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Donnerstag, 1. Januar 1885. 20. Jahrg. * des linken Ufers des Unteren Kongo durch Portu⸗ Zum Jahreswechsel. zal. Dieses Vermittelungsprojekt, wonach das Nur noch eine kurze Spanne Zeit und die inke Ufer Vortugal und das rechte der Internatio⸗ Blocken der Thürme verkünden, daß das Jahr 1884 alen afrikanischen Gesellschaft überlassen werden in das Meer der Zeiten entschwunden. Und was dllte, ist bereits in vertraulichen Pourparlers er⸗ vir ihm nachzurühmen vermögen, es sagens die jrtert worden. Die Portugiesen werden wohl WBorte: „Reich an Sorge, reich an Freude, reich vahrscheinlich auf keinen Widerstand stoßen, wenn in Arbeit ist's gewesen.“ Während hier der Tod je das linke Kongo⸗Ufer beseßen. ine empfindliche Lücke gerissen und Sorgen und Thränen im Gefolge hatte, zog dort Glück und Freude in die geheiligten Räume des Hauses ein; vährend hier des Unglücks Stern waltete und auch nicht eine Hoffnung zur Verwirklichung gelangen ieß, ruhte reicher Segen auf jeglichem Beginnen ines anderen. Während hier Glück und Frieden n den bescheidensten Verhältnissen, getragen durch Fintracht und Zufriedenheit, waltete, hat dort das Schicksal dem Unzufriedenen gezeigt, was er besessen, hne es zu würdigen. Ein Glück brachte das zur Neige gehende Jahr ins Allen, und das dürfen wir nicht vergessen, inzuerkennen. Mit goldenen Lettern wird es im Zuche der Geschichte als ein Jahr des äußern Friedens prangen. Wenn auch weit hinten in Asien ind Afrika die Völker aufeinanderschlagen, so störte »och bei uns keine trübe Wolke das Glück des Friedens und Handel und Wandel erfreuten sich ines ungestörten Aufschwunges. Geachteter als je leht unser deutsches Vaterland im Rathe der Völker za, seine Lenker führen mit fester Hand und weiser Zorsicht das Staatsruder und im besten Einver⸗ iehmen mit den Nachbarstaaten erfüllt es seine zroße Friedensmission. Und was im vorigen Jahre ioch nicht möglich schien, heute ist's zur Wirklich— eit geworden und weite Länderstrecken in fremden Weltlheilen erfreuen sich des Schutzes des deutschen steiches, das es übernommen, auch als Colonial- nacht bei der Vatheilung herrenloser Länder ferner in entscheidendes Wort mitzusprechen, um dem deut⸗ chen Handel neue Abhsatzgebiete zu erschließen. — Mit Tausenden, ja Millionen von Wünschen vird das neue Jahr begrüßt. Unser erster Wunsch jelte dem Glücke und der Größe des Vaterlandes, ruf daß auch ferner unter seinem mächtigen Schutze in jeder Bürger ruhig und in Frieden wohnen oͤnne. Was aber auch das neue Jahr in seinem S„chooße bergen möge, treten wir in dasselbe ein nit froher Zuversicht, mit der festen Absicht treuer zflichterfüllung, mit dem Herzen voll ächter Nächsten⸗ ebe und mit vollem Gottvertrauen, eingedenk der Nchterworte: „Jahre gehen, Jahre kommen — Jeder thue still das Seine; Selbst im allerengsten Kreise schafft er dann für's Allgemeine. „Jahre kommen, Jahre gehen, und die Kräfte mit den Jahren; Was Du heute kannst vollbringen, sollst Du nicht auf morgen sparen. „Jedes Jahr ist eine Seite in dem kurzen Buch des Lebens; Guter Inhalt, gutes Ende — sei die Richt⸗ schnur unsres Strebens!“ And damit wünschen wir allen unseren verehr⸗ gen Leserinnen und Lesern mit einem herzlichen Brosit Neujahr!“ guten Ausgang aus dem alten ind quten Eingang in das neue Jahr! wardt. In der nämlichen Sitzung wurde die Grün⸗ zdung einer Sterbekasse im Kriegerverein definitiv ibgeschlossen. Die bis jetzt verfügbaren Gelder des Vereins fallen der Sterbekasse zu und von den zu erhebenden 50 Pf. monatlichem Beitrage werden dieser Kasse ebenfalls 20 Pfg. zugewiesen. Die Auszahlung aus dieser Kasse ist für jeden Sterbe⸗ 'all auf 20 Mk. festgesetzt, so daß also fürderhin der Betrag von 50 Mk. aus beiden Kassen für eden Sterbefall ausbezahlt würde. [J Schnappach, 30. Dez. In der ver— lossenen Woche wurden in Sulzbach zwei Wild⸗ diebe in Haft genommen. Der eine davon wurde lsbald wieder frei gegeben, während der andere noch seiner Haft verblieb Bermischtes. F Limburg, 30. Dez. Bischof Blum ist jeute um 4 Uhr gestorben. F Die Revolverheldinnen in Frankreich nachen Schule. In Tonnoͤre ködtete die Frau ines Kaufmanns einen dor tigen Baumeister auf »ffener Straße mit drei Revolverschüssen wegen Verläumdung. F GDeutsche Intelligenz im Aus— bande.) In der argentinischen Republick ist jüngst der großartige Eisenbahnbau von Villa Argentina iber die 18,000 Fuß hohe Sierra Fatinag nach den Gold. und Silbergruben gebaut und nach zlücklicher Ausführung dieser schwierigen Arbeiten der Bau der mehr als 200 Meilen langen, über die Anden führenden Bahn von Tucuman in Ar—⸗ gentinien über Salta Juja nach Bolivia und Peru n Angriff genommen worden. Der erste Leiter dieser Arbeiten ist ein Deutscher, Ingenieur Schneidewind, und die Ingenieur⸗Arbeiten, welche nicht blos von große m Umfange, sondern auch un⸗ jewöhnlich schwierig sind, werden unter Führung ines Landsmannes, des Ingenieurs Ernst Richter, ausgeführt, welcher auf dem Polytechnikum in Han⸗ nover seine Ausbildung erhalten hat, nach bestan⸗ dener Prüfung an den Ingenieur-Arbeiten beim tZau der Bahn über Lüneburg, zuletzt an den dafen⸗Arbeiten in Wilhelmshafen Theil nahm. Die leberfüllung in seinem Fache ließ ihn daran weifeln, in der Heimath bald einen von ihm er⸗ ehnten Wirkungskreis zu finden, und so versuchte »r sein Glück in Südamerika. rkale und pfälzische Rachrichten. *St. Ingbert, 31. Dez. Die Gesellschaft „Harmonie“ hat für ihre Mitglieder auf heute Abend im Horst'schen Saale ein Konzert mit da⸗ auffolgendem Balle veranstaltet. —“* In Pirmasens wurde ein 11 Jahre alter knabe vom Postwagen überfahren, so daß er an »en erhaltenen Verletzungen nach kurzer Zeit starb. —* Am Montag wurde in Neustadt unter deitung des Herrn Consistorialraths Risch die heneralversammlung des evangelischen Kirchenge⸗ angvereins für die Pfalz abgehalten. Von 57 finzelvereinen waren 15 vertreten. Großes In— eresse bot der von dem Bereinsmusikdirektor Herrn zützel aus Zweibrücken erstattete Jahresbericht. zinsichtlich des für das Jahr 1885 geplanten kirchengesangsfestes wurde beschlossen, dasselbe ein zahr hinauszuschiehen. Die Leitung des Vereins bdird in Zukunft durch einen geschäftsführenden und inen musikalischen Ausschuß besorgt werden. In en geschaftsführenden Ausschuß wurden gewählt zie Herren Dekan Sturtz (Vorstand), Adjunkt Zorn Rechner), Lehrer Runk (Sekretär), sämmtlich aus zweibrücken. Der musikalische Ausschuß besteht aus en Herren Consistorialrath Risch-Speyer, Seminar⸗ hrer Hildebrand⸗Kaiserslautern, Lehrer Keßler⸗ 3peyer, Lehrer Bersche-Ludwigshafen, Lehrer Doll⸗ dürkheim und Lehrer Vender⸗Schwegenheim. Als Zereinsmusikdirektor wurde wieder Herr Prof. Lützel us Zweibrücken gewählt. In Grünstadt wurden falsche Zwei⸗Mark— tücke in Zirkulation getroffen. Also Vorsicht! 1*) Schnappach, 29. Dezember. In seiner ßeneralversammlung am verflossenen S„onntage beschloß der hiesige Kriegerverein die Ab⸗ saltung eines Balles und zwar am Samstag, den .0. Januar, im Vereinslokale bei Herrn Karl Sieg⸗ Sterbefälle. — Gestorben: in Ingenheim Frau Joh. Feith, 77 J. a., in Vorderweidenthal Jakob Wagner U., Müller, 36 J. a., in Weidenthal Andreas Schmidt, pens. Bahnwart, 67 J. a., in Kaiserslautern Frau Elisabetha Louis, geb. Appel, 75 J. a., in Kirchheim a. Eck Anna Zöller, 25 J. a., in Immesheim Chrysostomus Zettler, 78 J. a. xn-· vdie Redafion erai — —— Verloosungslisto ũber alle bis Dezember ge- rogonen Serienloose nebst Verloosungs-Kalenqer für's neus Jahr. Diese heuer in“ ihrem 18. Jabrgang erschionene Liste ist in der That für eden Loosbesitzer die lohnondste Goldausgabe, venn man bedenkt, wio viele Tausende von ge- ogenen Loosen (Sogar mit Haupttrefforn von 100,000, 80. 000, 70,000, 60, 000, 50, 000 ete.) noch unerhoben sind und der Verjuhrung an- neimfallen. Gegen 50 Pf. Briefmarken wird edem die Liste franco eingesandt vom Hoöraus zteber A. Daum in Stuttgar Volitische Uebersicht. Die portugiesischen Blätter sprechen von einer zahe bevorstehenden und definitiven Besitzergreifung TOodes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiemit die schmerzliche Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben Sohn Bruder und Schwager Georg UnhnI 34 Jahre alt, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, zu sid abzurufen. Die Beerdigung findet Freitag, morgens um 9 Uhr, statt. Die trauernd Sinterbliebenen F. »n. Gewinn-Loose-Umtausch. Zum Umtausch von Giesinger⸗ u. Spessarter Gewinn⸗-Loosen empfehlen sich: Tölzer Veteranen-Loose à 50 Pf. 500 Gewinne im Gesammtwerthe von 8000 Mark. Ziehung 15. Jannar 1885 in München. Kaiserslauterer KirchenbausLoose 22 Mark. 20000 Gewinne nz reg n 123000 Mart. HDaupttreffer: 30000, 10000 Mark ꝛc. ! Auf 10 Loose 1 Treffer!! Ziehung in München am 16. März 1835. —WfZtovuuoe——— 2000 Gewinne im Werthe von 80000 Mark. Erster Hauptgewinn: Eine vollständige, hochelegante Equipuge mit vier Pferden im Werthe von 12000 Vitk. JZiehnug unabänderlich Anfangs Ipril 1885. Vorstehende Loose offeriren und versenden alle bekannten Verkaufs- stellen: in St. Ingbert Joh. Weirich, Frz. Woll und die Hanpte⸗RAgent. Jul. Goldschmit in Fudwigshafen a Kh. Allgemeine Kranken-Unterstützungs— und Sterbe-Kasse St. Ingbert. Generalversammlung. Sonntag, den 18. Jannuar 1885, Nachmittags un 8 Uhr im Lokale des Wirthes Joh. Weirich (Unterstadt). Tagesordnung. 1. Bericht über den Stand des Vereins. 2. Rechnungsablage. 3. Aenderung der Statuten. 4. Neuwahl. 5. Besprechung sonstiger Vereinsangele genheiten. St. Ingbert, den 81. Dezember 1884. —XRXüGglBhh LWeirich. —— 8 * * ß Schorers Familienblatt: beginnt den Jahrgang 1885 mit folgenden neuen Romanen: zacher-Masoch. Die Seelen- Hans Arnold. Die junge Frau fängerin. Doktorin. Schicksale eines nach Westafrika ausgewanderten Deutschen. Eine über⸗ aus fesselnde deutsch-koloniale Erzählung. Rosegger. Die Geschichte vom Zwieäugel und den eifersüchtigen Leuten. Wilhelmine Buchholz wird fortfahren in ihrer bekannten humo⸗ ristischen Weise die Erlebnisse ihrer Familie zu schildern. Aus Westafriska wird das Zamilienblatt interessante Artikel und Bilder von seinem eigenen dorthin gesandten Mitarbeiter bringen. Schorers Familienblatt ist dureh alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. pPreie In Wochen-Nummeérn 2 M. vierteljährlich. Oder auch in Heften zu 50 Pf. Hacksel·Puttersehneid· Naschinen fabriciren als Spezialität in vorzüglichster Konstruktion und Ausführung. Verbreitet in 22000 Exemplaren. Prämiirt mit nahezu 150 Medaillen. Schrotmühlen Rübenschneider mit Stahlwalzen, Zahnscheiben oder, verschiedener Konstruktion, fabriziren Steinen für Hand- und Kraftbetrieb. in jeder Große. Lieferung unter Garantie und Probezeit. Kataloge franko und gratis. Ph, Mayfarth & Co, frankfurt a. M. Fabrik landwirthschaftlicher Maschiuen uud Eisengießerei. EWo wir noch nicht vertreten sind, werden solide Agenten angestellt. 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Die Arbeitsstube bietet sowonl Müttern als Lehrerinnon reiches Material, in ihren Töchtern und Schülsrinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit zu erwecken und 2zu fördern. — Biünige Urtheile der Presse: Vossische Zeitung (Berlin). Der Für's Haus (Dresden). — „Selbst Verlag von P. Gebhardi in Berlin der faulste Backfisch wird Lust zu pietet mit seiner hubseh ausgestatto- Handarbeiten bekommen, schenkt das ten Arbeitsstube“ eine reicie Fülle NMütterlein ihm die mit vielen Vorlagen vonvVorlagen für loichte und gesehmack- für leichte und geschmackvolle Hand- olle Hadarbeiten. Was Alles nur irbeiten, sowie einer grossen Menge aut᷑ aiesem Gebiete Gefalliges geleistet arbiger Originalmuster für Canevas- Ferden kann, wird in sauber ausge- tickorei versehene Zeitschrift: „Die fukrten Mustern veranschaulicht. 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Dem heutigen Blatte liegt für unsere Abonnenten einn Wand-Kalender bei. 532 52 2532 — 222 2.2 — 2 22 E z883832883838853835888333838383 7563333683833335 25588 3 — —3 — —— ——— 8355 533— 52* 535 ——— ——33383883— — — S 252335328 7 * *8 5 2 —2 2— *2 2 D — —A —— * 3852 535533 206 *235* — — 2 * * — —— 2 28 * 2 s2573 25 33 335 3 3335 5523—3855 53 55537—2*5 Sag 355 —2—335553 323 2323 2 5253542 5 —233335333555* 5338 ——— 5335 —2533 5333235328 25——553—87 ——— 232552—2 368 3z 3388 3 5233 5535823 28 25663 555 8233* — 83 635 —32333338 58 —3 2* —8* — —— — — * 2* 5 —8* — a 83335. 5383 53 6332—354 —5322 33523s333 238 —A— 454635 55 —503283 23 38 —33828 —z55—88 ——— 33 —733—3838 83z3 3373733238—573258 * — —E —8 2* z23 5368323 — — —. 32533 25385* 5525 833 —558833 — 333 85 3337385* — — —— 2 —2322 3 s3222* 226 2— A — — 2* —— — D * 5** —8 —n25 ** 863 2 —7 D 72 5 222 8 * 22 353 533 — —26323538 25355 —S— —3 —2c 25*55 536 387 363335 233* — 2—85 582—322 —35855—252733388 —A— 3 — 6537 5335383333 3535838 83 3 . —5 —22 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Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhauu quũ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteliährlich 1M 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Pott bezogen 1.A 75 4, einschließia 40 ⸗ Zustellunasgebuhr. Die Sinrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. I35 4. Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wmird nur dreimalige bexechnet. Samstag, 3. Januar 1885. dann in ganz bedeutenden Abständen Holland, Bestellungen Frankreich, Belgien, Oesterreich Ungarn, die Türken und Schweden-Norwegen, deren Handesbilanzen auf den mit Rußland — England ausgenommen, — nur ⸗ Bruchtheile der deutschen aufweisen. St. Ingherter Anzeiger Es scheint sich zu bestätigen, daß der russisch— polnische Reisende Rogozinski als Helfershelfer Englands im Rücken der Woermannschen Besitz⸗ ingen am Kamerun Gebietserwerbungen vorge⸗ nommen hat, die unseren Ansiedlern an den Oel⸗ lüssen manche Unbequemlichkeit bereiten müssen. Wie weit sich die Besitzergreifung erstreckt, ist noch nicht zu ersehen. Zweifellos trägt sie denselben Charakter, welchen der bekannte Beschluß des Cap⸗ Parlamentes hatte, das ganze Hinterland von Angra Pequena zu beschlagnahmen. Auf gut Deutsch heißt das: dem fremden Ansiedler die stehle zuzuschnüren. In der Capstadt hat man inzwischen etwas mehr Genügsamkeit gelernt. Ob —A — cetiro für die deutschen Ansiedler in den ungesunden Flußniederungen zu werden berufen schien, dem englischen Besitz wieder entzogen werden kaun, ist mehr als fraglich. Wenn wir aber in der Thar die englische Flagge oberhalb von Kamerun respek—⸗ tiren, welche Abfertigung muß dann der „ent—⸗ rüsteten“ öffentlichen Meinung in England zu Theil wverden, welche sich angesichts unserer Gebietser⸗ verbungen in der Südsee zu dem Satze versteigt: ,‚wir fechten entschieden das Recht Deuitschlaude »der einer anderen Macht an, Niederlassungen in inmittelbarer Nähe unserer Kolonien zu pflanzen, »hne uns zu befragen“. Das Kamerungebirge ist diel näher am Kamerun, als Angra Pequena bei der Capkolonie oder die Nordküste Neu-Guineas bei Australien gelegen! Die deutsche Korvette „Carola“ wird mit dem 1. Februar k. J. in Dienst gestellt werden, um als Ersatz für die Korvetie „Ariadne“, welche bereits zus dem westafrikanischen Geschwaderverbande aus— geschieden ist, nach der Küste von Westafrika zu gehen. Die ‚Carola“, einer der schnellsegelndsten Kreuzer unserer Floite, 1880 zu Stettin erbaut, führt 10 Geschütze und hat ein Deplacement von 2169 Tonnen, ist also beträchtlich größer, als die „Ariadne“, welche nur 1719 Tonnen Raumgehalt hat und 8 Geschütze fübhrt. Deutsches Reich. Berlin, 1. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ meldet: Die afrikanische Conferenz nimmt ihre Arbeiten nächste Woche wieder auf. Die erste Fommissionssitzung zur Berathung der in der letzten Plenarsitzung vom 22. Dezember an die Kommission iberwiesenen Fragen ist auf Montag, den 5. Januar inberaumt. Die „Nordd. Allg. Zig.“ sagt gegen— über der Mittheilung des „Hamburger Correspon⸗ dent“, daß sich in Berlin die Meinung von der Reise des Fürsten Bismarck nach der Reviera er⸗ jalte: „Uns ist von dieser Meinung nichts zu Ohren gekommen. Bekannt ist uns dagegen, daß der Fürst niemals die Absicht gehegt hat, die Ri— viera zu besuchen und auch für seine Gemahlin diese Gegend niemals in Frage gekommen ist. Was die Aerzte der Fürstin emdfeblen. ist ein Aufenthal⸗ in Süpditalien Die Bewegung der „Arbeitshosen“ in Paris gewinnt mehr und mehr einen acuten Cha— cakter. Die letzten Sonntagsversammlungen waren deträchtlich stärker besucht als die zuerst veranstal⸗— ceten und die üble Geschäftslage verschlimmert die Lage der arbeitenden Klassen und vergrößert die Zahl der Arbeitslosen in immer höherem Grade Alle Berichte aus Frankreich stimmen darin überein daß zahlreiche Momente aus dem Volksleben auf eine Verminderung des Wohlstandes hinweisen. Die etzte Versammlung Arbeitsloser hatte einen sehr tuͤrmischen Verlauf und nahm eine Resolution an, velche „sofortiges Handeln“ zur Abhülfe der Ar—⸗ eitslosigkeit anempfiehlt. Die Ausführung dieser Resolution hatt nun, wie aus Paris gemeldet wird, erfreulicherweise auf durchaus friedlichem Wege be— gonnen. Vorgestern traten nämlich 75 Arbeiter⸗ Ausschüsse zusammen und ernannten fünf Bevoll⸗ nächtigte mit dem Auftrage, ins Stadthaus zu gehen und den Pariser Gemeinderath aufzufordern, Maßregeln zur sofortigen Lösung der Arbeiterkrisis uu treffen. Diese Bevollmächtigten begaben sich jum Präsidenten des Pariser Gemeinderathes, der hnen eröffnete, daß sie am Samstag von dem Aus⸗ chusse des Gemeinderathes empfangen werden, um bm ihre schriftlichen Vorschläge vorzulegen. Ausland. London, 31. Dez. Die Morgenblätter prechen in einem besonderen Artikel ihre Befriedig⸗ ing und Glückwünsche zur Verlobung der Prinzessin Beatrice mit dem Prinzen von Batitenhera aus Sokale und pfältische Rachrichten. * St. Ingbert, 2. Januar. Eyhlbvester und Neujahrstag gingen hier ziemlich ruhig vorüber ind es scheint, daß die Unsitte des Neujahrsan⸗ chießens auch in unserer Stadt immer mehr ver—⸗ chwindet. Ganz außerordentlich in Anspruch waren während der beiden Tage aber unsere Postboten Jjenommen, um die Hunderte von Neujahrsgratu— qationen. die bei der Vost zur Beförderung über— »RDer Handel Rußlands mit dem Auslande konzentrirt sich immer mehr in deutschen Händen. Deutschland ist gegenwärtig an der Spitze sowohl der russischen Ein- als Ausfuhr. Es folat Enaland. 2 Jahrg geben wurden, in die Hände der Adressaten zu bringen. St. Ingbert, 2. Januar. In seiner be— fannten Leistungsfähigkeit bot gestern Abend der VBerein „Gemüthlichkeit“ der hiesigen Einwohner⸗ chaft durch seine theatralischen Aufführungen eine cecht angenehme Unterhaltung. Der Horst'sche Saal, in dem die Bretter aufgeschlagen waren, war yon Schaulustigen dicht besetzt; ob man wohl schon erwartet hatte, was geleistet wurde? — Wir nöchten es doch bezweifeln. Eine treffliche Klavier⸗ piece: „Jubel und Trubel“ (v. Faust) diente als zassende Einleitung. Mit sftürmischem Beifall wvurde dann die komische Alpenszene: „Das Ver⸗ prechen hinter'm Herd“ aufgenommen. Alle Rollen dieses Stückes wurden aber auch mit einem Geschicke und einer Präzision durchgeführt, die allerdings mponieren mußten. Das Publikum schien dadurch auch schon verwöhnt worden zu sein; denn dem darauf vorgetragenen Marsche, „Frisch ins Feld“ (für Klavier v. Faust) zollie man lange nicht ge— nügend die Anerkennung, die ihm gebührt häite. — Der Vorhang hob sich wieder und nun erhei⸗ ierte der Schwank: „Papa hat's erlaubt“ alle An— wesenden. Wollte man hier eine Persönlichkeit be⸗ zeichnen, die ganz besonders die Lachmuskeln der Zuschauer reizte, so wäre dies „Schiächtermeister Budike“. — Als sicher glauben wir annehmen zu dürfen, daß sich keiner der Besucher beim Verlassen des Saales in seinen Erwartungen getäuscht sah. — Möge die „Gemüthlichkeit“ hiesigen Theaterfreunden recht bald wieder einen so genufßreichen Abend ver⸗ schaffen! *— In der letzten Sitzung der Strafkammer des kgl. Landgerichts Frankenthal wurde der 42 Jahre alte Metallgießer Friedrih Bund aus Rohrbach bei St. Ingbert, zuletzt in Ludwigshafen sich aufhaltend, wegen eines Verbrechens, begangen im Sinne des 8 176 Ziffer 3 des R.⸗St.G.B., in eine Zuchthausstrafe von 1 Jauhr und 6 Monat verfällt unter Aberkennung der bürgerlichen Ehren⸗ rechte auf die Dauer von 5 Jahren. Vom 1. Januar dso. Is. ab gelangen auf den pfälzischen Stationen Ludwigshafen, Speyer, Neustadt, Kaiserslautern, Landau und Zweibrücen Retourbillete J. D. und III. Klasse nach Paris mit ermäßigten Fahrpreisen zur Einführung. — GPostkarten mit Antwort.) Eine mit dem deutschen Werthstempel bedruckte Antwott— sarte wird, sofern sie nach einem Orte in Deutsch⸗ land gerichtet ist, von jeder Postanstalt in Oester⸗ reich · Ungarn, und eine mit einem österreichischen bezw. ungarischen Werthstempel versehene Anlwort⸗ karte, welche nach einem Orte in Oesterreich bezw. in Ungarn bestimmt ist, wird von jeder deutschen Postanstalt als vollständig frankirt angenommen und befoͤrdert. — Blieskastel, 30. Dez. Gestern hielt die Centrumspartei der Pfalz im Gartensaale der Frau Wittwe König eine Vertrauensmännerversammlung, in welcher u. A. auch die Herren Dr. Siben ven Deidesheim und Pfarrer Huth von Pirmasens sprachen. (Z3w. 3tg.) — Nach einer in den jüngsten Tagen getroffenen Verfügung des kgl. Kriegsministeriumz werden die Magazine der pfälzischen Landwehr— bataillone demnächst in die Garnisonen ihrer zuge⸗ hörigen Infanterie Regimenter verbracht. Da nium bom 1. April 1885 ab die Landwehrbataillone Landau und Zweibrücken zum kgl. 18. Infanterie— Regiment und Speier und Kaiserslautern zum 17. Infantecie-Regiment stoßen, so müssen die fämmf. lichen Monturen und Waffen nebst Wagenmalerial dieser erst im Mobilmachungsfall ausrückenden Truppen in den Garnisonen Landau und Germers Jeim untergebracht werden. Bisher waren diese Magazine oder militärisch gesagt „Kammern“ bei den Landwehrbezirkskommandos, welche am 1. April 1885 ebenfalls die Regimentsnummer 8 bezw. 4 1b· und dafür 18 resp. 17 anlegen. —vHomburg;31. Dez. Auf die Adresse hiesiger Stadt an Herrn Reichskanzler Bismarc ief heute folgendes Antwortschreiben hier ein: Bgertin, 20. Dezember 1884.. Aus Anlaß des Reichstagsvotums vom 15. d. M. sind mir aus allen Theilen des Reiches so ahlreiche Kundgebungen zugegangen, daß ich außer Slande bin, eine jede derselben besonders zu be⸗ antworten. Dem Mißtrauensvotum, welches die Mehrheit des Reichstages durch Ablehnung dienstlich unent⸗ behrlicher Mittel mir ertheili hat, stehen zahlreiche Beweise des Vertrauens gegenüber, mit welchem das Deutsche Volk die von mix vertretene auswärtige Politik Seiner Majestät des Kaisers zu unterslützen bhereit ist. In den Kundgebungen der im Volke lebendigen nationalen Gesinnung finde ich die Er⸗ muthigung, auch bei abnehmenden Kräften auszu⸗ harren im Kampfe gegen die Parteien, deren Un⸗ herträglichkeit unter einander und deren Einmüthig⸗ eil im Widerstande gegen jede staatliche Leitung die Entwicklung des Reichs hemmen und unsere mit schweren Opfern von der Nation erkämpfte Eiuheit geführden. Alle Diejenigen, welche mir in der gegenwärtigen Phase dieses Kampfes ihr Einverständniß kundge— geben und ihren Beistand zugesagt haben, bitte ich neinen verbindlichsten Dank aͤuf diesem Wege ent⸗ Jegen nehmen zu wollen. v. Bismarck. — Landau, 31. Dez. Ein aus Kusel ge⸗ bürtiger Rekrut der 8. Komp. des hier garnisoni— renden 18. Inf.-Reg. entfernte sich gestern früh sechs Uhr ohne Erlaubniß zu haben aus der Kaserne. Später fand man ihn ettrunken in der Queich. Was den Beklagenswerthen zum Selbstmord ge— rieben, weiß man vorderhand noch nicht: man hört, es sei Furcht vor einer Strafe gewesen. (C. T.) Ebernburg, 29. Dez. Heute waren Leute aus Bingert am Lemberge, und einer der⸗ selben machte den Vorschlag, in einen der alten, längst verlassen Bergwerksschachte einzudringen. Wie gesagt so gethan! Als einer der Männer ein Streich⸗ holz entzündete, explodirten im Schacht vorhandene schlagende Wetter und hüllten die Leute in Feuer. Die Kleider derselben verbrannten, und alle vier deute wurden, wie das Krzu. Tgbl. erfährt, durch Brandwunden verletzt, zwei derselben schwer. —Der Verein zur Erbauung einer protestan⸗ ischenn Gedächtnißkirche in Speyer (xeischer— tirche) richtet an Se. Maj. den Konig von Schweden und Norwegen eine Dankadresse für die dort bewilligte Kirchenkollekte zum Besten des Bau⸗ fonds der Gedächtnißkirche. Die Adresse ist von dem ältesten Sohn des Herrn Konsistorialsekretärs Fehl in äußerst gelungener, kunstgerechter Weise hergestellt worden. — — — Vermischtes. Mest, 29. Dez. Einem heute Nacht in der Wechterstraße ausgebrochenen Brande ist leider ein Megschenleben zum Opfer gefallen. In dem Laden des Cigarrenhändlers Lesniareck war Feuer ausge⸗ zrochen, welches sich rasch den oberen Stockwerken mittheilte. Der Lehrling des nebenan wohnenden Uhrmachers Conrad, welcher im zweiten Stocschlief, onnte nicht mehr gerettet werden und wurde ver⸗ ftohlt aufgefunden. Lesniareck, welcher verdächtig erscheint, den Brand angelegt zu haben, wurde so⸗ fort in Haft genommen. Sit. Wendel, 30. Dez. Als gestern Abend die Tochter des Gutsverwallers R. von hier nach dem Langenfelderhofe heimkehren wollte, über⸗ fiel sie auf dem Wege in der Nähe des Rädelweihers ein junger Mensch. Derselbe trug die Kleidung eines Bauernburschen und eine baierische Infanterie⸗ mütze. Angeblich verlangte er nur unter Drohungen GHeir. Das Fraäulein warf ihm den Muff mit dem Bemerken hin, ihre Börse befinde sich darin, ind ergriff die Flucht. Auf die sofort seitens ihres Vaters erfolgte Anzeige gelang es dem Gendarmen M., in dem Attentäter einen beurlaubten bayerischen stekruten zu rekognosziren, der sich seit einigen Faden seinen Urlaub überschreitend, hier herumtrieb. deute Morgen erfolgie nach dem „Krzn. Tgbl.“ Line Verhaftung“?auf hiesigem Bahnhofe, als er nach Hharnison Laudau zurückfahren wollte. (S. u. Bl.-Z.) p'Von der Elz, im badischen Lande, schreibt nan dem „Hochb. B.“: Vergeblich ist der Kampf jegen die Dummheit und nicht viel größer ist der ẽrfolg gegen die Geschwister derselben, welche Aber⸗ laube, Kartenschlagen, Brauchen ꝛ⁊c. heißen. Giebl s doch noch Dörfer, in welchen ein großer Theil Zewohner, aͤuch solche, denen man in andern Dingen zute Urtheilsfahigkeit nicht absprechen kann, mehr »der weniger von dem Glauben an diese Thorheiten durchdrungen sind. Ueberzeugung davon kann man sich leicht verschaffen. — In manchen Dörfern unserer Gegend läutet es am Weihnachtsabend sehr lange Betglocke. Warum? Die Glocke ruft für Viele nicht zum Gebet, sondern zu einem abergläubischen Beschäfte. Alt und Jung eilt mit Strohbändern ruf den Ruf der Glocke hinaus in die Obstgärten mid umbindet die Bäume in Meterhöhe mit einem Strohband und damit glauben sie nun für das Hmmende Jahr reichen Obstsegen an die Bäume gezaubert zu haben. Natürlich muß dieser Zauber— ikt unbeschrieen vor sich gehen, wenn er Erfolg Jaben soll. Das Strohband bleibt jetzt das ganze Jahram Baum und ist ein warmes und sicheres Versteck ur eine Menge Ungeziefer, besonders der so schäd⸗ ichen Obstmade. So alte Gebräuche, und wenn sie aur Nachtheil bringen, sind schwer auszurotten. (Die Dummen werden nicht allel) In inem Dorfe am Kaiserstuhl (Hebel würde sagen: n Segringen) wohnt ein Bäuerlein, dessen duh an bedeutendem Ungeziefer leidet. Das kluge Bäuerlein besinnt sich auf eine Radikalkur; für das wurde denn sonst das Petroleum „erfunden“? Nein Bauerlein kauft eine Flasche Erdbl, reibt amit Kopf Hals und Beine der Kuh ein, ergreift in Streichholz und zündet die Kuh an. In einem lugenblick ist die Kuh von Flammen bedeckt. Von Schrecken und Schmerz ergriffen, reißt die Kuh von er Krippe los und rennt zum Stalle hinaus in's xreie, und das war ein Glück, denn sonst wäre sem BauerHaus und Hof niedergebrannt. Ein Glück ür die Kuh war es aber, daß verständige Nach— arsleute schnell zu Hilfe eilten und mit nassen Tüchern und feuchtem Stalldünger ihren Qualen in Ende machten. So wörtlich geschehen am 21. Dezember 1884. Die ba yer. Armee zählt mit Jahresschluß in Generalität: 1. Generalfeldzeugmeister, 11 Gene⸗ ale (6 Generale der Infanterie und 58 Generale Fer Kaballerie), 10 Generallieutenants-und 28 Ge⸗ ieralmajore. Bayreuth, 27. Dez. Am heiligen Abend zat in St. Georg der Schrecken über den sogen. Welzmärtel ein 7jähriges Kind getödtet. Zwei Irbeiter, Brüder, hatten sich mit unförmlichen dostümen vermummt und als sogenannte Pelzmärtel Hhaben in den Hausern erfochten. Der armen Kleinen iefen sie auf der Straße bis in ihr Haus nach. das Kind stürzte die Treppe hinauf in das Zimmer er Eltern, wo sich sofort zeigte, daß ihm der Schrecken die Sprache geraubt hatte; nach wenigen Stunden trat der Tod ein. Untersuchung iste ingeleitet. 4 Das Schöffengericht zu Main; verurtheilte im 18. Dezember die Gebrüder R. und N. L. zu Mainz wegen Pfefferfälschung zu einer Strafe von e 14 Tagen Gefängniß und 600 Mk. F Frankfurt a. M., 31. Dez. Wegen gruch des Eheversprechens wurde ein hiesiger unger Mann von seiner ehemaligen Braut ver⸗ lagt. Der Fall kam letzten Freitag vor die Zivil— ammer J, wo ihm die Alternative gestellt wurde, ntweder zu heirathen oder eine seinen Verhältnissen entsprechende Buße zu zahlen. Der Angeklagte, der ohne Anwalt erschienen war, erklärte, er habe ine schreckliche Angst vor der Ehe und könne daher nicht heirathen; er wolle das Mädchen nicht un— zlücklich machen. Nach dieser Erklärung wurde er Zerurtheiit an das Madchen 450 Mk zu bezahlen. Oberlahnstein, 29. Dez. Mord und Selbstmord verübte vorgestern hierselbst ein unger Wittwer von hier, der sein Kind und sich zurch Cyankali vergiftete. Der Unglückselige, ein Zohn des vor mehreren Jahren im Taunusbahn⸗ yofe zu Frankfurt a. M. durch Ueberfahren ge— vIdieten dortigen Stationsvorstehers Todt, hatte sein Heschäft als Kaufmann aufgeben müssen und war i vder Bahmverwaltung gegen Diäten beschäftigt. Bie man höoͤrt, sollen bedrängte Vermögensverhält risse den Anlaß zu der verzweifelten That gegeben ben. (Gluge Stadtväter.) Nachdem die Budgetkommission der Stadt Lüttich beschlossen hat, die Flügel und Pianinos — als Luxusgegenstand — mit einer Steuer zu belegen, wird jetzt in den 16,000 Häusern der Stadt die Zahl dieser Instru⸗ nente genau festgestellt. Hoffentlich hilft diese anti— nusikalische Steuer den geplagten Lüttichern zur Linderung der furchtbaren Klavierpest. Das grökte Dorf Deutschlands, Linden bei Hannover, mit seinen 82,000 Einwohnern wird als Dorf mit dem 1. April d. J. verschwinden und als Stadt auf der Bildfläche erscheinen. Die Henehmigung zu dieser Umwandlung ist dieser Tage von Berlin eingetroffen. Gie Poesie der Wolle.) Der Er⸗ inder der Schafwolle, Professor Jäger, berichtet oeben über die Vortragsreisen, die ihn im November durch verschiedene Theile Deutschlands und auch nach Troppau geführt haben. Diese Reisen galten veniger der Propaganda für die „deutsche National— racht“ als der Vornahme von „Weinproben“. Dies ist nämlich der von Herrn Jäger gewählte Titel der Versuche, die er mit seinen „Anthropin- dügelchen“, den bekannten delicaten Haarduft-Prä— paraten, angestellt, um Getränke, Speisen und hesonders auch starken Tabak zu „humanisiren“, d. h. „dem Menschen angenehmer zu machen.“ Professor Fäger berichtet eingehend über die Triumphe, die er gefeiert, und wie sich vor allem in Stettin die Ldeule um den mit Haarduft versetzten Wein rissen. Ganz außerordentlich sei auch die Aufnahme gewesen. die er in der Gemeinde der „Ganzwollenen“ und der „Unterjäger“ von Dresden gefunden. „Bei meinem Eintritt begrüßte mich ein Hoch und das Töchtercheu eines Vereinsmitgliedes übereichte mir mit einem Blumenstrauß nachfolgendes Gedicht“ Nimm freundlich Dank, Professor Jäger, Du großer Mann, Du Weltbeweger! Warum ich diesen Dank Dir zelle? Wiss', daß ich freue mich der Wolle, Und daß mir Wolle in der Nacht Vorzüglich guten Schlaf gebracht. War doch in früh'rer Leinenzeit Mein Schlaf der Eltern Herzeleid, Denn malt und bleich stand alle Morgen Ich auf, zu meiner Eltern Sorgen. D'rum bring' ich auch aus Eltern Mund Dir Dank von ihres Herzens Grund Für mich und sich, denn auch sie haben Das Leinenzeug schon längst begraben, Und jeden Tag hör' ich ein Lied Von Dir und Deiner Lehre Güt'. p(Räthsel) Ein Verliner und ein Leipziger aßen zusammen in einem Eisenbahn⸗Coupéb Um ich die Zeit zu vertreiben, schlug der Bewohner der Kaiserstadt dem Kleinpariser vor, sie wollten ich gegenseitig Räthsel aufgeben. Letzterer war ein⸗ erstanden und der Berliner begann mit der Frage: „Was ist das? Das Erste läuft, das Zweite läuft ind das Ganze läuft?“ — Der Sachse gibt sich hiel Mühe, kann aber trotzdem nicht die Auflösung ziuden. Der Berliner muß sie ihm endlich doch agen: „Katzbach!“ — „Ei Härrjeses'“ ruft der Sächser, „das is Sie ä sehr scheenes Räthsel, aber ehr schwer: meines is leichter, Sie werden's wohl Jleich rathen. Bei mir läuft nämlich das Erste uͤnd das Zweite läuft auch, aber das Dritte läuft nich. Was ist das?“ — Der pfiffige Berliner sann das auch nicht errathen. Na das is aber tinderleicht!“ tuft der Leipziger. „Das sind nämlich neine drei Kinder, die beeden Ersten loofen, das Dritte aber kann noch nich loofen!“ 4 Retourbillets auf den Eisenbahnen dürfen nach einem Erlaß der Eisenbahn⸗Verwaltungen nur von den Personen benutzt werden, welche sie Jelöst haben. Das Berliner Kammergericht hatte ch nun mit der Frage zu beschäftigen, ob dieser Frlaß rechtsgiltig ist oder nicht. Der auf der An⸗ halter Bahn angestellt gewesene Schaffner Schölzke war gegen Beihilfe zum Betruge angeklagt gewesen, weil er ihm von Fahrgästen überwiesene Retour⸗ hillets, die zur Rückfahrt von diesen nicht benutzt verden konnten, an den Hotelportier Hingst in Halle zur Veräußerung an die Reisenden gegeben jatte. Dies war zur Kenntniß der Behörde ge⸗ iommen. Der Angeklagte war deßhalb vom Schöffen⸗ gericht zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt worden ind das Landgericht hatte die dagegen eingelegte Berufung verworfen. In der Berufsverhandlung sor dem Kammergericht führte der Vertheidiget stechtsanwalt Dr. E. Friedemann aus, daß er Aloßer Erlaß der Bahnverwaltungen dem gekaufte Retourbillet nicht seine Eigenschaft als Inhaber- usweis rauben könne. Sei dies aber nicht zu zestreiten, so habe jeder Inhaber eines noch giltigen Retourbillets auch das Recht, dasselbe zu veräußern ind der Erwerber habe einen zivilrechtlichen An⸗ pruch auf Beförderung mit der Eisenbahn. Das dammergericht schloß sich dieser Auffafsung an, hob as angefochtene Urtheil auf und wies die Sache in das Landgericht zurück, welches nun noch zu zrüfen hat, ob etwa das Verbot der Uebertragung Fer Eisenbahn-Retourbillets an dritte Personen in iner mit Gesetzeskraft erlassenen Verordnung ver⸗ ündigt worden ist. CEiebe und Tesegraphie.) Ein water, der seinen Sohn nach Wien sendet, damit rudort Jus studire, von demselben aber statt der Zeugnisse über gut ahgelegte Prufungen Liebes⸗ ttlärungen erhält, und zwar telegraphisch, der hat inzweifelhaft Recht, wenn er seinen Sprößling für v»errückt hält. Herr We...„ein ruhiger Bürger in St. Mihaly in Ungarn, wähnt seinen Sohn ruhig den juridischen Studien nachgehend, da er—⸗ Jält“ er von demselben an einem einzigen Tage rei Depeschen, jede ein schweres, geschlagenes diebesgeständniß enthaltend. Der Herr Papa chüttelt den Kopf und telegraphirt nach Wien: Lieber Arthur, bist Du verruͤckt geworden ?“ Der Sohn antwortet nicht, doch kommen im Laufe weier Tage noch funf telegraphische Liebeserklär— ingen angerückt. Da wird es dem alten Herrn endlich doch zu stark. Er setzt sich auf und fährt rach Wien, um nach seinem Sohne zu sehen. Die Beschichte wird bald klar. Der junge Herr hatte auf der Straße ein Mädchen gesehen, welches ihm zusnehmend gut gefiel, nur wollte das Fräulein von seiner Werbung absolut nichts wissen und aahm die Liebesbriefe, welche er ihr zustecken wollte, aicht an. Endlich erfuhr er, daß sie Telegraphistin sei, und nun übermittelte er ihr die Liebesbriefe in Form von Depeschen. Er kam in das Amt, wo Jas Fräulein bedienstet ist, setzte dort seine Liebes— »etheuerungen auf und überreichte ihr das Blanquet. Ob sie wollte oder nicht, sie mußte es lesen und elegraphirte dann den Inhalt an den Papa ihres Anbeters, wohin er adressirt war. Das ging so nehrere Tage hindurch, bis der Papa vorgestern nach Wien kam und seinen Sohn derb abbanzelte. Benützt hat es aber trotzdem nichts. Da ihn das Fräulein noch immer nicht erhören will, telegraphirt der Herr Studiosus noch immer, jedoch nicht mehr an seinen Vater, sondern — an seinen Onkel. F Madrid, 30. Dez. Am Montag früh anden in Torrox (Provinz Malaga) neue, sehr )eftige Erderschütterungen statt; viele Häuser er zielten Risse, die Mairie wurde besonders stark be— chädigt. Im Dorfe Trigliane sind viele Häuser ingestürzt; die Einwohner flüchteten auf das freie Feld. Madrid, 31. Dez. In Granada, Belez, Nerja und Archidona haben heute neue Erderschüt⸗ erungen stattgefunden, wodurch von Neuem großer —„chaden angerichtet worden ist. Die Stäadte Torrow und Jayena haben am meisten gelitten, ie Einwohner bringen die Rächte im Freien zu. f London, I1. Januar. In der Nahe von Penistone, auf der Eisenbahnlinie zwischen Man⸗ hester und Barnsley hat heute früh ein Eisenbahn⸗ infall stattgefunden, bei welchem, wie es heißt, nehrere Passagiere getödtet und mehrere andere erwundet wurden. (Eine seltsame Wette.) Aus Liver— »ool schreibt man: „Mr. Miles Farr, einer der eichsten jungen Männer der Stadt, hat am Neu⸗ ahrstage 1883 mit einem Freunde gewettet, daß r'ein Jahr lang alle Nächte im Freien zubringen verde. Der Preis war zehntausend Pfund Sterling. Der junge Mann, welcher sich, um zu gewinnen, igene Nachttoiletten für alle Jahreszeiten, Regen⸗ odiletten c. herstellen ließ, hat durch eiuen Zwischen- all, kurze Zeit vor der Entscheidung, seine Wette zerloren, in dem er am Christabend, an welchem r sich für die kühle Lagerstatt durch warme Ge⸗ ränke gestärkt, von einem Konstabler wegen Trunken⸗ seit in Arrest gebracht wurde. Der Fall erregt roße Heiterkeit; man spottet über den Armen, der in elendes Strohlager mit einer riesigen Geldsumme dezahlen mußte.“ in eine trockene oder sonnige Stelle, aber mit den döpfen nach unten, um sie vollständig trocken werden u lassen. Dann macht man in einer ziemlich ge⸗ hützten Lage, wo der Boden nicht gedüugt war, rei von Unkraut und von anderen derartigen -„chimmel und Fäulniß erzeugenden Stoffen ist, eihenweise 830 emn tiefe Gräben und legt das Ge⸗· nüse schichtenweise so hinein, daß die Koöpfe nach inten und die Wurzeln nach oben zu liegen kommen ind nicht eine Pflanze die andere berührt. Nach geendigung dieset Arbeit wirft man die Gräben nit der herausgeworfenen Erde zu und deckt, um ie Nässe von Regen und Schnee, welche nachtheilig inwirken würden, abzuleiten, eine 45 em hohe dippe von Erde darüber, indem man beiderseits roch durch aufgeworfene Gräben das Wasser abzu⸗ eiten sucht. Auf diese Weise bewahrt halten sich ogar solche Küchenpflanzen, die, wie Sellerie, ruͤdivie ꝛc, sehr leicht der Fäulniß unterliegen, den zjanzen Winter hindurch sehr gesund und schmack⸗ jaft. Während man bei dem Aufbewahren dieser gemüse im Keller fortwährend viele Arbeit mit dem Fortnehmen des Sch mmels, der gelben Blätter und dem Umlegen hat, ist hier alle Arbeit mit dem Finlegen abgethan, nur hat man noch die Vorsicht zu gebrauchen, daß man bei dem Herausnehmen jur Berwendung dieser Pflanzen stets an einem Eende des Grabens beginnt, weiter fortfährt und die Deffnung wieder sachgemäß zu verschließen sucht. Verloosung. (Giesinger Kirchenbau-Lotterie) 30,000 Mtk. gewinnt Nr. 178228; 10,000 Mt. winnt Nr. 264565; 5000 Mk. gewinnt Nr. 5824; 1000 Mt. gewinnt Nr. 28768, 87070, 37804, 220591; 500 Mk. gewinnt Nr. 48808, ,2335577, 161939, 218, 420; 300 Mt. gewinnt ser. 668898, 38217, 230139, 20175, 132502, 3790, 207873, 20175; 200 Mk. gewinnt Nr. 88518, 281861, 41745, 256939, 265781, 49031, 278744, 68485, 279866, 95557, 23448, 238671, 222530, 255624, 105338, 4395, 72002; 100 Mk. gewinnt RNr. 277716, 4601. 156855, 161074, 255575, 28724, 89992, 161849, 223662, 142420, 85516, )5974, 239808, 29848, 251192, 233034, 30187, 115617, 17654, 147727, 167479, 53624, 5075, 168301, 98221, 240164, 41365, 21470, 1816, 175025, 10867 1, 213663, 188108, 33788, 2404183, 237207, 122110, 27357, 73977, 16937, 193254, 65977, 42962. Gemeinnütziges. Zur Ueberwinterung der Gemüse hat sich in neuester Zeit eine Methode bewährt, die allseitige Zeachtung verdient. Wenn man die Krautköpfe, dohlraben u. dgl. mit den Wurzeln aus der Erde senommen und die größeren, gelben »der beschä— zigten Blätter entfernt hat, stellt man diese Pflanzen terbefälle. Gestorben: in Pirmasens Heinrich Kunztz, Schlosser; in Landau Julius Meihöffer, 27 Jahre alt. Fur die Redaktion verantwortlich: F. x. Deme g. Herr Dr. C. Rüst, Großh. Medicinalrath n Grabow in Meckl. äußert sich über die Vorzüg— ichkeit des rheinischen Trauben⸗Brust-Honigs vie folgt: Den rheinischen Trauben⸗ Brust-Honig aus der Fabrik von W. H. Zickenheimer in Mainz habe ich oft und seit langer Zeit empfohlen und stets gefunden, daß derselbe ein ausgezeichnet gutes Hausmittel gegen chronische Husten, Heiserkeit u. s. w. ist. Auch habe ich den Trauben-Brust⸗Honig während einer Keuchhusten⸗-Epidemie anwenden lassen. Während dieser Husten, mit andern Mitteln behandelt, stets circa 2 Jahr angehalten hat, war ‚er bei Anwendung des Trauben⸗Brust-⸗Honigs in einigen Wochen beseitigt. Ich kann also den rheinischen Trauben-Brust: Honig als ein ganz vorzügliches Mittel bei Husten⸗, Bruft- und Hals⸗ leiden empfehlen.“ Wir machen hierbei darauf aufmerksam, daß dieses seit einer Reihe von Jahren eingeführte und vorzügliche Hausmittel an hiesigem Platze käuflich bei Herrn J. Friedrich. 2 en 3 3e J Jedes Coos rn Einladung zum Abonnement aus: Kleine Auxga bo: .A h —P ee Dies Arbeitsstube. , — — — — — Seitschrift für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit arbigen Originalmustern für Canevasstickerei, Application und ↄlatistich, sowie zahlreichen schwarzen Vorlagen für Hakel- Filet-. Strick- und Stickarbeiten aller Art. Monoatlich ein Heft mit reich illustrirtem Text, einer farbigen Tafel mit æin colorirten, stylgerechten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage. Die Arbeitsstupe bietet sowonl Müttern als Lehrerinnen reiches Material, in ihren Töchtern und Schülerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit u erwecken und zu fördern. U e 22 23 57 von F. Graef in Aichach. 25 Packet zu 20 Pf. stets frisch bei —2 Der seit 18 Jahren unübertroffen bewährte rheinische Trauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben In St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- castol bei Apothecker Diedenhofer. Fittlinger & irchenban-kLotterte Ziehung ohne Widerruf ———— — — Anfang März 1885. . Baupttrefsser Mark 60,000 360.000 im Ganzen: 151,500 Maxrk Baare Geldaewinne. obne Abrma. Füänige UVrtheile dder Presse: Vossische Zeitung (Berlin). Der Für's Haus (Dresden). — „Selbst Verlag von F. Gebhardi in Berlin ler faulste Backfisch wird Lust 2zu hietet mit seiner hübseh ausgestatte- Jandarbeiten bekommen, schenkt das cen „Arbeitssstube“s eine reiche Fülle dütterlein ihm die mit vielen Vorlagen ronVorlagen fũr leichte und gesehmack- ür leichte und gaschmackvolle Hand- rolle Haßdarbeiten. 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Gebhardi in Berlin, M. 62 entgegen; 2 Probehefte franco gegen Binsendung von 20 Pf. in Briefmarbon Rer;z lichen HPank für freundl. Zusendung der Bro⸗ 5 chüre „Kraukenfreund“, aus welcher ich ersehen, daß auch eraltete Leiden noch heil⸗ bar sind, wenn die richtigen Mittel angewendet werden. Mit reudigem Vertrauen auf endliche gcnesuͤng von langjährigem Lei⸗ )en, bitte um Zusendung von ꝛc.“ — Terartige —— 9 — laufen sehr zahlreich ein und sollte daher kein Kranker versäumen, jich die in Richters Verlags⸗Anu⸗ lalt, Leipzig, bereits in 683. Aufl. richienene Broschüre „Kranken⸗ zennd“ kommen zu lassen, um o mehr, als ihm keine Kosten araus erwachsen, da die Zu—⸗ endung gratis u. franfo erfolat. Ferner empfehlen Einmark-Loose. Ziehung hne Verschub am 5. Febr. — — Uk. 75, 000. - Gew. baar Geld ohne Abzug. Loose hier vorräthig bei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie zei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. RNixius in dudwigshafen a. 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Wollene Herren⸗Anzüge in Cheviot-Mustern mit wollenem Zanellafutter von Mk. 12 an. Kinder⸗Anzüge in eleganter Ausführung in Halbwollev. Mk. 1. 50 an in reiner Wolle von Mk. 3. 40 an. Winter⸗-Joppen in verschiedener Art, mit und ohne Futter von Mk. 5 an. Wollene Hosen von Mk. 3.50 an. 5 POt. Rabatt auf alle Preise. Einladung zur Bestellung F auf das —4 Pfälzische Museum, Monatsschrift für heimathliche Literatur und Kunst, Geschichte und Volkskunde, zerausgegeben und verlegt vom Verein pfälzischer Schriftsteller und Künstler, für das Jahr 18385. Das mit Beginn des Jahres 1884 ins Leben getretene „Pfälzische Museum“ hat ich während der ersten Zeit seines Daseins eine Reihe von Freunden erworben. Doch um n vollem Maße das Versprechen zu erfüllen, das es bei seinem Erscheinen gegeben: „Der zgoden zu werden, wo pfälzisches Dichten und Denken, pfälzisches Forschen und Sinnen ge— rüft. niedergelegt und dem Andenken unseres Volkes überliefert werden soll“ muß das Museum trachten, den Kreis seiner Leser mehr und mehr zu erweitern. Darum laden wir Alle, die Interesse haben für das schöngeistige Leben der Pfalz, hiermit freundlichst ein zur Bestellung auf das Pfälzische Museum, dessen erste Nummer im 2. Jahre am 15. Januar zächsthin erscheint. Zugleich empfehlen wir das Blatt als sehr geeignet für Anzeigen, die zestimmt sind für die literarische und künstlerische Welt im Mittelrheinlande Bestellungen auf das Pfälzische Museum werden von sämmtlichen Pofsistellen und —AV lungen entgegengenommen. Wir bitten, dieselben unverzüglich erfolgen zu lassen, damit wir die Auflage der Januarnummer bemessen können. Das fälzische Museum kostet vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen, die 4gespalten Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Neustadt, im Dezember 1884. .. Verlag und Redaklion des Pfälzischen Mustunms. Schorers Familienblatt begiunt den Jahrgang 1885 mit folgenden neuen Romanen: FSacher-Masoch. Die Seelen⸗ Hans Arnold. Die junge Frau ängerin. Doktorin. Rosegger. Die Geschichte vom Zwieäugel und den eifersüchtigen Leuten. Schicksale eines nach Westafrika ausgewanderten Deutschen. Eine über— aus fesselnde deuisch-koloniale Erzählung. —A wird fortfahren in ihrer bekannten humo— ristischen Weise die Erlebnisse ihrer Familie zu schildern. Aus Westafriska wird das Familienblatt interessante Artikel und Bilder von seinem eigenen dorthin gesandten Mitarbeiter bringen. Schorers Familienblatt ist dureh alle Buchnandlungen und Postämter zu beziehen. Preis: In Wochen-Nummern 2 M. vierteljährlich. Oder auch in Heften zu 50 Pf. Rechnungen » 337pe ssind stets vorräthig in der Druckeei des St. Inaberter Anzeigere AAuu und Vrrtiug von F. x. Vemetz in St. Ingbert. A SHiezu für unsere Post-Abonenten „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 4. Zagt verschenkt. — M2——ææeA———æ2æ828u8u. — Das von der Massaverwaltung der iallirten, großen Vereinigten Britania— silber⸗Fabrik Ubernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah— inngsverpflichtungen und baldigster Räu— mung der Lokalitäten des um 75 Prozent unter dem Erzeuaungspreise verkauft, A daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs— mark) also kaum die Hälfte des Werthes oom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht- und effektvolles Britaniasilber -Speis.service, welches früher sogar im Engros-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist I und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stuck Britaniasilber Speiselöffel schwerster Qualität, 6 Stück Britaniasilber Kaffeelöffel, massive Qualität, 6 Stück Britaniasilber Theelöffel, feinste Oualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, l Stück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, 6 Stuck große, massive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin—⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuück Britaniasilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde für die reinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen F nur fünfzehn Mark. — Geehrte Aufträge werden gegen Nach— nahnuue (Postvorschuß) oder vorherige Beldeinsendung, so lange der Vorrath reicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. s11borbers, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. NB. Tausende Anerkennungsschreiben höch— ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un— jerem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver— öffentlichen können, und liegen selbe zur gefl. Einsicht in unserem Devotauf A 3u * 7 — ꝓ —V 2msâ'd' — m̃ — — laglich auch Montags. — Aus- — fukrliche politische Mittheilungen, 5- ↄbjectiv. mit Wiedergabe inter- a5 anter Meinungsausserungen aus der Presse allex Parteien. — achrichten über Theater, Musik, Kunst Wissenschaft: Gerichts- ralle: locale Nachrichten. — 5pannende Romane. Sorgfaltige tôrsen- und Handelsnachrichten. - Vollstandiges Berliner Cours- latt. — Lotterielisten. — Amt- iche Nachrichten. 6 (Gratis-) zeilagen: i1. Neueste Berliner FHlicegnde Blatter Gllustrirt. 2 Unterhaltungsblatt. 3. Die Haus- rau. 4. Zestung sür Landwirth- chaft und Gartenbau. 5. Neueste Moden Gillustrirt und Schnitt-J 7 nuster). 6. Verloosungsblatt. ? betr. Obligationen, Prioritaten 4nlehensloose., — — —— I. — —EEEEE— 7 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Boldmanns kaiser-Zahnwasser àæ Fl. 60 Pf. und 100 Pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann GC Cie, Dresden. — 2Zu haben in 8t. Ingbert bei P. Fery- Droguenhandlung. (—66 4— s II pJ —oo—— —M —x —4 s— mtliches Orgo ——— rgan 9 gan des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Linzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturgt glatt und Sonntagt mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.A 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließli. 10 ⸗ Zuste lungtgebühr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solcher auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 ⸗, Neclamen 30 . Vei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 5 A3. Sonntag, 4. Januar 1885. —2 20. Jahrg. — 733 —722 B st sl 1J. nach Pietermarißburg in Natal, von wo er schon e e ungen jim Juni d. J. dem Schriftführer des Erfurter Vereins für Erdkunde Nachricht gab, daß er in das Zululand reisen und dem Könige Dinizulu vorge⸗ jellt werden solle. Jetzt schreibt er unter dem 15. November an denselben aus Ihlomolomolo an der stordostgrenze des Zululandes, 27268 Gr. süd. Br., aß er im Lande der Boers wenig Entgegenkommen, »ielmehr Hindernisse gefunden habe, daß es ihm iber, nachdem er dem Könige Dinizulu in Emuyati, 28 Gr. s. Br., mancherlei Geschenke gegeben — in großes Musikwerk, Säbel, Gewehre, Decken, Zpiegel, Bestecke, Toilettengegenstände, im Ganzen m Werth von 50 Lstrl. — und auch die Häupt⸗ inge bedacht hatte, gelungen sei, die St. Lucia⸗Bay iebst 60,000 Acres Land für Lüderitz zu erwerben. kr beabsichtigt, nachdem die deuische Flagge gehißt st, seinen Weg weiter durch Amatonga zu verfolgen ind will nicht ruhen, bis die Handelsroute eröffnet st bis nach Angra Pequena. Seine Gesundheit abe sehr gelitten und er sei sehr abgezehrt. Auch ellt er die Absendung eines Berichts über sein zusammentreffen mit Dinizulu und seinen Häupt- ingen in Aussicht und will Photographien beilegen. ẽr hat Karten mit kurzer Mittheilung über die rzreudenbotschaft an Professor Kirchhoff, Dt. Sup⸗ jsan in Gotha und an den Präsidenten der Berliner Sesellschaft für Erdkunde, Admiral von Schleinitz, eigelegt. Gleichzeitig meldet die „Times“ aus z7muyati (Zululand), die englische Flagge sei in 5t. Lucia aufgehißt und der Gouberneur von Na— al habe die Genehmigung dazu bei der englischen stegierung nachgesucht. Nach den bisher vorliegen⸗ en, noch sehr dürftigen Nachrichten macht es den findruck, als ob Herr Einwald mit seinen Erwerb⸗ ingen zuerst kam. Der englische Gouverneur in Natal schickte dann Hals über Kopf etn Kriegsschiff iach St. Lucia, um das deutsche Vorgehen zu zurchkreuzen und zwischen London und Berlin wer⸗ den sodann die Besitzansprüche weiter verhandelt. Deutsches Reich. Berlin, 1. Januar. Der Kaiser empfing jeute Vormittag die Generalität und das Staats⸗ ninisterium, an dessen Spitze Fürst Bismarck. Die Staatsminister und der Präsident des Evangelischen OIberkirchenraths wurden sodann auch von der daiserin in deren Gemächern empfangen. Den Blückwunsch der landsassigen Fürsten und Fürstinnen iahmen der Kaiser und die Kaiserin mit Hosstaat n den Gemächern der letztern entgegen. Schließlich mpfing Se. Majestät die Botischafter Italiens, Desterreichs, Frankreichs, Englands und der Tückei, velche in großer Gala erschienen waren. Der ussische Botschafter ist noch auf Urlaub abwesend. Zei Empfang der Generäle, Minister und Botschafter ichtete Se. Majestät an jeden einzelnen huldvolle Worte. Sowohl der Kaiser wie der Kronprinz vurde bei der Rückkehr vom Gottesdienst im Dome son den unter den Linden versammelten Menschen⸗ nassen mit begeisterten Hurrahrufen empfangen; nuch der Reichskanzler wurde bei der Auf- und stückfahrt mit Hurrah begrüßt. Berlin, 2. Januar. Der „Kreuzzeitung“ zufolge ist der Staatsrath zum 12. Januar ein⸗ zerufen und wird derselbe die für den Landtag zestimmten Vorlagen zur Begutachtung vorgelegt erhaiten. Ausland. Wien, 2. Januar. Die letzien Enthüllungen ser Londoner „Allg. Korrespondenz“ über Verein⸗ auf den St. Ingberter Anzeiger mit iIIAriITteànm SOnntags PIatt werden noch fortwährend angenommen, hier oon der Expedition oder den Trägern, aus⸗ wärts von den Königl. Postanstalten und Postboten. EEZInsserate finden im „St. Ingberter Anzeiger“, der in Stadt und Kanton St. Ingbert das gelesenste Blatt ist, erfolgreiche Verbreitung. Die 4gespaltene Zeile kostet für die Pfalz 10 Pf., für außerpfälzische 15 Pf. Ergebenst Redaktion und Gxpedition des „It. Ingberter Anzeiger“. Politische Ueberficht. Der Reichskanzler hat dem Bundesrath unterm 23. Dez. v. J. sechs weitere Eingaben landwirth chaftlicher Vereine u. s. w. „betreffend die Ein⸗ ührung und Erhöhung von KEingangszöllen für andwirthschaftliche Produkte“ mit dem Anheim⸗ tellen der Kenntnißnahme übersandt. Die Ein⸗ zaben gehen aus vom landwirthschaftlichen Pro— inzialverein für Westphalen und Lippe (vom 28. Nov.) vom landwirthschaftlichen Provinzialverein ür Posen (vom 4. Dez.) vom landwirthschaftlichen Berein Höckendorf und Glochau in Sachsen (vom 14. Dez.) vom landwirthschaftlichen Zentralverein ur Schlesien (von demselben Datum). vom land⸗ virthschaftlichen Verein der Kreise Krotoschin und Adelnau (vom 18. Dez.) und vom landwirthschaft⸗ ichen Verein zu Wongrewitz (vom 8. Dez.) cämmtliche Eingaben stützen sich auf Schilderungen zer schwer bedrückten Lage der Landwirthschaft und verlangen meist Erhoͤhung der Getreidezölle, der Viehzölle, der Zoͤlle für thierische Produkte; einige bersuchen auch einen Ansturm auf die Goldwährung. Wie der „Frankf. Beobachter“ mittheilt, ist der Staatssekretär des Zulukönigs Dinizulu, Herr Adolf Schiel, im Auftrage seines Souverains in Deutsch— and eingetroffen und wird sich nach einer in Bremen mit Herr Lüderiß genommenen Rücksprache nach Berlin begeben, um an amtlicher Stelle Mittheil⸗ ungen zu machen, welche für die deutsche Kolonial⸗ politik in Afrika von Wichtigkeit sein dürften. Die Nachricht von dem Uebergang der St. Lucia Bai kebst Umgebung in den Besitz des Hrn. Lüderitßz ei richtig. Die afrikanischestonferenz nimmt ihre Arbeiten nächste Woche, und zwar gleich am Mon⸗ ag, wieder auf. Ueber die deutsche Erwerbung an der BZai von St. Lucia (Südostküste von Afrika) zerichtet die „Magdeburger Zeitung“ des Näheren: Der Reisende August Einwald aus Heidelberg, velcher schon in früheren Jahren zweimal Südafrika durchreift und in verschiedenen deutschen Städten darüber Vortrage gehalten batte, reiste im Mai d. barungen der Mächte, betreffend Maßnahmen gegen den Anarchismus, welchen Maßnahmen Frankreich zugestimmt habe, werden hier als „aufgewärmter alter Kohl“ bezeichnet. Man ist der Meinung, daß derlei von London aus neuerlich lancirt werde, um die französischen Kreise zu Ungunsten Deutsch⸗ lands zu beeinflussen. MÑανMàßαÑôOα OQIαXαMN— Eokale und pfalzische Rachrichten. * St. Ingbert, 3. Januar. Gestern Nach⸗ nittag hatte ein 10jähriger Knabe von hier das Anglück, beim Schlittschuhlaufen zu stürzen und ein Bein zu brechen. RIn Zweibrücken tagten kürzlich unter dem Vorsitze des Herrn Baisch die Delegirten des Bezirkssängerbundes Zweibrücken. Der Bund um— faßt 17 Vereine mit 490 Sängern. Bei der Ausschußwahl wurden die bisherigen Mitglieder mit Ausnahme des Herrn König⸗Pirmasens wieder⸗ Jewählt. An dessen Stelle wurde Herr Görlich⸗ Pirmasens gewählt. Dem Wunsche desselben, daß der Bezirkssängerbund in Zukunft Zweibrücken⸗ Pirmasens genannt werde, stimmten die Delegirten nach längerer Debatte bei. Das Bezirkssänger⸗ hundesfest für 1888 wird in Zweibrücken abge⸗ halten werden. — Eppstein, 1. Januar.“ Das unselige Neujahrschießen hat zwei junge Leute von hier in zroßes Unglück gebracht. Der eine, ein 22jähriger Bursche zerschoß sich die linke Hand, daß sie heute Nachmittag amputirt werden mußte, der andere, 18 Jahre alt, zerschoß sich die rechte Hand, doch wird er eiwas glücklicher davon kommen, da voraufsichilich nur einige steife Finger die Folge sein werden. (Irkth. Tabl.) — In Ludwigs hafen ist die Errichtung einer Realschule im Werke, und zwar vorerst einer dierkursigen; wahrscheinlich kann dieselbe mit dem Schuljahr 1886 ins Leden treten. — Wegen Ueberfüllung der Volksschulen hat der Stadtrath die Errichtung von 4 neuen Lehrerstellen beschlossen; die Anstellung der betr. Lehrer soll mit Beginn des Schuljahres 1885 erfolgen. . — In Ludwigshafen hat sich die Frau des Tagners Franz Wissel auf der Gräfenau am 22. d. Nachmittags in einem Anfall von Geistes⸗ törung entfernt, ohne bis jetzt zurückgekehrt zu sein. Dieselbe ist von kleiner, schwächlicher Statur, 40 Jahre ali, trug ein gedrucktes Kattunkleid und ein braunes gestricktes wollenes Halstuch über der Schulter. Sie hatte eine schwarze Reisetasche von Kohrgeflecht bei sich. Bermischtes. F Augsburg, 29. Dez. Der Haupttreffer der Spessart-Lotterie mit 30,000 Mark kam nach Augsburg an einen Gastwirth. Derselbe gab dem Tolporteur, von welchem er das Glücksloos gekauft hatte, ein Triakgeld von 200 Mark und traktirte die Feiertage über seine Stammgäste mit Freibier. F München. Wie in militärischen Kreisen zerlautet, soll die Absicht bestehen, den größeren derbst ˖ TruppenUebungen in diesem Jahre eine jegen früher zum ersten Male stattfindende Aus— dehnung in der Art zu geben, daß die beiden Ar—⸗ meekorps an zwei oder drei Tagen gegen einander nanövriren; es ist hierfür der Landabschnitt zwischen Altmühl und Donau in Aussicht genommen, wobei nuch die Festung Ingolstadt mit in Betracht gezogen werden soll. Ebernburg, 2. Januar. Von den vier Mannern, welche in einem hiesigen Schachte ver⸗ unglückten, ist einer nach dem Krzn. Tgbl.“ an den erlittenen Verletzungen gestorben. Die anderen drei liegen noch unter den größten Schmerzen mit schweren Wunden darnieder. Die Explosion ist nicht durch schlagende Wetter erfolgt, sondern da⸗ durch, daß der weggeworfene Rest eines angezun⸗ deten Streichhölzchens einen am Boden liegenden Pulvervorrath entzündete. F Die Lutherkirche, für deren Erbauung in der evangelischen Diaspora im vorigen Jahre tine Kollekte im Betrage von 322,148 Mt. inner⸗ halb der preußischen Landeskirche eingesammelt worden ist, soll, nach Beschluß drs Evangelischen Oberkirchenraihs, in der Probvinz Posen errichtet werden. Wien. Geim Bagatell-Gerichte.) Die Ezene spielt im Zimmer eines Bagatellrichters im U. Bezirkle. Eine arme, abgehärmte Frau als Verklagie, der Greißler Johann Betschek, dem die Frau für Viktualien eine kleine Summe schuldig zeworden, als Kläger. Die Frau (schluchzend): Herr Richter, ich kann nicht mehr zahlen, ich bin zanz am Bettelstab, der Herr Betschek da hat uns Alles verkauft, mein letztes Betigewand, jeßt müssen wir auf der Erd' liegen. Ich hab' ja eh beinah ull'z zahlt. — Richter (zum Kläger): Nun, be⸗ stehen Sie denn Angesichts dieses Elends noch auf Ihrer Forderung ? — Klaäger: Ah, i tritt net z'ruck fie soll nur zahl'n! — Die Frau schildert noch« mals ihr Elend in den ergreifendsten Worten, aber der Kläger erwiedert darauf nur: Ah, i muß mei Geld haben, muß! — Richter (der in den Akten zeblättert hat); Ja, wie hoch beläuft sich denn Ihre Forderung noch, Sie haben ja schon Ab chlagszahlungen erhalten? — Beklagte: Vierund sechzig Kreuzer bekommt er noch. — Richter Wie, vierundsechzig Kreuzer und deßwegen quälen Zie diese arne Frau? — Kläger: Ah, i muß nei Geld kriegen. — Richter (greift in die Tasche): Mann, hier habt Ihr Euer Geld und nun gehen Sie nach Hause, liebe Frau! — Doch der Kläger zibt sich mit den 64 Kreuzern nicht zufrieden, denn mit den Gerichtskosten hat er 90 Kreuzer zu for— dern. Der hunane Richter bezahlt auch dies aus einer Tasche und mehrere Beamte des Bezirks gerichts, sowie Zeugen dieser Szene veranstalten ür die arme Frau Wagner, obere Donaustraße 101, eine Kollekte, welche 4 fl. ergab. Unter überströmenden Dankesworten entfernte sich das arme Weib. — Ein Bild aus der Großstadt... — Die französische Aklademie der Medicin hatte den sogenannten „Preis St. Paul“ im Betrage von 24,000 Frks. für ein sicheres Heilmittel gegen die Diphtherie ausgeschrieben. Es liefen 242 Arbeiten zur Begutachtung ein. Der Preis wurde jedoch keiner Einsendung zuerkannt. Am meisten Beachtung fand seitens der Preisrichter das System damarre, Halspinselungen mit Petroleum, und die Methode Delpit, bestehend in Räucherungen von Zienxuß mit Terventin.“ F Madrid, 2. Januar. In Torror haber zestern wieder starke Erderschütterungen mit hef— sigem unterirdischem Rollen stattgefunden. In Al— punuelas (Provinz Granada) spaltete sich der Erd⸗ boden mit Krachen, und der Ort versank bis zu Thurmspitze. Menschen und Vieh verschwander mit in den Erdrissen. (Albunuelas zählte circe 1500 Seelen. Ordensverleihung. Se. Maj. der König haben verliehen: dat Komthurkreuz des Verdienstordens vom hl. Michael dem Direktor der Regierungsfinanzlammer der Pfalz, Karl Gebhardt in Speyer, dem Obe— maschinenmeister bei der Generaldirektion der k Verkehrsanstalten, Karl Gießen in München, de. Telegrapheninspektor Joseph Echinger in Speher, dem Postmeister und Vorstand des Postamtes Kai— serslautern, Wilhelm Kammerer, dem Präsidenten des Landgerichts Kaiserslautern, Ferdinand Julius Müller; das silberne Ehrenzeichen des Verdienst ordens der bayer Krone: dem Zugrevisor der ver Pfalzischen Eisenbahnen, Adam Schneider in Lan—⸗ dau, dem Lokomotivführer A. Weinmayher in Kai⸗ serslautern; den Titel und Rang eines kgl. Medi— zinalrathes dem Dr. Mar Kieffer in Bergzabern ESterbefälle. Gestorben: in Edenkoben Frau Margarethe Gleich, geb. Hurtig, 78 J. a; in Hambach Fil stlara Heiligenthal, 70 J. a. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X Deme ß. — ———— — — hiff“⸗ „Narrenschiff“ Danklagung. Für die herrliche Blumenspende, so⸗ wie für die zahlreiche Betheiligung bei dem Begräbnisse meines innigst geliebten Sobnes Vasren. Praämürt auf der Hamburg-Altonaer inter- aationalen Ausstellung 1869 mit der grosser silhernen Medaillo.) m edevey —Xx ee Durch hohen närrischen Beschluß wird der , Narren⸗ etztere uch echt amertamische), Fagdge⸗ club künftig nur unter obigem Namen tagen. Wir wehre in Perkussion Lefaucher und Fentras) Sbringen dies den verehrlichen Narren zur gefl. Kennt euer, Lancaster) Büchsflinten, Puͤrsche nißnahme und laden zugleich zur ersten Sitzuna ein. Dieselbe findet statt in r ae —S — Zinterlader⸗Scheiben büchsen o⸗ ei Montag, den 5. dss. Mts. um 20 Uhr (eue Zeitrechnung) neuesten Systemen, Zimmerstutzen, Gar⸗ 3 z X renbüchsen, Bolzenvuchfen, Luftge⸗ endordunng: J wehre, Luftpistolen, Stockflinten in 1. Eröffnung des Muünchener Biers . . n u ee Saiedene II Anstich der Narrethei (Prologg. ierstocke neuester onstruktion, e ⸗ 7517 * ———— Terzerole, Flobert⸗ r ———— Salon- und Scheibeupistolen, Revol Vortrag über die Schlaflosigkeit. “” I — Iene V. Heitere und sehr heitere Vorträge. ↄertheidiger agringe, Dolch⸗ un 2342 3. e, — 22 Dolche, Der närrische Rath: Säbel, Degen, er Jagd⸗ a. a. eeee tensilien, Der HSeOIID. Schieß Scheiben, Patronen, a —— — — — — — —— ineeee Consum- Verein zu Mariannenthaler Glashuütte — — —— aner Art auch Na⸗ Eingetragene Genossenschaft. keten) zu allen Schußwaffen, sowie sammi—⸗ Die Mitglieder werden hiermit zu der am Donnerstag, den 8. Janud lige Jagd⸗Artikel und Requisiten — Abendz 7 Uhr, im Schneid er'schen kleinen Saale, stattfindenden fäger ꝛc. ꝛc., empfiehlt die Waffenfabrik von G 4 , α „Generalversammlung Mreislisten versende franko und aratirs reundlichst eingeladen. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung pro J. Semester 1884/883. 2. Wahl der 3 Repisoren zur Prüfung der nächsten Bilanz. Mariannenthaler Glashüite, den 81. Dezbr. 1884. PDH VOTSit&BAAG dos VGEVWMICVBGCSVMAXIMS. Georg sage ich hiemit Allen insbesondere aber der verehrl. Gesellschaft ,Gemüthlichkeit“ für den erhebenden Grabgesang meinen tiefgefühlten Dank. —A Musik-Verein Fidelia. Sonntag, den 4. Januar Nachm. 3 Uhr General⸗Versammlung betreffs Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorftand. Einen neuen Bettfußteppich hat billig zu verkaufen Werre. Schneider. (Steinbruch). —ã—n.— D * CAGCCAOZPULVER oHO — LADE EB.O. MOSVRCVE METTISARXEXGC.. α Hotete 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Coldmanns Kaiser⸗Zahnwasser à Fl. 60 Pf. und 100 pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann é Cie, Dresden. — Zu haben in St. Ingbort bei P. Fery- Droguenhandlung. —A— Desiniliv am Mebruur ESS 1 —— Zu haben bei Herren Jean Peters, J. Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blies⸗ tktaftel. . — — —“ ⸗ Wohlthatigkeitslottoris Ziehung für bedürftige Frauen und Mädchen. IO0, 200 Gleldge ne mit MMAMIS 765. OOO baar Geld ohne jeden Abzug. Diehung ohne Verschub 5. Februar 1885. General · Agent. A. u. B. Schuler, München. Loose hier vorrâthig bei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haubpt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wiashafen a. Rh. vornische Trauhen-Brust-Honig*) * zereitet aus Traubenhonig (aus edelsten heinischen Weintrauhen gewonnen) und zefach geläutertem Rohrzucker ist das einste, natürlichste und angenehmste, für erwachsene wie Kinder zuträglichste aller iätetischen Hausmittel, seit 18 Jahren ils von unschätzbarem Werthe allseitig anertannt, do. anbedingi worlthätiger Wirkung bei Husten, Heiserkeit, Ver⸗ schleimung KKatarrh), Reiz im Kehlkopfe, Hals- Brust- und Lunagenleiden, Husten der Kinder ꝛc. *) Zu haben in drei Flaschengrößen in St. Ingbert bei J. Friedrich; in St. Johaun bei F. P. Zudenhöffer und NM. Maginot; in Blieskastel bei Apotheker Diedenhofer Druck und Verlaa von F X. Dewek in St. Ingbert. —XOCACCC en ef⸗ Al⸗ ed· zur en ca i 7 7 4 a * a 4 — * 53— — 8 — 7* R2 * — — —— — — 9 — * —E5 —I — —D —— — —F— * 9 * — 35 4 — ——— * —S— —— 8 — 7 b — * —— I —6B8— 7 * —M * — —75 — * * 4 „J — — 38 — ———2 ———— . d 9 J — 8 7 —8 — —B 8—— —78 ——— J —F 3 J9— l — 45 4 4* * * — * —— * —338 ** 9— F J J 3 5 M —— * * 7 3 — —8 bi — — 33 5 —z28 * A 8 5 —— 24* * 33 8 * ——— 26 — rF 2 * 4 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Dder St. Jugberter Anzeiger“ erscheint udchentlich funfmalt: Am Montag, Dienstatg, Donnerstag, Samstag und Sonntat; 2mal wöochentlich mit Unterhalturge Zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilatze. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.AM 6d A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließit 10 ⸗ Zusste lungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inserxaten aus der Pfalz 10 8, bei außerpfalzischen und solcher auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, I8z H, NReclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — ⸗·— X3A— — M 3. Sonntag, 4. Januar 1885. 20. Jahrg. auf den St. Ingberter Anzeiger J. nach Pietermarizburg in Natal, von wo er schon Bestellungen im Juni d. J. w Schriftführer des Erfurter Bereins für Erdkunde Nachricht gab, daß er in das Jululand reisen und dem Könige Dinizulu vorge⸗ rellt werden folle. Jetzt schreibt er unter dem 15. stovember an denselben auz Ihlomolomolo an der stordostgrenze des Zululandes, 2728 Gr. süd. Br., zaß er im Lande der Boers wenig Entgegenkommen, zielmehr Hindernisse gefunden habe, daß es ihm iber, nachdem er dem Könige Dinizulu in Emuyati, 28 Gr. s. Br., mancherlei Geschenke gegeben — in großes Musikwerk, Säbel, Gewehre, Decken, —jpiegel, Bestecke, Toilettengegenstände, im Ganzen m Werth von 50 Lstrl. — und auch die Häupt⸗ inge bedacht hatte, gelungen sei, die St. Lucia⸗Bay nebst 60,000 Acres Land für Lüderitz zu erwerben. Er beabsichtigt, nachdem die deuische Flagge gehißt st, seinen Weg weiter durch Amatonga zu verfolgen ind will nicht ruhen, bis die Handelsroute eröffnet st bis nach Angra Pequena. Seine Gesundheit jabe sehr gelitten und er sei sehr abgezehrt. Auch tellt er die Absendung eines Berichts über sein Zusammentreffen mit Dinizulu und seinen Häupt⸗ ingen in Aussicht und will Photographien beilegen. ẽr hat Karten mit kurzer Peittheilung über die Freudenbotschaft an Professor Kirchhoff, Dr. Sup⸗ san in Gotha und an den Präsidenten der Berliner gesellschaft für Erdkunde, Admiral von Schleinitz, deigelegt. Gleichzeitig meldet die „Times“ aus ẽmuyati (Zululand), die englische Flagge sei in St. Lucia aufgehißt und der Gouverneur von Na— al habe die Genehmigung dazu bei der englischen degierung nachgesucht. Nach den bisher vorliegen⸗ »en, noch sehr dürftigen Nachrichten macht es den kindruck, als ob Herr Einwald mit seinen Erwerb⸗ ingen zuerst kam. Der englische Gouverneur in Natal schickte dann Hals über Kopf etn Kriegsschiff nach St. Lucia, um das deutsche Vorgehen zu zurchkreuzen und zwischen London und Berlin wer⸗ den sodann die Besitzansprüche weiter verhandelt. barungen der Mächte, betreffend Maßnahmen gegen den Anarchismus, welchen Maßnahmen Frankreich zugestimmt habe, werden hier als „aufgewärmter ilter Kohl“ bezeichnet. Man ist der Meinung, daß derlei von London aus neuerlich lancirt werde, um die französischen Kreise zu Ungunsten Deutsch⸗ lands zu beeinflussen. mit iIusStrirte SOonntags bIatt werden noch fortwährend angenommen, hier von der Expedition oder den Trägern, aus— wärts von den Königl. Postanstalten und Postboten. EEJIuserate finden im „St. Ingberter Anzeiger“, der in Stadt und Kanton St Ingbert das gelesenste Blatt ist, erfolgreiche VBerbreitung. Die Agespaltene Zeile kostet für die Pfalz 10 Pf, für außerpfälzische 15 Pf. Ergebenst Redaktion und Expedition des „St. Ingberter Anjeiger“. — — — — Zokale und pfaälzische Rachrichten. *St. Ingbert, 3. Jamuar. Gestern Nach⸗ nittag hatte ein 10jähriger Knabe von hier das Anglück, beim Schlittschuhlaufen zu stürzen und ein Bein zu brechen. RIn Zweibrücen tagten kürzlich unter dem Vorsitze des Herrn Baisch die Delegirten des Bezirkssängerbundes Zweibrücken. Der Bund um⸗ aßt 17 Vereine mit 490 Sängern. Bei der Ausschußwahl wurden die bisherigen Mitglieder mit Ausnahme des Herrn Koͤnig⸗Pirmasens wieder⸗ zewählt. An dessen Stelle wurde Herr Görlich⸗ Pirmasens gewählt. Dem Wunsche desselben, daß der Bezirkssängerbund in Zukunft Zweibrücken⸗ Pirmasens genannt werde, stimmten die Delegirten nach längerer Debatte bei. Das Bezirkssünger⸗ dundesfest für 1885 wird in Zweibrücken abge⸗ zalten werden. — Eppstein, 1. Januar. Das unselige Neujahrschießen hat zwei junge Leute von hier in Jroßes Unglück gebracht. Der eine, ein 22jähriger Bursche zerschoß sich die linke Hand, daß sie heute Nachmittag amputirt werden mußte, der andere, 18 Jahre alt, zerschoß sich die rechte Hand, doch wird er eiwas glücklicher davon kommen, da voraussichtlich nur einige steife Finger die Folge sein werden. Gsrkth. Tabl.) — In Ludwigs hafen ist die Errichtung iner Realschule im Werke, und zwar vorerft einer zierkursigen; wahrscheinlich kann dieselbe mit dem Schuljahr 1886 ins Leben treten. — Wegen Ueberfüllung der Volkeschulen hat der Stadtrath die Errichtung von 4 neuen Lehrerslellen beschlossen; die Anstellung der betr. Lehrer soll mit Beginn des Schuljahres 1885 erfolgen. — In Ludwigshafen hat sich die Frau des Tagners Franz Wissel auf der Gräfenau am 22. d. Nachmittags in einem Anfall von Geistes⸗ dörung entfernt, ohne bis jetzt zurückgekehrt zu sein. Dieselbe ist von kleiner, schwächlicher Statur, 40 Jahre alt, trug ein gedrucktes Kattunkleid und ein zraunes gestricktes wollenes Halstuch über der S„chulter. Sie hatte eine schwarze Reisetasche von Rohrgeflecht hei sich. Politische Uebersicht. Der Reichskanzler hat dem Bundesrath unterm 23. Dez. v. J. secht weitere Eingaben landwirth⸗ chaftlicher Vereine u. s. w. „betreffend die Ein⸗ ührung und Erhöhung von Eingangszöllen für andwirthschaftliche Produkte“ mit dem Anheim⸗ tellen der Kenntnißnahme übersandt. Die Ein— zaben gehen aus vom landwirthschaftlichen Pro⸗ binzialverein für Westphalen und Lippe (vom 28. Nov.) vom landwirthschaftlichen Provinzialberein ür Posen (vom 4. Dez.) vom landwirthschaftlichen Verein Höckendorf und Glochau in Sachsen (vom 14. Dez.) vom landwirthschaftlichen Zentralverein ür Schlesien (von demselben Datum), vom land⸗ virthschaftlichen Verein der Kreise Krotoschin und Adelnau (vom 18. Dez.) und vom landwirthschaft⸗ sichen Verein zu Wongrowitz (vom 8. Dez.) sämmtliche Eingaben stützen sich auf Schilderungen der schwer bedrückten Lage der Lundwirthschaft und derlangen meist Erhohung der Getreidezölle, der Viehzölle, der Zölle für thierische Produkte; einige hersuchen auch einen Ansturm auf die Goldwährung. Deutsches Reich. Berlin, 1. Januar. Der Kaiser empfing zeute Vormittag die Generalität und das Staats⸗ ninisterium, an dessen Spitze Fürst Bismarck. Die Staatsminister und der Präͤsident des Evangelischen Iberkirchenraths wurden sodann auch von der daiserin in deren Gemächern empfangen. Den Blückwunsch der landsässigen Fürsten und Fürstinnen nahmen der Kaiser und die Kaiserin mit Hosstaat in den Gemächern der letztern entgegen. Schließlich mpfing Se. Majestät die Boischafter Italiens, Desterreichs, Frankreichs, Englands und der Türkei, velche in großer Gala erschienen waren. Der russische Botschafter ist noch auf Urlaub abwesend. Bei Empfang der Generäle, Minister und Botschafter richtete Se. Majestät an jeden einzelnen huldvolle Worte. Sowohl der Kaiser wie der Kronprinz wurde bei der Rückkehr vom Gottesdienst im Dome svon den unter den Linden versammelten Menschen⸗ nassen mit begeisterten Hurrahrufen empfangen; nuch der Reichskanzler wurde bei der Auf- und stüückfahrt mit Hurrah begrüßt. Berlin, 2. Januar. Der „Kreuzzeitung“ ufolge ist der Staatsrath zum 12. Januar ein— herufen und wird derselbe die für den Landtag zestimmten Vorlagen zur Begutachtung vorgelegt rhaĩten. Wie der „Frankf. Beobachter“ mittheilt, ist der Staatssekretär des Zulukönigs Dinizulu, Herr Adolf Schiel, im Auftrage seines Souverains in Deutsch⸗ and eingetroffen und wird sich nach einer in Bremen nit Herr Lüderiz genommenen Rücksprache nach Berlin begeben, um an amtlicher Stelle Mittheil⸗ ungen zu machen, welche für die deutsche Kolonial⸗ politik in Afrika von Wichtigkeit sein dürften. Die Rachricht von dem Uebergang der St. Lucia Bai tebst Umgebung in den Besitz des Hrn. Lüderitz sei richtig. VBermischtes. Augsburg, 29. Dez. Der Haupitreffer der Spessart⸗Lotterie mit 30,000 Mark kam nach Augsburg an einen Gastwirth. Derselbe gab dem dolporteur, von welchem er das Glüdsloos gekauft hJatte, ein Trinkgeld von 200 Mark und traktirte die Feiertage über seine Stammgäste mit Freibier. F München. Wie in militärischen Kreisen »erlautet, soll die Absicht bestehen, den größeren derbst · Truppen ⸗· Uebungen in diesem Jahre eine gegen früher zum ersten Male stattfindende Aus—⸗ )ehnung in der Art zu geben, daß die beiden Ar— neekorps an zwei oder drei Tagen gegen einander nanbvriren; es ist hierfür der Landabschnitt zwischen Altmühl und Donau in Aussicht genommen, wobei nuch die Festung Ingolstadt mit in Betracht gezogen verden soll. Die afrikanischeKonferenz nimmt ihre Arbeiten nächste Woche, und zwar gleich am Mon— ag, wieder auf. Ueber die deutsche Erwerbung an der Bai von St. Lucia (Südostküste von Afrika) zerichtet die „Magdeburger Zeitung“ des Näheren: Der Reisende August Einwald aus Heidelberg, velcher schon in früheren Jahren zweimal Südafrika zurchreist und in verschiedenen deutschen Städten zarüber Vorträge gehalten hatte, reiste im Maisd. Ausland. Wien, 2. Januar. Die letzten Enthüllungen er Londoner „Allg. Korrespondenz“ üher Verein— Ebernburg, 2. Januar. Von den vier Mannern, welche in einem hiesigen Schachte ver⸗ XE den erlitienen Verletzungen gestorben. Die anderen drei liegen noch unter den groͤßten Schmerzen mit schweren Wunden darnieder. Die Explosion ist nicht durch schlagende Wetter erfolgt, sondern da⸗ durch, daß der weggeworfene Rest eines angezün⸗ deten Streichhoͤlzchens einen am Boden liegenden Pulvervorrath entzündete. F Die Lutherkirche, für deren Erbauung in der evangelischen Diaspora im vorigen Jahre eine Kollekte im Betrage von 822,148 Mt. inner⸗ hdalb der preußischen Landeskirche eingesammelt vorden ist, soll, nach Beschluß des Evangelischen Oberkirchenraths, in der Provinz Posen errichtet werden. *Wien. (Geim Bagatell-Gerichte.) Die Ezene spielt im Zimmer eines Bagatellrichters im IJ. Bezirke. Eine arme, abgehärmte Frau als Verklagie, der Greißler Johann Betschek, dem die Frau für Viktualien eine kleine Summe schuldig zeworden, als Kläger. Die Frau (schluchzend): Herr Richter, ich kann nicht mehr zahlen, ich bin zanz am Bettelstab, der Herr Betschek da hat uns Allez verkauft, mein letztes Bettgewand, jetzt müssen wir auf der Erd' liegen. Ich hab' ja eh beinah All'z zahlt. — Richter (zum Klager): Nun, be⸗ ttehen Sie denn Angesichts dieses Elends noch auf Ihrer Forderung ? — Klager: Ah, i tritt net z'ruck, je soll nur zahl'n! — Die Frau schildert noch⸗ I nals ihr Elend in den ergreifendsten Worten, aber der Kläger erwiedert darauf nur: Ah, i muß mei Held haben, muß! — Richter (der in den Akten zeblättert hat): Ja, wie hoch beläuft sich denn Ihre Forderung noch, Sie haben ja schon Ab—⸗ chlagszahlungen erhalten? — Beklagte: Vierund⸗ echzig Kreuzer bekommt er noch. — Richter: Wie, vierundsechzig Kreuzer und deßwegen quälen Zie diese arme Frau? — Kläger: Ah, i muß nei Geld kriegen. — Richter (greift in die Tasche): Mann, hier habt Ihr Euer Geld und nun gehen Sie nach Hause, liebe Frau! — Doch der Kläger zibt sich mit den 64 Kreuzern nicht zufrieden, denn nit den Gerichtskosten hat er 90 Kreuzer zu for— dern. Der huniane Richter bezahlt auch dies aus seiner Tasche und mehrere Beamte des Bezirks⸗ zerichts, sowie Zeugen dieser Szene veraustalten ür die arme Frau Wagner, obere Donaustraße 101, eine Kollekte, welche 4 fl. ergab. Unter überströmenden Dankesworten entfernte sich das arme Weib. — Ein Bild aus der Großstadt.... — Die franzosische Akademie der Medicin hatte )en sogenannten „Preis St. Paul“ im Betrage von 24,000 Irks. für ein sicheres Heilmittel gegen zie Diphtherie ausgeschrieben. Es liefen 242 Arbeiten zur Begutachtung ein. Der Preis wurde edoch keiner Einsendung zuerkannt. Am meisten Beachtung fand seitens der Preisrichter das System damarre, Halbpinselungen mit Petroleum, und die Nethode Delpit, bestehend in Räucherungen von Zienruß mit Terpentin. F Madrid, 2. Januar. In Torror habe gestern wieder starke Erderschütterungen mit hef tigem unterirdischem Rollen stattgefunden. In Al zunuelas (Provinz Granada) spaltete sich der Erd boden mit Krachen, und der Ort versank bis zu Thurmspitze. Menschen und Vieh verschwander mit in den Erdrissen. (Albunuelas zählte circe 1500 Seelen. Vrdensverleihung. Se. Maj. der Konig haben verliehen: dar Komthurkreuz des Verdienstordens vom hl. Michae dem Direktor der Regierungsfinanzlammer de Pfalz, Karl Gebhardt in Speyer, dem Obei— naschinenmeister bei der Generaldirektion der kul Berkehrsanstalten, Karl Gießen in Munchen, dem Telegrapheninspektor Joseph Echinger in Speyir, dem Postmeister und Vorstand des Postamtes Kai— erslautern, Wilhelm Kammerer, dem Prasidenten des Landgerichts Kaiserslautern, Ferdinand Juliu— Müller; das silberne Ehrenzeichen des Verdienst: )rdens der bayer Krone: dem Zugrevisor der ver Pfälzischen Eisenbahnen, Adam Schneider in Lan— dau, dem Lokomotivführer A. Weinmaher in Kai— erslautern; den Titel und Rang eines kgl. Medi— unalrathes dem Dr. Mar Kieffer in Bergzabern Sterbefaäͤlle. Gestorben: in Edenkoben Frau Margarethe Gleich, geb. Hurtig, 76 J. a, in Hambach Fis Klara Heiligenthal, 70 J. a. FJur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme4 — — — 3 v F Narrenschiff“ 99 DBanksagung. Für die herrliche Blumenspende, so⸗ vie füͤr die zahlreiche Betheiligung bei dem Begräbnisse meines innigst geliebten Sohnes Georg— sage ich hiemit Allen insbesondere aber zer verehrl. Gesellschaft „Gemüthlichkeit“ für den erhebenden Grabgesang meinen tiefgefühlten Dank. St. Ingbert, 8. Januar 18885. Peter UhnI I. Asfo. (Prümũrt auf der Hamburg-Altonaer inter- nationalen Ausstellung 1869 mit der grossen silbernen Medaille.) ——— Durch hohen narrischen Beschluß wird der „Narren⸗ —3 5* 5 — 55 en künftig nur unter obigem Namen tagen. Wir vehre in Verkussion, Lefaucher und Central —bringen dies den verehrlichen Narren zur gefl. Kennt euer, Lancaster, Büchsflinten, Pürsch⸗niß 5 —5 — — en ue, — laden zugleich zur ersten Sitzung ein. Dieselbe findet statt ir dinterlader⸗Dcheibenbüchsen, Flo F** ert · Zalonbüchsen (Techins), in den Montag, den 5. dss. Mts. um 20 Uhr (neue Zeitrechnune euesten Systemen, Zimmerstutzen, Gar⸗ 5 — 5328 enbüchsen, Bolzenbüchfen, Luftge⸗ 1 bendordunu 9: vehre, Luftpistolen, Stockflinten in J. Eroffnung des Münchener Biers. fau deur und Contrasfeuer. Schießz. Spa. II. Anstich der Narrethei (Prologh. — neue ster Construttion Lefau III. Actienhundsactionsauslosungsvorlage *e eux⸗Pistolen, Terzerole, Flobert⸗ *7!5 n peavre F Zalon⸗ und Scheibeupistolen, Revol⸗ Vortrag über die Schlaflosigkeit. ine en V. Heitere und sehr heitere Vorträgee ertheidiger agringe o ⸗ un * . *8* 5. ——— —A Dolche, Der närrische Rath: dre Deendirschfanger Aen a. a. nesser, Fe erklingen⸗ un enstlien. —E ——— ——— MPa⸗ —⏑— eeeee ConsumVerein zu Martannenthaler Glashutte Sen und Munition aller Art (auch Ra⸗ Eingetragene Genossenschaft. keten zu allen Schußwaffen, sowie sammt Die Mitglieder werden hiermit zu der am Donnerstag, den 8. Janu— IrbdeArtdene een e. Abends 7 Uhr, im Schneider'schen kleinen Saale, stattfindenden — „Generalversammlung“ Preislisten versende franko und gratis reundlichst eingeladen. Tagesordnung: —1. Rechnungslegung pro J. Semester 1884/85. 00 2. Wahl der 8 Revisoren zur Prüfung der nächsten Bilanz. Mariannenthaler Glashütte, den 81. Dezbr. 1884 Der VorsSitzende des Ver wæaltungarath Musik-Verein Fidelia. Sonntag, den 4. Januar Nachm. z Uhr —* General-Versammlung zetreffs Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Einen neuen Bettfußteppich hat bislig zu verkaufen Werre, Schneider, (Steinbruch). — CDACAOVPULVER onhHo osADtE B.O. MOSERSXCM , 85Tu TToOART. ð Welwirn h ohiete⸗ 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Boldmanns kaiser⸗zuhnwasser à Fl. 60 Pf. und 100 pf. jemals wieder Zabnschmerzen vekommbt. S. Goldmann GC& Cie, Dres den. — Zu haben in It. Ingbert bei P. Fery- Droguenhandlung. Desiuiliv am J elhnuar AISS re Wonlthatigkeitslottoris· Ziehung für bedürftige Frauen und Mädchen. I0, 200 Geldgewinne mit MarIx 75. O00 baar Geld ohne jeden Abzug. Ziehung ohne Verschub 5. Tebruar 1885. General⸗Agent. A. u. B. Schuler, München. Loose hior vorrathig boi: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wigshafen a. Rh. Zu haben bei Herren Jean Peters, J. Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blie s⸗ asftel. — Besstche Trauben-Brust-Honig*k) * hereitet aus Traubenhonig (aus edelsten heinischen Weintrauben gewonnen) und zefach geläutertem Rohrzucker ist das einste, natürlichste und angenehmfte, für erwachsene wie Kinder zuträglichste aller iätetischen Hausmittel, seit 18 Jahren ils von unschätzbarem Werthe allseitig anerkannt, von unvedingt wodoltwatiger Wirkung bei Husten, Heiserkeit, Ver⸗ schleimung (Katarrh), Rein im Kehlkopfe, Hals⸗-, Brust- und Lungenleiden, Husten der Kinder ꝛc. x*) Zu haben in drei Flaschengrößen in St. Ingbert bei J. Friedrich; in St. Johaun bei F. P. Zudenhäffer und NAMaginoet; in Blieskallel bei Apotheker Diedenhofer. Druck und Verlag von F. xX. Demet in St. AI Inabert. Pierzu „IAUuitrirtes Sonntaasblatt“ Nr. ben hef · Al erd zu den rca aß el der er⸗ gl. em ier, n⸗ d us ist⸗ er. me⸗ ai⸗ di⸗ en. 0 8 — — WM * — S 4 * I —3 ——— — 9 — 57— * * * * ——— 368 —383 * * 7 — — — 6 * AMAM- ——3333836868 * b 6 —34 — * g J 32 7 3 * 8 * * 5 4 d —* —— —6 * —A b — — 8 F J 44 5 ——— —3234 4 —* AR 3 — ug — — 3 A — 1* —538 33 — F 7 —* — ——— —— — * 8 J h —3 2 13 F 7 d F 82 A JI — — bVB —— 8 S— * * 21 —52 —* F 7 —— 8 253 — —— ———— 5— —3 * 7 7 * * — 383 — 8 ——— — * A68 —1*— *3 T— * e 3 B JJ—— 8— * ba s J.. J 3 —52 ———— 9 bry — — —58 * 8 —2— Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — Sòà fPPprro S der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint udchentlich funfmal: Am Montag, Dienstat, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltung glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich J .M 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 H, einschließli 0 Zustellungsgebuhr. Die Einrücknugsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 H, Neclamen 30 H. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M4. Montag, 5. Januar 1885. 20 Jahrg —324 rilon“ sind heute Früh mit Truppen in Haiphonge fessoren der Mittelschulen, Zollinsprktoren, Rent⸗ Bestellungen —— gruh ⸗ beamte, Forstmeister, Oberamtsrichter, Geheimsekre⸗ London, 2. Jan. Die „Times“ bespricht käre, Colegialassessoren, die Kategorie 3 der Ver— die Ansprüche von Lüderitz auf Sanct Lucia, wobei kehrsanstalten 11 Mk. 6. Die Räthe an den sie sagt: Wenn ein afrikanischer Häuptling einem obersten und oberen Collegialgerichten und Behoörden, zeuischen Unterthanen Territorium derkaufe, werde die Präsidenten und Direktoren der Landgerichte zieses Territorium dadurch nicht unter den Schutz 14 Mk. 7. Die Präsidenten und Direktoren der ind die Souberänität des Deutschen Reiches gestellt. Centralstellen, Oberstaatsanwälte 19 Mk. Angra Pequena sei nicht deutsches Territorium (Armenpflege Bayerns.) Die Gesammtzahl zurch den Verkauf an Luderitz geworden. der im Jahre 1882 im Köoͤnigreich unterstützten Personen betrug 164,090 gegen 164,650 im Jahrt 1880 und 146,388 im Jahre 1879. Als eigent⸗ lich verarmt zu zählen waren 65,427 Personen gegen 65,839 im Vorjahre. 32,7 pCt. der Unter⸗ Atzten (im Jahre 1881 31,9 pCt.) entfallen aus die Städte und 67,83 (68,1) pCt. auf das Land. Auf 100 Einwohner des Königreichs kommen durch— cchnittlich 3,0 (in den Städten 5,3, auf dem Lande 2,5) pCt. Unterstützte und 1,2 (in den Städten 2,0, auf dem Lande 1,0) Verarmte. Dauernd unterstützt wurden 101,572 (im Vorjahre 1083,507) Persenen, vorübergehend 62,618 (57,143). Die Besammtsumme der geleisteten Unterstützungen im Königreiche betrug 6,120,615 M. (1881 6,017, 929 Mk.), wovon 4,967,728 Mk. oder 81,2 pCt. auf dauernde Unterstützung verwendet wurden. Die durchschnittliche Jahres ˖ Unterstützung für eine dauernd unterstützte Person beträgt 49 Mk., für eine ver⸗ armte 47 Mk. Summarische Uebersicht de Studirenden an den 3 Landesuniversitäten im Wintersemester 1884/85. München: Nach dem amtlichen Ver—⸗ zeichniß beträgt die Frequenz des Wintersemesters 188485 1679 Bayern, 1006 Nichtbayhern, zu⸗ ammen 2685, und zwar: 116 Theologen, 862 Juristen, 104 Kameralisten und Forstkandidaten, 374 Mediziner, 357 Philosophen der J. und 216 der Sektion II.. 156 Pharmazeuten; Würzburg In diesem Semester waren anwesend 445 Bayhern, 338 Nichtbayern, zusammen 1283, und zwar: 189 Theslogen, 136 Juristen, 740 Mediziner, Chirur⸗ zen und Odontologen, 42 Pharmazeuten und 176 Philosophen, Philologen, Mathematiker und Che— mniker. Erlangen zählt in diesem Semester 496 Bayern, 261 Nichtbayern, zusammen 757, und zwar: 357 Theologen, 97 Juristen, 200 Medi⸗ ziner, 22 Pharmazeuten, 28 Philologen und 53 Chemiker und Physiker. F Munchen, 3. Januar. Eine hübsche Ge— chichte aus den Tagen vor Weihnachten soll hier dassirt sein. Danach kaufte ein reicher Herr (Ame⸗ rikaner) in einem kleinen Geschäfte Verschiedenes ein und das Ladenmädchen merkte, als er fortge— gjangen, daß der Fremde seine Handschuhe liegen gelassen. Trotzdem der Geschäftsandrang sehr stark war, lief das Mädchen weg und trug dem Herrn seine Handschuhe nach. Dieser war so erfreut über diese Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit, daß er 'andern Tags wiederkam, das Ladenmädchen für den Abend dei der Herrschaft ausbat und demselben einen zlänzenden Heirathantrag machte, wenn es mit ihm naach Amerika gehen wolle. Das Mädchen soll so—⸗ fort eingewilligt haben und mit dem neuen Jahre als Braut seine Heimath verlassen. FMainz, 2. Januar. Eine freudige Ueber⸗ raschung wurde gestern einem der hiesigen Barbiere hereitet. Als derselhe Morgens zu einem seiner Tageskunden kam, wurde er in festlich erleuchtetem Zimmer empfangen und zu einer wohlbesetzten Frühstücketafel eingeladen. Erst da wurde ihm nitgetheilt, daß heute 50 Jahre verflossen seien. auf den dt. Ingberter Anzeiger iIIVr—ιr BOonntae PISa verden noch fortwährend angenommen, hier hon der Expedition oder den Trägern, aus⸗ värts von den Königl. Postanstalten und Postboten. EFInserate finden im „St. Ingberter Anzeiger“, der in Stadt und Kanton St. Ingbert das gelesenste Blatt ist, erfolgreiche Berbreitung. Die Agespaltene Zeile kostet für die Pfalz 10 Pf., für außerpfälzische 15 Pf. Ergebenst Redaktion und Erpedition des „SIt. Ingberter Anjeiger“. Politische Uebersicht. Der Reichstag wird sich nach den Ferien mit der Frage der Arbeiterschutzgesetzgebung u beschäftigen haben. Der bekannten Hertling'schen stesolution und dem Antrage Lohren auf Ein— chränkung der Frauenarbeit soll sich ein seit aängerer Zeit angekündigter umfassender Gesetzent⸗ vurf der Sozialdemokraten anschließen. Nachdem der Reichsklanzler dem Bundesrathe zie wichtigsten Petitionen um Getreidezoll⸗ erhöhung überwiesen hat, wird in der Petitions⸗ ommission des Reichstages vorausfichtlich beantragt verden, bezüglich der gedachten Angelegenheit die Entscheidungen des Bundesraths abzuwarten und ie Petitionen erst zu erledigen, wenn es zufolge ieser Eutscheidungen zu weiteren gesetzgeberischen Schritten in der Richtung der Erhöhung landwirth— chaftlicher Zölle kommen sollte. Deutsches NReich. Mürnchen, 31. Dez. Mit dem 1. Mai 1885 äuft der seit 1872 bestehende Vertrag der königl. ayerischen Staatsregierung mit Preußen ab, wo— jach der pachtweise Betrieb der Sinnthalbahn — — von Gmünden bis an die preußische Grenze jegen Elm — an Vreußen überwiesen ist. Wie »ie „N. N.“ hören, ist dieser Vertrag dieser Tage wischen den beiden Kontrahenten auf ein weiteres Jahr verlängert worden. AMusdlaud. Paris, 8. Januar. Die „Agence Hadas“ neldet: Der Rücktritt des Kriegsministers Campenon teht bevor. General Lewal wird als Nachfolger »esselben bezeichnet. (Die Ursachen des Rücktritles Fampenons sollen in Differenzen zu suchen sein, die Campenon mit Ferry wegen der Verstärkungen ür Tongking hatte.) Paris, 83. Januar. General Lewal wurde um Kriegsminister ernannt; das „Journal officiel“ oublizirt hereits morgen seine Ernennung. Paris, 4. Januar. Eine effizielle Depesche zus Hanoi vom 4. d. M. meldet: General Negrier hlug gestern eine ca. 6000 Mann siarke hinesische Truppenabtheilung eine Tagereise öͤstlich on Chu vollständig. Details fehlen noch. Die Truppentransportschiffe Chandernagor“ und „Che⸗ Bermischtes. — Interessant dürften für den nicht Eingeweihten zu wissen sein, welche Beträge die bayr. Beamten ils Diäten für auswärtige Geschäfte beziehen. Es rhalten per Tag 1, Waldaufseher, Boten, Diener, Behilfen, u. s. w. 3 Mk. 2. Die Assistenten, Braktikanten, Förster, Forstgehilfen, Schreiber 6 M. 3. Die Gerichtssekretäre 7 Mk. 4. Die Amts- richter, Obergerichtsschreiber, 2. und 3. Sitaatsan⸗ välte, Assessoren, Studienlehrer, Rechnungskom ⸗ nissäre, Accessisten, Revisoren und die Kategorie 8 ind 4 der Verkehrzanstalten O Mk. 5. Die Ge⸗ eichtsärzte, Amtmanner, 1. Staatsanwälte, Pro⸗ ieitdem er den betr. Herrn zum ersten Male rassirt sabe, worauf ihm bei einem Glase feurigen Weines ein werthvolles Geschenk in Silber mit entsprechen⸗ der Inschrift überreicht wurde. Gewiß eine ehrende und seltene Feier! F Frankfurt, 3. Januar. (Prinz wider Willen.) Am Mittwoch Nachmittag kam ein junger, gdiesiger Einwohner, der die Größe eines Garde— Offiziers hat und dem Prinzen eines benachbarten Hofes sehr ähnlich sieht, auf die Eisenbahnstation H. Bei seinem Erscheinen auf dem Perron wurde er sofort mit „Königliche Hoheit“ von dem Bahn-⸗ dersonal angeredet, und ihm die Meldung gemacht, daß der Solonwagen bereit stehe und der Zug seiner warte. Er wollte Einwendungen machen, doch der Stationsvorsteher bemerkte nur: „Ah, rönigliche Hoheit reisen inkognito.“ Ohne daß der lunge Mann es wollte, befand er sich bald, halb jeschoben, halb gehoben, in dem Wagen. Das Signal zur Abfahrt wurde gegeben und fort dampfte der Zug nach Frankfurt. Hier wurde der Herr in derselben Weise empfangen. Die Schaffner hatten veiße Handschuhe an, geleiteten ihn aus dem Wagen und meldeten, daß auf Wunsch zur Wahrung des Inkognitos eine Droschke bereit gestellt sei. Mit iefen Bücklingen führten sie den Herrn zum Wagen, woselbst er in die Tasche griff und ihnen drei Mark nit der Bemerkung einhändigte, auf sein Wohl zu rinken. Die angebliche Hoheit ließ sich nach einem Dotel fahren. Mit dem späteren Zug traf auf erselben Abfahrtsstation ein junger Herr ein, der ich angelegentlich nach dem Salonwagen erkundigte, vorauf ihm die Mittheilung wurde, königliche Hoheit sei mit dem vorigen Zug schon abgefahren. „Was“, hieß es, „königliche Hoheit abgefahren. Ich bin königliche Hoheit.“ Der Prinz nahm »as Mißverständniß heiter auf und amüsirte sich )arüber, einen solchen Doppelgänger zu haben. — Die deutsche Reichspost hat die Einführung iner „Soldaten-Briefmarke“ genehmigt. xks wird dadurch einem doppelten Uebelstande ab— geholfen. Da der nothwendige „Soldatenbrief“ „Eigene Angelegenheit des Empfängers“ oft den jrößten Theil der Vorderseite des Kouverts ein⸗ uimmt, so kommt es oft vor, daß die Adresse und aamentlich der Bestimmungsort, für welchen zu venig Plaß übrig bleibt, kaum zu lesen sind. Außerdem wird auch noch zuweilen von Seiten der Anverwandten der Frankaturvermerk vergessen, so daß. falls nicht ein gefälliger Postbeamte den Ver— merk nachholt, der Soldat Strafporto zu zahlen hat. Es ist deshalb eine Marke eingefuͤhrt, bon der Größe der gewöhnlichen Briefmarke, welche den für den Soldatenbrief nöthigen Vermerk euthält. Empfiehlt sich auch für Bayern.) * (Kolonialpolitik und Rechts— pflege.) Eine leicht denkbare Gerichtsszene.) Richter: Angeklagter, geben Sie zu, den Kläget Laffer genannt zu haben? Angeklagter: Ja. Richter: Sie haben sich also einer absichtlichen Be— leidigung schuldig gemacht. Angeklagter: Nicht im Entferntesten. Nachdem die Luciabucht im Zulu⸗ lande von Herrn Lüderitz erworben worden ist, tann das Wort „Kaffer“ unmöglich noch etwas Beleidigendes haben. Es bedeuiet nach meinem Befühl jetzt soviel wie „Landsmann.“ Richter: Hm! Hm! Ger Angeklagte wird freigesprochen.) F Rom, 4. Jan. In Borgovierte und Gaeta st die Cholera ausgebrochen. Depretis hat be— ohlen, diese Orte zu isoliren. Jur die Redaktion verantwortlich: F. XR. Deme ß. — — — — Banklagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns betroffenen cchweren Verluste sagt hiermit im Namen der Familie innigsten Dank. Rothenbau, den 5. Januar 1885. Thęodor Müller. Brust- u. Lungenleidende ind solche Personen, welche an zusten, Katarrh, Heiserkeit, Ver⸗ chleimuug Ec. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die seit 18 Jah⸗ ren bewährte Vorzüglichkeit des ichten rheinischen Trauben-Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür— ichste, für Erwachsene wie Kinder — gleich angenehmste —— und zuträglichste AIMutel, welches über⸗ * Dhaupt geboten werden — tann, aufmerksam ge⸗ macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver—⸗ chlußmarke in St. Ingbert bei J. Friedrich in 8t. Jobann bei F. P. Dudenhöffer und N. Magi— not; in Blieskastel bei Apotheker Diedenhofer. *n. Gewinn-Loose-Umtausch. Zum Umtausch von Giesinger- u. 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Illustrirte Wochenschrift für dentsche Colonisation und Auswanderung. Diese Zeitschrift, deren Redaktion mit dem Auslande, namentlich mit älteren Anfiedlern in den Übersecischen Staaten in direlter Verbindung steht, bietet dem Auswanderungslustigen jede nur erwünschte Auskunft und Anleitung und erläutert das Dargestellte durch getreue nach der Natur aufgenommene Illustrationen. Je unentbehrlicher diefes Wochenblatt für jeden Auswanderer ist, um so interessanter wird dasselbe für die zurückge liebenen Angehörigen und Freunde werden. — Ein Feuilleton bringt höchst spannende Original-Romane aus den fremden Ländern. Der Abonnemenispreis beträgt vierteljährlich durch die Post, den Buch⸗ 7 handel oder die Expedition bezogen nur Mark 1,80. — Zur Insertion für das r In⸗ und Ausland ist diese Zeitschrift besonders geeignet. Stuttgart, im Dezember 1884. N⸗thꝰs Verlag. 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Bestellungen bei allen Postanstalten, Buehhandlungen, Zeitu. speditionen. sowie bei der Expedition des CKCBRO Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: 9 v Die Klassiker der RBhilosophie. Von den frühesten griechischen Denkern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten »Cilosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das erthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Vfenniao VDas —8Ho.! Druck und Verlag von F. X. Demetz — Fnabert S2 222 2 2 53—3I3 —— 33838355 53 2325 55 —8 — 28 —— 55 — — 8 2 —22 *5 ——— — 55 53 8 5385 — 52 — 585 52233 25 383 53338 32532388 — —8 555 2z255 3 532 ——5583 583 5353355 58 55 23 — ——2——853282 52 X S 2*8 S 2 227 2 3BB 5822 2 8 — 52 228283— — —253 — 85 — — 529 * 2* 22 E 523 — — — 5525 23 538 S25—35 55 6383 55 5 52222 535588238 — — 2 52 — cn 8 — 37 5 22 2 258 25 9 5—825 3 58355 53 32 — 3 — —E ——— 5 5532 * 3 3335 3 3 — 386 — 855 — 7 * — 22 * * * — * —— s353 — 3 8533383 20 83853353 53 523 — —8 —— * * —23235535 3 383 ——333 — 35 635 5533355 85 2255333 * 527— 168 5553575 58 335*55 56 EE 532,33 35 —33—58 33353 —538 —35—33 52583 58 0 223825* 42—395 — 52 v 3 222 55828 8 55223 22 8 * 52228 8 238 55 —2—3538 2 —— —A— 8825352 5* 22 3— 333 — 33 —23 —— ———565 — — 3553855——7335638528 53532 5 E75353 338 33 — 3 * — 2 * * —— —A — —A E— * 277 9 — — —2— — 25 * 25 25 8 —— — 3 —— 85555335 — 3820 5 — — 3 — — 8—35222 2 8 5 — — 2322 —— —8538 25348282 238 8 3225 309 —— 3 5 — 5— — 85 5 . — 3 — 3 53 —5835. s038 52555755555 ——— — — — E—555 8* 28 * 55 3 * ——— — E — * 52 z 3335 —0 25 —A 35 A— 2* —8 25532 ——— — —— ——XXXI 3533585 —5—535358 225— 53557 —533335383358 — — — 336332335 35738 5—525 — — 53227 ——— — 3— 5582555 ——SᷓS é7* 2 — — 36843 —338 z 3 583s 333 333783 8 —3232*8 — —— 528R552 — — —— — 3—5— 2328 — 5383———253——53 — — —3* —538—853 — — — 3 25 * 28 53 — 8 8 3 * 8— 23 2* —A 0 237 3 6** 8—8* 3 2 D.2 8 —554* — 5 — — 5 —— —55 25333 3 38 5 c 5 — * 2 — 2 5 33 — 3 52 S DO — — 8 53 55 —— 23 — — * *8 — — —23.556 7—8e5 55 3 * . 5 —8 522 —e — — — — — 222 132 222272 . 22 22—2 222— —323 ——2 2⏑ 2 A5 — —2 2 3 7 * 28222 2* * —A—— S22 228 * 8s35. 338 525333 33 3 8338338 — 8 — 58835 — — A —F * 33528 5* 233 3758 4 ——520 3 8— 233 333533355337 558523238 — 8222 ——5 —— 3 — 5c 55352328 552 22 S 55 35272—236 —25—5325 —— — — z 3—— —3323 — * 8 — »3 p —8* 2 —5383575 z523* — —53— 32 ——35 — 3—— 3 385 3333353— — 553—325273 8 53332—235 — * 53—5—525 522 —* *25 A — — 322232— * 3 7236 —— 2 52222—2 — 5232 33*855325 — ——— 28 — — 3 — 2357 7 — 2 * —7 8 27 222 —— 28833353 — — 3 3 2 —33335 — — — 2 — — * 3 4 ** 22 2 335— 2 2 7.2 — —— —8 —38 * B— 2— 833 822 — 258. — —A 7 2* 24 — — —— 323 —z22——53333 — 8 3 3 —5— — — —333 3 —3335* 33 —36 5—— — 55323585 223 *. 3 223 5 — 3— — ——232 3342 z2255* 5 5 32 2 35—85 — z385523 —2.5 25 — 25 32 8 —3 33235525 —— 7 S5 35 3 282 5z2 2 — —5 —33 3323 IB SESSCBLE — 2 5* 3682 —825 „5s”225 * —3 2 555 52 2 — — —5335——8 5383—753235 I5 — — —3 28235* — — 23 2555 5 53283 —25 ——23002 *2—2533 —— — —— 232 3. 5 ——A 2 *5233 —32 2 22 2 — 356288 39 — * 7* —23—z535 752 ————3 535755* 652ꝰ —⏑ 87552 5 * *2 — —— 5 —E — —2 2*5 — 36*8 — — — . *— —8 5555325 — —5z—85— 83*2 585—2 — 23553833 — 578 —3 5z353353337* * * ẽð * 2 2 55232 2 *7 * 25 — — —22 —E — 5 3— — 82 2—2232 — 4 — — — — 222 — 5 222 — 25 3 »2227232 — —A — 8—— * 83 — —A ———— 5325 —32—2— —356-2 —22682* —8558352* D—70 S — 2—38 —82 — z2 825 3825326— — —— —38 553332 J 3 35538233 255 . 8 355— . 5 — 533 20 —2323 5 * 552 355—358 532 22 382 —5925 —582558 ——— 2 * —3 8s 5333— 3573355353— 553 E 53.5 5 8 5— ⏑—60 3—— 33 — * * —4 * —AV— 832 — 325335 —3355—225— 2 333325535—5 53 — S533 535· 55555355 5* —8355338 I3322S5RE S— — 83 — 5332—32323535 22 — 5* x3 J z 3s383 753 3355555z553353 — 3 — —8 25 3 2—5z2 2 2567 ———— — —32— 5z525 25 X 2 85 2 * 2 — 33528 5 — 2 8* 5355 55 78535 —5 832559 537 J 83* — 5864 58237522233358 ————— 353353355577385 2 55* 857 3 — 3253 z3338— 283535 — 55 88 5 * —* * 3 33 33233585 5 —233 *57 — — —— —— 582 —7* 5x 2585 7353 8222 35573 7 85 — 3—333 —z2532— 2—2. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sounntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturge giatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 78 H, einschließit 0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 A, NReclamen 80 B. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — — Dienstag, 6. Jannar 1885. 20. Jahrg. Bestellun en gerechnet, etwa 32 pCt. direkte und 68 pCt. in⸗ q hirekte Steuern, ähnlich wie in den jüngsten 40 auf den Jahren; in Oesterreich ist das Verhältniß, das rüher 40: 60, später 33: 67, hernach 388: 62 It. Ingberter Anzeiger »Ct. war, gegenwärtig 24: 76 pCt., in Ungarn agegen 45: 55, in Rußland 29: 71, in Italien 36: 64, in Frankreich 15: 85, in Großbritannien ind Irland 21: 79 pCt. Was die Vertheilung er Ausgaben anbetrifft, so bieten namentlich die Zätze Interesse, welche auf die Staatsschulden und »ie Landesvertheidigung zu verwenden sind. Hier⸗ iber gibt folgende Zusammenstellung Auskunft. Es ntfallen von den gesammten Staatsausgaben in »en einzelnen Ländern auf: Schulden Landesver- andere Aus⸗ theidigung gaben deutschland 12,08 pCt. 19,2 pCt. 68,3 pCt. NResterreich- AUngarn 27.8,, 158, 567 tdußland 22, 35, 43 , Italien 34 , 20, 46, zrankreich 34 ,31 35 hroßhritannie 344 , 33,, 33, Die „andern Ausgaben“ lassen sich unter einem inheitlichen Gesichtspunkte allerdings nicht beur—⸗ heilen, da der Kreis der Staatsaufgaben in den inzelnen Ländern verschieden bemessen ist und der Imfang der den Gemeinden übertragenen öffent⸗ ichen Ausgaben vielfach von einander abweicht. und durch die ganz kürzlich und fast gleichzeitig vorgenommenen Durchsuchungen deutscher und fran⸗ öösischer Kasernen erhält die neue Mittheilung einen zewissen Hintergrund der Wahrscheinlichkeit. mit IIIIStITtIMm BOnntas PIatt verden noch fortwährend angenommen, hier von der Expedition oder den Trägern, aus— värts von den Königl. Postanstalten und bostboten. E Inserate finden im „St. Ingberter nzeiger“', der in Stadt und Kanton St. zingbert das gelesenste Blatt ist, erfolgreiche Verbreitung. Die 4gespaltene Zeile kostet für ie Pfalz 10 Pf, für außerpfälzische 15 Pf. Ergebenst Redaktion und Expedition des „St. Ingberler Anjtiger“. In einer neulichen Ausführung der „Nordd. Allg. Ztg.“ wurde die Nothwendigkeit iner kleineren Scheidemünze als der bestehende Pfennig hervorgehoben. Dem gegenüber mag )arauf hingewiesen werden, daß in dem Gesetze »om 4. Dezember 1871, die Ausprägung von Reichsmünzen, dieser Fall für das Königreich Bayern zereits vorgesehen ist, indem es in 8 13 bestimmt, »aß in Bayern im Falle des Bedürfnisses eine Antertheilung des Pfennigs in zwei Halbpfennige tattfinden kann. Von dieser Bestimmung wurde iber in Bayern bisher kein Gebrauch gemacht ind darf man daraus wohl den Schluß ziehen, haß sich ein Bedürfniß nach dieser Richtung bisher noch nicht geltend gemacht hat. Im Uebrigen be— jegnet die Behauptung der „Nordd.“, daß durch »as Fehlen einer kleineren Scheidemünze dem kon— umirenden Publikum eine Mehrausgabe von 600 Millionen, also auf den Kopf der Bevölkerung etwa 15 Mark, auferlegt werde, starken und jedenfalls nicht ganz unberechtigten Zweifeln. Ueber die Finanzlage der europäischen Groß mächte erbreitet sich Professor Dr. Richard v. Kaufmann neinem auch in besonderem Abdruck erschienenen Aufsatz, in welchem zunächst auf die Bedeutung juter Finanzen für den Staat hingewiesen, dann nie Herkunft der Staatscinnahmen in den ver— chiedenen Ländern erörtert, endlich ein Vergleich wischen der Verwendung der Staatseinnahmen nach den verschiedenen Zwecken der Ausgaben an⸗ gjestellt wird. Das Ergebniß der Untersuchungen »ꝛes Verfassers ist ein für die deutschen Verhältmisse erfreuliches. Denn nächst England ist jetzt Deutsch⸗ 'and zweifellos derjenige europäische Großstaat, velcher die besten Finanzen hat. Von dem vor— ibergehenden Fehlbetrag im Reichshaushalt ist iatürlich hierbei abzusehen, da ersterer, wenn auf auernden Bedarf gegründet, jedenfallz aus neu u erschließenden Einnahmen gedeckt werden wird. In Bezug auf Einnahmen des Staates aus eige⸗ em Besitz steht Deutschland sogar entschieden besser ls England da. Die Domänen oder Staats güter ller Art (Landgüter, Forsten, Bergwerke, Hütten, kisenbahnen) liefern in Preußen, dem größten eutschen Einzelstaat, 64 pCt. der Roheinnahmen, nämlich für 1883184 688 Millionen Mart gegen⸗ iber einer Gesammteinnahme von 1083 Millionen Nark. An der Reineinnahme von 540 Millionen Nart haben die unmittelbaren und mittelbaren Zteuern einen Antheil von 202*6 Millionen Mark, leich 37 pCt. In andern deutschen Staaten ist er Sachverhalt ein ähnlicher. Namentlich zieht Bürttemberg aus seinem „Kammergut“ 21,432,7 18 Mark Einnahmen gegenüber 26,328,851 M. Steuer⸗ inkünften. Die Einnahmen aus eigenem Besiz der remden Staaten betragen nach den Ermittelungen es Verfassers: in Rußland 6pCt. der gesammten 3taatseinnahmen, in Oesterreich annähernd 3 pCt., n Ungarn fast 15 pCt., in Italien 2 pCt. in fraukreich 492 pCt., in Großoritannien und Ir⸗ und noch nicht 1pCt. Von Belang für den tatsl aushalt ist die Art der Vertheilung seiner asten auf die Staatsangehörigen. Hierbei kommen amentlich die beiden Systeme der mittelbaren und inmittelbaren Steuern in Betracht, deren Verhält- zu einander in den Großstaaten folgendes ist: Nreußen zahlt man. di⸗ Peichésteuern mitein— Während in der Presse die Frage der Priorität der deutschen oder englischen Ansprüche in der St. Lucia-Bai noch mit begreiflicher Zurüd Jaltung erörtert wird, erfährt der „Reichsbote“ »ereits von gut unterrichteter Seite, daß die deutsche Regierung schon Ordre ertheilt hat, in der St. Lucia⸗ Bai die deutsche Flagge zu hißen und daß zwischen »em auswärtigen Amt und dem Cabinet von St. James gegenwärtig ein lebhafter Meinungsaustausch äber die Lüderitz'schen Vertragsansprüche stattfinde. Man ist diesseits fest entschlossen, die Priorität der deutschen Ansprüche unbedingt zur Geltung zu bringen. Politische Uebersicht. Der Reichstag tritt am nächsten Donnerstag, 3. d., nach Ablauf seiner Weihnachtsferien wieder usammen. Seine wichtigsten Aufgaben betrafen is jetzt den Etat; sonst sind wichtige Vorlagen soch nicht eingegangen, insbesondere fehlt jeder Inhalt dafür, wie der bedeutende Fehlbetrag im daushalte gedeckt werden soll. Man darf anneh⸗ nen, daß der Fehlbetrag für diesmal durch eine Unleihe oder durch Erhöhung der Matrikular-Um⸗ agen beschafft werden soll und daß man aus dem Reichstage heraus die Anregung darüber erwartet, velche dauernden neuen Einnahmen dem Reiche zeschaffen werden können. Diese Frage ist die zur Zeit brennendste. Dem jetzigen Reichstage „aus der Seele gesprochen“ wäre die Erhöhung der land— virthschaftlichen Zölle einerseits, die Einführung einer Börsensteuer anderseits. Durch diese beiden Vaßregeln könnte dem Reiche sehr wohl eine Mehr⸗ einnahme von 40 - 60 Millionen Mark zugeführt werden. Zihllose Petitionen verlangen, wie schon n frühern Nummern erwähnt, die Erhöhung der Betreidezölle, und Herr v. Wedell Malchow hat inen Antrag auf eine prozentuale Börsensteuer be—⸗ eits eingebracht. So viel steht fest: an den Zoll⸗ ragen wird der neue Reichstag nicht scheitern, denn r besitzt die stärkste schutzzöllnerische Mehrheit, die e ein Reichssstag aufwies. Gefährlich könnten aber dem Reichstag die Verhandlungen über die Mehr— orderungen im Heeresetat und die Dampfervorlagen verden Deutsches Reich. Berlin, 5. Januar. Der „Reichsanzeiger“ zublicirt ein königliche Verordnung, nach welcher )eide Landtagshäuser zum 15. Januar einberufen verden. Berlin, 5. Januar. Professor von Treisschke st zum Geheimen Regierungsrath ernannt wor den. Ausssland. Wien, 4. Jan. Laut einer Meldung des offiziösen „Fremdenblaits“ hätte die deutsche Kegierung Verhandlungen behufs Ankaufs einer zroßen Triester Schiffswerfte mit der Gesellschaft Navala Adriatico“ eingeleitet. Paris, 5. Januar. Der Armeekorps⸗Com⸗ mandeur General Courcy wird Oberbefehlshaber er gesammten Streitkräfte in Tongking und China. Beneral Briere behält das Commando des Corps n Tongking. Die radikalen Organe greifen den neuen Kriegsminister General Lewal als einen an— geblichen Orleanisten heftig an. Aus Berlin erhält die Londoner „Allgemeine dorrespondenz“ von angeblich zuverlässiger Seite ine Mittheilung, wonach zwischen Deutschland, Zesterreich und Rußland „zur Unterdrückung der dachsenden nihilistischen Tendenzen in der Armee und Flotte“ eine Vereinbarung geschlossen ein soll, welcher auch Fraukreich beigetreten sei. chon nach der Zusammenkunft der drei Kaiser in zkierniewice waren ähnliche Gerüchte im Umlaus Eos le und vfälzische Machrichten. * St. Ingbert, 6. Jan. Besitzwechsel.) Das Ehrhardt'sche Anwesen an der Hauptstraße ieben dem großen Schulhause in der Unterstadt vurde gestern von Herrn Maurermeister Pfleger im die Summe von 10600 Mke. ersteigert. *St. Ingbert, 6. Januar.Glück im Unglück hatte vor einigen Tagen der Schaffner khrmannstrauth. Derselbe stürzte zwischen Scheidt ind hier während der Zug im valssen Taohreu war. vom Trittbrette eines Waggons herab, ohne sich durch den gefährlichen Sturz erheblich zu verletzen. Den Weg nach hier, legte er noch in der nämlichen Stunde zu Fuß zurück; auch konnte er am nächsten Tage seinen Dienst wieder wie zuvor versehen. — Bei der am 29. Dezbr. im Revier Esch— ringen abgehaltenen Treibjagd der HH. Gebrüder Krämer von St. Ingbert wurden 7 Rehe, 37 Hasen und 2 Füchse erlegt. — In Heckendalheim wurde wegen Scharlachs die Schule bis auf Wei⸗ teres geschlossen. - Zur Verwesung der Lehrerstelle in Ommersheim wurde von hoher königl. Regierung der Schuldienst⸗Erspektant Franz Xaver Hirner aus Freyung in Niederbahern berufen. — Zweibrücken, 4. Januar. Das Aus— kunftswesen der Vereine Creditreform ist in sehr erfreulicher Entwicklung begriffen. Durch die fort— schreitende Neugründung von Vereinen seitens des Verbandsvorstandes (jetzt in 55 Städten) beschafft derselbe fich immer mehr eigene Korrespondenten mit der durch die sonstigen Vereinseinrichtungen begründeten wesentlich erhöhten Sach⸗ und Personen⸗ kenntniß und hiermit gebotener erhöhter Sicherheit der Auskunftsertheilung. Dadurch, daß die Vereine Creditreform nicht auf Gelderwerb gerichtete Privat— institute, sondern von der Geschäftswelt auf dem Wege der Selbsthilfe und Gegenseitigkeit geschaffene und unter der Kontrole aller Betheiligten stehende Vereinsocgane sind, unterscheiden sie sich in vor— theilhaftester Weise von jenen. Sie arbeiten deß⸗ halb billiger und haben vor denselben voraus: 1) Zentralisation des Auskunftswesens an den einzelnen Vereinssitzen und deren Umgegend, welche eine bessere Kontrolirung der angefragten Firmen ermöglicht im Vergleich zu den vielen Privatinstituten. 2) Be— nützung der Legitimationskarten, welche jährlich kostenfrei von den Vereinen für sämmtliche Reisen— den jedes Vereinsmitgliedes ausgestellt werden und zur unentgeltlichen Benützung des bei allen Ver— bandsvereinen vorhandenen Materials bei persön— ficher Anfrage seitens der Reisenden berechtigen. — Bei unserer Verbandsorganisation stehen jedem Mit— gliede eines Verbandsbereines, (z. B. unseres für den Landgerichtsbezirk Zweibrücken bestehenden Ver⸗ eins) die sämmtlichen Bureaux aller existirenden und gegründet werdenden Verbandsvereine ohn— Weiteres auch zu schriftlichen Erkundigungen zu Gebote. Unsere Mitglieder senden ihre Anfragezette! direkt an den Verein, wo der Angefragte wahnt, und erhalten Auskunft sofort direkt, was einen oft sehr kostbaren erheblichen Zeitgewinn zur Folge hat. Die Vereine geben auf sämmtliche Orte Deutschlands ohne Ausnahme Auskünfte (also nicht etwa nur auf Vereinssitze und deren nähere Umgehungen) und zum gleichen Preise jetzt für ganz Oesterreich Ungarn, ferner auch auf das sonstige Ausland. Ferner verweisen wir bezüglich der Thätigkeit der pfälzischen Vereine auf den Bericht der pfälzischen Handels- und Gewerbekammer pro 1883 und wollen nicht ermangeln, auch auf die eingehenden Besprechuugen über das Auskunftswesen in der vielgelesenen Berliner „Handels- und Gewerbezei- tung“ hinzuweisen. Insbesondere das darin er⸗ örterte Gebahren der Privatinstitute bietet viel In— teresse. Ihnen gegenüber zeichnen sich die Vereine Creditreform durch eine wohlthuende Einheitlichkeit ihres Tarifes aus und durch die Sicherheit, welche dem Einzelnen gegenüber dem Geschäftsführer durch die Vereinsvorstände geboten ist. — Der Verein Creditreform Zweibrücken hat kürzlich die 10. Liste saumiger Zahler an seine Mitglieder ver⸗ theilt. Wie es den Anschein hat, hat die Thätig— keit des Vereins bereits eine Besserung im Borg⸗ wesen herbeigeführt. Denn häufig kommen uns Aeußerungen lebhafter Befriedigung seitens solcher Mitglieder zu, die Eingänge verloren geglaubter Posten zu verzeichnen hatten, oder die vor Verlusten zgewarnt wurden, die sie durch Ausborgen an ge⸗— mahnte Leute ohne Kenntniß unserer Listen erlitten hätten. Manche Geschäftsleute haben sich überhaupt in letzter Zeit zu einem resoluten Nein gegenüber vielen Borgansprüchen entschlossen. Wir können nicht dringend genug rathen, darin fortzufahren, andererseits aber auch die Vortheile des Creditre⸗ formvereins zu benützen; denn dadurch kann das schädliche Borgunwesen bekämpft und so dem öffent⸗ lichen Interesse ein wesentlicher Dienst geleistet werden. — In Kusel, Konken und Etschberg sind in Folge Ausbruchs der Lungenseuche einige Stallungen geschlossen worden. — Es circulirt in dem Lauterthal das Ge— rücht, die bayerische Staatsregierung habe von der preußischen für den Bau und Betrieb der Eisenbahn von Lauterecken nach Staudernheim die Summe bon vier Millionen Mark verlangt, während die xreußische Staatsregierung nur 5300, 000 M. geboten jabe. Sollte sich dieses Gerücht bewahrheiten, so ann der Leser selbst das Facit ziehen, wann der Bau dieser Eisenbahn beginnen wird. — In Frankenthal ist heuer an Neujahr 'o viel gratulirt worden, daß der dortigen Post die Dreipfennigmarken ausgegangen sind. — In Göllheim schoß sich am Neujahrstag ein Handelsmann einen Finger ab und ein Schreiner erhielt einen Schuß in die Hand. —* Die Bevölkerung der Stadt Ludwigs— hafen a. Rh. ist im Jahre 1884 um 2448 töpfe gestiegen. — Der Landrath der Pfalz bewilligte .884 für das Jahr 1885 zu Erziehungs- und Bildungszwecken Mk. 868,659, 16, für Industrie and Kultur Mk. 93,542,50, für Wohlthätigkeit Mk. 323,785,54 und für Straßenbauzwecke 167, 200 Mark; insgesammt beziffern sich die Kreisausgaben auf Mk. 1,482,826, 11, wobei der Pfalz gegenüber den rechtsrheinischen bayerischen Kreisen die zweite Stelle einnimmt. Der Schuldenstand der Pfalz beläuft sich auf 8,269,870 Hek.; nebst Niederbayhern und Oberpfalz ist die Rheinpfalz hiebei am gering- ten betheiligt. Vermischtes. F Mühlhausen i. E., 4. Januar. Der „Expreß“ stellt die Nachricht einiger Zeitungen, es ei der vierte Theilnehmer an den Straßburger und Stuttgarter Mordthaten in der Person eines ge— wissen Marowski in Mülhausen entdeckt worden, dahin richtig, daß die Polizei von Mülhausen virklich eine geheimnißvolle Persönlichkeit verhaftet habe, die sich weigert, Auskunft über Namen, Be—⸗ ruf, den letzten Aufenthalt ꝛc. zu geben; es sei Brund zur Annahme vorhanden, daß diefes Indi— »iduum an den Attentaten von Straßburg und Stuttgart theilgenommen habe. Straßburg i. E., 4. Jan. Der Wirth Acker dahier hat auch das Neujahr angeschossen ind zwar mittels eines kugelgeladenen Revolvers. Er schoß in seinen Hofraum hinaus und traf einen zaselbst weilenden Gast, den Photographen Kißler, in lebensgefährlicher Weise. Wirth Acker wurde in der Nacht noch in Haft genommen. F Simbach Gahern), den 2. Januar. Dieser Tage hat sich in unserer Nähe ein blutiges Ren— dontre mit einem Wilderer zugetragen. Der Farst⸗ adjunkt von Ueberackern, Bezirkehauptmannschaft Braunau, traf in den Waldungen des Grafen Hoyos einen Wilderer. Auf Anrufen feuerte dieser sogleich nit großer Gewandtheit sein Gewehr auf den Forst⸗ idjunkten ab, verwundete denselben schwer an der Schulter und suchte dann die Flucht zu ergreifen. Aus kurzer Entfernung sandte ihm aber der Adjunkt chon im Fallen eine Kugel nach, die dem Wilderer die Brust durchborte. Beide blieben nicht weit zon einander hilflos liegen und wurden erst uach anger Zeit, halb verblutet aufgefunden. Die Ver— etzung des Forstadjunkten ist schwer, aber gerade nicht lebensgefährlich; der Wilderer wird aber wahr⸗ cheinlich seiner Wunde erliegen. F Aus Irrenzfelden bei Bogen wird olgender Unglücksfall berichtet, der wieder ein ekla⸗ antes Beispiel liefert für den grenzenlosen Leichtsinn, nit welchem — nicht etwa 12jahrige Buben Schieß⸗ waffen behandeln, denn das wäre ja am Ende nicht ehr verwunderlich, sondern — die Herren Eltern »ieser Jungen den letzteren die Schießwaffen zu⸗ zänglich machen: „Der 12jährige Häuslerssohn Hiendl in Irrenzfelden nahm die beiden Läufe eines ge⸗ adenen Doppelterzerols, das trotz wiederholten Ab⸗ drückens nicht losging, in den Mund, bemühte sich hjineinzublasen und hielt den unteren Theil, von velchem die Kapseln entfernt waren, an das Licht. Selbverständlich entzündete sich das Pulver und die beiden Ladungen fuhren dem unglucklichrn Znaben in den Bund. Das Gesicht wurde eut⸗ etzlich zerrissen. Nach Gstündigem Leiden gab er einen Geist auf. F Aus Freising, 31. Dezember, wird dem „Münchener Fremdenblatt“ geschrieben: Heute er⸗ ꝛignete sich hier ein schauerlicher Unglücksfall. Ein erkommener junger Mensch Namens Wilm ver— iiftete seine Mutter, seine Schwester und dann ich selbst. Der Mörder wurde bereits todt ge— unden; die neben ihm liegende Mutter und Schwester gaben noch Lehbenszeichen und wurden ofort von ihrer Wohnung ins nahe städtische krankenhaus gebracht. Beide tragen auch Verletz⸗ uingen an sich, sodaß man annimmt, es sei dem schauerlichen Drama ein heftiger Streit in der Familie vorausgegangen. Die Mutter galt als eine ordentliche Ftau, die nur mit ihrem Sohne zu gut war. Letzterer war bei einem Schuhmacher dahier im Geschäfte; er brauchte mehr, als er ver⸗ diente. Die Mutter konnte ihm nie genug Geld geben. F Der Lehrer Beer in Gleisthal, im enseitigen Bayern, ein noch junger Mann, war nuif die Jagd gegangen und wurde unweit des Irtes erschossen aufgefunden. Maag vermuthet, daß Wilderer, welchen er stark zu Leibe ging, ihn er— chossen haben. F Die Welt geht wieder einmal unter. Das „Regensburger Tageblatt“ bringt eine Uebersetzung der Prophezeihung des Nostra— damus, welche den Untergang der Welt zum Gegen— stande hat. Die Stelle lautet: „Wenn Georg Gott am Kreuz ausstreckt und Markus ihn dann aufer— weckt und Sankt Johannis ihn wird tragen, dann hat die Weltendstund geschlagen.“ Damit ist ge— sagt: Das Ende der Welt erfolgt, wenn der Char— freitag auf den 23. April, Ostern auf den 25. April und der Frohnleichnamstag auf den 24. Juni (Johannistag) fällt. Das ist nun 1886 thatsächlich der Fall. — F München, 83. Jan. Eine neue Art Rech— nungen einzukassiren, hat ein hiesiger Ge— chaftsmann erfunden. Derselbe hat mehrere sehr äumige Zahler. An diese stellte er nun quittirte Rechnungen aus und machte sie seinem ziemlich ahlreichen Dienstpersonale zum Neujahrspräsent. Die also Beschenkten werden nicht ermangeln, die Belder beizutreiben. f (EEin Frankfurter in Amerika.) Zu den Künstlern unter den Photographen New— Hors zählt Wilhelm Kurz, geboren in einem Bororte Frankfurts a. M., dessen Bildniß die New— Horker „World“ ihren Lesern unlängst darbrachte. Mit 14 Jahren erhielt W. Kurz Unterrichtsstunden im Städél'schen Institut, da er die Absicht hatte, Htaler zu werden. Als jedoch sein Vater starb, mußte er sich mit 15 Jahren einem Gewerbe zu— venden und trat bei einem Lithoraphen in Offen⸗ dach ein. Nach Leistung seiner Militärpflicht begab sich W. Kurz (1854) nach England, trat dort in die deutsche Legion für den Krimfeldzug und suchte nach Beendigung des Krieges, von England nach Amerita überzusiedeln, was das erste Mal durch inen Schiffbruch vereitelt wurde. Endlich nach stew-York gelangt, brachte er sich zunächst als Ge— zjilfe eines Photographen, dann als Miniaturmaler ort, und sah seine Einnahmen wachsen. Im Jahre 866 begann er, sich der Porzellanmalerei zu wid⸗ nen, und fing mit zwei Gehilfen an, die Photo— graphie immer noch als Hauptbeschäftigung treibend. Er brachte es im Laufe von 5 Jahren so weit, daß er heute 40 Gehilfen beschäftigt und eines der elegantesten photographischen Ateliers sein eigen nennt, während er immer noch dabei mit qroßem Beifall den Pinsel führt. fFRetterath, 4. Januar. Kürzlich ist die giesige Kirche erbrochenworden; sämmtiliche Schränke vurden geöffnet, ein silberner und ein vergoldeter delch, Paramente, der Opferstock vor der Weih—⸗ nachtskrippe und verschiedene andere Sachen gestohlen. Zum Glück blieb der Tabernakelschlüssel unentdeckt. F Deutz, 4. Januar. Der hiesigen Polizei st es gelungen, einer weitverzweigten Falschmün⸗ erbande auf die Spur zu kommen, die weit über ie Rheinprovinz hinaus ihr gefährliches Wesen reibt. Es wurde ein Frauenzimmer verhaftet, bei em eine Menge falschen Geldes vorgefunden wurde; inen Theil des Geldes hatte die Dirne in mehreren ßeschäften bereits anzubringen gewußt. Die wei— eren Angaben der Verhafteten wiesen auf eine zrößere Falschmünzerbande hin, von der bereits einige Mitglieder dingfest gemacht werden konnten. F Auch die beste Sache kann geschädigt werden, venn Uebertreibungen vorkommen. So meldet das Berl. Tagbl.: „Die Männer haben sich ausgetobt, und nun kommen die Weiber an die Reihe. Zwar agt ein altes Sprichwort: In ecclesia taceat mulier: „in kirchlichen Sachen haben die Frauen nicht mit⸗ ureden“, aber der Staat ist ja nicht die Kirche, und so kann denn Niemand der schöneren Hälfte der Sterblichen verwehren, auch ihrerseits zu zeigen, ‚was eine Harke ist“. Die Anregung dazu geht don Merseburg aus in Gestalt folgenden Inserats. 9— er tä ꝑ die Fliu 4 dae n r O 0 9 en Ex! — NAMA ge tz⸗ m er 3— das im „Merseburger Kreisblatt“ vom 30. Dezember uu lesen ist: Mehrere patriotische Damen haben be— chlossen: Sr. Durchlaucht dem Fürsten Bismarck ine Ergebenheits⸗Adresse, aus Anlaß des ihm von er Majorität des Reichsstags gewordenen Mißtrauens- otum, zu übersenden. Dieselbe liegt Domplatz 4 r gleichgesinnte Frauen und Jungfrauen zur interschrift — bis 1. Januar abends — aus.“ da den Damen gegenüber Opposition auch in olitischen Dingen aus Höflichkeit nicht gestattet it, soölägt das Tagbl. als Rettung der Manchester—⸗ arteien ein Aufgebot ihrer ganzen unverehelichten NRannschaft vor, mit der öffentlichen Erklärung, daß iese entschlossen ist, nur an solche patriolischen zungfrauen ihr Herz zu verlieren, welche sich nicht n Politik mischen. Dann blieben die Mütter schon von selber zu Hause. F In Berlin hat sich ein neuer Fechtverein jebildet, der im Gegensatz zu den Fechtschulen in Nagdeburg und Lahe für ausschließlich katholische Waisenhäuser sammeln will. F In Berlin gibt es 564 Straßen, 22 Gassen, 1 Alleen, 58 Plätze, 7 Märkte und 48 Brücken. die Zahl der Wohnungen im Miethpreise bis 450 Nk. ging von 3511 Proz. im Jahre 1869 auf 26,50 zroz. im Jahre 1883 herunter, während die Woh⸗ sungen im Preise über 4500 Mk., von 10,03 auf 30,04 stiegen. Seit 1878 find die leerstehenden Vohnungen in beständiger Abnahme begriffen. Im zjahre 1883 betrug deren Zahl 11 710, im Jahre 884 nur noch 9260. Es sind im Jahre 1884 iber 400 neue Häuser gebaut worden. Die Zwangs- ersteigerungen haben im Prozentsatz der vorhandenen Bebäude von O,ss auf O,ss abgenommen. Gewiß ein sehr günstiges allgemeines Bild von den wirth— chaftlichen Verhältnissen der Reichshauptstadt. fFZeitungswesen. Interessant ist ein Vergleich der großen deutschen Städte hinsichtlich der Anzahl der von jeder einzelnen jährlich ver⸗ andten Zeitungsnummern. Gemäß den Erhebungen es statistischen Amtes versandten nämlich im Jahre 883 durch die Post: Berlin . .. 84,780,885 Zeitungsnummern Köln..22,044,066 Frankfurt a. M. 21,243,915 Breslau. 20,525,604 Leipzig. .. 15344,766 F Vürde man zu der auffallend schwachen Ziffer von deipzigs Postbeförderung jene der Beförderung auf »em Buchhändlerwege hinzurechnen, so würde Leipzig den zweiten Platz und Köln die dritte Stelle ein nehmen. F. Wien, 4. Jan. Das nächste allgemeine )eutsche Sängerbundesfest soll in Wien abgehalten verden. x In dem ungarischen Dorfe Nagy aros zi, nächst Gran wurden bei der Wahl des Ortsrichters echs Menschen erschlagen. Aus Gran wurde Militär hingeschickt. F Madrid, 5. Jan. Nach amtlicher Fest⸗ tellung sind durch das Erdbeben in Alhama 1300 däuser zerstört, 302 Personen getödtei und 280 derwundet. Madrid, 5. Januar. Nach amllicher Feststellung wurden durch die jüngsten Erdbeben in Alhama 1300 Häuser zerstört und 302 Personen Jetödtet, sowie 280 verwundet. fFLondon, 2. Jan. Ein außerordentlicher Vorfall ereignete sich am Mittwoch in Chiswick. rin junges Dienstmädchen, Namens Ratson, erhielt von ihrer Herrin, die im Begriffe stand, auszugehen, ewisse die Häuslichkeit betreffende Weisungen, die hm nicht gefallen zu haben scheinen. Gleich nach »em Ausgange der Hausfrau kleidete Ratson die eiden Kinder derselben, zwei kleine Mädchen, an, ind hieß sie vor dem Hause warten. Alsdann erstörte sie in der Wohnung eine Masse Gegen— lände, die nicht niet · und nagelfest waren. Küchen⸗ Utensilien, Gemälde u. s. w., führte die beiden dinder nach der nahen Themfe, warf beide in den Fluß, und stürzte sich dann selbst hinein. Glück icherweise waren Bootsleute in der Nähe, die, durch jas Angstgeschrei der Kinder herbeigelockt, alle drei n nahezu leblosem Zustande wiederum ans Ufer rachten. Die Kinder erholten sich bald, aber das dienstmädchen konnte erst nach vierstündiger Bewußt⸗ osigkeit wieder zu sich gebracht werden. f London, 3. Jan. Gestern Abend um 6 Uhr fand auf der unterirdischen Eisenbahn zwischen en Stationen Gower⸗Street und Kingscroß eine ẽerplosion statt. Die Eisenbahnbeamten behaupten, sieselhe sei durch Dynamit verürsacht. Die Fespsser. e 19 r 2 4 9 cheiben der Eisenbahnwagen wurden zectrümmert, das Gas erlosch und in die Mauer des Tun— nels wurde ein Loch von 2 Fuß im Quadrat gzerissen. Die Explosion war so heftig, daß die in der Nähe liegenden Gebaude erschüttert wurden. Drei Personen sind leicht verletzt. F Ein fürchterliches Ungläck ereignete sich in den Dorothea-Schieferbrücken in Nanttle unweit Carnarnon (Wales). Während acht Mann )es Nachtarbeiterpersonals in dem 200 Meter tiefen Bruche beschäftigt waren, fiel von einer Höhe von 00 Metern eine enorme Felsenmasse herab, wodurch ieben Arbeiter auf der Stelle getödtet wurden; der ichte entkam mit schweren Verletzungen. Der Felsen— utsch wurde, wie geglaubt wird, durch das einge« retene Thauwetter verursacht. Der Bankerott des Expräsidenten General Hrant bildet, nachdem er nunmehr offenkundige Thatsache geworden, das Tagesgespräch von New— hork. Vanderbilt, der große Eisenbahnkönig, ennt in Geldsachen auch dem einst so gefeierten Feldherrn gegenüber keine Schonung; er hat auf zahlung jener 150,000 Dollars bestanden, welche ßrant von ihm für das Geschäft seines Sohnes, urz vor dessen Bankerott geborgt hat, und Grant sat alles hingeben müssen, was er besißgt, um dem Hläubiger gerecht zu werden. Sogar die persön⸗ ichen Effekten des Exprasidenten hat Vanderbilt mit Zeschlag belegt und am 3. Januar kommen sie inter den Hammer, wenn die Schuld nicht auf indere Weise beglichen wird. Seine Schwerter, eine Andenken, seine Geschenke, alles hat Grant erloren. Die Häuser und Farmen in Philadelphia, St. Louis und anderen Orten sollen später an die steihe kommen. Der General hat mit dem „Cen ury Magazine“ ein Abkommen getroffen und wird ür dasselbe Artikel schreiben, die er freilich so an— tändig bezahlt bekommen wird, daß er recht ge— nächlich zu leben vermag. Außerdem haäben seine Freunde, General Shermann, Cyrus Field, Hamil⸗ on Fish und andere bereits die einleitenden Schritte jsethan, um Vanderbilt, der sich, wie es heißt, mit sjunderttausend Dollars begnügen will, abzufinden ind dann Grants Besitzthum zu kaufen und für hu verwäalten zu lassen. Einamüsantes Geschichtchen er— ählt das „D. M.Bl.“ Da kam vor einiger Zeit n der Residenz eines Herzogthums eine fremde Sängerin an, um dort lebende entfernte Verwandte u besuchen. Der Regent hörte davon, daß die erühmte * in seiner Kapitale weile, und er beeilte ich, ihr durch den Hofmarschall wegen eines be— orstehenden Hofkonzerts einen Wink geben zu lassen. Ddie Säugerin ließ sich bereit finden, sie sagte ihre Nitwirkung zu und sprach gleichzeitig aus, daß sie ein Honorar dafür beanspruche. Das Konzert fand 'att, auch der Bürgermeister der Residenz, der erade sein 30jähriges Amtsjabiläum feierte, war azu befohlen worden — als Zuhörer natürlich. endlich wurde die fremde Sängerin, die Alles ent⸗ ückt hatte, in Gnaden entlassen. — Am nächsten Tage wurde sie durch das Erscheinen eines Hof—⸗ ediensteten überrascht, der ein Packet gegen Quitt- ing abzugeben hatte. Die Sängerin öffnete mit ingeduldiger Neugier das Päckchen und fand zu hrer nicht zu beschreibenden Ueberraschung: eine joldene Schnupftabacksdose. — Nicht minder er— taunt dürfte der würdige Bürgermeister der Resi⸗ »enz gewesen sein, der fast zu gleicher Zeit ein mit sauten besetztes Armband aus den Händen des akais empfing. Natürlich wagte keines der beiden Ipfer der Vetwechselung sich gegen sein unpassen⸗ es Geschenk aufzulehnen. Der Bürgermeister stellte ein Armband in den Silberschrein und die Sängerin og mit ihrer Schnupftabacksdose ab. Man hat hr den schlechten Trost gegeben, daß sie damit hren Bräutigam beglücken möge, — der aber atürlich auch nicht schnupft. — — — — ———————— Sterbefälle. Gestorben: in Dürkheim Jean Heußer, Guts— zesitzer, 63 J. a.; in Bergzabern Gustav Blum, 39 J. a.; in Kaiserslautern Valentin Heß, 32 J. a., ehemaliger Sergeant im 8. Inf.Reg.; in höcklingen Katharina, T. v. Fr. Jakob Müller; n Rohrbach bei Landau Christien Weber. 63 Jahre alt. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demek. Einige Worte ũüber Nachahmungen. Die zahlreichen Prozesse, welche alljährlich die Ge— richte wegen Nachahmung eingetragener Schutzmarken, oder wegen anderweitiger Täuschung des kaufenden Publikums heschäftigen, veweisen, wie vorsichtig man in vielen Fällen »eim Ankauf einer bestimmten Waare sein muß. Von olchen Fälschern wird fast jede Branche heimgesucht und Jat sich irgend ein Produkt durch besondere Eigenschaften die Gunst des Publikums erworben, so kann man sicher ein, daß über kurz oder lang eine Reihe von Nachahmun— jen auftreten, welche mit dem ächten Produkte häufig, aber aichts weiter, als den Namen resp. die „Bezeichnung“ ge⸗ nein haben. Daß solche Nachahmungen billiger sein können, als das Original, wird jeder Einsichtige begreifen, nicht ninder, daß das für einen nachgeahmten Gegenstand be— jahlte Geld, und mag es noch so wenig sein, hinausge⸗ vorfen ist, wenn die Nachahmung, wie es in ver Regel der Fall, die Eigenschaften des üchten Artikels nicht besitzt. Unter andern sind es auch die allerwärts bekannten ind wegen ihren vorzüglichen Eigenschaften, sowohl bei den Autoritäten der Medizin, wie beim Publikum gegen Leibes⸗ »erstopfung verbunden mit Kopfschmerzen, Herzklopfen, Ithemnoth, Schwindelanfälle, Appetitlosigkeit ete. so sehr elie bten Apotheker Rich. Brandt'schen Schweizerpillen, velche mehrfach, selbst unter Usurpation seines Namens, nachzuahmen versucht wurden. In einer Reihe von Pro⸗ essen, welche gegen die Fälscher bei den Gerichten anhängig emacht wurden, sind obsiegende Erkenntnisse erzieli worden, illein selbst die Verurtheilung in, zum Theil recht empfind⸗ liche, Strafen vermochte doch nichi zu verhindern, daß wieder neue Fälscher und Nachahmer auftauchen. — Es kann da— her das Publikum nicht dringend genug darauf aufmerk⸗ am gemacht werden, beim Ankaufe von ächten „Apotheker Rich. Brandt'schen Schweizerpillen““ ja darauf zu achten, zaß dieselben in Metallschächtelchen verpackt sind, welche als Ftiquette ein weißes Kreuz in rothem Grunde und den Ramenszug R. Brandt's tragen müssen und nur zu M. 1 ver Schaͤchtel verkauft werden. Alle nicht so genau uussehende Schachteln find nicht die ächten, daher zurückzuweisen und man wird jedem dank⸗ bar sein, welcher Nachahmer behufs gerichtlicher Verfolgung dem Fabhrikanten der Schweizerpillen, Apotheker R.VBrandt in Zürich, zur Anzeige bringi. Soeben erschien Nr. 1 der neuen Musik-Zeitung Verlag von P. J. Tonger, Koöln; Preis pro Quartal 80 Pfg.) Mit dieser Nummer beginnt das Blatt seinen 6. Jahrgang; wie sehr dasselbe bestrebt ist dem Leser nur das Beste zu bieten be— weist vorliegende Nummer, welche außer den be—⸗ kannten reichhaltigen Concert und Theaterberichten, Mittheilungen aus dem Künstlerleben ꝛc. folgende besonders hervorzuhebende Artikel bringi: Die Portraits- und Biographien von Desires Artot, Thristine Nilsson, Adelina Patti und Zelia Trebelli. Zum neuen Jahre! Gedicht von Franz Siking. Der blonde Dickkopf, Erinnerung an Joͤs. Haydn don Dr. B. Stavenow. Mendelssohn in Leipzig. Musikalische Humoresken aus Beethovens Leben von A. Morsch. Als Gratisbeilage: C. Bohm „Salon⸗Mazurka“ für Klavier. Wir machen unsere Leser ganz besonders auf dieses gediegene Familienblatt aufmerksam. Probe Nummern gibt jede Buch⸗ und Musikalien Handlung gratis ab Nr. 118 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus“ enthält: Zum neuen Jahr. — Allzu wirthschaftlich! — Einheizen. — Wirthschafts- und Hausregeln fuͤr eden Monat des Jahres. — Das Abhellen und Abziehen des Weines. — Schlittschuhlaufen. — Der Hausgarten im Januar. — Die Cholera. — dauswirthschaftlicher Kalender für Januar. — dassirerin. — Photogrammatapicia. — NKinder⸗ pistolen — Kinder-Glaube. — Frostballen. — Zitherspiel, — Gestrikte Reisedecken. — Fünf⸗Uhr⸗ Thees und frühes Abendbrot. — Wirkung des dampfers auf Blumen. — Zimmerpflanzen. — Hühnerzucht. — Rollschutzwände. — Papierschüsseln. — Photographien zu reinigen. — Bunte Kleider chwarz zu färben. — Thee-Bowle. — Wildenten mit gedämpftem Savoyer Kohl. — Weincrême. — Plumpudding. — Echt englischer Plumpudding. — Reiskersuppe. — Küchenzettel. — Silbenräthsel. — Fernsprecher. — Echo. — Anzeigen. — Probe⸗ nummer gratis in allen Buchhandlungen und der Geschaftsstelle „Fürs Haus“ in Dresden· N. — Preis vierteljährlich ! Mark. — Notariell beglau⸗ bigte Auflage 70,000. — Wochenspruch: Schließ das Aug' und harre still, Was der Herr Dir senden will. Viel gewinnt — wer wenig heischt, Viel gehofft — ist viel getäuscht, Viel gestrebt — ist viel gestritien, Hiel geliebt — ist viel gelitten. — Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disquéẽ & Cie, Mannheim empfiehlt ihre so beliebt gewordenen Elevphauten—⸗ —8 4 Raffee's gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschriftu. neu verbesserter Brennart. Große Ersparnißsz. Kräftig u. fein im Geschmack. In Packeten mit Schutzmarke „Elephant“ versehen von 1 und 13 Pfd. — Preis per Pfund: f. Java Mischung 1.20, f. West⸗ indisch M. 1.40, f. Menado M. 1. 60, f Bourbon M. 1.80, extra fein Mocca M. 2.-. Niederlage in St. Jugbert bei Frau Anna Treitz. Ein fleißiger Schreinergeselle findet sofort lohnende Stelle bei Vet. Blauth, Schreiner in Dudweiler. Fast verschenkt. — — — — Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Britania— filber-Fabrik übernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah— — mun; der Lokalitäten 1um 753 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, A daher also: Fast verschenkt. Für nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs— mark) also kaum die Hälfte des Werthes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht- und effektvolles Britaniafilber-Speis⸗service, welches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist S und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stüch Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. 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Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un— serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeichränknng hier nicht ver— zffentlichen können, und liegen' selbe zur gefl. Einsicht in unserem Depotauf. Todes⸗Anzeige. Freunden, B.kannten, und Verwandten die belrübende Nach⸗ richt, daß unser vielgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen —X X Josephine Hilpl. 82/3 Jahre alt, heute morgen um 5 Uhr, nach kurzem Kranksein, sanft in dem Herrn entschlafen ist. St. Ingbert, den 6. Januar 1885. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittägs um 3 Uhr statt. desinitiv am ruur AISS —wra⸗ Wohlthätigleitslotterie Ziehung für bedürftige Frauen ünd Mädchen. IO, 200 GeIdge mit MIALI 75. OO0OO baar seld ohne jeden Abzug. iehumg ohne Verschub — —WAA 5wn“fszi ruha32S222 5. Februar 1885. Seneral⸗Agent. A. u. B. Schuler, München. Loose hier vorräthig boi: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud— wigshafen a. Rh. — — Einladung zur Bestellung F auf das 5 — Pfälzische Museum, Monatsschrift für heimathliche Literatur und Kunst, Geschichte und Volkskunde, herausgegeben und verlegt vom Verein pfätzischer Schriftsteller und Künstler, für das Jahr 1885. Das mit Beginn des Jahres 1881 ins Leben getretene „Pfälzische Museum“ ha sich während der ersten Zeit seines Daseins eine Reihe von Freunden erworben. Doch um in vollem Maße das Versprechen zu erfüllen, das es bei seinem Erscheinen gegeben: „Der Boden zu werden, wo pfälzisches Dichten und Denken, pfälzisches Forschen und Sinnen ge— zrüft niedergelegt und dem Andenken unseres Volkes überliefert werden soll“ muß das Museum trachten, den Kreis seiner Leser mehr und mehr zu erweitern. Darum laden wit Alle, die Interesse haden für das schöngeistige Leben der Pfalz, hiermit freundlichst ein zur Bestellung auf das Pfälzische Museum, dessen erste Nummer im'2. Jahre am 15. Januͤar aächsthin erscheint. Zugleich empfehlen wir das Blatt als sehr geeignet für Anzeigen, dic hdestimmt sind füͤr die literarische und künstlerische Welt im Mittelrheinlande Bestellungen auf das Pfälzische Museum werden von sämmtlichen Posistellen unt der Expedition des Pfälzischen Museums (Aktiendruckerei Neu stadt) sowie den Buchhand lungen entgegengenommen. Wir bitten, dieselben unverzüglich erfolgen zu lassen, damit wir die Auflage der Januarnummer bemessen können. Das zfälzische Museum kostet vierteljährlich 1Mk. Anzeigen, die 4gespalten Zeile oder deren Raum 10 Pfg. Neustadt, im Dezember 1884. Verlag und Redaklion des Pfälzischen Museums. HDie roloh ilaetrirten „Numorlatlssonen Blattor·· ngex ato nehmen enmntlieno Annoncen- arscheinen Jeden Sonnabend Aponnementasprete Fxpeditsonen entgegen, z0owie die INMarkipro quartal. Pro Pinzelnummer 10 Pfennig. FEBaæpeodi tion der Humoristischen Btton Abonnemé!nts nirmt jede Buchhandlung Berlin ßV. Linmeratrasse sowie in Hhorlin joder Zestungüspeditéeur entgegen. / Preis pro viergespaltens Petitzeils 60 Pfonniq. ie EumMoriatisohen Bläatter“ haben aeit iIhrem Prachesnen in gana Dentsobland und, weit über dossen Grenzen binaus ungetheilten Beitail gefunden und“ werden clet be- atręben, dieas Gunst aich steta u erhalten. —⏑ανο werden untor zũnstlgen Bedingungen nooh Aberall angortollt und vollen oh me en bei der Expedition der, Aumoristische Blätter“ Borlin SW., Ierstraase 40O/ ALl. — Druck und Mixtans vgn — 3 usten das Beste! —8 22. 25 72 von F ˖ Graef in Aichach. 25 Packet zu 20 Pf. stets frisch bei 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheinische drauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- kastel bei Apothecker Diedenhofer. Soccsiched —E CACAOPULVER —X — J —EI — Zu haben bei Herren Jean Peters, J. Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Cart Pauly, Wwe. Fonnet, Blies⸗ astel. — — — * * * esorgt und trauri— ¶ blictt mancher Krame in J die Zukunft, weil er bislang alles erfolglos gebrauchte. Allen, beson⸗ ders aber derart Leiden⸗ den sei hiermit die Durch⸗ sicht des kleinen Buches „Der Krankenfreund“ dringend empfohlen, denn sie finden darin hinreichende Beweise dafür, daß auch Schwerkranke bei Anwendung der richtigen Mittel Heilung 7* Leidens oder wenigstens große Lin⸗ derung desselben gefunden haben. Die Zusendung des Krankenfreund“ erfolgt auf Wunsch durch Richters Verlags⸗Anstalt in Leipzig kostenlos VVι. Prämiirt auf der Hamburg-Altonaer inter- vationalen Ausstellung 1869 mit der grossen silbernen Aedaille.) Revolver in allen Systemen u. Größen, n Lefaucheur, Centralfeuer u. Randfeuer, letztere auch echt amerikanisch), Jagdge⸗ wehre in Perkussion, Lefauchex und Central) euer, (Lancaster) Büchsflinten, Pursch⸗ büchsen, Entenflinten. 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Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Beontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1I M. 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L 75 , einschließte 10 ⸗ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaliene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 A, Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — — — — M 6. 20. Jahrg. — Donnerstag, 8. Januar 1885. — B st sl Nachbarstaaten von glücklichem Erfolge begleitet e e ungen waren. In der Bürgschaft des äußeren Friedens auf den a zugleich 53 gpe segenssreichen Ent— * wickelung innerer Verhältnisse. X Ingberter Anzeiger — 6. Januar. Die „Nordd. Allgem. Zeitung“ schreibt: Die Nachrichten über die Er— verbungen Lüderitz' an der Lucia Bay entbehren zisher jeder Bestätigung durch die amtlichen Berichte. Zur Giltigkeit einer solchen Erwerbung und zur lebertragung der Hoheitsrechte würde ein Vertrag nit den eingeborenen Häuptlingen nicht genügen, in solcher würde die Zustimmung der Boeren⸗ Kepublik bedürfen, welche das Protektorat über das Zululand ausübt. Außerdem wäre das Verhältniß )es letzteren zu England in Rechnung zu ziehen, velches sich das Bestätigungsrecht für die von der Republik abzuschließenden Verträge vorbehalten hat. Berlin, 7. Januar. Der Bundesrath be—⸗ chloß, dem Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Artikels 32 der Reichsverfassung (Diäten), seine Zustimmung nicht zu ertheilen, dagegen dem Gesetz— entwurfe, betreffend die Abänderung des Gesetzes iber die Krankenversicherung der Arbeiter, zuzu— timmen. Die Eingaben wegen Erhöhung der Ein— gangszölle für landwirthschaftliche Erzeugnisse wurden zur Kenntniß genommen. — Der Kaiser conferirte heute Nachmittag mit dem Fürsten Bismarck. Ausland. Paris, 6. Januar. Wie es heißt, ist der Wechsel im Marineministerium verschoben. Das „Evenement“ bringt einen Bericht über eine Unter⸗ cedung mit Campenon, worin derselbe direkt erklärt, er habe demissionirt, weil er ein entschiedener Gegner der gesammten äußeren Politik Ferry's sei, der sich durch Deutschland dupiren lasse. Paris, 6. Januar. In Folge des Gefechts oͤstlich von Chu kehrten etwa 12,000 Manu Chi— nesen zurück, um die Offenfive zu ergreifen. General Regrier durchbrach ihre durch Forts vertheidigten Positionen. Die Chinesen wurden vollständig zu— rückgeworfen, verließen nach heftigem Widerstande hre sämmtlichen Stellungen und ließen 2 Batterien, ßewehre, Munitionsvorräthe, Lebensmittel und den zanzen Wagenpark zurück. Der Verlust der Chinesen zeträgt 600 Tode und zahlreiche Verwundete. Die Franzosen hatten in beiden Gefechten drei Offiziere eicht vertwundet, 19 Todte und 65 verwundete Mannschaften. Paris, 6. Januar. Eine Depesche Briere's zestätigt den bereits gemeldeten Sieg Negrier's. — Den Abendblättern zufolge legte der neue Kriegs— ninister General Lewal dem Ministerrathe einen Plan für die Organisation des Erpeditionskorps für Tongking vor, wonach nächste Woche 6000 Mann Verstärkungen von Algier abgehen. Eine ‚weite Sendung von 6000 Mann soll im Februar abgehen, um die Operationen vor Eintritt der Regenzeit zu beendigen. Negrier hofft bei der Ver— folgung der Chinesen Langson Ende der Woche zu ;rreichen. mwächters Stief wurde der pens. Bergmann Mathias als Nachtwächter gewählt. [*] Schnappach, 8. Januar. Gestern um die Mittagszeit verunglückte in der Grube zu Al— tenwald ein Bergmann durch herabstürzende Fels⸗ massen. Derselbe war sofort todt. Er hinterläßt eine Frau und mehrere noch kleine Kinder. th. Von der Blies, 6. Januar. Die freiwillige Kranken- und Sterbekasse zu Breitfurt sielt dieser Tage Rechnungsabschluß. Die Jahres⸗ einnahme betrug 177,04 Mk. und die Ausgabe 28,08 Mk. Mithin wurde eine reine Einnahme von 158,96 Mtk. erübrigt. Außer diesen sind noch an Ausständen zu erheben 9,80 Mk., welche zur Erhebung auf 1885 übergehen. Bei der vorge— nommenen Neuwahl des Ausschusses wurde der leitende Vorstand zum elften Male wiedergewählt. Auch der alte Rechner blieb, ebenso wurden der vorjährige Mitvorstand und die bisherigen Beisitzer mit Stimmenmehrheit wiedergewählt. Das aus Aeckern (6000 M.), Wiesen 10,000 M.), ein wenig Wald und Gebäuden 416,800 M.), bestehende Vermögen der Stadt Zweibrücken beziffert sich in Summa auf 434,800 Mark; die städtischen Schulden betragen 292,628 Mark. An Gesammtsteuer wurden pro 1884 er⸗ joben 109,761 Mk. Die stadtische Umlage beträgt auch für 1885 wieder 75 Prozent. — Der Stadtrath von Kaiserslautern, welcher in Folge der vielen Ablehnungen aus nur 22 Mitgliedern besteht (statt aus 27), während gar keine Ersaßzmänner mehr vorhanden sind, beantragt beim k. Bezirlsamte die schleunige Anordnung einer Ergänzungswahl. — Vor der Strafkammer Kaiserslautern stand am Dienstag Martin Fisch, Oekonom vom Hollidahof bei Dreisen, der Unterschlagung von 1200 Mark angeklagt, die ihm s. Z. aus Amerika für die pfälz. Wasserbeschädigten zugegangen waren. Die k. Staatsanwaltschaft beantragte 512 Monat Befängniß und Aberkennung der Ehrenrechte auf 3 Jahre. Das Urtheil wird am Freitag verkündet. — In Pirmasens ist ein partlieller Strike der Nachtwächter ausgebrochen. Der Stadtrath hatte das Gesuch derselben um Gehaltserhöhung abgelehnt, worauf zwei Nachtwächter die Arbeit eingestellt haben. — Im Schloßgraben beiLambsheim wurde unterm Eis ein beinahe 5 Pfund schwerer Hecht, in dessen Magen sich ein Portemonnaie mit gelbem Bügel und 64 Pf. Inhalt vorfanden, gefangen. — In Friesenheim stürzte der Ackerer L. Taglieber so unglückliich von seiner Scheuer, daß er an den erlittenen schweren Verletzungen starb. — In Speyer feiert heute der Privatmann Johann Becker mit seiner Frau das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Er zählt 79, sie zählt 76 Jahre. mit iIIuStriæteà SOoOnnt aes PIatt werden noch fortwährend angenommen, hier von der Expedition oder den Trägern, aus— wärts von den Königl. Postanstalten und Postboten. In serate finden im „St. Ingberter Anzeiger“, der in Stadt und Kanton St Ingbert das gelesenste Blatt ist, erfolgreiche Verbreitung. Die 4gespaltene Zeile kostet für die Pfalz 10 Pf, für außerpfälzische 15 Pf. Ergebenst Redaktion und Expedition des „St. Ingberter Injeiger“. Die Neujahrs-Ansprache des deutschen Kaisers an die Generale soll ungefähr wie folgt zelautet haben: „Meine Herren, wir sind im tiefsten Frieden, und ich zweifle nicht, daß uns der— selbe auch im neuen Jahre erhalten bleibe. Sollte es nicht geschehen, so weiß ich, daß ich auf Sie zählen kann.“ Beim Empfange der Botschafter soll keine politisch erhebliche Neußerung gefallen sein. Eine Anzahl hochangesehener Mäuner der Pfalz, Rheinhessens und der Saargegend, darunter die Herren Reichstagsabg. Brünings, Dr. Buhl, Dr. Bürklin, Dr. Groß, Krämer, Dr. Marquardsen, haben einen Aufruf zur Sammlung erlassen, deren Ergebniß dem Reichskanzler an seinem 70. Ge— burtstage als nationales Ehrengeschenk überreicht werden soll. Den „Hamb. Nachr.“ wird von Berlin mit— getheilt, daß dem Reichstage die Holzzollvor— age wiederum zugehen wird. Dem Reichstage ist die Vorlage über die Aus— seynung der Unfallversicherung auf die and⸗ und forstwirthschaftlichen ÄArbeiter zugegangen. In der Kommissionssitzung der Congo⸗-Kon— erenz vom Montag wurde der Deklakationsent— vurf betreffend den Sklavenhandel festgestellt. In )emselben verpflichten sich die Mächie, welche im Tongobecken Hoheitsrechte oder einen Einfluß aus— iben, dort weder einen Sklavenhandel, noch eine Durchfuhr von Sklaven, gleichviel welcher Rasse, zu dulden. Deutiches Reich. Mürnchen, 7. Januar. Die Nachricht von einer Verstaatlichung der Pfälzischen Bahnen ist durchaus unbegründet. Berlin, 6. Januar. In dem Dankschreiben des Kaisers an den Magistrat auf dessen Neujahrs— dlückwunsch heißt es: Das gereicht mir zur beson⸗ deren Freude, daß meine Bemühungen und Be— festigung des Friedens durch die persönliche Begeg— tung mit den Herrschern unserer beiden großen Vermischtes. F Saargemünd, 6. Januar. Zwei Unter— offiziere vom 5. bayer. Chevaurlegersregiment sind »om Militärbezirksgericht zu Würzburg zu je zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden, weil sie am 19. Okt. v. J. Nachts auf der Straße in Saargemünd Passanten mit gezogenen Säbeln an— fielen und einen Mann erheblich verletzten. FIn Mülhausen hat die Polizei eine „geheimnißvolle“ Persönlichkeit verhaflet, welche keine Auskunft über sich geben will; es soll Grund vorhanden sein, dieselbe für einen Theilnehmer der Lakale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 8. Januar. Unter dem Vorsitze des 1. Adjunkten, Herrn Heinrich, fand im Dienstag Nachmittag die erste Sitzung des neuen Stadtrathes statt. Nach Beeidigung der inzelnen Mitglieder wurde zunächst die Bildung yer verschiedenen Kommissionen vorgenommen. Ferner vurde u. A. noch die Fortsetzung des Trottoirs n der Josephs- und Kohlenstraße beschlossen. An Ztelle des von hier weggezogenen früheren Nacht anarchistischen Attentate von Straßburg und Stutt⸗ gart zu halten. F Die glücklichen Gewinner des 2. Haupitreffers der Giesinger Lotterie sind 3 Arbeiterinnen und 1 Urbeiter in Nu0rnberg. F Ein Student der Berliner Universität, Richard Holzapfel, zweiter Vorsitzender des Vereins »eutscher Studenten, wurde im Pistolenduell er⸗ chossen. Die Forderung wird auf politische Gründe uurückgeführt; der Gegner Holzapfel's. stud. phil A. Oehlke, ist Vorsitzender der freien wissenschaft: lichen Vereinigung. F Wegen Verbreitung falscher Fünf- und Ein⸗ narkstücke, welche vorzüglich nachgeahmt sind, sind in Berlin am Sonntag drei Personen festge— nommen und zur Haft gebracht worden. F Madrid, 6. Januar. Montag Abend purde in Malaga eine leichte Erderschütterung ge— pürt, in Granada fand dagegen ein starker Erdstoß statt. wobei das Präfekturgebäude beschädiat wurde. Ebenso wurden in Motril und Loja Erderschütter— ungen wahrgenommen. F (Ein Eisenbahnunfall in Süd— amerika.) Der „Times“ wird unterm 5. d8s. aus Buenos-Ayres gemeldet, daß auf der Südbahn ein Eisenbahnunfall stattgefunden haben, wobei 20 Personen getödtet wurden. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme tz. 444 3. ib, Bergmann; 4. —XIDDDD nια. rina Heib, ledig, gewerblos; die letz⸗ Das Büreau des Unterzeichneten ist vom 1. ds. Mts. in di— tere noch minderjährig, vertreten durch Rischbach bei St. Ingbert verlegt. Dortselbst werden von jetzt ab obigen Jacob Heib, als Haupte (an den Wochentagen) auch die an die Knappschaftskasse geschuideten vormund und Jacob Luch v im ehemaligen Krankenhause erhoben. als Nebenvormund; Alle in Hasel vohnhaft Der Hauptknappschafsrechner: St. Ingbert, den 7. Januar 1885 EC. Zimmermann. KRemmer, — — — nRoio.. Bekanntmachung. A Hiemit ersuchen wir die Bewohner hiesiger Stadt, ihre Kinder u Agenten Aun von unserem Eisweiher entfernt zu halten. Das Betreten des Dammes, gesucht allerorts zum Verkauf vor sowie das Bewerfen der Eisfläche mit Steinen und dergleichen lassen —— —3 pu unnachsichtlich bestrafen. Der Weiher ist stellenweise sehr tief. 8 ——— J— ⸗ — —2 weßhalb wir Jeder mann vor dem Betreten der Eisfläche warnen * * St. Ingbert, den 8. Januar 1885. —— BRecler. — — —ñ Montag, den 26. Januar 18885, Nachmittags 23 Uhr, zu Hasel in der Wirthschaft von Johann Keßler, verden durch den gerichtlich hiezu be— auftragten, unterzeichneten kgl. Notar der Abtheilung wegen auf Eigenthum zersteigert. Steuergemeinde Hasel: Plan Nr. 489, (26 Dez.) 9 a 90 qm Acker in den Stangen; Plan Nr. 467, (22 Dez.) 7 4 s0 qm Acker auf der Heide, II. Ahnung; Plian Nr. 5803, (20 Dez.) 6 à 80 qm Acker am Kahlenberg, IV. Ahnung; Aus Plan Nr. 738 und 736 (d Dez.) 12 70 qm Fläche, worauf ein Wohnhaus, Stall, Hofraum und sonstige Zubehörden, dann aus Plan Nr. 78 — viel ˖ leicht auch 74 — ebensoviel Garten am Heidenberg, und aus Plan Nr. 460, vielleicht auch 464, (20 Dez.) 6 a 80 qm Acker auf der Heide. Die linke Hälfte neben Andreaz Luck Wittwe, so wie diese Hälfte im Hause durch eine Mauer, im übrigen Raume durch einen Pfad abgetheilt ist. Eigenthümer sind: Die Kinder und Erben der zu Hasel wohnhaft gewefe- Fen und verstorbenen Eheleute Jacob deib, im Leben Bergmann, und Magdalena Luck, als 1. Jacob hHeib, Bergmarn; 2. Elisabethb Heib, edige Dienstmagd, zur Zeit in Dud⸗ veiler in Rheinpreußen im Dienste: Ein fleißiger — * Schreinergeselle indet sofort lohnende Stelle bei Pet. Blauth, Schreiner in Dudmeilser Die glücklichen Gewinner der Spessart⸗Lotterie und Giesinger⸗Lotterie mögen nicht versäumen, mit einem Theil Ihrer Gewinngelder sich zu Gunsten bedürftiger Frauen und Mädchen Ein-Mark-Loole zu verschaffen, deren Ziehung bereits definitiv, ohne Verschub in 4 Wochen unwiderruflich zu München stattfindet. Diese Lotterie bietet 10,700 Gewinne mit baar 75, 000 Mk. Haupttreffer 25,000 Mk. Die Generalagentur A. u. B. Schuler in München. Loose bei allen bekannten Voospverkaufstessen —IILL Karpfen, Hechte gewäfs erte Stoct che on möblirtes Zimmer at sofort zu vermiethen Carl Best, Kobhlenstr. Ein Münchener PFremdöenplatt mit Tagesanzeiger und Quartiergeber und seinen zwei Beigaben wöchentliche Unterhaltungsbeilage und Lande und Hauswirthschaftszeitung. PostzeitungsCatalog Nr. 459. Das „Münchener Fremdenblatt“ ist das verbreitetste katholische Tageblatt Baverns und erscheint fast täglich Fruh 6/2 Uhr 16 Seiten stark. Anfang Januar beginnen wir mit dem Abdrud eines höchst interessanten Romans von Max Fuchs aus der Zeit König Ludwig's J. unter dem Titel: „Krone und Lorbeer“. Wir können unseren Lesern versichern, daß dieser Roman an Spannung, historischer Treue und Patriotismus kleinem der Vorhergegangenen nachsteht, ja noch um so mehr In⸗ teresse erregen wird, als er der neueren Zeit entnommen ist, und noch Viele leben, welche sich an die darin geschilderten Ereignisse erinnern. Das reiche Kuünstler⸗ und Volksleben unter König Ludwig ist vortrefflich geschildert und vieles Neue angeführt, was verdient der Vergessenheit entrissen zu werden. Mit diesem Romane wird sich Max Fuchs neuen Ruhm und Anerkennung bei dem bayerischen Volke erwerben. Aus den Kaviteln heben wir be⸗ sonders hervor: „Im Apollosaal im grünen Baum“; Zwei Freundinnen“; „Ein Tag ans dem Leben eines Königs“; „Ein Hofball; Im Musentempel in der Au“; „Die Syrene“; Im Botckkeller“; .Königssorgen und Freuden“; „Der Abschied eines Königssohnes“: „Krone und Lorbeer“. Inserate haben im „Fremdenblatt“, das in Munchen nächst den „Neuesten Nach⸗ richten die größte Verbreitung hat, sichere Wirkung. Das „Munchener Fremdenblatt“ ist in Anbetracht des reichen Stoffes die billiafte Münchener Zeitung. Der Abonnementspreis beträgt pro Vierteljahr durch die k. Post Mk. 2., in Müuncher Mark 1,50. Das „Münchener Fremdenblatt“ wird nicht vordatirt, sondern trägt den Datum vel Tages, an welchem es erscheint. * * * Lohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg. Wir übernehmen jederzeit: Flachs, Hanf und Abwerg zum Spinnen und Weben. Laänge des Schneliers 1228 Meter. Bahn⸗ fracht hieher und zurück auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigste Preise. 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Kh. —IILLLL (fũr die Sũd westpfalz-) Es wird hiermit zu der am 16. ds. abends 8 Uhr im Nebensaale der aiserhalle n Zweibrücken stattfindenden Generalversammlung unseres Vereins geziemend eingeladen. Der Vorstand. Druck und Verlag bon F. X. Demetz in St. Ingbert. 0) 1 1 I. *2 z2335,. 33—“— 55z33835 225 — 7 — * 33253 2 F 52 2 25 32 8522 — 5233822 — 57333522 * 555 533235585 — —— 252553333 223 85 *255 533388 5 33 —* 382*27 5* 2 * — 5· 3522 — 22* 2223 * —5—353238 z785 5 *3528 22325. 7 3— * 2 z225 — 27 —— 3528 — —1. 554 2825 358 ——— 5 — — 5 8 5* —— *2 35 —— 555* 3 —A —— 222 2 * —ã22 —— 222 — 2* 2 —— * 558 — — 32 552355 — z232 s3524 W ——— 2 23* 332 — — DWO * —25: 5 2 —A — 2 22235* 335828 8 * 28* 3258 55235* 2 — 75 827* 2 * 2 7 E 2 232 —5 * ———— —*28533* A — ꝛ —— * axꝛ * 2 * — —2 7* — —X — * — * — 73 557— s85 25 88 —— — — 33833533 35338 5 323823 22 8 5 2 z3235 522* — —EX —;z533 — — —— 3 2 m2. 2 * — —A — FUe 58v 52 — 2E — 135 —838 7 ———— 2 2 — *282 9 * — 55 2 4 2 * —A 55 —— —— 22— 2 2 — 22558 2352 28 E CRa —*2 2 8. 8 2238 —X 2 — 8 —53838 3—5 3 — 5 5n555 2* 5 2 5322 — *25 53335535653 325— 23 533 25 2 527552237 255 — ——— 5* 5553* * * ——2 s5 2* 5253333 — 3.2 859 2 2S. — * — 55 23— 2* 52 — 25322 35 — 2 2 21 538 —— 52328 3 5 —A— — 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Amtsgerichts St. Inabert. — — — — —. — — — — — — — — — - ä BD der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich füufmal: An Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhauumge glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich 1M 60 ⸗ einschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen LAM 75 A, einschliegl. d A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunit ertheilt, Ib ßR. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —— — Samstag, 10. Januar 1885. 20 Jahrg. Die seit 4. September 1870, also 142 Jahre Bestellungen heftehende dritte französ. Republik hat in der Person auf den »es Generals Lewal ihren fünfzehnten Kriegsminister! Durchschnittlich trifft also nicht X Ingberter Anzeiger inmal ein Jahr Amisdauer auf einen. Eines dommentars bedarf diese Erscheinung wohl kaum. legenheiten eines großen Reiches erfolgreich und zum testen der Nation gefördert werden können, wenn ie nur in der Negation einige Majorität die Po⸗ itik der Regierung jeden Augenblick lahm legen öonne. Hier liege der „Fehler“ der parlamenta⸗ cischen Situation und nur die Nation selbst, nur ie allein, könne diesen Fehler wieder gut machen. Köln, 7. Januar. In der heutigen Versamm⸗ ung zu Ehren Stanley's im Saale der Lesegesell⸗ chaft sagte Stanley, er wollte ursprünglich nicht prechen, der freundliche Empfang bewege ihn aber u lebhaftestem Danke. Als Forscher stehe er im dienste der Civilisatisn der Welt und beabsichtige ieser neue Absatzgebiete zu erschließen. Stanley pies auf einer Karte nach, wie ungeheuer die incivilisirten Gebiete in Afrika noch seien. Alsdann vurde eine Resolution angenommen, in welcher Stanley der Dank für die krafwolle Arbeit am Fongo und die Befriedigung über deren Erfolg usgesprochen und mit lebhafter Anerkennung die Zerliner Kongokonferenz als Fortschritt moderner kulturentwickelung begrüßt, und die volle Zu— timmung zur Kolonialpolitik Bismarck's ausgesprochen vird, welche verbürge, daß die colonialpolitischen Schritte der Reichsregierung eine Aera friedlicher, ultiureller Erwerbungen herbeiführen werde. Nach⸗ nittags fand ein Banket statt, an welchem 600 Personen, darunter die Spitzen der Civil⸗ und Militärbehörden theilnahmen. Ausland. Paris, 7. Januar. Die Erklärungen des Benerals Campenon im „Evenement“, welche zu—⸗ erst für erdichtet oder entstellt gehalten wurden, jaben bisher keine Ableugnung gefunden, sodaß sie unmehr für wahr gehalten werden. Mit Aus—⸗ rahme der Radikalen, die General Campenon jubelnd ils den Ihrigen begrüßen, herrscht überall wahre Bestürzung. Die Kriegserklärung Campenons an das Kabinet konnte nicht vollständiger sein, nicht rößer aber auch die Indiskretion und Indisziplin. daß Campenon so lange dem Ministerium ange— jören konnte, dessen Politik er für so verwerflich rachtet, wirft ein schlechtes Licht auf seinen Cha— -akter. Allgemein, die Radikalen ausgenommen, vird sein Verhalten gemißbilligt, als unerhört bei einem Minister und als schlechtes Beispiel für die Armee. Die französischen Blätter zeigen Takt genug, im die unglaublichen Aeußerungen über Jules Ferry und Deutschland nicht weiter zu verfolgen. Tampenons Revanchephrasen sind um so kindischer, Us er am besten deren Aussichtslosigkeit kennt. Wenn er die Rede als Minister gehalten hätte, väre sie nicht ohne ernste Folgen geblieben. Da r nicht mehr Minister ist, kann Deutschland seine Deklamationen verachten. Wenn Campenon viel⸗ eicht die parlamentarische Stellung des Kabinets Jeschwächt hat, so dürfte er anderseits der auswär⸗ igen Politik unwissentlich einen guten Dienst geleistet jaben. Paris, 7. Januar. Im Laufe des Januars jehen sechs algerische Bataillone nach Tongking ab. Paris“ zufolge gehen dieselben bereits am 16. d. Mts. in See. „France“ will wissen, daß die nilitärischen Operationen auf Formosa Ende Fe— )ruar ihren Abschluß finden werden. Die Flotte wverde dann für anderweitige Verwendung frei und olle an der chinesischen Küste operiren. Brüssel, 7. Januar. Der „Independance“ ufolge anerkannte Spanien die internationale afri⸗ mische Assoziation. Die betreffende Konvention, sche identisch ist mit der mit Dentschland abge— mit iIIustri rTtàm SOonntags PIatt verden noch fortwährend angenommen, hier yon ˖der Expedition oder den Trägern, aus— värts von den Königl. Postanstalten und Postboten. TE Insserate finden im „St. Ingberter Anzeiger“, der in Stadt und Kanton St. Ingbert das gelesenste Blatt ist, erfolgreiche Verbreitung. Die Agespaltene Zeile kostet für »ie Pfalz 10 Pf, für außerpfälzische 15 Pf. Ergebenst Redaktion und Expedition des „St. Ingberter Anjeiger“. Das schon so oft kolportirte Gerücht, daß Deutschland demnächst Ansprüche auf das in eng— ischem Besitze befindliche Helgoland erheben »erden wird, läuft wieder durch die Presse. So chreibt der Londoner Korrespondent des „Manchester ßuardian“: „Ein deutscher Freund, der soeben von zZerlin angekommen ist, sagt, daß wir bald erwar⸗ en dürfen, die Helgolandfrage von Fürst Bismarck ingeregt zu sehen. Er hat, wie es heißt, öffentlich eaͤußert, daß der Besitz dieser deutschen Insel von Zeiten einer fremden Macht eine ständige Demüthig- ing für Deutschland sei, und wenn England sie licht ruhig aufgebe, es nicht erwarten könne, daß deutschland davon abstehe, ihm in anderen Welt⸗ heilen Verlegenheiten zu bereiten. Der Kanzler at Bemerkungen fallen lassen, daß er willens sei, ie von Deutschland kürzlich in Neu-Guinea und zem angrenzenden Archipelagus erworbenen Rechte segen den Besitz von Helgoland zu vertauschen. lehnliches hat schon die konservative „St. James Hazette“ behauptet und es sieht diese Nachricht eher zus wie ein verblümter, englischer Vorschlag, als vie die Enthüllung eines geheimen Planes des eutschen Kanzlers. Politische Uebersicht. In der am Mittwoch Nachmittag sstatlgehabten Sitzung der afrikanischen Konferen z wurde die von der Kommission vorgeschlagene und in vor. ser. kurz erwähnte Declaration bezüglich des Verbots »es Sklavenhandels genehmigt. Der Beschluß über zie definitive Fassung der Neutralisirung des Congo— »eckens wurde ausgesetzt. Demnächst folgte das iachstehende Deklarationsprojekt bezüglich der Formali— äten, welche zu beobachten sind, wenn die neuen Besitzergreifungen an den afrikanischen Küsten als ffeklive betrachtet werden sollen. Die in Konferenz ersammelten Bevollmächtigten der Regierungen Deutschlands, Oesterreich: Ungarns, Belgiens, Däne⸗ narks, Spaniens, der Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, »er Niederlande, Portugals, Rußlands, Schwedens ind Norwegens und der Türkei haben in Erwägung, haß es sich empfehlen dürfte, in die internationalen Zeziehungen eine gleichmäßige Doktrin hinsichtlich er Besitzergreifungen einzuführen, welche künftig in den afrikanischen Küsten stattfinden könnten, Folgendes beschlossen: 1) Die Macht, welche von seuem von einem Gebiet oder einem Platze der mn der afrikanischen Küste außerhalb ihrer gegen— värtigen Besitzungen gelegen ist, Besitz ergreifen »der dessen Protektorat übernehmen wird, soll den etreffenden Akt mit einer gleichzeitgen Anzeige an ie anderen auf gegenwärtiger Konferenz vertretenen Mächte begleiten, um dieselben in den Stand zu etzen, entweder jenen Akt als effektiv anzuerkennen, »der gegebenen Falls ihre Einwendungen geltend u machen. 2) Besagte Mächte anerkennen die Lerpflichtung in den von ihnen besetzten oder unter grotektorat genommenen Gebieten oder Plätzen eine stechtsprechung einzurichten, die hinreicht um den Frieden aufrecht zu halten, erworbenen Rechten und intretendendenfalls den Bedingungen Achtung zu jerschaffen, unter denen die Freiheit des Handels ind des Durchgangsverkehrs verbürgt werden wird. Die Regierungen der Unterzeichneten werden diese Deklaranon zur Kenntniß der Staaten bringen und im deren Zustimmung ansuchen, welche zur Theil⸗ iahme an der Konferenz nicht berufen worden sind. Wann die nächste Sitzung der Konferenz stattfinden nich, ist noch unbestimmt. Deutsches Reich. München, 8. Januar. Prinz Ludwig feierte jestern sein 40. Geburtstagsfest. Aus diesem An⸗ asse fande Morgens 9 Uhr im engeren Fa nilienkreise ein Dejeuneur statt. Nachmittags 4 Uhr wurde eine größere Hoftafel gegeben, zu der iuch weitere Einladungen ergingen. Se. Majestät er König, Prinz und Prinzessin Arnulph über— nachten dem Prinzen ihre Glückwünsche auf tele⸗ zraphischem Wege, die hier weilenden Mitglieder es kgl. Hauses gratulirten persönlich. J. M. die dönigin⸗Mutter uͤberbrachte dem Prinzen ein herr⸗ iches Bouquet. Die im Palais aufliegenden Hratulationslisten sind mit zahlreichen Unterschriften edeckt. Berlin, 8. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ hebt hervor, daß bei Besprechung des Reichs⸗ agsvotums vom 15. Dezember die Mehrzahl der eutsch⸗freisinnigen Organe der Ueberzeugung sei, »er Fehler vom 15. Dezember könne in der dritten ꝛesung wieder gut gemacht werden und sagt: Wenn zuch die Regierungsforderung in dritter Lesung mit dilse der Freisinnigen angenommen wird, können vir doch nicht zugeben, daß eben nur ein Fehler vieder gut zu machen gewesen wäre, noch weniger, aß die Bedeutung des Votums vom 15. Dezember ür unser parlamentarisches Leben überhaupt wieder ei Seite geschoben werden könnte. Wenn man, rachdem die Forderung vom 15. Dezember in so rschöpfender Weise von autoritativer Seite begründet vorden, dennoch eine andere Abstimmung in dritter Lesung erwarte, könne dieselbe nicht aus besserer Information erklärt werden und dürfte demnach nuch die öffentliche Meinung, eben wegen der Natur es begangenen „Fehlers“, es mit dem Gutmachen nicht so leicht nehmen, um so weniger, als man sich die Situation vergegenwärtigen müsse, aus elcher der Fehler entsprang. Dann aber müsse Jer sich Nie ornsfe Trooe vorlegen. oh die Ange— schlossenen, wurde heute hier von einem Repräsen« tanten der Assoziation und von dem spanischen Ge— sandten unterzeichnet. Zokale und pfälzische Nachrichten. J Die Pfälzische Handels- und Ge— werbekammer richtet zu Gunsten der von der Reichsregierung vertretenen Kolonialpolitik und des Dampfer: Unterstützungs: Gesetzentwurfs an den deut⸗ schen Reichstag eine Eingabe, die behufs Unter⸗ leichnung in verschiedenen Städten der Pfalz in Umlauf gesetzt ist und ohne Zweifel zablreiche Un— terschriften finden wird. Auf die aus dem Wahlkreise Zweibrücken— Pirmasens am 2. Weihnachtstage telegraphisch an den Reichskanzler ergangene Vertrauenskund⸗ zebung ist am Freitag ein Daukschreiben des Fürsten Bismarck mit der eigenhändigen Unterschrift desselben an Herrn J. B. Wolff in Zweibrücken gelangt. Zwischen Zweibrücken und Böck— weiler wurde am Sylvesterabend, wie man der „Pf. P.“ meldet, ein Wolf gesehen. Die Bauern sollen hiedurch gar nicht erschreckt, sondern es soll ihnen erwünscht sein, daß Wölfe unter dem über— großen Wildstande der Gegend etwas aufräumten. Namentlich das Ueberhandnehmen der Rehe wird in manchen Gemarkungen lästig empfunden und über beträchtlichen Schaden an der jungen Saaf Klage geführt. — Marienthal, 7. Januar. Als Kurio— sum und interessant für die betr. Geschäftsleute theile ich Ihnen mit, daß vor einigen Tagen da— hier die Arbeiten für Herstellung eines Gemeinde⸗ brunnens vergeben wurden, wobei so abgeboten wurde, daß jeder Meter Tiefe für nur acht Marl gegraben und mit vorschriftsmäßigen Steinen aus— gemauert wird. Für Schuttabfahren, Einfassen des Brunnens, Aufführung einer hohen Stützmauer wird keine besondere Entschädigung gewährt. — Es standen sich nämlich bei der Versteigerung zwei Parteien einander gegenüber, welche sich bei der Gemeinderathswahl gebildet hatten, und diesen ist es zu verdanken, daß die Gemeinde einen so billigen Brunnen erhält. — Dem Arbeiter-Bildungsverein in Dürkheim wurden durch Hrn. Regierungs- präsidenten v. Braun am Neujahrstage 100 Mk. zur „Unterstützung seiner löblichen Bestrebungen“ qus den Mitteln der Stiftung Sr. Mojestät des Königs Ludwig II. zur Förderung der pfäalzischen Gewerbethätigkeit bewilligt. — Deidesheim. Die Kollekte zum Neu— bau der Kirche in Waldaschaff bei Aschaffen— burg betrug in der Pfalz etwas über 1700 Mark. Nun hat Herr Pfarrer Kunkel, nachdem er früher schon 300 Mark zu jenem Zwecke gegeben hatte, neuerdings die Summe von 4700 Mark., also im Ganzen 5000 Mark gespendet; Pfr. Kunkel ist nämlich aus Waldaschaff gebürtig. Auch hat der⸗ selbe vor zwei Jahren zur Verschönerung seiner eigenen Pfarrkirche 2700 Mark gegeben. Gewiß großartige Graben! — Einem Mühlburschen auf der Frohnmühle bei Haßloch wurde der Koffer mit Inhalt an Kleidungsstücknnb und 2000 Mk. baar und in Werthpapieren gestohlen. — In Schifferstadt ist der 7sjährige Wittwer Georg Bertram zum dritten Male in den Hafen der Ehe eingelaufen. Seine Braut zählt 58 Lenze. Vermischtes. F Aus den Reichslanden. Daß die Jagdpächter die Wölfe aufsuchen, ift allbekannt. Weniger bekannt mag es sein, daß die Woͤlfe den Gegenbesuch nicht immer vergessen. So traf, wie die „Lothringer Zeitung“ erzählt, vor einigen Tagen ein Wolf in der Jagdpächterwohnung zu Dritt⸗ lingen ein, um entweder diesem einen Neujahrsgruß zu bieten oder sich an dem Geruche des im Haust vorhandenen frischen Schweinefleisches zu laben. Zufällig war der Jagdpächter nicht zu Hause und da die Frau desselben keine Abendbesuche in Ab—⸗ wesenheit ihres Mannes anzunehmen gewohnt ist, auch den vierbeinigen Besuch für einen gewöhnlichen Hund ansah, der bei der Dunkelheit Küchenrevue halten wollte, so zeigte sie dem Eindringling unter einigen wohlgezielten Fußstößen, wo der Maurer das Loch zum Ausgehen gelassen hatte, wunderte ich jedoch nicht wenig, als sie mit Zuhilfenahme eines Lichtes erkannte, daß sie Meister Isegrimm selbst hinausgestoßen hatte. F In Mestz hatte ein Bürger das Unglück daß ihm während des Mittagsmahles ein Knochen im Halse stecken blieb. Noch ehe der zur Hilf zerufene Arzt erschien, war der Arme bereits erstickt F Aus Baden, 6. Januar. Eine Liebes— geschichte mit tragischem Ausgang spielte sich dieser Tage in Schillingstadt, Amt Boxberg, ab. Der 24jährige Friedrich Ries von dort unterhielt ein Liebesverhältniß mit der noch sehr jugendlichen Anna Geidel aus Schriesheim, das indeß von den Eltern des ersteren mißbilligt wurde. Als nun am Zamstag die Geidel ihren Geliebten in dessen Hei— math besuchen wollte, wurde ihr in schroffster Weise die Thür gewiesen. Ries entfernte sich mit der GBeidel, um dieselbe zu begleiten und die Beiden — nehmen; das Mädchen wollte sich sofort in dem Fischweiher ertränken und ihr Geliebter versprach ihr, am anderen Morgen in den Tod zu folgen Nach innigem Abschied entfernte sich Ries und die Geidel stürzte sich dann auch sofort in's Wasser edoch schien ihr das kalte Bad nicht behagen, es gelang ihr, das Ufer wieder zu gewinnen. Sie begab sich hierauf nach Angelthüren, wo sie sich erholte und ihre Selbstmordgedanken aufgab; Ries uchte am Sonntag Morgen den Tod in gleicher Weise, um mit seiner Geliebten vereinigt zu sein Um gleichen Tage noch wurde seine Leiche geländet. Die Ziehung der letzten Giesing er— Lotterie ist am 831. Dezember in vorschriftlicher Weise ordnungsmäßig bethätiget worden. Die rächste Ziehung ist nunmehr jene der Tölzer Ve— teranen⸗Lotterie mit Loosen zu 50 Pf., deren Ge— neral-Agentur Herrn Alb. Roesl in München über— ragen wurde. F München. In der Rangirabtheilung des Zentralbahnhofs wurde am 5. ds. Morgens 7 Uhr der 38 J. a. verheirathete Briefträger Georg Falt— schinger beim verbotswidrigen Ueberschreiten des Beleises überfahren und getödtet; er hinterläßt eine Wittwe und 5 Kinder. Dieser Tage wurde in München ein kleines —X Vergeblich waren alle Bemühungen, aus dem Kinde die Namen seiner Eltern oder eine Adresse heraus— zubekommen. Endlich kam einer der Beamten auf die Idee, das Kind zu fragen: „Wo holst du denn ür deinen Vater das Bier?“ Sofort nannte das⸗ elbe eine Wirthschaft in der Dachauerstraße und horthin gebracht, wurde es auch erkannt und konnte einen Eltern zugeführt werden. F Der Hirth'sche Parlaments-Almanach enthält kurz den Lebenslauf des sozialdemokratischen Reichs agsabgeordneten v. Vollmar, in welchem es nit Bezug auf dessen militärische Laufbahn heißt: „Schied 1867 aus dem Dienst und ging nach Rom ꝛc.“ Zur Korrektur dieser Angabe veröffent— iicht die „Allg. Ztg.“ einen in dem Verordnungs⸗ alatt des kgl. bayer. Kriegsministeriums vom 29 Januar 1868 Nr. 2 Seite 7 publizirten Erlaß, welcher lautet: „Se. Maj. der König haben Aller⸗ znädigst geruht, am 3. Dez. v. J. den bereits in den Listen abgeschriebenen Unterlieutenant Georg Ritter v. Vollmar auf Veltheim vom 3. Infanterie⸗ Regiment „Prinz Karl von Bayern“ in Folge Er— kenntnisses des Generalaudidoriats als Revisions— zericht der Armee zur Strafe zu entlassen.“ F Mainz, 3. Januar. Vor einigen Monaten vurde über einen eigenthümlichen Klagefall berichtet, iach welchem ein hier wohnender junger Mann aus dallgarten gegen seine ehemalige Braut einen Ent⸗ chädigungsprozeß in einer Höhe von circa 12,000 Mark angestrengt hat, weil die Frau kurz vor er Verheirathung dem Bräutigam einen Absagebrief jeschrieben hatte. In der heutigen Sitzung der Civilkammer des Landgerichts wurde in dieser An⸗ zelegenheit das Urtheil gesprochen und die Braut zuc Zahlung einer Summe von 7000 Mark an den ehemaligen Bräutigam und zu 5 der sehr dedeutenden Kosten verurtheilt; der Bräutigam ist mit Vs der Kosten belegt worden. F Aus Anhalt. Im 109. Lebensjahre harb am Sylvesterabend in Elsnigk bei Zerbst der Butsbesitzer Sennewald. Von seinen Nachkommen leben 5 Kinder, 27 Enkel und 45 Urenkel. Ein noch lebender Schwiegersohn ist 82 und der älteste einer Urenkel 24 Jahre alt. Bis kurz vor seinem Tode erfreute sich der alte Mann noch einer ziem— lich guten körperlichen Rüstigkeit. Er erzählte gern aus alter Zeit und gedachte mit Vorliebe des Konigs Friedrich Wilhelm II., den er einige Male begrüßt habe. F Das Reichsgericht, bezw. der dritte Strafsenat desselben, hat durch Urtheil vom 22. Nov. v. Is. eine sehr wichtige Frage entschieden: Ist man der Polizei gegenüber verpflichtet, Zeugniß abzulegen? Eine Landgerichts⸗Strafkammer war der Meinung gewesen, daß man verpflichtet sei, den recherchiren⸗ den Polizeibeamten Auskunft zu geben. Das Reichsgericht hat aber diese Ansicht zurückgewiesen und entschieden, daß eine solche Pflicht nur dem richterlichen Beamten, der Polizei gegenüber aber micht bestehe. F(Schwindel.) In Dresdener Blättern st seit einigen Tagen folgende Annonce zu lesen: „Unfehlbares Mittel für Jedermann, sein Leben zu derlängern, theilt gegen Vorhereinsendung von einer Mark sofot mit: Höre in Dresden, Louisenstraße Nr. 90 parterre links.“ Das „Mittel“ lautet folgendermaßen: „Stehen Sie jeden Morgen zwei Stunden früher auf als sonst, denn da der Schlaf der Halbbruder des Todes ist, lebt der Mensch nur im Wachen. Zwei Stunden pro Tag gelebt, gibt pro Jahr nach Adam Riese 830 Tage 10 Stunden. Wenn Sie nun 50 Jahre alt werden und mein Mittel 20 Jahre befolgen, haben Sie Ihr Leben um 1*56 verlängert, was Sie zufriedenstellen wird, — Dieser Schwindel ist übrigens keineswegs neu. F Von den vier Männern, denen das Unglück in dem Bergwerksschacht am Lemberg bei Ebern⸗ burg zustieß, ist ein zweiter gestorben. Derselbe ginterläßt eine Frau und vier unerwachsene Kinder. Am Tage nach dem Unglück kam in aller Frühe ein höherer Bergwerksbeamter nach der Unglücks— tätte und ließ vor dem Schachte ein Brett an— cchlagen mit den Worten: „Eingang verboten“. Die Thüre am Eingange des Schachtes ist vor ca. Iujs Jahren demolirt worden und heute noch nich! wieder hergestellt. Wie verlautet ist der Direktor cesp. der Besitzer des Bergwerks wegen des Un—⸗ zlücksfalls in Anklagezustand versetzt worden. F Für die Sperlinge in Dortmund fängt das neue Jahr nicht besonders gut an. Schon im Frühjahre wurden sie für vogelfrei erklärt und ein Preis von 1 Pfg. auf jeden Sperlingskopf gesetzt Jetzt zahlt der dortige landwirthschaftliche Kreis Verein für je 25 todte Sperlinge 50 Pfg., um eine Verminderung dieser Vögel herbeizuführen. F Falsche Fünfzigmarkscheine sind in Umlauf gesetzt worden, welche der „Bonn. Ztg.“ zufolge folgende mit dem bloßen Auge erkennbare Merkmale tragen. Auf der Vorderseite: der Reichs⸗ adler sowie „Fünfzig Mark“, Berlin u. s. w. ist, anssatt in dunkelbrauner, in schwarzer Farbe auf⸗ gzedruckt; die Figur, besonders der Kopf, ist ganz coh gezeichnet, die Strafbestimmung unleserlich. Auf der Rückseite: die Nummern erscheinen im Druchk etwas größer, als auf den ächten (die Falsifikate rugen B 0,297,5783, der rothe Stempel, besonders )er in der Mitte befindliche kaiserliche Adler, die Werthangabe „Fünfzig Mark“ bedeutend fetter ge— druckt, als auf den ächten Scheinen; zudem hat die verwendete rothe Farbe einen andern Schein. hinsichtlich der auf den ächten Scheinen eingepreßten Fasern, welche auf den Falsifikaten aus ganz 'einem zerhackten Zwirn hergestellt sind, ist die Fäl schung geradezu augenscheinlich. Man wird sich deßhalb, da die Falsifikate bei nur einiger Aufmerk⸗ samkeit leicht als solche zu erkennen sind, unschwer vor einem Beiruge schützen können. F Berlin, 6. Januar. In der Pianoforte⸗ fabrik des Geh. Commissionsrathes Biese ist dieser Tage das 15, 000ste Pianino fertiggestellt worden. Es dürfte dabei die Thatsache interessiren, daß das zur Anfertigung dieses Instrumentes verarbeitete Holz einen besonderen historischen Werth besizzt, über welchen eine im Deckel angebrachte silberne Platte die eingravirte nachstehende Auskunft gibt: „Pfahlbautenholz von der Rheinbrücke Cäsars, er⸗ baut 55 vor Christi, gefunden 1880.“ Die äußere Ausstattung dieses historischen Klaviers zeigt u. A in Bildhauerarbeit die genannie Brücke. F Berlin, 7. Januar. (Ein Opfer der Galanterie.) Es war gestern Abend nach 10 Uhr, als ein den guten Kreisen angehöriger Herr die Pots⸗ damerstraße entlang nach der Brücke zu wanderte. Er mußte wohl dem Gott Bacchus oder Gambrinus ein wenig zu viel gehuldigt haben, sein Gang war nicht ganz sicher, seine Laune die rosigste der Welt. Besonders das schöne Geschlecht, das an ihm vor—⸗ iberwanderte, erregte seine innigste Bewunderung. Dieser seiner Bewunderung suchte nun besagter * it J 1. we un Ie )err dadurch Ausdruck zu geben, daß er vor jedem übschen Mädchen ehrerbietig auf die Seite trat, einen Hut zog und in devotester Reverenz Haupt nd Rücken vor ihr beugte. Seine Bewegungen, in Betragen waren elegant und anständig, je Damen nahmen deßhalb seine Höflichkeiten auch icht weiter übel, sondern erwiderten dieselben, zauten sich auch wohl, wenn er vorüber war, nach m um und sahen lächelnd, wie er der Nächst⸗ mmenden ebenfalls sein elegantes Compliment achte, gleich als mache er die Honneurs der Pots- mmerstraßze. Aber wie bald sollte die fröhliche aune der Passanten in ein grauenvolles Entsetzen mschlagen. Die letzte ehrfurchtsvolle Verbeugung, ie der Kavalier machte, war auch die letzte seines ebens, mit welcher er seine Huldigungen des hönen Geschlechts bezahlen mußte. Es war zommer's Salon gegenüber; nach dem Bahndamm u, demselben den Rücken kehrend, machte er einem ungen Mädchen Platz und eine tiefe Verbeugung. er stand dabei auf der Kante des Trottoirs, sein ebogener Rücken ragte über den Damm hinaus. tin eben vorüberstürmender Omnibus von der Linie durfürstenstraße — Stettiner Bahn, der dicht am zürgersteig vorbeirasselte, erfaßt seinen Rock, riß een Unglücklichen zu Boden, die Räder gingen über hn weg und zermalmten sein Haupt. Er war auf er Stelle todt. Alles das war das Werk eines Jugenblicks gewesen und das heitere Gelächter der zJuschauer endete in einem markerschütternden Schrei es Entsetzens. Die Dame selbst, der sein Kom— liment gegolten, sank ohnmächtig zu Boden. Der ebergang von Frohsinn zu Entsetzen war ein zu ürchterlicher gewesen. Man hob den blutüber⸗ römten Körper auf und requirirte eine Droschke. Uber verschiedene Kutscher weigerten sich nach ein⸗ inder, den Verunglückten aufzunehmen. um die dissen ihrer Droschke nicht mit Blut zu besudeln. erst mit Hilfe des Nachtwächters und der herbei⸗ jeholten Polizei gelang es, einen der Kutscher zum kransport der Leiche zu zwingen. fParis, 8. Januar. Der Prozeß Clovis hzugues' hat heute vor dem Schwurgericht begonnen. der Zuschauerraum ist überfüllt. Madame Hugues zibt zu, den Verleumder mit Vorbedacht getödtet ind sich mit dem Entschlusse schon seit dem 20. Mai getragen zu haben. Das Verhör ergibt nur zereits Bekanntes. F In Paris starb kürzlich ein bekannter doch, Namens Durisot, mit Hinterlassung eines zermögens von 250,000 Francs. In seinem destament fand sich folgende bizarrr Clausel: „Da hy auch nach meinem Tode meinen lieben Mit— ürgern nützlich sein will und beachtet habe, daß ie Grabschriften, welche die Tugenden der Ver⸗ torbenen preisen, keinen praktischen Zweck haben, irdne ich an, daß statt einer dieser Inschriften auf neinem Grabe ein von einem Gitter bedeckter Bronzerahmen auf einer Marmorsäule aufgestellt verde. In diese Säule soll mein Name einge— zraben werden und meine Erben sollen dafür sorgen, zaß man jeden Tag ein lesbar geschriebenes Küchen⸗ recept dort finde, von denen ich 365 Exemplare, ines für jeden Tag, in meinem Schreibtische zu— ücklasse. Dieses Recept soll in den Rahmen inner⸗ alb des Gitters gesteckt werden, so daß es Jeder⸗ nann lesen kann.“ Zugleich ist im Testament fest⸗ nesetzt, daß, wenn diese Anordnung nicht ausgeführt nird, der ganze Nachlaß an Wohlthätigkeits-An— alten fallen solle. So seltsam es erscheinen möge, haben sich die Erben dennoch geweigert, die er⸗ vähnte Clausel auszuführen und es steht nun ein nteressanter Prozeß in Aussicht. , Unter einem Baume des Boulevard Gouvion zt. Cyr in Paris wurde in der Neujahrsnacht ine 36jährige Frau mit einem sechsjährigen Kinde, Beide verhungert, aufgefunden. NUeber die Zustände in der französischen Urmeke theilte der Pariser „Times“«Berichterstatter iolgendes mit: „Ein Quartiermeister der Reserve ind Befehlshaber einer KavalerieAbtheilung wurde vor Kurzem nach dem militärischen Centrum einbe— ufen, um mit seinen Leuten die üblichen monat⸗ ihen Exercitien durchzumachen; dir ersten zwei dage wartete er in der Kaserne auf die Maͤm— haften, die sich erst am dritten Tage zusammen— anden. Dann waren keine Pferde bereit, und als iese beschafft waren, fehlten die anderen Truppen, ie mit den seinigen gemeiuschaftlich einexercirt berden sollten, so daß nach drei Tagen der Offizier md seine Leute entlassen werden mußten, ohne duch nmal im Sattel gewesen zu sein. Dies er— at 6. er 17 ing en· as en m e7 rn 1: u er ze et j t 3f5 eignete sich nicht etwa in einer fernliegenden Stadt, sondern fast vor den Thoren von Paris.“ fF Rom, 5. Jannar. Der Papst hat für die dei dem Erdbeben in Andalusien Verunglückten 10,000 Lires nach Madrid gesandt. f Laut Meldung der „Times“ sollen neuer⸗ dings auch in Jtalien Erdstöße verspürt und zuf der bekannten Insel Ischia bei Neapel Anzeichen zerstärkter vulkanischer Thätigkeit wahrgenommen vorden sein. F (EErdbeben in Italien.) Wie der Times“ aus Rom vom 5. ds. gemeldet wird, vurde zu Susa, nahe dem Mount Cenis, gestern stachmittag ein Erdstoß gespürt und ein solcher mit ioch größerer Gewalt heute Morgen in Velletri bei stom. Die seismischen Instrumente auf dem Obser⸗ zatorium hier und in Rocca di Papa zeigten wäh⸗ end der letzten Tage eine ungewöhnliche Thätigkeit, esonders zur Mittagsstunde. In Jochia haben die Nineralquellen während der Nacht eine höhere Tem⸗ eratur angenommen. f Ueber das Wachsthum der Menschenhaare sat Professor Moleschott in Turin die Resultate ängjähriger Beobachtungen veröffentlicht. Je größer as Körpergewicht eines Menschen ist, desto geringer st seine Haarproduktidan. Was den Einfluß der zahreszeiten betrifft, so stellt Moleschott fest, daß »ie Haarproduktion im Sommer stärker ist als im Winter, während bei den Thieren das Umgekehrte der Fall ist. F London, 6. Januar. Da verhältnißmäßig venig Stürme im vorigen Jahre gewüthet haben, o sind 411 Schiffbrüche weniger zu verzeichnen, als im Jahre 1883. Im Ganzen kamen 1589 Z„chiffbrüche vor, wovon 776 auf britische Fahr— euge entfallen. An den Küsten von England, -„chottland und Irland gingen 359 ichiffe unter, arunter 382, die britische Eigner hatten. Durch zusammenstöße gingen nahezu 200 Fahrzeuge, da⸗ unter 130 englische, unter. Mit den 1589 -„chiffsunfällen war ein Verlust von 3000 Men— henleben verknüpft gegen 4200 im vorhergehenden Fahre. F(Wie vieler Nadelstiche bedarf es, um ein infaches Hemd zu nähen?) Diese Frage hat sich zeulich ein Weißnäherin in Leicester (England) jestellt und mit bewunderungswürdiger Genauigkeit eantwortet. Wir lassen das Ergebniß ihrer Be— echnungen hier folgen: Kragen nähen (vier Reihen) 3000 Stiche, Enden desselben 500, Knopflöcher ind Annähen der Knöpfe 150, Kragen annähen ind Zusammenziehen des Hemdes 1204, Gelenk— hluß (kurze Manschette) 1228, Enden desselben 68, knopflöcher 148, Säumen der Schlitze 264, Aermel usammenziehen 840, Annähen des Gelenkschlusses 468, Auflegen der Schulterblätter (je drei Reihen) 880, Säamen des Einsatzes 393, Nähen der lermel 2554, Einsetzen derselben und der Keile 3050, rund herum 1526, Nähte 848, Einsetzen er Seitenkeile 424, unterer Saum 1104. Ge— ammtzahl der Nadelstiche 20,649. F (Ein Rückblick.) Das abgelaufene Jahr veist einen traurigen Reichthum in seiner Chronik der Unglücksfälle auf. Ohne auf eine Perspektive nit den Opfern der vorangegangenen Jahre inzugehen, stellen wir die namhafteren der—⸗ elben in Folgendem zusammen: Januar: Eisen⸗ sahnunglück bei Toronto, 32 Todte. — Ermor⸗ zung des Wechselstubenbesitzers H. Eisert und seiner ‚wei Söhne in Wien. — Untergang eines Schiffes hei Liverpool, 31 Personen ertrunken. Februar: In Ferhertö (Ungarn) 85 Menschen unters Eis jerathen, sämmtlich ertrunken. — Massakrirung der Lhristen in Tongking, 238 Todte; 108 Missionen erstört. — In Suikat 200 Frauen und 20 Kinder on den Aufständischen niedergemetzelt. — Infolge ines großen Sturmes 300 Menschen geködtet. — Zei einer Explosion in Pennsylvanien 63 Todte. Närz: Erxplosionen in einer Kohlengrube bei New⸗ sork, 150 Todte. April: Großer Orkan in Ala⸗ ama, 35 Todte, 100 Verwundete. — Untergang »es Dampfers „Daniel Stemmann“, 11 Todte. zisenbahnunglück bei Spaun 60 Todte. Mai: ynamit;Explosion in Schottland, 10 Todte. — zusammenbruch einer Tribüne in London, 10 Todte. — Untergang des Dampfers „Moskau.“ — Nieder⸗ netzelung zahlreicher Beamten in Berber. — Großer zrand in Konstantinopel, 13500 Häuser, 11 Mo—⸗ heen, zahlreiche Todte. — Dynamit-⸗Erxplosion in 'ondon, zahlreiche Todte und Verwundtete. Juni: Zeim Reißen eines Flaschenzuges in Lille 21 Todte nd Verwundete. — Erdbeben in Teheran, 12 Dörfer zerstört, 200 Todte. — Alttentat auf einen Fisenbahnzug in Kansas, 25 Todte, 35 Verwundete. — Pulverfabrik⸗Erplosion in Pontremolli, 30 Todte, 17 Verwundete. Juli: In Debbach wurden von den Aufständischen 3000 Menschen niedergemegelt. — Brand des Theaters in Edinburgh; Eifenbaͤhn⸗ unglück bei Manchester, 20 Todte, 30 Verwundete. — Bei einem großen Brande in Marasch (Türkei) vurden 1200 Hauser und 1000 Läden ein Raub der Flammen, 3 Todte. — Schiffszusammenstoß in Spanien, 150 Menschen ertrunken. August? Pulverthurm in Spanien in die Luft gesprengt. September: Bei Island 19 Schiffe, 60 Boote Jescheitert. — Durch eine Wasserhose in Pachuca vurden 30 Menschen getödtet. Olktober: Bei Essegg 14 Kinder ertrunken. — Explosion in einem Bergwerk bei Olmütz, 30 Arbeiter todt. — Brand »es deutschen Theaters in Moskau. November: Feuerlärm im Glasgower Theater, 16 Todte. — Zusammenstoß, zweier Schiffe bei Severin, von denen eines geunken. — Schiffsbrand des „Sirius“, zanze Bemannung zu Grunde gegangen. — Großes kisenbahnunglück bei Hanau, zahlreiche Todte. — fäEplosion eines französischen Kriegsschiffes 15 Todte. Dezember: Brand des Theaters Euterve“ in —„myrna. — Grubenunglück in Mährisch-Ostrau, zahlreiche Arbeiter getödtet. — Grubenbrand in Anina, 47 Todte. — Untergang des Schiffes „Caranza“. — Brand des Theatre comique in Newyork. — Durch ein Erdbeben in Spanien wird ein ungeheurer Schaden angerichtet und kommen mehr als 2000 Menschen um's Leben. — Pulver⸗ Tplosion in Kralup (Böhmen) beim Kaufmann Hajek, wobei ein Bursche und 2 Töchter des Kauf⸗ nanns um's Leben kamen. Das Alter der Fakultäten.) Man stritt über das Alter der Fakultäten. „Pah!“ sagte ein junger Geletrrter, „überaus leicht zu entscheiden! Aufstellung des Baumes der Erkenntniß — erstes Dogma: Tseologie. Entnehmung einer Rippe von Adam — erste chirurgische Operation: Medicin. Tosloquium der Schlange mit Eda wegen des Apfelbisses — erste philosophische Deduktion: Phi⸗ losophie. Austreibung Adam's und Eva's aus dem Paradiese — erster Justizakt; Ermordung Abel's durch Kain — erster Kriminalfall: Jurisprudenz.“ Marktberichte. Zweibrücken, 8. Jan. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ tualienmartt.) Weizen O M. — Ppf., Korno M. — Pf., Berste zweircihige d M. — Pf., vierreihige O M. — pf., Spelz 0 M. — pf., Spelziern — M— Pf., Dinkel — M. — Pf. Mischfrucht d M — Pf., Hafer 0 M. — Pf. Erbsen 0O M. — Pf., Wicken — R. — Pf., Heu 3 M. — Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 10 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf., Weißbrod 13 Kilo 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 pf. Gemischtbrod 3 Kilo 15 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf., II. Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf, Hammel⸗ fleisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf., Wein J Liter 80 Pf., BierJ Liter 24 Pf., Butter /3 Kilogr. 1 Moß pi. Homburg, 7. Jan. (Fruchtmittelpreis und Viktua— ienniarkt.) Weitzen d M. — Pf., Korn 0 M. Pf., Spelzkern — M. — pf., Spelz 0 M. — pf., Gerste dreihige O M. — pf. Gerste 4reihige O M. — Pf., dafer 6 M. 92 Pf., Mischfrucht M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wichen — M. — pf., Bohnen 0 M. — Pf . Kleesamen — M. — Pf., Kornbrode6 Pfund 50 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 pf. Ochsenfleish —- Pf. Kindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf., Hanmmelfleisch — Pf Schweinefleisch 46 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 0oõ pf. dartoffeln pet Zentner 1 M. 60 Pf J Gemeinnütziges. (Gegen Hühneraugen.) Nan weicht etwas weiches Weißbrod in starken Essig, bis es hinläng⸗ lich durchzogen ist und bindet davon des Nachts vor dem Niederlegen etwas als Ueberschlag auf den deichdorn. Am andern Morgen wird der Schmerz porüber sein, und man wird in den meisten Fällen das dühnerauge herausschälen können, wo nicht, muß »as Verfahren wiederholt werden. Natürlich läßt iich dasselbe auch unter Tags tragen. Sterbefälle. Gestorben: in Nußdorf Jakob Fimpelmann, Butsbesißer, 78 J. a.; in Ramstein Frau Anna Maria Kuntz, geb. Stritzinger, 72 J. a.; in Mannweiler PhilippWalter, 83 J. a.; in Mundenheim Elisabetha, 21 J. a., T.v. Franz Frosch (deren Leiche wurde gestern im Hafen von Zudwigshafen geländet.) Fur die Redaktian ver⸗— Ein glückiches Neues Jahr Nebst 75,000 Mark in baar Bietet Dir die Ein-Mark-Lotterie Welche ohne Widerruf statt hat allhie am 5. Februar zu München! emeß Mur Eine Mark das Loo8s 555 Keine Gegenstände! Nur baar Geld!! 88 ẽ* Ziehung ohne Verschub am 5. Februar 1885. * Taglich 25Schoppen Milch! fönnen abgegeben werden. Bierbrauer Martin. — Nark Fittlinger O zirchen bau-Lotterie Kiebhung ohne Widerruf Anfang Maärz 1885. I. Saupttrefser Aark 60,0900 c —8 im Ganzen: 151,500 Nark Baare Seldgewinne ohne Abzug. Ferner empfehlen EinmarkeLoose. Ziehung hne Verschub am 5. Febr. —— Mk. 75,000.Gew. baar Geld ohne Abzug. Loose hier vorräthig bei: J. Weirich Friseur; Frz. 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Das Betreten des Dammes, owie das Bewerfen der Eisfläche mit Steinen und dergleichen lasser wir unnachsichtlich bestrafen. Der Weiher ist stellenweise sehr tief weßhalb wir Jeder mnann vor dem Betreten der Eisfläche warnen St. Inabert, den 8. Januar 1885. Gebhrpibe arrensch 4 Nächsten Montag, den 12. cr. 59 Minuten vor 21 Uhr wird das Narrenschiff zum zweiten Male vom Stapel laufen. Wir ersuchen deshalb alle die — enigen, welche die Fahrt mitmachen wollen, recht pünktlich im Vereinslokale zr erscheinen, da vorher noch folgende wichtige Gegenstände zur Beratung kommen a. Vergebung der Agentur des Narrenschiffs. d. Monopolisirung der Narrheit. c. Anschaffung von Ragozy-Hosenträger. dJ. Bockwurstvorlage. Der närrische Rat: a. a. Der ELISCrOIA. VB. Neu sich einschiffende haben sich vorher im Cafe Baumann schriftlich zu melden. A—. Das Büreau des Unterzeichneten ist vom 1. ds. Mts. in die Rischbach bei St. Ingbert verlegt. Dortselbst werden von jetzt ab (an den Wochentagen) auch die an die Knappschaftskasse geschuldeten Kapitalzinsen im ehemaligen Krankenhause erhoben. Der Hauptknappschafsrechner: EC. Zimmermann. Schorers Familienblatt beginnt den Jahrgang 1885 mit folgenden neuen Romanen: ßacher-Masoch. Die Seelen- Hans Arnold. Die junge Frau fängerin. Doktorin. Rosegger. Die Geschichte vom Zwieäugel und den eifersüchtigen Leuten. Wilhelmine Buchholz wird fortfahren in ihrer bekannten humo— ristischen Weise die Erlebnisse ihrer Familie zu schildern. Aus Westafrika wird das Familienblatt interessante Artikel und Bilder von seinem eigenen dorthin gesandten Mitarbeiter bringen. Schorers Familienblatt ist durch alle Buchhandlupngen und Postämter au beziehen. Preis: In Wochen-Nummern 2 M. vierteljührlich. Oder aueh in Heften zu 50 Pf Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu bezichen: —V X Rlumu« 2 — zilo ovne. Uon den frühesten griecsishen denbern bis auf die Gegenwart Fine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von ⸗ Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedentendster Philosophen. Jede Liefernng euthält 3 Bogen 80. Band J: „Da Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. zzreis der Lieferung 50 NMfennia, VV. (Prâmürt auf der Hamburg-Altona?r inter aationalen MAusstellung 1869 mit der grosse silbernen Medaille.) Revolver in allen Systemen u. Größen in Lefaucheuxr, Centralfeuer u. Randfeuer (letztere auch echt amerikanisch), Jagdge wehre in Perkussion, Lefauchex und Central feuer, (Lancaster Buͤchsflinten, Pursch. büchsen, Entenflinten. Border⸗ und Hinterlader⸗Scheiben büchsen, Flo⸗ bert⸗Zalonbüchsen (Techins), in der neuesten Systemen, Zimmerstutzen, Gar tenbüchfen, Bolzeubüchsen, Luftge— wehre, Luftpistolen, stockflinten in Lefaucheur und Centralfeuer, Schieß Spa— zierstoͤcke neuester Construktion, Lefau— cheux⸗Pistolen, Terzerole, Flobert⸗ Saldu- und Scheibenpistolen, Revol ver Todtschläger mit Dolchz Lebens, vertheidiger, Schlagringe, Dolche und Degenstöcke, Dolchmesser, Dolche, Saͤbel, Degen, Hirschfänger, Jagd— messer, Fechterklingen⸗ und UÜUtensilien, Schieß-⸗Scheiben, Patronen, Pa— tronenhülfen, Patent⸗Jagdschrot (Hagel), Schieß⸗Pulver, Zundhüt⸗ cmen 'und Munition aller Art (auch Ra— keten) zu allen Schußwaffen, sowie sämmt- iche Jagd⸗Artikel und Requisiten für ager ꝛc. ꝛc. empfiehlt die Waffenfabrik von W, Ortin ann in Solingem- Fast verschenkt. — — — — Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Britania— silber-Fabrik übernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah— lnngsverpflichtungen und baldigster Räu— munz der Lokalitäten sae um 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, Du daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs— mark) also kaum die Hälfte des Wert hes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder— mann naͤchstehendes äußerst prachte und effektvolles Britaniasilber-Speis-service, welches früher sogar im Engros-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mil echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiseldffel schmerster Qualität, 6 Stuck Britaniasilber Kaffeelöffel massive Qualität, 6 Stück Britaniasilber Theelöffel, feinst Qualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfe superfein, schwer, 1 Stück Britaniasilber Milchschöpfer groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniasilbt Dessertlöffel, auch als Kin derlöffel zu benützen, 2 Stück Britaniasilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde für die feinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen F nur fünfzehn Mark. »g Geehrte Aufträge werden gegen Nach⸗ nahue (Posivorschuß) oder vorherige Geideinsendung, so lange der Vorrath reicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber— Fabriks-Depot. 9. s11berbers, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16 NB. Tausende Anerkennungsschreiben höch ster Herrschaften über die vorzüglich Qualität unserer Artikel sind in un— serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver— offentlichen koͤnnen, und liegen selbe zur gefl. Einsicht in unserem Depotau J6 E * ꝙ vet * — 84 8 —* ⸗ — * 68 ⏑ 66 4 — eno —— * —3 8—⏑ 6 * —38868 F — — — — 8 —46 * * * “ In 8 BV— — 9 5z ———— 9 218 4 dg U— —J16 9 J 16 * J 6868 J—— — —9 S — 44 * —— — A— — ** M — Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. —26 der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhauumgk ziatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 4, einschließlun 0 ⸗Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 8, Neclamen 80 B. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — en, er, e⸗ al) h⸗ ud DO- en 7 2⸗ n sA⸗ 2 . A⸗ 8⸗ d e 1 1⸗ t 2 Mö- Sonntag, 11. Januar 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. ung Aenee een ob Triest oder Geuua 3. iin vortheilhafterer Ausgang für die deutschen sub⸗ Der Reich stag trat am Donnerstag bei zentivnirten Dampfer 8* 3 diederbeginn seiner Thätigkeit in die Berathung diche Enquöle als sehr entbehrlich bezeichnet Elan des Reichsamis des Innern. und zwar aaia,. „eziell des Auswanderungswesens. Im Verlaufe Newyortk, 9. Jenneare Wie verlautet, sind er Verhandlungen, die wir nur in sehr gedrängter die Agenten der englischen geheimen Polizei in den usammenfassung wieder geben können, kam es zu Zesitz don Beweisen gelangt, daß in Wesimoreland echt lebhasten und scharfen Auseinandersetzungen. Fouuth (Pennshlvania) eine mächtige geheime Ge— aatsminister v. Böt ticher: Ueber das Aus ellschaft von Dynamilarden bestehe, weiche für die vanderungsgesetz sind die Vorarbeiten noch nicht ehzien in Englaud stattgehabten Erplosionen direkt wbgeschlossen. ÄAbg. Dirichlet (deutsch⸗ freisinnich ecantwortlich zu machen sei ehauptet, der neue Zolltarif sei an der Auswan⸗ etung schuld. Fürst Bismard: Der neue Zoll⸗ arif habe die Wohlhabenheit gehoben und diese dieber die Auswanderung vermehrt. Auch die hohen ommunalsteuern befördern die Auswanderung. ibg. Richter hebt die Auswanderung der Tabak⸗ rTbeiter und die Auswanderung aus den armen ändlichen Bezirken hervor. Fürst Bismarck: Diese uswanderung beweise nur, daß dort keine Wohl⸗ abenheit herriche und daß unsere Arbeit noch mehr zeschüüt werden müsse. Kleine Besitzer wandern us, weil ihre Arbeit nicht mehr belohnt wird. luf Richters Frage, wie er die Lasten mindern volle, antworte er? durch Erhöhung der Kornzöolle. ct sei hietbei im Einverständniß mit allen Land- birthen. Redner faßte seine Ausführungen dahin usammen, die Wohlhabenheit sei nicht der einzige falior der Auswanderung. Es gebe auch Leute, ie aus Unzufriedenheit auswandern, so lange sie Held dazu haben. Deutschland könne das Getreide, jas es verbrauche, selbst bauen, wenn es bessere berhältnisse für die Landwirthschaft geschaffen habe nurch die Erhöhung der Kornzölle. Redner ver⸗ vahit sich dagegen, daß Das, was in Deutschland nicht gut gehe, ihm in die Schuhe geschoben werde, ind fordert das Land zum Richter zwischen ihm ind dem Asbg. Richter auf. Von den „Itzeh. Nachr.“ wird eine seltsame dachricht verbreilet. Dieselbe lautet folgendermaßen: Anfangs des Monats Dezember v. J. ist, wie zir erfahren, ein sehr bedeutender überseeischer zrundbesitz für Ansiedelungs-, wie kaufmannische wecke in schleswig⸗ holsteinische Hände übergegangen. hie auf die Contractsabschlüsse bezüglichen Verhend⸗ ungen mit dem Gesandten des in Berlin repräsen⸗ irten Staates sind durch den Handelskammersecre⸗ ar Hansen in Kiel geführt worden. Alles Nähere sird sofort nach erfolgter Anerkennung des Vertrages on Seiten der betheiligten Regierung, die ehestens u erwarten steht, bekannt gegeben werden; vorher mpfiehlt sich Schweigen mit Rücksicht auf gewisse temde Concurrenten, die auch in dem hier in Frage ommenden Distrikt nicht fehlen.“ Wir begnügen inz einstweilen mit der Registrirung dieser Nachricht.“ — Kaiserslautern, 9. Januar. In der heutigen Sitzung des k. Landgerichts hier wurde das Urtheil gegen Martin Fisch, Oekonom auf dem Hollidahofe, Gemeinde Dreisen gesprochen. Derselbe erhielt wegen jedem der beiden Vergehen der Un⸗ terschlagung eine Strafe von 3 Wochen und eine Besammistrafe von 1 Monat Gefängniß. (Fisch datte Gelder im Betrage von 1200 Mtk., die ihm ius Amerika für die Wasserbeschädigten zugegangen waren, nicht ausbezahlt.) — Herxheim, 8. Januar. Zum Lehrer dahier wurde vom Gemeinderath Herr Franz Louis aus Lingenfeld, zur Zeit in Ensheim in Diensten, vorgeschlagen. — Der Verwaltungsrath des pfälzischen Lehrer⸗ waisenstifts hat am 80. Dezember letzthin die Babenvertheilung pro 1884 vorgenommen. Im Banzen wurde eine Unterftützungssumme von 7557 Mark unter 157 Waisen vertheilt. Außerdem wurden noch 1483 Marlk für etwa nothwendig wer—⸗ dende nachträgliche Unterstützungen dem Direktor zur Verfügung gestellt. Die niedrigste Unterstützung für eine einfache Waise beträgt 44 Mk., die höchste Unterstützung, welche an eine Familie mit 7 Waisen oerabreicht wird, 308 Mark. Das Bermögen des Stiftes am Schlusse des Jahres 1883 betrug 74,908.01 Mark. r Lokale und pfälzische KRachrichten. *St. Inbert, 10. Januar. In der letzten Strafkammersitzung des kgl. Landgerichts Zweibrücken vurden zwei 18jährige Burschen von hier, Heinrich dlos und Heinrich Conrad, die des Diebstahls nittelst Einsteigens beschuldigt waren, wegen Mangels trafbarer Einsicht freigesprochen. JFür die Geschäftswelt sowohl wie auch für veitere Kreise dürfte die Nachricht von Interesse ein, daß die Gebühren für Telegramme nach Umerika vom 1. d. M. ab eine Herabsetzung im 40 Pf. pro Taxwert (1 Taxwort — 10 zuchstaben oder 3 Ziffern) erfahren haben. — zom 1. d. M. ab ist ferner eine telegraphische Berbindung mit Westafrika Eenegal) durch dabellegung von der kanarischen Insel Teneriffa ach der westafrikanischen Küste hergestellt. Für orthin gerichtete Telegramme ist zu berechnen eine Hrundtaxe (für 5 Worte) von 9 Mark und eine Wocttaxe von 1 Mark 80 Pfg. —“* Im benachbarten Spiesen hat sich in )er Neujahrsnacht ein Schießheld durch einen un— vorsichtigen Schuß die eine Hand schwer verletzt. —* Die Standesakten des Standesamtsbezirkes En sheim für das Jahr 1884 weisen nach: a. Geburten: m. weibl. unehelich Total ür Ensheim: 32 28 — 60 * „Eschringen: 10 4 — 14 Summ 42 32 — 74 *darunter 2 Zwillingspaare. b. Sterbfälle: m. weibl. unehelich Total ür Ensheim: 19 37 — 56 Eschringen: 3 7 — 10 Summa 22 44 — 66, vorunter 35 Sterbefälle von Kindern unter b Jahren Nach dem Voranschlage der Gemeinde Ensheim purden die Gleichstellungs- Umlagen für das Jahr 883 gleich dem Vorjahre auf 70 0 und nach em der Gemeinde Eschringen auf 75 80 festgestellt n leßterer Gemeinde demnach gegen das Voriahr im 20/0 gemindert. tf. Von der Blies, 9. Januar. Gestern uhr der Knecht der Mühlenbesitzer Herren Ge— rüder Ritter von Herbitzheim in Geschäften in die Irte des obern Bickenalbthales. Im Orte Peppen⸗ um fuhrt der zu passirende Weg etwas bergab ind der Knecht mußle die Pferde, wie man sagt, im Kopfe nehmen, um die noöthige Richtung auf ie zu befahrende Brücke zu bekommen. Unglück— icherweise jedoch glitt der Knecht auf dem gefrore— ien Wege aus, fiel zu Boden und der ins Rut⸗ chen gerathene Wagen ging demselben über den dopf. Der Unglückliche war sofort eine Leiche derselbe ist aus Mauschbach, Wittwer, und binter— aäßt zwei unversorate Kinder — — — — Bermischtes. F(Sonn⸗ und Mondfinsternisse.) In diesem Jahre finden 2 Sonnen⸗ und 2 Mond⸗ finsternisse statt. In unserer Gegend wird jedoch nur die erste Mondfinsterniß zum Theil sichtbar sein. Sie ist eine bedeutende partielle, bei welcher nahezu neun Zehntel des Monddurchmessers ver⸗ instert werden, doch geht der Mond für Deutsch⸗ sand erst nach der Mitte der Finsterniß auf. Die— 'elbe findet statt in den Nachmittagstunden des 30. März und dauert etwas über 3 Stunden; sie wird in Asien, Australien und im östlichen und mittleren Theile Europas und Afrikas zu sehen sein. F In Mannheim sind die Blattern ausge⸗ brochen und ist der Wirth „zur goldenen Gans“ an denselben gestorben. Die Behörde hat alle gegen die Weiterverbreitung der ansteckenden Krankheit gebotenen Maßregeln getroffen. FSchwabach (Milttelfranken), 8. Januar. Rach soeben von der Magdeburger Waisenhaus⸗ lommission eingetroffener Mittheilung hat dieselbe am 2. d. M. den Bau des Reichsweisenhaus zu Schwabach fest beschlossen. Mit demselben wird in nächster Zeit begonnen werden. F Das „Neue Wiener Tagblatt“ läßt sich aus München eine etwas abenteuerliche Geschichte mel⸗ den, nach welcher weder der Herzog von Cumber⸗ and, noch der König von Sachsen, noch sonst eine ürstliche Persönlichkeit, sondern drei Münchener die gesetzlichen Erben des Privatvermögens des Herzogs von Braunschweig seien! Herzog Karl J. von Braunschweig⸗Bevern, geboren am 1. Oktober 1718, gestorben und 26. März 1780, sei nämlich am 19. Rovember 1753 zu Bamberg eine gesetzlich giltige The eingegangen mit der dortigen Müllerstochter Anna Maria Scherl. Von den Nachkommen der ünf dieser Ehe entsprossenen Kinder seien jetzt nur rioch drei am Leben, nämlich der in Bamberg im Armenhaus lebende Pfründner und frühere Satt⸗ ermeister zu München, Georg Bevern und dessen n München lebende zwei unverehelichte Kinder, erek. Vorreiter Max Bevern und die Hofschau⸗ pielerin Marxia Bebern. Sowohl der Diamanten-— Als monarchische Spitze des künftigen kongostaales wird jetzt der Herzog Philipp zu zachsen · Koburg, Schwiegersohn des Konigs der helgier, bezeichnet. Derselbe ist Generalmaior in ssterreichischen Diensten. Deutiches Reich. Berlin, 9. Januar. Gegenüber den cursiren⸗ en Gerüchten über ein Unwohlsein des Kaisers ist n bemerken, daß der Kaiser heute Vormittag wie lewöhnlich den Regierungsgeschäften obgelegen hat. Beriin, 9. Januar. Von bestunterrichteter mird di⸗ Machricht über eine von der Reqier⸗ jerzog als der verstorbene Herzog Wilhelm hätten von der Existenz dieser Verwandten gewußt und Ersterer sei nur durch einen Betrug seines franzö⸗ ischen Kammerdieners abgehalten worden, diesen Verwandten die später der Stadt Geuf zugefallene Summe zu vermachen! Wir müssen natürlich dem Wiener Blatte die Verantwortung für diese Mit— cheilungen überlassen. Berlin, 8. Januar. (Walten des Zu⸗ jalls.) Am Sonntag Abend wollte an der Muͤnz- und Weinmeisterstraße ein etwa siebenjähriges Mädchen den Straßendamm passiren, hatie aber dabei das Unglück zu fallen und wäre um ein Haar überfahren worden, wenn nicht ein älterer Herr mit eigener Gefahr die Kleine bei Seite ge⸗ jzogen und emporgehoben hätte. Das heftig wei— ztende Kind vermochte vor Schluchzen nicht zu sprechen und deutete, auf die Frage nach seinem Namen und seiner Wohnung, nur nach der Gegend der Münzstraße, wohin sie zu gelangen wünschte. Dort bezeichnete sie nunmehr das Haus, in dem hre Mutter wohnte. Der alte Herr begleitete das inmer noch weinende Kind bis in die drei Treppen hoch gelegene Wohnung, klingelte und übergab es der öffnenden jungen Mutter, mit kurzen Worten en Unfall berichtend. Im Dämmerlicht vermochte die junge Frau die Gesichtszüge des Fremden nich— zu erkennen, aber schon die ersten Töne erweckten »eine Erinnerung an langst vergangene glückliche Zeiten in ihr. Der dringenden Bitie der Muite einzutreten, konnte der alte Herr nicht widerstehen ind er folgte ihr in das erleuchtete Zimmer. Welche Szene sich da abgespielt, das brauchen wir unseren resern nicht zu schildern, wenn wir ihnen die That— ache mittheilen, daß der Großvater sein einziges enkelkind gerettet hatte. Er war seit neun Jahren non seiner Frau geschieden und hatte diese Zeit iber in Lübeck gelebt, und daselbst weder von der Frau noch von der Tochter und deren Kinde ein Lebenszeichen erhalten. Eine Geschäftsreise hat ihn etzt nach Berlin geführt.— Eine Stunde später tanden die beiden geschiedenen Ehegatten mit Thränen in den Augen sich gegenüber, Groll und Bitterkeit schwanden aus ihren Herzen und die Lersöhnung war eine so aufrichtige, daß daß Paar rür seinen Lebensabend wohl treu vereint bleiben dürfte. FBasel, 8. Januar. Wie die „Allgem. Schweizer-Zeitung“ meldet, ist heute früh um 7 Uhr bei dem an der Station Oerlikon (Zu9rich) stattge⸗ Jabten Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge Niemand jetödtet, aber mehrere verwundet worden. Ein Schaffner wurde lebensgefährlich verletzt, eine Loko— motibve und 6 Wagen ganz oder theilweife zer⸗ srümmert. Der Zusammenstoß soll durch unrichtige Weichenstellung herbeigeführt worden sein. FParis, 9. Januar. Das Schwurgericht sprach Frau Clovis Hugues von der Anklage der Ermordung Morins frei, verurtheilte sie jedoch mit Rücksicht auf den Zivilklager zu einer Entschädig ungssumme von 2000 Franks mit Zinsen sowie in Kosten. Madred, 9. Januar. In den Provinzen Malaga und Granada sollen in Folge der fort⸗ dauernden Erderschütterungen gegen 40,000 Per— onen ihre Wohnsitze verlassen haben und nach an—⸗ deren Provinzen ausgewandert sein. Sterbefälle. Gestorben: in Landau Gustav Wolff, Rent— ner, früher k. Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einnehmer; in Rülzheim Franz Peter Wünstel, 88 J. a.; n Westheim Franz Kuhm, Löwenwirth, 49. J. a. an Hirnschlag); in Wachenheim Georg Peter Schmitt, Gutsverwalter; in Speier Gotthard Dohrr, Gärtner, 67 J. a.; ebendaselbst Ludwig Sohn, 29 J. a.; ferner Frau Sofie Bunger, geb. Wingenfelder, 58 J. a.; in Oberhausen a Appel Friedrich Mühlberaer. 74 J. a. Fur di⸗ Redaktisn verantwortlich: F. X. Deme z. —— ———— 50OMn. Licitation. und Zubehör, gelegen zu St. Ingbert in der Schaafgasse 5 — Die Arbeiten und Lieferungen für den 33 und Johann Joseph Ausbau der katholischen Kirche zu Spiesen, Elgenthümer sind: veranschlagt im Ganzen zu 532000 tk., sollen im Wege der Submission 1. Fran Wagner Maschinenwärter vergeben wetden. Pläne, Kostenanschlg und Bedingungen liegen bei dem Unter. zuf der Anlage Dechen in Rheinpreußen, zeichneten zur Einsicht offen. Offerten sind bis zum 23. Januar d. J. roßjähriger Sohn des in St. Ingberi bei demselben versiegelt einzureichen. vohnhaft gewesenen und berlebten ergmannes Johann Wagner III., zus dessen erster Ehe mit der verlebten! Nargaretha Steinfeld; 2. die Kinder und Erben zweiter Ehe des Verlebten —A nit der gleichfalls verstorbenen Katha— Das Büreau des Unterzeichneten ist vom 1. ds. Mts. in die cina Paul, als: a. Katharina Wageih: 8— er gewerblose Ehefrau n Joham Risch bach bei St. Ingbert verlegt. Dortselbst werden von jetzt ab Joseph Schmitt, Bergmann; b. Zein· (an den Wochentagen) auch die an die Knappschaftskasse geschuldeten ich Wagner, Arbeiter; diese groß· Kapitalzinsen im ehemaligen Krankenhause erhoben. ährig; c. Anna, d. Maria, e. Mar Der Hauptknappschafsrechner: jar tha, fF. Johann und g. Katharina E Zimmernanu Wagner; diese fünf noch minderjährig — velche genannten Franz Wagner zun 33 34 dauptvormunde und Johann Joseph Kantonal-⸗Hilfsverein der Kaiser⸗Wilhelm-Stiftung. dißling, Bergmann zum dn Die ordentliche wpe — AÄlle in St. Ingbert wohn⸗ * Generalversammlung J . z findet Montag den 12. Januar nachmittags 3 Uhr im Stadthaus⸗ sSt. daghe Jan. 1885 jaale statt, und werden die Mitglieder hiczu eingeladen. eee Der Ausschuß. „Mein Büreau Lohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg. 38— seit dem — Wir übernehmen jederzeit: der Wohnung meines ellvertreters. herrn Keck hier, (Unterstadt.) Flachs. Hanf ur /d Abwerg EFAss Pßùnder, um Spinnen und Weben. Länge des Schneliers 1288 Meter. Bahn⸗ k. Gerichtsvollzieher. racht hieher und zurück auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigste ä—— AXLLE.. Preise. Garn und Leinwand bon bester Qualität. Unsere Herrn Agenten Fine Gastwirthschaftn nähere Auskunft: in St. Ingbert J. Friedrien. (verbunden mit Herberge) e Für weitere Orte werden Agenten gesucht. Offerte erwünscht. — nit 7 Betten und sonstigem Mobiliar — st zu vermieten zu höchst beschei⸗ enem Preise. Näheres in der Expedition des Bl. Witze und Anekdoten Todtlachen. Neue, reichhaltige 9— „oten Sammlung. Zur Unterhaltung ür lachlustige Leute. Sechszehn 3 Breis für alle 16 Hefte 80 Pf., gegen, 30 Pf. in Briefmarken. Franko⸗Zu— endung von der Körner'schen Buch— andlung in Erfurt. — — — — Schöne Tauben erkauft Montag, den 26. Januar 1885, Morgens 11 Uhr, zu —— in der Wirthschaft der Wittwe von Julius Grewenig, werden durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauf⸗ ragten kgl. Notar der Abtheilung vegen auf Eigenthum versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 2818, 14 a Fläche worauf ein Wohnhaus mit Hof-⸗ raum, und Plan Nr. 281812 31 a 40 qm Acker dabei, das Ganze gelegen zu St. Inghert auf der Meß neben Eigenthümern selbst und Ludwig Vogelsang, — in 2 Parzellen; Plan Nr. 2819, 6 a 80 4n Acker allda; Eigenthümer sind: Die Wittwe, Ktinder und Erben des zu St. Ing bert wohnhaft gewesenen und verlebten Rentners Karl Michael Laur, als: J— dessen Wittwe Louise Lindemann, ohne Gewerbe; II. dessen Kinder und Erben, nämlich: 1. Heinrich Laur, Weinhänd⸗ ier; 2. Henriette Elisabetha Woll eige— nen Namens und als einzige Erbin ihrer verlebten vollbürtigen Schwester Maria Louise Woll, minderjähriges Zind der zu St. Ingbect veriebten Kaufmannseheleute Johann Woll und Maria Laur, vertreten durch obigen Heinrich Laur, als Hauptvormund,, und durch Franz Woll, Kaufmann und Organift, als Nebenvormund; 3. Hermann Laur, Gerber; — diese alle in St. Ingbert wohnend; — 4. Leonie Felicie Drappier, ledig, grebjährig, ohne Gewerbe, in Tirlemom in Bel— gien wohnhaft, einziges Kind und Erbe der verlebten Tochter Anna Laur, er— zeugt mit ihrem hinterbliebenen in Tir⸗ emont wohnenden Wittwer Ludwic Drappier, Kaufmann. St. Inabert, den 10. Jan. 1885 kemmer, k. Notar. * * * Licitation. wir Gr dw 393 Brust⸗n.Lungenleidende ——— und solche Personen, welche an Husten, Katarrh, Heiserkeit, Ver schleimung Ke. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die seit 18 Jah- ren bewährte Vorzüglichkeit des ächten rheinischen Trauben-Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür— lichste, für Erwachsene wie Kinder 77 gleich angenehmste ) n zuneest iel, weles hober⸗ * 5haupt geboten werden A tann, aufmerksam ge— macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver— Hlußmarke in St. Ingbert bei J. Friedrich in 8t. Johann bei F. P. Dudenhoffer und N. Magi⸗ iot; in Blieskastel bei Apotheker Diedenhofer. rs fär wi hon zu m! fren kon un Montag, den 26. Januar 18885, Morgens 2211 Uhr, in der Wirth⸗ schaft von Philipp Emrich dahier, wird durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar öffentlich nuf Eigenthum, der Abtheilung halber, ersteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 1440110 2 à 70 qm Acker im Schaafweiher, jetzt Wohnhaus, Hofraum, Gärichen lverkauft Emsor Pastillon (aent in plombirten Schachteln) ein bewahrtes Mittel gegon IIus- tem, Heiserkeit, ver— sehleimnng, —X sehwücehe und Verdanm— Ungsstörimg. Emser Victoriaquelle. Vorräthig in St. Inghert boei Peter Fery u. AlIbr. Zorm. Apotheker. xsanid Wilhelms-Folsenquelle in Ems. Klköchh dßg 7— 3. — eerx Kartoffeln Michel Fries. —2 — 52m———4⸗— * 11 115 Tar194 XE —5 —R 24 —8 ðl — —38 7 * F * — 4 —52 I8 —3 —8 —7 —23 d * — ———— — —— —— —S —FUII— —38 * 98 J — —BR89 4 ——— — —98— * 2 —z968 2 A— — 536 4 — —— ——8 * — ——8 * 4 — —— 41 9 —308 7— AA * J——— * —51—— — 583 * —BBEBR * J 16 —1 UIIIMB ß — 8 F —3 * AM—— — —38 — —J —WB —* ——2 7 —HB8 F 8 bb —* * ——6 3* — *1 * * 4 ** * 23 2 — * —* Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltugt Biatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljäͤhrlich 1M 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen LA 75 4, einschließli 0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 H, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Möä. Sonntag, 11. Januar 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. ung mene Eauee, ob Triest oder Genua ein vortheilhafterer Ausgang für die deutschen sub— Der Reich sstag drat am Donnerstag bei Fentionirten Dampfer * 4. eeeen Wiederbeginn seiner Thätigkeit in die Berathung iche Encueie als sehr entbehruich bereichnet es Elats des Reichsamts des Innern. und zwar —— hehiell des Auswanderungäwesent, Im Verlaufe Newyork, 9. Januar. Wie verlautet, sind er Verhandlungen, die wir nur in sehr gedrängter ie Agenten der englischen geheimen Polizei in den jusammenfassung wieder geben können, kam es zu Zesih don Beweisen gelangt, daß in Wesimoreland echt lebhasten und scharfen Auseinandersetzunaen. Founty (Pennshlvania) eine machtige geheime Ge⸗ ʒlaatsminister v. Botticher: Ueber das Aus ellschaft von Dynamilarden bestehe, weiche fuͤr die banderungsgesetz sind die Vorarbeiten noch nicht hien in England stattgehabten Erplosionen direkt vbgefchlossen. AÄbg. Dirichlet (eutsch. freisinnigh antwortlich zu machen sei ehauptet, der neue Zolltarif sei an der Auswan⸗ —Eo Der neue Zoll⸗ mif habe die Wohlhabenheit gehoben und diese ieder die Auswanderung vermehrt. Auch die hohen rommunalsteuern befordern die Auswanderung. ibg. Richter hebt die Auswanderung der Tabak⸗ rbeiter und die Auswanderung aus den armen indlichen Bezirken hervor. Fürst Bismarch: Diese uswanderung beweise nur, daß dort keine Wohl⸗ abenheit herrsche und daß unsere Arbeit noch mehr eschügt werden müsse. Kleine Besitzer wandern us, weil ihre Arbeit nicht mehr belohnt wird. luf Richters Frage, wie er die Lasten mindern olle, aniworte er: durch Erhdhung der Kornzölle. tr sei hierbei im Einverständniß mit allen Land⸗ irthen. Redner faßte seine Ausführungen dahin isammen, die Wohlhabenheit sei nicht der einzige zatlor der Auswanderung. Es gebe auch Leute, je aus Unzufriedenheit auswandern, so lange sie jeld dazu haben. Deutschland könne das Getreide, as es derbrauche, selbst bauen, wenn es bessere rerhältniss⸗ für die Landwirthschaft geschaffen habe urch die Erhöhung der Kornzölle. Redner ver⸗ pahrt fich dagegen, daß Das, was in Deutschland acht gut gehe, ihm in die Schuhe geschoben werde, ind fordert das Land zum Richter zwischen ihm ind dem Abg. Richter auf. Von den „Itzeh. Nachr.“ wird eine seltsame rachricht verbreitet. Dieselbe lautet folgendermaßen: Anfangs des Monots Dezember v. J. ist, wie ir erfahren, ein sehr bedeutender überseeischer zrundbesitz für Ansiedelungs-, wie kaufmannische wecke in schleswig; hossteinische Hände übergegangen. sie auf die Contractsabschlüsse bezüglichen Verhend— ingen mit dem Gesandten des in Berlin repräsen⸗ rten Staates sind durch den Handelskammersecre⸗ ar Hansen in Kiel geführt worden. Alles Nähere vird sofort nach erfolgter Anerkennung des Vertrages on Seiten der betheiligten Regierung, die ehestens u erwarten steht, bekannt gegeben werden; vorher mpfiehlt sich Schweigen mit Rücksicht auf gewisse remde Concurrenten, die auch in dem hier in Frage ommenden Distrikt nicht fehlen.“ Wir begnügen ing einstweilen mit der Registrirung dieser Nachricht.“ — Kaiserslautern, 9. Januar. In der heutigen Sitzung des k. Landgerichts hier wurde das Urtheil gegen Martin Fisch, Oekonom auf dem Hollidahofe, Gemeinde Dreisen gesprochen. Derselbe erhielt wegen jedem der beiden Vergehen der Un⸗ terschlagung eine Strafe von 8 Wochen und eine GBesammtstrafe von 1 Monat Gefängniß. (—isch datte Gelder im Betrage von 1200 Mk., die ihm aus Amerika für die Wasserbeschädigten zugegangen waren, nicht ausbezahlt.) — Herxrheim, 8. Januar. Zum Lehrer dahier wurde vom Gemeinderath Herr Franz Louis aus Lingenfeld, zur Zeit in Ensheim in Diensten, vorgeschlagen. — Der Verwaltungsrath des pfälzischen Lehrer⸗ vaisenstifts hat am 80. Dezember letzthin die Babenvertheilung pro 1884 vorgenommen. Im Banzen wurde eine Unterstützungssumme von 7557 ark unter 157 Waisen vertheilt. Außerdem vurden noch 148 Mark für etwa nothwendig wer—⸗ dende nachträgliche Unterstützungen dem Direktor zur Verfügung gestellt. Die niedrigste Unterftützung ür eine einfache Waise beträgt 44 Mk., die höchste Anterstützung, welche an eine Familie mit 7 Waisen nerabreicht wird, 308 Mark. Das Vermögen des Stiftes am Schlusse des Jahres 1883 betrug 74,908.01 Mark. kokale und pfaälzische Rachrichten. *St. Ingbert, 10. Januar. In der letzten S„mtrafkammersitzung des kgl. Landgerichts Zweibrücken ourden zwei 18jährige Burschen von hier, Heinrich dlos und Heinrich Conrad, die des Diebstahls nittelst Einsteigens beschuldigt waren, wegen Mangels trafbarer Einsicht freigesprochen. F Für die Geschäftswelt sowohl wie auch für veitere Kreise dürfte die Nachricht von Interesse ein, daß die Gebühren für Telegramme nach Amerika vom 1. d. M. ab eine Herabsetzung im 40 Pf. pro Taxwort (1 Taxwort — 10 huchstaben oder 3 Ziffern) erfahren haben. — VBom 1. d. M. ab ist ferner eine telegraphische Verbindung mit Westafrika EGenegal) durch dabellegung von der kanarischen Insel Teneriffa nach der westafrikanischen Küste hergestellt. Für dorthin gerichtete Telegramme ist zu berechnen eine HFrundtaxe (für 5 Worte) von 9 Mark und eine Worttaxe von 1 Mark 80 Pig. —* Im benachbarten Spiesen hat sich in der Neujahrsnacht ein Schießheld durch einen un— dorsichtigen Schuß die eine Hand schwer verletzt. —* Die Standeßakten des Standesamtsbezirkes Ensheim für das Jahr 1884 weisen nach: a. Geburten: m. weibl. unehelich Total für Enshein: 832 28 — 60 * „Eschringen: 10 4 — 14 Summ 42 32 — 74 darunter 2 Zwillingspaare. b. Sterbfälle: m. weibl. unehelich Total ür Ensheim: 19 37 — 56 „Eschringen: 8 7 — 10 Summa 22 44 — 66, vorunter 35 Sterbefälle von Kindern unter 5 Jahren. Nach dem Voranschlage der Gemeinde Ensheim vurden die Gleichstellungs-Umlagen für das Jahr 885 gleich dem Vorjahre auf 70 80 und nach »em der Gemeinde Eschringen auf 75 80 festgestellt n leßzterer Gemeinde demnach gegen das Vorjahr im 2/0 gemindert. tf. Von der Blies, 9. Januar. Gestern uhr der Knecht der Mühlenbesitzer Herren Ge⸗ zrüder Ritter von Herbißheim in Geschäften in die Irte des obern Bickenalbthales. Im Orte Peppen⸗ um führt der zu passirende Weg etwas bergab ind der Knecht mußtle die Pferde, wie man sagt, am Kopfe nehmen, um die nöthige Richtung auf die zu befahrende Brücke zu bekommen. Unglück⸗ icherweise jedoch glitt der Knecht auf dem gefrore— ien Wege aus, fiel zu Boden und der ins Rut⸗ chen gerathene Wagen ging demselben über den dopf. Der Unglückliche war sofort eine Leiche. Dderselbe ist aus Mauschbach, Wittwer, und hinter äüßt zwei unversorgte Kinder. Bermischtes. F(Soöonn- und Mondfinsternisse.) In diesem Jahre finden 2 Sonnen⸗ und 2 Mond⸗ finsternisse statt. In unserer Gegend wird jedoch aur die erste Mondfinsterniß zum Theil sichtbar ein. Sie ist eine bedeutende partielle, bei welcher nahezu neun Zehntel des Monddurchmessers ver⸗ instert werden, doch geht der Mond für Deutsch⸗ and erst nach der Mitte der Finsterniß auf. Die⸗ elbe findet statt in den Nachmittagstunden des 30. März und dauert etwas über 3 Stunden; sie wird in Asien, Australien und im östlichen und mittleren Theile Europas und Afrikas zu sehen sein. F In Mannheim sind die Blattern ausge⸗ zrochen und ist der Wirth „zur goldenen Gans“ an denselben gestorben. Die Behörde hat alle gegen die Weiterverbreitung der ansteckenden Krankheit gebotenen Maßregeln getroffen. F Schwabach (Mittelfranken), 8. Januar. Rach soeben von der Magdeburger Waisenhaus— ommission eingetroffener Mittheilung hat dieselbe im 2. d. M. den Bau des Reichsweisenhaus zu —AV in nächster Zeit begonnen werden. F Das „Neue Wiener Tagblait“ läßt sich aus München eine etwas abenteuerliche Geschichte mel⸗ den, nach welcher weder der Herzog von Cumber— and, noch der König von Sachsen, noch sonst eine ürstliche Persönlichkeit, sondern drei Muünchener die zesetzlichen Erben des Privatvermögens des Herzogs »on Braunschweig seien! Herzog Karl J. von Braunschweig-Bevern, geboren am 1. Oktober 1713, gestorben und 26. März 1780, sei nämlich am 19. Rovember 1753 zu Bamherg eine gesetzlich giltige khe eingegangen mit der dortigen Muͤllerstochter Unna Maria Scherl. Von den Nachkommen der ünf dieser Ehe entsprossenen Kinder seien jetzt nur nioch drei am Leben, nämlich der in Bamberg im Armenhaus lebende Pfründner und frühere Satt⸗ lermeister zu München, Georg Bevern und dessen n München lebende zwei unverehelichte Kinder, der k. Vorreiter Max Bevern und die Hofschau— pielerin Maria Bebern. Sowohl der Diamanten⸗ Als monarchische Spitze des künftigen dongostaates wird jetzt der Herzog Philipp zu Sachsen · Koburg, Schwiegersohn des Königs der Jelgier, bezeichnet. Derselbe ist Generalmajor in sterreichischen Diensten. Deutsches Reich. Berlin, 9. Januar. Gegenüber den cursiren⸗ en Gerüchten über ein Unwohlsein des Kaisers ist voemerken, daß der Kaiser heute Vormittag wie ewöhnlich den Regierungsgeschäften obgelegen hat. X die Nachricht über eine von der Regier—⸗ MI herzog als der verstorbene Herzog Wilhelm hätten von der Existenz dieser Verwandten gewußt und Ersterer sei nur durch einen Betrug seines franzö⸗ sischen Kammerdieners abgehalten worden, diesen Verwandten die später der Stadt Geuf zugefallent Summe zu vermachen! Wir müssen natürlich dem Wiener Blatte die Verantwortung für diese Mit heilungen überlassen. f Berlin, 8. Januar. (Walten des Zu⸗ falls) Am Sonntag Abend wollte an der Munz⸗ und Weinmeisterstraße ein etwa siebenjähriged Mädchen den Straßendamm passiren, hatie aber dabei das Unglück zu fallen und wäre um ein haar überfahren worden, wenn nicht ein älterer Herr mit eigener Gefahr die Kleine bei Seite ge⸗ zogen und emporgehoben hätte. Das heftig wei— nende Kind vermochte vor Schluchzen nicht zu sprechen und deutete, auf die Frage nach seinem Namen und seiner Wohnung, nur nach der Gegend der Münzstraße, wohin sie zu gelangen wünschte. Dort bezeichnete sie nunmehr das Haus, in dem ihre Mutter wohnte. Der alte Herr begleitete das immer noch weinende Kind bis in die drei Treppen hoch gelegene Wohnung, klingelte und übergab es der öffnenden jungen Mutter, mit kurzen Worten den Unfall berichtend. Im Dämmerlicht vermochte die junge Frau die Gesichtszüge des Fremden nickt zu erkennen, aber schon die ersten Töne erweckten eine Exrinnerung an längst vergangene glückliche Zeiten in ihr. Der dringenden Bitie der Mutter inzutreten, konnte der alte Herr nicht widerstehen, ind er folgte ihr in das erleuchtete Zimmer. Welche Szene sich da abgespielt, das brauchen wir unseren Lesern nicht zu schildern, wenn wir ihnen die That— jache mittheilen, daß der Großvater sein einziges Enkelkind gerettet hatte. Er war seit neun Jahren »on seiner Frau geschieden und hatte diese Zeit über in Lübeck gelebt, und daselbst weder von der Frau noch von der Tochter und deren Kinde ein Lebenszeichen erhalten. Eine Geschäftsreise hat ihn etzt nach Berlin geführt. Eine Stunde später tanden die beiden geschiedenen Ehegatten mit Thränen in den Augen sich gegenüber, Groll und Bitterkeit schwanden aus ihren Herzen und die Versöhnung war eine so aufrichtige, daß daß Paar für seinen Lebensabend wohl treu vereint bleiben dürfte. F Basel, 8. Januar. Wie die „Allgem. Schweizer⸗Zeitung“ meldet, ist heute früh um 7 Uhr bei dem an der Station Oerlikon (Zurich) stattge⸗ jabten Zusammenstoß zweier Eisenbahnzüge Niemand zetödtet, aber mehrere verwundet worden. Ein Schaffner wurde lebensgefährlich verletzt, eine Loko— mative und 6 Wagen ganz oder theilweise zer— rümmert. Der Zusammenstoß soll durch unrichtige Weichenstellung herbeigeführt worden sein. F Paris, 9. Januar. Das Schwurgericht sprach Frau Clobis Hugues von der Anklage der Ermordung Morins frei, verurtheilte sie jedoch mit Rücksicht auf den Zivilkläger zu einer Entschädig— ungssumme von 2000 Franks mit Zinsen sowie in Kosten. Madrid, 9. Januar. In den Provinzen Malaga und Granada sollen in Folge der fort— dauernden Erderichütterungen gegen 40,000 Per— sonen ihre Wohnsitze verlassen haben und nach an— deren Provinzen ausgewandert sein. oo Sterbefälle. Gestorben: in Landau Gustav Wolff, Rent⸗ ner, früher k. Steuer- und Gemeinde⸗Einnehmer; in Rülzheim Franz Peter Wünstel, 88 J. a.; 'n Westheim Franz Kuhn, Löwenwirth, 49. J. a. an Hirnschlag); in Wachenheim Georg Peter Schmitt, Gutsverwalter; in Speier Gotthard Doher, Gärtner, 67 J. a.; ebendaselbst Ludwig Sohn, 29 J. a.; ferner Frau Sofie Bunger, geb. Wingenfelder, 58 J. a.; in Oberhausen a Appel Friedrich Mühlberger, 74 J. a. Fur die Redaltion verantworilich: F. X. Deme 5. —E — —r 44 und Zubehör, gelegen zu St. 8 — j Licitation. Ingbert in der Schaafgasse *5 Suh I88IM. Jacob Woll und Johann Joseph Die Arbeiten und Lieferungen für den Kißling Ausbau der katholischen Kirche zu Spiesen, Eidenthümer sind: veranschlagt im Ganzen zu 532000 Pek., sollen im Wege der Submission 1. Fran Wacner, Maschinenwärter vergeben werden. Plane, Kostenanschlg und Bedingungen liegen bei dem Unter— auf der Anlage Dechen in Rheinpreußen, zeichneten zur Einsicht offen. Offerten sind bis zum 25. Januar d. J. zroßjähriger Sohn des in St. Ingbert bei demselben versiegelt einzureichen. vohnhaft gewesenen und verlebten Der Kirchenvorstand: Bergmannes Johann Wagner III., A. A. Der Vorsitzende, zus dessen erster Ehe mit der verlebten SoOh- TIGn., Bäckermeister. Nargaretha Steinfeld; 2. die Kinder 3 und Erben zweiter Ehe des Verlebten atga he. mit A eenn ane Das Büreau des Unterzeichneten ist vom 1. ds. Mts. in die ve geherblos⸗ * Johaun Raschbach bei St. Ingbert verlegt. Dortselbst werden von jetzt ab Joseph Schmitt, Bergmann; b. Hein⸗(an den Wochentagen) auch die an die Knappschaftskasse geschuldeten Wagner, Ardenn diese gewinhiusen im ehemaligen Krankenhause erhoben. ährig; c. Anna, d. Maria, e. Mar— zar da, f. Johann und g. Katharina Der Haupttuappschafsrechner: Wagner; diese fünf noch minderjährig, Bimmermann. velche genannten Franz Wagner zum F —T5XR. dauptvormunde und Johann Joseph Kantonal-Hilfsverein der Kaiser⸗-Wilhelm⸗-Stiftung. dißling, Bergmann zum Nebenvormunde Die ordentliche hen. S Aue in St. Ingbert wohn. 7 Generalversammlung —4 * z findet Montag den 12. Januar nachmittags 3 ühr im Stadthaus Sb dinben Jan. 1886 saale statt, und werden die Mitalieder hiczu eingeladen. —*6 Der Ausschußß. 7 RF — ß 7 rF z, Mein Büreau Lohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg —R seit dem v u in Wir übernehmen jederzeit: der Wohnung meines ellvertreters Herrn Keeck hier, (Unterstadt.) Flachs. Hanf urd Abwerg Pass bender, um Spinnen und Weben. Länge des Schneliers 1288 Meter. Bahn⸗ . Gerichtsvollzieher. hieher und zurück auf unsere Koften. Bedienung ganz reell. Billigste — CM.ILFAXLBreise. Garn und Leinwand von bester Qualität. Unsere Herrn Agenten Eine Gastwirthschaft nähere Auskunft: in St. Jugbert J. Friedriceh. (derbunden mit Herberge) E Für weitere Orie werden Adenten aefucht. Offerte erwünscht. 0 nit 7 Betten und sonstigem Mobiliar Ein flaifsge st zu vermieten zu höchs beschei in sleißiger enem Preise. Naheres in der Expedition des Bl. Schreiner geselle Wißze und Anekboten lindet sofort lohnende Stelle bei . Todtlachen. Neue, reichhaltige —— Vet. — in »oten · ammlung. Zur Unterhaltung ür lachlustige Leute. Sechszehn Heflen Hreis für alle 16 Hefte 80 Pf., gegen. 30 Pf. in Briefmarken. Franko⸗Zu endung von der Körner'schen Buch— sandlung in Erfurt. IXVCCT Schöne Tauben derkanft Montag, den 26. Januar 1885, Morgens 11 Uhr, zu St. In abert in der Wirthschaft der Wittwe von Julius Grewenig, werden durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauf— tragten kgl. Notar der Abtheilung vegen auf Eigenthum versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 2818, 14 a ZFläche worauf ein Wohnhaus mit Hof raum, und Plan Nr. 2818*5 31 4 40 qm Acker dabei, das Ganze gelegen zu St. Ingber auf der Meß neben Eigenthümer; selbst und Ludwig Vogelsang, — in 2 Parzellen; Plan Nr. 2819, 6 à 80 qm Acker allda; Eigenthümer sind: Die Wittwe Kinder und Erben des zu St. Jug⸗ bert wohnhaft gewesenen und verlebter Rentners Karl Michael Laur, als: J. dessen Wittwe Louise Lindemann, ohn⸗ Gewerbe; II. dessen Kinder und Erben nämlich: J. Heinrich Laur, Weinhänd ler; 2. Henriette Elisabetha Woll eige⸗ nen Namens und als einzige Erbin ihrer verlebten vollbürtigen Schwester Maria Louise Woll, minderjähriges Kind der zu St. Ingbert verleblen Kaufmannseheleute Johann Woll und Maria Laur, vertreten durch obigen Heinrich Laur, als Hauptvormund, und durch Franz Woll, Kaufmann und Organist, als Nebenvormund; 3. Hermann Laur, Gerber; — diese alle in St. Ingbert wohnend; — 4. Leoni⸗ Felicie Drappier, ledig, großjährig ohne Gewerbe, in Tirlemont in Bel— gien wohnhaft, einziges Kind und Erbe der verlebten Tochter Anna Laur, er⸗ zeugt mit ihrem hinterbliebenen in Tir⸗ lemont wohnenden Wittwer Ludwis Drappier, Kaufmann. St. Inabert, den 10. Jan. 1885 «emmer, . Notar. Licitation 4 Brust- u. Lungenleidende ——— & und solche Personen, welche an Husten, Katarrh, Heiserkeit, Ver⸗ chleimung ec. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die seit 18 Jah⸗ ren bewährte Vorzüglichkeit des ichten rheinischen Trauben-Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür— lichste für Erwachsene wie Kinder —7 gleich angenehmfte ) und zuträglichste he 2Mittel, welches über⸗ * /haupt geboten werden Anse tann, aufmerksam ge⸗ macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver— chlußmarke in St. Ingbert bei J. Friedrich in 8t. Johann bei F. P. Dudenhöffer und N. Magi— zot; in Blieskastel bei Apotheter Diedenhofer. Montag, den 26. Januar 1885 Morgens 2511 Uhr, in der Wirth⸗ schaft von Philipp Emrich dahier, wird durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar öffentlich auf Eigenthum, der Abtheilung halber, versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 1440 10 2 à 70 qm Acker im Schaafweiher, jetz Wobhnhaus. Hofraum. Garichen Emsor Pastillon Gaent in plombirten Schachteln) ein bewährtes Mittel gegen Eus- tem, Heiserlceit, vVer— sehleüömung. Mageu- sehwäcehe und Verdau—- ungsstöriuung. Emser Vietoriaquelle. Vorräthig in St. Inghert bei Peter Feryu. AlIhr. Forn. Apotheker. könig Wilhelms· Felsonquelle in Ems. I 9 ne GBe ar R — Ferx. Kartoffeln verlauft Michel Fries. Jei N⸗ ht er it ⸗ f en k F *82 — * 8 7 J * 9 3 F —2 2 9 *5 —88 9 — —* AA —6 5 7 257 53 — —27 * — —⏑ ——— 9 9*— * F4— — —— 8 —* 8* — 59 —— 37 — 3 —28 — * Fe —86 * — —* —— “Seo 8 3 —53 —ADB —88 5 —8 * —2 33* er B8 —08——— 5 1 —D6B——— F 9 —8 —998 3 * * — ia 53 *4 —38 F —D 6566 * * * kp— * * *AM. 7 —77 — J 888—8 —J —— 1 — 334 — * VI8 8 — — l 53 —3 2 —E —— A — —2— — 8 J — 3 —68 ——— —* ꝛ 7 9 48 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlic fünfmalz Am Montag, Titenstatg, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhau g Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich T A GO 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 , einschliexn 40 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertbeilt 15 4, Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M9. Politische Uebersicht. In der Freitagssitzung des Reichstages erklärte bei der Etatsberathung über das Oberseeamt Staats⸗ sekretär v. Bötticher, die Novelle zum Seeunfall⸗ gesetz sei in Vorbereitung. Auf eine Rede des pfälzischen Abg. Dr. Buhl und eine Anfrage des Abg. Dr. Lingens bezüglich Verhinderung der Wein⸗ und Bierfälschung erklärt Geheimrath Köhler, so sehr bezüglich einer theoretischen Lösung Einig— keit herrsche, so groß seien die Schwierigkeiten auf wirthschaftlichem Gebiete. Deßhalb erscheine der Zeitpunkt der gesetzgeberischen Regelung noch un— sicher. Bei Berathung der beantragten Beihilfe pon 50,000 Mk. zur Erforschung Zentralafrikas (wovon die Kommission 50,000 Mt. gestrichen) fritt der Reichskanzler Fürst Bismarck warm für die Bewilligung ein und führt aus, die Kolonial⸗ politik sei nur möglich bei einer beigeistert national gestimmten Reichstagsmehrheit. Bismarck erklärt sich energisch gegen die Rückverweisung an die Fommission. Das Haus beschloß nach lebhafter Debatte in namentlicher Abstimmung mit 135 gegen 128 Stimmen die Rückverweisung an die Kom— mission. — — — Nach der „Vossischen Zeitung“ würde der Reichstagsabgeordnete Oechelhäuser im Namen der Nationalliberalen einen Vörsensteuerentwurf ein— bringen, der auf dem Prinzipdes Schlußnoten⸗ zwanges mit steigenden Staffelsätzen beruhe. Deutsches Reich. Berlin, 10. Januar. (Reichsta g.) Erste Lesung des Nachtragsetats zum Bau einer Dampf⸗ barkasse für den Gouverneur von Kamerun. Lang- werlh Simmern verspricht wohlwollende Prüfung der Vorlage, die am besten in der Budgetkommission exfolgen könne. Stauffenberg erklärt Namens der darteigenossen für die Vorlage zum stimmen. Bunsen begrüßt die neue Colonialpolilik ebenfalls freudigst und hebt die Wichtigkeit Kameruns als Eingangs⸗ pforte zum Congogebiet hervor. Bissmar« de⸗ dauert die gestrige Ablehnung der 150,000 Mark. Wenn man keine Colonien wolle, solle man es offen sagen, um unnöthige Kosten zu ersparen. Ueber den Negeraufstand in Kamerun theilt Bismard mit: Anfangs Dez. habe die Regierung die Nachrich erhalten, daß einige Engländer doͤrt Friedensstörungen erregt. Nach Mittheilung eines polnischen Blattes sei dort Rodrosinski für englisches Protektorat thätig England wünsche solches nicht und habe schleunige Untersuchung zugesagt, aber der englische Konsul dort habe keine genügende Autorität, ein deutscher Gouverneur sei dori nothwendig. Nachdem noch Windhorst, Richter, Woermann und zu wiederhol⸗ lem Male Bismarck gesprochen hatten, wurde der Nachtragsetat in erstet und weiler Berathung an— Jenommen. Berlin, 10. Januar. Die Budget· Commission des Reichstages bewilligte den Marine⸗Elat.Ca— privi erklärte, die Mehrforderungen von 5 Millionen eien eine Folge der Colonialpolitik, die voriges Jahr aicht ganz so zu übersehen gewefen sei. Berlin, 10. Januar. Reichstagspräsident d. Wedell, Fürst Haztzfeld⸗Trachenberg, Oberbürger meister v. Forckended, Polizeipräsident v. Madai, Geheimrath Mendelssohn, der Präsident der See⸗ jandlung Rötger und Generalkonsul Landau for— derten zahlreiche Personen aus allen Kreisen zur Berathung üher zweckmäßige Maßrogeln 2ur Unter Montag, 12. Januar 1885. 20. Jahrg. ttützung der von dem Erdbeben in Spanien in Noth zerathenen Personen auf. Die erste Sitzung findet am Dienstag im Reichstagsgebäude statt. Ausland. Paris, 10. Januar. Im heutigen Minister— rath zeigte der Marineminister an, das Trans—⸗ vortschiff „Cholon“ sei mit Truppen und Kriegs— naterial am 6. Januar in Kelung eingetroffen. Der Kriegsminister berichtete über die Organisation don weiteren 6000 Mann Verstärkungen für Tong- king, welche Anfangs Februar abgehen sollen. Die Truppen sollen das Defils von Thatke besetzen, velches den Eingang Nord-Tongkings schließt. Das Journal „Paris“ bestätigt, daß Ferry alle in Shanghai befindlichen diplomatischen Agenten Frankreichs angewiesen habe, China zu verlassen. Melbourne, 10. Januar. Es sind hier Nachrichten eingegangen, die für authentisch gehalten werden und dahin lauten, daß zwischen dem Könige von Samao und dem dortigen deutschen Konsul ein Bertrag abgeschlossen wurde, wodurch Deuischland drei Sitze in dem Rathe des Köonigreichs gesichert werden. Die Wirkung dieses Zugeständnisses wird sein, daß der deutsche Einfluß auf diesen Inseln jedeutend erhöht wird des Dorfes mit der Nachricht, es sei ein Bär, er⸗ schreckten. —. Wie schwer oft Familien in kurzer Zeit durch Unglück heimgesucht werden, sehen wir in Folgendem: Nachdem vor kurzer Zeit der in den hesten Mannesjahren stehende Karl Sohn in Lan— dau, Sohn des Oekonomen Joh. Sohe in Speyer. durch einen Unglücksfall das Leben verloren, tras am 7. do. die Nachricht aus Amerika ein, daß der »or einiger Zeit dorthin ausgewanderte Sohn Lud. wig meuchlings aus Cifersucht erschossen wurde. Tiefe Trauer herrscht in der vielgeprüften Familie. — Dreisen, 6. Januar. Joseph Maier von Jakobsweiler, ein alter grauhaariger Fechtbruder welcher sich während der Weihnachtsfeiertage in den Karrmann'schen Vierkeller in Göllheim eingeschlichen und so stark dem Gerstensafte zugesprochen hatte, daß er am dritten Tage, als er aufgefunden wurde, kein Glied mehr rühren konnte, ist gestern gestorben. Vermischtes. F Gersicherungswesen.) Nach dem neuesten statistischen Jahresbericht über den Ge— schäfts - und Vrrmögensstand der 88 Lebensversiche⸗ rungs⸗Gesellschaften im Deutschen Reich stieg in den letzten 10 Jahren 1874 bis 1883 die Ge. sammt⸗Versicherungssumme dieser Gesellschaften um 1280 Millionen auf 2684 Millionen Mark und das Gesammtvermögen um 366 Millionen auf 765 Millionen Mark. In demselben Zeitraum wurden aus den vereinnahmten Prämien und Zinsen be— zahlt: an die Hinterbliebenen von 100 304 Ver— storbenen 289 Millionen Mark, für fällige Aus— steuern und Renten 33 Millionen Matk und 109 Millionen Mark wurden auf die gezahlten Prämien als Dividende vergütet. FSaarbrücken, 10. Januar. Gestern Nachmittag wurde, wie der „St. Joh.“Sbr. Anz.“ mittheilt, in der Saar unterhalb der Schleuse Gudingen die Leiche des Wildberger'schen Fuhr⸗ knechtes aufgefunden, welcher das Unglück hatte, mit Pferd und Wagen in den Saarkanal zu stürzen, und bei Liesdorf fand man die Leiche des Polizeidieners Schröderbon Fürsten hausen, betreffs dessen es noch unentschieden ist, ob man es mit einem Berbrechen oder Unglückefall zu thun hat. F In Mühl hausen starb nach zwölftägigem qualvollen Krankenlager eine Frau durch Bluͤtder giftung. Die Verstorbene hatte mit einer Wunde am Finger Wäsche gebläut und sich hierbei eine Vergiftung zugezogen, welche den bedauerlichen Aus— gang verursachte. F Das bayerische Kriegsministerium hat, wie das landwirihschaftl. Zentralkomite bekannt gibt, die Genehmigung ertheilt, daß die Magazins⸗ verwaltungen je nach der Verfügbarkeit von Maga⸗ zinsräumen die freihändigen Ankäufe von Weizen, Roggen und Hafer direkt vom Produzenten vom Monat Januar 1885 bis Ende März wieder auf⸗ nehmen können. Die von den kgl. Intendanturen einzuhaltenden Durchschnittspreise für den Ge—⸗ sammtankauf sind 8.72 Mk. für 1 Zentner Weizen, 8.22 Mt. für 1 Zentner Roggen und 6. 98 Mk. für 1 Zentner Hafer. Dem Ermessen der Inten⸗ danturen ist es jedoch anheimgegeben, die Preis⸗ grenzen im Januar und Februar in einzelnen Gar⸗ nisonen bis zu jenen Beträgen hinauszurücken, velche auf Grund der im Noveinber stattgefundenen —A————— — — 1422 rde Lokale und pfälzische Rachrichten. *St. Ingbert, 12. Januar. Die gestern Nachmittag im Verein „Casino“ stattgehabte Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebniß J. Präsident: Herr Karl Custer, Gerber. U. Präsident: Herr Konrad Pflug, Kleider— macher; Rechner: Herr Louis Grewenig, Kaufmann; Schriftführer: Herr Kaplan Hauscck. Außerdem wurden noch 16 Beisitzen gewählt. Die Wahl derselben ergab gegen früher einige Veränderungen, indem alte Mitglieder dus fielen und an deren Stelle neue gewählt wurden. — Aus Homburg, 9. Januar, wird der „K. 3.“ berichtet: Bei den unterm Gestrigen in der Umgegend von Waldmohr abgehaltenen Treib⸗ agden der Herrn Gebrüder Krämer von St. Ingbert erlegte einer der Schützen einen Keuler im Bewichte von ca. 170 Pfd., welch letzterer, nach⸗ dem er angeschossen war, sich umkehrte und seinen Begner umrannte, ohne diesen jedoch erheblich zu berletzen. An Wildpret wurden weiter erlegt: 11 Rehe, 3 Füchse, 25 Hasen und eine Anzahl Feld⸗ hühner. — Im Bahnhofe Langmeil kam am Frei— rag nach der „Pf. Pr.“ ein Weichenwärter so un⸗ glücklich unter die Räder eines einfahrenden Zuges. daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. — In einem Dorfe des Kantons Annweiler wurden vor einigen Tagen die Bürger durch die Nachricht erschreckt, es treibe sich in der Nähe des Dorfes ein Bär herum. Man glaubte allgemein das Thier sei den neulich in der Umgegend herum— iehenden Bärenführern entsprungen und zog Mor⸗ sens mit Flinten, Mist- und Heugabeln, Aexten, Dreschflegeln und wie die Waffen der Landleute alle heißen mögen, zu der gefährlichen Jagd auf den Bären aus. Behutsam und immer einige Jäger beisammen, ging man vor, bis man durch einen des Weges kommenden Handelsmann durch die Nachricht: „Gehen nor hem, des is jo 'n Sack!“ zum Stehen gebracht wurde. Ein Kohlen⸗ uhrmann von Erfweiler hatte nämlich einen Sac. jefüllt mit leeren Säcken verloren, den einige Witz ndo m hroan norsasjon ed anng die MRemaßusßr In Unterfranken beabsichtigt man Haus— haltungsschulen für Mädchen ins Leben zu rufen und zwar soll neben Rothenbuch im Spessart auch zu Tückelhausen im Ochsenfurter Gau eine Haus— haltungsschule für Bauerntöchter errichtet werden Mülheim a. Rhe; 9. Januar. Eine etwa 40jährige Frau eines Handwerkers hatte in der Weihnachtsnacht den Christbaum geschmückt und sich da wahrscheinlich mit einem gifthaltigen Zierrath die Hand verletzt, denn schon am ersten Feiertage schwoll der Arm bedenklich an und als ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde, war es zu spät. Heute ist die Bedauernswerthe ihren Leiden erlegen; es bleibt der Mann mit acht meist kleinen stindern zurück. Köln Es giebt doch sonderbare Käuze! Dieser Tage erhob sich ein Gast im Wiener Cafs und besah sich selbst in einem der großen Wand— spiegel. Ob er sich nun über sein leibhaftiges Conlerfei geärgert hat, weiß man nicht, aber man sat den Menschen plötzlich mit allen ihm zur Hand stehenden Gegenständen ein Bombardement auf das inschuldige Spiegelglas eröffnen, bis dasselbe unter dem wuchtigen Anprall einer metallenen Kuchenschale zertrümmerte. Nach vollbrachter Heldenthat ward der Fremde von einem Schuzmann zum Polizei⸗ präsidium geleitet, wo er ohne Widderrede 200 M. behufs Ersatz des zerstörten Spiegels deponirte. Der Maan machte durchaus nicht den Eindruck eines Irrsinnigen; wurde jedoch zur Vorsicht in ärzliche Beobachtung genommen. 4 Die Auswanderung über Bremen betrug m Jahre 1884: Deutsche 75,709, Angehörige inderer Staaten 27,342, zusammen 103,051. Die entsprechenden Ziffern waren im Vorjahre 36,388, 23,498 und 109,881. Wien, 10. Januar. Als Thäter der am 16. und 25. Oktober v. J. an der Eisenhändlerin Schink und dem Schriftsteller Köstler verübten Morde wurde von der Polizei der 18iährige Spänglergehilfe Navantil verhaftet, der bereits ein Beständniß abgelegt hat. 4 (Erd beben) Aus Newyork, 8. Jan., wird berichtet: Der Capitän der Barke „Isabel St. John“, die hier aus Cadix angekommen ist, herichtet, daß am 18. Dezember, als man sich im 38,51 Breitegrade und 29,55 Längengrade befand, die an Bord befindlichen Personen ein schreckliches Erdbeben, begleitet von fürchterlichem, donnerähn⸗ ichem überseeischen Gebrülle, wahrnahmen. pPanama, 8. Januar. (Opfer des Kli—- nas.) Frau Dingler, Gemahlin des ersten In—⸗ genieurs der Arbeiten zur Durchstechung des Isth⸗ nus ist am Sumpffieber gestorben. Dingler verlor in ⸗inem Jahre Frau, Sohn, Tochter und Schwiegersohn. Fur die Redaktion verovtwartlich gF. x Deme ß. Dse serbiiich und winterliche Zeit — die Zeit der Katarrhe — rückt heran und richtet unwill— ürlich unsere Aufmerksamkeit auf ein bewährtes Zeilmittel gegen dieses lästige Leiden — auf die Emser Pastillen. — Daß diese Emser Pastillen und zwar die von den König Withelm's Felsen— quellen in den Handel gebrachten und mit einer Zleiplombe versehenen viele Freunde im Reich und im luslande haben, beweist die von Jahr zu Jahr teigende Versandtziffer. — — —— ö e— — — ———2—m— ———————0O »— Bekanntmachung. Das Beifahren und Kleinichlagen von Granit und Me— laphyr, ferner die Lieferung des Kalrstein⸗Deckmaterials für die Siftriktsstrasßzen wird auf dem Wege der mündlichen Versteigerung vergeben, und zwar: Mitiwoch den 28. Januar, Nachmittags 2 Uhr, im Stadthaussaale zu Blieskastel, für den Distrikt Blieskastel; Montag den 2. Februar, Nachmittags 2 Uhr, im Stadthaussaalt zu St. Ingbert, für den Distrikt St. Ingbert; Sonnerstag den 5. Februar, Vormittags 9 Uhr, im Stadthaus saale zu Zweibrücken, für die beiden Distrikte Zweibrücken und Hornbach Kalksteindeckmaterial ist zu liefern für die Straßen: a. im Distrikt Blieskastel Aßweiler — Ormesheim, Aßweiler — Ommersheim — Heckendalheim, Gersheim — Niedergailbach und Reinheim —Obergailbach, Ehlingen — Rubenheim — Herbitzheim, Blickweiler — Wolfersheim, Habkirchen — Bliesmengen; b. im Distrikt St. Ingbert St. Ingbert — Eschringen — Gassenmühle II. und IV. Loos, Aßweiler — Ormesheim — Eschringen, Aßweiler —¶ Ommersheim — Heckendalheim J. Loos, St. Ingbert — Oberwürzbach; ec. im Distrikt Zweibrücken Böckweiler — Mimbach, Bubenhausen — Wattweiler; d. im Distrikt Hornbach Irheim — Altheim — Schuwermühle, Hornbach — Gersheim, Zweibrücken — Riedelberg, Hornbach--Wollmünster, Böckweiler — Mimbach, Brenschelbach — Blumenauermühle. Bedingungen und Loos-Verzeichnisse liegen bis zum Versteigerung⸗ Einsicht hieramts offen. Zweibrücken, den 9. Januar 1885. Königl. Bezirksamt Dr BehIlIagiutw eit. Todes⸗Anzeige. Freunden, Verwandten und V.tannten die Trauernachricht. daß unsere liebe Großmutter — Anna Maria Schilling geb. Brunion, Hebamme, 86 Jahr alt, heute Nacht 1e Ubr sanft in dem Herrn ver— schieden ist. St. Ingbert, den 12. Januar 1885. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mitiwoch Morgens um 9 Uhr statt. 7 2 Geschäfts-Eröffnung. Dem hiesigen und auswärtigen Publikum beehre ich mich ergehenst mit— zutheilen, daß ich unterm Heutigen mein Geschäft als Kleidermacher vberbunden mit Tuchverlag eröffnet habe. Um geneigten Zuspruch bittet St. Ingbert, den 12. Januar 1885. Hochachtungsvoll LEOnBT. PHuz iunm. Die Wohnung befindet sich Ludwigsstraße Nr. 154 1V. Rechnungen » 337pn— Gebrauch sind stets vsrräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers Mein Büreau defindet sich seit dem 1. ds. Mts. ip der Wohnung meines Stellvertreters Herru Keck hier, (Unterstadt.) HBPAss PSEMGAGI, kGerichtsvollzieher. Auflage 331,000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ ʒeiten. Alle 14 Tag eine Nummer. Vrei⸗ Zierte jährlich M. 1.252* 75 Kr Jaͤhrlich erscheinen 21 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be— schreibung, welche das Janze Gebiet der Garderobe und Leibwäsch ir Damen, Mädchen und Knaben, wie fü as sartere Kindesaller umfassen, ebenso di deibwasche fur Herren und die Bett- und Tischwäsche etc, wie die Handarbeiten in ihrer ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmusteꝛ für alle Gegenstände der Garderobe und etw 100 Muster · Vorzeichnungen für Weiß⸗ ur⸗ Bunistickerei, RNamens⸗Chiffren ꝛc. Abonnementis werden jederzeit angenomme bei allen Buchhandlungen und —XW — Probe⸗Nummern gratis und franco —X die Trpedinon, Verlin W, Potsdamer Sut 8. Wien J, Ovpernqgasse 33 —IL— . 5 Desfinitiv am ebruar TSS IXA 2möblirte Zimmer mit und ohne Kost zu vermiethen. Wo 'aagt die Expedition. Wohlthãtigkeitslotterie- Ziehung fur bedürftige Frauen und Mädchen. 10,200 Glield gewinne mit MATrI 75. OOO baar Geld ohne jeden Abzug. liehung ohne Verschub 5. Fobhruar 1885 2 2200002 Krieger-Vereins⸗ Zeitung. Verlag: A. Gehlhaar Berlin C., Nikolaikirchhof 13. Post⸗Abonnement nur 50 Pfg. pro Vierteljahr. Bei direkter Bestellung auf je 6 ein Frei⸗Exemplar. Jede Woche erscheint eine Nr. in größtem Folioformat, 4- 6Seiten stark. Jeder Nummer der „Krieger⸗ Vereins⸗Zeitung“ liegt die „Franen⸗Zeitung“ gratis bei. 200000000 Druck und Masag höan T Demonr in Sft Inqnhoört heneral · Agent. A. n. B. Schuler, Muͤnchen. LOoseo hier vorräthigboi: Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei Haupt⸗Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wigshafen a. Rh. J. der Shnienmn asteste Robere Apen Fachschulse für e —XX Vorunterrient Aufnahme: — trei— Arril u. 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Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.AM 60 S einschließlich Tragerlohn; durch die Poft bezogen 14 75 4, einschlietl⸗ 10 ⸗Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 4, Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. ———— — M 10. Dienstag, 13. Januar 1885. 20 Jahrg Politi akuten Charakter angenommen. Die Lage in diesem J der englischen Regierung stattfand, wie dies die Volitische Uebersicht. ae aen und * bindenden Kraft, welche Beschränkung unserer Okkupation auf das südliche *Der Abgeordnete Payer hat folgenden das Gee⸗ sonst die verschiedenen Theile eines Staates zun. Feftade beweist . Wie h nmeer Fall in rihtskosttenwesen betreffenden Antrag im sammenhält und sie mit gleichartigem Geiste erfüllt, Bezug auf andere Luͤnder sein mag, in Neu— Feichstage eiugebracht · Der Reichstag wolle be⸗ entbehrenden Staatsgebilde ist eine solche, daß man Guinea wenigstens hat Deutschland sich den fein— esolnion Nd Reicho von einem „Kriege Aller gegen Alle“ sprechen sten Bissen gesichert. Der größte Theil der süd⸗ ages vom 14. Juni 1881 abermals die Erwartung ann. Das neue Staatsgrundgesetz, welches das lichen Küste von Neu-Guineaist nach der Ausfage auszusprechen, daß die verbündeten Regierungeü Reich nach dem Muster der „Vereinigten Staaten D'Albertis und Anderer niedriggelegen, fumpfig spate stens in der nächsten Session Vorfchlage machen 4 Norde Amerika“ umbildete, hat sich nicht ein. und absolut ungeeignet für europasche Kolonifatson, werden. Welche eine durchgreifendere Ermätigung hen hne Vier Einzelstaaten sind bereits ab aber längs der nordöstlichen Kuste, an den Abdach der Gerichtsgebühren herbeiführen, als durch das zefallen und auch der Staat Panama, feit Langem ungen des Charles Louis Gebirges, finden fiqh, Gesetz vom 29. Juni 1881 gewãhri worden ist hae Schmerzenskind des Reiches, versucht sich los- wie neuere Forscher berichten, viele vortreffliche und welche mit der Revifion des Gerichtskosten — zureißen, so daß ein völliger Zerfall der Republik Landstrecken, wo der Ansiebler die Höhe und das eseßes ine solche der Gebühren-Ordnung für drogt. In der That besteht eine Partei im Lande, Klima sich aussuchen kann, die ihm“ am desten sechtsanwälte verbindet. welche die Trennung der Staaten der columbischen zusagen, und woselbst die Vegetation durch Flusse, Union und das Protektorat der großen nordameri- die von den hohen Gebirgen des Inneren kommen, kanischen Republik, besonders über Panama, an- fortwährend grün erhalten wird. Der Werth Angra trebte. Daß unter solchen Verhältnissen der Wohl⸗ Pequenas mag etwas zweifelhaft sein, an der Nord— stand des Landes leidet und der Handel lahmge- küste Neu-Gnineas jedoch hat sich Deutschland sicher⸗ legt wird, bedarf keiner Begründung. Die fort lich eine ausgezeichnete Stelle für den Beginn währenden inneren Kämpfen haben es so weit ge- deutscher Kolonisation ausgesucht.“ Wenn diese bracht, daß die Republik, welche nächst Peru die Werthschätzung der deutschen Erwerbungen auf Neu⸗ reichsten Golde und Silberminen Süd-Amerikas Guinea richtig ist, so steigt damit die Bedeutung besizt, gezwungen ist Papiergeld einzuführen. der in der Südsee engagirten Interessen ganz außer— Eine Interveution der Rereinigten Staaten von ordentlich. Was uns disher noch immer fehlte, Nordamerika gilt unter solchen Umständen für wahr· und auch in Westafrika noch nicht gefunden ist, das cheinlich. sind Ländereien, die sich zur Kolonisation durch deutsche Auswanderer eignen. Ob dies in Bezug auf Neu-Guinea zutrifft, wollen wir indeß einst weilen noch abwarten. Ausland. Madrid, 12. Januar. Die Zeitungen sprechen den Dank für die anläßlich des Erdbebens kund. gegebenen deutschen Sympathien und für die von dem deutschen Komité beabsichtigte Hülfe aus. — Der König ist in Granada und Malaga enthusia— stisch empfangen worden. London, 11. Jau. Der „Observer“ meldet: Der Botschafter Graf Münster ist gestern nach Sandringham gegangen, um dem ältesten Sohne des Prinzen von Wales anläßlich seiner Mündig⸗ keitserllärung, seitens des deutschen Kaisers den Schwarzen Adlerorden zu überreichen. London, 11. Januar. Die Meldung des Pariser „Temps“, daß Deutschland, Oesterreich, Rußland und Frankreich eine identische Note wegen der egpptischen Frage an England richten verden, ist gutem Vernehmen nach unrichtig Eine derartige schroffe Form für die Beantworiung der englischen Vorschläge war niemals beabsichtigt; richtig ist dagegen, daß die genannten vier Konn. nentalmächte über den England zu ertheilenden Bescheid grundsätzlich bereits einig sind, und so durfte letzterer allerdings ziemlich aͤhnlich ausfallen, ohne jedoch die Form identischer Noten anzunehmen. London, 12. Jan. Alle Zeitungen sprechen sich zustimmend zu den Erklärungen des Fürsten Bismarck in der Sitzung des Reichstags vom Sonn⸗ abend aus. Die „Times“ sagi, sie beeile sich, das richtige Gefühl und den guten Sinn der Ecklärung hervorzuheben. Daß Linzelne delikate Fragen zwischen England und Deusschlaud entstehen önnten. sei wohl möglich, doch liege kein Anlaß zu ernstlichen Mißverständnissen vor. England sei verpflichtet, die legitimen Rechte der übrigen Mächte zu kolonialer Ausdehnung zu achten. In Europa habe England Deutschland stets als große Sicher⸗ heit für den Weltfrieden angesehen. Ebenso liege auch in der Entfaltung der Kolonisationsunterneh— mungen seitens Deutschiand kein Anlaß zu Beun⸗ ilai ear fire ι Aus Kamerun kommen, wie der Telegraph meldete, Nachrichten, welche das höchste Interesse beanspruchen. Die Kolonifationsangelegenheit tritt pon Tage zu Tage mehr auf das Gebiet der That⸗ sachen und Deutschland mußte bereits in den letzten Tagen des verflossenen Jahres zeigen, daß es durch eine Flotte den überseeischen Besitzungen energischen Schutz angedeihen zu lassen start genug und allezeit bereit ist. Die Schiffe „Bismarck“ und „Olga“ des westafrikanischen Geschwaders unter Kontre— udmiral Knorr haben am 21., 22. und 23. Dez. n ernsten Kämpfen aufrührerische Negerparteien n Kamerun niedergeschlagen. Der „K. 3.“ geht iber das Ereigniß noch folgende Depesche aus damerun, 23. Dezember zu: „Unsere Kriegsschiffe Bismarck“ und „Olga“ langten am 18. Dezember n Kamerun an und landeten am 20. daselbst 320 Nann mit 4 Kanonen, weil Hickorytown und Foßtown den König Bell verjagt, die Kaufleute dedroht und Belltown verbrannt hatten. Hickory⸗ own wurde bei geringem Widerstande ohne Verluss Jewonnen. Ein Offizier der „Olga“, Riedel, welcher erfahren hatie, daß die Foßleute Woer⸗ mann's Agenten Pantenius gefangen genommen, beschloß, mit seiner Abtheilung dessen Rettung zu v»ersuchen. Unter heftigem Feuer landete die M. heilung in Belltown und sftürmte einen hunderi Fuß hohen Abhang mit Verlust von einem Todien und sieben Verwundeten. Sechzig Mann hielten das Plateau zwei Stunden lang gegen 400 aus Buschwerk und englischen Missionen feuernde Feinde. die Munition würde knapp, als Unterstützung vom Bismarck“ anlangte; Foßtown wurde mit Hurrah gestürmt und niedergebrannt. Inzwischen ermoͤrdeten die Empörer Pantenius. Nach Verlust von zwanzig Todten und vielen Verwundeten eutkam der Feind ins Innere. Am 21. Dezember wurde das ver⸗ ödete Foßtown abermals besetzt; am 22. bombar⸗ dirte die „Olga“ den Fluß befahrend Hickorytown. die Ordnung ist jetzt völlig hergestellt. Die Neger beginnen die bethörten Genossen auszuliefern. Eine Lekanntmachung des Admirals verbuelet den Waffen⸗ derkauf und droht weißen Helfern der Empörung mit Ausweisung.“ — Wenuͤ wir überhaupt darau Weifeln könnten, daß hier englische Hetzereien im Spiele waren, so würde dieser Zweifel dadurch be— ritigt. daß sich die englischen Missionsstationen den Luffländischen als Rückhalt zur Verfügung stellten. Der Plan ist gründlich mißglückt und die deutsche Flaage hat imm Ehrentag zu verzeichnen. — ———— — —— Telegraphischen Nachrichten aus Panama zufolge haben die unaufhörlichen Unrushen und Secessionebestreb ungen in den „Ver— einigten Stonten han sFolumhsen“ mieder 4 jagt, mit Deutschland deshalb streiten, weil es ge— nsmmen, was England hätte vor ihm nehmen szunen, sei lächerlich und nichts einer großen Nation unwürdiger, als vage unpraktische Eifer⸗ üchleleien. — „Daily News“ schreibt, soweit sie ehe, habe die deutsche Kolonialpolitik überall der inverständigen Panik, welche sie zuerst in England rregte, den Boden entzogen. LZokale und pfälzische Nachrichten. xSt. Ingbert, 13. Jan. Heute Abend zält der Obstbauverein im Lokale der Frau Wiw. Beck Glieskastelerstraße) seine monatliche Bersammlung ab. Wie wir hören, trifft der Ver—⸗ in schon jetzt Vorbereitungen zur Beschaffung von Obstbäumchen für seine Mitglieder. *, Aus dem pfälzischen Lehrerwaisen— difte wurden in diesem Jahre im Bezirks-Verein St. Ingbert-Blieskastel 16 Lehrerwaisen mit der Hesammtsumme von 770 Mt. unterstützt. Die Anterstützungen vertheilen sich auf 6 Familien und vetragen für dieselben 44 bis zu 264 Mark. * In nächster Zeit soll ein Unterstützungs⸗ und Pensionsverein für die Nota riatsgehilfen Bayerns gegründet werden. Zebr. Vieser Tage hatte ich auf einer Reise Helegenheit, das neue Denkmal des IV. und VUVI. bayer. Infanterie-Regiments dei Bitsch zu betrachten. Dasselbe, etwa 20 Min. jon Bisch entfernt am Wege nach Schorbach, wurde m Oklober v. J. eingeweiht. Der Sockel des Denkmals hat eine Höhe von 1m, das auf dem⸗ eben errichtete gußeißerne Kreuz cine solche von 2m. Uuf der vorderen Seite des Denkmals ist 'olgende Inschrift zu lesen: „Ihren im Feldzuge 870 71 vor Bitsch gefallenen Kameraden das V. bayerische Inf.Regt. König Karl von Wür—⸗ remberg, das Vill. bayerische Inf.Regt. Prankh.“ Auf den übrigen Seiten des Denkmals inden sich die Namen der gefallenen Krieger; es zud vem IV. Regiment die Soldaten: Andres, Hirsch, Daniel, vom VIII. Regiment: Maier, Walk, Woll, Bauer Andr., Bauer Ant., Feyel, Kaufhold, Penzenstadler, Schmidt, Strobel, Wetzel. 2 m von or dem Denkmal befindet sich das Grab des Sol⸗ daten Theobald Feyel, welches durch ein neues Jölzernes Kreuz von 1uhe m Höhe geziert ist. Der staum, auf welchem sich das Denkmal befindet, ist vinkelförmig mit einem Lattenzaune umgeben, so⸗ vie mit Tannenbäumchen angepflanzt; er verspricht, später zu einem recht schönen Platz zu werden Münchweiter, 11. Januar. Heute Morgen früh wurde die Ehefrau von Peter Knapp, Aderer in Liebstahl, welche gestern in Kusel bei Bericht war, auf dem Heimwege erstarrt aufge⸗ unden. Es scheint, daß dieselbe in Folge Ermat⸗ ung niedergesunken, und liegen geblieben ist. — Rerichenbach, 11. Januar. Bei dem gestern in der Gemaikung von Reichenbachstegen jattgehabten Treibjagen kam der gewiß seltene Fall jor, daß ein beherzter Lampe einem Schützen zwi⸗ schen den Beinen hindurch lief, wobei letzterer zu Voden fiel. Als er sich erhoben und von seinem Schrecken erholt hatte, war der schnellfüßige Lampe außer Schußweite. — In Cleveland, Staat Ohio, Nordamerika, zarb'am 21. Dezember v. J. nach kurzer Erkrankung derr Georg Leich infolge eines Schlagflusses. Rit ihm ist wieder einer der älteren deutschen Hurher, welche namentlich aus der Pfalz sich Ende ver bierziger Jahren in größerer Anzahl in genannter Siadt niedergelassen haben, dahingeschieden. Wir entnehmen Clevelander Blätter folgende Notizen vom 22. Dezember v. J.: Die Befürchtungen der Semigen und der ihn —— Aerzte hatten ich nur zu rasch bewahrhesset; der grimme Tod zerschnitt mit jäher Hand den Lebensfaden des arken Mannes und alle seine Zukunftspläne, welche sich auf ein Zubringen des Lebensabends in Deutsch⸗ iand bezogen. Georg Leick, im Jahre 1827 auf der Haide bei Kirchheimbolanden geboren, kam im Jahre 1849 nach Amerika und siedelte nach einem surzen Aufenthalt in New-Pork nach Clebeland iber, wo er sich bald ein Weingeschäft in größerem Maßstabe, damals auf der Offtseite Clevelands das zrößte deutsche Weingeschäft, etablirte. Auch der Weinkultur wandte er sich gleich nach seiner An- nft in Clebveland zu und sein Weinberg in der —VD0 ur Amerika bezeichnet werden. Er war ein tüchtiger, rühriger Geschäftsmann, ein ausgezeichneter Gesell⸗ hafter und brachte es zu einem stattlichen Ver⸗ nögen. Unter den Gründern der „Germania“⸗Ver⸗ icherungsgesellsaft ist auch sein Name genannt und päter wurde er auch hervorragendes Mitglied des direktoriums der „Allemania?“-Versicherungsgesell- chaft, in welcher Eigenschaft igm eine Reihe von lnannehmlichkeiten erwuchsen, die dem sonst jovialen Nann die letzten Jahre seines Lebens verbitterten. Zerr Leich hotte sich hier in Cleveland mit Fräulein Thristine Hege verheirathet; die Wittwe überlebt hn nebst zwei erwachsenen Söhnen, dem Dr. Georg Leich (derselbe hat sich längere Zeit in Europa auf⸗ gehalten und in Zürich studiert) und dem Nachfolger es Vaters im Geschäfte, Wilhelm Leick. — Dürkheim, 12. Jan. (WeinVer⸗ teigerungen.) Herr Bassermann- Jordan L. MJordan) zu Deidesheim läßt am 8. April 00 Fuder 1883er Weine, Forster, Deidesheimer ind Ruppertsberger Wachsthums, dversteigern. dieser Versteigerung schließt sich diejenige von Veine des Herrn Dr. Bürklin (J. L. Wolf's Erben) a Wachenheim am 20. April und eine solche von zhr. Biebel Wwe. und Erben in Forst am ;7. April an; ferner am 11. Mai diejenige der yrn. Schellhorn⸗Wallbillich — Zu Haardt findet m 9. März die Friedrich Wilhelm Müller und Zhilipp Müller'sche Wein-Versteigerung statt, wobei 530 Fuder 1888er ausgeboten werden; Probetage: 6. Februar, 2. März, sowie am Tage der Ver⸗ reigerung. Daran schließt sich am 16. März ebeun⸗ alls in Haardt die Versteigerung von Weinen es Gutsbesitzers Friedrich Fischer, welcher 120 zuder 1882er und 1883er zum usgebot bringt; Zrobetage: 16. Februar, 2. und 9. März, sowie m Versteigerungsßtage. Am 26. März folgt zu deustadt eine Versteigerung von Weinen des Dr. Ferdinand Knecht mit 150.000 Liter 1883er; Zrobetage: 2., 16., 23. März und am Tage der Zersteigerung. Ferner läßt am 830. März Guts⸗ esißer Fritz Andre zu Haardt 150 Fuber 1882er ind 1888er Weine versteigern; Probetage: 2. und 6. März, sowie bei der Versteigerung selbst. — Leistadt, 11. Januar. Gestern Abend eegen 7 Uhr wurden die hiesigen Bewohner durch ije Nachricht, daß etwa 500 Meter von hier ent ernt auf der Weisenheimer Straße eine Chaise nit drei Personen verunglückt sei, in nicht ge— inge Aufregung versetzt Leider bewahcheitete sich ieses Gerücht nur zu sehr. Die Chaise war sammt zferd und Insassen rückwärts eine circa 8 Meter ohe fast senkrechte Böschung hinabgestürzt und auf e rechte Seite gefallen. Die beiden Herren, welche ich in der Chaise befanden, konnten sich nur da⸗ urch aus ihrer gefährlichen Lage befreien, daß si „ie nach obenstehenden Fenster einschlugen und die dahmen abrissen. Dabei haben sie verschiedene Zuetschungen und Verwundungen an Armen und )änden erlitten, sonst abher keinen weiteren Schaden abongetragen. Der Kutscher dagegen mußte leider odt vom Platze getragen werden. Die Leiche zeigt ine starke Quͤetschung am Halse, die daoon her⸗ ührte, daß der Verunglückte mit dem Halse unter ine Seite des Bockes zu liegen kam. Es ist also inzunehmen, daß der Tod infolge Erstickung ein⸗ jetreten ist. Der Verunglückte ist der 62jährige zakob Kinkel aus Wattenheim. ( D. A.) — Vom Stumpfwald, 8. Januar. Heute Nachmittags erlegte Hr. Forstgehilfe Braun in damsen im Stumpfwalde einen stattlichen Keuler on ca, 2 Ztr. Gewicht. Die Jagd auf denselben var recht abenteuerlich. Hr. Braun hatte Schrotte zeladen, als ganz unerwartet sein Hündchen den deuler aufjagte. Das Feuer auf denselben war rfolgslos und Hr. Braun verfolgte ihn nun 114 tuͤden lang in fußhohem gefrorenem Schnee. dabei verbrauchte er seine ganze Munition, selbst Rollerladungen waren, des Hundes wegen, im zehölz auf den Kopf abgegeben, ohne Erfolg. endlich konnte er das Thier, das eines seiner eichter verloren hatte, mit Stoßen, Schreien und Treiben in die Nähe des etwa 20 Minuten ent— ernten Jagdhauses des Herrn v. Gienanth bringen, vo er Jagdhüter Lieser zu Hilfe rufen konnte. Nit neuer Munition versehen, begann aufs Neue ie Verfolgung und zwei Kugel streckten das Thier u Boden. 14 Schüͤsse hatte es im Ganzen er⸗ alten und dabei ein Auge, einen Hauer und einen dauf eingebüßt. Hr. Braun kann sich zu dem zlücklichen Ausgange Glück wünschen. *— Bei der Güterexpedition Bergzabern hurde vor einigen Tagen ein falsches 5.Markstück n Silber verausgabt —* Die Augenkrankheit, welche im zerflossenen Monate in der Lehrerbildungsanstalt zu daiserslautern herrschte, ist jetzt auch in der Lehrer⸗ zildungsanstalt zu Speier aufgetreten und zwar n verstärktem Maße. Fast sämmtliche Schüler ind mit derselben behaftet. — Ludwigshafen, 11. Jan. Die anf heute Nachmittag 8 Uhr im Saale „zu den drei Mohren“ einberufene konstituirende Versammlung »es Medizinalverbands Ludwigshafen war von etwa 150 Personen besucht. Zweck des Vereins ist, einen Mitgliedern freiärztliche Behandlung und die nöthigen Medikamente zu gewähren. Die Mitglieder es Medizinalverbandes müssen einer freien Hilfs- tasse angehören. Verheirathete Mitglieder müssen hre Familie mit versichern, und zwar zählt jeder iber 16 Jahre alte Angehörige als selbstständiges Mitglied. Die Aufnahme erfolgt ohne Gesund— Jeitsattest, mit Vorbehalt einer 4wöchentlichen Farenzzeit. Die Einschreibgebühr beträgt 50 Pfennig, )er wöchentlich zu erhebende Beitrag für die ganze Familie 25 Pfennig, für Frau und Kinder, wenn ler Vater einer Fabrikkasse angehört, 20 Pfennig., ür ledige Personen 10 Pfennig. Eine lebhafte Debatte entspann sich bei dem Punkte: Kaution )es Kassiers. Schließlich einigte man sich auf die Summe von 200 M. — Eine Einigung wurde n dem Punkte erzielt, daß die Wahl eines Pub⸗ ikations Organs dem Ermessen des Ausschufseß mheimgestellt wurde. Die Herren Dr. Keller und Dr. Wand haben sich erklärt, für jeden Unverhei— ratheten pro Jahr eine Gebühr von 8 M., für einen Verheiratheten mit Familie 7 M. zu bean⸗ pruchen. Die Besitzer der 8 hiesigen Apotheken saben bereitwillig einen Rabatt von 10 pCt. zuge— agt; außerdem werden sich die Kosten noch ver⸗ nindern durch Gebrauch von minder feinen Gläsern, Fartonnagen u. dgl. Vermischtes. Merzig, 10. Januar. Seit einigen Tagen alten sich zwei Wölfe, ein alter und ein junger, n der Gegend von Saardhölzhach-Britter auf, die zermuthlich die Saar in dortiger Gegend durch chwominen haben. Vorgestern wechselte der stärkert Wolf hinter einem flüchtigen Hirsche in der Nähe on Hausbach im Walddistrikt Stillenberger, Ge— zöferschafiswald von Losheim. JGAus dem Rheingau.) Nachdem dae 884er Wein nunmehr ausgegoren hat und dami ine Prüfung des Gewächses möglich geworden if zeginnt sich der Handel mit dem „Neuen“ zu einern egen Geschäfte zu entwickeln. Die Qualität de 884er Reinweines läßt sich durchweg ais ein vortreffliche bezeichnen; der „Neue“ übertrifft seine Vorgänger um ein Bedeutendes. Im Allgemeine arf man dem 1884er Most nachrühmen, daßee veniger Säure besitzt, was wohl der bei sonnig Tagen vollzogenen Reife der Beeren zuzuschreide st. Für gute Rüdesheimer Lagen werd jern 2000 Mi. und mehr pro Stüch bezahlt; 1 Ztück 1884er erzielten sogar einen Durchschnittz reis von 2370 Mk. Hattenheimer Weine aus de 883er Herbste wurden mit 2800 Mk. pro Stü »ezahlt (darunter Auslesen aus den berühmtestt ragen von Hattenheim und Warcobrunnen), X end Oestricher Lage aus 1884 schon zu 900 M u haben ist. Von einem eigenthümlichen Auftreten d S„tarrsucht wird der „Main-Ztg.“ aus Unte franken berichtet: „In einem Dorfe Unterfranke Jerrscht eine Volkskrankheit, die jedenfalls eine Fob des Heirathens zwischen nahen Verwandten ist, d ist die sog. Starrsucht. Die davon Betroffen zleiden plötzlich bildsäulenartig in der Lage, in! ie sich definden, stehen, die Augen sind starr einen Punkt gerichtet, daß Gesicht ist blaß, todte ihnlich, det Mund zusammengezogen, die Fin iuͤd halb gekrümmt, Hand und Konf in zitternd gewegung. Dieser Zustand tritt bekanntlich Frkäliung ein, oft im Zimmer und ojft auch Wirthshaus. Der Anfall dauert 1bis 5 Minutt »is das Blut „wieder läuft“, wie der Volksmu— iagt. Die Hälfte der Einwohnerschaft soll Slarrsucht haben, und so gut es geht, wird 8 geheim gehalten. Die Orisbewohner leben abh schlossen von andern Orten für sich und haben neinander geheirathet, daß in dem mehrere Hund ählenden Dorfe uur 5 Familiennamen vorkommen Es wäre jedenfalls interessant und nützlich, we ⸗ine Fachautorität dem Fall ihre Aufmerksam uwenden würde. im zu er⸗ ar er Ulm. Der vermuthliche Urheber des Post⸗ diebstahls vom 23. Dez. v. J. — eines Werth⸗ zriefes von ca- 14,000 Mk. Inhalt — ist in der Person eines Sergeanten Sautter des Inf.Reats. dönig Wilhelm (6. württ.) Nr. 124, der von der Militärbehörde zur Aushilfe bei der Post komman— »irt war, in Waiblingen, wo er sich auf Urlaub „efand, verhaftet worden. Ein Reichsfechter. Große Heiterkeit rregte im Sitzungssaale des Nürnberger Amtsge⸗ ichtes einer der dortigen zur Aburtheilung geführ— er Bettler. „Derselbe legte nämlich, unzweifelhaft in der Hoffnung, hierdurch straffrei belassen zu werden, dem Gerichte den Nachweis vor, daß er Mitglied der deutschen Reichsfechtschule sei. Allein trotzdem verurtheilte ihn das Gericht, weil nachgewiesen wurde, daß er das „Gesammelte“ nicht zum Besten jenes Instituts, sonbern für seine eigene Pe son verwendet hatte. F Auch bei dem Festmahle, welches die Stadi rrankfurt a. M. am 8. ds. dem berühmten Afrikaforsche Stanley gegeben, nahm derselbe )as Wort; nachdem er für die Ehre herzlichst ge— zankt hatte, ging er auf die Congofrage ein. Die Idee, den Congostaat zu neutralisiren, sei eine deutsche. Dieses sei der einzige Weg, den Congo— taat nützlich zu machen. Den Mann, der diesen Hedanken aussprach habe er hier nicht nöthig zu sennen. „Sie Alle wissen, wen ich meine.“ Por— ugal habe sich gegen diese Idee gesträubt und wehre ich mit Händen und Füßen dagegen. Portugal teife sich darauf, daß vor 400 Jahren einer seiner Schiffsführer dort an der Küste angelaufen sei; es »oche darauf, daß es die alten Briefe besitze, und arauf hin wolle Portugal Niemand in seine Be— itzungen einlsassen und auf Waaren Zölle bis 200 pCt. erheben. Alle Länder, die von Portu— ziesen besetzt sind, werden ausgesogen und tragen doch Nichts ein. Während Portugal Afrika ruinire, sabe England jährlich 600 Millionen Einkünfte nus seinem Handelsverkehr mit Indien. Deutschland sabe nun mit dem neutralen Congostaat der Welt eine neue Idee gegeben, wie überhaupt Deutsch- and der Führer der zioilisirten Welt sei. Es be— itze den Friedensmacher“ und den „Friedenserhalter“ »er Welt. Deutschland sei jetzt zwar erst wie ein unger Mann, der seine Muskeln befühle, ob sie tark seien, ein junger Aar, der seine Schwingen rprobe, ehe er seinen Flug beginne. „Bald aber vird der ausgewachsene Adler emporschweben zur Sonne des höchsten Völkerglückss! Deutschland lebe hoch! FKupferdreh, 8. Januar. Vor einigen Tagen war der Hofbesitzer P. in einer Ortschaft n der Nachbarschaft gestorben, und der Arzt hatte »en Tod constatirt. Die Zeit der Beerdigung nahte heran und hatten sich im Hause des P. die Nach— yarn eingefunden, um den Rosenkranz für den Ab gjestorbenen zu beten. Da tritt plötzlich der ver—⸗ neintliche Todte in den Kreis der Beter, das langt deichengewand umhüllte erschreckend die unerwartete Erscheinung. „Ich bin nicht todt“, brachte der Biedererstandene mühsam keuchend heraus. Alles satte der Unglückliche in der langen Zeit des Scheintodtes, der ihn gefesselt hielt, gehört, die —Xu— und Nachbarn, die Vorbereitungen zu seinem Be— gräbniß. Alles hatte er mit erschreckender Deutlich ieit vernommen und den Moment mit Schaudern erwartet, wo sich der Sarg für immer über ihm ichließen und er in die Erde hinabgesenkt werden würde. Eine gütige Vorsehung hat dies entsetzliche Schicksal abgewendet, aber der Schrecken, die Angst, velche der Scheintodte gelitten, haben seine Sinne imnachtet und eine benachbarte Heilanstalt hält jetzt den Geisteskranken in Hut, der dem schauder⸗ vollen Lebendigbegrabensein noch eben entgangen ist F Köln, 10. Januar. Ueber die neueste Modethorheit, die auch hier schon Anhänger hat, wird folgende Mittheilung gemacht: „Die Herren⸗ armbänder, welche seit einiger Zeit getragen werden, sind meistens breite silberne Ketten; häufig wird in die Mitte ein Georgsthaler eingeiassen; hier in Köln tragen es ca. 25—30 Herren, darunter mehrere Cürassiroffiziere; am meisten wird es ge— kragen von den Konigshusaren und den Borussen in Bonn. Die Offiziere erhalten es von den Damen als Geschenk, sehr viel als Vielliebchen, und tragen es als neue Mode.“ F Siegburg. Schlechte Acustik. Komml da kürzlich ein Kölner Musiklehrer in ein kleines Nest an der Sieg. um dork mit dem von ibm diri— nf cei ig oa st, ie er 8⸗ en er es de en g, in J. tte Nn ait ude b⸗ eß nd ei⸗ für in⸗ ken ge⸗ er⸗ cn, zen er, dit ch⸗ ert aͤht e⸗ er i s Mm e oet t hes II zirten Gesangverein ein Concert zu geben. Ein Mitglied des Gemeinderaths führt den Dirigenten zum Tanzsaale des Ortes: „No, wie gefällt üch dä Saal?“ „O, ganz gut,“ meinte der Musik— oerständige, „aber die Acustik ist sehr schlecht.“ „De Acustik,“ meint der Andere und glotzt den Sprecher anfangs verständnißlos an, dann aber nickt er und, wie ein Jagdhund mit aufgehobener Nase umherschnuppernd, meint er: „De Acustik? Jo, ich rüchen et och!“ (Ich rieche es auch.) FParis. Bei der Lotterie der decorativen stünste hat ein armer 56jähriger Arbeiter Namens Claude Breton das große Loos von 500,000 Franc⸗ gewonnen. Diesmal hätte Fortunag also einma ein Einsehen gehabt. Breton ist oder war bisher ein armer Teufel, sechsfacher Großvater und seine Frau hatte einen Stand in den Markthallen lebrigens war Breton auf eine merkwürde Art in den Besitz des Glückslooses gekommen. Er hatte es für 50 Centimes vom einem Freunde erstanden, welcher es aus Wuth, daß er bei der ersten Ziehung nichts gewonnen, zerr ißen wollte. Dem auf diese Weise um den Gewinn Geprellten hat Breton 10,000 Francs als Schmerzensgeld gegeben. F Ein lustige Geschichte wird aus Riga ge— neldet: Auch die dortigen Deutschen haben eine Adresse an den Fürsten Bismarck gerichtet. Als dieselbe nun auf dem Consulat zur Unterzeichnung uuslag, ersshien auch ein deutscher Reichsangehöriger, »er jedoch meinte, er müsse sich geniren, zu unter⸗ chreiben, weil man dies für eine Verspottung halten möchte. Zuletzt entschließt er sich, ergreift die Feder und schreibt seinen Namen hin: — — Fugen Richter! F(Ein vabylonischer Thurm.) Bour— dais, jener französische Architekt, welcher den Tro— radero-Palast im Jahzre 1878 gebaut hat, will dem Comité der Exposition Unwerselle ein seltsames Projekt vorlegen. Bourdais will in der Nähe der Lhamps Elisées einen Thurm aus Granit in der )öhe von 355 Meter erbauen, um Paris, oden »ielmehr Theile desselben elektrisch zu beleuchten In der Höhe von 300 Metern joll sich der Be leuchtungsapparat mit seinem parabolischen Spiegel hefinden. Der Thurm soll 500 Meter Durchmesser saben und vier Aufzüge sollen zur Spitze des Thurmes führen, dessen Plattform im Stande sein soll, vielen Personen zugleich einen Ausblick auf Patis zu gewähren und dorl auch eine Art von Luftkur zu geuießen. Die Mauern dieses Thurmes ollen in der Tiefe zwei Meter, in der Höhe, 0,80 Centimeter weit sein. Bourdais will mathematisch hbeweisen, daß sein Thurm nicht durch Stürme um⸗ zeworfen werden kann. Der Pian dieses hoch—« ttreheuden. Architekten ist sicher ein sehr kühner. wenn man bedenkt, daß der Kölner Dom nur eine Höhe von 155 Meter erreicht. F (Vornehme Kunstreiter.) In Frank reich deschränkt man sich nicht mehr auf Dilettanten- heater, man errichtet Dilettantencircuse. Im „Circus Moliere“ in Paris retrutiren sich die frei— willig mitwirkenden Künstler aus den ersten Familien des Landes. Lille, die reiche Fabrikstadt, ist be— reits nachgefolgt. Söhne und Töchter der reichsten ind vornehnisten Familien der Stadt haben einen olchen Liebhaber⸗Cirkus errichte und eine Vor— tellung zu Gunsten der Armen gegeben. Sie „arbeiteten“ so wacker wie die Clowns, Gymna— ticker und Schulreiter von Profession. F Edison hat wieder eine Erfindung ge⸗ nacht; die neueste Rummer der „Lumireé éléctrique“ yerzeichnet dieselhe. Es handelt“ sich um ein in einen Wirkungen furchtbares Sprengmittel, welches man erhält, indem man einen Platindraht von seder Seite in eine hilb mit Wasser gefüllte Röhr⸗ inführt und dieselben mit einem Dynamo verbindet. Die Elektricität zersetzt das Wasser, das sich sofort in ein Sprenggas verwandelt. Die näheren An— Jaben fehlen indeß noch. F Aus Schotttand. In Dalkeith starb vor 17 Jahren eine durch ihre Schönheit ausge— zeichnete Frau. Ihr Manu, Herr Keith, ward darob tiefsinnig, entließ seine zahlreichen Diener aund lebte seitdem einsam, theils in London, theils in Dalkeith. Kohlen und Lebensmittel ließ er sich an die Hausthür bringen, kochte sich sein Essen srelbst und hielt im Uebrigen seia Haus hermetisch derschlossen. In der vorigen Woche klopfte sein Lieferant vergeblich bei ihm an, und da mehrere Tage lang keine Antwort erfolgte, wurde die Thür aufgebrochen und man entdeckte den Eigenthümer rodt in seinem Bette. von den Ratten überall auf, gefressen, inmitten eines Haufens von Unrath, der sich seit 17 Jahren angesammelt. Denn keine äubernde Hand hatte seit dem Tode der Frau das Haus berührt, die Kleider der Verstorbenen hingen noch an derselben Stelle, wo sie bei ihrem Hin— scheiden waren; die Spiegel waren mit Schmutz überklebht, und der abgeñagte Eigentsümer selbst lag anf einer aus alten Kleidungsstücken gebildeten Matratze, mit vor Unrath kohleuschwarzem Nacht⸗ hemd und Mütze bekleidet, die vor Zeiten weiß umud roth gewesen waren. Im Uebrigen war er eines natürlichen Todes, am Herzschleg gestorben, reiche Habe an Geld und Ländereien hinterlassend. GEin See entdeckt.) Labrador ist gegen⸗ wärtig der Schauplatz von Forschungen, die jeden⸗ falls ein neues Licht auf diesen vernachtässigten Theil des amerikanischen Kontinents werfen werden. Eine wichtige Entdeckung ist, wie der „Engeniee⸗ ring“ sagt, neulich von dem kanadischen Forschungs- reisenden F. H. Bignall, der aus den nordöstlich von Quebek gelegenen Regionen zurückkehrt, gemacht worden. Herr Bignall fand nämlich einen großen don niedrigen Ufern eingeschlossenen See zwischen Quebek und der Küste von Labrador vor. Dieser See, von welchem er eine 120 Meilen lange Strecke beschiffte, scheint von bedeutender Ausdehnung zu sein, und Gerüchte von seinem Vorhandensein kur— irten seit langer Zeit unter den Indianuern und Jägern jener Gegend, doch war wenig Gewisses darüber bekannt. Herr Bignall sieht den See als eine Er— weiterung des Rupertflusses an und sagt, daß er nur einen Theil seiner Oberfläche aus eigener Be—⸗ »bachtung kenne. F (Amerikanisches.) Die Zahl der Mäuse⸗ Geschichten hat kürzlich in Pittsburgh die von einer ortigen Zeitung gemeldete nachstehende Bereicherung rfahten. Eine Dame entdeckte, daß sich in dem altbewährten Familien-Melfaß des Hauses eine Maußs eingenistet hatte und eilte sofort mit der uinheimlichen Neuigkeit zu ihrem Manne. Ein seriegsrath wurde gehalten, dessen Ergebniß darin destand, daß der Mann seine Jagdflinte ergriff, seinen Hund rief und sich unter Führung der Frau nach der Speisekammer begab. Hier nahm er zwischen dem vermausten Mehlfaß und der Thüre Aufstellung, vährend die Frau einen Stuhl bestieg und von diesem erhöhten Standpunkt aus mit einem langen Stock gegen das Mehlfaß schlug. Die Maus leistete denn auch dieser dringenden Aufforderung die er— wartete Folge, verließ das Faß und lief unter dem lauten Billen des Hundes und den prompt abge—⸗ gehenen Schüssen des Mannes rathlos im Zimmer umher, ohne die offene Thüre zu sehen. Im nächsten Moment lag der Hund heulend in seinem Blut, war die Frau ohnmächtig von ihrem Stuhl neben das verendete Thier gesunken, hatte der Mann, im Wahn, er habe seine Frau getroffen und getödtet, das Weite gesucht, um seitdem nicht wieder gesehen zu werden, und war eudlich die Maus, die in ihrer Angst noch immer nicht die offene Thüre eutdedl hatte, wohlbehalten in das Mehlfaß zurückgeschlüpft. Sterbefälle. Gestorben: in Landau Frau Emilie Jung, geb. Kiefer; in Kriegsfeld die Gattin von Augusi Asvenschied, Karoline, geb. Sundheimer, 30 J. a.; in Clausen Joh. Blau, 21 Jh a. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X Demeßz. A Anñicht eines erfahrenen Prakttikers. Egeln bei Magdeburg. Sehr geehrter Herr! Sie hatten die Güte, mir vor längerer Zeit eine Schachtel Ihrer Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen zur Prüfung und Anwendung zu übersenden; ich finde mich veranlaßt, deshalb meinen Dank abzustatten. — Ich nahm Gelegen— heit, diese illen bei meiner Frau anzuwenden, da dieselbe an Anschoppungen in den Unierleibsorganen, an Blutüber⸗ jüllun im Pjiortadersystem, an Hämorrhoidalzuständen und deren Folgen litt. — Das Resultat durch den Gebrauch Ihrer Schweizerpillen, Abends 2 Stück., war schon nach turzer Zeit ein auffallend gunstiges und ist meine zͤrau jetzt fast ganz von ihrem langen Leiden befreit. Auch ich bin lüber die so rasche Aenderung ihres leidenden Zustandes sehr erfreut und überrascht und häbe deshalb di⸗ so vor⸗ zülichen Schweizerpillen bei ähnlichen Leiden empfohlen ꝛc. Hochachtungsvoll und ergebenst Dr. med. Brauer. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenszug Rich Brandt's träat. Zwangs⸗ Versteigerung. Todes⸗Anzeige. Brust-⸗ u.Lungenleidende! und solche Personen, welche an HZusten, Katarrh, Heiserkeit, Ler⸗ schleiwung Ac. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die seit 18 Jah— ren bewährte Vorzüglichkeit des ächten rheinischen Trauben-Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür—⸗ lichste. für Erwachsene wie Kinder —*— gleich angenehmste —— und zuträglichste oilel, welches aber 2* Shaupt geboten werden ——— kann, aufmerksam ge— macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver— schlußmarke in St. Jugbert bei J. Friedrich in 8t. Johann bei F. P. Dudenhöffer und N. Magi⸗ not; in Blieskastel bei Apotheker Diedenhofer. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern innigst ge— liebten Gatten, Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, Donnerstag, den 15. Janua aächsthin, Nachmittags 1 Uhr versteigert ich vor der Wohnung des Wagners Johann Weiß in Om mersheim ein Rind wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, 12. Januar 1885 Keck, Stellvertreter des Gerichtsvollziehers — Faßbender. — 2 Schöne Tauben verkauft Potor Ouster, BEBũrgermeisterr u. Rentner, 70 Jahr alt, nach längerem Leiden gestern Abend 104 Uhr, dersehen mit den Tröstungen unserer heil. Religion, zu sich ab⸗ zurufen. St. Ingbert, 13. Januar 1885. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: Kurl Custer, Sohn. Die Beerdigung findet Donnerstag früh 91/2 Uhr statt. N. BeCEReT in Heckendalheim. mit holagenagelton soaten ehschahe Tuehaohlen für Prauen i VVV —————— ⁊ mit durchateppt. Tueh- paptosel ue in Aflagze s. Fraden Dutaond 53/3 Mk., mit aolagenatgze-- Fuchksohl. far Frauen Dutrend 62/4 Mu. Bei Froser. Abnahms billiger lies. G. RRSCGIRATGt. Lιιι. N —2 Geschäfts-Eröffnung. Dem hiesigen und auswärtigen Publikum beehre ich mich ergehenst mit— zutheilen, daß ich unterm Heutigen mein Geschäft als Kleidermächer vebunden mit Tuchverlag ꝛröffnet habe. Um geneigten Zuspruch bittet St. Ingbert, den 12. Januar 1885. Hochachtungsvoll LOnT. PHUu junm. Die Wohnung befindet sich Ludwigsstraße Nr. 154 IV. Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Brilania— ilber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, wvird wegen eingegangenen, großen Zah— inngsverpflichtungen und baldigster Räu— munz der Lokalitäten As um 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, A daher also: Fast verschenkt. Für nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs— mark) also kaum die Hälfte des Werthes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht- und effektvolles Britaniasilber ⸗-Speiseservice, welches früher sogar im Engros-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinften, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ icheiden ist Fund wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiselöffe' schwerster Qualität, 6 Stuck Britaniasilber Kaffeelöffel massive Qualität, 6 Stück Britaniasilber Theelöffel, feinste Oualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, 1Stück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, 6 Stuck große, massive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuück Britaniasilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 40 Stück, welche eine Zierde für die feinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen F nur fünfzehn Mark. Geehrte Aufträge werden gegen Nach— nahue (Postvorschuß) oder vorherige Geldeinsendung, so lange der Vorrath ceicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. Silberbersg, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. NB. Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un— serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver⸗ öffentlichen können, und liegen selbe ur aeis Einsicht in ueerem Depotauf — uHAon das Weste! * —8 — *2 * 52 a Treca, in Aichach. 2 Packet zu 20 Pf. stets frisch be: * — Nurch KBampf zum Lieg! Trotz allerlei Anfechtungen ist der „echte Auker⸗Pain-Crpeller“ eute doch das verbreitetste und beliebteste Hausmittel. Tausende vissen aus eigener Erfahrung, daß es gegen Gicht und Rheumatismus nichts zesseres gibt, als den echten Pain— ckxpeller! Preis 1Mk. Vorrätig in den meisten Apotheken. Haupt⸗Depot: vODr. H.Kleemanun, Nürnberq. —43—2 — Hãcokæsel-Putterschneid-NMaschinen fabriciren als Spezialität in vorzüglichster Konstruttisn und Ausführung. Verbreitet in 22000 Exemplaren. Prämiirt mit nahezu 150 Medaillen. 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Preis der Lieferung 50 Pfennia— Zu haben bei Herren Jean Peters J. Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blie s6 kaste! T * 1 9 MI Unparfejische Zeifunß I — — Taglich auch Montags. — Aus- führliche politische Maittheilungen, objectiv, mit Wiedergabe inter- eas anter Meinungsausserungen aus der Presse aller Parteien. — Nachrichten über Theater, Musik, Kunst Wissenschaft; Gerichts- halle: locale Nachrichten. — pannende Romane. Sorgfaltige lhorsen- und Handelxnachrichten. — VolIbtandiges Berliner Cours- blatt. — Lotterielisten. — Amt- liche Nachrichten. 6 (Gratis-) Bæilagen. 1. Neueste herliner Feeznde Blatter (illustrirt. 2 Unternaltungsblatt. 3. Die Haus- sriu. 4. Zestung für Laudwirth- schaft und Gartenhau. 5. Neuesate Moden (illustrirt und Schnitt- nuster). 6. Verloosungsblatt. hetr. Obligationen, Prioritaten nd ebasloose.) — öůů. —XGCGCX ——— —— ———— — — Frachtbriefe für Copohnlihe Gut „Eilgut V zu haben bei . X. Demetz. MNur GEine wenr 8 558 Keine Gegenstände! Nur baar Geld!! 5* Ziehung ohne Verschub am 5. Februar 1885. —— 83 s33 —A — 7 77 598 s5 523 * — 2 Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. Cc * — —* —83 — 24 ——1— 44 —3— 40 k 4 J — 5* — —— 7 ——— 5 J8 — — — c— —————— —J 88* —32 * —5 6 —— * 188 1 9 AI *241 AI 2* 15 ——— — 9 T — — —858 8 5 —6 I8 ——— —— 57 * — — JJ— — — 8 J — 5* — 36 * —A — —3334 3 —— — —41833 — * —F Eää —— — J * 8— 7 A—— —X Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhauu ge glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1 AM 60 & einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 4, einschlieni d ⸗ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertbeilt 15 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dremalige berechneit. M II.“ Politische Uebersicht. Der Reichstag erledigte in seiner Montags⸗ Sitzung eine Reihe Kapitel des Militäretats durch— veg nach den Kommissionsanträgen unter Ablehnung veitgehender Streichungsanträge Richters. Dem Ubg. v. Vollmar gegenüber rechtfertigte der riegsminister das Verbot, wonach die Soldaten sewisse politisch oder moralisch verdächtige Lokale nicht besuchen dürfen, aus Gründen der Disziplin. Wenn bei Kontrolversanmmlungen die Mahnung an die Mannschaften ergehe, dem Kaiser den Eid der Treue zu halten, so sei Das keine Wahlagitation. Die Abgeordneten v. Helldorf und Saro un— erstützen die Ausführungen des Kriegsministers. Richter behauptet, bei einer Kontrolversammlung habe der Kommandeur eine lange Rede für den konservativen Kandidaten gehalten. Der Kriegs—⸗ ninister fordert Richter auf, den Namen des be— reffenden Redners zu nennen; zu einem nicht kon⸗ tatirten Falle könne er keine Stellung nehmen. Der Reich sStag genehmigte am Dienstag den Nachtragsetat betr. die Beschaffung eines Kuͤsten— »ampfers für den Gouverneur von Kamerun in zritter (letzter) Lesung ohne Debatte und setzte als- vann die Berathung des Militäretals fort. Die bayerische Staatsregierung hat unter Wah⸗ ung des bayerischen Postreservatrechts ihre Be— heiligung an der Einrichtung von Postspar— assen abgelehnt. Der auf die Börsensteuer bezügliche Antrag »es Abgeordneten Oechelhäuser steht auf dem Boden )es Schlußnotenzwanges unter Beseitigung des ge⸗ ammten Kontrolapparats, den das Projekt des Ibg. v. Wedell ·Malchow ins Leben rufen will. Der eẽntwurf wünscht ferner au Stelle der Prozentual- teuer Firstempel in verschiedenen Abstufungen. So— vann schlägt er Rekurs gegen die Strafbestimmungen m richterliche Entscheidung vor. Schließlich wird in den Börsenplätzen die Mitwirkung der Handels- ammern für die Durchführung des Gesetzes in Unspruch genommen. Wie das „Berl. Tgbl. hört, wird der deutsche Feneralkonsul Rohfs noch Ende des laufenden Monats in Zanzibar eintreffen und erwartet hu dort ein feierlicher Empfang seitens des Sul⸗ ans. Da es sich um das Auftreten des ersten »eutschen Generalkonsuls von Beruf handelt, findet »ie Einführung des Herrn Rohlfs dorl durch ein »eutsches Kriegsschiff fiatt. Deutsches Reich. Berlin, 18. Januar. Heute Abend fand m Reichstagsgebäude eine Versammlung hervor⸗ agender Persönlichkeiten, darunter der Reichstags⸗ räsident, der Gouverneur, der Polizeipräsident, der Oberbürgermeister, Reichstagsmitglieder ꝛc. statt, um über gemeinsame Hilfeleistung für die durch »ie Erdbeben in Spanen Verunglückten zu be— chließen. Der Reichztagspräsident wurde zumn Vor⸗ ihenden, der spanische Gesandte zum Ehrenpräsi— )enten ernannt. Die Versammlung beschloß, einen Aufruf zu Sammlungen zu etlossen. Der Gouber⸗ ieur gab anheim, auch die Armee an den Samm⸗ ungen zu betheiligen, er wolle die Erlaubniß dazu wei dem Kaiser erwirken, um dies durch den Kriegs⸗ ninister ins Werk zu setzen. Der Kronvprinz foll 20. Jahrg. I5 Donnerstag, 15. Jannar 1885. im die Uebernahme des Protektorats ersucht werden. Sodann wurde das Executivcomité gewählt. Der panische Gesandte machte Mittheilungen über den Umfang des Unglücks, durch welches ca. 40,000 Personen obdachlos geworden seien. Er dankte für die Spanien erwiesene Hilfe und acceptirte das Amt des Ehrenpräsidenten. Berlin, 18. Januar. Heute ist ein Gesetz⸗ entwurf betreffend die Erhöhung der Getreidezölle beim Bundesrath eingebracht. Berlin, 14. Januar. Die dem Bundes⸗ rathe zugegangene Zolltarifnovelle betrifft nicht allein die Erhöhung der Getreidezölle, sondern eine ganze steihe von Gebrauchsgegenständen. Es sind im Banzen etwa zwanzig Positionen und darunter Er—⸗ söhungen der Zölle auf Holz, Schmalz, Honig, Fognac, Schaumweine, Branniwein in Flaschen, deinen und Baumwolle ꝛ⁊c. Es lag ursprünglich n der Absficht, die Vorlage, welche in einem Antrag zreußens bei dem Bundesrath erscheint, den Bun⸗ esregierungen zugehen zu lassen, ehe sie an den Bundesrath gelangte, doch scheint diese Absicht allen gelassen. Der Roggenzoll soll 2 Mark, der Beizenzoll 83 Mark betragen. Berlin, 14. Januar. In der Budgetkom⸗ nission erklärte der Staatssekretär Buchard bezüglich der Zuckersteuer: Die Regierung hätte noch keinen Beschluß gefaßt; sie wolle die Entwickelung der krisis noch einige Monate abwarten. Zunächst önne sie nur die Verlängerung des Gesetzes um ein Jahr vorschlagen. Unter dem Eindruck der Krise sabe die Fabrikatsteuer mehr Anhänger gefunden. die Melassebesteuerung halte er dagegen für un— urchführbar. Berlin, 14. Januar. Wie die „Post“ hört, sjandele es sich um eine Verdreifachung der Zoͤlle ür Weizen, Hafer und Gerste ⁊c., sowie um eine Verdoppelung des Roggenzolles. Straßzburg, 18. Januar. Der Landesaus- chuß für Elsaß-Lothringen wurde heute Nachmittag n Vertretung des Statthalters durch den Staats⸗ ekretär von Hofmann mit einer geschäftlichen An— prache eröffnet. Ausland. London, 13. Januar. Die „Times“ sagt hezüglich der englischen Colonialpolitik, England vunsche auf freundlichen Fuße mit den Nachbarn u bleiben und gewiß mit keinem mehr als mit Deutschland. Gleichwohl könne das Blatt mit einer uAnschauung nicht einverstanden sein, die dahin ginge, daß England seine Landsleute in den Colonien von ich stieße. „Wo wir Rerpflichtungen übernommen jaben, sind wir dadurch gebunden, aber wo dies nicht der Fall und wo der englische Einfluß durch gefährlichen Mitbewerb bedroht ist, sollte die Re— Jierung unverzüglich handeln. Das Auswärtige Amt darf Zanzibar nicht aus den Augen lassen, yor allem muß die Regierung aber die Jateressen Englands in Egypten sicherstellen, wenn Vorschläge, vie diejenigen Frankreichs, gestellt werden.“ den Stadtrath berufen hatte. Bei der letzten Stadt⸗ rathswahl war er zum dritten Male mit einer an kinstimmigkeit grenzenden Majorität in die Ge— neindeverwaltung und dann einstimmig von dieser als Bürgermeister gewählt worden. In der katho— lischen Kirchengemeinde bekleidete er Jahre lang bis zu seinem Tode das Ehrenamt eines Fabrikrathes. Mit Gewissenhaftigkeit und Eifer suchte er allezeit die Pflichten, womit ihn das Vertrauen seiner Meit⸗ »ürger beehrt hatte, zu erfüllen; der Gemeinde war er immer ein treuer, sorgsamer Haushalter und noch lange wird er von derselben als solcher in ehrendem Andenken behalten werden. Er ruhe in Frieden! * St. Ingbert, 15. Januar. An Stelle des verstorbenen Herrn Bürgermeisters Custer wird der erste Ersatzmann, Herr Kaufmann Louis Brewenig, in den Stadtrath eintreten. * St. Ingbert, 15. Januar. Gutem Ver—⸗ nehmen nach wurde Herr Lehrer Franz Hagen⸗ bucher dahier von der kgl. Kreisregierung mit der Funktion eines Hauptlehrers und damit nit der Leitung der allgemeinen und besonderen Bolksschulen der beiden Kantone St. Ingbert und Blieskastel betraut. Die genannten Kantone bilden in Zukunft einen eigenen, von Zweibrücken getrenn⸗ ten Konferenzbezirk. — Aus dem Kohlenrevier bringt die „Zw. Ztg.“ folgenden Artikel: Am vergangenen Samstag wurde in St. Ingbert Herr Peter Müller, Butsbesitzer vom Rothenbau bei Niederwürzbach, zur letzten Ruhe bestattet. Es sei mir gestattet, dem allgemein beliebten und bekannten Mann einen Nachruf zu widmen. Herr Müller war geboren in St. Ingbert, wo sein Vater ein größeres Wein—⸗ und Branntweingeschäft betrieb, welches später auf den Verstorbenen überging. Als einer der wohl⸗ habendsten Bürger dieser Stadt genoß er das Ver⸗ rauen seiner Mitbürger im höchsten Grade; die⸗ elhen wählten ihn in den Stadtrath. Im Jahre 859 organisirte und exerzirte er die St. Ingberter Jugend, um nöthigenfalls die Rheinlande gegen die Franzosen vertheidigen zu helfen. Nachdem er päter sein Haus in St. Ingbert verkauft und nach »em Tode seiner Frau, einer geb. Lamarche, sein Geschäft aufgegeben hatte, zog er sich auf seine Befitzung Rothenbau bei Niederwürzbach zurück. Auch hier ehrte ihn die Gemeinde dadurch, daß sie ihn in den Gemeinderath wählte, wo er sich durch Sachkenntniß, Hingebung an das allgemeine Wohl, Baben zum Kirchenbau u. s. w. allgemein beliebt nachte. Unvergeßlich wird er auch Allen bleiben, velche auf Ausflügen zu seiner Besitzung ihn kennen zu lernen Gelegenheit hatten und denen er als Ge⸗ ellschafter und durch seine musikalische Begabung rohe Stunden bereitete. Möge dem Verblichenen die Erde leicht sein! R. Breitfurt, 13. Januar. Heute früh tarb in Böcweiler der seit 1860 pensionierte pro— eftantische Schullehrer Joh. Nik. Vogelgesang. Derselbe war am 11. Februar 1794 in Breitfurt zeboren. Der Verstorbene war schon 1808 auf dem Wiesingerhofe in Lothringen als sogenannter Winterschullehrer thätig, später zu Oberweiler im Thal, Kanton Wolfstein, und zu Herrstein im Birken⸗ eldischen. Im Jahre der Errichtung des Schul⸗ ehrerseminar's zu Kaiserslautern machte er seine Brüfung als Lehrer und wurde daraufhin im Herbste 1818 in Böcdweiler als Lehrer eingestellt, wo— elbst er bis zu seiner obenerwähnten Pensionirung virkte. Von seinen Söhnen haben 2 den Beruf Bachrichten. *St. Ingbert, 15. Januar. Heute Vor⸗ nittag wurde unter zahlreicher Betheiligung der iesigen Bürgerschaft der am Montag Abend um O Uhr nach langem Leiden im Alter von 70 Jahren erstorbene Bürgermeister unserer Stadt, Herr Peter Fuster, beerdigt. Etwas über 10 Jahre stand ꝛer Verstorbene an der Spitze unserer städtischen Verwaltung, nachdem ihn schon vorher durch mehrere Hahlperioden das Vertrauen seiner Mitbürger in des Vaters erwählt und auch von seinen Enkeln sind schon etliche im Lehrfache thätig; auch 9 Schwiegersohn ist Lehrer. Seine Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. ds. Mts. Nachmittags 2 Uhr in Böckweiler statt. — In Pirmasens hat laut Meldung der „Pf. Pr.“ eine von ihrem Manne getrennt lebende Frau ihr neugeborenes Kind getödtet. — In den Gemeinden Bruchweiler und Busenberg herrschen derart die Rötheln, —*39 jämmtliche Schulen beider Gemeinden geschlossen werden mußten. Einige Kinder sind der Krankheit erlegen. — Kaiserslautern, 13. Januar. In der Nacht vom 11. auf 12. Januar ertrank auf der Schernau bei Ramstein der Buchhalter des dortigen Geschäfts, Namens Bortscheller, 26 Jahre alt, gebürtig aus Niedermohr, in einer Rinne. Wie man hört, soll der junge Maun vorher ziem⸗ lich geistige Getränke zu sich genommen haben und scheint derselbe dann auf dem über die Rinne lie— genden Deckungsdiel ausgeglitten und in die Rinne gefallen zu sein, wo er dann liegen blieb, so daß das Wahser sich gegen den Daliegenden staute. (Pf. Pr.) — Wie die „Pf. Pr.“ erfährt, ist die Nach— richt, daß die vom Landgeribhte Kaiserslautern veruriheilten Sozialdemokraten Mahr und Glafeh oon Kirchheimbolanden auf eingelegte Revision hin durch das Reichsgericht freigesprochen worden sein, ztalsch. Das Reichsgericht hat lediglich die Ange— legenheit zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer des Landgerichts Kaiserslautern zurück⸗ berwiesen. — S. M. der König hat der von einer Anzahl pfälz.Lehrer zur Ehrung des Andenkens des als Pfarrer in Hochdorf verstorbenen k. geistl. Raths Gg. Ludwig Zellber mit einem Kapitale don 5400 Mk. zu Gunsten würdiger katholischer Schulamtskandidaten aus der Pfalz begründeten Stipendienstiftung unter dem Namen „Zellerstiftung“ die allerh. landesherrliche Bestätigung ertheilt. — Der Stadtrath von Grünstadt hat die Weitererhaltung der dartigen gewerblichen Fort⸗ bildungsschule, deren Aufhebung bekanntlich vorher beschlossen war, auf ein weiteres Jahr ausgesprochen. — Die Direktion der Bayerischen Noten— bank theilt mit. daß wegen Auflösung ibrer Agen⸗ H tur Dürkheim Wechsel auf genannten Platz von ihr ab 15. d. M. nicht mehr discontirt oder ein⸗ kassirt werden. — Aus Rülzheim und Umgegend wandern dieser Tage 40 Landleute aus, welche sich in Rot⸗ terdam für Landgüter in Texas (Südamerika) an⸗ werben lassen wollen. — Aus Mechtersheim wird der Pf. Z3. berichtet: Die zahlreiche geflügelte und ungeflügelte Bebvölterung unserer Rheinwaldungen und Altrheine erhielt einen neuen Zuwachs in dem stolzesten Vogel unserer Provinz, dem Schwane. Unterhalb Berg— jausen, an der Mündung des gleichnamigen Alt— cheines, kann man seit etwa 10 Tagen täglich drei Krachtexemplare dieser Vögel behaglich ihre Kreise ziehen sehen. Dabei nähern sie sich selten auf veniger als 20 Schritte dem Besucher. Es waren dieser seltenen Gäste anfangs vier, der eine wurde iber schon wenige Tage nach seiner Ankunft von einem Jäger aus Rheinhausen erlegt. Das Thier jatte eine Läunge von 1,60 Mtr. und mit ausge— treckten Flügeln die stattliche Breite von 1,80 Mtr. Die prächtigen Vögel werden sich wohl nicht mehr ange ihrer Freiheit erfreuen dürfen, da der stolzen Beute von Seite sehr vieler Jäger eifrig nachgestellt vird. Nur die grösßere Vorsicht und die enorme Fertigkeit im Schwimmen und Fliegen bewahrte sie »is jetzt vor dem Schicksale igres Kameraden. Da⸗ grauliche Gefieder und der schwarze Kopf lassen au' wilde Schwäne schließen. — Speher, 13. Januar. Sieben Knaben, Schüler der hiesigen Lateinschule, im ungefähren Alter von 10 bis 11 Jahren, haben sich gestern Nachmittags heimlich von hier entfernt, ohne daß es bis jetzt gelungen ist, ihre Spur ausfindig zu machen. Selbstredend ist die Poltzeibehörde sogleich seitens der Eltern von dem Verschwinden der reise— ustigen Jugend in Kenntniß gesetzt worden, und man darf wohl annehmen, daß die sieben Kameraden nicht bis Kamerun kommen, sondern recht bald vieder in das heimathliche Haus zurückspedirt verden, wo ihnen eine derbe Zurechtweisung sehr dienlich wäre. (Sy. Zta.) jat bei der Gelegenheit alle seine früheren Angriffe zegen Herrn Schiel als durchaus ungerechtfertigt anerkannt, dieselben in Gegenwart des Herrn Lu—⸗ deritz zurückgenommen und eine volle Ehrenerklär⸗ ung dem genannten Herrn abgegeben. Damit sind die früheren Unebenheiten im Juteresse der Sache nvöllig ausgeglichen. Wenn Herr Schiel bisher auf die Angriffe Einwalds geschwiegen, so geschah dies wohl aus leicht erklärlicher Diskretion, um der An— zelegenheit selbst nicht zu scaden. Der „Wes.⸗Ztg.“ entnehmen wir noch, daß Herr Einwald in Kap— stadt den deutschen Konsut Dr. Bieber aufgesucht und diesen um ein deutsches Kriegsschiff gebeten, mit welchem er nach der Baitgehen wollte, um dort die deutsche Flagge aufzuhissen und sodann wieder zu Dinizulu zu gehen. Dr. Bieber glaubte jedoch den von ihm verlangten Schritt auf eigene Ver—⸗ antwortung nicht ausführen zu dürfen. So ent— schloß sich denn Einwatd zur Abreise nach Europa. FFrankfurt a. M., 14. Januar. Polizei- rath Rumpf ist am Dienstag Abend vor seinem dause ermordet aufgefunden worden. Der Thäter st noch nicht ermittelt. — Die Ermordung des Polizeirathes erfolgte mittelst zweier Dolchstiche un— nittelbar vor dessen Hause. F GBismarckin Afrika.) Ein Mitglied des Reichstags fragte neulich den Fürsten Bismarck, ob die Nachricht begründet sei, daß er, um die be— treffende Erdgegend kennen zu lernen, Kamerun ind Angra Pequena besuchen würde. „Allerdings“, zxwiederte der Fürst lächelnd, „will ich nach Afriko eisen, aber nur auf dem Kameel, das diese Nach— icht aufgebracht hat“ Sterbefälle. Gestorben: in Neunkirchen Frau Wittwe Katha— ine Altpeter, geb. Koch. 82 J. a.; ebendaselbst Peter Koch, Schmiedemeister, 61 J. a.; in Neu— tadt Rudolf Kühnlein, k. Studienlehrer, 36 J. a.: Bellheim Ludwig Eichmann, 35 J. a Briefkasten der Redaktion. Preisräthsel betr.) Wir machen darauf auf—⸗ merksam, daß Lösungen, um zur Verloosung zuge— lassen zu werden, bis morgen (Freitag) Mittag in der Expedition ds. Bl. eingeliefert sein müssen. Später eingehende Lösungen können nicht berück⸗ ichtigt werden. Fir die Redaklion veramwortlich: F. X Deme ß. Bermischtes. F Berlin, 13. Januar. Heuie Vormittag st der Afrikareisende Einwald glücklich hier ein— gzetroffen und hat beceits Besprechungen mit Herrn JLüderitz und Herrn Schiel gebabt. Herr Einwald Danksagung. Für die beim Hinscheiden, wie bei der überaus zahlreichen Begleitung unseres theuren Verblichenen zur letzten Ruhe—⸗ ftätte so allgemein erwiesene Theilnahme, insbesonder?e für den so erhebenden Grabgesang und die so reiche Blumen⸗ und Kranzesspende, sagen wir tiefge— rührt Allen unsern herzlichsten und innigsten Dank. St. Ingbert, den 15. Januar 1885. Die Familie Custer. Zwangs⸗ Versteigerung. tung, 1 große Parthie Kurz⸗ 23212 und Ellenwaaren, sowie *25 farr Càcilien⸗Vor 6In 8gt. Ingbert. Ve Dense fertiger herren · Sonntag, den 18. Januar 1885, Ahends 7 Uhr, 7 aben Sieider. im Saale des Cafe Oberhauser (Baumann) t aber In 1* Jan. 1885. 272 1.564 e Stellvertreter des — — Die heiligen Dreikoönige, Fakbender in St. Ingbeet. HOratorium zur Aufführung mit lebenden Bildern für Solo und gemischten Chor mit Klavierbeqleitung von Heinrich Fidelis Müller. Nichtmitglieder haben Zutritt gegen Entrée. J. Platz 1Mk., II. Platz 50 Pfg. —Wäaährend der Aufführung ist das Rauchen verboten. Bekanntmachung. Am Montag, den 19. d. Mts. Rachmitiage um 1 Uhr auf dem Rothen bau, Gemeinde Niederwürz dach, werden nachstehende Geräth zffentlich auf Kredit versteigert: Mehrere Pflüge, Eggen, 2 zwei und Weinspänner Wagen, 1 Windmühle und verschie denes Gehölz. Rothenbau, den 18. Januar 1885 H. MLIILIGS. Montag, den 19. Januar nächst— hin, vormittags 9 Uhr vor der Woh— nung des Moritz Haas, Kauf⸗ maun, in St. Ingbert, versteigere ich zwangsweise gegen Baarzahlung: 1 vollstäudige Ladeneinrich— 7 Desinitiv am lruur ISSA AIa- Wohlthãtigkeitslotterio⸗ Ziehung für bedürstige Frauen ünd Mädchen. I10, 200 Geldgewinne mit MIArIX 75., OO O baar Geld ohne jeden Ahzug. iehnng ohne Verschub 5. Fobruar 18857 Allgemeine Kranken-Unterstützungs- und Sterbe-Kasse St. Ingbert. 9 — Generalversammlung. Sonntag, den 18. Januar 1335, Nachmittags un 8 Uhr im Cokale de Wirthes Joh. Weirich (Unterstadt) Tagesordnung. 1. Bericht über den Stand des Vereins. 2. Rechnungsablage. 3. Aenderung der Statuten. 4. Neuwahl. 5. Besprechung sonstiger Vereinsangelenheiten, St. Ingbert, den 31. Dezember 1884. p VOorstæaim L. Weirich. Feneral · Agent. A. u. B. Schuler, Munchen. LOose hier vorräüthigbei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei —AVV wigshafen a. Rh Dirug und Verlaq von F. x. Demet in St. Inabert · gt ü⸗ ir⸗ nd che uf es n⸗ P⸗ ht a, ct er 9 — A⸗ a. ie m er es e— — n dq 4* st l2 36 52. 5 532535 55552343 232 522555 2555532 535 25 5 5—5232 —3573328* 23 5 3273757 —53 —2 —2 5 5543 5255 858 —— 5535 5333333 738 258538 — 2* 532 —A — 2— 3 — 28* s53 2—3253 353373 * * AI — 222 558 ——— 8 5328—k7 c 3* —A 53 328 3— 8 35555 — — 73 33 3 85 5 ———— 2 2—555 38 53 — 3252 — * —T 2 — — ——— 57 3 —A 5 3335 * 78 * 5 — — 2. 8BS5ES, 3355 ——32533 22 z — X 5 * 232 — 55 5 228 5 I 58 55 8 5353522* »5353 —— 35* —E — —— —— 238 3 * — 8 —— —— z5. 55 — s — 05 —5558 —2. 253553 I353 333 — —— —33 2 2 5275 535535 *—383 522823 SE — 532228 ;823 713533 — —— — — 5 9 —22 255 58 — e 25 22282 2835 8— — — —55 346 52335 8552 —AM 75 — 355832 —S Ec7 38 2533 252875* 5* 8 37238* D — 2 —V— 22 35 783—3z—3535533 —— 3833233 5,535 — 8· 2 — 22 — 5 cẽ A 238 257 52288 55 55538*—833355233—533* e 2228 * 77 * *8 558—c58 —, 5532323725 8 ——XX 22* * 22 222 8 * 538 *— —A 27 2 58——s —3236 3 6 — 22 · — — 22535 25535 28 5 25328 285 2.5 522 22 XX 37— 528 — — 22 — — — *5* 35 — 8 A— 522 4353828 823 * * ⸗ * —A 27 2 *52 2 — m— 8 58 : 7582 —— c— —A — 8 8255 55 53 8 J * — 22 2 * 5 * * 2 2 e — 27 25 8788— ———— 25** 8 2* 2 2* 25*7 338 6 —— 2887 2* —7 — 2 22 *25 —— * * —3 .422 * 2532 Sẽ * 22— 12 *87 c7 8 55 2285 33 5323388* * 188 5353544 i5 53*52 —A 112 2 * — * 53 8 — * 2 25555* 6 32835 226 * 2222 8 2 23227 55. *733360 7* 525 * — e 8 * 35 2388— —2*— 285 552 5 83353233 —758 382 D* —— * —2 — »5 22 —2 — — 2 18* IS S *3 — 3* 2.— —— 52 7 2* * * — — — 8 25 22 3 8* — — — ——25 52 * 5 52 — — 3 385* — 5* 2 52 5285 8 E — 7 35—5 —53288 3233323 — 9523225 8 228* z23 52325 5 3 85323 5555 53 5 55 5553285 —A 5 2 π 3523 —5————— 28 228—— 5522 3 —— 22 — 52 * — —.2.2 — — 22—— 2. —3 2c — —53555 532 3238323 5—8—236— 2272 8353335856 2 —A ẽ 55 —z25 8228 5— z25228 3 2983 8 s85855 2588 533—335 —3 d 6383 — 7 2285 * —2*2 — * —« 2 — — — 5* — * — 3 ——— 25* 8 s5322858 —55 72888853 553 52z 5 —— —222553 Z 8553385785 * 58 — z3355433 53358 23 —255— —8335358 5538382553555 — 132 —5—3 8 27 8 8 8 555—3 555353 2358 ẽ 32 * 323282 5353—23 3 —353 22838* *2535 5535 28888 45 z —z53533 22 8 —323 85726 823 —A —522 255 3 2* ** — —A — * 7285 7* *D⁊ az825 — 21 53 25 22 2 5528 2—B382 ——— — —— * D * * — * 3 * 37 * —88 * 2 — 8 2 * 2 — — * 5— 328..8 375753 —777875835 s55z287 3355 72333 3353753256 5 238633835 7 * 2 2 2 2— * — * E 285* 2 2* —22 * — — —— . 23555 25224 x 52 ——2— 52 3260 — — V— 25 — 28 328237 2 —22835 — — 55 3 285* J —520 2 7 55325 —— — 2— —— 2— 4 5——25 —— ——— 5225 —2 1822 23 537 2 * — — * 2 —A— * — * — — 3 — 3 25* —8*885 335 —35—5* —A 523—55 . 55328 33 2S — S2 D 52 2 5z722 32 * * — 572 — — — — — 2 8 55 — 55 386583382 335,.335 2 255 653— ——8258 2— — 2 — 533—332 2552 —35233533 2* *5 — — 57 —— — 8 * 8 —— * s * * 3 —— I 553538 —A — 2 2824 * 25 2 50 5253 * 223S— 35 2222225 5* — —— *5 * —4555582 2 *28 —58 ——832828 XA — — Z — —* * — 2 * 256 — — J — — — 5535 ẽ 5885 2 — 228* — 2 5 — 232 — — 75 55 ———— 2 * 25— —53232 — —225833228— 3 — 555 5 — —— ———— — —— 3 — 3 2532 — 227 332—35 — 235. —2 2 —— 2 8 8 * 82 5 — 78 ——— 2 F 22 2 — 52* ———— ——— — —— 228383 3535 582* ——— 2 — * 8 * 8— — 2 — —7— * — — — 2* 23— — s—z25 3 55785 38 25 78 —— * 2 2 * 2 2 8 — — — * 2 . — —7 —— —* — D — — —3— 3 — * *2* 2 * 8 — 2 & — 2 2 — —— — ——— —53———60334 — — 6 *3 — 2* * 5355—5 — 5353 2 — 33 —7 25—283— 22 ; 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Amtsgerichts St. Ingbert. Der ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhauumgb Blati und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1 M 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 —, einschließli 0 ⸗ Zustellunasgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, Iz 4, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimaliae berechnet. Ae 12 — —— Politische Uebersicht. Der Reichstag berieth in seiner Sitzung hom Mittwoch die auf Erlaß von Arbeiterschutz- vorschriften gerichteten Anträge Hertling, Lohren, Buhl und Korpatscheck, die von den Antragstellern notivirt werden. Lohren befürchtete von dem gänz⸗ liichen Verbot der Kinderarbeit ein Sinken des Ar—⸗ beiterwohlstandes, hofft aber von der Beseitigung zer Frauennachtärbeit eine wirksame Bekämpfung der Sozialdemokratie. Buhl führte aus: Keine der angeregten Fragen sei ohne Weiteres spruchfrei, ür alle srien Enqueten erforderlich. Die Sonn⸗ agsarbeit sei für den kleinen Landwirthschaftsbetrieb ientbehrlich; gänzliches Verbot der Frauennacht- arbeit hieße Beseitigung der Frauenarbeit für viele Industrien; den unbedingten Normalarbeitstag ver— virft er wie Lohren; auch hier sei eine Enquete erforderlich, die sich darauf richten müsse, ob durch Arbeitszeitverkürzung eine Herabsetzung der Arbeits⸗ eistung bewirkt werde. Cegielski befürwortete den Antrag Hertling. Schumacher (GSozialdemokrat) rat für den Normalarbeitstag ein, den er auch hne internationale Konventionen, wie das Beispiel der Schweiz zeige, für möalich hält— Das Tabaksmonopol in Sicht? Die „Ross. Ztg.“ bringt folgende eigenthümliche Nach⸗ icht aus Elsaß-Lothringen: „Der Statthalter v. Manteuffel dankt in einem vom 6. d. M. datirten Schreiben dem Staatssekretär v. Hofmann für leberreichung eines Berichts betreffend die Lage der Landwirthschaft in Elsaß-Lothringen, und erklärt iich „vollkommen damit einverstanden, daßk aus dent RKesultat der Untersuchung Veranlassung genommen wird, den Wunsch auf Einführung des Tabaks— monopols und Erhöhung der Getreidezölle erneuert an den Herrn Reichskanzler gelangen zu lassen.““ Die Reichssregierung ist mit der öster⸗ reichisch ungarischen Regierung dahin übereingekom⸗ men, daß sie in allen denjenigen Gebieten Afrikas »der der Südseeinseln, woselbst die Interessen der etzteren zu wahren sind und keine eigenen Konsu—⸗ larbeamten akkreditirt sind, dieselben übernimmt und den Schutz der österreichisch- ungarischen Staats— angehörigen sich in gleicher Weise, wie denjenigen hrer Landsleute angelegen sein läßt Aus Paris kommt die wichtige Nachricht, daß ine vollständige Verständigung Bissmarcks mit Ferry bezüglich der beiderseitigen Colonial⸗ olitik stattgefunden habe. Frankreich verpflichtet ich, in allen seinen Colonien den deutschen Handel u beschützen; Deutschland werde dagegen Frank—- eich am Congo. in Eavpten und in China unter⸗ küten Nachrichten aus Mad rid zufolge hat die Theil⸗ zahme, welche sich des deutschen Volkes für die purch wiederholte Erdbeben ˖ Katastrophen so schwer jeimgesuchten Südprovinzen des Landes bemächtigt jat, auf das Angenehmste berührt; die Madrider Zeitungen sprechen für die dieseits verlautbarten Sympathien und die im Gange befindliche Hilfs⸗ rganisation ihren Dank aus. Die Deputirtenkammer at einstimmig den Vorschlag Senor Canovas ge— iehmigt, die Provinzen Granada und Malaga zur Uufnahme eines vom Staat garantirten Anlehens on zwei Millionen Pesetas zu ermächtigen, um zie Opfer des Erdbebens zu untersfüken. Samstag, 17. Januar 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berliu, 15. Januar. Die „Nordd. Allg. ztg.“ sagt anläßlich der heutigen Eröffnung des andtags: Voraussichtlich wird die Staatsregierung, ls sie über die Landtagsvorkagen sich schlüssig jachte, ebenso deren Dringlichkeit ins Auge gefaßt aben, wie die immer wiederkehrende, aus dem debeneinandertagen des Landtags und des Reichs- igs entspringende Nothlage. Im Interesse beider egt es, daß diese Unzuträglichkeit nicht zur Uner⸗ aglichkeit wird. Eine wechselseitige Rücksichtnahme uf die jeweilige Geschäftslage sei unerläßlich. Das cherste Auskunftsmittel liegt aber vornehmlich in iner exponirten Geschäftsbehandlung. Man hat n Deutschland offenbar die Periode glücklich über⸗ vunden, wo man sich über politische Abstraktionen rhitzte; je mehr der politische Gesichtskreis sich er⸗ beiterte, desto scharfer erwägt man die wirklichen zorbedingungen einer gedeihlichen nationalen Ent- vickelung, desto feinfühliger ist man gegen die Hemm⸗ nisse geworden, die ihr feindselig in den Weg treten, o daß — wie die Bewegung der jüngsten Zeit elehrt — auch die hergebrachten Parteischeidungen or der Erkenntniß dessen zurücktreten, was dem ffentlichen Leben wahrhaft frommt. Wenn diese zeichen nicht trügen, so werden sie von den Land⸗ agsabgeordneten ganz besonders zu beachten sein, enn dieselben werden, da die letzte Session der egislaturperiode beginnt in nicht allzu ferner Zeit hren Wählern Rechenschaft zu geben haben, in velchem Sinne sie deren Vertrauen aufgefaßt und erwerthet haben. Wir glauben, die Wähler werden ielmehr fragen, was Positives geleistet worden ist, ils nach dem Partei⸗Katechismus. Möge der Zartei, welche das Wort „Fortschritt“ auf ihre Fahne geschrieben hat, allein die Aufgabe bleiben u beweisen, daß die Negation der Fortschritt und die Unfruchtbarkeit die beste Politik sei. Straßburg, 14. Januar. Gelegentlich der festiafel zu Ehren des Landesausschusses kam der Zztatthalter in längerer Rede auf seine früheren steden zurück, wobei er wiederholt hervorhob, daß jas Reich dem Lande die vollen Verfassungsrechte licht geben könne, bis es die Sicherheit habe, daß ym selbst keine Schwierigkeiten daraus erwachsen. der erste Schritt, dem Reiche diese Sicherheit zu ewähren, sei, daß ElsaßLothringen seine definitive zusammengehörigkeit mit Deutschland offen, rück altlos anerkenne und sich von dem Einfluß frei nache, den die französische Presse noch ausübe. der Statthalter hob ferner hervor, wie auch ihn iur das Gebot der Selbsterhaltung gegen das —XV chluß an einzelne Protest⸗Agitationen im Lande u Maßnahmen gezwungen hätten, die ihm schwer zeworden, die aber nicht seiner von Anfang an be— olgten Politik wiedersprachen. Sollten die veral⸗ eten Protestphrasen und Hetzereien gegen das Deutsch⸗ hum nicht nach und nach abnehmen, sollte die Ruhe des Landes dadurch gefährdet sein, seine Iflichterfüllung gegen das Reich dabei in Frage ommen, so schrecke er auch vor keinem Extrem urück. Abgesehen aber von diesem Zwange, den die Agitationen Einzelner ihm auferlegen, halte er inverbrüchlich an seiner Politik fest, dem Lande die debergangsperiode möglichst zu erleichtern. (In einer Rede sprach sich der Statthalter auch für eine seue Kundgebung des Landesausschusses für den Fanal Ludwidabhafen-Straßburq aus.) Ausland. Wien, 15. Januar. Das „Fremdenblatt“ sieht in dem Frankfurter Mord einen offenbaren Act des Terrorismus. Die menschliche Gesellschaft nüfse sich schützen gegen diese Gefahr, Staat und zesellschaft müßten den Kampf aufnehmen. Die Bleichartigkeit der Bewegung in Oesterreich, Deutsch⸗ and, Rußland und anderen Reichen Eurspas legt ie Idee einer gleichartigen Vertheidigung nahe. Da die anarchistische Bewegung einen internationalen Fharakter trägt, würde eine internationale Vereinig- ing zur Abwehr entsprechen. — Die „pPresse“ agt: Der Frankfurter Mord mahne aufs eindring⸗ ichste, sich nicht lediglich auf die Verfolgung der ver That Schuldigen zu beschränken, vielmehr durch rnstes Erfassen der socialen Fragen der Anarchie »en Boden zu entziehen. Die Versuche der Regier⸗ ingen, namentlich derjenigen Deutschlands, zur heilweisen Lösung derselben, führten bereits zum r7rfolge, die Sozialisten und Anarchisten schärfer zu cheiden. Das Frankfurter Attenthat sei eine neue Mahnung an den deutschen Reichstag, nicht taub u bleiben gegenüber den warnenden Stimmen des Zaisers und Reichskanzlers, sich nicht ablehnend zu erhalten zu sozialpolitischen Reformvorschlägen. dDie „Neue Freie Presse“ erblickt im Attentat zweifel⸗ os anarchistische Hände und gleichzeitig den Beweis, aß eine dauernde Abhilfe nur geschaffen werden kann, venn die Regierungen jene Elemente zur Abwehr ‚usammenfassen, welche mit ihnen ein gemeinsames Interesse haben, die Gesellschaft vor der Anarchie zu ewahren. Als solches staatserhaltendes Element zezeichnet das Blatt das liberale Bürgerthum. Die „Deutsche Zeitung“ äußert: Das Frankfurter Ittentat verzeichne den Weg der deutschen Gesetz⸗ jebung. Fürst Bismarck habe recht, wenn er durch »en Schutz der nationalen Arbeit und durch sociale Borbeugungsmaßregeln die Entlastung der kleinen Steuerzahler und durch coloniale Unternehmungen zie Volkswohlfahrt zu heben sucht. Auf dieser Bahn sollte ihm der Reichstag mit arößerem Eifer olgen. Paris, 14. Januar. Nach einem Tele⸗ rramm des „Temps“ aus Kairo hätte der Mahdi ie Bedingungen Welseley's angenommen. Die kEnagländer marschiren ungehindert auf Khartum. Lokale und pfälzische Rachrichten. * St. Ingbert, 16. Januar. Gutem Ver—⸗ iehmen nach wurde Herr Lehrer Franz Hagen⸗ »uch er dahier von der kgl. Kreisregierung mit »er Funktion eines Hauptlehrers und damit nit der Leitung der allgemeinen und besonderen rortbildungskonferenzen des Lehrerpersonals an den Zolksschulen der beiden Kantone St. Ingbert und zlieskastel betraut. Die genannten Kantone bilden n Zukunft einen eigenen, von Zweibrücken ge⸗ rennten Konferenzbezirk. (Wegen eines sinnent⸗ tellenden Druckfehlers in vor. Nummer — beim „etzen des Manuscriptes wurde eine Zeile desselben ibersehen — wiederholt.) * St. Ingbert, 16. Januar. Der Forst⸗ „ssistent Sch mid in Speyer wurde zum Forfjt⸗ issessor dahier ernannt. *— Gestern wurde in unserer Nachbargemeinde sohrbach ein Saal im neuen Schulhause als BZetsaal eingeweiht. In demselben wird von etzt ab regelmäßig jeden Sonntag und außerdem in zwei andern Wochentagen durch einen Herrn Keistlichen von hier Gotftesdienst abgebalten 2 Bei der seit einigen Tagen auf den Straßen in Trottoirs herrschenden Glätte sei auf Jen Inhalt nachstehender Strophe hingewiesen: Uebt immer Eure Bürgerpflicht, Auch wenn es schneit und friert! Vergeßt das Aschestreuen nicht, Sonst werdet Ihr notirt. Der Paragraph steht nicht zum Spaß In unserm Ortsstatut, Und wer schon auf den Pflaster saß — Der weiß, wie gut das thut! — — — Für die Pfälzer wird es interessant sein, zu hören, daß der Kommandant des Flaggenschiffes Bismarck“, welches an den Kämpfen in Kamerun hetheiligt war, ein Herr Karcher aus Saar⸗ brücken ist. Verwandte desselben sind der „Pf. Pr.“ zufolge die Herren Dr. Schuhmacher in Zaiserslautern und Apotheker Schumacher in Kirchheimbolanden. Die Lehrerbildungsanstalt Kaiserslau— tern ist seit dem 9. d. wieder eröffnet, nachdem ihre Schüler von dem bewußten Augenleiden wieder hergestellt sind. — Kaiserslautern, 183. Januar. Die „Pf. Vztg.“ schreidt: Es ist wohl noch Jedem er⸗ nnerlich,; welche Aufregung das seinerzeitige Vor⸗ ommniß mit der fingirten Todes. Anzeige des kleinen Weiler hervorrief und leider haben wir heute schon vieder solch einen schmählichen Streich zu verzeichnen. xs wurde nämlich am Freitag Nachmittag eine Depesche von hier nach Frankeneck aufgegeben, welche den dortigen Verwandten des früheren Herrn Adjunkten Günther in Trippstadt dessen Tod mel— dete und zur Beerdigung auf Sonntag einlud. Bekümmert machen sich die Verwandten am Sonn⸗ ag auf den beschwerlichen und kostspieligen Weg wer beschreibt aber ihr Erstaunen, als sie der Todtgemeldete in Trippstadt wohl und munter unter der Hausthüre begrüßt. Mag diese Ueberraschung zun vuch eine freudige gewesen sein, so ist der BZubenstreich doch immerhin so gemein, daß nur zu vünschen wäre, es möge dem Thäter, dem man ibrigens auf der Spur ist, eine gleiche Bestrafung zu Theil werden, wie sie damals das kqal. Amts⸗ zericht über Weiler verhängte. Kaiserslautern, 14. Jan. (Buben⸗ ttreich.) Gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr rat ein Bursche von 156— 16 Jahren an die Thür des Ladens des Kaufmanns S. in der Kerstgasse, uind zwar in einem Augenbiick, als sich Niemand m Laden befand. Piötzlich warf derselbe ein Bündel Stroh und ein Stück brennenden Zunder n den Laden und suchte dann eilends das Weite. deider ist seine Persönlichkeit noch nicht festgestellt. — Eines der älitesten Häuser der Pfalz ist vohl das des Herrn Adjunkten Bohnenstiel in Ddertlingshausen. Dasjelbe,— unter dem Namen Klosterhof“ weit bekannt, ist im Jahre 1585 er⸗ haut wocden und hat somit in diesem Jahre das Alter von 300 Jahren erreicht. Man beabsichtigt deßhalb bis nächste Ostern durch ein Concert mit darauffolgendem Balle das 300iährige Jubiläum zu keiern. Im Gewerbeverein Frankenthal hat vorgestern Herr Dekan Dr. Leyser aus Neustadt einen Vortrag gehalten über die Errichtung von Handarbeitsschulen für die werltags⸗ und sonntaqs⸗ chulpflichtige weibliche Jugend. detr protestantischen Gemeinde See bach wurde zur Beschaffung der Mittel für die Restau⸗ ration ihrer Kirche eine Kollekte gestattet, welche em 28. b8. Mts. in den protestantischen Kirchen der Pfalz erhoben wird. dDas „G. W.“ schreibt aus Sondern⸗ heim, 10. Januar: Gestern Abend begaben sich Frei Knaben von hier auf's Eis, der sogenannten Tränk. Der 9jährige Wilhelm Wetzka, Sohn des Tagners Franz Josef Wetzka, wagte sich soweit vor And sank Lein bis an den Hals. Die anwesenden Knaben konnten die nöthige Hilfe nicht leisten und bis Erwachsene herbeikamen, war es leider zu spät der Verunglückte war eine Leiche. Von den hetrübten Eltern wurde er am selben Abend noch Jerausgezogen und nach Hause verdracht. dDie Einweihung des neuen evangelischen Diakonissenhauses zu Spe yer (verbunden mit dem Jahres⸗ und Jubilaums-Fest derselben Anstalt) iindet Mittwoch den 21. Januar nächsthin staft. Am Dienstag vorher, Abends 5 Uhr, wird in der leinen Kirche ein Abschiedsgottesdienst abgehalten verden, wobei Herr Stadtpfarret Ney die Predigt Jalten wird. Am Festtage selbst ist Morgens um 10 Uhr Generalversammlung in der neuen Anstalt. Im 10/4 Uhr wird in der Anstaitskapelle durch hrn. Kirchenrath Lyncker das neue Diakonissenhaus ngweiht werden. Bei diesem Gottesdienste können jedoch nur die Diakonissinen, deren nächste Ange⸗ sörige, die Ausschußmitglieder, die Vertreter der 5tationen, sowie die besonders hierzu eingeladenen khrengäste Theil nehmen. Da die Hauskapelle nur 250 Sitzplätze hat, so können nur noch jene Gäste Blätze erhalten, welche rechtzeitig sich beim Haus- seistlichen melden und von demselben hierzu Ein— rittskarten erhalten. Nachmittags 2 Uhr findet )er Festgottesdienst in der großen Kirchen statt; derr Pfarrer K. Hoffmann aus Stuttgart, der ange Zeit in Speyer Stadtpfarrer war, hat die Fesipredigt übernommen. Am selben Tage, Abends 5 Uhr, findet in der Anstaltskapelle noch die Ju⸗ iläumsfeuer der Schwester Anna Deutsch statt, ind zwar durch den Hausgeistlichen Hru. Pfarrer Scherer. — die 7 Schüler, deren Verschwinden aus Speier wir in vor. Nr. meldeten, konnten sich, vie leicht vorauszusehen war, ihrer angemaßten Freiheit nicht lange erfreuen. Nachdem dieselben im Montag auf Dienstag in Ludwigshafen über—⸗ nachteten, setzten sie ihre Reise nach Dürkheim fort, »on wo aus einer davon, jedenfalls vom Heimweh rfaßt, schleunigst die Retourfahrt antrat und mit em letzten Zuge Dienstag Abend in Speier ein— raf. Ratürlich war hierdurch der Aufenthalt der ibrigen 6 Reisekollegen festgestellt. Eine telegraphisch übgegangene Weisung lautete dahin, die kleinen ruropamüden festzuhalten, bis sie abgeholt und den chlagfertigen Armen der Eltern zurückgebracht wer— gen können. Vermischtes. Stuttgart, 14. Januar. Gerüchtweise zerlautet, daß heute Morgens ein mit dem Schnell . uge angekommener Mann vom Zuge weg auf zrund des Verdachtes, der Mörder des Polizeirathes tumpf in Frankfurt zu sein, verhaftet worden ist. F Darmstadt, 15. Januar. Verwichene Nacht wurde in Beerfelden der Chaussee-Aufseher, pelcher einen Arbeiter entlassen, von diesem, der ym aufgelauert hatte, auf dem Heimweg erstochen. zine Bestätigung mit näheren Angaben ist abzu— varten. München, 13. Januar. In vergangener dacht hat sich ein Studirender aus Augsburg in »iner Wohnung dahier durch einen Stich ins Herz ebbst entleibt. 4 Einen interessanten Gegenstand von gewiß ußerster Seltenheit wird die Münchener Koch⸗ unstausstellung bieten, indem es einem Küchenchef ioch in letzter Stunde gelungen ist, eine mächtige Donau-Fotelle im Gewichte von 27 Pfund und er riesigen Länge von 1 Meter 24 Centimeter zu rwerben, welche unterhalb Giurgewo in der Donau Jefangen wurde. Die Forelle, welche ihrer Abnor⸗ nität und Seltenheit wegen einen der ersten Aus⸗ tellungsgegenstände und einen Hauptpreis der Lot⸗ erie bilden wird, wird vollständig zubereitet (blau sesotten) und garnirt zur Ausstellung gelangen. (Stiergefechte in Deutschland.) die Süiergefechte Spaniens haben den biederen Be— dohnern Tegernsee's in Bayern keine Ruhe gelassen. Zie begnügten sich indeß in ihrem Ergeize mit einem Kuhstechen“, welches am Dreikönigstage eine kleine ztunde von Gmund im schönen Mangfallthale zattfinden sollte. Ein Musitchor spirlte schöne Ztücke, eine große Menge Zuschauer war versammelt ind zwei Kuͤhe sollten raufen; aber dieselben hatten egeneinanter keinen Groll und konnten trotz aller lufeuerung ihrer Besitzer, welche für den Sieg 00 Mark gewettet hatten, nicht zum Kampfe ge— racht werden, sondern näherten sich vertraulich und eleckten schließlich zum großen Gaudium ihrer zuschauer sich die friedfertigen Häupter. EGie Feuerspritze als Beruhigungs— nittel.) Am Dreikönigstage fand in Engel⸗ arting bei Zorneding in Bahern ein Schlitten ennen statt. Wahrscheinlich zur Erhöhung der Feier purde von der nach dem Rennen zum festlichen -„chmause versammelten Gesellschaft eine jener dort iblichen höheren Volksbelustigungen inscenirt, bei pelchen die Maßkrüge fliegen lernen und die Stuhl⸗ eine ihrem eigentlichen Zwech entfremdet werden. Da mitten im schönsten Kampfesvergnügen zischte in eiskalter Strahl durch die weit geöffnete Thüre nuf die erhitzten Köpfe, und noch einer und wieder — die wackere Spritzenmannschaft, welche nuf Anordnung des Ortsbürgermeisters ihres Amtes valtete, wich nicht vom Platze, his das Feuer in den erhitzten Köpfen der Kraftadeligen gelöscht war. Mit verdutzten Gesichtern und süßsauren Mienen »erließen diese den Schauplatz ihres Vergnügens, uugleich höchlich erstaunt über die für sie noch neue Verwendungsart der Feuerspritze. F(„Herr, halt ein mit deinem Segen!“) Als ein gewiß seltenes Vorkommniß muß es bezeichnet verden, wenn eine Familie in einem Kalenderjahr nit einem Zuwachs von fünf Sprößlingen erfreut vird, ein Ku siosum, welches thatsächlich in die Unnalen von Schmalkalden (Thüringen) hat »erzeichnet werden können. Gerade der letzte Tag des verflossenen Jahres bescheerte einer Familie dort iin munteres Zwillingspaar; dies ist wohl an und ür sich kein seltener Fall, das Merkwürdigste aber »ei der Sache ist, daß das Standesamt bereits im Februar desselben Jahres in sein Register die Ge— yurt von Drillingen in derselben Familie einge— ragen hatte. F Frankfurt. Einem jungen Manne ist olgende, etwas romantische Geschichte vassirt. Im vorigen Jahre lernte er in der Tanz— tunde ein allerliebstes, schwarzäugiges Mädchen ennen, in das er sich sterblich verliebte. Nach Be— indigung des Tanzunterrichts hatte er keine Gele— jenheit mehr, die Kleine, welche ihn auch gern Jatte, zu sehen, und so machte er vor ihrem Hause illaßendlich Fensterpromenaden. Um seine Aukunft u melden, pfiff er gewöhnlich eine Opernmelodie yor sich hin, die, weil sie sich so oft wiederholte, ie Aufmerksamkeit des gestrengen Herrn Vaters der Geliebte erregte. Baid hatte derselbe heraus— jefunden, daß der hübsche junge Mann seiner Tochter zu Gefallen gehe und er beschloß, ihm eine Ubkühlung zu Theil werden zu lassen. Als der Zerliebte wieder vor dem Hause pfeifend auf⸗ und bpatroullirte, erzriff der Vater eine Schüssel mit Vasser und goß sie auf den Jüngling aus. Da— ʒei entglitt ihm das Gefäk und fiel dem Begossenen nuf den Kopf, der mit einem Schrei zusammen— fürzte. Nun bekam der Vater große Angst, er sah ich vor der Strafkammer und, um sich vor dem dichter zu retten, nahm er den Verletzten in sein daus auf und ließ ihn durch seine Tochter pflugen. ls er genesen, gab er ihm der Letzieren Hand. Ddie Hochzeit findet demnächst siatt. Das dürfte vohl die erste Ehe sein, die durch ein Waschlavoir »ermittelt worden ist. Berlin. Eine entsetzliche Szene spielte ich letzten Samstag Nachmittag an den Kanalufern wischen der Potsdamerbrüucke und Bendlerbrücke b. zin Ehepaar, dessen Name zur Stunde noch nicht jekannt ist, warf seine beiden Kinder in den Kanal, ugenscheinlich in der Absicht, dem Mord den „elbstmord folgen zu lassen. Durch das Schreien zer unglücklichen Opfer wurden Passanten herbei⸗ jelockt und die Eltern verhindert, den Kindern zu olgen, sie rannten daher der Potsdamer Brücke zu ind führten hier ihren Vorsatz aus. Bei versanken o rasch in die Tiefe, daß die Rettungsversuche ruchtlos ausfielen. Berlhin. Am vorigen Mittwoch sind zwei Ztudenten, weiche auf der krummen Lanke bei Zehlendorf Schlittschuh liefen, stud. med. Karl »dändly aus Görlitz und stud. philos. Otto Rust jus Köln, eingebrochen und ertrunken. Was der Himmel vom 1885er ündet. Daß die ganze Natur zusammenhelfen nuß, ein gutes Weinjahr hervorzubringen ist eine zrfafyrung, die sich seit uralter Zeit in den ver⸗ hiedensten, zum Sprüchwort gewordenen Wetter⸗ egeln ausdrückt. Jusbesondere ist es die Stellung zer Wandelsterne unter einander und zu den festen Zterndildern, deren Einflußk auf die Beschaffenheit ind Menge des Weins ebenso oft beobachtet, wie ils Vorzeichen genommen worden ist. Nun fiden vir schon aus dem vorigen Jahrhundert eine Pro— Hhezeihung, welche, wenn sie eintreffen würde, inserem Weinbau einen ungeahnten Aufschwung zu jeben geeignet wäre. Dieselbe lautet: „Es ist nänniglich bekannt, daß, so in einem Jahr auf inen Monat zwei Vollmonde kommen, das Jahr ine große Menge Weines zu erwarten hat. Auch sat es sich schon vielmal bewähret, daß wenn olches am Himmel geschiehet, die Traubenstöch Mühe haben, die Menge zu tragen. Je früher im Jahre aber die zwei Vollmonde in einem Monate susammen kommen, desto länger dauert ihr Eiufluß Und desto voller werden die Kübel; am allerbesten st es daher, wenn schon der Januar diese seltene dimmelserscheinung bringet. Das gesegnetste Weinjahr im kommenden Jahrhundert wird deßent ⸗ vegen das Jahr 1885 sein, unsere Kindeskinder hen sich freuen allewege. Denn in diesem Jahre regiert die Göttin der Fruchtbarkeit, und was in inserem ganzen saéculo nicht passiret ist, dort wird schon im Moͤnat, im Januar, der Mond zweimal zoͤll werden. Deswegen werden dort Fässer und Stauden überlaufen und Jedermann soll sich mühen, seine Fäschen leer zu trinken, daß er den neuen zufheben kann; er wird auch sehr gut werden darum daß die Kopulation der zwei Vollmondge— scheine das ganze Jahr hindurch wirket.“ Mödge vahr werden, was hier so zuversichtlich in Aussicht gestellt wird und möge das gesegnete Weinjahr 1884 —D 1885 übertroffen werden. Auch in den März d. J. fällt zweimaliger Voll⸗ mond, und ist also doppelter Grund zur Hoffnung horhanden. FHat die Dauer des menschlichen debens zu oder abgenommen? Am wich⸗ liigsten sind in dieser Hinsicht die Arbeiten des reußischan statistischen Bureaus, bei welchen das Alter der im ganzen preußischen Staate in der angen Zeit von 1816 bis 18600 Gestorbenen in Hetracht gezogen ist. Darnach war das Durch chitisalter aller Gestorbenen in der Periode 316 bis 20: 27,57, in der 1821 -30: 28,39. in der 1831 - 40: 28,34, n der 84150: 27,23, und in der 1881 -60: 26.40 Lebensjahre. Man versuchte, od sich ein zünstigeres Resultat ergebe, wenn aue unter einem gFahre gestorbenen Kinder aus der Rechnung ent— sernt würden. Das Ergebniß war jedoch nicht besser, denn die über ein Jahr alt Gestorbenen hatten in den genannten Perioden folgendes Durch⸗ schnittsAlter erreicht: 37,14, 38,37, 37,23, 36,87 ud 35,91 Lebensjahre. Nach den geunauesten Be— rechnungen, die man mit dem reichhaltigsten Ma⸗ teriale aänstellen konnte, ergab sich somit keine er— weisbare Verlängerung der Lebensdauer, sondern eher ein Rückschlag. Die französische Aktademie aehauptet, der normale Zeitwerth des menschlichen debens sei 100 Jahre, und wenn wir selten oder nie das Ziel erreichten, so hätten wir es Umständen zuzuschreiden, welche historisch und willkuͤrlich die Ord⸗ rung der Natur unterbrochen hatten. Boerhade zerechnet die Möglichkeit, zu leben, auf 180 Jahre, ind Buffon behauptet dasselbe, indem er sagt, die Thiere leben sechs bis siebenmal so lauge, als sie zu ihrem Wachsthum gebrauchen. Florens bestreitet dieses. Das Kameel wachse 8 Jahre lang und lebe 40, das Pferd wachse 5 Jihte und lebe 25. Der Mensch wachse 20 Jahre, folglich müsse er nach Analogie der beiden mitgetheilten Fälle 100 und nicht 120 bis 140 Jahre alt werden. Wie selten übrigens das hunderiste Jahr erreicht wird, geht aus folgenden Berechnungen herbor: Wenn unter 18 Meuschen nur einer das achtzigste Jahr erreicht, so wird erst unter 3500 einer hundert, und unter einer Million einer hundertzehn Jahre alt. Nach anderen Zusammenstellungen und mit einander verglichenen Nachrichten sterden im Durch— schnitt unter jredem Tausend von Gehorenen 74 zwischen dem sechzigsten und siebzigsten, 60 zwischen dem siebzigsten und achtzigsten, 24 zwischen dem achtzigsten und neunzigsten, und 4 zwischen dem neunzigsten und hunderisten Jahre. — Wie viel die Frauen werth sind, darüber haben die Gesetzgeber alter und neuer Staaten sehr verschiedene Ausichten gehabt. Sicher ist, daß in der Vorzeit die Ftau weniger als er Mann galt. Moses schätzte den Mann auf 50, die Frau aber auf 40 Seckel Silber. Homer singt: „Ein blühendes Weib ist der Kampfpreis, klug in menschlicher Kunst — und geschätzt 4 Rinder am Werthe.“ Nach dem Strafgeseß des alten Isläuder gilt dort eine Frau gleich 3 Mark (etwwa 18 Wek. nach unserem Belde), und das alte' deutsche Volksrecht der Alle— mannen setzt den Wereh eines Weibes auf 200 Bulden, wenn sie Mädchen, auf 80 Gulden, wenn sie verheirathet ist fF Lemberg G'sterr. Galizien), 10. Januar. (Gewaltatt.) Der „N. Fr. Pr.“ wird von hier iber eine fast unglaubliche Affaire, die sich am 6. »8. hier zugetragen hat und das Tagesgespräch DAildet, berichtet: Ein Offizier erlaubte sich am ge—⸗ nannten Tage Mittags auf der Straße die Gattin eines hiesigen Geschäftsmannes, eine durchaus un— bescholiene Frau, mit Liebesanträgen zu belästigen und ihr, obwohl seine Bewerbungen ganz erfolglos blieben, bis in die Wohnung zu folgen, wo ihm iedoch von dem Gatten der Frau eine entschiedene Zurechtweisung ertheilt und die Thüre gewiesen wurde. In Folge dessen ließ der Offizier dem daufmanne eine Herausforderung zukommen, und als diese Nachricht unbeachtet gelassen wurde, begab er sich Abends in Begleitung mehrerer mit Ruthen zerfehener Soldaten in die Wohnung des Kauf— maluis. Einer der Soldaten wurde an die Thürt dostirt, und mit den übrigen, sechs an der Zahl, zegab sich der Offizier in die Wohnung, deren Thur er verschloß. Auf seinen Befehl wurden nerauf die beiden Ehegatten und das' Dienstmäd⸗ hen derselben von den Soldaten mißhandelt. Die „urch den Vorgang alarmirten Nachbarn riefen die Holtzei herbei, weiche die Thür der Wohnung erst jewaltsam öffnen mußte, worauf der Offizier und zie Soldaten der Militärbehörde übergeben wurden. Der „Gazeta Narodowa“ zufolge hat dec Landes— tommandirende F3M. Herzog Wilhelm von Würt. temberg das Kriesministerium sofort telegraphisch »on dem Vorfalle unterrichtet; er soll auch seiner Sutrüstung über den Gewaltakt unverhohlen Aus— )ruck gegeben haben. Ueberhaupt wird die in der zürgerlichen Bevölkterung dadurch hervorgerufene kntrüstung auch in mmitärischen Kreisen getheill. Der Offizier befindet sich in Haft. Paris, 15. Januar. Eine Explosion chlagender Wetter fand in den Kohlengruden von ievin (Pas de Calais) statt. Achtundzwanzig Personen blieben todt. ewdontjoie, 14. Jauuar. Hier gehen olossale Schneemassen nieder. Seit Samstag chneit es fast ununterbrochen Die ganze Hohe Been Gegend ist versperrt Der Eisenbahn- sowie der Verkehr der Frachtfuhrwerke und Reisenden mußte eingestellt werden. 4 GEine Prophezeiung Napo⸗ eon“?s 111.) Der Matin erzählt heute, wie der Triegsminister Lewal im Jahre 1862 vom Major zum Oberstlieutnant avancirte. Der Major Lewal var in Mexiko dem Generalstab des Expeditions— orps attachirt. Der Feldzug drohte sich hinzu— chleppen und unter den Offizieren fanden oft heftige Auseinandersetzungen darüber statt. Eines Abends ieß der Major Lwal am Offizierstische einen hef⸗ igen Tadel über die Führuung der Operationen ver⸗ nehmen und bezeichnete im Eifer den Kaiser mit dem Spietznamen Badinguet (ewa: Faselhans). Fmige der Anwesenden protestirten und der Vorfall vurde effiziell zur Kentniß des Kriegsministers, Marschall Randon, gebracht. Bald darauf legte dieset dem-Kaiser eine Promotionsliste vor, auf velcher wider Erwarten der Name Lewal's fehlte. Napoleon tII. wandie sich deßhalb mit einer Frage an den Kriegsminister, welcher verlegen schwieg. „Ich weiß wohl,“ sagte der Kaiser, „daß der Major dewal mich Badinguet genannt hat. . .. Setzen Sie nur gleich seinen Namen auf die Liste, er ist einer unserer besten Offiziere und zu einer glänzen— den Zukunft berufen.“ r Die Verwendung von Papierstoff zu technischen Zwecken ist, wie die „Allg. Brauer- u. Hopfen-Ztg.“ chreibt, in neuerer Zeit eine sehr mannigfaltige zeworden. Nachdem man in Amerika begonnen hatte, aus genanntem Material Radscheiben für Fisenbahnräder herzustellen, welche sich sehr gut dewährt haben, laufen nun auch auf mehreren deutschen Bahnen derartige Räder mit gleich gutem Erfolge. So haben auf der bergisch märkischen Bahn Radsätze mit Papierscheiben bis jetzt 54,000 dilometer zurückgelegt, ohne abgedreht werden zu müssen. Die Chicago- und Milwaukee⸗Eisenbahn beabsichtigt, demnächst versuchsweise Eisenbahnschienen aus Papiermasse statt der Stahlschienen in Gebrauch zu nehmen. Bei Herstellung der Schienen wird die Papiermasse einem sehr hohen Drucke uuter⸗ worfen, und soll sie dadurch eine sol be Hätte und Unveränderlichkeit erlangen, daß die schwersten Loko— motiven darüber fahren können, ohne einen Eindruch zu hinterlassen, und ohne daß irgend ein nachthei- liger Einfluß der Atmosphäre wahrgenommen wer— »en kann. Weiter hat man in Amerika mehrfach duppeln für astroncmische Observatorien aus kom⸗ pcimirtem Papier hergestellt. Die vierte Kuppel! ieser Art wurde vor Kurzem für das Observato— rium des Columbia-College in New⸗NYork aufge⸗ stellt; dieselbe hat 6 Meter Durchmesser hei 83,35 Veter Höhe, besteht aus 24 Theilen und ist so leicht, daß sie von der Hand gedreht werden kann. Hleichfalls in Amerika fertigt man Gasrohre von Papier in folgender Weise an: Endloses Hanf⸗ Hapier von der Breite der Länge der einzelner Rohre wird durch ein Bad von geschmolzenem Asphalt gezogen und über einen Dorn von der Dicke der Rohrweite gerollt. Hierauf wird das Rohr unter einer hydraulischen Presse in die verlangte Form gepreßt und in kaltem Wasser abgekühlt. Endlich wird der Dorn herausgezogen und das Innere des Rohres mit wasserdichter Masse getränkt. Großze Leichtigkeit, Festigkeit und Billigkeit werden diesen Kohren nachgerühmt, welche bei 8 Millimeter Wand⸗ stärke einem Drucke von 15 Atmosphären wider—⸗ tehen sollen. Schließlich ist noch anzuführen, daß in Breslau unläugst ein Schornstein von 15 Meter Höhe aus Papiermasse errichtet wurde. Marktberichte. Zweibrücken, 15. Jan. (Fruchtmittelpreis und Vik— ualienmarkt.) Weizen 8 M. 33 Pf. Korn 0O M. — Pjf., Serste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M — Pf., Dinkel — . — Pf. Mischfruhgt O M — Pf., Hafer 7 M. — Pf. Erbsen O M. — Pf. Wicken — M. — Vf. deu 3 M. — Pjf., Stroh J. Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf., Weißbrod 1/5 Kilo 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf., Gemischtbrod 3 Kils 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 30 Pf., II. Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 530 Pf. Wein l VLiter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf., Butter 1 Kiloar. O M. 95 Pi. Homburg, 14. Jan. (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ lienmarkt., Weizen 8 M. 60 Pf., Korn 7 M. 50 pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerste 2reihige O M. — Pf., Berste 4reihige O M. — Pi., Hafer 7 M. 57 Pf., Mischfrucht« M. — Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken — M. — Pf. Bohgen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleißen —-Pi. Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammelneised — Pf. Schweinefleisch 46 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 03 Pf. startoffeln per Zentner 1 M. 60 Pf. Kaiserslautern, 13. Jan. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt, Weizen 8 Mt. 47 f., Korn 7 M. 35 Pf. Spelztern — M. — Pf., Spelz 6 M. 17 Pf., Herste 8 M. 78 uf., Hafer 6 M. 98 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗ samen — M. — «f., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pꝛi., 3 Pfd. 33 Vf., Gemischtbiod 3 Pfund 38 Pf., Butter pro Pfd. O Me95 Pf., Eier per Ded. 84 Pf., Kartoffeln per Zentner 2 M. — Pf., Stroh J. Qual. 2 M 30 pf., II. Qual. 2 M. — Pf., Heu pro Ctr. 2 M. 20 Pf, leeheu O M. — Pf. Dienstesnachrichten. Oberamtsrichte Pachmayer in Kaisers⸗ lautern ist zum Landgerichtsrath in Kaiserslautern ernannt, an dessen Stelle Amtsrichter Bettinger iu Kirchheimbolanden befördert, und an dessen Stelle der dritte Staatsanwalt Foohns in Franken⸗ thal ernannt. Forstassistent Lössch in Speyer wurde zum Forstassessor in Rohrbrunn ernannt. Lehrer Wilhelm Neubecker in Annweiler purde zum Lehrer an der dortigen, bisher von dem jetzt pensionirten Lehrer Huber innegehabten, so⸗ dann der bisherige Lehrer an der protestantischen Schule zu Gräfenhausen, Karl Friedrich Theodor Mühler zum Lehrer an der bisher von dem Lehrer Neubecker innegehabten Lehrerstelle in Ann— veiler, endlich der bisherige interimistische Verweser der konfessionell gemischten oberen Mädchenschule in Annweiler, Philipp Schneider, zum interim. Verweser in Gräfenhausen — alle mit Wirkung oom 1. Februar 1885 an — ernannt. Fur die Redaktion verantwortlich: F. XR. Demeß. — — Einen edlen Zweck verfolgt die Ein-Mark⸗Lotterie, welche am 5. Februar zu München unwiderruflich statt hat. Durch die— elbe werden dem Renten- und Unterstützungsvereine die Mittel verschafft, hilfsbedürftigen Frauen und Mäadchen, sowohl Arbeitsverdienst als auch ander— weitige Unterstützungen zu gewähren. Es sollten sich daher vor allen unsere Frauen und Mädchen an diesem schönen Werke betheiligen durch Ankauf von Loosen. 55 555 — 322 A * —32 8* Nur Eine Mark das Loos i Keine Gegenstände! Nur bgar Geld!! 88 Ziehung ohne Verschub am 5 Februar 1885. F — Ameri einischen Postdampfer ber ↄcö r n Ahren von Antwerpen jeden Samstag direct nach New⸗-York u. Philadelphia. vgezeichuere Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller Klassen. Deutsche Bedienung und Aerzie auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EETMamnmun Læauur, St. Ingbert Die Holländische Br i Kaffee Brennerei H. Disqué & Cie, Mannheim mpfiehlt ihre so beliebt gewordenen VA Elephanten— 3 24 Raffee's gebrannt nach Dr. v. 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Rer ta⸗ ger, ah⸗ 511⸗ der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint udchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wbchentlich mit Unterhaltunge ziatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich JIM G60 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 78 4, einschließn 0 HZustelungsgebützr. Die Tinrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗O, bei außerpfalzischen und solch auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt 15 A. Feclamen 30 H. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —⏑— M 13. 2 Sonntag, 18. Januar 1885. gahrg. hs⸗ jes er⸗ nd ice, Politische Uebersicht. In der Reichtagskommifssion für Vor—⸗ erathung der Anträge auf Wiedereinführung der . Berufungsinstanz in Strafsachen hat Staatssekr. . Schelling Erklarungen abgegeben, denen zufolge as Reichsjustizamt, resp. Preußen jener Forderung einen Widerstand entgegensetzen werden. Dagegen ollen plötzlich von bayerischer Seite Bedenken gegen die Anträge erhoben worden sein. jeleitet worden, nach dem Spruche: „Hat de Zauer Geld, so hat es die ganze Welt“. De— stormalarbeitstag sei völlig unmöglich. Wie werde man die Arbeiter für die ausfallende Arbeitszeit entschaädigen? Der Arbeitgeber könne es nicht, denn dieser könne nicht mit Nachtheil arbeiten. Auch rönne man den Normalarbeitstag nicht durchführen, zhne den Arbeitslohn zu verringern, und wenn man es könnte, so müßte man außerdem eine hinefische Mauer um Deutschland ziehen, um den Import zu hindern. Die verbündeten Regierungen pürfen nicht Versprechungen geben, ohne die Gewiß⸗ zeit zu haben, daß sie dieselben auch erfüllen können. Berlin, 15. Januar. Die schutzzöllnerische VBereinigung des Reichstags beanttagt den Weizen⸗ zoll auf 4 Mark, den Roggenzoll auf 8 Mark zu erhöhen. Berlin, 15. Januar. Behufs Konzentrirung der Sammlungen zur Darbringung eines National- jeschenls an den Fürsten Bismarck anläßlich dessen iebzigsten Geburtstags bildete sich ein Zentral⸗ 'omité, dem angesehene Persönlichkeiten aler Be— cufskreise und Parteien angehören. Das genannte Zentralkomité wird demnächst einen Aufruf erlassen. Auslaud. Madrid, 15. Januar. Die Zahl der in der Provinz Granada durch die Erdbeben zerstörten häuser beträgt 3240. Birmingham, 15. Januar. Heute ver⸗ instalteten fünftausend arbeitslose Handwerker auf reiem Platze eine Demonfstration und nahmen eine stesolution an, worin sie von der Stadtverwaltung Arbeit verlangen. Die Versammlung marschirte ierauf in Prozession durch die Straßen, und hiell zor den Bäckerläden an, welche sie zu stütmen drohte. Q⸗ it, en er⸗ nas8 DO. ngoert, 14. Januar. err Guh besizer Schneider zu Rittershof hatt— Jestern auf der Jagd der Herren Gebrüder Dörr wiederum das Glück, einen Keuler von circa 160 Pfund zu erlegen. Es ist dies im Laufe eines Jahres bereits das neunte Borstenthier, welches dieser tüchtige Nimrod zur Strecke bringt. — Zweibrücken, 15. Januar. Zur War— nung für die Viehtreiber, welche gewohnheitsmäßig die von ihnen getriebenen Thiere durch Stochschläg⸗ u. s. w. zu mißhandeln pflegen, sei erwähnt, daß der Handelsmann Moses Batz von Oberhausen, der einen ermüdeten Stier min Schlägen traktirt⸗ und demselben den Schweif umdrehte, zu drei Tagen Haft verurtheilt wurde. — Vom Schwarzbach, 185. Januar. BZegenwärtig schwebt in Thaleischweiler eine gericht. iche Untersuchung, auf deren Ausgang man 'iin der zanzen Umgegend sehr gespannt ist. Seit fünf Jahren wurde dort eine ehrenwerihe Familie mit )en ehrenrührigsten und schmutigsten anonymen Briefen und Postkarten verfoigt; und diese Sen⸗ dungen erstreckten sich nicht blos auf den genannten Ort, sondern auch auf die Kreise in verschiedenen Städten der Pfalz, welche mit der erwähnien Ta⸗ nilie in Beziehung standen oder im Begriff waren, mit ihr in Beziehung zu treten. Jahre lang nahm man diese Angriffe geduldig hin, bis endlich ein in Zweibrücken wohnendes Glied der Familie um allen Kredit gebracht vnd sogar eine Ehescheidung herbei⸗ geführt werden sollte. Da mußten natürlich die detressenden Papiere dem Gerichte übergeben werden. Die Untersuchung soll so ziemlich abgeschlossen sein. Den Namen desjenigen, gegen den sie sich gerichtet hat, wollen wir jetzt nicht nennen, er wird durch die Verhandlung bekannt genug werden. So diel ist gewiß, daß, mag nun der Thäterschaft überführt werden, wer da will, in ihm einer der geschicktesten und gefährlichsten Intriguanten entlardt werden wird. In Thaleischweiler herricht natürlich die größte Aufregung. (Pf. Post.) — Hr. Banquier Schneider in Pirmasens hat den Hombrunnerhof an einen Herrn Beckmann aus Neustadt a. H. um 42,000 Mt. verkauft. Der neue Eigenthümer soll dort Weiden ⸗ kulturen anlegen wollen. — Der Hr. Forstgehilfe von Leimen wurde vor einigen Tagen von einem Keuler erheblich ver⸗ wundet. — Am Morgen des 11. Januar wurde zwischen Oberbexbach und Frankenholz die Leiche des in der Nacht zuvor daselbst erfrorenen Peter Omlor von Frankenhol;z aufgefunden, welcher am 10. Jan. bis Abends spät einer Hochzeitsfeier in Frankenholz beigewohnt haben soll. — In den Gemeinden Etschberg, Konken und Ausel ist die Lungenseuche und in der Gemeinde Hinterweidenthal die Pferderäude amtsthierärztlich konstatirt worden. — Zu Mitgliedern der Kreismedizinal ˖Ausschüsse sind auf die Dauer von 4 Jahren für die Pfalz ernannt: Landgerichtsarzt Medizinalrath Dr. Jul. Bettinger in Frankenthal, Landgerichtsarzt Dr. Carl Chandon in Kaiserslautern, Bezirksarzt Dr. Jos. Reisch in Neustadt, Bezirksthierarzt Dr. Ferd. Leupoldt in Speper, Kreisthierarzt Friedrich Groß nSpeyer und Apotbeker Karl Bernbeck in Lud- 46 Die Thronrede, womit der preußische Landtag im Donnerstag eröffnet wurde, bezeichnet die Finanz age als an sich befriedigend. Der Ueberschuß be⸗ rage insgesammt über 20 Millionen, welcher jamentlich aus dem günstigen Ergebnisse der Staats⸗ isenbahnen herborgegangen sei und fast ausschließlich ur Tilgung der Kapitalschuld der Staatseisenbahnen erwendet wurde. Auch das laufende Jahr lasse inen gieich günftigen Abschluß erhoffen, doch komme »em gegenüber die Erhöhung der Matrikularbeiträge im über 24 Millienen in Betracht. Die Thron⸗ ede betont die N. »ndigkeit der Eröffnung neuer finnahmequellen sur das Reich. Der durch die kinnahmen nicht gedeckte Theil der Matrikularbei— räge werde durch eine Anleihe gedeckt werden. Die tede weist sodann auf den Aufschwung der Ge— verbsthätigkeit hin. Nur auf der Landwirthschaft aste ein Druck, dessen Ursachen aufzuklären oder u beseitigen die Regierung unausgesetzt bemüht zi. — U. A. werden in der Rede angekündigt herträge über den Erwerb weiterer Pridat⸗Eisen- ahnen. Aus Frankreich wird über eine fortdauernde ochgradige Gährung unter einem Theile der Ar⸗ ꝛeiterbevölkerung berichtet. Die beabsichtigte Ver— ammlung unter freiem Himmel in einem im Cen⸗ rum von Paris gelegenen Stadttiheile, welche die Befahr eines Zusammenstoßes mit der Polizei schon ius dem Grunde zu einer akuten gemacht hatte, ille Kundgebungen außerhalb von geschlossenen däumen zu unterdrücken, ist zwar nicht zu Stande elommen, allein die Neigung zu einer solchen emonstration ist nicht gewichen. Ein Theil der tevolutionäre möchte eine solche Versammlung bei Tage und mit Waffen abhalten, während ein an— »erer dafür ist, die Nacht zu der Kuͤndgebung zu vählen. In zahllosen Privatversammlungen — jestern sollte deren nicht weniger als dreißig statt⸗ inden — berathen die verschiedenen sozialistischen zraltionen über ihre demnächstige „Aktion“ und nan befürchtet, daß sie Beschlüsse zu gewaltthätigem horgehen fassen werden. Wie sehr die Regierung »en Ernst der Lage erkennt, beweist der Umstand, »aß gestern die ganze Besatzung von Paris schlag⸗ ertig gehalten wurde, alle Poͤzeiposten verdoppelt, »as Elysée stark bewacht, die höheren Polizeibeamten uuf der Polizeipräfektur versammelt und sonst die trenasten Vorsichtsmaßregeln erqriffen waren. “em. Deutsches Reich. Berlin, 15. Zanuar. Der Reichstag jenehmigte die Einstellung des Strafverfahrens zegen verschiedene sozialdemokratische Abgeordnete ind setzte die Berathung des Antrags Hertling betr. )as Arbeiterschutzgesetz sort, die schließlich wieder uuf Morgen vertagt wurde. Im Laufe der Debatte rklarte Bismarck: Bei der Erhöhung der Getreide⸗ ölle sind die verbündeten Regierungen grade von der Fürsorae für die landmiethibec - Für das Jahr 188485 wurden folgenden Universitäts Studirenden aus der Pfalz Stipendien im beinesezten Betrage verliehen und zwar: dem Kandidaten der Rechte Philipp Engel aus Kaisers- lautern 180 Mk., den Kandidaten der Medizin Frz. Hornef in Kaiserslautern und Otto Koch in Kandel e 180 Mk., den Kandidaten der Philosophie Karl Dahl in Landau, Georg Hauck in Knittelsheim, Anton Heeger in Westheiin, K. Joachim in Landau, Heinrich Lieberich in Grunstadt und Phil. Offen⸗ müller in Speyer ebenfalls je 180 Mark. Eichstätt, 18. Januar. (Ein Kind unserer Zeit.) Gestern Nachmittags zwischen halb 2 und Z Uhr erschoß sich in dem im Hofraume der Glas⸗ schen Gastwirthschaft dahier befindlichen Waschhause ein Handwerksbursche. Einem bei ihm vorgefun—⸗ denen Zettel zufolge nennt er sich Friedrich Kressel, ist seines Zeichens ein Schneider und aus Hennen⸗ hach bei Ausbach gebüriig. Im Laufe des Vor— nittags trank er in besagter Wirthschaft 7 Glas Zier, besuchte einige ihm bekannte Militärs, denen jegenüber er sich auch geäußert haben soll: „Jeßt vird fortgesoffen, bis ich geholt werde.“ Auser ver Unterschrift enthielt der Zettel noch die Worte: „Bis hieher und nicht weiter!“ Der Schuß drang »urch das rechte Ohr. Kressel ist 22 Jahre alt. An Geld hatte er noch 45 Pfg. bei sich. Das Polizeipräsidium in Frankfurt am Dtain hat die Prämie von Mark 3000, die dem zufallen soll, welcher zur Ermittelung des Mörders des Polizeirathes Rumpff führt, auf Mk. 10,000 erhoͤht. (Ein freiherrlicher Bettler) In Frankfurt wurde dieser Tage ein Baron v. Drach ius Hanau abgeurtheilt, der mehr als ein Jahr ils Veitler im Lande umhergezogen, ohne ein ein⸗ iges Mal aufgegriffen worden zu sein. Er erhielt 14 Tage Haft. F Wien, 14. Januar. Die „Presse“ meldet ius Czernowitz: Seit gestern rutscht in Folge von Erweichung durch Massenschnee und Thauwetter der hügel hinter der 1868 mit einem Kostenaufwand son 10 Millionen in romanischem Siyl ausge⸗ ührten griechischrorthodoxen Kathedrale ab. Das Seminar und der Monumentalbau sind gefährdet; der Garten und das Oekonomiegebäude sind bereits von einer Erdlawiue überschüttet und in einer Länge yon 250 Meter geborsten. Antwerpen, 15. Januar. Dem „Han⸗ »elablad“ zufolge wurde heute hier ein Mann ver— jaftet, den man für den Mörder des Polizeiraths Kumpff in Frankfurt oder wenigstens für an der xrmordung betheiligt hält. 4 Eine vorwiegend aus Deutschen bestehende —chützengesellschaft in NRewyork will ihr nachste Zchützenfest in Deutschland, und zwar am 4. Juli »em nordamerikanischen Nationalfeste, in Bingen feiern. Für die Fahrt wurde ein Extradampfer die „Suevia“ der Hamburger Dampfschifffahrü— Besellschaft, für den Preis von 60,000 M. gemiethet (GTed durch einen Meteorstein. Maun schreibt dem „Kurier der Vereinigten Staaten aus Hot Springs (Arkansas): „Julius Robb Farmer in Montgomerie County, wurde am 25 stovember v. J. plötzlich durch einen Meteorstein getödtet, welcher, nachdem er in seinem Falle einer tarken Baumast mitten entzwei geschlagen, der Farmer an der Schulter traf, seinen Körper in chräger Richtung durchbohrte und dann tief in den Erdboden eindrang. Das vom Himmel gekomment Beschoß wurde noch am selben Abend ausgegraben und erwies sich als ein Stück Schwefelkies in der Bröße einer Theetasse. Der Vorfall rief in Ho S„prings großes Aufsehen hervor.“ Lur die Redaktion verane ortlich xX.Deme s. Herr DBr. E. Rust, Großh. Medicinalra in Grabow in Meckl. außzert sich über die Vor züg lichkeit des rheinischen Trauben⸗Brust-Honia wie folgt: „Den rheinischen Trauben-Brust-Honig aus der Fabrik von W. H. Zickenheimer in Mainj „habe ich oft und seit langer Zeit empfohlen und ‚stets gefunden, daß derselbe ein ausgezeichnet gutes „Hausmittel gegen chronische Husten, Heiserkeit u „s. w. ist Auch habe ich den Trauben-Brust-Honig ‚während einer Keuchhusten-Epidemie anwenden „lassen. Während dieser Husten, mit andern Mittelr „vehandelt, stets circa 2 Jahr angehalten hat, war ‚er bei Anwendung des Trauben-Brust-Honigs in einigen Wochen beseitigt. Ich kann also den rheinischen Trauben-Brust-Honig als ein ganj vorzügliches Mittel bei Husten-⸗, Brust- und Hals⸗ leiden empfehlen.“ Wir machen hierhei darauf aufmerksam, daß dieses seit einer Reihe von Jahren eingeführte und borzügliche Hausmittel an hiesigem Platze käuflich bei Herrn J. Friedrich. BSermischtes. Burbach, 16. Januar. Hier herrschen Scharlach, Diphtheritis zc. in dem Maße, daß in mauchen Schulen fast ein Viertel der Kinder, welche daran erkrankt sind. fehlen. FeFriedrichssthal, 16. Januar. Ein rasches Ende fand, nach der „Tr. Ztg.“, vor einigen Tagen ein etwa 26jähriger Taglöhner einer hiesigen Gltashütte. Derselbe begleitete mit noch * — ν —» ö— ein mitgenommenes Frühstück gut munden ließen, als plögßlich der Mehrgenannte — allem Anscheine nach vom Schlage getroffen — lautlos vom Wagen stürzte und von einem Rade überfahren wurde. Als Leiche brachte man ihn auf dem Wagen hierher. 4 Zwei Hofhunde, welche der städtischen Ab⸗ fuhranssalt in Mannheim gehören, brachen kürz⸗ sich in einen vor der Stadt untergebrachten Pferch ein, der 212 Hämmel enthielt, und richteten dort ein furchtbares Blutbad an. Ungefähr 40 wurden an Ort und Stelle zerfleischt, der Rest der eutsetz⸗ — —— den, wobei etwa 100 erstickten, 27 Stück mußten übel zugerichtet dem Metzger übergeben werden. Der Schafknecht, dem die Obhut anvertraut war, war in der Unglückznacht nicht bei seiner Heerde, sondern in der Stadt. Der Schaden beläuft sich auf 6 his 7000 M. ——— Bekauntmachung. Gemäß 8 23 der Ersatz Ordnung haben sich alle Militärpflichtigen, über deren Dienstpflicht noch nicht definitiv entschieden ist, in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 18335 auf dem Bürgermeisteramte zur Sshommrolle anzumelden. ——— anzumelden nicht allein alle in der Zeit vom 1. Januar bis 31. DezemberI865 Geborenen, sondern auch die wegen häuslicher oder onstiger Verhältnisse oder Wegen unentschiedener Tauglichkeit zurückgestellten, die eingewanderten und etwa übersehenen Militärpflichtigen früherer Altersklassen Vorübergehend Abwesende sind dittch ihre Elteru oder Vormünder ꝛc. ⁊c auzumelden. —. St. Ingbert, 15. Januar 18885. — Das Bürgermeisteramt: Crieger- Veroin Be dem Leichenamt des verstorbener Herrn Bürgermeisters Custet wurde mir mein Hut verwechselt. Der tedliche Besizer menes Hutes mögt so gefällig sein, mir denselben zegen den seinigen umzutauschen gegen entsprechende Belohnung. Jo hann Hellenthal Müuller. Sonntag, den 18. Janunar, Nachmittags 3 Uhr in Baumann' daal Generalversammlung Tagesordnung: Aufnahmen. Wahl eines Schriftführers. zesprechung von Vereinsangelegen⸗ Jeiten sne Gastwirthschaft (verbunden mit Herberge) nit 7 Betten und sonstigem Mobiliat st zu vermieten zu höchst bescheit denem Preise. Näheres in der Expedition des B Heinr sschuß. Pfarr-Càcilion-Veéroin ⸗n 0 vneinische vonig zu haben zriedrich; 3. Duden⸗ in Blies- denbofer. Verdienst·Diplom: Zurich 1883. ꝛoldeno Wehen Nizza 1884; krems 18B84 — Spielwerke 4-200 Stücke spielend j mit oder ohne Expression, Mandoline, Trommel. Glocken, Himmelsstimmen, Castagnet- ten. Harfenspiol ete. AM2 Spieldosen 2216 Stuũcke epielend; ferner Neces suires, Cigarrenstünder, Sehwerzerhäus- chen, Photographiealbums, vebhreib- zeuge, Handschuhkasten, Briefbeschve- rer Blumenvasen, Cigarren-Ptuis, Ta baksdosen, Arbeitstische, Flaschen Biergläser, Stühle, ete, Alles mit Vusilc. Stets das NMeueste und Vorzigliehste, beson- ders geeigriet zi Vnnacehte- geschemnlen, eim Phehlt J. H. Heller, Bern (Sehweiz). AF Nar direktor Bezug garantirt Acchtheit; illustrirte Preislisten sende tranco. Sonntag, den 18. Januar 138335, im Saale des Cafe Oberhause Die heiligen Drei— Oratorium zur Aufführung mit lebenden Bi für Solo und gemischten Chor mit Klar von Heinrich Fidelis Mühle Nichtmitglieder haben Zutritt gegen Entrée. J. Platz 1Mk., II. Platz Wahrend der Auf hrung ist das ank Ore⸗ aus auch Jeil⸗ ttigen . —* ndliche m Lei⸗ on ⁊c.“ rungen dsollte umen, 8.· An⸗ 3. Aufl. aulen⸗ n, um 43 — ie Zu⸗ fn F — „Narrenso Nächsten Montag Abend de III. Sitzun- im Vereinslokale. TD nzar α ZunllauqasA an⸗ arurxad stx g8si nady os q uα μο—N ο_S u9—οαodOQ uoMα uusjnryyÿ uop asqun uaο9 souru 000 08 uo⸗ añRAAAG I OMAOM UMSUOuos Jop GOI —E— Sierzu „Illustrirte SZvuntaasblatt“ Nr. 3. — I ali, en ter, cts· get. n.) en“ bob 25. ein nen den in —R ent er het 1 22 ⸗ e 8 ⸗ F ⸗ — R 9. * S ⸗ 5 88* * ß be 8 — — — * —3 — —— 3 — — 89 74 98 — *7 — — * AA * 21 58 —538 8 7— —— —— J — 38* i 3*8 9 M —26 —38 F * A⸗— 5 — ß * 38 —*23 ——— — —— * 8 p * * — 8 * J — 215 33 —38 — * — —* —— 338 —8 2—8* J 3—3 * —32 * 9 * JJ— —33 *— 5* 53 —* F 7 — E —8 —2 * * * F —H 53 h —8 J — J * —— * ——68 8 — p ug x 3 — * * —. — 7—8* * ——348 —257 ———8 * * * F 59 * — * —58 — * — * —B— —323 5 — * — zu —AF * 5 — — —— — 33 4 æ 8 — 846 —59* ð 4 * 3 J Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint vdchentlih funfmalz Am Montag, Dienstatg, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltunge— ziatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.AM 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einsqhließ. o “¶ Zustelungagebuühr. Die Einruckungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solch auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, Ib A, Meclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M I3. Sonntag, 18. Januar 1885. 20. Jahrg — i 9 9 Politische Uebersicht. — In der Reichtagskommission für Vor—⸗ jerathung der Anträge auf Wiedereinführung der 2. Berufungsinstanz in Strafsfachen hat Staatssekr. „. Schelling Erklärungen abgegeben, denen zufolge zas Reichsjustizamt, resp. Preußen jener Forderung einen Widerstand entgegensezen werden. Dagegen ollen plötzlich von bayerischer Seite Bedenken gegen die Anträge erhoben worden sein. Die Thronrede, womit der preußische Landtag im Donnerstag eröffnet wurde, bezeichnet die Finanz⸗ age als an sich befriedigend. Der Ueberschuß be— rage insgesammt über 20 Millionen, welcher namentlich aus dem günstigen Ergebnisse der Staats- isenbahnen hervorgegangen sei und fast ausschließlich ur Tilgung der Kapitalschuld der Staatseisenbahnen erwendet wurde. Auch das laufende Jahr lasse iinen gieich günstigen Abschluß erhoffen, doch komme )em gegenüber die Erhöhung der Matrikularbeiträge uim über 24 Millionen in Betracht. Die Thron⸗ ede betont die Nuendigkeit der Eröffnung neuer kinnahmequellen das Reich. Der durch die xFinnahmen nicht gedeckte Theil der Matrikularbei— räge werde durch eine Anleihe gedeckt werden. Die stede weist sodann auf den Aufschwung der Ge⸗ verbsthätigkeit hin. Nur auf der Landwirthschaft aste ein Druck, dessen Ursachen aufzuklären oder u beseitigen die Regierung unausgesetzt bemüht ei. — U. A. werden in der Rede angekündigt Verträge über den Erwerb weiterer Privat-Eisen- nahnen. Jeleitet worden, nach dem Spruche: „Hat der Bauer Geld, so hat es die ganze Welt“. Der Normalarbeitstag sei völlig unmöglich. Wie werde man die Arbeiter für die ausfallende Arbeitszeit entschädigen? Der Arbeitgeber könne es nicht, denn dieser könne nicht mit Nachtheil arbeiten. Auch önne man den Normalarbeitstag nicht durchführen, ohne den Arbeitslohn zu verringern, und wenn nan es könnte, so müßte man außerdem eine dinesische Mauer um Deutschland ziehen, um den Import zu hindern. Die verbündelen Regierungen dürfen nicht Versprechungen geben, ohne die Gewiß heit zu haben, daß sie dieselben auch erfüllen können. Berlin, 15. Januar. Die schutzzöllnerische Vereinigung des Reichstags beantragt den Weizen⸗ zosl auf 4 Mark, den Roggenzoll auf 3 Mark zu erhöhen. Berlin, 15. Januar. Behufs Konzentrirung der Sammlungen zur Darbringung eines National- zeschents an den Fürsten Bismard anläßlich dessen iebzigsten Geburtstags bildete sich ein Zentral⸗ lomité, dem angesehene Persönlichkeiten aler Be— tufskreise und Parteien angehören. Das genannte Zentralkomito wird demnächst einen Aufruf erlassen. Ausland. Madrid, 15. Januar. Die Zahl der in der Provinz Granada durch die Erdbeben zerstörten häuser bettägt 3240. Birmingham, 15. Januar. Heute ver⸗ anstalteten fünftausend arbeitslose Handwerker aus freiem Platze eine Demonstration und nahmen eine Resolution an, worin sie von der Stadtverwaltung Arbeit verlangen. Die Versammlung marschirte ierauf in Prozession durch die Straßen, und hiel! zor den Bäckerläden an, welche sie zu stürmen drobte. tigender war; eine andächtige Stille ruhte auf der ganzen Versammlung, und selbst Männer konnten sich der Thränen nicht erwehren. * St. Ingbert, 17. Januar. Herr Guts⸗ besizer Schneider zu Rittershof hatte gestern auf der Jagd der Herren Gebrüder Dörr wiederum das Glück, einen Keuler von circa 160 Pfund zu erlegen. Es ist dies im Laufe eines Jahres bereits das neunte Borstenthier, welches dieser tüchtige Nimrod zur Strecke bringt. — Zweibrücken, 15. Januar. Zur War⸗ nung für die Viehtreiber, welche gewohnheitsmäßig die von ihnen getriebenen Thiere durch Stochschläg⸗ u. s. w. zu mißhandeln pflegen, sei etwähnt. daß der Handelsmann Moses Batz don Oberhausen. der einen ermüdeten Stier mit Schlägen traktirte und demselben den Schweif umdrehte, zu drei Tagen Haft verurtheilt wurde. — Vom Schwarzbach, 15. Januar. Gegenwärtig schwebt in Thaleischweiler eine gericht liche Untersuchung, auf deren Ausgang man in ber ganzen Umgegend sehr gespannt ist. Seit fünf Jahren wurde dort eine ehrenwerthe Familie mit den ehrenrührigsten und schmutzigsten anonymen Briefen und Postlarten verfoigt; uͤnd diese Sen⸗ dungen erstreckten sich nicht blos auf den genannten Ort, sondern auch auf die Kreise in verschiedenen Stadten der Pfalz, welche mit der erwähnien Fa⸗ milie in Beziehung standen oder im Begriff waren, mit ihr in Brziehung zu treten. Jahre lang nahm nan diese Angriffe geduldig hin, bis endlich ein in Zweibrücken wohnendes Glied der Familie um allen aredit gebracht und sogar eine Ehescheidung herbei— geführt werden sollte. Da mußten natürlich die betreffenden Papiere dem Gerichte übergeben werden. Die Untersuchung soll so ziemlich abgeschlossen sein. Den Namen desjenigen, gegen den sie sich gerichtet hat, wollen wir jetzt nicht nennen, er wird durch die Verhandlung bekannt genug werden. So diel ist gewiß, daß, mag nun der Thäterschaft überführt werden, wer da will, in ihm einer der geschicktesten und gefährlichsten Intriguanten entlardi werden wird. In Thaleischweiler herrscht natürlich die größte Aufregung. (Pf. Post.) — Hr. Banquier Schneider in Pirmafens hat den Hombrunnerhof an einen Herrn Beckmann aus Neustadt a. H. um 42,006 Mt. verkauft. Der neue Eigenthümer soll dort Weiden⸗ kulturen anlegen wollen. — Der Hr. Forstgehilfe von Leimen wurde dor einigen Tagen von einem Keuler erheblich ver⸗ wundet. — Am Morgen des 11. Januar wurde zwischen Oberbexbach und Frankenholz die Leiche des in der Nacht zuvor daselbst erfrorenen Peter Omlor von Frankenholz aufgefunden, welcher am 10. Jan. dis Abends spät einer Hochzeitsfeier in Frankenholz beigewohnt haben soll. — In den Gemeinden Etschberg, Konken und Zusel ist die Lungenseuche und in der Gemeinde Dinterweidenthal die Pferderäude amtsthierärztlich konstatirt worden. — Zu Mitgliedern der Kreismedizinal-Ausschüsse sind auf die Dauer von 4 Jahren für die Pfalz ernannt: Landgerichtsarzt Medizinalrath Dr. Jul. Bettinger in Frankenthal, Landgerichtsarzt Dr. Farl Chandon in Kaiserslautern, Bezirksarzt Dr. Jos. Reisch in Neustadt, Bezirksthierarzt Dr. Ferd. Leupoldt in Speper, Kreisthierarzt Friedrich Groß in Speyer und Apoiheker Carl Rernbeck in Lup, R i nd eg 4 V eln at in ⸗ nj z. p G t Aus Frankreich wird über eine fortdauernde jochgradige Gährung unter einem Theile der Ar— ʒeiterbedolkerung berichtet. Die beabsichtigte Ver— ammlung unter freiem Himmel in einem im Cen⸗ rum von Paris gelegenen Stadttheile, welche die Befahr eines Zusammenstoßes mit der Polizei schon zus dem Grunde zu einer akuten gemacht hatte alle Kundgebungen außerhalb von geschlossenen skaumen zu unterdrücken, ist zwar nicht zu Stande lelommen, allein die Neigung zu einer solchen Demonstration ist nicht gewichen. Ein Theil der Kevolutionäre möchte eine solche Versammlung bei Tage und mit Waffen abhalten, während ein an⸗ derer dafür ist, die Nacht zu der Kuͤndgebung zu vählen. In zahllosen Privaiversammlungen — jestern sollte deren nicht weniger als dreißig statt⸗ inden — berathen die verschiedenen sozialistischen Fraktionen über ihre demnächstige „Aktion“ und wan hefürchtet, daß sie Beschlüsse zu gewaltihütigein borgehen fassen werden. Wie sehr die Regierung den Ernst der Lage erkennt, beweist der Umstand, daß gestern die ganze Besaßzung von Paris schlag fertig gehalten wurde, alle Polizeiposten verdoppelt, das Elysée stark bewacht, die höheren Polizeibeamten auf der Polizeipräfektur versammelt und sonst die strengsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen waren. Zokale und pfälzische Rachrichten. V St. Ingbert, 18. Januar. Ueber die Aufführung des Oratoriums „Die hl. Dreikönige“ n Boppard, welches heute Abend auch hier aufge⸗ ührt wird, schreibt die „Coblenzer Volkszeitung“ Zoppard, 27. Dezember. Gestern Abend wuͤrd m hiesigen Gesellenhause das neue geistliche Weih rachtsspiel „Die h. Dreikönige, von Dechant Müsler“ zur Darstellung gebracht. In Erinnerung in die vortreffliche vorjährige Aufführung des Weih— aachts-Oratoriums von demselben vollsthümlichen Tomponisten hatten wir unsere Erwartungen schon joch gespannt; aber wir müssen gestehen, der Er— 'olg hat dieselben weit übertroffen; etwas Schöneres haben wir niemals gesehen; die herrlichen Gesänge und die wunderschönen Bilder versetzten uns in eint höhere himmlische Sphäre, und ließen uns wei Stunden voll des reinsten, edelsten Genusses oerleben. Eine Eigenthümlichkeit dieses neuen Weih— nachtsspieles bilden die betreffenden Romanzen von Bustav Schwab, die zwischen je zwei Chören decla— nirt wurden, eine Neuerung, die zum Verständnisse einiger Bilder geradezu nothwendig ist, indem die anmuthige Legende von den hl. Dreikönigen in ieser Ausdehnung dem groͤßten Theile des Publi- lums ganz unbekannt ist. Was der Deklamator in Worten geschildert, trat dann jedesmal plastisch vor die Augen in dem lebenden Bilde, womit eine jede zer 7 Abtheilungen schloß; nur das letzte Biid vurde vor dem entsprechenden Chore, dem Schluß⸗ hore, gezeigt. — So etwas laßt sich nicht mil Worten schildern, das muß man mit eigenen Augen cheu; es ist ein Oberammergau en miniaturo. — Nach all' dem konnte es nichi fehlen, daß der Ein drnak vor Goiena in neraßeorin α — Dentsches Reich. Berlin, 15. Januar. Der Reichsstag genehmigte die Einstellung des Strafverfahrens gegen verschiedene sozialdemokratische Abgeordneie und setzte die Berathung des Antrags Hertuͤng bett. das Arbeiterschutzgesetz fort, die schließlich wieder auf Morgen verlagt wurde. Im Laufe der Debalt⸗ erllarte Vismarck: Bei der Erhöhung der Getreide⸗ zolle sind die verbündeten Regierungen grade von der Fürsora⸗ cijr di⸗ landmirthicheftlihen Mrbeites 4 6 — Für das Jahr 188485 wurden folgenden Universitäts Studirenden aus der Pfalz Stipendien im beieseßten Betrage verliehen und zwar: dem Nandidaten der Rechte Philipp Engel aus Kaisers lautern 180 Mk., den Kandidaten der Medizin Frz— Hornef in Kaiserslautern und Otto Koch in Kandel je 180 Mk., den Kandidaten der Philosophie Karl Dahl in Landau, Georg Hauck in Knittelsheim, Anton Heeger in Westheim, K. Joachim in Landau, deinrich Lieberich in Grünstadt und Phil Offen- müller in Spever ebenfalls je 180 Mark. Eichstätt, 13. Januar. (Ein Kind unserer Zeit.) Gestern Nachmittags zwischen halb 2 und 2 Uhr erschok sich in dem im Hofraume der Glas—⸗ schen Gastwirthschaft dahier befindlichen Waschhaust ein Handwerksbursche. Einem bei ihm vorgefun— denen Zettel zufolge nennt er sich Friedrich Kressel, ist seines Zeichens ein Schneider und aus Hennen⸗ dach bei Ausbach gebürtig. Im Laufe des RVor— nittags trank er in besagter Wirthichaft 7 Glas Bier, besuchte einige ihm bekannte Militärs, denen jegenüber er sich auch geäußert haben soll: „Jeßzt wird fortgesoffen, bis ich geholt werde.“ Auser der Unterschrift enthielt der Zettel noch die Worte: „Bis hieher und nicht weiter!“ Der Schuß drang durch das rechte Ohr. Kressel ist 22 Jahre alt. An Geld hatte er noch 45 Pfg. bei sich. 4Das Polizeipräsidium in Frankfurt am Main hat die Prämie von Mark 3000, die dem zufallen soll, welcher zur Ermittelung des Mörders des Polizeirathes Rumpff führt, auf Mk. 10.000 erhöht. GEin freiherrlicher Bettler) In Frankfurt wurde dieser Tage ein Baron v. Drach aus Hanau abgeurtheilt, der mehr als ein Jahr als Bettler im Lande umhergezogen, ohne ein ein⸗ ziges Mal aufgegriffen worden zu sein. Er erhielt 14 Tage Haft. Wien, 14. Januar. Die „Presse“ meldet ius Czernowitz: Seit gestern rutscht in Folge von Erweichung durch Massenschnee und Thauwetter der dügel hinter der 1868 mit einem Kostenaufwand jon 10 Millionen in romanischem Siyl ausge⸗ führten griechisch orthodoxen Kathedrale ab. Das Seminar und der Monumentaldau sind gefährdet; der Garten und das Oekonomiegebäude sind bereits bon einer Erdlawiue überschüttet und in einer Länge von 250 Meter geborsten. Antwerppen, 15. Januar. Dem „Han⸗ »elsblad“ zufolge wurde heute hier ein Mann ver⸗ zaftet, den man für den Mörder des Polizeiraths Kumpff in Frankfurt oder wenigstens für an der Ermordung betheiligt hält. fp Eine vorwiegend aus Deutschen bestehende — — Schützengesellschaft in Rewyork will ihr nächste Schützenfest in Deutschland, und zwar am 4. Juli, »em nordamerikanischen Nationalfeste, in Bingen feiern. Für die Fahrt wurde ein Extradampfer, die „Suevia“ der Hamburger Dampffchifffahrts GBesellschaft, für den Preis von 60,000 M. gemiethet. F(GCTod durch einen Meteorstein.) Man schreibt dem „Kurier der Vereinigten Staaten“ uus Hot Springs (Arkansas): „Julius Robb, Farmer in Montgomerie County, wurde am 25. November v. J. plötzlich durch einen Meteorstein zetödtet, welcher, nachdem er in seinem Falle einen tarken Baumast mitten entzwei geschlagen, den Farmer an der Schulter traf, seinen Körper in chräger Richtung durchbohrte und dann tief in den Erdboden eindrang. Das vom Himmel gekomment Beschoß wurde noch am selben Abend ausgegraben und erwies sich als ein Stück Schwefelklies in der Bröße einer Theetasse. Der Vorfall rief in Hol Springs grotzes Aufsehen hervor.“ Fur die Redaktien v rtlich: F.XDemep. Herr Dr. EC. Rust, Großh. Medicinalral in Grabow in Meckl. autzert sich über die Vor züg ichkeit des rheinischen Trauben-Brust⸗Honig vie folgt: „Den rheinischen Trauben⸗Brust⸗Honig aus der Fabrik von W. H. Zickenheimer in Mainz habe ich oft und seit langer Zeit empfohlen und stets gefunden, daß derselbe ein ausgezeichnet gutes Hausmittel gegen chronische Husten, Heiserkeit u. sJ. w. ist Auch habe ich den Trauben-Brust⸗Honig während einer Keuchhusten-Epidemie anwenden lassen. Während dieser Husten, mit andern Mitteln behandelt, stets circa 2 Jahr angehalten hat, war ‚er bei Anwendung des Trauben⸗-Brust-Honigs in „einigen Wochen beseitigt. Ich kann also den ‚rheinischen Trauben-Brust-Honig als ein ganj vorzügliches Mittel bei Husten⸗/ Brust- und Hals⸗ „leiden empfehlen.“ Wir machen hierbei darauf aufmerksam, daß dieses seit einer Reihe von Jahren eingeführte und »orzügliche Hausmittel an hiesigem Platze käuflich bei Herrn J. Friedrich. Rermischtes. F Burbach, 16. Januar. Hier herrschen Scharlach, Diphtheritis ꝛzc. in dem Maße, daß in manchen Schulen fast ein Viertel der Kinder, welche daran erkrankt sind. fehlen. Fæ Friedrichssthal, 16. Januar. Ein rasches Ende fand, nach der „Tr. Btg.“, vor einigen Tagen ein etwa 26jähriger Taglöhner einer diesigen Glashütte. Derselde begleitete mit noch einem andern Taglöhner der Hütte eine mit Glas beladene Fuhre nach dem benachbarten Quierschied. Auf der Rückfahrt saß er mit seinem Genossen froh plaudernd auf dem leeren Wagen, wobei sie sich ein mitgenommenes Frühstück gut munden ließen, als plößlich der Mehrgenannte — allem Anscheine nach vom Schlage getroffen — lautlos vom Wagen ttürzte und von einem Rade überfahren wurde. Als Leiche brachte man ihn auf dem Wagen hierher. x Zwei Hofhunde, welche der städtischen Ab⸗ fuhranstalt in Mannheim gehören, brachen kürz⸗ lich in einen vor der Stadt untergebrachten Pferch ein, der 212 Hämmel enthielt, und richteten dort ein furchtbares Blutbad an. Ungefähr 40 wurden an Ort und Stelle zerfleischt, der Rest der eutsetz ten Thiere floh in wildem Gedräng durch die Hür— den, wobei etwa 100 erstickten, 27 Stück mußten übel zugerichtet dem Metzger übergeben werden. Der Schafknecht, dem die Obhut anvertraut war, war in der Unglücksnacht nicht bei seiner Heerde, sondern in der Stadt. Der Schaden beläuft sich auf 6 his 7000 M. Bekanutmachung. Gemäß 8 23 der Ersatz Ordnung haben sich alle Militärpflichtigen, über deren Dienstpflicht noch nicht definitiv entschieden ist, in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1885 auf dem Bürgermeisteramte zur Stommrolle anzumelden. Es haben sich also anzumelden nicht allein alle in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1865 Geborenen, sondern auch die wegen häuslicher oder — eingewanderten und etwa übersehenen Militärpflichtigen früherer Altersklassen. Vorübergehend Abwesende sind durch ihre Eltern oder Vormünder ⁊c. ꝛ⁊c anzumelden. St. Ingbert, 15. Januar 1885. Das Rürgermeisteramt: J. V. Heinrich, J. Adiunkt. — ———————————————— — — — —— — — dem Leichenamt des verstorbenen Herrn Bürgermeisters Custer wurde mir mein Hut verwechselt. Dei redliche Besizer meines Hutes mött so gefällig sein, mir denselben gegen den seinigen umzutauschen gegen entsprechende Belohnung. Jo hann Hellenthal— Müller. Kriege Verein. Sonntag, den 18. Januar, Rachmittags 3 Uhr in Baumann'⸗ 2aal Generalversammlung Tagesordnung: Aufnahmen. Wahl eines Schriftführers. Besprechung von Vereinsangelegen— heiten. Der Ausschuß. (verbunden mit Herberge) mit 7 Betten und sonstigem Mobilie ist zu vermieten zu höchst beschei denem Preise. Näheres in der Expedition des B Pfarr-Càcilion·Veroin gt. Ingbert. Sonntag, den 18. Januar 183835, Abends 7 Uhr, im Saale des Cafe Oberhauser (Baumann) Die heiligen Drejkönige, Oratorium zur Aufführung mit lebenden Bildern für Solo und gemischten Chor mit Klavierbegleitung von Heinrich Fidelis Müller. Nichtmitglieder haben Zutritt gegen Entrée. J. Platze1 Mk., IJI. Platz 50 Pfg. Waährend der Austahrung ist das Rauchen verboten. 0 Der seit 18 Jahren 2 unübertroffen bewährte rheinische drauben-Brust-Honig st unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- castel bei Apothecker Diedenhofer. Verdienst·Diplom: Zurieh 1883. Goldono Medaillon: Nizza 1884; krems 1884 Spielwerke 4-200 5tücke spielend; mit oder ohne Expression. Mandoline, Trommel, Glocken, Himmoelsstimmen, Castagnet- ten, Harfenspiel ete. AMB2 Spieldosen 2-16 8Stuceke epielend; forner Neces- saires, Cigarrenstünder, Sehweizer häus- chen, Photographiealbums, Sehreib- zeuge, Handschuhkasten, Briefbeschwe- rer, Blumenvasen, Cigarreu-Etuis, Ta baksdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Stühle, ete, Alles mit Musilc. Stets das Neueste und Vorzniigliehnte, beson- ders geecignet zu Veihnnachts- reschenken, em pehlt J. H. Heller, Bern (Sehweiz). Nur direkter Bezug garantirt Aecchtheit; illustrirte Preislisten senud franco. Herzlichen Nank · für freundl. Zusendung der Bro⸗e schüre „Kraukenfreund“, aus iher“cheachen, daß aud veraltete Leiden noch heil⸗ bar sind, wenn die richtigen Mittel angewendet werden. Mit freudigem Vertrauen auf endliche Genesuͤng von langjahrigem Lei⸗ den, bitte um Vne von x.“ — Derartige Dankesaußerunger laufen sehr zahlreich ein und sollt⸗ daher kein Kranker versaͤumen, sich die in Richters Verlags⸗An⸗ stalt, — in 688. Aufl. erschienene Broschüre „Kranken⸗ reund“ kommen zu lassen um so mehr, als ihm keine *o7 araus erwachsen, da die Zu⸗ sendung gratis u. franko erfola⸗ I arrenschiff Nächsten Montag Abend den 19. dss. III. Sitzung Sun auaaa an⸗ oliurid slx gssi lady s siq ↄ v as — XX uop asqun uauον sourag 00003 u04 oBAꝗaoGI II OVAOM uo4Suoisos Jop GoI —— im Vereinslokale. I narpeꝰs uo 431. Hierzu „Illustrirte Sonntaasblatt“ Nr. 3. sP)”ï O O , ò,Nä O O X O ——| æ”—OÄJ..: Iruck und Perlag F e Demen 8t znahert ste uli, J e n fer, —D het. X en“ bb, 25. tein nen den in X ent den der Hot F 4 2* 7 5 — 82 — 27 * * 38* F NXF-.F. 8 * ßy h —8 — 8 2 tʒ 5 6 —89 * F — *5 5 J533 8 — J * —9 9 ——— * 5— —— — —8335 — — 1 c — — * —— 8BV2 * RAMA —3838 9 —AM —898 — — 118 —38 9 1* —3 * 188— —4 7685 A MBAAa —9 h * 5 ** — — „ 11 9 — ** 5 —8 — 13— A —8B— — —— *9 ne — 5 9 — —98 ** 8 e — 8 F * 9 * —A —A 8 b 8 x 5 F * — 2 9 —— B—— —3 * — —S —8 — 8* —8* —2 —5383 8 —8B 74 3 S — —* ——2—— d— .35* —575— 88* 7 —— 8— — * —8 ——31585 88* 5 g 3 — —* —2 —8 8 33 ——E ig 3 ⸗ — o 3 — 8 — 88 — — 0 * —98 9 V * J — * —J— 8 * 9* * * —23 — —* —— 8 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhauu ge— ziatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich JI AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 H, einschließt d üZustellungsgebuühr. Die Einrückuugsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt 5 4 Mecblamen 280. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berethnet. — Montag, 19. Janunar 1885. 20. Jahrg. a ta zug ig der n ind te⸗ u. aig oen eln var in den anj —16. aß ind lich nen rer Der öge R zen 91 4 idl Jeil Volitische Uebersicht. Die Zolltarifnovelle enthält in 3 Pa— agraphen 20 Nummern. Das Wichtigste und neu ind die versuchten Getreidezölle. Es soll versucht berden, Weizen für den Doppelzentner auf 3 Mk. jetzt 1), Roggen, Hafer, Hülsenfrüchte, Gerste und zuüchweizen auf 2 Mk. (jetzt theils 1 Mk., theils — 30 pffg.), Malz auf 3 Mk. (jetzt 1,20 Mt.), Inis, Koriander, Fenchel, Kümmel auf 4 (jetzt 3), Nühlenfabrikate auf 5 (jetzt 3) Weinbeeren auf 5 Mk. zu erhöhen. Die Holzzölle sind für rohes ind unbearbeitetes Holz wie in der vorigen abge— ehnten Vorlage, für bearbeitetes 6 Mk. der Fest⸗ neter angesetzt; Branntwein aller Art, auch Arrac, eum, Franzbranntiwein und versetzte Branntweine n Fässern und Flaschen auf 80 Mt. (etzt 48), „chaumweine in Flaschen auf 80 Mk. (jetzt 48), damast auf 120 (jetzt 60), Schiefer 1, feuerfeste zteine auf 50, Schmelztiegel auf 2 Mk.; akkommo— irte Nähfaden und Nähzwirne sind wesentlich er— öht. Die erste und zweite Stufe bei Garnen, dr. 1bis 8 englisch, sind in eine Nummer zu— mmmengezogen und auf 5 Mk. erhöht. Ferner nd die Zölle auf Oele erhöht. Häute und Felle ingegerbi) sollen zollfrei sein. Der soz. dem. Abg. Frohme-Altona wird hei der sozialdemokratischen Fraktion beantragen, m Reichstage einen Antrag auf Abschaffung der bestimmungen des Strafgesetzbuches für den Zwei— ampf und Behandlung desselben gleich dem Mord, cesp. Todtschlag einzubringen. Wie von diplomatischer Seite verlautet, ist wischen Deutschland und Frankreich ein Ubkommen getroffen, über die Abgrenzung der bei⸗ erseitigen Besizungen in Batanga (deutsch) und Habun (französisch) an der afrikanischen Westküste nach dem Innern des Kontinents zu. Man würde damit späteren Konflikten vorbeugen, falls, wie zu exwarten, von beiden Seiten die Forschungen nach gem inneren Gebiete fortgesetzt werden. Eine ganz eigenartige Neuerung steht jetzt in der russischen Armee bevor. Bei sämmtlichen Regimentern, Garde wie Linie, sollen dienstlich Jagden organisirt werden. Jedes Regiment erhält 16 Hunde und ein bestimmtes Jagdterrain zuge— viesen; Offiziere wie Maunnschaften werden zur Jagd beordert. Eine ähnliche Einrichtung bestand drivatim schon lange in vielen kaukasischen Regi⸗ mentern, wo sie sich zur Vertilgung des Raubzeuges als sehr nützlich erwies. Auch jetzt ist die Vertilg- ung der Wölfe der Hauptzweck, nebenbei aber auch die Gewöhnung von Offizieren und Mannschäften m Stravazen und Findiagkeit im Terrain. Das englische Kanonenboot „Goshawk“ hat nn Port Durnford in Zululand die britische Flagge aufgehißt, um klar zu zeigen, daß das Hebiet sich unter britischem Protektorat befindet. Mit Rücksicht auf die Bewegung in den australischen Colonien Englands sollen den Befehlshabern der deutschen Kriegsschiffe in der Südsee in den letzten Tagen bedeutsame telegrabhische Ordres zugegangen sein. Deutsches Reich. Berlin, 18. Januar. Der Kaiser konferirte zestern Nachmittag längere Zeit mit dem Reichs— anzler. Nach der Konferenz machte der Reichs⸗ anzler dem Statthalter von Elsaß-Lothringen, ßeneralfeldmarschall v. Manteuffel, in dessen Ab⸗ teigequartier im Hotel de St. Petersbourg einen nderthalbstündigen Besuch. Das Befinden des estern von einem Unwohlsein befallenen General⸗ ldmarschalls v. Manteuffel hat sich erheblich ge— essert; derselbe hat indeß, um sich zu schonen, dem eutigen Ordensfeste nicht beigewohnt. Berlin, 17. Januar. Bezüglich der von sier aus verbreiteten Zeitungsnachricht, daß die stegierung Brindisi als Ausgangspunkt der subven⸗ ionirten Dampferlinien gewählt habe, wird von estunterrichteter Seite bemerkt, daß nichts beschlossen ind auch nichts beschlossen werde, bevor das Gesetz ertig sei. Ausland. Pest, 17. Januar. Die dem deutschen Bun⸗ esrathe vorgelegte Zollnovelle bildet hier mit Rück⸗ icht auf die Getreidezollerhöhungen den Gegenstand er lebhaftesten Besprechung der ökonomischen Kreise. leberall hött man den Gedanken aussprechen, daß iie deutsche Getreidezoslerhöhung österreichisch unga— ischerseits mit einer Erhöhung der Zölle auf deutsche zewerbebrodukte beantwortet werden müßte. ale und vfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 19. Jannar. Gestern Ubend wurde im Saale des „Café Oberhauser“ urch den hiesigen Cäcilienverein das Oratorium Die hl. Dreikönige“ aufgeführt. Daß das llgemeine Interesse der hiesigen Einwohnerschaft arauf gerichtet war, beweist der Umstand, daß sich ser geräumige Saal lange vor Veginn der Auf— ührung mit Schaulustigen geradezu überfüllte. Den krwartungen wurde aber auch vollständig ent— prochen. Die trefflich vorgetragenen Soli und Fhöre, noch mehr die würdevollen lebenden Bilder nachten auf die Gemüther der meisten Anwesenden inen tiefen Eindruck. Sehr zu loben ist es auch, aß die Bedeutung des folgenden Bildes den Zu⸗ chauern jedesmal durch einen erläuternden poetischen dortrag nahe gelegt wurde. — Hoffentlich wird »er Cäcilienverein die Mühen einer nochmaligen Aufführung dieses Oratoriums auf sich nehmen. Bir empfehlen eine etwaige Wiederholung der värmsten Sympathie des Publikums. *St. Ingbert, 19. Januar. Am Sams- ag hatte ein Arbeiter in der Weyland'schen Kessel⸗ abrik das Unglück, mit der linken Hand in das dammrad der Maschine zu kommen, wodurch ihm Finger abgequetscht und ein anderer stark be— hädigt wurde. — Gestern Nachmittag brach ein 2jähriges Mädchen durch einen unglücklichen Sturz )eim Schlittschuhlaufen den Fuß. Es ist dies seit urzem schon der zweite Unfall, der sich hier beim -chlittschuhlaufen ereignete. Mag derselbe allen enen, die der Freude des Schlittschuhlaufens hul— digen, eine Mahnung zur Vorsicht sein. NMHassel, 18. Januar. Ein Leichenzug, vie ihn Hassel vielleicht noch niemals gesehen hat, zewegte sich heute nach dem hiesigen Friedhofe. Es wurden die sterblichen Reste eines jungen Mannes, Ramens Jakob Frommholz, beerdigt. Der Berstorbene arbeitete in der Coaksanlage Hirsch— »ach und hatte hier das Unglück, zwischen die Zuffer zweier Eisenbahnwaggons zu kommen und adurch seinen Tod zu finden. — Am Sterbehause jang der Jünglingsverein Rohrbach das Lied: „Weine nicht!“, am Grabe der Jünglingsverein dassel den Chor: „Ja zum dunkeln Grabe“. Hroß war das Wehe der trauernden Familie, die aun ihrer einzigen Stütze beraubt ist. Möge ihr darum von anderer Seite eine reichliche Unterstütz- uing zu theil werden! Der Verstorbene aber ruhe in Frieden! — Daß sich die Zeiten andern, davon könnten nuch die Zigeuner ein Stücklein erzählen. Vor achtzig und einigen Jahren traf es sich, daß in inem Dorfe des Bezirkes Pirmasens gerade »ort weilende Zigeuner von der Geburt eines dnäbleins überrascht wurden. Die Kindtaufe ge— taltete sich zu einem wahren Volksfeste. Vierzig Bebattersleute aus den reichsten Familien des Dorfes wvurden von den spekulativen Zigeunern aufgetrieben, in festlichem Zuge ging es zur Kirche; man hätte slauben können, es werde ein Prinz getauft; und erst nach der Taufe! Das soll ein Mahl gewesen ein, daß noch heute davon erzählt wird, und ein Tanz, wie er schöner zur lieblichen Dudelsacsweise noch nicht getanzt wurde. In diesen Tagen nun vollte es der Zufall, daß in demselben Dorfe ein Enkel jenes Knäbleins das Licht der Welt erblickte. Aber o weh! —- Gevatterstelle will Niemand über⸗ iehmen, sei es, daß die Leute nicht mehr so neu— zierig sind wie damals, oder daß sie Butter, Eier, Speck ꝛc., was selbstverständlich reichlich zu spen⸗ iren wäre, höher taxiren, als jene vierzig. So st denn an Stelle des Taufschmauses Käse, Brod und Schnaps getreten, und aus des Dudelsacks Wölbung quiecksen nur traurige Leute. — Thalfröschen, 16. Januar. Tagner Conrad Schütz dahier, früher Leinenweber, ein tiller, nüchterner und unbescholtener Mann in den ünfziger Jahren, machte heute seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Gemüthsbeschwerden sollen ihn zu dem schrecklichen Schritt getrieben haben. Der Fall ist für dessen Familie um so härter, da dor einigen Monaten der älteste Sohn als Soldat in Mez sich gleichfalls, dazu noch aus unbekannter Ursache, durch Erhängen das Leben nahm. Der heutige Fall des Erhängens ist nun seit etwa 10 Jahren der vierle in dem hiesigen kleinen Orte. (P. A.) — Am Mittwoch erschoß sich in Rupperts⸗ veiler der 24 Jahre alte Schneider Jakob 3hineider von Vorderweidenthal. Unglüdliche Liebe soll ihn zu diesem Schritt verleitet haben. — Drei junge Leute von Bergzabern be— inden sich seit einiger Zeit bei der holländischen rmee in Ostindien. Es sind dies der gewesene Zahlmeisteradspirant F. Hoffmann, der Grenzauf⸗ eher W. Anna und der Bäckergeselle W. Hofer. Die beiden Ersteren, zwei tüchüge junge Leute, raten aus ihren Stellungen wegen zu schlechtet lussicht auf Avancement, während der letztere ein jerabgekommener Mensch war. Mögen sie asse drei hr Glück machen! — Recht appetitlich klingt das Nachfolgende: kinige Tage vor Weihnachten mußte ein Bürger »ar Weisenheim a. S., eine erkrankte Kuh chlachten, deren Fleisch vom Fleischbeschauer als öllig ungenießbar für Menschen und Thiere be—⸗ seichnet wurde und mußte das Fleisch vorschrists⸗ näßig begraben werden. Ein Mardotfer hörie von »em Fall, ging Nachts mit seiner Tochter an die Ztätte, wo das Fleisch verscharrt war, grub ein dinter⸗ und ein Vorderviertel des Thieres heraus ind verkaufte nachträglich das Fleisch davon'4 19 Pfennig per Pfund an Mardorfer Bürger. Die Polizei, die Wind von der Sache bekam, unter⸗ suchte dieselbe und fand bei dem Fleischverkäufer, dem nun wegen Vergehens gegen das Nahrungs- mittelgesetz der Prozeß gemacht wird, noch ein Quantum Fleisch eingesalzen vor. Antwerpen besitze. Die Antwerpener Polizei konnte indessen diesen Bruder noch nicht ausfindig machen. In Paris ist eine Antideisten-Gesellschaf— aufgetaucht. Sie verfolgt den verrückten Zweck, wie aus Art. 2 ihrer Statuten ersichtlich ist, „das Wort Gott aus allen Sprachen auszumerzen; denn »a Gott nur ein Wahn ist, hat sein Name keinerlei Zedeutung.“ Den Schriftstellern, Publizisten und Dichtern, welche sich dem Vereine angeschlossen haben, st es nicht erlauut, sich der Worte: Gott, göttliche Macht, Vorsehung u. s. w. anders als zur Be— ämpfung des Begriffs zu bedienen. Ein entsprechen des Verbot wird allen übrigen Antideisten für ihre ftorrespondenzen und Gespräche auferlegt. Zuwider⸗ handelnde können aufgefordert werden, ihr Verhalten in einer Generalversammlung zu ertlären, und dieser steht es dann frei, sie beizubehalten, oder aus den List en zu streichen. . Kobinson's Nachfolger.) Wer hätte nicht in seiner Jugend den „Nobinson Crusoe“ ge— esen und sich an dessen wunderbaren Schicksalen »egeistert? Daß diese romantischen Abenteuer nicht los auf Erfindung beruhen, vielmehr den wirt— ichen Erlebnissen nacherzählt sind, welche ein schot⸗ ischer Matrose, Alexander Selkirk, vom September 1704 bis zum Februar 1709 auf der damals nenschenleeren Insel Juan Fernandez durchzumachen jatte, ist bekannt. Wenige aber dürften wissen, vas aus dieser im Stillen Ozean gelegenen Insel, »ie durch jenes in alle Sprachen übersetzte Werk einen Weltruf erhalten hat, geworden ist. Genau jenommen ist es ein Inselpaar, das den Namen San Juan Fernandez führt und zur Provinz Val⸗ paraiso der südamerikanischen Republik Chile ge— hört. Auf der größeren Insel, Mas a Tierra zenannt, legten die Spanier im vorigen Jahrhun— dert ein Fort an und zu Anfang dieses Jahrhun— derts verwendete sie die chilenische Regierung als Deportationsort. In neuester Zeit aber hat sie ein aus Bern gebürtigter Schweizer Namens Aliret von Rodt aus Interesse für den Schauplatz der Abenteuer Rodinsons gepachtet, um sie zu ioloni jiren. Ein südamerikanisches Blatt berichtel darübe Folgendes: Herr Rodt, Sohn eines Berner Geist— lichen, trat 1864 mit 21 Jahren in öfferreichische Dienste, wurde Kürassietlieutenant, focht 1806 in Böhmen mit, wurde bei Nachod verwundet, mußte als Invalide der militärischen Laufbahn entsagen uind ließ sich zunächst in Paris nieder. Als 1870 das deutsche Heer ausrückte, trat er gegen seine alten Widersacher als Roluntär in die französische Armee, half Paris mit vertheidigen und focht bei Thampigny mit. Nicht lange darauf ging er nach Thile und übernahm jene Insel, welche außer ihm ind den von ihm mitgebrachten zahlreichen Arbei— lern keine Bewohner hat. Ueber Letztere führt er ein ganz patriachalisches Regiment, er ist ihr Herr und Richter und er kommt gut mit ihnen aus, so ange er ihnen — keinen Schnaps gibt. Im ebrigen sucht er durch die Verproviantirung vor— beisegelnder Schiffe Geld zu verdienen und treibt zu diesem Zwecke Ackerbau und Viehzucht, wie es cheint, mit recht glücklichem Erfolg. Vor Kurzem uchte er beim Schweizer Bundesrath um die Er— aubniß nach, ein ihm gehöriges Dampfschiff unter chweizerischer Flagge fahren lassen, wus ihm jedoch zorläufig nicht zugestanden wurde. — Der Briefoerkehr aller Bewohner der Erde wird auf rund 6300 Mill. Stück für ein Jahr be— rechnet, deranschlagt. Darnach würden also jeden Tag über 17 Mill. Briefe und Postkarten aufge— Jeben. Von dieser Zahl Briefsendungen wird der Löwenantheil von 65,3 pCt. (rund 4100 Mill. S„tück) in Europa aufgegeben. Darnach folgt Amerika mit 28,8 pCt. (rund 1800 Mill. Stück.) Auf die übrigen 3 Erdtheile entfallen nur sehr ge— ringe Prozentsätze; Asien liefert 4,2, Australien 1,4 und Afrika 0,3 pCt. aller Briefe, doch reprä⸗ sentiren diese geringen Prozentsätze die immerhin noch ansehulichen Zahlen von 270, 90 und 20 Mill. Briefen und Postkarten. Ziehen wir gleich zeitig die Zahl der Einwohner in Frage, so haben wir an erster Stelle Australien zu nennen, dort kommen auf jeden Einwohner 20 Briefe und Post— karten; hiernach folgt Amerika mit 18 Siück auf jeden Kopf. Nun erst kommt Europa mit 18 Stück. Asien und Afrika bringen es noch nicht auf 2 Brief per Kopf der Bevölkerung. Vermischtes. F Mühlhausen, 16. Januar. An einem der letzten Abende hörte ein hiesiger Bürger in der Nähe von Bavilliers, wohin er sich zum Besuche seines Schwagers begeben hatte, aus einem Garten ein klägliches, anscheinend von Katzen herrührendes Gewimmer. Näher tretend, gewaährte er ein 3 Monate altes Kind, das bei der starken Kälte voll ständig nackt im Schnee lag und dem Erfrieren nahe war. Er hob das arme Geschöpfchen auf und nahm es mit zu seinem Schwager, wo es sich nach eifrigen Bemühungen bald wieder erholte. Auf sofort erstattete Anzeige gelang es der Gen— darmerie bald die Rabenmutter, welche das Kind ausgesetzt, in der Person einer 22jährigen Fabrik. arbeiterin zu entdecken und zu verhaften. F Der Frankfurter „Generalanzeiger“ berichtel hinsichtlich des in Antwerpen wegen Verdachts der Theilnahme an der Ermordung des Polizei— raths Rumpff verhafteten Mannes: Der Ver— haftete sei vor zwei Jahren in Leipzig als Hoch verräther derurtheilt und habe seit 12 Tagen sich der nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause über ihn verhängten Polizeiaufsicht durch die Flucht entzogen. Nach seiner Verhaftung sei ein von Most an ihn adressirter Brief mit 100 Fres. eingetroffen, während er vorher 150 Mark Reisegeld erhalten habe. Die „Weser⸗Ztg.“ erhielt aus Antwerpen, 16. d. M., folgende Mittheilung über diese Ver— haftung: Gestern ist um 5 Uhr Morgens ein Mann aus Deutschland hier angekommen, dessen Aeußeres genau dem von der Frankfurter Polizei⸗ hehörde noch in der Nacht der Ermordung Rumpff's hinaustelegraphirten Signalement des muthmaßlichen Mörders oder Mitwissers entsprach. Bernard, so behauptet er zu heißen, wurde in Brüssel verhaftet. Von der Brüsseler Polizei nach dem Zwecke seiner Reise befragt, erklätte er, daß er einen Bruder in Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme tz. Holzversteigerung aus Staatswaldungen des kgl. Forst— rebiers St. Ingabert. panrbl (ächt in plombirten Schachteln) ein bewährtes Mittel gegen Hus- tenmn, Heisgerkeit, Ver— sHhleũ i11Wg. Hagen-⸗ se hwäãcehe und Verdan IXVXXX Emser Victoriaquolle. Vorräthig in St. Ingbert bei Peter Fevyu. AlIbr. Lorm. Apotheker. könig Wilhelms-Felsenquelle in Ems x —3 4— Unparfesche Zeifunß — U⸗ — Taglich auch Montags. — Aus-11 fũhrliche politische Mittheilungen, IT. objectiv, mit WMiedergabe inter-112 eass anter Meinungsausse rungen aus F der Presse aller Parteien. 71 3 Nachrichten über Theater, Musik, IE Kunst Wissenschaft: Gerichts- 3 halle: locale Nachrichten. — Spannende Romane. Sorgfaltige 2 Borsen- und Handelsnachrichten. 10 - Vollatandiges Berliner Cours- b—latt. — Lotterielisten. — Amt- 2 liche Nachrichten. 6 (Gratis-) henagen: i. Neueste —— 2 Flicegnde BIAtter Gillustrirt), 2 * Unternaltungstlatt. 3. Die Haus- 17* frau. 4. Zeltung sfür Landwirth- 9 schaft und Gartenbau. 5. Neueste F Moden lillaztrirt und Schnitt- * nuster). 6.. Ver loosungsblatt. 3 betr. Obligationen, Prioritaten 2 leb⸗ne l/ose? 2 Bon — S —»; — —— Todes· Anæeige. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß heute Nachmittag 193 Uhr unser innigst geliebtes Söhnchen —A im Alter von 2 Jahren 4 Monat nach kurzem Krankenlager sanft entschlafen ist. St. Ingbert, Neuweiler, den 18. Januar 1885. C. J. Dietz, M. M. Dietz, geb. Schäfer. Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Januar, Nachmit- tags 3 Uhr vom Sterbehause: Frau Wittwe Schäfer, Unterstadt aus statt Montag, den 26. Januar 1385, Vormittags 10 Uhr im Ober⸗ hauser'schen Saale zu St. Ingbert. Schläge: Platte, Zollscheid, Mitt: —R 3 Eichenstämme V. CI. 15 Eichenwagnerstangen II. El. 9 Buchenstämme III. El. 1 Kiefernstamm III. Ct. 8 Ster Eichenstiefelholz II. El. 110 , Buchenscheit knorrig und anbrüchig 100 , Buchen-Prügel J. u. II.CEl 128 8, verschiedene Scheit-Prügel Krappen⸗ und Klotzhölzer Neuhäusel, den 19. Januar 1885 Der Revierverweser: Mörschel, Odbherförster. IX Qeh o V — Beste Leitung für Leute, die nieht Zeit haben viele Zeitungen l 228 zu lesen und für Deutsche im Auslande. VNAMGO. Woobensohrift fũr Politik, Litteratur, Kunst und Wissensohaft. Wdechentlich 32 Folioseiten. Reichhaltigste deutsche Wochenübersicht. Das Neuneste und Interessanteste aus allen Gebieten. Enthält das Wissens- wertheste aus neuen Büchern und Broschüren. aus allen grösseren in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften aller Parteien. Deutsche, Oesterreichische, Sehweizer, Ungarische, Holländische, Belgisehe. Amerikanische, Englische, Pranzösische, Hebräische, Italienische, Sehwodische, Norwegische, Spanische, Portugiesische, Polnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumänische, Düänische, Türkische Stimmen der Presse gewähren ein über— sichtliches und unpartéeiisches Gesamtbild der geistigen Be- wegung unserer Zeit und ihres öffentlichen Lebeus. Verlag v. J. II. Schorer, Berlin s. W. Prohenummern gratis und franko. Abonnenten können jederzeit eintreten. * —— * — 2 35 83 38 2 — — 3. — 8 2 2 — 22 —38* 8 2 12 33 0 * — 8 * esorgt und tranri blickt mancher Kranke in die Zukunft, weil er bislang alles erfolglos gebrauchte. Allen, beson⸗ ders aber derart Leiden⸗ den sei hiermit die Durch⸗ sicht des kleinen Buches „Der Krankenfreund“ dringend empfohlen, denn sie finden darin hinreichende Beweise dafür, daß auch Schwerkranke bei Anwenbung der richtigen Mittel Heilung ihres Leidens oder wenigstens große Lin⸗ derung desselben gefunden haben. Die Zusendung des Krankenfreund“ exrfolgt auf Wunsch durch Richters Verlags⸗Anstalt in Leipzig kostenlos * 3— 9 2 5 2 * 5 33 7 325 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheivisch Trauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- Kastel bei Apothecker Diedenhofer BDDASBestellungen bei allen Postanstalten, Buchhandlungen, Zeitungs- Heho. speditionen, sowie bei der Expedition des ECHO. ααιι Ias Den 0. Gechnungen zu — * eidensla ufer, Berlin XW We si Mark monatlich Beéll-Orgeln/ Katalog gratis. ind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeiger⸗ Druck und Verlag von F. X. Demetz in Stf. 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Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltu as⸗ 8. att und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1AM G60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließ. o Zuftellunasgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 A. Meclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur draimalige berechnet. A 65. Politische Uebersicht. Die Reaktion auf dem Gebiete der Ge— verbegesetzgebung soll, nachdem den Kon— erbdativen der große Wurf“ mit dem Lehrlings⸗ Paragraphen gelungen, weiter geführt werden. Zungchst durch eine gesetzliche Bestimmung in 8 14 der Gewerbeordnung, wonach der Geschäftstreibende nit der Anzeige von der Eröffnung seines Betriebs der Behörde auch den Nachweis der Befähigung iefern soll. Die handwerksmäßigen Betriebe, bei denen dies erforderlich, sollen durch den Bundes— rath bestimmt werden. Der Nachweis würde zu erbringen sein durch das Lehrzeugniß und ein Ar— zeitszeugniß über eine mehrjährige Thätigkeit als Beselle oder Gehilfe oder als Arbeiter in einem zem betreffenden Gewerbe analogen Fabrikbetriebe. Die Nachweise können auch durch ein Zeugniß einer taatlichen anerkannten gewerblichen Unterrichtsan— talt erbracht werden, sofern in derselben zugleich ür praktische Ausbildung gesorgt ist. — Sodann —EDDV0 tänden zu gewährenden Befugnisse sofort verliehen verden, sobald mehr als die Hälfte der Arbeit— zeber der Innung angehören. Solchen Innungen oll ferner auch die Berechtigung zustehen, selbst⸗ tändige Gewerbetreibende in dem Bezirke sowie hre Gesellen zur Betheiligung heranzuziehen, indem je den für die Innung getroffenen Einrichtungen zeitreten, z. B. Fachschulen, Gesellen⸗ und Meister— prüfungen und Unterstützungskassen. Endlich soll in Sonn⸗- und Festtagen eine Verpflichtung zur Arbeit schlechterdings nicht bestehen. Es wird ab— suwarten sein, was von diesen konservativen Idealen Verwirklichung finden wird. — Der Oechelhäuser'sche Börsensteuer-Ent— vurf wird in der nationalliberalen Fraktion durch⸗ zerathen und in der aus der Berathung hervor—⸗ gjehenden Form als Antrag an den Reichstag ge— angen. Die Dauer der Berliner Congo⸗Kon— rerenz läßt sich noch immer nicht absehen. Augen⸗ blicklich macht Portugal wit seinen weitgehenden Ansprüchen auf das Congogebiet große Schwierig— teiten. Aus Wilhelmshafen wird gemeldet, daß das Kriegsschiff „Habicht“ gleichsalls zur Fahrt iach Westafrika in Dienst gestellt würde. Die Aus— rüstung selbst ist Thatsache; die mit Sicherheit zuftretende Vermuthung über den Zweck derselben vird dadurch unterstützt, daß der „Habicht“ bei einem nur geringen Tiefgange zu Rekognoszierungs- ahrten an der Küste und in den Flüssen treffliche Verwendung finden könnte. In England hat die fortdauernde Arbeits⸗ losigkeit eine gewisse Gährung unter den beschäf— tigungslosen Arbeitern hervorgerufen. In Bir— mingham kamen zu wiederholten Malen Demon—⸗ trationen vor, wobei Tausende von Arbeitern und handwerkern die Straßen der Stadt unter den Rufen: „Wir wollen Arbeit“ und: „Dies wird hnen zeigen, ob Elend existirt“ durchzogen und nuch in London versammelte sich eine größere An— ahl von Arbeitslosen zu einem Meeting dunter ceiem Himmel, bei welchem sozialistische und radi⸗ ale Agitatoren Ansprachen an das Voltk hielten. der dekannte Apostel für die „Nationalisirung des Dienstag, 20. Jannar 1885. 20 Jahrg. godens“, Henry George, benützte die Unzufrieden- seit der Massen, um für seine Ideen von dem An⸗ auf sämmtlichen Bodens durch den Staat Propa⸗ sanda zu machen. Es gelangten auch verschiedene Flugschriften, darunter auch solche extremsten In— alts, zur Vertheilung. Zu Ausschreitungen ist es is jetzt noch nirgends gekommen, wenn man von inem vielleicht mehr angedeuteten als wirklich be— bsichtigten Versuch in Birmingham, die Bäcker⸗ iden zu plündern, absieht, allein es liegen An⸗ eichen vor, daß auch unter den englischen Arbeitern er aufrührerische Geist, der einen großen Theil der ranzösischen Arbeiter beherrscht, um sich zu greifen »eginnt. Von einer Hilfsaktion zur Abwendung er Folgen der zunehmenden Beschäftigungslosigkeit erlautet noch nichts. In Brimingham ist wohl ie Bildung eines Hilfsfonds in Aussicht genommen, voch wird man, im Falle sich die Lage verschlimmern ollte. zu umfassenderen Maßnahmen greifen müssen. Richtung vorbereitet. — Die nationalliberale Frak— ion des Reichstages hat gestern Abend den Oechel⸗ jäuser'schen Börsensteuer⸗Gesetzentwurf berathen, ist ndessen noch nicht zu definitiven Beschlüssen ge— ommen, in welcher Gestalt der Entwurf an den Reichstag gebracht werden soll. Es steht aber be⸗ reits fest, daß schon die Fraktion verschiedene wichtige Aenderungen vornehmen wird. Ausland. Wien, 18. Januar. Der zum Alttaché bei der Botschaft in Berlin ernannte Graf Theodor Andrassy, Sohn des früheren Ministers des Aeußer Frafen Andrassy, hat sich auf seinen neuen Posten egeben. Paris, 19. Januar. Der Verein gegen Bertheuerung von Brod und Fleisch hielt am Sonn⸗ ag eine Versammlung ab, welcher Leon Say prä⸗ idirte. Alle größeren Städte Frankreichs waren durch Delegirte vertreten. Mehrere Senatoren und Deputirte schrachen sich gegen Erhöhung der Ge—⸗ reides und Viehzölle aus. Die Versammlung be— dloß eine Resolution im nämlichen Sinne. Newyort, 18. Januar. Nach einem Tele— zramm aus Panama hat sich der in Kolumbia aus— zjebrochene Aufstand bereits auf 5 Staaten ausge— )ehnt. Die Auffständischen halten Barranquila be— etzt. Die Stadt Carthagena, deren sich die Auf— tändischen ebenfalls bemächtigt hatten, ist von den Kegierungstruppen wieder erobert worden. Am letzten Sonntag im Dezember hat Mo st n Philadelphia über die Konsequenzen ge— prochen, welche die Anarchisten aus der Verurtheilung on Reinsdorff und Genossen zu ziehen hätten. zr nannte R. den „Vater des deutschen Anarchismus“, childerte dessen „große That“ und malte mit sata⸗ niischem Behagen den „Knalleffekt' aus, den das helingen des Niederwald-Attentats uud das Indie— uftfliegen der Fürsten ꝛc. hervorgebracht haben vürde. Reinsdorff stehe da wie ein antiker Held, eine That werde ein Markstein sein in der Geschichte der sozialen Revolution. Seine Parole sei kurz ind bündig gewesen: dem Verräther den Strick, em Büttel den Dolch, dem Pfaffen das Gift, dem Jrotzen die Kugel und dem Fürsten die Bombe.“ — Wenn es richtig ist, daß der ermordete Polizei⸗ ath Rumpff in Frankfurt an der Entdeckung des siederwald⸗Attentats wesentlich betheiligt war, so rängt sich die Annahme auf, daß Most bei dem Frankfurter Mord seine Hand im Spiel gehabt hat. die europäischen Regierungen aber werden sich endlich illen Ernstes die Frage vorlegen müssen, was zu hun sei, um die Freistatt, welche die Vereinigten Staaten den Anarchisten bieten, wo dieselben ihre Mordpläne unbehelligt schmieden und predigen urften, aufzuheben. Lokale und vpfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 20. Januar. Wie wir jören, läßt Herr Reichstagsabgeordneter Herr Oskar drämer den ihm gehsrigen Freisingerhof bei BZöckweiler zu einer Villa umbauen. Plan und kostenanschlag zu dem Neubau hat Herr Bauschaffner dausser dahier ausgearbeitet, der auch Submiffionen entgegen nimmt und den Bau leitet. mou. Das Töchterinstitut der beiden Fräulein Ilgen, welches bisher den Charakter iner Privatschule hatte, soll von kommenden Ostern in durch einen zweiten Kurs, in welchen Mädchen vom 10. Lebensjahre an eintreten können, erweiiert ind in eine öffentliche Lehranstalt mit den obliga— orischen Lehrgegenständen der Töchterschulen umge— vandelt werden. Zu diesem Zwecke gedentt das Suratorium dieses Instituts, mit Hinzuziehung ines Fachmannes und der Geistlichen beider Con— essionen ein Statut zu entwerfen, welches alle durch zie Erweiterung der Schule neu geschaffenen Ver— zältnifse regelt. Einige tüchtige Lehrkräfte unserer Ztadt zu gewinnen, wird außerdem das eifrigste Bestreben des Curatoriums sein. Vorerst jedoch vird eine Liste zirkulieren, welche unter Bekannt— Jjabe der bisherigen Aufnahmsbedingungen die zur Erweitung des Instituts notwendige Frequenz er— nitteln soll. Wir wünschen dem jungen Unter⸗ aehmen, das bestimmt ist, einem wirklich gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, den besten Erfolg und em⸗ ofehlen dasselbe dem Wohlwollen unserer Mitbürger. Möge vor allem unsere städtische Vertretung dem Institute die regste Teilname zuwenden und wenn es not thun sollte, ihm auch ihre Unterstützung nicht versagen. Das Oratorium „Die heiligen Drei— könige“ wird auf allgemeines Verlangen am nächsten Sonntag, den 25. d. M. im Oberhauser'- chen Saale wiederholt aufgeführt. Den tiefen Lindruck, den diese herrliche Composition mit den ehenden Bildern auf jeden Theilnehmenden macht, vird am besten Derjenige schildern, der am Sonn— Deutsches Reich. Berlin, 17. Januar. Die drei Kaisermächte icceptirten den französischen Vorschlag über die »gyptische Anleihe. — Der Kongostaat ist von Rußland und Schweden anerkannt worden. Berlin, 17. Januar. Hinsichtlich der Vor⸗ hereitungen für ein Nationalgeschenk an den Fürsten Bismarck hoöͤrt das „Frkf. J.“, daß ein Central⸗ omité unter dem Vorsitz des Herzogs von Ratibor n der Bildung begriffen ist, welches in kürzester Zeit mit einem Aufruf hervortreten und voraus- ichtlich die anderen zu demselben Zweck bereits ebildeten Comités in sich aufnehmen wird. Es esteht die Absicht, der Angelegenheit möglichst den zarteipolitischen Charakter zu benehmen und darum uch angesehene Männer aus der deutsch-freisinnigen ind der- Zentrumspartei aufzufordern, dem Comitè eizutreten. Der durch Sammlungen aufgebrachte zonds soll dem Reichskanzler zur freien Verfügung, hne Bestimmung eines Zwecks, übergeben werden. — In der neuen Zollvorlage sind Vorschläge über ẽErhöhung der Viehzölle nicht enthalten. Wie wir wören, wird aber seitens der „wirthschaftlichen Ver— nigung des Reichstaas“ ein Antrag in dieser tage im Saale anwesend war und die lautlose Stille, während der Deklamationen, der Gesänge und den Bildern wahrgenommen. Man muß wahr— haftig mit den Schilderungen über die Aufführung in Boppard einverstanden sein, die unser Lokalblati in Ihrer Sonntagsnummer gebracht, worin gesagt wird: „So etwas läßt fich nicht mit Worten schildern, das muß man mit eigenen Augen sehen — AusdemBliesgau. In der Bürger meistere Om mersheim betragen die Gemeinde— Umlagen pro 1885 für Ommersheim 5090 (wie im vorigen Jahr), in Oberwürzbach 175 90 (v2v. J 3500), in Heckendalheim 70910 (v. J. 9000). — Als Beweis, wie schlecht es bei dem anhaltenden Schneewetter dem Wilnd geht, mag dienen, daß letzte Woche von einem jungen Manne von Ommers- heim ein altes großes Reh (Geise) beim Ort, wo es vor Erschöpfung und Hunger niedergesunken war, aufgefunden, auf die Schulter genommen und nach Hause getragen wurde, ohne daß dasselbe den ge— ringsten Widerstand leistete. Andern Tags wurde es den Jagdpächtern, HH. Gebr. Krämer, abgelicfert In der Gefangenschaft (der warmen Stube) war dasselbe so geduldig wie ein Schaf. (3w. ZBtg.) — Blieskastel, 19. Januar. In dem bhenachbarten Lothringen ist vor einigen Tagen ein scheußliches Bubenstück verübt worden. Zwei jüdische Mädchen aus Frauenburg im Alter von 16 und 17 Jahren hatten sich nach Saargemünd begeben um dort die von ihnen gefertigten Näharbeiten abzuliefern. Als sie wieder den Rückweg antraten, wurden sie nicht weit von Neunkirchen von einem zweispännigen Wagen eingeholt, auf welchem zwei Bauernsöhne von 19 und 20 Jahren saßen. Die— selben spiegelten den arglosen Mädchen vor, daß fie nach Frauenburg fahren würden, und luden fie ein, wmitzufahren. Kaum waren die Mädchen auf den Wagen gestiegen, als die Burschen in einen andern Weg einbogen. Als die Mädchen das bemerkten, versuchten sie schnell vom Wagen zu springen, wurden aber von den Burschen überwältigt und trotz allem Widerstande gemißhandelt, geschändet und dan vom Wagen geworfen. Die Unglücklichen schleppten sich mühsam nach Hause, wo sie kranl darniederliegen. Auf die sofort erstattete Anzeige ist es der Gendarmerie gelungen, die zwei Unmenschen zu ermitteln und zu verhaften. (Zw Ztg.) — Die DüngerfabrikKaiserstautern vertheilt pro 1884 eine Dividende von 990 — Mk 13.50 pro Uktie. — (Pfalzisches Gewerbemuseum.) Sr. Exzellenz der k. Staatsrath i. a. o. D. und k. Regierungepräsident v. Braun nahm Veranlassung aus feiner Pridatbibliothek den Bericht über die württembergische Landesgewerbeausstellung zu Stutt⸗ gart im Jahre 1881, verfaßt von J. Diefeubach, Oberregierungsrath bei der kgl. Centralitelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart, sowie desgleichen über die Bayer. Landes- Industrie;, Gewerber und —XVVV—— herausgegeben vom bayer. Gewerbemuseum daselbst, vem pfälzischen G werbemuseum zu überlassen, in dessen Lesezimmer diese Schriftstücke einige Zeit über zur Einsichtnahme für die Mitglieder des Gewerbe— museumsbereins zur Auflage gelangen. — Otterberg, 17. Januar. Gestern Abend wurden die hiesigen Einwohner durch Feueralarm überrascht. Ein einstöckiges Paus branute nieder und nur dem raschen Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, daß die danebenstehenden Häuser heinahe gänzlich verschont blieben. Wie schon mehr. mals, hat auch dieses Jahr wieder Herr Carl Kirchner aus New-York — ein Kind unserer Stad — dem hiesigen Kindergarten ein namtzaftes Geld geschenk vermacht. Ebenso hat derselbe für das projektirte Reiffele Denkmal 150 Mk. gespendet. — Bei Deidesheim im Gemeindewald wurde die Leiche eines unbekannten Mannes aufge funden. Dem Anscheine nach war der Lebensmüd⸗ ein Handwerksbursche. D Insheim, 18. Jan. Als gestern vie Butterhändlerin Wittwe Deck von hier sich auf dem Landauer Wochenmarkte befand, wurden der⸗ selben au ihrer Wohnung mittelst Einbruchs 180 Mark gestohlen. Untersuchung ist bereits eingeleitet, doch isi es bis jetzt noch nicht gelungen, des Diebes habhaft zu werden. (L. Tabl.) der verlebte Rentner Herr Gustav Wolff in Landau, vormaliger k Steuer- und Gemeinde— Einnehmer in Schaidt, hat der Wittwenkasse seinen früheren Standesgenossen ein Legat von 1000 Mk. testamentarisch zugewendet. Es ist dies seit dem iast 27jährigen Bestehen des Einnehmer-⸗Pensions Vereines der Pfalz der erste Fall, daß dieser so wohlthätigen Kasse eine solche freiwillige Gabe zu Theil geworden. Möge das schöue Beispiel des edlen Verblichenen Nachahmung finden! — Wollmesheim, 18. Jan. Wegen der hier allgemein auftretenden Masernepidemie ist bis auf Weiteres die Schule geschlossen. — Auch in Niederlustadt mußte wegen einer bösartig auftretenden Kinderkrankheit die Schule geschlossen werden. — Aus der Ebene wird dem „Land. Anz.“ foljgende Geschichte mitgetheilt: Ein Vorgang, der sich in der Gemeinde B. zutrug, verdient als warnendes Beispiel veröffentlicht zu werden. Der Ackerer B. hatte ein krankes Rind und schnitt dem elben Nachts, weil er ein Verenden desselben be— ürchtete, den Hals durch. Später rief er den Metzger L zur Eathäutung des Thieres. Beim Deffaen fand der Metzger eine unverhältnißmäßig jroße Milz dor und bedeutete dem Eigenthümer, daß das Thier milzkrank sei. Nachmittags, nach— »em der Eigenthümer Milz und Gedärme beseitigt jatte, zerlegte L. das Thier, salzte es ein und ꝛerarbeitete das Geschlinge unter Zuhilfenahme von Schweinefleisch und Gedärmen zu Würsten. Von dem ganzen Vorgange wurde weder der Fleischbe— chauer noch das Burgermeisteramt in Kenntniß gesetzt. Dies geschah am 22. Dez. v. J. Nach Neujahr kam der Sachverhalt zur Kenntniß der vorgesetzten Behörde. Es wurde nachgeforscht, das noch vorgefundene Fleisch als milzbrandverdächtig durch Uebergießen mit Petroleum — anf Anordnung des Herrn Bezirlsthierarztes — zum Essen unbrauch »ar gemacht und durch den Abdecker vergraben Figenthümer und Metzger sehen nun wegen nich“ gemochter Anzeige gerichtlicher Bestrafung entgegen Darum, Viehbsitzer, aufgepaßt und nicht versäumt ich mit den hier einschläaigen gesetzlichen Bestim muugen vertraut zu machen. — Der im Marz 1883 in Speyer mit 15 Mitgliedern ins Leben getretene Verein „Credit— reform“ zählt jetzt 152 Mitglieder. — Rockenhausen, 16. Januar. Ein seltener Fall in den Annalen der pfälzischen Rechts- oflege. Der im Dezember v. J. von der Straf kammer des kgl. Landgerichts Kaiserslautern weger grober Sachbeschädigung (Abschneiden von Obst— bäumen im Weinberg des Herrn Oberamäsrichten Graf) zu 4monatlicher Gefängnißstrafe verurtheilte Maurermeister Wilhelm Keßler von hier wurde gesterr, nachdem er bereits einen Monat seinen Strafe verbüßt, aus der Haft entlassen. Ein an— derer bereits zur Haft gebrachter hiesiger Einwohner hat sich als der Thäter bekannt. Keßler traf gestern Abend mit dem 9210 Uhr-Zuge hier ein und wurde von einer nach Hunderten zählenden Men— schenmenge mit Hochrufen am Bahnhofe empfangen und nach seiner Wohnung geleitet. Jedenfalls wird der Genannte nun durch Wiederaufnahme des Rerfahrens von jedem Verdachte gereinigt. Wer aber entschädigt den unschaldig Verurtheilten, ab— gesehen von dem materiellen Schaden, für die wäh⸗ rend des verflossenen Monats ausgestandenen Quolen? Wieder ein Beweis, wie nothwendig die Zulässig— keit der Appelalion in Strafsachen wäre, gleichwie die Entschädigung unschuldig Verurtheilter durch den Staat. (Vf. Pr.) Vermischtes. FMannheim, 186. Januar. Einer der »ekanntesten Aerzte unserer Stadt, Herr Doktor Hrohe, der seit einigen Tagen vermißt worden var, wurde heute als Leiche am Rheinufer ge— audet. Det noch in den besten Jahren stehende Mann hat in einem Anfalle von Geistesstörung den Tod gesucht und gefunden. Ein Kind des Hertn Grohe war seit einiger Zeit schwer erktankt; Reser Umstand hat den geistigen Zustand des Un— zlücklichen so sehr alterirt, daß er prötzlich aus dem Hause verschwand und einen Selbstmord verübte Das Kind ist inzwischen auch gestorben. Mannheim, 18. Jan. In dem benach »arten Orte Neckarau wurde durch Zufall ein un— eimlicher Fund gemacht. Für den Bier— prauer Helmling dort war ein Waggon Kohlen eingetroffen, in denen man beim Entliden eine Blechbüchse mit etwa 5 Kilo Dynamit und einem Stück Zündschnur vorfand. Man darf wohl an— iehmen, daß dieses gefahrdrohende Objekt durch Zufall oder Nachlässigkeit auf der betr. Zeche unter die Kohlen gerathen ist; ein nicht absehbares Un— zlück hätte indeß entstehen können, wenn die voll⸗ ttändig durch die Kohlen schwarz gefärbte Büchse nicht entdeckt worden und unter dem Feuerungs— material verblieben wäre. Seitens der Staatsan— valtschaft ist Untersuchung eingeleitet worden. Mit dem kürzlich erfolgten Tode des Prinzen August von Württemberg ist einer der chönsten Romane der Gegenwart zu seinem Ab— chlusse gelangt, weicher den hochgeborenen Prinzen aAs einen Edelmann in dem waähren Sinne des Wortes charakterisitt. Im Hause Hollmannstraße, Ie in Berlin ließ er sich der ehemaligen Tänzerin Bethga antrauen, als diese auf dem Sterbebett⸗ lag und legitimirte dadurch seine und ihre Tochter Für dieses Kind lebte und wirkte der fürstliche General fortan. Hier brachte er tagtäglich seine freien Stunden zu, hier war er nur der liebende Vater. Und hinter ihm schlossen sich, sobald er seinem Wagen entstiegen, die Pforte des Hause— äugstlich, damit kein Lauscher das reine Familien- leben störe. Hier hatte die ganze Familie der Ent— schlafenen ein trautes Heim. Für Alle war durch Renten gesorgt, für die Mutter der Todten, für wei Schwestern, ebenfalls Tänzerinnen, welche am Tage der Trauung ihren Abschied von der Bühne nahmen und seldst für einen Ogeim derselben, einen Eisenbahnschaffier Die Tochter des Prinzen holte hor einem Jahre ein Ofsizier als Gattin heim Sie ist jetzt die reiche Echin. Aber für die Famili⸗ ist weiter gesorgt und das Bethge'sche Famitlien— heim bleibt intakt, so lange noch ein Mitglied der— selben lebt. Ueber dieses Haus, das schönste Denk— mal eines Ehrenmannes, könnte man mit Rechl schteiben: Honny soit qui mal y pense! Aus Bayern, 14. Januar. JMuch an dieser Stelle wurde vor einiger Zeit b richtet, daß ein Sohdat vom Chevauleger-Regiment in Dillingen, der sich von seiner Truppe entfern— hatte, zu Aufang Dezember v. J. in einem Sumpft steckend gefunden wurde, in welchem er volle acht Tage in entsetzlicher Lage zugebracht hatte. Dem Uaglücklichen waren beide Unterschenkel erfroren und nußten amputiert werden. Nunmehr wird gemeldet, daß der Mann, nachdem die Amputation glückuch durchgeführt war und die Heilung der Wundflächen dereits hegonnen hatte, einem Lungenleiden, das sedenfalls von seinem schrecklichen Abenteuer her— ruͤhrte, erlegen ist. Augsburg, 14. Januar. (Ein Scheusal.) Der Bauer Joseph Buchberger von Neuhof bei —AVD liche Mißhandlungen den Tod seines Hütvuben Amphons Freundl verursachte, wurde vom Schwur— gerichtshofe nach zwölfstündiger Verhandiungsdauet zu 4 Jahren Gefängniß verurtheilt. Die 21 ver— nommenen Zeugen entrollten ein grauenhaftes Bild nenschlicher Rohheit und Herzlosi keit; der Knabe bekam Sch.äge mit Prügeln und eisernen Ketten, nußte auf einem mit Hobelspänen gefüllten Sad sein Nachtlager suchen und wurde beingahe ausge⸗ hungert. Diese Mithandlungen dauerten ein halbes Jahr, bis am 21. August 1884 eine Gehirner⸗ scchütterung in Folge einer Mißhandlung und am 27. desselben Monats der Tod des Knaben eintrat. Die Sachverständigen konstatirten, daß der ganze Körper von der Fußsohle bis zum Scheitel in Folge fortgesetzter Mißhandlungen mit rothen, blauen, gelben ind grünen Flecken bedeckt und beinahe keine weiße Stelle mehr gefunden werden konnte. Der Knabe sei durch mangelhafte Ernähtung fast zum Skelett abgemagert gewesen. Der Angeklagte benahm sich auch in heutiger Verhandlung höchst roh. 4 In der Nähe der Militärschwimmschule zu München ließ sich ein etwa 13jähriger Knabe. Sohn des Haltestellwärters dortselbst, von einen Bahnzuge überfahren. Als Motiv wird gekränkte Ehrgeiz, da er in der Schule schlechten Fortgan hatte, angegeben. Aus Deggendorf, 186. Januar, wird dem „Münchener Fremdenblatt“ geschrieben: Heut! Vormittags gegen 9 Uhr soll in den Vorberget des nahen bayerisshhen Waldes eine von Nord⸗Os rach Süd-West sich bewegende ziemlich heftigt Erderschütterung stattgefunden haben. Bestätigung bleibt abzuwarten. Als meteorologisch interessant verdient jedenfalls die Thatsache bemerkt zu werden, daß um die kritische Zeit das Thermometer inner⸗ halb 15 Minuten bei plötziich sich erhebendern Sturm von 10 Grad Kälte auf 7 Grad Warme gestiegen ist. FNürnberg, 17. Januar. Die hiefia Polizei hat gestern einen Mann, angeb lich Namen yse 8⸗ * en er 78 n 3 3 4. r 1 Neuville, verhaftet. Derselbe verkaufte einem hie⸗ gen Vankhause 16 Stück lombardische Prioritäten 8300 Frks. um 4000 Mt. Die Papiere stammen us dem am 3. November 1884 in dem Wechsel⸗ eschäft M. Rodri zues, rue de la Paix 13 in aris verübten großen Diebstahl, durch welchen wans Million Franks entwendet wurde. 4 Ueber den Ursprung der Redensart: „Un— rm Pantoffelstehen“ berichtet der schwä— ische Augustinermönch Benedict Anselmus: Paps ud Kaiser hatten vor alten Zeiten nach langen lutigen Kämpfen Frieden geschlossen. Zur Feier es Ereignisses wurden Feste und Turniere ange— rdnet, zu welchen die Blüthe der damaligen Ritter⸗ haft geladen wurde. Jeder Turnierende sollte isweder des Papstes oder des Kaisers Farben am delme tragen. Ein tapferer Ritter Polyphem, mit der eisernen Stirn“ genannt, weigerte sich, nit einem dieser Zeichen in die Schranken zu treten; ruwolle, erklärte er seiner Frau, nur durch seime Thaten glänzen. Vergebens flehte ihn Frau Bea— rice an, ihretwegen eines der Zeichen anzulegen. Us er ihr diese Bitte abschlug, brach sie in Thränen us und behauptete, er liebe sie nicht. Der Ritter etheuerte das Gegentheil und erbot sich, seine Liebe n Kampfe mit scharfer Waffe gegen zwölf Ritter u beweisen. Die Dame wollte davon nichts wissen; e ging in ihr Kämmerlein und ließ den Ritter or der gesperrten Thüre stehen. In diesem Augen— lick errönten die Trompeten zum Beginn des zueniers. Halb bewußtlos ergriff der gewaltige zolhphem den kleinen goldgestickten Pantoffel, den ine zürnende Ehehälfte in der Hast verloren, und eckte ihn auf seinen Helm. Die Herolde riefen hm zu: „Stellst du dich unter den Krummstab )es Papfes oder unter das Scepter des Kaisers?“ — „Unter den Pantoffel!“ lautete die Antwort. Jus dem Kampfspiel ging Polyphem als erster zleger hervor; als ihm des Kaisers Schwester den dampfpreis., eine von ihr mit Gold gestickte Schärpe iber die Schulter hing, redete sie ihn an: „Herr stitter, ihr stellt euch weder untet den Papst noch inter den Kaiser, ihr bedürft Niemandes Schutz; uch vermag kein Mann zu überwinden, aber unter »em Pantoffel steht ihr doch!“ Dieses Wort wurde »ald im ganzen Reiche bekannt, und es zeigte sich ha mit einem Male, daß der Pantoffel mehr Unter— hanen habe als Krummstab und Scepter zusammen. F Frankfurt, 18. Januar. Von allen Zeiten kommen Nachrichten über Verhaftungen von Jersonen aus Anlaß der Ermordung des Polizei— athes Rumpff. In den meisten Fällen erfolgte chon in Kurzem wieder Freilassung der Verhafteten ind nur einige derselben, welche sich nicht zu legi— imiren vermochten, wurden in Haft behalten. Im debrigen schwebt über den Mord heute noch ein zleich tiefes Dunkel wie unmittelbar nach der That. F Aachen, 18. Januar. Die Gebäude der heinischen Tuchfabrik (Aktiengesellschaft), welche nehrere Hunderte von Arbeitern beschäftigt, sind seute Nachmittag vollständig niedergebrannt. Von en angrenzenden Fabriken und Wohnhäusern ge— ang es, das Feuer abzuhalten. Der Feuerschaden st ein sehr grozer; bei demselben sind 7 verschie— dene Versicherungsanstalten betheiligt. FBraunichweig, 18. Januar. In einer seute hier abgehattenen, von Angehörigen aller Ztände und Parteien zahlreich besuchten Versamm— ung wurde die Bildung eines Komités beschlossen, velches für das Herzogthum Braunschweig die An— elegenheit der Darbringung einer Ehrengabe an en Reichskanzler Fürsten von Bismarck bei Gelegen— neit des 70. Geburtstages desselben in die Hand iehmen soll. F Berhin. Ein Roman aus dem Leben.) der Sergeant Thilo B. stand während des Feld— uges 1870 -71 bei einem Artillerie-Regiment. In dem Stadtchen Gifors lag seine Batterie wäh⸗ end dreier Monate und zwischen den Ortsbewoh—⸗ sern und den Artilleristen hatte sich ein gutes tinvernehmen herausgebildet. Bald erzählte man ch, daß der mit dem eisernen Kreuz — croix de edan, wie die Frauzosen es nannten — dekorirte hmucke Sergeant B. seiner Wirthin, einer wohl⸗ abenden Kaufmannswittwe, nicht gleichgiltig sei. Us nach Abschluß des Friedens die Batterie heim— ehrte, gab es in der That heiße Thränen, und nes schönen Tages erschien die Französin in der Jarnisonsstadt ihres Sergeanten, um sich von dessen Zefinden persönlich zu überzeugen. Dieser hatte ber inzwischen den Ahschied genommen und be— wirthschaftete in Thüringen ein kleines Bauerngut seiner Mutter. Dorthin folgte ihm die treue Französin. Betrübten Herzens mußte sie aber vieder heimziehen, denn die alte Bäuerin erklärte iich entschieden gegen eine Verbindung ihres Sohnes nit der katholischen Französin. Später übernahm B. das Besitzthum seiner Mutter, die Wirthschaft sing indeß immer mehr zurück, so daßk' er sich ent⸗ chloß, sie aufzugeben und nach Berlin zu gehen, im hier sein Glück zu versuchen. In der Nostiz- traße fing er ein kieines Geschäft an, mit dem es iber ebenfalls nicht recht gehen wollte, er ent— jußerte sich daher desselben und zog vor Kurzem iach Schöneberg, wo er sich mit seiner Hände Arbeit kümmerlich durchschlug. Am jüngsten Sonn— ibend erhielt nun der ehemalige Sergeant durch Hermittelung des hiesigen Konsulates von einem ranzösischen Anwatt ein Schreiben, in welchem ihm nitgetheilt wird, daß die am 27. vor. Mts zu Zreisach g borene, in Gifors verstorbene Wittwe zrnestine Rotani dem früheren Sergeanten im 4. jezt 19.) Artislerie-Regiment Thilo B. 6000 Fres. estamentarisch dermacht habe. F Linz, 16. Januar. (Geheimnißvolle Ent⸗ ührung.) Der Postmeister Peßl aus Neuzeug bei Steyr fuhr am 6. ds. Mis. nach Linz. Dort, er— ählt er, sei er nach seiner Aukunft von einem inbekannten Manne im Zustande der Betäubung, jervorgerufen durch eine von dem Unbekannten ingebotene Prise, entführt, in einem in einer iubekannten Gegend gelegenen Bauernhause vier Tage lang gefangen gehalten und von da aus am ünften Tage (am 13. d. M.) Morgens zur Station tleinreifling der Rudolphbahn gebracht worden. Vährend seiner Entführung will Peßl seiner Brief— asche, welche Werthpapierre und Bauknoten im Werthe von etwa 4000 fl. enthalten haben soll, »exaubht worden sein. Ein Postkommissär hat Amt ind Kassa, welche Pessel verwaltete, untersucht und u musterhafter Ordnung gefunden. Auch die Zrivatvermögensverhältnisse Peßl's sind in besten zuständen. Während seiner Abwesenheit kam an »eine Verwandten ein Telegramm aus Divacca Istrien), welches mit seinen Namen gezeichnet, eine baldige Rückkehr meldete. Eine Anekdote vom Grafen Moltke er— ählt Fr. Dernburg in der „Nat. Ztg.“: Es ist n dem betreffenden Artikel die Rede von der im ussischen Volke und namentlich in der russischen Irmee vorhandenen Neigung zu heiteren Düpirungen. daunn heißt es weiter: Den Grafen Moltke haben ie aber doch nicht daran gekriegt, die klugen Pe— ersburger. Sie führten ihm in den Turnhallen der Petersburger Regimenter immer dieselben Leute »or. Als man den großen Feldherrn frug, wie hin die Leute gefielen, sagte er, ohne eine Miene zu verziehen: „Ich bewundere Alles an ihnen, na⸗ nentlich die Ausdauer.“ F Merkwürdige Naturerscheinung Aus Madrid wird gemeldet: An einigen Orten »er Provinz Granada hat man bemerkt, daß die „onne, die sich hinter den Bergen erhebt, jetzt eine salbe Stunde später sichtbar wird als früher. Diese Anomalie führt zu der Vermuthung, daß die Ge— zirgskette der Sierra Nevada sich um einige bundert Meter gehoben hat. f London, 17. Januar. Der Donnerstag jon Dublin nach Holyhead abgegangene Postdampfer „Admiral Moorsch“ ist in Folge einer Collision nit dem ameritanischen Schiffe „Santa Clara“ nahe bei Holyhead untergegangen. Zwölf Mann— chaften und vier Passagiere sind ertrunken; die ibrigen zwöif Mannichaften und zwei Passagiere vurden heute vom „Santa Clara“ in Polyhead gelandet. 4 (Brand.) Das Schloß Montaigne bei derigerd, eine Perle der französischen Landsitze, ist siedergebrannt. Unschätzbare historische und Kunst ammlungen sind mit zu Grunde gegangen. Das „chloß war Eigenthum des Herrn Thirion-Mon⸗ auban, Schwiegersohnes des vormaligen Finanz ninisters Magne. FSingapore, 10. Januar. Einsturz ines Tempels.) In der Stadt Kiang Hung am Makhongflusse in Hinter-Indien feierten die Be— vohner dieser Stadt eben ein Fest, wobei sie schon ‚eitig Morgens nach dem in der Mitte des Flusses nuf Pfählen erbauten Tempel „der neun Tugenden“ trömten, um der hier befindlichen Kolossal-Statue des Buddha zu opfern. Eben standen acht Priester, nit ihrem Oberpriester an der Spitze vor dieser Ztatue versammelt, als plötzlich der Fußboden des Tempels zu wanken anfing. Gleich darauf stürzte das ganze Gebäude zusamnien und versank mit allen in demselben weilenden Andächtigen in dem Flusse. Nur vier Personen, die draußen auf der Brücke tanden, welche den Tempel mit dem Festlande ver⸗ band, konnten sich retten. Wie versichert wird, haben 110 Personen, darunter auch die ueun Friester, ihren Tod bei dieser Katastrophe gefunden. Fine eingeleitete Untersuchung ergab, daß die höl— jernen Pfähle, auf denen der Tempel stand, faul und morsch waren. Newyork, 19. Januar. Das Kranken⸗ saus der Irrenanstalt in Kankakee (Illionois) ist niedergebraunt. Siebzehn Kranke sind in den clammen umgekemmen. Gemeinunuitziges. (Ein einfaches Mittel bei Verwundungen.) Unter dem Titel „Etwas Wissenswerthes“ bringt der „Bauernfreund'“ folgende Mittheilung eines Lesers: „Wir lesen öfters, daß Leute, welche in rostige Nägel getreten oder sich auf andere Weise kleine Wunden heigebracht haben, heftig erkrankt, ja theilweis an Mundsperre dem Tode erlegen sind. Wenn Jedermann in der Welt mit einem Mittel zegen solche Uebel bekannt wäre, so würden alle olche Berichte aufhören. Wir können ein solches Mittel angeben, aber wir können die Leute nicht wingen, es auzuwenden. Dasselbe wird Vielen zu infach vorkommen; doch es ist hei leichter Anwend- yarkeit unfehlbar in seiner Wirkung. — Man äuchere, um seine Beschreibung zu geben, die Wunde mit brennender Wolle oder mit einem »rennenden wollenen Tuch. Zwanzig Minuten in dem Rauch von Wolle wird die Schmerzen aus der schlimmsten Wunde nehmen und bei wieder— sjolter Anwendung dieses Verfahrens wird die hef— igste Entzü dung beseitigt wirden. Die Leute nmögen über das Alte-Weiber Mittel spotten, so viel ie wollen, aber wenn sie in Grefahr sind, laßt sie s nur probiten. Dasselbe hat viel Schmerzen ge— lindert, manches Leden gerettet und ist werth, in Buchstaben von Gold in jeder Familie aufgehängt zu werden.“ Sterbefälle. Gestorben: in Langenkandel Frau Katharina Rödel, geb. Schlachter, 54 J. a.; in Neustadt Undreas Kernberger, 15 J. a.; in Hermers— »erg Gustab Kettencing, 50 J. a.; in Kai— jerslautern Jakob Schenkel, pens. Lehrer der tädt. Töchterschule, 60 J. a.; in Landau Herr Tarl Häffner, Ooerstlieutenant und etats— näßiger Stabsoffizter im k. 18. Infanterieregiment, 58 J. a.; in Siebeldingen Wuhelm Herrmann Mathias, prot. Pfarrer; in Vandau Herr Joh. Uugust Fohl, Rentner. Für die Redettion verantwortlich: F. X Demetz. Aus allen Kreisen der Bevölkerung stammen die Anerkennungen und Dankes— schreiben, we che dem Apothekler Brandt zu Theil werden, und mögen die Leser auf das nachfolgende Schreien be⸗ onders aufmerksam gemacht sein. Euer Wohige oren! be— tätine ich, in Erwiderung Ihrer geehrten Zuschrift vom 15. d. M.. daß ich Ihre sog. Schweizerpillen schon seit Jahr und Tag in meinec Farmilie eingeführt ud solche nir und meiner Frau ganz vorzügliche Diensse ge— eistet haben. Dieselben sind bei Störungen der Verdau⸗ uing und des Stuhles, euenso gei Kopfschmerze und Schwindel⸗ anfällen, welche olgen dieser Störungen sin, von aus— zezeihneter Wirkuig und haben den eminenten Vorzug, daß fie nicht im Geringsten belästigen oder quälen und auch mit Leichtigkeit von Jedermann genommen werden önnen Ich benützte dieselden zeitweise auch ohne weitere Beranlassung als Kur in der Art, daß ich alle 2—23 Monate icht Tage lang täglich Abends vor dem Schlafengehen 1.2 Stüch nehme. Die Wirkung ist eine treffliche. Bei mangeln⸗ dem Appetit gibt es nichts Besseres als salch' eine Kur. Ihr ergeenster C. Goetz, königl. bayer RNotar. Suchloe. Han achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R Brandt trätt. ——— „Neue Musik⸗Zeitung“. Vor uns liegt Nr. 2 dieses lustrirten Famteienblaltes, welche außer den neuesten nteressantesten Berichten aus dem Theater u. Käarstler⸗ eben, bri gt: Geschichte des Klaviers init 2 Illustia— fionen. — Geschichte der Holzblasinstrumenten mit 25 Abbildu gen. — Eczäuzungen zum Konversa— ons⸗Lexikon der Tonkunst. — Ein Fruührmugstraum, Frinnerung an Franz Schubert von Ciaire Gerhard. — Eine Nebenbuhlecin der Fanuy Eißler, (Fanny Ferito). — Dolores und Palestrina, Fottsetzung. — Richard Wagner-Erinnerungen von Aug. Lesimple. Wie vorliegende Nummer beweist, ist der Ver— leger vestrebt troz des billigen Preises (80 Pfg. pro Quartal 6 Nummern) die Zeitung immer reich— haltiger zu gestalten. Probenummern in jeder Buch— u. Musikalien handlung gratis. — 2 y Stadtrathssitzung. Mittwoch, 21. d. Mts. Abende um 5 Uhr. Tageserdnung: 1. Aufstellung d. Voranschlages pro 1888 2. Heimathangelegenheiten. z. Verbesserung von Straßzen. 4. Mittheilungen der Ortsschulkommission St. Ingbert, 20. Januar 1885 Das Bürgermeisteramt: J. V. Heinrich, l. Adjunkt. Bekanntmachung. Wer ohne polizeiliche Erlaubniß au zffentlichen Straßen oder Plätzer maskirt erscheint, wird protocollir werden. St. Ingbert, den 20. Januar 1885 Das Polizei-Kommissariat Eckerlein. Sohnche um AGAOZFUIVER ohHochcADtE ααα ,— —S Zu haben bei Herren Jean Peters J. Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blies— kastel. — von F. Graef in Aichach,. Packet zu 20 Pf. stets frisch bei Jerzuchen Dank für freundl. Zusendung der Bro⸗ schüre „Kraukenfreund“, aus welcher ich ersehen, daß auch veraltete Leiden noch heil⸗ bar sind, wenn die richtigen Mittel angewendet werden. Meit freudigem Vertrauen auf endliche Genesung von langjährigem Lei⸗ den, bitte um Zusendung von ꝛc.“ — Derartige Dankesäußerungen laufen sehr zahlreich ein und sollte daher kein Kranker versäumen, sich die in Richters Verlags⸗An⸗ stalt, Leipzig, bereits in 685. Aufl. »rschienene Broschüre —— jreund“ kommen zu lassen, um so mehr, als ihm keine Koften daraus erwachsen, da die Zu⸗ sendung gratis u. franko erfolgt. Auflage 331,000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Ueberietzungen in zwölf fremden Sprachen Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für doilette und Handar—⸗ zeiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Vreis vierte jährlich M. 1.25* 75 Kr Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be— jchreibung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche sür Damen, Mädchen und Knaben, wie für has zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche fur Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche etc., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern iur alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und! Buntstickerei, Namens-Chiffren ꝛtc. Abonnements werden jederzeit angenommen hei allen Buchhandlungen und Postanstalten. — Probe⸗Nummern gratis und franco durch die Expedition, Berlin W, Potsdamer Str. 8; Wien J, Operngasse 833 PfarrCàcilion-Voroin gt. Ingbert. — Auf vieles Verlangen wiederholt. — Sonntag, den 25. Januar 183835, Abends 7 Uhr, im Saale des Cafe Oberhauser (Baumann) Die heiligen Dreiskönige, Oratorium zur Aufführung mit lebenden Bildern für Solo und gemischten Chor mit Klavierbegleitung von Heinrich Fidelis Müller. Nichtmitglieder haben Zutritt gegen Entröe. J. Platz 1 Mk. II. Platz 50 Pfg. — Während der Aufführung ist das Rauchen verboten. * umufere 4 ILGC hren von Antwerpen jeden Samstag direct nach New-York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle Klassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an IEILCGVMGAVIBn LAVT. St. Ingbert —1 — hyn r c 25 Desinitiv am Hhebruur ISS 7TV⸗4p n Wonsthatigkoitslottoris Ziehung für bedürftige Frauen ünd Mädchen 10, 200 GeIdgewnne mit MAIX 75., OOO baar Geld ohne jeden Ahbzug. iehumg ohne Verschub 5. Februar 1885. General⸗Agent. A. u. B. Schuler, München. LOose hior vorräthigboi: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt⸗-Agentur für die Pfalz: P. Ririus in Lud— wigshafen a. Rh. 3 Einladung 2um Abonnement aus: fSrosso Ausgabo: J kKkleine ausgza be:s Die Arbeitsstube “it Leitschritt für leichte und geschmackrolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern für Canevasstickerei, Application und Plattstich, sowie zahlreichen schwarzen Vorlagen für Häkel-. Filet-, Strick- und Stickarbeiten aller Art. Monatlich ein Hett mit reich illustrirtem Text, ciner farbigen Tafel mit fein colorirten, stylgerechten Originalmustern und ciner Unterhaltungsbeilage. Die Arbeéitsstube bietet sSowonl Müttern als Lehrerinnen reiches Material, in ihren Töchtern und Schülerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit zu erwecken und zu fordern. VBiänige Urtheile der Presse: Vossische Zeitung (Berlin). Der Für's Haus (Dresden). — „delbst Verlag von F. 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Die SEinrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Crpedition Auskunft ertheilt, I8 “. NReclamen 30 . Bei 4maliger Einrüuckung wird nur dreimalige berechnet. M 16. Donnerstag, 22. Januar 18885. 20 Jahrg. Volitische Uebersicht. Aus der Montagssitzung des Reichstages er⸗ hähnen wir, daß der Reichstag bei Berathung des zxtraordinariums des Militäretats gegen die ztimmen der Konservativen, der Reichspartei und er Nationalliberalen, die für Errichtung einer enterofsiziervorschule in Neubreisach geforderten 97,000 Mk ablehnte. Für die Position hatte . A. auch der pfälz. Abg. Dr. Bürklin in längerer sede sehr warm gesprochen. Zenntniß erhielt. Die Kolonien erhielten die Ver— icherung, daß keine Abmachung zwischen der deut⸗ chen und englischen Regierung bestand. Valparaiso, 20. Januar. Am Samstag Abend wurde der Verfuch gemacht, den Präsidenten x5hili's mittelst Höllenmaschinen zu tödten. Der Hersuch mißlang. Vortrags folgenden vergleichenden Aufschluß: die Pfalz enthalte rund 100 Quadratmeilen, Deutich and 10,000, das Congogebiet 60,000; letzteres ist also Gmal größer als Deutschland. — Münstereifel, 20. Januar. Hier ist etzter Tage der traurige Fall vorgekommen, daß eine dem Trunke ergebene junge Frau in der Nacht auf der Straße liegen geblieben und erfroren ist. — Der Kriegerverein in Landau hat den öblichen Beschluß gefaßt den verwahrlosten Ruhe— »latz der auf dem dortigen Friedhof beerdigten Zrieger aus dem Jahre 187071 herzurichten und nit einem Denkmal zu schmücken. Die Ausführung Jes Projektes ist dem Herrn Architekten Ludwig devy in Kaiserslautern übertragen, dessen Pläne die vollste Zustimmung erhalten haben. — —sqhifferstadt, 20. Januar. Ein sies. Maurer, der zum Holzmachen in den Wald zing und unter Mittag draußen blieb, nahm zu einem Mittagsmahl Brod und Birnen mit, welches r denn auch verzehrte. Bei der herrschenden Kälte varen Vrod und Birnen gefroren; der Mann pürte nach dem Genuß derselben sofort Leib⸗ hmerzen, die sich bis zu seinem Nachhausegehen tets sieigerten und trotz sofort genommener ärztlicher dilfe war der Bedauernswerthe nach 2 Tagen eine deiche. Derselbe hinterläßt eine Wittwe und fünf uinmündige Kinder. — Speyer, 20. Januar. Der verstorbene Finnehmer G. Wolff von Schaidt hat auch der diesigen Diakonissen-Anstalt 2000 Mk. und dem Retscherverein 5000 Mark vermacht. Lokale und pfaͤlzische Nachrichten. — Aus Oberwürzbach wird berichtet: Am verflossenen Samstag Nittag hatte der 63 J. a. ens. Bergmann Joh. Sommer von hier das Anglück, von seinem Heuspeicher in die Scheuer zu allen, wobei er sich so schwere innere Verletzungen, esonders am Kopfe zuzog, daß er denselben am Montag Mittag erlegen ist. Der Verunglückte war in sehr braver und allgemein beliebter Mann und vird der Vorfall allgemein bedauert. R. Breitfuri, 21. Januar. Zur Richtig tellung ihrer gebrachten Notiz in Nr. 15 des St. Ingberter Anzeiger“ in Betreff der zu er— auenden Villa des Herrn Krämer diene Folgen⸗ es: „Der Bau einer Villa auf dem „Freiß— jauserhof“, nicht Freisingerhof, des Herrn deichetagsabgeordneten Oskar Krämer in St. Ing⸗ Rert ist beschlossene Thatsache. Die Vergebung der dausteine zu diesem Gebäude ist bereits geschehen ind ist die Lieferung derselben dem hier wohnhaften Steinbruchbesizer Daniel Müller seitens des Herrn Iskar Krämer selber übertragen worden. Mit der Anfuhr dieser Steine soll, wenn's die Witter⸗ ing erlaubt, schon nächsten Monat begonnen verden. Das bezeichnete Anwesen liegt unmittelbar in der Straße von Mimbach nach Böckweiler und iuf den Gematkungen der Gemeinden Mimbach und Zreitfurt. Das Hofgut ist sehr schön gelegen und urch die von Herrn Oskar Krämer schon vorge⸗ sommenen Neu⸗ und Umbauten des Wohnhauses, zagdhüterhauses und verschiedener Oekonomiegebäude rhält der Hof eine schönere Ansicht und, ist einmal ie Vila erbaut, so ist er einer der schönsten Höfe inserer Gegend, wenn nicht der allerschönste. — Am Montag Abend hätte, wie der „P. A.“ hreibt in Pirmasens leicht ein schweres Un⸗ lück entstehen können, indem der um 9 Uhr zur zahn fahrende Postwagen beim Einbiegen in die Fisenbahnstraße auf dem Glatteise ins Rutschen kam ind sammt Pferden gegen den Eingang der Kaffee⸗ jasse glit. Zum Glück wurde der Wagen gegen zie untere Ecke des Hotels Breith geschleudert, wo r hängen blieb, so daß ihn die gefährdeten Insassen zerlassen konnten. Es gelang alsdann mit vieler Mühe, den Wagen wieder auf die Fahrstraße zu chaffen. — Der Verein der Branntweininteressenten der Bfalz wird am 3. Februar in Kaiserslautern ine Versammlung abhalten, in welcher das Thema: Wie kann der Brennereibesitzer seinen Betrieb ohnender einrichten?“ zur Verhandlung kommt. — In Kaiserslautern ereignete sich in iner Familie ein bedauernswerther Unglücksfall, ndem einem zweijährigen Kinde ein Stückchen Helbrübe im Halse stecken blieb und erst entfernt verden konnte, als es schon zu spät und das Kind »ereilis erstickt war. — Ueber die Größenverhältnisse des Congo— rebietes, welches jetzt so oft der Gegenstand er Unterhaltung bildet, gab Herr k. Reallehrer zeiler in Kaiferslautern gelegentlich eines am zamstag im dorfigen Gewerbenerein gehaltenen Die bayerische Regierung hat an den zundesrath folgenden Antrag zur Ausgleichung on Härten in den neuen Prüfungsvorschriften für lerzte gerichtet: „Candidaten der Medizin, welche or dem Sommersemester 1885 ein bahyerisches yceum besucht haben, ist das Lycealstudium als Universitätsstudium im Sinne des 84 Abs. 4 ziffer 2Z der Bekanntmachung, betreffend die ärztliche Prüfnng vom 2 Jani 1883, anzurechnen.“ Die Handelskammer von Oberbayern sprach ich einstimmig dahin aus, es liege weder der Bunsch, noch das Bedürfniß vor nach Einführung ines halben Pfennigs; sie beschloß ferner, eine Betition an den Reichstag gegen die Wedell'schen Börsensteueranträge und beauftragte (mit 11 gegen Stimmen) ihren Delegitten auf dem deutschen dandelstag für eine mäßige Erhöhung der Ge— reidezölle zu stimmen. Deutiches Reich. Berlin, 20. Januar. Der „Reichs anzeiger“ meldet: Der Kaiser ist in Folge einer Erkältung genöthigt, seit gestern das Bett zu hüten. (Nach⸗ richten von gestern (Mittwoch) besagen, daß der daiser eine gute Nacht hatte, und daß sein Zustand inbedenklich sei.) Berlin, 20. Januar. Der dem Reichstage morgen zugehende Oechelhäuser'sche Börsensteuer— Antrag ist von den Nationalliberalen dahin abge— iändert worden, daß die Besteuerung nicht von 1000, sondern von 5000 Mark ab beginnt und die Steuer auch bei Geschäften von über 100,000 Mark steigt und zwar für je 100,000 um 2 Mk. Berlin, 20. Januar. Der Antrag Acker⸗ nann, Biehl, Kleist-Retzow und Schorlemer-⸗Alst, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung (ent— jaltend Bestimmungen über den Befähigungsnach⸗ veis, die Arbeit an Sonn- und Festtagen, sowie die Nachtarbeit) ist nunmehr dem Reichstage zuge— zjangen. Stuttgart, 20. Januar. Das Gesammt⸗ lolligum der Zentralstelle für Landwirthschaft berieth zestern von 10 bis 3 Uhr unter vem Vorsitz des Ministers Hölder über die neue Zollvorlage und hrach sich fast einstimmig für die Erhöhung der Zölle auf Getreide und andere Erzeugnisse ver Land⸗ wirthschaft aus. Ausland. Wien, 20. Januar. Dem Abgeordnetenhause ningen Gesetzentwürfe gegen die gemeingefährlichen ozialistischen Bestrebungen und gegen den gemein⸗ gefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen zu— London, 20. Januar. „Daiy News“ er⸗ ahren, die australischen Regierungen baten um veitere Information üher den Zeitpunkt, an wel— hem das Kolonialamt von der Absicht Deutsch- Mnnerionspolifik in der Südsee zu verfolgen Vermißsßchtes. Neunkirchen, 19. Januar. Auf dem Notariatsburean kam es am Sonntag Vormittag zei der Erledigung einer Zahlungssache zwischen echs Personen — Vater, drei Söhnen und zwei -chwiegersohnen — zu einer wahren im Sinue »es Wortes solennen Prügelei, die durch Beschimpf—⸗ ung des Vaters seitens eines Sohnes herbeigeführt vorden. Nachdem der Herr Notar den Leuten die Thür gewiesen, wurde auf der Treppe und sogar nuf der Straße munter weitergeprügelt. Wie leicht erklärlich, hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, um diesem sonderbaren Sonntaqsver⸗ znügen zuzuschauen. F Mannheim, 20. Januar. Die „Neue Badische Landeszeitung“ meldet: Das Signalement eines in Hockenheim verhafteten Mannes stimme nit dem von der Criminalpolizei in Frankfurt nitgetheilten, als des vermeintlichen Mörders des Polizeiraths Rumpff überein. Außer auf den ver⸗ Jaftenden Gendarm schoß der Verhaftete auch auf wei Bürger in Hockenheim. Karlsruhe, 20. Jan. Heute Nacht etwa im halb 1 Uhr wurde der Oberlazarethgehilfe Milde »om Feldartillerieregiment Nr. 14 in der Nähe des Durlacher Thores von dem verhafteten Metzger⸗ hurschen Georg Scheck von hier erstochen. F In Bamberg ist der frühere Pächter der Schießhaus⸗Restauration, Brocka, wegen Verab— ceichung von aus Bierresten, Tropfbier ꝛc. bestehen⸗ dem Bier an Gäste bezw. wegen dadurch begangenen Vergehens nach 8 10 Abs. 1 und 2 des Nahr— ungsmittelgesetzes zu 200 Mk. Geidstrafe verurtheilt vorden. fHeilbronn, 20. Januar. In Groß⸗ partach (1804 Einwohner) hat eine große Feuers⸗ wunst über 60 Gehäude eingeöäschert. f Orden haben vom deutschen Kaiser aus Anlaß des preuß. Ordensfestes vom 18. d. u. a. erhalten, und zwar: den rothen Adlerorden 3. Kl. dr. Dr. Hoseus, Ministerialrath in Straßburg; den rothen Adlerorden 4. Klasse die Hh. Bouda, Pypothekenbewahrer in Metz. Fuchs, Notar in Polsheim, und Jacob, Regierungsrath in Straß⸗ „urg. Die genaunten Herren stammen aus der Pfalz. Den Soldaten des 11. preuß. Armee— korps ist ein Befehl des Generalkommandos be— annt gegeben worden, wonach jeder Soldat bei Vermeidung von Disziplinarstrafen verpflichtet ist, ihm bekannt werdende Fälle von Mißhandlungen zur Kenntniß der höheren Vorgesetzten zu bringen. F Aus Dietharz bei Gotha kommt die er— chütternde Nachricht, daß der dortige Mühlenbesitzer — Tagen morgens mit durchschnittener Kehle vom Dienstmädchen im Shlafzimmer aufgefunden worden sind. Köllner lag ohne Besinnung hoffnungslos darnieder, ein Zjähriges Kiud glaubt der Arzt retten zu kennen, die übrigen Personen sind todt. F In Solothurn sieht man ein Dampf⸗ delociped seit einiger Zeit herumfahren, daß in Be— zug auf Konstruktion alle Rersuche auf diesem Ge— ziete an Erfolg übertreffen soll. Ein solches Dampf- velociped mit zwei Sitzplätzen und eine Raume ür Heizmaterial wird, wenn einmal noch mehr ervollkommnet, ganz gut die Geschwindigkeit unserer kisenbahnen erlangen. Die ganze Maschine soll auf 8- 10.000 FIrs. zu stehen kommen. Dienstesnachrichten. Dem 1. Staatsanwalt in Kaiserslautern zZossert, ist der Titel und Rang eines k. Ober— andesgerichtsrathes verliehen, der Staatsanwalt am Iberlandesgericht Zweibrücken Scherrer, auf Ansuchen zum 1. Staatsauwalt am k. Landgericht 3weibrücken ernannt und Landgerichtsrath v. Jan n Kaiserslautern zum Staatsanwalt am Ober—⸗ andsgericht Zweibrücken auf Ansuchen befördert worden. FRom, 21. Januar. In der Gemeinde Frassinere bei Susa wurden 15 Häuser durch Schueelawinen verschüttet und 11. Personen ge— ödtet. Zwischen Majolha (Provinz Cuneo) und Demonte wurden 3 Arbeiter verschüttet. In frassino (Cuneo) wurden 30 Leichen aus dem Schnee gezogen und 10 verschüttete Personen ge— rettet. Gegen 40 Personen sind noch verschüttet, zu deren Rettung wenig Hoffnung vorhanden ist. rHerr Lüderitzz erhielt nach dem „H. C.“ dieser Tage die telegraphische Anfrage, um welchen Preis er ein bedeutendes Stück seines Gebietes ver—⸗ aufen wolle, es seien Engländer zur Stelle, „die nicht handeln wollen“. Schlagfertig depeschirte er zurüch: „For no price!“ Sterbefälle. Gestorben: in Forst Herr Theodor Stein— metz, 69 J. a.; in Dürtheim Frau Margarethe Lauf, geb. Hammel, 79 J. a.; ebendaselbsfs Friedrich Adolf Haubold sen. 66 J. a.; in Pirmasens Frau Maria Leilich, geb. Ehwald. 32 J. a. Fur die Redaklion verantwortlich: F. X. Demerg Edle Frauen und Mädchen! Liegt Euch das Wohl Eurer Standesgenossen am Herzen, so tragt auch das Eucige bei zur Unterstützung bedürftiger Frauen und Mädchen, zu »eren Gunsten am 5. Februar eine Lotterieziehung zu München stattfindet. Preis des Looses nur l Mark. Es werden 10,700 Geldgewinne (nicht Hegenstände, nur baar Geld) ausgespielt mit »5,000 Mark Gewinne. Ziehung unwiderruflich am 5. Februar. Der Schneefall auf dee Mont⸗Cenis— Bahnliuie war so stark, daß der Verkehr einige Tage unterbrochen war. An der itgalienischen Brenze liegt der Schnee sechs Fuß hoch. fGälte in Amerika.) In einigen der jebirgigen Gegenden Nordamerikas herrscht seit inigen Wochen eine außerordentliche Kälte und in »em Staate Nebraska sind nicht weniger als 14 Bersonen erfroren. — Anerkennung. Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben-Brust-Honigs*) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Husten ⁊c. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bahern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben-Brust- Honig, von dem Erfinder und alleinigen Fabrikanlen W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per Flasche à 1, 198 u. 3 Mark käuflich in St. Ingbert bei J. Friedrich; in St Zohanu beinF. P. Judenhösfer und U Aaginot; in 7 Blie skastel bei Apotheler Jiedeuhofer. 3— —* — — — — —— Vohn-Spinnerei Schornreute in Ravensbura. Wir übernehmen jederzeit: Flachs, Hanf und Abwerg ‚um Spinnen und Weben. Länge des Schneliers 1288 Meter. Bahn— rracht bieher und zurück auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigste Preise. Garn und Leinwand von bester Qualität. Uñsere Herrn Agenten ertheilen nähere Auskunft: in St. Ingbert J. Friedrienh. Fe Für weitere Orte werden Agenten gesucht. Offerte erwünscht. D DOOD D OO OIDCCC OOOOCOObC OOOOS — I Aslgemeine Hausfrauen-Zeitung. Wochenschrift für das gesammte Hauswesen. Pro Quart. Preis M. 1.20 — Große Ausgube M. 2.50. Durch Post und Buchhandel zu beziehen. Die „Allgemeine Hausfrauen⸗Zeitung“ erfreut sich der steigenden Anerkennung aller gebildeten Kreise, hat sich in Tausende von Familien Eintritt verschafft und ist zur unentbehrlichen Hausfreundin geworden. In wirthschaf lichen Angelegenheiten wirkt sie anregend und belehrend, zieht alles in den Kreis ihrer Besprechungen, was fküchtige Männer und Frauen als wirklich praktisch und durchführbar erkannt haben, ist den Frauen treue Beratherin über Gesund⸗ heitspflege, über Küche und Keller, kurz über alles, was für die Hausfrau wissenswerth ist. Es soll die höchste Aufgabe dieses Blattes sein, das Wohl der Hausfrauen und Familien zu erstreben, die Freiheit des Geistes in selbstständigem Denken und Schaffen in der Frauenwellt zu pflegen und das Leben des Weibes zur menschenwürdigsten Höhe zu führen. Mit dieser re lichen und aufrichtigen Gesinnung empfehlen wir dem Wohlwollen unserer lieben Hausfrauen vertrauensvoll das ihnen gewidmete Blatt Hauswirth'chaftliche Inserate, sowie alle Annoncen, welche Fraueninteressen berühren, finden bei Verbreitung der „Allgemeinen Hausfrauen⸗-Zeitung“ in allen Kreisen, ganz Deutschlands und des Auslandes, die weitgehendste Verbreitung. Preis pro fünfgespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum 20 Pfg., bei öfterer Wiederholung Rabatt. J ——7000 0 0 0 O O O OO O O Oœ Ia —οι—— — —2 Desinitiv am lruar ISS ArIae Nohlthãtigkeitslotterie- Ziehung ür bedürftige Frauen und Mädchen. 10, 200 Geldge nnne mit MarIx 75, OOO baar Geld ohne jeden Abzug. Diehung ohne Verschub 5. Februar 1885. General· Agent. A. u. B. Schuler, Munchen. HOoseo hior vorräüthigbei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud—⸗ vigshafen a. Rh. * IX Beste Zeitung für Leute, die nicht Zeit haben viele Zeitungen —XR XE zu lesen und für Deutsche im Auslande. XE 2* — DAs ECHBO F 8 * Woohensohbrift für Politik, Litteratur, Kunst und Wissenscbaft. 358 Wöchentlien 32 Folioseiten. *58 Reiehhaltigste deutsche Wochenübersicht. Das Neueste 8 8 ind Interessantfeste aus allen Gebieten. Enthält das Wissens- * vertheste aus neuen Büchern und Broschüren, aus allen grösseren 7* n- und ausläündischen Zeitungen und Zeitschriften aller Parteien. deutsche, Oesterreichische, Sehweizer, Ungarische, Holländische, gelgische, Amerikanische, Englische, FPranzösische, Hebräische, 5 talienische, Sehwedische, Norwegische, Spanische, Portugiesische, 3 ꝰolnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumänische, 638 Dänische, Türkische Stimmen der Presse gewähren ein über- 27 ziehtliches und unparteiisches Gesamtbild der geistigen Be- 83 wegung unserer Zeit und ihres öfsfentlichen Lebeus. 5* Verlag v. . H. Schorer, Berlin S. V. 33 Probenummern gratis und franko. 28 Ahbonnenten können jederzeit eintreten. 2 BEPAS Bestoellungen bei allen Postanstalten, Buchhandlungen, Zeitungs- Has DBeho. speditionen, sowie bei deor Expedition des RCBO. oeh o 3 Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: Die Klassiker der RBhilosophie. Von den frühesten griechischen Deukern his auf die Gegeuwart Fine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen., Jede Lieferung enthält 8 Bogen 80. Band J1: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. Frachtbriefe für Cepossliches Gut ilqut u haben bei V 7. x. Demek. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert. n., Co n uf hit it n 4, IJI IJ 2 2 — —8 — * 355 55 33223233 8 2 Ez5333555553528 55 35353556 5 k3 A ——— 222 5* 5 —— — S 55* 352553535 5 332* 8 *7 * 58 2 — —— 22232 5 23565 2325 — —*72 S 5.55 2 * 57335553535535 3532 — ——33 —5S—3 —— ——533535535558* — — 2* —— 32828 * 52 —— 5* — —X 5*56 3z33355 332—2333 37 2 ꝛ —5FXAXV — — * — — B8 — —8 * 92 — 32 —A ——522 54 c — 232 323— * — 7 29 32 2 2 ——— n5 —2 23 2 —* — * 5 2 * 59 25562823 2*82 2 DZ* 2 —E 222 — —9 — 7 — —— 22 22 223228— — ——— 28 3558 38355553538 78 5—52 S3 —*32 3 228 * —53528 35 —5 55 53*.5 538 5355 7 * 25*5 83 535 — 3 *258 8 252 2 238 —A—— S—*82 25 * —*52345 32 2c 8* 23 zE722— — 238334 — 5 52 7 —A — 2 4 — * 2 5 —75 7* 2 23 e * 22 —— 33 3 38 38 553835 z 35358 525 z253508 z8 7 8 2 5438 2·* * —2 a —& —— S32 2 —A — — 334 3258 5588* —2 — 3 —3— 3 2m— 339277 —2 72 — —F— »5383.358 —— 2—52 535 853 2 2 : 3 —— — O 23 2 — 8 — 2 5z—— 222347 8* 3 22 — — 23 35538533333* 3 æ822335 2575 3—233827 — 2 25353 — 8 32* 25255 —3cE3-3 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Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Ingberter Anzeiger? erscheint wochentiih funfmalz Um Montag, Bienstatz, Donnerzug, Bumorung and Sonntag, Lmal wochentlich mit Unietunn gb⸗ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 A 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L 75 A, einschlien 10 — Zustellungsgebuhrr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Exxpedition Auakunft ertheil“ 154 MNeclamen O. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 17. Politische Ucebersicht. In der Reichstagssitzung vom Montag nahm auf eine Aeußerung des Abg. v. FischerAugsburg zin Dr. Windthorst, der Führer des Centrums, Veranlassung zu der nachstehenden Bemerkung: „Ich zlaube nicht, daß in Deutschland Jemand ist, der zie Errungenschaft der Erwerbung Elsaß-Lothringens nicht aufrecht erhalten will. Meine Freunde haben hre Absicht, das Elsaß festzuhalten, oft und durch zahlreiche Bewilligung von Bahnen, Forts ⁊c. zu erkennen gegeben.“ Der Antrag der Rechten und des Centrums auf weitere „Rückwärts-Revision“ der Gewerbeord⸗ nung will die 88 14 und 15 der Gewerbeordnung ergänzen und bezweckt eine Förderung des Innungs⸗ wesens nach allen Richtungen. Der Kern der An— träge betrifft den Befähigungsnachweis. Es wird vorgeschlagen, den 8 14 wie folgt zu fassen: „Wer den selbstständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes infängt, muß der für den Ort, wo solches ge— chieht, nach den Landesgesetzen zuständigen Behörde zleichzeitig Anzeige davon machen. Der Bundes⸗ rath bestimmt im Verordnungswege diejenigen hand⸗ verksmäßigen Betriebe, bei welchen mit dieser An⸗ zeige der Nachweis der Befähigung zur selbststän— digen Ausführung der gewöhnlichen Arbeiten des detreffenden Gewerbes verbunden sein muß. Dieser Rachweis wird, soweit nicht von der Centralbehörde ür das betr. Gewerbe besondere Prüfungsbehörden eingesetzt sind, durch das Lehrzeugniß und ein Arbeits⸗ eugniß über eine mehrjährige Verwendung als Beselle oder Gehilfe in demselben Gewerbe oder uls Arbeiter in einem dem betreffenden Gewerbe malogen Fabrikbetriebe geführt; die Behörde kann edoch, falls dem Bewerber die Beibringung dieser Zeugnisse unmöglich fällt oder Bedenken gegen den Inhalt der Zeugnisse bestehen, im erstern Falle einen n anderer Weise zu führenden Nachweis der Be— ähigung als genügend ansehen im zweiten Falle »enselben fordern. Das Lehrzeugniß und das Ar⸗ deitszeugniß ist von dem Vorstande der Innung, zu welcher der Lehrherr, beziehungsweise der Arbeit⸗ eber gehörte, wenn diese aber aicht Mitglieder einer Innung waren, sowie in den Fällen, in welchen rie Verwendung des Bewerbers in einem Fabrik— vetriebe erfolgte, von der Gemeindebehörde zu be— tätigen. Die Bestimmung der Zahl der Jahre, n welchen der Bewerber als Lehrling, sowie als Heselle, Gehilfe oder Arbeiter sich ausgebildet haben muß, erfolgt vom Bundesrathe im Verordnungs⸗ vege. Die Nachweise können auch durch ein Zeugniß einer staatlich anerkannten gewerblichen Unterrichtsanstalt, in welcher zugleich für eine prak⸗ ische Ausbildung in dem betreffenden handwerks— näßigen Gewerbe Fürsorge getroffen ist, erbracht verden.“ Die Bezeichnung der betreffenden Anstalten, owie die Bezeichnung der Gewerbe, für welche das Zeugniß der gedachten Anstalten das Lehr und Urbeitszeugniß zu ersetzen vermögen, erfolgt durch »ꝛie Centralbehörde. Die höhere Verwaliungsbe⸗ jörde entscheidet darüber, welche Gewerbe als ver⸗ wandte anzusehen sind und daß zu deren Betrieb iner neuer Befähigungsnachweis nicht erforderlich st. Ebenso entscheidet sie im Zweifelsfalle darüber, velche Arbeiten, die für gewöhnlich einem bestimmten audwerksmäßigen Gewerbe angehören, auch neben nein andern betrieben werden können. Vorstehende den Machmerz vor finina Samstag, 24. Januar 1885. jelten auch für den Inhaber eines Handelsgewerbes, velcher die handwerksmäßige Herstellung seiner Paaren betreibt, oder für den zum Zweck der An⸗ ertigung solcher Waaren bestellten Vertreter.“ Der oeitere Theil des Antrages betrifft die Ausdehnung ieser Bestimmung auf das Hausirergewerbe, Zersicherungs Agenturen u s. w. sowie die Aus—⸗ ührung dieser Anordnungen, die Sonntagsfeier ind dergleiche. — Sind die Rechte und das Fentrum geschlossen für diese Anträge, so ist deren Annahme im Reichstage gesichert. Der Bundes—⸗ ath wird nach seinem Verhalten zum Antrag Uckermann kaum etwas dagegen haben, und der iberale Ausbau der Gewerbeordnung zerfällt damit n sich selbst. Es verlautet, daß Verhandlungen, betreffend »en Abschluß eines Handelsvertrags zwischen deutschland und der Transvaalrepublifk im Hhange seien, welche unmittelbar in Berlin geführt verden. Guten Vernehmen der „Danz. Zig.“ zufolge oll im Herbst d. J. in Westpreußen ein großes königs-Manöver stattfinden. Es sollen zu diesem zweck das 1. und 2. Armeekorps in Westpreußischen distrikten zusammengezogen werden. Die Kieler Handelskammer wird auf dem auf den 27. und 28. d. M. einberufenen Deutschen Hdandelstag durch zwei Delegirte vertreten sein, die jamentlich gegen die Erhöhung der Getreidezölle hre Stimme abzugeben haben. Auch die Flens— zurger Handelskammer hat eine Beschickung des Jandelstages zu demselben Zweck beschlossen. Gelegentlich der neulichen Debatte im Reichs— age über die sozialpolitischen Gesetze hatte der RKeichskanzler u. A. bemerkt, daß die Herbeiführung ines Normalarbeitstages nicht von Deutsch- sand allein angestrebt werden könne, daß vielmehr aur auf dem Wege eines gleichmäßigen Vorgehens aller europäischen Staaten, in welchen belangreiche Industrie getrieben wird, die Erreichung dieses Zieles erhofft werden könnte. In England hat ieser Gedanke lebhaften Anklang gefunden und die Pall Mall Gazette“ empsiehlt dem Fürsten Bis— narck, diese Seite der Arbeiterfrage zum Gegen⸗ tand einer internationalen Enquete zu machen. Wenn er“, so bemerkt das Blatt, „eine europä⸗ sche Konferenz zur Feststellung eines Normal⸗ irbeitstages einberiefe, so würde er die beste Karte jegen die Internationale ausspielen und die Mil⸗ jonen von Arbeitern abermals daran erinnern, daß »er Sozialismus des Staates weit mehr fuͤr ihre Wohlfahrt erreichen dürfte, als der Sozialismus »er Anarchie. Die „Pall Mall Gazette“ hofft, zaß die Zeit nicht mehr ferne ist, wo eine Nation, die keine gesetzlichen Bestimmungen trifft, daß ihre Arbeiter nicht mindestens 4 Ruhetage im Monat jaben und nicht länger als 12 Stunden per Tag u arbeiten haben, als Feind des Menschenge—⸗ hlechtes gebrandmarkt wird. Das Blatt schließt einen Artikel mit der Bemerkung, man sehe in england mit einiger Spannung der Antwort des ꝛeutschen Kanzlers auf diesen englischen Widerhall »eines Vorschlages entgegen. 20 Jabrg Deutsches Reich. Berlin, 21. Jan. Der Kaiser hat während des größten Theils der vergangenen Nacht einen zuhigen Schlaf gehabt und fühlt sich heute bedentend räftiger. Die Besserung schreitet in jeder Be⸗ ziehung sort. Berlin, 22. Januar. Der Kaiser ist Vor⸗ nittags aufgestanden und verweilt in seinem Ar—⸗ zeitszimmer. Berlin, 21. Januar. Die Dampferjsubven⸗ dions-Kommission beantragt, die Postdampfschiffs- oerbindungen auf den ostasiatischen, afrikanischen ind australischen Linien deutschen Unternehmern im Zubmissionswege auf die Dauer bis zu 15 Jahren zu übertragen unter der Bedingung, daß die Linie nonatliche Fahrten einrichtet und die Dampfer⸗ cchnelligkeit mindestens 1193 Knoten beträgt. Berlin, 22. Januar. Der Bundesrath ibewies dies Vorlage, betreffend die Bildung von BZerufsgenossenschaften auf Grund des LUnfallver⸗ icherungs⸗Gesetzes und die Vorlage, betreffend Er⸗ zänzung des Entwurfs des Reichshaushalts-Etats ür 1885,86 den zuständigen Ausschüssen und ge⸗ iehmigte den Gesetzentwurf wegen des Beitragsdes seichs zu den Kosten des Zollanschlusses Bremens. Ausland. Rom, 21. Januar. Admiral Bertelli, welcher nuf dem „Principe Amadeo“ die Truppen nach Assab begleitet, soll dann noch mit anderen Kriegs— chiffen einen Hafen von Griechenland anlaufen, 3wecks einer Demonstration, um die Regierung in Athen zu bewegen, die zwischen Italien und Grie— henland bestehenden Streitfragen im Sinne Italiens zu regeln. Rom, 22. Januar. Die „Agenzia Stefani“ neldet: Um in der Lage zu sein, einen eventuellen Truppennachschub nach Assab zu bewirken und um »en abgehenden Personen, sowie den Militärbehörden s zu ermöglichen, die nothwendigen Vorbereitungen hne Unterstützung zu treffen, hat der Kriegsminister mngeordnet, alles für den Abgang eines, zweiten Detachements Nothwendige vorzubereiten. Die For⸗ nasion der Truppen ist dieselbe wie bei den bereils ibgegangenen. Ein Bataillon soll aus Linien⸗In⸗ anterie beigestellt werden. — Der König übersandte )em König Alphonso von Spanien 30000 Fr. für hdie Opfer des Erdbebens. London, 21. Januar. Nach einer Reuter⸗ neldung in Abuklei Wills vom 17. d. M. traf die Kolonne Stewart's am 16. Januar in der Nähe von Abuklei Wills ein und fand die Positi⸗ »nen von 10.000 Aufftändischen besetzt. Siewart rückte am 17. Januar 1200 Mann siark im Carté »or. Der Feind griff dasselbe plötzlich an und prengte für einige Augenblicke das Carré. Die ẽngländer schlossen sich jedoch alsbald wieder zu⸗ ammen und richteten ein verheerendes Feuer auf sen Feind, welcher sich schließlich mit Verlust von 200 Todten zurückzog. Die Engländer verloren Offiziere, darunter Oberst Bornabhy, und 65 Mann todt, sowie 9 Offiziere, darunter die Lords Sainctvincent und Airlie, und 88 Mann verwun— det. Das Pferd Stewart's wurde getödtet, Ste⸗ wart ist jedoch unverletzt. Die Englander besetzten die Positionen des Feindes und wird Stewart un⸗— derweilt bis Metammeh vorrücken. London, 21. Januar. Dem „Reuter'schen gureau“ wird aus Melbourne gemeldet, daß auf ꝛen Louisiaden⸗, Woodlack⸗, Huon- und Entrecar— Aur-Inseln' di⸗ &. . HN1173 Sparkassen nach dem Markensysteme. Nach anderwärtigem bewährten Beispiel sind nun auch im Amtsbezirke Zweibrücken Distrikts Sparkassen nach dem Markensystem eingerichtet worden. Indem wir denselben von Herzen ein segensreiches Gedeihen wünschen, bringen wir nach⸗ stehend ein Cirkulär zum Abdruck, welches das königl. Bezirksamt Zweibrücken über die Errichtung von Verkaufsstellen für Sparmarken der Distrikts Sparkassen soeben erlassen hat; dasselbe lautet: „Mit Zustimmung der Distriktsräthe des Be⸗ irkes und Genehmigung der königl. Regierung det Pfalz sind im ganzen Amtsbezirke Zweibrücken, unter Haftung der Distrikte für Einlagen und Zinsen, Distrikts-Sparkassen nach dem Markensystem einge— richtet worden, und ist hiedurch Gelegenheit gegeben, bereits 20 Pf. an Ersparniß zurückzulegen. Hiezu kauft sich der Sparer an einer Verkaufsstelle eine 20Pfennigmarke, lautend auf die Distriktskasse, und erhäͤlt dabei gratis eine Sparkarte, in 25 Felder eingetheilt, auf welche er diese Marke und bei fernerem Sparen so viel Marken aufklebt, als Felder sind. Hiemit erhält die Karte den Werth von 5 Mark, und wird dann direkt beim Distriktsrechner, auf dem Lande durch Rermittelung der Einnehmer an Hebetagen eingereicht, wogegen unentgeltlich ein Sparbuch über den gleichen Betrag von 5Mt., verzinslich zu 3/. 010, verabfolgt und zugestellt wird; die ferner ersparten Beträge werden in diesem Buche nachgetragen. Auf dieses Sparbuch können auch Baarbeträge von 5 Mark und mehr bei den Distriktsrechnern oder Einnehmern einbezahlt werden. Sämmtliche Einnehmer vermitteln auch die Rück⸗ erhebung der Einlagen. Nicht voll beklebte Spar—⸗ karten werden an der Kasse baar eingelöst. — Die neue Einrichtung hat anderwärts den wohlthätigsten Einfluß auf die Bevölkerung geäußert; sie wird diesen Erfolg auch im Amtisbezirke erreichen, bedarf zu rascher Einführung jedoch zahlreicher Verkaufs— stellen wie der allseiligen Förderung ihrer Zwecke. — Ich richte deßhalb die Bitte an alle Herren Empfänger dieses Anschreibens, nach ihreu Kräften sich dem Unternehmen zu widmen. Die Herren Beamten in Staat, Kirche und Gemeinde ersuche ich, mit ihrem Einflusse das Gedeihen der Kassen anzustreben; die Herren Lehrer können den Sinn für Sparsamkeit bei den Kindern wecken und sie durch den Verschleiß der Sparmarken praktisch in der Kunst, zu sparen, üben; die Herren Gemeinde—⸗ Vorstände und Distriktsräthe mögen dahin wirken, daß allmählig jede Handlung mit Gegenständen des täglichen Bedarfes sich auch mit dem Verkaufe von Spar⸗Marken und »Karten abgibt, wie sich dies bei Postmarken einbürgerte; die Herren Arbeitgeber er— suche ich, ihre Arbeiter über die Wohlthat der neuen Einrichtung zu beleheen und ihnen sofort an den Zahlstellen Gelegenheit zur Bethätigung des Sparsinnes zu geben. — Schließlich richte ich be— sonders an die Arbeiter in Fabriken und im Ge— werbe, an die Landwirthe und Eltern überhaupt die dringende Aufforderung, die dargebotene Gelegen⸗ heit, jeden Pfennig zurückzulegen und zinstragend zu machen, fleißig zu benützen; die Marken dienen nicht blos zum Sparen, sondern auch zur Ansamm⸗ lung größerer Summen aus kleinen Beträgen. Wöchentliche Einlagen von 20 Pf. erbringen (ohne Zuschlag der Zinsen) in 5 Jahren: 56 M., in 10 Jahren: 123 M., in 15 Jahren: 203 M., in 20 Jahren: 298 M. Das Bewußtsein, für den Fall der Noth am Sparpfennig einen Rückhalt sich ge⸗ schaffen zu haben, erfüllt auch bei harter Arbeit mit Freude; der Sparer steigt in der Achtnug seiner Mitmenschen und hebt sein Sekbstvertrauen, gelangt zu Wohlstand; es überlommt ihn ein freu⸗ diges Gefühl, wenn er eine weitere Sparmarke holt, um sie auf der Sparkarte festzukleben, statt das Geld, wie dies bisher leider zu häufig geschah, unnütz zu vertändeln. “ Lokale und vfaälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 283. Januar. Gesitzwechsel.) Durch Kauf ging dieser Tage das P. Müller'sche Haus in der Hauptstraße um die Summe von 9500 Mark in den Besitz des Herrn Buser, Kauf⸗ mann zu Schnappach, über. MIn Rohrbach brannte am Abend des 21. Januar das von dem Bergmann J. Sommer und der Wittwe Roschlock bewohnte Haus des Metzgers Bund vollständig nieder. Den angestrengten Bemühungen hiesiger Bürger gelang es das sehr Jefährdete Haus des Kesselschmiedes Peter Gehring venigstens theilweise zu retten. * In der letzten Strafkammersitzung des kgl. dandgerichts Zweibrücken wurden die Bergleute Zarl Kausch, 22 J. a., und Peter Groß, 21J. a., heide aus dem benachbarten preußischen Orte Scheidt, wegen vorsätzlicher, mittelst eines Messers berübter Körperverletzung zu einer Gefängnißstrafe don je 2 Jahren verurtheilt. — Niederlustadt, 21. Januar. Im Monate November v. J. wanderten 2 Männer von zier mit Hinterlassung ihrer Familien nach Amerika, in dem Glauben, Fortunag würde ihnen dort günstiger sein. Sie sahen sich jedoch in ihrer Hoff⸗ nung getäuscht, denn der eine kehrte bereits vor 8 Wochen und der andere am vergangenen Freitag in die alte Heimath zurück. (L. T.) — Aus Duttweiler berichtet man der „Ggt.“ von dem Erxperiment einer Frau, die zu ener Sorte zu gehören scheint, welche nichts um— ommen läßt. Dieselbe hatte noch ein Quantum zum Mäusevergiften bestimmtes Getreide übrig; um dieses nicht unbenützt zu lassen, versuchte sie es zuerst mit einem Huhn, dem das Gift auffallender⸗ veise nichts schadete. Kühner gemacht durch diesen Erfolg warf sie den Rest ihren Gänsen vor, die im folgenden Morgen alle sieben verendet im Stalle agen. Es geht eben nichts über die richtige Spar— amkeit. — Die ordentliche Delegirten- Versammlung der landwirthschaftlichen Consumvereine der Pfal z findet Sonntag, den 1. Februar, Vormittags 10 Uhr, auf dem Schießhause zu Reustadt statt. — In Dürkheim grassirt die Diphtheritis anter den Kindern. — Billigheim, 20. Januar. Der ehe— malige Soldat Valentin Zimpelmann von hier wurde mit folgendem Schreiben aus der Reichskanzlei erfreut: „Se. Maj. der Kaiser haben Allergnädigf zeruht, Ihnen vom 1. Nov. v. J. ab bis auf Weiteres eine fortlanfende Unterstützung von monat— stich 18 Mk. aus dem Allerhöchsten Dispositions- 'onds bei der Reichshauptkasse zu bewilligen. Die Auszahlung wird allmonatlich im Voraus durch die tgl. bayer. Centralstaatskasse in München erfolgen.“ — Speier, 21. Januar. Heute fand hier in Anwesenheit des Herrn Hilgard die Einweißgung des neuen Diakonissenhauses nach dem unlängst von uns veröffentlichen Programm statt. — Als General Custine mit der Rheinarmee 1792 in die Pfalz einbrach und vor den Thoren zon Speyer sich mit der Besatzung herumschlug, begegnete er einst mitten im hitzigen Gefechte einem seiner Kampfgenossen, dem General Houchard, der im dichten Kugeltegen gegen den Feind vordrang. CTustine rief ihm zu, daß das feindliche Corps schon so gut wie gefangen sei. Houchard aber verstand dies im Geiümmel nicht und glaubte, Custine, der stark schnupfte, habe die Dose verloren und verlange nun von ihm eine Prise. Er warf ihm also seine eigene Dose zu und jagte injs Feuer, dem Kampf entgegen. Custine war erstaunt, daß gerade jecetz! douchard auf den Gedanken komme, ihm eine Prise zu präsentiren; da er aber die Dose einmal hatte besann er sich auch nicht lange, den Inhalt zu pro zriren. In diesem Augenblick bemerkte er, daß ein Mainzer Husar auf ihn lossprengte und den Säbel chwang, um ihm den Kopf zu spalten. Jetzt galt 's, die Geistesgegenwart nicht zu verlieren. „Kann man denn nicht einmal in Ruhe eine Prise Tabak nehmen?“ rief der General aus, warf dem Husaren die offene Dose mit dem Tabak ins Gesicht und nahm, während dieser von dem beißenden Schnupf— abak geblendet war, denselben gefungen. Houchards Dose hatte Custine das Leben gerettet. Vermischtes. F Die mitteleuropäisch Sommerfahrplan— Zdonferenz, welche in Straßburg tagt, hat »eschlossen, daß der Sommerfahrplan allgemein am l. Juni in Kraft treten soll. F Neunkirchen, 19. Januar. Der Be— sitzer eines umfangreichen Embonpoints ist Dank einer Leibesbeschaffenheit um eine Erfahrung reicher zeworden, die einen drastischen Beitag zum Kapital des Geheimmittelschwindels liefert und die beweist, wie selbst vom Auslande schon auf deutsche —— PBertrauensseligkeit spekulirt wird. Jener Herr jatte sich nämlich auf Grund einer Annonce der „Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins fün Kheinbpreußen (Nr. 26) an den „Anstalts-Direktor“ J. Hensler⸗Maubach in Basel-Binningen gewandt, im sich „ohne Berufsstörung notorisch schnell und ibsolut unschädlich“ von der Fettleibigkeit heilen zu assen, — denn das stellte der Herr „Direktor“ einen Patienten in Aussicht. Er erhielt darauf zwei pomphafte Prospekte und einen höchst umständ— lichen Fragebogen, welcher letztere auszufüllen war und — nebst einer Beilage von 30 M. wieder urückgesandt werden sollte; darauf würden dann veitere spezielle Instruktionen, 3 Mittel aus der Upotheke des Doktors Geiger und Kobler in Basel und binnen Monatsfrist eine Gewichtsabnahme von 10 — 45 Pfd. erfolgen. Wer viel verspricht, hält zewöhnlich gar nichts, — diese alte Wahrheit zrachte den fettleibsmüden Herra auf den Gedanken, jei der Polizeidirektion in Basel erst einmal nähere Erkundigungen über jenen Herrn „Direktor“ ein— uziehen. Daraufhin erhielt er denn auch vom Sanitätsdepartement Basel-Stadt die erfreuliche Nachricht, daß seine Vorsicht hoffentlich dazu bei— tragen werde, endlich einer Schwindelei das Hand⸗ werk zu legen, die bisher unbehelligt, untersftützt durch die falsche Scham der Reingefallenen, ihr Wesen zetrieben. Die beiden Apotheker nämlich haben sich zis jetzt stets um die Verantwortlichkeit zu drücken zewußt, und der Hauptschwindler, Hensler-Mau— bach, ist dem Arm des Gesetzes unerreichbar, da Binningen zu Basel-Land gehört und dieser Kanton Freigebung der ärztlichen Praxis besitzt. (Berschüttet.) Wie aus Klagenfurt berichtigt wird, ging in der Nacht vom 14 zum 15. Januar vom „Loibl“ eine riesige Schneelawine nieder, welche 20 Bauern, die den Klagenfurtet Markt besuchen wollten, sammt ihren Pferden und Wagen verschüttete. Die Rettungsarbeiten wurden war sosort in Angriff genommen und rastlos fort⸗ gesetzt, doch blieben dieselben vergeblich, indem bisher nuch nicht eine Spur der Verschütteten entdeckt werden konnte. Durch den fortwährenden Schnee⸗ 'all wurden die Nachgrabungen aleichfalls in hohem Frade beeinträgt. F Frankfurt, 20. Januar. Es wird nach der „Frkf. Ztg.“ behauptet, daß wegen des am Polizeirath Dr. Rumpff verübten Mordes im ganzen hereits über 100 Personen verhaftet sein sollen. F(Reichsgerichts⸗Entscheidung.) Der Hypothek-Schuldner kann nach 8 38, 2 des Eigenthum-Erwerbgesetzes vom 5. Mai 1872 dem Tessionar, welcher eine Hypothek gegen Entgelt er— worben hat, Einreden aus dem persönlichen Schuld⸗ oerhältniß nur entgegensetzen, wenn dieselben sich aus dem Grundbuch ergeben oder dem Erwerber dorher bekannt waren. In Bezug auf diese Be— timmung hat das Reichsgericht, V. Civilsenat, durch Urtheil vom 26. November 1884 ausge⸗ prochen, daß auch im Falle des Erwerbs einer Hypothek durch einen Bevollmächtigten (Proku— cisten ꝛc.), welchem bei der Cession die Einredt des Schuldners (beispielsweise, daß die der Hypothek zu Grunde liegende Schuld durch Zahlung getilgt ei) bekannt war, dem persönlich gutgläubigen Fessionar die gedachte Einrede vom Schuldner ent⸗ gegeugesetzt werden kann. Zwei Schulknaben aus einer Nach⸗ zargemeinde von Bensberg fanden in einem Chaussee⸗ zraben eine Dynamitpatrone, welche wahr⸗ scheinlich in der Neujahrsnacht ihren Zweck verfehlt jatte. Die beiden Brüder beseitigten das die Pa— trone umgebende Pergamentpapier und scheinen darauf an der Masse geleckt und durch den süß— lichen Geschmack des Glycerins auf den Gedanker zebracht worden zu sein, sie hätten ein Stück Christ' „aumkonfekt oder etwas ähnliches gefunden. Be der Theilung ging es denn auch nicht ohne etwas Zank ab, da jeder möglichst viel von der seltener Delikatesse haben wollte. Nachdem eine Einigung czielt, verzehrten beide wohlgemuth die Patrone. dieser erster Versuch, Dynamit als Nahrungsmittel su verwenden, ist jedoch als gründlich gescheitert zu betrachten, denn als unsere beiden Helden nach dause kamen, befanden sich dieselben sehr unwohl. ẽkhe ärztliche Hülfe eintraf, war die Erplosion nach oben auf natuͤrliche Weise bereits erfolgt und die verschluckten Dynamitstücke lagen wieder auf dem Fußboden. Eine ernstliche Gefahr war nicht vor⸗ sanden, die medizinische Wissenschaft hat aber die onst schwer zu erlangende Gelegenheit gehabt, die Wirkungen des Dynamits im menschlichen Magen kennen zu lernen. — Sehr große Kälte herrscht im Riesenge— »irge. In Hirschberg stand am Dienstag das Thermometer 20 Grad unter Null. Altenburg (bei Leipzigh), 20. Januar. GFestern Mittag starb hierselbst nach längerem Leiden der General der Infanterie von Treskow, einer derjenigen Generale, die im Feldzuge 187071 oft —Wo wurden. Derselbe zeichnete sich besonders hor Belfort aus und war zuletzt Commandeur der 3. Infanterie-Division zu Danzig. Das tragische Ende eines jungen Mannes in Lichterfelde, welcher dort vor einigen Tagen beerdigt wurde, erregt allseitige Theilnahme. Der—⸗ selbe befand sich kuͤrz vorher auf einem Tanz⸗ änzchen, bei welchem ein Freund von hinten plötzlich auf den jungen Mann zutrat und ihn heftig uf die Schultern schlug. Hierdurch erhielt er einen so gewaltigen Schreck, daß er nach seiner Wohnung Fschafft werden mußte, woselbst er kurze Zeit darauf verschied. Aus einer Hohenlohe'schen Kirche. An dem Kapitäl einer hölzernen Säule, welche die Empore der um 1560 erbauten Kirche des zum Bezirke Künzelsau gehörigen Dorfes Hermuth— hausen trägt, ist das nachstehend verzeichnete Räth— elspiel mit der Jahreszahl 1741 angebracht: 3. 8. M. 8. 6. 3. 8. P. 8. 8. A. DE. M. EB. M. 8. 8. P. 8. 8. G. S. M. S. 6G. Dasselbe soll von einem Verurtheilten hecstam— men, der sich dadurch vom Tode rettete. Die Buchstaben bedeuten folgende Worte bezw. Sätze: Goit sei mir Sünder gnädig! So stirbt ein Sünder selig. Mein einiger Mittler, erlöse mich! So stirbi ein Suünder selig. Gott sei mir Sünder gnädig!“ Jede Zeile kann von oben nach unten und umgekehrt, sowie von links nach rechts und ückwärts gelesen werden. Die erste Zeile: Gott ei mir Süder gnädig! ergibt sich beim Lesen in jeder Richtung, auch in den beiden Diagonalen. (Eine romantische Geschichte.) Im Waisengericht in Philadelphia, Ps., wurde Anfangsẽ dieses Monats von einem gewissen Charles F. Her bert der Antrag gestellt, eine Kommission zu er— gennen, welche sich nach Deutschland begeben und Erkundigungen betreffs der Heirath von Adelina Herbert, Tochter des Barons von Bunsen in Ober— vesel bei Koblenz und Mutter des Antragstellers, einziehen soll. Ädelina Herbert war als Kind be— reits von den Eltern mit dem Sohne eines benach- barten Gutsbesitzers verlobt worden. Im Jahre 1859, im Alter von 18 Jahren, verliebte sie sich in einen amerikanischen Maler, Namens Herbert, Sohn eines Kaufmanns in Philadelphia, welcher in München studirte. Da Baron von Bunsen von dem Verhältniß nichts wissen wollte, ließ sich das Paar heimlich trauen, was zur Folge hatte, daß der Vater die Tochter verstieß. Adelina reiste in Folge dessen mit ihrem jungen Gaiten nach Phila— delphia, woselbst das junge Ehepaar, da der Vater Herbert's Bankerolt gemacht hatte und gestorben war, in große Noth gerieth. Als der Bürgerkrieg ausbrach, trat Herbert, um seine Gattin und einen inzwischen geborenen Sohn besser unterhalten zu können, in die Unionsarmee ein und fiel in der Schlacht bei Antietam. Frau Herbert ernährte sich und ihren Sohn durch Ertheilen von Musikunter: richt, bis sie im November des Jahres 1882 das Zeitliche segnete, ohne jemals etwas von ihrem Vater gehört zu haben. Vor einigen Monaten er⸗ hielt der junge Herbert die Nachricht, daß sein Großvater gestorben sei und seiner Tochter testa— nentarisch 60,000 Mark vermacht habe. Diesen Nachlaß beansprucht nun der Sohn der verstorbenen Frau. — So dberichtet die .Newyorker Handels— zeitung“. 4 Darf man im Gerichtssaal die Hand in der Kleidertasche behalten? Diese an sich gewiß unbe— deutende Frage erlangt eine gewisse Bedeutung, wenn man ein Urtheil, welches das Schöffengericht zu Potsdam fällte in betracht zieht. Als der Stein⸗ händler V., der sich wegen einer ganz unbedeutenden Uebertretung zu verantworten hatte und von dem Vorsitzenden, nach den Vorführungen des Amtsan⸗ walts, das Wort zu seiner Vertheidigung erhielt, odon seinem Platze sich erhob, behielt er, wohl nur aus Versehen, die rechte Hand in den Taschen seines Ueberziehers, während er zu sprechen anfing. V. wurde von dem Vorsitzenden mit den Warten unter—⸗ drochen: „Zunächst nehmen sie die Hand aus der Tasche, worauf V. entgegnete: „Ich bitte, daß sie mich mit dergleichen Ausführungen verschonen. Wenn ich zuf ällig die Hand in der Tasche habe, glaube ich Sie dadurch nicht zu beleidigen. Ich verbitte mir das, daß Sie mir darüber Vorschriften machen.“ Der Gerichtshof zog sich nach den weiteren Aus— ührungen zur Berathung zurück und verkündigte, rachdem zuvor der Amssanwalt darauf verzichtet zatte, wegen des Zwischenfalls einen Antrag zu teslen, daß V sich nach 8 179 der Ungebühr chuldig gemacht habe und dafür mit einem Tag daft zu bestrafen und daß diese Strafe sofort zu vollstracken sei. Die Ungebühr findet der Gerichts⸗ zof darin, daß V. auf die Vorhaltungen des Vor— itzenden nicht um Entschuldigung gebeten, vielmehr u der Weise, wie geschehen, geantwortet hatte. Hamburg, 21. Jan. Vergangene Nacht 11 Uhr drach im Speicher der Fitma G. A. Groß⸗ mann & Co. Feuer aus, welches bis heute Nachmittag noch fortwüthet. Der gesammte Schaden vird auf weit mehr als eine Million beziffert. Fin Feuerwehrmann fiel in den brennenden Speicher sinein; die Leiche ist noch nicht aufgefunden worden. Zwei Feuerwehrmänner sind leint verletzt. So⸗ etannt, sind nur englische Gesellschaften an dem Schaden hetheiligt. Herr F. A. Lüderitz, welcher in Gemein⸗ chaft mit dem Commandanten Schiel am Sonn⸗ cbend Berlin verlassen, hat vorher in der Berliner Filiale der Solinger Waffenfabrik von Meyersberg, dirschbaum u. Ko. ein prachtvolles Geschenk für den Zulukönig anfertigen lessen, welches Montag, irekt nach seinem Bestimmungsorte abgegangen ist. Es ist dies ein schwerer Kavalleriesäbel, dessen Korb »on gediegenem Golde gearbeitet und in dessen Znauf die Krone des Königs eingeschnitten ist. Fine silberpolirte Stahlscheide hält die prachtvolle „Tamaszenerklinge“, welshe speziel für diesen Zweck mden Werkstätten der obenerwähnten Fabrik ange— ertigt ist. Am Korbe ist folgende Inschrift einge— chnitten: F. A. Lüderitz seinem Freunde Dinizulu, dönig von Zululand, Januar 1885. FEine interessante Wette ist vor inigen Tagen seitens mehrerer Mitglieder des xErsten Berliner Bicycle-Klub entrirt worden. Es zaͤndelt sich um eine Fahrt per Bicycle von Berlin zach Hamburg, welche einer der Wettenden in 24 Stunden ausführen will. Die Distanz beträgt ca. 300 Km., eiwas über 40 Meilen. Die Wette vird im Sommer zum Austrag gebracht werden 4— Ein sensationeller Mord ist, wie aus Buda⸗ pest telegraphisch gemeldet wird, in Reregs z483 — Präsidenten wurde von einer Nebenbuhlerin ermordet. 4 Wie aus Paris mitgetheilt wird, hat sich zu Carcassone der seltene Fall ereignet, daß ein Regiment eine namhafte Erbschaft gemacht hat. Die Mutter des Generals Aymard, die Baronin Aymard, welche am 4. Januar starb, hinterließ dein ehemals von ihrem Sohne geführten 63. Linien- Regimente die Summe von 200,000 Franks. Den zlücklichn Erben wurde das unerwartete Ere igniß mittelst Tagesbefehl kundgemacht. — Ueber Lawinenstürze und Schnecverschüttungen varen in Rom von mehreren Seiten Berichte einge⸗ jangen. In der Gemeinde Frassinese bei Siesa durden 15 Häuser durch Schneelawinen verschüttet ind 11 Personen getödtet. Zwischen Mojola Provinz Cuneo) und Demonte wurden 3 Arbeiter erschüttet. In Frassino (Proviz Cuneo) wurden 30 Leichen aus dem Schnee gezogen, 10 verschüttete Bersonen wurden gerettet, gegen 40 sind noch ver— chüttet und es ist wenig Hoffnung zu deren Rettung. CGEisenbahnunfälle in Großbri— annien.) Ein eben veröffentlichtet parlamen- arischer Ausweis über die Eisenbahnunfälle in Froßbritannien, die in der Zeit vom 1. Januar is Ende September 1884 zur Kenntniß des bri— ischen Handelsamtes gebracht worden, liest sich wie ‚as Bulletin über eine große blutige Schlacht. In »em erwähnten Zeitraum kamen nämlich durch Fisenbahnunfälle aller Art, wie Entgleisungen, Follisionen u. s. w. nicht weniger als 889 Men— chen um's Leben und 5832 trugen mehr oder minder erhebliche Verletzungen davon. Unter den Todten befanden sich 108 Passagiere und 395 Bahnbedienstete, unter den Verletzten 556 Passa⸗ ziere und 1743 Bahnbeam!e. Der Chefredakteur des japanesischen Blattes Jiji Schimbo, Herr Fuku Sewa, veröffentlicht in der letzten Nummer seines Blattes einen Aufruf an seine Landsleute, in dem er sie auffordert, nachdem nun der Mikado seinem Reiche volle Glaubensfreiheit gewährt hat, dem Heidenthum und Hötzenkultus gänzlich zu entsagen und en mssao zum Christenthum überzutreten. „Haben wir“, so heißt es in diesem Aufrufe, „von den Christen ihre teidung, ihre Lebensweise, ihre Bildung, ihre Besittung u. s. w. angenommen, so machen wir noch den letzten Schritt und nehmen wir auch ihren Blauben an!“ Herr Fuku Sewa zeigt zugleich an, daß er mit gutem Beispiele voranzehen wolle und daher in den nächsten Tagen schon mit seiner zanzen Familie zur analikanischen Kirche übertreten werde. Jedes Ding hat zwei Seiten. (Alte ingarische Historie) Janos: dervus, Bruder! — Ferenz: Wie geht's Dir, Bruder? — Janos: Danke, schlecht! — Ferenz: Worum den schlecht? — Janos: G'heiroth' hob' ich! — Ferenz: Dos st gut! — Janos: Nit gor gut! — Ferenz: Worum denn, Bruder? — Janos: Hob' ich Olte riegt! -— Ferenz: Dos is schtecht! — Janos: Nit gor schlecht! — Ferenz: Worum denn, Bruder? — Janos: Hot sie Haus g'hobt! — Ferenz: Dos s gut! — Janos: Nit gor gut! — Ferenz: Worum denn, Bruder? — Janos: Is Haus ob—⸗ brennt! — Ferenz: Ah! Dos is schlecht! — Janos: Nit gor schlecht! — Ferenz: Worum denn, Bruder? — Janos: Olte is mitverbrennt * Marktberichte. Zweibrücken, 22. Jan. (Fruchtmittelpreis und Vik— sualienmartt.) Weizen O M. — Pi. Korn 7 M. 88 Pf., Gersie zweireihige O M. — Pf. vierreihige O M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — Pi—., Dinkel — . — Pf. Mischfrucht O M. — Pf., Hafer 7 M. 10 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken — M. — BVs., Heus M.“-Pjf., Stroh J. Qual. 2 M. 10 Pf., II. Qual. IM. 80 Pf., Kartoffeln O M. — Pf., Weißbrod 15 Kils 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 83 Kils 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 30 Pf., II. Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf., Wein J Liter 80 Pf., Hier 1 Liter 24 Pf., Butter 3 Kilogr. 0O M. 90 Vi. Homburg, 21. Jan. (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ ienmarkt., Weizen 8 M. 60 Bj., Korn 7 M. 50 pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0O M. — Pf., Gerste dreihige O M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf., dafer 7 M. 68 Pf., Mischfrucht M. — Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken — M. — Pf. Bohnen 0 M. — pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleist —-Pf. Kindfleisch 30 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammelneisch — Pf. Schweinefleisch 416 Pf. Butter 1 Pfund 1M. 00 Pf. 2artoñeln ver Aeniner 1 M. 60 VPif. Kaiserslautern, 20. Jan. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt, Weizen 8 Mt. 60 Vf., Korn 17 M. 35 Pf., Spelztern — M. — Pf., Svpelz 6 M. 29 Pf., herste 8 M. 78 Vf., Hafer 7 M. 10 Pf. Erbsen 0O M. Pf., Wicken O M. — Bf., Linsen — M. — Pf.Klee⸗ amen — M. — Vf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pi., z Ppfd. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 88 Pf., Butter pro Pfd. O M. 95 Pf. Eier per Död. 84 Pf. Kartoffein per Zentner 1M. 80 Pf., Stroh J. Qual. 2 M50 Pf., I. Qual. 2 M. 25 Pf., Heu pro CEtr. 2 M. 70 Pf. Zleeben O M. — Pf. Briefkasten der Redaktion. Preisräthsel betr. Da die beiden eingelaufenen Lösungen nicht vollständig korrekt waren, so findet die Verloosung nicht statt und wird der Preis für später zurück gelegt. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeßz. Aus allen Kreißen der Bevölkerung stammen die Anerkennungen und Dankes-⸗ schreiben, we che dem Apotheker Brandt zu Theil werden, uind mögen die Leser auf das nachfolgende Schreiben be—⸗ onders aufmerksam gemacht sein. Euer Wohlgeoren! be⸗ tätige ich, in Erwiderung Ihrer geehrten Zuschrift vom 15. d. M. daß ich Ihre sog. Schweizerpillen schon seit Jahr und Tag in meiner Familie eingeführt und solche mir und meiner Frau ganz vorzügliche Dienste ge⸗ leistet haben. Dieselben sind bei Störungen der Verdau— ing und des Stuhles, ebenso bei Kopfsichmerzen und Schwindel⸗ anfällen, welche Folgen dieser Störungen sind, von aus— nezeichneter Wirkung und haben den eminenten Vorzug, daß sie nicht im Geringsten belästigen oder quälen und auch mit Leichtigkeit von Jedermann genommen werden fönnen. Ich benützte dieselben zeitweise auch ohne weitere Veranlassung als Kur in der Art, daß ich alle 2—3 Monate acht Tage lang täglich Abends vor dem Schlafengehen 122 Stück nehme. Die Wirkung ist eine treffliche. Bei mangeln— »em Appetit gibt es nichts Besseres als solch' eine Kur. Ihr ergebenster C. Goetz, königl. bayer. Notar. Buchloe Man achte genau darauf. daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R BRrandt träat. Versteigerungs⸗ Bekanntmachung (115314.) Samstag, den 28. Februar 1885, Morgens 11 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Karl Horst wird vor Philipp Kemmer, kgl hayer. Notar, im Amessitze zu St Ingbert, als hiezu ernannten Ver steigerungsbeamten, gegen die Kinder und Erben der daselbst ver— lebten Eheleute Nikolaus Braun—⸗ berger und Ida Stachel, nämlich 1. Peter, 2. Johann und 3. Nikolaus Braunberger, dalle drei noch minderjährig, vertreten durch ihren Vormund Wendel Stachel, Berg⸗ mann in St. Ingbert wohnhaft, Ge— sammtschuldner, öffentlich zwangsweise in Eigenthun verfteigert: Steuergemeinde St. Ingbert, Besiß Nr 1329: Plan Nr. 239, 90 qm Fläche worauf ein Wohnhaus mit Keller Stall und Hofraum, Haus Nr. 1153; Plan Nr. 240, 1 a 40 qm Garten dabei, und Plan Nr. 414812, 2 a 90 qm Garten — Alles beisammen gelegen zu St. Ingbert in den Hobelsgärten neben Johann Weiser und Joh Joseph Siegwart. Die beschriebenen Plannummern tommen als ein Ganzes zum Ausge— bote und es erfolgt sogleich bei der Versteigerung der Zuschlag. Die Versteigerungsbedingungen könner bei dem Versteigerungsbeamten einge sehen werden. St. Ingbert, den 18. Januar 1885 kKemmer, Notar. 2 4. Nark gittlinger chendan⸗Lotterie iehung Widerruf * mMmerz 1865. ασer Aark 60,000 8— im Ganzen: 151,500 MNark Baare Selbgewinne ohne Abzug. Ferner empfehlen Einmark-Loose. Ziehung »hne Verschub am 5. Febr. Mk. 75, 000. - Gew. baar Geld ohne Abzug. Loose hier vorräthig bei: J. Weirich Friseur; Frg. Woll Buchhandle, sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rh. —— 70ö3. cum tas te böhrers —3 Fachaehnlo filr Gazan:en-Töchuiber) — Antnahme: — I . October. —— IJů — ————— Turn-Verein St. Ingbert. Sonntag, den 25. Januar in Grewenig'schen Saale: Turnerische Unterhaltung Musik und darauffolgendem Tanz. Anfong Abends 8 Uhr. Außer den Mitgliedern und deren Angehörigen haben nur Solche Zutritt velche mit einer Einladungskarte versehen sind. J Der Turnrath. Pfarr-Càcilion-Véreoin st. Ingbert. — Auf vieles Verlangen wiederholt. — Sonntag, den 25. Januar 18835, Abends 7 Uhr, im Saale des Cafe Oberhauser (Baumann) Die heiligen Dreckön ge, Oratorium zur Aufführung mit lebenden Bildern für Solo und gemischten Chor mit Klavierbegleitung von Heinrich Fidelis Mühler. Entrée: J. Platz 4 Mk., II. Platz 50 Pfg. RWährend der Aufführung ist das Rauchen verboten —1 A Narrouschiff. Wir befehlen hiermit sämmtlichen Einwohnern unseres närrischen Reichs Montag, den 26. ds. — präcis 20 Uhr 11 Minuten an Bord des Narren schiffes zu erscheinen L Die reieh Mustrirten „Humorlatisokon Bluttor Inaseο nüMen mmtliehe Annoncen- rscheinen Jeden Sonnabend Abonnementapresis, Epeditsonon entgogen, sowie die INMAFk pro uartal. Pro Rinzelnummer 10 Pfennig. EApodi tion det Aumoristischon BIttor Abponnemonts nimmt Jede Buenhandlung beriuin 8V. Amer ætrasæe 863 owie in hersin joder Zeitunganpediteur ontgegen. / Prols pro vierg ospaltono Potitæello 60 Psonnlgq. is Humoristisohem EIattor“ haben aeit ihrem Eraoboinen gans Deoutsechland na weit über dessen Grenzen tinnus ungetheülton Beitau gofandeon und werden sioh bo- atreben, diaase Gunat aleh atete z2u orhalten. Colporfeuro werden unter gũnstlges Bedingungen noeb Aberall angestellt und wollen gen wolaan dor ash EXBDedItion der , Unmoristiache BIatter“ Berin BWV. zMeratrasso 40/41. — — Einladung z2um Abonnement ans: sG Ausgabo: — Kléeine Ans, r w Die Arboitsstuboe, “ie Zeitschrift für leichte und geschmackvolle Handarheiten mit farbigen Originalmustern für Canevassticherei, Application und Plattstich, sowie zanlreichen schwarzen Vorlagen für Häkel-, Filet-, Strick- und Stickarheiten aller Art. Monatlich ein Heft mit reich illustrirtem Text, éiner farbigen Tasel mit fein colorirten, stylgerechten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage. Die Arbeitsstube bietet sowonl Müttern als Lehrerinnen reiches Material, in ihren Töchtern und Schülerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit zu erwecken und zu fördern Einige Urtheüle dder Presse: Vossische Zeitung (Berlin) Der Für's Haus (Dresden). — „Selbst Verlag von F. 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Natürlien feblt es nicht an ein- zahl »ichen farbigen und schwarzen gehenden Erklärungen zur Aausführun fus als auch der erklärende Text dieser schönen Vorlagen. dieses ta. nsfrauen höchst nützlichen —9 Journales s.i vortreéfflich. —“ Abonnementas anf die „Arbeitsstuhe“ numen alle Buchsiand. ungen und Postämter, sowie die Verlagsbuchhandlung F. Gebhardi in Berlin, AM. 62 entgegen; 2 Probehefte franco gegen Einsendung von 20 Pf. in Briefmarken B Trockenes rennho liefern wir in Wagenladungen z 3—4 Ster zu nachstehenden Preiser franko hierher: BuchenStangenprügel à M. 4,50 p. Ster „ Krappen à, 2,630,, g. eichen Schälstecken à, 2, —— Bestellungen können bei Herrn Ricke in unserem Hause gemacht werden. GED. IPöV. Das Logis, welches Nachtwächter Heinrich Stie inne hatte, aus 2 Zimmer, Küche um Mansarde bestehend, ist, sofort bezieb bar, zu vermiethen. Ph. Emrich. 8 Gesuecht Agenten und Reisende zum Verkauf vo— Kaffee, Thee u. Reis an Private gegen ein Fixum von 300 Mk. u. gute Pro vision. Zamburg. J. Stiller & Co Fast verschenkt. — — —— Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Britania— silber-Fabrik übernommene Riesenlager. wird wegen eingegangenen, großen Zah— Inngsverpflichtungen und baldigster Räu— mun; der Lokalitäten Fum 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, A daher also: Fast verschenkt. Für nur 15 Mark (jage fünfzehn Reichs— marh) also kaum die Hälfte des Werthes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder— mann nachstehendes äußerst prachte und effektvolles Britaniafilber⸗ Speiseservice, welches früher sogar im Engros-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter— scheiden ist RE und wird fuür das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. 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Taufende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität uͤnserer Artikel sind in un⸗ serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver⸗ iffentlichen können, und liegen selbe isicnt in Anferem Depotauf 14 o] * si J 52 yy· Graef in Aichach. Pauet — Pf. stets frisch bei — Hiezu far uusere Post⸗Abon eun 72ustrirtes Sonntaasblatt — * 3 2 ⸗ —7 2*246 H ) on isen Ztet el ofs Alb q. J0h en 786. ——— — * — 68 F 1 * —* * — — —534 8 —* * * 9 8* *5 — — ——— *4 54 —— —S 6 — — * * —S * ⏑ V⏑— 6 — * —ä,,——— —— — AA Vv— — — J———— —J — * —— 24 A R 8 3 JI——— 3 —— —28 3* —DJ —— HMM — ————— 5. * * * a * —72— * 7 15 * 4 JD — * AV * —— — B— F ** J — —— 5 n z —32 —VV F 9 — — 338— — 3 * 8 8 — —— *. —8 51 — —F & —7 23 * 4 —8 9* Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturg— zlatt und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt doftet vierteljährlich 1.4 60 à einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließlia uz Zustellungsaebuhr. Die Einruückuugsgebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Juseraten aus der Pfalz 10 —, bei auderpfalzischen und solche auf welche die Exrpedition Auskunft ertheilt 15 4. Meclamen 80 . Bei 4maliger ECinrückung wird nur dreimalige berechnet. 18. Sonntag, 25. Januar 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. LEokale nund pfälzische Rachrichten.“ sich nämlich ein halbes Pfund Seife und während er noch im Hause des Meisters mit Zusammen⸗ dacken und Fortschaffen seiner Effekten zu thun hatte, gelang es ihm, unbeobachtet das Stück Seife n das zum Einsäuern des Vrodteigs bestimmte Wasser zu praktiziren; außerdem vermischte er eine Hartie Mehl mit Sand, Kehricht, Streichhölzern ꝛc. Zum Glück wurden jedoch diese boshaften Sach— »eschädigungen noch, bevor die Materialien zur Verwendung kommen sollten, entdeckt, der Thäter war jedoch abgereist. Die Sache gelangte zur An⸗ zeige bei der Polizei und auf deren Requisition vurde der saubere Bursche, wie wir hören, in einer Herberge in Landau verhaftet; es wird ihm nun »om Strafrichter der wohlverdiente Lohn für seine zoshafte Handlungsweise, wodurch er sowohl das Beschäft seines Meisters empfindlich hätte schädigen, wie auch die Gesundheit vieler Menschen in leicht⸗ inniger Weise hätte gefährden können, zu Theil werden. — Deidesheim, 21. Januar. Daß Je— mand Urgroßvater wurde, war schon öfter da, daß aber Jemand Ururgroßvater geworden ist und ihm gleichzeitig mit der Geburt, durch die er eß wurde, selbst noch ein Kind von seiner Frau geboren wor⸗ den ist, mag wohl zu den Seltenheiten gehören. Dieser Fall kam dahier thatsächlich vor. Es wurde nämlich unser Vürger und Schreinermeister P. Dürk vor einigen Tagen von seiner Ehefrau mit einem Kinde beschenkt, während gleichzeitig eine Enkelin desselben, in Kaiserslautern verbeirathet. Mutter wurde. Dem Bundesrath ist ein Nachtradsetat zugegangen. Danach verlangt die Reichsregierung für die unter deutschen Schutz gestellten Erwerb- ungen an der Westküste Afrikas: Kamerun, das Togogehiet und Angra Pequena 152,000 Mk. als Pauschquantum zur Errichtung von Dienstgebäuden (fur Geuverneur, Kanzler, Kommissäre, Sekretäre und Amtsdiener) und Gefängnissen. Ferner wur den verlangt für den Gouverneur und Generalkon⸗ sul in Kamerun an Gehalt 30,000 Mk., für den Kanzler 12,000 Mk., den Sekretär 6000 Mark. für die Kommissäce in Togo und Angra Pequen« e 12,000, die Sekretäre je 6000 Mark und für Remunerationen und Taggelder an Unterbeamte 12.000 Mark. * St. Ingbert, 24. Januar. Wie uns mitgetheilt wird, ist die Bürgermeisterwahl zahier auf Montag, den 2. Februar nächhin, an⸗ zeraumt. *St. Ingbert, 24. Januar. Unsern hiesigen geehrten Leserinnen und Lesern sei hiermit viederzolt die morgen Abend im Café Oberhauser tattfindende Aufführung des Oratoriums: „Die hl. Dreikönige“ in empfehlende Erinnerung Jebracht. — Der bisherige Lehrer an der Mittelschule zu Niederwürzbach, Joseph Rieber, wurde jon dem dortigen Gemeinderathe und der Orts⸗ schulkommission einstimmig als Lehrer an der oberen Schule daselbst gewählt. — Blieskastel, 22. Januar. Heute Nach— mittag um 212 Uhr wurden die Bewohner unseres Städtchens durch Feuersignale in Alarm versezzt. Am 20. Januar 1884 war das Hintergebäude des Wirthes Körner abgebrannt. Heute zerstörte das Feuer an dem besagten Gebäude abermals den Dachstuhl. Nur dem raschen Eingreifen unserer Feuerwehr war es zu verdanken, daß das Feuer auf einen so kleinen Herd beschränkt wurde. Der Figenthümer hat versichert. Ursache der Brand— entstehung unbekannt. — Der „pPfälz. Presse“ schreißt man aus Pirmasens: Hiesige Arbeiter versprechen sich nicht besonders viel von einem Arbeiterschutgesetze jach den v. Hertling'schen Vorschlägen. Wir hör—⸗ en im Gegentheil von vernünftigen Arbeitern die Befürchtung aussprechen, sie möchten selbst von inem diesbezüglichen Gesetze manchen Schaden er⸗ eiden. So herrscht z. B. in hiesigen Fabriken der Brauch, in Zeiten einer Arbeitshäufung des Nachts inige Stunden zu arbeiten. Diese Arbeit ist eine reiwillige und gut bezahlte. Sie ist nicht weniget ür den Arbeitgeber als den Arbeiter von Vortheil. Sollte nun diese Arbeit durch Einführung eines Maximalarbeitstages eingestellt werden, so würde »adurch manchem Arbeiter ein bedeutender Verdienst entzogen. Zudem entsteht die Frage, ob es für den Arbeiter schädlicher ist, des Nachts etwa von 3— 10 Uhr zu arbeiten, oder diese Zeit im Wirths⸗ zause zuzubringen. (Sehr richtig! D. R.)“ Wie venigstens die Verhältnisse hier (und auch ander⸗ värts) liegen, würden die Wirihe durch Einführung eines Marimalarbeitstages nicht am wenigsten ge— vinnen und so wird es in den meisten Fabrik— tadten sein. — In Kaiserslautern hat ein Metzger Zubfleisch für Ochsenfleisch verkauft und ist dafür )estraft worden; das Reichsgericht hat sich dieser Ansicht angeschtossen. (Pf. 3.) — Kaisersltautern, 22. Januar. Heute Morgen wurde durch Entgleisung zweier Lokomotiven in Kaiserslautern die Ein- und Ausfahrt nach Neustadt gespertt, wodurch bedeutende Verspätungen berursacht wurden. Der Materialschaden ist noch azicht eruirt, dagegegen sollen glücklicherweise Ver— etzungen von Personen nicht zu beklagen sein. — Bergzabern, 20. Januar. Ein seit ängerer Zeit dahier in Arbeit stehender Bäcker—⸗ geselle hatte in voriger Woche durch seine Auf—⸗ ührung dem Meister Veranlassung gegeben, ihn zu entlassen und ihm für den angerichteten Schaden einen kleinen Lohnabzug zu machen. Hierwegen schwur der Entlassene seinem Meister Rache und ließ auch gar nicht lange Zeit darüber verstreichen, im deren Ausführung zu versuchen. Er kaufte Im laufenden Jahre werden im preußischen Heere die kommandirenden Generäle des 9. und 11. Armeekorps ihr fünfzigjähriges Dienstjubiläum feiern, und zwar der erstere, General v. Tresckow, am 12. August, der zweite, General v. Schlotheim, am 22. August. Von den baherischen Offizieren werden der Kommandant der Festung Ulm, Gene— talmajor Bösmiller, am 6. März und der Chef A im 18. Auqust das gleiche Fest begehen. Deutsches Reich. Muünchen, 23. Januar. Es verlautet, daß Bayern im Bundesrathe eine Erhöhung der Korn⸗ zoͤlle durchwegs um 3 M. (7) befürworten wird. Berlin, 28. Januar. Der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht ebenfalls die zwischen Preußen und Rußland am 13. dse. ausgetauschten Noten be— kreffend die Auslieferung der Verbrecher. Der Reichsanzeiger“ hat heute kein Bulletin über das Befinden des Kaisers ausgegeben. Berlin, 22. Januar. Der Reichstag geneh— migte in dritter Lesung debattenlos den Handels— Schifffahrtsvertrag mit Griechenland und überwies das Postsparkassengesetz einem 21agliederigen Aus— chusse. Berlin, 22. Januar. Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Transbaal-Republit dürfte zur Zeit schon abgeschlossen sein. Deutscher—⸗ seits sind mit den Verhandlungen der kaiserliche Gesandte Graf Herbert Bismarck, Geheimraih Heli⸗ vig und Legationsrath von Richthofen betraut. Für die Transvaalrepublik führt Herr Jonkheer Beelaarts von Blockland die Verhandlungen. — Das noch in Vorbereitung befindliche Weißbuch wird weitere Aktenstücke über die deutsche Politik detr. deutsche Interessen in der Südsee bringen. Nachdem die von der englischen Regierung ernaun ⸗ ten Mitglieder der gemischten Kommission, welche über die deutschen Landesreklamationen auf Fidschi entscheiden soll, in London eingetroffen sind, er⸗ vartet man hier täglich die Benachrichtigung resp. kinladung der deutschen Mitglieder nach London zu kommen. Konsul Sahl ist augenblicklich in —X und wird nebst Generalkonsul Dr. Krauel zie deutichen Interessen in London vertreten. Ausland. NRom, 22. Januar. Die Regierung will ein weites Bataillon nach Assab senden. Die Minister des Kriegs und der Marine sollen noch eine größere Erpeditigun vorbereifen Vermischtes. F Mannheim, 22. Januar. Gestern Abend warf ein Individuum, Namens Busch, wie es ge⸗ teht, „aus Politik“ einen Quaderstein durch das Fenster der Polizeiwachtstube. Die anwesenden Schutzleute wurden mit Glasscherben überdeckt, aber nicht verletzt. F Mit der vielgenannten Emmer ich'schen Nillionen-Erbschaft, welche verschiedene Gaue unseres deutschen Vaterlandes schon längere Zeit beunruhigte und zu manchen Illusionen Anlaß gab, scheint es nichts zu sein. Wenigstens theilt die „Kobl. Vztg.“ aus einem Briefe, der ihr von einem bei der Erbschaft Interessirten zur Verfügung gestellt ist, mit, daß der deutsche Konsul die Sache als auf eine Fabel gegründet bezeichnete und dabei bemerkte, daß jeder, welcher in dieser angeblichen Nachlaßsache irgend eine Gebühr als Vorschuß an⸗ nehme, sich, des Betrugs schuldig mache. Das Schreiben ist datirt vom 16. Dezember 1884 und für die Erben, welche auch jetzt auscheinend noch an die Erbschaft als zu Recht bestehend glauben. sehr ernüchternd. F (EEin UeberzieherJubiläum. Es ziebt doch noch etwas unter der Sonne, was noch nicht dagewesen ist. Dazu gehött ein Jubiläum, »as jüngst in Gotha gefeiert wurde. Ein Stamm⸗ zast einer dortigen Restauration hatte in dies Lokal 50 Jahre lang ein und denselben Ueberzieher mit⸗ zebracht. Das Ereigniß wurde festlich begangen. Mußs das ein Stoff gewesen seins! — (Ein junger Seefahrer.) In Ham— hurg ist vor einigen Tagen ein Gjähriges Kind, das allein die Reise über Land und Meer mahhte, ange⸗ kommen, um zu seiner dort wohnenden Großmutter zebracht zu werden. Die Eitern des Kindes waren im November plötzlich in Cleveland (Ohio) gestorben, vorauf Nachbarn dasselbe in Nempork mit den nöthigen Begleitpapieren an Bord gebracht hatten Das kleine Wesen hatte sich auf der Reise die Liebe der kinderlosen Frau eines Fabrikanten aus Stutt⸗ gart erworben, welche das Kind der Großmutter hier zuführte und dat, dasselbe adoptiren zu dürfen. FEin Duell mit Aödtlichen Ausgang hat am 21. d. M. bei Pest zwischen dem 24jährigen Zollbeamten Julius Tamasffy und dem Arzte Dr Emil Kosztka im Czinkotaer Wäldchen stattgefunden. Die Genannten hatten im Kaffeehause wegen einer Kartenschuld () ein heftiges Renkontre, dem andern Tags ein Pistolenduell folgte. Man schoß auf eine Distanz von 25 Schritt mit 5 Schritt Avance. Tamaffy kam gar nicht zum Schusse, denn auf das gegebene Zeichen traf ihn Kosztka's Kugel mitten ins Herz, und er war sofort eine Leiche. Die Po— lizei hat Kosztka verhaftet. Tamasffy war seit dem vorigen Jahre verheirathet. F Paris, 22. Januar. Eine Depesche aus Chambeéry von heute bestätigt, daß gestern eine Lawine auf einen aus 15 Haäusern bestehenden Weiler in der Gemeinde Chiamonte (Piemont) fiel und denselben vollständig unter sich vbegrußb. Man hört deutlich die Rufe der unter dem Schnee Be— zrabenen. 2000 Soldaten arbeiten an der Hin⸗ wegräumung des Schnees. Die Linie von Modane nach Susa ist noch fortwährend unter Schnee. Vor acht Tagen wird der Verkehr nicht hergestellt sein Der Schnee liegt 2, 10 m hoch und fällt noch immer. F GEin zollpflichtiges Kind.) An teinem der letzten Tage der vergangenen Woche fuhr in einem Om ibus durch die Porta Garibaldi in Mailand eine Amme blühenden Aussehens, die in ihren Armen einen Säugling hielt, der in weißeste Wäsche gebettet war. „O, wie brav ist doch die leine!“ rief eine und die andere der mitfahrenden Damen aus. — „Es weint gar niemals!“ — „Oh gar nie — etwas Süßigkeiten — das genügt“ meinte die Amme. — „Sie, liebe Frau, kommen Sie einen Augenblick heraus“, rief plötzlich der Zollwart der Porta Garibaldi, „kommen Sie in das Bureau, nur einen Augenblick!“ die Amme erblaßte, und bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß — die Kleine so eigentlich nichts Underes war, als sieben Kilogramm echte Bolog neser Salami! FLondon, 22. Januar. In der Nacht vom Sonntag auf Montag sind in Leden, in der Umgebung von Colchester (Grafschaft Esser) stark—⸗ Erdstöße wahrgenommen worden, doch ist dadurch kein bedeutender Schanden entstanden. Die Ein— wohner fühlten sich jedoch sehr beunruhigt, da in derselben Gegend im April 1884 die heftigen Erd— erschütterungen stattfanden. F (Eineamerikanische Annonce.) Im Geschäftslokale eines Chicagoer Blattes erschien kürzlich ein Mann, der folgende Anzeige einzurücken wünschte: Heirathsgesuch. Der Einsender wünschl die Bekanntschaft einer gebildeten und ansehnlichen Dame zu machen, die der folgenden Beschreibung ent spricht. Größe 5 Fuß 4/3 Zoll; Gewicht 136 Pfund; Brustweite 39 Zoll; Taillenweite 2814 Zoll: Schuhnummer 3!/5; Handschuhnummer 5/ Brünette mit dunkelblauen Augen. Man adressire W. 1878. Tritzune Oifice. Nar?c. richt. e. Ensheim, 22. Jan. (Viktualienmarkt.) Butter 1,20 - 0,00 N. per 2 Kilo, Eier 1 M. per Dutzend, Kartoffelu — M. 4 Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demejz. — — — Bekanntmachung. Wer ohne polizeiliche Erlaubniß auf öffentlichen Straßen oder Plätzen maskirt erscheint, wird protocollirt werden. * St. Ingbert, den 20. Januar 1885. Das Polizei⸗Kommissariat: Eckerlein. Landwehrverein. Sonntag, den 25. Januar Nachmittags 8 Uhr im Horst'schen Saale Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage. 2. Neuwahl. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. IPOMAVSSCM)hUSS. Trockenes Brennholz liefern wir in Wagenladungen von 3—4 Ster zu nachstehenden Preisen franko hierher: BuchenStangenprügel à M. 4,50 p. Ster „Krapren à, 2,50,, s. g. eichen Schälstecken à, 2, —— Bestellungen können bei Herrn Rickel in unserem Hause gemacht werden. J G D. DGBB. (verbunden mit Herberge) mit 7 Betten und sonstigem Mobiliar ist zu vermieten zu höchst bescheit denem Preise. Näheres in der Expedition des Bl— Pfarr-Càcili arr-Càcilion-Vorein st. Ingbert. — Auf vieles Verlangen wiederholt. — Sonntag, den 25. Jauuar 18835, Abends 7 Uhr, im Saale des Cafe Oberhauser (Baumann) ⸗ 07 e12 Die heiligen Dreikönige, Oratorium zur Aufführung mit lebenden Bildern für Solo und gemischten Chor mit Klavierbegleitung von Heinrich Fidelis Mülhler. Entrée: J. Platz 1 Mk. II. Platz 50 Pfg. Eintrittskarten und Liederterte sind zu haben bei Franz Woll und Abends an der Kasse. IF Während der Aufführung ist das Rauchen verboten. Carneval! Fastnacht? Prachtvolle, fürstlich-elegante Cost iümae aller Art, âusserst billig; aber nicht zu verleihen. Coti IIon-Gegenstãäande. Masken, Besatzborden, Schmucksachen, Stoffe ete. Knallerbsen. darnevalistisehe gemalte Bilder zur Saal-Decoration (Lebensgrösse) ú 3 Mk höchst komisch und originell. — Carnevals-Gesellschafts-Mützen. Carnevia-Arilzel jeder Art! Theater-Decorationen, auf 8Stoff gemalt. Reichhaltige Preis-Verzeichnisse gratis und franco. Ronner Fahnen fabrike (Hof-Fahnenfabrik) in Roun. Brust- u. 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Die Zusendung des Krankenfreund erfolgt auf Wunsch durch Richters Verlaas⸗Anstalt in Leipziad kostenioa j Druckarbeiten —⸗ J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud— wigshafen a. Rh. empfiehlt sieh die Bucsi- und Steindrucscerei . F. X. Demota CVorlag desst. Ingbortor Anzoigor) 8t. Iugbert. Jechnungen » 237gen— m — Sierzu „Illustrirtee Sonntagsblatt“ Nr. 4. sind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingaberter Anzeigers drud und X. Demetz in St NRnaport tke ch A⸗ in N n l yt n —* * IJ * 9 —A— —* — 4B *— * — I * —8 * — 3 — —9— — z * ö 5 —* * —8 —8 F * 51 — —7 J 215 * b ö — J 4 195 19898 * —I V— — — * a * —328 —3 9 * 8 —A —31 —44J— * * bi *8 —I— AN W —QA . Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ⸗ 8 der „St. Jutzberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz Am Mountag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöchentlich nit Unterhalturge⸗ ziatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteliahrlich 1 M 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 178 4, einschließlin O A Zusftellungsgebühr. Die Einruckungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und oIlche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. Iz A. Neclomen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — M 8 Politische Uebersicht. Dem Bundesrath ist ein Nachtraqbetat ugegangen. Danach verlangt die Reichsregierung ür die unter deutschen Schutz gestellten Erwerh⸗ ingen an der Westküste Afrikas: Kamerun, das Togsgehiet und Angra Pequena 152,000 Mt. als dauschquantum zur Errichtung von Dienstgebäuden für Gruverneur, Kanzler, Kommissäre, Sekretäre ind Amtsdiener) und Gefängnissen. Ferner wur⸗ jen verlangt für den Gouverneur und Generalkon⸗ ul in Kamerun an Gehalt 30,000 Mk., für den danzler 12,000 Mk., den Sekretär 6000 Mark, ür die Kommissäce in Togo und Angra Pequena e 12,000, die Sekretäre je 6000 Mark und für stemunerationen und Taggelder an Unterbeamte ,—2,000 Mark. Im laufenden Jahre werden im preußischen heere die kommandirenden Generäle des 9. und 1. Armeekorps ihr fünfzigjähriges Dienstjubiläum eiern, und zwar der erstere, General v. Tresckow, im 12. August, der zweite, General v. Schlotheim, im 22. August. Von den bahyerischen Offizieren verden der Kommandant der Festung Ulm, Gene— almajor Bösmiller, am 6. März und der Chef eß Gendarmeriekorps, Generalmajor v. Murmann, im 18. August das gleiche Fest begehen. Deutsches Reich. München, 23. Januar. Es verlautet, daß Bayern im Bundesrathe eine Erhöhung der Korn⸗ ölle durchwegs um 8 M. (7) befürworten zwird. Berlin, 28. Januar. Der „Reichsanzeiger“ eröffentlicht ebenfalls die zwischen Preußen und stußland am 13. ds. ausgetauschten Noten be⸗ reffend die Auslieferung der Verbrecher. Der „Reichsanzeiger“ hat heute kein Bulletin über das Befinden des Kaisers ausgegeben. Berlin, 22. Januar. Der Reichstag geneh⸗ nigte in dritter Lesung debattenlos den Handels— Schifffahrtsvertrag mit Griechenland und uͤberwies »as Postsparkassengesetz einem 21gliederigen Aus— huusse. Berlin, 22. Januar. Der Handelsvertrag wischen Deutschland und der Tranusbdaal-Republif ürfte zur Zeit schon abgeschlossen sein. Deutscher— eits sind mit den Verhandlungen der kaiserliche gesandte Graf Herbert Bismard, Geheimrath Hell⸗ vig und Legationsrath von Richthofen betraut. Für die Transvaalrepublik führt Herr Jonkheer Beelaarts von Blockland die Verhandlungen. — Ddas noch in Vorbereitung befindliche Weißbuch vird weitere Aktenstücke uüber die deutsche Politik etr. deutsche Interessen in der Südsee bringen. stachdem die von der englischen Regierung ernann⸗ en Mitglieder der gemischten Kommission, welche iber die deutschen Landesreklamationen auf Fidschi ntscheiden soll, in London eingetroffen sind, er— vartet man hier täglich die Benachrichtigung resp. kinladung der deulschen Mitglieder nach London u kommen. Konsul Sahl ist augenblicklich in berlin und wird nebst Generalkonsul Dr. Krauel nie deutschen Interessen in London vertreten. Ausland. Nom, 22. Januar. Die Regierung will ein weites Bataillon nach Assab senden. Die Minister ꝛes Kriegs und der Marine sollen noch eine größere erbedition vorbereiten Sonntag, 25. Januar 1885. 20 Jahrg. Zokale und pfälzische Rachrichten. * St. Ingbert, .24. Januar. Wie uns nitgetheilt wird, ist die Bürgermeisterwahl zahier auf Montag, den 2. Februar nächhiun, an⸗ eraumt. *St. Ingbert, 24. Januar. Unsern siesigen geehrten Leserinnen und Lesern sei hiermit viedergolt die morgen Abend im Café Oberhauser tattfindende Aufführung des Oratoriums: „Die jl. Dreikönige“ in empfehlende Erinnerung ebracht. — Der bisherige Lehrer an der Mittelschule u Niederwürzbach, Joseph Rieber, wurde non dem dortigen Gemeinderathe und der Orts⸗ chulkommission einstimmig als Lehrer an der oberen Schule daselbst gewähit. — Blieskastel, 22. Januar. Heute Nach⸗ nittag um 212 Uhr wurden die Bewohner unseres Städtchens durch Feuersignale in Alarm versetzt. lm 20. Januar 1884 war das Hintergebäude des Birthes Körner abgebrannt. Heute zerstörte das Feuer an dem besagten Gebäude abermals den dachstuhl. Nur dem raschen Eingreifen unserer Feuerwehr war es zu verdanken, daß das Feuer juf einen so kleinen Herd beschränkt wurde. Der xkigenthümer hat versichert. Ursache der Brand⸗ ntstehung unbekannt. — Der „pPfälz. Presse“ schreibt man aus zirmasens: Hiesige Arbeiter versprechen sich nicht besonders viel von einem Arbeiterschutzgesetze jach den v. Hertling'schen Vorschlägen. Wir hör— en im Gegentheil von vernünftigen Arbeitern die gefürchtung aussprechen, sie möchten selbst von inem diesbezüglichen Geseße manchen Schaden er⸗ eiden. So herrscht z. B. in hiesigen Fabriken der zrauch, in Zeiten einer Arbeitshäufung des Nachts inige Stunden zu arbeiten. Diese Arbeit ist eine reiwillige und gut bezahlte. Sie ist nicht weniger ür den Arbeitgeber als den Arbeiter von Vortheil. Sollte nun diese Arbeit durch Einführung eines Naximalarbeitstages eingestellt werden, so würde adurch manchem Arbeiter ein bedeutender Verdienst ntzogen. Zudem entsteht die Frage, ob es für en Arbeiter schädlicher ist, des Nachts etwa von 3— 10 Uhr zu arbeiten, oder diese Zeit im Wirths⸗ ause zuzubringerr. (Sehr richtig! D. R.) Wie denigstens die Verhältnisse hier (und auch ander— zärts) liegen, würden die Wirthe durch Einführung mes Maximalarbeitstages nicht am wenigsten ge— dinnen und so wird es in den meisten Fabrik⸗ jädten sein. — In Kaiserslautern hat ein Mezzger duhfleisch für Ochsenfleisch verkauft und ist dafür estraft worden; das Reichsgericht hat sich dieser Unsicht angeschlossen. (Pf. Z3.) — Kaiserslautern, 22. Januar. Heute Norgen wurde durch Entgleisung zweier Lokomotiven n Kaiferslautern die Ein- und Ausfahrt nach seustadt gesperrt, wodurch bedeutende Verspätungen erursacht wurden. Der Materialschaden ist noch nicht eruirt, dagegegen sollen glücklicherweise Ver— etzungen von Personen nicht zu beklagen sein. — Bergzabern, 20. Januar. Ein seit ängerer Zeit dahier in Arbeit stehender Bäcker⸗ jeselle hatte in voriger Woche durch seine Auf— ührung dem Meister Veranlassung gegeben, ihn u entlassen und ihm für den angerichteten Schaden iinen kleinen Lohnabzug zu machen. Hierwegen chwur der Entlassene seinem Meister Rache und ieß auch gar nicht lange Zeit darüber verstreichen, im deren Ausführung zu versuchen. Er kaufte sich nämlich ein halbeßs Pfund Seife und während er noch im Hause des Meisters mit Zusammen⸗ packen und Fortschaffen seiner Effekten zu thun datte, gelang es ihm, unbeobachtet das Stück Seife n das zum Einsäuern des Vrodteigs bestimmte Wasser zu praktiziren; außerdem vermischte er eine Zartie Mehl mit Sand, Kehricht, Streichhölzern ꝛc. zum Glück wurden jedoch diese boshaften Sach- eschädigungen noch, bevor die Materialien zur Berwendung kommen sollten, entdeckt, der Thater var jedoch abgereist. Die Sache gelangte zur An—⸗ eige bei der Polizei und auf deren Requisition zurde der saubere Bursche, wie wir hören, in einer herberge in Landau verhaftet; es wird ihm nun „om Strafrichter der wohlverdiente Lohn für seine oshafte Handlungsweise, wodurch er sowohl das Beschäft seines Meisters empfindlich hätte schädigen, vie auch die Gesundheit vieler Menschen in leicht⸗ inniger Weise hätte gefährden können, zu Theil verden. — Deidesheim, 21. Januar. Daß Je— mand Uragroßvater wurde, war schon öfter da, daß aber Jemand Ururgroßvater geworden ist und ihm zleichzeitig mit der Geburt, durch die er eß wurde, elbst noch ein Kind von seiner Frau geboren wor⸗ den ist, mag wohl zu den Seltenheiten gehören. Dieser Fall kam dahier thatsächlich vor. Es wurde nämlich unser Lürger und Schreinermeister P. Dürk bor einigen Tagen von seiner Ehefrau mit einem Kinde beschenkt, während gleichzeitig eine Enkelin desselben, in Kaiserslautern verheirathet. Mutter wurdt. Bermischtes. F Mannheim, 22. Januar. Gestern Abend varf ein Individuum, Namens Busch, wie es ge⸗ teht, „jus Potitik“ einen Quaderstein durch »as Fenster der Polizeiwachtstuhe. Die anwesenden Schutzleute wurden mit Glasscherben überdeckt, aber nicht verletzt. F Mit der vielgenannten Emmer ich'schen Nikllionen-Erbschaft, welche verschiedene Zaue unseres deutschen Vaterlandes schon längere —AV jab, scheint es nichts zu sein. Wenigstens theilt »ie „Kobl. Vztg.“ aus einem Briefe, der ihr von einem bei der Erbschaft Interessirten zur Verfügung zestellt ist, mit, daß der deutsche Konsul die Sache uls auf eine Fabel gegründet bezeichnete und dabei »emerkte, daß jeder, welcher in dieser angeblichen Nachlaßsache irgend eine Gebühr als Vorschuß an⸗ iehme, sich des Betrugs schuldig mache. Das -„chreiben ist datirt vom 16. Dezember 1884 und ür die Erben, welche auch jetzt auscheinend noch in die Erbschaft als zu Recht bestehend glauben, ehr ernüchternd. F (Ein UeberzieherJubilum. Es ziebt doch noch etwas unter der Sonne, was noch nicht dagewesen ist. Dazu gehört ein Jubiläum, »as jüngstin Gothha gefeiert wurde. Ein Stamm⸗ jast einer dortigen Restauration hatte in dies Lokal 30 Jahre lang ein und denselben Ueberzieher mit⸗ jebracht. Das Ereigniß wurde festlich begangen. Muß das ein Stoff gewesen seins! — fF (Ein junger Seefahrer.) In Ham— zurg ist vor einigen Tagen ein Gjähriges Kind, das illein die Reise über Land und Meer machte, ange⸗ ommen, um zu seiner dort wohnenden Großmutter ebracht zu werden. Die Eltern des Kindes waren n November ploͤßlich in Cleveland (Ohio) gestorben, »orauf Nachbdarn dasselbe in Newyork mit den nöthigen Begleitpapieren an Bord gebracht hatten. Das kleine Wesen hatte sich auf der Reise die Liebe der kinderlosen Frau eines Fabrikanten aus Stutt⸗ gart erworben, welche das Kind der Großmutter hier zuführte und bat, dasselbe adoptiren zu dürfen. F Ein Duell mit tödtlichen Ausgang hat am 21. d. M. bei Pest zwischen dem 24jährigen Zollbeamten Julius Tamasffy und dem Arzte Dr Emil Kosztka im Czinkotaer Wäldchen stattgefunden. Die Genannten hatten im Kaffeehause wegen einer Kartenschuld () ein heftiges Renkontre, dem andern Tags ein Pistolenduell folgte. Man schoß auf eine Distanz von 25 Schritt mit 5 Schritt Avance. Tamaffy kam gar nicht zum Schusse, denn auf das gegebene Zeichen traf ihn Kosztka's Kugel mitten ins Herz, und er war sofort eine Leiche. Die Po— lizei hat Kosztta verhaftet. Tamasffy war seit dem vorigen Jahre verheirathet. F Paris, 22. Januar. Eine Depesche aus Chambéry von heute bestätigt, daß gestern eine Lawine auf einen aus 15 Häusern bestehenden Weiler in der Gemeinde Chiamonte (Piemont) fiel und denselben vollständig unter sich begrub. Man hört deutlich die Rufe der unter dem Schnee Be— grabenen. 2000 Soldaten arbeiten an der Hin wegräumung des Schnees. Die Linie von Modane nach Susa ist noch fortwährend unter Schnee. Vor acht Tagen wird der Verkehr nicht hergestellt sein Der Schnee liegt 2, 10 m hoch und fällt noch immer FGEin zollpflichtiges stind.) An einem der lehzten Tage der vergangenen Woche fuhr in einem Om übus durch die Porta Garibaldi in Mailand eine Amme blühenden Aussehens, die in hren Armen einen Säugling hielt, der in weißeste Wäsche gebettet war. „O, wie brav ist doch die dleine!“ rief eine und die andere der mitfahrenden Damen aus. — „Es weint gar niemals!“ — „Oh zar nie — etwas Süßigkeiten — das genügt“, neinte die Amme. — „Sie, liebe Frau, kommen Sie einen Augenblick heraus“, rief plötzlich der Zollwart der Porta Garibaldi, „kommen Sie in das Bureau, nur einen Augenblick!“ die Amme erblaßte, und bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß — die Kleine so eigentlich nichts Anderes war, als sieben Kilogramm echte Bolog neser Salami! FLondon, 22. Januar. In der Nacht vom Sonntag auf Montag sind in Leden, in der Umgebung von Colchester (Grafschaft Essex) stark— Erdstöße wahrgenommen worden, doch ist dadurch kein bedeutender Schanden entstanden. Die Ein— wohner fühlten sich jedoch sehr beunruhigt, da in derselben Gegend im April 1884 die heftigen Erd— erschütterungen stattfanden. F EEineamerikanische Annonce.) Im Geschäftslokale eines Chicagoer Blattes erschien kürzlich ein Mann, der folgende Anzeige einzurücken wünschte: Heirathsgesuch. Der Einsender wünscht die Bekanntschaft einer gebildeten und ansehnlichen Dame zu machen, die der folgenden Beschreibung ent—⸗ spricht. Größe 5 Fuß 473 Zoll; Gewicht 186 Pfund; Brustweite 39 Zoll; Taäillenweite 2824 Zoll: Schuhnummer 3*/3; Handschuhnummer 5/ zrünette mit dunkelblauen Augen. Man adressir⸗ W. 1878. Tribune Oifice. Marktbericht. e. Ensheim, 22. Jan. (Viktualienmarkt.) Butte— I,20 -0, 00 M. per Vs Kilo, Eier 1 M. per Dutzend, Kartoffeln — M. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Brust- u. Lungenleidende und solche Personen, welche an Fasten, Katarrh, Heiserkeit, Ler⸗ schleimung ec. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die seit 18 Jah⸗ ren bewährte Vorzüglichkeit des ächten rheinischen Trauben-Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür—⸗ lichste, für Erwachsene wie Kinder —5 gleich angenehmste — —8— und zuträglichste Mpitiel, welches ober ⸗ ** S haupt geboten werden ——7 tann, aufmerksam ge⸗ macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mil neb. Ver— schlußmarke in St. Ingbert bei J. Friedrich in St. Jobann bei F. P. Dudenhöffer und N. Magi— not; in Blieskastel bei Apotheker Diedenhofer. Bekanntmachung. Wer ohne polizeiliche Erlaubniß auf offentlichen Straßen oder Plätzen maskirt erscheint, wird protocollirt werden. — St. Ingbert, den 20. Januar 1885. Das Polizei⸗Kommissariat: Eckerlein. * — Pfarr-Càcilion-Véreéin 8t. Ingbert. — Auf vieles Verlangen wiederholt. — Sonntag, den 25. Januar 1335, Abends 7 Uhr, im Saale des Cafe Oberhauser (Baumann) 0 8 7 ..0 Die heiligen Dreikönige, Oratorium zur Aufführung mit lebenden Bildern für Solo und gemischten Chor mit Klavierbegleitung von Heinrich Fidelis Müller. Entrée: J. Platz 1 Mk, II. Platz 50 Pfg. Eintrittskarten und Liederterte sind zu haben bei Franz Woll und Abends an der Kasse. ESWährend der Aufführung ist das Rauchen verboten. Carneval! Tasstnnceht? Prachtvolle, fürstlich-elegante Cost iü m aller Art, dusserst billig; aber nicht zu verleihen. XXVXXXXRXVX Masken. Besatzborden, Schmucksachen, Stoffe ete. Rnallerbsen. Darnevalistische gemalte Bilder zur Saal-Decoration (Lebensgrösse) â 8 Mk höchst komisch und originell. — Carnevals-Gesellschafts-Mützen. Carnevla-Artikel jeder Art? Theater -Decorationen. aut Stoff gemalt. Reichhaltige Preis-Verzeichn isse gratis und franco. Ronmer Fanhmnen fabrilc (Hof-Fahnenfabriß) in Bonn. Landwehrverein. Sonntag, den 25. Janzan Nachmittags 3 Uhr im Horst'schen Saale Generalversammlung. Tagesorduung: 1. Rechnungsablage. 2. Neuwahl. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 0ör AuSSChuSS. B Trockenes liefern wir in Wagenladungen z 3—4 Ster zu nachstehenden Preisen franko hierher: BuchenStangenprügel à M. 4,50 p. Ster i Krappen à u 2,580 u s. g. eichen Schälstecken d, 2, —— Bestellungen können bei Herrn Rickel in unserem Hause gemacht werden. ¶TC. F - Emser Pastillen (ãent in plombirton Schachteln) ein bewährtés Mittel gegen Hus— ten, Heiserlceit, Ver— sehleimung. Magen⸗ sehwüäcehe unidd Verdan- u mgastũr iu mg. Emser Victoriaquelle. Vorräthig in &t. Lughert boe' —RRX Apotheker. könig Wilhelms·Felsenquolle in Ems. pru Nur noch wenige Tage —A — taunp““ — —AXI (Gerbunden mit Herberge) mit 7 Betten und sonstigem Mobiliar ist zu vermieten zu hochst bescheit denem Preise. Näheres in der Expedition des Bl. — Gesucht Agenten und Reisende zum Verkauf von Kaffee, Thee u. 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Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud— wigshafen a. Rh. empfiehlt sich dio Buch- und Steindruckerei EF. X. Dometz Werlat dest. IngbortorAnaoigor) 8t. Ingbert. Rochnungen * 3ugene IF' sind stels vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. Tmeß in St Inaborit — Hierzu „Ill ustririce Sonntageblatt“ Nr. 4. rt⸗ ech N⸗ in D⸗ ym en en cht en it⸗ 36 /1 re 3 — F IJI q he * e* * * * * * —44 A⸗ e 8 —8 —8 —3839 * —9 7 8 * 5 ——A— ——— —— — 866 e m —J M —J71 —* 88 — 8BV 5. * * —8 —* * * —9 —* * 92 8 2 44 7* — 8 —— 14 38 R 58 — * 1 * —— 3— —1* 6 — Ac —3 —J-· IB —3— — ** ——28 —68 26* * —* —3 3 *— J B * *. — 54 —3 —8 —38 J 3 X 8 ———6 * 385 J 86 A 5 —63 8 — 4 — 9 B —0 1 ö ⸗ 9 —5 FY14 —3— d — * — Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, « amstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltur zlatt und Ssonntagß mit BSseitiger illustrirter DWeilage. Das Blatt kostet vierteljährlich ! 4 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Vost bezogen 1.4 75 , einsqhlient 0 A Zuste lungsgebuhr. VDie Einrücknugsgebüher für die kgespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Grpeditisn Auskunft ertheilt, 15 4, Recklamen 30 8. Vei 4maliger Ginrückung wird nur dreimalige berechnet. —* 19. Montag, 26. Januar 1885. 20. Jahrg. iti Times“ endlich sieht sehr wohl ein, daß Fürst Politische Uederficht. zismarck ein Recht hat, über die Albernheiten, pelche die englische Staatskunst in Verruf gebracht jaben, verstimmt zu sein, und legt dem Kanzler jahe, nun auch die letzten Wurfgeschosse dieser Art, die er etwa noch in seiner Urkundentruhe bergen maq, auf einmal zu verwenden. Aus englischen Ouellen kommen über ingebliche Vorgange an der Westküste Afrikas zwei nerkwuürdige Rachrichten. Erstens sollen nördlich on Sierra Leone Deutsche das Gebiet von Brama m Lande der Dolrecka annektirt und damit in Sierra Leone selbst Ueberraschung hervorgerufen aben. Ferner sollen an der Sklavenküste bei Keta und in der Nähe von Klein⸗Popo) die weiter im zinnenlande ansässigen Awona⸗Leute die deutsche zlagge aufgezogen und erklärt haben, daß sie keine Nundvorräthe mehr nach der Küste liefern wollen, »enn nicht in Yellacoffie und Keta (wo englische »ändler sitzen) dasselbe geschähe. Es muß, wie as „Beri. Tgbl.“ zu dieser Nachricht bemerkt, ervorgehoben werden, daß über diese auf englische Zuellen zurückzuführende Miltheilungen sich im lugenblick noch kein näherer Aufschluß hat erlangen assen. zu ersuchen, dem Reichstage mit möglichster Be⸗ chleunigung einen Gesetzentwurf über Erhöhung der Zranntweinsteuer vorzulegen, in welchem die Inter⸗ ssen besonders der kleinen landwirthschaftlichen Brennereien eine entsprechende Berücksichtigung finden. Berlin, 25. Januar. Der Kaiser brachte den großen Theil des gestrigen Tages in seinem Arbeitszimmer mit Erledigung von Regierungsge⸗ geschäften zu. Der Schlaf in der verflossenen Nacht war sehr befriedigend. Ausland. Wien, 24. Januar. Der „Neuen freien Presse' wird aus Rom gemeldet: Sollte die Pforte arauf bestehen, die Häfen des Rothen Meeres zu kkupiren, so wird Italien dies nöthigenfalls mit Waffengewalt verhindern. Admiral Bertelli hat iuf gegebenen Befehl, den türkischen Transport⸗ chiffen den Weg nach dem Rothen Meer zu ver— egen. Hongkong, 24. Januar. Nach heftigem Zefecht bei Kelung wurde der französische Angriff nit Verlust von 75 Todten und Verwundeten zu⸗ ückgeschlagen. Ein kombinirter Angriff der Fran⸗ osen gegen Kelung und Tamsui ist bevorstehend. In der Reichstagssitzung vom Freitag ersuchte der elsässische Abg. Charles Grad die Reichs— stegierung, den von der Regierung von Elsaß- doihringen sehr gewünschten Bau des Kanals von dudwigshafen nach Straßburg zu unterstützen. Ge⸗ seimraih Kienel sagt sorgfältige Erwäqung zu. In München hat sich ein Comité gebildet, welches für Stadt und Land einen Aufruf zur Unterstützung der durch die Erdbeben in Spanien Beschädigten erlafsen wird. Prinz Ludwig Ferdinand st Protelior des Comités. Vom kgl. Hofe werden große Beiträge eingehen. Wie der Berliner Correspondent des „Daily Telegraph“ wissen will, soll demnächst ein drittes deutsches Weißbuch erscheinen, welches die seu⸗Guinea-Frage behandeln wird. Die Kolonisirung der deutsch-afrikanischen Ge⸗ „iete wird jetzt mit vollem Nachdruck betrieben. So st, wie verlantet, eine Anzahl Gehilfen der könig— ichen Gärmer⸗Lehranstalt, zu Potsdam nach Kame⸗ run abgesandt worden, um dort den Anbau unserer jeimischen Gemüsearten zu betreiben. ůôůů X.X X. — We und pfalzishe *cchrichten. Das von dem außerordentlichen Gesandten der Türkei, Hassan Fehmi Pascha, dem englischen Ka— hinet unterbreitete englisch-türlische Abkommen ent⸗ zält dem Vernehmen nach folgende Punkte: 1) kgypten soll mit Ausnahme von Alexandrien, Da⸗ niette, Port Said und Suez, d. h. der Uferstrich, welcher von englischen Truppen besetzt werden würde, von türkischen Truppen okkupirt werden. 2) Die Türkei soll die Aufrechterhaltung der Ordnung mit Innern übernehmen. 83) Nach dem Entsatz von Khartum sollen die Engländer den Sudan den Türken überlassen, aber ihre Garnisonen au der üste des Rothen Meeres beibehalten. 4) Tewfik oll abgesetzt werden. Dies ward beschlossen, jedoch vurde auf Wunsch des Sultans kein Nachfolger zestimmt, da der Sultan vorzieht, zu geeigneter Zeit diesen Platz durch einen Pascha, der nicht zu Mehemet Ali's Familie gehört, ausznfüllen. Deutsches NReich. Aus Bayern, 24. Januar. Die Handels- ind Gewerbekammer für Unterfranken sprach sich n ihrer letzten Sitzung mit überwiegender Majo— ität für die bisher von dem Reichskanzler befolgte kolonialpolitik, sowie für die Dampfersubvention us, und wird sich auch in diesem Sinne auf dem gerliner Handelstage vertreten lassen. — Auf Ein— adung eines Attionskomités, an dessen Spitze der Zräsident des Landwirthschaftlichen Vereins in zayern, Herr Reichsrath Graf Lerchenfeld-Köfering teht, fand vorgestern in Regensburg eine von nahe⸗ u 200 Landwirthen, Groß; und Kleingrundbe⸗ tzern aus ganz Bayern besuchte Versammlung att, in welcher Graf Lerchenfeld in eingehender „childerung der bestehenden mißlichen Lage der zandwirthschaft für die Erhöhung der Getreidezölle intrat. Die Versammlung beschloß, eine Petition m den Reichskanzler, den Reichstag und die ayerische Staatsregierung zu richten, welche befür⸗ oortet, zur Erhaltung der einheimischen Getreide⸗ roduktion den Zoll für Weizen auf 4 M. per doppelzentner, für die übrigen Getreidearten, Oel⸗ rüchte und Mehl anf 3 M. zu erhöhen. Die Jetition wurde sofort angenommen und von sämmt⸗ ichen Theilnehmern der Versammlung unterzeichnet. gehufs Sammlung weiterer Unterschriften soll die Betition in Umlauf geseßt werden. Berlin, 24. Januar. Der Kaiser hörte heute Vormittag die Vorträge des Hofmarschalls, Grafen Zerponcher, und des Generals v. Albedyll, und mpfing hierauf die Besuche des Fürsten Dolgorucki ind des Prinzen und der Prinzessin Albrecht. Berlin, 24. Januar. Bezuglich der Zoll⸗ arifnovelle wird uns versichert, daß die meisten gundesregierungen sich bereits zustimmend geäußert aben und es keinem Zweifel unterliege, daß die ßorlage im Bundesrathe mit großer Majorität zur Annahme gelangen wird. Die Motive werden be⸗ anntlich seitens der Ausschüsse festgestellt, denen ür diesen Zwech sehr umfangreiches Material zu⸗ gangen ist. — Abg. Dr. Buhl und Genossen ahen folgende Resolution beantragt: Der Reichs⸗ a wolle beschließen: die verbündeten Regierungen St. Ingbert, 26. Januar. Die gestern Nachmittag im Horst'schen Saale stattgehabte Beneralversammlung des Landwehr—⸗ vereins war sehr stark besucht. In derselben vurden 40 neue Mitglieder aufgenommen, so daß der Verein gegenwärtig 202 Mitglieder zählt. Als usschußmitglieder wurden gewählt die Herren: kaufmann Peters, Oekonom Beck, Kaufmann J. Neymann, Steiger Paul, Steiger J. Best, Steiger J. Schuster, Schreiner Wolf, Saitler Brewenig, Bergmann K. Kaiser, Bergmann Quirin und Bergmann Schmelzer. Die Wahl der Chargirten bleibt dem Ausschufse überlassen. Am IL. Dez. dieses Jahres wird im Deut⸗ chen Reiche wieder eine allgemeine Volks⸗ zJählung vorgenommen werden. — Aus Zweibrücken berichtet die „Pf. Ztg.“: Dem Vernehmen nach beabsichtigt der bis⸗ serige Redakteur der „Zweibrücker Ztg.“, Herr steiselt, in Folge von Mißhelligkeiten mit seinem herleger Kranzbühler, demnächst hier ein besonderes glatt zu gründen. — In Homburg gerieth ein Rangirer Namens Jacoby, ein junger Mann, der erst etwa in halbes Jahr verheirathet ist, zwischen die Puffer weier Waggons und wurde dadurch lebensgefährlich nerletzt. — Am Freitag wurde auf der Landstuhler Jagd des Herrn Geheimen Kommerzienraths Stumm ine Treibjagd gehalten, bei welcher die stattliche Zahl von 14 Rehen, ca. 50 Hasen und 4 Füchsen ur Strecke kam. — Wie der „L. Anz.“ schreibt kam in der etzten Sitzung des k. Landgerichts zu Landau ine für Hausbesitzer wichtige Streitfrage zur Ent⸗ cheidung. Derselben liegt folgendes zu Grund: derr Geschäftsmann Fuchs weigerte sich, das Trot⸗ oir vor dem von ihm gebauten Hause in der West⸗ zahnstraße herzustellen, weßhalb die Stadt die Arbeit zusführen ließ und die Hälfte der Kosten durch den „teuerboten von Herrn Fuchs erheben lassen wollte. dagegen erhob letzterer Einspruch. Nachdem sich zas k. Amisgericht in seiner Sitzung vom 13. Okt. Ig. für unzuständig erklärt hatte, kam die Sache Das neue deutsche Weißbuch über die fidji-Inseln wird in England in einem für zie dortige Regierung nicht sehr schmeichelhaften Tone erörtert. In sehr bezeichnender Weise versieht Pall Mall Gazette“ die verschiedenen Schriftstücke des Weißbuches mit folgenden Titeln: „Wir haben uch in Egypten geholfen, warum helft ihr uns nicht in Fidji?“ — „Wir konnen es nicht thun Lord Derby)“ — „Wir wollen es nicht thun Lord Granville))“ — „Ihr müßt es thun (Fürst Bismarck)“ -- „Sei's denn, wir werden es thun Lord Granville)) — und bemerkt schließlich: Dieser Schriftwechsel verspricht eine neue schöne Islustration der großen und jetzt so wohlkekannten Trilogie der englischen Diplomatie — Unschlüssig- eit, Uebermuth und Capitulation — zu werden.“ Der „Standard“ meint: „Man braucht nur diese Schriftstücke zu durchlesen, um zu begreifen, wie Freundschaften verwirklt werden. Unsere Minister vissen weder mit Grazie zu widerstehen noch sich nit Würde zu ergeben. Ein Land muß vereinzelt verden, welches sich weder durch Edelmuth und hochherzigkeit Liebe zu erwerben, noch durch Muth id Festigkeit Achtung zu verschaffen weiß. .Die vor dem k. Landgericht zur Verhandlung und wurde die Berufung des Herrn Fuchs abgewiesen und dem Berufungskläger die Kosten zur Last gelegt. — die 28 Bürgermeister des k. Bezirksamts Speyer haben ihrem ehemaligen Amtsvorstande Herrn Regierungsrath Römmich eine Dank und Anerkennungs⸗Adresse votirt, welche dem jegt in Heidelberg wohnenden Herrn Regierungsrathe durch eine Deputation überreicht wurde, wobei derselbe mit herzlichen Worten für die ihm gezollte Aner— kennung dankte. einem kleinen Finger befindliche Wunde. Schon am folgenden Tage stellten sich Zeichen von Blut zergiftung ein. Obgleich ein Arzt zu Rathe ge⸗ ogen wurde, war keine Reitung mehr möglich. -„chon nach zwei Tagen verschied der Kranke. Seine Frau wurde von einer vorzeitigen Entbindung in⸗ folge des Schreckens heimgesucht, bekam Fieber und starb anfangs dieser Woche sowie auch ihr Säug— ling. Sechs verwaiste und trostlose Kinder be— weinen den unerwarteten Heimgang der Eltern. Die Erderschütterungen in Spanien dauern noch immer fort, ohne daß jedoch Zerstör⸗ ungen von dem Umfange, wie die ftüheren, zu ver⸗ seichnen sind. Zu dem Stillstande aller Erwerbs⸗ hätigkeit, zu der Obdachlosigkeit, zu dem Nahr⸗ ungsmangel, den Krankheiten und der bereits his aufs Aeußerste gestiegenen Noth in den Provinzen GBranada und Malaga hat fich nun aber eine Kälte gesellt, wie man sie in dieser Stärke seit dem Jahre 1861 in Spanien nicht erlebt hat. Schneestürme casen über das Land und fegen die leichten Hütten zinweg, in denen eine hungernde und verzweifelnde Bevölkerung sich ein vorläufiges Unterkommen be— reitet hatte. In vielen Gegenden ist der Boden dicht mit Schnee bedeckt. — Der König hat seine Reise durch die heimgesuchten Provinzen beendet und ist am Freitag nach Madrid zurückgekehrt. F Nach einem Telegramm des „Standard“ aus Newyork sind in St. Louis zwei Todesfälle an Cholera vorgekommen. FChicago, 24. Januar. Unter den Effek⸗ ten eines gewissen Otto Funk ist hier ein Gefäß mit Dynamit, grobem Pulbver und einer Höllen⸗ maschine aufgefunden worden. Derselbe ist nach zen Ermittelungen der Polizei Sozialist und der Brandstiftung verdächtig. Bei seiner Vernehmung« erklärte Funk, die Maschine konstruirt zu haben, uim sich wegen einer Liebetaffaire in Newyork selbst uu entleiben. — Storbefaͤlle. Gestorben: in Landau Ludwig Belm, 46 J. a.; in Dürkheim Adolph Haubold sen., 66 J. a.; ebendaselbst die Gattin von Jean Tart«⸗ er, Auguste geb. Dörner, 56 J. a.; in Zwei⸗ rücken der Gymuagsialprofessor Franz Krupp; benda Margaretha Roher, geb. Kaufeld; in Kall⸗ tadt Wilhelm Schuster, Gutsbesitzer, 71 J. a. n Kaiserslautern Philipp Eichling, Handels- zärtner, 67 J. a.; in Eppstein Frau Katharing Tirstein, geb. Nester, 74 J. a. Fur die Redaktion verantwortlich! F. X. Demeß. — —— Berkstatt““, Meister Konrads Wochenzeitung. 60 Pfg. vierteljährlich, durch die Post bezogen. Meister Conrad an seine Freunde. — Für die Werk— statt: Wie in Nürnberg die Kleinmeister mit Wasserkraft arbeiten. — Vom Lehrjungenhalten. — Rechnungenschreiben. — Der Sonntag aber sei Ruhetag. — Allerhand Nützliches für den Hand— verker. — Schlecht Licht. — Für den Abend⸗ qhoppen: Wo's dem Handwerk eigentlich fehlt. — Fine Fabrik auf Innungskosten. — Was mancht ürs Anzeigen ausgeben. — Vom Frühschoppen. — Was das böswillige Ftiern kostet. — Die alten Zimmergesellen auf der Wanderschaft. — Für Haus und Heerd: Die Gießkanne. — Das große Loos — Wie man gute Wäsche bekommt. — Zwei gutt Kartoffelsuppen. — Ein alter Spruch. — Für den Feierabend: Wie ich in die Lehre gekommen bin, von P. K. Rosegger. — Der verlorene Zucker— bäcker. — Das Mittelmum. — Briefkasten. — Anzeigen-Verzeichniß und Anzeigen. Vermischtes. 4 (Ehrlich!) Der Ausgeher eines Bank-. qhauses in München verlor vor einigen Tagen 1000 Francs in französischen Banknoten. Eine arme Frau fand dieselben Nachmittags in der Marimi— ansstraße und brachte sie an die auf der Enve⸗ loppe befindliche Adresse des Eigenthümers zurück vofür sie 40 Mtk. Belohnung erhielt. F Frankfurt, 24. Januar. Wie verlautet, soll wegen der jungsten Vorgäuge die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes für Frankfurt und Offenbach bevorstehen. F Dresden, 23. Januar. Im Idaschacht zu Hohendorf bei Oelsaitz fand heute Vormittag eine Entzündung schlagender Wetter statt, wobei 17 Bergleute, darunter 13 Verheirathete, getödtet wurden. F Ueber ein tragisches Ereigniß berichtet der „Limb. Anz.“ unterm 15. Januar Folgendes: In dem bei Cronberg gelegenen Schönberg erkrank⸗ ten verflossene Woche zwei Kinder des Gutsbesiztzers M. an der Diphtherie. Bei der Entfernung des Schleimes aus dem Munde des einen Kindes nahm r Vater nicht die nöthige Rücksicht auf eine an Dienstag Abend A u f r u z 6 Uhr zur Anterstühung der durch Erdbeben in Spanien Verunglückten. burstsuppe Erschütternde Nachrichten lenken seit Wochen das tiefste Mitgefühl der bei ganzen gebildeten Welt auf Spanien. Ein durch Heftigkeit und Ausdehnung E.. Weirich. furchtbares Naturereigniß hat Tausende und Abertausende unserer Mitmenschen G e cht lheils getödtet und verwundet, theils obdach und brodlos gemacht; Kinder sind e u ihrer Eltern beraubt, Hunger und Entbehrungen aller Art, verschärft durch Agenten und Reisende zum Verkauf von einen ungewöhnlich strengen Winter, herrschen in den schrecklich heinigesuchten Kaffee, Thee u. Reis an Private gegen Ortschoften und Gegenden. Erheischt dieses unsägliche Elend allerorten thätigesein Fixum von 300 Mk. u. qute Pro⸗ Hülfeleistung, so ist es für uns als Deutsche und ganz besonders für uns als vision. Bayern doppelte Pflicht, uns der Notbleidenden einer so nahe befreundeten Hambnra. αν edlen Natiam zu erinnern und unsere Sympathie nicht blos durch Worte, sondern⸗ — — auch durch Thaten an den Tag zu legen. Indem das unterzeichnete Komitée an alle in dieser Ueberzeugung sich be— gegnenden Bayern die dringende Bitte richtet, zur Linderung der Noth in Spanien ihr Scherflein beizutragen, erlaubt es sich noch besonders darauf hin⸗ zuweisen, daß die Bildung von Lokal-Komités und die Errichtung von Sammel· stellen im ganzen Königreiche dankbarst zu begrüußen wäre. Wenn diese I bon binzial- und Zweig⸗-Komités sich mit den Unterzeichneten verbinden, so darf auf ! Pachet— eine würdige Repräsentation Bayerns um so sicherer gehofft werden, als ein mit der spanischen Königsfamilie eng verbundenes Mitglied unseres Allerhöchsten Herrscherhauses, Se. K. Hoheit Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, die Uebernahme des Ehren⸗-Präsidiums in Aussicht zu stellen geruht haben. Die gesammelten Gelder sollen direkt in den nothleidenden Gegenden durch geeignete Organe zur Verwendung gelangen. München, den 20. Januar 1885. Das Zülfskomils zur Unterflützung der durch Erdbeben in Spanitn Verunglückten. Dr. A. v. Erhardt, J. Bürgermeister, J. Rorsitzender. Graf Karl v. Drechsel, erbl. Reichsrath, II. Vorsitzender. Dr Gg. Hirth, Schriftsteller, J. Schriftführer. Carl Rosipal, kgl. span. Vicekonsul, II. Schriftführer. Moritz Guggenheimer, Bankier, J. Kassier. Franz Radspieler, Fabrikant, II. Kassier. F Zur Enigegennahme von mildthätigen Gaben in Geld für obigen Zwed und deren Weiterbeförderung ist gerne bereit die Redaktion des „St. Ingberter Anzeiger.“ auex. — Bienen-Honig per Pfd. 90 Pf., bei 10 Pfd. 85 Pi zu haben bei Carl Best. — — CACAOGPUIVER oHOCSLADE * —— A, SuTTSAAG — Nirn Hehaele Zu haben bei Herren Jean Peters, J.Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Tarl Pauly, Wwe. Fonnet, Blies tastel. Nur noch wenige Tage ddrfIüd Iaunitrofror r9. 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Amtsgerichts St. Ingbert. er. Jugberter Auzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur ga⸗ Zlati und Sonntags mit Sseitiger illustrirter BSeilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A GO einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 -“, einschliekte 40 — Zuftellungsgebühr. Die Einrücknugsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Jnfseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Srypedition Auskunft ertheilt, I8z H. Reclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. rr — — — M 20. Dienstag, 27. Januar 18885. — 20. Jahrg. Politische Ueberfslicht. Bei der Etatsberathung der Zoͤlle und Ver— orouchssteuern in der Samstagssitzung des Reisch 8⸗ ages erklärte Staatsekretar Burchard auf An⸗ rage, ob eine Erhöhung des Petroleumzolles beab⸗ ichtigt sei, die Absichten des Bundesrathes hierüber eien noch nicht greifvar hervorgetreten. Eine Er⸗ zöhung könne nur im Wege der Gesetzgebung mit Zustimmung des Reichstages erfolgen. Der Staats⸗ ekretär verneinte ferner die Anfrage, ob die Re— zierung eine zollfreie Einfuhr von Baumwollwaaren zus Frankreich zu gewähren beabsichtige. Titel 1 Zölle) wurde hierauf unverändert genehmigt. Bei Titel 2 (Tabaksteuer) betonte der Staatssekretär, aie Regierung sei seit der Monopolfrage der Frage der Tabakbesteuerung nicht näher getreten. Der Titel wird ebenfalls genehmigt. Der Aufruf zu einer Ehrengabe für den Reichs⸗ anzler ist von 116 angesehenen Männern aus illen Theilen Deutschlands unterzeichnet, und mit Ausnahme des Zentrums wie der Sozialdemokraten inden sich alle Schattirungen der öffentlichen Meinung in diesen Unterschriften vereinigt. Auch einige bekannte freisinnige Politiker und Volksver— reter haben sich diesem Beginnen angeschlossen. Daß von den Führern der Freisinnigen keiner anteirzeichnet hat, entschuldigt das „Berl. Tagebl.“ »amtt, daß diese Männer in einem Zuweilen fast dersönlichen Kampfe nach ihrer innersten Ueber⸗ seugung die innere Politik des Fürsten Bismarck hefehden, und daß es wohl geeignet gewesen wäre, hre politische Kraft in einem gewissen Sinne lahm zu legen, wenn sie mit ihren Namen für jene Unternehmung öffentlich eingetrelen würen. Dann aber fährt das deutsch⸗freisinnige Blatt fort: „Anders nag es sich mit jenen freisinnigen Staatsbürgern derhalten, welche, dem aufreibenden Kampf der harteien ferner stehend, durch keinerlei Art von stücksicht auf die eigene Person und ihre Würde n der Lage sind, die großen Verdienste des Reichs⸗ anzlers in Vergangenheit und Gegenwart ohne donflikt mit den übernommenen politischen Pflichten zu würdigen. Diese vaterländischen Männer mögen dem Zuge ihres Herzens folgen und sich an einem Werke betheiligen, wetches der Mit- und Nachwelt eweisen kann, wie wenig im deutschen Volke jene Tugend der Dankbarkeit erstorben ist, die im po⸗ itischen Parteikampfe des Tages so schwer geübt uu werden vermag, und der sich allzu rückhaltlos zu vidmen denen leicht als Schwäche ausgelegt werden dunte, für deren opferbereiten Patriotismus der iserne Kanzler inmitten der politischen Fehde unserer zeitebensowenig verständnißinniges Entgegenkommen, ils rücsichtsvolle Anerkennung an den Tag legt.“ — die „Germania“ spricht sich natürlich aus Gründen der inneren Politit und des Kulturkampfes gegen in Nationalgeschenk für den Reichskanzler aus. Die in Nordamerika herrschende Freiheit ringt es mit sich, daß dort selbst die Anarchiften yen Schutz der Gesetze genießen. Die Union ist daher zu einem Agitationsherd geworden, von dem uus die Most und Genossen einen unheilbollen und hwer zu kontrolirenden Einfluß auf gewisse excen⸗ rische Arbeitergruppen in Deutschland üben. Wenn ber nicht Alles täuscht, so werden nun auch die merikaner bald an der Grenze ihrer Duldsamkeit jegen das wahnsinnige Treiben der Most-Brüder cndelangt sein. Ueber die bluttriefenden Tiraden zieser sonderbaren Schwärmer hat maͤn bisher nur jelacht. Wenn man aber erfährt, daß, wie jetzt »em „Westf. Merkur“ zufolge aus Chicago gemel— ꝛet wird, die Anhänger Most's sich zu militärischen Irganisationen vereinigen und nach preußischem steglement exerziren, so beginnt man doch dem Treiben dieser Leute, unter denen die Deutschen eider einen großen Prozentsatz einnehmen, etwas lufmerksamer zu folgen. Bereits am Danksagungs- age war es in Chicago zu einem kleinen Putsch ekommen, der aber im Keime erstickt wurde, und eit jener Zeit werden die Zeughäuser der Miliz in ener Stadt bewacht. Bisher war man in einer merikanischen Stadt nicht gewohnt, Soldaten wenn es auch nur Milizsoldaten sind) auf Wache iehen zu sehen, und die Chicagoer „Times“ hat eun auch ganz Recht, wenn sie meint, daß es ein ehr unerquicklicher Zustand der Dinge sei, wenn nan es nöthig finde, städtische Arsenale gegen An— zriffe von Leuten zu bewachen, die im Geheimen rerziren und deren ausgesprochener Zweck, Plün⸗ »erung, Raub und Mord sei. Das Blatt ist der Unsicht, daß solche Leute, die im Geheimen zu un⸗ jesetzlichen Zwecken Exerzitien abhalten, wie Räuber ind Mörder, welche es auf den Tod eines Bürgers ibgesehen haben, behandelt werden sollten. Die Zahl der sich an den militärischen Uebungen sich »etheiligenden Sozialisten schätzt man auf circa 2000 Mann! Sie zerfallen in drei Kompagnien: »en Lehr⸗ und Wehr-Verein, die böhmischen Scharf⸗ hützen und den Jägerverein. Die größte derselben st die erste. Einer der sozialistischen Führer jener „tadt hat einem ihn interviewenden Reporter ge⸗ enüber ausgesagt, daß sie durch das Gesetz von .879, welches ihnen verbot, öffentlich mit ihren Schießprügeln zu paradiren, gezwungen worden eien, ihre Exerzitien im Geheimen abzuhalten. zeder Mann besitze seine vollständige Ausrüstung u Eigenthum und bewahre dieselbe in seiner Woh⸗ jung auf. Wenn die Mostsche Bande in der bis⸗ serigen Weise fortfährt, so dürfte man eines schönen Tages auch in Amerika einen kurzen Prozeß mit hr machen. Deutsches Neich. Muͤnchen, 24. Januar. Se. Maj. hat sich uuf mehrere Tage nach Linderhof begeben. Die dierherkunft Allerhöchstdesselben, und damit die leichzeitige Verlegung des Hoflagers von Hohen⸗ chwangau nach München, wird, wie wir vernehmen, im 11. Februar erfolgen. Berlin, 24. Januar. Die freie wirthschaft⸗ iche Vereinigung des Reichstages beschloß heute uuf Antrag Schorlemer's, definitiv beim Reichstage zie Erhöhung des Roggenzolles und Weizenzolles zuf je drei Mark zu beantragen. Berlin, 26. Januar. Die Eisenbahnkommis⸗ ion des Abgeordnetenhauses genehmigte den Ver⸗ rag, betreffend den Bau der Eisenbahnen Braun⸗ chweig⸗ Hildesheim und Braunschweig⸗Gifhorn und as ganze Gesetz über den Erwerb von Pribvat⸗ »ahnen für den Staat. — Die Budgetkommission )es Abgeordnetenhauses genehmigte das Ertraordi⸗ iarium der Berge und Hüttenverwaltung und des Justizetats. Hamburg, 26. Januar. Die Polizei em⸗ fing am Freitag eine Denunciation, die Börse olle mittelst Dynamit in die Luft gesprengt werden. Ddie Polizei läßt seitdem die Börse bewachen. Kahrscheinlich ist das Ganze ein boshafter Scherz —M— Ausland. Paris, 26. Januar. Senatswahlen. Nach dem definitiven Wahlergebnisse sind gewählt: 67 Republikaner, 20 Konservative. Die Republikaner zewannen 22 Sitze. Fourtu und Broglie sind nicht wiedergewählt. Challemel Lacour, Wadding- son, Saint.Vallier sind wiedergewählt. Die Resul⸗ tate aus den Kolonieen fehlen noch. Paris, 26. Januar. Nach den nunmehr yorliegenden definitiven Ergebnifsen der gestrigen Senatswahlen (einschließlich der im zweiten Wahl⸗ jange Gewählten) find 67 Republikaner und 20 Fonservative gewählt worden. Die Republikaner jaben 22 Sitze gewonnen. Nom, 25. Januar. Einem Gerücht zufolge vird Italien ein Hilfekorps nach dem Sudan senden, alls General Wolseley's letzte Anstrengungen, die stebellen zu besiegen, fruchtlos blieben. Dasselbe Berücht cirkulirt auch in Deputirtenkreisen. London, 24. Januar. Heute Nachmittag anden hier 3 Explosionen durch Dynamit statt im Zarlamentsgebäude, in Westminsterhal und im Tower. Die Explosion im Parlamentsgebäude ichtete bedeutenden Schaden in den Räumen des dauses der Gemeinen und den Vorzimmern nächst dem Stuhle des Sprechers an. Die Centralhalle, vo die Couloirs der beiden Kammern auslaufen, st sehr beschädigt. Hinsichtlich der Verwundungen weier Polizeiagenten in Westminsterhall wird be—⸗ richtet, daß dieselben schwer sind und ihr Zustand ein sehr bebenklicher ist. Auch ein Besucher von Westministerhall wurde schwer verletzt. Die Ex— losion im Tower fand um 2 Uhr statt. In dem Theile des weißen Thurmes, wo Gewehrvorräthe ufbewahrt werden, waren gerade viele Besucher anwesend. Alle Fenster wurden zerbrochen und es hzrach Feuer aus. Dasselbe wurde bald gelöscht. Die Gebäude sind äußerlich unbeschädigt. Fünf hersonen sind verwundet, darunter zwei Frauen chwer. Bis jetzt sind noch keine Verhaftungen orgenommen worden. — Ueber die Explosion vird des Weiteren gemeldet: Wie die Untersuchung serausgestellt hat, muß ein Dynamitpacket in der weiten Etage des weißen Thurmes im sogenannten ganketsaal hinter eines der vielen Gewehrgestelle zelegt worden sein, denn mehrere hundert Gewehre ind beschädigt; auch ist sonst vielfacher Schaden angerichtet worden. Am Sonnabend war der Ein—⸗ ritt in den Tower frei, derselbe war in Folge dessen zahlreicher besucht, als an den anderen Tagen. Zur Zeit der Explosion befanden sich etwa 70 Menschen im weißen Thurm, wovon nur 4 verletzt wurden. Auch in das Parlamentsgebäude wird das Publikum nur Sonnabends eingelassen; ver⸗ nuthlich haben sich die Uebelthäter unter das Pu⸗ blikum gemischt und sind nach Niederlegung des Dynamits eiligst entlommen, Betreffs der Explosion m Westminster wird angenommen, daß beide Polizisten das auf der Kapellentreppe liegende Packet soeben aufgehoben hatten, als dasselbe explo⸗ zirte. Der Zustand Beider ist fast hoffnungslos. Auch mehrere andere in der Nähe befindliche Personen ssind verletzt. In Folge dieser Ex— Alosion sind viele Leute, welche sich in den Räumen »es Hauses der Gemeinen befanden, nach West⸗ ninsterhall geeilt, um die Ursache der Detonation lennen zu lernen, sonst hätte die gleich darauf olgende Erblosion im Hause der Gemeinen zweifel⸗ »o viele Menschenleben gekostet. Zwei verhaftele Jersonen wurden wieder freigelassen. London, 24. Januar. Lord Wolseley tele— graphirte aus Corti heute Nachmittag, daß die mit Geschützen und dem Cavallerie⸗Kameelkorps versehene Colonne unter General Carl heute früh von Handab via Abudhemed nach Berber aufgebrochen seien. Neuere Nachrichten vom Obersten Stewart sind nicht eingelaufen. London, 26. Januar. Das Dynamitattentat am Sonnabend rief im ganzen Lande die größte Aufregung und Entrüstung hervor. Die Morgen⸗ blätter bringen spaltenlange Berichte und verlangen in Leitartikeln eine Verschärfung des Polizei⸗Regle⸗ ments und Vermehrung der Geheimpolizisten. Sie empfehlen einen energischen Appell der britischen Regierung an die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika, damit dem weiteren Schmieden von Dynamitkomploten durch strenge Besetze ein Ende gemacht werde. London, 26. Januar. Die „Times“ meldet: Die Modifikationen der französischen Gegenvor⸗ schläge sind von Frankreich thatsächlich angenommen. England setzte fest, die Gesammtgarantie solle auf der Basis der englisch-französischen Garantie der türkischen Anleihe von 1855 gebildet werden und Frankreich keine Einmischung in die egyptische Ver⸗ waltung zustehen. Die gemeinsame Garantie solle keinen gemeinsamen politischen Einfluß bedingen Ekokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 27. Januar. In der Samstagsnummer ds. Bl. brachten wir ein Cir— kulär des königl. Bezirksamts Zweibrücken, betreffend die Errichtung von Sparkassen nach dem Markensysteme, zum Abdrucke und wollen wir hiermit wiederholt darauf aufmerksam gemach haben. Die neue Einrichtung, die für unseren Bezirk durch die Initiatide des Herrn kgl. Bezirks⸗ amtmanns mit Zustimmung der Distriktsräthe und Genehmigung der kgl. Kreisregierung in's Leben gerufen wurde, hat an Orten, wo sie schon länger eingeführt ift, den wohlthätigsten Einfluß auf die Bevölkerung ausgeüdt. Sie wird gewiß auch bei uns von segensreichen Folgen begleitet sein, und dies um so mehr, je fleißiger die dargebotene Ge⸗ legenheit, jeden Pfennig zurückzulegen und zins- tragend zu machen, benutzt wird. Das Sparen ist durch die neue Kasse ja so leicht gemacht, indem schon 20 Pfg. als Sparsumme eingelegt werden können. Wie die Sparmarken und -Karten, welche von den Distriktsrechnern und Einnehmern zu be— ziehen sind, gebraucht werden sollen, haben wir schon ausführlich in der Samstagsnummer nach dem bezirksamtlichen Cirkulär angegeben und sei hiermit nochmals auf das dort Gesagte hingewiesen. [*] Schnappach, 26. Januar. Verschiedene Zeitungen brachten die Nachricht, daß am 16. dse. Mts. in Offenbach am Glan der Bäckergeselle G. Münch gestorben ist. Derselbe wollte am Abende vorher von diesem Orte nach Lauternken. Morgens fanden ihn mehrere Arbeitsleute nicht weit von genauntem Orte im Chausseegraben kau— ernd, dem Tode nahe. In das nächste Wirths— haus verbracht, starb er alsbald. Dieser Bäcker⸗ geselle hat auch in hiesiger Umgegend viele Jahre in Dienst gestanden und war bekannt unter dem Namen der Grenzjäger. R.-æ In Kirkel scheinen die Wild— schweine recht traulich zu werden; denn neulich statteten 6 derselben dem am Hause liegenden Garten des Schreiners Friedrich Ebersold einen kurzen Besuch ab, indem sich daselbst ein verendetes Kalb befand. Doch ehe ein Schütze herbeigerufen werden konnte, kehrten die Borstentiere wieder in ihr sicheres Versteck zurück. R.— Die Pfennigsparkasse von Kirkel⸗ Neuhäusel erfreut sich wieder eines namhaften Zuwachses pro 1884; denn dieselbe weist einen stassabestand von 5632 Mk. auf. W Blieskastel, 26. Ja. (Theater⸗ bericht.) Gestern wurde dem hiesigen Publikum durch die Aufführung von „Die Grille oder Fanchon Vivieux und die Zwillingsbrüder“ von Charlotte Birch Pfeiffer ein herrlicher Genuß ge⸗ boten. Dieses Lufssspiel, eines der besten Bühnen⸗ stücke der genannten Schriftstellerin, wurde in seinen rinzelnen Theilen in einer Weise durchgeführt, die alle unsere Achtung vor den fleißigen jungen Leuten, welche sich einem vollständig uneigennützigen Zweck in Dienst stellen, verdient. Tadellos, ja mustergiltig, wurden die Stellen der Fanchon Vivieux und der alten Fadet durch die beiden hie— sigen Fräulein Wack und Schwalb zur Dar— ittellung gebracht und ernteten dieselben jedesmal in verdienter Weise reichen Beifall. Der Besuch des Theaters war am gestrigen Abende ein starkern und ist zu wünschen, daß derselbe auch fernerhin keine Abnahme erleidet. — Das kgl. Finanzministerium hat an die einschlägigen Aemter der Pfalz die Instruktionen in Bezug auf die Buch und Kassaführung für die dagelversicherungsanstalt erlassen. Bekanntlich wird die Hagelversicherung für unsere Provinz schon für das laufende Jahr in Kraft treten. — Kaiserslautern, 23. Januar. Heute früh erplodirte in der Kesselschmiede von herrmann & Schimmelbusch eine Benzin⸗ sampe. Ein in dem Raume beschäftigter Junge hefand sich so nahe an derselben, daß seine Kleider m Nu Feuer fingen und alsbald lichterloh braunten. Trotzdem es gelang, die Flamme zu ersticken, hatte der Beklagenswerthe doch bereits schon so schwere Brandwunden erlitten, daß an seinem Aufkommen Jezweifelt wird. (Pf. Pr.) — Kaiserslautern. Am 24. und 25 Februar nächsthin wird hier im Lokale der Brauere Schwarz (Rittersberg) der diesjährige Pfälzischt Frühjahrs-Saatgutmarkt abgehalten. Proben sind zis längstens 18. Februar an die Saatgutmarkt ommission dahier portofrei einzusenden. Bei Kar— offeln darf das Sortenmuster nicht unter 5 Kilo— zramm, bei Getreidearten, Hülsefrüchten, Mais ꝛc nicht unter 2 Kilogr. und bei Kleesamen und son— tigen Sämereien nicht unter s Kilogr. betragen der Anmeldezettel muß enthalten: Name und Bohnort des Ausstellers, genaue Bezeichnung der usgestellten Saatwaaren, Garantie für Reinheit, deimfähigkeit und Sortenächtheit, wer die Saat vaare gepflanzt hat und wo sie gewachsen ist, wel⸗ hes Quantum verkäuflich und zu welchem Preis per Zentner. Es wird nur vollkommen reine Waart zugelassen. — Der SGsjaährige Peter Spohn aus Heferssweiler arbeitete in Mainz und fuhr vor Weihnachten dort weg, um nach Hefersweiler zu reisen, wo er im Kreise seiner Angehörigen das Weihnachtsfest zu feiern gedachte. Ec stieg in Alzey aus, um den ca. S8stündigen Weg zu Fuß zurückzulegen, kam aber nur bis vor Dörrmoschel, wo er, einige hundert Meter vom Dorfe entfernt, vom Wege abkam und sich im Frelde verlor. Er hlieb liegen und erfror. Am 19. Januar, also nach ungefähr 4 Wochen, wurde er zufällig auf dem Felde gefunden. — Eine höchst interessante Antiquität besiztzt iach der „Pf. Pr.“ der Metzger Karl Michel von dertlingshausen. Es ist dies das alte Testament in hebräischer Sprache auf zirka 70 bis 30 melangem Pergament. Das ganze, aus dem 14. Jahrhundert stammend, ist noch sehr gut er⸗ halten und dürfte für Museen oder Synagogen Interesse bieten. — Landau, 24. Januar. Der ‚Land. Anz.“ chreibt zur Berichtigung einer auch in den „St. Ingb. Anz.“ übernommenen Notiz: „Zu unserer zestrigen Mittheilung über die Sitzung der Zivil— tammer des k. Landgerichts, betr. die Verflichtung der Hausbesitzer zur Herstellung des Trottoirs, theitt man uns berichtigend mit, daß in der Hauptsache weder plädirt, noch erkannt wurde, sondern daß es sich lediglich um die Zuständigkeitsfrage handelte welche das Gericht verneinte, sodaß die Angelegen⸗ heit nunmehr auf dem Verwaltungswege weiter verfolgt wird.“ — In Weisenheim a. S. ging dem Ackerer B. Korb das Pferd mit einem Wagen durch und überfuhr so unglücklich den 15jährigen kurzsichtigen Johannes Weber von dort, daß derselbe sofort eine Leiche war. — Maikammer, 283. Januar. Schon eine Reihe von Jahren will man behaupten, daß es nie mehr einen Batzenwein geben werde, nämlich einen olchen, der per Schoppen oder halben Liter zu 12 Pfg. verzapft werden kann. Die Weinpreise Jaben sich seither auch so hoch gehalten, daß man den niedrigsten Preis zu 20 Pfg. annehmen konnte. Nun aber, durch den günstigen 84er Herbst sind die Preise der älteren Weine so gefallen und diese wegen ihrer geringeren Qualität so vernachlässigt, daß wieder ein Batzenwein zu 12 und 13 Pfg. aufgetreten ist. Ein solcher findet sich hier und nuch in mehreren Orten des Oberlandes. Die Arbeiter sind es besonders, welche solche Strauß— virthschaften frequentiren, d. h. diesen Wein dem Biere, welches ebenso viel kostet, vorziehen und — das mit Recht. — Aus Hambach wird berichtet: Laͤngs de Oberhaardt sind noch nie so viele Aecker zu Reh eldern bestimmt worden, wie im laufenden Winter Ueberall findet man Arbeiter mit dem Roden be— schäftigt, selbst in Lagen, wo eine andere Cultu vielleicht einträglicher wäre. Der Eifer, jung Wingerte anzulegen, hat infolge des reichen Herbsta jo um sich gegriffen, daß kaum ein Tagner p erhalten ist. — Vor etwa zwei Jahren' reiste der Tagnu Vregor Lösch von Leimersheim nach Amerike sich goldene Berge da versprechend. Derselbe hatt daselbst schon Angehörige und ließ sich in St. Man bei seiner Schwester nieder, wo selbst er sich vo einem Jahre verheirathete. Als seine Schweste zestorben war, brachte ihn Arbeitsmangel mit seine Frau nach New⸗-NYork zurück, wo eine zweite Schweste von ihm lebte. Hier scheint es ihm nun rech kümmerlich gegangen zu sein, denn es reifte in ihn der schreckliche Entschluß, sich und seine Frau z ödten. Nach eingelaufenen Nachrichten schoß e— eine Frau in den Rücken und sich in die Vrus Die Verwundung der Frau soll keine lebensge ährliche sein, dagegen ist der Zustand des Thäter der bei Abgang der Nachricht noch lebte, ein hoff nungsloser. Manchem Auswanderungslustigen dürfn dieser Vorfall zu denken geben und auf Aenderun seiner Gesinnung einwirken! — Gommersheim. Die Untersuchum wegen Tödtung des vor etwa einem Jahre ab Leiche in dem Speierbach aufgefundenen 19jährigen etwas geistesbeschränkt gewesenen Jakob Braua von hier scheint noch nicht zu Ende geführt zu sein, denn vor einigen Tagen war das k. Amts gericht Edenkoben wieder hier und verhörte aber mals mehrere Zeugen. Wie verlautet, soll ein hie bedienstet gewesenes Dienstmädchen ihr bisherige— Stillschweigen gebrochen und über seine Beobach tungen zur Zeit des Verschwindens des junger Brauch gegen eine bestimmte Person belastende An gaben gemacht haben. (Gwt.) — Oggersheim, 26. Januar. In eimn Schafheerde, die in der Nähe Mundenheims einge pfercht war, geriethen gestern früh zwei groß— Hunde, welche zwei Schafe tödteten, 18 verwundeten und 4 versprengten. — Speier, 23. Januar. Sergeant und Musiker Fischer vom 2. Pionier-Bat. ist sei Montag spurlos verschwunden. Derselbe — verheirathet — hat sich am Weihnachtstage an einem Mädchen von 10 Jahren vergangen und 'ollte gestern verhaftet werden. (Sp. 3.) Bermischtes. F Die Entstehung des Bieraufschlags ir Bayern fällt in die Zeit der Regierung Herzos Albert V. von Bayern. Im 13. und 14. Jahr hundert, als die große Maß herrschaftlichen Bieré im Winter 2 Pfennige und im Sommer 3 Hellst zalt, standen die Braäuer noch in keiner Beziehun n solchen Verhältnissen wie jetzt. Jede Famili— »der mehrere zusammen brauten damals, wie not gegenwärtig in einzelnen Höfen der oberen Pfal, hren „Haustrunk“ selbst und die zu der schweren Arbeit hiebei nöthigen Handknechte oder Nachhelfer sind noch heutzutage unter dem Namen „Schrollen bekannt. Diese einfache Gattung Bierbrauer be— schäftigte sich dann zur Sommerzeit auf Ziegelöfen mit Lehmtreten, Steinschlagen ꝛc. Im Jahre 1540 brach unter Kaiser Karl V. der Türkenkrieg an und Herzog Albert V. von Bayern hatte ab— Reichsfürst hiezu 600,000 fl. nöthig. Da nu eine solche, für diese Zeit außerordentliche un groke Summe nicht leicht aufzubringen war, ent stand in eben diesem Jahre der Bieraufschlag welcher sich leider bis auf unsere Tage erhalte hat. Wir haben es also nur den Türken, dieser Erbfeinden des christlichen Wohles zu danken, dah dieser Nationaltrank seitdem besteuert wird. F Eine folgenschwere Empfehlung Die Handelskammer am Landgericht München J hu in Bezug auf die Verantwortlichkeit bei Ausstellung von Referenzen und Dienstattesten eine beachten⸗ werthes Urtheil gefällt. Eine Münchener Firm— hatte ihren bisherigen Reisenden als treu und ver' sässig empfohlen, obschon sich nachträglich herau— stellte, daß derselbe sich einige Uuregelmäßigkeiten zatte zu Schulden kommen lassen. Der Reisend wurde auf Grund des empfehlenden und nicht so ort auf die gemachte Wahrnehmung hin berichtit ten Attestes von der Firma engagirt, die jedoch zald darauf von demselben um ca. 4000 Mt. ge⸗ daͤdigt wurde. Diese stellte nun Klage auf Schadenersatz gegen die Auskunftgeberin, welche auch urch Urtheil der Handelskammer für ersagßpflichtig rklärt wurde; zugleich wurde Beweisbeschluß er⸗ assen auf Feststellung des durch den empfohlenen kteisenden der klägerischen Firma zugefügten Schadens. (Ertrunken) Das „Bamb. „Tgbl.“ chreibt unter dem 25. Januar: Soeben kommt ns die traurige Nachricht zu, daß Herr Michael Reichert, adsolvirter Philologe, im vorigen Jahre Einjährigfteiwilliger beim 5. Infanterie⸗ regiment dahier, Sohn des verlebten Herrn Bezirks- zerichtsdirektors Reichert, beim Stlittschuhlaufen im Starnbergersee ertrunken ist Gas Einkommen der Rothschild.) Die Gebrüder Freiherren v. Rothschild in Frankfurt 1. M. haben jüngst ihr Einkommen zum Zweck der Besteuerung angegeben, und zwar hat der jüngere Bruder nach dieser Angabe das größere Einkommen, denn er ist für das laufende Jahr mit einem solchen don 4,788,000 Mk. eingeschätzt. Während Baron Willy Rothschild diese Summe angegeben hat, wird »on Baron Mayer Carli ein Einkommen von 1,360,000 Mark versteuert. Nach diesen für die Besteuerung angegebenen Ziffern würde Baron Willy m jedem Tage die ganz nette Einnahme von 13, 120 Mk. hahen — eine Summe, mit der eine Familie ein Jahr lang recht angenehm leben kann. Für jede Stunde berechnet sich das Einkommen des garons Willy Rothschild auf 546 Mk.; für jede Hinute auf 9 Mark und demnach für jede Sekunde zuf 16 Pfg. Das letzlere klingt am Ende nicht sehr hoch, — aber das Jahr hat eben 31,536,000 Sekunden! Wenn Baron Willy Rothschild 40 Jahre der Selbständigkeit für sein Leben rechnet und wenn er jährlich eine volle Million ausgiebt, dann würde eder der beiden Brüder, Zins auf Zins gerechnet, nach seinem Tode ungefähr vierhundert Millionen Mark mehr hinterlassen, als er seiner Keit von einem Vater ererbte. F Der untere Theil des Bodensees, von der Reichenau bis Hegne und Radolfzell, ist zuge⸗ roren. Von Frankfurt sind bereits Mitglieder des Schlittschuhklußss hingereist, um auf jener weiten Fisfläche ihren Sport in ausgiebigfter Weise zu genießen. — Auch der Starnberger See ist zuge⸗ froren; derselbe ist 5 Wegstunden lang, 1 St breit und mißt 13 St. im Umfang. F Bingen, 23. Januar. Zwischen Ingen⸗ heim und Engelstadt soll gestern Mittag ein Reisender von zwei Handwerksburschen die sich unterwegs zu ihm gesellt hatten, seiner Barschaft von 1200 Mt. beraubt worden sein. Als der Angegriffene sich zur Wehr setzte, schoß einer der Stromer seinen Revolver anf ihn ab und verletzte denselben derart am Kopfe, daß der Todt sofort eintrat. Der Verbrecher ent⸗ floh, während sein Complice festgenommen werden bonnte. F Weitmar bei Bochum, 25. Jan. Hier wurde gestern ein Tischlergeselle verhaftet, welcher 11 Dynamitpatronen, die er gesunden haben will, bei sich trug. fF Goslar. Daß ein Hund volle 30 Tage ohne jegliche Nahrung — auch ohne jeden Trank — leben kann, wird wohl Manchem noch nicht bekannt sein. Vor etwa einem Vierteljahre besuchte der hiesige Bürger B. seinen Schwiegervater, wel⸗ cher im Dorfe Wehre wohnt. Der Hund, ein treues Thier, machte die Vergnügungsreise eben⸗ falls mit. Im Hause des Schwiegervaters wurde, wie es Brauch und Siltte ist, dieser oder jener neue Gegenstand in den verschiedenen Kammern besehen. Bei der Abreise vermißte man den Hund, derselbe war verschwunden. Nach vier Wochen entstand in Wehre Feuer, und bei dieser Gelegen⸗ heit wurde im gedachten Hause eine Kammer' ge— öffnet, die seit der Zeit des Besuches nicht weiler betreten wurde. Hier entdeckte man in einer Ecke den vermißten Hund. Das Thier war völlig zum Skelett abgemagert und ohnmächtig. Es wurde ihm sofort ein Löffel voll Milch eingeflößt, worauf es bald zu sich kam. In wenigen Tagen hatte sich der Hund, welcher volle 80 Tage gehungert und gedurstet, bei dieser Milchkost wieder erholt. F Nach dem Bericht des Fabrikinspektors für Brandenburg gibt es in Berlin 1287 Fabriken mit Dampfbetrieb und 1618 Anlagen ohne Mo— toren; die Gesammtzahl der in diesen Etablisse⸗ ments beschäftigten Arbeiter betrug 9319, die Zahl der jugendlichen Arbeiter 4611. 'die der Lehrlinge de seh. iter be. ltur inge stet u ner ila, atit at⸗ oot ster ner ster ch m je 8 f⸗ cfit Ii' ing ilß⸗ en, ad zu — el⸗e et ⸗ 3 zen n. N 7 A 3735; die Dauer der Lehrzeit betrug zumeist vier Jahre. In Fabriken beschäftigt waren 22572 Ar— heiterinnen. Die Geheimnisse der Briefmarken⸗ prache werden in „Schorers Familienblatt“ allen denen mitgetheilt, die sich in derselben Lag⸗ wie weiland Hero und Leander befinden und sich, wvie diese, nur ganz geheime Winke über die Stim— mungen ihres Herzens geben können. Befindet sich die Briefmarke techts oben aufrecht: Ich wünsche deine Freundschaft — „quer: Liebst Du mich? F „verkehrt: Schreibe nicht mehr. schräg: Schreibe sofort. unten aufrecht: Deine Liebe macht mich glücklich ints oben aufrecht: Ich liebe dich. * „quer: Mein Herz gehört einem Andern unten aufrecht: Treue findet ihren Lohn. „ quer: Laß mich allein in meinem Schmerz. In einer Linie mit dem Familiennamen aufrecht: Nimm meine Liebe an. quer: Ich sehne mich, dich zu sehen. verkehrt: Ich bin vergeben. Hoffentlich giebt es außer dem Erfinder dieser neuen „Sprache“ wirklich zwei Liebende, die si⸗ erstehen. — Eine sehr praktische Mama gab jüngst ihrem Sohn, als derselbe das heirathsfähige Alter erreicht hatte und unter den Töchtern des Landes Umschau zu halten begann, folgende nach ihrer Behauptung auf langjährige Erfahrung gestützte Winke und Rath— chläge in Bezug auf musikalische junge Damen; „Lieber Junge, erkundige Dich ja immer bei Zeiten aach dem Lieblingskomponisten der jungen Mädchen, nit denen Du in Gesellschaft zusammenkommst, Ddu hast dadurch eine gute Handhabe zur Beur—⸗ heilung ihres Wesens und Charakters. Schwärmt das Fräulein für Liszt, so ist sie ehrgeizig und cuhmredig; für Beethoven, dann ist sie unpraktisch; zür Offenbach, dann ist sie albern und gedanken— ios; für Strauß, so ist sie oberflächlich und frivol; ür Verdi, dann ist sie sentimental; für Gounod, o ist sie selbstgefällig; für Chopin, so ist sie lei⸗ zenschaftlich und unbeständig; für Flotow, so ist ie gewöhnlich, u. s. w. Findest Du aber ein unges Mädchen, welches, ohne eine besondere Vor⸗ cjebe für irgend einen Komponisten, das „Gebel der Jungfrau“, die „Silberfischchen“, „Kloster⸗ zlocken“ und dergleichen Stücke herumhämmert, dann kannst Du beinahe sicher sein, daß sie in der stüche und im Hauswesen ganz tüchtig ist und, wenn auch nicht gerade übertrieben geistreich, doch eine recht gute Frau abgeben wird.“ 4Eine interessante Sammlung kommt nächstens nn Paris zur Versteigerung. Der Graf v. Na⸗ zaillac hat lauge Jahrzehute hindurch alle Bücher, Flugschriften, Karrikaturen, Zeitschriften, Mauer⸗ anschläge, Bilderbücher, kurz alles gesammelt, was n Schrift und Bild über und während der fran⸗ zösischen Revolution erschienen ist. Es finden sich darunter die Werke Marats in 12 Bänden mir Randbemerkungen des Verfassers; alle Pamphlete zegen Ludwig XVI. und die Königin Maria An⸗ foniette; die Satyren der Sanskülotten ⁊c., über⸗ haupt Schriften und Bilder, von denen man sich heute kaum einen Begriff zu machen im Stande st. Selbst die National⸗Bibliothek zeigt hinsichtlich der Revolution viele Lücken gegenüßer der Samm- ung Nadaillac. Gyrenäentunnel.) Zwischen der ranzösischen und der spanischen Regierung ist eine Finigung betreffs des beiderseits erstrebten Baues Pyrenäentunnels dahin erfolgt, daß der Tunnel in die Richtung Canfranc—Lerida zu liegen kommen und binnen 10 Jahren nach Abschluß des endaül⸗ tigen Vertrages hergestellt werden soll. Die Berichte aus den von Erdbeben heimgesuchten Probinzen Spaniens stellen die Lage in denselben immer trauriger dar. So schreibt der Correspondent der „Times“, welcher den König auf seiner Rundreise begleitete, untern 19. d. M.: Als wir heute auf unserem Wege nach Canillas wieder durch Velez kamen, konnte man recht klar das traurige Loos vor Angen sehen, das der Be— wohner harrt, wenn sie, wie es nicht unwahrscheinlich, gezwungen sind, während der schweren, von Hitz begleiteten Regen im Frühjahr und unter einer raft afrikanischen Sonne im Sommer und Herbsßs' in Hütten zu leben. Velez und andere Orte, die in gleicher Weise von den Erdbeben gelitten haben, werden wahre Treibhäuser für Typhus, Cholera und Krankheiten aller Art werden, und so mag ein zweites Unheil über die Provinzen Granada und Malaga hereinbrechen. Armuth und unge⸗ nügende Ernährung der Bevölkerung werden das Umsichgreifen von Epidemien mächtig befoördern. Energische Maßregeln müssen ergriffen werden, um Diejenigen, welche für ihre Existenz von der Zucker⸗ rohr ˖ Ernte abhängen, in ihrer Gesundheit zu schützen und ihnen Beschäftigung zu geben. Die Eigen— hümer von Land, Weingärten und Zuckerrohr⸗ Pflanzungen sind ebenso schlimm daran als die Arbeiter. F In den letzten Tagen sind ia Italien viele Unglücksfälle durch Lawinenstürze verursacht worden. So werden aus Cuneo, Ivrea und Susa neue Unfälle durch Lawinen gemeldet. 18 Leichen sind bereits hervorgezogen worden. — In Biossaco wurden 8 Personen verschüttet und nur 1 davon gerettet. — In Sparone wurden 14, in Musca 7 Leichen ausgegraben. — In Exilles wurden 63 Personen verschüttet, davon 30 als Leichen, 20 lebend ausgegraben. — In Frassinere wurden 11 Leichen ausgegraben. — Behörden, Militär und Bevölkerung wetteifern in den Rettungsarbeiten. FPetersburg, 19. Januar. In einem zroßen Theil des Nordens von Rußland herrscht Zungersnoth. Die Bauern des Kreises Mesen, Gouv. Archangel, haben bereits um Hülfe gebeten ind im Petschora-Gebiet soll bereits der Hunger—⸗ typhus ausgebrochen sein. Selbst die ältesten Leute wissen sich nicht zu erinnern, daß jemals ein solcher Mangel an Brodkorn gehertscht habe. Auch im Bouvernement Wologda sind die Vorboten einer Dungersnottz erschienen. 4 Im Norden und Osten Rußlands herrscht furchtbare Kälte. In Archangel vbrachte dieselbe das Quecksilber in den Thermometern zum Gefrieren und die Spiritusthermometer zeigten am 8. Januar 54 Grad Celsius. In Jekaterinenburg waren vor einigen Tagen 53 Grad Kälte. Der Unterschied in der Qualität des Fleisches von gemästeten und mageren Thieren. Das Fleisch gemästeter Thiere ist weit werth— vosler, als das von mageren. Der Wosserge halt des Fleisches vom mageren Rind beträgt 66,7 pPCt., »om halbfetten 51,6 pGt., vom fetten 45,5 pCt. Das Fleisch von einzelnen Körpertheilen enthält nach Untersuchungen von Sie gert folgende pro— zentige Mengen von Bestandtheilen: a. beim mageren Ochsen Hals. Lende. Schupp. Wasser 77,5 77,4 76,5 Fett 0,9 1,1 1,8 Muskelsubstanz 20,7 20,3 21,0 Trockensubstanz 22,5 22.6 23,5 beim gemästeten Ochsen dals. Lende. Schupp. Wasser 733,,5 63,4 50,5 Fett 5,08 16.7 34,0 Muskelsubstanz 19,5 18,8 14,5 Trockensubstanz 265 366 49.85 Sterbefalle. Gestorben: In Haardt Frau Julchen Bauer. geb. Ruprecht 29 J. alt; in Gimmeldingen Herr Ph. Fluck 65 J. alt. Für die Redaklion verantwortlich: F. X. Demeß. Für die Frauen. Geehriester Herr! Das Verlangte habe ich erhalten und drücke Ihnen hierdurch meinen Dank aus. Meine Frau gebraucht Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen jegen Verstopfung und Aufblähung, meistens aber gegen dopfweh. Ich weiß, daß meine Frau Morgens früh das Bett nicht verlassen konnte, dann nahm sie 8 von Ihren Pillen und gegen 9 Uhr konnte sie wieder ihren häuslichen Verri tungen obliegen. Meine Frau hat früher auch den Magenkrampf gehabt. Ich habe auch schon einige— mal von den Schweizerpillen genommen und wir bekamen »ieselben recht gut, besonders wenn mir der Appetit fehlte. Ich kann die sogenannte; Schweizerpillen (erhältlich à M.] in den Apotheken) nur empfehlen und habe es auch schon sehr oft gethan. L. Bachmann Sohn, Zimmermeister in Frnstweiler bei Zweibrücken. Rheinpfalz. Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Mittwoch, d. 18. Februarl835 Nachmittags 844 Uhr, ju Ensheim in der Wirihschaf don Heinrich Fries, wird durch den unterzeichneten königl. Notar gegen Barbara Abel, gewerblos, in Ens— heim wohnhaft, Wittwe des allda wohn⸗ haft gewesenen und verlebten Dosen⸗ machers Nikolaus Wetzel, und deren mit ihrem verlebten Ehemann erzeugten noch minderjährigen bei ihr als gesetz⸗ lichen Vormünderin domizilirten Kinder, als: 1. Margaretha, 2. Nikolaus, 3. Johann Heinrich und 4. Jakob Wetzel — diese vier als Erben ihres derlebten Vaters, — die nachbeschriebene Liegenschaft in der Steuergemeinde Ensheim wegen Nicht bezahlung des Erwerbspreises öffentlich in Eigenthum versteigert, nämlich: Plan Nr. 3779, 37810 Dez. oder 12 a 78 qm Acker am Lehberg neben Franz Adt. St. Ingbert, den 27. Januar 1885. Kemmer, Notar. Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Mittwoch, d. 183 Februarl385. Namittags 844 Uhr, zu Ensheim in der Wirithschaft von Heinrich Fries, wird durch den unterzeichneten königl. Notar gegen Jakob Laup, Maurer, in Ensheim wohnhaft, die nachbeschriebene Liegen⸗ schaft in der Steuergemeinde Ensheim wegen Nichtbezahlung des Erwerbs⸗ preises öffentlich in Eigenthum ver—⸗ tteigert, nämlich: Plan Nr. 827, 34 Dez. oder 11 àa 58 qm vor'm neuen Allmen neben Erben Adi. St. Ingbert, den 27. Januar 1885 Kemmer, . Notar. lgoländer Schell⸗ b fissche, feinst gewässerte D Stockfsische verkauft lommenden Mittwoch auf dem Wochenmarkte Kriegers Fischhandlung 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährie rhein ischt Trauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- LCastel bei Apothecker Diedenbofer. s Zur Anfertigung von billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden 2 —— Druckarbeiten 44 empfienlt sich dio Buch- und Steindruckerei F. X. Dometz Verlag dest. Ingborter Anseiger) 8St. Ingbert. 1 Amoerik: etaischen Postdampfer der 7* 2«el Star Läme hren von Antwerpen jeden Samstag dirett nad Rew-York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle— dlassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Weqen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EHBEHCYVnIAnn LAVV. St. Ingbert Nur noch wenige Tage Un i ler—rufläceb —— Desinitiv am ebruur TSS JArIA- Wohlthatigkeitslotterie· Ziehung iur bedürftige Frauen und Madchen I0, 200 Geldgev ne mit MarIx 765., O00 baar seld ohne jeden Ahzug. Diehung ohne Verschub b. Fehruar 1885. Beneral · Agent. A. u. B. Schuler, Munchen LOoseo hior vorräthieboi: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wigshafen a. Rh. Aufruf nur Unterstühung der durch Erdbehen in Spauien Verunglüctkten. Erschütternde Nachrichten lenken seit Wochen das tiefste Mitgefühl der janzen gebildeten Welt auf Spanien. Ein durch Heftigkeit und Ausdehnungç urchtbares Naturereigniß hat Tausende und Abertausende unserer Mitmenschen heils getödtet und verwundet, theils obdach und brodlos gemacht; Kinder sind hrer Eltern beraubt, Hunger und Entbehrungen aller Art, verschärft durch einen ungewöhnlich strengen Winter, herrschen in den ichrecklich heimgesuchten Ortschaften und Gegenden. Erheischt dieses unsägliche Elend allerorten thätige Hülfeleistung, so ist es für uns als Deutsche und ganz besonders für uns als Bayern doppelte Pflicht, uns der Nothleidenden riner so nahe befreundeten edlen Nation zu erinnern und unsere Sympathie nicht blos durch Worte, sondern auch durch Thaten an den Tag zu legen. Indem das unterzeichnete Komusée an alle in dieser Ueberzeugung sich be— Jegnenden Bayern die dringende Bitte richtet, zur Linderung der Roih in Spanien ihr Scherflein beizutragen, erlaubt es sich noch besonders darauf hin— uweisen, daß die Bildung von Lokal-Komités und die Errichtung von Sammel⸗ stellen im ganzen Königreiche dankbarst zu begrüßen wäre. Wenn diese Pro⸗ »inzial- und ZweigeKomités sich mit den Unferzeichneten verbinden, so darf auf eine würdige Repräsentation Bayerns um so sicherer gehofft werden, als ein mit der spanischen Königsfamilie eng verbundenes Mitglied unseres Allerhöchsten Herrscherhauses, Se. K. Hoheit Prinz Ludwig Ferdinand bon Bayern, die Uebernahme des Ehren⸗Präsidiums in AÄusficht zu stellen geruht haben. Die gesammelten Gelder sollen direkt in den nolhleidenden Gegendep durch geeignete Organe zur Verwendung gelangen. München, den 20. Januar 1885. das hülfskomits zur Unterflützung der durch Erdbeben in Spauien Verunglückten. Dr. A. v. Erhardt. J. Buͤrgermeister, J. Vorsitzender. Hraf Karl v. Drechsel, erbl. Reichsraih, I. Vorsitzender. Dr. Gg. Hirth, Schriftsteller, J. Schriftführer. Farl Rosipal, kgl. span. Vicekonsul, H. Schriftführer. Moritz Guggenheimer, Bankier, J. Kossier. Franz Radspieler, Fabrikant, II. Kassier. Zur Enigegennahme von mildthätigen Gaben in Geld für obigen Zwed ind deren Weiterbeförderung ist gerne bereit die Redaktion des „St. Ingberter Anszeiger.“ Frachtbriefe für gewöhnliches Gu Gilaut daben bei A—— e —tu —LLIIIIIII V— ratlich aucn b ntane — Aus- F uhrliche politiache Mitthelungen. 7 objectiv. init Wiedergabhe imer-8 ꝛas anter Meinungaañuaaerungen aux der Presse aller Parteien. - 3 Nachrichteu über Thenter. Mluaik, S Kunet Wissenachaft: Geriehtz-27 nalie, locale Nachrichten, - 2 Spannende Romane. Sorgfaltige 12 hörsen- und Handelanachrichten. —- Volbtandiges 3-5rliner Cours- 7 blatt. — Lotiericlissten. — Amt-* liche Nachrichten. 6 (GGratis) Be ilngen. I. Neueate herliner 7 FPliccgude Mlatter Gllustrirts. 2 8 Unternaltungst—datt. 3. Die Hnaus- 5 frau. 4. Zeitang sür Landwirth- schaft und Garteubau. 5. Neueste F Noden Gillustrirt und Schnitt- muster). 6.. Verloosungs blatt. '4 sbetr. Obligationen, Prioritaten »4Arlehensloose.) eF DBn — —XL A — — u Sieg Trotz abertei Anfechtungen ist der „tehre Anker⸗Pain⸗ Expeller⸗ heute doch das verbreitetste und beliebteste Hausmittel. Tausende wisfen aus eigener Erfahrung daß es gegen Gicht ured Nheumatisrus nichts Besseres gibt, als den echten Pain⸗ Expeller! Preis 1 Mk. Borraͤtig in den meiften Apothelen. Haupt⸗Vepot: vw ODr. H.Kleemann. Rürnberg. Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Britania— jilber-Fabrik übernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah⸗ inngsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ munz der Lokalitäten sFum 75 Prozent unter dem Erzeuqgungspreise verkauft, A daher also: Fast verjchentt. Für nur 15 Mark (jsjage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälfte des Werthes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerft pracht⸗ und effektvolles Britaniasilber⸗-Speiseservice, welches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist U und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. 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Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un— serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver—⸗ offentlichen können, und liegen selbe zur gefl. Einsicht in unserem Depotauf F. X. Demek. Druck und Verlag bon F. xX. Demeb in St. Inabert— St. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhalturg Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet viertelijahrlich 1.4 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L 75 , einschlietzli 40 A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 B, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I3 H, Neclamen 30 —. Bei amaliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 2DeͥMÒOmtà.— — — M 21. Politische Ueberficht. *Der deutsche Handelstag erklärte in einer Resolution seine Zustimmung zu der von der Reichsregierung befolgten praktischen Colonialpolitit, die der deutschen Industrie neue Absatzgebiete er⸗ schließe, dem Handel Schutz und Förderung gewähre und der Schifffahrt einen vermehrten Verkehr schaffe. Im weiteren Verlaufe der Sitzung gelangte eine zweite Resolution zur Annahme, welche eine Ge—⸗ schäftssteuer, die nicht prozentual ist, nicht geradezu verwirft, ferner den Wedell'schen Entwurf als völlig unannehmbar erklärt und sich entschieden gegen alle inquisitorischen Controlmaßregeln ausspricht. Die afrikanische Conferenz wird aller Voraussicht nach in etwa 8 bis 10 Tagen mit ihren Arbeiten fertig sein. Dem „Berl. Tagebl.“ wird angeblich aus Zanzibar unterm 27. ds. telegraphirt: Soeben ist das deutsche Kriegsschiff Gneisenau“ mit unserem deutschen Generalconsul Gerhard Rohlfs an Bord, glücklich auf hiesiger Rhede angekommen. Tripolis ist betanntlich diejenige afrikanische Provinz, auf welche Italien seit lange sein Augen⸗ nerk gerichtet hat. Nachrichten, welche das neueste „Journal des Debats“ bringt, lassen die Herrschaft der Pforte als eine bedrohte erscheinen. Danach soll eine starke arabische Partei die türkische Ober— herrlichteit abschütteln wollen und seit längerer Zeit eine Erhebung vorbereiten. An ihrer Spitze stehen Ali Bey und Mansur Bey, die von Mialta her große Waffenvorräthe kommen ließen und in Zeliien und Mesurata anhäuften. Alles sei zum Los⸗ schlagen bereit, und die in Tripolis ansässigen ita⸗ lienischen Schutzvexwandten schürten nach Kräften in der Hoffnung, Daß ein Aufstand die Interven⸗ fion Italiens herbeiführen würde. Die arabische Partei arbeite indeß keineswegs auf die Einverleib- ung von Tripolis in Italien hin; sie wolle viel⸗ mehr die Selbstständigkeit der Provinz, aber sie werde, meinen die Debats, dies Ziel nicht erreichen, ondern ihre Anstrengungen würden jener europä⸗ ischen Macht zu gute kommen, welche im rechten Moment eingreife. Das Alles weiß man gewiß auch in Konstantinopel, und man trachtet der Er⸗ hebung zuvorzukommen, indem man mit Hilfe Eng⸗ ands in Egypten wieder festen Fuß zu fassen sucht. Stehen einmal türkische Truppen in Egypten, so werden, wie die Pforte hofft, die benachbarten Tri⸗ politauer den Muth verlieren, und ohne einen Auf⸗ dand dortselbst hätte dann auch Italien keinen Grund mehr zur Intervention. Ob aber die Türkei bei England das gewünschte Entgegenkommen finden wird, bleibt sehr fraglich, da Auͤes darauf hindeu⸗ tet, daß Abmachungen zwischen Italien und Eng— land getroffen worden sind, denen gemäß sich diese beiden Staaten in Eypten und Tripolis freie Hand lassen bezw. sich ebentuell gegenseitig effektiv unter— stützen werden. Sehr bemerkenswerth in dieser Hinsicht ist es, daß die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ ohne Kommentat ein Reuter'sches ande⸗ ten Blättern nicht zugegangenes Telegramm aus Turin abdruckt, wonach England mit Italien einen Vertrag abgeschlossen hatte, welcher Italien das Territorium zwischen Massaua und Obok (am othen Meer) zuweist und demfelben die Unterstütz⸗ ng Englands sichert, falls Jialien Tripolis ok⸗ supire. Ferner begünstigt England die Gründung einer italienischen Kolonie in Westafrika. Italien dagegen gewährt England in Egypten seine mora⸗ ische Unterstützung, um für England eine bevor⸗ uugte Position im Nilthal zu schaffen. Die Art der Wiedergabe dieser hochwichtigen Meldung im kanzlerblatt spricht dafür, daß dieselbe für zu— reffend gehalten wird. Der Senat in Washington hat am Montag mit 63 gegen 1St. durch eine Resolution seiner Entrüstung über die Londoner Dynamit⸗-Attentate ind seinem Abscheu vor solchen Verbrechern gegen die Zivilisation Ausdruck gegeben. Deutsches Reich. Berlin, 28. Januar. Die freiconservative Fraktion hat mit Unterstützung vieler Nationallibe— ralen im Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf, hetr. die Pensionirung der Volksschullehrer, einge⸗ dracht. Soweit die Pensionen 1200 Mt. nicht überschreiten, fallen sie der Stautskasse zur Last, die Minimalpension soll 450 Mk. betragen. Die Ersparnisse des Staates aus der Converuͤrung der bila proc. Consols sollen hierzu verwendet werden. Berlin, 28. Januar. Die Budget⸗Commission hat die Postbauten in Köln einstimmig genehmigt. Die BörsensteuerCommission hat sich mit 18 gegen 7 Stimmen für eine prozentuale Besteuerung und mit 15 gegen 5 Stimmen fur den Schlußnoten⸗ wang ausgebrochen. Ausland. Paris, 27. Januar. „Temps“ constatirt, daß nach dem Eintreffen der Verstärkungen die gesammten militärischen Streitkräfte, über welche Briere und Courbet verfügen, einschließlich der annamitischen Tirailleurs, 40,000 betragen. Rom, 27. Januar. „Agenzia Stefani“ meldet aus Perun vom 26. d., daß am Tage zu⸗ vor ein Detachement des Panzerschiffes „Casiel- iderdo“ in Beilul landete, den Ort besetzte und die italinische Flagge aufhißte. Die Häuptlinge ꝛer Eingeborenen empfingen die Abtheilung freund⸗ ich. Einige in Beilul zurückgebliebene egyptische Soldaten werden sich morgen auf dem italienischen Dampfer „Corsica“ nach Massauah einschiffen. London, 27. Januar. Die „Times“ will vissen, daß zwischen Frankreich und Portugal ein Arrangement zu Stande gekommen sei, wonach Vortugal die französische Oberhoheit über die nörd— iche Mündung des Kongo anerkenne, während Frankreich den Anspruch Portugals auf die Kuste bis zum Südufer des Kongo anerkenne. London, 27. Januar. In Folge wichtiger Enthüllungen, welche ein im Tower Verhafteter den Behörden gemacht haben soll, begleiten Ge— zeimpolizisten alle von London nach den Hafen⸗ tädten abfahrenden Züge. Die Polizeiwachen vor allen Regierungsgebäuden wurden vermehrt. Die Besichtigung des Schlosses Windsor ist borläufig untersagt. Eondon, 27. Januar. Die Polizei will einen der Urheberschaft der Explosionen dringend Verdächtigen gefaßt haben; er heißt James Gilbert Cunningham, ist in Cork geboren und 25 J. a.; aach mehrjährigem Aufenthalt in Amerika kam er letzten Herbst nach England herüber. Der Ver— jaftete soll über seine Person falsche Angaben ge⸗ nacht haben. London, 27. Januar. General Wolseley meldet aus Korti von heute: Ich erhiell gestern inen Bericht von Earl, wonach der Marsch der Truppen den Nil stromaufwärts glücklich von Statten geht. London, 28. Januar. Reuters Bureau neldet aus Kairo vom 28. d.: General Wol— eley telegraphirt, daß Metamneh eingenommen, Beneral Stewart schwer verwundet und Wilson per Dampfer nach Khartum abgegangen ist. Newyortk, 27. Januar.“ Inden Legisla⸗ uren der Staaten Newyork und Pennsylvanien ind Anträge auf Regelung der Anfertigung und des Verkaufs von Dynamit eingebracht worden. SZokele und pfälzische Nachrichten. * Die Gesammteinnahme der Pfälzischen Fisenbahnen pro 1884 betrug 14 755,106 Mark 14 Pf.; gegenüber der des Jahres 1883 ein MNehr von 468,507 Mark 79 Pf. — Zweibrücken, 28. Januar. Die Er⸗ jffnung der J. Schwurgerichtsperiode pro 1885 ist zuf 16. März festgesetzt, Hr.k. Oberlandesgerichts⸗ rath Karl Osthelder zum Vorsitzenden und Hr. . Landgerichtsdirektor Joseph Herfeldt zu dessen Stellvertreter ernannt. — Homburg, 26. Januar. Heute Nacht verschied dahier nach nur kurzem, jedoch schwerem Leiden der weit über die Grenzen der Pfalz hinaus »ekannte Altbürgermeister Ernst Dümmler. Die Imkerwelt verliert in dem Geschiedenen einen ihrer bekanntesten und tüchtigsten Vertreter. — In Thalfröschen grassiren die Rötheln, resp. Masern unter den Schulkindern so stark, daß die Schule geschlossen werden mußte. — In Reichenbach hat sich ein 4- 5jãhriges dind durch heißen Kaffee derart verbrannt, daß es bald darauf unter den gräßlichsten Schmerzen starb. — Bergzabern, 27. Januar. Am Sonn— ag Abend um 1210 Uhr erdröhnte am „Berg“ ein heftiger Knall, eine Erplosion hatte das nach einem stattgehabten Brande im Wiederaufbau be— griffene Wohnhäuschen des Tagners Lorch in einen Trümmecrhaufen verwandelt; am gegenüberliegenden Wohnhaus des Geschaftsmannes Lipp wurden Fenster zertrümmert und Wande beschädigt; auch mn andern Nachbarhäusern wurden durch den starken duftdruck Fensterscheiben eingedrückt.“ Wer den Schurkenstreich verübt hat und obe mit Pulver »der Dynamit geschehen, weiß man noch nicht. doffentlich wird die Untersuchung den Thater er⸗ mitteln. — Neustadt, 27. Januar. Die pfälzische Bahn und die preußischen Staatsbahnen haben ꝛinen Vertrag mit einander abgeschlossen, nach velchem sie alle Gütertransporte von und nach der heinischen Bahn mit Vermeidung der hessischen dudwigsbahn nur noch über Ludwigshafen oder Neustadt, Hochspeyer, Münster a. St., Bingerbrück erschicken. Die hessische Ludwigsbahn hal hier⸗ jegen durch eine öffentliche Bekanntmachung erklärt, aß sie alle Transporte nach wie vor uͤber die ali⸗ Route zu den — denjenigen der an⸗ deren Vahnen gleichen Frachtsätzen befördert, wozu ie auch in der Lage ist, da in den meisten Fällen die kürzeste Route über ihre Linien führt.“ Das Publikum möge, um sich dies zu sichern, die Route iͤber die heffische Ludwiqgsbahn vorschreiben. — Damit ist denn auch zwischen den beiden Privat⸗ zahnen am Mittelrhein, die so lange eintrachtig usammengewirkt und siets in sehr intimen Ver — ——— jältniß gestanden hahen, der Krieg ausgebrochen. Repressalien der hessischen Ludwigsbahn gegen die Pfalz als Alliicten der preußischen Staatsbahnen m Kampfe gegen Erstere werden nicht ausbleiben. besser wäre freilich das alte Verhältniß bestehen geblieben, denn einen Vortheil wird es auch den pfälzischen Bahnen nicht bringen, an dem Kampfe gegen die hessische Ludwigsbahn mitgewirkt zu haben. — Speyer, 26. Januar. Herr Hilgard hat dem Vernehmen nach bei seinem jüngsten Hier— scin wieder 10,000 Mark für das neue Diako—⸗ nissenhaus gespendet. Auch spricht man von einer Stiftung für das hiesige Waisenhaus. Bermischtes. Die mit dem Datum 11. Juli 1874 ver⸗ sehenen Reichskassenscheine zu 5, 20 und 50 Mark sind nicht mehr auszugeben, sondern im Abrech— naungswege abzuliefern oder an die vorgesetzte Kasse zum Umtausche einzusenden. Das Finanzministerium zat nun die hierauf bezüglichen näheren Anord⸗ aungen an die einschlägigen Kassen und Aemter erlassen. F Stuttgart, 27. Januar. Bei einer in der Pulverfabrik in Rottweil heute stattgehabten Explosionen wurden 5 Persounen getödtet. F Frankfurt. (Zur Ermordung des Poli⸗ jeiraths Rumpff.) Das k. Polizeipräsidium bestä⸗ tigt in einer an die hiesige Presse gerichteten Notiz, daß der in Hockenheim bei Mannheim verhaftete Schuhmacher Johann Lieske aus Zossen (Kreis Teltow, Reg.Bez. Potsdam) schwer belastet ist. Weitere Mittheilungen seien zur Zeit nicht möglich. fFKaiser Wilhelm hat für die durch die Krdbeben heimgesuchten Bewohner Spaniens 20,000 yranken gespendet. Der Berliner Ausschuß konnte ereits 80,000 Franken nach Spanien abgehen assen. Wien, 27. Januar. Im Wiedener Theater entstand knapp vor der Eröffnung der Vorstellung Feuerlärm. Die Holzverkleidung der Wärmerohre m Parkett begaun in Folge Ueberheizung zu zlimmen. Die Feuerwehr leitete den Schlauch in »as Parkett und beseitigte rasch die nur momentane VBeklemmung. Das Publikum verhielt sich muster⸗ haft. Der Regisseur beruhigte dasselbe in einer AUnsprache. f (Ausstellung in Antwerpen.) Die Zahl der deutschen Aussteller beträgt bereits 800. Nicht nur die Betheiligung der Großfirmen wird zie deutsche Abtheilung besonders glänzend auftreten lassen, sondern die Unterstützung dieser gewaltigen inzeln⸗ Ausstellungen durch eine Reihe von Indu- trieen, welche kollektiv ausstellen. Durch solche Follectiv⸗Ausstellungen kommt auch der voranstrebende leinere Fabrikant, der noch nicht über Großsummen zerfügt, zur Geltung und vorwärts. Ein groß irtiges Bild wird die chemische Industrie gewähren. rine Antwerpener Firma hat es ferner übernommen, nuch die Lederbranche in einer Collektiv Gruppe u vereinigen. FEin seiltanzendes Pferd. Zu den lttraktionen des internationalen Circus in Covent⸗ arden⸗Theater, London, gegört seit Kurzem ein eiltanzendes Pferd. „Blondin“, so heißt der vier⸗ üßige Seiltänzer, ist ein junger Vollbluthengst, er, geführt von seinem Abrichter Signor Corra- »ini, das 20 Fuß hoch aufgespannte Seil von 9 Zoll Dicke besteigt Uund mit einer Binde vor den Augen don einem Ende desselben bis zum anderen ind rückwärts mit vollendeter Grazie schreitet. Die deistung ist einzig in ihrer Art und wird stet— »urch stürmischen Beifall ausgezeichnet. F Die Indianer Nordamerikas. Nach statistischen Aufzeichnungen des indianischen Bureaus war die Gesammtzaähl der Indianer in sen Vereinigten Staaten vor drei Jahren 876,000 velche sich wie folgt vertheilte: 67,000 Bürger, 7000 gehörten den sechs Nationen, den Reste der Frokesen, 58,000 den fuünuf ttheilweise civilisirten ationen in dem indianischen Territorium an. Die auderen Indianer in den Reservationen wurder uf 198,000 geschätzt; zu den wandernden Stämmen ählten 15,000 und in Moska befanden sich 31,000 zudianer. Das von den Indianern kultivirte Land tieg von 157,000 Akres im Jahre 1879 aus 3205, 000 m'w 1881, andererseits vermehrte sich die Zahl der Indianer in den Jahren 1880/81 um 5729, wobei die Indianer, welche Bürger geworden ind die Bewohner Aloskas außer Betracht bleiben. Ss waren 60,000 schulpflichtige Kinder vorhanden, yon denen ein großer Theil Unterricht erhielt. Die Indianer zeigen einen ernstlichen Eifer, ihre Kinder unterrichten zu lassen. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. — Wer nicht wagt, gewinnt nicht. Gewinnziehung der Sin-Mark-Lotterie zu Gunsten bedürftiger Frauen uind Mädchen ohne Widerruf am 5. Februar. 0,700 Gewinne mit baar Geld 75,000 Mk. — Hauptgewinn: 25,000 Mark. Licitation. Dienstag, den 18.Februar 1885 Nachmittags 3 Uhr., zu Rohrbach in der Wirthschaft von Andreas Schwarz, werden durch den interzeichneten, gerichtlich hiezu beauf⸗ tragten k. Notar der Abtheilung wegen zyffentlich auf Eigenthum versteigert: Steuergemeinde Rohrbach: XZur Gütergemeinschaft, bestanden wischen dem zu Rohrbach ver—⸗ lbebten Bergmann Johann Hohlweck und dessen hinter⸗ dliebenen, gewerblos in Roher⸗ hach wohnenden Wittwe Mag⸗ dalena Michaeli, gehörig: Pl. Nr. 1519, (32 Dez.) 10 a4 20 qm Acker am Spieserflur. 4. Ahnung, neben Peter Henrich und Wittwe Kempf; Plan Nr. 860, (7 Dez) 2 a 10 qm Wiese am Stegbruch neben Peter Weirich Wittwe und Mathias Gehring, z3 Zur SGütergemeinschaft gehörig, welche bestanden hat zwischen dem zu Rohrbach verlebten oens. Bergmanne und Feld—⸗ schützen Andreas Klahm und seiner Wittwe, obiger Magdalena Michgeli: Pl. Nr. 476*2 (33 Dez.) 112 20 qm Acker unten am —* herg neben Jacob Jacob und Marx Würzt; Pl. Nr. 244, (19 Dez.) 6 a 50 qm Acker in der Kirklerdell reben Mathias Gehring und! Georg Bohnert Erben; Pl. Nr. 1076, (39 Dez) 13 a 30 qm Acker längs dem St. Ingberter Bann neben Johann Wagner und Johann Klahm; Pl. Nr. 2116, (48 Dez.) 16 a 10 qm Acker auf dem Tummel⸗ platz neben Peter Würtz beiderseits; Plan Nr. 350, (49 Dez.) 16 4 700m Acker hinter Neufelderahnung ieben Peter Gehring und Johann? hussong; Plan Nr. 487, (41 Dez.) 14 4 Ucker am Kahlenberg neden Erben Abhel und Peter Gehring; Plan Ne. 2152, (14* 10 Dez.) 44 0 qm Acker im Pfuhlgarten neben Iacob Schmift und Joseph Bund.“ Eigenthümer sind: lL., Genannte Magdalena Michaeli, Wittwe erster Ehe von Johann Hohl⸗ veck und zweiter Ehe von Andreas dlahm; II. das einzige Kind und Erbe )es verstorbenen Johann Hohlweck. damens Elisabetha Hohlweck, gewerb⸗ ose Ehefrau von Jacob Schmitt, S„chneider; Ul., die Kinder und Erben es veriebten Andreas Klahm, damens: 1. Johann Klahm, Berg nann, 2. Johann Nictolaus Klahm Zergmann, 3. Magdalena Klahm edig, gewerblos, 4. Maria und 5. Undreas Klahm, die beiden letzteren soch minderjährig, gewerblos, vertreten urch ihre Mutter Magdalena Michaeli, ils Vormünderin, und ihren Onkel zJohann Klahm, Bergmann, als Neben⸗ ormund. — Alle in Rohrbach woh⸗ nend. St. Ingbert, 28. Januar 1885 EIESOMmmMTeæeær- k. Notar. Kriege Verein. Sonntag, den 1. Februar, Abends 8 Uhr findet im Ober hauser'schen Saale ein 3401 * tatt, wozu die Mitglieder mit Familie hiemit eingeladen werden. Fremde dürfen eingeführt werden. dagegen ist die Einführung solcher iesiger Einwohner nicht gestaltet, welche im deuischen Heere gedient haben und Mitglieder des Vereins sein könnten. Alle andern Einführungen sind bie ängstens Samstag Abend beim II Vorstande, Herrn Becker, anzumelden sicht vorher Angemeldete werden nicht zu elassen. St. Ingbert, den 29. Januar 1885. Der Ausschuß. Nur noch wenige Tage u I V CEkE S HFIIC Ia aupttr -— . 2* —UW per Pfd. 33 Pfg. Karpfen und Hechte in beliebiger Größe. Häringe superior, Sardellen mofiehlt Deéfinitiv am aruar ISS J— —— — Wohlthàatigkeitslotterie- Ziehung für bedürftige Frauen und Mädchen. I0, 200 GleId geu nne mit — baar Geld ohne jeden Abzug. Fiehnng ohmne Verschub 5. Februar 1885. Seneral⸗Agent. A. n. B. Schuler, München. Loose hior vorräthigbei: B. Hery. Reinen Bienen-Honig »er Pfd. 90 Pf., bei 10 Pfd. 86 Pf. u haben bei Carl Best. S diche dun C.AOGPULVER CHOCGOoLADE VB. O. MOSERACOB 6Suren,e h minn loheier J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wigshafen a. Rh. — 7 Zu haben bei Herren Jean Peters Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert zarl Pauly, Wwe. Fonnet, Blies aste. —X— sind stets vorräthig in der Druckerei das St. Ingaberter Anzeigere Nruck und Veseq von F. X. Demetz in St. Ilunder ren Die tets 18. den in 0 jer, der ren in. den ten 90 nd auf dit m en u. en die et 1 —2 ul. 2 v 8 8 * — 2 * n —25523525 — 8— 2 — —— —EA 55353533 28 25 ⁊ 22 5 258 55* 585 45 5 55 52533553 * — 3 3 — 2 —5363* 23 252 125523535 — 222 —— 38258 2 2 7* 2* 2 * 22553323375 5. 5 5 2 — * 2 ⸗ 8 32—2 3 ãA— 8 — 5 * 535325 558— 7 53* 33 5 55585 5 228 * 357535885 —— — 55 —A 2553353335 * 25535362 33535*8 385853 —— 7838 53557 5* 25555 ** ***27 — 8 —5 —— 22 —25 7 * — 27 528 2 — 25 525 —3 — 2 82 — 0 5 — 2c525 —— * 5253553 2 353355 27535333380 38 55 3* — 5 68338* —5053* 5 7 8 5 22* 5*2 2252 * 3 6 5 25 4 8* — — S23 225 52526 15575557 22 3535522— ⸗ 875388—0 *32283 7—78 6 258—3323 2375 233237 2 y 8 — — „22 2 5 3* 528 . 25 —„ 822337 ——— —e— 255 2 I 5823 ——38823 — 555833 3255 5 33 255 *2— 73 225833 5— s852 — —— 5 — 233523 8 1 7 5 —8222*8532 — 8 — 2. 2 8 * 2 —— — * — 7 — — 33833575 * 6 8 5 25 A —A— 2 2 25323553 223553. 525 * 835288 2555 55 * 3258* »717 —— z222 37 5 —5275555 5323 * *55 —22 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J 686 I —J83* — — 8 —z38BB JJ —— 16 —3832 * 785868 1—4 85 * F * —I8 —— 8 ——JVJ9 —I83—— — / * —3 M 7— —58 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltu g Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blait kostet vierteljahrlich 1AM 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen LMA 75 A, einschlieg 40 — Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 4. Neclamen 30 —. Bei Amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 2 Samstag, 31. Januar 1883. 20. Jahrg. Volitische Uebersicht. In der Mittwochssitzzung des Reichsstages wurde der Antrag Windthorst auf Aufhebung des Expa⸗ triirungsgesetzes in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Der Abgeordnete für Straßburg-⸗ Siadt, Kablé, begründet darauf seinen Antrag aus Aufhebung der außerordentlichen Gewalten des Statthalters von Elsaß-Lothringen. Unterstaats⸗ sekretär von Puttkamer hob darauf hervor, daß die Regierung die freie Meinungsäußerung nirgendwo beschränke, und zeigte an den Wahlreden des Ab— geordneten für Metz, Antoine, wie die deutschfeind- liche Agitation in Elsaß-Lothringen die Bevölkerung hindere, sich in die Verhältnisse einzuleben. Wenn der Reichstagsabgeordnete für Mühlhausen, Dollfus, in offenen Briefen an seine „lieben Mitbürger“ in Paris seine französischen Sympathieen ausspreche, so könne die Regierung doch unmöglich die Re— pressirmaßregeln aufgeben. Er bitte, den Antrag abzulehnen. — Die Debatie wurde bis zur nächsten Sitzunq vertagt. Vermessungsarbeiten in der Nordsee, Elbe und Weser, der „Hai“ wird Tender für das Artillerie⸗ chulschiff „Mars“, die Torpedoboote sind fürs Heschwader bestimmt. An der Ausrüstung des „Habicht“ wird Tag und Nacht gearbeitet; das elegante Schiff liegt bereits vollständig aufgetakel und bedarf nur noch der inneren Ausrüstung und Verproviantirung. Wie bei den anderen Schiffen des westafrikanischen Geschwaders wird auch in diesen Dingen dem „Habicht“ eine ganz besondert Sorgfalt und Rücksicht gewidmet und Sachen kommen an Bord, an die ein Kriegsschiff sonst nicht denkt Bei den Arbeiten auf der Werft soll übrigens der Mangel an Schiffszimmerleuten empfunden werden ein Grund auch, weshalb der Bau des Ersatzes für die Corvette „Victoria“ (Ersatz⸗Victoria) nicht nach Wunsch fortschreitet. Die Mittheilung von der neuesten Erwerbung Deutschlands im nördlichen Westafrika wird etzt auch von der „Times“ bestätigt. Die deutsche xlagge wurde inmitten der französischen Besitzungen n Senegambien an dem neuentdeckten Flusse Dubrecka aufgehißt. Die „Times“, der die Ge— iegenheit günstig scheint, um in Frankreich Miß— timmung gegen Deutschland hervorzurufen, spricht die Aussicht aus, die neueste Flaggenhissung in der inmittelbaren Nachbarschaft der französischen Be— itzungen sei die Antwort Bismarck's auf die Hal— ung Frankreichs in der Congofrage. Die „Frankf Ztg.“ bringt in Erinnerung, daß im Juni v. J Dr. Nachtigal dieses Gebiet (gegenüber der eng— ischen Insel Los) nicht des Annektirens werth gefunden habe, wie damals in der „Frankf. Ztg.“ auf Grund des Berichts eines deutschen Offiziers mitaetheilt worden sei. mission. Ueber den Antrag Buhl erfolgt die Ab— stimmung erst in dritter Lesung des Branntwein— steueretats. Die übrigen Titel des Etats für Zölle und Verbrauchssteuern werden underändert genehmigt. Berlin, 29. Januar. Zu der Dampfersub— ventionskommission des Reichstags erklärte Staats— sekretär Stephan, die vom Zentrum vorgeschlagene Spezialisirung einzelner Linien unter Fesiseßung der für dieselben aufzuwendenden Summen sei un— annehmbar. Auf die Einfügung des Hafens von Rotterdam in die Hauptlinie für die Hinfahrt so— wie die Annahme Triests als Ausgangspunkt für die Mittelmeerlinie bereiteten unüberwindliche Hin— dernisse. Die Frage, ob Genua oder Triest koͤnne nur Sache der Verhandlungen mit den Unterneh—⸗ mern sein; nothwendig sei nur die Strecke Brindisi— Suez. Die Kommission verwarf die Samoalinie strich bei allen Linien Worte „über Rotterdam“ ebenso „Triest“ bei Mittelmeerlinie und lehnte die vom Zentrum vorgeschlagene Spezialisirung ab. Sodann wurden die Linien Oftasien-Australien an— genommen, Afrika abgelehnt. Mit diesen Modifi⸗ kationen wurde die Vorlage in erster Lesung ange⸗ nommen⸗ Berlin, 29. Januar. Die Budgetkommission lehnte die ersten Raten für Postbauten, 100,000 Mark für Stetin, 70,000 Mark für Bingen und 80,000 Mark für Weißenfels, ferner die zum An⸗ kaufe des Nachbargrundstückes des Generalpostge⸗ bäudes (Leipziger Straße, Berlin) geforderten 281,500 Mark ab. Berlin, 29. Januar. Der polnische Sprachen⸗ antrag nebst sämmtlichen Unteranträgen ist von der betreffenden Reichsstagskommission in erster Lesung abgelehnt worden. Berlin, 29. Jan. . Dem Landtag werden binnen Kurzem zwei Vorlagen zugehen, welche in unmittelbarem Zusammenhange mit der Ermordung des Polizeiraths Rumpff in Frankfurt stehen: die eine beantragt, das volle Gehalt, welches der Er⸗ mordete bezogen, seinen Kindern auf Lebenszeit zu belassen, und die zweite Vorlage enthält Gelo— orderungen für den Zweck erheblicher Verstärkung des aktiven Volizeiaufsichtspersonals in Frankfurt a. M. Auslaud. Paris, 28. Januar. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die allgemeinen Wahlen zur Deputirtenkammmer am 31. Nai stattfinden. Paris, 28. Januar. Aus Saigun bom 28. Januar wird gemeldet, daß die Aufstaändischen nach Cambodscha geflohen oder verstreut seien. Drei stanzösische Colonnen, unterstützt von den Hülfs⸗ truppen der Eingeborenen verfolgten dieselben Si— ootha wurde durch den Oberst Miramont bei Preycho zeschlagen und ist verwundet. Die zweite Bande von 300 Mann wurde bei Rathkenot von dem Schiffslieutenant Tsigny geschlagen. London, 28. Januar. Wolseley telegraphirt aus Korti von heute Morgen: Aus Gubat, zwei Meilen oberhalb Metamnehs gelegen, ist ein In— fanterie-Kapitän eingetroffen, welcher Gubat am 24. Januar verließ. Derselbe berichtet, daß seit dem 17. Januar scharfe Gefechte stattgefunden und die Mannschaften bis zum 25. Januat wenig Ruhe zehabt hätten. Stewart sei schwer verwundet, Wolseley's Instruktionen seien ausgeführt. Die britischen Truppen halten die jtzt stark befestigte Position am Nil halbwegs zwischen Khartum und Berber besetzt und beherrschen die Wüstenstraße wischen der Position und Korti. Gubat ist gegen ede Streitmacht des Mabdis haltbar Aus Khar⸗ Der Ausschuß des Central⸗-Verbandes deutscher Industrieller faßte in Bezug auf die dem Reichstage vorliegenden Anträge, betreffend die Ausdehnung der Arbeiter- Gesetzgebung folgende Resolution: „Die deutsche Industrie hat stets ihre Bereitwillig— keit bewiesen, das Loos ihrer Arbeiter bestens zu zestalten und zu diesem Zwecke schwere Lasten auf sich genommen und wird auch in Zutunft nach Kräften hierzu bereit sein. Es muß aber gleich⸗ mäßig den Interessen der Arbeitgeber und Arbeiter zum Schaden gereichen, wenn zunaufhörlich gesetz⸗ geberische Versuche im Reichssstage unternommen werden ohne genügende Verbreitung und ohne daß die große Mannichfaltigkeit und Verschiedenartigkeit der thatsächlichen Verhältnisse hierbei berücksichtigt sind und ohne daß den Betheiligten zuvor Gelegen⸗ heit gegeben ist, mit ihren aus der Erfahrung ge⸗ jchöpften Ansichten und Wünschen gehört zu werden. Angesichts der dem Reichstage gegenwärtig vor⸗ liegenden Anträge auf Ausdehnung des Arbeiter⸗ schutzgesetzes erllart daher der Ausschuß des Central⸗ Verbandes deutscher Industrieller es für unumgäng- lich nothwendig, daß, ehe die Gesetzgebung auf diesem Gebiete weiter in Anspruch genommen wird, tingehende Erhebungen darüber angestellt werden, ob und inwieweit zu einem gesetzgeberischen Vor— hen ein praktisches Bedürfniß vorliegt, ob die stonkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt hierdurch beeinträchtigt und ob nicht das wohlverstandene Interesse der Arbeiter elbst geschädigt werde. Hierbei erscheint es ins⸗ besondere wünschenswerth, daß auch Arbeiter, welche für Familienangehörige zu sorgen haben, gehört werden. Ferner erklart der Ausschuß des Centtal⸗ Verbandes deutscher Industrieller in Erwägung, daß Mißgebräuche, die vereinzelt vorkommen mögen, in anderer Weise beseitigt werden können, sich schon etzt gegen die allgemeine Begrenzung der Arbeits⸗ zeit erwachsener männlicher Personen,“ Man meldet der „Gazette piémontaire“ aus London: Es geht das Gerücht, daß zwischen der Türkei und England eine Verständigung statt⸗ jefunden hat. Gemäß derselben werden die türk— schen Truppen ganz Egypten mit Ausnahme von Alexandrien, Suez und Port Said besetzen. Der Khedive wird abgesetzt und ein türkischer Pascha zritt an dessen Stelle. Die Türkei macht sich ver⸗ bindlich, die englischen Vorschläge bezüglich der zgyptischen Finanzen zu unterstützen. In den eng⸗ ischen politischen Kreisen finden diese Gerüchte vielen Blauben. Deutsches Reich. Berlin, 27. Januar. (Reichstag.) Berathung des Branntweiusteueretats. Abg. v. Wedell bean⸗ ragt namens der Kommission die Bewilligung und »emerki, die Regierung habe in der Kommission erklärt, sie sei zur Zeit mit einer Reform der Zranntweinsteuer nicht beschäftigt. Dr. Buhl be— zründet seinen Antrag auf Erhöhung der Steuer. Uhden begründet seinen Antrag, die Kreditfrist für die Steuer auf 9 Monate zu verlängern. Staats⸗ ekreiär Burchard tritt der Ansicht bei, daß ein jöherer Ertrag aus der Branntweinsteuer erzielt verden müsse; es sei nur schwierig, den richtigen Weg zu finden. Minister Lucins hebt hervor, das etzige Steuersystem habe die Abtretung der Spiri— usindustrie von der Landwirthschaft verhindert. Die Wirkung einer Fabrikatsteuer sei gar nicht überseh- bar; die Regierung müsse ebenso wie die Steige⸗ kung der Steuerbeträge auch eine Schonung der Industrie im Auge haben. Nach langer De— hatle geht der Antrag Uhden an die Budgetikom—⸗ Ueber die Indienststellung vonSchiffen ür das im Mai auslaufende deutsche Geschwader oder zu sonstigen Zwecken ist, nach der „K. Ztg.“, is jetzt Folgendes bekannt: Die Kreuzerfregatte „Stein“ geht auf eine der überseeischen Stationen, das Panzerschiff Friedr. Karl' wird Wachtschiff unserer Marinestation, die „Pommerania“ soll die Nordseefischerei beschühen der Frache“ die zu zum seien während der Rekognoszirung Metamnehs am 21. Januar vier Dampfer unter Nusri⸗Pascha n Gubat eingetroffen, hätten Mannschaften und danonen gelandet und an den Operationen theil⸗ jenommen. Wilson ist am 24. Januar mit zwei dampfern und einer Infanterieabtheilung nach Khar⸗ um abgegangen. Ueber die Gefechte bei Metam⸗ neh selbst meldet die Depesche: Metamneh war von 2000 unter Nurangar mit drei Geschützen besetzt gewesen. Stewart umging, Wolseley's Instruf- ionen gemäß, Metamneh, sei aber am 19. Januar 3 bis 4 Meilen vom Nil entfernt auf eine feind⸗ iche Abtheilung gestoßen; hier wurde Stewart ver⸗ pundet, Wilson übernahm den Oberbefehl, drang vor und warf am Nachmittag den Feind, welcher 5 Emire und 250 Todte zurückließ, zurück. Der Verlust der Briten ist noch ungemeldet, 2 Offiziere sind gefallen. Wilson habe Gubat besetzt und am 21. Januar eine Rekognoszirung gegen Metamneh unternommen. — Obwohl der Ort leicht einnehm ⸗ var ist, nahm Wilson doch von einem Angriff Ab⸗ dand, weil er der Ansicht war, daß die Verluste „eim Sturm dem Erfolge nicht entsprechen würden. Am 22. Januar rekognoszirten zwei Dampfer gegen Shendy und kehrten Abends zurück. Der letzte Brief Gordon's dalire vom 29. Dezember v. Is., besage nur, daß Khartum noch vier Jahre haltbar sei. Buller geht von Korti ab, um den Ober⸗ befehl auf der Wüstenstraße nach Gubat zu über⸗ nehmen. LZokale und pfalzische Nachrichten. — St. Ingbert, 30. Januar. Gestern derstarb zu Colgenstein im Hause seiner Eltern nach langem Leiden der Schulverweser Herr Theodor Braun. Der Verlebte wurde nach seinem Austritte aus dem Seminar im Oktober 1883 an zer neuerrichteten protest. Vorbereitungsschule dahier mngestellt. Leider war es ihm nicht vergönnt, lange n seinem Berufe zu wirken. Nachdem er kaum ein halbes Jahr mil seltener Treue und Gewissen⸗ zaftigkeit in der Schule thätig war, mußte er sich schon, von einer dösen, schleichenden Krankheit hefallen, pensivniren lassen. Doch Genesung sollte ihm seine Pensionirung nicht bringen; in der Blüthe der Jahre fiel er, die Freude und die Hoffnung seiner Eltern, dem Tode zum Opfer. Mit seinen Angehörigen beklagen seine Kollegen und Alle, die hn kannten, sein frütes Hinscheiden. Denn ihn ennen lernen, das hieß, ihn lieb gewinnen. Seine dollegen verlieren in ihm der Tüchtigsten und Hesten einen und sicher wäre er bei seinen außer— Jewöhnlichen Geistesanlagen und seinem edlen Tharakter bei längerer Lebensdauer eine Zierde seines Standes geworden. Er ruhe in Frieden! Der Ausschuß des pfalzischen Vereins der Deutschen Lutberstiftung läßt durch seine geschäftsführenden Mitglicder— Konsistorialrath Risch in Speyer, J. Exter in Neustadt, Bürgermeister Süß in Speyer und Hauptlehrer Berger in Speyer, einen Aufruf an alle Protestanten der Pfalz, dem Verein durch einen jährlichen Beilrag von mindestens JMark oder durch einmaligen Beitrag von min— destens 50 Mark beizutreten. Der pfälz. Haupt. derein soll sich nach der Zahl der Dekanatsbezirke in 16 Zweigvereine gliedern und werden die Dekane ersucht, im Benehmen mit Geistlichen, Lehrern und Notabeln ihres Bezirkes die Bildung von „Zweig- dereinen“ einzuleiten. Die „Lutherstiftung“ soll zekanntlich ausschließlich den Söhnen von Pfarrern ind Lehrern durch Gewährung von Stipendien zu gute kommen. Der Landesstiftungsrath der Wittel sba cher Landesstiftung wird Mitte März zusammen ˖ reten, um über den zur Verfüglung stehenden Rentenantheil für das laufende Jahr zu verfügen. Allenfallsige Gesuche wären deunach baldigst einzu. zringen, wobei bemerkt sei, daß die Mittel der Witielsbacher Landesstiftung nur zur Errichtung und Unterhaltung von Handwerker-Fachschnlen, zur Beranstaltung von Fachausstellungen und zu sonstigen für das Handwert im Allgemeinen ersprießlichen Unternehmungen Verwendung finden dürfen. Anträge auf Prämiirung und Unterstützung von Meistern, Gehülfen und Lehrlingen gehören zur Zuständigkeit der Kreisstiftungsräthe. — Ein Angehdriger der bayerischen Armee, der den glorreichen Feldzug 187071 mitgemacht, ai, beröffentlicht in der Zw. Ztg.“ nachsiehende uteressante Reminiszenz: Es ist bekannt, daß das 2. bayer. Armeekorps unter der Führung des jerstorbenen Generals Ritter v. Hartmann am 18. Sept. 1870 durch die 5. Brigade (8. Jägerbat., 3. und 7. Juf.Regt.), sowie die Batterien Bauer, dofmeister und Lößel des 4. bayer. Artillerie-Regts. ie Einschließung der Pariser vollendete und somit der Weltstadt die ersten bayer. Grüße übermittelte. Wer aber den letzten Gruß auf der von den deutschen Armeetheilen besetzten Zernirungslinie am 27. Jan. 1871, Nachts 12 Uhr, der feindlichen Hauptstadt zum Friedensschlusse zusandte, dürfte wohl Wenigen zekannt sein. In Folge der Kapitulationsverhand⸗ ungen war der, Befehl ergangen, punkt 12 Uhr stachts das Feuern einzustellen. Nach der Uhr des Irn. Batt.Kommandanten wurde denn auch punkt 12 Uhr befohlen, das noch geladene Geschütz ab⸗ ufeuern. Unteroffizier und Mannschaft traten an, uuf der ganzen Zernirungslinie herrschte schon Todtenstille, das kurze Kommando „Feuer“ erscholl. ind der letzte Gruß an die große Hauptstadt wurde, zleichvie einige Monate vorher der erste, wieder on einer bayerischen Batterie, und zwar des 4 Irtillerie Regts. „König“ (Belagerungsbatterie Nr. 7, General-Inspekteur) unter dem Kommando des herrn Hauptmannes und jeßzigen Majors J. Mettz in Meß), vollzogen. — Pirmasens, 28. Januar. Gestern Nach⸗ nittag ereignete sich in der Eisenbahnstraße schon vieder ein Unfall. Als einer der Wägen des ibziehenden Circus Bügler die Stelle passirte, wo ijeulich auch der Postwagen ins Gleiten kam, passirte hm dasselbe und er wurde gegen das Bäcker Leh—⸗ iung'sche Haus geschleudert. Unglücklicherweise »assirte gerade auf dem dort schmalen Trottoir ein Mann, dessen Kopf zwischen Wagen und Hauswand zepreßt wurde, wodurch derselbe am Hinterkopf und »er Stirn schwere Verletzungen erlitt und in Folge dessen ins Spital verbracht werden mußte. Gefahr ür das Leben des Verunglückten soll übrigens nicht vorhanden sein. (P. A.) — Landstuhl, 29. Januar. Die gestrige Jagd in den hiesigen Waldungen des Herrn Kom— nerzienrath Stumm von Neunkirchen hatte als Resultat: 4 Böcke, 1 Fuchs und 14 Hasen. E. 3.) — Die „Kus. Ztg.“ meldet unter Vorbehalt, daß am Montag bei Offenbach auf dem Eise im Glan sechs Kinder eingebrochen und ertrunken seien. — Die Gasanstalt Kaiserslautern vertheilt pro 1884 16 pCt. Dividende oder 32 M. dro Aktie (wie in 1883). — Der älleste Bürger Edenkobens, Herr Friedrich Lintz, hat am vergangenen Donnerstag einen 91. Geburtstag gefeiert. — In Ludwigsthal wurde am 25. ds. in seltenes Fest gefeiert. Der Ort hieß rüher Plantage, und am 25. d. wurde die feier⸗ iche Umtaufe vollzogen. Gegen 3 Uhr stellte sich in imposanter Zug am Schulhause auf, voran die z-chuljugend mij blauweißen Fähnchen und Kränz⸗ hen, dann die Bergmusik der k. Grube Berbach, »er Bürgermeister und Adjunkt mit einigen Ge— neinderäthen, der Gesangverein und die übrigen restgäste. Unter Böllerschüssen bewegte sich der zug durchs ganze Dorf wieder zurück zum Schul⸗ ause, welches wie alle übrigen Häuser mit Kränzen jeschmückt nund mit Fahnen beflaggt war. Hier ungekommen, hielt Herr Verweser Ellspermann eine stede, in welcher er hervorhob, daß die Gemeinde nit Genehmigung Sr. Majestät unseres vielge— iebten Königs jetzt den Namen „Ludwigsthal“ ühre, und schloß mit einem dreifachen Hoch auf inseren Landesvater, worauf die Nationalhymne inter Begleitung der Musik abgesungen wurde. zum Schlusse brachte Herr Bürgermeister Schirber in dreifaches Hoch aus auf Se. Exellenz den Herrn stegierungspräsidenten v. Braun und Herrn Bezirks- imtmann Spöhrer aus Homburg. — Die auch in den „St. Ingberter Anzeiger“ ibergegangene Nachricht, daß Herr Grenuzaufseher Vilheln Anna aus Bergzabern sich bei der olländisch ostindischen Armee habe anwerben lassen, ist alsch. Herr A. befindet sich als Grenzaufseher zu pohenberg in Oberfranken. — Bergzabern, 27. Jan. Weil drin⸗ jend verdächtig, das Lorch' sche Wohnhäuschen n die Luft gesprengt zu haben, wurde gestern Nittag der 27 Jahre alte verheirathete Küfer daniel Jakobiy, Nachbar des Lorch, verhaftet. zakobh war am Sonntag Mittag in Weißenburg ind kaufte dort mehrere Packete Pulver und einige Meter Zündschnur. Bei der Untersuchung soll der⸗ selbe angegeben haben, nicht in Weißenburg ge⸗ vesen zn sein. Das Pulver, gewöhnliches Jagd zulver, wurde allem Anscheine nach in ein Faßchen jethan, letzteres in das Zimmer des Lorch gestellt ind mittelst Zündschnur entzündet. Sermiichtes. F(GDer Schlittschuhsport vor 100 Jahren.) Es giebt gegenwärtig keinen prächtigeren Anblick als die Eisbahn. Welch' malerisches Bild Während die jungen Herren und Damen wohl nicht alle lediglich des winterlichen Sports halber ich dort einfinden, sondern manche auch, um mit inem Franzosen der alten Schule zu reden, mit »en Füßen Liebesrunen in das Eis zeichnen, hul⸗ zigt die liebe Jugend ohne alle Nebenmotive dem röhlichen Vergnügen, pfeilschnell über die spiegel⸗ slatte Fläche dahinzusausen oder wohlgelungene dreise in dieselbe hineinzuschneiden. Jenes Ver— mügen, an welchem auch die Zuschauer sich ergötzen, vurde im vergangenen Jahrhundert selbst in solchen Hegenden als etwas Schandbares betrachtet, deren Bewohner sich seit alter Zeit durch Frohsinn aus eichnen. Just vor 100 Jahcen, am 4. Januar 1785, erließ der Kurfürst von Trier, sonst einer der liebenswürdigsten und leutseligsten Herrscher des ergangenen Jahrhunderts, ein Verbot, durch wel— hes das Eisschleifen, mit oder ohne Schlittschuhe, iuf beiden Seiten des Rheines und der Mosel derpönt wurde, und zwar unter der Verwarnung ,daß der ergriffene Contravenient, falls er ein Bürgerssohn oder eine sonst unbefreyte Person ist, auf dem Rathhause, die studirende Jugend aber, ohne Rücksicht des Standes der Eltern, in den heiden Gymnasien der Haupistädte (Coblenz und Trier), auf dem Lande in der Schule, öffentlich nit Ruthen gestrichen werden soll“. Und daß iennt man die „gute, alte Zeit“. F Forbach, 27. Januar. Eine seltsame leberraschung wurde gestern in der Kirche einer dame zu Theil. Kniet da während des 7-Uhr Bottesdienstes eine Dame in Andacht versunken in hrem Stuhle. Plötzlich fühlt sie ein Zerren und Ziehen in den Maschen des um Hals und Kopf jeschlungenen Tuches; etwas Lebendes scheint siqh arin verfangen zu haben. Erschreckt wirft sie zu⸗ nächst den Muff weit von sich, löst das Tuch so rasch als möglich vom Halse und richtig dem ver⸗ chlungenen Netze entspringt mit einem hörbaren Plumps — eine Maus. Daß die Dame noch den janzen Tag mit den Nachwirkungen des kleinen 5chreckens zu thun hatte, braucht wohl nicht erß jesagt zu werden. F Aus Diedenhofen berichtet unterm 25. Januar die Mosel⸗ und Nied-Zeitung: Heute trieb zier ein neun⸗ bis zehnjähriger Knabe, auf iner etwa zwei Quadratmeter großen Eisscholle tehend, längs der Eisbahn bei Beauregard die Mosel hinunter. Man kann sich die Aufregung ind Spannung des am Ufer stehenden Publikum )enken. Doch unser Weltbürger blieb fest und inerschrocken wie ein Feldherr auf seiner Scholl tehen, während unterhalb der Eisenbahnbrücke schot Nachen zu seiner Rettung gelöst wurden. Ma rwartete das Zerschellen der Scholle an der Brück ioch glücklicherweise trieb dieselbe vorher an das Ufereis und ihr Dirigent sprang leichtfüßig au etzteres hinüber und war gerettet. Der Knabe var mit einem anderen Kameraden beschäftigt ge— vesen, an der offenen Mosel Eisschollen loszulösen zie sich angesetzt hatten. Sie standen dabei au »em Eise. Ploͤtzlich löste sich eine große Scholl ind setzte sich in Bewegung. Der eine Knabt zlieb auf der Scholle sitzen, während der andert ioch rechtzeitig das Ufer gewann. So trieb dend die Scholle mit dem Knaben moselabwärts. — Die längst geplante Drahtseilbahn auf daß heidelberger Schlaoß soll nun zur Ausführ— ing kommen. Mit den Besitzern der in die Bahr inie fallenden Güterstücke sind bereits Unterhand ungen angeknüpft, und es wurden dieselben erbindlich gemacht, ihr Wort bis Ostern d. J. u jalten. Die Bahnlinie soll in der Nahe der Gaft söfe „Prinz Karl“ und „Adler“ beginnen und übet »en Bremeneckgarten aufwärts ziehen. Geteranen-Lotterie) Durch höchft Entschließung vom 4. ds. Mts. Nr. 140 wurd Xu— iossen Bunde die nachgesuchte Wohlthätigkeitslolterr um Besten der Veteranen⸗Witiwen und Waise Ullergnädigst genehmigt und das Bundesprasid ere ge· —* jen 1 4141 en d! Dhl Jen em el⸗ ene er⸗ en, en cen 13⸗0 dt e . 1n l er, en nd ich a3 t le mit der Ansführung beauftragt. Mit dem Loos- verschleiße 4ñà 1 Mk. wird demnächst begonnen wer—⸗ den. Möge dann Bahyherns Volk derjenigen nicht dergessen, die vor 15 Jahren für unser liebes Vater⸗ and für deutsches Recht den Heldentod starben, zilt es ja doch die Thränen der Hinterbliebenen zu trocknen, iaöge kein Loos unverkauft bleiben. Die 14 Studienseminare und Alum— ieen Baherns sind im Schuljahre 1884/185 von 1053 Schülern (gegen 186768 zu 674), alsdann die 10 erzbischöflichen und hischöflichen Knaben⸗ eminare von 1480 (gegen 974 im Jahre 1871 72) und die 9 erzbischöflichen und bischöflichen Klerikal- seminare von 711 (gegen 531 187778) Schülern besucht. F Würzburg, 27. Jan. In der gestrigen Sitzung der Strafkammer des Landgerichts wurden Urthur Saßmann, 19 Jahre alt, Cand. med. aus Wiesbaden, und Hans Stichler, 20 Jahre alt, Tand. med. aus Langenzenn, Beide zur Zeit da— hdier, wegen je eines Vergehens des Zweikampfes zu 8 Monaten Festungshaft verurtheilt. Die beiden Studirenden hatten sich am 19. November v. J. in einer in Kitzingen stattgehabten Paukerei bethei— ligt und wurden von der Polizei überrascht, wäh— rend die Anderen euikamen. Die Mensuren sind auf geschliffene Schläger ausgefochten worden. . Der katholischen Pfarrkirchenverwaltung Deggendorf wurde zum Zwecke decr Aufdring- ung der Mittel für die Erweiterung und Restau— ration der Stadtpfarrkirche in Deggendorf die Be— willigung zur Veranstaltung einer Geldprämien⸗ Lotterie mit der Befugniß zum Loosabsatze im zanzen Umfange des Königreiches nach Maßgabe des Verloosungsplanes vom 22. Juni 1883, wo—⸗ nach 300,000 Loose à 2 Mt. ausgegeben werden und aus dem Erlöse mindestens 200,000 Mk. dem obenbezeichneten Zwecke zufließen, 200,000 Mark aber für Gewinnste verwendet werden müssen, er—⸗ theilt. FFrankfurt a. M., 28. Januar. Das hdiesige Landgericht verurtheilte am Montag die ieben Metzger von hier und zwei andere aus Bocken⸗ sjeim, welche sich der Uebertretung des Nahrungs⸗ mittelgesetzes dadurch schuldig gemacht hatten, daß je der von ihnen angefertigten Wurst Stärkemehl zugesetzt hatten, zu je 30 Mt., eventuell 6 Tagen Gefängniß und den nicht unbedeutenden Prozeßkosten. F Als Friedrich Wilhelm VI. einst nach Merseburg kam und am Thore der Stadt vom Bürgermeister empfangen wurde, wollte dieser pflichtschuldigst eine Rede halten. Der König, der sogleich bemerkt hatte, daß der Bürgermeister sehr zu frieren schien — er trug einen schwarzen Frack und eine weiße Weste — ließ den Redner nicht zu Worte kommen, klopfte ihm gutmüthig auf den dicken Bauch und sagte: „Still, still! Erkälten Sie sich nicht Ihren werthen Montblanc!“ F Ländlich sitthich.) Im vorigen Sommer vurde ein lippischer Pastor vom Detmolder Consi— torium nach Hollaud gesendet um die lippeschen Hollandsgänger aufzusuchen und ihnen zu predigen. Von Seiten der betreffenden holläudischen Prediger waren ihm bereitwillig deren Kanzeln zur Verfügung gestellt. Nicht nur Lipper, sondern auch Holländer fanden sich in den Gotteshäusern ein. Aber Letztere rauchten ganz zwanglos in der Kirche wahrend der Predigt. Betroffen kam der Pastor nach deeudigter Predigt in die Sakristei und drückte dem dort an⸗ wesenden holländischen Prediger sein Befremden über die eben gesehene Unsitte aus. Der holländische Beistliche erklärte ihm, es sei das dort zu Lande altes Herkommen, woran man nicht rüttein dürfe. Der lippische Prediger bemerkte inzwischen, daß der Hollander seine rechte Hand auf den Rücken hielt. Er erlaubte sich, nach der Ursache zu spähen, und was sah er? Der holländische Prediger verbarg seine noch glimmende Pfeife hinter seinem Rücken FœUeber das Grubenunglück im Ida— schacht zu Hohendorf bei Oeisnitz im Lugau— Delsnitzer Kohlenbecken erhält die „Fr. Z.“ noch folgende Einzelheiten: Die Ursa he war Leine Er— plosion schlagender Wetter, hervorgerufen durch einen Soprengschuß. Die Verunglückten sind theils ver— brannt, theils erstickt durch die Nachschwaden. Uuter den Verunglückten waren dreizehn, verheirathet. Dreizehn Witwen und dreißig Kinder stehen an den Särgen, in welchen die nackten, starren schwarzen Gestalten der Verunglückten liegen. Die Gruben gehören dem Steinkohlenbauvereine Hohndorf und tehen unter der technischen Leitung des Direktors Liebe und der kaufmännichen des Dreklots Singers Der Oberhäuer Gehring aus Hohndorf ist mit ver⸗ unglückt. Man hatte bis Freitag an dem Orte. vo die Explosion vorgekommen ist, bis dahin nie⸗ nals Schlagwetter bemerkt. Af Gurz und bündig) Sie: „Schicke mit ofort 200 Mk., um die Schneiderin zu zahlen. Deine Anna. P. 8. Bald hätte ich vergessen, Dir einen stuß zu senden.“ Er: „Sende Dir einen Kuß. Arthur. P. 8. Bald hätte ich vergessen, Dir zu sagen. daß ich Dir die 200 Mt. nicht senden kann.“ F Eine leichte und dankbare Rolle.) „Zehn Flaschen Champaguer dem, der die Stimme ines Thieres am treffendsten nachahmt!“ ruft einer in Gesellschaft lustiger Brüder. „Angenommen!“ önt es von allen Seiten, und bald hört man viehern und grunzen, krähen und pfeifen. Da ritt der Letzte vor, stellt sich in den Kreis und — schweigt. Lautlose Stille. Nach fünf Minuten agt endlich der Stumme: „So, das war ein Fisch!“ Und richtig hat er die Wette gewonnen. fF Brüssel, 26. Januar. Gestern fuhr ein Straßen-Dampfwagenzug in der Vorstadt Irxelles ei der Straße Van Elewhck in einen anderen, der erade, um Passagiere abzusetzen, angehalten hatte o heftig hinein, daß ein Wagen in der Mitte voll⸗ tändig zertrümmert und die darin sitzenden 24 Zassagiere schwer verletzt wurden. Vorschriftsmäßig osl der Abstand der einander folgenden Züge 500 HMeter sein; als der Maschinist des zweiten Zuges hemerkte, daß der erste still stand, bremfte er sofort, iber die Räder sämmtlicher Wagen glitten auf den zlatten Schienen unaufhaltsam weiter und auch der zlötzlich gegebene Gegendampf konnte den Zusam— menstoßz nicht mehr verhindern. Bemerkenswerther Weise blieben die beiden letzten Wagen des ange— ahrenen Zuges unbeschädigt; das Unheil traf erst )en dritten; die anderen, nach der Maschine zu— lieben ebenfalls unverschrt. F (Die Schneefälle in Italien.) Die Turiner Blätter enthalten wiederum herzzerreißende Schilderungen über das Unglück und die Schäden, velche der Schnee und die L winen in den unweil der Mont-Cenis-Bahn gelegenen Orten verursach! jaben. Achtzig Personen wur en alleim im Val de Varaita todt unter den zertrümmerten Hütten Jervorgezogen. Im Val Luserna folgt eine Lawine der andern. Die entsetzten Bewohner der kleinen Dörfer wissen nicht, wehin sie fliehen sollen, da ille Verbindungswige nach andern Thälern von neterhohem Schnee bedeckt sind. An einzelnen Stellen der Eisenbahn soll derselbe eine Höhe von „Ichs Fuß erreicht haben, und es schneit noch immer. Zei Bardonnecchia sind 250 Arbeiter mit dem Wegräumen desselben veschäftigt. Der Präfect von Turin, Casalis, ist mit Truppen: Carabiniers, lpenjägern und Linien-Compagnien nach Salbert⸗ and und Umgegend geeilt, dirigirt auch persönlich »ie Arbeiten zur Rettung der Verschütteten. Die Apenninen und deren niedrige Ausläufer sogar sind benfalls mit hohem Schnee bedeckt, und ebenso »ie Abruzzen, so daß die Wölfe ihre Zufluchtstätteu zerlassen haben und in Rudeln von 20 —30 Köpfen in die Dörfer eindringen. Ju Coppito, Oventoli uind Rocca di Mezzo haben die Bauera Treibjagden nuf die halb verhungerten Bestien gemacht, haben Wer nur einige wenige erlegt. Eine neue Betriebskraft wurde in En zland eingeführt Eon einer Centralstelle an der Themse vird den Kaufleuten und Industriellen die für den Betrieb ihrer Maschinen erforderliche Arbeitskraft n der Gestalt unter hohem Drucke stehenden Wassers ugeführt. Da sich diese Einrichtung glänzend be— vährt hat, wird dieselbe über qunz London ausge⸗ ehnt werden. F (Bose Replik.) Ein Engländer erzählte tolz einem Indianer, daß die Sonne in den Be—⸗ itzungen seiner Königin nicht untergehe. „Kaunst du Dir denken, warum nicht?“ fragte zum Schluß »er Britte. — „Weil Gott sich hütet, in der Dunkel⸗ deit einem Engländer zu trauen“, war die Antwort. F (Uebertrumpft.) Ein Amerikaner, der von den häufigen Taschendiebstählen in den Straßen⸗ zahnwagen gehört, beschloß, den Langfingern einen Possen zu spielen. Er steckle daher eine geldleere Zrieftasche ein, in die er zuvor einen Zettel mit »en Worten: „Diesmal bist Du angeschmiert, Spitzbube!“ gethan hatte, und machte eine Fahrt auf einem Straßenbahnwagen. Beim Aussteigen zühlte er nach seiner Brieftasche, — sie war noch a. Auch der Zetftel war noch drin; aber unter dem von ihm geschriebenen Satz standen in anderer Handschrift die Worte: „Das ist ein fauler Witz und Sie sind ein dummer Junge!“ Marktberichte. Zweibrücken, 29. Jan. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ tualienmartt.) Weizen O M. — Pf. Korn 0 M. — pf., Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — pf., Spelz d M. — Pf. Spelztern — M. — pPf., Dinkel — Vi. — Pf. Mischfrucht O M. — Pf., Hafer 0 M. — Pf., Erbsen O M. — Pf. Wicken — M. — pf. Heu8 M. — Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1M. 80 Pf., Weißbrod I/ Kilo 50 Pf., stornbrod 3 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kils 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Vf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 56 Pf. Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 530 Pf., Wein JLiter 80 Pf., zier J1 Liter 24 Pfi., Butter ! Kiloar. O M. 90 j. Homburg, 28. Jan. (Fruchtmittelpreis und Viktua—⸗ ienmartte Weizen 8M. 65 Pf., Korn 0 M. — pf., Spelztern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gersie dreihige O M. — Pf., Geeste 4reihige 0 M. — Pf., dafer 7 M. 49 Pf., Mischfrucht 8 M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wichen — M. — Pf. Bohgnen O M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleisy Pf. Kindfleisch 80 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammelneisch — pf. Schweinefleisch 4«6 Pf. Butter 1Pfund 0 M. 98 Pf. Zartoffeln per zentner 1M. 80 Pf. Kaiserslautern, 27. Jan. (Fruchtmittelpreis und Biktualienmarkt. Weizen 8 Mi. 75 f., Korn 7M. 35 Pf. Spelztern — M. — Pf., Spelze6 M. 485 Pf., Berste 8 M. 82 Pf., Hafer 7 M. 30 Pf., Erbsen 0 Wi. — Pf., Wicken O M. — ppf., Linsen — M. — Pf. Klee- amen — M. — vf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pi., 3Pfd. 33 Pf. Gemischtbrod 83 Vfund 88 Pf. Butier pro Bfd. O M. 985 Pf., Eier per Dzd. 84 Pf., Kartoffeln per zentner 2 M. — Pf., Stroh J. Qual. 2 M 0 Pf., J. Qual. 2 M. 25 Pf., Heu pro Et. 3 M. 20 Pf., dleeheu 0 M. — pf. Fur die Redaktion verantwortlich: F. XR. Demetz. —r. Ein am 30. Dezember 1884 von dem Amtsgericht in Waldenbnrgei. Scht? zum Austrag gelangter Beleidigungsprozeß hat den dabei bethei— ligten Personen und Umstände halber auch ein all⸗ gemeines Interesse. Universitätsprofessor Dr. Gscheidlen in Breslau, zugleich Direktor des Breslauer Gesundheitsamtes hatte auf Veranlassung der Administtation der dronenquelle in OberSalzbrunn i. Schl. eine Broschüre über den Heilwerth dieses Wassers ver⸗ »ffentlicht, in welcher er in objektiv wissenschaftlicher Form die einzelnen Bestandtheile desselben, speziell »esjenigen am Lithion nachwies und auf Grund einer Untersuchungen ein der Heilkraft dieses Wassers, welches seit einigen Jahren in enormen Quantitäten Absatz findet, im Allgemeinen günstiges Gutachten abgab. Als Entgegnung auf diese Schrift erichien Unfang 1884 eine solche des Sanitätsraths Dr. Valentiner in Oder-Salzbrunn. ärztlichen Berathers der Fürstl. Pleß'schen Brunnen⸗Direktion »aselbst, in welcher unter dem sensationellen Titel „Die Krogenquelle zu Ober-Salzbrunn, und ihre vissenschaftliche Vertretung, Reklame oder Studium“, ein offenes Schreiben an Herrn Dr. Gscheidlen rc., letzteren Herrn in der denkbar schärfsten Form angegriffen und die Richtigkeit seiner Untersuchungen des Kronenquellenwassers in beleidigendsser Form derneint wurde. Auf Antrag der Königl. Staats⸗ mnwaltschaft wurde auf Grund dieser Broschüre zegen Dr. Valentiner Ankiage wegen Beleidigung rhoben und derselbe am 30. Dezember 1884 nach achtstündiger Verhandlung zu der hohen Geldstrafe »on 400 Mark und Tragung der Kosten verurtheilt. Hleichzeitig wurde die Vernichtung aller vorhandenen kremptare der Broschüre und der zu ihrer Her⸗ tellung nöthig gewesenen Platten verfügt. Der nitangeklagte Verleger der Broschüre, Buͤchhändler ẽ. W. Kreidel in Wiesbaden, wurde freigejprochen. veil ihm eine Kenntniß des Inhaltes derselben nicht nachgewiesen und er durch seinen Vertheidiger erklären lassen konnte, daß er das Manuskript der Zroschüre durch Dr. Valentiner unter Befürwortung der Fürstl. Pleß'schen Brunnen ;Direktion in Ober— Salzbrunn, der Konkurrentin der Kronenquelle, velche auch laut den Erörterungen in der Verhand⸗ ung die Druckkosten bezahlt hat, zugesandt erhalten ind im Vertrauen auf diese Direktion den Verlag ind den theilweisen Vertrieb der Broschüre über— iommen habe. Herrn Prof. Gscheidlen wurde roch das Recht zugesprochen, auf Kosten Valen; iners das Erkenntniß in einer Anzahl medizinischer Fachblätter, sowie in der „Schlesischen Zeitung“ u veröffentlichen. Nur Eine Mark das Loos zKeine Gegenstände! Nur baar Geld!! 388 *555 8iehung ohne Verschub am 5. Februar 1885. ** —XI—— —EIIIAA Alarsfen Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Britania⸗ ilbersFabrik übernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah— lungsverpflichtungen und baldigster Räu— mun der Lokalitäten e um 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, Ad daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs— mark) also kaum die Hälfte des Werthes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst prachte und effektvolles Britaniasilher -Speiseservice, welches früher sogar im Engros-⸗Preife 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ cheiden ist und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiselöffel schwerster Qualität, 6 Stuück Britaniasilber Kaffeelöffel, massive Qualität, ß Stück Britaniasilber Theelöffel, feinste OQualität, 1 Stüuck Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, 1 Stück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, ßz Stück große, massive Britaniafilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuck Britaniasilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 60 Stück, welche eine Zierde für die einste Tafel bilden und lostet Alles ufammen Fnur fünfzehn Mark. Geehrte Aufträge werden gegen Nach⸗ rahue (Postvorschuß) oder vorherige deldeinsendung, so iange der Vorrath eicht, effektuirt durch das F Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. Silberbers, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. XB. Taufende Anerkennungsschreiben höch- fler Herrschaften über die vorzügliche Dualität unserer Artikel sind in un⸗ erem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschraͤnknng hier nicht ver⸗ oͤffentlichen können, und liegen selbe zur gefl. Einsicht in unserem Devpotauf ist ein junger, coupirter Todes⸗Anzeige. Gestern Abend 10 Uhr starb noch schmerzlichem Leiden unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Barbara Mayeér, atten⸗ änger, on gelber! Farbe auf en Namen Schnauz'l hörend. Man wolle denselben gegen Be— lohnung in der Brauerei ——. BECKRKE in der Oberstadt abgeben. NB. Vor Ankauf wird gewärnt! geD. Dengel, zfters versehen mit den hl. Sterbsakramenten, in einem Alter von 534 Jahren, ganz ergeben in Gottes hl. Willen. Die im Herrn Entschlafene empfehlen wir dem frommen Gebete, und den geistlichen Bekannten im hl. Meßopfer. Beerdigung findet morgen früh 10 Uhr statt. S.t. Ingbert, 30. Januar 1885. J. D. Dengel, Stadipfarrer. Gesucht wird sofort ein braves fleißiges Dienstmädchen. Expedition sagt von wem. Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disquẽ & Cie. Mannheim empfiehlt ihre so beliebt gewordenen Elephauten⸗ Kaffee's gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschriftu. neu verbesserter Brennart. Große Eesparniß. Kräftig u. fein im Geschmack. In. Packeten mit Schutzmarke „Elephant“ versehen von 1 und is Pfd. — Preis per Pfund: f. Java Mischung 1.20, f. West⸗ indisch M. 1.40, f. Menado M. 1.60, j Bourbon M. 1.80, extra fein Mocca M. 2.-. Niederlage in St. Ingbert bei Frau Anna Treitz. Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗- und Auslandes zu beziehen: 4— e h 0 s 33 Die Klassiker der Rhilosophie. Von den frühesten griechischen Deukern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Westanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 89. Band J1: „Dus Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. VPreis der Lieferung 50 Pfennig. ⸗ Moorte isehedet n c , , * J me laglich auch SASloöntags — Aus- funrliche politische Mittheilungen. ↄbjectiv. mit Wiedergabe inter- esr anter Meinungsausserungen aus ler Presse aller Parteien. — vVachrienten über Thenter. Alusik. Cunet ric nchafi Gerichis nalle: locale Nachrichten. — zpunnende Roamane. Sorgfaltige 3orseu- und Handelsnachrichteu. -Vollatandiges Berliner Cours- latt. — Lotterielisten. — Amt- iche Nachrichten. 6 (Gratis-) eilagen; i. Neueste Lerliner licernde Blatter lillustrirt. 2 Interualtungsblatt. 3. Die Haus- rau. 4. Zeitung sür Landwirth- chauft und Gartenhau. 5. Neueste AModen (illustrirt und Schnitt- auster). 6.- Verloosungsblatt. betr. Obligationen, Prioritaten- Anlehensloose.) — — —«——— —XE Die roich Nlustrirten, Humorlatiatnon sttar Serateoæ nehmen Atliehe Annoncen- rscleinen Jeden Sonpnabend. Aponnem entepreis Tpeditionen entgegen, sowle die Aari pro Gnartai. Pro hinrelιαιαr ib feενισ. Ji tion dex Bumoristischenꝝ Bttor Abonnements ninmt jede ——z Beriun SV. AMαννανοαο 437 owie in herlin joder Zeitunguas poditeur entgegen. J Prois pro viergospalteno —XXX iä Humoristinohem Eittoxꝰꝰ haben aelt shrem Ercoholnen in ganx Deutaehbland na en uber ecen Geεε Eααν veteilten Beifau gefanden und werden doh be- aAreben, diose Gunat aich atote æu eorhalten. en - voerden untor gũnstigeꝝ XXXXVXYAäE —— EXxped ition gex, Unmoriatiache BIAttoær rUn SWV. RDMOMrBtTASGG AO/ AL. Krieger-Vereins⸗ Zeitung. Verlag: A. Gehlhaar Berlin C., Nikolaikirchhof 183. Post⸗ Abonnement nur 50 Pfg. pro Vierteljahr. Bei direkter Bestellung auf je 6 ein Frei⸗Exemplar. Jede Woche erscheint eine Nr. in größtem Folioformat, 4 — GSeiten stark. 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Nescden dectumten vorunterrient Anfnahme: xc A ril u. —— Aiezu für uusere Post⸗Abon⸗ tg Jllustrirtes Sonnt agsblatt“ tr. . Rechnungen Zn— and stets vorräthig in der Druckerei des St. Inaberter An⸗eineré Oruck und Verlag von F. X. Demetz in St. Indoec St Ingberter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalr: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltunts Blatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1AM 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 4, einsqhließlia 40 4 Zustellungtgebühr. Die Einrüuckuugsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inferaten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solcher auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18d, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 23. Sonntag, 1. Februar 1885. * 20. Jahrg. —2 Politische Uebersicht. * Der Reichstag setzte am Donnerstag die Berathung des Antrags Kablé auf Abschaffung der außerordentlichen Gewalten des Statthalters fort. Der Abg. Guerber betont, er sei durch die gestrigen Ausführungen des Unterstaatssekretärs ». Puttkamer von der Nothwendigkeit des Diktatur⸗ paragraphen nicht überzeugt worden. Lenzmann spricht fuür den Antrag Kablo, Freihert v. Ham⸗ merstein und Dr. Böttcher sprechen dagegen. Dr. Bottcher hebt hervor, daß Elsaß⸗Lothringen zur Sicherung des Reiches annektirt worden sei und daß kein Reich einem annektirten Gebiete gegenüber so schonend verfahren sei, wie gerade Deutschland gegenüber Elsaß-Lothringen. Baron Zorn v. Bulach, der für den Antrag eintritt, betont da⸗ rauf, die Unzufriedenheit in Elsaß-Lothringen sei keine politische, sondern eine wirthschaftliche. Frhr. v. Stauffenberg tritt den Ausführungen Boͤtichers entgegen. Dr. Windthorst ergreift dann das Wort und erklärt, das Reichsland könne keinen besseren Statthalter erhalten, als gerade den Feldmarschall Manteuffel; doch sei eine definitive Regelung der Rechtsverhältnisse des Reichslandes noͤthig. Die erste Lesung wird jetzt geschlossen, vorauf der Abg. Winterer, als Mitantragsteller, den Antrag zurüchzieht, da die Klagen der Elsässer nunmehr verhandelt, der Zweck des Antrages somit erreicht seie. Deutsches Reich. Berlin, 30. Januar. Die gestern von der Conferenzcommission erledigte Declaration, betreffend die Bedingungen bei den neuen Erwerbungen in Afrika, besagt, daß die Macht, welche fortan an den Küsten des afrikanischen Continentes ein neues Gebiet besetzt oder erwirbt, oder das Protektorat daselbst übernimmt, den anderen Mächten eine be— zügliche Nolifikation zugehen läßt behufs etwaiger Reklamationen; ferner erkennen die Signatarmächtt die Verpflichtung an, in den occupirten Gebieten eine hinreichende Autorität einzusetzen, um die er— worbenen Rechte, sowie die Handels- und Transit⸗ freiheit zu schützen. Ausland. Paris, 30. Januar. Ein hier verbreitetes Gerücht besagt, Rußland betreibe die Ersetzung des Prinzen von Battenberg in Bulgarien durch den Prinzen Woldemar von Dänemark. Eolale und pfaälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 31. Januar. Das Ober— postamt in Speyer hat eine Verfügung getroffen, daß die Postschalter an Sonntagen von 8 bis 9 und von 11 bis 12 Vormittags und Abends von 5 bis 7 Uhr geöffnet sein sollen. Die Schalter⸗ lunden an Feiertagen werden dahin geregelt, daß Vormittags und Nachmittags je zwei Siun⸗ den das Schalter geschlossen ist. Als Feiertage haben für die Pfalz zu gelten: J. Allgemein: Neujahr, Ostermontag. Namens⸗ fest S. M. des Königs, Charfreitag, Christihimmel- fahrt, Pfingstmontag, Weihnachtsfest und Stephans sag; 2. an Orten mit überwiegend kathol. Be— oölkerung: Frohnleichnamstag, Maria Himmelfahr! ind Allerheiligen. . St. Ingbert. 80. Januar. Zu den consten deutschen Tugenden gehören Fleiß und Sbarsamkeit. Am Fleiß läßt es unsere Bevölker⸗ ung gewiß nicht fehlen. Um auch die Sparsamkeit 86 Pfg. belaufen, daher um 127,644 Mt. 91Pfg. in gleicher Weise zu pflegen, wurde seit Neujahr niedriger sein, als im Jahre 1883, in welchem die dahier eine Distrikts-Sparkasse gegründet, über die Zuschußsumme 1,131,628 Mt. 77 Pfg. betrug. im Anzeiger Nr. 17 und 20 bereits berichtet — Pirmasens, 81. Januar. Der Abzug worden ist. des Circus Bügler aus hiesiger Stadt ist wieder⸗ Im Inseratentheile des heutigen Blattes gibt holt Personen verhängnißvoll geworden. Außer der Spar⸗Kassen⸗Rechner bekannt, daß von heute dem schon gemeldeten Unfall in der Eisenbahnstraße an Einlagen in diese Kasse gemacht werden können. durch einen Bügler'schen Wagen hatte derselbe noch Die Einfuͤhrung solcher Kassen ist schwer, weil ein weiteres Unglück im Gefolge. Einige Wagen, aicht jeder den Nutzen sogleich erfaßt oder doch nichk an denen Thiere hinten angebunden waren, solten den Anfang machen will. Wir wenden uns daher den Weg über Rodalben nehmen. Als ein Wagen, unächst an die Herren Arbeitgeber, Dienstherren hinter dem das große Dromedar herging, das Zwei⸗ uind Gewerbetreibende mit dem Ansinnen, ihre Ar⸗ hrücker Thor passirte, fuhr auch ein mit Eis be— »eiter über den Nutzen dieser Kasse zu belehren adener Wagen des Weges. Durch einen Schrei des ind sie zum Einlegen aufzumuntern. Dienstboten Dromedars wurden die Pferde der Eisfuhre scheu und sonst jugendliche Arbeiter können sich leicht ein and gingen durch. Der Fuhrmann gerieth unter leines Kapital ersparen, das ihnen in späteren den Wagen und wurde ihm ein Bein so unglück⸗ Jahren, wenn sie sich selbstständig machen oder lich überfahren, daß es amputirt werden mußte. erehelichen wollen, mehr werth sein wird als das — Die Wittwe von Peter Rech aus Tripp⸗ Bewußtsein. den in der Jugend verdienten Lohn stadt wurde am Dienstag von der Strafkammer leichtsinnig verdentelt zu haben. des kgl. Landgerichts Kaiserslautern wegen fahr⸗ Wenn ein Familienvater für ein neugeborenes lässiger Tödtung ihres kleinen Kindes zu 2 Jahren zind wöchentlich 20 Pfennig in die Sparkasse ein- Gefängniß verurtheilt. egt, so ergibt dies bis zum 20. Lebensjahre ein — Dürkheim, 30. Januar. Heute Morgen stapital von 208 Mk. und an Zinsen 90 Mark, erschoß sich der Buchhändler v. N. hierselbst. Äls usammen also 298 Mk. Der geringste Arbeiter Ursache, wird Geistesstörung vermuthet. Gestern st in der Lage seinem Kinde diese Mitgift zu ver- yat der 60 Jahre alte Weber L. von hier durch schaffen. Sollten diese Zahlen nicht die X er- Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht. vecken sich sogleich ein Sparbuch anzulegen? — — — — — Auch sonstige Personen des Beamten und Ge⸗ Gier p Wie aus verbestandes sind vielleicht in der Lage ein größeres Dum uß geneldet wird, wohlte in 54 siabischen — Olschau ein fremder Mann mit vier Kindern dei dieser Kasse anzulegen. bis sie sonstige Ver n einemeder dortigen Wirthshäuser übernachten vendung hiefür haben. Die Kasse ist für alle ge durde jedoch, da ar kein Schlafgeld hatte, mucht zründet, die kleinern Summen zinstragend zu einem * α Die Armen blieben im Frelen unt zrößeren Kapitale ansammeln wollen. Insbesondere — aifror samm vdrei Kindern Fin wigel. ollen Kinder durch die Spar-Marken den Reiz des ind beb am Lehen Sparens kennen lernen, damit sie später den Werth FGEin treues Thieer.) Eine wahrhasft )es Geldes höher schätzen. In Zeiten, wo die rührtnde Hundegeschi ——6 geschichte wird aus Spanisen be⸗ Arbeitslöhne geringer sind ist das Sparen ichtet. In einem Hause der Gemeinde bon Al. im allernothwendigsten, weil in Unglücksfällen de * jama lebte eine Familie, bestehend aus Mutter, Fudhalt an leichtem Erwerb fehlt und nut das Zalet und zwei Kindern. Im Zimmer schlief dan lpm was wirius 7 2n ihr egelmäßig aug ein junger, großer Neufundländer, rbeiter helft euch selbst dann helft euch Gott! ind mit Vorliebe legte er sich zu den Fußen des Die Direktion der pfälz. Eisenbahnen erließ dinderbettes nieder, vielleicht in dem Glauben, er dieser Tage an ihre Dienststellen eine Verfügung, sei berufen, die zwei jungen Geschöpfe zu hüten. welche auch für weitere Kreise nicht ohne Interesse Uls das Erdbehen auc AÄlhama heimsuchte, war ist, da sich manchet durch Beachtung der betreffen- jenes Haus als eines der ersten von den Wirkungen den Vorschriften Weiterungen ersparen kann. Nach der Katastrophe getroffen; es stürzte zusammen und den Betriebsreglements müssen alle Stückgüter sorg die unglücklichen Insassen wurden unter den Trüm⸗ fältig und deutlich bezeichnet und die Bezeichuung mern begraben. Inmitten des großen Lärmes, der bestehend in Zeichen und Nummer oder Adresse) Schreckens- und Schmerzenslaute der Verunglückten jzanz genau in dem Frachtbriefe angegeben sein. jelang es dem Hunde mit großer Mühe und nicht In der neueren Zeit werden nun die betreffenden »hne sich Verwundungen zuzuziehen, aus den Bestimmungen vielfach außer Acht gelassen und Trümmern sich zu befreien. Im Munde trug das jäufig Stückgüter, welche außer der Beklebung mit zreue Thier — ein Kind, das jungste, das noch den Namen der Versandt. und Empfangsstation lebtel... Der Neufundländer lief auf die eine Bezeichnung trugen, und Frachtbriefe, in denen Straße, wo er das Kind mit der größlen Rorsicht Zeichen und Nnmmer fehlen, abgegeben und auch niederlegte. Hierauf fprang er eiligst nach dem jur Beförderung angenommen. Alle Expeditionen ertrümmerten Hause zurück: hier winselte er un⸗ verden deshalb unter Androhung von Ordnungs- wfhörlich auf den Trümmern, spürte und scharrte strafen aufgefordert, solchen Unregelmäßigkeiten, träftigst mit den Pfoten in den Schutthaufen, bis velche Verwechslungen begünstigen, und das Um- »r endlich nach langem, mühevollem Suchen auch und Ausladen an den Zügen sehr erschweren, ent- das zweite Kind fand, welches aber bereits todi zegenzutreten und genau auf Erfüllung der Be- var. Obwohl selbst am Kopfe und an den Füßen stimmungen der Betriebsreglements zu achten. chwer verletzt und ganz erschöpft, versuchte das — Wie der „Pf. K.“ erfährt, ist der Abschluß reue Thier noch einmal, in den Trümmerhaufen der Jahresrechnung der Pfälzischen Eisen⸗- einzudringen, aber es lehrte nicht mehr wieder. zahmen pro 1884 erfolgt und wird nach dem- Als man die Ruinen des Hauses wegtäumte, fand elben der nach den Garantiegesetzen zu leistende nan seinen Cadaver. zuschuß des Staates sich auf 1,003,623 Mar— ygut die Redallion veraniworiich FD — Vekanntkmachung. Bezugnehmend auf das Ausschreiben königl. Bezirksamts Zweibrücken v. 15. ds. die Errichtung einer Distrikts⸗Sparkasse betreffend, gebe ich 9— mit bekannt, daß Einlagen in die neu errichtete Kasse von heute an in den Jewöͤhnlichen Büreau⸗-Stunden angenommen werden. Ebenso werden Sparmarken verabreicht. Einlagen von 5 Mark an werden vorläufig mit jährlich 32 o verzinst. Es ist hiemit Gelegenheit gegeben schon die kleine Summe von 20 Pfennig zurückzulegen und sich nach und nach ein zinstragendes Kapital zu verschaffen. Insbesondere eignen sich zu Einlagen: Gelegenheits-Geschenke, Dienstboten J Löhne, Kinderspar⸗Kassen, Vormundschafts Gelder und Depositen jeder Art. Dielstatt, wozu die Mitglieder mit Familie hiemit eingeladen werden. Einlagen können jederzeit wieder zurückgezogen werden. — FJremde dürfen eingeführt werden, dagegen ist die Einführung solqh Die eingehenden Gelder werden an creditfähige Distrikts-Angehörige aus Jiefiger Einwohner nicht gestattet, welche im deutschen Heere gedient haben un geliehen gegen boöhtige jährliche Verzinfung und beldebige Rüdzahlungs-Fristen —A des Vereins sein könnten. Alle andern Einführungen sind bi frei von jeder Provision oder sonstigen Kosten. längstens Samstag Abend beim II. Vorstande, Herrn Becder, anzumelde Die Anstalt steht unter Garanue des Distriktes und unter der Aufsicht unr Nicht vorher Angemeldete werden nicht zugelassen. Controle der Staatsbehörden. Sit. Ingabert den 29. Januar 1885. —— IJede gewünschte Auskunft hierüber ist stets bereit zu ertheilen, — Der Ausschu ß St. Ingbert, den 28. Jannar 1885. tß Der Sparkasse-Rechner —AI Atker, kgl. Steuer⸗Einnehmer. — Bayerische Hypotheken-&C Wechselbanl gegründet im Jaͤhre 1836 mit einem baareingezahlten Carantiecapital von 20000000 Gulden. LJasken-Ball. — — — Abtheilung für Lebensversicherung. Die Bank versicherti auf den Todesfall auch mit Betheiligung der Versicherten am Geschäftsgewinn im Verhältniß der Summe der bezahlten 3 mien, wodurch eine foriwährende Verminderung der Prämienzahlung bewirkt wird, indem sich die Dividende der Versicherten z. B. bei einem Gewinnant heil bpon 3960 der Gesammtprämienzahlung für die 5. Jahresprämie, 10. Ihrspri, 20. Ihrespr., 80. Ihrspr., 40. Ihrspr. auf 150 3000 60010 90 00 120 dieser Prämie stellt. Günstige Bedingungen für die Aufnahme, für Beleihung und Rück⸗ kauf von Policen, für Veränderungen u. s. w. Grundbestimmungen, Prosepekte und sonstige Drucksachen, sowie weitere Auskünfte stehen kostenfrei zu Diensten bei dem Bertreter der Bank Herrn Louis Grewenig in St. Ingbert. deVertreier der Bank befinden sich in sämmtlichen Orten dieses Zezirkes und ertheilen kostenirei Informationen. Hierzu ladet freundlichst ein J. Vise- 9 1eα „Narrenschiff rF Nächsten Montag, den 2. Februar, dräcis 20 Uhr 10 Minuten und 60 Sekunden wird — die vorletzte Sitzung in üblicher närrischer Weise ihren Anfang nehmen. Schluß am Ende. PRrogramm: 1) Ouvbertüre vorgetragen durch die neu engagirte Kapelle. —AR 3.) Präludium über Baumwollspinnereiträume von M. 4.) Höchst närrische Vorträge ⁊c. ⁊c. EE — aAus eigener Erfahrung — — Daß der von W. H. Zickenheimer erfundene und fabrizirte Trauben⸗Brust⸗ Honig bei Katarrhen wie Zusten und Zeiserkeit von ausgezeichnet guter Wirkung ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Berleburg (Westphalen.) Graͤsin zu SaynWittgenstein. Der ächte rheinijche Trauben⸗-Brust- Honig, seit 18 Jahren durch un⸗ zahlige Anerkennungen ausgezeichnet, ist zu haben in St. Ingbert bei Joh. Friedrich; in Sit. Jehaun beinF. P. Dndenhöffer und N. Maginet; in Blieskallel bei Upotheker Diedenhofer. n zu Jedermanns Rechnung on Gebrauch ind stets vorräthig in der Druckerei de⸗ Da. Angberter Anzeiger! —IVVVVVVV Sonntag, den I. Februat Abends 928 Uhr theatralische — Unterhaltung. — Deær VAXxtand. Nur noch wenige Tage UmWiderruflüceh Gesucht wird sofort ein braves fleißige Dienstmädchen. Expedition saat von wem. HIaupttreffer Ix —0 —XA 5 Desinitiv am * 5. ebruar 7585 —IISE Sittuuger zathal Kirhenban-Lottertet Ziebung vhne Widerruf XX LXXXC Anfang März 1885. J. Baupttreffer MAark 60, 000 —— Bzõ do im Ganzen: 151,500 Markt baa XCV Ferner empfehlen Finmark⸗Loose. Ziehung iune Verschnhtam 5. Febr. F ohlthatigkeitslotterie- Ziehung ur bedürftige Frauen ünd Mädchen. 10, 200 Geldzeinne mit MEATIS 765., OOO baar sield ohne jeden Abzug. dDiehung ohne Verschub 5. Fobruar 18857 esorgt und traurie —⏑ blickt mancher Kranlke in die Hukunft, weil er hislang alies erfolglos gebrauchte. Allen, beson⸗ ders aber derart Leiden⸗ den sei hiermit die Durch⸗ ächt des kleinen Buches „Der Krankenfreund“ dringend empfohlen, denn sie sinben darin hinreichende Beweise dafur, daß auch eeoe 3 »er richtigen Mittel Heilu res deidens oder wenigstens 33 erung desselben gefunden haben. Die Zusendung des Krankenfreund“ erfolgt auf Bunsch durch Ktichters Verlags⸗Anstalt in Leipzig kostenlos Beneral⸗Agent. A. n. B. Echnuler, Muͤnchen. Loose hier roretthig boi: Ak. 75,000. - Gew. baar Geld ohne Abzug. doose hier vorräthig bei: J. Weirich Friseur; Frz. Boll Buchhandl., sowie zei der Haupt⸗Agentur für zie Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rh. J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt;Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wiashafen a. Rh. æe SHierzu „Illustriri Sonntaasblatft Nr. 5. Druck und Verlsag von F. X. Demetz in St. JInabert. ber vt. In her fer Am Ameig er ahe FA 7 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltunch Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.) 75 4, einschließlia 40 A Zuftellungkgebahr. Die Einrückungsgebühr fur die A4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I5 4,. Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalise berechnet. — M 23. Sonntag, 1. Februar 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. »Der Reichstag setzte am Donnerstag die Berathung des Antrags Kablé auf Abschaffung der außerordentlichen Gewalten des Statthalters jort. Der Abg. Guerber betont, er sei durch die gestrigen Ausführungen des Unterstaatssekretärs d. Puttkamer von der Nothwendigkeit des Diktatur⸗ paragraphen nicht überzeugt worden. Lenzmann spricht für den Antrag Kablé Freihert v. Ham⸗ merstein und Dr. Böttcher sprechen dagegen. Dr. Boltcher hebt hervor, daß Elsaß⸗Lothringen zur Sicherung des Reiches annektirt worden sei und daß kein Reich einem annektirten Gebiete gegenüber so schonend verfahren sei, wie gerade Deutschland zgegenüber Elsaß-Lothringen. Baron Zorn v. Bulach, der für den Antrag eintritt, betont da⸗ rauf, die Unzufriedenheit in Elsaß-Lothringen sei leine politische, sondern eine wirthschaftliche. Frhr. v. Stauffenberg tritt den Ausführungen Boͤttchers entgegen. Dr. Windthorst ergreift dann das Wort und erklärt, das Reichsland könne keinen besseren Statthalter erhalten, als gerade den Feldmarschall Manteuffel; doch sei eine definitive Regelung der Rechtsverhältnisse des Reichslandes aöthig. Die erste Lesung wird jetzt geschlossen, vorauf der Abg. Winterer, als Mitantragsteller, den Antrag zurückzieht, da die Klagen der Elsässer nunmehr verhandelt, der Zweck des Antrages somit erreicht sei. ung gewiß nicht fehlen. Um auch die Sparsamkeit in gleicher Weise zu pflegen, wurde seit Neujahr dahier eine Distrikts-Sparkasse gegründet, über die im Anzeiger Nr. 17 und 20 bereits berichtet vorden ist. Im Inseratentheile des heutigen Blattes gibl der Spar⸗Kassen-Rechner bekannt, daß von heute in Einlagen in diese Kasse gemacht werden können. Die Einführung solcher Kassen ist schwer, weil nicht jeder den Nutzen sogleich erfaßt oder doch nich: den Anfang machen will. Wir wenden uns daher zunächst an die Herren Arbeitgeber, Dienstherren und Gewerbetreibende mit dem Ansinnen, ihre Ar⸗ beiter über den Nutzen dieser Kasse zu belehren und sie zum Einlegen aufzumuntern. Dienstboten und sonst jugendliche Arbeiter können sich leicht ein kleines Kapital ersparen, das ihnen in späteren Jahren, wenn sie sich selbstständig machen oder derehelichen wollen, mehr werth sein wird als das Bewußtsein, den in der Jugend verdienten Lohn leichtsinnig verdentelt zu haben. Wenn ein Familienvater für ein neugeborenes sind wöchentlich 20 Pfennig in die Sparkasse ein⸗ legt, so ergibt dies bis zum 20. Lebensjahre ein ftapital von 208 Mk. und an Zinsen 90 Mark, zusammen also 298 Mk. Der geringste Arbeiter st in der Lage seinem Kinde diese Mitgift zu ver⸗ chaffea. Sollten diese Zahlen nicht die Lust er⸗ vecken sich sogleich ein Sparbuch anzulegen? — Auch sonstige Personen des Beamten⸗ und Ge⸗ verbestandes sind vielleicht in der Lage ein größeres dapital, das sie nach und nach ansammeln wollen, zei dieser Kasse anzulegen, bis sie sonstige Ver—⸗ vendung hiefür haben. Die Kasse ist für alle ge⸗ zründet, die kleinern Summen zinstragend zu einem zrößeren Kapitale ansammeln wollen. Insbesondere ollen Kinder durch die Spar⸗Marken den Reiz des Sparens kennen lernen, damit sie später den Werth )es Geldes höher schätzen. In Zeiten, wo die Arbeitslöhne geringer sind ist das Sparen am allernothwendigsten, weil in Unglück-»fällen der Rückhalt an leichtem Erwerb fehlt und nur das helfen kann, was man wirklich besitzt. Darum ihr Arbeiter helft euch selbst dann helft euch Gott! Die Direltion der pfälz. Eisenbahnen erließ dieser Tage an ihre Dienststellen eine Verfügung welche auch für weitere Kreise nicht ohne Interesst ist, da sich mancher durch Beachtung der betreffen⸗ den Vorschriften Weiterungen ersparen kann. Nach den Betriebsreglements müͤssen alle Stückgüter sorg⸗ ältig und deutlich bezeichnet und die Bezeichnung bestehend in Zeichen und Nummer oder Adresse) janz genau in dem Frachtbriefe angegeben sein. In der neueren Zeit werden nun die betreffenden Bestimmungen vielfach außer Acht gelassen und zäufig Stückgüter, welche außer der Beklebung mit den Namen der Versandt und Empfangsstation eine Bezeichnung trugen, und Frachtdriefe, in denen Zeichen und Nnmmer fehlen, abgegeben und auch zur Beförderung angenommen. Alle Erpeditionen werden deshalb unter Androhung von Ordnungs⸗ strafen aufgefordert, solchen Unregelmäßigkeiten, welche Verwechslungen begünstigen, und das Um⸗ und Ausladen an den Zügen sehr erschweren, ent⸗ zegenzutreten und genau auf Erfüllung der Be⸗ timmungen der Betriebsreglements zu achten. — Wie der „Pf. K.“ erfährt, ist der Abschluß der Jahresrechnung der Pfälzischen Eisen- bahnen pro 1884 erfolgt und wird nach dem⸗ selben der nach den Garantiegesetzen zu leistende Zuschuß des Staates sich auf 1003624 Marf 86 Pfg. belaufen, daher um 127,644 Ml. 91 Pfg. niedriger sein, als im Jahre 1883, in welchem die Zuschußsumme 1,131,628 Mt. 77 Pfg. betrug. — Pirmasens, 831. Januar. Der Abzug des Circus Bügler aus hiesiger Stadt ist wieder— holt Personen verhängnißvoll geworden. Außer dem schon gemeldeten Unfall in der Eisenbahnstraße durch einen Bügier'schen Wagen hatte derselbe noch ein weiteres IUnglück im Gefolge. Einige Wagen, an denen Thiere hinten angebunden waren, souten den Weg über Rodalben nehmen. Als ein Wagen, hinter dem das große Drsmedar herging, das Zwei⸗ brücker Thor passirte, fuhr auch ein mit Eis be⸗ ladener Wagen des Weges. Durch einen Schrei des Dromedars wurden die Pferde der Eisfuhre scheu und gingen durch. Der Fuhrmann gerieth unter den Wagen und wurde ihm ein Bein so unglück⸗ lich überfahren, daß es amputirt werden mußte. — Die Wittwe von Peter Rech aus Tripp⸗ stadet wurde am Dienstag von der Strafkammer des kgl. Landgerichts Kaiserslautern wegen fahr⸗ lässiger Tödtung ihres kleinen Kindes zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt. — Duürkheim, 30. Januar. Heute Morgen erschoß sich der Buchhändler v. N. hierselbst. Äls Ursache wird Geistesstörung vermuthet. Gestern hat der 60 Jahre alte Weber L. von hier durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemachi. Deutsches Reich. Berlin, 30. Januar. Die gestern von der Conferenzcommission erledigte Declaration, betreffend die Bedingungen bei den neuen Erwerbungen in Afrika, besagt, daß die Macht, welche fortan an den Küsten des afrikanischen Continentes ein neues Bebiet besetzt oder erwirbt, oder das Protektorat daselbst übernimmt, den anderen Mächten eine be— zügliche Notifikation zugehen läßt behufs etwaiger Rellamationen; ferner erkennen die Signatarmächte die Verpflichtung an, in den occupirten Gebieten eine hinreichende Autorität einzusetzen, um die er— worbenen Rechte, sowie die Handels- und Trandsit⸗ freiheit zu schüßen. Ausland. Paris, 30. Januar. Ein hier verbreitete? Gerücht besagt, Rußland betreibe die Ersetzung des Prinzen von Battenberg in Bulgarien durch den Prinzen Weldemar non Danemari le prure ische Rachrichten. *St. Ingbert, 31. Januar. Das Ober⸗ posiamt in Speher hat eine Verfügung getroffen, daß die Postschalter an Sonntagen von 8' bis 9 und von 11 bis 12 Vormittags und Abends bon 5 bis 7 Uhr geöffnet sein sollen. Die Schalter⸗ stjunden an Feiertagen werden dahin geregelt, daß Vormittags und Rachmittags je zwei Siun— den das Schalter geschlofssen ist. „Als Feiertage haben für die Pfalz zu gelten: J. Allgemein: Neujahr, Ostermontag, Namens⸗ fest 8. M. des Königs, Charfreitag, Christihimmel—⸗ —R Pfingstmontag, Weihnachtsfest und Stephans iaßz; 2. an Orten mit überwiegend kathol. Be⸗ oölkerung: Frohnleichnamatag, Maria Himmelfahrt and Allerheiligen. t. St. Ingbert, 80. Januar. Zu den schoͤnsten deutschen Tugenden gehören Fleiß und Sparsamkeit. Um Fleiß laßt da unsere Rebznen. Vermisctes. ..... fF GBVier Menschen erfroren.) Wie aus Dlmuü gemeldet wird, wollte in dem slavischen Dorfe Olschau ein fremder Mann mit vier Kindern in einem der dortigen Wirthshäuser übernachten, vurde jedoch, da er kein Schlafgeld hatte, nicht aufgenommen. Die Armen blieben im Freien, und der Mann erfror sammt drei Kindern. Ein Wickel⸗ kind blieb am Leben. FGEin treues Thier.) Eine wahrhaft rührende Hundegeschichte wird aus Spanien be— richtet. In einem Hause der Gemeinde von Al— jama lebte eine Familie, bestehend aus Muiter, Vater und zwei Kindern. Im Zimmer schlief ꝛegelmäßig auch ein junger, großer Neufundländer, uind mit Vorliebe legte er sich zu den Füßen des Finderbettes nieder, vielleicht in dem Glauben, er sei berufen, die zwei jungen Geschöpfe zu hüten. Als das Erdbehen auch Alhama heimsuchte, war jenes Haus als eines der ersten von den Wirkungen der Katastrophe getroffen; es stürzte zusammen und die unglücklichen Insassen wurden unter den Trüm— nern begraben. Inmitten des großen Lärmes, der Schredens. und Schmerzenslaute der Verunglückten jelang es dem Hunde mit großer Muhe und nicht »hne fich Verwundungen zuzuziehen, aus den Trümmern sich zu befreien. Im Munde trug das reue Thier — ein Kind, das jungste, das noch lebtel. .. Der Neufundländer lief auf die Straße, wo et das Kind mit der größten Rorsicht niederlegte. Hierauf sprang er eiligst nach dem ‚ertrümmerten Hause zurück: hier winselte er un⸗ aufhörlich auf den Trümmern, spürte und scharrte lräftigft mit den Pfoten in den Schutthaufen, bis er endlich nach langem, mühevollem Suchen auch das zweite Kind fand, welches aber bereits todt var. Obwohl selbst am Kopfe und an den Füßen chwer verletzt und ganz erschöpft, versuchte das treue Thier noch einmal, in den Trümmechaufen einzudringen, aber es kehrte nicht mehr wieder. Als man die Ruinen des Hauses wegräumte, fand man seinen Cadaver. xüür die Redaktion deramworiis F.xX. Denmer Vekanntkmachung. Bezugnehmend auf das Ausschreiben königl. Bezirlsamts Zweibrücken v. Krieger⸗ 13. do.die Errichtung einer Distrikts⸗Sparkasse betreffend, gebe ich hie⸗ —2 mit bekannt, daß Einiagen in die neu errichtete Kasse von heute an in 25 2 gewöhnlichen Büreau⸗Stunden angenommen werden. Sonntag⸗ den 1. Februar, Abends 8 Uhr findet im Ob⸗ Ebenso werden Sparmarken verabreicht. haufer'schen Saale ein Einlagen von 5 Miark an werden vorläufig mit jahrlich Z) 9o verzinst. Es ist hiemit Gelegenheit gegeben schon die kleine Summe von 20 Pfennig s zurüczuiegen und sich nach und nach ein zinstragendes Kapital zu verschaffen. Insdesondere eignen sich zu Einlagen: Gelegenheits-Geschenle, Dienstboten ˖ .. Lohne, Kinderspar⸗Kaossen, Vormundschafts Gelder und Depositen jeder Art. —X wozu die Mitglieder mit Familie hiemit eingeladen werden. Einlagen können jederzeit wieder zurückgezogen werden. ZIremde durfen eingeführt werden, dagegen ist die Einführung solqg Ddie eingehenden Gelder werden an creditfähige Distrikts⸗Augehörige aus. hiesiger Einwohner nicht gestattet, welche im deutschen Heere gedient haben i geliehen gegen 89otige jährliche Verzinsung und beliebige RuͤczahiangeFristen. Mitglieder des Vereins sein könnten. Alle andern Einführungen sind 6 frei von jeder Provision oder sonstigen Kosten. ae langstens Samstag Abend beim II. Vorstande, Herrn Beder, anzumelde Die Anfstalt steht unter Garanue des Distriktes und unter der Aufsicht und Nicht vorher Angemeldete werden nicht zugelassen. Controle der Staatsbehörden. St. Ingbert, den 29. Januar 1885. Jede gewunschte AÄuskunft hierüber ist stets bereit zu ertheilen, Der Ausschuß. St. Ingbert, den 28. Jannar 1885. Der Sparkasse-Rechner ach. AIcer, kal. Steuer⸗Einnehmer. * Bayerische Hypotheken-⸗ & Wechselbank gegründet im Jahre 1836 mit einem baareingezahlten Carantiecazital von 20000000 Gnulden. Jasken-Ball. n ladet ——— Visel. Narreuschiff“ — — Abtheilung für Lebensversicherung. Die Bank versichetrt auf den Todesfall auch mit Betheiligung der Versicherten am Geschaftsgewinn im Verhältniß der Summe der bezahlten Prä⸗ mien, wodurch eine foriwährende Verminderung der Prämienzahlung bewirkt pvird, indem sich die Dividende der Versicherten z. B. bei einem Gewinnant heil von 30 der Gesammtprämienzahlung für die 5. Jahreshrämie, 10. Ihrspru, 20. Ihrespr., 80. Ihrspr., 40. Ihrspr. Nächsten Montag, den 2. Februar⸗ — — — zräcis 20 Uhr 10 Minuten und 60 Sekunden wird auf 1800 3000 60 lo 900 120 die vorletzte Sißung in üblicher närrischer Weise ihren dieser Prämie stellt. Anfang nehmen. Schluß am Ende. Günstige Bedingungen für die Aufnahme, für Beleihung * — Srogramm: kauf von Policen, für Veränderungen u. s. w. Grundbestimmungen, rosepekte und sonstige Druchsachen, sowie weitere Auskünfte stehen kostenfrei zu Diensten H eren de ene —& tZudert bei dem Vertreter der Bank Herrn Louis Grewenig in St. —5 — 5 — D AVerireter der Bank vbefinden fich in sämmtlichen Orten dieses —3 ee un eiträume von M. Hezirkes und ertheilen kostenfrei Informationen. ge 3c. x. nDererold. Aus eigener Erfahrung —— Daß der von W. H. Zickenheimer exfundene und fabrizirte Trauben⸗Bruft⸗ Honig bei Katarrhen wie Zusten und Zeiserkeit von ausgezeichnet guter Wirkung ist, kann ich aus eigener Exfahrung bestatigen Berleburg (Westphalen.) Graͤsin zu Sayn -Wittgenstein. Der ächte rheinische Trauben-Bruste Honig, seit 18 Jahren durch un⸗ zaͤhlige Anerkennungen ausgezeichnet, ist zu haben in St. Ingbert be Joh. Friedrich; in St. Johaun beinF. P. Dudenhöffer und 2— AMaginet; in Blieskaltel bei AÄbotheker Diedenhofer. * zu Zedermanns Rechnungen 3333 sind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeiger ulboit-FPthzl Fidtel Sonntag, den 1. Februar Abends 218 Uhr theatralische — Unterhaltung. — Der Vortand Nur noch wenige Tage nWid errufläceh Haupttresffer M. PRkMO. Gesucht wird sofort ein braves fleißia Dienstmädchen. Expedition sagt von wem. J Desinitiv am ̃ 5. ebruur ISSõ ürnnMIIaeliae Eittlinger nenbau-Lotterit Aehung Au ohne Widerruf J EXX Anfang Marz 1885. l. Banptirefser Mark 60,000 — Bd odo im Ganzen: 151.,500 Nark bacr XB Ferner empfehlen Einmark⸗Loose. Ziehung ihne Verschub am 5. Febr. Wohlthätigkeitslotterie- Ziehung für bedürftige Frauen und Mädchen. I0, 200 Geldgewinne mit Marix 765, O00— haar sGeld ohne jeden Abzug. Diehung ohne Verschub —A zeneral⸗Agent. A. u. B. Echuler, Muͤnchen LoOoso hior vorräthig boi: orgt und trauri — M blickt mancher Lranke in J die Zukunft, weil er —XVLXIX gebrauchte. Allen, beson⸗ hders aber derart Leiden⸗ den sei hiermit die Durch⸗ ficht des kleinen Buches „Der Kranlenfrenud“ dringend empfohlen, denn fie sinden darin hinreichende Beweise dafr, daß auch reghe 3 der richtigen Mittel Heilung ihrs Leidens oder wenigftens —52 derung desselben gefunden haben. Die Zusendung des Kranbenfreund“ erfolgt auf Wunsch durch Richters Verlags⸗Anstalt in Leipzig kostenlos AIk. 4. 9000. - wew. baar Geld ohne Abzug. doose hier vorräthig bei: J. Weirich Friseur; Frz Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-⸗Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rh. J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt⸗Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wigshafen a. Rh. Sierzu „Illustrirt —— r Drud und Verlag von F. x. Demeß in St. Ingbert. ber d 45 den A s — 4 — S— — 43 J —42 — * J * 9 — 2 25* 24 * J b 8 —0 — PNB6 — z.1*8 ——— 7 8 989 * * e 231 *7 F J d b — —* — ——— — S 2 5 ——— 8 —3 —8 3 E —A 5 J * * * 9 /— — — * —338 J — — H.. —S ⏑ ———— 5 — —— ne — —— — — 7 * — — —— —⏑—1 * — —18 2 2 * de — —32B B * 7. — ——0 * ——— 35 —J8 — 6 * * * e — 8 — J2— —8B98 —B— * 8 — * 1* ——7— * —* Aze — J— —ö ——— F J5 —V 5 —5 —3z3 —3 x * —2 — 3 — *8 4* 3 * n J ga —4 4 — J * 2 4J 5 de — 3 Ig ð JFI 7 4 —28 53 * —J cia —8 8 — 3 J *282— — e J 2 *¶⸗ A 4 . — t J —— — 4 F 28 * gbert. * Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberrer Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltugß⸗ ßzlatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1IA G60 einjchließlich Träzerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 —, einschließlis 40 4 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3z H, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — —8 Montag, 2. Februar 18885. 20 Politische Uebersicht. Der Gesetzentwurf bezuglich der Unfall- und drankenversicherung wurde am Freitag vom Reichstage nach unerheblicher Debatte an eine 28— zliederige Kommission überwiesen. — — Wie dem „Berl. Tgbl.“ aus Wien telegra— phirt wird, sind dort aus Konstantinopel Nachrichten eingetroffen, laut welchen die Türkei von England eine Erhöhung des Tributs für Cypern von 114,000 Pfund Sterling auf 180.000 Pfund Sterling zerlanagt. Eine Pariser Depesche des „Frankf. J.“ kon— datirt das unter französischen Politikern verbreitete Berücht, Rußland betreibe die Ersetzung des Prinzen von Battenberg als Fürst von Bulgarien durch den Prinzen Waldemar von Dänemark. Aus Zanzibar wird dem „B. T.“ unterm 30. Januar depeschirt: Soeben hat unser deutscher Beneralkonsul Dr. Gerhard Rohlfs dem Sultan jon Zanzibar in feierlicher Audienz seine Beglau— zigungsschreiben als Vertreter Deutschlands über⸗ reicht Deutsches Neich. Berlin, 31. Januar. Die Dampferkommission ehnte bei der zweiten Lesung in der Schlußab— limmung mit vierzehn gegen sieben die ganze Vor— age ab, nachdem der Paragraph eins in Fassung mgenommen war, welcher nur die ostasiatische Linit zewilligt, dagegen die australische und die afrikanische inie ablehnt. Bei der Schlußabstimmung stimmten Fonservative und Nationalliberale, sowie Aedelmann Centrum) und die Freisinnigen gegen die Vorlage, weil ihnen die ostasiatische Linie allein nicht genügt und sie keinen Gesammtbeschluß der Commission ju Stande kommen lassen wollten, welche sich nur auf Ostasien beschränkt. Berlin, 81. Januar. Bericht über die Aus— führungen des Sozialistengesetzes. Singer verwahrt die Sozialisten vor dem Zusammenhang mit den Anarchisten. Minister Puttkamer: Der Zuwachs der sozialistischen Wahlstimmen beweise nichts füͤr die Zunahme der Sozialdemokratie, obgleich seit — ist. Das Sozialistengesetz habe ersichtlich auf die Sozialdemokraten gewirtt, neben äußerer Mäͤßigung m der Form sei auch im Inhalt ein solider Kern jervorgerufen, vorläufig aber haben die Sozialisten noch nicht die Brücke zur Revolution hinter sich abgebrochen. Der Minister erinnert an den Mord Rumpff; die Sozialisten haben es in der Hand, zu entscheiden, ob sie den revolutionären Charakter abstreifen und sich an positiven Arbeiten betheiligen — Dann werde das Sozialistengesetz ent⸗ ehrlich Ausland. Rom, 31. Januar. Die Türkei protestirt in einer Note gegen die Besetzung von Tripolis durch Italien und theilt mit, daß sie Truppen hin⸗ senden werde, um ihren Besit zu sichern. London, 31. Januar. Gestern wurde in der Northstreet von Westminster ein gewisser Good⸗ nan verhaftet, welcher verdachtig ist, an den Ex— plofionen im Westminsterpalastbetheiligt gewefen zu sein. In Folge eingegangener Warnungen wurden außerordentuͤche Maßregeln zum Schuͤtze der Bank von Enaland. des indischen Amtes und des Centralbahnhofs der Ostbahn gegen Dynamit⸗ attentate getroffen. SEokale und pferische Nachrichten. *St. Ingbert, 2. Februar. Bei der jeute Mittag unter Leitung des k. Bezirksamt— nannes Herrn Dr. Schlagintweit vorge— wmmenen Wahl eines Bürgermeisters für ziesige Stadt, an Stielle des verstorbenen Herrn Bürgermeistess Custer, wurde der J. Adjunkt herr Joh. Jos. Heinrich, und an dessen Stelle als 1J. Adjunkt Herr Apotheker C. A Weigand gewählt.“ X. St. Ingbert, 2. Februar. Der Sterbe⸗ kasse-Verein St. Ingbert zählte zu Beginn des Borjahres 280 Mitglieder. Das Jahr 1883 hatte »er Verein mit einem Kassenbestand von 2738 M. 14 Pf. abgeschlossen. Die Einnahmen pro 1884 hetrugen 1125 M. 80 Pf.; die Ausgaben in dem⸗ elben Zeitraum beziffern sich für 9 Sterbefälle auf 758 M. hierzu kommt noch an sonstigen Ausgaben der Betrag von 99 M. 88 Ph. Ende Dezember 1884 verblieb demnach als Kassenbestand die Summe von 3013 M. 6 Pf. — Leider war die letzte Generalpersammlung“ so schwach besucht daß die Neuwahl des Ausschusses nicht vorgenom— men werden konnte und auf den 9. Februar nächst⸗ hin vertagt wurde. Zur Beschlußfassung müssen nämlich *s der Mitglieder anwesend sein. 7 Der Bienenhonig wird von einem nedizinischen Fachmanne in der „Biene“ als Haus— nittel besonders gepriesen: „Der Bienenhonig stört zie Pilzbildung und ist daher von jeher gegen so—⸗ genannte Schwämmchen der zarten Säuglinge von icherem Erfolg gewesen. Mit Mehl zu einer Salbe derarbeitet, gibt er das beste Pflaster für Schwären. Innerlich gebraucht, ist der Honig nicht hoch genug u schäten; durch seinen Genuß werden angehender husten, Schnupfen, Katarrh, beginnende Bräune, Diphtheritis im Keime erstickt und Bakterien, wie Pilzbildungen vernichtet. Gegen Krankheiten der Mundhöhle, des Schlundes und der Athmungs— organe erweist sich reiner Blumenhonig, besonder⸗ der sogen. Schleuderhonig bei anhaltendem Ge— brauche und entsprechender Diät unfehlbar wirksam Es ist anzunehmen, daß die auch im Honig ent— haltene Ameisensäure dies bewirkt. Alle 5, 10, 20 und 80 Minuten einen Theelöffel voll Honig genommen, wirkt bei einem Katarrh geradezu über⸗ caschend, und viele Krankheiten der Lunge werden m ihrer Ausbildung verhindert, wie auch Magen⸗ eiden geheilt. Der Honig muß dem Publikum tets als ein Hausmittel empfohlen werden und vieder mehr in Anwendung kommen, dann wird er sein, was er in der That ist: Ein Segen der Menschheit.“ Eine Einrichtung, deren Nachahmung sich auch in Bayern empfehlen würde, hat das preu— zische Justizministerium getroffen. Bekanntlich verden zu den Gerichtsverhandlungen sämmiliche Zeugen auf ein und dieselbe Stunde und zwar auf den Beginn des Sitzungstages geladen, wodurch ür diejenigen Personen, deren Sache erst später zur Verhandlung gelangt, beträchtlicher Zeitverluff entsteht. Das preußische Justizministerium hat nun im vorigen Jahre die Anordnung erlassen, daß yjon Seiten des Gerichtsvorsitzenden die ungefähre Dauer der Verhandlung zu ermessen ist und die Zeugen ꝛc. auf die betreffende Stunde vorgeladen verden. Da natürlich sich die Zeit des Beginnes einer Verhandlung nicht auf die Minute wird fest— *— setzen lassen, so steht es dem Gerichtsvorsitzenden frei, die Vorladung auf eine halbe bis eine Stunde vor dem muthmaßlichen Beginn der Verhandlungen festzusetzen. Unter allen Umständen bedeutet diese Einrichtung einen wesentlichen Fortschritt gegenüber der bisherigen Praxis und würde sich die Einführ— ung derselben auch bei uns empfehlen. — Wie der „Zw. Ztg.“ aus dem Bliesgau berichtet wird, ssteht man in Ommersheim im Begriff, an 35 Ausführung eines lang gehegten Projektes zu gehen: die Abforstung und Urbdar— nachung eines ganz ebenen ,‚ an der Straße von Blieskastel nach Saargemünd gelegenen Gemeinde— waldes, ca. 100 Tagwerk, des sog. Allments. Da⸗ ür soll dann ein am Ommersheim⸗Niederwürzbacher Weg liegendes Stück Land, der „rothe Brühl“, nit Wald angelegt werden.“ Alle entgegenstehenden Schwierigkeiten (Landabtretung seitens der Eigen⸗ hümer) seien glücklich gehoben. Unserem Herrn Hewährsmann erscheinen die Vortheile, welche die Verwirklichung des Projekts der genannten Gemeinde zuführen wird, als ganz bedeutend. Das urbar zu machende Land bestehe durchschnittlich aus hestem, zut zu bearbeitendem Voden, wo längere Jahre dein Dung erforderlich sein werde, und sei durch eine Chaussee mit dein Orte verbunden. Hingegen destehe das anzukaufende aufzuforstende Feld, wel⸗ hes an einem jähen Abhang liege, aus schwerem Thonboden; dahin führe auch kein ordentlicher Weg, sodaß es eine wahre Plage fei, hinein- und heraus zukommen. Opferwilliger Bürgersinn, verbunden mit weitsehendem Blick, habe das Gelingen des Unternehmens ermöglicht. In Verbindung mit etzterem stehe und abhängig von demselben fei die Erbauung der eine Lebensfrage für Ommersheim bildenden Straße von da nach der Neumühle mit Abzweigung nach Ensheim. Nach einer vorläufigen Schätzung würde die Ausführung des obigen Pro⸗ jekts noch etwa 10- 15,000 Mi. übrig lassen, die alsdann für Landankauf und den Bau der Straße berwendet werden könnten. Da viele Leute von Ommersheim in der Ensheimer Fabrik beschäftigt seien und in Ensheim sich Arzt, Thierarzt und Apotheke befinden, so liege der Vortheil einer quten Straßenderbindung dahin auf der Hand. — GEisenwerk Kaiserslautern) Aus Berlin berichtet die „Nat.“Ztg.“ Im Schau⸗ fenster der Niederlage des Eisenwerks Kaiserslautern en der Friedrichsstraße stehen zwei einen Meter hohe Statuetten des Fürsten Bismarck und des Grafen Moltke, welche aus Sprengeschossen aus dem Fort Romainville vor Paris gegossen sind. Das Eisen⸗ werk Kaiserslautern hatte davon nach Beendigung des Krieges 50 Waggonladungen (zusammen 600,000 Kilo) angekauft. Zwei Abgüsse dieser Statuetten stehen zu beiden Seiten des eisernen Triumphbogens am Ostahhange des Donnersberges in der Rheinpfalz. Der Bogen spannt sich über zwei Felsspitzen des Moltke-Felsen. Die Stainetten hat der pfälzische Verschönerungeverein vor 2 Jahren am Sedantage unter einer Feierlichkeit aufgestellt. kinen Abguß der Bismarck. Statuette in Naturfarbe vesitzt auch Fürst Bismarck. Der Direktor des kisenwerkez Kaiserslautern, F. K. Euler, durfte ie dem Reichskanzler persönlich als Zeichen der Berehrung überreichen. Herr Euler wollte sie bron⸗ ziren lassen. Als der Reichskanzler aber hörte, aus welchem Material die Statuette gegossen sei, bat er, ihr die Eisenfarbe zu lassen. Modellirt ist die Statuette vom Bildhauer Karl Cauer in Kreuz⸗ nach im Auftrage eines Verehrers des Reichskanzlert in der Schweiz, eines Herrn Moser in Schaffhausen, und für densel ben in Marmor ausgeführt worden. Die Statuette Moltke's hat der Sohn Cauer's im Auftrage des pfälzischen Verschönerungsvereins modellirt, dessen Ehren⸗Mitglied der Feldmarschall ist. Der Moltke⸗Fels, den die beiden Statuetten schmücken, bietet eine wunderbar schöne Aussicht auf die Rheinebene. — Kaiserslautern, 31. Januar. Der im Hause Nr. 20 an der Bleichstroße wohnende 37 Jahre alte Tagner Johann Philipp Franzreb don Gehrweiler, verheirathet, Vater von 2 Kindern, war seit längerer Zeit an Lungenentzündung leidend. Heute Mittag hatte dessen Frau einen Ausgang in die Apotheke zu machen. Als sie zurückkehrte, fand sie ihren Mann im Abtritte liegend und erstickt. Wie man annimmt, ist derselbe aus körperlicher Schwäche in die grausige Stelle hineingefallen und da er sich nicht mehr herausarbeiten konnte, erstickt. (st. Ztg.) — Landau, 30. Januar. Der hiesige „Anzeiger“ schreibt: Unsere Leser werden es mit großem Interesse vernehmen, daß das deutsche Reich seine neueste Kolonie, das Schutzgebiet am Dubrecka⸗ Juß in Nordwestafrika, einem Landauer zu ver⸗ danken hat, und daß dieser, Herr Fr. Colin, Sohn des lange Jahre an der Latein- und Gewerbschule hier thätigen Herrn Sprachlehrers Colin, in treuer Anhänglichkeit an seine engere Heimath, wie er uns selbst mittheilt, der neuen Kodonie den Namen „Neupfalz“ geben will. Herr Fr. F.lin war, wie fich seine Freunde hier erinnern werden, früher Lieutenant im bayerischen 12. Infanterie-Regiment und trat im Jahre 1870 als Dolmeisch in die Dienste einer Expedition in das Innere Afrikas. Begenwärtig lebt er in Stuttgart. — In der Nähe von Frankenthal wurde einem Fuhrmann aus Freinsheim, der schlafend auf seinem Wagen saß, das eine Pferd ausgespannt und der Fuhrmann nach seiner Angabe seiner Baarschaft bis auf einige Pfennige beraubt. Das Pferd wurde in Frankenthal bei Bäckermeister Schuster stehend, entdeckt. Der Straßenräuber hatte den Tag über bei dem Fuhrmann in Ludwigshafen gearbeitet und dabei wahrscheinlich sein Plänchen geschmiedet. — In Baalborn wurde der Schreiner Jak Bensheimer, beheimathet in Bolanden, verhaftet, veil er in Verdacht steht, seine Frau vergiftet zu jaben. Nach der stattgehabten Untersuchung scheint der Verdacht nur zu sehr begründet zu sein. Das Bift haue er sich dadurch zu verschaffen gewußt, zaß er sich selbst einen Erlaubnißschein ausgestellt und die Unterschrift des Adiunkten von Baalborn daruntersetzte. — J (Pf. P.) Beruischtes. Der zweite Hauptgewinn der preu—⸗ zischen Lotterie im Betrage von 300,000 Mt—. ist in die Kollekte von Albert Duddenhausen in Elber—⸗ eld auf Nummer 39953 gefallen. Fortung hat diesmal ein Einsehen gehabt, denn zwei Wittwen ind zwei Handwerker sind, wie die „Elberfelder Zeitung“ muͤtheilt, die glücklichen Besitzer des Looses, n das sie sich ein jedes mit noch mehreren Theil— jabern wiederum weiter theilen. FFalkenberg, Kreis Bolchen, 26. Jan. fin Brautpaar von seltener Altersbeschaffenheit vird sich nächster Tage in dem zum hiesigen danton gehörigen Dorfe Vittoncourt die Hand zum ewige Bunde“ reichen. Der Bräutigam zählt 30, die Braut 75 Lebensjahre. F Berlin. Das kronprinzhiche Paar var am Mittwoch vor. Woche auf einem Spaziergange m Thiergarten zin Gefahr, von einer Privatequi⸗ dage überfahren zu werden. Der Kronprinz fiel indessen den Pferden in die Zügel und brachte sie zlücklich zum Stehen. Nach einer kurzen Ermah⸗ iung an den Kutscher, künftig besser aufzupassen, aahm der Kronprinz seine Gemahlin wieder an dem Arm und setzte seinen Spaziergang fort. F (Ein König als Zeuge,) Am Sonn—⸗ tag machte in Rom der Kaufmann Maranzoni einen Ritt durch die Stadt und hatte dabei da— Unglück, ein kleines Mädchen niederzuwerfen un schwer zu verletzen. Die Polizei wollte ihn dahe perhaften. Da trat König Humbert, der den ganze, Vorgang aus der Ferne angesehen hatte, hinzu und deponirte, daß Herr Maranzoni alle Anstrengunge, zemacht habe, das Unglück zu verhüten, aber nich m Stande war, es zu verhindern. Die Polize ließ Herrn Maranzoni sogleich frei. F (Ein König als Krankenwärter) dönig Humbert ist schon seit mehreren Jahren Mitglied einer frommen Bruderschaft in Floren, deren Hauptaufgabe es ist, arme Kranke selbst z oflegen oder denselben einen Wärter beizustellen ind bei Leichenbegängnissen wieder als Sargträgu »der Todteugräbher zu fungiren. Die Mitgliede dieser Bruderschaft tragen, während sie ihren hu manen Pflichten obliegen, damit man sie nicht en ennen soll, einen langen schwarzen Mantel mi einer Kapuze, die sie dann über das Gesicht herab iehen. Vor einigen Tagen hielt nun diese Bruder chaft ihre Generalversammlung ab, in der sie Köni humbert zu ihrem Krankenwärter wählte. Dies Auszeichnung freute den König so sehr, daß er du Bruderschaft ein höchst kunstvoll gearbeitetes silberne Ostentorium (Monstranz) als Geschenk übersendete Sterbefälle. Gestorben: in Neunkirchen Frau Louise Ham nerschmidt, geb. Messinger, 52 J. a.; in Neustadt Frau Maria Anna Nußbaum, geh, Müller, 73 J. a.; in Frankenthal Katharine Keck, geb. Lohring, 36 J. a.; in Dürkheim M A. v. Nickisch-Rosenegk, Buchhändler. 4 Jahre alt. Schiffsbericht der Red Star Line. Nitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur in St. Inghert Der kgl. Postdampfer „Phynland“ Kapitän Jamison, welcher am 17. Januar von Antwerpern ibging, ist am 30. Januar wohlbehalten in Nem jork angekommen. Fuür die Redaktion verantwortli«« — * Hemetß r Licitation. Nur noch wenige Tage —XRææOæOA Haupttresfsfer —. 2220 Samstag, den 21. Februarl385 Nachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirth schaft von Carl Best, wird durch den unterzeichneten gericht iich hiezu beauftragten k. Notar die nachbeschriebene Liegenschaft in der Steuergemeinde St. Ingbert abthei⸗ lungshalber öffentlich in Eigenthum versteigert, als: Plan Nr. 2000, 2061 und 2062, 28 a 30 qm Wiese in der Gehn⸗ bach neben Nikolaus Glattfeld und Johann Fries. Eigenthümer sind: Die Erben des in St. Ingbert wohnhaft gewesenen und allda ledig und ohne Nachkommen verstorbenen Lehmformers Johann Kopp, nämlich: dessen Mutter Angela Morlo, ge— werblos, Wittwe des in St. Ing⸗ bert wohnhaft gewesenen und allda verlebten Lehmformermeisters Bern⸗ hard Kopp; dessen Geschwister, bezw. Repräsen tanten von solchen, als: 1. Andreas stopp, Lehmformer; 2. die Kinder und Repräsentanten der verlebten Schwester Katharina Kopp, erzeugt in der Ehe mit ihrem hinterbliebenen Wittwer Peter Heinrich Latz, Fuhrmann, Namens: a. Johann, — — Katharina, c. Maria und Scheine . Elisabetha Latz, alle vier noch. minderjahrig d ihren Vaterfür die Gemeindekranke snver⸗ als gesetzlichen Vormund und oben⸗ sicherung genannlen Andreas Kopp als Neben⸗ ind zu haben in der Drucerei vormund haben; 8. NRicolaus Kopp, des „St. Inuberter Anzeiger.“ Lehmformer, früher in St Ingbert, setzt in New⸗-York in Nordamerike wohnhaft. Alle, wo nicht anders gesagt, in St. Ingbert wohnhaft. —A Cemmer, Notar. Definitiv am oõ. Februar ISS uIarlee Wohlthätigkeitslottorio- Ziehung für hedürftige Frauen ünd Mädchen. 10, 200 Geldzew inne mit Marix 75, O00— baar Geld ohne jeden Abzug. Diehnng ohne Verschub b. Febhruar 1885 Beneral ⸗Agent. A. u. B. Schuler, München. Loosase hior rorräthigboi: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl. sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud⸗ wiashafen a. Rh. .RNeinen Bienen⸗-Honig per Pfd. 90 Pf., bei 10 Pfd. 85 Pf zu haben bei Carl Befst. Focsens E CAOAOGPULVI J 01H10 COLA —2* BE. O. MOSFERA CB AErα 45 Zu haben bei Herren Jean Peters, J.Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blies⸗ k49041 von F. Graef in Aichach. Wacket zu 20 PVf. stets frisch bei 3 —2 — ——e J t 7 — Jedes oos Park 2.- Al Fittlinger Lirhendan-Lottretie Zichung ohne Widerruf —rce Anfang Marz 1885. J. Baupttresser Mark 60,009 —28 im Ganzen: 4151,500 Markt Baare elbgewinune, ohne Abzug. Ferner empfehlen Finmark⸗-Loose. Ziehung ihne Ver schuh am 5. Febr. — 0 Ak. 75,000. - Gew. baar Geld ohne Abzug. Loose hier vorräthig bei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rb. Emser Pastillen (ãcht in plombirten Schaehtoln) ein bewährtes Mittel gegen Hus- XI AIXX Magen sehwäacehe und Verdau- —AXX Emser Victoriaquelle. Vorräthig in St. Inghbert bei pPeter Feory u. Albr. Lorn. IPpotheker. Könid Wilhelma-Felsenduelle in Ems- O0. i zahet Nzen und igen nich— lize 2r. 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Amtsgerichts St. Ingbert. 7 St. Ingberter Anzeiger? erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltur ga⸗ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 AM 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 , einschließi (0 A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, Iz A. Neclamen 30 . Bei Aamaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —— M 25. m. Politische Uebersicht. Die Sozialdemokraten brachten im Reichstage den Entwurf eines Arbeiterschutzgesezes »ein. Derselbe untersagt die Herstellung von ge— werblichen Erzeugnissen in Straf- und Versorgungs- anstalten für Privatunternehmer und regelt das Verhältniß der Arbeitnehmer einschließlich der Lehr⸗ linge zu den Arbeitgebern, zu welchem Zweck eine obligatorische Arbeitsordnung eingeführt wird, in welcher den Arbeitern Sitz und Stimme zusteht. Die Arbeitszeit wird auf höchstens zehn, Sonn⸗ abends acht Stunden festgesetzt. Bei den Arbeiten unter Tag (in Bergwerken ꝛc.) soll die Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten. Die Nachtarbeit und die Arbeit an Sonn⸗- und Festtagen ist ver— boten mit gewissen Ausnahmen. Art. 4 enthält die Organisation der Behörden: Reichsarbeitsamt, Arbeitsämter, Arbeitskammern, Schiedsgerichte; Art. 5 Strafbestimmungen. Das Gesetz soll am l. Juli 1886 in Kraft treten. ihn wesentlich zu schwächen. Deßhalb gebietet es die Pflicht der Selbsterhaltung, dem internationalen Treiben mit internationalen Maßregeln, d. h. mit VBereinbarungen aller Culturstaaten zu gegenseitigem Schutz entgegenzutreten. Wenn in England und inderswo noch immer Ansichten maßgebend sind, nach welchen die Freiheit, Dynamitattentate vorzubereiten und auszuführen, als ein unschätzbares Zut anzusehen sei, das bei Leibe nicht angetastet verden darf, so ist das sehr zu beklagen. Denn o lange solche Freiheitsapostel das entscheidende Wort behalten, werden alle Versuche, zu durch⸗ zreifenden Abwehrmaßregeln zu gelangen, scheitern. Wir wissen sehr wohl, daß es keine Maßregeln zibt, welche eine absolute Sicherheit gegen Ver— chwörer und die Ausführung zerstörender Anschläge Aieten, aber jedenfalls würde es möglich sein die Befahr einzuschränken und der bedrohten Gesellschaft die Beruhigung zu gewähren, daß wenigstens alles Mögliche geschieht, um sie zu schützen. Die Engländer haben mit ihrem Vorgehen in Züd⸗Afrika entschieden kein Glück. Vor einiger Zeit war bekanntlich gemeldet worden, daß der englische Gouverneur des Caplandes, Sir Robinson, das britische Protektorat über das Pondoland d. h. den schmalen am Meere gelegenen Landstrich zwischen »er nordöstlichen Grenze der Capcolonie und der üdlichen Grenze von Natal, erklärt habe. Die englischen Blätter sprachen damals ihre Befriedigung darüber aus, daß die Regierung sich zu einer ener— gischeren Vertretung der britischen Interessen auf⸗ zerafft habe, während diese erklären ließ, daß es iich hierbei nur um eine Geltendmachung früher erworbener Rechte handle. Neuere Nachrichten über diese Angelegenheit lassen jedoch erkennen, daß die Eingeborenen keinesfalls diese Auffassung theilen. Es wird nämlich aus der Capstadt berichtet, daß Umquikela, der Häuptling von Pondo, über die Protlamirung des englischen Protektorats über das Pondoland äußerst ungehalten sei und die Absicht sabe, mit der deutschen Regierung Unterhandlungen wegen Herstellung deutscher Häfen anzuknüpfen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Engländer alle Anstrengungen machen werden, um diese Absicht u verhindern. aus 40 Gemeinden werden die Unterschriften noch naträglich eingehen. Breslau, 31. Januar. Die „Schlesische Zeitung“ meldet: Die Breslauer Studentenschaft richtete einen Aufruf an die Studentenschaft sämmt⸗ icher deutschen Universitäten, worin zu einer ge— meinsamen Kundgebung zum Jubiläum des Fürsten Bismarck aufgefordert wird. Ausland. Paris, 31. Januar. Die Kammer geneh—⸗ migte das außerordentliche Marinebudget und lehnte den Antrag Soubeyran's auf Verkauf der Staats⸗ zahnen mit 339 gegen 118 Stimmen ab. Rom, 1. Februar. Laut dem „piccolo“ oerlangte Italien von Egypten die Besetzung Massauahs zum Schutze der Küste und des Lebens »er Europäer. Egypten verweigerte die Erlaubniß dazu. Massauah hat eine egyptische Garnison von 500 Mann mit 8 Kanonen. Laut dem „Nabab“ wird die egyptische Garnison friedlich abmarschiren und ein englisches Kriegsschiff der italienischen Be— itznahme beiwohnen. London, 2. Februar. Ein Telegramm der „Daily News“ aus Varna besagt, daß die Pforte ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet habe, worin sie gegen jede Besetzung eines Hafens im Rothen Meere protestirt. Am nächsten Freitag wird die Abstimmung über den vielbesprochenen 20, 000 Mark-Posten tattfinden. Wir sind gespannt, wie sich die Par— teien angesichts der letzten Volksströmung benehmen werden. Dem Preußischen Abgeordneten— hause ist am Samstag die angekündigte Eisen— bahnvorlage zugegangen. Für 14 neue Strecken werden 49,984,000 Mark verlangt zur Anlage zweiter Geleise und für die dadurch bedingten Ver— ünderungen auf den Bahnhöfen werden 5510.000 Mark gefordert. Erziehet die Kinder gut! J Mit der immer mehr und mehr um sich greifenden Arbeitstheilung ist auch der Unterschied der Stände ein größerer geworden. Zu den eigenthümlichsten Erscheinungen nun gehört der Umstand, daß Tausende mit ihrem Stande oder ihrer Stellung nicht zufrieden ind, daß eine Mißachtung gegen den eigenen Stand eingetreten ist, und endlich daß alle höher Stehenden deneidet werden. Es ist dieser Zustand ein großes oziales Uebel. Durch die Geburt ist jedem Kinde ein Platz in irgend einem Stande zugetheilt worden, hier be— zinnt seine Thätigkeit im Leben und der Kampf ums Dasein. Das Kind des Fürsten, wie das des Tagelöhners ist mit der Menschenwürde bekleidet, ind diese muß vor allem geachtet werden. Aber s ist niemand in den Kreis gebannt, den er zuerst ꝛetritt, jeder strebsame Mensch kann auf rechtlichen Wegen höher hinauf rücken, wenn er nur alle Ge⸗ egenheiten benützt, um das Kapital seiner Kenntnisse u vermehren. Es ist eben jeder seines Glückes Schmied. Wenn nur alle jungen Leute den ihnen jebotenen Unterricht gehörig be⸗ und ausnützten, vürde es bald weniger Unzufriedene geben. Aber vie selten wird die gebotene Gelegenheit, etwas Tüchtiges zu lernen, wahrgenommen. Leider ist es ine große Zahl von Menschen, die nicht mit dem hnen geliehenen Pfunde zu wuchern verstehen, die die Zeit verrauschen lassen, wo sie lernen könnten, ernen sollten und lernen müßten. Und später, eider oft zu spät kommt die dittere Reue. Wie oft hört man den Arbeiter seufzend ausrufen: „Hätte cch doch in der Jugend mehr gelernt.“ Gewiß, daran liegt es. Hätten Tausende mehr gelernt, nur das wenigstens, was ihnen gelehrt wurde, würden die Worte, Unzufriedenheit mit dem eigenen Stande“ bald verschwinden. Hier ist es nun zunächst eine hochheilige und eine ernste Pflicht der Eltern, ihren Kindern durch eigenes Beispiel den Weg zur Gottesfurcht und Tugend zu zeigen und sie zum fleißigen Besuch der Schule und eifrigem Benützen und Verwerfhen des Der Verein Berliner Kaufleute und Instrieller hat heute eine Eingabe gegen die Erhöhung der Getreidezölle beschlossen. Aus mehreren Ländern Europas und aus Amerika kommende Nachrichten lassen leider keinen Zweifel darüber übrig, daß der Anarchismus in den verschiedenen Spielarten, in welchen er bis⸗ Jer auftritt, in der allerletzten Zeit seine grausige Action mit neuen Kräften aufgenommen hat. Seit den Londoner Explosionen ist zwar keine neue Blut⸗ hat verübt worden, allein desto zahlreicher waren die Drohbriefe und Warnungen an die Polizeibe⸗ jörden, welche, wenn auch hie und da ein nichts⸗ vürdiger Scherz unterlaufen mag, doch ernst ge⸗ iommen werden müssen. Sehr bemerkenswerthist, zaß die Anarchisten nun auch die Schweiz in den Bereich ihrer Thätigkeit ziehen, welche ihnen noch is vor Kurzem Gastfreundschaft gewährte, oder sie »och mindestens in ihrem Gebiete duldete. Die Drohung, den Bundespalast in die Luft zu sprengen, wird hoffentlich ihre Wirkung auf die schweizerische Gesellschaft und ihre Denkungsart gegenüber den tremen Richtungen nicht verfehlen. “'In England scheint den letzten Depeschen zufolge eine ganze Reihe von öffentlichen Gebauden wie das British⸗ Museum, das Indische Amt, der Ostbahnhof un sahp. bedroht, doch ist es gelungen, wieder ein Indivi— duum zu verhaften, welches dringend verdächtig ist, an der Erplosion im Westminsterpalast theilgenommen zu haben. Auch aus Amerika wird die Verhaftung eines, wie es scheint, berufsmäßigen irischen Dyna- mitarden gemeldet. Alle seither gegen diesen un— ichtbaren Todfeind unserer gesammten Cultur er⸗ zriffenen Maßnahmen haben' leiden wcht permocht. Die Geschäftsstockung in den Vereinigten Staaten veranlaßt viele Einwanderer, nach Europa urückzukehren, und die niedrigen Fahrpreise für Deckpassagiere geben der Bewegung einen weiteren Impuls. Die scheidenden Einwanderer bestehen Jauptsächlich aus Deutschen, Italienern, Polen und Angarn, die sich beklagen, daß sie keine Arbeit mehr bekommen können. Ein großer Exodus wird nuus den AnthracitRegionen Pennsylvaniens ge⸗ meldet, wo das Geschäft ganz darniederliegt. Die nach Osten bestimmten Dampfer haben demnach zroße Listen von Deckreisenden, und ihre Agenten »ewerben sich eifrig um diese Klasse von Passa— zieren. Amerika bietet diesen Winter wenig An— ziehungskraft für Einwanderer der Arbeiterklasse. Deutjches Reich. Aus Baden, 31. Jan. Die Eingabe an den Reichstag um Erhöhung der Getreidezölle, welche yvon den Bauernvereinen Ueberlingen-Pfullendorf ingeregt wurde, ist, mit 53300 Unterschriften ver— ehen, dem Reichstagsabgeordneten Noppel zur Be⸗ örderung übergeben worden. Es haben Mitglieder ler Stände aus der Seegegend unterzeichnet. und dort Gebotenen anzuhalten. Daß gegen den Be— juch der Schule sehr viel gesündigt wird, können die Lehrer am besten bezeugen; man lasse sich nur die Listen der Schulversäumnisse vorlegen. Und vas sind die Gründe, welche so häufig und fort und fort viele Kinder voꝛn regelrechten Besuch der Schule abhalten? Nichtige! Unverstand der Eltern! „Ich bin auch in keine Schule gekommen,“ sagt yñif ein Vater, „da braucht mein Junge auch nicht hineinzugehen,“ ich lebe und existiere, da wird der z8 wohl auch einmal zu etwas bringen.“ Und im anderen Augenblick schimpft der weise Vater wieder uber seine untergeordnete Stellung, die er durch seine Nichtbildung im menschlichen Leben einzunehmen gezwungen wird, es fällt ihm aber, durchaus nicht an, seinen Sohn ein besseres zu Jeyren, so daß zieser einst auf derselben niederen Stufe stehen muß, auf der sein Vater gestauden. — Dem Lehrer aber wird häusig nicht die ge⸗ h»ührende Achtung gezollt, und wenn er dem un⸗ zändigen verrohten Knaben endlich einmal eine wohlverdiente Züchtigung angedeihen käßt, so wird der Taugenich!s oft noch in ungebührlicher Weise in Schutz genommen, ja noch mehr, die Eltern Jaben oftmals nichts eiligeres zu thun, als den dehrer bei Gericht zur Bestrafung anzuzeigen. Gott —— Früchtchen schon kennt ind dem Lehrer in den meisten Fällen Recht ge⸗ geben wird, daß demselben nicht der schwere Beruf och schwerer gmacht wird. Wollten doch alle Eltern einsehen, daß nur dann von guten Erziehungs⸗ Resultaten gesprochen werden kann, wenn Schule ind Haus Hand in Hand gehen. Die gute Er⸗ iehung im Elternhause muß den Lehrern in die Hand arbeiten, im Nichtfalle sind seine Bemühungen utzlose und verlorene. Das Sprichwort sagt: „Böse Beispiele verderben qute Sitten“. Deshalb halte man die Kinder fern jon roher Gesellschaft, halte sie an zur Reinlichkeit, Ordnung und zum Lernen, man strafe sie, wenn iie fremdes Eigenthum schädigen oder gar sich an⸗ rignen, bringe den Begriff zwischen „Mein und Dein“ schon frühzeitig den Kleinen bei und leide durchaus aicht, daß das eine oder andere Kind Obst aus Nachhars Garten holt. Klein fängt man an, groß Jört man auf, das ist die Laufbahn aller Spitzbuben. Ferner leide man nie Schädigungen an Baum— pflanzungen oder gar Thierquälereien. Unsere guten Volksschulen geben den Kindern die Werkzeuge der Frkenniniß in die Hand, allein der Besitz hilft nicht, wenn die Anwendung fehlt, und da giebt es aller⸗ dings viele, die zu träge sind im Geiste, um nach ———— noch ein Buch oder ein Bildungsblatt in die Hand zu nehmen, und nur nach sündlichen Genüssen streben. Man sehe sich zur die halbwüchsischen Burschen an, wie sie mit der Cigarre im Munde, bei Schnaps und Bier in rTdinären Spelunken sich bewegen, wie sie mit Dirnen umgehen, denen der Stempel des Lasters auf die Stirn gedrückt ist. Solche Leute find es. die später mit ihrem Schicksal hadern. Doch zurück ur Erziehung. Nicht allein die Schule lehrt, sondern ast noch höher stehen die Erfahrungen des Lebens, venn man sie weise zu benutzen versteht und schon rühzeitig den Kindern den Grundsat einflößt, daß je von jedem auch von dem geringsten Anleiter iwas lernen können. Man lasse sie endlich keine RKomane lesen und gebe ihnen nur solche Bücher, welche Beispiele bringen, wie die Söhne und Töchter armer Eltern emporgestiegen sind zu hohen Stellen, ndem sie rastlos ihr Ziel verfolgten. Wiederholt ei des gesagt: Es ist jeder seines Glückes Schmied.“ Dürfte es hier wohl ein besseres Beispiel geben, als Benjamin Franklin? Er, der vom einfachen Buch⸗ druckergehilfen sich emporschwang bis zu den höchsten Ehrensiellen der Vereinigten Siaaten Nordamerikas. Mochten doch so manche seiner Worte gedenken, aAs r davon sprach, wie er empor gekommen ist. Er sagl: „Auf andere Weise auf einen grünen Zweig zu kommen, als durch Fleiß, Ordnung und Sparfamkeit, ist unmöglich.“ Aber das Saatkorn muß früh gelegt werden, damit es herrlich aufgehe, und wie die Aussaat, so wird auch die Ernte sein. Zokale und pfälzische Nachrichten. * St. In gbert, 3. Febr. Gestern Abend drachte die hiesige Feuerwehr im Verein mit den Zängern der „Gemüthlichkeit' und des „Casino“ dem neugewählten Bürgermeister Herrn Heinrich einen solennen Fackel zug, der fast die ganze viesige Bevölkerung auf die Beine brachte. Nach⸗ Zem der Zug unter den Klängen eines Marsches hor der Wohnung des Bürgermeisters angelangt var, spielte die Stadtkapelle und die Sänger sangen »einen Chor. Der J. Kommandant der städtischen Feuerwehr, Herr Kaufmann Neymann, brachte iun auf Hercn Heinrich ein Hoch aus, worauf die dapelle die Königshymne intonierte, in welche jung ind alt einstimmie. Ja kurzen, aber bestimmten Worten sprach Herr Heinrich seinen Dank aus und nersprach, ein unparteiischer und uneigen—⸗ nütziiger Bürgermeister der Stadtgemeinde, die er mit einer Aktiengesellschaft verglich, ein Bürg er— meister für Alle zu sein. Seine Rede schloß er mit einem Hoch auf Seine Maiestät König Ludwig. *St. Ingbert, 3. Febr. In seiner am Zamstag staltgehabten Sitzung nahm der Ausschuß des Laudwehr-Vereins St. Ingbert die hertheilung der Chargen vor und wählte dadei als .. Prasidenten: Herrn J. Peters, Kaufmann, is U. Präsidenten: Herrn J. Neymann, Kauf⸗ nann, als Adjutanten: Herrn Paul, Steiger, als Zchriftfüͤhrer: Herrn Emil Grewenig, Sattler, ls Rechner: Herrn N. Schmelzer, Bergmann. —Z Ein Erlas der k. Regierung der Pfalz vom 24. Januar 1885 lautet: „Wie der Regierung bekannt wurde, kommt es noch immer ‚or, daß in Volksschulen einer bestimmten Kon⸗ ession, welche zugleich von einer Minderheit schul⸗ flichtiger Kinder der anderen Konfession besucht verden oder in konfessionell gemischten Schulen nit nur einer Lehrstelle die Kinder der konfessio nellen Minderheit zur Theilnahme an dem Religions⸗ interrichte, Gebete und Choralgesange der anders⸗ läubigen Schüler angehalten und hierdurch bis— heilen bedauerliche Zwistigkeiten unter den beiden yristlichen Religionsparteien hervorgerufen werden. zs kanuͤ keinem Zweifel unterliegen, daß ein solcher —XD 1y89 Abs. Ider baherischen Verfassungsurkunde garan⸗ irten Gewissensfreiheit und deshaib jede derartige Naßregel unbedingt unzulässig ist. Die k. Regierung ijeht sich zur Fernhaltung eines solchen ungesetzlichen gerfahrens im Einvernehmen mit den beiden kirch⸗ ichen Oberbehörden der Pfalz zu dem Auftrage in die k. Bizirksämter, Distrikts- und Lokalschul- uspektionen veranlaßt, strengstens darüber zu vachen, daß künftig Schulkinder weder zum Reli⸗ ionsunterricht der andersgläubigen Schuljugend ugezogen, noch zur Theilnahme am Gebete und Thoralgesang derselben irgendwie veranlaßt oder ingehalten werden. Dem Lehrpersonal sind in ieser Hinsicht die gemessensten Weisungen seitens er Loialschulinspeklionen zu ertheilen. Um jedoch ede Harte solchen Schulkindern gegenüber, welche inen längeren Weg zur Schute, wie z. B. von inem entfernten Hofe ⁊c., zurückzulegen haben, zu ermeiden, ist Anordnung zu treffen, daß diesen dindern zur Zeit strenger Kälter, bdei Regenweiter c. der Eintrut in das warme Schullokal auch vor em Anfangsgebete und eventuell vor dem Absingen »es Choralgesanges in dem Falle nicht verweigert verde, wenn diesen Kindern, die oft nur mangel⸗ jaft gekleidet sind, ein anderes Schullokal oder ein onstiger geeigneter Aufenthaltsraum nicht zur Ver⸗ ügung steht.“ In der Ausschußsitzung der Landes⸗ agelversicherungsanstalt wurden folgende zestimmungen augenommen: „Hagelschäden bis inschließlich 6 pCt. der Versicherungssumme des eschädigten Theiles eines Grundstückes sind nicht rjatzfahig. Bei Schlägen von 7—9 Ct. der zersicherungssumme sind die ersten 2 pPCt. bei Scchäden von 10— 19 pCt. die ersten 3 pCEt. der zersicherungssumme nicht ersazfähig. Für je beitere 107 pCt. des Schadens ist je ein weiteres Zrozent der Versicherungssumme nicht ersatzfähig. diese Bestimmung tritt sofort in Wirksamkeit. [] Schnappach, 2. Februar. In der ver⸗ lossenen Woche wurde in Altenwald ein Mädchen zerhaftet, welches einige Zeit in Trier diente und lauͤbte die Sachen ihrer Herrschaft auch zur ihrigen nachen zu dürfen, indem dasselbe beim Forigange ine goldene Uhr, einen Haarpfeil und goldenen Ring mitgehen hieß. — Auf der am Freitag abgehaltenen Treibjagd »es Herrn Reichsrathes von Krämer im Jägers⸗ zurger Revier wurden von circa 19 Schützen 21 Kehböcke, 41 Hasen und 4 Füchse erlegt. — Glanmünchweiler, 1. Februar. Auf inserer Eisenbahnstation ereignete sich leider ein —VV — rin sehr braver Mann, ftürzte vor Einfahren der Fisenbahnzuges, als er das Geleise überschreiter wollte, auf das letztere, wurde von der Maschin erfaßt und derart am Unterleibe verletzt, daß ihn die Gedärme hervorquollen. Derselbe wurde in die Zlinik nach Heidelberg verbracht. (GK. 3.) — In Schönan sind die Rötheln so hefti— aufgetreten, daß die Schulen dortselbst -geschlossen werden mußten. — In Albis heim ertränkte sich der Hausirn Peter Koch, welcher vor ungefähr 14 Tagen vor wei Knechten derart geschlagen wurde, daß ma hehauptet, infolge dessen sei Geistesstörung einge reten, und dies der Grund, daß er diese traurig— That an sich verübte. — Vom unteren Hardtgebirge win twas größere Rührigkeit im Weingeschäfte ge meldet.“ In Wachenheim wurden größere Parthieen Reuer zu 1000 Mk., in Friedelsheim zu 600 Mi per Fuder verkauft. Ein am Badebetrieb in Dürkheim Be heiligter erörtert in der „B. Z.“ die Projekt velche nach dem Muster Kreuznachs nächstes Früh ahr in Angriff genommen werden sollen. Dieselbe estehen in Erbauung eines Kurhauses beziehungs veise Umbau des Stadthauses mit etwa 100 Zim nern und 150 Betten-, Lese- und Konversations immer, Verbesserung der Badeanlagen durch Neu 'assung der Quellen, Ausdehnung der Parkanlagen ais zur Saline, Errichtung einer Villa aus der Sieber'schen Anwesen mit Wohnräumen für hoh Fremde. Zusammenarbeitend mit der städtische herwaltung und dem Gönner des Bades, Hern Zrof. Virchow. müßte ein gröoßeres Komité d jothwendigen Kapitalien aufbringen, wogegen bo em zu erwartenden Fremdenzuzug für die gesamm rinwohnerschaft großer Nutzen zu erwarten stünd —“ In Rheingönnheim ereignete sich en Zamstag ein sehr bedauerlicher Ungücksfall. En jähriger Knabe wollte in dem Augenblick unte inem bespannten Wagen hindurchschlüpfen, als da Fuhrmann, der davon nichts sehen konnte, di üferde antrieb. Die Räder des schwer beladenn Fuhrwerkes gingen nun so unglücklich über du ind hinweg, daß es sofort eine Leiche war. — Speyer, 31. Januar. Seinen Mi liedern hat der protestantische Verein der Pfeh ine werthvolle Gabe zugehen lassen, eine Mond zraphie des Speyerer Bischofs Matthäus von Chan jelle aus der kundigen Feder des Stadipfartu Höpffner in Neustadt. Das Schriftchen liefert eint Heitrag zur Geschichte der Beziehungen zwische Staat und Kirche aus dem Anfang dieses Jah junderts. Bermischtes. Mannheim, 1. Februar. Ein hier zjangener Mord hat uunsere Bevölkerung in grof Auftegung versetzt. Das Opfer derselhen ist edige 32 Jahre alte Margaretha Ries Weifenheim am Sand (Pfalz). Dieselbe war früh hier im Dienst, und kehrte, mit einem bis j— nicht herausgefundenen Mann, in welchem me den Mörder vermuthet, in mehreren hiesigen Wir' chaften ein. Die Ermordete wird als eine buo herson geschildert. Man glaubt, daß ein Lustmo zorliegt. FEine Familie in Schweinfurt bveil nnerhalb vierzehn Tagen 4 Kinder in Foh drankheit. Als die Großmutter den Tod des letztt rfuhr wurde sie vom Schlage getroffen und w ofort todt. Der Münchener Quellenfinder Bero zat nach der „Allg. Zig.“ vor Kurzem in eint 100 Mt. über der Meeresfläche gelegenen Do des Odenwaldes einen neuen glänzenden Bew reiner wunderbaren Gabe und Kunst, unterirdis Wasserläuf anzuzeigen, gegeben. Die Gemei stothenberg bei Hirschhorn, die in trockenen Jaht in empfindlichem Wassermangel litt, hatte im Heth derrn Beraz zu einer Quellenuntersuchung einh aden. Am 8. Oktober zeigte derselbe in Gegt vart des Berichterstatters und des Ottsvorstand m Laufe eines Nachmittags einige Stellen an, n angegebener Tiefe, Richtung und Stärke Quel uverlässig zu finden seien. Die erste Quelle sol zei 19 bis 22 Mi. Tiefe in 8 Cm. Stärke fließ Am 17. Dezbr. stießen die Brunnengraber, n iner durch Felsensprengen langwierigen Arbeit twa vier Wochen, bei 20,6 Mt. auf die Que Nie so reichhaltig fließt, daß sie einen großen 70 1 eg ikn t m ie⸗ ⸗n py 4 t⸗ igt des unteren Dorfes mit Wasser versorgen wird. Man muß aber staunen, welcher Leistung Herr Heraz bei dem zweiten im Oberdorfe in einer Zauernhofreite angegebenen Wasserlaufe fähig war. ẽr bezeichnete eine Stelle, wo drei Quellen senk⸗ recht unter einander und parallel zu einander nieen müßten und sagte dabei: dieser Fall sei ihm * feiner elfjährigen Praxis noch nicht vorgekommen. ẽr berechnete die oberste Quelle auf 728 Mt Fiefe, Strohhalmsstärke und in der Richtung von Zudost nach Nordwest fließend, die zweite auf eiwa A Mt. Tiefe, Federkielstärke, in derselben Rich ung; die dritte auf 17 Mt. Tiefe, Kleinfingerdicke, ia der nämlichen Richtung. In der That fand sich beim Brunnengraben die erste Quelle bei 8,5 Mi. Tiefe mit 4 Mm. Stärke und der angegebenen Richtung, die zweite bei 13 Mt. Tiefe mit 7 Mm. Slarke, die dritte bei 16 Mt. Tiefe mit 193 Em. Stärke, alle drei in gleicher Richtung, wie Beraz zuvorgesagt hatte. — FEine für Buchhändler wichtige Entscheidung jat das Landgericht Mainz getroffen. Ein Buch⸗ Fandler aus Worms hatte einem Fabrikanten mehrere Jahre hindurch eine große Anzahl von Bücheru zur Ansicht eingesendet, bei der schließlichen Ab⸗ kechnung erklärte der Fabrilant, er wolle nur einen Theil der Bücher behalten, die übrigen stellte er dem Buchhändler zur Verfügung. Letzterer erklärte aber, da der Fabrikant die Bücher länger als ein Jaht im Hause behalten habe, ohne sie zurückzu— schicken, sei er auch als Käufer zu betrachtrn und musse die Bücher bezahlen. Dessen weigerte sich aher der Fabrikant und nun kam es zu einem Prozeß. Das Amtsgericht in Worms hatte den Kläger abgewiesen, ebenso die zweite Civilkammer des hiesigen Landgerichts. Das Gerücht sprach sich dahin aus, daß eine Rechtspflicht, nicht bestellte Bucher zurückzusenden, nicht bestehe, die Klage des Buchhändlers mithin abzuweisen sei. FGefangene Franzosenvon 187071. Wohl die letzten Gefangenen aus dem Kriege 1870771, meint die „Köln. Volksztg.“, haben das Deutsche Reich verlassen. Am 27. ds. passirten, von Wesel kommend, den Kölner Centralbahnhof diejenigen Turkos, welche während ihrer Kriegsge— fangenschaft, einen Wächter ermordet hatten und deßhalb zu langjähriger Festungsstrafe verurtheilt varen. Die Leute sahen recht gut aus; die fran⸗ zösische Regierung hatte sie mit neuer Montirung dersehen. — Wie der „Allgemeinen Zeitung“ vermuthungs⸗ veise gemeldet wird, hat der Kaiser von seinem Begnadigungsrechte gegenüber den wegen des Dyna⸗ mit-Attentats auf dem Niederwald zum Tode verurtheilten Reinsdorf, Rupsch und Küchler keinen Gebrauch gemacht; die Hinrichtung der Ver— brecher würde somit bevorstehen. F Bei Gelegenheit der Berathungen der Bud⸗ getcommission des Reichstags über den Postetat legten die Vertreter der Reichspostverwaltung die Bedeutung des Postzeitungsamtes in Ber—⸗ lin dar. Es giebt in der ganzen Welt kein ähn⸗ liches Zeitungsinstitut — bemerkte Hr. Dr. Stephan. 90 Millionen Zeitungsexemplare werden da jährlich mit einem jährlichen Umschlag von 12 Millionen Mark expedirt. Die Zahl der täglich zum Versandt tommenden Zeitungsexemplare beträgt 244,000 Nummern, welche täglich an 4721 Postanstalten in 10,566 Packeten mittelst 448 Zeitungssäcken auf 46 Postfahrzeugen zur Eisenbahn befördert werden. F Berhin, 28. Januar. Mit dem Pariser Kurierzug trafen heute in Berlin 14 junge Marok⸗ kaner und ein sie geleitender Dolmetscher ein. Die— selben werden längere Zeit in Berlin bleiben, um hdier ihre Ausbildung als Militärs zu erhalten. Sie werden zu diesem Zwecke von unlen auf zu— nächst im zweiten Garderegiment zu Fuß dienen. Bei dieser Auswahl ist nach der „Nationalzeitung“ augenscheinlich anf die Körpermaße Rücksicht ge⸗ nommen worden, welche die Garderegimenter an ihre Rekruten zu stellen pflegen: es sind sämmtlich große, kräftige Gestalten, wenngleich einige von ihnen das Dienstalter bereits überschritten zu haben icheinen, da sie gegen 30 Jahre zählen. F Berlin, 30. Januar. Für die durch das Erdbeben in Spanien Verunglückten hat der Kron— prinz die Summe von 5000 Fres gespendet. Der Kronprinz und die Kronprinzessin haben weiter zum Besten der Verunglückten von Granada und Anda— lusien eine photographische Ausgabe des Albums gestattet, welches zur Erinneruna au den letzten Besuch des Kronprinzen in Spanien von spanischen tünstlern gewidmet worden ist. Die Ausgabe dieses Albums wird durch die Reichsdruckerei zum Preiste von 10 Mark geschehen; gleichzeitig sollen Exem⸗ hare desselben mit dem eigenhändigen Namenszuge der kronprinzlichen Herrschaften zum Preise von 100 Mark zu beziehen sein. Damit ist die Gelegenheit jeboten, um den Preis eines Werkes der Menschen— iebe ein werthvolles Authograph zu erwerben, daß elbst wieder als eine Bethätigung edelster Menschen⸗ reundlichkeit sich darstellt. F (Auch ein Zeichen der Zeit.) Die etzten, in dem kurzen Zeitraum von vier Wochen »om königlichen Landgericht 1l in Berlin bekannt gemachten Ehescheidungsklagen belaufen sich auf nicht weniger als 17. In drei Fallen klagt der Mann gegen die Frau, und zwar ausschließlich vegen „böslicher Verlassung'“ — übrgens ein recht chwerfälliger Ausdruck. In den übrigen vierzehn Fällen ist die Frau der klagende Theil, und wird ie eben genannte Ursache überall als Grund der Ehescheidungsklage angegeben. Zu der „böslichen LBerlassung“ tritt noch in drei Fällen „Mißhand« lung“, in zwei Fällen „unordentliche Lebensart“ ind in je einem Fall „Versagung des Unterhalts“, Trunksucht“ und „schmähliche Bestrafung“ hinzu. Wann beginnt das Alter beim weiblichen Beschlecht? Das war die Frage, welche jüngst in einer größeren Berliner Damengesellschaft bei der dritten Tasse Kaffee erörtert wurde. Man war verschiedener Meinung. Eine junge schöne Frau neinte: sobald das Weib keine Liebe mehr erwecken könne, eine Andere behauptete, mit dem ersten zrauen Haar, eine Dritte: bei der Konfirmation »es ältesten Kindes. Großmama, eine charmante ilberlockige Greisin, zu deren sechzigster Geburts agsfeier die Gesellschaft statffand, wurde als Rich— erin berufen. „Großmama, wann beginnt das Alter der Frauen?“ Großmütterchen sinnt einen lugenblick nach, dann meint sie verdutzt: „Wie ann ich das wissen — danach müßt Ihr eine alte Frau fragen.“ Ein unangenehmes Reiseabenteuer ist inem Herrn auf der Eisenbahn von Steyr nach Mien passirt. In seinem Koupee befand sich noch ine junge, etwa 18jährige Dame die ihm von inem seiner Bekannten vorgestellt worden war. Er knüpfte ein Gespräch mit derselben an und das Mädchen erzählte, sie sei eine Baronin aus München, —D ßolen, um dort eine Sielle als Gouvernante an⸗ zutreten. Im Laufe des Gesprächs bot der Herr die Dame eine Cigarette an; die Dame wurde darauf unruhig und bat den Reisenden ein Fenster zu öffnen, was er auch that; nun schwang sich das Heädchen plötzlich hinauf, um sich in die Tiefe zu türzen. Dem Reisenden gelang es noch glücklich, ie zu erfassen, und es entspann sich ein verzwei— eltes Ringen zwischen den Beiden. Das Madchen chrie in einem fort: Er will mich umbringen! Die Passagiere der benachbarten Koupee's wurden uufmerksam und fingen ebenfalls zu rufen an, so )zaß der Zug zuletzt hielt und das Mädchen in ein anderes Koupee gebracht wurde. In Wien wurden ie dann beide in das Polizeiiuspektionszimmer ge— ührt und dort stellte sich heraus, daß die junge Dame geglaubt hatte, ihr Begleiter wolle sie mit einem Nartotikum betäuben, als er die Cigaretten chachtel herausgezogen. Natürlich klärte sich die Zache auf. F Wie aus Feldkirch berichtet wird, wur—⸗ den dieser Tage bei der chemischen Versuchsstation unter 20 vorgenommenen Proben tyrolischer Wein⸗ sorten alle 20 als gefälscht erkannt! 4 In den „Erinnerungen eines franzöoͤsischen Ordonnanz;Offiziers“, die Graf d'Herisson heraus— zegeben, findet sich eine große Anzahl neuer und pikanter Einzelnheiten über das Leben und Treiben des ehemaligen kaiserlichen Hofes von Frank. reich, aus denen wir nachstehende herausheben: Im Schlafzimmer der Kaiserin bemerkte der Ordon⸗ nanz; Offizier einen Fahrstuhl, dessen Zweck ihm die Kammerfrau wie folgt auseinandersetzte: Ueber den Gemächern der Kaiserin, im zweiten Stock, zefand sich eine Reihe von Zimmern genau in der Eintheilung des ersten Stocks. Diejenigen Zimmer, welche die Kammerfrauen bewohnten, waren rings hserum von oben bis unten eingefaßt mit großen Schränken von Eichenholz. Darin befanden sich leider aller Sorten, Mäntel, Jacken, Weißzeug, „pitzen, ein beträchtliches Quantum chinesischer Zeidenstoffe im Stück u. s. Dann gab es noch ein besonderez Zimmer für Hüte, Fußbekleidung und Pelzwerk — kurz, es war das vollständige Arsenal einer Fürstin, die weiß, was sie der Toi— lette zu verdanken hat. In dem Zimmer des zweiten Stocks, das mit dem Fahrstuhl correspondirte, das heißt in demjenigen oberhalh des Schlafzimmers, standen auf Füßen vier große Figuren von genau der Höhe und dem körperlichen Umfange der Kaiserin. Wenn die dienstthuende Palastdame die nöthigen Befehle für die Toilette der Kaiserin durch das Sprachrohr hinaufgerufen hatte, holten die Kammer—⸗ frauen die betreffende Ausstattung aus den Schränken, ockleideten damit eine der Figuren, setzten sie auf den Fahrstuhl, der dieselbe hinab in das Schlaf— zimmer beförderte, so dak die Kaiserin sah, wie sie aussehen würde, und sagen konnte: „Ja, so will ich jetzt gekleidet sen.“ Dann wurde die Figur ausgezogen und fuhr wieder in das obere Siockwerk zurück. London, 28. Januar. Der Widerstand des Publikums gegen die Zeiteintheilung des Tages in 24 Stunden ist weit geringer, als erwartet wurde, und bedarf gewiß zu seiner Beseitigung deines besonderen Parlamentsbeschlusses, wie die Begner des neuen Fifferblattes anfänglich dehaup⸗ seten. Schon hat die Eisenbahngesellschaft der Insel Wight dasselbe auf ihren Stationen eingeführt. Um den englischen Damen, die mit der Arithmetik nicht auf besonders vertrautem Fuße stehen, den lebergang vom ersten Dutzend in das zweite zu rleichtern, hat eine City-Uhrmacherfirma schon eine Taschenuhr hecgestellt, welche, gleich der türkischen Uhr, zwei kleine Zifferblätter aufweist, von denen das eine zwölf und das zweite vierundzwanzig Stunden besitzt, so daß sich beim Gebrauch dieser Ahr die Gewohnheit der weiteren Zählung von elbst einstellt. Aus Kamerun kommt interessanter Besuch nach Deutschland, nicht ganz freiwillig zum Theil. Der Dampfer „Adler“ ist mit zweien der Häupt⸗ liuge und dem ebenfalls gefangen genommenen Polen Rogozinski unterwegs und wird Mitte Fe— »ruar in Hamburg eintreffen. Konsul Schmidt hat eine Reise bloß aufgeschoben, nicht aufgehoben. Sein Freund King Bell und dessen kleiner Sohn wird ihn hierher begleiten. Der Junge ist ganz unglücklich über den Aufschub der Reise und aus seine schwarzen Landsleute wüthend, die ihm das Vergnügen verdorben haben. F Newyork, 1. Februar. In Pittsburg zat eine Gasexphtosion stattgefunden, durch welche mehrere Häuser beschädigt und einige Per— sonen getödtet oder verwundet worden sind. fF Ein amerikanischer Großgrund— »esitz. Kürzlich starb zu Buenos-Ayres Nicholas Auchorena, der ohne Zweifel den größten Privat⸗ arundbesitz der Welt sein eigen nennen konnte; nicht weniger als 1710 englische Quadratmeilen hildeten seinen Besitzstand, worauf 152,000 Rinder, und 410,000 Schafe ernährt wurden. Sein Nach— aß wird auf 212 Mill. Pfund Sterling (30 Mill. Bulden) geschätzt. Ein weiblicher Notar. Im Verlauf eines Prozesses vor dem Newyorker Stadtgericht vurde die Giltigkeit einer von Miß Jenni Tuͤrner, Rotar, eiagegangenen Urkunde bestritten, aus dem Brunde, weil die Funktionen eines Notars von iner Frau gesetzlich nicht ausgeübt werden könnten. Die Frage wurde dem Oberrichter Me Adam unter⸗ dreitet, welcher jedoch der Ansicht war, daß einer Frau nichts entgegenstehe, die Geschäfte eines Notars zu hetreiben. F (10,000,000 Pfund Glasflaschen.) Fin großes Patentmedicin Geschäft in Rochester, N. D., hat mit mehreren Glashütten-Besitzern in Philadelphia, Pa., Contrakte zur Lieferung von m Ganzen 10,000.000 Pfund (7,200,000 Stüch) Blasflaschen abgeschlossen. 500 Eisenbahn⸗Waggons ind zum Transport dieser Glasflaschen nothwendig. Dies ist der größte derartige Contract. welcher je— mals abgeschlossen worden ist— Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme tzz. Die sogenannten Hausmittelchen und ihre Wandlungen. Seit den ältessen Zeiten ist es bei den meisten Völkern Brauch, sogenannte Hausmittelchen stets vorräthig zu halten, um bei plöotzlich eintretenden Krankheitsfällen sie rasch zur dand resp. zur Hilfe zu haben. Adet auch diefe Haus⸗ mittelchen, welche von Generation zu Generation überuiefert werden, haben, wie iedes Ding in der Welt ihre Mangd— —— 'ungen durchzumachen. In dem Maße, wie z. B. die hedem so sehr im Argen gelegene medicinische Wissenschaft mehr und mehr zum Lichte der Erkenntniß gelangte, in dem gleichen Maße verschwanden die zahllosen, zum größten Theile aus Zufallsgemischen beistandenen Pillen und Mix—⸗ suren der alten Zeit und machten den auf Basis der be— deutenden Errungenschaften der Wissenschaft componirten Mitteln Platz. Unter diesen letzteren nehmen die nun seit Jahren be— kannten und außerordentlich beliebten Apotheker R. Brandt⸗ schen Schweizerpillen, denen erste medicinische Autoritäten das Zeugniß ausstellten, bei Verstopfung, Blutandrang nach stopf und Brust, Schwindelanfällen, Leber⸗, Gallen⸗ und Hämorrhoidalleiden ein ebenso angenehm zu gebrauchendes, wie sicher wirkendes und unschädliches Mittel zu sein, aner⸗ kanntermaßen die erste Stelle ein. Es gibt fast kein Haus mehr, in welchem dieses vortreffliche Mittel, das außerdem noch den Vortheil der Billigkeit hat (es kostet die Schachtel, 22 * welche 50 Pillen enthält, nur M. 1.— und sind dieselben in fast allen Apotheken vorräthig), nicht Eingang gefunden hzätie und damit sind die Apotheker Richard Brandt'schen An nittel geworden und werden es voraussichtlich auch noch lange bleiben. hand Nützliches für den Handwerker. — Was aus Sägemehl noch zu machen ist. — Schmiermittel für Treibriemen. — Für den Abendschoppen: Bin kein Handwerker. — Wo's dem Handwerk eigent— lich fehlt. — Deutsche Handwerker in England. — Für Haus und Herd: Kleide dich in deinem Stande — Coburger Klöße. — Ein guter Zimmetluchen — Ein billiges Nachtlicht. — Das Familienfest, — Für den Feierabend: Der versteigerte Schneider (Schluß). — Die beiden Brüder. — Der Hans von Neuhofe. — Fragen und Antworten. — An— zeigen⸗Verzeichniß und Anzeigen. Inhalis⸗Verzeichniß der Ne. 4 „die Werk— statt““ Meister Konrads Wochenzeitung. 60 Pfg vierteljährlich, durch die Post bezogen. Aus der Welt. — Für die Werkstatt: Zweierlei Arbeit. — Schwarz auf weiß. — Selbstgemachtes Pauspapier. — Anzünden von Holzkohlen. — Eine Fachschule für Blecharbeitetr. — Der Erfinder des einrädrigen Velocipeds. — Schleifsteine aufzusetzen. — Aller⸗ Bekanntmachung. Bezugnehmend auf das Ausschreiben königl. Bezirksamts Zweibrücken v. 15. ds., die Errichtung einer Distrikts-Sparkafsse betreffend, gebe ich hie⸗ mit bekannt, daß Einlagen in die neu errichtete Kasse von heute an in den zewöhnlichen Büreau-Stunden angenommen werden. Ebenso werden Sparmarken verabreicht. Einlagen von 5 Mark an werden vorläufig mit jährlich 39 0o verzinst. Es ist hiemit Gelegenheit gegeben schon die kleine Summe von 20 Pfennig zurückzulegen und fich nach und nach ein zinstragendes Kapital zu verschaffen. Insbesondere eignen sich zu Einlagen: Gelegenheits-Geschenke, Dienstboten⸗ Löhne, Kinderspar⸗ Kassen, Vormundschafts Gelder und Depositen jeder Art. Di— Einlagen können jederzeit wieder zurückgezogen werden. Die eingehenden Gelder werden an creditfähige Distrikts-Angehörige aus geliehen gegen 500tige jährliche Verzinsung und beliebige Rückzahlungs⸗Fristen frei von jeder Provision oder sonstigen Kosten. Die Anstalt steht unter Garantie des Distriktes und unter der Aufsicht und Controle der Staatsbehörden. Jede gewünschte Auskunft hierüber ist stets bereit zu ertheilen, St. Ingbert, den 28. Jannar 1885. Der Sparkasse-Rechner Acker, kgl. Steuer⸗Einnehmer. mod Nur noch bis morgen nWViderrlIäd aupttresfsfere VII. PXTVO. 3 Desinitiv am . FPebruur ISS *MνIM Wohlthatigkoitslotteris· Ziehung für bedürftige Frauen und Mädchen. 10, 200 Geldgewinne mit MArIX- 75. O00 baar Geld ohne jeden Abzug. Diehung ohne Verschub 5. Februar 1885. Seneral⸗Agent. A. u. B. Schuler, München. Loose hior vorräthigbei: tdampfer der Star Line ahren von Antwerpen jeden Samstag direct nack New-⸗-PYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller Klaffen. Deutsche Bedienung und Aerzle aͤuf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an n Laus-, St. Ingber J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Lud—⸗ wigshafen a. Rh. — — 8 2— — — 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährie rbeiri sch Trauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in S8t Johann bei F. P. Duden— höffer und N. Maginot; in Blies- Lastel bei Apothecker Diedenhofer. h — rq Ramyy zum Lieg J Trotz allerlei Anfechtungen ist der „echte Auker⸗Pain Erpeller“ heute doch das verbreitetse und beliebteste Hausmittel. Tausende wifsen aus eigener Erfahrung daß ee gegen Gicht und Meunmatismus vichts Vesferes gibt, alb den echten Vam— Expeller! Preis 1 Mi. Vocratig in den meiften Apotheken. Haupt⸗VDepot: dV· Dr. S. Nleemanun, Narnbera. In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch ve Buchhandlungen zu beziehen: 567 * Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb— franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn imn einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verstandlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des öffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel-Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach— mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. Um die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine Lieferungs-Ausgabe veranstaltet und kann das Werkt in 17 monatlichen Lieferungen à 1 Mk. durch jede Buchhandlung be—⸗ zogen werden. Kaiserslautern. F IXEXEVLEILLVC Auflage 331,000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprach⸗* n mit nolagenageltes sosten —X Tuehaolien fur Frauen a WdsohURb huinαα Mαν,, serner: ĩ mit durchateppt. Tuceh. oxdyantosel re nslage f Frauen Duttend 62/3 MKk., mit a Tuchzohl. far Frauen Dutzend 62/4 Mx. α Hâicer lief. G. IMToIhArdt. Zoita. Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ beiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Preit vierteljährlich M. 1.25 75 Kr. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi—⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be— schreibung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche jur Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ꝛc, wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und etwo 400 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Possanstalten. — Probe⸗Nummern gratis und franco durch die Expedition, Berlin W, Potsdamer Sir. 8; Wien J, Opernaauie 432 9 Zur Anfortigung von billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden Druckarbeiten empfiehlt sieh dio Bucla- undcò Steindrucscerei F. X. Dometæ Verlag desSt. IngberterAnzeiger) 8t. Ingbert. * *— 244 Frachtbriefe für gewöhnliches Gut F „Gilgut 5 eeste höhere Fie Fac hsehuio tur Vittwerda. Waschinenkeeuntzer T— ⸗ Anfnahme: Vorunesc nane 14 haben bei F. X. Demetz. — Druck und VBecsog von FX. deme in esMmobert 68 — —3 — —* 4 4 —59 68 84 —E —— — —6 — * —35 AD —— —J * 7 8— ——2— —53 *3 * * Mc —58 7— ——41 BV — 5 5— —328 ———— 8 —15 æB6— 3 5 ——— ——— p — s * — —JI —— — e —— — * n J 7 — 1 9 1* p * —— 4 * 2 — F “ —— 6 —5 ——2 —5—— 6 — 14* V — * ——2 *5 — — — 2— —— — — *7— * J 8B— —— J 7 —2—— UB —59262* — *7 e — — 2 ä 28 a —W — I — ———— e2 an —A *»74 * 0 v J J J Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Insberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltur tBlatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlin 1A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 , einschließle 40 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —9, bei außerpfälzischen und solchen * auf welcht die Expedition Auskunft ertbeilt 15 A, Fleclamen 830 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimaliae berechnet. a —— 26 Donnerstag, 5. Februar 1885 220..Jahrg. Politische Uebersicht.“ Dem deutschen Reichsstage bezw. Herrn Dr. A. Buhl wurde von Landwirthen aus den Kantonen Fautereken (Wahlkreis Homburg⸗Kusel) eine Peti qon min ca. 300 Unceschriften eingesandt, in welcher angesichts der sehr schlechten landwirth⸗ schaftlichen Geschäftslage gebelten wird, zur mög— iichsten Beseitigung der eingerissenen Verhältnisse im Reichstage den wahrscheinlich bald zum Vor⸗ trage kommenden Antrag „Erhöhung der Eingangs— zölle auf landwirthschaflliche Produkte (Getreide Ind Mehl)“ nach Kräften zu unterstützen und den in genannter Petition enthaltenen Sätzen 3. Weizen pro 100 Kgr. 6 Mk., b. Korn pro 100 Kgr. 4 Mark, e. Mehl im Verhältniß zu den Sätzen ad 3. und b., zur-Annahme zu verhelfen. Erfweiler, 4. Februar. Gestern voll⸗ zog sich dahier ein ebenso schönes als seltenes Fest. Es feierte nämlich der pensionirte Zimmermeister Herr Adam Lang hier, der früher auf St. Ing⸗ Ferter Grube thätig war, in seltener Rüstigkeit und Beistesfrische seine goldene Hochzeit. Der hiesige Cäcilienverein leitete die Feier ein, indem ir dem glücklichen Jubelpaare am Sonntag Abend mit einem Fackelzuge zugleich ein Ständchen brachte. Tiefergriffen dankte der Jubilar für diese Ehre. Bei der Feier des Festes umgab das Jubelbraut⸗ daar bei dem Gange zur Kirche eine zahlreicht Schaar Kinder und Enkel. Der Cäcilienverein sang während des Gottesdienstes eine dreistimmige Messe. Die Gemeinde war ungemein zahlreich in der Kirche vertreten, um das Paar zu ehren. Hoffen wir, daß dasselbe in ungebrochener Rüstigkeit eine ihnliche Feier in 10 Jahren erlebe. — Zweibrücken, 8. Februar. MNatur⸗ eltenheite) Seit langer Zeit spielt hier eine Wette, die sich um die Beschaffung eines Karpfens im Hewicht von mindestens 20 Pfund dreht. Dieser Tage nun kam ein solches Unikum, das 24 Pfund wog, aus Augsburg hier noch lebend an. Der Freis entspricht auch dem Gewichte: der Lieferant, Jem aufgegeben gewesen sein soll. ein solches Exem⸗ »lar um jeden Preis beizuschaffen, berechnet für die 241 Pfund 72 Mark. 6Gw. Ztg.) Die Brüder Philipp und Daniel Schäfer aus Mauschbach geriethen in Zweibrücken, wo ie im Tagelohn arbeiteten, in Streit, wobei der etztere von seinem Bruder VPhilipp einen Messerstich rrhielt und dadurch schwer verletzt wurde. Der Thäter ist verhaftet. — In Niederkirchen wurde am Montag »er Postbote Walther wegen zahlreicher Unter⸗ chlagungen ihm auvertrauter Gelder verhaftet. DIn der Nacht vom Sonntag auf Montag türzte ein 69jähriger Mann zu Dürkheim von er Treppe zu seiner Wohnung herab. Der Ver anglückte verletzte sich bei dem Sturze am Kopfe. vas seinen Tod zur Folge hatte. — In Freinsheim wurde die Familie des Ackerers Jakob Müller sen. in bedeutenden Schrecken zersetzt, als plößlich durch Einsturz des Kellets der dau⸗ flur, Küche und Boden eines Zimmers mil Aler daraufstehenden Habe in die Tiefe stürzte Zum Glück weilten die Bewohner bei der Kata⸗ irophe im verschont gebliebenen Wohnhaus. DAus Anlaß der Prozeßstreitigkeiten zwischen Lahr und Magdeburg, welche das den armen Waisen gespendete Geld verschlingen und angesichts des großen Prozentsatzes armer Bevölkerung in Ludwdigshafen selbst wollen dortige Fechtmeister der Magdeburger Reichsfechtschule aus diesem Ver⸗ bande austreten und sich auf die Lokalarmenpflege verlegen. Dieses Projekt einer Fechtschule für die Ortsarmen wird von der Einwohnerschaft Ludwigs- hafens sehr sympathisch begrüßt. herrührenden Blutlache wälzte, um glaubhaft zu machen, 'er sei ebenfalls gestochen, wurde verhaftet und in das Untersuchungsgefängniß übergeführt. FSaarbrücken, 2. Febr. Durch einen rigenthümlichen Unglücksfall, der andern zur War⸗ aung dienen mag, wurde gestern eine in der Gar⸗ enstraße zu Si, Johann wohnende Familie in Trauer versetzt. Es wurde von derselben ein ein⸗ ähriges Kind auf ein hohes Stühlchen gesetzt und illein im Zimmer gelassen. Jedenfalls hat das Kind dann durch ungestüme Bewegungen das Stühlchen zum Umfallen gebracht und eine der dehnen desselben legte sich zwischen Kopf und Rumpf und drückte auf den Hals des Kindes so, daß es ersticen mußte. Bei Rückkehr fanden die Eltern ihren Liebling todt. F Dudweiler, 3. Februar. Wie dem „St. Joh.Sbr. Anz.“ mitgetheilt wird, hat gestern Abend hierselbst ein 20 Jahre alter Bergmann einen andern gleich alten Kameraden bei einem m Wirthshause gusgebrochenen Streite mit einem Messer erstochen; der Getroffene war in wenigen Minuten eine Leiche. F Regensburg, 3. Februar. EKine hiesige Bürgersfrau, welche vor einigen Jahren schon wegen Beisteskrankheit ins Irrenhaus verbracht werden nußte, nach einem Vierteljahre jedoch als geheilt vieder entlassen wurde, erkrankte vor einiger Zeit zufs neue. In einem unbewachten Augenblicke er⸗ zriff sie eine mit Spiritus gefüllte Flasche, goß ich den Inhalt über den Kopf und zündete den Spiritus an. Die Unglückliche erlitt dadurch furchtbare Verletzungen, denen sie gestern Abend unter schrecklichen Qualen erlag. Das in München für eine patriotische Feier des 70. Geburtsstags Bismarck's gebildete Comité beschloß die Ueberreichung einer künstlerisch ausgestatteten Adresse an den Fürsten. Ferner soll am genannten Tage ein Festzug nach dem Maxi⸗ milianeum sich begeben, wo eine größere allgemeine Festlichkeit stattfindet. F (Ein jäher Tod.) Wie einmal hat der schwarze Tod ein hoffnungsvolles junges Leben aus den Reihen der studirenden Jugend in Bonn er— barmungslos und jählings dahingerafft. Stud. jur. ). Kr. aus Berlin, Sohn eines dortigen General⸗ onsuls a. D., noch nicht volle 18. Jahre alt und erst seit dem vergangenen Herbst Student und Mit⸗ glied des Bonner Corps „Hansea“, kehrte am Sonntag gegen Morgen von einer Festlichkeit in der Lesegesellschaft in seine Wohnung zurück, und twa eine Stunde später fand man seine Leiche daselbst an der Thür liegend, vor. Eine brennende derze war vom Tische heruntergefallen, hatte Tep⸗ zich, Gardinen und Bett entzündet und in dem dadurch entstandenen Rauch hatte der unglückliche unge Mann den Tod durch Erstickung gefunden. VBorübergehende, durch den hellen Feuerschein der Fenster aufmerksam gemacht, drangen in die Woh⸗ aung ein, fanden aber bereits die Leiche vor. F London, 4. Februar. 6 verlautet, daß Dudley, die Attentäterin Rossa's, früher Kranken— värterin in einem Londoner Hospital war. Sie ist excentrischen Temperaments und versuchte zwei— mal im Eisenbahnwagen einen Selbstmord. Der zestern im Whitechapel Verhaftete wurde im Besitze des dem Angeklagten Cunningham gehörenden Kdofferz gefunden Deutsches Reich. Berlin, 8. Febr. Der Kaiser konferirte heute Nachmittag mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck. — Gegenüber dem Gerücht, daß die Re— gierungen auf die Durchberathung des Postspar⸗ lassengesetzes keinen Werth legten, bemerkt die, Nord— deutsche Algemeine Zeitung“: Die Regierungen wünschen dringend nicht nur die Durchberathung, sondern auch das Zustandekommen des Gesetzes in dieser Session. Berlin, 3. Februar. In informirten Kreisen gilt der Schluß der Reichstagssession zu Ostern als sehr wahrscheinlich; nur die Dampfersubvention und die Zolltarifnovelle dürften erledigt werden. Ausland. Paris, 3. Februar. Meldung des Admirals Conrbet aus Kelung: Eine aus 1500 Mann mit 4 Geschützen bestehende französische Kolonne nahm am 25. Januar mehrere befestigte Werke, welche den durch die südöstlichen Positinen bedrohten Zu⸗ gang zu den Minen bedrohten. Die Franzosen machten vor einer steilen, stark befestigten Hochfläche Halt und befinden sich auf fester Basis. Sie setzen ihre Oprration fort, sobald die Truppen ausgeruht haben. Der Widerstand des Feindes war heftig, das Feuer desselben vorzüglich. Die Verluste der Frauzosen sind 9 Todte und 53 Verwundete. Paris, 4. Februar. Die Hast, mit welcher italienischerseits rücksichtlich der Occupationen an der Küste des Rothen Meeres vorgegangen wird, wird hier vielfach auf die Absicht zurückgeführt, die Besitzergreifungen zu realisiren, noch bevor der Schluß der afrikanischen Conferenz erfolgt und be— bor die Beschlüsse der Conferenz in Kraft treten lönnen. London, 3. Februar. General Wolseley zeigte dem Kriegsminister in einer Depesche aus Korti vom Montag 9 Uhr Abends an, Earle be—⸗ setzte am Sonntag das vom Feinde geräumte Berti. Die Nillschifffahrt ist sehr schwierig. Die Colonne Earle überwand aber bisher alle Schwierigkeilen. Dermischtes. St. Johann, 3. Februar. In blutigen Streit gerieth gestern Nachmittag ein dem Trunke ergebener Schuster mit einer Frau. Die Frau wehrie sich gegen die Angriffe des betrunkenen Mannes jo gut sie eben konnte und schlug den sie hätlich Angreifenden mit einem Stod. Voll Wuth vandte sich der Geschlagene und stach der Frau mit einer sog. Schusterkneip in die linke Seite. Die Berwunduͤng soll eine sehr gefährliche sein. Der Fster. welcher sich später in der von der Verlekten Zkokele und pfälzische richten. X Bezüglich der Anmeldung solcher Invaliden aus dem Kriege von 1870771, welche sich bis zum Schlusse des Jahres 1875 um eine Pension nicht beworben haben, dürfte die Mittheilung von In— teresse sein, daß gegen den abweisenden Beschluß des jeweiligen General-Commando's der Recurs zum Kriegsministerium offen steht. In einigen Fällen ist von diesem Rechte bereits Gebrauch ge⸗ macht worden Fur die Redalktion ver antworflich‘ F. X. Demeß. Licitation. Montag, den 28. Februar 1885, Morgens 2312 Uhr, zu Ormes⸗ heim in der Wirthschaft von An⸗ dreas Huppert, — werden durch den unterzeichneten zerichtlich hiezu beauftragten k. Notar, die nachbeschriebernen Liegenschaften in der Steuergemeinde Ormesheim ab⸗ theilungshalber öffentlich in Eigenthum zersteigert, als: 1. Plan Nr. 4584, 6 4 80 4m Acker in der Faulahnung; 2. Plan Nr. 4868. 114 20 qm Acker in den Bremmenäcker; Plan Nr. 3589, 64 10 qm Wiese in den vordern Haagwiesen; Plan Nr. 1367, 2 a Acker im Bruch am Schaafweg. Eigenthümer sind: l. die Kinder ind Erben erster Ehe des in Ormes⸗ jeim wohnhaft gewesenen und verlebten Tagners Johaun Bauer mit seiner zleichfalls verstorbenen Ehefrau Ma: ia huppert, als: 1. Jacob Bauer, düttenarbeiter, in Ormesheim wohn⸗ haft; 2. Johann Bauer, Schmied aus Ormesheim, derzeit ohne bekannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort abwesend, velcher den zu Ormesheim wohnenden Johann Schimpf zum Curator hat; II. Die Kinder und Erben zweiter Ehe des genannt verlebten Johann Bauer, erzeugt mit der ebenfalls verlebten Hetraude Kihm, als: 1. Christina Buuer, ledig, großjährig, gewerblos, in Ormesheim wobnhaft, z. Zt. als Dienstmagd in Saargemünd sich auf⸗ haltend; 2. Elisabetha Bauer, ledig, zroßjährig, gewerblos, in Ormesheim vohnend und 3. Barbara Bauer edig, gewerblos, daselbst wohnend emancipirte Minderjährige, welche ge— —X cator hat. St. Ingbert, den 3. Februar 1885. LEmTmmMaaer-, k. Notar. dPQB-l. Düadehh, zreitag, den 6. Februar, Abends 8 Uhr bei Hor st Vereinsabend. Gegenstand der Besprechung BAaums chnitt. Zu recht zahlreichem Besucht adet höfl. ein Der Vorstand. Bau- und Nutzholz⸗ Verkauf aus Staatswaldungen des kgl. Forst reviers St. Ingbert. Am Donnerstag, den 19. Februar 1835 zu Homburg d. Pfalz, Vormittags 2310 Uhr bei Hastwirth L. Cappel. Schläge: Waldborn u. Eichen. 37 Eichen Stämme 1. mit 3. Cl. 20 4. u. 5., 6 Ster Eichen Daubholz 2., — 3.u. 4., 313 „Stiefelholz 1. u. 2., Looseinteilungsverzeichnisse über das Stammholz sind von der Hallanzy'schen Buchdruckerei in Zweibrücken zu beziehen Neuhäusel, 4. Februar 1885 Der k. Oberförster Mörsche. Bekanntmachung. Um den sehr kleinen Rest unserer Loose noch auszuverkaufen, haben wir die Gewinnziehung auf wenige Tage verschoben. Dieselbe findet nun o hne jeden weiteren Verschub J F nächsten Samstag den 14. Februar e im nördlichen Schrannenpabillon dahier unter Leitung des k. Notars Hrn. Mesmeringer statt. Beginn 8 Uhr Vormittags. München, den 4, Februat 1888. Der Renten- und Anterstühungs-Verein für Frauen und Mädchen. Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗- und Auslandes zu beziehen: Die Klassiker der RBhilosophie. Fan d frökesen griechischen Denkern is auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 82. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. VPVreis der Lieferung 50 Pfennig. Das — —R —XCX zu lesen und für Deutsche im Auslande. Heh o. 2 5 38 * 3 55 * * 78 50 28 060 * a * DAs ECBO * — 187 Woobonsobrift fur Politix, Littoratur, Konst und Wissengohaft. 8 Wöchentlich 32 fFolloseiten. 8 Reichhaltigste deutsche Wochenübersicht. Das Neueste ind Interessanteste aus allen Gebieton. Enthält das Wissens-o 3 uertheste aus neuen Büchern und Broschüren, aus allen grösseren * n- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften aller Parteien. 8 deutsche, Oesterreichische, Sehweizer, Ungarische, Holländische, 138 zelgische, Amerikanische, Englische, Französische, Hebräische, 22 talienische, Sehwedische, Norwegische, Spanische, Portugiesische, olnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumänische, Dänische, Türkische Stimmen der Presse gewähren ein über- 7 zichtliches und unparteiisches Gesamtbild der geistigen Be- vegung unserer Zeit und ihres öffentlichen Lebeus. *8 verliag v. J. U. Schorer, Rerlin s. 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Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wochentlich füufmal: Am Vtontag, Dienstag, Donnerstag, Saustag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltun Blatt und Gonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 A Gd — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen LAM 75 4, einschliet 40 — Zustellungsgebuhr. Die Siurt nngsgebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solde auf welche die Srpedition Kustunft ertheilt, I3 A, Neclaunten 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. MW 27. Samstag, 7. Februar 1885. 20. Jahrg. Pslitische Ueberficht. zringen. Der Reichskanzler ersucht deshalb die London, 5. Februar. Eine Depesche Gene⸗ Regierungen, diesem Verlangen der luxemburgischen ral Wolseley's meldet: Der Mahdi hat Khartum Staatsbehörden thunlichst zu entsprechen. in Folge Verraths genommen. General Gordon ist wahrscheinlich Gefangener. London, 5. Februar. Ein Kommuniqué des Friegsministeriums theilt mit, daß nach den De— heschen des Generals Wolseley Khartum am 26. danuar gefallen sei. Als Wilson dasselbe am 28. Januar erreichte, war der Platz bereits vom Feinde hesetzt. Wilson trat darauf den Rückzug an, vom Feinde von den Ufern aus beschossen. Die Dam— ofer, worin Wilson mit seiner Mannschaft zurück- lehrten, litten unterhald des Cataraktes von Schab⸗ luka Schiffbruch. Wilson rettete sich mit der Mannschaft auf einer Jusel. Es sind Dampfer zu deren Aufnahme abgesandt worden. Das Schicksal Bordon's ist unbekannt. * Der Reichstag erledigte in der Mittwochs⸗ sitzung den Rest des Ordinariums des Postetats nach den Kommissionsanträgen unter unerheblicher Debatte. Die übrigen auf der Tagesordnung stehenden Etatspositionen wurden genehmigt. — Bei der ersten Lesung des Nachtragsetats beantragte Richter kommissarische Berathung; man möge künftig nur solche Gebiete erwerben, worin eine größere Anzahl Deutscher wohnen als in den jetzt erwordenen; man bekomme sonst Kolonieen, die die Verwaltungskosten nicht werth seien; für solche Kolonialpolitik sei er mit seinen Freunden nicht zu haben. Bundeskommissar Geh. Legationsrath bv. Kusserow erklärte, die gegenwärtigen Forder⸗ ungen gingen über die vom Reichskanzler seiner Zeit der Kolonialpolitik gestreckten Grenzen nicht hinaus. Wörmann betonte, der Handel sei bereit, durch zweiprozentige Erportzölle die Ver— waltungskosten zu tragen; den Kolonieen gäbe nicht die Zahl der dortigen Deutschen, sondern der werth der Produkte Bedeutung. Stolle hält durch die bisherigen Aufschlüsse über Kamerun die Vorlage nicht für motivitt. Die Vorlage wurde an die Budgetkommission verwiesen. Auch in den Niederlanden macht sich das illgemeine Darniederliegen des Geschäfts, besonders in den größeren Städten, unter der Arbeiter-Be— völkerung recht fühlbar; auch die angestrengtefte Arbeit der Privatwötzlthätigkeit kann der Noth nur nn sehr unvollkommener Weise steuern. Es hat sich war sowohl in Amsterdam wie auch in Rotterdam ein Verein für Arbeitsverschaffung gebildet, die reiwilligen Beiträge haben eine in früheren Wintern nicht gekannte Höhe erreicht und die städtischen Be— jörden lassen eine Anzahl öffentlicher Arbeiten aus— führen, die einer späteren Zeit vorbehalten waren, Allein angesichts der in's Ungeheure gewachsenen Arbeiter-Bevölkerung und des fortwährenden Zu⸗ zuges aus den Provinzen ist es kaum möglich, auch nur für die dringendsten Bedürfnisse in irgendwie ausreichender Weise zu sorgen. Uebrigens hat sich die Arbeiterbevölkerung nachgerade daran gewöhnt, hei streugem Winter oder allgemeinem Stillstand der Geschäfte die Unterstützung der Privatwohl— hätigkeit als ein ihr zukommendes Recht zu be— rachten. In Amsterdam haben sich denn auch hereits eine Anzahl feiernder Arbeiter mit ganz bertriebenen allgemeinen Forderungen an den Ge⸗ neinderath gewandt. Sokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 6. Februar. Wie wir jören, findet die ntu in's Leben gerufene Distrittssparkasse bei unserer hiesigen Bevölkerung den lebhaftesten Anklang. Die Zahl der Einleger ist bereits eine recht erfreuliche. Besonders lobenswerth ist auch die Betheiligung unserer Jugend, die sehr zahlreich ihre ersparten und geschenkt bekommenen Nickel und Zwanziger in Sparmarken anlegt. Hoffen wir, daß der bis⸗ herige Eifer nicht erkaltet, sondern durch die schönen Resultate, die das Sparen nach einiger Zeit auf⸗ weisen wird, neue Anregung erhält. *St. Ingbert, 6. Febr. Die Ziehung der Münchener WohlthätigkeitsvLotterie, die gestern stattfinden sollte, wurde auf den 14. d. M. verlegt, an welchem Tage sie laut Anzeige unwiderruflich vorgenommen werden wird. *St. Ingbert, 6. Februar. Interessenten seien hiermit an den auf heute Abend 8 Uhr im dokale von Horst angezeigte Vereinsabend des Garten- und Obstbauvereins aufmerksam ge— macht. Zur Besprechung steht auf der Tagesord⸗ nrung: der Baumschnitt. — Zu Blickwweiler in der Wohnung des Tagners Peter Becher, wohnhaft bei Peter Fuchs, entstand vor kurzem Feuer. Zwei im Hause allein urückgebliebene Kinder waren sicher ein Raub der Flammen geworden, wenn nicht der wackere Kom⸗ nandant der Feuerwehr die armen Kleinen ge⸗ etitet hätte. — Kaiserslautern, 3. Februar. Pfälz. Brannweinbrennerei-Verein). Die im Saale der Bierbrauerei Wächter am Dienstag Nach-⸗ mittag stattgehabte Versammlung wurde von Herrn Raffziger Gutsbesitzer auf Offweiler Hof er—⸗ ziffnet. Herr Kreissekretär Hauter besprach die Frage „Wie sich der Betrieb für den Kleinbrenner zesser lohnt?“ Bei dem neuen Brannweinsteuer⸗ zesetz ist die Lage der kleineren Brenner besser wie rüher. Sie können die Ueberschüsse leichier ver⸗ verthen und empfinden die Preisschwankungen veniger. Lohnend ist der Betrieb für sie trotzdem aicht, weil Viele die von der Regierung gewährten Vergünstigungen nicht kennen, solche daher nicht misnützen und weil ferner viele Landwirthe die Hrennerei als Nebensache behandeln, nächlässig sind und leider auch auf ihre Geräthe wenig Sorgfalt derwenden. Herr Hauter erklärte sich bereit, jedem leineren Brenner mit Rath und That an die hand zu gehen. Im Ferneren wurden die in wei Denkschriiten niedergelegten Steuerverhältnisse Zum Zustandekommen des Postsparkassen— gesetzes hat man in Reichstagskreisen wenig Ver— trauen und eben so wenig hat es den Anschein, als ob die Ausdehnung der Unfallversicherung auf land⸗ oder forstwirthschaftliche Arbeiter zur Erledig ung gelangen wird. Bezüglich der Postdampfer- Vorlage wird jedoch angenommen, daß dieselbe im Gegensatze zum Kommissionsbeschluß in dritter Lesung zur Annahme gelangt. Die Congofrage hat durch das eigen— hümliche Verhalten Portugals augenblicklich eine ernste Wendung genommen. Aus England kommt die Nachricht, der Präsident der Manchester Han⸗ delskammer habe die Mittheilung erhalten, daß Portugal beide Ufer des Congo in Besitz genommen habe. Es habe dadurch der Entscheidung der Mächte vorgegriffen, welche bekanntlich gegenwärtig den von England unterstützten Vorschlag Deutsch- ands erörtern, das südliche Ufer des Congo der nternationalen Congogesellschaft zu überweisen. dieser Gewaltstreich Portugals würde übrigens sanz im Einklang mit der von uns wiederholt harakterisirten Haltung dieses Kleinstaates der vestafrikanischen Conferenz, wie der Congogesellschaft jegenüber, stehen. Der von Frankreich als an⸗ jehmbar bezeichnete Antrag der Congogesellschaft in Portugal ging dahin, Kabinda und Malimba im rechten Congoufer und das linke oder südliche fer des Nokki an Portugal zu überweisen, welcher Borschlag bekanntlich von der portugiesischen Re— zierung abgelehnt wurde. Die Congogesellschaft hat hierauf einen anderen Vorschlag nach Lissabon Jesandt, ohne indessen besondere Hoffnung auf dessen Annahme zu haben. Es kommt nun Alles darauf an, welche Mittel die Conferenz und die Congoge⸗ sellschaft Portugal gegenüber anzuwenden für gut sfinden werden, um es au einem billigen Veraleich zu bewegen. Im elsaß-lothring'schen Landes— ausschuß kam es vor einigen Tagen zu lebhaften Debatten über die Frage der Aufhebung der Be⸗ zirkppräsidien und über die Lage der Presse in den Reichslanden. Bezüglich der Bezirkspräsidien faßte man keinen bestimmten Beschluß, hinsichtlich der Presse sprach Abg. Zorn v. Bulach WWater) die Ansicht aus, wenn man in Elsaß-Lothringen weniger lese, als in anderen Ländern, so liege dies nicht an der Theilnahmlosigkeit des Volkes, sondern an der harten französischen Gesetzgebung, die ja auch jetzt noch bestehe. Abg. Grad meinte, man solle anstatt der veralteten französischen Preßgesetz- gebung das deutsche Preßgesetz einführen. Gegen— wärtig seien für die Presse in Elsaß-Lothringen nur bvier Gebote maßgebend: freie Plesse cautioniren; freie Presse exekutiren; Regierungsblätter suhventio— niren; Regierungsblätter abonniren. — Warum aber die Reichsregierung genöthigt ist, an den Be— schrankungen festzuhalten, das wollte keiner der Ab⸗ geordneten so recht wissen. Deutscherseits war Klage darüber erhoben, daß im Großherzogthum Luxremburg, das zwar zum Zollgebiet, aber nicht zum Rechtsgebiet des deutschen Reiches gehört, die Weinfälschung schwung- voll betrieben werde und dort straflos sei. Wie nun aus einem Erlaß des Reichskanzleramts an die Bundesregierungen hervorgeht, ist die Wein⸗ fälschung auch in Luxemburg unter scharfe Strafe gestellt und hat der luxemburgische Minister der Justiz die Hülfe der deusschen Regierungen erbeten, am etwaige Vertreter des Weinfälschungsgesetzes in Luremburg den dortigen Behörden zur Anzeige zu Ausland. London, 4. Februar. „Siandard“ erfährt, eine neue Expedition werde demnächst von Berlin iach St. Lucia-Bay abgehen, um im Namen des herrn Lüderitz das ganze Land zwischen Angra Pequena und Walfischbai an der Westküste und —A0 Die deutsche Regierung hat die britische Regierung zu den Waffenerfolgen im Sudan auf das Wärmste zeglückwünscht zesprochen und zunächst beschlossen, eine Petition in die Kammer zu richten, den Steuernachlaß auf fünf weitere Jahre zu belassen, wonach der Klein⸗ renner nur mi der vollen Steuer belastet werden oll, welche in Zahlung von 87 Pf. statt 109 Pf. ür den Hektoliter Maischraum besteht. Was die Denkschrifi, die Abschaffung der Gewerbesteuer, be⸗ rifft, wurde folgende Resolution beschlossen: „In Anbetracht der Krisis des Brennereigewerbes und aberhaupt der schlimmen Lage der Landwirthschaft sieht sich der Verein der Brennereibesitzer der Pfalz deranlaßt, das Kreiskomite zu ersuchen, bei hoher igl. Regierung dahin wirken zu wollen, daß auch ferner dem kleinen Brenner die Vergünstigung zu Theil werde, welche im Art. 3 des Gesetzes vor⸗ Jesehen ist. Im Ferneren wuͤrde beschlossen die petition um Aufhebung der Gewerbesteuer zu viederholen. Schließlich wurde noch der von dem steichstagsabgeordneten Herrn Dr. Buhl im Reichstage gestellte Antrag besprochen. Derselbe Nufet: ,Der Reichstag wolle beschließen, die ver⸗ hündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage mit moglichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf über Erhöhung der Brannweinsteuer vorzulezen, in welchem die Interessen besonders der kleinen landwirihschaftlichen Brennereien eine entsprechende Berücksichtiaung finden.“ Herr Geitner vom Truppacherhof ist gegen eine Erhöhung der Steuer ohne gleichzeitige Erleichterung des Absatzes. Die nächste Versammlung soll in Land stuhl abge⸗ halten werden. — Die „Pf. Pr.“ bringt unter „Einsendungen“ folgende Klage: „Buchbinder und Schreibmaterial⸗ händer! Ein neues Monopol wurde uns alz Neu⸗ jahrsgeschenk gemacht. Jedenfalls werdet Ihr wissen, dah das Gendarmerie-Kommando der Pfalz den Hendarmen nunmehr ihren Bedarf in Kanzlei⸗ und Konzeptpapier liefert resp. daß die Gendarmen zasselbhe von da beziehen müssen. — Also Steuern für Schreibmaterialen sollen bezahlt werden und an wen sollen die Landbuchbinder ihr Papier ver⸗ taufen? Jedenfalls hat sich beim Kommando eine Papierfabrik empfohlen, damit die Gendarmen ein recht billiges und schlechtes Papier erhalten. Es ist ja nicht nothwendig, daß auf uns Rüchsicht ge⸗ iommen wird. Daß die Sendungen von Speier Jus an die Stationen als Dienstsachen geschehen, hrauch nicht erwähnt zu werden — es geht ja portofrei. Nicht allein der Buchbinder wird daher zeschädigt, sondern auch der Staat, dem ersteren entfällt sein Verbienst, letzterem entgeht das Porto. Fzwäre gewiß noch an der Zeit, bei höherer Slelle die Sache votzubringen, damit doch nicht Mes Monopol und der Sache noch die Spitze ab⸗ zebrochen wird. vBetkanntlich wurde in der Schöffensitzung u Landau vom 7. Januar Herr Ed. Morin on der Anschuldigung der unberechtigten Jagdaus. ibung im Banne von Landau freigesprochen, der igl. Amtsanwalt legte dagegen Berufung zum kgl. dandgericht ein. (Morin's Hund hatte einen auf der Queichheimer Jagd angeschossenen Hasen auf dandauer Jagdgebiet verfolgt, dortselbst eingefangen ind seinem Heren überbracht.) Dieser Tage wurde, vpie der „Pf. K.“ bemerkt, dem Angeschuldigten qun amtlich mitgetheilt, daß der königl. Amtsan⸗- valt die Berufung zurückgenommen hat und die Freisprechung Morin's nun zu Recht besteht. dDie landwirthschaftlichen Kon— sumvereine der Pfalz, die am 18. d. M. zu Neustadt ihren dritten Verbandstag hielten, ählten im Ganzen 2736 Mitglieder; ihr Gesammt⸗ amsatz im Jahre 1884 betrug 118,000 Centner n Gesammtwerthe von 400,300 Mk., gewiß eine sübsche Summe; an Kohlen wurden bdezogen 18,000 Centner im Werthe von 32,000 M., und war von der Saar 46,000, von der Ruhr der Kest mit 2000 Centner; an Hülfsdünger 25,000 Fentner im Werthe von 1758,000 Mk.; an Kraft⸗ futter 69,000 Centner im Werthe von 135,000 Mt.; an Saatgut (Getreide) 560 Centner im Werihe von 3000 Mt'; an sonstigen Sämereien 342 Zentner im Werthe von 5362 Mk., endlich noch verschiedene Gegenstände im Werthe von 8928 Mi., darunter Stalldünger, Mehl u. dgl. Vermischtes. Mühlhausen, 4. Februar. Am Sams⸗ ag Abend erschreckte ein trauriges Ereigniß die Bewohner eines Hauses in der Fröschenweide. Hort fand man, durch einen brandigen Geruch auf⸗ nerksam gemacht, einen Bewohner, den Schuster Bogt, todt, mit dem Arm in dem von oben ge jeisten Ofen hängen. Man vermuthet, der Alte, zer schon seit längerer Zeit nicht wohl war, sei in zem Augenblick gestorben, als er den Ofen auf⸗ Jemacht hatte, um wieder Kohlen aufzulegen. Im Fallen wird er mit dem Arm in den Ofen ge⸗ ommen sein, sodaß jener schon nahezu verkohlt par, als man in das Zimmer trat. Der alte Raun wohnte ganz allein, seine Frau soll gerade ine Strafe in Hagenau abbüßen. R Ciefferungen nach Afrika) Die nstigen Folgen der deutschen Colonialpolitik haben ich auch schon in dem württembergischen Fabrik⸗ tädtchen Reuffen bemerkbar gemacht. In einer —V Bestellungen auf nöglichst bunte Bettdecken, die nach dem Zululande jehen sollen, eingelaufen. Viele dortige Jacquard⸗ deber und Arbeiter bei der Corsettfabrik, die in er letzten Zeit ohne Arbeit waren, haben hierdurch vieder lohnende Beschäftigung gefunden. Die Forsettarbeiter außern dabei den naiven Wunsch, aß sich die Zuludamen doch recht bald des Cor⸗ is bedienen möchten, dumit auch nach ihrem Artikel wieder mehr Nachfrage gehalten werde. München. Ein Opfer des Romanlesenß st der 17jährige Kaufmannslehrling Klob geworden. nfolge unpassender Lektüre bekam er Neigung zu inem abenteuerlichen Leben, unterschlug seinem dienstherrn 1170 M. und flüchtete nach Hamburg, vo er sich als Schifftjunge anwerben ließ. Er zing nach Norwegen in See und verjubelte auf zem Schiffe das Geld mit den Matrosen, was er nach seiner eigenen Angabe innerhalb 5 Monaten — nach Ham⸗ zurg zurück, wurde dort verhaftet, gab dabei einen alschen Namen an und wurde daselbst zu 3 Wochen haft und 2 Monaten Gefängniß verurtheilt und iach Verbüßung dieser Strafe hierher transportirt. Er legte ein unumwundenes Geständniß ab und vurde zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt. Aus Preußzen wird von einer wichtigen ẽntscheidung berichtet, welche das Abiturienten⸗ Brüfungs Reglement betreffend, den höheren Schulen ugegangen sein soll. Es handelt sich darin um ie sog. Kompensation der Leistungen. Es soll ge⸗ tattet sein,, mangelhafte Leistungen in einem oder ogar zwei. obligatorischen Fächern auszugleichen. Wenn z. B. ein Examinand im Lateinischen und Französischen gute, in der Mathematik und Physik iber noch nicht genügende Leistungen aufzuweisen jat, so kann man dieses mit jenem blanciren, so aß genügend herauskommt. Natürlich kommt es iuf den Grad der Mangelhaftigkeit an. So ist nusdrücklich bestimmt, daß Leistungen, die unter em Standpunkt der Prima stehen, überhaupt nicht sompensirt werden dürfen. Was also total unge— rügend ist, kann absolut nicht durchgehen. Ferner sat der Examinand keinen Anfpruch auf eine solche lusgleichung, sondern ob dieselbe eintreten soll oder nicht, bleibt dem Ermessen der Prüfungskommission, n letzter Linie dem königlichen Kommissiarius über⸗ assen. Diese Verfügung soll dazu dienen, die Schüler vor Ueberanspannung durch die Examen⸗ orbereitung zu bewahren, und zugleich zur Ver⸗ ütung der Ueberbürdung beitragen. 'In Frankfurt a. M. ist ein Schwieger⸗ ohn mit seiner Wittwe⸗Schwiegermutter, für welche r mehr Neigung als für deren Tochter, seine Frau, mpfand, durchgegangen. p Eine gliuͤckliche Gemeinde, im Gegensatz zu inderen, oft von Kommunallasten erdrückten, dürfte nit Eppenrod bei Diez genannt werden. Ge⸗ neindesienern kennt man dort nicht; denn das Ver⸗ mögen der Gemeinde, besonders an Waldungen, st ein ganz erhebliches. Die Erkrägnisse aus der holznußung haben beispieloweise den Voranschlag im ca. 2000 Mk. überstiegen. Die Bürgerauf⸗ iahmegelder sind aber auch sehr hoch und betragen iber 1000 Mk. — Die verwittwete Prinzessin Hein rich der Miederlande, Tochter des Priazen Friedrich darl von Preußen, hat sich mit dem Prinzen Albert von Sachsen⸗Altenburg verlobt. Köln, 4. Februar. Mitte Januar wurde zeim Infanterie-Regiment Nr. 16 ein Mann ahnenflüchtig, der var einigen Tagen im Militär⸗ azareih Aufnahme finden mußte, weil ihm beide Fuͤße erfroren sind. Derselbe hat sich während iner Abwesenheit in der Nähe von Brühl umher— etrieben und am 24. Abends in einem Strohhaufen zchutz gesucht. Als sich der Deserteur in dem Stroh ein Loch machen wollte, war er dabei bis Jur Grde gerutscht und nicht mehr im Stande, sich Ferauszuhelfen. Grst am 29. Abends gelang es ihm, aus dem Strohhaufen heraubzulömmen und sich noch bis zum nächsten GSut zu schleppen. Zur Slillung seines. Hungers hat er von dem Strob egessen. FDie Vereinigungs Gesellschaft für Bergbau im Uachener Landkreise hat, wie die „Soz. Korr.“ mittheilt, folgende emnpfehlenswerthe Sinrichtung zetroffen: Seit Februar vor. Is. erhalten alle vortigen Bergleute, deren Zahl sich auf mehrere ausend beläuft, welche sich freiwillig verpflichten, einen Schnapt zu trinken Gier st gestattet), eine manatliche Prämie von je 2 M. Wer diese erst Ende des Jahres erheben will, er⸗ Jält noch außerdem 83 Mk. Die Auszahlung er⸗ 'olgt. wenu ein Steiger und ein Vertrauensmann die Enthaltsamkeit bezeugen. Wer wiederholt be· trunken war, erhält den Abschied. Bis jezt genießt nit wenigen Ausnahmen die ganze Velegschaft ziese Vortheile: — ein Zeichen, wie werthvoll in dieser Angelegenheit der Zusammenhalt größerer Arbeitergruppen ist. Im Winter wird sämmilichen Bergleuten nach der Schicht eine Tasse Kaffee nebß HBrödchen verabreicht. Die Krinoline ist wieder da, Dem „Westf. Merk.“ wird von hier geschrieben: Uea est jacta. Der erste Berliner Hofball am 29. Januar hat über das Schicksal des unteren Theiles der schöneren Hälfte des —XEXL nischieden. Jeder Gatte und jeder Vater weib⸗ licher Wesen vernehme es mit Fassung und Erge⸗ zung: die Krinoline ist da! Was wir schon lange. den Blick auf die unheilschwangere „Tournüre“ Jerichtet, in banger Ahnnng gefürchtet haben, jetzt st's Ereigniß. Das Uabeschreibliche — auf dem Hofballe ist's gethan: das ewig Weibliche — zieht ie wieder an. Die Prinzessin Friedrich von Hohen · ollern, welche die verlorene Post· Suprematie ihres Thurn- und Taxis'schen Stammhauses durch die Zuprematie auf dem Gebiete der Schönheit und zleganz mit Erfolg zu ersetzen sucht, ist laut dem Zeugnisse, welches die zünftigen Toiletten⸗Historiker iuf ihren Diensteid nehmen, „in ganz weiten Zleidern“ erschienen und mit ihr desgleichen dit Brinzessin Viktoria, die Gräfin von Hohenau, Frau on Ballussek und viele andere schöne Mitglieder des Mode⸗Staatsrathes. Da hilft keine Petition, eine Appellation, ja nicht einmal eine Demonstra⸗ jon. Mit Ausnahme der neudeutschen Provinzen n Afrika, die in Toilettensachen viel mehr Reser⸗ „atrechte haben, als Bayern im Postwesen, muß ich ganz Deutschland und Umgegend dem unerbitt⸗ ichen Gesetze fügen, daß ein edles Frauenherz nur i einer mitirten Glocke schlagen darf. Zui Frütjahrsparade werden wir bereits alle Hofliefe⸗ antinnen in Gestalt von wandernden —A rblicken, und wenn der Roggen blüht, dann werden alle weiblichen Honorationen von Memel bis Triet das rapide Wachsthum unserer Kolonien durch dit noch rapidere Vergrößerung ihrer persönlichen Terri⸗ orialansprüche in Schatten stellen. Ehe Weih⸗ iachten abermals ins Land kommt, hat auch der »ünnste Schneider eine dicke Frau, und bis Fast⸗ nacht 1886 wird auch die ärmste Viehmagd einen ilten Reifen für ihren sonn⸗ und festtäglichen Unterrock aufgetrieben haben. — Aber, aber — daz werden die Astrologen sagen ? Es handelt sich im die vierte Herrscherin aus dem aufgeblasenen geschlechte Krinoline · Reifrock · Panier. Die Geschichtt jefert auf blutigen Seiten den traurigen Beweis zaß jede der drei vorhergehenden Reifrock⸗Epochen ins dielmehr Unheil gebracht hat, als der lang— Ja rigste Komet. Auf die erste Krioline folgte der roße spanische Erbfolgekrieg, auf die zweite die ranzösische Revolution, auf die dritte Krinolint der Kaiserin Eugenie folgte das Sedan der Napas. eoniden. Oh wohl die Kleiderkünsflerinnen, welcht im 29. v. M. unsere Prinjzessinnen mit Danaiden ässern umkleidet haben, sich voll und ganz del gefahr bewußt gewesen sind, daß sie vielleicht da⸗ Zignal zu einer weltgeschichtlichen Katastrophe aus⸗ ledten? Sollten am Ende gar die bösen Anau— histen hinter dem weltumstürzenden Reifrock stecken! fBerlin, 5. Februar. Nichts ist unan jenehmer, als wenn man nach einem arbeitsvollen zormittag mit hungerndem Magen in der Hoffnung iuf ein rechtschaffenes Mittagissen nach Haust ommt, aber statt des erwarteten Kalbsbratens zu⸗ neint nur Knochen auf der Schüssel findet. Ir Fieser mißlichen Lage befand sich vor einigen Wochen 4 21 Herr Lange. Mit dem schoͤnsten Appetit von der Pelt setzte er sich zu Tisch, nahm eiligst Messer iind Gabel zur Hand, blickte zärtlich auf die ge⸗ valtige Keule und wollte mit kräftiger Hand den —V hinstecken mochte, so fand er doch überall nur jartes Knochenwerk. Zornig sprang der Enttäuschte Juf, ließ die Knochen zusammenpaken und dem Schlächter Carl Johenn Tille mit dem Bedeuten uschicken, daß dieser dafür entweder besseres Fleisch enden, o»der aber den entfallenden Betrag zurück⸗ ahlen möge. „J, wo werd' ick denn?“ polterte iber der Herc Schlächter, „gekooft is mal gekooft, bekomme det Kalb soch nicht ohne Knochens.“ herr Lange war aber anderer Meinung und denun⸗ aͤrte den Schlächter wegen Betrugs. In dem jestern deßhalb vor dem Schöffengericht angesetzten Termin zeigte nun Frau Lange den Knochen vor, dessen Verdauung ihrer Familie von dem Schlächter zugemuthet war. Die in der That gewaltigen dimensionen des Kalbsknochens machten auf das Zchöffengericht einen so tiefen Eindruck, daß es 'ofort den Schlächter wegen Betruges zu einer Heldstrafe von 10 Mark verurtheilte. f,Ordnungenist zu allen Dingen müsße“, dachte ein Dieb in Mecklenburg und trug ämmtliche Diebstähle, die er verübte, sorgfältig in ein Buch ein. Seine Ordnungsliebe war auch nützlich, aber nicht für den Spitzbuben, sondern für die Polizei. Diese hatte ihn wegen eines Diebstahles im Verdacht, durchsuchte seine Effekten und — fand das sonderbare Hauptbuch. Nicht weniger als 60 Diebstähle und Einbrüche hatte der Mann seit 1883 sich verzeichnet! f(Gdie deutsche und die englische Flotte) Es ist interessant, zu lesen, was der „New⸗York Herald“ darüber schreibt: Im Jahre 1870 hatte Deutschland das beste ausgerüstete hest befehligte und zahlreichste Heer der Welt Heute hat es dasselbe Heer, nur noch zahlreicher. 1870 hatte Deutschland keine erwähnenswerthe Flotte. Heute ist es die dritte Seemacht und bau Schiffe nach den neuesten Systemen in einem Tempo, daß, wenn es so fortgeht, Deutschlund in wenigen Jahren im Stande sein wird, sich zu Wasser mit Frankreich oder England zu messen. Sechs neue griegsschiffe sind im Bau, und die noch vorhandenen verden mit allen möglichen Vervollkommnungen für Torpedodienst versehen, welche ersonnen und mit Jeld angeschafft werden können. In fachmännischen dreisen wird bereits die Ueberlegenheit der deutschen Lorpedos über die englischen und französischen an— ertannt; ebenso allgemein bricht sich die Ueberzeugung hahn, daß die größten Panzer wehrlos gegen eiuen jeschict gehandhabten Torpedo sind. Erwägt man uußerdem, daß zwei deutsche Torpedos auf einen englischen kommen, so muß man gestehen, daß der ZStolz Deutschlands auf seine Flotte kein leerer Wahn ist. Deutschland hat keine eisengepanzerten Ungethüme, wie die „Devastation“, „Dreadnought“ »der den „Agincourt“; das einzige deutsch Panzer⸗ chiff, das sich damit vergleichen ließe, ist der „König Bilhelm“ von 9,757 Tonnen. Der Rest der dentschen Schiffe hat ungefähr 8000 Tonnen. Aber so, wie sie find, find die deutschen Schiffe brauchbar. Es sind keine Fehlbauten, wie der „Polyphemus“, der sich sehr hübsch in der Zeichnung ausnimmt, aber im Kriegsfall zu nichts taugt. Ich habe eine Anzahl Panzerschiffe besichtigt, in der Absicht, sie nit englischen zu vergleichen. Nach eingehendem Studium der Sqciffe, ihret Offizier und der Be⸗ atzung glaube ich nicht zu viel zu sagen, wenn ich zehaupte, datz, wenn die im englischen Publikum serrschende Ansicht über die deutsche Marine von den englischen Marinebehörden getheilt wird, ihnen benso unangenehme Ueberraschungen bevorstehen, vie sie Frankreich im Jahre 1870 gemacht hat. Jeder Engländer, wenn er von den deutschen An⸗ strengungen, die Marine betreffend, spricht, behauptet: „Bah, die Deutschen haben, wie Jedetmann weiß, leine Seeleute.“ Das ist ein ebenso großer Unsinn, vie der, daß ein Engländer es mit fünf Franzosen aufnimmt, à la Kapitän Marryat. Thassache ist, daß an der Nord- und Oftsteküste ein so vorzüg⸗ licher Schlag von Seeleuten vorhanden ist, wie ihn ic nur irgend eine Flotte wünschen kann. Diese Leute, haben nicht den Vortheil langer Reisen, wie di⸗ Matrosen einer Seehandelsnation, wie England, »as ist wahr; aber für die Zwecke der modernen criegsschifie hat das nichts zu bedeuten. Deutsch ijand hat einen unberechenbaren Vortheil vor Eng— land voraus: es nimmt seine Seeleute, wie für das Heer, aus der Blüthe seiner Jugend, während EIngland die Leute in verrufenen Gassen oder auf den Werften der Seestädte aufliest, um sie der Flotte anzureihen, und dann noch unverhältnißmäßig höheren Sold zu zahlen hat als Deutschland. Die deutsche Regierung verpflichtet einfach jeden körperlich zeeigneten jungen Mann der Küste, sich an einem zegebenen Tage zur Besichtigung zu stellen, um »ventuell in Dienst gestelll zu werden. Jeder dient seine Zeit auf dem Schiffe ab, kehrt dann wieder zu seiner gewöhnlichen Beschäftigung zurück, jeder⸗ zeit bereit, für den Kriegsfall wieder einzutreten. Auf den Kriegsschiffen, die in der Ostsee kreuzten,. habe ich ein Corps von Seeleuten gesehen, so vor⸗ züglich in Ausbildung, Körperbeschaffenheit und Haltung, wie kaum je zuvor. Ich sah die deutsche Flotte vergangenen Sommer in der Ostsee manöv⸗ riren und kann wohl, ohne die englische Flotte zerabsetzen zu wollen, sagen: seit in Folge der Torpedos, Rammen, Drehtürme und Hinierlader der modernen Panzerschiffe die Wissenschaft eine zroße Rolle zu spielen angefangen hat, gibt es keine Flotte auf der Welt, deren Ofsiziere denen der deutschen Marine überlegen wäre. * Eine muthige Dame. Eine Lehrerin in Todi hat durch zwei Kolleginnen den dortigen Magistratssekretär auf Pistolen fordern lassen. F (Stürme.) Von verschiedenen Küstenplätzen Englands liegen Berichte vor über die Wirkungen des heftigen Sturmes, der in der Nacht vom Sonn⸗ tag zum Montag wüthete. Stellenweise ist der ingerichtete Schaden zu Land und auf See sehr zeträchtlich. Zu gleicher Zeit verursachten auch Hochfluthen in vielen Ortschaften arge Verheerungen. F.Walfischfang.) Auf der Höhe vbon Southampton, Long Island, wurde am 19. Jan. ein riesiger Walfisch getödtet und an die Küste ge— chleppt. Das Ungeihum mißt 40 Fuß in der Länge und hat einen Umfang von 30 Fuß. Der Werth des Fisches beträgt 1200 Doll. FDie Ehe als Lebenselixir. Der chottische Statistiker Dr. Stark hat den Nachweis zeliefert, daß selbst das ärmste Mädchen ihrem Manne eine Mitgift mitbringe, die mehr Werih ifl als Millionen. Es sind dies nämlich 11 Lebens⸗ jahre, welche ein Junggeselle von 25 Jahren opfert, wenn er unverheirathet bleidt. Nach Starks Auf⸗ zeichnungen sterben von 100 Junggesellen im Alter bon 20 bis 25 Jahren genau doppelt so viel als Verheirathete gleichen Alters. Im Jahre von 25 bis 30 Jahren raffte der Tod von 1000 Unver⸗ zeiratheten 13,7 pet. von 1000 Ehemännern nur 8,5 pCt. fort. Ferner sterben von 1000 ver⸗ jeiratheten Männern im UÄlter von 30 bis 85 Jahren nur 9 pCt., während von 1000 Jung⸗ zesellen 14,7 pCt. ins Gras beißen müssen. Auch m hohen Alter macht sich dieselbe Erscheinung jeltend, denn von 1000 Ehemännern im Äülter von 30 bis 65 Jahren sterben nur 38,8 pCt., von 000 Hagestolzen im gleichen Alter dagegen 43,3 t. Eine ungefähre Berechnung ergibt daher, daß die verheiratheten jungen Männer von 25 Jahren die Chance haben, durchschnittlich 11 Jahre laͤnger zu leben als die unverheirathen und man kann »eßhalb wohl mit Recht sagen, selbst das ärmste Mädchen bringe dem Manne eine schöne Mitgift aämlich 11 Jahre mit. FEine brennende Petroleumquelle. Bei Thorn unweit Old City in Pensylvanien, steh' ꝛine Oelquelle in Flammen, welche täglich volle 25,000 Barrels Oel brennend in die Luft schleu— dert. Die Gewalt des nachdrängenden Petroleums st so groß, daß die Flammen erst 10 Fuß über dem Boden erscheinen. In dieser Höhe hat die Feuersäule einen Durchmesser von 5 Zoll, 100 Fuß jöher einen soschen von 5 Fuß und in der Hohe pon 290 Fus breiten sich die Flammen zu einem riesigen Umfange aus und fallen zur Erde zurück 'o daß sie an die brennenden Zweige einer unge. heuren Trauerweide erinnern. Nur wer sich einen der größten Geyser am Yellowstone brennend vor⸗ stellen kann, mag sich einen Begriff von der Groß artigkeit des Naturschauspiels machen. Gemeinnuũitzges. Aus altem Rahm gute, schmackhafte Butter zu erzielen. — In kleineren Wirthschaften mit wenig Kühen dauert es oft längere Zeit, bis man soviel Rahm zusammen hat, um buttern zu können. Da— durch nimmt die Butter leicht einen bitteren, strengen und unangenehmen Geschmack an. Diesem Uebelstande beugt man nach der „Dresdn. landw. Pr.“ vollkommen vor, wenn man dem Rahm nach und nach eine kleine Quantität Salz, etwa 30 bis 40 Gr. auf 1 Liter zusetzt. Die Butter gewinnt durch diese Beimischung nicht nur an Geschmack, sondern wird auch fester und kerniger. Der Salz⸗ zusatz erleichtert auch das Buttern. Gegen Erkältung. — Bei Erkältung und deren Folgen, Schnupfen, Husten ꝛc., befteht ein einfaches, bielfach bewährtes Mittel darin, daß man sich eine Zeit lang aller Getränke und flüssigen Speisen zänzlich enthält. — Ein anderes Mittel, das be— 'onders wirksam ist, wenn fieberhafte Erscheinungen, Frostschauder und Hitze eintreten, besteht in detr Anwendung des Campherspiritus. Man nimmt davon alle 5—10 Minuten 5 Tropfen auf Zucker. Dierdurch kann man bei rechtzeitigem Gebrauch jede Erkältung und deren Folgen abwenden. Marktberichte. Zweibrücken, d Febr. (Fruchtmittelpreis und Vik— dualienmarkt.) Weizen 8 M. 10 Pf., Korn O M. — Pf. Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelztern — M— Pf., Dinkel — 28. — Pf. Mischfrucht O M. — pf., Hafer 7 M. 37 Pf. Erbsen O M. — Pi, Wicken — M.— Pf., Heu 3 M. — Pf. Stroh J Qual 2 M. 40 Pf. II. Quai. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1M80 Pf., Weißbrod 12/2 Kile 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf. Gemijschtbrod 83 Kils 75 Pf., paar Weck 80 Gru6 f., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pi., Hanmel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 30 Pf. Wein JLiter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf., Butter 3 Kilogr. O M. 90 pjf. — — Homburg, 4 Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktua— lienmarktt., Weiten 7 M. 70 Pf., Korn M. Pf. Spelzkern — M. — Pf., Speiz d M. — Pf., Gerste 2reihige O M. — Pf. Verste 4reihige O M.— Pf. dafer 7 M. 68 Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen — M. — Pf, Widen — M. — pf., Bohnen 0 M. — f. Kleesamen — M. — Pf. Kornbrod ö Pfund s0 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochfenfleish Pf. Kindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 30 Pf., Hammelfleisch — pÿf. Schweinefleisch 46 Pf., Butter iPfund d Migs Pf. Zartoffeln per FJeniner 1 M. 80 Vf. Kaiserslautern, 3. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen 8 Mt. 81 Vf., Korn 8M. — Pi., Spelzkern — M. — pf., Spelz 6 M. 48 Pf. Gerste 8 M. 86 Pf., Hafer 7 M. 42 Pf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken O M. — Vf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗ samen 41 M. — Pf., Schwarzbrode6 Pfund 66 Pi., 8 Pfd. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Vfund 38 Pf., Butter pro Pfd. O M. 96 Pf., Eier per Dzd. — Pf.— Kartoffeln per Zentner 1.M. 80 Pf., Stroh J. Qual. 2 M20 Pf., II. Qual. 2 M. — Pf, Heu pro Etr. 3 M. 30 Pf., Kleeheu d M. — Pf. Sterbefälle. Gestorben: in Pirmasens Philipp Uhl, Schuh⸗ händler, 59 J. a.; in Neustadt Frau Louise Schöning, geb. Christ, 32 J. a.; in Weisen— heim am Berg Ernst Karl Eugen —A Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. — ⏑—⏑ Aus allen Kreisen der Bevölkerung stammen die Anerlennungen und Dankes⸗ schreiben, we che dem Apotheker Brandi zu Theil werden, und mögen die Leser auf das nachfolgende Schreiben be— sonders aufmerksam gemacht sein. Euer Wohlgeboren! be—⸗ stätige ich, in Erwiderung Ihrer geehrten Zuschrift vom 15. d. M.. daß ich Ihre sog. Schweizerpilien schon seit Jahr und Tag in meinet Familie eingeführt und solche mir und meiner Frau ganz vorzügliche Dienste ge⸗ leistet haben. Dieselben sind vei Störungen der Verdaͤu—⸗ ung und des Stuhles, ebenso bei Kopfschmerzen und Schwindel⸗ anfällen, welche Folgen dieser Störungen sind, von aus— zezeichneter Wirkung und haben den eminenten Vorzug, daß sie nicht im Geringsten belästigen oder quälen un auch mit Leichtigkeit von Jedermann genommen werden onnen. Ich benützte dieselden zeitweise auch ohne weitere Veranlassung als Kur in der Art, daß ich alle 228 Monate icht Tage lang täglich Ahends vor dem Schlafengehen 122 Siück nehme. Die Wirkung ist eine treffliche. Bei mangeln⸗ dem Appetit gibt es nichts Besseres als folch' eine Kur. Ihr ergebenster C. Goetz, königl. bayer. Rolar. Buchloe. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R. Brandt trägt Mobiliarversteigerunz. Freitag, den 20. Februar 1885 und eventuell am darauffolgenden Tage, zedes Mal Vormittags 8 Uhr begin⸗ nend, zu Rohr bach im Sterbehause werden sämmtliche zu den Verlassen schaften der allda wohnhaft gewesenen und verlebten Eheleute Peter Haberer, im Leben Oekonom und Magdalena Conrad gehörigen Mobilien abthei— iungshalber öffentlich auf Credit ver⸗ teigert, als: Z Kühe, 1 Kalb, 2 Pferde, 60 Itr. Korn, 30 Etr. Hafer, 8300 Ctr. Kartoffeln, 70 Etr. Heu, 80 CEtr. Stroh, circa 70 Wagen Dung, 1 Hächselschneidmaschine, J Maäh⸗ und 1 Dreschmaschine, Putzmühle, 1 Einspänner- und Zweispänuerwagen, 2 Hacken⸗ ofluüͤge, 1 Schaufelpflug, 3 wei⸗ ere Pflüge, 4 Pappelklötze, 1 Dezimalwaage, 2 Kleiderschränke, pfeilerschtank, 5 vollständige Betten mit Bettladen, Getüch, z Rohrstühle, 8 Holzstühle, 1 zunder Tisch, 2 vierecige Tische, 1 Küchenschrank u. s. w. — Das Vieh, die Früchte und Oeko nomiegeräthschaften werden zuerst aus geboten. St. Ingbert, den 5. Februar 1885 ICSEMMMer, . Notar. Fast verschenkt. J — — Das von der Massaverwaltung der rallirten, großen Vereinigten Britania⸗ ilber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah—⸗ nngsverpflichtungen und baldigster Räu— nung der Lokalitäten Ae um 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, An daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (jage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälfte des Werthes zom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ nann nachstehendes äußerst prachte und effektwolles Britaniasilber-Speiseservice, welches früher sogar im Engros-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist, zas ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist AS und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiseldffel schwerster Qualität, 88 Stück Britaniasilber Kaffeelöffel, massive Qualität, ß Stück Britaniasilber Theelöffel, feinste Oualität, Stück Britaniasilber Suppenschöpfer juperfein, schwer, lStück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stück Britaniasilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 40 Stück, welche eine Zierde für die feinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen E nur fünfzehn Mark. 5I Geehrte Aufträge werden gegen Nach—⸗ nahme (Postvorschuß) oder vorherige Beideinsendung, so lange der Vorrath reicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. Si1berbersg, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. NB. Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un⸗ erem Besitze, die wir leider wegen naumbeschränkung hier nicht ver— offentlichen können, und liegen selbe zur gefl. Einsicht in unseren Depotauf. Brauereéi Gebr. Becker, (Oberstadt). Mountag, den 2 Februar, Abends 8 Uhr findet ein großes GansEssen (gratis) statt, wozu sämmtliche Lügner der Stadt St. Ingbert höf⸗ lichst eingeladen sind. Das Lüsææ-Oomit G. Bekanntmachung. Um den sehr kleinen Rest unserer Loose noch auszuverkaufen, haben wir die Gewinnziehung auf wenige Tage verschoben. Dieselbe findet nun ohne jeden weiteren Verschub nächsten Samstag den 14. Februar D im nördlichen Schrannenpavillon dahier unter Leitung des k. Notars Hrn. Mesmeringer statt. Beginn 8 Uhr Vormittags. München, den 4. Februar 1885. Der Renten- und Anterstühnunge-Verein für Frauen und Mädchen. In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 0 e 39 Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb— franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein— gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über— sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des öffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel-Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach— mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Inleresse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. Um die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver— lagshandlung auch eine cLieferungs⸗Ausgabe veranstaltet und fann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen à 1 Mt. durch jede Buchhandlung be—⸗ zogen werden. Kaiserslautern. S Zonntag, 8. Februar Tanzmusik! Frauna Beclkzer- Oberwürzbach. Empfehlung. Ich beehre mich meine Niederlassung als — Te Da mmeo n hiesiger Stadt ergebenst anzuzeigen. Gestützt auf reiche Erfahrungen und die mit der J. Note in Würzburg be⸗ tandenen Prüfung erlaubt sie sich den zeehrten Frauen von hier und Um— zegend bestens empfohlen zu halten. Hochachtungsvoll! Maria Jung, wohnhaft im Gasthaus zum „goldenen Stern“, Ludwigsstraße. Druck und Versag von F. x. Demetz in St. Ingoec —E KRampf zum Lieg! Trohß allerlei Anfechtungen ist bder „echte Auker⸗Pain⸗Crpeller“ yeute doch das verbreitetste und heliebteste Hausmittel. Tausende wissen aus eigener Erfahrung, daß es gegen Gicht und Nheumatiamus nichts Jesseres gibt, als den echten Pain⸗ Erpeller! Preis 1 Mk. Borräaͤtig in den meiften Apothelken. Haupt⸗Depot: vDr. H. Kleemann, Nürnberg. Unserm heutigen Blatte liegt für alle Abonnenten in Prosspekt betr. Sicherste Hülfe jegen Gicht, Rheumatismus ⁊c. des Fabrikbesitzers Adolph Winter, Stet, in, Oberwiek Nr. 22 bei, woraui vir besonders auĩmerksam machen. »nntegeblatt is noch nidt eingetrossen. a000o“ Ein⸗Mark⸗ Loose zu Gunsten bedürftiger Irauen und Mädchen bei der General⸗Agentur A. & B. Schuler vollstandig vergriffen! Oeffentliche BGewinn Ziehung ohne weitern Verschub nächsten Samstaa —14. Pehr. und sind Loose nur noch soweit Jder kleine Vorrath re icht à1VILI. zu haben bei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt⸗Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rh. —202 0002 75.000 Marh. hauptreffer 25,000 Mk. 3,000 , und viele ander⸗ hohe Gewinne. 200000000 332000 —* vy 7 ⸗ e 4 Wo — J —* —2 — 7 J— 3 —— 5 — 4 —S * —* —— — 6 * 4* 7 88* ** —58 —2 A— 4* 3 9* F WB — D B—— * —* — —— ——— 59— J —4444 94 9 ——32 9 —S——— . FJ —— va J— 77 —J— * 143 5 — 3 —BRBI —*8* * x7 8 — —598 35— 8 J 35 3 * * * —8 7 *. * — * —— 35 —5 —— 3. * J— — d 6 58 5 S— — J F * 32*4 b t Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. —* St. Ingberter Anzeiger“ erscheint udchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Conntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur g⸗ Blatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiährlich 1 M 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L.M 75 4, einschließlich 40 A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I3 H, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückeng wird nur dreimalige berechnet. M 28. Sonntag, 8. Febrnar 18885. 20 Jahrg. Politische Ueberficht. t * Der Reich stag nahm am Donnerstag in zweiter Lesung das Anleihegesetz in der Ausschuß⸗ kassung an, wonach die nachträgliche Idemnität für die Verwendung mehrerer Millionen im Jahre 1884188 für Grenzschutzzmaßregeln ausgesprochen wurde. Staatssekretär Burchard erklärte sich mit der Fassung des Ausschusses einverstanden. — Der Gesetzentwurf wegen des Zollanschlusses Bremens ging an einen vierzehngliedrigen Ausschuß, nachdem sänmtliche Redner für die Vorlage gesprochen hatten. — Das Zusaßgesetz zu dem Tabaksteuererhebungs⸗ gesetz wurde in erster und zweiter Lesung ange⸗ nommen. Es folgten dann nach Wahlprüfungen, die größtentheils nach den Ausschußanträgen erledigt wurden. Auslaud. Paris, 5. Februar. In der Deputirten⸗ kammer stellte Tonhy Revillon den Antrag zur Bewilligung des Kredits von 25 Millionen für die inbeschäftigten Arbeiter und verlangte Dringlich— leitserllärung. Der Minister des Innern, Waldeck⸗ stousseau, sprach gegen die Dringlichkeit, überhaupt zjegen die Bewilligung des Kredits. Nach einer ängeren erregten Debatte wird die Dringlichkeit nit 338 gegen 125 St. abgelehnt und der Antrag an die Budgetkommission verwiesen. London, 6. Febr. Ueber Gordon's Schick al laufen verschiedene Gerüchte um, alle jedoch darin übereinstimmend, daß Khartum durch Verrath in den Besitz des Feindes gelangte. Es verlautet, der mit der Bewachung der Wälle betraute Com⸗ mandeur solle am 26. Januar dem Feinde die Thore Khartums geöffnet haben. LEokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 7. Februar. Für die purch das Erdbeben geschädigten armen Spanier zingen uns von einem ungenannt sein Wollenden tMark zu. Wir hoffen, daß dieser ersten Gabe ioch weitere aus dem Kreise unserer geehrten deserinnen und Leser folgen und werden solche mit Lergnügen dem Hauptkomité in München übermitteln. — Wie wir s. Zt. mittheilten wurden in Atterberg zwei Kaiserslauterer Velocipedisten, velche dahin einen Ausflug machten, durch Zer—⸗ chneiden der Gummiringe ihrer Vehikel schwer ge— chädigt. Ein 18jähr. Mädchen wurde deßhalb vom Schöffengerichte in Otterberg sammt einer Wittwe, velche Beihilfe leistete resp. dazu Anleitung gab, yrozessirt, und erhielten beide Geldstrafen von je 50 Mk. Der Polizeianwalt hatte 6 Wochen Ge⸗ ängniß beantragt. Der Schadenersatz ist für die Lerurtheilten nun die nächste Folge. — In Neustadt haben einige Jagdliebhaber d)en Pachtzins für die Waldjagd dieser Stadt, wo⸗ für bisher 135 Mt. bezahlt warden, auf 700 Mk. hinaufgetrieben. Jeder geschossene Rehbock wird jetzt blos 100 Mk. kosten. — Speier, 5. Februar. Die gestern Abend im Rathhaussaale dahier behufs Wahl des Planes für den Bau der Gedächtnißkirche abgehaltene Beneralversammlung des Retschervereines war gut zesucht. Dieselbe faßte nach eingehender Berathung 'olgenden einstimmigen Beschluß: „Die General⸗ yersammlung, indem sie dem Urtheile der Preis— iichter beipflichtet, empfiehlt in erster Linie den Plan der Herren Architekten Flügge und Nordtmann von Essen zur Ausführung.“ An die Generalver⸗ ammlung sich anreihend fand eine Sitzung des veiteren Ausschusses des Retschervereins statt, wel— her auf Grund des Beschlusses der Generalver⸗ sammlung sich dahin einigte, es sei bei der seiner⸗ eitigen Ausführung des Baues der Entwurf der Herren Flügge und Nordtmann mit den nothwen⸗ digen Modifikationen inz Auge zu fassen. Bermischtes. fSaarbrücken, 5. Februar. Wir ent⸗ iehmen der „S. Z.“ folgendes nette Geschichtchen: „In einem Landorte unseres Kreises sollte kürzlich ein Brautpaar getraut werden und die Hochzeits⸗ esellschaft war versammelt, um zur Kirche zu siehen. Da wurde der Bräutigam vermißt. Nach angem Suchen fand man ihn im Wirthshaus interm Schoppen sitzen und es bedurfte der güt⸗ ichsten Worte der Braut, um den saumseligen Ehestandskandidaten zum Mitgehen in die Kirch u bewegen, wo später der Trauungsakt stattfand Nach der Heimkehr aus der Kirche sollte der Hoch zeitsschmaus beginnen, das neue Ehepaar aber war sich mittlerweile in die Haare gerathen und es regnete Schläge so hageldicht, daß die Gäste, auf das lecker bereitete Mahl verzichtend, Reißaus nahmen. Das wird wohl eine recht glückliche Ehe wverden! In besonders fideler Weise wird der Carne⸗ hal in Forbach Cothringen) begangen. Der zortige Bürgermeister hat namlich eine Verordnung erlassen, wonach es zur Vermeidung von „Unord⸗ nungen“ und „Unfällen“ verboten ist, ohne bürger⸗ meisteramtliche Erlaubniß sich maskirt, verkleidet oder entstellt auf öffentlicher Straße zu zeigen. Diese bürgermeisteramtliche Erlaubniß dostet aber pro Nase 2 Mark. fF Nürnberg, 2. Februar. Hier erschoß ich am 31. vor. Mts. Abends der Prioalier Schmidt, 73 Jahre alt. Bei der Leiche wurde ein Zettel mit folgenden Worten gefunden: „Geld gar und ich auch. F Die Emmerich'sche Millionen—⸗ erbschaft, die in Rheinhessen und der Pfalz puckt, ist nichts! Das Schreiben eines Notars aus Philadelphia an einen Interessenten in Bechtolsheim »esagt, daß fragliche Erbschaft nicht existire und eder, der gegentheilig aussage, sich eines Betruges chuldig mache! f Die Vorbereitungen zum Mainzer darneval sind in vollem Gange. Zum Zug im Fastnachtmontag sind 42 Gruppen jugelassen zegen 32 im Vorjahre. Prinz Karneval wird am Samstag vor Fastnacht seinen Einzug in die Stadt durch das Neuthor halten. . Eine blutdurstige Petition. Unter dieser Spitzmarke schreibt man dem „Liegn. Anz.“: „Die Petitionskommission des Reichstages jat über das Gesuch eine Dame aus Breslau, einer alten Kostgängerin der Petitions⸗-Kommission, jzerathen, welche die endliche Vollstreckung des 1848 gefällten Todesurtheils“ am dem Chefredal- eur Dr. Stein (Breslauer Zeitung) befürwortet. Die Petentin sieht in dem allen vorlrefflichen Stein — dem Nestor der deutschen Journalistii — den Vater des Nihilismus, Anarchismus und sonstiger chönen Sekten mehr. Die Petitionskommission hat lebergang zur Tagesordnung unter verständniß⸗ nniger Theilnahme für den Geisteszustand der Pe⸗ entin beschlossen.“ Die „Bresl. Zig.“ fügt dieser PVotiz hinzu, daß die erwähnte Dame Herrn Dr. Stein seit mehr als 20 Jahren mit ihrem Haß )erfolgt und beim Landtiag und beim Reichstag aͤhnliche Petitionen, wie die obengenannte, einbringt. Hamburg, 5. Februar. Zufolge tele zraphischer Ordre wurde auf dem aus Rewyork ingelangten Dampfer „Bohemia“ eine ankommende Dame nebst 10 Männern hierselbst im Hafen von der Polizei empfangen, durchsucht und verhaftet. Es wurrden anarchistische Schriften bei derselben gefunden. Dem Bundesrath ist vorgestern der Gesetzent⸗ vurf betr. die Abänderung von Bestimmungen des Gerihtsverfassungszesetzes und der Strafprozeß-Ordnung zugegangen. Nicht blos in Afrika, sondern auch in Zen— eral-Asien soll es den Engländern schlecht gehen. Wie verlautet, sollen die Russen nur noch 100 Kilometer von Herat entfernt stehen. Ein Zusammenstoß zwischen Rußland und England, der schon lang erwartet wird, dürfte daher in nicht allzuferner Zeit zu erwarten sein. Deutsches Reich. Berlin, 5. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ sagt: Die Ablehnung der Dampfervorlage wird von den verbündeten Regierungen nicht anders zerstanden werden können, als einen Protest gegen ꝛaie Colonialpolitik. Wie aber auch die Entscheidung des Reichstages ausfalle, vor Allem komme es darauf an, daß eine solche gefällt werde. Die Taktik, Fragen, wozu man weder Nein noch Ja 'agen will, in der Commission zu begraben, ist neuerdings wiederholt und mit Erfolg ver⸗ sucht worden, und sicherlich sind die Fort— chrittspartei und das Centrum geneigt, auch die Dampferrorlage auf diese Weise aus der Weit zu chaffen. Indeß diesmal dürfte doch einem salchen Ver⸗ uche die öffentliche Meinnng sich mit aller Energie entgegenstellen. Wenn der Reichstag diese Angelegen⸗ heit, der eine entscheidende Bedeutung für die Ent⸗ wickelung unserer gesainmten industriellen und kom⸗ merziellen Verhältnisse beigelegt wird, einfach in den Sumpf würfe, würde die öffentliche Meinung das einftimmig für eine frivole und gewissenlose Behand⸗ ung der Interessen unseres Voikes erklären. Wir ind überzeugt, daß dann von kompetenter Seite der Nothwendigkeit einer bestimmten Entscheidung Aus⸗ ꝛruck gegeben wird. Die „Norddeuische“ schließt: Ddem Reichstag liegt ein so bedeutendes Arbeus— densum vor, daß der Gedanke an eine Vertagung für eine gewissenhafte Volksvertretung ausgeschlossen sein sollte. Berlin, 5. Februar. Die Kreuzerkorvdette Marie“, welcher bei Neuirland das Ruder anu dorallenfelsen beschädigt wurde, gehi nach Sydnei, im daselbst zu docken. — Die Kreuzerfregatte Stofch geht mit 16 Geschützen und 404 Manuü an Bord nach Kamerun. Künftig sollen alle größeren Fregatten oder Corvetten mit wenigstens 80 Sol- )aten besett sein. Die Schiffe Bismarck und Olga ühren keine solche Abtheilungen, die ihnen doch Jewiß bei den Unternehmungen in Kamerun sehr villklommene Stutze geboten hätten. Dienstesnachrichten. Der Sekretar am Landgericht Kaiserslautern, Erhardt, wurde uuf Ansuchen zum 3. Staatsanwalt in Frankenthal, Amtsanwalt Nikolaus in Kirch⸗ Jeimbolanden auf Ansuchen zum Sekretär in daiserslautern ernannt. QGerichtsvollzieher Clauß in Edenkoben wurde uuf Ansuchen nach Waldmohr versetzt, der geprüfte zewerber Völkel in Neustadt aH. zum Gerichts- voslzieher in Edenkoben ernanni. Fur die Redaktion veraniwortlich F.X Dem⸗ ι Versteigerung. Dienstag, den 17. Februar 1885 Morgens 9 ühr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Bürgermeister Hein rich, lassen die Geschwister: 1 Fohann Schmeltzer, Fuhrmann und 2. Maria Schmeltzer, ge—⸗ werblose Wittwe von Jsohann Adam Feichtner dem Ersten, im Leben Zergmann, beide in St. Ingbek! vohnhaft, folgende Liegenschaften in der Steuer⸗ gemeinde St. Ingbert öffentlich in Figenthum versteigern. als: i Plan Nr. 5752 u. 575b, 2 2 40 qm Fliche, worauf ein Wohn⸗ haus mit Scheuer, Stall, Hof⸗ raum, Pflanzgarten u. sonstigen Zubehoͤrden, gelegen zu St. Ing bert an der Kaiserstraße, neben Bürgermeister Heinrich u. Peter Greß; Plan Nr. 2428, 3 a 10 qm Wiese in den Bruchrechwiesen, neben Georg Schmeltzer Wittwe; Plan Nr. 2682, 11 43 60 qm u. Plan Nr. 2633, 23 a 20 qm Ader im Lautzenthälchen, neben Jacob Werner; Plan Nr. 2644, 16 2 10 qm Acker allda, neben Jacob Werner; Plan Nr. 857, 15 4 76 qm Acker im Dilmesflur, neben Wittwe Collisi; Plan Nr. 2684, 26843 und 2684*3, 48 a Acker im hinter⸗ sten Wallerfeld, neben Johann Kißling; Plan Nr. 83344, 33443 und 3344135, 15 a 30 qm. Acker auf'm Hahnacker, neben Johann Schmelzer Wittwe; Plan Rr. 4502 u. 4502, 11 a 60 qm Wiese auf der Spick neben Philipp Munzinger; Plan Rr. 4424 u. 442411, 26 1 Wiese im Allment neben Peter Stolz, sowie Plan Nr. 4283*8 7 qm Weg allda (93 Antheil.); Plan 4412, 13 a 30 qm Wiese allda neben Neurohr von Spiesen; Plan Nr. 3769, 14 a Acker auf Schiffelland, neben Wittwe Weis⸗ gerber; pᷣlan Nr. 3782 u. 3783, 23 2 10 qm Acker auf Schiffelland neben Schuhmacher Müller; Plan Nr. 1640, 16 a Acker auf'm großen Flur 3. Ahnung neben Conrad Pflug. St. Ingbert, den 8. Februar 1885 Kemmer, t.Notar. 10. 1. 2. —3. Licitation. Montag, den 23. Februar 1885 Mittags 12 Uhr, zu Ormesheim in der Wirihschaft von Andreas Hup pert, werden durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich hiezu beauftragten kgl. Nota abtheilungshalber auf Eigenthum ver eigert: Steuergemeinde Ormesheim: Plan Nr. 2118, 11 a 60 qm Acker am Hüglingen neben Andreas huppert und der Straße; Plan Nr. 12762, 14 40 qm ind Plan Nr. 12766, 24 40 Im Garten in der Sauerwiee neben Andreas Huppert und Ni— lolaus Rohr; Plan Nr. 1318, 2 a Garten im Bruch neben Johann Wagner und Johann Bauer Erben; Eigenthümer sind: a. Chrisftine, d. Elisabetha unde. Barbar«a Bauer, alle 3 ledig, gewerblos, die eiden ersteren großjährig, die leßtere mancipirte Minderjährige, verbeistandet urch ihren Curatsr Johann Schimpf, Ackerer, — alle in Ormesheim woh⸗ iend. St. Ingbert, den 7. Februar 18885. stemmer, k. Notar. Empfehlung. Ich beehre mich meine Niederlassung al⸗ AX in hiesiger Stadt ergebenst anzuzeigen. Gestützt auf reiche Erfahrungen und die mit der J. Note in Würzburg be— tandenen Prüfung erlaubt sie sich den geehrten Frauen von hier und Um— zegend bestens empfohlen zu halten. Hochachtungsvoll! Maria Jung, wohnhaft im Gasthaus zum „goldenen Stern“, Ludwiagssftraße. Emser Pastillon (ãcht in plombirten Schaehteln) ein bewährtes Mittel gegen Hus- ten, Heiserlceit, Ver- neleimung, Magen- sehwäehe und Vverdau a gsst v riumg. Emser Victoriaquelle. Vorräthig in St. Inghbert bei Peter Fery u. Albr. Lorm- Apotheker. iGnig Wilhelms · Folsonquollo in Ems. eidenslaufer, Berlin NW Ve s 5 Mark monatlich Bell-Orgeln Katalog gratis. 1200 Mark sind gegen genügende Personal- oder Real ⸗Buͤrgschaft, ganz oder in Theile auszuleihen, rüchzahlbar in beliebigen staten, durch AcCLCT, Spar⸗Kasse⸗Rechner. Montag, den 9. Februar 8 — Jahrmarkt in St. Ingbert. * Das Logis, velches Nachtwächter Heinrich Stief inne hatte, aus 2 Zimmer, Küche und Mansarde bestehend, ist, sofort bezieh⸗— zar, zu vermiethen. Vl. Eurich. !Narrenschiff“. Hohem närrischen Beschluß zufolge wurde der nächste Montag auf Mitt— woch verlegt u. laden wir hierdurch alle närrische Närrinnen u. Narren zur ersten Damensitzung ächsten Mittwoch den 10. dss, präcis 20 Uhr 11 Minuten, ein. a. a. Dder hierold. NB. Der Vereinsball wird Sonntag den 15. dss. im Bau— mann'schen Saal abgebalten werden. — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben⸗ Brust⸗Honigs*) à 3 Mark, welcher fich in meiner Familie hei Halsleiden, Hufien ⁊c. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bayern. Carl Freih. von Ditfurth, Haupimann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben; Brust⸗ Honig, von dem Erfinder und alleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen. ist per Flasche à T, 113 u. 8 Mark käuflich in St. Ingbert bei J. Friedrich: in St Johaun bei F. P. Pudenhöffer und M Aaginot; in * 21 heij Apotbeier B⸗deub⸗fer IbYοαααιαιιιααιαα 7* AM Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu bezichen: Die Klasstker der Bhilosophie. uan den frühesten griechischen Denkern —IX Tine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 30 Pfennia * * 2 0 2. — * * X —2 —X X 2 Ex 112 *— —28 * 2* ä 33 — —A — — 535338 255 2. — 29 ——— 0 F 33 —zX 2333 32 Xx; 2735 *82343 ———————— 3225828 —2 *335 7 2 —Z 33238 55 252333 55 57578 335 2878 3 — 25 Ax 5 337 * 2 2 2 — 3577 32338 53732*5 — 12 X 22 —332 e628 209 52 —2 5 252 3 2 F 3 2 A —2.8 * 2. 55 — 55 28 * us nd Verag von F. X. Demeh in St. Ingbert. J — 20ustrirtes Sonntaasblatt Nr. Gisßt noch nicht eingetroffen⸗ vt. Ingherser Aiheiget Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Lontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und oumncag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturg blait und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich J.M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Pot bezogen 1.4 75 4, einschließlic 10 4 Zusftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene SGarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 Z, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 28. I Politische Ueberficht. *Der Reich stag nahm am Donnerstag in weiter Lesung das Anleihegesetz in der Ausschuß assung an, wonach die nachträgliche Idemnität für die Verwendung mehrerer Millionen im Jahre 1884185 für Grenzschußmaßregeln ausgesprochen wurde. Staatssekretaͤr Burchard erklärte sich nit der Fassung des Ausschusses einverstanden. — Der Gesetzeniwurf wegen des Zollanschlusses Bremens zing an einen vierzehngliedrigen Ausschuß, nachdem nimtliche Redner für die Vorlage gesprochen hatten. — Das Zusatzgesetz zu dem Tabaksteuererhebungs⸗ zesetz wurde in erster und zweiter Lesung ange— hommen. Es folgten dann nach Wahlprüfungen, die größtentheils nach den Ausschußanträgen erledigt wurden. ——— — Dem Bundesrath ist vorgestern der Geseßent⸗ wurf betr. die Abänderung von Bestimmungen des Gerichtsverfassungszesetzes und der Strafprozeß-Ordnungqq zugegangen. Nicht blos in Afrika, sondern auch in Zen- tral-Asien soll es den Engländern schlecht gehen. Wie verlautet, sollen die Russen nur noch 100 Kilometer von Herat entfernt stehen. Ein Zusammenstoß zwischen Rußland und England, der chon lang erwartet wird. dürfte daher in nicht allzuferner Zeit zu erwarten sein. Deutsches Reich. Berlin, 5. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ sagt: Die Ablehnung der Dampfervorlage wird von den verbündeten Regierungen nicht anders verstanden werden können, als einen Protest gegen die Colonialpolitik. Wie aber auch die Entscheidung desß Reichstages ausfalle, vor Allem komme es zarauf an, daß eine solche gefällt werde. Die Taktik, Ftagen, wozu man weder Nein noch Ja agen will, in der Commission zu begraben, st neuerdings wiederholt und mit Erfolg ver⸗ ucht worden, und sicherlich sind die Fort—⸗ chrittspartei und das Centrum geneigt, auch die dampferrorlage auf diese Weise aus der Welt zu chaffen. Indeß diesmal dürfte doch einem salchen Ver⸗ juche die öffentliche Meinnng sich mit aller Energie entgegenstellen. Wenn der Reichstag diese Angelegen— Jeit, der eine entscheidende Bedeutung für die Ent⸗ vickelung unserer gesammten industriedlen und kom⸗ nerziellen Verhältnisse beigelegt wird, einfach in den Sumpf würfe, würde die öffentliche Meinung das instimmig für eine frivole und gewissenlose Behand⸗ ung der Interessen unseres Volkes erklären. Wir ind überzeugt, daß dann von kompetenter Seite der Nothwendigkeit einer bestimmten Entscheidung Aus— dxuck gegeben wird. Die „Norddeutsche“ schließt: Dem Reichstag liegt ein so bedeutendes Arbeis- densum vor, daß der Gedanke an eine Vertagung ür eine gewissenhafte Volksdertretung ausgeschlossen ein sollte. Berlin, 5. Februar. Die Kreuzerkorvette Marie“, welcher bei Neuirland das Ruder an dorallenfelsen beschädigt wurde, geht nach Sydnei, im daselbst zu docken. — Die Kreuzerfregatte Stosch geht mit 16 Geschützen und 404 Mann an Bord nach Kamerun. Künftig sollen alle größeren Fregatten oder Corbetten mit wenigstens 80 Sol- daten besetzt sein. Die Schiffe Bismarck und Olga führen keine solche Abtheilungen, die ihnen doch dewiß bei den Unternehmungen in Kamerun sehr willkommene Stütze geboten hälten. Sonntag, 8. Februar 1885. 20. Jahrg. Auslaud. Paris, 5.Februar. In der Deputirten⸗ kammer stellte Tony Revillon den Antrag zur Bewilligung des Kredits von 25 Millionen für die inbeschaͤftigten Arbeiter und verlangte Dringlich⸗ eitsertlärung. Der Minister des Innern, Waldeck⸗ Rousseau, sprach gegen die Dringlichkeit, überhaupt jegen die Bewilligung des Kredits. Nach einer äangeren erregten Debatte wird die Dringlichkeit nit 338 gegen 125 St. abgelehnt und der Antrag an die Budgetkommission verwiesen. London, 6. Febr. Ueber Gordon's Schick sal laufen verschiedene Gerüchte um, alle jedoch darin übereinstimmend, daß Khartum durch Verrath in den Besitz des Feindes gelangte. Es verlautet, »er mit der Bewachung der Wälle betraute Com⸗ mandeur solle am 26. Januar dem Feinde die Thore Khartums geöffnet haben. Lokale und pfaälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 7. Februar. Für die durch das Erdbeben geschädigten armen Spanier zingen uns von einem ungenannt sein Wollenden 1 Mark zu. Wir hoffen, daß dieser ersten Gabe noch weitere aus dem Kreise unserer geehrten Leserinnen und Leser folgen und werden solche mit Vergnügen dem Hauptkomité in München übermitteln. — Wie wir s. Zt. mittheilten wurden in Rziterberg wei Kaiserslauterer Velocipedisten, velche dahin einen Ausflug machten, durch Zer⸗ chneiden der Gummiringe ihrer Vehikel schwer ge⸗ chädigt. Ein 18jähr. Mädchen wurde deßhalb vom Schöffengerichte in Otterberg sammt einer Wittwe, velche Beihilfe leistete resp. dazu Anleitung gab, drozessirt, und erhielten beide Geldstrafen von je 50 Mik. Der Polizeianwalt hatte 6 Wochen Ge—⸗ ängniß beantragt. Der Schadenersatz ist fur die Verurtheilten nun die nächste Folge. — In Neustadt haben einige Jagdliebhaber den Pachtzins für die Waldjagd dieser Stadt, wo⸗ ür bisher 135 Mk. bezahlt wurden, auf 700 Mlk. sinaufgetrieben. Jeder geschossene Rebbock wird etzt blos 100 Mk. kosten. — Speier, 5. Februar. Die gestern Abend m Rathhaussaale dahier behufs Wahl des Planes Ur den Bau der Gedaächtnißkirche abgehaltene Beneralversammlung des Retschervereines war gut zesucht. Dieselbe faßte nach eingehender Berathung 'olgenden einstimmigen Beschluß: „Die General⸗ »ersammlung, indem sie dem Urtheile der Preis— richter beipflichtet, empfiehlt in erster Linie den Plan der Herren Architelten Flügge und Nordtmann »on Eisen zur Ausführung.“ An die Generalver⸗ ammlung sich anreihend fand eine Sitzung des veiteren Ausschusses des Retschervereins statt, wel⸗ her auf Grund des Beschlusses der Generalver⸗ 'ammlung sich dahin einigte, es sei bei der seiner⸗ eitigen Ausführung des Baues der Entwurk der herren Flügge und Nordtmann mit den nothwen⸗ digen Modifikationen ins Auge zu fassen. Bormischtes. FSaarbrücken, 5. Februar. Wir ent⸗ nehmen der „S. Z.' folgendes nette Geschichtchen: „In einem Landorte unseres Kreises sollte kürzlich ein Brautpaar getraut werden und die Hochzeits⸗ zesellschaft war versammelt, um zur Kirche zu siiehen. Da wurde der Bräutigam vermißt. Nach angem Suchen fand man ihn im Wirthshaus sinterm Schoppen sitzen und es bedurfte der güt⸗ ichsten Worte der Braut, um den saumseligen xhestandskandidaten zum Mitgehen in die Kirche u bewegen. wo später der Trauungsakt stattfand. Nach der Heimkehr aus der Kirche sollte der Hoch⸗ seitsschmaus beginnen, das neue Ehepaar aber war sich mittlerweile in die Haare gerathen und es regnete Schläge so hageldicht, daß die Gäste, auf das lecker bereitete Mahl verzichtend, Reißaus nahmen. Das wird wohl eine recht glückliche Ehe werden! — In besonders fideler Weise wird der Carne⸗ bal in Forbach C(othringen) begangen. Der zortige Bürgermeister hat nämlich eine Verordnung erlassen, wonach es zur Vermeidung von „Unord⸗ nungen“ und „Unfällen“ verboten ist, ohne bürger⸗ neisteramtliche Erlaubniß sich maskirt, verkleidet »der entstellt auf öffentlicher Straße zu zeigen. Diese bürgermeisteramtliche Erlaubniß kostet aber pro Nase 2 Mark. F Nürnberg, 2. Februar. Hier erschoß sich am 81. vor. Mts. Abends der Privatier Schmidt, 73 Jahre alt. Bei der Leiche wurde ein Zettel mit folgenden Worten gefunden: „Geld gar und ich auch. Die Emmerich'sche Millionen⸗ erbschaft, die in Rheinhessen und der Pfalz puckt, ist nichts! Das Schreiben eines Notars aus Philadelphia an einen Interessenten in Bechtolsheim besagt, daß fragliche Erbschaft nicht existire und eder, der gegentheilig aussage, sich eines Betruges chuldig mache! Die Vorbereitungen zum Mainzer sarneval sind in vollem Gange. Zum Zug im Fastnachtmontag sind 42 Gruppen zugelassen zegen 32 im Vorjahre. Prinz Karneval wird am Samstag vor Fastnacht seinen Einzug in die Stadt durch das Neuthor halten. F EGEine blutdurstige Petition.) Unter dieser Spizmarke schreibt man dem „Liegn. Anz.“: „Die Petitionskommission des Reichstages hjat über das Gesuch eine Dame aus Bregslau, einer alten Kostgängerin der Petitions⸗Kommission, zerathen, welche die endliche Vollstreckung „des 1848 gefällten Todesurtheils“ am dem Chefredak⸗ eur Dr. Stein (Breslauer Zeitung) befürwortet. Die Petentin sieht in dem allen vortrefflichen Stein — dem Nestor der deutschen Journalistil — den Vater des Nihilismus, Anarchismus und sonstiger schönen Sekten mehr. Die Petitionskommission hat Uebergang zur Tagesordnung unter verständniß⸗ mnniger Theilnahme für den Geisteszustand der Pe—⸗ tentin beschlossen.“ Die „Bresl. Ztig.“ fügt dieser Rotiz hinzu, daß die erwähnte Dame Herrn Dr. Stein seit mehr als 20 Jahren mit ihrem Haß oerfolgt und beim Landtag und beim Reichstag ühnliche Petitionen, wie die obengenannte, einbringt. fFHamburg, 5. Februar. Zufolge tele⸗ zraphischer Ocdre wurde auf dem aus Rewyork angelangten Dampfer „Bohemia“ eine ankommende Dame nebst 10 Männern hierselbst im Hafen von der Polizei empfangen, durchsucht und verhaftet. Es wurrden anarchistische Schriften bei derselben gefunden. Dienstesnach richten. Der Sekretär am Landgericht Kaiserslautern, Erhardt, wurde auf Ansuchen zum 8. Staatsanwalt in Frankenthal, Amtsanwalt Nikolaus in Kirch— reimbolanden auf Ansuchen zum Sekretär in daiserslautern ernannt. N) Gerichtsvollzieher Clauß in Edenkoben wurde auf Ansuchen nach Waldmohr versetzt, der geprüfte Bewerber Völkel in Neustadt ah. zum Gerichts⸗ »ollzie her in Edenkoben ernannt. Für die Redaktion veramwortlicch F — Versteigerung. Dienstag, den 17. Februar 1885 Morgens 9 Ühr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Bürgermeister Heinrich, lassen die Geschwister: J. Johann Schmeltzer, Fuhrmann und 2. Maria Schmeltzer, ge— werblose Witiwe von Johann Adam Feichtner dem Ersten, im Leben Bergmann, beide in St. Ingbert wohnhaft, folgende Liegenschaften in der Steuer⸗ zemeinde St. Ingbert öffentlich in Eigenthum versteigern. als: 1. Plan Nr. 5754 u. 575b, 2 4 40 qm Fläche, worauf ein Wohn⸗ haus mit Scheuer, Stall, Hof⸗ raum, Pflanzgarten u. sonstigen Zubehörden, gelegen zu St. Ing⸗ bert an der Kaiserstraße, neben Bürgermeister Heinrich u. Veter Greß; Plan Nr. 2428, 3 a 10 qm Wiese in den Bruchrechwiesen, neben Georg Schmeltzer Witiwe; Plan Nr. 2682, 11a 60 qm u. Plan Nr. 2638, 23 a 20 qm Acker im Lautzenthälchen, neben Jacob Werner; Plan Nr. 2644, 16 42 10 qm Acker allda, neben Jacob Werner; Plan Nr. 837, 15 a 76 qm Acker im Dilmesflur, neben Wittwe Collisi; Plan Nr. 2684, 268412 und 26843, 48 a Ader im hinter⸗ sten Wallerfeld, neben Johann Kißling; Plan Nr. 3344, 334412 und 3344235, 15 4 80 qm Acker auf'm Hahnacker, neben Johann Schmelzer Wittwe; Plan Nr. 4602 u. 4502, 11 a 60 qm Wiese auf der Spick neben Philipp Munzinger; Plan Rr. 4424 u. 44242, 26 a Wiese im Allment neben Peter Stolz, sowie Plan Nr. 42836 7 qm Weg allda (133 Antheil.): Plan 4412, 13 a 30 qm Wiest allda neben Neurohr von Spiesen; Plan Nr. 3769, 14 a Acker auf Schiffelland, neben Wittwe Weis— gerber; Plan Nr. 3782 u. 3783, 23 10 qm Acker auf Schiffelland, neben Schuhmacher Müller; Plan Nr. 1640, 16 a Acker auf'm großen Flur 3. Ahnung neben Conrad Pflug. St. Ingbert, den 5. Februar 1888 Kemmer, WNotar. 10. II. 2. 3 Licitation. Montag, den 23. Februar 1885 Mittags 12 Uhr, zu Ormesheim in der Wirthschaft von Andreas Hup⸗ pert, werden durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich hiezu beauftragten kgl. Notar abtheilungshalber auf Eigenthum ver feigert: Steuergemeinde Ormesheim: Plan Nr. 2118, 11 4 60 qm Acker am Hüglingen neben Andreas Huppert und der Straße; Plan Nr. 12762, 14 40 qm, und Plan Nr. 12766, 22 40 qm Garten in der Sauerwies neben Andreas Huppert und Ni⸗ kolaus Rohr; Plan Nr. 1318, 2 a Garten im Bruch neben Johann Wagner und Johann Bauer Erben; Eigenthümer sind: a. Christine, b. Elisabetha unde. Barbara Bauser, alle 3 ledig, gewerblos, die heiden ersteren großjährig, die letztere mancipirte Minderjährige, verbeistandet hurch ihren Curator Johann Schimpf Ackerer, — alle in Ormesheim woh⸗ iend. St. Ingbert, den 7. Februar 1885 Kemmer, k. Notar. Empfehlung. Ich beehre mich meine Niederlassung als —XVLX in hiesiger Stadt ergebenst anzuzeigen. Gestützt auf reiche Erfahrungen und die mit der J. Note in Würzburg be⸗ tandenen Prüfung erlaubt sie sich den geehrten Frauen von hier und Um— gegend bestens empfohlen zu halten. Hochachtungsvoll! Maria Jung, wohnhaft im Gafthaus zum „goldenen Stern“, Ludwigsstraße. Emser Pastillen (ãceht in plombirten Schachten) ein bewährtes Mittel gegen EHus- tenm, Heiserleit, Verä- mehlei mung, Magen- sehwäcehe und verdau XXXXX Emser Victoriaquelle. Vorräthig in t. Inghert bei Peter Fery u. Albr. LCornm. Apotheker. könig Wilhelms·felsenquelle in Ems. eide uslaufer, Berlin NWV WVe J 5 Mark monatlieh Bell-Orgeln“ Katalog gratis. 1200 Mark ind gegen genügende Personal- oder Real⸗Bürgschaft, ganz oder in Theile auszuleihen, rückzahlbar in beliebigen Raten, durch AcLæ, Spar⸗Kasse⸗Rechner. Montag, den o. Februar Jahrmarkt in St. Ingbert. * Das Logis, velches Nachtwächter Heinrich Stie inne hatte, aus 2 Zimmer, Küche und Mansarde bestehend, ist, sofort bezieh⸗ har, zu vermiethen. Vij. Emrich. Narrepnschiff. Hohem närrischen Beschluß zufolge wurde der nächste Montag auf Mitt— woch verlegt u. laden wir hierdurch alle närrische Närrinnen u. Narren zur ersten Damensitzung ächsten Mittwoch den 10. dss präcis 20 Uhr 11 Minuten, ein da. a. Der Herold. NB. Der Vereinsball wird Sonntag den 15. dss. im Bau— mann'schen Saal abgehalten werden. — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben⸗Brust⸗Honigs“) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Husten x. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bayhern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben-Brust⸗Honig, von dem Erfinder und alleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per Flasche à I, ji u. 8 Mark kuuflich in St. Ingbert bei J. Friedrich: in St Johaun bei F. P. Pudenhöffer und W Maginot; in —IXEX — — A⸗ Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: J Die Klasstker der Bhilosophie. Von dey frübesten griechischen Denkern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 88. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennie * 2 —2 — — y 4 — N e d 5 — 722 5 6 23 — 760 — J 28. 2898 5 228 5350 256 — * 2 26 533 2352 ⸗ 47 884 5352582 522227. 52 — F 3* — 733 —A 53* 2 78 35 N T —A 35 12 2 7 * 25238 *338 —* *5 S 2 52 8682278 2 8.5 Z7* 2 227 8 3335125 133 5 r *2*3 32888 S 3 * 32 — 1 — — —f J— 2 28 — — 2 ⸗ * 55 D3 2. * 3 2.8 — 5 7 5 23 2282 * 3 Ime Veriog von F. X. Demetz in St. Ingbert. — Iustrirtes Sonntaagsblatt Nr. G ist noch nicht eingetroffen —— 4 — —8 6 B * 2 7 2 4 * J — 7 85 * 84 8 W— 589 * ** —* —1 6— “ —A 6 5 —— * —J — 4 —A— A * 21* —38 53 — F6 —38 ———— 6 * * —* —3 —31 — * —838 —J3* * 3 — —* ———— M r * 8— * J * 3534 953 * * —z8 —328 — * —* X. —— —28 — ⸗ * 8 *s. — ————— —AV 8 598 58 w ——8—656 * e 4 15 4A4 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ver St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturg- Zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 10 75 4, einjchließlic 40 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungogebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 4, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 29. Montag, 9. Februar 1885. 20. Jahrg. X. y iti Ausland. Volitische Ueberficht. Paris, 8. Februar. Von der Polizei sind * Das neue Weißbuch der deutschen Reichs- gestern etwa 20 Auarchisten wegen Reden, in welchen negierung, welches in Berlin eben ausgegeben wurde, ie zu Plünderungen aufreizten, verhaftet worden. zehandelt eine Streitfrage, welche noch nicht abge⸗ Paris, 7. Februar. General Bridre de l'IJsle chiossen ist. England hatte noch im August v. neldet aus Dongsong vom 6. d., daß die franzb- Is. erklärt, daß es sich keine neuen Kolonien mehr ischen Truppen am 5. d. Mittags die aus drei rufzubürden beabsichtige und daß nur die Südküste forts bestehende Befestigung, welche das befestigte ‚on Guinea annekirt werden sollte. Am 19. Sept. zager von Dongsong beherrschte, angriffen und die— iber erklaͤrte es plötzlich, auch die Nordküste in elben genommen haben. Eine weitere Depesche Besiz nehmen zu wollen, widerruft aber seinen ägt hinzu, daß das ganze befestigte Lager der entschluß bereits am 9. Okt. Darauf wurde in inesischen Armee von Dongsong in die Hände der Zeu⸗Brittannien und Neu⸗-Guinea (Nordküste) am franzosen gefallen und die Chinesen auf die Man⸗ 7. Dez. die deutsche Flagge gehißt. Plötzlich tritit arinenstraße zurückgeworfen worden seien. Die ꝛer englische Konferenz-⸗Delegirte Meade mit einem Lanzösischen Truppen befinden sich nur noch zwei Borschlage hervor, nach welchem ganz Neu⸗Guinea Lagemärsche von Langson entfernt, sind aber ge⸗ englisch, Neu⸗Britannien, Neu-Irland, Duke vf zoöthigt, Halt zu machen, um sich zu erholen und Hork und noch mehrere andere angrenzenden Inseln nit Lebensmitteln zu versehen. Der französische ʒeutsch, Samoa und Tonga, sowie die übrigen noch Jerlust ist gering. — Eine Depesche des Admirals mabhängigen Inseln neutralisirt und die Neu- gourbet aus Kelung vom 3. d. M. meldet: In Hebriden französisch werden sollten, während Deutsch- her Nacht vom 31. Januar bis zum 1. Februar and sich gegen Abtretung der, beiläufig, gesagt vurden die neuen Positionen der Franzosen von 1 sanz werthlosen, vor Angra Pequena liegenden dis 2000 Chinesen angegriffen. Der Feind wurde Inseln verpflichten sollte, seine an der Goldküste nachdrücklich zurückgeschlagen mit einem Verlust von inter deutschen Schutz gestellten Gebiete zuerst nehr als 200 Todten, worunter ein europäischer ẽngland anzubieten, falls Deutschland dieselben Iffizier und mehrere Mandarinen. Die Veriuste der emals aufzugeben Willens sein sollte. Es konnte Franzosen bestehen in einem Todten und einem em Reichskanzler Fürsten Bismarck nicht schwer Ferwundeten. Die Verluste der Chinesen vom 25. allen, diese Vorschläge als werthlos zurückzuweisen. Fanuar bis 1. Februar betragen 700 Todte und fs folgte ein förmlicher Protest gegen das Ver- Herwundete. ahren Englands, doch ist es überhaupt fraglich, Nom, 7. Februar. Die italienischen Kriegs⸗ b dieses wirklich bereits die Nordküste Neue Guinea's cchiffe „Amerigo Vespuci“ und „Gotthardo“ sind nit Inseln annektirt hat. In diesem Falle könnten zor Massaua am rothen Meere angekommen und llerdings ernstliche Auseinandersetzungen zwischen haben eine Abtheilung Bersaglieri und eine halbe en beiden Regierungen nicht ausbleiben. WBatterie gelandet, welche den Platz occupirten. Am Samstag haben in Halle a. d. S. die Nom, 7. Februar. In Folge des Falles Anarchisten und Niederwald- Attentäter Reins- hon Khartum verpflichtet sich die Regierung, den orf und Küchler ihre Verbrechen mit dem kngländern ein Hilfskorps von zwölftausend Mann, Tode durch das Beil gebüßt. Der dritte Verur· zus zwei Infanterieregimentern, einem Regiment heilte, Kupssch, wurde zu lebenslänglicher Zucht- Versaglieri, einem Artulerie · und einem Reueregi⸗ ausstrafe begnadigt. Dabei dürfte wohl der Um- ment, sowie einem Pionierbataillon bestehend, zu tand maßgebend gewesen sein, daß Rupsch mehr kellen. sder weniger als der Verführte zu betrachten ist. London, 8. Februar. Der „Observer“ meldet der Gerechtigkeit ist somit Genüge geleistet, soweit daß General Wolseley auf seine spezielle Anfrage ine Sühne hier überhaupt eintreten konnte. Die eeilens der Regierung dahin instruirt worden sei, wesinnungsgenossen der Hingerichteten werden na- haß der Feldzůg, selost für den Fall, daß Gordon uürlich nicht zögern, die letzteren als Märtyrer zu nicht mehr am Leben sein sollte, dis zur Unter⸗ ꝛerherrlichen; das beleidigte Volksbewußtsein wird )drückung der Insurrektion fortgeführt werden solle. d dadurn aber nicht beirren lassen und allgemein Morgen findel ein Kabinetsrath statt. oird man mit Genugthuung davon Kenntniß — — jehmen, daß der Gerechügkeit freier Lauf gelassen Dobale vnd in Aaee vurde. Hoffentlich gelingt es den Gerichten, auch ür die Forlbildun Ind 5 * gsschulen den bisherigen Betrag ie noch unentdeckten amardsnpen Mordgesellen en 8od' Mar an — jährrlich auf 300 Mark herab. yor ihr Forum zu ziehen, und Ain Staaten, durch * d 339 este Vereinigungen das Uebel an der Wurzel zu —— assen. —31 inserer Stadt beabsichtigten Errichtung einer Woll⸗ Zpinnerei⸗Fabrik schreiben: In St. Ingbert vird von seiten einer Gesellschaft von Schweizer Fabrikanten aus dem Kanton Zürich die Errichtung iner Wollspinnerei-Fabrik beabsichtigt, velche infolge des Zolles der neuen deutschen Birthschafts Gesetzgebung genöthigt sind, in Deutsch⸗ and eine Fabrik zu errichten, in welcher 4 bis 500 dersonen beschäftigt werden sollen. Es soll ein Unlagekapital von Million Mark zur Herstel⸗ ung der Gebäude und Maschinen u. s. w. ver⸗ musgabt werden; daß gerade St. Ingbert sich hierzu )esonders eignen würde, liegt auf der Hand, denn vie bekannt, gibt es hier von allen pfälzischen vielleicht allen süddeutschen Städten) die billigsten Urbeitskräfte. Namentlich fehlt es hier an Be— haäftigung für Frauen und erwachsene Kinder, welche gerade in einer solchen Fabrik, wo es zu⸗ neist nur leichte Arbeiten gibt, am besten Beschäf⸗ igung finden würden. Das neue Etablissement oll in die Nähe des Bahnhofes kommen und geben ich die Stadiverwaltung und dabei interessirten Bürger alle Mühe, das Zustandeksmmen desselben u befördern; so z. B. wird die Stadt ein großes, hr gehöriges Terrain umsonst abtreten, ferner eine ieue Stcaße nebenan anlegen. Wünschen wir, daß das Unternehmen zum Wohle St. Ingberts und der Umgegend zustande komme. — Der diesjährige Monat Februar hat keinen Vollmond aufzuweisen. Diese Erscheinung wieder⸗ jolt sich alle 19 Jahre, wird also in diesem Jahr⸗ sjundert nicht mehr, sondern erst im Jahre 1904 vieder vorkommen. —* Wie der „Saar⸗ u. Bl. Ztg.“ aus Spiesen berichtet wird, ist der Bau der dortigen neuen Kirche den Bauunternehmern Herr Braun »on Elversberg und Herrn Hoppstädter von Spiesen ibertragen worden und hat man bereits mit dem Nivellement und der Räumung des Bauplatzes be⸗ jonnen. m. Im benachbarten Dudweiler wurde vor inigen Tagen beim Abräumen einer Dunggrube in zieser eine Kindesleiche gefunden. Dieselbe konnte eit etwa 14 Tagen daselbst begraben sein. Die Magd des Hauses hat dem Vernehmen nach be— reits bekannt, das Kind beseitigt zu haben. Hoffent⸗ ich wird die eingeleitete Untersuchung Licht in die Angelegenheit bringen. — Einer Mittheilung des „Land. Anzeiger“ ufolge will man im Münchweilerthale, unweit dlingenmünster, die Adern eines Kohlen⸗ agers gefunden haben. — In Essingen stürzte ein Kind in einen Topf mit heißem Wasser und starb an den Brand⸗ vunden. — Dürkheim, 7. Februar. Gestern Abend ereignete fich in der Bierbrauerei Werner dahier ein ntsetzlicher Unglückzfall. Der Braubursche Johann Beßler süürzte nämlich, indem derselbe am Treib⸗ iemen etwas zu schaffen hatte, in den Kessel. Der berunglückte, 27 Jahre alt, trug leider so schwere Brandwunden davon, daß er bereits heute Nacht einen schrecklichen Qualen erlag. (D. A.) — Speyer, 6. Februar. Der Verdacht jegen Metzger Kief von hier wegen Ermordung der Dienstmagd Margaretha Ries von Ramsen in Mann⸗ jeim, von dem man denselben vollständig entlastet laubte, scheint wieder frische Nahrung erhalten zu haben. Nachdem gestern das hiesige Gericht, jeden⸗ alls auf Requisition von Mannheim, der Kief'schen Vohnung mehrmals wiederholte Besuche abgestattet, st Kief heute früh in Begleitung eines hiesigen Polizeibediensteten direkt vom hiesigen Amisgerichte nus nach Mannheim gereist, um durch den dortigen Untersuchungsrichter vernommen zu werden, der Polizeibedienstete ist heute Nachmitiag allein hierher urückgekehrt, während dessen Begleiler in Mann⸗ jeim in Untersuchungshaft zurückbehalten wurde. Sermischtes. f Kürzlich wurde in Dillingen an der Donau in die Polizeiwachstube eingebrochen und nus einer versperrten Schublade zweihundert Mark ntwendet, wahrend neunhundert Mark, welche sich leichfalls in Silber in der Schublade befanden, yvon den Dieben — wahrscheinlich aus Dankbarkeit jegen die Dillinger Polizei — nicht angetastet vurden. Fur die Redaktion verantwortlich: 5 — AWr Vertragsssmäßige Wiederversteigerung. Mittwoch, d. 13. Februarl 3835, Nachmittags *44 Uhr, su Ensheim in der Wirthschaf bon Heinrich Fries, wird durch den anterzeichneten tönigl. Notar gegen Barbara Abel, gewerblos, in Ens- deim wohnhaft, Wittwe des all da wohn⸗ zaft gewesenen und verlebten Dosen⸗ nachers Nikolaus Wetzel, und deren mit ihrem verlebten Ehemann erzeugten noch minderjährigen bei ihr als gesetz⸗ lichen Vormüͤnderin domizilirten Kinder, a: I. Margaretha, 2. Nikolaus, 3. Johann Heinrich und 4. Jakob Wehzel — diese vier als Erben ihres verlebten Vaters, — ie nachbeschriebene Liegenschaft in der Steuergemeinde Ensheim wegen Nicht⸗ hezahlung des Erwerbspreises öffentlich — nämlich: Plan Rr. 3779, 37*10 Dez. oder 2'a 78 qm Adker am Lehberg neben Franz Adt. St. Ingbert, den 27. Januar 1885. Kemmer, k. Notar. Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Mittwoch, d. 13 Februarlt8385, Namittags 844 Uhr, zu Ensheim, in der Wirthschaft! zon Heinrich Fries, wird durch den anterzeichneten königl. Notar gegen Jakob Lamp, Maurer, in Ensheim wohnhaft, die nachbeschriebene Liegen⸗ chaft in der Steuergemeinde Ensheim wegen Nichtbezahlung des Erwerbs⸗ preises öffentlich in Eigenthum ver— keigert, nämlich: Plan Nr. 82722, 34 Dez, oder 11à 58 qm vor'm neuen Allment neben Erben Adt. St. Ingbert, den 27. Januar 1885. Kemmer, k. Notar. Potversand voraugtich singender LCCfenvõgel unter Garantie Maschsce, St. Andreasberq, Harz. 44— ⸗4* 8 20 — * von F ˖ Graef in Aichach. 5 Packer zu 20 Pf. stets frisch bei Brust⸗ u. Lungenleidende ind solche Personen, welche an gusten, Katarrh, Heiserkeit, Ver⸗ leiuuug Ke. leiden, seien hier⸗ nit wiederholt auf die seit 18 Jah⸗ ren bewährte Vorzüglichkeit des ächten rheinischen Trauvben⸗Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür⸗ lichste, für —5 wie Kinder —— glei angenehmste — —8 —V AMittel, welches über⸗ 27 Snhaupt geboten werden tann, aufmerksam ge⸗ macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver⸗ chlußmarke in St. Ingbert bei J. Friedrich in 8t. 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Amtsgerichts St. Ingbert. 7 St. Ingberter Anzeiger“ erscheint woöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltur gh⸗ Zlati und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich JI AM 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 78 O, einschließlig 40 — Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 H, Reclamen 830 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — — 20. Jahrg. Politische Ueberficht. * Der Reichstag erledigte im Verlaufe seiner Freitags Sitzung in erster Lesung den Antrag Horsch, nach welchem die Verhandlung über die Be— rufung gegen ein schöffengerichtliches Urtheil auch dann stattzufinden hat, wenn ein Angeklagter vor dem Berufungsgericht zur Hauptverhandlung ohne genügende Entschuldigung ausgeblieben ist, sowie den Antrag Payer auf eine durchgreifendere Ermäßigung der Gerichtsgebühren. Letzterer fand auf allen Seiten des Hauses sympathische Aufnahme. Die Regierung schwieg. Man darf daraus wohl schließen, daß die Vertreter derselben nichts gegen den Antrag einzuwenden hatten. Der Reichstag verwies am Samstag den Ge—⸗ setzentwurf betreffend Ergänzung des Gerichts- berfassungsgesetzes an eine vierzehngliedrige Kom— mission. Fürst Bismarck hält jetzt fast täglich dem saiser Vortrag. Diese Thatsache ist auffällig lefunden worden und man hat bereits große Dinge ginter derselben vermuthet; auch die neuen deutschen Erwerbungen in Westafrika sind mit den häufigen Konferenzen des Kaisers und seines Kanzlers in Verbindung gebracht worden. Ohne Zweifel nehmen die kolonialpolitischen Fragen den Fürsten Bismarck gegenwärtig stark in Anspruch. Indessen hat sein regelmäßiges Erscheinen im Kabinet des Kaisers einen andern Grund. Fürst Bismarck vertritt nämlich den erkrankten Staatssekretär Grafen hatzfeldi. Er hat den größten Theil der lau— fenden Geschäfte auf seine Schultern genommen, und es erwächst ihm daraus naturgemäß eine Steigerung der Arbeitslast, die es wohl auch hin⸗ teichend erklärt, daß er dem Reichstage fernbleibt. Mit der Führung der Präsidialgeschäfte der afri— sanischen Konferenz ist der Unterstaatssekretär Dr. Busch betraut. Der Reichskanzler hat seit Wochen keiner Sitzung der Konferenz präsidirt. Ein offiziöser Berichterstatter meldet der „Schles. Ztg.“, daß Fürst Bismarkksich zur Zeit recht angegriffen fühle und daß man glaube, er werde sich von den Geschäften für einige Zeit zurückziehen. Trotz der eminenten Arbeitskraft des Unterstaats⸗ jekretärs Dr. Busch ist der Fürst⸗-Reichskanzler in Folge der Beurlaubung des Grafen Hatzfeld in letzter Zeit mehr als gewöhnlich zur Erledigung der laufenden Geschäfte des Auswärtigen Amtes heran⸗ gezogen worden. Käpitän Josef Fredicks, der Beherrscher von Bethanien in Südafrika, hat wie die „Weserztg.“ mittheilt, durch Vertrag vom 28. Oklober 1884 auch Bethanien unter den Schutz des deutschen Reichs gestellt. Einem Privatbriefe aus Bagida vom 28. Dez. entnimmt die „Wes.⸗Ztg.“, daß auch in diesem deui⸗ schen Schutz gebiede die Verhältnisse eiwas besorg⸗ nitzerregend geworden sind. Der deutsche Konsul wurde thätlich angegriffen und die deutsche Flagge »on Negern insultirt. Es ist zweifelhaft, ob diefen Ausschreitungen Einzelner ein großes Gewicht beizu—⸗ gen ist, aber es ist Thatsache, daß die dortigen Deutschen sich beunruhigt fuͤhlen und lebhaft nuch der Ankunft eines deutschen Kriegsschiffes sehnen, das den Negern Respekt einflößen sann! Diese er— auben fich Uebergriffe in Bezug auf das Grund⸗ eigenthum der Deutschen und bleiben zur Zeit un— gestraft. In der hinter der englischen Stadt Quittah zenden Negerbevölkerung zeigen sich auch Spuren der Unruhe und man glaubt, daß ein Angriff auf die Stadt nicht ausgeschlossen ist. Die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten nimmt sehr überhand. Nach den amt⸗ ichen Fabrikberichten von 21 Staaten ist die Zahl zer unbeschäftigten Arbeiter auf 316000 festgesetzt, »och dürfte dieselbe auf 350,000 taxirt werden önnen. Es wären danach von 9 Indufrrie— Arbeitern je 1 brodlos. Die Berichte stellen fest, »aß auf allen Produktionszweigen ein Druck lastet. Ddie Eisen-Industrie weist die größte Ziffer der Urbeitslosen auf, circa 80,000 von 420,000 Eisen- Arbeitern. Die Abnahme der Beschäftigungen unter den Spinnern und Webern ist noch größer und stellt ich auf 27 pCt. (35,000 Personen); weitere 44,000 Arbeiter sind in der Bekleidungs⸗Industrie brodlos. Durch die neuesten Streiks sind 18,000 Personen rwerbslos geworden. Etwa 9000 davon sind Kohlen⸗ zräber in Ohio, Jowa, Tennessee und Pennsylvanien; in Ohio ist im Hockingthale ein wirklicher Nothstand usgebrochen. — Der auf der Industrie lastende Druck hat die Bildung von Gewerbe⸗ resp. Gewerk⸗ »ereinen sehr gefördert und im Allgemeinen haben diese Vereine auch gute Erfolge erziehlt, wenigstens sind in den Ortschaften, wo solche Vereine bestehen, die Arbeiter⸗Entlassungen und Lohnherabsetzungen nicht so bedeutend gewesen. — Wie lange diese Nothstände noch andauern werden, ob überhaupif emals eine durchgreifende Besserung eintreten wird, ind Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind; aber obige Zahlen dürfen an die deutschen Arbeiter die Mahnung richten, die Auswanderung zu unter⸗ lassen, wenn sie nicht eine feste Aussicht auf Stel⸗ lung hinüberführt. Deutsches Reich. Müunchen, 9. Februar. Der Generalsekretär des Landwirthschaftlichen Vereins, Prof. May, hat auf Grund von Zusendungen aus verschiedenen Gegen⸗ den des Königreichs die durchschnittlichen Produktions- osten für Getreide wie folgt ermittelt: 1Ctr. Weizen MN. 7,82, 1 CEtr. Roggen M. 7,80, 1 CEtr. Hafer M. 6,09, 1 CEtr. Gerste M. 5,46. Damit werde die Thatsache konstatirt, bemerkt Prof. May, daß die gegenwärtigen niedrigen Preise für Weizen und Roggen zum Mindesten auf das Niveau der Pro« »uklionskosten gesunken sind und daß in Ermange— ung erhöhter Getreidezölle namentlich die Weizen⸗ ind Roggenproduktion statt entsprechenden Gewinn erheblichen Verlust zur Folge haben muß. Berlin, 9. Febr. Die heutige Versammlung »on Vertretern der Seestädte nahm Resolutionen an, welche sich gegen die Erhöhung der Getreidezölle, owie gegen eine vrocentuale Börsensteuer aussprechen. Ausland. Paris, 9. Februar. Es ist keine Befürchtung vegen ernstlicher Ruhestörungen vorhanden. Eine jenügende Anzahl von Polizisten verhindern auf em Opernplatz und dem Boulevard jede Menschen- insammlung. In mehreren Kasernen sind die Truppen konsignirt. — Die Regierung hat heute Morgen Nachrichten übher einen neuen Sieg des Henerals Brière erhalten. Rom, 9. Februar. Der Ministerrath hat beschlossen, 20 000 Mann nach dem Sudan zu senden und einen Credit von zwanzig Millionen dire von den Kammern zu verlangen. Rom, 9. Februar. Gestern Abend fand ein Ministerrath statt. Der Marineminister erhielt iachfolgende Depesche des Admirals des italieni⸗ chen Geschwaders aus Suakin vom 8. d. M.: Ich habe mit den Schiffen „Amerigo Vespucci“, „Gottardo“ und „Garibaldi“ am 5. d. Mts. vor Massauah Anker geworfen, Truppen und Mateosen ausgeschifft und die italienische Flagge an der egyp⸗ ischen Küste aufgehißt. Nom, 9. Februar. Nachrichten aus Su akim besagen, Admiral Cuimi landete einen Theil seiner ital.) Streitkräfte widerstandlos und wurde von den Eingeborenen freundlich aufgenommen. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 10. Februar. Morgen findet dahier unter Leitung des Herrn Hauptlehrers dagenbucher für die Schuͤldiensiexspektanten der beiden Kantone St. Ingbert und Blieskastel die erste besondere Fortbildungskon— ferenz pro 1885 statt. * St. Ingbert, 10. Februar. Von dem zestrigen Jahrmarkte dahier läßt sich nicht viel agen. Einige Küferei- und Schuhwaaren nebst etlichen anderen Kleinigkeiten, das war so ziemlich UAlles, was zu haben war. — Laut Regierungsbeschluß an die Distrikts⸗ schulinspektoren der Pfal z wurde denselben eröff⸗ net, daß die öffentlichen Jahresschlußprüfungen an den Volksschulen mit dem 23. April d. Irs. be—⸗ endigt sein müssen, wobei die neue und jedenfalls praktische Bestimmung ist, daß der Anfang hiezu edem Einzelnen der Inspektoren überlassen bleibt, 'ndem die Zahl der ihnen unterstellten Schulen den Ausschlag gebe, ob der Beginn dieser Prüfungen rüher oder später festzusetzen sei, um dieselben dor Schluß des Schuljahres erledigt zu haben. Ebenso »ürfte es in Lehrerkreisen nicht uninteressant sein zu hören, daß man von höherer Stelle ausdrüclich den Wunsch aussprach, nur bei außerordentlichen deistungen in der Schule die Note J zu ertheilen. Bezüglich der Erstkommunikanten wird erwähnt, bei denselben in der letzten Woche ihrer Vorbereitung je nach Bedürfniß für den besonderen sogenannten Pfarrunterricht und im Einvernehmen mit ihrem betreff. Herrn Pfarrer in Bezug auf Schulbesuch ine angemessene Berücksichtigung obwalten zu lassen. — Zweibrücken, 9. Februar. Auf bden hütern der prot. Kirchenschaffnei Zwei— rüsccken wird seit einigen Jahren eine sehr schöne Berstensorte gebaut, Pedigres genannt. Diefelbe ieferte sehr hohe Erträge, hat ein prachtvolles Aussehen und eine vorzügliche Keimfahigkeit. Wegen ieser hervorragenden Eigenschaften ist sie für Brauerei- und Brennereizwecke sehr geeignet und s kann der Anbau derselben in unserer Gegend iur empfohlen werden. Schon auf dem landwirth⸗ chaftlichen Feste in Oberauerbach erregte sie die Aufmerksamkeit aller Festgäste und wir halten es m Juteresse aller Landwirthe unseres Bezitkes, auf die Gerstensorte wiederholt aufmerksam zu machen. Behört doch gerade die Brauergerste zu denjenigen Betreidearten, für die sich ein günstiges Absatzfeld zietet. Auch sind Boden und Klima des Bezirks Zweibrücken dem Gerstenbau günstig. Wie wir vernommen. hat die Kirchenschaffnei ungefähr 20 Centner Pedigreegerste abzugeben und besteht die Absicht, dieselben auf den Frühjahrssaatgutmarkt nach Kaiserslautern am 24. und 25. Februar zu bringen. Es wäre gewik zu wünschen, wenn die⸗ selbe in unserm Bezirke verbliebe. (Zw. Z3tg.) — In Weidenthal verunglückte im Stein⸗ bruche ein etwa 17jähriger Arbeiter. Er soll — zum Mittagessen eilend — ausgerutscht sein und fiel eine mehr als 50 Meter hohe Felswand her⸗ unter. Der Korf steckte tief im Schutt und die Zunge ist durchgebissen. Aus der pfalz. Nach den vor einiger Zeit vollendeten Höhenmessungen haben sich für nachstehende, auch in weiteren Kreisen bekannten Berge der Pfalz folgende Höhen über dem Meere ergeben: Auf dem Donnersberg: Königsstuhl 689,4 Meter, Thurm 680, Dannenfels 406; die Kalmit dei Maikammer hat nur einige Meter weniger als der Königsstuhl, nämlich 684,7, dann folgt der Steigerkopf (das Schänzel) mit 615.8, der Esch kopf bei Johanniskreuz 612 der Teufelsberg bei Bleisweilet 603 Meter. Ferner notiren wir fol— gende Höhenmessungen: Orensberg 583,7, der RKehberg 378.8, der Drachenfels bei Frankenstein 5729, die Wegelnburg 874,1, Weinbiet bei Neu- sladi 555,7, der Peterskopf bei Dürkheim 487, Trifels 496,2, Johanniskreuz 472,8, die Maden⸗ burg 467, der Lemberg bei Ebernburg 322,9. Schloß Dahn 338,6, Moschelh- Landsberg 3246, die Altenbaumburg 315,2, die Ebernburg 189,7. — Der Pfaͤlzische Viehversicherungsverein wird am 22. d. M. zu Dürkheim a. d. H. seine Generalversammlung abhalten. — Vom mittleren Gebirge schreibt der „D. A.“: In das Weingeschäft scheint wieder etwas regeres Leben kommen zu wollen. In den letzten Tagen sind, wie wir hören, ziemlich bedeutende Abschlüsse gemacht worden. So soll z. B. das Kommissions-Geschäft G. Kuhn in Wachenheim 1883er in Forst, Deidesheim und Wachenheim bis zu 2000 M. pro Fuder und 1884er in Wachen⸗ heim zu 1000- 1800 M. pro Fuder gekauft haben. Man sieht, gute Sachen kosten immer noch Geld! — Odb bie dielen Wein-Versteigerungen reuffiren, besonders die Spekulations-Versteigerungen, dürfte fraglich erscheinen, da ja besonders junge Weine noch bei den Bauern billiger zu haben sind. — Aus Rheinzabern wird dem „L. T.“ folgender Beitrag zur Kurpfuscherei berichtet: Daß es in unserer so aufgeklärten Zeit immer noch Leute gibt, welche sich mit Kurpfuscherei abgeben, deweist nachstehender folgenschwerer Vorfall. In unserm Nachbarorte H. litt vor einigen Wochen eine junge Frau, damals noch Braut, an Augen- schmerzen. Sie wendete sich an den Bader des Ortes und dieser erkannte nach seinem Dafürhalten in dem Uebel die „Schußblatter“ und verordnete Aufschläge von rohem Rindfleisch. Nach einigen Tagen ließen denn auch die Schmerzen nach und es wurde Hochzeit gehalten. Bald aber fand die Frau, daß sie an dem betreffenden Auge nichts mehr sah. Jetzt erst wandte sie sich an den Arzt und dieser erkennt, daß eine Iritisentzündung vor—⸗ handen gewesen, die durch entzündliche Ausschwitz- ungen die Pupille verlegt und verschlossen hatte. Es ist dies ein Leiden, das bei rechtzeitiger Behand⸗ lung leicht heibar, in diesem abgelaufenen Zustande aber nicht mehr zu bessern ist. — Wie in der Gemeinde Heiligenstein bei Spbeier die Polizei gehandhabt wird, beweist folgender Fall, der kürzlich vor dem Schöffengerichte zur Verhandlung kam. In der Neujahrsnacht jüngst wurde an verschiedenen Häusern des Ortes bon mehreren Burschen geschossen, trotzdem am Tage vorher durch die Ortsschelle bekannt gemacht wor⸗ den war, daß dies strenge verboten ist; außerdem wurden an einem Hause vier Fensterscheiben, sowie die Mauer durch Schüsse beschädigt, also ein gründ⸗ licher Unfug verübt! Das Merkwürdigste ist aber, daß der Buͤrgermeister, der Adjunkt und drei Ge— meinderäthe, also die Ortspolizeihehörde diesen Un⸗ fug mit ansahen, ohne ihn zu verbieten, ja die Bande förmlich anführten, während der Polizeidiener den Burschen die Erlaubniß gab, zu schießen. In Anbetracht dieser Umstände wurden sieben Angeklagte wegen verbotenen Schießens mit der geringen Strafe von 1Mk. belegt. Die Sachbeschädigung betreffend, XD noch eine weitere Untersuchung zur Folge haben, sowohl wegen Amtsvbergehens, als auch wegen Meineids. (N. B.Ztg.) — Speyer, 8. Februar. Die diesjährigen Prüfungen der Apothekergehilfen finden statt: am 26. und 27. März, am 26. und 27. Juni, am 28. und 29. September, am 28. und 29. Dezbr. Anträge auf Zulassung zu einer derselben sind Zeitens der Lehrherrn bei dem Vorsihßenden der Brüfungs-Kommission, dem k. Kreismedizinalrathe Dr. Karsch zu Speyer, spätestens bis zum 15. des edesmal vorhergehenden Monats einzureichen. Das tgi. Konsistorium zu Speyer hat oeben zwei Etlasse herausgehen lassen, die allge⸗ meines Interesse in Anspruch nehmen dürften. Das erste betrifft die Gesangbuchsfrage und ordnet an, daß auf Anregung des Generalsynodalausschusses ein Verzeichniß derjenigen Lieder angefertigt werden joll, die in den prot. Gemeinden der Pfalz gesungen verden. Das zweite hat den Betreff: Erhebung einer Cultusumlage zum Zwecke der Aufbesserung der Pfarrbesoldungen und befiehlt, abermals auf Anregung des genannten Ausschusses, daß festgestellt verde, wie hoch sich etwa die Gesammtsteuer ämmtlicher Protestanten der Pfalz beläuft. Schon zus dem Betreff ist also zu ersehen, mit welchen Plänen man sich in den maßgebenden Kreisen der ofälzischen prot. Kirche trägt. Vermischtes. Vom oberbayerischen Schwurgerichtshofe vurde der 21jähr. Geigenmacher Hornsteiner von Mittenwald zum Tode verurtheilt. Er hatte den Heigenmacher Wörnle durch 29 Messerstiche ermordet ind seiner Baarschaft von 183 Mt. beraubt. Zu⸗ nächst versuchte Hornsteiner den Unschuldigen zu spielen ind hatte sogar die Frechheit, bei der Confrontation nit der Leiche des Wörnle zu derselben gewendet u rufen: „Du Christoph stehe auf und sei Zeuge ür meine Unschuld!“ Heute gesteht Hornsteiner, »en Mord begangen zu haben, um sich Geld zu lerschaffen und mit seiner Geliebten den Jahrmarkt n Partenkirchen besuchen zu können. Sein Opfer, »as ihm zufällig begegnete, hatte wegen schlechten Bermögensverhältnissen seine Kuh verkaufen müssen ind hatte den Erlös bei sich. Wörnle hatte 4 dinder und es war zur Zeit seine Frau noch in jesegneten Umständen. Beim Verlassen des Gerichts⸗ aales hatte die Polizei Mühe, den Mörder vor er Volkswuth zu schützen. F Vor dem Landgericht München]J tand kürzlich eine Hochstaplerin. Eine S5ljährige Notarswiitwe B. von Germersheim war durch Zrankheit in sehr ärmliche Verhältnisse gerathen ind kam schließlich so weit, daß sie Verbrecherin purde. Unter der Angabe, es sei ihr bei einem grande die ganze Habe zu Grunde gegangen, »orgte sie 300 Mk. prellte fernerhin mehrere Hotel⸗ esiher um Zechen bis zu 120 Mk. und gab hier in, sie habe gepackte Möbelwagen auf der Bahn tehen; die versuchte Pfändung dieser Möbel legte zatürlich den Schwindel klar. Urtheil 1 Jahr 6 Monate Gefängniß. 4 Ueber eine perlorene Wette wird aus Franken geschrieben: In einem Dorfe in der Nähe on Ochsenfurt kam es in Folge eines Scherzes zu inem kostspieligen Prozeß. Ein Handelsmann stamens Heidenheimer bot öffentlich im Wirthshause ein paar fette Ochsen aus und versprach, die Ochsen dem zu geben, der ihm sofort sagen könne, wie viele Pfennige 400 Thaler ausmachen. Ein Bauer gab ofort die richtige Loösung und verlangte die Ochsen, deidenheimer erklärte nun das Ganze für einen Scherz und gab die Ochsen nicht her. Der Bauer purde flagbar und hat in J. Instanz und nun auch in U. beim Oberlandesgericht Bamberg den Prozeß jewonnen. Heidenheimer muß nicht nur den Werth Jer Ochsen, sondern auch noch die nicht geringen Brozeßkosten bezahlen. F Fingerhüte mit Gummifutter sind neuer⸗ zings Frau Marie Demme patentirt worden. Es jewähren diese Fingerhüte, deren innere Fläche mit iner Guttaperchaschicht überzogen ist, absoluten Schutz gegen die immerhin häufig vorkommende Srünspauvergiftung. F In Frankfurt a. M. starb ein alter ge⸗ zrechlicher Mann, dessen Armuth stets großes Mit— eid erregte. In seiner Hinterlassenschaft haben sich etzt jedoch 30,000 M. vorgefunden. (Sorglosigkeitbeim Publikum.) Daß das Publikum nicht oft genug darauf hinge— viesen werden kann, in der Verwaltung seiner xffekten sorgsamer zu sein, mag folgender Vorfall ehren: Vor einigen Tagen kam in das Büreau des „Frankf. Aktionair“ ein Privatmann auz Offenbach, um nachschlagen zu lafsen, ob ein in einem Besitze befindliches Mailänder 10.Fr.Lool zereits gezogen sei. Dabei stellte es sich heraus, zaß auf die betreffende Nummer im Jahre 1874 der dauptgewinn von 100,000 Frk. entfallen war. AÄbgesehen von dem großen Zinsenverlust, ist es noch die Frage, ob nicht die Mailänder Kommune iberhaupt den Einspruch der Veriährung geltend nachen wird. FHalle, 7. Februar. Die Hinrichtung der Unarchisten Reinsdorff und Küchler wurde durch den Scharfrichter Krauts aus Charlottenburg mittels Beiles vollzogen. Nach drei Viertel 8 Uhr nahmen die geladenen Personen, ca. 100 an der Zahl, Pro. fessoren, Militärs, Vertreter der städtischen Behörden u. s. w., Zutritt. Bald danach traf ein 25 Mann tarkes Militärpicket ein. Das Schaffot war in inem der inneren Höfe errichtet, in dessen Nähe ich der Tisch mit dem vorläufig noch verhüllten Richtbeil befand. Aus dem Gefängniß trat zuerst, don zwei Gefängnißwärtern geführt, Reinsdorff her— aus, dessen Auftreten doch nicht mehr so sicher, wie hei den Prozeß-Verhaudlungen war. Fahle Blässe Jjatte sein Gesicht überzogen, den Beistand des Geist ichen hatte er abgelehnt. Unmittelbar vor der Exe— tution rauchte Reinsdorff in seiner Zelle eine Ci⸗ jarre und sang „Stiefel mußt sterben, bist noch so sung“. Reinsdorff trat dicht an den Gerichtstisch ind nunmehr las ihm Herr von Moers nochmal— as Urtheil, sowie die schon erwähnte kaiserliche dabinetsordre vor. Auf die Frage, ob er sich von er kaiserlichen Unterschrift überzeugt, verneigte sich deinsdorff. Hierauf verkündete Herr v. Moers mit auter Stimme, daß er kraft der Ermächtigung des Iberreichsanwalts den Hochverräther Reinsdorff dem Scharfrichter zur Vollstreckung des Todesurtheils zurch das Beil übergebe. In diesem Moment ·brach steinsdorff in die Worte aus: „Nieder mit der garbarei' Es lebe die Anarchie!“ Aber schon jatten ihn der Scharfrichter und seine Gehilfen ge⸗ »ackt und weitere Worte zu sprechen war unmöglich. Fin Augenblick, und der Gerechtigkeit war Genüge geschehen. Nur wenige Minuten waren von dem Justritt des Gerichteten aus dem Gefängniß bis zu einem Tode verflossen. Mit derselben Schnelligkeit jollzog sich dann die Hinrichtung Küchler's, welcher hollstaändig gebrochen war und alles ruhig mit siqh eschehen ließ, ohne auch nur ein Wort zu äußern. Der ganze Akt hatte 15 Minuten in Anspruch qe⸗ iommen. Trier, 8. Februar. Bei einem der hie⸗ igen Infanterie⸗Regimenter ist nach der ‚Tr. Ztg.“ ser Tage ein wirklicher Doctor medicinae ab insicherer Heerespflichtiger eingestellt und in der daserne einquartirt worden. Dem Vernehmen nadh jat der Herr Doktor durch längeren Aufenthalt im luslande den letzten Gestelltermin versäumt und if adurch der Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen⸗ dienst verlustig gegangen. GFolge der Mode.) Auf dem jüugsten galle des Vereins „Eulenspiegel“ in Beclin wur zen nicht weniger als sechs Damen wegen allz enger Taille ohnmächtig und zwei von ihnen be zurften der Hülfe eines zufällig anwesenden Arzles⸗ pCEin Roman aus dem Leben.) Ei unger Berliner Musiker bereiste vor zwei Jahren izꝰMitglied einer Konzertkapelle das sudliche Ruß and, um die Schönheiten der edlen Frau Musil nuch den von dieser Holden ziemlich vernachlässigten Bölkern zugänglich zu machen. Nach vielen Ith ahrten kam die auserlesene Schaar mit Ruhm he⸗ aden in dem Städtlein an. Daselbst wurde ein ängerer Aufenthalt genommen, und unser Held erne bei dieser Gelegenheit eine reiche Kaufmanns amilie kennen. Siniemalen nun aber in Lubl die Mufik eine sehr seltene Naturerscheinung is er Kaufmann aber deren Schönheit wohl zu wün zigen wußte, ließ Letzterer die schöne Gelegenhei nicht ungenutzt vorübergehen und lud den Mujsen⸗ ha oft' zu sich, um üungestört sich seinen Kunf senüssen überlassen zu konnen. Herr X., Aiu Dlentvollet Kunstler, spielte sich sehr schnell in des unbewachte Herz des schwarzäugigen Tochterlein⸗ in. Aber auch er selbst konnte dem Flammenblich der zwei gluthenreichen Augensterne nicht wider tehen, und bald entstand zwischen Beiden ein zarte Herzensbund. Der Vater hatte ja auch gegen eint Zerbindung der jungen Leute nichts einzuwenden. sber nur unter der Bedingung, daß Herr X. au— dem Dienst der Musen scheide und ein Jünge Merkurs werden sollte, damit er später das Geschaf uß in o⸗ß is, zet r. 3 k d 7 — übernehmen koͤnne. War eß nun angeborene Ab⸗ seigung gegen den Kaufmannsstand, war es Liebe ur Kunst, Herr X. ging auf diese Bedingung nicht in, so und mußten die jungen Leute zum Tode Fdetrübt scheiden. Unser Held reiste nach Berlin urück. Doch zu tief war die russische Venus von imors Pfeil verwundet, als daß sie den Auser⸗ vählten ihres Herzens hätte vergessen können; da z ihr nicht gelang, den Willen des Vaters zu zeugen, entfloh sie fast mittellos aus dem elterlichen Zause, und trat die Reise nach Berlin an. Durch Fandarbeit erwarb sie sich einen kümmerlichen Lbensunterhalt und gab die Hoffnung, ihn wieder u finden, nicht auf. Solche Liebe blieb denn auch zicht unbelohnt. Kürzlich fanden sie sich, und es st unmöglich, die Seligkeit zu schildern, die nun in Beider Herzen einzog. Schleunigst wurde ein -Zchreiben nach Luhlin gesendet, welches den er· vünschten Erfolg hatte, denn der Vater gab nicht aur seine Einwilligung, sondern sicherte der Tochter nuch eine reiche Mitgift zu. Dieser Tage wird der nerkwürdige Roman in einer solennen Hochzeit einen Abschluß finden. (Gezept füreinen Gemeinderath.) Nach einer alten Regel soll man den Gemeindeaus⸗ chuß aus folgenden Gewerbetreibenden zusammen⸗ jetzen: 1. aus einem Krämer, weil dieser alles genau abwiegt; 2. aus einem Instrumentenmacher, veil er immer neue Saiten aufziehen kann; 3. aus einem Schuster, weil er weiß, wo der Schuh drückt; 4. aus einem Schlosser, weil der immer Aufschluß zeben muß; 5. aus einem Böticher, weil der alles reiflich überlegt; ß5. aus einem Wundarzt, weil der ür jede Wunde das rechte Pflaster weiß; 7. aus einem Nagelschmied, weil der den Nagel auf den zopf trifft; 8. aus einem Musikanten, weil er Takt haben muß; 9. aus einem Gastwirth, weil der, wenn er will, reinen Wein einschenken kann. F(Wie man es machen muß.) Ein aäußerlich ganz harmloser Herr eilt den Perron entlang und sucht nach einem leeren Platz in dem ttark besetzten Zuge. In einem Koupee ist neben inem dicken Herrn noch ein Platz frei — doch nein, zuf dem letzteren steht eine schwarze Reisetasche. — „Besetzt?? — „Ja nur eben fortgegangen — kommt zeich wieder.“ — Der Harmlose tritt trotzdem ein, jetzt sich und sagt: „Ich werde den Platz wieder äumen, sobald ihr Freund erscheint.“ Das Sigual zur Ahfahrt ertönt. „Ihr Freund thäle gut, sich zu beeilen,“ sagt der Harmlose. — Der Zug setzt ich in Bewegung. — „Ihr Freund hat den Zug derpaßt,“ fährt der Harmlose im Tone des Be— dauerns fort, „aber sein Gepäck soll er wenigstens nicht einbüßen.“ Und damit schleudert er die schwarze Reisetasche zum Fenster hinaus. Der dicke Herr pringt entsetzt auf, er kann eben noch die Tasche — seine Reisetasche natürlich — verschwinden sehen. In Bari (Unter⸗Italien) wurde vor emigen Tagen ein Muttermord unter grausigen Verhält— nissen verübht. Eine 40jährige Wittwe wurde von ihrem 20jährigen Sohne, einem überaus stolzen Menschen, bei einem tête à téête mit einem Lieb—⸗ haber überrascht. Letzterer entfloh, der Sohn aber erschiug die Mutter mit einem Beil. F Ein nihilistischer Teufelsplan.) O'Donnovan Rossa's Zeitung für die vorige Woche enthält, wie die „Dresd. Nachr.“ mittheilen, einen Plan, London in Brand zu stecken, indem man 50 Männer und Frauen in verschiedene Miethhäuser um drei oder dier der Hauptplätze herum einquar⸗ lirt und in denselben gleichzeitig Feuer anlegt. WasKriegsberichtekosten.) O'Kelly, der Kriegsberichterstatter der „Dailh Rews“ in Egypten, hat bei seiner Abfahrt 150,000 Fr. mit⸗ genommen. Darüber hinaus hat er ungefähr ebenso viel nusgegeben, und nach seinem Vertrage muß das Blatt seiner Wittwe abermals 150, 000 Fr. aus⸗ zahlen. Der Tod Herbert's und Cameron's wird dem „Standard'“ und der „Morning Post“. nicht weniget kosten. Nach dem Krimkriege erhielt Russel, der Berichterstatter der „Times“, 100,000 Fr. Ehrensold. Sein Vertrag lautete dahin, daß die Wittwe im Falle seines Todes 50.000 Fr. zu be— tommen habe. F Die deutsche Militäruniform in Afrüka. Um in Afrika Eroberungen zu machen, scheint es der deutschen Waffe eigentlich nicht zu dedürfen. Wenigstens häufen sich die Zeugnisse, zaß schon die bloße Uniform genügt, um die Herzen der schwarzen Häuptlinge, auf die es an⸗ tommt, friedlich zu erobern. Wahreud die Eng⸗ länder gewöbnlich mu bunten pen Glaspel und Branntiweinfässern auf dem Wege der fried⸗ ichen Eroberung operiren, scheinen die deutschen Zulturpioniere — charakteristisch genng — mit lleberreichung von deutschen Militäruniformen glän⸗ jende Erfolge zu erzielen. Nach Briefen des Afrika⸗ eisenden Einwald aus dem vorigen Jahre, welche oeben die „Allgem. Ztg.“ veröffentlicht, muß dieser »ine Ladung deutscher Waffenröcke mit hinüber in den schwarzen Erdtheil genommen haben. Auf der Reise durch Zululand nach Transvaal dedicirte er »em König Dinizulu eine vollständige Garde-du⸗ korps-Uniform, dem Oberhäuptling Usibepu eine Zusarenuniform, Ketschwayo's Bruder Oham eine Dragoneruniform, dem Häuptling Kiwa Makwaso eine Infanterieuniform. — Der König Umuweia erhielt eine schwarz⸗weiß⸗rothe und eine silberne Schärpe. Herr Einwald hat die also Beschenkten uind Geschmückten photographirt. Wie sich die chwarzen Herren ausnahmen, theilt er nicht mit — iber unter Kameraden ist das ja auch janz ejal! F Der „Newyork Herald'“ meldet das Heran⸗ nahen einer tiefen Depression, die sich als Wirbelsturm mit zunehmender Heftigkeit von Neu— SZchottland aus über den Atlantischen Ozean bewegt ind gegen den 9. bis 12. ds. die Küsten Groß⸗ hritanniens und Frankreich erreichen werde. F Eine fatale Entdeckung.) In einem Dorfe Nordbrabauts, der Gemeinde Someren, vurde dieser Tage die Entdeckung gemacht, daß »er dortige Standesbeamte, der zugleich Bürger⸗ neister ist, seit dreißig Jahren keine bürgerliche kheschließung mehr vorgenommen hat. Da eine khe, wenn sie nicht vor dem Slandesamt abge— chlossen ist, rechtlich gar nicht giltig ist, so kann in unabsehbarer Wirrwarr daraus entstehen. F Lucilla Dudlenh ist bekanntlich der Name ener jungen Frau, welche den amerikanischen Ver—⸗ chwörer von Profession, Q'Donnovan Rosa, dieser cTage in Newyork anschoß. Das Vorleben der HYseult oder Lucilla Dudley, war merkwürdig wie das ihres Opfers. Sie war der Sproß einer vilden Ehe, von deren Gliedern eines wenigstens den höchsten Gesellschaftskreisen angehörte. Sie vard in Frankreich erzogen, bereitete sich dann mit Zustimmung ihres Vormundes auf die dramatische daufbahn vor, entschied sich aber schließlich für den dehrerinnenstand. Mittlerweile machte sie die Be— anntschaft mit einem englischen Geistlichen, der chon verehelicht war, aber sie durch eine Schein—⸗ jeirath zu dem Glauben verleitete, sie sei seine rechtmäßige Gattin. Sie gebar ihm zwei Kinder; deide starben, und seitdem raubte ihr der Schmerz über den Verlust das geistige Gleichgewicht. Zwei⸗ nal versuchte sie den Selbstmord durch Chloroform⸗ Linathmung, zuerst in einem Eisenbahnwagen der Hroßen Ostbahn, später auf der Süddahn. Das englische Gesetz ahndet den Selbstmordversuch be⸗ kanntlich mit Gefängnißstrafe. Lucilla Dudley büßte eine dreiwonatliche Haft ab und verdingte sich darauf mit der Empfehlung ihrer hogen Gönner als Krankenwärterin in Queen Charlottes Hospital, wo sie sich in jeder Beziehung auszeichnete, bis sie jum zweiten Mal im Eisenbahnwagen besinnungslos aufgegriffen und dauernd im Grafschafts-Kranken⸗ sause von Suffex eingesperrt ward. Hier entwickelte ie während ihrer Anfälle eine ungezügelte Mordlust, velche der Arzt als angeboren bezeichnete. Einen janz besonderen Groll hegte sie gegen die Iren ob hrer wiederholten Dynamit⸗Anschläge. Trotzdem wvard sie, ohne Zweifel auf Verwendung ihrer vor⸗ nehmen Verwandten, wieder in Freiheit gesetzt und chiffte sich im vorigen Herbst nach Newyork ein. — Sie ist eine hübsche Person, don mittlerer Größe, mit blonden Haaren und hellen Augen, angenehmem BGesichtsausdruck und vortrefflichen Umgangsformen. Sie beschränkte sich bei ihren ersten Verhören auf akonische Antworten. Sie lud Rossa ein, sie zu degleiten, um ihn bei einer günstigen Gelegenheit u tödten, damit die Welt von diesem Ungeheuer defreit sei. Als sie den ersten Schuß gefeuert, „fiel Rossa hin und schrie um Gnade. Ich feuerte über⸗ jaupt nur einen Schuß auf ihn. Aber die Menge ammelte sich um mich; ich feuerte daher die übrigen S„chüsse in die Luft. um nicht Unschuldige treffen.“ Sterbefälle. Gestorben: in Kaiserslautern Frau Jeanette Brünebaum, geb. Moos; in Reustadt Elisa— etha Kalbfuß, 24 J. a.; in Zweibrücken Maria Günther, Wittwe, 62 J. a.; in Riedel— herg Georg Schäfer, Gymnasiast, 18 J. a.; n Schrollhach Daniel Ju na, Oekonom und früherer Burgermeister, 69 3. a.; in Neustadt Johannes Gramling,82J. a. Tchiͤr Abericht der Kted Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert. Der k. Postdampfer „Nordland“, Kapitän Nickels, welcher am 24. Januar von Antwerpen abging, ist am 7. Februar wohlbehalten in New⸗ Hort angekommen. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetz. * Iit sechs Pfennigen äglich kann man eine gründliche Reinigung seines Korpers herbeiführen und hierdurch einem Heer von Krankheiten porbeugen, weiche durch Störungen im Ernährungs⸗ und PVerdauungsleben (Verstopfung, Magen⸗, Leber und Gallen⸗ eiden, Hämorrhoidalbeschwerden, Blutandrang, Apetitlosig⸗ leit ꝛc) hervorgerufen werden. Wir meinen die Anwendung der Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen erhältlich Schachtel Mi. J in den Apolheken. Man dachte genan darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenssug R. Brandt's trägt. Die Sächsische Bieh⸗Versicherungs⸗ Bant in Dresden hat im verflossenen Ge— chäftsjahr wieder einen glänzenden Erfolg erzielt. Mit größter Genugthuung kann dieses dertrauens vürdige, exalkt geleitete Muster⸗Institut — bekannt⸗ lich das größte derartige im deutschen Reiche — auf die erreichten Refultate zurückblicken. Die Zugänge an neuen Versicherungen und Prämien iud gegen das Vorjahr bedeutend gestiegen, eben⸗ owohl die Prämien⸗Reserde, welche durch erheblichen Ankauf weiterer Werthpapiere mehr wie gedeckt ist. Alle berechtigten Schadenfälle wurden wieder in »oller statutarischer Höhe prompt ausgezahlt. Der seserbe-Fond konnte eine ansehnliche Verstärkung erfahren und läßt die finanziell gesunde Lage der Bank nichts zu wünschen übrig. Der soliden streb⸗ amen Verwaltung sowohl, als auch der Erhebung fester Prämien ohne jeglichen Nach- oder Zuschuß hat das Institut den bedeutenden Aufschwung zu derdanken. Daher sind auch die der Bank entgegen jebrachten Sympathien von Behörden, landwirth⸗ chaftlichen Vereinen und Großgrundbesitzern erklät⸗ ich. Der interessante detaillirte Jahresbericht ber⸗ dient durch das beigefügte reiche statistische Material hesondere Beachtung. Versichert waren bis ult, 1884 Mark 83,691,061. —. und bezahlte Schäden Mark 1,439,332. 30. (Ein gutes Hausmittel) Immer mehr kommt nan zu der Ueberzeugung, daß selbst für jene Fa⸗ nilien, welche in der glücklichen Lage sind einen lüchtigen Hausarzt zu haben, ein gutes Hausmittel keineswegs vom Uebel ist. So sicher es ist, daß der Hausarzt in den meisten Fällen bei den ersten Anzeichen von Unwohlsein nicht gerufen wird, ebenso — — stets ofort zur Anwendung gelangt. Ist dasselbe gut und passend, dann duͤrfte wohl regelmäßig durch die sofortige Hilfe einer ernsteren Erkrankung vor— zebeugt werden. Allerdings gut und passend muß das Mittel sein und dieser sehr wichtige Umstand ist es, welcher uns veranlaßt, den freundlichen Leser auf ein wirklich gutes und altbewährtes Haus mittel aufmerksam zu machen. Gerade jetzt, wo Erkäl— tungskrankheiten an der Tagesordnung sind, wird es für jede Familie von Nuhen — in jeder Familie willkommen sein, denn erfahrungsgemäß giot es gegen derartige Leiden und rheumatische Beschmerden kein zuverlässigeres Mittel als den echten Anker— Pain⸗Erpeller. Derselbe genießt einen Weltruf und wird in vielen Tausend Familien seit über sechzehn Jahren als erprobtes Hausmittel vorräthig gehalten. Der Pain ˖ Expeller ist zum Preise von 1 Mk. in den meisten Apotheken vorräthig, dach empfiehlt es sich, der schwindelhaften Nachahmungen wegen nur das echte Vräparat mit der Marke Anker“ anzunß⸗bmen — ö— ⸗ — — — — „Neue Musik-Zeitung“. Eben erschien Rrt. 8 dieses beliebten Familienblattes; diefelbe bringt außer den neuesten Berichten aus dem Theater⸗ und Künstlerleben: G. F. Händel, Por⸗ trait und Biographie. — Eine Künstlerheirath, Erzählung von Georges Eller. — Marie Anlpinen⸗ als Beschützerin der Musik, Skizze von L. Erbach. Dolores und Palestring, (Fortsetzung.) Als Gratisbeilage: Populäre Harmonielehre Katechismus der Musik) von Prof. Louis Koͤhler. Wir machen unsere Leser auf dieses gediegene illustrirte Familienblatt aufmerksam; jede Buch ⸗ und Musikalienhandlung aiht Probenummenn gratis ah Ein Marte Loose zu Gunsten bedürftiger Irauen und Mädchen bei der Geueral⸗Agentur A. & B. Schuler vollstandig vorgriffen! Oeffentliche Bewinn— Ziehung ohne weitern Verschubß nächsten Samstag 14. PFebr. und sind Loose —Xo der kleine Vorrath reicht à 1VFIIC. zu haben bei: J. Weirich Friseur; Frz. Woll Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rh. 200CAOCC.O OOD 75.000 Marbk. Hauptreffer: 25,000 Mk. 5,000 und viele andere hohe Gewinne. D0OO OOO OOO ? 8 Sie rückständigen Gelder vom Jahre 1884, als: Umlagen, Schulgelder, Schulversäumnißstrafen und Gasgelder sind im Laufe dieser Woche zu bezahlen. Nächsten Montag exfolgen un⸗ aachsichtlich größere Kosten. St. Ingbert, 10. Febr. 1885. A Itt. Einnehmer. Mehrere Parcellen Ackerland sinter der neuen Aulage zu verpachten. Näberes bei J. J. Fias jir. —7A Amerika Offene Lehrlingsstelle n dem Manufakturwaaren:; Geschäft von V * — J — Ein braver Junge mit schöner Schrift zum sofortigen Ein— tritt auf ein Büreau gesucht. Von wem sagt die Exped. d. Bl AeIteate roker⸗ Aden Faobkschule für Nittweida. Gasehintu-echuixer) — 7 fnahme: Vorunterrieut p M J isñx.3 Postdampfer der I Star Eĩüne ihren von Antwerpen jeden Samstag direct nach New⸗VYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller Zlassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegqen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EBABeærMann Lauur, St. Ingbert. „Narrenschisf“. Auf allerhöchst närrischen Wunsch oll die nächsten Mittwoch statt⸗ indende Damensitzung verbunden mit OrdSeMSAGcOrPAtion zesonders pompöser auf dem Ni— roau der Jetztzeit stehender noch nie dagewesener Weise abge halten werden. A. A. — Nächsten vonntag, den 15. prtr * *2 ofter Massereh wozu nur Mitglieder und Eingeladene Zutritt haben. —. — — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben-Brust-Honigs*) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Husten ꝛc. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bahern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben- Brust- Honig, von dem Erfinder und alleinigen Fabrikanien W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist her Flasche à T, 132 u. 8 Mark fäuflich in St. Ingbert bei J. Friedrich; in St. Zohaun bei *F. P. VPudenhöffer und N. Aaginot; in KRli⸗kbahßel heij Apotheter PDiedenhbofer Im Verlag von Greßner F Schramm in Leipzig ericheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu beziehen: Die Klassiker der Bhilosophie. Von den frühesten griechischen Denkern bis auf die Gegenwart Fine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennia. & X. —X X * 2 22 W — 2 58 555 —32. 55 2. *538 ——6 3 233 12 F 22 25 258 253 22 2528 255 27 — 2 9 25355 5353 27 55 2. 23 —— 7 * 25 . 5 528 5 27 2 3833 5 * —13525 3518 —2 73 373 28 » —* ve 58 F3 32 80 2 2 —— —— — A— 53 2 —— — —— 2— eD 7 2 —ã 2. —— —A — 28 ẽ 2 * *1] 9 — 2 — 000 Oruck und Verlag von F. 4. Demetz in St. Inabert. — * 438 —— —A 7 8 — 9996 ñ Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der ‚St. Ingberter Anzeiger⸗ erscheint wochentlich fünfmal: Am wtontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur gh Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 —, einschlieklia 10 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expeduion Auskunft ertbeilt, 1I8 H. NReclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — —— M 31. AI Politische Uebersicht. * Der Reich sstag trat am Dienstag in die erste Berathung der Zolltarifnovelle. Abg. Rickert jprach gegen die Vorlage, welche dem armen Mann die Lebensmittel vertheuere, die Zunahme der Ver—⸗ brechen fördere und der Sozialdemokratie eine wirk⸗ same Waffe in die Hand gebe. Die Nothlage der Landwirthschaft werde übertrieben; erhöhte Getreide⸗ und Holzzölle seien nicht nothwendig. Minister Dr. Lucius glaubt, die trüben Prophezeihungen des Abg. Rickert würden sich diesmal ebenso wenig ersüllen, wie im Jahre 1879. Die Landwirthschaft sei durch eine Reihe mittelmäßiger oder schlechter Ernten in eine üble Lage gerathen, der Preis der Erzeugnisse werde durch die ausländische Einfuhr auf das bedenklichste herabgedrückt. Die Produk-. tionskosten seien enorm gesteigert, der Preis der landwirthsch. Erzeugnisse aber in gleichem Maße nicht in die Höhe gegangen. Die Vorlage könne eine mäßige Erhöhung des Preises der Erzeugnisse um so ruhiger ins Auge fassen, als erfahrungs⸗ mäßig das Ausland den größten Theil des Zolles trage. Abg. Frege ist für die Vorlage, besonders für die Textilzölle und die Holzzölle. Abg. Hol tz- mann spricht gegen die Erhöhung der Getreide— und Holzzölle. Fürst Bismarck bezeichnet als den Hauptzweck des Holzzolles die Erhaltung der Forsten und verweist auf die Verbesserung der Lage der zahlreichen Waldarbeiter durch den Holz⸗ zoll. Er betont die Vortheile der Holzindustrie für die Bauern. Bezüglich der Getreidezölle hebt der Reichstkanzler hervor, daß die 1879 geäußerten Be⸗ fürchtungen sich nicht erfüllt hätten. Eine weitere Erhöhung der Getreidezölle sei im Interesse der Landwirthschaft, welche die größte Anzahl der Ar⸗ bdeiter beschäftigt, sowie des Handwerkerstandes dringend geboten. Mit der Theorie von der Her— abdrückung aller Preise werde nichts erreicht. Falls in Deutschland vielleicht einmal Kornnoth eintrete, würde das nicht von dem Zoll herrühren. Deutsch⸗ land könne wesentlich mehr Getreide bauen als jetzt geschehe. Die Bindung der Roggenzölle durch den vanischen Handelsvertrag sei lästig und werde nach Ablauf des Vertrages nicht erneuert werden. Der Reichskanzler schließt mit der Versicherung, daß es ich bei der Tarifvorlage nur um den Schutz der nationalen Interessen handle. Abg. Schalscha spricht für Vorlage und regt die Frage an, ob nicht auch ein maͤßiger Schuhzoll auf die Kohlen zu legen sei. haftete mehrere der Plünderer, darunter den 18- ährigen Führer. Die Fenster eines Optikers auf »em Boulevard poissonière wurden ebenfalls von Ruhestörern eingeschlagen. — Im Verlaufe des Abends wurden zahlreiche Verhaftungen vorge⸗ rommen, etlwa 30 Individuen wurden in Haft dehalten, die Uebrigen wieder freigelassen. Mitter⸗ nachts war die Ruhe überall vollständig ungestört. London, 11. Februar. Wie hiesige Blätter nelden, folgte der Einnahme von Khartum durch den Mahdi ein unbeschreibliches Gemetzel. Die vilden Horden Kordofans und die Baggara-Reiter ielen massenhaft in die Stadt ein, worauf das Signal zum Gemetzel gegeben wurde, das stunden⸗ ang dauerte. Weiber und Kinder wurden nicht derschont; alle Verwandten der treuen Fünfhundert unter Nusri Pascha, die den Engländern bei Gubat deigestanden, traf das gleiche Geschick. Das Gros der Truppen ging zum Mahdi über, dessen Führer refort die Stadt in Vertheidigungszustand setzten. Korti, 11. Februar. Wilson und Stewart Wortley sind eben eingetroffen und berichten, daß Hordon todt ist. Ein von Oberst Boscawen in Hubat abgesendeter Bote meldet, ein verrätherischer Pascha ließ die Garnison Khartum in der Richtung dach Omdurman marschiren, vorgebend, er werde hier den Angriff des Mahdi erwarten. Ein anderer Pascha öffnete die Thore Khartums. Die Auf—- fändischen drangen zahlreich ein. Gordon erhielt, als er das Goubernementshaus verließ, einen Dolch⸗ toß. — „Dailynew's“ bringen über den Fall dhartums folgendes Telegramm: Gakdul ist am 8. Februar aus Khartum entkommen. Eingeborene vestätigen, daß Gordon getödtet wurde, als er aus »em Haufe trat, um die treu gebliebenen Truppen zu sammeln. Letztere wurden sümmtlich niederge⸗ macht. Das Gemetzel dauerte mehrere Stunden; elbst die Frauen und Kinder wurden nicht ver⸗ chont. Die Notablen Khartums wurden außer weier verrätherischer Paschas getödtet. tung von Kunstdenkmälern und Alterthümern zu⸗ kommen lassen. — Dürkheim, 10. Februar. Wir leben jier eben in der Periode der Unglücksfälle! Erst jestern wurde unter zahlreicher Betheiligung der derunglückte Brauerbursche Bäßler der Erde über—⸗ seben und heute schon wieder ein Unglück mit tödt⸗ ichem Ausgang. Der Bader Friedrich Müller vurde von seinen Angehörigen todt aufgefunden. Derselbe soll durch einen unglücklichen Fall sich am hinterkopf so verletzt haben, daß der Tod unmittel⸗ zar darauf eintrat. (N. Bgztg.) — Speyer, 10. Februar. CDie nächste Frühjahrsprüfung für den Einjährig-Freiwilligen⸗ dienst beginnt sicherem Vernehmen nach am 16. a. M., Vormittags 8 Uhr, im Saale der Harmonie — Wittelsbacherhof. Zu derselben wurden 9 junge deute zugelassen, von denen 6 der Handelsschule »on S. Bärmann in Dürkgeim angehören. — In Ludwigshafen wurde der seit *4 Jahren als Briefträger verwendete Postpacker und frühere Gendarm Jakob Liedy, gebürtig aus Iggel⸗ heim, verhaftet und geschlossen nach Frankenthal in Untersuchungshaft abgeführt. Der Verhaftete steht in dem Verdacht, Briefe unterschlagen zu haben. Vermischtes. K. Saarbrücken, 11. Februar. Wie dem hiesigen Kreis⸗Verein Gewaltungsstelle des berbands deutscher Handlungsge— hzülfen) mitgetheilt wird, sind dem Lezteren Mk. 15,000 als Geschenk zur Begründung der Wittwen⸗ und Waisen⸗Kasse zugegangen, so daß )emnächst neben einer vorzüglichen Kranken- und Begräbniß⸗Kasse, mit vollständiger Freizügigkeit im janzen deutschen Reiche, auch diese Kasse ins Leben reten wird. Möge es kein Kommis versäumen, diesem nationalen Wodlthätigkeitsinstitut unver— üglich beizutreten. FMannheim, 9. Februar. Die Verdachts⸗ gründe gegen den muthmaßlichen Mörder der Mar⸗ Jjaretha Ries werden immer belastender. Es stellt ich nämlich, dem „M. A.“ zufolge, heraus, daß )er verhaftete Jean Kief zur Gründung seines Ge— chäftes von der Ermordeten 1400 Mk. lieh, mit dem Versprechen, die Ries zu heirathen. Als je⸗ doch das Geschäft im Gang war, heirathete er ein inderes Mädchen, wovon die Ries erst längere Zeit nach der Verheirathung Keuntniß erhielt. Es liegt also sehr nahe, daß Kief, in der Absicht, sich seiner Beliebten und seiner Schuld zu entledigen, das Mädchen aus dem Wege räumte. In der Nähe von München fand dieser Tage ein Pistolenduell zwischen zwei Studirenden tatt, wobei der eine der Duellanten sehr schwer ver⸗ vundet wurde. — Ein unvermuthetes Glück hatte der unbe⸗ nittelte Taglöhner Michael Löffler in Hech⸗ ingen. Schon einige Zeit lag für denselben zahier eine bedeutende Erbschaft bereit, ohne daß er es wußte. Durch Nachforschungen ist nun fest⸗ zestellt, daß der Genannte einziger Erbe von ca. 30,000 Mk. ist, welche Summe ein Nachkomme des Bruders von seinem Urgroßvater, der vor dielen Jahren von Hechlingen nach Auasburgq zog, hinterließ. F Köln, 9. Februar. Gestern Nachmittag 'and zwischen zwei Ofsizieren des 65. Regiments ein Bistolenduell mit mehrfachem Kugelwechsel statt. Einer )er Duellanten wurde lebensgefährlich verwundet. xXur die Nedaktian nerantwartlich‘“ F1 »—ocr ee und pfalzische Nachrichten. RGür Ersatzreservisten) Wie man der „C. H.“ derichtet, werden im Laufe des Etats⸗ ahres 188586 in Bayern vier Jahrgänge von Er⸗ atzreservisten 1. Klasse zu einer vierzehntägigen bis ehnwöchentlichen Uebung zur Einziehung gelangen ind zwar der Jahrgang 1885 auf zehn Wochen, )»er Jahrgang 1884 auf vier Wochen, die Jahr⸗ zänge 1888 und 1882 auf vierzehn Tage. Die ersten beiden Jahrgänge werden im Spätsommer ind Herbste, die beiden letzten Jahrgänge im Laufe des Frühjahres und Sommers eingezogen werden. R.- Neuhäusel, 11. Februar. Heute vurde der Gemeinde Kirkel⸗Neuhäusel von Seite des kgl. Bezirkdamtmannes Herrn Spöhrer von homburg persönlich die freudige Nachricht zuteil, saß dem schon lange gehegten Wunsche, eine eigene Bürgermeisterei zu errichten, die ministerielle Ge⸗ nehmigung erhalten hat. Ob nun der künftige Zürgermeister von Kirkel⸗Neuhäusel seinen Sitßz in ersterem oder letzterem Orte haben wird, wird jeden⸗ alls von der bevorstehenden Wahl abhängig sein. — In Mühlheim fiel das dreijährige Söhnchen des Hrn. J. A. Wittner in einen Behälter in der Brennerei, der mit kochendem Ge⸗ ränk gefüllt war. Das Kind verschied nach 1V2- ttündigen schrecklichen Leiden. — Herr Regierungspräsident Staatsrath von Braun, Excellenz hat dem Trifelsverein in Anen⸗ veiler neuerdings für Restaurirung dieser Bur⸗ zruine 2333 Mkraus dem Kreisfonds für Erhal⸗ Deutsches Reich. Berlin, 10. Februar. Seitens der Reichs cegirung werden der Budgetkommission des Reichs- jags behufs weiterer Berathung über die Nachfor⸗ derungen sür Kamerun zahlreiche Schriftstücke, Ver⸗ räge mit den Häuptlingen und sonstige Nachweise über dortigen Ländererwerb zugehen. Auch eine neue Folge des Weißbuches ist in Vorhereitung. Trier, 10. Februar. Die „Triersche Zei⸗ lung“ veröffentlicht einen Aufruf eines CTomilés, an dessen Spitze Oberbürgermeister de Nys steht, zu Sammlungen für eine Ehrengabe als National— dank für den Reichskanzler Fürsien Bismarck Ausland. Paris, 10. Februar. Gestern Abend zer— lrümmerte ein Haufen von ca. 100 jungen Leuten das Schaufenster eines Waffenhändlers in der Rue Lafayette, drang in den Laden ein und raubie mebrere Gewebhre und Repolber. Die Polizei her⸗ Licitation. Dienstag, den 83. März 1885, Morgens *39 Uhr, zu Selbach — Bemeinde Niederwürzbach — in der Wohnung der Katharina Grell, Wittwe von Adam Lang, werden durch den unterzeichneten gerichtlich hiezu beauf⸗ ragten kgl. Notar der Abtheilung vegen zu Eigenthum versteigert: Steuergemeinde Ommersheim: .Plan Nr. 3498, 31 Dez. * 10 1 60 qm Acker im Spitzfeld neben Johann Hartz; Plan Nr. 3518, 32 Dez. * 10 a 90 qm Acker obig den Dachs⸗ löchern neben Peter Walle und Peter Linz; Plan Nr. 3509, 66 Dez. — 22 2 50 qm Acker allda neben Ma⸗ thias Becker. Eigenthümer sind: J. Katharina Brell, ohne Gewerbe, in Selbach vohnend, Wittwe des allda verlebten Tagners Adam Lang; II. Die dinder und Erben des verstorbenen Adam Lang aus der Ehe mit seiner Wittwe, bezw. deren Repräsentanten, als: 1. Das einzige Kind der verleb⸗ len Tochter Katharina Lang, rus deren Ehe mit Wilhelm Theo— dor, Bergmann, in Elversberg in Rheinpreußen wohnend, Namens Ka⸗ tharina Theodor, ledig, minder⸗ jährig, gewerblos, vertreten durch ihren Bater, als gesetzlichen Vormund, und Johann Lang, Schmelzarbeiter, in NRiederwürzbach wohnend, als Neben⸗ vormund; 2. MargarethaLang, zewerblose Ehefrau des genannten Wilhelm Theodor, in Elversberg wohnend, und 3. Barbara Lang, gewerblose Ehefrau von Georg Walle, Steinhauer, beide in Bisch⸗ misheim in Rheinpreußen wohnend. St. Ingbert, den 10. Februar 1885. Kemmer, k. Notar. DDOLDVOPBCbPIIC. Mittwoch, den 18. Februar nächsthin, des Nachmittags um ein Uhr werden im Saale des Gastwirtes d. Fries zu Enaheim die nach⸗ genannten Holzsortimente aus dem Ge— meindewald von da öffentlich versteigert: 81 fichten Stämme, 20 lärchen 4 eichen 12, Wangnerstangen, 65 Nadelholz⸗Baumftützen, 215 Ster div. Brennholz, 520 Reserwellen. Ensheim, den 11. Februar 1885. XVV Empfehlung. Ich beehre mich meine Niederlassung als Me DA m n in hiesiger Stadt ergebenst anzuzeigen. Gestützt auf reiche Erfahrungen und die mit der J. Note in Würzburg be⸗ standenen Prüfung erlaubt sie sich den geehrten Frauen von hier und Um— gegend bestens empfohlen zu halten. Hochachtungsvoll! Maria Jung, wohnhaft im Gasthaus zum „goldenen Stern“, Ludwiagsstraße. Eine lederne Degenscheide wird sofor zu kaufen gesucht. Näheres in der Erped. ds Rsaftes Todes-Anzeige. Heute Mittag um 2 Uhr verschied sanft in Gott ergeben, ver— sehen mit den heil. Sakramenten, unser lieber Gatte, Vater, Schwieger⸗ jater, Großvater, Schwiegersohn und Onkel Andréeas Friedrich im 80. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 323 Uhr statt. Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: J. Friedrich. St. Inabert, den 12. Februar 1885. Todes-⸗Anzeige. Freunden und Bekannten die betrübende Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat unser innigst geliebtes Töchterchen Hedwig Dietrich. in dem zarten Alter von 5 Monaten nach kurzem Leiden heute morgen um 11 Uhr zu sich abzurufen. St. Ingbert, den 11. Februar 1885. Die tieftrauernden Eltern: Ludwig Dietrich, Metzger. Charlotte Dietrich, geb. Müller. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag um 3 Uhr statt. Gemüthlichkeit. Fastnacht Montag, beim nö rrĩichen Ho ri c nui⸗ Anfang 8 Uhr Abends. Lur Mitglieder haben Zutritt. der Vorstamdl — Bay.. — Verein „Du Xommst ja nicht.“ Fastuacht Mountag, 16. Februar Stiftungsball mit nrris Chenmn MasKen ei Frau Jul. Grewenig Wo Anfang Abends 192 Uhr 15 Minuten und 600 Sekunden. sichtmitgliedern ist der Zutritt nicht gestattet. Der närrische Rat. Offene Lehrlingsstelle in dem Manufakturwaaren-⸗ Geschäft von V F —RV — — Zur Anfertigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden —Eæ— AI —ãr FSadiche dunm d —RBEL ocnocbraode E.O. MOSVRMCB i,—— —— 90 Druckarbeiten empßenlt sich die Buch- und Steindrucsce rei F. X. Domeotæ Vorlag desgt.Ingbortor Anzeigor) 3t. Ingbert. Zu haben bei Herren Jean Peters, J.Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blies⸗ aste — Isn — J 2 —— Ein braver Junge nit schöner Schrift zum sofortigen Ein— ritt auf ein Büreau gesucht. von F ˖ Graef in Aichach. Von wem sagt die Erped. d. Bl.“ Padet zu 20 Vif. sietg frisch bei Druck und Versag von F. X. Demeß in EsInabet * ⸗ — * 5 X —ꝛ marn XX 2 — s —0 292 5282272 33 5 —s — 2828 F. 5358 5555 535 * 237 32538* ——— —25 E — . — . —— 22 —— 2* 5753283 s—223533 —755 A a 556* — —22 . 02 5 B 2 3. 5 —* 5573 —2228 s8383 *— 227 —53 3 c2 —2 — — — 2 — 3 7 38 α— — —2 — 2 2 2 2 t — * rF —38 2 2 J * * V * 2 u J 2 * * 28 Amvre * * ⸗“ 2— 222 22 * — 2 —22 22. 22 284 —5555 53583855 53835— 3835 535 M555 535 553 333 53335 —— — 5 552 238 32558 53353 Z2555 5358 —8 555 2835 52 3335 — 2 — —2 * 9 — *2 8 33 2 —2 — 8* — 25 — —2 2* — 28 — — — * * — * —— 2 S52 2 — 8 —8 2 —2 * 32 255ä — 2 8 — —;E — S * — * — — 2* 522 2 2 * 328— — — 55383753 532 5255 535385 7253 — —z3555 65 3—25———5327 8 25 5* —* * 55 55 8222 535352 *258 52* 2 7ẽ 535325 3—— ——555 552332 68 5 —53.5 55325 2 558235535 2 — 5 — — —2 — 2603— s5255 * 2 5 255 5813532 22 * 55E— —*87 328 * 25*7 — 2553 SDE. 5222* 2* — — 7 *22 55553 3283555 53338 3 2 —588552 328 —8325 — —5 *21* — 2 2* —2 * 8 35 * — 52222 — 22 * 2 535 5 ———2388 60 — 8 * — 3. 2S4 ————— 353 5235 533 3— 33 *23 53332855 55383 25—35 — — 232 — 52 — * œ62272 — — 5 —55 53— 5 3 — * 7 ẽ— 3 9 — s 25 S 6* — — — 55— 58 233*3 —55*8238 — 7 255 52 —z35532822 — — r 2 F . 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Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstatz, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur gs Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 4, einschließli 40 A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, Ib R,. Meclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Politische Uebersicht. Der Reichstag setzte am Mittwoch die Be— rathung der Zolltarifnovelle fort. Abg. Bebel erklärte sich gegen die Vorlage und versuchte nach⸗ zuweisen, daß eine Besserung der jetzigen Agrar— berhältnisse nur durch den Sozialismus herbeige⸗ führt werden könne. Abg. Leemann ist für die Erhöhung der Getreidezölle, Abg. Dirichlet gegen dieselbe. Abg. v. Kardoff spricht dafür und beantragt die Getreidezölle im Plenum weiter zu berathen, die Holzzölle aber an einen besonderen Ausschuß und die übrigen Zölle an einen 21glied— rigen Ausschuß zu verweisen. Nachdem noch Abg. Brömel gegen, Abg. Grad für die Vorlage gesprochen, wird die Sitzung auf morgen 1 Uhr bertagt. Fürst v. Bismarck war während des zrößten Theiles der Sitzung anwesend. Auf eine Anfrage des Abg. Lenz erklärte Abg. Brömel, er hoffe den Bericht des Dampferausschusses gegen Ende der Woche fertig zu stellen, man könne ihm nicht verdenken, wenn er jetzt der Tarifnovelle seine Zeit widme. Die auf der Versammlung bayerischer Land— wirthe in Regensburg gefaßten Resolutionen, die Erhöhung der Getreide zölle betreffend, wurden mit 47,008 Unterschriften bedeckt, an den Reichs⸗ tag abgesandt. Die Landwirthe aus dem gesamm⸗ ten Königreiche betheiligten sich an der Petition, besonders die Kreise Oberbayern, Pfalz, Unter⸗ franken und Schwaben. Ueber das Vorgehen der deutschen Kriegsfchiffe in Polynesien liegen jetzt auch deutsche Berichte vor, welche der „Hamb. Korr.“ veröffentlicht. Wir entnehmen denselben Folgendes: Am 21. Oktober traf das Kanonenboot „Hyäne“ und am 21. No—⸗ dember die Kreuzerfregatte „Elisabeth“, beide direkt von Sydney in Matupi (Neu-⸗Britannien) ein. Am 83. November wurde in Matupi und bald dar— auf in Mioko (Duke of York) und an circa 10 anderen Plätzen der Küste Neu-Britanniens die deutsche Flagge gehißt. Am 10. November gingen beide Schiffe nach Nusa (Neu⸗Irland), woselbst und ebenfalls in Kapsu, die Flagge gehißt wurde. Dann dampften die genannten Kriegsschiffe nach Neu⸗ Guinea, trafen dort in der Nähe von Port Constantin den Dampfer „Samoa“ in Friedrich Wilhelms«Hafen und zogen dort und später in huon Golf die deutsche Flagge auf. „Elisabeth“ traf am 25. November wieder in Matupi ein. Am 1. Dezember langte auch die Kreuzercorvelte „Marie“ von Apia kommend an und arrivirten am selben Tage noch „Hyäne“ und das englische Ka⸗ nonenbvot „Swinger“, so daß zur Zeit drei deut⸗ sche und ein englisches Kriegsschiff in Matupi vor Anker lagen. „Elisabeth“ irat dann am 4. Dez. ihre Weiterfahrt nach HYokohama an, woselbst sie am 2. Januar eingetrofsen ist. Betreffs Errichtung einer Garnison in dem deutschen Schutzgebiete von Kamerunn schreibt das „Wilhelmshavener Tageblatt“: „Es verlautet, daß einige in Reserve befindliche ältere Schiffe (wahr⸗ scheinlich „Vineta“ in Wilhelmehaden und „Niobe“ in Kiel) vach Westafrika übergeführt werden sollen, um im Kamerunstrom als sagenannt. Hulks bezieh⸗ ungsweise Kasernenschiffe zu dienen, für welchen Zwet diese mit noch guten Maschinen dersehenen Schiffe sich trefflich zianen dürften Es win vper Samstag, 14. Februar 18885. 20. Jahrg. muthet, daß dann für diese beständig dort bleiben⸗ den Fahrzeuge eine Besatzung aus Negern gewonnen und möglichst sorgsam für die Bedienung, eventuell Vertheidigung ausgebildet wird, um dem einstigen Bouverneur in Kamerun eine bewaffnete Macht zur Aufrechthaltung von Ruhe und Ordnung zur Verfügung zu stellen.“ — Gegen eine derartige Einrichtung wird sich kaum etwas einwenden lassen, da die blutigen Ereignisse in Kamerun zur Genüge dargethan haben, daß der dort zu installirende Bouverneur eines militärischen Schutzes dauernd henöthigt sein wird. Paris, 11. Februar. Die Abendblätter melden, daß die Polizei Vormittags bei mehreren ausländischen Anarchisten Haussuchungen vorgenom⸗ men habe. Ein Anarchist aus Oesierreich wurde dabei verhaftet. Madrid, 11. Februar. Bei der hiesigen Arbeitslosigkeit sah sich die Gemeindeverwaltung deranlaßt. größere städtische Arbeiten vornehmen zü assen. Gegen 2300 feiernde Arbeiter fanden hier⸗ hei Beschäftigung. Neapel, 11. Februar. Die Einschiffung der Truppen der zweiten Expedition von 1000 Mann nuf dem „Principe Amadeo“, „Vincenzio“ und „Florio“ hat heute begonnen. Die Schiffe gehen morgen ab. Konstantinopel, 11. Februar. Die ita⸗ ijenischen Aufklärungen über die Besetzungen der häfen am Roihen Meere haben hier eine freund⸗ iche Aufnahme gefunden. Man erwartet eine fried⸗ liche Auseinandersetzung zwischen der Pforte und Italien. SEondon, 11. Februar. Meldung von Reu⸗ ser's Bureau aus Kairo: Nubar Pascha benach⸗ cichtigte den deutschen und den russischen diploma— ischen Vertreter, daß England der Vertretung Deutschlands und Rußlands bei der Staatsschulden- zafse zustimme und Italien seinen früheren Vor— dehalt zurückziehe. Demgemäß sei die egyptische Regierung bereit, die Ernennung zu vollziehen, so⸗ hald Rußland und Deutschland ihre Vertreter de— ignirt haben werden. Loudon, 12. Februar. Wolseley übermittelt eine Depesche des Generals Brackenbury, welche von der Dulkainsel unterm 10. Februar meldet: General Farle erstürmte nach fünfstündigem Kampfe die tark befestigten Stellungen des Feindes auf der Anhöhe; die Kavallerie nahm inzwischen des Feindes dager. Earle ist bei Erstürmung der Höhe ebenso Qberstlieutenant Eyre an der Spitze des Staffot⸗ hire · Regiments gefallen. Brackenbury hat das ommando übernommen. Das Treffen durfte die Wirkung haben, die Straße nach Berber ohne wei⸗ teren Kampf aufzuschließen. Der Verlust des Feindes st beträchtlich, die meisten Führer sind gefallen. Der englische Verlust beträgt 12 Todte, 25 Ver— wundete. Das russische Blatt „Nowoje Wremja“ bespricht den deutschen Einfluß in Konstantinopel und sagt u. A.: „Die Deutschen steigen oder, besser gesagt, vir selbst sinken. Wohin man auch blickt, sieht nan deutsche Waaren, deutsche Geschäfte, deutsche Schulen oder andere derartige Institute.“ Wie aus Newsyork berichtet wird, veröffent⸗ icht „United Irishman“ eine äußerst heftige Pro— lamation, unterzeichnet Shawn und O'Neil in Dublin, welche 10,000 Dollars Demjenigen zusichert, der den Prinzen von Wales todt oder lebendig ihr überliefert. Deutsches Reich. Berlin, 11. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ hört, gegenüber der Behauptung Rogozinsky's n einer polnischen Zeitung, daß das Eindringen der Deutschen in Kamerun die Eingeborenen hoch⸗ zradig erregt habe und letztere gesonnen seien, sich uuf's Aeußerste zu wehren, aus unparteiischer Zuelle, daß diese Behauptung unrichtig sei. Die Erbitterung der Neger sei nicht gegen die Deutschen jerichtet; vielmehr meinten einige Negerstämme, nsbesondere die Foßneger, daß sie bei der Verthei— ung des Kaufschillings für die von den Deutschen rworbenen Ländereien von den schwarzen Brüdern zetrogen worden seien, und ergriffen die Waffen, nicht um die Deutschen zu bekämpfen, sondern um den Negerstämmen, wovon sie vermeintlich üher—⸗ portheilt seien, das unrechtmäßige Gut wieder abzujagen. Berlin, 12. Februar. Die Postsparkassen⸗ dommission beendigte in ihrer heutigen Sitzung die Berathung der Vorlage. Nach langer Debatte vurden zunächst die Paragraphen 830 bis 32, velche von der Verwaltung und Vertheilung der Fonds handeln, nebst den dazu gestellten Anträgen Braschma's, Handjery's, Kalle's, Francke's, Rhein⸗ baben's mit theilweilweise erheblicher Majorität ab— gelehnt, und ebenso die Paragraphen 33 bis 48 derworfen. Berlin, 12. Febr. Die Kommission für die Postsparkassen-Vorlage hat alle Paragraphen von z 30 an abgelehnt. Es wird eine zweite Lesung n der Kommission stattfinden, doch dürfte die Vor— age als gescheitert anzusehen sein. — Der Bundes⸗ cath wird sich heute nicht mit dem Antrag v. Wedell Malchow, sondern nur mit der auf ihn bezüglichen Eingabe der Handelskammer zu Nordhausen befassen. Eokale und vfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 13. Februar. In der gestrigen Stadtrathssitzung wurden als Distrikts— räthe gewählt die Herren: Heinrich, Bürger⸗ meister Paul M., Laur H. Kahn Wolfq. und Grewenig Louis. *St. Ingbert, 13. Februar. (Ein Carne⸗ »alsscherz.. Dem Vernehmen nach wurde dor inigen Tagen an der von hier nach Schnappbach ührenden Straße in recht augenfälliger Lage ein Papier gefunden, das die Drohung enthielt, das hiesige Stadthaus werde nächstens in die Luft sliegen. Die Drohung ist sicher nur als Scherz nufzufassen. Von welchem Spaßvogel aber der Scherz herrührt, ist leider nicht bekannt. — Gom Schulbesuche befreit.) Wie chon in der Dienstags-Nr. ds. Bl kurz erwähnt, ind zufolge einer Verfügung der k. Kreisregierung ille werktagsschulpflichtigen Kinder katholischer Com ession, welche am weisen Sonntag, d. i. an dem Sonntag nach Ostern, zur ersten“ hl. Communion ugelassen werden, fortan auf Ersuchen des betr. Pfarramts von dem Schulbesuche während der Isterwoche zu befreien. Zuständid zur Bewilligunq Ausland. Luremburg, 11. Februar. Staatsminister Blockhausen erklärte in der Kammer, die Minister⸗ risis sei beendigt und die Frage der Thronfolge durch die Erklarung des Königs entschieden, daß r die Rechte des Herzogs von Nassau anzuerkennen Jewillt sei. Die Kammer gob kein Botum ahb dieser ausnahmsweisen Befreiung sind die Lokal⸗ inspektionen, deren Aufsicht die betreffenden Schulen interstellt sind. — Die hienach befreitenErstkom⸗ nunikanten bleiben aber verpflichtet, der wahrend der Osterwoche ihre Schule berührenden Jahres⸗ chlußprüfung beizuwohnen. — (Obstbaumzucht.) Zufolge eines Er⸗ sasses des 1. Vorstandes des Kreiskomites des andw. Vereins der Pfalz, des kgl. Regierungs⸗ dräsidenien Herrn v. Braun Erzellenz, vom 8. Februar c. hat derselbe aus den ihm zur Verfüg ing stehenden Mitteln pro 1884 für Hebung der Obstbaumzucht den Betrag von 750 M. an Prä- nien vertheill. Davon erhielt zur Anschaffung von Dbsttrockenapparaten 200 Mark das Bezirkskomite sirchheimbolanden, 200 Mark der Obstbauverein für den Kanton Frankenthal in Lambsheim. Von Baumwärtern erhielten: Bezirksbaumwart Betsch in Zweibrücken 80 Mk., ebenso die Diftriktsstraßen⸗ värter Peter Göltz in Niederotterbach und Burk⸗ zard in Wallhalben. 20 Mk. erhielten die Distrikts traßenwärter: Joh. Stark in Münchweiler bei daiserslautern, Ph. Pfirrmann in Wörth, Lorenz Roth in Offenbach hei Landau, Franz Schädler in Maikammer und die Straßenwärter Val. Schehl Busenberg und Kindelberger in Rumbach und der Baumwart J. Conrad in Hornbach. 10 Mark erhielten die Distriktsstraßenwärter: G. Burret in Klingenmünster, Michacl Röhrig in Barbelroth, Valentin Jörg in Enkenbach, Karl Ebniger in Böchingen, Straßenwärter Josef Noll in Boben⸗ heim a Rh. und Gärtner J. Schneider in Rhein⸗ abern. — In seiner letzten Sitzung lehnte es der Stadtrath von Zweibrücken im Hinblick auf die Finanzlage der Stadt ab, zu den Kosten einer m Herbste zu errichteten Bataillons. Musik aus tädtischen Mitteln eine Beisteuer zu leisten. — Aus Zweibrücken wird folgende Ge— schichte etzäͤhlt: Die gegenwärtig grassirende Dy— amit⸗ und Anarchistenfurcht hat dieser Tage einem diederen tüchtigen Schlossermeister einen bösen Streich gespielt. Vor mehreren Tagen bemerkte unser Schlossermeister, daß seine zwei Lehrjungen vährend seiner Abwesenheit eine Arbeit in Angriff zenoinmen, von der er nicht wußte, daß sie bestellt sei. Auf seine Frage, für wenn sie gehöre, erhielt er zur Antwort, ein Herr, der so und so ausge⸗ sehen, habe diese Artikel bestellt und eine Zeichnung hiezu mitgebracht, aus welcher alles genau ersicht⸗ ich und die Größe der einzelnen Details nach Milli— meter angegeben war. Die Artikel gehörten nach Ungabe dieses Herrn zu einem kleinen Apparate, den er für die Stadt zu liefern habe u. s. w. Da der Meister auswärts stark beschäftigt war, so übertrug er die Anfertigung seinem ältesten Lehr⸗ inge, einem pfiffigen, im Geschäfte ganz tüchtigen Burschen und befahl ihm, Alles genau und exakt zu machen, was dieser nicht nur versprach, sondern auch that. Zu verschiedenen Zeiten arbeitete der Meister selbst an diesen Gegenständen, unter welchen einige so fein bearbeitet werden mußten, daß er sie, mit Seidenpapier umhüllte, um sie vor allem, was hrer Schönheit Schaden bringen könnte, zu be— wahren. Schließlich abet wurde ihm die Sache auffallend, denn das Bestellte wurde regelmäßig abgeholt und ebenso wieder neue Artikel bestellt. Der Meister bekam aber den Besteller nie zu sehen, denn nach Aussage der Lehrlinge kam diefer immer wenn der Meister abwesend war und nahm das Fertige mit, ohne jemals nach dem Preise zu fragen. Was die Arbeiten selbst anbelangt so konnte er sich nicht denken, wozu sie verwendet würden. Es befanden sich Platten darunter, in welche mehrere feine Röhrchen eingelöthet waren. Kästchen mit sehr genau schließenden Schiebern, oder auf beiden Seiten mit einer kurzen Röhre versehen, auf welche vermittelst eines feinen Gewindes ein Deckel aufge— schraubt werden konnte u. s. f. Der Meister hatte weder Rast nach Ruhe mehr. Er wollte wissen, für wen er arbeite und zu welchem Zwecke diese Gegenstände dienen und begab sich deßhalb zum herrn Bürgermeister. Dieser wußte von der ganzen Geschichte nichts und behauptete, von seiten des Magistrats sei kein Apparat bestellt, zu welchem solche Theile gehören könnten. Nun schien kein Zweifel mehr möglich zu jein, es war klar, daß hier finstere Anarchistenpläne im Sviele waren und s galt, Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Der Meister segte sich selbst auf die Lauer, die Polizei wirkte ind stellte Posten aus, um den geheimniß- vollen Besteller zu fangen, sobald er sich wieder zlicken lasse. Der Unbekannte aber erschien nicht mehr und dadurch wurde die Sache noch räthsel⸗ Jafter. Gestern endlich kam man der Sache auf den Grund. Der Bürgermeister nahm die Lehr⸗ inge ins Examen und drachte es nach einigen dreuz⸗ und Querfragen so weit, daß sie den Schleier zieser dunklen Geschichte lüfteten. Sie gestanden ein, daß diese Bestellungen Lüge seien, und daß sie elbst auf den Gedanken gekommen seien, eine Art „Dampfmaschine“ zu fabriziren. Zu was sie die— elbe benützen wollten, das wußten sie selbst nicht. Daß bei ihrer Ankunft in der Werkstätte jedem ine wohlberdiente tüchtige Tracht Prügel zu theil vurde, daß der getäuschte Meifter gegenwärtig nicht in der rosigsten Laune ist und für Spott nicht zu sorgen braucht, läßt sich leicht denken. — Wie der „L. A.“ mittheilt, ging ein Eisen⸗ und Spielwaarenhändler in Zweibrücken Aus— zangs voriger Woche angeblich auf Reisen und ist zis heute nicht wieder zurückgekehrt. Argwöhnische Bläaubiger gingen der Sache näher auf den Grund ind konstatirten eine Ueberschuldung des Betreffenden »on ungefähr 35—40,000 Mark. Gerichtliche Schließung des Geschaftes und Concurs sind Jaher unausbleiblich. — Wie der „Land. Anz.“ mittheilt, wurde ür die Pfalz als Kreiskassier des Rotariats⸗ rehilfen-Vereins Herr Notariatsklerk Josef Sprenger in Kandel gewählt und sind an diesen die unter Ziff. I1I 8 3 der Statuten gefor⸗ derten Belege alsbald einzusenden. — Frankenthal, 10. Febr. Das Bürger⸗ meisteramt ladet die stimmfähigen Bürger der Stadt Frankenthal ein, Samstag, den 14. Februar, Nach nittags 3 Uhr, im Stadthaussaale, sich einzufinden, im über den Antrag des Stadtrathes behufs Auf⸗ ahme eines Anlehens von 80.000 Mt. zu be—⸗ rathen und Beschluß zu fassen. — Ludwigshafen, 10. Februar. Hierher zelangter Mittheilung zufolge soll die Frage der Tassierung der Reichsstagswahl Speyer⸗Frankenthal zemnächst entschieden werden und wird jetzt schon nit Bestimmtheit versichert, daß die Kassierung un⸗ rusbleiblich sein wird. In eingeweihten Kreisen oll man sogar schon den Termin der neuen Wahl ns Auge gefaßt und hiefür die Zeit kurz nach Ostern in Aussicht genommen haben. — Ludwigshafen, 11. Februar. Gestern Mittag 12 Uhr entgleiste bei Einfahrt des Fakul⸗ atizuges Nr. 511 im Rangirbahnhofe dahier an der Weiche Nr. 11112 aus bis jetzt unaufgeklärter Ursache der Packwagen und der darauf folgende Hüterwagen. Die erwähnte Weiche war in Ord⸗ nung und richtig bedient. Dabei gerieth leider der Tenderwächter Gustav Metz g er von hier (gebürtig aus Oggersheim) unter den umfallenden Packwagen ind wuͤrde hierbei so schwer verletzt, daß er noch zestern Abend im Spital dahier, wohin er sofort erbracht wurde, verschied. — — Vermischtes. F (Schulkrankheiten.) Einem Vortrag, )en Herr Siegert in Berlin im „Verein für volks⸗ erständlische Gesundheitspflege“ hielt, entnehmen vir Folgendes: Einen wesentlichen Theil der Schuld in den sogenannten Schulkrankheiten — dazu ge— yören Kurzsichtigkeit, Verbiegung des Rückgrats, Störungen des allgemeinen Wohlbefindens, auch ewisse ansteckende Kraukheiten, namentlich die Masern — muß man der Familie beimessen. Verhältniß⸗ —V0 rziehung bei der Kurzsichtigkeit nachweisen. Wenn bei⸗ pielsweise auf dem Gymnasium am Zwinger zu Dresden die Zahl der Kurzsichtigen in Prima nur 29 Prozent, auf der Elisabethschule dagegen, deren Interrichtsräume sich durch ihre Dunkelheit auszeichnen, 35 Prozent beträgt, so geht daraus hervor, daß sier der Einfluß der Schule fast allein maßgebend st. Doch sollte man auch in der Familie immer arauf achten, die Kinder von Beschäftigungen fern u halten, die den Augen schädlich sind. Dazu ge— jört das leider in den Kindergärten vielfach einge- ührte Stechen von Mustern in Papier und das Finzeichnen in Quadrate. Auch am vielen Lesen oll man jüngere Kinder hindern und ihnen die MNärchen lieber erzählen. Sehr viel kann in der Familie zur Verhütung der sogenannten Skoliose Verbügung des Rückgrats) durch stete Achtung auf ichtige Haltung des Kindes geschehen. Der Tisch, in dem das Kind schreibt, soll niemals rund sein, za es auf einen runden Tisch die Arme nicht auf— egen kann, ohne die Brust zu drücken. Der Tisch 'osll so hoch sein, daß das sitzende Kind den Ober⸗ arm nur ganz wenig zu erheben braucht, um die Ellenbogen aufzulegen. Ist der Siß zu hoch, se müssen nothwendig die Füße durch eine Fußbant zgestützt werden. Die aufrechte Haltung des Ober⸗ sörpers sollte man bei schwächlichen Kindern immer durch sogenannte Geradehalter unterstüßen, und außerdem darauf achten, daß das Kind nicht lange in einer solchen austrengenden Stellung verweilt. Die Forderkante des Stuhles muß um ein Geringes unter den Tisch reichen. Die Familie kann und muß darauf achten, daß das Kind immer frische Luft athmet, beim Wachen sowohl wie beim Schlafen. Db dies im Freien geschieht oder am offenen Fenster, ist im Grunde einerlei. Der Mangel an frischer Luft ist in der Regel der Grund des Siechthums und des Kränkelns der Kinder. Gewöhnt man die Kinder von frühester Jugend an frische Luft, so werden sie auch gegen Witterungseinflusse nicht so empfindlich sein. Tief athmen ist besonders für die städtischen stinder, die nur wenig Bewegung haben, ein wesent⸗ liches Erforderniß der Gesundheit. Von großen Einfluß ist auch die Diät. Man vermeide Speisen, welche die Nerdven reizen. Viele Schulkinder leiden darunter, daß sie von dem reichlichen Frühstück, welches ihnen die Eltern mitgeben, in jeder Zwi⸗ schenpause etwas verzehren und den Magen in ortwährender Thätigkeit halten. Wird ein Kind krank, so ist es unrichtig, es so lange wie möglich noch zur Schule zu schicken; ein krankes Kind hat teinen Nutzen vom Unterricht. Dagegen wird das jesunde leicht nachholen. was es versäumt hat. Sind ansteckende Krankheiten in der Familie, so ist 2s richtiger, die gesunden Kinder von den kranken ju Hause sorgfältig zu trennen, als die ersteren don der Schule zurückzuhalten. Die Uebertragung der Krankheit durch die gesunden Kinder ist nicht zu fürchten. Dagegen werden diese durch den be⸗ tändigen Aufenthalt im Hause der Gefahr der Unsteckung in höherem Maße ausgesetzt. Schließlich vird die Gesundheit der Kinder oft durch die Ueberbürdung mit Arbeiten geschädigt. Die Schule st es am wenigsten, welche die Kinder überbürdet. Nusikunterricht, Tanzunterricht, Laubsägen, Sticken ind alle diese Beschäftigungen, die auzerhalb der Schule liegen, werden oft in einer für das Kind un erträglichen Weise gehäuft und übertrieben. f (GDDringeunde Sendungen.) Um dem Publikum die Möglichkeit zu gewähren, in dringenden Fällen Packete stets mit der nächsten sich dar— hietenden Beförderungsgelegenheit zur Absendung zu bringen, hat der Staatssecretär Dr. Stephan dei einer Anzahl geeigneter Reichspostanstalten seit dem 1. Februar, zunächst versuchsweise, die Ein— richtung getroffen, daß die Postanstalten. soweit als hunlich, gewöhnliche Packetsendungen zu solchen BeföcderungsGelegenheiten, welche außerhalb oder urz nach Beginn der für den Verkehr am Schalter »estimmten Vienststunden fallen, auch außerhalb der Schalterdienststunden annehmen. Bedingung )dabei ist, daß die Packete als „Fringende Sendungen' bezeichnet sind. Neben der be⸗ onderen Gebühr von 1 Mk. ist eine Einlieferungs zebühr von 20 Pfg. für jede Sendung zu ent⸗ richten. (Aus Lothringen.) Ein gräßliches Er— igniß hat sich, wie der „Metzer Zeitung“ ge chrieben wird, in dem Flecken und Kantonsort gerl zugetragen. Eine Bauersfrau, etwa 46 Fahre ait, wie man sagt mit einer Milzkrankheit Jehaftet, hat in der Abwesenheit ihres Mannes und der übrigen Kinder ihr kleinstes 5jähriges Kind zuerst zu erwürgen versucht, ihm dann den Hal⸗ ibgeschnitten und den Leichnam in die Fleischbütte yersteckt, worauf sie sich selbst an beiden Armen und im Halse Messerstiche beibrachte. Man fand sie m Blute liegend und klagend: „Mein armes Kind“, nfolge dessen man erst auf die Spur des letzteren am. Die Frau, welche wohl mit dem Leben da⸗ onkommen wird, hat ihre That in einem Anfalle don Wahnsinn verübt. Melz, 11. Januar. Eine höchst eigenartige Scene spielie sich lezter Tage in der Familie eines ziesigen Einwohners ab. Die Mutter war aus⸗ värts beschäftigt, der Vater ebenfalls. Nur die Tochter blieb zu Hause, denn ihr war das einzige —VVDDD es Nachmittags zurückkehrte und nach der Ziege ehen wollte, war dieselbe verschwunden. Nun ging ¶in Zornergüssen auf die unachtsame Tochter los ind beide begaben sich auf den Weg, um da—s ützliche Säugethier zu suchen. Doch alle Müht vergebens. Uebelgelaunt kehrte die Mutter * enit die Tochter nach Hause zurück, wo nterdessen der Vater ebenkalls zu klagen und himpfen angefangen hatte. Verstimmt wollte sich den der Hausvater ins Schlafzimmer begeben, um ich zu Bett zu legen, als er plötlich wie versteinert tehen blieb, denn vor ihm, laut medernd, lag die ziege — im Bette. Das Thier war durchs offene Fenster in das Schlafzimmer gesprungen und hatte ich auf dem weichen Pfühl behaglich hingestreckt. —Fur die Feier des Universitäts Jubiläums in deidelberg hat der bürgerliche Ausschuß bis etzt 60,000 Mt. an freiwilligen Gaben gesammelt uüd hofft, diese Summe auf mindestens 70,000 Mtk. rhöhen zu können. In der Nähe des Neckars soll ine grobe Festhalle gebaut werden, zu deren Her⸗ jellung der Staat einen namhaften Beitrag leisten bird.“ Da diese Halle etwa 200,000 Mtk. kosten zürfte, so hofft man etwas bleibendes zu erhalten. Die Auswanderung aus Bayern über eutsche Häfen und Antwerben belief sich im adge— qufenen Jahre auf 14,8856 (12,3592 aus dem edtsrhein. Bayern und 2264 aus der Pfalz). Frankfurt, 11 Februbr. Hinter der ʒaupiwache wurde heute Morgen eine längliche, unne, mit Pulver gefüllte Hülse und an ihr be— stigt eine Zündschnur, vorgefunden. Das Polizei- räfidium macht bekannt, daß der Zündstoff wegen einer Geringfügigteit keinen erheblichen Schaden ätte anrichten lönnen, die Untersuchung sei aber m Gange. Rädesheim a. Rh. 10. Februar. In iner hiesigen Gastwirthschaft kehrten dieser Tage naskirt'e Gäste ein, unter denen sich auch eine urch ihre schwerfälligen Bewegungen auffallende dame befand. Die Herren nahmen in einem spär⸗ ich beleuchteten Nebenzimmer Plaß, vergnügten ich in bester Laune und neckischen Scherzen mit er korpulenten Dame, welche sich die Späße auch pillig gefallen ließ. — Nachdem die Gesellschaft vacker dem „Neuen“ zugesprochen hatte, entfernten ich nach und nach die räthselhaften Unbekannten, pährend die Dame in einem völlig apathischen Zu⸗ tand zurückbließb. Der Wirth erlaubte sich nach iniger Zeit die schüchterne Anfrage an das geehrte Fräuleinchen“ oder „Madamchen“, wo denn „die indern geblieben?“ Die Maske schwieg. Darauf escheidene Anfrage, wie es denn mit der Zeche lehe. — Abermals tiefes Schweigen. — Bei dem dersuch, die Sprachlose zu wecken, fiel diese leblos zur Seite und zeigte sich erst jetzt als eine täuschend zearbeitete, Stroh⸗ Puppe, worauf sich der erste „chrecken in große Heiterkeit umwandelte, die da⸗ urch noch besonders begründet erscheint, daß der dirth von den Spaßvögeln nicht um die Zeche jeprellt worden ist, sondern nachträglich Zahlung erhielt. F Köln, 10. Februar. Der im Zweikampfe ödtlich verwundete Offizier, Lieutenant von Wilte »om 65. Regiment, ist gestern Abend seinen Qualen rlegen. Der Verstorbene entstammt einer Düssel⸗ orfer Malerfamilie und verlor kürzlich durch den Tod seine Mutter. Motiv zum Zweikampf war — eine Verwechslung der Mützen in einem hiesigen kestaurant! Die Art der Zurückforderung der dopfbedeckung soll nicht ganz siylvoll gewesen sein; jieraus sei dann ein unangenehmer Wortwechsel intstanden, dem nur allzuschnell eine Beleidigung olgen sollte. Der Zweikampf war überaus kart⸗ zäckig; er bedingte Kugelwechsel bis zur Kampf- mnfähigkeit des einen oder anderen Theils. Wie nan sagt, trat erst beim 17. Schusse die Kata— trophe ein, die ein junges hoffnungsvolles Men— chenleben mit einem Schlage vernichtete. Der Fall at hier, wo die Affaire Hirsch-Rogge noch in Aller Hedächtniß ist, selbst in militäarischen Kreisen pein— iches Anfsehen erregt. F., Gut bezahlt ist die Polonaise, die Kaiser Wil hehim auf dem Subscriptionsballe im Berliner IRpernhause getanzt hat, denn der Ertrag des Balles, velcher zu Gunsten der Wohllthätigkeitsanstalten in hn stattfand, besteht iu 33,000 Mark baarem Die deutschen Reichsstagsabgeord- neten zerfallen ihrer Kanfession nach, zufolge hrer eigenen Angabe, in 217 vangelische (luthe⸗ ische, protesiantische u. s. w.) und 4 Jeformirte, 833 katholische, 1 Mennonit, 2 religionslose Bebel, Schuhmacher), 3 Dissidenten (Bod, Frohme, eine), 5 konfessionslose (Geiser, Kayser, Kröber— -abor, Viereck), 2 freireligiöse (Grillenberger Stolle) und 2 mosaische (Lowe, Singer). 24 jaben keine Konfession angegeben. 9 Die Tenoristen und Primadonnen⸗ Bagen sind bei uns sicherlich schon hoch genug, aber doch immer noch bescheiden im Verhältniß zu den Honoraren der Pariser Opernsanger. Hier inige interessante Ziffern. Die höchste Gage beziehl der Nachfoiger Faure's, der Baryton Lassalle, jähr⸗ ich 128,000 Fres., die Primadonna Frau Krauß, 27,500 Fres., die Altistin Fräulein Isaak 80,000 Fres., der Tenor Salomon 70,000 Fres., Fri. RKtichard 60,000 Fres., der Bassist Deresins 60,000 Frcs., und der Tenor Selier 66,000 Fres. Der setzige Direktor Gailhard bezog als Baryton⸗Sänger monatlich 6000 Fres., Faure bezog unter Vaucor⸗ zeil monatlich 15,000 Fres. Die „Pariser Nach—⸗ richten“ fügen hinzu, daß die Tagesspesen der Pa⸗ iser Oper sich auf 20,000 Fres. belaufen, welche neben der Staatssubvention, erst durch eine Kassen- einnahme von 16,000 Fres gedeckt werden können. (Aus der Naturgeschichtsstunde.) Schulze, wie viel Sinne hat der Mensch?“ „Neun.“ Rraus!“ „Lehmann, wie viel Sinne hat der Mensch?“ „Sieben.“ „Raus!“ Schulze und Leh—⸗ nann stehen auf dem Flur, Müller kommt zu spät. Du, Müller, wie viel Sinne hat eigentlich der Nensch?“ „Na, fünfe!“ „Weeßte, mit Deine Paar Zinne wage Dir man blos nicht rin, mir hat er hon mit neune rausgeschmissen!“ (GCebendig von Ratten gefressen.) Fine haarsträubende Begebenheit trug sich vorige Woche in der Victor⸗Cousin zu Paris zu. Es verden in dieser Straße große Abbrucharbeiten vor⸗ Jenommen. Der 32jährige Arbeiter Louis Gerey türzte durch den angefaulten Boden in einem Zinterhause in den Keller hinab. Seine Kameraden hermißten ihn erst nach mehreren Stunden. Welch chauerlicher Anblick bot sich ihnen dar! Gerey war wischen die Holzstücke des Bodens eiugeklemmt. Fine Unzahl großer Ratten hatte sich auf ihn ge⸗ vorfen. Gesicht, Arme, Hände und ein Theil des Unterleibs waren bereits zernagt. Die Thiere ließen sich von ihrem Opfer, das bereits seinen Heist aufgegeben, nicht verscheuchen, obwohl man nit Eisenstangen auf sie hieb. Zwei Arbeiter exhielten gefährliche Bißwunden. F Die Lage eines Redakteurs schildert ein nglisches Blatt mit folgenden Worten: „Die Her—⸗ rusgabe einer Zeitung ist ein vergnügliches Ding, zie besonders dem Redakteur allseitig Freunde chafft und selbst viel Vergnügen macht. Enthält die Zeitung zu viel Politik, so ist das Publikum unzufrieden; wenn zu wenig, so will man sie nicht insehen. Ist die Schrift groß, so ist nicht Inhalt senug für das Geld da; ist sie klein, so verdirbt nan sich die Augen beim Lesen. Veröffentlichen vir Telegramme, so sagen die Leute, wir brächten auter Lügen; lassen wir sie weg, so heißt es, wir vären nicht auf dem Platze und unterdrückten die Wahrheit aus Parteigründen. Erlauben wir uns inmal einen Scherz, so sind wir fade Flachkoͤpfe, nachen wir keine, so sind wir verknöcherte Dickköpfe. Treten wir Jemand aufs Hühnerauge, so lachen die Andern, während Jener sich ärgert; kitzeln wir aber die Andern an einer verwundbaren Stelle, so schimpfen ie, und Ersterer lacht sich ins Fäustchen. Loben vir Jemand, so sind wir parteiisch; thun wir es nicht, so sind wir es sicherlich auch wieder. Bringen vir einen Artikel, der den Damen gefällt, so sagen die Männer, es wäre Gewäsch, befriedigen wir aber zie Wünsche der Frauen nicht, so eignet sich das Zlatt nicht für das Haus.“ — Natürlich bezieht ich dieses Raisonnement nur auf englische Verhält⸗ nisse. In Deutschland passirt so etwas nicht. F Aufstand von Gefangenen in Fentral-⸗Asien. Man telegraphirt der „Times“ interm 8. d. M. aus Petersburg: Ein schrecklicher Borfall ereignete sich am 14. Januar in dem Stadt⸗ jsefängniß von Khokoland, in der Provinz Freghana, wischen 24 zu schwerer Arbeit verurtheilten Ver—⸗ rechern und deren militärischer Bewachung. Der ommandirende Offizier wurde ermordet und neun Soldaten wurden verwundet bei einem plößlichen Anfall der Gefangenen, von diesen wurden 10 er⸗ hossen und elf verwundet. F Newyork, 11. Februar. Das Bureau »es „Newyork Herald' meldet, daß ein heftiger Wirbelsturm, dessen Mittelpunkt heute bei Halifax ag, sich über den Atlantischen Ozean bewegt und, nit stürmischem Wetter im Gefolge, zwischen dem 4. und 16. die Küsten von Großbritannien und frankreich erreichen werde. f(Schneefallin Nordamerika.) Wie der „Times“ aus Philadelphia vom 10. ds. be⸗ richtet wird, ist der Nordwesten der Union von tarken Schneefällen heimgesucht, welche den Verkehr zeinahe aller in Chicazo einlaufenden Bahnen jemmen. Die Straßen Chicagos sind so mit Schnee geeüllt, daß das Geschäft nahezu suspendirt ist. 4 Ein schreckliches Beispiel von Lynchjustiz vurde am 4. Februar in Andubon, Jowa, verübt. Im vorigen April wurde ein bejahrter Krüppel stamens Illerson von seinem Schne Cicero und einen beiden Schwiegersöhnen mit großer Brutali— ät ermordet. Der Prozeß gegen die Verbrecher var so in die Länge gezogen worden, daß die Be— »ölkerung wütheud wurde. In der Nacht vom Dienstag umzingelte ein Pöpelhaufen das Gefängniß ind durchbrach eine Mauer. Nachdem die Menge zineingeströmt war, wurden zuerst die Gefängniß- deamten eingeschlossen, dann die Zellen erbrochen und die beiden Schwiegersöhne erschossen, deren Leichen alsdann draußen gehängt wurden. Schließ⸗ sich wurde Cicero mit einem Strick um seinen Zals in's Freie gezerrt und auf einen öffentlichen 3latze aufgeknüpft. Marktberichte. e. Ensheim, 12. Febr. (Viktualienmarkt.) Butter i,I0 —0, 00 M. per Kilo, Eier 1 M. per Dutzend, Kartoffeln — M. Zweibrücken, 12 Febr. (Fruchtmittelpreis und Vitk— ualienmarkt.) Weizen O M. — Pf. Korn 0O M. — Pf., Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Pf. Spelz 0O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinkel — M. — Pf. Mischfrucht O M. — Pf. Hafer 7 M. 50 Bf. Erbsen O M. — Pf., Wicken — M. — Pj., deu 3 M. — Pf., Stroh J Qual 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 80 Pf., Weißbrod 125 Kilo 50 Pf. Kornbrod 3 Kilo 60 Pf., Gemischtbrod 8 Kilo 75 Pf., paar Weck 90 Gre6 jf., Rindfleisch J. Qual. ß0 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 30 Pf. Wein 1Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf., Butter 4 Kiloar. O M. 90 Pj. *nr die Redaktion verantwortlich xX. Demezß. Verschiedenen Straßburger Zeitungen (Post, Elsäßer Journal ꝛ⁊c. ꝛc.) entnehmen wir, daß die auch in hiesigen Kreisen wohlbekannte Firma „J. sauffmann, Wäschefabrik in Straßburg i. E. bei einer in Berlin stattgehabten größeren gewerblichen Ausstellung für ihre Erzeugnisse mit dem für die Bruppe bestimmten höchsten Preis, der silbernen MNedailler“ prämiirt wurde. Die „Neueste Nachr.“ hemerken hierzu, „daß das hiesige Haus gerade in Zerlin, dem Sitze der Wäsche-Judustrie, diesen Sieg errang und die bedeutende Berliner Konkurrenz zlänzend aus dem Felde geschlagen hat, ist sehr bezeichnend, und für die strebsame Firma höchst ehrend. Die übrigen Blätter ersten Ranges äußerten ich in ähnlichem Sinne. Aus dem Geschäftsleben. Durch immer mehr derbesserte große Einrichtungen ist es möglich ge⸗ worden, den verehrten Hausfrauen die mühevolle aund zeitraubende Arbeit des Kaffeebrennens zu ersparen und einen kräftigeren und geschmackhafteren saffee zu erzielen, als dieses bei dem häufig üblichen Brennverfahren im Haushalt der Fall ist. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das beim gewöhn⸗ ichen Brennen verflüchtigende Aroma dem Kaffee derloren geht, während die holländische Kaffee— Brennerei H. Disque & Co. dieses dadurch un⸗ möglich macht, daß die Kaffees durch eine neue derbesserte Brennart nach Dr. Liebig's Vorschrift nit einer leichten Umhüllung versehen werden, vodurch das Aroma vollständig gebunden wird. Diese Kaffees sind dadurch viel kräfliger, von au—⸗ jenehmerem Geschmack und zeichnen sich durch lange Haltbarkeit aus, während andere Kaffees sehr rasch in Wohlgeschmack verlieren. Ferner kann nicht unerwähnt bleiben, daß die Kaffees obiger Firma zor dem Brennen sowohl aus Gesundheits- als Appetitlichkeitsrücksichten einer gründlichen Reinigung unterzogen werden und aus sachverständig zusammen⸗ zestellten Mischungen bestehen, wobei jede Sorte für sich allein gebrannt wird. Vergegenwärtigt man sich noch, daß der Kaffee durch das Brennen den vierten Theil an Gewicht verliert, mithin 1 Pfund roh nur *4 Pfund gebrennt ergibt, so dürfte es unter solchen Umständen mehr zu empfehlen sein, den Kaffe auf genannte Art ge— brannt zu kaufen, als mit kleinen Einrichtungen dasselbe erreichen zu wollen. Hausversteigerung. Donnerstag, den 19. Februar nächsihin, Nachmiags 8 Uhr zu St.! Ingbert in der Wirthschaft von Johann Adam Beck Wittwe, wird auf Anstehen von Philipp — Beschäftsmann in St. Ingbert wohn⸗ zaft, als Bevollmächtigter von Fried⸗ rich Apfel, früher Nachwächter Alda wohnhaft, jetzt in Long-Hill, Staat Conecticut in Nordamerika sich rufhaltend, öffentlich auf Eigenthum versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 83012:: 84 qm Wohnhaus und Hofraum auf der Haide, Plan Nr. 3010: 834 ꝗm Hflanzgarten allda, Plan Mr. 3011: 24 Ader allda, Plan Nr. 302: 70 qm freier Platz und Garten, Plan Nr. 3023: la 70 qm Acker auf der Haide und Plan Nr. 3033: 24 40 qm Acker in der Au, alles beisammen gelegen in der Stadt St. Ingbert. St. Ingbert, den 12. Februar 1885. Kemmer, k. Notar. TF dee deg 253* 2 3 Kühe, 1 Kalb, 2 Pferde, 60ß Fastnacht-Sonntagg Ttr. Korn, 30 CEtr. Hafer, 390 — — * 9 ⸗ * Itr. Kartoffeln, 70 Ctr. Heu, 88 30 Ctz. Stroh, circa 70 Wagen 8 dung, 1 Hächkselschneidmaschine, — A Mäh⸗ und 1 Dreschmaschine Putzmühle, 1 Einspanner⸗ und hen. Jung u. Horst. F Zweispännerwagen, 2 Hacken⸗ — —— Roc 9 zu Jedermanns ere üge, 4 Pappelklötze, nun In * Dezimalwaage, 2 Kleiderschränke — 8 Gebrauch eeee ein ind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeiger⸗ 3 Rohrstühle, 8 Holzstühle, 1 S runder Tisch, 2 viereckige Tische, 1 Küchenschrank u. s. w — Das Vieh, die Früchte und Oeko— omiegeräthschaften werden zuerst aus⸗ eboten. St. Ingbert, den 5. Februar 1885. ECGOAñMMTIq. k. Notar. A Hacksol-Puttersehneid- Nasschinen fabriciren als Spezialität in vorzüglichster Konstruktion und Ausführung. Verbreitet in 22000 Exemplaren. Prämiirt mit nahezu 150 Medaillen. Schrotmühlen Rübenschneider mit Stahlwalzen, Zahnscheiben oder Jverschiedener Konstruktion, fabriciren Steinen für Hand-und Kraftbetrieb. / in jeder Größe. Lieferung unter Garantie und Probezeit. Kataloge franko und gratis. Ph. Mayfarth & Co., frankfurt a M. Fabrik landwirihschaftlicher Maschinen und Eisengießerei. Wo wir noch nicht vertreten sind, werden solide Agenten angestellt. Mittwoch, den 18. Februar zächsthin, des Nachmittags um ein Uhr werden im Saale des Gastwirtes ). Fries zu Pusheim die nach⸗ enannten Holzsortimente aus dem Ge—⸗ neindewald von da öffentlich versteigert: 81 fichten Stämme, 20 lärchen 4 eichen —V i2, Wangnerstangen, 65 Nadelholz⸗Baumstützen, 215 Ster div. Brennholz, 20 Reserwellen. 5nsheim, den 11. Februar 1885. das Bürgermeisteramt: —XXX Holdner Stern.; Samstag Abend 5 Uhr eierlicher Anstich des berühmten Wiener Kaiserbockbier. dierauf bei festlich beleuchtetem Hause: Großer Radelldihu und — Echneckrediwuje J nit bloo carrirtem Schamaß, unter zütiger Mitwirkung der fürstlichen Hof⸗ ammer Garde-Grenadier⸗ Regiments- MNusik, 48 Mann stark unter persön⸗ icher Leitung ihres Kappelmeisters Z„trampelmaier von Schlickefischbach. mun r i. Offene Lehrlingsstelle n dem Manufakturwaaren⸗ Geschäft vn e * 13 —XBLD Zweibrücken. Freiwillig gerichtliche Versteigerung. Fast verschentt. Das von der Massaverwaltung o fallirten, großen Vereinigten Britanie silber-Fabrik übernommene Riesenlager, wird wegen eingegangenen, großen Zah— Uinngsverpflichtungen und baldigster Räu— mung der Lokalitäten ASum 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, daher also: Fast verschenkt. Für nur 15 Mark (jage fünfzehn Reichs mark) also kaum die Hälfte des Werthen vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder mann nachstehendes äußerst prachte und effektvolles Britaniasilber ⸗Speiseservice, welches früher sogar im Engros⸗-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britanie Silber, welches das einzige Metall ist das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist und wird fur das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit secht engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiselöffel schwerster Qualität, 6 Stück Britaniafilber Kaffeelöffel massive Qualität, 6 Stück Britaniasilber Theeldffel, feinste Qualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer juperfein, schwer, 1 Stuck Britaniasilber Milchschöpfet groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin derlöffel zu benützen, 2 Stück Britaniasilber Taselleuchtet prachtvoll auf's Solidest gearbeitet, 40 Stück, welche eine Zierde fur die feinste Tafel bilden und lostet Alle zusammen F nur fünfzehn Mark. Geehrte Auftrage werden gegen Rad nahue (Postvorschuß) oder vorherig Geideinsendung, so iange der Vorrath reicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. 511b rberg, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16 NB. Tausende Anerkennungsschreiben höch ster Herrschaften über die vorzüglich Qualität unserer Artikel sind in un serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver öffentlichen können, und liegen selt ir gefl. Einsicht in unserent Devotau Montag, den 2. März nächsthin, Nachmittags“28 Uhr zu Rohrbach in der Wicthschaft von Jakob Glaser, verden durch den unterzeichneten ge⸗ cichtlich hiezu beauftragten kgl. Notar die nachbeschriebenen Liegenschaften des videnten Nutzens halber öffentlich auf Figenthum versteigert, nämlich; Steuergemeinde Rohrbach: 1. Plan Nr. 16 und 17, 5.4 10 qm Fläche mit Wohn⸗ haus, Stall, Scheuer, Pofraum und Garten, gelegen m Orte Rohrbach; Plan Nr. 90113, 6 4 10 qm Wiese in der Königswiese; Plau Nr. 83193, 8 4 90 qm Acker in der Haselheit; Plan Rr. 1286 und 128615, 2 a 20 qm Acker im Rest am langen Stein. Eigenihümer sind: Die Kinder und Erben des zu Rohr bach wohnhaft zewesenen und verlebten Bergmannes Fohann Michaeli, erzeugt mit einer hinterbliebenen gewerblos in NRiederwuͤrzdach wohnhaften Wittwe Katharina Post, als: 1. Chr i— tian, 2. Katharina, und 3. Peter Michaeli, alle drei ledig, ninderjährig, gewerblos, vertreten durch hre genannte Mutter, bei der sie auch omicilirt sind, als Hauptvormünderin ind durch Mathias Gehring, bensionirter Bergmann in Rohrbach wohnhaft, als Nebenvormund. Sanct⸗Ingbert, den 12. Febr. 1888 Kemmer, k. Notar. Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disquéẽ & Cie. Hannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten⸗ Kaffee“ o beliebten hochfeine Mischungen Java⸗Mischung per Po.AM 1.20 Westindisch M. „14.40, Menadeo M. „41.60., Bourbon M. 41280, xtra fein Mocca M.i, „ 2.00. sebrannt nach Dr. v. Liebig's horschrift u. neu verbesserter Brennart, vodurch das Verflüchten des Aro— na's absolut unmöglich. sträftig u. fein im Geschmack. Große Ersparniß. 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Februar 1885 ind eventuell am darauffolgenden Tage, edes Mal Vormittags 8 Uhr begin⸗ zend, zu Rohrbach im Sterbehause, werden sämmtliche zu den Verlassen- chaften der allda wohnhaft gewesenen ind verlebten Eheleute Peter Haberer, m Leben Oekonom und Magdalena Konrad gehörigen Mobilien abthei— ungshalber öffentlich auf Credit ver⸗ zeigert, als: XXX Hierzu als Beilage Alllgemeiner Anzeiger fü zas Kömareich Bayern Nu. 1809. Techmcum Aoltoate höhere witlweida. enrue c — aschinen-Techniter cidenslaufer, Berlin NW. FEII Arfrahme: V 15 Mark monatlich. res J can Katalog gratis. Druck und Verlag von F. X- Demetz in St. Jugbert— BHiezu für uusere Wost⸗Abo ieuten Jllustrirtes e n F F 7 9 F * — Fr —584 * 7 2 » — —JJ —839 — —JIVc —S —5 —z20B8 3 9 öä' 9— J* 4 —— F * —A * J— 3 —J * s 3 3 —z383832 1 —* —438 5 8 3 * —ME J 7 * * * —A MD— — *. 4 —E 21 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltung Zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.)4 75 4, einschließli 0 ¶ Zustellungkgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Juseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solche⸗ auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I35 A. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 33. Sonntag, 15. Februar 18883. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Rom, 13. Febr. Die Vorbereitungen der dritten großen Expedition nach Afrika wurde uspendirt. London, 12. Febt. Der „British Austia⸗ lafian“ veröffentlicht folgendes Kabal ⸗Telegramm: „In Neu⸗Seeland herrscht große Aufregung in Folge der Mittheilung, daß Deutschland die Samoa⸗ Inseln annektirt hat. Der englische Konsul pro⸗ testirte, die Situation ist ernst.“ London, 13. Februar. Eine Depesche Ge—⸗ neral Wolseley's meldet: „Ein Soldat fand in der Nähe der durch die Kolonne Earle's genommenen Position die Kopie eines Briefes des Gouverneurs don Berber an den Gouverneur des Distrikts Kerbekan, worin Ersterer mittheilt, das er ein —Schreiben des Mahdi erhalten habe, worin dieser anzeigt, daß Khartum am 26. Januar genommen VBordon getödtet und die Dampfer und Boote des elben erbeutet worden sind“ das Krankenkassengesetz überhaupt, sondern nur gegen die Bestimmung, daß auch ledige Arbeiter⸗ innen in einem gewissen Falle unterstuͤtzt werden 'ollen. Die Arbeiter glauben, daß sie nicht ge⸗ zwungen werden dürften, für andere Sündengeld zu zahlen und daß durch diese Bestimmung die Un— ittlichkeit nur wachse. — Ueber das Vermögen des Buchdruckerei⸗ besitzers Ferdinand Worthoff in Kaiserslautern, Verleger des daselbft erscheinenden „Pfälzischen Volksbl.“, ist unter dem 10. Februar Konkurs er⸗ öffnet worden. Der Reichstag setzte am Donnerstag die Beneraldebatte über die Zolltarifaovelle fort. Abg. Damberger erklärte, die freisinnige Partei werde an hrein Widerstande gegen die neue Wirthschafts⸗ politik festhalten und sich durch keine Niederlagen rre machen lassen. Der Reichskanzler Fürsit Bismarck ergriff dann das Wort und erklärte, venn man immer von der Benachtheiligung der Armen zu Gunsten der Reichen spreche, so sei zu Jerücksichtigen, daß die Reichen auf beiden Seiten äßen. Bisher habe der Staat der Landwirthschaft eit 830 Jahren nur steigende Lasten auferlegt. Bisher sei das inländische Getreide noch immer 4 zis 5 Mal höher besteuert, als das ausländische. daß das Ausland Zoll trage, darüber sei man im Auslande überall einig. Troß des erhöhten Zolles verde übrigens das Getreide nicht theurer werden, denn das Ausland werde sich den Zoll gefallen assen müssen, wenn es sein Getreide überhaupf 'os sein wolle. Die Landwirthschaft leide in hohem Maße unter diesem Nothstande. Ueberall seien die Werthe gestiegen, nur die landwirthschaftlichen nicht. die Lasten, welche dem inländischen Landwirth⸗ chaftobetrieb auferlegt waren, sollen nun der aus⸗ ländischen Konkurrenz auch auferlegt werden. Bei dem Holzzoll gelte dasselbe. Besonders der russische Holzhandel, der den Verkehr durch Deutsch⸗ 'and nicht entbehren könne, werde bei diesem Zolle engagirt. Der Reichskanzler betonte dann: „Ich zin jetzt ganz entschieden für den Schutzzoll, wenn ch auch früher nur Finanzzölle gewünscht habe“ ind fuhr dann fort, indem er seiner Meinung Ausdruck gab, in der ganzen bisherigen Diskussion —— eine Kalamität sei, nicht widerlegt worden, und das sei die Hauptsache. Der landwirthschaftliche Jur⸗ beiter wisse sehr wohl, daß es ihm gut oder schlecht zehe, je nach dem Ergehen seines Brodherrn, des Landwirthes. Der Reichstag werde die Holzzölle wohl an eine Kommission verweisen, dagegen bitie er (der Kanzler), man möge die Kornzölle nicht an eine Kommission verweisen, denn je schneller diese Frage erledigt werde, desto vortheiihafter sei es für die Landwirthschaft und den Fiskus. Nachdem noch d. Puttlamer für, Möller gegen die Vorlage ge— sprochen hatten, wurde die Debatle gegen die Stim⸗ men der Deutschfreisinnigen, der Sozialdemokraten und der Volkspartei geschlossen und die Vorlage an eine 21gliedrige Kommission verwiesen. Die bolzzöslle gehen an eine besondere 21gliedrige Kom —8 Die Getreidezölle werden im Plenum be⸗ cathen. ee cq Vermischtes. FSaarbrücken, 12. Februar. Für den Prinzen Carneval scheint das hiesige Bürgermeister⸗ amt nicht viel übrig zu haben. Es erläßt nämlich folgende Bekanntmachung: „Nach den bestehenden Polizeiverordnungen ist jeder, welcher sich während der drei Faschingstage derkleidet oder maskirt auf den Straße sehen läßt, verpflichtet, eine für den Tag der Ausstellung giltige Karte zu lösen, welche auf dem Polizei⸗Amte gegen Erlegung einer Ab⸗ gabe von 50 Pf. ertheilt wird· F Folgende Jagdgeschichte wird aus Lauf—⸗ fohrr, im Kanton Aargau, einem badischen Blatte zemeldet: Auf der Wildschweinpürsche hatten zwei altberühmte Jager Glück; zwei Säue standen fest wie die Sägeböcke und schienen in Ergebung der Kugeln zu warten, die da kommen sollten. Und dennoch ereignete sich das Unglaubliche: die treff⸗ sicheren Schützen fehlten. Wie das iam? Es ist eine merkwürdige Geschichte wildschweinischer Hinter⸗ list. Die Jäger hatten sich in weiser Besonnenheit verabredet, welcher der Saue ein Jeder den Garaͤus machen wolle; der Eine waählte die mit dem geraden, der Andere die mit dem geringelten „Schwänzii“. Als sie aber losdrücken wollten, geschah etwas Merk⸗ würdiges: die mit dem geraden Schwänzli ringelte dasselbe, und die mit dem geringelten streckte das ihrige. Die Nimrode wurden lkonfus, fehlten beider⸗ seits und die „Säuli“ liefen freudig grunzend ob des gelungenen Schabernacks von dannen. F Mäuünchen, 12. Februar. Das heute aus— gegebene Justizministerialblatt Nr. 2 veröffentlicht das Verzeichniß der in den Rechtsanwaltslisten der t. bayer. Gerichte eingetragenen Rechtzanwälte nach dem Stande von 1. Jan-ifd. Is. Hienach treffen auf, den Oberlandesgerichtsbezirk München 204 Rechtsanwälte; auf den Oberlandesgerichtsbezirk Zweibrüchen 40, Bamberg 82, Nürnberg 88, Augsburg 75. Die Gesammtzabl der Rechtsan⸗ välte beträgt 488. r. Das böse Gewissen. Der Münchener dorrespondent der „Fr. Z.“ schreibt: Laut einer Bekanntmachung der hiesigen Polizei hat sich am Sonntag ein Lebensmüder in der Isar ertränkt. Wie nun ein hiesiges Blatt meldet, haben sich bis gestern Dienstag bereits sieben Ehefrauen auf der Bolizei gemeldet, deren Männer alle seit Sonntag nicht wieder in ihr trauliches Heim zurückgekehri ind. Die Weiber befürchteten sämmtlich, daß der Lebensmüde ihr treuer Gatte gewesen uͤnd wegen fortgesetzten Familienstreitigkeiten sich das Leden genommen haben könnte. FOtto Krugsv. Nidda. Dieser Tage ist in Berlin nach langen Leiden der frühere Direktor der Abtheilung für Bergwerke, Hütien und Salinen im Ministerium für Handel. Gewerbe und öffent. Lokale und vfälaische Nachrichten. *Siti Ingbert, 14. Febr. In der letzten Schöffengerichtssitzung dahier wuͤrde u. A. die Johanna Bickel von hier wegen Beleidi— zung des Herrn Lehrers Schindler zu 4 Tagen Befängniß und zu den Kosten des Verfabrens ver— irtheilt. *St. Ingbert, 14. Febr. Gestern Nach— mittag wurde hier das 8*4jährige Kind des Berg— mannes Horst beerdigt, das zwei Tage vorher iuf schauderhafte Weise seinen Tod gefunden hat. Das Kind stand an einer Kiste, auf welcher seine Mutter Erbsensuppe anrichtete. Unversehens griff »s in die Schüssel, wodurch diese umschlug und hren glühend heißen Inhalt dem bedauernswerthen kleinen üher Hals und Brust ergoß. Die dadurch jervorgerufenen Verletzungen waren so schwer, daß das Kind denselben schon uach kurzer Zeit erlag. — Aus der Pfalz, 11. Februar. Im Weinhandel war es letzter Tage etwas lebhafter, vie auch die Abforderung von Proben, besonders jesserer Weine des unteren Haardgebirges, eine degere ist, was auf flotteren Gang des Verkaufs ür nächste Zeit schließen läßt. Die Nachfrage nach Weinen des oberen Haardigebirges ist zur Zeil noch immer nicht im Verhältniß zum Angebot. 1000 Liter 1884er wurden bezahlt in Gleisweiler mit 285—315 M., in Böchingen mit 260 —-300 M. in Frankweiler mit 270 — 800 M. und in Burr⸗ vpeiler mit 300 -325 M. — Die für den 2 Maärz in Neustadt angesetzte Weinversteigerung des herrn G. Schäfer findet vorerst nicht statt. R. Breitfurt, 18. Februar. Gestern Abend n der Fütterzeit stürzte der 831jährige Ackerer Daniel Knerr so unglücklich vom Scheunegebälf jerab auf die Tenne, daß er nach 1/2 Stunden an den hiedurch erhaltenen Verletzungen starb. Der Verungklückte war ein fleißiger, draver und ruhiger Mann und wird dessen jäher Tod, sowie seine hier⸗ durch schwer heimgesuchte Familie allgemein aufts tiefste bedauert. Er hinterläßt eine Wittwe und 8 noch im unschuldigsten Alter stehende Kinder, von denen das älteste kaum 4 Jahre alt ist. — Aus Pirmasens, 12. Februar, wird der „Zw. Ztg.“ berichtet: Die am letzten Montag begonnene Strike hiefiger Fabrikarbeiter hat nich! ange gedauert. Schon am Mittwoch haiten fasi ämmtliche Schuhmacher ihre Arbeit wieder aufge⸗ nommen. Die Demonstration richtete sich übrigens aicht, wie die .P. 3.“ irrthümlich berichtete. gegen Deutsches Reich. München, 12. Februar. Se. Majestät der dnig ist heuie Morgen 6ij Uhr aus der Hinter⸗ tiß kommend, in hiesiger Residenz eingetroffen. Se. Maj. fuhr mittelst Extrazuges von Staltach bis jut Laimer Ueberfahrt und von da zu Wagen zur . Residenz. Ausland. Paris, 12. Febr. General Bridre hatte am d. Januar ein leichtes Gefecht mit den Chinesen vobei die Legteren auf Thannoi zurückgeworfen vurden. Auf französischer Seite betrug der Ver⸗ lust 2 Todte und 6Verwundelee Am folgenden Tage setzte General Vridr— seinen Marsch fort. riche Arbeiten, Wirkl. Geh. Rath und Ober⸗Berg⸗ hauptmann Otto Krug v. Nidda, gestorben. Er war am 186. Dezember 1810 in Sangerhausen zeboren und hat sich um die Entwickelung des hreußischen Bergwesens und besonders um die der fiskalischen Bergwerke, Hütten und Salinen große Verdienste erworben. FGie kleinste Uhr der Welt.) Unter dieser Bezeichnung befindet sich jetzt in dem Schau⸗ fenster des Hof Uhrmachers Hartmann (vormals Nedier) zu Berlin, Unter den Linden 49, eine Uhr, welche an einem goldenen Haken befestigt und als Damenschmuck zu tragen ist. Die Uhr ist kaum halb so groß als ein 20-Pfennigstück, und um diese Kleinheit zu bezeichnen, liegt ein Dollar und ein 20. Pfennigstück dicht neben der Uhr. An dem Halken befindet sich ein in Gold gefaßter Amethyst, den Herr Hartmann für 18,000 Mk. gekauft hat. Die UÜhr, welche sehr gut geht, ist das Werk eines jungen Genfer Uhrmachers, welcher 4 Jahre daran gearbeitet hat; sie stellt einen Werih von 18.000 Mark dar. FVor dem Schwurgericht des franzöͤsischen Departements Loire⸗et Cher wurde dieser Tage ein Hexenprozeß verhandelt, der ohne Scheiter⸗ haufen, aber für die „Hexe“ immer noch recht bitter zum Abschluß gelangte. Diese, eine gewisse Wittwe Pommier, haite sich bei einer leichtgläubigen Baͤuetin unter dem Vorwande, sie mit ihrer Tochter auszusöhnen, eingeschlichen und kaum im Hause, ihre Zauberkünste begonnen. Sie witterte, sagte sie zu ihrer albernen Wirthin, Frau Dudal, in ihrer Umgebung überall Geld, viel Geld, und wäre sicher, es an's Tageslicht zu fördern, wenn sie nur das nöthige Geld hätte, das dem im Schooße der Erde verborgenen Metalle als Magnet dienen müsse. Die Frau Duval, eine habgierige Person, die schon um Geldes willen mit Tochter und Schwiegersohn entzweit war, gab der Hexe einmal 2000 und dann wieder 7000 Franken, welche diese vor den Augen ihrer Wirthin in die Kom— mode ihrer Schlafkammer einschloß, aber — unter der Androhung, daß der Zauber zerstört werden vürde — zu berühren verbot. Schließlich gab die Duval, „weil die unterirdischen Geister es forder⸗ sen,“ auch noch ihren letzten Schmuck, ihren Trau⸗ ring und ein Kreuz, welches sie am Halse trug. jer und erhielt dagegen das Versprechen, daß der S—chaß sich in der nächsten Nacht einstellen würde Um ihn sicher heben zu können, mußte Frau Duval ich früh zu Bette legen, ein Kohlenbecken neben hrem Lager anzünden und, wenn die Uhr zum Schlage der zwölften Stunde ausheben würde, eine weiße Mischung, welche die Hexe ihr einhän— digte, auf die Flammen werfen. Frau Dubval hat Alles, was ihr befohlen war. Der Kohlen⸗ dunst, auf den die Pommier vielleicht gezählt hatte, rödtete die Duval nicht, und um Mitternacht streute sie das Pulver auf die Gluth. Da entstand ein türchterliches Zischen und Krachen; die Fenster⸗ cheiben flogen in die Luft, die Wände stürzten ein ind die Decke begrub unter ihren Balken das aber⸗ Jläubische Weib. Als man sie aus den Trümmern hnmächtig und entsetzlich verstümmelt hervorzog, vollte sie die Ursache der Explosion verheimlichen, senn sie glaubte immer noch an die Schwarzkunst hrer Freundin und hoffte in den Besitz des ver⸗ zorgenen Schatzes auf geheimnißvolle Weise zu selangen. Erst als ihre Dienstmagd, die um den 5puk wußte, ihr zwischen Fieberanfällen klar machte, zaß kein Zauberregen ins Haus gefallen, wohl iber ihre Baarschaft aus der Kommode des Gast⸗ immers verschwunden sei, erlaubte sie dieser, die WBahrheit aufzudecken. Nach der Beschreibung der hexe, welche die Magd gab, wurde die Pommier in Blois verhaftet und als ein gefährliches Ge⸗ chöpf erkannt, das schon zehn Jahre in Gefang nissen zugebracht hatte. Vor Gericht läugnete die Ungeklagte beharrlich Alles und suchte den Schwieger. ohn der Duval mit dem Verbrechen zu belasten, Da aber sowohl die Magd des Opfers, als audh indere Zeugen üÜber ihren Verkehr in dem Schaz. jause die bestimmtesten Auskünfte gaben, wurde die chon fünfzigjährige Hexe zu zwanzig Jahren Zucht- jaus verurtheilt. Eisenbahnunglück. Auf der Eisen— hahnbrücke über den Fluß Raritan bei NewBrunus. vick, im Staate New⸗-Jersey unweit Newyork, fand im Sonnabend vor Tagesanbruch ein Zusammen, toß zwischen zwei Güterzügen statt. Einer der— elben beförderte Petroleum, welches in Brand Jjerieih. Die Waggons mit dem brennenden Oe türzten von der Brücke herab, wodurch mehrete Bebäude, darunter einige Fabriken, in Brand ge— teckt und zerstört wurden. Auch büßten zwei MNenschen ihr Leben ein und eine Menge Pferde erbrannten. Der angecichtele Schaden wird auf 750,000 Dollars veranschlagt. Die Brücke wurde aur unerheblich beschädigt. *Philadelphia, 13. Febr. Das Armen. Irrenhaus hierselbst ist abgebrannt. Achtzehn Insassen sind umgekommen. F (Amerikanisches.) Eine neue Zeitung mit dem Titel: „Das Schnupftuch“ (Pocket Hand⸗ derchief) und auf Baumwollenzeug gedruckt, erscheint in Amerika. Der Name erklärt den Zweck. *evbefãlle. Gestorben: in Thaleischweiler Frau Wwe. Jakol Gölter, geb. Bißbort, von Thalfröschen, 77 J alt; in Neustadt Frau Anna Marg. Wied« mann, 29. J. alt. Für die Redalktion verantwortlich: F. X. Demeß. Landverpachtung. ⸗SBnacht Sonntag von 8 Uhrc Bürgerbal 1 Brust⸗ u. Lungenleidende und solche Personen, welche an Zusten, Katarrh, Zeiserkeit, Ler schleimung &c. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die dil 18 Jah⸗ ren bewährte Vorzüglichkeit des ächten rheinischen Trauben⸗Brust⸗Honig ils das reinste, edelste und natür⸗ lichste, für Erwachsene wie Kinder —77 gleich angenehmste —— und zutraglichsie 2 5 Mitiel, welches aber⸗ —* Shaupt geboten werden ñnt kann, aufmerksam ge⸗ —— macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver⸗ chlußmarke in St. Ingbert bei J. Friedrich in 8t. Johann bei F. P. Dudenhöffer und N. Magi⸗ not; in Blieskastel bei Apotheler diedenbofer. Bei Bäcker König sind bei 10 Morgen Ackerland auf mehrere Jahre zu verpachten Mehrere Parecellen Ackerland hinter der neuen Anlage zu verpachten. Näheres bei Hiezu labet Frau Julius Grewenig. Eanzmu sif Jung u. Horst. Z J. J. Fiat ir. dei * Ein Acker auf großen Flur, und ein Garten in den Großgärten ist zu vermiethen, bei Peter Schweitzer im Müdßleneck. Veréin „Du Kommst ja nicht.“ Fastnuacht Montag, 16. Februar Stiftungsboss mit nũrris chenn MasKen bei Fran Inl. Grewenig Anfang Abends 1992 Uhr 15 Minuten und 600 Sekunden. Nichtmitgliedern ist der Zutritt nicht gestattet. Der närrische Rat. 20 F Füllung X. msor Ppastillen (ãcht in plombirten Sehachteln) din bewährtes Mittel gegen Hus- tem, Heiserkkeit, Ver— nehleimung, Magen⸗ sehwäehe und Verdau- umngast õ rumng. Emser Victoriaquelle. Vorräthig in St. Inghbert boei Peter Fery u. AIbr. Zorn. Apothoker. konio Wilhalms · Felsonquollo in Ems. Da Beste Zeitung für Leute, die nieht Zeit haben viele Zeitungen eho zu lesen und für Deutsche im Auslande. DAs ECHO Noohenxobritt fur Politix, Littoratur, Kunst und Wisrensohaft. Wdchentlieh 32 Folioseiten. Reichhaltigste deutsche Wochenübersicht. Das Neueste and Inteéressanteste aus allen Gebieten. Enthält das MWissens- wertheste aus neuen Büchern und Broschüren, aus allen grösseren in- und auslãndischen Zeitungen nund Zeitschriften aller Parteien. Deutsche, Oesterreichische, Schweizer, Ungarische, Holländische, Belgische, Amerikanische, Englische, Französische, Hebräische, stalienische, Schwedische, Norwegische, Spanische, Portugiesische, Polnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumänische, Dänische, Türkische Stimmen der Presse gewähren ein über- sichtliches und unparteiisches Gesamtbild der geistigen Be- wegung unserer Zeit und ihres ösfentlichen Lebeus. Veriagz . . M. Schorer, Berlin s. V Probenummern gratis und franko. Ahbonvwonten können iederzeit eintreten. IDas DehoO. — D —,,⏑⏑ ⏑ ⏑ ⏑— 522 Aecht zu haben unter Garantie /a Fl. (Gold⸗Kapsel) à M. 3.- ija Fl. (rothe ) M. 12 uj0 Fl. (Silber, ) à M. 1.- ebst Gebr.Anweisung in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Dudenböffer und N. Maginot; in Blieskastel bei Apother Diedenhbofer 85 83 5 —* 2 — &. 5. * 3 8 —ã—— dun CAGCAOPu LCVER 010 — LADE E.O. MOSERACV nSaAt, i H Zu haben bei Herren Jean Peters. J.Rickel, J. Uhl jr. St. Ing'b ert; Larl Vauly, Wwe. Fonnet, Blies 4n— 0 Café Oberhauser. Fastnacht Montag von8 Uhr ab Freimusik. Hiezu ladet ein 25 a8 D. Baumann. Das Deho.“ Bestellungen bei allen Postanstalten, Buchnandlungen. Zeitungs- speditionen, sowie bei der Expedition des RCHO. XI Hierzu „Ill ustriͤrtes Sonntaaeblatt“ Nr. 7. — — Druc und Vensag von F. X. Demeh in St. Jngbert. ie er⸗ en ich 3 die ht⸗ 2 bꝛ z J44 A 45 2 ⸗ * 4 —s—— — J 8 5— * — J fr 8 —Eöä noeeeee— —9 —33 IM —S —3ö 8B8 * — *. * 338 9 — 5——— 21 ——— —8 * —— s —4358 —38 * 4 —5 —I8BBE —* 7 —15 —AB 3— * 75 —38 —— * 3 —LAMBV * —R —— —AR —F 0 7 AA 7 9 S 2 —28 v bg 9 ⸗N⸗ i8. ad n· er⸗ 9 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. de St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltunga ziatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen I)M 78, einschließlia id A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solche⸗ auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 1I5 A. Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. d 7⸗ Je⸗ dei de u de M 33. Sonntag, 15. Februar 1885. 20. Jahrg. N⸗ in Politische Uebersicht. Der Reichsstag setzte am Donnerstag die Beneraldebatte über die Zolltarifaovelle fort. Abg. hamberger erklärte, die freifinnige Partei werde an hrem Widerstande gegen die neue Wirthschafts⸗ zolitik festhalten und sich durch keine Niederlagen rre machen lassen. Der Reichskanzler Fürst 8i8smarck ergriff dann das Wort und erklärte, venn man immer von der Benachtheiligung der Armen zu Gunsten der Reichen spreche, so sei zu verücksichtigen, daß die Reichen auf beiden Seiten jäßen. Bisher habe der Staat der Landwirthschaf seit 30 Jahren nur steigende Lasten auferlegt. Bisher sei das inländische Getreide noch immer 4 his 5 Mal höher besteuert, als das ausländische. Daß das Ausland Zoll trage, darüber sei man im Auslande überall einig. Troß des erhöhten Zolles werde übrigens das Getreide nicht theurer werden denn das Ausland werde sich den Zoll gefallen assen müssen, wenn es sein Getreide überhaupf os sein wolle. Die Landwirthschaft leide in hohem Maße unter diesem Nothstande. Ueberall seien die Werthe gestiegen, nur die landwirihschaftlichen nicht. die Lasten, welche dem inländischen Landwirth⸗ chaftsbetrieb auferlegt waren, sollen nun der aus⸗ aͤndischen Konkurrenz auch auferlegt werden. Bei dem Holzzoll gelte dasselbe. Besonders der russische Holzhandel, der den Verkehr durch Deutsch⸗ and nicht entbehren könne, werde bei diesem Zolle engagirt. Der Reichskanzler betonte dann: „Ich zin jetzt ganz entschieden für den Schutzzoll, wenn ch auch früher nur Finanzzölle gewünscht habe“ ind fuhr dann fort, indem er seiner Meinung Uusdruck gab, in der ganzen bisherigen Diskussion sei der Satz, daß das Sinken der Getreidepreise eine Kalamität sei, nicht widerlegt worden, und das sei die Hauptsache. Der landwirthschaftliche Jur- beiter wisse sehr wohl, daß es ihm gui oder schiecht Jjehe, je nach dem Ergehen seines ürodherrn, des Landwirthes. Der Reichstag werde die Holzzoͤlle wohl an eine Kommission verweisen, dagegen bitte er (der Kanzler), man möge die Kornzölie nicht an eine Kommission verweisen, denn je schneller diese Frage erledigt werde, desto vortheilhafter sei es für Die Landwirthschaft und den Fiskus. Nachdem noch d. Puttlamer für, Möller gegen die Vorlage ge. sprochen hatten, wurde die Debatle gegen die Stim⸗ men der Deutschfreifinnigen, der Sosialdemokraten und der Volkspariei geschlossen und die Vorlage an eine 21gliedrige Kommission verwiesen. Die dolzzölle gehen an eine besondere 21gliedrige Kom⸗ n Die Getreidezölle werden im Plenum be⸗ tathen. Rom, 183. Febr. Die Vorbereitungen der dritten großen Expedition nach Afrika wurde suspendirt. London, 12. Febr. Der „British Austra⸗ 'afian“ veröffentlicht folgendes Kabal ⸗ Telegramm: „In Neu-Seeland herrscht große Aufregung in Folge der Mittheilung, daß Deutschland die Samoa— Inseln annektirt hat. Der englische Konsul pro⸗ testirte, die Situation ist ernst.“ London, 183. Februar. Eine Depesche Ge— neral Wolseley's meldet: „Ein Soldat fand in der Nähe der durch die Kolonne Earle's genommenen Position die Kopie eines Briefes des Gouverneurs »on Berber an den Gouverneur des Distrikts derbekan, worin Ersterer mittheilt, das er ein Schreiben des Mahdi erhalten habe, worin dieser anzeigt, daß Khartum am 26. Januar genommen, Bordon getödtet und die Dampfer und Boote des⸗ elben erbeutet worden sind.“ das Krankenkassengesetz überhaupt, sondern nur gegen die Bestimmung, daß auch ledige Arbeiter⸗ 'nnen in einem gewissen Falle unterstützt werden ollen. Die Arbeiter glauben, daß sie nicht ge⸗ wungen werden dürften, für andere Sündengeld zu zahlen und daß durch diese Bestimmung die Un⸗ sittlichkeit nur wachse. — Ueber das Vermdgen des Buchdruckerei⸗ besitzers Ferdinand Worthoff in Kaiserslautern, Verleger des daselbst erscheinenden „Pfälzischen Volksbl.“, ist unter dem 10. Februar Konkurs er⸗ öffnet worden. ig s. nt w . Vermischtes. F Saarbrücken, 12. Februar. Für den Prinzen Carneval scheint das hiesige Bürgermeister⸗ amt nicht viel übrig zu haben. Es erläßt nämlich folgende Bekanntmachung: „Nach den bestehenden Polizeiverordnungen ist jeder, welcher sich waͤhrend der drei Faschingstage verkleidet oder maskirt auf den Straße sehen läßt, verpflichtet, eine für den Tag der Ausstellung giltige Karte zu losen, welche auf dem Polizei⸗Amte gegen Erlegung einer Ab⸗ gabe von 50 Ppf. ertheilt wird.“ Folgende Jagdgeschichte wird aus Lauf—⸗ fohr, im Kanton Aargau, einem badischen Blatte gemeldet: Auf der Wildschweinpürsche hatten zwei altberühmte Jäger Glück; zwei Säue sianden fest wie die Sägeböcke und schienen in Ergebung der Kugeln zu warten, die da kommen sollten. Und dennoch ereignete sich das Unglaubliche: die treff⸗ sicheren Schützen fehlten. Wie das kam? Es ist eine merkwürdige Geschichte wildschweinischer Hinter⸗ list. Die Jäger hatten sich in weiser Besonnenheit herabredet, welcher der Saue ein Jeder den Garaͤus machen wolle; der Eine wählte die mit dem geraden, der Andere die mit dem geringelten „Schwänzli“. Als sie aber losdrücken wouten, geschah etwas Merk. vürdiges: die mit dem geraden Schwanzli ringelte zasselbe, und die mit dem geringelten streckte das hrige. Die Nimrode wurden konfuͤs, fehlten beider- seits und die „Säuli“ liefen freudig grunzend ob des gelungenen Schabernacks von dannen. F München, 12. Februar. Das heute auß— zegebene Justizministerialbblatt Nr. 2 veröffentlicht das Verzeichniß der in den Rechtsanwaltslisten der t. bayer. Gerichte eingetragenen Rechtsanwalte nach bem Stande vom 1. Jan lfd. Is. Hienach treffen auf den Oberlandesgerichtsbezirk München 204 Rechtsanwälte; auf den Oberlandesgerichtsbezirt Zweibrücken 40, Bamberg 82, Nürnberg 83, Augsburg 75. Die Gesammtzahl der Rechtsan⸗ wälte beträgt 488. f. Das bose Gewissen. Der Münchener Korrespondent der „Fr. Z.“ schreibt: Laut einer Bekanntmachung der hiesigen Polizei hat sich am Sonntag ein Lebensmüder in der Isar ertränkt. Wie nun ein hiesiges Blatt mildet, haben sich bis Jestern Dienstag bereits sieben Ehefrauen auf der Polizei gemeldet, deren Männer alle seit Sonntag nicht wieder in ihr trauliches Heim zurückgekehrt sind. Die Weiber befürchteten sämmtlich, daß der Lebensmüde ihr treuer Gatte gewesen uͤnd wegen 'ottgesetzten Familienstreitigkeiten sich das Teden genommen haben könnte. FOtto Krug v. Nidda. Dieser Tage ist in Berlin nach langen Leiden der frühere Ditektor der Abtheilung für Bergwerke, Hütien und Salinen im Ministerium für Handel, Gewerbe und öffent⸗ LEokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 14. Febr. In der letzten Schöffengerichtssitzung dahier wuͤrde u. A. die Johanna Bickel von hier wegen Beleidi gung des Herrn Lehrers Schindler zu 4 Tagen Befängniß und zu den Kosten des Verfahrens ver— artheilt. * St. In gbert, 14. Febr. Gestern Nach— nittag wurde hier das 8ajährige Kind des Berg⸗ nannes Horst beerdigt, das zwei Tage vorher uuf schauderhafte Weise seinen Tod gefunden hat. Das Kind stand an einer Kiste, auf welcher seine Mutter Erbsensuppe anrichtete. Unversehens griff »s in die Schüssel, wodurch diese umschlug und hren glühend heißen Inhalt dem bedauernswerthen leinen über Hals und Brust ergoß. Die dadurch jervorgerufenen Verletzungen waren so schwer, daf das Kind denselben schon nach kurzer Zeit erlag — Aus der Pfalz, 11. Februar. Im Weinhandel war es letzter Tage elwas lebhafter, vie auch die Abforderung von Proben, besonders besserer Weine des unleren Haardgebirges, eine cegere ist, was auf flotteren Gang des Verkaufe ür nächste Zeit schließen läßt. Die Nachfrage nach Weinen des oberen Haardtgebirges isi zur Zeit ioch immer nicht im Verhaltniß zum Ängedot 1000 Liter 1884er wurden bezahlt in Gleisweiler mit 285-315 M., in Böchingen mit 260 -300 M. in Frankweiler mit 270 — 300 M. und in Burr⸗ weiler mit 300-325 M. — Die für den 2 März in Neustadt angesetzte Weinversteigerung des Herrn G. Schäfer findet vorerst nicht statt. R. Breitfurt, 13. Februar. Gestern Abent in der Fütterzeit stürzte der 81jährige Ackerer Ddaniel Knerr so unglücklich vom Scheunegebäll jerab auf die Tenne, daß er nach Ls Stunden in den hiedurch erhaltenen Verletzungen starb. Der Verungklückte war ein fleißiger, draver und ruhiger Mann und wird dessen jäher Tod, sowie seine hier purch schwer heimgesuchte Familie allgemein aufs iefste bedauert. Er hinterläßt eine Wittwe und 8 aoch im unschuldigsten Alter stehende Kinder, von denen das älteste kaum 4 Jahre alt ist. — Aus Pirmasens, 12. Februar, wird der „Zw. Zig.“ berichtet: Die am letzten Montag begonnene Strike hiesiger Fabrikarbeiter hat nicht ange gedauert. Schon am Mittwoch haiten fasi ämmtliche Schuhmacher ihre Arbeit wieder aufge⸗ iommen. Die Demonstration richtete sich Ubrigens richt, wie die „P. Z.“ irrthümlich berichtete, gegen Deutsches Reich. — — München, 12. Februar. Se. Majestät der onig ist heuie Morgen 6 in Uhr aus der Hinter⸗ tiß kommend, in hiesiger Residenz eingetroffen. Se. Maj. fuhr mittelst Extrazuges von Staliach bis jur Laimer Ueberfahrt und von da zu Wagen zur .. Residenz. Ausland. Paris, 12. Febr. General Briere hatte am J. Januar ein leichtes Gefecht mit den Chinesen wobei die Letzteren auf Thannoi zurückgeworfen vurden. Auf französischer Seite beirug der Ver— ust 2 Todte und 6VBerwundeteeAn folgenden lage setzte General Briere seinen Marsch fott. liche Arbeiten, Wirkl. Geh. Rath und Ober-⸗Berg⸗ —XXBB var am 186. Dezember 1810 in Sangerhausen zeboren und hat sich um die Enwickelung des zreußischen Bergwesens und besonders um die der fiskalischen Bergwerke, Hütten und Salinen große Verdienste erworben. 4GOie kleinste Uhr der Welt.) Unter dieser Bezeichnung befindet sich jetzt in dem Schau⸗ enster des Hof Uhrmachers Hartmann (vormals stevier) zu Berlin, Unter den Linden 49, eine Uhr, velche an einem goldenen Haken befestigt und als Damenschmuck zu tragen ist. Die Uhr ist kaum jalb so groß als ein 20.Pfennigstück, und um diese leinheit zu bezeichnen, liegt ein Dollar und ein 20. Pfennigstück dicht neben der Uhr. An dem haken befindet sich ein in Gold gefaßter Amethyst, den Herr Hartmann für 18,000 Mk. gekauft hat. Die Ühr, welche sehr gut geht, ist das Werk eines ungen Genfer Uhrmachers, welcher 4 Jahre daran Jearbeitet hat; sie stellt einen Werth von 18,000 Mark dar. F Vor dem Schwurgericht des französischen Departements Loire⸗et ˖ Cher wurde dieser Tage ein berenprozeß verhandelt, der ohne Scheiter⸗ Jaufen, aber sür die „Hexe“ immer noch recht hitter zum Abschluß gelangte. Diese, eine gewisse Wittwe Pommier, hatte sich bei einer leichtgläubigen Baäuetin unter dem Vorwande, sie mit ihrer Tochter auszusöhnen, eingeschlichen und kaum im Hause, hre Zauberkünste begonnen. Sie witterte, sagte ie zu ihrer albernen Wirthin, Frau Duval, in hrer Umgebung überall Geld, viel Geld, und wäre icher, es an's Tageslicht zu fördern, wenn sie nur zas noöͤthige Geld hätte, das dem im Schooße der Erde verborgenen Metalle als Magnet dienen müsse. Die Frau Duval, eine habgierige Person, die schon um Geldes willen mit Tochter und Landverpacht andverpachtung. Zehwiegersohn entzweit war, gab der Hexe einmal 2000 und dann wieder 7000 Franken, welche diese vor den Augen ihrer Wirthin in die Kom⸗—⸗ mode ihrer Schlafkammer einschloß, aber — unter der Androhung, daß der Zauber zerstört werden vürde — zu berühren verbot. Schließlich gab die Dduval, „weil die unterirdischen Geister es forder⸗ en,“ auch noch ihren letzten Schmuck, ihren Trau⸗ ing und ein Kreuz, welches sie am Halse trug, jer und erhielt dagegen das Versprechen, daß der Schaz fich in der nächsten Nacht einstellen würde. Im ihn sicher heben zu können, mußte Frau Duval ich früh zu Bette legen, ein Kohlenbecken neben hrem Lager anzünden und, wenn die Uhr zum Schlage der zwölften Stunde ausheben würde, ine weiße Mischung, welche die Hexe ihr einhän⸗ igte, auf die Flammen werfen. Frau Duval hat Alles, was ihr befohlen war. Der Kohlen⸗ unst, auf den die Pommier vielleicht gezählt hatte, ödtete die Duval nicht, und um Mitternacht streute ie das Pulver auf die Gluth. Da entstand ein X heiben flogen in die Luft, die Wände stürzten ein ind die Decke begrub unter ihren Balken das aber⸗ läubische Weib. Als man sie aus den Trümmern hnumächtig und entsetzlich verstümmelt hervorzog. vollte sie die Ursache der Explosion verheimlichen, enn sie glaubte immer noch an die Schwarzkunst hrer Freundin und hoffte in den Besitz des ver⸗ orgenen Schatzes auf geheimnißvolle Weise zu zelangen. Erst als ihre Dienstmagd, die um den -„puk wußte, ihr zwischen Fieberanfällen klar machte, zaß kein Zauberregen ins Haus gefallen, wohl iber ihre Baarschaft aus der Kommode des Gast⸗ immers verschwunden sei, erlaubte sie dieser, die Wahrheit aufzudecken. Nach der Beschreibung der dexe, welche die Magd gab, wurde die Pommier n Blois verhaftet und als ein gefährliches Ge⸗ Höpf erkannt, das schon zehn Jahre in Gefäng. rissen zugebracht hatte. Vor Gericht läugnete die Angeklagte beharrlich Alles und suchte den Schwieger— ohn der Duval mit dem Verbrechen zu belasten. da aber sowohl die Magd des Opfers, als auch indere Zeugen über ihren Verkehr in dem Schaz ause die bestimmtesten Auskünfte gaben, wurde die chon fünfzigjährige Hexe zu zwanzig Jahren Zucht- aus verurtheilt. fF Eisenbahnunglück. Auf der Eisen jahnbrücke über den Fluß Raritan bei New-Brunz. vick, im Staate New⸗Jersey unweit Newyork, fand im Sonnabend vor Tagesanbruch ein Zusammen toß zwischen zwei Güterzügen statt. Einer der⸗ elben beförderte Petroleum, welches in Brand zerieih. Die Waggons mit dem brennenden Oe türzten von der Brücke herab, wodurch mehrer— Bebüude, darunter einige Fabriken, in Brand ge— teckt und zerstötrt wurden. Auch büßten zwei MNenschen ihrr Leben ein und eine Menge Pferde »erbrannten. Der angerichtete Schaden wird auf 750,000 Dollars veranschlagt. Die Brücke wurd aur unerheblich beschädigt. F Philadelphia, 183. Febr. Das Armen Irrenhaus hierselbst ist abgebrannt. Achtzehn Insassen sind umgekommen. F (Amerikanisches.) Eine neue Zeitung mit dem Titel: „Das Schnupftuch“ (Pocket Hand kerchief) und auf Baumwollenzeug gedruckt, erscheint in Amerika. Der Name erklärt den Zweck. Sterbefaͤlle. Gestorben: in Thaleischweiler Frau Wwe. Jakob Böhter, geb. Bißbort, von Thalfröschen, 77 ilt; in Neustadt Frau Anna Marg. Wiede nann, 29. J. alt. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. — —A ftnacht Sonntag von 8 Ubr VBürgerbaul Brust⸗ u. Lungenleidende und solche Personen, welche an zusten, Katarrh, Zeiserkeit, ver schltinung Kc. leiden, seien hier⸗ mit wiederholt auf die seit 18 Jah⸗ ren bewährte Vorzüglichkeit des ichten rheinischen Trauben⸗Brust⸗Honig als das reinste, edelste und natür⸗ lichste. für Erwachsene wie Kinder 67 gleich angenehmste 6 ,Sund zutraͤglichste 2 5 Mittel, welches über⸗ * haupt geboten werden —— kann, aufmerlsam ge⸗ * macht. Zu haben in 3 Flaschenfüllungen mit neb. Ver⸗ chlußmarke in St. Jugbert bei J. Friedrich in 8t. Johann bei 5. P. Dudenhoͤffer und N. Magi— iot; in Blieskastel bei Apotheler Diedenkof⸗er Bei Bäcker König sind bei 10 Morgen Ackerland uuf mehrere Jahre zu verpachten Mehrere Parcellen Ackerland dinter der neuen Anlage zu verpachten. Näberes bei ... —A Ein Acker nuf großen Flur, und ein Garten in den Großgärten ist zu vermiethen, hei Veter Schweitzer im Mühleneck. Hiezu ladet ein Frau Julius Grewenig. Zanzmüfik 2 —8 —— Jung u. Horst. Voroin „Du Kommst ja nicht.“ Fastuacht Montag, 16. Februar Stiftungsball mit naræris hemn Maskæen jei Franu Inl. Grewenig We Anfang Abends 19 Uhr 15 Minuten und 600 Sekunden. richtmitgliedern ist der Zutritt nicht gestattet. Der närrische Rat. — — e7 ⸗nAuna timser Pactissen (ãcnht in plombirton Sehaenhtein) AR ten, Heiserlceit, Ver— nehleimung. Magen⸗ sehwäcehe und Verdau- ungastörumng. Emser Victoriaquelle. Vorräthig in St. Inghbert be' —RRI Apotheker. kðonlo Wiil· lm⸗e·Folsonaduello in Eme Das! geste Zeitung für Loute, die nient Zeit haben viele Zeitungen Las D h zu lesen und für Deutsche im Auslande. N O. — —— ——⏑⏑⏑⏑ ⏑⏑⏑ — — Aecht zu haben unter Garantie i/a Fl. (Gosd⸗Kapsel) à M. 3.- ia Il. (rothe )M. 1*2 ij Fl. (Silber, ) à M. 1.—- nebst Gebr.⸗Anweisung in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. sJohann bei F. P. Dudenböffer ind N. Maginot; in Blieskastel vei Apother Diedznhofer. WVoohensobeift fur Politix, Littoeratur, Kunet und Wisrensobaft. Wdehontlieh 32 Foliosoiton. Reichhaltigste deutsche Wochenübersieht. Das Neueste und Interessanteste aus allen Gebieten. Enthält das Wissens- vertheste aus neuen Büchern und Broschüren, aus allen grösseren n- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften aller Parteien. deutsche, Oesterreichische, Schweizer, Ungarische, Holländische, zelgische, Amerikanische, Englische, Französische, Hebräische, talienische, Sehwedische, Norvegische, Spanische, Portugiesische, »olnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumänische, Dänische, Türkische Stimmen der Presse gewähren ein über- iehtliches und unparteiisches Gesamtbild der geistigen Be- vegung unserer Zeit und ihres öffentlichen Lebeus. —X . U. Behorer, Berlin S. W. Probenummern gratis und franko. -nten EäAunnon jederzeit eintreten. 5 1 * 3 22 2 38 8 *3 3. — —* 8 F 8 2 — 22 32 e⸗ ð ⸗ * —* * ⸗ Sacdche du CAGCAO FPULVER 0HO — LADE E.O. MOSRACV — ⏑ ⏑ ⏑— ien Uodiee zu haben bei Herren Jean Peterb, dickel, J. Uhl jr. Si. Ing bert; »es PBauly, Wwe. Fonnet, Blie Café Oberhauser. Fastnacht Montag von8 Uhr ab Freimusik. Hiezu ladet ein — A Bestellungen bei allen Postanstalten, Buehhandlungen, Zeitunge- ZehGO. speditionen. sowvie bei der Expedition des RCHO. D. Baumann. Moho 2 Hierzu Illufir irie⸗ onnte ⸗æhIatt“ Nr. 7. —— —— Druck und Vessag von F. X Demet in St. Inabert. M er en. he die h en⸗ ntz· ind en⸗ er· ind Aes ere —F vei rde uuf rde ne hn V d⸗ W —5 3 —824 5— 7 —* a —5 324 —3*8 ———— F —M — —2 ——— 38 * — 4 5 8 F —98 —V— .46 246 * — 4 328 —A J * — 7431 — ä* — * J 8 7 * 8 —J B—— — * 8 39 —R— * — D —— 38 E J * —35 —————969 — — r4B8B86 —823836 18 —594 4 —S J —— n —38 34. * ⸗ —S— —B— HIBMIe —. —2 — 9 18 A —4—38 —5 8 —* »2 * — w —* * * —3 —J — * 9— ⸗ Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltuns zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1.4 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließlic 0 A Zustellungsgebuhr. Die Eiunrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus ver Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welcht die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 h, Reclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 34. Politische Uebersicht. ! In der Freitagssitzung des Reichstages begrün⸗ hete zunüchst der Abg. Lenzmann seinen An⸗ rag betreffs Entschädigung unschuldig Beérurtheilter. Staatssekretär Schelling rklärte, die verbündeten Regierungen wünschten bbenfalls, die in der Strafrechtspflege vorgekom⸗ nenen Irrthümer möglichst wieder gut zu machen. Der vorliegende Entwurf gehe aber zu weit, wenn r vorschreibe, daß jedesmal, wo bei Wiederauf nahme des Verfahrens eine Freisprechung erfolge, ine Entschädigung zu zahlen sei, denn die spätere Freisprechung müsse oft lediglich deßhalb erfolgen, weil der Thatbestand verwischt sei. Lenzmann zieht schließlich seinen Antrag zurück, da Kommis- fionsberathung beantragt wurde. Kayser (So— zialdemokrat) nimmt den Antrag wieder auf. Die sommissionsberathung wird abgelehnt; die zweite findet also im Plenum statt. damit einschüchtern werden, haben sie wohl selbst längst aufgegeben. Man kann im Gegentheil sagen, daß sich die Chinesen bei dem jetzigen Kriege gleich— am ganz wohl befinden. Die Franzosen thun hnen nicht sehr weh und sie gewinnen die Ueber— eugung, daß man ihnen selbst mit beträchtlichen Ztreitkräften zu Wasser und zu Land nur wenig inhaben kann. Von einem Friedensschluß ist man onach soweit entfernt wie nur je, und das Kriegs— piel dürfte noch geraume Zeit fortdauern. Heute Abend bringen die Vereine „Gemüthlichkeit“ ind „Du kommst ja nicht“ dem Prinzen Carneval ihre Huldigung, indem ersterer seine Mitglieder bei dor st und letzterer die Seinigen bei Frau Wittwe Jul. Grewenig zu einem Balle versammelt. — Aus dem Bliesgau wird der „Zw. Ztg.“ berichtet: Als Vertreter der Gemeinden in den Distriktsrath des Kantons St. Ingbert wurden zewählt: in Ommersheim Bürgermeister Wanne⸗ nacher, in Oberwürzbach Adjunkt Becker, in Hecken⸗ dalheim Nikolaus Buchheit, Kalkbrenner. — Ob⸗ vohl in den letzten Jahren die Güterpreise in hie— iger Gegend wegen der niedrigen Getreidepreise bedeutend gesunken sind, so stehen dagegen Güter. velche zu industriellen Zwecken benußzt werden kön⸗ nen,, enorm hoch. So wurden z. B. in Hecken⸗ dalheim am 31. Januar für zwei Ackerstücke, in velchen sich Kalksteine befinden, von der Größe »on etwas über 2 Morgen (80 Dez. der Morgen) iber 1200 bezw. 1000 Mk. bei einer Versteigerung »xlöst. Gewiß ein schöner Erlbs! — Aus dem Glanthale schreibt man der „Kais. Ztg.“: Mit unserer Eisenbahn geht es doch aicht so schnell, als wir in letzier Zeit gehofft hatten. Obwohl der Handelsminister noch in jüngster Zeit einen Baumeister mit weiteren Erhebungen »eauftragt und dieser auch vom Landrathsamte in Meisenheim schleunigst weiteres Material einforderte, o kam das Projekt dem jetzt tagenden preußischen dandtage doch noch nicht in Vorlage, außer pri— »atim, durch unsern Abgeordneten angeregt. Wie nun Letzterer mittheilte, so hänge die Sache noch jon der bayerischen Regierung ab und und da das bayerische Abgeordnetenhaus voraussichtlich vor derbst nicht zusammentreten wird, so werden wir ins wohl noch einige Jahre gedulden müssen. — Kaiserslautern, 14. Febr. Se. Exellenz der Herr Regierungspräsident v. Braun verweilte zestern in unserer Stadt und besichtigte den neuen Synagogenbau. — Der Stadtrath in Dürkheim hat die Uufhebung der daselbst seit 40 Jahren bestandenen höheren Töchterschule mit allen gegen vier Stimmen deschlossen; an ihre Stelle soll eine weibliche ein⸗ lassigelFortbildungsschule ireten; die dadurch erzielte Ersparniß wird auf 2000 Mk. geschätzt. — Speyer, 18. Februar. Die Genesung des Herrn Bischofs von seinem Augenleiden macht angsame Fortschritte, doch wird für dieses Jahr kein Fasten⸗Hirtenbrief erscheinen, da der Hr. Bischof eine Arbeiten noch nicht in der hiezu nothwendigen Weise aufnehmen kann. (Pf. Ztg.) Deutsches Reich. Berlin, 14. Februar. Die Kommission nahm in erster Lesung die Ausdehnung der Unfall-⸗ und Krankenversicherung auf die Transportgewerbe an. Es findet eine zweite Lesung statt. Abgeord⸗ neter Dr. Buhl ist Berichterstatter. Berlin, 14. Februar. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt betreffs des Entschlusses der französischen Regierung, nach der strikten Hand- habung der Neutralitätsmaßregeln durch England in den chinesischen Gewässern nunmehr auch ihrer— eits die der krieggfführenden Partei gegenüber den Neutralen zustehenden Rechte in Anspruch zu neh— men: Die deutschen Schiffe müßten daher anhalten ind eine Durchsüchung durch französische Kreuzer in den chinesischen Gewässern gewärtigen. Die— selben würden gut thun, jeder Versuchung, Kriegs— ontrebande mit sich zu führen, zu widerstehen. Wir Jaben indeß Grund, zu glauben, daß die Befehls— Jaber der französischen Kriegsschiffe auch ferner dem egitimen Handel thunlichste Rücksicht schenken werden ind lediglich das Ziel verfolgen, die Einschiffung von Kriegskontrebande an den Küsten Chinas und Tongkings zu verhindern. Berlin, 13. Febr. Kardorff brachte ein Sperrgesetz ein, wonach die Zölle auf Getreide, Mühlenfabrikate und Schaumwein durch den Reichs- kanzler in vorläufige Erhebung gesetzt werden kön— nen in der Höhe, wie sie bei der zweiten Lesung der Zolltarifnovelle beschlossen werden wird. Auslaud. Nom, 14. Februar. Das Journal „Popolo romano“ meldet: Zur endgiltigen Kompletirung der italienischen Garnisonen am Rothen Meere gehl ein? dritte Expedition von 1400 Mann behufs Berstärkung der Garnison in Massauah am 19. ind 20. ds. ab. Die zweite Expedition ist als Barnison für Assab bestimmt. Die Gesammtzahl der italienischen Truppen am Rothen Meere beläuft sich sonach auf 3200 Mann. London, 14. Febr. Der „Standard“ er— hielt ein Telegramm aus Korti von heute, wonach ein aus Chartum vor zwölf Tagen abgegangener, heute in Korti eingetroffener Bote erklärt, über den Fall Chartums und den Tod Gordon's nichts zu wissen. Zur Beilegung des deutsch⸗englischen Zwiespaltes wegen der kolonialen Angelegenheiten Neuguineas, der Fidschi- und Samoa⸗Inseln sollen kommissarische Verhandlungen in London beginnen. Der Westen Europas ist von kolonialen Schwie rigkeiten wie vielleicht noch nie in An— spruch genommen und besonders die beiden West⸗ mächte England und Frankreich in Kolsnialkriege verwickelt, welche einen für solche Kriege ungewöhn⸗ lichen Aufwand an Truppen, Zeit und Geld er⸗ fordern und aller Wahrscheinlichkeit nach noch in Anspruch nehmen werden. Englands Vorgehen in Egypten, Frankreichs Aktion in China beweisen, wie große Schwierigkeiten es verursacht, in diesen ur— alten Kulturländern europäischem Wirken und euro⸗ däischem Einfluß Boden zu gewinnen. Trotz der immensen Ueberlegenheit der den Engländern und Franzosen zur Verfügung stehenden Kulturmittel, zeht es in Folge der natürlichen Hindernisse, welche die gewaltige Ausdehnung dieser Länder, Klima, gzroße Entfernung vom westlichen Europa u. s. w. harbieten, nicht nur ohne kleinere Schlappen, son⸗ hern auch, wie der Fall Chartums zeigt, ohne große datastrophen nicht ab, und nur langsam, gleichsam wei Schritte vor und einen wieder zurück, rücken nie europäischen Heere ihren Zielen entgegen. Auch in Tongking trägt der Krieg einen solchen Charak⸗ ser. Vor zwei Wochen hat dort der Oberkomman⸗ dirende, General Brière, die Altion, durch frische Truppen aus Frankreich verstärkt, neu aufgenommen und ist nun allmälig vorrückend und unier fort⸗ währenden Kämpfen, in die Nähe der vielerwähnten Festung Langson gekommen, deren Einnahme, wie man denken sollte, den Franzosen wohl kaum be⸗ sondere Schwierigkeiten verursachen wird. Da je⸗ doch damit die Aufgabe des Brieèr'schen Korps, die Eroberung von Nord-Tongking, noch lange nicht gelöst ist, so wird es wohl noch Wochen, vielleicht Monate bedürfen, ehe ein Theil desselben zu einer rößeren Aktion, etwa zu einem Zuge gegen Peking, srei wird. Neuerdings heißt es zwar, daß Admiral Courbet mit einem Theil seiner Flotte die Häfen der Insel von Formosa verlassen habe, um kinen zrößeren Schlag gegen einen noch unbekannten Punkt der Küsie zu führen. Welchen Zweck die Franzofen in Anbetracht der völlig vergeblichen Zerstörung der Befestigungen am Miinflufsse und des Arsenals von Futscheu damit verfolgen, ist nicht iecht klar. Den Glauben. daß sie die Chinesen Vermischtes. 1000 Mark Belohnung werden nunmehr für Auffindung des vermißten prakt. Arztes Dr. Grohe aus Mannheim ausgesetzt. Dem Praäsidium des bayerischen Veteranen⸗, drieger und Kampfgenossenbundes lagen in seiner Sitzung am 9. d. M. 179 Unterstützungsgesuche ur Verbescheidung vor. 164 derselben (worunter ehn Wittwen) wurden mit 2009 Mark bedacht, wölf wegen mangelnder Dürftigkeit, zu kurzer drankheitsdauer, dem Bunde nicht angehörig, oder veil nicht vorher vom Vereine unterstützt, abge⸗ viesen; drei behufs weiterer Erhebungen ausgesetßzt. O6 Petenten machten die Feldzüge von 1866 und 87071, vier 1849 und einer 1813115 mit. Bei er Mehrzahl sind die Leiden noch Folgen des Feldzuges von 187071 und meistens Brustleiden. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 16. Febr. An Carne⸗ balsvergnügungen fehlt es in diesen Tagen in unserer Stadt nicht. Nachdem am Samstag Abend im Baumann'schen Saale (Café Ober— hauser) eine sehr gelungene carnevalistische Unter— haltung des Vereins „Harmonie“ stattgefunden Jatte, veranstaltete gestern Abend in demselben Lokale die Carnevalsgesellschaft Narrenschiff“ einen Maskenball, zu dem sich die Narrhallesen recht zahl⸗ ceich einfanden. Auch die übrigen Tanzgelegenheiten varen wie wir hören, ziemlich stark frequentirt. e rorcy⸗ sind bereits seit einigen agen n Straßburg angekommen und gehen dem gegen⸗ wärtig sehr ergiebigen Froschfang eifrig nach. Ae Sächser läßt sich nich kitzeln. In einem Pferdebahnwagen der Ringdahn auf der Strecke Hallesches-Rosenthalerthor in Berlin unter⸗ zielten sich am Donnerstag zwei Herren sehr eifrig uͤber sächsische Eigenthümlichkeiten und machte einer spöttelnde Bemerkungen über, Dresdener Schweins⸗ tnöchel“ und „Leipziger Plinzen“. Ein anderer Passagier, welcher im Wagen saß, war während sener Unterhaltung bereits mehrmals vnn seinem Sitz aufgestanden und hatte sich die Herren ange— sehen. Als aber die Worte: „Leipziger Plinzen“ ielen, da rief der Passaginr plötzlich dem Schaffner zu: „Hären Se, lassen Se mich raus, ä Sächser läßt sich nich kitzeln, un von so ä baar Breißen au erscht recht nich.“ Darauf warf er den beiden „Breißen“ noch einen wütenden Blick zu und sprang us tiefbeleidigter sächsischer Bundesbruder während der Fahrt vom Wagen. f(Eine eigenthümliche Wette wurde am Sonntag Nachmittag zwischen zwei Charlotten⸗ hurger Bürgern im Grunewald zum Austrag ge⸗ bracht. Ein 307 Pfund schwerer Herr entrirte nämlich einen Wettlauf mit einem 150 Pfund schweren, welchem man zum Gewichtsausgleich 157 Pfd. (d. h. etwa dreimal so viel als das Gepäck eines Soldaten betiägt) auf Schulter, Brust und Rücken vertheilt hatte. Der Wettlauf begann von der Drücke im Jagen 1 nach dem Jagen G zu und eine große Zahl von Schaulustigen wohnte in 12 Wagen dem sonderbaren Experiment bei. Der Bepackte derlor seine Wette glänzend, denn er mußte bereits die Last abwerfen, ehe er die Hälftle des Weges urückgelegt hatte. F Scherz oder Bosheit? Die „Lib. Corr.“ chreibt: „Der Abgeordnete Woermann hat bekannt-⸗ i ι lu,zidgesthuüillg voilt — rtt einer Firma von King Bell gegen Zahlung von O Pf. St. angekaufte Insel Nicol Herrn Richter islig zum Kauf angeboten; „ganz besonders, wenn derr Richter darauf reflektiren sollte, dort zu vohnen.“ Herr Richter hat dieses Anerbieten nich! angenommen; dagegen soll die Firma Woermann die westafrikanische Insel an einen Parteigenossen des Abgeordneten Woermann, Kommerzienrath Dechelhäuser, aber ohne die Verpflichtung für den Zäufer, dort zu wohnen, verkauft haben. Wie billig“ Herr Oechelhäuser gekauft hat, wissen wir aicht.“ 4 Ein Adler, der ein Kind angreift, ist in inseren Breitegraden gewiß eine Seltenheit. Der Fall ereignete sich am 7. d. M. in Soesterberg bei hradenhage, wo ein Königsadler plötzlich in ein Zehöft hinabschoß und einen zweijährigen Knaben u fassen suchte. Der aus dem Hause tretenden Mutter gelang es, den Vogel zu verscheuchen. F Nichts ist so fein gesponnen u. s. w. Die Wiener Polizeibehörde hat Kenntniß von einem Morde erhalten, der vor 22 Jahren in Wien nusgeübt wurde. Damals verschwand eines Tages der Metallarbeiter Josef Roy, ohne daß man wußte, vas mit ihm geschehen sei. Der Vorfall erregte zroßes Aufsehen, man vermuthete, daß ein Ver⸗ zrechen damii im Zusammenhang stehe, aber nach ind nach gerieth die Sache in Vergessenheit. Josef Roy war mit dem Meialldreher Jakob Haas be— reundet gewesen. Dieser Jakob Haas heirathete m Jahre 1868, konnte sich aber mit seiner Frau nicht gut vertragen, zumal er ein Trunkenbold war. Fines Abends erzählte er seiner Frau im Zustande ollständiger Trunkenheit, daß er vor Jahren den Mechaniker Josef Roy ermordet und seine Leiche in »inen Brunnen gestürzt habe. Am nächsten Tage wiederholte er, obzwar er nüchtern und bei vollem, ιein vuα. dteit iM 4 seiner Frau den Schwur ab, daß sie nie und Ne— mandem davon erzählen werde. Im Laufe da Jahre steigerte sich die gegeuseitige Erbitterung de Beiden bis zum offenen Bruche. Haas mißhandelt jeine Frau mit seltener Rohheit und sie, die lang genug gelitten hatte, und offenbar nicht die ge— ringste Zuneigung, nicht einmal eine Regung de Mitleids mehr für ihn empfand, ging endlich zu Behörde. Sie beklagte sich über die Behandlung die ihr von ihrem Gatten zu Theil wurde, zeigi an, daß er ihr wiederholt gedroht habe, sie zu er. morden und erzählte endlich das Geheimniß ihre Mannes. Haas wurde sofort von der Polizei fesn genommen und legte schon in seinem ersten Verhör zin Geständniß ab. Er hat den Mord vor 22 Jahre im Bezirk Weißgärber derübt. (Nach dem deutsche Reichsstrafgesetzbuch würde die strafrechtliche Ver olgung des hier in Rede stehenden Verbrechens ver ährt sein, da nach 8567 eine solche Verjährun— nach 20 Jahren vom Tage der That an gerechn dei den Verbrechen eintritt, die mit dem Tode ode ebenslänglichem Zuchthause zu bestrafen sind. J Desterreich tritt für derartige Verbrechen keine Ver ährung ein.) FNewyork, 15. Febr. Durch eine Schne awine sind Dreiviertel der Stadt Utah zerstö vorden, wobei 16 Personen ums Leben kamer Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeßz. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Belgenland“' Kapitè Beynon, welcher am 31. Januar von Antwerpe abging, ist am 13. Februar wohlbehalten in Nep— Hork angekommen. Freiwilli erichtliche! Silberzeug: 18 Kaffeelöffel, Freiwillig g ch ch 2 Bestecke, 1 Theelöffel, 1 Versteigerung. Theeseyer und 1 Küchen⸗ schippchen und noch verschie⸗ dene sonstige Gegenstände. St. Ingbert, den 15. Februar 1885. kKeck, 5tellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender. ⸗28. * 2v/ In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: — * 39 GHeib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über— sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des öffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedein am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. Um die Auschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine ELieferungs-Ausgabe veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen à 1 Mk. durch jede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserslautern. KEKugen Orusius. — 2⸗ 5— — —— J Mittwoch, den 4. März 1885, Morgens 11 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirihschaft von Wittwe Poller, wird durch den unterzeichneten, ge⸗ cichtlich hiezu beauftragten k. Notar, die nachbezeichnete Liegenschaft in der Steuergemeinde Si. Ingbert, epidenten Nutzens halber öffentlich in Eigenthum versteigert, als: Plan Nr. 2121, 8 a 90 qm und Plan Nr. 2122, 8 a 20 qm Acker auf'm Acker. Eigenthümer sind: 1. Peter Heinrich Latzz, Fuhr⸗ mann, in St. Ingbert wohnhaft; II. dessen mit seiner verlebten ersten FhefrauKatharina Kopp erzeugten, ammtlich noch minderjährigen Kinder us: a. Johann, b. Elisabetha, 2. Katharina und d. Maria Latz, welche ihren genannten Vater um Hauptvormund und Andreas Kopp, dehmformer, in St. Ingbert wohnhaft, zum Nebenvormund haben. St. Ingbert, den 15. Februar 1885. Kemmer, k. Notar. Zwangs⸗ Versteigerung. Danksagung. Für die Beweise innigster Theilnahme zei dem Verluste unseres geliebten un⸗ ergeßlichen Vaters, Schwiegervaters, Broßvaters, Schwiegersohnes, Bruders ind Onkels Andreas Friedrich owie für die zahlreiche Begleitung zu“ einer letzten Ruhestätte und überaus zroße Blumenspende unsern herzlich— ten Dank. Die tieftrauernde Familie. St. Ingbert, den 16. Februar 1885. D—. egreigehe denungte e —T N sr 77, Taslich auch Montags — Aus- funniche poñtische ditiheilungen, ↄbjectiv. mit Wiedergabe inter⸗ es aanter Meinungsausserungen aus ler Presse aller Parteien. — Jachrichten über Theater, Miaste Kaust Wiasenschalft: Gerichts- halle; locale Nachrichten. pannende Romaue. Sorgfaltige zoraen- und Iandelznachrichten. - Vollatandiges Berliner Cours- latt. — Jottæricliten. — Amt- iehe Nachrichten. 6 (Gratis-) aeilagen· . deueste Lerliner Flicegnde Euatter (Gillustrirt. 2 Interhaldanga'latt. 3. Die Haus- rau. 4. Zeitung sür Landwirth- cehnft uncd Gartenhau. 5. Neueste doden (illastrirt und Schnitt- nuater). 6.. Verloosungabhlatt. betr. Obligationen, Prioritaten d Anlehensloose.) FIS VFẽ —EXXE S— Mittwoch, den 18. Februar nächsthin, vormittags 9 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthsbehaus⸗ ung des Rudolf Munzinger bersteigere ich zwangsweise gegen Baar⸗ zahlung: Secretair, 1 Chiffonier, 4 Commode, 1 Zulegtisch, 1 Kanapee und 6 gepolsterte —AV rigen Kleiderschrank, 1 Tep⸗ pich, 5 vollständige Betten, 15 Bierfäßchen, 1 Häcksel⸗ naschine, 24 feine Servi— etten, 2 feine Tafeltücher, s feine Tischtücher, 24 Tischtücher und folgendes — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischer Trauben⸗Brust⸗ Honigs“) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Husten ꝛc. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bayern. Carl Freih. von Ditfurth, Haupimann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben-Brust-Honig, von dem Erfinder und alleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist het Flasche à ĩ, 113 u. 8 Mark kauflich in St. Ingbert bei J. Friedrich in St. Johann bei F. P. Vudenhöffer und U. Maginot; in Blieskastel bei Apotheier Aiedenhofer. Frachtbriefe für Cepthnliches Gut „GEilgu rechmcum teste Lohers Fachsohulo fir Nittweida. Vige aa. Gegruinen-dechniker FIVM Aufnahme: — ——— u haben bei n R. J. Demek. Druck und Versag von F. X. 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Das Blatt kostet vierteljährlich 1 4 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen LAM 754, einschließlich 10 Z Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solches auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 e, Reclamen 30 H. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — — — — M 35. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Politische Uebersicht. Berathungen dieser Konfereuz aus dem Wege! Jeräumt. schiedenen Punkten zwischen dem Rio Pongo und Dubreka abgeschlossenen Verträge haben im Senegal die lebhafteste Bewegung hervorgerufen. Die von Deutschland erhobenen Ansprüche sind durchaus inbegründet. Die in Taboria, an der Mündung des Rio Pongo, aufgepflanzte deutsche Fahne be— ändet sich beispielsweise in KanonenschußweiteTvor em französischen Posten, von Boffa Das ge— ammte Terrain, von welchem Deuschland Besitzz rgriffen habe, gehöre in Folge der mit den Königen »on Rio Pongo, Bramaga und Dubreka und Frank⸗ creich abgeschlossenen Verträge unter die Oberhoheit des letzteren. Der Kommandant der Ariadne habe nur mit den den gedachten Königen unterstehenden Chefs verhandelt. Paris, 15. Februar. Eine Depesche des Generals Briére de l'Isle aus Langson vom 13. d. M. 1 Uhr Nachmittags meldet: Heute Mittag wurde auf der Citadelle von Langson die franzö— siche Flagge gehißt. Der Fluß wurde überschritten. Die chinesische Armee befindet sich seit letzter Nacht nach einem heißen Kampfe, welcher 8 Kilometer vor dem Orte stattfand, auf der Flucht. — Nach einer Meldung aus Shanghai von heute Nachmit— tag 4 Uhr 25 Minuten ist dort das Gerücht von einem Gefechte zwischen den franzoͤsischen und chine⸗ ischen Schiffen in der Nähe von Sheipoo verbreitet. Ueber das Resutlt verlautet noch nichts. Rom, 16. Februar. In der Kammer ist das Gerücht verbreitel, mehrere Deputirte hatten Briefe aus Paris erhalten, in welchen die Absicht Frank⸗ reichs, Tripolis zu occupiren. mitgetheilt wird. London, 16. Februar. Wie „Reuter's Bureau“ erfährt, hat die englische Regierung end⸗ ziltig den Bau der Cisenbahn von Suakin nach Berber beschlossen, die bezüglichen Arbeiten würden ofort begonnen. Kairo, 15. Februar. General Wolseley hat selegraphisch einen ausführlichen Vericht eines Augenzeugen aus Khartum hierher gemeldet. Nach demselben drangen die Aufständischen am 26. v. M. bei Tagesanbruch in Khartum ein. Gordon vurde durch eine Salve der Aufftändischen erschossen, als er sich nach dem österreichssche Consul begab. Der österreichische Consul wurde in seiner Wohnung jetödtet, der griechische Consul wurde gefangen ge— rommen. * Im Reichstag hat die samstägige Fort⸗ etzung der Berathung über die Geteidezölle inen ruhigen Verlauf genommen; man scheint eben einzusehen, daß nicht durch lebhaftes Hin und herreden, sondern durch eine möglichst sachgemäße Diskussion ein Ergebniß erzielt wird. Ueber die Sitzung vom Samstag sei kurz Folgendes berichtet: Abg. Racké ist nur für die Zollerhöhung, falls der Ertrag zur Steuerentlastung verwendet wird. Abg. Flügge hält die geforderten Sätze für einen wirklichen Schutzzoll noch für zu niedrig. Abg. Rohland bezeichnet die Interessen der Groß⸗ und Kleingrundbesitzer als nicht identisch und erwartet eine Besserung der Landwirthschaft nuich ohne die Zölle. Fürst Bismarck führt zahlenmäßig aus, daß die Osiseestädte keineswegs inter der Schutzzollpolitik gelitten hätten. Der Aufschwung von Libau sei nicht durch die deutsche Tarifpolitik, sondern ducch die günstigen Verkehrs— derhältnisse veranlaßt. Gegenüber dem Abg. Bebel erllärt Furst Bismarck, er habe nur zwei ihm angebotene Varziner Bauernhöfe, nicht alle gekauft. Das Latifundienwesen werde gerade durch wohlfeile —R müsse dem Kornzolle zustimmen. So lange Deutsch- land bestehe, werde der Kampf gegen die Groß⸗ zrundbesitzer erfolglos sein. Wenn es gelänge, die bäuerlichen und ritterschaftlichen Grundbesitzer zu Irnnde zu richten, so würde die Aufrechterhaltung ines geordneten Regiments unmöglich sein. Abg. dornstein spricht für, Abg. Sattler gegen die Vorlage. Ueber die rechtliche Stellung der in den Reichs— anden eingewanderten Altdeutschen sind die ver— chiedenartigsten Ansichten im Umlauf. Es wird )aher unsere Leser gewiß interessiren, genaueres sierüber zu hören. Die „Straßb. Post“ gibt in ieser Beziehung einem Abonnenten folgende Aus⸗ unft: „Jeder Deutsche, der aus irgend einem Zundesstaat nach Elsaß-Lothringen einwandert, ge— nießt an dem Orte seiner Niederlassung alle staats⸗ ürgerlichen Rechte auf Grund des allen Deutschen zemeinsamen Indigenats (Art. 3 der Reichsver⸗ assung.) Derjenige, welcher in den elsaß⸗lothringi⸗ chen Landesdienst tritt, erwirbt durch die Bestallung zleichzeitig die elsaß ˖lothringische Staatsangehörig- eit, ohne übrigens seine ursprüngliche Staatsan— gehörigkeit zu verliren. Die Kinder haben die— enige Staatsangehörigkeit, welche der Vater hat. Uneheliche Kinder die der Mutter.) Lediglich durch die Geburt in einem Lande wird dessen Staatsan⸗ gehörigkeit nicht erworben.“ Die Gerüchte über die Annexion Samoas jaben sich dahin aufgeklärt, daß die deutsche Flagge nuf der Insel Samoa allerdings aufgehißt, daß aber on Berlin aus dieser faux pas sofort redressirt purde, da wegen der Unabhängigkeit Samoa's wischen Deutschland und England ein Ueberein⸗ ommen besteht. Ein deutscher Beamte hatte aus Mißverständniß oder Irrthum die Flagge aufziehen assen. Deutsches Reich. Berlin, 16. Februar. Die Unfallversicherungs⸗ omission erledigte den Gesetzentwurf, betreffend die Ausdehnung des Unfallversicherungsgesetzes auf die Transportgewerbe in zweiter Lesung nach den Be— chlüssen der ersten Berathung. Zum Berichter— tatter wurde Buhl ernannt. Am Mittwoch tritt ie Commission in Berathung des Unfallversicherungs⸗ gesetzes für die land- und forstwirthschaftlichen Ar— zeiter ein. Berlin, 15. Febr. (Zur Arbeitspflicht am „onntag.) Die zu Anfang der heutigen Sißung ꝛer Arbeiterschutzkommission vorgenommene, ziemlich erwickelte Abstimmung über Absatz 1 des vom Fentrum beantragten 8 1054 der Gewerbeordnung rgab schließlich als angenommen folgenden Wort⸗ aut: „Die Gewerbetreibenden können die Arbeiter um Arbeiten an Sonn⸗ und Festtagen nicht ver⸗ iflichten. Sie dürfen dieselben an Sonn und Fest⸗ agen nicht beschäftigen in Fabriken, Werkstätten und »ei Bauten.“ Außerdem liegt ein Antrag der AI iller Art an Sonn⸗- und Festtagen höchstens fünf Ztunden geöffnet sein dürfen und spätestens Nach⸗ nittags 6 Uhr geschlossen sein müssen. Im Allge⸗ meinen wurde der Gedanke, auch den in Handels⸗ geschäften beschäftigten Personen eine genügende Sonntagsruhe zu garantiren, wohlwollend aufge—⸗ iommen, nur ergab sich aus der Debatte eine so zroße Verschiedenheit der Verhältnisse in Deutsch⸗ and, daß die nationalliberalen Mitglieder auch hier ie Vornahme vorgängiger Erhebungen für uner⸗ äßlich erklärten. Ausland. Paris, 15. Febr. In einem Briefe an den Lemps“ heißt es heute: Die von dem Komman—⸗ anten der deutschen Korvette „Ariadne“ an ver— Die Agitaloren sir Doppelwährung in Deutschland gehen mit Vorsicht vor, sie wollen nicht einen plötzlichen, sondern einen allmählichen Wechsel, und befürworten zunächst nur, daß alle jetzigen Bold- und Papjerwerthe unter 20 Mt. künftig in Silber ausgeprägt werden können. Diese Forderung lingt maßvoll und verständig angesichts der bedeu senden Silbervorräthe, die wir noch in der Truhe haben, und an denen wir beim Verkaufe sehr be⸗ dentenden Verlust haben würden, wie uns jetzt große Zinsbeträge vorloren gehen. Allein der plausibel erscheinende Vorschlag wurde ein großes Loch in insere Währungsverhältnisse reißen, und bei der endlich doch unumgänglichen Annahine der reinen Voldwährung uns diel ärgere Opfer auferlegen, als jetzt der gesunkene Silberwerth fordert und weiter in Aussicht stellt. Der Vorschlag ist natürlich nur als Etappe zur Doppelwährung gedacht, obwohl die Abwendung Englands von der Goldwährung, welche die Vertreter der Doppelwährung selbst als inbedingte Boraussetzung der Einführung der letz⸗ eren bei uns anerkennen, heute nicht um ein Haar näher gerüdk ist, als vor Jahren, auch nicht dloß — ist, sondern außer aller Berechnung eht. Lokale und pfälzische Rachrichten. *St. Ingbert, 17. Febr. Durch Regie⸗ rungsverfügung wurde vom 15. ds. Mts. an der A zei Dillingen, Kreis Schwaben und Neuburg, als nterimistischer Verweser an der untern kath. Knaben⸗ ichule dahier angestellt. J Die von dem Pfälzischen Zweigver⸗ bande des Deutschen Müllervereins auf letzten Sonntag nach Neustadt einberufene Ver— 'ammlung beschloß, zu der am 23. Februar in Berlin stattfindenden Versammlung zum Zweck der Bildung einer Berufsgenossenschaft für die Unfallversicherung Herrn Joh. Schloßsteien in Albisheim als Delegirten zu senden. WBayerischer Landeshilf sverein. Der pfälzische Kreisausschuß zugleich Organ! der staiser· Wilhelm⸗Stiftung, hat seinen Jahresbericht oro 1884 herausgegeben. An außerordentlichen kinnahmen sind eigegangen 13,262 Mtk. 91 Pfg. Es wurden fortdauernd oder wenigstens längere Zeit Unterstützungen bewilligt an 88 Personen, porunter 16 Wittwen bezw. Kinder von Unter— Einem dem „Berl. Tgbl.“ zugehenden Tele⸗ Jramm aus London zufolge, hat die potugiesische kegierung ihrem Vertceler auf der Westafrikanischen sonferen; zu Berlin die Ermächtigung gegeben, die ifrikanische — en hierauf bezüglichen Vertrag zu unterzeichnen. dieses Einversiandmß ist durch beiderseiliges Ent⸗ entommen erzielt worden. Damit erscheint das it Hinderniß für eine glückliche Beendigung der offizieren und Soldaten und 72 Soldaten und Wehrmänner vom Feldwebel abwärts. Die Ge—⸗ amimtzahl der Unterstützten ist gegen das Vorjahr un 13 höher. Von der Gesammtzahl der Unter⸗ fützten sind im Jahre 1884 neu zugegangenen 32, während 56 schon im Vorjahre oder in früheren Jahren unterstützt wurden. Für fortdauernde oder venigstens längere Zeit dauernde Unterstützungen vurde die Summe von 4932 Mtk. 97 Pfg. ver⸗ nusgabt, für kleinere, vorübergehende Unterstützungen vurde ein Betrag von 29 Mt. aufgewendet. Die ordentlichen Ausgaben betrugen in Summa 8933 Mt. 18 Pf., mithin KassaUeberschuß 4329 Mt. 78 Pf. Das Vermögen des für Zwecke der aiser· Wilhelm⸗; Stiftung bestimmten Fonds betrug Fnde Dezember v. J. 119,029 Mt. 73 pf. lleber die Thätigkeit des Kreisausschusses für Zwecke der bayerischen Landeshilfsvereine äußert sich der Hericht· Die Sanitäts ⸗ Kolonne mit ihrer Zweig⸗ abtheilung in Kaiserslautern besteht fort. Die Abtheilung in Edenkoben hat sich zwar der Ko⸗ lonnenführung in Speyer noch nicht unterstellt, vird aber von dieser nach Kräften zur Zeit —DV förmliche Angliederung hald zu erwarten. Die Einnahme für Zwedce des baherischen Landeshilfsvereins bestand ledig⸗ ich in dem Rechnungs⸗ Ueberschusse vom Vorjahr mit 170 Mk. 22 Pfg. Behufs Foͤrder⸗ ing der Zwecke der Sanitäts Colonne wurde der Betrag von 100 Mark verwendet, so daß der Herein in das Jahr 1885 mit einem Kassenüber- chuß von 70 Mt. 22 Pfg. überging. Es bestehen in der Pfalz 18 Zweigvereine mit 615 Mitgliedern und einem Gesammtvermögen von 73,331 Mk. 32 Pfg. GDarunter Ludwigshafen mit 18,336 Mtk. d7 p̃fg. Edenkoben mit 12,864 Mt. 17 Pifg., St. Ingbert mit 9424 Mk. 77 Pfg. Kaisers⸗ uiern 8288 M. 25 Pfg.) Es ware dringend zu wünschen, daß in Zukunft die Beiträge der Mit⸗ zlieder der Zweigvereine ungetheilt der Kaiser⸗ Wilhelm⸗ Stiftung zufließen. —* Die für sämmtliche Gastwirthe prinzipiell wichtige Frage, ob Biergläser neben dem durch das Nichgesetz vorgeschriebenen Füllsrich noch irgend ine andere Bezeichnung tragen dürfen, beschäftigte im Dienstag die 87. Abiheilung des Berliner Schöffengerichts. Uuter der Anklage der Ueber— retung der Verordnung vom 20. Juni 1881 stand vor dem Gerichtshofe der langjährige Präsident des Deutschen Gastwirthsverbandes, Restaurateur Thesdor Muüller. Derselbe führte aus, daß er schon vor Inkrafttreten der Aichordnung seinen Gästen gegen⸗ Aber sich für verpflichtet gehalten habe, den Inhalt seiner Biergläser mit 0,40 (Liter) zu bezeichnen. Nach Rorschrift der Aichordnung habe er die Gläser AUsdann mit dem vorschriftsmäßigen Füllstrich und der ebenfalls vorgeschriebenen Bezeichnung 9.40 B versehen und glaube damit seine Pflicht vollständig erfüllt zu haben. Der gesetzliche Füllstrich stehe an der richtigen Stelle, der andere Strich gehe niemand was an, das Gesetz habe selbst eine Dehnbarkeit des Füllstrichss von 1 bis 3 em zugelassen um Gelegenheit zu geben, daß die vorhandenen Gläser noch nach Moͤglichkeit verwerthet werden können. — Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung des Angeklagten. — Zweibrücen, 16. Februar. Das neue hiesige Localblatt kundigt sich definisid dem Publi- um an; es wird unter dem Titel Zweibrücker Tagblati“ vom 1. April an täglich, mit Ausnahme Sonntags, erscheinen. Redigirt wird es von P. Feisell und gedruckt bei P. und L. Hallanzy. — Pirmasens, 14. Febr. Einige Fa⸗ zrikarbeiter haben ihrem Unwillen über das Kran⸗ eengesetz in recht drastischet Weise Luft gemacht. Finem Fabrikanten wurden sämmtliche Rosenstöcke abgeschnitten, einem andern das Glasdach, mittelst dessen die Fabrik ihr Oberlicht erhält, vollstandig demnolirt. In der Stadt herrscht große Aufregung. Eine auf heute Abend angekündigte Arbeiterver⸗ sammlung wurde von der Polizei verboten. (Zw. Zig.) pirmasens, 16. Februar. Durch eine chauderhafte Blutthat wurde gestern Abend eine hiesige Familie in Schrecken und Trauer und unsere Stadt in Aufregung versetzt. Im Hause des Schuhfabrikanten Herrn L. Bock war schon seit ängerer Zeit ein Arbeiter Namens Prell beschäftigt, der eine Art Vertrauensposten als Hausmeister inne Jatte und im Hause seines Arbeitgehers Kost und Wohnung erhielt. Da Prell sich im Laufe der Zeit des ihm geschenkten Vertrauens unwerth zeigte, vurde ihm die Stelle mit Tisch und Wohnung im hause vor ungefähr 3 Wochen gekündigt, doch ver⸗ lieb er im Diensie der Fabrik in anderer Beschäf tigung. Aber auch leßtere wurde ihm gestern Morgen gekündigt. da er seine Obliegenheiten ver⸗ aachlässigte. Dafür rächte sich der Unmensch in hrecklicher Weise. Als die noch nicht fünfzehn⸗ ährige Tochter des Fabrikherrn, ein blühendes, chönes Mädchen, gegen Abend gegen 6 Uhr eine Fteundin, die den RNachmittag bei ihr zugebracht atte, eine Strecke fortbegleitet hatie und dann nach zause zurückehren wollte, rief ihr Prell aus dem Jausflür der Bierbrauerei Martin, wo er jetzt seine Vohnung hat, zu, und als sie, seinem Rufe fol⸗ end, den Hausgang betrat, feuerte er einen Re⸗ olberschuß auf sie ab, dessen Kugel ihr in die Irust drang und das junge Mädchen lebensgefähr⸗ ch verletzte. Der Mordgeselle eilte darauf in sein zimmer im oberen Stocke des Hauses, wo er sich, nͤff dem Bette liegend, gleichfalls eine Kugel in die zrust schoß und damit lebensgefährlich verwundete. — Ein weiteres Unglück wird aus Fehr bach ge— neldet. Dorten zersprang gestern einem Manne ine geladene Flinte und zerriß ihm die ganze Hand. P. A.) — Essingen, 14. Februar. Die ledige 22 Fahre alte Kath. Doppler von hier fiel jüngst beim rabakabhängen so unglücklich vom Scheuergebälk )erab, daß sie nach einigen Tagen unsäglicher —„chmerzen starb. — Glanmünchweiler, 185. Februar. In Kehweiler hat sich gestern Abend gegen 9 Uhr ein edauernswerther Unglücksfall ereignet. Es fiel ämlich der 76 Jahr alte Adam Braun auf eine »is jeht unbekannte Weise in das in seinem Hofe efindliche Pfuhlloch, so daß er nach 83 Stunden einen Geist aufgab. (Kais. Ztg.) — Kaiserslautern, 14. Februar. Im Zerbste vorigen Jahres wurde der Ackerer Geib von sdeuhemsbach im Streite durch Messerstiche am dopfe schwer verletzt. Wohl in Folge dieser Ver⸗ etzungen brach bei dem Unglücklichen gestern der Fersimn aus, er kam hierher und schlug und warf juf seinem Wege duxch die Hauptstraße links und echts an Läden und Privatwohnungen die Fenster- cheiben ein. Der Tobsüchtige wurde überwältigt, n das Hospital verbracht und heute früh nach dlingenmuͤnster überführt, wobei er noch auf der zahrt nach dem Bahnbofe die Wagenfenster zer⸗ rümmerte. (Pf. Post.) — Der L. A. berichtet aus Wörth: Der Ackerer ind Gemeinderathsmitglied Georg Heinr. Meier von Vörth schmierte vergangene Woche das Röderwerk einer Futtermaschine ein. Statt einer Feder be⸗ iente er sich des Zeigesingers. Das Rad der Maschine drehte sich herum und zerquetschte ihm erart den Finger, daß er der Schmerzeu wegen ich ihn nicht abnehmen ließ. Aber nach der Ampu⸗ ation zogen sich die Schmerzen in den Fuß, — vohl aber auch an die Lunge, und so unterlag »er Mann am Sonntag Morgen seinen Schmerzen. dAm 2. März d. J. wird in der Kreis⸗ Armen⸗ und Kranken-Anstalt zu Frankenthal inter Leitung des Medizinalrathes Dre Bettinger in 5 Monate dauernder Unterrichtskurs für Bader⸗ gehilfen beginnen. Diejenigen, welche an ziesem Kurse theilnehmen wollen, haben sich am 28. Februar bei dem obengenannten Vorstande esselben zu melden und hierbei das Zeugniß über estandene Vorprüfung vorzulegen. Bewerber um inen Freiplatz in der Anstalt für die Dauer des dursus haben ihre Gesuche längstens bis 22. Febr. zei der Verwaltung derselben einzureichen und dem⸗ ⸗elben ein bürgermeisteramtliches Zeugniß über ihre Bedürftigkeit anzuschließen. — Neustadt, 16. Februar. Gestern Nach—⸗ nittag fand im Kaisersaale des Saalbaues dahier ine zahlreiche Versammlung statt, zum Zwecke der tZesprechung über eine in der ganzen Pfalz zu be⸗ hätigende Sammlung für die dem Herrn Reichs— anzler Fürst Bismarck zu seinem 70. Geburtstage u überreichende Ehrengabe. Es waren hiezu Ein⸗ adungen an alle Parteien ergangen. Den Vorsitz ührte Herr Commercienrath Dr. Clemm von Lud⸗ vigshafen. Dem gefaßten Beschlusse gemäß sollen ich in den einzelnen Kantonen Comité's aus allen Parteischattirungen bilden, welche die Sammlungen ornehmen, resp. die Beiträge entgegennehmen. Der ffentliche Aufruf wird bis Ende dieser Woche allen jeitungen der Pfalz und zwar jeder Parteirichtung um Zwecke der Publikation zugeschickt werden, so oß derselbe am kommenden Samstag gleichzeitig in illen Blättern der Pfalz erscheinen kann. — Ludwigshafen, 15. Februar. Daz xrsuchen des Stadtrathes um Errichtung eine randwehr Kompagniesitzes in hiesiger Stadt ist ab⸗ chlägig beschieden worden. Dagegen wurde die ZJerlegung des Kompagniesitzes von Frankenthal zierher in Aussicht gestellt, falls Ludwigshafen in Jleicher Weise wie bisher sich vergrößern sollte. — Aus der Pfalz. Nachdem in jüngster Zeit eine Tiefersetzung und neue Regulirung der ayerischen Rheinpegel stattgefunden hat, hat die kreisregierung den mittleren Wasserstand des stheines auf 4,70 Meter über Null für sämmtliche irarialische Rheinpegel hiermit festgesetzt. Bermischtes. F Ueber ein Grubenunglück in Oberbayern erichten Münchener Blätter aus Weilheim: Sams. ag früh verunglüctten im Bergwerk zu Peissenberg urch Einstürzen eines Stollens drei Arbeiter auf chauerliche Weise. Zwei wurden fast bis zur Un— enntlichkenntlichkeit verstümmelt, als Leichen hervor⸗ ezogen, der dritte, zwar noch lebend, erlag aber chon nach einer halben Stunde seinen schweren Berletzungen. Sämmtliche waren Familienväter; »iner hinkerläßt sieben unerwachsene Kinder. München, 13. Februar. Nach den Aus— ührungsbestimmungen zu der kaiserlichen Verord— uung über die Bewilligung von Unterstützungen zus dem Dispositionsfonde haben sich von nun an iejenigen Personen, welche als Theilnehmer an den kriege von 1870 -71 in Folge erlittener innerer dienstbeschädigung invalide geworden, wegen Ab— aufes der gesetzlichen Präklusivfrist aber zur Gel— endmachung von Versorgungsansprüchen nicht be⸗ echtigt sind, dagegen Anspruch auf Bewilligung on Unterstützungen aus genanntem Fond zu haben lauben, so fruͤhzeitig bei den Landwehr-Bezirks dommandos oder den Bezirks-Feldwebeln anzumel-⸗ den, daß die Prüfung der Gesuche beim Ersatzge⸗ chäfte vorgenommen werden kann. Es sind sonach die Gesuche möglichst bald zu stellen. F Für die im Monat März am Sitze der »bersten Baubehörde zu München beginnende Prüfung haben sich für das Landbaufach 9 Kan— idaten und für das Ingenieurfach keiner gemeldet. (Ein deutscher Befehlshaber des Mahdie) Ein Frankfurter Berichterstatter theilt der F. Z. Folgendes mit: „Eine Familie in Oft⸗ seim bei Hanau, Hartenfeller, war über das Schit⸗ al ihres Sohnes, von dem sie seit zwei Jahren eine Nachricht erhalten hatte, um so mehr besorgt, ils derselbe als Diener des Lieutenants v. Secken⸗ dorf im Herbste 1883 in die egyptische Armee ge⸗ reten und seit der Schlacht bei El Obeid verschollen var. Nun ist endlich ein Schreiben von demselben Jei den Eltern eingetroffen. In demselben wird rzählt, daß an der Seite Hartenfeller's der Lieut. d. Scckendorf in genannter Schlacht durch einen —„chuß durch den Kopf gefallen sei. Noch ehe er zestorben war, haben zwei schwarze Araber ihm den topf vom Rumpfe getrennt. Hartenfeller wurde ebenfalls verwundet und dann gefangen genommen, er mußte zum Islam übertreten. Jetzt sei et Befehlshaber eines 1500 Mann starken Korp⸗ üdlich v. Khartum, und habe gegen englische Ko— vallerie im August 1884 in Gemeinschaft mit einen dandsmanne, Namens Lindenkohl, gefochten, welchet das Gefecht geleitet. Dieser sei ein ausgezeichneter. üchliger, bei seinem Feldherrn, dem Mohamed Achmed, hoch angesehener General. Im weitern Berlauf des Briefes theilt Hartenfeller mit, daß der Brief durch die Hände seines Herrn gehe. Er sei veit davon entfernt, die Achmd geschworene Treut zurch Angaben über dessen gerechte Kriegsführung u brechen. — Lindenkohl duürfte der hier bekannk zurchgegangene Zahlmeister⸗Aspirant Lindenkohl au⸗ stitzenhausen sein. Er ist ein durchaus gewitzlet dopf, besitzt Kenntniß der französischen und enze ischen Sprache und spricht fließend Italienisch velches er in seiner Miüitärdienstzeit als Lieutenant er päpstlichen Armee bis 1870 erlernt hat. Det Brief hägt den Stempel ,Said“, wohl „Port Said“ Limburg. Hier fand ein Bürger im Wiuten don 188384 auf seinem Fenstergesims ein fah erstarrtes und hungriges Rothkehlchen. Er nahm »as Thierchen in's Haus, wo es sich bald heimisch ühlte. Als der Fruͤhling in's Land kam, öifnete er dazs Fenster und ließ das Vögelchen fliegen. In den leßzten kalten Tagen vernimmt er nun ein leises Picken an seinem Fenster; er öffnete dasselbe und zwei Rothkehlchen fliegen in das Zimmer. Das cine Thierchen setzt sich ihm ganz zutraulich auf die dand. Wie staunt er aber, als er sein Vögelchen om vorigen Winter wieder erkannte! Er hatte sich sein Weibchen mitgebracht. Kassel, 12. Februar. Auf dem Bahn⸗ hofe Niederhone bei Eschwege wurde vorgestern ein sehr verdächtiges Judividuum, ein reisender Scheeren⸗ chleifer verhaflet. welcher keine Legitimationspapiere wohl aber cinen sechsläufigen Revolver, eine Schach⸗ tel Patronen und einen scharf geschliffenen Dolch bei sich führte. Hamburg, 15. Feb. Die bei ihrer An— tunfi aus Amerika in Glückstadt verhafteten zehn Anarchist eun sind bis auf zwei, welche nach Frankfurt a. M. transportirt werden sollen, wieder entlassen worden. fEin Polizeibeamter als Räuber— chef. In Paris ist, so wird nach der „Voss. 3.“ geschrieben, ein Polizeibeamter als Hauptmann einer Räuberbande entlarvbt worden! Vorigen Samstag wurde im Faubourg-Saint⸗-Denis ein Dieb auf der That ertappt, als er in die Wohnung eines ab⸗ wesenden Hausbewohners eingedrungen war. Ein Nachbar nahm ihn fest und führte ihn zum Poli⸗ zeikommissar. Diesem gegenüber suchte er ich herauszureden und berief sich auf den Polizisten Charles, als einen seiner Freunde. Der Kom⸗ missär ward darob sehr neugierig und ließ den Polizisten holen. Er fragte nun beide aus und brachte auch schließlich heraus, daß Charles das Haupt einer Diebesbande sei, von der nun sofort noch vier weitere Mitglieder festgenommen wurden. Charles hat etliche fünfzig Einbruchdiebstähle ein⸗ gestanden, die unter seiner Leitung ausgeführt wur⸗ den. Während seine Leute in einem Hause „ar—⸗ heiteten“ ging er in Uniform' an demselben auf und ab, wodurch aller Verdacht, jegliche Aufmerk— samkeit abgelenkt wurde. Deshalb ging es bei den großen, meist nächtlichen Diebstählen wie geschmiert; die Diebe wurden nie gestört und nie betroffen. Ohne die Ungeschicklichkeit des Mitgliedes, welches borigen Samstag auf eigene Faust „arbeiten“ wollte, wäre die Bande gewiß noch nicht entdeckt worden. F Die Heilsarmee in Paris. Nach Mittheilungen eines französischen Blattes waren drei junge englische Frauenzimmer, welche sich da⸗ mit beschäftigten, das Organ der Heilsarmee auf dem Boulevard Sebastopol zu verkaufen, wegen ihres sonderbaren Costums Mißhandlungen seitens ines Haufens von Gassenbuten ausgesetzt. Sie flüchteten sich in einen Ommibus, den bald eine grobe Menschenmenge umgab, und gelang es ihnen hierauf, sich in einem Trambahnwagen zu entifernen. F Elend in Südspanien. Seit dem dahre 1829 hat in Spanien keine so strenge Kälte zehetrscht wie in diesem Winter. In Brihuega Provinz Guadalajara), 33 Kilometer von Madrid, jatte man im Monat Januar 14 Grad (Cels.) unter Null und die Temperatur erhob sich in der Sonne nicht über 393 Grad; in Valencia, 190 dilometer von Madrid, fiel das Thermometer am 19. Januar auf — 19 Grad; der Fluß Carrion und der Kanal trugen eine Eisdecke von 80 bis 10 Zentimeter Dicke. In Molina (Provinz Ara⸗ gon) war die Kälte noch stärker; am 16. fiel das Thermometer auf 26, am 17. auf 23, am 19. auf 20 Grad unter Null. Das Brod war wie oersteinert, auf den Glasscheiben im Innern der Zimmer war die Eislage 10 bis 15 Millimeler dick. In Burgos hat man 20 bis 23 Grad unter Rull konstatirt, in Segovia, wo die Temperatur tets sehr milde zu sein pflegt, 13 Grad, in Albacete 26 Grad. Eine Folge der ganz außergewöhnlichen dalte ist das betrüchtliche Anwachsen der Sterblich— eit unter den Kindern in den ersten Lebensjahren. Masern, Bräune, Fieberausschläge ꝛc. wüthen wahr⸗ hast schrecklich. In Madrid und andern Orten bielen die Ashle der Gesellschaft zum Schutze der dinder nicht mehr Raum, unm die armen dime aufzunehmen, für welche die Mütler dort Schutz zegen die Kälte suchen. Diese Mittheilungen rufen laut um Hilfe für das unglückliche Land. FMadrid, 15. Februar. Der Postdampfer zAfonso Xit der spanischen kransatlautischen ahnie mit 25 Millionen Realen für Cuba san ord, ist bei Las Palmas (an den canarischn Inseln) gescheitert. Die Passagiere, die Mannschaft und 10 Millionen Realen in Baar sind gerettet. x Massacre auf den Südseeinseln. In Liverpool sind Berichte eingelaufen über einen cheußlichen Verrath seitens einiger Südsee ⸗Insu— aner, welche die Mannschaft eines schiffbrüchigen Fahrzeuges auf ihre Insel lockten und dann massa⸗ rirten. Die Nachricht kommt von Corktown, wohin dieselbe durch das Schiff „Elsa“ überbracht wurde Die „Elsa“ kam von der Palrymple⸗Insel, deren Fingeborene aussagten, daß vor kurzem ein großes Fahrzeug an ihrer Insel, etwa zwei Meilen vom Fliegenfluß entfernt, strandete. Das Fahrzeug, dessen Name nicht ermittelt werden konnte, wurde zum vollständigen Wrack. Eine Menge Eingeborener der Insel fuhren in ihren Conoes nach dem Schau⸗ platz des Schiffbruches und betheuerten große Theil⸗ nahme für die Schiffsbrüchigen. Die letzieren ießen sich hierdurch verleiten, die Insulaner in hren Booten nach der Insel zu begleiten. Sobald ie ans Land traten, wurden sie von den Einge— yorenen bis auf den letzten Mann niedergemacht. — Es wird auch die Ermordung einer anderen Echiffsmannschaft auf der Südseeinsel Murchisa zemeldet. Die Mannschaft bestand aus Böche⸗de⸗ mer⸗Fischern, welche landeten, um Holz und Wasser einzunehmen. Als sie laudeten, wurden sie von den Eingeborenen niedergemacht. Verschont wurde aur die Frau des Tauchers, weil sie eine Einge—⸗ orene ist. f Eine reiche Erbschaft. Wie aus London nitgetheilt wird, hat das Notariatsbureau E. Mather u. Co. in London am 12. ds. Mts. dem »ort wohnenden M. Guggenheim aus Gailingen in Baden die Summe von 87,460 Lst. 11 sh bd. (etwa 1,749,880 Mk.) für die durch ihn zertretenen Erben ausbezaählt. Der französische Konsul in Zanzibar heilt der geographischen Gesellschaft in Paris in einem Schreiben erschreckende Details über den afri⸗ anischen Sklavenhandel, mit. Es herrscht gegen⸗ värtig fast in ganzJentral⸗Afrika eine solche Zungersnot, daß die unglücklichen Neger, um dem Tod zu entrinnen, in Masse sich bei den arabischen dändlern einfinden, um ihnen ihre Weiber, Kinder ind sich selber als Sklaven zu verkaufen. Die menschliche Waare ist derart im Preise gesunken, daß kräftige Männer in Menge zu 4 Franks, Frauen zu 9 Franks auf dem Markt ausgeboten verden. F* GDer höchste Berg der Erde.) Der 29,002 englische Fuß hohe Mount Everest gilt für den höchsten Berg der Erde, es scheint ihm nun— nehr dieser Rang streitig gemacht zu werden. Ein englischer Tourist, Mr. Graham, decr durch Besteig- ung einer Anzahl Hochgipfel des Himalaja · Gebirges »arunter des 24,015 Fuß hohen Kabru sich be— 'annt gemacht hat, meldet in seinen jüngst veröffent⸗ ichteu Reiseschilderungen; daß er nördlich vom Mount Everest eine in Tibet liegende Bergkette vahrnahm, welche augenscheinlich höhere Gipfel aufwies als Ersterer. Bei der Besteigung des dabru wird Graham eine besonders klare Fernsicht u theil. Unvergleichlich, schreibt er selbst, war die ßracht der Aussicht. Im Nordwesten weniger als 70 Meilen von uns entfernt, lag der Mount Everest ind ich zeigte ihn meinem Begleiter, der ihn zuvor ioch nie gesehen hatte, als den höchsten bekannten zergü der Welt. „Das kann nicht sein; die da rüben sind höher!“ erwiderte dieser und wies da— vei auf zwei Spitzen hin, die aus einer zweiten, ziel weiter entfernten Kette aufragten und über die Ubhänge des Mount Everest heruͤbersahen — nach iner rohen Schätzung 850— 100 Mi. weiter im Norden. Ich war nicht wenig erstaunt; dennsch timmten wir alle in unserem Urtheile überein, daß jene beiden unbekannten Spitzen, von denen die eine ein Felshorn, der andere ein Schneegipfel var, höher seien. Dieser Bericht bringt zwei früher ihnliche Wahrnehmung eines Mr. Hooker und Ka⸗ zitän Harman in Erinnerung, welche beide dieselbe Bergkette sahen. Ob die weiteren Forschungen in enem schwer zugänglichen grandiosen Gebirgslande die Vermuthung bestätigen, bleibt abzuwarten, mit eener höchsten Erhebung des Himalaja wäre zugleich die Wasserscheide zwischen dem indischen Ozean einerseits und dem stillen Ozean, dem Kaspischen und dem nördlichen Polarmeere andererseits ge— unden. Dioenstesnachrichten. Ernannt wurden: Lehrer Jakob Zöl ler von der II. dath. Lehrerstelle zu Diedesfeld zum Lehrer an der J. kath. Lehrerstelle daselbst; der interim. Verweser Gg. Christian Steger in Stammbach zum Lehrer daselbst; der interim. Verweser Robert Renn in Insheim zum Schulverweser daselbst; Lehrer Karl Diehl zu Obermoschel zum Lehrer in Winnweiler; der interim. Verweser Jakob Schmitt in Kleinsteinhaufen zum Lehrer daselbst; der interim. Verweser Konrad Groh in Wald— rohrbach zum Lehrer daselbst; der interim. Verweser Johannes Mickert in Weisenheim a. B. zum Schulverweser daselbst; Lehrer Franz Louis in Ensheim zum Lehrer in Herxheim; der interim. Verweser Jakob Heiglin Bann zum Lehrer daselbst; Lehrer August Aschauser zu Bechhofen zum Lehrer in Billigheim; Lehrer Konrad Niseser in Lachen zum Lehrer in Waldsee. Sterbefaͤlle. Gestorben: in Flommersheim Johaunes Sa⸗ athus, kath. Lehrer, 62 J. 2i M. a.; in Lambsheim Johannes Deffaa, 62 3. a. Fur di⸗ Vedaktisn verantwortlich: F. XR. Demez. Schiffsberidzt der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingberl. Der kgl. Postdampfer „Belgenland“ Kapitän Beynon, welcher am 31. Januar von Antwerpen abging, ist am 13. Februar wohlbehalten in New⸗ York angekommen. —TT (Von Dankesgefühl durchdrungen) 'ann ich nicht umhin, Ihnen meinen wärmsten Dank qus⸗ usprechen. Denn Ihnen verdankte ich das höchste Gut, das in Mensch auf Erden besitzen kann, Gesundheit. Nachdem ch eine ziemliche Anzahl von Mitteln, die mir von allen Seiten gegen mein Leiden — Blutandrang, Schwäche der lugen, verbunden mit peinigenden Kopf- und Magen⸗ chmerzen — gerathen wurden, sämmtlich fast ohne jeden rrfolg verbraucht hatte, entschloß ich mich, veranlaßt durch ie Atteste, die ich in den Blättern fand, einen letzien Ver— uch mit den Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen (er⸗ „ältlich a Mk. 1 in den Apotheken) zu machen, Und siehe da, mein Vertrauen war nicht getäuscht worden. Von meineim deiden befreit, halte ich es fuͤr meine Pflicht, Sie hiervon ju benachrichtigen, damit Sie zum Segen fur andere Leidende auch von meinem Zeugniß Gebrauch machen önnen. Ich verbleibe schließlich im Gefühle innigster Dank⸗ uarkeit Ihr Georg Benkendörfer, Districtsbautechniker. Seidelsdorf bei Dinkelsbuhl (Bayern.) Man achte genau darauf, deß jede Schachtel als Etiquett rin weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenszug R. Brandt's trägt. Nr. 124 des praktischen Wochenblattes fur alle Hausfrauen „Fürs Haus“ enthält: Die höchste Kunst. — Kurze Gefellschaften. — Haushaltungsbücher. — Umgangs-Gebote für stinder und andere unerzogene Leute. — Unser ägliches Brot. — Die Frau im Sprichwort! - Der Hausgarten im Februar. — WVerein für Schriftstellerinnen. — Frauenheim. — Schaufenster. — Boshafte Kinder. — Vorbindeservietten. — dinderleibchen. — Gestickte Nachthauben. — Sprüche für Papier-Körbe. — Cylinderhütchen. — Wuchern des Bockdornes zu vermindern. — Eßbare Bilze. — Amazonenpapagei. — Abfressen der Federn. — Gehäkelter Rock. — Rothe Schleier. 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Der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltung Blatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich J A 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen LMA 75 —, einschließlich 40 4 Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr far die 4espaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I3 ⸗9, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — — M 36. Donnerstag, 19. Februar 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. »Der Reichstag hat am Montag, wie nicht anders zu rwarten war, die Erhöhung des Weizen· und Roggenzolles von 1 Mt. auf 3 Mk. dro 100 Kgr. beschiossen. Die Minorität war bezüglich des Roggenzolles erheblich größer als be⸗ züglich des Weizenzoles; für diesen stimmten 220 gegen 113, für jenen nur 192 gegen 151 Stimmen. Rachdem der Staatssekretär v. Bötticher erklärt hatte, daß die Bundesregierungen voraussichtlich gegen die weitere Erhöhung des Roggenzolles über die Regierungsvorlage, dieselbe hatte nur 2 Mark beantragt, keinen Widerspruch erheben würden, konnte das Ergebniß der Abstimmung nicht mehr zweifelhaft sein. In der nationalliberalen Fraktion find, wie bekannt, die Gegner und die Freunde erhöhter Getreidezölle nahezu gleich stark vectreten. Für die Erhöhung des Roͤggenzolles auf 3 Mark haben indeß nur etwa 10 meist süddeutsche Mit⸗ glieder gestimmt. virthschaftlichet Justände in unserem Vaterlande Eokale und pfälzische Nachrichten. u bieten vermag. Die Versammlung nahm sodann *St. Ingbert, 19. Februar. Heute wurde Anträge an auf Beseitigung der Differentialtarife, uns als Vorbote des nahenden Frühlings ein Mai— ie Reform des Aktiengesetßes von 1870, die Re⸗ käfer überbracht. Der braune Bursche bewegt ision der Gewerbeordnung und des Unterstützungs- iich sehr munter und scheint keine Ahnung davon vohnsitzgesetzes, auf Verträge zwischen den ländlichen zu haben, daß seine Zeit noch nicht gekommen ist. Arbeitgedern und Arbeitnehmern in gesetzlicher Form *— Der Pfalz⸗Saarbrücker Bezirks⸗ veiche für beide Theile einen wirksamen Rechtsschuß derein des Vereins deutscher Ingenieure wird n deschieunigten Verfahren mit vorläufiger otts. ünftigen Sonntag, Nachmittags 1 Uhr, zu Zwei- volizeilicher Entscheidung gewährt. zrücken im Gasthaus „Zweibrücker Hof“ eine Ver—⸗ Berlin, 17. Februar. Heute Nachmittag ammlung abhalten. »on 2 bis 41 Uhr fand unter dem Vorsitz des * Die Pfälzischen Eisenbahnen ver— Fürsten Bismarck eine Sitzung des Staatsmini- innahmten im Januar ds. Is. 81,415 Mk. 75 jeriums statt. Pfennig mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. 2Schnappach, 17. Februar. (Ein Fast⸗ iachtsstreich) Ende voriger Woche gingen zwei unge Leute von hier nach St. Ingbert, um sich, vie man hörte, Maskenkleider für die kommenden Tage zu besorgen. Ob nun infolge eines abge— chlossenen guten Geschäftes, oder eines über das Nichmaß genossenen Schoppens, oder vielleicht auch aur zu Ehren der närrischen Zeit glaubten sie, ihr Müthchen an einem von der Arbeit heimkehrenden, ruhig seines Weges gehenden Manne kühlen zu müssen, indem sie denselben ohne alle Veranlassung überfielen und mißhandelten. Die Sache wurde der hiesigen Gendarmerie zur Anzeige gebracht, wvelche die Thäter bald ausfindig gemacht hatte. Ihre etwas gar zu übermüthige Handlungsweise vird ihnen sicher eine angemessene Strafe zuziehen, ind dürften beide dann daraus die Nutzanwendung olgern, daß man friedliche Leute nicht so ohne veiteres anfallen darf. [*] Schnappach, 18. Februar. Die Zeit des Carnevals wäre also wieder überwunden. Hier —DD aufen. Am Samstag Abend war in der Eisel⸗ chen Halle ein Maskenball, der namentlich von ruswäris stark besucht gewesen sein soll. Am Sonn⸗ jage und Montage fand in den beiden andern Lo—⸗ alitäten Tanzmusik statt und verlief alles in bester Irdnung. w. Blieskastel, 19. Februar. (Besitzwechsel.) das an der Schloßbergstraße gelegene Wohnhaus des verstorbenen Raurermeisters Nikolaus Jenner⸗ vein wurde gestern von Frau Joseph Bruch um 1500 Mark ersteigert. — Aus der Pfalz, 17. Februar. Einem deizer der Pfälzischen Eisenbahnen schien ein un—⸗ erwartetes Glück zu leuchten; denn aus seinen Kohlen auf dem Tender blinkte ihm etwas entgegen, was einer Geldrolle sehr ähnlich sah. Bei naäherer Unter⸗ 'uchung stellte sich jedoch der seltene Fund als eine Dynamitpatrone heraus. (Wie wir vernehmen, soll in den Kohlenvorräthen einer Lokomotive, auf der Strecke zwischen Zweibrücken und Schwarzen⸗ acker, ebenfalls eine Dynamitpatrone aufgefunden wvorden sein. Offenbar hat ein Bergmann die be— reffende Patrone in den Kohlen aus Versehen liegen gelassen.) —“ In Bubenhausen kam es am Sonn⸗ ag Abend gelegentlich einer Tanzmusik zu einem Streite zwischen Civilisten und Militär. Ein Acht⸗ ehner zog das Seitengewehr und schlug damit in der Hitze des Gefechtes einer alten Frau, die ihren mnaskirten Sohn vom Streite zurückhalten wollte, nuf den Kopf, daß der Schädelknochen gespalten wurde. — In Großfischlingen wurde am Sams— jag von böswilliger Hand versucht, mehrere Gebäude in Brand zu stecken. In drei Fällen nahm das Paris, 16. Februar. Heute fand die Beer⸗ digung Valloͤs, eines bekannten sozialistischen Agi⸗ tators, statt. Vor dem Sterbehause (Boulevard Saint Michel) hatte sich eine ungeheure Menschen⸗ neng angesammelt. Doch hielt sich die Polizei zänzich sern. Als der Sarg herausgetragen wurde, jörte man die Rufe: „Es lebe die Commune!“ m 1 Uhr setzte sich der Leichenzug, an welchem ungefähr 5000 Personen sich betheiligten, in Be⸗ wegung. Eine schwarze und fünf rothe Fahnen wurden voraufgetragen. Unter zahlreichen Kränzen trug einer die Inschrift „Die deutschen Sozialisten in Paris“. Diese Bezeichnung brachte eine Anzahl Zuschauer, besonders Studenten, in Aufregung, die dann wüthend riefen: „Nieder mit Deutschland Preußen und der Commune! Es lebe Frankreich ind Elsaß-Lothringen!“ Während der ganzen dauer des Zuges wurden diese Kundgebungen ortgesetzt. Auf dem Boulevard Saint Germain am es zu einem förmlichen Handgemenge; man varf sich mit Steinen und schlug mit Stoͤcken auf inander los; mehrere Personen wurden verwundet. Uuf dem Kirchhofe wurden vier Reden gehalten; zuch wurde viel gerufen: „Es lebe die Commune!“ Paris, 17. Februar. Dreihundert Studenten mterzeichneten einen Protest gegen die Kundgebung der deutschen Sozialdemoktaten bei dem gestrigen Begräbnisse Jules Valloͤs. Der „Temps“ bespricht den gestrigen Zwischenfall und sagt: Indem die eutschen Sozialdemokraten politische Kundgebungen n Frankreich ins Werk setzen, verletzten sie die Basifreundschaft, welche sie genießen, die Regierung zürfe ein derartiges Verhalten nicht dulden. Paris, 17. Februar. Eine Depesche Brioͤre's om 14. Februar meldet über die Besetzung Lang ons folgendes: Die Franzosen griffen am 12. Februar früh die Chinesen an, welche starke, auf nehrere Foris gestüßte, mit Geschützen reichlich ver⸗ ehene Siellungen mit zahlreichen Streitkräften be⸗ etzt hielten. Der Kampf dauerte bis Abends. Er chloß mit glänzendem Augriff ab. Dunkelheit und chlechtes Wetter begünstigten die Flucht des in holler Auflosung befindlichen Feindes. Der fran⸗ ösische Verlust seit dem 9. Februar ist 39 Todte, 22 Verwundete. Die Franzosen besetzten nach inem Scharmützel und Bombardement Langson und Kelmanund rückten noch drei Kilometer vor. London, 17. Februar. Die Regierung be⸗ chloß, das Anerbieten Kanadas und Viktorias Australien), Truppen zu senden, abzulehnen, da etztere voraussichtlich doch nicht zeitig genug in Zuakim eintreffen würden, um an den Operationen heilzunehmen. Das Truppencontingent von Neu⸗ uͤdwales besteht aus 212 Mann Ärtillerie, 822 MNann Infanterie und 200 Pferden. Ein zeitgemäßer Gesetzentwurf wird seitens der konservativen Partei vorbereitet. Die „Schl. Ztg.“ rit für schleunige Einführung einer scharfen Be⸗ steuerung des inländischen Branntweinkon— fums ein, welche so bemessen sein soll, daß da⸗ durch der Konsum auf ein Drittel seines jetzigen Umfanges herabgedrückt werde. — Wenn wir auch aus volkswirthschaftlichen Gründen bei einem der⸗ artigen Entwurf die Interessen unserer Branntwein⸗ brenner thunlichst berücksichtigt haben wollen, so halten wir es doch im Interesse der Moral dringend geboten, der in diesen Kreisen leider überhand neh⸗ nenden „Schnapssucht“ auf diese Weise an den Kragen zu gehen. Sie hat dann wenigstens das eine Guͤte“, uns Steuer-Erträge zu liefern und dadurch drückende Steuern zusvermindern. Wie der „Kreuzztg.“ aus Rom gemeldet wird, ist es der Geschiclichkeit des Hrn. v. Schlözer und dem Entgegenkommen des päpstlichen Stuhles gelungen, alle Schwierigkeiten, welche in letzter Zeit einer Neubesetzung des verwaisten Limburger Bischofsstuhles entgegenstan⸗ den, hinweg zu raumen. Ueber den Namen des zukünftigen Bischofs herrscht, wie dies in solchen Fällen uüͤblich, das strengste Stillschweigen. In den vatikanischen, der kirchenpolitischen Frage nahestehen⸗ den Kreisen hofft man, daß das neuerliche Ent⸗ gegenkommen Leo's XIII. auch auf die Wiederauf- nahme der Verhandlungen über die prinzipiellen lirchenpolitischen Fragen von Einfluß sein wird. Deutsches Reich. Berlin, 17. Februar. Die Reichstagskom⸗ mission lehnte in zweiter Lesung das Postspar⸗ kassengesetßz ab und nahm eine Resolution an, welche die Regierung auffordert, ein Gesetz vorzu⸗ legen, durch das die Postanstalten Annahmestellen für die Sparkassen werden. Berlin, 17. Februar. Die zehnte General⸗ oersammlung der Steuer⸗ u. Wirthschaftsreformer nahm folgende Resolution an: Die Versammlung spricht dem Reichskanzler ihren ehrfurchtsvollen Dank für den Schutz aus, den derselbe der schwer bedrohten deutschen Landwirthschaft zu Theil werden ließ. Dieselbe richtet an den Reichskanzler die Bitte, er möge die internationale Doppelwährung einführen, welche nach ihrer Ueberzeugung allein eine sichere Bürgschaft für die Wiederkehr gesegneter Feuer, ehe es gelang, desselben Herr zu werden, zroͤßere Ausdehnung an. — Pirmasens, 17. Februar. (Zur Strike.) Es hat nun doch eine Arbeiterversammlung statt zefunden, die auch von mehreren Fabrikanten be⸗ ucht war. Bis auf weiteres unterbleibt am Zahl⸗ ljag der Abzug von Geldern für die Krankenkasse ses wurden bisher pro Woche 48 Pfg. vom Lohne zurückbehalten). Zu dem bereits gemeldeten Grunde der Strike hat sich nun noch ein anderer gefunden. Das Reichsgesetz läßt den Beitritt solcher Arbeiter, zie schon bei einem Privatverein gegen Krankheit dersichert sind, fakuliativ. Die Fabrikanten haben fich dagegen geeinigt, alle Arbeiter zur Zahlung in die Fabrikkrankenkasse anzuhalten. Man fuücchtet, daß die Geschichte noch viel Staub aufwirbeln wird. GBw. Ztg.) — Lampertsmühle, 17. Februar. Der Spenglermeister Fr. Diel von Otterberg wurde heute Nachmittag in der Lauter, nämlich in der Nähe von der Fabrik Lampertsmühle, ertrunken aufgefunden. Derselbe ist in der Fabrik als Spengler beschäftigt gewesen und begab sich gestern Abend nach Schluß der Arbeit um 8 Uhr auf den Weg nach Hause und gerieth wahrscheinlich infolge der Dunkelheit von dem Wege und fiel in die Lauter, welche eben sehr tief ist. Diel war ein sehr ge⸗ achteter Mann und wird in Otterberg und der Um⸗ jegend allgemein bedauert. K. 3.) —* Die Grube Frankenholz hatte nach der Zweibr. Ztg.“ im letzten Monat Januar ein Kohlenergebniß von 14,480 Zir.; sie fördert also läglich 6— 700 Zit. Kohlen und wird in einigen Monaten, wenn die Vorrichtungsarbeiten vollendet ind und der eigentliche Abbau beginnt, mindestens 2-23000 Ztr. täglich fördern können. Da die Wege von Frankenholz ab, namentlich die Strecke don Frankenholz nach Oberberbach, sehr schlecht ind bei feuchtem Wetter rein unfahrbahr sind, so jat die Grubengesellschaft beschlossen, eine Draht⸗ seilbahn, sei es bis Bahnhof Mittelbexbach, sei es bis an die Straßenkreuzung bei Kleinottweiler, an⸗ zjulegen. Die Gesellschaft hofft, innerhalb eines Jahres, vielleicht schon im nächsten Winter, ihre Bahn ebenfalls in Betrieb setzen und so ihre Kohlen auf den Markt bringen zu können. — Zu Schweigen wurde am Sonntaq Abend ein 27jähriger Mann während des Tanzens zom Herzschlag getroffen und fiel todt zu Boden. — In Neustadt fiel das 2izjährige Kind des dortigen Lehrers Lauxr rücklings in einen mit ochendem Sodawaffer gefüllten Kübel und verletzte ich dadurch so schwer, daß es bald darauf starb. — In Zeiskam stürzte ein in demselben Alter tehender Knabe in ein Pfulloch und ertrank. Vermischtes. —7 Mannheim, 16. Februar. Heute Nacht »erunglückte auf der Eisenbahnstrecke Worms-⸗Als- zjeim der Schaffner Schütz, indem er während der Fahrt von einem Trittbrette fiel, vom Zuge über⸗ ahren wurde und sofort auf dem Platze blieb. F Nicht blos in Spanien, auch in Deutschland fängt es im Schsße unserer alten Mutter Erde an u rumoren. So hat man vor einigen Tagen in Ziberach zwei sehr heftige Erdstöße ver— pürt, die nach kurzem Zeitraume einander folgten. Donnerähnliches, dumpfes Rollen war hörbar und Begenstände im Zimmer zitterten sichtbar. F(Gebüßter Uebermuth.) Aus Thü— ingen, 16. Februar, wird geschrieben: Mehrere Abiturienten des Eisenberger Gymnasiums hatten ius Freude über das glücklich bestandene Abitu—⸗ ientenekamen in der Restauration des Bahnhofs Frossen am vergangenen Sonnabend Nachmittag eine Kneipe veranstaltet. Bei Einbruch der Dunkel⸗ jeit traten sie den Rückzug auf der Chaussee Frossen Eisenberg an. Auf der Hälfte des Wegẽ holte die jungen Leute ein Zug der die Chausset zenutzenden Sekundärbahn Eisenberg-Crossen ein. Einer der Abiturienten schwang sich in jugendlichem lebermuth auf die Puffer der Lokomotive, um eint Strecke weit mitzufahren. Nach einiger Zeit hörte der Lokomotivführer einen furchtbaren Schrei. Er ringt den Zug zum Stehen und nun findet man »en Unglücklichen unter den Rädern des Zuges al⸗s deiche. Eine Strecke weit war er geschleift worden. F* (Eine Löwenjagd.) Aus M'sila in Algerien wird französischen Blättiern berichtet: Die Unsiedelungen in der Nähe des M'sila-Waldes vurden seit längerer Zeit von einem Löwen beun—⸗ uhigt, der seine Nahrung aus ihren frei weidenden deerden holte. Die Ansiedler vereinigten sich end⸗ ich in der Stärke von 23 Mann, darunter 5 Araber, u einem Jagdzuge und besetzten gruppenweise die Waldpfade, auf denen der Löowe daher kommen nußte. Er kam auch und zwar auf einem Wege vaselbst fünf Schützen, hinter einem Felsen ver. zorgen, ihn erwarteten. Dieselben ließen ihn heran— ommen und gaben nach Verabredung alle zugleich Feuer. Der Löwe drach unter Gebruͤll zusammen und die Schützen stürzten unvorsichtig auf ihn los; das Thier erhob sich und riß mit einem Schlage seiner Tatze dem ersten, der herkam, einem gewissen Sanchez, Vater von elf Kindern, den Leib auf und zermalmi hm durch einen Biß den Kopf. Sanchez' Sohn türzte fich nun auf den Löwen und zerfleischte denselben mit Messerstichen, aber mit einem Bisse riß ihm das Raubthier einen Arm ab; zwei andere Jäger trugen ebenfalls schwere Verletzungen dadon, bis endlich der fünste, Namens Moise ben Reboh ein Jude, dem Löwen durch einen Schuß ins Oh den Garaus machte. Verloosungen. Gewinnziehung der Wohlthätigkeits-Lotterie zu Gunsten des Renten- und Unterstütungsvereins füͤr Frauen und Mädchen in München. Es gewinnen: 25. 000 Mt. Nr. 215657; 5000 Mt. Nr. 86046; 2000 Mk. Nr. 116581; je 500 Mtk. Nr. 33656 und 56866; je 300 Mt. Nr. 68046 92703 144219 156239 und 207584; je 200 Mt. Nr. 23024 28178 24262 61341 86609 89564 118691 166150 174793 216723; je 100 Mt Rr. 185 1903 61108 72738 109191 109871 137156 145272 184566 192436. Dazu kommen noch 20 Gewinnste mit je 50, 50 mit je 20, 100 nit je 16, 150 mit je 10, 1350 mit je 4 und 3000 mit je 3 Mark. Briefkasten der Redaktion. An den Herrn ?2.Correspondenten dahier. Ihre Notiz über den nächtlichen Lärm, durch den eine Ge— ellschaft vom Tanze heimkehrender junger Damen ind Herren, die, wie Sie schreiben, zu den Besseren zezählt zu werden wünschen, Sie und die andern Bewohner der betr. Straße im Schlafe störte, wollen vir ungedruckt sein lassen. Es war ja doch Fast⸗ iacht, vielleicht waren auch, wie Sie vermuthen, die Köpfe etwas illuminiert. Gönnen wir den Ruhe⸗ störern also für den nächsten Morgen und zur Besserung für die Zukunft einen tüchtigen Katet ind schenken wir denselben Ihren Artikel. Wir senken,. Sie sind damit einverstanden! Vekanntmachung. Fuür die medaliion verantwortlich: F. X. Deme In allen amtlichen Ängelegenheiten bin ich mur im Stadhaufe imme des Bürgermeisters“ Vormittags 10 und Nachmittags 2 Uhr zu sprechen. Ausnahmen sinden nur in Selr rngencdlen Fällen statt. IIMTICIII, Bürgermeister. — F Bewaßgee —A —— — . dery. Montag, den 283. Februar 1885. Mittags *21 Uhr zu St. Ingbert hor der Wohnung des Wirthes Philippl Paulus, werden Wirthstische, Stühle, 1 Ein— schenke mit Eisschrank, 1 Luft⸗ pumpe mit Zubehör, 1 Regu— lator, 1 Spiegel, Bilder, Bänke, Hläser, 1 Küchenschrank, 1 Blu⸗ mentisch, Gartenstühle, 1 Hand⸗ wägelchen, u. dgl. mehr jegen Baarzahlung zwangsweise ver⸗ teigert. Blieskastel, den 18. Februart 1885 Gönnheimer, .Gerichtsvpollzieher. HackselPuttersohneid·Maschinen fabriciren als Spezialität in vorzüglichster Konstruktion und Ausführung. Verbceitet in 22000 Exemplaren. Prämiirt mit nahezu 150 Medaillen. 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Der Reichstag seßte am Mittwwoch nachdem im Stelle des Prinzen Carolath der Abg. Kulmitz zum Schriftführer gewählt worden war, die Be— zathung der Getreidezölle fort. Der Antrag Vrömel, — D Ablauf des spanischen Handelsvertrages in Kraft treten zu lassen, wird vom Staatssekretär Burchard bekämpft und vom Hause abgelehnt. Der Haferzoll (wofür die Regieruͤngsvorlage eine Erhöhung auf 2 Mark vorschlägt) wird nach dem Antrag der freien wirth · schafilichen Vereinigung bei dem bisherigen Zollsatze von 1 Mark belassen. Der Zoll für Buchweizen wird unter Ablehnung der Regierungsvorlage (2 Mark) auf 1 Mark festgesetzt, für Hülsenfrüchte die Veibehaltung des bisherigen Zollsatzes von 1Mk. (die Regierungsvorlage schlug 2 Mk. vor) beschlossen. Für Gerste wird, unter Ablehnung der Regierungs- vorlage (1,50 Mk.), der Zoll von 1 Mt. (bisher 50 Pfg.) beschlossen. Die „Berl. Börsen-Ztg.“ will aus parlamen⸗ tarischen Kreisen wissen, daß der Reichskanzler ge— willt sei, den Reichstag aufzulösen, falls die Vorlage, betreffend die Dampfersubvention, vom Plenum abgelehnt werden sollte. Bei den Deutschen im Ausland findet natürlich zie Anregung einer Ehrengabe für den Reichs— kanzler lebhaften Anklang. Man weiß dort nus igener Ersahrung zu sehr, was jeder Deutsche dem Exringer der Einheik der deutschen Stämme ind darum auch der Ächtung vor dem Reich zu danken hat. So wird u. A. aus einer Sitzung des Vereins der deutschen Reichsangehörigen in Moskau mit Einstimmigkeit die Betheiligung an Zem beabsichtigten Nationalgeschenk beschlossen. Be— sonders wurde betont, daß es weniger auf die Höhe der zu zeichnenden Beiträge, als vielmehr auf eine möglichst allgemeine Theilnahme der deutschen NReichsangehörigen an diesem Werke ankomme. 1 eine Station und zahlreiche Güterschuppen berech— net) und setzt mich wahrscheinlich schon jetzt, sonst iber im nächsten Jahre in den Besitz eines voll⸗ landigen Hauses auf diesem Gebiet («Es ist zurzeit »ermiethet), so daß ich schon ein fertiges Magazin hahe. Außerdem habe ich Verhandlungen zu zrößeren Landkäufen angebahnt, aber nicht abge⸗ chlossen, da ich das Land nicht gesehen und die datze nicht im Sack kaufe; ich habe deshalb nach gerlin und Brüssel geschrieben, und die Gesellschaft nag sich direkt ins Benehmen setzen, wenn sie da »on Gebrauch machen will.“ Deutsches Reich. Berlin, 19. Febr. Die Subkommission für die Börsensteuer will im Laufe des heutigen Tages hre Arbeiten beenden und morgen den Entwurf ertig vor die Kommission bringen. Der Schluß⸗ rotenzwang auf Stempelpapier und der Prozentual⸗ stempel von Ne pro Mille für inländische, “20 für ausländische Geschäfte wurden definitiv angenommen. Ausland. Paris, 18. Februar. Die aus Sheipoo, den 15. Febrnar, datirte, erst heute eingetroffene Depesche Foubet's meldet: Die Fregatte „Yuqueen“, 26 danonen, 600 Mann Besatzung, sowie die Corvette Tschengking, 7 Kanonen, 150 Mann Besatzung, vurden durch zwei Torpedoboote des Admiralschiffs „Bayard“, unter dem Befehle des Schiffskapitäans Bourdon und des Schiffslieutenants Duboc in den Grund gebohrt. Konstantinopel, 19. Februar. Auf den ürkischen Protest gegen die italienische Altion im Rothen Meere ist hier bis jetzt eine eigentliche Ant⸗ vort seitens der Mächte, abgesehen von Itailen, nicht eingetroffen. Die Verhandlungen mit der talienischen Regierung werden fortgesetzt, um den Brotest überhaupt gegenstandslos zu machen. London, 18. Februar. Lord Wolseley meldet nus Korti von hestern, am 13. Februar sei ein Berwundetentransport, der sich auf dem Wege nach Metemmeh befand, von den Aufständischen aus Thartum angegriffen worden. Der Feind habe ich nach anderthalbstündischem Kampfe zurückge- ogen, als leichte Kameelreiterei auf dem Kampf⸗ latze erschienen sei. Die englischen Truppen hätten in dem Gefechte einen Todten nund vier Verwundete gehabt. London, 19. Februar. Es verlautet, der Mahdi mit 50,000 Mann und vielen Geschützen tei auf dem Marsche nach Metamneh begriffen. Dem „B. T.“ wird aus Rom telegraphirt; Zwischen Italien und England wurde geheim ver— inbart, daß England sofort zwei englische Panzer⸗ fregatten nach den Gewässern von Tripolis als reuzer absende, um jedem türkischen oder franzö— ischen Hanstreich zuvorzukommen. Um ein Aufsehen nnerhalh und außerhalb Italiens zu vermeiden, vurde von der Absendung italienischer Kriegsschiffe aach Tripolis abgesehen, dagegen hält Italien in den sicilanischen und süditalienischen Häfen Trans- vortschiffe füt 80 000 Mann bereit, welche theils in Sicilien, theils von Vari nach Reggio⸗Neavel⸗ Baeta echelonnirt stehen. Aus der offiziellen Statistik der letzten Reichsstagswahlen ist zu ersehen, daß von den 9,382,792 Wahlberechtigten des deutschen Reichs bei den ersten Waählen 5,662,957 oder 60,6 Prozent Stimmen abgegeben worden sind. Man sieht, wie groß trotz der lebhaftesten Agitation und der erregtesten Wahlbewegung noch immer die Stimmenthaltung ist. Es, gibt eine ganze Reihe von Wahlkreisen, in denen nur einige 20 pCt. der Wahlberechtigten sich an der Wahl betheiligten, und es sind dies keineswegs immer Wahlkreise, die von vornherein im unbestrittenen Besitze einer Partei sind. Von Interesse ist ferner folgende Wahrnehmung: Die ideale Wahl, die von Rechts⸗ wegen die normale sein sollte, ist ohne Zweifel die, daß der Gewählte die Mehrheit der Wahlberechtigten, nicht blos die Mehrheit der abgegebenen Stimmen für sich hat. Dies trifft aber nur in 51 Wahl⸗ kreisen zu. Wir ersehen daraus, daß die Deutschen eigentlich noch kein „politisches Volk“ sind Premierlieutenant Schul ze vom 47. Infan⸗ erie⸗Regiment, bekanntlich Fuͤhrer einer deutschen dongo-⸗Erpedition schreibt in einem der Münchener Allg. Ztg.“ zur Verfügung gestellten Hrivatbriefe aus Noki am Kongo 9. Dezember: „Nach ungeheueren Anstrengungen und Entbehrungen Jabe ich endlich eine nicht unerhebliche Strecke Landes ür die „deutsche Expedition“, d. h. für Deutsch- and, durch Kaufverträge, die ich mit den Königen in portugiesischer und Kongo-⸗Sprache) und mit der Assoziation (in englischer und franzöfischer Sprache) ibschloß. Morgen werde ich die deutsche Flagge im südlichen Kongo-Ufer bei Noki als unserm Figenthum aufhissen. (Nachschrift: Am 12. ds. vurde die Flagge gehißt und die Grenzpfähle ge⸗ etzt.) Das Gebiet liegt sehr günstig, die Stroöm ⸗ mig ist an diesem Platze gering, natürliche Häfen ind große Tiefen gestalten selbst See⸗ und Kriegs- chiffen dort zu ankern; ich habe die Tiefe gemessen ind an zehn verschiedenen Orten ausgepeilt, 5 Meter Entfernung vom Ufer war 6 Faden und kein Grund, auf 3 Meter Entfernung 452 6 Faden riefe. Der leitende Gedanke war, deutsche Unter⸗ tehmungen unabhängig von andern zu machen. Wir mußten (nach meiner Ansicht) vor allem einen »igenen Hafen haben, wo unsere eigenen Schiffe nuf dem freien Kongo hinauffahren und ihre Waaren ohne Zoll und prozentualen Abzug direkt nn deutsche Magazine schaffen können. Der Platz st fur Anlage von Magazinen, Waarenlagern und ine Station brillant geeignet und liegt am Aus⸗ jangspunkt der größten Handelsstraße. Ich glaube, ch darf diese Erwerbung als einen kleinen Erfolg zezeichnen, zu dessen Erreichung ich allerdings alle Fuergie, rastlose Arbeit und alle physischen und moralischen Krafte aufwenden mußte; aber ich bin doch belohnt. Zu gleicher Zeit habe ich einen Qaufvertrag mit der Assoziaton abgeschlossen; Co⸗ sonel Sir Francis de Winton und ich haben ihn bollzogen und je ein Exemplar nach Brüssel und Berlin geschickt; dieser Kauf erweitert mein Gebiet nicht unerbeblich (immerhin ist es klein. nur für Dem Bundesrathe wird in diesen Tagen der zwischen Deutschland und der südafrikanischen Re— publik (Transvaal) abgeschlossene Freundschafts⸗ und Handelsvertrag zur Berathung und Beschluß⸗ jassung zugehen. Der Vertrag, welcher am 22. Januar d. J. in Berlin zur Unlterzeichnung ge⸗— bracht wurde, enthalt im Ganzen 38 Ariikel und soll sich im Wesentlichen mit den in letzter Zeit von Seiten Deutschlands abgeschlossenen Handels⸗ derträgen in Uebereinstimmung befinden. Dem Vertrage mit der südafrikanischen Republik ist noch ein besonderes Protokoll beigefügt. Die Reichsregierung ist unermüdlich, die deut⸗ schen Interessen in Afrika zu wahren. So hat sie einen Freundschaftsvertrag mit der südafrikanischen Republik (Transvaal) abgeschlossen. Unterzeichnet ist der Vertrag deutscherseiis von dem kaiserlichen Gesandten im Haag, Grafen Herbert v. Bismarck⸗ Schönhausen, und dem Geheimen Legationsrath Hellwig, für die südafrikanische Republit von den Herren Jonkheer Beelaerts von Blodclland. IUeber die PVerhältnisse in der vädsee vird dem „B. T.“ von dem Forschungsreisenden Dr. Bruno Beheim⸗-Schwarzbach aus Wellington (Neuseeland, Ende Dezember 1884), zeschrieben: „Es geht ein Klage-und Wehgeheul urch die Zeitungen Australiens. Deutschlands merwarteter Zug im Pacific⸗Ocean läßt sie aus hrem Lieblingstraume betreffs einer großen Austral⸗ Südsee⸗Vereinigung erwachen. Die Herren Redak⸗ eure reiben sich ihre Augen, geblendet durch den njeuen Stern, der so plötzlich in dieser Hemisphäre rufgegangen. Es war einer der wunderlichsten Träume, der je den Sinn der Englisch-Australier imfangen hatte. Australien strebte nach dem Besiztz »es ganzen Pacific⸗Inselreiches, welches noch nicht un fremde Hände übergangen war. Die endlose Reihe der Inseln und Inselchen wurde als der Schild der Kolonien hetrachtet. Jeder Tbeil dieses Schildes sollte mit der englischen Flagge geschmückt verden. Nur die Engländer sollten das Recht jaben, hier Kohlenstationen zu errichten und das dand zur Aufpflanzung ihrer Batterien zu benutzen. Der Handel des ganzen großen Inselgebietes sollte ein specifisch britisch⸗australischer und die Wohlfahrt der zahlreichen Volksstämme der Südsee sollte den Britisch⸗Australiern unterstellt und von ihnen regulirt verden. Mit einem solchen Schilde in der Hand zlaubte Austral-Asien eine große welt⸗historische Mission erfüllen zu können. Träume dieser Art beschäftigten bis vor wenigen Wochen noch hiesige Publizisten und Staatsmänner ich nenne geflissentlich die Publizisten zuerst, denn zie Kundgebungen der Staatsmänner richten sich zier beinahe steis nach den Kundgebungen jener). stichts konnte die hochfliegenden Pkäne, die sich an derartige Phantasien knüpften, beeinträchtigen, weder zas offizielle Nichtsthum der englischen Regierung, aoch die offiziellen Gelegenheitspredigten deutscher und französischer Blätter. Selbst die Logik von einer Theilung der Welt, von der natürlichen Bleichberechtigung auch anderer Mächte, wurde ver⸗ neint. Englands Weigerung, die von Queensland nns Werk gesetzte Annexion Neu⸗Guineas anzuer⸗ jennen, ruitelte zwar ein wenig an der Zuversicht dieser partikularistischen Weltbeglücker, doch wurde zie zuversichtliche Stimmung bald wieder, und zwar in erhöhtem Maße hergestellt, als Kommodore Erskine das britische Protektorat über den südlichen Theil der Rieseninsel aussprech. — Deutschland durchbricht nun mit einem Ruce die Bariere, die Engiand gegen die Annerxionsgelüste anderer Mächte aufzustellen das Recht zu haben glaubte. Daher die Lamentationen hiesiger Zeitungen über Deutsch- lands Anmaßungen; daher auch die Aufforderung des Premiers der Kolonie Viktoria an die anderen olonien, gemeinsam gegen die neue Nachbarschaft zu protestiren. Dieser Minister, ein Herr Service, berkündet, daß die Annexion Deutschlands das Werk eines Wortbruches sei, denn die deutsche Re—⸗ gierung habe der englischen das Wort gegeben, sich in der Südsee politisch nicht festzuseßen. Natürlich Jlaubt Herr Service selbst nicht, daß ein solches Bersprechen gegeben worden. Man kann nur schwer ein Lächeln unterdrücken ob der moralischen Entrüstung, die sich in den Worten des Premiers undgibt.“ Als ob England nicht Dutzende Male durch Wortbruch, Heuchelei, Unterdrückung und Lüge sich in den verschiedensten Theilen der Erde festgesetzt hätte. .. Doch scheint es beinahe, als ob mit Frankreich ein gegenseitiges Verständniß destanden habe, die Südsee-Inseln unberührt zu assen. Jetzt aber, da England den Süden und Deutschland einen nördlichen Theil Neu⸗Guineas und augrenzende Inseln annektirt haben, wird sich Frankreich voraussichtlich nicht geniren, sein Lieb⸗ jugeln mit den Neu⸗Hebriden in praktische Bahnen zu lenken. Dann wird abermals und in verstärkter Weise ein Klage- und Wehgeheul Australafien durchziehen. Die Erde aber wird sich dabei ruhiq weiter drehen. Der Schild Australiens ist also zerbrochen und zie Stücke desselben im Besitze der drei machtigsten Reiche Europas. Die Inseln selbst und ihre Be⸗ vohner werden bei dieser Theilung sich entschieden resser befinden als ohne dieselbe. Ob und in wie weit Deutschland aber durch sein neues Gebiet pro⸗ fitiren wird, das zu beurtheilen bleibht einer späteren Zeit überlasien. Sokale und pfälzische Nachrichten. t In Folge Erlasses k. Regierung sind nach einer Entschließung des k. Staatsministeriums des Innern für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten die Zeichenhefte mit vollständigem Punkt. oder Liniennetz für den Zeichenunterricht an den Volksschulen mit Beginn des Schuljahres 1885186 verboten und nur solche mit vereinzelten Richtlinien oder Richtpunkten exlaubt. In gleicher Weise sind auch die Zeichen⸗ äfelchen mit vollständigem Punkk- oder Liniennetz oerboten und nur solche mit vereinzelten Richtpunkten oder Richtlinien fernerhin erlaubt. — Zweibrücken, 17. Febr. Schon längere Zeit ist hier zwischen zwei Einwohnern ein Prozeß hor dem k. Amtsgerichte anhängig, der schon einige Male Gegenstand gerichtlicher Verhandlung gewesen, aber jetzt noch nicht entschieden worden, und auf dessen Ausgang man allgemein interessirt ist. Und was ist der Gegenstand dieses Prozesses? Ein danagrienvogel. Der Kläger stellt auf, daß Ser fragliche und ftreifi⸗⸗ Pogel ihm oöntftflsogen ind von dem Beklagten oder andern Personen auf⸗ zefangen worden sein müsse, während der Beklagte dehauptet, schon länger im Besitze dieses Vogels zu ein. Zwei Vertheidiger betreiben den Prozeß, Dutzende von Zeugen sind in dieser Sache schon ius Feld geführt worden, und leider muß das irme Thierchen seit zweieinhalb Monaten im Unter⸗ uchungs⸗ resp. Lanogerichtsgefüngniß, wo ihm illerdings liebevolle und gute Verpflegung zu Theil vird, dem immer noch in der Ferne stehenden Ausgang der Sache harren. Der Kanarienvogel, welcher auf ein gewisses Kunststück dressirt, das er iur dem Kläger machen soll, liegt soweit nur als inzig gewichtiges Beweismittel vor. Da der PVogel dieses Kunststück aber nur dem Kläger macht, elbst seinem jetzigen Pfleger, der sich seit 2h2 Mo⸗ iaten auch schon alle mögliche Mühe hierwegen gegeben jaben will, nicht gehorcht, so besteht allgemein die Vermuthung, daß der Kläger doch der richtige Zigenthümer sein dürfte. Der Vogel, der übrigens in ausgezeichneter Schläger sein soll, darf aber yoch lange singen, bis er die Gerichtskosten, jener er beiden Vertheidiger sowie endlich jene der Zeugen herausgeschlagen hat. — Ueber den bereits erwähnten Racheakt des entlassenen Arbeiter Prell in Pirmasens wird erner berichtet, daß Fräulein Bock durch die Kugel erhältnißmäßig leicht an der Brust verwundet vurde, während der Thäter infolge seines Selbst⸗ nordversuches schwer darniederliegt. Prell ist aus zaiserslautern gebürtig. — Kaiserslautern, 15. Februar. Die siesige israelitische Gemeinde beabsichtigt dem Ver⸗ iehmen nach die Mittel zur Vollendung der Syna⸗ zoge durch eine Lotterie aufzubringen, sofern ihr die Genehmigung dazu ertheilt wird. — Kaiserslautern, 19. Februar. Nach— dem der Termin für die Einsendung der Saat— »roben abgelaufen ist, machen wir die Besucher des Saatgutmarktes darauf aufmerksam, daß der dies⸗ ährige Frühjahrsmarkt wieder eine schöne Auswahl reiswürdiger Waare aufzuweisen haben wird. Die ämmtlichen Muster werden der Keimprobe unter⸗ tellt. Getreidesorten, Hülsenfrüchte und Kartoffeln, verden auf ihre Keimfähigkeit und die Sämereien nuf den eiwaigen Inhalt von Kleeseide geprüft. Jeder Käufer kann sich daher auf dem Markte von der Aechtheit und Keimfähigkeit der einzelnen Waaren selbst überzeugen. Jeder wird seinen Be⸗ hdarf auf dem Markte decken können, und laden wir um Besuche desselben am 24. und 25. ds. Mts aochmals ein. (Kais. Ztg.) — Aus dem Holzlande, 18. Februar. Bestern um die Mittagsstunde wurde gleich beim kingange in den Schopper Gemeindewald von -—chmalenberg aus, die ledige Hebamme J. O. von 5chopp von einem Burschen aus Schmalenberg chwer mißhandelt und schließlich mit einem Schusse ju ködten gesucht. Schwer verletzt mußte das Mädchen nach dem näher gelegenen Schmalenberg erbracht werden. Ein verschmähter Heirathsantrag von Seiten des jungen Unholdes soll die Ursache ieser Unthat sein. K. 3.) — Niefernheim, 18. Februar. Beim stoden eines Ackers des Herrn Bürgermeisters Herr ahier fanden die Arbeiter desselben zwei Menschen⸗ kelette, welche etwa einen halben Meter weit von inander entfernt lagen. Das eine derselben rührte on einem kräftigen Manne, das andere von einem bis 8jährigen Kinde her. Gleichzeitig fanden ie Arbeiter des Herrn L. Herr bei derselben Arbeit ine etwa 4 Pfund schwere Kanonenkugel. Wie nan hört, wurden bei dieser Arbeit schon mehrere erartige Funde gemacht. — Landau, 10. Februar. Gelegentlich des Todes der Wittwe Hiestand (dieselbe wurde als deiche in der Queich gefunden) kursiren seltsame herüchte und Vermuthungen. Man nimmt vielfach in daß ein Verbrechen vorliege. Die Verstorbene st Abends noch eifrig arbeitend auf der Waschbrücke zetroffen worden. Als man die Leiche auffand, rgab sich das Vorhandensein einer Beule am Körper, owie Beschädigung des linken Ohres (die allerdings nuch im Wasser oder bei dem Sturze entstanden ein können). Es ist ferner unerklärlich, wie die deiche durch den hohen und engen Rechen bei der derch'schen Mühle hat durchgeschwemmt werden können. Der Fuhrknecht, gegen welchen sie hätte zeugen oslen, hat am Dienstag Mittag, an welchem die zrau ihren Todt fand, die Stadt verlassen; sein ziger Aufenthaltsort ist unbekannt. Die Beörde Af sw»learonßisch unch ihm rochoörchirt — (Aus Muthwillen verunglückt.) Ein Gjähriger Knabe wollte sich auf das Rückbreif einer durch das Dotf Fußgönnheim fahrenden Chaise etzen, allein er rutschte seitwärts und kam mit dem Fuͤß in die Speichen des Rades. Der Kutscher, welche auf den Hilferuf des Verunglückten sogleich das Pferd anhielt, bewahrte denselben vor größerem Anglücke. Nach Aussage des Arztes ist der Fuß gebrochen. — Frankenthal, 185. Februar. Zu einer auf gestern ausgeschriebenen Bürgerversammlung zum Zwecke der Bewilligung eines Anlehens von 80,000 Mt. hatten sich ganze 12 Stimmberechtigte —XVVVX Jenehmigten. — Neustadt, 18. Februar. (Turnerbund — Kamräigenossenschaft Am Sonntag den 22 Februar findet dahier eine Ausschußsitzung des „Pfälz. Turnerbundes“ statt. — Der weitere Aus— schuß der „Pfälz. Kampfgenossenschaft“ wird Sonntag den 1. März, Vorm. 10 Uhr. im Saalbau zur Berathung über die Satzungen einer pfälzischen Triegersterbekasse zusammentreten. — Neustadt, 18. Februar. Wie der „Zig.“ mitgetheilt wird, hat in verflossener Woche unser herr Bürgermeister Mack ein Terrain von etwa 3 Morgen in der Nähe des neuen Kirchhofes und der Pechfabrik im Auftrage des durch seine zahl⸗ osen Wohlthaten weithin bekannten Herrn Kom— nerzienraths Hetzel angekauft. Der Morgen soll auf 4000 Mark zu stehen kommen. Der Terrain st bestimmt zur vielbesprochenen Spitalanlage, velche all die vielen Werke der Barmherzigkeit, die uinsere Stadt ihrem unermüdlichen Wohlthäter zu hanken hat, krönen wird. — Speyer, 18. Februar. Der Budget⸗ kntwurf des landwirthschaftlichen Kreis⸗Komites der Pfalz für das Jahr 1885 bilanzirt in Ennahme und Ausgabe mit 64.827 Mark. Vermischtes. F Von der Saar, 17. Febr. „Borgen nacht Sorgen.“ Vor einiger Zeit hatten wir Belegenheit in einem Krämergeschäft hinter die doulissen zu sehen und bekamen da erst einen rechten Begriff von dem Unheil, das durch da— edige Borgen herbeigeführt wird. Ueber 70900 M. tanden da in den Büchern aus lauter kleineren und größeren Posten zusammengestellt, wofür der Inhaber des Geschäftes auch nicht einen Groschen mehr geben mochte, also lauter faule Posten, die zereits als verloren betrachtet wurden. „So geht s überall“, sagte man mir, als ich darüber staunte, „aber die Krämer ꝛc. kommen doch nicht zu kurj »abei, denn die Baarzahler müssen erstlich „die Tatze durch den Bach schleppen helfen“, und dann sehen sich die Verborger vor bei den Leuten, denen ie regelmäßig botgen.“ Da muß man denn doch das Borgen als einen bösen Keebsschaden bezeichnen, der besonders vielfach am Wohle unserer Arbeiter⸗ nebpölkerung nagt. (Tr. 3.) F Saarbrücken, 18. Febt. Auf dem Schießstande am Ludwigsberg wurden gestern Nach⸗ nittag von Mannschaften des 7. Dragoner ⸗Regiments Schießübungen abgehalten, wobei, wie der St. Joh. 5br. Anz. berichtet, der am Scheibenstande markirende Dragoner von einer zurückschlagenden Kugel getroffen ind am Bein erheblich verletzt wurde. Der Ver— puudete wurde mittelst Tragbahre ins Militärlazarett efördert und befindet sich außer aller Gefahr. F Saarbrücken, 19. Februar. Im kleinen Zaale des Kasinos hier fand heute eine außer⸗ yxdentliche General ⸗Versammlung der südwestlichen Bruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl⸗ Industrieller statt. an welcher auch Mitglieder des Hereines zur Wahrung der gemeinsamen wirth⸗ chaftlichen Interessen der Saar⸗Industrie mit be⸗ athender Stimme theilnahmen. Die Tagesordnung detraf nach der „Sbr. Ztg.“ Vorberathung der Maßnahmen für die am Montag den 2. März in der Tonhalle hier stattfindenden Generalversammlung der Eisenindustriellen des Saar- und Moselreviers zur Bildung einer Unfall-⸗Versicherungs-Berufsge⸗ rossenschaft. Der Versammlung wohnte der Prä⸗ ident des Reichsdersicherunasamtes in Berlin, Herr Bödiker, bei. Neunkirchen, 18. Febr. Während der drei Karnevalstage wurden 572 Masken-Erlaubnis⸗ Zarten verlangt; der hiesigen Armenkasse wurde dadurch eine Einnahme von 228. 80 Mk. zugeführt. F München, 18. Februar. Heute Morgen hanhß fsich der Scharfrichter Oißlinger mit seinen wen Gehilfen und der Guillotine nach Straubing, * — an dem 22jährigen Raub⸗ nörder Georg Maittinger von Blossersherg zu voll . ichen. Die Hinrichtung soll am nächsten Samstag ollzogen werden. Maittinger hatte belanntlich die Hauslerswittwe Therese Rainer in Staudenau in hrer Wohnung W8 8 dann München, 18. Februar. Eine Fa ings· vn die ein recht deutliches Licht auf unsere Zeit⸗ verhaltnisse wirft, ereignete sich am Montag Morgen. rin Weib in sehr derangirtem Anzuge durchstreifte nehrere Wirthshäuser der Altstadt, wo noch reges Leben herrschte. Man hielt das Weib für eines ener Geschöpfe, die auf der untersten Stufe des Henußlebens angekommen, sich im Trunke vergessen und Befriedigung verschaffen; Spott und Gelächter vegleiteten die Arme, die mit irrem Blide Jemand zu suchen schien. Ju einem der Wirthshauser sragte sie den Wirth und nun kam die Auftlarung, af die Unglückliche ihren Mann, einen Arbeiter juchte, welcher am Samstag Abend mit dem er⸗ haltenen Wochenlohne nicht nach Haus gekommen Zar und sich auch am Sonntage nicht hat blicken lassen, obwohl die Frau keinen Pfennig Geld hatte ind ein Kind schwer krank darnieder lag. Im Hofbräuhauskeller in München wurden an den 3 Fastnachtstagen 240 Hektl. Bier vderzapft, 11 Kälber, 3 Frischlinge, einige tausend Wuͤrste und Sonstiges massenhaft vertilgt. Die obern wie die unteren Lokalitäten waren überfüllt, auch die Günge und das geräumige Treppenhaus von Zechern belagert. Der Garten war zum Leid⸗ wesen Vieler gesperrt. In gleicher Weise waren die übrigen Brauereien in 3— ie Rur immer lustig! in Pfandver⸗ —86 — in München belehnte am Mon⸗ tag während der Mittagsstunden nicht weniger als 41j silberne und goldene Taschenuhren. Frankfurt a. M. 16. Februar. Ein unger Mann ist infolge eines Rattenbisses lebens⸗ zgefährlich erkrankt. Derselbe machte mit einem Zesen Jagd auf das Thier, versetzte ihm auch einen Streich, jedoch nicht stark genug, um es zu töten. Das Thier fprang in die Höhe und biß ihn in den Oberschenkel. Der junge Mann beachtete an⸗ cänglich die stark blutende Wunde nicht, nach und aach fing sie aber an zu brennen, es trat eine Ge⸗ ichwuist ein, welche bedeutend um sich griff und nun gtoße Besorgniß wachgerufen hat. Frankfurt, 18. Februar. Der Ma—⸗ schinenmeister eines hiesigen Buchdruckerei⸗Besitzers, welcher beauftragt war, am Montage in Steinfurt 600 Mk. einzukassiren, dort aber eine Anweisung auf Frankfurt erhielt, hat das Geld hier erhoben und isn mit demselben, unter Zurüclassung seiner Frau und Kinder, verschwunden. Ein übereifriger Polizeibeamter — so berichtet das „Mz. Tgbl.“ — wollte am Fastnachts⸗ Dienstag am Graben einen Fremden aus Frankfurt wegen „groben Unfugs“ arretiren. Der Freme hauie sich die Taschen voll Geld gesteckt, um in Mainz die Fastnacht zu feiern und hatte dann, als ihm einige Schoppen Wein die gehörige Laune gegeben, den Scherz gemacht, mit einem Besen die Straße zu kehren. Für dieses Vergehen“ sollte er nun bestraft, d. h. arretirt und die Nacht hin⸗ durch ins Loch gestect werden. Nur durch die Intervention einiger Mainzer wurde das verhütet. f Essen, 19. Februar. Die „Rh.W. Ztg.“ meldet aus Herne, daß gestern Abend 8 Uhr auf Zeche „Shamrock“ durch Brand in einem Brems- derge in Flötz 4, dessen Entstehung bisher noch unaufgeklärt ist, 7 Mann umkamen. Der Betrieb der Grube ist ungestört; die Zugänge zur Unfallz⸗ siätte sind abgemauert. — GErbsschaft) In einem ärmlichen Stadt ⸗ theile von Berlin wohnte seit langen Jahren eine Witiwe mit ihrem Sohne, einem jungen Mediziner. Sie hatten in ärmlichen Verhältnissen gelebt, und erst mit der Zeit, als sich der junge Mann durch Fleiß und Geschicktichkeit ausgezeichnet hatte, ver. besserle sich ihre Lage. Da starb die Mutter. Am Abend des Begräbnisses erschien im Hause des trost losen Sohnes ein Rechtsanwalt und bat um Er- laubniß, dem Hinterbliebenen das Testament der Mutter vorlegen zu dürfen. Jener war erstaunt, bon seiner armen Mutter eine letzte Verfügung vor⸗ zufinden; wie überrascht, aber zugleich innig gerührt war er, als er aus derselben ersah, daß seine Mutter reich — sehr reich gewesen, daß sie es aber besser gehalten hatte, wenn ihr Sohn sich aus »e»igener Kraft und nicht untersftütt von schnödem BVolde zu Einfluß und Bedeutung emporschwinge. Aus diesem Grunde hatte sie lieber selbst alle Ent⸗ ehrungen getragen, war es doch zum Wohle ihres SZohnes. (Ein vornehmer Dieb.) Der „K. 3. Ztg.“ wird gemeldet: In Mo 3kau trat dieser Tage ein General ⸗Lieutenant, der Träger eines ingesehenen historischen Namens in einen Juwelier⸗ aden und ließ sich verschiedene Gegenstände vorlegen, ohne etwas zu kaufen. Dagegen brachte er durch ine höchst geschickte Fingerfertigkeit, die den Neid )es verstorbenen Bellachini hervorgerufen hätte, zu Wege, ein kostbares Bracelat in seiner Generals- iniform verfchwinden zu lassen. Glücklicherweise vurde das Taschenkunststück des strammen Kriegers, dessen Brust mit Orden bedeckt war. der im Kau⸗ afus und am Schipkapaß wacker gekämpft hat, von inem Anwesenden bemerkt. Der Commis ersuchte —— dleinod herauszugeben; der Generallieutenant warf ich in die Brust, und wies mit Entrüstung die Zeschuldigung zurück. Es blieb nichts übrig, als — General einen Aten Bekannten erkannte, der schon öfters solche »erzweifelte Spässe ausführte. Mit aller seinem stange und seiner Uniform zukommenden Rüchsicht vurde seine hohe Excellenz einer leiblichen Visitation interzogen und der fragliche Schmuckgegenstand aus iner tiefen „Diebestasche“ ans Licht der Welt ge⸗ rracht. „Winowatt“ (ich bitte um Entschuldigung). iußerte der Dieb in der Geuerallieutenantsuniform, „ich ... ja man sagt, ich leide an der Kleptomanie“ — und zog ungeschoren seiner Wege. Paris, 17. Februar. Vergangene Nacht purden bei dem Juwelier Gabriel, Avenue de »Opera, Juwelen im Werthe von 400.000 Franken gestohlen. Paris, 18. Februar. Das meteorologische gureau des „New Pork Herald“ meldet: Ein starker Wirbelsturm, dessen Mitelpunkt heute bei Neu⸗ Zchottland lag, bewegt sich nordöstlich über den Atlantischen Ozean, auf welchem er Sturmwind zus Ost und Südost verursachen wird. Wahr⸗ cheinlich gegen den 22. bis 24. wir er die Küsten on Großbritannien und Frankreich erreichen. Paris, 18. Februar. Ueber den mit un⸗ gemeiner Dreistigkeit verübten bedeutenden Juwelen⸗ diebstahl mittelst Einbruchs in dem Laden des Folbarbeiters Gabriel, 22 Avenue de l'Opera, pird weiter berichte: Die Thüren des Ladens durden mit Nachschlüsseln geöffnet, dann der Geld⸗ chrank erbrochen und eine Menge Diamanten, Jerlen, Smaragden, Rubinen, Saphire, sowie ge⸗ aßte Geschmeide, darunter 8 Halsbänder von 30,000, 75,000 und 80,000 Fres. entwendet. Der Gesammtwerth der geraubten Kostbarkeiten be⸗ ãuft sich auf 8- bis 900. 000 Fres. Plymouth, 17. Februar. Der Dampfer der Red Star Line, „Westernland“, welcher mit 300 Emigranten ; Passagieren an Bord auf der Reise don Antwerpen nach New⸗York begriffen war, lief gestern in stark beschädigtem Zustande in den Ply⸗ oulh Sund ein. Er war in den kleinen Dampfer Holmshurst“, welcher unter Kapitän Richards von Fiutwood nach Cowes mit Kohlen segelte, gerannt ind hatte ihn in den Grund gebohrt. Der Zu⸗ ammenstoß erfolgte am Sonntag Nachmittag um jalb fünf Uhr, acht Meilen oͤstlich vom Eddystone deuchtihurme während eines dichten Nebels. Der dampfer „Holmshurst“ sank fast augenblicklich nach — Matrosen retteten sich, indem sie an Bord der „Westernland“ letterten; der erste Steuermann jedoch, George Cole, wie die Heizer John Welsby und Robert Wood und der Matrose Alfred Dorrinaton ertranken. GDie Niagarafälle als Arbeits⸗ raft. Gelegentlich der Ingenieurs-Versammlung n Buffalo wurde der kühne Vorschlag gemacht, die Zraft der Wassermenge (7700 Kubikmeter per Zekunde), welche bei einem Gefälle von 19,5 Metern lberhalb des eigentlichen Wasserfalles und von 49,5 Metern in diesem selbst im Ganzen 7 Millionen Pferdekräfte beträgt, zur Ausnützung zu bringen. Zei elektrischer Kraftübertragung bis auf 300 Kilo⸗ neter Entfernung ergäbe sich gegenüber dem Dampf⸗ Hettiebe der Etablissements in diesem Bezirke eine ährliche Ersparniß von 1100 Millionen Mark. die Anlage würde allerdings das Suümmchen von »0 Milslionen Mark verschlingen. Gemeinnutziges. Schutz gegen das Zerspringen der Lampen⸗ rylinder. Merkwürdig ist das Faktum, daß unter jundert zersprungenen Glascylindern von Petroleum⸗ ampen mindestens neunzig mit einem Sprunge am Tylinderende beginnen, welcher sich allmählich nach abwärts so weit verlängert, bis er einen Scherben auzreißt, welcher klirrend zu Boden fällt. Gestützt auf diese Thatsache, versuchte ich es, so schreibt man „Ack. W. Ill. Gew.Ztg.“, diesem Uebelstande auf eine womöglich einfache Weise abzuhelfen; ich zestellte mir sowohl für einen Flachbrenner⸗, als auch für einen Rundbrenner⸗Cylinder je einen Ein⸗ hzängechlinder aus Schwarzblech, welcher nur den zritien Theil der Lünge des betreffenden Glas— ylinders besitzt, an einem Ende mit einem Um⸗ chlage versehen ist, und dessen Ouerschnitt so viel »eträgt, daß derselbe mit dem umschlagfreien Ende aach unten bequem in den oberen Theil des Glas⸗ ylinders eingeschoben werden kann. Mit den beiden dampen wurde sedann im vollsten Sinne des Wortes die Feuerprobe angestellt, die Flammen vurden übermäßig hoch aufzedreht, und die Lampen onach durch Oeffnen der Thüren und Fenster einer iskalten, intensiven Zugluft ausgesetzt. Diese Pro⸗ edur wurde sechs Tage hintereinander wiederholt, iber die Cylinder blieben intakt, als jedoch am iebenten Tage die Gegenprobe ohne die schützenden Zlechröhren vorgenommen wurde, waren die beiden Blascylinder innerhalb einer Minute zersplittert. Dieser eklatante Erfolg sowohl, wie auch die nach- räglichen überzeugenden Erfahrungen in dieser Hin⸗ icht, bestimmen mich, dieses simple Mittel der Deffentlichkeit zu überantworten, und es wäre nur zu wünschen, daß die Herren Lampenfabrikanten elbst die Erzeugung dieser Schutzvorrichtung in die dand nehmen würden, indem dann das Publikum in exakter ausgeführtes und dabei wohlfeileres Fabrikat erhält, als wenn einzelne Stücke beim Llempner erst bestellt werden müssen. Marktberichte. e. Ensheim, 19. Febr. (Viktualienmarkt.) Butter 1,10 -0,00 M. per Kilo, Eier 95 Pf. ver Dutzend, Kartoffeln — M. Zweibrücken, 19. Febr. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualenmartt.) Weizen O M. — Pf. Korn O M. — Pf. Herste zweireihige &O M. — Pf., vierreihige O M. —. Vf. Spelz oõ M. — Pf., Spelzlern — M. — Pf., Dinkel — WMie. — pf. Mijschfrucht 9O M. — Pf., Hafer O M. — Pf., Erbsen dO M. — Pf. Widen — M. — Pjf. heu 3 M. — Pf., Stroh J Qual 2 M. 40 Pf., II. Qual. Di. 80 Pf., Kartoffeln 1M 70 Pf., Weißbrod 17/3 Kils 50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf., Gemischtbrod 8 Kilo 75 Ppf, paar Weck 90 Gr. 6 Ppf.. Rindfleisch J. Qual. 50 f., il. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 530 Pf. Ham mel⸗ Jeisch 60 Pf., Schweinefleisch 850 Pf., Wein Jviter 80 Pf., Bier1 Liter 24 Pf., Buttere! /1 Kilogr. O M. 92 Pi. Homburg, 18. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ ienmartt., Weizen O M. — Pf., Korn 7 M. 60 pf., Spelzlern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerste reihige O M. — pPf., Geceste 4reihige O M. — Pi., dafer 7 M. 90 Pf., Mischtruht 0O M. — Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken — M. — pPf., Bohnen OM. — ppff., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleißh —- Bi. Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch s50 Pf., Hammelfleishh — Pf. Schweinefleisch 46 Pf. Butter 1 Pfund O M. 86 Pf., Zartoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf. Kaiserslautern, 17. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt. Weizen 9 Mk. — Vf., Korn 8 M. iß Ppf. Spelztern — R. — Pf., Spelz 6 M. 68 pf. Berste 8 M. 72 Pf. Hafer 8 M. 09 Pf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken O M. — Uf., Linsen — M. — Pj. Klee⸗ samen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pf., 3 Pfd. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Vfund 88 Pf. Butter pro Pfd. O M. 95 Pf., Eier per Ded. 72 Pf., Kartoffein per Zentner 1 M. 90 Pf., Stroh J. Qual. 2 M50 Pf., II. Qual. 2 M. 25 Pf. Heu pro CEtt. 3 M. 10 Pi., kleeheu 0 M. — Pf. — — Sterbefaàälle. Gestorben: in Frankenthal Jean Oheim 37 J. a.; in Oppau Leonhard SchmittolIl., 66 J. a.; in Wattenheim Frau Barbara Zimmer—⸗ maung 64 J. a.; in Neustadt Michael Joseph dölsch, Gymnasiast, 21 J. a.; in Frankenthal Frau Anna Maria Knapp, geb. Dikes; in deustadt Jakob Buchba uer, 34 J. a.; »bendaselbst Frau Höcch el, geb. Steuh, 73 Jahre alt. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetz. — — —E AAOGPULVEKG. —X— —— X — iued —* Zu haben bew Herren Jean Peters, J.Rickel, J. Uhl jir St. Ingbert; Carl Panly, Wwe. Fonnet, Blies⸗ astel. Auflage 331,000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhnupt; außerdem er⸗ scheinen Uebersetzungen in zwölf fremden zprachen Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung der allirten, großen Vereinigten Bruania⸗ ilber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, dird wegen eingegangenen, großen Zah— ungsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ nung der Lokalitäten Aunm 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, A daher also: Fast verschenkt. Für nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs— nark) also kaum die Hälfte des Werthes om bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ nann nachstehendes äußerst prachte und ffeltvolles Britaniasilber -Speiseservice, velches früher sogar im Engros⸗-Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, as ewig weiß bleibt und von dem ächten dilber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ cheiden ist A und wird fuür das Beißbleiben der Bestecke garantirt. 5 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit secht engl. Stahlklingen, b Stück Britaniasilder Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiselöffel schwerster Qualität, b Stück Britaniasilber Kaffeelöffel, massive Qualität, 6 Stück Britaniasil ber Theelöffel, feinste Ouualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer suderfein, schwer, Stück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniafilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stück Britaniafilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste zearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde für die einste Tafel bilden und kostet Alles zu sammen nur fünfzehn Mark. Z Geehrte Aufträge werden gegen Nach— nahme (Postvorschuß) oder vorherige Beldeinsendung, so lange der Vorraih eicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. 5311berbersg, Jien, Stadt, Fleischmarkt 16. B. 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Vit reudigem Vertrauen auf endliche Benesung von langjährigem Lei⸗ den, bitte um Zusendung von c.“ - Derartige Dankesaußerungen aufen sehr zahlreich ein und sollte aher kein Kranker versäumen, ich die in Richters Verlags⸗An⸗ talt, Leipzig, bereits in 688.Aufl. richienene Broschüre „Krauken⸗ cceund“ kommen zu lassen, um o mehr, als ihm keine degz daraus erwachsen, da die Zu⸗ endung gratis u. franko erfolgt. merikog nuypfer der tar Lĩnce ahren von Antwerpen jeden Samstag direct na New⸗VYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle slassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an HSerAn LAT. St. Ingqaber N In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: * 29 J ð Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbetk. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, heistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ ichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des zffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel ⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. Um die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine EF Lieferungs-Ausgabe 5 veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen à 1 Mk. durch jede Buchhandlung be—⸗ zogen werden. Kaiserslautern. Nugen Orusĩus. — — — — —— Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben-Brust-Honigs*) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Husten ꝛc. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bahern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben- Brust-Honig, von dem Erfinder und Alleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per Flasche 4.1, 122 u. 8 Mark käuflich in St. Jugbert bei J. Friedrich; in St. Johann bei F. P. Dudenhöffer und N. Aaginot; in lieebastol hei Apotheter Diedeuhofer F 9 * IPus geste Zeitung fũr Leute, die nicht Zeit haben viele Zeitungen eho zu lesen und für Deutsche im Anslande. — — — DA8 ECHO Woohenschrift sur Politix, Litteratur, Kanst und Wienonaohatt. Uöchentlich 32 Foliosenten. Reichhaltigste deutsche Wochenubercient. Das Neueste und Intéressanteste aus allen Gebieten Enthült das Wissens- wertheste ans neuen Büchern und Broschũren. aus allen grõsseren n- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften aller Parteien. deutsche, Oesterreichische, Scehweizer, Ungarische, Holländische, elgische, Amerikanische, Englische, Französische, Hebrüische, talienische, Schwedische, Norwegische, Spanische, Portugiesische, olnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumanische, inische, Türkische Stimmen der Prevee gewaähren ein über- iehtliches und unparteiisches Gesamtbnlde der geistigen Be- vegung unserer Zeit und ihres öffentlichen Lebeus. vert 1T. II. Schorer. Berlin S. W. robenummern gratis und franko. Abonnenten könnan jederzeit cintreten. Ias D 33 àh PP 35 8 33 2.8 d⁊ 12 —9 — —2 — —V —3 2 * 25 F — 466 n zu Zedermanns . — — —W Gebrauch ind stets vorräthig in der Druckerei des St. Inaberter Anzeigers DasBestellungen bei allen Postanstalten, Buchhandlungen, Zeitungs- HDeho. speditionen. sowie bei der rpediticn — J 1 J 7 —* F —* — — * * * —* * —5 —3 — — —I90 —13 F S —I 8 —36 —J H—— 24 V 68 — * öBB8 * *8 A 3 —J3M—— 43 z8 7 — * —8 838 4 9 7 * *7 —— — —JBöB—— — 8 * —8 * —I—— 7 J d 7 —98 AH * 5— 3 —5 J —33 4 * 9 ——S 66 5 * —538 . —An E 3 ĩ * 3 * 9 4 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. * Ingberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs dlatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1475 4, einschließlich 0 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 8, Neclamen 80 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. ⸗ —— — — M38. Politische Uebersicht. Der Reichstag nahm am Donnerstag in entgiltiger Abstimmung das Sperrgesetz nach den Beschlüssen der zweiten Lesung an, überwies in vorlgesehßter Berathung der Tarifnovelle die Position Raps⸗ und Rübsaat einer besonderen Kommission, genehmigte eine Maiszoll von 50 Pfennig (wie üher), nahm den Antrag des Abg. Trimborn an, zen Shrischen Dari (petit mais blane) mit Mais m Zollsatz gleich zu stellen. Der deutsche Kommissar für die deutsch-eng⸗ ischen kommissarischen Verhandlungen in London vegen des Ausgleichs der Meinungsverschiedenheiten hetreffs der Südsee⸗ Inseln, Neuguineas und Fidschis, Generalkonsul Krauel, ist nach London bgereift. Die Verhandlungen werden in zwei dommissionen geführt werden, von denen die eine für die Südsee und Neuguinea und die andere für Fidschi bestimmt ist. Generalkonsnl Krauel nimmt in beiden Kommissionen Theil, während England in der ersteren durch einen früheren englischen Be— amten in Fidschi und in der zweiten durch einen Rechtsgelehrtent vertreten sein wird. Die Grundlage zer Verhandlungen dürfte im Allgemeinen die der deutschen Note an Lord Granville vom 2. August 1884 beigelegte Denkschrift bilden, in welcher der Wunsch ausgesprochen ist, mit England sich über zie geographische Abgrenzung der beiderseitigen In⸗ eressesphären zu verständigen, den beiderseitigen Staatsangehörigen den Genuß wohlerworbener Rechte u gewährleisten, in allen Beziehungen des Handels, der Schifffahrt und der Niederlassungsfreiheit den HHrundsatz der Gleichstellung zur Geltung zu bringen und, sich über die gemeinsame oder gleichmäßige Ueberwachung des Arbeiterhandels zu verständigen. Nicht allein bei den Türken, sondern auch bei den Chinesseen befinden sich jetzt deutsche Offiziere. Ddas Korps Li Hung Tschangs, das gegenwärtig 46,000 Mann zaͤhlen soll, wird von zwei deutschen Bheneralen, Namens Lehmann und Pauli, befehligt, deren Organisationstalent sehr gerühmt wird. SDeutsches Reich. Berlin, 19. Februar. Die Mitglieder ver⸗ chiedener Fraktionen des Reichstags arbeiteten einen Abänderungsantrag zur Dampfersubventionsporlage nus, welcher bestimmi, daß eine Einrichtung getroffen verde, zur Erhaltung der Dampfschiffsverbindungen wischen Deutschland, Ostasien, Australien und Afrika, und dieselbe an geeignete deutsche Unter⸗ iehmer auf dem Wege der engeren Submission inzeln oder zusammen zu übertragen und in der Anlage die Bedingungen für Verträge mit den Unternehmern hinzufügt. Aus den Bedingungen st hervorzuheben, daß der Unternehmer verpflichtet st, bei der Hin und Rückfahrt den belgischen oder jolländischen Hafen anzulaufen oder dort zur Ver⸗ adung stehende deutsche Waaren ohne Frachtzuschlag iach dem Abgangshafen überzuführen. Ferner, daß sofern die bewilligie Summe ausreicht, der Unter⸗ nehmer verpflichtet ist, die Linie von Brindisi nach Alerandrien bis Triest auszudehnen. Möglichst nuf deutschen Werften gebaute Dampfer müssen vorhet durch den Regierungtsachderstaändigen alle Unforderungen genügend anerkannt sein. Berlin, 20. Februar. Der Reichstag setzte ag langerer Berathung den Malzzoll auf Mark 2.40 fest, und nicht, wie defotdert auf 3Mart Berlin, 20. Februar. Der Sperrgesetz wird zurch das heute erscheinende „Reichsgesetzblatt“ ver⸗ ffentlicht. Berlin, 19. Februar. Der Kaiser empfing seute Vormittag den zum Präsidenten des Cura⸗ oriums der Stiftung Nationaldank für Veteranen rnannten Generallieutenant v. Wulffen, sowie den Fommandeur der 30. Division Generallieutenant on Legat, den zum Commandeur der 2. Infan⸗ eriebrigade ernannten Generalmajor von Treskow uind mehrere andere theils versetzte, theils beförderte MPilitärs. Mittags hatte der Kaiser eine Conferenz nit dem Kriegsminister und arbeitete vor der Spazierfahrt noch langere Zeit mit dem Chef des Militär⸗Cabinets General⸗Lieutenant von Albedyll. Am heutigen Abend findet bei den Majestäten im öniglichen Palais die erste musikalische Abendunter⸗ jaltüung in dieser Saison statt, zu welcher etwa 140 Einladungen ergangen sind. Berlin, 19. Februar. Hausminister v. S-—chleinitz ist heute Nachmittag gestorben. Limburg, 19. Februar. Domcapitular soos wurde heute zum Bischof gewählt. (Der Bewählte ist 1828 zu Kamp am Rhein geboren ind bekleidete seit vielen Jahren das Amt des ersten Stadtpfarrers in Limburg.) Posen, 19. Februatr. Dem „Posener Tage—⸗ latt“ zufolge ist der württembergische General⸗ ieutenant von Brandenstein zum Commandeur der 9. Division in Glogau ernannt worden. Ausland. Madrid, 19. Februar. Dem Vernehmen iach wird die Regierung denjenigen Offizieren, velche an der englischen Expedition nach dem Su⸗ zan theilnehmen wollen, hierbei kein Hinderniß in den Weg legen. London, 20. Februar. „Reuter's Bureau“ neldet aus Korti von heute: General Stewart sst am 16. d. Monats in Gakdul an der n der Schlacht bei Metamneh erhaltenen Wunde gestorben. Eokale und pfälzische Nachrichten. * St. In gbert, 20. Februar. Aus ver— chiedenen Orten der Pfalz war in jüngster Zeit zas Auftreten einer Augenkrankheit (ophthalmia zranulosa) gemeldet worden. Bei der leichten lebertragbarkeit dürfte die Krankheit nicht selten zurch die Schulen vermittelt werden und ist deß⸗ salb von der k. Regierung der Pfalz die Anord⸗ iung ergangen, die Lehrer darauf hinzuweisen, daß rgendwie dieser Kcankheit verdächtige Kinder vom S„—chulbesuche so lang auszuschließen sind, bis nach irztlichem Gutachten die Gefahr der Ansteckung als zeseitigt zu erachten ist. — (Handelsmann und Bauer.) Vor inigen Tagen verkaufte der Handelsmann M. K. on Pirmasens einem Bauer von Niedersimten auf redit ein augeblich lammfrommes Pferd. Allein ach 2 Tagen stellte es sich jedoch heraus, daß er einen echten Masik im Stall hatte. Jetzt war guter Rath theuer. Am Abend des zweiten Tages stiefelt »er Bauer zum Handelsmann nach P. und spricht; Ihr habt mir ein Pferd verkauft, das morgen ge⸗ »fändet werden solle. Ich möchte aber doch nicht jaben, daß Ihr um dasselbe bommt, drum seid so zut und holt es heute Nacht. K. dankt ihm ge⸗ ührt und konnte das Bäuerbein nicht genug ob einer ehrlichen That loben. Er versprach noch in der Nacht zu kommen, Q fübhrt auch seinen Vor— satz aus und holt nächtlicherweise das Pferd. Nach 2 Tagen kommt er und erkundigt sich nach den Verhältnissen des vermeintlich Ausgepfändeten, wo⸗ rauf er die Antwort erhielt? Ei, es geht mir besser ind ist mir jetzt viel leichter als früher. Ein⸗ ehend, daß der Bauer Wiedervergeltungsrecht an hm ausgeübt, konnte er weiter nichts thun, als chimpfend von dannen ziehen! —* In Niederlustadt fiel am Donners⸗ 'ag ein 2e jähriges Mädchen des Ackerers Hellmann in den Dorfbach und ertrank. — Eine Tanzmusik ohne Tänzer.) Am verflossenen Sonntag war in Niederlustadt Tanzmusik in zwei Wirthshäusern. In einem Gast⸗ Jaus spielten, wie man der „Pf. Z.“ berichtet, die Musikanten herrliche Melodieen als Einladungen zum Tanzen; doch Niemand erschien. — Nieder⸗ lustadt scheint also keine Luststadt zu sein. — Vom 8. bis 15. März wird in Rülz— jeim eine Missions-Erneuerung durch drei Fran⸗ iskaner⸗Patres des rechtsrheinischen Bayerns statt⸗ inden. — In Germel heim wurde der bisher uuf dem Bureau des dortigen Bauschaffners ver⸗ vendete 20jährige Gehilfe, Sohn sehr braver und ehr geachteter Eltern von Lingenfeld, durch die hensdarmerie verhaftet. Derselbe wußte sich mittels eines Schlüssels aus der auf dem Bürgermeisterei⸗ hureau befindlichen Handkasse im Zeitraum von inem Jahre in verschiedenen Theilen über 330 M. inzueignen. Vermischtes. F Der Verein für Arbeiterkolonien in Bayern jat sich an die erzbischöflichen und bischöflichen Or⸗ zinariate, sowie das protest. Oberkonsistorium und zie Konsistorien mit der Bitte gewendet, der Geist⸗ ichkeit ihrer Bezirke die Mitwirkung zur Erreichung des Vereins⸗Zieles ans Herz zu legen. Wie eine Panik im Theater entstehen kann. Am vorletzten Sonntag war die Gallerie des Gärt⸗ iertheaters in München zum Brechen übersüllt. Plötzlich entsteht auf einem Punkt im— dichtesten Bedränge heftigste Unruhe, halblautes Murmeln ind verzweifeltes Gestikuliren, einige Damen machen ernstlich Anstalt, sich auf die Flucht zu begeben. Arsache war ein junger Mann, aus dessen Tasche ich ein penetranter, allerdings für viele horrender heruch verbreitete. Der Theatergast hatte wahr⸗ cheinlich als Abendbrod ein Stück sog. Bachstein⸗ der Limburgerkäse zu sich gesteckt, welcher in dem hedränge und der Hitze arg zerquetscht und beinahe n flüssigen Zustand gerathen, das verpestende Aroma erbreitete. Es gelang dem Ungalanten, ehe der Zkandal weiter um sich griff, sich entfernen zu lassen, im sich im Verborgenen seiner sicherheitsgefährlichen Oahlzeit zu entledigen. F Im Großherzogthum Hessen hat die Re— sierung einen Gesetzentwurf fertiggestellt, welcher die Volksschullehrerwittwen⸗Pension auf jährlich 450 Mark erhöht und Darmstadt hat für die dortigen Lehrer eine weitere Gehaltsstufe von 2400 Mark ind 450 Mark Wohnungsgeld einstimmiq und ohne Debatte bewilligt. fF Justus von Liebig erzählte im Freun⸗ »eslreise gern folgendes Frlebniß, das bis jetzt venig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. „Als ich noch Professor in Gießen war, geschah es, daß einem Bauer aus der Umgegend beim Transport in die Stadt sein ganzer Eiervorrath zerbrach. Unten im Korb batte er sein Silhergeld verborgen. womit er Steuern zahlen wollte. Da die Eier un nicht mehr frisch gewesen waren, hatte das ich in ihnen entwickelnde Schwefelwasserstoffgas ein sämmtliches Silbergeld schwarz gefärbt; dies weideutige Geld aber wies der Steuerbeamte zu⸗ rück. Nun war mein Bäuerlein in großer Ver—⸗ egenheit. Da sagte ihm ein anwesender Spaß—⸗ »ogel: „Kommen Sie nur mit mir, da ist bald Rath geschafft.“ Er führte ihn vor mein Haus: Da gehen Sie nur hinein und fragen Sie nach Herrn Professor Liebig, der kann Ihnen das Geld vieder blitzblank machen.“ — Wer war froher als nein Bauer. Er trat gleich mit der Frage in mein daboratorium ein: „Ist Er der Liebig, der schwarzes Beld wieder weiß färben kann.“ — „Jawohl“, sagte ich — „das kann ich!'“ — In wenigen Minuten haite ich durch einige Bäder verschiedener Säuren den Schaden wieder- gut gemacht. Der Bauer, der sehr verzweifelt zugeschaut hatte, lachte nun übers ganze Gesicht: „Na, was kostet's denn?“ ragte er treuherzig. „Das kostet nichts, lieber Freund.“ — „Na, na, umsonst wird Er doch nicht ärben, genir' Er sich man nicht, was kost's“ — „Nichts.“ — „Na“ — und damit griff er in die Tasche und legte einen Sechser auf den Tisch, „dann kann Sein Gesell sich dafür 'n Schnaps taufen.“ — — — — Mein „Gesell“ war aber Niemand anders als mein Assistent, Doktor Nie— neyer. — Das Trinkgeld hat uns nicht wenig —A Ein Mißverständniß bezüglich der Ehrengabe des deutschen Volkes zum 70. Geburtstage des Fürster Bismarck scheint weit verbreitet zu ein und vielleicht von Gegnern genährt zu werden. Diese Ehrengabe wird zwar, ihm und uns zu Ehren, den Namen Bismarck's tragen, sie hat aber nicht die Bestimmung, ihn „reicher zu machen“, im es rund herauszusagen, oder ihm eine „Do⸗ ation zuzuwenden; sie ist vielmehr zu einer dauern⸗ den und gemeinnützigen Stiftung bestimmt, die nöglichst dem ganzen Volke und Reiche zu Gute ommt. Bismarck ist es überlassen, welche Stif— ung er errichten will. und Niemand wird zweifeln, aß dieser Mann, der den weitesten und sicherslen zlick für Dasjenige hat, was dem Reiche frommt, uch für die Verwendung dieser Ehrengabe, die einen Namen in Gegenwart und Zutunft trägt, as Beste treffen wird. F Mons, 20. Februar. Etwa 3000 Ar⸗ eiter der Kohlengruben „Levant du Flenu“, „Pro⸗ uits“, „Belle et Bonne“ bei Jemappes haben die Urbeit heute früh eingestellt und fordern eine Lohn⸗ rhöhung. F Aus Afrika. Der General-Posimeister »es Transvaallandes ist mit Frau und Tochter im Hostwagen ertrunken. Der Unglücksfall trug sich in olgender Weise zu: Im Transvaal gibt es keine grücken. Kreuzt die Straße einen Fluß, dessen euseitiges Ufer man erreichen will, so muß man sindurch, da man nicht darüber kann. Ist ein „trom angeschwollen, so muß man warten, bis er vieder passirbar geworden ist. Der General⸗Posi⸗ neister de Vogel wollte in einem sechsspännigen Zostwagen, der von zwei Kutschern geführt wurde, ber den Krokodilfluß setzen. In der Mitte des 5trtomes verwirrten sich die Stränge eines der gzferde. Ein Kutscher stieg ab, brachte das Geschirr n Ordnung und führte das Gefährte fast bis um jenseitigen Ufer. Dort aber wurde der Strom o stark, daß die Wellen den Mann fortrissen und in einen Baum schleuderten. An diesen klammerte er sich fest und konnte sich retten. Der Wagen nit den Insassen, sowie die Pferde waren inzwischen purlos im Wasser verschwunden. F(Das Deutschthum auf der New— Rrleanser Weltausstellung.) Die, Deutsche ztg.“ in New⸗Orleans schreibt: „Unsere besondere sKtationalität ist von den Ausstellungsleitern ziemlich tiefmütterlich bedacht; es erfordert ein scharfes luge und ein eifriges Nachforschen, um unter den hunderten von Fahnen des Hauptgebäudes die inzige deutsche herauszusinden. Desto besser aber ind wir im Innern der Ausstellung vertrelen; der YReutsche ist da überall zu Hause; in China, in deu⸗ und Alt-Mexiko, in Honduras und Arizona, in Maryland und Nord-Carolina, in Texas und Alabama, selbst in Frankreich, — überall wird deutsch gesprochen; sogar die mit dem rothen Fej bedeckten Derken“ aus Jerusalem machen häufige Versehen und bringen Katt des angelernten „Salem Aleikum, Bismillah Schrumschrum“ ihr heimath, liches „Was schoffens, Euer Gnoden?“ zum Vor— ichein.“ FAus Amerika. Leland Stanford, der fürzlich zum Mitgtiede des Bundessenats für Kali— fornien erwählte Bonanza⸗König“ und Präsident der Zentral⸗Pacific ⸗Eisenbahn⸗Kompagnie, dessen ein⸗ ziger Sohn kürzlich gestorben, wird, wie es heißt, ein 15,000,000 Dollars betragendes Vermögen estamentarisch dem Staate Kalifornia vermachen. Bon dieser Summe soll die 3,000,000 Dollars etragende Schuld des letzteren Staates bezahlt und »er Rest zu Erziehungs⸗-Zwecken verwendet werden. F Der älteste jetzt lebende Menscqh ruf der ganzen Erde dürfte — wenn der in Chi— ago erscheinende „Westen“ recht berichtet ist — John Long sein, der im Jahre 1739 geboren, also etzt über 145 Jahre alt ist. Was aber dem Leben dieses modernen Methusalems einen ganj »igenen abenteuerlichen Reiz verleiht, das ist der Umstand, daß derselbe 125 Jahre seines Lebens n der Sklaverei zugebracht hat. Jetzt wird der Greis in einem öffentlichen Museum in Chicago As ethnologisches Wunder angestaunt. Dienstesnachrichten. Ernannt wurde Steuer-Aufseher Max Joseph dimmelstoß in Neustadt a. H. zum Aufschlagein— nehmer in Kötzting auf Ansuchen, ferner die ge— jzrüften Aufschlagdienst-Adspiranten Friedr. Rothe⸗ mund, Grenzoberaufseher z. F. in Niederstaufen uind Joseph Grüneis, Grenzaufseher in Neuhaus, Hauptzoslamtsbezirk Lindau, zu Sieu eraufsehern, ersterer in Neustadt a. H., letzterer in Landstuhl, und versetzt auf Ansuchen Steuerauf seher Ignaz Meißner von Landstuhl nach Ochsenfurt. Für die Nedaktian verantwortlich: F. X. Deme . 8wangs⸗“ Versteigerung.“ Mist, 2 Schweinchen, 1 Bettlade mit Stroh und Spreusack, 1 Washhtisch, 1600 Cigarren ⁊c. ⁊c. wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 20. Februar 1885 Keck, 5tellvertreiter des Gerichtsvollziehers Faßbender. Zwangsversteigerung., Mittwoch, den 25. Februar tächsthin, zovormittags 10 Uhr in er Wirthsbehausung des Rudolf Mun⸗! inger versteigere ich: 1. Dezimalwaage, 2 Laden— heken, 2 Waarenschafte, 1 Salzkasten, 1 Eierständer, 3 Fäßchen mit Lager, 1 cchreibbult, 1 Handwägel⸗ hen, 4 Wirthstische, 1 Bier⸗ pression mit Leitung und 1 Canapee wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 20. Februar 1885. X 5tellvertreter des Gerichtsvollziehers — 348bender... Prima Ran mIczis mofiehlt Bekanntmachung.“ —— LRCXVORRꝰS gekochtes hl geben in 70 Arbsenme mit Nasser Linsenmehl a. etwas But- ter gekoeht rorzüũgliche Bohnenmehl suppen. für Kinder it W. flaformehl Q —“—— deu Familien- 3J tiseh mit derztenmeble ptn xochen. Kochreit 10 Minuten Höchster Nährwerth grösste Aus- giebigkeit, rasche Zubereitung, vor- züglicher Gesehmack und Rissigkeit —XC Nioderlago boi P Fery in 8St. Ingbert, Montag, den 23. Februar nächsthin, vormittags 9 Utzr zu St. Ingbert in der Wirthsbehaus⸗ ung des Rudolf Munzinger nersteigere ich zwangsweise gegen Baar⸗ ahlung: Secretair, 31 Chiffonier, 4* Commode, 1 Zulegtisch, J1 Kanapee und 6 gepolsterte Stühle, 2 Spiegel, 1 2thü— rigen Kleiderschrank, 1 Tep⸗ pich, 5. vollständige Betten, 157Bierfäßchen, J 1 Hächsel⸗ maschine, 24 feine Servi— etten, 2 feine Tafeltücher, 6 feine Tischtücher, 24 Tischtücher und folgendes —A 2 Bestecke, 1 Theelöffel, 1 Theeseyer und 1 Küchen⸗ chippchen und noch verschie⸗ dene sonstige Gegenstände. St. Ingbert, den 20. Februar 1885 kKech, Ztellvertrelter des Gerichtspollziehers Faßbender. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 24. Februar nächsthin, vormittags 9 Uhr in der Wirthebehausung des Wirthes Philipp Baulus hier versteigere ich: 1.Zlaschenlager, 1 Partie Soda⸗Wasser, 2 Fäßer mit :a. 130 Liter Wein, 2 Fäßer mit ca. 186 Liter — Apfelwein, 2 Kegelspiele u Bei Bäcker König sind bei idens1aufer. ßein d Kegelkugeln, 1 Partie 10 Morgen Ackerland e Vä ——A Bohnenstangen, 1 Vartie auf mehrere Jahre zu verpachten. cdan Katalog gratis. — 7I nob Montag, den 23. Februar 18885, Otittags „21 Uhr zu St. Ingbert yor der Wohnung des Wirthes Philipp Paulus, werden Virthstische, Stühle, 1 Ein— chenke mit Eisschrank, 1 Luft⸗ umpe mit Zubehör, 1 Regu— ator, 1 Spiegel, Bilder, Bänke, Hläser, 1 Küchenschrank, 1 Blu⸗ nentisch, Gartenstühle, 1 Hand⸗ wägelchen, u. dgl. mehr jegen Baarzahlung zwanqsweise ver— teigert. Blieskastel, den 18. Februar 1885. Gönnheimer, Gerichtsvollzieher. — Emser Pastillen (ãcht in plombirton Schachteln) gin bewährtes Mittel gegen Husa- temn, Heigerleit, Ver— sehleimung. HMagen-⸗ sehwüäehe und Verdau ungastörung. Emsor Victoriaquolle. Vorräthig in At. Inghbert boi Peter Fery u. AlIhr. Zorn. Apotheker. tdniqg Vlhelmsa⸗Falsanduslla in Ems 9 Der seit 18 Jahren 0 inübertroffen bewährte rheinische Ircuben-Brust-Honig st unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t Johann bei F. P. Duden⸗ jöffer und N. Maginot; in Blies- castel bei Apotbecker Diedenhbofer. gHierzu „Illuftrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 8. t 17 e Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger? erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs Blatt und Sonntagts mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1I A 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 124 75 —, einschließlich 0 ⸗Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 8, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrüdcung wird nur dreimalige berechnet. F ——— — — M 388. 3 Berlin, 20. Februar. Der Sperrgesetz wird lhsatz aus und holt nächtlicherweise das Pferd. Nach Volitische Uebersicht. durch das heute erscheinende „Reichsgesetzblatt' ver- 2 Tagen kommt er und erkundigt sich nach den Der Reichstag nahm am Donnerstag in ffentlicht. Verhältnissen des vermeintlich Ausgepfändeten, wo⸗ enigiltiger Abstimmung das Sperrgesetz nach den Berlin, 19. Februar. Der Kaiser empfing rauf er die Antwort erhielt: Ei, es geht mir besser Beschlüssen der zweiten Lesfung an, üderwies in jente Vormittag den zum Präsidenten des Cura- und ist mir jetzt viel leichter als früher. Ein— forlgeseßter Berathung der Tarifnovelle die Position driums der Süiftung Nationaldank für Veteranen sehend, daß der Bauer Wiederbergeltungsrecht an daps⸗ und Rübsaat einer besonderen Kommission, rnannten Generallieutenant v. Wulffen, sowie den hm ausgeübt, konnte er weiter nichts thun, als renehmigte eine Maiszoll von 50 Pfennig (wie Fommandeur der 30. Division Generallieutenant chimpfend von dannen ziehen! früher), nahm den Antrag des Abg. Trimborn an, dvon Legat, den zum Commandeur der 2. Infan⸗ —* In Niederlustadt fiel am Donners⸗ den Shrischen Dari (petit mais blanc) mit Mais eeriebrigade ernannten Generalmajor von Treskow ag ein 2ejähriges Mädchen des Ackerers Hellmann im Zollsatz gleich zu stellen. und mehrere andere theils versetzte, theils beförderte in den Dorfbach und ertrank. — — Militärs. Mittags hatte der Kaiser eine Conferenz — (Eine Tanzmusik ohne Tänzer.) Der deutsche Kommissar für die deutsch-eng˖ nit dem Kriegsminister und arbeitete vor detr Am verflossenen Sonntag war in Niederlustadt lischen kommifsarischen Verhandlungen in London Spazierfahrt noch längere Zeit mit dem Chef des Tanzmusik in zwei Wirthshäusern. In einem Gast⸗ wegen des Ausgleichs der Meinungsverschiedenheiten Heilitär⸗Cabinets General-Lieutenant von Albedyll. haus spielten, wie man der „Pf. Z.“ berichtet, betreffs der Suͤdsees Inseln, Neuguineas und Umm heutigen Abend findet bei den Majestäten im die Musikanten herrliche Melodieen als Einladungen Fidschis, Generalkonsul Krauel, ist nach London öniglichen Palais die erste musikalische üÄbendunter· zum Tanzen; doch Riemand erschien. — Nieder- mpgereist. Die Verhandlungen werden in zwei daltung in dieser Saison statt, zu welcher etwa üustadt scheint also keine Luststadt zu sein. dommissionen geführt werden, von denen die eine 140 Einladungen ergangen sind. — Vom 8. bis 15. März wird in Rül z— für die Südsee und Neuguinea und die andere für Berlin, 19. Februar. Hausminister v heim eine Missions-Erneuerung durch drei Fran—⸗ Fidschi bestimmt ist. Generalkonsnl Krauel nimmt Schleinitz ist heute Nachmittag gestorben. iskaner-Patres des rechtsrheinischen Bayerns ftatt⸗ an beiden Kommissionen Theil, während England Limburg, 19. Februar. Domcapitular inden. in der ersteren durch einen früheren englischen Be- Rtoos wurde heute zum Bischof gewählt. GDer — In Germersheim wurde der bisher amten in Fidschi und in der zweiten durch einen Bewählte ist 1828 zu Kamp am KRhein geboren auf dem Bureau des dortigen Bauschaffners ver— Rechtsgelehrten dertreten sein wird. Die Grundlage ind dekleidete seit dielen Jahren das Amt des wendete 20jährige Gehilfe, Sohn sehr braver und »er Verhandlungen dürfte im Allgemeinen die der »xrsten Stadtpfarrers in Limburg.) sehr geachteter Ellern von Lingenfeid, durch die deutschen Note an Lord Granville vom 2. August Posen, 19. Februar. Dem „Posener Tage- Bensdarmerie verhaftet. Derselbe wußte sich mittels 1884 beigelegte Denkschrift bilden, in welcher der hlatt“ zufoige ist der württembergische General- eines Schlüssels aus der auf dem Bürgermeisterei⸗ Dunsch ausgesprochen ist, mit England sich über jeutenant von Brandenstein zum Commandeur der dureau befindlichen Handkasse im Zeitraum von die geographische Abgrenzung der beiderseitigen In. 9. Division in Glogau ernannt worden. einem Jahre in verschiedenen Theilen über 330 M. seressesphüren zu verständigen, den beiderseitigen mʒueignen. Ztaatsangehörigen den Genuß wohlerworbener Rechte zu gewährleisten, in allen Beziehungen des Handels, der Schifffahrt und der Niederlassungsfreiheit den Brundsatz der Gleichstellung zur Geltung zu bringen und sich über die gemeinsame oder gleichmäßige Ueberwachung des Arbeiterhandels zu verständigen. Ausland. Madrid, 19. Februar. Dem Vernehmen nach wird die Regierung denjenigen Offizieren, welche an der englischen Expedition nach dem Su— dan theilnehmen wollen, hierbei lein Hinderniß in den Weg legen. London, 20. Februar. „Reuter's Bureau“ neldet aus Korti von heute: General Stewart sst am 16. d. Monats in Gakdul an der n der Schlacht bei Metamneh erhaltenen Wunde gestorben. Vermischtes. x Der Verein für Arbeiterkolonien in Bayern hat sich an die erzbischöflichen und bischöflichen Or⸗ dinariate, sowie das protest. Oberkonsistorium und die Konsistorien mit der Bitte gewendet, der Geist⸗ lichkeit ihrer Bezirke die Mitwirkung zur Erreichung des Vereins⸗Zieles ans Herz zu legen. — Wie eine Panik im Theater entstehen kann. Am vorletzten Sonntag war die Gallerie des Gärt⸗ nertheaters in München zum Brechen übersüllt. Plötzlich entsteht auf einem Punkt im dichtesten Sedränge heftigste Unruhe, halblautes Murmeln ind verzweifeltes Gestikuliren, einige Damen machen ernstlich Anstalt, sich auf die Flucht zu begeben. Ursache war ein junger Mann, aus dessen Tasche ich ein penetranter, allerdings für viele horrender Beruch verbreitete. Der Theatergast hatte wahr⸗ cheinlich als Abendbrod ein Stück sog. Backstein⸗ o»der Limburgerkäse zu sich gesteckt, welcher in dem Gedränge und der Hitze arg zerquetscht und beinahe 'n flüssigen Zustand gerathen, das verpestende Aroma jerbreitete. Es gelang dem Ungalanten, ehe der Standal weiter um sich griff, sich entfernen zu lassen, um sich im Verborgenen seiner sicherheitsgefährlichen Mahlzeit zu entledigen. F Im Großherzogthum Hessen hat die Re— zierung einen Gesetzentwurf fertiggestellt, welcher die Volksschullehrerwittwen⸗Pension auf jährlich 450 Mark erhöht und Darmstadt hat für die dortigen Lehrer eine weitere Gehaltsstufe von 2400 Mark und 450 Mark Wohnungsgeld einstimmig und ohne Debatte bewilligt. f Justus von Liebig erzählte im Freun⸗ deskreise gern folgendes Erlebniß, das bis jetzt wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. „Als ich noch Professor in Gießen war, geschah es, daß einem Bauer aus der Umgegend beim Transport in die Stadt sein ganzer Eiervorrath zerbrach. Unten im Korb hatte er sein Silhergeld verhorgen. Nicht allein bei den Türken, sondern auch bei den Chinesen befinden sich jetzt deutsche Offiziere. das Korps Li Hung Tschangs, das gegenwärtig 46,000 Mann zählen soll, wird von zwei deutschen Beneralen, Namens Lehmann und Pauli, befehligt, deren Organisationstalent sehr gerühmt wird. SDeutzches Reich. Lesale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 20. Februar. Aus ver— chiedenen Orten der Pfalz war in jüngster Zeit »as Auftreten einer Augenkrankheit (oputhalmia zranulosa) gemeldet worden. Bei der leichten lebertragbarkeit dürfte die Krankheit nicht selten zurch die Schulen vermittelt werden und ist deß— jalb von der k. Regierung der Pfalz die Anord⸗ ung ergangen, die Lehrer darauf hinzuweisen, daß rgendwie dieser Krankheit verdächtige Kinder vom 5„chulbesuche so lang auszuschließen sind, bis nach irztlichem Gutachten die Gefahr der Ansteckung als beseitigt zu erachten ist. — (Handelsmann und Bauer.) Vor inigen Tagen verkaufte der Handelsmann M. K. on Pirmasens einem Bauer von Niedersimten auf sredit ein augeblich lammfrommes Pferd. Allein nach 2 Tagen stellte es sich jedoch heraus, daß er ꝛeinen echten Masik im Stall hatte. Jetzt war guter Rath theuer. Am Abend des zweiten Tages stiefell er Bauer zum Handelsmann nach P. und spricht— Ihr habt mir ein Pferd verkauft, das morgen ge⸗ »fändet werden solle. Ich möchte aber doch nicht jaben, daß Ihr um dasselbe kommt, drum seid so zut und holt es heute Nacht. K. dankt ihm ge⸗ ührt und konnte das Bäuerlein nicht genug ob einer ehrlichen That loben. Er versprach noch in er Nacht zu kommen. O. führt auch seinen Nor— Berlin, 19. Februar. Die Mitglieder ver⸗ chiedener Fraktionen des Reichstags arbeiteten einen Abänderungsantrag zur Dampfersubventionsvorlage aus, welcher bestimmt, daß eine Einrichtung getroffen werde, zur Erhaltung der Dampfschiffsverbindungen wischen Deutschland, Ostasien, Australien und Afrika, und dieselbe an geeignete deutsche Unter⸗ nehmer auf dem Wege der engeren Submission inzeln oder zusammen zu übertragen und in der Anlage die Bedingungen für Veriträge mit den nternehmern hinzufügt. Aus den Bedingungen st hervorzuheben, daß der Unternehmer verpflichtet st, bei der Hin und Rückfahrt den belgischen oder hollandischen Hafen anzulaufen oder dor, zur Ver⸗ ladung stehende deutsche Waaren ohne Frachtzuschlag nach dem Abgangshafen überzuführen. Ferner, daß, jofern die bewilligie Summe ausreicht, der Unter— nehmer verpflichtet ist, die Linie von Brindisi nach Alexandrien bis Triest auszudehnen. Möglichst auf deutschen Werften gebaute Dampfer mussen porher durch den Regierungssachverständigen alle Anforderungen genügend anerkannt sein. Berlin, 20. Februar. Der Reichstag setzte längerer Berathung den Malzzoll auf Maͤrk 2.40 fest. und nichi. wie gefordert auf 3Mart. womit er Steuern zahlen wollte. Da die Eier nun nicht mehr frisch gewesen waren, hatte das iich in ihnen entwickelnde Schwefelwasserstoffgas sein sämmtliches Silbergeld schwarz gefärbt; dies weideutige Geld aber wies der Steuerbeamte zu⸗ ück. Nun war mein Bäuerlein in großer Ver—⸗ egenheit. Da sagte ihm ein anwesender Spaß⸗ bogel: „Kommen Sie nur mit mir, da ist bald Rath geschafft.“ Er führte ihn vor mein Haus: „Da gehen Sie nur hinein und fragen Sie nach Herrn Professor Liebig, der kann Ihnen das Geld vieder blitzblank machen.“ — Wer war froher als mnein Bauer. Er trat gleich mit der Frage in mein Laboratorium ein: „Ist Er der Liebig, der schwarzes Beld wieder weiß färben kann.“ — „Jawohl“, agte ich — „das kann ich!“ — In wenigen Minuten hatite ich durch einige Bäder verschiedener Säuren den Schaden wieder gut gemacht. Der Bauer, der sehr verzweifelt zugeschaut hatte, lachte nun übers ganze Gesicht: „Na, was kostet's denn?“ tragte er treuherzig. „Das kostet nichts, lieber Freund.“ — „Na, na, umsonst wird Er doch nicht färben, geunir' Er sich man nicht, was kost's“ — „Nichts.“ — „Na“ — und damit griff er in die Tasche und legte einen Sechser auf den Tisch, ‚dann kann Sein Gesell sich dafür 'n Schnaps aufen.“ — — — — Mein „Gesell“ war aber Niemand anders als mein Assistent, Doktor Nie— meher. — Das Trinkgeld hat uns nicht wenig Sbpaß gemacht!“ — Ein Misßverständniß bezüglich der Ehrengabe des deutschen Volkes zum 70. Geburtstage des Fürsten Bismarck scheint weit verbreitet zu sein und vielleicht von Gegnern genährt zu werden. Diese Ehrengabe wird zwar, ihm und uns zu Ehren, den Namen Bismarck's tragen, sie hat aber nicht die Bestimmung, ihn „reicher zu machen“, um es rund herauszusagen, oder ihm eine „Do— ation zuzuwenden; sie ist vielmehr zu einer dauern⸗ den und gemeinnützigen Stiftung bestimmt, die nöglichst dem ganzen Volke und Reiche zu Gute ommt. Bismarck ist es überlassen, welche Stif⸗ wung er errichten will, und Niemand wird zweifeln, aß dieser Mann, der den weitesten und sicherslen tzlick für Dasjenige hat, was dem Reiche frommt, uuch für die Verwendung dieser Ehrengabe, die einen Namen in Gegenwart und Zukunft trägt, das Beste treffen wird. F Mons, 20. Februar. Etwa 3000 Ar⸗ heiter der Kohlengruben „Levant du Flenu“, „Pro⸗ zuits“, „Belle et Bonne“ bei Jemappes haben die Arbeit heute früh eingestellt und fordern eine Lohn⸗ erhöhung. f Aus Afrika. DerGeneral- Postmeister »es Transvaallandes ist mit' Frau und Tochter im bostwagen ertrunken. Der Unglücksfall trug sich in folgender Weise zu: Im Transvaal gibt es keine Brücken. Kreuzt die Straße einen Fluß, dessen euseitiges Ufer man erreichen will, so muß man sindurch, da man nicht darüber kann. Ist ein S„trom angeschwollen, so muß man warten, bis er vieder passirbar geworden ist. Der General-⸗Post⸗ neister de Vogel wollte in einem sechsspannigen dostwagen, der von zwei Kutschern geführt wurde, ber den Krokodilfluß setzen. In der Mitte des 5tromes verwirrten sich die Stränge eines der zferde. Ein Kutscher stieg ab, brachte das Geschirr n Ordnung und führte das Gefährte fast bis num jenseitigen Ufer. Dort aber wurde der Strom 'o stark, daß die Wellen den Mann fortrissen und an einen Baum schleuderten. An diesen klammerte er sich fest und konnte sich retten. Der Wagen nit den Insassen, sowie die Pferde waren inzwischen purlos im Wasser verschwunden. f(GDas Deutschthum auf der New— Drleanser Weltausstellung.) Die, Deutsche ztg.“ in New-Orleans schreibt: „Unsere besondere dationalität ist von den Ausstellungsleitern ziemlich tiefmütterlich bedacht; es erfordert ein scharfes Auge und ein eifriges Nachforschen, um unter den dunderten von Fahnen des Hauptgebäudes die einzige deutsche herauszusinden. Desto besser aber iind wir im Innern der Ausstellung vertreten; der Deutsche ist da überall zu Hause; in China, in deu⸗ und Alt-Mexiko, in Honduras und Arizona, in Maryland und Nord⸗Carolina, in Texas und Alabama, selbst in Frankreich, — überall wird deutsch gesprochen; sogar die mit dem rothen Fez bedeckten „Derken“ aus Jerusalem machen häufige Versehen und bringen statt des angelernten „Salem Aleikum, Bismillah Schrumschrum“ ihr heimath. liches „Was schoffens, ECuer Gnoden?“ zum Vor⸗ chein.“ Aus Amerika. Leland Stanford, der fürzlich zum Mitgtiede des Bundessenats für Kali- fornien erwählte Bonanza⸗König“ und Präßsident der Zentral⸗Pacific ⸗Eisenbahn⸗ Kompagnie, dessen ein⸗ ziger Sohn kürzlich gestorben, wird, wie es heißt, ein 15,000,000 Dollars betragendes Vermögen estamentarisch dem Staate Kalifornia vermachen. Voun dieser Summe soll die 3,000,000 Dollart hetragende Schuld des letzteren Staates bezahlt und der Rest zu Erziehungs⸗Zwecken verwendet werden. F Der älteste jetzt lebende Mensch auf der ganzen Erde dürfte — wenn der in Chi— cago erscheinende „Westen“ recht berichtet ist — John Long sein, der im Jahre 1739 geboren, also jetzt über 145 Jahre alt ist. Was aber dem Leben dieses modernen Methusalems einen ganj eigenen abenteuerlichen Reiz verleiht, das ist der Umstand, daß derselbe 125 Jahre seines Lebens in der Sklaverei zugebracht hat. Jetzt wird der GBreis in einem öffentlichen Museum in Chicagoe als ethnologisches Wunder angestaunt. ——— Dienstesnachrichten. Ernannt wurde Steuer⸗Aufseher Max Joseph Himmelstoß in Neustadt a. H. zum Aufschlagein⸗ nehmer in Kötzting auf Ansuchen, ferner die ge— sprüften Aufschlagdienst-Adspiranten Friedr. Rothe— mund, Grenzoberaufseher z. F. in Niederstaufen uind Joseph Grüneis, Grenzaufseher in Neuhaus, hauptzollamtsbezirk Lindau, zu Steu eraufsehern, ersterer in Neustadt sa. H., letzterer in Landstuhl, und versetzt auf Ansuchen Steuerauf seher Ignaz Meißner von Landstuhl nach Ochsenfurt. Fur die Redaltion verantwortlich: F. L. Deme . Zwangs⸗ j Versteigerung. Mist, 2 Schweinchen, 1 Bettlade mit Stroh und Spreusack,“ 1 Washhtisch 1600 Cigarren xc. ꝛc. wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 20. Februar 18886. Keck, —A Zericisvolhieherr Faßbender. Zwangsversteigerung. Mittwoch, den 25. Februar rächsthin, Ivormittags 10 Uhr in er Wirthsbehausung des Rudolf Mun⸗ inger versteigere ich: 1 Dezimalwaage, 2 Laden— theken, 2 Waarenschafte, J Salzkasten, 1 Eierständer 3 Fäßchen mit Lager, 1 Schreibbult, 1 Handwägel⸗ hen, 4 Wirthstische, 1 Bier⸗ pression mit Leitung und J Canapee wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 20. Februar 1885. REI-, ztellpertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender.. Prima Rabam Iczis mpfiehlt Bekanntmachung. 22— KXOBRBRꝰeS gekochtes ben in 70 1886 Prbsenmeh .3* mit Vaeser Linsenmehl u. etwas Bot- ter gekoent voraũgliehe Boôbnenmehl Suppen. kür Kinder mit Wasser Hafermehl oaer Anen ar den Familien- tiseh mit Gerstonmehl Fleischbrüh au łoehen. Kochzeit 10 Minuten Höchster Nahrwerth grösste Aue-- giebigkeit, raseho Zubereitung, vor- züglicher Geschmack und Billigkeit vereinigt. Niederlags beiĩ pP Fery in St. Ingbert. Montag, den 23. Februar 1885, Mittags 21 Uhr zu St. Ingbert oor der Wohnung des Wirthes Philipp Paulus, werden Wirthstische, Stühle, 1 Ein—⸗ chenke mit Eisschrank, 1 Luft⸗ umpe mit Zubehör, 1 Regu⸗ ator, 1 Spiegel, Bilder, Bänke, Hläser, 1 Küchenschrank, 1 Blu⸗ mentisch, Gartenstühle, 1 Hand⸗ wägelchen, u. dgl. mehr jegen Baarzahlung zwangsweise ver⸗ teigert. Blieskastel, den 18. Februar 1885 Gönnheimer, c. Gerichtsvollzieher. Montag, den, 23. Februar nächsthin, vormittags 9 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthsbehaus⸗ ing des Rudolf Munzinger vyersteigere ich zwangsweise gegen Baar— ahlung: Secretair, )1 Chiffonier, 4 Commode, 1 Zulegtisch, 1 Kanapee und 6 gepolsterte Stühle, 2 Spiegel, 1 2thü— rigen Kleiderschrank, 1 Tep— pich, 58 vollständige, Betten, — naschine, 24 feine Servi— etten, 2 feine Tafeltücher, 6 feine Tischtücher, 24 Tischtücher und folgendes Silberzeug: 18 Kaffeelöffel, 2 Bestecke, 1 Theelöffel, 1 Theeseyer und 1 Küchen⸗ schippchen und noch verschie⸗ dene sonstige Gegenstände. St. Ingbert, den 20. Februar 1885. Keck, Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender. Zwangsversteigerung. Dienstag, den 24. Februar nächsthin, vormittags 9 Uhr in der Wirth;behausung des Wirthes Philipp Paulus hier versteigere ich: Zlaschenlager, 1 Partie Soda⸗Wasser, 2 Fäßer mit ꝛa. 130 Liter Wein, 2 Fäßer mit ca. 186 diter! Apfelwein, 2 Kegelspiele u Bei Bäcker König sind bei ide uslauferx. hexun x d Kegelkugeln, 1 Partie 10 Morgen Ackerland — — — Bohnenstangen, 1 Partie auf mehrere Jahre zu verpachten! Bell-Orgelns Katalog gratis. Druck und Versag von F. Xx. Demetz in St. Jngbert. —⸗ Emsor Pastillon (Aeht in plombirton Sehachtoln) ein bewahrtes Mittel gegen Huæs- tem, Heiserkeit, Ver— nehletmung, Magen⸗ sgehwüäcehe unid Verdanu— —XRXXXXX Emser Victoriaquello. Vorrathig in t. Iughert boi Peter Fory u. Alhu. Zorm, Apotheker. kbnig Vilhelms · Folssanqquelle in Ems. 0 Der seit 18 Jahren 0 nübertroffen bewährte rheinische Trauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t Joham bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- kastol bei Apothzecker Diedenhofer. sgierʒu ũmriri⸗ Zonntagsblatt“ Nr. 8. — —B * —— “09 —— Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur ge Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt tostet vierteljahrlich J A 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 4, einschließliq 10 ¶ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 —., Reclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Montag, 23. Februar 1885. 2 Jahrg. E Politische Uebersicht. J Die.interimistische Leitung des preußischen Haus- ninisteriums ist, wie versichert wird, dem Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode über⸗ tragen worden. Die deutsche Marineverwaltung fordert Unter⸗ offiziere aller Waffengatkungen, welche bereits zum Landsturm übergetreten sind,“ auf, sich im Mobil— machungsfalle als Kriegsfreiwillige in das kaiser⸗ liche Seebataillon einreihen zu lassen. Die qu. Bewerber haben sich bei dem nächsten Bezirksfeld⸗ webel zu melden. Deutqjsches Reich. Muünchen, 21. Februar. Die Bestimmungen aber die Rekrutirung der Armee für das Jahr 1885 86 werden in den nächsten Tager von Seite des kgl. Kriegsministeriums ausgegeben Dieselben ürften sich denen der Vorjahre im Allgemeinen msschließen, nur werden heuer zum ersten Male die m Vorjahre durch Allerhöchste Verordnung ange⸗ zrdneten Aenderungen in den Ergänzungsbezirken »er Truppentheile im vollen Umfange in Kraft reten. Hienach erhält das Infanterie⸗Leibregiment eine Rekruten aus dem ganzen Königreich, die in Metz dislozirten Infanterieregimenter Nt. 4 und 8 werden aus den Bezirken beider Armeekorps ergänzt. — Im Namen des Königs wurde vom Staats- ninisterium des Innern das Ehrenzeichen für 25- ährigen Feuerwehrdienst an 254 Personen verliehen ind zwar in der Pfalz an 18. Berlin, 21. Februar. Der Reichstag setzte zei fortgesetzter Berathung der Tarifnovelle den Zoll für Schaumweine auf 80 Mark fest und überwies die Position Kraftmehl ꝛc. an die Zollkommission. Berlin, 21. Februar. Die Holzzoll⸗Kom⸗ nission genehmigte mit 11 gegen 7 Stimmen die dolzzölle in erster Lesung nach den Anträgen der Wirthschaftlichen Vereinigung. Berlin, 21. Februar. Gleichzeitig mit dem Sperrgesetz bringt das Reichsgesetzblatt eine Be⸗ anntmachung des Reichskanzlers betr. die vorläufige krhebung der neuen Eingangszölle für Weizen, soggen, Buchweizen und Gerste. Berlin, 21. Februar. Die Kommission der donferenz beendete heute ihre Berathung. Sie ge⸗ jehmigte den von Lambermont über alle von der donferenz erledigten Arbeiten verfaßten Bericht, der dereits morgen zur Vertheilung gelangt. Am Hontag oder Dienstag ist Sitzung der Konferenz. Mitte der Woche ist Schluß der Konferenz. Ausland. Paris, 22. Februar. Gestern Abend fand m Saale von Levis Batignolles eine sozialistische hersammlung statt, in welcher heftige Reden ge— zalten wurden. Dem „Cri du peuble“ zufolge jollen bei dieser Gelegenheit etwa 15 Personen von der Polizei verhaftet worden sein. Eondon, 21. Februar. Die „Times“ bringt )ie, noch der Bestätigung bedürftigte Nachricht, die kussen seien gegen Penjden vorgegangen, welches och von den Afghanen besetzt ist. Die englische Hrenzkommission zog sich in die Nahe Herats zurüd. Rom, 21. Februar. Der Kriegsminister erteth heute mit den Heerführern den Feldzugsplan m Sudan und die naͤheren Bestimmungen für die nerte Expedition von 3000 Mann. Sokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 23. Februar. Wie wir hören, wird mit Beginn des Schuljahres 1885186 vegen Ueberfüllung mehrerer Klassen die Errichtung iniger neuen Schulen dahier nothwendig. *St. Ingbert, 28. Februar. Nach einem neuerdings hier eingetroffenen Briefe scheint es mit zer Anlage der mehrgenannten Wollspinnerei— Fabrik“ in unserer Stadt seitens einer Züricher Hesellschaft nun doch Ernst werden zu wollen. doffen wir im Interesse unserer Bevölkerung, daß ie Hindernisse, welche dem Unternehmen noch im Wege stehen, glücklich beseitigt werden. —b. Blieskastel, 21. Februar. Bei der seute statigehabten Jagdverpachtung der Gemeinden Alschbach, Ballweiler, Blickweiler, Blieskastel, Bier⸗ ach und Wolfersheim wurden folgende Preise erzielt: . Alschbach 515 M. gegen 482 M. in der Vorperiode, Ballweiler 480 M. 402 M., Blickweilet 201 M. , 326 M. Blieskastel 81 M. 100M., Bierbach 166 M. 104 Mm.. 3. Wolfersheim 4050 M., 390 M. Pächter von Nr. 1 ist Herr Joh. Bapt. Martin jus St. Ingbert, von Nr. 1 Herr Carl Wies von sier, von Nr. 3, 4 und 6 Herr Rentner Emil dnaps von hier, von Nr. 5 Herr Alfred Lilier in Zweibrücken. — Als Vertreter der Gemeinden in den Di— triltsralh Blieskastel wurden in der Bürger⸗ neisterei Aßweiler gewählt: für Aßweiler Bürger— neister Herr Steis, für Ormesheim Fries Joh., ickerer, für Erfweiler⸗Ehlingen Gehring Ludwig Adjunkt, für Biesingen Vogelgesang Joh., Ackerer. — (Ein junger Kunstler aus der Pfalz.) Ein unger Munchener Künstler, Joh. Karl Becker, im gliesthale in der Rheinpfalz geboren, der sich zur Zeit auf dem Landgute Osternberg bei Braunau ufhält, hatte das Glück, für sein Bild „Tod der Austräglerin“ die kleine silberne Medaille von der Akademie der bildenden Künsse in München zu er⸗ jalten., — In einem Dorfe bei Homburg hat nach der „Pfaͤlz. Post“ ein neugewählter Adjunkt ein nettes Fastnachtsstückchen geliefert. Als ihm am Samstag Abend bei einem Disput im Wirthshaus ie Gründe ausgingen, schlug er auf den Tisch ind gebot seinen Gegnern Feierabend. Die Ge— ellschaft lachte ihn aus, da es kaum 9 Uhr war. Aber der Dorfmagnat dachte, ich wills euch weisen! Fr rannte ins Schulhaus und zog die Glocke, um der ganzen Gemeinde zu verkünden. daß die Orts ‚olizei durch ihren verordneten Vertreter hiermit ür Jedermann Feierabend gebiete. Als man zu o ungewohnter Zeit den Ton der Glode vernahm, türzten die Leute aus allen Häusern in der Mei⸗ iung, es brenne irgendwo. Erst nach einiger Zeit lärfe es sich auf, daß ein „Brand“ das Läuten llerdings verursacht hatte, aber ein solcher, der nicht mit Wasser gelöscht zu werden pflegt. — Der Dürkheimer Vorschußverein ver⸗ heilt für das abgelaufene Jahr 8 pCt. Dividende. — Der Landgerichtsarzt Dr. Bettinger in Frankenthal wurde auf Ansuchen penfionirt. — Se. Maj. der König hat bei dem kürzlich jeborenen 7. Sohne des Malzers Sand in Speyer Jathenstelle übernommen und ein Pathengeschenk jon 40 Mk. überschickt. — Ebenso hat Se. Maj der König aus Anlaß der goldenen Hochzeitsfeie »es Ehepaares Michael Schweickert von Altrip dem⸗ selben eine Unterstüzung bon 40 Mt. zu über— weisen geruht. Vermise.. Metz, 22. Februat. In Folge von Regen⸗ güssen der letzten Tagen ist der Stand der Mosel ein außerordentlich hoher. Bei Metz, Diedenhofen und Königsmachern ist dieselbe stellenweise ausge⸗ treten. F Bühl in Baden, 20. Februar. Einen schlechten Fastnachtsscherz machte ein bis jetzt noch Unbekannter im Gasthaus zum Schützen dahier. Nach Tisch ist das Lokal immer von Kaffeegästen angefüllt und Viele derselben bringen ihre Hunde mit dahin. Da plötzlich machte man die Entdeckung, daß vier von diesen Hunden mittelst Strychnin vergiftet wurden und nach kurzer Zeit in Folge davon ver⸗ endeten. Bis jetzt hat man noch keine Spur von dem Thäter. f Würzburg, 20. Februar. Die Erbauung einer Lokalbahn von Neustadt a. S. nach Bischofs⸗ heim a. d. Rhön ist genehmigt und wird alsbald »amit begonnen. Die Baukosten belaufen sich auf 900,000 Mark bei 19,15 Kilom. Länge. F (Giftige Kränze.) Vor dem Reichs⸗- zerichte wurde am Donnerstag gegen drei Kaufleute aus Sebnitz in Sachsen verhandelt, welche von einemn bayerischen Landgericht wegen Vergehens gegen das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879, be⸗ treffend den Verkehr mit Nahrungs-⸗, Genuß- und Bebrauchsmitteln, zu einer mehrwöchentlichen Ge⸗ ängnißstrafe verurtheilt worden waren. Ihr Ver⸗ gehen hatte darin bestanden, daß sie Kopfkränze ind Sträuße von gemachten Blumen, deren An⸗ ertigung ein Erwerbszweig für ärmere Leute in »er Umgegend von Sebnitz ist, aufgekauft, und rotzdem sie wußten, daß die grüne Blattfarbe der tränze ac. giftig war, solche den Putzmacherinnen ind sonstigen Händlerinnen verkauft hatten. Der Absatz derartiger Blumenkränze hatte sich haupt⸗ ächlich nach Bayern gewendet, da unter der katho⸗ lischen Bevölkerung der Oberpfalz der Gebrauch hesteht, daß die weibliche Jugend bei allen festlichen Belegenheiten, namentlich den kirchlichen, derartige sKopfkränze von gemachten Blumen trägt. Die demische Untersuchung einer großen Anzahl dieser Kränze hat ergeben, daß zur Färbung der Blätter das stark arsenikhaltige sogenannte Schweinfurter Brün verwendet ist, und daß der in einem einzigen Kopfkranze enthaltene Giftstoff hinreicht, um min⸗ destens 20 Menschen zu tödten. Zwar sind diese Blätter mit einem Lack überzogen, so daß. wenn die Kränze nur einmal im neuen und frischen Zustande getragen würden, die Gefahr keine so große sein würde, aber gerade diese Kranze werden diele Jahre lang in derselben Familie benutzt, sie pererben von der älteren Schwester auf die jungeren und zuletzt, wenn sie gar zu unscheinbar geworden, dienen sie noch den Kindern als Spielzeug. Es liegt auf der Hand, daß bei mehrfachem Gebrauch der Kränze, bei der Einwirkung der Luft und der Wärme, der dünne Lack abblättert und dann bei der Benutzung der Kränze dieselbe Gefahr für die Besundheit entsteht, wie bei einer mit demselben Biftstoff versehenen Wandtapete. Die drei Ange⸗ lagten hatten wegen ihrer Verurtheilung die Ent— cheidung des Reichsgerichts angerufen, dasselbe hat edoch das Urtheil beslätigt. F Berlin, 20. Februar. Auf dem letzten yofballe zeichnete Kaiser Wilhelm den Leibarzt Dr Schwenninger des Fürsten Bismarck durch huldvolle — Ansprache aus, befragte ihn über seine Kurmethode und dankte ihm für die Wiederherstellung des stanzlers. „Den Fürsten“ — schloß der Kaiser — „müssen Sie mir gesund erhalten, ganz gewiß.“ 2*7 Im zoologischen Garten zu Berlin staut sich täglich eine dichte Menge vor einem Käfig zu⸗ sammen, in welchem ein brauner ausgewachsener Schäferhund und zwei Königstiger von je einem halben Jahre eingesperrt sind. Die drolligsten Scenen von der Welt ereignen sich hier. Der Hund hat in seinem Auge etwas Fremdes, Wildes er⸗ halten; er tollt mit den großen „Katzen“ herum, daß es eine Art hat. Er bellt sie an, und beißt um sich, und verfolgt und verscheucht die Bestien, ohne zu ahnen, daß ein einziger Tatzenhieb ihm das Leben kosten würde. Er macht Jagd auf die blutdürstigen Geschöpfe und sie suchen vor ihm das Weite. x Bei der chinesischen Gesandtschaft in Berlin sind ca. 150 Gesuche meist ehemaliger deutscher Offiziere um Anstellung im chinesischen Heere ab⸗ schlägig beschieden worden, weil, wie schon früher ffentlich mitgetheilt wurde, die Gesandtschaft grund⸗ ätzlich mit Vermittelungen sich nicht befaßt. Per Reyolder fährt fort. in Frankreich sein— Rolle zu spielen. So erschoß in Paris eine junge Frau einen Mann, indem sie sechs Revolber⸗ chüsse auf ihn abfeuerte, und in der kleinen Stadt Istres erschoß eine unverheirathete Dame, Namens Souchont ihren Geliebten, weil derselbe sie nicht heirathen wollte. F Europäische Kolonisation in den heißen Ländern. Das neueste Heft der von dem Geh Ober⸗Medizinal⸗ und vortragenden Rath n dem Medizinal- Ministerium herausgegebenen „Vierteljahrsschrift für gerichtliche Medizin und zffentliches Gesundheitswesen“ bringt eine Besprech⸗ ing des von einem holländischen Arzte über die uropäische Kolonisation in den heißen Ländern ge⸗ jaltenen Vortrages, dessen Inhalt angesichts der ifrikanischen Erwerbungen Deutschlands ein neues ebendiges Interesse gewinnt. Hinsichtlich der euro— zäischen Ansiedelungen auch besonders au der West⸗ üste des tropischen Afrika werden folgende Schlüsse zezogen: 1) Die europäische Ansiedelung in den Ebenen der heißen Länder führt leider zum Tode, venn die Ansiedler den jungfräulichen Boden zu zearbeiten und überhaupt Bodenbebauung zu treiben rezwungen sind. 2) Ebenso entstehen ernste Ge— fahren, wenn die Ansiedler, in frischer Luft der Sonue ausgesetzt, arbeiten müssen. 8) Die einge— wanderten Ansiedler würden ihren Stamm kaun rein erhalten können, weil die weiße Frau in dem heißen Klima dahinwelkt und rasch altert und so auf natürliche Weise durch die eingeborene Frau berdrängt werden muß. 4) Im heißen Klima is die europäische Ansiedlung von 1000 bis 1509 Meter über dem Meeresspiegel möglich, wenn die Ansiedler sich der Bearbeitung des jüngfräulichen Bodens und der Abholzung der Wälder enthalten 5) Aber auch auf dieser Höhe ist die Verdrängung »er weißen Frau durch die Eingeborenen zum Nach heil häuslichen Glücks und Wohlseins zu fürchten. Also kann 6) nur auf solcher Höhe von 1500 Meier die Ansiedlung erwachsener männlicher Euro— däer wirklichen Erfolg versprechen. Fur die Redattiovn verantwortlich· FJ. VDeneg. Schiffsberict der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Her nann Laur, St. Ingberl. Der kgl. Postdampfer „Waesland“ Kapitän Uebeweg, welcher am 7. Februar von Antwerpen abging, ist am 20. Februar wohlbehalten in New⸗ Hork angekommen. — Gott dem Allmächtigen hat es gefallen heute früh 9 Uhr nach kurzem Leiden unsere innigst geliebte Tochter, Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin P Vill mma Villeéroy, geborene von Mathelin im Alter von 48 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Glashütterhof, den 22. Februar 1885. Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstaqg früh 10 Uhr in St. Ina— bert statt. Einzig gunffigste Geldlotterie, ve wo. üril auf LOD soose btreils Iäreffer! itistzee —XVLLI 20000 Geldgewinne ohne Abzug 125000 Mark. Haupttreffer: 30000, 10000 Mk. Ziehung in München 16. 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Sorꝑsfaltige Börsen- und Handelanachrichten. - Vollatandiges Berliner Cours- hlatt. — Lotterieliaten. — Amt- liiche Nachrichten. 6 (Gratis-) Beilagen: I. Neuesate Berliuer j Flicegnde Blutter Gllustrirt). 2 Unterhaltungsblatt. 3. Die Haus- frau. 4. Zestung sür Landwirth- ichaft und Gartenbau. 5. Neueste Moden (illustrirt und Schunitt- ausater). 6.. Verloosungsblatt. betr. Obligationen, Prioritaten hen loose. ν XA — —6 α ν Warnung.— Ich ersuche hiermit n meinem Sohne Heinrich Leyrer auf meinen MNamen weder etwas zu horgen oder zu leihen, indem ich für denselben nichts swer bezahle. St. Inabert, 23. Februar 1885. Wittwe Leyrer. α FCOAAMOGPUIVER GCHOCOLADE E.O. MOSERACBV H IVTSAA.. — Zu haben bei Herren Jean Peters, J. Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbert; Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blises— kastel. 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheinische Trauben-Brust-Honig sst unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und . N. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 15 A, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrüuckung wird nur dreimalige berechnet. — —————— — — * — Das pfälzische Komite für die Bismarck⸗ Spende veröffentlicht nachstehenden Aufruf, Fer von etwa 300 der angesehensten Männer unseres Kreises unterzeichnet ist: Aufruf! Jedes Volk betrachtet es als eine hohe Pflicht, Maͤnnern, welche sich unsterbliche Verdienste um hre Nation erworben haben, den Zoll dankbarer Verehrung darzubringen. Wenn heute nicht mehr die Frage bang durch —V land?“, sondern das mächtige Band der Einheit alle Stämme Deutschlands umfaßt, so haben wir dies nicht zum wenigsten dem Staatsmanne zu verdanken, der fast ein Menschenalter hindurch seine tiefe Einsicht und seine gewaltige Kraft der Wieder⸗ berstellung des Deutschen Reiches widmete. Unablässig, ungebeugt von der Last der Jahre, arbeitet Fürst Bismarck an dem Ausbau des Reiches weiter. Die Früchte der Bismarck'schen Staatskunst empfinden wir in der Pfalz am lebhaftesten: für immer sind wir der bedrohlichen Stellung eines Grenzlandes entrückt worden. In diese Errungen⸗ schaft theilen sich alle Pfälzer, weß politischen Bekenntnisses sie auch sein mögen und wie weit die Parteiklüftungen reichen. In Einem fühlen sich alle Pfälzer eins, in der Liebe zu unserem großen theueren Vaterlande. in der Verehrung seiner großen Männer! —— — — Fürst Bismarck begeht demnächst zugleich mit seinem siebzigsten Geburtstage die Feier seines fünfzigjähr— igen Dienstjubiläums. Ueberall im Deut— schen Reiche rüstet man sich, dem großen Volksmanne anläßlich dieses Doppelfestes eine —Ehrengabe — darzubringen. Wir Pfälzer wollen und werden nicht zurüd⸗ bleiben! Wir richten deßhalb an alle unsere Mit⸗ bürger in Stadt und Land die Aufforderung, sich an diesem Dankeswerke zu betheiligen, mit welchem das deutsche Volk nicht nur seinen Kanzler, sondern auch sich selbst ehrt. Die Sammlungen sollen für jeden einzelnen Zanton bewerkstelligt werden. Es werden zu dem Zwecke die aus der Mitte der Unterzeichneten ge⸗ bildeten Kantons⸗Komites sofort ihre Thätigkeit be— zinnen, um nach Beendigung derselben die einge— zangenen Gelder an die Volksbank in Ludwigshafen zur Weiterbeförderung abzuliefern. Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen! Aus den Kantonen St. Ingbert, Blies— zastel und Zweibrücken sind unterzeichnet die Herren: Bühler, kgl. Oberamtsrichter, St. Ingbert. Dax, kal. Rentbeamter, Blieskastel. Diedenhofer, Apotheker, Blieskastel. Hauck, Adjunkt, Blieskastel. Hellfritzsch, igl. Subrektor, Blieskastel. senaps, Fabrikant, Blieskastel. G. v. Kraemer, Reichsrath der Krone Bayern, St. Ingbert. Kraemer, Miitglied des deutschen Reichstages, St. Inabert. Lang, Gastwirth, Blieskastel. Leibig, kgl. Hauptlehrer Blieskastel. Nath. Levy, Kaufmann Blieslastel. Dtaerker, Burgermeister und Landtagsabgeordneter, Zwei⸗ brücken. Maurer, kal. Oberamftsrichter, Blieskastel. Nahyer, kgl. Sekretär, Blieskastel. Seel, kgl. Notär, Blieskastel Stichter, kgl. Gymnafialprofessor, Zweibrücken. Syffert, Fabrikant, Blieskastel. Toussaint, Gerber Blieskastel. Dr. Wittenmayer, kgl. Bezirksarzt, Blieskastel. y. B. Wolff, Fabrikant, Zweibrücken. Volitische Uebersicht. Der Reichstag setzte am Samstag die Be— athung des Zolltarifs fort. Der Zoll für Schaum⸗ veine wurde, wie in vor. Nr. schon kurz erwähnt, uuf 80 Mk. festgesetzt und die Position Kraftmehl 1. s. w. wurde der Zollkommission überwiesen. Zu Mühlenfabrikaten aus Getreide wird statt der von der Regierung geforderten 6 Mk. der von der freien virthschaftlichen Vereinigung beantragte Zoll von Mk. 7150 angenommen. — Darauf wird der Zoll inschlußvertrag Bremens in zweiter Lesung ohne Debatte angenommen. — Bei Festsetzung der Tagesordnung der nächsten Sitzung beantragt Windthorsst die Vertagung des Reichstags bis um 2. März. Der Reichskanzler widerspricht dem, za der Reichstag bereits mehrere Monate ungestörten Arbeitens gehabt habe. Unsere Institutionen ge— tatten nicht, daß jemand Doppelmandate annehme, agte der Kanzler, dem Reichstag liege noch viel Arbeitsmaterial vor. Im weiteren Laufe der De— atte sprachen Lekz und v. Benda gegen, v. Franckenstein, Richter und Rickert für die Vertagung. Der Reichskanzler erklärte, ohne Vertagung werde der Reichstag seine Geschäfte viel⸗ leicht bis Ostern erledigen können, mit Vertagung werde aber wieder eine Ausdehnung der Session bis in die Sommermonate herbeigeführt. Der Antrag Windthorst wurde schließlich mit 187 gegen 118 Stimmen angenommen. Die nächste Sitzung findet also erst am 2. März statt. Tagesordnung: Nachtraasetat für Kamerun Aus unserm pfälzischen Westrich hat ein Landmann dem Organ des Reichskanzlers, der Nordd. Allg. Ztg.“, einen sogenannten Bauern⸗ »rief zugehen lassen, welcher sich natürlich ganz entschieden für die möglichste Getreide-Zollerhöhung usspricht. Es heißt in dem Briefe u. a.: „Im aahen Lothringen, bei Metz, gibt es fast nur so— jenannte Fruchthöfe, Weizen und Hafer, der Boden st sehr schwer zu bebauen (6 Pferde an einem Jewöhnlichen Pflug), dort stehen infolge der Miß ernten und besonders unerhört billiger Weizenpreise manche Höfe ganz leer, die Pächter sind bei Nacht und Nebel verschwunden und die Eigenthümer (es ind dies meist Pachtgüter) genöthigt, ihre Güter elbst zu bebauen. Wäre schon vor Jahren ein »ernünftiger Zoll auf ausländisches Getreide ein⸗ zeführt worden, so wäre das Deutsche Reich um 100 pCt. besser daran. Am meisten muß man ich darüber ärgern, wenn die Gegner der Frucht⸗ zölle von Vertheuerung des Getreides sprechen, vährend seit 20 Jahren die Frucht nicht billiger var als eben jetzt! Nach meiner Ansicht wird ine Zollerhöhung von 2 Mtk. per Doppelzentner jöchstens ein weiteres Sinken der Fruchtpreise ver— sindern. Eine Zollerhöhung von 4 Mk. dürfte ingefähr das Richtige sein.“ Die ‚Norddeutsche“ ügt dem Schreiben das Bedauern bei, „daß im Reichstage selbst nicht mehr solcher Praktiker das Wort zu eragreifen vermögen.“ Zu dem Streite wegen der Besitzansprüche am dubrecka⸗Flusse wird der „Köln. Ztg.“ aus Berlin geschtieben: „Seit einigen Tagen drucken deutsche Blätter das Gerede französischer Zeitungen nach, daß die deutschen Erwerbungen an den Zangari-Bai ungiltig seien, weil Frankreich hereits rüher Verträge mit den betreffenden Negerkönigen ibgeschlossen hätte. Wie wir von zuverlässiger Secite erfahren, beruht diese Darstellung auf Un— enntniß der Verhältnisse. Die Franzosen haben ediglich einen ältern Vertrag mit dem Dubrecka— ande und einen zweifelhaften neuern Vertrag mit »em König von Bramaga. Der Kommandant der Ariadne hat denn auch diese Gebiete bei seinem horgehen außer Betracht gelassen, und nur die HBebiete Koba und Kabitai, auf welche die Fran⸗ osen durchaus keinen Anspruch irgend welcher Art rheben können, unter den Schutz unserer Flagge jestellt. Wir besitzen das Land zwischen dem linken Ufer des Rio Pongo und dem rechten Ufer des Dubrecka⸗Flusses, während das Dubreckaland aus— chließlich auf dem linken Ufer des Flusses gleichen stamens liegt. Die in dieser Frage angerichtete gerwirrung rührt vielleicht davon her, daß die rften englischen Depeschen meldeten, wir hätten die zänder Dubrecka und Bramaga erworben, was hatsächlich nicht der Fall ist. Gerade die weit— zehendste und peinlichste Berücksichtigung der fran— ösischen Rechte ist der kennzeichende Zug an dem Vorgehen Deutschlands in der Frage der Colin⸗ chen Besitzungen.“ Der Herzog von Cumberland soll sich, wie das „B. T.“ erzählt, „in einer längeren intimen Unterredung mit einem Getreuen“ dahin ausge— prochen haben, daß er im Einverständniß mit einer Gemahlin und der Königin Marie, wenn ich kein anderer Weg zur braunschweigischen Re— zentschaft biete, bereit sei, wenn auch mit schwerem Herzen, auf den Thron seiner Väter für immer Verzicht zu leisten und sein Fürstenrecht an das Königreich Hannover aufzugeben. Zu dieser schmerz⸗ sichen Entsagung habe er sich nicht in Rüchsicht auf die eigene Person, sondern namentlich deshalb entschlossen, um seinem Sohn die Nachfolge in Braunschweig zu sichern. Es wird nicht mehr lange dauern und der zroße Kampf zwischen Kußland und England um die Herrschaft in Asien ist entbrannt. Man ucht freilich jetzt noch, soweit es geht, die unlieb⸗ ame Entscheidung, bei der es den Engländern chlecht gehen dürfte, hinauszuschieben. Als ein olcher Vertuschungsversuch dürfte auch noch folgende geheimnißvoll klingende Notiz anzusehen sein: „Ueber das Vorgehen der Russen auf Herat soll die englische Regierung weniger in Unruhe sein, als die Sprache der Londoner Presse annehmen assen könnte. Die Meldung der „Pall Mall Ga⸗ ette“, nach welcher Rußland etwa 80 englische Meilen bis Herat vorrücken möchte, soll im wesent⸗ ichen richtig sein. Was darüber in den russischen Forderungen scheinbar hinausgeht, stellt wohl wie jewöhnlich dieselben möglichst höch und weit, um Das zu erlangen, worauf es Rußland für jetzt inkommt. Herr v. Giers, von dem Kaiser Alexander )er russischen Militärpartei gegenüber unterstützt, 'oll einen Bruch mit England vermeiden wollen. Rußland hat überhaupt kein Interesse daran, daß twa die Tories in England zur Regierung ge— angen.“ Deutsches Reich. Berlin, 22. Februar. Der Generalversamm⸗ lung des Deutschen Kolonialvereins unter dem VBorsitz Fürst Hohenlohe⸗Langenburgs, wohnten u. a. Bennigsen, Miquel, Hammacher, Wörmann, Meier⸗Bremen, Prof. Adols Wagner und Lüderitz⸗ Bremen bei. Fuͤrst Hohenlohe⸗Langenburg betone das Anwachsen des Vereins von 8000 auf 10,327 Mitglieder, wozu vor Allem die Kolonialpolitik des Reichskanzlers beigetragen. Der Verein hat jetzt die Aufgabe, für diese Kolonialpolitik weiterzuͤ⸗ wirken. Es ist nicht Aufgabe des Vereins, die deutsche Auswanderung zu verstärken, sondern nur die Ausgewanderten zu fördern. Diesen Zweck vill der Antrag auf Einrichtung von Auskunfts- bureaus erreichen. Hauptsächlich sollen diese zu rrichtende Bureaus gegen die Verlockungen von Auswanderungs;Agenten auftreten. Dann folgte die Berathung des Antrages, den Sitz des Vereins nach Berlin zu verlegen; derselbe wird einstimmig angenommen. Als Ort der nächsten Generalder sammlung wird Karlsruhe gewählt. Es folgte die Berathung des Antrags: Einrichtung von Aus- kunftsbureaus mit Kanzlei als Zentralstelle. Der Antrag wird angenommen. Schließlich wird der Vorstand beauftragt, dem Reichskanzler die Hlückwünsche des Kolonialvereins zu seinem 70. Geburtstage darzubringen. Hierauf wurde die Bersammlung geschlossen. Berlin, 28. Februar. Das Herrenhaus ge⸗ nehmigte die Eisenbahnverstaatlichungsvorlage und die übrigen Gegenstände der Tagesordnung unver⸗ indert. Nächste Sitzung Mittwoch. Tagesordnung: Hessen Nassauische Kreisprovinzialordnung. Ausland. Paris, 23. Februar. Im Tivolisaale fand zestern Abend ein internationales Anarchisten- und Arbeiter⸗Meeting statt, welchem circa 4000 Per-⸗ onen beiwohnten. Maret wurde zum Präsidenten gewählt. Eine Delegation englischer Arbeiter, zeführt von dem Parlamentsmitgliede Burt, über⸗ reichte eine Adresse zu Gunsten einer gemeinsamen Aktion der englischen und französischen Arbeiter. Burt protestirte gegen die Agitationen derjenigen, velche beide Nationen miteinander uneinig machen wollten und erklärte den Augenhlick für gekommen, alle internationalen Streitigkeiten auf richterlichem Wege und nicht durch Gewaältthätigkeit zu lssen. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, worin gegen jede Politik eines Eroberungskrieges protestirt und die Sympathie mit den Arbeitern aller Nationen ausgesprochen wird. London, 22. Febr. Die Nachricht von dem Vorrücken der Russen in das Territorium in nächster Nähe von Pendjeh wird von bestinformirter Seite bestätigt und der „Observer“ stellt als Begenzug die Proklamirung des englischen Pro⸗ ektorats über Afghanistan in Aussicht. Die Ab—⸗ sendung einer diplomatischen Note an Rußland zilt als bevorstehend. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Zweibrücken, 23. Februar. Die Versammlung des Pfalz-Saarbrücker Bezirksvereins deutscher Ingenieure, welche gestern dahier abge⸗ halten wurde, war von den Mitgliedern, theils aus der Pfalz, besonders aber aus der Saargegend, ziemlich gut besucht. Gegen 1 Uhr begann die Sitzung. Außer einer Vereinsangelegenheit, deren Erledigung einige Punkte der Tagesordnung bildeten, ind besonders herdorzuheben ein Vortrag des Herrn Fabrikanten Ehrhardit von Malsiatt über einige sehr interessante Beobachtungen an der Steuerung einer Walzenzugmaschine, sowie die Ausführungen des Zivilingenieurs Herrn Westmeyer aus St. Johann über einen von ihm erfundenen und paten⸗ irten Schienengeleishebebock. Darauf folgte gegen 3 Uhr die Besichtigung dieses Hebebocks in Thätig⸗ keit auf dem Bahnhofe. Die Einfachheit und Zweckmäßigkeit dieses Apparates wurde allgemein anerkannt und war so das Resultat des Versuches sehr zufriedenstellend. Dieser Besichtigung reihte sich ein gemeinschaftliches Essen im Zweibruͤcker Hof in, an welchem ungefähr 30 Personen Theil ahmen uns das sehr gemüthlich und heiter verlief. Herr Oberingenieur Müller von Kaiserslautern nahm Gelegenheit, Herrn Westmeyer für seinen Vortrag und seine Bemühungen zu danken und rachte dem rüstigen Herrn, einem der ältesten Mitglieder des Vereins, ein Hoch. — Als nächster Irt der Versammlung wurde Neunkirchen gewählt. (Zw. Zig.) — Vommittleren Gebirges 20 Febr., chreibt man der „Allg. Wein ⸗Revue“: Die letzten Tage brachten einen etwas lebhafteren Handel, zbgleich von einem flotten Geschäft noch immer nicht die Rede sein kann. In Forst wurde ein Posten 1884er zu 1100 M. die 1000 Liter abgegeben, Ungsteiner gleichen Jahrganges wurden bis zu 900 M. bezahlt und eine Parlie dito Kallstadier Ge⸗ vürztraminer erbrachte 1100 M. Für 1883 Forster und Deidesheimer wurden bis zu 2000 M. gezahlt ind für ditto Dürkheimer kleinere sog. Bauernweine 500 - 600, sowie für Besseres 700 — 1000 M. und jöher bewilligt. Die direkte Aussicht auf weiter? Abschlüsse für feinere Sachen ist, wie aus Com⸗ nissionärkreisen verlautet, vielfach gegeben und wird joffentlich noch mancher Posten zur Abgabe gelangen, ehe die für April und Mai angesetzten Wein⸗Ver⸗ teigerungen der Großproducenten in Deidesheim, Forst, Ruppertsberg und Wachenheim beginnen. — Eine Pfälzische Kreis⸗Fechtschule zum Zwecke der Errichtlung eines Kreis-Waisenhauses er Pfalz hat sich mit dem Sitze zu Neustadti a. H. sebildet. — Auf dem Güterbahnhof in Ludwigs sa fen wurde am Samstag der Lokomotivführer Dagobert Simon von einer Maschine erfaßt uͤud ine Strecke weit geschleift, so daß er nicht uner⸗ hebliche Verlezungen davon trug. Unvorsichtigkeit des Beschädigten war die Ursache des Unfallz. Verm ischtes. Mannheim, 21. Februar. Gestern wurde ein in der Maschinenfabrik von Mohr und Feder⸗ jaff beschäftigter Schlosser Namens Ignaz Sammer qus Wien, ein von der österr. Polizei schon längst jesuchler Anarchist, verhaftet. Derselbe iit aus der Schweiz mit mehreren anderen Arbeitern zugereist, inter denen sich auch der vor einiger Zeit hier ver⸗ jaftete und nun in Frankfurt internirte böhmische Inarchist befand. — Von einem schrecklichen Ereigniß erfährt man ius dem Dorfe Füllern bei Altkirch. Ein Uckerer glaubte Geräusch in seiner Scheune zu ver— iehmen, man drang in dieselbe ein, und der Sohn »es Hauses stach in einen Heuhaufen, aus dem »as Geräusch zu kommen schien, mit einer Heu⸗ zabel. Ein furchtbarer Schrei folgte. Ein Mann, der in dem Heuhaufen verborgen lag, war von dem gräßlichen Instrumente durchbohrt worden. Man fürchtet für das Leben des Unglücklichen. F München, 28. Februar. Die Muͤnchener Studentenschaft beabsichtigt, zur Feier des siebzigsten Beburtstages des Fürsten Reichskanzlers einen großen Festkommers zu veranstalten. F Gerbot.) Die Ein- und Durchfuhr ebender Schafe aus Oesterreich Ungarn nach und zurch Bayern ist verboten. F Das Programm für das in Dresden ieses Jahr abzuhaltende große „Deutsche Turuer— est“ ist nunmehr festgestelt. Danach findet am 18. Juli Empfang und Begrüßung der ankommen⸗ »en Turner, die Enthüllung der Büsten und Ju—⸗ diläumsfeier und die Ueberreichung des von Dres⸗ dens Frauen zu erwartenden Fahnenbandes statt. Am Sonntag den 19. Juli wird sich der Feftzug nach dem Festplatze begeben, und an diesem Tage »eginnen auch die turnerischen Uebungen, welche vis einschließlich 22. Juli fortgesetzt werden. An letztrem Tage Abends erfolgt die Verkündigung der Sieger. Am 28. werden dann noch Tuͤrn— ahrten, ein Abschiedsfest auf der Brühl'schen Ter⸗ asse und ein Feuerwerk auf der Elbe veranstaltet. die nächsten Tage bis Sonntag den 26. Juli verden durch Volksbelustigungen auf dem Festplatze zusgefüllt. Die „Leipz. Ger.Ztg.“ schreibt: Wir sind n der Lage, den letzten Brief Reinsdorff's seinem Wortlaute nach wiederzugeben, den derselbe am Tage or der Hinrichtung an seinen in Leipzig lebenden Bruder gerichtet hat. Der Brief ist auf einem, eitens der Anstalt gelieferten Briefbogen mit sicherer chöner Handschrift geschrieben und trägt den amt⸗ ichen Vermerk der Einlieferung desselben. Er lautet: „Halle, den 6. Februar 1885. Mein lieber Brunno! Es ist dies mein letzter Brief, doch sollst Du nicht trauern, denn als ich heute Vormittag durch den ersten Staatsanwalt von Halle die Erössnung bekam, »aß morgen früh um 8 Uhr alle meine Leiden weendigt würden, war es das Gefühl der Erleich— rung, das mich ergriff. Ich war die letzte Zeir ehr leidend, und wenn ich an eine eventuelle Be zmadigung dachte, so wünschte ich mir den Tod Denle Dir, wenn ich hätte im Zuchthaus leds nüssen, ohne geistige Beschäftigung und Auregung Tag für Tag wie eine gedankenlose Maschine, di angweilige und geisttödtende Arbeit des Wolle pulens verrichtend, wie sehnlichst würde ich mir di— Ruhe des Grabes gewünscht haben — und Di. wirst begreifen, daß die getroffene Entscheidung füͤr mich die beste ist. Wenn Du also diesen Buir empfängst, so denke Dir, daß mir dann wodl iß und daß nur die für mich günstigsten Moment zusammenzewirckt haben, zu meinem Glück den augsamen natürlichen Gang zu beschleuuigen. Un iun, mein lieber Bruder, denke stets daran, daß Deine Pflicht ist, so lange die Eitern leben un Du noch junge Geschwister hast, sich ihrer anzu⸗ iehmen und Vater und Mutter auf ihre alten Tag räftig zu unterstützen. Unterdrücke einstweilen etwaiß Lieblingsidein und denke, daß Du damit eine Wunsch von mir und einen Theil meiner Pflichte mit erfüllst, dann wird es Dir leicht werden Betrachte das Leben stets von der ernsten Seite, so ils ob es Dir nur geschenkt sei, um damit der Menschheit zu nützen und heilige Verpflichtungen einzulösen. Betheilige Dich so wenig als möguüch an den blöden Vergnügungen, wie sie leider bei den gedankenarmen Arbeilern noch Sitte sind, sondern bilde deinen Geist nach allen Richtungen, damit Di nichts fremd sei und Dir auch der Klügste nich kein X für ein U machen kann. Daß ich natürliq meinen Ueberzeugungen bis zum letzten Augenblich reu bleibe, ist selbstverständlich. Ich umarme Dich ind Franz brüderlich und grüße Euch von Herzen ausendmal. Euer August.“ F Nach einem Urtheile des Reichsge— richtes vom 4. November 1884 ist ein Hand verker, welcher neben seinem Handwerke einen ge— verbsmäßigen Handel mit angekauften Waaren in 'aufmännischen Umfange betreibt, im Sinne des Oandelsgesetzbuches Vollkaufmann und bei einge— retener Zahlungseinstellung wegen Bankerott straf⸗ har, sofern er Handelsbücher nicht oder nur un⸗ ordentlich geführt oder die Ziehung einer Bilan unterlassen hatte. — Die Direktionen der preußisschen Eisen— bahnen sind angewiesen worden, alle Arbeiter, welche unter 21 Jahren alt sind und eine Be schäftigung in irgend welchem Dienstzweig haben die mit dem Betriebsdienst zusammenhängt, resp bei welcher Unglücksfälle herbeigeführt werden können aus diesen Stellen zu entfernen und für die Folgt nicht zu verwenden. Da eine große Zahl solcher Arbeiter z. B. als Hülfsbremser, Hülfstelegraphisten, Rangirer u. s. w. eingestellt ist, so wird diese VBerfügung zu zahlreichen Entlassungen Veranlassung zeben. r Der Roman eines Kindes. In der B.'schen höheren Töchterschule zu Berlin, that sich m vergangenen Jahre eine Schülerin ganz beson⸗ ders hervor durch Aufmerksamkeit, welche sie ihren dehrerinnen mit Regelmäßigkeit zu erweisen pflegte Allwöchentlich zweimal kam die kleine 11Ijährige K. Tochter des wohlsituirten Hutmachers K. in der Invalidenstraße, mit einem prächtigen Blumeunstrauß zur Schule und überreichte ihn einer der Lehrerinnen der Vorbereitungsklasse, welche sie besuchte. Ganz besonders schien sich das Kind zur Lehrerin Frl. W. hingezogen zu fühlen; für sie hatte sie immer die schönsten Blumen. Als Frl. W., über die immer häufiger werdenden Spenden nachdenklich getoorden, das Kind befragte, wie es denn zu den Blumen käme, ob sie aus dem Garten der Eltern tammten, gab die Kleine die Erklärung ab, ein Härtner in der Nachbarschaft sei ihrem Vater vielen Dank schuldig und bringe immer die Bouquets hrer Mutter. Die Mutter überlasse ihr die Blumen ind sie wisse nichts Besseres damit anzufangen, als hrer lieben Lehrerin eine kleine Freude zu bereiten. Diese Erklärung klang sehr glaubwürdig. Der Sommer ging rorüber, der Herbst kam ins Land ind die kleine K. brachte nach wie vor ihre Blumen mit zur Schule; die schönsten erhielt Frh. W. So war es Winter geworden, Weihnachten rückte immer näher und, wie um ihre geliebte Lehrerin schon vor dem Feste zu beschenken, kam die kleine K. an einem Tage der dritten Dezember⸗ woche mit zwei prächtigen Bouquets, das eine aus Rosen, das andere aus Kamelien gewunden, zut Schule und wollte sie Frl. W. überteichen. Die Lehrerin, den Werth dieser Bonquets erkennend, ver⸗ veigerte die Annahme und entschloß sich, nachdem iie he. od. ben ag, die e· dj⸗ X “ rief ist ie den ud zaß ind U⸗ age ige en n 7 N kt ch ni ke nit ihren Kolleginnen Rücksprache genommen, bei den llern der kleinen K. direkt Nachfrage über den irsprung der Blumenspenden zu halten. Der zaer des Frl W. ein verdienter alter Beamter er Hamburger Eisenbahn, ging am 18. Dezember IJ. zum Vater der kleinen K. und setzte ihm in houender Weise den Sachverhalt auseinander, da gließlich die Vermuthung, die Sache ginge nicht A techien Dingen zu, nicht ausgeschlossen war. rr K. berieth sich mit seiner Frau, die kleine wurde zu Rede gestellt, verweigerte aber jede ustunft. Nun beschloß Frau K., selbst die chulvorsteherin zu besuchen und nähere Details bee die von ihrem Kinde gemachten Blumenspen . ea einzuziehen. Am 19. Dezember Nachmit⸗ gs machte sich Ftau K. auf den Weg, um den ahnten Gang zu thun. Die kleine Kt. spielte crade mit anderen Kindern in einem hinter dem aden ihres Vaters gelegenen Wohnraume. Plötz · ch sagte sie zu ihren Gefpielinnen „ich muß nur den Augenblick weggehen, ich bin gleich wieder a“, verließ durch eine Hinterthür das Haus und am nicht wieder. Einige Tage später führte er Polizeibericht ein Kind, das mit dunklem Röck sen ⁊c. bekleidet war, als vermißt auf. Freitag stittag 113 Uhr wurde die Leiche eines mit unklem Röckchen bekleideten Rindes aus dem Hum ⸗ Ildthafen herausgefischt und als die der seit dem 9. Dezember vermißten kleinen K. rekognoszirt. Aus Furcht vor Strafe war die Kleine jeden⸗ sls freiwillig in den Tod gegaugen; vielleicht uch aus Scham darüber, daß sie vor ihrer ge— ebten Lehrerin als kleine Diebin hätte dastehen aüssen; denn leider muß man die einzige Erklär⸗ ing für die Blumenspenden darin suchen, daß die rleine regelmäßig das Geld hierfür der Ladenkasse hres Vaters entnahm. Den unglücklichen Eltern ird Niemand das tiefste Beileid versagen, aber uch des armen Kindes kann man nur mit Web⸗ zuth gedenken! Daß blinder Eifer nur Schaden bringt, as hat sich wieder einmal gezeigt. Ein junger xchriftstellet, so erzählt der „Berliner“, heirathete or Kurzem und führte seine junge Frau mit reudigem Stolz in die neue Wohnung. Acht Tage mochten vergangen sein, als der junge Ehe⸗ nann plötzlich die Entdeckung machte, daß ein douvert, in welchem er eine Anzahl werthvoller AUutographen verborgen hatte, verschwunden war. der Umstand, daß in den Fächern seines Schreib⸗ isches die Spuren einer fremden Hand sich ver⸗ iethen, gab ihm den Verdacht ein, daß seine eigene Frau hier Nachsuchungen unternommen haben önnte. Das Verhör wurde schonungsvoll einge⸗ eitet und das Gewicht nur auf die Autographen zelegt, an deren Besitz dem jungen Schriftsteller ehr viel gelegen war. Endlich gestand die junge frau unter Thränen, daß sie das bewußte Kouvert llerdings in der Hand gehabt habe, daß sie das berste der darin aufbewahrten Papiere angesehen ind zu ihrem großen Kummer sofort das Woͤrtchen Amour“ entdeckt habe; sie habe dann nur die Unterschrift angesehen und .... „Und was hast Du denn damit gemacht?“ drang der Gatte mit iusbrechender Ungeduld in sie. — „Ich habe das janze Packet unbesehen in's Feuer geworfen. ...“ — „yHast Du denn nicht die Unterschrift ange— ehen?“ rief der verzweifelte Ehemann. — „Ja vohl“, schluchzte das in der französischen Literatur was unbewanderte Weibchen, „und ich habe zu meinem Schrecken gesehen, daß eine gewisse Frau von Stasl unterschrieben war; — o Adolf, es hat nir schweren Kummer gemacht, daß Du vor Deiner berheirathung mit einer Frau korrespondirt hast!“ — „Meine schönen Autographen!“ stöhnte der nem, Naive Eifersucht hatte die werthvollen esultate jahrelangen Sammelns vernichtet. 7 Eine neue Bestimmung für das Alter der en Im „Berl. Tabl.“ lesen wir darüber Fo gendes: Zu meinen Freundinnen rechne ich eine üngere Dame, die so wunderbar vernünftig ist, aß sie obgleich noch unverheirathet und über die aen Blüthenjahre hinaus, es nicht nöthig zu haben Iant aus ihrem Alter ein Geheimniß zu machen. i uns schon weit über ein Jahrzehnt kennen, ude an meine gelegentliche der Dame im Ge⸗ de ergenate Frage nach ihrem Alter nicht gar e en finden. Ich sah es meiner geistvollen — eren Freundin denn auch an, daß urchaus andwee nach der Hathe rer Johre n 9 übel nahm. „PBlein Alter könnten ein langjähriger Freund sich eigentlich m Ihren fünf Fingern abzählen“, antwortete sie nir. „Ich befinde mich“, fügte sie schelmisch ächelnd hinzu, „schon einige Jahre in dem Wo— Ulter.“ „In was für einem Alter?“ fragte ich janz erstaunt. „Ich sagte es Ihnen ja: in dem Wo⸗Alter.“ „Welche neue Art von Altersbestim⸗ nung“, wiederholte ich etwas malitiös, denn nach ieser Auskunft glaubte ich denn doch, die weibliche Fitelkeit meiner Freundin unterschätzt zu haben. Sie jedoch erklärte, überaus belustigt, sie begriffe nicht, daß ich, als ein Mann der Feder, so wenig in die Geheimsprache des weiblichen Herzens einge⸗ veiht sei. „Doch Sie sollen sich überzeugen, daß ch Ihrer Frage nicht etwa mit einer nichtssagen en Redensart aus weiblicher Berechnung ausw'iche, ondern Sie, theurer Freund, im Gegentheile der denntniß der geheimsten Mysierien unseres Ge— hlechtes würdige. So höten Sie denn: Wir zrauen fragen bis ewa zum zwanzigsten Jahre, venn es sich um eine Verbindung fürs Leben mit inem von Euch gestrengen Herren der Schöpfung andelt: „Wie ist er?“ Und das ist kein Wunder; zenn bis zum zwanzigsten Jahre etwa glaubt jedes nicht allzu häßliche oder durch desondere Fehler ent ⸗ tellte junge Madchen, unter der Bedingung ihr zdeal einmal verwirklicht zu finden. Vom zwau ⸗ igsten Jahre an, wenn wir eine Jugendfreundin ijach der andern unter die Haube kommen sehen, vird ein junges Mädchen schon weniger anspruchs⸗ oll; sie sehnt sich dringender nach einer eigenen däuslichkeit, und auch die bei Andern gemachte Zeobachtung, daß eine Verbindung mit dem „Ideal“ richt immer zu den glücklichsten Ehen gehört, läßt je in ihren Ansprüchen praktischer werden; sie fragt ich bei dem Manne, dem sie ihre Hand für's Leben eichen soll, nicht sowohl „Wie ist er?“ als „Was st er?“ Kommt sie nun gar erst in jenes Alter, n welchem viele Frauen einige Male ein und den⸗ elben Geburtstag zu feiern aus Rücksichten der zchicklichkeit und Berechnung sich veranlaßt sehen, hue in den Hafen der Ehze eingelaufen zu sein, er nach der Änsicht so Vieler die einzige Bestim ; aung des Weibes ist, dann frägt sie nicht mehr: Wie ist er?“ auch nicht mehr: „Was ist er?“ ondern nur noch: „Wo ist er?“ „Und Sie bollen mich doch nicht etwa glauben machen, daß uch Sie nur fragen: „Wo ist er?“ „Nein, nein,“ intiwortete sie lächelnd, indem sie mir ihre Hand eichte: „Es ist zwar schon lange, ja sehr lange er, daß ich im „Wie⸗Alter“ stand; allein obwohl ch, meinen Jahren nach, wie ich Ihnen bereits ertraut, schon lange zu dem „Wo ist er?“ be— echtigt waͤre, bin ich doch so kühn, an dem Was“ und noch mehr an dem „Wer ist er?“ estzuhalten.“ FDanzig, 28. Februar. Heute Nacht rach hier in einem von 13 Familien bewohnten dause Feuer aus, welches sofort das ganze Treppen⸗ aus ergriff vnd den Bewohnern den Weg zur zlucht abschnitt. Die Feuerwehr rettete mit großer Hefahr sechs Personen; viele andere waren vorher ius den Fenstern gesprungen. Zwei Erwaächsene ind ein Kind sind verbrannt. Ein Ardtillerieser- seant und eine 70jährige Wiitwe sind durch den —„prung aus dem Fenfter lebensgefährlich, zwei unge Damen schwer verletzt. 4 Ueber einen Familien-Selbstmord, der sich im Mittwoch in Pest zutrug, berichtet das „N. z. Journal“: „Der Uhrmacher Seiler that Cyan⸗ ali in den Abendthee, um sich und seine Familie u vergiften. Als der Thee auf dem Tische stand, prach der Vater: „Kinder, wir werden heute alle terben; seid froh, denn Ihr müßt sonst schon norgen 'auf der Straße elend verhungern.“ Die »eiden Knaben begannen zu weinen, die zehnjährige zlanka weinte mit ihnen. Die Mutter tröstete die dinder und sagte: „So wie es der Vater sagt, st's am besten. Wir sterben, denn was würdet Ihr ohne uns beginnen? Ihr müßtet elend um— ommen!“ Nun that der Vater etwas in den Topf ind die Mutter goß in eine Schale Thee ein. In— wischen legten Seiler und seine Tochter frische Wäsche an, die Kinder mußten ebenfalls frische wWäsche nehmen, die Mutter hatte dies schon früher gethan. — „Mathilde, trinke Du zuerst!“ sprach Zeiler, und küßte seine Tochter auf die Stirne. Mathilde gehorchte. Ohne einen Laut von sich zu zeben, küßte sie Vater, Mutter und Geschwister, aahm die Schale zur Hand und trank dieselbe bis ur Neige aus, während ihr die Mutter die pracht⸗ ollen goldblonden Haarflechten auflöste, davon eine 'ocke abschnitt und in ein Gebetbuch legte. Nach— dem Mathilde den Thee getrunken hatte, nahm sie as Gebeibuch vom Tische, wankte zu den beiden Betten, die neben einander im Zimmer stehen, und legte sich mit Hilfe der Mutter nieder. Die Mut⸗ rer schenkte nun drei Schalen voll und befahl den Zindern, zu trinken. Sie weigerten sich und peinten. Mann und Frau zwangen hierauf alle zrei Kinder zum Trinken, indem der Mann nach einauder einem jeden der Kinder den Mund ge⸗ valtsam öffnete und die Frau ihnen den Thee in »en Mund gegossen hat. Der kleine Franz schrie entsetzlich, wurde aber mäuschenstill, als ihm der Vater einen Schlag versetzte. Die Kinder schluckten das Geträuk nicht, die kleine Blanka übergab sich einige Male. Die Knaben mußten in die Küche gehen, wo ihr Lager stand, die kleine Blanka wurde neben Mathilde gelegt, die sich bereits nicht mehr rührte. Bebend vor Furcht hörten die Knaben zu, ils Vater und Mutter von einander schluchzend Abschied nahmen. Dann hörten sie, wie sie zu Bette zingen, und plötzlich wurde es finster. Aus dem Zimmer war nur ein Stöhnen vernehmbar, aber auch das hörte plötzlich auf. Die Knaben schlossen kein Auge. Plötzlich hörten sie, daß Jemand vom Bette steigt, ind gleich darauf sprang die kleine Blanke zu hnen in die Küche. Anton machte Licht und ging ns Zimmer. Vater und Mutter lagen in fester Imarmung in dem Bette, im anderen nebenan lag MNathilde, das Haar über dem Busen sorgsam ge⸗ exdnet. Anton ging zuniück in die Küche und öschte das Licht aus. Die Kinder blieben schweig⸗ am beisammen, sie fühlten sich sehr unwohl und es traten auch bei jedem von ihnen Erbrechungen in. Das Morgenlicht warf bereits seinen fahlen Schein durch's obere Gewölbfenster, aber die Kinder Jetrauten sich nicht, das Lager zu verlassen. Da purde plötzlich an der Gewölbethür gepocht. Anton prang auf und öffnete die Spaletläden des Fensters. Fin junger Mann, der Bedienstete des Hausbesitzers Zrezinger, staud draußen und fkragte nach Seiler, »em er eine Nachricht zu überbringen hatte. Er rschrak vor dem Aussehen des Knaben, dessen rippen geschwollen und mit Wunden bedeckt waren. Der Knabe theilte in kurzen Worten das Ereigniß nit, worauf der Mann ins Haus hineinlief und die Hausmeisterin verständigte. Die Hausmeisterin ief um Hilfe und bald stand eine kleine Schaar entsetztet Hausleute in der Wohnung des Uhr⸗ nachers und beschaute die Opfer des Elends. Die ckhefrau und Mathilde, deren gefalteten Hände auf inem Gebetbuche ruhten, waren todt, die anderen drei Kinder am Leben und erzählten den in Obigem jeschilderten Verlauf des Schauderdramas. AÄuf dem Tische fand man noch 7 fl. 1ukr. liegen — »as ganze Vermögen Seiler's. Stadthauptmann Urs verfügte, daß die drei Leichen in die Todten— ammer, die Kinder ins Rochus-Spital befördert vurden. Letztere wurden sofort in Pflege ge— iommen und sind bereits außer Gefahr. Petersburg, 22. Febr. Gestern Abend zegen 6 Uhr stürzte im Centrum der Stadt ein von Arbeitern bewohntes mehrstöckiges Hinterhaus zusammen, die Bewohner unter den Trümmecn »egrabend. Die Feuerwehrsappeure eilten scefort zur Rettung der Verunglückten herbei. Die Anzahl zer letzteren ist noch nicht festgestellt. Um 8 Uhr »exschien der Kaiser auf der Unglücksstätte. Neue Naphtaquelle. Die „Kaspische Besellschaft' hat in der Nahe von Baku am Kaspi⸗ See eine neue Naphtafontaine erbohrt. Das Zohrloch ist 53613 Ellen tief. Von der Stärke »es Strahles kann man sich eine Vorstellung nachen, wenn man hört, daß im Laufe von fünf Ztunden gegen 25, 000 Pud Naphta (ein Pud — »n Centner) ausgeworfen werden. Die Fontaine wvirft 20— 25 Ellen hoch; sie ist bis jetzt noch nicht vollständig regulitt. Das Pud Naphia wird zu 3 Kop. (6 Pfennige) verkaufi. F Eine Feuersbrunst wüthete in Philadel— 2hia am 19. d. M. in Chestnut⸗Street, zwischen Second⸗Street und Front-Street. Die betroffenen Hebäude bestehen aus Waarenmagazinen und Ge— yäftsbureauxr. Wie man bis jetzt annimmt, be— äuft sich der angerichtete Schaden auf eiwa eine diertelmillion Dollars. dir die Redaktion verantwortlich: F. Beme ß— Von Dankesgesühl durchdrunsen ann ich nicht umhin, Ihnen meinen wärmsten Daͤnk aus— usprechen. Denn Ihnen verdanke ich das höchste Gut, as ein Mensch auf Erden besitzen kann, Gesundheit. Nach em ich eine ziemliche Anzehl von Mitteln, die mir von llen Seiten gegen mein Leiden — Blutandrang, Schwäche der Augen, verbunden mit peinigenden Kopf- und Maaen. αιαgνν BiAI VUα sumnnttic; fuj. yν ιαα. krfolg verbraucht hatte, entschloß ich mich, veranl ßt durch ie Atteste, die ich in den Blättern fand, einen letzten Versuch mit den Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich M. 1l in den Apotheken) zu machen. Und siehe da, nein Vertrauen war nicht getäuscht worden. Von meinem Leiden befreit, halte ich es für meine Pflicht, Sie hiervon uu benachrichtigen, damit Sie zum Segen für andere Leidende auch von meinem Zeugniß Gebrauch machen önnen. Ich verbleibe schließlich im Gefühle inniaster Daukbarkeit Ihr Georg Benkendörfer, Distrikisbautechniker. Seidelsdorf bei Dinkelsbühl (Bayern). Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Eti—⸗ unuett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namens-⸗ uug R. Brandt's trägt. . ** StIiPal e ann à. ο⏑ ve ι—ιιν zund kostet bei den Buchhandlungen halbjährlich Mk.8 ei den Postanstalten vierteljährlich Mt. 1,50. Nr. 125 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus“ enthält: Trost in Wintertagen. — An reiche Mütter. — Aus dem Speiseschrank der Natur. — Als ich n den Ehestand trat — Photographien an junge herren? — Briefbogensprüche. — Kleidergeld. — Neine Lampen. — Achtet die Brocken. — Volks⸗ zelustigungen in Italien. — Goldschlägerinnen. — Iflegerinnen. — Reisedamen. — Blumen für ranke Kinder. — Aussteuerversicherung. — Hän—⸗ elein, willst Du tanzen? — Muttermale zu ver⸗ decken. — Ausfahren der Kinder im Winter. — Milchsäure. — Tabes dorsualis. — Räthselhaft ꝛeränderliches Kind. — Doppelte Ferse. — Wie ziele Nadelstiche für ein einfaches Hemdb? — Roch ür ein Kind von 355 Jahren. — Künstlicher Ddünger. — Granatbäume zum Blühen zu bringen.“ —Ungeltotuac. 2 culieil, NN⸗ oft zu kürzen? — Schlechter Einfluß falschen Haau nuf das eigene. — Anzug für Brautjungfern.« Beiderwand. — Maskenanzüge. — Einrichtung fh 500 Mk. — Punschessenz. — Butterbrodbela⸗ — Pfefferluchen. — Meth. — Pokellake. — natenbeiguß. — Feine Theeschnittchen. — Flam— nerie von Reis. — Rheinischer Napfkuchen (Pos— uchen). — Anisgebackenes. — Russische Pfam— uchen aus Buchweizenmehl. — Küchenzettel. Räthsel. — Fernsprecher. — Anzeigen. — Prohbe nummer gratis in allen Buchhandlungen und der Beschäftsstelle „Fürs Haus“ in Dresden-N. - Preis vierteljährlich 1J Mark. — Notariell beglau »igte Auflage 80,000. — Wochenspruch: Such' nie das Glück in Mammons Fesseln, Denn eh' Du's ahnst, greifst Du in Nesseln D such' es nur in der Familie, Dort blüht es zart und rein als Lilie. das VResfte! SEchmidt u. Günther's Leipziger Jllastrirte Jagdzeitung 1885 Nr. 10, herausgegeben vom Königl. Sberförster Ritz sche, enthält folgende Artikel: Waid manns Frühjahrslust. Von K. A. von Schulenbarg. — Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hi nein. Von G. Cogho. — Das Kreisen der Raubvögel. — Mancherlei. — Illustrationen: Gute Kameradschaft. — Luerhahnbalze. — Inserate. Die Illustrirte Jagdzeitung von Schmidt und ÛιαÑα 43 Zu verkaufen st ein doppeltes Wohnhaus nit Hofranm und Pflanzgarten. Näheres bei Adam EKXnei P- Metzger. IJ. Gew: 60,000 —3 2 α —LZ — 2*2 Ziehung ohne Verschub — J V von F. 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Politische Uebersicht. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ enthält in ihrer Montagsnummer eine Adresse von pfälzi— schen Bauern an den Reichskanzler, die sich für xihöhung der Getreidezölle ausspricht und mit fol⸗ jendem Antrage schließt: „Noch einen Wunsch nöchten wir ergebenst Ew. Durchlaucht iu Vorlage ringen. Es ist dies eine Nachzollerhebung auf die großen Vorräthe an eingeführten Früchten, die nassenhaft bei Großhandelshäusern auf Lager liegen. Sollten von diesen Massen keine Zollerhebungen zattfinden, so wird der Bauer in nächster Zeit vom rhöhten Getreidezoll wenig verspüren, während die Großhändler Millionen gewinnen würden.“ Paris, 24. Februar. Admiral Courbet er⸗ hielt Instruktionen, welche dahin gehen, zu verhin⸗ dern, daß auf dem Seewege Proviant nach China zineingelange. — Die „Agence Havas“ berichtet yon einer in der Nähe von Paris abgehaltenen bersammlung von Irländern, in welcher erneute Anschläge auf London und andere englische Städte zeschlossen worden seien. Neapel, 24. Februar. Die dritte Expedition inter General Rici ist mit dem Packetboot „Was⸗ zington“ Nachmittags abgegangen. London, 24. Februar. Im Unterhause er⸗ viderte der Uuterstaaissekretär Croß auf eine An⸗ rage Taylor's, daß der Vizekönig von Indien, ꝛord Dufferin, keine Verstärkung britischer Truppen ür Indien verlangt habe. Die Regierung halte aher eine Verstärkung für unnöthig. Gladstone rtiärite. die Regierung beschäftige sich damit, die zesammte afghanische Grenze einschließlich Herats eftzustellen und zu sichern. Weitere Mittheilungen vürden dem Staatsinteresse nachtheilig sein. London, 24. Februar. Das für Suakin estimmte Ostheer soll aus 10,000 Soldaten, 5,000 Kameelen, 3000 Maulthieren und 1000 ßferden bestehen, abgesehen von den einheimischen Arbeitern, die an Ort und Stelle geworben werden. Washington, 24. Februar. In der gestrigen —A olution eingebracht, wonach der Ausschuß für aus⸗ härtige Angelegenheiten zu beauftragen sei, zu er⸗ nitteln, ob die Interessen der Vereinigten Staaten licht die Annahme von Zollerhöhungen für solche zjus Deutschland importirte Hauptartikel erheischen, ie in den Vereinigten Staaten ebenfalls gebaut der fabrizirt werden. daß ihr Mann jener Dieb gewesen ist. Die Mon⸗ sttranz sei dann in einem Acker vergraben wieder aufgefunden wurden.“ — Ein etwa 30 Jahre alter Mann aus Aberkandel fiel vor einigen Tagen beim Zutzelbrechen so unglücklich vom Baum herunter, zaß er nach drei Stunden seinen Verletzungen erlag. — Rheinzabern, 24. Februar. Letzten Sonntag Nachmittag trieb sich hier ein frecher Bauner herum, welcher das Mitleid der angesoch⸗ enen Leute dadurch erregte, daß er nur einen Arm jatte. Der Rockärmel der anderen Seite hing eer herab. Unser wackerer Polizeidiener beobachtete sas Treiben des Einarmigen eine Zeit lang und zerlangte dann dessen Papiere, worauf derselbe einen ungültigen Fetzen aus der Westentasche zog ind denselben präsentirte. Auf die Frage, wo er einen Arm verloren hätte, gab er zur Antwort, n Frankreich an der Bahn sei er verunglückt. Polizeidiener Zirker, der den Vogel an den Federn rkannte, ging ihm nun zu Leibe und zog ihm den uin der Brust festgebundenen Arm hervor, so daß er nun wieder, wie andere Menschenkinder, zwei Urme hatte. Der geriebene Gauner, welcher aus Jockgrim gebürtig sein soll, wurde nun aufs Wacht⸗ okal verbracht und in derselben Nacht noch durch ie Gendarmerie nach Hatzenbühl in fichern Ge— vahrsam abgeführt. 1W. T.) Y Nächsten Sonntag den 1. März. Vormittags 10 Uhr, wird in Neustadt im Saalbau eine Ausschußsitzung der Pfälzischen Kampfgenossenschaft ibgehalten und werden die s. Z. von einer Kom⸗ nission ausgearbeiteten Statuten, „Errichtung einer Bfälzischen Sterbekasse“, in Vorlage gebracht. — Von den drei Pionier-Kompagnien in S„peier und 3 Kompagnien des Pionier ⸗Batail⸗ ons in Ingolstadt werden Mitte Juli kifd. Jahres zrößere Uebungen auf dem Rheine vorgenommen verden, zu welchem Zweckee die letztere Abtheilung n Speyer untergebracht werden wird. Nach Be— ndigung dieser Uebungen werden sich beide Abthei⸗ ungen an den Feslungsmanövern bei Ingolstadt zetheiligen. — Ludwigshafen, 24. Februar. Zum Zwecke der Erbauung einer zweiten katholischen Pfarrkirche dahier wurde ein hierzu sehr geeignetes Terrain auf dem Hemshofe privatim käuflich er⸗ worben. Deutsches Reich. — Müͤnchen, 24. Februar. Se. Maj. der Zönig haben bestimmt, daß die Schützenabzeichen zei Aufschlägen mit Patten fortan allgemein auf »em Unterärmel des Waffenrocks über der Aermel⸗ latte getragen werden. Berlin, 24. Februar. Es verlautet, daß der Staatsrath binnen Kurzem zusammenberufen verden wird, um in einer wichtigen Frage zu hotiren. Aus den Reichslanden wird berichtet: zn Sachen der wichtigen Frage des Canalprojekts Ztraßburg· Ludwigshafen hat die vierte Kommission es Landesausschusses (Berichterstatter Abgeordneter 5d. Köchlin) mit 9 gegen 2 Stimmen den Be— chluß gefaßt, die Petition der Regierung zu über— veisen mit folgendem Antrage: Ihre Kommission chlägt Ihnen vor, die Regierung von der in der 21. Sitzung der 11. Session kundgegebenen Absicht, die Aufstellung des Projektes eines Canals von „traßburg nach Ludwigshafen dem Reiche zu über⸗ ragen, ausdrücklich zu entbinden und sie zu er⸗ uchen, die Aufstellung dieses Projektes vorzunehmen. Straßburg, 24. Februar. Der kaiserliche Statthalter von Elsaß⸗-Lothringen, Generalfeldmar⸗ chall Frhr. v. Manteuffel, beging heute die Feier eines 76. Geburtstages. Von allen Seiten em⸗ pfing der greise Staatsmann, der seit 5 Jahren die Geschicke unseres Landes lenkt und während dieser Zeit die vollgiltigsten Beweise dafür gegeben hat, daß die Beglückung von Land und Volk seinen mnigsten Herzenswunsch bildet, warme Kundgebungen der Theilnahme. Zokale und pfälzische Nachrichten. Homburg, 28. Februar. Am nächsten Zonntag Nachmittag findet in unserer Stadt eine »urch Herrn Dekan Henn einberufene Versamm ⸗ ung statt behufs Gründung eines Zweigvere ins der allgemeinen deutschen Lutherstife ung für das Dekanat Homburg. — Kaiserslautern, 24. Februar. Mit »em 1. März wird hier eine Arbeiterküche ins deben treten, in welcher vollständiger Mittagstisch u 30 Pfg. verabreicht wird. Diese von dem Ver—⸗ ine gegen Hausbettel ins Leben gerufene Einrich⸗ ung wird von den Arbeitern sicher mit Freuden »egrüßt werden. — Die Erbonkels und Erbschaften iußerhalb des Deutschen Reiches scheinen in neuerer Zeit sich zu mehren. Vor einigen Tagen ging zurch die Presse die Kunde von einer Erbschaft, velche an Familien im Großherzogthum Baden im Zetrage von über einer Million Mark ausbezahlt vurde. Neuerdings macht eine Silber'sche in Börlitz (Schlesien) und eine Walter'sche Erbschaft n Holland viel von sich reden. Die Erben der letzteren ersammeln sich, wie man dem „Pf. K.“ meldet, im nächsten Sonntag den 1. März, Nachmittags z Uhr, in der Brauerei Mayer in Edenkoben zu iner Besprechung in dieser Angelegenheit. Wir h»ünschen den Erben zu der Erbschaft den besten Erfolg. Vor etwa 29 Jahren wurden aus der ath. Kirche zu Insheim eine Monstranz ge— tohlen und blieb der Thäter bis jetzt unentdeckt stun soll, wie man dem „A.“ erzählt, dieser Tage in Mann in Insheim mit seiner Fcau in Streit erathen sein und letztere dabei verrathen haben, Ausland. Vermischtes. Mannheim, 24. Februar. Der verhaftete Jean Kief aus Speyer, der des Mordes an der Margaretha Ries verdächtig war, ist gestern gegen Ztellung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. 4 Rufach, 20. Februar. (Lebendig ver⸗ zrannt.) Gestern Abend gegen 9 Uhdr ertönten die Sturmglocken. Es brannte, wie der „Neuen Mül—⸗ jauser Zeitung“ gemeldet wird, in der Wohnung »es Rentners van Büren, welcher vor 2 Jahren yon Belfort nach Rufach übergesiedelt war. Das Feuer griff so schnell um sich, daß an die Rettung der Frau vom Hause nicht gedacht werden konnte. Die Unglückliche verlor leider das Leben. Die Ursache des Brandes dürfte wohl in dem Umstande zu suchen sein, daß die Dame, welche im Bett zu esen pflegte, bei dieser Gelegenheit das Licht um— tieß und so das Bett Feuer fing. Köln, 23. Februar. Der Kaufmann Karl skogge stand heute vor dem Schwurgericht, ange—⸗ lagt, den Hauptmann Hirsch gefordert und im duell tötlich verwvundet zu haben. Es wurde nach⸗ Wien, 24. Februar. Die Erhöhung der Ge⸗ reidezölle ist zwischen den beiderseitigen Regierungen »ereits prinzipiell vereinbart. Die Zollkonferenz eräth hauptsächlich die Zollerhöhung auf Industrie- irtikel. Die Annahme der Nordobaähnvorlage gilt ls versichert. Paris, 24. Februar. Heute am Jahrestage er Revolution von 1848 fand die Enthüllung des A Nlatze statt. Von 1 Uhr an war der Voltaireplatz nit Zuschauern angefüllt. Als der Festzug die Nairie verließ, wurden vereinzelte Rufe? „Es lebe ꝛie Anarchie!“ gehört, worauf jedoch die nachdrück- ichen Gegenrufe: „Weg mit der Anarchie!“ er— olgten. Während der Feier wurde keine weitere marchistische Kundgebung gewagt, aber die Begeiste⸗ ung war gering. Um 132 Uhr fiel die Hülle; ann wurden 5 Reden gehalten; zunächst sprach ẽlaquet, dann der Arbeiter Alberi, das jetzt lebende Nitglied der provisorischen Regierung von 1848. gewiesen, daß der Getödtete sich in kompromittiren⸗ der Weise um die Gunst der Ehefrau des Rogge beworben hatte und daß alle Versuche, ihn daran zu hindern, vergeblich gewesen waren. Der Schwur⸗ gerichtshof sprach hiernach den Angeklagten frei. 4 Heiterleit erregte kürzlich vor der Kölner Strafkammer eine Zeugin, die, als der Präsident sie fragte, ob sie mit der Angeklagten verwandt sei. amwortete: „Ja, sie ist mir 150 Mk. schuldig!“ fBerlin, 24, Februar. Der Erbgroßherzog bon Baden hat am Sonntag Abend bei der Rüchk⸗ fahrt von Berlin nach Potsdam, wo er beim 1. Garderegiment z. F. zur Zeit Dienst thut, einen Arm gebrochen. — 7Niel, 21. Februar. Ein glückliche Ope— ration vollführte dieser Tage Geheimrath Professor Esmarch, unfer berühmter Ehirurg, indem er einem Landmann aus Gremmeruß in Angeln, der bei Gravbelotte verwundet wurde, eine Kugel und einen Rockknopf aus der Hüfte entfernte. Der Patient halte die Gegenstände 14 Jahre in sich getragen uͤnd war unler fortwährenden Schmerzen schließlich arbeitsunfähig geworden. Jeßt hofft man ihn bald als vollständig geheilt aus der Klinik entlassen zu —XX F Eine ganz entsetzliche Geschichte wird aus Lowenhain bei Dippoldiswalde berichtet. Dit Furcht vor Strafe für ein begangenes kleineres Ver⸗ drechen scheint die sogenannte Kleinmagd in einem dortigen Gute zu dem schwersten, dem Mord getrieben ju haben. Auf diese Person warnämlich der Ver— dacht gefallen, dieser Tage 40 Mi. einem Dienst⸗ knecht gestohlen zu haben. Die Verdächtige, welche die aligemeine Meinung kanute, schlief mit der Großmagd des Gutes in einem Bett und — am Samstag Morgen fand man letztere in diesem Bett erdrosselt auf. Auf einem Zettel, den man unter dem Kopfkissen fand, bekennt die Todte, daß sie — Freitag vorige Woche ist mir ein schwarzer Hund (Halbdogge) zugelaufen. Der Eigen- hümer kann denselben gegen Bezahlung des Futtergeldes und der Inserations- gebühren in Empfang nehmen bei Muñng, Sengscheid. Zu verkaufen ist ein doppeltes Wohnhaus mit Hofraum und Pflanzgarten. Naͤheres bei Adæa EXneib- Metzger. die 40 Mk. gestohlen und sich deswegen das Leben genommen habe; man solle also den Verdacht gegen die Kleinmagd fallen lassen. Es mußte aber auf— fallen, daß am Samstag Morgen die Letztgenannte ein zerkratztes Gesicht zeigte, und daß die Schrift auf dem Zettel durchaus nicht mit der der Groß⸗ magd übereinzustimmen scheint. Mit diesem Augen⸗ olick wuchs der schreckliche Verdacht, daß die Klein⸗ magd diesen Mord begangen. Jetzzt ist dieselbe im Umtsgericht Lauenstein untergebracht. — F Graudenz; 22. Februar. Vor der Straf⸗ kammer des hiesigen Landgerichts wurde gestern ein interessanter Fall verhandelt. Im Dezember d. Is. vollte ein Arbeitsmann, der bereits 792 Jahre seines Lebens im Zuchthause zugebracht hat, ein Dienstmüdchen heirathen. Am Hochzeitstage hatte die Braut viel zu thun. Als der Bräutigam sie aufforderte, mit ihm zum Standesamte zu gehen, jagte sie zu ihrer jüngeren Schwester: „Geh Du nur mit meinem Bräutigam, ich muß das Essen zubereiten!“ Die Schwester ging ohne Weiteres nit ‚und der Standesbeamte vollzog die Trauung Bei der darauf folgenden Einsegnung hatte der Bräutigam seine richtige Braut. Der Arbeiter vurde zu drei Monaten, jede seiner „Frauen“ zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. F Die „Pet. Ztg.“ bringt eine Zusammenstel⸗ ung des Ergebnisses der letzten Volkszählung in stußland vom Jahre 1882 auf Grundlage detr üüngst vom statistischen Zentralkomité veröffentlichten Materials. Die Gesammthevölkerung des euro— »äischen Rußland betrug im genannten Jahre 77, 879,521 Einwohner, darunter 38,651,977 Männer und 39,227,544 Frauen. Einschlicßlich der übrigen Theile des Reiches und des Großfürsten— thums Finnland berechnet sich die Gesammtein— wohnerzahl des Reiches auf 102 Millionen. Von der Gesammthevölkerung eutfallen auf die Städte J,268,100 und auf das Land 68,616,418 Men schen. Das Ueberwiegen der weiblichen Bevölker ung betrifft nur das Laud, da in den Städten ir Folge bedeutenden Zuzugs von Arbeitern die männliche Bevölkerung durchweg stärker ist als di weibliche — eine Erscheinung, die namentlich auc in den Industriebezirken auftritt. Im allgemeinen tommen auf 100 Männer in den Städten nur 39,2 Frauen, auf dem Lande aber 103,3. VDer Luftschiffer Kouis Godard starb in ßaris am 21. Februar nach langen schmerzlichen deiden. Er hatte mehrere berühmte Luftschifffahrten ausgeführt, darunter die des Göͤant mit Nada 1863. Während der Belagerung von Paris leitet er die „Aetonautenschule“ und fuhr dann mit den Ballon zur Regierung der Nationalpertheidigung in Tours. f(CEnitsetzliche Sceneaufdem Schaf— ote.) Der F. Z. wird aus London 23. Februa semeldet: Als ein gewisser John Lee wegen Er nordung seiner Dienstgebderin Miß Keyse in Bab vicombe heute in Exeter gehängt werden sollte pielte sich auf dem Schaffote eine entsetzliche Scem in Folge mangelhafter Vorrichtungen ab. Am Berüste versuchten die Henkersgehilfen dreimal ver zeblich die Hinrichtung auszuführen. Der Minister des Innern, welchem der Vorgang mitgetheilt vurde, bewirkte die Begnadigung des Mörders. F Zum Brand des Irrenhauses wird au— Philadelphia, 21. Februar, berichtet: Eir Negerknabe, der ein Insasse des jüngst niedetge— brannten Armenirrenhauses hierselbst war, jedoch als verantwortlich für seine Handlungen betrachtel wurde, hat das Bekenntniß abgelegt, daß er daß Bebäude auf Anstiften eines Wärters, der mit den Superintendenten einen Streit gehabt hatte, in Bram zesteckt hahe. *xür die Redakfion verantwortlich: F. *x. Demezz. 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheinische ITrauben-Brust-⸗Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- Lastel bei Apothecker Diedenhofer. I. Gew: 60.000 Ziehung ohne Verichub IJ am 74. März! V 2 Tittlinger kath. Kirchenbauloose ñ2 Mari nur kurze ZBZeit noch vorräthig bei: allen bekannten Verkaufsstellen. ——— 8 2 Nerzlichen Dank —— — — für freundl. tZusendung der Bror p schüre „Kraulenfreuud“, aus welcher ich ersehen, daß auch veraltete Leiden noch heil⸗— bar sind, wenn die richtigen Mittel angewendet werden. Mit frendigem Vertrauen auf endliche Genesung von langjährigem Lei⸗ den, bitte um Zusendung von ⁊c.“ — Derartige Dankesaußerungen laufen sehr zahlreich ein und sollte daher kein Kranker versäumen, ich die in Richters Verlags⸗An⸗ stalt, Leipzig, bereits in 683. Anfl. erschienene Broschüre „Kranken⸗ freuud“ kommen zu lassen um so mehr, als ihm keine Kosten daraus erwachsen, da die Zu⸗ sendung gratis u. franko erfoigt.! Ac Eiuziggũnstigste Geldlotterie weil auf 10Loose bereits 1 Treffer VNr. 391. Letzte Kaiserslauterer Kir Henbau⸗ Cotterie. 20,000 Geldgew. i. B. v. 125,000 Mi. —— ohne Abzug. — 1. Haupttreffer: 30000 Mk. 2. Haupttreffer: 10000 Mt. 1 Gew. 2500, 31000, 65500, 8200, 40 100, 6050 Mtk. ꝛc Jiehnng den 16. März 1885 Loose à 2 Mark vorräthig bei allen bekannten Ver⸗ kaufsstellen und bei der Haupt⸗Agen⸗ lur Jul. Goldschmit in Lud wigs- hafen. — DerHaupttreffer z.5,0000 Mk. der letzten Giesinger Lotterie ist in Kirchheimbolanden gewonnnen worden. 2 2 II. Gew: 30.0000 Im Verlag von Greßner K Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes F zu bezichen: * 14 4 340 2 Die Klasstker der Rhilosophie. Von den früesten griechischen Deukern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Westanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 8)9. Band J: „Dus Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. 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Die Eiurückungsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfaͤlzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I8 4. Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — H M 42. Samstag, 28. Februar 1885. 20 Jahrg. Politische Uebersicht. Graf Hatzfeldt wird, wie nach der „W. 3. bestimmt verlautet, in seine bisherige Stellung nücht zurückkehren. Als Staatssekretär des Aus⸗ värtigen Amtes wird Graf Herbert Bismarck bezeichnet. Prinz Han djery ist zum Regierungs- bräsidenten in Liegnitz ernannt. Paris, 25. Februar. Der Handelsminister Kouvier erhielt heute, als er die Kammer verließ, von einem Individuum zwei heftige Faustschläge; der Minister brachte den Angreifer zu Falle. ꝛetzterer ist ein entfernter Verwandter Rouviers, der en Minister lange Zeit mit Stellen⸗ und Geld— zesuchen verfolgte. Derselbe wurde verhaftet. — der Munilipialrath nahm mit 52 gegen 2 Stimmen ine die Kolonialpolitik der Regierung tatelnde Motion in. — Eine Havas-Meldung aus Shanghai theilt as Gerücht mit, Admiral Courbet habe die Insel Jutu, östlich von Chusan, besetzt und sei dann nach Fformosa zurückgekehrt. London, 25. Februar. Das heute ausge⸗ ebene Blaubuch über Neuguinea und die anderen Zzüdsee⸗-Inseln enthält eine Depesche des englischen zZotschafters in Berlin, Sir Malet an Lord Gran⸗ ille vom 24. Jan. über eine Unterredung mit em Fürsten Bismarck. Fürst Bismarck bezog sich n derselben auf einen Erlaß, welchen er am 5. Nai vorigen Jahres an den Grafen Münster ge—⸗ ichtet habe und in welchem er der Kolonialfrage owie den freundschaftlichen Beziehungen zwischen deutschland und England große Bedeutung beilegte. ferner wird darin bemerkt, daß England beim zeginn der deutschen Kolomialunternehmungen Ddeutschland wichtige Dienste hätte leisten können, ür welche Deutschland seine. Bemühungen zu Bunsten Englands in den seine Interessen näher ind heimwärts berührenden Fragen aufgeboten sjaben würde. Wenn eine Verständigung mit Eng⸗ and über die schwebenden Fragen nicht erzielt verden könnte, so würde Deutschland sich mit rrankreich auf derselben Grundlage, auf der es etzt England zu begegnen sich bestrebe, verbinden. Fürst Bismarck setzte hinzu, leider sei es ihm nur jelungen, die allgemeinen freundlichen Versicher⸗ ungen des Wohlwollens zu erlangen, die angesichts der späteren Ereignisse von geringem Werthe waren. Aus Newyork, Mitte Februar, wird dem „Frkf. Journ.“ geschrieben: In Chicago, Phila⸗ »elphia, Pittsburg, Cleveland, hier in Newyork, äberhaupt in allen größeren Industriestädten des dandes ist man anarchistischen Verschwörungen auf der Spur Nach dem Vorbilde der (von uns be—⸗ ceits geschilderten) Chicagoer Organisationen sollen die Fuͤhrer der Anarchisten oder Sozialisten (man nacht hierzulande wenig Unterschied zwischen beiden) in jenen Städten ihre Anhänger militärisch ein⸗ rerziten, Munition und besonders Dynamit an⸗ äufen, um jederzeit gerüstet zu sein, wenn „es ein⸗ nal losgehen sollte.“ Wenn die Berichte über diese Irganisationen auch übertrieben sein mögen, so ist ie nicht bestrittene Existenz solcher geheimer Ver⸗ chwörerbanden genügend, um unsere Bundes- und ztaatsbehörden an ihre Pflicht zu mahnen. Man arf nicht vergessen, daß es zur Ausführung von ynamit⸗ Attentaten nur eines kleinen Häufleins oaghalsiger Verbrecher bedarf. Besonders gefährlich iegt die Sache in Pittsburg, sowie der augrenzen⸗ »en Kohlenregion, und es ist wohl noch in Aller hedächtniß, daß die Aufruhre des Sommers 1877, velche die Entfaltung einer großen Macht (freilich varen es nur Milizen) nöthig machten, von Pitts- vurg aus sich über den ganzen Osten verbreiteten. Man verkennt denn auch gerade in Pittsburg am venigsten das Bedenkliche der Situation und der Gene⸗ aladjutant der pennsylvanischen Staatsmiliz soll en Obersten des 14. und 18. Regiments der ennsylvanischen Nationalgarde den Befehl ertheilt rhen. solche Maßnahmen zu treffen daß die ihrem Befehle unterstehenden Regimenter in voller Kriegs⸗ ausrüstung nöthigenfalls sofort in Aktion treten önnten. Leider besteht kein Zweifel, daß nächst dem irländischen das deutsche Element den größten Brozentsatz zu den anarchistischen Mordbanden stellt. Die Verschwörung in Pittsburg soll von den New⸗ jorker Anarchistenführern Most, Obermann und Rothgerber organisirt worden sein und in loco unter deitung von Joseph Frick, Heinrich Frey, A. Staub ind Heinrich Müller stehen; unter den Dynamitern in Philadelphia und Chicago erscheinen ebenfalls biele mit deutschen Namen, und von der Dynamiter⸗ Llique in Newyork, welche eine Art Vollziehungs⸗ Ausschuß bildet, sind die deutschen Mitglieder im janzen Lande am schlimmsten berüchtigt. Das pvirft auf die Deutsch-Amerikaner als Nationalität ꝛinen Schatten, der für fie unangenehm, wenn nicht hedrohlich ist, und den sie begreiflicher Weise von der Bildfläche entfernt zu sehen wünschen, umso—⸗ mehr, da zu befürchten steht, daß in demselben Brade, wie die deutsche Führerschaft in diesem ruch— osen Treiben stärker hervortritt, auch die mörde— cische Agitation der Irländer von den Amerikanern mehr und mehr auf die deutsche Rechnung gesetzt vird. Es ist ein durchaus berechtigtes Verlangen der eingeborenen Amerikaner, daß die Eingewander- en die ihnen unter einer freien Regierungsform allhier gewährten Rechte nicht zur Bedrohung der mmerikanischen Gesellschaft mißbrauchen, und man hegreift daher die Entrüstung, welche die bezeich- neten Organisationen, Drohungen und Alttentate ei unseren Nativisten hervorrufen. Die „Newy. 5t.Ztg.“ hält es daher auch für ihre Pflicht, die Deutsch-⸗Amerikaner aufzufordern, dem Gebahren der Anarchisten, ohne Unterschied der Nationalität, mit iller Entschiedenheit entgegenzutreten. In hiefigen diplomatischen Kreisen geht das Gerücht, daß eine neue Konferenz der europäischen Mächte in Aussicht stehe. Veranlassung hierzu geben, wie es heißt, die Verwickelungen zwischen Ftalien und der Türkei, welche trotz aller gegen⸗ cheiligen Versicherungen der italienischen Offiziösen mmer mehr zu einem ernsten Zerwürfniß auszu⸗ wachsen drohen. Sollte die Türkei ihre Kriegsschiffe nach dem Rothen Meere entsenden wollen, so würde hnen die italienische Flotte den Weg dorthin ge⸗ valtsam versperren, wozu bereits alle Vorkehrungen Jetroffen seien. Ob jenes Gerücht irgend einen hositiven Anhaltspunkt hat, wollen wir einstweilen zahingestellt sein lassen. Wir glauben vor allen dingen nicht an die Absendung türkischer Kriegs— chiffe nach dem Rothen Meere, wenn wir auch nicht in Abrede stellen, daß das Vorgehen Italiens her Türkei einen Anlaß dazu gegeben hat, der nur gei der bekannten Energielosigkeit der Pforte ohne Folgen bleiben kann. Der Rückzug der Enghänder vor den näher⸗ sommenden Horden des Mahdi verdient nach Aeuße⸗ rungen vornehmer Mohamedaner in London eine tatastrophe genannt zu werden, da er den Frieden )es größten Theils der alten Welt gefährde. Nicht nur England, sondern auch Frankreich, Rußland uind Oesterreich seien persönlich an dem Ausgange der Mission des Mahdi interessirt, und nicht eine dieser Mächte dürfe die Bedeutung dieser Bewegung yon dem eroberten Chartum nach Norden zu unter⸗ chätzen. Begeisterte Moslems würden sich einbilden, haß nach einer langen und dunklen Finsterniß der nilitärische Kuhm des Islam die Welt auf's Neue zu olenden bestimmt ist. Konstantinopel befindet sich bereits in Gährung. Prophezeiungen sowohl, wie sonstige Umstände begünstigen Mahomed Achmed im Sudan. kngland sollle daher keine Zeit verlieren in der eintsendung großer Verstärkungen an Mannschaften und Schiffen nach Indien und der Levante. Deutsches Reich. Berlin, 25. Februar. Der Kaiser konferirte jeute Nachmittag mit dem Fürsten Bismarck. Ausland. Wien, 28. Februar. In der Zollkonferenz st eine Einigung der beiderseitigen Regierungen noch nicht erfolgt, weil Dunajewski“ daran festhäͤlt, Ge— reidezollerhöͤhungen nur gegen Compensation von Industriezöllen zuzugestehen. Man erwartet zuver⸗ ichtlich eine Ausgleichung dieser Differenzen. Paris, 25. Februar. Die Kammer nahm nit 316 gegen 175 Stimmen den Zuschlagszoll uf Getreide an; der Getreide-Importzoll beträgt »emnach im ganzen 8 Franks. Der Eingangszoil uͤr außerhalb Europas producirtes, aus europaischen ẽntrepots importirtes Getreide mit 6,60 Frs. wurde benfalls angenommen. Morgen findet die Be—⸗ — des Mehlzolles statt. — Die Regierung hete neuerdings wieder Dampfer zum Transpori n Kohlen und Nropiont nach Tonating Bekanntmachung, hbetreffend die Anmeldung unfallversicherungspflichtiger Baubetriebe. Vom 11. Februar 1885. Laut Bekanntmachung im Reichs-Gesetzblatt Nr. 5 Seite 13 hat der Bundesrath auf Grund des 81 Abs. 8 des Unfallversicherungsgesetzes vom s. Juli 1884, Reichsgesetzblatt Seite 69, beschlossen: Arbeiter und Betriebsbeamte, welche von einem Gewerbtreibenden, dessen Gewerbebetrieb sich auf die Ausführung von Tüncher⸗, Ver⸗ putzer⸗ (Weißbinder⸗,) Gypser⸗, Stuckateur⸗, Maler (Anstreicher⸗), Glaser⸗, Klempner⸗ und Lackirer⸗Arbeiten bei Bauten, sowie auf die Anbringung, Abnahme, Verlegung und Re⸗ paratur von Blitzableitern erstreckt, in diesem Betriebe beschäftigt werden, für versicherungs⸗ pflichtig zu erklären. Gemaß 81I des Unfallversicherungsgesetzes hat aher jeder Unternehmer eines der vorgenannien Zetriebe denselben unter Angabe des Gegenstandes ind der Art des Betriebes, sowie der Zahl der zurchschnittlich darin beschäftigten versicherungs »flichtigen Personen binnen einer vom Reichs⸗-Ver⸗ icherungsamt zu bestimmenden Frist bei der unteren herwaltungsbehörde anzumelden. Diese Frist wird hiermit auf die Zeit bis zum 2. März d. J. einschließlich festgesetzt. Welche Staats- oder Gemeindebehörden als intere Verwaltungsbehörden im Sinne des Unfall⸗ ersicherungsgesetzes anzusehen sind, ist von den Fentralbehörden der Bundesstaaten in Gemäßheit es Z 109 des genannten Gesetzes seiner Zeit be— limmt und äöffentlich bekannt gemacht worden Im Uebrigen wird wegen der Anmeldung auf den nachstehend abgedruckten 8 11 des genannten Besetzes, hingewiesen. Berlin, den 11. Februar 1885. Das Reichs⸗Versicherungsamt. Bodiker. F1I des Unfallversicherungsgesttzes. Jeder Unternehmer eines unter den 8 1 fallen⸗ den Belriebes hat den letzteren binnen einer von dem Reichs⸗Versicherungsamt zu bestimmenden und offentlich bekannt zu machenden Frist unter Angabe des Gegenstandes und der Art desselben, sowie der Zahl der durchschnittlich darin beschäftigten ver— ficherungpflichtigen Personen bei der unteren Ver⸗ waltungsbehörde anzumelden. Für die nicht angemeldeten Betriebe hat die untere Verwaltungsbehörde die Angabe nach ihrer Nenntniß der Verhältnisse zu ergänzen. Dieselbe ist befugt, die Unternehmer nicht an; gemeldeter Betriebe zu einer Auskunft darüber nnerhalb einer zu bestimmenden Frist durch Geld; rafen im Betrage zu 100 Mt. anzuhalten. Die unlere Verwaltungsbehörde hat ein nach den Gruppen, Klassen und Ordnungen der Reichs · Berufsstatistik geordnetes Verzeichniß sämmtlicher Zeiriebe ihres Vezirks untet Angabe des Gegen⸗ ftandes und der Art des Betriebes, sowie der Zahl der darin beschäftigten versicherungspflichtigen „ersonen aufzustellen. Das Verzeichniß ist der höheren Verwaltungsbehörde einzureichen und von bieser erforderlichenfalls hinsichtlich der Einreihung der Belriebe in die Gruppen, Klassen und Ord⸗ nungen der Reichs⸗Berufsstatistik zu berichtigen. Die höhere Verwaltungsbehörde hat ein gleiches Verzeichniß sämmtlicher versicherungspflichtigen Be⸗ triebe ihres Bezirks dem Reichs⸗Versicherungsamt einzureichen. Nur solche Betriebe, welche sich auf die Aus— führung von Bauarbeiten erstreden, sind anzumelden; dod ist nicht erforderlich, daß die Arbeiter aus schließlich bei Bauarbeiten beschäftigt werden. Die Anmeldung hat auch dann zu erfolgen, wenn weniger als 19 versicherungspflichtige Per⸗ sonen (Arbeiter und solche Betriebsbeamte, deren Jahresarbeitsverdienst an Gehalt oder Lohn Zwei aufend Mark nicht übersteigt) beschaftigt werden Sokale und pfaltische Nachrichten. *St. Ingbert, 27. Februar. Wie uns mitgetheilt wird, wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag das Innere des Briefkastens in der Ludwigsstraße mit Sand und Wasser verun⸗ reinigt. Die in dem Briefkasten lagernden Poft stücke wurden dadurch so beschüdigt, daß sie nich! zum Versand kommen konnten. * St. Ingbert, 27. Februar. Kürzlich sollte eine hiesige Restauration aus dem jenseitigen dayern eine Anzahl feiner Schinken als Probe erhalten. Der Avis von dem Abgange der Waare nebst Rechnung gelangten auch glücklich in die Hände des Adressaten; was aber nicht ankam, Fas waren die Schinken. Dieselben hatten unter— weg einen Liebhaber gefunden und blieben an dessen Hhanden hängen. Ueber die Qualität des Schinkens eß der unbekannte Schinkenfreund nichts verlauten. Für die Rechnung hatte selbsiverständlich die Eisen⸗ bahnverwaltung aufzukommen, in deren Betriebsbe⸗ reich das Colli zu Verlust ging. Ein Privatförster ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts ebenso wie ein Forstbeamter be⸗ fugt, in dem seiner Aufsicht unterstellten Walde dem in agranti betroffenen Forstdiebe die Werkzeuge, welche er bei sich führt, zu beschlagnahmen, und der dem Privatforster bei der Ausführung der Be— schlagnahine entgegengesetzte Widerstand ist aus 8 117des Strafgesetzbuches zu bestrafen. — Waldmohr, 28. Februar. Vorgestern kam in dem Garten des Joseph Ganther, Stein⸗ hauer dahier, während des Umgrabens eines Kirsch⸗ baumes ein Topf mit alten Silbermünzen zum Vorscheine, im Werth von 120 Mk.; der Fund stammt aus dem 16. Jahrhundert. (Pf. Ztig.) — Siegelbach, 24. Febr. Gestern Mittag gingen zwei Knaben von hier, der eine 12 J. alt, Sohn des D. Christmann, der andere 11 J. alt, Sohn des J. Engel in den Wald um Holz zu holen. Der 12jährige Christmann stieg auf einen Baum und als er mit seiner Beschäftigung fertig war, warf derselbe das Handbeil hinab und traf den 11jährigen Engel damit so unglücklich auf den Kopf. Zaß dessen Hirnschale eine bedeutende Ver⸗ retzung erlitt. Christmann behauptet, er habe. dem Engel rechtzeitig zugerufen, er solle aufpassen und aus dem Wege gehen, weil er das Beil hinabwerfen wollte. Der Arzi soll sich dahin geäußert haben, daß, wenn der Patient auch mit dem Leben davon komme, die Verletzung doch einen bleibenden Nach⸗ theil auf dessen Gehirnthätigkeit haben werde. (K. 3.) — Kaiserslautern, 24. Februar. Die Anklage gegen Herrn Bürgermeister Hohle wegen Preßvergehen während der juͤngsten Reichstags · Wahl⸗ Agitation kam heute vor dem hiesigen Amtsgerichte zur Verhandlung und eudigte mit der Freisprechung zes Angeklagten. Die Anklage basirte auf einem gesetzlichen Formfehler, daß nämlich dem betr. in— riminirten Flugblatte der Verleger nicht beigedruckt ei und deßhalb der Verfasser fragl. Flugblattes als Verfasser, ebent. als Verbreiter zu berrachten sei. Da nachgewiesen wurde, daß der Verfasser, Herr zZürgermeister Hohle, sich in keiner Weise als Ver⸗ eger oder Verbreiter des Flugblattes konstatiren ieß, so wurde derselbe von Kosten und Straft reigesprochen. — In Annweeiler fiel vor einigen Tagen das 133 J. a. Kind des Bahnwarts Haber in »inen mit kochendem Wasser gefüllten Kübel, wo⸗ zei es so schreckliche Brandwunden davontrug, daß es starb. — Morschheim, 24. Februar. Heutt Nacht sprang in einem Anfall von Geistesstörung »ine Frau von hier, Wittwe, in den Brunnendes Herrn damp, um sich zu ertränken. Wahrscheinlich war hr aber das Wasser zu kalt, sie fing an um Hilfe zu rufen und wurde nach einiger Zeit wieder Jjerausgezogen und gerettet. Glücklicherweise war richt viel Wasser in dem Brunnen. (N. B.) — Wollmesheim, 25. Februar. Gestern Abend 9. Uhr wollte der Schreiner Jakob M. von einem Scheuergebälk Borde herunterholen, wobei er io unglücklich herunterfiel, daß er sofort todt auj )»em Platze blieb. Wie man allgemein hört, sol M., der den geistigen Getränken sehr zugeneigt war auch gestern Abend in einem etwas benebelten Zu— tande gewesen sein, was jedenfalls den unglücklichen Zturz herbeigeführt haben mag. Derselbe ist Witwer, zat eine verheirathete Tochter und einen gegenwärtig in Straßburg Theologie studirenden Sohn. — Kapellen, 25. Februar. Ein Schaf des Valent. Schowalter vom Kaplaneihofe brachte dieser Tage ein Lamm mit einem Schweinskopfe zur Welt. Der Eigenthümer ließ dasselbe tödten — Von den Bienen. Dem „D. A.“ wird von Wachenheim geschrieben: Die Bienen berlassen bereits an warmen sonnigen Nachmittagen ihr Winterquartier, um den ersten Frühlingsblümchen. den Weidenkätzchen und der blühenden Haselnuß- staude, einen Besuch abzustatten. Da aber in der Jetztzeit der Hauptzweck ihres Ausfluges darin besteht, um Wasser einzutragen, so sollte jeder Bienenvater darauf bedacht sein, vor dem Stande einen Behälter mit Wasser, Moos, Gras oder Strohhalmen gefüllt hinzustellen, damit dieselben im so schneller und ohne Nachtheil zu erleiden ihr Dauptbedürfniß erreichen kͤnnen. Imker, befolgi diesen Rath und euere Schutzbefohlenen werden es euch später doppelt danken! — Speier, 24. Februar. Die slatutenge⸗ mäße Jahressitzung der Kommission für Vergebung der Aufmunterungspreise und Präbenden aus dem pfälz. Dienstbotenstift fand heute im Sitzungssaale der k. Regierung dahier unter dem Vorsitze Sr. Erz. des k. Staatsraths Herrn Regierungspräsiden en v. Braun statt. Zu derselben waren die derren Bürgermeister: Jakob Mayer in Blies— kastel, Ft. Wilhelm U. in Haßloch, Philipp Alexander in Kalkofen, Jos. Anton Pall mann in Landstuhl und Adam Schmitt in Dppau eingeladen. Die im vorigen Jahr bewilligten echs Präbenden zu je 50 Mk. wurden auch in diesem Jahre wieder verliehen. Erhöhte Geldbe⸗ lohnungen zu je 30 Mk. wurden sechs und solche zu je 25 Mk. an 7 Dienstboten zugesprochen. Außerdem erhielten einen zweiten Ehrenbrief nebst Beldbelohnung zu je 10 Mtk. fünfzehn und einen zweiten Ehrenbrief ohne Geldbelohnung 37 Dienst— boten. Ferner wurden 106 Geldbelohnungen zu je 10 Mk. und 120 erste Ehrenbriefe bewilligt Diese von Sr. Erz. dem Herrn Regierungspräsi— denten ins Leben gerufene segensreiche Stiftung, deren Kapitalstock sich nunmehr auf gegen 75,000 Mark beläuft, ist in fortwährendem Aufschwunge begriffen. Dieselbe hatte sich bisher in höchst an⸗ rkennenswerther Weise der Unterstütung seitens der Distrikte und zahlreicher Gemeinden zu erfreuen und wir geben uns der angenehmen Erwartung hin, daß dies auch fernerhin der Fall sein möge damit es möglich wird, treue Dienste noch in aus ziebigerer Weise als bisher zu belohnen. Nach Beendigung der Sitzung wurden die Mitglieder der Zommission von Sr. Erzellenz zur Tafel gezogen. * Ludwigshafen, 26. Februar. Die Organisation der Bismarck Spende in der Pfalz ist schon seit einigen Tagen vollendet. In allen Kantonen des Kreises haben sich Komite's ge— hildet, denen von Seiten des Zentralkomite's die nöthigen Instruktionen, sowie die Sammellisten zu⸗ gegangen sind. Wie wir vernehmen, haben die JZentralkomite's ihre Thätigkeit sofort in einer Weist aufgenommen, welche ein gleichmäßiges Vorgehen in allen Gemeinden verbürgt. Es sind nämlich von diesen Komite's die Listen bereits den Ver— rauensmännern in den einzelnen Ortschaften über— sendet worden, damit die Sammlungen unverzüglich n's Werk gesetzt werden können. Ist die Samm⸗ lung in den einzelnen Orten beendigt, so müssen die Listen mit den eingegangenen Geldbeträgen an die Kanton⸗Komite's übermittelt werden. Bis zuw 15. März sollten alle Gelder in der Hauptsammel. telle des Kantons zusammengeflossen sein, damit ie von dort aus bis zum 18. März an die Zen—⸗ rralstelle ‚Volksbank Ludwigshafen“ zur sofortigen Weiterbeförderung an das Generalkomite in Berlin abgeschickt werden. Der Vorsitzende des Zentral komite's für die Pfalz, Herr Kommerzienrath Di Zarlt Clemm in Ludwigshafen a. Rh., ist jeder Zeit mit Vergnügen bereit, auf etwaige spezielle Fragen sofortige Auskunft zu ertheilen. Vermischtes. F Für junge Mädchen, die gern hei— rathen möchten, ist eine Sitte zu „empfehlen,“ die in der Bretagne besteht. Dort erscheinen an gewissen Festtagen junge Mädchen beim Tanz i— rothen Roͤcken, die mit weißen oder gelben Streifen umrahmt sind. Die Streifen bezeichnen die Höh— der Aussteuer, welche das Mädchen zu erhalten hat Jeder weiße Streifen bedeutet Silber und bezeichnen 100 Franken Jahresrente, jeder gelbe Streifen be— deutet Gold und bezeichnet 1000 Franken Jahres rente. Die Einführung dieser Sitte, welche zeigt wie viel ein Mädchen Aussteuer erhält, würde gewiß auch in Deutschland Nachahmung finden und viel unge Männer würden für die badische Laudesfarb⸗ „schwärmen.“ 4 Ein Betreidehändler aus dem Dorfe Weihen— zell wurde unweit des Bahnhofes Ingolstadt von inem Unwohlsein befallen, in Folge dessen er daß Bewußtsein verlor. Dieser ungesähr eine halbe Stunde dauernde Zustand wurde von einem Unbe— kannten benützt, dem kranken Manne die kurz vorhet eingenommene Summe von 9375 Mark zu stehlen München, 23. Februar. Der erste Haupt treffer von 25, 000 Mk. der Renten-Unterstützungs— Lotterie wurde von einem Buchhalter von Münchern gewonnen. Der zweite Haupttreffer von 5000 M jel einem Bräuknechte in Erlangen zu. Der dtith HBewinn von 2000 Mk. fiel nach Aidhausen i Unterfranken. München, 25. Februar. Der Bürgermeiste bon Kamerun. Es giebt wahrscheiulich nichts mehr wvas nicht heutzutage von Industrierittern ausgenühzl wird. So kam dieser Tage zu einem Oekonomer in der Nähe Münchens ein ansehnlicher Herr, der dem Landmann mittheilte, er sei vom deutschen Reich als Bürgermeister von Kamerun in Weftafriha »rnannt und wolle dort namentlich die bayrische Dekonomie einführen, weßhalb er große Ankäufe in Vieh und Landwirthschaftegeräthen mache und viele Dienstleute mitnehme. Schließlich pumpte ei den Ockonomen um 100 Mark an, da er mit dem Beld nicht ausreiche und von dem Orte nach München nicht telegraphiren könne. Dem Bauern ging ein Licht auf und er bestellte den Herrn auf den andern Tag, da er gerade das Geld nicht da habe. Den Schwindler wurde aber die Sache auch bedenhlich der Bürgermeister von Kamerun kam nicht wieder pPMunchen, 25. Februar. Welche Gewal— der „Aberglaube“ heutzutage noch ausübt, beweis jolchender Fall: Ein bekannter hiesiger Gastwirth war vor einigen Tagen im Begriff ein groöͤßeres Lokal zu übernehmen und hatte bereits dem Kontralt zugestimmt, als seine Frau vorerst den Rath eint Kartenschlägerin erholte und daraufhin ihren Man hestimmte, wieder zurückzutreten. CGEin Hoch stapler.) Einem schon vielfach vorbestraften Hochstapler von seltener Frechheit diktirte die Strafkammer des Landgerichts München läeine ine sehr empfindliche Strafe. Albert Ling, Litho · zraph“ aus Berlin, siellte sich im September vorigen Jahres einer Müuͤnchens Hausmeistersfrau als Ge⸗ heinpolizist vor der von dem Sohne der Frau Dehrere gefälschte Wechsel in Händen und dessen Verhaftung vorzunehmen habe; gegen Auszahlung don 80 Mart sei er indessen bereit, die Sache bei⸗ zulegen. Die geängstigte Frau zahlte dem Betrüger sch die geforderte Summe. Einen ähnlichen Bersuch, der aber nicht gelang, machte er bei einer anderen Frau, welcher er angab, er habe als De⸗ sektive einen bei ihr wohnenden russischen Studenten, der ein Nihilist sei, zu verhaften. Im Oktober Idlich erschien er bei der Mutter des Reichstags— abgeordneten v. Vollmar, gab sich als ein in großer Noͤth befindlicher politischer Flüchtling aus und erhielt virklich zehn Mark. Das Gericht verurtheilte den frechen Gauner zu vier Jahren Zuchthaus und 600 Maͤck Geldstrafe, ebent. weiteren vierzig Tagen Zuchthaus. x Eine gesunde Luft scheint in Poblitz bei Zwickau zu wehen, denn dort hat der Todtengräber wegen Mangels an Beschäftiguug“ seine Stelle gekündigt. x Eine heitere Dynamit-Geschichte wird aus Gotha gemeldet. „Am vergangenen Donnerstag Abend wurde im dortigen Rathhause eine geheim · mßboll erscheinende Blechbüchse aufgefunden. Keiner der anwesenden Beamten mochte sich der fürchterlichen Gefahr aussetzen, die durch eine unrichtige aoder ungeschickte Oeffnung derselben erwachsen konnte. Fin Veamter der Feuerwehr wurde sofort herbei⸗ geholt, welcher durch eine geschichte Oeffnung der Züchse die Explosionsgefahr beseitigen sollte. Als er auf dem Rathhause ankam und die Büchse er— hlickte, rief er sogleich schreckensbleich geworden, aus: „Da ist Dynamit drin!“ Alles wich entsetzt zurück, Zenn der bewährte Feuerwehrmann mußte die Sacht ja kennen. Da, als die Bestürzung den Gipfelpunkt erreicht, machte sich Einer muthig, der schrecklichen Befahr kühn ins Antlitz schauend, daran, die Büchse zu öffnen. Die Oeffnung gelang vortrefflich, es etrfolgte keine Erplosion, die Gefahr war beseitigt; Die Fortgelaufenen kamen nach und nach wieder zurück, ihren muthigen Genossen bewundernd, der hoheitsvoll und stolz wegen seiner beherzten Hand⸗ iung dastand und den wieder glücklich gewordenen Kollegen den fürchterlichen Inhalt zeigle, es war — gemahlener Kaffee! f Berlhin, 25. Februar. Der zwölfjährige Sohn einer hiesigen Arbeiterfamilie hat sich dieser Tage erhäugt, weil er auf Anordnung seiner Eltern einem älteren Bruder, der einen Besuch machen llte, den Sonntaasanzug dazu überlassen mußte. Ein Paar Neuzuvermählende, vahre Turteltauben, sizen vor dem Herrn Maire. der mit seiner Schärpe umgürket ist. Während der Verlesung des Heirathskontraktes suchen die Lieben⸗ den instinktiv ihre Hände und werfen sich schmach⸗ tende Blicke zu. Der Viaire, ein alter Skeptiker »etrachtet sie und murmelt für sich: „Arme Kinderl Wie schade, sie zu verheirathen! Sie lieben sich so sehr!“ FGr.Salze, 25. Februar. In voriger Woche wurde von Kindern in einem Gebüsch an der Promenade am sogenannten Schneckenberge die deiche eines jungen Mädchens gefunden. Der Rumpf war in Lumpen eingehüllt, der vom Rumpfe ge—⸗ trennte Kopf lag 2 Schritte davon entfernt. Die Frmordete soll die 18jährige Tochter des hiesigen Dienstmannes St. sein. F Brüssel, 25. Februar. Neuestens stellten weitere 3000 Arbeiter in den Kohlengruben No— rcham, Wasmes, Partuges und Quaregnon die Arbeit ein. Gegenwärtig gibt es etwa 9000 Streikende. Zürich, 24. Februar. Es wird gemeldet, daß ein höherer preuß. Polizeibeamter eingetroffen ist, um in der Rumpffaffaire mit den Behörden zu konferiren. Es wurden Haussuchungen bei Anarchisten vorgenommen und bei einem derselben, einem gewissen Stiehrlin kompromittirende Papiere zufgefunden. St. benahm fich dem Polizeikom— nissät gegenüber sehr ungeberdig und verweigerte ede Auskunft. Dieser Anarchist ist Schweizer Aargauer) und Hauseigenthümer. Eine Brücke über den Jordan. Am 27. v. M. wurde die im Auftrage der türkischen Kegierung don dem Ingenieur Georges Ferenghia iber den Jordan in der Nähe der Ruinen der Ztadt Jericho erbaute hölzerne Brücke dem allge⸗ neinen Verkehr übergeben und wohnten dieser Feier der Gouveroeur von Jerusalem, Reuf Pascha, die Militär- und Civilbehörden, dann die geistlichen Thefs der verschiedenen religiösen Gemeinden der Heiligen Stadt und zahlreiche Beduinen-Scheikhe an. Die Brücke, welche die erste ist, die über diesen Fluß führt, hat eine Lange von 45 und eine Breite don fünf Metern und ist ganz sotid gebaut. Nach den Mittheilungen christlicher Pilger aus dem 7. Jahrhuudert soll schon damals eine Brücke über den Jordan geführt haben und zwar an derselben Stelle, wo einst Jesus durch Johannes die Taufe empfing, von dieser Brücke ist jedoch heute keine Spur mehr vorhanden und ist dieselbe wahrscheinlich während der Kreuzzüge zerstört worden. F Der Werth einer Frau. Wie hoch sich einem nicht begüterten Mann in Kamerun durchschnittlich der Ankauf und Preis eines Weihes oeläuft, ist schwer ausfindig zu machen, da die Schwarzen dem Weißen niemals richtige Auskunft arüber geben. Bekannt ist, daß King Aqua dem King Bell, da er dessen Tochter zu Anfang des porigen Jahres zur Frau begehrte, nach und nach 1000 Bar bezahlte, von denen er jedoch circa die Hdälfte als Aussteuer für die Königliche Braut, als er sie in die Aquatown heimführte, in Ziegen, Rindern, Zeugen und anderen Sachen zurückerhielt. Zur näheren Erklärung dieses Werthhbegriffes sei mitgetheilt, daß „ein Bar“ dem Werthe don „zehn hönernen Pfeifen“ gleich gerechnet wird, und daß 20 Bar gleich ein Kru ist, welches den Negern mit 1 Pfund Sterling in Rechnung gesetzt wird. F Unter den jungen Mädchen der Ünfon soll s eine weit derbreitete Sitte sein, auf die Brief⸗ 'ouverts ein paar ganz kurze Zeilen ganz klein zu chreiben und dieselben mit der Briefmarke zu über⸗ tleben. So kann das Töchterlein den Brief, den s geschrieben, der guten Mana zum Durchlesen aübergeben, ihn vor ihren Augen schließen und dem Dienstmädchen zur Beförderung in den Briefkasten ibergeben, und der Brief enthält unter der Marke zoch ein Dutzend dem Empfänger oder der Em⸗ vfängerin recht wohlversländliche Worte, die nicht für das Mutterauge berechnet waren. Die Marte wird vorsichtig gelöst und: „Sage Deinem Bruder, daß er mich heute Abend an der bewußten Ecke erwartet“, liest die Freundin, die den Brief erhielt. Marktberichte. Zweibrücken, 26. Febr. (Fruchtmittelpreis und Bik— tualienntarft.) Weizen 9 M. 23 Pf. Korn 8 M. 06 Pf., Berste zweireihige O M. — Pj., vierreihige O M. — pf., —A6 — Vi. — Pf. Mischfrucht 8 M. 0s Pf., Hafer 7 M. 32 Pf., Erbsen O M. — Pf. Wicken — M. — pf. Heu 3 M.—- Pf., Stroh JQual 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1 M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 70Pf., Weißbrod Lhh Kilo 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kile⸗ 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. — —— fleisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein J Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pi, Butter 3 Kilogr. O M. 92 3i. Homburg, 26. Febr. (Fruchtmültelpreis und Vitlua— lienmartt. Weiten 9. M. 22 Pf., Korn 7 M. 80 pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M. — pf., Gersfte 2reihige œM. — Pf., Gecste 4reihige O WM. — pi., dafer 7 M. 66 Pf. Mischirucht O M. — Pf., Erbsen — M. — ,Pf., Wicken — M. — Pf. Bohsnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund b3 Pf. Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsensteisß nv Kindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch — VPf. Schweinefleisch 46 Pf. Butter 1 Pfund o Mi 98 pf Kartoffeln per Zentner 1M. 80 Pf. Kaiserslautern, 24. Febr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen 9 Mk. 04 Pf., Korn 8M. Pf. Spelzlern — M. — Pf., Spelz 6 M. 56 Pf., Gerste 8 M. 71 Pf. Hafer 7 M. 92 Pf., Erbsen O M. — Pi., Wichen 0O M. — Ppf., Linsen — M. — ppfj.. Klee— samen 88 M. — Bf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pif. 3 Pid. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Rfund 38 Pf.. Butter X Pfd. O M. 90 Pf., Eier per Dzd. 72 Pf. Kartoffein per Zentner 1M. 75 Pf., Stroh J. Qual. 2 M30 Pf., I. Qual. 2 M. 20 Pf., Heu pro Ctt. 3 M. 05 Pf., — — n verantwortlich: F. X. Demes. Nächsten Dienstag, den 3. März 18335,. Abends 8 Uhr in dokale des Hrn. Baumann findet di⸗ Generalversammlung des „Garten⸗- und Obstbau-Vereins“ mit folgender Tagesor' nung stait: 1. Jahresbericht und Ablage der Rechnung, 2. Neuwahl des Ausschusses, Z3. Verloosung von Obstbäumen an die Mitglieder. Alle Vereinsmitglieder und Freunde der Sache sind eingeladen. Der Vorstand. — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben⸗-Brust- Honigs*) à. 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Husten ⁊c. stets bewährt hat, schicken zu wollern. Schloß Theres bei Obertheres in Bahern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. *) Der ächte theinische Trauben-Brust-Honig, von dem Erfinder und alleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per Flasche à T, 112 u. 3 Mark käuflich in St. Jugbert bei J. Friedrich; in St. Zohann bei *. P. Judenhöffer und N. Maginot; in * Blieskaltel bei Apotheker Diedexhofer. — — — — — — Lohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg Wir übernehmen jederzeit: Flachs, Hanf uund Abwerg zum Spinnen und Weben. Länge des Schneliers 1228 Meter. Bahn sracht hieher und zurück auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigst— breise. Garn und Leinwand von bester Qualität. Unsere Herrn Agenier —— — Auskunft: in St. Ingbert J. Friedrich. eFür weitere Olle werden Adrunn vesucht. Offette erwünscht. — In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: — 32 Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb— franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein— gehende Kenntniß unserer pfalzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über. sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des oͤffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist tostspieliger Einzel-Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. Um die Auschaffung zu erleichtern, hat die Ver—⸗ lagshandlung auch eine F Lieferungs-Ausgabe 4 veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen a 1 Mtk. durch jede Buchhandlung be— zogen werden. Kaiserslautern. — —⸗ — * ⸗ — — —24 I88 ⸗* * J Jahrmarkt zu St. Johann a.Saar Versteigerung von Budenplühzen. Am Montag, den 2. März ds. Irs. Nachmittags 2 Uhr sollen an Ort und Stelle hierselbst die Bu— denplätze für die Jahrmärkte des 3. März und 30. Juni ds. Irs. öffentlich meistbietend verpachtet werden. St. Johann a. S., den 20. Febt. 1885 Der Bürgermeister Falkenhagen. 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Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — *42 t Politische Uebersicht. In Abgeordnetenkreise Preußens nimmt nan zuversichtlich an, daß die Regierung dem ingebrachten Gesetzentwurf zur Pensfionirung dee hoiksschullehrer im Wesentlichen in der Form, wir r in der Kommission festgesetzt worden, zustimmen vird. Aus der Haltung der Regierungsvertreter mder Kommission hat man allgemein diesen Ein— ruck gewonnen. Einzelne Bedenken, welche die degierung noch haben dürfte, werden in vertrau⸗ ichen Verhandlungen erörtert und im Gesetzentwurf noch berücksichtigt werden. Das Gesetz würde frei— ich einen Mehraufwand von etwa drei Millionen Nark verursachen, was allerdings bei der gegen⸗ pärtigen Finanzlage schwer in's Gewicht fällt. In— essen wird jedoch von keiner Seite verkannt, daß serade diese Aufwendung eine der allerdringlich⸗ den ist. In einer der letzten Nummern des von Dr. V. vöhmert herausgegebenen „Volkswohl“ findet sich ein eachtenswerther Aufsatz: „Das Sparen und die zozialdemokratie“. Es wird darin nachgewie⸗ en, daß überall, wo die Sozialdemokratie herrscht, auf⸗ allend viel weniger gespart wird als anderwärts, ind dies wird darauf zurückgeführt, daß die sozial⸗ emokratische Lehre jede Selbsthilfe, jede auf dem Boden der heutigen Gesellschaft erreichare Verbesse⸗ ung der materiellen Lage der Arbeiter für werth— os erklärt und ihnen einen kommunistischen Zu⸗ unftsstaat vorgaukelt, in dem ihnen die kleinen Er⸗ yarnisse doch nichts nützen könnten. Es kommt inzu. daß die sozialdemokratische Agitation mit sren beständigen Versammlungen und Vorträgen caturgemäß das Wirthshausleben befördert und da⸗ nit manchen Groschen, der gespart werden könnte, erschlingt. Spartrieb und Sozialdemokratie sind atürliche Feinde; jede Beförderung des ersteren ist agleich eine Bekämpfung der letzieren. Hat ein irbeiter erst einmal Geschmack am Sparen gewon⸗ en, freut er sih an dem Wachsthum seines kleinen dapitals, so wird er vor allen Dingen die Neig— ing für das Wirthshaus verlieren und statt dessen ir die Freuden der Häuslichkeit empfänglicher verden; damit aber ist er für die Sozialdemokratie n der Regel schon verloren. Auch Schäffle legt uf diese Erscheinung einen besonderen Werih. In einer Schrift „die Aussichtsiofigkeit der Sozial⸗ emokratie“ führt er aus, daß das Sparen die »ozialdemokratie am wirkfamsten bekämpfe. „Jeder ⸗parkassenpfennig wirkt der Revolution bei den zroletariern selbsi entgegen. Es gibt keinen besseren Schutz der bestehenden Ordnung, als die Erhaltung ind Ausarbeitung des Privateigenthumz, des Kar itals, über die ganze Produzentenwelt durch Er—⸗ barung.“ In den Berichten der Fabrikinspeitoren bird diese Wahrnehmung auch mit ganz bestimmten hatsachlichen Ängaben delegt, es wird zahlenmäßig uchgewiesen, daß überall wo die Soziulvemokran ertscht, das Sparen nicht aufkommt und umgekehtt, vo das Sparen in Uebung isi, die Sozialdemokratie einen Boden findet. Die hohe sozialpolitische und Joralische Wichtigkeit, welche jede Beforderung des Spattriebes in sich trägt, liegt nach diesen Bemer⸗ ungen auf der Hand. Der König der Bel gier, Leopold IL., richtete den Fürsten Bismard einen Brief, in weichem demselben den Dank für die großen Dienste nusibricht, welche der Reichskanzie durch die Ein—⸗ Sonntag, 1. März 18885. 20. Jahrg. zerufung der Konferenz der Zivilisation in Afrika geleistet habe. Mitwirkung an den Arbeiten der Konferenz aus⸗ prach. Demnächst erhob sich der italienische Bot⸗ chafter, Graf Launahy, um als Doyen im Namen der Versammlung zu danken und der hohen Ver— zienste zu gedenken, welche sich Fürst Bismarck elbst um das glückliche Gelingen des Konferenz⸗ verkes erworben habe. Fürst Bismarck machte zierauf den Anwesenden die Mittheilung, daß die nternationale Gesellschaft des Congo ihren Beitritt u den Beschlüssen der Konferenz erklärt habe und jerlas das darauf bezügliche, von Strauch als zevollmächtigten der Gesellschaft unterzeichnete Schriftstüc. Die Versammlung schritt sodann zur Anterzeichnung der auf einem besonderen Tische usgebreiteten, auf Pergament gedruckten 14 Ver⸗ ragsinstrumente. Nach Beendigung dieser Feier⸗ ichkeit wurde um 3*3 Uhr die Sißzung durch den Fürsten Bismarck geschlossen. Berlin, 27. Februar. Der „Reichsanzeiger“ zublizirt das Gesetz, betreffend die weitere Erwer⸗ »ung von Privatbahnen (die braunschweigische, die chleswigsche und die Münster⸗Enschede⸗Bahn). Auslaud. Bern, 27. Febr. Mehrere Anarchisten find hier verhaftet worden. Auch in anderen Städten der Schweiz sollen Verhaftungen von Anarchisten statt⸗ zefunden haben. Wie verlautet, liege ein bezüglicher Beschluß des Bundesraths vor. Paris, 26. Februar. Drei deutsche Sozia⸗ listen, die sich an der Kundgebung bei Vallés Be⸗ grähniß betheiligt hatten werden ausgewiesen werden. Das „Berl. Tgbl.“ schreibt: Schon Ende origen Monats brachten wir die Nachricht, daß sier englische Depeschen eingelaufen seien, wonach nie bei der Sklavenküste von Quettah oder deta im Binnenlande ansässigen Awona-Leute die eutsche Flagge gehißt und den englischen Händlern n Quettah gedroht hätten, keinen Proviant mehr u liefern. Jetzt sind, wie schon im heutigen Norgenblatt berichtet wurde, in Hamburg briefliche zerichte eingelaufen, wonach in Quetiah selbst die „achen sehr bedenklich ständen, so daß Unruhen usgebrochen, bei denen der britische Gouverneur rerwundet wurde. Im Zusammenhang mit den rsten Nachrichten muß fast der Verdacht rege verden, als ob die Engländer das Spiel wieder⸗ solten, gegen deutsches Vorgehen aufzuwiegeln, und »abei selbst blutige Früchte ernteten, indem die deger sich die anscheinenden Zerwürfnisse zwischen Ddeutschen und Engländern zu Nutze machen möchten. In Afrika sollte doch anständiger Weise die Eifer⸗ ucht zwischen den Weißen den Schwarzen gegenüber nußer Spiel bleiben. Mittilerweile wird dem Reuterschen Büreau noch aus Madeira unterm 19. d. gemeldet, daß dortselbst Nachrichten von der Vestküste Afrika's eingetroffen sind, denen zufolge in Küstenstrich westlich von Benin von Deutschland mnektirt worden ist. Die Beninküste und der Landstrich gleichen Namens liegen in Ober⸗Guinea wischen den Mündungen des Alt-Calabar-⸗Flusses ind des Volta⸗Flusses und nehmen das Gebiet der janzen Sklavenküste, der Benin-Bai, der Niger⸗ nündungen und der Biafra⸗Bucht ein. Im Süden cs Gebietes Abefindet sich das Kamerungebirge. „Westlich von Benin“, wie diese Meldung besagt, äge unter Anderem an der Goldküste jener Strich, »en einst Brandenburg unter dem Großen Kur⸗ ürsten besaß. — Lokale und pfälzische Rachrichten. St. Ingbert, 28. Februar. Dieser Tage varf eine Ziege des Bergmannes Engel dahier )rei Jungen, worunter ein munteres Böcklein mit bAugen, zwei vorn seitlich am Kopfe stehend ind zwei auf dem Scheitel. — Oberauerbach, 26. Februar. Am Montag entfernte sich der Ackerer Daniel Leiner »on hier aus seiner Behausung, ohne daß man iber dessen Verbleib etwas erfahren konnte. Die iun angestellte Suche nach demselben hatte das krgebniß, daß man ihn heute früh im Fichten⸗ väldchen des Schlages Kirchwald, Niederauerbacher Bemarkung, erhängt fand. Leiner, ein tüchtiger ind braver Familienvater, scheint in einem Aufalle von Geistesstörung Hand an sich gelegt zu haben. Derselbe hinterläßt Frau und 8 Kinder. (8. 3.) Deutsches Reich. Berlin, 26. Februar. Die heutige Schluß— itzung der afrikanischen Konferenz begann um 2195 Uhr unter dem Vorsitz des Fürsten Bismarck. In er Eröffnungsrede sprach der Fürst sein Bedauern arüber aus, daß sein Gesundheitszustand und seine inderweitigen Dienstgeschäfte ihn daran gehindert jätten, persönlich den Verhandlungen beiwohnen u können; er habe jedoch mit lebhaftem Interesse den Gang derselben verfolgt und seine Theilnahme nehrfach zu bethätigen Gelegenheit gehabt. Der steichskanzler gab der Befriedigung darüber Aus— ruck, daß es gelungen sei, über die einzelnen Punkte es Konferenzprogramms eine Einigung zu erzielen. der Präsident resumirte sodann kurz die einzelnen on der Konferenz gefaßten, jetzt in einer General⸗ kte vereinigten Beschlüsse und zollte dem versöhn⸗ chen Geiste Anerkennung, der sowohl bei den Be⸗— athungen der Konferenz selbst, wie bei den außer⸗ alb derselben stattgehabten Verhandlungen obge⸗ paltet habe. Der unter den Auspicien Sr. Maj. es Königs der Belgier gegründete, jetzt von fast illen Mächten anerkannte Congostaat werde eine der werthvollsten Stüßen für den Bestand des Werkes der Konferenz bilden. Fürst Bismarck chloß, indem er im Namen Sr. Maj. des Kaisers ind Königs den anwesenden Bevollmächtigten, so⸗ vie den Delegirten den Dank für ihre erfolgreiche Vermischtes. — — . Der letzte der Veteranen aus dem Heere Napoleons L.— der älteste Mann in der gaänzen Umgegend von Idar, Herr Karl Dreher, ist dieser Tage zur großen Armee abberufen worden. Am 29. April 1790 geboren, trat Dreher 1808 in seubreisach bei den chasseurs à cheval ein und zing nach sechswöchentlichem Dienst als Freiwilliger nach Spanien, wo er die Schlacht von Saragossa nitmachte; dann kam er mit dem franzoͤsischen deere nach Oesterreich und betheiligte sich an den S„chlachten von Aspern und Wagram. 1813 vurde er bei Großbeeren verwundet, gerieth auf »em Marsche nach Leipzig in Gefangenschafi und nachte dann noch die Schlacht bei Hanau mit. dreher hatte an den Folgen seiner Verwundung nicht viel zu leiden und war bis in seine letzten Jahre ein rüstiger Mann gebliehen. GWie viel Fruchtksrner faßt ein diter?) Der Vorsitzzende des landwirthschaftlichen Bereins zu Hirschberg hat sich der Mühe unterzogen, estzustellen, wie viel Körner irgend einer Frucht⸗ zatiung auf einen Liter gehen. Ein Liter halt Veizentörner 21,700, Roggen 28,000, Gerste 18,100. Hafer 12,800, Erbsen 5400. Wer's nicht glaubt, mag nachzählen. fHamburg, 27. Februar. Vor Cuxhaven and cine Kollision zweier ausgehenden Dampfer tatt. Der schwedische · Dampfer „Norden“- ist ge⸗ unken, der englische Dampfer ,Cumberland“ wurde eck. Sechs Personen vom Norden“ sind geretien, wanzig wahrscheinlich ertrunken. fHamburg, 27. Februar. Vom Dampfer „Norden“ sind alle bis auf 4 Personen gerettet. Untexden Ertrunkenen sind 2 Frauen. Eine kühne Operation,) Ueber eine ateressante und mit großer Kuͤhnheit ausgeführte eue Operation machte jüngst Professor Billroth Wien dem Verein der Äerzte Mittheilung. Vor iniger Zeit war eine Frau zu ihm gebracht wor⸗ en die ein Gebiß verschiuckt hatte. Professor gillroih sah sich gezwungen, eine Oeffnung des ünterleibes (Laparatomio) zu vollziehen, die ihm jestattete, in dein Körper die nothwendige Suche jach dem verlorenen Gegenstande vorzunehmen. gillroth theilte mit, daß er die Leber und die tieren befühlt und schließlich daß Gebiß an der ückwärtigen Magengegend gefunden habe. Es han⸗ zelte sich also zut Beseitigung des Fundes um eine weite Operation, um die Oeffnung des Magens Gastrotomio), die der Chirurg auch sofort aus- ührte, so daß er daß Gebiß wieder an das Tages⸗ icht zu fördern vermochte. Die Genesung der rau⸗ist nach dem Berichte des Redners ohne Fieber vor sich gegangen. pBern, 26. Februar. Im Kanton Aargau vurde vorgestern das Armenhaus zu Wohlen von inem taubstummen Burschen in Brand gesteckt und zollstäudig zerstört. Von den 130 Einwohnern ind 5 in den Flammen umgekommen. London, 27. Februar. Während der Schießübungen in Schweburyneß platzte gestern eine Zranate, wodurch ein Offizier und ein Kanonier ofort getödtet, Oberst For, Strangways, Direktor der Arlillerieschule, Oberst Lyons und sieben andere Iffiziere, Artilleristeu und Zivilisten schwer ver— vundet worden. Bei einigen wird an deren Auf⸗ 'ommen gezweifelt. Marktberichte. e. Ensheim, 26. Febr. (Viktualienmarkt.) Butter 10-0,00 M. per n Kilo, Eier 90 Pf. per Zutzend, Kartoffeln — M. Fur diek Redaktion verantworli F x Demen. ÌS—OV. * * Licitation. Bekanntmadung. Mountag, den 16. März 1885, Der Stadtrath von St. Ingbert Nachmitiags 4 Uhr, zu Rohrbach jat auf Grund des 8 866 Ziff. 10 in der Wirthschaft von Georg Ha⸗ des R.St.«“G. Art. 94 Art. 2 Ziff. 4 bderer ind Art. 8 des P.StaG.B. folgende werden durch den unterzeichneten, rlspolizeiliche Vorschrift erlassen. gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar, Die Anstößer an die Straße im btheilungshalber oͤffentlich auf Eigen⸗ zosephsthal und die Angrenzer an die hum versteigert: dohlenstraße sind verbunden —DD Steuergemeinde Rohrbach: oir soweit ihr Eigenthum geht in der ee e unn d8 6 40 om Barschaffner in Gemeinschaft mit Im Wohnhaus mit Stall, Hof⸗ iner durch den Stadtrath bestimmten daum und Pflanzgarten in den Fommission vorgeschriebenen Weise her⸗ Bodsgärten im Orte Rohrbach; ustellen⸗ Plan Nr. 469, 16 2 Adeer unten Die Stadt St. Ingbert liefert die am Kahlenberg; dandsteine und find die Angrenzer an Hlan Nea 2108, 2106 und 2107, raglichen Straßen verpflichtet, sofort 36 4 Ader auf dem Tummelplatz; sei Legung dieser Steine das Trottoir Plan Nr. 1547, 6 4 50 4m us Meter breit vom Randsteine an Acker unten am Spieserweg; nit harten Steinen oder Platten her⸗ Planu Nr. 2164, 4 4 90 qu ustellen. Bei Säumigen wird die ücker im Pfuhlgarten; derstellung des Troltoirs auf deren Plan Nr. 1513, 3 a 40 4m kosten durch die Gemeinde vorgenommen. Acker auf'm Spieserflur; Wer diesen ortspolizeilichen Vor⸗ Plan Nr. 351 und 351*, 28 a hriften zuwiderhandelt wird auf Go qm Ader himer der Neufelder · brund des Art. 8366 Ziff. 10 des ahnung; .St.G. und Art. 94 des P.⸗St.⸗ Plan Nr. 839 und 8392.4, 22 8. an Geld bis zu 60 Ml. oder mit 30 m Ader auf der Hasselthece daft dis zu 14 Tagen bestraft. zweite Ahnung. Vorstehender Beschluß wurde durch Figenthumer sindr 1. Andreas, ẽnutschließung Hoher K. Regierung der 2. Johann und 8. Ludwig er Pfalz, K. d. J. vom 20. Februar Haberer, alle drei Bergleute und 888 vollziehbar erklärt. J Rohrdach wohnhaft, die beiden St. Ingbert am 27. Februar 18885. ẽrsteren großjährig, Lehterer emanci ⸗ Der Bürgermeister irler Minderjähriger, welcher seinen Heinrich. gruder Andreas Haberer zum Curator beblun Danksagung. St. Ingbert, den 28. Februar 1888. Für die zahlreiche Betheiligung so, Kemmer, vie für die reiche Blumenspende bei k. Notar. er Beerdigung meiner lieben Frau — — — dovghhtter, Schwester und Schwägerin Zwangsversteigerung. Cuisa Günther, geb. Högel, agen wir hiermit allen Verwandten ind Bekannten, insbesondece aber dem derrn Pfarrer Ferkel für seine trö⸗ ende Grabrede unsern herzlichen Dank. Schnappbach, den 27. Febr. 1885. Berti⸗kttranernden Hinterbliebenen. — Lodes⸗Anzeige. Goit dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Gattin, Mutter, Schwägerin, Schwester und Tante Katharina Meisgerbor, geb. Schwarz m Alter von 33 Jahren nach längerem Leiden in ein besseres Jenseits ibzurufen. Die Beerdigung findet nächsten Montag Morgen um 9 Uhr statt. Um stilles Beileid bittet, im Namen der trauernden Hinter⸗ zliebenen. Ser trauernde Gatte: Ludwig Weisgerber. Naͤchsten Dienstag, den 3. Marz 1885, Abends 8 Uhr im Lokale des Hrn. Baumann findet die Generalversammlung es tteu und Obstbau⸗Vereins“ mit folgender Tagesord zung statt: 1. Jahresbericht und Ablage der Rechnung, ». Neuwahl des Ausschusses, 3. Verloosung von Obstbäumen an die Mitglieder. Alle Bereinsmitglieder und Freunde der Sache sind eingeladen. Der Vorstand. — Anerkennung. — Evw. Wohlgeboren ersuche mir wieder 83 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben⸗Brust-Honigs*“) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei Halsleiden, Hussen ⁊c. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bayern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. 8) Der ächte rheinische Trauben-Brust-Honig, von dem Erfinder u lleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per Flasche à ĩ, 190 u. 8 Mark lJauflich in St. Ingbert bei J. Friedrich; in St Johaunn bei F. P. Jadenhöffer und U. Maginot; in Blieakasel bei Apotheier Viedeubofer. oA ereeh —RB— rer Amerik. Krillaut· Glanz —XX Lepz — — F „Zum goldenen Stern.“ Morgen, Sonnteg gemüthliche Unterhaltung mit Bockbier, wozu freundlichst einladet Gi. KlIeinm. NB. Mit Speisen und Getränbe wartet bestens auf D. O. — Perim a 2 FNRahmkaͤs J empfiehlt W. Chandon jr. Zu verkaufen ist ein doppeltes Wohnhaus mit Hofraum und Pflanzgarten. Naͤheres bei A dam EKneib- Mebget ierzu Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 9. Donnerstag, den 5. März nächst⸗ jin, Mittags 12 Uhr versteigere ich zu Ponsheimerhof, Gemeinde Ommers— Jeim gegen Ludwig Altpeter junior, Acker in Eschringen eine Dreschmaschine mit Gö— belwerk und Zugehör sowie an demselben Tage, Nachmit- ags 1 Uhr vor dessen Wohnung in xẽischringen: 1.Rind, 1 Kuh, 2 fette Schweine, 20 Centuer Kar—⸗ doffeln, 6 Centner Korn, 1 Windmühle, 60 Cenkner Mist, 3 Stücke gebleichtes Tuch, Leintücher, Tischtücher, J Kleiderschrank, 1 Pfeiler⸗ chränkchen und noch verschie⸗ dene sonstige Hauseinricht⸗ ungsgegenstände ?c. xc. wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 28. Februar 1885. Kechk, Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender in St. Ingbert. 3 gekochtes geben in 10 Minuten mit Vusεαν i. etwas But- er gekoeht rorzũgliche 8uppen. ir Kinder mit Wasser »der Mileh, für en Familien- tiseh mit vleisebbrüh zu xochen. Kochzeit 10 Minuten Höchster Nährwerth grösste Aus- ziebigkeit, rasche Zubereitung, vor- üglicher Geschmack und Billigkeit ecreinigt. Niodorlago dei J p hery in St Iingbert. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. * 0 8* — 26 * J 3* Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. F St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und onntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltur ge⸗ ßlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1A 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen AM 7S5 4, einschließlia 0 4 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, I3 H, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — ——— M 43. Politische Uebersicht. In Abgeordnetenkreise Preußens nimmt nan zuversichtlich an, daß die Regierung dem ingebrachten Gesetzentwurf zur Pensionirung dee Volksschullehrer im Wesentlichen in der Form, wir * in der Kommission festgesetzt worden, zustimmen vird. Aus der Haltung der Regierungsvertreter in der Kommission hat man allgemein diesen Ein— druck gewonnen. Einzelne Bedenken, welche die Regierung noch haben dürfte, werden in vertrau⸗ ichen Verhandlungen erörtert und im Gesetzentwurf noch berücksichtigt werden. Das Gesetz würde frei— lich einen Mehraufwand von etwa drei Millionen Mark verursachen, was allerdings bei der gegen— värtigen Finanzlage schwer in's Gewicht fällt. In— dessen wird jedoch von keiner Seite verkannt, daß gerade diese Aufwendung eine der allerdringlich⸗ ten ist. In einer der letzten Nummern des von Dr. V. Böhmert herausgegebenen „Volkswohl“ findet sich ein ʒeachtenswerther Aufsatz: „Das Sp aren und die 5ozialdemokratie“. Es wird darin nachgewie— sen, daß überall, wo die Sozialdemokratie herrscht, auf⸗ fallend viel weniger gespart wird als anderwärts, ind dies wird darauf zurückgeführt, daß die sozial⸗ demokratische Lehre jede Selbsthilfe, jede auf dem Boden der heutigen Gesellschaft erreichare Verbesse⸗ tung der materiellen Lage der Arbeiter für werth— sos erklärt und ihnen einen kommunistischen Zu— sunftostaat vorgaukelt, in dem ihnen die kleinen Er— parnisse doch nichts nützen könnten. Es kommt sjinzu, daß die sozialdemokratische Agitation mit hreij bestuͤndigen Versammlungen und Voriräügen naturgemäß das Wirthshausleben befördert und da⸗ nit manchen Groschen, der gespart werden könnte, Jerschlingt. Sparttieb und Sozialdemokratie find zatürliche Feinde; jede Beförderung des ersteren ist ugleich eine Bekämpfung der letzteren. Hat ein Arbeiter erst einmal Geschmack am Sparen gewon- len, freut er sih an dem Wachsthum seines kleinen dapitals, so wird er vor allen Dingen die Neig⸗ ing für das Wirthshaus verlieren und statt dessen üür die Freuden der Häuslichkeit empfänglicher verden; damit aber ist er für die Sozialdemokratie in der Regel schon verloren. Auch Schäffle legt nuf diese Erscheinung einen besonderen Werih. In einer Schrift „die Aussichtslosigkeit der Sozial⸗ demokratie“ führt er aus, daß das Sparen die Sozialdemokratie am wirksamsten bekämpfe. „Jeder Sparkassenpfennig wirkt der Revolution bei den Proletariern selbst entgegen. Es gibt keinen besseren Schutz der bestehenden Ordnung, als die Erhaltung und Ausarbeitung des Privateigenthums, des Ka— pitals, über die ganze Produzentenwelt durch Er⸗ barung.“ In den Berichten der Fabrikinspeltoren vird diese Wahrnehmung auch mit ganz bestimmten hatsächlichen Angaben delegt, es wird ihlenmaßig nachgewiesen, daß überall wo die Sozialdemokraue serrscht, das Sparen nicht aufkommt und umgekehrt, vo das Sparen in Uebung ist, die Sozialdemokratie beinen Boden findet. Die hohe sozialpolitische und Noralische Wichtigkeil, welche jede Beförderuug des Spartriebes in sich trägt, liegt nach diesen Bemer— ungen auf der Hand. — —— Der Konig der Belgier, Leopold L. richtete den Fürsten Bismard einen Brief, in welchem r demselben den Dank fur die großen Dienste sspricht, welche der Reichskanziet dun die Fin— Sonntag, 1. März 1885. 20. Jahrg. herufung der Konferenz der Zivilisation in Afrika Mitwirkung an den Arbeiten der Konferenz aus⸗ geleistet habe. sprach. Demnächst erhob sich der italienische Bot⸗ schafter, Graf Launahy, um als Doyen im Namen der Versammlung zu danken und der hohen Ver⸗ dienste zu gedenken, welche sich Fürst Bismarck selbst um das glückliche Gelingen des Konferenz⸗ werkes erworben habe. Fürst Bismarck machte hierauf den Anwesenden die Mittheilung, daß die internationale Gesellschaft des Congo ihren Beitritt zu den Beschlüssen der Konferenz erklärt habe und berlas das darauf bezügliche, von Stirauch als Bevollmächtigten der Gesellschaft unterzeichnete Schriftstüuck. Die Versammlung schritt sodann zur Unterzeichnung der auf einem besonderen Tische ausgebreiteten, auf Pergament gedruckten 14 Ver⸗ tragsinstrumente. Nach Beendigung dieser Feier⸗ lichkteit wurde um 3132 Uhr die Sitßzung durch den Fürsten Bismarck geschlossen. Berlin, 27. Februar. Der „Reichsanzeiger“ publizirt das Gesetz, betreffend die weitere Erwer⸗ bung von Privatbahnen (die braunschweigische, die schleswigsche und die Münster-Enschede Bahn).“ Auslaud. Bern, 27. Febr. Mehrere Anarchisten sind hier verhaftet worden. Auch in anderen Stadten der —AIVI gefunden haben. Wie verlautet, liege ein bezüglicher Beschluß des Bundesraths vor. ar Paris, 26. Februar. Drei deutsche Sozia⸗ listen, die sich an der Kundgebung bei Vallés Be⸗ gräbniß betheiligt hatten, werden ausgewiesen werden. Das „Berl. Tgbl.“ schreibt: Schon Ende »origen Monats brachten wir die Nachricht, daß jier englische Depeschen eingelaufen seien, wonach die bei der Sklavenküste von Quettah oder Keta im Binnenlande ansässigen Awong⸗Leute die deutsche Flagge gehißt und den englischen Handlern in Quettah gedroht hätten, keinen Proviant mehr zu liefern. Jetzt sind, wie schon im, heutigen Morgenblatt berichtet wurde, in Hamburg briefliche Berichte eingelaufen, wonach in Quettah selbst die Sachen sehr bedenklich ständen, so daß Unruhen ausgebrochen, bei denen der britische Gouverneur verwundet wurde. Im Zusammenhang mit den ersten Nachrichten muß fast der Verdacht rege werden, als ob die Engländer das Spiel wieder⸗ holten, gegen deutsches Vorgehen aufzuwiegeln, und dabei selbst blutige Früchte ernteten, indem die Neger sich die anscheinenden Zerwürfnisse zwischen Deutschen und Engländern zu Nuzße machen möchten. In Afrika sollte doch anständiger Weise die Eifer⸗ sucht zwischen den Weißen den Schwarzen gegenüber außer Spiel bleiben. Mittlerweile wird dem Reuterschen Büreau noch aus Madeira unterm 19. d. gemeldet, daß dortselbst Nachrichten von der Westküste Afrika's eingetroffen sind, denen zufolge ein Küstenstrich westlich von Benin von Deutschland annektirt worden ist. Die Beninküste und der dandstrich gleichen Namens liegen in Ober⸗-Guinea wischen den Mündungen des Alt⸗Calabar ⸗Flusses ind des Volta⸗Flusses und nehmen das Gebiet der ganzen Sklabenküste, der Benin-Bai, der Riger⸗ nündungen und der Biafra⸗Bucht ein. Im Süden )es Gebietes Äbefindet sich das Kamerungebirge. „Westlich von Benin“, wie diese Meldung besagt, läge unter Anderem an der Goldküste jener Strich den einst Brandenburg unter dem Großen Kur⸗ ürsten besaßk. Lokale und pfälzische Rachrichten. St. Ingbert, 28. Februar. Dieser Tage warf eine Ziege des Bergmannes Engel dahier drei Jungen, worunter ein munteres Böcklein mit 4Augen, zwei vorn seitlich am Kopfe stehend und zwei auf dem Scheitel. — Oberauerbach, 26. Februar. Am Montag entfernte sich der Ackerer Daniel Leiner von hier aus seiner Behausung, ohne daß man über dessen Verbleib etwas erfahren konnte. Die nun angestellte Suche nach demselben hatte das Ergebniß, daß man ihn heute früh im Fichten⸗ wäldchen des Schlages Kirchwald, Niederauerbacher Gemarkung, erhängt fand. Leiner, ein tüchtiger und braver Familienvater, scheint in einem Anfalle von Geistesstörung Hand an sich gelegt zu haben. Derselbe hinterläßt Ftau und 8 Kinder. (3. 3.) Deutsches Reich. Berlin, 26. Februar. Die heutige Schluß— itzung der afrikanischen Konferenz begann um 214 Uhr unter dem Vorsitz des Fürsten Bismarck. In der Eröffnungsrede sprach der Fürst sein Bedauern arüber aus, daß sein Gesundheitszustand und seine inderweitigen Dienstgeschäfte ihn daran gehindert sätten, persönlich den Verhandlungen beiwohnen zu können; er habe jedoch mit lebhaftem Interesse )en Gang derselben verfolgt und seine Theilnahme mnehrfach zu bethätigen Gelegenheit gehabt. Der steichskanzler gab der Befriedigung darüber Aus— hruck, daß es gelungen sei, übet die einzelnen Punkt⸗ des Konferenzprogramms eine Einigung zu erzielen. Det Präsident resumirte sodann kurz die einzelnen don der Konferenz gefaßten, jetzt in einer General⸗ alte vereinigten Beschlüsse und zollte dem versöhn⸗ ichen Geiste Anerkennung, der sowohl bei den Be⸗ athungen der Konferenz selbst, wie bei den außer⸗ jalb derselben stattgehabten Verhandlungen obge⸗ valtet habe. Der unter den Auspicien Sr. Maj. des Königs der Belgier gegründete, jetzt von fasl allen Mächten anerkannte Congostaat werde eine der werthvollsten Stüßzen für den Bestand des Werkes der Konferenz bilden. Fürst Bismard schloß, indem er im Namen Sr. Maj. des Kaisers und Königs den anwesenden Bevollmächtigten, so⸗ wie den Delegirten den Dauk für ihre erfolgreiche Vermischtea. — Der letzte der Veteranen aus dem Heere Rapoleons J., der älteste Mann in der ganzen Umgegend von Idar, Herr Karl Dreher, ist dieser Tage zur großen Armee abberufen worden. Äm 29. April 1790 geboren, trat Dreher 1808 in Neubreisach bei den chasseurs à cheval ein und zing nach sechswöchentlichem Dienst als Freiwilliger nach Spanien, wo er die Schlacht don Saragossa nitmachte; dann“ kam er mit dem französischen deere nach Oesterreich und betheiligte sich an den Schlachten von Aspern und Wagram. 1813 wurde er bei Großbeeren verwundet, gerieth auf dem Marsche nach Leipzig in Gefangenschafi und machte dann noch die Schlacht bei Hanau mit. Dreher hatte an den Folgen seiner Verwundung nicht viel zu leiden und war bis in seine letten Jahre ein rüstiger Mann geblieben. GWie viel Fruchtkörner faßt ein Liter?) Der Vorsißende des landwirthschaftlichen Bereins zu Hirschberg hat sich der Mühe unterzogen, estzustellen, wie viel Körner irgend einer Frucht⸗ zatiung auf einen Liter gehen. Ein Liter hält Beizentörner 21,700, Roggen 28,000, Gerste 18,100, Hafer 12,800, Erbsen 5400. Wer's nicht glaubt, mag nachzählen. Hamburg, 27. Februar. Vor Cuxhaven jand eine Kollision zweier ausgehenden Dampfer tatt. Der schwedische Dampfer „Norden“ ist ge⸗ unken, der englische Dampfer „Cumberland“ wurde sech. Sechs Personen vom Norden“ sind gerettet, wanzig wahrscheinlich ertrunken. Hamburg, 27. Februar. Vom Dampfer Norden“ sind alle bis auf * Personen gerettet. Unter den Ertrunkenen find 2 Frauen. 4 (Eine kühne Operation.) Ueber eine nteressante und mit großer Kühnheit ausgeführte zeue Operation machte jüngst Professor Billroth n Wien dem Verein der ARRerzte Mittheilung. Vor iniger Zeit war eine Frau zu ihm gebracht wor⸗ den, die ein Gebiß verschiuckt hatte. Professor Billroth sah sich gezwungen, eine Oeffnung des Anterleibes (Laparatomio) zu vollziehen, die ihm jestattete, in dein Körper die nothwendige Suche iach dem verlorenen Gegenstande vorzunehmen. giliroth theilte mit, daß er die Leber und die stieren befühlt und schließlich daß Gebiß an der rückwärtigen Magengegend gefunden habe. Es han⸗ helte sich also zut Beseitigung des Fundes um eine weite Operation, um die Oeffnung des Magens Gastrotomie), die der Chirurg auch sofort aus⸗ ührte, so daß er daß Gebiß wieder an das Tages⸗ icht zu fördern vermochte. Die Genesung der zrau sist nach dem Berichte des Redners ohne Fieber vor sich gegangen. Bern, 26. Februar. Im Kanton Aargau vurde vorgestern das Armenhaus zu Wohlen von inem taubstummen Burschen in Brand gesteckt und ollstäudig zerstört. Von den 130 Einwohnern ind 5 in den Flammen umgekommen. London, 27. Februar. Während der „chießkübungen in Schweburyneß platzte gestern eine granate, wodurch ein Offizier und ein Kanonier ofort getödtet, Oberst Fox, Strangways, Direktor zer Arlillerieschule, Oberst Lyons und sieben andere Offiziere, Artilleristeu und Zivilisten schwer ver⸗ vundet worden. Bei einigen wird an deren Auf—-⸗ 'ommen gezweifelt. Marktberichte. e. Ensheim, 26. Febr. (Viktualienmarkt.) Butter 10 —-0,00 M. per Kilo, Eier 90 Pf. per dutzend, Kartoffeln — M. Fur die Redaltion veranwortlich: F. X. Demen Licitation. Montag, den 16. März 1888, Nachmittags4 Uhr, zu Rohrbach in der Wirthschaft von Georg Ha— derer werden durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar, ibtheilungshalber öffentlich auf Eigen⸗ hum versteigert: Steuergemeinde Rohrbach: Plan Nr. 94 und 95, 6 4 40 Im Wohnhaus mit Stall, Hof—⸗ taum und Pflanzgarten in den Bocksgärten im Orte Rohrbach; Plan Nr. 469, 16 a Acker unten am Kahlenberg; Plan Nr. 2105, 2106 und 2107, 26 a Acker auf dem Tummelplatz; Plan Nr. 1547, 6 4 50 qm Aücker unten am Spieserweg; Plan Nr. 2154, 4 a 90 qm Acker im Pfuhlgarten; Plan Nr. 1513, 83 4 40 qm cker auf'm Spieserflur; Plan Nr. 8351 und 35192, 28 a tzz0 qm Acker hinter der Neufelder⸗ ahnung; Plan Nr. 839 und 8392/., 22 —XXXAX weite Ahnung. Figenihümer sind: 1. Andreas, 2. Johann und 8. Ludwig daberer, alle drei Bergleute und n Rohrbach wohnhaft; die beiden krsteren großjährig, Letzterer emanci⸗ irter Minderjähriger, welcher seinen Bruder Andreas Haberer zum Curutor at. St. Ingbert, den 28. Februar 1885. Kemmer, *Notar. Bekanntmachung. Der Siadtrath von St. Ingbert sjat auf Grund des 8 366 Ziff. 10 zes R.⸗St.G. Art. 94 Art. 2 Ziff. 6 ind Art. 3 des P.⸗St.⸗G.B. folgende rispolizeiliche Vorschrift erlassen. Die Anstößer an die Straße im zosephsthal und die Angrenzer an die dohlenstraße sind verbunden das Trot⸗ oir soweit ihr Eigenthum geht in der »om Bauschaffner in Gemeinschaft mit iner durch den Stadtrath bestimmten svommission vorgeschriebenen Weise her⸗ ustellen. Die Stadt St. Ingbert liefert die standsteine und find die Angrenzer an raglichen Straßen verpflichtet, sofort ei Legung dieser Steine das Trottoir iz Meter breit vom Randsteine an nit harten Steinen oder Platten her⸗ ustellen. Bei Säumigen wird die »erstellung des Trottoirs auf deren dosten durch die Gemeinde vorgenommen. Wer diesen ortspolizeilichen Vor⸗ chriften zuwiderhandelt wird auf zrund des Art. 366 Ziff. 10 des st.⸗St.G. und Art. 94 des P.⸗St. 9. an Geld bis zu 60 Mk. oder mit daft bis zu 14 Tagen bestraft. Vorstehender Beschluß wurde durch rntschließung Hoher K. Regierung der er Pfalz, K. d. J. vom 20. Februar 8885 vollziehbar erklärt. St. Ingbert am 27. Februar 1885. Der Bürgermeister Heinrich. Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung so ⸗ vie für die reiche Blumenspende bei er Beerdigung meiner lieben Frau s'ochter, Schwester und Schwägerin Cuisa Günther, geb. Högel, agen wir hiermit allen Verwandten ind Bekannten, insbesondece aber dem herrn Pfarrer Ferkel für seine trö⸗ ende Grabrede unsern herzlichen Dank J Schnappbach, den 27. Febr. 1885. — —— 77 Qodes⸗Anzeige. Goit dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Gattin, Mutter, Schwägerin, Schwester und Tante Katharina Meisgerbor, geb. Schwarz im Alter von 33 Jahren nach längerem Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Die Beerdigung findet nächsten Montag Morgen um 9 Uthr statt. Um stilles Beileid bittet, im Namen der trauernden Hinter⸗ bliebenen, Der trauernde Gatte: Ludwig Weisgerber. Nächsten Dienstag, den 3. Barz 1835, Abends 8 Udr im dokale des Hrn. Baumann findet die Generalversammlung es „Garten⸗ und Obstbau⸗Vereins“ mit folgender Taqesord— rung statt: Jahresbericht und Ablage der Rechnung, Neuwahl des Ausschusses, 3. Verloosung von Obstbäumen an die Mitglieder. lle Vereinsmitglieder und Freunde der Sache sind eingeladen. Der Vorstand. — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben⸗Brust⸗Honigs*) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie bei dalsleiden, Husten ⁊c. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bayern. Carl Freih. von Ditfurth, Haupimann a. D. *) Der ächte theinische Trauben⸗Brust- Honig, von dem Erfinder und ͤlleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per Flasche à ĩ, 13 u. 3 Mark käuflich in St. Ingbert bei J. Friedrich: in St Johaunn bei F. P. Vudenhöffer und A. MAaginet; in RIli-⸗ær)SAbalßl hej Apofheter Riedenhbafer Zwangsversteigerung. Donnerstag, den 5. März nächsi⸗ zin, Mittags 12 Uhr versteigere ich zu ßousheimerhof, Gemeinde Ommers. Jjeim gegen Ludwig Altpeter junior Acker in Eschringen eine Dreschmaschine mit Gö— belwerk nund Zugehör owie an demselben Tage, Nachmit⸗ ags 1 Uhr vor dessen Wohnung in Eschringen: J Rind, 1 Kuh, 2 fette Schweine, 20 Centuer Kar⸗ offeln, 6 Centner Korn, 1 Windmühle, 60 Centner Mist, 3 Stücke gebleichtes Tuch, Leintücher, Tischtücher, Kleiderschrank, 1 Pfeiler⸗ ichränkchen und noch verschie dene sonstige Hauseinricht— ungsgegenstände ⁊c. 7c. wangsweise gegen Baarzahlung St. Ingbert, den 28. Februar 1885. Keck, Stellverireter des Gerichtsvollziehers X bR in Anobert 5 en Loero leich — — — 7 7 ** nerik. Vrillaut · Glam VSt 7 Fritzæ Sehule dLeipzię, — 0 — 7—— „Zum goldenen Stern.“ Morgen, Son ntag gemüthliche Unterhaltung mit Bockbier, wozu freundlichst einladet G. KIein. NB. Mit Speisen und Getränle wartet bestens auf D. O. Per i m a 242 TRahmkaäs empfiehlt AMFSIF — PVt folcatexit VWoIe liüebrn &norr's Suppen-kinlagen. Zesonders z2u empfeblon sind Knorr's Tapioca- 227 Julienne, — Knorr's Grünkorn- 8 Ixtract. 75 Tapioca, 2538 Arbsen· linsen-, “7 Jafer- g d nschleim⸗·56 Jehl ete 8 gekochtes goben in 70 Minuten mit Vausser 1. etwas But- ter gekoeht rorzũgliche Suppen. ir Kinder mit Wasser der Milceh, für len Familien- tiseh mit leisehbrüh zu kochen. Kochzeit 10 Minuten Höchster Nährwerth grössste Aus- iebigkeit, rasche Zubereitung, vor- üũglicher Geschmack und Billigkeit ereinigt. Niederlage boi P Fery in 8St Iingbert. B. 6handon jr. Zu verkaufen st ein doppeltes Wohnhaus mnit Hofranm und Pflanzgarten. Näheres be. m LEneib- Mezßzger. — ARFgSlerzu „Illusirirte⸗ nntegs blatt“ Nr. 9. 2. . Anorr, Veilbronn. rabr ανια vαhrungsmitte Viederlacgo in “t Ingbert bei AV Druck und Verag von F.Xx. Demetz in St. Inabert. kr ʒt. Jugherter Atzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstaßg, Dounnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur qb⸗ Biatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen L. 75 —, einschlie zlich 40 — Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 R, Neclamen 830 3. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 44. Montag, 2. März 18883. 9— Monm, 28. Februar. Die zweite Erpedition Pobitische Uebersicht. ist gestern in Assab eingetroffen. Die Ausschiffung findet heute siatt. Die Truppen werden auf Alfsab und Beilul vertheilt. London, 28. Februar. Die heutige Sitzung des Cabinetsraths dauerte von 2 bis 662 Uhr. Von bestunterrichteter Seite verlautet, dak die Minister beschlossen, nicht zu demissioniren. Die Vorbereitungen zu einer großartigen Feier des fünfzigjährigen Dienstjubiläums des Reichskanzlers find in vollem Gange. Zahlreiche Deputalionen aus allen Theilen des preußischen Staates und Deutschen Reiches werden Im 1. April ds. Is. dem Fürsien Bismarck ihre Glücwünjche darbringen. Die Beiträge zu der Ehrengabe für den Reichskanzler sollen, der „N. Pr. Zig.“ zufolge, bereits die Summe von 700.000 Mark übersteigen. Der „Germania“ wird aus Rom telegraphirt, daß die Verhandlungen Preußens mit dem Vatikan wieder aufgenommen seien. Lokale und pfälzische Nachrichten. JHomburg, 2. März. Gestern Nachmittag fand auf Einladung des k. Dekans Herrn Henn im Cappel'schen Saale dahier eine aus Geistlichen, dehrern und Kirchenvorstehern bestehende Versamm⸗ ung statt behufs Gründung eines Zweigpvereins der deutschen Lutherstiftung für das Dekanat Hom⸗ »urg. Den Vorsitz führte Herr Dekan Henn. Als Sekretäre funktionirten: Pfarrer Gerhard aus Landstuhl und Lehrer Hust aus Altstadt. Nachdem die Gründung des Vereins beschlossen, vurden an den Statuten des pfälzischen Kreisver⸗ ins der deutschen Lutherstiftung einige Abander⸗ ingen vorgenommen. Sodann wurde zu der Wahl »es Ausschuß geschritten. Aus jedem der vier dantone: Homburg, Waldmohr, Landstuhl und St. Ingbert wurden ein Geistlicher, ein Lehrer ind ein Presbyter gewählt, so daß also der Aus⸗ chuß 12 Mitglieder zählt. Herr Dekan Henn vird provisorisch die Geschäftsführung übernehmen. — Zweck des Vereins ist, wie schon früher er— vähnt, „Die Erziehung von Kindern evangelischer Pfarrer und Lehrer, insbesondere auf dem Lande, zu erleichtern durch Gewährung von Stipendien ind den Nachweis von Pensionen und Unterrichts⸗ anstalten, welche dem für die Kinder erwählten Beruf entsprechen.“ — Der im Laufe der verflossenen Woche in daiserslautern stattgehabte Frühjahrs-Saat ⸗ zutmarkt war sehr stark beschickt. Auch die Kauflust var eine rege. Ausgestellt waren folgende Saat⸗ zroben und sind die beigesetzten Ziffern das davon »erkäufliche Quantum: Sommerweizen 10 Ztr., Zommerkorn 22,5 Ztr., Sommergerste 803,5 Ztr., dafer 1056,8 Zir. Bohnen 120,2 Ztr. und von wei Sorten beliebige Quantitäten, Erbsen 80 Ztr., dinsen in beliebiger Quantität, Wicken 833 Itr., leesamen 1228 Z3tr., Hanf- und Leinsamen 0,5 Ztr., Rübsamen circa 8 Ztr., Mais circa 200 Itr., Hrassamen außer 100 Zir. noch 5 Sorten je in zeliebiger Quantität, Kartoffeln 721 Itr. Abge⸗« geschlossen wurden 187 Verträge zu einem Ouan⸗ lum von 349,14 3tr. und M. 3982,27 Gesoremt⸗ preis. — Vom Weinlande wird dem „L. Tgbl.“ geschrieben: Alter Prophezeiung zufolge wird das Jahr 1885 das gesegnetste Weinjahr sein. Die Prophezeiung sagt: Wenn in einem Jahre auf einen Monat zwei Vollmonde kommen, so hat das Jahr eine große Menge Weines zu erwarten. Auch hat es sich schon vielmal bewährt, daß, wenn solches im Himmel geschieht, die Traubenstöcke Mühe haben, die Menge zu tragen. Je früher aber die zwei Vollmonde zu einem Monate zusammenkommen, esto langer dauert ihr Einfluß und desto voller verden die Kübel; am allerbesten ist es daher, wenn chon der Januar diese seltene Himmelserscheinung ringt. — Und so ist es heuer. Im Jannar (am . und 30.) war der Mond zweimal voll. Auch m Monat März werden wir zweimal Vollmond saben und 3zwar ebenfalls am GB. und 30 Nachdem das englische Oberhaus einen Tadelsantrag gegen die Politik des Ministeriums Gladstone angenommen und das Unterhaus den⸗ jelben Antrag nur mit der schwachen Majorität von 14 Stimmen abgelehnt hat, hält, Daily Telegraph“ es für zweifelhaft, ob Gladstone die ihm durch die neue parlamentarische Lage auferlegte schwere Last der Geschäfte werde tragen können. Deutsches Reich. Muünchen, 27. Februar. Die Vollzugsver⸗ ordnung zur neuen Forstorganisation hat die Ge— nehmigung Sr. M. des Königs erhalten und wird demnächst veröffentlicht werden. München, 1. März. Der Koͤnig empfing, vie die „Allg. Ztg.“ meldet in besonderer Audienz den Prinzen Friedrich von Anhalt, welcher dem önige im Auftrage des Herzogs von KAnhalt die Insignien des Hausordens Albrecht des Bären überreichte. Kiel, 28. Februar. Eine kaiserliche Kabinets⸗ ordre ordnet die Bildung eines Südsee⸗Kreuzerge⸗ ichwaders an, bestehend aus der Kreuzerfregatte „Stosch“, der Kreuzerkorvette, Marie“, dem Kreuzer „Albatroß“ und dem Kanonenboot „Hyäne“; Kom⸗ modore Paschen ist zum Geschwaderchef ernannt und geht sofort mit der Kreuzetfregatte „Stosch“ don Ostasien nach Sidney. Schering, Kommandant der Kreuzerfregatte „Elisabeth“ übernimmt das sKommando des ostasiatischen Geschwaders. Die Kreuzerkorrette, Ariadne“ ist von Westafrika zurück⸗ beordert. Straßzburg, 27. Februar. Der Landesaus⸗ schuß hat nach dem Kommissionsantrage die im borigen Jahre bewilligten 125,000 Mk. zur Bear—⸗ beitung des Planes des Kanals von Straßburg nach Ludwigshafen der Regierung von neuem zur Verfügung gestellt Ausland. Paris, 28. Februar. Die Kammer lehnte den Antrag Peytrat's, Karten Weizen vom Zollzu⸗ chlag freizulassen, ebenso den Zoll von 2 Frs. jür Roggen ab. Für Hafer, Roggen und Gerst? aus Europa oder direkt importirt wurde ein Zoll von 1,80 Frs., für Provenienzen aus europaischen kntrepots ein Zoll von 5,10 Frs. beschlossen. Paris, 28. Februar. Meldung der „Agence Havas“ aus Shanghai von heute, 1213 Uhr Mittags: Gerüchtweise verlautet in Peking, alle Würdenträger des Reiches seien aufgefordert, ihre Meinung abzu⸗ geben, ob es angezeigt sei, den Krieg gegen Frauk⸗ reich fortzusetzen oder Frieden zu bicten 20. Jahrg. Vermischtes. FDie Einwohnerzahl der 185 größten bayerischen Städte nach dem Ergebnisse der letzten VBolkszählung und unter Berücksichtigung der in— wischen vorgekommenen Geburts⸗ und Sterbefälle, Zu- und Wegzüge ist folgende: München 244,000, Rürnberg 107,132, Augsburg 64,400, Würzburg 56,580, Regensburg 37,280, Fürth 34 460, Bamberg 32,000, Kaiserslautern 28,500, Bayreuth 24,720, Hof 22,763, Ludwigshafen 20,080, Er⸗ laugen 16,050, Landshut 19,466, Passau, 15,800, Ingolstadt 15,950 Einwohner. x Die Sammlung zur Errichtung eines bah e⸗ rischen Landesdenkmals zu Worth⸗Frösch⸗ veiler ist auf 48.507 Mtk. 57 Pf. gestiegen. F Wesel, 25. Februar. Eine herzzerreißende Scene bot sich gestern Abend unsern Blicken am stheine dar. Ein Schiffer, welcher mit einer La— dung Hopfenstangen in der Nähe der Landungs- »rücken vom Ufer abgetrieben war, sah zu seinem entsetzen, wie sich das Schiff plötzlich auf eine Zeite legte und in dieser Lage von der starken „trömung immer mehr in die Tiefe und weiter ortgezogen wurde. Sein Weib, welches sich mit )rei Kindern im untern Schiffsraum befand, öffnete n demselben Augenblick das Schiffsfenster und rief n jammervoller Weise um Hülfe. Allein — um⸗ onst! das Wasser drang mit solcher Gewalt in sen untern Schiffsraum, daß die unglückliche Mutier nit ihren drei Kindern darin ihr Grab fand. Wohl eilten zehn Nachen von kräftigen Armen zeführt, zu Hülfe, wohl warf man Stricke und illes Mögliche aus, um die Aermsten vor dem chrecklichen Tode zu bewahren, doch vergeblich; sie varen und blieben rettungslos verloren. Wahr⸗ cheinlich war die Verladung nicht regelrecht vor ich gegangen, sonst hätte das Schiff sich nicht so chnell umlegen können. Ein Mahnbrief an Kaiser Wil— Jelm.) Eine fatale Verwechslung ist einem in der Nahe Berlins auf dem Lande wohnenden dandelsmann passirt. Derselbe war zu einer angeren Freiheitsstrafe verurtheilt worden und vollte sich mit einem Gnadengesuch an den Kaiser venden. Nachdem er dies Schriftstück zustandege⸗ racht, schrieb er einen Brief an einen Geschäfts⸗ reund, welchen er um Berichtigung einer Forderung zon ca. 100 Mt. ersuchte. Beim Couveriiren ver vechselte er die beiden Briefe, so daß sein Geschäfts⸗ teund das Gnadengesuch erhielt, während der Mahnbrief als eingeschriebene Sendung an den daiser abging. . Im klassischen Jahrhundert. In »en Inseratenspalten Berliner Blätter stand iachstehendes Heirathsgesuch: „Eine gebildete Dame us guter Familie möchte gleich dem Käthcheu von Hheilbronn einem Grafen Wetter vom Strahl ihr öchstes Glück zu verdanken haben.“ Wenn diese werquickung der Literalur mit der Jagd nach dem iebesgott Mode wird, dürften die Heiraths⸗ nuoncen an Reiz gewinnen. Man würde dann ielleicht bald Inserate in folgender Fassung zu esen bekommen: Eine keusche Amalia, im Besitz on 50.000 Mark, sucht einen Karl Moor, der ihr »as Geld und das Herz raubt. — Ein Gretchen hne Familienanhang wünscht die Bekanntschaft ines Doktor Faust zu machen, dessen Kenntnisse in der Magie ausreichend sind, ihr das Herz zu bezaubern. — Eine Louise, blond, 18 Jahre ait. von stattlicher Gestait, möchte einen Ferdinand iennen lernen. dessen Lieutenantsapanage zur Gruün— dung eines Hausstandes ausreicht. — Eine arme, aber anständige Thekla will sich mit einem edel⸗ denkenden Max Piccolomini verheirathen, der ein gutes, auskömmliches Geschäft sein eigen nennt. — Fine Emilia Galotti, im vorgerückten Alter, möchte dand und Herz eines edlen Prinzen von Guastalla gewinnen. — Kleine Beamte und kinderlose Witt⸗ wer erhalten den Vorzug ...“ O, du klassisches Jahrhundert! Wien, 27. Februar. Gestern Abende halb 9 Uhr wurden hier drei heftige Erdftöße ver spürt, welche Stkunden anhielten. Die Stöß gingen West nach Ost. Heute Früh erfolgte aber— mals ein schwächerer Erdstoß. Die Erderfchütter ungen waren von donnerähnlichem Rollen begleitet GRussische Mordaffauren.) Dicht bei dem Dorfe Olchanka im russischen Distrikt Kursk ist dieser Tage eine greuliche That verübit worden. Ein Forstwärter, am Rande des Gehölzes wohnend, begegnete, aus seinem Hause kommend, in der Nähe desselben einem Bauern, der von der trengen Kälte fast erstarrt, ihm seine Noth klagte. Er wies ihn in seine Wohnung und ging weiter. Der VBauer fand in der Wohnung die Frau und wei Kinder des Forstwärters anwesend und wurde bdon ersterer reichlich mit Essen und Trinken regalirt. Plötzlich verlangte er von der Frau Geld, die aber auf den Boden flüchtete und die Leiter emporzog, so daß er sie nicht erreichen konnte. Darauf ging die Frau aufs Dach und zog durch ihr Geschrei die Aufmertsamkeit zweier Beamten aus dem Dorfe, die nicht weit von der Wohnung vorübergingen auf sich. Einer von Beiden ging ius Haus heinein, um zu sehen, was vorgefallen, wurde aber sofort von dem Bauer niedergestochen und fiel todt zur Erde, ohne einen Laut von sich zu geben; der Schurke hatte inzwischen aber auch schon beide Nnider ermordet. Noch reinigen Minuten ging der andere Beamte ebenfalls ins Haus hinein, un nach dem Verbleib seines Kameraden zu forschen wurde aber gleichfalls mit einem Messerstich em— pfangen, der jedoch nicht tödtlich war. Er zog seinen Degen und brachte dem Bauern eine gefähr. liche Verwundung am Halse bei. In diesem Augenblick kommt der Forstwärter heim, sieht seine Kinder ermordet, versteht den Zusamnmtenhang der Sache verkehrt und jagt dem zweiten Beamten ein⸗ Kugel durch den Kopf. Sterbefaͤlle. Gestorben: in Neustadt Jeanette Neugaß, geb. Levy. 52 J. a.; in Neunkirchen Frau Bar— bara Eisenbeis, geb. Müller, 70 J. a. ebendaselbst Frau Marie, geb. Mutz, 82 J. a Fuür die“ Redaktion veranteartlich: F. XR. Demeß. — — — — — —— — Nächsten Dienstag, den 3. März 1385, Abends 8 Uhr ip Zwangsversteigerung. Lotale des Him Baumann findet die Dounerstag, den 5. März nächst- Generalver sa m lun J Waethef 2 — des grten und Obstbau⸗Vereins“ mit folgender Tagaesor) nung statt: germ Adenn ld eter — 1. Jahresbericht und Ablage der Rechnung, 2. Neuwahl des Ausschusses, eine Dreschmaschine mit Gö 3. Verloosung von Obstbäumen an die Mitglieder. belwerk und Zugehör Alle Vereinsmitglieder und Freunde der Sache sind geen. owie an demselben Tage, Nachmit ags 1 Uhr d dessen ae in Der Vorstan Eschringen: 1 Rind, 1 Kuh, 2 fette Schweine, 20 Centuer Kar⸗ toffeln, 6 Centner Korn, 1 Windmühle, 60 Centner Mist, 3 Stücke gebleichtes Tuch, Leintücher, Tischtücher,“ 1 Kleiderschrank, 1 Pfeiler— schränkchen und noch verschie⸗ dene sonstige Hauseinricht⸗ ungsgegenstände ꝛc. 2c. wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 28. Februar 1885. Keck, Stellvertreter des Gerichtsbollziehers Faßbender in St. Inaäbert. Licitation. Montag, den 23. März 1835, Nachmittags4 Uhr, zu Rohrbach in der Wirthschaft von Nicolaus Mül— ler, wird durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten kgl. Notar der Abtheilung halber öffentlich zu Figen versteigert: Steuergemeinde Rohrbach: Plan Nr. 140693, La 10 qm Wiese im alten Thal neben Hein⸗ rich Klahm. Eigenthümer sind: J. Heinrich Tlahm Bergmann, Wittwer der verlebten Heunriette Jung; I. Die Kinder und Erben der verlebten henriette Jung aus deren Ehe mit ihrem hinterbliebenen Wittwer, als: 1. MariüakKlahm, gewerblose Ehefrau von Johann Zimmer— mann, Bergmann; 2. Nikolaus slahm, Bergmann; 3. Elisa— betha Klahm, gewerblose Ehefrau bdon Peter Gehring, Sohn von Johann Joseph, Bergmann; 4. Georg lahm, Bergmann; 5. Marga— retha Klahm, ledig, großjährig, gewerblos; 6. Maria Klahm und 7. Anna'Klahm; die beiden Letz leren ledig, gewerblos, emanzipirte Minderjährige, welche den Michae l Abel, Kesselschmied, zum Curator haben; — Alle in Rohrbach wohnhaft. St. Ingbert, den 2.3März 1885. Kemmer, k. Notar. IXRXXXE Einige Knaben von 11 Jahren an xõnnen zu Ostern in einem Pensio- nat Aufnabme finden, wo alle Zög- linge unter beständiger Aufsicht zteben. Renl-Hundelaseh ule wit der Berechtigung zum ein- jahrigen diilitäardienst. Fünf Mal chon sind sñà m mtliche Zöglinge (beide letaten Jahre 15 und 21) be- ztanden. 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Obligationen, Prioritaten -4 anlehensloose.) — XVXXXEXEEIEXRCEXRX baar Loose à 2 Nark baar G09 30) * nur noch kurze Zeit ai allen Verkaufs ⸗ tausendd Martk. tausond Mark. — Im Verlag von SWeßeechramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu bezichen: 0 — 4 00 28 Die Klostker der Rhilosophie. ner de 7rietJer griechischen Denkern 'is auf die Gegenwart —A einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Mreis der Lieferung 50 Pfennig. — Anerkennung. — Ew. Wohlgeboren ersuche mir wieder 3 halbe Flaschen Ihres rheinischen Trauben ·Brust⸗Honigs*) à 3 Mark, welcher sich in meiner Familie hei Halsleiden, Husten ꝛc. stets bewährt hat, schicken zu wollen. Schloß Theres bei Obertheres in Bayern. Carl Freih. von Ditfurth, Hauptmann a. D. *) Der ächte rheinische Trauben · Brust- Honig, von dem Erfindert und alleinigen Fabrikanten W. H. Zickenheimer in Mainz direkt bezogen, ist per —V J. Friedrich; St JZohaunn bei *. P. Judenhöffer und K. AMaginet; in Blieskafsel bei Apotheter Piedeuhofer Druck und Versag von F. x. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstatz, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur gh⸗ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 4, einschliesßklia 10 ¶ Zuftellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche⸗ auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — Me 45. Dienstag, 3. März 18885. 20 Jahrg. Poritische Uebersicht. Der Reichstag wird sich voraussichtlich im daufe dieser Woche mit recht interessanten Gegen⸗ tänden zu befassen haben. So steht u. a. der Nachtragsetat für die Kolonialeinrichtungen und die Frage der Dampferunterstützungen auf der Tages— ordnung. Auch über die vielbesprochene Direktor⸗ telle und den Zolltarif wird Beschluß gefaßt wer⸗ den. Sehr wichtig ist der bei der dritten Lesung des Etats in Aussicht stehende Antrag der freien polkswirthschaftlichen Vereinigung auf Herbeiführ— ing der Doppelwährung. Der Antrag will aur den Reichskanzler auffordern, Schritte zu einer Münzkonferenz einzuleiten zum Zweck der Herbei⸗ sührung der Doppelwährung. egeln nicht entschlossen haben, wenn er nicht ge— vichtige Gründe hierzu hätte. Die Arbeiterverhältnisse in Belgien nehmen ine immer drohendere Gestalt an. Der Strile der dohlenarbeiter dehnt sich bereits über das ganze gZassin Borinage aus und erstreckt sich bereits über nehr als 9000 Arbeiter. Hervorgerufen wurde iie Bewegung durch das stetige Sinken der Arbeits⸗ öhne von 2 Fres. 75 Etm. per Tag auf 2 Fres. ind sogar auf eine 1 Fres. 50 CEtm. Natürlich ehlt es dabei auch nicht an der Agitation im Sinne zes Sozialismus und an der Aufhetzung der Ar—⸗ ʒciter gegen die Bergwerkbesitzer, die sich aber in Folge der Krisis in der Kohlenindustrie gleichfalls n keiner beneidenswerthen Lage zu befinden scheinen. Ausland. RNom, 1. März. Die Armeecorpscommandos hon Palermo und Neapel führten versuchsweise zei den Offizieren und Mannschaften arabischen Zprachunterricht ein. — Die Regimenter wurden ingewiesen, je eine Kompagnie bereit zu halten für en sofortigen eventuell telegraphischen Marschbefehl. Konstantinopel, 2. März. Es waltet wischen den Mächten die Absicht ob, für die Zicherung der Schifffahrt im Suezlanal eine Schiff⸗ ahrts Acte ähnlich der Donauschifffahrts⸗Acte zu chaffen, doch wurde von dem Wunsche, daß eine zesondere Commission an Ort und Stelle zusam⸗ nentrete, um ein avant-projet auszuarbeiten, wieder zurückgekommen, und bleiben die bezüglichen Fest⸗ tellungen den von Cabinet zu Cabinet zu führenden Verhandlungen vorbehalten. London, 2. März. Die Regierung ordnete ofortige ärztliche Untersuchung aller in England tationirten Cavallerie- und Infanterie-Regimenter, »er Artillerie und der Genietruppen an, um genau zu ermitteln, welche Anzahl sofort ins Feld gestellt verden kann. London, 2. März. Die Morgenblätter zilligen zumeist den Entschluß der Regierung. im Umte zu verbleiben. Die Lage der Regierung bleibe iber eine gefahrvolle, da bei einer unvermeidlichen Treditforderung jür die Fortsetzung des Feldzuges m Sudan eine Coalition der Conservativen und Radicalen zu erwarten sei. — „Dailh Telegraph“ erwartet, die Regierung werde ernstlich erwägen, ob nicht durch gegenseitige Zugeständnisse eine Be— eitigung der Differenzen zwischen Deutschland und England herbeizuführen wäre. Shanghai, 2. März. Nach einer Mel— ung der „Agence Havas“ ist der Ympfluß, welcher nach Ningpo führt, blockirt worden. Admiral Fourbet bombardirt Chinhae, welches den Eingang es Flusses beherrscht. Gegenüber den verschiedenartigsten Muthmaß— ungen, welchen man noch immer in der Tagespresse über die neuen Personalverhältnisse im Auswärtigen Amt und die bekannte dritte Direktor⸗ ttelle begegnet, hört das „Berl. Tgbl.“, daß die definitive Entscheidung bereits getroffen ist. Auf dem neu zu schaffenden Posten eines dritten Direk⸗ sors, d. h. als zweiter Direktor in der handels⸗ politischen Abtheilung fungirt bereits der frühere General⸗Konsul in Budapest Graf Berchem. Als erster Direktor in derselben Abtheilung ist Geh. deg.Rath Hellwig thätig. Diese Anordnung ürfte selbst durch ein ablehnendes Votum des Reichstages keine Aenderung erfahren. Deutsches Reich. Berlin, 1. März. Der Kaiser besuchte gestern Ubend das Schauspielhaus. Heute Vormittag rledigte der Kaiser Regierungsgeschäfte und nahm ann militärische Meldungen entgegen. Nachmittags Uhr empfing der Kaiser den Reichskanzler Fürsten gismarck zu längerem Vortrage und ertheilte dem zaron Carl Mayer v. Rothschild aus Frankfurt a. M. Audienz. Vor dem Diner war noch der hier ingetroffene Domprobst Dr. Holzer aus Trier vom daiser empfangen worden. Berlin, 1. März. Der Kaiser empfing heute Nachmittag um 4 Uhr den Reichskanzler Fürsten Bismarch zu einem längeren Vortrag. Berlin, 1. März. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ zringt einen Artikel, der die allarmirende Sprache uglischer Blätter bezüglich Afghanistans als auf er fingirten Voraussetzung beruhend bezeichnet, daß ie Westgrenze von Afghanistan bei den russisch— nglischen Verhandlungen im Jahre 1872 festgestellt vorden sei, während die dem Parlament seit 10 jahren vorliegenden Aktenstücke das Gegentheil be— hiesen, und daß die Russen Herat beanspruchten, pährend die russischerseits vorgeschlagene Grenzlinie 30 englische Meilen nördlich von Herat laufe. Als inziges wirkliches Streitobjekt sei die im vorigen zommer von den Afghanen besetzte Oase Pendjeb mnzusehen, worüber sich aber leicht eine Lösung inden lassen werde; kein englischer oder russischer ztaatsmann werde daraus einen Kriegsfall machen. Leipzig, 2. März. Heute Vormittag 9 Uhr »egann vor den vereinigten zweiten und dritten Ztrafsenaten des Reichsgerichts unter dem Vorsitze »es Präsidenten Drenkmann des Landesverraths⸗ drozeß gegen den Kaufmann Gustav Janssens aus rüttich und den Geschäftsmann Adolf Knipper aus zirkenfeld. Die Staatsanwaltschaft ist vertreten urch den Oberreichsanwalt Frhrn. v. Seckendorff ind den Ersten Staatsanwalt Treplin. Der An⸗ eeklagte Janssens wird von dem Justizrath Lüntzel, dnipper von dem Justizrath Stegemann vertheidigt. zwölf Zeugen sind vorgeladen, darunter wegen esselben Verbrechens der bereits militärgerichtlich bgeurtheilte, aus dem Zuchthause vorgeführte rühere Sergeant Schneider aus Münster. Aus Zerlin sind als Zeugen anwesend der Major im kriegsministerium, Frhr. v. Gemmingen, Haupt⸗ nann im Kriegsministerium, Jordan, und Polizei⸗ ath Krüger. Der Oberreichsanwalt beantragt Ausschluß der Oeffentlichkeit, welchem Antrage der zerichtshof mit der Motivirung stattgab, daß die Deffentlichket der Verhandlung die öffentliche Adnung gefährden könnte. Gleichwie in Deutschland die Arbeiter— schutz Gesetzgebung mit im Vordergrunde der parlamentarischen Ber athungen steht, so geht auch Regierung und Volksbertretung in Oest er⸗ reich in gleicher Weise vor. Bereits ist dort der elfstündige Normalarbeitstag, das Verbot der Frauen- und Kinder⸗Arbeit und die Sonntagsfeier in beiden Häusern des Parlaments angenommen vworden. — B Lokale und prulzische Nachrichten. *St. Ingbert, 3. März. In der am erflossenen Sonntag in Kaiserslautern stattgehab⸗ en Generalversammlung des Pfalzischen Dampf- esselrevisionsvereins wurden wieder eine Anzahl Naschinisten und Heizer prämiirt. Zu den Prämi⸗ cten gehört u. A. auch der Maschinist und Heizer Vilhelm Schmidt, seit 9 Jahren bei Herren gebr. Martin dahier in Dienst. * St. Ingbert, 3. März. Wie bereits in ziesem Blatte bekannt gegeben, hält der „Garten⸗ ind Obstbau⸗Verein“ heute Abend um 8 Uhr im Baumann'schen Lokale eine Generalversammlung ib, an welche wir die Vereinsmitglieder und Freunde der Sache hiermit nochmals erinnert haben wollen. Die Tagesordnung umfaßt: 1. Jahresbericht und Ablage der Rechnung, 2. Neuwahl des Ausschusses, 3. Verloosung von Obstbäumen an die Mitglieder. * — Durch die neue Forstorganisation wird die Bfalz in 61 Forstbezirke mit einem Forstmeister ils Vorstand eingetheilt. Das bisherige Revier St. Ingbert wurde mit dem Kommunalforstamt Bhieskastel vereinigt. Der neue Forstbezirk erhält als Vorstand einen Kommunalforstmeister nit dem Sitze in Blieskastel und daneben einen lerarialforstamtsassesssr mit dem Sitze in St. Ingbert. — EGEine wichtige Enischeidung) Das Oberlandesgericht in München hat am 23. zanuar ds. Is. ein Urtheil gesprochen, welches nuch für die Bäcker unserer Gegend von Interesse In der Schweiz geht man den Anacrchisten wetzt mit aller Entschiedenheit zu Leibe. Am ver⸗ dlossenen Freitag wurden Morgens in Bern 28 nach andern Meldungen 25) Personen verhaftet, welche sich wegen anarchistischer Umtiriebe und eines auf das Bundesrathshaus beabsichtigten Attentats dor den Assissen zu verantworten haben werden. Auch in anderen Städten, wie in Zürich, in St. —AI Verhaftungen vorgenommen; eben⸗ jalls wurden in Biel 83 Verdächtige verhaftet. Theils durch die in der Voruntersuchung gewonnenen Anhaltspunkte, theils durch die stattgehabten Haus⸗ uchungen soll die Behörde in den Besitz von Pa— pieren gekommen sein, durch welche die Anarchisten schwer kompromittirt werden. So. u. A. in den Besitz des eigentlichen Attentatsplanes. Nach dem⸗ selben war beabsichtigt, in der Lorraine Häuser in Brand zu setzen und dann hätte, wenn die allge- meine Aufmerkfamkeit dorthin gelenkt gewesen wäre, ꝛin Attentat gegen das Bundesrathshaus mittelst iner Höllenmaschine (Dynamitladung. mit Uhrwerk) durchgeführt werden sollen. Man hätte es aller⸗ dings kaum für möglich halten sollen, daß die Anarchisten die Frechheit besäßen, das Asylrecht in »erart schändlicher Weise zu mißbrauchen, weßhalb nan Anfangs wohl berechtigt war, die Attentats⸗ iachricht mit leisem Zweifel aufzunehmen. Jetzt cheint dieser Zweifel kaum noch am Platze zu sein; zer Bundesrach würde sich zu so ernsten Maß— sein dürfte, nämlich: Bäcker T. in N. hatte nieder zewichtigs Brod in seinem Laden zum Verkaufe rusgestellt und wurde deßhalb bestraft. Auf ein⸗ gelegte Berufung erkannte das Oberlandesgericht muf Abweisung und sprach dabei aus, daß es nicht darauf ankomme, welches Gewicht das Brod zur Zeit des Ausbackens, sondern welches es zur Zeit des Feilbietens haite. 2Aus der Pfalz, 26. Februar. Die neue Schul- und Lehrordnung für die Volksschulen der Pfalz enthält in F 19 die Bestimmung, daß jon Anfertigung sogen. Probeschriften zu den Jahres chlußprüfungen abzusehen sei, da die Erfolge des Schönschreibunterrichtes aus den Schönschreib- und Aufsatzreinheften ersehen werden können. So sehr nan uͤun damit einverstanden sein muß, daß sämmt⸗ iche Arbeiten der Schüler mit Sorgfalt gefertigt verden und daß man namentlich auf die äußere Frscheinung großes Gewicht lege, so wäre doch zu vünschen und zwar aus ästhetischen Gründen, daß hesonders ausgeführte Probeschriften don der Vor⸗ lage nicht ausgeschlossen würden, da auch bei den orgfältigst geschriebenen Reinheften, der Eindruck aner Probeschrist nicht vollkommen erreicht werden zürfte. Ein anderer schwer wiegender Grund ist aber der, daß manche Schreibmaterialienhändler fich schon im vorigen Jahre mit einem großen Vor⸗ raih des sogen. Examenpapiers versehen haben und nun einen nicht unbedeutenden Verlust erleiden müssen. Mindestens wünschenwerth wäre es, daß hier Nachsicht geübt würde. — Wit machen darauf aufmerksam, daß die mit dem Dainm vom 11. Juli 1874 ausgefertigten Reichskassenscheine zu 5 Mk., 20 Mk. und 50 Mk. »om 1. Juli d. J. an nicht mehr bei den öffentlichen dassen in Zahlung genommen werden. — Die Kirchenkollekte für die Seebacher Kloster⸗ eirche brachte in der Pfalz etwa 1700 Mk. ein; ür den Rest des Voranschlages (etwa 1400 Mk.) hofft man, wird Präsident v. Braun Sorge tragen. — Pirmasens, 28. Februar. In dem henachbatten Orte Winzeln fiel vor ungefähr 14 Tagen eine Kuh und wurde von zwei Männern abgezogen und verlocht. Kurz darauf erkrankte der eine der beiden Männer unter Erscheinungen von Milzbran dvergiftung. Er wurde, dem „A.“ zu⸗ jolge, in das hies. Krankenhaus verbracht, wo er jetzt auf dem Wege der Besserung sich befindet. Der andere bei dem Geschäfte Betheiligte erkrankte eben⸗ falls vor drei Tagen und soll dessen Zustand ein vöchst bedenklicher sein. — Edenkoben, 1. März. Die „Gegenw.“ zrachte in ihrer Samstags-Nummer folgende Notiz: „Wegen Mangel an Beweis wurde der der Brand⸗ diftung verdächtigt gewesene Dienstknecht Gerlinger aus Großfischlingen wieder aus seiner Haft ent⸗ assen.“ Derselben fügen wir bei, daß dieses In— dividuum heute wieder gefänglich hier eingezogen vurde. In der Nacht von Freitag auf Samstag drach nämlich in zwei Scheunen zu Duttweiler Feuer aus und richtete sich der Verdacht sofort auf den aus Duttweiler gebürtigen Gerlinger, der sich im Tage seiner Freilassung daselbst sehen ließ. Auch soll er bereits die Brandstiftung dieser beiden Brandschäden eingestanden haben (L. T.) — Offenvbach, 27. Februar. „Was ein Dorn werden will, spitzt sich bei Zeiten.“ Dieses Sprüchwort paßt sehr gut auf einen kaum 12 Jahre alten Buben von hier, der, als er dieser Tage im Hause des Ackerers Johs. Uhrig IV. mit dessen Sohn spielle, aus einer unverschlossenen Kiste dessen Spargeld im Betrage von 5 Mark entwen⸗ dete und sich Zigarren und Zuckergebäck dafür kaufte. (L. A.) — Vom Haardtgebirge, 27. Februar. Mit nächster Woche beginnen die Wein Versteiger⸗ ingen, weshalb der Gang des seitherigen freihün—⸗ zigen Geschäfts ein ruhiger war. Ist doch das hei den bevorstehenden Wein- Versteigerungen zum Ausgebot gelangende Quantum ein derartiges, daß gewiß alle Nachfragen in jeder Preislage mehr als Befriedigung finden dürften. Am meisten kommen aturgemäß 1883er Weine zum Ausgebot, zu denen ich jedoch auch noch eine ziemliche Menge 1882er zefellt, für welch' letzteren Jahrgang seither die Ziebhaber nicht allzu zahlreich waren, obgleich sich auch dabei im Verhältniß zum Preise gewiß viel zrauchbare Weine finden. Interessenten seien jedoch darauf hingewiesen, daß sehr feine 1883er Sachen um Ausgebot gelangen, ebenso größere Posten zuter Vorjähriger ꝛc. Bei der am 8. April in Deidesheim stattfindenden Wein-Versteigerung des iltrenomirten Hauses L. A. Jordan (E. H. Basser⸗ nann· Jordan) kommen, wie gewöhnlich, auch in diesem Jahre exquisite Weine zum Ausgebot. Die Probetage sind fur den 28. und 80. März, sowie zei der Versteigerung festgesetzt. Pro 1000 Liter veziffert sich dabei die Eignertare auf 630 — 900 dis 1600 -2000 -3000 - 4500 -5000 -6000; twa 100 Fuder 1888er Forster, Deidesheimer und stuppertsberger umfaßt diese Versteigerung. — Neuerliche Verkäufe erbrachten für 1884er pro 1000 riter in Birkweiler 240—275 M. und in Daken⸗ seim für 1883er 360 — 400 M. — In der Zuckerfabrk Frankenthal wurde in an einem Neubau mit Aufziehen von Holz be⸗ häftigter Arbeiter durch einen infolge eines Seil⸗ ruches aus hetraͤchtlicher Höhe herabstürzenden Balken o schwer beschädigt, daß er sofort todt blieb. Der zerunglückte heißt Engel, ist von Eppstein und sinterläßt eine Frau nebst vier Kindern. — Germersheim, 1. März. Am ver— lossenen Samstag Nachmittag forderte die Ehefrau es hies. Ackerers Renner ihren Mann auf, zum Mittaͤgstisch zu kommen. Derselbe versprach, so⸗ leich nach geschehener Fütierung des Viehes Folge u leisten. Als nun die Frau nach geraumer Zeit ochmals in den Stall ging, um den Ausgedhlie ˖ enen zu rufen, fand sie denselben zu ihrem Ent— etzen erhüngt auf dem Speicher. Renner war ersi eit 2 Jahren verheirathet und hinterläßt außer einer bejammernswerthen jungen Frau ein Kind on 6 Wochen. Motiv unbekannt. — Die Wanderausstellung des „Pfälz⸗ schen Kunstvereins“, welche in Speyer eröffnei vird, umfaßt 120 Gemälde. — In Luwigshafen ereignete sich an inem Neubau der bedauerliche Unglücksfall, daß —ED jom dritten Stock herab auf die Straße fiel und ich lebensgefährliche Verletzungen zuzog. Der Ver— glückte ist verheirathet und Familienvater. Bermischtes. Saarbrücken, 28. Februar. Von dem steichskanzler Fürsten Bismarck ist der „Ztg.“ zu— olge auf die Anfrage der Stadt Saarbrücken die Iniwort eingegangen, daß Seine Durchlaucht die hm angebotene Verleihung des Ehrenbürgerrechts nit Dank annehmen und gerne die den Ehrenbür— gerbrief überbringenden Vertreter der Stadt em⸗ fangen werde. Infolge dessen werden sich dem— nächst die betreffenden Herren nach Berlin begeben F Eine eigeuthümliche Verhaftung ist vor eini— jen Tagen in Maizier es hei Metz vorgenom⸗ nen worden. Die beiden berittenen Gendarmen velche dort stationirt sind, gewahrten bei ihrer batrouille eine auffällig erscheinende Dame mit Hut, Schleietr und großem Shawltuch auf der Chausse Metz⸗Diedenhofen einher pilgern. Bei näherer Be⸗ ichtigung jedoch entpuppte sich die Pseudo-Dame als ein auf der Wanderung nach der luxemburg schen Grenze befindlicher Soldat der Garnison Metz velcher die Kleidung des zarten Geschlechts vorge⸗ ogen hatte, um die beabsichtigte Desertion mit rößerer Sicherheit auszuführen. Als die Gen⸗ armen unzart genug waren, den Schleier der „Jungfrau“ zurück zu schlagen, entdeckten sie im Gesicht der Holden ein leichtes Schnurrbärtchen, und als sie deren Kleidung näher untersuchten, am der darunter befindliche Waffenrock zum Vor⸗ chein. Der in dieser Weise blosgestellte Soldat nußte zu seinem Leidweisen alsbald im Gefolge ines Gendarmen die Rückreise zu seinem Truppen⸗ heil antreten. 4 Die Leiche des seit einigen Wochen vermißten Mannheimer Arztes Dr. Grohe, auf deren Auf— indung bekanntlich eine Belohnung von 1000 Mt. rusgesetzt war, wurde von einigen Fischern in der stähe von Worms aus dem Rheine gezogen. F Für die ausgeschriebene Sielle des Haus⸗ baters am ersten deutschen Reichs-Waisenhaus in Lahr find nicht weniger als 152 Bewerbungen aus allen Theilen Deutschlands eingegangen. Die Eröffnung des Hauses wird Pfingsten erfolgen. 4 Die Jagd⸗Ergebnisse in Bayern sind in illen wohlgepflegten und waidmännisch behandelten stevieren sehr zufricdenstellend gewesen, wie ja über⸗ haupt in Bayern sich die Jagd gegen früher ver— Hessert hat, namentlich in Bezug auf Gemsen, Rehe, Dasen und Rebhühner. Die Hasen-Jagden haben n ganz Bayern, speziell in Mittelfranken und in der Pfalz, theilweise vorzügliche, über alle Erwar— ungen gehende Resultate ergeben. Der Rehstand ist an vielen Orten ein so bedeutender und starker, daß derselbe durch Abschießen von Ricken vermin⸗ dert werden mußte. Die Suche auf Rebhühner var sehr lohnend, Hirsch und Gemse lieferten schoͤne ‘trecken, wie auch das Schwarzwild in der Pfal; und im Spessart seinen Tribut entrichtete; merk würdig ist es. daß bei Kissingen ein Keiler von 235 Pfund erlegt wurde, es ist seit mehr als 60 yahren das erste Exemplar in iener Gegend. Füchse find im Allgemeinen seltener geworden, da⸗ Jegen wurden auffallend viel Dachse und Fischottern zestrekt. Der Versuch mit der Einbürgung von Fasanen ist mehrfach geglückt, Schnepfen waren eltene Gäste. Die Rebe und Hasen waren in Zayern früher viel seltener wie jetzt; erst seit den wanziger Jahren dieses Jahrhunderts ist eine chnelle Vermehrung zu constatiren. — In der ppfalz wurden vom I Juni 18883 bis dahin 1884 rlegt: 3089 Rehe und 42,465 Hasen; auf je 4 Hektaren Wald und Feld kam hier also ein erlegler Hase. In der Pfalz wurden während des »origen Jagdjahres insgesammt ca. 75,000 Stüc Bild erlegt im Gesammtwerthe von 222, 400 M. arunter sind 66 Sauen, 1 Stück Auerwild, 87 Stück Haselwild, 505 Fasanen, 686 Kaninchen 20,305 Rebhühner, 919 wilde Enten, 536 Wald⸗ chnepfen, 267 Bekassinen, 1849 Füchse, 68 Edel. narder, 121 Steinmarder, 26 Wildkatzen, 39 Fischottern, 119 Dachse, 119 Iltisse. An der othringischen Grenze wurden mehrere Woͤlfe, da— cunter Prachtexemplare, geschossen. Geuerwehr.) In Deuischland gibt et zur Zeit 580,000 Feuerwehrmänner. was nac der vor fünf Jahren aufgenommenen Statiltik eine Zunahme von 100,000 Mann ergibt. In Bahyern bringen's die Lehrer zu hsohen Jahren. Lehrer Hiller in Uffenheim feiert ürzlich seinen 91. Geburtstag. Lehrer Jungkung in Thienfeld ift 96 Jahre alt und Lehrer Bauei in Tiefensturmig bei Bamberg 85 Jahre alt und ührt immer noch das Scepter in seiner Schule Die „Dorfzeitung“ bemerkt dazu: „Bayern muß virklich ein Land Gosen für Lehrer sein. Ode ind sie vorher auch 40 Jahre durch die Wüste ge— ogen?“ (Ciebe Söhne.“ Die Brüder Mich—ge! ind August Braun von Wassertrüdingen denunzirten hren leiblichen Vater, den Oberfeuerwerker Braun— n Ingolstadt, bei seiner vorgesetzten Behörde, daß er sich im Dienste Uaregelmäßigkeit und Untreue zu Schulden hätte kommen lassen. Die Verhand⸗ ung ergab jedoch die völlige Unstichhaltigkeit der jemachten Dennnzuation und es wurden die beiden Angeschuldigten je in eine Gefängnißstrafe vond Monaten und die sofortige Verhaftung ausgesprochen. F(GFrösche im Magen.) Der weit und vreit bekannte Dachshundzüchter Schlemmer von ümmenhausen bei Buchloe in Schwaben, litt schon eit geraumer Zeit an einem Magenübel. Er vandtie sich an verschiedene Aerzte, auch an Pfuscher, ind ein erst vor einigen Tagen erhaltenes Rezepi vrachte Licht, worin sein Leiden destand. In Folg— der eingenommenen Medizin mußte sich Schlemmer erbrechen und es kamen „Siaunet, unglaublich. aber wahr“ fünf lebende Laubfrösche zum Vorschein. welche er in einem Glase aufbewahrt. Schlemme' st nun vollständig von seinem Magenleiden geheil ann den Jägern wieder gute Dienste leisten. Wenn diese fünf Frosche mit der Zeit nur keine Enten werden. Munchen, 27. Februar. Die von der dandels⸗ und Gewerbekammer heute der Regieruns jur Berücksichtigung empfohlene Petition der Buch hdinderinnungen in Beziehung auf den Zentralschul ücherverlag geht vollsiändig dahin: „1) Sämmt iche Schulbücher seien auf Verlangen vom entralschulbücherverlag ungebunden abzugeben. 2) Den Buchbindern, welche an allen Orten vor eher Schulbücher führten, sei der gleiche Rabat vie den Buchhändlern einzuräumen. 3) Das Er⸗ cheinen neuer Auflagen sei möglichst zeitig bekanni ju geben. 4) Der Firma R. Oldenbout⸗ ci zu untersagen, unter der Firma des Zen— ralschulbücherverlags Schreibmaterialenhandel zu reiben. Endlich öge nach Ablauf des Vertragt nit der Firma Oldenbourg dieser Vertrag in An⸗ zetracht der vielen Schäden, die durch dieser Firma n Buchbindergewerbe zuͤgefügt würden, nich nehr erneuert werden. pMuünchen, 28. Februar. Größere Ttup denübungen. Hinsichtlich der diesjährigen größeren c, C er at iz k. mn O¶ d. le n n en in en it 27 ruppenübungen wurde bestimmt: Beide Armee⸗ orps haben größere Truppenübungen mit folgenden Nodifikationen vorzunehmen: Die Regimenis⸗ iebungen der Infanteric sind um zwei Tage zu crürzen; dafür sind die für die Divisions · Uebungen orgeschriebenen Feld⸗ und Vorbostendienst · Uebungen n gemischten Detachements um 2 Uebungstage zu erlaͤngern. Die Kavallerie · Regimenter beider rinee Corps — mit Ausnahme des 5. Chev. Regt. sind zu Uebungen im Brigade⸗ und Divisions⸗ erbande und demnächst zu Uebungen zweier Divi⸗ onen gegeneinander wahrend 11 Tagen zusammen · tziehen, wozu vom 3. Uebungotage an auch je e reitende Batterie jeden Armee⸗Corps tritt. Die Rivisionsübungen sind möglichst so zu legen, daß die Dauer derselben höchstens 2, bezw. bei Ver⸗ ngerung der Periode 3 8 Ruhetage — einschließ · che der Sonntage — fallen. Die dem Genralstabe igttheilten und die dem 3. Kurs der Kriegsaka⸗ nie angehörigen Offiziere sind den höheren Stäben 3 Adjutanten oder Ordonanzoffiziere zuzuweisen. Hn der Zutheilung von Artillerie an die Brigaden ahrend der letzten Tage ihrer Uebungen ist llgemein abzusehen. Bei den Uebungen ist in dere Richtung auf möglichste Verringerung der jlurschäden Bedacht zu nehmen. Sämmtliche an en Herbstübungen theilnehmenden Truppen sollen or dem 26. Sept. l. Is. in ihre Garnisonsorte ngerückt sein. Hinsichtlich der aus dem Beurlaub⸗ nstande zu den größeren Truppenübungen einzu⸗ ehenden Mannfchaften erfolgt gesonderte Verfüg- ng. Die Leitung der elftägigen Kavallerie ·Ue⸗ ungen wird dem Ispekteur der Kavallerie über⸗ ragen. Generalstabsreisen haben stattzufinden: eine on der Centralstelle des Generalstabs unter Leitung ca Chefs des Generalstabs der Armee, sowie eine ei jedem Armee-Corps. Beim 1. Armee Corps jat eine Kavallerie⸗Uebungsreise stattzufinden. Erfurt, 28. Februar. Ein Lokomotiv⸗ ihrer von hier zog sich vor ungefähr 3 Jahren urch einen bei Station Apolda in Folge falscher veichenstellung erfolgten Eisenbahnzusammenstoß ne Gehirnerschütterung zu. Der Unglückliche wurde eistesschwach und mußte einer Irrenanstalt über⸗ iesen werden. Seiner Familie, der Frau und 6 dindern, gewährte die Bahnverwaltung eine Pension on 86 M. monatlich. Mittlerweile gelang es, en Geistesschwachen soweit zu heilen, daß er den zeinen wieder zurückgegeben werden konnte, wenn⸗ leich für die ganze Dauer seines Lebens vollständig rwerbsunfähig. Angesichts dieses Zustandes wurde er Maun auf Sicherstellung seiner Zukunft gegen ie Bahnverwaltung klagbar. In diesen Tagen hat as Gericht seine Entscheidung gefällt und zwar zu ßunsten des Unglücklichen. Das Urtheil lautet ämlich dahin, daß dem Manne eine einmalige ntschädigung von 14,000 M. und eine ijährliche zension von 1500 M. zu zahlen ist. Köln, 2. März. Heute Mittag 1284 lUhr ist das Domhotel eingestürzt. Die Insassen onnten noch auf die Straße fluͤchten, indem sich )er Einsturz durch vorhergehendes Schwanken und drachen ankündigte. Das Haus sollte demnächst einem Neubau Platz machen, weßhalb bereits ein Unbau niedergelegt war. zebeugt und sei in der Tiefe verschwunden. Die schrecklich verstümmelte Leiche sei in aller Stille aufgehoben und am nächsten Tage auf dem Fried⸗ hofe bestattet worden. F Die Seeschlange ist eigentlich eine Hoch⸗ sommer⸗Erscheinung, die nur in den Tagen der glühendsten Hitze und der allgemeinen Abspanuung sich zu zeigen pgegt, und es muß dahr nicht wenig Wunder nehmen daß dies sagenhafte Ungeheuer jetzt mitten im Winter wieder auftaugt. Natülich sind es wieder Amerikaner — die Yankee's müssen wohl mit besonders scharfen Sehorganen ausgestattet sein — welche die geheimnißvolle Meerbewohnerin erblickt haben wollen. Der Professor Richard Proktor, Vorstand der Fischtommission der Vereinigten Staaten ebenso der Kapiän Seymour, wie dessen Mannschaft von der Barke „Hop one“, wie auch elf Leute in der Gegend von Cape Aune in Massachussets be⸗ kunden übereinstimmend, daß in der Nähe von Pearl Island, aber nur da, ungefähr dreißig bis oierzig (Englische) Meilen von Panama entfernt, zin Thier von ungefähr zwanzig bis fünfundzwanzig Fuß Länge mit einem pferdeähnlichen Kopf und zwei Hörnern von ihnen verschiedene Male gesehen worden sei, aber ohne daß sie sich demselben mehr als bis auf eine halbe Englische Meile hätten nähern können. Professor Proktor hält nach seinen ziemlich genauen Beobachtungen das merkwürdige Thier für eine auf uns gekommene Art von Plesiosauren; er ist der Meinung, daß bei einer rationell und von zahlreichen Schiffen angenommenen Untersuchung des Pearl Island ein Exemplar dieser eigenartigen Thiergattung wohl gefangen werden könnte und fordert int Interesse der Wissenschaft zu einer der⸗ artigen Expedition auf. Die amerikanischen Journale oermelden das Alles mit ganz ernster Miene und 2s ist nicht gerade unwaährscheinlich, daß die von dem würdigen Professor angeregte Expedition zu Stande kommt. Der Winter hat in Amerika noch einmal charf eingesetzt und mächtige Schneefälle haben große Störungen verursacht. Die ungewöhniich tarke Kalte in der vorigen Woche hat auch den ausgedehntesten Gebrauch aller Heizapparate in den Wohnhäusern nöthig gemacht, und auf letzteren Umstand ist wohl eine große Anzahl von Feuers— brünsten zurückzuführen, von denen einige verheeren der Art waren. Es werden Dutzende von Feuers— brünsten gemeldet, die schwere Verluste im Gefolge hatten. F Bei seinem 50jährigen Amtsjubiläum wurde dem Lehrer Hauser in Hagen seitens der Schul⸗ erwaluug im Namen der Stadt 1000 Mt., zurch eine Bürgerabordnung ein kunstvoll gearbei— etes Eichenholzschränkchen mit 4000 M. und eitens der Kollegen eine goldene Uhr geschenkt. F Mit Ueberraschung liest man die amt⸗ iche französische Verlustliste von dem Gefechte bei DongSong in China. In diesem Gefechte kämpften »ie beiden Regimenter der Fremdenlegion und ge— allen sind in demselben Strobel, Meyer, Schneider, Schieder, Flock; schwer verwundet Mayher, Kretz. Zern, Rickert, Wal. Moser, Roller, Schneller— stichler, Stinblen, Schwendemann, Rift, Kuffler, Zeier, Bogenschütz, Gut, Fischer, Böschweger, v. Stein, Diehr und Müller, lauter Deutsche. Mancher deutsche Vater erfährt zuerst aus dieser Liste, wohin sein Sohn gekommen. 4 ⸗ “ e — er F Ein Opfer von Monte Carlo. Ein unges Ehepaar aus einer größeren süddeutschen Stadt verfiel nach der üblichen italienischen Hoch⸗ zeitsreise auf den unglückseligen Gedanken, die Kückfahrt über die Riviera mit Aufenthalt in Monte Farlo zurückzulegen. Der Gatte, welcher Prokurist ines bedeutenden Exporthauses ist, hatte während eines Aufenthaltes in Italien namhafte Beträge nei verschiedenen Kunden seiner Firma einkassirt, m Ganzen mehr als 40,000 Francs. In Monte Farlo übergab er die Summe seiner jungen Frau ‚ur Aufbewahrung, damit, wie er sagte, er nicht n Versuchung käme, das Geld zu verspielen. Herr W. glaubte jedoch, sich die Zerstreuung des Spiels eicht ganz versagen zu sollen. Er begab sich allein n die Spielsalons und setzte mit wechselndem Glück inige Louisdor, bald gewinnend, bald verlierend. In bester Stimmung kehrte er nach dem Hotel zu⸗ ück um seine Gattin zur Table d'hôte zu führen. Unbeschreiblich jodoch war sein Erstaunen und später ein Entsetzen, als er seine Gattin nicht in dem zimmer fand und als alle Nachforschungen ver ⸗ eblich blieben. Mit der Frau war auch die Hand— asche mit dem oben erwähnten GSeldbetrage ver— chwunden. Der bedauernswerthe Mann eilte zum Spielcommissar, zur Direltion der Spielhölle, begegnete iber überall dedauerndem Achselzucken, ohne die ge⸗ ingste Auskunft zu erhalten. Er bereiste nun die zjanze Gegend, um die Spur der Verschollenen vieder aufzufinden. Die französischen und die talienischen Behörden unterstützten ihn bei seinen sachforschungen, aber Alles blieb vergebens. Nieder⸗ edrückt vor Gram und Schmerz, kehrte der Gatte nach Monte Carlo zurück. Als er sich eben anschickte, die Heimreise nach Deutschland anzutreten, trat ein Bediensteter des Casinos an ihn heran und theilte hm mit, daß er seine junge Frau am Spieltisch sesehen habe. Als sie bemerkte, daß die Tasche zeleert war, habe sie in größter Aufregung und zerwirrung den Spielsaal verlassen. Sie sei eiligen Schrittes durch den Park bis zum marmornen Ge— änder gegangen, habe sich, ehe der Sprecher hin⸗ zuspringen konnte, üher die inarmöorne Brüstung Al te 27 4 7 — J — e Dienstesnachrichten. Ernannt wurden: Verweser Gustav Adolph Müller in Hohenöllen zum Lehrer daselbst; Schul—⸗ dienstexspektant Johann Grieser in Schneckenhausen zum Lehrer daselbst; der interim. Verweser Julius Fisenhofer in Kirchheimbolanden zum Lehrer da— jelbst; Verweser Reinhard Reiß zu Walshausen zum Lehrer dajelbst; Verweser Franz Stöppler in Offen— —XD— Schulverweser Max Tretter in Schranheim zum Lehrer daselbst; der Lehrer Karl Baumann in Edig⸗ heim zum Lehrer in Hirschborn; der interim. Schul- verweser Ludwig Voth in Ebertsbeim zum Lehrer vaselbst. n 9 Soest. Wird hier unlängst ein Bürger egraben, der eine stattliche Wittwe und ein statt⸗ cheres Anwesen hinterließ. Als der Todte zur tzten Ruhestätte gebracht, begann nach alter Sitte er Leichenschmaus, was man dort pietätvoll ,Haut ersupen“ nennt. Als sich die Gäste verzogen atten, tritt der letzte Leidtragende an die Wittwe jeran mit den Worten: „Ick sin so lange hier lieben, ick woll die seggen, ick woll die hirothen!“ O, dat det mi leed, äwwer ick hewwe all min dower Peter tausaggt. He frogte mi fortens, as sei int Hus kam.“ Ländlich, sittlich! —2E —— — — — — rohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg. Wir übernehmen jederzeit: Flachs, Hanuf und Abwerg um Spinnen und Weben. Laänge des Schneliers 1228 Meter. Bahn⸗ xacht hieher und zurück auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigste oreise. Garn und Leinwand von bester Qualität. Unsere Herrn —*86 ettheilen nähere Auskunft: in St. Ingbert J. Friedrien. Für weitere Orte werden Agenten gesucht. Offerte erwünscht. »— Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demesß. 4 More leich ν R. 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Notar, abtheilungshalber öffentlich auf Eigen hum versteigert: Steuergemeinde Rohrbach: Plan Nr. 924, 1 a, Wohnhaus, Stallung und Hof, Haus Nr. 43 und Plan Nr. 92b, 2 4 70 qm Pflanzgarten auf der Schlapperie, heides im Orte Rohrbach; 2. Plan Nr. 1535, 3 4 70 qm Acker im Spieserflurz; 3. Plan Nr. 2121, 10 a 60 qm Acker auf'm Tummelplatz; 1. Plan Nr. 423, 11 a 20 qm Acker am Diedesbühl; 3. Plan Nr. 20722, 17 a 70 qm Acker in der großen Ahnung am Spieserflur; ß. Plan Nr. 212, 9 a 20 qm Achke, auf der Platte. Eigenthümer sind: Die Kinder und Erben der in Rohrbach wohnhaft ge— vesenen und verlebten Eheleute Peter Stolz J., lebend Schrtiner und Anna Staut, als: 1. Anna Philippine Stolz, gewerblose Ehe— rau von Peter Bohnerth, Schmelzarbeiter; 2. Peter August Stolz, Bergmaͤnn; 8. Peter Stolz II., Schreiner; 4. Karl Stolz, Bergmann, 5. Johaun Stolz, Bergmann und 6 Anna Maria Stolz, ledig, gewerblos, minderjährig, velche ihren genannten Bruder Peter Stolz U. zum Hauptvormund, Johann Staut, Schmelzarbeiter, um“ Nebenvormund und Jakob Staut, Schreiner, zum Spezialvor⸗ mund hat. Alle, wo nicht anders esagt, großjährig und in Kohrbach vohnhaft. St. Ingbert, den 2. März 1885 Kemmer, kNotar. Zu verkaufen st ein doppeltes Wohnhaus nit Hofraum und Pflanzaarten. Naͤheres bei Adam ILXnHei P- Meßkaer. AF Eiuzig günstigsteGeldlotterie, weil auf 0Loose bereits 1 Treffer. Xr. 801. Letzte Kaiserslauterer Kirchenbau— Lotterie. 20,000 Geldgew. i. B. v. 125,000 Mt. — ohne Abzug. — . Haupttreffer: 830000 Mt. 2. Haupttreffer: 10000 Mt. Gew. 28500, 351000, 66500, 3200, 40 100, 6050 Mk.ꝛc zZiehung den 16. März 1885. Loose à 2 Mark vorräthig bei allen bekannten Ver⸗ kaufsstellen und bei der Haupt⸗Agen⸗ lur Jul. Goldschmit in Lud wigs- hafen. — DerHaupttreffer z.859000 Mt. der letzten Giesinger Lotterie ist in Kirchheimbolanden gewonnnen Nnaorden — 4 — — , 9 n „on F · Graef in Aichach. rn 0 wt ets frita Auffrusfs. Ueberall im deutschen Reiche rüstet man sich, um am 1. April nächsthin das 70jährige Geburtsfest und zugleich das 50jährige Dienstes⸗ ubilãum des deutschen Reichskanzlerss — e 7 Pürssst Bismarc zu feiern. Wie groß die Verdienste desselben um unser geeinigtes Vaterlan ind, bedarf keiner besonderen Hervorhebung; zur dankbaren Ehrung diese“ Verdienste will die Nation die Mittel zu einer großen Stiftung sammeln, welche ür alle Zeiten den Namen des großen Kanzlers tragen soll. Diesem Zweckt Jegenüber müssen alle politischen Meinungsverschiedenheiten verstummen; an alle cFinwohner des Kantons ergeht deßhalb die Aufforderung, ihrer Anerkennung der Verdienste des Fürsten-Reichskanzlers um unser Vaterland durch eine. wenn ruch kleine Gabe Ausdruck verleihen zu wollen. St. Ingbert, 2. März 1888. Das Comite für den Kanton St. Ingbert: Acker, kgl. Steuer-Einnehmer in St. Ingbert. Adt, Fahrikbesitzer und Bürgermeister in Ensheim. Barnikel, kgl. Subrektor in St. Ingbert. Bühler, kgl. Oberamtsrichter in St. Ingbert. Grafsion Viktor, Wirth und Adjunkt in Schnappach. Jacob Urban, Gutsbesitzer und Bürgermeister in Rohrbach. Krämer Heinrich, Hüttenwerksbesitzer in St. Ingbert. Laur Heinrich, Weinhändler in St. Ingbert. Martin Johann Baptifst, Pulverfabrikant in St. Ingbert. Weigand Karl August, Apotheker in St. JIngbert. A den 14. März nächsthin werden ausgeloost bei der ger Kauh. Kirehen baue-αν 51 60 tausend Mark s . 30 tausend Mark 8 ẽ und viele andere sehr hohe Gewinne im Ganzen 11. 000 Geldgewinne mit 151.500 Mk. baar Geld ohne jeden Abzug. Ziehung wird nicht verschoben! Loose à 2 Mk. vorräthig bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Hauptagentur für die Pfalz: BP. Mirius in Ludwiasbafen a. 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Tausende Anerkennungsschreiben ho sler Herrschaften über die vorzüglt ualitat unserer Arlikel sind in m erem Besihe, die wir leider wen Raumbeschränknng hier nicht * öffentlichen können, und liegen se e osn ae eyn Venota Pruck und Mouloa “uyn T TF Doemeßk in St Rnnhar⸗ J 2 J »* 8 * — — —E 3 — ———— J 9 1— *3 * — *2 * — —9 — — J xv * 88 —5 —23 — — — 3 58 7— —9 4 4⸗— 8 7 *8 7 3— —2 —J 6 — 533 * —9 — — —— ——39 75 — *— —J 86883 888 J 8 * —323 1 34 —4 D 9 —J— —AI 5 * * 38 *87 NMAMIA 7 * * — — 3— * —358 —9 * * —* * * —38 —85 —35 —* * * 7 4 3 7 * 7 * 8 —3358 —828 —A * * * F 3 * * * * F Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — * St. Ingberter Anzeiger erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnunerétag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturcs⸗ glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich i A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 —, einschließli —4 gustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren NRaum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 4. Neclamen 80 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. Donnerstag, 5. März 18883. — 20. Jahrg. Politische Uebersicht. treitung der Ausgaben für Veranstaltung der Aus- tellung auf 50 Millionen fest. London, 4. März. „Times“ hofft, die Spannung zwischen England und Deutschland werde ald verschwinden. Mißverständnisse walteten un— weifelhaft auf beiden Seiten ob. In den unbe— auten Plätzen der Erde sei Raum genug für Eng⸗ and und Deutschland. Zanzibar, 4. März. Der deutsche General- onsun Rehlfs ließ dem Sultan und den Konsuln ie Mittheilung zugehen, daß das westlich von Zan⸗ ibar liegende, von der Gesellschaft für deutsche Ko— onisation erworbene Gebiet unter deutsches Protek⸗ orat gestellt worden sei. Zur Ausübung der Jurisdirettion wurde ein dem Generalkonsulat unter⸗ tellter Beamter ernannt agl. Kreisregierung zur definitiven Anstellung vom 1. März an in Vorschlag zu bringen. x* St Ingbert, 5. März. Seit zwei Tagen weilen die Vertreter der Firma Schuler ind Schmid aus Zür ich hier, um in Betreff »er von genannter Firma dahier projektirten Anlage iner Wollspinnerei-Fabritk zu verhandeln. PVie wir hören, ist Aussicht vorhanden, daß die Berhandlungen zu einem alle Theile befriedigenden Abschlusse gelangen. 02 Aus dem Bliesgau, 3. März. Am »ergangenen Sonntag fand im Schulhause zu Erf⸗ veiler die statutenmäßige Jahresversammlung des Ibstbauvereines an der Blies statt. Der geräumige Schuisaal konnte kaum die Theilnehmer fassen. herr Pfarrer Rütter gedachte bei Erstattung des Jahresberichtes in ehrenden Worlen des jüngst ver⸗ torbenen Försters Lehmann, der seit Grün—⸗ zung des Vereines Vorstand gewesen und fich viele herdienste um den Verein erworben habe. Die MNitglieder möchten ihm ein ehrendes Andenken be⸗ vahren. Per Acclamation wurde sodann Herr MPaurermeister Mathias Braun aus Erfweiler zum Vorstande gewählt. Der Stand der Mitglieder zeträgt 142. Die Baumschule hat sich vergrößert im 12 neue Beete, und konnten an die Mitglieder e ein Zwergobstbäumchen um den Preis von 10 Bfennig abgegeben werden. Es ergab sich ein Finnahmsüberschuß von 10 Mk. 40 Pf. Herr Bezirksbaumwart Betsch aus Zweibrücken hielt einen »elehrenden Vortrag über Standort und Pflege der Zwergobstbäume, an welchen sich eine kurze Debatte chloß. Der Schluß der Verhandlungen bildete die Berloosung der erwähnten Bäumchen an die Mit⸗ lieder. — Meuepfälzische Stiftung) Am 14. Febr. 1885 starb in Heidelberg eine edel ge⸗ innte Frau: Jeanette Braun, geb. Köhler, Wittwe des 1849 zu Frankenthal verlebten Anwaltes Bustav Braun. Am 28. Febr. fand die Eröffnung ihres Testamentes statt. Nach demselben erhalten, vie man dem „L. T.“ schreibt, u. A. der pfäl— ische Gustav⸗-Adolf-Verein untet dem Namen „Gustav Braun'sche Stiftung“ eine Summe von 3000 Mk., welche als Kapital erhalten und deren ährliche Zinsen zu Vereinszwecken verwendet wer⸗ den sollen, und die Rettungshäuser zu Haßloch und Rockenhausen je 500 Mk.; sprechende Zeugnisse des reundlichen Gedenkens der Verblichenen an ihre ofälzische Heimath. Von der national-liberalen, sowie von den Parteien der Rechten im Reichstage sind An⸗ räge auf Wiederherstellung der in der zweiten Flatsberathung abgelehnten bezw. verkürzten Posi- sonen für einen neuen Direktor im Auswärtigen Amte und für die neuen Consulatsstellen eingebracht worden. ——— In der Montagssitzung des Reichstages hielt Fürst Bismarck mit der englischen Regierung jne klleine Abrechnung. Seine diesbezügliche Rede purde von dem ganzen Hause mit athemloser Spannung angehört. Dem Reichskanzler kam die Berathung der Forderungen für die Verwaltungs⸗ inrichtungen im Kamerungebiete offenbar sehr er— vünscht, um die neueu englischen Veröffentlichungen u beantworten, und er benutzte daher eine von ym bemerkte Aehnlichkeit der Raisonnements eng⸗ ischer und deutschet Zeitungen, welche die Kolonial⸗ »olitik Deutschlands bekämpfen, um von den Ein⸗ ichtungen in Kamerun auf das Verhältnißk zu ẽngland zu kommen. Trotz äußerst vorfsichtiger Wahl des Ausdrucks fiel nun die Kritik des eng⸗ ischen Vorgehens mit Recht sehr scharf aus. — Ddie Bewilligung des geforderten Kredites von 248,000 Mark erfolgte mit einer an Einstimmigkeit renzenden Mehrheit. Wir konstatiren mit Freuden iese Thatsache. Von den Führern aller maß—- sebenden Parteien wurde betont, daß keine zurück⸗ leiben werde, wo es sich um die Wahrung des deutschen Ansehens im Auslande und solcher Ju⸗ teressen handelt, welche sich mit dem kolonialen Brogramm des Reichskanzlers vom 28. Juni vor. Jahres decken. gaskale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 4. März. Bei der am Montag dahier abgehaltenen Wahl der Distriksräthe ür die Periode 188511887 für den Distrikt St. yngbert, wurden als Vertreter der 50 Höchstbe⸗ euerten gewählt die Herten: Wack Michael, Guts- esitzer in Ommersheim, Klein Franz, Gutsbe⸗ tzetr auf dem Breitenberger Hof, Gemeinde Ens— scim, und Walle Peter, Sohn von Johann, Ackerer in Heckendalheim. In den Ausschuß wur ⸗ en gewählt die Herren: Heinrich Krämer, Hroßgrunde und Hüttenwerkbesitzer, H. Laur, Weinhäudler und W.Kahn, Seifenfabrikant, alle rei von hier, Urban Jakob, Bürgermeister von stohrbach. Adit Eduard, Fabrikbesitzer und Bürger⸗ neister von Ensheim und Wolter. Müller in xschringen. *St. Ingbert, 4. März. Die gestern Ubends 8 Uhr im Oberhausei'schen Saale abge⸗ altene Generalversammlung des Garten: und Abstbauvereins erfreute sich sehr zahlreicher Zetheiligung, — ein Beweis für das rege Interesse, velches in unsrer Stadt für die Pflege des Obst⸗ zaues erwacht ist. Der von dem Vorsitzenden und em Cassier erstattete Jahresbericht konnte auf viel⸗ ersprechende Anfänge in der Vereinsthätigkeit hin⸗ veisen. Die Mitgliederzahl pro 1884 setrug 104 und ist seit Neujahr wieder um 16 jestiegen; die Baumschule des Vereins wird jächstens mit 5000 Wildlingen bepflanzt werden. die Vereinsabende haben bisher schon zum Austausch der gemachten Erfahrungen und zur Berbreitung richtiger Einsicht wesentlich beigetragen. — Durch die darauffolgende Verloosung wurden —X ollen Hochstammes gesetzt, über dessen Anpflanzung ind Pflege das Chrenmitglied des Vereins, Herr Ifarrer Kütter von Erfweiler, in humoristischer tinkleidung und volksthümlicher Verständlichkeit vichtige Winke ertheilte. Außer diesem geschätzten zafte gab noch Herr Bezirks-Baumwärter Betsscch on Zweibrücken Belehrung über Bodenmischung ind Kronenschnitt bei Anpflanzung von Hochstämmen. gewiß sind alle diese Anregungen auf fruchtbaren zoden gefallen. — Der bisherige Ausschuß wurde urch Acclamation einstimmig wiedergewählt. Wir bünschen dem Vereine, der jugendkräftig sein zweites debensjahr antritt, fröhlichss Gedeihen. — — 1Si. Ingbert, 58. März. In der gestern Ubend stattgehabten Sitzung des hiesigen Stadt- aths wurde beschlossen, die interimistischen Schulver⸗ veser Herrn Goerl und Herrn Leovold der Deutsches Reich. Berlin, 3. März. Dem Reichstag ist der Antrag Kardoff ⸗Leuschner zugegangen, den Reichs⸗ janzler um die Initiative zur Wiedereinberufung der im Jahre 1881 abgebrochenen Münzkonferenzen zu ersuchen, um die Wiederaufnahme der Auspräg-— ung vollwerthiger Silbermünzen seitens der ameri⸗ 'anischen Union, des lateinischen Münzbundes, Deutschlands und aller Staaten, welche sich an⸗ chließen wollen, herbeizuführen. Berlin, 4. März. Die „Norddeutsche All⸗ Jemeine Zeitung“ bezeichnet die Veröffentlichung des Berichts über die Unterredung Sir Malet's nit dem Fürsten Bismarck vom 25. Januar als )ie auffälligste und bedauerlichste Indiskretion, welche 'ortan vertrauliche Auslassungen zwischen den Staats- mannern beider Regierungen abschneide. Es scheine iich darum gehandelt zu haben, in Frankreich Miß⸗ rauen gegen Deutschland zu schaffen, was im In⸗ leresse Englands liege, doch dürfte dieser Zweck nicht erreicht werden. In den Thatsachen, welche un einer Verständigung mit Frankreich bezüglich der dongofrage und Egyptens führten, liegt nichts, vodurch das Vertrauen Frankreichs in die Ehrlich⸗ eit der deutschen Politik abgeschwächt werden lonnte. Ganz unerklärlich sei die Gehässigkeit, wo— nit vertrauliche Aeußerungen Bismards der Oeffent⸗ iichkeit übergeben worden seien. Ausland. Paris, 3. März. Die Kommission für die Weltausstellung 1889) trat heute Vormittag zu⸗ ammen und setzte definitid die Summe zur Re— Sermischtes. 4 Worms, 2. März. Der hiesige israelitische dirchhof bietet seit gestern ein Bild gräulicher Zer⸗ törung. 17 Grabsteine älteren und neueren Ur⸗ prungs sind aus bis jetzt unbekannten Gründen heils umgestürzt, theils zertrümmert und vom Platze geschleift worden. Daß eine Person allein iese Schandthat geschafft, ist nicht gut möglich. Auf die Ermittelung der Thäter sind 200 Mark Belohnung ausgesetzt. F Gattenmord.) Wie dem „Hofer An⸗ eiger“ aus dem Sechsämterbezirke mitgetheilt wird, hat der Müllermeister Thoma von der fünf Mi—⸗ nuten von Miarktredewitz entfernten Röslermühle eine Frau erschlagen und hernach auch den zu dilfe eilenden Müllerknecht attaktirt. F GOurch die Zeitung.) Ein junger Mann,. der längere Zeit auf Neisen von seiner Familie keine Nachricht hatte, kam am letzten Frei⸗ jag auf einer Geschäftsreise in München an und var eben im Begriffe, vom Bahnhofe aus sich nach »er Wohuung seiner Eltern zu erkundigen. Unter⸗ vegs führte ihn der Zufall in ein Kaffeehaus. Fr nahm eine Zeitung und das erste, was ihm in zie Augen fiel, war die Todesauzeige seines Vaters. Da nur noch eine Stunde dis zur Beerdigung Zeit war, eilte er sofort auf den Kirchhof, um wo möglich den theuren Todten noch einmal zu sehen. Fr kam an und fand bereits seine Familie am deichenhaus eingetroffen. Welch' ein Wiedersehn! fCGittlinger Lotterie.) Um die Kon⸗ kurrenz anderweitiger Lotterien zu vermeiden, hat die kath. Kicchenverwaltung Tittling beschlossen, daß die Tittlinger Ziehung am 14. März und war unwiderruflich vorgenommen werden muß. 4 Das jüngst erschienene Buch des Grafen VHerisson, welcher als Ordonnanzoffizier im Stabe des General Trochu die Belagerung von Pari⸗ nitgemacht hat, enthält auch Mittheilungen darüber was damals in Paris die Lebensmittel gekoste! haben. Darnach betrug am Neujahrstag 1871 der Preis von 1 Kilo Pferdefleisch 20 Franks Hundefleisch 8, Schinken 80 Frks. eine Katze kostett 30 Frants, ein Kaninchen 50, eine Ratte 2, ein Puter 150, eine Taube 15, ein Ei 5 Fr., ein kilo Butter 160, ein Liter Bohnen 8, ein Scheffel dartoffel 35 und ein Kohlkopf 16 Franks. Wie ein Speisezettel des Jokeyklubs vom Neujahrstag ersehen läßt, haben die reichen Leute vom damaligen Mangel wenig verspürt, denn dieses Menu enthielt algende Gerichte: Brodsuppe, gebratenes Ochsen⸗ Jeich, Huhn mit Reis und Spinat und Vanille⸗ Befrorenes. Graf d'Herisson behauptet, daß in Paris bei der Uebergabe nicht vlos für wenige Tage, sondern noch für mindestens 2 Monate ceichlich Lebensmittel vorhanden gewesen seien, do noch Wochen später Massen von verdorbenen Mehl, Speck, Zwieback ꝛxc. im Geheimen aus der Magazinen geschafft wurden. (Aus Italien) In Maandola (in Modenesischen) brachten Burschen des Ortes den sechszigiährigen Wittwer Terreri, der ein junge Mädchen freien wollte, eine Katzenmusik. Terrer dadurch in Wuth versetzt, feuerte auf die Burschen von den 2 sofort todt blieben, einer tödtlich um sechs schwer berwundet wurden. Nach dem Gemezze ertränkte sich Terreri im nahen Leiche. London, 2. März. In der Kohlengruh— Usworth bei Newcastle sind vergangene Nacht 360 Grubenarbeiter durch schlagende Wetter getödte worden. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demet. — — Konkursverfahren.“ Vorschrift gemäß, öffentlich bekannt ge⸗ macht, daß der verfuͤgbare Massebestand in obigem Concursverfahren 900 Mt. 11 Pf. beträgt. Die vorzugsberechtigten Forderungen helaufen sich auf 353 Mk. 53 Pf. o daß an die Concursgläubiger 346 Mark 58 Pf. zur Vertheilung gelangen.“ die zu berücksichtigenden Forderungen »etragen 3096 Mk. 70 Pf. und es rhalten demnach die Concursgläubiger I1IsSasz 80 ihrer Forderungen. Ein Verzeichniß der bei obiger Schlußvertheilung berücksichtigt werden · den Forderungen ist auf der Gerichts chreiberei des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert zur Einsicht der Betheiligten niedergelegt. St. Ingbert, den 4. März 1885. Der Concursverwalter: Ph. Fitz, Geschäftsmann. de In dem Konkursversahren über den Nachlaß des zu St. Ingbert wohnbaft zewesenen und verlebten Kaufmannes deinrich Klein ist zur Abnahme zer Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einsendungen gegen das Schlußverzeichniß der bei der Ver⸗ theilung zu berüchichtigenden Forder ungen und zur Beschlußfassung der Bläubiger über die nicht verwerthbaren Vermögensstücke der Sghlußtermin auf diens⸗tag den 31. März 1335, Vormittags 1092 Uhr m Sizungssaale des k. Amtsgerichts zahier anberaumt. St. Ingbert, den 4. März 1885. Krieger, Secretär. Oeffentliche Bekanntmachung. BierbrauereibGeb. Becker. Von heute ab Bock. aneg het unsern Kunden. MA Samstag den 4. März nächsthin werden ausgeloost bei der Tittlingex Kath. Kirehen bau-Lotfrie 2160 tausend Mark sg 5. 30 tausend Mark *28 viele andere sehr hohe Gewinne im Ganzen 11,. 000 Geldgewinne mit 151.500 Mk. baar Geld ohne jeden Abzug. Ziehung wird nicht verschoben! Loose à 2 Mk. vorräthig bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Hauptagentur für die Pfalz: P. NRirius in Ludwiashafen a. Rh. Nachdem durch Beschluß des königl. Amtsgerichts St. Ingbert, vom gest⸗ trigen Tage, in dem Concursverfahren iber den Rachlaß des zu St. Ingbert vohnhaft gewesenen und dverlebten Zaufmannes Heinrich Klein, die Vornahme der Schlußvertheilung ge⸗ nehmigt, sowie zur Abnahme der Schlußrechnung um zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußver ⸗ Zu verkaufen eichniß, Termin auf isst ein doppeltes Wohnhaus Vienstag, den 31. März 1883, mit Hofranm *8* Dehrn Vormittags 109 ülhr, Naͤheres bei im Amisgerichtslocale dahier, anbe— Adam EXnei P. raumt wurde, wird hiermit, gesetzlicher Metzget. N 22 0 Hoͤhere Toöchterschule zu St. Ingbert. Die höhere Töchterschule dahier, welche bisher den Charakter einer Privat⸗ schule hatte, wird, die Genehmigung Hoher K. Regierung vorausgesetzt, von, Ostern l. Is. ab in eine öffentliche, allgemein zugängliche, paritätische Anstalt' umgewandelt. Gegenstände des Unterrichts, welche von zwei Lehrerinnen und vier Lehrern erteilt werden, sind: Religion, französische, englische u. deutsche Sprache, Lite ratur, Rechnen, Geschichte, Geographie, Zeichnen und Handarbeiten. Das erreichte 10. Lebensfahr ist Bedingung für die Aufnahme ir den untersten Curs. Das Schulgeld beträgt jaährlich 130 Mk Das Schuljahr beginnt am 13. April. Anmeldungen nimmt Fräu— ein Hermine II gen entgegen, hei welcher auch nähere Aufschlüsse zu er⸗ jolen sind. St. Ingbert, den 4. März 1885. Die Vorstandschaft. Solide 9 ZAu Ageuten verden unter günstigen Be⸗ dingungen zum Verkauf staat⸗ lich erlaubter Prämienloose u. Gewinnstscheine angestellt. Offerten an Baukhaus. Engel& Co., Cöln a. Rh. — — — Hàccel·Putterschneid·Maschinen fabriciren als Spezialität in vorzüglichster Konstruktion und Ausführung Verbteitet in 22000 Exemplaren. 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Von den rablreichen lobenden Entrieblungen, des Werkes können wir hier nur einige auführen; —öA Anbug, siauneuswert bei näherer Prüjung, ungemein j2ů—_ νο αrjitq beim Gehnrauch rc.“ — Beriiner Tageblatt. in handliches Vademekum für jeden Gebildeten, das die fruchtbarsten n —— 777 —— * ed * ber e unco Aln SDeulsches Tangeblatte Gin Wunder auf dem Gebiet der Lexikogravhie rꝛc.“ ðderner Bund. 26 lange die Weit telbt. ist es ürscheinlich der Menschheit noch niemals so leicht * gemnact woeden, die garze Woe uztiversalen Wissene in ciner Roltasche überall hin zu tragen ic. * 2* Leipriger Iina VLas nbriereiblibe — hier ist es gethan ec Seu Wuch er 8* ieer Fren:denolait. „ius? der originelsten Griengmife des dentichen Büchermarltes ic.“ 7 . zunstritete Zeitung. „Ben Kbita wurde angesichts dieses Bucherzwerges seinen belannten Aua⸗ Fritæa seruch „nies ichon da e weien zurucdnehnien tc.“ J H Sehuls Lepri 2 deaucr Morgenzeitüage „iein VWieisterwert ein nicht genug zu bewunderndes Beispiel n Dberal 2 ã. Pa r eutid,en Fleikes, denticher, Nusdauer und — dentscher GGedurd!“ h Vorraiig oder zu bezichrn durch alle Buczhzamdlungen . Nach Orten, in denen solche — ⸗ 48 * 20. Ebenni 8 aicht Jistieren, üctert der Aerleger direlt gegen vortzecige Ein sen dung des Betrags· entungꝗg auf — —— 5 UIIMIAMMC 7 GIhIIA. ö —— —— —— — — J Druck und Versag von F. X. Demetß in St. Inabert. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „GEilgut zu haben bei F. X. 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Der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur c⸗ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 — einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließlia 40 ⸗ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfolz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I5 H, NReclamen 30 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. M 47.. 20. Jahrg. 1 Samstag, 7. März 1885. —D Politische Uebersicht. In der Reihenfolge der Verhandlungen im Reichstage wird die Dampfervorlage den Vorrang erhalten. Gleich nach der dritten Lesung des Etals, wahrscheinlich am Samstag dieser Woche, kommt der Gesetzentwurf auf die Tagesordnung. Das k. bayer. Staatsministerium hat an das Reichsamt des Innern folgende Zuschrift gerichtet: „Es ist diesseits die Frage aufgetaucht, ob die Rechnungen der Gemeinde⸗Krankenversicher- ungskassen erstmals für die Zeit vom 1. Dezember 1884 bis zum 831. Dezember 1885, sohin für 18 Monate zu stellen seien. Die Beanwortung dieser Frage, welche auch für die Rechnungen der nach Vorschrift des Krankenversicherungsgesetzes errichteten organisirten Krankenkassen Bedeutung hat, dürfte wesentlich davon abhängen, ob es im Sinne des unterm 16. Oktober v. J. veröffentlichten Bundes⸗ rathsbeschlusses liegt, daß die daselbst vorgeschriebenen Uebersichten und Rechnungsabschlüsse erstmals für die Zeit vom 1. Dezember 1884 bis 31. Dezember 1885 aufgestellt werden.“ Das Staatsministerium claubt die angeregte Frage bejahen zu sollen. Der Staatssekretär v. Bötticher als Stellvertreter des Reichskanzlers meint in einer bezüglichen Zuschrift an den Bundesrath, daß die aufgeworfene Frage vom Bundesrath zu entscheiden sei. Wie die „B. P. N.“ hören, wird die engere Versammlung des preußischen Staats— raths, bestehend aus den Abtheilungen für Handel und für Finanzen, Anfangs nächster Woche behufs Berathung der Börsensteuer zusammentreten. Die von der ostafrikanischen Erpedition der deutschen Gesellschaft für Colonisation erworbenen Landschaften in Ostafrika, westlich von Zan— zibar, umfassen, wie die „Tägliche Rundschau“ mel⸗ det, 2500 Quadratmeilen, welches Gebiet durch kaiserlichen Schutzbrief vom 27. Februar unter kaiserlichen Schutz und Oberhoheit gestellt worden ist. Mit der Ausübung der Gerichtsbarkeit ist Karl Jühlke (erster Beamter der Gesellschaft) betraut und dem kaiserlichen Generalconsul in Zanzibar unterstellt. Zur Verwaltung und Ausbeutung der Colonie ist aus Capitalinteressenten eine deutsch— ostafrikanische Gesellschaft gebildet worden, an deren Spitze für die nächsten 15 Jahre ein Directorium, bestehend aus Carl Peters, Friedrich Lange, Consul Raghe, Graf Behr.Bandelin und Hofgariendirecior Jühlke steht. Däneben fungirt eine aus fünf Per⸗ sonen bestehende Controlkörperschaft. — Deutisches NReich. Berlin. Zum 88. Geburtstage des Kaisers werden, wie offiziell von Stockholm hierher gemel⸗ det ist, auch der Kronprinz und die Kronprinzessin von Schweden mit ihren beiden jungen Söhnen hier eintreffen, so daß diesmal mit den Söhnen des Prinzen Wilhelm sämmiliche Urenkel des hohen Herrn an dessen Geburtstage hier vereinigt sein werden. Berlin, 4. März. Graf Herbert Bis— marck ist in besonderer diplomaͤtischer Sendung nach London abgetreisi. Berlin, 85. März. Der „Germania“ wird zus Rom gemeldet: Fardinal Lidochomskinist au Stelle des verstorbenen Chigi zum Sekretär der Breven ernannt worden. Berlin, 4. März. Die beantragte Wieder jerstellung der Regierungsvorlage bezüglich der Er— ichtung des Generalkonsulats in Capstadt wird Jenehmigt, bezüglich der Vertretung in Korea da— jegen der Beschluß der zweiten Lesung aufrechter— Jalten, wonach statt eines Generalkonsuls und eines Vicekonsuls nur ein Konsul Sektretär bewilligt perden. Ebenso wird der Beschluß der zweiten Lesung, wonach für Apia zwei Vicekonsuln ge— trichen werden, aufrechterhalten, die übrigen Posi⸗ ionen für die Konsulate und die allgemeinen Fonds unverändert genehmigt. Elberfeld, 3. März. Aus der Umgegend kommt die Kunde von anarchistischen Proclamationen. In Lüttringhausen und in Ronsdorf sind in der ibgelaufenen Woche mehrerensrts Plakate ange— schlagen mit Aufrufen an das „arbeitende Volk“ sich „nicht von den Reichen bedrücken zu lassen“ „es lebe Reinsdorf“, „es lebe die Anarchie“ u. s. w. Die öffentliche Meinung scheint geneigt, die Kund— jebungen fur einen „schlechten Scherz“ zu nehmen In der That hat man, obschon in Lüttringhausen und Ronsdorf bei den letzten Reichstagswahlen nehrere hundert socialdemokratische zStimmen abge⸗ zjeben wurden, bisher nicht gehört, daß in den heiden Orten besonders radicale Elemente unter den Arbeitern hausen. Trotzdem dürfte es voreilig sein, die Proclamationen so ganz ohne Prüfung als ein⸗ 'altige Streiche gelten zu lassen. Die Polizei ist denn auch um die Ermittlung der Thäter umso eifriger bemüht, als die Verbreitung der Plakate iemlich ungeniert erfolgt, so z. B. in Ronsdorf einer der Zettel im Innern des Rathhauses ange— oracht worden ist. Ausland. London, 4. März. Heute bringt die radikale ‚Pall Mall Gazette“ einen sehr bemerkenswerthen Artikel über den Konflikt mit Deutschland, der, venn man den exrtremen Standpunkt des Blattes n Erwägung zieht, manches Vernünftige enthält. „Weit ernstlicher, so heißt es in demselben, als das Gerücht von der Absendung eines englischen Ultimatiums in Betreff Pendjeh's und Pul⸗i⸗Kha— un's ist die unverhohlene Feindseligkeit des deut⸗ schen Reichskanzlers. Fürst Bismarck ist durchaus uind bei Weitem der mächtigste Mann in der Welt Sein Wort ist Gesetz von Moskau bis nach Paris. In einer oder der anderen Weise haben wir es angestellt bei diesem Diktator des Kontinents Em—⸗ findungen hervorzurufen, die es ihm schwer er⸗ ccheinen lassen, dieselben selbhst in dem weiten Rahmen seiner Weißbücher genügend auszudrücken und gestern ergoß er vor ganz Europa die Gefühle der Gereiztheit, Ungeduld und Verachtung, miß welchen er die gegenwärtigen englischen Staats— nänner betrachtet. Differenzen zwischen England ind Deutschland sind Familienzwiste, bei denen eines der beiden Reiche jemals daran denkt, es zu Schlägen kommen zu lassen. Sonst könnte man sich wohl kaum etwos den Frieden Europa's Bedrohendes denken, als gespannte Bezieh— ungen zwischen Berlin und Londen. Obgleich es in⸗ dessen keinen Krieg geben wird, so wird bei uns nichts recht gehen, bis man in dem Mittelpunkte der europäischen Macht englische Stautsmänner anders beurtheilt, als das in Fürst Bismarck's üngster Rede der Fall ist. Und es wird ein solch' inderes Uriheil, gleichviel welche Partei am Ruder »in maag. nicht eher gefällt werden his wir der Leitung unserer auswärtigen und kolonialen Politik itwas von dem logischen gesunden Menschenver⸗ stande und von Fähigkeit, Mittel dem Zwecke an⸗ zupassen, widmen, welche unerläßlich sind, um selbst ein Lumpengeschäft vor dem Bankerott zu bewahren. Wir werden den Parteihader unterdrücken müssen oder der Parteihader wird kurzen Prozeß mit uns machen. Falls wir das gute Werk nicht mit festem Vorsatze in die Hand nehmen, dürften wir über lkurz oder lang bei einer Regierung der National- dertheidigung anlangen und dann wird es waähr⸗ icheinlich zu spät sein.“ London, 5. März. Graf Herbert Bismarck ist hier eingetroffen und hatte gestern Abend eine Unterredung mit Lord Granville. — Die „Times“ knüpft an die Anwesenheit des Grafen Bismarck die Hoffnung, es würden Mittel für die Wieder—⸗ aufnahme freundlicher Beziehungen zwischen Deutsch⸗ land und England gefunden. Mißverständnisse hätten wahrscheinlich eine bedeutende Rolle in der Zerbeiführung der gegenwärtigen unglücklichen Ver⸗ zältnisse gespielt. Unter dem Einflusse persönlicher Erklärungen und der beiderseitigen versönlichen Neigung dürften dieselben verschwinden. Deutsch⸗ land und England, durch viele Bande verknüpft, hätten vieles gemein, daß Eifersucht und Unfreund⸗ lichkeit, wofür keine wirklichen Gründe vorhanden. niemals zwischen ihnen entstehen sollten. Sokale und pfälzische Nachrichten. — An die schon in die Ferien gereisten Müen⸗ chhener Studenten aus der Pfalz wird folgender Aufruf erlassen: „Commilitonen und dandsleute! Die Studenten⸗-Versammlung betreffs Bismarckfeier hat sich für einen Anschluß Münchens an die übrigen 17 Universitäten entschieden. Von diesen 18 deutschen Universitäten wird eine gemein⸗ 'ame, schön ausgestattete Huldigungsadresse und daneben noch von jeder einzelnen ein Album, ent⸗ haltend die Namen derer, die sich unterzeichneten, überreicht werden. Commilitonen! Ihr wißt, wie chwer es besonders hier ist, ein Zusammengehen der Studenten herbeizuführen, Ihr wißt auch, daß diele Studenten hier die Begriffe deutsch und „bayerisch“‘ für unvereinbar halten. Und doch gilt es, daß die drittgrößte deutsche, die erste bayerische Universität nicht an Zahl der Unterschriften den ibrigen deutschen Hochschulen verhältnißmäßig nach⸗ tehe. Ich bitte Euch deßhalb, sobald wie möglich Fueren Vor- und Zunamen, sowie Fakultät dem Kassier des Komites, Herrn Richard v. Bibra, zud. jur., Schellingsstraße 141, mitzutheilen, so⸗ wie einen Minimalbeitrag von 1 Mk. zu über— ienden. Commilitonen! Es gilt das Ansehen unserer Universität bei allen deutschen Studenten Fuer Landsmann Franz Bauer, cand. jur., Schriftführer.“ — Pirmasens, 4. März. Der Küfer und Wirth A. Koch dahier nahm vor einigen Tagen zinen 40 Jahre alten Handwerksburschen, Joh. Jäger, Buchbinder aus Vake bei Kassel, als Haus⸗ hursche auf. Heute früh 6 Uhr sollte er zum Faß— kochen den Kessel feuern. Als die Küferburschen nach einiger Zeit nach dem Kessel sahen, bemerkten sie, daß die in dem Raume vor dem Herde liegen— den Späne in Brand gerathen waren; sie löschten dieselben sofort und gewaäahrten alsbald zu ihrem Schrecken den Feuerschürer mit verbranntem Barte, chwarzem Gesichte und verbtanntem Kopfhaare odt vor dem Kessel sitzend. Die Kleider bis an ve HKnie sollen gänzlich verhrannf sein — Kaiserslautern, 3. März. In dem Konkurse des Verlegers des „Pf. Volksblattes“, herrn Buchdruckereibesitzer Worthoff, betragen die Passiva 17,000 Mk., die Altiva 3000 Mi. GBitg.) — Landau, 4. März. Die hiesigen Narr⸗ hallesen laufen denen von Köln und Mainz im Eifer zur Vorbereitung für die nächste Fastnach den Rang ab. Sie erlassen nämlich folgende An⸗ nonce: „Landauer Narrhalla. Die Mitglieder der Gesellschaft und solche, die es werdrn wollen, werden zu der Donnerstag, den 5. März, Abends 8 Uhr, im Germania⸗Saale stattfindenden General— versammlung eingeladen. Tagesordnung: Berich! über die Vereinsthätigkeit in den letzten 10 Jahren. Neuwahl des Ausschusses. Berathung der Kriegs⸗ artikel mit musikalischer Begleitung.“ — Mundenheim, 2. März. Ein hiesiger Einwohner, der mit seiner Ehehälfte ab und zu auf dem Kriegsfuße lebt, führte gestern eine Fa⸗ milienscene auf, in die sich die Ortsobrigkeit ein mengen mußte. Die Neugiecde ließ auch andere Leute in die betreffende Wohnung eintreten, was den scandalirenden Haushaltungsvorstand so erboste daß er zum Messer griff, und damit einen Knaben derart in den Unterleib stach, daß dessen Eingeweide an der verwundeten Stelle offen lagen. — Bergzabern, 5. März. Der Bäckerbursche, welcher aus Rache wegen seiner Entlassung seinem früheren Meister eine Quantität Seife in das zur Teigbereitung bestimmte Wasser geworfen und eine Parihie Mehl durch Beimengung von Unrath ver— dorben hatte, wurde gestern vom Schöffengericht zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. — Der „Pf. K.s schreibt: Der Vortrag, den Herr Pfarrer Schück am Sonntag im Kaisersaal des Saalbaues zu Neustadt über Angra Pequena gehalten, hat rasch eine schöne Frucht gereift. Es haben sich nämlich im Anschlusse an denselben einige Männer zusammengethan und gründeten einen Pfal⸗ zischen allgemeinen evangelischen Missionsverein, der auf liberaler Grundlage mit Hand anlegen soll an dem Werke der Bekehrung und Civilisirung der Heiden. Es wird demnächst ein Aufruf erlassen werden, welcher zum Beitritt auffordern wird. — Frankenthal, 2. März. In Mörsch bei Frankenthal, wo die Masern herrschen, hat die Familie Habersberger in 4 Wochen Z3 Kinder ver⸗ loren. Ein Ende der Krankheit, so meldet man dem „S. W.“, sei nicht so bald zu erwarten. — Frankenthal, 2. März. Hier wurde gestern in der Appellinstanz gegen ein hiesiges schöf⸗ fengerichtliches Urtheil, ein für Jedermann interes⸗ janses und hochwichtiges Urtheil gefällt. Bei Bauten un Straßen mit fesigesetztem Alignement gilt die Baulinie nicht allein für die Straße, sondern ist auch für die ganze Höhe der Bauten maßgebend, so daß jeder Vorsprung an Gebäuden, als Sockel, Fensterbaänke, Gurten, Pfeiler, Ueberdachungen von Thuüren und Fenstern, Balkone, Erker, Dachvor- sprünge und Dachkändel ⁊c. als verboten zu be srachten sind. Es ist daher jedem Baulustigen für die Zukunft zu rathen, für alle oben angeführten archilektonischen Glieder und Vetzietungen vorher die Erlaubniß einzuholen. Vermischtes. Der diesjahrige Sommer-Fahrplan der deutschen und österreichischen Bahnen wird, ob⸗ — 24. und 25. Mai fallen, erst am 1. Juni in Kraft treten Im allgemeinen Verkehrs⸗Interesse hätte es gelegen, den Soimmer-Fahrplan mit dem 15. Mai einzu— führen; denn die Personen-Frequenz in den Pfingst⸗ Festtagen würde bei vermehrten Zügen und beson⸗ deren Fahrvergünstigungen wesentlich gewonnen haben. Der auf die mindeste Zahl der Züge ein⸗ geschränkte Winter⸗Fahrplan trägt dem Reisebedürf⸗ niß in den Pfingst⸗Feiertagen nur äußerst spärlich Rechnung. 4 Metz, 2. März. In der Nacht vom Sams⸗ tag auf Sonntag verhaftete die hiesige Bahnhof⸗ polizei auf Veranlassung eines Telegraphenboten einen gewissen Fr. Kaiser aus Frankfurt a. M.., welcher seinem Associe mit M. 10,000 hierher ge— flüchtet war. Ein hier durchgehendes, an die Grenze bestimmtes Telegramm deranlaßte den Tele— graphenboten auf eigene Faust nach dem Durch · gänger zu vigilieren, was ihm auch bei Ankunft des Frankfurt-Pariser Schnellzuges gelang. Bei K. wurden noch Mk. 8995 gefunden. Zabern, L1. März. (Rotzkrankheit.) Es isf eiwiesen worden. das die ietzt in verschiedenen Drien des Elsaß auftauchende Rotzkrankheit der Bferde durch die Fluß⸗ und Kanalschiffspferde ein⸗ geschleppt worden ist. Der hiesige Kreisdirektor hat in dieser Hinsicht eine nachahmungswürdige Verordnung erlassen, durch welche die Bürgermeister aingewiesen werden, die zur Verhütung und Unter⸗ zrückung dieser Krankheit bestehenden Bestimmungen bei den Fluß und Kanalschiffspferden mit aller Strenge durchzuführen. FGie Wissenschaft in der Westen⸗ tasche.) Ein neues Taschen⸗Konversations«Leri⸗ ton.) Der erfindungsreiche Geist des Herrn Pro⸗ fessor Josehh Kürschner in Stuttgart hat fich die praktische Lösung der Aufgabe gestellt, wie man etwa den Inhalt eines KoubersationsLexikons vom Umfange des sogenannten kleinen Meyers (zwei jehr dicke Oktabbände) in ein einziges Duodezbänd⸗ hen zusammendrängen könnte, ohne das Material sju verringern und ohne auf polizeiwidrig kleine Lettern sich einzulassen. Die Lösung des Problems jat sich ihm schließlich dargeboten in der höchst driginellen Anwendung einer Art Begriffsschrift in Bilderzeichen. Ohne Spaß! Herr Kürschner ist zu den Hieroglyphen zurückgekehrt oder hat viel— nehr für siebenunddreißig häufig vorkommende Begriffe sich ebensobiele passende, schnell dem Ge⸗ ächtniß sich einprägende Zeichen aufgestellt. Zum Beispiel eine kleine Leier für Musik, eine Wage ür Rechtswissenschaft, das dicke Kreuz für Theologie, »as dünne für „geslorben“, eine Schiefertafel für JZädagogik, den Anker für Marine, eine Tanne für Forstwesen, zwei gekreuzte Degen für Militärsachen i. s. w. Natürlich hat er daneben auch der sonss iblichen Abbreviaturen sich bedient und so ist es hmeugelungen, einen allerliebsten kleinen dicken zonversations⸗Lexikonszwerg herzustellen, ein elegant hübsch roth) gebundenes 1668 Seiten starkes Ding, das so putzig aussieht, daß Kinder in lautes Lachen nusbrechen, wenn sie dieses komischen Monstrums insichtig werden. Selbst ein Motto trägt das neut Taschen⸗Konvbersations-Lexikon: Weil Kürze denn des Witzes Seele ist, „Faß' ich mich kurz.“ Hamlet, IH. Aufzug, 2. Szene. Wir haben bereits, um die Tüchtigkeit des Büchleins zu erproben, eine ganze Menge Artikel zarin aufgeschlagen und jedesmal gefunden, daf 5 in aller Knappheit ein ganz zuverlässiger, sehr vohl orientierter Rathgeber ist. Somit empfehlen vir den „kleinen Kuͤrschner“ Jedermann. Se ange die Welt steht, ist es wahrscheinlich der Menschheit noch niemais so leicht gemacht worden zie ganze Masse universellen Wissens in einer Roch asche überallhin mitzutragen. Das Opausculum is im Verlag von W. Spemann erschienen, wiegt 375 Gramm und tostet, gebunden, nur 8 Martk. 4 Straubing. Welch' ungeahnte Abgründe hirgt doch das Menschenherz! Der unlängst dahier hingerichtete 22jährige Raubmörder Gg. Meilinger var nach dem Zeugnisse seines ehemaligen Pfarrers vor zehn Jahren das talentvollste, fleißigste, ge⸗ ättesie und bravste Kind seiner ganzen Schule, die Freude der Lehrer und Seelsorget. Der erwähnte pfarrer trug sich deßhalb mit dem Gedanken, den janz armen, aber so viel versprechenden Knaben für die Studienlaufbahn vorzubereiten. Und nun nach wenigen Jahren im blühenden Junglingsalter dieser Ausgang! Die Ursache dieses tiefen Falles aber war die gewöhnliche: schlechte Kameradschaft. welche die guten Sitten verdirbt. Der Unglücklich ielbsi äußerle in den letzten Tagen: die Gesellschaft in die er beim Fabrikbau in Teißnach gerathen habe ihn ruinirt, die habe ihn auf dem Gewissen München, 2. März. Die kgl. Verord— nung über die Reorganisation der Forstverwaltung selbst theilt die Zahl der Forstämter, der Forstmeister, Forstamtsassessoren und Förster nicht mit. Dieselbe säßt sich aber aus der Beilage zur Verordnung berechnen. Hienach sind im ganzen Königreich vom 1. Juli d. Is. ab 377 Forstämter errichtet und mit 877 Forstmeistern, 142 Forstamtsassessoren und 247 Förstern besetzt, welche sich auf die einzelnen Regierungsbezirke wie folgt vertheilen: Forstmeister Assessoren Förster 61 * 48 14 10 29 29 32 37 10 Oberbayern Niederbayern Pfalz Oberpfalz Oberfranken Mittelfranken 42 Interfranken 63 SIchwaben 37 Muünchen, 4. März. General Dietl hat sich heute Wacht erschossen. F Die Belastung des deutschen Infante— risten mit 28,25 Kilogr. beträgt ungefähr die Mitee der Belastung anderer Mächte. In Oesterreich wiegt die kriegsgemäße Ausrüstung eines Infanteristen 27,72 Kilogr., in Frankreich 27,75 Kilogr., in Broßbritannien 28,31 Kilogr., in Italien 30,54 rilogr. in Rußland 31,27 Kilogr., in der Schweij 34,41 Kilogr. Bei Beurtheilung dieser Belastung ist aber in Betracht zu ziehen, daß auch die Be⸗ urtheilung der Dieusttauglichkeit bei allen Staaten nicht die gleiche ist, und daß die Nationalität und das Alter des Dienstpflichtigen dabei einen nicht zu uaterschätzenden Factor abgeben; hierzu konimt, daß die Körperkraft bei dem Ersatz der einzelnen Ddeere eine sehr verschiedene ist. Daß die Mehrbe— lastung eines Infanteristen an todtem Gewicht durch nur einige Kilogramm die Arbeitsleistung auf den Märschen und bei starker Bewegung ungemein er— höht und einen großen Kräftenconsum beansprucht. ist bekannt. Die dem „Frankfurter Journal“ aus Eisen⸗ bahnkreisen zugegangene Nachricht, daß der Arbeits- minister die Entlassung aller noch nicht 21 Jahre alten Arbeiter aus denjenigen Eisenbahndienstzweigen, die mit dem Betriebsdienste zusammenhängen, ver— fügt habe, wird in der „Nordd. Allg. Z.“ als „der thatsächlichen Begründung entbehrend“ bezeichnet. FHanau, 3. März. Die Verhandlung gegen den Hilfstelegraphisten Gutberlet, dem man das Hanauer Eisenbahnunglück zur Last legte, ist heute beendet worden. Nach beinahe anderthalbstündiger Berathung verkündigte der Gerichtshof das Urtheil, wonach Gutberlet wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes drei Jahre Gefängniß erhält. Im Urtheil wird Lokomotivführer Krämer für völlig unschuldig an der Katastrophe erklärt und Butberlet als der allein Schuldige bezeichnet. Gorsicht im Gebrauch von Post— karte) Der Rechtsstreit, ob man Denjenigen heleidigt, den man durch eine Postkarte mahnt, lag vieder einmal in Leipzig dem Gerichte in folgen⸗ dem Fall vor. Der Arbeiter B. hatte au seinen dortigen Arbeitgeber, den Fabrikanten W. eine Postkarte geschickt, durch die er diesen um Auszah⸗ iung eines Lohnrestes ersuchte. W., der ührigens auch die Forderung des B. bestritt, fühlte sich durch dessen öffentliche Mahnung verletzt und erhob Klage zjegen B. Nun führte der Beklagte zu seiner Ent⸗ schuldigung an, daß er doch gar nicht habe wissen önnen, daß man nicht durch Postkarten mahnen dürfe, daß er auch bei seinen Vermögensverhält⸗ nissen genöthigt sei, die billigste Art seiner Corre— spondenz zu wählen. Der Gerichtshof sprach sich nach ersolgter Urtheilsberathung dahin aus, daß es eine Beleidigung sei, Jemanden durch eine Post⸗ karte zu mahnen, da derselbe dadurch bei den Personen seiner Umgebung, die zufällig Kenntniß bon dem Inhalt der Karte erhielten, in den Ruf eines schlechten Zahlers gelange. Im vorliegenden Falle sei man allerdings zu einer Freisprechung des Beklagten gelangt, weil man bei dem Bildungs⸗ grad desselben die Absicht einer Beleidigung nicht angenommen und weil man auch seiner Behauptung daß er aus Sparsamkeit eine Vostkarte benutzt, Glauben geschenkt habe. Da indeß das Gerich! nicht immer das Vorhandensein obiger Milderungs⸗ gründe annehmen wird, möchte es sich, namentlich für Diejenigen, denen ihre Vermögensverhältnisse gestatten, zehn Pfennige für einen Brief auszugeben, sehr empfehlen, in Zukunft nicht durch Postkarten zu mahnen. Eine neue merkwürdige Secte hat sich, dem „Grashdanin“ zufolge, in Kronstadt gebildet. Auf den Straßen begegnet man dort Jegenwärtig Schaaren von Frauen, welche ihre Männer verlassen haben, irgend eine religiöse Asso⸗ iation bilden und die Straßen unter dem Singen geistlicher Lieder durchziehen. Die Anstrengungen zZer Geistlichkeit, diese Schwärmgeister zur Vernunft zu bringen, sind bisher von wenig Erfolg begleitel gewesen, so daß die eigenthümliche Bewegung unter den verehelichten Frauen der niederen Stände im⸗ mer mehr um sich greift. Der letzte Ritter des eisernen Kreuzes von 1813 in der Armee, außer dem Kaiser, Major und Kompagnie⸗Chef im Invaliden⸗ hause von der Lochau, ist am Sonntag sanft ent⸗ Hlafen. Er war geboren am 14. Juli 1794 in Biala in Ostpreußen, hat also sein Alter auf )0 Jahre 7 Monat und 17 Taqge gebracht. Er var ein wirklicher Repräsentant der großen Zeit vBefreiungskriege, denn er zog 1812 bereits mit hork nach Rußland. In der Familie scheint das sohe Alter üblich zu sein, denn auch sein Vater. inst Rittmeister der Towarczyks unter Friedrich en Großen, brachte es auf 93 Jahre. 4 Feldmarschal! Moltke und die Sch ulsparkassen. Unter diesem Titel finden vir im „Cirkular- Verordnungsblatt des Kaiserlich zöniglichen Postspartassenamts in Wien“ folgende meressante Notiz: „Nach einer Mittheilung, welche em Boten aus dem Riesengebirge“ aus Schweid⸗ nitz zugeht, wendet Graf Moltke der in dem Dorfe dreisau eingerichteten Schulsparkasse große Auf— nerksamkeit zu. Er hat die Einrichtung getraffen, daß wenn ein Kind die ersten 10 Pfenige einlegt, die Zutsherrschaft des Herrn Feldmarschalls Moltke den Aleichen Betrag dazu gibt. Spart nun das Kind 'n Laufe des ersten Vierieljahres seiner Sparthätig⸗ it 1Mt., so wird von der Gutsherrschaft die lleiche Summe zugelegt. Bis jetzt haden 86 Kinder Fereils gegen 1200 Mt. gespart, die in der Kreis- asse zinsbar angelegt sind. Sämmtliche Quittungs- ücher beschafft der Feldmarschall. GOritlinge) In Berlhin feierten am 21. Februar drei Brüder, Drillinge, ihren 50. Heburtstag im Kreise ihrer 16441249, zusammen 37 Kinder. Etwas vom Grüßen. Es ist in jüng⸗ ter Zeit wieder häufig die Frage aufgeworfen vorden, ob es sich nicht empfehle, darauf hinzu⸗ birken, daß das bei uns übliche Entblößen des hauptes als Ausdruck der Begrüßung in Wegfall omme. So viel man indeß auch gegen das Lüften er Kopfbedeckung und zu Gunsten der Abschaffung zieses Gebrauchs vorbringen möge, jedenfalls wird nan zugeben müssen, daß diese Begrüßungsform er nach mitteleuropäischer Gesittung gebildeten zölkerschaften keineswegs die unbequemste ist, son —V eiten so mancher anderer Stämme bei Weitem berboten wird. So drückt beispielsweise der Lapp⸗ änder seine Nasenspitze ziemlich unsanft gegen die stasenspize derjenigen Person, welche er begrüßen vill. Der Aednier hbläst dem ihn Besuchenden ins Ihr und reibt seine Magengegend sanft mit der lachen Hand. Nach dem Bericht des holländischen deisenden Schouten begrüßen sich die Bewohner er Insel Socotora dadurch, daß sie sich einander sie Schulter küssen, und Bewohner einiger anderer zunseln in den Philippinen nehmen den Fuß Des— enigen, den sie willkommen heißen wollen, und eiben sich sanft das Gesicht damit. Wenn zwei seger sich begegnen, so umarmen sie sich und lassen hren Mittelfinger dreimal knacken. Die Chinesen egen beide Hände über die Brust, beugen sich ehr⸗ urchtsvoll und schreien: „Stin! Stin!“ Sehen e sich nach einer langwährenden Trennung wieder, o fallen beide auf ein Knie, beugen sich vornüber ind berühren mit dem Gesicht mehrmals die Erde. Wie Gamelli Caneri erzählt, begrüßen sich die Be— vohner der Philippinen, indem sie sich mit den händen gegenseitig an den Backen fassen und sich, uuf einem Bein stehend, verbeugen. Will ein Raheiter seinem Landsmann oder einem Fremden ine Ehre erzeigen, so entkleidet er ihn gänzlich ind bleibt selbst nack. Die Großen von Loango hütteln einander bei den Armen und springen zwei der drei Mal vor⸗ und rückwärts; werden sie bei hrem Fürsten vorgelassen, so legen sie ihre Hände uf seine Knie und ihr Haupt in seinen Schooß. hor alten Zeiten war es sogar in Frankreich Sitte, ich ein Haupthaar auszuziehen und demjenigen arzureichen, den man willkommen heißen wollte. Fregoire des Tours erwähnt dieser Sitle, sagt iher nicht, ob auch die Frauen derselben unter⸗ vorfen gewesen sind. FGohes Alter.) Aus St. Goar 8. wird berichtet: Heute hat Frau Anna Maria spary, die noch geistig frisch ist und leichte Haus— rkbeit zu verrichten vermag, ihr 101. Lebensjahr ingetreten. Ihre Nachkommenschaft besteht aus 47 dersonen. Der Teufel in der Klemme.) Ein r ee Herr P. aus Mariahilf (Wien), e — des dortigen Männerge⸗ ee on seit 4 Wochen hatte er keine —5 , als sich ein wahrhaft teufelmäßiges — Man versicherte ihm während da ends, das er der häßlichste aller Teufel — r war stolz auf diese Anerkennung. Er sich schwer von seinen Triumphen kennen. Endlich aber begann sich der Saal zu leeren und r dachte an die Heimfahrt. Gegen 4 Uhr Morgens angte er am Hausthor an. Er zog die Glocke, iber der Hausmeister schien von dem Teufel am Thor keine Notiz zu nehmen. Herr P. riß noch inmal am Glockenzuge, der Draht riß. Nuu rommelte der obdachlose Teufel mit beiden Fäusten in der Ladenthür eines Schustermeisters, der im darterre ein kleines Gewölbe inne hatte. Plößlich ffnete sich das Ladenthor, ein Mann, der kaum zas Nothdürftigsse an Kleidern, dafür aber einen üchtigen Knüttel trug, stürzte auf den armen Teufel jon Hausherrn los, dem nichts übrig blieb, als nach Empfang einer erklecklichen Anzatl Hiebe ie Flucht zu ergreifen. Er wendete sich dem Hause ines Freundes zu, um dort ein Nachtlager zu suchen. Ddas Hausthor öffnete sich und die alte Hausmeisterin hielt dem Aukommenden die Laterne vor das Ge— icht. Ein Eutsetzensschrei — und das Thor flog onnernd zu, den Schweif des um Einlaß pochenden Teufels einkflemmend. „Wenn ich nur ein Meesser ätte,“ seufzte Herr P., „ich kann nicht einmal den Znopf des Glockenzuges erreichen, um die Alte iochmals zu Unterhandlungen hetbei zu rufen.“ Was thun? Herr P. versuchte, den fatalen Schweif bzureisen — vergebliche Mühe! Er fetzte sich auf Jas Pflaster, so gut es der eingetlemmte Schweis gestattete, und begann einzuschlummern. Da fühlte er sich plötzlich aufgeschüttelt und vor ihm stand in Mann der Sicherheit, Auskunft über die fatale Situation verlangend. Herr P. erklärte wehmüthig eine Situation, und der Wachmann verrichtete nun in Samariterwerk, indem er mit seinem Säbel den eingeklemmten Schweif des Satans abhieb, dem Letzteren selbst aber eine Ruhestätte auf der Wacht ˖ tube anwies, von welcher aus Herr P. zeitig Morgens die Heimfahrt antrat. „Dessentwegen“, meinte derr P., „habe ich mich doch unterhalten.“ Die dausmeisterin aber zeigte den Morgens beim Auf— perren des Hausthores vorgefundenen „Schweis — — ahen in ihm einen Beweis dafür, daß es der leib⸗ saftige Gottseibeiuns gewesen, der sich Nachts ingestellt. F In einem militärischen Progymnasium zu Peters bur g wurde eine Durchsuchung der Schüler jorgenommen, wobei sich bei einem 15jährigen und inem 13jährigen Schüler nihilistische Flugjchriften ind kompromittirende Briefe vorfanden. Die beiden Schuldigen entwichen, wurden jedoch in Zarizyn erhaftet, nachdem sie ihren Kutscher, der sie verrathen vollte, ermordet hatten. Wie in allen vornehmen französischen Fa⸗ nilien üblich, feierte man auch in einem der präch— igsten Häuser des Boulevard Haußmann in Paris zen DreikönigsAbend. Die Salons waren glänzend rleuchtet, ein helles Feuer prasselte im Kamin, und ille Welt war heiter und guter Dinge, denn es var eben eine große Gesellschaft versammelt, um en alten herkömmlichen Dreikönigskuchen zu ver— ehren und durch das Stück mit der hineingebackenen zohne entscheiden zu lassen, wer der König oder zie Königin des Abends sein sollte. Scherze und Witzworte flogen in der Versammelung herüber und zinüber, nur eine der Damen, welche sonst stets »ruch ihren sprüheuden Geist den aristokratischen Zalons zur Zierde gereicht, schien diesmal mit einer schwermüthigen Stimmung zu kämpfen, die sie kaum zu bewältigen vermochte. Als der Augen⸗ alick gekommen war, da der Kuchen vertheilt wurde entstand ein allgemeines, durch die Spannung her— vorgerufenes Schweigen, und diesen Augenblick be⸗ nutzte Frau v. R., den Wunsch auszusprechen, daß hr Antheil an dem Kuchen dem ersten Bettler ge— zeben werden möge, welchen der Zufall an die Thüre des Hauses führen würde. Man stimmte ihr so— zleich zu und kurz darauf führte einer der Bedienten inen kleinen schwächlichen, blassen und frierenden dnaben in den Salon. Es war einer jener italie⸗ aischen Pifferarie, die vor den Häusern und in den Zöfen zu musiciren pflegen, wie man deren in Laris unzählige sieht. Das arme Kind wurde von )er Gesellschaft freundlich bewillkommt und nahm chüchtern eines der Kuchenstücke von der silbernen 7chüssel, als di selde ihm präsentirt wurde. Ais der Kuchen verzehrt wurde, entstand eifrige Nach— ragen nach der schicksalsschweren Bohne und siehe da — sie war in dem Antheil des fremden kleinen naben enthalten. — „Es lebe der König!“ riefen ie Gäste. „Junge du scheinst ein Glückskind zu ein, jetzt mußt Du Dir aber auch eine Königin oählen, vorwärts!“ Der kleine Pifferaro, dessern ebhafte Augen eine gewisse Intelligenz verriethen, zing nun sehr verlegen im Salon herum und be— rachtete sich alle anwesenden Damen; plötzlich blieb r aber vor Fraun v R. sitehen und sagte mit hränenden Augen: „O gnädige Frau, sie sehen meiner Mutter sehr ähnlich, Sie sollen die Königin sein!“ Frau d. R. erbleichte, sah das Kind einen Augen⸗ hlick durchdringend an und wurde von einem ner—⸗ oösen Zittern ergriffen. Dies erschien von Allen sehr natürlich, denn man wußte, daß sie vor mehreren Jahren ein Kind in Italien verloren hatte. Sie var unterwegs von Räubern überfallen woerden, und während diese den Wagen plünderten, ergriff in Weib das zu der Bande gehörte den kleinen Sohn der Reisenden und nahm denselben troß eines Schreiens und der flehentlichen Bitten der Mutter mit sich fort. Alle angestellten Nachforsch- ingen nach dem Kleinen waren vergeblich gewesen. — „Deiner Mutter soll ich gleichen ? fragle Frau ). R. „wo ist sie denn ?“ — „Hier“, entgegnete der kleine Pifferaro, und zog unter seinem zerlümpten Jäckchen ein kleines Medaillon mit einem Frauen⸗ »ildniß hervor. Kaum hatte Frau v. Rueinen Zlick auf die Photographie geworfen, als sie einen Freudenschrei ausstieß, den Knaben in die Arme chloß und mit Küssen bedeckte. Das Bild war hr eigenes und der kleine Bettelmusikant ihr ver⸗ oren gewesener Sohn. f London. 3. März. Die Exkaiserin Eugenie jatte gestern ein knappes Entkommen, indem die Pferde ihrer Equipage auf der Heimfahrt nach Farnborough scheuten und in der Nähe des Park. hores auf einen Kalkwagen stießen, dessen Deichsel eines der Pferde durchborte, das sofort todt zu Boden stürzte. Hiedurch kam die Equipage plößlich ‚um Stehen und die Insassen des Wagens wurden auf die Straße geschleudert. Die Exkaiserin, sowie der sie begleitende Herzog von Bassano, erlitten seine äußere Verletzungen, der Kutscher jedoch wurde ohnmächtig weggetragen. T. Teheran, 2. März Die Pest ist in Ojagh, 30 Meilen von Hamadan, ausgebrochen. Bis zum zegenwärtigen Augenblick werden 90 Todessfälle Jemeldet. Es sind Vorsichtsmaßregeln getroffen, die Ausbreitung der Krankheit zu verhüten. Nunne: ‚Was habe ick mir früher jeärjert, venn der Ex'kutor zu mir kam! Jetzt freue ick mir drüber, denn es jiebt mir ein jewisses Ansehen. So jut es nämlich nach die neueste Lehre ein Beweis yon Reichthum für die arme Leute is, wenn sie nach Umerika auswandern, so jut steht es auch janz bom— venfest, daß ick äußerst wohlhabend sein muß, wenn nir der Ex'kutor öfters mit sein' Besuch beehrt. Denn er könnte dies nich thun, wenn ick nich neine Rechnungen schuldig bliebe, es würde mit iber Niemand was pumpen, wenn ick ihm nich berdächtig wäre, jewissermaßen sehr wohlhabend zu sein. Erjo jiebt es keinen jröheren Beweis dafür, zaß der Mensch was hat, als wenn der Ex'kuͤtot leißig zu ihm kommmt. Es waäre also jar nich inmöglich, daß sie mir nach und nach bis zuu Millionär ruff anpfändeten. Ick hab't aber immer esagt, wenn man nich alle Tage was Neues lernen müßte brauche man das Alte nich zu verjessen.“ Marktberichte. Zweibrücken, 5. Marz. (Fruchtmittelpreis und Vit ualienmartt.) Weizen O M. — Bf.. Korn O M. — yf. Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige 7 M. 50 Pf. Spelz O M. — Pf. Spelztern — M. — Pf., Dinrei — M. — Pf. Mijchfruht 0 M. — Pf., Hafer 7 M. 74 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wichen — M. — Pf heu 3 M. — Pf., Stroh JQual 2 M. 40 pf. 1I. Qual lM. 80 Pf., Kartoffeln 1 Me80 Pf., Weißbrod 1/ Kilo 50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kils 8 Pf., paar Wed 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Quat. 50 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfteisch 50 Pf., Hammel⸗ leisch 60 Pf, Schweinefleisch 50 Pf. Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Rj., Butter /3 Kilogr. O M. 95 Pi. Homburg, 4. März (Fruchtmittelpreis und Viktua— ienmarkt.) Weitzen 9 M. 27 Pf., Korn 7 M76 Pf., Spelzlern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerste reihige O M. — Pf., Geeste 4reihige O M — Pf., dafer 7 M. 76 Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen — M. — Pf. Wichen — M. — pf., Bohnen 0 M. Pf., Kleesamen — M. — Pf. Kornbrodes Pfund 33 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf. Ochsenfleis pf. Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 30 Pf. Hammelneisch — „f. Schweinesleisch 48 Pf. VButter j Pfund d0 Mi88 Pf., Kartoffeln per Zentner 1M. 80 pf. Kaiserslautern, 3. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt, Weizen 9 Mk. — VPf., Korn 8 M. 10 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 8 M. 42 Pf., Berste 8,M. 78 Bf., Hafer 7 M. 77 ppf Erbsen 0 M. — Pf., Wicken 8 M. 16 Pf., Linsen — HPe. — Pf. Qlee⸗ amen 39 M. — Vf. Schwarzbrod 6 Pfund 66 P., Pfd. 83 Pf., Gemischtbrod 3 Kfund 38 Pf., Butter pro pfd. O M. 885 Pf., Eier per Dizd. 72 Pf., Kartoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf Stroh J. Qual. 2 M 28 Pf., Zual. 2 V. — Pf., Heu pro Cir. 2M. 80 Pf., l eeheu dO M. — Pf. — gur die Reda kon verantworisich: F. X. Demeß. — — — — Schiffsberiwt der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Dermann Laur, St. Ingberi. Der kgl. Postdampfer Westernland“, Kapitän Nandle, welcher am 14. Februar von Antwerpen abging, ist am 2. Marz wohlbehalten in New⸗ orl angekemnmn h· — — (Eine wanderude Reclame., Wie den Lesern wohl bekannt, benutzen die Fabrikan⸗ ten und Verkäufer zur Einfuhrung ihres Artikels Bekannt⸗ machungen der verschiedensten Art. Wer hat nicht schon— — on dem Erfindungstalent der Engländer und Amerikane ehört, die auf alle ert enkliche Art und. Weise das Publi⸗ um für ihre Produlte interessiren und denen für ihre An⸗ reisungen kein Berg zu hoch und keine Ausgabe zu groß —— erfüllt. Wenn nun auch her ist, daß ein neuer Artikel der Anlüundigung bedarf im demselben seinen Weg ins Publikum zu bahnen, so ann andererseits behauptet werden, daß nur die Guͤte und —D— die Gunst des hublikumgz sichert. Erst wenn die Empfehlung sich von Hund zu Mund foripflanzt und so, gleich einer wandern⸗ Hen Reciame, sich fur das Product verwendei, erst dann wirt zin alle Schichten der Bevölkerung eindrir gen und allge⸗ eine Berbreuung finden. Nur wenige Producte kommen ndeß zu dieser allgemeinen Beliebtheit und um ein Bei⸗ piel aͤnzuführen, exrwähnen wir die jetzt in fast jedem Zause vorraͤihigen Apotheker Richard ürandt's Schweizer⸗ pillen. Im Anfang ihres Erscheinens bekampft, haben su ieselben nach 8 Jahren einen ganz gewaltigen Freundt reis unter den Aerzten, Apothekern und dem Publikumn rworben, sie werden von Mund zu Mund empfohlen in Jeder, weldser sie bei Verdauungsstörungen Verstopfun nit Blähungen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, den lopfen, Leber⸗ und Gallenleiden) nimmt, wird über d ichere schmerzlose Wirkung zufriedengestellt sein. Zurbem ermöglicht der billige Preis von 1 M. pu Zchachtel (wodurch die täglichen Kosten nur wenige Pfenm⸗ hetragen), Jedermann die An'chaffung, was zu der unß zemein großen Verbreitung der Apotheker Rich. Brande Schweizerpillen sicher sehr viel veigeiragen hat. Man a jenau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weiß reug in rothem Grund und den Namenszug Richu Brandt's trägt. —p Zu verkaufen Ru m e r7 1 k Q. Ich befördere Passagiere mit der EEc-Star-Limne ab Anft ist ein doppeltes Wohnhaus werpen bis New-Nork zu 76 Mart oder ab Luxremburg bis Neb mit Hofranm und Pflanzgarten. Yort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. Näheres bei HBHSEFEAnM Laur, St. Inabert. Adam Lnei P- Metzger. Haus⸗ Versteigerung.. 1 Samstag, den 14. März nächst hin Nachminags 4 Uhr dahier n der Wirthschaft von Johann Schwarz (Kohlenstraße) laͤßt Jakob Behr, Fuhrmann in St. Jngbert wohnhaft, von seinem in der Stadi St. Ingbert an der Ecke der Ludwigsstraße und Kohlenstraße gelegenen Hausanwesen das neben ad flug gelegene Wohn⸗ haus, enthaltend 3 Zimmer, Küche, 3 Mansarden, Stall, Keller und Hofraum auf Eigen versteigern. Sl. Ingbert, den 5. März 1885. ILHMer- t. Notar. Einzig günstigste Geldlotterie, weil auf LO bloose birtils Lcreffer! —DV —IRRLL 20000 Geldgewinne ohne Abzug 125000 Mark. Haupttreffer: 30000, 10000 Mk. Ziehung in München 16. März 1886. Loose à 2 Mark bei allen bekannten Verkaufsstellen in St. Ingbert bei Joh. Weirich, Frz. Woll und bei der Zaupt-Agentur JZul. Goldschmit in Lud⸗ xigehafen a. Kh. Fast verschenkt. — —— —— Das von der Massaverwaltung der tallirien, großen Vereinigten Britania⸗ ilber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, vird wegen eingegangenen, großen Zah— ungsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ nung der Lokalitäten Eeum 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, &R daher also: Fast verchentt. Fur nur 15 Mark (gage fünfzehn Reichs⸗ nark) also kaum die Hälfte des Werthes ‚om bloßen Arbeitslohne erhält Jeder—⸗ nann nachstehendes äußerst prachte und effeltvolles Britaniasilber— Speiseservice, velches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, „as ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber selbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist N und wird fuür das Weißbleiben der Bestecke garantirt. zSlück Britaniafilber Tafelmesser mit echt engl. 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J. s511borbersg, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. —B ler Herrschaften über die vorzügliche Qualität uͤnserer Artikel sind in un⸗ erem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschraͤnknng hier nicht ver⸗ öffentlichen können, und liegen selbe geflcinsicht inunse rem Devotauf. Nr. 800. Turn⸗ Verein St. Ingbert. Demnächst soll eine * * Männerriege Jebildet werden. Diejenigen Herren, Pelche sich dafür interessiren, belieben Montag den 9. März Abends 8 Uhr im Vereinslokal bei Joh. Weirich be— hufs näherer Besprechung zu erscheinen. Der Turnurath.· I.er Sonntag 7 Der Haupttreffer von 50000 Mark der letzten Giefinger Loͤtterie ist in Kirchheimbolanden gewonnen worden. —— —— ——— ——— — — Samstag den 4. März nächsthin werden ausgeloost bei der Tittsi ⏑νι LKauh. LKLirehenbau-Lotteærio — 5 5tausend Mark s813 A piese andere sehr hohe Gewinne im Ganzer 11. 000 Geldgewinne mit 5 e 151.5300 Mk. baar Geld ohne jeden Abzug. Ziehung wird nicht verschoben! Loose à2 Mk. vorräthig bei: J. Weirich, Friseur; Frz Woll, Buchhandi., sowie bei der Hauptagentur für die VPfalz: W Ririus in Ludwiashafen a, Rh. hei Georg Klein. Solide J 8 9 werden unter günstigen Be— dingungen zum Verkauf staat— lich erlaubter Prämienloose u. Gewinnstscheine angestellt. Offerien an Bankhaus. Engel“Ke Co. Cöln a. Rh. Fin kräftiger unge kann in die Lehre treten ber Schmied Meiland. ur der Pain⸗Expelle mit „Anker“ ist echt und dasjenige Praͤparat, durch wel⸗ ches die bekannten üͤberrasthen Heilungen von Gicht und Rheuma⸗ mus erzielt wurden. Preis 1Mt. ie Flasche. Vorrätig in den meisten Apotheten. — Haupt-Depot: D. S. Aleemann. Mürrbera. * — 9 gebꝛ n den *8 — — ιιενρααα α, arlasqe An-—r Veαg V. Spe—, Sctigart. J Von den zahlrelchen lobenden Fmpfehlungen des Werkes können wir hier nur einige anführen; slnische Zeitung. Seltsam brim ersten Anblid, faunenswert bei näherer Prüfung, ungemein Wandan und aelastig beim Gebrauch ꝛc. verineeeaeblatt, Tin üandtiches Vademekum zür jeden Gebildeten, das die sruchtbarsten —— verspricht ic.“ dentsches Tageblatt, „Ein Wunder auf dem Gebiet der Lexikogravhie ꝛc.“ herner Zunde So lange dig Weit steht. ift es wahrscheinlich der Vnschheit noch niemals so leicht gemacht worden, die ganze Masse universalen Wisscus in einer Roatasche überall hin zu tragen ꝛtc. neipziger Zeitung; Nas uUnbescureibliche — hier ist es gethan ac.“ BZiener Fremdenblatt. Eines der originellften Erzengnisse des deutschen Büchermarktes ac.“ FJurnstrierte Zeitung. Ben Abita würde angesichts dieses Bücherzwerges seinen bekaunten Aus⸗ jspruch „Aues schon dahe wesen“ zuriicknehmen ic.“ el Vrebloner Morgenzeitirnug Lin —V gigt genug zu bewunderndes Beispi deutschen Fleißes, deuticher Auddauer aud dentscher Geduld!“ e v iue ovoer zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Nach Orten, in denen folch aicht exijtieren. liefert der Verieger direlt gegen vorherige Einfendung des vetrass · — — — 22 4 8 — bp Hiezu für uusere Vost⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonnt aas 144 ειαιι J — 00 ppeł8tarke noinigerỹ abrixantl.Vack, Uim a/P.) —Rewahrtestes u. vollständis anschidlieches Stärkemtttel — zewanhrt gröõsste Frleiehterunx Seim PIatten u. enthalt alle er- brderuichen Zusũtze 2ur siche, ten Herstellung von blendend roisser, gleicnmãssig atrifer ind sogenannter Ulanzwasehe. Ueberall —————— F T— 6⏑— 2 RETTSCCCS. h We 2242 —F Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. da St. Ingberter Anzeiger? erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur gu⸗ Hlatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.A 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen LIM 78 4, einschließli 4 Zukellungzgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 4, Reclamen 30 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 48. Deutscher Kolonialverein. Y „Eine deutsche Kolonialpolitik kann nur be— tehen, wenn sie getragen ist von der freudigen hingabe des deutschen Volkes an ihr hohes Ziel.“ Dies ist der Sinn der wiederholten Erklärungen xs Reichskanzlers Fürsten Bismarck über die Stel⸗ lung der Reichsregierung zur Kolonisationsfrage. Mit dieser Erklärung aber wurde stets auch die Unerkennung verbunden, daß, wenn auch nicht bei der Majorität der Volksvertrelung, bei der Nation selbst die Bestrebungen der deutschen Kolonialpolitit holle Zustimmung gefunden haben. Diese allenthalben im Volke vorhandene Theil⸗ nahme aber in zielbewußte Bahnen zu lenken, hat sich der deulsche Kolonialverein zur Aufgabe gesetzt. Aus kleinen Anfängen erwachsend, ist derselbe heute zu einer Mitgliedschaft von über 10,000 Personen zelangt und bereits zu einem moralischen Faktor in der Nation geworden. Auch in unserer Stadt sowohl, als in den oenachbarten Bezirken sind auf die im vorigen Jahre gegebene Anregung hin, gegen hundert Personen dem deutschen Kolonialvereine beigetreten, und es hesteht der Gedanke, diese in hiesiger Stadt und Um— zegend neu beigetretenen Mitglieder zu einem beson⸗ deren Zweigvereine zusammenzufassen, um da⸗ durch jene Rechte zu erlangen, welche die Vereins⸗ datuten den selbststandigen Zweigvereinen gewähren. Zu diesem Behufe soll demnächst eine Ver⸗ jammlung der Vereinsmitglieder und uUer Jener berufen werden, welche sich für die Zweche der Kolonialvereine interessiren, um einmal diese Zwecke und Ziele öffentlich von berufener Seite klar legen zu lassen, dann die Statuten des zu bildenden Zweigvereins zu berathen. Verlennen wir nicht, daß nicht bloß in prak⸗ tischer, handelspolitischer Hinsicht die Durchführung der eingeleiteten Kolonialpolitik zu einem wichtigen Moment des deutschen nationalen Lebens und Strebens geworden ist, sondern daß die nationale Ehre mit derselben aufs Engste verknüpft ist. Die deutsche Nation steht vor der Feier des 70. Geburistages jenes großen Mannes, der Deutschland aus dem Elend des politischen Nichtsseinz zur führenden Weltmacht erhoben hat. Könnten wir unsere Dankbarkeit gegen ihn besser dokumentiren, als wenn alle aus dem Voik, denen die Verhältnisse es erlauben, eintreten für jene großen Zwedce, welche er in seiner Kolonial⸗ bolitik zu deren wohlüberlegtem Ziel sich gesetzt bat. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 5. Marz. Der Reichskag geneh⸗ nigte in der heutigen Fortsetzung der driilen Les⸗ ing des Etais mit unerheblicher Debatte den Etat »ez Reichüsamtes des Innern bis zum Kapitel 11. Im Laufe der Debatie erklärte Staatsseiretär v. hotticher gegenüber dem Abg. Baumbach, daß die Aufsteilung ollgemeiner Vorschriften fur die Verichte et Fabritinspeltoren außerordentlich schwer sei; iußerdem aber sei diese Angelegenheit eine Sache r Einzelstaaten. Der Wunsch Hartwigs auf Mil⸗ heilung der Arbeitslöhne seitens der Fabrikinspek oren solle geprüft werden. Auch er halte die Nitwirtung des Reiches zum Arbeiterschutz für er⸗ Arderlich; er hoffe auch don den Beiriebaͤgenossen⸗ haften eine segensreich⸗ Wirkung auf diesem Ge⸗ iete. Was das Auswanderungewesen anlange. Sonntag, 8. März 1885. so sei über die in der zweiten Lesung vorgebrachten Klagen über die Hamburger Auswanderungsschiffe eine Untersuchung eingeleitet. Kein Agent, der Auswanderer nach Brasilien anwerbe, werde eine Konzession erlangen. Berlin, 6. März. Die Holzkommission nahm den Antrag Adelmann an, wonach Bau⸗ und Nutz⸗ holz, sofern es mit Zugthieren gefahren wird und direkt aus dem Walde kommt und nicht auf einen Verschiffungsplatz oder Bahnhof gefahren wird, für die Bewohner und die Industrie der Grenzbezirke zollfrei sein sol. — Die in erster Lesung be—⸗ ichlossene Zollerhöhung auf rohe und grobe unge« ärbte Böticher⸗, Drechsler- und Tischler- und blos gehobelte Holzwaaren, wurde von 5 auf 4 Mark herabgesetzt. Berlin, 6. März. Die Börsensteuer-Kom⸗ mission nahm die nach den Anträgen der Subkom mission für Werthpapiere unter Ziffer I, 2 und 3 des Tarifs bezeichneten Art und Mengen solcher Sachen oder Waaren jeder Art, welche nach dem Bewicht, Maß oder der Zahl gehandelt zu werden oflegen, mit Einzehntel pro Mille Stempel an. Die Anträge Oechelhäuser's auf Skalenabstufung, sowie Einzwanzigstel pro Mille Stempel für inländische ind ausländische Staatspapiere wurden mit 12 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Berlin, 6. Maärz. Die Börsensteuer-Kom— nission hat in ihrer gestrigen Abendsitzung den Steuersatz von 10 pro Mille angenommen. In hrer heutigen Sitzung beschäftigte sie sich mit den Steuerbefreiungen und wurden diese auf alle unter Tarifnummer 42a genannten Geschäfte, wie im Aus— sande zahlbare Wechsel, ausländische Banknoten rusländisches Papiergeld, ausländische Geldsorten Zahlungen an ausländischen Plätzen in fremden VBaluten und ungemünzies Gold und Silber, aus⸗ gedehnt. Befreit sind ferner alle Geschäfte unter 500 Mk. und Waarengeschäfte unter 5000 Mk Ausland. Paris, 6. März. Bei dem gestrigen Em— ofang des diplomatischen Korps bei dem neuen Botschafter Spaniens, Cardenas, waren die Erör⸗ erungen zwischen Bismarck und Lord Granville ind der drohende englisch⸗russische Konflikt Gegen— tand aller Unterhaltungen. Es machte sich aber die allgemeine Ansicht geltend, daß die Beziehungen wischen Berlin und London bald wieder die alten sein würden und daß bezüglich Afghanistans keine ernste Verwickelung zu befürchten sei, zumal bie Mächte nicht verfehlen würden, nöthigenfalls ver⸗ mittelnd einzutreten. — Mehrere Deputirte haben ein Amendement zum Rekrutirungsgesetz eingebracht, vonach alle in Frankreich geborenen Ausländer, falls der Vater selbst schon in Frankreich geboren der bei der Geburt seines Sohnes länger als drei Jahre in Frankreich ansässig gewesen, ihrer Militär⸗ pflicht genügen müssen. Rom, 5. Marz. Anlaßlich des Geburis⸗ ages des Papstes fand gestern bei Jacobini ein iplomatisches Diner slatt. Den Toast auf den Papst brachte Graf Paar aus, während Jacobini zvuf die Souveräne und die Oberhäupter der Ztaaten toastirte, deren Verireter bei dem papst⸗ ichen Stuhle in der Lage seien, den heilsamen Ein⸗ luß des Papstes auf die christliche Gesellschaft zu vürdigen. London, 5. März. (Unterhaus.) Gorst kündigt an, er werde demnächst die Aufmerksamkeit )»es Hauses auf die erhöhten Kosten der Jnsel »elgoland und deren geringen Werth für England 20 Jahrg. J lenken, sowie eine Adresse beantragen, welche die seönigin ersuche, die deutsche Regierung zur Ueber⸗ nahme der Insel aufzufordern. (Heiterkeit.) London, 6. März. Der meist gut unter⸗ cichtete „Standard“ erfährt, daß die Regierung durch Meinungsaustausch mit dem Grafen Herbert Bismarck befriedigt sei. Das Blatt hofft von dem Meinungsaustausch Beiseitigung der Differenzen und Herstellung freundschaftlicher Beziehungen mit Deutschland. — Ferner hört der „Standard“, daß er russische Botschafter beauftragt worden sei, den Wunsch nach freundschaftlicher Verständigung mit kngland auszudrücken. Der russische Befehlshaber in Zentralasien sei angewiesen, von einem weiteren Borgehen abzustehen; es bestehe nur die Besorgniß, »b die Turkomanen unter hinreichender Kontrole ꝛeinen Zusammenstoß mit den Afghanischen Vorposten erhindern. Lo? ale und proczioche Nachrichten. * St. Ingbert, 7. März. Unter dem Heutigen haben wir die bei der Expedition unseres Blattes eingelaufenen 4 Mark für die durch das Erdbeben verunglückten Spanier an Herrn Dr. v. Ehr⸗ hardt J. Bürgermeister in München abgehen lassen. — Blieskastel, 8. März. Gestern waren A zwei Jahren wohl geruht hat, wieder beisammen, im den Verein neu zu beleben. Bei dieser Ver⸗ ammlung zeigte sich, daß die noch dem Verein ingehörigen Mitglieder sehr warm für die Sache intreten, wie sie es ja auch mit den bis vor zwei Jahren verabreichten Unterstützungen bewiesen haben. Dda im Laufe des kommenden Sommers eine Zu⸗ ammenkunft der Krieger der Feldzüge 1866 und 1870,71 aus dem Westrich zu Blieskastel veranstaltet werden soll, so wurde beschlossen, bei dieser Feier Alles aufzubieten, um den zum Feste sich sammelnden Ktriegern einen schönen Tag zu bereiten. Möge es unserem alten Stadtschen Blieskastel vergönnt sein, die Helden und Kämpfer aus der Westpfalz recht fröhlich beisammen zu sehen. — Weisenheim a. B., 4. März. Von dem Werthe hiesiger Obstländereien gab dieser Tage ein Verkauf Zeugniß, welcher für 28 Dezimalen Kirschenstück nicht weniger als 1690 M. erbrachte. S) — Ludwigshafen, 5. Mäaärz. Vargestern rüh stürzte die an einem Seitenbau des Höcker⸗ chen Hauses, neben der Wirthschaft Hinkel, ange⸗ zaute zweistöckige Waschküche zusammen. Drei Ar⸗ zeiter, die dort schliefen, waren durch ein vorher⸗ gegangenes Krachen und Schieben der Wände ge—⸗ warnt und retteten sich. — Bei einer dieser Tage in Freisbach stattgehabten Minderversteigerung von Bauarbeiten wurden bei der Zimmermannsarbeit 30, bei der Tüncherarbeit gar 47 pCt., sage ebenundpierzig Prozent. abgeboten. W Bermischtes. fF Fotbach, 5. März. Der hiesige Krieger⸗ Verein hat der „Forb. Ztg“ zufolge beschlossen, vie im vorigen Jahre am Vorabend des Geburts⸗ estes Sr. Majestät des Kaisers einen Fackelzug zu yeranstalten und die anderen hier bestehenden Ver—⸗ eine zur Betheiligung einzuladen. F Darmstadt, 5. März. Die Regiecung erklärte sich in der Zweiten Kammer auf eine An— frage Reinharts bereit, der Erbauung einer stehen⸗ den Brücke bei Worms nach der Verständigung mit der hessischen Ludwigsbahn näher zu treten. Wiesbaden, 5. März. In der herzogl. Zarinerei zu Biebrich sind schon seit einigen Tagen zlühende Erdbeeren anzutreffen. FaDie Kreuznacher Dienstboten, so chreibt das Kreuz. Tagbl.“, geben den Berlinern aicht viel nach. Kommt da vor einigen Tagen zu einer hiesigen Herrschaft, welche ein Dienstmädchen iucht, ein 17jähriges Mädchen und richtet, nachdem ⸗es sich als Bewerberin um die Stelle vorgestellt, wdrilich folgende Fragen an die Herrin: „Wieviel sein se Menschen? Wieviel honn se Kinner? Wieviel zewe se Lohn? Wie alt sein Ihre Kinner? Krieht dier och als emol ebbes geschenkt? Kann mer och Ale Sunndags in die Kerch? Is der Herr immer derheem?“ Natürlich wurde der Stellesnchenden Asbald bedeutet, daß man auf ihre Dienste verzichte. Madrid, 3. März. In der Pulverfabrik hei Granada fand gestern eine Explosion statt, durch welche zwei Arbeiter getödtet und 14 ver⸗ vundet wurden. In Folge der Erplosion brach — Versteigerung. Feuer aus, das auch das Dach eines Magazins egriff, in welchem mehrere Tausend Pfund Pulver agen. Ein Albeiter, obgleich durch die Erplosion »erwundet, stieg mit Lebeusgefahr auf das Dach ind es gelang ihm, das Feuer zu löschen. Unab⸗ ehbares Unglück wurde dadurch verhütet. Die xxplosion selbst zerstörle alle Fensterscheiben der Fadrik, und sie wurde in dem 3 Meilen entfernten Hranada vernommen. — In der Provinz Granada vurden am letzten Freitag wieder starke Erderschütter⸗ ingen verspürt, die mancherlei Jerstörungen anrichteten. Die Panik der Bewohner war groß. 'Die Erdbeben in Spanien. Der —„chaden, welcher in Granada durch die Erdstöße erursacht wurde, wird auf 10 Millionen Piaster geschätzt. F'Die Gerüchte, daß die Irländer in Umerika dem Mahdi Hülfe anzubieten beab⸗ ichtigen, finden viele Bestätigung. Die Namen der Offiziere der Expedition sind bereits veröffent icht worden, und die erforderlichen Geldmitte ollen bereit liegen. New-HPork, Philadelphie Zuffallo und Voston werden je 15, 000 Dollau u dem Fonds beisteuern und 200 Mann zu der ZJesammtstärke des Kontinents stellen, welches 1000 Mann zählen soll. Die Mannschaften werden wit Zäbeln und Büchsen bewaffnet sein, aber die zur gerwendung gelangende Hauptwaffe wird Dynami ilden. Es verlautet ferner, daß, wenn die eng schen Truppen aus Irland zurückgezogen werden n jenem Lande ein Aufstand erregt werden sol. Auch sind neue Ausschreitungen in London geplant Marktbericht. e. Ensheim, 5. März. (Viktualienmarkt.) Buther l,10 —0,00 M. per n Kilo, Eier per Duzzend 70 Pf., Kartoffeln — M. Im Monat Februar wurden in Ensheim ge— chlachtet: 5 Kühe, 4 Rinder, 9 Kälber, 9 Schweint. Für die Redaktion verantwortlich: F. X Deme — — —— 2 —AVVV * —X Ich befördere Passagtere mi der ERed-Star-Line ab Ani⸗ werpen bis New-York zu 76 Mark oder ab Luxemburg bis New⸗ VYort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. HBHSEMABM Laur, St. Ingbert. Di clcoecten duppen liüestrn, norrs Suppen kinlagen. —X— Knorr's Tapioca- 233 Julienne, 7 8 RKnorr's Grũnkorn- 5 VLxtract, — 15538 RKnorr's Tapioca, 258 Rnorr's Prbsen-, —F * Linsen⸗, 522 Jafer⸗ Ger· stenschleim-- 735 Mehl ete. *88 in I Dd ?/-Pfd. Paqnots. V. . Knorr, Heilbronn. Pabrit aiatetischer Nahrungemitte] Niederlage in ðt. Ingbert bei DP. Hery. —— Samstag, den 14. März 1885 Nachmittags 8Uhr, zu St. Ingbert in ihrer Wirthschaft an der Kohlen straße. lassen die Eheleute Johann Schwarz, Wirth und Rollführer und Elisabetha Nallbach, beide in St. Ingbert wohnhaft, öffentlich n Eigenthum versteigern:; Steuergemeinde St. Ingbert; Aus Plan Nr. 1516*, das zweistöckige Wohnhaus mit Keller und Hofraum auf'm großen Flur neben Versteigerer selbst und Georg Wagner; Plan Nr. 204414, 19 42 10 qm Wiese in der Gehnbach neben Jacob Fries und Weg; Plan Nr. 1829, 19 4 80 qw Acker am Güttenwieschen neben Gebrüder Krämer und Johann Hager. ᷣlan Nr. 2012 224 50 qm Acker auf Rockenthal vordere Ahnung neben Friedrich Neumann und Joseph Wack; Plan Nr. 977, 23 2 90 qm ylcker auf'm rothen Flur neben Ernst Conrad und Jakob Behr; Plan Nr. 1091, 12 4 60 qm und Plan Nr. 1092, 17 4 70 Im Acker in der langen Ahnung auf'm rothen Flur neben Valen⸗ tin Weidmann und Ernst Conrad. St. Ingbert, den 4. März 1885. Kemmer, k. Notar. 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Das Beste Zeitung fur Leute, die nicht Zeit haben riele Zeitungen Peho. zu lesen und für Deutsche im Auslande. IAs Reho. * D2 12 28 2 *X * 38 8 25 * 8* —— 2 002 8 353 85 Wochonsobritt für Politix, Litteratur, Kanst und Wiazonsobaft. Wdchontlich 32 fFolioseiton. Reichhaltigste deutsche Wochenübersieht. Das Neueste unäd Interessanteste aus allen Gebieten. Enthält das Wissens- rertheste aus neuen Büchern und Broschüren, aus allen grösseren Mund auslandischen Zeitungen und Zeitschriften aller Parteien. Deutsche, Oesterreichische, Schweizer, Ungarische, Holländische, BZelgische, Amerikanische, Englische, FPranzösische, Hebräische, danuenische, Schwedische, Norwegische, Spanische, Portugiesische, ꝰolnische, Neugriechische, Russische, Arabische, Rumanische, danische, Turbische Stimmen der Presse gewähren ein über- chtüches und unparteiisches Gesamtbild der geistigen Be- Fegung unserer Zeit und ihres öffentlichen Lebens. veriag v. J. U. Sehoror, Berlin s. W Probenummern gratis und franko. Abonnenten können jederzeit eintreten. 3 * * J —* — * Hiezu ladet ein Joh. Weirich. eidenslauter, Bersin V w Pianinos J 5 Mark monatlich Bell·Orgeln] Latalog grati Emsor Pastillen (äeht in plombirten —XV ein bewahrtes Mittel gegen Hus ten, Heiserlceit, ver aehleimung., XVI vehwüäcehe und Verdat ungastörung. Emser vVictoriaquelle. Vorräthig in St. Inghbertb Peter Very u. Alibr. Zorn Apotheker. ionig nhelms · Folsonquollo in kint chne· * Erachsohula Aidorne —RWR Voruntorricut Aufnahms: — fFret — At ril v. Ootobor. TCEIPXMPAoBAS gekochtes hI geben in 10 lrbsenme Minuten mit asser n. etwas But- ler gekoeht rorzꝛũgliehe Suppen. Kinder mit Wasser oder Mileh, für den Familien- tiseh mit Fleischbrüh zu kochen. Rochzeit 10 Minuten Hschster Nährwerth grössste Aus- giebigkeit, rasche Zubereitung, vor- rüglicher Geschmack und Billigkeit vereinigt. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 8, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 13 ß, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. —— ——ü — M 48. Deutscher Kolonialverein. „Eine deutsche Kolonialpolitik kann nur be— jehen, wenn sie getragen ist von der freudigen hingabe des deutschen Volkes an ihr hohes Ziel.“ Dies ist der Sinn der wiederholten Erklärungen des Reichskanzlers Fürsten Bismarck über die Stel— lung der Reichsregierung zur Kolonisationsfrage. Mit dieser Erklärung aber wurde stets ouch die Anerkennung verbunden, daß, wenn auch nicht bei zer Majorität der Volksvertretung, bei der Nation elbst die Bestrebungen der deutschen Kolonialpolitik jolle Zustimmung gefunden haben. Diese allenthalben im Volke vorhandene Theil⸗ aahme aber in zielbewußte Bahnen zu lenken, hat ich der deutsche Kolonialverein zur Aufgabe gesetzt. Aus kleinen Anfängen erwachsend, ist derselbe heuͤte uu einer Mitgliedschaft von über 10,000 Personen zelangt und bereits zu einem moralischen Faktor n der Nation geworden. Auch in unserer Stadt sowohl, als in den cnachbarten Bezirken sind auf die im vorigen Jahre jegebene Anregung hin, gegen hundert Personen )em deutschen Kolonialvereine beigetreten, und es esteht der Gedanke, diese in hiesiger Stadt und Um— segend neu beigetretenen Mitglieder zu einem beson⸗ veren Zweigpereine zusammenzufassen, um da⸗ zurch jene Rechte zu erlangen, welche die Vereins— jatuten den selbstständigen Zweigvereinen gewähren. Zu diesem Behufe soll demnächst eine Ver— ammlung der Vereinsmitglieder und ller Jener berufen werden, welche sich für die wede der Kolonialvereine interessiren, um einmal iese Zwecke und Ziele öffentlich von berufener Seite lar legen zu lassen, dann die Statuten des zu dildenden Zweigvereins zu berathen. Verkennen wir nicht, daß nicht bloß in prak⸗ ischer, handelspolitischer Hinsicht die Durchführung »t eingeleiteten Kolonialpolitik zu einem wichtigen Moment des deuischen nationalen Lebens und Strebens eworden ist, sondern daß die nationale Ehre mit »erselben aufs Engste verknüpft ist. Die deuische Nation steht vor der Feier des 70. Geburtstages enes großen Mannes, der Deutschland aus dem klend des politischen Nichtsseins zur führenden Weltmacht erhoben hat. Konnten wir unsere Dankharkeit gegen ihn hesser dokumentiren, als wenn alle aus dem Volk, enen die Verhältnisse es erlauben, eintreten für ene großen Zwecke, welche er in seiner Kolonial⸗ yolitik zu deren wohlüberlegtem Ziel sich gesetzt hat. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 5. Marz. Der Reichstag geneh⸗ nigte in der heutigen Fortsetzung der drinten Les⸗ ing des Etats mit unerheblicher Debatte den Etat es Reichsamtes des Innern bis zum Kapitel 11. im Laufe der Debaile erklärte Staatssekretär v. otticher gegenüber dem Abg. Baumbach, daß die lufstellung allgemeiner Vorschriften für die Berichte »r Fabrilinspektoren außerordentlich schwer sei; Aßerdem aber sei diese Angelegenheit eine Sach⸗ er Einzelstaaten. Der Wunsch Hartwigs auf Mit⸗ heilung der Arbeitslohne seitens der Fabrilinspek⸗ oren solle geprüft werden. Auch er halte die MNitwirkung des Reiches zum Arbeiterschugß für er⸗ orderlich; er hoffe auch von den Betriebsgenossen⸗ chaften eine segensreiche Wirkung auf diesem Ge⸗ diete. Was das Auswanderungswefen anlange,« Sonntag, 8. März 1885. 20. Jahrg. io sei über die in der zweiten Lesung vorgebrachten dlagen über die Hamburger Auswanderungsschiffe ine Untersuchung eingeleitet. Kein Agent, der Auswanderer nach Brasilien anwerbe, werde eine donzession erlangen. Berlin, 6. März. Die Holzkommission nahm den Antrag Adelmann an, wonach Bau⸗ und Nutz jolz, sofern es mit Zugthieren gefahren wird und irekt aus dem Walde kommt und nicht auf einen Berschiffungsplatz oder Bahnhof gefahren wird, für ie Bewohner und die Industrie der Grenzbezirke ollfrei sein soll. — Die in erster Lesung be⸗ hlossene Zollerhöhung auf rohe und grobe unge⸗ ürbte Böttcher·, Drechsler- und Tischler- und blos jehobelte Holzwaaren, wurde von 5 auf 4 Mark serabgesetzt. Berlin, 6. März. Die Boörsensteuer⸗Kom⸗ nission nahm die nach den Anträgen der Subkom ⸗ nission für Werthpapiere unter Ziffer 1, 2 und 8 »es Tarifs bezeichneten Art und Mengen solcher Zachen oder Waaren jeder Art, welche nach dem Bewicht, Maß oder der Zahl gehandelt zu werden oflegen, mit Einzehntel pro Mille Stempel an. Die Anträge Oechelhäuser's auf Skalenabstufung, sowie kinzwanzigstel pro Mille Stempel für inländische ind ausländische Staatspapiere wurden mit 12 segen 6 Stimmen abgelehnt. Berlin, 6. Maͤrz. Die Börsensteuer⸗Kom⸗ aission hat in ihrer gestrigen Abendfitzung den Steuersatz von 10 pro Mille angenommen. In hrer heutigen Siztzung beschäftigte sie sich mit den Steuerbefreiungen und wurden diese auf alle unter Tarifnummer 42a genannten Geschäfte, wie im Aus— ande zahlbare Wechsel, ausländische Banknoten, usländisches Papiergeld, ausländische Geldsorten, zJahlungen an ausländischen Plätzen in fremden Valuten und ungemünztes Gold und Silber, aus— jedehnt. Befreit sind ferner alle Geschäfte unter 300 Mk. und Waagrengeschäfte unter 5000 Mtk. lenken, sowie eine Adresse beantragen, welche die dönigin ersuche, die deutsche Regierung zur Ueber⸗ nahme der Insel aufzufordern. (Heiterkeit.) Eondon, 6. März. Der meist gut unter— ichtete „Standard“ erfahrt, daß die Regierung durch Meinungsaustausch mit dem Grafen Herberi Bismarck befriedigt sei. Das Blatt hofft von dem Meinungsaustausch Beiseitigung der Differenzen und Herstellung freundschaftlicher Beziehungen mit Deutschland. — Ferner hört der „Siandard“, daß der russische Botschafter brauftragt worden sei, den Wunsch nach freundschaftlicher Verständigung mit kẽngland auszudrücken. Der russische Befehlshaber n Zentralafien sei angewiesen, don einem weiteren Porgehen abzustehen; es bestehe nur die Besorgniß. yb die Turkomanen unter hinreichender Kontrole inen Zusammenstoß mit den Afghanischen Vorposten serhindern. Lokale und pfaälzische Nachrichten. *St. ,gIngbert, 7. März. Unter dem Zeutigen haben wir die bei der Erpedition unseres Zlattes eingelaufenen 4 Mark für die durch das erdbeben verunglückten Spanier an Herrn Dr. v. Ehr jardt, J. Bürgermeister in München abgehen lassen. — Blieskastel, 8. Maͤrz. Gestern waren die Mitglieder des hiesigen Kriegervereins, der seit wei Jahren wohl geruht hat, wieder beisammen, im den Verein neu zu beleben. Bei dieser Ver— ammlung zeigte sich, daß die noch dem Verein ingehörigen Mitglieder sehr warm für' die Sache intreten, wie sie es ja auch mit den bis vor zwei jahren verabreichten Unterstützungen bewiesen haben. da im Laufe des kommenden Sommers eine Zu— ammenkunft der Krieger der Feldzüge 1866 und 1870,71 aus dem Westrich zu Blieslastel veranstaltet verden soll, so wurde beschlossen, bei dieser Feier Alles aufzubieten, um den zum Feste sich sammelnden riegern einen schönen Tag zu bereiten. Möge es inserem alten Stadtschen Blieskastel vergönnt sein, »ie Helden und Kämpfer aus der Wesipfalz recht röhlich beisammen zu sehen. — Weisenheim a. B., 4. März. Von )em Werthe hiesiger Obstländereien gab dieser Tage iin Verkauf Zeugniß, welcher für 28 Dezimalen lirschenstuck nicht weniger als 1690 M. erdrachte. (D. A.) — Ludwigshafen, 85. März. Vorgesiern rüh stürzte die an einem Seitenbau des Höcker⸗ chen Hauses, neben der Wirthschaft Hinkel, ange— aute zweistöckige Waschküche zusammen. Drei Ar— eiter, die dort schliefen, waren durch ein vorher⸗ zegangenes Krachen und Schieben der Wände ge⸗ warnt und retteten sich. — Bei einer dieser Tage in Freisbach stattgehabten Minderversteigerung von Bauarbeiten wurden bei der Zimmermannsarbeit 304, bei der Tüncherarbeit gar 47 pCt., sage iebenundvierzig Prozent, abageboten. Bermischtes. fe Fotbach, 5. März. Der hiesige Krieger⸗ Berein hat der „Forb. Ztg“ zufolge beschlossen, vie im vorigen Jahre am Vorabend des Geburts— estes Sr. Majestät des Kaisers einen Fackelzug zu eranstalten und die anderen hier bestehenden Ver⸗ ine zur Betheiligung einzuladen. fDarmstadt, 5. März. Die Regiercung rklärte sich in der Zweiten Kammer auf eine An⸗— rage Reinharts bereit, der Erbauung einer stehen⸗ en Brücke bei Worms nach der Verständigung nit der hessischen Ludwiasbahn näher zu treten. Auslanud. Paris, 6. März. Bei dem gestrigen Em⸗ ffang des diplomatischen Korpßs bei dem neuen zotschafter Spaniens, Cardenas, waren die Erör⸗ erungen zwischen Bismarck und Lord Granpville ind der drohende englischrussische Konflikt Gegen⸗ tand aller Unterhaltungen. Es machte sich aber ie allgemeine Ansicht geltend, daß die Beziehungen wischen Berlin und London bald wieder die alten ein würden und daß bezüglich Afghanistans keine nste Verwickelung zu befürchten sei, zumal bie Mächte nicht verfehlen würden, nöthigenfalls ver⸗ nittelnd einzutreten. — Mehrere Deputirte haben in Amendement zum Rekrutirungsgesetz eingebracht, vonach alle in Frankreich geborenen Ausländer, alls der Vater selbst schon in Frankreich geboren, der bei der Geburt seines Sohnes länger als drei Jahre in Frankreich ansässig gewesen, ibrer Militär⸗ aflicht genügen müssen. NMom, 5. März. Anläßlich des Geburis⸗ ages des Papstes fand gestern bei Jacobini ein iplomatisches Diner slait. Den Toast auf den zJapst brachte Graf Paar aus, während Jacobini suf die Souveräne und die Oberhäupter der „taaten toastirte, deren Vertreter bei dem päpst⸗ ichen Stuhle in der Lage seien, den heilsamen Ein⸗ luß des Papsftes auf die christliche Gesellschaft zu vürdigen. London, 5. März. (Unterhaus) Gorst undigt an, er werde demnächst die Aufmerksamkeit es Hauses auf die erhöhten Kosten der Insel delgoland und deren geringen Werth für England pWiesbaden, b. März. In der herzogl. Garinerei zu Biebrich sind schon seit einigen Tagen dlühende Erdbeeren anzutreffen. Die Kreuznacher Dienstboten, so schreibt das Kreuz. Tagbl.“, geben den Berlin⸗rn zicht viel nach. Kommt da vor einigen Tagen zu einer hiesigen Herrschaft, welche ein Dienstmädchen fucht, ein 17jähriges Mädchen und richtet, nachdem ez sich als Bewerberin um die Stelle vorgestellt, wörtlich folgende Fragen an die Herrin: „Wieviel sein se Menschen? Wieviel honn se Kinner ? Wieviel gewe se Lohn? Wie alt sein Ihre Kinner? Krieht Rer och als emol ebbes geschenkt? Kann mer och alle Suͤnndags in die Kerch? Is der Herr immer derheem?“ Natürlich wurde der Stellesuchenden AIsbald bedeutet, dah man auf ihre Dienste verzichie. 4Madrid, 3. März. In der Pulverfabrik bei Granada fand gestern eine Explosion statt. durch welche zwei Arbeiter getödtet und 14 ver⸗ dundel wurden. In Folge der Erplosion brach I geuer aus, das auch das Dach eines Magazins rgriff, in welchem mehrere Tausend Pfund Pulver agen. Ein Arbeiter, obgleich durch die Explosion erwundet, stieg mit Lebeusgefahr auf das Dach ind es gelang ihm, das Feuer zu löschen. Unab⸗ ehbares Unglück wurde dadurch verhütet. Die ẽxplosion selbst zerstörte alle Fensterscheiben der Fabrik, und sie wurde in dem 8 Meilen entfernten hranada vernommen. — In der Provinz Granada vurden am letzten Freitag wieder starke Erderschütter⸗ iagen verspürt, die mancherlei Zerstörungen anrichteten: Die Panik der Bewohner war groß. p'Die Erdbeben in Spanien. Der Schaden, welcher in Granada durch die Erdstoöße verursacht wurde, wird auf 10 Millionen Piaster geschätzt. FDie Gerüchte, daß die Irlaͤnder in Umerika dem Mahdi Hülfe anzubieten beab⸗ ichtigen, finden viele Bestätigung. Die Namen det Offiziere der Expedition sind bereits veröffent⸗ icht worden, und die erforderlichen Geldmittel ollen bereit liegen. New -Vork, Philadelphia, guffallo und Vosion werden je 15,000 Dollars zu dem Fonds beisteuern und 200 Mann zu der hesammtstärke des Kontinents stellen, welches 1000 Mann zählen soll. Die Mannschaften werden mit Zabeln und Büchsen bewaffnet sein, aber die zur HZerwendung gelangende Hauptwaffe wird Dynamit ilden. Es verlauiet ferner, daß, wenn die eng, lischen Truppen aus Irland zurückgezogen werden, in jenem Lande ein Aufstand erregt werden soll. Auch sind neue Ausschreitungen in London geplant Marktbericht. 6. Ensheim, 8. März. (Viktualienmarkt.) Butter 1,10 -0,00 M. per Kilo, Eier per Dutzend 70 Pf., Kartoffeln — M. Im Monat Februar wurden in Ensheim ge⸗ chlachtet: 8 Kühe, 4 Rinder, 9 Kälber, 9 Schweine. Fut die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeg. Versteigerung. 4ß4 Amerira. Ich befördere Passagtere mt der Reod-Star-Tine ab Aut⸗ werpen bis New⸗York zu 76 Mark oder ab Luremburg bis New⸗ HYort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. IFEFMAnmM Laur, St. Ingbert. Dis elcatezten duppen lisern orts Suppen:tinlagen· Besonders zu empfohlen sind Knorr's Tapioca- 232 Julienne, 55* Knorrꝰ's Grũnkorn- 3 J Ixtract. c5 Knorr's Tapioca, 1237 Knorr's PBrbsen-, —8 Linsen⸗, 55 Hafer⸗·, Ger-. · 5 ztensehleim⸗ 3 Mehl ete. 28 d -Pfd.-Pasα. Samstag,- den 14. März 1885, Nachmittags 8 Uhr, zu St. Ingbert in ihrer Wirthschaft an der Kohlen⸗ ttraße, lassen die Eheleute Johann Schwarz, Wirth und Rollführer md' Elißsabetha Nallbach, beide in St. Ingbert wohnhaft, öoͤffentlich in Eigenthum versteigern: Steuergemeinde St. Ingbert: Aus Plan Nr. 1516*3, das zweistöckige Wohnhaus mit Keller und Hofraum auf'm großen Flur neben Versteigerer selbst und Georg Wagner; Plan Nr. 2044 3, 19 4 10 qm Wiese in der Gehnbach neben Jacob Fries und Weg; Plan Nr. 1829, 19 a4 80 qm Acker am Güttenwieschen — Gebrüder Krämer und Johann Hager. pᷣlan Nr. 2012 224 50 qm Ader guf Rockenthal vordere Ahnung neben Friedrich Neumann und Joseph Wadc; Plan Nr. 977, 28 2 90 qm gider auf'm rothen Flur neben! Ernst Conrad und Jakob Behr; Plan Nr. 1091, 12 a2 60 qm und Plan Nr. 1092, 174 n qm Acker in der langen Ahnung auf'm rothen Flur neben Valen⸗ sin Weidmann und Ernst Conrad. St. Ingbert, den 4. März 1885 kemmer, k. Notar. Einladung zum Abonnement auf: Grosseo Ze D J Pp 4 t t —P leoine Wl —E iorteisanni wie Die Arbeitsstube.“att — — Æ2— Tackit für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern fũr anevasstickerei, Application und laticich. Sovie zablreichen schwarzen Vorlagen für Hakel-, Filet-, gtrick- und Stickarbeiten aller Art. Monatlich ein Heft mit reich inlsustrirtem Text, einer farbigen Tafel mit fein colorirten, stylgerechten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage. Die Arbeitsstube bietet sowonl Müttern als Lehrerinnon reiches Material, in ihren Tbchtern und Schülerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit zu erwecken und 2u fördern. I V. . nnorr, leilhronn. Vabrik diãtetischer Nahrungsmittel Niederlage in St. Ingbert bei D. ery. — 4 Einige UVOrtheile der Presse: Vossischo Zeitung (Berlin) Der Für's Haus (Dresden). —,„Selbst Verlag von F. Gebhardi in Berlin «r faulste Backfiseh wird Lust zu hi-tet mit einer hübrch ausgestatte- Jandarbeiten bekommen, schenkt das ten „Arbeitestube“ eine reiche Fülle Jutterlein ihm die mit vielen Vorlagen ronVoriagen fũr leiehte und geschmaek-· · ur leiehte und geschmackvollo Hand- oe darbeiten. Wase Alles nur irbeiten, sowie einer grossen Menge aut vieem Gebiete Gefãailiges geleistet arbiger Originalmuster für Canovas- Ferdon kann, vird in sauber ausge- tiekerei versehene Zeitschrift: „Die flrten Mustern veranechaulicht. Eine rbeitsetube“ — grosse Anzahl von bunten Original Neuo Preussische (Kreuz-) Zoitung Suetern dient zu Vorlagen von Vane- Berlin). — „Die Sorgfalt, die aut das vasstickerei, eine noch umfangreichere Internehmen verwandt ist, verdient Menge schwarzer Muster für RHàkel-,, Inerkennung. —“* vilet⸗, Stiek- und Strickarbeiten aller Germania (Borlin). — „Sowohl die . Natucliek fehlt es nicht an ein- rablreichen farbigen und schwarzen gehenden Erklärangen zur Ausführur Muster als auch der erklärende Text dieser schönen Vorlagen. ijeses für lausfrauen höchst nũtzlichen ournales sind vortrettlich. 2· a bhonnements lie aArbeitsstube“ nehmen alle Buchhand- lungen und Postämter, sowie die Verlagsbuchhandlung F. Gebhardl in Berlin, W. 62 entgegen; 2 Probehofte franco gegen Einsendung von 20 Pf. in Briefmarken. raus · α Vegere vstorgt Ackerland und Wiesen uf mehrere Jahre zu verpachten. Reinen 9 Bienen⸗Honig per Pfd. 90 Pf., bei 10 Pfd. veo vVi zu haben bei Carl Besi. Das Bettfedern-Lager IIarry Ununa in Aliona versendel zollfrei gegen Nachnahme nicht unter 10 Pfund), aute neue Bettfedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sortke für 1M. 25 Pfg. Prima Halb ⸗ zaunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei Abnahine v. 50 Pfd. 5pCt. Rabait. Brauerei Gebr. Becker. mantag Abend /27. Uhr Wurstsuppe mit Arst u. Sauer kraut. 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Ahsnnenten können jederzeit ointreten. „F Bestellungen bei allen Postanstalten, Buehhandlungen, Zeitungs- as vpcditionep. sowvie bei der Expedition des ECMO. eho. C 8 32 2 3 * ⸗ —2 * — 8 ⸗ A Hiezu ladet ein Joh. Weirich. eidenslauter, Berlin Nu V bianinos — Bell·Orgelns Katalogę gratis. Emser Pastillen (ächt in plombirten Schachtoln) ein bewahries Mittel gegen Hus ten, Heisertieit, Ver XLXX Aagen nehwäehe und Verdat umgastũrung Emser Victoriaquelle. Vorrathig in t. Inghbert b Peter Very u. Albr. Zorn Apotheker. KGnig Wihelms· Falsonquosis ir bem — — hule fur Vswesas —RWRR JVorunterrient Aufnahmo: — krei — At ril v. Octobor. — ro' Prbsenmehl ⁊ cgekochtes αXοαα ααÄαXxXÑXäWs geben in 10 Minuten mit Wasser i. etwas But- ter gekoeht rorz ũglichse Suppen. ur Binder mit Wasser der NMileh, für den Pamilien- tiseh mit Fleisehbrüh ↄu kochen. Rochzeit 10 Minuten Höchster Nährwerth grösste MAus- giebigkeit, rasehe Zubereitung, vor- ruglicher Gesehmack und Rilligkeit rereinigt. Nioderlago bei P Fery in St. Ingbert. 8 8 2* * 7 2 — —2 .2 2 —2 24 385 X Las Heho. Lohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg. Wir übernehmen jederzeit Flachs, Hanf uund Abwerg zum Spinnen und Weben. Länge des Schnellers 1228 Meter. Bahn⸗ sracht hieher und zurüch auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigste Preise. Garn und Leinwand von bester Qualität. Unsere Herrn Agenten riheilen nähere Auskunft: in St. Ingbert J. Friedrien. Für weitere Orte werden Agenten gesucht. Offerte erwünscht. V Ri von deemen in St. Inabert. er⸗u „ZAustrixi Sonnragsblatt“ Nr. 10. —— ⸗ — 4 —28278 —J——— 95 11891—320666 8 d il —D— 1 398 ⸗ 8 3* —F — — 2 “ B4 9 2332 0 vz J Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — J * 8N — — — * —A I ———— — ——— — — e — —⏑0f—“„ e—2—’ eoooeo,—⏑ —,»”“” 00 0 — —XMXXX————ee—c——c———————⏑—⏑— —⏑ ———⏑— der St. Ingberter Anzeiger? erscheint woͤchentlic funfmalz: Am Montag, Diendtag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Untertzauumge⸗ glau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 M G0 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 10 75 4 einschließir— 0 4 Zustellunasgebühr. Die Einrückungogebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Erpvedition Auskunftertheilt UIß A MNeclamen 40 A4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. X Volitische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 7. März. Der Kaifer hatte gestern dachmittag eine einstündige Konferenz mit dem Fürsten Bismarck. Berlin, 7. März. Die Boörsensteuerkommis⸗ ion hat heute den Antrag, die Geschäfte von Pri— zaten steuerfrei zu lassen, abgelehnt, dagegen den Antrag, Prolongationen von Kostgeschäften frei zu assen, angenommen; sonst wurde die Vorlage von xr Subkommission bis 89 angenommen. Berlin, 8. Maͤrz. Die „Norddeutsche Allgem. Zeitung“ sagt gegenüber der Meldung nehrerer Blätter, die Reise des Grafen Bismarck jabe den Zweck einen Ausgleich zwischen England ind Rußland in der afghanischen Frage anzubahnen: Wir können versichern, daß die afghanische Frage nit der Reise bes Grafen Bismarck in gar keinem Zusammenhange steht, die zwischen Rußland und ẽngland schwebenden Differenzen sind keineswegs o zugespitzt, daß für eine dritte Macht eine Ver—⸗ mlassung vorliegen könnte, ihre auten Dienste an⸗ ubieten. Kiel, 7. Mäez. Eine Kabinetsordre befiehlt ie Indienststellung von 21 Panzer⸗ und Schul—⸗ chiffen und 15 Torpedobooten behufs Uebungen. din großes Geschwader tritt Anfangs August zu⸗ ammen. Caprivi trifft morgen hier ein. Auslaud. Paris, 7. März. In informirten Kreisen erlautet, Graf Herbert Bismarck werde auf seiner kückreise nach Paris kommen. ; Lokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 9. März. Die Ver— jandlungen, welche in verflossener Woche die Ver⸗ ireter der Firma Schuler und Schmid aus Zürich nit der hiesigen Stadtverwaltung resp. den Land— eigenthümern behufs Anlage einer Wollspinnerei— dabrik führten, verliefen refultatlos. Ob aus der v dennoch etwas wird. steht vorläufig sehr in Frage. — Nach der in der Zeitschrift des kgl. bayer. stistischen Bureau's gemachten Zusammenstellung veftanden im Jahre 1884 in der Pfalz folgende üktien Geseilschaften: 1) Eisenwerk Kai— erslautern, gegründet 1864, Kapilal 300,000 —A Steingutfabrik Kaiserslautern, gegrün⸗ et 1863, Kapital 216,000 M.; 3) Ak—⸗ tjen· Glashütte St. Ingbert, gegründet 1870, dabital 210 000 N. Biech. und Emalllic waaren. Fabrik, Kirrweiler, gegründet 1882, Kapi⸗ al 180000 M.; 85) Aktien Gießerei Kaiferslau— ern, gegründet 1878, Kapital 300,000 M.; 6) Baggon· Fabrik Ludwigshafen, gegründet 1867, aopial 892,600 M.; 7) Ultramarin⸗ Fabrik Kai⸗ erslautern, gegründet 1857, Kapital 257, 143 M.; Dünger⸗ Fabrik Kaiserslautern, gegründet 1863 —A — sn, gegründet i808, Kaͤpital 360 000 N10) —RX Neustadt a. H., gegründet 1860, Ka— ital 160,286 M.; 11) Garanstalt Zweibrücen, Dnndet 1860, Kapital 137,486 M.; 12) Gas- tungs .Geselnschaft Landau, gegründet 1861, pital 168,000 M.; 13) Gasjfabrik Grunstadt, Wndet 1875, Kapital 72,000 M.; 14) Gas- den Kirchheimbolauden, gegründet 1878, Kapital g M.; 15) mechamische Baumwollspinnerei — Veherei Ludwigshafen, gegründet 1885, Ka⸗ al 1,714,280 Ql.; 16) Kammgarnspinnerei Montag, 9. März 1885. 20. Jahrg. Zaiserslautern, gegründet 1857, Kapital 3,154, 286 Mark; 17) Ludwigshafener Aktien-Brauerei, ge⸗ zründet 1862, Kapital 548,571 M.; 18) Aktien Brauerei Tivoli in Zweibrücken, gegründet 1863, dapital 617,148 M.; 19) Aktien⸗Brauerei Fran—⸗ kenthal, gegründet 1864, Kapital 96,171 M.; 20) Zuckerfadrik Friedensau, gegründet 1871, Ka— dital 942,857 M.; 21) Zuckerfabrik Frankenthal, Jgegründet 1873, Kapital 2,400,000 M.; 22) Aktien⸗Eiskeller Frankenthal, gegründet 1872, Ka— dital 10,600 M.; 23) Burg—-Triefels⸗Brauerei Annweiler, gegründet 1873, Kapital 184,000 M.; 24) Eishaus Kaiserslautern, gegründet 1876, Ka⸗ zital 10,300 M.; 25) Brauerei-⸗Gesellschaft, Zum Ztorchen“ in Speyer, gegründet 1882, Kapital 1,000,000 M.; 26) Baherische Brauerei⸗Gesell chaft Kaiserslautern, gegründet 1883, Kapital 500,000 M.; 27) Bad und Salinen-Verein Dürkheim, gegründet 1872, Kapital 60,000 M. 28) Aktienbad Kaiserslautern, gegründet 1874 tapital 50,000 M.; 29) Bau⸗-Gesellschaft Fran⸗ enthal, gegründet 1879, Kapital 39,000 M. 30) Landauer Bau⸗Gesellschaft, gegründet 1880 dapital 300,000 M.; 31) Aktiendruckerei und Verlag der „Neuen Bürgerzeitung“ in Neustadt jegründet 1874, Kapital 21000 M.; 32) Aktiem zruckerei und Verlag des „Landauer Tagblattes“ egründet 1882, Kapital 830,000 M.; 33) „Pfälzer Journal“ in Ludwigshafen, gegründet 1872, Ka— ital 40,000 M.; 34) Pfalzische Lagerhaus ; Ge⸗ rellschaft in Ludwigshafen, gegründet 1882, Kapital 0,000 M.; 35) Lagerhaus⸗Gesellschaft des Nord⸗ hahnhofes Kaiserslautern, gegründet 1876, Kapital 10,500 M.; 36) Zellerthaler Dampfdreschmaschinen⸗ Besellschaft zu Harxheim, gegründet 1878, Capital 3450 M.; 37) Volksbank Ludwigshafen, gegründe 1883, Capital 600,000 Mt.; 88) Pfalzische Lud wigsbahn, gegründet 1838, Capital 19,986,857 M.; 39) Pfalzische Maximiliansbahn, gegründei 1852, Capital 11,614,288 M.; 40) Pfälzische Nordbahnen, gegründet 1862, Capital 18,668,571 D.; 41) Bayerisch⸗Pfälzische Dampfschleppschiff⸗ fahrts-Gesellschaft, gegründet 1843, Caovpital 128. 571 M. — Zweibrücken, 7. März. (Schwur—⸗ gericht.) Sicherem Vernehmen nach kommen bei der am 16. März nächsthin für das J. Quartal 18885 dahier beginnenden Schwurgerichtssession nur venige Fälle zur Verhandlung, welche die Zeit⸗ zauer von kaum einer Woche beanspruchen werden. — In Zweibrücken wird auf Anregung des dortigen liberalen Wahlvereins zur Feier des khrentags des Reichskanzlers eine Festversammlung abgehalten werden, zu welcher demnächst an die Vereine der Stadt eine Einladung ergehen wird — Pirmasens, 6. März. Heute Nach— mittag gegen 2 Uhr hatten wir hier ein kurzes iber heftiges Gewitter mit starkem Hagel. Wäh—⸗ end desselben schlug der Blitz in den Stall des Dekonomen Veith zu Rodalberhof, tödtete sieben Stücke Rindvieh und setzte Stall und Scheune in Brand. Eine Abtheilung der hiesigen Feuerwehr st mit der großen Landspritze zu Hülfe geeilt. — Frankenholz, 5. März. Am 5. Sept 1885 werden es 40 Jahre, daß die Frankenholzer Besellschaft die Concession ihres Bergwerks erhielt. Nach langen fruchtlosen Versuchen und höchst be⸗ rächtlichen Geldopfern gelang es der Gesellschaft vor 6 Jahren zuerst in einem Bohrloch, dann später in einem Schachte mehrere Flötze in einer Gesammt⸗ nächtigkeit pbon 7 —8 Metern zu entdecken. Daß diese Flötze die Fortsetzung der preußischen sind und wahrscheinlich den Ziehwalder⸗Flötzen des Saarge⸗ birgs entsprechen, war vom ersten Augenblick an die Meinung der Gesellschaft und diese Ansicht ist auch durch eiuen Ausspruch des Hrn. Oberbergdirectors v. Gümbel bestätigt worden. — Die Kohlen sind nicht nur in bedeutender Menge, sondern auch in rvorzüglicher Güte vorhanden. Ein Schacht wurde zereits vor 2 Jahren auf die Tiefe von 307 M. jerabgebracht; der zweite Schacht wird im Monat Nai ebenso tief abgeteuft sein und damit ist die dauptvorbereitung geschehen zur nachdrücklichsten kohlenforderung, die schon in kurzer Zeit auf eine ägliche Ausbeute von über 3000 Zir. gebracht werden kann. Leider hat bis jetzt das Unternehmen nicht die gewünschtee Unterstützung von Seite der Gemeinde und des Distrikts gefunden. Die Wege von Frankenholz ab sind in so überausschlechtem Zustande, daß die Gesellschaft genöthigt ist, die Förderung auf das geringste Maß zu beschränken. — Die „Pf. Z3.“ wußte dieser Tage zu be⸗ richten, daß weder in Landau noch in Neu— tadit ein Angehöriger der deutschfreisinnigen Partei sich an der Bismarckspende betheiligen werde. Dem gegenüber kann die „Sp. Z.“ bestimmt versichern, daß in Neustadt viele Mitglieder jener Partei sich an dem Nationaldanke betheiligt haben. — Eisenberg, 5. März. (Unglücksfall.) dZeute Mittag verunglückte in der Thonerdgrube des derrn Nikolaus Hagenburger in Hettenleidelheim ein Arbeiter namens Ftanz Nahm. Beim Aus—⸗ schlagen des Gerüstes fiel eine große Erdmasse auf denselben herab, und war er sofort eine Leiche. Eine Frau und 2 Kinder beweinen ibn. Vermischtes. F Ein Kometenjahr. Noch in der ersten Hälfte dieses Monats, wird der nach Enke benannte domet sichtbar werden, im April einer der perio⸗ dischen Kometen Tempel's, endlich im Juli oder August der 1858 zu Cambridge von Tuttle ent⸗ )eckte Komet. Also ein Kometenjahr comme il aut — und damit der Tradition zufolge ein qutes Weinjahr, das Jahr 1885. F Neunkirchen, 8. März. Gestern Morgen zwischen 6 und 7 Uhr ereignete sich auf )em Bahnhofe Wemmetsweiler ein schredliches Unglück: der Fuhrmann Peter Schorr von Hoster⸗ hof war damit heschäftigt, Stämme aus einem kisenbahn · Waggon auszuladen und als er im Be⸗ griffe war, den einen Wagenstorren zu lösen, brach der andere, und die ganze Holzladung be⸗ dedte ihn, so daß man ihn nur todt hervorheben donnte. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau and fünf kleine Kinder. (S.« u. Bl.⸗Ztg.) F Zur Poesie der Schwarzwälder Dorf⸗ geschichten stimmt wenig die folgende echte Schwarz⸗ valder Geschichte, wie sie die dortige Blaͤtter er⸗ zühlen. Der Schultheiß in R. ging in etwas stark angeheitertem Zustande nach Hause, fand aber eider, als er die Thür zuschließen wollte, den Hausschlüssel nicht. Zu seinem Unstern regnete es üchtig. Um sich einigermaßen vor der Rässe zu chützen, legte er sich ohne Bedenken in den — Schweinstall. Er schlief sofort ein. Da kam das große zahme Mutterschwein, das er mit eigenen Händen zu füttern pflegte, und leckte ihm das Geficht und im Schlaf murmelte der Schultheiß: „So ischt's reacht, morge ischt Amtsversammlung, und do muß mer sauber rafirt derbherkümme!“ (HaarduftCigarren“) FPfui Deixet!“ wird da mancher Leser denken. Aber gemach! Es handelt sich um eine neue Erfindung des bekannten Seelenriechers und Wollapostels Dr. Fäger. Der gelehrte Herr hat wieder einmal seinen Namen mit einer Geschäftefirma verbunden, ind zwar diesmal mit keiner Wollfabrik, sondern nit einer Cigarrenfabrik in Stuttgart, welche nach Herrn Jäger's Ankündigung: „mit menschlichem Duftstoff durchsättigte, sogenannte humanifirte Ci— jarren unter seiner Garantie und Kontrole fabrizirt ind in einer sein Bildniß und seine Unterschrift rebst Schutzmarke tragenden Verpakdung in den dandel setzt, und zwar in gewöhnlicher Cigarren⸗ dorm oder mit einem Mundstüch, das den Rauch zurch Wolle leitet.“ Nun, da man so haufig ge aug menschliche Haare in den Cigarrxen findet, varum nicht auch einmal „Haarduft“? Ob die Cigarren freilich besser werden dadurch? Na, wir wünschen frohen Genuß! Im Uebrigen fällt uns da das Sprüchwort ein: „Es ist kein Ding so zumm, es findet sein Publikum.“ Allgäuer Landwirthe wollen den Fürsten Bismarck zu seinem 70. Geburtstag mit 1 Zuchtbullen nebst 5 Kalbinnen echt Simmenthaler Race beschenken. Hanau, 7. März. Hier würhete gestern ein ungeheurer Wirbelsturm, der großen Schaden anrichteie. Die Festhalle ist umgeworfen, Dächer wurden abgehoben und zahlreiche Häuser, der Bahn⸗ hof und der Felsenkeller beschädigt. Der Orcan var so stark, daß die Rahmen geschlossener Fenster zurchgebrochen wurden. FLeipzig, 7. März. In dem Landesver ⸗ taths⸗Processe gegen Janssens und Knipper sand heute die Verkündigung des Urtheils stait. Janssens wurde wegen Landesverraths und Verlei⸗ sung von deutschen Unteroffizieren zur Verletzung »es Dienstgeheimnisses zu acht Jahren Zuchthaus erurtheilt. Knipper wurde freigesprochen. 7Grubengas-⸗Erplosion. In dem »em Grafen Larisch gehörigen Johann-Schachte n Karwin. unmeit Olmütz. fand am Freitag. den 6. dss. früh 12 Uhr eine Entzün— dung von Grubengas statt. Bei dem Eintritt der datastrophe befanden fich 147 Bergleute im Schachte, ob dieselben sämmtlich getödtet sind, ist joch nicht festgestellt. — Eine weitere Meldung riugt über das Unglück folgende Details: Von 22 verschütteten, meistens verheiratheten Bergleuten opurden Piittags 47 todte und 2 lebende herauf⸗ efördert. Da die Strecke verbrochen ist, sind die settungsarbeiten ungemein erschwert. Man nimmt in, daß sämmtliche Uebrigen rettungslos verloren ind; die Erplosion erfolgte in der dritten Morgen⸗ tunde im Johannesschacht. Wiesbaden, 7. März. Der verstorbene Bischof Dr. Peter Joseph Blum hat in seinem Testamente für den Baufonds einer zweiten katho— cischen Kirche in Wiesbaden 3000 Mik. vermacht und als seinen Universalerben den Herrn Dom⸗ dekan Dr. Klein in Limburg eingesetzt. Vom Rhein, 6. März. Die Regengüsse der letzten Tage haben starkes Steigen des Rheines erursacht, doch wäre eine Gefahr nur bei länger anhaltendem Regen zu befürchten. Im Elsaß sind zie Gewässer zum Theil über ihre Ufer getreten. Pest, 4. März. (Ehrlicher Finder.) Fürst Baul Esterbazy verlor auf der Staatsbahn von Zest nach Raab eine Brieftasche mit 120,000 fl. Fin armer Arbeiter fand dieselbe und brachte sie ofort auf die Polizei. 4(Ger Henker ein Nihilist) Die Bolizei in Petersburg ist dahinter gekommen, — ind dieser hat nach einem „scharfen Verhör“ ein⸗ jestanden, daß er bereis seit der Hinrichtung der daisermörder von den Nihilisten monatlich 200 stubel bezog und dafür Polizei- und Gerichtsakten ür seine Auftraggeber stahl und gefangenen Nihi- isten zur Freiheit verhalf. Jetzt liegt er selbst in — F Der Diamantendich von der Avenue de »Opera in Paris, welcher mit unglaublicher Frechheit dem Juwelier Levy mittelst Einbruchs ahlreiche werthvolle Schmucksachen gestohlen hatte, st, wie die „Kr. Zig.“ meldei, festgenomme Während die Pariser Volizei, ihren Verdacht Engländer lenkend, umsonst dem Verbrecher nach pürte, ging der französische Dieb nach Leipzig, w er beim Anbieten seiner Waare von einem dortig, Bijouteriehaändler entlarvt und der Polizei ühen liefert wurde. Zwei franzbsische Geheimpoliziste sind abgereist, um den Dieb nach Paris zu bringen Barcehlona, 1. März. Auch hier jj von Deutschen aus allen Berufsklassen ein Auft zu Sammlungen von Beiträgen zur Bismardh Spende ergangen; eine rege Betheiligung steht Aussicht. Ueber ein Unglück zur See wö aus London, 5. März, berichtet: Der frar zösische Dampfer „Tonquin“ (vormals „City Paris“), der mit Kohlen von Kardiff nach Ma eilles unterwegs war und dort Truppen nag Tongking einschiffen sollte, stier gestern Morqu vährend eines Nebels auf der Höhe von Molah nit dem französischen Dampier „Maurice“ ammen, was den sofortigen Untergang des ‚Ton— juin“ zur Folge hatte. Leider ertranken dabei de Zapitän, der vierte Maschinist, der Hochbootsman uind 21 Matrosen, während 38 Mann gerette vurden. Havanna, 8. Maärz. Bahachen un zier andere Insurgenten sind gestern in Santic erschossen worden. Fuür die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Pennland“, Kapit Weyer, welcher am 21. Februar von Antwerp⸗ abging, ist am 7. März wobhlbehalten in New Me angekommen. Au⸗ diejenigen, welche Forderung an den in Rohrbach verstor⸗ venen Peter Stolz zu machen haben, wollen ihre Rechnung längstens innerhalb 14 Tagen an dessen Sohn Peter Stolz jun., Schreiner n Robhrbach, einreichen. 9 Der seit 18 Jahren unübertroffen bewährte rheinische Trauben-Brust-Honit ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrih. in 8t. Johann bei F. P. Duden— höffer und N. Maginot; in Blies kCastel bei Apotbecker Diedenbofer S5amstag den 14. März nächsthin werden ausgeloost bei der v Lath. LRXreben pau-Lotsf. ν 60 tausend Mark S8 00 tausend Mark *18 viele andere sehr hohe Gewinne im Ganzen 11.000 Geldgewinne mit 151.500 2n. baar Geld ohne jeden Abzug. Ziehung wird nicht verschoben! Losse à 2 Mr. vorräthig bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Hauptagentur für die Pfalz: P. Mirxius in Ludwiashafen a. Rh. ASTOBBAIE. Einige Knaben von 11 Jahren an xcõnnen zu Ostern in einem Pensio- rat Aufnabme finden, wo alle zo linge unter beständiger Aufsicht ztehen. Real-Handelaseh ule nit der Beréechtigung zum ein- ahrigen Militärdienst. Fünf Mal chon sind s nti nο Zöglinge (beide letzten Jalpre 15 und 21) be- igtanden. Massige Preise und beste Referenzen. Programm durch die Iiĩ re — des Internatio- ERMI-Lonrinmatütuts zu Rrueh— — Wo 2 C.CAOGFULVER 3010 GCOLADE n 33 5 Zu haben bei Herren Jean Peters J.Rickel, J. Uhl jr. St. Ingbei Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blie— kaftel. Auflage 331,000; das verbreitetste aller deutschen Blatter überhaupt; außerdem er⸗ scheinen Uebersetzungen in awölf fremden Syrocke — —— — — — — — Einladung. Nachdem der deutsche uadung hiesiger Stadt und Um gegend gegen hundert Mitglieder erlangt hat und damit das lebhafte Interesse Fokumemirt ist. das auch die Bevölkerung unserer Gegend den deutschen Kolo nisationsbestrebungen entgegenbringt, tritt die Frage heran, ob nicht wie ander⸗ wärts, so auch für unseren Bezirk ein besonderer Zweiaverein der deutschen Aolonialvereine zu bilden sei. Zur Besprechung hierüber erlaubt man sich, alle Mitglieder des deutsche⸗ Nolomalbvereins, sowie alle Freunde der deutschen Kolonisation auf Mittwoch, den I1. März 1885, Abends 6 Uhr, in den Saal der Kaiserhalle einzuladen. Mit dieser Berathung wird ein Vortrag über Zwech und Ziele des deutsch Nolonialvereins verbunden werden. Zweibrücken, den 6 März 1885. Aus Auftrag: J. B. Wolff, Fabrikant. Rechpoungen “ 3ägen IIIIVIV. Gebrauch Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ eiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Vreis Fiertetjährlich M. 1.25 * 75 Kr. Jährlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 ¶ Abbitdungen mit Be⸗ schreibung, welche das danze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche kur Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die reibwäsche für Herren und die Bett- und kischwäsche ꝛc,, wie die Handarbeiten in ihrem qanzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und eiwa 400 Muster-Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Zuntstickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛc. Abonnennients werden jederzeit angenommen ei allen Buchhandlungen und Postanstalten. 7 Drdeommeen gratis und franco durch J 9 ind steis vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigere. Idiiocrin e — Druck und MoAlg yon FJ Mν— Zur Anfertigung von billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden DrueKarbeiten empfiehlt sich dio Kuch- uad Steindrucicerei F. X. Demet⁊ Werlag dosBt. IngbortorAnaoigoer 8t. Ingbert. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich funfmal: An Montag, Tienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unteruatu tzlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blutt tostet viertellährlich 14 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen IM 75 , einschlierc 1d ZZustellunasnebüuhrr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und soleche⸗ auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 54, Rectamen 0. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — ——— ——— M 50. — 5— Politische Uebersicht. Das dem Reichstag zugegangene Gesetz betreffend zie Versorgung der Hinterbliebenen des Polizei⸗ athes Rumpff in Frankfurl setzt jedem der beiden Waisen eine jährliche Rente don 2745 Mark auf debenszeit aus Staatsmitteln aus. Ueber den Stand der kirchenpolitischen ßerhandlungen bringt die „Pol. Korr.“ aus som, 5. März,“ eine Mittheilung ihres mit den vatikañischen Kreisen in Fühlung stehenden Korre— pondenten, die auf eine nahe bevorstehende Ver— jändigung zwischen der preußischen Regierung und jer Kurie hinweist. 20. Jahrg. seugenden und als Hauplartikel verarbeitenden Be— riebe mit Ausnahme der resultatlos gebliebenen düsseldorfer Versammlung der Antrag des Vereins Deutscher Eisengießereien“ auf Bildung einer Zondergenossenschaft für die Gießereien des Reiches ibgelehnt worden war, soweit er überhaupt gestellt vurde, fand heute noch dahier die Generalversamm⸗ ung der Eisengießereien des Reiches statt, welche iber diesen Antrag Beschluß fassen sollte. Derselbe vurde nun allerdings mit 584 gegen 411 Stim- nen in der allgemeinen Abstimmung angenommen, edoch in einer hierauf folgenden Spezialabstimm⸗ ing der betheiligten Betriebe der Ausschluß von janz Süddeutschland, Elsaß-Lothringen, Königreich Zachsen, Provinz Sachsen, Thüringen und Regie— ungsbezirk Oppeln beschlossen, da sich die diesen keichstheilen angehoͤrigen Betriebe für den Anschluß in die von den betreffenden Gruppen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller“ bean⸗ ragten allgemeinen Eisen- und Stahlgenossenschaften rklärten. Damit erscheint das Zustandekommen der beantragten Gießer-Sondergenossenschaft auch ür die übrig bleibenden Theile des Reiches aus— zeschlossen, nachdem auch die Waggonbauanstalten, velche man zu derselben herbeizuziehen wünscht, ich, wenigstens was Süddeutschland betrifft, in »er Versammlung zu Stuttgart einstimmig für den Anschluß an die allgemeine Süddeutsche Eisen- und Stahlgenossenschaft ausgesprochen haben. Berlin, 8. März. In etwa 14 Tagen wird »as Zentral⸗Komite für die Sammlungen zu einer nationalen Ehrengabe an den Fürsten Bismarck in Berlin zusammentreten. Bis dahin werden die S„ammlungen also zum Abschluß kommen müssen. Hemäß den bei der Konstituirung getroffenen Be— timmungen hat das Komité für die Verwendung »er Ehrengabe Vorschläge zu machen. Wie nun die „Nat.“Ztg.“ vernimmt, waltet in den Kreisen des Komilés die Absicht ob, eine Verwendungsart porzuschlagen, welche an die Familientraditionen des Bismarck⸗ Schönhausen'schen Stammes anknüpft ind mit der man einem Lieblingswunsch des seichskanzlers entgegenzukommen gedenkt. Berlin, 9. März. Die Börsensteuer-Kom- nission erledigte die Vorlage bis 8 IIlg fast durch⸗ veg nach den Vorschlägen der Subkommission. Die Holzzollkommission beendete die erste Lesung ind nahm den Antrag Spiller an, wonach für aus Transitlagern ausgeführtes Holz je nach dem ßrade der Verarbeitung eine Zollvergütung von 50, 3398, 15, 7/1 pCt. stattfinden soll. Der Zoll für Rohholz tritt zu Beginn des Oktober, für die übrigen Hölzer zu Beginn des Juli ein. Berlin, 9. März. Der „Reichsanzer“ pub—⸗ izirt das Gesetz über die Conventirung der 41 pro- entigen Staatsanleihe, sowie eine Bekanntmachung »es Finanzministers, welche den Inhabern von Zztaataschuldverschreibungen die Umwandlung der— elben anbietet; die Präclusivfrist für die Forderung des Baarbetrages ist auf den 10. April festgesetzt. Auslaud. London, 8. März. Am Freitag ist ein Utimatum an Rußland abgegangen, welches die »fortige Räumung des afghanischen Territoriums »erlangt. Eine Batterie der jetzt in Canterbury tationirenden Royal Artillriy hat Ordre bekommen, ich zur sofortigen Einschiffung nach Indien bereit u halten. London, 9. März. Die „Times“ sagt: Die auswärtigen Beziehungen Englands haben sich n den letzten Tagen merklich gebessert. Graf Her— — Ueber den Auarchisten Ot ter, welcher bekannt⸗ ich in Freiburg verhaftet wurde, wird berichtet: ftter hatte dem Mörder Kammerer den Heimath⸗ chein seines im Jahre 1882 im Inselspital zu Zern gestorbenen Bruders Arnold Otter gegeben, o daß Kammerer mit Hilfe dieses falschen Aus— veises sich in Wien eine Zeit lang unter dem Namen Otter aufhalten konnte. Otter hatte zuch seinerzeit an Kennel einen Brief geschrieben, vorin die Stelle vorkam: „Du wirst vielleicht sein Porhaben wissen“. Otter erklärte letzten Frühling »eim Verhör mit verlegener Miene, die Stelle eute auf die Absicht Kammerer's hin, für die marchistische Partei Propaganda zu machen. Der Herhörrichter dagegen schloß daraus, daß Otter, so zut wie Kennel, ja wie überhaupt alle Anarchisten n Bern und Freiburg, eingeweiht war in die Nordmission ihres Genossen Kammerer; denn aͤmmtliche Genossen sagten letzten Frühling über— instinmend aus, Kammerer sei von Bern nach lmerika gereist, wie ja auch Most in dir „Frei⸗— eit“ die Lüge verbreitete: „Die Genossen Kam— — ingetroffen.“ — Nur um noch ein Beispiel zu eben von der raffinirten Verschlagenheit der Anar—⸗ yisten, bemerken wir in diesem Zusammenhang, aß beim Vater des Kammerer, der im Auslande vohnt, wirklich ein Brief seines Sohnes gefunden vurde, datirt New-York, 10. Dezember 1883. Nun war Kammerer nie in Amerika, sondern er ibergab diesen Brief, denn er noch in Bern schrieb, inen nach Amerika verreisenden Bekannten, der ihn n New-Nork auf die Post gab.“ In der Versammlung von Revolutionären, die m Saale Burg, Rue de Temple, in Paris ge— alten wurde, wurden für den 18. März, den Tag es Beginnes der Kommune, folgende Beschlüfsse efaßt: „Die Revolutionäre ziehen nach dem Poͤre sachaise, wo die Kommunarden Blanqui, Vallès ind Flourens, nach dem Kirchhofe von Jory, wo Trinquet, nach dem Kirchhofe Levallois, wo Ferroö egraben ist, um rothe Kränze niederzulegen. Ver— chiedene Züge werden rothe Fahnen tragen. Die stevolutionäare, werden am 18. März rothe Fahnen or ihren Whnungen aufpflanzen.“ In Suakin eingegangene Nachrichten »on Agig und Tamai bestätigen die Mel—⸗ ung über den glänzenden Sieg, den die egyptische zarnison in Kassala errungen hat. Letztere eroberte rilik, das Hauptquartier des Scheichs Mussa. Der Zerlust des Hadendowahs wurde in Osman Dig— na's Lager auf 3600 Mann angegeben; Scheich Nussa, der Vertraute Osman Digma's, selber soll jefallen sein. Die Garnison von Kassala leidet in— eß Mangel an Proviant und Munition, so daß, venn sie keinen Eutsatz erhält, ihre Uebergabe nur ine Frage der Zeit ist. — Von einer Nonne aus der katholischen Missiin in Omdurman ging in Dongola ein Brief ein, in welchem bestätigt wird, daß zwei— ausend Personen in Khartum niedergemetzelt wur⸗ den, darunter sämmtliche Europäer. Deutsches Reich. München, 7. März. Die oberbaierische dandels · und Gewerbekammer sprach sich mit 14 jegen 4 Stimmen gegen jede Erhöhung der Holz⸗ ölle aus, schloß sich einstimmig der Petition der Frankfurter Handelskammer um Aufhebung des Zerbotes von Juwelensendungen in Einschreibebriefen in und verwarf einstimmig die Einführung der doppelwährung. München, 8. März. Zur dritten Lesung zat die hiesige Bäcker⸗ Innung an den Reichstag ine Petition, wegen des Eingangszolles auf Müh- enfabrikate abgesendet, worin sie bittet, den Ein- angszoll auf höchstens 6 M. per Doppelzentner astzusetzen. Eine Zollerhöbung auf 7 M. 50 Pf. »ürde nach Befürchten der Petenten den Bezug von sterreichisch ungarischer Mehle nahezu unmöglich ijachen und kaͤme einer Grenzsperre gleich; dieses Nehl sei aber für das einheimische Bäckergewerbe elbst dann nicht entbehrlich, wenn die einheimische ẽrnte ganz normal ausfällt. Berlin, 7. März. Nachdem in den sämmt—⸗ ichen auf Antrag des Vereins „Deutscher Eisen— ind Stahlindustrieller“ einberufenen Genossenschafts- zeneralversammlungen aller Eisen- und Stahler— Die letzte große Rede des Fürsten Bissmarck m Reichstage hat auch in Frankreich srarken Wiederhall gefunden; die großartige Offeuheit des »eutschen Staatsmannes versetzt die französischen harlamentspolitiker in ein Erstaunen, dem sich eine zute Dosis von Beschämung beimischt. Man nöchte sich ärgern und weiß nicht recht, worüber. die Sache geht Frankreich nah genug an, aber Frankreich kaun sich über das Verhalten des Kanzlers nicht beklagen. Wenn man in dieser Hin⸗ icht noch eine Ergänzung zu den Enthüllungen des Fürsten wünschte, so wurde dieselbe von der „Nordd. Allg. Ztg.“ geliefert. Die scharfe Rüge, welche er Politik des englischen Ministeriums zu Theil eworden, kann auch den Franzosen nur Genug- huung bereiten. Und doch ärgert man sich. Es seht den Leuten wider den Strich, sich einzugestehen, aß Fraukreich dem deutschen Kanzler irgend eiwas »erdanken, oder auch nur sein Verdienst offen an— rkennen könne; und um der Nothwendigkeit dieses kingeständnisses zu emgehen, üchn die Zeitungen bert Bismarck verläßt heute London mit dem Be⸗ vußtsein, zur Herstellung des guten Einvernehmens wischen England und Deutschland wesentlich bei⸗ zetragen zu haben. — „Daily News“ bestäligt, zaß die britische Regierung das Verlangen in Petersburg stellte, die russischen Truppen jenseits zer afghanischen Grenze zurückzuziehen. Sie be— gehre dadurch lediglich nur die Ausführung der uffischerseits England wiederholt gemachten Ver—⸗ prechungen. Washington, 6. März. Der Senat be— tätigte heute einstimmig ohne weitere Debatte oder Abstimmung die Nominationen für Cleveland's Cabinet. Während der letzten Stunden der Con⸗ greßfitzung am 4. d. händigte der Ausschuß für auswaͤrtige Angelegenheiten im Repräsentantenhause seinen einstimmigen Bericht ein, des Inhalts, daß die 23. ult. eingebrachte Resolution, in Bezug auf die von Deutschland eingeführten Differenzialzölle auf gewisse Einfuhrartikel aus den Vereinigten Staaten, von den Migliedern des Ausschusses er⸗ wogen worden, und daß nach ihrer Meinung das Vorgehen Deutschlands nachträglich für die Ein— fuhr von Schweinefleisch, Weizen, Roggen und Petroleum in jenes Land sei. Der Ausschuß unter⸗ hreitete deswegen einen Beschluß zur Annahme, in welchem der Präsident ersucht wird, sofort die nöthigen Schritte zu thun, um Amerika in Deutsch- land in Bezug auf alle amerikanischen Handels— artikel die gleichen Begünstigungen zu sichern, velche die anderen Nationen nach dem die am neisten begünstigten Nationen betreffenden Para⸗ graphen des Vertrages mit Preußen hätten, der jegenwärtig zwischen Deutschland und den Vereinig- en Staaten in Kraft sei. Nur ein einziger Ein⸗ vand wurde gegen diese Resolution erhoben; dieser gJenügte jedoch, die Annahme derselben zu verhindern. Lskale und pfälzische Nachricten. * St. Ingbert, 10. März. Bei einem am Sonntag in Bubenhausfen abgehaltenen hand— virthsch. Kräuzchen, wurde nach der Zw. Ztg. auf Antrag des Herra Freudenberg eine Danksagungsadresse an den Reichstagsabgeord- neten, Herrn Oskar Krämer von hier, weil der⸗ elbe so warm für die landwirthschaftlichen Juter⸗ essen eingetreten sei, indem er für Erhöhung der Betreidezölle gestimmt habe, unterzeichnet, welche fol⸗ zenden Wortlaut hat: „Hochgeehrter Herr Reichstagsabgeordneter! Bei der Abstimmung über den Roggenzoll timmten Sie für dessen Erhöhung auf 3 Mark, trotzdem die übrigen Herren Reichstagsabgeord- neten unserer Provinz ihr Votum dagegen ab— gaben. Hiemit haben Sie abermals bewiesen, vie Sie mit unseren Verhältnissen vertraut, mit inseren Bedürfnissen bekannt sind. Es ist uns dies eine hochwillkommene Gelegenheit, Ihnen inseren aufrichtigsten, watm empfundenen Dank auszusprechen. Im vollen Umfang erkennen wir das große Opfer an, welches Sie uns durch Uebernahme des Mandates bringen. Eine Gegen— leistung vermögen wir nicht zu bieten. Es sei denn, Sie begnügen sich mit der Versicherung des unbegrenzten Vertrauens, der größten Dank⸗ zarkeit und schließen wir mit dem Wunsche, daß das Band, welches Sie als Abgeordneter des Wahlkreises Zweibrücken mit uns verbindet, noch lange Jahre fest und dauernd bestehen möge. Mit wahrer Hochachtung Ihre ergebene Wähler und Landwirthe.“ Die Versammlung sprach zugleich den Wunsch aus, daß diese Adresse in allen Gemeinden des Wahlbezirks Zweibrücken Pirmasens zur Unterzeich iung aufgelegt werde. — Gegenwärtig bereisen zwei Sendlinge der Mormonen die Pfalz. Beide, Söhne von in Utah angesiedelten ausgewanderten Pfälzern, sind eigens gesandt, um mit den Familien derselben VBerbindungen anzuknüpfen und weibliche Glieder derselben zu verleiten. Nach der Aussage der veiden „Apostel“ besteht in Ludwigshafen bereits eine starke Gemeinde der Heiligen der letzten Tage, vie sich die Mormonen zu nennen belieben, und joffen diese, auch an anderen Orten einen günstigen Boden zu finden. Auf das Treiben dieser Fremd⸗ inge wird anmit aufmerksam gemacht und vor ihrer Verführung nachdrücklich gewarnt. — Kaiserslautern, 6. März. Die Steingutfabrik dahier zahlt ihren Actionären pro 24 ⸗in Procent — Germersheim, 7. März. Heute Nacht wurde auf der Bahnstation Wörth die Güterkasse Jestohlen; dieselbe ist völlig verschwunden. Die Diebe haben die schwere eiserne Cassete wahrschein⸗ lich in den nahen Wald getragen und dort geöffnet. — Speier, 7. Maärz. Es soll der Plan vestehen, auf dem Lichtenberger'schen Anwesen in der Wormserstraße einre Aktien-Spinnerei und We⸗ zerei und zwar mit einer Kapitalanlage von einer HMtislion Mark zu begründen. Wenn dieses Projekt zur Verwirklichung gelangt, so dürfte es als ein —DOD wir, daß die Bestätigung des Gerüchts nicht aus— bleibe. — Ludwigshafen, 7. März. Die Samm⸗ sungen für die Bismarck ˖ Spende nehmen hier einen ehr günstigen Verlauf. Die Summe, welche bis etzt zusammengebracht wurde, beträgt heute schon iber 4000 M. ohne Hemshof und Gräfenau, wo twas später mit der Sammlung begonnen wurde, o daß Ludwigshafen wohl an 5000 M. zusam— nenbringen dürfte. Vermischtes. fF Aus den Reichslanden, 7. März. sticht allein aus dem Ober-Elsaß kommen Nach— ichten über das rasche Steigen der Gewässer, son⸗ ern auch aus Lothringen. Die Saor führt so großes »ochwasser, daß die Schifffahrt theilweise eingestellt berden mußte. Die Mosel ist ebenfalls aus ihren Afern getreten und die Nachrichten aus Frankreich assen befürchten, daß dieselbe eine Ueberschwemm⸗ uing verursachen wird. Auch die Ill ist aus den Ifern getreten. Wie heute Abend bekannt wurde, jat die Moder durch Ueberschwemmung gestern und hJeute viele Verheerungen zwischen Pfaffenhofen und Merzweiler an Uferbauten, Brücken und Saatge— ände angerichtet. fF Louisenthal, 6. März. An der hies. SZaarfähre kam gestern folgender Unfall vor: Als zegen Mittag die Ponte übersetzen sollte, sank sie oweit, daß das Wasier hereinströmte Es befanden ich darin zwei Fuhren mit Ziegelsteinen und etwa 30 Personen, meist Frauen und Mädchen, welche »as Mittagessen nach dieser Seite bringen wollten. Al« diese das Wasser kommen sahen, sprangen sie nit lautem Zetergeschrei mit ihren Eßkörben in die Zaar nach dem noch nahen Lande zu. Die meisten chafften sich selbst au's Land, andere wurden durch sinzugeeilte Hilfe gerettet, alle aber wurden mehr oder weniger durchnäßt und gründlich abgekühlt. F Markenschutz. Art. 5 Abs. 8 des Ge— etzes über Vdarkenschutz vom 80. November 1874 »estimmt, daß zehn Jahre nach dem Eintrage eines Waarenzeichens dessen Löschung vorgenommen wird, venn nicht die weitere Beibehaltung derselben neuer— iugs angemeldet wird. Diese Bestimmung ist mit »em 1. März d. J. erstmals in Wirksamkeit getreten, vorauf Handel und Gewerbetreidende hiermit auf— nerksam gemacht sein sollen. F München, 6. März. Heute beging der Fommandant der deutschen Reichsfestung Ulm, ßeneralmajor v. Bösmiller, sein 50jähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar ist einer von den— enigen bayerischen Officieren, weiche „von der Pikt uf“ gedient haben. Geboren am 27. Dezember 820 als der Sohn eines einfachen Handwerkers rat Bösmiller mit 16 Jahren als Gemeiner in die Urmee, machte die Unteroffiziersgrade durch und zrachte es durch eisernen Fleiß und tadellose Füh— ung dahin, daß er zum Offizier befördert wurde. Im Jahre 1882 wurde er Generalmajor und am 6. November desselben Jahres vom Kaiser zum Fommandanten von Ulm ernannt; Se. Maj. der tönig hat für diese Stelle das Vorschlagsrecht Seit 1860 ist Bösmiller mit der Tochter des ehe naligen Reichsraths-Präsidenten Grafen Stauffen- herg vermählt. Der verstorbene General v. Dietl war 1813 zu Salzburg als der Sohn eines Regiments— quartiermeisters gebpren. 1832 wurde er Unter— ieutenant, 1849 Hauptmann erster Klasse, 1857 Major, 1866 Oberst und 1809 Generalmajor. 1873 erfolgte seine Beförderung zum Generallieu— tenant und Kommandeur der 4. Division, 1875 in Folge erschütterter Gesundheit seine Pensionierung ». Dietl war Ritter zahlreicher hoher Orden, da— unter des Eisernen Kreuzes erster Klasse. Der Heimgegangene vereinigte in sich alle Etgenschaften ines füchtigen Truppenführers, persönliche Tapfer—⸗ eit, Entschlossenheit und Geistesgegenwart zeichneten hn selbst in schwieriasten Gefechtslagen aus und sein Name wird in der baierischen Kriegsgeschicht stets ehrende Erwähnung finden; nicht minder sicherr ihm aber sein Edelmuth und sein für das Woh seiner Untergebenen allzeit treu besorgtes Herz be Allen, die ihm nahe standen, das beste Andenken. fFGehälter deutscher Bürgermeister Fine süddeutsche Zeitung bringt eine bemerkenz. werthe Aufstellung der Gehälter der Bürgermeiste— in einer Reihe deutscher Staädte. Die erste Summ— ziebt das Gehalt der Oberbürgermeister, die zweit— (in Parenthese) das der Stellvertreter an. Berlin 30,000 Mk. (15,000); Breslau 19,000 Mt 12,000); Kôln 18,000 Mark (89000); Königs berg 15,900 Mk. (7500); Leipzig 15,000 Marl (12,000): Frankfurt a. M. 15,000 Mk. (8400) Magdeburg 15,000 Mark (9000); Danzig 15,060 Mark (7500); Düsseldorf 15,000 Mt. (6000) Stettin 13,500 Mt. (9000); München 13,206 (10,000); Elberfeld 13,000 Mk. (7500); Bremer 12,000 Mt. (7500); Halle 12,000 Mk. (7500) Erfurt 12,000 Mk. (6600); Altona 12,000 Mt. Kassel 12,000 Mtk. (6000); Aachen 12,0006 Mark (6000); Posen 10,500 Mark (7000) Dortmund 10,500 Mark (7000); Crefeld 10,500 Mk. (7500); Kiel 10,000 M. (6000); Wies. baden 10,000 Mt. (7000); Augsburg 10,100 Mt 8100); Dresden 10,500 Mk. (8400); Chemni 10,5600 Mtk. (7500); Hannover 9000 M. (6000) Nürnberg 9600 Mk. (6500); Würzburg 8000 M.. Regensburg 8000 Mt. (5000); Stuttgart 10, 000 Mark; Mannheim 10,000 M. (5000); Karlsruh 8000 Mt. (4800); Mainz 12,000 Mk. (6000) Darmstadt 8000 MPtek.; Offenbach 6000 Mt. Dldenburg 7200 Mk. (5000); Schwerin 6600 M (6000); Weimar 6000 Mtk. (3500); Altenbur 6000 Mk. (4000); Gotha 5100 Mark (3000). FMainz, 7. März. Der Mainzer Karne valverein hat nunmehr seinen Rechnungsabschlus von der letzten Session fertiggestellt. Die diesjäh rigen Einnahmen haben zusammen 55,775 Mar (gegen 62,000 Mark im Vorjahr) betragen um die Ausgaben haben sich auf 54,100 Mark b⸗ laufen. — Hanau, 5. März. Kurze Zeit nach den Hanauer Eisenbahnunglücke brachte die „Garten laube“ ein Gedicht über den Schaffner Claus welcher unter Aufopferung seines eigenen Lebens den Versuch gemacht habe, durch Aufreißen der Coupéthüren den Passagieren die Möglichkeit de Rettung zu geben. Das Lied vom braven Mannt erregte die Theilnahme aller Leser dieses weitder: hreiteten Blattes und die Gaben flossen reichld für die hinterbliebene Familie. Bald erhoben sich Zweifel an der Richtigkeit der von der „Garten— laube“ besungenen That, und wurde bezüglich der⸗ selben eine genaue Untersuchung augeordnet. Heutt sst nun, wie wir als Nachtrag zu den Gerichtsver— jandlungen mittheilen wollen, ganz autyhentisch fest⸗ Jestellt, daß die dem Schaffner Claus angedichten That eine schöne Fabel ist. Er fand bei dem Unfalle mit vielen Andern den Tod, und haber Augenzeugen bestätigt, daß er keine Zeit mehr ge hjabt habe, irgend etwas unternehmen zu können Zeine letzten Worte waren: „Ach Gott! Mein Frau und meine Kinder!“ Damit verschwand e unter den Trümmern des Zuges. F Der in Hanau verurtheilte Telegraphi Butberlet soll beabsichtigen, ein Gnadengesuch a den Kaiser zu richten. F Der Gothaer Verbrennungsofen hat jes hereits ziemlich regelmäßig zu thun. Auffallendi zdie Zahl der durch Feuer bestatteten weiblichen deichen. Am 9. Januar wurde Frau Louis Sandom aus Barenfeld verbrannt, am 12. Janua Fräulein Olga Becker aus Berlin, am 17. Janua' Frau Henriette Eckstein aus Gotha, am 21. Janua Frau Justizamtmann Thomas aus Gotha, am R Januar Kaufmann Pachge aus Coburg, der! Berlin auf einer Besuchsreise gestorben war, au 5. Februar Frau Dr. Hermes aus Berlin. De Zerliner Verein für Leichenverbrennung hat einen eigenen technischen Kommissar, welcher die Leichen nach Gotha überführt. Eines seiner eifrigsten Mitglieder ist ein Herr St., der seinen eigenen Todtenschein besitzt. Er wäre vor einer Reihe don Jahren um ein Haar lebendig begraben worden ebt aber heute noch bei bester Gesundheit und is zatürlich ein höchst wirksamer Agitator für dit Todtenverbrennung. Aßmannshausen, 7. März. In der geern stattgehabten Gemeinderathssitzung wurd der Vertrag mit den Herrn Egells und Sodereh hte ern ʒohl bei i. er. ns. tet Ne eite clin Ntk. gs ark M; 00 ) 0 us Berlin, betreffs Erbaunng einer Zahnradbahn uf den Niederwald genehmigt und dürfte nunmehr ald mit dem Bau begonnen werden. Die Ver⸗ agsbedingungen sind für unsere Gemeinde recht zustige und wird dieses Unternehmen den Frem⸗ enverkehr an hiesigem Orte sicherlich bedeutend jeben. — in für weitere Kreise, besonders für gi di e ui erthes Urtheil fällte in Freitag der vorigen Woche die Strafkammer es Landgerichts zu Münster i. W. Von der ztaatsanwaltschaft war gegen den Altbierbrauer nd Wirth Jos. Appels wegen des Verschankes von genanntem Drüppelbier (Tröpfelbier, d. i. beim inzapfen übergelaufenes, in den untergestellten dläsern aufgefangenes Bier) und wegen des in anmäßiger Weise betriebenen Wiederverschankes hengebliebener Reste die Anklage auf Nahrungs ittelfälschung und Betrug erhoben worden. Das choͤffengericht hatte den Thatbestand in 46 Fullen rerwiesen betrachtet und den Angeklagten deßhalb if Grund des 8 360112 des St.G.⸗B. wegen roben Unfugs mit 460 Mk. Strafe belegt. Auf ie Berufung der Amtsanwaltschaft hob die Land erichtskammer dieses Erkenntniß auf und verur— jeilte den Augeklagten wegen Betruges von 20 ällen zu 1000 Mk. Geldstrafe oder 100 Tagen zefängniß, indem sie unter der Annahme des mil⸗ ernden Umstandes, daß der Angeklagte in einem erartigen „schwierigen Schlendrian bon Jugend n aufgewachsen und großgezogen sei,“ von einer irekten Freiheitsstrafe absah. Auf Grund der lussage des Gutachters, daß das sog. Drüppelbier icht unbedingt als verdorbenes Bier zu bezeichnen ei, wurde Appels von der Anklage der Nabrungs- nittelfälschung freigesprochen. (aunerhumor.) Die nachfolgende eitere Szene spielte sich vor wenigen Tagen im destaurant Wieninger in der Universitätsstraße mWien ab. Ein höherer Beamter des Landes erichts in Strafsachen saß allein bei einem Glase gier, als plötzlich ein elegant gekleideter junger Rann, sehr höflich grüßend, auf ihn zutrat. Es atspann sich folgendes Gespräch: „Guten Tag, err Doktor!“ begann der junge Mann, „Sö nnen mi nimmer?“ — „Nein, ich kaun mich ahrhaftig nicht mehr erinnern.“ — „Na ja, es a schon über'n Jahr und i had' mi seitdem hr verändert; i hab' mi bessert, Sõ können mir's lauben!“ — Aber ich weiß wirklich nicht ....“ — „Na, aber Sö haben mi do schon a paar Nal unter d' Händ' g'habt; wissen's, i hab' halt so a Manie. .. waunn wo a Gedräng is, a musb i Taschelzieh''n —“ — Dem Gerichts⸗ Funktionär entfuhr ein Ausruf des Staunens uͤnd inwillkürlich rückte er von dem Fremden weg — » Retwas war ihm in seiner langen Praxis noch iicht vorgetommen. Der Taschendieb plauderte ber unterdessen unbefangen fort. Den Beamten egann der Bursche nach und nach zu erheitern nd als er ihn fragte, warum denn die Taschen⸗ iebe trotz ihrer großen Geschicklichkeit immer und mmer wieder auf frischer That ertappt würden, a antwortete der Taschenkünstler mit einem trau⸗ igen Kopfnicken: „Ja, wir sein schon sehr g'schickt, iber die Detektibes sein halt no biel g'schickter!“ Ils endlich der Beamfe seine Zeche bezahlt und nufbrechen wollte, da neigte sich der juge Mann u ihm hin und sagte: , Seims net bös', Herr Doktor, aber weil's g'fragt haben, ob die Taschen⸗ eb' auch wirklich so g'schickt sein, so möcht' i Ihnen, wann's erlauben, a Stückl zeigen!“ Der Zeamte lachte, legte sein Geld in die Börse umd og seinen Uebertock an. De junge Mann ging uf der Stratze eine kurze Streche be ihm und erabschiedete sich beim Schottenthore. Ahnungslos gab sich der Beamte in seine Wohnung — 'doch die groß war seine Uebertaschung, als er bein )Nausthore in die Tasch— griff, um den Hausmeister bezahlen, ‚und seine Geldbörse vermißte, aber Ammtliches Geld, das darin gewesen, in seiner osentasche fand! Dies Gaͤmt Meisterstückchen atte der juuge Bursche während des kurzen Ganges Schottenthore ausgeführt. — Am nächfsien erpn läutete es bei dem Gerichts-Funktionär und n Dienstmann lüberbrachte das Geldtäschchen, seht — in Papier eingeschlagen, nebst den ume nänigsten Empfehlungen des jungen Mannes. Die Brücke über die Thut bei Oberbüren n der Schweiz ein vor mehr als hundert Jahren nit ungeheurem Holzaufwande errichietes Bauwoerk en 90 * 9 5 k zon 700 Fuß Länge ist in der Nacht zum 3. d.“ M. vollständig abgebrannt. F. Gikante Verhaftung.) Anläßlich der Verfolgung von Anarchisten wurde, wie man »er „N. Fr. Pr.“ schreibt, eine pikante Verhaftung n einem Fabrikdorfe bei Zürich vorgenommen. x5 handelte sich um einen blondgelockten Jüngling, der sich als Doktor Medicinae gerirte und glüd⸗ icher Bräutigam einer wohlhadenden Dorfschönheit ‚eworden war. Die vorläufige gerichtliche Unter—⸗ ichung ergab, daß der vermeintliche Doktor Medi⸗ inae und Bräutigam — ein Mädchen war. In einem verschlossenen Koffer fanden sich Revolver ind Dolche nebst 900 Fres. baarem Gelde. Er »der vielmehr „sie“ hatte einen Paß auf den Namen „Franz Hönig“ aus Böhmen abgegeben ind gleichzeitig im Vertrauen dem Hausherrn mit- etheilt, sie sei von hoher Abstammung, eigentlich in Königssohn, nur dürfe der wirkliche Name noch nicht bekannt werden; sie werde viel Geld inst bekommen und dann den Hausherrn glücklich ind reich machen; für diese Hoffnung ließ sich der etztere denn auch gehörig anpumpen. Feine Ci— zarren und gute Weine liebte der junge Doktor benfalls. Auffallend war es, daß ein katholischer Ifarrer häufig diesen Jüngling besuchte und ihn pährend seiner Krankheit pflegte, ferner daß sich wei steinreiche Patrizier gelegentlich bei ihm einfanden, velche jedenfalls nichts Anarchistisches im Schilde ührten. — Wie man den „B. N.“ aus Lausanne ieldet, wurde der Gerichtsschreiber Glardon heute Mor⸗ jen während der Sitzung des Lausanner Polizeigerich- es von einem Angeschuldigten, Namens Chavan, ver⸗ vundet, der auf den ihn anfragenden Präsidenten Dumur einen Revolver abgefeuert hatte. Der Waibel packte den Attentäter, konnte aber nicht verhindern, daß Chavan noch 8 bis 10 weitete Schüsse abgab und sich seldst umzubringen versuchte. Die Aerzte erklärten die Wunde des Gerichtschreibers Blardon für ungefährlich, ebenso diejenige von havan. Letzzterer erklärt, er habe alle drei Richter und den Aktuar tödten wollen. Er trug 3 Re⸗ olver bei sich. Ein Schwindel eigener Art ist vor inigen Tagen gegen einen Wursthändler der „Rue des Nartyrs“ zu Paris inscenirt worden. Ein kleiner deapolitanischer Pifferars erhandelte, eine Violine inter dem Arm, einen Schinken um 3 Francs, onnte aber in dem Augeublicke, da er bezaählen ollte, das Geld nicht bei sich finden; er habe es dei der Mutter daheim gelassen und werde Schelte »ekommen, wenn er sich mit leeren Händen zeige; ob der wackere Mann ihm nicht den Schinken gegen eiue Violine anvertrauen wolle. Der Wursthändler oisligte darein und stellte das Instrument in eine ẽcke. Eine Viertelstunde später hielt ein stattlicher, weispänniger Miethswagen vor dem Laden uͤnd in stark decorirter, vornehm aussehender Herr ließ sch für etwa vierzig Francs WildpretPosteten, wvänseleber ˖ Terrinen u. s. w. geben. Während er ezahlte, wurde der Fremde die Violine in der Ecke ewahr, griff darnach, ließ die Saiten ertönen und agte: „Ja, wahrtich, es ist ein Prachtstück.“ Dann 'ot er dem erstaunten Manne 200, 300, endlich 900 Francs. Dieser erklärte, die Violine gehört iicht ihm, sondern einem kleinen Italiener, der sie ald abholen werde und er könne also nicht darüber erfügen. Der Liebhaber schien darüber sehr ärger⸗ ich und gab seine Adresse: „Lord Russell, Grand hotei“, mit dem Bedeuten, der Wursthändler sollte as Justrument zu irgend welchem Preise und für hn gegen eine Vergütung bringen. Als der Pifferaro on dem Anerbieten — der Krämer verftieg sich is zu 800 Francs — hörte, wollte er sich zuerst nicht von der Geige trennen und hat um die Er— aubniß, seine Mutter um Rath zu befragen. Die Mama willigte in den Verkauf, der Wursthändler vändigte dem Kleinen 800 Francs ein, warf sich ann in seine besten Kleider und fuhr init der VRioline nach dem Grand Hotel, wo kein Lord ussel, kein großer Musikliebhaber zu fiuden war. Des Suchens müde, verkaufte er schließlich die heuere Violine einem Justrumentenmacher um 6 rrancs Der politische Sarkasmus der En 9* änder ist bekannt. Zur Zeit macht ein grau amer Witz über den Premier Gladstone die Runde zurch die englischen Zeitungen. Giadllone ist ganz jerdreht, geworden; selbdst seine Epitheta sind in rolge der Ereignisse im Sudan umgekehrt: früher annte man ihn G. O. M. (great old man — oßer alter Mann) ietzt dagegen R 0 6 Murderer of Gordon — Gordon's Moͤrder). — Der „Standard“ erfährt übrigens. daß die beiden Schwestern General Gordon's, die in Southampton vohnen, es abgelehnt haben, irgend eine Geldhe— villigung oder Staatspension in Anerkennung der ijationalen Verdienste ihres verstorbenen Bruders inzunehmen. Im Namen der britischen Regierung erbot sich Mr. Gladstone, diesen Damen eine jähr⸗ iche Pension zu sichern, und versprach dabei, da⸗ ür zu sorgen, daß die Pension gewährt werde, »hne daß das Parlament darum angegangen wird, iber das Anerbieten wurde nichtsdestoweniger ab⸗ gelehnt. Leichenbegängniß eines chinesischen Prinzen.) Mitte Rovember starb in Peking ein FSousin des Kaisers Quangesu, Prinz Lau⸗Fu, und vurde mit dem größten Pompe zur ewigen Ruhe estattet. Den Leichenzug, der eine volle Stunde indauerte, eröffneten sechsunddreißig in grünes Tuch gekleidete Sklaven, die einen ungeheuer großen ind hohen hölzernen Käfig (der das Gefängniß der Zeele vorstellte) trugen, auf dessen Tag eine hohe „tange stand, von der die kaiserliche Standarte nit dem fünffüßigen Drachen herabwehte. Nun amen hundert rolhgekleidete Sklaven mit hölzernen Tafeln, auf denen die Titel, Würden und Tugen⸗ den des Verstorbenen verzeichnet waren. Diesen olgten 20 Jäger mit 240 Jagdhunden des Prinzen, ann dessen Kameele, Maulefel, Reitpferde und Tragsessel, worauf dessen von einem Maulesel ge⸗ ogener Leibwagen kam. Sechszehn in grüne Seide ekleidete Diener trugen nun deu mit einem Tiger⸗ ell bedeckten Leibsessel des Prinzen, worauf eine übtheilung Kavallerie und Infanterie folgte. Nun 'amen Leibdiener und Eunuchen des Verstorbenen, ierauf zweiunddreißig betende Priester mit ihrer Tempelmusik und schließlich der von achtzig Dieuern —B— umhüllte Sarg. dinter diesem kamen sechs leere Waqgen des Kaisers ind hinter denselben wieder die Prinzen und die Staatswürdenträger. Die Waffen, Wagen, Zelte, kleider, Tragfessel u. s. w. des Prinzen wurden »ann auf dessen Grab verbrannt. Dunin Folge ines Regens der Koth in den Straßen Pekings ben schuhhoch lag, so haben viele Sklaven ihre völzernen Schute in demfelben slecken lassen. F Ein ungebildeter Prahlhans, der bei edem Bankerott von den großen Verlusten spricht, die er bei der Firma erlitten, rief, als er einen daufmann aus der Zeitung vorlesen hörte, daß hartum gefallen: „Ei, ei, bei diesem Falliment verliere ich gewiß wieder an 50009 Gulden.“ Bei dem Brande des Blockley⸗Ir— renhauses in Vhiladelphia sind die nach— folgenden Personen mit deutschen Namen umge⸗ ommen: Carl Nollenberger, 60 Jahre alt, Johann derriges, 48 J., Joh. Köhler, 60 I., uͤn P. steuburger, 60 J. Verletzt wurden u. A.. J. Hlaßmann, J. Schünemann, C. Kaiser und C. Fröhlich. Gemeinnütziges. Salicylsäurezusatz zur Milch behufs Konser⸗ nirung derselben wird von Prof. T. Feser (München) n seiner kürzlich erschienenen Schrift: „Die poli⸗ eiliche Kontrole der Marktmilch“ zur Verhinderung der Milchsäurebildung als einfachstes und unschäd⸗ iches Mittel besonders hervorgehoben. Schon ein Zusatz von O,01 - 0,02 00 bi, ein Theil Sa icylsäure auf 53000, - 10,000 Theile Milch genüge, ieselbe bis zu 6 Tagen länger süß zu erhalien Eine olche geringe Menge Salicylsäure wäre selbst dem actesten Kinderorganismus unschädlich und dürfte »eßhalb diese Konservirungsmethode in den Haus— jaltungen bestens empfohlen werden. Dagegen sei s möglichen Mißbrauchs halber völlig unzulässig, dieselbe für die Milchverkäufer zuzulassen, bei denen dielmehr jede Verschiebung der freiwilligen Säuerung durch Chemikalien (Borax, doppeltkohlensaures Natron, kohlensaures Ammouiak) als Fälschung zu ahnden sei. (Biedermann's agrikulturchem. Centralbl.) Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme tz. München. Die General⸗Agentur der Wohl bätigkeits· Lotterie zu Gunsten der Wittwen un Waisen des baher. Veteranen-, Krieger⸗ und Katpf. enossenbundes mit 300,000 Loosen à M. J. t dem Großhandlungshause Alb. Roest in München ühertragen warden Samstagg den 14. März nächsthin werden ausgeloost bei der Tãattlimger Rauh. LEKirehenbau ι— *1560 tausend Mark s *7. 30 tausend Mark 83 und viele andere sehr hohe Gewinne im Ganzen 11,.000 Geldgewinne miit 151.500 2k. baar Gesd ohne jeden Abzug. Ziehung wird nicht verschoben! Loose à 2 Mk. vorräthig bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Hauptagentur für die Pfalz: P. Nirius in Ludwigshafen a. Rh. Im Verlag von Greßner &eSchramm in Leipzg erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: 0 3 § 0 44 —R Die Klasstüer der Rhilosophie. Von den frühesten griechischen Denkern bis auf die Gegenwuart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 8 Bogen 80. Band 1: „Das Allterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Liefernna 50 Pfenniag. 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In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert Dn der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des oͤffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfalzer angelegentlichst empfohlen. um die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine Fe Lieferungs-Ausgabe— veranstaltet und kaun das Werk in 17 monatlichen Lieferungen a1 Mk. durch jede Buchhandlung be—⸗ zogen werden. Kaiserslautern. 3. —38 e— — —— — Binige Urtheile der FPresse: Vossische Zeitung (Berlin). Der Pür's Haus (Dresden). — „Selbst Verlag von F. Gebhardi in Berlin ler faulste Backfisch wird Lust 2zu bictet᷑ mit seiner hubseh ausgestatte Handarbeiten bekommen, schenkt das ten Arbeitsstube“ eéine reiche Fülle Nütterlein ihm die mit vielen Vorlagen vonVorlagen für leiehte und gesehmack ür leichte und geschmackvolle Hand- lje Udarbeiten. Was Alles mn rbeiten, sowie einer grossen Menge x diesem Gebiete Gefalliges geleigtet arbiger Originalmuster für Canevas- Ferdon Fann, vird in sauber ausge- tickérei versehene Zoitschrift: „Die fülrten Mustern veranschaulicht. 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A an den in Rohrbach verstor— 9J benen Peter Stolz zu machen haben. 7Tobayer Ausbruch wollen ihre Rechnung längstens ist in Un, In und Quiginan innerhalb 14 Tagen an dessen 2 Mt. 8, Mk. 150 und Mt. F Zohn Peter Stolz jun. Schreiner oehe bei Herrn Conditor J Rohrbach, einreichen. Rickel St. Ingbert. — — — Dieser Wein wird als ganz besor — ꝛziggünstigsteGeldlotterie, deres Stärkungsmittel für schwächlin weil auf I (Loose bereits 1 Treffer. Kinder, Frauen und Reconvalescem Nr. 301, Tetzte verordnet. ßaiserslauterer Kirsrenbau— Lotterie. 20,000 Geldgew. i. B. v. 125,900 Mt. — ohne Abzug. 1. Haupttreffer: 30000 Mt. 2. Haupttreffer: 10000 Mt. Gew. 2500, 31000, 65500 3200, 400100, 6050 Mt. ⁊c zZiehung den 16. März 1885. Loose à 2 Mark vorräthig bei allen bekannten Ver— kaufsstellen und bei der Haupt.Agen— tur Jul. Goldschmit in Lud wigs- hafen. — DerHaupttreffer z.839000 Mk. der letzien Giesinger Lotterie ist in Kirchheimbolanden gewonnnen worden — 0 ihren von Antwerpen jeden Samstag direct nad New-PYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller Klassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EBESOATMA —Tr, St. Inabert J— der 52324 4 bunden I 3 / 0 Aιι AMα F Ernsor Pastillen (ächt in plombirten Schachtoln) ein bewährtes Mittel gegen Hu ten, MHeiserkeit, ver XXX AMager sehwielie uund Verdat il aενινιg. Emser Victoriaquelle. Vorräthig in St. ILughert be Peter Fery u. Alibr Zorr Ppothebker. anig Wihelms.Felsenquelle in kms 4n —— a Pachsekuls für — — DD —— — ιια ν— Vevrlag v. Vαmann, Stuttgart. Von den zahlreichen lobenden Tmpfehlungen, des Werles können wir hier nur einige anführen: Nölnifche Zeitung. Seltsam beim ersten Anblick, staunenswert bei näherer Prüfung, ungemein ere und opirg beim Gebrauch ꝛc.“ Berlieeattin dasdliches Vademelum für jeden Gebildeten, das die kruchtbarsten igen ve e — Deutfches Taneblatt. „Ein Wunder auf dem Gebiet der Lexikographie 1c.“ Herner Bunde. So lange die Weit steht, ist es wahrscheinlich der Vlenschheit noch niemals so leicht gemacht worden, die grn Masse universalen —J in einer Roctasche überall hin zu tragen ic. Leipziger Das Unbeschreibliche — hier ist es gethan ie. iener Fremdenblatt. „Eines der giginennen Erzeugnisse des dentschen Büchermarktes 1c. Juustrierte Zeitung. VBen Abila würde angesichts diejes Vuͤcherz werges seinen belannten Aus⸗ spruch „Ales schon dagewefen“ ixoese w Breslaner Morgonzeitung. „Ein Meisterwerk. ein din genug zu bewunderndes Beispiel dentschen Fleißes, deutscher Ansdauer und — deutscher Gedutd!“ Borrätig oder zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Nach Orten, in denen solche 456* istieren. lLiert ver Verleger virett aenen — Einfenbung des Betraas. Zei * — — * Kusten dus ZAꝛesto J ec — n m Iedermenns 9 20 Gebrauch — ιν and stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Auzeigers. Bachet zu 20 Pf stets frisch ber — 75* ——8 —0 c o, * W; 7 —— — F 7 * —— 7 8 2* —8 7 ö — 8 ——— * 98 9— —S * — 1BI— —JJ — —52— * —384 — 9 — H — U —5— 531 —AV B4 AI —— , 9 —3 b —Z38B 98 9D 88 d“ —A ——E * —3— 8 * — — —* B —23 2* 2 96 R —598889 9 * e — — i Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Her St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturge- Dlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließlich 40 3 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 8, NReclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 51.. — Politische Uebersicht. Der „Pall Mall Gazette“ zufolge, soll Eng— and an Deutschland die Huon⸗Bai an der Ostküste von Neu-Guinea abgetreten haben. Diese Abtretung, meint die „Pall.Mall.-Gazette“, sei neben der Erklärung Granville's der Preis, um den England das Einvernehmen mit Deutschland er⸗ tauft habe.“ Dem „D. T.“ wird aus deutschen Kreisen in der Levante geschrieben: .Im Hinblick auf die rasch hervorgetretene Be⸗ deutung des Rothen Meeres und seiner Häfen, sowohl für den Handel, als auch in politischer Hinsicht, drängt sich die Frage auf, ob nicht die Errichtung eines deutschen Consulats in Suakin oder Massauah angezeigt wäre. Beide Hafenplätze sind ja in jüngster Zeit oft ge⸗ nannt worden. Massauah mit 4000 Einwohnern, unter der tüchtigen Verwaltung des Schweizers Munzinger neu erstanden, ist der Markt und —A Waarenumschlag von 10 Millionen Mark. Suakin ist der Ausgangspunkt für Berber, Khartum und den Sudan. Schon in allernächster Zukunft wird die politische und wirthschaftliche Bedeutung dieser Plätze noch bemerkbarer in den Vordergrund treten. Außer in Alexandrien und Kairo hatte Deutschland bisher an den Küstenplätzen des Rothen Meeres nur in Port Said und Suez konsularische Ver—⸗ tretungen, von wo aus der Süden des Rothen Meeres nicht ins Auge gefaßt werden konnte. Gegenüber den Aspirationen Englands, Frankreichs und Italiens am Rothen Meere wird Deutschland nicht in allzuferner Zurückhaltung verharren können.“ Deutsches Reich. Berlin, 10. März. Die zahlreich besuchte Versammlung der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft hatte eine Depesche an Bismarck abgesandt, worin demselben der Dank ausgesprochen wird für die thatkräftige Forderung, welche die Reichsregierung der Kolonialbewegung im Allgemeinen angedeihen ließ und speziell für das patriotische und schnelle Eintreten für die neuesten in Ostafrika gemachten Erwerbungen. Berlin, 11. März. Bei der fortgesetzten Berathung des Börsensteuergesetzes strich die Kom⸗ misfion den Paragraph 272, wonach die Steuer⸗ behörde gegen solche Personen, welche wegen Steuer⸗ hintanziehung bestraft sind, periodische Revisionen für die Dauer von längstens drei Jahren nach er⸗ folgter Bestrafung anordnen kann; die Kommission genehmigte dagegen, daß die Steuerbehörde in Einzelfallen auch bei anderen Perfonen eine Prüf⸗ ung der Abgaben-Entrichtung durch höhere Beamte statifinden lasse; denselben sind Schriflstücke und erforderlichen Falles die Geschäftsbucher zur Ein— sicht vorzulegen. Paragraph 282 wurde folgender⸗ maßen formulirt: Der Bundesrath ordnet an, wenn bei administrativen Straffestsetzungen Sach⸗ verständige zu hören sind. Solche sind, wo Hau— —R bestehen, von diesen zu bezeichnen. Die Handelsrorstände koönnen uner Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse und Gewohnheiten des Bezirkes zum Zweck der Durchführung des Gesetzes und zur Sicherung der Entrichtung der Abgaben allgemeine Anordnungen erlassen. Letztere bedürfen der Zustimmung der Landesregierung. Schließlich wurde der Anirag Grimm augenommen. wonagch Donnerstag, 12. März 1885. 20 Jahrg. hörsenmäßige Waarengeschäfte dem Schlußnoten⸗ wang unterliegen, andere Waarengeschäfte bei Er— tüllung des Geschäfts dem Fakturenzwang. Ausslanud. Bern, 9. Marz. Von den hiesigen Anar⸗ histen sind, wie die „N. Z. Z.“ mittheilt, noch J verhaftet, welche schwer belastet zu sein scheinen. London, 10 März. Graf Herbert Bis⸗ narck, welcher im Laufe des gestrigen Tages eine ängere Untercedung mit Lord Grapnvpille hatte, reiste gestern Abend noch Berlin zurück. London, 10. März. Die „Pall Mall Ga⸗ ette“ erfährt, daß nach gestern Abend eingegangenen Berichten die russischen Vorposten bei Jasikar eine Lorwärtsbewegung machten. Eine Collision mit den afghanischen Vortruppen sei nicht unmöglich. London, 10. März. Die Deutschen haben n Viktoria im Kamerun⸗Gebiete die britische Flagge jeruntergezogen und die deuische Flagge gehißt. Piktoria liegt an der Ambas Bay und England jat die Gegend ofsiziell im Juli 1884 annektirt. Viktoria gehörte früher der Missionsgesellschaft der Zaptisten, welche das Land gekauft, aber an Eng⸗ and übertragen hatten, da sie den Wunsch hegten, von der Regierungslast befreit zu werden. Der Sekretär der Missionsgesellschaft glaubt nicht, daß die Deutschen die englische Flagge im Hafen oder n der Stadt Viktoriaheruntergerissen haben, sondern uuf dem hinter derselben befindlichen Berge, wo der dole Rogozinsky die britische Flagge aufgezogen hatte. die englische Regierung beabsichtigt nicht, einen Protest an Deutschland zu richten, ehe der Bericht ;„on dem Konsul eingetroffen ist. Die „Pall Mall Bazette“ erklärt jedoch, daß das Herunterreißen der zritischen Flagge ein kriegerischer Akt sei, welchen Fürst Bismarck unverzüglich wieder gut machen verde. — Ottawa, 6. März. In dem canadischen Parlament ist ein Gesetzvorschlag eingebracht wor⸗ »en, demzufolge Jeder, der eine Dynamiterplosion —XR0 icht, sie zur Vernichtung von Menschenleben zu »enutzen, sich eines mit lehenslänglicher Einsperrung u bestrafenden Verbrechens schuldig macht. Der kntwurf verfügt auch schwere Strafen für die xinfuhr von Sprengstoffen, wenn dieselbe nicht für legitime Zwecke erforderlich sind. Eokale und pfaͤlzische Nachrichten. J — Blieskastel, 10. März. (Erfroren.) h»eute Morgen wurde der Knecht, welcher bei Herrn cͤhristian Ludwig, Salzhändler in Zweibrücken iente, auf dem Wege von Webenheim, dem soge⸗ zannten Kreuzberge, erfroren aufgefunden. Wahr— cheinlich war das Fuhrwerk allein nach Hause ge⸗ ommen, denn der Knecht blieb zurück. Der Ver— unglückte hinterläßt eine Frau mit zwei Kindern. z. 3.) — Kaiserslautern, 10. März. Die krgänzungswahl für den Sitadtrath wird morgen tattfinden, wobei ohne Zweifel die von der sog. Freien Bürgervereinigung“ aufgestellte Liste von Utramontanen, Volksparteilern und Deutschfrei⸗ innigen durchgehen wird, da von der anderen Seite »er Wunsch ausgesprochen wurde, sich der Wahl uu enthalten. — (Mord.) Der seit 25 Jahren in New— Hork sich aufhaltende Gelbgießer, Namens John kollmayer aus Kaiserslautern hat in Folge ines Disputs seiner Ehefrau, gebürtig aus Viern jeim, (Hessen) mittelst eines Bügeleisens den Schäde) ingeschlagen. Der Mörder wurde verhaftet. — Die Gemeinderathswahl in Oggers— heim ist auf Grund erhobener Beschwerden vom . Bezirksamte für ungiltig erklärt worden. Im Banzen sollen 14 Personen, die an der Wahl Theil zenommen, erst nach dem Wahltermin eingesteuert worden sein und ein Theil derselben zur Zeit der Wahl noch unselbstständig gewesen sein. Gegen diesen Beschluß des k. Bezirkdamtes soll Berufung an den Verwaltungsgerichtshof ergriffen werden. — Speyer, 10. März. Die diesjährige Beneralversammlung der Katholiken Deutschlands wird vom 30. August bis 3. September in Mün— ter (Westfalen) abaehbalten. Dermischtes. F Neunkirchen, 8. März. Gestern Morgen wischen 6 und 7 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhofe Wemmetsweiler ein schreckliches Unglück: er Fuhrmann Peter Schorr von Hosterhof war zamit beschäftigt, Stämme aus einem Eisenbahn⸗ Waggon auszuladen, und als er im Begriffe war, den einen Wagenstsrren zu lösen, brach der andere, ind die ganze Holzladung bedeckte ihn, so daß nan ihn nur todt hervorheben konnte. Der Ver⸗ inglückte hinterläßt eine Frau und fünf kleine Kinder. (S.⸗ u. Bl.Ztg.) F Neunkirchen, 10. Marz. Heute Morgen »erunglückte ein Arbeiter (der 16jährige Sohn des Bergmannes K.) der Schmidi'schen Bierbrauerei Hierselbst dadurch, daß sich in einem nicht mehr im Gebrauch befindlichen alten Keller ein Felsstück ab⸗ löste und den jungen Mann so unglücklich traf, daß er auf der Stelle todt blieb. (S. u. Bl.3) Bei dem Einbruch in der GüterExpedition in Wörth wurden dem ‚Kur.“ zufolge 950 M. gestohlen. Von den Thäter hat man bis jetzt noch keine Spur. TEin 100jähriger Jubelgreis.) Der Bäcker Anton Flaig sen. in Gemünd (Württemberg) eierte am 6. März, zugleich mit dem König von Württemberg, seinen Geburtstag. Er ist 1785 zeboren und der älteste Bürger der Stadt, ein Sohn, eine Tochter, 8 Enkel und 17 Urenkel um⸗ zeben ihn. Während ihm der Bischof den Segen pendete, ließ der König dem Jubilar durch Ober⸗ imtmann Preu einen prächtigen Trinkbecher von Silber und vergoldet überreichen, der folgende In⸗ chrift trägt: „Zum hundertsten Geburtstage dem Häcker Anton Flaig von Seiner Majesläi dem dönig Karl von Württemberg 1885.“ F München, 9. März. Im hiesigen Hof— heater ist in einem Zimmer des zweiten Stockwerks Feuer ausgebrochen, welches, ohne größere Dimen⸗ ionen anzunehmen, sofort gelöscht werden konnte. F München, 10. März. Das Feuer im doftheater brach gestern Abend 514 Uhr im Zimmer »es Obermaschinenmeisters, wahrscheinlich in Folge ꝛeiner Erplosion aus. Die Loschung desselben er⸗ 'olgte binnen 20 Minuten, zwei Arbeiter sind er⸗ —We F Bamberg. Ein erzbischöflicher Erlaß er⸗ heilt dem Dibzesanklerus die Erlaubniß, die Mit— ZRlieder des Freimaurerordens bei ihrer Osterbeichte don Sünden loszusprechen und dieselben wieder in den Schooß der Kirche aufzunehmen. Ferner sollen alle „Freimaurer“, die innerhalb Jahresfrist beich⸗ en, von der Namhaftmachung ihrer Ordensborge⸗ etzten und Ordensbrüder dispensirt sein. f Hanau, 10. März. Wie die „Han. Zig.“ ört, hat das Eisenbahnbetriebsamt zu Frankfurt im Main gegen das wider den Telegraͤphisten Gut—⸗ 23 — —32 2 — J52322. s9 62*303 5535 *32598 52383 358528232—23 322253 5 3553 —335325 35— —58—33 *223228 22 33353*3 5235 *75*88 —— —3 — ——638627323322 223 2 73228 25 3 ——— — ——— — 5275 35, *—35. 532 235 387 23225 33 232853. 5 282 25523 3—35 2 253. 5 —2382 3 8 * —* 22272* 2 — — — * — 22 * 2 ———— —A —A 2 BBwo33322 * —— —A —8 55 8 — —z3, 2722 5*2532535 — *2 23 85 2 337533 533. 53 532. 323 2— 822 8* —A 7 A 8 —55 235 —— 2 T52 38338— 222 2728223 27 —— 74. — 533538 332— 53 32— 2 22 57 3 5* * * —— 2 2252583 5388 53325 53 2. * —55332 23. 228 2535 2 —3323* 35382—3A3 525 — ———— 25· 3 2 68 * *2 —— G2 * 27 335.59 —A — — 258*7 8 2 2.* 235 22 — 2. 25 — 222 733 — 2* * 3 — 23 2935⸗ 52 2 — 833 — *6 3 8383— 3,5—323 *522——2. 53 322633 53 333 2 3 3 3 3 3833 28 — — — — 2 — 35 S. — — 52335s5733833285 23 * * 5* 5 2 — 27 2* * ——— .28 —— — — —— 3 568232229 AA— 231 55388 .. 3 —33 — 3—2 333536 33.8 . 353533— — ⏑ 3 — 33353 523355* 2 28258 3 33 3— —3 3 5333 3——333336 88 — 7 7 a233* —33—3—335 525333. 335 — — S 2555 2225 — 23— 7—5322 — 233—353323 —333335 230—.60 28 342233 5 s3 13353338 6833 —75 58283225 — 3 5255 33 8 — 58538 28 7 2*5825* —5333355 25 3725 022 — —33— — 7*27 52.322232 s 5 —282 —— 30—o 33532* * 3z3*3 322822* 38*385 2 3* 7386 3 3535 —A — 5 352* 2 *5* —32. 3 — 2* —5 — 53 528 — . —253. 5 3 3. —5 2 5—22 2 42378 3 2. 2* 52 2*—38 * * 8 35 —JJ — — —8 —5 21 52 2 *53 2. 2 — 3 S⸗ 3 —— —5 2* —8 25* 5 53333332. 533285 73335—5 — —3 3 ———2 555 —E * *— —* 2 — * —* 55 — — ——— 3 5 233— 333353 25 2 335 —V 58: —— 3z8 385— —5—3 8 55328 :; 585535 35. 3 355 52 s5*555* 3. 2*2 ——— 8 2332333 2223 353 2 52 —3 22 — * ⁊ ⁊ 2. ⸗** 2323 57 253 —æ6 2 25—57* 7* * * 2 22 38 *00 72 2 X — 8923 22 — * 3 25* — — * — 3383 222 83 225 53 2— d 2 222 2* 8 938 52552 3— * 223 —A —— ** 2 — * 38 55238* 25 5*5 8 32 —2722 * * * — 7 * is — 5225* —* * 23* e — — 25 223 2 2322 668382 7 5 3 1 S3 * —— 8 38 * 522 8532 88 3 83 88 0 228357 282 2 388063— 2542 7 22523*2 —————— 2 2 27 58 — 222523 — 2532 2 * 532 *⁊ * s33533582 2 ⁊ 2 * — * 533 — * —“ 228 58 O 7 228 587 8 O 7 * *2 —* —— * F*2. 22 * —— — 23 28 * — — * 2 55 —— 285 23* — — * —— ——— 2 2328 25 * 2323246 *28 * 23 5*S3 —5 33 23 A * — 272 3 Fee —7 — 578 3380 * 5 2 222— *8 — —— 86 2235 — 53 — 2 237* 2. 28 S3 * »25 853337 5355 53323 — 5 ** ——262 — 8 * 227 * —*—88323 —8283 c5 5 2 7 52 3 —3 27537* 283* 239 3 — 32888 — 533 35383 *2 58 3 3*25* 2222 — 58 *233 ———— — 2 E 55575385 8 233 — 32*3 387 5—3833782*3 —* 28522 ⁊ —AR * 235 227 —355 322 h22 — 22 2 2 —— — A 223 2 2322 2382 8 5 383 Eeo —X 83* 38 5358 ——* ⁊ 2 8. 5385 * 8 — 52333— —3335 3 * — —— * 22 2355 7 8 72 * —*2 72 5B27 2* 244 * 44 —D— — —— 5* 23* — 2 * * 2 — ——— * 88* —D— 83 — 2 287 2 2 * * 7* *35.3. 2B283. 2*2. 7r 33 — 22 250 F * 62. — —3 * ———— 3 727 2 * — 2* —2 — wW —* —————— 2 — 8 — —5 T — sss58 838555 235 53535 533 83 2382 533 33 *22 * * —2 — —* 28* Vo — — 2553 2 35332 — 88 ——288 * *2858 35 — 5—3880855 52538323 —83833235 — * 2 * 27 Se 7 —— — — 33 533—3—— —3 33—3 33333 583— — 5 3 — 33— ——333338583* 1222 23353328 5 282 A 53 28 S82* ——— x. 7 —3 ————— —A— 5723 —A 2.à 2—— —253582 22 223538 s 3——5 —3 — 2383 — 3 *333 —23—33——38538 28 — * 53825 8 — — 238 — — SmS 32.5 212 —* 3 333— —— 355 ——3 533383 *3 585823 —— 2. * 7 S. * 8 533 335868—2— 8 338 *2272.3278 25233 255233 3. 322— 5, *3 —222 83 555* 35 z2. * 22 — 3— — — 2. * 2 * — 525— 5*532 — z82233 —250 75 3 — — — 728332 22 —2553355332*3 2 33 —223 527 *53 — * * —A— 2 r3 * 3F — 2 2 3 * 8 2 2 — 2. 3 — *3 252 * —4 5* — — — 2 —— 27 22 2 — 22 8 32* 3220— 2N7*. 3 6* 2 * — .7 2 * — — 2 D 4 N 5 S — —— 35 * —5 2 v 2R 2 m —8 2 * 2* 2 2 —— 5223 2 * 22 c S. 8 0 0 28552. 2338 233. 2* 53 — 7 * — 3 ——— * —83 * 26 *8* — 52 5 288 2 J *3 25 2 —— 7 8. —— 55 23 733 2 —2 2 27 * * 2 — 2 J. —A A — — *5 B35 . *3 — 225 5223 9* 38 2 * 23. —A 5 S. ev —3 — — Q —8 2 20 —8 2 — 35 2 * ï — 72 22 25 85523 — 28*36 c — 5227 * —2—* F 28883*333355 23 55 55 5838823 — 2352 25822 —— ——0 I55 —352858— * 2 — — 3 —33337— * — — * 2252 7 —— *32 2 *24 — —— 25. * z 6 58 —— 8. 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Amtsgerichts St. Ingbert. — St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmalz AUm Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur ge Zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 78 , einschließt. O ⸗ Zustellungsgebuühr. Die Einrückungsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunst errheuun h . Meclamen 60. Bei a4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — — — — M 52. Samstag, 14. März 1888. 21 gerade im gegenwärtigen Augenblick möglich sei. Volitische Uebersicht. Zopviel bekannt sei, besindet sich Contreadmiral Die „Internationale“ hat wieder eine knorr noch in jenen Gewässern; es sei nicht denk⸗ dundgebung losgelassen. In einer sozialdemokra- dar, daß seitens dieses erfahrenen und besonnenen ischen Versammlung zu Paris erklärte ein Redner, Offiziers fremden Flaggen gegenüber die schuldige Namens Martellet, daß die französischen Sozialisten Uchtung nicht beobachtet wäre. In amtlichen hren deutschen Genossen bei den letzten Reichstags- treisen wird die Vermuthung ausgesprochen, daß vahlen Gelder gesandt, und sprach die Ueberzeug- 8 sich um Vorgänge handle, welche nicht von ing aus, daß die Deutschen die Franzosen bei deutschen herrühren, auch nicht auf britischem Ge— den nächsten Wahlen ebenfalls unterstützen werden. diet, sondern auf den angeblichen Acquisitionen des Fs wurde eine Tagesordnung angenommen, weiche bolen Rogozinski stattgefunden haben. Rogozinski's ie Regierung wegen der Ausweisung der Deutschen Internehmungen hätten eine antideutsche Tendenz. adelt, alle revolutionären Gruppen ohne Unterschied In der Richtung dieser Tendenz könne es ja auch inladet, sich, wie es auch die deutschen Sozialisten gee iegen, wenn man Aufziehen und Niederziehen einer han, vorzubereiten, um bei den nächsten Wahlen nglischen Flagge ad hoc unter geeigneter Insce- jegen die Radikalen und Bourgeois zu kämpfen. urung herbeiführe, um demnächst Entrüstungstele⸗ zramme nach England zu werfen, um dort gegen Ddeutschland zu hetzen. Die „Norddeutsche“ be— nerkt weiter, daß die von Rogozinski angeblich Ramens der britischen Regierung gemachten Er—⸗ verbung von letzterer bisher nicht übernommen eien und voraussichtlich nicht übernommen werden ollen, weil dieselben von Rogozinski ausschließlich n antideutscher Berechnung behufs Einengung der dortigen Erwerbung deutschen Territoriums acquirirt vorden seien. Hongkong, 11. März. Meldung der Agence Havas. Die chinesische Stellung um Kelung ist nach fünftägigen Kämpfen genommen. Die Ver—⸗ uste der Franzosen betragen 40 Todte und 200 Verwundete. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 13. März. Die Samm⸗ ung für die Bismarck-Spende hat bis jetzt n unserem Kantone die Summe von circa 1500 Nark ergeben. * St. Ingbert, 13. März. Dem Ver—⸗ iehmen nach beginnen in den kath. Volksschulen hahier vom 16. März ab die Jahresschluß- »rüfungen,; in den prot. Volksschulen finden ieselben in der Woche vom 18. —18. April statt. e. Ensheim, 12. März. Der Thierarzt rudwig Asssel dahier wurde vom Gemeinderath n Schifferstadt, zum Lokalthierarzt daselbst vom 6. März ab gewählt. * In Zweibrücken wurde am Mittwoch Abend ein Kolonial⸗-Zweigverein gegründet, der den Ramen führt: „Westphälischer Zweig— derein des deutschen Colonfalver—⸗ ins.“ In den Vorstand desselben wurden ge— vählt die Herren Fabrikant Wolff, Pfarrer Butters, Anwalt Schmidi, Professor Richter, dentner Bender, Fabrikant Anvdres und Simon von Zweibrücken, sowie Herr Amtsrichter dießel von Pirmasens. — Der Verein der Branntweinbrenner »er Pfalz hält am nächsten Sonntag in Land⸗ tuhl eine Versammlung ab. Besonderes Interesse ürfte die Verhandlung der Steuerfrage beanspruchen. Nach einer Meldung der „Pf. Pr.“ hat sich ie Firma Schuler und Schmid in Zürich, »eren Verhandlungen behufs Anlage einer Woli— pinnerei in unserer Stadt sich bekanntlich zer⸗ hlagen haben, nunmehr nach Otterberg ge⸗ oendet. Vor Jahren bestand in Otterberg schon eine hnliche Fabrik und sind Gebäude und technische linlagen noch vorhanden. Dieselben dürften nun oohl von genannter Firma zur Erwerbung ins Iuge gefaßt sein. — Kaiserslautern, 11. März. Die Ergänzungswahl des Stadtrathes nahm genau »en erwarteten Verlauf. Die KSiste der freien Zürgervereinigung ging glatt durch, da sich die Begner der Abstimmung enthielten. Von 2299 Bahlberechtigten machten nur 805 von ihrem Wahl⸗ echt Gebrauch. Nicht ganz befriedigt dürften von »em Wahlresultat die Deutschfreisinnigen sein; die Nänner ihrer Partei brachten es nur zu Ersatz nannsstellen. — Kandel, 10. März. Von einem Waaren⸗ Transport auf dem Heimwege begriffen, passirte jestern Nacht die Fuhre der Firma Scharff bon ꝛandau die Brücke über die durch den heftigen Kegen zum reißenden Strom angeschwollene Otter »ach. Durch das Tosen des Wassers scheuten die Iferde und die Fuhre stürzte sammt Mann und Iferden über die Brücke in's Wasser. Dem Fuhr— nann gelang es, sich durch Schwimmen zu retten; eines der Pferde ertrank jedoch. (Sp. 3.) *— Die kathohische Gemeinde Luͤd— vigshafen hat dieser Tage als Bauplatz für ine zweite Kirche auf dem Hemshofe ein Terrain im den Preis von 18,000 Mark angekauft. Das Lapital stellte das bischöfliche Ordinariat in Speher gegen eine Vrrziinsunag von 4 Prozent Durch die Blätter läuft eine Mittheilung, oonach sich in Manchester eine Gesellschaft mit einem dapital von 5 Millionen Pfund, also ungefähr 100 Millionen Mark, zum Zwecke der kommer⸗ iellen Ausbeutung der Kongoländer gebildet hat. die Nachricht legt einen Vergleich sehr nahe mit ꝛer außerordentlichen Zurückhaltung oder Ab— ieigung, welche in Deutschland das große Ka— ital gegenüber den kolonialen und überseeischeu Unternehmungen an den Tag legt. Wahrhaft zeschämend ist es, zu vernehmen, daß in Deutsch⸗ and für Unternehmungen, wofür in England sofort ind ohne große Mühe hundert Millionen flüssig verden, selbst dürftige Summen kaum aufzubringen ind. Unsere hohe Finanzwelt spielt in diesen Ddingen eine recht klägliche Rolle. Wir wollen ꝛei Geldfragen; gar nicht mit ‚nationalen Phrasen“ kommen, wie man sie der kolonialen Bewegung ielfach zum Vorwurf macht. Aber von dem Vor—⸗ wurf des Mangels an Unternehmungsgeist und zroßartigem kaufmännischem Zug, Eigenschaften, die England zu dem gemacht haben, was es im Welt ⸗ gerkehr geworden ist, wird man die deutsche Fi— nanzwelt nicht freisprechen können. Den Aufgaben, die jetzt an sie herangetreten, steht sie ängstlich, leinlich und knickerig gegenüber. Man beklagt ich häufig über die wachsende Abneigung und Feindseligkeit der weitesten Kreise gegen Kapital ind Börse; es ist aber leider auch wahr, daß diese Mächte wenig genug thun, um ihre Nothwendigkeit ind ihren wirthschaftlichen Werth für das natio⸗ nale Erwerbsleben und die Gesammtwohlfahrt ein⸗ euchtend zu machen. Wenn der im besten Zuge befindliche kokoniale und überseeische Anlauf Deutsch- ands dadurch gelähmt werden und zu Grunde Ehen sollte, weil bei uns die berufenen und fähigen dreise sich die Taschen zuknöpfen, so wäre dies ein iefbeschämendes Schauspiel, und man könnte es yen, Engländern, die mit gewohnter Energie und draktischer Unternehmungslust an die neuen Auf⸗ jaben der Zeit herantrelen, kaum mehr verdenken, venn sie mit Spott auf die deutschen Philister und Znicker herabbliden, welche für die höchsten Inter⸗ essen kaum ein paar hunderttausend Mark aufzu⸗ bringen willig sind. Ausland. Wien, 11. März. Londoner Berichte kon⸗ tatiren eine wachsende Bedrohlichkeit der Lage. Nach einer Londoner Depesche der „Polit. Corr.“ st England unnachgiebig. Es wecrden große Zurüstungen in Heer und Flotte getroffen. London, 11. März. Der „Globe“ sagt, zie Spannung zwischen England und Rußland habe inen solchen Grad erreicht, daß ein unmittelbarer Zruch wahrscheinlich sei. — Die Regierung hat ntsprechend dem letzten Wunsche Gordon's den hormündnern 20,000 Lst. zum Besten der Familie vordon's eingezahlt. London, 11. März. Die „Times“ fürchtet, aß der Zar keine Maßregeln ergriffen habe, um Feindseligkeiten an der afghanischen Grenze zu ver⸗ sindern. Ein Zusammenstoß sei daher, da die dussen neuerdings in der Richtung auf Herat vor⸗ segangen seien, nicht unwahrscheinlich. Der Emir on Afghanistan hat förmlich um englischen Bei⸗ land zur Verstärkung der Befestigungen Herats sebeten und Sir Peter Lumsden sei angewiesen, inter Umständen die Vertheidigung Afghanistans u organisiren. Die Afghanen seien also unter em Rath und Beistand von Vertretern Englands orbereitet, einer Invasion Widerstand zu leisten. englische Offiziere haben wahrscheinlich schon die lIrbeiten in Herat begonnen. Lumsden sei gegen inen Versuch der Russen, den „Schlüssel Indiens“ urch einen Handstreich zu nehmen, vorbereitet. die „Times“ warnt Rußland und erklärt, wenn 8 zum Kriege entschlossen sei, müsse es Feindselig- eiten noch anderswo als an der afghanischen Grenze rwarten. London, 12. März. Der „Times“ zufolge vurde zwischen Herbert Bismarck und Grauville ine Vereinbarung getroffen, wonach der Distrikt wischen der Baptisten⸗Kolonie Viktoria und Rio »el Rey an Deutschland abgetreten wird. Viktoria leibt britisch. Deutschland verpflichtet sich, die egion im Westen Rio del Reys unbehelligt zu assen und mögliche Konzessionen in den britischen herträgen mit den Negerstämmen im Negerdistrikt icht für sich qauszubeuten Deutsches Reich. Berlin, 11. März. Bezüglich der englischen Meldungen, daß Deuische auf dritischem Gediet die mitische Flagge niedergeholt hätten, bemerkt die Nordd. Allgem. Zig.“. Hier liegen keine der— irtigen Meldungen vor. In amliichen Kreisen glaubt man nicht, daß ein derartiges Vorgehen im Widerspruch mit dem völkerrechtlichen Herkommen » Am nächsten Sonntag findet in Rudwigs⸗ hafen eine Gemeinde-Versammlung behufs Aufnahme eines städtischen Anlehens von 650,000 Mark statt. — Rermischtes. Saarbrücken, 7. März. In der heu⸗ ligen Sitzung der Straftammer standen zwei noch junge Vagabunden der schlimmsten Sorte von Heiligenwald, welche am Abende des 29. Novbbr. auf dem Wege von da nach Graulheck, der Erstere mit starkem offenen Messer und mit einer an einen Strick gebundenen eisernen Kugel bewaffnet, sich umhertrieben wie Strauchmörder, die von der Schicht heimkehrenden Bergleute belästigten, aus reinenn Muthwillen und Rauflust gemeinschaftlich angriffen, mehrere mißhandelten und einen, den Bergmann Joh. Ad. Hübchen, durch zwei tiefe Messerstiche in den Rücken verlezzten, demselben auch, nachdem er zur Erde gefallen, eine Rippe entzweischlugen oder traten, sodaß der bedauerns⸗ werthe Mann 3 Morate das Bett hüten mußte und nie wieder ganz arbeitsfähig werden dürfte, zur Verantwortung; diese ganz außergewöhnliche Rohheit erforderte eine exemplarische Strafe der heiden Strolche, die auch erfolgte und zwar die des einen, noch nicht ganz 18 Jahre alt, mit 5 Jahren und die des älteren mit 2 Jahren Ge⸗ fängniß. Metß, 8. März. In einem Wurstladen der Coislinstraße verirrte sich heute Morgen ein Hund, der sich alsbald den dargebotenen Genüssen Fingab. Der Räuber wurde von dem Metzger⸗ burschen bemerkt, welcher, mit einem tüchtigen Prügel bewaffnet, sofort Jagd auf den Hund machte. Diefer versuchte natürlich zu entrinnen. Da aber die Thür verschlossen war, blieb dem geängstigten Thier kein anderer Ausweg, als durch das Schau⸗ fenster zu springen, was auch geschah. Das Schau⸗ senster zerbrach natürlich vollständig und jedenfalls entstand auf diese Weise dem Mezgermeister ein größerer Schaden, als wenn sich das Thier an der Wurst gütlich gethan hätte. F Zur Bismarcfeier regt sich auch des Dichters Genius, Paul Heyse, der besten Einer im deutschen Dichterwalde, hat für die Feier des Ehrentages folgenden schwungvollen Hymnus dem Münchener FestKomité überreicht. Wem soll das Lied erklingen? Dem Mann, dem Keiner gleich, Der in gewalt'gem Ringen Uns neu erschuf das Reich. Zu Schanden ward der Feinde List, Versöhnt der alte Bruderzwist — Der das gethan, wir bringen Den Dank ihm freudenreich. Wem soll das Lied erklingen? Dem Mann auf hoher Wacht, Der Elsaß und Lothringen Ans Reich zurückgebracht, Der Trutz und Hohn der Welschen brach Und Rache nahm für lange Schmach Wir preisen ihn und singen Von seiner Größ' und Macht. Wem soll das Lied erklingen? Dem weisen Friedenshort, Der Diplomatenschlingen Zerhaut mit blankem Wort, Ddas Deutsche Reich, das Herz der Welt, hat er zur Hut des Rechts bestellt — Gott laß' es ihm gelingen In Treuen fort und fort! Wem soll das Lied erklingen? Dem Helfer in der Noth, Der sprach: Ich will erringen Der Arbeit Schutz und Brod! Ihn lüstet nicht nach eitlem Glanz, Das Volkswohl ist sein Ruhmeskranz So laßt ihn uns umringen Mit Liebe bis zum Tod! Wem soll das Lied erklingen? Dem besten Mann der Zeit, Den zu so hohen Dingen Sein Genius geweiht. Wo Deutsche je beisammenstehn, Soll frohgemuth sein Lob ergehn Und trag' auf Adlerschwingen Ihn zur Unsterblichkeit! Die Komposition zu diesen Strophen rührt von Brof. Jos. Giehrl her. In dieser Woche gelangt )er Hymnus an sämmtliche Münchener Gesang nereine. Auch Anderwärts diürfte der für Chor— gesang zu der Feier besonders geeignete Sang recht iele Freunde finden, gibt er doch in Wort und Ton der Verehrung für den Gefeierten einen sinn⸗ gen und edlen Ausdruck! Der „bayer. Turnlehrerverein“ hält seine echste Hanptoersammlung zu Pfingsten in Würz⸗ rur g ab. 7Bamberg, 7. März. Gestern sollte am zchöffengerichte die Injurrenkhage des Se— ondelieutenants Görz vom 5. Inf.Reg. gegen zen verantwortlichen Redakteur des „Bamberger Bolksblatts“ Kaplan Schmitz stattfinden. Die Zzasis der Klage war eine Mittheilung des Blattes iber den bekannten Vorfall, wobei der Lieutenant einen Bedienten mit Säbelhieben traktirte. Das Nilitärbezirksgericht Würzburg hatte zwar Unter⸗ uchung gegen Görz eingeleitet, im Novbr. v. Irs. iber die Einstellung des Strafverfahreus beschlossen, veil nach dem Ergebnisse des Vorverfahrens fest⸗ gestellt worden sei, daß Lieutenant Görz „aus stothwehr“ von seinem Säbel Gebrauch gemacht sabe. Da dieser Beschluß schon deßwegen befrem⸗ zete, weil auf der anderen Steite auch der Be⸗ iente, gegen den sein Herr „aus Nothwehr“ den Zzäbel hätte ziehen müssen und der von seinem hderrn „aus Nothwehr“ 3 gefährliche Hiebe erhalten, uch straflos ausging, war man auf das Ergebniß der Jurienklage mit Grund gespannt, um so mehr, us bekannt geworden, daß auf Antrag des Ver⸗ reters des Beklagten die Akten des Militärgerichts idhibirt worden waren. Die Verhandlung hat ndeß nicht stattgefunden. Der Kläger zog auf söheren Wunsch die Klage zurück. Die Akten ines Militärgerichtes enthalten bekanntlich sehr delikates Material. Damit bleibt der Vorfall für mmer dem Lichte der Oeffentlichkeit entzogen und das Vaterland ist gerettet. Praktische und schnelle Zimmer⸗ luftreinigungs-Methode. In der Didaskalia om 2. Febr. d. J. befindet sich ein Aufsatz über lektrische Luftreinigung. Diese Methode anzu⸗ venden, wird für Private schwer ausführbar sein ind es soll daher auf eine viel einfachere und bil— igere Methode aufmerksam gemacht werden. Es ist ies die Methode mit Uebermangansaurem Kali. Man taucht nämlich in eine Lösung dieses Salzes circa 50 Gramm auf's Liter Wasser) leinene dappen, in Größe von Handtüchern, drückt dieselben leicht aus und hängt sie auf Seilern in die be— reffenden Zimmer. Es entwickelt sich Ozon, wel⸗ hes die übele Luft zerstört und durch das Frei⸗ verden von Sauerstoff, der hierbei entsteht, das Fehlende wieder ersetzt. Die Luft in den so ge⸗— einigten Zimmern ist sehr angenehm, wie frische Waldluft und hat einen besonders angenehmen Ein⸗ luß auf Kranke, die an der Lunge oder an Asthma leiden. fMainz, 10. März. Gestern Mittag jegen 12 Uhr sind hier auf dem Rhein zwei Schiffe gesunken. Eines derselben, das mit Steinen beladene Schiff des Schiffers Seller von Miltenberg, hatte Anker geworfen, doch riß infolge des Hochwassers die Ankerkeite und das Schiff trieb Jjegen die Nähe des Trajektschiffes, wodurch es inen Leck erhielt und mit seiner Ladung untersank. NRur mit Mühe konnten die Schiffsleute gerettet verden. Das mit Holz beladene Schiff des Herrn L. Wagner in Castel sank unterhalb des Forts Montebello weil es überladen war. Rhaunen, 7. März. Bei der diesjäh— igen Aushebung hatte sich von hier ein bereits 28 Fähre alter junger Mann, über dessen Militärver⸗ jältniß noch nicht entschieden war, und der schon Z volle Jahre in der englischen Armee (bei der Farde ⸗ Kavallerie) gedient hatte und sich naturali— iren ließ, zu gestellen und wurde zum Ersatz des Trains ausgehoben. f(Was ist Bier?) Durch Urtheil vom 15. Dezember 1884 hat das Reichsgericht den Be⸗ zriff des Bieres dahin festgestellt: Bier ist ein zurch wenige Gährung ohne Destillation erzeugtes und noch in einem gewissen Stadium der Nach— zährung befindliches Getränk, bei dessen Bereitung das Wasser als die zur Aufnahme der Extrakte aus den festen Stoffen unerläßliche Flüssigkeit als elbstverständlich vorausgesetzt wird. Zum Bier dürfen nur verwendet werden: Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Jeder Zusatz eines anderen Ztoffes gilt als Verfälschung, auch wenn er, wie . B. Zusatz von Salicylsäure zur Hefe, zum Zwecke geschieht, um diese letztere vor Pilzbildung ind Fäulniß zu schützen. Der Zwick der Bei— mischung ist gleichgültig. F Koburqg. Ein sechsjähriges Mädchen außs Neundorf suchte auf einer Wiese Kräuter und vurde dabei von dem zwölfjährigen Sohn des Besitzers der Wiese betroffen. Dieser hetzte den Zofhund, den er bei sich führte, auf das Kind. der Hund. der im höchsten Grade bissig war, zurchbiß dem Kinde die Halsschlagader und zer— teischte Wangen und Oberschenkel. Wie wüthend der Hund sich geberdet hat, geht daraus hervor, daß es einer Frauensperson erst dann mit großer Anstrengung gelang, den Hund von dem schon in den letzten Zugen liegenden Kinde wegzubringen, als sie sich ein Messer verschafft und mit diesem dem Hunde einen Stich zwischen Nase und Augen versetzte. Das Mädchen war bald darauf eine Leiche. Der Knabe wurde in diesen Tagen von der hiesigen Strafkammer zu einem Monat () Gefängniß verurlheilt. Dresden, 9. März. Wenn die „Dres⸗ dener Zeitung“ recht unterrichtet ist, so hätte auch die Hauptstadt des „gemüthlichen“ Sachsenlandes hereits die Thätigkeit der Anarchisten zu spüren bhekommen. Von zuverlässigster und achtungs. werthester Seite, wie das genannte Blatt behauptet, geht demselben folgende Mittheilung zu. An zinem der letzten Tage wurde von einem beim hie— sigen Landwehrbezirkskommando dienstleistenden dZauptmann auf einem Aborte des Bezirkskomman „os GKaiser⸗Wilhelmsplatz in der Neustadt) ein Zästchen Pulver und dabei eine in Brand gestedte Zuudschnur aufgefunden. Der Offizier trat die Junte aus und erstattete selbstverständlich Anzeige. Finige Zeit vorher hatte der Oberst v. R., dier Chef des hiesigen Landwehrbezirkskommandos, Droh⸗ briefe erhalten, welche die Unterschrift „Die Anar— histen“ trugen, denselben aber keine ernstere Be⸗ deutung beigemessen, da er sie für rohe Witze hielt. Nunmehr ist aber selbstverständlich bei der Staats⸗ anwaltschaft Anzeige erstattet und don dieser Unter⸗ suchung eingeleitet worden. F(Ddie beiden Haupigewinne der Sächfsischen Lotterie) von 50,000 und 10,000 M. sind bei der gegenwärtigen Ziehung uuf die Nr. 75,898 und 4068 nach Berlin ge— 'allen. An dem ersten Gewinn partizipiren eine irme Wittwe, die sich mit Nähen für ein Kon cektionsgeschäft kümmerlich ernährt, und ein armer Tischler mit je einem Zehntel. Jeder erhält auf einen Antheil etwa 4000 M. (Ein Zweikamph) mit Stoßdegen zwi · chen dem Lieutenant Chapuis und einem Herrn de deirel wird aus Dünkirchen gemeldet. Letzterer joll den Kampf in der Weise beendet haben, daß er mit der Linken den Degen seines Gegners faßte ind diesem gleichzeitig die Klinge in die Brust stieß. Fallend habe Chapuis gerufen: „Das ist Meuchel⸗ nord, nicht Zweikampf!“ EinAkt jugendlichenLeichtsinns) dersetzte am Freitag eine brave Bergmannsfamilie zu Hamme in tiefe Trauer. Der 14jährige hoff⸗ nungsvolle Sohn derselben wollte (nach Kinderart) zuch einmal das „Erhängen“ üben. Zu diesem gehufe kletterte ier im Hinterbau des betreffenden Zauses eine Leiter hinan, steckte den Kopf in die —„chlinge eines an ersterer befestigten Leibriemen⸗ und — baumelte. Der Knabe vermochte die Sprosser der schräg anstehenden Leiter nicht wieder zu erreichen und ehe Hülfe nahte, war er eine Leiche. pPHagen. Ein junger Mann erhielt jüngh in Schreiden, in welchem ihm mitgetheilt wurde aß Fortung ihn bei der Ziehung der Ulmer Dom au⸗VLotterie mit einem Gewinn von 10,000 M. »edacht habe. Der Brief war mit der Namens⸗ Unterschrift eines bekannten Lotterie-Kollekleurs ber hen. Daß nun die Freude des jungen Mannei iberaus groß war, wird man begreiflich sinden; ber leider sollte ihr gar bald eine schmerzliche Enh äuschung folgen. Beim Kollekteur erfuhr namlid derGluͤckliche', daß man sich einen Scherz erlaub! ind es mit dem Gewinne eitel Humbug sei. Die Freude über den vermeintlichen Gewinn hat abei Jen Geist des jungen Mannes derart umnachtet. daß er nicht mehr vom Gegentheil zu überzeugen dar undnoch jeht sich im Besitze der großen Summe wähnt. Berlin, 10. März. Die folgende Moltke LAneldote — so schreibt die Nationalzeitun— ir von solcher Stelle mitgetheilt, daß srinw Authenticität verbürgen tönnen. Im Nfe der verflossenen Woche fand sich der Wagen * Feldmarschalls nicht vor dem Reiaͤstagsge⸗ aude, als er dasselbe verließ. Graf Moltke nahm uher eine Droschke erster Güke, die ihn bis zu dem Generalstabsgebäude brachte. Graf Moltke tieg aus und wollte eben dem Drojchkenkutscher die verdiente Mark hinreichen, als dieser schon fort sauste, indem er im Umdrehen zurückrief: „War ir eine große Ehte, Herr Feldmarjschall!“ Moltike hatte das Nachsehen; indessen gehört er zu den Fenigen Fahrgästen in Berlin, die sich von dem Zutscher eine Marke beim Einsteigen geben lassen, zuch hierin sich genau an die „Vorschriften“ haltend. An der Hand dieser Marke ließ nun Moltke den Droschkenkutscher ausmitteln und übersandte ihm vor seiner Abreise nach der Riviera seine Photo— graphie mit der Aufschrift: „Seinem Droschken⸗ uhrer.“ J Ges Kindes Engel.) Eine erschütternde Sene spielte sich vor 3 Tagen in Berlin in Bülowstraße ab. Das etwa drei Jahre alte cZöhnchen der Schuhmacherswittwe K. hatte sich, ue Unsitte älterer nachahmend, an einen des Weges dommenden Rollwagen angehängt, um eine Strecke mitzufahren. Da die Pferde im Schritt gingen, jo achtete Niemand auf den kleinen Wagehals. An der Ecke der Culmstraße machte auf einmal der — V im besser umbiegen zu können. Durch den plötz— uchen Ruck verlor der Kleine seinen Halt und fiel zufs Pflaster. Da er sich nicht sogleich wieder er—⸗ seben konnte, so gerieth er unter der Wagen, und dinterrad und Vorderrad gingen über ihn weg. Währenddem stand die Mutter des Kindes, von Fntfetzen gelähmt, nicht weit davon und sah hände⸗ tingend und jammernd dem grausigen Schauspiel zu. Vorübergehende riefen den Kutscher an, zu halten, allein das Gerassel des schweren Wagens aͤbertönte ihre Stimme. Der Kutscher, der nichts gehört und nichts bemerkt hatte, peitschte jetzt seine sferde, dieselben zogen an, wieder vorwärts, und che Jemand hinabspringen und das Kind wegreißen tonnte, gingen zum zweiten Male die Räber des Wagens, der jetzt in die Culmstraße einbsg, über den Knaben hinweg. Einige Passanten sprangen aun hinzu und hoben das verunglückte kleine Wesen empor, nicht anders vermeinend, als daß ihm jedes Glied im Leibe zermalmt sei. Wie erstaunt waren sie daher, als sie bemerkten, daß der Knabe allem äußern Anschein nach unverletzt davon gekommen war: die Räder des Wagens waren nur über die leider des Kindes hinweggegangen, ohne den örper desselben zu berühren. Man brachte den stnaben seiner Mutter, die weinend und überglücklich den „nichtsnutzigen Jungen“ in ihre Arme ichloß uind mit ihm davon eilte. FWien, 10. März. Eine für die kirchlichen FEhefragen in ganz Europa prinzipiell bedeut⸗ jame Mittheilung kommt aus Rom: Papst Leo soll einer Katholikin in Paris, Fräulein Blanche ECastrone, Tochter der Gesangsprofessorin Marchesi, Dispens extheilt haben zur kirchlichen Trauung mit Baron Alexander Popper aus Wien, der Jude ist, ohne einen Religionswechsel. Die Kaiserin Eugenie hat ein Buch über Erinnerungen aus ihrem Leben geschrieben, welches diese Ostern erscheinen soll und viel Inte⸗ xessantes enthalten wird. fParis, 11. März. Das meteorologische vureau des „New⸗Hork Herald' meldet, daß ein zeftiger Wirbelsturm, dessen Mittelpunkt heute bei Halisax lag, sich über den Atlantischen Ocean be— wegt; derselbe werde wahrscheinlich gegen den 14. bis 16. die Küsten von Gioßbritannien, Frankreich und Norwegen erreichen. fGOer Romanseines Mörders.) Ver. Jangenen Montag begann vor den Pariser Ge— horenen der Sensationsprozeß, betreffend die Etmordung der Mutter der beiden Ballerich durch inen gewissen Jahrmarkt ˖ Herlules Gamahut und eine Spießgenossen. Jetzt erfährt man, daß der vilde Chef der Diebsbande vor acht Jahren als D Trappisten⸗Pater in der Grande⸗Trappe aufge— iommen wurde und den Klosternamen P. Triburce We Schon zwei Monate später riß er aber —9* irrte den Sommer und Herbst über herum, e im Winter reuig in die Klausur zurück und Ehm nach überstandenen Bußübungen den Namen Sanislas, unter welchem er, sobald der Lenz ieder ins Land kam, sich von Neuem, diesmal definitid, aus dem Staube machte. Das Kloster⸗ seben mit seinen Kasteiungen war für den von draft, Gesundheit und Ausgelassenheit strotzenden soloß offendar nicht geschaffen. Aus dem Gefäng⸗ niß richtet nun Gamahut ein langes Schreiben an den Abt der Grande-Trappe, P. Thimothee, stellt sich dem frommen Mann als der Novize 1876, den eine Tante an die Klosterpforte geführt hatte, als der P. Triburce und Stanislas vor, der durch ieine Streiche die Ordensbrüder betrübt hat, schil⸗ dert sein Elend, seine ungestüme Jugend, seine Charakterschwäche, und hofft, seine einstigen Brüder verden sich seiner in ihren Gebeten erinnern. Er derspricht, als reuiger Christ zu sterben, wenn er um Tode verurtheitt wird, und rechtschaffen seine zchuld abzubüßen, falls er am Leben gelassen würde. („Der Mann von Sedan“.) Die Be. vohner der Stadt Sedan werden jetzt burch die Darstellung eines Theaterstücks erfreut, das nach den mächtigen Affichen „200mal mit großem Er— jolg in Brüssel aufgeführt worden ist“: „Der Maäann von Sedan oder die Märtyrer des Despo— ismus iu 5 Tableaurx“. Leztztere betiteln sich: das Schwert des Koisers; Die Opfer des 2. Dezember; 1870; Bazeilles; Die letzte Cartouche; In Belgien; Die Tyrannen rerfluchen, heißt die NRationen segnenn Die Uebergabe von Meetz; Die Republik, die Welt erleuchtend und den Mann von Scdan niederschmetternd. Unter den Personen figurirt „das Schattenbild Napoleons“. der Zulauf zum Theater ist groß. DerTodeines Heuden. Der Special— rorrespondent des „Daily Telegraph“, Herr Bur— leigh. beschreibt die Art, wie der tapfere Oberst Burnabay in der Schlacht von Abuklea seinen Tod zefunden hat, auf folgende Weise: „Oberst Bur— nabay, dessen ganzes Thun ich in einer Entfernung »on etwa 830 Yards beobachten konnte, ritt zur Front im Rücken der linken Flanke, dem Anschein dach, um zwei oder drei unserer Tirailleurs beizu— tehen, welche hart gedrängt auf das Carr zuliefen Ich glaube, es gelang Allen, bis auf einen Mann,. asselbe zu erreichen. Burnabay ritt mit dem Zäbel in der Faust zu diesem, um ihm zu helfen. Er sagte zu mir, daß er sein doppelläufiges Gewehr, hon dem er bei El⸗Teb gegen die Hadendowas so zut Gebrauch gemacht hatte, seinem Diener zu ragen gegeben habe. Uebrigens war Burnabay einer der schönsten Männer der britischen Armee, dabei eine wahre Hünengestalt von über 6 Fuß Höhe. Als der furchtlose Oberst auf einem ge—⸗ ‚orgten Gaul — denn sein eigenes Pferd war am Morgen erschossen worden — vorwärts sprengte, tellte er sich einem Scheikh entgegen, der zu Pferde attakirte. Ehe der Araber herankam, strechkte lenselben eine Kugel von Einem aus unseren Reihen odt zu Boden. Die Speermänner des Feindes varen hart hinterdrein und einer stürzte auf Bur—⸗ abay los, indem er die lange Spitze seines Speeres jegen seinen Hals richtete. Sein Pferd anhaltend ind langsam mit demselben zurücweichend, lehnte ich Burnabay im Sattel nach vorne und parirte die raschen und wilden Stöße des Moslems, aber die ränge des feindlichen Speeres — acht Fuß machte — s8 ihm unmöglich, die mörderische Absicht des Ara⸗ zers mit Wucht zu erwidern. Ein⸗ oder zweimal zerührte der Oberst den Feind, aber nur um ihn noch hitziger zu machen. Die ganze Affaire war rur das Werk von drei oder vier Secunden, denn zie wilden Negerhorden von Kordofan und die Araber der Bajuda⸗Steppe mit ihren braunen Ge— ichtern waren bald hart an unserem Carré. Bur⸗ nabay focht wacker, gerade wie in einer Fechtschule, ind ein Lächeln schwebte auf seinen Zügen, als er die püthenden Stöße seines Feindes abwehrte. Di e Scene war mit einem Blick zu übersehen. Ein Araber, der einen der britischen Soldaten verfolgte, var fünf Schritie zu Burnabay's Rechten und in einem Rücken vorbeipassirt, als er sich mit einem lötzlichen Sprunge wandte und dem Obersten die Zpitze seines Speeres in die Schulter stieß. Es var“ nur eine leichte Wunde, aber sie reichte hin, daß sich Burnabay in seinem Sattel umwandte, um sich vor diesem unerwarteten Angriff zu ver⸗ heidigen. Bevor der Araber seinen Stoß wieder⸗ holen konnte — so nahe war die jetzt folgende Scene — sprang ein Soldat von der Front her⸗ hor und raunte dem zweiten Angreifer sein Schwert⸗ »ajonet durch den Leib. Als der Engländer seine Waffe zurückzog, drehte sich der wilde Araber um ind suchte ihn zu erreichen. Die Anstrengung var jedoch selbst für seinen wüthenden Christenhaß zu groß, der Rebell wankte und fiel. So kurz Burnabay's Blick rückwärts auf diese fatale Episode war, so war er doch lang genug, um den ersten Araber in Stand zu srtzen, seinen Speer mit voller Zraft in den Hals des tapferen Offiziers zu stoßen. Der Stich warf Burnabay aus dem Sattel, aber s war noch ein zweiter nothwendig, daß er die Zügel losließ und zu Boden stürzte. Ein halbes Dutzend Araber war sogleich um ihn. Trotz des in Ströhmen aus seinem durchbohrten Halse quellenden Blutes sprang der unerschrockene Offizier uuf und hieb mit dem Säbel in der Faust auf die vilde Gruppe ein. Es maren die wüthenden Ztreiche eines tapferen, schwer verwundeten Man⸗ nes, aber er wurde bald überwältigt und stürzte im letzten Todeskampfe zu Boden. Der helden⸗ müthige Soldat, welcher ihm zu Hülfe gekommen war, ist, wie ich fürchte, im Handgemenge ebenfalls erschlagen worden, denn obschon ich auf ihn Acht zab, sah ich ihn doch nicht mehr auf seinen Platz in den Reihen zurückkehren. Marktberichte. e Ensheim, 12. März. (Viktualienmarkt.) Butter »er!/2 Kilo 1 M. 10 Pf., Eier per Dutzend 70 Pf., Frühkartoffeln per 50 Kilo 5 M. 20 Pf. Zweibrücken, 12. März. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualienmartt.) Weizen O M. — Pf., Korn O M. — pf. Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Pf. A — m. — Pf. Mischfrucht 0 M. — Pf., Hafer 8 M. 07 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken 8 M. — Pf., Heu 3 M. — Pf., Stroh J Qual 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 75 Pf., Weißbrod 1/3 Kilo 51 Pf., Kornbrod 8 Kilo 62 Pf., Gemischtbrod 8 Kils 77 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ Jeisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf., Butter ,3 Kilogr. O M. 95 Pi. Homburg, 11. März. (Fruchtmittelpreis und Vittua⸗ lienmarkt, Weizen 9 M. 50 Pf., Korn 7 M. 80 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Gerste dreihige O M. — Pf., Gecste A4reihige O M. — Pf., hafer 7 M. 67 Pf., Mischfrucht 8 M. 45 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 33 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleishh — Pf. Rindfleisch 530 Pf., Kalbfleisch 530 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch 4«6 Pf., Butter 1 Pfund O M. 98 Pf., Zartoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf. Kaiserslautern, 10. März. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt. Weizen 9 Mtk. 05 Pf., Korn 8 M. o9 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6 M. 47 pf., Berste 8 M. 50 Pf., Hafer 7 M. 83 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken 0 M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗ samen — M. — vfsf. Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pf., 3 Pfd. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 38 Pf., Butter pro Pfd. O M. 88 Pf., Eier per Dtzd. 72 Pf., Kartoffeln per Zentner 1M. 75 Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 50 Pf., II. Qual. 2 M. 20 Pf., Heu vro CEtr. 3 M. — pjf. stleeheu 0O M. — Pf. * Demetz. Fur die Redaktion verantwortlib·⸗ Jittlinger Ziehung verschöben auf 31. Müärz! E⸗ ist leider zur traurigen Thatsache ge— worden, daß erst dann das Publikum sich Loose kauft, nachdem die Ziehung verschiedene Male verschoben war. Durch dieses Zu— warten mit dem Ankaufe von Loosen ist aber das Unternehmen gezwungen wiederholt zu yerschieben. Die Tittlinger kath. Kirchenbau⸗-Lotterie spielt bei der kleinen Anzahl von 225,000 Loosen bereits 11,000 baare Geldge⸗ winne in der angesehenen Höhe von 151,500 M. mit Haupttreffern von 60.000 Mark, 30,000 M., 5000 M. und vielen anderen Mittelgewinnen aus und ist somit günstiger in ihren Chancen als die meisten bisherigen Lotterien. Unterzeichnete Kirchenbderwaltung gibt nun bekannt, daß die Ziehung der Tittlinger kath. stirchenbau⸗Lotterie endgiltig auf 31. März oerschoben und unter allen Umständen unter notarieller Leitung im nördlichen Schrannen⸗ pavillon zu München stattfinden wird. Mögen deßhalb Viele durch Ankauf von Tittlinger Loosen 22 Mark das schöne Unter⸗- nehmen fördern helfen. Tittling, den 14. März 1885. Die kath. Kirchenverwaltung: M. Muggenthaler, Pfarrer, Vorstand. Die Gewinnziehung der kathol. Kirchenbau⸗ „Lotlerie Tittling wurde, um den Rest der Loose 'noch vollständig auszuverkaufen, auf 14 Tage verschoben und findet dieselbe nun Dienstag den 31. März zu München unter notarieller Leitung statt. Wie uns die Kirchenverwaltung versichert, ist ein weiterer Verschub vollständig und „unter allen Umständen ausgeschlossen.“ ungen soll diese Truppe da, wo sie bereits auf— rat, viel Beifall gefunden haben; namentlich soll er Feuer⸗Insulaner wegen seiner echten Täto— virung, die er von der Stirne bis zur Nase trägt, owie wegen seiner Feuerleistungen eine die Auf— merksamkeit in vollem Maße erregende Erscheinung ein. Da man jetzt ohnedies für jenen Erdtheil illenthalben viel Interesse bekundet, weil bald zu den dunklen Söhnen desselben von deutscher Hand »as Banner der Zivilisation hineingetragen werden oll, so dürfte es sich empfehlen, mit diesem merk— vürdigen Volksstamm einmal in der angekündigten gorstellung von Angesicht zu Angesicht Bekannt- chaft zu machen. Amberg. Euer Wohlgeboren! Auf Ihr werthes Schreiben kanh ich berichten: Ich litt an Schwindel und Kopfweh, sown an Verfiopfung. Ich nehme nun schon über J1 Jahr jeden weiten Tag Äbends eine Apotheker R. Brandt's Schweije pille (erhältlich a Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) und habe folgenden Tag ordentlichen Stuhlgang, den Tag du rauf keinen. Schwindel und Kopfweh find gänzlich ge vichen und habe immer guten Appetit. Hochachtung Appil rath Schuch, 84 Jahre alt. Man aͤchte genau darauf, daß jede Schachtel als Et. quett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Ramens ug R. Brandi's trägt. (Eingesandt.) Wie aus heutiger Anzeige er⸗ sichtlich, gibt nächsten Sonntag und, Montag eine AfrikanerTruppe im Oberhauser'schen Saale Vorstellungen. Nach verschiedenen Mitthei⸗ r 1 * Vorläufige Anzeige. X Ingbert. ZM eELSSnAIe hier. gt. Ingbert. Sonntag und Montag, den 15. und 16. März im Caffe Oberhauser. Frstes Auftreten der Afrikaner Truppe unter Leitung der Miss Nicklaus. Auftreten 3Z verschiedener Völkerstämme in ihren heimathlichen Sitten und Gebräuchen. Auftreten des gefährlichen Feuer-⸗Insulaners. Anfang der Vorstellungen: Sonntag L Vorstellung Nachmittags 4 Uhr. II. Vorstellung (Hauptvorstellung) Abends 8 Uhr. Montag Abend um7 Uhr. Preise der Plätze: s. Platz 80 Pfg. I. Platz 30 Pifg. Die Musik wird ausgeführt von einer hiesigen Kapelle. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Miss NicklIaus- apeten neueste Muster, unglaublich wunderbar billig. Musterkarten versenden wir auf Wunsch franco und umsonst; aber nicht an Tape- ierer. nicht an Tapetenhândler nicht an Wiederverkaufer, sondern nur eee ust oht moelich, aut diese unglaub- sich billigen Preise und ausgezeichnet schône Waare noch Rabatt hewilligen zu können. Man vergleiche und lasse sich von Niemand beeinflussen!! Ronnert Fahnenfabri , RBoum a. Rh. Ohne jeden — Verschub incdet a n Dĩenstag den *aär7 — die Gewinnziehung unserer kirchenbau⸗ Fotterie unter notarieller Leitung statt. Tittling, 14. März 1885. die kath. kirhhenvermaliung. M. Muggenthaler, Pfr. u. Vorst. Fast verschenkt. Oas von der Massaverwaltung der rallirten, großen Vereinigten Britania ãlber⸗Fabrik Ubernommene Riesenlager wird wegen eingegangenen, großen Zah lungsverpflichtungen und baldigster Rän mun der Lokalitäten ASunm 78 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, daher also: Fast verschentt. 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Stahlklingen, 3 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiselöffel schwerster Qualität, 6 Stück Britaniasilber Kaffeelöffel, massive Qualität, 6 Stück Britaniasil ber Theelöffel, feinste Oualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, 1 Stück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniafilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stück Britaniasilber Tafelleuchier, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde fur die ieinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen Ue nur fünfzehn Mark. » Geehrte Aufträge werden gegen Nadh— nahue (Postvorschuß) oder vorherige GBeideinsendung, so iange der Vorrath zeicht, effeltuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. Si1Iberbers, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. NB. 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TII. — — Hierzu als Beilage Igemeiner Auzeiget ñ aAbnigreich Bahern RNr, 190 Pafe Oberhauser. rc., Aic lacket zu 20 Pf. stets fruch de Druck und Verlag von F. x. Demeß in St. ZInabert. be nd a⸗ at⸗ J. — v *4 * F — CM 9 —9 * 9 24 ech I 4 V — T 53 9— 5 —535 9 5 4— 83 — 52 — —3 —2 —— —E8 8 — — —38 A —2 * 4 3M8 J V 4186 3* —J7589— —— * — I Mer. * 9— 8 —5328 * —* ** — — ⏑—⏑— — 54* 7 3* * * —3— . * 7— —I ö * F 4 —328 7 — yAL —54 5919 1* Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltun ge zlalt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1AM 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.A 7SBs A, einschließli d ⸗Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solche; auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18h, Reclamen 30 H. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — — ö M 33. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. München, 18. März. In der gestrigen tismarck⸗ Feier von Korpsstudenten u. s. w. wurde olgendes Telegramm an den Kanzier gesandt: Dem großen Kanzler des deutschen Reiches bringen Tausend Korpsstudenten und Korpsphilister zur borfeier seines 70. Geburtsfestes vereinigt ein be—⸗ zeistertes Hoch. Lange leuchte noch sein Stern dem deutschen Vaterland. Im Namen des präsidirenden dorps „Frankonia“ Rudel, 8tud. jur.“ Darauf ist im Laufe des Abends folgende Ant⸗ vort eingetroffen: „Mit verbindlichem Dank für freundliche Begrüßung wünsche jedem der tausend dommilitonen seiner Zeit einen fröhlichen 70. Ge⸗ hurtstag. v. Bismarck.“ Auslaud. Paris, 13. März. In den hiesigen diplo⸗ natischen Kreisen wird, authentischen Informationen wuus London und Petersburg zufolge, an der Ueber⸗ eugung festgehalten, daß der russisch⸗englische Con⸗ dült eine friedliche Lösung finden wird. Bei dem gestrigen diplomatischen Empfange im Auswärtigen Amte hat Ferry mehreren Botschaftern bezügliche ehr beruhigend lautende Depeschen des franzoslischen hotschafters in Petersburg mitgetheilt. London, 12. März. Die Börse war gestern und heute panikartig bewegt. Es herrscht absolute heschaftsflaue, weil man annimmt, daß England, wenn der Krieg mit Rußland einmal erklärt würde, enischlossen sei, denselben nicht in Afghanistan zu wtalisiren, sondern die Flotte nach Kronstadt sen⸗ den, bezw. mit dem Sultan einen Vertrag wegen des Schwarzen Meeres abschließen würde. Lokale und pfälzische Nachrichten. P St. Ingbert, 15. März. Im pfälzischen Vollsblatte Nr. 64 vom 6. Mäarz erschien ein Ar ilel aus hiesiger Stadt über die don einer schweizer besellschafi am hiesigen Orte zu errichtenden Spinnerei, er den Zweck haben soll, dem Unternehmen ent⸗ gegen zu arbeiten, welchem von fast sämmtlichen Jiesigen Einwohnern das größte Interesse entgegen zebracht wird. Thatsächlich fehlt es, wie der Artikel zugibt, inem Theil der arbeitenden Bevölkerung St. Ing- )erts an lohnendem Verdienst und hat unser Stadi⸗ rath in richtiger Würdigung dieser Verhältnisse, die ich bietende Gelegenheit ergriffen, der gedachten Spinnerei den Bauplatz unenigeldlich zur Verfügung u stellen, damit das betreffende Elablissement St Ingbert gesichett und dadurch wenigstens einem beiteren Theil der Bevölkerung neuer Verdienst zu⸗ eführt werde. Die Herren Shuler — Schmid aben dem Stadtrath gegenuüber die bestimmte Er⸗ arung abgegeben, sogleich die Einrichtung für 0, 000 Spindeln zu reffen und somit Beschaftig ung für circa 70 Arbeiter vorerst zu schaffen. So— dold aber die Montage der ersten 5000 Spindeln brendet ist, beginnt der Betrieb derselben mit circa 30 bis 35 Arbeiler, wahrend die Montage der ibrigen 5000 Spindeln ununterbrochen fortgesetzt and die zuerst angegebene Zahl von 70 zu Thätig⸗ eit gelangt. „Es ist selbstverständlich auch einer Spinnerei bensowenig, wie jedem anderen industriellen Unter⸗ iehmen, moöglich, sofort mit hunderten von Arbeitern u beginnen und muß sich dieselbe erst nach und Sonntag, 15. März 1885. aach entwickeln. Bei dem hier in Frage kommenden Unternehmen nun, ist hauptsächlich zu berücksichtigen, »aß dasselbe seine Kundschaft mitbringt, folglich ür seine Produkte vollen Absatz hat, umsomehr als die Herren Schuler — Schmid nur jene feineren Barnnummern erzeugen, die bisher in Deuischland nicht angefertigt wurden, woraus mit Sicherheit bzusehen ist, daß die hier zur Arbeit gelangenden deute dauernde Beschäftigung finden. Ueber die spätere Ausdehnung des Werkes läßt ich heute ein Urtheil nicht wohl fällen. Wenn nan aber von anderen Orten, wo Spinnereien entstunden auf St. Ingbert rückschließen darf, so ann wohl angenommen werden, daß in absehbarer Zeit außer der Vergrößerung der Spinnerei selbst nuch Weberei und Zwirnerei eutstehen werden Durch die Bedürfnisse neu entstehender Werke er⸗ solgt ficher eine Ausdehnung der Vorhandenen und eine dementsprechende größere Beschäftigung und Nachfrage nach Arbeitskräften. Mit der Nachfrage wächst auch der Preis der Waare, in vorliegendem Falle also der Verdienst der Arbeiter. Vorzugsweise werden in der Spinnerei Frauen und Mädchen zur Beschäftigung gelangen und wird allerdings der Anfangslohn kein sehr großer sein, da ein längeres Anlernen, besonders für die feineren ßarne noͤthig ist und der Fabrikant in erster Zeit icher ein größeres Quantum nicht gut abzusetzender Waare erhält. Die Fabrik kann also selbst bei ziesen niederen Anfangslöhnen einen Vortheil nicht jaben und wird in Folge dessen von selbst ge⸗ wungen, tüchtige angelernte Kräfte zu erhalien ind entsprechend zu bezahlen um eine Waare liefern zu können, deren Qualität jener des Auslandes entspricht. Gerade das Anlernen schließt die von dem TForrespondenten des pfälzischen Volksblattes ge⸗ ürchtete gegenseitige Concurrenz decr vielen hundert Jungfrauen von St. Ingbert aus und wird sich ein Arbeitslohn von selbst entwickeln, welcher der nöthigen größeren Fertigkeit der Arbeiterinnen entspricht. Die weitere Befürchtung, daß durch Beschäftig— ung von Frauen und Madchen der Lohn der männ⸗ ichen Arbeiter, ja sogar die Summe der von einer Familie verdienten Löhne, kleiner sein soll, als jener, den der Mann bisher für sich allein bezog, ist, ge⸗ inde ausgedrückt, unverständlich, da es keinem Arbeitgeber einfallen kann, die Lohnhöhe seinet deute je nach der Beschäftigung ihrer Familienan— zehötigen zu normiren, weil sich eben die Höhe des dohnsatzes nur nach der Nachfrage nach Arbeit cichtet und von sonst überhaupt Nichts abhängig st. Als Beweis gegen vorstehende Befürchtung kann angeführt werden, daß Fabriken in Pirmasens, ebenso in Forbach ⁊c. Familien beschäftigen, welche ein monatliches Einkommen von weit über 300 Mark beziehen. Bezuüglich der Arbeitszeit in der geplanten Fabrik jat Herr Schuler mit Bestimmtheit versichert, daß Nachtarbeit nicht stattfände, schon aus Rücksicht auf die Schwierigkeit, welche die Herstellung der feinen Barnnummer mit sich bringe, und wird daher die Befürchtung, daß durch die Nachtarbeit die Moral geschadigt werde — wenn dies überhaupt der Fall — vorweg hinfällig. Aber auch wenn die Nacht⸗ arbeit stattfände, wird das Standesregister später ein Sinken der Moral nicht nachweisen, wenn man bon anderen Orten wo Frauenarbeit stattfindet auf St. Ingbert Rückschlüsse machen darf. 20. Jahrg. In sänitärer Beziehung wird die Spinnerei auf unsere weiblichen Arbeiter nicht ohne gunstigen Finfluß bleiben, da die darin beschäftigien Leute n gut ventilirten Räumen Aufenthalt finden, der edenfalls der Gesundheit derselben zuträglicher sein vird, als jener in den engen Wohnungen. Außer⸗ )»em werden diese Mädchen an Ordnung und Ar⸗ zeitsamkeit gewöhnt, tauglicher in ihren späteren Beruf als Hausfrau eintreten. Die von dem Gemeinderathe genehmigte Mari⸗ malsumme zum Ankauf von Ländereien belrägt nicht vie der Artikel sagt, 15 bis 20,000 Mark, sondern nach Aussage des Herrn Bürgermeisters Mk. 12,000 ind hat somit der Correspondent aus falscher Quelle geschöpft. Auch wir wünschen mit ihm, daß es der Stadt⸗ »erwaltung möglich würde, größere Unternehmungen ür Beschäftigung männlicher Arbeiter hierherzu⸗ zringen, aber ohne dabei die jetzt günstige Ge⸗ egenheit für Frauenarbeit außer Acht zu lassen. Was nun die in den drei letzten Jahren hier intstandenen kleineren Fabriken belrifft, ist es selbst⸗ verständlich, daß dieselben nicht in der Lage waren »en Wohlstand von St. Ingbert zu heben und oͤnnen dies auch größere, hinzukommenden Werke merklich so lange nicht, bis hinreichende Beschäftig⸗ ung für Alle gefunden. Es muß deshalb Jeder, auch der kleinste Unter⸗ niehmer, der Arbeit bietet, mit Freuden begrüßt verden, damit wir endlich dahin kommen, Alle zu veschäftigen. Erst dann, wenn ziemlich Alle Arbeit jefunden, wird der Lohn der Arbeit sieigen, dann erst der Wohlstand anfangen sich merklich zu heben uind wir werden schließlich dort angelangt sein, wo etzt jeder ehrlich und aufrichtig Denkende hinstrebt, aämlich: Verkehr und Umschlag durch die Industrie zu schaffen, da der Ackerbau dies hier nicht —X— Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die Unter⸗ handlungen mit der Firma Schuler —Schmid zu einem günstigen Abschluß führen werden und daß alle, denen das Wohl St. Ingberts und dessen Arbeiterbevölkerung am Herzen liegt, dazu beitragen, die vorhandenen Schwierigkeiten zu beseitigen um das Unternehmen St. Ingbert zu sichern. — Zweibrücken, 12. März. In den Schwurgerichts Sitzungen des 1. Quartals 1885 lommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) Am 16. März, Vormittags 8 Uhr: Peter Dick, 24 Jahre alt, Steinabrichter von Föckelberg, wegen Münzverbrechen. 2) Am 16. März, Nachmittags 3 Uhr: VLudwig Cornicius, 19 Jahre alt, Kellner don Speyer, wegen Brandstiftung. 8) Am 17. März, Vormittags 8 Uhr: Ludwig Werling J., 39 Jahre alt, Ackerer aus Hatzenbühl, wegen Todtschlags. 4) Am 18. März, Vormittags 8 ilhr: Michael Bläite, 23 Jahre alt, Ackerer von Rödersheim, wegen Nothzuchtsversuchs. 5) Am 19. März, Vormittags 8 Uhr: 1) Gustav Wolf, 43 Jahre alt, Tapezier; 2) Salomea Sicius, 39 Jahre alt, Ehefrau von Gust. Wolf, beide in Kai⸗ serslautern, wegen betrügerischen Bankerutts. — Die Bismarckspende im ganzen Kanton Frankenthal mit Ausnahme der Gemeinde Ldambsheim hat 1367 Mk. 62 Ppf. ergeben, da⸗ runter 992 Mk. 10Pf. aus der Stadt Frankenthal. — Speyer, 12. März. Der Siadtrath hat das Projelt, einen Saalbau oberhalb der Frucht⸗ jalle zu errichten, mit allen gegen drei Stimmen jenehmigt. — Die Sammlung für die Bismarck⸗ spende ergab hier 1220 Mk., die sich auf 950 Beber vertheilen. Die Listen sind noch nicht ab— zeschlossen und man hofft, daß sich dieser Betrag noch wesentlich steigern werde. AInzahl höherer Offiziere sowie fast sämmtliche Offi⸗ iere des 105. Regiments erwarteten zu Pferde den Prinzen am Ruprechtsauer Thor in Straßburg und jaben demselben noch eine Strecke weit das Geleit. F Bremen, 10. März. Die Familie eines siesigen Großkaufmanns ist mit einem seltenen dindersegen beglückt worden: sie ist innerhalb einer Woche um vier Söhne gewachsen. Während die Nutter den Vater mit gesunden Zwillingen be⸗ chenkte, sorgten die beiden ältesten Töchter für erneren Zuwachs, indem sie durch ihre Verlobung dem Hause zwei Schwiegersöhne zuführten. Doppel⸗ aufe und Doppelhochzeit sollen an einem Tage sein. F(Aus Dänemark.) Eine bäuerliche Fa— nilie im Kirchspiel Skovby bei Bogensee traf kürzlich das harte Schicksal, fünf Kinder nach kurzem Zrankenlager an Diphtheritis zu verlieren. Die dinder, im Alter von 2—15 Jahren, wurden auf dem Kirchhofe in Skovby in einem gemeinsamen — — Frabe beerdigt. Das älteste der Kinder diente be einem Landmann, kam krank nach Hause und wur zen die vier Geschwister von demselben angesteck. Die unglücklichen Eltern haben jetzt noch ein Kind im Leben. — — — — daktion verantrrort“F. X. Demeß. ö Vermischtes. (Aus Baden.) Der Waldhüter Guggen⸗ hahn in Mülben wurde durch einen traurigen Un— fall in Trauer gesetzt. Seine zwölfjährige Tochter und der jüngere Sohn hatten von der Wand ein geladenes Gewehr genommen und an das mit leinem Zündhütchen versehene Gewehr ein brennen⸗ des Zündholz gehalten. Das Gewehr entilud sich und die Tochter sank entseelt zu Boden. F Prinz Friedrich August von Sachsen hat Montag Vormittag um 9 Uhr von Straßburg aus zu Pferde unter strömendem Regen die Heim⸗ reise nach Dresden angetreten, wo er in 14 Tagen oder 3 Wochen einzutreffen gedenkt. Eine große München, 15. März 1885. Wie wir ber. nehmen, kann die Ziehung der Kaiserslauterer Ldotterie am 186. dieß nicht stattfinden, da in Folge der Concurrenz in⸗ und ausländischer (Ulmey dotterien die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von doosen nicht abgesetzt werden konnte. Der Ziehungz. ag ist nunmehr endgültig auf Mittwoh, den 10. Juni d. J. festgesetzt. Die Lot— zerie ist die vortheilhafteste unter ähnlichen Unter— rehmungen, indem von 20000 Geldgewinnsten — »9hne Abzug — im Betrage von 125000 Mar nuf 10 Loose bereits 1 Gewinn fällt. e uhe M¶gWdttzÄÑ̊ÑñôMieedce Wc ô OBSSa Mobiliar⸗ und Im— mobiliarversteigerung. Samstag, d. 14. März von Nachmittags 4 Uhr ab DDI Danksagung. Samstag, den 21. Maärz 1885, Vormittags 9 Uhr, zu Schüren, Stadtgemeinde St. Ingbert, in seiner Wohnung, läßt Johann Nau, Ziegler, allda wohnhaft, öffentlich auf Eigenthum ver⸗ steigern: Steuergemeinde St. Ingbert: a. Wiesenland: 2 ha 51a 40 qm in 14 Par-⸗ zellen. b. Ackerland: 3 ha 17 a 60 qm in 15 Par—-⸗ ellen. Unmittelbar nach dieser Versteiger⸗ uing, am angegebenen Orie, werden auf Anstehen des genannten Johann Nau öffentlich auf Credit ver⸗ teigert: 2 Pferde, 2 Kühe, 2 zweispän⸗ nige Wägen, 2 einspännige ditto, 2 Hackenpflüge, 1 Patentpflug, llanger Pflug, 2eiserne Eggen, dhölzerne Egge, 2 Heuleitern, 100 Ctr. Kartoffeln, 50 Ctr. Heu, 40 CEtr. Stroh u. s. w. St. Inabert, den 12. März 1885. LBRTeæen, k. Notar. Für die große Theilnahme an dem Leichenbegängnisse meines innigst geliebten Kindes Cafe Oberhausee. O Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheinische Trauben-Brusft-Honig st unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- kastel bei Apothecker Diedenhofer. Jos ph, sowie für die reichen Blumenspenden danke ich herzlich. E. I. Abel. St. Ingbert, den 14. März 1885. Geschäfts-Empfehlung. Das Bettfedern-Lager Harry Unna in Altiona oersendet zollfrei gegen Rachnahme nicht unter 10 Pfund) gute neue Bettfedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte für 1M. 25 Pfg., Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei Abnahme v. 50 Pfd. 5Ct. Rabatt. Einem geehrten Publikum von hier und Umgegend zeige ergebenst an, daß ich unterm heutigen das Hellenthal'sche Haus und Geschäft hier läuf lich übernommen habe und die bisher dort betriebene Gastwirthschaft, Bäckerei und Krämerei auch weiter fortführen werde. Es wird mein Bestreben sein durch ein Lager in soliden Waaren, gut: Speisen und Getränke meiner geehrten Kundschaft aufwarten zu können und deren Zufriedenheit zu erlangen. Zugleich mache die ergebenste Mittheilung, daß morgen, Sonntag, den 15. Rärz. bei Eröstnung meiner Wirthscharst Grostes Concer mit freiem Zutritt statifindet, wozu höflichst einladet M. Bohnerth. Amerika. Ich befördere Passagiere mi der Rd-Star-Line ab Ant⸗ werpen bis New⸗York zu 76 Mark oder ab Luxemburg bis New—⸗ HYort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. Hermanmu Laur, St. Ingbert. — — Hassel, 14. März 1885. Telegramm!! Tel gramm!! Brauerei Gebr. Becker JI. Weirich. Nur heute Samstag, 14. März Gast-Vorstellung der Komiker Gesellschaft genannt die . Wiener Jux-BRrüder. l Dame, 3 Herren. Direktion Th. Mannsfeld. Anfang 8 Uhr. Euntres frei. Vorläufige Anzeige. X Ingbert. ZVuMmM erGSnMBaIS hioB. X Ingbor t Sonntag und Montag, den 15. und 16. März im Caffe Oberhauser. Erstes Auftreten der Afrikaner Truppe unter Leitung der Miss Nicklaus Auftreten 3Z verschiedener Völkerstämme in ihren heimathlichen Sitten und Gebrauchen. Auftreten des gefährlichen Feuer⸗Insulaners. Anfang der Vorflellungen: Sonntag JL. Vorstellung Nachmittags 4 Uhr. II. Vorstellung (Hauptvorstellung) Abends 8 Uhr. Nontag Abend um7 Uhr. Preise der Plätze: J. Platz b0 Pfg. U. Platz 80 Pfg. Die Musik wird ausgeführt von einer hiesigen Kapelle. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein J Miss Niclzla us- BSierzu Illustrirtes Sonntagsblait Nr. 11. . T — GeTecenuste Foituur eutse lane 79 Tausend Abonnenten! u ageblatt nebst seinen werthvollen Separat-Beiblättern: Illustrirtes Witzblatt VDI IR?, belletr. Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle“, „Mitthei⸗ iungen über Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“ nebst „Industrieller Wegweiser““. Eine weitere Bereicherung des Inhalts hat das „B. T.“ erfahren indem es jetzt auch Montags mit der feuillet. Beilage „Der Zeitgeist“ erscheint. Diese Zeitschrift enthält einen hervorragenden Theil der Aufsätze des „Deutschen Montags⸗ Blatt“, das sich bekanntlich der Mitarbeiterschaft der bedeutendsten zeitge⸗ noͤssischen Schriftsteller erfreut. Das tägl. Feuilleton des „B. T.“ bringt die Romane und Novellen unserer ersten Autoren; im bevorstehenden Quartal erscheint in demselben ein sehr interessantes Werk, ein Bauern⸗ Roman aus dem Pfälzer Wasgau, des allbeliebten Erzählers unter dem IL Bedbee uzn Die Nonnensusel. Außerdem erscheint von Ende Mai ab im „Zeitgeist“ die neueste Novelle von Paul Heyse: „Simmlische und irdische fiebe“ —⏑—— Bei allen auf Wunsch Postanstalten Fur Mark —5 eobenummer d. Deutschen Reiches ratis u. franco. für das Vierteljahr Aprii, Mai, Nuni. Unter Berüdsichtigung des uͤberaus reichen und get' nenen Inhalts die billigste Zeitung Deutschlands. Druck und Neiftang nan J. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. r· n * * der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalr Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltun g giatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteliahrlich 1.4 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 ⸗ einschließin. i0 ñ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betrãgt bei Iuseraten aus der Pfalz 10 B., bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 , Neclamen 80 B. Bei 4maliger Einrücdung wird nur dreimalige berechnet. sJ. M 53. Sonntag, 15. März 1885. 20 Jahrg. z Politische Uebersicht. * Deutsches Reich. München, 18. März. In der gestrigen Bismarck⸗Feier von Korpsstudenten u. s. w. wurde olgendes Telegramm an den Kanzler gesandt: Dem großen Kanzler des deutschen Reiches bringen Tausend Korpsstudenten und Korpsphilister zur Vorfeier seines 70. Geburtsfestes vereinigt ein be— jeistertes Hoch. Lange leuchte noch sein Stern dem ʒeutschen Vaterland. Im Namen des präsidirenden dotps „Frankonia“ Rudel, stud. jur.“ Darauf ist im Laufe des Abends folgende Ant⸗ vort eingetroffen: „Mit verbindlichem Dank für reundliche Begrüßung wünsche jedem der tausend dommilitonen seiner Zeit einen fröhlichen 70. Ge⸗ burtstag. v. Bismarck.“ nach entwickeln. Bei dem hier in Frage kommenden Anternehmen nun, ist hauptfächlich zu berücksichtigen, daß dasselbe seine Kundjschaft mitbringt, folglich ür seine Produkte vollen AÄbsatz hat, umsomehr als Rie Herren Schuler — Schmid nur jene feineren Barnnummern erzeugen, die bisher in Deutschland nicht angefertigt wurden, woraus mit Sicherheit ibzusehen ist, daß die hier zur Arbeit gelangenden deute dauernde Beschäftigung finden. Ueber die spätere Ausdehnung des Werkes läßt ich heute ein Urtheil nicht wohl fällen. Wenn nan aber von anderen Orten, wo Spinnereien nntstunden auf St. Ingbert rüchschließen darf, so ann wohl angenommen werden, daß in absehbarer Zeit außer der Vergrößerung der Spinnerei selbst, uuch Weberei und Zwirnerei eutslehen werden. Ddurch die Bedürfnisse neu entstehender Werke et— olgt sicher eine Ausdehnung der Vorhandenen und ine dementsprechende größere Beschäftigung und Nachfrage nach Arbeitskräften. Mit der Nachfrage vächst auch der Preis der Waare, in vorliegendem Falle also der Verdienst der Arbeiter. Vorzugsweise werden in der Spinnerei Frauen und Mädchen zur Beschäftigung gelangen und wird allerdings der Anfangslohn kein sehr großer sein, )a ein längeres Anlernen, besonders für die feineren Barne noͤthig ist und der Fabrikant in erster Zeit iicher ein größeres Quantum nicht gut abzusetzender Waare erhält. Die Fabrik kann also selbst bei iesen niederen Anfangslöhnen einen Vortheil nicht jaben und wird in Folge dessen von selbst ge⸗ wungen, tüchtige angelernte Kräfte zu erhalien und entsprechend zu bezahlen um eine Waare liefern zu können, deren Qualität jener des Auslandes entspricht. Gerade das Anlernen schließt die von dem Forrespondenten des pfälzischen Volksblattes ge⸗ ürchtete gegenseitige Concurrenz decr vielen hundert Jungfrauen von St. Ingbert aus und wird sich ein Arbeitslohn von selbsi entwickeln, welcher der nöthigen größeren Fertigkeit der Arbeiterinnen entspricht. Die weitere Befürchtung, daß durch Beschäftig⸗ ung von Frauen und Madchen der Lohn der männñ⸗ lichen Arbeiter, ja sogar die Summe der von einer Familie verdienten Löhne, kleiner sein soll, als jener, den der Mann bisher für sich allein bezog, ist, ge⸗ inde ausgedrückt, unverständlich, da es keinem Arbeitgeber einfallen kann, die Lohnhöhe seiner deute je nach der Beschäftigung ihrer Familienan⸗ jehörigen zu normiren, weil sich eben die Höhe des dohnsatzes nur nach der Nachfrage nach Arbeit cichtet und von sonst überhaupt KHichts abhängig st. Als Beweis gegen vorstehende Befürchtung ann angeführt werden, daß Fabriken in Pirmasens. ebenso in Forbach ꝛc. Familien beschäftigen, welche ein monatliches Cinkommen von weit über 300 Mark beziehen. Bezüglich der Arbeitszeit in der geplanten Fabrik hat Herr Schuler mit Bestimmtheit versichert, daß Nachtarbeit nicht stattfünde, schon aus Rücksicht auf die Schwierigkeit, welche die Herstellung der feinen Barnnummer mit sich bringe, und wird daher die Befürchtung, daß durch die Nachtarbeit die Moral zeschädigt werde — wenn dies überhaupt der Fall — vorweg hinfällig. Aber auch wenn die Nacht⸗ arbeit stattfande, wird das Standesregister später ꝛein Sinken der Moral nicht nachweisen, wenn man don anderen Orten wo Frauenarbeit stattfindet auf S„t. Ingbert Rückschlüsse machen darf. In sänitärer Beziehung wird die Spinnerei auf unsere weiblichen Arbeiier nicht ohne günstigen Finfluß bleiben, da die darin beschäftigten Leute in gut ventilirten Räumen Aufenthalt finden, der jedenfalls der Gesundheit derselben zuträglicher sein wird, als jener in den engen Wohnungen. Außer⸗ dem werden diese Mädchen an Ordnung und Ar—⸗ heitsamkeit gewöhnt, tauglicher in ihren späteren Beruf als Hausfrau eintreten. Die von dem Gemeinderathe genehmigte Maxi⸗ nalsumme zum Ankauf von Ländereien beträgt nicht wie der Artikel sagt, 15 bis 20,000 Mark, sondern nach Aussage des Herrn Bürgermeisters Mi. 12,000 und hat somit der Correspondent aus falscher Quell⸗ neschöpft. Auch wir wünschen mit ihm, daß es der Stadt⸗ derwaltung möglich würde, größere Unternehmungen für Beschäftigung männlicher Arbeiter hierherzu⸗ bringen, aber ohne dabei die jetzt günstige Ge⸗ legenheit für Frauenarbeit außer Acht zu lassen. Was nun die in den drei letzten Jahren hier entstandenen kleineren Fabriken betrifft, ist es selbst⸗ zerständlich, daß dieselben nicht in der Lage waren »en Wohlstand dvon St. Ingbert zu heben und öonnen dies auch größere, hinzukommenden Werke merklich so lange nicht, bis hinteichende Beschäftig⸗ ung für Alle gefunden. Es muß deshalb Jeder, auch der kleinste Unter⸗ iehmer, der Arbeit bietet, mit Freuden begrüßt verden, damit wir endlich dahin kommen, Al⸗ zu peschäftigen. Erst dann, wenn ziemlich Alle Arbeit jefunden, wird der Lohn der Arbeit steigen, dann erst der Wohlstand anfangen sich merklich zu heben und wir werden schließlich dort angelangt sein, wo jetzt jeder ehrlich und aufrichtig Denkende hinstrebt, nämlich: Verkehr und Umschlag durch die Industrie zu schaffen, da der Äckerbau dies hier nicht vermag. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die Unter⸗ handlungen mit der Firma Schu ler⸗2Schmid zu einem günstigen Abschluß führen werden und daß alle, denen das Wohl St. Ingberts und dessen Arbeiterbevölkerung am Herzen liegt, dazu beitragen, die vorhandenen Schwierigkeiten zu beseitigen um as Unternehmen St. Ingbert zu sichern. — Zweibrücken, 12. März. In den Schwurgerichts · Sitzungen des 1. Quartals 1888 ommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) AUm 16. März, Vormittags 8 Uhr? Peter Dick, 24 Jahre alt, Steinabrichter von Föckelberg, wegen Münzverbrechen. 2) Am' 16. März, Nachmittags 3 Uhr: Ludwig Cornicius, 19 Jahre alt, Kellner bon Speyer, wegen Brandstiftung. 8) Am 17. März, Vormittags 8 Uhr: Ludwig Werling J., 59 Jahre alt, Ackerer aus Hatzenbühl, wegen Todtschlagss. 4) Am 18. Maärz, Vormittags 8 Uhr: Michael Bläite, 23 Jahre alt, Ackerer von Rödersheim, wegen Nothzuchtsversuchs. 5) Am 19. Marz, Vormittags 8 ühr: 1) Gustav Wolf, 13 Jahre alt, Tapezier; 2) Salomea Sicius, 39 Jahre alt, Ehefrau von Gust. Wolf, beide in Kai— erslautern, wegen betrügerischen Bankerults. —. Die Bismarckspende im ganzen Kanton Frankenthal mit Ausnahme der Gemeinde dambsheim hat 1367 Mtk. 62 Pf. ergeben, da⸗ cunter 992 Mk. 10 Pf. aus der Stadt Frankenthal. —7 Speyer, 12. März. Der Siadtrath hat das Projelt, einen Saalbau oberhalb der Frucht⸗ jalle zu errichten, mit allen gegen drei Suͤmmen jenehmigt. — Die Sammlung für die Bismatd. Auslaud. Paris, 18. Maärz. In den hiesigen diplo— natischen Kreisen wird, authentischen Informationen aus London und Petersburg zufolge, an der Ueber⸗ zeugung festgehalten, daß der russisch-englische Con⸗ ltt eine friedliche Löosung finden wird. Bei dem gestrigen diplomatischen Empfange im Auswärtigen Amte hat Ferry mehreren Botschaftern bezügliche sehr beruhigend lautende Depeschen des franzoͤsischen botschafters in Petersburg mitgetheilt. London, 12. März. Die Börse war gestern und heute panikartig bewegt. Es herrscht absolute heschäftsflaue, weil man annimmt, daß England, venn der Krieg mit Rußland einmal erklärt würde, enschlossen sei, denselben nicht in Afghanistan zu olalisiren, sondern die Flotte nach Kronstadt sen⸗ den, bezw. mit dem Sultan einen Vertrag wegen des Schwarzen Meeres abschließen würde. kokale und pfalzische Nachrichten. P, St. Ingbert, 15. Marz. Im pfälzischen bollsblatte Ne. 84 vom 6. März erschien ein Ar⸗ iilel aus hiesiger Stadt über die bon einer schweizer deselschafi am hiesigen Orle zu errichtenden Spinnerei, yer den Zweck haben soll, dem Unternehmen ent⸗ egen zu arbeiten, weichem von fast sämmtlichen siesigen Einwohnern das größte Interesse entgegen Jebracht wird. Thatsächlich fehlt es, wie der Artikel zugibt, einem Theil der arbeitenden Bevölkerung St. Ing⸗ derts an lohnendem Verdienst und hat unser Stadt⸗ ath in richuiger Würdigung dieser Verhältnisse, die ich bietende Gelegenheit ergriffen, der gedachten Spinnerei den Bauplatz unentgeldlich zur Verfügung u stelen, damit das detreffende Etablissement Si. dagbert gesichert und dadurch wenigstens einem deiteren Theii der Bevölkerung neuer Verdienst zu⸗ eführt werbe. Die Herren Schuler — Schmid ben dem Stadtrath gegenüber die bestimmte Er⸗ lrung abgegeben, sogleich die Einrichtung für D. Ood Spindeln zu treffen und somit Veschäftig- ng für circa 70 Arbeiler dorerst zu schaffen. So— iald aber die Montage der ersten 5000 Spindeln ndet ist, beginm der Vetrieb derselben mit circa Mbis 35 Arbeiter, wahrend die Montage der brigen 5000 Spindeln ununterbrochen fortgesetzi nd die zuerst angegebene Zahl von 70 zu Thätig⸗ leit gelangt. IEs ist selbstperständlich auch einer Spinnerei wdensowenig wie jedem anderen industriellen Unter- whmen, möguch sofort mit hunderten von Arbeitern au beginnen“ und muß sich dieselbe erst nach und spende ergab hier 1220 Mk., die sich auf 950 Geber verlheilen. Die Listen sind noch nicht ab⸗ geschlossen und man hofft, daß sich dieser Betrag noch wesentlich steigern werde. Anzahl höͤherer Offiziere sowie fast sämmtiliche Offi⸗ iere des 106. Regiments erwarteten zu Pferde den Prinzen am Ruprechtsauer Thor in Straßburg und Jaben demselben noch eine Strecke weit das Geleit. Bremen, 10. März. Die Familie eines siesigen Großkaufmanns ist mit einem seltenen dindersegen beglückt worden: sie ist innerhalb einer Woche um vier Söhne gewachsen. Während die Nutter den Vater mit gesunden Zwillingen be⸗ chenkte, sorgten die beiden ältesten Töchter für ecneren Zuwachs, indem sie durch ihre Verlobung »em Hause zwei Schwiegersöhne zuführten. Doppel⸗ aufe und Doppelhochzeit sollen an einem Tage sein. (Aus Dänemark.) Eine bäuerliche Fa— nilie im Kirchspiel Skovby bei Bogensee traf kürzlich zas harte Schicksal, fünf Kinder nach kurzem crankenlager an Diphtheritis zu verlieren. Die dinder, im Alter von 2—15 Jahren, wurden auf dem Kirchhofe in Skovby in einem gemeinsamen Hrabe beerdigt. Das älteste der Kinder diente be inem Landmann, kam krank nach Hause und wur⸗ den die vier Geschwister von demselben angestedt. Die unglücklichen Eltern haben jetzt noch ein Kind am Leben. Ar dee Redaktion verantwortlich: F. xX. Deme ß. München, 15. März 1885. Wie wir ber— nehmen, kann die Ziehung der Kaiserslauterer dotterie am 16. dieß nicht stattfinden, da in FJolge der Concurrenz in⸗ und ausländischer (Ulmer) Hlterien die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von zdoosen nicht abgesetzt werden konnte. Der Ziehungs. ag ist nunmehr endgühtig auf Mittwoch, yen 10. Ju ni d. J. festgesetzt. Die Lot— erie ist die vortheilhafteste unter ähnlichen Unter⸗ jehmungen, indem von 20000 Geldgewinnsten — hne Abzug — im Betrage von 125000 Mark nuf 10 Loose bereits 1 Gewinn fällt. — * 2—— —ü———o — Vermiß e tes. (Aus Baden.) Der Waldhüter Guggen⸗ hahn in Mülben wurde durch einen traurigen Un⸗ fali in Trauer gesetzt. Seine zwölfjährige Tochter ind der jüngere Sohn hatten von der Wand ein zeladenes Gewehr genommen und an das mit einem Zündhütchen versehene Gewehr ein brennen⸗ des Zundholz gehalten. Das Gewehr enilud sich und die Tochter sank entseelt zu Boden. FPrinz Friedrich August von Sachsen hat Montag Vormittag um9 Uhr von Straßburg aus zu Pferde unter strömendem Regen die Heim⸗ reise nach Dresden angetreten, wo er in 14 Tagen der 8 Wochen einzutreffen gedenkt. Eine große 2* — Mobiliar- und Im— mobiliarversteigerung. Samstag, d. 14. März von Nachmittags 4 Uhr ab —D Danksagung. Fur die große Theilnahme an dem Leichenbegängnisse meines innigst geliebten Kindes Samstag, den 21. März 1885, Bormittags 9 Uhr, zu Schüren, Stadtgemeinde St. Ingbert, in seiner Wohnung, läßt Johann Nau, Ziegler, allda wohnhaft, oͤffentlich auf Eigenthum ver⸗ steigern: Steuergemeinde St. Ingbert: a. Wiesenland: 2 ha 514 40 qm in 14 Par- ellen. b. Ackerland: 3 hba 17 4 60 qm in 15 Par- zellen. Unmittelbar nach dieser Versteiger⸗ ing, am angegebenen Orte, werden auf Anstehen des genannten Johann Nau öffentlich auf Credit ver⸗ teigert: 2 Pferde, 2 Kühe, 2 zweispän⸗ nige Wägen, 2 einspännige ditto, 2 Hackenpflüge, 1 Patentpflug, langer Pflug, 2eiserne Eggen, hölzerne Egge, 2 Heuleitern, 100 Ctr. Kartoffeln, 50 Ctr. Heu, 40 CEtr. Stroh u. s. w. St. Inabert, den 12. März 1888. emMmmer- *Notlar. bafe Oberhauser. 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheinische rauben-Brust-Honig st unter Garantie ftets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- kastel hbei Apothecker Diedenhofer. JOos Ph, sowie für die reichen Blumenspenden danke ich herzlich. E. JI. Abel. St. Ingbert, den 14. März 1885. Geschäfts⸗Empfehlung. Das Bettfedern⸗Lager Harry Unua in Altona versendet zollfrei gegen Rachnahme (nicht unter 10 Pfund) gute neue Bettfedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte für 1'M. 25 Pfg Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei Abnabine v. 50 Pfd. 5pCt. Rabatt. Einem geehrten Publikum von hier und Umgegend zeige ergebenst an, daß ich unterm heutigen das Hellent hal'sche Haus und Geschäft hier käu— ich übernommen habe und die bisher dort betriebene Gastwirthschaft, Bäckerei und Krämerei auch weiter fortführen werde. Esz wird mein Bestreben sein durch ein Lager in soliden Waaren, gut Speisen und Getränke meiner geehrten Kundschaft aufwarten zu können und deren Zufriedenheit zu erlangen. Zuͤgleich mache die ergebenste Miltheilung, daß morgen, Sonntag, der 15. Bar, bei Erõfinung menor Wirths œnast Großes Concer . mit freiem Zutritt statrfindet. wozu höflichst einladet M. Bohnerth. Amerira. Ich befördere Passagiere mit der ERæed-Star-Line ab Ant⸗ werpen bis New-York zu 76 Mark oder ab Luremburga bis New—⸗ Yort zu B2 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. IIVNXXIIIV Hafsel, 14. März 18885. Telegramm!! Telegramm!! Vrauerei Gebr. Becker I. Weirich. Nur heute Samstag, 14. März Gast-Vorstellung Ar Komiker Gesellschaft genannt die I. Wiener Fux-EBriüder. 1Dame, 3 Herren. Direktion Th. Mannsfeld. Anfang 8 Uhr. Entreé frei. Vorläufige Anzeige. X Ingbert. ZTUM ErBRIOIMAIDnMSAIG hior- gt. Inqbert Sonntag und Montag, den 15. und 16. März im Caffe Oberhauser. Erstes Auftreten der Afrikaner Truppe unter Leitung der Miss Nicklar Auftreten 3 verschiedener Vöolkerstämme in ihren heimathlichen Sitten und Gebrauchen. Auftreten des gefährlichen Feuer⸗Insulaners. Anfang der Vorstellungen: Sonntag L. Vorstellung Nachmittags 4 Uhr. II. Vorstellung (Hauptworstellung) Abends 8 Uhr. Montag Abend um7 Uhr. Preise der Plätze: I. Platz 80 Ppfg. U. Platzz 30 Pfg. Die Musik wird ausgeführt von einer hiesigen Kapelle. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein F — Miss Nicklaus- Hierzu „Illustrirtes Sonntagsblatt⸗ Nr. . x Pemetk in St. Inabert Taur, St. Inobert. * 27 blatt T. nebst seinen werthvollen Separat⸗Beiblättern: Illustrirtes Witzblatt WIAC?, besletr. Sonntagsblatt „Deutsche ELeßehalle“, „Mitthei⸗ lungen über Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“ nebst Industrieller Wegweiser““. Eine weitere Bereicherung des Inhalis hat das „B. T.“ erfahren indem es jetzt auch Montags mit der feuillet. Beilage „Der Zeitgeist“ erscheint. Diese Zeitschrift enthält einen hervorragenden Theil der Aufsätze des, Deutschen Montags⸗ Blat“, das sich bekanntlich der Mitarbeiterschaft der bedeutendsten zeitge⸗ nossischen Schriftsteller erfreut. Das tägl. Feuilleton des „B. T.“ bringt die Romane und Novellen unserer ersten Autoren; im bevorstehenden Quartal erscheint in demselben ein sehr interessanteß Werk, ein Bauern⸗ Roman aus dem Pfälzer Wasgau, des allbeliebten Erzahlers unter dem ALIt —BR Tuͤel Die Nonnensusel. Außetdem erscheint von Ende Mai ab im „Zeitgeist“ die neueste Novelle bon paul Heyse: „Fimmlische und irdische fieke.“ Zei allen ns vA ostanstalten i 5 .Probenummer D. Festautauen Ihe 5 Mark 25 VPif an u. franco fur das Vierteljahr April, Mai, Juni. Unter Berüdsichtigung des überaus reichen und gediegenen Inhalte die billigste Zeitung Deutschlands. DPruck und Berlad von F A ⸗ 9 —F 7 ß J 3— — — 46 * h T * 8 5 — —* — * — 8* X 84 * —34 —— 53 2 Fe —* — 9 58 2* —8* 3 —324 J 8 —*8 ——9 —J 3 — 84 * 80 8 —83238 —48 * be —5 — — —A —A868 * —81—— —— —58 JIBR —35 — —39 6 — * —5 — öB ———— 7 —RV —9 —828 5 — — — ——— —— —4383 — 5 S — * * * —9— —B8 F —— 3 —53 M 8418 —B8 *8 9 * —98 ð 3— * * * 88 *—R1BRcM— —J—J 8 * 8855 M. J F JDö 2 ——— — —J —I 3 —26 7 * —AB —— — — 23 W. n 3 388 —JJ 5 ————— —3 9 ——— — * p g —X 1 — —7 —3838— — 7— 86 —* * —88 —3 * * —E 4 g —E — * 5* 5— — ——— 9 5 —** — ẽ C —X Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Her St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donunersétag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhauumg Zlatt und Sonntags mit Sseititzer illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljiährlich 1 AM 60 A einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 —, einschlie 40 H Zustelungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 A. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. AMe . Montag, 16. März 1885. 20. Jahrg. i Politische Uebersicht. verhindern will, daß die ausgewiesenen oder ver⸗ dächtigen Sozialisten aus der Schweiz, aus Eng⸗ iand, Deutschland und Rußland sich nach Frank— reich einschleichen. Die französische Regierung will dadurch diplomatischen Verwickelungen vorbeugen. Petersburg, 14. März. Das „Peters— hurger Journal“ begreift nicht die große Erregung, welche nach den jüngsten Erklärungen Gladstone's in der VLondoner Börse herrscht. Welcher Art auch ie Schwierigkeiten der delikaten Frage der Ab— zrenzung in fernen Gegenden angesichts der wider⸗ prechenden Inanspruchnahmen seien, so dauern doch die Verhandlungen mit dem festen Bestreben und der festen Ueberzeugung fort, zu einer praktischen ind dauerhaften Lösung zu gelangen, welche den Frieden in jenen Gegenden und die guten beider— eitigen Beziehungen befestigt. Die aufgetauchten Befürchtungen sind nur durch das Börsenspiel zu erklären. Das Journal weist auch auf die Erreg⸗ ing der Berliner Börse hin, wo man absurde Ge— chichten, wie z. B. von einer Blokade der baltischen däfen, erzählte. London, 14. März. Die „Pall Mall Ga⸗ zette“ erfährt aus zuverlässiger Quelle, der Prinz bon Wales werde, bevor er nach Irland reist, mit dem Herzog von Edinburgh Berlin besuchen und der Feier des Geburtstags des Kaisers beiwohnen. Dieser Besuch wird in diplomatischen Kreisen als »ein Zeichen wiederhergestellter freundschaftlicher Be⸗ ziehungen betrachtet. London, 14. März. Eine Depesche des Lloyd'“ aus „Shanghai von heute meldet: Die Franzosen gaben gestern den britischen Dampfer „Glenroy“ gegen Bürgschaft eines Handelshauses rei, behielten aber das Blei, welches einen Theil der Schiffzladung bildete. Newyork, 11. März. Der bereits seit inigen Tagen andauernde Strike unter dem allge⸗ neinen Dienstpersonal der Texas- und Pacific; und Missouri- und Pacific-Eisenbahnen — mit Aus— aahme der wirklich auf den Zügen angestellten Per⸗ sonen — ist im Zunehmen. In Folge dessen ist der Güterverkehr mit Ausnahme desjenigen der Wabash⸗Eisenbahn, die, da sie sich in den Händen yon Einnehmern unter gerichtlicher Aufsicht befindet, nicht behelligt wurde, ins Stocken gerathen. — Im Distrikt Pittsburg haben 10,000 Grubenarbeiter hre Thätigkeit eingestellt und verlangen 3 Cents für den Buschel geförderter Kohle. — Die Nach— richt von mehreren beabsichtigten Wiederaufnahmen der Arbeit in westlichen Eisenfabriken deutet darauf hin, daß das Geschäft sich bessert, obwohl nur mil geringem Profit. — Die Baisse in britischen Con⸗ sols und die Gerüchte von einem bevorstehenden englisch⸗ russischen Kriege haben am hiesigen Weizen⸗ markt große Aufreqgung herpvorgerufen. — Am Samstag Morgen hat sich in der Ar⸗ lilleriekaserne in Landau der Unterofsizier Seidel erschossen. — Speyer, 11. März. Vor wenigen Tagen st Herr Konsistorialrath König dahier von einem chweren Verluste betroffen worden. Sein Sohn, Dr. Karl König, ist infolge eines Herzschlages im Alter von noch nicht 48 Jahren verschieden. Er war erster Chemiker und Mitglied im Vorstande der Aktiengesellschaft ‚„Höchster Farbwerke“ zu Höchst und starb daselbst am Sonntag Vormittag in seinem Bureau, mitten in der Arbeit eines schmerzlosen und darum schönen Todes. Er sei etwas unwohl, jagte er zu dem Portier, und wolle deßhakb bei der Arbeit nicht gestört sein. Mit diesen Worten setzte er sich an seinen Arbeitstisch und an derselben Stelle fand man ihn, als seine Familienangehörigen, besorgt um sein langes Ausbleiben, gegen 1 Uhr Mittags nach ihm schickten. Er saß in seinem Lehnstuhl wie ein in Gedanken Versunkener. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. 6e3) — Aus der Pfalz. Im Kreisamtsblatt werden die nach dem Antcag des Landrathes der Pfalz abgeänderten und von dem k. Staatsministe⸗ rium des Innern genehmigten Bestimmungen über die Ertheilung von Ermunterungs⸗-Preisen für die Pferdezüchter der Pfalz bekannt gegeben. Die Ge⸗ sammtsumme, welche fernerhin für Preise aufge— wendet werden soll, wird von 2570 M. auf 4500 Mark erhöht und können die einzelnen Preise den Betrag von 300 M. erreichen gegenüber einem bis⸗ herigen Maximum von nur 170 M. Der Vorstand des deutschen Kolonialver— eins hält am 20. d M. in Berlin eine Sitzung ab, um über die Verlegung des Bureaus nach Ber⸗ lin, welche am 1. April stattfinden soll, die letzten Anordnungen zu treffen. Die Wiener „Politische Korrespondenz“ meldet, Graf Hatzfeld werde nicht mehr auf seinen Staatssekretärposten zurückkehren und Graf Herbert Bismarck sein Nachfolger werden. Die „PVol. Korkesp.“ gilt als offiziös. Der „Standard“ glaubt, daß Fürst Bis— martk England vor einem Kriege bewahren werde. „Gerade deshalb“, sagt das Blatt, „weil ein Zu— sammenstoß zwischen dem Czaren und dem Emir Krieg zwischen England und Rußland bedeutet, und weil dieser Krieg, wenn er einmal beginnt, nicht in den Schrauken von Asien gehalten werden kann, wird Fürst Bismarck es sich angelegen sein lassen, Sicherheitsmaßregeln zu treffen, damit kein zu— fälliger Ausbruch und allumfassende Feindseligkeiten tattfinden.“ Deutsches Reich. Berlin, 14. März. Gestern Abend besuchte der Kaiser die Soiréée des Oberst-Kämmerers und stellpertretenden Ministers des königlichen Hauses Grafen Otto zu Stollberg-Wernigerode. — Heute Vormittag empfing der Kaiser den General⸗Quar— tiermeister, Generallieutenant à læ suite Graf v. Waldersee, und einige andere höhere Offiziere Nachmittags erschien Prinz Albert von Sachsen⸗ Altenburg, nach seiner Rückkehr aus Petersburg sur Begrüßung der kaiserlichen Majestäten im königlichen Palagis. Später unternahm der Kaiser eine Spazierfahrt und stattete gelegentlich derfelben der Landgräsin von Hessen, Prinzessin Anna von Preußon, einen Besuch ab. Berlin, 14. März. Die Zolltarifkommission jat heute die Zölle auf Mühlenfabrikate, Reis und Stärke nach den Anträgen der wirthschaftlichen Ver— einigung, also 1 Mark höher, als die Regierungs— vorlage, angenommen. — In der Holzzollkommis⸗ sion wurde der Antrag Ansfeld verhandelt und die Zulassung des Rechtsweges bei Beschwerden über das Sperrgesetz abgelehnt. Berlin, 14. März. Dem Bundesrath ist ein Gesetzentwurf zugegangen, welcher die Bestimmung des Zollvereinsgesetzes, betreffend das Aufheben der Kommungalabgaben, wenn der Eingangszoll für be— stimmte Gegenstände über 3 Mark dro Doppel—⸗ zentner beträqt. aufhebt. Ausland. Paris, 14. März. Die Vorbereitungen der Rebolutionsmänner zur Feier des 18. März dauern ort; auch ausländische Sozialisten wollen sich be— hheiligen. Die Sozialisten in Saint- Denis be⸗ schlossen, im Namen der deutschen Sozialisten einen dranz zu Valloͤs' Grabe zu tragen, um den zer— issenen Kranz der deutschen Sozialisten zu ersetzen. Der Minister des Innern fand sich in Folge dieser Wühlereien veranlaht, für den 18. Marz durch- reifende Maßregeln anzuordnen, und läßt nament⸗ ich die fremden Sozialisten überwachen. Neue Ausweisungen stehen behör, weil die Regierung Vermischtes. Saarbrücken, 183. März. Der lang— ahrige Direktor der Grube Sulzbach⸗Altenwald, herr Geh. Bergrath Pfähler, tritt mit dem J. April c. in den Ruhestand, und ist an dessen Stelle der Berge Inspektor der Grube Gerhard⸗Prinz⸗ Wilhelm, Herr Bera⸗Assessor Leybold, eruannt worden. FIn Regensburg beschloß das Kollegium der Gemeindebevollbemächtigten in seiner letzten Sitzung, den „Oberen Jakobsplatz“ vom 1. April ab „Bismarck⸗Platz“ zu nennen. F Darmstadt, 12. Marz. Ein Bediensteter der Bahn, welcher gestern Abend mit dem letzten Zug von Frankfurt abfuhr und die Station Egels— bach, woselbst er aussteigen wollte, verschlafen hatte, prang in der Schlaftrunkenheit aus dem Wagen und fiel zwischen die Räder des Zuges, welche ihm den Kopf asgeschnitten. Der Verunglückte soll vor⸗ her geäußert haben, daß er 36 Stunden lang un—⸗ unterbrochen im Dienst gewesen. . Andreasberg a. H., 12 März. Hier drannten drei Häuser nieder. Acht Personen, da⸗ runter 6 Kinder, kamen in den Flammen um. FBonn, 10. März. Auf eigenthümliche Weise verlor am 3. d. ein hiesiger Schlosserlehrting ein Leben. Derselbe zog den Blasebalg und chnellte gerade mit dem Kopfe vor, als der Ge⸗ elle eine glühende Eisenspitze aus dem Feuer zog. Im den Jungen nicht zu verletzen, pralli der Ge— iesle zurück, dobei entfällt das Eisen der Zange und bohrt sich dem Jungin in den vorgestreckten Oberschenkel. Da es nicht gelang, die starke Blutung der Wunde zu stillen, sollte der Verletzte zur Klinik gebracht werden. Auf dem Wege dahin uchte der Nermste jedoch sein junges Leben aqus Kotale und vfälzißsche Nachrichten. * St. Ingberi, 16. März. Am nächsten Sonntag, Nachmittags von 22 Uhr ab, wird Herr Rektor Luxenburger aus Zweibrücken als Prüfungskommissär die Jahresprüfung in der ge⸗ verblichen Fortbildungsschule dahier abhalten. * Wie uns mitgetheilt wird, wurde zu Anfang yoriger Woche auf dem sogenannten Karcher'schen Zofgute bei Lautzkirchen ein Rudel Wildschweine aufgetrieben. Bei einem darauf veranstalteten Treibjagen wurden drei der Borstenthiere erlegt und wei weitere schwer angeschossen. Eines der letzteren yurde am Samstaqa verendet aufgefunden. FKoln, 183. März. Für die Bismarckspende werden am hiesigen Plätze ganz außergewöhnlich hohe Beiträge gezeichnet. Eine kleine Lisle, welche ums zufällig zu Gesichte kam und auf welcher sich 32 Unterschtiften befinden, weist allein einen Betrag don 21,280 Mark nach. Die höchste Zeichnung zeläuft fich auf 1300 Mark und diese Summe ist zei den 32 Namen viermal vertreten; es folgen inmal 1200, siebenmal 1000 Mark, dreimal 750 Mark, fünfmal 500 Mark u. s. w. Die Listen werden hier am 16. März geschlossen. Ein würdiges Gedenkstück zum 70jährigen Beburtstage des Fürsten Reichssktanzlers ist zie von der Berliner Medaillen-⸗Münze geprägte Berloque -Denkmünze. Die Hauptseite zeigt das Bildniß im Hochrelief nach der von Professor Keil nach dem Leben modellirten Büste mit der Inschrift: Fuͤrst Otto v. Bismarck, Kanzler d. Deutsch. Reiches. Auf der Rückhseite sieht man eine kranzreichende Hermania und die Inschrift: Zum 70jähr. Ge— hurtstage 1. April 1885. nannten „Strebepfeiler“, die in doppelten Stahl—⸗ dändern bestehen und denen die Aufgabe zukommt, zas äußerste Ende der Tournure mit dem unteren steif zu verbinden und in respektabler Entfernung von dem Körper zu halten. Behandlung gekommen waren. Bei 27 von ihnen waren die Folgen sehr ernsthafter Natur: gestörter Blutumlauf und gestörte Verdauung, Herzklopfen Abstumpfung des Geistes und bei den meisten ein starker Hang zu alkoholischen Gelränken. Eine Zerlegung des Blutes zeigte in acht Fällen Ver— minderung der rothen Blutkörperchen; zwölf Knaben litten anhaltend an Nasenbluten; zehn klagten über gestörten Schlaf und Alpdrücken; vier bekamen entzündete Wunden und einer die Schwindsucht. Je jünger die Kinder, desto stärker offenbarten sich diese nachtheiligen Folgen; die wohlgenährtesten litten am wenigsten unter denselben. — Diese Mittheilung dürfte Eltern zu scharfer Ueberwachung hrer heranwachsenden Söhne nach dieser Richtung hin neuerdings veranlassen. Die Einnahmen der neuen Verbindungsbrücke zwischen Brooklin und Newyork betrugen im Jahre 1884 nicht weniger als 2,135,972 Mark Ftwa 1600 Fuhrwerke passiren täglich die Brücke. Im Ganzen murde der Promenadenweg während des vergangenen Jahres von ungefähr 10,000 Fußgängern überschritten, wenngleich manchmal Jegen 16,000 Fußganger die Brücke an einem Tage passirten. Gaturgeschichtliches.) „Das Kameer sann acht Tage lang arbeiten, ohne zu trinken!“ erzählte Herr Proppenschneider neulich seiner sehr ungenserligen Frau. „Das ist noch gar nichts,“ erwiderte Frau Proppenschneider, ihn scharf fixi— tend, „ich kenne sogar ein Kameel, das kann ach Tage trinken, ohne zu arbeiten.“ Herr Proppen— ichneider ging still ins Nebenzimmer. Fuür die Redaktisn verantwortlich: F. X. Demeß. 4 Eine fast unglaubliche Geschichte wird den Basl. Nachr.“ aus St. Imier gemeldet. Sie autet: „Vor ungefähr drei Wochen wurde im donsumvereinsloekal in St. Imier eingebrochen und die Ladenkasse (500 bis 600 Fr.) nebst andern Artikeln, Schuhe, Nastücher ⁊c. gestohlen. Die gerner Stadtpolizei war so glücklich, die zwei diebe in einem öffentlichen Hause in Bern abzu⸗ angen und fand bei denselben ca. 250 Francs in gaar nebst einer Anzahl goldener und silberner AUhren, Armbänder, Medaillons ꝛc. Die beiden Diebe wurden dann zu weiterer Untersuchung nach Fourtelary spedirt. Am letzten Dienstag Morgen run gelang es dem einen Dieb, während er seine Toilelte machen sollte, seinem Wächter zu ent— pringen. Der Wächter fand es nicht der Mühe verth, denselben energisch zu verfolgen oder Lärm zu machen, wofür er sofort selbst gestraft wurde. Denken Sie sich den Schrecken unserer sämmtlichen hrenwerthen Gerichtsbarkeit, als sie heute Morgen in das Bureau kam (das sich im gleichen Ge— häude wie das Gefängniß befindet) und dasselbe zänzlich ausgeraubt fand. Der Präsident hatte das den Dieben abgenommene Geld sammt Kostbarkeiten in seinem Bureau aufbewahrt und alles, alles war 'ort. Der Dieb hatte die Frechheit, in der Nacht nitten ins Gefängniß einzubrechen und seine ihm abgenommenen Sachen alle wieder zu holen!“ pGemesis) Unter der schweren Beschul. zigung des Mordes wurde am Dienstag der königl. Foͤrster P. aus Sablath auf Requisition der kgl. Staatsauwaltschaft in Guben verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängniß in Sorau eingeliefert. Vor 15 Jahren uͤngefaͤhr hat derselbe, wie ein kürzlich in Berlin gestorbener ehemaliger Knecht des Försters jor seinem Tode mitgetheilt, eine Magd im Walde erschossen und mit Hülfe des Knechtes vergraben. eber“ die Stelle, wo die Erschossene vergraben vurde, soll der Knecht Angaben gemacht haben, und nan hofft, mit Unterstützung des zum Geständniß uu bringenden Försters, dieselbe zu finden. 5Gie Crinoline rührt sich) In der Nähe Berlins hat sich eine Stahlbänderfabrik für Reif⸗ röde etablirt, die schon eine ansehnliche Anzahl Arbeiter beschäftigt. Nach den jüngsten Modebe⸗ richten hat mit dem Umfange des unteren Reifs nuch die Länge der Tournure zuzunehmen. Eine Zpezialität der erwähnten Fabrik hilden die soge⸗ 4 (Schädliche Folgen des Rauchens hei Knaben.) Das Resultat seiner Wahrnehm⸗ ungen über die schädlichen Folgen des Rauchens bei Knaben hat ein Dr. G. Decaisne an die bri⸗ tische Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege nitgetheilt. Dieselben beziehen sich auf 37 Knaben im Alter von 9 bis 14 Jahren, welche sämmtlich, mehr oder minder dem Rauchen ergeben, ihm in Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer „Rhynland“ Kapitän Jamison, welcher am 28. Fehruar von Antwerpen abging, ist am 12. März wohlbehalten in New— York angekommen. Versteigerungs⸗ Bekanntmachung. Mobiliar- und Im— mobiliarversteigerung. s. Pl. Nr. 2422, 14 Deʒ. und Pl. 2423, 13 Dez. Wiese in den Stegwiesen neben vorigem Item und Jakob Friedrich; Pl. NRr. 3001, 87 Dez. Wiese am Mühlenthal (Tränlh) neben Weg und Christian Abel; Pl. Nr. 2711, 65 Dez. Acker nit Korn in der Dreispitz neben Jakob Selgrad und Johann Jo— eph Hellenthal Wittwe; Pl.Nx. 2781 und 2732, 53410 Dez. Acker allda neben Jakob Zelgrad und Johann Klein; Pl. Nr. 2618 und 3011, 186 Dez. Wiese im Mühlenthal neben distriktsstraße und Anstößern; — diese Liegenschaft wird zuerst in 3 Parzellen und dann im Ganzen usgeboten; Pl. Nr. 2468/, 6 Dez. Pflanz jarten auf Hitzelsfels, hinler der irche, neben Jalob Friedrich und Friedrich Steinfeld; Pl. Nr. 3049, 59 Dez. Acker im Mühlenthal neben Nikolaus Weber und Ernst Conrad; aus Pl. Nr. 537 eine Fläche bon 8 Dez., Scheuer, Stall und Hofraum neben Friedrich Friedrick und Joseph August Friedrich. St. Ingbert, den 11. März 1885 Kemmer, t.Notar. bͤe ss * Auszugq.) Samstag, den 25. April 1885, Morgens 11 Üühr, zu St. Ingbert in der Wirihschafi von Johann Meyer Wittwe, wird durch Philipp Kemmer, igl. haher. Notar im Amissitze zu St. Ing⸗ bert, als hiezu ernannten Versteiger⸗ ungsbeamten, gegen Georg Schwarz, Puddler und dessen Ehefrau; Thekla Schmelzer, beisammen in St. Ingbert wohnhaft, zur Zeit in Ars Nan der Mosei sich aufhaltend, Sschuldner, zur Vollziehung eines Beschlagnahme⸗ heschlusses des kgl. Amisgerichts St. Ingbert, als Vollstreckungsgericht vom 20. Februar 18885, die folgende, zu diesem Zwecke beschlagnahmte Liegen⸗ schaft önentlich zwangsweise in Eigen⸗- hum versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert, Besitz Nr. 1964: Plan Nr. 938, 1 4 10 qm Fläche, worauf ein Wohnhaus mit Keller, Stall und Hofraum, uz Antheil mit Besitz Nr. 14, — Pflanzgarten dabei, gelegen zu St. Jugbert am Kapellenweg. Die Liegenschaft kommt als ein Hanzes zur Versteigerung und es er⸗ olgt der Zuschlag sogleich bei der Ver⸗ teigerung. Die Versteigerungsbedingungen kon⸗ nen bei dem Versteigerungsbeamten ingesehen werden. St. Ingbert, den 10. März 18865. Der Versteigerungsbeamte: LMAœ, k. Notar. Zur Anfertigung von billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorommenden Donnerstag, den 19. März 1885, Vormittags 9 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft des Mit⸗ etheiligten Friedrich Friedrich, lassen die Wittwe, sowie die Kinder ind Erben erster und zweiter Ehe des n St. Ingbert wohnhaft gewesenen ind daselbst verstorbenen Privatiers Andreas Friedrich, öffentlich uuf Credit versteigern: 1 hochträchtige Kuh, 1 Jornn dartoffeln, Heu, Stroh und Dung, 1 Commode mit Aufsatz, 1 Tisch, 1 Kleiderschrank, 1 Qüchenschrank, 1 Bett mit Beit⸗ lade, 1 Nachttischchen, Stühle, 2 Taschenuhren, Getüch, 1 Wind⸗ mühle, 1 Paar Sackleitern und jonstige Haus- und Küchenge⸗11. rätschaften. ——— — Druckarbeiten 0 empsehlt sieh dio Bucsi- und Steindrucscerei F. X. Domotz (Vorlag desdt. Ingborter Anaoiger) 8t. Ingbert. Ib —* * — R W ciente nbartetzche Zeifung rz — 7 caglich auch Montaga. - Aus- — fukrliche politische Mittheilungen. objectiv. mit Wiedergabe inter- eaàν'εν Meinungsausserungen aus der Presre alier Parteien. — Nachtichten über Theater. Musik, Kunat Wissenschaft: Gerichts- halie: locale Nachrichten. —- SIpannende Romane, Sorgfaltige rren- und Handelsnachrichten.“ Volatandiges Herliger Cours- „latt. — Lotterieliaten. — Amt- uche Nachrichten. 6 (Gratis-) enagen: i. Neueste Berliner rlieesfnde Riatter ftilluatrirt. 2 Interhaltungsblatt. 3. Die Haus- rau. 4. Zestung sür Landwirth- ichast und Gartenbau. 5. Noueste Moden Gllustrirt und Schnitt- muster). 6. Verloosungsblatt. (betr. Obligationen. Prioritaten ind Anlehensloose.) — — — EEEEEEeEz — An demselben Tage, Nachmittags 2 Uhr, am bezeichneten Orte, werden auf Anstehen derselben Hin⸗ erbliebenen von Andreas Friedrich die nachbeschriebenen Liegenschaften n der Sieuergemeinde St. Ingbert ziffentlich auf Eigenthum versteigert als: 1. Pl. Nr. 861, 33 Dez. Acker mit Klee auf Dillmesflur neben Jakob Herzer und Johann Hof⸗ mann; Pl. Nr. 1344, 90 Dez. Acker am Schafkopf neben Peter Behr und Ernst Konrad; Pl. Nr. 3037, 92 Vez. Acker nit Klee im Mühlenthal neben beter Müller und Peter Schmitt; Il. Nr. 2421, 23 Dez. Wiese n den Bruchwiesen neben Pfarr⸗ tttttt —— — — Fruck und Rersag von F X. Pemoetz in St. ARnahort 12. iN Zaun⸗- und Baumpfähle, bisz und 2 mäl., licfern wir zu Mark den Sier franco hierher. Gehbhr. Döre, 284836 oato höherd — Faebaohulo fur wem —XXEC enpeaveret nfnanmo; dog aprno — 55 923 558558 ——— 25535858 23 555553357 —A * 22 55555 6 5823 — 2 53 7553353337 55388 25 23855 35 228 3555 — 522 O. 5 23*8 * 8 0 2 2585 253 —A 2 —AÆ 5555* 22 —— —— —53385 5S5 5325 2 8E8 — 3— 322 * 5 —— 552355 2 —— 2 5333838 2 — —— 3— 2 2535834 — —— — — 2 233 3220 2 29 —52 2 * 32 23353555 2 — — — — 2 —— 7 —A —— — 3 2* 75355 2 528 — m 2 * 8 3 3 * 5355 25 2335 5s358 37 57 558 — * 2 — — 232 — 8235 — —— 2B5.555 — —58 * 5 8 — * 7 0 A — —* 3322— — — * 256—5s 2232 2* 3352 * — 253235 2 583238 2 25* —58 — 23 3 25 —— 24 5*3 32 ———— 2 — azt 5322225 EXX 7 * — ·* 32 533 8* —z55324 338 7 2 53535383255— 265 — 583 — 382555758 23 55* 23553355 22*2453833 28* m00 — — * 22 2 — 3 —* 2 34 —— — 2* s * 5235 —— — — ⸗⸗— * ——8 * — 23 — *—75258 255325 — 2 z6 Ecx 552 58 425 — ẽ 222 7* 57 XX 525 7 38 — —— — 5 23* — — ———— * O —— 2 z38585385 * 255852 2* — — —*8— —— 532 28 3235852 32 * *23553* 55* 23* 225— —7 23 2532 2c 2355 2* 553—3 8 5322 3 * 2* 2 3* — 333 2352 528 — 278— 2 5z35524 3233 — 2 2* 9 2 355536535 3.. 233—5 533 8 5 3 3333863 —53 25533 e —332—7— 2 32222 5535322 A 282* — 15335 525 75 2 28 — 5335833338 — * 2* 22z325 * —2 — 2 * * — 3— * 52 cza s52555 53 3 3 333 5 25 — 5 * Z7 557g 283 — — 3 25 5 ——eã— — 2 32 22 2 28— —23 7 2 2 —B8B8 5 7 V E5 3387333335 2 3 * ———— A— 3 8 — S. s733323535 2*8 338 22 2 228 538 8 — — — e 8 22 22. 85 e 5 — — — 2— 2 * — ——— 25* — 8 23 56868 * * —A — 2 35s5383588 * 252 5 — 8 25 — 8 —V— 2 — — — 5222 — z3223 2 —— —— 2 — ——— — —2 2 * * * k — —e—25 25825 SB— 3 ⁊ — 5 — 32 —2 — 72— ** 75 —X * 22 * —8 — * z 55 — 2555 — 5* 2 2238 525 — * * 555337 5* — — — 60 t.2 8 22 — ———— * ——— 523525 25 22 222 3 — a * —3 — —“ 25538 — * 5 —A z2353 * 32458 25 39 2B35882 3555 5 2252 D —SEESE 5*S87 * — c —2335 . 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Sryedition Auskunft ertheilt. I5z 4. Meclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — Dienstag, 17. März 1888. 20 Jahrg. π Bolitische Uebersicht. An eine Betrachtung über den Eindruck der Rede, welche der Kanzler am Freitag im Reichstag gehalten hat, knüpft die , Post“ folgende zeheimnißvolle Sätze, die heute in der „N. A. 8.“ abgedruckt werden: „Niemals ist ein Volk auf parlamentarischem Wege zu einer vollständigen Verfassung gelangt. Frankreich kämpft um seine Verfassung veingahe qundert Jahre. Der englische Verfassungskampf zieht sich durch das 17. Jahrhundert. Wir können die deutsche Berfassungsbildung erst seit 1866 da— uren, dürfen uns aber allerdings nicht verhehlen, daß eine große und sichere Stellung in der aus⸗ värtigen Politik bei der geographischen Lage Deutsch⸗ lands und bei der heutigen Weltlage überhaupt un⸗ oereinbar ist mit der Fortdauer sich fruchilos durch eine lange Periode hinziehender innerer Kämpfe. Wir glauben, daß nur ein außerordentliches Mittel diesen Zustand abkürzen, der nicht nur für unsere xute erlangte Stellung, sondern selbst sür unsere kristezz im höchsten Grade gefährlich ist. Wir zlauben aber, daß die Parteizerrissenheit im Volke viel geringer ist als in den Parlamenten. Wir Jlauben andererseits, daß das Volk, bei der Unent⸗ schiedenheit aller inneren Fragen zur Entscheidung derselben an die Urne des allgemeinen Stimmrechts berufen, nicht anders kann, als den Losungen des jerrissenen Parteiwesens folgen. Eine große Füh⸗ tung, einen zusammenhängenden Plan, einen durch unere Harmonie befriedigenden Abschluß seines Ver⸗ faffungswerkes würde das Volk mi Befriedigung empfangen, ohne sich in der Aufnahme durch den Widerstand des Parteigeistes beirren zu lassen, ohne dem Ruf dieses Geistes zur Unterstützung des Wider—⸗ tandes zu folgen.“ Wie der befriedigende Abschluß des Verfassungs- werkz, den das Volt gern empfangen würde, zu trzielen sein soll, das bleibt dumel. An einen Staatsstreich, überhaupt an ungesetzliche Schritte wird die „Post“ nicht denken. Auf gesetzlichem Wege kann aber die Verfassung nur ausgebaut wer⸗ yen unter Mitwirkung des Reichstags. Auf einen n ihrem Sinne willfährigen Reichstag rechnet aber wiederum die „Post“ nicht, denn sie sagt, wenn das Volk an die Urne de— allgemeinen Slimmrechts erufen werde, „so könne es nicht anders, als den sungen des zerrissenen Parteiwesens folgen.“ Es aleibt nur übrig, den Ton auf das allgemeine Stimmrecht zu legen. Aber auch dieses zu be— eitigen wird schwer gelingen. Vorausgesetzi dazu teine konservalive Majorität, da bekanntlich das Zentrum auf das entschiedenste für das all gemeine ztimmrecht einttin Arbeiter, die bisher unter der allgemeinen Annahme gelitten hatte, daß er vorläufig doch nicht zu Stande kommen werde. Auch auf diesen Gesetz⸗ entwurf gedenkt die Regierung keineswegs für die zegenwärtige Session zu verzichten, und der Reichs- lag wird sonach nicht umhin können, auch mit diesem Gegenstand sich noch ernstlicher, als es bis⸗ her der Fall gewesen, zu befassen. einzige Ausnahme von der Regel bildet die englische Baptisten Niederlassung von Viktoria in Ambas Bay, die geographisch innerhalb der deutschen Grenzen fallen, würde, jedoch unter dem Schuͤtze Englands bleibt. Die Abmachung überweist Eng- and den werthvollen Distrikt des Nigers und die Oelflüsse. Deutsch werden die Territorien sein, —D — worten wollen, um sie dem Deutschen Reiche zu entziehen. Der Präsident des Reichstags beabsichtigt, am 27. März, am Tage vor Palmsonntag. eine Ver⸗ sagung des Hauses eintreten zu lassen. Da jedoch im 25. März des katholischen Feiertages wegen die Sitzung ausfallen muß, so wird in Anregung gebracht werden, die Vertagung schon am 24. Närz beginnen zu lassen, und es ist anzunehmen, daß das Haus in diesem Sinne beschließen wird. Ausland. Konstantinopel, 11. März. In Hediaz find vom Mahdi erlossene Proclamationen saisirt worden. In denselben erklärt der Mahdi, daß die Jeit für die Wiederherstellung eines arabischen dönigreiches erschienen sei, daß die Türken nicht besser als Ungläubige seien und aus Arabien ver— krieben werden müßten; daß seine Mission des Er— folges sicher sei und daß die Araber vorbereitet sein müßten, in seiner Sache zu kämpfen, wenn er das Signal dazu gebe. Er fügt hinzu, daß die Zeit für ein solches Signal noch nicht gekommen jei, aber mittlerweile müßten die Vorbereitungen rüstig betrieben werden. Die Gouverneure don Hedjaz und Yemen haben in Folge der gewaltigen Bährung, welche diese Proclamafonen unter der Bevölkerung von Türkisch-Arabien erzeugt haben, die Pforte dringend um Truppenverstärkungen ersucht. London, 14. März. Den letzten beim Aus— wärtigen Amte eingegangenen Nachrichten aus Af⸗ ghanissan zufolge befindet sich Penjdeh noch im Besitze der Afghanen und die Russen sind nicht über Puli-Khatum und Akrabat hinaus vorgerückt. Sie halten aber die letzteren beiden Platze besetzt. London, 16. Marz. Der Prinz von Wales und der Herzog von Edinburg setzten ihre Abreise nach Berlin auf Mittwoch Abend fest. Prinz Al⸗ bert Viktor, altester Sohn des Prinzen von Wales, reist mit. London, 16. März. Die „Times“ sagt, die Reise des Prinzen von Wales und des Herzogs von Edindburg nach Berlin, nachdem die Beilegung »er diplomatischen Differenz glücklich stattgefunden jat, bilde eine opportune Bestätigung der That— ache, daß zwischen England und deusschland keine Frage vorhanden sei oder entstehen dürfle, welche aationale Feindseligkeiten erwecken könnte. Gegen— vartig, wo Deutschland eine Kolonialmacht sei, sei es womöglich noch wichtiger als je, daß unglück- liche Vorkommnisse wie die jungsten. nicht wieder⸗ eintreten würden. Kairo, 16. Marz. Nachrichten aus Kassala zufolge, welche in der letzten Nacht von Suakin eingetroffen und vom 16. Februar datirt sind, var die Stadt damals nicht genommen. In Sualin war zwar das Gerücht von der Einnahme Kassalas verbreitet, dasselbe aber nicht bestäligt vorden. Auch über angebliche Niedermetzelung der Barnison ist hier nichts bekaunt. Newyortk, 16. März. Mehrcre nordameri— anische Kriegsschiffe erhielten wegen der durch den Präsidenten Barrios im Guatemale herhorgerufenen Der Afrikareisende E. R. Flegel ist don Hamburg, wohin ihn die Vorbereitungen für seine neue Reise gerufen hatten, wieder nach Berlin zurückgekehrt. Er gedenkt, da ihm jetzt reichlich Geldmittel für eine neue Tour in das Benuegebiel zur Verfügung stehen, in den nächsten Tagen Berlin zu verlassen. Zunächst wird er einen mehr— vöchentlichen Aufenthalt auf Madeira nehmen, um. »a er immer noch angegriffen ist, seinen Körpen aillmälig an das südliche Klima zu gewöhnen Zeine beiden schwarzen Freunde Maduga und Don Tambari werden ihn dorthin begleiten. Auf einer Tour in Afrika wird der Reisende nach ge— tauerer Durchforschung des Benue-Gebietes und Anlage von Handelsstationen den Congo zu er—⸗ eichen versuchen. Mehrere Gelehrte werden sich derrn Flegel auf seiner Reise anschließen, unter Andern ein junger Ornithologe Herr Hartert aus Wesel. Wie man hört, ist dieser Tage zwischen Lüderitz und einem Consortium, zu dessen Ditgliedern u. A. der Abg. Hammacher gehört, ein Uebereinkommen wegen Uebernahme des Besitzes des genannten Herrn in Angra Pequena zu Stande gekommen. Die neue Gesellschaft dürfte ihr Augenmerk zunächst auf die Ausbeutung der nontanen Schätze des Landes richten. Deutsches Reich. München, 15. März. An Stelle des zum Fommandeur des 1. Infanterie⸗Regiments designirter erzeitigen Personalreferenten im Kriegsminisferium, Oberstlieutenant Frhrn. von Asch, wird, dem Ver— iehmen nach, der dermalige Referent für allgemeine Urmee ˖ Angelegenheiten, Major à la suite des Beneralstabes Frhr. von Zoller, treten. Diese beiden, sowie eine Reihe anderer Personalveränderungen in der Armee dürften aber erst gegen Ende des Monats verwirklicht werden. Berlin, 15. März. Das zwischen dem Brafen Herbert Bismarck und Lord Granville in dondon vereinbarte Abkommen besteht der „Daily News“ zufotge in der Feststellung einer endgiltigen Grenzscheide zwischen den Protektoraten Englands ind Deutschlands am Kamerun. Das ganze zwischen dem Ro del Rey und Lagos gelegene Territorium vird unter englische Oberhoheit gestellt und Fürs' Bismarck läßt jeden Anspruch auf ein Proteltora lüber irgend einen Theil des Territoriums, innerhallb dessen Grenzen die deutsche Flagge aufgehißt worden 'allen. Andererseits überläßt Lord Granville dem »eutschen Protektorat einen Streifen Gebirgsküste, er auf der anderen Seite der Grenzscheide liegt. Diese Abmachung bezweckt die Beseitigung der Un⸗ »equemlichkeit, die entstehen dürfte, falls Gebiets— enclaven unter britischer beziehungsweise Deutscher Oberhoheit in den zu dem Protektorat der anderen Macht gehörigen Grenzen mit eingeschlossen werden, owie ferner die Herstellung einer klaren und scharf narkirten Abtheilungslinie zwischen denselhen. Die Die weitverbreitete Annahme, daß die Regierung uuf die Börsensteuerbn a ge geringen Werti ge und für diese Session darauf verzichten werde, wie man aus Berlin schreibt, durchaus nicht utreffend. In den Kreisen der Börsensteuerkom— nission herrsot kain Zweifel, daß die Kegierung ile Anstrengungen machen wird, das Geseß noch n dieser Sesfion zu bringen. Darauf weisi auch die Berufung des Staatsraths zur Berathung dieser Angelegenhen hin. Es wird somit nach Ostern —A— Erledigung des Gesetzentwurfs im eichstag gegangen werden. Ebenso verhält es ig auch mit dem Entwurf über die Unfall— ersiche runa der land. und forstwirbschafniche Bewegung Zentralamerikas den Befehl, sich nach den Gewässern Zentralamerikas zu begeben. Lokale und vpfalzische Nachrichten. *Sit. Ingbert, 17. März. Zu der mit dem Gestrigen in Zweibrücken begonnenen Schwur⸗ zerichtssession sind aus dem Kanton St. Ingbert ils Geschworene einberufen: Herr Michael Thiery, Bäcker in St. Ingbert und Herr heier Schmidt, Ackerer und Wirth in Ober⸗ vürzbach. DHNeustadt, 14. März. Die Bismarck⸗ pende in unserer Stadt ergab bis jetzt 1558 Mt. 30 Pfg., wobei zu bemerken ist, daß zwei Listen noch ausstehen. Im ganzen Kanton ertrugen die Sammlungen, mit Ausschluß von fünf Gemeinden, son denen das Ergebniß noch nicht bekannt ist, 2490 Mt. 10 Pf. Die Behauptung der „Pf. 3.“, es werde ch hier kein Deuischfreisinniger au Fder Spende betheiligen, ist durch die thatsächlichen Verhältnisse in glänzender Weise Lügen gestraft vorden. DDie „Pf. Zig.“ theilt folgenden Brief ines Militärpfüchtigen mit, gerichtet an das Bürger⸗ neisteramt seiner Heimathgemeinde wegen Anmeld⸗ ing zur Stammrolle. Das klassische Schriftstück aulet: „Mannheim den 9 Feberwahr 85. Wer⸗ denster Hernn Bürchemmeister Ich mus ihnen zu wiesen duhm das Ich dieses Jahr in die Glas somm dan sein sie so guht und schicken sie mihr ein schdelungsschein das ich mich stelen kam wo Ich bin den Ich hab mich anmelten wolen dam hat mir der Betirks Feldwebel gesagt Ich miste eim schein haben vom Borchmmeister dan werd Er mich annehmen mißen. Drunn bite Ich sie haben sie Die güht und schickm sie mihr dem Stelungs⸗ scheim sobalt als mechlich. Nach N. bei K. Am hristian N. geborn Den 27 März zu 1865 zu CEGm Namen des Gehurtsortes befinden sich drei Fehler.) Ich bite sie vüllmal schicken fie nihrm dem Schain inerhaib 8 Tag das mihr sonst eim verhinderniß haben. Schicken sie Postlachend nach N. bei K. an Chriftian N. Was es kost zetzal Ich gernn Achtungsvoll oder antwort wie Ich es machm sol wem bei nuns mosterung ist.“ Sb die Pfaiz das zweifelhafte Vergnügen hat, den ühnen Orthographen zu den Ihrigen zu zählen, st aus dem Brief wie aus den begleitenden Ve⸗ merkungen der „Pf. 8.“ nicht ersichtlich. Das Ergebniß der Sammlungen für die Bismarckspende im Kanton Kandel hat 1000 Mt. geben. Die Gemeinde Hatzeubühl hat sich m der Spende nicht betheiligt. — Speyer, 13. März. Die diesjährige Prüfung für Lehrerinnen der neueren Sprachen In den weiblichen Erziehuugs— und Unterrichtsan⸗ talten wird am 27. April nächsthin, vormittags ZUhr, ihren Anfang nehmen und in den Räumen der kgl. Studienanstalt abgehalten werden. Die Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung sind bei VBermeidung der Nichtberücksichtigung spätestens bis um 10. April 1. Irs. bei der kgl. Regierung der Pfalz, Kammer des Inneren einzuͤreichen. (Pf. K.) Vermißchtes. Elversberg, 16. März. Gestern ver⸗ juchte eine alte Frau, Witnwe, in dem nahen Walde sich zu erhängen; Zwist mit einem hoff⸗ aungsvollen Sohne soll te sie dazu getrieben haben. Beinahe wäre ihr Vorhaben verwirklicht worden, venn nicht gerade im letzten Augenblicke — die hekannte Blaͤue war schon eingetreten — eine tettende Hand gekommen und den verhängnißvollen —õAAD Weinend ging die debenemüde nach Hause, nicht sehr erfreut, daß ihr Plan vereitelt worden, ((S. u. Bl.Ztg.) JSaarbrücken, 16. Maͤrz. Der Schluß der Sammlnngen für den Bismarckfond fand gestern tatt. Im Kreise Saarbrücken sollen, nach einem vorläufigen Ueberschlag von 15,000 Zeichnern un⸗ gefahr 8000 Mark aufgebracht worden sein. München, 18. März. Vor einiger Zeit erlaubte sich ein Unteroffizier des 1. Infanterie ⸗Re⸗ ziments den Spaß, Nachis um 2 Uhr vom Augustiner⸗ eller aus durch Vermittelung des Telephonumschalte⸗ Jureaus Jl die Verbindung mit der Türkenkaserne zu verlangen, um einem Kameraden eine Mitheilung zu machen. Dieser Spaß aber wurde angezeigt und vom Regimentskommando so übel aufgefaßt, daß der Unteroffizier wegen Mißbrauchs des Tele⸗ ng acht Tage Arrest erhielt. Gleichzeitig wurde ie gesammte Mannschaft streng angewiesen, bom Telephon nurin dienstlichen Angelegenheiten Gebrauch zu machen. GOie glücklichste Zeit des Salva— dorbieres) ist für München angebrochen, an der seit längerer Zeit auch das Ausland starl Harticipitt. So sind die bei einer einzigen dortigen Jrauetei — Zacherl — eingelaufenen Aufträge o massenhaft, daß im Laufe dieser Tage erklusive er Sendungen, welche durch Spediteure verschickt vurden, ca. 30 Waggons Salvdatorbier, also ein janzer Eisenbahnzug von München abgehen. Unter nderem gehen 100 Eimer nach New⸗NYork, ver⸗ ichiedene Sendungen nach dem Kaukasus. Es darf dmit ein zübsches Quantum dieses Bieres gebrau vorden sein, um auch die durstigen Kehlen der Ptünchener zufriedenstellen zu können. pNürnberg, 14. März. Die diesjährige nternationale Ausstellung von Arbeiten aus edlen Hetallen und deren Legirungen ⁊c. wird nach der isher erlangten Uebersicht etwa 400 Aussteller ählen, von denen die eine Hälfte auf die moderne, ie andere auf die historische Abtheilung trifft. In )er modernen Abtheilung sollen acht Kollektivaus⸗ tellungen Aufnahme finden, und in der historischen Abtheilung wird ein ansehnlicher Theil auch Gegen⸗ dande praͤhistorischen Charakters repräsentiren. p Kitzingen, 183. März. Ein Geschäfts⸗ reisender aus unserer Gegend, welcher dieser Tage nit eigenem Wagen von Gerolzhausen nach Kitzingen uhr, wurde kurz vor hier, im Walde von Räubern ingefallen. Es war 10 Uhr Abends. Zwei Schüsse purden auf die Pferde und den Kutscher abgefeuert lücklicherweise ohne zu treffen. Der Kutscher hieb zuf die Pferde und jagte davon, so daß das Ge— ährt der Gefahr entging. Die sofort benachricht igte Jendarmerie wird den Strolchen hoffentlich auf die S„pur kommen. 4 Die „Breslauer Gerichtszeilung“ Nr. 9 vom — Verkehr nit Heilmitteln, ist eine Entscheidung des Strafsenats des königl. Kammergerichts vom 11 dezember 1884 von Wichtigkeit, die nicht allein ie betheiligten Geschäftskreise im Allgemeinen, ——RX ern auch die Gerichte und Staatsanwälte im Be— onderen interessirt. Bereits unterm 24. April 1884 at der Strafsenat des Gr. Ober⸗Landgerichts zu darlsruhe in Bestätigung der Urtheile der Vor⸗ Instanzen, ebenso der Strafsenat des königl. Ober⸗ andesgerichts zu Hamm unterm 5. Mai 1884 nischieden, datz der rheinische Trauben⸗Brusthonig »on W. H. Zickenheimer in Mainz auch dann hon der Beschränkung, nur in Apotheken feilgehalter ind verkauft werden zu dürfen, ausgenommen. und dem freien Verkehr überlassen sei, wenn er ils Heilmittel feilgehalten und verkauft werde. Die oͤben genannte Entscheidung des Kammerge⸗ ichts Berlin schließt sich nun diesen Urtheilen voll⸗ tändig an, indem sie die freisprechenden Entschei⸗ dungen der Vor · Instanzen Sorau⸗Guben nicht allem in ihrem ganzen Umfange bestätigt und die dagegen eingelegte Revision als grundlos zurückweist, sondern auch die dem Angeschuldigten erwachsenen nothwen·⸗ digen Auslagen der Staatskasse auferlegt, indem diese Entscheidung namentlich ausführt: „Die Rüge, zäs dem inkriminirten Präparate schon durch die Bezeichnung „rheinischer Trauben⸗Brust⸗Honig“ der Stempel eines den Apotheken ausdrücklich vorbe⸗ haltenen Arzneimittels aufgeprägt werde, erledige ich ohne Weiteres dadurch, daß dieselbe im Vor⸗ irtheile des koͤniglichen Kammergerichts bereits als inbegründet zurückgewiesen worden sei und deshalb ‚on Reuem nicht mehr hätte geltend gemacht werden zunen,“ und ferner: „Mit Rüchsicht darauf, daß inerseits der thatsächlichen Feststellung des Vorder⸗ cichters gegenüber die Revision von Anfang an inen Erfoig nicht versprechen konnte, daß es an⸗ dererseits aber trotzdem dem Angeklagten nicht zu vFerdenken ist, wenn er sich bei seiner Vertheidigung er Hilfe eines Rechtsanwalts bediente, erschien es angemessen, auch die dem Angeklagten durch die ochmalige Revision erwachsenen nothwendigen Aus⸗ agen gemäß 8 499 Abs. 2 Straf⸗Prozeß Ordnung der Siaatskasse aufzuerlegen.“ FEin theures Butterbrod. Auf dem Neisser Bahnhofe waren sie eingestiegen, die drei befreundeten Fleischer und Viehhändler A., B. ind C. Der Weg von Neisse bis zum Breslauer Piehhofe ist weit, und wie schon oft, spielten sie ruf der hingebreiteten Decke eine Partie Schafkopf. Ab und zu wurde eine Pause gemacht. In einer stach den B. der Hafer.“ Schon längst hatte er gesehen, daß der A. ein feines Butterbrod mi saftigem Braten in der Tasche hatte. Ein Griff und ser hatte es in die Hände seines Freundes C besorgt, der es dreist und unverfroren verzehrte. In Brieg angekommen, ging man in den Warte⸗ Kal drinter Klasse, um „einen zu inehmen.“ — „Möchten wir nicht etwas frühstücken ?“ fragte B. den A. — „Warum denn nicht?“ entgegnete A. ind suchte in seinem Reisemantel, was die Frau vorsorglich eingepackt. Als er vergebens gesucht ind sich überzeugt hatte, daß die Schnitte ver⸗ chwunden, wurde er grimmig, beschuldigte die heiden Freunde des — — Diebstahls und droht⸗ nit furchtbarer Rache. Auf der Tour Brieg Breslau gelang es dem A. von B. das Geständniß zu erhalten, daß C.das Butterbrod allein gegessen was nicht gerade schlau war; hatte er wenigsten⸗ auch mal angebissen, wäre er nur der Uebertretung chuldig gewesen, während der C. der wenig be— obten Klasse der Hehler angehörte, wenn man denn einmal, wie der grimmige A., den schlechten Witz einen — Diebstahl nennen will. Auf dem Vahnhofe Breslau stand der Zug noch nicht, al⸗ I. auch schon einem Schutzmann angezeigt hatte daß er von C. bestohlen sei. Der Schutzmann lies iich die Sache erzählen, erlannte den schlechten Wit ind ermahnte die Drei, sich zu vertragen. Dazi dar A. bereit. Auf dem Wege lzum Viehhof orderte A. von C. 100 Mark und versprach zu chweigen. C. zahlte wirklich 90 Mark. Er if ein reicher, angesehener Mann und wollte den Skandal ein Ende machen. Noch war er aber unicht zu Ende. Am selben Tage nannte A. der C. auf dem Viehhofe einen „Spitzbuben“. Darübe um so mehr aufgebracht, weil er doch wahrhafti dem A. das Butterbrod theuer genug bezahl hatte, verklagte er den A. Dieser wurde der Be leidigung schuldig gefunden und vom Schöffenge richt zu Neisse zu 250 Mark verurtheilt. Nich genug! A. beleidigte auch den B. und erhielt dafü J0 Mark und als er dann den B. noch einma beschimpfte, erhielt er noch 20 Mk. und die nich unbedeutenden Kosten auferlegt. — Hoffentlich ih er jetzt überzeugt, daß das Butterbrod theuer genu bezahlt ist. FElberfeld, 12. März. Bei einem groker Brande in der Senffabrik Steinberg und Hil brach ein Feuerwehrmann durch den Fußboden und stürzte in den Keller hinab, fiel zum Glück dor ber bis unter die Arme in ein Senffaß hinei und kam auf diese Weise mit dem Schrecken dadon 4 Berlin. Ein entsetzlicher Vorfall, be welchem zwei Kinder ihr Leben verloren haben führle eine Arbeiterfrau vor das Landgericht I Die Anklage legte derselben die fahrlässige Tödtun⸗ hrer beiden Kuͤder zur Last. Unter Weinen gal die Angeklagte folgende Schilderung des Vorfalls x3 war am 28. November v. J., als ich in de— Waschküche zu waschen hatte. Um meine Kinde nicht ohne Aufsicht in der Wohnung zu lassen nham ich dieselben mit nach der Waschkuche. Nat einiger Zeit klagte der älteste, der vierjährige Friß iber kalle Füße Ich gab seinen Bitten nach und setzte ihn auf den Rand des Herdes, damit er sit die Füße wärmen könnte. Als der kleine zwen jährige Willy dieses sah, wollte er auch da obe! sigen, ich setze ihn daher neben den Friß. Als di Ander Lin Weilchen ruhig gesessen hatten, stieg de Fritz auf, um zu sehen, ob er bis zum Rauchfaag dinaufreichen könne. Dabei faßte er an den Dede des Kessels, dieser kippte um und beide Kinde fielen in den Kessel. Ich habe sie auf, der Siel herausgerissen, aber das Unglück war geschehen, di ide waren derbrüht. Vas Wasser war uit so sehr heiß, es brannte auch kein Feuer mehr untt —D,——— Laus darin und das war das Schlimme. Es wird weit eesigestet, daß die beiden Kinder zwei Tage nat dem Vorfalle an den Folgen der Verbrühung 9 dorben sind. Der betreffende Kessel war eingt nauert, der Holzdeckel lag unter einem senkrechten Drucke fest, gab aber einem seitlichen Drucke m großer Leichtigkeit nach. Der Staatsanwalt woe zer Ansicht, daß die Frau zwar mit denkbar — Fahrlässigkeit gehandelt, daß sie aber durch doe⸗ lünglück schon schwer destraft sei, den sie werdede Vorwurf, den Tod ihrer Kinder verschuldet haben, gewiß zeitlebens im Gewissen tragen. De halb beantrage er nur einen Tag Gefängniß. * Herichtshof schloß sich zwar der Auffaͤssung de Staalsanwalts an, erkannte aber auf eine Gefänt nißstrafe von einer Woche. 3. 1 4 4 4 lbin, 18. März. (Das Kobolzschießen uf — — Eine recht nette und fidele zneipe scheint das Lokal der Wittwe Bertha Con⸗ ad in der Reichenbergerstraße zu sein. Es gibt a allerhand Kurzweil; von zarten Handen werden e Gelranke im vorderen Lokal gereicht, und in er hinteren Berlinerstube siegt der „Polizeisack“. denn nun ein Gast nach der Berlinerstube, wo Zeinzwang exislirte, ging, so gab es da noch einen aupispaß mit dem „Polizeisack“. Gaste und nerinnen schossen Kobolz in buntem Gemisch urcheinander auf einem mächtigen Strohsack; spät ibends, wenn die Polizeistunde für das Conrad'sche deschaft herannahte, wurde dieser Strohsack vor as Fenster gestellt, um jedem Späherauge den zinbuck in die Weinstube zu wehren. Daher der same „Polizeisackꝛ. War Frau Conrad, eine emlich beliebte Dame von einigen vierzig Lenzen, umal besonders gut aufgelegt, so riskirte sie auf sre alten Tage auch noch einen Schuß. d. h. sie hoß mit Kobolz, bis ihr die Puste ausging. Das äre nun eigentlich so schlimm nicht gewesen und ind gewiß unter den Damen und Herren des sonrad'schen Hauses vielen Beifall. Frau Conrad »urde aber eines Tages denuncirt, daß bei ihr och viel gröberer Unfug getrieben wurde, z. B. aß sie aus Wasser und verschiedenen Schnäpsen ine Flasche Bordeauxwein zu 4 Mk. 530 Pfg. zu ereiten verstehe und aus einer Flasche Erxportbier leiche vier fabrizire. Heute hatte sich nun Frau sonrad wegen allerhand solcher Scherze vor der weiten Strafkammer hiesigen Landgericht J zu erantworten, wurde aber freigesprochen, da der zerichtshof der Denunciantin und Hauptbelastungs- eugin keinen Glauben beimessen konnte. Von der Missioneines Negerkönigs om oberen Congo in die Schweiz gibt die „N. Z. 3.“ ine drastische Darstellung, welche mit Geschick zu em Zwecke erfunden ist, die Nachricht der „St. galler Z.“ zu persifliren, die behauptet hatte, daß ch in Zürich eine Handelsgesellschaft gebildet habe, im im Congogebiet den schweizerischen Fabricaten ingang zu verschaffen. Die „N. Z. 3.“ erzählt: Der Negerkönig Jowägerjo von Weißöpperwo am deren Congo hat seinen Sohn Rummöchtiau nach zürich gesendet, um hiesige Banken und Industriellen ir die Gründung eines Unternehmens zu interessiren, as die Einführung schweizerischer Exportartikel am beren Congo bezweckt. Der König ist durch seinen linister Kalahani zu dieser seltsamen Mission ver—⸗ nlaßt worden. Genannter Kalahani soll nämlich n Aargauer aus dem Seethal sein, der ursprüng— ch wahrscheinlich Karl Hauri geheißen hat, aber eines Christenglaubens längst verlustig gegangen 1. Dieser Hauri war Soldat in der franzöͤsischen rremdenlegion, desertirte aber, da er sich so sehr n die Hitze gewöhnt hatte, daß er den algerischen dinter nicht mehr ertragen vermochte. Er kam uf seinen abentheuerlichen Fahrten nach Zanzibar, rat dort als Unteroffizier in den Dienst des Sultans nd nahm bei einer Erpedition, die dieser behufs arometrischer Höhemessungen nach dem Kiliman— haro gesandt hatte, abermals Reißaus. Nach angen Irrfahrten gelongte er an den oberen Congo ind scheint nun dort das Klima genügend warm u finden. Offenbar hat Rummöchtiau wenig Aus- icht, seinen Zweck zu erreigen, da dieser Negerprinz ich nur für Alpenkräuter-Magenbitter und Grauson- igarren interessirt, für die großen schweizerischen krportartikel aber gar kein Verständniß besitzt. luch muß man am oberen Congo von schweizerischen Actionären eigenthümliche Begriffe haben. Rum— nöchtigau führt nämlich vier große Ledersäcke mit ich, in denen er gleich die Hälfte des Alnienkapi- als in das Innere Afrikas transportiren möchte.“ f Brüssel. Der dickste Mann der Welt, bictor de Cierk, ist in seinem Geburtsorte kürgzlich m Alter von 35 Jahren gestorben. Derselbe wog uicht weniger als 300 Kilogramm. Seine Große var 1 Mir. 97 Cent., sein Umfang 2 Mir. Sein olossaler Appetit brachte oft seine Eltern zur Ver⸗ weiflung. Nur einmal hat de Clert seinen Ge— ‚urtsort verlassen, als er sich nach Brüssel zur lushebung begeben mußle. Da es nicht möglich ar, ihn durch die Eisenbahncoupethür zu zwängen, zußte er auf einem gewöhnlichen Karren nach Zrüssel geschafft werden. Man hatte ihm schon flers große Summen angeboten, wenn er sich enin zeigen lassen wolle; er hat sich dessen je— V stets geweigert: ja, wenn er hoͤrte, daß Fremde * em Dorfe waren, ihn zu sehen,so schloß er in den Keller ein, und machte so die Nügierde. nanches Touristen zu schanden. Der Verstorbene ühlte sich seit 2 Tagen unwohl; ein Schlaganfall sat seinem Leben ein Ende gemacht. — Wie die „Kreuz⸗Z.“ schreibt, stehen die deut⸗ chen Missionsbestrebungen hinter denen von Eng⸗ and und Amerika zurück. Während Großbritannien twa 1650 Missionare in's Feld stellt und Nord⸗ Umerika etwa 750, beträgt die Gesammtzahl aller Deutschen nur etwa 530, und während Groß⸗ ritannien für seine auswärtigen Missionen jährlich twa 20 Mill. Mark opfert und Nord⸗Ameriko twa die Hälfte, bringt ganz Deutschland und die Schweiz nicht viel über 21/0 Millionen auf. F (Eine Kougo⸗Insel ist zu ver— raufen.) Dieselbe heißt „Bulambemba“ und iegt in der Mündung des Kongoflusses unweit »on Banana. Die Größe der Jusel beträgt etwa 50 Morgen. Die jetzigen Besitzer fordern dafür iinen Preis von nicht weniger als 3000 Pfund Sterling — ein Zeichen, daß die Zeiten vorüber ind, da man in jenen Gegenden für eine Schnur Hlasperlen, ein Faß Pulver und einige alte Flinten in ganzes Königreich erwerben konnte. — Mit iner gewissen Entschiedenheit tritt der „Krz. Ztg.“ ufolge „seit einigen Monaten“ das Gerücht auf, derr Stanley habe die Absicht, sich zu verehelichen. — Als Stanley Afrika durchquerte, besann er sich zsur Anusführung des Riesenunternehmens nicht Veonate; man sieht, wie selbst diesem kühnen Manne »as Heirathen schwerer vorkommt, als die Erforschung Afrikas. Der Kinderhandel in San Franzisko. Nicht weniger als 13 weiße Kinder hat man vor urzer Zeit in San Franzisko im Besitze von Chi—⸗ iesen gefunden und denselben abgenommen. Keines »er Kinder war über 18 Monate alt und alle varen nach chinesischer Sitte gekleidet. Nur von inem kleinen Mädchen wurde ein Wort Englisch jehört, als es nach seiner Mutter schrie. Einem indern kleinen Mädchen waren die Füße einge⸗ hnürt, als Vorbereitung zur Verkcüppelung der füße, welche in China Modesache ist. Von den hinesen, die diese Kinder von 50 bis 100 Dol⸗ airs das Stück-kaufen, hat keiner bis jetzt den Ver— uch gemacht, sich wieder in den Besitz seiner jungen Sklaven zu setzen. Der „Demokrat“ von Kalifor— nien schreibt: „Seitdem die Polizei im Chinesen⸗ iertel Haussuchung nach weißen Kindern vornimmt, ind die Chinesen vorsichtig geworden und schaffen hre jungen Sklaven aus der Stadt, oder bringen ie sonst wo in Sicherheit. Der Polizeichef hat »eshalb die Hafenpolizisten instruirt, ein wachsames luge auf alle von hier abgehenden Fahrzeuge zu saben und keinem Chinesen zu gestatten, daß er nit einem weißen Kinde die Stadt verläßt. (Amerikanische Bierpantscherei.) Hon einer Firma in Philadelphia werden an Brauer Zroben eines Bier-Aromas versendet. Die Flasche, eren Inhalt in einem gelben, körnigen Gemenge, 50 g betragend, besteht, trägt folgende Gebrauchs- inweisung: „Eine Flasche ist für 25 Faß Bier »erechnet und wird der Hefe beigegeben, mit der s gut vermischt werden muß. Das Aroma gibt »em Bier den lieblichen, angenehmen Geschmack, velcher den renommierten deutschen Bieren eigen st. Es kräftigt die Hefe und gibt Ersatz für das urchs längere Kochen verlorene aromatische Oel »es Hopfens. Es enthält nur der Gesundheit zu⸗ rägliche Stoffe.“ Der „Amerik. Bierbrauer be— nerkt dazu: Bei der Prüfung fanden wir dasselbe estehend aus zerkleinerter Veilchenwurzel, krystalli— iertem Zucker und zerkleinerten brasilianischen Zohnen (Fabae Pichurim). Durch das lezztere rhält die Mischung einen muskatähnlichen Geruch. zeute, die glauben, daß Veilchenwurzel und FPabae ꝰichurim das Aroma des Hopfens ersetzen können, obird es wohl ebenso wenige geben, als solche, denen z einleuchtend ist, daß wenige Gramm Zucker auf 00 oder mehr Pfunde Hefe kräftig einwirken önnen. Der Preis dieser neuesten Errungenschaft juf zymotechnischen Gebiete ist 500 90 höher als der wirkliche Anschaffungswerth.“ f Eine hübsche Anekdote, welche zu⸗ Nleich sehr charakteristisch für den Mann ist, den sie etrifft, erzählt ein amerikanisches Blatt von dem jeuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Herrn leveland: Ais Zögling einer boardingschool hatte r sich eine jener kleinen Schulknaben⸗Unarten zu Zchulden kommen lassen, die dort wie hierzulande nit Linialschlägen in die flache Hand gestraft vurden. Ohne Ahnung des herannahenden Donner⸗ vetters hatte er nur bis zum Beginn der Schul« tunde „Mutmeln“ gespielt und sich die Hände ürchterlich schmutzig gemacht. So eilte er auf einen Platz, von dem ihn indessen bald des Lehrers „timme zu sich auf's Pult beschied, der ihm seine Zzünden vorhielt und das Linial auf und nieder anzen ließ. Während der Sttafpredigt warf unser Freund einen schnellen Blick auf seine Hände, spuckte rasch in die Rechte und wischte sich das Aergste derstohleu an der Kehrseite seines äußeren Menscheun ab, ehe er die Hand zur Züchtigung hinreichte — die Linke harg er auf dem Rücken. Der Lehrer yrsah sich die unsaubere Hand und sagte daun mit eichtem Spott: „Höre, Junge, wenn Du im Stande zist, in der ganzen Klasse eine audere Hand auf⸗ zufinden, die noch schmutziger ist, als diese, so sei Dir für heute jede Strafe erlassen.“ Ohne ein Wort zu sagen, nur mit jenem halb gutmüthigen, jalb schlauen Lächeln, das ihm heute noch eigen ist, og jetzt der junge Cleveland rasch die verborgene rinke hervor und zeigte sie dem Lehrer. Dieser onnte nur mit Mühe sein Lachen verbeißen, während die ganze Klasse in lautes Jauchzen aus— hrach. — „Gut“, sagte der Lehrer dann, „Du annst Dich auf Deinen Platz begeben.“ Und riumphirend kehrte der künftige Präsident auf einen Platz zurück. Gemeinnüutziges. Um Glascylinder für Lampen dauerhaft zu machen, empfiehlt die „Fogr.“ folgende Methode: Man packt denselben, mit Stroh umwickelt, in einen Topf, gießt kaltes Wasser darauf, setzt den Topf ans Feuer, so daß er sich langsam erwärmt und endlich zum Kochen kommt. Dann läßt man das Feuer ausgehen und den Topf ebenso langsam er— alten. Auf diese Weise behandelte Lampencylinder rlangen soviel Festigkeit, daß sie den Wechsel von kälte und Hitze aushalten können, ohne zu zer⸗ pringen. Zuweilen aber hat das Springen seinen ßrund in der ungleichen Dicke des Glases. Diesem silft man dadurch ab, daß man unten mit einem ßlaserdiamant einen kleinen Einschnitt macht. Die chlechte Beschaffenheit des Cylinderglases ist übri— sens eine Thatsache, die mauchen Glasfabriken zut dast fällt, welche in schwindelhafter Weise solche lende Waare geflissentlich liefern, um recht viel Ubsatz zu haben. Tintenflecken kann man aus Teppichen von Wollenstoffen entfernen, ohne daß eine Spur davon urückbleibt, besonders wenn die Tinte noch feucht st, wenn man zuerst alle Tinte, die noch nicht in den Stoff eingedrungen ist, mit einem Fließpapier »der Baumwollwatte vorsichtig aufsaugt, dann ein venig süße Milch auf den Tintenflecken tröpfeln äßt und dann mit einem frischen Stück Watte auf⸗ augt. Dies muß man 22ÿ3 Mal, jedesmal mit rischer Milch und frischer Watte, wiederholen und der Fiecken wird verschwinden. Schließlich muß nan den Flecken noch mit einem reinen Seifensuo zuswaschen und mit einem reinen Tuche trocken keiben. Ist der Tintenflecken aber schon älter und ein; getrocknet, dann muß man die Miich auf ihm länger tehen lassen und das Verfahren mehrere Male ge— zuldig wiederholen, und der Flecken wird endlich erschwunden sein. Dienstesnachrichten. Die Forstmeister Hanus in Speier, Nither hei der Regierung in Speier, Zapf in Zwei— )zrücken, Fromm, bei der Regierung in Speier, Byßling in Elmstein, Becker in Kaisers- autern und Hellwig in Pirmasens wurden zu Forsträthen bei der kal. Regierung der Pfalz be— ördert. Die Forstamtsassistenten Martin in Spe ier und Aull in Neustadt a. H. wurden auf An— suchen an das Regierunasforsthurean in Speier zersetzt. Fur die Redaktion verapiwortlich: F. X Demeß. Eine kleine Ausgabe, iber ein großer Gewinn ist alleu Denjenigen sicher, welche »urch Anwendung der Apotheker R. Brand's Schweizer- illen (erhältlich à Schachtel M. 1 in den Apotheken) ihren dörper reinigen und hierdurch neu beleben, stärken un'. räftigen. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel al Ftiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Na— nenszug R. Brandi's tra— Fidelitas, Organ für gesellige Vereine un Privatkreise. Hamburg, Berlag von G. Krame xin recht wichtiges Hülfsmittel, die Unterhaltungs-Aben eselliger Vereine interessant zu gestalten, ist diese im dritt tahrgang erscheinende Zeitschrift. Die uns vorliesen;. neueste Nummer bietet außer einem interessanten Inhalt im Hauptblatt, im Beiblatt: einen Prolog, eine humo—⸗ ristische Rede, ein Couplet mit Noten, eine Declamation und eine komische Scene für 3 Herren. Der Preis ist für das Gebotene ein äußerst mäßiger. vichtigen Plätzen, daher rascheste und zuverlässigste Nach— richlen; bei dedeutenden Ereignissen umfassende Spezial- Telegeamme. Das „B. T.“ bringt ausführliche Kammer⸗ zerichte des Abgeordneten⸗ und Herrenhauses, sowie des Reichstages. Umsassende Handelszeitung und Curszettel der Berliner Börse. Reichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗ neuigkeiten aus der Reichshauptstadt und den Provinzen. Theater, Musik und Kunst, Litteratur und Wissenschaft verden im Feuilleton des „B. T.“ in ausgedehntem Maße gepflegt; außerdem erscheinen in demselber Romane und Novellen der ersten Autoren Im Roman⸗Feuilleton des nächsten Quartals erscheint ein ehr interessantes Werk, ein Bauern⸗Roman aus dem Bfälzer Wasgau, des allbeliebten Erzählers Augussl Zecker unter dem Titel: „Die Nonnensusel“. Außerdem erscheint von Ende Mai ab im „Zeitgeist“ die zeueste Novelle von Paul Heise: „Himmlische und rdische Liebe.“ Eine weitere Bereicherung des Inhalts jat das „B. T.“ exfahren, indem es jetzt auch Montag nit der feuillet. Beilage „Der Zeitgeist“ ersche Diese Zeitschrift enthält einen hervorragenden Theil 9 luffätze des „Deutschen Montags⸗Blatt“ das sich bekann ich der Mitarbeiterschaft der bedeutendsten zeitgenösfisch. Schriftsleller erfreut. Außerdem empfangen die Abonnen »es „Berliner Tageblatt“ vier werthvolle Sep ru Beiblätter: das illustrirte Wißblatt.UVILIEE?, das belt. rristische Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle“, die „Mi heilungen über Landwirthschast, Garten bau und Haut. wirthschaft“ nebst „Induftriellen Wegweiser“ zu dem enoin zilligen Abonnementspreise von nur 8 Mark 28 pPf. u das Vierteljahr. Man beliebe das Abonnement bei don aächstgelegenen Postamt schleunigst anzumelden. damitsen Jusendung des Blattes vom 1. April ab vünktlich erfoig Unzweifelhaft ist das Herliner Szageblatt“ hinsichtiich der Reichhaltigkeit, Mannichfaltigkeit und Ge— biegenheit seines Inhaälts die interessanteste und anregendste Jeiung Deutschlands. In Folge dessen vermochte es sich inen festen Stamm von 70,000 Abonnenten zu erwerben und sich gleichzeitig zu der gelesensten und verbreitetsten Zeitung Deutschlands emporzuschwingen. Durch täglich sweimaliges Erscheinen ist das „B. T.“ in der Lage, alle RNachrichten stets 12 Stunden früher als jede nur einmal jäglich erscheinende Zeitung zu bringen. Das „B. T.“ be⸗ obachtet eine gänzlich unabhängige, freifinnige politische Haltung und unterhält Spezial⸗Correspondenten an allen Krieger's Fischgeschäft berkauft kommenden Mittwoch auf dem Wochenmarkte: Schellfische, Hechte, Karpfen, gewässerte Stotfische, ßackfische. Bestellungen für die Charwoche verden freundlichst angenommen. Aufforderung.“ Wer an den Nachlaß der verlebten Elisabetha Jost, Wittwe von Jacob Weirich aus Heckendal⸗ Heim eine Forderung hat, wolle dieselbe nnerhalb 8 Tagen anmelden bei Jacob Osfter, Tagner in Heckendalheim Ohne jeden Verschub si nddet am Dienetag denm *77 — Ameri en Vostdampfer der 8— Limo hren von Antwerpen jeden Samstag direct no dew⸗York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere all Klafssen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an ECVäMABIAA LAIII. St. Ingbert. Gewinnziehung unserer kirchenbau⸗Lotterie unter notarieller Leitung statt. Titthing, 14. März 1885. Ddie kath. Kirchenvermaltung M. Muggenthaler, Pfr. u. Vorst. Bei Verausgabung von nur 225,000 Loosen werden 11,000 Treffer im Gesammtbetrage von 151,500 Mk. ausgeloost. 60,000 Mk., 30,000 Mk. und viele andere hohe Gewinne i 5000, 2500, 1000 Mk. ꝛc. Fittlinger Loose à 2Mk. bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Haupt-Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rh. —0 für Speckbücklinge per 5 Ko.-Packet AM. 8.- Speokflundern,, 350 Lachsheringe,, 3.60 Jer. Aal —W 10. 50 Sal-Roulade W 750 Aal en Gelee, 620 Fischroulade, 3.80 Kronsardinen, 2.80 Vollheringes 3. - Caviar, Ural Perl., 7.50 Daviar, „2 9.30 Caviar., , 1 F 5.— Preise verstehen sieh 2011- und portofrei. Vollstàndiger Preiscourant gratis. EAmburęg. MMAX IXBbSCiIMeXxer ã * usten 24 WX * 4 — *55 D u 2 von un Aichac. 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Prei vierte jährlich M. 1.25 75 Kr.Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ ietten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be— schreibung, welche das janze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche uür Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwäsche für Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ꝛc., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren ⁊c. Abonnements werden jederzeit angenommen ei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Probe⸗Nummern gratis und franco durd e Expedition, Berlin W, Potsdamer Str 3:. Wien JL, Opernaaß⸗ 34 * enbliekse prompeie, ver⸗ — — Von den zahlreichen lobenden Empledlnngen des Werkes konnen wir hler nur einige anführen: salnifche Zeitung. Seltsam beim ersten Anblick, saunenswert bei näherer Prüfung, ungemein schäßbar und paing beim Gebrauch ꝛc.“ der e Ein handliches Bademekum für jeden Gebildeten, das die fruchtbarfien irlungen verspricht ic.“ —AX —— „Ein Wunder auf dem Gebiet der Lexikographie ac.“ derner Bunde. So lange die Welt steht, ist es wahrscheinlich der Benschheit noch niemals so leicht gemacht worden, die göpet Masse universalen Fihen in einer Roctasche überall hin zu tragen 1c.“ deipziger Inerd „Vas Unbeschreibliche — hier ist es gethan ic,“ Wiener Fremdendlatt. „Eines der originellfien Erzeu— z des deutschen Büchermarktes zc.“ JIl ustrierte Zatuns „Ben Abika würde angesichtä i Bucher zwergesa seinen bekaunten Aub⸗ spruch „Alles schon dagewesen“ eheg ꝛc.“ breslaner Worre „Ein Meisterwert... ein * genug m bewunderndes Beispiel deutschen Fleißes, beutscher Ausdauer und — deutscher Gedulb!“ —— oder zu beziehen durch alle Nach Orten, in denen folche nicht eriftieren, Uefert der Berleger dirett gegen vorherige Einsendung bdes Betraas. 4304 — saglich auch Montags. — Aus fuührliche politische Mitiheilungen. »bjectiv. mit Miedergabe inter- arñοter Meinungsausserungen anus ler Presse aller Parteien. — Nachrichten über Theater, Alusik, Kunst Wissenschast: Gerichta- nalle: locale Nachrichten. — Spannende Romane. Sorgfaltige Borsen- und Handelsnachrichten. -Volatandiges Berliaer Coura- blatt. — Lotierielisten. — Amt- liche Nachrichten. 6 (Gratis-) Reilagen: t. Neueate Berliner Flieegnde Blutter (illustrirt). 2 Unterraltungsblatt. 3. Die Haus- frau. 4. Zestung sür Landwirth- ichaft und Gartenbau. 5. Neueste Moden (illustrirt und Schnitt- muster). 6.. Verloosungsblatt. betr. Obligationen, Prioritaten nd A —ο_α“ J dlLautt E ο 2* M α— aebst seinen werthvollen Separat-Beiblättern: Illustrirtes —A VDVILIC?, belletr. Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle“, „Mitthei— ungen über Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“ nebst „Industrieller Wegweiser““. Eine weitere Bereicherung des Inhaltis hat das „B. T.“ erfahren indem es jetzt auch Montags mit der feuillet. Beilage „Der Zeitgeift“ erscheint. Diese Zeitschrift enthält einen hervorragenden Theil der Aufsätze des, Deutschen Montags— Blatt“, das sich bekanntlich der Mitarbeiterschaft der bedeutendsten zeitge— nössischen Schriftsteller erfreut. Das tägl. Feuilleton des „B. T.“ bringt die Romane und Novellen unserer ersten Autoren; im bevorstehenden Quartal erscheint in demselben ein sehr interessantes Werk, ein Bauetn⸗ soman aus dem Pfälzer Wasgau, des allbeliebten Erzählers unter dem AILIs BecIh Tuͤel Die Nonneususel. Aukerdem erscheint von Ende Mai ab im „Zeitgeist“ die neueste Novpelle bon Paul Heyse: „himmlische und irdische Liebe.“ Im Verlag von Greßner KCSchramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu bezichen: v363 nßo Rhilosophie. fri“Cee griechischen Perbern * euf ie Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band 1: „Das Atterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge Preis der Lieferung 50 Pfennig. — Sei alien Auf Wunsch Postanstalten Fur &H Mark D⸗A Pf. Probenummer d. Deutschen Reiches gratis u. franco. für das Vierteljahr April, Mai, Juni. Unter Berücksichtigung des überaus reichen und gediegenen Inhalts die billiaste Zeitung Deutschlands. —A Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert. Aig cinl der Nn qen nten rat ellen Nit. irb⸗ r d 7 St. Ingherter Auzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstatz und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturg glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 G60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Poft bezogen 1 75 , einschließl. Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, I8 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 56. Donnerstag, 19. März 1805. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. nördlicher der Prinz Heinrichshafen sich anschließt. Alle Berichte sind darüber einig, daß eine üppigere Vegetation, als die das Hafengebiet umgebende, nicht gedacht werden kann. Vorläufig ragen mäch⸗ ige Aeste großer Laubbäume vom Strande aus noch weit über das Wasser hinaus und erschweren in vielen Stellen das Landen. Dieser Ueberreich⸗ hum des Waldes bedingt auch vor der Hand noch ielfache Fieberfälle für diejenigen, welche das Land ind den Urwald aufschließen werden; doch lauten die Nachrichten, die von der „Elisabeth“ eingetroffen sind, dahin, daß alle Fieberkranke verhältnißmäßig rasch genesen sind und daß, sobald einmal der Wald etwas gelichtet worden, auch die Gesund—⸗ Jeitsverhältnisse dieser Küste sich wesentlich ändern und besser würden. An Fruchtbarkeit des Bodens oll dieser Theil des Kaiser Wilhelms⸗Landes fast unübertroffen sein. Graf Hatzfeldt, der Staatssekretär im uswärtigen Amte, an dessen Urlaub Combinationen iber einen beabsichtigten Personenwechsel geknüpft vurden, hat seine dienstlichen Funktionen wieder ibernommen. Der Fürstbischof von Breslau hat, nach zer „Schles. Ztg.“, denjenigen Geistlichen seiner Diözese, welche den lehrplanmäßigen Religions— interricht in den Schulen ertheilen, befohlen, das Ansinnen der weltlichen Schulinspektoren, bei den Schulprüfungen in der Religion zu prüfen, abzu⸗ ehnen. Die Bildung einer Gesellschaft zur Ausbeu⸗- uung von Lüderitzland ist jetzt beschlossen, inter Betheiligung von Bleichröder und Han— emann. Daß unsere großen Bankiers auch ein⸗ nal ihr Geld in dieser Weise anlegen, ist außer⸗ dentlich vernünftig und verdient Anerkennung. man sich leicht denken kann, mit wenig Aussicht auf Erfolg. m. „Wir waren heute bei der Beerdigung des zerstorbenen jugendlichen Lehrers Wiesinger in Ul schbach zugegen und mußten uns freuen über zie allseitige Theilnahme, die dem Verstorbenen von einen Collegen und der Gemeinde als letzte Ehre erzeigt wurde. Die vorgetragenen Choͤre machten einen tiefen Eindruck. In vorzüglicher Rede, mit dlen, ungemein ergreifenden Worten widmete Herr Lehrer Diehl — ESt. Ingbert) dem so früh Verschiedenen den letzten Scheidegruß.“ — Speyer, 17. März. Gestern hat dahier die Prüfung für den einjährig- freiwilligen Dienst »egonnen und haben sich derselben 9 junge Leute uinterzogen. Für den deuischen Aufsatz sind den⸗ elben folgende Themata zur Ausarbeitung gestellt: ) Drei Blicke thu zu Deinem Glück. Schau auf⸗ wärts, vorwärts und zurück. 2) Wer seinen Acker nicht baut, dem wächst Unkraut. 3) Was bringt und was lehrt uns der Frühling? Deutsches Reich. Berlin, 17. März. Bezüglich der Verwen⸗ dung der Bismarck-Spende dürfte zweierlei in Vorschlag gebracht werden: Entweder direkt die Bismarck-Spende als ein Kapital zur Gewähr⸗ ung von Darlehen gegen ganz geringen Zinssatz oder es wird »aus der Spende ein Justitut zur Unterbringung wie Versorgung invalide gewordener Arbeiter errichtet. Endlich hat am Montag der Reich stag die Berathung der Dampfervorlage im Wesent⸗ lichen zu Ende gebracht. Das Resultat einer Ar⸗ beit von Monaten ist die Entfernung einer der vorgeschlagenen Lienien aus der Vorlage. Die ifrikanische Linie wurde mit einer knappen Majorität I166 gegen 157 Stimmen) abgelehnt, die austra⸗ ische dagegen mit einer ebenso knappen (170 gegen 159) angenommen. Die ostasiatische hatte nicht in Frage gestanden. Mit Recht hat der Reichs⸗ kanzler hervorgehoben, daß das Gesetz durch den Fortfall der einen Linie nicht werthlos wird. Die ründe, welche in der Kommissionsberathung eine derartige Auffassung rechtfertigten, treffen für die Schlußabstimmung im Plenum nicht zu. Denn hier handelt es sich darum, entweder das Gebotene zu nehmen o»der überhaupt nichts. Immerhin ist doch Etwas erreicht; Etwas ist der Opposition ab⸗ gerungen, und wir wollen mit dem Reichskanzler hoffen, daß nach einem weiteren Jahre die Oppo—⸗ ition sich wieder einen Schritt durch den Druck der öffentlichen Meinung zurückgedrängt sehen wird. Viel mehr aber, als der eigentliche Gegenstand elbst haben die Verhandlungen darüber die Stim⸗ nung des deutschen Volkes in Erregung versetzt. Unausloschlich wird das Verhalten des Deutschen Reichstages von der ersten Verschleppung an bis zu den mächtigen Debatten dieser letzten Tage in der Erinnerung der Nation haften, und ebenso fest wird sich ihr das Bild des Kanzlers einprägen, der gegen den vaterlandverderbenden Parteienstreit das nationale Gewissen Deutschlands aufruft. Den neuen deutschen Besitzungen an der Nor d⸗ tüste Reu-Guineas ist' jetzt auch ein amtlicher Name beigelegt. Kaiser Wilhelm hat auf Bitte der Besitzergreifer genehmigt, daß das deutsche Schutzgebiet auf der Nordkuüste von Neu-Guinea daiser Wilhelms Land genannt werde. Bleichzeitig hat er gestattet, daß die dem neu ent⸗ veckten Hafen nordwestlich von Port⸗Constantin und giner Bucht in der Nahe davon vorläufig gegebenen Pamen Friedrich Wilheims Hafrne und Prinz Heinrich Hafen beibehalten werden. Der Friedrich Wilhelmshafen liegt, wie wir der „Köln. Zig.⸗ entneymen, etwa unter dem 5/1 Vrade südlicher Breite. Er war bisher unbekannt, da eine ihm vorliegende Insel die Einfahrt nicht bemerkbar machte. Diese, jetzt Dallmann⸗-Fahrt ge— nannt, wurde aber am 18. Oktober v. J. durch & Kapitän Dallmann, den Führer des der deutschen nquinea Gesellschaft gehörigen Dampfers „Sa— 8 entdedt und damit der Hafen aufgeschlossen, F sich nach den demnächst von dem deutschen —A— „Elisabeth“ vorgenommenen Untersuch⸗ s nicht nur als äußersi geschützt, sondern fuͤr Suie ieglichen Tiefgangs hervortagend geeignet * .Nach einer auf Grund dieser Untersuch⸗ dge aufgenommenen Hafenkarte münden fünf Flusse in den ausgedehnten Hafen, an den etwa Vermischtes. F Passau, 14. März. (Ein Gefecht mit Bilddieben) bestand in den fürstlich Schwarzenberg⸗ chen Waldungen beim Pöckensteiner⸗See das öster⸗ reichische Forst- und Grenzwachpersonal. Forstad⸗ unkt Fischer von Neuthel ist leicht, ein Oberauf⸗ eher und ein Gendarm sind schwer verwundet. Die Wilderer wurden über die bayerische Grenze zetrieben. Blutspuren am Wege deuten an, daß auch sie Verwundete hatten. FHalle, 16. März. Der vom Reichsgericht wegen Landesverraths zu 8 Jahren Zuchthaus ver⸗ urtheilte Kaufmann Gustav Janssens wurde vor einigen Tagen in die Strafanstalt zu Halle a. S. abgeliefert. Der wegen eines gleichen Verbrechens dort in Haft sitzende Hentsch, Hauptmann a. D., vefindet sich wohl und munter und versieht Schreiber⸗ dienste in der Kanzlei, während die im letzten Anarchistenprozeß Verurtheilten ihr in der Jugend xlerntes Handwerk ausüben. Der Schuhmacher hdolzhauer befleißigt sich eines ruhigen Betragens, vährend der Sattlergeselle Rupsch sich sehr unbot⸗ mäßig zeigt. FBerlin, 18. März. Das Schwurgericht zerurtheilte den Studenten Oehlke wegen Tödtung eines Gegners im Duell zu vierjähriger Feftungshaft. F Das Erdbebenin Spanien, vwelches Hunderte aus reichen Leuten zu Bettlern gemacht jat, hat wenigstens einen armen Mann, dessen janzes Besitzthum in einem kleinen Felde bestand, n einen reichen verwandelt. Denn auf diesem Felde ist plötzlich eine warme Quelle entsprungen, nicht weit von den schon bei den Römern bekannten ind beliebten Bädern von Alhama, nur mit mehr Schwefelgehalt und größerer Wärme. Der Besitzer des alten Bades hat sofort eine große Summe ge⸗ soten, da er eine ihm leicht verderbliche Conkurrenz ürchtet; der reiche Arme aber fordert noch eine srößere. Von der vulkanischen Natur der ganzen Imgebung legen übrigens diese alten, von den Nauren ausgeschmückten, höchst interessanten Bäder chon Zeugniß ab; sie sind allein einen Besuch von yranada aus werth und die durch schroffe Felsen zinführende Straße, jetzt auch mit losgerissenen Felsbrocken überstreut, ist höchst malerisch. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demetz. Lokale und pfälzißsche Nachrichten. * St. Ingbert, 19. März. Die Früh—⸗ ahrs⸗Kontrollversammlung für sämt— iche Kontrollpflichtigen der Stadtgemeinde St. Ingbert mit Ausnahme jener aus der Schnap⸗ zach findet Dienstag den 14. April, vorm. 9 Uhr m Oberhauser'schen Saale dahier statt; für alle dontrollpflichtigen aus der Schnappach, aus der Bemeinde Hassel und den Bürgermeisterämtern stiederwürzbach und Rohrbach an demselben Tage nachm. 2 Uhr in demselben Lokale. Zu Ens⸗ heiem im Fries'schen Saale findet Mittwoch den 15. April, vorm. 9 Uhr die Kontrollversammlung tatt für sämtliche Pflichtigen der Bürgermeister⸗ imter: Aßweiler, Bebelsheim. Ensheim und Om⸗ nersheim. *St. Ingbert, 19. März. Ein großes Anglück hat unsere Gegend in nicht geringe Auf—⸗ egung versetzt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden nämlich in dem benachbarten rischbachthale die „Camphausenschächte“ durch chlagende Wetter verschüttet. Von den 219 Berg⸗ euten, die angefahren waren, sind nur circa 30 ebend zu Tage gefördert worden. Die übrigen 80 hat demnach der Tod ereilt. Welch' großes klend durch diese Ziffer ausgedrückt ist, läßt sich eicht ermessen, wenn man bedenkt, daß fast so viele Familien nun ihrer einzigen Stütze beraubt sind. Von den Toten kommen auf Herrensohr etwa 30, auf Dud weiler etwa 80. Doch auch viele Familien in Dörfern der pfälzischen Nachbarschaft ind in Mitleidenschaft gezogen. — Die Rettungs— irbeiten werden noch immer fortgesetzt, doch, wie Mountag, den 28. Warz nächst⸗ zin, vormittags 9 Uhr zu St. Ingbert n der Wirthsbehausung des Rudolf Munzinger, versteigere ich zwangs⸗ veise gegen Baarzahlung: Secretär, 1 Chiffonier, Commode, 1 Zuleagtisch, JKanapee und é gepolsterte Stühle, 2 Spiegel, 1 2.— hürigen Kleiderschrank, 1 Teppich, 5 vollständige Bet— ten, 15 Bierfäßchen, 1 däckselmaschine, 24 feine Servietten, 2 feine Tafel— ücher, 6 feine Tischtücher, 24 Tischtücher und folgen— des Silberzeug: 18 Kaffee — ffel, 1 Theeseyer und 1 Küchenschippchen und noch oerschiedene sonstige Gegen— tände. St. Ingbert, den 18. März 1885. CCOCL- Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender. Todes⸗Anzeige. Verwandten und Bekannten theilen wir hierdurch mil, daß es VJott dem Allmächtigen ageijallen hat, unser liebes Töchterchen WE ĩ II A — m zarten Alter von 6 Monaten heute früh 1 Uhr zu sich zu rufen. Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag ——A Rentrischer Berg, den 19. März 1885. 2 Die trauernden Eltern: Jacob Fichter, Kath. Fichter geb. Glattfeld. vorschuss-Verein St. Ingbert E. E. Die Mitglieder werden hiermit zu der am Dienstag, den 24. März 1885, Abends 8 Uhr, im „Hotel zur Post“ attfindenden Generas⸗Versamm“t ingeladen. TAges-OrILnung: 1. Vorlage des Geschäftsberichts für's 2. Halbjahr 1884. Decharge⸗Ertheilung. 3. Festsehung der Dividende und Vertheilung des Reingewinnes 8 40 der Statuten 3. Reuwahl des Aufsichtsrathes 8 24. . Wahl der Prüfungscommission der nächsten 2 Bilanzen 8 80. St. Ingbert, den 4. März 1888. der Aufüchisralh des Vorschnß Lereius St. Ingbert E. G. — J. B. Martin, Vorsitzender. J ——— 7 in St. Ingbert. Nüchsten Montag, den 23. Maͤr beginnt ein Tanzkursus im Saal des Herrn Oberhauser dahier. Anmeldungen find zu machen Oerrn G. Ch. Kayser. Hochachtungsvoll N. Räcker, Tanzlehrer Derienurn, welcher zu Frau Thum sagtle, daß ich die Mitgliede— des protest. Männer- und Jünglings Vereins Lumpenzeug nannte, halt ich für einen gemeinen niederträchtiger und verleumderischen Lügner, bis— mir dies beweist. G. Kayser., Schreiner — Fohehe bun CAGCAOGPULVER —A GCOLADE E.Oo. MOoSERScCB ASGS-.,k. c Zu haben bei Herren Jean Peters, J.Rickel, J. Uhl jr. St. Ingberr Carl Pauly, Wwe. Fonnet, Blie: kaftel. — — — A Geschüfts⸗Eröffnung. — — Den geehrten hiesigen und auswärtigen Damen die ergebene Mittheilung, daß ich mit heutigen Tage in St. Johann, Bahnhofstraste 87 im Hause des Herrn Conrad Pabst eine Damen-Mänlel-Fabrik eröffnet habe. Gestützt anf längjährige genaue Branchenkenntnisse und äußerst vorleilhafte Einkäufe, setzen mich in den Stand, allen, auch den weitgehendsten An—⸗ sprüchen, auf das Beste Genüge zu leisten. Anfertigungoen nach Nass unter Garantie für guten Sitz ohne Preiserhöhung. Theroso Mostort, 87 Bahnhofstraße 87 St. Johann 87 Bahnhofstraße 87. VRV Drudk und Beusag von F. Xx. Demeß in Ssp.Fnabert 22 3 4..* 2252225 ——F DS 5.2 2 * * 2 —2 2 * — 29—, 3—55 s5 —58 5355 35355328 5——35 33585— 538 2* — 5 —53 5383 438 3 55 2525 53255 553 — ——2283 528356 * 2 —A— —— —A — 22 * — 522 — —— 22 2 333 888 — 2 — 5 55*—2388 —* *5 557 —2 —c—23 58235 553538 —— 2* — — 8 *652 * — — 55* — 5522 — 2 —E — — — 3 — 3 —2— 5*5 3* —— — * 5 — —22* 2—22 2 Si2 2 8 53 2 222 — 2 — * —* —AVV 2 35 53 35258 35555 33533234 —— 33 7523855 833 25 2335 555— 5555—25 852555 3z25533 38 —A 22 2 — — W 5 — — 8 585 — 553 2 —— — 12832 —z8—3355* 358 528 *· 258 — 232 25275 ——2——2 — 25 —A 52 — — 5 * — 2 — 53858 55 ⸗7 — — ñ⸗ — 55 5835838 2868* — 555 83—2 4 5 —3235 53335z53*8 383 2538 3s5585 563573355 *8 *2533 2 — 25 —A——— z355z585 532 5838 38555 352353555 z 3—3332 30 z?S 538S8 s52225 * v 22 * — 5 523 — 3—— 2835 — — — * 25* —8 8 * * 3 52 —— —— — — —A— —— * 52 532 * — 0 8 5 — —A * — 8 288 — 55 55*3 27 — 8 25 127 5 25— 9856 52 5225 — 55 S 2 —A —A 22 2 75 — 3— — 22 7 2222 — 52*7 388383* 52 AFJ 5385 328 53855—58 255525* — — cS 27 5 * X — — 3 22 2* 2 — * 532586382 5525 23 553*833 59 —23832 38 8 3523355585 535 — 8 —* 5 — 5 8 2* 3 2 * * 53—82 3 578 2—25535 8583 2 25 83553323 z532 3823383 23 — ——— 35——s 2358328 S — 5853—3 — — * 52 —— 22 S8. 2 — m533 3 225 * 2* —— * 2 * — O — 8 38 cE —22 5 223 — 8 —5 2 * 5—2342 * 522 *8 23585 32 382 5 —5x5355325 5*2 — 2 2222 — — —— ——A — 2 3 32— 5225 — 33 55 325*28 5 5 5 27 s 2—3323* — 58 75 5—2— 55 — D — è * S * J 5 5335 55 —5835 23555 3 —A— *—633586.5* 33855—38352 —z4 234 —35z353 3—258 —3 — *— —2 9 — — —A * A 2E 22 — 52 — 2 5 2 — — —8 2 5 8 —A — —— — 5385 35 8 5822382858 2 — —— 2 * 32 5536 3325 — — 325 22 5225 2* 2 * 25 —— 2* — 8 — 535 —555 — 5 8 2 3 —8 53* 2 — —* 224 * 25 e —53 —3 335355 53 „J8* *5*5 5525335 523222 237 —53532355 5* 55 ——z—2355 —53— 5355 5—3 — —53335 55 525 sSS 6 52*8 —A z5 3 53863 55 5535 28 S ES —55 225 —E F 2 232 22 ——— —— 35 — 8 3 33 33 5335235 83 3* 8 —AA 9 ——2 555 7573 22 * 252*232 2— 53235 —— 2 — — 53—— *37 355232 5 * —3 — 25 ẽ — 8533 258 338 3 — * —5 *2 25 8 5* — —35 355883 3 38 s323 537 ——2 2 — —88E5 2 —2— —— — — 342 —— — 52 —⸗ 65. —z32 —32 22 — 8 —* —525— ⏑⏑ 2 75E3 z2523232858 —— 55—5— I3506 —288 22 ISS — — —83—— ——22757 232322 22 — 785—3383 *——5* 5 * — — —z35 — 852327 ——— sz58 — 5383 * 5385 — 53—222 232 *2 —25—5 55* * * — 7 8 2 — —— —— — — 8 — 222 * * X 55257 — 8* 22 2 —— — ——— 32 — * 5—5838222 2 —A 2 53z523 — —22875 mRE.5 5* S22 — — ——ck——85* —3 * — — 222 2322 — 5355 553552—35* —2828 58 z5 53* 283 58325— —2522 . —85 283 368355 *2235 7* 2 — *2 2 32 2522. 32— —32822 2538 — 9 —5 * —A — — —— T 3—8 5 — —57332 I 7 — 23 25322 2 28*5 255 8 * 22 23 522 —A— 52152 58 2838382 —3— — — 82.5 22 — 2525253 —A 28 252 558 ß 2 2 * * z23 273353* 222 3 S—s 5 222 —2522 2 5*— —A — 5 — — 59 — ——— 383536 — 55 3* 53* ——— 3328 355 53 2 ——— —E 322 — * 2.3 8— ——— — 53. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmalrt Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhauumg glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 4 60 — einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 4, einschließl: 0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaliene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expebdition Auskunft ertbeilt, 15 41. Reclamen 30 —. Bei amaliger Einrückung wird nur dreimaliage berechnet. Ae 575 Einladung zum Abonnement. Bei dem bebvorstehenden Ouartalswechsel laden oir hiermit zum Abonnement auf den „St. Ingberter Anzeiger“, untliches Organ des k. Amtsgerichts St. Ingbert, rgebenst ein. Erneuerungen des Abonnements ind Neubestellungen wollen bald gemacht werden. Denjenigen Abonnenten, die das Blatt durch unsere usträger beziehen, werden wir dasselbe auch im jeuen Quartale fortliefern, wenn nicht vor Beginn ———— Im Preis und Erscheinen des Blattes ritt keine Aenderung ein. Ueber politische Angelegenheiten wird der „St. Ingberter Anzeiger“ fortfahren objektiv zu berichten; jehässiges und persönliches Parteigezänke bleibt zus seinen Spalten ausgeschlossen. Besondere Auf—⸗ nerksamkeit wird er den lokalen und provinziellen horkommnissen zuwenden. Als obelletristische Bei⸗ jabe wird der „Anzeiger“ auch im neuen Quartale das bei unseren verehrlichen Leserinnen und Lesern o beliebte Sseitige illustrirte Sonntagsblatt bei— ehalten. Für das Unterhaltungsblatt liegen zum Abdrucke sehr spannende interessante Erzählungen Oof. — Schließlich sei unser Blatt, das sich in Stadt ind Kanton St. Ingbert, sowie in der weiteren Umgegend, einer stetig wachsenden Verbreitung zu tfreuen hat, einem verehrl. Publikum auch als Insertionsorgan bestens empfohlen. Hochachtungsvoll! Verlag und Redaktion des „St. Ingberter Anzeiger“. 33 Volitische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 19. März. Die in verschiedenen Zlättern gebrachte Mittheilung, daß der Staatsrath ich für eine procentuale Börsensteuer ausgesprochen jabe, ist unrichtig; vielmehr hat derselbe die pro⸗ entuale Börsensteuer verworfen und sich wesentlich m Sinne des nationalliberalen Antrages (Arns⸗ erger) schlüssig gemacht. Ebenso hat sich der Zlaatsrath gegen sämmiliche lästige Kontrolmaß⸗ eqeln erklärt. Kiel, 19. März. Der Kronprinz und die ronprinzesfin von Schweden trafen mit dem »änischen Postdampfer heute Nacht ein und wurden om Prinzen Heinrich empfangen. Nach einem im Schlosse eingenommenen Frühslück setzten dieselben eute früh die Weilerreise nach Berlin fort. Ausland. London, 19. März. Der Prinz von Wales ind dessen Sohn Prinz Albert Viktor uͤnd der Her⸗ og von Edinbourgh sind gestern Abend mit Gefolge jach Berlin abgereist. London, 19. Maärz. Der türkische Bot⸗ chafter Mussurus Pascha soll die Erklarung ab— regehen haben, daß die Pforte der Besetzung Mas— auahs durch Italien nunmehr zugestimmt habe. London, 19. März. Ein Telegramm des Daily Telegraph“ aus Suagkin von heute meldet, aß die hritischen Truppen heute in der Richtung on Hasheen vorrückten. Newyork, 18. März. Eine Depesche aus dexiko meldet. 15. 000 Maan mexikanischer Truppen Samstag, 21. März 1885. gahro exikanischen Grenze abzu⸗!Kartoffelmahlzeiten in ihren verschiedenen Gestalt⸗ en n be e Panama be⸗ ungen und Zubereitungen. Auch mit Fett sollte Frohen die Aufständischen die Stadt mit einem nicht so gekargt werden, denn es ist längst als ein neuen Angriffe. Die Aufständischen in Kolon plün- Vorurtheil erkannt, daß dieses nicht nur den derten mehrere Magazine uͤnd drohen die Stadt Magen beschwere und keine Kraft gebe. Es ist hier, wie bei allen Dingen, ein Ueber⸗ anzuzünden. maß schadet, und allzuviel Fett ist dann ebenso schädlich, wie allzuviel Kartoffeln. In allen Sachen Maß halten ist aber eine goldene Regel. Selbst⸗ »erständlich gelten bei Krankenkost andere Vor— schriften. Da entstehen die Ausnahmen von der Regelmäßigkeit. Zu den vorzüglichsten und besten Nährmitteln gehört nun unstreitig das Fleisch. Es wäre freilich hesser, die Fleischpreise stünden auf einer tieferen Stufe, so daß alle Klassen der Bevölkerung sich den Senuß von Fleischspeisen zeitweilig, wenigstens aber öfter, als dies wirklich der Fall ist, verschaffen könnten. Am seltensten kommt im sächsischen Erz- gebirge ein Stück Fleisch auf den Tisch; dort sind Tag für Tag Kartoffeln, Brod und Kaffee die Nährprodukte. Uebrigens herrschen in den verschiedensten Theilen Deutschlands wie auch des Auslandes ganz ver— ichiedene Ansichten über eine richtige Ernährungs⸗ weise, und dem aufmerksamen Beobachter und dem Forscher treten täglich eine ganz erkleckliche Menge bon „schlagenden“ Gründen für alle nützlichen Ver— kehrtheiten vors Auge. Viele meinen, sie dürften sich vollständig auf ihren Naturinstinkt verlassen, der nie irre gehe, und denken, sie können alles essen, was ihnen schmectt. oder was sie nicht ißt. Andere haben don Volksstämmen gehört, die nur von Pflanzenkost leben, oder haben gelesen, daß Fleischnahrung eigentlich gar nicht für den Menschen beftimmt sei, und werden darin beftärkt von einer kleinen Ge— nossenschaft, die Vegetarier oder Vegetarianer ge⸗ nannt, welche übrigens ihre Propaganda fast ebenso eifrig betreiben, wie die Sozialisten. Der Arbeiter, welcher seine körperlichen Kräfte tagtäglich in hohem Maße anstrengen muͤß, möge diesec letzteren Theorie sein Ohr verschließen. Ein mäßiger Fleischgenuß wird ihm in unserem Klima niemals schädlich sein, und ein guter Hausvater wird nur der zu nennen sein, der zu Gusten des Fleischgenusses anderen Genußmitteln, als Kar— toffeln, Kaffee, Spirituosen, Bier, Tabak, Cigarren u. s. w., entsagt, wenigstens aber den Bedarf der⸗ selben auf ein Minimum herabsetzt. Soll und muß aller aus pekuniäreun und ökono—⸗ mischen Gründen auf eine Fleischkost Verzicht geleistet werden, so mag dann wenigstens nach dem Beispiel derjenigen Natürvölker, die auch wenig Fleischkost zenießen, durch Herbeinahme von frischem Käse, sauerer Milch, Schmalz, Fischen u. s. w. noth⸗ dürftigster Ersatz geschafft werden. Es ließen sich auf diesem Gebiete ungeheuer diel Rathschläge ertheilen, und ferner dürften ben— oviele Mahnungen angebracht sein. Denkenden Menschen werden diese wenigen Winke genügen, im das richtige Ziel zu treffen. Dem Körper ist, benso wie dem Geiste, ein Zuviel so wenig nütz⸗ ich, wie ein Zuwenig. Thatsache aber ist, daß näßige Gaben leichter aufgenommen werden, und daß ein Vollpfropfen des Magens mit Kartoffeln oder schwerem saueren Brode dem Körper keines— wegs zur Wohlfahrt gedeihen kann. Dasselbe gilt von einem übermäßigen Genuß ichwerer Biere. Sie schaden dem Körper wei mehr, als angenommen und zugestanden wird In der neuesten Zeit hat man nachgewiesen, zaß in Bezug auf die richtige Ernährungsfrage ine Menge Vorurtheile und Nachlössigkeiten be— tehen und weit und breit verbreitet sind, welche nicht nur in den ärmsten, sondern auch in den zesien Gesellschaftsklassen, zumal aber bei Männern, velche angestrengt körperlich oder geistig arbeiten nüssen, großen und ganz bedenklichen Schaden inrichten. Dieser letztere äußert sich nun in vielen Hestaltungen, und zwar sind unverhältnißmäßig rühe Sterblichkeit, häufig auf einander folgende Erkrankungen, frühzeitiges Altern, Herabminderung zer Körperkräfte, rasche Abnahme der Geisteskräfte zez. zeitiges Abstumpfen, Gemüthsverstimmung und HBemuͤthskrankheiten, selbst Wahnsinn nur zu oft zuf das Konto einer mangelhaften, vielleicht sogar iner ganz schlechten, oder endiich auch einer ganz erkehrten Ernährungsweise zu setzen. Es kann onach dieses Kapitel mit Recht zu den „sozialen Fragen ersten Ranges“ gerechnet werden. Es ist dank der mühevollen Forschungen vieler Aerzte, Beamten, Chemiker, Physiologen, Volks— chullehrer ꝛc. ungeheuer viel auf diesem Gebiete gearbeitet worden, und noch werden fort und fort Antersuchungen über die dem Menschen mehr oder veniger nüßlichen oder schädlichen Nährstoffe an⸗ nestellt. Große Verdienste hierbei haben sich unstreitig Pettenkofer und Voit erworben. Ihre reichen Er— ahrungen haben sie unzählige Male zum allge⸗ neinen Wohle in Wort und Schrift der Oeffent⸗ lichkeit übergeben. Häuptsächlich ist bei unserer Ernährungsweise die Frage aufzustellen: „Was nothwendige Lebensnahrung?“ Eine solche, antwortet die Wissen⸗ schaft, hat dem Körper diejenigen Stoffe zuzuführen, rus weichen er seinen Bestand aufbaut. Diese Stoffe müssen aber in einem gewissen Verhältniß ingeführt werden, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen. Es würde also fehlerhaft sein und zu den vorgedachten Krankheitserscheinungen Veranlassung geben, wollten sich einige Menschen nur vom Brod, oder nur von Fleisch, odder nur von Pflanzenkost über den Vegetarianismus später) nähren. Vor illem sei ausdrücklich vor einem unverhältnißmäßig johen Verbrauch von Kartoffeln, die einen höchst niedrigen Nährgehalt besitzen, gewarnt, wie endlich uuch ein übermäßiger Brodgenuß nur eine Ver— chwendung von Nahrungsmitteln genannt werden ann. Beide Speisen, Kartoffeln wie auch Brod, önnen nur bei sehr guter und kräftiger Verdauung »on den Organen völlig verwerthet werden, bei der großen Mehrzahl geht ein Theil davon voll ändig unverdaut wieder ab. Es würde demnach Jon weit größerem Nutzen sein, wenn in den Armenspeisehäusern weniger Brod und Kartoffeln, vohl aber leichte und ebenso billige Mehlspeisen »erabreicht würden. Als solche sind zu nenneu: Nudeln und Klöße (Knödel). Ferner würden dülsenfrüchte, Milch, Buttermilch, frische Käse, iuch Fische, wenn solche, wie in den Küstenstädten, illig zu erlangen, weit besser nähren als fortgesetzte Sokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 20. März. Bei der vor inigen Tagen im Reviere Ormesheim abgehaltenen Treibja'gd der Herren Gebr. Krämer von zier wurden 1Wildschwein, l Fuchs nund 6 Schnepfen geschossen. fSt. Ingbert, 20. März. Gur Gru— hbenkatastrophe inCamphausen.) Noch hat sich die Aufregung, welche das großzartige Hrubenuͤnglück in Camphausen in den Gemüthern der hiesigen Bevölkerung hervorgerufen, nicht gelegt. Alt und Jung wandert fortwährend zur Unglücks⸗ tätte; aber was bietet sich hier dem Auge dar? derzbewegende Scenen spielen sich ab, obgleich die qnendlichteit des Unglücks die Klagen zu einer gewissen stillen Resignation abgeklärt hat, welche aamentlich aus den Mienen der männlichen Leid⸗ ragenden spricht. Nur diese Resignation erklärt ber auch die musterhafte Ordnung, welche trotz des tarken ÄAndrangs von Angehörigen der Verun⸗ zlückten herrscht und welche durch die Polizei in chonendster Weise gehandhabt wird. Der Zutritt um Maͤschinensaale, welcher bisher freigegeben var, ist nunmehr versagt. In diesem, seither noch unbenützten Lokale, sind circa 60 Leichen auf Strohlager gebettet; ihr Aussehen ist mit wenig Ausnahmen das von friedlich Schlafenden, indem die von der Arbeit mehr oder miuder geschwärzten Besichter dem Anblicke viel von dem grausigen Findrucke des gewaltsamen Todes benehmen. Eine zrößere Anzahl Toter ist von ihren Angehörigen zereits in ihre Heimatsgemeinde verbracht worden. die Gesammtzahl der Opfer wird sich auf circa 180 stellen. Wohl wurden circa 50 Mann lebend zu tage gefördert. 16 erholten sich sofort, während Zei vielen der übrigen wenig Hoffnung vorhanden ist, sie am Leben zu erhalten. Etwa 140 der Berunglückten hinterlassen Ftau und Kinder. — Finzelnen Familien hat die Katastrophe mehrere Hlieber geraubt. So verunglückten aus Dudweiler in Vater mit vier Söhnen. Die Rettungsarbeiten verden noch immer fortgesetzt; doch gehen dieselben ehr langsam von statten, da die eingestürzten Hänge und die noch immer mit giftigen Gasen geschwängerte Luft in denselben das Arbeiten außerordentlich erschweren. Hervorragend haben sich in' den Retiungsarbeiten beteiligt Berginspektor Satt ig aus Dudweiler und Fahrsteiger Kirscht, welche beide durch Ueberanstrengungen aufs Kran⸗ kenlager geworfen wurden. Ehre solchen braven Mändern“ Die furchtbare Gewalt, mit welcher die Explofion erfolgte, läßt sich daraus ermessen, daß die Schienengeleise streckenweise aus ihren dagern gerissen und an die Wände geschleudert, zaß Holz⸗ und Eisentheile in den stärksten Dimen⸗ onen zersplittert und verbogen, daß eiserne Ringe ind Träger zu förmlichen Knäulen zusammenge⸗ Frückt wurden. Ein Vorarbeiter an dem Glocken⸗ ignalgerüst wurde durch die aus den Schächten chlagenden Flammen zwei Stocwerke hoch herab⸗ geschleudert und fand so seinen Tod. Ein in der stäͤhe sich befindender Waagemeister wurde durch die Gewalt des Luftdrucks etwa 80 m weit hinwegeschleu⸗ an. Wie die Erplosion entstand, ist zur Zeit noch nicht klar gestellt und wird es auch nicht werden, da diejenigen, welche Aufschluß geben könnten, für miner stumm sind. Die ungeheure Wirkung der Fxplosion will mun dahin erklären, daß man an⸗ mnmt, dieselbe sei durch den bhrennenden Kohlen⸗ taub blitzartig nach allen Teilen der Grube ge⸗ ragen worden. Aus diesem Grunde war es einer Anzahl von Arbeitern, die sich schnell nach der Schachtöffnung retten wollle, unmöglich, ihren Plaͤn auszuführen. Die Leichen lagen in kleinen Abständen da, das Gesicht gegen den Boden gedrückt, zumtheil das Schweißtuch krampfhaft in den Mund hressend. In einem verschütteten Querschlage, in velchem die gute Luft längere Zeit vorgehalten zu jaben scheint, stieß man auf eine Gruppe von deichen, deren Stellung andeutete, daß die Armen jundenlang bei Bewußtsein waren. Ein junger Bursche lag an einen Wagen gelehnt, auf dessen Seitentheil sich mit Kreide die beredte Inschrift and: Glückauf, Kameraden! Um “28 Uhr lebten vir noch. Grußt meine Mutter!“ — Die Kunde von dem traurigen Ereigniß ist bereits in alle Theile unseres Vaterlands gedrungen. Es wird etzt gelten, den Betroffenen die erste Hilfe so rasch i* moglich zu bringen. Rasch gilt es zu lindern, das mi Spenden an Geld und sonstigen Dingen sberhaupt gelindert werden kann. ⸗*Die Pfälzischen Eisenbahnen jatten im Monat Februar d. J. gegen denselben Monat des Vorjahres eine Mehreinnahme von 50,597 Mk. 32 Pf. — Zweibrücken, 18. März. Zweiräderige merikanische Reunwagen sollen für den Pferde⸗ uchtverein der Pfatz angeschafft werden. Eine Be⸗ prechung dieser eingelegenheit wird am 26. d8. Mts. dahier abgehalten werden. Auch in Neustadt uind Kaiserslautern finden solche Besprechungen tatt. — Der hiesige Verein für Geflügelzucht und Vogelschutz beabsichtigt während der beiden Oster⸗ feiertage seine viette Bezirks;Geflügelausstellung ab⸗— zuhalten. — In den nächsten Tagen wird in Lelimen ein Göjähriger Wittwer mit seiner dritten 52jäh⸗ cigen Ehegesponstin in den Hafen der Ehe ein⸗ aufen. — Aus der Pfalz, 16. März. Die von dem historischen Verein der Pfalz unternommenen lusgrabungen im Obrigheimer fränkischen Grab⸗— eld wurde letzte Woche fortgesetzt. Bisher sind seun Gräber weiter untersucht worden, und zwar allen acht davon auf den südlichen Theil des hrabfeldes. Die von dem Leiter der Ausgrabungen m „Ausland' 1884, Nr. 52, geäußerte Vermuth ing, die soziale Stellung der Todten hänge mit er Tiefe der Gräber zusammen, fand hierbei ihre Zestätigung. Nr. 1 bis 7, in denen die Skelette jur etwa 80 Ceutimeter tief gebettet lagen, lieferten ast keine nennenswerthe Ausbeute, außer einem rachycephalen Schädel, welcher zu Nr. 8 gehörte, agegen in einem zwei Meter tiefen Grabe, Nr. 8, anden sich mehrere Beigaben, als Perlen, Kamm, zlas, Urne, Schnalle von Eisen, welche auf ver⸗ ältnißmaßigen Wohlstand schließen lassen. Der azu gehörige weibliche Schädel besitzt eine über⸗ naͤßige Dolichocephalie und eine sehr niedrige Stirn. das Grab hatte noch die Besonderheit, daß die zeiche unter der Decke einer Reihe von Steinplatten ag. In der nördlichen Seite des Grabfeldes wurde is jetzt ein Grab, Nr. 9, freigemacht. In dem—⸗ elben befanden sich neben der Leiche eine schwarze Tasse von hübscher Form und zwei eiserne Messer. die Ausgrabungen bei Obrigheim werden jedenfalls is zur Osterwoche fortgesetzt werden. Pfaͤlzisches Schwurgericht. I. Quartal 1885. — Zweibrücken, 16. März. Schwurge⸗ ichtsverhandlung gegen Peter Dick, 24 J. a., Zteinabrichter von Foͤckelberg. Anklagesache: Münz- erbrechen. Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Herr II. Staatsanwalt Wildt; Vertheidiger: Herr Rechts⸗ zraktikant Gottfried Weber. Der Thatbestand der Anklage ist folgender: dick kam am 27. November vor. Irs. in die Be— sausung des Jakob Morgenstern von Föckelberg, voselbst die Kinder des Letzteren mit einem nach⸗ emachten 5 Franks-Stücke, das ihnen ein gewisser durz seinerzeit mit dem Bemerken, es sei gefälscht, iberlassen hatte, spielten. Der Angeklagte besah ich das Geidstück und bemerkte hierbei die Ehefrau Norgenstern und der gerade anwesende Friedrich zrell, dasselbe sei unächt. Als Brell noch auf die gemerkung Dick's, „Das könnte man einmal aus— jeben“ erwiderte: „Laß Dich nur nicht erwischen“, jab dieser den Kindern die Münze wieder zurück, ignete sich jedoch dieselbe kurz darauf, als ihn Niemand bemerkte, wieder an. Nachdem Dick vährend den beiden folgenden Tagen das Geld— fück verschiedenen Bekannten gezeigt hatte, offenbar — alle, gab er die fragliche Münze am 29. Novpbr. er Kellnerin in der Dick'schen Wirthschaft zu Kusel ur Zahlung einer 5.Pfg.Cigarre, nachdem er seine orherige Zeche mit einem Markftück beglichen hatte. Wirth Dick erkannte noch am selben Tage das geldstück als unächt und machte der Gendarmerie Anzeige. Die gepflogenen Recherchen lenkten sofort zen Verdacht auf den Angeklagten und dieser ge— tand damals schon, wie auch in der heutigen herhandlung, daß er das betreffende Geldstück in »er besagten Wohnung sich angeeignet habe, daß hm auch damals gesagt worden sei seitens der enaunten Personen, dasselbe sei falsch, behauptet iber, der Meinung gewesen zu sein, dasselbe sei icht. Von dem kgl. Untersuchungsrichter in Kaisers— autern wurde die fragliche Münze dem Obermünz- inte München übersendet, welches sich gutachtlich ahin äußerte, dieselbe sei aus unreinem Zinn in iner nach einem ächten 5 Franksstück angefertigten rorm hergestellt. Die Geschworenen bejahten die erste an sie ge. ichtete Schuldfrage, sowie die Frage nach mildern— den Umständen, worauf der Augeklagte zu 6 Mo— naten Gefängniß unter Abrechnung einer Z8monaß lichen Untersuchungshaft auf die ausgesprochene Strafe, verurtheilt wurde. Nachmittags 3 Uhr: Vechandlung gegen Lud— wig Cornicius, 19 J. a., Kellner von Speier, wegen Brandstiftung. Vertreter der k. Staatsbe. vjörde: Herr III. Staatsanwalt Wildt; Verthei. diger: Herr Rechtspraktikant Albert Correll. Die heutige Verhandlung entrollte ein düstereg Bild der sittlichen und moralischen Verkommenheit eines jungen Burschen vor unseren Augen. Der Ungeklagte kam in einem Alter von 8 Jahren in das Waisenhaus nach Landstuhl, in welchem er bom Johre 1873 bis 1879 Unterkunft fand. Sein, Haupteigenschaften waren Luge und Heuchelei, Frechheit und Trägheit und zur Besfserung war er nicht zu bringen. Im Februar 1879 entlief er der Austalt, nachdem er sich vorher eines Dieb— stahls schuldig gemacht hatte, wurde jedoch bald vieder eingefangen, von dem Polizeigerichte Land— ttuhl hiewegen bestraft und aus dem Waisenhauz entlassen. Kaum 14 Jahre alt ging uun der An— geklagte, nachdem er vorher in Speier einige Zei ils Kellner Verwendung gefunden hatte, auf die Wanderschaft. Er durchzog Deutschland, Oesterteich, Ungarn, Italien, die Schweiz ꝛc., nirgends arbeitend, äberall fechtend und bettelnd; überall wurde e iuch wegen Landstreicherei, Stromerei ⁊c. bestraft. Auf seinen Kreuze und Querzügen nach München jelangt, wurde er dort am 10. Juni 1884 wegen zandstreicherei und Unfugs zu zwei Wochen Hafft erurtheilt und zugleich dessen Ueberweisung an die randespolizeibehörde angeordnet, in Folge dessen das k. Bezirksamt Speier die Unterbringung des Angeklagten in das Arbeitshaus zu Kaiserslautern iuf die Dauer von 6 Monaten verfügte, wohin er nuch Mitte Juli v. Irs. eingeliefert wurde. Dort nußten schon nach kurzer Zeit wegen seines unbot⸗ näßigen Benehmens strenge Disziplinarstrafen, wie Zurzschließen, Fußketten, Fesseln ꝛc., gegen ihn an— Jewendet werden. Alle diese Strufen fruchteten edoch nichts, im Gegentheil brachten sie den Ange— lagten auf den Gedanken, sich für die ihm ange— hanue Behandlung zu rächen. Er machte denn auch am 12. Nod. v. J., Morgens zwischen 6 und 7 UÜhr, den Versuch, von seiner Zelle aus durch die Gasleitung die Anstalt in Brand zu stecken was jedoch nicht gelang. Kurz besonnen nun teckteser sein Bett in Brand und bald stand denn auch die ganze Zelle, in der er inhaftirt war, ir Flammen. Das Feuer wurde jedoch noch recht zeitig bemerkt und gedämpft, ehe es die wohl von Angeklagten beabsichtigte Ausdehnung erreicht hatte Urtheil: 2 Jahre Zuchthaus und Verlust der hürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. Vermischtes. Aus dem Amtsbezirke Schwetzingeng in den Reichskanzler soeben eine Petition mit 186 Unterschriften um die Erhöhungen des Tabakzolles abgegangen. Die Verkündung der Verlobung des Erb⸗ großherzogs von Baden mit der Prinzessin Hilda von Nassau wird angeblich am Geburtstage des Zaisers stattfinden. Nach der Vermählung wird das Paar in Mannheim residiren. Mannheim, 17. März. In den Lola⸗ litäten eiuer hiesigen Wirlhschaft wurden baulich Beränderungen vorgenommen und um das Trochnen )er Mauern zu beschleunigen, hatte man wähtend der Nachtzeit einen Coaksofen aufgestellt, welchen in Maurer zu bedienen hatte. Verflossene Racht war der Ofen wieder in Brand gesetzt worden, de vetreffende Maurer verschloß die Lokalitäten und entfernte sich. Nun wollle der Zufall, daß sich an plafond ein Riß befand, durch welchen sich die J landenen Kohlengase einen Ausgang in die im weiten Stock befindliche Wohnung einer aus fünf Zindern, Mann und Frau bestehenden Familie der chafften, wodurch sämmtliche Insassen befinnung, o8 wurden. Eine neben wohnende Frau vernahn sachts noch 12 Uhr ein Rocheln aus der fraglichen Wohnung und eilte in ihrer Bestürzung zur Polizen welche alsbald erschien und die Behausung gewalt⸗ 'am öffnete, wo sich den Eintretenden ein traurige Aublick bot; denn die saͤmmtlichen 7 Bewohne lagen besinnungslos in ihren Betten. Aerzthich Hilfe wurde sofort beordert und den herbeigeeilter Aerzten gelang es erst nach großer Anstreugunu die Betäubten dem sicheren Tode zu entreißen. Die zanze Familie befindet sich noch in ärztlicher Be— ng. hardunanchen— Die Frau eines hiesigen Be— amten untersuchte, wie allmorgendlich, so auch neu⸗ lich die Taschen ihres Gemahls. um, da sie ihn für untreu hielt, nach etwaigen Beweisen zu forschen. Zie fand nun in dessen Brieftasche ein Couvert mit der Photographie eines Frauenzimmers, welches sie nun fammt dem übrigen Inhalt des Couverts, im das Bild einer Nebeubuhlerin zu dernichten, sofort in's Feuer warf. Als ihr Cheliebster auf— wachte, war sein Erstes, da er in der Nacht spät nach Hause gekommen war, seiner Frau zu erzählen, daß er am vorhergehenden Tage von seiner ver— heiratheten Schwester einen Brief nebst deren pᷣhotographie und einer 100-Dollar-Note erhalten habe. Da er den Brief nicht mehr vorfand, mußte seine Frau wohl oder übet den wahren Sachver⸗ halt erzählen und munkelt man, daß sie nunmehr nit den deutlichsten Beweisen der darauffolgenden Auseinandersetzung herumgeht. Thannenkirch, 18. März. Eine gräß⸗ uche Mordthat ist gestern Abend hier verübt wor⸗ zin. Der Vater eines gestellungspflichtigen jungen Moannes Namens Traiber hatte anläßlich der Muster⸗ ung seines Sohnes mehrere Bekannte zum Trunk eingeladen. Spät Abends gerieth Einer davon in Zank mit einem Anderen. Der Joseph Marschall, an Bekannter von Traiber, stellte sich mit geladenem ewehr dem Keller in deu Weg und schoß ihn mitten auf die Stirne. Keller blieb sofort todt —000— hat ihn die Gensdarmerie noch nicht ermitteln kön— en. Der Erschossene ist derselbe, der vor 2 Jahren dem Förster auf Forsthaus Mittelberg eine Kuh gestehlen hatte; der Mörder ist ouch ein bestraftes Subjekt, das erst vor einigen Jahren in Rappolts- weiler wegen Sachbeschädigung wieder angezeigt vorden war. Darmstadt. (Wos sich liebt, neckt sich.) kin kleiner Schelmenstreich hat in den letzten Wochen zu einer Neckerei zwischen der Prinzessin Beatrice von England und ihrem Bräutigam, dem Prinzen von Battenberg, geführt. Die sehr religiöse Prin— nessin hatte den Befehl gegeben, daß die für ihre Ausstaftung bestimmten Tischtücher, Servietten und handtücher statt Krone und Monogramm fromme Vibelsprüche tragen sollen. Nun aber ist die Zahl der Wäschestücke weit größer, als jene der passenden Sprüche; die Prinzessin wandte sich in diesem Falle an den Bräutigam und derselbe bot sich sofort an, mit heiligen Sentenzen in lateinischer Sprache aus— zuhelfen. Thatsächlich sandte er eine Sammlung solcher, welche sofort in Arbeit gegeben wurde — doch, o Schrecken, die Wäsche zeigt jetzt in blauer und rother Farbe Anfangszeilen der allerprofansten Studentenlieder.“ Die Prinzessin schmollt ein wenig; doch bei Hofe amusirt man sich köstlich über den gelungenen Scherz. F In Trier belustigten sich neulich einige Mädchen mit Seilspringen, als plötzlich einem der⸗ selben ganz schwindelig wurde und Krämpfe bekam. Der Arzt konstatirte eine Darmverschlingung. Ob diese erneute thatsächliche Warnung Beachtung finden wird. *(Professor Frerichs und Bis— marck.) Der berühmte, am Samstag gestorbene Pathologe war vor etwa dritthalb Jahren, als sich der Gesundheitszustand des Fürsten Bismarck sehr chlimm gestaltete, zu einer Unterfuchung des Lei— denden veranlaßt worden. Sein Urtheil, welches sich bis jetzt vollauf bestätigt hat, wurde damals deröffenttlicht, es ist aber vielleicht von Interesse, es noch einmal zu wiederholen. Frerichs konsta⸗ sirte, daß das Befinden des Reichskanzlers zu keinerlei ernsten Befürchtungen Anlaß gebe; Ischias und Tic douloureux seien nur Theilerscheinungen iner nervösen Ueberreizung, die Fürst Bismarck iich durch Ueberanstrengung zugezogen habe. Allein zum Glücke besitze der Fürst eine unverwüstliche donstitution und sei ein Mann von altem, knor⸗ tigem Stamme, der noch leistungsfähig sein werde, denn manche seiner jungen Minister — die Herren Staatsminister v. Bötticher und Burchard waren »amals beide erkrankt — längst abgearbeitet und »erbraucht sein würden. „O, ich kenne den Fürsten eit einer Reihe von Jahren,“ sagte Frerichs, „ich habe ihn schon im Jahre 1830, als ich noch in diet Professor war, behandelt und daher ist mir ine Konstitution gar wohl bekannt. Der Reichs- zanzler hat wahrhaft eiserne Nerben und an eine rebensgefahr ist bei ihm gar nicht zu denken. Ich habe ihm gesagt, daß er noch wenigstens zwanzig Jahre leben wird.“ F (Ermordung eines Diplomaten.) zIn Rotterdam hat sich in der Nacht zum Montag ein düsteres Drama abgespielt. Es wird uins des Weiteren darüber geschrieben: Der ja— »anische Geschäftsträger bei der niederländischen stegierung, der Legationssekretär Sakurada, wurde im Bett von seiner Geliebten erschossen. Vor einiger Zeit lernte Sakurada, ein Mann Anfangs der Vierziger, welcher früher in Brüssel attachirt war, eine junge Belgierin kennen. Es war ein hildschönes, blondes, neunzehnjähriges Mädchen, ie Tochter eines Arbeiters. Dem jungen Tinge chmeichelten die Aufmerksamkeiten des vornehmen Japanesen, obgleich derselbe bei aller Liebenswür⸗ digkeit ein Gegentheil europäischer Schönheit und »on ausgeprägtem japanischem Typus war. Sie eine hochgewachsene schlanke Blondine, er ein kleiner unansehnlicher und schwächlicher Knirpo. Die unge Belgierin folgte ihrem Liebhaber nach dem daag und wurde hier von ihm eingemiethet. Wäh— rend sie sich einredete, ihr ostasiatischer Freund werde ie später heirathen, kühlte sich sein Liebesfeuer illmälig so weit ab, daß er eines Tages ihr die Freundschaft aufsagte. Stürmische Szenen folgten, n deren Verlauf die Belgierin erfuhr, daß ihr Ungetreuer bereits verheirathet und Vater mehrerer rinder sei. Von dem Augenblicke an scheint ihre stachsucht entflammt worden zu sein. Sakurada rat eine Reise durch Holland an, die betrogene Belieblse, begleitet von ihrem kleinen Bruder, der ils ihr Diener auftrat, verfolgte ihn. In Gouda erwischte sie den Ungetreuen am Bahnhofe. Aeußer⸗ lich schien darauf eine Aussöhnung zu erfolgen. Das Paar fuhr unter Austausch von Zärtlichkeiten nach Rotterdam. Hier gab das Mädchen im Bei⸗ ein ihres Liehhabers nach einen Geldbrief mit »mnigen tausend Franks an ihre Verwandten in Belgien auf die Post. Dann nahmen Beide stachtquartier in einem vornehmen Rotterdamer Hotel. Um Mitternacht wurden die Kellner durch unen Schuß aufgeschreckt. Man drang in das zimmer und fand den japanischen Geschäftsträger Zakurada blutbedeckt im Bett liegen. Die jugend— iche Mörderin hatte ihm den Revolver an die rechte Schläfe gesetzt und mit einem Schuß das dirn zerschmettert, er war alsbald todt. Dann var sie aufgesprungen und hatte versucht mit einem Dolch sich die Pulsadern aufzuschneiden. Ihre igenen Verletzungen waren indeß nur leicht. Eine nerkwürdige Koketterin äußerte die völlig ruhig ge⸗ liebene Thäterin noch dei ihrer Verhaftung. Da ie festgehalten wurde, wischte ihr ein Polizist das lutbefleckte Antliiz mit naßgemachter Hand ab. Sie weigerte sich darauf, das Zimmer zu verlassen, venn ihr nicht die Wangen bepudert würden. Ddie Waffen hatte ihr Tags zuvor der noch un⸗ nündige Bruder besorgt. Beweggrund der That cheint weniger Eifersucht als gekränkte Eitelkeit. Baltimore, 28. Februar. Am lezzten Samstag hielt der berüchtigte Anarchist Johann Vdost von NRew-York eine Rede in der Turnhalle. Das Lokal war gut gefüllt. Das Auditorium zer— fiel in Neugierige, in Gesinnungsgenossen des Most und in Anhänger der gemäßigten Sozialisten, weiche die Anarchisten bekämpfen. Most ließ eine seiner Jewöhnlichen Morde und Brandreden vom Stapel, n welcher er die irischen Dynamiter zu rechtfertigen uchte, alle Attentäter und Furstenmörder der neuern Zeit verherrlichte, „Könige, Grafen, Herrscher und apitalisten“ ein über das andere Mal als Schurken jezeichnete, und die amerikanische Republik als einen kolossalen Schwindel“ hinstellte, in der es erst er⸗ räglich werde, wenn das Volk die 2000 Millionäre nuf die Seite geschafft hätte. Zur Abschaffung aller lebelstände gebe es ein Heilmittel, das Dynamit, velches sich sehr leicht bereiten lass.. Most gab ann eine genaue Beschreibung der Anfertigung von Dynamit und wollte offenbar jeden seiner Zuhörer ewegen, mit diesem gefährlichen Spreugstoffe Ver— uuche anzustellen. Zum Schlusse sprach er aller Moral Hohn, indem er in cynischer Weise seinen Begnern jedes Sittlichkeitsgefühl absprach und dann nit frecher Stirn bekannte, daß er auch gar keinen Ansptuch auf Moralität erhebe. Bei den blutdürst⸗ igsten Kraftstellen in der Rede wurde immer lebhaft applaudirt, und was am meisten auffiel, war der Umstand, daß viele ganz harmlos aussehende junge Manner, allem Anscheine nach Fabrikarbeiter, sich urch Beifallklatschen hervorrthaten und dadurch sich als Gesinnungsgenossen des Anarchisten bekundeten. Als die Mord und Beandrede beendet war, ergriff ein Sozialist das Wort und behauptete, daß er Augeuzeuge gewesen sei, als Most sich in einer Ver⸗ sjammlung zu New-PYork, als großer Feigling er— vies, dem jeder persönliche Muth mangele. (Er jatte sich bei der Auflösung und der zugleich statt⸗ iindenden Prügelei hinter einer Fenstergardine ver— teckt, wurde aber beim Hervorschlüpfen mit dem stufen: „Du Lump bist an allem Schuld!“ gehörig durchgebläut.) Jetzt kam es zu lebhaften Zänkereien und wahrscheinlich wäre es auch zu Schlägereien sekommen, wenn nicht der größte Theil der Zu— jörer das Lokal geräumt hätte. — Wie lange, chreibt hierzu ein New-Yorker Blatt, wird man noch solche elende Volksverführer und Schurken wie Most und Konsorten in unserm Lande ungehindert ihr Unwesen treiben lassen? Erst wenn das Kind rtrunken ist, wird bekanntlich der Brunnen zugedeckt. Eingesandt. St. Ingbert, 20. März. Am nächsten Sonntag, 22. März, feiert Deutschland das 89. Wiegenfest seines Kaisers Wilhelm. Achtzig und acht Jahre! Welch ehrfurchtgebietendes Alter! Wenn es der Welt einmal aufgefallen ist und sie »is in die fernsten Lande mit Bewunderung erfüllt jat, daß ein 74jähriger Greis als Oberfeldherr die Anstrengungen eines großen, schwierigen Feldzuges n eigener Person sich unterzogen, wenn dieser Zeldengreis alsdann noch über viele Jahre hinaus reines sieghaften Volkes allgemeines Wohl durch ine kräftige Regierung, durch eine friedengebietende diplomatie, durch eine fortschrittliche humane Ge— etzgebung anstrebt und anbahnt und theilweise noch zei seinen Lebzeiten ins Werk zu setzen vermag, vahrlich, so muß es dem einfachsten Beurtheiler inleuchten: Unser Kaiser Wilhelm ist ein von Gott yesonders begnadeter Heldengreis. Darum wird seine Person und sein Werk, das neuerstandene Deutsche Reich, heute schon von allen Völkern des Erden— runds als eine der ehrfurchtgebietendsten Gestalten ind Gestaltungen der Weitgeschichte angesehen und dieses universelle Ansehen, zu welchem die deutsche Nation mit und durch ihren Kaiser gelangt ist, ritt auch uns Deutschen in unserer Tagesgeschichte mmer klarer vor die Augen. Wir St. Ingherter saben bisher noch niemals so recht allgemein kund jegeben wie sehr es auch uns bewußt ist, was wir in unserm Kaiser und unserm neuerstandenen deutschen Vaterland zu verehren haben. Eine zeutliche öffentliche unumwundene Kundgebung der Ehrfurcht und tiefsten Hochachtung für unsern daiser geschah seitens der Centrumspartei im ver— zjangenen Oktober durch den Centrumskandidaten n seiner Wahlrede im Oherhauser'schen Saale. der Redner, Herr Stadtpfarrer Lorenz aus Kaisers⸗ autern, gab in warmen Worten der Verehrung Ausdruck, die die Centrumspartei für unsern Kaiser Vilhelm hegt, und ein begeistertes Bravo bewies, »aß diese Saite auch in St. Jnugbert einen voll— önenden Anklang bei allen Parteien findet. Wollen vir deßhalb, liebe Mitbürger, einmal auch durch die That beweisen, daß wir in Einem Punkte ines Sinnes sind, daß wir Alle nämlich einver— tanden sind in der Hochachtung und Ehrfurcht für insern hohen Kaiser Wilhelm, dem Gott noch viele Jahrestage seines Wiegenfestes schenken möge. Zeigen wir uns darin einig, daß wir in Ermange— lung anderer Festlichkeiten doch wenigstens durch beflagguug unserer Häuser den Tag feiern, der einer großen Nation Ehrentag zu sein derdient, den 22. März, den Geburtstag des zroßen Kaisers des großen Deutichen Vaterlandes. Fur die Redalktion veran'wortich: F. X. Demetz. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert. Der kgl. Postdampfer „Noordland“ Kapitän Nickels, welcher am 7. März von Antwerpen ab zing, ist am 18. März wohlbebalten in New⸗-York magekommen Gib mir ein Zeichen, Genius! wo find' ich am letzten Märze sechzigtausend Mark? hunjquvgpug oge LaL qu molug pratoago Siieq uolnvjent b dlao bunhertuuraagy aßbuii usquaquuno qnqplaat, taattaat uddal auqo Layes e Ißz uo aßq u Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Samstag, den 11. April nächst⸗ hin, Nachmittags 8 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Daniel Baumann (Cafe Oberhauser) verden thürigen Kleiderschrank, 1 ꝙ AAæs2 Vorschuss-Verein St. Ingbert P. s. en, 15 Bierfäßchen, 1 Die Mitglieder werden hiermit zu der am Häckselmaschine, 24 hein Dienstag, den 24. März 1885, Abends 8 Uhr, Zervietten, 2 feine Tafel— im „Hotel zur Post“ fücher, 6 feine Tischtücher, stattfindenden —— — a General· Versammlun⸗ des Silberzeug: 18 Kaffee⸗n löffel, 2 Bestecke, 1 Thee⸗ gen föffel, 1 Theeseyer und 1 Küchenschippchen und noch verschiedene sonstige Gegen— tände. St. Ingbert, den 18. März 1885. XX Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender. gegen Rudolf Munzinger, Bier⸗ hrauer in St. Ingbert wedbnhaft, wegen Nichtbezahlung des Erwerbs— preises in Eigenthum vertraasmäßig viederversteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: 1. Plan Nr. 145 u. 146 (20 Dez.) 5 4 80 qm Fläche, worauf eine zu St. Ingbert an der Haupt- traße gelegene Bierbrauerei mit Felsenkeller, Stall, Küferei und Branntweinbrennerei, kupferne essel, Kühlschiff mit Schoppen, Maischbütte, Malzdörre und allen zur Bierbrauerei und Branntwein⸗ zrennerei gehörigen sonstigen Ge— räthschaften und Utensilien, soweit olche ihrer Bestimmung nach als riegenschafthich zu be— rrachten sind; Plan Nr. 4175 (27 Dez.) 9 a 20 qm Acker auf der vorderen Hobelsahnung. Z„t. Ingbert, den 20. März 18865. Kemmer, k. Notar. Zwangsversteigerung. TAeS-OTOVOIDoMUMnS: 1. Vorlage des Geschäftsberichts für's 2. Halbjahr 1884. Decharge-Ertheilung 2. Festseßung der Dividende und Vertheilung des Reingewinnes 8 40 der Statuten 3. Neuwahl des Aufsichtsrathes 8 24. 4. Wahl der Prüfungscommission der nächsten 2 Bilanzen 8 80. St. Ingbert, den 4. März 1885. Der Juffichtsralh des Vorschuß Vereins St. Jugbhert E G. J. B. Martin, Vorsitzender. Amerika. Ich befördere Passagiere mi der Rd-Sar-Limne ab Ant werpen bis New-Yortk zu 76 Mark oder ab Luxemburg bis New HYork zu 32 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. F Lnur. &St Inabert. DX uus Staatswaldungen des kgl. Forst⸗ rebviers St. Inabert. ur — 5 —* *E Noppe Starbe Meinigerrabrixanth. Mack, Ulm a /D.) —- Bonabhrtestes u. vollstãndig inschũdliches Stãrkemittel — zowãhrt grõsstoe Erleichterung —E—— orderlichen ZuSũtzo zur cicho- n Heratellung von blendend rFoisner, gleichmãsaig steifor d cosgenannter GIanzwasehe. DeberallvOIIAthig — — — Montag, den 80. März 1885 Vormittags 10 Uhr im Oberhauser⸗ chen Saale zu St. Ingbert. Schläge: Waldborn, Eichen, steht hal, Bollerberg und Nittelster Kopf. 27 Buchen Stämme 3. Cl. Wagner⸗ holz, 33 Eichen Wagnerstangen 2 Cl., 17 Ster Eichen Daubholz 3. u. 4. Cl., 56, Stiefelholz 1. u. 2. Cl., 23 , Buchen Scheit 1. u. 2. Cl. und Anbr., 302 Ster verschiedene Scheit- und Prügelholzer. Neuhäufel, den 18. März 1885. Der Revierverweser Mörschel., kal. Oberförster. Fast verschenkt. — *f — Das von der Massaverwaltung der allirten, großen Vereinigten Britania⸗ ilber⸗Fabrik Ubernommene Riesenlager, vird wegen eingegangenen, großen Zah⸗ nngsverpflichtungen und baldißster Räu⸗ nuna der Lokalitäten Fum 75 Prozent unter dem rreugungspreise verkauft, Ad daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälfte des Werthes »om bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht- und effektvolles Britaniasilber⸗-Speiseservice, velches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, auus dem feinsten, gediegensten Britania— Silber, welches das einzige Metall ist, »as ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber elbst nach Jahren nicht zu unter⸗ cheiden ist und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniasilber Speiselöffel schwerster Qualität, 6 Stuüuck Britaniasilber Kaffeelöffel, massive Qualität, 6 Stück Britaniasilber Theelöffel, feinste QOualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, 1 Stück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, b Stück große, massive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuck Britaniasilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 140 Stück, welche eine Zierde für die feinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen S nur fünfzehn Mark. ¶ Geehrte Aufträge werden gegen Nach— nahmue (Postvorschuß) oder vorherige Beldeinsendung, so lange der Vorrath ceicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. SilIberbers, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. NB. Tausende Aneckennungsschreiben höch⸗ ter Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un— jerem Besitze, die wir leider wegen saumbeschränknng hier nicht ver— zffentlichen können, und liegen selbe r geflEinsicht inunsesren Devotauf Aechter vird als wirksamstes Stärkungsmin ür schwächliche Kinder, Frauen un Reconvalescenten ärztlicherseits en fohlen. Vorrätig in “1, 2 und * Driginalflaschen à Mk. 3, —, 1.260 ind 75 Pfg. in St. Inaberte herrn P. Feryv. Montag, den 23. Wärz nächst⸗ sin, vormittags 9 Uhr zu St. Ingbert n der Wirthsbehansung des Rudohf Munzinger, versteigere ich zwangs⸗ veise gegen Baarzahlung: Secretär, 1 Chiffonier, Commode, 1 Zulegtisch, Kanapee und 6 gepolsterte Stühle. 2 Spiegel, 1 2- Ohne jeden Verschub ndet ν Vienatag den i r⸗ —— — die Gewinnziehung unsere Kircheubau-VFotkerie unter notarieller Leitung stait. Tiitsing. 14. Marz 1885 HJie kath. Kirchenvermaltung M. Muggenthaler, Pfr. u. Vorst Nur 3.226 Mk. pro Ouartal. ——— —— ——— — — — „Von Nahb und Fern⸗“. Familienblatt mit werthvollen Kunstblättern von 16 Druckseiten wöchentl. „N. Berl. Fliegende Blätter“ ein reich illusir. humor. Wochenbl. wöchentl. kine „Modenzeitung“, mit Schnittmuster-Beilagen, monatlich. Fine Feitung f. Landwirthschaft u. Gartenbau“, 2 mal monatlich. Fine Hausfrauen-Zeitung“, z. Belehrung u. Unterhaltg., 4 mal monatlich. Fin Verloosungsblatt“, betr. Staatspapiere, Priorit. Anlehenslse.c. wöchtl. diese Sechs Berilagen werthvollsier nud gediegenster Art erhalten die Abonnenten der Berliner Neueste Nachrichten“ zratis. Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu den gelesensten Tageablättern des deutschen Reichs. Sie verdankt diese stets wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem ihrer bewährten ... vollfkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachrichten enthalten bei täglichem Erscheinen außer Montags): Ausführliche politische Mittheilungen, objectiv, sebenbei Wiedergabe interessanter, Meinungsäußeruugen aus der Presse aller parleien. — Nachrichten über Theater, Musik, Kunst, Wissen⸗ chaft; Gerichtshalle; lokale Nachrichten. — Spannende Romane. — Zorgfältige Börsen⸗ und Handelsnachrichten. — Bollständiges Bersiker Coursblatt. — Lotterielisten. — Amtliche Nachrichten. Von den ovben bezeichneten G Gratis⸗-Beilagen ist in Form und In⸗ zalt das belletristische Unterhaltungs-Blatt 446 „Von Nah und Fern nit werthvollen Illustrationen, novellistischen Beiträgen aus der Feder der renom⸗ mirtesten deutschen Autoren, wissenschaftlichen Eisfais und den mannigfachen Bei⸗ zaben zur Unterhaltung und Belehrung ein Familienblatt ersten Ranges, velches einen bleibenden Werth Für den Kreis der Familie besitzt. Abbnnement der „Neueste Nachrichten“ inclusive obige 6 Beiblätter pro Qunartal nur 83.25 Mt. nehmen alle deutsche Postanstalten entgegen. Der in diesem Quartal im Feuilliton der „N. N.“ erscheinende span⸗ nende Original-Koman „Im grauen Thurm“ wird, soweit er bisher er⸗ erschienen, den neuen Abonnenten der „N. N.“ gratis u. franco nachgeliefert. ie Inserate haben bei der großen Verbreitana des Blattes die denkbar günstigste Mirtina — Fur 3.25 MKk. pro Ouartan. Bei Verausgabung von nur 225,000 Loosen werden 11,000 Treffer im Gesammtbetrage von 151,500 Mk. ausgeloost. 60,000 Me., 30,000 M.. und viele andere hohe Gewinne 45000, 2500, 1000 Mk. ꝛ Tittlinger Loose à 2 Mk. bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Haupt⸗Agentur für die Pfalz: P. Ririus in Ludwigshafen a. Rb- 2 D. 3— r Baumpfähle, 1ijz und 2 mul—., liefern wir zu Park den Ster franco hierher— Ir. Dörr. ——, etut α eee — 66 , —J—— e e * ai zeiu R Das Illustrirte Zom tagsblatt ist noch nicht ei retrofien. —————— G OTDSOSS — N—— noarr ghomenz in SRinhort Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ber St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlic fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltunch zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli d A Zuftellungsaebuhr. Die Einruckuugsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inferaten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 15 4. NReclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M” 58. Sonntag, 22. März 1885. 20. Jahrg. Zum Geburtstag unseres Raisers 22. Mäarz 1335. xönt, Trompeten, jubelt Lieder, Veit ins deutsche Land hinein! )eute kehrt der Tag uns wieder. dem wir fromme Wünsche weihn, da ein Herr in deutschen Landen ins zu Glück und Ruhm erstanden, der bestimmt zum Hirt der Heerden, hater seines Volks zu werden! Zohenzollerns Heldensöhnen Bar noch slets das Schicksal hold, Ihre Stirnen ließ es krönen Nit der Diademe Gold ind Louisens würdgem Sohne ab es Deutschlands Kaiserkrone UInd verbrieft ihm seine Rechte zchon in vierfachem Geschlechte! Sieg und Ehr' war ihm beschieden Im Gewühl der blut'gen Schlacht, Doch gleich herrlich hat im Frieden Er sein Herrscherwerk vollbracht; Kunst und Wissen, Recht und Sitte Blühn in seiner Voͤlker Mitte, Und wer froh es darf bekennen, Wird sich stolz ein , Deutscher“ nennen Töͤnt, Trompeten, jubelt Lieder Auf zum Thron im Festesglanz! An den Stufen leg' heut nieder, Deutschland, deinen schönsten Kranz Zeil Dir Kaiser! Glück und Segen Führe Dich auf Deinen Wegen, dange, lange noch erfreue Dich des Volkes Lieb' und Treue! Se h. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 20. März. Der Prinz von Wales, zrinz Albert Viktor und der Herzog von Edin⸗ urgh find heute Abend 10 Uhr 40 Min. hier ingetroffen und wurden vom Kronprinzenpaar und en Mitgliedern der britischen Botschaft am Cen⸗ ralbahnhof empfangen. Sie stiegen im Kron⸗ xinzenpalais ab. Karlsruhe, 19. Maäͤrz. Oberbürgermeister jauter erklärt in der „Landeszeitung“: Dte Gelder ür die Bismarckspende würden zurückbehalten; da iie badische Sammlung nur zu nationalen Zwecken sestimmt sei. Der Angeklagte, geboren am 21. August 1825, verheirathete sich im Jahre 1849 mit der am 27. August 1820 geborenen Katharina Persohn. Ob⸗ vohl diese eine ruhige, brave und fleißige Frau war ind dem Angeschuldigten nie einen ernstlichen Grund sur Klage gab, war die Ehe doch keine glückliche Beherrscht von dem grenzenlosesten Geize, richtete der Angeklagte sein ganzes Sinnen und Trachten ediglich auf Geld und Erwerb. Zu diesem Geize zesellte sich zumal in den letzten Jahren ein ebenso heftiges als unbegründetes Mißtrauen an der ehe⸗ ichen Treue seiner Frau. So kam es, daß die khefrau Werling in letzter Zeit alltäglich fast Vor⸗ würfen, Schimpfworten, ja sogar Mißhandlungen hres Mannes ausgesetzt war. Dieselbe soll sich nuch zu einer Nachbarsfrau geäußert haben: „Mein Mann läßt mir keine Ruhe mehr, ihr werdet sehen m einem schönen Morgen hat er mich umgebracht.“ Am Abend des 17. Dezember gerieth nun der An⸗ zeklagte kurz nach dem Schlafengehen mit seiner Frau vermuthlich in einer eifersüchtigen Anwand⸗ ung in Streit. Nach kurzem Wortwechsel packte er sie am Halse und würgte sie in der grausamsten Weise zu Tode, wobei er ihr zugleich noch zahl— ꝛeiche zum Theil schwere Verletzungen an Kopf ind anderen Körpertheilen beibrachte. Morgens jegen 8 Uhr begab sich dann der Angeklagte zur eichenfrau, um ihr die Anzeige von dem plößlich, ingeblich infolge eines Blutsturzes erfolgten Tode einer Frau zu machen. Diese traf die Leiche der Frau gänzlich mit Blut bedeckt vor dem Bette lie⸗ jend, und da die Spuren eines gewaltsamen Todes u augenscheinlich waren und von Jedem, der die deiche sah, als untrügliche Beweise eines gewalt⸗ amen Todes erkannt wurden, so wucde alsbald as Gericht von diesem Vorfall in Kenntniß gesetzt. Bei der gerichtlichen Untersuchung, sowie bei der Sektion der Leichen zeigte sich der Angeklagte der⸗ naßen gefühllos und anderseits war die Erdrosse⸗ ung der Ehefrau des Angeklagten von Letzterem nit solcher Grausamkeit und Brutalität bewirkt vorden, daß angesichts dieser Thatsache, zumal der Ungeklagte früher einmal flüchtige Symtome von Beisteskrankheit gezeigt haben soll, Zweifel an der ollen Vernunft und Zurechnungsfähigkeit des An⸗ geklagten entstanden. Das Urtheil lautete wegen Todtischlags unter Ausschluß mildernder Umstände auf 7 Jahre Zucht⸗ jaus und 5 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehren⸗ echte. vositiv mitgetheilt werden, daß die 28. Division Karlsruhe) zwischen Ettlingen und Pforzheim, die 29. (Freiburg) in der Gegend von Rastatt mandv⸗ ciren wird. Die große eprede werden die zeiden vereinigten Divisionen / in dem früheren lebungslager der ehemals badischen Truppen bei Forchheim, Amt Eltlingen abhalten. — Die nun auch bei uns ziemlich zum Schluß gelangte Bis⸗ mard⸗Ehrengabe hat ein ganz stattliches Ergebniß gehabt. In Karlsruhe kamen 9000 M., in Mann⸗ heim 12,000 M. zusammen. Von den bedeuten⸗ deren übrigen Städten des Landes fehlen noch die abschließenden Zahlen. FHeidelberg, 17. März. Vermißt wird eit Sonntag Abend in einem hiesigen Hause eine edige Dame, die sich seit Kurzem daselbst zum Besuch aufhielt, an gedachtem Tage aber derschwand, »hne wiederzukehren. Da alle angestellten Nach⸗ orschungen bis jetzt erfolglos blieben, so wird be⸗ ürchtet, daß der Vermißten ein Unglück zugestoßen »der daß sich dieselbe in einem Anfall von Trüb⸗ sinn das Leben genommen. F Würzburg, 17. März. Prinz Friedrich August von Sachsen, der bekanntlich in voriger Woche im ströomenden Regen von Straßburg ab⸗ zeritten war, ist blos bis hierher gekommen, wo ek, tark erlältet, krank darniederliegt. F Braunschweig, 18. März. Im hie⸗ igen Bahnhof rannte heute Morgen 4 Uhr 20 Minuten der Berliner Zug auf einen leeren Per⸗ 'onenwagen. Letzterer wurde auf den Perron ge⸗ sjoben und zertrümmert. Die Passagiere und das Zugpersonal blieben unversehrt, die Lokomotive ver⸗ or die Puffer. fF (Einer, der von Glüchsagen kann) Kürzlich entledigte sich Abends in einem Restaurant in Hamburg in der Nähe der Börse ein Gerberei⸗ hesitzet aus Heide seines Winterüberziehers, hängte hvenselben an die Wand und ließ sich dann, ein Beefsteak bestellend, an einem Tische nieder. Gleich darauf fiel ihm aber ein, daß er in seinem Por⸗ temonnaie nur sehr wenig Geld habe und daher vechseln müsse. Er entnahm seinem Winterrock ꝛine Brieftasche mit 15,000 M. in Kassenscheinen teckte dieselbhe in seine Brusttasche. Nachdem er icch dann gestärkt und seine Zeche bezahlt hatte, vollte er sich wieder entfernen. Wer beschreibt aber seine Ueberraschung, als er seinen Winterüber ⸗ zieher nicht mehr vorfand. Derselbe war inzwischen von einem Langfinger gestohlen worden. F In Konitz GWestpreußen) starb neulich der Rentner Senske im Alter von 106 Jahren. Derselbe überlebte zwei seiner Frauen und die letzte hn jetzt überlebende Gattin hatte er erst vor vier Jahren geehelicht. Senske wurde von seinen guten Freunden nur „Rennsenske“ genannt, weil er in seiner Jugend ein starker und schneller Fußbote war. Als er schon das hobe Alter von 81 Jahren Ausland. Paris, 19. März. Gestern fanden hier zur feier des Erinnerungstages der Kommune einige wanzig Banketts statt, ohne daß es dabei zu irgend oelchen Siörungen der Ordnung gekommen wäre. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 21. März. (Ein neues Anglüc.) Wie wir soeben erfahren, hat sich in HBrube Camphausen heute Vormittag bei den Ret⸗ ungsarbeiten ein neues Unglück ereignet, indem 16 Nann — 2 Beamten und 14 Arbeiter — durch ẽplosion der in den Strecken sich wieder angesam⸗ nelten Gase getötet oder doch schwer verletzt wurden. St. Ingbert, 21. Marz. Unler den in er Grube Camphausen verunglüdten Bergleuten sefinden sich folgende Bayern: Matthias Braun—⸗ erger und Johann Koch, beide von Erfweiler, heorg Haag von Rubenheim, Adam Bremet von Ramstein. Ein anderer Bergmann Namens Nofes bon Spesbach wurde noch lebend zu Tage xefördert. .7 In Muünchen ist am 18. d. Hr. Theodor —chuset, Rath a. D. am obersten Landesgerichte, 6 J. al gestorben. Der Verewigte, ein geb. bfalzer, war ein Bruder des Herrn Oberlan⸗ xesgerichtsraths Schuler in Zweibrücken. 7 Edenkoben, 18. März. Ein hiesiges Nädchen stürzte gestern Abend, infelge zu engen Schnürens, bewußllos auf der Straße jusammen Ad mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen verden. (Gat. Pfalzisches Schwurgericht. 1. Quartal 1885. —Zweibrücken, 17. März. Vorm. 8 hr:. Verhandlung gegen Ludwig Werling I.. 509 sahre alt, Ackerer don Hatzenbühl, wegen Todt⸗ chlags. Staalsanwalt: Hert Wagner, I. Staats- walt; Vertheidiger: Herr Dr Mayr, Rechts- X Vermischtes. FSaarbrücken, 20. März. Bis heute Bormittag waren auf Grube Camphausen 157 Leichen und 50 Lebende zu Tage gefördert. fKarlsruhe, 18. März. Bezüglich der Herbstmanöver des 14. Armeekorps kann ießkt als erreicht hatke, unternahm er noch eine Exira⸗Reise⸗ our von Konitz nach Bromberg und zurück, eine Strecke von ungefähr 193 Meilen, die er glücklich ind gesund in 18 Stunden zurücklegte. zu widerstehen, fing die „Bermuda“ an so heftig u rollen, daß die Fässer mit Limonensaft aus der dage kamen und sich über den Zucker ergossen. Alsdann geriethen die Rumfässer in Folge des bös⸗ artigen Rollens der „Bermuda“ arg ins Wanken und ergossen ihren Inhalt über den von Limonen⸗ saft getränkten Zucker, bis der ganze untere Theil des Schiffes mit Punsch angefüllt war. Wie zu erwarten, wurde die „Bermuda“ bald unlenkbar. Ihre Schraube wurde so schwach, daß sie ihr nicht mehr von Nutzen war, als einem betrunkenen Manne seine Beine. Man behauptete nicht mis Unrecht, daß eine Schraube bei ihr lose geworden sei. Schließlich legte sie sich auf eine Seite und verblieb in dieser Lage, bis sich ein vorüberfahren⸗ des Schiff ihrer annahm und sie nach dem Hafen »on Newyork ins Schlepptau nahm, wo sie zu mindenstens zehn Tagen Trocken-VDock verurtheilt verden wird, um ihren „Kater“ auszukuriren. ihm sitzt. Vor jedem Eintretenden — und di Besuchenden sind meist sehr viele — werden die Lobeserhöhungen wiederholt. In einem anden Zimmer erhalten die Leute, nachdem sie ihre Neu gierde befriedigt haben, eine Tasse Thee und en Pfeife Tabak. Ein Neger-Geheimbund in Deutsch⸗ Afrika. Die Redaktion der „Afrikanischen Corre⸗ pondenz“ in Frankfurt a. M. hat von sachkundiger Seite Andentungen über einen mit Gift hantieren⸗ den Neger⸗Geheimbund sehr gefährlicher Natur er⸗ halten, der nach Art des antiken Geheimbundes der Pythagoraer organisirt ist, neun Ordensgrade hat, Zen Namen Egbo führt und sich weithin, mindestens über die ganze afrikanische Westküste, also auch über die deutschen Besitzungen erstreckt. Genannte Kedaktion wünscht von Afrikakennern Mittheilungen äber diesen Bund zu erhalten und ersucht zu diesem Zwecke die Presse um gefl. Verbreitung dieser Notiz. Marktberichte. Zweibrücken, 19. Marz. (Fruchtmittelpreis und Vit tualienmartt.) Weizen 9 M. 81 Pf. Korn 8M. 201 Gerste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Spelz 0 M. — Pf. Spelzlern — M. — pf., Dinn M. — Pf. Mischfrucht 8 M. 20 Pf., Hafer 79 73 Pf.,, Erbsen d M. — Pf. Wicen 7 M. 59 V Heu 8 M. — Pf., Stroh JQual 2 M. 40 Pf., II. Quu 1.M. 80 Pf. Kartoffeln 1M70 Pf. Weißbrod LUnsr ai 81 Pf., Kornbrod 8 Kilo 62 Pf. Gemischtbrod 8 il 77 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Quu 60 pf, in Qual 56 Pf. Kalbfleisch dd Pf damus leisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein J VLiter 80 vV Bier J Liter 24 Pf., Butter /2 Kilogr. O M. 95 pjf. F In Spanien tauchen an verschiedenen Orten Gerüchte von einem Wiederausbrechen der Fholera auf. Die Behörden sind angewiesen, alle noͤglichen Vorsichtsmaßregeln zu treffen, um einem Umsichgreifen der entsetzlichen Epidemie entgegen zu reten. FNeuvermählte in China machen eine Besuche bei ihren Bekannten, sondern alle Freunde, Bekannte, kurz wer Lust hat, findet sich hei dem jungen Paare ein, um dasselbe kennen zu iernen. Das junge Paar muß dabei vor dem Beite itzen. Zuerst kommen die Männer herein; jeder macht eine tiefe Verbeugung, stellt sich dann hin ind betrachtet die junge Frau aufmerksam: anreden darf er sie nicht; auch fie schweigt. Dagegen spricht hr Mann viel und zwar nur von ihr; er ent⸗ wirft namentlich eine pomphafte, anziehende Schil⸗ derung ihrer Reize, macht auf ihre niedlichen Füße, auf ihre weißen Hände und dergleichen aufmerksam, während die junge Frau wie ein Wachsbild neben Homburg, 19. März. (Eru. ttclpreis und Biktun— lienmarkt Weizen 9 M. 41 Pf., Korn 7 M. 81 gyf. Spelzlern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerj dreihige O M. — Pf., Gerste 4reihige d M. — pf. dafer 7 M. 81 Pf. Mischfrucht 8 M. 02 Pf., Erdbse — M. — Pf., Wicken — M. — Pf. Bohnen 09 — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Kornbrod 6 Pfun— s3 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochfenfleisch — Kin dfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch — g Schweinefleisch 50 Pf. Butter 1 Pfund O M. 88 9 Kartoffeln pver Zeniner 1 M. 80 Pf. F Einbetrunkenes Schiff.) In New— HYork amüsirt man sich, augenblicklich damit, in mmer neu erfundenen Formen dem Dampfer „Bermuda“ vorzuwerfen, daß er sich auf offener See in Punsch betrunken habe. Die „Bermuda“ var auf der Fahrt nach Newyork mit einer Ladung Zucker, Limonensaft und Jamaika-Rum. Außer Stande, der Versuchung, die Ladung anzubobren Für die Redaktion vertintwortlich: F. XR. Demeß Amerika. Ich befördere Passagiere mi der ERd-Star-Line ab Ant-⸗ werpen bis New-York zu 76 Mark oder ab Luxemburg bis New⸗ HYortk zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. 2an Laum. St. Inabert. — — — — ——— —— An die Berufsgenossen der Bau— handwerker. Die am 18. März in Kaiserslautern stattgehabte Versammlun— beschloß die sämmtlichen Berufsgenossen zu einer .F Haupt-Versammlung & auf Dienstag, den 24. März, Mittags 2 Uhr iin's Gasthaus zur Post in Kaiserslautern zu einer Besprechun— dringend einzuladen. Gegenstand der Berathung ist: Die noͤthigen Schritte zu thun, Wahrung der Interessen bei Bildung der Unfallberufsgenossenschaft. — Bei der Wichtigkeit der Sache erwartet man zahlreiches Erscheinen. Das prop, Comité. Johann Hellenthal, Vüller beabsichtigt zur künftigen Kartoffel-Aussau folgende Stücke aus freier Hand à verkaufen: 147 Ruthen im Roth neben Wittwe Schäfer in 2 Theilen auf Rogenthal neben J.Schwarz, Rollführer neben Joh. Schwarj, Rollführer. auf Rockenthal, Neben⸗ lager unbekannt, im Steinbruch bei der Kapelle in 2 Theilen in der Pulwieser Ahn ung neben Pfarr wittum. auf Rothell neben Bäcker Collisie. Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In-⸗ und Auslandes zu beziehen: Die Klassiker der Bhilosophie. Von der fröbesten griechischen Venkern is auf die Gegenmart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. JMontag,- den 80. Marz 1885, Vormittags 10 Uhr im Oberhauser⸗ schen Saale zu St. Ingbert. Schläge: Waldborn, Eichen, Rehthal, Bollerberg und — — V .AIM Mittelster Kopf. Intertssanteste Wochenschrift für das gebildete Publikum. 27 ! 4 3. Cl. Wagner⸗ 2 Deutsches 2* dontags-Blatt. 83 3 Wagnerstangen 2 Cl Diefe durch und durch originelle litterarisch⸗politische Wochenschrift, welche die her⸗ 17 Ster Eichen Daubhoiz 3. u C vorrag endsten deutschen Schriftsteller zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll —X—— zeschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, litterarischen und künstler⸗ 568, Stiefelholz L. u. 2. Cl., schen Strebungen unserer Tage darftelien. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erschei-1285, Buchen Scheit 1. u. 2. Cl. aung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im ,Deutschen Montags⸗Blatt“ und Anbr. anparteiische und erschöpfende Behandlung, während die gesellschaftlichen Zustände der Gegen⸗ 302 Ster —R Scheit⸗ und vart in elegantester Form interessante Beleuchtung erfahren. Belletristische Feuilletons und humoresken sorgen fur die Unterhaltung der Leser. Prüugelhötzer. Dien linierarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranges, welche am zeitunaclesen. 9 Neuhäusel, den 18. März 1885. Montage, erscheint, verbindet die Vorzüge einer unterhaltenden und anregenden Wochenschrift mit denen einer wohlinformirten, reich mit Rachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeiung Der ep we xweser ind so entspricht daß „Deutsche Montags⸗Blatt“ in seiner Toppel-NRatur einem entschiedenen, — Bedürfniß des gebildeten Lesepublikums, wofür die große Verbreitung den besten Beweis liefert. kgl. Oberforster. Alle Reichspostanstalten u. Buchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise vor — 2 M. 50 Pfg. pro Quartal entgegen. Bei Postbestellungen verweise man auf Nr. 1455, er Post⸗Zeitungs⸗Preisliste pro 1885. Inserate finden durch dieses, fast ausschließlich in en feinsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hotels, Restaurants, Con ditoreien c. ausliegende Blatt eine sehr zweckmäßige Verbreitung. Probenummern verfendet gratis ind franko die Erpedition des Deuti Mantane⸗satt 0o esorgt und trauri blickt mancher Kranke in die Zukunft, weil er bislang alles erfolglos — Allen, beson⸗ s8 aber derart Leiden⸗ den sei hiermit die Durch⸗ sicht des kleinen Buches „Der strankenfreund“ dringend empfohlen, denn sie sinden darin hinreichende Beweise dafür, daß “— eee bei Anwendung er richtigen Mittel Heilung ihre Leidens oder wenigstens 357 derung desselben gefunden haben. Die Zusendung des Krankeufreund⸗ erfolgt auf Wunsch durch dichters Verlags⸗Anstalt in Leipzig kostenloß Das Bettfedern-Lager IIAary Unua in Altona versendet zollfrei gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfund), gute neue Bettiedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte jür 1M. 25 Pfg., Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei. Abnahme v. 50 Pfd. 5pCt. Rabatt. Feder Vergleteh bwait ι Te —— — ——— 7 itr Sehuls qun. Atx; ehn yιααιιτ ⁊ — 0 ———— Rechnungen uges 8 Gebrauch ind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. I — Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert. 28 Illustrirte Sonn⸗ tagsblatt ift noch nicht ein—⸗ getroffen. — ————⏑—— ecul kell⸗ z * 9 —9 9 21* 38 — 438 J— F —3828 * —323 * 4 i * 8 —— —2 *5 * * * F —528—— * Vee 528 — —38 * 4 n 3 * 8 8 I —3 — r 7 —B E *. 294 * 8 —*8 7* * * * — z. — g —* —Je *. * —E * * J 5 —33 8 * 9 —D 1989— 3 —7—2—— — —* — 9— * * 4 54 J * 7 —— * 354 44 —J— 77 15— 53 — —S — 8E —8—— à* —8 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — — — — der St. Jugberter Anzeitzer“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltunch zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet viertelljährlich AM 60 4⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 78 4, einschließli i0 A Zustellungsgebühhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche⸗ auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 4, Reclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimaliage berechnet. se M 58. Sonntag, 22. März 1885. 20. Jahrg. —— zZum Geburtstag unseres Kaisers 22. März 1885. * roͤnt, Trompeten, jubelt Lieder, Veit ins deutsche Land hinein! )eute kehrt der Tag uns wieder, em wir fromme Wünsche weihn, da ein Herr in deutschen Landen ins zu Glück und Ruhm erstanden, der bestimmt zum Hirt der Heerden, KFater seines Volks zu werden! Hohenzollerns Heldensöhnen Var noch stets das Schickhsal hold, Ihre Stirnen ließ es krönen Nit der Diademe Gold Ind Louisens würdgem Sohne hab es Deutschlands Kaiserkrone And verbrieft ihm seine Rechte „chon in vierfachem Geschlechte! Sieg und Ehr' war ihm beschieden Im Gewühl der blut'gen Schlacht, Doch gleich herrlich hat im Frieden Er sein Herrscherwerk vollbracht; dunst und Wissen, Recht und Sitte Blühn in seiner Völker Mitte, Und wer froh es darf bekennen, Wird sich stolz ein,Deutscher“ nennen Tönt, Trompeten, jubelt Lieder Auf zum Thron im Festesglanz! An den Stufen leg' heut nieder, Deutschland, deinen schönsten Kranz Heil Dir Kaiser! Glück und Segen Führe Dich auf Deinen Wegen, Lange, lange noch erfreue Dich des Volkes Lieb' und Treue! —X Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 20. März. Der Prinz von Wales, zrinz Albert Viltor und der Herzog von Edin⸗ urgh sind heute Abend 10 Uhr 40 Min. hier ingetroffen und wurden vom Kronprinzenpaar und ꝛen Mitgliedern der britischen Botschaft am Cen⸗ ralbahnhoff empfangen. Sie stiegen im Kron⸗ rinzenpalais ab. Karlsruhe, 19. März. Oberbürgermeister auter erklärt in der „Landeszeitung“: Die Gelder ür die Bismarckspende würden zurückbehalten; da ie badische Sammlung nur zu nationalen Zwecken vystimmt sei. Der Angeklagte, geboren am 21. August 1825 verheirathete sich im Jahre 1849 mit der am 27. August 1820 geborenen Katharina Persohn. Ob— vohl diese eine ruhige, brave und fleißige Frau war und dem Angeschuldigten nie einen ernstlichen Grund jur Klage gab, war die Ehe doch keine glückliche. Beherrscht von dem grenzenlosesten Geize, richtete »er Angeklagte sein ganzes Sinnen und Trachten ediglich auf Geld und Erwerb. Zu diesem Geize jesellte fich zumal in den letzten Jahren ein ebenso jeftiges als unbegründetes Mißtrauen an der ehe⸗ ichen Treue seiner Frau. So kam es, daß die Shefrau Werling in letzter Zeit alltäglich fast Vor⸗ vpürfen, Schimpfworten, ja sogar Mißhandlungen hres Mannes ausgesetzt war. Dieselbe soll sich nuch zu einer Nachbarsfrau geäußert haben: „Mein Mann läßt mir keine Ruhe mehr, ihr werdet sehen, an einem schönen Morgen hat er mich umgebracht.“ Am Abend des 17. Dezember gerieih nun der An⸗ jeklagte kurz nach dem Schlafengehen mit seiner Frau vermuthlich in einer eifersüchtigen Anwand⸗ ung in Streit. Nach kurzem Wortwechsel packte r sie am Halse und würgte sie in der graufamsten Weise zu Tode, wobei er ihr zugleich noch zahl⸗ reiche zum Theil schwere Verletzungen an Kopf ind anderen Körpertheilen beibrachte. Morgens jegen 5 Uhr begab sich dann der Angeklagte zur deichenfrau, um ihr die Anzeige von dem plößlich, ingeblich infolge eines Blutsturzes erfolgten Tode einer Frau zu machen. Diese kraf die Leiche der Frau gänzlich mit Blut bedeckt vor dem Betie lie— jend, und da die Spuren eines gewaltsamen Todes zu augenscheinlich waren und von Jedem, der die Zeiche sah, als untrügliche Beweise eines gewalt ⸗ amen Todes erkannt wurden, so wucde alsbald as Gericht von diesem Vorfall in Kenntniß gesctzt. Zei der gerichtlichen Untersuchung sowie bei der Sektion der Leichen zeigte sich der Angeklagte der⸗ naßzen gefühllos und anderseits war die Erdrosse⸗ sung der Ehefrau des Angeklagten von Letzterem nit solcher Grausamkeit und Brutalität bewirkt vorden, daß angesichts dieser Thatsache, zumal der Angeklagte früher einmal flüchtige Symtome von Beisteskrankheit gezeigt haben soll, Zweifel an der dollen Vernunft und Zurechnungsfähigkeit des An⸗ Jeklagten entstanden. Das Urtheil lautete wegen Todischlags unter Musschluß mildernder Umstände auf 7 Jahre Zucht⸗ haus und 5 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehren⸗ rechte. vositiv mitgetheilt werden, daß die 28. Division Karlsruhe) zwischen Ettlingen und Pforzheim, die 29. (Freiburg) in der Gegend von Rastait manöv⸗ riren wird. Die große Kaiserparade werden die veiden vereinigten Divisionen in dem früheren lebungslager der ehemals badischen Truppen bei Forchheim, Amt Eitlingen abhalien. — Die nun auch bei uns ziemlich zum Schluß gelangte Bis⸗ marck⸗Ehrengabe hat ein ganz stattliches Ergebniß zehabt. In Karlsruhe kamen 9000 M., in Mann- heim 12,000 M. zusammen. Von den bedeuten⸗ deren übrigen Städten des Landes fehlen noch die abschließenden Zahlen. FHeidelberg, 17. März. Vermißt wird seit Sonntag Abend in einem hiesigen Hause eine edige Dame, die sich seit Kurzem daselbst zum Besuch aufhielt, an gedachtem Tage aber verschwand, »hne wiederzukehren. Da alle angestellten Nach— forschungen bis jetzt erfolglos blieben, so wird be⸗ rürchtet, daß der Vermißten ein Unglüd zugestoßen oder daß sich dieselbe in einem Anfall von Trub⸗ sinn das Leben genommen. F.Würzburg, 17. März. Prinz Friedrich August von Sachsen, der bekanntlich in voriger Woche im strömenden Regen von Straßburg ab⸗ geritten war, ist blos bis hierher gekommen, wo er, stark erkältet, krank darniederliegt. .Braunschweig, 18. Maärz. Im hie— sigen Bahnhof rannte deute Morgen 4 ühr 20 Minuten der Berliner Zug auf einen leeren Per⸗ sonenwagen. Letzterer wurde auf den Perron ge⸗ hoben und zertrümmert. Die Passagiere und das Zugpersonal blieben unversehrt, die Lokomotive ver⸗ lor die Puffer. f. Einer, der von Glückhsagen kann.) Kürzlich entledigte sich Abends in einem Restaurant in Hamburg in der Nähe der Börse ein Gerberei— hesitzer aus Heide seines Winterüberziehers, hängte denselben an die Wand und ließ sich dann, ein Beefsteak bestellend, an einem Tische nieder. Gleich zarauf fiel ihm aber ein, daß er in seinem Por⸗ emonnaie nur sehr wenig Geld habe und daher wechseln müsse. Er entnahm seinem Winterrock eine Brieftasche mit 15,000 M. in Kassenscheinen stedte dieselhe in seine Brusttasche. Nachdem er sich dann gestärkt und seine Zeche bezahlt hatte, wollte er sich wieder entfernen. Wer beschreibt aber seine Ueberraschung, als er seinen Winterüber zieher nicht mehr vorfand. Derselbe war inzwischen von einem Langfinger gestohlen worden. In Konitz (Westpreußen) starb neulich der Kentner Senske im Alter von 106 Jahren. Derselbe überlebte zwei seiner Frauen und die letzte hn jetzt überlebende Gaitin hatte er erst vor vier Jahren geehelicht. Senske wurde von seinen guten Freunden nur „Rennsenske“ genannt, weil er in jeiner Jugend ein starker und schneller Fußbote war Als er schon das bohe Alter pon 81 Jabrer Ausland. Paris, 19. März. Gestern fanden hier zur jeier des Erinnerungslages der Kommune einige wanzig Banketts ftalt, ohne daß es dabei zu irgend belchen Störungen der Ordnung gekommen wäre. dokale und pfalzische Nachrichten. *St. Ingbert, 21. März. (Ein neues Unglück,) Wie wir soeben erfahren, hat sich in hrube Camphausen heute Vormittag bei den Ret⸗ ungharbeiten ein neues Unglück ereignet, indem 16 Nann — 2 Beamten und' 14 Arbeiter — durch krplosion der in den Strecken sich wieder angesam. nelten Gase getötet oder doch schwer verletzt wurden. *St. Ingbert, 21. Parz. Unter den in et Grube Camphausen verunglücdkten Bergleuten refinden sich folgende Bayern: Natthias Br'a un— rger und Johann Koch, beide von Erfweiler, deorg H aag von Rubenheim, Adam Bremer don Ramstein. Ein anderer Bergmann Namens MRoses bon Spesbach wurde noch lebend zu Tage vfördert. »T In München ist am 18. d. Ht. Theodor „ch uler, Rath a. D. am obersten Landesgerichte, 6 J. a. gestorben. Der Verewigte, ein geb. alzer, war ein Bruder des Herrn Oberlan⸗ esgerichtsraths Schuler in Zweibruͤcden. „T Edenkoben, 18. März. Ein hiesiges Nädchen stürzie gestern Abend, infelge zu engen —A bewußtlos auf der Straße zusammen nd mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen erden. Gat. Pfalzisches Schwurgericht. I. Quartal 1885. ihr Iroweibrücken, 17. Marz. Vorm. 8 bt: Verhandlung gegen Ludwig Werling J. 59 jahre alt, Ackeret von Hatzenbühl, wegen Todt⸗ hlags, Staatsanwalt: Herr Wagner, II. Staats⸗ e Vertheidiger: Herr Dr. Mayr, Rechts⸗ 11 Vermischtes. FSaarbrücken, 20. März. Bis heute Bormittag waren auf Grube Camphausen 157 deichen und 50 Lebende zu Tage gefordert. .Karlsruhe, 18. März. Bezüglich der Herbstmanzner des 14 Armeekorpa kann jett ola erreicht hatte, unternahm er noch eine ExtraReise⸗ wur von Konitz nach Bromberg und zurück, eine Strecke von ungefähr 193 Meilen, die er glücklich ind gesund in 18 Stunden zurücklegte. zu widerstehen, fing die „Bermuda“ an so heftig zu rollen, daß die Fässer mit Limonensaft aus der dage kamen und sich über den Zucker ergossen —ILV artigen Rollens der „Bermuda“ arg ins Wanken und ergossen ihren Inhalt über den von Limonen— aft getränkten Zucker, bis der ganze untere Theil )es Schiffes mit Punsch angefüllt war. Wie zu rxwarten, wurde die „Bermuda“ bald unlenkbar. Ihre Schraube wurde so schwach, daß sie ihr nicht nehr von Nutzen war, als einem betrunkenen Manne seine Beine. Man behauptete nicht mit Unrecht, daß eine Schraube bei ihr lose geworden rei. Schließlich legte sie sich auf eine Seite und derblieb in dieser Lage, bis sich ein vorüberfahren⸗ des Schiff ihrer annahm und sie nach dem Hafen oon Newyork ins Schlepptau nahm, wo sie zu nindenstens zehn Tagen Trocken-Dock verurtheilt werden wird, um ihren „Kater“ auszukuriren. ihm sitzt. Vor jedem Eintretenden — und de Besuchenden sind meist sehr viele — werden die Lobeserhöhungen wiederholt. In einem andere Zimmer erhalten die Leute, nachdem sie ihre Neu— gierde befriedigt haben, eine Tasse Thee und ein Pfeife Tabak. Ein Neger⸗Geheimbund in Deutsch— Afrita. Die Redaktion der „Afrikanischen Corre⸗ pondenz“ in Frankfurt a. M. hat von sachkundiger Seite Andeutungen über einen mit Gift hantieren⸗ den Neger⸗Geheimbund sehr gefährlicher Natur er⸗ halten, der nach Art des antiken Geheimbundes der pᷣythagoraer organisirt ist, neun Ordensgrade hat, zen Namen Egdo fuͤhrt und sich weithin, mindestens iͤber die ganze afrikanische Westküste, also auch sber die deutschen Besitzungen erstreckt. Genannte Kedaktion wünscht von Afrikakennern Mittheilungen sber diesen Bund zu erhalten und ersucht zu diesem Zwecke die Presse um gefl. Verbreitung dieser Notiz. Marktberichte. Zweibrücken, 19. Marz. (Fruchtmittelpreis und Vi tualienmarkt.) Weizen 9 M. 81 Pf., Korn 8M. 205 Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — 9 Spelz d M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinke— — Mi. — Pf. Mischfrucht 8 M. 20 Pf., Hafer 79 78 Pf., Erbsen d M. — Pf., Wicen 7,M. 889 y. Heu 8 M. — Pf., Stroh IQual 2 M. 40 Pf., II. Qual IM. 80 Pf. Kartoffeln 1M 70 Pf., Weißbrod Lhä Kile 51 Pf., Kornbrod 8 Kilo 62 Pf. Gemischtbrod 8 Ril 77 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual 60 Pf., I1. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammtl leisch 60 Pf., Schweinefleisch 80 Pf, Wein JWLiter 80 yf Bier J Liter 24 Pf., Butter ?/3 Kiloar. O M. 98 pf. In Spanien tauchen an verschiedenen Orten Gerüchte von einem Wiederausbrechen der Fholera auf. Die Behörden sind angewiesen, alle noͤglichen Vorsichtsmaßregeln zu treffen, um einem Amfichgreifen der entsetzlichen Epidemie entgegen zu reten. Neuvermählte in China machen eine Besuche bei ihren Bekannten, sondern alle Freunde, Bekannte, kurz wer Lust hat, findet sich bei dem jungen Paare ein, um dasselbe kennen zu lernen. Das junge Paar muß dabei vor dem Bette fitzen. Zuerst kommen die Maänner herein; jeder macht eine tiefe Verbeugung, stellt sich. dann hin und beirachtet die junge Frau aufmerksam: anreden darf er sie nicht; auch sie schweigt. Dagegen spricht ihr Mann viel und zwar nur von ihr; er ent⸗ wirft namentlich eine pomphafte, anziehende Schil⸗ derung ihrer Reize, macht auf ihre niedlichen Füße, auf ihre weißen Hände und dergleichen aufmerksam, während die junge Frau wie ein Wachsbild neben Homburg, 19. Marz. (Fruch! mitrcspreis und Viktus ienmarkt.) Weizen 9 M. 1 Pf., Korn 7 M. 819 Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerh— dreihige C M. — Pf. Geceste 4reihige d M. — Pp dafer 7 M. 81 Pf., Mischfrucht 8 M. 02 Pf., Erbse — M. — Pf., Wicken — M. — Pf. Bohnen 09 — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Phfun 33 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleissch — Rindfleisch 80 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch — 9 Schweinefleisch 520 Pf., Butter 1 Pfund O M. 88 97 artoffeln per Zentner 1M. 80 Pf. Ein betrunkenes Schiff.) In New— hork amüsirt man sich, augenblicklich damit, in mer neu erfundenen Formen dem Dampfer Bermuda“ vorzuwerfen, daß er sich auf offener See in Punsch betrunken habe. Die „Bermuda“ var auf der Fahrt nach Newyork mit einer Ladung Zucker, Limonensaft und Jamaika⸗Rum. Außer Stande, der Versuchung, die Ladung anzubohren. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß —————— m — — .· æ — — — 1 Ameri?a. An die Berufsgenossen der Bau— befoͤrdere Passagiere mi der ERd-Star-Liine ab Ant⸗ h —83 ee zu 76 Mark oder ab Luxremburg bis —2* andwerker. Hort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäd. Die am 18. März in Kaiserslautern stattgehabte Versammlun — Laur, St. Ingbert. beschloß die saͤmmtlichen Berufsgenossen zu einer —Haupt-Versammlung 2 auf Dienstag, den 24. März, Mittags 2 Uhr in's Gasthaus zur Post in Kaiserslautern zu einer Besprechun— dringend einzuladen. Gegenftand der Berathung ist: Die noͤthigen Schritte zu thun, Wahrung der Interessen bei Bildung der Unfallberufsgenossenschaft. — Bei der Wichtigkeit der Sache eiwartet man zahlreiches Erscheinen. Das prop. Comité. Johann Hellenthal, NMüller „eabsichtigt zur künftigen Kartoffel-Aussag folgende Stücke aus freier Hand — verkaufen: 147 Ruthen im Roth neben Witiw Schäfer in 2 Theilen auf Rocenthal nebei J.Schwarz, Rollführer neben Joh. Schwarj Rollführer. auf Rockenthal, Neben lager unbekannt, im Steinbruch bei de Kapelle in 2 Theilen in der Pulwieser Ahn ung neben Pfarr wittum. auf Rothell neber Bäcker Collisie. Montag, den 30. März 1885 Vormittags 10 Uhr, im Oberhauser⸗ schen Saale zu St. Ingbert. JESchläge: Waldborn, Eichen, Rehthal, Bollerberg und mM u ts. da aeissdele Nuslitun Milteister Kopf. aotere, anteste Wochenschrift für das gebildete Jublikum. 27 oee 3. Cl. Wagner- Deutsches Montags-Blatt v. * * ¶ 83 Die dg r darg prigineue nitcrarisqhpolitisehee Wochensghrift, weiche die her· 97 7 er 3 gi F horrag endften deutschen Schriststeller zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fulle geistvoll n —X zeschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, litterarischen und kunstler⸗ 56, „Stiefelholz 1. u. 2. Cl., sqhen Strebungen unserer Tage darftelien. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erschei. 123 , Buchen Scheit 1. u. 2. Cl. iuns in Wifenschaft, Politit, Kunst und Leben findet im ‚Deutschen Montags⸗Blatt“ und Anbti. unparteiische und erschöpfende Behandlung, während die gesellshaftlichen Zustände der Gegen⸗ 302 Ster verschi edene Scheit⸗ und dart in elegantester Form interessante Beleuchtung erfahren. Velletristische Feuilletons und dumoresken sorgen fuͤr die Unterhaltung der Leser. Prügelhoͤlzer. Dielsearündarne Zeinut ersten den welche m Feehe a Neuhäusel, den 18. März 1885. Montage, erscheint, verbindet die Vorzüge einer unterhaltenden und anregenden Wochen rift i nit denen einer wohlinformirten, reich mit Rachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeiung Der Fep yry epweser ind so entspricht das „Deutsche Montags⸗Blatt“ in seiner DToppel⸗Natur einem entschiedenen Zedurfniß des gebildeien desepublikums, wofür die große Verbreitung den besten Beweis liefert kgl. Oberförster. Alle Reichspoftanstalten u. Vuchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise vo — 2 M. 50 Pfg. pro Quarial entgegen. Bei Postbestellungen verweise man auf Rr. 1455 )er Post⸗Zeitungẽ⸗Preisliste pro 1888. Inserate finden durch dieses, fast ausschließlich in ʒen feinsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hotels, Restaurants, ieee x. ausliegende Blatt eine sehr zweckmähßige Verbreitung. Probenummern versendet gratis ind fronio die Ervedition des „Deutichen Montaas⸗Blatt“, Berlin 8W — Noevrcleich — *tr Irhule dem. —— — 2Ekennige 2 TDMMI F — esorgt und trauri blickt maucher Kranlke in die gulunse weinl e bislang alles erfolgloe gebrauchte. Allen, beson⸗ ders aber derart Leiden⸗ den sei hiermit die Durch⸗ sicht des kleinen Vuchet „Der Kranbenfreund“ dringend empfohlen, denn fie studen darin hinreichende Beweise dafür, daß zus ee bei Anwendung er richtigen Mittel Heilung ihrs Leidens oder wenigstens 4 —* derung desselben gefunden haben Die Zusendung des Krankenfreund“ —— Verlags⸗Anstalt in Leipzia kostenlos Das Bettfedern⸗Lager IIarry Unua in Aliona ersendel zollfrei gegen Nachnahme nicht unter 10 Pfund),gute neue Bettfedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte für 1M. 25 Pfg., Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei Abnahme v. 50 Pfd. 5pCt. Rabatt. Rechpupgen 33gn— Das Illustrirte Sonn tagsblatt ifl noch nicht ein getroffen. ind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigere. Druck und Versag von F. X. Demeß in Si —X Sf. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmale Am Montag, Dienstatz, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturg dlatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich i A 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 q, einschlienl 94 Zustellungtgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 H. Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. —Z M 59. Montag, 23. März 18885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Nach den neuesten, im Einvernehmen mit dem Seniorenconvent getroffenen Dispositionen des hrasidenten wird die dritte Lesung der Dampfer⸗ sübventionsvorlage am Montag heute auf die Tagesordnung gesetzt und am darauffolgen⸗ den Tag, den 24. März, der Reichstag auf drei Wochen, bis Dienstag, den 14. April, vertagt erden. Für das Abgeordnetenhaus sind die Ver⸗ ahungsdispositionen noch nicht definitiv getroffen, dasselbe wird voraussichtlich bis gegen Ende dec nüchsten Woche tagen. zu Ehren des Patriziustages wahrscheinlich in eine ark angeheiterten Stimmung versetzt hatte, be⸗ jannen eine Rauferei mit Messern, die damit endete, zaß zwei derselben aus dem Wagen fielen oder seworfen wurden, und fand man ihre durch Messer⸗ liche entstellten Leichen auf den Schienen. Die heiden anderen Personen sind verhaftet worden. Flotte durch die Dardanellen Einwände erheben vpürde. — Ein türkische Deputation wird in Kur⸗ em von hier nach Berlin abreisen, um dem Fürften gismarck zu seinem Geburtstage zu gratuliren. UInter den Mitgliedern der Deputation befinden sich uch Gtazi Mukhtar Pascha und der Privatsekretär des Sultans, Reschid Bey.“ Die in der Lüderitz'schen Kolonialangelegen— heit beim Geheimen Kommerzienrath von Bleich— röder abgehaltene Konferenz von Vertretern großer Bankhäuser und einigen begüterten Privaten hat zwar noch nicht zu einem Abschlusse geführt, aber die Garantie ist geboten, daß die zur Weiterführ⸗ ung der Lüderiß'schen Unternehmung in Angra— Pequena erforderliche Summe von 1,200,000 Mk. jufgebracht werden wird. Auf Verzinsung ihrer riniagen rechnen die Theilnehmer nicht. Je Nachrichten. *St. Ingbert, 23. März. Gestern Nach⸗ nittag hielt Herr Rektor Luxenburger aus Zweibrücken als Prüfungskommissär in Gegenwart ꝛes kgl. Bezirksamtmannes Herrn Dr. Schhag⸗ ntweit die Jahresprüfung in der hiesigen jewerblichen Fortbildungsschule ab. Auch eine Anzahl Herren von hier — Beamten, Bürger und dandwerler — wohnten der Prüfung an. Die— elbe ergab ein recht günstiges Resultat und sprachen im Schlusse derselben sowohl der Herr Prüfungs⸗ ommissär, wie auch Herr Bezirksamtmann Dr. S„chlagintweit ihre Zufriedenheit über den Stand er Schule aus. Ebenso drückten beide Herren den an der Schule wirkenden Lehrern ihre Aner⸗ ennung für ihre erfolgreiche Thätigkeit aus und rmunterten die Schüler zu nachhaltigem Fleiße m kommenden Schuljahre. Insbesondere legte derr Rektor Luxenburger in seiner Schlußansprache »en aus der Schule scheidenden Jünglingen ans derz, von dem in der Schule Gelernten im Leben tets den rechten Gebrauch zu machen zur Ehre hrer selbst, der Gemeinde und des Staates. — die Schule zählte im verflossenen Jahre 117 S„chüler, 63 im Oberkurs und 54 im Unterkurs. 24 der Schüler besuchten die Fachabtheilung, in »er Buchhaltung, Wechsellehre und gewerbliches Zeichnen gelehrt werden. *St. Ingbert, 23. März. Die diesjäh⸗ ige Musterung der Militärpflichtigen sindet in ZzZweibrüchen vom 21.-29. April statt. RSt. Ingbert, 23. März. Zu Ehren des Geburtstages S. Majestat des deutschen Kaisers waren gestern nur einige Privatgebäude unserer Stadt festlich beflaggt. * Zum Glücke hat sich die in vor. Nr. ge- brachte Nachricht von einem neuen Unglück auf Grube Camphausen nicht bestätigt. Das schauerliche Gerücht war am Samstag dahier nit aller Bestimmtheit verbreitet worden, und daß die Verbreitung desselben eine ziemlich allgemeine var, geht daraus hervor, daß auch eine große Zahl anderer Blätter die Unglücksbotschaft ver⸗ zffentlicht haben. — Um ermessen zu können, ob die Abhaltung riner Prüfung für Hufschmiede in der ersten hälfte des laufenden Jahres angezeigt erscheint, verden seitens der zuständigen Behörde alle jene dufschmiede, welche sich einer Hufbeschlag⸗Prüfung n der vorerwähnten Zeit unterziehen wollen, auf⸗ gjefordert, ihre Gesuche im Laufe dieses Monats zei der Regierung der Pfalz, Kammer des Innern, uinter Anfügung der 8 3 der allerhöchsten Verord⸗ rung vom 1. März 1884 vorgeschriebenen Nach- veise einzureichen. — In Winden bot sich am Vonnerstag früh am Bahnhofe ein sowohl für die Reisenden als auch für das Bahnpersonal wunderbares und höchst eltsames Ereigniß dar. Kurz nach der Ankunft des Bergzaberner Zuges — Herr Lokomotivführer Blaser war eben im Rangiren begriffen — er⸗ Algte plötzlich ein Knall und am Boden laa das Der Antrag Ackermann hat zum erslien Male praktische Anwendung erlangt, und zwar in herlin. Der Polizeipräsident hat folgende Bekannt machung erlassen: Ich bestimme hierdurch auf Grund des 8 IOoe Ziffer 3 der Reichs-Gewerbe⸗-Ordnung für den Bezirt der Barbier- und Friseur⸗Innung u Berlin, daß diejenigen Arbeitgeber, welche ein in dieser Innung vertretenes Gewerbe betreiben ind seibst zur Aufnahme in die Innung fähig sein werden. gleichwohl aber der Innung nicht ange⸗ zören, vom 1. Juli 1885 an Lehrlinge nicht mehr annehmen dürfen.“ eHerr Lüderitze hat am Freitag von An gra— Pequena höchst in erressante Nachrichten über die in unmittelbarer Nahe der Angra⸗Pequena - Bay dorgenommenen Schürfarbeiten auf Mineralien er⸗ halien. Der Ingenieur Pohle, welchen Herr Lü⸗ zeritz im vorigen Herbst mit 6 Bergleuten aus Freiburg (Sachsen) nach seiner Kolonie sandte, be⸗ aichtete daruͤber eingehend. Er hatte die Aufgabe, udlich nach dem Oranjefluß zu gehen und daselbst n der Fortsetzung der auf dem linken Ufer des Dranjeflusses von einer englischen Kompagnie mit länzendem Erfolge seit mehreren Jahren geführten hergbau die Gebirgsformation und das Mineral⸗ orkommen in demselben zu untersuchen. Da je⸗ zoch die klimatischen Verhältnisse diese Erpedition zor Ende Januar dieses Jahres nicht gestatteten, o blieb er mit seinen Arbeitern und Gerälhschaf en vorläufig in Angra⸗Pequena und benuztzte die freie Zeit, um Arbeiten in den Erhebungen un⸗ veit der Bay vorzunehmen. Vollständig über- raschend fand er, daß voraussichtlich auch hier ein ohnender Bergbau auf edle Mineralien (Roth · Jüldenerz, Blei ꝛc.) geführt werden kann. Die Hebirgsformation ist Gneis und von Quarzgängen zurchsetzi. Letztere führen in regelmäßiger Ent⸗ vickeluͤg die Erze und sind durch Schürfe bis zu 1000 Meter Länge in einer Mächtigkeit von 0,50 Metern aufgeschlossen. Die entnommenen Proben jat Herr Pohle nach Deutschland abgesandt und ollen dieselben zunächst in Freiburg analysirt verden. Wenn, wie zu hofsen ist, die Qualität er Erze die Versendung nach europäischen Hütten ohnt, so steht nichts entgegen, alsbald mit der stuͤzbarmachung der Lüderiß'schen Erwerbungen durch Etablirung des Bergbaues in unmittelbarer Nähe der Angra-Vequena-Bay vorzugehen. Deutsches Reich. Berlin, 22. Marz. Der Kaiser empfing Jeute wegen einer leichten Erkältung nur die Gra⸗ ulation der koͤniglichen Familie und der fremden Fürstlichkeiten. Berlin, 21. März. Der Prinz von Wales dattele heute Mittag dem Reichskanzler einen Be⸗ such ab. Ein sehr verdreitetes Gerücht sagt, daß der Kaiser dem Grafen Herbert Bismarck am aiserlichen Geburistage oder am 70. Geburtstage Aes Kanzlers eine bedeutende Auszeichnung zugedacht vohe. — — — Der deutsch-englische Ausschuß zur Ordnung der Streitfrage wegen Neu⸗Guinea's Jat dieselbe grundsätzlich erledigt. Die Engländer verden ihre Flagge nicht allein von den Inseln dong und Rook und der Huon⸗Bai zurüchziehen, sondern geben auch die Küste bis zum 8. Grad, üdlich von Herkules-Bai auf. Es entspricht dies demjenigen, was schon bisher über die von Eng— land gemachten Zugeständnisse verlautete. Der ungemein fruchtbare Küstenstrich bis zum Ostkap derbleibt im Besitze Englands. In Irland wurde vorige Woche der St. Harrizius ⸗ Tag höchst geräuschvoll gefeiert, und war serselbe von manchen Ausschreitungen begleitet. In Dublin zog der nationalistische Pobel mit Musik⸗ oanden durch die Hauptstraßen und brachte Hoch⸗ ufe auf den Mahdi aus. In Londonderry fanden utz nach Mitternacht am Schluß der Festlichkeiten wei laute Explosionen statt, durch welche die Vor⸗ derseite eines Hauses gänzlich demolirt wurde. Ueber den Vorfall ruht bis jetzt der Schleier des Geheim⸗ nisses. In der Grafschaft Westmeath trieben Mondscheinbanden ihr Wesen. Eine solche Bande drang in das Haus eines Pachtzinscollectors un ⸗ deit Ballymahon und zwang ihn, einen feierlichen Schwur zu leisten, daß er seinen Posten aufgeben verde. Dann feuerten die vermummten Kerle Schüsse über seinen Kopf ab und suchten das Weite. Unweit Askeaton, Grafschaft Limerick, feuerten Nondscheinmänner Schuͤsse in das Haus eines Ar⸗ eiters, der fuür einen Pachter arbeitete, der einen dachthof übernommen hatte, von welchem der tühere Inhaber exmittirt worden, und stedten das Haus dann in Brand. — Ein blutiger Kampf and Dienstag Nacht in einem Eisenbahnzuge statt, velcher sich auf der Fahrt von London nach Cork efand. Vier Passagiere, welde die Fehllichkeiten Ausland. Aus Konstantinopel meldet der Corre⸗ pondent des „Standard“: „Ich erfahre, daß die rritische Regierung die Pforte vertraulich darüber ondiri hat, ob im Falle eines Krieges mit Ruß⸗ ind die Türkei gegen die Durchfahrt der britischen damin der Maschine. Ein seltsamer Anblick und eine räthselhafte Situation. Doch Herr Maschinen⸗ führer Glaser wußte sich zu helfen. Ein altes Dfenrohr, das bald gefunden war, mußte, mit Draht auf der Maschine befestigt, die Stelle des damines vertreten und bald dampfte Herr Glaser n heiterer Laune wieder davon. — Immer muß man sich zu helfen wissen. — Vor einigen Tagen kaufte ein Elsässer in Schweigen Wein. Beim Nachhausefahren ging der Knecht mit der Fuhte voraus, während der Figenthümer in angetrunkenem Zustande dem Fuhr⸗ wert folgte. Als aber der Mann zurückblieb und man ihn späler suchte, fand man denselden im Thausseegraben ertrunken. — Ludwigshafen, 20. März. „Die Nachrichten über die Verwendung der eingegangenen Beiträge für die Bismarch-Spende, welche nach einigen Zeitungen dahin lauten, das Central⸗Comite n Berlin beabsichtige, diese Beiträge zum Ankauf »ines Gutes füt den Fürsten Reichskanzler zu ver wenden, haben in vielen Theilen Deutschlands Miß⸗ dimmung erregk. Nach Beschluß der Neustadter Bersammlung soll die in der Pfalz zusammenge⸗ oge Summe dem Fürsten Bismarck zur freien Verfügung gestellt werden. An diesen Beschluß wird fich das pfälzische Central-Comite halten müssen. Der Vorsitzende, Herr Commercienrath Dr. Karl Clemm, hat schon nach dem ersten im Frankfurter Journal“ ⁊c. erschienenen Artikel ge⸗ glaubt, über die in der Provinz herrschende Stimm⸗ ung dem pfaälzischen Mitgliede des Berliner Central⸗ Comites, Herrn Reichstagabgeordneten Dr. Armand Buhl benachrichtigen zu sollen und denselben ge⸗ heten, von dieser Stimmung den Mitgliedern des genaumten Comites in Berlin Keuntniß zu geben.“ der Beschluß des Comites in Ludwigshafen, an den Neuftadter Abmachungen festzuhalten, wird ohne Zweifel die Billigung aller Geber aus der Pfalz finden. Nach einer dis jetzt allerdings nicht estätigten Mittheilung der „Pf. Pr.“ hätte die Angelegenheit ihre Erledigung dadurch gefunden, daß reiche Verehrer des Fuͤrsten Bismarck in Berlin die Summe zum Ankaufe des Schonhauser Stamm⸗ qutes angeboten hätten. Die Abficht, die Samm— jungen zu diesem Zwecke zu verwenden, soll dagegen als aufgegeben zu betrachten sein. Bermischtes. 4 Die „St. Joh. Zig.“ berichtet nach der Erzählung eines alten Bergmannes, der zu der jeringen Zahlder glücklich Geretteten gehört und fich nit 61 Kameraden unter Führung des Steigers Bost m der Arbeit in einer der vom Camphauser Förder⸗ chaft entferntesten Strecken befand, über dessen vetinna Folgendes: Als fie den furchtbaren Knall der Explosion hörten, eilten sie im Glau—⸗ zen, ein größeres Felsstück sei abgesprengt vorden und versperre vielleicht den Ausgang, diesem u, mußten indessen vor den ihnen entgegenstroͤmeu⸗ den Gasen zurückweichen und irrken nun in der Hrube umher, bis sie eine Wetterthüre erreichten. dinter diese flüchtete sich alles, die Lücken wurden nit Kleidungsstücken möglichst dicht verstopft, die Zrubenlichter bis auf drei ausgelöscht, damit, wenn iese ausgebraunt, die anderen bereit ständen, und inige fürchterliche Stunden in dem düsteren Raum er bracht. Hier war es auch, daß ein Bergmann zuf einen Karren die letzten, von 8 Uhr Morgenb zatirten Grüße an seine Familie schrieb. Endlich wurde beschlossen, den Versuch zu maͤchen, oh man nicht den Ausgang gewinnen könne. Auf dem Leibe ktochen die 62 hinaus in die mit Gasen zeschwängerten Raume, einer nach dem andern rmottete und ertahmte und bvald iugen sie sämmt ⸗ ich stille, deiäubt durch die giftigen Dünste. So anden sie nachmittags die Reiter; leider waren hon 54 in ewigen Schlaf gesunken und nur vei 3 gelang die Wiederbelebung. Um 4 Uhr wurde inser Gewährsmann an das Tageslicht befördert, hm werden die Schreckensstunden, die er in der Brube verbrachte, die entsetzlichste Erinnerung für ein ganzes Leben sein. F Ostern fällt heuer bekanntlich auf den 5. April, also zu einer ziemlich mittleren Zeit, im ächsten Jahre dagegen auf den 25. April, das ist zer späteste Tag auf welchen es überhaupt fallen ann. In diesem Jahrhundert hat sich das noch nicht ereignet, sondern das letzte Mal war es im Fahre 1734, und wird zunächst im Jahre 1943 vieder einmal vorkommen. Der früheste Tag, auf velchen dieses Fest fallen kann, ist der 22. März, »es Kaisers Geburtstag. In diesem Jahrhundert am dies im Jahre 1818 vor, und wird erst im Jahre 2285 wieder eintreten. F Stuttgart. Die guten Bürger der Stadt Backnang (ein württembergisches Städtchen, dessen »auptindustrie die Lederbranche ist, haben dem eichskanzler Fürften Biemarck zu feinem fiebzigsten Zeburtstage noch eine besondere Spende zugedacht, indem ihm die Gerber ein Paar Kürassierstiefel »erehren wollen, wozu aus Kamerun und Zanzibar tammendes Leder verwendet wird. Man hat den deibschuster des Fürsten in Berlin ausfindig gemacht, vodurch es gelang, das Maß zu den Stiefeln zu erhalten. Jedenfalls ist das ein ganz originelles —X F München. Kommenden Samstag tritt in München der Landesstiftungsrath der Wittelsbacher dandesstiftung zusammen. Zur Vertheilung stehen 7503 M. zur Verfügung. Dazu sind 22 Gesuche uim Zuwendung von Beiträgen aus dieser Summe eindgelaufen. darunter zwei aus der Pfalz, nämlich zines vom Gewerbeverein in Speyer um 8300 M. für eine Lehrlingsarbeitenausstellung und eines do Pfälz. Gewerbemuseum in Kaiserslautern um eine, weiteren VBeitrag behufs Vervollständigung der Ein richtungen des Museums. Selbstverftändlich teih »bige Summe nicht aus, um alle Gesuche berip fichtigen zu können. fHagen, 18. März. Ein am vergangene— Freitag in einer Wirthschaft geführter Streit ühn das Krankenkassengesetz erhitzte zwei Commis derat daß der Eine den Anderen mit Schimpfreden requ irte und dieser Jenem auf der Straße auflauerth, uud ihn mit sieben Dolchstößen ermordete. Da Thäter wurde aus dem Bette in's Gefängniß gehoölt F Unter den Frauen Berlins gährt's. Don versammelu wöchentlich Frau Guillaume Schad— Frau Cantius, Frau Bayer und Fräulein Wabn Frauen aus dem Arbeiterstande um sich und pu zigen Emauzipation. Ihr Thema ist. die Frauey nuͤssen sich um die öffentlichen Angelegen heiten he— ümmern, sie müssen durch Streiks höhere Loͤhr, erzielen und das aktive und passive Wahlrecht a. ämpfen. Ernstes und Heiteres läuft dabei wun »erlich durcheinander. Frau Cantius verlang Fortbildungsschulen für die weibliche Jugend, dam ie geistige Nacht aufhöre. Fräulein Wabniß „Wir müfsen das Wahlrecht haben. Wenn Frauen m Reichstage sitzen, dann werden sie dafür sorgen daß die Kriege aufhören und die Frauen in Franl⸗ eich werden uns dabei unterstützen.“ Frau Vaher stur alleinstehenden Mädchen und Wittwen dan »as Arbeiten gegen Lohn gestattet sein, nicht du Bürgeefrauen, die nur arbeiten, um sich Puß p kaufen oder dem Mann ein Geburtstagsgeschenl Eine Streiksumme muß gesammelt werden. Fru Guillaume⸗Schack: Wir müssen für das Wahlrehh agitiren. Ich habe alle Achtung vor den Män— nern, die im Reichstage fitzen, allein ich habe Reder mit angehört, bei denen ich mir sagte: wenn ein intelligente Frau hier säße, die würde noch beden— end desser sprechen. (Stürm. Beifall.) Ich könnt im Reichstage meinen Platz ebenso gut ausfüllen wie jeder Abgeordnete. (Stürm. Beifall.) Abß Bock redet den Frauen zu, sich zusammen zu thun caih aber, fich auf die Einrichtung von Kranken— und Unterstützungskassen zu beschränken. düur die Rebaktisn verantwertlich: F. X Demesß „Was rennt das Volk?“ Was wälzt sich dort, die langen Gañie brausend fort? 1j29 wn Ooos N Ooο οο—οο V:u uzaiabene uun jzvaaog; jora ataiu jpru uduoe un Lapesz Ig u⸗g bopuoigz nruppus ulv bunteh int Rtosag 14156ur114113 Gu Unodj uvrsst —— 7 ⸗ Bismarok-PFoieorl Diejenigen unserer Mitbürger, welche sich an der Feier des 50jahrigen Jubiläums uncor⸗n Meichskanzlers 2582 ZRismar beiheiligen wollen, werden freundlichst ersucht, heute, Montag Abend 8 Ubr bei Soiteor zur Besprechung zu erscheinen 2 An die Berufsgenossen der Bau— handwerker. Die am 18. März in Kaiserslautern stattgehabte Versammlung deschloß die sämmtlichen Berufsgenossen zu einer Haupt-Versammlung — N auf Dienstag, den 24. Maärz, Mittags 2 Uhr in's Gasthaus zur Post in Kaiferslautern zu einer Besprechung dringend einzuladen. Gegensiand der Berathung ist: Die nöthigen Schritte zu thun, zur, Wahrung der Interessen bei Bildung der Unfallberufsgenossenschaft. Bii der Wichtigkeit der Sache erwartet man zahlreiches Erscheinen. Das prop. Comité. Ae — für Ipeckhũcklinge per 5 Ko.Packt M. 3.- peeksfsundern 3.50 Aachsheringe 360 der. Aal 10.50 Sal·Rouladeo 7750 lal en Gelee 6.20 dischroulade 3.80 Cronsardinen 22.80 sollheringe 3.- Caviar, Ural Perl,, 17.50 Daviar.. , 2 9.30 Caviar.., „I. 5.- Preise verstehen sich 2011- und portofrei. Vollstandiger Preiscourant gratis. Hamburg. RIA. EIXBäGIMEor Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „Gilgut zu haben bei — N — — — — ·— —— — Lohn-Spinnerei Schornreute in Ravensburg Wir übernehmen jederzeit: Flachs, Hanf uud Abwerg zum Spinnen und Weben. Länge des Schneliers 1228 Meter. Bahn⸗ jracht hieher und zurück auf unsere Kosten. Bedienung ganz reell. Billigste Preise. Garn und Leinwand von bester Qualität. Unsere Herrn Agenten eriheilen nähere Auskunft: in St. Ingbert J. Friedrienh. Fuͤr weitere Orie werden Agenten gesucht. Offerte erwünscht. — J Druck und Verlaa von F. X. Demeß in St. ARuabert. F. x. 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Oetober Sierzu „Illustrir Sonntaasblaut⸗ Hir. 12. ——————————————— — — 585—283233555333 2222 55—2 — 33533835572 253258* —5 38852 —2552 53 5—7 ——23 2 28 adðr 2383 5 3578353 33358 55 32533 532—838 555525 585 5355 8 *2—582 22 —E— —XA * 828235542 53 87 8 8 2 2 8 35 — —— 5—6232*8 — ———— — ——— 52 5523 * —A 22* 5 3 BSE 55 5582 53 2 —A —2 * — — — — 222 —z242. — 8 ß 2 522 — 3 5 —— 8 3337 33835833 372333 23 38837 3 5 —»S12 Z—AS 22 88 2 * * 2 —— 2 — 55 — * 335 23232 2 22 — 25 33 7 — 335838 83333 —3 — 2 —— —— 335 33833 533867 838335753 5323538 —5523—333525 5 7 * 2 — 8 2 * * 3 38 5323555 *383278* 333 393837 335 * — 5—25 2 2 — 2 258 —— —A 25833 — — *5—— — —5 532 —338* — 3 2— J 558 z 3 352 383832 38 ——— 2 —* 2 R * 2 5 — 52 — B 8—3 — 5z —2 353 289 53223222 5532, 7 5555 22 25——— 58 353 8* 5232 325 353 5352533 223 0 2 8553 5 535355 — — 53352xz35559 22 527 ——— * — 8 Z * — 22 8* — — 2 4 —8 535 ——2385 23573 ——— 3— * —A — * * * 22532 * 27 33*3553 — *— — * 53 2 — * S 25 — “2325323 ——— —2* * —z— 585* 222 —: —— 5—z335—5533 56236328 28 33338 53 33285* — 332533232283 53—z588 2253283 5 —3 223 ——3 —3383233 3323 — 52 38 —— 3 3 XX — 2333 3333235 233364 5337 28353 558 5 ——— 27 — 23323 —A — 5 * 53332353 388 332— 8—EI83E2 AAXA—— — — 2 582 * 355 555 S3* 532 z257383— 23853837583 ã— ——— 5525 3552533883 *28838 — —238k* —A—— 58— 5 25z5322—822 VJ52 222 —A —— 7 —z38 826 2 55325 — 55353s —— 5 22 —A A— 25 * *5—22583 38 * — * 5 —A — — — —252 — — — ———— —— 22 5— —— —A —— —— 2—5568 —1258345 152535* — 2588 — ————335 — 52 8 — 3 32cRkESES 35 — —533 33553 — 32 —2 — 522 282 —— 7 5 * * —538* z357282325323ẽ 33533533523 35 8838 — — 55 5282 — —— — —— 25 ——— — — .2 7 538 85 55 53 — 2 2 2 4 2 —E — 282332 — 5 255 2 25 —— 25 5 2 08523 322* —2 8 t — 5 22 * —* EI5 5 2— * —— ————— — —A 583 *8 58* — —— z28 5 5* *355333258 * 7 55 535 8 7 7* 1XIV8P 733 —— 2 28 53232 — 865 —152 —— 232332335335 F 258423555 — 78 — 2602 85*28 —— —A — 55 28533 2 3 13533385537 2555 — 535* 233238 538577 335853 * — 2 * 582 —2 5 3353553* — — 533 8* 25552033335 253828 58 —H —535535353583 * 2 — 22—3522 W — * 2 — 27 252 *.2 S5 —A 25 —A — —* — — — — — —22 2* 3 .28 —— * 38 —— 2 — —A—— F 2555 — *21R*85 28 3 535 —* z25 8 ——e— — 8 553533355 5333365 5* — — 83 5 * 8 — 5235 —— 5388 555. — —5553827 538 2333 — 532 2 53—5555 5 * 33—25 83823383353 — — E562 * 5 3 22 2 28* 2533 5327232* — — 2 *2 9527 3 2 82 *25 5 5538 2 2238* 3 — ———— — 52697 J— ——— 8 * — 8 255 532— 5s*8 557 35355 34 2c5* — 2 57 33335337385 377 z8135 *7 — * ** J * * 53 — —— 52535355 53 — 555 — —F 533 643 6 J—— 285 3 3233 —— 53 5 — 55 2523 3 —22—3335 532558 — —*2888 73— 25 26 E — 383353328 — — * 37 72 —A —A —*8 3 * ——— —— 8 5* * — * * D —2 —S—2 333 — — 8 — * 2* 2 285 3338 3 233583273 —A — 53z2355 583 22* 558335 —3583307 s5s538325* 225 55 505 558 8 — 22 * 23 532525 852 — — AXIXXX 355 — 5 3353* —8 —533 5078 —A S8 —8 328325595 28 — —— ———— 755 3538 8353* 5z33343533235 5538 3375 5355525 3 — — 23268 27 55323 82 5* 533* — 223 — —277 253 52* — S* 28 8788 8 J 5537* 32372358 F — — — — — — — D F 55* 95 9 * — 2 2 * z485 4z 28 33 3 5 — —3. 7 — —— * * * 237 —24 — — 3 F * 2 8 — —— — 88 — 2 287 8 Ss8 338 — 33 38638 23555537 —A 5533* 22 5526 25 585 — 538 585 — 7 5255 5 55 — — — *52 3 8 22222 — *5223 5 77D2 222 32375 7 ð 27 27 *2 ⁊ 533555* — 2— 2778* 2557 38 2258255 257 23 32 222 5387853 3 735 5535 5 3283353 5373 3z38 55* — * — 55 — S —— 5 S. —— 2323575 53 255338 38 3225555227 5*53*8* 222 555362 235 223208 ——* 5 537* 5358333 5 6 35 z385 33 3 335 * 5* 55 38 235 A — 73 s25883337 532557 28 —— 5 83 2 55 — 22237 * —2** *— A 332228 5 8 *2 * 22 23353 52 *3 B 582 S8— —7 5 — s52 35257z535355 5585 ——5 — — — 332387 — 75 33 *3282355 828 z25 —555 — ———— 2 —— — — 5 588 2 — — 3 —25335 5 656 —— * 2 ———— * * 5* 52383582 235 — —B— — ð F— 72 2 85 32285 535237 —— 322525 525555 52—* 2 5 2* 2 *43 H85282 — 25— 25 8 —2— 2 2 2325* 2 528 8 5 8E * 73 —5— —— ——55—20 — 23 — 228— 5 222522 0 — — —85 — 2* »522 —243 — 2 — —— —— 2 —*2 2 2 38* .* 2 — 2 — — — 5— 22 8 8352 2 — 25 2 —A A —35232 — 2 32 325 ⸗23285 252 85 33 3 38 a — * 3 * — —53—25 325285275 — — — 52* 3 *.5 ——6 4535533 37—5683 33353 5 3 23 z35557 — 2 * * — — —— — 2* —*3 —* 7 3533 3 33 38328 35 5553236 s83 373333 3533z353375383833 A —3855 85—3533——556 525383334 — 3— B86— 335 3 88 — — * —2 552 * * * —8 —— 527—5 —2585 83 27 ——— 25 52 * 2E5 22 — — — — —ce82— — 5. 558535 53 7 2* * * —27 33— * — * — F — T— & · * 22 ** — 3 3ö; 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Das Blatt kostet vierteljährlich 1 AM 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —0, einschließl 84 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungogebühr fur die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertbeilt, I3 H, Reclamen 30 A. Bei 4maliger Einrickung wird nur dreimalige berechnet. 60 Finladung zum Abonnement. Bei dem bevorstehenden Quartalswechsel laden vir hiermit zum Abonnement auf den „St. Ingberter Anzeiger“, mtliches Organ des k. Amtsgerichts Sit. Ingbert, cdebenst ein. Erneuerungen des Abonnements und Reubestellungen wollen bald gemacht werden. ——— die das Blatt durch unsere dusträger beziehen, werden wir dasselbe auch im euen Onartale fortliefern, wenn nicht vor Beginn »esselben ausdrücklich abbestellt wird. Im Preis und Gricheinen des Blattes ritt keine Aenderung ein. Ueber politische Augelegenheiten wird der „St. Ingberter Anzeiger“ fortfahren objektiv zu berichten; ehassiges und persönliches Parteigezänke bleibt us seinen Spalten ausgeschlossen. Besondere Auf⸗ nerlsamkeit wird er den lokalen und provinziellen zorkommnissen zuwenden. Als belletristische Bei⸗ abe wird der „Anzeiger“ auch im neuen Quartale as bei unseren verehrlichen Leserinnen und Lesern oybeclieble Sseitige illustrirte Sonntagsblatt bei⸗ ehalten. Für das Unterhaltungsblatt liegen zum Ubdrucke sehr spannende interessante Erzählungen Oot. — Schließlich sei unser Blatt, das sich in Stadt ind Kanton Si. Ingbert, sowie in der weiteren Umgegend, einer stetig wachsenden Verbreitung zu ifreuen hat, einem verehrl. Publikum auch als Insertions organ bestens empfohlen. Hochachtungsvoll! Verlag und Redaßtion des „St. Ingberter Anzeiger“. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 283. März. Der Kaiser, der sich estern von den Strapazen fernhielt, hat sehr gut zeschlafen, ist heute zeitig aufgestanden und befindet ich ganz unwohl. Berlin, 22. März. Der Kaiser erschien MNittags und Nachmittags wiederholt am Fenster eines Zimmers und dankte den vor dem Palais ersammelten Menschenmassen durch Verneigen für ie ihm fortgesetzt dargebrachten Ovationen. Ausland. Wien, 22. März. Anläßlich des Geburts- estes des Kaisers Wilhelm fand gestern ein Fest⸗ ankett der hier lebenden deutschen Reichdangehöri⸗ ren statt. Der deutsche Botschafter toastete auf den daifer von Oesterreich, worauf der Präsident des jestkomitez den Toast auf den Kaiser Wilhelm usbrachte. Der deutsche Botschafter sagte in seinem Toast: „Bei dem fesitlichen Anlasse, der uns heute ꝛereinigt, ditte ich das erste Glas zu leeren auf zen erlauchten Monarchen, unter dessen sicherem ind mächtigem Schutz Sie, meine Herren deutschen feichsangehörigen, in Oesterreichs Landen das hastrecht genießen. Lassen Sie uns dieser Pflicht n Ehrerbietung nachkommen für den treuen Freund inseres geliebten Kaisers: es lebe der Kaiser von Desterreich !“ — Die „Neue freie Presse“ erörtert nläßlich des Geburtstages des Kaisers Wilhelm ie Lage Europas und sagt, der Geburtstag des eutschen Kaisers könne ohne düsteren Hintergrund ind ohne bange Ausblicke in die nächste Zukunff Dienstag, 24. März 1885. 20. Jahrg. XA sefeiert werden. Das Werk seines Kanzlers erweise ich als dauerhaft. Das österreichisch- deutsche Freundschaftsbündniß stehe fest. Die Anwesenheit es Prinzen von Wales und des Herzog von Genuag n Berlin habe eine symbolische Bedeutung. In— dem die fremden Prinzen dem deutschen Kaiser ihre hlückwünsche darbringen, huldigen sie im Namen hrer Dynastien und Länder dem Gedanken des uropäischen Friedens und erkennen den Werth des tarken Bündnisses, welches Deutschland und Oester⸗ eich vereine. Aus dem gleichen Anlasse gibt das Tagblatt'“ den Empfindungen der Ehrfurcht für en greisen Monarchen Ausdruck, welche eine seltene zülle des Glücks und der Macht in sich vereinige, ind es als Aufgabe seines Alters betrachte, den Frieden Europas zu schützen. Der Friede in Europa ei das Gegenzeichen seines 88. Geburtstages. Wien, 22. März. Aus Graz wird der Pr. emeldet, daß die gestrige Kneipe der Burschen⸗ chaften wegen eines Hochs auf Bismarck von der Bolizei aufgelöst worden sei. Eine Aufklärung arüber bleibt abzuwarten. Paris, 28. März. Außer den offiziellen Haladiner auf der deutschen Botschaft feierten auch erschiedene deutsche Vereine den Geburtstag des daisers Wilhelm durch Bank ts, auf welchen die atriotischste Stimmung herrschte. »London, 283. Marz. Die Morgenblaͤtter vidmen dem Geburtstage des deutschen Kaisers ympathische Artikel, besonders drüdt die „Times“ hre Bewunderung für den Kaiser aus. Der Ein— luß Deutschlands, welches weit davon enifernt sei, vegen seiner Macht Besorgnisse einzuflößen, würde zu den !besten Bürgschaften der Freiheit gerechnet. Suakim, 28. März. Die britischen Truppen vurden, als sie beim Vormarsch gegen Tamai kaum »eine Zareba hergestellt hatten, plötzlich lebhaft an⸗ negriffen. Sie warfen aber den Feind mit großen Zerlusten nach einkündigem Kampfe zurück. Zur gerstarkung der Engländer wurde ein Garderegi— nent mit einer Abtheilung Artillerie von hier ab⸗ gejandt. von 7 00 vor, ferner eine Dotation des Reserve⸗ fonds um 2000 Mk. * Die Gesammtsumme der bis jetzt beim pfäl⸗ zischen Central-Comite eingegangenen Bei— fräge für die Bismarck Spende beläuft sich uuf 31157 Mark 48 Pf. Dabei find aus dem danton St. Ingbert Et. Ingbert, Schnappach, Zassel, Ensheim, Eschringen u. Rohrbach) von 515 S„pendern 1435 Mark, aug dem Kanton Zwei—⸗ »rücken aus 836 Gemeinden von 2246 Spendern 1489 Mark 92 Pf., aus dem Kanton Blies⸗ kastel aus 15 Gemeinden von 233 Spendern 130 Mark 66 pf. 0 Erfweiler, 28. März. Ein endloser Zeichenzug bewegte sich am Samstage dahier dem Friedhoft zu. Bei dem furchtbaren Grubenunglück uuf Kamphausen erstickten auch 2 hiesige Bergleute, leißige Arbeiter und sparsame Familienväter. Sie heißen: Johann Koch und Mathias Braun— berger. Sie wurden auf Wagen am Donners⸗ ag hierhergebracht. Allgemeiner Jammer herrschte in der ganzen Gemeinde. Niemand blieb zuhause. Auch viele Bergleute der Umgegend fanden sich ein, um mit den Einwohnern Antheil zu nehmen an dem Schmerze. Herr Pfarrer Rütter segnete zuerft die Leiche des Koch, dann die des Braunberger ein. Der hiesige Cäcilienverein sang am Hause und an den Gräbern Trauergesänge. Auf den Sarg seines Mitgliedes Braunberger legte er einen Kranz. Tiefergriffen sprach Herr Pfarrer Worte des Trostes an die Leidtragenden und Worte der Ermahnung an die Bergleute. Kein Auge blieb thränenleer bei der Trauerfeier⸗ lichkeit. Beide Verunglückte hinterlassen eine Witwe mit nehreren Kindern in bedrängten Familienverhält⸗ nissen. Hochbetagte arme Eltern verlieren an den Lerstorbenen die lezte Stütze. Es machte hier bei diesem Unglück einen wohlthuenden Sindruck, so⸗ vohl bei den Trauernden, als der Gemeinde, daß unmittelbar nach der Beerdigung unser Herr Be— irksamtmann aus Zweibrücken erschien und an beide Familien, sie seiner Fürsorge versichernd, ein Geld⸗ zeschenk spendete. Wie wir vernehmen, war er zuch zu gleichen Zwecken an diesem Tage in Ruben⸗ heim, Aßweiler, Biesingen und Alschbach. 90 Rubenheim. Bei dem Grubenunglück in Grube Kamphausen verunglückten dahier 2 Berg⸗ leute. Der eine ist bereits beerdigt, während der andere noch nicht aufgefunden ist. Beide sind Brüder. Auch in Alschbach sind 2 Bergleute bei »em Unglücke erstickt und in Biesingen. Ein Berg⸗ naun aus Aßweiler, der nach der Explosion noch ebte, befindet sich, wie wir hören, auf dem Wege der Besserung. — Zweibrücen, 21. März. Wie aus jester Quelle versichert wird, erhält das hier garni⸗ onirende 2. Bataillon des Inf.“Reg. in nächster Zeit doch eine Bataillons-Musik. — Kaiserslautern, 19. März. Ein Velocipedist von hier fuhr am Dienstag Nachmittag das Lauterthal hinunter und holte am sogenannten kẽngelshofe einen 2spännigen Bauernwagen ein. Nun wollte es der Zufall, daß in dem Augenblicke, in welchem Hr. M. den Wagen zu passieren hatte, dier Landleute, die auf dem Fußpfade gingen, zur Seite des Fuhrwerls kamen. Für den Velocipe⸗ disten blieb daher nur ein äußerst schmaler Raum zur Vorbeifahrt übrig, denn die Landleute, welcht dessen Signale infolge der entgegengesetzten Wind⸗ cichtung nicht hörten, gaben den Fußweg nicht frei Eokale und pfälzische Rachrichten. * St. Ingbert, 24. März. Wie bereits n diesem Blatte bekannt gegeben, findet heute Abend um 8 Uhr im „hHotel zur Post“ eine zeneralversammlung des hiesigen Vor— chußvereines statt. Auf der Tagesordnung zerselben stehen: 1. Vorlage des Geschäftsberichts ur's II. Halbjahr 1884, 2. Festsetzung der Divi⸗ ende und Vertheilung des Restreingewinnes, 3 Neuwahl des AÄufsichtsrathes und 4. Wahl der Brüfungskommission der nächsten 2 Bilanzen. * St. Ingbert, 23. März. Dem uns orliegenden Rechenschaftsberichte des hie—⸗ igen Horschußvereines entnehmen wir, daß er genannie Verein am Schlusse des Vorjahres 346 Mitglieder zählte. Der Gesammtumschlag »ro 1884 beläuft sich auf 3956226 Mk. 586 Pf.; ie Verwaltungskosten in dem gleichen Zeitraume etragen 6500 Mtk.; der erzielte Reingewinn er⸗ eicht die Höhe von 16736 Mk. Am Schlusse der zahresrechnung betrug das Stammantheil ⸗Conto 223566 Mt. 74 Pf., das Reservefond⸗Conto 34530 Mt., das Sparkassen-Conto (503 Einleger) 513356 Mi. 12 Pf., das Darlehn;Conto 16432 Mk. 64 Pf., das Conto⸗Corrent: Conto 77634 1Mk. 20 Pf. Bezuüglich der Vertheilung des Reinge— pinnes schlägt der Verwaltungsrath eine Dividende hbeim Durchfahren erwies sich unglücklicherweise der reie Raum als zu schmal. Hr. M. stieß mit inem der Leute zusammen, siel vorn über das hohe Belociped direlt auf die Hinterbeine des einen Pferdes und blieb am Strange mit dem einen Fuße hängen. Die jungen feurigen Pferde scheuten njatürlich und rasten in wildem Galopp das Thal entlang ca. 40 bis 50 Meter weit. Erst dann gelang es Hrn. M., sich aus seiner traurigen Lage zju befreien. Er lag blut⸗ und staubbedeckt mit in Stücken zerrissenen Kleidern am Boden. Eine sofort aus der Stadt herbeigerufene Chaise brachte hn nach Hause und in ärztliche Behandlung; außer einer Kopfwunde durch einen Pferdehuf beigebracht, soll derselbe glücklicherweise keine schlimmen Ver⸗ etzungen haben, was ein wahres Wunder ist. — Herrheimweyer, 20. März. (Durch⸗ gebrannt.) Der Ackerer Franz Moser von hier hat, dem „L. A.“ zufolge, dieser Tage das Weite ge⸗ sucht mit Hinterlassung einer großen Anzahl Gläu⸗ biger. Moser, der einer der vermögendsten Bürger hiesiger Gemeinde war, kam nach und nach so zurück, daß der Konkurs über sein Vermögen eine unausbleibliche Folge sein wird. J — Kandel, 189. März. Der gefänglich ein⸗ gezogene Landstreicher aus Jockgrim, der, wie das .L. T.“ seiner Zeit berichtete, in Rheinzabern das Baunerstückchen als „Einarmiger“ ausführte, wurde jeute von dem hiesigen Gerichte wegen Beitelns alscher Namensangabe und Führung falscher Le⸗ gitimationspapiere zu 8 Wochen Haft, und wegen Betrugs zu 5 Wochen Gefängniß verurtheilt. Ferner wurde seine Ueberweisung an die Landespolizeibe⸗ hörde angeordnet, weil das Gericht annahm, daß eine Besserung desselben nicht ausgeschlossen sei. — Speier, 19. März. (Prüfungs- Ausganug.) Von den neun jungen Leuten, welche sich der heute beendigten Prüfung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst unterzogen, haben fünf dieselbe bestanden. — Ludwigshafen, 21. März. Nach einem weiteren Sammelvberzeichniß sind der pfälzi⸗ ichen Zentralstelle für die Bismarckspende bis jetzt insgesammt 31,157 Mark 48 Pfennig eingeliefert wvorden. — Vermischtes. FHeusweiler, 28. März. Bei allem Elend, das in Folge des großen Grubenunglücks in unserer Gegend herrscht, darf eine Freude, die einer Familie in Holz widerfuhr, nicht unerwähnt bleiben. Auch der Schuster Kallenborn in Holz zeklagte mit seiner Familie einen 18jährigen Sohn, der jedoch nach aller Meinung noch als Leiche in der Grube sein sollte. Grab und Sarg, beides fertiggestellt, harrten ihres stillen Bewohners — za erhielt die betrübte Familie am Freitag Morgen die srohe Nachricht — ihr Sohn lebe und befinde ich bereits auf dem Wege nach Holz. Der junge Bergmann war in bewußtlosem Zustande in das Lazareih nach Sulzbach überführt und dort nach mehr als zwanzigstündiger ärztlicher Bemühung vieder in's Leben zurückgerufen worden. Er be— indet fich jetzt wohlgeborgen und mit Freuden⸗ hränen im Elternhause. Die Freude über den Todtgeglaubten und Wiedergefundenen ist eine allgemeine. F München, 20. März. Der Unteroffizier Beorg Büttner des 2. bayer. Chevaurlegers⸗ Regiments beanstandete am 25. Januar 1885 das Sattelzeug des Gemeinen Alois Rieger und ver—⸗ etzte diesem mit dem Vorderzeug sechs bis acht Schläge auf den Rücken, so daß blutunterlaufene Striemen entstanden und der mißhandelte Soldat zrei Tage dienstunfähig war. Der Unteroffizier erhielt wegen Mißbrauchs »der Dienstgewalt nur 10 Tage Mittelarrest. F München, 21. März. Der Landes⸗ ttiftungsrath der Wittelsbacher Landesstiftung be⸗ villigte in seiner heutigen Sitzung dem Kaisers⸗ auterer Gewerbemuseum 500 Mark, dem Gewerbe⸗ erein Speyer 150 Mark und der Webschule in dambrecht 500 Mark. FDeggendorf. Ein unangenehmes Aben⸗ euer ist in unserer Nachbarschaft einem Laudpfarrer auf einem Spaziergange begegnet. Wie der „Passauer Zeitung“ gemeldet wird, wurde nämlich er Pfarrer von einer ihm uanbekannten Frauens⸗ verson sehr freundlich gegrüßt und um die Zeit gefragt. Als der Geistliche bereitwilligst seine joldene Uhr zog, packte sie die fremde Person mit icherem Griffe und eilte mit ihrer Beute dem rahen Walde zu. Der Beraubte war momentan so verblüfft, daß er an die Verfolgung der Räu— berin nicht denken konnte. Noch ehe er sich von seiner Bestürzung einigermaßen erholt hatte, kam ein Mann wie zufällig des Weges, dem der Bestohlene seine Noth klagte. Sofort erklärte sich der Fremde bereit, der Diebin nacheilen zu wollen, nur müsse der Pfarrer einstweilen auf den großen Handkorb. den der Mann trug und der ihn am schnellen Fort⸗ lommen hindern würde, Acht geben. Er stellte also den Korb nieder und trat in hastiger Eile die Verfolgung an. Allein Viertelstunde auf Viertel⸗ tunde verrann, aber Niemand kehrte zurück. Da voslte der Pfarrer doch wissen, was der ihm an⸗ zertraute Korb enthalte. Er öffnete ihn — und in in Windeln liegendes Knählein streckte ihm wie sülfesuchend die Aermchan entgegen. F Frankfurt a. M. 19. März. Der Rh. C.“ bringt folgende sensationelle Mittheil⸗ ingen: Die Furcht vor am Geburtstage des Kaisers eabsichtigten Attentaten hat, wie wir heute rfahren, einen positiven Hintergrund. Den deut⸗ chen Polizeibehörden ist nämlich von ihren Agenten zie Mittheilung gemacht worden, daß die Anhänger Most's seines von hier gebürtigen Freundes Schwab im Kaisersgeburtstage die Verübung neuer Schurken⸗ treiche beabsichtigten. Die Folgen dieser nicht nur ür hier, sondern auch für Berlin, Hamburg und xönigsberg berechneter Warnungen sind für das ziefige Publikum in einer ganz besonderen Verstär⸗ ung der Militärwachen äußerlich erkenntlich. Wer ich etwas genauer umsieht, erfährt außerdem noch zaß schon seit einigen Tagen hier täglich eine Kom⸗ „agnie Infanterie konsignirt ist und daß gestern die unsere Kaserne umgebende Mauer von 4 Offi-⸗ ieren auf das Genaueste abgesucht wurde, weil man Anschläge an die Kaserne befürchten zu sollen glaubt Im auf alle Fälle gerüstet zu sein, feiern die Ba— aillone den Geburtstag des Kaisers nicht gleichzeitig ondern eines nach dem andern, und bei der am Sonntag vorgesehenen großen Parade bleibt eine nit scharfen Patronen versehene Kompagnie in der taserne zurück. Die Polizei entfaltet eine geheime, aber äußerst intensive Wirksamkeit, um den Kom— plizen des im Gefängniß sitzenden Julius Lieske auf die Spur zu kommen. Schließlich sei erwähnt, daß in Königsberg einige sehr wichtige Funde ge⸗ nacht worden sein sollen. FFrankfurt a. M., 21. März. Nach Alexandrien werden auf Grund einer Bestellung 300 Pfund Frankfurter Bratwürste in verlöteten Blechbüchsen gesandt. F Fürst Bismarkk als kirchlicher Würden⸗ räger. Aus Mainz wird geschrieben: Vor einigen Tagen fand die Prüfung der Mädchenklasse einer enachbarten Volksschule statt. Die Kinder wurden iber verschiedene kirchliche Einrichtungen ꝛc. befragt; lößlich richtet dee Lehrer an ein etwa Ssjähriges Madchen die Frage: „Kannst Du mir sagen, wer n Mainz der höchste kirchliche Würdenträger ist?“ Ddas Mädchen sah den Lehrer stumm an und upfte verlegen an seiner Schürze, doch die richtige Untwort wollte ihm nicht einfallen. „Nun, Kind“, ‚agte der Lehrer, „weißt Du es nicht, es ist der Bi — der Bi nun?“ „Der Bismarck,“ antwortete die Kleine erleichtet. An den Bischof hatte sie nicht gedacht. Daß diese Antwort selbst den ge⸗ trengen Herren der Schulkommission zum Lachen Veranlassung gab, brauchen wir wohl nicht zu er⸗ wähnen. F Reichsgerichtliche Entscheidung. Erzwingt der Gläubiger eines Offiziers von dem Bater desselben das Eintreten in die Schuld des Sohnes anzurufen, um zu seinem Gelde zu ge⸗ angen, so ist diese vom Vater erzwungene Willens⸗ erklärung nach einem Urtheil des Reichsgerichts im Beltungsbereich des Preußischen Allgemeinen Land⸗ cechts ungiltig. f Dem Staatssekreiär im Reichspostamt Dr. Stephan ist von dem Kaiser am Samstag vas Adelsprädikat verliehen worden. F(Gwerge.) Vor einiger Zeit haben fich in Berlin zwei Zwerge, man darf hier beinahe nioch das Beiwort „klein“ hinzusetzen, sehen lassen, zie dann, irren wir nicht, in London sich verehe⸗ ichten. Der Mann nennt sich General Mite, ist 55 Em. hoch und 4153 Kg. schwer; seine Frau Millie ist 33 Cm. hoch und 32/0 Kg. schwer. Nun ind sie wieder in Berlin und produziren sich im donkordiatheater. General Mite bezieht von der Ddirektion des genannten Theaters eine monatliche Hage von 1600 Mark. Das kleine Ehepaar, das mit großem Gefolge reist, muß auch sein Möbl⸗— ment mit sich führen. F Auf einem Berliner Polizeibüreau erschien hdieser Tage ein aus einem posenschen Städtcher eingewanderter Handwerlsbursche, um seine An— meldepapiere vorzulegen. In dem von der Orts behörde ausgestellten Paß fand sich nun beim Sig nalement als besonderes Kennzeichen der sonderbatt Vermerk: „Sieht sehr versoffen aus.“ „Welchen Effekt die Vorlesung dieses Vermerks auf dem Bü— reau erzeugt hat, bedarf keiner besonderen Schil— derung. Ueber eine schreckliche Blutthat wird au— Lodz in der Provinz Posen berichtet: „Am verr gangenen Freitag befand sich der Besitzer der um gefähr eine Stunde von Podebice entfernten Malle— Wassermühle, namens Thorn, in geschäftlichen An— gelegenheiten in Lodz. Als er spat in der Nach nach Hause kam und die Thür seiner Wohnftub öffnete, bot sich ihm ein gräßlicher Anblick. Wohir er blickte, sah er nichts weiter als Blut und Leichen Seine Frau, vier Kinder, Dienstmädchen, Knech und Müllergesellen, im Ganzen 10 Personen waren ermordet worden. Nur ein einziges lebendes Weser entdeckte Thorn in seiner Mühle und zwar einen fremden Hund und dieser führte die Entdeckunt der Mörder herbei. Der Müller sandte nämlich sfofort in das benachbarte Städtchen um Polizei velche auch in kurzer Zeit und zwar zu Pferde er— chien. Nun wurde der Hund, den die Räuber »ergessen hatten, losgelassen und die Verfolger zu Pferde schlugen sofort denselben Weg ein. In dem janz nahe gelegenen Dorfe Sworowa machte er hei dem Hause eines ziemlich angesehen Mannes Zalt, und ols nun die Polizeibeamten den zu hause Anwesenden frugen, ob der Hund sein Eigen⸗ hum sei, gestand er, wahrscheinlich in der Mein ing, es sei schon alles entdeckt, sofort seine Mit- chuld an dem Verbrechen ein und gab auch gleich die Namen seiner Mitschuldigen an. Die Räuber zerühten die That, um sich in den Besitz einet Summe dvon 7000 Rubel zu setzen, welche Thorn im 1. Juli auf seine Hypothek abzahlen sollte und welche sie im Hause vermutheten. Sämmtlich— Mordgesellen sind verhaftet. F Erplosion im Postbureau.) Au dem Temesvarer Postamte erplodirten sechs klein Säcke, welche angeblich Waldsamen enthielten und don J. Baumann in Mannheim aufgegeben und für die Baron Gudenus'sche Baumschule in Haad bestimmt waren. Die Explosion richtete beträcht⸗ liche Verheerungen im Postlokale an. Ein Be— amter wurde schwer, ein Diener leicht verletzt. Es scheint, daß der Samen mit Sprengflüssigkeit ge tränkt war. F. Wie man, der „Gegenwart“ aus Mont pellier schreibt; ist man dort, wo die Reblauß 90 pCt. der Weinberge vernichtet, damit beschäftigt das Land mit Reben wieder zu bepflanzen, das in Laufe der Jahre die Phylloxera entleert hat. Di frisch gepflanzten Reben sind auf „Amerikaner veredelt und also „peylloxerafest“. F Der letzte Wunscheines Sterben den. Bei der Begräbnißfeier in Chiselhurft befand sich unter den Leidtragenden ein französischer Ve— teran, General Schramm, welcher noch der Schlach bei Leipzig beigewohnt. Wie es heißt, fand Na— poleon J. den ehemaligen Lieutenant — jetzt il Schramm 97 Jahre alt — nach der Schlacht be Friedland (1807) schwer verwundet und anschei nend sterbend auf dem Schlachtfelde liegen. Schramp weinte und der Kaiser fragte ihn, weshalb weine. Die Antwort lautete: „Weil ich sterber muß, ohne Kapitän geworden zu sein.“ Um der jungen Manne die letzten Augenblücke zu versüßer machte ihn Napoleon auf der Stelle zum Kapitän Die „letzten Augenblicke“ des Sterbenden haber bis jetzt 77 Jahre gewährt. F Ein Londoner Gaunerstreich Dieser Tage hielt ein Cab vor dem Laden eine hder ersten Uhrmacher der City, ein elegant geller deter junger Mann sprang heraus, trat ein un ließ sich die feinsten und kostbarsten Uhren vor legen. Der Ladeninhaber, welchem das verschmitzt Aussehen des Kunden nicht recht gefiel, befürchtel eine fingerfertige Eskomotage und paßte scharf auf aber der Herr wählle schneil, eine Uhr im Wertht von 50 Pfund (iausend Reichsmark) gefiel ihn und er kaufte sie sofort. „Ich bin Associé de Firma So⸗ und so“, erklärte er, den Namen eine— sehr angesehenen Eisenwaarengeschäfts nennend zund wollte gerade eine Fünfzig-Pfund-Note 4 nir steden, sie muß jedoch auf meinem Pulte liegen zeblieben sein. Bitte, schicken Sie jemanden mit Hit, der das Geld gleich in Empfang nimmt.“ der Uhrmacher verneigte sich und ließ die Sache och etwas hinzögern, bis er von dem Kutscher Fes Cabs erfahren hatte, der Herr sei wirklich beim heschafte So⸗ und so eingestiegen. Dennoch traute ührmacher dem Fremden nicht recht; er beauf⸗ ragte deß halb seinen zuverlässigsten Commis, die ihr erst im Geschäft So und so gegen die 5o Pfund zu verabfolgen. Käufer und Commis siegen ins Cab und fuhren nach dem Eisenwaaren⸗ geschäft. Dort eingetreten, sagte der feine Herr zu mem der Verläufer nachlässig: „Holen Sie doch ben einmal für den Mann hier den Fünkfzig- pfünder, den ich vorhin hier liegen ließ und ver⸗ ofolgen ihm denselben.“ — „Sehr wohl,“ ant⸗ vortteie der Verkäufet und ging nach dem Hinter⸗ —W Ladens. Der Uhrmacher⸗ Commis nahm yt keinen Anstand mehr, dem Herrn, welcher emerkte, Eile zu haben, die Uhr auszuhändigen, »er Gentlemann sprang dann wieder in's Cab und fuhr davon. Der Eisenwaaren⸗Commis kam nit einem schweren Packet zurück und bot dasselbe em Uhrmacher an. „Was ist das?“ rief dieser erstaunt, „das soll doch keine FünfzigPfund-Note ein?“ — „Nicht doch,“ war die Antwort, „es st eine Fünfzig ⸗Pfund ˖ Hantel, die Ihr Herr vor iner halben Stunde gekauft hat, und die ich Ihnen zegen Baarzahlung verabfolgen soll.“ Bad von geschmolzenem Asphalt gezogen und über einen Dorn von der Dicke der Rohrweite gerollt. dierauf wird das Rohr unter einer hydraulischen Zresse in die verlangte Form gepreßt und in kaltem Wasser abgekühlt. Endlich wird der Dorn heraus— gezogen und das Innere des Rohres mit wasser⸗ dichter Masse getränkt. Große Leichtigkeit, Festig⸗ keit und Billigkeit werden diesen Rohren nachge—« rühmt, welche bei 8 mm Wandstärke einem Drucke von 15 Atmosphären widerstehen sollen. Schließ⸗ lich ist noch auszuführen, daß in Breslau unlängst ein Schornstein von 15 m Höhe aus Papiermasse errichtet wurde. (Bayr. Ind.⸗ u. Gew.) F(us der Schule der Ehe. „Du veißt, — so erzählt ein amerikanischer Ehemann einem anderen — Martha hat die schlechte Ange⸗ vohnheit, immer auf mich zu warten, bis ich nach hause komme, und mag es noch so spät werden. Sie läßt sich niemals überreden, zu Bett zu gehen und so sinne ich denn darüber nach, wie ich sie bon dieser Krankheit heilen könnte. Wir wohnen mitten in einem Geviert von gleich hohen Häusern, die sämmtlich Dachlucken haben. Nun bat ich Mr. Hreenup, meinen Nachbar, mich um 1 Uhr des Nachts — wir kneipen nämlich immer zusammen — zei sich einzulassen, kletterte durch seine Dachlucke, yon da in die meine und gelangte so unbemerkt n unser Schlafzimmer. Ich konnte Martha beob⸗ ichten, die in der Vorderstube saß und die Zeiger »er Uhr mit einem Blick verfolgte, der nichts Gutes derkündete. Rasch kleidete ich mich aus und legte mich nieder, harrend der Dinge, die da kommen sollten. Von Zeit zu Zeit hörte ich Martha un⸗ geduldig husten, dann stand sie auf, wanderte hin und her und rüttelte an den Jalousien. Hierauf zing sie hinaus vor die Thür, blieb fünf Minuten draußen, verschloß das Haus wieder, kam zurück ind stieg langsam die Treppe hinauf, während sie bei jeder Stufe schalt: „Der schlechte Kerl! Aber er soll's abkriegen! Laß den Bummler nur erst kommen! Ich weiß recht gut wo er sitzt und das hdiele Geld vertrinkt. Mir kann er kein X für ein U machen.“ Jetzt war sie oben und mußte den Lichtschimmer sehen, denn ich hatte das Gas brennen assen und die Thür zum Schlafzimmer nur ange— ehnt. Sofort begann ich aus Leibeskräften zu chnarchen. Endlich war sie oben und bemerkte nich. Das Gesicht hättest Du sehen sollen! Aber ch schnarchte weiter wie ein Holzsäger in voller Arbeit, bis sie in ihrer Wuth und ihrem Erstaunen inen Stuhl umstieß. „Gehst Du nun endlich zu Bett, Marthchen?“ flüsterte ich. „Wann bist Du jeimgekommen, Tim?“ fragte sie feierlich, die Arme in die Hüfte gestemmt. „Nun, es muß so an die pier bis fünf Stunden her sein. Erinnerst Du Dich denn nicht, als ich Dir sagte, Du solltest nicht vieder einnicken in Deinem Wiegestuhl und Dich ieber schlafen legen?“ Kein Wort erwiderte sie iud ich glaube, sie hat sich Stunden lang umher⸗ gewälzt, ehe Morpheus sie in seine Arme nahm. Den ganzen nächsten Morgen betrachtete sie mich deimlich und die Wolke des Verdachtes schwand anicht von ihrem Antlitz. Ich habe das Mannöver jeitdem ein paar Mal wiederholt und stets mit dem aämlichen Erfolge. — F Am Wirthshaustisch. Bürger: Sie scheinen sich zu irren, junger Mann. Das Sonnenlicht hat keine so große Schuelligkeit. Vor a5 Jahren habe' ich in der Schule gelernt, daß das Licht der Sonne nicht mehr als 30,000 Km. in der Sekunde zurücklegt. — Student: Und ich habe in der Schule gelernt, daß es 300,000 eilometer sind. — Bürger: Wann haben Sie dies gelernt? — Student: Im vorigen Jahre. — Bürger: Daunn mögen Sie Recht haben; die Verkehrsverhältnisse haben sich in den letzten 25 Jahren stark gebessert! — Dienstesnachrichten. Ernannt wurden: Schulvberweser Friedrich Bühler in Hochspeyer zum Schulverweser in Zwei⸗ zrücken, der interim. Verweser Viktor Schuwer zu Münchweiler zum Schulverweser daselbst, Lehrer darl Seegmüller in Dörrmoschel zum Lehrer in Wörth, der interim. Verweser Jakob Henkel in Bruchweiler zum Lehrer daselbst, der Schuldienst⸗ xspetktant Georg Kochenburger zu Friesenheim zum Lehrer daselbst, Lehrer Reinhard Reiß in Wals— ‚ausen zum Lehrer in Kottweiler-Schwanden, Zchulverweser Emil Leibrecht in Landstuhl zum dehrer daselbst, Schulverweser Rudolf Gillmann in Alsenz zum Lehrer in Dunzweiler, Schulverweser Johann Becht in Hanhofen zum Lehrer in Schweig⸗ zofen, Schulverweser Heinrich Hofstadt in Kottweiler⸗ Schwanden zum Lehrer in Höringen, Schulverweser Friedrich Thomas in Grünstadt zum Lehrer daselbst, S„chulverweser Jakob Sieber in Kandel zum Lehrer n Minderslachen, die protest. Schulverweser Valen⸗ in Breßler und Peter Herzog, dann der kath. ZSchulverweser Adam Dinzler in Pirmasens zu dehrern, die protest. Lehrer Heinrich Anthes in dürkheim. Hermann Julius Eisenhofer in Kirch— seimbolanden und der protest. Schulverweser Philipp 5ponheim in Rehborn, dann die kath. Schulver⸗ veser Michael Day in Bellheim und Franz Eimer in Ludwigshafen, sämmtlich zu Lehrern in Lud⸗ vigshafen. — In den bleibenden Ruhestand versetzt: Lehrer Wilhelm Salm in Freimersheim, Lehrer Johannes Schäfer in Dannstadt, Lehrer Andreas Flocken in Rhodt vom 1. Mai 1885 an. Lehrer Jakob Wollenweber in Niederhornbach wurde auf die Dauer eines halben Jahres in den Ruhestand versetzt. x*ür die Redaktion verantwortlich‘ * X. Demeßz. —Die Verwendung von Papier— tkoff zu technischen Zwecken ist in neuerer Zeit eine sehr mannigfaltige geworden. Nachdem man in Amerika begonnen hatte, aus genanntem Ma—⸗ terial Radscheiben für Eisenbahnräder herzustellen, welche sich sehr gur bewährt haben, laufen nun auch auf mehreren deutschen Bahnen derartige Räder mit gleich gutem Erfolg. So haben auf er Bergisch · Märkischen Bahn Radsätze mit Papier⸗ mreifen bis jetzt 54,000 km zurückgelegt, ohne ab⸗ zedreht werden zu müssen. Die Chikago⸗ und Milwauker⸗Eisen bahn beabsichtigt demnächst versuchs⸗ weise Eisenbahnschienen aus Papiermasse statt der Stahlschienen in Gebrauch zu nehmen. Bei Her⸗ jellung der Schienen wird die Papiermasse einem seht hohen Drucke unterworfen und soll sie da⸗ zurch eine solche Härte und Unveränderlichkeit er iangen, daß die schwersten Lokomotiven darüber fehren könneu, ohne einen Eindruck zu hinterlassen, und ohne daß irgend ein nachtheiliger Einfluß der Aimosphäre wahrgenommen werden kann. Weiter sat man in Amerika mehrfach Kuppeln für astro⸗ jiomische Observatorien aus kompriemirtem Papier sergestellt. Die vierte Kuppel dieser Art wurde vor kurzem für das Oberservatorium das Columbia⸗ dollege in New⸗NYork aufjgestellt; dieselbe hat 6 m Durchmesser bei 8,38 mm Höhe, besteht aus 24 cheilen und ist so leicht, daß sie mit der Hand jedreht werden kann. Gleichfalls in Amerika ttigt man Gasrohre von Papier in folgender Beise an: Endloses Hanfpapier von der Breite der Länge der einzelnen Rohre wird durch ein Für's Land. Es kann nicht dringend genug Allen, welche auf dem dande wohnen, empfohlen werden, stets eine Schachtel Apotheker R. Vrandt's Schweizerpillen im Hause zu haben, um bei plötzlich eintretenden Störungen (Verstopfuug, Blähungen, Blutandrang, Leber⸗ und Gallenleiden ꝛc) dieses ichere und schmerzlose Haus- und Heilmittel (erhältlich à Schachtel M. 1 in den Apotheken) anzuwenden. Man achte zenau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes dreuz in rothem Grund und den Namenszuag R. Brandts trägt. Ohne jeden Verschub findet am Dienstag den RI AM Ameribe Aechter mediecin. Tokxayer-Ausbruch st in I1, 2 und 4 Originalfl. A Mk. 3, Mk. 1,50 und Mk. 0,75 rrhältlich bei Herrn Conditor J. Rickel St. Ingbert. Dieser Wein wird als ganz beson- deres Stärkungsmittel für schwächliche Kinder, Frauen und Reconvalescenten herordnet kben Postdampfer der AJ Star Line hren von Antwerpen jeden Samstag dirett nach ew⸗York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller Klassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EHECSeGOrMnAnn LAaAur. St. Inabert. Gewinnziehung unserer kirchenbau⸗ Jotlerie unter notarieller Leitung statt. .Titthing, 14. Mätz 1885. die kath. Kirthenvermallung. M. Muggenthaler. Pfr.u. Vord. 22 Münchener Fremdenblatt mit Tagesanzeiger K Quartiergeber ist das verbreitetste katholische Blatt Bayerns und erscheint täglich 12 - 16 Seiten stark. Täglich eine Romanbeilage in Buchformat, wöchentlich eine Unter⸗ haltungsbeilage, monatlich einmal die Land- und Hauswirihschaftszeitung Direlte Nachrichten aus aller Welt. Vollständige Handelszeitung, die telegraphi⸗ schen Geld. und Produkten⸗Kurse aller Hauptplätze, den großen Münchener Kurszettel, alle Verloosungen, alle Dienstesnachrichten, die vollständigen Theater— zettel u. s. w. Geschäfts-Inserate 15 Pf. die Petitzeile. Abonnement ver Post 2 Mk. piertelijiährlich in München 1 Mk. 50 Pf. Krieger's Fischhandlung derkauft kommenden Mittwoch auf dem Wochenmarkt fein gew. Stocksische, ir. Hechte, Karpfen, Backfische Bresen eic. billigst. aFWeitere Bestellungen fü— die Charwoche nebme freundlichst ent— gegen. Bei Verausgabung von nur 225,000 Loosen werden 11,000 Treffer im Gesammtbetrage von 131j1300 Mt. ausgeloost. s80,000 Mk. 30.000 Mx. ind viele andere hohe Gewinne 5000. 2500, 1000 Mt. ꝛc. Aittlinger Loose à 2Mt. bei: JWeirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandli, sowie bei gr Haupt. Agentur für die Pfaiß bRixins in Ludwigshafena Rb. 2 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rbeinische Trauben-Brust-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich in 8t. Johann bei F. P. Duden yöffer und N. Maginot; in Blios- castol bei Apothecker Diedenhofer Rechnungen 33pu 8 Gebrauch iind stets vorräthig in der Druckerei des St. Inaberter Anzeigers ⸗ Bismarck-Foierl nachten Samftag, ven 28. 1. Vris, abends 7 uhr findet in er Restauration Seiter dahier — »uxr Feier des 70. Geburtstags des Fürsten-Reichskanzlers in Abendessen mit darauffoigender Festkneipe statt. Einzeichnungslisten liegen in der Restauration Seiter bis Freitag XX Si. Ingbert, den 24. März 1885. Das Comité: BRarnilcel. Dr. Rartholomnae Runhler. Ountzler. Warth. Bismarck⸗Spende. Die verehrlichen Mitglieder der Nantonal· Comitss werden auf Mittwoch, den 25. April, Nachmittags 3 Uhr, in den Saalbau zu Neustadt aH. ur Entgegennahme des Berichtes des Vorsitzenden höflichst eingeladen. Ludwigshafen a. Rh., den 23. März 1885. Der Vorsitzzende des Comités: r. Or —o. Adas Benet Zaun- und Baumpfähle, Aijz und 2 m. l., licfern wir zu 4 Mark den Sier franco hierher. Gebr. Dörr. * von F ˖ Craef in Aichach. Packet zu 20 Pj. stets frisch bei j — ——77 * — * 25 r9 Gelesenate Zeitung Deutsehlands! 70 Tausend Abonn enten! 0 v p Berliner Tageblau nebst seinen werthvollen Separat:; Beiblättern: Illustrirtes Witzdiut WVLIM“, belletr. Sonntagsblatt „Deutsche Lesehalle““, „Miͤtthei lungen über Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“ nebs Industrieller Wegweiser““. Eine weitere Bereicherung des Inhalis hat das „B. T.“ erfahren indem es jetzt auch Montags mi der feuillet. Beilage „Der Zeitgeist““ erscheint. Diese Zeitschrift enthält einen hervorragenden Theil der Aufsätze des, Deutschen Montags- Blatt“, das sich bekanntlich der Mitarbeiterschaft der bedeutendsten zeitge. zössischen Schriftsteller erfreut. Das tägl. Feuilleton des „B. T.“ brinqr ie Romane und Novellen unserer ersten Autoren; im bevorstehenden Zuartal erscheint in demselben ein sehr interessantes Werk, ein Bauern Roman aus dem Pfälzer Wasgau, des allbeliebten Erzählers unter dem IVChet Bechepuaen Die Nonnensusel Aubeidem erscheint von Ende Mai ab im „Zeitgeist“ die neueste IAconelle on. —ILLDO Bei allen —D Ponanstaliten Fir Mark 25 Pf. Probenummer „. Teutschen Reiches gratis u. franch füt das Vierteljahr April, Mai, Juni. Unter Berücksichtigung des überaus reichen und gediegenen Inhalts die billigste Zeitung Deutschlands. —— —— —— — — —— — —— — —— — ——* d 4 Geschäfts⸗Eröffnung. Den geehrten hiesigen und auswärtigen Damen die ergebene Mittheilung, daß ich mit heutigen Tage in St. Johaun, Bahnhofstraste 87 im Hause des Herrn Conrad Pabst Damen-Mänkel-FJabrik eröffnet habe. Gestützt anf längjährige genaue Branchenkenntnisse und äußerst vorteilhafte Einkäufe, setzen mich in den Stand, allen, auch den weitgehendsten An— sprüchen, auf das Beste Genüge zu leisten. Anfertigungen nach Nass— unter Garantie für guten Sitz ohne Preiserhöhung. Théreso Mostort, 87 Bahnhofstraße 87 Dt. Johann 87 Bahnhofstraße 87. Je — — Druck und Vessag von F. X. Demetz in St. JInahert ADI. UBEIA4MH) A Amtliches Organ des koͤnigl Amtsgerichts St. Ingbert. —J . — — — — — — — — ⸗ eEt. Jugberter Anuzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltumgt⸗ zuau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1A 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.)4 75 4, einschließlin d ⸗ Zusftellungsgebuhr. Die Einruͤckungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solches zuf welche die Expedition Auskunft ertheilt 13.4. NReclamen 80 . Bei 4maliger Einriauna wird nur dreimalige berechnet. — M 6l. , Domerstag, 26. März 1888. 75 — — 20.Jahrg. Volitische, Uebersicht. Deutsches Reich. München, 23. März. Die „Allgemeine xuungꝰ meldet: Juf Befehl? des Königs begibt sch: Minister? v. Lutz zu Ende des Monats nach Ferlin, um an der Beglüdwünschung des Reichs⸗ mzlers durch den Bundesrath Theil zu nehmen. zrodürfte hierbei Namens des Bundesraths. das dort fühten. München, 24. März. An dem zur Bis⸗ zarcffeier veranstalteten Zuge werden sich die De— atationen von 150 Körperschaften, im Ganzen 200 Personen mit 90 Fahnen, detheiligen . Berlin, 24. März. Der „Reichsanzeiger“ croffentlicht einen Erlaß des Kaisers, in welchem u. a. heißt: „Die Feier Meines Geburtstages m 22. März hat Mich wieder recht lebhaft em⸗ finden lassen, wie unerschütterlich treu die Liebe welche Mir vom deutfchen Volke entgegengetragen ird Aus allen Theilen desz Reiches find Mir on Gemeinden und Korporationen, von Vereinen L zersonen ohne Unterschied von Rang und Stand, zue Rücksicht auf religiöses Bekenntniß und poli⸗— sche Meinung, selbst vom Auslande her freudige Zückwünsche dargebracht worden.Eine solche ein⸗ nüthige, erhebende Kundgebung an Meinem Ge⸗ urtsfeste, an welchem Ich auf 88 Jahre eines oechselpollen von Gott reichgesegneten Lebens zurücd⸗ licke, hat Mir die Freude verdoppelt, und hoch eglüdt fühle ich Mich in dem Gedanken, daß das anze deutsche Volk sich mit Mir und Meinem )ause zu einer gemeinschaftlichen Feier des Tages ereinigt hat. ... In der allgemeinen, durch aß ganze Land gehenden Bewegung gibt sich das vohlthuende Vertrauen kund, mit dem die Nation Neine ernsten Bestrebungen um des Volkes Wohl egleitet. Gestützt auf diese ermuthigende Erfahr⸗ ng, werde Ich nicht müde werden, bis Gott Meinem dollen und Können ein Ziel setzt, der Fürsorge uir Mein geliebtes Vaterland Meine ganze Kraft u weihen. Dazu gebe Gott seinen Segen! Moͤge mter seinem Schutz und Beistand Deutschland zu llen Zeiten in friedlicher Etwicklung blühen und edeihen!“ Berlin, 24. März. Die gestrige dritte nesung des Dampfersubventions⸗Gesetzes hat an em Resultate der zweiten Lesung nur das geän⸗ ert, daß eine Erhöhung des für die Linie Triest⸗ llexandrien bewilligten Betrags von 200,000 auf 00,000 Mt. erreicht wurde. Das Haus war tärker besetzt als bei der zweiten Lesung, das Cen⸗ rum stimmte zahlreicher für die Australische Linie ls zuvor. Ein Antrag auf Wiederherstellung der à der zweiten Lesung gefallenen afrikanischen Linie kvon keiner Seite gestellt worden. Ausland. Wien, 283. Marz. Aus Graz wird folgen ⸗ er, für die öͤsterreichischen Zustände höchst bezeich⸗ ender Vorfall gemeidet: Eine am 20. do. abge⸗ altene Kneipe der Burschenschaften wurde wegen mes Hochs auf Bismarck von der Polizei aufge⸗ dft. Der Student Fellner, welcher beim Commers er alademischen Ortsgruppe des Schulbereins eine sede über Bismarck hieit, wurde zun 14 Tagen irrest veruriheilt. Seneralversammlung des hiesigen Vorschußvereins var äußerst schwach befucht, indem von 646 Mit⸗ sliedern, welche der Verein Jählt,“ nur 22 an der⸗ elben theilnahmen. Nachdem der Vexsitzende, Herr J.B. Martin;? die Versammlung eroͤffnet, er⸗ attete der Vereinskassierer Herr J. Beer, den stechenschafts bericht, aus dem wir das Wichtigste chon« in der Dienstags-Nr: ds! Bl. mitgetheilt jaben. Nach der Dechargee Ertheilung wurde von er Versammlung der Vorschlag des Verwaltu gs⸗ athes zur Vertheilung des pro 1884 erjzinlten steingewinnes angenommen.“ Die Neuwahl edes Zerwaltungsrathes ergab die Wiederwahl der saͤm mi⸗ ichen bisherigen Mitglieder, der Herren: Baronm, ßayher, LeBeer, Drtumm, Joh. Fiach b. Fischer, S. Kahn, J. B. Martim, N. Thisery.“ In die Prüfungskommission der aächsten 2 Bilanzen wurden wiedergewätzlt die derren Joh. Fried rich und Otio Weigand. *St. Ingbert, 26. Maärz. Herr Studien⸗ ehrer Sieber dahier wurde, seinem Ansuchen ent⸗ prechend, nach Edenkoben dbersetzt.“ Auf die »adurch an der hiefigen kgl.Wateinschule erledigte Studienlehrerstelle wurde der Lehramtslandidat Herr Braun aus Erlangen, zur Zeit in, Spehyer, rer⸗ nannt. .. *St. Insbert, 26. März. Mitglieber des Stadtrathes haben sich der Mühe unterzogen, von Haus zu Haus in unserer Gemeinde eine „ammlung zum Besten der in Grube Camphausen Zerunglückten und deren Angehörigen vorzunehmen. Die Gaben fließen sehr reichlich und kommt gewiß ine recht ansehnliche Summe zusammen. Niemand ersäume aber auch, hier seine milde Hand zu ffnen; Noth und Elend sind gtroß und erheischen eiche · und rasche Beihülfe. — Eine; zu dem leichen Zwecke bei den Mitgliedern der hiesigen dnappfchaft bereits vorgenommene Sammlung hat, vie wir hören, den hübschen Betrag von 650 Mk. rgeben. VV — Verfallene Pupiergeld. Die mit nit dem Datum vom 11. Juni 1884 angefertigten teichskassenscheine zu 5 Mk., 20 Mt. und 50 Mk. verden vom 1. Juli l. J. an nicht mehr bei den iffentlichen Kassen in Zahlung genommen. — Das diesjährige allgemeine protestantische Missionsfest wird voraussichtlich am 8. Juni in omburg abgehalten. — Zu Kalserslautern hat neulich eine Anzahl sonntags⸗ und fortbildungsschulpflichtiger Maͤdchen wegen Tanzbodenbesuchs eintägige Haft⸗ trafe zu verbüßen, darunter auch solche aus den jesseren Ständen. —— — Edenkoben, 24. Maärz. Gestern Mit— ag fanden Arbeiter beim Anlegen eines Wingerts zuf einem Grundstück im ersten Heideweg das voll⸗ tändige Skelett eines Menschen. Dasselbe war inen Spatenstich tief zwischen Acker⸗ und Wiesen⸗ zück gelegen. Dem Gebiß nach, welches das Skelett eigt, scheint es ein junger Mensch gewesen zu sein. Wahrscheinlich hängt mit dem Funde ein längff zegangenes Verbrechen zusammen. -Wörth, 23. Maärz. Ein Correspondent nus Leimersheim berichtet im „Land. Anzeiger“, zaß die Zahl der Mädchen bei der Schuljugend veit überwiegend sei der Jahl der Knaben. Dies PBerhältniß ist hier bei den katholischen Schulkindern ein noch großeres, indem unter 101 Schülern, 86 2dnaben und 65 Mädchen sind. Voriges Jahr wurden neu aufgzeuommen 28 Mädchen und nur 2Nnaben. — Elmstein, 24. März. Am 23. Ufd. Mis. wurde im Versteigerungslocale der Gemeinde klmstein die SchloßRuine Elmstein mit dem dazu Jehörigen Wohnhause und Grundstücken zur Ver—⸗ leigerung gebracht. Diesen Gesammtbesitz hat der herr Gemeindeschreiber dahier um den billigen Preis von 410 Mark erworben, V 7J Speyer, 23. Murz. Gedächtnißkirche.) Die Reise der Herren Bürgermeister Süß und Konsistorialrath Risch nach München zur Er— wirkung einer Kirchenkollekte im ganzen Konigreich für die zu erbauende protestantische Gedächtnißkirche ist von dem gewünschten Erfolg begleitet gewesen, indem die Erlaubniß seilens der k. Staatsregiexung rtheilt worden ist · — Vermishtesßs. 4St. Johann, 24. März. Bis jezz ist festgestellt worden, daß der Unglücksfall 141 Wittwen mit 416 Kindern — unter 16 Jahren — geschaffen hat. Die Zahl der Todten gibt man auf 175 an, die der Geretteten auf 51, davon sind 4 gestorben, alfe noch 47 am Leben. Die Gesammtzahl der in der Unglückanachtangefahrenen Bergleute hat noch nicht festgestellt werden können, da man an⸗ nimmt, es seien einige Bergleute, um eine Ueber⸗ chicht zu machen, unbemerkt eingefahren. Noch zjestern wurde auf dem Bürgermeisteramt in Dud⸗ veiler ein Verunglückter recognoscirt, welcher in Fischbach bereits beerdigt war. An den Strümpfen, velche dem Verstorbenen gehörten, erfuhr die un⸗ zlückliche Wittwe das Schicksal ihres Gatten. Es befinden sich nach der Berechnung noch acht Todte in der Grube und es ist sehr schwer, in Folge der olossalen Brüche und Verschüttungen zu denselben zu gelangen; man kann nicht mit Bestimmtheit an⸗ geben, dis wann der Letzte geborgen sein wird. Der Betrieb' der Grube wird wohl erst nach längerer Jeit wieder, stattfinden können, da die Weiderher⸗ sellungs· Arbeiten ganz bedeutend sind. fNeunkirchen, 28. März. In Grube Heinitz verunglückte dem „Neunk. Tgbl.“ zufolge am Freitag der erst seit kurzem verheirathete 26 Jahre alte Bergmann Donie aus Elversberg, indem ihm von herabftürzendem Gestein 4 Rippen entzwei⸗ geschlagen wurden, in Folge dessen D. bald darauf verschied. f München, 23. März. Der in der letzten Schwurgerichtsperiode zum Tode verurtheilte Raub⸗ moͤrder Pöschl wurde vom Könige zu lebensläng⸗ licher Zuchthausstrafe begnadigt. Zur Ermordung des Polizeiraths Dr. Rumpff in Frankfurt empfängt die Kreuz. Zeitung? zus Zürich einen längeren Bericht, in welchem aus⸗ zeführt wird, daß aller Wahrscheinlichkeit nach der Mörder ein gewisser Neve und dieser glücklich ent⸗ tommen sei. Vergleiche man hiermit die Aeußer⸗ ungen Most's in der , Freiheit“ und in New⸗Yorker Versammlungen, daß die eigentlichen Moörder —XX—— mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß Neve, und vielleicht auch noch weitere Anar⸗ chisten der Ermordung Rumpff's nicht allzu fern bleiben. F Düsseldorf, 20. März. Das hiefigt Landgericht wies gestern die Klage eines Ehever⸗ mittlets auf ZJahlung von 6000 Mark Provision für eine zu stande gebrachte Heiratih kostenfällig ab— kokale und pfalzische Rachrichten. St. Inabert, 26. März. Die am ienztag Adend im „Hoilel jut Pos stattgehabte F Neu⸗Guinea. Ein Marineoffizier, der in den Besitzergreifungen in der Südsee hat theil⸗ jehmen dürfen, spricht in einem Briefe an seine Verwandten über die Naturschönheiten dieser neuen dolonie in Ausdrücken des höchsten Entzückens. Er agt u. A.: Es ist hier ein Reichthum und eine Schönheit in der Pflanzen- und Vogelwelt, welche wahrhaft staunen macht und auch Denjenigen über⸗ tascht, der schon viel Herrliches gesehen hat. Papa⸗ jeien, Paradiesvögel sehen wir zu Dutzenden von inserm Schiffe aus sitzen. Die Bewohner hier sind janz friedlich, sie kamen mit vielen Tauschartikeln, ie für uns wahre Seltenheiten sind. vorstorbener Häuptling halte in seinem Leben 872 Menschen gefressen. Bellini's erste Liebe von H. Wels. — Der Groh schmied von Edgeware, (Entstehung der Grobschmie Variationen von Händel). — Der Posiillon bu Lonjumeau, Eine heitere Geschichte von E. Pasqu —Handels Aufenthalt in Lübeck, Skizze von Stiehl. — Resultat des Preisausschreibens su Feuilletons der Reuen Musik- Zeitung. — 6Eh— neuts Preisausschreiben für Feuilletons kleineren Umfanges. Gratisbeilagen: Fr. Abt „Warum nicht“ Lia für 1.Singstimme und Klavier. — Fr. X „Plappermäulchen“s Polko-Mazurka für Klavier.— Alb. Biehl „Liebeslied“ für Violine und Klavier Dieses gediegene Familienblatt (nur 80 pfs pro Quarial) sei unsern Lesern bestens empfohlen BProbe⸗Nummern gibt jede Buch⸗ oder Must kalien ⸗Handlung gratis ab. — ges. Mutzen der Bienen.) In Frankreich bestehen gegenwärlig nicht weniger als 1,971,865 Bienen⸗ tocke in voller Arbeitskraft. Diese lieferten im Ldaufe eines Jahres 9,948,642 kg Honig in einem Bruttowerth von 14. 945,885 Francs und 2,845, 749 kg Wachs, die einen Werth von 8,752, 290 Francs darstellten. Die Bienenstöcke haben mithin in einem einzigen Jahre einen Werth von 23698. 134 Fres oroduzirt. 5RNeue Musil⸗Zeitung“.Vor uns liegt Nr. 6 dieses illustrirten Familienblattes, welche außer den nenuesten interessantesten Berichten aus dem Theater und Künstlerleben bringt: Joh. Seb. Bach —XEV cAusBach Jugend) von Hermine Louran GMenschenfrefser.) Australische Frauen überleben selten das 30. Jahr (nach Lubbock Grehi⸗ storie Aimes); diele mögen von den Männern gee ressen werden, sobald sie anfargen zu altern. Ein vor über drei Jahrzehnten auf den Fitschi⸗Inseln Funr die Kedaktion verantwortlicht Frx. Demen Zwangsversteigerung. Freitag, den 27. März nächst⸗ hin, Vormiliags 10 Uhr in der Wirths⸗ behausung des Daniel Baumann versteigere ich zwangsweise gegen Baar⸗ ahlung: 1 Zither, 1 Vogelhaus, 1 Paar Schlittenlaufe, 1 Paar Räder und 1Pferdsgeschirr. St. Ingbert, den 25. März 1885. — XXC Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender in St. Ingbert. Montag 80. März Jahrmarkt in St Anabert. Bei eingetretener Nasse bringi 8— Die Eebens⸗ und Garontie⸗RArbeiter⸗Versicherungs⸗Aknen Lederschmiere in empfehlende Er⸗ ———— ———— Berlin, sucht — thätige Agenten. — j Lede rschmiere denen auch andere arige —* werden können. Anerbietunge jefördert die Exped. d. Bl. * —7 An die pfälzischen Berufsgenossen des Bauhandwerkes. eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thrau. Dieselbe erhält das Leder geschmei⸗ dig, verhütet das Springen desselben owie das Eindringen der Nässe. Au⸗ 9 zerdem besitzt die Schmiere die An- In der am 24. Maärz in Kaiferslautern abgehaltenen Versammlung wur iehmlichkeit, daß man sofort daraut den folgende Herren als Delegirte zu der am 830. März in München stat. vichsen kann. 1Pfd. Topf 80 Pf. findenden Generalversammlung ernannt: F ija Pfd. Topf 45 Pf., !a Pfd. Loi 1. Hagenthau Ludwig, Baumeister in Zweibrücken, 25 ppfg. in der 2. Hofmann W. jr. in Firma Hofmann-u. Söhne in Ludwigshafen Materialwaarenhandlung P. gerw 3. Lucas Adolf, Baumeister in Pirmasens, — 938 und in der Verlkaufsstelle für Schnapp⸗ Römer Nilolaus, Zimmermeister in Kaiserslautern, hach bei Herrn J. Lutz. Schmidt Wilhelm, Baumeister in Landau 3. Wagner Heinrich, Steinbruchbesitzer in Bayernfeld⸗-Cölln. Es werden demgemäß sämmtliche Berufsgenossen, die nicht selbst de Beneralversammlung beiwohnen,. aufs dringendste ersucht, die Ihnen durch da Reichsbersicherungsamt zugekommene Einladung, auf der zugleich die Vollmach beigedrudt ist. dis spätestens Freitag, den 27. März, Biittagsn Ihrer Unterschrift dersehen an einen der obigen Herren einzusenden. J Das prov. C(omité. Amerika. Ich befördere Passagiere mit der Rd-Star-Linmne ab Ant werpen bis New⸗Hork zu 76 Mark oder ab Euremburg bis Reu Vort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. ermaaun Laur, St. Ingbert. B —XVLLRLDLVI —VI IV Tatlich auch NT. 7 J ührliche politische Mitiheilungen. »bje ctiv.nmit Wie dergabe inter⸗ eree ve Nnchrichteu ühar Theater. Musik Cun⸗t Wiaaenschaft; Gerichta- ralle; locale Nachricliten. — pannende Romane. Sorgsaltige hoôrsen- und Handélannchrichten. - Vollatandiges Berliner Cours- latt. — Lotterielisten. — Amt- liche Nachrichten. a (Grati«-) Beilagen: i, Neueate Rerliner FHlieesnde Blutter illustrirt). 2 Unterhaltungshlatt. 3. Die Haua- frau. 4. Zeltung sür , a2chasft und Gartenbau. 5. Noue⸗te Moden (illuatrirt und Schnitt- muster). 6.- Verloosungablati. sbetr. Obligationen, Prioritaten nd Anlehenzloose.) — XX t Trockene und 7— f S e sowie Karpfen,/ Sisge atnten Vorschuß-⸗Verein St. Ingbert. * (Eingetragene Genossenschaft.) Die in der * General⸗Versammlung 2 bom 24. Marz festgesetzte Dividende fürs Jahr 1884 mit 70 kann“ bon den dazu berechtigten Mitaliedern an unserer Kasse erhoben werden. Dexr Voratand. Vorschuss-Verein 8ðt. Inghert. Ohne jeden Verschub Rmnilet a vdienatag den a r⸗ — — 7— Gewinnziehung unserer Kirchenban⸗ Jotterie unter notarieller Leitung sialt. Tittling, 14. März 1885. Die kath. Kirchenvermalinng. M. Muggenthaler, Pfr. u. Vorst. Bei Verausgabung von nur 225,000 Loosen werden 11,000 Treffer im Gesammtbetrage von 151,500 Mk. ausgeloost. 50,000 Mx., 30,000 Mk. und viele andere hohe Gewinne 4 5000, 2500, 1000 Mk. ꝛe. rittlinger Loose à 2Mt. bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei der Haupt⸗Agentur für die Pfalz: P. Rixius in Ludwigshafen a. Rb (Eingetragene Genossenschaft.) ——XR Rilanz am S1. Dezember 1884. —X αα IAoe e Cont M. 223666 74 Vecksel Conto 53185 90 öeserrefond-Conto 34580 — ——— is ιν beleredereConto —X 376 OontoCorrent- rattenConto 100217 67 schuidvner 9904378 05 parkassen-Conto (Gos Lialeger, 5618356 12 Intbaben bei 12 Banken Juthabon von 12 Bankon anã Vereine 20726 20 und Vereine 19914 65 IobilienConto 327 42 90 ContoCorrent-Gläubigor 128086 88 mobilien⸗Conto 4865 47 Noch auszubezahlende 8ti- ffectenConto 24941 77 pendien 15 74 Jewinn- und Verlust-Conto 16736 09 *1043517 02 M. 240941 77 Verlusat-⸗OConto. Reingewinn pro J. Semester A. 8862 28 seresinnaljimte Zinsen und Provis. aus Vorschũssen 415 87 Vereinnahmte Provis. aus Conto-Corrent- Forderungen 4229 92 Joreinnahmto Zinsen aus Conte-Corrent- Forderungen 22128 89 Vercinnahmto Mechsel- Dis- conto 675 68 Zinsen aus Pffecten inel. Gewinu 608 95 IE———— Stand am 31 Derember Gewinn- und GQezahblte Zinsen sũr Darlehen M. 10646 55 an Conto-Cor- rent Glãnbiger 2589 82 Jezahlte Zinsen und Provi- gionenan Banken & Vereine 589 47 Jezahlte Wechsel-Disconto 362 35 serwaltungskosten 32650 — Drucksachen und sonstige Bureaubedũrfnisse —152 99 borti, Telegr., Brief- und Wechselmarken 122 06 Imlagen 12660 neasso und sonstige Spesen 189 20 eitungen 210 Ferlust beim Concurs Bech- thold keingewinn Das Bettfedern⸗Lager HIarry Unun in Altona versendet zollfrei gegen Nachnahme (nicht unter 10 Pfund) aute neue Bettfedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte für 1M. 25 Pfg. Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. 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Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunit ertbeilt. 13 4. Neclamen 30 4. Bei a4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —8R Gßös. Donnerstag, 26. März 1888s85. 20. Jahrg. Palitische 1 s4t. Generalversammlung des hiesigen Vorschußvereins Politische Ueberficht. var äuberst schwach besucht, indem von 646 Mit- Deutsches Reich. liedern, welche der Verein zählt, nur 22 an der⸗ Munchen, 28. März. Die „Allgemeine elden theilnahmen.“ Nachdem der Vorsitzende, Herr Zeitung“ meldet: Auf Befehl des Königs begibt J. B. Martin, die Versammlung eroͤffnet, er⸗ sch Minister v. Lutz zu Ende des Monats nach tattete der Vereinskassierer Herr J. Beer, den Berlin, um an der Beglückwünschung des Reichs- kechenschaftsbericht, aus dem wir das Wichtigste sanzlers durch den Bundesrath Theil zu nehmen. don in der Dienstags-Nr. ds. Bl. mitgetheilt Fre dürfte hierbei Namens des Bundesraths das daben. Nach der Decharge-Ertheilung wurde von Wort führen. »er Versammlung der Vorschlag des Verwaltu gs⸗ Mäunchen, 24. März. An dem zur Bis- athes zur Vertheilung des pro 1884 erjinlten narckfeier veranstalteten Zuge werden sich die De- deingewinnes angenommen. Die Neuwahl edes zutationen“ von 150 Koörperschaften, im Ganzen 3.rwaltungsrathes ergab die Wiederwahl der süm mt⸗ 200 Personen mit 90 Fahnen, betheiligen. chen bisherigen Mitglieder, der Herren: Baron, Berlin, 24. März. Der „Reichsanzeige“ ayer, L. Beer, Drumm, Joh. Fiack, veroffentlicht einen Erlaß des Kaisers, in welchen 5. Fischer, S. Kahn, J. B. Martind, s u. a. heißt: „Die Feier Meines Geburtstages M. Thiery. In die Prüfungskommission der im 22. März hat Mich wieder recht lebhaft em- äächsten 2 Bilanzen wurden wiedergewäslt die finden lassen, wie unerschütterlich treu die Liebe derren Joh. Friedrisch und Otto Weigand. ist, welche Mir vom deutschen Volke entgegengetragen *St. Ingbert, 26. März. Herr Studien⸗ vird *Aus allen Theilen des Reiches sind Mir ehrer Sieber dahier wurde, seinem Ansuchen ent⸗ don Gemeinden und Korporationen, von Vereinen prechend, nach Edenkoben versetzt. Auf die und Anstalten, von Festversammlungen und einzelnen adurch an der hiesigen kgl. Lateinschule erledigte Personen ohne Unterschied von Rang und Stand, Studienlehrerstelle wurde der Lehramiskandidat Herr yhne Rücksicht auf religiöses Bekenntniß und poli- Braun aus Erlangen, zur Zeit in Speher. er⸗ sische Meinung, selbst vom Auslande her freudige annt. Blückwünsche dargebracht worden. Eine solche ein⸗ * St. Ingbert, 26. März. Mitglieder nüthige, erhebende Kundgebung an Meinem Ge⸗ xes Stadtrathes haben sich der Mühe unterzogen, urtsfeste, an welchem Ich auf 88 Jahre eines don Haus zu Haus in unserer Gemeinde eine vechselvollen von Gott reichgesegneten Lebens zurück. -ammlung zum Besten der in Grube Camphansen zlice, hat Mir die Freude verdoppelt, und hoch Jerunglückten und deren Angehörigen vorzunehmen. zeglückt fühle ich Mich in dem Gedanken, daß das die Gaben fließen sehr reichlich und kommt gewiß janze deutsche Volk sich mit Mir und Meinem ine recht ansehnliche Summe zusammen. Niemand dause zu einer gemeinschaftlichen Feier des Tages ersäume aber auch, hier seine milde Hand zu ereinigt hat. ... In der allgemeinen, durch fffnen; Noth und Elend sind groß und erheischen das ganze Land gehenden Bewegung gibt sich das eiche und rasche Beihülfe. — Eine zu dem rohlthuende Vertrauen kund, mit dem die Nation leeichen Zwecke bei den Mitgliedern der hiesigen ne ernsten Bestrebungen um des Volkes Wohl knappschaft bereits vorgenommene Sammlung hat, „cAlet. Gestützt auf diese ermuthigende Erfahr- die wir hören, den hübschen Betrag von 650 Mk. Ag, werde Ich nicht müde werden, bis Gott Meinem egeben. Bollen und Können ein Ziel setzt, der Fürsorge — Verfallenes Papiergeld. Die mit ur Mein geliebtes Vaterland Meine ganze Kraft nit dem Datum vom 11. Juni 1884 angefertigten u weihen. Dazu gebe Gott seinen Segen! Möge teichstassenscheine zu 5 Mt., 20 Mt. und 80 Mk. mter seinem Schutz und Beistand Deutschland zu oerden vom 1. Juli J. J. an nicht mehr bei den illen Zeiten in friedlicher Etwidlung bliühen und fffentlichen Kassen in Zahlung genommen. jedeihen!“ — Das diesjährige allgemeine protestantische Berlin, 24. März. Die gestrige dritte Nissionsfest wird voraussichtlich am 8. Juni in esung des Dampfersubventions⸗ Gesetzes hat an )omburg abgehalten. em Resultate der zweiten Lesung nur das geän⸗ — Zu Kalserslautern hat neulich eine nert, daß eine Erhöhung des fur die Linie Triest · Unzahl sonntags- und fortbildungsschulpflichtiger Alexandrien bewilligten Betrags von 200,000 auf Nadchen wegen Tanzbodenbesuchs eintägige Haft⸗ 900,000 Mt. erreicht wurde. Das Haus war wafe zu verbüßen, darunter auch solche aus den turker besetzt als bei der zweiten Lesung, das Cen-⸗ esseren Ständen. tum stimmte zahlreicher für die Australische Linie — Edenkoben, 24. März. Gestern Mit⸗ ils zuvor. Ein Antrag auf Wiederherstellung der ag fanden Arbeiter beim Anlegen eines Wingerts der zweiten Lesung gefallenen afrikanischen Linie uuf einem Grundftück im ersten Heideweg das voll⸗ von keiner Seite gestellt worden. tändige Skelett eines Menschen. Dasselbe war Ausland. inen Spatenstich tief zwischen Acker- und Wiesen ⸗ t wien 23. Marz. Aus Gra wird folgen-· fück gelegen. Dem Gebiß nach, welches das Skelett Ide w ie österreichischen Zustände höchst dezeich ⸗ eigt, scheint es ein junger Mensch gewesen zu sein. deel gemeldet: Eine am 20. ds. abge- Vahrscheinlich hängt mit dem Funde ein längst neipe der Burschenschaften wurde wegen egangenes Verbrechen zusammen. Se Boere von der Polizei aufge⸗ Wöoöorth, 283. Maärz. Ein Correspondent * edetne —88 den Commers wus Leimersheim berichtet im „Land. Anzeiger“, Rede über Vismardk upr *8 3 on ——— —— — zu agen veit Uberwiegend sei der Zahl der Knaben. Dies Berhältniß ist hier bei den katholischen Schullindern in noch großeres, indem unter 101 Schülern, 36 dnaben und 65 Mädchen sind. Voriges Jaht vurden neu aufgeuommen 28 Mädchen und nur — 2 Nnaben. rice ten. BBInabert, 26. März. Die am ienztag Abend im „Hotel zur Posi“ stallgehabte — Elmstein, 24. März. Am 23. Isd. Mis. wurde im Versteigerungslocale der Gemeinde ẽUmstein die Schloß Ruine Elmstein mit dem dazu jehörigen Wohnhause und Grundstücken zur Ver⸗ teigerung gebracht. Diesen Gesammtbesitz hat der Zerr Gemeindeschreiber dahier um den billigen Breis von 410 Mark erworben. — Speyer, 28. Marz. (Gedächtnißlirche.) die Reise der Herren Bürgermeister Süß und konfistorialtath Rissch nach München zur Er— virkung einer Kirchenkollekte im ganzen Königreich ür die zu serbauende protestantische Gedächtnißkirche st von dem gewünschten Erfolg begleitet gewesen, ndem die Erlaubniß seitens der k. Staatsregierung xtheilt worden ist... Vermißchtes. F* St. Johann, 24. März. Bis jetzt ist estgestellt worden, daß der Unglücksfall 141 Wittwen nit 416 Kindern — unter 16 Jahren — geschaffen sat. Die Zahl der Todten gibt man auf 175 an, ie der Gerettelen auf 51, davon sind 4 gestorben, Aso noch 47 am Leben. Die Gesammtzahl der n der Unglückznacht angefahrenen Bergleute hat noch nicht festgestellt werden können, da man an⸗ nimmt, es seien einige Bergleute, um eine Ueber⸗ chicht zu machen, unbemerkt eingefahren. Noch zestern wurde auf dem Bürgermeisteramt in Dud⸗ deiler ein Verunglückter recognoscirt, welcher in Fischbach bereits beerdigt war. An den Strümpfen, oelche dem Verstorbenen gehörten, erfuhr die un— zlückliche Wittwe das Schicksal ihres Gatten? Es efinden fich nach der Berechnung noch acht Todte n der Grube und es ist sehr schwer, in Folge der olossalen Brüche und Verschüttungen zu denselben u gelangen; man lann nicht mit Bestimmtheit an⸗ jeben, bis wann der Letzte geborgen sein wird. Dder Betrieb der Grube wird wohl erst nach längerer Zeit wieder stattfinden können, da die Wiederher⸗ tellunas ⸗ Arbeiten ganz bedeutend sind. fF Neunkirchen, 23. März. In Grube Zeinitz verunglückte dem „Neunk. Tgbl.“ zufolge im Freitag der erst seit kurzem verheirathete 26 Jahre alte Bergmann Donie aus Elversberg, indem ym von herabstürzendem Gestein 4 Rippen entzwei⸗ zeschlagen wurden, in Folge dessen D. bald darauf ‚erschied. F Muünchen', 23. Maͤrz. Der in der letzten Schwurgerichtsperiode zum Tode verurtheilte Raub⸗ norder Poschl wurde vom Könige zu lebensläng⸗ icher Zuchthausstrafe begnadigt. Zur Ermordung des Polizeiraths Dr. Rumrff n Frankfurt empfängt die „Kreuz. Zeitung“ us Zurich einen längeren Bericht, in welchem aus⸗ jeführt wird, daß aller Wahrscheinlichkeit nach der Nörder ein gewisser Neve und dieser glücklich ent⸗ ommen sei. Vergleiche man hiermit die Aeußer⸗ ingen Most's in der „Freiheit“ und in NeweYorker Bersammlungen, daß die eigentlichen Mörder Rumpff's in Sicherheit seien, so dürfte mindestens nit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, »aß Neve, und vielleicht auch noch weitere Anar⸗ histen der Ermordung Rumpff's nicht allzu fern leiben. Duüsfeldorf, 20. März. Das hiesige dandgericht wies gestern die Klage eines Ehever⸗ nittlers auf Zahlung von 6000 Mark Provision ür eine zu stande gebrachte Heiraih kostenfällig ab. fNeu⸗Guinea. Ein Marineoffizier, der in den Besitzergreifungen in der Südsee hat theil⸗ nehmen dürfen, spricht in einem Briefe an seine VPerwandten über die Naturschönheiten dieser neuen dolonie in Ausdrücken des höchsten Entzückens. Er agt u. A.: Es ist hier ein Reichthum und eine Schönheit in der Pflanzen- und Vogelwelt, welche wahrhaft staunen macht und auch Denjenigen über⸗ cascht, der schon viel Herrliches gesehen hat. Papa⸗ geien, Paradiesvögel sehen wir zu Dutzenden von unserm Schiffe aus sitzen. Die Bewohner hier sind zanz friedlich, sie kamen mit vielen Tauschartikeln, die für uns wahre⸗ Seltenheiten sind. 77 J 25 314 vorstorbener Häuptling hatte in seinem Leben 879 Menschen gefrefsen. Bellini's erste Liebe von H. Wels. — Der Ey schmied von Edgeware, (Entstehung der Grobschu Variationen von Händel). — Der Poßtillon 5 Lonjumeau, Eine heitere Geschichte von E. Pesq — Haͤndels Aufenthalt in Lübeck, Slizze von Stiehl. — Resultat des Preisausschreibens Feuilletons der Neuen Musik Zeitung. — neues⸗ Preisausschreiben für Feuilletons kleim— Umfanges. . Gratisbeilagen: Fr. Abt „Warum nicht“ 9, für 1 Singstimme und Klavier. — FJr. g. „Plappermäulchen“ Polko-Mazurka für Klavier, Alb. Biehl, Liebeslied“für Violine und Klabt Dieses gediegene Famlienblatt (uur 80 9 vro Quartal) sei unsern Lesern bestens empfohl Probe⸗Rummern gibt jede Buch⸗ oder M kalien Handluug gratis ab. Gemeinnütziges. Mutzen der Bienen.) In Frankreich bestehen zegenwärtig nicht weniger als 1,971,8605 Bienen— töcke in voller Arbeitskraft. Diese lieferten im Laufe eines Jahres 9,948,642 kg Honig in einewn Yruttowerth von 14,945, 885 Francs und 2,845, 749 k8 Wachs, die einen Werth von 8,752, 290 Franc— darstellten. Die Bienenstöcke haben mithin in einem einzigen Jahre einen Werth von 23,698, 184 Fres produzitt.. .. — „Neue Musik⸗Zeitung“.Vor! uns liegt Nr 6 dieses iustrixten Familieublattes, welche außer den neuesten interessantesten Berichten aus dem Theater · und Künstlerleben bringt: Joh. Seb. Bach Biographie von Luise Hitz. — Der Dorftanto iAus Bach's, Jugend) von Hermine Louran. — fGMenschenfresser.) Australische Frauen uberleben selten das 30. Jahr (nach Lubbock Grehi- toric Aimes); viele mögen von den Männern ge— ressen werden, sobald sie anfangen zu altern. Ein jor über drei Jahrzehnten auf den Fitschi⸗JIuseln, Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß Zwangsversteigerung., Sei eib. etener Nässe in hen . Die Rebens⸗ und Garantie⸗Arbeiter⸗Versicherungs-Aki Lederschmiere in empfehlende Er⸗Gesell schaft Friedrich Wilhelm in Berlin, sucht hätige Agenten, denen auch andere Agenturen mit übertragen werden können. Anerbietun⸗⸗ hefördert die Exped. d. Bl. — — — — — An die pfälzischen Berufsgenossen des Bauhandwerkes Freitag, den 27. März nächst⸗ zin, Vormittags 10 Uhr in der Wirths⸗ zehausung des Daniel Baumann yersteigere ich zwangsweise gegen Baar⸗ jahlung: 1 Zither, 1 Vogelhaus, 1 Paar Schlittenläufe, 1 Paar Räder und 1 Pferdsgeschirr. St. Ingbert, den 25. März 1885. EGOCI- Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender in St. Ingbert. WMontag 830. März Jahrmarkt in St. Ingbert. nnerung. Lederschmiere eigenes Fabrikak bedeutend besser als Thran Dieselbe erhält das Leder sden dig, verhütet das Springen desselben! owie das Eindringen der Nässe. Au—⸗ J zerdem besitzt die Schmiere die An-⸗In der am 24. März in Kaiserslautern abgehaltenen Versammlung wo iehmlichkeit, daß man sofort darau' den folgende Herren als Delegirte zu der am 30. März in München si vichsen kann. 1Pfd. Topf 80 Pf. findenden Generalversammlung ernannt: evn in Pfd. Topf 45 Pf, m Pfd Lopi 1. Hagenthau Ludwig, Baumeister in Zweibrücken, 25 Pfg. in der 2. Hofmann W. * in Firma Hofmann u. Söhne in Ludwigshe⸗ Materialwaarenhandlung R. Fery 3. Zucas Adolf, Baumeifter in Pirmasens, —— und in der Verkaufsstelle für Schnapp . Römer Nikolaus, Zimmermeister in Kaiserslautern, bach bei Herrn J. Lutz. 3. Schmidt Wilhelm, Baumeister in Landau— — 6. Wagner Heinrich, Steinbruchbesitzer in Bayernfeld⸗-Cölln. Es werden demgemäß sämmtliche Berufsgenossen, die nicht selbst Generalversammlung beiwohnen, aufs dringendste erfucht, die Ihnen durch de Reichsbersicherungsamt zugekommene Einladung, auf der zugleich die Vollmn beigedruckt ist, bis spätestens Freitag, den 27. März, Mittags, Ihrer Unterschrift versehen an einen der obigen Herren einzusenden. Das prov. Comité. Ameri?a. Ich befördere Passagiere mi der ERERd-Star-Line ab An werpen his New-Yortk zu 76 Mark oder ab Luremburg bis Nen Vort zu 32 Mark mit 200 Vfund Freigepäck. J —XXVC Luuur, St. Ingbert. Elennd oorteitzeheleiungs oo“ci ne auen — 7 7 5 ——— esanhnter Meinunugaauserungen au— der Presae alier Parteizu. — Nachrichten über Theater, Musik Kunat Wissens«chaft: Gerichta- halle: locale Nachrichten. — Spannuende Romane. Sorgfaltige liorsen- und Handelanachrichten. - Vollbtandiges Berliaer Cours- blatt. — Lotterielitten. — Amt- liche Nachrichten. 6 (Gratis-, Heilagßgen: 1. Neueste Herliner Flieegnde Blutter tillurtrirt. 2 Unterhaltungæhlatt. 3. Die Hnu-- frau. 4. Zestung sür Landwirth- —BV —e—— nd Antehensloose.) E * — —5 * XXEEVEIEEXÆWeTLiäit α — ειν udnors Lrodene ewässerte nitiweida. nl ue St ck wisern —R Sto fische sowie Karpfen e mpfiehlt P. Fery. rrii u. Oetobov. Vorschuß-Verein St. Ingbert. (Eingetragene Genossenschaft) Die in der T, General⸗-Versammlung —1 bom 24. März festgesetzte Dividende fürs Jahr 1884 mit 7 00 kan von den dazu berechtigten Mitgliedern an unserer Kasse erhoben werden. Le.eæzr VOrStAd. Vorschuss-Verein St. Inghert. (Eingetragene Genossenschaft.) Activu. Bilanx am 31. Dozember 1884. Pœussi vu. Jassa-Conto M. 18659 57 Ss8tammantheil-Conto M. 223566 74 Yechsel⸗Conto 53185 90 Beserrefond-Conto 34580 — DarlehenConto 16482 64 eloredere-Conto 7148 16 376 Conto-Corrent- rattenConto 100217 67 Schuldner 904378 Ooß 3parkassen-Conto Gos Finteger, 513356 12 Juthaben bei 12 Banben Authaben ron 12 Banken * und Vereine 20726 20 und Vereine 19914 65 Mobilien-Conto 327 42 50 Conto Corrent-Gläubiger 128036 85 Immobilien-Conddd 4865 47 Noch auszubezahlende 8ti- ffecten-Conto 24941 77 pendien 15 74 ꝛewim- und Verlust.Conto 16736 00 A. 1043517 902 M. 2043517 02 cohNhMbut WkhellbcccbltacbtebeeAAbtlWctecacechcn M. 24941 77 Verluat-⸗Conto. Reingewinn pro J. Semesster M. 8362 28 ereinnahmte Zinsen und Provis. aus Vorschüssen 415 87 ereinnahmte Provis. aus Conto-Corrent-Forderungen 42209 92 ereinnahmte Zinsen aus Conte-Corrent-FPorderungen 22123 80 ercimahmte Wechsel-His- conto P 675 68 zinsen aus Eflecten incl. QGewinn 608 9 Bei Verausgabung von nur 225,000 Loosen werden 11,000 Treffer im Gesammtbetrage von 151,500 Mk. ausgeloost. 60,000 Mk., 30,000 Mk. und viele andere hohe Gewinne 4 5000, 2500, 1000 Mt. ꝛt. Tittlinger Loose à 2 Mt. bei: J. Weirich, Friseur; Frz. Woll, Buchhandl., sowie bei AV P. Rixius in LudwiasbafenaRPh. mü—————“—“—‘ ——“—— — Stand am 31 Dezember Gewinmn- und Jezahlte Zinsen sũr Darlehen M. 10646 551 an Conto-Cor- rent Gläubiger 2589 82 dezahlte Zinsen und Provi- gionenan Banken & Vereine 589 47 Zezahlte Wechsel-Disconto 362 35 Verwaltungskosten 3250 — Drucksachen und sonstige Bureaubedũrfnisse 152 99 borti, Telegr., Brief- und Wechselmarken Imlagen incasso und sonstige Spesen Seitungen Terlust beim Concurs Bech- thold 1028 86 eingewinn 16736 09 . U. cué 0 sowie feinste amerikanische ritqliederxahl 646. 5- — Apfelschnitze d ¶ 2 empfiehlt Vorstancid. vvfech v. Zern *— — — — — Druck und Venaa von F 66 Das Bettfedern-Lager IIarry Unua in Alions versendet zollfrei gegen Nachnahm— (nicht unter 10 Pfund), gute neut Bettfedern für 66 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte für 1M. 25 Pfg. Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei Abnahme v. 50 Rfd. 5501. Rabatt. Bamberger, türkische und Bosnia-Zwetschen, * 4 22 * S25 32 222 2225 2 * 55 2 52232 52 553755553565 558 23 E 2222 2 5223555 5 —2358 22 — 23 2 — 2522253 55535 —— 2 — 5 2 2— * — 5 — 58 5533235 53553235 3353—6 55 583 — 2*3 525 57 555 5s 535233 23 2—* 265 53 2 2837363383 A — 25 5 — 2 92 2 — 2 2 * 2 sm 553 33 55 8 —— 3 29 —2 42 2 52 25 2 25822* 25 5223 323 —A — 2 * 522 — 22 —z252 8 25 533 s—2585353325 s—2*55 ——25 — * —— 3 —A—— — —— —— — 232 —— 2 242 —E—— 225—5 58 —E X 22332835 * 22 —— 5222 255 5 22532* JJ— 2583 538558 —7 352 353 5533 8355352 723233825 5552 533555 55*»55573 6— *8* 3 20 3z32875 2598*8 ———— 28 * 225 5 5* 28 5225 —— *— 22 — —— — F * ——— 555 * S 3 — ——— ——— 25 1732 5* z223223* * 2—55 822 — — 2355 7535 ——— — 226 2 3·2 S8 5 m 2 — * 2 22 — 38* 228555325 335753 s3 3 883 s33383335378* — 555 5385 — 53355 22872 352* 25 58 353363 —2520 —83 —5 22 z2553 —m„j — * — 53358 c7 3 3— 22—25 5 — *8* 2355 * 56e 2 — 2222— 3258* 5 8 22 3235 — 22 S* ẽ — S 2 * 5532323 32 — 28 22 — — — — — —— 23 * *8 3 5 * * — 5 — D — 2 I822 3 2 —28 — — 5 38 — 8232 3 * 265 2*.5358 — 528 —— 8* —A—32 32 22 2 — —55552 — 22 3 38 8 — 2 —— — E — — * ———— * —2 —3 —— 2 —8 — —52— 533 52386336 8323555 22.3788 3385368 — —58855 z38 X 2— — * — — 2 5—z22 3 —— — 52 .2 52 55 58 ——5858 5* 5—— 28 25 — .225 2 —A —— * 425 2 202 25* —E—— * 8 —Xi — 2* 242 S 22 A —8 5 T 25 7 2 5358 x—3 0 —X —— — or, * * 32 — VI 3 —— * —5 * 252. * 85 — 3 * z2755 533783537 — — 3 — 253 522 32558 88 ——— 5ñ253322 2 53 5 —55 z —8 —F ——— 5 2,85* *z8 5 — — — —— ———— — ——— —A —— —A —X 55—55 — * 5* —8 22B325 *52325 53S. 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Amtsgerichts St. Ingbert q St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltunss— zlatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 14 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 10 75 “, einschließliv 0 A Zuflellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solcher auf welche die Crpedition Auskunfit ertheilt, 18ß . Reclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dremalige berechnet. — — —⏑ 20. Jahrg. 68 Sonntag, 29. März 1885. Politische Uebersicht. gon Berlin wird, wie wir durch die ‚Magde⸗ urger Zeitung erfahren, der „Donau⸗Zig.“ in zassau aus Reichstagskreisen gemeldet, daß bei der nen Lesung der Getreidezölle von bayerischer ericaler) Seite (Abg. Graf Conrad Preysing) x Antrag auf weitere Exhöhung des perstenzolles (bisher 50 Pf., Regierungs- otlage 1Mk. 52 If. Beschluß zweiter Lesung ach Antrag der schuzzöllnerischen freien Vereinig⸗ mg 1Mk.) gestellt werden wird. Daß die Er— öhung des Gerstenzolles nicht schon bei der zweiten efung beantragt worden sei, habe darin seinen Hrund, daß man ein solches Vorgehen bei der ritten Lesung als dienlicher erachtete. uifirung gewisser Grenzgebiete gegenüber sei die] Aufgabe der Regierung nicht zweifelhaft; es seien zereus Anordnungen gelroffen, um sowohl dem erneren Zuzug Riegel vorzuschieben, wie durch tückverweisung in die Heimath, als auch um dem ebermaße der Belästigung durch Elemente fremder —I Hamburg, 26 Maͤrz. Wie die „Vörsen⸗ zalle“ meldet, beabsichtigt die Regierung, deutsche Forstbeamte nach Neu⸗Guinea zu senden. Vermißchtes. Wuürzburg, 20. März. Daß Festungs⸗ haft wegen Duells manchmal gute Folgen hat, be⸗ weist ein Herr stud. med., ein hiesiger ehemaliger dorpssenior. Derselbe hatte seinen Aufenthalt in Oberhaus zu so intensivem Studium verwendet, daß er sein Physikum in allen Fächern mit der Note J. hestanden hat. Würzburg, 24. März. Ueber einen Soldatenexzeß berichtet das „W. Journ.“: Sonn⸗ ags Abends gegen 8 Uhr gingen sieben Würzburger Buͤrger von Höchberg nach Hause. Auf der Höhe des Berges angekommen, hörten sie plötzlich hinter äch ein Hilferufen und sie sahen eine Familie, Mann, Frau und deren ungefähr zehnjährigen Sohn auf sich zueilen, welche sie um Schutz anriefen gegen drei Soldaten, die sie überfallen und miß⸗ handelt hätten. Während die Mißhandelten noch erzählten, kamen die drei Bengel, Soldaten der hiesigen Sanitätskompagnie, daher und überfielen sinterrücks die Bürger und hieben mit den blanken Faschinenmessern ohne auch nur die geringste Pro⸗ vokation auf dieselben ein. Von cinem schweren dieb über den Kopf getroffen, stürzte der eine Bürger in den Straßengraben und zwar so un—⸗ glücklich, daß er dabei den Fuß brach, so daß die Knochensplitter durch das Tuch der Hose drangen. Während dessen packten die anderen Ueberfallenen die excedirenden Burschen und entwanden dem Einen sein Faschinenmesser. Als aber die Säbelhelden sahen, daß sie den Kürzeren zogen, nahmen sie Reißaus. Die Sache ist zur Anzeige gebracht. FFürst Bismarkk wird, wie die „Voss. Zig.“ meldet, zum 1. April von der Universität Erlangen zum Ehrendoctor promovirt. FLager-Lechfeld, 25. März. Nach den soeben erschienenen Bestimmungen finden die Schieß⸗ übungen unserer Artillerie-Regimenter hierselbst wie folgt statt: vom 9. Mai bis 5. Juni das 2. Ba⸗ taillon des 2. Fuß ⸗Art. Regts. vom 3. — 25. Juni das 4. Feld⸗Art.“Regt, vom 18. Juni bis 13. Juli das 3. Feld-Art.Regt., vom 4. Juli bis 27. Juli das 1. Feld⸗Art.“Regt. und vom 25. Juli bis 19. Aug. das 2. Feld⸗Art.⸗Regt. München, 25. März. Die hiesige Kunst⸗ akademie wird gegenwärtig von 552 Schülern be⸗ jucht, von diesen sind 174 Bayern. Von Schülern, velche nicht dem deutschen Reiche angehören, ist Desterreich-Ungarn am stärksten, und zwar mit 106 bertreten. Bei dem Bankett, welches am Geburtstage des Kaisers, im Palmengarten in Frankfurt a. M. stattfand und an dem sich etwa 400 Per— onen betheiligten, wies Herr Oherbürgermeister Dr. Miquel in kurzer Ansprache auf das schrecliche Unglück im Camphausen-Schachte hin und erklärte, daß auch die kleinste Gabe für die bedauernswerthen hinterbliebenen willkommen sei. Alles eilte zu den leinen, auf den einzelnen Tischen verdeckt stehenden Telletn, und in kurzer Zeit waren 1800 Mt. zu⸗ ammengelegt. F (Gismarck-Anekdoten.) Bismarc's Berehrer⸗ und Verehrerinnenkreis reicht weit über die Grenzen Deutschlands ja Europas hindus. Eine Amerikanerin war so weit eingenommen von dem zroßen Kanzler, daß sie nichts sehnlicher wünschte, als in den Besitz irgend eines von Bismarck her— rührenden Gegenstandes zu gelangen. Zu die sem Zwecke wandte sie sich brieflich an ihn und bot ihn um eine Haarlocke. Bismarck sandle sofort der überseeischen Ausland. Paris, 27. März. Die „Agence Havas“ rfährt, daß heute bei General Negrier beträchtliche herstärkungen eintreffen sollten, da die Töͤte der⸗ elben bereits am 24. März Langson erreicht hatte. der größte Theil der Verstärkungen ist mit Repe— irgewehren ausgerüstet. — In Hanoi sind große Broviant- und Munitionsvorräthe eincetroffen. Das Corps des Generals Negrier dürfte nunmehr mit »em Nöthigen versehen sein. London, 27. März. Die ,Times“ schreibt: sußland müsse sehen, daß England lieber alle Ge⸗ ahren und die Opfer eines Krieges, als die Ver⸗ etzung der Rechte Englands und dessen Bundes jenossen durch die Bedrohung Indiens dulden verde. Der „Standard“ meldet, daß auf den Ztaatswerften die Ausrüstung der Panzerflotte für die Operationen in den nördlichen Meeren vorbe— reitet werden. Washington, 22. März. Der oberste Ge— richtshof der Vereinigten Staaten hat die consti⸗ tutionelle Natur der unlängst vom Congreß ange— jenommenen Gesetze zur Unterdrückung der Viel— weiberei, welche den Polhgamisten das Wahlrecht nehmen, bestätigt. Diese Entscheidung beseitigt das Zaupthinderniß in der Inkraftsetzung dieser gesetz sichen Verfügung in Utah. Der Ausschuß des Bundesraths für Justiz— vesen berieth am Mittwoch wie das „Deutsche Tageblatt“ vernimmt, unter dem Vorfitz des Justiz⸗ nimsiers Dr. Friedberg in einer länger denn fünf— sündigen Sitzung über den Gesetzentwurf wegen Abänderung und Ergänzung des Gerichtsverfassungs- setzes und der Stiafprozeß Ordnung. Der „Hamb. Corr.“ theilt mit, daß bereits ille Anordnungen ergangen sind, um die Zusam⸗ nensetzung der Verwaltung der westafri⸗ anischen Schutzgebiete, also zunüchst von damerun, herzustellen; es sind bereits für ver— chiedene Stellen geeignete Persönlichkeiten berufen dorden. Ueber die Person des Gouverneurs scheint ine endgiltige Entscheidung noch nicht getroffen u sein. —————— — — die deutsch-ostafrikanische Gesell— qaft hat wieder eine Erpedition, bestehend aus 2 Herren, (Geologen, Architecten, Ingenieure, Ifiziere, welche Urlaub erhalten haben, J Gärtner) ach Afrika entsandt. Die Herren reisten, laut er „Nat.⸗Ztg.“, auf der Anhalter Bahn ab. Zur Berabschiedung hatten sich zahlreiche Offiziere ein⸗ sefunden. Unter den reichlich mitgenommenen lusrüstungsgegenständen ⁊c. befinden sich auch eiwa 0 abgelegte Uniformröde der Potsdamer Garde— husaren, mit denen man die Neger zu erfreuen zeabsichtigt. Zokale und pfalzische Nachrichten. *I Schnappach, 28. März. Die Samm⸗ ung dahier für die Hinterbliebenen der auf Grube Famphausen Verungluüͤckten ergab die Summe von 86 Mtk. 28 Pfg. — Die diesjährigen Divisionsmanöver ollen in der Pfalz stattfinden. Wie die „Pf. Pr.“ vissen will, gehen die Manöver in der Nähe von dirchheimbolanden vor sich. —Speyer, 25. März. Die Nachricht. zaß den nach München entsendet gewesenen Aus chuß ⸗Mitgliedern des Vereins zur Erbauung der ziesigen Gedächtnißlirche, Herren Konsistorialrath Risch und Bürgermeister Suß, die Erlaubniß zu iner Kirchen⸗Kollekte im ganzen Königreich ertheilt vurde, ist unrichtig. Wohl haben die Herren ihre hJitte der königl. Staatsregierung vorgetragen, von iner Zusage oder gar Erlaubniß kann jedoch vor⸗ äufig noch keine Rede sein. Hoffentlich wird der dollekle die aberhöchste Genehmigung nicht versagt verden, welcher alsdann auch eine solche für ganz Deutschland nachgesucht werden wird. — Speier, 26. März. Wie die „Sp. Ztg.“ rfährt, ist Herr Friedrich Ludwig Konig, der äl⸗ este pfälzische Notar zu Obermoschel, in seinem '9. Lebensjahre gestern Morgen unerwartet und anft entschiafen, nachdem er sein Amt mit Hilfe einer drei Sekretäre bis zu seinem Ende mit sel⸗ ener geistiger und körperlicher Rüstigleit verwalte vatte Deutsches Reich. Berlin, 27. März. Die „Nordd. Allgem. zig.“ erklärt die angebliche Enthüllung in der Pa⸗ iser Correspondenz des Londoner „Observer“ über »ie Zweche der Reise des Grafen Bismarck nach dondon von Anfang bis zu Ende für erfunden. die Enthüllung möge derselben trüben Quelle ent⸗ tammen, aus welcher das falsche Gerücht über eine dorrespondenz des Kaisers Wilhelm mit dem Kaiser jon Rußland bezüglich der zentralasiatischen Fragen geflossen sei. Ein solcher Schriflwechsel habe nie— nals stattgefunden und Graf Bismard habe keiner⸗ ei Aufträge gehabt, welche die englisch- russischen Zeziehungen auch nur entfernt berührten. Berlin, 27. März. Betreffs der Einwande⸗ ung russischpolnischer Elemente in die östlichen drovinzen sagt die „Nordd. Allg. Ztg.“: Die an⸗ zestellten Ermittelungen ergeben, daß die Besorg ⸗ isse wegen vollständiger Verschiebung der natio⸗ alen Verhältnisse einzelner Grenzdistrikte nicht lerlrieben seien. Der drohenden förmlichen Polo⸗ Schönen den Brief zurück mit der eigenhändigen kandbemerkung: Platterdings unmöglich! F Die Mitgift, welche der Herzog von Bedford seiner Tochter, nunmehr Gemahlin des Sir Edward Malet (britischen Botschafters in Berlin), gegeben hat, beträgt 150,000 Pfd. Sterl. (8. Mill. Mark). Außerdem hat der Herzog die Wohnung des Botschafters in Berlin möblirt, und die Ju—⸗ welen, die er seiner Tochter am Hochzeitstage über⸗ zeichte, haben einen Werth von 200,000 Mark. F Troppau, 27. März. In der Nacht auf den 27. März sind im Bettina⸗Schachte der Dom⸗ orau⸗Ornauer Bergwerksgesellschaft bei Dombrau in Schlesien in Folge einer Gasexplosion 40 Berg⸗ Arbeiter verunglückt. Es ist noch unbekannt, ob zieselben alle todt sind. f Rotterdam, 256. März. Am 23. April wird hier eine großartige Verhandlung gegen die des fünffachen Giftmordes beschuldigte Maria Tatharina Swanenburg, Ehefrau des Johannes van der Linden stattfinden. Die Angeklagte hatte einen jungen Mann, ein fünfjähriges Kind und eine aus drei Köpfen bestehende Familie mit Ar⸗ enik vergiftet. Bei allen diesen Mordthaten war zemeine Habsucht das treibende Moment. FParis, 26. März. Den 24. und 26. März wurde Madagascar von einem Wirbelsturme Jdeimgesucht. Das Kriegsportschiff „Oise“, der ranzösische Dampfer „Argo“ und die amerikanische Barke „Sarah Hubbart“ sind untergegangen, 19 Personen sind dabei umgekommen. ——— — ⏑ ————ccc— — Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten während der letzten 8 Monate zeigt, wie aus Newyork geschrieben wird, eine erhebliche Verminderung gegen das Vorjahr. Deutschland vartizipirt an der Einwanderung der letzten acht Monate mit 683,660 gegen 90,603 in der gleichen Periode des Vorjahres und Oesterreich⸗Ungarn mit 5399 gegen 6400, während die Schweiz nicht namentlich aufgeführt ist. Nur Irland hat eine leine Zunahme aufzuweisen. FDie Telegraphenverbindung zwischen Macon ind Chalon⸗-sur-Saone war 4 Tage lang unterbrochen. Wie die Untersuchung ergab, geht der Draht in Macon durch den Keller des Steuer⸗ imts und versperrte gerade den Eingang in ein stattenloch, dessen Bewohner zur Wahrung ihres Hausrechts den Draht abgenagt hatten. F (Amerikanisches.) In einer Hart⸗ forder Apotheke spielte sich neulich die nachstehende Scene ab. Ein Mann tritt ein und ruft dem xlerk in größter Hast die Worte zu: „Um des himmelswillen, das stärkste Mittel gegen Kopf⸗ hmerzen, so schnell Sie können!“ Der Clerk pringt auf, ergreift die Flasche mit doppeltem Am— noniak⸗Geist und hält sie dem Manne vor die Nase, velcher, ohne selbst zu wissen wie, ein Paar so jewaltige Athemzüge daraus thut, daß ihm für ein ßaar Augenblicke die Sinne vergehen. Als er pieder zu sich kommt, ist das Erste, was er thut, zaß er dem Clerk eins mit der Faust auf den Kopf zersetzt. „Haltet ein“, ruft dieser zur Seite spring⸗ — end, „Sind Ihnen etwa Ihre Kopfschmerzen mi vergangen?“ — Zum Teufel mit meinen Kop⸗ schmerzen“, brüllt ihn der Andere, sich die Thran abwischend, an, „wer spricht denn von mein— Kopfschmerzen ? Meine Frau ist es, welchen Kopfschmerzen hat!“ F Die Fahne des Kongo⸗Staates sol bekdanntlich blau mit einem goldenen Stern n Tentrum sein. Die englischen Missionäre habn exmittelt. daß die blaue Fahne mit dem goldenn Stern schon die nationale Fahne des ehemalig- ongo⸗ Königreiches gewesen ist, das nach den M zaben der Reisenden des 16. Jahrhundert zu diese Zeit eine gewisse Bedeutung hatte. Marktberichte. e Ensheim, 26. Marz. (Viktualienmarkt.) Vutt der /2 Kilo 1M. 10 Pf., Eier per Dutzend 70 9 tartoffeln per 50 Kilo 6 M. 20 Pf. fZur die Redallion veranlwortlich FX. Demeg Die Fabrikation und der Versandt der Emser Pastillen ist ein Geschäftszweig, welcher vielen gr veitern, besonders während des Winters, Beschäh. IV „Koni⸗ Bilhelm's⸗ Felsenquellen· — deren Fabrik durh eine Bleiplombe von anderen zu untersche iden ij — werden hunderttausende der bekannten Schaq— beln fertig gestellt und hat die Direktion die lobenz. verthe Einrichtung getroffen, daß die Eindampfung der Wilhelmsquelle, die Präparation des so ge vonnenen Salzes u. die Fabrikation der Pastillen pon Jederma un besichtigt werden kann. — Todes-Anzeige. Aus vollster Ueberzeugung. Herrn W. H. Zickenheimer in Main. Im Interesse aller Hals— und Brustleidenden halte ich es für meine Pflicht, unaufgefordert auszu— prechen, daß der rheinische Trauben⸗Brust⸗Honig aus Ihrer Fabrik, welchen ich von Kaufmann Balsen hier beziehe, sich in meiner Familie als ein vor— reffliches Hausmittel bei Husten, Hals- und Brustleiden bewährt hat. Die Wirkung des Trauben-Brust-Honigs war oft eine geradezu überraschende und selbst bei hartnäckigen Uebeln trat schon nach kurzem Gebrauche eine wesent⸗ iche Linderung ein. Ich kann daher den angenehmen Saft aus vollster Ueberzeugung auf das Angelegentlichste empfehlen. Erfurt, den 8. April 1883 Dr. Vorbrodt, Stadtschulrath. Der rheinische Trauben-Brust-⸗Honig ist stets ächt zu haben in St Ingbert bei J Friedrich; in St. Johaun bei F. P. Fndenhöffer u und AK. Magixnot; in Blieskastel bei Apotheker Fiedenhofer. Freunden, Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nach— richt, daß unser lieher Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel 51 Jahr alt, nach längerem Leiden heute Morgen 4 Uhr sanft oerschieden ist. St. Ingbert, Metz und Hochspeyer, 28. März 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 3 Uhr statt. Interessanteste Wochenschrift für das gebildete Publikum. Deutsches Montags-Blatt. Diefe durch und durch originelle litt erarisch⸗politische Wochenschrift, welche die her jorragendsten deutschen Schriftsteller zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistbol eschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, litterarischen und künftler schen Strebungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erschei nung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im „Deutschen Vdontags-Blatt anparteiische und erschöpfende Behandlung, während die gesellschaftlichen Zustände der Gegen⸗ vart in elegantester Form interessante Beleuchtung erfahren. Velletristische Feuilletons und dumoresken sorgen für die Unterhaltung der Leser. Diese litterarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranges, welche am zeitungslosen Tage, dem Nontage, erscheint, verbindet die Vorzüge einer unterhaltenden und anregenden Wochenschrift nit denen einer wohlinformirten, reich mit Rachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeiung ind so entspricht das „Deutsche Montags⸗Blatt“ in seiner Doppel-NRatur einem entschiedenen Bedürfniß des gebildeten Lesepublilums, wofür die große Verbreitung den besten Beweis liefert. Alle Reichspostanstalten u, Buchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise von 2 M. 50 Pfg. pro Quartal entgegen. 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Das Blatt kostet vierteljiäahrlich 1.4 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 Q, einschliesliu 0 ⸗ Zuftellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solche⸗ auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, Iß H, Neclamen 830 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. A 63. Politische Uebersicht. Von Berlin wird, wie wir durch die „Magde⸗ urger Zeitung“ erfahren, der „Donau⸗Zig.“ in zassau aus Reichstagskreisen gemeldet, daß bei der riiten Lesung der Getreidezölle von bayerischer clericaler) Seite (Abg. Graf Conrad Preysing) zer Antrag auf weitere Erhöhung des verstenzolles (bisher 50 Pf., Regierungs⸗ zorlage 1Mk. 50 Pf., Beschluß zweiter Lesung nach Antrag der schutzzöllnerischen freien Vereinig- ing 1Mk.) gestellt werden wird. Daß die Er⸗ sohung des Gerstenzslles nicht schon bei der zweiten desung beantragt worden sei, habe darin seinen zrund, daß man ein solches Vorgehen bei der zxxitten Lesung als dienlicher erachtete. Der Ausschuß des Bundes raths für Justiz⸗ vesen berieth ar Nittwoch wie das „Deutsche Tageblatt“ vernimm:, unter dem Vorsitz des Justiz ninisters Dr. Friedberg in einer länger denn fünf⸗ undigen Sitzung über den Gesetzentwurf wegen lbänderung und Ergänzung des Gerichtsverfassungs⸗ esetzes und der StrafprozeßOrdnung. Der „Hamb. Corr.“ theilt mit, daß bereits ille Anordnungen ergangen sind, um die Zusam⸗ nensetzung der Verwaltung der wesstafri— anischen Schutzgebiete, also zunüchst von samerun, herzustellen; es sind bereits für ver— hiedene Stellen geeignete Persönlichkeiten berufen vorden. Ueber die Person des Gouverneurs scheint ine endgiltige Entscheidung noch nicht getroffen zu sein. Die deutsch-ostafrikanische Gesell— chaft hat wieder eine Erpedition, bestehend aus 2 Herren, (Geologen, Architecten, Ingenieure, Iffiziere, welche Urlaub erhalten haben, 1 Gärtner) jach Afrika entsandt. Die Herren reisten, laut er „Nat.⸗Ztg.“, auf der Anhalter Bahn ab. Zur berabschiedung hatten sich zahlreiche Offiziere ein⸗ sefunden. Unter den reichlich mitgenommenen dusrustungsgegenständen ⁊c. befinden sich auch etwa 0 abgelegte Uüniformröde der Potsdamer Garde⸗ husaren, mit denen man die Neger zu erfreuen eabsichtigt. Deutsches Reich. Berlin, 27. März. Die „Nordd. Allgem. ztg.“ erklärt die angebliche Enthüllung in der Pa— iser Correspondenz des Londoner „Observer“ über ie Zwecke der Reise des Grafen Bismarck nach dondon von Anfang bis zu Ende für erfunden. die Enthüllung möge derselben trüben Quelle em— ammen, aus welcher das falsche Gerücht über eine dotrespondenz des Kaisers Wilhelm mit dem Kaiser on Rußland bezüglich der zentralasiatischen Fragen eflossen sei. Ein solcher Schriflwechsel habe nie— nols statigefunden und Graf Bismartk habe keiner⸗ e Aufträge gehabt, welche die englisch russischen denehungen aͤuch nur entfernt berührten. Berlin, 27. Maärz. Beireffs der Einwande⸗ ung russisch⸗polnischer Elemente in die östlichen X sagt die „Nordd. Allg. Ztg.“: Die an⸗ estellten Ermittelungen ergeben, daß die Besorg⸗ nisse wegen vollstandiger Verschiebung der natio⸗ alen Verhältnisse einzelner Grenzdistritte nicht ibertrieben seien. Der drohenden förmlichen Pols— Sonntag, 29. März 1885. 20. Jahrg. nisirung gewisser Grenzgebiete gegenüber sei de Aufgabe der Regierung nicht zweifelhaft; es seien nereits Anordnungen gelroffen, um sowohl dem erneren Zuzug Riegel vorzuschieben, wie durch ttückverweisung in die Heimath, als auch um dem lebermaße der Belästigung durch Elemente fremder —X—— Hamburg, 26. Maͤrz. Wie die „Vörsen⸗ alle“ meldet, beabsichtigt die Regierung, deutsche Forstbeamte nach Neu⸗Guinea zu senden. Vermischtes. F Würzburg, 20. März. Daß Festungs⸗ haft wegen Duells manchmal gute Folgen hat, be⸗ weist ein Herr stud. med., ein hiesiger ehemaliger dorpssenior. Derselbe hatte seinen Aufenthalt in Oberhaus zu so intensivem Studium verwendet, daß er sein Physikum in allen Fächern mit der Note J. bestanden hat. F Würzburg, 24. März. Ueber einen Soldatenexzeß berichtet das „W. Journ.“: Sonn⸗ tags Abends gegen 8 Uhr gingen sieben Würzburger Bürger von Höchberg nach Hause. Auf der Hoͤhe des Berges angekommen, hörten sie plötzlich hinter ich ein Hilferufen und sie sahen eine Familie, Mann, Frau und deren ungefähr zehnjährigen Sohn nuf sich zueilen, welche sie um Schutz anriefen jegen drei Soldaten, die sie überfallen und miß⸗ jandelt hätten. Während die Mißhandelten noch rzühlten, kamen die drei Bengel, Soldaten der ziesigen Sanitätskompagnie, daher und überfielen sinterrücks die Bürger und hieben mit den blanken Faschinenmessern ohne auch nur die geringste Pro— vokation auf dieselben ein. Von einem schweren Dieb über den Kopf getroffen, stürzte der eine Zürger in den Straßengraben und zwar so un⸗ lücklich, daß er dabei den Fuß brach, so daß die dnochensplitter durch das Tuch der Hose drangen. Während dessen packten die anderen Ueberfallenen die excedirenden Burschen und entwanden dem Einen ein Faschinenmesser. Als aber die Säbelhelden ahen, daß sie den Kürzeren zogen, nahmen sie Reißaus. Die Sache ist zur Anzeige gebracht. F Fürst Bismarkk wird, wie die „Voss. Z3tg.“ meldet, zum 1. April von der Universität Erlangen zum Ehrendoctor promovirt. FLager-Lechfeld, 25. März. Nach den deben erschienenen Bestimmungen finden die Schieß⸗ ibungen unserer Artillerie-Regimenter hierselbst wie olgt statt: vom 9. Mai bis 5. Juni das 2. Ba⸗ aillon des 2. Fuß-Art. Regts., vom 3. —25. Juni das 4. Feld-Art.⸗-Regt, vom 18. Juni bis 18. Juli das 3. Feld-Ark.Regt. vom 4. Juli bis 27. Juli das J. Feld⸗ Art. Regt. und vom 25. Juli bis 19. Aug. das 2. Feld⸗Art.⸗Regt. F.München, 285. März. Die hiesige Kunst⸗ akademie wird gegenwärtig von 552 Schülern be—⸗ ucht, von diesen sind 174 VBayern. Von Schülern, velche nicht dem deutschen Reiche angehören, ist Desterreich- Ungarn am stärksten, und zwar mit 106 dertreten. .Bei dem Bankett, welches am Geburtstage »es Kaisers, im Palmengarten in Frankfurt 1. M. stattfand und an dem sich etwa 400 Per— onen betheiligten, wies Herr Oherbürgermeister Dr. Miquel in kurzer Ansprache auf das schreckliche Unglück im Camphausen⸗Schachte hin und erklärte, aß auch die kleinste Gabe für die bedauernswerthen Hinterbliebenen willkommen sei. Alles eilte zu den leinen, auf den einzelnen Tischen verdeckt stehenden Tellern, und in kurzer Zeit waren 1800 Mt. zu— ammengelegt. fF GBismarck-Anekdoten.) Bismard's Berehrer⸗ und Verehrerinnenkreis reicht weit über die Grenzen Deutschlands ja Europas hinaus. Eine Amerilanerin war so weit eingenommen von dem großen Kanzler, daß sie nichts sehnlicher wünschte, als in den Besitz irgend eines von Bismarck her⸗ ührenden Gegenstandes zu gelangen. Zu die sem Iwecke wandte sie sich brieflich an ihn und bot ihn um eine Haarlocke. Bismarcdhsandie sofort der überseeischen Ausland. Paris, 27. März. Die „Agence Havas“ rfährt, daß heute bei General Negrier beträchtliche Herstärkungen eintreffen sollten, da die Téöte der— »lben bereits am 24. März Langson erreicht hatte. Her größte Theil der Verstärkungen ist mit Repe— irgewehren ausgerüstet. — In Hanos sind große Broviant- und Munitionsvorräthe eingetroffen. Das Forps des Generals Negrier dürfte nunmehr mit dem Nöthigen versehen sein. London, 27. Maärz. Die „Times“ schreibt: stußland müsse sehen, daß England lieber alle Ge⸗ ahren und die Opfer eines Krieges, als die Ver⸗ etzung der Rechte Englands und dessen Bundes⸗ enossen durch die Bedrohung Indiens dulden zerde. Der „Standard“ meldet, daß auf den 3taatswerften die Ausrüstung der Panzerflotte für ie Operationen in den nördlichen Meeren vorbe⸗ eitet werden. Waßfhington, 22. März. Der oberste Ge⸗ ichtshof der Vereinigten Staaten hat die consti— utionelle Natur der unlängst vom Congreß ange⸗ ‚jenommenen Gesetze zur Unterdrückung der Viel— veiberei, welche den Polygamisten das Wahlrecht jehmen, bestätigt. Diese Entscheidung beseitigt das )aupthinderniß in der Inkraftsetzung dieser gesetz⸗ ichen Verfügung in Utah. P S Lokale und pfaälzische Nachrichten. *1 Schnappach, 28. März. Die Samm⸗ ung dahier für die Hinterbliebenen der auf Grube Famphausen Verunglückten ergab die Summe von 186 Mtk. 25 Pfg. — Die diesjährigen Divisionsmanöver ollen in der Pfalz stattfinden. Wie die „Pf. Pr.“ vissen will, gehen die Manöver in der Nahe von dirchheimbolanden vor sich. — Speyer, 25. Maͤrz. Die Nachricht, daß den nach München entsendet gewesenen Aus— huß; Mitgliedern des Vereins zur Erbauung der iesigen Gedächtnißkirche, Herren Konsistorialrath disch und Bürgermeister Süß, die Erlaubniß zu iner Kirchen⸗Kollekte im ganzen Königreich ertheilt vurde, ist unrichtig. Wohl haben die Herren ihre zZitte der königl. Staatsregierung vorgetragen, von iner Zusage oder gar Erlaubniß kann jedoch vor⸗ äufig noch keine Rede sein. Hoffentlich wird der kollekte die aberhöchste Genehmigung nicht versagt derden, welcher alsdann auch eine solche für ganz Deutschland nachgesucht werden wird. — Speier, 26. Marz. Wie die „Sp. Zig.“ rfährt, ist Herr Friedrich Ludwig Koönig, der äl—⸗ este pfälzische Notär zu Obermoschel, in seinem 79. Lebensjahre gestern Morgen unerwartet und anft entschiafen, nachdem er sein Amt mit Hilfe einer drei Sekretäre bis zu seinem Ende mit sei⸗ ener geistiger und körberlicher Rüstigkeit verwaltet vatte. Schönen den Brief zurück mit der eigenhändigen Randbemerkung: Platterdings unmöglich! Die Mitgift, welche der Herzog von Bedford seiner Tochter, nunmehr Gemahlin des Sir Edward Malet (britischen Botschafters in Berlin). zegeben hat, beträgt 130,000 Pfd. Sterl. (8. Mill. Mark). Außerdem hat der Herzog die Wohnung des Botschafters in Berlin möblirt, und die Ju— welen, die er seiner Tochter am Hochzeitstage über⸗ reichte, haben einen Werth von 200,000 Mark. F Troppau, 27. März. In der Nacht auf den 27. Maͤrz sind im Bettina⸗Schachte der Dom⸗ zrau⸗Ornauer Bergwerksgesellschaft bei Dombrau in Schlefien in Folge einer Gasexplosion 40 Berg- Urbeiter verunglückt. Es ist noch unbekannt, ob dieselben alle todt sind. Rotterdam, 25. März. Am 23. April wird hier eine großartige Verhandlung gegen die des fünffachen Giftmordes beschuldigte Maria Tatharina Swanenburg, Ehefrau des Johannes dan der Linden ftattfinden. Die Angeklagte hatte einen jungen Mann, ein fünfjähriges Kind und eine aus drei Köpfen bestehende Familie mit Ar—⸗ senik vergiftet. Bei allen diesen Mordthaten war zemeine Habsucht das treibende Moment. F Paris, 26. März. Den 24. und 26. März wurde Madagascar von einem Wirbelsturme heimgesucht. Das Kriegsportschiff „Oise“, der ranzösische Dampfer „Argo“ und die amerikanische Barke Sarah Hubbart“ sind untergegangen, 19 Versonen sind dabei umgekommen. 4 Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten während der letzten 8 Monate zeigt, wie aus Newyork geschrieben wird, eine erhebliche Verminderung gegen das Vorjahr. Deutschland partizipirt an der Einwanderung der letzten acht Monate mit 68,660 gegen 90,603 in der gieichen Periode des Vorjahres und Oesterreich⸗ Ungarn mil 357399 gegen 6400, während die Schweiz nich aamentlich aufgeführt ist. Nur Irland hat eine kleine Zunahme aufzuweisen. — Die Telegraphenverbindung zwischen Macon und Chalon⸗sur-Saone war 4 Tage lang unterbrochen. Wie die Untersuchung ergab, gehl der Draht in Macon durch den Keller des Steuer⸗ imts und versperrte gerade den Eingang in ein Rattenloch, dessen Bewohner zur Wahrung ihres Hausrechts den Draht abgenagt hatten. (Amerikanisches.) In einer Hart ˖ 'order Apotheke spielte sich neulich die nachslehende Scene ab. Ein Mann tritt ein und ruft dem Flerk in größter Hast die Worte zu: „Um des »immelswillen, das stärkste Mittel gegen Kopf- chmerzen, so schnell Sie können!“ Der Clerh pringt auf, ergreift die Flasche mit doppeltem Am⸗ noniak⸗Geist und hält sie dem Manne vor die Nase, velcher, ohne selbst zu wissen wie, ein Paar so zewaltige Athemzüge daraus thut. daß ihm für ein ßaar Augenblicke die Sinne vergehen. Als er vieder zu sich kommt, ist das Erste, was er thut, daß er dem Clerk eins mit der Faust auf den Kopf dersetzt. „Haltet ein“, ruft dieser zur Seite shprina⸗ end, „Sind Ihnen etwa Ihre Kopfschmerzen niq vergangen?“ — Zum Teufel mit meinen Kopf schmerzen“, brüllt ihn der Andere, sich die Thränen abwischend, an, „wer spricht denn von meinen Kopfschmerzen ẽ?. Vteine Frau ist es, welche di— Kopfschmerzen hat!“ F. Die Fahne des Kongo⸗Staates sol bekanntlich blau mit einem goldenen Stern in Centrum sein. Die englischen Missionäre haben ermittelt, daß die blaue Fahne mit dem goldenen Stern schon die nationale Fahne des ehemalige Kongo · Königreiches gewesen ist, das nach den An gaben der Reisenden des 16. Jahrhundert zu dies⸗ Zeit eine gewisse Bedeutung hatte. Warktberichte. e Ensheim, 26. Marz. (Viktualienmarkt.) Buti⸗ per 2/3 Kilo 1M. 10 Pf. Kier per Dutzend 70 yf Kartoffeln per 50 Kilo 6 M. 20 pf. zur die Redaltion verantworilich F. X. Demege Die Fabrikation und der Versandt der Emse Pastillen ist ein Geschäftszzweig, welcher vielen Ar beitern, besonders während des Winters, Beschäf tigung bietet. In dem Etablissement der „Köni Wilheim's⸗Felsenquellen“ — deren Fabrik dur⸗ eine Bleiplombe von anderen zu untersche iden — werden hunderttausende der bekannten Schach teln fertig gestellt und hat die Direktion di e lobenz werthe Einrichtung getroffen, daß die Eindampfun— der Wilhelmsquelle, die Präparation des so ge wonnenen Salzes u. die Fabrikation der Pastillen von Jederma un besichtigt werden kann. Aus vollster Ueberzeugung. Herrn W. H. Zickenheimer in Main. Im Interesse aller Halt und Brustleidenden halte ich es für meine Pflicht, unaufgefordert auszu— —DD Fabrik, welcher ich von Kaufmann Balsen hier beziehe, sich in meiner Familie als ein vor treffliches Hausmittel bei Husten, Hals- und Brustleiden bewährt hat. Di— Wirkung des Trauben-Brust⸗Honigs war oft eine geradezu überraschende und selbst bei hartnäckigen Uebeln trat schon nach kurzem Gebrauche eine wesent liche Linderung ein. Ich kann daher den angenehmen Saft aus vollste— Ueberzeugung auf das Angelegentlichste empfehlen. Erfurt, den 8. April 1883 Dr. Vorbrodt, Stadtschulrath. Der rheinische Trauben-Brust-Honig ist stets ächt zu haben in Sit Ingbert bei J Friedrich; in St. Zohaun bei F. P. Vudenhöffer F und R. Maginot; in Blieskastel bei Apotheler Ziedenhofer. Todes-Anzeige. Freunden, Verwandten und Bekannten die schmerzliche Nach- richt, daß unser lieher Gatte. Vater, Bruder, Schwager und Onkel 51 Jahr alt, nach längerem Leiden heute Morgen 4 Uhr sanft verschieden ist. St. Ingbert, Metz und Hochspeyer, 28. März 1886. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 3 Uhr statt. Interessanteste Wochenschrift für das grbildeie Publikum. Deutsches Montags-Blatt. Diese durch und durch originelle litt erarisch⸗politische Wochenschrift, welche die de vorragendsten deuischen Schrisisteller zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvt geschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, litterarischen und kunflle schen Strebungen unfserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Ersche aung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im Deutschen Montag o⸗Blatt inpaͤrteiische und erschöpfende Behandlung, während die gesellschaftlichen Zustände der Gegen vart in elegantester Form iteressante Veleuchtung erfahren. Velletristische Feuilletons w dumoresken sorgen fur die Unterhaltung der Leser. 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Octobor Pruck und Berlag von Fo X. Demeß in Si. Inabert Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. A et. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmalr: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnmtag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltumgb⸗ Iatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljiährlich 1 4 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließlu d A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespallene Garmsndzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — Volitische Uebersicht. Nach der Publikation des Gesetzes über die dampferSubvention wird, wie die „Nat. zig.“ erfahrt, behufs Ausführung desselben als⸗ aid die darin vorgesehene engere Submission der gewerber um die einzurichtenden Dampfer⸗Linien usgeschrieben werden. Ob beide Hauptlinien, die stasiatische und die australische, einem einzigen, der ob sie zwei verschiedenen Unternehmern über⸗ ragen werden, das ist noch zweifelhaft. Als Be⸗ berber gelten der Norddeutsche Lloyd in Bremen, ine mit dem Sitze in Hamburg zu errichtende zesellschaft, bei welcher Herr Woermann betheiligt st. ferner Herr Sloman, der jetzt eine nicht sub— jentionirte Dampferverbindung zwischen Hamburg ind Australien unterhält; doch dürfte leicht noch iner und der andere Bewerber dazu kommen. Die fahrten sollen binnen Jahresfrist beginnen. Die „Morning Post“ sagt aus Anlaß des otburtstages des Kaisers Wilhelm: „Kein Monarch hat beständiger sowohl regiert s geherrscht. Selbst Fürst Bismarck muß seinen aiserlichen Gebieter überzeugen, ehe er dessen Ge⸗ ehmigung erhalten kann. Der Kaiser Wilhelm at niemals für einen Augenblick aufgehört, eine ntschiedene und mächtige Individualität zu besitzen. zn seiner Gegenwart ist selbst Otto von Bismarck zur der Minister des Königs. Der Kaiser bean⸗ zrucht nicht, in seinen Ansichten originell zu sein; s ist niemals sein Ehrgeiz gewesen, seine Launen sem Staate aufzubürden. Er hat offen und huld⸗ eich die unschätzbaren Rathschläge seines großen dathgebers anerkannt. Aber stets erwägt ser diese dathschläge, und gibt ihnen niemals blos seine ormelle Zustimmung; doch wenn er sie nach reif⸗ ichem Bedacht genehmigt hat, dann sieht er mit estem Enschluß auf ihre Ausführung.“ gum Bisssmarckfonds wird von Comits⸗ niigliedern mitgetheilt, daß die Gesammtsumme aicht 11700,000 Mk., sondern 600,000 Mt. mehr, iljo 23300,000 Mk. beträgt. Graf Herbert v. Bizmarck werde, so hieß s betanntlich vor einigen Tagen, an dem 70. Ge⸗ urtstagsfeste seines Vaters in ganz besonderer Veise ausgezeichnet werden. Jetzt verlautet, diese luszeichnung werde in der Verleihung des Titels ,Prinz'“ mit dem Prädikat „Fürstlicher Gnaden“ in den ältesten Sohn des Reichskanzlers bestehen. — Unter denen, die an dem Festtage dem Reichs⸗ anzler ihre Glückwünsche aussprechen werden, wird ich auch eine türkische Deputation befinden, die in urzem von Konstantinovel nach Berlin abreist. Der Verein der Lehrer höherer Unterrichtsanstalten in Berlin beschäf⸗ icte sich in seiner lezten Sitzung (am 23. d. M.) nit dem bekannten Separatvotum des Domherrn dr. Perger. Nach längerer Diskussion wurde olgende Kesolutiden angenommen: „Der kürzlich erstattete Bericht der Untertichts- dommission des Abgeordnetenhauses über die Pe⸗ ition von Lehrern höherer Unierrichts-Anstalten nthält ein von einem Mitgliede abgegebenes und vurch die Zeitungen weiter verbreiteies Separat⸗ otum, in welchem der Anspruch dieser Beamten⸗ dakegorie auf Gleichsteliung mit den Richtern ersier instanz in Rang und Gehalt als unberechtigt be— Samstag, 28. März 1885. — 20. Jahrg. zeichnet wird. Der Verein von Lehrern höherer Anterrichtsanstalten Berlins hält es für unter seiner Würde, die einen ganzen Stand in beispiellos ge⸗ ässiger Weise beleidigende Motivirung dieses Votums u widerlegen und wird fortfahren, die Erreichung einer von maßgebender Stelle mehrfach als berech⸗ igt anerkannten, bisher aber aus finanziellen Grün⸗ den noch unberücksichtigt gebliebenen Wünsche zu xstreben.“ liebte Regierungsrath v. Welser im Ministerim des Innern. Berlin, 24. März. Der Kaiser hat an einem Geburtstage die Generale à la suite Graf dehndorff, Fürst Radziwill und Graf Waldersee zu Beneraladjutanten ernannt. — Aus Konstantinopel vird der „Pol. Corr.“ gemeldet, daß die rürkische Deputation, welche sich im Auftrage des Sultans aach Berlin begeben wird, um den Fürsten Bis—⸗ marck zu seinem 70. Geburtstage zu beglückwünschen, zugleich dem deutschen Kronprinzen und dem Reichs⸗ lanzler den Nischau-⸗Imiaz⸗ Orden überbringt. Berlin, 24. März. Der „Reichsanzeiger“ neldet: Der Kaiser sprach durch Minister Maybach allen bei dem Rettungswerk in der Grube Camp⸗ hausen Betheiligten für die Hingebung und muster⸗ hafte Haltung seine allerhöchste Anerkennung aus, und bewilligte zur augenblicklichen Linderung der Noth und Beihilfe dreitausend Mark für die Hinter⸗ hliebenen der Verunglückten aus seiner Chatulle. Berlin, 25. Maärz. Der Kaiser empfing heute Nachmittag den Fürsten Bismarck zum Vortrag. Berlin, 25. März. Wie versichert wird, jat England die Einverleibung der Samoa⸗Inseln zurch Neuseeland als vertragswidrig zurückgewiesen and seinen Beamten entsprechende Befehle zugehen lassen. Ueber das Treiben der Anarchisten n PittsSburg wird von dort unterm 9. d. N. berichtet: „In unserem Kohlendistrict haben eute sieben Achtel der beschäftigten Bergleute, deren Zesammtzahl auf ungefähr 12,000 veranschlagt hird, die Arbeit eingestellt, und von allen Seiten yerden Befürchtungen laut, daß es ohne gewalt⸗ hätige Ausschreitungen nicht abgehen wird. Der inarchistenflügel der hiesigen Socialistenpartei, der zach einer heutigen Meldung des „Chronicle. Tele⸗ raph“ in den letzten Tagen große Rührigkeit ent⸗ altete, wird sich denn auch kaum die Gelegenheit nigehen lassen, einen kleinen „Putsch“ zu insce⸗ liren. Unsere Geheimpolizei, weiche dem Treiben er Anarchisten die größte Aufmerksamkeit widmet, rklärt, daß sich unter den 1800 Socialisten hiesiger Ztadt thatsächlich kaum ein Dutzend wirklicher Arbeiter befinden; die überwältigende Mehrheit der Umstürzler“ rekrutirt sich aus den täglich hier inwandernden Elementen, welche sich in ihrem gaterlande unmöglich gemacht und hier nur dann icbeiten, wenn sie durch die bittere Noth dazu ge⸗ wungen werden und wenn ihre Schnorrer“⸗Künste iicht mehr verfangen wollen. Bei alledem ist jedoch ie Organisation in stetem Wachsen begriffen und ordert die stete Wachsamkeit der Behörden heraus. dem oben erwähnten Blatte zufolge sollen hier ind in unserer Nachbarstadt Allegheny City 14 Inarchisten⸗, Gruppen“ bestehen, unter deren Füh— ern zwei im mittleren Alter stehende ledige Frauen⸗ immer, Namens Reno und Molke, besonders her⸗ vorragen.“ Ausland. Paris, 24. Marz. Der Marineminister wird dieser Tage die neuen Credite für den Congo ver⸗ angen, die in Folge der Abmachungen in Berlin iothwendig geworden sind. Für das erste Jahr chätzt man sie auf 2), fur die späteren Jahre auf 12 Millionen. — Das Gelbbuch über Egyp⸗ en enthält Depeschen vom 8. Januar bis zum 19. Februar und das in London am 18. März ahge⸗ chlossene Abkommen. Eine Depesche Waddington's dom 21. Marz, welche dieses Schriftstück begleitet, hebt die Thatsache hervor, daß die deutsche Regier⸗ ang, damit sie nicht eine Verantworilichkeit bei der englischen Besetzung in Egypten zu übernehmen cheine, durchgesetzt hat, daß in der Verfügung des sthedive jede Angabe, welche einschlösse, daß die verbürgte Anleihe zur Zahlung der rückständigen Unkosten der englischen Armee dienen könnte, be⸗ 'eitigt wurde. — Pierre Giffard knüpft im „Fi⸗ zaro“ an den Besuch eines Spielwaaren ˖Museums in der Rue d'Hautville nachstehende Betrachtungen: „Was die Fabrikanten vor Allem wollen, das isi, Deutschland auf dem französischen Markt zu be⸗ ämpfen. Voriges Jahr betrug das Spielwaaren⸗ Beschäft circe 12 Millionen. Deutschland aber nachte 24 Millionen, also das Doppelte, und da⸗ von lamen drei oder vier Millionen über unsere Zrenze, während wir uns noch selbst genügen ollten. Auch die unermeßlichen Absatzgebiete, die Deutschland zu unserem Schaden an sich gerissen Jat, namentlich England und der Orient, beschäf⸗ igen unsere Fabrikanten. Wenn man sie fragt: „Woher kommt denn dieses Uebergewicht Deutsch⸗ sands?“, so lautet ihre Antwort, wie die der übrigen französischen Fabrikanten: Von dem nied⸗ rigen Arbeitslohn, von der Seltenheit der Strikes und endlich auch von der Leichtigkeit, mit der ge⸗ visse deutsche Fabrikanten auf den Zollstätten von Avricourt und Altmünsterol ihre Spielwaaren als Rohmaterial durchschmuggeln. Nom, 25. März. Der Osservatore“ ver⸗ ffentlicht den lateinischen Tert des am 1. Februar dom Papste an den Kaiser von Chinag gerichteten Schreibens. worin der Vapst dem Kaiser empfiehlt, Deutsches Reich. Muͤnchen, 24. März. Zur Feier des Ge— rurtsfestes des deutschen Kaisers versammelten sich orgestern Abend gegen 170 Offiziere des Beur— aubtenstandes im Ballsaal des „Hotel Roth“ zu inem Festmahl. Prinz Luitpold brachte folgenden Toast auf den Kaiser aus: „Ich wünsche, daß ie Krone noch lange das Haupt des greisen Seldenkaisers ziere, des Kaisers, welcher der Bun⸗ esgenosse unseres allergnädigsten Königas und derrn ist.“ Muͤnchen, 25. Maärz. Ueber bedeutende Jerschiebungen, welche im Ressort der inneren Ver⸗ daliung in Aussicht stünden und durch den Rück⸗ ritt des Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes, . Feder herbeigeführt würden, will ein Correspon⸗ »ent der „V. Z.“ Folgendes wissen: Auf den Josten v. Feder's, der wegen hohen Alters und kränklichkeit zum Rücktritt gezwungen ist, tritt nicht, wie man früher annehmen zu sollen glaubte, er jetzige Justizminister v. Fäustle, sondern der Präsident der Regieruung von Oberbayern v. Zgfeufer, der vor dem Amtsantritt des Ministers ». Feilitzsch das Ministerium des Innern leitete. Dder jeßige Polizeipräsident v. Pechmann soll degierungspräsident von Oberbayhyern werden. An »ine Stelle kritt der heim Köniage besonders he— den Missionären und Christen im chinessischen Neiche steis, namentlich aber in so schwierigen Zeiten, wie jetzt, seinen Schutz angedeihen zu lassen. London, 26. März. Im Unterhause ge⸗ langte heute Nachmittag eine Botschaft der Konigin zur Verlesung, wonach die Königin — angesichts der Lage der Staatsangelegenheiten und der an die militarischen Streitkräfte gestellten großen An⸗ forderungen — zum Schutze der Interessen des Keichs beschlossen hat, die Reserve sowie die Miliz reserve einzuberufen. SEokale und pfälzische Nachrichten. — Zweibrücken, 26. März. Auf das Begrüßungs · Telegramm, welches die am Samstag Abend zur Bismard-Feier versammelt gewesenen Corpsphilister hiesiger Stadt an den Reichskanzler abgesandt haben, ist bei dem Vorsitzenden der Ver⸗ sammlung, Herr Dr. Löchner, folgende Antwort Bismarcks eingelaufen: „Ber khin, den 22. März 1885. Euer Hoch⸗ wohlgeboren bitte ich, den Festtheilnehmern für die freundliche Begrüßung vom 21. ds. Mis. meinen verbindlichsten Dank auszusprechen. Bis⸗ marck.““ (3. 3.) — Jene Pferdebesitzer, welche im lau⸗ fenden Jahre Füllen auf die Sommerweide des Kreisfohlenhofes zu bringen wünschen, werden auf⸗ gefordert, ihre Anmeldungen nebst Angabe über Geschlechi und Alter der Fohlen baldigst der kgl. BeftuͤtsDireklion in Zweibrücken einzuschicken. — In Wolf stein erhängte sich Schneidermeister Johannes Faller. Geistesstörung sollen ihn zu dieser That veranlaßt haben. — das Bergwerks-Eigenthum in einem bei Mertesheim in den Gemeinden Mertesheim, Quirvheim, Ebertsheim, Asselheim und Grünstadt gelegenen Grubenfelde von 200 Hektaren Flacheninhait zur Gewinnung aller dort vorkom⸗ menden Eisenerze wurde dem Bergverwalter Karl Kratz in Dietz an der Lahn verliehen. Die neue Grube wird den Namen „Elisabeth“ führen. — Bingert, 24. März. Gestern Abend berließen drei Handwerksburschen in angetrunkenem Zustande unsern Ort. Heute Morgen gegen 6 ühr wurde einer derselben, ein Sattler aus Berlin, von vorübergehenden Bergleuten erstarrt aufgefunden und hierher zurückgebracht. Derselbe verschied nach kurzer Zeit. Augenzeugen wollen gesehen haben, daß seine zwei Begleiter den Verstorbenen mißhan⸗ delt haben. Ob derselbe den Mißhandlungen erlag wird die Obduktion ergeben. Die zwei Begleiter wurden heute durch Stalionskommandant Klein von Ebernburg festgenommen und in das Amäisgerichts⸗ gefängniß nach Obermoschel abgeführt. — Neustadt, 25. Marz. Die diesjährige Lieferung der Regie⸗Weine für die Wirthschaft auf unserem Schützenhause wurde nach sattgehabter Probe folgenden Firmen zugedacht: 1) Hrn. Julius Krafft den Faßwein, 2) Hrn. Philipp Merkel die Flafschenweine zu M. 1. — und M. 1.50 und 3 Hrn. Friedrich Bub jr. die Flaschenweine zu Ml . — und Mi. 3.—. Ueber die Proben zu4 Mk wurde kein Resultat erzielt. — Auch eine Viehreise. Am verflossenen Dienstag waren mehrere Handelsleute von Rülz— heim auf dem Viehmarkte in Neustadt. Nach Schluß des Morktes luden sie auf dem dortigen Bahnhof 16 Stück Vieh in einen Viehwagen und jeder glaubte nun, der andere werde die weiteren Schritie — das Expediren ꝛc. — besorgen. Sie damen alle wohlgemuth nach Hause, aber welch' Erstaunen — das Vieh blieb aus. Nun ging's an ein Fragen, wer die Sache besorgt, aber Keiner wußte eiwas davon. In Neustadt war nämlich, dem „L. T.“ zufolge, das herrenlose Vieh wieder ausgeladen und in den Stall des „Pfalzer Hofes“ verbracht worden. Tags darauf holte nun einer der Handelsleute das Vieh und bezahlte die ent⸗ standenen Kosten im Betrage von ca. 60 M., was ihnen für die Zukunft wohl zur Warnung dienen wird, daß jeder selbst nach dem Rechten sieht. — Ein Kirschbaum in schönster Blüthe ist auf den Besitzungen des Herrn Knöckel im Thal bei Neustadt zu sehen. — Frankenthal, 24. Maärz. Die hiesige Freimaurerloge „Zur Freimulhigkeit am Rhein“ hat beschlossen, fuür die Hinterbliebenen der in der Grube „Camphausen“ Verunglückten 200 Mk. zu penden. (F. T.) Bermischtes. F Die Firma Gebr. Stumm haͤt für die Hinterbliebenen der Verunglückten der Grube „Camphausen“ 3000 Mke. gespendet. F Trier, 24. März. Heute ließen die Erben ». Beulwitz ihre am Scharzhofberge gelegenen 8 Weinbergs⸗Parzellen hierselbst versteigern. Diese 8 Parzellen, zusammen 81 Are. 85 Meier, ca. 8000 Stöcke, sowie eine Parzelle Oedland, 9 Are 99 Meter giengen zu dem Preise von 67,000 Marl »hne Aufgeld über. Ansteigerer war der Wein⸗ domissionaäͤr Herr J. B. Klee für Herrn Gerberei⸗ besizer Koch in Wiltingen. 7Kritische Tage für Bergleute. Von Herrn Rudolph Falb erhält die „N. Fr. Pr.“ ol gende Zuschrift: „Gelegentlich der Gruben ˖Ka⸗ astrophe von Karwin erlaube ich mir darauf auf⸗ nerksam zu machen, daß dieser traurige Fall neuer⸗ dings meine Erfahrungen bestätigt, nach weichen der Auftritt gefaährlicher Gase aus dem Innern der Erde und die dadurch erfolgten Explosionen chlagender Wetter sich vorzugsweise an denselben Tagen ereignen, an welchen in Folge besonderer donstellation auch Erdbeben in groößerer Anzahl intreten. Durch hiermit übereinstimmende Zu— chriften veranlaßt, veröffentliche ich hier jene Tage, welche bei den dergmännischen Arbeiten zu beson⸗ derer Vorsicht auffordern und auf welche ich die Aufmertsamkeit der Berg ·Beamten im vornhinein lenken möchte. Es sind dies folgende Tage: um den 30. März, 12. Juni, 12. Juli, 8. Septem⸗ ber, 24. September. Meine Aufzeichnungen seit mehreren Jahren lassen über das thatsächliche Zu⸗ ammentreffen keinen Zweifel, so daß ich bereits im Jahre 1881 in meinem Buche von den Um⸗ wälzungen im Weltall mit Bestimmtheit daraus hinweisen konnte.“ F Friedrichshafen, 22. März. Dem „Schw. M.“ berichtet man: Am Dienstag, 17. d., rüh 7 Uhr 12 Min., wurde längs des schweize— rischen Bodensee⸗Ufers, zwischen Konstanz und Ro⸗ nanshorn, in Münsterlingen, Altnau, Gütingen ind Uttweil ein heftiger Erdstoß mit donnerähn⸗ ichem Getöse von Westen her bemerkt. Da dieser Erdstoß der Explosion schlagender Wetter voraus⸗ zing, welche am gleichen Tage gegen Mitternacht nn dem Schacht Camphausen bei Saarbrücken so zräßliches Unglück zur Folge hatte, möchte die Theorie eine Begründung für sich haben, daß das Auftreten geführlicher Gase aus dem Innern der Erde und die sich hieran anknüpfenden Erplosionen chlagender Wetter sich an demselben Tage ereig⸗ nen, an welchem Erdbeben in größerer Anzahl ein⸗ treten. Die Entfernung vom Bodensee bis Saar— brücken beträgt in der Luftlinie etwa 240 Km. F Stuttgart, 25. März. Das Urtheil in zem Prozesse gegen die Direktoren der Volksbanl wurde heute verkündigt. Vogel wurde zu 12, Diefenbach zu 8 und Kappler zu 3 Monaten Ge⸗ ängniß verurtheilt. F Munchen, 25. März. Eine große deutsche Kunst und Kunstgewerbe⸗Ausstellung wird für das Jahr 1886 zur Abhaltung dahier angeregt. F Das Münchener Ehrengeschenk für den Fuͤrsten Reichskanzler, die nach Entwurf und unter Leitung von Rudolf Seitz im Alelier des Goldarbeiters Karl Wiuterthaler ausgeführte Widmungstafel in kunstvoller Rahme aus Edel⸗ metallen mit Email, geht Dank der angestrengtesten Arbeiten zu rechter Zeit seiner Vollendung ent⸗ zegen. Es wird ein Produkt des Münchener feineren unstgewerbes werden, einzig in seiner Art, das ür alle Zeiten den Ruhm desselben zu verkünden zeeignet ist. Die massiv silberne Platte enthäll auf Goldgrund folgende Inschrift: Dem Fürsten Dtto v. Bismarck, dem größten Bürger des durch ihn neu entstandenen deutschen Reiches, dem er— auchten Vorbild des Muthes, der Beharrlichkeit, der Gewissenstreue, dem weitblickenden Vorkämpfer jür die Wohlfahrt der Volker, bringt zur Feier seines Geburtstages den ehrfurchtsvollsten Gruß das dankbare München.“ f Frankfurt a. M., 24. März. Die von zier aus verbreiteten Attentatsgerüchte entbehren der Amtl. Corresp.“ zufolge jeder Begründung. In der Thatsache, daß die Wachen am Samstag ind Sonntag eine kaum nennenswerthe Verstärkung erhalten hatten, erblickte die rege Phantasie eines Reporters bereits das Schreckgespenst eines geplan⸗ en Dynamitattentats, das die öffentlichen Gebäude n nicht weniger als fünf deutschen Städten zu sgleicher Zeit zerstören sollte! f Halle, a. d. S, 23. März. In de— viesigen Strafanstalt ist, wie der „Kreuzztg.“ ge. neldet wird, heute Morgen der wegen Landesdver. raths vom Reichsgericht zu acht Jahren Zuchthauq oerurtheilte Hauptmann a. D. Hentsch an einen Behirnschlag plötßzlich gestorben. * 4 Essen, 24. März. Die Frau eines Ge— chafismannes litt an Krämpfen und starb nag einem Anfall, wie der herbeigeholte Arzt bezeugte. Nach sechs und dreißig Stunden wird der Mann durch einen gellenden Schrei aus dem Sterbezimmer aufgeschreckt und findet seine Frau aufrecht in Bette sitzen. Sie war nur scheintodt gewesen und hatte Alles gehört, ohne ein Zeichen des Leben geben zu können. Schivelbein, 24. März. Nach einen der vorgesetzten Behörde erstatteten Anzeige befindel sich hier unter den zur Stellung gelangenden Mili— tärpflichtigen ein Mann, bei dem sich das Herz auf der rechten und die Lunge auf der linken Seit befindet. Der Mann wird, da er völlig diensi auglich, eingestellt, obgleich er „das Herz nicht au dem rechten Fleck hat.“ F In Miesbach hat durch die Kommission ür den Ankauf von Zuchtthieren zum Geschenke tür den Reichskanzler Musterung und Auswahl tattgefunden. Hiebei wurde ein Stamm ächten Miesbach·Simmenthaler Race, wahre Prachtexem plare (eine Bulle und fünf trächtige Kalbinnen) ungekauft. Der Kaufpreis für die sechs Thier⸗ deträgt 3000 Mark. F Der Pianoforte⸗Fabrikant Weiden slaufer n Berlin hatte in der jüngst vom Reichsver icherungs⸗ Amt berufenen Versammlung in Folge jeiner großen Anzahl Arbeiter allein fünf Stim men: Der Sitz der Berufsgenossenschaft wird vahrscheinlich Leipzig werden. FDer „Verein der Kahlköpfe“ if neben dem „Verein der Dicken“ und ‚, Verein der Dünnen“ wohl die seltsamste Spezies des vielge. taltigen Vereinslebens in Berlin. Die Kahlkoͤpfigen eierten am Sonntag ihr viertes Stiftungsfest Nach den Festliedern, die dabei zum Vortrag ge⸗ angten, scheint ein gesunder und harmloser Humor in den kahlen Köpfen zu blühen. „Die höchsien —AV »elaubt; — Drum mit der stolzesten Geberde — Tragt all' auch Euer kahles Haupt!“ So sing! »er Barde des Vereins. Uebrigens sollen die Theil⸗ aehmer trotz der Kahlköpfigkeit mit einem artigen Haarbeutel“ heimgekehrt sein. 4F Sicherheitszustände in Paris Am Freitag wurde in der französischen Haupistad' eine aus 40 Zuhältern und rückfälligen Verbrechern pestehende Räuberbande verhaftet, die über 100 Finbrüche bewaffnet vollführt hat. — Gegen Rheumatismus wird in England 'olgende Zusammensetzung als Geheimmittel ver⸗ auft. Sie soll, wie aus guter Quelle versicher vird, sich in sehr vielen Fällen als ganz vorzüglich »ewährt haben. Man mische 10 Gr. fein gepul⸗ yerten Salpeter mit 40 Gr. Oliven⸗ oder Baumd ind reibe mit dieser Mischung den leidenden Theil äglich zweimal ein. Ob man nun gewöhnlichen Salpeter, auch Kalisalpeter, (Kali nitricum, Ni- crum) genannt, oder ob man Chilisalpeter (Natrum nitric.) dazu nimmt, ist ziemlich einerlei. Beide Arten auch innerlich gegen rheumatische Beschwerden. jesonders gegen acuten Rheumatismus eingenommen. natürlich in kleinen Gaben und haben so ziemlich dieselbe Wirkung auf den menschlichen Köorper Finige Aerzte wollen gefunden haben, daß Chili— salpeler (Natrum nitric.) eine größere antirheuma ische Wirkung besitzen soll, als der gewöhnlicht Salpeter. Dr. Rademacher wendete Chilisalpetet Würfelsalpeter) sehr häufig an bei Erkrankungen des Blutes, der Athmungsorgane und des Darm kanales und ließ bei örtlichem Rheumatismus Ein— reibungen mit Liquor natr. nitrie. (aus 1 Theil Salpeser und 2 Theilen Westillirtem Wasser zu ammengesetzt) vornehmen, wodurch das Leiden seht oft rasch beseitigt wurde. Dr. Zimpel bereitete aus Chilisalpeter auf sphaghrische Weise sein Ar— canum IV, ein vielseitig wirkendes Miitel. welch alle Beachtung verdient. Die Deutschen in Algier. Die Bildung eines zweiten Regiments der Fremdenlegion in Algier schreitet schnell weiter. An Rekruten is kein Mangel. Deuischland liefert die größte Zahl. und zwar aus Württemberg, Baden und Bayern Aber auch Deutsch· Oesterreicher und deutsche Schweizen assen sich bielfach anwerben. Dieser Umstand flöß em Franzosen Bedenken ein. Ging doch ein D— 8 so weit, zu dehaupten, die Deutschen jeßen sich anwerben, damit fie unentgeltlich nach Tonking gebracht würden. Dort angekommen, ingen sie zu den Chinesen über und unterftützten Jjeselben mit ihren militärischen Kenntnissen gegen ie Franzosen. Es gibt in Algier Leute, welche in dem deutschen Fremdenlegionär einen verkappten Ferhard Rohlfs der Zukunft wittern. Fehlt es ucht an Rekruten, so fehlt es auch nicht an deserteuren. Ganze Abtheilungen entlaufen mit Zaffen und Gepädk und li⸗fern den nacheilenden ruppen und Gensdarmen förmliche Gefechte,. pobei es nicht an Todten und Verwundeien fehlt. Fast ohne Ausnahme sind diese Deserteure italie⸗ uscher Nationalität, meistens Neapolitaner und dalabresen, so daß die Deutschen kein Vorwurf trifft. die Anwerbungen unter den Eingeborenen für das neu errichtete 4. Turko⸗-Regiment gehen noch nicht recht von statten. Die Werbeunterof ⸗ iziere haben große Mühe, Leute zusammen zu inger. Kabylen und Araber sind mißtrauisch geworden. Tonking und China sind ihnen zu weit eintfernt. Es sei nur menig Beute zu holen mnd die Chinesen schössen mit vergifteten Pfeilen. F Eine Chicagoer Zeitung meldet, daß eine dortige Firma eine Bestellung auf 5,000,000 tgüchsen eingepökeltes Fleisch für die britische Armee n Egypten empfangen habe. f Eine entsetzliche Brand-Kata— drophe wird schon wieder aus Chikago signa⸗ isitt. In dem dortigen großen Langham⸗-Hotel am in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag in Feuer zum Ausbruch, welches in kurzer Zeit ——— —— Licitation. Rontag, den 15. April 1885, dachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert ader Wirthschaft von Nicolaus ztolz, berden durch den unterzeichneten, ge⸗ ichtlich hiezu beauftragten k. Notar, zie nachbeschriebenen Liegenschaften in rx Steuergemeinde St.! Ingbert abtheilungshalber öffent⸗ ich in Eigenthum versteigert, nämlich: „Plan No. 4527, 2 a 40 qm, Wohnhaus mit Hof, Gang neben dem Hause und sonstigem Zube⸗ hör, nebst Plan No. 4533, 8 a 20 qm Pflanzgarten dabei, alles ein Ganzes bildend, gelegen zu St. Ingbert auf dem Höfchen mn, der Kaiserstraße; Plan No. 4040, 28 a 60 qm Acker hinter Hobels; Plan No. 4929, 134 50 qm Wiese in der Ruhbach. igenthümer sind die Geschwister: Johann Jung, Tagner, 2. Ka⸗ jarina Jung, ledig, gewerblos, beide u St. Ingbert wohnhaft; 83. Pe⸗ er Jung, früher Bergmann daselost, eßt ohne bekannten Wohn⸗ und Auf⸗ mhaltsort abwesend, welcher den zu ?t. Ingbert wohnenden Nitolaus Stolz, Wirth zum Curator hat. Alle noßjährig. St. Ingbert, den 26. März 1888. Kemmer. . Notar. Submission derart um sich griff, daß das ganze Gebäude ein staub des furchtbar wüthenden Elements wurde. Alle Anstrengungen der Feuerwehren blieben frucht⸗ os. Leider hat eine große Zahl von Passagieren den Tod in den Flammen gefunden. Die Zahl der verbrannten Personen dürfte über sechszig betragen. hochzeit in Varzin. (28. Juli 1872). Dichtung bon Hermann Grieben. Komposition für Männer- höre von Paul Franz. — Momente aus Bismarcks Leben. Mit Bildern. — Spottdrossel. Roman von E. Vely. (Forts.) — Die Seelenfängerin. Roman don Leopold v. Sacher Masoch. (Foris.) — Bis- marck und Wilhelmine Buchholz. Mit Autograph zines Theiles des Briefes des Kanzlers an Wil⸗ helmine Buchholz. Beilage. Bismarck im heitera Bilde. — Fürst Bismards graphologische Charakterstizze. — Haus⸗ virthschaftliche Neuheiten: Bismarck zu Hause. — Bismarch-Anekdoten. — Aussprüche Bismarcks. —- Bismarcks Wappen. — Bismarck⸗Räthsel und Scherzfragen. — Bismarck-Briefkasten. Illustrationen. Bismarcd berliest die Kaiser⸗ protlamation zu Versailles, 18. Januar 1871. Für das Familienblatt gezeichnet von Anton von Werner. — Wenn ich einem Teufel veischrieben din, so ist es ein teutonischer und kein gallischer. Aus einem Briefe Bismarcks. — Des Kaisers Ge⸗ schenk zu Bismarcks 60. Geburtstag. — Bismarcks Erfrischung bei Mars la Tour. — Zur Alttacke. stach dem Gemälde von A. de Neuvilse. — Ar⸗ »eitszimmer Bismarcks in Friedrichsruhe. — Bie⸗ narck und Wilhelmine Buchholz. Aus einem Briefe des Fürsten Bismarck an Dr. Julius Stinde. — Bismarck und der Herr Geheimrath. — Von Anton von Werner. — Die Mausefalle bei Metz. -· Patriae inserviendo consumor. Ein Auto⸗ zraph Bismarcks. — Bismarck zu Hause. Statuette. — Bismarcks Wappen. — Bismarck in Kamerun. Wo steckt Bismarck. Vexierbild. — Bismarck im Voll⸗ dart. — Napoleon Alpdrücken. Karikatur von 1870 * N — — — — ñ — — — Semeinnütziges. Seife zur Reinigung von Seide. 500 Gr. dokosöl werden auf 35 Gr. C. erhitzt und mit 250 Gr. Aetznatron heiß verseift. Ferner erhitzt nan 250 Gr. weißen Venetianischen Terpentin, ügt deuselben zu der Seife und mischt gut. Nach- »em die Mischung vier Stunden bedeckt geständen jat, wird von neuem erhitzt, 500 Gr. Ochsengalle uugesetzt und gut umgerührt. Endlich fügt man uu der Mischung so viel zerkleinerte, völlig trockene oeiße Talgseife, daß das Prodult fest wird, und äßt erkalten. Ffüur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Die Bismarck-Nummer von Schorer's Za⸗ nilienblatt (Nr. 18 vom 29. März) enthält: Der herold des neuen Reiches. Gedicht von Karl Zleibtreu. (Zu dem Bilde von Anton v. Werner.) — Bismarck zu Hause. Von A. Berthold. (Höchst nteressante Mittheilungen von einem Eingeweihten.) — Mein erstes Zusammentreffen mit Herrn von gismarck. Von Gerhard von Amyntor. — Zum iebzigsten Geburtstag des Reichskanzlers. Erinner⸗ ingen von Hans Blum. (Aus der Zeit von 1867 dis 1870. — Festlied zu Fürst Bismarcks Silber⸗ IM. Auf dem Marplaztz in einem eigens dazu erbauten 100 Fuß großen Theater Grand dalon Central Franqais. sttüänstler und Künstlerinnen, Spezialitäten ersten Ranges, sowie Auftreten der Schlanugen⸗Königin. dF Sonntag, den 29. März 2 große Vorstellun gen. A Anfang der Ersten um 4 Uhr, der Zweiten und HauptVorstellung um 8 Uhr Abends. Kassen⸗Erösfunug um 7 Ulhr. Die Musik wird ausgeführt von der eigenen Oesterreichischen MusikKapelle. Breise der Plätze: Sperrsitz 1Mk. 1. Platz 75 Pf. 2. Platz 50 Pf. Gallerie 30 Pf. Kinder zahlen auf allen Plätzen die Hälfte. Montag nur eine Haupit⸗Vorstellung. Anfang 8 Uhr Abends. Die Direktion. Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Bruͤania⸗ ilber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, vird wegen eingegangenen, großen Zah⸗ nngsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ mnung der Lokalitäten AFunm 78 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälste des Werihes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann hnachftehendes außerst pracht⸗ und effektwolles Britaniafilber⸗Speijeservice, welches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist, as ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber elbst nach Jahren nicht zu unter cheiden ist AF und wird fur das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stuck Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, ö Stuck Britaniasilber Gabeln, feinfte Qualität, Stuüuck Britaniafilber Speiselbffel schwerster Qualität, Stück Britaniasilber Kaffeeldffel, massive Qualität, õ Stück Britaniasil ber Theelöffel, feinste Dualität, 1 Stucdh Britaniasilber Suppenschöpfer supersein, schwer, 1Stuck Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, b Stuck große, majssive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuück Britaniafilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solibefte gearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde für die einste Tafel bilden und kostei Alles rusammen Fonur fünfzehn Mark. — Geehrte Auftrage werden gegen Nach⸗ nahue (Postvorschuß) oder vorherige Geldeinsendung, so iange der Vorrath reicht, effeltuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. 311b erbersg, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. NB. Tausende Anerlennungsschreiben höch⸗ ter Herrschaften über die vorzugliche Zualität unserer Artikel sind in un⸗ erem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver— zffentlichen können, uͤnd liegen selbe ur aefißι nunte— X——— Die Holländische Kaffee Brennerei 4. Disquò & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten—⸗ Kaffee“ o beliebten hochfeine Mischungen: Java⸗Mischung per Pd.A 1L.20, Westindisch M. 41.40., .Menado M. „IL.b0, Bourbon M.„lI.b80, xtra fein Mocca Mmi. 2.00. jebrannt nach Dr. v. Liebig's Horschrift u. neu verbesserter Brennart, vodurch das Verflüchten des Aro⸗ na's absolut unmöglich. sträftig u. fein im Geschmack. Große Ersparniß. Nur ächt in Packeten mit Schutz narke „Eklephant“ versehen von l, 2 und !4 Pfund. Niederlage in St. Ingbert bei Frau Anna Treitz. sorgt und trauri zlickt mancher Kranke in hdie Zukunft, weil er hislang alles erfolgloe zebrauchte. 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Die Einruckuugsgebühr far die Agespalltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1b H. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimaliage herechnet. ——— XX M 64. VPolitische Uebersicht. Mit einem bestimmten Vorschlage, die Kolo⸗ en dem Deutschen Reiche nutzbar zu machen, rint soeben in einer Flugschrift der Würzburger zchriftsteller Memminger auf, indem er aus⸗ uhrt, das Deutsche Reich solle sich durch Anlage igenet Tabakspflanzungen in seinen Kolo⸗ jen von dem ausländischen Tabak und dem frem⸗ en Handel in Tabak unabhängig machen. „Welche züchsichten“, heißt es da, „gegen Amerika, England ind Holland verbieten uns, die Millionen, welche hir jührlich den unseren Handel und unsere In⸗ ustrie nach Thunlichkeit schädigenden Konkurrenten ür den exotischen Tabak entrichten, im eigenen dutzen zu verwenden und uns zugleich von fremden Narkten unabhängig zu machen? Glückt der Ver⸗ uch, die bisher vom Auslande bezogenen Tabak⸗ zxien in den Kolonien zu erzeugen, dann kann mschließend daran ein Monopol für den ins Reich ingeführten Tabak, also ein Handelsmonopol, ge⸗ haffen werden. Dieses Handelsmonopol ließe sich anz wohl mit der bisherigen Freiheit des Tabak⸗ andels und der Fabrikatiou vereinbaren, auch die isherige Att des Tabakbaues und der Tabakbe⸗ ꝛeuerung müßte deswegen keine Aenderung erleiden. Unsere Fabrikanten und Händler haben eben dann den ausländischen Tabak aus den Magazinen des ßeichs zu beziehen, statt von den Importeuren in den Hansestaädten oder von den holländischen, eng⸗ ischen und amerikanischen Märkten. Dem Reiche iele, falls es den Anbau in eigene Regie nimmt, exr Nußen aus der Produktion, sowie der vielfach voch größere aus dem Einfuhrhandel anheim.“ Großes Aufsehen erregt in Wien die Verhaf⸗ ungeines Generalstabsoffiziers, des zaron Potier, wegen des Verdachtes, militärische heheimnisse verrathen zu haben. Derselbe soll inem internationalen Kundschaftsbureau in Kopen⸗ agen Pläne von Befestigungen preisgegeben haben. ĩs circulirt das Gerücht, daß die Verhaftung Potiers nit der mitgetheilten Verhaftung eines preu⸗ e Offiziers in Flensburg im Zusammenbanq eht Die „Times“ erfährt, die russischeRegier⸗ ng habe die Concentritung von 50,000 Mann ei Balu angeordnet und den Gouverneur des daukasußs zu einem Kriegsrathe nach Petersburg erufen. In diesem Schritt erblickt die ,Times“ in Anzeichen dafür, daß Rußland enischlossen sei, ie englischen Propositionen nicht anzunehmen. dasselbe Biatt erfährt ferner, die russische Regierung sabe versucht, mehrere der großten und schnellsten dampfer der englischen Handelsmarine anzukaufen, die englische Regierung sei ihr jedoch zuvorgekommen. Daß die englische Regierung rüstet, und zwar nergisch rüstet, ist nicht zu bezweifein. Alle Direk⸗ dren der Artillerie Etablissements in Chatham haben Lefehl erhalten, sich sofort nach Indien einzujschiffen ind alle in den Magazinen besindlichen Martini⸗ vnry · Gewehre mitzunehmen. Die Panjerschiffe Mercury“, „Devastation“, „Colossus“, „Bac⸗ ante“ und „Orontes“ rüsten fich in größter Eile ut Abfahrt. Zwei Firmen in Chicago haben luftrag erhalten, neun Millionen Pfund einge— vleltes Rindfleisch fuͤr die britische Armee zu liefern mnd die Armes Company in Chicopel, Massachu⸗ eitz, hat die Herftellung von 200, 000 Sabeln —XR—— egeln der englischen Regierung als eine unschuldige Demonstration hinzustellen. Der Oberintendant der Werften, Admiral Herbert, hat eine Inspekltion der n den Englischen Gewässern befindlichen Kriegsschiffe orgenommen und der Regierung angezeigt, daß 30 Kanonenboote innerhalb Wochenfrist zum Aus⸗ aufen bereit sein könnten. Ein Haus in Sheffield, velches große Verträge zur Lieferung von Eisen⸗ haynmaterial für die Eisenbahnen in Indien mit der Regierung abgeschlossen hat, ist von der in⸗ dischen Regierung aufgefordert worden, die Herstellung des erforderlichen Materials nach Möglichkeit zu veschleunigen, da dasselbe für die indischen Grenz⸗ inien bestimmt öei. Deutsches Reich. Berlin, 27. März. Nicht nur die preußischen Vorschlage zur Abänderung der Schwurgerichtsord⸗ aung, sondern auch der Antrag auf Wiedereinfüh⸗ tung der Berufung durch Berufungskammern dei den Landgerichten soßen bei den Bundesstaaten, amentlich den süddeuischen, auf Widerspruch. Die Reform der Schwurgerichte ist nach den lebhaften PBerhandlungen, die darüber im Justizausschuß des Bundesraths statigefunden haben, vertagt, um einen inderen Entwurf auszuarbeiten. Aus Süddeutsch- and wird nun gemeldet, daß Bayern sowohl als Wurttemberg auch die Wiedereinfuhrung der Be⸗ ufung, die erst nach Ostern zur Berathuug im Zundesrath kommen wird, bekämpfen; der bayrische Minister von Feustle wolle sich zu diesem Zweck nach Ostern selbst nach Berlin begeben. Man wird es unter diesen Umständen für sehr unwahrschein⸗ ich halten müssen, daß eine Vorlage zur Justiz⸗ reform noch in dieser Session an den Reichstag gelangen wird. Berlin, 28. März. Heute Mittag fand im aiserlichen Palais die Generalversammlung der Frauen des Lazarethvereins slatt, welcher die Kai⸗ erin und die Großherzogin von Baden beiwohnten. Nach dem Vortrag des Berichtes richtete die Kai— jerin huldvolle Dankesworte an die Versammelten, welche dieselben sehend entgegennahmen. Auslaud. London, 28. März. Nach Portsmouth sind Befehle ergangen, sofort drei Panzerschiffe: vier Torvetten, einen Aviso und 17 Kanonen⸗Torpedo⸗ joote vollständig auszurüsten. Desgleichen wurde jeute nach Deventer der Befehl ertheilt drei Panzer⸗ chiffe, zwei Corvetten und alle verfügbaren Torpedo⸗ danonenboote unverzüglich für den Dienst hereit u halten. Newyork, 28 März. Die Republiken San⸗ salvator, Costarica und Nicaragua, die sich mitein⸗ inder durch einen Offensiv-⸗ und Defensivvertrag verbanden, stellen eine Armee von 20,000 Mann uuf. Die Republik Costarica stellt dazu nur 1000 MNann, weil sie das Gros ihrer Streitkräfte im igenen Gebiete behalten will, sie zahlt aber eine deldbeisteuer von 100,000 Dollars. Newyork, 28. März. Zwischen den Staaten „an Salvador, Nicaragua und Costarika ist ein Iffensiv⸗ und Defensivvertrag abgeschlossen worden. der Praͤsident von San Salvador leitet die Opera⸗ innen gegen Barrios. aerrw nfälzische Nachrichten. Q St. Ingbert, 29. Maärz. Der gestrige Abend vereinigte eine ansehnliche Zahl Herren im Faf⸗ Soibfer zu ener kleine 3i8mardfeier. Dieselbe Feier verlief in würdiger, gehobener Stim⸗ nung. Durch Herrn Dr. Barthohbomae wurde uuf unsere Monarchen Ludwig und Wilhelm, die dauptmitwirkenden bei Erstehung des neuen Reiches, in mit lebhaftem Beifall begleitetes Hoch ausge⸗ zracht. In einer längeren Rede hob dann in jedrungener klassischer Sprache Herr Subr. Bar⸗ rikel die Verdienste unseres Reichskanzlers, owohl um die Begründung als um den Ausbau zes neuerstandenen Vaterlandes hervor und fanden ieine Worte und Wünsche bei der Versammlung den begeiftertsten Widerhall. Patriotische Lieder und musikalische Vorträge des Herrn S. bewirkten, daß die schöne Stimmung bis zu Ende der Sitzung ind wohl bei allen darüber hinaus andauerte. Zinen diese Stimmung noch erhöhenden Zwischenfall zildete die Mittheilung des Herrn Dr. B., daß an diesem Tag auch eine andere Geburtstagsfeier zu vegehen sei, nämlich die unseres anwesenden erehrten Reichstagsabgeordneten, Herrn O. Kraämer. kin dreimalig Hoch und allseitige Gratulation war ie Antwort auf die frohe Ueberraschung. Zum Schlusse drückte Herr De. B. den Wunsch aus, daß am Jubeltage des Kanzlers recht viele Fahnen in St. Ingbert flattern mögen, und wir schließen ins diesem Wunsche an, indem wir unsern Mit⸗ »ürgern zurufen: Am nächsten Mittwoch, am xkhrentag unseres Reichskanzlers, zeigen wir durch beflaggen unserer Häuser, daß wir dem großen Mann mit einem kleinen Zeichen unsere Achtung und Zuneigung darbringen wollen! *St. In gbert, 30. März. In der letzien Zeit wurden dahier nächtlicher weile zahlreiche diebstähle verübt. Der Polizei ist es nun elungen, die Diebe in der Person des 17jährigen J. K. und des 15 Jahre alten J. G., beide von sier, zu ermitteln. Was niet und nagellos war, sießen sie auf ihren nächtlichen Streifereien mitgehen. Nichts war ihnen zum Mitnehmen zu gering. Iußer Kleidungsstücken, Aufwaschtüchern, Putz⸗ umpen, Wäscheartikeln, Eisengeschirr hatten sie es hjesonders auf Blei⸗ und Zinkwaaren abgesehen zie fie dann in klingende Münze umsetzten. So ntwendeten sie aus einer Wirthschaft mittelst Ein⸗ zruch die zinnernen Deckel von den Biergläsern ind die Zinkeinfassung an der Einschenke. Im Bissoir auf dem Bahnhofe brachen sie einen mehrere gfund schweren Messingkrahnen ab, desgleichen 8 is 10 Pfund Bleirohr; ersteren verkauften sie zu 20 Pf., während sie das Bleirohr zu 80 Pf., an »en Mann brachten. Von einem Hause in der Blieskaftelerstraße stahlen sie einen neuen Kandel 1. s. w. K. wurde schon am 27. d. M. nach Zweibrüchen 'ns Gefängniß abgeführt, auch sein dompagnon G. war im Verhore gestaͤndig. Hoffent⸗ ich führt die gerichtliche Bestrafung die beiden vieder auf redliche Wege. — Kaiserslautern, 27. März. Die Arbeiter der Andre'schen Möbelfabrik bier haben hre Arbeit eingestellt. — Kaiserslautern, 28. März. Ein chandlicher Streich wurde gestern dadurch verübt, »daß einem sechsjährigen Mädchen in der sog. „Gifthütte“ in der Eisenbahnstraße von einem Er⸗ wachsenen so viel Branntwein zu trinken gegeben wurde, daß das arme Kind im Laufe der Nacht starb. — Bruchweiler, 26. März. Sonntag Abend den 22. März fiel der 70jährige Müller Heorg Jakob dahier aus dem zweiten Stock seiner Mühle so unglücklich herunter. daß er nach Nerlan“ hon drei Tangen versch Vermischtes. Mannheim, 27. Marz. Die Rheinische Harigummi · Waaren · Fabrik in Neckarau steht nach inem Telegramm der „F. Z.“ in vollen Flammen. Die ausgedehnten Fabrilgebaͤude scheinen vollständig berloren. 7 (6(Ein guter Magen), In einem Würz burger Gasthause wettete ein Meßfremder, er wolle 25 hartgesottene Eier auf einen Sizt verzehren. Die Weile wurde angenommen und von dem Meß⸗ mann auch gewonnen. Derselbe erbot fich sogar noch weitere 15 Eier zu den bereits verspeisten zu essen, worauf jedoch nicht eingegangen wurde. —An die Wand genagelt.) In der Schelter'schen Wirihschaft in Nürnberg am Obst⸗ markt, ließ sich dieser Tage ein Drehorgelspieler zegen ein Enigelt von 50 Pfennig mit einem durch das Ohr geschltagenen Nagel eine viertel Stunde lang an die Wand festnageln. pDusseldorf, 26. März. Hierselbst hat sich jüngst auf einem eleganten Ball ein tragikomi⸗ scher Vorfall abgespielt. Es war während eines flott aufgeführten Rundtanzes, als mehrere Paare plötzlich ͤber einen auf dem glatten Boden liegen⸗ den, ungefügigen, durchaus nicht zur Sache ge⸗ hörenden Gegenstand stolperten, wobei ein zierliches damchen fast ein Beinchen gebrochen hätte. Einer der Herren machte einen kühnen Griff und in seiner Hand schwang er hoch das rasch erfaßte Tanzhin⸗ derniß. „Hat vielleicht eine der veehrten Damen —?“ Er vollendete die beabsichtigte Frage nicht, denn inzwischen hatte er erlannt, was er in der Hand hielt: es war die Hälfte eines alten, schauderhaft abge⸗ nutzten Sophakissens. Man wich entsetzt nach allen Seiten hin aus. Da ertönte plötzlich ein halber⸗ flickter Aufschrei, und in die Arme einer Freundin sank, einer Ohnmacht nahe, ein Fräulein, von dessen rosigen Lippen die Umstehenden die stoßseufzerartig Ma— Ii Judich wird den Angeklagten er⸗ Vertragsmäßzige — öffnet, daß sie bei unentschuldigtem Aus⸗ Wiederversteigerung. hleiben auf Grund der vom Landwehr⸗ hezirkscommando Zweibrücken unterm 25. März 1885 in Gemäßheit des z 472 R.St.⸗P.O. abgegebenen Er— lärung werden verurtheilt werden. St. Ingbert, den 28. März 1885 Der Amtsanwalt imekgl. Amtsgerichte St. Ingbert: gez. Cantzler. Zur Beglaubigung: Der kgl. Gerichtsschreiber. Krieger, kgl. Sekretär. Bekanntmachung. Wegen der Saatzeit sind die Feld⸗ auben eingeschlossen zu halten und zwar vom 31. März mit 10. Mai nächsthin. St. Ingbert, den 30. März 1885. Das Polizei⸗Commissariat Eckerbhbein. hjervorgebrachten Worte „Meine Tournure“ ver⸗ rahmen. Die Unglückliche hatte der bekannten zäßlichen Mode ein schäbiges Sophakissen geopfert und die also improvisirte „Tournure“ leichtsinniger Weise nur durch zwei Stecknadeln an einem Unter⸗ rocke befestigt. Die hopsende Bewegung des Tanzet ockerte allmählig das boshafte Ding, bis es schließ⸗ lich zwischen die Füße der schönen Tänzerinnen, sowie der befrackten und uniformirten Tänzer ge— rieth. — Der Andrang von Fremden nach Berlin zum Bismarck-Jubiläum wird ein ganz gewaltiger verden. In allen größeren Gasthöfen sind die Zinmmer bis unter das Dach hinauf längst voraus⸗ bestellt. Von einem großen Gasthofe wird der „Nat.⸗Ztg.“ erzählt, daß er sich mit Feldbeitstellen »ersehen hat, um zur Noth Massenquartiere auf Fluren und in den Speisesälen einzurichten. Ohne einen bestimmten Anhalt zu haben, rechnet man auf venigstens 1000 Deputationen aus allen Theilen Deutschlands, Deputationen von durchschnittlich fünf Otitgliedern, so daß allein 5000 Abgesandte nach Berlin kommen werden. Dazu eine ungeheuere zahl der großen und Vornehmen des Reichs, dazu zie Schaulustigen aus der engeren und weiteren Umgebung Berlins, so daß Berlin voraussichtlich nehr Fremde hier sehen wird, als zu irgend einer Zeit seit dem Einzug der Truppen im Jahre 1871. m Kreise Gerdauen: Ein 86jähriger Greis un ilter Junggeselle, au Geist und Korper noch voli ungebrochen, der zweifellos der einzige noch —* Ritter des Eisernen Kreuzes erster Klasse aus jenn ruhmreichen Zeit ist. Als Jugendfreund des Fehd. marschalls Grafen v. Wrangel erwarb er sich diese hoh⸗ Auszeichnung als junger Offizier bei dem damalige, —ADD Regiment. tSeltsame Geschichten berichtet de Telegraph aus der österreichischen Hauptstadt. Man zat oft gesagt, der Orient beginne an der Ring mauer Wiens. Das scheint thatsächlich manq Begründung zu erfahren. Im neuen Wiener Rath. jause wurden die Hauptbücher des Steueramt, gestohlen. Bisher ist eine Spur von dem Thäte ider den unersetzlichen Büchern nicht aufgefunden — In einem in Wien residirenden Fürftlichen dause wurde jüugst eine große Defraudation en. heckt, Die Schadensumme soll eine halbe Million Bulden erreichen. Der Defraudant, welchert 45 Jahre in den Diensten des Fürstlichen Hauses ge tanden hat, starb vor zwei Wochen. Die verun— reuten Beträge hat er im Börsenspiel verloren. Die Gelder sollen übrigens nicht dem Fürstlichen HDause, sondern Privaten gehört haben, welche dor dieselben deponirt hatten. Diese beiden Mitthel— ungen, die in ihrer lakonischen Kürze ungemein biel sagen, geben in der That jenem oben ange führten Urtheil nur allzu große Berechtigung. balr die Redatt'an veranip * F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer „Belgenland“, Kapitän Beynon, welcher am 14. März von Antwerpen ab⸗ sing, ist am 26. Marz wohlbehalten in New ⸗NYor ingekommen. F(Die Veteranen der „großen Zeit“.) Es ist in letzter Zeit so vielfach die stede gewesen von den nur noch so spärlich hertretenen Veteranen, speziell den Rittern des Fiseruen Kreuzes aus den Befreiungskriegen. So ei auch eines alten ehrwürdigen Herrn Erwähnung gethan, der, im fernsten Winkel Ostpreußens lebend, wohl bereits seit Jahr und Tag als ein Unicum dastehen dürfte. Es ist dies der Major a. D. und Rittergutsbesitzer von Wernsdorff auf Truntlack — — Nur 326 Mk. pro Quartal. VBon RNah und Fern““, Familienblatt mit werthvollen Kunstblättern von 16 Drucdheiten wöchentl. „N. Berl. Fliegende Blätter“ ein reich illustr. humor. Wochenbl. wochentl. Eine „Modenzeitung“, mit Schnittmuster ⸗Beilagen, monatlich. Eine Zeitung f. Landwirthschaft u⸗ Garteubau“! 2 mal monatlich. Fine Hausfrauen⸗Zeitung“, z. Belehrung u. Unterhaltg. 4 mal monailich. Ein Verloosungsblatt“, betr. Staatspapiere, Priorit. Anle henslse. rc wochtl. Jiefe vechs ßeilagen werthvollster und gediegenster Irt erhalten die Abonnenten der Berliner 60 „Neueste Nachrichten gratis. Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu den gelesensten Tagesblättern des deutschen Reichs. Sie verdantt diese stets wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem ihrer bewährten F vpollkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachrichten enthalten bei täglichem Erscheinen (außer Montags): Ausfübrliche politische Mittheilnugen, objectiv nebenbei Wiedergabe interessanter, MPieinungsäußeruugen aus der Prefse aller aricien.grachrichten über Theater, Musik, Kunst, Wissen⸗ schaft; Gerichtshalie; lokale Nachrichten. — Spannende Nomane. — Zorgfältige Börsen⸗ und Handelsnachrichten. — Bollständiges Ferüter Eoursblait. — Lotterielisten. — Amtliche Nachrichten. Von den bben bezeichnelen 6 Gratis⸗Beilagen ist in Form und In⸗ halt das belletristische UnterhaltungsBlatt 6 Pon Rah und Fern mit werihvollen Illustrationen, novellistischen Beiträgen aus der Feder der renom⸗ mirtesten deutschen Autoren, wissenschaftlichen Effais und den mannigfachen Bei⸗ gaben zur Unterhaltung und Belehrung ein Familienblatt ersten Ranges, welches einen bleibenden Werth fur den Kreis der Familie besitzt. Abonnement der Neneste Rachrichten“ inclusive obige 6 Beiblätter pro Quartal nur 8,28 Mk. nehmen alle deutsche Postanstalten entgegen. Der in diesem Quartal im Feuilliton der „N. N.“ erscheinende span⸗ nende Original⸗Roman Im grauen Thurm“ wird, soweit er bisher er⸗ erschienen, den neuen Abonnenten der „N. N.“ gratis u. franco nachgeliefert. gaxInserate haben bei der großen Verbreitung des Blaties die denlbar aunstiasie Wirkuna. Samstag, den 18. April 138335, Nachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Daniel Baumann (Café Oberhauser), werden gegen Rudolf Munzinger, Bierbrauer, in St. In gbert woh⸗ nend, wegen Nichtbezahlung des Er—⸗ werbspreises vertragsmäßig wiederver⸗ feigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 4328 und 43235, 163 Dez. — 55 a 50 qm Acker im Rodt neben Bäcker Hager und Michael Haas; Von Plan Rr. 4377, 4378, 4379, 4380 und 4381, 172 Dez. — 58 a 60 qm Acker im Rodt. Die Hälfte der links und rechts der Chaussee nach St. Ingbert zu gelegenen Siücke. St. Ingbert, den 30. März 1885 Kemmer, k. Notare Oeffentliche Zustellung. Vorladung der Angeklagten. ür den nach St. Ingbert versetzten J K. Studienlehrer Braun wird ine passende möblirte Jungge⸗ ellenwohnung gesucht. Gefällige IAfferten werden entgegengenommen bei Zerrn Stutzmann. Dstermontag —3 8 f an anzmusi — Quirin, Rentrisch. (Abschrift.) Folgende Personen nämlich: 1 Kaiser Nikolaus, geb. am 81 Juli 1859 in St. Ingbert, Schmelz⸗ arbeiter; 2. Stief Peter, geb. am 14. März 1861 in St. Ingbert, Bergmann, beide zuletzt in St. Ingber wohnhaft gewesen, derzeit ohne be— kannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort abwesend, Reservisten, werden hiermit borgeladen am Mittwoch, den 6. Mai 1885, Vormittags 8 Uhr, bei dem kgl. Amisgerichte dahier in dessen Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗ mit daselbst zur Hauptverhandlung über die gegen fie erhobene Anklage wegen unerlaubter Auswanderung nach Ame⸗ rika am 20. Februar 1885 und bezw. am 4. März 18885 geschritten werde Das Bettfedern-Lager Harry Unna in Altona versendet zollfrei gegen Nachnahme micht unter 10 Pfund), gute neue Bettfedern für 60 Pfennig das Pfund, vorzüglich gute Sorte für 1M. 25Pfg., Prima Halb⸗ daunen nur 1M. 60 Pfg. Ver⸗ packung zum Kostenpreis. Bei Abnahme v. 50Pfd. 5pCt. Rabatt. Nur 3.226 Mk. pro Quartal. Nuixꝛ C vLe 6 8 Nopyel Starbe nigorr abrixanth. Mack, Vm a/D.) Bewahrtestes u. vollatandit maehüdliebes Stäarkemittel — ewãhrt prösate vᷣicienterung 0im Plutten u. enthaãlt alle er- orderlichen Zusatze zur siche- vn Herstennung von blendend visser, gleichmassig ateitfer a aogenannter Glanxwasche Deber5AtngdoQ — — *7 1. Druck und Verlag von F. X. Demetßz in St. Inqgbert. — 2 — 5323— 22 — *25533 532 6558 555 5532 —A — 225255 * 25 —3 533 ———— 5525* 3 —— 2 28 2 5* * 28 555 T 3 523 5 —8 53 * — g — 2* 5 0 * 28* 32 ——— S5 ** 558 558 E55 ;88327 525 * Fpte 33 —5538 * 8B32232 32 2 5 —z55 2667 57 F 22 2* — —3 23 1283 * 323 563 288* 8528 — —S28 23 8*5 5 83 22378 55 — 755552 25 — * 52 * * 524 X —X —S — 222 — 2 —A — — — —— 2 2 — * 38* 22 z685S28 555 A s8 53 37 188 * 8 5 **7 —52 2 2 22 5* 5* 53 8 —— S822 * —553* — — 533355 — 7 — 538 333—535 — 587 —5 3332522 EEBEA * 7 2 — ** . —— 25 * J 2 5553 2* * 2 — —* — 216 3538*8 53555 7 —3 ẽ 52 77 3 *3 * — —— — z2375838 — —2 32 553858* * 2535358322 23 33233252 353535 2 * * 2 2* 833* 2* x 2 — 5* 28 *5 —— — * 2 — 5 ——— 23325 28 53 55852 55 5*5 53* 338* — I* 3383 25 853328 8 52827 * 2 — s32 *. 3 *5558255 z2388358 282 588 527 833 I8 ẽ — * æ AA 33356 2E — —A — *32528 2 — 77 7333553737 32733345 * 383335 E 2532 —?“ 5 * 282 553 5 * ẽ 3336 58 225 55238 — — —ẽ —28 — 38 5 *—538 58 — — — — 6 —— 26 28 532 2 2 —5582 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Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ——— —, —⏑ —⏑⏑ ——— ——7— 7æ—— der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonmtag; 2mal wochentlich mit Unterhaltumgn⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich 1.A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 76 4, einschließli 0 Ê Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondieile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfala 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 8, Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. —— ⸗ M 65. Dienstag, 31. März 18883. 20. Jahrg. Zum 1. April 18835. DVVVV viebenzigster Geburtstag des Reichskanzlers. J kin solcher Tag ist's, der im Festge- Was er uns war, was er bis heut Nimm hin den Kranz, den Deutschland wande geblieben, Dir gewunden, Das deutsche Voll heut findet; heller Was er geschafft, gefördert und gewirkt — daß er auf Deinem Haupt, Dich ehrend, J strahlt Im Buche der Geschichte fiet's ge ruh, — Die Sonne heut im deutschen Vaterlande, schrieben, Nie hat der Lorbeer Sterbliche ge⸗ Das dankbar eine alte Schuld bezahlt. Das Wenige so reinen Namens birgt! ——— funden, Des Reiches Kanzler fliegen heut ent- Sich selbst geireu, treu seinem Herrn die ihn verdienten ehrlicher als Du! gegen, und Lenker D stehe fest im Zeit⸗ und Welt⸗ Millionen Herzen, Glüc- und Liebe And treu dem Land, dem all' sein getriebe; voll, Streben gilt, stoch lange Jahre unser Fels und Und tausend Hände fich geschäftig Fin deutscher Held, ein Kämpfer und —287 Hort, regen, ein Denker, Dir dankt Germania mit ihrer Liebe Zu spenden ihm des Dankes reichen So ist, so bleibt er Deutschlands Schirm And feiert Dich im deutschen Lied Zoll. und Schild! und Wort! Die Stunden ziehn auf nimmer müden Schwingen Fin Tag — ein Jahr zerrinnt wie Meeresschaum, —A —P bringen, Die Nachwelt findet ihre Spuren kaum. — Da naht ein Tag, den sich ein Gott erkoren, Mit weiser Hand erwählt ihn das Ge⸗ — schick — Es wird der Welt ein Genius ge— boren! Und unvergessen bleibt der Augenblick! Volitische Uebersicht. I Der Aufschub der Beschlußfassung des Bundes⸗ raths über die Dampfervorlage ist, keines⸗ wegs aus irgendwelchen politischen oder kommer— ziellen Beweggründen, auch nicht wegen Mangels mn Instruktionen für einzeine Bevollmächtigte er⸗ olgt, sondern aus einem mehr äußerlichen Grunde. MNan wollte fuür die heute Dienstag stattgehabte etzte Sitzung, in welcher sich der Bundesrath vot der Gratulation beim Kanzler vollzählig uusammen fand und auch die Minister der größeren Dittelslaaten, wie die Herren von Lutz und Turban, mnwesend waren, eine dieser „Galasitzung“ ent⸗ prechende Tagesordnung wählen und hierzu schien die Dampfervorlage, die zugleich der einzige Gegen⸗ tand ist, am geeignetsten. Rückzug des in und bei Langson concentrirten französischen Corps von 10,000 Mark vor der hinesischen Uebermacht und die Verwundung des GBenerals Negrier. Wie ein Lauffeuer verbreitete ich die Nachricht in der Stadt, und es entstand jene fieberhafte Aufregung, in welche Paris in be⸗ vegten Zeiten so leicht versetzt wird, jene wie mit einem Schlage hergestellte nationale Solidarität, ener zu äußerster Energie gespannte nationale Wille, welcher sofort und mit unwiderstehlicher Macht die Consequenzen der Sachlage zieht. Eine zanze Fluth von Gerüchten und Nachrichten ergoß sich über Paris, und auch heute noch ist es schwer, sich ein Bild der Lage zu machen. Was auch zeschehen sein mag, so viel steht fest, daß es mil der bisherigen Art der Kriegführung in China zu Ende ist. Nach einem solchen Schlage ist an die jangsame Fortführung von Operationen in dem bisherigen Style nicht mehr zu denken. Die ffentliche Meinung hat sich den ostchinesischen Wirren gegenüber dis jetzt ziemlich passiv verhalleu und deshalb hatten Regierung und Kammer in dieser Frage freies Spiei. Die Regierung hatte Zeit auf eine günstige Wendung zu warten und die Kammer fand sich ebenfalls nicht veranlaßt. dem Ministerium Ferry Schwierigkeiten zu bereiten. Das hat sich mit einem Schlage geändert. Das ranzösische Volk scheint die oftchinesische Frage selbst n die Hand nehmen zu wollen und deßhalb wird ꝛer eigentliche Krieg mit China erst jetzt beginnen. Telegramme melden uns, daß die Regierung sofort Verstärkungen nach Tongking abgesandt hat und 200 Millionen Francs von der Kammer verlangen will. Darauf ist aber weniger Gewicht zu legen, da es sich zunächst darum handelt, ob es das Mi— nisterium Ferry sein wird, das den nationalen Willen in dieser Frage ausführt. Der Bestand desselben ist offenbar aufs Höchste gefährdet und schon die heutige Kammersitzung duͤrste über sein erneres Verbleiben entscheiden. Man nennt bereits Freycinet als seinen Nachfolger. 83) Daß im Kanal oder in dessen Zugängen, owie anderwäris in den territorialen Gewässern ẽgyptens keine Feindseligkeiten stattsinden sollten, elbst im Falle die Türkei einer der Kriegführen⸗ en ist. M Daß keine der beiden letzten vorftehenden Bedingungen auf Maßregeln Anwendung finden soll, die für die Vertheidigung Egyptens nothwen- dig werden dürften. 5) Daß jede Macht, deren Kriegsschiffe zufällig dem Kanal irgend welche Beschädigung zugefügt haben, verbunden sein soll, die Unkosten einer un— verzüglichen Reparatur zu tragen. 6) Daß Egypten alle Maßregeln ergreifen soll, die in seiner Macht stehen, um die der Durchfahrt yon Schiffen Kriegführender durch den Kanal in driegszeiten auferlegten Bedingungen in Kraft zu etzen. 7) Daß beine Befestigungen am Kanal oder in dessen Nachbarschaft errichtet werden sollten. 8) Daß nichto in dem Abkommen die territo⸗ ialen Rechte der Regierung Egyptens weiter ver⸗ rürzen oder affiziren foll, als darin besonders vor⸗ gesehen ist. Diese Depesche ist von den Mächten als Basis für die in Kurzem in Paris abzuhaitende Konven- ion angenommen worden. Deutsches Reich. Die jüngst in Kours gesetzte Angabe, Graf derbert BSismarck werde am J. April „Prinz“ und „Fürstliche Gnaden“ getauft werden, hat sich, vie zu erwarten war, als ein Aprilscherz erwiesen Von der Saar schreibt man der „Nat.Lib. horr. Die Folgen des Unglücks auf der Grube Lamphausen“ find besonders verschärft durch en Umstand, daß die ältere Arbeiterschicht sich in er Grube befand. Es waren großentheils Familien⸗ iter und fast laufer Männer im besten Alter. heispielsweise haben die 24 Verunglückten, welche em Kreise Merzig angehörten, 19 Witiwen und 7 Kinder hinterlassen. Von den letzteren sind nur wei achtzehn Jahre alt, 75 noch unerwachsen. der auch die Underheiratheten hatien meisi Ange⸗ sörige zu ernähren. E hatte ein Verunglückier uus dem Dorfe Reimsbach des Kreises Merzig fich nicht verheirathet, um seinen jetzt 87jährigen Vater and seine Schwester nebst deren ghuß ernähren zu hnmen. Für solche Fuͤlle wird die Privatwohl⸗ hatigkeit auch dang noch eintreten müssen, wenn uch der dankenswerthen Erllärung bes Herrn Ninisters fur di offenilichen Arbeiten die Leistungen vs Anfallverficherungsgesehes gewährt werden. da benanne Ve ee weiches etwa 00 dinmohnct zahneisembag Opfern betheiligt, ——AX Theil seiner arbeils ühigen Männer eingebützt, so daß auch die com⸗ Dong ʒverhalimisse tief in Milleidenschaft ge⸗ jogen sind. Berlin, 29. Marz. Die Vorbereitungen für den Ehrentag des Reichskanzlers sind in zrößtem Umfang getroffen und stellen ein Fest in Aussicht, wie es großattiger kaum je begangen vorden. Schon jetzt laufen die Glückwünsche, Heschenke, Zusendungen aller Art wahrhaft massen⸗ jaft ein, und ihre Empfangnahme und Beant⸗ vortung nimmt die Umgebung des Kanzlers aufs Aeußerste in Anspruch. Der Schwerpunkt der Feier wird in dem großartigen, mit einem „Früh⸗ choppen“ verbundenen Empfang liegen, der auf Mittwoch, 1. April, von 12 dis 4 Uhr angesetzt ist. Zu demselben werden, soweit es die Raum— »erhältnisse gestatten, sämmtliche Deputationen und leberbringer von Ehrengaben und Glückwünschen ntboten, und es dürften sich dabei Hunderte von Basten zusammenfinden. Der am Vorabend statt⸗ indende Fackelzug dürfte der großartigste werden, )en man in Deutschland jemals gesehen. Man zlaubt auf etwa 10,000 Fackeeln rechnen zu müssen, ind die Polizei sieht sich in der Ueberwachung und deitung einer so umfassenden Veranstaltung einem ieuen Problem gegenüher. das ibr SEraft in Als Gruudsätze, über welche die Sue z⸗Kon⸗ erenz in Paris verhandeln foll, ergeben sich nach iner Depesche Lord Granvilles an die Veitretet Englands bei den Mächten folgende: 1) Daß der Kanal für die Durchfahrt aller Schiffe unter allen Umständen offen sein sollte. 2) Daß in Kriegszeiten eine Beschränkung der Zeit fixirt sein sollte, während welcher Kriegsschiffe eines Kriegführenden in dem Kanal verbleiben önnen; und daß weder Truppen noch Kriegs nunition im Kanal ausgeschifft werden können. ————— In Paris ist gestern Abend eine Hiobspost naetroffen, welche eine erschütternde Wirkung auf öffentliche Meinung nicht verfehu hat d vollsftem Maße in Anspruch nehmen wird. Dem ungeheuren Fremdenzustrom gegenüber sind die hiefigen Gaftwirthe in größter Verlegenheit. Von zen auf eigene Hand reisenden Neugierigen ganz abgesehen, werden allein die Deputirten von den berschiedenartigsten Körperschaften auf die Tausende herechnet. Der Bundesrath ist noch fast vollzählig hier versammelt, die leitenden Minister der deutschen Staaten werden fast ausnahmslos hier erscheinen. Auch viele Reichstagsabgeordnete werden wieder intreffen, namentlich diejenigen, die dem Central⸗ lomite angehören. Der hiesige nationalliberale Verein veranstaltet ein Festessen im „Kaiserhof“ an dem sehr viele der auswärtigen Gäste theil⸗ nehmen dürften. — Die Besetzung der Gouberneur⸗ ttelle in Kamerun wird in allernächster Zeit er⸗ vartet. Wie man hört, hat fich das Augenmerk uuf einen im Konsulatsdienst stehenden und mit jerschiedenen überseeischen Landern vertrauten üngeren Beamten gerichtet. * 2* Aus den Reichslanden. Sehr be— nerkenswerth ist eine Rede, welche von einem Elsässer zu Kaisers Geburtstag bei dem Feste der deutschen Reichsangehörigen in Wien gehalten wurde. Graf Dürckheim-Montmarktin nämlich, früher begeisterter Bonapartist, welcher etzt auf Schloß Fröschweiler, fern vom politischen deben, wohnt und der zum Besuche bei seinem Sohne, österreichischem Kavallerie Offizier, in Wien inwesend war, ließ sich in deutsch-patriotischer Weise also vernehmen: ah „Deutsche Brüder! Vorhin hat Ihnen ein Deuischer, der Amerikaner geworden, seinen Gruß jebracht. Jetzt grüßt Sie ein alter Franzose, der Hott sei Dank ein Deutscher geworden! Glauben Sie nicht, daß ich das Schoͤne. Edle und Große, wvas ich von Frankreich gelernt, vergessen habe! Da sei Gott vor — Undank kommt nie in eine deutsche Seele —, aber urgermanisches Blut fließt n elsässischen Adern und Hermann's Drachenblut fühle ich auch in den meinen rinnen, dessen Ahnen das Reichspanier getragen und die letzte Scholle zeutschen Grundes im Elsaß mit ihrem Herzblut vertheidigt haben. In einem Augenblich der Schwäche haben wir das Elsaß verloren, aber das alte Kleinod des Deutschen Reiches, das schönste Juwel in der deutschen Krone ist wiedergewonnen! Das hat unser Kaiser Wilhelm mit starkem Arm, mit festem Willen wiedergenommen, wie es schmach⸗ voll von Ludwig XIV. geraubt worden ist! Und nit gutem Gewissen sage ich Ihnen — und ich zabe es vor meinem ganzen elsässischen Volke jesagt: Es ist dem elsässischen Volke zum Heil und sum Wohl. daß es wieder ein rechtes Volk ge⸗ vorden, von dem es immer heißen sollte, es sei nicht Fisch und nicht Fleisch, sondern das alle Zeit als ein ganzes Volk gelten möge! Mein Elsaß ist klein, darum muß es sich einem großen Ganzen anschließen — dem großen, einigen Deutschen Reiche! Das müssen die Elsasser hören und müssens degreifen. (Lebhafte Rufe: Sie werdens auch!) Ddas allein kann meinem engeren Vaterlande seine gerechte Stelle im deuischen Völkerbunde erhalten und begründen, das allein kann den Benjamin zeutschen Stammes zu einem rechten Gliede der deutschen Familie machen! Aber ich fürchte, daß neine Stimme verhallen wird, wie die Stimme des Predigers in der Wüste: (Rufe: Nein! Nein) doffen wir, daß ihre Zwischenrufe zur Wahrheit werden!“ Ein Berichterstatter der „Str. P.“ fügt hinzu: „Mit tiefer Ergriffenheit hatte der Redner ge⸗ prochen und die hellen Thränen liefen über seine Wangen, während die zitternde Stimme die Wieder⸗ zewinnung des geraubten Reichslandes feierte. kine seltsame Rührung hatte sich in die Herzen aller Anwesenden geschlichen und als Graf Dürck⸗ Jeim geendet, da brach die Begeistering los und nit deutscher Wärme und deutscher Kraft erbrauste nus den hunderten Kehlen der Chor: „Deutsch⸗ land, Deuischland über Alles. Alles in der Welt!“ Aussßland. Wien, 29. März. In Kreisen, welche der ziesigen türkischen Botschaft nahe stehen, verlautet, die Pforte gedenke, weder mit England noch mit Rußland eine Allianz einzugehen, sondern im Falle eines Konfliktes dieser beiden Mächte eine absolute Neutralität zu beobachten. Verhandlungen über eine Allianz hätte bisher nicht stattgefunden, da— gegen wird angedeutet, England versuche die Zu— immung des Sultans zur Durchfahrt englischer riegsschiffe durch die Dardanellen nach dem S„chwarzen Meer gegen Zugeständnisse bezüglich Egyptens zu erlangen. Welcher Art die letzteren vären, wird nicht gesagt. Uebrigens wollen die hiesigen diplomatischen Kreise noch immer nicht an zinen anglo⸗russischin Krieg glauben. — Petersburg, 29. März: Das „Journal »e St. Poͤtersbourg“ schreibt: „Es würde zu viel zesagt sein, wollte man behaupten, daß die Ant⸗ vort Granvilles ein neues Licht auf die gegen— värtige Lage geworfen hätte. Die einzige festzu⸗ jaltende Thatsache ist, daß die kaiserliche Regierung nicht säumen werde, ihre Antwort abzufertigen und daß noch Nichts gestattet, einen ungünstigen Aus— gang der Verhandlungen vermuthen zu lassen. Vielleicht hat Hartington wegen der aus Petersburg zu Ferwartenden Antwort beantragt, am Montag nicht die Debatte über die Botschaft der Königin betreffend die Einberufung der Reserven festzusetzen. Es ist dies Alles, worauf unter den gegenwärtigen Umständen hinzuweisen uns opportun erschienen ist. WParis, 30. März. Ferry wird heute 1 Uhr die Suez-Kanal⸗Konferenz persönlich eröffnen wenig⸗ tens ist bisher keine-Kontreordre erfolgt. Paris, 30. März. Dem „Figaro“ zufolge st am Samstag der Befehl ergangen, alle vierten ZBataillone zu mobilisiren, die Freiwilligen von allen segimentern einzuberufen, und 5000 infkribirte züstenbewohner auszuheben. Paris, 80. März. Die Morgenblätter prechen sich meistens dafür aus, Energie und Kalt⸗ lütigkeit zu bewahren und des Parteihaders zu )ergessen, um der bedrängten Tongking⸗Armee Hilfe u senden. — Die verschiedenen Fraktionen der dammer find vor der Plenarsitzung zu einer Be⸗ prechung einberufen. — General Negrier wurde zum Dibvisions-General befördert. VParis, 30. März. Die „Agence Havas“ neldet: In Folge der Beschlüsse des Ministerraths st bereits von gestern Abend ab die Absendung weiterer Truppenverstärkungen an General Brioͤre '(m Gange. Der Kammer wird heute eine Kredit⸗ forderung von 200 Millionen zugehen. Paris, 30. März. Der Siurz des Kabinets ist wahrscheinlich. Ferry präsidirte um 1 Uhr der rsten Sitzung der Suezkanal⸗Konferenz. Paris, 30. März, A Uhr 20 M. Ju Folge eines )en Vorschlägen Ferry's gegentheiligen Beschlusses der Deputirtenkammer hat das Kabinet seine Demission gegeben. Paris, 30. März. General Brioere d'Isle neldet von gestern Abend 10 Uhr: General Neg— rier befindet sich in Dongson; man rechnet auf eine baldige Genesung. Oberst Herbinger ist mit einer Kolonne in Thamnoi; er konnte seine bis⸗ —RDD purde auf dem Rückzuge vom Feinde nicht beun⸗ uhigt. Herbinger wird Thamnoi und Dongson salten und dem Feinde den Vormarsch auf diesen Jeiden Marschrouten sperren. Dongson ist mit ꝛebensmitteln und Munition sehr reichlich versehen; nuch die Vorräthe in Chu reichen für jedes Be— »ürfniß aus. Vom Rothen Flusse her sind keine neueren Nachrichten eingegangen. Paris, 29. März. Eine Depesche des Ge⸗ tleral Brière aus Hanoi vom 28. d., Abends 11 ühr, meldet: General Negrier sei schwer verwundet ind gezwungen, Langson zu räumen. Die Chinesen sätten sich in drei starken Colonnen auf die fran⸗ vsischen Positionen vor Kilua geworfen, nachdem Oberst Berbinger angesichts dieser bedeutenden nu⸗ merischen Uebermacht seine Munition verschossen hatte, habe er General Brière benachrichtigi, daß er gezwungen sei, sich auf Dongsong und Thannoi urückzuziehen, der General habe alle seine Streit⸗ rafte concentrirt zu einer Aktion bei den Ausgängen jon Chu und Kep. Der Feind erscheine in immer zrößerer Anzahl auf dem Songkol doch sei zu joffen, daß das ganze Delta gehalten werden könne. Beneral Briere ersucht die Regierung, sobald wie nöglich weitere Verstärkungen zu senden. Rom, 80. März. Die Sozialdemokraten in Mantua haben unter den Landarbeitern einen Auf⸗ tand hervorgerufen. Die Vorsteher der sozialdemo⸗ ratischen Vereine und hundert Rädelsführer wurden erhaftet. Die Arbeiter haben Pflanzenreben abge⸗ chnitten. Fünf Dörfer wurden von Infanterie ind Kavallerie besetzt und die Garnison von Man⸗ ua verstärkt. London, 30. März. Die Admiralität miethete ünf große Postdampfer. die in armirte Kreuzer und Transportschiffe umgewandelt werden sollen — „Daily News“ erfährt, die Regierung empfin⸗ aus Petersburg Mittheilungen, die größer— doffnungenauf einefriedliche L8sun, der afghanischen Streitfrage gewähren als vor Kurzem möglich schien. Die russische An vort auf Granville's Depesche sei unterweqs und ihr Inhalt angeblich versöhnlich.— Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert;, 31. März. Aus dem psälzischen Dienstbotenstifte erhielten für das laufende Jahr die nachgenannten Dienst— boten dahier Präbenden und Aufmunter. ungspreise: einen zweiten Ehrenbrie nebst einer Geldbelohuung vonl Mark: Schmitt Barbara, 85 Jahre bei Herm TZaufmann J. Grewenig; einen zweiten FEhrenbrief ohne Geldbelohnung: Mayer Anna, 19 Jahre bei Herrn Restauratem B. Seiter, und Busch Christine, 15 Jahre be derrn Kaufmann Philipp Gottmann; einen ersten Ehrenbrief: Schmitt Susanna, 5 Jahre hei Herrn Kaufmann J. Uhl jr. und Fuchs Katha⸗ rina, 5 Jahre in Diensten des Hospitals. * St. Inabert, 31. März. Die in un— serer Stadt vorgenmmene Sammlunng für die bdinterbliebenen der zu Camphausen perunglückten Bergleute ergab die ansehn⸗ liiche Summe von 202 1 Martk 28 Pf. Hier— bei ist ein Beitrag der Herren Gebr. Krämer bon 1000 Mark; 835 Mark 83 Pf. wurden hier and 186 M. 25 Pf. zu Schnappbach gesammelt. Fine Summe von circa 650 Mark, welche die An—⸗ gehörigen der hiesigen Knappschaft spendeten, ist in )as oben angegebene Ergebniß der Sammlung nicht ingerechnet. *St. Ingbert, 81. März. Unser gestriger Jahrmarkt zeigte die gewöhnliche Physiognomie der siesigen Jahrmärkte: Weniq Kauflustige, matte⸗ Heschäft. — Im Eisel'schen Saale zuSchnapp »ach hatten sich am Samstag Abend eine größere Anzahl Herren aus Schnappbach, Sulzbach, Alten⸗ vald und Friedrichsthal zu einer sehr gelungenen Bismarckfeier versammelt. Toaste, Gesammt höre und Musikstücke, vorgetragen von der Berg— apelle Altenwald, wechselten im Laufe des Abend nit einander ab und gaben der Feier einen rech würdigen und patriotischen Charakter. — Die neu errichtete katholische Pfarrei Münchweiler (Dek. Pirmasens) umfaßt die Bemeinden Münchweiler und Ruppertsweiler, die von dem bisherigen Verbande mit der Pfarrei Merzalben getrennt werden. — Kaiserslautern, 28. März. Auch das Personal der Pfaff'schen Nähmaschinen ⸗Fabrif hat eine Sammlung für die Hinterbliebenen von „Camphausen“ veranstaltet. Mit welcher Bereit— willigkeit und mit welch' anerkennenswerther Theil⸗ nahme an dem Unglück des Nächsten hier Jeder ein Scherflein brachte, mag beweisen dak 268. 65 M. zusammengebracht wurden. — Die evangelische (gositive) Kon— ferenz in Hochspeier wird Mittwoch nach Ostern, den 8. April in dem Saale des Wirthes Herrn D. Häberle Vormittags gegen 11 Uhr be⸗ ginnen. Pfarrer Drescher von Alsenz hat die viblische Ansprache, Pfarrer Scherer von Speher den Vortrag über die Bedeutung und Aufgabe der inneren Mission in der Gegenwart und Zukunft mit Bezug auf die Denkschrift des Centralaus— schusses: „Die Aufgabe der Kirche und ihret innern Mission“ und mit besonderer Berücksichtig⸗ ang ihrer Bethätigung in der Pfalz übernommen — Neustadt, 28. März. Gestern Nadh⸗ nittag fiel das dreijährige Töchterchen des Schuh⸗ nachermeisters Kompter in einen mit kochendem „odawasser gefüllten Kübel. Das unglückliche Kind vurde so fürchterlich zugerichtet, daß bei seinet Entkleidung ganze Stücke Haut an den Kleidungs⸗ tücken hängen blieben. Nach furchtbaren Qualen exlag das Kind den entsetzlichen Brandwunden. — Speier, 28. März. Der derzeitige Vor⸗ itzende des wissenschaftl. Lehrerbundes Nemetia, derr Karl Diehl, hat der „Ztg.“ zufolge an die ikttiven Bundesangehörigen der Pfalz ein Zirkulat rlassen behufs einer außerordentlichen Zusammen⸗ unft, die am 27. April zu Kaiserslautern (Lokal FJänisch. Alte Pfalz, Rittersaal) stattfinden soll. ð r⸗ u, nt· i em ien ist· r· ef 9 tn 9 un vej — t 4 J⸗ re 4 VBermischtes. Ein Zeichen der Zeit! „Die Menschen wer⸗ en immer schlechter“ hört man oft sagen. Die zahlen beweisen es. Im Jahre 1869 hatte Preußen 1336 Zuchthausgefangene. Seit dem Jahre göd nahm dort die Zahl der Menschen, die Zahl er Schulen zu und die Folge davon ist, daß im sahte 1888 in Preußen 21,411 Zuchthausge⸗ angene, also um 145 weniger, als im Jahre 1869 id In Baden gestaltet sich das Verhältniß noch ngleich günstiget. Dort hat sich die Zahl der zefangenen seit dem Jahre 1881 stetig vermindert id ist deren Gesammtzahl von 2823 auf 2245 erunter gegangen; dementsprechend ist die Zahl et Straf- und Untersuchunsgefangenen von 1208 uf 800 gesunken. Wenn das so fortgeht, so iuß die Reaktion energischer arbeiten, da ja sonst nige Gefängnißhäuser überflüssig und am Ende ar in Schulhäuser umgewandelt werden könnten. In Camphausen wurden wieder 8 reichen zutage gefoͤrdert. Dieselben wurden, da sie hon stark verwest, sofort begraben. Es befinden ch jeßzt noch 5 oder 6 Leichen in den verschütteten ztrecken. — F Badissche Anilin⸗ und Sodafabrik. Der Berliner⸗Borsen⸗Kurier“ schreibt: Ein sensationeller zrozeß, den die Badische Anilin- und Sodafabrik egen angeblicher Patent⸗Verletzung für Echtrot egen die Anilinfarben ⸗ Fabrik Levinstein u. Co., sanchester, Blackley und Crumpsall, angestrengt end in erster Instanz gewonnen hatte, ist soeben in veiter Instanz durch das zuständige englische Ge⸗ icht zu gunsten der Verklagten entschieden worden. die Unkosten dieses seit Jahren schwebenden und den Kreisen der Interessenten mit großer Span⸗ ung verfolgten Prozesses betragen weit über 90,000 M. Die Kläger sind sowohl in die osten der ersten als der zweiten Instanz verurteilt vorden. Allerdings steht der Badischen Anilin⸗ nd Soda⸗Fabrik noch die Berufung an die höchste nstanz, welche in solchen Fällen das englische louss of Lords bildet, zu; allein es scheint in »hem Grade unwahrscheinlich, daß die badische abrik gegen das zweitinstanzliche Urteil die Be⸗ ifung einlegen wird, schon weil die Kosten des zrozesses dadurch eine ungeheure weitere Vermeh⸗ ung erfahren würden. München, 27. März. Die von dem ver⸗ orbenen Dr. Hermann v. Schlagintweit agelegte Sammlung von thibetanischen Manu—⸗ ripten und Büchern ist in den Besitz der Bodlei⸗ nischen Bibliothek in London übergegangen. FMünchen, 26. März. Die Miesbacher iben ihre Bismarck ˖ Spende bereits abgesendet. Jeute Nachmittag passirte der Wagen, in welchem ie fünf Kalbinnen und der Zuchtstier einheimischer dace verladen waren, den Centralbahnhof. Der dagen war mit Guirlanden und Fahnen geschmückt nnd an dessen Außenseite war eine große blaue dafel mit der Aufschrift: „Bismarck-Spende von diesbach nach Schönhausen.“ Die Thiere werden on einem Comite-Mitglied und zwei Burschen, eßtere in Oberländer Tracht, begleitet. FMainz, 28. März. Sämmilliche hiesige hosibeamten, welche den Bahnpostdienst der Hessischen udwigsbahn besorgen, haben gegenwärtig bei einem raktischen Arzte theoretischen Unterricht in der Be— jandlung durch Eisenbahnunfälle verunglüdter hersonen. Dieser Unterricht hat den Zweck, die Jostbeamten in die Lage zu setzen, bei einem Eisen⸗ ahnunfalle den Verunglückten, bis zum Ankommen praktischer Aerzie, die ersten Nothverbände anlegen u können. Auch wird ieder Postwagen bei der dessischen Ludwigsbahn das zu diesem Zwecke noth⸗ vendige Verbandzeug, chirurgische Instrumente und Dedilamente etc. mit sich führen. fBielefeld, 28. März. Gestern und vor⸗ zestern fanden hier anläßlich des Arbeiterstrikes in der Koch'schen Nähmaschinenfabrik Zusammenrot- ungen und Ruhestörungen statt. In zwei Häusern vurden Fensterscheiben eingeworfen. Das riquirirte Militär sauberte die Strahen und stellie die Ruhe bieder her. Einige Personen sind verwundet, gegen z0 verhaftet. Heute herrschie Ruhe Bielefeld, 29. März. Nachdem auf Intrag des Regierungspräsidenten v. Pilgrim wegen r vorgekommenen Ruhestörungen provisorisch der belageruͤngszustand erklärt ist, hat der Militärbe- ehlshaber uͤnd Garnisonälteste Hoeppen die voll⸗ iehende Gewalt uͤbernommen. J F Berlin, 29. Marz- Deutsche Offiziere a Neudeutschland. Von verschiedenen Saen ist Nachricht gebracht worden, daß mehrere Offiziere um einen längeren Urlaub nachgesucht und ihn er⸗ jalten hätten, um sich Expeditionen nach den an )er ostafrikanischen Küste gelegenen deutschen Kolo⸗ nien anzuschließen. Thatsächlich haben don ver⸗ chiedenen Regimentern sechs preußische Artillerie⸗ Iffiziere, welche zur Zeit auf die hiesige Artillerie⸗ ind Ingenieurschule kommandirt waren, durch jmmediatgesuch an den Kaiser ihren Abschied ge— ommen, um sich den Expeditionen des Herrn Dr. Zeters anzuschließen. Der Entschluß hierzu war ei den Hetren ungemein“ schnell gereift,die Ab⸗ hiedsgesuche fanden sehr bald die Allerhöchste Ge⸗ ehmigung und so sind diese sechs Pioniere reußischmilitärischen Geistes bereits am 24. ds. bends von hier uach Venedig abgereist. Hiermit heint aber die Zahl der auf oben erwähnte Schule ommandirten Offiziere, welche sich in den Dienst jer deutschen Kolonisation zu stellen gedenken, nicht erschöpft zu sein, vielmehr hat das entschlossene Vorgehen jener sechs Kameraden noch bei mehr dherren den gleichen Entschluß gezeitigt. Es ver— autet, daß bereits zwölf weitere Herren, welche ebenfalls zur Artillerie und Ingenieurschule kom⸗ nandirt sind, Abschiedsgesuche behufs Auswanderung ingereicht haben. Ihre Abreise ist für Anfang Mai in Ausficht genommen. Wien, 28. März. Nach neueren Meld⸗ ingen fanden in dem Bettina⸗Schachte bei Dombrau inweit Ostrau in Mähren über hundert Arbeiter ven Tod. Die Katastrophe erfolgte nach Mitter⸗ ijacht der Nacht zum Freitag durch Erplosion schla⸗ jender Wetter. Bis heute Nachmittag waren vier inddreißig Leichen zu Tage gefördert. F Der Hirtenknabe Michael Korporcsics aus 5lantnik in Ungarn hatte vor Kurzem einen efährlichen Kampf mit einem Wolfe zu bestehen. der Wolf drang, wie dem „Pazor“ berichtet wird, n die Herde und der muthige Junge lief mit den hunden hinzu und vertrieb die Bestie. Nach kurzer zeit kehrte der Wolf nochmals zur Herde zurück ind Michael sah sich plötzlich der Bestie gegenüber. Nit schwerer Mühe ließ sich einer der übrigen »irtenknaben bewegen, dem Burschen die kleine dacke, wie fie die Hirten zu tragen pflegen, zuzu⸗ verfen. Mit dieser Waffe erwartete er hinter einem zaumstamme den Wolf, und als dieser in die cdähe kam, wollte er ihm einen Schlag versetzen, raf jeddcch nur das Ohr. Das blutende Thier prang nun auf die Hinterbeine und empfing mit en Vorderfüßen den Burschen, der zum zweiten Schlage ausholte. Während der Wolf dem Burschen ie Mütze vom Kopfe riß und ihn bei dieser Ge⸗ egenheit mit dem Zahne an der Stirne streifte, ekam er einen so wuchtigen Schlag vom Burschen, vaß er zu taumeln begann. Der Bursche hieb nochmals auf den Wolf ein, und als Meister Fsegrimm Fersengeld nahm, verfolgte ihn der zursche, dem nun auch Peter Korporesics sich zu⸗ jesellte, uxd beide streckten das wilde Thier vollends niedet. fBukarest, 28. März. Ein Theil des deputirtenpalastes ist heute Nacht durch eine in Folge von Unvorsichtigkeit entstandene Feuersbrunst erstört worden. Die Archive wurden gerettet, der Zitzungssaal ist unbeschädigt geblieben. fF Ein reiches Vermächtniß.) Der in Hent verstorbene Bürger Nicaise hat der Stadt hent sein ganzes Vermögen — über eine und yalbe Million Francs — mit der Bestimmung ver⸗ nacht, daß dasselbe zum Nutzen des Volksschulun⸗ errichts Seitens der Stadt verwendet werden soll. f Eine Revolntionder Herrenmode, o schreibt man aus Paris, bereilet sich vor; die angen Pantalons werden aus dem vornehmen Zallsaale verbannt und deu Kniehosen das Bürger⸗ echt in der fashionablen Welt ertheilt. Sie wer—⸗ den aus Tuch oder Atlas hergestellt, endigen knapp inter dem Knie, wo sie mit drei Knöpfen geschlossen nerden und durch ein schmales Strumpfband mit 3toßschnalle festgehalten sind. Letztere ersetzt man uuch durch ein schwarzes Seidenband, das an der ußeren Seite in eine Schleife geknüpft ist. Dazu rägt man Strümpfe aus starker schwarzer Seide; S—chuhe aus Lack, sehr ausgeschnitten und mit kleinen zandmaschen geziert. Das Gilet kann aus schwarzer zeide oder Tuch, auch aus weißem Piqué ange— ertigt werden. Wählt man Seide, so ist es ent⸗ yeder ein kleingeblümter Brocat oder sonst ein ge⸗ iusterter Stoff. Glatt ist nicht gestattet. Zum ziqus Gilet nimmt man weiße oder Metallknöpfe; qzu ein Hemd, ebenfalls aus Piqué, sehr schmai zeschnürt, mitunter auch dessinirter Piquo, was je⸗ doch als weniger elegant gilt. Der hohe Steh⸗ kragen und die knapp anliegenden Mancheiten sind stets aus Leinwand. Das Hemd wird an der Brust mit einem, zwei oder drei Knöpfen geschlossen. Die letztgenannte Manier ist die seriöseste. Der höchste „Pschutt“ besteht darin, daß man einen einzigen stnopf aus Gold oder Diamanten trägt, und zwar in Gestalt eines Hunde⸗, Katzen ˖ oder Eulenkopfes. Häufiger jedoch sieht man zwei Knöpfe aus glatiem Bold, in Uebereinstimmung mit den drei Knöpfen )es Gilets. Die Kravatte aus weißem Batist hat eine Veränderung erfahren. — Der Frack ist sehr napp anliegend, mit engen Aermeln; die Revers je nach Geschmack des Trägers aus Tuch, Moirse, Atlas oder Sammt. Es ist den Herreu geftattet, hne Handschuhe zu erscheinen und dieselben in den SlaqueHut einzuzwängeln. Dies gilt natürlich nur für die Nichttanzenden, während die Tänzer zus Rücksicht für die Damen sich zum Anziehen. der Handschuhe bequemen müssen. Ringe sieht man hei Herren wieder sehr viel und zwar gewöhnlich wei Goldreife mit kostbaren Sternen am kleinen Finger der rechten Hand. Die Uhr wird unsicht⸗ ar getragen. Die Kette befestigt man in einem dnopfloch im Gürtel der Hose, oberhalb der linken Tasche, in welche man die Uhr hinabgleiten läßt. Bezüglich der Handschuhe ist zn bemerken, daß veißes Leder ganz abgekommen ist ; am meisten ieht man den Derby-Handschuh, perigrau mit drei⸗ acher schwarzer Naht und zwei Knöpfen. FEin Karnevalescherz. Durch die ralienischen Zeitungen läuft eine Karnevalsgeschichte, velche für die Zuschauer jedenfalls weit angenehmer var, als für den Helden derselben. Auf —einem Naskenball, welchen der Herzog von Aosta in Turin gab, erschien der Marquis Lusignan in der Maske Rigoletto's, des Hofnarren. Aber der häß⸗ iche Höcker barg eiren sehr originellen Scherz, inen elektrischen Apparat, von welchem bis zu den händen und Füßen Dräthe ausliefen, die den Mar⸗ uis in den Stand setzten, durch, die leichteste zerührung elektrische Schläge auszutheilen. Und amit kargte er nicht. Bald bot er einer Dame irtig die Hand, bald theilte er empfindliche Stöße nit der Fußspitze aus. Ein panischer Schreck rgriff die Gesellschaft, der in die größte Heiterkeit ich verwandelte, als man die Ursache errieth. Bedrängt und drängend war Lusignan⸗Rigoletio yon einer lustigen Menge umgeben, als er plötzlich aus vollen Kräften zu springen anfing und mit den Armen wüthend um sich schlug. Dabei ent⸗ angen sich seiner Brust unartikulirte Laute, die m Verein mit dem rasenden Veitstanz die Heiter⸗ eit seiner Umgebung zu tollem Gelächter erhöhten. Zlötzlich aber hörte man die in höchster Angst aus— jestoßenen Worte: „Hilfe, Hilfe!“ Einige Besonnene prangen hinzu und rissen ihm den Höcker ab, halb entseell sank der Marquis zu Boden. In Folge ines unerklärlichen Vorganges hatten die Dräthe ich verwirrt und die ganze Kraft des elellrischen · Apparates sich auf den-Träger felbst entladen. Der Marquis war so angegriffen,“ daß man ihn iach Hause bringen mußte, wo er einige Tage uus Bett gefesselt blieb. fLondon, 80. März. Price's Oelfahrik Belvedere (Kent), das größte derartige Etablisseiuent Englands, brannte gestern nieder. Der Schaden vird auf 200,000 Pfd. Sterling geschätzt. VRewyork, 26. März.“ In Buffalo ist zorige Nacht eine Musikhalle und in St. Louis die atholische Kirche niedergebrannt. Der Schaden »eträgt 250,000 Doll. Bei dem Brande in St. deuis hing ein Mann, welcher den Thurm der dirche bestiegen hatte und sich nicht mehr vor den Flammen retten konnte, mehrere Minuten lang au »er Ballustrade, bis er herunterstürzte. Er war ofort todt. Die Tausende von Zuschauern konnten hm keine Rettung bringen. F. Ueber einige interessante Episoden des blu⸗ igen Kampfes, welchen die englische Armee am 22. »s. bei Hasheen gegen die Araber zu bestehen jatte, berichtet der Spezialkorrespondent des „Daily Chronicle“ Folgendes; Ein indisches Regimen vurde wiederholt durch Hornsignale ermahni, sein Schießen einzustellen, aber die Sepohhs kümmerten ich nich um das Kommando und fuhren fort, uf's Gerathewohl zu feuern. Da die Signale pirkungelos blieben, erbot sich der Feldprediger sollins freiwillig, dem Kugelregen zum Trotz, den Zefehl zum Einstellen des Feuerns zu überbuüngen. duhia und gelassen trat der Kablan den gefübr« oollen Weg zu den Indiern hinüber an, denen er die nothwendigen Befehle überbrachte, worauf er benso gelassen nach dem Curré zurückehrte. Sein Empfang muß ihn für die Gefahren, die er ris⸗ irt, einigermaßen entschädigt haben. Betroffen von seinem Heldenmuthe, ließen die Truppen ein Hurrah nach dem andern erschallen, steckten ihre Helme auf die Bajonette und schwenklen dieselben in höchster Begeisterung. — General M'Neill, wel⸗ her die englischen Truppen befehligte, entging mit jenauer Noth dem Tode. Als zuerst Lärm ge⸗ schlagen wurde, befand er sich zu Pferde außer⸗ zalb der Zareba. Sobald er des Feindes ansichtig vurde, ertheilte er die uothwendigen Befehle uͤnd dann versuchte er über die Einzäunung zu setzen, allein sein Pferd wurde scheu und gallopirte zurück. ẽs war ein kritischer Augenblick, denn die Rebellen türmten heran und waren schon ganz dicht bei dem Generas. Glücklicherweise bemerkte der Ad⸗ jutant des Generals, Lieutenant Charteris, die Ge⸗ fahr seines Chefs und eilte ihm zu Hilfe; nicht einen Augenblick zu früh, denn die Rebellen stan⸗ den ganz nahe. Ein Araber hatte sein Gewehr nuf den General angelegt, aber der Adjutant wen⸗ )ete den Schuß ab, und sich rasch umdrehend, hieb er mit seinem Säbel einen anderen Angreifer nieder. Während er so beschäftigt war, wurde er »on einem geschmeidigen etwa zehnjährigen Araber angegriffen. Der Junge kaämpfte wie ein Tiger, ind es gelang ihm, des Lieutenants Arm mit einem Speer zu durchbohren, ehe er selbst nieder⸗ geschossen wurde! Dienustesnachrichten. Der Oberfoͤrster Pur pus in Bergzabern wurde unter Verleihung des Titels Forstmeifier pensionirt. Die Verwesung der prot. Pfarrei Limbach wurde mit dem 16. April nächsthin beginnend dem derzeitigen Verweser der Pfarrei Siebeldingen arl Osfter, übertragen. von der Gunst des Publikums“ zugleich der beste Beweis fuür ihre Wirksamkeit.. .NMillionen Schachteln Richard Brandt'sche Schweizer. pillen gehen jährlich in die ganze Welt und in fast jeder Apotheke sind diese à M. 1 vorräthig. I WMan achte genau darauf, daß jede Schachtel als Eti quett ein weißes Kreuz in roihem Grund und den Namens. zug Rich. Brandt's tragt. Fur die Redaktion veraniwortlich: F. X. Demen. Gemeinnutziges. Beförderung von Keimfahigkeit der Samen. Manche Samen müssen bekanntlich lange in de— Erde liegen, ehe deren Keimung beginnt. Es werden jur Beschleunigung derselben folgende aus der Er. 'ahrung gewonnene Mittel angegeben: Fur weiche Samensorten mische man 10 Tropfen gewöhnliche Salzsäure, für harte 15 bis 20 Tropfen mit reichlich / L. Wasser und lasse in der Füssigkeit die Samc je nach der Härte 6—12 Stunden aufweichen Dierauf baue man ihn sofort an. Rosa canin— und Ilex aquifolium oft zwei Jahre liegend, wur den im Oktober angebaut und traten bereits im März in Keimung. Auch kann man die Samen 5—10 Siunden in reines unverdünntes Glycerin legen; jedoch muß dann der Boden mäßig feucht gehalten werden. Nach Humboldt's Versuchen keimten Kressensamen in verdünnter Salzsäure bei — 16 bis 200 R. schon nach 6 bis 7 Shm— den. Dieser Forscher schlägt auch folgende Misch- ung vor: 12138 Loth Wasser, 1 Theeldffel dol Salzsäure, 2 Theelöffel voll Braunsteinkalke Getragen von der Gunst des Publikums. Jeder aufmerksame Beobachter der Volls⸗Anschauungen Sitten⸗ und Gebräuche kennt, hat schon die Bemerkung jemacht, wie häufig es vorkommt, daß auch diese einer Mode unterworfen sind und von Zeit zu Zeit wechsein sehmen wir z. B. nur die Kleidung eic,, so haben wu den deutlicsten Veweis, soweit es hier geht, daß plötzlich iine neue Mode sich der ganz besonderen Gunst des Publi— kums erfreut, geht es auf allen Gebieten. Ein Beweis aber, was die Gunst des Publikums zeißt, geben uns die bekannten und fast in jeder Familie zeute eingeführten Apotheler R. Brandi's Schweizerpillen. ßor 5 Jahren, als dieselben bei uns bekannt wurden, gielt eß denselben sehr schwer, Freunde zu erwerben. Man ekämpfte sie, indem man behauptete, sie seien werthlos cchwindel und was noch alles mehr. Wie aber stehen dies Iben heute da? Von ersten me⸗ icinischen Autoritäten als ein vorzllgliches Heilmittel gegen Störungen der Verdauung (Verstopfung verbunden mit Blutandrang, Athemnoth, Kopfschmerzen, Leber⸗ und Hä⸗ morrhoidalleiden etc.) empfohlen und gepriesen von Hundert⸗ lausenden, die fie mit Erfolg angewaudt, sind die bei Arm und Reich gleich verdreitet und beliebt und man behauptet nicht zu viel, wenn man sagt: sie sind heute getragern — 73 —JVTLALLBAI erkauft am Mittwoch auf dem Wochenmarkt lebendfrische Hechte, Karpfen, Bresen, Backfischeu.andereSorten, Feinst gewässerte Stockstsche zu den billigsten Preisen striegerꝰs Fischhandlung . Amerika. Ich befördere Passagiere mit der REd-SLinmeé ab Ant⸗ werpen bis New-Yort zu 76 Mark oder ab Luxemburg bis New⸗ Yort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäd. Hermanmn Laur, St. Ingbert. r Die Lebens⸗ und Garantie⸗Arbeiter⸗Versicherungs⸗Artien⸗ Gesellschaft Friedrich Wilhelm in Berlin, sucht thaäatige Agenten, denen auch andere Agenturen mit übertragen werden können. 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Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artikel sind in un⸗ serem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver⸗ öffentlichen koͤnnen, und liegen selbe ur geflEinsicht inunse rem Depotauf. Lebende Karpfen sind zu haben auf der Würzbacher Mühle. Bekanntmachung. De Gewinnziehung un⸗ serer Lotterie findet einge⸗ tretener Hindernisse wegen erft nach Ostern siatt. Die k. Kirchenverwaltung Tittling: M. Muagenthaler Pfarr. Vorfi Jonau Pot ra. St. Inabert. Einladung zum Abonnement auf: rosse Ausgabo: b 9 t b y Ausga bo: Nehe hphriel Dio P 601 88 uU 6. mer igien sP— ——— Seitschrift fũr leiehte und geschmackvolle Handarpete mit larbigen Originalmustern für Canevasstickerei —X Plattstich, sowvie zahlreichen schwarzen Vorlagen fũr Hakel-, Filet- Striek-· und Stickarbeiten aller Art. 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Gebhardi in Borlin, . 62 entgegen; 2 Lrobehefte franco gegen Finsendung von 20 Pr. in Briefmarkeũu. von F. Eraef in Aichach. Kacket 920nf stets frisch bei * 'zubt —M 0 Der seit 18 Jahren 0 unübertroffen bewährte rheinische Traußben-Bruft-Honig ist unter Garantie stets ächt zu haben in St. Ingbert bei J. Friedrich; in 8t. Johann bei F. P. Duden⸗ höffer und N. Maginot; in Blies- zastol bei Apothecker Diedenhofer. —XEV —— Tren uittweida. ν — — uchiacn tecnien ãùù˖Y — — rei ⸗ Aprii u. Octo. zu Zedermann; echnungon » 33, sind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeiger drug und Veriag v F. X. Demeß in e — 3—“——, —— ——— Aumttliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingber. 7 Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz: Am ontag, Viet J 7. ↄtag und GonuteC;3 Lmal wöͤchentlich mit Unterhaltung. Nat und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.AM G0 A einschließlich Trägerlohn; durch die Pok bezogen 1) 78 4, einschließliv jo ¶ Zuftellungsgebuhr. Die Einrückuugsgebühr sar die Agespaliene Sarmondteile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen —9 auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 1I3 8. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrickeng wird mur dreimalige berechnet. 2 MN66. — Donnerstag, 2. April 18885s5s. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. 1 Deutsches Reich. Berlin, 31. Marz. Der Bundesrath er⸗ heilte heute der Postdampfer-Vorlage seine Zu⸗ iimmung. Berlin, 1. April. Durch weitere spezielle Zammlungen gelang es dem Centralkomite für die zismarckspende, die Hypothek des Rittergutes zchonhausen zu tilgen. Dasselbe wird dem Fürsten gismarck schuldenfrei als Ehrengabe dargebracht verden. Berlin, 1. April. Bei dem Reichskanzler ejchien um 1010 Uhr der Kaiser an der Spitze er gesammten hier anwesenden königlichen Prinzen Kronprinz, Prinz Wilhelm zx.3 gratulirten dem Fürsten mit bewegten Wortet und üherreichten als deschenk das Bild der Kaiserkrönung in Versailles. dem Grafen Herbert Bismarck wurde der Rothe Adlerorden zweiter Classe verliehen. Darauf erschien zer Bundesrath, an der Spitze der bayerische Staatsminisier v. Lutz, das Staatsministerium, au er Spitze Herr v. Puttkammer, darauf das Comité, velches die Geschenkurkunde des Gutes Schönhausen iberreichte, darauf eine Deputation des Berliner leltesten · Collegiums, der Universität, an der Spitze dernburg. die Akademie, an der Spitze Curtius. die beiden letzten hielten Ansptachen. Hierauf er⸗ dien die studentische Deputation und viele andere uuswärtige Deputationen. Um 12 Uhr erschien die heneralität in corpore, an der Spitze General dape. Dieser detonte in einer Ansprache, daß die heneralität auf Befehl Seiner Majestäi erscheine. der Reichskanzler hob in seiner Erwiederung her⸗ or, daß die Armee es ihm ermöglicht habe, die dolitik der Kaisers durchzuführen. Rath und That nüßten sich stets zur Seite stehen; wenn er auch ꝛer Armee nicht aktiv angehöre, so empfinde er doch n seinem Herzen stets als preußischer Ofsizier. Bei ꝛem Frühstück brachte der Fürst einen Toast auf een Kaiser aus. Er habe noch nie in solcher Um⸗ tebung einen Toast auf den Kaiser ausgebracht md werde es auch nie wieder können. Rufen Sie mit mir: Lange lebe der Kaiser und hoch! General wurde vorgestern, nachdem der kgl. Untersuchungs⸗ Pape brachte einen Toast auf den Fürsten Bismarck richter an Ort und Stelle den Thatbestand feststellte, ius, der Staatsminister Mittnacht auf die Frau der Aderer und Wirth D. von Aßweiler verhaftet Fürstin, die dem Fürsten als treuester Freund zur und in das Gefängniß nach Zweibrücken abgeführt. Zeite geftanden. Studiosus Schultz toastete aaf — Kaiserslantern, 831. März. Der »en Reichskanzler; ebenso der Studiosus v. Zedlitz. Strike in der Möbelfabrik der Gebrüder Andre ist er die treue Nachfolge der Jugend Deutschlands eendet. Heute früh wurde die Arbeit wiedet auf⸗ uuf den Wegen und nach den Zielen des Reichs- genommen. anzlers verjprach. Der Fürst dankte und sagte: — Dürkheim, 31. März. Dem Hotelier kr hoffe auf die deutsche Jugend. Alle Toasten Herrn Sieber wurde letzter Tage durch den Kellner vurden mit Begeisterung aufgenommen. Zahllose Karl Zitzmann die Summe von 1000 Mk. Baar⸗ deschenke, Adressen und Glüdwünsche sind vom geld und an Werthsachen eiwa 200 Mt. gestohlen. inlande und Auslande eingegangen. Der Dieb wurde jedoch bereits in Mezz verhaftet und ist zu hoffen, daß der Bestohlene wieder in Besitz des größten Theiles seines Eigenthums gelangt. — Speier, 30. Maärz. Die Lehrkurse für pfälzische Hebammen werden zu Erlangen und Würzburg am 155 Juli ds. Is. beginnen. An⸗ neldungen zu denselben find bis zum 15. April nächsthin bei den kgl. Bezirkkämtern in Vorlage zu vringen. “ — — Ludwigshafen, 31. März. Das Besammtresultat der Bismardspende in der Pfalz ist 39,.079 Ml. 20 Pf. welche von 43,828 Per⸗ onen gegeben wurden. re Dd pfalzische Nachrichten. .* St. Ingbert, 2. April. Zu Ehren des zestrigen Jubiläumsfestes des deutschen Reichskanz⸗ ers hatten einige Privatgebäude unserer Stadi jeflaggt. Am Abend fand sodann aus Anlaß des estlichen Ereignisses in dem sehr hübsch dekorirten Zaͤlchen der Restauration Seiter eine Festkneipe statt. * St. Ingbert. 2. April. GBesitzwechsel.) Ddurch Kauf ging das an der Kaiserstraße gelegene Wohnhaus des Herrn J. Hellenthal, Bäcker und Müller um die Summe von 7500 Mark in den Zesitz von dessen Sohn, Herrn Jos. Hellenthak jr., iber. — (JI Schnappbach, 2. April. Die beiden ungen Leute von hier, welche, wie seiner Zeit ge— neldet wurde, in der, Karnevalszeit zwischen Sit. Ingbert und hier den von seiner Arbeit ruhig jeimlehrenden Mann durchprügelten, hatten sich in der gestrigen Sitzung des kgl. Amisgerichtes St. Ingbert zu rechtfertigen. Der Haupithäter erhielt drei Monate, während der andere mit' fünf Wochen davonkam. Hossentlich werden die beiden Thäter durch dies Vorkommnis eines Besseren he⸗ ehrt werdenund sich für die Zukunft eine dauernd jeilsame Nutzanwendung daraus ziehen. Für Manchen ann dies aber auch eine Mahnung sein, ruhig des Weges ziehende Leute ungefährdet passieren zu lassen. MAOmmersheim, 1. April. Wegen eines chm zur Last gelegten araven Sittlichkeitsverbrechens ernm tes. 7Straubing, 29. Marz. Die Mädchen des Dorfes Feldklirchen halten gestern ihren Beicht⸗ tag. Als sie die Kirche verließen, stürzte fich ein Bursche auf die einzige Tochter des Müllers Ammer von Gundhöring und versetzte ihr 11 Stiche, da⸗ runter 7 tödtliche. Sie verschied noch im Laufe des Abends. Der Mörder, der seinem Opfer schon in der Kirche aufgelauert hatie, ist verhaftet. ——Z — — Dienstesnachrichten. Der Oberamtsrichter Tissch in Neustadt a/H. wurde auf Ansuchen nach Landstuhl versetzt, an dessen Stelle der Amtsrichter Jelito in Kandel, zum Amisrichter in Kandel der Sekretär Haupt⸗ mann in Landau und zum dortigen Sekretär der Amtsanwalt Feldbausch in Landau befordert. oe die Redaktion verautwertiis FXvemes— — J ————— — E »ö»—»oO »o zu St. Ingbert an der Hauptsammikubikinhalt von ungefahr do cow, traße gelegene Bierbrauerei mit soll auf dem Submissionswege ver⸗ Felsenkeller, Stall, Küferei und geben werden. Branntweinbrennerei kupferne Angebote hierauf sind bis spätestens dessel, Kühlschiff mit Schoppen, 11. April nächsihin einschließlich Maischbütte, Malzdoͤrre und allen verschlossen einzusenden. ur Bierbrauerei und Branntwein⸗ 26 Man 1888 rennerei gehörigen sonstigen rns bih ιιBαα athschaften und Utensilien, sowen Ser katholische solche ihrer Bestimmung nach als Kir ch enbauverein. liegenschaftlich zu be—⸗ o. n. trachten sind; Urban Jacob, Plan Nr. 4175 (27 Dez.) 9 a Burgermeister. 20 qm Acker auf der vorderen Hobelsahnung. St. Ingbert, den 20. März 18858 stemmer, t. Notar. Deffentliche Zustellung. berladung der Angeklagten. 25. Maärz 18858 mm Gemäßheit des z 472 R. St.⸗P.O. abgegebenen Er⸗ larung werden derurtheilt werden. St. Ingbert, den 28. Marz 1885. Der Amtsanwalt am kgl. Amtsgerichte St. Ingbert: gez. Cantzler. Zur Beglaubigung: * Der kgl. Gerichtsschreiber. rieger, Sekretr (Abschrift.) sͤolgende Personen nämlich: 1. raiser Nikolaus, geb. am 31. zuli 1839 in St. Ingbert, Schmelz ⸗ ibeiter; 2. Stief Peter, geb. am . Marz 1861 in St. Ingbert, hergmann, beide zulehßt in St. Ingbert vohnhaft gewesen, derzeit ohne be⸗ annten Wohn⸗ und Aufenihaltsort cbwesend, Reservisten, werden hiermit norgeladen am Nittwoch, den 6. Mai 18385, Wormittags 8 Uhr, ei dem kgl. Amtsͤgerichte dahier in essen Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗ nit daselbst zůr Hauptverhandlung über ie gegen sie erhobene Anklage wegen merlaubter Auswanderung nach Ame- ila am 20. Februar 1885 und bezw. m 4. Marz 1885 geschritten werde. Zugleich wird den Angeklagten er⸗ afnet / daß sie bei unentschuldigtem Aus⸗ eiben auf Grund der dom Landwehr⸗ mzirlscommando Zweibrüden umerm Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Samstag, den 11. April nächft⸗ hin, Nachmittags 3 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Ddaniel Baumann (Cafe Oberhauser) verden J Lechter J Kelscstal T0Lapb— vird als wirksamstes Stärkungsmittel ür schwächliche Kinder, Frauen und steconvalescenten arztlicherseits em⸗ Johlen. Vorrätig in , und Driginalflaschen A Mk. 3,—, 1,50 und 75 Pfg. in St. Ingbert bei derrn P. P— gegen Rudolf Munzinger, Bier⸗ rauer in St. Ingbert wohnhaft, vegen Nichtbezahlung des Erwerbs⸗ reises in Eigenthum vertragsmäßig hiederversteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: . Plan Nr. 145 u. 146 (20 Dez.) 3280 qm Fläche, worauf eine —2 d Submission auf IL Gemarkung Rohrbach nach St. Ingbert zu. Der diesjährige Anfall an Pappel⸗ jämmen. 49 Stämme mit einem Ge— — —— — — —ñ — —— Pn billig, baar oder Raten Fabrik Weidenslaufer. Berlin. Verein für Vogelschutz & Geflügelzucht 8weibrüccken. — Sonntag den 5. und Montag den 6. April er. IV. Bezirks Geflügel- und Vogelausstellung verbunden mit Versoosung * mm Saale des Zweibrücker Hofes. Die Ausstellung ist geöffnet: Sonntag Vormittags von 41 Uhr dis Nachmittags 6 Uhr, Montag e —80 9 —* — ——— 6 IF Entrée 4Person 20 Pfg. à8 ꝰBierbrauerei Gebr. Bocker. 8 Zu Ostern hochfeines ilsgzenor Bierx. Todes⸗ Anzeige. WVerwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daf unser lieber Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater und Onkel n 7 Andreas Thiery 63 Jahr alt, heute morgen 2 141 Uhr, nach kurzem Leiden, sanft in dem Herrn entschlafen ist. J St. Ingberter Eisenwerk, den 2. April 1888. eDie trauernd Hiunterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag um 9438 Uhr statt. Danksagung. Fur die große Theilnahme am Verluste unseres l. Gatten, Vaters, Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels — —— Acdlol He, für die zahlreiche Blumenspende, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Ferkel sagen wir unsern jnnigsten Dank. —* Die trauernden Hinterbliebenen. Rahmicas . —IIL iu haben bei W ghandon jr. Anstĩe —XEXI — D ———— 7RBVGFeSeE MOssStert, 83 Bahnhofstraße 8s7 St. Jo hann 87 Bahnhofftraße 87. J Mãi tel iß —E Linzigstes Spezial-Geschäft am hiesigen Platze. — — —W SGroͤtzie Auswahl in den billigsten bis elegantesten Genures. 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I. 3— * 2 22241 222 225 528 88* 2240 — 32 2 * 22222 53222 83 ——— 23 — 35 55555835353 3 * 358 ẽ 52 52* 355658 53 —— 55 5B 368 * 7 * ꝛ * 2r 258 25 5 * * *5*534 8 R 7* 8 8 55 82 58 —* 3 —3— 0 53 — *3 2 —* 2 * — Ec 525 * 552„. 583 225 * 55333 33538 *35558 552z5 —85 55538 522 23834 &8. 2 ——A E 227 8 353 555 — — 253 2* —8—5835 7 * 58382 s —z555— —22428 5235 55 253x 2—— 237 32 ma 252 2 252 — * —— — 228 * * 2 22553383 5 582 —A — 532825— M 5 2 25325338 5 — — 28395 5 2 5 5c52 — — 7 — —ù— —5 2 25* 2 5—32538 28 —2——22 z — 25362 —A —— — 222 * S—2— 22 2 33252 7 ——— — 73 35* —A 2332*7 52278— 2325062 — 8—338— —383 582 s 2323— 5 * — —— 555 72*5s55 55 8 2 E — 53 — — 22 — * 4358 —F 2* 7 7— 52 — 2 35 —3 s—383 53835355 —33353 2335 5* 22 55 5 3 553 825 538355 —225358 33 3 —— 38 —32 z5836 3335532 57z35323 3 — — E — 558335238 —s8580 5328 s— 3 5528 552 — ,;53 5 355 —A —82 5 —558 3 2 * —A a· 28 —8 55 * —— — 555— 8 25*2 3 F —588 28 — — 3 6 —5 5653 55 253585 ———233 832 .* 5535 —— 555—— 3538 58 572 58 -5257 37 3— 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltumgs⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1 A 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließli o ⸗ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I8 ß, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 67. Sonntag, 5. April 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Ein neueres Telegramm der „Voss. Zig.“ erichtet, daß Freicinet endgiltig die Bildung mes neuen Cabinetsübernommen habe. zlemenceau's Einfluß habe vorgewogen und weder in Mitglied des ehemaligen Cabinets, noch ein Nitglied des engeren Gabettistexringes erhalte ein zortefeuille. Das Innere übernehme Freycinet elbst. Das Auswärtige habe er Courcel angeboten, er telegraphisch angensmmen habe. w Wenn sich diese Meldungen bewahrheiten, fo ourde man dem neuen Ministerium, was die aus—⸗ vaͤrtigen Beziehungen Frankreichs anlangt, ein gün— iges Prognostikon stellen können. In Deutschland enigstens würde man einem Cabinet, an dessen -pitze Freycinet steht und in welchem Baron ꝛe Courcel das Portefeuille des Aeußeren hat, mit zertrauen begegnen können. Und das ist auch für zrankreich im gegenwärtigen Augenblicke das Wich—⸗ igste. Die ostasiatischen Schwierigkeiten können ur überwunden werden, wenn Frankreich sonst ach allen Richtungen hin möglichst wenig be— indert ist. nach ihren Niederlagen bei Dongdong und Langsondleben einstürmten, zu dieser That getrieben worden inbelangt, so ist diese fortgesetzt eine ernste und lein. Hallbuch war ein geborener Homburger und ehen sich die französischen Truppenführer vollständig virkte als Lehrer in Bechhofen und Homburg, bis iuf die Defenside beschränkt. Unter diesen Umständen hn das Schichsal vor etlichen Jahren nach öülies- vill es wenig besagen, daß nach einer Meldung dalheim verschlug. Er steht in einem Aiter von der „Agence Havas“ China die ihm noch von 58 Jahren, lebte in 2 Ehen und hinterläßt seiner Ferry gemachten Friedensvorschlage angenommen Wittwe ein etwa I!/ jähriges Mädchen. zaben und daß nur noch Schwierigkeiten hinsicht⸗ — Der Ackerer Casimir Ginz von Wol—⸗ ich det Räumung der von den Chinesen besetzten derssheim wird seit Sonntag Nacht vermißt. ?tellungen beständen. Die Depesche datirt zwar kr soll in dieser Nacht im Werktagsanzug seine jach der Affaire von Langson, aber zu dieser Zeit Behausung verlassen haben und trotz alles Suchens ann man in Pecking 33 d deer Ein⸗ it keine Spur desselben zu finden. ruck, den dieselbe in Frankreich hervorgerufen hat, T— — ioch nichts gewußt haben und die — Re⸗ Vermischtes. zierung wird nach ihren überraschenden militärischen .Sagebrüden, 2. April. Gestern ist krfolgen schwerlich Reigung verspuren, ihre Truphen dach der Sbr. Ztg.“ aus Grube Camphausen uss Tonlin zuructzugiehen die letzte Leiche der am 17. März Verunglückten Paris, 2. April Dem Vernehmen nach ist zutage gebracht worden. Mit den 4 von den ge⸗ ie Jildung eines neuen Cabinets heute Abend ketteten Bergleuten verstorbenen hat im ganzen cfolgt. Dasselbe wäre also zusammengesett: Frey. also die Katastrophe 180 Todte gefordert. uet Präfidium und Auswäriges, Sarrien Inneres, „. Mün en, 1. April. Der Buchdruderei- Spuller Unterricht, Sadicarnot Finanzen, Legrand — und Verleger der „Süddeutschen Presse“, Zandel, Allaintacge Landwirischaft, Cubinot Postsen. Nühlthaler, hat sich gestetn Abend im Bade durch krantz Marine, Delebecque Krieg. Die Namen Auffschneiden der Pulsadern entleibt. der Minister für Arbeiten und Justiz sind noch F München, 2. April. Frau Oberregistra- nbekannt. tor *0 vande 74 Jahre wurde gestern dugkong, 2. April. Die Franzosen griffen in ihrer Wohnung ermordet. b ein Racheakt im 80 v. die — * 3Ver ein Raubmord vorliegt, steht noch nicht fest. Fischerinseln) an und besetzten dieselben. Der Ver. kin verdächtiges Individuum wurde verhaftet. ust auf französischer Seile betrug drei Todte, fMumnchen. Am Gründonnerstag Vormittags wolf Verwundele / wahrend die Chinesen 600 Nann batte die herkömmliche Futwaschung in der Residenz eh nit den sogenannten zwölf Aposteln stattgefunden. Mierito, 2. April. Der Prasident zeigte dem diese zwölf alten Manner, wovon einer 93, drei rLongteß an ber Ausbruch eines Krieges mit Gua. 22, und acht 90 Jahre zählen, wurden zur Ge⸗ emala sei wahrscheinlich Vnenesee * retus des heiligen Abend⸗ Aerie viaiaisc⸗ Naqhriqen. De wions ichen Befehl gekleidet und mit X Von der Blies, 2. April. Gestern früh nachte der kathol. Lehre Matthias Hallbuch zon Bliesdalheim einen Selbstmordversuch, ndem er mittelst eines Revolvers sich eine Kugel zurch den Kopf zu jagen versuchte. Die Kugel edoch erreichte nicht sofort ihren Zweck, sondern hlieb im Kopfe stecken, hat aber das Hirn soweit zerletzt, daß gestern Abend 10 Uhr der Tod sein Opfer verlangte. Der Unglückliche, ein freundlicher uhiger Mann soll, wie aus verschiedenen Thatsachen hervorgeht, im Anfall von Geistesgestörtheit, durch erschiedene Umstände, die gewaltio anf sein Geis⸗s. Deutsches Reich. Berlin, 2. April. Die kaiserliche Familie zar auch heute wieder, wie alljährlich, am Grün— onnerstage zur Abendmahlsfeier im königlichen zalais vereint; dieselbe wurde vom Hof- und domprediger Dr. Kögel abgehalten, während die Ditglieder des Domchors die geistlichen Gesänge nusführten. — Heute Nachmittng nahm Se. Majestat en Vortrag des Reichskanzlers entgegen. Ausland. Aus der Schweiz, 2. April. In Schaff⸗ nausen haben mehrere Verhaftungen staitge⸗ unden. Die Verhafteten sollen Deutsche sein. Frankreich hat sich noch vor dem Oster⸗ este vor eine Ministercrisis gestellt gesehen, deren nmitlelbare Veranlassung die unerwartet gekom⸗ nenen Niederlagen der Franzosen in Tonkin gewesen ind. Herr Freycinet hat die Aufgabe übernom— nen, das gestürzte Kabinet Ferry durch ein von hm zu bildendes Ministerium zu ersetzen, aber diese lufgabe scheint ziemlich heikler Natur zu sein, denn iwas Definitives über die Zusammiensetzung des euen Ministeriums ist noch immer nicht bekannt. Vas die wilitärische Lage der Franzosen in Fant deffentliche Zustellung. Derladung der Ingeklagken. Marktberichte. e Ensheim, 2. April. (Vitktualienmarkt.) Butter »er/2 Kilo 1M. 10 Pf., Cier per Dutzend 70 Pf., dartoffeln per 50 Kilo 6 M. 20 pf. Fur die Redakion vero· ich: F. x. Deme 5 Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert. Der kgl. Postdampfer ,Waerhand“ Kapitain eberweg, welcher am 21. März von Ant⸗ werpen abging, ist am 1. April wohlbehalten in New York angekommen. — ——— — ⏑⏑—⏑—⏑—⏑ Zugleich wird den Angeklagten er⸗des t. Amtsgerichts St. Ingbert vom Gemeindewald von da, Schlag Doer⸗ zffnet, daß sie bei unentschusdigtem Aus- J. April 1885 aufgehoben. Istel und Sittel, öffentlich ver— »leiben auf Grund der vom Landwehr- St. Ingbert, den 2. April 1885. steigert: zezirkscommando Zweibrücken unterm Der Gerichtsschreiber 55 Buchen⸗, Eichen-⸗ u. Kiefern⸗ 25. März 1885 in Gemäßheit des Krieger, k. Sekretär. Stämme, 3 472 R.St.P.O. abgegebenen Er⸗ 6 eichen Wagnerstangen, lärung werden verurtheilt werden. —Id T— 119 88 u. eschen Stempel⸗ St. bert, den 28. März 1885 — angen t ** e z Dienstag, den 7. April nächsthin, 188 Seer div. Scheit⸗ n. Prügel⸗ des Nachmittags um 2 Uhr holz, um kgl. — Ingbert: verden im Saale des Gastwirthes 100 buchen. Reiserwellen. re, Fries zu Ensheim die nachbe⸗ Ensheim den 2. April 1885. 8 her vriebenen Holzsortimente aus dem 15Duard Adt, Bürgermeister. Krieger, kgl. Sekretär. (Abschrift.) Folgende Personen“ nämlich: 1. daiser Nikolaus, geb. am 81. juli 1839 in St. Jugbert— Schmelz⸗ wrbeiter; 2. Stief Peter, geb. am 4. Maärz 1861 in ẽci. Ingbert, hergmann, beide zuletzt in St. Ingbert vohnhaft gewesen, derzeit ohne“ be— annten Wohn⸗ und Aufenthaltsort ibwesend, Reservisten, werden hiermit orgeladen am Mittwoch, den 6. Mai 18385, Vormittags 8 Uhr, xn dem kgl. Amtsgerichte dahier in ssen Sitzüngssaalezu erscheinen, da— nit daselbst zuͤr Haupsverhandlung über e gegen sie erhobene Anklage wegen merlaubter Auswanderung nach Ame—⸗ ita am 20. Februar 1885 und bezw Maärz 1885 geschrifsten werde — RcC —c — Doppel Starke ilemigerFabrsranth. Mack, Ulm a /D.) Bewihrtestes u. voliständis ansehãdliehen Stärkemittel — zewührt gröstste Erleiehterung ↄꝛeim Plãtten u. enthalt alle er. orderlichen Zusatze 2ur siche- en Herstellung von blendend weiaaer, gleiehmäsgig atéeifer ind sogenannter GIanzvwäsehe Lebera XoIäIIAthign Fp — Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über den dachlaß des zu St. Ingbert wohnhaft ewesenen und verlebten Kaufmannes einrich Klein wurde nach Abhal— ing des Schlußtermins durch Beschluß Zu den Osterfeiertagen empfehle ich mein vollftändig assortirtes Lager in Herren⸗Filzhüten neuester Facçon, Kinderhüten von Mt. 1,80 an, Communion⸗Hüte NMt. 2.,20, 2,50 und 3,00, eitrandige Herrenhüte in Parthiewaare zu Mk. 2,50 j ES is 3 — ek ANoo Die Lebens⸗ und Garantie⸗Arbeiter⸗Versicherungs⸗LAktien⸗ schwarze und farbige Knabenhüte, Gejsellschaft Friedrich Wilhelm in Berlin, sucht Professor Dr. Jager⸗ anpset⸗ in verschiedenen Formen thätige Agenten, — zu billigen, aber festen Preisen. SZ 7. 2 d andere Agent t übertr i or, ccheth, Din Pgrer int wherrei waden thanen Iuathetu, Hutlager en gros & en detnail. Therese Mostert— 87 Bahnhofstraße 87 St. Johaunm 87 Bahnhofstraße 87. Damen-Mänlel-Fabrik D S Maatschappy-Cigarren in RVaft-Bündel à 25 Stück. einzeln pr. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfrealz 4m outag, Dieu⸗⸗8, ODenuerstag, Samstag und Sounutag; 2mal wdhemiqh mit ũnterhenuge glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrrlich 1A 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1.4 75 4, einschließl id ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 , Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M688. Dienstag, 7. April 188838. 290. Jahrg. ** England und Rußland.“ Acht Tage lang hatte es den Anschein, als venn sich zwei der mächtigsten Reiche der Erde, England und Rußland, wegen der Grenzen In⸗ diens in eine furchtbare Fehde stürzen würden Frfahrene Politiker glaubten aber von Haus aus nicht recht an den Ausbruch des gewaltigen Zwei⸗ ampfes, weil der Streit um Indien noch nicht recht reif ist und erst die Etappen der beiden großen gegner sich in Centralasien zu Gesicht bekommen zaben; wer ein gutes Gedächiniß hat, erinnert sich auch daran, daß auch in der letzten Türkenfrage kngland und Rußlan schon das Schwert gegen⸗ inander gezückt hatten, aber doch nicht losschlugen. ẽs liegt in dem Kampfe für beide Gegner eben in zu großer Einsatz und ein zu kleiner Gewinn. kngland kann in einem Kriege mit Rußland sein janzes asiatisches Prestige verlieren und Rußland lann durch einen langwierigen Krieg ebenfalls in södtliche Verlegenheiten gebracht werden. Deshalb wird in London wie in Petersburg die schon ge⸗ chwungene Streitax immer wieder vergraben und nan sucht sich noch einmal zu versöhnen. So wird es auch diesmal mit der afghanisch⸗ iurkmenischen Grenzfrage werden. Die lange er⸗ wartete Antwort Rußlands auf die englische Note ist in England eingetroffen, und sie lautet ent⸗ zegenkommender, als man erwartet hatte. Das Petersburger Cabinet willigt ein, die streitige Zone muszudehnen und der Arbeit der Grenzkommission, inen größeren Spielraum zu gewähren. Nach der Pall Mall Gazette“ hat Rußland sogar die Vor— chlage Granville's angenommen, nach denen die Züdgrenze nicht südlicher als Kara⸗Zelias und bhaman· · Baid und die Nordgrenze nicht nördlicher als Schir⸗Tephe am Heri⸗Rud und Sariyazi am Nurghab gezogen werden soll. Zwischen diefen beiden Linien, von denen die erste die von Rußland beanspruchte neue Grenze zwischen Turkestan und Ighanistan bezeichnet, die zweite ebenfalls etwas ildlich von der bisherigen Grenze liegt, befindet aich das Gebiet, über welches die englisch⸗russische Commission zu entscheiden haben wird. Die Ant⸗ wort Rußlands bedeutet noch nicht, daß der Grenz⸗ conflict beigelegt ist, aber fie beschrantt denfelben uuf einen destimmten Raum, Rußland verpflichtet ich, wenn die Mittheilung der Pall Mall Gazente“ enau ist, auf keinen südlich von Kara⸗Zelias und Heaman · Vaid gelegenen Punkt Anspruch zu erheben. das ist immerhin ein Gewinn. Nicht gerad⸗ für Eng⸗ and, obwohl die englische Regierung sich stellen wird, As habe sie einen Erfolg rrungen denn Ruß and wird wahrscheinlich in der gemeinsamen Grenz⸗ mmission darauf bestehen, die BGrenze Turkestans dis an die äußerste, in dem gegenwärtigen Ueber⸗ nnommen angegebene Linie vorzuschieben, und uand wird ebenso wahrscheinlich nachgeben, se Ende des Streites einen neuen nicht un— — Gebietszuwachs für Rußland bringt. as aber ist es, was man in Petersburg wissen J Man zieht es dort vor, Asien flüchweise zu upesen und statt gleich auf Herat zu marschiren England zu einem Kriege zu noͤthigen, dem san gen seiner Verträge min dem Emir“ von Af— an und der Sicherheit Indiens kaum aus⸗ en könnte, begnügt man sich mit einem Streifen * es, den man 'in aller Ruhe und ohne einen Von zu erwerben vermag. Ein Profitchen “ at für Rußland selbst“ im ungünstigsten e heraus. da Sarihazt und Schir bon der gegenwärtigen, allerdings ziemlich willkür⸗ ich von den englischen Kartographen angenommenen Grenze liegen. 8 England hat also keinen besonderen Grund, sich iber die Verständigung zu freuen, die erstens nichts weiter betrifft, als die genaue Definition des Streit⸗ objectes, und zweitens die Russen ganz sicher, wenn auch vielleicht nur um wenige Meilen, näher an Herat heranbringen wird. Aber Europa hat einige ürsache, mit der Aussicht auf eine friedliche Vei— egung der afghanischen Grenzfrage zufrieden zu ein. Ein englisch⸗russischer Krieg koͤnnte nicht ohne chwere Rückwirkungen und Erschütterungen in anserem Welttheile geführt werden, und deßhall »ernimmt man es bei aller Gleichgiltigkeit dagegen ob die Nordgrenze Afghanistans künftig da oder dort sein wird, mit einem gewissen Behagen, daf die Cabinette von Petersburg und London sid einander nähern und beide der Ansicht zu sein scheinen, es sei besser die Sache am grünen Tische katt mil dem Schwerte auszutragen. licheren Stimmung in den künftige politischen und parlamentarischen Kampfen in unrem Vaterlande zu schöpfen, dies muß eben die Zukunft lehren. Bezuglich der nach Paris zusammenberufenen Suez⸗Kommisssion ist daran festzuhalten, daß dieselbe sich nur mit technischen Angelegenheiten zu hefassen hat. Die politischen Grundsähe über die „Neutral isirung“ des Kanals sind in den vorher⸗ gegangenen Besprechungen der Großmächte zur Be— handlung gelangt und hat darin wohl jener Punkt das wichtigste Intexesse dargeboten, laut welchem der Kanal jelbst nicht der Shauplaß irgend welcher kriegerischer Aktionen zweier sich feindlich gegen⸗ überstehenden Mächte sein dürfe. Die Kriegsschiffe zweier im Kampf befindlichen Nationen haben in —A aller Feindseligkeiten zu enihalten, während der Türkei als der völkerrechtlichen Oberherrin des Kanalgebietes wohl das Recht vorbehalten bleiben müsse, unter Umständen zur Abwehr gegen sie ge— richteter Feindseligkeiten und Besißstörungen auch im Suezkanal vorgehen zu dürfen. Aufgabe der Pariser Suezkommission ist es nun, in iechnischer Weise die Neutralitäts-Rayons des Suezkanals näher zu begrenzen. Politische Uebersicht. * Die Bismarckeier gehört nun der Ver—⸗ jangenheit an, aber die Erinnerung an sie wird n den Herzen der Heilgenossen und speziell bei denen, welchen es vergönnt war, an den glänzenden Festlichkeiten in der Reichshauptstadt theilzunehmen Fortleben, und nicht nur dies — diese imposante ationale Kundgebung, sie wird für alle Zeiten in den Annalen des neuen deutschen Reiches verzeichnet ehen, als ein markantes Zeugniß dafür, wie das deutsche Volk seinen großen Staatsmann zu ehren wußte. Von den Fürttenthronen herab bis zu den antersten Kreisen der Nation ist der Mann, dessen Name für alle Zeiten mit den Ereignissen ver nüpft sein wird, welche die nationale Wiedergebur! Deutschlands herbeiführten, mit gleichem Enthufias mus gefeiert, ist ihm die gleiche Bewunderung ent⸗ jegengetragen worden und doch haben alle diese huldigungen, welche dem Reichskanzler an seinem 70. Geburtstage dargebracht wurden; nur dem ent⸗ prochen, was er für sein Volk geleistet. Am rhebendsten war wohl jener Moment, in welchem daiser Wilhem, umgeben von Sohn und Enkeln einen treueslsen Diener persoͤnlich beglückwünschte und hierbei unter Thränen der Rührung den ob dieser Auszeichnung tiefbewegten Kanzler um⸗ armte und küßte, diese weltgeschichtliche Scene zeugte von dem innigen Verhältnisse, welches wischen dem greisen Monarchen und seinem ersten Rathgeber besteht und mit Recht mag Fürst Bis— marck den Kuß seines Kaisers als die stolzeste der hm gewordenen Auszeichnungen betrachten. Noch Fines verdient bei einem Rücklicke auf die Feier des Kanzler⸗Jubiläums hervorgehoben zu werden. Sie hat gezeigt, daß das deutsche Volk, wenn es gilt, die unsterblichen Verdienste seiner großen Männer anzuerkennen und zu würdigen, alle Mei⸗ aungsverschiedenheiten in den politischen Tages⸗ fragen zu vergessen weiß. Auch diesmal schwieg der leidige Pärteihader; einmüthig wurde das große Werk des Fürsten Bismarck gepriesen und freudigen Herzens bezeugten ihm auch diejenigen, velche ihm in den Kämpfen unserer inneren Politik Us entschiedene Gegner entgegenzutreten pflegen, an einem Ehrentage seine unerreichten Verdienste um Deutschland und das deutsche Volk. Ob es vielleicht nicht zu gewagt ist, aus dieser erfreulichen That⸗ ache die Hoffnung auf den Fintritt einer versöhn— * Der Aufstand der Indianer und Negermischlinge in Manitoba (Canada) nimmt immer größere Dimensionen an. Die cana— dische Regierung hat das Parlaments-Mitglied Mr. Joseph Royal nach dem Nordwesien mit Instruk. tionen gesandt, wenn irgend moöglich mit dem Füh— rer der Bewegung, Riel, wegen der Regelung der Ansprüche der aufständischen Mischlinge und In—⸗ dianer zu unterhandeln. Inzwischen wird in den Zriegsvorbereitungen nicht nachgelassen. Ein inten sives patriotisches Gefühl mit einem scharfen mili⸗ ärischen Anstriche herrscht durch ganz Canada. Großze Kontralte zur Lieferung von Üniformen sind abgeschlossen worden. Die aligemeine Ansicht geht dahin, daß der Streit in die Länge gezogen fein wird. Aus Ottawa ist an Generai Middleton der Befehl abgegangen, ohne Verzug vorzurücken. Battle- ford wurde von den Indianern eingenommen, die dort jedes Haus besetzt haben. Die Ansiedler haben sich in die Barracken geflüchtet, wo sie einen Angriff erwarten, für den sich die gut bewaffneten Indianer an dem südlichen Ufer des Flusses zusammenrotten. Telegramme aus Winnipeg deuien an, daß sich faft sämmtliche Indianerstämme auf dem Kriegspfade befinden. — Aus Otiawa verlautet, daß in Re— zierungskreisen große Befürchtungen gehegl werden, da man glaubt, daß die Indianer im Allgemeinen ein Bündniß mit den Rebellen eingegangen sind. General Middleton telegraphirte aus Qu' Appelle das Ersuchen, daß außer den 13500 Mann, welche das Dominion ihm jetzt aus dem Osten sendet, noch 2000 Mann equipirt und für einen Nothfall bereil zehalten werden. Es wurden Befehle erlassen, 968 Mann im Nordwesten aufzubringen. Diese, mit den Truppen, die General Middleion jetzt haf oder die sich en route befinden, ergeben 3168 Mann, außer den 2000 Mann beritlener Polizei. Wenn die Regierung die Ausrüstung der 2000 Mann anordnet, dann wird sich die Streitkraft im Felde oder in Reserve auf über 7000 Mann be— laufen. Ernste Beschwerden werden darüber lauf daß die Truppen mit veralteten Gewehren hewaffue ind. Die canadische Regierung hat zum Gebrauch üur die Expedition gegen Riel 225,000 Pfund oraservirtes Rindfleisch in Chicago bestellt.“ )0 Berlin, 4. April. “In Betreff der zahl⸗ ceichen dem Auswärtigen Amte zugehenden Gesuche im Ansteliung in den deutschen Schutzgebieten, ostenfreie Beförderung dorthin und, um Auskunft Aber dortige Verhältnisse bemerkt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung,“edie Gesuche seien Janrdie im Besitz von Niederlaßumgen befindlichen. Handlungs⸗ Jäuser zu richten. Das Reich habe keine Stellen in den Schutzgebieten zu · vergeben · und besize auch reine Fonds zur kostenfreien Ueberführung·“· Berlin, 4. April. Der Reichskanzler erließ rolgende Danksagung: Anläßlich meines fieben⸗ Ligsten Geburtstages und bedorstehenden flnfzigsah⸗ igen Amisjubiläums Fingen mit fo guhlreiche Kund; zebungen des Wohlwollens in Gestalt von Glück⸗ vünschen und Fesigaben zu, daß es mit leider icht möglich ist, einzeln darauf zu erwicdern. Ich —X freundlich gedacht haben, meinen herzlichen Dank entgegen⸗ junehmen und versichert zu sein, daß der freudige ind liefe Eindruck so viel reicher Beweise der Liebe neiner Milbürger in meinem Leben nicht erloschen wird. Berlin, 6. April. Der Reichskanzler Fürst Bismarck ist mit seiner Gemahlin und seinen beiden Soöhnen Mittags nach Schönhausen abgereist. Ausland. Paris, 8. April. Auch der Abgeordnete Constans ist an der Mission, ein Kabinet zu dilden, gescheitert. Jetzt richten sich alle Blicke auf den 80jahrigen Kammerpräsidenten Henri Brisson. Derselbe, auseitig bedrängt, die Kabinetsbildung zu bernehmen. konferirt seit heute Morgen 9 Uhr mit dem Präsidenten Grevy. Paris, 5. April. Auch Constans hat nun⸗ mehr auf die Cabinetsbildung verzichtet und den Praͤsidenien Gréͤvy veranlaßt, dieselbe Brifson zu ͤbertragen, da derselbe jedenfalls der Deputirten⸗ ammer am genehmsten sein würde. Brisson wird deute Vormitliag 9 Uhr vom Prasidenten Groͤvy empfangen werden. Rom, 6. April. Die Regierung hat eine republikanische Verschworung entdeckt, neue Haus⸗ uchungen und Verhaftungen wurden in Rom, Mailand, Padua, Verona, Perugia, Macerate und Turin vorgenommen. — Die französische Regier⸗ ung unterhandelt mit der General⸗Schiffsgesellschaft vegen Miethe von fünf Dampfern zum Transport nach Tongking. London, 6. April. Wie Reuter's Bureau bernimmt, ist die Antwort Rußlands auf die Note dord Granville's in der afghanischen Frage sehr dersöhnlich, doch sei noch ein weiterer diplomatischer Meinungsaustausch zwischen London und Peters⸗ burg nochig, ehe die gemeinsame Commission zur Feststellung der afghanischen Grenze schreiten könne. Die Morning Post“ meint, die Antwort Ruß · ands biete keine entschiedene Bürgschaft für eine friedliche Loͤsung der Streitfrage. — Die Times zlaubt, die Antwort als unannehmbar fur England hezeichnen zu koͤnnen. — Der Standard' dagegen hal Grund zur Annahme, daß die noch bestehenden Differenzen durch gegenseitige Concessionen beglichen werden würden Rewyork, 4. April. Ein Telegramm aus La Libertad meidet, die Feindseligkeiten zwischen Gualemala und Salvador seien eingestellt, es sei rin einmonatlicher Waffenstillstand abgeschlossen. Die Legislative von Guatemala habe das vom Präsidenten Barrios wegen Bildung einer ein⸗ zigen centralamerikanischen Republik am 28. Febr. zr erlassene Dekret annullirt. Der Degen des Prasidenten Barrios sei auf dem Schlachtfelde von halchuapa zerbrochen aufgefunden worden. Eine patere Depesche aus La Libertad meldet, Barrios 'ei todt. t — E Lokale und pfälzische Rachrichten. *Si. Jugbert, 7. April. Durch Ver⸗ fügung der Königl. Kreisregierung wurde die Wie⸗ deranfiellung des temporär pensionierten Lehrers Herrn Theobald Köhl dahier an der hiesigen jatholischen Volksschule von 1. Mai do. Is. ab angeordnei. Aus dem Bliesgau, J. April. 100 Jahre werden es am 24. Juni d. Is., daß in Niederwürzbach Frau Maria Blatt — ge⸗ spoten wurde. Gewiß ein respektables Alter! Die⸗ selbe weiß noch bei vollständigen —XL Heisteskraften fich zu erinnern, wie die ehemaliger Frafen von der Leyen, in ihrer Sommerresiden Schloß Philippsburg bei Niederwürzbach, sich auf⸗ hieiten (welches 1708 durch die Franzosen zerstört wurde), und erzählt auch moch viele Einzelheiten ber Schlacht bei Biesingen vom“ 17. November 1798, welche bekanntlich am heftigsten in Hollscheidt und am Selbacher Berge tobte, wo der französische veneral Lombard bon den Sachsen? gefangen ger nommen avurde; In. rrinnerisich die Gteisin noch ganz gut der Rückkehr der Franzosen aus sußlanb des Vinniãtsches Jer Russen u. 4. w. Sie verheirathete sich in ihrem 16. Lebensjahre ist seit ihrem 830.7 also 70 Jahre lang, Wittwe. Alle ihre Kinder sind todt, obwohl etliche 70 und Aahre jall murden. Es leben jedoch noch 15 Fukel. Da die Jubilarin vollständig mittellos ist, wäre edlen Menscheü die schönste Gelegenheit geboten,ihren· Wohlthatigleitssinn zu bewähren. ndem sie die greise Frau, welche sich jetzt kümmer⸗ ich von einer Armen- Unterstügung ernährt, mit einet Gabe erfreuten. 56. 3) — Wegen eines Verbrechens gegen die Siit⸗ tichkeit wurde der Ackerer und Wirth D. von Aßweiler verhaftet und in das Gefaͤngniß nach Zweibrücken abgeführt. — Vor dem Schöffengerich Waldmohr fand am Samstageine Versammlung statt, die hiele Zuhörer herbeigelockt hatte. Der Lehrer St in J. hatte den Bürgermeister Blum in Waldmohr der Uncegelmäßigkeiten bei der letzten Gemeinde— rathswahl beschuldigt, worauf genannter Bürger⸗ neister eine Kiage wegen Berufsbeleidigung stellte. die Verhandlung endigte damit, daß Lehrer St. u einer Gefängnißstrafe von acht Tagen verur⸗ heilt wurde. Derselbe legte sofort Berufung zum Landgericht Zweibrücken ein. — Neustadt, 2. April. Das „Pfälzer Journal“ macht wieder einmal von fich reden, benn auch nur im vertraulichen Kreise, doch läß! ie Neuigkeit „tief blicken.“ Die „Redaltion und ẽrpedition“ diefes fortschritilichen Organs erlassen aͤmlich einen uns durch Zufall zu Händen ge⸗ ommenen Nothschrei an die Herren Aktionäre des Pfälzer Journals“, in welchem ehrlich und offen ekannt wird, daß für die deutschefrei— innige Sache in der Pfalz kein Boden »orhandenist, und „kaum die Hälfte der derren Aktionäre zeigte sich dem Forterscheinen des Pfälzer Journals“ geneigt, und nur sehr wenige zerselben waren opferwillig genug, um für dasselbe noch eine weitere pekuniäre Hilfe zu gewühren. Die krfahrungen der letzten Reichstagswahl haden selbst vei vielen unserer soust eifrigsten Parteifreunde eine Berstimmung und Hoffnungslosigkeit erzeugt, daß je alles Veitrauen für einen jemaligen Erfolg ver⸗ oren haben und sich nur schwer entschließen, für harteizwecke noch irgend welche Opfer zu bringen.“ stichtsdestoweniger hat der Verleger seiner Partei Res bringen zu müssen geglaubt, hat aber seither jo wenig Nutzen davon gehabt, daß er schließlich rund heraus erklart:A, Nur bei einer weiteren Zu⸗ nahme der Abonnentenzahl sind wir in der Lage, das Weitererscheinen: des „Pfälzer Journals“ er möglichen zu können.“ So berichte man der „N 3.*. Nach der „Pf. Pr.“ wäre das Eingehen des Pfälzer Journal“ sicher. —— — Zur Verstaailichung der Pfälzer Ei sen⸗ bahmnen wird der Augsb. Abdztg.“ geschrieben: In neuester Zeit beschäftigt man sich vielfach mit zer für die bdaherischen Finanzverhältnisse nicht un vichtigen Frage, od es vortheilhaft erscheint, die Verstaatlichung der Pfälzer Bahnen anzustreben oder die gegenwärtigen Verhältnisse unverandert zu be⸗ sassen. Besonders ist es die ultramontane Presse, velche für die Verstaatlichung eintriti, theils aus dem Grunde, um das jährliche Defizit der Pfälzer Bahnen für immer zu beseitigen, ehe die Zins— jarantiezeit abläuft, heils um etwaigen Verstaat⸗ ichungsgelüsten auf dieselben Seitens Preußens mvorzukommen. — Das „Frankische Bolksblatt“ äßt sich hierüber Folgendes berichten: „Preußen cichter fortgesetzt sein Auge auf unsere Pfalzer gahnen, die gleich der hessischen Ludwigsbahn schon angst für den Uebergang in Reichseisenbahnen usersehen sind. Neuestens wird für die Verpreuß⸗ ing der Pfälzer Bahnen bereits offen Propaganda jemacht und die hochoffizibseu Grenzboten“ in Zerlin brachten dieser Tage einen Artikel, der die preußischen Absichten ganz unverhüllt daritg Diesen Ausführungen fügt das „Fränk. Volksblau⸗ hinzu: „Da gilt es zuvorzulommen und der preußischen Planen einen Riegel vorzuschieben. Sta Jreußen muß Bayern die Pfälzer Bahnen verstaat lichen und wenn man in Berlin glaubt, ein gute Geschäft damit zu machen, so wird auch Bahern damit nicht schlecht fahren. Möchte man nun dod im nächsten Landtage der Angelegenheit der Pfalze. Bahnen Beachtung schenken, und, noch ehe es d spai ist, dieselben vor der Gefahr einer Verschlu ung dürch Preußen bewahren.“. Diese und ähn— liche: Ausführungen der ultramontanen Blätter haber im gewissen Sinne eine Berechtigung, da bereit Seitens Preußens Offerten zur Erwerbung de Pfälzer Bahnen gemacht wurden ;jedoch stehen de Versiaatlichung von Seite Bayerns verschiedene nich zu unterschäßende Bedenken entgegen, denne würde zwar der Zuschuß gegebenen Falles in Wer fall kommen, aber es würden sich andere und no weit schlimmere finanzielle Folgen ergeben. 31 nächst muß berückfichtigt werden, daß eine Prido geselischaft ein Eisenbahnunternehmen kaufmännischt und deßhalb auch billiger betreiben kann als m der Staat.“ Es sind in dieser Richtung auf B⸗ freiben der bayerischen Regierung für die Pfale Bahnen in den letzten Jahren auch bedeutend Verbesserungen erzielt worden. Aber auch ange nommen, der Staat könne ebenso billig wie di Privatgesellschaft den Betrieb der Bahnen for jetzen und der Betrag für die Zinsgarantie kim in Wegfall. so würden doch, falls Preußen eine Tarifdruck auf die Pfälzer Bahnen ausüben wollt für den haherischen Staat bedenkliche Komplikatione entstehen. Das Netz der Pfälzer Bahnen besi viele unrentable Strecken, außerdem ist dasseld aber noch bis nahezu drei Fünftel von den preuß ichen Staatsbahnen und den Reichsbahnen einge schlossen. Preußen hat demnach in der Hand, de Transitverkehr der Pfälzer Bahnen vollständig lahrn zu legen und kann eventuell sein Verstaatlichung⸗ projekt verfolgen, ob nun die Pfälzer Bahnen den Händen des Staates oder in den Händen de Privatgesellschaft liegen. Ein Druc seitens de preußischen Bahnen ist aber bis jetzt nicht erfol⸗ und wird voraussichtlich auch sobald nicht erfolgen Wenn also heute die bayerische Regierung d pfatzer Bahnen verstaatlichen würde, würde si keinesfalls das Defizit verringern; im Falle eine Tariflrieges aber würde der bayerische Staat sit in derselben Kalamität wie die Privatbahnen bi finden. Es dürfte sich demnach empfehlen, da Pfalzer Bahnnetz, das von dem diesseitigen Staat bahnnetz vollsiandig getrennt und mit diesem ge leine berwandten Interessen hat, sich selbst zu üben lassen, statt dasselbe an sich zu ketten und mit dem selben ebentuell in eine noch mißlichere Lage eb der zur Zeit bestehenden zu gerathen. Diese Gründ mögen wohl auch fuͤr die bayerische Staatsregin uing maßgebend sein, wenn sie sich gegen die ang cathene Verstaatlichung der Pfälzer Bahnen 6 ent stets zurückhaitend aezeiat hat. Vermischtes. Bis zum 2. April waren dem Reichslanj herrits über 2100 Gratulationsschreiben zugegange An Telegrammen liefen am 1. April 2322 ei tie zusammen 76.778 Worte enthielten. P'Trier, 4. April. Domprobst Holz Mitglied des Herrenhauses, ist heute. I Jahre alt, gestorben. Munchen, 80. Marz. Die heute u großen Saale des Colosseum unter Leitun— de igl. Mimisterialrathes v. Herrmann abgehalin Generalversammlung der Baugewerksmeister Bahen Bau⸗Maurer⸗, Steinmetz-⸗ und Zimmermeist var don 600 Berufsgenossen beĩucht und hat nu Zerathung der vom Reichsdersichetungsamt bezugl der Organisation einer Verufsgenossenschaft von jegten Fragen mit Einstimmigkeit die Bildung eint gaugewerks · Berufsgenossenschaft für Bayern n dem Sitz in Muͤnchen beschlossen und den hien hbenöthigien Slatutenentwurf vereinbart. Die b —— Pfalz, bn die beantragte Verlegung des Genossenschoftssn nach Nürnberg wurden abgelehnt. Die Vorsian schaft wird derart zusammengesetzt, daß von Mundh iebst Oberbayern sieben und von fiuumlit »ayerischen Regierungsbezirken je 2 Mitglieder rufen werden, sowie daß bei Generalversammlun⸗ je ein Delegirter 800 versicherungspflichtige Acher vertritt. 4 t⸗ jern och lger J zu ud. ihn⸗ —R eit det der — J Jeq loch zu C het vit e⸗ itt ade ge· die otk äme nen Alte, men sist elhe — ce· en tt v RX yf All Acn. J. jte n el 9 J «ft pr yesß If u—— 3 De Generalvber⸗ zung der Holzindustriellen Bayerns zur einer Berufsgenoffenschaft beschloß u. a., aß der Sitz der Genosfenschaft in Munchen zu n habe, daß 6 Sektionen mit dem Siß in Mun · hen, Bayreuth, Nürnberg, Kempten und Kaifers⸗ Jutern zu bilden seien; für je 200 Arbeiter wird n auf drei Jahre zu wählender Delegirter zur neralversammlung gewatlt. 4 pMünchen, 3. April. Der Möorder der yberregistratorsfrau von Schmädel wurde in der ason des 17* jahrigen Kanalarbeiters Josef zeicheneder ermitteit. Derselbe ist verhaftet und er That gestaändig. pWiesbaden, 4. April. Der Kompo nist zranz Abt, welcher am 31. März Abends hier estorben ist, wurde gestern beerdig. 4 (Reichsgerichts ⸗Entscheidung.) ie Bestimmung des 8 244 der Strafprozeß · Ord⸗ ung, wonach bei der Hauptverhandlung einer zirfsache die Beweisaufnahme sich auf die sämmt⸗ chen· vorgeladenen Zeugen und Sachverstandigen u astrecken hat, findet nach einem Urtheil des ichgerichts, 4. Strafsenats, vom. 89. Januar 885, auch auf die vom Angeklagten respe seinem zertheidiger geladenen Sachverständigen und Zeugen ur dann Anwendung, wenn dem erkennenden Ge⸗ ichte eine in Gemäßheit des 8 88 der Strafpro⸗ eß⸗· Ordnung erfolgte Ladung (durch den Gerichts⸗ ollzieher) nachgewiesen worden ist. Die Vernehm ⸗ ing dagegen der vom Angeklagten resp. seinem gertheidiger nicht formell geladenen, sondern nur Hatsächlich gestellten Zeugen und Sachverständigen erliegt dem freien Ermessen des Gerichts. Pirna Gachsen), 1. April. Beinahe vier Tage lang hat in vergangener Woche ein Stein⸗ recher in einem Bruche bei Posta ohne Nahrung ugebracht. Der Mann war von einer unerwartet ereinbrechenden Wand verschüttet worden, hatte ber die Geistesgegenwart gehabt, nach dem Innern es Steinbruchs zu flüchten, wo er nach 4 Tagen. achdem die Seinen schon alle Hoffnung auf Rettung ufgegeben hatten, noch lebend aufgefunden wurde. der Verschüttete hat in der langen Zeit sich Hunger ind Durst mit von einem Stock abgenagter Rinde u stillen versucht. Den Umständen nach geht es »em Manne wieder ganz wohl. Ein Gewitter mit Wolkenbruch rfolgte am 1. April in dem Thalkessel, in welchem Urolsen liegt. Blitz und Donner lösten sich fort⸗ pährend ab, dabei goß es in Strömen vom Him— nel herab. Merlwürdiger Weise sind diese wolken⸗ ruchartigen Niederschläge nur in einem Umkreise on einer Stunde niedergegangen.“ In Mengring⸗ ausen schlug der Blitz in das Elberlein'sche Haus, as in kurzer Zeit völlig niederbrannte. rEinedrollige Verwechselung giebt egenwärtig in Düsseldorf viel Stoff zum Lachen. dor kurzer Zeit kamen in einem Hause der dor⸗ igen O.Straße gleichzeitig Mutter und Tochter mit je einem Mädchen nieder. Nun hatte man eider die Unksugheit begangen, beide Kinder gleich un kleiden, legte sie auch zusammen in eine Wiege. Nit dem Besehen und Bewundern der Kinder, lufnehmen und Hinlegen sind die Kinder ver⸗ vechselt worden und man weiß nicht, wer Taute ind Nichte ist. F F, Cine erschütternde Scene spielte sich jor einigen Tagen in einem Berliner Wachsfiguren⸗ dabinet, in welchem neben anderen Sehenswuͤrdig ⸗ eiten eine Katakomben⸗Scene als Tableau darge⸗ hellt ist, deren Anblick aber durch eine warnende deberschrift nervenschwachen Personen nicht em⸗ Ffohlen wird, ab. Vor demselben standen zwei damen, anscheinend aus der Provinz, die durch hr leckes Wesen zu beweisen suchten, daß die dort mgebrachte Warnung nicht an ihre Adresse ge— aichtet sei. Entschlossen blickten sie durch das vudloch, da — entsetzt fuhren sie zurück — Höttest Du nichts Emma?“ „Nein!“ — „Doch vas ist das? In der That — was mag das zu hedeuten haben?“ Jetzt hörte man deutlich die Worte „Hülfe, ich ersticke, erlost mich aus dem hefängniß, ich bin ja gar nicht todt, ich war ja iur scheintodt; „Hülfe! Hülfe! ich erstice.“ Immer Iwacher wird die Stimme. — „Aber mein derr“, wandte sich die eine Dame leichenblaß an nen unbetheiligt dabei stehenden Herrn, „hören Sie, helfen Sie doch, mein Herr, hier geht ent- chieden etwas Entsetzliches vor, holen Sie doch n herbei.“ Aber ich begreife nicht, ich höre nichts“ — da schon wieder erscholl die entsetzliche, dumpfe Grabesstinme: „In denn Niemand, der mir beisteht, in meiner gräßlichen Lage.“ Daraus herzzerbrechendes Schluchzen und darauf ein grellen⸗ des — „Aber, mein Herr,“ so wandte sich ent⸗ rüstet' die junge Dame an den noch immer theil⸗ nahmlos dastehenden Herrn, „hören Sie denn noch nichts?“ „Hülfe!“ — „Hülfe!“ echote es gzreulich nach; — da wurde es den Damen doch zu viel, entsetzt wollten fie forteilen, da vertrat ihnen der Herr den Weg: „Verzeihen Sie, meine Damen, wenn ich Sie erschreckt habe, ich erlaubte nir blos, eine kleine Privatsoiree zu veranstalten; mein Name ist Lund — Bauchredner.“ Tableau! Welche Bedeudung der Name des Reichskanzlers selbst in Ländern hat, deren Bewohner die deutsche Nation noch kaum dem stamen nach kennen, dafür giebt Karl Humann, der bekannte Reisende, in einer Plauderei einen unterhaltenden Beleg. Er erzählt, er sei einst im Innern Kleinasiens auf seinen Forschungsreisen der hast eines Türken gewesen, der ihn nach der Mahl⸗ eit; wie es alter Brauch ist, fragte, was für ein dandsmann er sei. — „Ein Borussialy oder, wenn Dir das bekannter ist, ein Allemanly,“ antwortete der Gast. «“,Borussia oder Allemania kenne ich nicht; ist das weit von den Moskow (den Russen)?“ Die Moskow haben wir auf der einen Seite zu stachbarn.“ „Ist es denn weit; von den Inglis den Engländern) ?“ „Wir wohnen so ungefähr 'n der Mitte zwischen beiden.“ „Weh, ihr Armen!“ vedauert der biedere Türke aufrichtig unsere schwie⸗ ige Lage inmitten dieser beiden gefährlichen Nach- zarn. Doch lachend beruhigte ihn der Gast: „Wir ürchten uns nicht; hast Du nicht vor zwölf Jahren von dem großen Kriege gehört, den wir mit den xrancis geführt haben?“ Jetzt geht dem Osmanli in Licht auf. „Da bist Du ja ein Bismarcklhy, das hättest Du mir ja gleich sagen sollen.“ — Ein schrecklicher Unglücksfall ereig⸗ iete sich am 31. März, Vormittags zu Steinbruch zei Pesthein der Maststallung des Ladislaus Toth. Bei Untersuchung des Brunnens entfiel dem Auf⸗ eher Ludwig Oroszky der Zollstab. Der Arbeiter Stephan Papp stieg mittelst einer Leiter in den Brunnen, hatte aber kaum einige Stufen betreten, als er, von den aufsteigenden Gasen betäubt, in »en Brunnen hinabsiel. Oroszky, der ihm nach⸗ zeeilt war, um dem Verunglückten beizustehen, ver⸗ or das Gleichgewicht und fiel gleichfalls in den grunnen. Auf den Lärm stürzte die Gattin Droszky's herbei, und als sie das Unglück gewahr vurde, stürzte sie sich, von Schmerz überwältigt, jalb bewußtlos ihrem Manne nach. Zwei Ar— eiter, Joseph Balog und Michael Janko, die in »en Brunnen hinabstiegen, um die Verunglückten u retten, theilten das Schicksal ihrer Vorgänger. die von Polizeiorganen vorgenommenen Hilfsver⸗ uche blieben erfolglos. Die Leichname der fünf herunglückten wurden mittelst Eisenstangen aus dem zrunnen heraufgeholt. Ein Eisenbahnwächter, der ich zur Rettung erbot und sich mit einem Seil in en Brunnen hinabließ, winkte sofort zum Herauf— ziehen, hatte aber schon das Bewußtsein verloren ind es wird an seinem Aufkommen gezweifelt. 7 Eine wahnsinnige Erzherzogin, die Prinzessin Montle ar hat, wie aus Krakau geschrieben wird, zurch Selbstmord geendet. Am 30. März gerieth »ie Prinzessin auf ihrem Gute Krzyskowice bei drakau mit einem ihrer Bebiensteten in Streit und euerte gegen denselben aus einem Revolver einen Schuß ab. Der Bedienstete warf sich, simulirend, zaß er getroffen fei, zu Boden, worauf die Prin⸗ essin, erschrocken über ihre That, einen zweiten Schuß gegen ihre eigene Schläfe abfeunerte. Die jerbeigeh oltlen Aerzte konstatirten, daß die Prinzes⸗ sin an Gehirnerweichung gelitten habe. Das Be⸗ rehmen der Prinzessin war immer seltsam. Der ‚R. fr. Pr.“ wird über sie geschrieben: Die Prin⸗ essin, eine Großtante des jetzigen italienischen Königs ind der österreichischen Erzherzoge Leopold und stainer, war eine merkwürdige Erscheinung, bei deren Anblick man den Eindruck haite, als ob über ihrer Zersönlichkeit ein finsteres Geheimniß schwebe. Ob⸗ zleich im Besitze eines Vermögens von vielen Mil⸗ ionen, kam diese von der Welt abgeschiedene Frau tets auf einem Bauernwagen, in einem faden⸗ cheinigen Anzuge nach Krakau, wo sie in gebückter »altung, wie ein Bild hungernder Armuth und Nitleid erregenden Jammers durch die Straßen hlich. Da man wußte, daß dieses originelle Wesen ꝛer Prinzessin keineswegs eine Folge krankhaften Zeizes war, indem sie zeitlebens einen wahrhafe furstuchen Wohlthätigkeitssinn bekundete, so dichtert ihr die rege Volksphantasie die abenteuerlichsten Lie⸗ desromane an, welche fie angeblich in ihrer Jugend erlebt hatte und welche die Ursache ihres Zurück⸗ siehens aus der menschlichen Gesellschaft gewesen eien. Sehr bescheiden, ja geradezu nothdürftig war die Lebensweise, welche Prinzessin Montlear zu Hause auf ihrer Besitzung führte. Sie lebte wie eine gewöhnliche Bäuerin. Ihre Hauseinrichtung hatie leine Spur von irgend einem Luxus. Jeder daselbst befindliche Gegenstand war ganz primitiver Art und von grobem Material. Ihre Nahrung war die frugalste, die man sich nur denken kann. Eine ebensolche Mäßigkeit im Leben forderte fie von ihren Beamten und Bediensteten. Dieses seltsame äußere Wesen der hingeschiedenen Prinzessin Mont⸗ lear barg jedoch in seinem Innern ein tief empfin⸗ dendes, edles Herz, einen mit glänzenden Eigen⸗ schaften ausgestatteten Geist. Ihre Munificenz so— wohl Personen gegenüber, denen sie sich zu Dank Zerpflichtet fühlte, als auch gegen Arme kannte keine Brenzen. Für die nothleidenden Landleute auf ihren Befitzungen war sie ein wahrer Schutzengel. In inigen der ihr gehoͤrenden Ortschaften hat sie für unbemittelte Kranke Spitäler errichtet. Vornehmlich iber war ihr Wohlthätigkeitssim auf Hebung der geistigen Interessen der bäuerlichen Bevölkerung ihrer zahlreichen Besitzungen gerichtet. Zu dem Zwecke hat sie auf ihren Gütern auf eigene Kosten Schulen gegründet und mit Eifer darüber gewacht, daß die dandleute; ihre Kinder in diese Schulen schickten. Durch dieses humanitäre Werk hat die im Stillen virkende Prinzessin im Andenken der bäuerlichen Bevölkerung ihrer Besitzungen sich ein bleibendes Denkmal errichtet. — F Iwm franzosischen Heere ist in neuester Zeit die Frage wegen Einführung des Repetir⸗Gewehres wieder mehr in den Vordergrund getreten, indem die nach China entsandten Verstätk⸗ ungstruppen das Grasgewehr, also den Einzellader, zu Hause gelassen und aus den Marine⸗Arsenalen Repetir⸗Gewehre erhalten haben, von denen bei⸗ äufig schon 60,000 im Vorrath waren. Die ranzösische Marine⸗Infanterie und die Schiffsbe⸗ atzung sind schon seit 1878 mit dem Repetir⸗ Bewehr Gras⸗Kropatschek bewaffnet, dennoch erscheint es fraglich, ob Fraukreich dieses System zur Be⸗ vaffnung seines gesammten Fußvolkes annehmen wvird. Denn das Kropatschek⸗Gewehr kann nicht nehr zu den besten Repetir-Gewehren gezählt verden, da es nur 7 Schuß enthält, das Magazin im Vorderschaft und eine unzuverlässige Spiralfeder jat; es steht also gegenüber den neuesten Repelir⸗ Bewehren mit größerer Schußzahl. Kolbenmagazin und unveränderlichem Bewegungs-Mechanismus ichon auf veraltetem Standpunkt. Die Repetir⸗ jewehr⸗Frage ist für die großen Staaten ausschließ⸗ ich eine Geldfrage; wena eine Großmacht. ihr Fußvolk mit einem Repetirgewehr bewaffnet, so nüssen die anderen über kurz oder lang nachfolgen, ind es ist in diesem Falle nicht unwahrscheinlich, aß der Anfang dazu von Frankreich ausgehen vird; denn wenn erst die 30—250,000 Mann Landtruppen aus China mit Repetir⸗Gewehren be⸗ vaffnet nach Frankreich zurückgekehrt sein werden, so wird man ihnen schwerlich wieder Einzellader in die Hand geben, und damit wäre thatsächlich ver erste Schritt zur Bewaffnung der französischen Infanterie mit einem Repelir⸗Gewehr geschehen. Dann aber werden sich die übrigen Heere auch iber ein bestimmtes System eines RepetirGewehres chlüssig machen und aus dem Stadium der Versuche herauszutreten haben. F Schicksal von einer Million Men— schen. Ein englischer Statistiker, Dr. Farr, jat nach der „Fogr.“ als Resultat sorgfältiger Forschung folgende statistische Thatsachen ermittelt: VBon einer Million Kinder, welche geboren werden, terben im ersten Jahre 150,000. Z3wölf Monate päter folgen 53,000 weiter nach. Am Ende des zritten Jahres hat sich ihre Zahl noch um 28,000 zermindert. In den hierauf folgenden zehn Jahren ind die Sterbefälle weniger zahlreich bis zum 13. Fahrc, bis zu welchem die Zahl der Verstorbenen nicht ganz 4000 beträgt. Von da bis zu Ende )»es 45. Jahres sind etwa 500,000 den Härten »es Lebens erlegen. Zu Ende des 60. Jahres 'ind noch immer 370,000 grauhaarige Veteranen »orhanden. Das 80. Jahr erreichen noch 37,000 nit verminderter Kraft und wankenden Schritten. Am Ende von 95 Jahren sind nur noch 223 vor—⸗ janden, deren Zahl rasch abnimmt, bis im 108. Jahre der lehte von der Million noch Nellerlebende hollends verschwindet und sich der großen Menge einer Vorganger auch noch anschließt. —— F.(Ein seltenes Geschenk.) Ein Bon⸗ hivant wandie sich an einen Freund, ihm ein pas⸗ sendes Geburtstagsgeschenk für seine jugendliche Angebetete vorzuschlagen. Bereitwilligst rieth dieser ju Diesem und Jenem, worauf ihm aber erwidert vurde, fie hätte dergleichen schon erhalten; diesmal olle es zudem ganz was Außergewöhnliches sein. „Nun,“ meinte der Freund alsdann mit einem Blick auf den glänzenden Vollmond des Lebemanues rochen, „Du wärst aus aller Verlegenheit, wenn du ihr eine Locke von Deinem Haar schenktest!“ * Ein fürchterliches Rechenexempel hat dieser Tage ein leidenschaftlicher Schachspieler gelöst. NRämlich die 32 Figuren des Schachspiels könnten 121 Quatuordecillionen verschiedene Stellungen jaben, eine Zahl, die man mit 88 Nullen schreibt. inSatergeuuge ronen-Quelle in Heusweiler. 2i 2zu Obersalzbrunn ĩ. Sehuds. kin Wort an Alle, vird aretlicherseits empfohlen gegen Nieren- und Blasenleiden, Gries- und vesche Franzosisch, Englisch Imme. dteinbeschwerden, die verschiedenen Formen doer bicht, sowie Gelent. usch, Russisch oder Spanisch wirklich rheumatismus. Forner gegen Katarrhalisehe Affectionen des Kehlkopfe vj sprechen lernen wollen. Gratis und der Lungen. gegen Magen- und Darmkatarrno. — — In den erster und frauco zu beziehen durch die4 Versandjahren wurden verschickt: Noseuma ——J8 in — — —-Asbie KRronenpuelle ist durch alle Mineralwasserhandlungen u. Apothebe— 77 Im beꝛiehon. — Brochũren mit Gebrauchanweisung versendet auf Wunsch gratis u. franco Vie Administralien der Kronen Quelle, Obersalzorunn i. Shl. — ———— Unparteiigche Deiung —— caglich auch Montags. - 47 7 fũhrliche politische Mittheilungen. objectiv, mit Wiedergabe inter- estranter Meinungsaus ꝛerungen aus der Prease alier Parteien. — Nachrichten über Theater, Alusik, Kunst Wiasenschaft; Gerichts- halle: locale Nachrichten. — Spannende Romane. Soręfaltige Bôrsen- und Handelsnnchrichten. -Vollatandiges Berliger Cours- blatt. — Lotterielisten. — Amt- liche Nachrichten. 6 (Gratis-) Beilagen: 1. Neueste Berliner Flicegnde Blutter (Gillustrirt. 2 Unterhaltungsblatt. 3. Die Haus- frau. 4. Zeitung sũrt Landwirth- achaft und Gartenbau. 5. Neueste Moden (illustrirt und Schnitt- muster). 6.⸗Verloosungablatt. (betr. Obligationen, Prioritaten nd Anleheneloose.) — S2 3 —— — R expeditions⸗ und Telegraphendienst in Rockenhauser dem Posterpeditor Jakob Linn in Bruchmühlbach der Postexpeditionsdienst in Bruchmühlbach dem Postgehilfen Dehof in Germersheim, vom 16. Mai ab Mit Wirkung vom 1. April l. J. ist der prot dehrer Phil. Berdel in Landstuhl auf ein halbes Jahr pensionirt. Als interimistischer Verweser an der prot. Schule Landstuhl ist der Schuldienster— spektant Johann Zapf von Hellingen (Unterfranken herufen. tzur die Redaon verantwortlich: F. X. Demeg. rbeiter und Arbeiterinnen hegehen häufig dadurch, daß sie die ersten Anzeichen einer zestörten VBerdauung und Ernährung (Leber⸗, Gallen⸗ und dämorrhoidalleiden etc.) unbeachtet laffen, einen großen Fehler, indem bei sofortigem Gebrauch der berlhmien Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich à Schachte M. Jin den Apotheken) schwereren Leiden vorgebeugt und die Arbeit nicht gestört worden wäre. Man achte genar darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreu in rothem Grund und den Namenszug R. Brandt's trägt gu Samstag, den 18. April 1385, Nachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von damel Baumann (Café Oberhauser), verden gegen Rudolf Munzinger, Bierbrauer, in St. Ingbert woh⸗ nend, wegen Nichtbezahlung des Er⸗ verbspreises veriragsmäßig wiederber⸗ teigert: Steuergemeinde St. Ingbert; . Plan Nr. 4328 und 48232, i63 Dez. — 55 a 50 qm Ader m Rodi neben Bäcker Hager und Michael Haas; Bon Plan Nr. 4377, 4378, 4879, 4880 und 4381, 172 Dez. ⸗ 58 a 60 qm Acder im Rodt. Die Hälfte der links und rechts der Thaussee nach St. Ingbert zu gelegenen Stücke. St. Ingbert, den 30. März 1885. Kemmer, k. Notar. — Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung der allirten, großen Vereinigten Britania⸗ silber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, vird wegen eingegangenen, großen Zah⸗ inngsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ mung der Lokalitäten AFum 785 Prozent unter den Erzeugungspreise verkauft, WV daher also: Fast verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälfte des Werthes vom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht- und effekivolles Britaniasilber ⸗ Speiseser vice welches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist zas ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber elbst nach Jahren nicht zu unter⸗ cheiden ist IF und wird für das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stuck Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniafilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stück Britaniafilber Speiseldffel schwerster Qualitaͤt, 6 Stück Britaniasilber Kaffeelöffel massive Qualität, 6 Stuck Britaniasilber Theelöffel, feinste Oualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, 1 Stuück Britaniasilber Milchschöpfer, groß, massiv, 6 Stuͤck große, masfive Britaniasilber Dessertlöffel, auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuck Britaniafilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde für die feinste Tafel bilden und koftet Alles zusammen Fo nur fünfzehn Mark. — Geehrte Aufträge werden gegen Nach— nahuue (Postvorschuß) oder vorherige Geideinsendung, so lange der Vorrath reicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. Si1Iberbors., Wien, Stadt, Fleischmarkt 16 NB. Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ ster Herrschaften über die vorzügliche Qualiiät unserer Artikel sind in un⸗ erem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschränknng hier nicht ver⸗ offentlichen koͤnnen, und liegen selbe ur geflEinsicht inunse rem Devotauf Amerika. Ich befördere Passagiere mi der ERed-Star-Line ab Ant⸗ werpen bis New⸗-PYork zu 76 Mark oder ab Luremburg bis New⸗ Yort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. BESCEMAnmm Lauur. St. Inabert. In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 1620 Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gäͤnzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierumgsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn imn einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenniniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, heistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenftellung sichere Auskunft über alle Fragen des offentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel-Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden pfalzer angelegentlichst empfohlen. Um die Anschaffung zu erleichtern. hat die Ver— lagshandlung auch eine dgieferungs⸗Ausgabe veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen LZieferungen à 1 Mt. durch iede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserslautern. Eucgen Orusius. Auflage 8331,000; das verbreitetste allt veutschen Blätter überhaupt; außerdem er scheinen Uebersetzungen in 1wölf fremder Sprachen Die Modenwelt. Illuftririe Zeitung fu Toiletie und Handar heiten. Alle 143 Tag eine Nummer. Prei diertetjahrlich Mi. 1.25* 75 ar. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi— leiten und Handarbeiten enihaliend gegen 2000 ) Aebitdungen mit Be— Bschreibung, welche dat zanze Gebiet der Garderobe und Leibwãsch sar Damen, Madchen und Knaben, wie fu das zartere Kindesalter umfassen, ebenso di deibwasche fur Herren und die Bett⸗ und Tischwaͤsche eꝛc., wie die Handarbeiten in ibren ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnitimuften ur alle Gegenstande der Garderobe und eto. 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ un Bunistickerei, Namens⸗Chiffren ꝛ⁊c. Abonnements werden jederzeit angenommer bei allen Buchhandlungen und Pofianstalten * Probe⸗Nummern gratis und franco dutt die Erpedinion, Verlin M, Potsdamer Shr 8: Wien J. Operngasse 43 C.. — höheroet 3J Faehsehule flix —XRX —9— — —— Marchinen-Techoistel. vorunterrient Aufnahme: — fraf — Aprii u. Octobæor. — — — — ——— *7 Pnimos biig, baar oaer Roto⸗ r̃ahris Weidenslauser, Berlin — Drud und Versag von 12 Ismenr in Sngkert Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. F Et. Jugberter Dnzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Um —ontag, Biex ↄüαtag, Samstag und Souutag; —* wochentlich mit Unterhaltur gh⸗ slatt und Sonutagß mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli d A Zustellungsgebuhhrr. Die Eiurückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 6, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expeduion Auskunft ertheilt, 18 8, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einriickung wird nur dreimalige berechnet. Volitische Uebersicht. Man kündigt für Ende Mai' den Zusammen⸗ ritt eines deutschen Innungstages in gerlin an und erwartet davon sehr große Er⸗ olge für die Forderung des Innungswesens, man rhofft die Forderung von Handwerkerkammern, ja nan erwartet, daß man ein Reichs⸗Innungsamt eantragen möchte. Auslaund. Paris, 7. April⸗In der Deputirienkammer „erlas Brisson unter ftellenweisem Beifall das hrogramm des neuen Kabinets und schlug vor, inen Kredit von 150 Millionen für Tongking zu ewilligen. Derselbe wurde mit 373 gegen 92 ztimmen eröffntte. Paris, 7. April.“ Die Bildung des neuen dabineis ist nunmehr erfolgt und ist dasselbe fol⸗ zendermaßen zusammengesetzt: Brisson Präsidium ind Justiz, Freycinet Auswärtiges, Allain⸗Targé zInneres, Sadi Carnot Arbeiten, Clamageran Fi⸗ anzen, Campenon Krieg, Pierre Lagrand Ackerbau, )ervemangon Handel, Goblet Unterricht, Sarrien doflen und Telegraphen, Galiber Marine. — Das dabinet Brisson⸗Freycinet macht einen günstigen tindruck. Auch die Opportunisten erklären, daß sie ꝛafselbe · unterstützen werden. Die Majorität ist emselben also ficher. Bezüglich Tongking wird sas Ministerium erklaͤren, daß es die nöthige Energie niwickeln und China zu einem gerechten Frieden wingen werde. Um die äußerste Linke zu befrie⸗ igen, wird eine politische Amnestie erwartet. Paris, 8. Aprii. Eine Depesche von Pa⸗ enoͤtre bestaͤtigt, daß China die am 3. d. Mis. in daris durch Billot und Campbell unterzeichneten zriedenspräliminarien gutgeheißen habe. London, 7. Apru. Eine Meldung der Times“ aus Peking bestätigt die Ftiedensvermitte ⸗ ungen zwischen China und Frankreich auf Grund )es Verirags von Tientsin, und daß keine Kriegs⸗ mischädigung durch China zu leisten sei. AULe u e ten. -Der Staatszuschuß für die Pfälzischen usenbahnen im Jahre 1884 belauft sich auf 1008,6283 M., gegen 1883 um 127,634 M. we⸗ niger. Der Staatszuschuß, der aus der Lauter⸗ halbahn erwächt, ist in jener Summe enthalten nit 111214 Me., so daß ohne diese Bahn der Jinszuschuß des Staats blos 802, 409 ware. I Schnappach, 8. April. Am Oster⸗ nontage wurde in Suͤlzbach die neue Fahne des ath. Bergmannsbereines eingeweiht. Zu dieser jeier waren noch zehn andere Knappenbereine ein eladen und auch erschienen. Nach der kirchlichen Feier sollte sich der Festzug durch Sulzbach bewegen, mnd die einzelnen Vereine bei den Wirihen in Sulz⸗ ach untergebracht werden. Doch die polizeiliche tlaubniß hiezu wurde feitens des Herrn Kom— nissars nicht gegeben. Noch Beendigung der lirch⸗ hen Feier gingen die Festtheilnehmer in aufge⸗ bster Ordnung bis uͤber die Grenze, wo sie sich nn im Festzuge aufstellten und —XX nurshierten. Die Schnappacher Wicihe nahmen ie Festgaste bereitwilligst auf, und machten diese owie Bader und Metzger sehr gute Geschafte. Die dereine unterhielten sich auf das schönste, und es atlief bei diesen aleß bester Ordnung. Bei Unbruch des Abends srengten sie sich unter einem ꝛegeifterten Glüc auf)“und zogen unter den 8— Donnerstag, 9. April 1888. 20. Jahrg. röhlichen Klängen der mitgebrachten Kapellen ihrem eimathsdorfe zu. — Nachdem sämmtliche Vereint chon laͤngst abmarschiert waren, entstand in einer Wirthschafi ein Streit, wobei auch das Messer pieder einmal mitspielte und ein junger Bursche yon Sulzbach einen gefährlichen Stich in den Rücken erhielt. Sämmtliche an diesem Streit Betheiligten varen jedoch nicht von Schnappach, und kann der⸗ elbe auch nicht mit der Anwesenheit der Knappen⸗ ereine in Verbindung gebracht werden. X. Von der Blies, 8. April. Der vorige Woche spurlos verschwundene Casimir Ginz aus Wolfersheim wurde von einem Breitfurter Bauers⸗ nanne in Saargemünd gesehen 'und der Familie esselben wieder zur Spur verholfen. Diese fand hn im Spitale zu Saargemünd. Ginz hatte näm⸗ ich in Saargemuünd einen Selbstmordversuch ge⸗ nacht, der toial mißlang. Er versuchte sich in ärmangelung einer Schießwaffe wahrscheinlich aus⸗ inanderzusprengen, indem er eine Portion Schieß⸗ zulver in Papier gewickelt in den Mund nahm ind anzündete. Der Knallefelt war aber so schwach zaß ihm nur die Zunge beschädigt wurde. Ein zerade des Weges kommender Schiffer sah sich nach zer Richtung des gehörten schwachen Knalles um ind sah einen Mann am Boden sitzen, der aus »em Munde blutete. Ein hinzugetretener Schutz nann verbrachte ihn aufs Polizeibüreau zur Fest⸗ jellung seiner Person und Heimath, was aber nicht elang, da derfelbe alle Fragen mit Kopfschütteln eantwortet haben soll. Hierauf wurde er ins zpital verbracht, woselbst ihn die spaäter einge⸗ roffenen Familienglieder fanden. Am Samstag iun sollte er wieder nachhause verbracht werden, voran er aber keinen besonderen Gefallen haben nochte, denn noch vor dem Wiedereintreffen seiner rzamilienangehörigen gelang ihm sein 2ter Selbst⸗ nordversuch. Er erhenkte sich mittelst seines Hals⸗ uches im Aborte des Saargemünder Spitals. Ob Heistesstörung oder Ueberlegung die Motive des Zelbstmordes war, wer mag's feststellen? Das Gesthz- und Verordnungsblatt Nr. 14 nihält den Landrathsabschied fur die Pfalz. Der Boranschlag der Ausgaben und Einnahmen wird Jenehmigt. Der Antrag des Landraths: die Mo— iliarfeuerversicherungs · Gesellschaften in viel aus⸗ iebigerer Weise als seither, mit mindestens 400 hres Reinertrages zur theilweisen Deckung der Kosten es lolalen Feuerlöschwesens heranzuziehen und diese geträge an die einzelnen Gemeinden nach Maßgabe jes auf sie treffenden Versicherungskapitales zu ver⸗ heilen, wird der Erwägung unterstellt. Bezüglich er Bedingungen, unter welchen der Landrath die en Güterbahnhof der pfälzischen Eisenbahnen durch⸗ iehende Dammfläche, sowie die mit Geleisen belegte dammkrone an die pfälzische Eisenbahngesellschaft om 1. Januar ds. Irs. auf 5 Jahre pachtweise u überlassen beschlossen hat, ist der Landrath zur rneuten Wurdigung aller hier in Betracht kommen⸗ en Fragen und zur erneuten Beschlußfafsung zu zeranlassen. Die Kreisregierung erhält den Auftrag, ie Reorganisation der Waisenhausstiftung im Hom⸗ urg im Sinne der diesbezüglichen Beschlüsse in Insiruktion zu nehmen. — Am 5. d. M. starb in Kusel hochbetagt derr Dekan Schaͤzler im Alter von 74 Jahren. — Pirmasens, 7. April. Heute durcheilt zas Gerucht unsere Stadt, daß zwei hiesige Lehrer, die herren Hamm und Reich, gemeinschaftlich und ohne ich zu verabschieden, eine etwas lange Ferienreise nqgeireten haben, nach Amerika oder vielleicht auch arach Neudeutschland, zu unseren neuen schwarzen dandsleuten in Afrika oder der Südsee. Von Ant⸗ werpen aus sollen sie einem hiesigen Freunde letzte Rachricht haben zukommen lassen. Diverse hiefige Beschäftsleute weinen ihnen nach. 6P. A.) — Kaiserslautern, 7. Aptil.“ Die gestern stattgehabte Versammlung der Volkspartei, n welcher auch Herr Reichstags-Abgeordneter Brohs erschien, war von 300 — 400 Personen besucht. — Erlenbach, 7. April. Am Ostersonn⸗ lag gingen zwei Mädchen von 9 und 12 Jahren aus Kandel nach Steinweiler, um ihren Osterhaas zu holen. Auf dem Rückwege wurden sie von einem Manne angepackt. Das jüngere Mädchen entfloh; das andere wurde von dem Unmenschen in den Wald geschleppt und vergewaltigt. Durch die sofort eingeleiteten Recherchen der Kandeler Bendarmerie gelang es, den Thater in der Person eines hier verheirathelen Bürgers zu enidecken. Der⸗ jelbe, aus Klingenmünster gebürtig, wurde gestern Morgen verhaftet. 7 (L. T.) — Neustadt, 3. April. (Pfalzer Wein für den Kanzier,) Die größeren Weingutsbesizer don Dürkheim, Deidesheim, Forst und Wachenheim haben, der „N. Zig.“ zufolge, an den Reichskanzler ine Sendung von 100 Flaschen der edelsten Weine, velche überhaupt nicht käuflich zu erwerben sind, ibgehen lassen und zwar mit folgender Widmung: „Ew. Durchlaucht bringen die Unterzeichneten die hrerbietigsten Glückwünsche dar und weihen in dankbarkeit für die Beschirmung deutscher Reben jegen den Feind und fortdauernden Schutz fried⸗ 85 Arbeit die heute abgehende Kiste ihrer edelsten eine.“ — Frankenthal, 5. April. Heute ge⸗ langte die Nachricht hierher, daß sich der bei der hiesigen Postexpedition bedienstete Postdienstadspirant Boͤhring aus Biedesheim in der verflossenen Nacht in der Nähe von Oggersheim erschossen habe. Ueber die Moltive ist Näheres nicht bekannt. (F. Z.) Vermischtes. F Neunkirchen, 8. April. Heute Nachmit⸗ ag wurden die des Mordes an dem Bergmann Schuth angeklagten beiden jungen Leute Jung und Fabri geschlossen nach Saarbrücken abgeführt, und vird das nächste Schwurgericht sich wohl bereits nit der Aburtheilung derselben zu befassen haben. Uls Ursache des Todes soll ein Schlag mit einem Wagenreidel und ein Wurf mit einem schweren Steine konstatirt sein. (S. u. Bl.Ztg.) F Saarbrücken, 7. April. Fürst Bismarck zußerte sich über das Grubenunglück zu Camphausen dei Ueberreichung des Saarbrücker Ehrenbürger⸗ zriefes: „Sie haben neuerdings das große Un⸗ zlück auf Grube Camphausen gehabt und ich kann nir vorstellen, wie schmerzlich das für Sie sein muß; aber die traurigen Folgen für die Hinter⸗ hliebenen sollen nach Kräften gelindert werden, der Staat wird für sie eintreien! Mein Kollege May⸗ zach hat mir mitgetheilt, daß der Staat für die Wittwen und Waisen der unglüclichen Bergleute rach Maßgabe der Bestimmungen des Unfallver⸗ icherungsgesetzes sorgen werde!“ — Ueber das Ge⸗ 'ammtergebniß der Sammlungen für Camphausen jört die „Sbr. Zig.“, daß his jetzt weit über 80,000 Mtk. hier eingegangen sind. F Ars a. d. M. 6. April. Dieser Tage hatte Herr Amard das Glück, bei einer Treibjagd in der Umgegend von Remilly ein Nest mit 6 jungen Wölfen aufzufinden und auszuheben; die Jahre der letzte von der Million noch Uellerlebende bollends verschwindet und sich der großen Menge seiner Vorgänger auch noch anschlief9tßß. . Ein seltenes Geschenk.) Ein Bon aivant wandie sich an einen Freund, ihm ein pas⸗ sendes Geburtstagsgeschenk für seine jugendliche Angebetete vorzuschlagen. Bexreitwilligst rieth dieser zu Diesem und Jenem, worauf ihm aber erwidert vurde, fie hätte dergleichen schon ertzalten; diesmal olle es zudem ganz was Außergewöhnliches sein. „Nun,“ meinte der Freund alsdann mit einem glick auf den glänzenden Vollmond des Lebemanues rochen, „Du wärst aus aller Verlegenheit, wenn du ihr eine Locke von Deinem Haar schenktest!“ 4 Ein furchterliches Rechenexempel hat dieser Tage ein leidenschaftlicher Schachspieler geldst. sämlich die 32 Figuren des Schachspiels könnten 121 OQuatuordecillionen verschiedene Stellungen aben, eine Zahl, die man mit 88 Nullen schreibt. Im sich einen Begriff von der unendlichen Zahl dieser Gange zu machen, sagt der Rechenmeister, »enke man sich jedes Sandkorn der Erde als einen »evöllerien Weltkaͤrper, von der Schöpfung an mit iner gleichen Zahl Menschen bewohnt, als die Erde. Wenn alle diese Menschen seit 5646 Jahren nichts geihan hätten, als zu zwei und zwei Schach gespielt und in jeder Stunde eine Partie gespielt, so wären noch nicht alle möglichen Gänge erschöpft. Die Richtigkeit des Exempels läßt sich durch Nachrechnen eicht ermitteln. expeditions⸗ und: Telegraphendienst in Rockenhauser dem Postexpeditor Jalob Linn in Bruchmühlbach der Postexpeditionsdienst in Bruchmühlbach dem Postgehilfen Dehof in Germersheim, vom 16. Mai ab Mit Wirkung vom 1. April l. J, ist der prot Lehrer Phil. Berdel in Landstuhl auf ein halbe Jahr pensionirt. Als interimistischer Verweser an der prot. Schule Landstuhl ist der Schuldienster speltant Johann Zapf von Hellingen (Unterfranken berufen. — — — Demeg. heiter und Arbeiterinnen begehen häufig dadurch, daß sie die ersten Anzeichen einer zestörten Verdauung und Ernährung (Leber⸗, Gallen⸗ un Hamorrhoidalleiden eic.) unbeachtet laffen, einen großer Fehler, indem bei sofortigem Gebrauch der berühmlen Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich à Schachtel M. J1 in den Apotheken) schwereren Leiden vorgebeugt und die Arbeit nicht gestört worden wäre. Man achte gena darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreu in rothem Grund und den Namenszug R. Brandt's trägt n Ablann Hienstesnachrichten. J Regierungs⸗ und Kreisforstrath Kleespfes zu Speyer wurde zum Oberforstrath dortselbst, Oberförster Ruseff zu Kriegsfeld zum Regierungs⸗ orstassessor befördert. Bezirksarzt 1. Kl. von Liederskron in Kirchheimbolanden wurde auf Ansuchen wegen Krankheit pensionirt. Auf Dienstvertrag wurden verliehen: der Pofi-⸗ Fi — — — —777 EinSattlergehilfe gesucht. J. JT. GręWwenig in Heusweiler. ob seb J. Zehl 271 2zu OPESGIEPPVMID . SCRbD. kin Wort an Alle, wird arztlicherseits empfohlon gegen Nieren- und Blasenleiden, Gries- unc velche Iranzoͤsisch, Englisch, Iseme. Steinbeschwerden, die verschiedenen Formen der bieht, sowie Gelenk usch, Russisch oder Spanisch wirklich rheumatismus. Forner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkopfe sprechen lernen wollen. Gratis und der Lungen, gegen Magen- und Darmkatarrhe. — — In den erster ind frauco zu beziehen durch die4 Versandjahren wurden verschickt: Reosenihalp, Zeplagshandluns in 188u: 2623fl. assæ) —A a Die Kronenpuelle ist durch alle Mineralwasserbandlungen u. Apothebker zu beziehen. grochũren mit Gebrauchanweisung versendet auf Wunsch gratis u. franco Jie Administratian der Kronen-Quelle, Obersalzbrunu i. Svchl. — — tctent Unparteiische zenunß —i Taglich auch Montags. — 8 7 fuũkrliche politisc he Mitthei lungen. objectiv. mit Wiedergabe inter- ess anter Meinungsausserungen aus der Prease allexr Parteien. — Nachrichten über Theater, Musik, Kunst Wissaenschasft: Gerichtas- halle: locale Nachrichten. — Spannende Romane. Sorgsfaltige Borsen- und Handeltnnchrichten. -Vollatandiges Berliaer Cours- blatt. — Lotterielissten. — Anuit- liche Nachrichten. 6 (Gratis-) Beilagen: i1. Neueate Berliner Flieegnde Rutter Gillustrirt. 2 Unterhaltungsblatt. 3. Die Haus- frau. 4. Zeitung sür Landwirth- ichast und Gartenbau. 5. Neueste Moden (illuatrirt und Schnitt- muster). 6.- Verloosungablatt. betr. Obligationen, Prioritaten Anlehenaloose.) 1 —E— — 88 — Auflage 331,000; das verbreitetste alle deutschen Blätter überhaupt; außerdem er— cheinen Uebersetzungen in zwölf fremded Sprachen Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Samstag, den 18. April 18385, Nachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Ddamel Baumann (Café Oberhauser), verden gegen Rudolf Munzinger, Bierbrauer, in St. In gbert woh⸗ nend, wegen Nichtbezahlung des Er⸗ verbspreises veriragsmäßig wiederver⸗ deigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 43828 und 48232, i63 Dez. — 55 a 50 qm Ader m Rodt neben Bäcker Hager und Michaei Haas, ——— Von Plan Rr. 4377, 4378. — 4879, 4880 und 4881, 172 2 Dez. ⸗ 58 a 60 qm Ader im Rodt. Abl —II 6 Die Hälfte der links und rechts der F Chaussee nach St. Ingbert zu Scheine gelegenen Stücke. fur die Gemei udekrauk St. Ingbert, den 80. März 1885. ficherung enver Kemmer, find zu haben in der Druckerei k. Notar. des „St. Ingherter Anzeiger.“ Fast verschenkt. — — — — Das von der Massaverwaltung der fallirten, großen Vereinigten Britania⸗ ilber⸗Fabrik übernommene Riesenlager, vird wegen eingegangenen, großen Zah⸗ nngsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ mung der Lokalitäten — AF um 78 Prozeut unter dem Erzeugungspreise verkauft, B daher also: Saft verschenkt. Fur nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälfte des Werihes vom bloßen Arbeiislohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht⸗ und effekivolles Britaniasilber⸗Speiseservice welches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber elbst nach Jahren nicht zu unter⸗ scheiden ist F und wird füͤr das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniafilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniasilber Gabeln, feinste Qualität, 6 Stuck Britaniafilber Speiseldffe! schwerster Qualität, 6 Stuck Britaniasilber Kaffeelöffel massive Qualität, 6 Stuck Britaniasilber Theelöffel, feinste Qualität, 1 Stück Britaniasilber Suppenschöpfen superfein, schwer, 1 Stück Britaniasilber Milchschöpfer groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniafilber Dessertlöffel. auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuck Britaniafilber Tafelleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 40 Stück, welche eine Zierde für die feinste Tafel bilden und kostet Alles zusammen 7 nur fünfzehn Mark. Geehrte Aufträge werden gegen Nach⸗ nahue (Postvorschuß) oder vorherig Geideinsendung, so iange der Vorrath reicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. Silperbors, Wien, Stadt, Fleischmarkt 16. VB. Tausende Anerkennungsschreiben höch⸗ der Herrschaften über die vorzügliche Qualität unserer Artilel sind in un⸗ erem Besitze, die wir leider wegen Raumbeschraͤnknng hier nicht ver⸗ vffentlichen können, und liegen selbe ur aefsEinsicht inunse rem Depotauf — — Amerika. Ich befördere Passagiere mit der ERæed-Star-Line ab Ant⸗ werpen bis New⸗PYork zu 76 Mark oder ab Luxemburg bis New⸗ Hort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäd. E äLaur., Sit. Inabert In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 2 39 Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein— gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert ind der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, heistimmen. Das Werk gibt in gemein verstandlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des offentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden pfälzer angelegentlichst empfohlen. uUm vdie Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine deLieferungs⸗Ausgabe V veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen à 1 Mkt. durch jede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserslautern. Eugen Orusius. ——— 7 Die Modenwelt. Illuftririe Zeitung fin Toiletle und Handar beiten. Alle 14 Tag rine Nummer. WPreit biertetjahrlich M. 1.252 78 ar. Jaͤhrlich erscheinen 21 Nummern mit Toi⸗ lellen und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 d uetuduneen — reibung, welche de ganze Gebiet der Garderobe — Leibwaͤsch fur Damen, Mädchen und Knaben, wie fin bas Jorlere Kinderaller umfassen, Lbenso dh Leibwäsche fur Herren und die Bett⸗ und Tijchwasche ec, wie die Handarbeiten in ihrer ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmuftern für alle Gegenstände der Garderobe und etw⸗ 100 Muster· Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Bunistickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Poslanstalten — Probe⸗Nummern gratis und franco durs die Expedition, Berlin W, Potsdamer Sn Z3. Wien L. Overnaoßn⸗ 44 cennicum Acte S ohere Facehnehule fsir Nittw Nineina— tciten nenttad —V — T7T Aufnahme: vorunterrient ApPrii u. October. — —— — —5 Piæninos bmig, baar oaer Rater VTAV idenslaufer, Berlin ——— — Druck und Verlag von 7 PYemoe⸗un in —*8* R,ughert ẽ * 2 5 eaeheepee U — de dea , F 9— —4 — *. —J r —* * k 3 * * —F ent 43— — ⸗ Ab gand euα xö J * —* — d — * J — * —A — — ———— ge — An J 3* ——— — 5 1 224 * St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am ontag, Dien ( , onunerstag, Camsotag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhalturgk⸗ lau und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljührlich 14 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einichließlu d A Zustellungsgebührr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 18 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. J —8 69. 4—2— Donnerstag, 9. April 188s.88s8. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Nan kundigt für Ende Mai den Zusammen ⸗ ritt eines deutschen Innungstages in gerlin an und erwartet davon sehr große Er⸗ olge für die Forderung des Innungswesens, man rhofft die Forderung von Handwerkerkammern, ja nan erwartet, daß man ein Reichs⸗Innungsamt eantragen möchte. 2* VAuslaud. Paris, 7. April⸗In der Deputirlenlammer etlas Brisson unter stellenweisem Veifall das hrogramm des neuen Kabinets und schlug vor, inen Kredit von 150 Millionen für Tongking zu ewilligen. Derselbe wurde mit 378 gegen 92 ztimmen eröffneit. Paris, 7. April.“ Die Bildung des neuen dabineis ist nunmehr erfolgt und ist dasselbe fol⸗ endermaßen zusammengesetzt: Brisson Präsidium ind Justiz, Freycinet Auswärtiges, Allain⸗Targé zuneres, Sadi Carnot Arbeiten, Clamageran Fi⸗ anzen, Campenon Krieg, Pierre Lagrand Ackerbau, )ervemangon Handel, Goblet Unterricht, Sarrien zosten und Telegraphen, Galiber Marine. — Das dabinet Brisson⸗Freycinet macht einen günstigen tindruc. Auch die Opportunisten erklären, daß sie ꝛafselbe unterstützen werden. Die Majorität ist emselben also sicher. Bezüglich Tongking wird as Ministerium erklaͤren, daß es die nöthige Energie ntwideln und China zu einem gerechten Frieden wingen werde. Um die äußerste Linke zu befrie⸗ igen, wird eine politische Amnestie erwartet. Paris, 8. April. Eine Depesche von Pa⸗ enoͤtre bestätigt, daß China die am 3. d. Mts. in daris durch Billot und Campbell unterzeichneten friedenspräliminarien gutgeheißen habe. J London, 7. Aprii. Eine Meldung der Times“ aus Peling bestätigt die Friedensvermitte⸗ ungen zwischen China und Frankreich auf Grund es Verirags von Tientsin, und daß keine Kriegs⸗ ntschaädigung durch China zu leisten sei. röhlichen Klängen der mitgebrachten Kapellen ihrem deimathsdorfe zu. — Nachdem sämmitliche Vereine hon längst abmarschiert waren, entstand in einer Birthschaft ein Streit, wobei auch das Messer pieder einmal mitspielte und ein junger Bursche von Sulzbach einen gefährlichen Stich in den Rücken rhielt. Sämmtliche an diesem Streit Betheiligten haren jedoch nicht von Schnappach, und kann der⸗ elbe auch nicht mit der Anwesenheit der Knappen⸗ ereine in Verbindung gebracht werden. X. Von der Blies, 8. April. Der vorige Voche spurlos verschwundene Casimir Ginz aus Volfersheim wurde von einem Breitfurter Bauers⸗ nanne in Saargemünd gesehen 'und der Familie esselben wieder zur Spur verholfen. Diese fand hn im Spitale zu Saargemünd. Ginz hatte naͤm⸗ ich in Saargemünd einen Selbstmordversuch ge⸗ nacht, der toial mißlang. Er versuchte sich in krmangelung einer Schießwaffe wahrscheinlich aus⸗ inanderzusprengen, indem er eine Portion Schieß⸗ zulver in Papier gewickelt in den Mund nahm ind anzündete. Der Knallefelt war aber so schwach, aß ihm nur die Zunge beschädigt wurde. Ein jerade des Weges kommender Schiffer sah sich nach er Richtung des gehörten schwachen Knalles um ind sah einen Mann am Boden sitzen, der aus em Munde blutete. Ein hinzugetretener Schutz⸗ nann verbrachte ihn aufs Polizeibüreau zur Fest⸗ lellung seiner Person und Heimath, was aber nicht elang, da derselbe alle Fragen mit Kopfschütteln eantwortet haben soll. Hierauf wurde er ins zpital verbracht, woselbst ihn die später einge⸗ roffenen Familienglieder fanden. Am Samstag un sollte er wieder nachhause verbracht werden, voran er aber keinen besonderen Gefallen haben nochte, denn noch vor dem Wiedereintreffen seiner ramilienangehörigen gelang ihm sein 2ter Selbst⸗ nordversuch. Er erhenkie sich mittelst seines Hals⸗ uches im Aborte des Saargemünder Spitals. Ob Zeistesstörung oder Ueberlegung die Motive des Zelbstmordes war, wer mag's feststellen? Das Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14 nlhalt den Landrathsabschied für die Pfalz. Der Boranschlag der Ausgaben und Einnahmen wird enehmigt. Der Antrag des Landraths; die Mo⸗ iliarfeuerversicherungs · Gesellschaften in viel aus⸗ iebigerer Weise als seither, mit mindestens 400 hres Reinertrages zur theilweisen Deckung der Kosten es lokalen Feuerloschwesens heranzuziehen und diese geträge an die einzelnen Gemeinden nach Maßgabe etß auf sie treffenden Versicherungskapitales zu ver⸗ heilen, wird der Erwägung unierstellt. Bezüglich er Bedingungen, unter welchen der Landrath die —RXE—— iehende Dammfläche, sowie die mit Geleisen belegte dammkrone an die pfäalzische Eisenbahngesellschaft om 1. Januar ds. Irs. auf 5 Jahre pachtweise u Uüberlassen beschlossen hat, ist der Landrath zur rneuten Wuürdigung aller hier in Betracht kommen⸗ en Fragen und zur erneuten Beschlußfafsung zu eranlassen. Die Kreisregierung erhält den Auftrag, ie Reorganisation der Waisenhausstiftung im Hom⸗ zurg im Sinne der diesbezüglichen Beschlüsse in Insiruktion zu nehmen. — Am 5. d. M. starb in Kusel hochbetagt Zerr Dekan Schaͤzler im Alter von 74 Jahren. — Pirmasens, 7. April. Hente durcheilt as Gerücht unsere Stadt, daß zwei hiesige Lehrer, die herren Hamm und Reich, gemeinschaftlich und ohne ich zu verabschieden, eine etwas lange Ferienreise maoeireten haben. nach Mmoerika oder nielleicht auch aach Neudeutschland, zu unseren neuen schwarzen ꝛdandsleuten in Afrika oder der Südsee. Von Ant⸗ verpen aus sollen sie einem hiesigen Freunde letzte Nachricht haben zukommen lassen. Diverse hiefige Zeschäftsleute weinen ihnen nach. 6(P. A.) — Kaiserslautern, 7. April.“ Die jestern statigehabte Versammlung der Volkspartei, n welcher auch Herr Reichstags ⸗-Abgeordneter Brohéᷣ erschien, war von 300 — 400 Personen besucht. — Erlenbach, 7. April. Am Ostersonn⸗ ag gingen zwei Mädchen von 9 und 12 Jahren nus Kandel nach Steinweiler, um ihren Osterhaas u holen. Auf dem Rückwege wurden sie von inem Manne angepackt. Das jüngere Mädchen ntfloh; das andere wurde von dem Unmenschen n den Wald geschleppt und vergewaltigt. Durch zie sofort eingeleiteten Recherchen der Kandeler hendarmerie gelang es, den Thaͤter in der Person ines hier verheiratheten Bürgers zu entdecken. Der⸗ elbe, aus Klingenmünster gebürtig, wurde gestern Dorgen verhaftet. — —— — (C. T.) — Neustadt, 3. April. (Pfälzer Wein ür den Kanzler,) Die größeren Weingutsbesitzer ‚on Dürkheim, Deidesheim, Forst und Wachenheim jaben, der „N. Zig.“ zufolge, an den Reichskanzler ine Sendung von 100 Flaschen der edelsten Weine, velche überhaupt nicht käuflich zu erwerben sind, ibgehen lassen und zwar mit folgender Widmung: „Ew. Durchlaucht bringen die Unterzeichneten die hrerbietigsten Glückwünsche dar und weihen in dankbarkeit für die Beschirmung deutscher Reben gegen den Feind und fortdauernden Schutz fried⸗ — Arbeit die heute abgehende Kiste ihrer edelsten Weine.“ — Frankenthal, 5. April. Heute ge⸗ angte die Nachricht hierher, daß sich der bei der iesigen Postexpedition bedienstete Postdienstadspirant Böhring aus Biedesheim in der verflossenen Nacht n der Nähe von Oggersheim erschossen habe. Ueber zie Motive ist Näberes nicht bekannt. (F. 3.) ermißcetes. F Neunkirchen, 8. April. Heute Nachmit⸗ ag wurden die des Mordes an dem Bergmann S„chuth angeklagten beiden jungen Leute Jung und Fabri geschlossen nach Saarbrücken abgeführt, und vird das nächste Schwurgericht sich wohl bereits nit der Aburtheilung derselben zu befassen haben. Uls Ursache des Todes soll ein Schlag mit einem WBagenreidel und ein Wurf mit einem schweren Zteine konstatirt sein. (S. u. Bl.Itg.) F Saarbrücken, 7. April. Fürst Bismardk jußerte sich über das Grubenunglück zu Camphausen hei Ueberreichung des Saarbrücker Ehrenbürger⸗ zriefes: „Sie haben neuerdings das große Un⸗ zlück auf Grube Camphausen gehabt und ich kann nir vorstellen, wie schmerzlich das für Sie sein nuß; aber die traurigen Folgen für die Hinter⸗ liebenen sollen nach Kräften gelindert werden, der S„taat wird für sie eintreten! Mein Kollege May⸗ zach hat mir mitgetheilt, daß der Staat für die Wittwen und Waisen der unglücklichen Bergleute nach Maßgabe der Bestimmungen des Unfallver⸗ icherungsgesetzes sorgen werde!“ — Ueber das Ge⸗ ammtergebniß der Sammlungen für Camphausen zjört die „Sbr. Zig.“, daß his jetzt weit über 30,000 Mk. hier eingegangen find. F Ars a. d. M. 6. April. Dieser Tage jatte Herr Amard das Glück, bei einer Treibjagd n der Umgegend von Remilly ein Nest mit 6 ungen Maösften anfzuünden und auszuuhebhen: di—e e un erichten. —Der Staatszuschuß fur die Pfälzischen sisenbahnen im Jahre 1884 belauft sich auf .003,628 M., gegen 1888 um 127,634 M. we⸗ igetr. Der Staatszuschuß, der aus der Lauter⸗ halbahn erwächt, ist in jener Summe enthalten nit 111,214 M., so daß ohne diese Bahn der zinszuschuß des Stauis blos 892,409 wäre. ISchnappach, 8. April. Am Oster⸗ nontage wurde in Suͤlzbach die neue Fahne des ath. Bergmannsbereine⸗ eingeweiht. Zu dieser jeier waren noch zehn andere Knappenvereine ein⸗ eladen und auch erschienen. Nach der kirchlichen Feier sollte sich der Feigug durch Sulzbach bewegen, ind die einzelnen Vereine bei den Wirthen in Sulz⸗ ach untergebracht werden Doch die polizeiuche itlaubniß hiezu wurde seitens des Herrn Kom⸗ nissarz nicht gegeben. Nach Beendigung der kirch⸗ chen Feier gingen die Festtheilnehmer in aufge⸗ yster Ordnung bis uber die Grenze, wo sie sich ann im Festzuge aufstellten und nach Schnappach narschierten. Die Schnappacher Wirihe nahmen e Festgaste bereiiwidigst auf, und machten diefe w Backer und Megger sehr gute Geschäfte. Die tzne unterhielten sich auf das schönste. und es 8 bei diesen alles in befier Ordnung. Bei nbruch des Abends srennten sie sich unter einem eqeisterten Glud ane ae 2ngen unte⸗r dhen Jungen sollen von Hündinnen jetzt groß gezogen verden. E Straßburg, 5. April. Mit dem Zuge zestetn Abend um 7 Uhr 40 Minuten von der stheinbrücke fuhren einige Musiler des 25. Infant.⸗ Kegiments, welche in der „Rheinlufi“ gewesen paren, nach Straßburg zurück. Auf der kleinen Rtheinbrücke flog dem Sergeanten Clemens der Hut ‚om Kopfe. Kurz entschlossen sprangder Mann dem Zute nach. kam aber zu Fall und unter die Räder des Zuges, wodurch ihm der rechte Arm und das rechte Bein abgefahren wurden. Der Mußiler Merlens sah, daß sein Vorgesetzter stürzte; um ihm zu Hilfe, zu kommen. sprang auch er vom Zuge. Aber auch dieser Mann fiel, kam jedoch mit einer Hirnerschuͤtterung davon. Sergeant Clemens ist Jeute Morgen im Lazareth, wohin die Verunglückten jebracht wurden, gestorben. Der Musiker Mertens st heute aus der Bewußtlosigkeit erwacht. Fur ihn werden schuimme Folgen nicht mehr befürchtet 7 Frankfurt, 5. April. (Gute Reiter.) Brinz Bernhard von Sachsen ⸗-Weimar und Herr „Katzeler, Offiziere des Koönigs-Husaren -Regiments, zerließen Bonn am 4. d. um 6. Uhr Morgens zu pferde. Sie rittien über Limburg a. d. Lahn nach Frankfurt a. M., wo sie nach 19 Stunden um 1 ühr Morgens am 5. d. eintrafen. 14 Stunden vurden im Sattel verbracht, die Entfernung beträgt 222 xm. Der Prinz ritt seine Vollblutstute Sa⸗ angane, die Siegerin in verschiedenen Hinderniß⸗ ennen, Herr v. Katzeler einen preußischen Wallach. Dieser Distanzritt ist eine hervorragende Leistung ruf kaballeristischem Gebiete. Zur richtigen Schätz⸗ ing desselben muß man freilich die über Berg und 7 Straßenwärter⸗ ⸗ J Für die Straßenstrecke St. Ing⸗ bert⸗Eschringen, Am 2,655 bis mn 9. 00d soll ein Stratßzen wärter nufgestellt werden mit dem Wohnsitze n der Gemeinde Heckendalheim und inem aus der Distrikiskasse St. Ing⸗ zert zu beziehenden Monatsgehalte von 15 Mark. Bewerber haben ihre Gesuche nebst Zeugnissen bis langstens zum 22. 5. Mis. direkt bei dem Distriktsbau⸗ chaffner zu St. Ingbert, einzureichen. Zweibrücken, den 7. Abril 18865. Rönigl. Bezirsisamt Dr. Soᷣlaginimeit Licitation. Montag. den 27. April 18838 NRachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert n der Wirtschaft von Nicolaus Stolz, — werden durch den unterzeichneten, ge⸗ uichtlich hiezu beauftragten k. Notar, die nachbeschriebenen Liegenschaften in der Steuergemeinde St. Ingbert abtheilungshalber öffent ich in Eigenthum versteigert, nämlich: i. Plan No. 4627, 2 2 40 qm, Wohnhaus mit Hof, Gang neben dem Hause und sonstigem Zube⸗ hör, nebst Plan No. 4533, 8 a 20 qm Pflanzgarten dabei, alies ein Ganzes bildend, gelegen zu St. Ingbert auf dem Höfchen an, der Kaiserstraße; Plan No. 4040, 28 a 60 qm Acker hinter Hobels; Plan No. 4929, 13 a 50 qm Wiese in der Ruhbach. Figenthümer sind die Geschwister: . Johann Jung, Tagner, 2. Ka⸗ charina Jung, ledig, gewerblos, beide ISn Ingbert wohnhaft; 8. Pe⸗ ser Jung. früher Bergmann daselbst, jetzt ohne bekannten Wohn⸗ und Auf⸗ thaltsort abwesend, welcher den zu Si Ingbert wohnenden Nicolaus Slolz. Wirth zum Curator hat. Alle groß jährig. Sti. Ingbert, den 9. April 1885. Kemmer, k. Notar. Thal führende, ungemeine Schwierigkeiten bietende ilie Koln⸗ Frankfurter Straße kennen. Die hohe deistungsfähigkeit der Pferde ist durch eine ange⸗ trengte Bahndressur während des Winters erzielt worden. — — U 7 Jever, 4. April. Heute hat die Absend⸗ ing des in 101 Kiebitzeiern bestehenden Geburis⸗ ags · Geschenkes für den Reichkanzler staufinden zunen. Die der Sendung beigelegte Karte enthält olgende Widmung: Dem Fürsten Bismard. 33E68övbentig Jahr leot,7 Uemmer dutsch streptt, Uemmer dutsch dahn: — Dat' wieder so gahn! 75 April 1. 188383. Die Getreuen in Jever. Mechern, 6. April. Beim Ausgraben des Kellers im neuen Schulhausbau haben sich 8 olossale Pfeiler vorgefunden, jedenfalls aus der sömerzeit herstammend. Auch sollen beim Weiter⸗ zraben römische Geldmünzen zum Vorschein · ge⸗ ommen sein · 4— Unter den deutschen Generalen, welche die hinesischen Streitkräften führen, befindet sich ein l'ner, Namens Schnell. Derselbe war in einer Jugend zum Schullehrer bestimmt, zog es iber vor, als er in das dienfipflichtige Alter kam, Aruͤllerisft zu werden. Als solcher brachte er es nfolge seiner Lehrfähigkeit, die manchem Avancirten u Stiatlen gekommen ist, bald zum Sergeanten. Ils das hinmmlische Reich zu Ende der sechziger Jahre zu den Kruppschen Geschützen Ererziermeister derben ließ, nahm Schnell den Abschied und trat n chinesische Dienste. 4 Bielefeld, 8. April. Der Belagerunas- zustand wurde heute aufgehoben. FBerlin, 6. April. General Vogel von Faldenstein (geboren am 8. Januar 1891) ist heule rüh auf seinem Gute Dolzig an Altersschwäch⸗ gestorben. F Berlhin, 7. April. Wie aus Moslau ge. neldet wird, fand dort ein großer Brand in einer Fabrik statt, bei welchem 19 Personen, darunter ein Offizier, das Leben verloren. Madrid, 6. April. In Jativa Stadi bvon 14,000 Einwohnern in der Nähe von Valen⸗ ria) ist eine Epidemie ausgebrochen, die von den Aerzten für die sporadische Cholera erklärt wird. In 24 Stunden starben 8 Personen; 30 sind er⸗ Rankt Es wurden sofort Maßregeln ergriffen, um die Weiterverbreitung der Seuche zu hindern. f Um gute Milchkuhe zu erhalten, ist rs don roßer Wichtigkeit, dieselben nach dem ersten Kalben so lange als möglich fort zu melken, weil die Er— jahrung lehrt, daß die Kuhe stets um dieselbe Zeit aufhören, Milch zu geben, in der man sie daß ersie Mal trocken stehen ließ. Wenn man z. B. eine Kuh, die nach dem ersten Kalben wieder rächtig wird, im fünften Monat stehen ließ. so wird dei allen folgenden Kälbern, wenn nicht frühet, doch jedenfalls zur selben Zeit bei ihr die Milqh derfiechen. Man melke deßhalb ein Erstlingskuh selbst wenn sie sehr wenig Milch geben sollte venigstens bis zu 8i3 Monat fort und füttere si aber dabei moͤglichst reichlich und gut. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Gescharctsanzeige und Empfehlung. Einem geehrlen hiesigen und auswartigen Publikum beehr? mich hiermit rgebenst anzugeigen, daß ich uaterm Heutigen in meinem Haufe in der Kaiser⸗ traße ris A vis dem Hutlager des Herrn H. Fischer ein Spezerei⸗ zeschäft, verbunden mit Mehl⸗ und Klefen“ tkauf eröffnet habe und itte um geneigten Zuspruch. Zugleich gebe belannt, daß ich das von meinem Vater übernommene Porzellan etc. eic. sofort ausverlaufe. Hochachtungsvollst — Joseph Hellenthal. Submission auf Transport von Brennhölzern u. Holzkohlen nach der näthsten Bahnstalion. Die Chemische Fabrik Hochspeyer G. Ottmaum & Cie. n Hochspeyer schreibt hiermit den Transport nachstehender Quantitäten holz und Holzlohlen unter den näheren von derselben zu beziehenden Beding⸗ ingen zur Submission aus: im Revier Waldmohr 2299 Ster und zwar im Schlag Bildstock 592 Ster, vorderer Frankenbrunnen 480 Ster, Steinberg 349 Sier, Bruderbrunnen 305 Ster, hinterer Frankenbrunnen 179 Ster, todier Krieger 170 Ster, Buchwald 81 Ster, zuf. Ergebnisse Fichenkupp 59 Sier, Steinbergskopf 57 Ster, zuf. Ergebnisse Mark—⸗ vald 27 Ster; m Revier Carlsberg in diversen Schlägen ca. 2500 Ster dolz und ca. 2000 Zentner Holzkohlen; Herr Oberforster xẽcer in Carlsberg si gerne bereit, uͤber die einzelnen Schläge Auskunft zu ertheilen; m den früher Billeroy'schen Waldungen bei Hafsel za. 2006 Ster Holz und ca. 1000 Zentner Holzkohlen. Foͤrster Stork in Hassel kann hierüber iede gewünschte Auskunft ertheilen; in den Krämer'schen Waldungen bei St. Ingbert 8366 Ster im Schlag Seilerlache; im Revier St. Ingbert in diversen Schlägen ca. 700 Ster; in der Oberförsterei Neunkirchen in diversen Schlägen ca. 3000 Ster; in der Oberforsterei Fischbach ca. 1500 Ster Holz und ra. 12000 Zentner Holzkohlen in diversen Schlägen; in der Oberforsterei Saarbrücken 137 Ster in diversen Schlägen. Bei den 4 letzigenannten Revieren beliebe man sich wegen 'ei⸗ waigen Aufschlüssen an unsern Holzfaktor Wilheln Brenner in Neunkirchen zu wenden. Auch die näheren Bedingungen können von demselben bezogen werden. Die Anfuhrzeit für das Brennholz beginni im Mai und muß bis spätestens Eunde November 1835 beendet sein. Die Holzkohlen sind von Beginn der Waldköhlerei successive bie zum Schluß derselben anzufahren. Reflektanten loͤnnen sowohl auf einzelne Schläge, als auch auf die ganzen Kebiere eingeben; bei den Holzkohlen auf einzelne Reviere. Die Offerten sind bis spätestens Donnerstag, den 16. April 1885. sachmitiags 3 Uhr schriftlich und verschlossen auf unserm Bureau einzureichen. Hochspeyer, den 4. April 1885. Chemische Fabrik Hochspeyer Druck und Versas von F FJ. Fomek in StJInabert Tanzunterricht St. Ingbert eden Montag, Mittwoch und Freitag, Abends 8 Uhr inm Zaale der Frau Wittwe Grewenig Auch werden Schüler für den Halb⸗ ursus angenommen und extra Stunden ertheilt. Anmeldungen werden dvon herrn G. Ch. Kayser entgeaen⸗ genommen. Hochachungsvoll — Baͤcker, Tanzlehrer. Aechter mediein. Tokayer-Ausbruch ist in 1, und *aä Originalfi à Mt. 3, Mk. 1,50 und Mk. 0,76 erhältlich bei Herrn Conditor J. XXä Dieser Wein wird als ganz beson⸗ deres Staͤrkungemittel für schwächliche Zinder, Frauen und Reconvalescenten verordnet. veden Freitag gewäfferte Stockfische B. Ferny. i Zur Anfertigung ron billigen u. sauberen aller in Bnchdruck und Litho- graphis vorxkommenden druckarbeiten — empfiohlt sich dio Bttch⸗ und Steindruckerei F. X. Domotz Verlag doæeSt. Ingbortor Ansoiger) S8t. Ingbart. — — zu e meiner Anzeiger öniareich Bapern ie 191. 24 7 dt Ne en d. ke * 2 —3 2 * * ⸗ 222 —A * 2 22 522 —23 226 5—28 232325 5s338353 35355 —53 53555552* 355553855, 5833 33 5555* 5555* 33538 545353 355 E38 — 332535 5—— 23 8 35* 25 352 29 —5 D * —2535335 — —8 3 * J —583 5 66885 *675 —— 3355 —5355 ——328 — 705 —— — 28 z385 32837 — —» 325323237 535 5583 38 82325 — * 8 5 2 8 28* 823255 528 923555 —38 —3— 8 253 523— ⸗ 52 5232 * 3 3 8* 33 — 35 5 — 83535 — * 55— 355J58 — — 33323— 8 * 28* — — *5— 5229 —A n 5*22 2 226 532 267 —x 52 —72 3 —— 5 538 55 53535382* EE 5575 F — —X —— * 5* * 58 28 58 —7 — —— 8343 2—252 82 — — 3 3 8 *8 8 —* — * * 62— — — S — ⁊ 5734 7252 55355 2588 — 75 2ru 325 2 13225 5—22E508* 2 4 23 * MN757— — 2 * * *8 24 2 2 —8 28 m2 — 2 — — 3528232538 2 *28 5 — 2 S88* —— 8 — 22— *828 I 8 — —22 2.20 8 2 5 8 * * — ** 8 — 8 555 63 8838 555 55z538 5358—5338 32823 583385 35* 7257 — —— 205385 3355535833 s385 2 5* F 8583*72 23 * —52 5845 3582 ——— 25 — 2* 256 N V ——* —A—— 253 88555 222 * 35323 25.3 25 58552 5 5553 —5 22— — 5 ——5588 52 2— 532. 85 — — 8 *m55325 —A B85 —5 — — 8 —— 52 —22 z 5528— 85 23 — 8 8 — — 2—72 — 8 B 22 2* 2353S5833— —322 *25 — 5 52 8 22 22875 —; 525 * 32387822 52553 —5255 —5332 52* 5 S2EBBSE —22 A —m2 —8— * — — 32228 55462 5— 5* 82 5 5 333 33858 358 55 28 827 —73 35 3354333 55385 32 2* * 222 * 57 — 2 VB SmS — 2 8 322 — 8 23 557 5ü—«S 2 S 22* — —3238355*5 —A— 32 —3 54 — * 2 —A 2* 2* DRBE—EAA 83 — * *2 55385 8 5538 — 35 35535 2568 —85 c—7 —3 28* 2 25 — 55 38 — * . ẽ 3 —* 5** — 2288 a* 5823 — 8 285 3 588 —— 5 5 8 323333 353553535 S75283 3535 33 323555 555 235 ñ— 553— 2555 —5585—55 525 — 2S 45 * 58 55 22235355 8S 552353—85 222 3 —* S S2552 22338 2745 3* 52 323588 —E —— 22 B* —— — — 52528 * — 535 * 2333353838 2776* 5358 55 7 558 33835338 35* 5827 3558* 2 n J28 5555 8 * 22. 8*2 x —32357* — ——— 3 — 3 3c5 2 2*2* *525 335535 5323 27 53332588538 5 888. 2 —— — 2* 3353* 5* 3 3 283833488 558383 2 8. 23228 35 *25353 75855 25 5 — 5232 —55555 S522 858 5 ——A 52335357— — — ED 286 — 2 —5 388 Ss ẽ3358 5552. 338* 23 8—8358 2353 353 —— — 383*2 32731 35 *23233532 * 5— —2 6 22—z378343383 522 *552 22 55 52322288 * 5—»55 25355* 55355—3853 3 538 37358548* 5532533333 — — — 3 375 — ZA —A 22 538* 288 3253735325 53853 *288 5883*87 an 5 —57352355353 — 2*3* —z535 523232 755 5385 555 8343333365* Ss3385 5557 23538335 5*8 3 33 25 5. 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Inaberter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. da Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Mountag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Tonatag; 2mal wochentlich mit Unterhalturgi-⸗ un und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 AM G6G0 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L 78 4, einschließli A Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Ervedition Auskunft ertheilt, I5.4. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 70. Saunmstag, 1J1. April 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Für die Bismarck-Spende fließen noch mmer so viele und zumtheil recht erhebliche Gelder, amenllich aus dem Auslande, ein, daß sich das Faammtergebniß noch gar nicht übersehen läßt. lleber den Aufstand der Negermisch— uinge und Indianer in Manitoba wird em Reuter'schen Bureau aus Ottawa vom 5. ds. legraphirt: Von General Middleton sind Depeschen ingegangen, denen zufolge die Batterien heute bend und 3000 Mann Truppen morgen in Fort Qu'Appelle ankommen werden. Der Saskatchewan⸗ zuuß ist jetzt bis Clarke's Uebergang frei von Eis, ind in 12 Stunden dürfte der ganze Fluß frei ein. Man befürchtet eine Erhebung der Indianer nder Region des Forts M'Leod. Die Sioux am dord⸗Saskatchewan befinden sich auf dem Kriegs⸗ sade. General Middleton hält die jetzt auf dem arsche begriffenen 5000 Mann Truppen fur aus⸗ eichend. Die Grenze unweit Wood Mountain im distikt Assiniboine wird streng überwacht. Deutsches Reich. Berlin, 8. April. Bei den Kaiserlichen ajestaäteen fand heute Nachmittag zu Ehren )es hier annoesenden außerordentlichen Botschafters xes Sultans, des türkischen Generals Riza Pascha, in Diner von einigen dreißig Gedecken statt, zu dem auch Prinz Wilhelm von Potsdam nach Berlin zkommen war. Auslaud. Paris, 8. April. In der Finanzkommission twiederte Freycinet auf eine Anfrage, es hätten lerdings Friedenspräliminarien siatigefunden, aber vor er den Unterhandlungen weitere Folge geben önne, wollte er die Meinung der chinesischen Regie⸗ ung erfahren; er habe daher heute nach Peking relegraphirt und werde er den Frieden ais abge⸗ dlofsen erst nach dem Eintreffen der Anwort der hinesischen Regierung bezeichnen können. Paris, 8. April. Trotz der geheimen Ab⸗ anmung bei der Präsidentenwahl in der Kammer heint erwiesen, daß eine Anzahl Bonapartisten für equet gestimmt haben. Die Opportunisten sfind ber diese Wahl sehr erbiltett — Eine Depesche xs Staudard“, welche den Ausbruch der Feind⸗ digleiten zwischen Russen und Afghanen meldet, legt, obgleich angezweifelt, große Sensation. An⸗ xrerseits wird versichert, daß eine Interbention des eutschen Kaisers eintreten werde. Paris, 9. April. Der Senat nahm den leforderten Kredit von 150 Millionen für Tonkin wn. Die Kammer wählte Floquet zum Präasi— nten mit 179 und Falliöres mu 178 Stimmen um Vicepräsidenten. Der Senat und die Kammer ertagten sich bis zum 4. Mai. Petersburg, 9. Aprii. Wie der „Regier⸗ Atsbote meldet, berichtet General Komaroff, daß Folge provocirender feindlicher Allionen der Wanen genöthigt gewesen sei, am 18. März die setrn Positionen derselben an den beiden sern des Kuscht Flusses angugreifen. Das uf⸗ Nnn Deahhamnent von 4000 Mann und 8 Ge⸗ n wurde geschlagen und zerstreut. Dasselbe * gegen 500 Todte die gesammte Artillerie, x Fahnen und das gange ger mit dahrpari — Ruffischerfeits in ein Offier lodi q rei verwundet, außerdem wurden noch 10 un getödtet und 27 berwundet. Nach dem Aampf ging Komaroff über den Kuschk⸗Flusses in seine früheren Positionen zurück. Englische Offi⸗ ziere wohnten dem Kampfe als Augenzeugen bei; dieselben erbaten bei der Flucht der Afghanen rus⸗ sischen Schutz, wurden jedoch auf der Flucht der Afghanen mit fortgerissen. Konstantinopel, 8. April. Rußland und namentlich England haben neuerdings wieder durch allerlei Umtriebe versucht, die Türkei auf ihre Seite zu ziehen. Die Pforte blieb jedoch in ihrer parteilosen Stellung. London, 8. April. Der „Standard“ ver⸗ offentlicht eine Depesche, wonach am Murghab⸗ Flufse ein Zusammenstoß zwischen russischen und afghanischen Vortruppen stattgefunden habe und auf beiden Seiten 500 Mann gefallen seien. Aus dem Telegramm sei nicht erfichtlich, ob die Russen oder die Afghanen gesiegt hätten, doch sei aus dem Ursprung des Telegramms zu muthmaßen, daß die Russen im Nachtheil geblieben seien. London, 8. April. Ueber den gegenwärtigen Stand der afghanischen Frage sagen die „Daily News“, daß an der afghanischen Grenze Alles gegenwärtig beim status quo bleibt. Die Bemüh— ungen der Diplomatie zur Lösung der Schwierig- keit mit Rußland haben nur geringe Forischritte gemacht. Loundon, 9. April. Eine Specialausgabe der „Times“ bringt ein Telegramm aus Gulran dom 3. April, wonach die Russen am 30. März unter dem Vorwand, daß die afghanischen Vorposten ihre Stellung verändert hätten, die Afghanen in Pendjeh angriffen und sie aus dieser Stadt ver—⸗ rieben. Die Afghanen schlugen sich mit Erbit— erung, aber bei dem herrschenden Regenwetter ver⸗ jagten die Gewehre. Zwei Compagnien verihei⸗ digten ihre Stellung bis auf den letzten Mann. Die Afghanen zogen sich in vollkommener Ordnung aach Meruschak, ohne verfolgt zu werden, zurück. Die Sarakhs verhielten sich neutral, plünderten aber das afghanische Lager. Die Verluste der Russe sollen beträchtlich sein. Englische Officiert blieben bei dem Kampfe gegenwärtig, bis die Afghanen den Rückzug antraten und kehrten als— dann in das Lager Sir Lumsden's zurück. London, 9. April. Eine der Regierung gestern zugegangene Depesche Sir Lumsden's mel⸗ det den Angriff einer größeren russischen Streit⸗ macht auf Pendjeh. Sir Lumsden befindet sich vahrscheinlich gegenwärtig in Gulran, um das Desilé von Robat auf dem Wege nach Herat zu beob⸗ achten. Chicago, 6. April. Das hiesige Haupt⸗ quartier der irischen Fenier entfaltet eine fieber⸗ hafte, wenn auch geheimnißvolle Thatigkeit, die un⸗ weifelhaft mit dem Aufruhr in Manitoba in Ver⸗ zindung steht. Man erwartet allgemein, daß die Fenier den Aufrührern zu Hilfe kommen werden. Fine Meldung aus Buffalo besagt ebenfalls, daß unter den daselbst in großer Zahl wohnenden Ir⸗ ändern große Rührigkeit herrscht. — In Winnipeg ollen bereits zahlreiche Fenier eingetroffen und zroße Ladungen von Waffen und Munition über die Grenze gebracht worden sein. SEokale und pfälzische Nachrichten. — Kaiserslautern, 7. April. Dem Be— cicht der koöͤnigl. Kreisbauwerkschule entnehmen wir olgendes: Das Wintersemester begann am 31. Oktober 1884 mit der Instription. Es meldeten ich 192 Schüler, wovon 191 als Schüler und 1 als Hospitant Aufnahme“ fanden. Die Schüler vertheilten sich mit 78 auf den J. Kurs, darunter 15 in der Bauschule, 8 in der Modellirschule, 16 in der Schule für Holzarbeiter, 29 in der Schule für Metallarbeiter und 11 in der Malschule; mit 78 auf den II. Kurs, darunter 20 in der Bau⸗ chule, 5 in der Modellirschule, 17 in der Schule ür Holzarbeiter, 28 in der Schule der Metallar⸗ deiter und 8 in der Malschule; mit 36 auf den III Kurs, hierunter 5 in der Bauschule, 4 in der Modellirschule, 12 in der Schule für Holzarbeiter, 11 in der Schule für Metallarbeiter und 4 in der Malschule. — Johannis berg, 7. April. Seit heute Morgen herrscht auf der Höhe des Vogesenfirftes ein starker Schneesturm. Gegen Morgens 8 Uhr lag der Schnee bereits mehrere Zentimeter hoch vor der Thür des Forsthauses. Hoffentlich zieht dieser „Gast“ bald wieder ab. Bermischtes. Straßburg, 8. April. Der Wasser⸗ spiegel des Rheins ist so bedeutend gesunken, daß ein großer Theil der Schiffe der alten Brücke auf dem Boden aufliegt. Die bekannten Kiesbänke pergrößern sich zusehends und wenn es so fortgeht, werden dieselben bald wieder die anormale Aus⸗ dehnung erreicht haben, die vor zwei Jahren so viel Aufsehen erregte. F Das größteund künstlerisch werth— vollste Ost erei dürfte diesmal die Großherzogin von Baden erhalten haben. Sein Längsdurchschnitt betraͤgt etwa 50 Centimeter und seine prächtige Schale zeigt zwei schöne Aquarelle, die von zierlich geordneten Kornblumen umrahmt sind, naämlich die Ansicht vom Palais unseres Kaisers und die seines Sommerpalastes Babelsberg. Die Malerei des Eies, ein Geschenk des Hofconditors Kranzler in Berlin ist ausgeführt in dem Kunstinstitut von C. Hacker. T München, 7. April. Eine prinzipiell wichtige Entscheidung hat heute der Verwaltungs⸗ gerichtshof in Bezug auf gemeindliche Ersatz an⸗ sprüche an den Fiskus für an hilfsbedürftige Ausländer gewährte Unterstützungen gefällt. Aus Anlaß einer diesbezüglichen Beschwerde der Ge⸗ meindeverwaltung Unterreitenau gegen den Bescheid der schwäbischen Kreisregierung hat der Gerichtshof in letzter Instanz unter kostenfälliger Abweisung der gemeindlichen Beschwerde ausgesprochen, daß der Fiskus nur dann ersatzpflichtig isi, wenn die vorgesetzte Distriktsverwaltungsbehörde von der zu zewaährenden Unterstützung in Kenntniß gesehzt worden ist. FMünchen, 7. April. Einen boshaften Aprilscherz hat sich am 1. d. M. ein junger jremder Herr aus einem der „interessanten“ Länder im Süden von Oefsterreich, welcher hier „Studien“ oblag, erlaubt. der, auf größtem Fuße lebend, eine bedeutende Anzahl Gläubiger besaß. Jedem dieser Gläubiger ließ er einen freundlichen Brief zukommen, ihn am 1. April morgens zwischen 10- 11 Uhr zu besuchen, wo er seine Rechnung »ereinigen wolle. Die Folge war, daß in dieser Stunde sich in der betreffenden Wohnung wohl ein Dutzend Leute auf einmal einfanden, die alle auf die ersehnte Rechnungstilgung warteten. Die Haus⸗ rau mußte ihnen aber mittheilen, daß der junge derr gestern Abend nicht nach Hause gekommen sei und fie große Angst habe, er sei abgereist ohne seine Miethe bezahlt zu haben; die Wartenden nuchten sich jezt erst gegenseitig aufmerksam, oup ja der erste April sei und, der Schuldner nun zu hrem Schaden auch noch den Spott zugefügt habe. F Muünchen, O. April. Ein Postpacketträger produzirte sich gestern im Lowenbräukeller vor einem zahlreichen Publikum im Essen. Derselbe stellte sich auf den Kopf und verzehrte in dieser halsbrecher⸗ ischen Stellung 14 Leberknödel, die ihm von einem Baste bissenweise gereicht wurden und schließlich noch eine Knackwurst. f Münchener Durst und Appetit. Wel⸗ chen Durst die Munchener zuweilen entwidceln zeigt abermals der Konsum an den jüngst vergang⸗ enen beiden Osterfeiertagen. on welchen sich eine wahre Volkerwanderung nach der nahe und reizend gelegenen Menterschwaige bewegte. Es wurden nicht weniger als 94 Hektoliter Bier und 140 Liter Tirolerwein ausgeschenkt. Zu diesen Ge— tränken gesellte sich ein Konsumvon 1031 Paa— Würsten, nebst etlichen Laiben Käs, nebst 76 Pfd Butter und eine riesige Quantität Brod. Geschlach⸗ tet wurden außerdem 5 Kalber und 8 Schweine welche gleichfalls bis auf die Knochen verzehrt wur⸗ den. Hiezu kommt außerdem noch eine große Quantutat Schinken, Fleisch- und Eierspeisen. FPondorf,. 6. April. Als der, bei der Fußwaschung als Apostel betheiligte, über 90 Jahre alte Isodor Gmeiner am Charfreitag Nachmittagẽ vor seinem Heimathorte ankam, überraschte ihn ploͤtzlich der Tod. Trotz aller Bemühungen seines Sohnes konnte er nicht mehr lebend in seine Wohn⸗ ung gebracht werden. F Zollplackereien. Der zBaherische Landbote“ erzählt, daß Mitte März ein Bauer aus Thiersee in Tyrol seinen kranken Freund in Kie— fersfelden besuchte, in Kufstein 4 Pfund Kalbfleisch kaufte, die er als Geschenk mitbringen wollte, aber in Kiefersfelden vom Finanzaufseher angehalten und zum Hauptzollamt nach Oberndorf in Arrest gebracht wurde. Am andern Morgen wurde er dem Bezirksamt Rosenheim vorgeführt, welches den Bauer wegen Uebertretung der seuchenpolizeilichen Vorschriften zu 34 M. Geldstrafe verurtheilte Wir dächten, das Nebenzollamt hätte die Sache auch erledigen können. F Nürnberg, 7. April. Der diesjährige deutsche volkswirthschaftliche KRongreß wird, wie jetzt endgiltig bestimmt ist, vom 21. bis 24. Sep⸗ tember in unserer Stadt abgehalten werden. Die Verhandlungsgegenstände sind bereits früher mitge⸗ theilt worden; dieselben betreffen — kurz rekapi⸗ tulirt — Schutz⸗ und Retorstonszölle, Grundrente Normalarbeitstag und Normalarbeitslohn, sowie Kolonisation. 4 Mainz, 7. April. Eine sehr kostspielige Verwechselung ist dieser Tage hier vorgekommen. Es wird darüber Folgendes berichtet: Ein hiesiger Pferdemetzger hatte von einem Handelsmann aus einem benachbarten Orte eine ziemlich bejahrte Mähre — einen Schimmel — um billiges Geld erstanden und sollte das Thier geschlachtet werden, doch wurde dasselbe bis zu diesem Zeitpunkte be inem Gastwirihe in dessen Räumlichkeiten unter- gebracht. Als nun das Pferd geschlachtet werden sollte, gab der Pferdemetzger seinem Knecht den Auftrag, den Schimmel aus dem Stall zu holen und denselben einstweilen in das Schlachthaus zu führen und todtzuschlagen, zum Schlachten werde er selber kommen. Der Knecht that, wie ihm ge⸗ heißen, er begab sich in das ihm angegebene Gast ⸗ haus, ging in den Stall, nahm den darin befind⸗ lichen Schimmel, führte denselben in das Schlacht⸗ haus und schlug ihn todt. Einige Augenblicke später kam auch der Pferdemetzger selbst in das Schlachthaus, wie erschrack er aber, als er anstat jeiner dürren Mähre einen prachtvollen Schimmel jodt auf der Erde liegen sah. Voller Verzweiflung eilte er in den Gasthof, und hier fand er in der Remise den dürren Klepper, den er zum Schlachten gekauft hatte, vor, während sein Knecht das werth⸗ dolle Pferd eines Landwirthes, welcher in dem Gasthause wohnte, irrthümlicher Weise todtgeschlagen hatie. Den dadurch entstandenen Schaden hat nun der Pferdemetzger aus seiner Tasche zu tragen. FUrbach, 5. April. Heute passirte auf der Strecke Speldoif-Troisdorf zwischen den Stationen Urbach⸗Troisdorf ein schweres Eisenbahn— unglück; ein Zusammenstoß zweier in voller Fahrt begriffener Güterzuge Die beiden Zug-⸗ maschinen bohrten sich förmlich in einander, es wurden von jedem der beiden Züge ungefähr 7 Wagen vollständig zertrümmert. Die Wagen lagen zu*BOis 5 Stuck förmlich in und Über einandert geschoben mit ihren Untergestellen, dazwischen die sämmtliche Ladung (Steine, Kohlen, Coaks, Mehl, Baugutwagen, Hopfen u. s. w.) Es bedurfte der angestrengten Thätigkeit der hierzu beorderten Hilfs mannschaften, um gegen Abend 6 Uhr das mitge sperrte Geleise (Deutz Gießen) der Gießener Bahn jrei zu machen. Die beiden Lolomotiven sind ebenfalls sehr erheblich beschädigt. Glücklicher⸗ und wunderbater Weise ist vom Personal Nie mand verleitztz. p Boͤcen heim, 21 Aprilen Die beden Söhne des Oekonomen Will auf dem Schöuhof fochten gestern scherzend mit Meffern. Dabei traf der jüngere, etwas über 13 Jahre alte Bruder den l7jährigen mit dem Messer so unglücklich in die Brust, daß das Herz durchbohrt wurde und augen⸗ blicklich der Tod einttat. Der Thäter hat nur ein Auge; das andere hat er im vorigen Jahre durch ein abspringendes Zündhütchen verloren. Die Fa⸗ milie feierte die Konfirmation der Tochter. fHerrnhut, sächsische Lausitz, 7. April. Ein Rittergutsbesitzer der Umgegend erstattete jüngst die Anzeige, eine arme Frau habe aus seinen Wald ungen Holz im Werthe von drei Pfennig entwendet. Das Gericht mußte gegen die denun zirte Frau einen Strafbefehl erlassen, der auf I M Geldstrafe oder 2 Tage Gefängniß lautete. Außer dem ist der Frau aufgegeben worden, die dre Pfennig, um welche sie das Vermögen des Ritter zutsbesitzers geschädigt, zurückzuerstatten und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Der Herr Rittergutsbefsitzer ist ein eifriger Agitator der kon⸗ servativen Partei, welche sich zur Zeit der Wahlen des „kleinen Mannes“ immer so warm annimmt. F Barmen, 5. April. In dem benachbarten Schwelm ist gestern Abend die im Umbau be griffene Ibach'sche Pianoforte Fabrik eingestürzt acht Arbeiter unter ihren Trümmern begrabend Von den Berschütteten wurden 7 lebend und einer als Leiche herborgezogen. Mehrere der Geretteten haben Arm, Bein- und Rippenbrüche erlitten. Der materielle Schaden ist bedeutend. fPaderborn, 6. April. Als Unikum dürfte es der Mittheilung werth sein, daß die Jagd— hündin des Herrn H. hierselbst dieser Tage nich weniger als 14 Junge geworfen hat. fFHannover, 7. August. Der Abgeordnet⸗ Dr.Windt hor st erläßt folgende Bekanntmachung „Zehn Mark, welche mir gestern auf telegraphische Anweisung aus Löhne in Westfalen eingezahlt sind und in Betreff deren ich später von demselben Absender nachstehen⸗ des Telegramm erhielt: „Verehrer Ew. Exellenz bitten Sie, auf das Wohl des Reichskanzlers zum Frühschopper ein Glas Sekt zu trinken. Im Auftrage Kuckuk.“ habe ich dem Fonds für den Neubau einer zweiten katholischen Kirche in Hannover überwiesen und bitte um Mehreres. Hannover, 1. April 1885. (gez.) Dr. Windthorst. F Schönhausen an der Elbe, 7. April. So ist denn gester der „neue Gutsherr“ in Schönhausen eingezogen. Der Berlin⸗Pariser Tages— zug, der sonst an dem altmärkischen Dörfchen vor⸗ uͤberrast, hielt um 1 Uhr 20 Minuten ausnahms⸗ weise an, und ihm entstieg der Reichsskanzler Fürst Bismarck mit seiner Begleitung. Er vnrde auf dem Bahnhofe vom Kriegerverein, der Liedertafel und allen offiziellen und nicht offiziellen Vereinen des Dorses empfangen, und gerade der Umstand, daß der ganze Empfang durchaus nichts Besuchtes, Etiquettemäßiges enthielt, mag ihm viel⸗ leicht in den Augen eines Ceremonienmeisters oder Kammerherrn etwas Mißlungenes gegeben haben; Fürst Bismarck erblickte aber eben darin eine so cecht spontane, aus dem Herzen kommende Ovation für die er sichtlich ergriffen dankte und hinzufügte „Durch die Onade des Kaisers sind mir Güter geschenkt worden, die größer und werthvoller sind als Schönhausen, ich habe mich aber über keines so gefrent als gerade über die Wiedervereinigung Schön⸗ hausens in der Hand meiner Familie. Je uͤlter man wird, je mehr weiß man den Grund und Boden zu schätzen, auf dem man als Kind wandelte und wo die Grundlage zu dem gelegt ist, was später ward.“ Die gleiche Erklärung gab er Abends ab, q der Gesangberein dem Reichskanzler ein Ständqhu gebracht hatte, dem er im Park, im Interimse und aus der langen Pfeife dampfend, an ein Baum gelehnt, gelauscht hatte. Als des Aben durch die stillen Fluren und Auen das Lied ou dem Munde der Sanger tönte vom Rhein, w unsere Reben wachsen, da gedachte der Kanjl— wohl, der heißen Tage, deren Ergebniß es wu daß⸗ der Rhein heute⸗ nicht mehr Deutschland Grenze, sondern Deutschlands Strom ist, um Thranen rostten über die Wangen des Manneg d seine Zeit sonst den eisernen zu nennen pflegi. Heute Vormittag sah man in Schoͤnhausen zw— einfache Fuhrwerke durchs Dorf fahren, im ersier saß Fürst Bismarck mit seinem Freunde, dem Amisrath Dietze⸗Barby, und seinem Oberforster, in anderen die Sohne des Kanzlers. Beim. Schulzer sowie bei anderen Honoratioren des Dorfes hiel die Wagen, und Fürst Bismarck, der mit geradep auffallender Frische vom Wagen stieg, und sich na abgestatteter Visite wieder auf den Wagen schwang machte den schlichten Landleuten einen regelrechte Antrittsbesuch, die ihrerseits über die hohe Ehr glücklich waren. Dem Schreiber dieses, der mi noch drei Herren in einem Gasthause beim Bie saß und beim Rufe „Er kommt!“ auf die Straß— gestürzt war, um dem Reichskanzler seine Reveren zu bezeugen, rief er im langsamen Vorübergehe— zu: „So früh schon in der Kneipe.“ Vor un nach diesen Visiten hatte der Reichskanzler Auß fahrten nach den verschiedenen Theilen seiner neue Besitzung gemacht. Er stellte seinen Schönhausenern wie er sie wohl nun nennen dürfe,“ in Aussicht, si nun öfter zu besuchen, als bisher, vorläufig solle de heutige, vielleicht auch noch der morgende Tag ihne gehören. Der verstorbene General Eduard Voge v. Falckenstein, Neffe des Fürstbischofs vor Breslau, war geboren am 5. Januar 1797; trat 1813 in ein westpreußisches Grenadierbataillon ein, machte den großen Krieg mit und zeigte i dem Gefechte von Montmirail eine Kühnheit um einen Heldenmuth, daß er mit dem eisernen Kreuz ausgezeichnet und Premierlieutenant wurde. 186 erhielt er die Fuͤhrung der 60,000 Mann starler Mainarmee, mit welcher er Hannover nahm un sich dann gegen die süddeutschen Truppen wandie für die ihm gewordene Dotation kaufte er von Herzog von Augustenburg das Gut Dolzig. R SZommer 1870 trat der 73jährige Mann nochmal in den aktiven Dienst, um zum General⸗Gouverneu der deutschen Küstenlande erna nnt zu werden Seiner politischen Gesinnung nach war Vogel vor Falckenstein im Gegensatz zum preußischen starr konservativen Armeegeiste mehr freisinnig angeleg was ihm viele Feindschaft zuzog. f Aus Schleswig⸗Holstein, 7. Apri Von vielem Unglück sind die Fischer der Westküft Jütlands in diesem Frühjahre heimgesucht worden Zwei Fälle kamen kurz nacheinander vor, wo die selben von orkanartigem Sturm auf offenem Meen überrascht wurden. Es büßten 20 Menschen dabe ihr Leben ein. J f(Gother Schnee.) Unterhalb von Rig Kaltbad bemerite man. wie schweizerische Blätter mittheilen, rothen Schnee, eine ziemlich seltene Er scheinung. Es hatte die Nacht einige Zoll hot geschneit und es zeiglen sich nun auf der ölendend weißen Schneefläche eine große Zahl länglich tun der Flecke von halbröthlicher Farbe mit einen schwachen Stich ins Bläuliche und nur wenig ab geblaßlen Rändern. Die Groͤße der Flecken schwarh wischen einem bis zwanzig Quadratmetern. Mer schreibt das Phanomen des rothen Schnees den Vorhandensein mikroskopisch kleiner Lebewesen vo intensiv rother Färbung zu, deren Herkunft not immer ein ungelöstes Räthsel ist. fWeltausstellung in Antwerhen Das ausführende Komité hat dem belgischen Gent ral⸗Kommissariat der Weltausstellung mitgetheil daß die Bauten vollendet sind und den einzelne! Landern zur Verfügung stehen. Die einzelner Sektionen werden demgemäß mit den Installationb arbeiten vorgehen. Die Platzvertheilungspläne der deutschen Abtheilung sind fertiggestellt und gelanger in den ersten Tagen zum Versandt, und bringt de Kommissar zur Kenntniß der Interessenten, da während der ganzen Dauer der Weltausstellun— Weitbewerbungen in der Gartentustur staitfinder i R nd fordert die Herren Kunstgärtner und Obst⸗ — welche an diesen Ausstellungen sich zu be⸗ heiligen wünschen, auf, fich behufs Uebersendung es Reglements an ihn zu wenden. 3 7 4.Morphin. dies von unbesonnenen Heilkünst⸗ ern anempfohlene- und so vielfach mißbrauchte Mittel gegen die Nervose, richtet in der Pariser vᷣrnehmen Welt immer weitergreifendere Verheer⸗ ngen an. Der Englander Wood glaubte der Menschheit einen kapitalen Dienst zu erweisen, da x die Einspritzungen mit diesem augenblicklich be⸗ uhigenden und schmerzbetäubenden Fluid erfand, r'hat nur der Trunksucht einen Rivalen geschaffen, er noch weil verderblicher wirkt, als die erstere. In den obersten Schichten der Pariser Welt tritt ie „Morphinomanie“ — so schreibt Richard Kauf—⸗ nann in einem Feuilleton der „Breslauer Zeitung“ bereits als Epidemie auf. — Die kleine Radel⸗ pritze, welche die diminutiven Tröpfchen unter die haut einführt, ist auf dem Toilettentische einer sden Modedame zu finden. Kaum ist der Stich rfolgt, so ist auch alle Nervosität, Migraine, Me⸗ ancholie wie fortgeweht. Man fühlt ein selig dämmriges Behagen, wie nach einem ausgeschlafenen Kausche, der von gutem Weine herrührt. Es ist d viei vom Buddhaismus, der seinen Einzug in zaris halten soll, die Rede; nun, dies ist das vahrhafte buddhaistische Nirvana, das ihm voran⸗ eeilt. Ein Gefühl absoluten Wohlbefindens und zlücks ist die erste Wirkung der Einspritzung, auf ie nicht Schlaf erfolgt, sondern im Gegentheil eine zimulation der geistigen Kräfte. Ist aber die urze Periode des künstlichen Reizes vorüber, ver⸗ inkt der Morphinomane in eine alle Sinne ver⸗ hleiernde Betaubung. Die Verzweiflung während er wachen Augenblicke wird eine immer tiefere, dufiger und häufiger muß zu den Einspritzungen juflucht genommen werden, und die Folgen für örper und Geist machen sich nur allzubald fühl⸗ ar. Der Morphinomane verliert den Appetit, er ann nicht schlafen, seine Lider werden starr, seine janze Person altert in überrtaschend kurzer Zeit. z5r hat keine Energie, keinen Willen mehr, alles hefühl für Pflicht kommt ihm abhanden. Schritt ür Schritt verfällt er in immer hochgradigeren Narasmus, und wofern dieses selbe Gift des Mor⸗ hiums ihm nicht einen frühzeitigen und plötzlichen dod bereitet, endet er nicht selten damit, sich selbst as Leben zu nehmen. Das kleine Injektionsetui st nachgerade der unzertrennliche Begleiter der zariser Weltdame geworden; sie trägt es gleich hrem Batisttaschentuche und der Puderquaste überall nit sich. Sie versetzt sich den Stich beim Balle wischen zwei Walzern, bei der Tafel, wenn sie iprit entwickeln will, vor dem Rendez⸗vous, um ie Leidenschaft aufflammen zu machen. Aber auch ieses Raffinement in der Kunst a la vapeur zu eben, ist so verschwenderisch ausgenützt worden, ;aß es zuletzt seine Wirkung versagt. GOrdnung muß sein.) Auf der ober⸗ talienischen Bahnkreuzungsstation Mortara erscheint m Schalter für die Gepäd⸗Erxpedition ein deutscher keisender, um seinen Koffer mit dem Bestimmungs- yrt Ftankfurt am Main aufzugeben. Der abfer⸗ igende Beamte schlägt ein Dutzend Tarifhefte auf ind legt endlich dem Reisenden eine Quittung über 8 Lire und 830 Centesimi vor. Erstaunt über diese enorm hohe Beförderungsgebühr demonstrirt inser Landsmann, wird aber dahin beschieden, daß iie Sache billiger nicht zu machen sei. Noch immer inen Irrthum vermuthend, wendet jener sich an den Capo di statione. der denn auch bereitwillig das betreffende Regulativ nachschlägt und alsbald serausfindet, daß hier in der That ein Versehen orliege, weil das Gepäckstück nur 11 Lire und inige 70 Ceniemisi koste. Sich um 17 Franken eicher wissend. tritt nun der Reisende in Beglei⸗ ung des Bahnhofsvorstehers neuerdings vor den ßüter-Expedienten hin, um den zuviel bezahlten zetrag zurückzuerhalten. Nun aber ändert sich die zituation. Der Expedient wird wüthend, vertieft ich seinerseits von Neuem in seine Tarife und er⸗ lärt kategorisch, daß er sich allerdings geirrt habe, aß aber auch der Herr Inspektor nichts weniger enn unfehlbar wäre, denn die Beförderung des raglichen Colli koste in Wirklichkeit nur — 5 francs 830 Cent..... Od der Reisende nicht hließlich noch ein Erkleckliches an Baarem heraus⸗ ezahlt erhalten hätte, wenn er noch weitere In⸗ tanzen beschritten, das abzuwarten, hat er nicht ür praktisch gehalten. .* * Erd beben. Am 28. März, gegen 1 Uhr Nachts, weckte die Bewohner Athens ein ungewöhn⸗ ich heftiger, zwei Sekunden andauernder Erdstoß n der Richtung von Südost nach Nordwest aus dem S„chlafe. Derselbe war von einem donnerähnlichen, ängere Zeit andauernden Getöse begleitet, und vurde ganz schwach auch in Korinth verspürt. Am 27. März, um 7 Uhr 58 Minuten Abends, spürte nan in Athen ein ganz schwaches Erdbeben, das ich aber über den ganzen Peloponnes ausgebreitet atte. Im Piräus, Korinth, Missolunghi, Patras, daupaktos und Zanta waren die Stöße etwas arker, sehr stark jedoch in Argos, Tripolis, Ka⸗ umas und Megalopolis, wo auch Häuser Risse be⸗ amen und baufällig wurden. Das Dorf Karna jei Megalopolis ist fast gänzlich zerstört wor—⸗ den. Glücklicher Weise ist dabei Niemand getödtet »der verwundet worden. In Kalamas und Mega— opolis wiederholten sich die Stöße bis gegen Morgen. Auch aus Ikonion iu Kleinasien und aus Chios vird von gleichzeitigen Erdbeben berichtet. FVoneinem Krokodilverschlungen. Der von der Kongo⸗Assoziation angestellte Zimmer⸗ neister Martin, welcher mit der Aufstellung der holzhäuser in Vivi (Westafrika) betraut war, hat im Kongo einen schrecklichen Tod gefunden. Als r auf dem Vordertheile eines Bootes arbeitete, iel er in den Strom. Während man ihm ein tettungsseil zuwarf, stürzte sich, wie die „V. 3.“ neldet, ein im Schilfrohr verborgenes Krokodil auf hyn und verschlang ihn vor den Augen der ent⸗ etzten Genossen. fEin Roman aus dem Leben fand in Umerika, wie aus New⸗York geschrieben wird, ürzlich seinen tragischen Abschluß. — „Barmher⸗ iger Gott, mein Elschen, mein Kind, hier muß ich dich finden,“ schrie ein Herr dieser Tage in der dewyorker Morgue verzweiflungsboll auf und seine itternden Hände fuhren liebkosend über das schöne leiche Antlitz des todten Mädchens hin, welches ürzlich bei Hoboken aus dem Wasser gezogen vurde. „Warum, o warum bist Du hier?“ fuhr er fort, während die hellen Thränen über seine Wangen rieselten, und sein Mund preßte sich auf zie für ewig verstummten Lippen des unglucklichen ungen Geschöpfes, das ein so schreckliches Ende efunden. ... Vor 18 Monaten lebte in einer „tadt am Rhein eine glückliche kleine Familie, die »es Notar v. Molitor. Ihr größtes Kleinod war ie Tochter des Hauses, ein liebreizendes junges Mädchen mit blauen Vergißmeinnichtaugen und astanienbraunen Locken. Schön Elschen — so vurde die Jungfrau allgemein genannt — halte eine überaus sorgfältige Erziehung genossen. Ihre jolde Anmuth und die herzgewinnende Bescheiden⸗ jeit ihres Auftretens gewannen ihr im Fluge alle derzen. Kein Wunder, daß die ganze Maͤnner⸗ velt dem schönen Mädchen zu Füßen lag. Allein xẽlschen wies standhaft alle Bewerber zurück, bis nndlich der Rechte kam. Dieser „Rechte“ war ein deidelberger Student Namens Gustab Hillen, ein eichbegabter und sehr wohlhabender junger Mann. Nonate voll des süßen Glücks schwanden den lie⸗ enden im Umsehen dahin. Da fiel eines Tages HDillen mit der Nachricht in's Haus, sein Vater vünsche, daß er eine zweijährige Reise unternehme, nach dieser Zeit soll dann ungesäumt die Hochzeit —LD ich aber schließlich in das Unvermeidliche fügen und ewann es sogar über sich, als die bange Scheide—⸗ tunde schlug, dem Geliebten mit lächelnden Augen zie letzten Abscheidsgrüße zuzuwinken, obwohl ihr irmes Her;z vor Todesweh zu brechen drohte. An⸗ 'angs verging kein Tag, an dem nicht Briefe hin⸗ und herflogen, nach und nach schrieb Gustav sel⸗ tener; seine Briefe wurden kälter und kürzer und hörten endlich ganz auf, nachdem Hillen seiner Beliebten die lakonische Mittheilung gemacht, er edenke nach Amerika zu gehen. Else klagte nicht, e weinte nicht, aber sie siechte zusehends dahin die Röthe ihrer Wangen verschwand, und der bittere ẽrust des Lebens grubd tiefe Linien in ihr liebliches Besicht. Der Familie v. Molitor lebte ein Ver⸗ vandter gleichen Namens in Philadelphia, zu wel⸗ hem Else's bekümmerte Eltern ihr Kind schickten, veil sie sich von so gänzlich neuen und total ver⸗ inderten Verhältnissen Heilung für sein krankes derz versprachen. Der Onkel und seine Angehö⸗ igen thaten Alles, was in ihren Kräften stand, um zas junge Mädchen zu zerstreuen, und gaben sich nit der Zeit der Hoffnung hin, daß dieses gelungen. Aber eines Tages war Else entflohen: der Tele—⸗ zraph spielte nach allen Richtungen der Windrose, »hne daß eine Spur von der Flüchtigen entdeckt verden konnte. Diese hatte inzwischen bei einem Metzger in Hoboken eine Stelle als Dienstmädchen ‚efunden. Allein die Sehnsucht nach dem Manne, er ihr Lebensglück zerstört, lebte so übermächtig n dem Mädchen, daß es sein Dasein zu enden be— chloß, und so suchte die Unglückliche denn in den kalten Fluthen des North River Frieden für ihr odtwundes Herz. — Es war Else's Onkel, Hein⸗ ich von Molitor, dessen Schmerzensausbruch wir infangs geschildert, und dem nur die traurige Ob⸗ iegenheit geblieben, die Leiche seiner Nicete zu ignosciren und sie vor einer Bestattung auf dem — Armenfriedhof zu bewahren.... Den Negern ein gutes Bier zu brauen, ist icher nicht das unwichtigste Moment der Kultur— nission der Deutschen in Afrika. Mit Genugthuung vird man daher die Nachricht vernehmen, daß sei Zurzem sich ein junger Augsburger, gelernter Brauer, in Angra Pequena befindet, um dort eine Brauerei zu errichten. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Deme 5. — Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann La ur, St. Ingbert. Der kgl. Postdampfer „Westernland“ Kapitän Randle, welcher am 28. März von Antwerpen ab— zing, ist am 8. April wohlbehalten in New-Nork angekommen. a Gesundheit ist Reichthum. — — — — — — — — — — Neu erschien und ist in allen Buchhandlungen vorräthig: Des Menschen Leben u Gesundheit. Ein Haus- und Jamilienbuch von A. Schroot. Vollständig in 10 Lieferungen à 50 Pfg. Prospekt gratis u. franko. Leipzia. X. A. Noch'« Verlagshandlung. kRechnun n zu Jedermanns 8 Gebrauch ind siets vorräthig in det Drucerei des St. Ingberter Anzeiger⸗ Kirchenbau⸗Lotterie Tittling. ReKkanntinachung. Als Tag der öffentlichen Gewinnziehung wurde der 7. Mai endgiltig fesgeseßt. Die Kath. Kirehenverwaltung Tittling. M. Muagenthaler, Pfarrer und Vorstand. Maatschappy-Cigarren νä * 25 82ück. einzeln pr. Stück 6 8*. Jean Peters. St. Inabert. * Licitation. Dienstag, den 28. April 1885, Vormittags 180 Uhr, zu Ommers⸗ heim in der Wirthschaft von Johann Foseph Hofmann Wittwe, werden durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar er Abtheilung wegen öffentlich auf Figenthum versteigert: Steuergemeinde Ommersheim: . Plan Nr. 602 und 602, 2 a o qm Fläche, Wohnhaus, Hof ⸗ aum und Pflanzgarten, gelegen im Orte Ommersheim neben Jo⸗ ann Poft; Plan Nr. 555 und 556, 16 a 70 qm Acker am Pfundsteg; Plan Nr. 1726, 14 2 30 qm Acker am Ormesheimerköpfchen; Plan Nr. 1181, vielleicht auch i811, 23 a 50 qm Acker am sasteler Weg 1. Ahnung; Plan Nr. 2901, 114 20 qm Acker in den Wolfsäckern, 2. Ahnung; p̃ian Re. 2918, 10 a 20 qm) Acker allda 1. Ahnung; 7. Plan Nr. 3183 und 3184, 30 a 60 qm Acker am Drauschweg; 3. Plan Nr. 3244, 13 a 60 qm Acker am Geisrech; Plan Nr. 3360, 16 4 40 qm Acker im Höllscheiderpfuhl. Eigenthümer sind: J. Katharina Wahrheit, gewerblos, in Ommersheim vohnhaft. Witiwe des daselbst wohn⸗ jafi gewesenen und verstorbenen Peter susner, lebend Besenbinder; II. die dinder und Erben des Verlebten aus )essen Ehe mit der genannten Katha- cina Wahrheit, bezw. Repraäsentanten on solchen als: 1. die Kinder und Repräsentanten des verstorbenen Sohnes Joseph Usner, lebend Bergmann, in berwürzbach wohnhaft gewesen, aus dessen Ehe mit der hinterbliebenen Flisabetha Mayer, gewerblos, daselbst vohnhafi Namens: a. Peter, b. Johann, c. Joseph, d. Anna und 6. Adam Ujner, alle 53 noch minderjährig, edig und gewerblos, welche ihre Mutter zur gesetzlichen Vormunderin und nach⸗ Jenannten Peter Usnex, zum Neben⸗ Zormunde haben. 2. Maria Usner, Jewerblose Ehefrau von Thomas Koch, Schmelzarbeiter, beide in Heckendal Jeim wohnhaft; 8. Peter Usner. Hergmann, in Oberwüribach wohnaft; J. Agatha Ujsner, gewerblose Ehefrau on Peter Hartz, Bergmann, beide in Dmmiersheim wohnhaft. St. Ingbert, 10. April 18885. Kemmer, k. Notar. 75 — — — Widerruf. Die in Nr. 64 und 66 dieses Zlattes publicirte, auf 11. d. Mis. mberaumt gewesene vertragsmaßige Wiederversteigerung von Brauereige⸗ zanlichkeiten sammt Zubehörden, gegen Rudolf Munzinger, Bierbrauer, n Si. Ingbert wohnhaft, findet vrlaufig nicht salt14 211 St. Ingbert, 10. April 1885.7 Kemmer, k. Notar. —“ 5 — J— * FOMOMOSFVLMEIM. 154388 LADE * — 7 7. 5 —— Zu haben bei Herren Jean Peters, JRickel, J. uhl jr. St. Ingbert ari Pauly, Wwe. Fonnet, B lise s⸗ oste. sKtonkursverfahren. Aechter In dem Konkursverfahren —J s —J ber das Vermoögen 38 ren Ihijbjl J s uybl dandelsmann, zu St. Ju gbert vpird als wirksamstes Stärkungsmittel ndesn i u ibnahmne de Svi · d i —S—— echnung des Verwalters, zur Erhebung Fecondalescenten arztücherseits em⸗ »on Einwendungen gegen das Schlus · Ffohlen, Vorrätig in n, i und . erzeichnißz der bei der —A zu Zrihmalfiaschen à Min8.—1,50 zerücksichtigenden Forderungen und zur nd75 pig in Ssi. Ingberibei Jeschlußfassung der Gläubiger über die derrn PHery. 9 nicht verwerthbaren Vermögensstücke ——— — — — 5chlußtermin auf di 6. Mat 1883, Guano —3 amiuags ion uhge Knochenmehl m Sitzungssaale des K. Amisgerichts Superphosphate ahier anberaumi. Si. Ingbert den 9. April 1888. Rosenkartoffeln Der Gerichtsschreiber empfiehlt billigst Krieger, IACOD ries. K. Secretär: Zubmifsion auf Transport von Brennhölzern u. Holzkohlen nach der nächsten Bahnstalion. Die Chemische Fabrik Hochspeyer GG. Ottmann & Cie. n Hochspeyer schreibt hiermit den Transport nachstehender Quantitaäten Holz und Holzkohlen unter den näheren von derselben zu beziehenden Beding⸗ ingen zur Supmission aus: im Revier Waldmohr 2299 Ster und zwar im Schlag Bildstock 392 Ster, vorderer Frankenbrunnen 480 Ster, Steinberg 349 Ster, Bruderbrunnen 808 Ster, hinterer Frankenbrunnen 179 Ster, todier Krieger 170 Ster, Buchwald 81 Ster, zuf. Ergebnisse Fichenkupp 59 Sier, Steinbergskopf 57 Ster, zuf. Ergebnisse Mark— vald 27 Ster; — m Revier Carlsberg in diversen Schlägen ca. 2590 Ster dolz und ca. 2000 Zentner Holzkohlen; Herr Oberförster rcher in Carlsberg ist gerne bereit, uͤber die einzelnen Schläge Auskunft zu ertheilen; m den fruͤher Villeroy'schen Waldungen bei Hassel a. 2000 Ster Holz und ca. 1000 Zentner Holzkohlen. 5 Stork in Hassel kann hierüber jede gewünschte Auskunft ertheilen; in den Krämer'schen Waldungen bei St. Ingbert 366 Ster im Schlag Seilerlache; m Revier St. Ingbert in diversen Schlägen ca. 700 Ster; in der Oberförsterei Neunkirchen in diversen Schlägen ca. 3000 Ster; 4J n der Sberforsterei Fischbach ca. 1300 Ster Holz und —P(Pd —IILIIIIl ꝛa. 12000 Zentuner Holzkohlen in diversen Schlägen; v in —— Ebersorserei Saarbrücken 137 Ster in dibversen Scheine Bei den 4 letztgenannten Revieren beliebe man sich wegen ei⸗ für die Gemeindekrankenver vaigen Aufschlüssen an unsern Holzfakltor Wilhelm Brenner in sicherung Neuntirchen zu wenden. Auch die näͤheren Bedingungen können von ind zu haben in der Sruckerei demselben bezogen werden. des „St. lngherter Anzoiger.“ Die Anfuhrzeit für das Brennholz beginnt im Mai und muß bis spätestens ——— — sJig FEude November 1835 beendet sein. I Die Holzkohlen sind von Beginn der Waldköhlerei successive bie zum Schluß derselben anzufahren. Reflektanten können sowohl auf einzelne Schläge, als auch auf die ganzen Reviere eingeben; bei den Holzkohlen auf einzelne Reviere. Die fferten sind bis spatestens Donnerstag, den 16. April 1885 stachmitiags 3 Uhr schriftlich und verschlossen auf unserm Burean einzureichen Hochspeyer, den 4. April 1885. Chemische Fabrik Hochspeyer E6. Ottimann & Cie. Bei eingetretener Näfse bringt seu Lederschmiere in empfehlende Er— nnerung. —V——— Lederschmiere eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thran. Dieselbe erhält das Leder geschmei— dig, verhütet das Springen desselben sowie das Eindringen der Nässe. Au— zerdem besitzt die Schmiere die An— nehmlichkeit, daß man sofort darauf wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf. u3 Pfd. Topf 45 Pf., *la Pfd. Topf 25 Pfg. in der J Materialwaarenhandlung P. Fery und in der Verkaufsstelle für Schnapp⸗ hach bei Herrn J. Lutz. Druekarbeiten UGaͤnfligste Lotterie, denn auf 10 Loose schon 1 Treffer u Luighpeualthpep Vechepal-IOsthejt. empfiehlt sich dis Buch⸗ und Steindrucscerei F. X. Dometz —XE 8t. Ingbert.“ 58 58 8 Hauptgewinne: M. 30000, 10000 M&. 2500, 3 à 1000, 6 à 500, 84200, 40 4 100 Aky. 22000 Gew. ohne jeder Abzug 1250000. * 2 — * 2. 29 5* 3. 57 37* 2 uuä 7 ——— Aelteato höhore ittweida Fachsohulo für 8ichseu. —J——— — ufnahme: Voruntorrient —“ Looße à 2 Marr orräthig bei allen bekannten Verkaufsstellen und der Haupt: Agentur G. küß. Julins Goldschmit, Ludwigshafen aRh. — — — — — 7 ogdiezu für nusere Po ẽT Abon Fien ———— —53 — — ç — — ⸗ — druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert. Wiei— —Ans —n 10 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. . St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur ge⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 AM 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 —, einschließli v d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 138 8, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —V Sonntag, 12. April 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 11. April. Das Befinden unseres zaisers ist ein sehr zufriedenstellendes und nimmt erselbe Vorträge entgegen; auch sind die täglichen ʒpazierfahrten nach dem Thiergarten wieder auf-⸗ enommen. — Zu den Schriftstücken, welche dem deichstage nach den Ferien zugehen sollen, gehört merster Linie ein umfangreicher Bericht über die zmpffrage. Es handelt sich um die Beschlüsse der Impfkommission und um die Verhandlung, welche een Beschlüsser voraufgegangen sind. Es scheint, aß die Regierung eine nochmalige Erörterung der zrage wünscht, obschon sie, wie bekannt, den Impf⸗ wang aufrecht zu erhalten bestrebt ist. Ausland. Paris, 9. April. Freycinet hat heute Nach⸗ aittag ein Telegramm aus Peking erhalten, welches iie Annahme der Friedenspräliminarien bestätigt. -In hiesigen diplomatischen Kreisen wird trotz zes Zusammenstoßes der Russen mit den Afghanen ine friedliche Loͤsung durch einen Schiedsspruch für oahrscheinlich gehalten. London, 10. April. Seit dem Ausbruche xs deutsch⸗französischen Krieges gab es hier keine olche Aufregung, wie die, welche durch die gestri— sen Nachrichten aus Afghanistan hervorgerufen purde. Außer an der Londoner Börse herrschte * den Börsen von Manchester und Liverpool danik. — u — Hochspeyer, 8. April. Heute fand da⸗ zier die alljährliche evangelische Konferenz positiver Beistlichen und Laien statt. Die biblische Ansprache von Pfarrer Drescher von Alsenz gründete sich auf 3. Cor. 13,4. Das Hauptthema der Verhand⸗ ungen bildete die Besprechung der innern Mission, bobei die bekannte Denkschrift des Zentralausschusses ür innere Mission zu Grunde gelegt wurde. Re⸗ erent war Pfarrer Scherer in Speyer. In der Debatte wurden vornehmlich die praktischen Punkte serborgehoben und über das erfreuliche Wachsthum son so manchem Liebeswerk wie über die schönen Anfänge neuer Liebesarbeit an verschiedenen Orten inseres pfälzischen Landes berichtet. Auch die Kol⸗ ortage⸗Angelegenheit wurde auf's Neue berührt ind ist Hoffnung vorhanden, daß diese Sache zu inem praktischen Ziele gelange, da ein junger Geist⸗ icher auf Ersuchen sich bereit erklärt hat, die Leit⸗ ing derselben in die Hand zu nehmen. Es ist zu vünschen, daß die Werke der innern Mission in ver Pfalz immer größeren Anklang und immer reudigere Mithülfe finden. einer kleinen Reparatur entdeckte er jedoch eine In⸗ chrift, der zufolge die Violine aus dem 16. Jahr⸗ sundert stammt und ein Werk Amati's ist. Man jat dem glücklichen Käufer bereits 600 Mark ge⸗ hoten, ohne daß ihm die Geige zu diesem Preise feil wäre. FAugsburg, 10. April. Fürst Fugger st Nachts 193 Uhr, 58 Jahre alt, gestorben. F Das neueste Wunder haben Sauerkraut, Schweinsknöchle und bayerisches Bier in der Stadt Dingolfing bewirkt. Einem armen blinden Nann, der sich am Vormittag hatte herumführen assen, um Gaben zu sammeln, gingen im Wirths⸗ jaus bei seinem Leibgericht die Augen ollständig zuf. Die zahlreichen Jahrmarktisgäste sahen's stau— iend an und der Wirth kündigt in allen Zeitungen an, bei ihm würden die Blinden sehend, und die Dingolfinger reiben ihre Augen mit Schweins⸗ knöchle ein. fF Fraukfurt, 8. April Ein 17 Jahre alter Metzgerbursche schoß sich gestern aus Eifersucht mn Gegenwart seiner Braut und seiner Mutter in der Wohnung der letzteren mittelst eines Revolbers in die Lunge. Die Verletzung soll eine lebens⸗ gefährliche sein. F Marschall Bazaine in Noth. Daß ein Verurtheilter an den Präsidenten des Gerichts⸗ hofes, der ihn verurtheilt hat, ein Darlehensgesuch — und mit Erfolg — richtet, dürfte trotz Rabbi Atiba schwerlich schon dagewesen sein. Der Ex⸗ narschall Bazaine, der aus Mexico ein sehr hüb⸗ ches Vermögen herüberbrachte und der während des 1870er Krieges eine Million geheimer Fonds zur Verfügung hatte, sitzt jetzt, wie es scheint, auf dem Trockenen. Vor Kurzem bedurfte er unbedingt eines Betrages von fünftausend Francs, und da er nicht wußte, an welche Thüre er anklopfen sollte, vandte er sich an den Herzog von Aumale, der jenem riegsgericht präsidirte, welches nach zweiundvierzig in Trianon abgehaltenen Sitzungen den Komman⸗ danten von Metz zum Tode verurtheilte. Der sonst so sparsame Herzog von Aumale verspürte ein menschliches Rühren und schickte die geforderten fünftausend Francs. f GBergwerkskatastrophe.) In einer Zeche des dem Herzog von Sutherland gehörigen rohlenbergwerks „Great Fenton“, unweit Stocke⸗ on Trent, fand am Mittiwoch Morgen 7 Uhr eine kxplosion schlagender Weiter statt, durch welche 7 Personen auf der Stelle getödtet und 16 schwer verletzt wurden. Es waren zur Zeit ewa 110 Mann in der Tiefe beschäftigt. Vermischtes. F Aus dem Kanton Pfalzburg. Letzte Woche fand in Pfalzburg die Musterung der mili⸗ ärpflichtigen jungen Leute statt. Bei dieser Ge— egenheit vollbrachte ein Gestellungspflichtiger aus der Gemeinde H. ein Kunststück, das gewiß wenige u leisten fähig sind. Er verzehrte nämlich in iner Wirthschaft zu Pfalzburg 3 Coteletten, 36 xier, 4 Heringe und ein entsprechendes Quantum etwa 3 Pfund) Brod, wozu er sechs Schoppen Zier trank. Mancher wird denken, nach solcher deberladung des Magens sei der Betreffende wohl rank geworden, und habe in den nächsten acht Tagen keinen Appetit bekommen. Dem war indeß nicht so, denn 2 Tage hernach wollte der junge Mann eine Weite machen, daß er die Hälfte eines 3 Monate alten Lammes auf einmal verzehren vürde. fSaarburg, 8. April. Kürzlich verlor er Sandhändler Franz Vellar von Imlingen auf »em Wege von Saarburg bis Imlingen 1000 Mk. n Gold, ein Fünftausend Franken⸗Billet und eine Unweisung auf 700 Fr.; dieses Geld hatte c. zellar in einen Beutel gebunden und in die Tasche esteckt. Unterwegs ist der Genannte in Folge von trunkenheit mehrmals gefallen und hat hierbei das zeld ausgeschüttet. Bis jetzt hat sich der Finder och nicht gemeldet. 7 Mext, 8. April. Ein Instrumentenmacher aufte vor ungefähr acht Tagen in der Lobermann⸗ chen Brauerei eine alte, unscheinbar aussehende Heiae zum Vreise von 43 Mark. Bei Vornahme kokale und pfälzische Nachrichten. () Si. Ingbert, 11. April. Bei einem -paziergange durch den herrlichen Wald rechts der -pieser Chaussee hatten wir Gelegenheit das am Mitiwoch zur Versteigerung gelangende Gemeinde⸗ herechtigungsholz zu besichtigen; dasselbe sitzt be— suem zum Adbfahren und ist von vorzüglicher Zualität. — Bei Fischbach wurde ein interessanter und gemacht. Man entdeckte nämlich in eine alte, chon eiwa 140jährige Buche eingewachsen, ein ver nuthlich aus dem 30jährigen Kriege stammendes „chwert. Die Klinge ist zweischneidig, der Korb ehr spangenreich gearbeitet und trägt an seinem inde einen Knauf in Größe und Gestalt eines )ühnereies. Die ganze Länge des Schwertes ist 230 mm. Von der Mitte dieses Knaufes auf ine Länge von etwana Meter ist die Waffe in wei starke Wurzeln und in den Hauptstamm der uche eingewachsen. Der interessanteste Theil des hönen Fundes ist die Verwachsung des Korbes uit seinen zahlreichen Svangen in eine siarke anpimirz⸗s gur die Redaltlon veranlwortlich: F. X. Deme z. * F —— — Geschäftsanzeige und Empfehlung. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum beehr: mich hiermit rgebenst anzuzeigen, daß ich unterm Heutigen in meinem Hause in der Kaiser⸗ traße vis à vis dem Hutlager des Herrn H. Fischer ein Spezerei— geschäft, verbunden mit Mehl⸗- und Kleienverkauf eröffnet habe und hitte um geneigten Zuspruch. Zugleich gebe bekannt, daß ich das von meinem Vater übernommene Porzellan eic. etc. sofort ausverkaufe. Hochachtungsvollst Josevph Hellenthal. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut J „CEilgut u haben bei Todes⸗Anzeige. Betwandken, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, aß es Gott. dem Allmächligen gefallen hat, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester. Schwägerin und Tante S EFarbarea Schmitt, geb. Dawo iach langem, schweren Leiden im Alter von 54 Jahren heute Nacht Uhr in ein besseres Jenseits abzurufen. J St. Ingbert, Blieskastel, 11. April 18883. Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdiaung findet Montaa Mordgen 9s Uhr statt. * y Demen * 2* 1 — Licitation. Durch den unlerzeichneten, gericht- ich hiezu beauftragten k. Notar, werden abtheilungshalber öffentlich in Figenthum versteigert: jJ. am Mittwoch, den 29. April rächsthin, Nachmittags 1 Uhr, zu Oberwärzbach in der Wirthschaft „yon Adjunkt Becker: Plan Nr. 39713, 1 a Fläche, Wohnhaus mit Stall und Hof raum und Plan Nr. 397 26,2 2 40 qm Garten dabei, Alles gelegen zu Oberwürzdach in der obersten Dörrenbach an dem Wege nach Ommersheim neben Johann Walle; II. am Donnerstag, den 30. April nächsthin, Nachmittags 2 Uhr. zu St. Ingbert in der Wirthschaft hon Johann JosephHeinrich: Sieuergemeinde Si. Ingbert: . Plan Nr. 951, 9512 95 1s, ind 9514, 7 aà 20 qm Garten n den Dilmes- oder Großgärten; Plan Nr. 865, 13 470 qm Acker m Dilmesflur; J Plan Nr. 1499, 55 2 20 qw Acker auf der großen Flur erste Ahnung; Auͤs Plan Nr. 178 und 179, 10 a 90 qm Fläche in den Ho⸗ belsgärten, derjenige Theil mit Wohnhaus neben Peter Heußer, jowie aus Plan Nr. 180 Garten zinter diesem Hause, in der Breite wie das Haus selbst, ziehend bis an den Pfad, wie er durch Plan Nr. 180 zieht; Plan Nr. 7332, 1 a Filäche, Wohnhaus und Hofraum Plan Nr. 7330, 13 9 qm Garten und Plan Nr. 1182, 44 80 m Garten, alles ein Ganzes bildend, gelegen in den Stauch⸗ zärten oder im Josephsthal neben Fettig; ßlan Nt. 78 und 79, 2 a 701 qim Fläche, worauf ein einstöckiges Wohnhaus mit Einfahrt, Hinter⸗ gebäuden, Hofraum und Gärtchen, sowie sonstigen Zubehörungen, zelegen an der Kaiserstraße zu St. Ingbert, auf dem sogenannten hoöfchen neben Georg Jung und *6ann Woll's Erben; Plan Nr. 7212, 85 qm Fläche, vorauf ein- Wohnhaus mit Stall, hofraum und Zugehör nebst ßlan Nr. 721b., 85 qm Pflanz⸗ Jjarten dahinter, alles ein Ganzes zildend, gelegen in der Stadt St. Ingbert in den Stauchgärten oder im Josephsthal, neben Georg Brewenig Wittwe und Johann Jose ph We idmann; Plan Nr. 3050, 68 qm Fläche, Wohnhaus, Hof und Zugehör, Plan Nr 3928242 40 qm Pflanz⸗ garten hinter dem Hause und Plan Nr. 3604*8, daraus die hälfte mit 85 qm, Pflanzgarten bdor dem Hause, alles ein Ganzes, zu St. Ingbert in der Blies— kastelerstraße neben Peter Schmitt; Eigenthümer sind: diẽ Kinder und Benefiziarerben „erster ind zweiter Ehe“ des in St. Ingbert vohnhaft gewesenen und allda ver— torbenen Hüttenbeamten Gustav Zir, Us J. Oscar Karl Zir, Veterinär— raktikant, in München wohnhaft, roßjähriger Sohn erster Ehe des Ver ebten aus dessen Ehe mit der gleich— alls verstorbenen Auna Haase; IU. ie Kinder zweiter Ehe des genannt erlebten Gustav Zirx erzeugt mit der benfalls verstorbenen Amalie Kautz, Namens: a. Emilie Amalie Katha— ina; b. Paulina Anna Maria Fosephina; c. Gustav Robert und J. Oskar Emil Zix, sämmtlich noch ninderjährig, welche den Ludwig dautz, Kaufmann, in St. Johann an der Saar wohnhaft, zum Dativ⸗ bormund, und Alfred Simon, Fabri sant, in Zweibrücken wohnhaft, zum Nebenbormund haben. St. Ingbert, den 11. April 1885. IXRXX k. Notar. Oeffentliche Bekanntmachung. hon Einwendungen gegen das Sqchluß⸗ Die Versteigerungsbedingung erzeichniß Termin auf können bei dem Versteigerungsbeam. Mittwoch, den 6. Mai 1335, eingesehen werden. Vormittags 10*2 Uhr St. Ingbert, den 9. April 186 m Amisgerichtslokale dahier em Kemmer, vurde, so wird hiermit, in Erfüllung k. Notar. es 8 139 der Concursordnung, be⸗ 7— annt gegeben, daß der verfügbare Holzversteigerung Massebesiand in obigem Concursver · Mi jahren 2533 Mk. 46 Pf. beträgt. 4— —8 Die vorzugsberechtigten Forderungen —3* im Stadthause, wird das Ge— elaufen sich 200 t. 71 Pf.„Io daß neinde⸗Berechtigungsholz pro 18848 in die Concursgläubiger 2272 Mtk. isn S as den Shu 5 Pfg. zur Vertheilung gelangen. Wölfsfalle, Schlangenthale und e die zu berücksichtigenden Forderungen lach dffentlich bersteigert. etragen 9605 Mk. 57 Pf. und St. Ingbert. i0. April 1885 erhalten demnach die Concursgläubiger das gür —— germeisteramt 280, ihrer Forderungen. — ELin Verzeichniß der berüchsichtigt Ta t — 77 verdenden Forderungen liegt auf der r ch Berichtsschreiberei des kgl. —*2B— anzun erri t Zt. Ingbert, zur Einsicht der Bethei— St. Ingbert igten offen. eden Montag, Mittwoch und St. Ingbert, den 11. April 1888. Freitag, Abends 8 Ahe Der Concursverwalter. Saale der Frau Wittwe Greweni F. A. Eckrich, Auch werden Schüler für den Halb— Weschäftsmann. ursus angenommen und extra Stunden rtheilt. Anmeldungen werden don — zerrn G. Ch. Kayser entgegep ⸗ denommen. —— Hochahrunsivel Bekanntmachung. — Auflage 331,000; das verbreitetste alle zeutschen Blätter überhaupt; außerdem en cheinen Uebersetzungen in 1wölf fremden Zprachen (Auszug.) Montag, den 18. Mai 1835 Morgens 11 Uhr, Die Modenwelt. u St. Ingbert in der Wirthschaft von Illustrirte Zeitung si Daniel Baumann, (Café Ober— oiuene gp — auser) ee vird vor Philipp Kemmer, k. baher. ne — 735 Kr. Jaͤhrlich erscheinen als hiezu ernannten Versteigerungs 24 Nummern mit Toß eamten, gegen letten und Handarbeiten studolf Munzinger, Bierbrauer, und de y dessen gewerblose Ehefrau Lina Braun, , welche dal deisammen in St. Ingbert wohnend, anze Gebiet der Garderobe umd Leitnda Solidarschuldner, —AA — die folgende, zu diesem Zwecke beschlag- deibwasche fur Herren und —8 — —— rahmte Liegenschaft öffentlich zwangs Tischwäsche ec., wie die Handarbeiten in ihrer Nachdem durch Beschluß des kgl. weise zu Eigenthum versteigert, näm⸗ Janzenm Umfange. Amtsgerichts St. Ingbert vom gestri- lich: Steuergemeinde St. Ingbert, peeee, mit etwa 200 Sqhnittmusem genstände der Garderobe und etn gen Tage in dem Concursverfahren Besitz Nr. 1654; do Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ m iͤber das Vermögen des Handels⸗ Plan Nr. 4195, 18 a 70 qm Bunistickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛtc. nannes Isaak Loeb zu St. Ing- UAcker auf Hobels, zugleich einen Bier · Abonnements werden jederzeit angenommen ert die Vornahme der Schlußverthei- keller enthaltend. bei rdtenen ee ung genehmigt, sowie zur Abnahme Der Zuschlag erfolgt sogleich bei pie Trpedinon, —S—— er Schlußrechnung und zur Erhebung der Versteigerung. 8 Wien J, Operngaß⸗ 38. 7Theéreése NMostert, 87 Bahnhofstraße 87 St. Johann 87 Bahnhofstraße 87. D ». 5 4 —W 9 —— LEinzigstes Spezial-Geschäft am hiesigen Platze. — Größte Auswahl in den billigsten bis elegantesten Geures. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 A, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I8 H, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. J b n in M 71. Sonntag, 12. April 1885. — 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 11. April. Das Befinden unseres daisers ist ein sehr zufriedenstellendes und nimmt erselbe Vorträge entgegen; auch sind die täglichen „pazierfahrten nach dem Thiergarten wieder auf⸗ mommen. — Zu den Schriftslücken, welche dem eichstage nach den Ferien zugehen sollen, gehört a erster Linie ein umfangreicher Bericht übder die zmpffrage. Es handelt sich um die Beschlüsse der zmpfkommission und um die Verhandlung, welche en Beschlüsser voraufgegangen sfind. Es scheint, aß die Regierung eine nochmalige Erörterung der frage wünscht, obschon sie, wie bekannt, den Impf⸗ wang aufrecht zu erhalten bestrebt ist. Ausland. Paris, 9. April. Frehcinet hat heute Nach⸗ nittag ein Telegramm aus Peking erhalten, welches ie Annahme der Friedenspräliminarien bestätigt. -In hiesigen diplomatischen Kreisen wird trotz »es Zusammenstoßes der Russen mit den Afghanen ine friedliche Lösung durch einen Schiedsspruch für dahrscheinlich gehalten. London, 10. April. Seit dem Ausbruche ies deutsch· französischen Krieges gab es hier keine olche Aufregung, wie die, welche durch die gestri— jen Nachrichten aus Afghanistan hervorgerufen vurde. Außer an der Londoner Boͤrse herrschte id en den Börsen von Manchester und Liverpool anik. — — Hochspeyer, 8. April. Heute fand da⸗ zier die alljährliche evangelische Konferenz positiver Heistlichen und Laien statt. Die biblische Ansprache »on Pfarrer Drescher von Alsenz gründete fich auf 2. Cor. 13,4. Das Hauptthema der Verhand⸗ lungen bildete die Besprechung der innern Miffion, wobei die bekannte Denkschrift des Zentralausschusses ür innere Mission zu Grunde gelegt wurde. Re— erent war Pfarrer Scherer in Speher. In der Debatte wurden vornehmlich die praktischen Punkte jervorgehoben und über das erfreuliche Wachsthum yon so manchem Liebeswerk wie über die schönen Anfänge neuer Liebesarbeit an verschiedenen Orten inseres pfälzischen Landes berichtet. Auch die Kol⸗ vortage-Angelegenheit wurde auf's Neue berührt ind ist Hoffnung vorhanden, daß diese Sache zu einem praktischen Ziele gelange, da ein junger Geist⸗ licher auf Ersuchen sich bereit erklärt hat, die Leit⸗ ung derselben in die Hand zu nehmen. Es ist zu wünschen, daß die Werke der innern Mission in )er Pfalz immer größeren Anklang und immer reudigere Mithülfe finden. 1 einer kleinen Reparatur entdeckte er jedoch eine In⸗ schrift, der zufolge die Violine aus dem 16. Jahr⸗ hundert stammt und ein Werk Amati's ist. Man hat dem glücklichen Käufer bereits 600 Mark ge⸗ boten, ohne daß ihm die Geige zu diesem Preise eil wäre. F Augsburg, 10. April. Fürst Fugger ist Nachts 133 Uhr, 58 Jahre alt, gestorben. f Das neueste Wunder haben Sauerkraut, Schweinsknöchle und bayerisches Bier in der Stadt Dingolfing bewirkt. Einem armen blinden Mann, der sich am Vormittag hatte herumführen assen, um Gaben zu sammeln, gingen im Wirihs jaus bei seinem Leibgericht die Augen pollstaͤndig auf. Die zahlreichen Jahrmarktsgäsie sahen's stau⸗ nend an und der Wirth kündigt in allen Zeitungen an, bei ihm würden die Blinden sehend, und die Dingolfinger reiben ihre Augen mit Schweins nöchle ein. . Frankfurt, 8. April Ein 17 Jahre alter Metzgerbursche schoß sich gestern aus Eifersucht in Gegenwart seiner Braut und seiner Multer in der Wohnung der letzteren mittelst eines Revolbers in die Lunge. Die Verletzung soll eine lebens gefährliche sein. Marschall Bazaine in Noth. Daß ꝛin Verurtheilter an den Präsidenten des Gerichta⸗ jofes, der ihn verurtheilt hat, ein Darlehensgesuch T. und mit Erfolg — richtet, dürfte trotz Rabbi Akiba schwerlich schon dagewesen sein. Der Ex— narschall Bazaine, der aus Mexico ein sehr hub⸗ ches Vermögen herüberbrachte und der während es 18700er Krieges eine Million geheimer Fonds zur Verfülgung hatte, sitzt jetzt, wie es scheint, auf dem Trockenen. Vor Kurzem bedurfte er unbedingt ines Betrages von fünftausend Francs, und da er nicht wußte, an welche Thüre er anklopfen sollte, bandte er sich an den Herzog von Aumale, der jenem kriegsgericht präsidirte, weiches nach zweiundvierzig n Trianon abgehaltenen Sitzungen den Komman— anten von Metz zum Tode verurtheilte. Der sonst o sparsame Herzog von Aumale verspürte ein nenschliches Ruͤhren und schickte die geforderten ünftausend Francs. f GBergwerkskatastrophe.) In einer Jeche des dem Herzog von Sutheriand gehoͤrigen dohlenbergwerks Great Fenton“, unwein Stoge. n Trent, fand am Mittwoch Morgen 7 Uhr eine xẽrplosion schlagender Weiter statt, durch welche 7 Personen auf der Stelle getödtet und 16 schwer derletzt wurden. Es waren zur Zeit etwa110 Mann in der Tiefe beschäftigi. Vermischtes. FAus dem Kanton Pfalzburg. Letzte Woche fand in Pfalzburg die Musterung der mui— ärpflichtigen jungen Leute statt. Bei dieser Ge— egenheit vollbrachte ein Gestellungspflichtiger aus der Gemeinde H. ein Kunststück, das gewiß wenige u leisten fähig sind. Er verzehrte nämlich in iner Wirthschaft zu Pfalzburg 8 Coteletten, 86 rier, 4 Heringe und ein entsprechendes Ouantum etwa 8 Pfund) Brod, wozu er sechs Schoppen zier trank. Mancher wird denken, nach solcher leberladung des Magens sei der Betreffende wohl rank geworden, und habe in den nächsten acht Tagen keinen Appetit bekommen. Dem war indeß nicht so, denn 2 Tage hernach wollte der junge Dann eine Weite machen, daß er die Halfte eines Monate alten Lammes auf einmalh verzehren pürde. Saarburg, 8. April. Kürzlich verlor jer Sandhändler Franz Vellar von Imlingen auf )em Wege von Saarburg bis Imlingen 1000 Mt. n Gold, ein Fünftausend Franken ⸗Villet und eine Anweisung auf 700 Fr.; dieses Geld hatte ꝛc. Jellar in einen Beutel gebunden und in die Tasche esteckt. Unterwegs ist der Genannte in Folge von crunkenheit mehrmals gefallen und hat hierbei das geld ausgeschüttet. Bis jetzt hat sich der Finder ioch nicht gemeldet. F Metz, 8. April. Ein Instrumentenmacher aufte vor ungefäht acht Tagen in der Lobermann⸗ chen Brauerei eine alte, unscheinbar aussehende Heige zum Vreise von 3 Mark. Bei Vornahm⸗ Lokale und pfaͤlzische Nachrichten. () St. Ingbert, 11. April. Bei einem Spaziergange durch den herrlichen Wald rechts der Spieset Chaussee hatten wir Gelegenheit das am Nittwoch zur Versteigerung gelangende Gemeinde herechtigungsholz zu besichtigen; dasselbe sitzt be⸗ uem zum Abfahren und ist von vorzüglicher Aalitat. — Bei Fischbach wurde ein interessanter cund gemacht. Man enldeckte nämlich in eine alte, hon elwa 140jährige Buche eingewachsen, ein ber⸗ authlich aus dem 30jährigen Kriege stammendes „Awert. Die Klinge ist zweischneidig, der Korb ehr spangenreich gearbeitet und trägt an seinem inde einen Knauf in Größe und Gestalt eines ühnereies. Die ganze Lange des Schwertes ist 230 mm. Von der Mitte dieses Knaufes auf me Lange von etwa ha Meter ist die Waffe in wei starke Wurzeln und in den Hauptslamm der duche eingewachfen. Der interessanteste Theil des chönen Fundes ist die Verwachsung des Korbes nit seinen zahlreichen Spangen in eine fiact— aupfwurzel. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. —ü⏑— Geschäftsanzeige und Empfehlung. Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikumbeehr? mich hiermit xgebenst anzuzeigen, daß ich unterm Heutigen in meinem Hause in der Kaiser⸗ traße vis à vis dem Hutlager des Herrn H. Fischer ein Spezerei⸗ geschäft, verbunden mit Behl⸗ und Kleienverkauf eroöffnet habe und itte um geneigten Zuspruch. Zugleich gebe belannt, daß ich das von meinem Vater übernommene Borzellan etc. etc. sofort ausberkaufe. Hochachtungsvollst Joseph Sellenthal. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut GCEilgut Todes⸗Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannsen die traurige Nachricht, aß es Gott dem Ällmächtigen gefallen hat, unsere liebe Mutter. Schwiegermutter, Großmuiter, Schwester, Schwägerin und Tante rharo Scurtt. geb. Dawo jach langem, schweren Leiden im Alter von 534 Jahren heute Nacht wUhr in ein besseres Jenseits abzurufen. St. Ingbert, Blieskastel, 11.April 1883. Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdiguna findel Montlaa Moractn 9 Ubr ag u haoben böet 27 Demen * * * Licitation. Durch den unterzeichneten, gericht⸗ ich hiezu beauftragten k. Notar, .* werden abtheilungshalber öffentlich in xigenthum versteiger: 5 Jan Mittwoch, den 29. April rächsthin, Nachmittags 1 Uhr, zu berwärzbach in der Wirthschaft hon Adjunkt Becker: Plan Nr. 397222, 1a Fläche, Wohnhaus mit Stall und Hof⸗ raum und Plan Nr. 3972 a40 qm Garten dabei, Alles zelegen zu Oberwürzbach in der obersten Dörrenbach an dem Wege nach Ommersheim, neben Johann Walle; I. am Sonnerstag, den 30. April nächsthin, Nachmittags —A zu St. Ingbert in der Wirthschaft on Johann Joseph Heinrich: Sleuergemeinde St. Ingbert: pPlan Nr. 951, 9514. 95 1/s, ad 951., 74 20 qm Garten in den Dilmes- oder Großgärten; Plan Nr. 865, 13 2.70 qm Acker mn Dilmesflur; —— Plan Nc. 1499, 55 4 20 qw cker auf der großen Flur erste Ahnung; — — Auͤs Plan Nr 178 und 179, 0 a 90 qm Fläche in den Ho— — zelsgärten, dersenige Theil mit (Auszug.) Wohnhaus neben Peter Heußer, Montag, den 18. ʒ 3 sowie aus Plan Nr. 180 Garten Zei tas hinter diesem Hause, in der Breite u St. Ingberi in der Wirthschaft von wie das Haus selbst, ziehend bis daniel Baumann, (Café Ober— an den Pfad, wie er durch Plan Jauser/ Nr. 180 zieht; J vird vor Philipp Kemmer, k. bayer. Plan Nr. 7334, —1 a Fläche, Notare im Amtssitze zu St. Ingbert. Wohnhaus und Hofraum Plan ils hiezu ernannten Versteigerungs —VD eamten, gege und Plan Nr. 1182 44 30 udolf Munzinger, Bierbrauer, und gm Garten, alles ein Ganzes yessen gewerblose Ehefrau Lina Braun, ildend, gelegen in den Stauch⸗ )eisammen in St. Ingbert wohnend, vn oder im Josephsthal neben Solidarschuldner, Fettig; 12 die folgende, zu diesem Zwecke beschlag- Plan Nr. 78 und 79, 2 4 70 —— nahmte Xx öffentlich e qm Fläche, worauf ein einstoͤkiges Nachdem durch Beschluß des kgl. veise zu Eigenthum versteigert, näm Wohnhaus mit Einfahrt, Hinter⸗ Amtsgerichts St. Ingbert vom gestri- ich: Steuergemeinde St. Ingbert, Jebäuden, Hofraum und Gärtchen, jen Tage in dem Concursverfahren Besitz Nr. 1654: owie sonstigen Zubehörungen, iber das Vermögen des Handels⸗ Plan Nr. 4195, 18 aà 70 qm zelegen an der Kaiserstraße zu nannes Jsaak Loeb zu St. Ing- Ücker auf Hobels, zugleich einen Bier St. Ingbert, auf dem sogenannten ert die Vornahme der Schlußbverthei⸗ teller enthaltend. Hofchen neben Georg Jung und ung genehmigte, sowie zur Abnahme Der Zuschlag erfolgt sogleich bei Jeann Mass's Eiben; der Schlußrechnung und zur Erbebung der Versteigerung. —6 Mésrkert, hherese ostert, 8 Bahnbhoistraße 87 St. Jo hann 87 Bahnhofstraße 87. imen-WMänlel-FJabri BDamen-AManiele abri T — Einzigstes Spezial⸗ Geschäft am hiesigen Platze. — Größte Auswahl in den billigsten bis el egantesten Geures. Aeußerst billige aber feste Preise bei streng reeller Bedienung. Plan Nr. 7212, 85 qm Fläche, vorauf ein Wohnhaus mit Stall, dofraum und Zugehör nebst lan Nr. 7210, 85 qm Pflanz⸗ Jarten dahinter, alles ein Ganzes hildend, gelegen in der Stadt St. Ingbert in den Stauchgärten der im Josephsthal, neben Georg Brewenig Witiwe und Johann Joseph Weidmann; pᷣlan Nr. 83056, 68 qm Fläche, Wohnhaus, Hof und Zugehör, Plan Rr 3928/, 2 a 40qm Pflanz zarten hinter dem Hause und Plan Nr. 363492, daraus die Hälfte mit 88 qm, Pflanzgarten hor dem Hause, alles ein Ganzes, zu St. Ingbert in der Blies⸗ fastelerstraße neben Peter Schmitt; Eigenthümer sind: die Kinder und Benefiziarerben „erster ind zweiter Ehe“ des in St. Ingbert vohnhaft gewesenen und allda ver— torbenen Hüttenbeamten Gustav Zir, als J. Oscar Karl Zir, Veterinär raktikant, in München wohnhaft roßjähriger Sohn erster Ehe des Ver ebten aus dessen Ehe mit der gleich alls verstorbenen Auna Haase; II. die Kinder zweiter Ehe des genannt erlebten Gustav Zix erzeugt mit der benfalls versiorbenen Amalie Kautz, damens: a. Emilie Amalie Katha— ina; b. Paulina Anna Maria zosephina; e. Gustav Robert und Oskar Emil Zix, sämmilich noch ninderjährig, welche den Ludwig Zautz, Kaufmann, in St. Johann in der Saar wohnhaft, zum Dativ⸗ ‚ormund, und Alfred Simon, Fabri ant, in Zweibrücken wohnhaft, zum sdebenvormund haben. St. Ingbert, den 11. April 1885 Lemm er- . Notar. .. Oeffentliche Bekanntmachung. 7. von Einwendungen gegen das Schluß⸗ Die Versteigerungsbedingunger »erzeichniß Termin auf können bei dem Versteigerungsbeamier Mitiwoch, den 6. Mai 1335, eingesehen werden. Vormittags 1062 Uhr St. Ingbert, den 9. April 1888 m Amtsgerichtslokale dahier anberaumt Kemmer, ourde, so wird hiermit, in Erfüllung k. Notar. des 8 189 der Concursordnung, be⸗ 7 zunt gegeben, daß der verfügbare Holzversteigerung assebestand in obigem Concursver⸗ neen ner mittw — Die vorzugsberechtigten Forderungen im Stadthause, wird das Ge— belaufen sich 260 Mt. 71 Pf. so daß meinde Berechtigungsholz pro 188483 m die Concursgläubiger 2272 Mt. isan Sierh aus den Schla 75 Pfg. zur Vertheilung gelangen. ger r e Wolfsfalle, Schlangenthale und Saiser Die zu berücksichtigenden Forderungen iach offentlich dersteigert. etragen 9605 Mk. 57 Pf. und 8Et.Ingbern 10.ꝰ April 1885 rhalien demnach die Concursgläubiger da⸗ Kürgermeisteraml 28220/, ihrer Forderungen. has Zurgerm. Aι“o Heinrich. Ein Verzeichniß der maesanet Tanz terricht verdenden Forderungen liegt auf der ch Herichtsschreiberei des kgl. Amtsgerichts anzun erri t Stu. Inabert, zur Einsicht der Bethei⸗ St. Ingbert nigten offen. eden Montag, Mittwoch und St. Ingbert, den 11. April 1888 Freitag, Abends 8 Uhr mm Der Concursverwalter. 3aale der Frau Wittwe Grewenig F. A. Eckrich, Auch werden Schüler für den Halh— Geschäftsmann... rursus angenommen und erxtra Stunden n rtheilt. Anmeldungen, werden von — heirn G. Ch. Kanser entgegen denommen. Hochachtungsvoll Bäcker, Tanzlehrer. Auflage 881,000; das verbreitetste aller oeutschen Blätter überhaupt; außerdem er— deinen Uebersetzungen in zwölf fremder zprachen Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung fin Toilette und Handar⸗ zeiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Preis hiertetjährlich M. J.252 75 Kr. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 ) Abbidungen mit Ve⸗ schreibung, welche daß zanze Gebiet der Garderobe und Leibwasche ur Damen, Mädchen und Knaben, wie ftur das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwäsche für Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ec., wie die Handarbeiten in ihren zanzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern ür alle Gegenstände der Garderobe und etn 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Bunistickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10—, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A4. Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einröckung wird nur dreimalige berechnet. Am M 72. — Montag, 13. April 1885. iti Berlin, 11. April. Das Dampfersubven⸗ Politische Ueberficht. ionsgesetz nebst Anlage ist heute offiziell publicirt vorden, ebenso das Gesetz wegen Aufnahme einer Anleihe von 4223 Millionen Mark für Ausführ⸗ ing des Zollanschlusses von Hamburg und für Zwecke des Reichssheeres, der Marine und Eisenbahnen. Darmstadt, 11. April. Die Königin von England wird am 23. April hier eintreffen. Ausland. Moskau, 11. April. Die „Moskauer Zei⸗ zung“ sagt: Es sei gegenwärtig, wo Pendscheh veder von Afghanen noch Russen besetzt, eine gün— tige Gelegenheit, die Pendschehfrage friedlich zu rledigen. Anlangend die durch England über den etzten Zwischenfall von Rußland verlangten Auf—⸗ laͤrungen, meint das Blatt, wenn die Londoner Blättermeldung von der Besetzung Quelparts durch zie Engländer, so scheine Rußland viel eher berech⸗ igt, darüber Aufklärungen von England zu ver⸗ angen. Diese Besitznahme sei für Rußland viel wichtiger als die Pendschehfrage; für England dürfte zieselbe kaum ohne ernste Folgen bleiben. Die driegsdrohungen der „Times“ seien leeres Säbel⸗ zerassel. Die russische Zeitung glaudt darauf rech⸗ nen zu können, daß es Gladstone, so lange er an »er Spiße der englischen Regierung sei, gelinge, eine friedliebende Politik durchzuführen und den gruch mit Rußland zu verhüten. Es scheint sich zu bestätigen, daß die „Freie Bereinigung“ im Reichstag noch bedeutende Zoll⸗ erhöhungen beantragen wird. Wie verlautet, vird die Erhöhung des Zollsatzes auf ausländische Schweine um 250 pCt., auf Rindvieh um 50 Ci., auf zubereitetes Fleisch von 12 auf 20 Mk. jorgeschlagen werden. Die Münchener „Allg. Ztg.“ dementirt das Herücht, die preußische Regierung habe sich erboten, die pfalzischen Bahnen zu erwerben. In München ei an maßgebender Stelle von derartigen Of⸗ jetten der preußischen Regierung nichts bekannt ind somit zu einer bezüglichen Stellungnahme der zayerischen Staatsregierung bisher kein Anlaß ge⸗ geben. Das Comité der Basler Missionsanstalt hat in den Reichskanzler eine Petition gerichtet, der⸗ elbe möge die Branntweineinfuhr in Westafrika durch einen möglichst hohen Einfuhr⸗ zoll beschränken. Der Schritt werde, so heißt es in der Petition, dem Comité zur Pflicht gemacht vurch so manche Anzeichen, daß gerade der Brannt⸗ vein von deutschen Handlungshäusern als Haupt usfuhrartikel nach Afrika in Aussicht genommen iei. Die Vorstellung verdient gewiß eruste Beach⸗ ung, keine christliche Mission ist im Stande den „chaden wettzumachen, den der Branntwein an⸗ ichten würde. Die Indianer Nordamerikas sind iesem Gifte erlegen. In den Negern würde es ede Fähigkeit, der höheren europäischeu Cultur in wohlthuender Weise theilhaftig zu werden, ersticken ind nur den verbrecherischen Instinkten Vorschub eisten. Wir haben lebhaft beklagt, daß aus dem Munde eines Reichstagsmitglieds der Einfluß des Schnapses auf die Afrikaner in scherzhafter Weise ils eine harmlose Sache behandelt wurde. kokale und pfälzische Rachrichten. * St. Ingbert, 13. April. Wie wir ver⸗ iehmen, traf heute Morgen der Bezirktsamtmann zerr Dr. Schlagintweit dahier ein, um den ach Dudweiler führenden Weg, dessen Chaussierung zis an die preußische Grenze proiektiert ist, zu he⸗ ichtigen. — Im verflossenen Jahre sind in der Pfalz 19 aktive und 22 pensionirte St ullehrer gestorben; rstere erreichten ein Durchschnitisalter von 50,8, etztere ein solches von 66 Jahren. Von diesen bi verstorbenen Lehrern haben nur 12 oder 28,5 »Ct. das 70. Lebensjahr überschritten und diese varen bis auf 2 pensionirt. — Ensheim, O. April. In dem benach⸗ zarten Orte Eschringen wurde am Ostersonntag in 62jäbriger Bürger von dort in einer Schlägerei nit Messerstichen derart zugerichtet, daß derselbe ewußtlos heimgeschafft werden mußte und schwerlich nit dem Leben davonkommt, Derselbe wollte seine eiden Söhne aus einem Handgemenge mit drei xreußischen Infanteristen vom 47. Infanterie⸗Regi⸗ nent in Saarlsuis wegziehen, als sich die letzteren jegen ihn selbst wandten und ihn so elend zurichteten. — Pirmasens, 10. April. Gestern Nach⸗ nittag wurde der Geschäftsagent Luwig Schmidt on hier wegen Veruntreuung ihm anvertrauter helder in das hiesige Amtsgericht abgeführt. -Ludwigshafen, 10. April. Am —AXV ause dahier die jährliche Generalversammlung des gfälzischen Jagdschutzvereines stattfinden. Es ist eabsichtigt, bei dieser Gelegenheit auch eine Jagd⸗ jundeausstellung zu veranstalten. — Speyer, 10. April. (Prüfung.) Am Miiiwoch, den 27. Mai ds. Irs. und den folgen⸗ »en Tagen, beginnend am erstbezeichneten Tage, bormittags 8 Uhr. wird eine Einnehmer⸗Prüfuug im Sitze der k. Generaldirektion der Zölle abge⸗ alten. Dieselbe wird sich auf alle Zweige des lufschlageinnehmerei⸗Dienstes erstrecken. Gesucht An der ostafrikanischen Küste, gegenüber der zusel Zanzibar, sollen von der deutscheu dorbette Gneisenau“ neue, binnenwärts gelegene hebiele unter deutsches Proteltorat gestellt worden ein. Eine weitere Expedition der deutsch-afrikani⸗ chen Gesellschaft soll am 21. ds. unter Führung es ehemaligen Majors von Derivoöre aus Hannover ach Usagara, dem in Ostafrika erworbenen Gebiete er Gesellschaft, abgehen. Deutsches Reich. München, 9. April. Im kgl. Finanzmini⸗ zerium wird sicherem Vernehmen nach schon seit angerer Zeit ein Gesetzentwurf zur Revision des Nalzaufschlaggefsehes auf Grund fortge⸗ dy Erhebungen uͤber das Braugewerbe ausge⸗ rtheitet. München, 12. April. Der Konig hat, wie „Allgemeine Zeitung“ meldet, das Entlassungs⸗ resuch des Kriegsministers v. Maillinger unler uldvollster Anerkennung der bon demseben gelei— eten hervorragenden Dienste mit Rückficht auf dessen vorgeschrittenes Alter und angegriffene Gesundheit ehmigt und vom 1. 1. M. ab bis wohin der Rinister im Dienste verbleibt, den Generallieute⸗ ant und Commandeur der 4. Division in Würz⸗ g. v. Heinleth. zum Kriegsminister ernannt. r Konig hat gestern ein sehe huldvolles Hand⸗ chreiben an den Minister v. Maillinger gerichtet. 20. Jahrg. um Zulassung zu dieser Prüfung sind bei den vor⸗ gesetzten k. Hauptzollämtern einzureichen. Vermischtes. 4 Saarbrücken. Dieser Tage wunderte äich einer der Briefträger unserer Stadt wohl nicht venig, als er eine erhebliche Menge von dicken un⸗ rankirten Briefen, deren Umschlag mit einem krauerrand, umgeben war und den Poststempel Newyork“ trug, zu bestellen hatte. Auch die Em—⸗ ffänger der Briefe wunderten sich, derartiges aus Amerika zu belommen, aber die Neugier, welche Todesanzeige ihnen gemacht würde, setzte sie über zas Bedenken hinweg, die unfrankirte Sendung anzunehmen. Und was enthielt der Trauerbrief? kin Exemplar der berüchtigten, fanatisch geschrie⸗ zenen Most'schen „Freiheit“. Man darf vohl annehmen, daß diese betrügerische Art der Finschmugglung nicht auf unsere Stadt allein be⸗ chränkt geblieben ist. Die Empfänger, durchweg zute Bürger, vernichteten sogleich das Schandblait. LBor einem Vierteljahre erhielten Viele hier aus stew⸗York unter Kreuzband eine harmlose ameri⸗ anische Zeitung; dieselbe diente jedoch nur als Imschlag einer darunter verborgenen Nummer der Freiheit“. F Darmstadt, 8. April. Gegen das Ende der Bismarckfeier im Saalbau gab ein biederer Darmstädter Bürger seinen Gefühlen der Verehrung für den großen Staatsmann in drastischer Weise dadurch Ausdruck, daß er seine zum Aufbruch rängenden Freunde mit den Worten abfertigte: „Ach was! ich trinke noch Einen, Er hat's wahr⸗ jaftig verdient!“ FPfungstadt, 8. April. Die Firma J. dildebrand hier ließ dieser Tage die erste Sendung einsten Exportbieres nach dem Kamerungebiet ab⸗ Jehen. — Lebach, 10. April. Ein junger Mann, der seit 15 Jahren in Westfalen ist, kam vor Ostern nach Limbach, um seine dort lebende Mutter und seinen Bruder auf einige Tage zu besuchen. Am Ostersonntag ging er mit seinem Bruder Abends in die Wirthschaft der Gebrüder F., um ein Glas Bier zu trinken. Dort wurde der Fremde Usbald, ohne auch nur ein Wort gesprochen zu jaben, von einer Anzahl Bergleute überfallen, an⸗ jeblich, weil er einen Ueberzieher trug, und mit zierflaschen und Messern so verarbeitet, daß alle laubten, sie hätten eine Leiche vor sich. Erst nach nehreren Stunden zeigte er wieder etwas Leben. AUuch stellte es sich heraus, daß sein Portemonnaie nit 60 Mk. Inhalt und seine Meilitärpapiere ab⸗ janden gekommen waren. In diesem beklagens⸗ verthen Zustande wurde er zu seiner Mutter ge⸗ ragen. F Berlin, 9. April. Die Einführung eines Blitzzuges, welcher auf der Strecke Paris — Berlin — Petersburg kursiren soll, ist der „Nat.Zig.“ ufolge beschlossene Sache. Wahrscheinlich wird chon am 1. Mai der erste Blitzzug abgelassen wer⸗ den. Auf der Strecke Stendal⸗Oebisfelde haben zereits im Beisein hoöherer Eisenbahn⸗Beamten Probefahrten mit dem Blitzzuge stattgefunden. 7 Nicht gratulirt haben dem Fürsten Bis—⸗ narck die Königin von England, der König von Danemarck, der König der Niederlande, die Könige von Spanien und Portugal. F Gefahren von Morphiumein— pritzungen.) In Iglau (Mahren) erhielt die 2ojährige Tochter der Familie Hirschenhauser, welche an heftigem Zahnschmerz litt, eine Morphiuminjek⸗ son. Das Mädchen verfiel in eine Ohnmacht, aus der es nicht mehr erwachte. (eberall Bismarck) Zwei Pariser Bürger sehen einem vorüberfahrenden Straßen⸗ dampfwagen nach. „Auch darin“, sagt der eine, „sieht man die Hand Bismarck's!“ — „Sie ziauben?“ — „Natürlich! Die kleinen Locomo⸗ sben werden in kurzer Zeit allen Fuhrwerken an⸗ gepaßt werden. Was haben wir aber während der Zelagerung gegefssen? Pferde. Wenn nun die Preußen wieder kommen — und diäes ist doch augenscheinlich ihre Absicht — so können wir uns dann keine zweiMonaie halten — außer wir nähren uns von Locomotiven.“ x Ein Agent der Congo-Gesellschaft, der schwedische Lieutenant Hintze, ist vor einigen Monaien eines schrecklichen Todes gestorben. Er zefand sich zu Grantvisle an der Kwilu⸗Mündung und war im Begriff nach der Station Philippeville, zu deren Chef er ernannt war, abzureisen. Da ging er am 16. Januar mit dem deutschen Land⸗ virihe Nipperdey noch einmal auf die Jagd. Da⸗ hdei hatte er das Unglück, auf eine Schlange zu reten, die ihm in das Bein biß. Die beiden Ge⸗ nossen eilten sofort nach der Station zurück; doch onate man ihm dort nicht helfen; schon in der Racht starb der junge und thätige Mann, der erst am 20. Juli v. J. Ostende verlassen hatte. pLondon. Der Hafen von Singapore ist gegenwärtia der Schauplatz einer interessanten Scene. c * 2 * Freiwillig gerichtliche Versteigerung. In demselben liegen ein französisches Kriegsschiff und der englische Dampfer NYorkshire. Letzterer hat in Hamburg Krupp'sche Kanonen geladen und seine Bestimmung ist ein chinesischer Hafen. Der dapitän des französischen Kriegsschiffes weiß dies jauz genau und wartet auf den Moͤment, wo der horkshire in die See sticht, um ihm seine für die einde Frankreichs bestimmte Ladung fortzunehmen. PWiederum weiß der Kapitän des PYorkshire ganz zut, was ihm bevorsteht, wenn er ausläuft, und jinnt auf Mittel, wie er dem Franzosen eine Nase zrehen kann; er soll die Absicht haben, seine Lad⸗ ung heimlich anderen Schiffen zu übertragen. Vor— läufig ist das Katz und Mausspiel noch im Gange 4 Man schreibt aus London: „In Mon⸗ trose, Forfarshire, wurden am Ostermontag auf Anordnung der Admiralität Erperimente mit den von einem Mr. Gordon erfundenen Lebensrettungs⸗ Bomben“ angestellt. Elf Granaten, von denen jede mit einer Gallone Oel gefüllt war, wurden ir das zur Zeit äußerst stürmische Meer abgefeuert. daum hatte das aus den platzenden Granaten römende Oel das Wasser berührt, als die hohen Wogen wie durch Zauberschlag verschwanden, und das Meer auf große Entfernungen fast spiegelglatt vurde. Die anwesenden Marineoffiziere bezeichn eten die Experimente als äußerst gelungen.“ —Beschäftigungslos sind in NeweYor! Jegenwärtig nach einer Berechnung der „Newyorl World“ 75,000 Menschen, darunter 30,000 Frauen, 1000 Schriftsetzer und Drucker, 1500 Buchbinder, 6000 Cigarrenmacher, 8000 Schreiner und 800 Eisenarbeiter. Das Kleidergeschäft in New Yor unterhält 25,000 Arbeiter, wovon reichlich 50600 außer Arbeit sind. Die Anzahl der Damenmäntel Arbeiter und ⸗Arbeiterinnen wird auf 15,000 an gegeben, von denen zur Zeit 10,000 außer Ve— schaftigung sind. Der bisherige Durchschnittsloh betrug 7 bis 15 Dollars pro Woche. pGochzeitsgeschenke.) Eine der „treue sten Verehrerinnen und Anhängerinnen“ des prak lischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs daus“ schreibt in der neuesten Nummer diese Wochenschrift: „Sag Du, liebes Blatt: „Für— daus!“ Deinen 80,000 Lesern, wenn sie in Zu— kunft einem holden Bräuichen ein Geschenk zu machen hätten, so sollte nicht ein Jeglicher zu der hunderterlei Luxusartikeln der Jetztzeit greifen, son dern etwas von bleibendem Werth schenken: Bilder Silber, Bücher oder auch Leinen, von dem ein junges Frauchen nicht genug haben kann. Ein— alte Tante überraschte mich an meinem Polterabend mit einem Damast⸗Gedeck, indem sie sagte: „Kind überflüssige Sachen schenken Dir Andere genug, fün dies hier wird immer noch ein Plätzchen in Deinen Leinenschranke sein.“ Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demez. —AL — vesche It anzos sch, Enguisch Italie⸗ usch, NRussisch oder Spanisch wirklich SEsprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Nosenthal'sche Verlagshandlung ir Leipzig. Todes⸗Anzeige. Gestern Morgen Ua7 uhr entschlief unser innigst geliebtes Tochterchen —ahehen im Alter von 9 Monaten. Die Beerdigung sindet morgen Dienstag, Nachmittags 4 Uhr statt. Die trauernden Eltern: Chr. Lounis, Philippine Louis, geb. Michel. den 13. Aprih 1885. Samstag, den 2. Mai 1885, Nachmittags 8 ühr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Gebrüder gecker in der Oberstadt, wird durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich hiezu beauftragten k. Notar ꝛbidenden Nutzens halber öffentlich auf Figenthum versteigert: Plan Nr. 4240“, 162 80 qm Acker auf der Hobelsahnung, Steuergemeinde St. Ingbert. Eigenthümer sind: J. Georg Jung, Bergmann, in St. Ingbert wohnhaft; II. dessen mit Amner verlebten 2.: Ehefrau Maria Ruf erzeuglen Kinder, als: 1. Katha⸗ rina; 2. Maria und 3. Georg Jung, alle noch minderjährig, welche hren genannten Vater zum Haupt⸗ Hormunde und Jacob Ruf, Ackerer, n Kirkel-Neuhäusel wohnhaft, zum Rebenvormunde haben. St. Ingbert, den 11. April 1885. Remmer- k. Notar. —E——— 2 0 ————— von F. Graef in Aichach. Packet zu 20 Pf. steis frisch bei 2 — Anu VUnparfeiisehe Zefuns —A — — Taglich auch Montaxs — Aus- rukrliche politische Mittheilungen. objectiv. mit Wiedergabe inter- 4anter SsMheinungsauss erungen a s ler Presse alier Parteien. — vnchrichten über Theater, Musik. Tunat Wiesenschaft: Gerichts- ialle; locale Nachrichten. — panneude Romaue. Sorgfaltige jrsen- und Handelsnnachrichten. -Vollstandiges Berliner Cuurs- latt. — Lottériclisten. — Amt- iche Nachricnten. 6 (Gratis-) heilagen: 1. Neueste Berliner lieegnde Bluatter (illustrirt). 2 Internaltuugsblatt. 3. Die Haus- frau. 4. Zeitung sür Landwirth- ichaft und Gartenbau. 5. Neueste Moden (illustrirt und Schnitt- nuster). 6.-Verloosungsblatt. betr. Obligationen, Prioritaten A να“ òà ¶ B v ιααιαα αα α ααV, nzeige. — —* Tod 1 Theilnehmenden Freunden und Bekannten die Trauernachricht, daß heute Mittag 33 Uhr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter FPrau ClIara Lehnerb, geb. Hartmann nach längerem schweren Leiden, wohlversehen mit den heil. Sterbsacra nenten der römisch katholischen Kirche im hohen Alter von 77 Jahrer sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Fr. Lehnert und Familie. Die Beerdigung findet Miittwoch, Nachmittags 3 Uhr von Trauerhause am Bahnhof aus, statt. Neunkirchen. den 12. April 1885. De unterzeichnete Michael Jolly, pens. Bergmann in Nieder⸗ würzbach bekennt andurch, daß die hon ihm gegen Jocob Abel, Metzger in Niederwürzbach gemachte beleidigende Aeußerung vollständig unwahr ist und hne allen Anlaß in der Betrunkenheit vom Unterzeichneten gemacht wurde. Niederwürzoͤach, den 10. April 1885. M. Jolly. Im Verlag von Greßner E Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu bezichen: RF Die Klasstker der Rhilosophie. — — —— — — — — — — — Von den frühesten griechischen Denkern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebr einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. Vroven-QueJlo— J4 zu Obersalzbrunn i. Schl. vird arztlicherseits empfohlen gegen —XXLX Steinbeschwerden, die verschiedenon Formen der Gieht, sowie Gelenk camctiemus. Ferner gegen Katarrhalische Affectionen des Kehlkopfes und der Lungen, gegen Magen- und Darmkatarrhe. — — In don ersten bVersandjahren wurden vorschickt: — — die Rronenpuelle ist dureh alle Mineralwasserhandlungen u. Apothekon zu beziehen. Brochũren mit Gebrauehanweisnng versendet auf Wunsch gratis u. franco Die Administration der Kronen⸗Ouelle, Obersalzbrunn i. vchͤl. — Druck und Belag von F. X. Demeß in Si gnabert. 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhauu gs⸗ latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1IA 75 4, einschließl. d A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Exvedition Auskunft ertheilt, I3 A, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrockung wird nur dreimalige berechnet. Politische Uebersicht. Die „Nordd. Allg. Zig.“ giebt in ihrer Abend⸗ uusgabe vom 9. April an leitender Stelle eine janistische Uebersicht über die dem Fürsten Bis⸗ na'rck anläßlich des Reichstagsbeschlusses vom 13. Dezember v. J. zugegangenen Adressen, der vir folgende interessante Daten entnehmen: Unter 00 Wahlberechtigten haben an den Reichskanzler ine Zustimmungsadresse gerichtet: Im Königreich Zachsen 12,6, in Thüringen 12,2, in Baden 10.,4, n Württemberg 9,9, in Hessen 9,0, in der Rhein⸗ falz 8,50. In den preußischen Provinzen war ie Betheiligung am stärksten in Sachsen und Westfalen, om schwächsten in Ost- und West⸗ reußen. Das offiziöse Blatt bemerkt hierzu: Aus diesen Zahlen läßt sich jedenfalls der erfreu⸗ iche Schluß ziehen, daß der Antagonismus, welcher 18606 zwischen Preußen einerseits und Sachsen, zayern, Württemberg und Baden andererseits be— tand, dem Gefühl engster Zusammengehörigkeit hollständig Platz gemacht hat. Nach dem Krieg jon 1866 hörte man nicht selten der Besorgniß lusdruck geben, daß „Süd⸗ und Norddeutschland urch einen Spalt getrennt bleiben würden, der ich wohl äußerlich verdecken, aber in keiner Zu⸗ unft ausfüllen lassen werden. Hätten wir eine ninder geschickte Staatsleitung gehabt, so wäre niese Befürchtung gerechtfertigt gewesen; der Spalt ätte wahrscheinlich an Breite und Tiefe stetig zu⸗ enommen. Die Eingangs erwähnte Zusammen⸗ ellung giebt uns einen statistischen Nachweis, aus jem wir die sichere Ueberzeugung gewinnen, daß er nationale Gedanke heute gerade in Süddeutsch⸗ and am festesten wurzelt, daß die alten Rankünen ind Empfindlichkeiten geschwunden sind. — Wenn n einigen Theilen Bayerns die Betheiligung an ꝛen Adressen eine schwache gewesen ist, so erklart ich diese Thatsache aus konfessionellen Gründen. ks sind dies gerade diejenigen Kreise, in welchen er politische Antagonismus jedenfalls geschwunden, ind wo nicht künstlich ein konfessioneller Gegensatz jervorgerufen worden ist, hat das nationale Be— vußtsein die Probe bestanden. Wir dürfen auf hrund jener Statistik einen erfreulichen Fortschritt n der deutschen Einheit konstatiren.“ Deutsches Reich. Berlin, 13. April. Die „Kreuzzeitung“ er⸗ ahrt von zuverlassiger Seite, daß die Meldung xerschiedener Blätter, vor einigen Tagen habe eine anze Reihe von Ausweisungen auf Grund des Socialistengesetzes stattgefunden, vollstandig aus der duft gegriffen in. XXI Paris, 13. April. Eine Depesche des Zemps“ aus Marseille meldet, alle framosischen dafen seien beordert, sammlliche spanischen Pro⸗ nenienzen einer dreitägigen Quaraniuͤne zu unter⸗ verfen. „Paris, 18. April. Ein Telegramm aus danoi von gestern sagt: Der officiell vorgeschrie⸗ ene Zeitpuntt für das Aufhören der Feindselig- titen hat zwar durch die Schwierigkeit der Ver⸗ indungen, namenlich nach der Seile von )ünnan hin, eine fuͤnftägige Verzogerung erfahren, hatsachlich sind aber die Feindseligkeiten eingestellt. Dienstag, 14. April 18883. 20. Jahrg London, 13. April. An der Ausrüstung der Kreuzer „Oregon“ und „Amerika“ wurde uuch gestern in Woolwich gearbeitet. Admiral hornby wird als Befehlshaber des Ostseesgechwa⸗ ers genannt. Nach den Angaben des Kriegs— ninisteriums sind 52672 Mann aller Waffen jattungen für den auswärtigen Dienst disponibel. — Eine Meldung des „Standard“ aus Tirpul »om 7. d. M. sagt: Man meldet uns das Vor— rücken der Russen am Murghab Ufer entlang. kine Bestätigung dieser Nachricht liegt bisher nicht vor. Ottawa, 13. April. Der Blackfeat⸗Indianer häuptling Crowfoot telegraphirte der Regierung, r werde sich an einem Kriege gegen die Weißen nicht betheiligen. General Middleton marschirt asch gegen die Aufständischen vor und wird schon n den nächsten Tagen ein Zusammenstoß erwartet. Die Provinz Manitoba wurde durch einen Einfall von Indianern aus den Unionstaaten heimgesucht; etztere ziehen sengend und plündernd durch das dand. Von Winnipeg aus sind Truppen gegen ieselben abgesendet. Newyork, 13. April. Aus La Libertad vird gemeldet, daß der Frieden zwischen San Sal⸗ ador und Honduras unterzeichnet worden ist. Hon⸗ zuras schloß sich der Allianz gegen Guatemala an. Die Truppen beider Staaten rücken von mehreren Seiten gegen die Stadt Guetemala vor und wur⸗ »en von der Beyöskerung freundlich empfanoen. und der neue Stadtrath beschloß, die Summe wie⸗ der ins Budget einzusetzen, welchem Antrage in⸗ )essen Seitens des k. Bezirksamts nicht stattgegeben vurde. Nun werde der Betrag als Bureauaversum nusgeworfen, allein auch dieser Beschluß wurde von zer vorgesetzten Behörde als unzulassig abgewiesen. Da in Folge dessen eine Bürgermeisterkrisis zu be⸗ ürchten sein soll, so beabfichtigen, wie es heißt, nehrere Stadträthe als Deputation der Verwaltung persönlich bei der k. Regierung in Speyer vor— tellig zu werden. — Kaiserslautern, 11. April. Bei der hier flattgehabten Musterung der Wehrpflich⸗ tigen spielte sich ein größerer Exzeß ab, der peniger von Stellungspflichtigen, als von Burschen, welche bereits vor einigen Jahren gemustert wur⸗ den, hervorgerufen wurden Dieselben gehören der rohesten Sippe der hiesigen Stadt an und find bei Polizei und Gericht wohl bekannt; wie immer, so »enützten sie auch den heutigen Tag, um mit den Tonstribirten herumzuziehen, sich von diesen mit Betränken traktiren und ihrer Rohheit die Zügel chießen zu lassen. Von der Polizei zur Ruhe berwiesen, gaben sie unverschämte Antworten, und als schließlich zu ihrer Festnahme geschritten werden jollte, widersetzten sie sich, so daß selbstverständlich ein sehr großer Auflauf entstand. Nur mit großet Mühe gelang es, drei der Haupträdelsführer in das glücklicherweise nicht weit entfernte Wachtlokal zu verbringen, wo sie nun Zeit und Muße haben, hre aufgeregten Gemüther zu beruhigen. Das Nachspiel wird vor dem Strafrichter stattfinden — Ludwigshafen, 10. April. Die Ab⸗ sender des in Temesvar explodirten Kistchens, das angeblich Waldsamen enthielt, sollen, wie die „Sp. Z.“ hört, von der Mannheimer Polizeibehörde nun ermittelt sein. Und zwar werden die Inhaber der nn Ludwigshafen befindlichen Holzpulversabtik „Voltz ind Lichtenberger“? als dieselben bezeichnet. Einer der Eigenthümer soll gestern bereits verhaftet, nach Ablegung eines Geständnifsses und Stellung einer hedeutenden Kaution jedoch wieder auf freien Fuß zesetzt worden sein. Da der durch die Explosion ingerichtete Schaden ein ziemlich großer und dabei nuch ein Menschenleben zu beklagen war, so dürfte ꝛie Strafe, welche die Unvorsichügen, die das Kisi- hen in Mannheim aufgegeben, trifft, eine nicht un⸗ hedeutende werden. — Ludwigshafen a. Rh., 11. April. Ddeute früh wurden hier zwei Madchen, darunter eines in der Volksschule beim Unterrichte ver— aftet. Es liegt denselben zur Laft, in der Wohnung eines hiefigen Zimmermeisters in der Oggersheimerstraße 800 Mt. Geld gestohlen zu jaben, doch sollen die beiden Madchen, Kinder achtbarer Leute, noch eine dritte Person als Be heiligte angegeben haben. Die Madchen wurden Jeute nachmittag nach Frankenthal transportirt; ihr Bater ist dienstlich abwesend. (Fr. T.) — Ludwigshafen, 1IL. April. (Rechnung »hne Gaͤste.) Es wurde hier eine Speisewirthschaft errichtet, in der geistige Getränke nicht verabreicht werden sollten. Diesmal hatte der Wirth die Rech— nung ohne die Gäste gemacht — nach 48stündigem Betrieb seines Temperenzler⸗Hoiels verduftele der qute Mann. Lokale und pfälzische Nachrichten. * Si. Ingbert, 14. April. Heute Vor⸗ nittag wurden die katholischen Schüler der hiesigen zateinschule durch Herrn geistlichen Rath und Dom⸗ apitular Dahl aus Speyer einer Prüfung in der eligion unterzogen. — Ein lothringische⸗pfälzisches SZängerfest wird von den Forbochern vorge— hlagen. Man schreibt nämlich von dort: „Schon eit geraumer Zeit beabsichtigt die hiesige Gesang⸗ zesellschaft „Concordia“ in unserer sehr sanges⸗ ustigen Stadt ein größeres Sängerfest zu veran⸗ talten, wozu die lothringischen und pfälzischen zereine, sowie die Gesellschaften aus dem nahen Zaargebiete eingeladen werden sollten. Dieser Ge—⸗ anke hat nun seine Verwirklichung gefunden, in⸗ zem das beabsichtigte Sängerfest auf den 12. Juli estgesetzt ist. Die Einzelheiten des Programms ind bis heute noch nicht bekannt; nur soviel steht est, daß jeder Verein sich einen beliebigen Chor um Einzelvortrage wählen darf, und daß alle Ver⸗ eine zusammen drei Chöre singen sollten, welche um voraus durch die festgebende Gesellschaft be⸗ timmt werden.“ — Von der Blies, 11. April. Die dies⸗ ährige Frühjahrsproduktion des Bliesgau⸗Cäcilien⸗ pereins soll der „Pf. Z.“ zufolge in Bliesmengen, etwa Mitte Mai, abgehalten werden. Die einzel⸗ nen Vereine beginnen bereits zu rüsten. — Waldgrehweiler, 10. April. Gestern am hier der Fall vor, daß eine Ziege drei Jungen warf, von denen zwei die natürliche Form von Füllen hatten. — Kusel, 10. April. Zwischen dem hies. Stadtrathe und dem k. Bezirksamt schweben zur Zeit Differenzen, auf deren Austrag man gespannt ein darf. Der frühere Stadtrath hatte nämlich ie Repräsentationsgebühren des Bürgermeisters inter entsprechender Begründung im vorigen Jahre ljestrichen. Hiergegen erfolgte eine Reklamation Vermischtes. St. Johann, 11. April. Zum Nach⸗ folger und an Stelle des am 1. Mul aus der Verwaltung des hiesigen Betriebsamtes austretenden Regierungsraihs Herrn Reuter ist nach der „St. Joh. Ztg.“ Herr Bauinspektor Usner bisher in Zreslau, ernannt worden. Meßz, II. April. Hier hat sich ein Dom— Zauverern gebildet, welcher soeben einen Aufrus zum Eintritt erläßt. Zweck des Vereins ist die HZeendigung der Restauration des Domes Stuttgart. Für den am 14. September dahier abzuhallenden Aerztetag ist folgende vor— läufige Tagesordnung festgesetzt worden: Stellung der Aerzte gegenüber den ünfallversicherungs⸗ Gesell⸗ schaften, Bericht über den Erfolg und die Wirk⸗ ungen der gegenüber den Krankenkassen von den Vercinen gefaßten Beschlüsse auf Regelung des Krankenkassen⸗Wesens und Stellung der Aerzte im Allgemeinen, Antrag des Geschäfts Ausschufses auf Finfugung einer Bestimmung in die Geschäftsord⸗ aung, wonach allen deutschen Landestheilen, über die sich der deutsche Aerzte · Vereinsbund erstreckt, rine Vertreiung im Ausschusse verschafft wird. Auf dem letzten Aerztetag wurde angeregt. wenn mög⸗ lich, das Geheimmiitelwesen, die hohen Preise der Arzneien und die fortwährende Steigerung der Arzneitaxen auf dem diesjährigen Aerztetag zurx Vechandlung zu stellen, der Ausschuß hielt es jedoch nicht für angemessen und zweckmaͤßig, diese Fragen zur Zeit auf die Tagesordnung zu setzen. Bei diesem Anlasse sei bemerkt, daß sich eine gemein⸗ schaftliche Commission von Aerzten und Apothekern in Berlin zur Bekämpfung des Geheimmittel⸗Un⸗ wesens gebildet hat. Ueber die Frage des Vor⸗ gehens dieser Commission waren die Ansichten dielfach getheilt. Währeud die Einen behaupteten. daß nur auf dem Wege der Gesetzgebung, vielleicht auch durch Erhebung einer Abgabe für sogenannte Geheimmittel Abhülse geschafft werden kann, ver⸗ sprechen sich Andere von einer belehrenden Ein⸗ dirtung auf das Publikum viel mehr. 7 Augsburg, 10. April. Vor zahlreichem Publikum begann heute Vormittag als Vorspiel eines Bierpanischerprozesses die Verhandlung gegen die Bierbrauerswittwe Anna Hämmerle von Wetten⸗ hausen und deren Sohn Simon Hämmerle, lediger Zierbrauer von dort, wegen Vergehens wider das Nahrungs⸗ und Genußmittelgeseß vom 14. Mai 1879 bezw. einer Uebertretung gegen die 887 und 71 des Malzaufschlaggesetzes vom 16. Mai 1868. Auf Grund einer Requisilion der k. Staatsanwalt ⸗ schaft am k. Landgericht Augsburg begab sich am 5. September 1884 der Gensdarmerie⸗Sergeant Leo Fahrenschon von Burgau nach Wettenhausen, um bei den Angeklagten eine Haussuchung nach Salicylsäure ꝛc.“ vorzunehmen, welche auch in nem Pfundpacket mit einer Faktura vorgefunden vurde. Wahrend dieser Haussuchungen wurde auch das Bier versucht und dabei gefunden, daß dasselbe sehr krüb und von üblem Geschmack war; der Bier⸗ borrath wurde später gerichtlich versiegelt und eine iinommene Probe von dem k. Reallehrer Fischer dahier auf Substanzgehalt geprüft, wobei sich her⸗ qusstellte, daß sehr viel Salicylsaure beigemischt war. Nach sechsstündiger Verhandlungsdauer wur⸗ den die beiden Angeklagten der ihnen zur Last ge⸗ legten Vergehen für schuldig befunden und Anna daͤmmerle zu 8 Wochen Gefängniß und 180 Mk. Zeldstrafe eventuell 18 Tage Haft und Simon Hammerle zu 14 Tagen Gefängniß und 100 Mk Geldstrafe eventuell 1d Tage Gefängniß verurtheilt. 4Eine sehr praktische Erfindung hat der k. Adjunkt Herr Poblmann in Sonthofen gemacht. Derselbe hat einen eleltrischen Wecker konstruirt, welcher ohne Uhr⸗ oder sonstiges Triebwerk auf die Minute punktlich signalisirt und nicht wie ein Uhr⸗ wecker in kuczem Zeitraume abläuft, sondern so iange läutet, bis er abgestellt wird. Der Wecker ist zugleich mit einer Gluͤhlichtlampe in Verbindung gebracht, sodatz beim Ertoönen der Signalglocke das Zimmer zugleich elektrisch beleuchtet wird. Munchen. Aus unserem Tegernseer Oberlande ist eine eigenartige Adres se an den Reichskanzler gerichtet worden, welche, von unserem oberbayerischen Dichter Dr. Karl Stieler verfaßt, folgenden Wortlaut hatte: „Euer Gnaden Derr Furst Mir san dahoam weit hint in die Herg, wo's scho einigeht in's Tyrolerlandl, aber hint dleiben thuan ma deszwegen nit an so an Tag! Siebez'g Jahrl dös is a Wort; 'sis was, wenn's unserodaner auf'n Buckel hat, aber no a bissel was anders, wenn oaner so mit seine Jahrlu haust! Herrgott, no'mal, a so a Leben dergibt — dös is aà Haufen Arbeit! — Und dös, was Arbeit hoaßt, dös g'spürt aa der Bauer und hat sein Respect davor und wenn aa Viele vielleicht noch nix verstehna von dera politischen Sach, dös ver⸗ steht do a jeder was a deutsche Einheit is und der gauze Z'sammastand und a' deutsche Ehr'! Denn dös is koa Kopfsach nit und braucht nit lang stu⸗ diren, dös geht in's G'fühl und geht in's G'müath. — Wer aber hat uns da a so z'sammeg'richt, is wie der Biemarck — als wie Du? Muaßt chon verzeihgn, daß ma so gradraus reden; es y'schiecht ja blos, weil's uns von Herzen geht und du hast es ja selber gern; gradraus und schneidi iAleweil! Dos g'fallt uns da herin in unsere Berg no extra guai von Dir! — Der Bauer braucht au Fried für sei Haus und sei Feld, und daß ma'n hab'n dös dank ma Dir; wenu aber oaner kimmt, der's anders moant, na san unsere Buab'n a no' da, wie's anno 70 da g'west san, denn die blauen Teufel sterben nit aus. Kannst Di ver⸗ lassen! Und jetza, vergelts Gott für All's, a lang's deben und an gnaden G'sund — den braucht ma scho zu so an G'schaft! — Du hast uns wieder a große deutsche Hoamat geben, und was sollen mir Dir geben? daß Du selber auf jeden Fleckel von dem“ deutschen Land Dei' Hoamat hast, daß ma in a jeda Hüiten, und war's z'höchst am Berg, Dein Nama nennt — dös halt' Dir für am heuti'n Tag! 's is aa was Schön's, wenn no' der ärmste Bauer in sein Häusl, an oan denkt und as Ver— gelis Gott von die g'ringa Leut war nie dös letzt ür oan, der's Herz a so auf'n rechten Fleck hat! — Und jetzta — viel Glück zum Siebez'ger Veim Achiz'ger komma wieder z'samm!“ Munchen, 12. April. Der Fachverein »er Schneider, weicher von der Polizeidirektion auf⸗ Jjelöst wurde, gehörte dem Centralverbande der zeutschen Schneider an, welcher in seinem Pro— gzramm Erstrebung des Normalarbeitstages, Besei⸗ ügung der Frauen- und Kinderarbeit in den Fa⸗ Ziuͤken ꝛc. anstrebt. Die Polizeidirektion sah hierin Forderungen rein politischer Natur und löste den Zerein deßhalb auf Grund des bayerischen Vereins⸗ gesetzes auf. F Eines der originellsten Geburtstagsgeschenke hat der Reichskanzler wohl aus Bayern, und zwar aus Amberg erhalten. Ein dortiger Großhändler und Fabrikant verehrte nämlich dem Jubilar einen mit Leder überzogenen, mit gestickter Widmung ver— sehenen Ochsenziemer, „mit welchem die Jubiläums Schmarotzer, d. h. solche Gratulanten verscheucht wverden soͤllen, welche bei ihren Geschenken und Widmungen in erster Linie Reklamezwecke für ihre Beschäfte verfolgen, oder sonst welche Vortheile an⸗ treben.“ — Das ist brav und gesinnungstüchtig! 4 Die amtliche deutsche Militärstatistik hat aus— gerechnet, daß auf jeden gefallenen Franzosen im æriege 1870/71 1200 - 1300 deutsche Gewehrkugeln famen. Wärzburg, 6. April. Vor dem hiesigen dandgericht wurde dieser Tage gegen den Bezirks— gerichisraih a. D. Fasching wegen Beihilfe zum Wucher verhandelt. Abgesehen von der Seltenheit zes Falles, einen richterlichen Beamten auf der Anklagebank zu finden, gewinnt diese Verhandlung besonderes Interesse durch die Opfer, welche dem ⸗hrenwerthen Herrn Rath ins Garn gingen. Fasching wurde aus „administrativen Erwägungen“ einer Zeit in Ruhestand versetzt, weil er noch als attiver Bezirksgerichtsrath „Geldgeschäfte“ gemacht, zeren Qualität sehr fragwürdiger Natur war. — In Gemeinschaft eines geflüchteten Sigmund Eising zus München (rüher Mitinhaber der fallit gegangenen Firma: Eising u. Pollitzer) verstand es Fasching, zie Ersparnisse einer alten Jungfrau in München hei Cavallieren und Studenten unterzubringen. Anter den Kunden des Fasching erscheint an erster Stelle Graf Clemens Schenk von Stauffenberg Sohn des verstorbenen Präsidenten des bayrischen Keichsraths), welcher gegen Verschreibung von 415,000 Mk. baar 10,000 Mk. incl. eines Email⸗ äsichens (im reellen Werth von 250 Mk. und im Auschlage zu 1800 Mk.) erhielt. — Der vorma ige Haupmann Wiedemann vom 9. Infanterie— Regiment mußte ähnlich Haare lassen. Der In jaber einer nun in Frankfurt domilicirenden Fabrik hisikalischer Instrumente erhielt ein imitirtes Kast⸗ hen (Werth 100 Mk.) um 1800 Mk. und baar 3000 Mk. wofür er 5600 Mk. in einem Drei— Monatswechsel unterzeichnen mußte Für die Pro ongation zahlte Hartmann an Fisching 100 Mt. — Der praktische Arzt Dr. Rascher benöthigte am Schlusse seiner Universiiätsstudien 8300 Mk. — Fasching, bei welchem er diesen Betrag leihen wollte, erklärte ihm, mit solchen Kleinigkeiten er sich nicht ab: er müsse mehr nehmen. Gegen einen Wechsel von 3000 Mk. erhielt Dr. Raschet 1100 Mk. und eine Uhr im Anschlage zu 500 Mi. Werth 100 Mk) Von dem Gelde, welches die Münchener Dame dem Eising und durch diesen dem Fasching gab, hat dieselbe keinen Pfennig zu— rückbekommen, da Eising die später zurückgezahllen Darlehen für sich verwendete und damit verschwand. Das Urtheil lautete auf 4 Monate Gefängniß und 3 Jahre Ehrberlust. 7 Frankfurt a. M., 11. April. In der Posterpedition in der Jahnstraße ist durch Aushang dekannt geinacht, daß ein hier am 31. März an Fürst Bismarck aufgegebener Brief wegen „unge. iügender Frankirung“ nicht angenommen worden st und nun hier lagert. Frankfurt a. M., 12. April. Ein amu 'antes Histörchen, dessen Richtigkeit verbürgt ist, vird dem „Frkf. Journ“ von befreundeter Seile nitgetheilt. Ein Unternehmer, welcher seit einigen Wochen ein großes Aquarium mit Seethieren aller Art zur Schau hält, hatte von Triest drei große Ballons mit Meerwasser kommen lassen, da be— anntlich Seethiere nur in diesem gedeihen. All die drei Ballons die Linie passirten, fielen die— elben wegen ihres beträchtlichen Umfanges den »ehördlichen Finanzorganen auf. Als auf die Frage, was die Ballons enthielten, die Antwor vard: „Meerwasser“, da meinte das Finanzorgan, »as Seewasser müsse besteuert werden, da — man zjöre und staune die Findigkeit an! — aus dem Meerwasser möglicherweise — Salz gewonnen verden könne. Vergebens blieben alle Versicher ungen des Unternehmers, daß er durchaus nich die Absicht habe, das Salzmonopol zu beeinträch tigen, alle Reklamationen fruchteten nichts, die drei Ballons wurden zurückbehalten, da man nicht wußte wie dieselben versteuert werden sollten; mittlerweilt wmar ein Theil der Seethiere zu Grunde gegangen! Mainz, 11. April. Nach Kamarun und war für ein dorthin zu stationirendes Kriegsschiß ind von der k. Konservenfabrik die letzten 6000 Blechbüchsen mit Fleischkonserven, welche in dieset Zaifon fabrizirt worden, abgegangen. 18 Ochsen vurden zu diesem Zwecke geschlachtet. Im Ganzen hat die Konserdenfabrik diesen Winter 1027 Ochsen verbraucht. f Castorp, 11. April. Große Sensation erregt hierselbst die auf Requisition der Essenet Staatsanwaltschaft erfolgte Verhaftung des Nah maschinenfabrikanten Porsch hierselbst, der sich det begruündeten Verdachts der Falschmünzerei schuldig gemacht. Die Polizei fand bei der Haussuchum mehrere Formen und Prägestöcke ꝛc. Bingen, 8. April. Das Fest der New⸗ — üung“ vom 28. März ds. Is. enthält in Bezug auf das in diesem Sommer in unserer Stadt pro⸗ eklirte Schütenfest der „Independent New Herf Schützen“, Hauptmann J. J. Diehl, XL die renommirkeste deutsch- amerikanische Schützenge— iellschaft, folgendes: Die Abfahrt erfolgt ams. Juninds. Is. mit dem Dampfer „Suevia“ und sostet das Rundreisebillet erster Klasse 100 Dollar. dasselbe hat ein Jahr Giltigkeit und die Rüdreise 'ann mit irgend einem Dampfer der Hamburge Besellschaft erfolgen. Die Excursionisten werden äch mit ihren Freunden anfangs Juli in Bingen am Rhein zusammenfinden und wird dort der glu reiche Vierte durch eine Reihe glänzender Fehlich eiten gefeiert. Eine preußische Militarmusitcapele wird während der drei Fesitage concertiren und uch setens der Vinger Schützen Gefellschaft, welh hren amerikanischen Collegen in zuvorkommendfiet Weise entgegenzukommen willens ist, nichts unge schehen bleiben, um den Festgästen den Aufenthoel an den herrlichen Gestaden des Rheins so ange sehm wie möglich zu machen. So weit das off ielle Programm bis jetzt belannl ist, werden di Festtheilnehmer am 8. Juli von dem Arrange nents· Comits in Bingen empfangen werden. du Hauptquartier der Schützen ist das von allen Ton isten hochgeschätzte VictoriaHotel. Hundertund⸗ jeun Kanonenschuͤsse werden an Samsiag Morgen »ei Sonnenaufgang den friedlichen Bewohnern Bingens verkünden, daß der 109. Jahrestag det amerikanischen Unabhängigkeitserklärung angebtochen st. Reveille und Zapfenstreich werden folgen vp ann das Schießen beginnen. Abends 6 Uhr finde auf dem Rochusberg das auf dreihundert delamn derechnete Baukeit siatt, alsdann folgt Feuerwer—. ije en U⸗ u d. 1d 9 in ku n dnung, Festball u. sj. w. Den Sonntag — — dem Niederwald, Besichtig⸗ des Niederwalddenkmals ꝛc. ausfüllen und am we eine „italienische Nacht“ die Gäste in den inlagen des Victoria⸗Hotels vereinigen. Der Mon⸗ g in einer Rheinfahrt nach Coblenz und zurück idmet; Abends wieder Concert ꝛc. Die „Inde⸗ endent Newyork Schützen“ haben seit nahezu einem sahrzehnt für ihre Mitglieder und Damen größere eutsionen veranstaltet und der Ruf, welchen sie 4 damit erworben, bietet ein sicheres Gewähr, daß uch bei ihrer Ercursion nach Deutschland weder — 0 rnehmen einen großartigen Erfolg zu sichern. (Ein neuer Cumberland.) Auf dem deumarkte in Köln stehen mehrere „Rabauen“ ind sprechen vom Gedanken lesen. „Süch, Pitter, ch gevwe 5 Halde, wenn do mer säß, wo?“ Unser Jitter griff darauf die Hand seines Kameraden ind führte ihn genau à la Rößner durch mehrere ztraßen hindurch, begleitet von einer stets wachsen⸗ en Menge. Plöögßlich bleibt er vor einer Schnaps⸗ neipe stehen: „Eß dat se?“ — „Jo, dat eß se; pyer, sag ens, Pitter, wie kannst do dat wesse?“ — ‚Domme Kahl, ich weiß, dat do andensch ner⸗ geunds mi geborg kriß!“ — f Ueber eine Blutvergiftung wird aus gieber gemeldet: „Vor einigen Tagen verstrickte ine Frau rotgefärbtes Wollengarn; dabei beachtete je nicht, daß dasselbe in eine Schnittwunde an em kleinen Finger der rechten Hand kam. Kurz arauf verspürte sie heftige Schmerzen im linken Irm. Am folgenden Tage schwoll verselbe an ind verbreitete sich die Geschwulst über die ganze zrust. Zwei herbeigerufene Aerzte versuchten ihre kunst vergebens. Am fünften Tage verstarb die lermste unter den schrecklichsten Schmerzen. Auf ie jüngste Tochter, welche die Pflege der Mutter bernommen, hatte sich die Vergiftung ebenfalls bertragen, doch wurde dieselbe durch eine sosort nusgeführte Oprration gerettte... FGerichtliche s.) Der Segen der Be— ufungs⸗ Instanz wurde wieder einmal durch eine m 1. d. M. am königl. Landgericht IJ zu Berlin atigehabte Verhandlung illustrirt. Das königliche lmtsgericht zu Oranienburg hatte den Schiffer ÿottlieb Rudolf Butting wegen Mißhandlung seiner rhefrau und Bedrohung derselben mit einem Ver— rechen zu 10 Monaten und zu 8 Monaten ‚Ge⸗ uͤngniß, im Ganzen zu einem Jahr Gefängniß erurtheilt. Die Beweisaufnahme in der Beraufs⸗ instanz, dem königl. Landgericht Il zu Berlin, war ieselbe wie in erster Instanz, demnach hatte zutting aus Eifersucht mit seiner Frau Streit ge⸗ saabt, in dessen Verlauf B. schließlich seine Frau ind diese ihn schlug. Der Strafantrag der Frau, een diese in erster Hitze gestellt, wurde später von hr zurückgenommen. Auf Grund dieses Beweis⸗ naterials hatte das königl. Amtsgericht zu Oranien⸗ zurg auf 1 Jahr Gefängniß erkanni, während das Landgericht Il Berlin in der Berufungsinstanz iese Strafe aufhob und anstatt 1 Jahr Gefäng— niß nur 40 Mark Geldbuße über den Schuldigen erhängte. In derselben Sitzung vernichtete das⸗ elbe Gericht ein Erkenntniß des k. Amisgerichts u Oranienburg, welches einen dortigen Einwohner begen Hausfriedensbruchs zu 14 Tagen Gefängniß erurtheilt hatte, und erkannte auch in diesem Fall iur auf 10 Mark Geldbuße. F, Wien, 11. April. In Slobada⸗Rungurska Bezirk Kolomea) brach ein Brand in den Naphta⸗ ßruben aus. Die Vorräthe, sowie die Apparate er amerikanischen Gesellschaft Mac Garvey und Jergheim find gänzlich vernichtet. Der Schaden eträgt über eine halbe Million Gulden. — Im Zaale von Salonichi gerieth das Fiumaner Bark⸗ chiff Mercurius“ mit 11.000 Fässern Petroleum, n Poryort kommend, in Brand; Allies ging zu nde. „. Orkan) Aus Krima⸗Neudorf in bohmen wird vom 7. April berichtet: Nachmit⸗ ags zwischen halb 5 und 5 Uhr brach plötzliche dacht über unsere Gegend herein. Faustgroße lossen fielen herab, Blitz zuckte auf Blißz und in fürchterlicher Orkan drauste uber unsere Gegend. dach zehn Minuten erhellte sich der Himmel, um Bild der gräulichsten Verwüstung zu beleuchten. Lisenbahnstation KrimaReudorf vwan bis auf Mauern verschwunden. Der von Nordosten rausende Orkan hat das mit Schiefer eingedeckte ag abgehoben, die Schornsteine umgeworfen, mmiliche Thüren und Fenster herausgetissen, Lei tungen und Stangen davongetragen, die Magazine imgestürzt — kurz, es ist als ob die Station von einem Erdbeben heimgesucht worden wäre. Ein Bild, das so recht die Stärke dieses Orkans dar⸗ tellt, bietet der Wald, welcher der Station auf ungefähr 300 Schritte gegenübersteht. Stämme don 50 Centimeter und mehr Durchmesser liegen entwurzelt und gebrochen da, als wären es Stroh⸗ halme gewesen. Der Schaden beläuft sich auf viele Tausende. Zum Glück ist kein Menschenleben zu beklagen und befand sich auf der Strecke momentan ein Zug. F Territet Echweiz), 18. April. Heute Vormittag um 11 Uhr 25 Minuten wurde hier⸗ elbst ein heftiger Erdsto ß in der Richtung von Züd nach Nord wahrgenommen. r Aus Paris wird geschrieben: Hiesige Blätter herichten über ein kühnes, bereits in allen Einzel- seiten ausgearbeitetes Projekt des Ingenieurs Ber⸗ ier, London und Paris durch eine unterseeische Kohrpost zu verbinden, welche die Versendung von Briefen und Zeitungen aus einer Weltstadt in die indere binnnen einer Stunde ermöglichen soll. So zut wie das Telephon den Telegraphen, kann sicher ruch die Rohrpost den Eisenbahnen Konkurrenz nachen und so über die lokale Verwendungsart sinauswachsen. Was aber die Ausführung des Zerlier'schen Projekts betrifft, so muß hier indeß »or Allem auf den Ruf Berlier's als eines In⸗ jenieurs hingewiesen werden, der es versteht, ein⸗ ache Aufgaben zu verwickeln und auf complizirten lmwegen zum Ziel kommen. Seine Grundidee jerwirklicht also wohl ein Anderer auf noch bessere Weise. Gie Diamanten einer Schau— pielerin.) Madame Madjeska, die aus Amerika ommt, wird während der jetzigen Saison in Lon⸗ on am Lyceum⸗Theater Frou⸗Frou spielen. Aus hrem künstlerischen Vorleben erzählt ein Londoner Forrespondent Folgendes: Sie laborirte bei Be— sinn ihrer Laufbahn, wie ihr Impresario Sargent, in Geldmangel, vor Allem fehlte ihr das wichtigste ltiribut für seine Künstlerin, nämlich Diamanten. fines Tages ging sie mit ihrem Impresario durch ie Straße von Montreal, und sie gewahrte im luslagekasten eines Juweliers eine Schnur mit alschen Diamanten, die sie um den mäßigen Preis „on 35 Dollars erstanden. Nächsten Tages ließ Sargent eine ungeheure eiserne Casse mit festem Kerschlusse anfertigen, in der die Diamantenschnur erwahrt wurde. Zu Chicago, wohin zunächst die Fahrt ging, wollte man im Hotel nicht die Ver⸗ intwortlichkeit für diesen Schatz übernehmen; Sar⸗ jent verlangte einen Policeman, der diese Casse mit en Diamanten im angeblichen Werthe von 90,000 Dolslars, einem Geschenke des Kaisers von Rußland, rwachen sollte. Die Presse sprach jetzt nur mehr »on diesen Diamanten, und das Theater füllte sich illabendlich bis zur Decke mit Neugierigen, welche das Geschenk des Kaisers sehen wollten. Die Dia— nanten der Madame Madjeska waren die starke Anziehungskraft der Saison, und das Glück der dünstlerin, die übrigens noch Talent hatte, war gzemacht. F Die Bräute auf Bestellung. Unter »en Auswanderern, die alljährlich in der neuen Welt eine neue Heimath, ein neues Glück fuchen, efindet sich eine große Anzahl brieflich bestellter Zräute. Der große Westen der Vereinigten 3taaten, leidet bekanntlich an Frauenmangel ind es sind ganz besonders deutsche Mädchen, die vort stark begehrt sind. Es ist somit auch sehr eicht erkläaͤrlich, daß fast sämmtliche im Westen lmerikas ansässige Deutsche sich nach der alten )eimath um Zusendung von Frauen wenden, so⸗ die mancher seine einstige Jugendgeliebte von hier ommen läßt. Charalteristisch ist der Empfang oAcher Bräute bei ihrer Ankunft in New-NYork. Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien⸗ hesellschaft hat auf ihren dorrigen neuen Werften ein großes Wartezimmer herrichten lassen, welches ast ausschließlich Heirathskandidaten zur Empfang— nahme ihrer Bräute dient. Da treffen wir bei Ankunft eines Dampfers Farmer, Viehzüchter, Zlantagenbesitzer, Saloonkeepers, Grocers, Kauf⸗ eute u. s. w., sämnitlich Deutsch Amerikaner, aus allen Staaten der Union. Sie sind allesammt fest⸗ lich gekleidet, und zwar ein jeglicher seinem Stande und seines Staates Sitte entsprechend. Schweig—⸗ am, erwartungsvoll und pochenden Herzens gehen ie Heirathskandidaten in dem großen Wartezimmer nuf und ab. Hin und wieder zieht einer von wihnen ein weibliches Porträt aus der Brusttasche, um das Gesicht seiner Auserwählten nochmals seinem Gedächtnisse einzuprägen. Plötzlich erschallt der Ruf: „Postdampfer „Gellert“ in Sicht!“ Nun geht es an ein Winken mit den Tüchern. Noch eine kleine Weile und der Schiffsloloß liegt fest an seinem Pier. Endlich ist auch die Schiffstreppe nit dem Lande in Verbindung gebracht. Nun rennt und drängt alles zum Dampfer hinauf; ein eder Heirathstandidat sucht und fragt nach seiner Auserkorenen, die er nur dem Namen und der Photographie nach kennt. Die komischsten Vorfälle ind jetzt an der Tagesordnung. — Hier höchste Lust, dort bitterste Enttäuschung auf den Gesichtern. Schließlich haben alle Schönen ihre Bräutigams jefunden und, nachdem die Gepäckrevisionen bdeen⸗ det, fahren die einzelnen Brautpaare mit Equipage davon, um entweder sogleich von einem Pfarrer ich trauen und in Nägelis Hotel in Hoboken ein plendides Hochzeitsmahl einzunehmen, oder mit inem Bahnzuge nach dem fernen Westen abzu⸗ vampfen und dort ein großes Hochzeitsfest im Kreise der Freunde und Nachbarn des Bräutigams in Szene zu setzen. Ob alle diese auf so schnelle und onderbare Weise in der neuen Welt geschlossenen khen glücklich und von langer Dauer sind? Wer mag das zu sagen! Amerika ist das Land der Prosa, und wo die Liebe dem Ehebunde fehlt, da vermag noch immer der materielle Reichthum, oder aber der deutsche Kochlöffel die Ehe zusammenzu—⸗ jalten. Gemeinnutziges. Die Behandlung der Fiaschenkorke bespricht Prof. Dr. J. Bersch in seinem Werke „Die Kon— ervirungsmittel“ (Wien, Hartlebens Verlag.) Der jekannte Fachmann schreibt: Da den Korken, die um Verschlusse von Flaschen verwendet werden, n welchen man Bier, Wein, Fruchtsäfte ꝛc. auf⸗ »ewahren will, eine sehr wichtige Rolle in der Richtung zukommt, daß sie möglicherweise das Lerderben der Flüssigkeit trotz Konservirungsmittels »ewirken können, erscheint es mir nothwendig. einige Worte über dieselben anzuführen. Die dorke, aus Baumrinde bestehend, enthalten im rohen Zustande gewisse Extraktivstoffe, welche, wenn iie fich im Biere, Weine ꝛc. auflösen, die Ursache hes widerwärtigen sogenannten Korkgeschmackes werden können. Da die Extraktivstoffe in heißem Wasser ziemlich leicht löslich sind, ist es in jeder orgsam geleiteten Kellerei — gleichgiltig, ob in derselben Bier oder Wein auf Flaschen gezogen verden soll — Gebrauch, die Korlke unmitielbar vor ihrer Anwendung auszukochen; sie gewinnen jierdurch an Elasticität und wird das Eintreiben )er Korke in die Flaschenhalse sehr erleichtert. Den dorken haftet aher, zumal in den Rissen ihrer Zubstanz eine Unzahl milkroskopischer Organismen in. welche sowohl den Spaltpilzen, als den Schimmelpilzen angehören und für den in Flaschen nit Korkverschluß zu konservirenden Inhalt verderb⸗ lich werden; eine größere Zahl dieser Organismen vird durch das einfache Auskochen der Korke in Wasser nicht getödtet, und müßte man, um in dieser Richtung vollständig sicher zu gehen, die Lorke mit Hilfe von gespanntem Dampf bis auf 1100 0. erhitzen. Weit einfacher gelangt man in dieser Richtung zum Ziele, wenn man die Korke in wässeriger Salichlsäure auskocht. Am ein— fachsten geschieht dieß, indem man einen großen zußeisernen und innen wohl emaillirten Topf vou etwa 20 Liter Fassungsraum 10 Liter Wasser ind 200,250 Gr. Salichlsäure bringt, in die Flüssigkeit so viel Korke einträgt, als in dem Topfe Raum haben, und die Flüssigkeit zum Kochen hringt. Durch die ziemlich starke Lösung von —A Salicyl⸗ aure ist in kochendem Wasser viel leichter löslich. ils in kaltem) werden alle Fermentkeime, die den dorken anhaften, getödtet, und kann dann der dork keine schädliche Einwirkung auf die Flüssigkeit, nit welcher er in Berührung kommt, ausüben Es ei nebenbei bemerkt, daß die in der vorstehend be— chriebenen Art behandelten Korke sehr haltbar und ijach gemachtem Gebrauche durch abermaliges Aus- ochen in Salichlsäurelsssung neuerdings zum Ver⸗ chließen von Flaschen verwendbar sind. Bricz asten der Redaktion. Preisräthsel betr. Wir machen darauf aufmerk— am, daß Lösungen des in Nr. 1 unseres illustrir⸗ en Sonntagsblattes enthaltenen Preisräthsels bis ängstens nächsten Freitag Mittag in mseren Händen sein müssen. Später einlaufende doͤsungen können an der Verloosung des Preises — zwei schöne Oeldrucbbilder — nicht Theil iehmen. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme z. 5 Seit Jahren derselbe Erfolg. Marienwether (Bayern). Wohlgeborner Herr! Auf Ihre werthe Anfrage unter dem 14. dieses Monats, o »b mir der bisherige Gebrauch Ihrer z. 3. weit in der Welt verbreiteten Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen vohl immer entsprochen, kann zur großen Freude Euerer Wohlgeboren keine andere Antwort erfolgen, als daß nicht »los meine Wenigkeit, sondern auch Naheftehende und an⸗ dere bekannte Persönlichkeiten über die stets sich gleichblei⸗ zende Wirkung besagter Pillen nach jeweiligem Gebrauche hre volle Zufriedenheit aussprechen müssen. Gegenüber diesem erfreulichen Zeugnisse hört man öfter Stimmen, velche diesen Pillen die bedachte Wirkung geradezu ab⸗ prechen; ja, sie sagen, der krankhafte Zustand werde durch Anwendung dieser Schwei zerpillen nur noch mehr ver⸗ chlimmert. In solchem Falle läßt sich wahrlich mi— Anders denken, als daß solche das Gegentheil wirkend Pillen gefälscht sein müssen; denn haben dieselben mir und vielen anderen Mitmenschen geholfen, dann müssen sie —* — sofern sie wirklich ächt find — allen denen von Nußzen sein, die zu diesen Pillen ihre Zuflucht nehmen. In aller Hochachtung und Dankbarkeit zeichnet Euer Wohlgeboren ergebenst V. Albertin Schlegel, Vicarius O. S. Fr. Map achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiqueit ein weises Kreuz in rothem Grund und den Namenszug Brandt's trägt. sg Licitation. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Theil⸗ iame bei dem Leichenbegängnisse unserer ieben Mutter, Schwiegermutter, Groß⸗ nutter, Schwester, Schwagerin u. Tante Barbara Schmitt, geb. Dawo, owie für die Blumenspende sagen wir insern tiefgefühlten Dank. Die trauernd Hinterbliebenen. St. Ingbert, den 14. April 1885. De Bergmann und Colporteur Johann Ettgel aus Sulzbach owie dessen Sohn Johann sind seit »em 13. Februar er. aus meinem heschäft entlassen. Da ꝛc. Engel so⸗ vohl wie dessen Sohn trotzdem Kunden neines Geschäfts aufsuchen, so warne ch hiermit Jedermann, an dieselben Zahlungen zu leisten. Die Raten- ahlungen werden nach wie vor, von ven von der Firma hierzu designirten Fassirern eingezogen. Neunkirchen. Otto Doerimng- Buch⸗, Bilder⸗ u. Spiegelhandl. Aen das Bessel Montag, den 4. Mai 183835, Nachmittags 24 Uhr u Rohrdach in der Wirthschaft von Jacob Wagner, werden durch den unterzeichneten ge⸗ richtlich hiezu beauftragten k. Notar, die nachbeschriebenen Liegenschaften in der Steuergemeinde Rohrbach der Abtheilung wegen öffentlich in Eigen- hum versteigert, nämlich: 1. Plan Nr. 276, 10 a 20 qw Acker in der Kirkelerdell; Plan Nr. 2692, 12 a 60 qm Acker allda; Plan Nr. 282, 14 a 10 qm Acker allda; Plan Nr. 804, 10 a 90 qm Acker in der oberen Spitzz; Plan Nr. 402, 11 a 90 qm, Plan Nr. 403, 14 4 80 qm und Plan Nr. 404. 13 a 30 qm Acker hinter Diedesbühl; Plan Nr. 2168, 9 4 20 qm; Acker im Thal⸗ oder Pfulhgarten; Plan No. 78012, 5 a 70 qm Wiese beim Stegbruch. Figenthümer sind: J. Lnise Schaar, jewerblos, Wittwe des Rohrbach vohnhaft gewesenen und daselbst ver⸗ eblen Bergmannes Nicolaus Decarm il. die Kinder und Erben des Ver⸗ ebten aus der Ehe mit seiner hinter⸗ Niebenen Wittwe, nämlich: 1. Christian Decarm, Kesselschmied, 2. Ludwig De⸗ rarm, Bergmann, 3. Nicolaus Decarm, Hüttenarbeiter. 4. Franz Decarm, Berg⸗ nann, alle großjährig; 5. Karl, 6. ꝛouise, 7. Maria und 8. — — Decarm, diese vier noch minderjährig, delche ihre genannte Mutter, Luise Zchaar, zur gesetzlichen Vormünderin ind Balentin Decarm, pensionirten terginann zum Nebenvormunde haben — Alle in Rohrbach wohnhaft. — St. Ingbert, den 18. April 1885 stemmer, k. Notar. J. 6. Irrthum gegen Frau Adam. TMr. 100 Günstigfte aller laufenden Geld-Lotterien. Auf 10 Loose bereits Treffer. r, 2 Donnerst.“. Mai endgiltig Tittlinger Ziehung. Loose aͤ2 Mt., soweit Vorrath, bei den bekann ten Verkaufsstellen. “ —F a 31 * d von F ˖ Graef in Aichach. Packet zu 20 Pf. stets frisch bei 232 i Cin Wort an Alle, vesche It anzo sisch Engsisch. icse. nisch, Russisch oder Spanisch wirklic IFsprechen lernen wollen. Grati⸗ und franco zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshandlung in Leipzig. * * Ein Maurerpolir, mit 4 bis 6 tüchtigen Maurern, findet spätestens bis zum 27. April d. J Einstellung. Beinwem sagt die Exped dieses Blattes. Der unterzeichnete Michael Jolly pens. Bergmann in Nieder— würzbach bekennt andurch, daß die von ihm gegen Jocob Abel, Metzger in Niederwürzbach gemachte beleidigende Aeußerung vollständig unwahr ist und ohne allen Anlaß in der Betrunkenheit vom Unterzeichneten gemacht wurde. Niederwürzbach, den 10. April 1885 M. Jolln. Fast verschenkt. Das von der Massaverwaltung ver fallirten, großen Vereinigten Britania⸗ ilber⸗Fabrik UÜbernommene Riesenlager, vird wegen eingegangenen, großen Zah—⸗ inngsverpflichtungen und baldigster Räu⸗ nung der Lokalitäten AF um 75 Prozent unter dem Erzeugungspreise verkauft, daher also: Fast verschentt. Für nur 15 Mark (sage fünfzehn Reichs⸗ mark) also kaum die Hälfte des Werthes dom bloßen Arbeitslohne erhält Jeder⸗ mann nachstehendes äußerst pracht⸗ und effektvolles Britaniafilber ⸗Speiseservice, welches früher sogar im Engros⸗Preise 60 Mark kostete, aus dem feinsten, gediegensten Britania⸗ Silber, welches das einzige Metall ist, das ewig weiß bleibt und von dem ächten Silber elbst nach Jahren nicht zu unter⸗ cheiden ist A und wird fulr das Weißbleiben der Bestecke garantirt. 6 Stück Britaniasilber Tafelmesser mit echt engl. Stahlklingen, 6 Stück Britaniafilber Gabeln, feinsie Qualitat, 6 Stuück Britaniafilber Speiseldffel schwerster Qualität, 6 Stück Vritaniasilber Kaffeeloͤffel. massive Qualität, 6 Stüuck Britaniasilber Theelöffel, feinste Qualität, 1 Stüuck Britaniasilber Suppenschöpfer superfein, schwer, 1 Stück Britaniasilber Milchschöpfer. groß, massiv, 6 Stück große, massive Britaniafilber Dessertloͤffel. auch als Kin⸗ derlöffel zu benützen, 2 Stuück Britaniafilber Taselleuchter, prachtvoll auf's Solideste gearbeitet, 10 Stück, welche eine Zierde für ou jeinste Tafel bilden und kostet Alles usammen Fo nur fünfzehn Mark.“ Geehrte Aufträge werden gegen Raq nahuie (Postvorschuß) oder vorherig heldeinsen dung, so iange der Vorrath ceicht, effektuirt durch das Vereinigte Britaniasilber⸗ Fabriks⸗Depot. J. 2311b ebor s, Wien, Siadt, Fleischmarlt 16. NB. Tausende Anerkennungsschreiben hoͤch· Jer Herrschasten uͤder die vorzugliche ualitat unserer Artikel sind in un⸗ erem Besihe, die wir leider wegen Raumbeschranknng hier nicht ver offenilichen koͤnnen, uͤnd liegen selbe icht rern Vepotauf Amerika. Ich befördere Passagiere mi der ERd-Star-Line ab Aut⸗ werpen bis New-York zu 76 Mark oder ab Luremburg bis New⸗ HYort zu 82 Mark mit 200 Pfund Freigepäck. Uermanm Laur, St. Ingbert. ⸗ ⸗ Submission auf Transport von Brennhölzern u. Holzkohlen nach der nächsten Bahnstalion. Die Chemische Fabrik Hochspeyer G. Ottimann & Cic. n Hochspeyer schreibt hiermit den Transport nachstehender Quantitäten dolz und Holzkohlen unter den näheren von derselben zu beziehenden Beding · ingen zur Subhmission aus: im Revier Waldmohr 2299 Ster und zwar im Schlag Bildstock 392 Ster, vorderer Frankenbrunnen 480 Ster, Steinberg 349 Ster, Bruderbrunnen 305 Ster, hinterer Frankenbrunnen 179 Ster, todter Krieger 170 Ster, Buchwald 81 Ster, zuf. Ergebnisse Tichenkupp 39 Ster, Steinbergskopf 57 Ster, zuf. Ergebnisse Mark⸗ wald 27 Ster; m Revier Carlsberg in diversen Schlägen ca. 2500 Ster dolz und ca. 2000 Zentner Holzkohlen; Herr Oberforster cker in Carlsberg int gerne bereit, uüber die einzelnen Schläge Auskunft zu ertheilen; u den früher Billeroy'schen Waldungen bei Hassel a. 2000 Ster Holz und ca. 1000 Zentner Holzkohlen. Förster Stork in Hassel kann hierüber jede gewünschte Auskunft ertheilen; n den Krämer'schen Waldungen bei St. Ingbert 866 Ster im Schlag Seilerlache; m Revier St. Ingbert in diversen Schlägen ca. 700 Ster; n der Oberförsterei Neunkirchen in diversen Schlägen ca. 3000 Ster; n der Oberförsterei Fischbach ea. 1500 Ster Holz und ra. 12000 Zentner Holzkohlen in diversen Schlägen; Ig Oberfoͤrsterei Saarbrücken 137 Ster in diversen Schlägen. Bei den 4 letztgenannten Revieren beliebe man sich wegen et⸗ waigen Aufschlüssen an unsern Holzfaktor Wilhelm Brenner in seunkirchen zu wenden. Auch die näheren Bedingungen können von demselben bezogen werden. Die Anfuhrzeit für das Brennholz beginnt im Mai und muß bis spätestens Ende November 18385 beendet sein. Die Holzkohlen sind von Beginn der Waldköhlerei successive bie zum 77 Schluß derselben anzufahren. Reflektanten können sowohl auf einzelne Schläge, als auch auf die ganzen; ꝛ II —Ilb —II d Reviere eingeben; bei den Holzkohlen auf einzelne Reviere. Die Offerten sind bis spalessfens Donnerstag, den 16. April 18835, Scheine Nachmittags 83 Uhr schriftlich und verschlossen auf unserm Bureau einzureichen s indekrankenver dochspeyer, den A. April 18885. iür die eplnd Chemische Fabrik Hochspeyer ünd zu haben in der Srucerei G. Ottmann & Oie. des St. ingberter Anzoiger Druck und Versag von F. X. Demetz in St. Inabert. C Eewinne; 8 lSauptir. 30000 * 190000 ? Gewinn 2500 t . 1000 ẽ 50 200 20 94 25 * F * 2 ub * E * 2 — 10 60 12330 550 00 57909 IB.. MDD- IRhne Abzug. 2 — oose 2 ersenden alle bekannten herkaufsstellen und die aupt Agentur Julius Holdschmit, Ludwigs⸗ zafen 3 St. Jugherter Atzeige Sus 4ILIMus. Amtliches Organ des königl Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfmal: Am Srontag, Dienstag, Donrceretag, Tamstag und Souutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltur gs⸗ lau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.) 75 4, einschließli d A Zuftellungsgebühr. Die Einruckuugsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 138 8, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —0 Politische Uebersicht. *Dem Bundesrathe ist im Auftrage des daisers der am 20. März in Petersburg von den zeiderseitigen Bevollmächtigten unterzeichnete Ent⸗ vurf eines AUuslieferungsvertrages zwi— chen dem deutschen Reiche und Rußland zur Ge⸗ jehmigung vorgelegt worden. In Braunschweig hat das Schreiben des raifers Wilhelm in Betreff der Selbstständigkeit es Herzogthums Braunschweig große Befriedigung ervergerufen. Man scheint dort nun auch in wei⸗ eren Bevölkerungskreisen den Gedanken an eine Innexion des Herzogthums durch Preußen für aus⸗ eschlossen zu halten. Das „Braunuschweiger Tage⸗ latt“/ das Organ der freifinnigen Partei in zraunschweig, widmet diesem Thema einen Artiikel oll dankbarer Rührung fürdas Oberhaupt des Reiches. Bohmische Blätter bringen die Nachricht, daß i Oesterreich · Ungarn die Auflösung des Deut⸗ chen Schulvereins bevorfstehe. Sollte die zortige Regierung wirklich diesen Schritt thun, so pürde dem inneren Zusammenhange der Deutschen nit dem österreichischen Staate der letzte Stoß ge⸗ eben sein. Der Prinz und die Prinzessin von wales haben am Montag Dublin verlassen und ind nach Cork weitergereist. Tausende von Per ˖ onen waren in den Straßen versammelt, um das rinzliche Paar auf der Fahrt nach dem Bahnhofe u begrütßen. Einige Minuten, bebor der konig⸗ iche Wagen das Rathhaus passirte, trat der Lord⸗ najor O'Connor (Naiionalist) dort ein, von der zollsmenge mil Schreien und Pfeifen empfangen. Connor begab sich hierauf auf die Freitreppe es Rathhauses und verlangte drei Hurrahs für darnel. Nur einige Personen entsprachen indessen iejer Aufforderung, eine allgemeine Zustimmung er Menge erfoigte nicht. Als der Prinz und die Zrinzessin von Wales lurze Zeit darauf vorüberfuhren, putden fie von der ganzen versammeiten Volkmenge uuf's Herzlichste begrußt. Die Demonstration der harnelliten gegen das prinzliche Paat ist dennoch vollkändig in's Wasser gefallen. uslaud. Petersburg, 14. April. Der bisherige sommandeur des Gardecorpo, Graf Schuwaloff, vurde zum Botschafter in Berlin, Prinz Alexander von Oldenburg zum Commandeur des Gardecorpe rnannt. London, 15. April. „Daily News“ zufolge vaͤre die geftern aus Petersburg eingegangene De⸗ usche eine Forisezung der durg die Pendje⸗ Affaire murbrochenen Grenzderhandlungen; dieselbe deute n dersöhnlichstem Tone die Losung der Grenzfrage uuf breiierer Grundlage an. Portsmonih,15. Apru. Seitens der Ad⸗ Vralitat ist an alle Pensionare der Marine umd Natineinfanterie welch⸗ noch nicht 50 Jahre alt nd und wieder in den &X treten wollen, die Ufforderung ergangen, ein bez Gesuch unverzüglich inzureichen. — a ric⸗u. St. Ingbert, 16. April. Paul Heyse's mart- Lied, das der Dichtetfur dir Nidene ismara· Feier gedichtet hatte und in unserem X seinerzeit iun Absrud, raün6 Donnerstag, 16. April 18885. 20. Jahrg. nuch von unserem sangeskundigen und liederfrohen Mitbürger Herrn V. Seiter komponiert worden, ind zwar für 1 Singstimme mit Klavierbegleitung ind für vierstimmigen Chor. Dem Drängen von Freunden nachgebend, sandte der Komponist die —XXD — ind es wurde ihm nun vor einigen Tagen die Freude und Ehre nachstehender Antwort zu theil, velche die große Schaar der Freunde unseres Mit⸗ ürgers sicher mit dem frohesten Interesse lesen wird. heyse schreibt: „Geehrter Herr! Haben Sie besten Jank für die freundliche Zusendung Ihrer beiden ꝛompositionen meines Bismarcd⸗Liedes. Ich habe ie mir am Klavier vorspielen lassen da sich leider ioch keine Gelegenheit fand, sie fingen zu hören, ind besonders das ersie hat mich sehr angesprochen; as zweite bedarf des vierstimmigen Chors, um zu einer vollen Wirkung zu kommen. Ich lege iesen Zeilen das erste Gedicht bei, das ich für inser Munchener Fest dichtete. Das Komite fand ie Form für den Massengesang nicht populär jenug, so daß ich mich entschließen mußte, dieselben Zedanken in einen einfacheren Stil umzuprägen. Das Interesse, das Sie diesen schlichten Strophen dewiesen, hat mich aufrichtig gefreut. Seien Zie bestens gegrüßt von Ihrem Hochachtungs⸗ zoll ergebenen Paul Heyse.“ — Wir zratulieren Herrn Seiter zu der Auszeichnung, velche für ihn in dem vorstehenden Schreiben zes gefeierten Dichters liegt, recht herzlich. Das Bedicht, welches dem Schreiben beilag, werden wir n der nächsien Rr. des Unterhaltungsblattes ver⸗ ffentlichen. * St. Ingbert, 16. April. Der Steuer⸗ nufseher Herr Balthasar Müller dahier wurde zuf Ansuchen zum Aufschlageinnehmer in Ebern ind der geprüfte Aufschlagdienstadspirant, Revi⸗ ionsaufseher Herr Fr. Kraus in Eger, zum zteueraufseher dahier ernannt. — Mit dem 1. Mai tritt zum ersten Male die Bestimmung des 8 5 Absatz 3 des Marken⸗ chutz Gesetzes in Kraft, wonach diejenigen ingeiragenen Schutzmarken, über deren Eintragung 'O Jahre verflossen sind, gelöscht werden, insofern richt noch für rechtzeitige Erneuerung gesorgt wird. Bir machen darauf aufmerksam, damit allenfallsige Interessenten die Erneuerung ihrer Schutzmarken zis zu jenem Termine noch vornehmen können. „*. Von der Blies, 15. April. Gestern jatten 2 Arbeiter in einem Steinbruche bei Gers⸗ seim das Unglück, von herabstürzenden Erdmassen erschüttet zu werden. Der eine derselbe konnte ich ohne fremde Hilfe wieder aus dem Schutte eraus arbeiten, waährend der andere erst nach uingerer Zeit gerettet werden konnte. Der Arme at leider einen Arm gebrochen und ist sein rechter fuß derartig zerquetscht, daß er wahrscheinlich ab⸗ senommen werden muß. Was das Unglüd noch rößer macht, ist der Umstand, daß der Verlegte n recht dürftigen Verhältnissen lebt und Fam ilien⸗ ater von 5 unerzogenen Kindern ist. — Otterbach, 12. April. Ein Unglüd utte sich heute Nachmittag in der kath. Kirche ereignen önnen, indem während der Ansprache des Herrn Pfarrer Bühler an die Erstkommunikanten ein Kranz, velcher um das Allerheiligste befestigt war, in Flammen gerieth. Der Geistesgegenwart des Herrn farrer Bühler gelang es jedoch, sofort die Flammen u löschen und einer Panik vorzubengen, welche von urchtbaren Folgen hätte begleitet sein können. — Aä 43 —n haf sich her Mok⸗ ger Philipp Weber in seiner Wohnung an einer Thürklinke erhängt. Das Thun und Treiben des Unglücklichen in letzter Zeit läßt auf Gemüthskrank seit schließen. — In Insheim beschloß eine Versammlung von Tabalkproduzenten, an den Reichstag und keichskanzler eine Bitte um Erhöhung des Ein⸗ jangszosles für ausländischen Tabak von 85 Mk. iuf 150 Mi. zu richten. — Landau, 14. April. Der „L. A.“ er⸗ sielt auf bezügliche Anfrage folgende Mittheilung: „St. Johann a. S., 18.4. 88. In ergebener krwiderung auf Ihre Posttarte vom 11. d. Mis. zitie ich Sie dringend, die auf Irrthum beruhende stachricht der „Pfälzer Zeitung“ zu dementiren, da er Zentral⸗Ausschuß alle Hinterbliebenen der in Tamphausen verunglüdten Bergleute, ob Preußen der Bayern, gleichmäßig behandeln wird und sich ju diesem Zwede mit dem Bezirksamte Zwei⸗ drücen in Verbindung gesetzt hat. Achtungsvoll E. Haldy.“ —R — Alsheim, 13 April. Gestern wurde n der Mühle des Herrn Tempel dahier während »efsen Abwesenheit ein großer Diebstahi ausgeführt. Bei der Nachhausekunft des Eigenthümers fand et u seinem Schrecken, daß über 2000 Mi. an Staatspapieren und nahezu an 2000 Mi. in zarem Gelde fehlten. Ein Mühlbursche, der der That verdachtig ist, wurde, während etr feine reinste Unschuld betheuerte von der Gensdarmerie verhaftet und an das Amisgericht Groß ˖Umstadt abgeliefert. — Der Pfalzische Kreisfischerei⸗ Ber ein haält seine ordentliche Generalversammlung im 26. d. M. zu Neustadt. Tagesordnung: 1) krstattung des Jahres⸗ und Rechenschaftsberichts »xo 1884, 2) Neuwahl des Vereinsausschusses nach O der Satzungen und 8) verschiedene Mittheilungen. Vermilcetes. F Der letzte Verunglückte auf Grube „Cam pe jausen? ist nach bangen, langen Tagen nach ge⸗ ahrlicher schwerster Arbeit endlich unler den Ve⸗ teinstrüummern gefunden und zu Tage gebracht und s steht nun undedingt fest, daß keine Leiche mehr ich in der Grube definden kann. Die Zahl der Todten hat die ungeheure Höhe von 180 erreicht! ßon diesen Opfern des Unglüds fanden 176 den hnellen — meist plößlichen — Tod in der Grube elbst, vier von den üUeberlebenden starben im La— areth Sulzbach. Unter den 180 Todten waren 41 verheirathet, 4 sind Witwer, 35 ledig. Ihre ẽrnährer beweinen 141 Wittwen, 499Kinder, »arunter 448 unter 16 Jahren, 59 Vater um Nütter, 22 Brüder und Schwestern. tMunchen, 13. April. Der Rüdtritt des driegsministers von Maillinger wird im Publikum ielfaltig besprochen. Man fragt sich, welches die zründe des Ruscktritts gewesen sein koͤnnen; daß Herselbe aus Gesundheitsrüdsichten erfolgt sei, will nan hie und da nicht recht glauben. Wie wir on einer Seite vernehmen, die es wissen kann, ollen Meinungsverschiedenheiten über die Besetzung on einigen hoͤheren Stellen, bei denen der Brude des abgetretenen Ministers eine Rolle spiell. den nächsten Anlaß zu dem Rückritt gegeben haben. Die dem auch sein mag, jedenfalls hat der Koͤnig n dem unterm 11. d. M. an den Kriegsminister zerichteten Handschreiben seine vollste Zufriedenheit nit dessen Diensten ausgesprochen. Der Nachfolger MNaillinger's, Herr von Heinleth, erfreut fich na⸗ nentlich infola⸗ seiner Nerdiensi⸗ in Oien 13137000 den er als Generalsstabschef des 1. Armeekorps (von der Tann) mitmachte, eines ausgezeichneten Rufes als fähiger Generalstabsoffizier von viel— seitigem Wissen und hervorragender Arbeitskraft Namentlich bei der Einnahme von Orleans bewies er in hohem Grade Umsicht und Tapferkeit. * München, 18. April. Heute früh gegen 9 Uhr erschoß sich im Abort des Café Danner der Dreijährig ⸗ Freiwillige Spandau aus Bamberg „Motiv unbekannt... — PBamberg; 110. April. Eiñ blutiges Familiendrama spielte sich gestern früh in' dem be⸗ nachbarten Dorfe Frensdorf ab. Zwei Schwestern Töchter eines gutsituirten Oekonomen. waren in Streit gerathen und es ließ sich hiebei die ältere, 19 Jahre alte Schwester hinreißen. ein Messer der jüngeren 17jahrigen in die Brust zu stoßen. Das ungiückliche Mädchen stürzte blutüberstromt lautlo⸗ zusammen. In diesem Augenblick trat der Vater zur Thüre herein, überblickte die Situation und sank vom Schlage gerührt todt nieder. Die Ursach⸗ des Streites der Schwestern war, daß die jüngere beim Butterrühren naschte. fFrankfurt a. M., 13. April. Durch Anschlage am schwarzen Brett im Gerichtsgebäud⸗ werden nicht weniger als 10 durchgegangene Ehe manner aufgefordert, zu ihren Frauen und Kindern zurückzukehren! Das müssen glückliche Ehen ge wesen sein!“ Mainz, 1I. April. Durch Vereinbarung der Koln⸗Düsseldorfer Dampfschifffahrts· Gesellschaf und einer Reihe von Eisenbahn Verwaltungen trit! bom i. Maitcc. ab — vorerst allerdings nur aus Probe — eine Einrichtung ins Leben, welche na⸗ mentlich von Vergnügungsreisenden lebhaft begrüß! werden wird. Den Besitzern von Rundreisebilleten nach dem Rhein wird nämlich die Möglichkeit ge— boten, die Koupons Mainz · Köln entweder für die — 6 — — — —— Licitation. Dienstag, den 5. Mai 1385, Vormittags 10 Uhr, zu Ensheim in der Wirthschaft von Heinrich Fries Pperden durch den nunterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten königl. Rotar, abtheilungshalber öffentlich in Eigenthum versteiget:;: *8 Stenergemeinde Ensheim: a. 31a Wiesenland in 6 Parzellen; p. 88 a 70 qm Ackerland in 5 Parzellen. — Eigenthümer sind: die Kinder und Erben des in Ensheim wohnhaf gewesenen und allda derlebten Ackerert Johanndsicolaus Untersteller bezw. Repräsentanten solcher, als: 1 Barbara Untersteller, gewerb lose Ehefrau von Bernhard Post Farmer, beide in Boston in Nord⸗ (merita wohnhaft; 2. Maria Unter⸗ steller, gewerblos, in Ens heim wohnend, Wittwe von Nicolaus Zuirin; 8 Margaretha Unter⸗ steller, gewerblose Eheftau von An⸗ breas Görlinger, Dosenmacher. beide daselbst wohnhaft, 4. die Kinder umd Reprasentanten der zu Enus— heim wohnhaft gewesenen und ver⸗ siorbenen Tochter Isabella Unter⸗ steller, im Leben Ehefrau des allda berlebten Dosenarbeiters Andreas Sinelbrand, als: a. Johaun Reise zu Land per Eisenbahn oder zu Wasser per Dampfboot zurückzulegen, je nach Wunsch, Zeit und Weilter. Die Eisenbahnbilets 1. und 2. Klasse berechtigen auf den Dampfbooten zum Salon, jene 3. Klasse zur Vorkajüte, doch können auch letztere durch ein Zuschlagsbillet für den Salon benutzba gemacht werden. Oberweis, 13. April. Ein seltsames Naturspiel ist sicherlich ein Kanarienvogel mit 3 Beinen. Ein solcher Dreifüßler befindet sich in Zem Veütz des hier stationirten Gendarmen Hertn Jennichen.“ Der kleine Sänger, zur Zeit ein Jahr alt, ist von guter Gesundheit und erfreut seinen Befitzer durch den prächtigsten Gesang. — Mettlach, 18. April. Gestern hat sich hier ein bedauerlicher Unglücksfall ereignet. Der in St. Johann stationirte Schaffner Trautmann, stürzte gestern Vormitiag s 10 Uhr unweit unseres Ortes dom Zuge und war infolge der erlittenen Verletz ung am Hinterkopf sofort eine Leiche. Der Un— glüctiche muß noch eine Strecke weit mitgeschleppi worden sein, denn seine Uniform war ihm halb vom Leibe gerissen. Der Beamte war erst 8 Mo— nate im Dienst und hinterläßt eine Frau mit 2 inderchen. Das Letzte hat erst am Tage vor dem Unglücksfalle das Licht der Welt erblickt. — Der Mörder des Advocaten Bernays, Ar mand Peltzer, ist im Zuchthause zu Löwen ge— forben, ohne ein Geständniß abgelegt zu haben. Ein Turnier unter 7 Kaffee schwestern. Ein schwedisches Blatt, „Nyo Veriöbladet“, erzühlt. daß vier berühmte Kaffee chwestern in Vexiö vor einigen Wochen ein Weit. Trinken unternommen haben. Zehnmal hatte di⸗ Kanne gekreist, als die Erste den Kampf aufgab Die 34. Tasse trank die Zweite mit, dann konnte e nicht mehr. Hohnlächelnd tranken die anderen beiden weiter, um nach der fünfundfünfzigsten Tap— zu erklären, daß sie einander werth feien. Ein „Nationalverein ehemaliger Soldaten der deutschen Armee“ hat sich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ge. bildet. Am 29. Marz versammilten sich in Chi. cago Delegirte der verschiedenen, theilweise mili⸗ tätisch organisirten und wie die preußische Garde⸗ Infanterie uniformirten Vereine in Cincinnati. Chi— cago, St. Louis und Milwaukee, um einen National. verband in's Leben zu rufen, dem sich noch die übrigen in der Union zerslreuten Gruppen ehemaliger deuischet Soldaten als Zweigvereine anschließen tönnen. Der Zweck des Vereins ist gegenseitige Unterstützung in Krankheits und Sterbefällen und die „Pflege der Liebe zum Adoptiv-Vaterlande“. F Selbstist der Mann“, erklärte eine Ameri⸗ tanerin in Pittsburg vor dem Gerichte. Sie war von ihrem Mann wegen Mißhandlung derklag und sagte: Mein Mann ist Anarchist, und unr ihn zu kurrieren, bekommt er eine Tracht Prügel jo oft ich voneinem anarchistischen Bubenstreid höre. — Der Richter sprach sie daraufhin frei. Diensteßnachrichten. Die Oberförster Ball in Neuhemsbach, Rue in Westheim und Kaes in Steinwenden sind in Folge organischer Verfügung pensionirt worden. Die protestantische Pfarrstelle zu Offenbach wurd dem Pfarrer Wel ker in Luthersbrunn verliehen — Der Regierungs⸗Akzessist Müller in Spehe wurde zum Bezirksamtsassessor in Scheinfeld und der Steueroberkontroleur Christ o ph in Müncher zum Revisionsinspektor in Ludwigshafen ernannt Lehrer Wen dling in Frankenthal wurde von 25. d. ab pensionirt; zum Schulverweser in Lan däu wurde G. Ritter aus Godramstein gewählt bon verantwertlich F.X. Demeß. Einige Schlosser und Kesselschmiede können Beschäftigung erhalten AA. I. WVAISAand in St. Ingbert. R — Danksagung. Unsern herzlichsten Dant Allen, welche unser liebes Töchterchen zur letzten ˖ Ruhe⸗ stätte geleiteten und so reich⸗ ich mit? schmückten! — a e De Wuhucut ⸗ — Johann Engel aus Sulzbat sowie dessen Sohn Johaum fin se Der eee Wee den ——— pens. Bergmann in Nise der⸗ * n * wugbe ch —z3X — w dee an en on ihm gegeu Joco el, Metzger meine — — in Niederwilrzbach gemachte beleidigende ——s Idepnnn F— d Aeußerung vollstandig unwahr ist und Wen * eene F ohne allen Anlaß in der Betrunkenheit g deden nach wie vor, bom Unterzeichneten gemacht wurde. en von der Firma hierzu designirte Niederwurzbach, den 10. April 18865. erne een a — — — —28 Jouy. J J tto IPOering- Tanzunterricht Buch⸗, Bilder- u. Spiegelhand St. Ingbert jeden Montag Mittwoqh und 4öä id VDBblVl Freitag, Abends 8 im l Saale der Ftau Witwe Grewenig. ⸗ Auch werden Schüler für den Halb⸗ Scheine lursus angenommen und extra Stunden für die Gemeindekrankenver extheilt. Anmeldungen werden von sicherung — Baeer Zanzlehret. des „St. lngherter Anzeiger 7heérose Mostert, vKknhofstrake »2 5t Johann Pohnbofsose ————— Fortwaährender Eingang aller nur erscheinender Nouveauté s der Damen⸗M' ⸗ on F niten b elegante it en Genres. anich Branqhe von den Ainlachne Deppaun großzier Auswahl, sauberer, eleganter Arbeit, und äußerst billige Preise unter Zusicherung st r eng reelle —V ⸗ 0 2εrze Cachemires zu Fabrikon aillen x SChürzen enorenr Anfertigungen nach Maas unter Garantie für guten Sitz ohne Preiserhöhung. — TA und Versag von F. X. 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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Jugberter nzeiger“ erssheint wdchentlich fünfmalr am ontag, Dienstag, Donnerstag, « amstag und Gonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltumgt⸗ glatt und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1AM 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 78 4, einschließli d ⸗BZustellungzgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. I3 d, Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 75. 24 Politische Uebersicht. Einer Wiener Depesche der „Frankf. Zig.“ neldet, nach Berichten aus Lemberg bereisten ussische Bezirkskommissare sämmtliche Besitzungen n Polen, Podolien und der Ukreine, um dort be⸗ indliche Waffen zu confisciren. Diejenigen, welche in Waffenpatent haben, müssen eine schriftliche Er⸗ lärung über die Gattung und die Menge ihrer Waffen abgeben. Diese Maßregeln seien eine Folge er Furcht vor Agitationen englischer Emissäre und wr dem Ausbruch eines Aufstandes. Unter den olnischen Gutsbesitzern herrsche große Aufregung. Der „Temps“ meldet, eine Depesche Patenotre's heile mit, daß die „Pekinger Zeitung“ jestern das kaiserliche Decret betreffs der Ausführ⸗ ing der Friedenspräliminarien mit Frankreich veröffentlichen sollte. Ein Decret weise den Vicekönig an, einen Duanekommissar und inen Mandarinen nach Hanoi zu senden, um mit nem General Brioͤre de NJele den Modus für die täumung zu vereinbaren. Dem Führer der Schwarzen Flaggen ist der Titel Varon verliehen vorden und würde die chinesische Regierung ihm, wie es heißt, eine bedeutende Summe zahlen, da⸗ nit er seine Truppen entlassen köͤnne, außerdem vürde ihm die Verwaltung einer Provinz übertragen verden. Eine gestern von der „Times“ gebrachten Pachricht, daß in den Verhandlungen zwischen Frankreich und China Schwierigkeiten eingetreten eien, ist nach Vorstehendem kein Gewicht beizulegen. — General Courcy begibt fich am 30. d. Mits. aach Tonkin. Er ist schon der fünfte französische defehlshaber dort. Vor ihm kommandirte General Bouẽt, Admiral Courbet, General Millot und Vveneral Briore de l'Isle. Courcy gilt fur einen der besten Truppenführer Frankreichs, und zwar, vie der „Temps“ versichert, „mit Grund'“. Wenn der offene Kampf mit China beendet wird, so ist die Beruhigung Hinterindiens die Hauptfache; da⸗ u gehört aber mehr als Schneidigkeit, dazu gehört Organisationstalent und die siets wache Sorge, daß die französischen Beamten nicht erschlaffen und jon den anamitischen belogen und betrogen werden. Dhnehin fehlt es, abgesehen von der Schwarzen Flagge. nicht an Schwierigleiten mit dem Hofe von Hus, mit den Häuptlingen der unabhängigen Sbanstaaten auf der Westgrenze Tonkins, mit den Iufständischen in Kambodscha u. s. w. In allen iesen Angelegenheiten find militärische Fragen mit volitischen so verquickt, daß entschiedenes Talent ind Länderkunde dazu gehört, sie giüclich zu loͤsen. Deutsches Reich. SBerlin, 15. April. Der Reichsstag nat heute in die Berathung der Anträge der AIbgg. Mundel und Reichensperger, beir. die Ab⸗ nderung des Gerichtsverfafsungsgesetzes und der Strafprozeßordnung. Siaalasekreiär Dr. von Schelling erklärt, der Bundesrath sei mit Ent— virfen beschaftigt, welche eine Erleichterung des beschworenenams und eine bessere Bürgschaft für ie richtige Entscheidung der Thatfrage dezwecten. das Haus beschließt, üuber die Anträge zur Tages⸗ rdnung überzugehen. — Abg. Porsch zieht seinen Unrag auf Abanderung der Strafprozeßordnung wrüch. Der ursprünalichh pon den Abane Vohising Samstag, 18. April 1885. 20. Jahrg. und Lenzmann gestellte. von dem Abg. Kayser vieder aufgenommene Antrag betreffend die Ent⸗ chädigung unschuldig Verurtheilter wird nach un⸗ rheblicher Debatte an einen einundzwasziggliedrigen lusschuß verwiesen. — Die Berathung des An⸗ rages des Abg. Liebknecht betreffend die Verhaf—⸗ ung der Abgg. v. Vollmar und Frohme in Kiel im Jahre 1883 wird, da der Antragsteller krankheits⸗ jalber nicht anwesend ist. vertagt. Das Gesuch er Gemeinde Kleingandau betreffend Ansprüche an »en Militärfiskus wird dem Reichskanzler zur Er⸗ vägung überwiesen. Nächste Sitzung morgen 1 ühr. Zolltarif. Berlin, 15. April. Der auf morgen anbe⸗ raumte Sitzung des Bundesrathes liegt eine ziem⸗ ich umfangreiche Tagesordnung zu Grunde. Unter zen neu eingegangenen Vorlagen befindet sich an erster Stelle eine elsaß⸗lothringische, betr. Grund zuchsachen, dann ein Gesetzentwurf, betr. die Grund⸗ ätze, welche bei Vollstreckung von Gesammistrafen jei Festsetzung der Einzelstrafen von Gerichten ver⸗ chiedener Bundesstaaten angewendet werden sollen, er Auslieferungsvertrag zwischen dem Deutschen steiche und Rußlond, der Gesetzentwurf, betr. Für⸗ orge für Beamte und deren Hinterbliebenen in Folge von Unfällen, sowie die Actenstücke zur Fongofrage. Es folgen dann verschiedene Ein⸗ jaben und Ausschußberichte, darunter auch derje⸗ nige über die Abänderung des Zolwwereinsvertraqges non 1869. Berlin, 15. April. Die Regierung beab⸗ ichtigt, die Ausführung des Postdampfergesetzes hunlichst zu beschleunigen. Wahrscheinlich wird azu noch ein Nachtragsetat pro 1885 —86 ein⸗ X Berlin, 15. April. Die Mandatsnieder egung des Herrn v. Schorlemer⸗Alst hat n den Kreisen der Deutschkonservativen einen sehr zeinlichen Eindruck gemacht und auch in Regie ungskreisen scheint man von dem Ereigniß unan⸗ zenehm berührt worden zu sein. Herr v. Schor⸗ emer galt als der hervorragendste Vertreter der onservatiben Richtung im Zentrum und vermittelte orzugsweise die Beruͤhrung dieser Partei mit der dechten. Man glaubt, daß jetzt Windthorst die derrschaft in der Zentrumspartei noch ausschließ⸗ icher führen wird und das bedeutet naturgemäß ine Verstärkung der regierungsfeindlichen Richtung n der klerikalen Partei. Berlin, 15. April. Die „Nordd. Allg. ztg.“ erfährt, der Reichskanzler wolle den Rest ser Bismarckspende zur Gewährung von Univerfi⸗ atssftipendien speziell für Kandidaten und Studie⸗ ende des höheren Lehramts benutzen. Sozial zolitisch lafse sfich mit einem Kapital, das etwa 0,000 Mti. Zinsen trage, nichts unternehmen. Berlin, 15. April. In den leitenden poli⸗ ischen Kreisen der deutschen Reichshauptstadt häli nan an der Möglichkeit der Erhaltung des Friedens est. Die deutsche Regierung verhält fich durchaus alsid und neutral, dürfte sich aber troßz mit Eng⸗ ind gemachter sehr übler Erfahrungen zur Ueber⸗ ahme einer Vermittlerrolle unter Umständen der⸗ jehen. Solche Umstände sind, wie sich der Hamb. Forr.“ von hier berichten läßt, noch nicht einge⸗ reien. In Berlin wie in Wien wird die feste ldeberzeugung gehegt, daß, möge es auch zu einem zusammenstoß jener beiden Reiche in Afghanistan ommen, der europäische Friede davon nicht derde berührt werden. — Ueber die heute zur Gel⸗ ung aelanate berubiater⸗ Muffassuna wird der HK 3.“ telegraphisch berichtet: Der politische Horizon yerändert sich wie das Wetter des Monats, in dem vir leben. Gestern und vorgestern war die Beun⸗ ruhigung keine geringe. Man befürchtete, daß die englische Kriegspartei nicht gestatten werde, daß man über den Vorfall Komaroff einfach zur Tagesord⸗ nung übergehen werde. Dies ist nun doch geschehen, venigstens nimmt man an, daß in der Angelegen⸗ heit ein Rückschlag Englands nicht mehr erfolgen vird, nachdem es sich bereit gezeigt hat, die russische erkllärung in Erwägung zu ziehen. Ein neuer zwischenfall kann allerdings auftauchen; einstweilen ritt aber in den Vordergrund, was England frie⸗ ensbedürftig macht: nämlich der Umstand, daß die eusfische Militärmacht auf dem Kriegsschauplatze zrößer ist als die englische, daß man dies in eng⸗ ischen Fachkreisen sehr wohl weiß, und daß die lusfichten bei einem Kampfe zwischen England und stußland in Bezug auf den Ausgang gar zu un⸗ zünstig für England liegen, indem eine russische stiederlage von den Russen ohne erhebliche Nach⸗ heile ertragen werden könnte, eine englische Nieder⸗ ageFhingegen den Befitz Indiens in Frage stellen vürde. England hat, wenn ein Sportausdruck bei o ernster Sache gestattet ift, den Russen zu lange „odds“ zu legen; es kann nur Wenig gewinnen ind Unermeßliches verlieren. Aus diesen und ihnlichen Gründen fieht man heute der Zukunft vieder hoffnungsvoller entgegen. Das kann fich reilich auch wieder ändern, denn die Ereignisse find seute unberechenbar. — Berichte, die der „N. Pr. 3.“ aus London zugehen, bestätigen, daß das Ver⸗ rauen der dortigen diplomatischen Welt in die Z3nverläffigkeit de Emirs von Afghanistan irg erschüttert see Man zweifelt sogar, troß aller Jegentheiligen Erklärungen. daß gelegentlich der etzten Unterredungen des Lords Dufferin mit dem kmir, letzterer von der Niederlage der Afghanen im Kuscht⸗ Flusse dereits unterrichtet gewesen sei, ind fürchtet, daß, besonders wenn die Russen wei⸗ er vordringen, der Emir, selbst wenn er wollte, nußer Stande sein werde, seine von Anbeginn an als fadenscheinig betrachteten Zusagen einzuhalten. Ausslaund. Petersburg, 16. April. General Komaroff neldet aus Taschkri vom 6. April: Die Reste des ughanischen Detachements flüchteten nach Herat. Im einer Anarchie vorzubeugen, wurde in Vendjeh ine temporäre Verwaltung organisirt. Das russi⸗ che Detachement bleibt in Taschkri, zur Vorwärts⸗ zewegung liegt einstweilen keine Nothwendigkeit vor. Warschau, 16. April. Anlaäßlich der Ge⸗ üchte von dem Auftauchen englischer Agitatoren n Polen bemerkt das offiziöse Blatt, Dnewnik“: Es wolle dahingeftellt seine lassen, ob diese Gerüchte zegründet seien oder nicht; es sei ihm jedoch an⸗ jenehm, erllären zu können, daß sie durch diese Berüchte hervorgerufene Auslassungen der auslän⸗ ischen wie der lokalen polnischen Presse einstimmig gegen solche Agitation protestirten und vor Agita⸗ oren warnten. London, 16. April. „Daily News“ er⸗ ährt, die englische Regierung erwog die am Diens⸗ ag eingegangenen modifizirten russischen Vorschläge »ezüglich der Grenzfrage eingehend und sandie zjestern Abend die Antwort nach Petersburg ab. — „Standard“ meldet: Die hiesigen Botschafter der Großmächte verständigten ihre Regierungen dahin. daß ihres Frachtenz ein Pruch zwischen Rußland und England voraussichtlich vermieden werden würde. London, 16. April. Die „Times“ sagt: In amtlichen Kreisen herrscht der, allerdings täglich schwächer werdende Glaube, der Krieg dürfte ver⸗ mieden werden. Die Finanz; und Handelskreise haben die entgegengesetzte Ansicht und glauben, die tufsischen Staatsmaͤnner wollen Streit herbeiführen und träfen entsprechende Maßregeln. Lokale und pfälzische Nachrichten. P. St. Ingbert. Am Mittwoch, den 15 April d. J. fand unter der Leitung des Herrn Hdaupilehrers Hagen bu cher die II. besondere Fonferenz für die Fortbildungspflichtigen des Be— zirkes Blieskastel⸗St. In gberit im untern neuen) Schulhause statt. An derselben betheiligen sich zur Zeit 21 Schuldiensterspektanten. Die Kon⸗ ferenz; dauerte von morgens 8212 Uhr und wurde um 2Uhr Nachmittags bis 135 Uhr fortgesetzt. * Si. Ingbert, 17. April. Der latholi⸗ schen Gemeinde Annweiler wurde vor kurzem durch den Reichstagsabgeordneten und Eisenwerks⸗ besitzer Herr Oskar Krämer dahier ein eisernes Gistter zur Umfriedigung der Kirche und des Pfarrhauses als Geschenk überwiesen. — St. Ingbert. Durch Beschluß der kgl. streisregierung, Senat für Verwaltungsrechts und Gewerbesuchen, wurde die Beschwerde der Gebrüder Junk, Glasmacher dahier, wegen Verweigerung der Erlaubniß zum Kleinhandel mit Branntwein in dem von ihrer verlebten Schwester, der Ehefrau des Kaufmaunn Maher, ererbten Geschäfte an der Kaiserstraße unterhalb des Eisenbahndammes — als unbegründet kostenfällig abgewiesen, indem da⸗ hier in 23 Kramläden und 47 Wirthschaften Branntwein verkauft und die dem Schwager der Genannten, dem bereits angeführten Kaufmann Mayer verliehene Konzession zum Branntweinaus— schank im Hause nebenan ausgeübt wird. ** Ensheim, 16. April. Durch den Wegzug des Herrn Apotheker Zorn nach Frankenthal wurde die Apotheker: Konzession dahier frei. Dieselbe wurde nun dem Pharmazeuten Herrn Zapf, der nach dem Wegzuge des Herrn Zorn die hiesige Apotheke verweste, verliehen. W. Blieskastel, 17. April. Auf die er⸗ ledigte Lehrerstelle in Alschbach wurde durch Ge⸗ meinderathsbeschluß vom Gestrigen unter 4 Bewer⸗ bern Herr Lehrer Neurohr in Bierbach faft einstimmig gewählt. — Pirmasens, 14, April. Der durch seine mörderische That bekannt gewordene Brell ist am Samstag Abend ins Untersuchungsgefängniß nach Zweibrücken obgeführt worden. Das wer⸗ wundeie 14 Jahre alte Mädchen, der Liebling der Familie Bock, die in Folge des furchtharen Ereignisses ganz trostlos ist, liegt schwer krank darmeder und mußte sich wiederholt einer Opera⸗ non unterziehen. Die Kugel sitzt noch immer im Körber. SMinfeld, 14. April. Ein ehrlicher Mann. Gestern Abend hatte der Orgelspieler Weiler von Weingarten (ein Inbalide von 1806) in hiesiger Gemeinde gespielt und ging dann auch sein Almosen sammeln. Aus Versehen bekam er hon einem Herrn statt eines 10 Pfg.Stücks ein 10 Mark⸗Slück. Was that der brave Mann? Er ging in das Haus wieder hinein und haͤndigte dem Herrn die 10 Mark aus mit dem Bemerken, er muͤsse sich geirrt haben. DAnJIn Neustadt kursiren in letzler Zeit falsche Geldstücke in Silber und Gold. Die Falfi⸗ fiklate sollen besonders durch ihren matten Glanz aufgefallen sein. Bis jetzt haben die Recherchen nichis Näheres ergeben; doch glaubt man, daß die Faischmünzer hier oder in nächster Nähe der Stadt ihr unsauberes Gewerbe treiben. — Speyer, 14. April. Der vom Reichs⸗ tags· Abgeordnelen Dr. Groß im Reichstage gestellte Antrag um nachträgliche Berücksichtigung der an den Folgen des Feldzuges später eckrankten Sol⸗ daten, welche den Termin (20. Mai 1875) nicht einhalten konnten, wurde vom Reichstage dem Bun⸗ desrathe zur weiteren Begutachtung anheimgegeben und vom Kaiser aus dem Dispositionsfonds vor⸗ läufig 400,000 Mark zur Unterstützung solcher später erkrankten Soldaten bewilligt. Die Gesuche um Gewährung von nachträglichen Pensionen sind denn auch in der Pfalz äusterst zahlreich. Aus dem Bezirks-Kommando Speyer betragen dieselben jetzt 220, aus dem Bezirks⸗ Kommando Landau 100, aus dem Bezirks-Kommando Kaiserslautern nahe an 200 und das Bezirks-Kommando Zwei⸗ hrücken hat die hübsche Anzahl von wenige über 300 Gesuche aufzuweisen. Trotzdem bei genauer und gewissenhafter Prüfung nicht alle berücksichtigi werden können, gelangt vom kaiserlichen Reichs⸗ Schatzamt in Berlin an manche Gesuchsteller die Hensions Genehmigung. Die niederste der bisher Jenehmiglen Unterstützungen beträgt 8 Mark, die höchsie 33 Mark monatlich. Daß durch diese nach⸗ räglich gewährten Unterstützungen viel Gutes ge⸗ eistet wird, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. (Pf. K.) — Speyer, 14. April. Der Adelsmatrikel vurde einverleibt: unterm 9. d. M der Direktor der kgl. Regierungs-Finanzkammer der Pfalz, Karl Ritter v. Gebhard in Speyer. für seine Person als Ritter des kgl. Verdienst⸗-Ordens der bayerischen Zrone bei der Ritterklasse. (Pf. K.) — Speier, 185. April. Gegen lärmendes Auftreten von Konskribirten wendet, wie die Kaisersl. Ztg.“ berichtet, ein dortiger Wirth, den owohl durch seine Jovialität wie durch seiner „guten Trunk“ weithin bekannt, ein vortreffliches Mittel an, das auch gestern wieder seine Wirkung nicht versagte. Als nämlich Morgens nach 8 Uhr ine Anzahl jener angehenden Vaterlandsvertheidiger nit brüllendem Gesange in die Wirthsstube traten, cief er ihnen mit Stentorstimme zu: „Halt ihr Männeri Do werd Wein getrunke, awer nit ge⸗ sunge! Wann Ihr singe wolle, dann gehen in die Kerch! — Un wann der Wein Euch's Maul nit stoppe kann, do“ — damit schob er den Ueber⸗ raschten einen Drahtkorb voll Wecke hin — „essen Weck, dann kamm'er die Sach so lasse!“ — Die zurschen lachten, ließen sich nieder und verhielten ich ruhig. Das Mittel ist, wie man sieht, brobat. Vermischtes. CEine aufregende Scene) spielte sich dieser Tage im Straßburger Theater bei einer Aufführ⸗ ing der Neßlerischen Oper „Der Trompeter von Säckingen“ ab. Die in der Oper beschäftigte drama— ische Sängerin Frl. Schrader zählte, wie die Straßb. P.“ schreibt, unter ihren zahlreichen Ver⸗ hrern uch einen Offizier von höherem Adel, dessen gewerbungen sie jedoch zurückwies. Der Offizier ieß sich von seiner Leidenschaft so weit hinreißen, daß er in Folge dessen die Sängerin mit Erschießen hedrohte. Diese nahm unverweilt die Hülfe der Bolizei in Anspruch und an dem bezeichneten Abend bar das Theoter von Detectives bewacht. Von Seiten des Militärs waren einige Vertrauensper— onen erschienen. Bei Beginn der Vorstellung er⸗ chien in der That der beireffende Offizier in einer Orchesterloge. Zwei Offiziere brachten den aufge⸗ regten jungen Mann. der, wie sich herausstellte, inen geladenen Revolver bei sich hatte, aus dem dause, da man besorgte, daß er auf die in der Scene beschäftigte Saͤngerin feuern könne. Der Vorgang machte begreiflicherweise großes Aufsehen Frl. Schrader darf nun nicht mehr auftreten und der heißblütige Offizier mußte sofort die Stadt Derlassen. Bei den von dem Rennverein in Karls ruhe am Sonntag veranstalteten Pferderennen auf dem großen Exerzierplatz stürzte der Lieutenant v. desberg vom 8. badischen Dragoner⸗Regiment Nr. 22 mit seinem Pferde. Der Verunglückte, ein allgemein beliebter Offizier, wurde bewußtlos in seine Wohnung verbracht. — (26. allgemeine deutsche Le hrer ver sa mi— lun'g.) Die in den Pfingsttagen (26. bis 28. Mai) d. J. zu Darmstadt stattfindende 26. allge⸗ neine deutsche Lehrerversammlung verspricht recht ahlreich besucht zu werden. Nach den umfassenden borbereitungen, welche die verschiedenen Ausschüsse getroffen, durfte auch den Besuchern der Versamm⸗ ung so Vieles und Mannichsfaltiges geboten sein, zaß sich der Besuch in jeder Beziehung lohnt. Vor illem darf den für die Haupt und Sektionssitzungen ingemeldeten Vorträgen unsere Aufmerksamkeit nicht vorenthalten bleiben. Die bis jetzt feststehende riste führt unter den Vortragenden namhafte Ge⸗ ehrte und hervorragende Vertreter des deutschen Schulwesens auf, unter ihnen Direktor Dr. Bar⸗ els (Gera), Professor Bihler (Pforzheim), Direktor Debbe (Bremen), Schulrath Dittes (Wien), Ober ehrer Gärtner (München), Professor Holdermann Karlsruhe), Prof. Dr. J. V. Mehyer (Bonn), dehrer Ries (Frankfurt a. M.), Professor Sachs München) und Direktor Dr. Veith (Frankfurt a. M. f Mainz, 16. April. Das Hotel „Eng. lischer Hof“ dahier wurde bei der gestrigen Ver— stteigerung der Frau Otto Humbert Wittwe in Frankfuri a. M. zu 281,000 M. zugeschlagen. FOppenheim (SHessen), 14. April. Ein schändlicher Act von Vandalismus wurde in der Nacht von Samstag und Sonntag hier verübt. In den Weinbergen des Herrn Bürgermeisters, Egli undz war in einer der besten Lagen, welche dem „Sid träger,“ „Goldberg“ u s. w. gleichkommt, in der Gewann „Kugel“, wurden in der fraglichen Nacht nicht weniger als etwa 3000 Weinstöcke von hös. willigen Händen zerstört. Das zerstörte Terrain hat einen Flächengehalt von nahezu 1 hessischen Morgen. Der Schaden, der durch den Racheakt verursacht wurde, ist ein bis zur Stunde noch gar nicht berechenbarer. Möge es gelingen, die Thäter — denn einer allein kann den Frevel natürlich aicht verübt haben — zu ermitteln. Am 28. August des Jahres 1886 werden es 100 Jahre, daß der nachmalige König LudwigJ don Bayern im jetzigen Gebäude des Generalkom⸗ mandos zu Straßburg — sein Vater Maximilian Joseph war damals Oberst des königlich franzd— sischen Regiments d'Alsace — geboren wurde. Den 100. Geburtstag dieses um die Münchener und dann um die ganze deutsche Kunst so hoch—⸗ derdienten Fürsten wurdig zu begehen, will man zu München im Sommer des kommenden Jahres eine allgemeine bayerische Kunst - und Kunst⸗ zewerbe⸗Ausstellung veranstalten. Die Münchener Künstler Genossenschaft und der Bahye⸗ rische Kunstgewerbe⸗Verein haben bereits Besprech— ungen über diesen schönen Plan gehabt. Aus— stellungsort wird voraussichtlich der aus dem Jahre 1854 stammende berühmte Glaspalast sein. München, 14 April. Der Sohn eines hiesigen gewerbetreibenden Bürgers war zur letzten Rekrutenaushebung gestellungspflichtig und sollte im Novbember in ein hiesiges Infanterie Regiment eingereiht werden. Vierzehn Tage vor letzterem Termine befand er sich unter auffälligen Umständen in Hamburg, wurde als fluchtverdächtig vor die Militärbehörde verbracht und sofort in ein dortiges InfanterieRegiment eingereiht. Der Vater erhob hiegegen Beschwerde, jedoch ohne Erfolg. Det Sohn muß vielmehr seine Dienstzeit in Hamburg ableisten. München, 15. April. Die Hinrichtung des wegen Raubmordes zum Tode verurtheilten Geigenmachers Anton Hornsteiner von Mittenwald fand heute Morgen zur festgesetzten Stunde im Hofe der Anger⸗ Frohnfeste statt. Der Delinquent narb, körperlich gebrochen, standhaft und reumüthig. 4 Fürth. Zur Illustration des „guten Ge⸗ schäflsganges“, von dem so oft die Rede ist, diene —VD soldatensiellen ca. 130 Bewerber gemeldet haben. zrößtentheils Kleinmeister aus dem Gewerbestande Ind der Kleinindustrie. Der Gehalt eines Polizei⸗ soldaten beträgt 900 M. pro Jahr. Es ist dies geioiß ein trauriges Zeichen unserer industriellen Verhältnisse. J Die Gewohnheit vieler Kaufleute, in der Correspondenz ꝛtc. die persönlichen Fürwörter aus⸗ zulassen, kann für den Betreffenden nachtheilige Folgen haben. Vom Reichsgericht ist ein an eigener Ordre gezogener und vom Bezogenen ange⸗ ammener Weqsel über 9000 M.: „Zahlen Sie u. s. w. an Ordre von selbst“ für nichtig erklärt worden, weil das Wörichen „uns“ fehlte. * EisenhahnschwellenausSchladen. Falls sich die nach dem „Centralblatte für den ‚euischen Holzhandel' angegebene Erfindung, Eisen ahnschwellen aus Schladen herzustellen, bewähren ollte erwächst unsern Wäldern eine gefahrliche Zoukurreng. Vornehmlich Eichen wurden zur Ge dinnung der Cisenbahnschwellen in den früheten Zeiten genommen, da selbe vermöge ihres Wider⸗ sjandes gegen Fäulnis am längsten ausdauerten. Der große Bedacf zog auch andere Holzgattungen zu diesem Zwecke heran, die mittelst Impraͤgnierun⸗ jaltbar gemacht wurden. Nunmehr werden nach obiger Quelle die bislang völlig werthlosen Schladen der Hüttenwerke in dieser Richtung verwerthet. Die Schlacken werden mittelst Glasflusses umgearbeiten in Schwellenform gebracht und nach Siemens'schem Verfahren gehärtet. Die angestellten Versuche sollen nach jeder Hinsicht befriedigt haben. Gictor Hugo's Glückwunss zur Bimarckfrriser) Daß under den Gru anten am Bismardtage sich auch Victor Hugo efunden habe, erfu Zeitung!. di hrt man durch di Ichkeit in Feirn ist e Weimarisch geiangt. —58 itz einer Absch sondere Freu e infachheit den e bereits * dieses n nRiese sendet dem Ki Dann —* Victor I emn Feinde, de iesen dee es weiter: gꝓa⸗ dich nmig —I dem F ruß. Der 88 Ich liebe di e Du hast e 5 schwiegst⸗ als di enn. ich bin ankreich ernied asse Mhmes mein 6 Glocke auf ne als Du p geraubte due Jahr — Thurme mei u Die den Eintrittt Deines Schrei . Ich rede, d nes du 70, ich dint in die 70 reibtischeẽ fich w a die dahinter. eo 7, die waee 3 N Weltgeschi eide verein enschheit “. ichte w t als als N n Geist. D — —— nie Macht, ich d die Wolte e. Du der aß und Sieget oder de el Ruhm. 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Handelstka Theilnah — erseits, d dardnne I— * der orbehaltlich en zu erwei nteressen⸗ der Gen eitern, auch ehmigung det Finanz⸗Kommission, eine Beihilfe zu der Ausstellung m Betrage von 100 000 Mark zu gewähren, und jur weiteren Bearbeitung dieser Angcelegenheit eint Zommission von neun Mitgliedern niederzusetzen Die Mitglieder dieser Kommission wurden in der üngften Sitzung des Kollegiums ernannt und treten am nächsten Mittwoch zusammen. Stettin, 12. April. Einen recht lustigen Berlaufnahm in Stolp i. P. eine Geldschrank⸗ Angelegenheit, mit welcher sich die städtischen Be⸗ Jöorden zu beschäftigen hatten und welche lebhaft an die Vorgänge in jener Stadt erinnert, weiche ein Rathhaus gebaut hatte und erst nach Fertig⸗ dellung desselben bemerkte, daß die Fenster darin ergessen waren. Das Sparlassen-Kuratorium in Stornp empfand es nämlich seit längerer Zeit, daß der Geldschrank der Kasse den jetzigen Verhältnisser nicht mehr entspräche. Es wurde also von den täbtischen Behörden die Anschaffung eines Geld— chrankes beschlossen. Dasselbe wurde in eine Schwere von 37—40 CEtr und zum Preise von 1860 Mark von einem Stolper Meister hergestell ind sollte in nächster Zeit aufgestellt werden. De tellte sich jedoch heraus, daß im Rathhaus keir zassender Raum zur Aufstellung des Schrankes vor zanden sei. Es wurde nun hin und her debattiri und in der letzten Sitzung der Stadtverordneten kam man zu dem Beschluß, den Geldschrank so jange im Spritzenhaus zu belassen, bis der Umbav des Rathhauses, vielleicht in zwei Jahren, vorge nommen werde. — Vorstehendes ist kein Aprilscherz ondern geschehen im Jahre des Heils 18885 in der hinterpommerschen Stadt Stolp. pNeue Rettungsjack. Plrofessor Dr. Benecke in Königsberg hat eine Rettungsjacke für der Gefahr des Ertrinkens ausgesetzte Personen er— funden, welche außerordentliche Vorzüge vor den bisher gebräuchlichen Korkgürteln, Korkwämsern ꝛc. besitzt. Ueder diesen neuen Rettungsapparat wird don amtlicher Stelle folgendes mitgetheilt: Die Benedeschen Rettungsjacken ähneln den Steppjacken enthalten aber zwischen Ober⸗ und Unterzeng zer— kleinerte Korkkohle eingenäht. Sie werden dadurch leichter als Korkwämser, sind schmiegsam, hindern deshalb nicht, wie diese, die Bewegung des Kör—⸗ yers und vertreten vollkommen einen Rock oder rine Unterjacke, indem sie, da das Oberzeug wasser— dicht gemacht ist, gegen Spritzwasser und Wind und infolge der schiechten Wärmeleitung der Kork— kohle auch gegen Kälte schützen. Die Korkkohle ist weich, etwa dreimal leichter als roher Kork und hat die gute Eigenschaft, viel langsamer Nässe auf⸗ junehmen als dieser. Sie wirkt deshalb viel kräf⸗ liger und dauernder mit ihrer Tragfähigkeit im Wasser als Kork, und es genügt ein sehr geringes Gewicht Korkkohle — schon 700 800 g-12 Pfd. — um einen starken, voll bekleideten und mit Wasserstiefeln versehenen Menschen mit Schultern und Kopf über Wasser zu halten. F Die Bismarc's — alte Schweden Belegentlich des 70. Geburtstagsfestes unseres Reichskanzlers sind belanntlich die Zweige der Lismard'schen Familie um den Fürsten versammelt gewesen. Von diesen Zweigen sind indeß, wie aus Schweden berichtet wird, nicht alle bei jener Belegenheit vertreten gewesen, denn es giebt in Schweden mehrere Bismatck's, welche der alten deutschen Familie entsiammen sollen und unter den Graiulanten gefehlt haben. So wohnen in Gothen zurg ein Herr M. Bismarck senior und junior, in dalmstad der Kaufmann F. E. Bismarck und in Kongsbacken der frühere Gastwirih C. Bismarck Die schwedischen Bismarck's machen, wie gesagt, Anspruch darauf, demselben Stamme anzugehören. der in Deutschland so kräftige Zweige trieb. Es wvird uns versichert, daß zuverlässige Leute den Stammbaum gesehen haben, der sich während vieler Jahre in dem Besitze des verstorbenen Fabrikanten F. G. Bismard in Kongsbacken befand, und der keinen Zweifel läßt über die Verwandtschaft zwischen diesem Zweige des alten Adelsgeschlechtes Bismarck das, in seinem Vaterland verbleibend, weltberühmt zjeworden ift, und dem Zweige, welcher in der Mitte des 17. Jahrhunderts nach Schweden ein⸗ wanderte und dort in der Bürgerklasse aufge⸗ zangen ist. 3 F Paris, 12. April. Vor den Pariser Ge— schworenen stand gestern eine kleine Modistin des ateinischen Viertels, welche mit einem Rechtsstu— hirenden Eugoöne Gomichon. ein zärtliches Verhält⸗ niß gehabt hatte. Als er ihr untreu wurde, suchte je sich mit Laudanum zu vergiften. Dann meinte fie sich zu rächen, indem sie sich in einer Bierkneipe uls Kellnerin verdang, es aber nur wenige Stunden aushielt und nun zu dem üblichen Revolver griff. Sie paßte dem Ungeheuer auf der Straße ab und als derselbe mit einem Freunde des Weges kam, richtete sie die Mordwaffe, zu deren Ankaufe Lucie Nicard, so hieß die Kleine, ihre besten Kleidungs⸗ stücke nach dem Pfandhause gebracht hatte, gegen ihn. Der Freund konnie die schlimmsten Folgen abwenden und Gomichon kam mit einer leichten Verletzung davon. Die Staatsanwaltschaft bean⸗ tragte die Verurtheilung der Verbrecherin; ihr Ver⸗ cheidiger hatte aber so netite und zärtliche Briefe des Paares verlesen, daß die Geschworenen, tief gzerührt wie immer, ihr Nichtschuldig sprachen und ducie Nicard mit der Untersuchungshaft für ihren Mordversuch davonkam. (GWerbungen für die Fremden— legion.) Dem Vernehmen nach machen in den ostlichen französischen Grenzdistrikten gegenwärtig die Werber für die französischen Fremdenregimenter gute Geschäfte. Erst vor ganz kurzer Zeit gingen mehrere große Transporte von Belfort nach Mar⸗ seille ab. Die Mannschaften werden zunächst in Algier gedrillt und später nach dem Oftasianischen Kriegsschauplatze geschickt. Leider sollen sich immer noch ziemlich viele Deutsche von den Franzosen an⸗ werben lassen. Im Interesse unserer Landsleute können dieselben gar nicht eindringlich genug ge— warnt werden, sich zu einem Schritte verleiten zu lassen, den sie in mindestens 99 unter 100 Fällen mit ihrem Untergange sühnen müssen. Häuser-Einsturz. Aus Newyork.,. 14. April, wird berichtet: Acht fünfstockige Ein⸗ wohnerhäuser, die hierselbst im Bau begriffen und nahezu fertig waren, sind infolge mangelhafter Fundamente eingestürzt. Eine Anzahl von Arbeitern vurde unter den Trümmern begraben, und 17 rugen Verletzungen davon, von denen einige einen ödtlichen Ausgang nehmen dürften. Außerdem werden sechs andere Arbeiter noch vermißt. F Die Fabrikation von Waffen hat in Amerika in der letzten Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen. Die Winchester Company beschäftigt gegenwärtig 1300 Arbeiter. Die Re— nington⸗Fabrik hat kürzlich eine bedeutende Bestel⸗ ung auf Gewehre aus dem Auslande erhalten. Die „Union Metallic Cartridge Co.“ ist ebenfalls nit Ausführung einer großen ausländischen Ordre beschäftigt. Die Ames Compagnie in Chicopee, Mass., hat, wie es heißt, von der russischen Re— zierung eine Ordre auf Anfertigung einer großen Quantität von Säbeln erhalten. t Ein Rekrutsimulirte Taubheit und wurde daraufhin längere Zeit im Militär⸗ azareth von den Aerzten beobachtet. Schon sollte )erselbe aus dem Dienst entlassen werden, als eines Tages ein vor ihm die Treppe hinab schreitender Arzt wie im Selbstgespräch äußerte: „Der Aermste st so zufrieden und hat keine Ahnung, daß er heute aus Versehen Gift einnahm.“ — Da schrie der angeblich Taube plötzlich auf und faßte mit beiden händen nach dem Magen. — „Kommen Sie, Freundchen,“ tröstete ihn der Arzt, „und lassen Sie ich in der Kaserne schnell ein Gegengift geben.“ Hemeinnütziges. Um Sprünge in gußeisernen Oefen zu chließen, soll man nach der „Zeitschrift für Ma—⸗ chinenbau und Schlosserei“ gute Holzasche durch ein feines Sieb gehen lassen und zu derselben das Jleiche Gemicht fein pulverisirten Thon nebst etwas ochsalz mischen. Diese Mischung wird alsdann nit Wasser angefeuchtet, so daß ein steifer Teig zebildet wird. mit welchem man den Sprung gut derstreicht. Dieser Kitt blättert nicht ab und bricht nicht entzwei, vielmehr wird er durch Erhitzen sehr hart. Beim Verstreichen muß das Eisen kalt oder doch nur lauwarm sein. Kitt für Messing auf Glas. C. Puscher empfiehlt in dem „Ind.Bl.“ einen sehr haltbaren Kitt zum Befestigen von Messing auf Glas, wel—⸗ her sich namentlich zum Aufkitten von messingenen Brennern auf die Glasbassins der Petroleumlampen eignen soll, da er für Petroleum undurchdringlich ist und auch in der Wärme nicht abspringt (von Wasser wird er oberflächlich angegriffen). Zur Herstellung dieses Kistes kocht man 1 Theil Aetz- datron und 8 Theile Kolophonium in 5 Theilen — vre — Wasser; es entsteht hierdurch ein stifenähnliches Produki, welches etwa mit der Hälfte seines Ge⸗ wichtes Gyps zusammengeknetet wird. Der so er— haliene Kiti erhärtet in lz —la Stunde. Schweinefleisch 50 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. — Pl., Kartoffeln per Zentner 1 M. WO Pf. Kaiserslautern, 14. April. (Fruchtmittelpreis und GBittualienmarkt. Weizen 9 Mk. 30 Pf., Korn 8 M. 17 Pf., Spelzlern — M. — Pf., Spelz 6 M. 38 Pf. Berste 8 M. 60 Pf. Hafer 7 M. 93 Pf. Erbsen O M — Pf. Widen 0O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗ samen — M. — uf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pi., 3 Pfd. 83 Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 88 Pf. Butter pro Bfd. 1 M. — Pf., Eier per Dtzd. 60 Pf., Kartoffeln per Zentner 2 M. — Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 75 Pf. I. Qual. 2 M. 50 f., Heu pro Ctr. 8 M. — Pf. ZLeeheu 0 M. — Pf. Dleanderbaum. Stiefelwichse. Gummikragen un Manschetten. Reinigen der Herrenlleider. Reinn der Kindersaugflaschen mit Gummischläuchen. 6 aitporzellan. Eis lange zu erhalten. Es zu * lleinern. Badeschwämme zu reinigen. Glat uͤ Porzellankitt. Fett⸗ und Schmußflecken aus Woln stoffen zu entfernen. Badsteinboden zu reinign Begen das Schimmeln der Flaschen · Etikelten. ẽn vorzüglich). Pflückhecht. Karioffeln mit Schwen braten im Backofen. Gepökelte Kalbskeule Kran— kuchen. Feines gemischtes Ragout. Kapusin Strudel. Küchenzettel. Räthsel. Fernsprehe ẽcho. Anzeigen. Probenummer gratis in oh— Buchhandlungen und der Geschafisstelle Fin Haus“ in Dresden · N. Notarieil deglaudigt An age 80.000. Wochenspruch: Sei immer mild! Mild, ist das Weib geboter Zum Friedensengel, demuthsvoll und rein. Verlange nichts, gieb alles, duld' und schweig Dein Opfer nicht — nur Deine Liebe zeige 2arktberichte. Zweibrücken, 16. April. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualiennarkt.) Weizen O M. — Pf. Korn 8 M. 37 9f Gerste zweireihige d M. — Pf., vierreihige O M. — Pi. Spelz o M. — Pf., Spelzkern — M. — Vf., Dinkel — mi. — pf. Mischfrucht 0 M. — Pf. Hafer 7 M 38 Pf. Erbsen O M. — Pf., Wicken 0O M. — Pf. deu 8 M. — Pf., Stroh JQual. 2 M. 40 Pf. II. Qual. i M. 80 Pf., Kartoffeln 1Me80 Pf., Weißbrod U/5 Kiloe 51 Pf., Kornbrod 8 Kilo 62 Pf. Gemischtbrod 8 Kilt 77 ppjf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual 60 Pf., jI. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 530 Pf. Hammel fleisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein J Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf., Butter !/2 Kilogr. 1 M. O8 Pj. Homburg, 15. April. (Fruchtmittelpreis und Viltua⸗ lienmnarkt. Weizen O M. — Pf., Korn 7M. 70 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Gerste 2reihige & M. — Pf., Gecste 4reihige O M. — Pf. dafer 7 M. 76 Pf., Mischfrucht 7 M. 90 Pf., Erbsen —M. — Pf. Wichen — M. — Pf., Bohnen 0 M. — pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 63 Pf., Gemischibrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch Pf. Rindfleisch 80 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammelneisch 60 Vf. — FJaei Das Neuene Das Neueste in Licitation. en, donnenschirmen Nachmittags 3 Uhr, zu Rohrbach in der Wirthschaft von Jacob Wagner, werden durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich dazu beauftragten kgl. Notar der Abtheilung wegen zu eigen ver teigert: Steuergemeinde Rohrbach: .. Plan Nr. 296, 12 à 60 qm Acer in der obern Spiztz; Plan Nr. 1423, 8 a 20 qm Wiese in den obern Wiesen neben Johann Jacob und Peter Habe rers Erben. Eigenthümer sind Die Kinder und Erden, bezw. deren Repräsentanten des zu Rohrbach derstorbenen Krämers Heinrich lam : a. aus dessen erster Che mit der verlebten Sarah Onirin, als: 1. die Repräsentanten der verlebten Tochter Maria Klam, gewesenen Ehefrau von Johann Gehring, Bergmann, in Rohrbach wohnhaft, Namens: Jo⸗ hanun und Peter Gehring, beide minderjährig, gewerblos, vertreten durch hren Vater, genannten Johann Geh— ring, als Haupwormund, und nachge⸗ nannten Friedrich Dahlem, als Neben⸗ vormund; 2. Sarah Klam, ge⸗ werblose Ehefrau von Peter Stalter, Schmelzarbeiter, beisammen auf dem St. Ingberier Eisenwerke, Stadtge⸗ meinde St. Ingbert wohnend; b. aus dessen Ehe mit der nach ihm verstorbe⸗ nen Margaratha Dudenhöffer, nämlich: 8. Margaretha Klam, zewerblose Ehefrau von Friedrich Dahlem,, Sandgräber, deisammen in Rohrbach wohnhaft; 4. Anna Nlam, gewerblose Ehefrau von Carl Wittmann, Angestellter, beisammen in Paris wohnhaft; 5. Caro⸗ line Klam, ledig, gewerblos, zu Rohrbach domicilirt, zur Zeit in Diensten zu Paris. Si. Ingbert, den 17. April 1885. Kemmer, k. Notar. Therese Mostoerbt, 87 Bahnhofstraße 87 St. Johann 87 Bahnhoffstraße 87. 2 Damen⸗Mauntel⸗Fabr damen⸗ Fabri — . X —XXXD elegantesten Geures⸗ Beisgroͤzter Auswahl, sauberer, eleganter Arbeit, und äußerst billige Preise unter Zusicherung s Bedienung. — — Für leichtere Accordarb⸗ und längere Beschäftigung wen— passende * Arbeitskräfte auf sofort gesucht. Unternehmer CGarl Sehroen aus Duisburg. 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Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 ⸗oaEinschließlich Tragerlohn; durch die Pos bezogen 1.4 78 4, einschliekli 0 ⸗Zustellungbgebuhrr. Die Einrückungsgebühr sur die 4gespallene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Juseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 H. Neclamen 30 3. Bei 4maliger Einrickung wird nur dreimalige berechnet. M 76. Sonntag, 19. April 1888. 20. Jahrg. Herat. Es scheint, daß in einem blutigen Wettkampfe der auch in Folge eines langwierigen diplomati⸗ hen, aber schließlich friedlich endigenden Streites ie Stadt und das Gebiet von Herat den eigent⸗ hen Zankapfel bilden würde, weshalb es angezeigt jcheint, Einiges über Herat zu berichten. Herat wdie östlichste, schönste und fruchtbarste Provinz on Afghanistan mit der Hauptstadt gieichen Na— nens. Herat liegt gerade beim Beginn des ge⸗ valtigen Hindukuschgebirges, hat daher weder das eiße Steppenklima, noch das reiche Bergklima. die Bewohner von Herat sind keine eigentlichen fghanen, sondern mit Turkmenen vermischte zerser und ist auch Herat nie vollständig Afgha⸗ istan einverleibt gewesen, sondern war immer ine Art Khanat unter afghanischer Oberherrschaft, vurde auch häufig von einem afghanischen Prinzen egiert. b Stadt Herat, Hauptistadt des Landes und Sitz der Centralbehörde, liegt im fruchtbaren, chönen Thal des Herirud, mit dem sie durch dasserleitungen verbunden ist, und bildet ein ingliches Viereck, das von einem an 15 Meier ohen Erdwall, um den ein Wassergraben läuft, ingeben ist und fünf wohl befestigte Thore enthält; jiese Erdwerke und Mauern würden aber einem uropdischen Heer um so weniger Widerstand ent⸗ zegenseten können, als die Stadt im Nordosten „on einem nahen Hügel überragt wird. Die dauptstraße geht vom Nordost⸗ zum Südthor, hier onzentrirt sich Handel und Verkehr, hier liegen ie Bazare und die Karawansereien; im übrigen iildet Herat ein Labyrinth von engen und schmutzi⸗ jen Gassen mit schmalen Häusern und von allerlei Unrath angefüllt. Auch der alte Palast ist unan⸗ ehnlich, die große Moschee in Verfall. Die Bau⸗ verle, aus der Blütezeit Herats, sind theils in ertrümmertem Zustand, theils ganz verschwunden; uuch in der Umgegend erinnern zahlreiche Ruinen mm den ehemaligen Glanz der Siadi. 28 Fur Handel und Verkehr ist Herat ziemlich xedeutend, auch besitzt es eine Industrie für orien⸗ alische Waffen, Teppiche, Tuche u. s. w. Das dertlichste von Herat ist aber dessen wunderbar hone, sehr fruchtbare umd gut angebaute Umge— ung wegen welcher die Perser Herat „Die Perle er Welt nennen. berat ist eine Stadt altperfischen Ursprungs ind haben fast alle Eroberer der alten Welt ihre ereszüge nach Indien bereits über Herat ge⸗ ommen. Später kam Herat mit Persien an die stabischen Chalifen, dann an die türlischen Sultane, yaäter an die Mongolen dann an die selbststandigen etsischen Schahs wurde dann wieder von den ghanen crobert. machte sich dann eine Fei lang arz unabhangig und kam dann wieder unter —X Herrschaft, wo es, wie schon erwähnt, ast inmer ein sugeranes Khanat bilbele Dasselb⸗ mfaßt einen Fiachenraum von 2000 Ehieilen —IIXB ; über letztere Zaht dwanlen indessen ¶die ¶ Angaben bedeutend un dreden manche Werke über Afghanision sogar don 100.000 Einwohnern, welche Angabe ader ent⸗ dieden zu hoch gegriffen erscheint. Die Einwohner⸗ ahl der Siadt Heroi selbst wird auf ca. 70,000 henten. indessen beruht auch diese Angabe mehr uf algemeinen Schäßungen, als auf wirklichen ählungen. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Muͤnchen, 15. April. Wenn bisher noch Jemand daran gezweifelt hat, daß die bahyerische tegierung eine pPhan mäßzige Organisation er Gewerbe durch die Fachvereine, die nur im kahmen des ganzen Reiches möglich ist, verhindern vill, so wird ihm die neuerliche Maßnahme, die en Schreiner⸗Fachverein mit der Auflösung be⸗ droht, wenn er nicht aus dem Centralverband austritt, eines Besseren belehren. Es ist danach janz offenbar, daß man die Centralisation dieser Vereine über das Reich zu verhindern mit allen Mitteln bestrebt ist. München, 16. April. Sr. Maj. der dönig haben verfügt, daß im Etatsjahre 1888 / 86 nus der Ersatzreserve 1. Klasse 2500 Mann zu iner ersten (zehnwöchigen), 1300 Mann zu iner zweiten (vierwöchigen) und 1200 Mann zu iner dritten (vierzehntägigen) Uebung einberufen ind die weiter nöthigen Ausführungsbestimmungen urch das Kriegsministerium zu treffen seien; ferner aß jenen Stabsoffizieren oder an Stelle solcher ungirenden Hauptleuten, welchen da, wo mehr ils eine Ersatzreserve · Kompagnie desselben Regiments m gleichen Uebungsorte sich definden, die Auffich iber diese Kompagnie übertragen ist, für diesen Dienstbereich die Disziplinarstrafgewalt in dem für en Kommandeur eines nicht selbstständigen Ba⸗ aillons festgesetztem Umfange und zwar auch für ie Folge beigelegt werde. Hiernach wurde nun estimmt: Es sind einzuziehen per Armeelorps zu iner ersten (zehnwöchigen) Uebung: bei der In⸗ anterie 1040 Mann, bei den Jaͤgern 600 Mann, zei der Fuß⸗Artillerie 100 Mann, bei den Pionie⸗ en 50 Mann; zu einer zweiten (A4wöchigen) Ueb⸗ ing: bei der Infanterie 600 Mann, bei den Jägern 30 Mann, bei der Fuß Artillerie 70 Mann, hbei den Pionieren 50 Mann und zwar in erster dinie Mannschaften, welche im Etatsjahre 1884885 um ersten Male geübt haben; zu einer driiten I14tägigen) Uebung: bei der Infanterie 300 Mann, hdei den Jagern 20 Mann, bei der Fuß ⸗Artillerie 50 Mann, bei den Pionieren 80 Mann und zwar in erster Linie Mannschaften, welche im Etatsjahre 1882/83 zum ersten Male geübt haben. — Hieran reihen sich die Bestimmungen“ für die Ausbildung der Ersatzreservisten 1. Klasse im Etatsjahre 18885/86. Berlin, 13. April. Die Gewerbeordnungs⸗ Zommission nahm den Antrag Ackermann auf Ver⸗ charfung des Paragraphen 100 e an, wonach die Regierung verpflichtet ist, einer Innung auf deren Antrag, das ausschließliche Recht auf Halten von ehrlingen zu ertheilen, sobald dieser Innung die hälfte der am Orte domicilirenden Gewerbetrei⸗ enden dieser Branche angehören. Berlin, 16. April. Nach der gestern im Keichstage abgegebenen Erklärung des Staatssekre⸗ ars im Reichsjustizamt, v. Schelling, darf man ie Hoffnung hegen, daß der bedauerliche Beschluß )»es Justizausschusses des Bundesraths, welcher die Wiedereinführung der Berufung ab⸗ ehnt, durch das Plenum abgeändert werden wird. Freilich ist das nur eine Hoffnung. Gegner der m Volke allgemein begehrten und von den prak⸗ ischen Juristen fast Reform ind hauptsachlich Bahern, Württemberg, Konigreich Sachsen und die thüringischen Staaten. Auslaud. Petersburg, 17. April. Komaroff tele⸗ araphirt, die Afghanen räumten sämmiliche Posten an den Grenzen. Die russischen Wachtposten be⸗ jogen wieder ihre früheren Stellungen. Lokale und proal⸗ische Nachrichten. — Aus der Pfalz, 17. April. Auf der 1885 zu Antwerpen siattfindenden Welt⸗Ausstellung tellen folgende Firmen der Pfalz aus: Badische Anilin- und Sodafabrik, Blech-⸗ und Emaillir⸗ vaarenfabrik Kirrweiler, Frankenthaler Maschinen und Armaturfabrik Klein, Schanzlin und Becer, FIrankenthaler Schulbankfabrik A. Lickroth und Comp., Ihr. Gemeinder in Pirmasens, Kammgarnspinnerei Zaiserslautern, Gebrüder Kayser in Kaiserslautern, E. Kern in Edenkoben, Gebr. Raab in Kaisers autern, E. V. Reverdy in Frankenthal, Rheinische Früchtenhandlung Biffar in Deidesheim, Scheurer ind Comp. in Ludwigshafen, Friedr. Seyier in Deidesheim. M. Wolff in Pirmasens. Im ganzen tellen 852 deuische Firmen. Ensheim, 16. April. Der Schulverweser A. Morio in Rohrbach wurde vom Gemeinderath zon Ensheim zum Lehrer für die DI. kath. Schul⸗ telle daselbst vorgeschlagen. — Zweibrückn, 18. April. Der Unter⸗ uchungsrichter am hiefigen k. Landgerichte beschäf igt sich schon seit langerer Zeit damit, den Ver⸗ jasser anonymer Schrifistücke zu ermitteln, durch velche das Glück einer hiesigen Familie gestoört vurde, und wenn es möglich gewesen gänzlich vernichtet worden wäre. Schon seit drei Jahren ꝛxrhielt ein jnnger Ehemann Briefe und offene Zorrespondenzlarten mii dem denkbar schmahlichsten Inhalte. Mit teuflischer Bosheit und Kaffinirtheit wurden demselben Dinge vorgeworfen, welche dazu dienen sollten, eine Ehescheidung der beiden Ehe⸗ eute zu bewerkstelligen. Durch anonyme Schreiben vurden die mit dem Verfolgten in Verbindung dehenden Geschaftsfirmen aufgehetzt, demselben den Kredit zu kündigen, indem dessen Vermögensver hältnisse als zerrüttet geschildelt und die Insolvenz als nahe bevorstehend bezeichnet wurde. Der Ano⸗— nymus ging in seiner Bosheit sogar so weit, seinem wehrlosen Opfer die Eröffnung zu machen, daß er nicht eher ruhen werde, bis derselbe vollstäͤndig ver⸗ aichtet sei. Die Untersuchung soll nun so weit zediehen sein, daz man dem Schuldigen auf der Zpur ist. Detr so schmählich verfolgien Familie chentt man hier die lebhafteste Theilnahme und ist entrüstet über die nichtswürdige Handlungsweise des mit fluchwürdigem Haffe und gemeinster vosheit erfüllten Verfolgers. — Zweibrücen, 17. April. Nächsten Sonntag wird dahier unter Leitung des Bejitks- Turnwartes, Heirn Weis von Pirmasens, ein Vorturnerkuxs des J. pfalzischen Turnbezirkes Pir. masens⸗Zweibrücken abgehalien werden. — Der Verstorbene Gutsbesitzer Theod. Stein⸗ netz vermachte seiner Heimathgemeinde Forst 7000 Mtk. und dem St. Johannisverein in Dürhk. jeim 4000 Mk. zu gemeinnützigen und wohlthä⸗ gen Zwecken. — Speyer, 15. April. Am 10. ds. M. feierie in voller Gesundheit der Forderer und Wohl⸗ hater der Pfalz, Herr Heinrich Hilgard (Villard) in Berlin, seinen 50jährigen Geburtstag. Bei dleser Gelegenheit sind ihm diele Beweise der Hoch achtung aus der Pfalz übersendet worben — —— Vermischtes. fSaarbrücken, 16. April. Vermiß! wird seit Dienstag die 18jährige Tochter des Johann Schmidt hier. * 4Wem Goit ein Amt gibt, dem gibt er auch Versiand. Der frühere Bezirksfeldwebel in Saarburg, jetzt kommissarischer Bürgermeister zu Freudenberg, ist nunmehr zum Lotkalschulinspektor ernannt worden. F'weißenburg,-14. April. Im Lauf dieser Woche fand das Müsterun gsgeschäf für den Aushebungsbezirk Weißenburg-Land dahier att. AUnter anderen wurden auch zwet Militär— pflichtige gemustert, von denen der eine das respek⸗ jable Gewicht von 239 Pfund hatte, während der andere nur 70 Pfund erreichte. 143 Worms. 186. April. Gestern Nachmittag erschoß sich im Bürrstädter Walde der prakt. Arz! Dr. AÄuerbach aus. Worms. Derselbe hatte sich Anfang dieses Jahres hier niedergelassen und sich durch sein liebenswürdiges, ansprechendes Wesen schon in der kurzen Zeit seines Hierseins zahlreiche Freunde erworben. Da obsolut kein Grund zu dem Selbstmorde vorliegt, kann nur momentane Geistesstdrung die Veranlassung zu der unseligen That gewesen sein. pKarlsruhe, 17. April. Heute Nach wurden in verbrecherischer Absicht Schwellen auf das Geleise der Karlsruhe ˖ Durlacher Dampfbahn gelegt. Glücklicherweise hatte der Zug nur eint geringe Geschwindigkeit und nur die Lokomotive enigleiste. Niemand wurde verletzt. Eine Unter⸗ suchung ist eingeleitet. München, 16. April. Ein echter Sohnm Albions, der auf der Durchreise nach Wien am vergangenen Montag hier verweilte und sich die Sehenswuͤrdigkeiten der Stadt oberflaͤchlich besah, besuchte u. A. auch das Hofbräuhaus. Dort mußte der ihn begleitende Führer fünf Liter Bier —V— genoß; er wollte vielmehr nur den Durst eines Muünchener kennen lernen und loͤschen. Der ehemalige Leiter der Gewandhauskonzerte in Leipzig, der große Violinvirtuose Ferdinand David, welcher vor eiwa 12 Jahren starb, hatte eine seltene Geige hinterlassen, einen echten Guer⸗ narius. Dieses Instrument ist jetzt durch Kauf für die Summe bon 16,280 Mark an Floerian Zazek, Professor am Konfersatorium in Straßburg, über⸗ gegangen. . 4Die preußische Fahne in Prag verboten Aus Prag wird der Wiener „Deutschen Ztg. hom 13. d. Mts. gemeldet: „Die erste Aufführ⸗ und des „Feldprediger“ fand im hiesigen deutschen dandestheater vor ausverkauftem Hause statt, wel⸗ hes die Novität sehr beifallig aufnahm. Da an dem mit stürmischen Beifall aufgenommenen Schlusse des zweiten Altes preußische Landwehrsoldaten mit jhrer Fahne auf der Bühne erscheinen, so sah sich die Polizei veranlaßt, bei der gestrigen Wieder— holung der Vorstelluug die preußische Fahne zu verbieten · 67 Mal vergiftet.) Wie das „Inns brucker Tageblatt“ berichtet, hat ein Gattenmord, der in den letzten Tagen in Werms GBezirl Imst) berübt wurde, in der dortigen Gegend Sensation hervorgerufen. Eine 24jährige Bauersfrau brachte hrem 837jährigen Manne, mit dem sie erst sei ovember vor. Jahres verheirathet isi, wie es heißt 36 Mal sogenanntes Fliegengift bei, um ihn aut der Welt zu schaffen. Der Mann kränkelte in Folge dessen und wurde von seiner Gattin nach dem Gnadenorte Strengen zu einem Mirakelbilde entsendet, um dort Hilfe zu finden. Als Weg- zehrung gab sie ihm wieder eine vergiftete Speise mit. Als er sehr unwohl nach Hause zurücklehrte, bereitete sie ihm einen Kaffee, vergiftete denselben neuerdings und erreichte mit dem 37. Vergiftungs⸗ versuche am 24. März ihr Ziel. Nachdem der Tod eingetreten war, ging die Frau zum Pfarrer und verlangte, daß die irdischen Ueberreste ihres Mannes binnen 24 Stunden aus dem Hause ge— schafft und für ihn drei Aemter gesungen werden. Auf eine Anzeige hin wurde jedoch eine Untersuch⸗ uing eingeleitet und die Mörderin sammt einer der deifershelferschaft beschuldigten Magd verhaftet die Bäuerin soll bereits ein Geständniß abgelegt haben. Eine wunderliche Mode, die von Paris kommt, sind die neuesten Frühjahrshüte für Damen, als Helmen von Goldblech oder Stahl, mit einer Feder auf der Spitze, bestehend, wunderbare Aus— geburten einer barocken Phantasie. Aber noch ver ⸗ rückter sind die Helme von Baumrinde, überwucherl von einer Blumenconfusion. Auch dem Sport widmet die Tyrannin Mode eine neue Pikanterie der Kopfbedeckung: ein Baret in Form einer Jodeh mültze mit den Farben des Pferdebereiters; der zu⸗ rüdgeschlagene Schirm zeigt in Malerei ein Sportscene. Franzosischer Chauvinismus. In Mentone dem bekannien Kurorle, der seit 1860 zu Frankreid gehört, hielt sich, wie der „Köln. Zig., geschrieben wird, vor Kurzem zur Starkung seiner Gesundheit ein alter preußischer Grundbesitzer mit Frau und Dienerschaft auf. Infolge eines Schlaganfalles isi er genoͤthigt, sich beim Gehen auf den Arm seines Dieners zu stützen. Dieser, ein früherer Kürassier, trug hier eine graue, mit grünem Tuche besetzie Lidroͤe und die franzosische Bevöllerung glaubie darin eine preußische Uniform zu sehen. Natürlich mißfiel dies und die militärische Halt:mg des jungen Menschen verstimmte noch mehr. Man riei ihm gelegentlich ein „ehien de Prussien“ nach man spie sogar vor ihm aus, allein er verschwieg es seiner Herrschaft. Als nun vor ewa vierzehn Tagen der alte Herr von diesem geführt, aus der deuischen Kirche trat, wurde letzterer von einer mmer wachsenden Volksmenge verhöhnt und auf⸗ gefordert, seine Uniform auszuziehen; ein Schutz nann endlich riß ihn mit roher Gewalt an sich sodaß der alte Hert bei Seite geschleudert wurde und hilflos zurüdgeblieben wäre, wenn nicht seint Frau, auch aus der Kirche kommend. herbeieilend ihn nach dem Gasthofe zurückgeführt hätte. Der Diener, der in sicheres Gewahrsam gebracht werden sollte, wurde auf Verwendung zweier hier wohlbe⸗ kannier Herren freigelassen. Auf die sofort einge— reichte Beschwerde sandte die hiesige A erst nach zwei Tagen eine Antwort, in der die jrrthümliche Verhaftung des Dieners bedauer wurde. die Gefahr, in welcher der alte Herr ge— bracht war, dem die Erregung einen neuen Schlag⸗ anfall hätte zuziehen können, war in dem Schreiben mit keinem Worte erwähnt. Nur in Frankreid kann ähnliches vorkommen und in so ungenügender Weise gerügt werden, in Frankreich, das fich rühmt an der Spitze der Zivilisation zu stehen. — — richt. e Ensheim, 10. April. (Viltualienmarkt.) Butter per /5 Kilo 1M. 10 Pf. Eier per Dutzend 60 v. Kartoffeln per 50 Kilo 4 M. 80 Pij. tur die Vedattion verantwortlich: F. X. Demeß. ——————— Dianinos billig, baar oder Rater kFabrik Feidenslaufer, Berlin eiffe II Sounenschirwen Das Logis, welches Herr k. Studienlehrer Sieber bewohnt, ist, bis 1. 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Schreiber, Hof lieferant Sr. Majestat des Konigs v Zpanien bei, worauf wir besonder aufmerkiam machen. kin Mort 2n Also welche Frangsis cnomsce Isese nisch, Russisch oder Spanisch wirklid sjprechen lernen wollen. Grati⸗ und franco zu beziehen durch die XXVLV Leipzig. F7T M&mee in St. AInaboert terzuFJunseririe⸗ nlIait⸗ RNr. 3. 1nt4a Druck und Ballog von st. Jugbherter Amziger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 9— St. Jugberter Aunzeiger“ erscheint wbchentlich fuufmal: Um Montag, Dieunstag, Donnerstag, Tamstag und Sonutag; 2mal wbchentlich nit Unterhaltunge⸗ zlatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljührlich 1 AM 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Pos bezogen 144 75 4, einschließli —T Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmsndzeile oder deren Raum beträgt bei Juseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Ausksanft ertheilt, I3 4. Neelamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nir dreimalige berechnet. M 76. — Sonntag, 19. April 18883. 20. Jahrg. Herat. Es scheint, daß in einem blutigen Weitkampfe der auch in Folge eines langwierigen diplomati⸗ hen, aber schließlich friedlich endigenden Streites je Stadt und das Gebiet von Herat den eigent⸗ ichen Jankapfel bilden würde, weshalb es angezeigt erscheint, Einiges über Herat zu berichten. Herat ist die östlichste, schönste und fruchtbarste Provinz hon Afghanistan mit der Hauptstadt gleichen Na⸗ mens. Herat liegt gerade beim Beginn des ge⸗ waltigen Hindukuschgebirges, hat daher weder das seiße Steppenklima, noch das reiche Bergklima. die Bewohner von Herat find keine eigentlichen ufghanen, sondern mit Turkmenen vermischte Perser und ist auch Herat nie vollstandig Afgha⸗ nistan einverleibt gewesen, sondern war immer eine Art Khanat unter afghanischer Oberherrschaft, wurde auch häufig von einem afghanischen Prinzen tegiert. u Stadt Herat, Hauptstadt des Landes und Sitz der Centralbehörde, liegt im fruchtbaren, chönen Thal des Herirud, mit dem sie durch Wasserleitungen verbunden ist, und bildet ein angliches Viereck, das von einem an 15 Meter hohen Erdwall, um den ein Wassergraben läuft, umgeben ist und fünf wohl befestigte Thore enthält; diese Erdwerke und Mauern würden aber einem europaischen Heer um so weniger Widerstand ent⸗ jegensezen können, als die Stadt im Nordosten don einem nahen Hügel überragt wird. Die hauptstraße geht vom Nordost zum Südthor, hier sonzentrirt sich Handel und Verkehr, hier liegen die Bazare und die Karawansereien; im übrigen bildet Herat ein Labyrinth von engen und schmutzi⸗ jen Gassen mit schmalen Häusern und von allerlei Untath angefüllt. Auch der alte Palast ist unan⸗ ehnlich. die große Moschee in Verfall. Die Bau⸗ verle, qus der Blütezeit Herats, sind theils in ertrümmertem Zustand, theils ganz verschwunden; mich in der Umgegend erinnern zahlreiche Ruinen in den ehemaligen Glanz der Stadi. Faur Handel und Verlehr ist Herat ziemlich iedeutend, auch besitzt es eine Industrie für orien⸗ lalische Waffen, Teppiche, Tuche u. s. w. Das hertlichste von Herat ist aber dessen wunderbar hone, sehr fruchtbare und gut angebaute Umge⸗ bung, wegen weicher die Perser Herat Die Petle der Welt nennen. Herat ist eine Stadt alipersischen Ursprungs und haben fast alle Eroberer der aͤlten Welt ihre heereizuge nach Indien bereits uüͤber Herat ge— ommen. Später kam Herat mit Perfien an die nabischen Chalifen, dann an die kürlischen Sultane, spüter an die Mongolen, dann an die selbstständigen —X Schahs, wurde dann wieder von den Iighanen erobert, machte sich dann eine Zeit lang hanz unabhängig und kam dann wieder unter Iehanische Herrschaft, wo es. wie schon erwähnt, sas immer ein suzeränes Khanat bildete. Dasselbe umfaßt einen Flächenraum don 2000 Meilen mit 800, 000 Einwohnern; üͤber letztere Zahi qhwanlen indessen die Angaben bedeutend und prechen manche Werke über Afghanistan sogar don —W Einwohnern, welche Angabe aber ent⸗ chieden zu hoch gegriffen erscheint. Die Einwohner . der Siadi Herai selbst wird auf ca. 70,000 38— indessen beruht auch diese Angabe mehr tmeinen Schatzungen, als auf wirklichen Politische Uebersicht. Deuntsches Reich. Munchen, 15. April. Wenn bisher noch Jemand daran gezweifelt hat, daß die bayerische Regierung eine pPlanmäßige Organisation der Gewerbe durch die Fachvereine, die nur im Rahmen des ganzen Reiches möglich ist, verhindern will, so wird ihm die neuerliche Maßnahme, die den Schreiner⸗Fachverein mit der Auflösung be—⸗ droht, wenn er nicht aus dem Centralverband austritt, eines Besseren belehren. Es ist danach janz offenbar, daß man die Centralisation dieser Vereine über das Reich zu verhindern mit allen Mitteln bestrebt ist. Muͤnchen, 16. April. Sr. Maj. der König haben verfügt, daß im Etatsjahre 1888 / 86 aus der Ersatzreserve 1. Klasse 2500 Mann zu einer ersten (zehnwöchigen), 1300 Mann zu einer zweiten (vierwöchigen) und 1200 Mann zu einer dritten (vierzehntägigen) Uebung einberufen und die weiter nöthigen Ausführungsbestimmungen durch das Kriegsministerium zu treffen seien; ferner daß jenen Stabsoffizieren oder an Stelle solcher jungirenden Hauptleuten, welchen da, wo mehr als eine Ersatzreserve Kompagnie desselben Regiments am gleichen Uebungsorte fich befinden, die Aufficht über diese Kompagnie übertragen ist, für diesen Dienstbereich die Disziplinarstrafgewalt in dem für den Kommandeur eines nicht selbstständigen Ba— aillons festgesetztem Umfange und zwar auch für die Folge beigelegt werde. Hiernach wurde nun hestimmt: Es sind einzuziehen per Armeekorps zu einer ersten (zehnwöchigen) Uebung: bei der In⸗ fanterie 1040 Mann, bei den Jägern 600 Mann, bei der Fuß⸗Artillerie 100 Mann, bei den Pionie⸗ ren 50 Mann; zu einer zweiten (4wöchigen) Ueb⸗ ung: bei der Infanterie 600 Mann, bei den Jägern 80 Mann, bei der Fuß.Artillerie 70 Mann, hei den Pionieren 50 Mann und zwar in erster dinie Mannschaften, welche im Etatsjahre 188485 jum ersten Male geübt haben; zu einer dritten 141ägigen) Uebung: bei der Infanterie 500 Mann, bei den Jägern 20 Mann, bei der Fuß ⸗Artillerie 50 Mann, bei den Pionieren 30 Mann und zwar in erster Linie Mannschaften, welche im Etatsjahre 1882/83 zum ersten Male geübt haben. — Hieran reihen sich die Bestimmungen für die Ausbildung der Ersatzreservisten 1. Klasse im Etatsjahre 1888 / 86. Berlin, 13. April. Die Gewerbeordnungs⸗ Zommission nahm den Antrag Ackermann auf Ver⸗ schärfung des Paragraphen 100 e an, wonach die Regierung verpflichtet ist, einer Innung auf deren Antrag das ausschließliche Recht auf Halten von dehrlingen zu ertheilen, sobald dieser Innung die hälfte der am Orte domicilirenden Gewerbetrei⸗ henden dieser Branche angehören. Berlin, 16. April. Nach der gesflern im Reichsstage abgegebenen Erklärung des Staatssekre— särs im Reichsjustizamt, v. Schelling, darf man die Hoffnung hegen, daß der bedauerliche Beschluß des Justizausschusses des Bundesraths, welcher die Wiedereinführung der Berufung ab— lehnt, durch das Plenum abgeandert werden wird Freilich ist das nur eine Hoffnung. Gegner der m Volke allgemein begehrten und von den prak⸗ ischen Juristen fast einstimmig empfohlenen Reform ind haupisachlich Bahern, Württemberg, Koͤnigreich SZachsen und die thürindischen Staaten Auslaud. Vetersburg, 17. April. Komaroff tele⸗ graphirt, die Afghanen räumten sämmiliche Posten an den Grenzen. Die russischen Wachtposten be⸗ zogen wieder ihre früheren Stellungen. — — — — Lokale und pfaälzische Nachrichten. — Aus der Pfalz, 17. April. Auf der 1885 zu Antwerpen siattfindenden Welt⸗Ausstellung dellen folgende Firmen der Pfalz aus: Badische Anilin- und Sodafabrik, Blech⸗ und Emaillir⸗ waarenfabrik Kirrweiler, Frankenthaler Maschinen und Armaturfabrik Klein, Schanzlin und Becker, Frankenthaler Schulbankfabrik A. Lickroth und Comp., Thr. Gemeinder in Pirmasens, Kammgarnspinnerei Zaiserslautern, Gebrüder Kayser in Kaiserslautern, E. Kern in Edenkoben, Gebr. Raab in Kaisers⸗ lautern, E. V. Reverdy in Frankenthal, Rheinische Früchtenhandlung Biffar in Deidesheim, Scheurer und Comp. in Ludwigshafen, Friedr. Seyler in Deidesheim, M. Wolff in Pirmasens. Im ganzen stellen 852 deuische Firmen. Ensheim, 16. April. Der Schulverweser A. Morio in Rohrbach wurde vom Gemeinderath von Ensheim zum Lehrer für die III. ktath. Schul⸗ stelle daselbst vorgeschlagen. — Zweibrücken, 185. April. Der Unter⸗ suchungsrichter am hiesigen k. Landgerichte beschäf⸗ tigt sich schon seit längerer Zeit damit, den Ver⸗ fasser anonymer Schriftstücke zu ermitteln, durch welche das Glück einer hiesigen Familie gestört wurde, und wenn es möglich gewesen gänzlich bdernichtet worden wäre. Schon seit drei Jahren erhielt ein jnnger Ehemann Briefe und offene sKorrespondenzkarten mit dem denkbar schmählichsten Inhalte. Mit teuflischer Bosheit und Raffinirtheit wurden demselben Dinge vorgeworfen, welche dazu dienen sollten, eine Ehescheidung der beiden Ehe⸗ seute zu bewerkstelligen. Durch anonyme Schreiben wurden die mit dem Verfolgten in Verbindung ehenden Geschaäftsfirmen aufgehetzt, demselben den Kredit zu kündigen, indem dessen Vermögensver⸗ hältnisse als zerrüttet geschildelt und die Insolvenz als nahe bevorstehend bezeichnet wurde. Der Ano⸗ nymus ging in seiner Bosheit sogar so weit, seinem wehrlosen Opfer die Eroffnung zu machen, daß er nicht eher ruhen werde, bis derselbe vollständig ver⸗ nichtet sei. Die Untersuchung soll nun so weit gediehen sein, daß man dem Schuldigen auf der Spur ist. Der so schmählich verfolgien Familie schenkt man hier die lebhafteste Theilnahme und ist entrüstet über die nichtswürdige Handlungsweise des mit fluchwürdigem Hasse und gemeinster Bosheit erfüllten Verfolgeerßs. — Zweibrücken, 17. April. Nächsten Sonntag wird dahier unter Leilung des Bezirks⸗ Turnwartes, Herrn Weis von Pirmasens, ein Vorturnerlurs des J. pfaͤlzischen Turnbezirkes Pir⸗ masens⸗Zweibrücken abgehalten werden. — Der Verstorbene Gutsbesitzer Theod. Stein⸗ metz dvermachte seiner Heimathgemeinde Forst 7000 Mtk. und dem St. Johannisverein in Dürt⸗ heim 4000 Mk. zu gemeinnützigen und wohlthä⸗ tigen Zwecken. — Speyer, 185. April. Am 10. ds. M. feierte in voller Gesundheit der Förderer und Wohl⸗ thäter der Pfalz, Herr Heinrich Hilgard GVillard) in Berlin, seinen 50jährigen Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit sind ihm viele Beweise der Hoch⸗ achtung aus der Pfalz ühersendet worden Vermischtes. fSaarbrücken, 16. April. Vermißt wird seit Dienstag die 18jährige Tochter des Johann Schmidt hier. 9— Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Bersiand.“ Der frühere Bezirksfeldwebel in Saarburg, jetzt kommissarischer Bürgermeister zu Freudenberg, ist nunmehr zum Lolalschulinspeltor rnannt wordn. fxWeißenburg, 14. Aprjl. Im, Laufe dieser Woche fand das Musteruüngsgeschäft ur den Aushebungsbezirk Weißenburg⸗Laͤnd dahier tatt. Unter anderen wurden auch zwei Militär⸗ flichtige gemustert, von denen der eine das respek⸗ jable Gewicht von 239 Pfund hatte, während der indere nur 70 Pfund erreichte. 4 Worms, 186. April. Gestern Nachmittag erschoß sich im Bürrstädter Walde- der prakt. Arzt Dr. Auerbach aus Worms. Derselbe hatte sich Anfang dieses Jahres hier niedergelassen und fich durch sein Aiebenswürdiges,ansprechendes Wesen schon in der kurzen Zeit seines Hierseins zahlreiche Freunde erworben. Da 'obsolut kein Grund zu dem Selbstmorde vorliegt, kannnur momentane Beistesstörung die Veranlafsung zu der unseligen That gewesen sein. Karlsruhe, 17. April. Heute Nacht vurden in verbrecherischer Absicht Schwellen auf zas Geleise der Karlsruhe-Durlacher Dampfbahn gelegt. Glücklicherweise hatte der Züg nur eine zeringe Geschwindigkeit und nur die Lokomotive ntgleiste. Niemand wurde verletzt. Eine Unter⸗ ruchung ist eingeleitet. dMuünchen, 16. April. Ein echter Sohn Albions, der auf der Durchreise nach Wien am vergangenen Montag hier verweilte und ich die Sehenswürdigkeiten der Stadt —XL zefah, besuchte u. A. auch das Hofbräuhaus. Dort nußte der ihn begleitende Führer fünf Liter Bier rinten, ohne daß der Lord auch nur einen Tropfen Jenoß; er wollte vielmehr nur den Durst eines Münchener kennen lernen und löschenn. pDer ehemalige Leiter der Gewandhauskonzerte m Leipzig, der große Violinvirtuose Ferdinand David, welcher vor etwa 12 Jahren starb, hatte ine seltene Geige hinterlassen, einen echten Guer⸗ narrus. Dieses Instrument ist jetzt durch Kauf für ie Summe von 16.280 Mark an Florian Zazek, Professor am Konfersatorium in Straßburg, über⸗ gegangen. Die preußische Fahne in Prag verboten. Aus Prag wird der Wiener Deuischen Zig.“ vom 13. d. Mts., gemeldet: „Die erste Aufführ—⸗ uing des „Feldprediger“ fand im hiesigen deutschen ꝛandestheater vor ausverkauftem Hause statt, wel⸗ hes die Novität sehr beifällig aufnahm. Da an )em mit stürmischen Beifall aufgenommenen Schlusse )es zweiten Aktes preußische Landwehrsoldaten mit ihrer Fahne auf der Bühne erscheinen, so sah sich die Polizei veranlaßt, bei“ der gestrigen Wieder⸗ jolung der Vorstelluug die preußische Fahne zu detbieitene. 767 Mal vergiftet.) Wie das „Inns⸗ hrucker Tageblatt“ berichtet, hat ein Gattenmord, zer in den letzten Tagen in Werms (Bezirk Imst) nerübt wurde, in der dortigen Gegend Sensation zervorgerufen. Eine 24jährige Bauersfrau bdrachte hrem 837jährigen Manne, mit dem sie erst seit stobember bor. Jahres verheirathet ist, wie es heißt, 36 Mal sogenanntes Fliegengift bei, um ihn aus der Welt zu schaffen. Der Mann kränkelte in Folge dessen und wurde von seiner Gattin nach em Gnadenorte Strengen zu einem Mirakelbilde ntsendet, um dort Hilfe zu finden. Als Weg—⸗ ehrung gab sie ihm wieder eine vergiftete Speise nit. Als er sehr unwohl nach Hause zurückkehrte, vereiteie sie ihm einen Kaffee, vergiftete denselben neuerdings und erreichte mit dem 87. Vergiftungs- »ersuche am 24. März ihr Ziel. Nachdem der Tod eingetreten war, ging die Frau zum Pfarrer uind verlangte, daß die irdischen Ueberreste ihres Mannes binnen 24 Stunden aus dem Hause ge⸗ chafft und für ihn drei Aemter gesungen werden. Nuf eine Anzeige hin wurde jedoch eine Untersuch— ing eingeleitet und die Mörderin sammt einer der Zelfershelferschaft beschuldigten Magd verhaftet. die Bäuerin soll bereits ein Geständniß abgelegt jaben. 4 Eine wunderliche Mode, die von Paris ommt, sind die neuesten Frühjahrshüte für Damen, us Helmen von Golddlech oder Stahl, mit einer zeder auf der Spitze, bestehend, wunderbare Aus⸗ seburten einer barocken Phantasie. Aber noch ver⸗ ückter sind die Helme von Baumrinde, überwuchert on einer Blumenconfusion. Auch dem Sport widmet die Tyrannin Mode eine neue Nikan⸗rie der Kopfbedeckung: ein Baret in Form einer Jodeh. nütze mit den Farben des Pferdebereiters; der zu⸗ rücgeschlagene Schirm zeigt in Malerei ein⸗ Sportscene. — Französischer Chauvinismus. In Mentone dem bekannien Kurorte, der seit 1860 zu Franlteig zehört, hielt sich, wie der „Köln. Zig., geschrieben wird, vor Kurzem zur Starkung seiner Gesundheit ein alter preußischer Grundbesitzer mit Frau und Dienerschaft auf. Infolge eines Schlaganfalles is er genöthigt, sich beim Gehen auf den Arm seinez Dieners zu stützen. Dieser, ein früherer Kürassier trug hier eine graue, mit grünem Tuche beseßzte Livroe und die franzdsische Bevölkerung glaudte darin eine preußische Uniform zu sehen. Natürlich mißfiel dies und die militärische Haltung dei ungen Menschen verstimmte noch mehr. Man rie— ihm gelegentlich ein „ehien de Prussien“ nadh, man spie sogar vor ihm aus, allein er verschwieh ns seiner Herrschaft. Als nun vor etwa vierzehn Tagen der alte Herr von diesem geführt, aus der zeulschen Kirche trat, wurde letzterer don einer mmer wachsenden Volksmenge verhoͤhnt und auf⸗ Jefordert, seine Uniform auszuziehen; ein Schuß— mann endlich riß ihn mit roher Gewalt an sich sodaß der alle Herr bei Seite geschleudert wurde ind hilflos zurückgeblieben wäre, wenn nicht seine Frau, auch aus der Kirche kommend, herbeieilend, yn nach dem Gasthofe zurückgeführt hätte. Der Diener, der in ficheres Gewahrsam gebracht werden sollte, wurde auf Verwendung zweier hier wohlbe. tannter Herren freigelassen. Auf die sofort einge⸗ reichte Beschwerde sandte die hiesige Polizeibehörde erst nach zwei Tagen eine Antwort. in der die xxthümliche Verhaftung des Dieners bedauer wurde. Die Gefahr, in welcher der alte Herr ge— hracht war, dem die Erregung einen neuen Schlag⸗ anfall hätte zuziehen können, war in dem Schreiben nit keinem Worte erwähnt. Nur in Franlkreich ann ähnliches vorkommen und in so ungenügender Weise gerugt werden, in Frankreich, das sich rühmt. n der Spike der Zivilisation zu stehen. ebe richt. e Ensheim, 16. April. (Viktualienmarkt.) Butten per 2/, Kilo 1 M. 10 Pf. VFier per Dutzend 60 vi artoffeln per 50 Kilo 4 M. 80 Pf. Abr dre⸗ N.daktion veran“wortlich: F. X. Demeß. — M“ä— !“‘“—“’«&»««ëê’ê—’ê— 7 777 V———————“—“—“—“—‘“— — faninos billig, baar oder Rater Tabris Weidenslaufer, Berlin b8onnechirmen Das Logis, welches Herr k. Studienlehrer Sieber bewohnt, ist, bis 1. Juni beziehbar, anderweit zu vermiethen. Josef Uhl, Bäcer, 9 Unterstadt. Einige Schlosser myfieblt in großer Auswahl au den billigsten Vreisen Hermann Laur. Schuhhändler. Rxronen-Guollo Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- graphie rorkommenden und Kesselschmiede können Beschäftigung erhalten bei I. JI. Wexland in St. Ingbert. Kartoffeln 2u Obersalabrunn ĩ. Sohl. vird arztlicherseits empfohlen gogen Nieren- und Blasenleiden, Gries und Steinbeschwerden, die verschiedenen Formen der Gieht, sowio Gelenk- eumatismus. Perner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkopfes ind der Lungen, gegen Magen- und Darmkatarrhe. — — In den oerston Versandjahren vurden vorschickt: —4 — die Kronenpuelle ist dureh alle Mineralwasserhandlungen u. Apotheken zu bezienen. rochuren mit Gebrauchanweisung versendet auf Wunsch gratis u. franco: die Admiristratinn der Kronen Ouelle, Obersalzruun i. Sihl. Druckarbeiten empfiehlt sieh dio Euch⸗ und Steindruckerei F. X. Domeotz Verlag deet.Ingborter Anseiger) 8t. Inabert. A;l Fries. Für leichtere Accordarbeit und längere Beschäftigung werden passende 2 Arbeitskräfte uuf sofort gesucht. Unternehmer Carl Sehroera. aus Duisburg. 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Ddie Gewerbeordnungskomission ahm am Samslag den 8 1000 in der Fassung q daß im Bezirk einer auf dem Gebiet des Lehr⸗ ngswesens bewährten Innung Streitigkeiten aus en Lehrberhältnissen durch die Innungsbehörden eschlichtet werden können, auch wenn der Arbeit- eber der Innung nicht angehört. Die Bestimm⸗ iig stellt ein ganz neues Princip auf, indem sie jde Arbeitgeber zwingt, Recht zu nehmen von ger Stelle, welche von vornherein jenen feindlich egenübersteht. Deutschland und Oesterreich haben der Pforte migetheilt, sie würden den Berliner Vertrag für ull und nichtig erklären, wenn sie der russischen der englischen Flotte gestattete, den Bosporus zu assiren. In München scheint es ernstlich zu kriseln, chreibt das „Berl. Tagbl.“ Nach dem Kriegs- unister scheint auch der Finanzminister abgehen zu ollen. Ein längerer Urlaub nach Italien, den err v. Riedel vor Kurzem genommen hat, heint für die Wahrscheinlichkeit einer Demission u sprechen. Schon vor einigen Monaten sprach nan, nach der „Voss. Ztg.“, davon, daß die Stell⸗ ing des Herrn v. Riedel erschüttert sei, weil die luszahlung der bei dem Bau des bekannten, pracht⸗ ollen und überaus kostspieligen königlichen Schlosses n Herrenchiemsee beschäftigten Arbeiter und Be— mten vom Finanzministerium statt von der könig— chen Kabinetskasse erfolgt sei. Das jetzt wieder nftauchende Gerücht scheint sich auf neue Schwierig⸗ ziten zu beziehen, auf welche die königliche Ka- inetskasse gestoßen ist. Vor längerer Zeit wurde urch ein Konsortium, zu dem die Bayerische Hypo⸗ yeken⸗· und Wechselbank in München gehörte, ein nanzielles Arrangement mit der Kabinetskasse ge⸗ roffen, durch welches der Finanzminister v. Riedel ewisse Verpflichuungen übernahm. Wie nun er⸗ ahlt wird, ist derselbe dadurch in große Verlegen⸗ seeiten gekommen, daß neuerdings Forderungen — aan spricht von einer enormen Summe — vorge— XD gent nicht in Aussicht hatte nehmen können. *Generalfeldmarschall Frhr. v. Manteuffel at in seiner Eigenschaft als kommandirender zeneral des 15. Armeekorps (Elsaß⸗ Lothringen) a der Person des Generallieutenants v. Henduck, kommandeur der Kadallerie-Division in Meßz, einen Stellvertreter erhalten. Man nimmt an, daß diese Naßregel die Einleitung zu der von Herrn v. Man⸗ zuffel längst beabsichtigten Niederlegung seines domandos bildet; übrigens ist die Ernennung mes Stellvertreters für einen kommandirenden —XXB Das kaum hecrgestellte friedliche Einvernehmen wischen Frankreisch und China droht bereits bieder bedenklich erschüttert zu werden. Einer Neldung der Pariser offiziösen „Agence Havas“ ufolge lassen die neuesten Nachrichten aus china neue Zwischenfälle befürchten und zwar in⸗ olge der dem Admiral Courbet zugegangenen Veisung, Formosa nicht zu räumen. Mehrere hariser Blätter sprechen sich dahin aus, Frankreich olle als Kompensalion fuür die Raumung Formosas instweilen die Fischerinseln behalten. Der Um⸗ Montag, 20. April 885. tand, daß die in den Friedenspräliminarien fest⸗ jesetzte Räumung Formosas seitens der Franzosen bieder aufgeschoben worden ist, deutet darauf hin, aß die chinefische Regierung bei der Ausführung es Friedensvertrages plötzlich Schwierigkeiten macht ind das neue französische Kabinet wird hierbei zleich Gelegenheit haben, seine Umsicht und Energie u zeigen. s *.Der englisch-russische Conflikt trägt ortgesetzt die friedliche Physiognomie zur Schau, ie er in jüngster Zeit angenommen hat. In dondon wie in Petersburg betont man, wie er— vünscht eine friedliche Lösung der Differenzen wegen zer afghanischen Grenze für beide Theile wäre und venn man auch an der Themse dann und wann joch ein bischen mit dem Säbel rasselt, so hat ich doch auch in England das kriegerische Fieber anz bedeutend abgekühlt. Inzwischen haben sich ie Russen in Pendschdeh bereits hauslich einge⸗ ichtet und hat General Komaroff daselbst eine rovisorische Regierung eingesetzt, so daß man sich n London wohl oder übel mit dem Gedanken wird ertraut machen müssen, daß die Russen in Pendschdeh leiben werden. Parallel mit den afghanischen Virren gehen Unruhen in dem ehemaligen Chanate daschgar, wo eine mohammedanische Insurrection usgebrochen ist. Die Aufständischen haben die hinesischen Truppen nach einem heftigen Kampfe seschiagen und die bedeutende Stadt Jarkem besetzt. Die Amerikaner im Allgemeinen rwarteneineneuropäischen Krieg und reffen darnach ihre Geschäftsanordnungen. Die rohen Geschäftshäuser sind von ihren Londoner Forrespondenten benachrichtigt worden, daß der lusbruch eines Krieges wahrscheinlich sei. Präfsi⸗ lent Clebeland soll den Gedanken unter Erwägung aben, den Congreß zu einer außerordentlichen Session einzuberufen, falls der Krieg erklärt wird. ẽ8 wurde ihm dieser Schritt angerathen, damit er n seiner Behandlung der Kriegführenden die ge⸗ zörige Unterstüßung haben dürfte. Deutsches Reich. Berlin, 18. April. Dem Reichstage wird etzt eine über Pfingsten hinausgehende Verlänge— ung der Session angekündigt, da dem Bundesrathe noch mehrere Vorlagen zugedacht seien, welche die kegierung als dringlich betrachte, und da diese den zrößten Werth darauf lege, sämmtliche Entwürfe iber Ausdehnung des Unfall-Versicherungsgesetzes, also auf die Transportgewerbe, auf landwirthschaft⸗ iche und Forstbetriebe, sowie auf die Reichsbe— miten durchberathen, wenn nicht erledigt zu sehen. die Regierung mag Werth darauf legen, aber daß zach Pfingsten ein beschlußfähiges Haus erwartet verden könnte, bezweifeln wird. Eine Session von echs Monaten bei großentheils gleichzeitigem Tagen ꝛes Landtags scheint uns das äußerste Maß der Arbeit zu sein, welches den Abgeordneten zuge⸗ nuthet werden kann. Voraussichtlich wird vor gfingsten ein Beschluß des Hauses in diesem Sinne jefaßt werden. Berlin, 18. April. Der Kaiser nahm heute Horträge entgegen und machte dann eine Spazier⸗ ahrt. — Nach einer Berliner Depesche des Standard'“, welche auf Glaubwürdigkeit wohl venig Anspruch machen kann, wäre bereits Ort ind Zeit für eine neue Dreikaiser-Zusammenkunft »stimmt. Diesclbe solle im September anf dem 20. Jahrg. Schlosse eines galizischen Edelmanues unweit de cussischen Grenze stattfinden. Berlin, 18. April. Die „Nordd. All. Zig.“ „»ublizirt morgen die kaiserliche Kabinets-Ordre, zurch die der Reichsskanzler zur Annahme der für inen öffentlichen Zweck bestimmten Geldbereige der zismarckspende ermächtigt und zu Vorschläszett über zie Verwendung der Stiftung aufgefordert wird. Begengezeichnet ist die kaiserliche Ordre von Herrn o. Bötticher. Ausland. Paris, 17. April. Die radikale „Nation“ eginnt heute die angekündigie Agitation, um im dande eine Massenpetition mit dem Verlangen, das Ministerium Ferry in Anklagezustand zu versetzen, hervorzurufen. Sie veröffentlicht zugleich den Text der betreffenden Petition, welche natürlich das heftigste Requisitorium gegen Herrn Ferry enthält. Paris, 18. April. Das hier heute an der görse verbreitete Gerücht von dem Ausbruch eines Militäraufstandes in Spanien, ist erfunden. Paris, 18. April. Meldung der „Agence Zavas“. Freycinet theilte im heutigen Minister⸗ sonseil Depeschen betreffs der afghanischen Frage nit, woraus hervorgeht, daß friedliche Dispositionen die Oberhand zu haden scheinen. London, 19. April. Gestern Abend faud sier ein Banket der zu Ehren Lord Beaconsfield's zxganisirten Vereinigung von Wäöhlern statt, an velchem zahlreiche konservative Mitglieder des Par⸗ aments theilnahmen. Der Deputirte Churchill jielt eine Ansprache, in welcher er nachzuweisen uchte, daß die unter den Eingeborenen in Indien nistandene Bewegung durch das böswillige Vor—⸗ zehen Rußlands hervorgerufen sei. Der Redner neinte weiter, wenn die gegenwärtigen Verhand— ungen mit Rußland nicht zu dem Resultate führen ollten, den feindseligen Plänen desselben ein für ille Mal ein Ziel zu setzen, so würde die englische Zerrschaft einen tödtlichen Schlag erhalten und die Lernichtung der britischen Macht wäre nur eine Frage der Zeit. — — ⸗ñ86— Lokale und pfälzische Nachrichten. — Das k. Bezirksamt Zweibrücken macht ekannt, daß die Gewerkschaft der Steinkohlengrube —A ind Adenbach bei Kusel 92 Hektaren Grubenfeld besitzt, auf 34,80 Hektaren desselben verzichtet hat. — Kaiserslautern. Dahier soll am J. Juni die erste pfälzische „Herberge zur Heimath“ errichtet werden. Diese Herbergen ruhen auf christ⸗ iicher Grundlage ohne Beschränkung auf eine Con⸗ ession und wollen als Werke der Nächstenliebe den dandwerksgehilfen und Fabrikarbeitern ein Heim zieten, indem sie in geistig und sittlich gesunder Atmosphäre einen Ersatz für das Elternhaus finden. Ju erster Linie ersuchen wir die Gründer um ein⸗ nalige Beiträge, in zweiter um Darlehen, verzins⸗ ich zu 3 Prozent, für deren Gesammtsumme das daus Sicherheit bietet. — Edenkoben, 17. April. Herr Dr. M. Stöpel aus Landau, der durch den traurigen Aus⸗ jang des Duells mit Herrn Lieutenant Deckelmann ioch in aller Erinnerung sein wird, mußte von Angehörigen in Rotterdam abgeholt und nach dlingenmünster gebracht werden, da fich geistige Z„törungen bei demselben bemerkbar machten. Der⸗ elbe war auf hollandisch⸗indischen Passagierdampfern ils Schiffsarzt thätia. Vermischtes. machten Erfahrungen sind der Art. daß mit Er— pIn der in St. Johann siattgefundenen ichtung einer ersten Arbeiter-Kolonie in Bauern Sitzung des Zentral- Unterftützungs Comités für dexeits heilsame Folgen für das ganze Land in vas Grubenunglück in Kamphaͤusen wurde mitge⸗ ächere Aussicht gestellt werden können. heaͤlt dah bis heute bei der Sammelstelle in Saar · 7 Weimar, 17, April, Wie von verläß—. hrüden ine Summe von 182,000 Mark eingee äücher Seite verlautet, bestimmt das heute eröffnete jangen. Auf Aurag des stellvertretenden Vore Testament Walther von Göthes, daß das Goͤthehaus itzenden, Herrn Bürgermeister Falkenhagen beschloß n der Stadt mit den Sammlungen dem Staat das Komils vorlätg bis zu erfolgter Regelung, Weimar, das Gartenhaus dem weimarischen Kron⸗ Zer uͤnlerstuͤtzuugsfrage von feiten des Staates den izkus. das Göthearchiv der Großherzogin von Zetroffe nen Line eimmalige Unterstützung nach fol- Weimar zufallen soll. zgenden Sätzen zu gewähren, und zwar jeder Wittwe ,Die Schlacht bei Rheims im 150 Mk., jedem Kinde 10 Mk, den auf die Bei: Jahre 1904 oder die Einnahme von Metz und hülfe verunglückter Söhne angewiesen gewesenen Straßburg“ betitelt sich ein Lied, welches kürzlich Eltern 100 Mtk.; geretleten, aber noch arbeitsun- in Paris erschienen und der „Deutschen Zeitung“ fähigen Bergleuten je 150 Mk., — solchen hine in Wien zugesandt worden ist. Das Lied ist „dem zegen, die die Folgen der Erplosion bereits über⸗ ünftigen Besieger Deutschland,e, dem General vunden haben je 50 Mt. Negrier“ gewidmet und hat auf dem Titelblatte Neuntkirchen, 20. April. Heute Morgen in Bild, auf welchem der genannte General, mit wurde an einem Zaun auf dem Kuchenberg ein seinem Gefolge stolz zu Pferde, soeben dem Fürsten Bergmann in knieender Stellung todt (erhängt) Bismarck, der in Cuirassier Uniform vor ihm steht, aufgefunden. — Wegen Betheiligung an dem »en Säbel abnimmt; hinter Bismarck hält als Morde vor 14 Tagen ist jetzt noch ein dritter bei Kaiser der deutsche Kronprinz, den Arm in der der betr. Schlägerei zugegen Gewesener, Bergmann Binde, mit andern deutschen Generalen und Offi— Im, inhaftirt worden. ieren als Gefangener. Oberhalb ist der Straß⸗ p München, 17. April. Der Verein der durger Münster und der Thurm des Metzer Dories Arbeiterkoldnien in Vayern erläßt einen Aufruf ichtbar, darunter ein Band mit der Aufschrift: nd dinet um Unterstüzung. Diese Kolonien Wer da? ..“., Frankreich!“ In neun Strophen Jaben die Aufgabe, arbeitsfaͤhige, aber zur Zeit rzählt ein „Moblot“, natürlich ein Pariser, von Abeüslose Mäner ohne Unterschied des Standes, der großen Schlacht, in welcher Deutschland besiegt der Religion und der Würdigkeit — auch entlassene wurde. Strafgefangene dicht angeschloffen — durch and— Dans les plaines de la Champagneè virthschaftuͤche oder gewerbliche Thätigkeit, sowie Fous avons vaincu PAllemagno X Que Pon illumine Paris, amem Leben zurückzuführen. Die Ankaufskosten Strasbourg et Motæ sont repris. nebst Einrichtung eines Gutes werden sich auf ca. Fine zehnte Strophe ist Bismarck gewidmet: „Lache 100,000 Mark belaufen. Die in den zehn nun- nur! Eines Tages werden wir dir diesen Refrain nehr bestehenden dentschen Arbeiter-Kolonicn ge-, durch den Mund unserer Kanonen zurufen“, und — — — — — — —— — .;.5 ergmann; 1. Barbara Fischer,“ Licitation ewerblose Ehefrau von Johann— Zchuhmacher, Schmelzarbeiter, heide in Rentrisch in Rheinpreußen vohnhaft; g Elisabetha Fischer, ewerblose Ehefrau von Jacob Ochs, Schmelzarbeiter; h. das einzige Kind der erlebten Katharina Fischer, aus deren Ehe mit dem noch lebenden, zu hesagten Rentrisch wohnenden Schmelzarbeiter Peter Hartz, Na⸗ nens: Anna Hartz, minderjährig, iese als Erbin ihrer Mutter, vertreten urch ihren genannten Vater als Haupt⸗ rormund und obigen Andreas Fischer ils Nebenvormund; b. deren halbbürtige Schwester: Magdalena Klein, gewerb— ose Ehefrau von Heinrich Ochs, Z„chmelzarbeiter; Alle, wo nicht anders angegeben, in St. Ingbert wohnhaft. St. Ingbert, den 20. April 1885. Kemmer, k. Notar. in der elften Strophe „ĩ Guillaume“ wird heh Kaifer prophezeit, daß er den Refrain nochn seiner Gruft von franzoͤsischen Bataillonen werd, singen hören. Kaum war das Lied in den Schau fenstern erschienen, kamen die Hiobsposten au— China. Sofort verschwand das Lied mieder. — Die größte Küche der Welt dürfte wohl di Liebigs Fleischextrakt Kompanie in Fray-Ben tos um Uruguay besitzen. Dieselbe umfaßt nich weniger als 20,000 Quadratfuß. In eine zroßen dunklen Vorhalle, mit Flurplatten gepflastert wird das Fleisch abgewogen und dann in soge naunten Digeratoren unter einem Dampfdrucke vor 75 Pfund per Quadratzoll zersetzt. Jeder diese aus starkemn Schmiedeisen hergestellten Digeratore, faßt 12,000 Pfund Fleisch. Durch die Rohre, wird die so gewonnene Flüssigkeit in die Gefaͤß geleitet, wo sich das Fett absondert; aus diese Jelangt selbes in Klärpfannen, woselbst eine noch malige Ausscheidung sich vollzieht. Mittelst Damp tkraft heben Luftpumpen die Flüssigkeit in Kühl schiffe, woselbst der Filtrations-Prozeß vorgenomme vird, an welchen dann durch Verdunstungs-Appe rate die Eindickung sich schließt. In großen Be hältern wird nochmals dekrystallisiert und sodan in die Versandgefäße aufgefüllt. 150 Mensche ind mit dem Zerlegen des nöthigen Fleisches de chäftigt. 80 Stück Rindvieh werden von de Metzgern der Gesellschaft per Stunde geschlacht und zur Verwerthung hergerichtet. Fur die Redaltion veromwartlach: F. X. Demep. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingben Der kgl. Postdampfer „Pennland“ Kapito Weyer, welcher am 4. April von Antwerpen ab ging, ist am 17. April wohlbehalten in New-Ym angekommen. 2000000200000000000000 Durch jede Buchhandlung ist zu deziehen die soeben rschicnene * erste Lieferung von: * Piof. dr ToPd D DePBchan g — Th om e 8 . —— E— fein colorirte Oestereich. Ungarn und der Schweiz. 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Josef Best, Jroßjaͤhrig, Schmelzarbeiter, einziger Sohn und Erbe des in St. Iug⸗ bert wohnhaft gewesenen und ver— torbenen Schmelzarbeiters Kudwig Best, aus dessen 2. Ehe mit seiner hinterbliebenen Wittwe Katharinua Lambert, gewerblos; II. die Col⸗ lateralerben der in St. Ingbert wohnhaft gewesenen und ohne Ascen⸗ denz und Descendenz verstorbenen ersten Ehefrau des genannten Ludwig Best, Namens Elisabetha Klein, als: a. deren vollbüetigen Geschwister. bezw. Nachkommen von solchen— 1. Georg Klein, Wirth; 2. Peter Klein, Bergmann, in GEl⸗ bersberg in Rheinpreußen wohn— zaft; 83. die Kinder und Repräsen—⸗ anten der verstorbenen Schwester Veronika Klein, lebend Ehefrau des gleichfalls verstorbenen Tünchers Andreus Fischer, beide im Leben n St. Inghert wohnhaft gewesen, resp. Repräsentanten eines Kindes, als: a. Joseph Fischer; b. Andreas Fischer, beide Schmelzarbeiter; 6. Htaria Anna Fischer, gewerb— lose Ehefrau von Kaspar Schwarz, Wirth und Bergmann; d. Barbara Fischer, gewerblose Ehefrau von Philipp Gehring, Schmelzar— heiter, beide in Hasel wohnhaft; e Karolina Fischer, gewerblose Fhefrau von Jacob Feichtner, Gesundheit ist Reichthum. Neu erschien und ist in allen Buchhandlungen vorräthig: 2 Des Menschen Leben u. Gesundheit. Ein Haucr- und Jamilienbuch von A. Schroot. Vollständig in 10 Lieferungen ä 50 Pfg. Prospekt gratis u. franko 2eipzia sC. A. Koch's Verlagshandlund 4 * X ;— 54 — —— —A — — J⸗ nparfe sische zeifunße 7 — Abener — —— — — caglien auch Montags — Aus- ahrlicke politis he Aittheiluungon · hjectiv, mit Wiedergabe inter- a-νnter Alein ungsausserungen aus ß er Presse aller Parteien. 7 cnehrichten iber Theatet. Ausik. dmst Wissenschafi: sGerichis⸗ alle: locale Nachrichten. — punnende Romane. Sorsfaltige zörsen- und Handelanachrichten. -Vollastandiges Berliger Cours- latt. — Lottericlisten. — Amt- iche Nachrichten. 6 Gratis-) zeilagen . Neueste herliner lieegnde Rhatter siliustrirt2 nterhaltungsblatt. 3. DMe Haus- rau. 4. 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Amtsgerichts St. Ingbert. — — ç Cwt — — — der ‚St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Brontag, Dienstag, Donnerstag, C amstag und Tonutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ zlau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1)4 75 4, einschließu d ¶ Zuflellungtgebahr. Die Einrückungsgeblhr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Cxpedition Auskunft ertheilt, Iß H, Neclamen 80 . Bei amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Je 78. Dienstag, 21. April 18885. 20. Jahrg. Das Ziel Rußlands in Asien. Bei der Spannung, welcher der englisch⸗russische donflikt noch immer für die gesammte Weltlage erursacht, ist es wichtig. das Ziel Rußlands in einer asiatischen Politik kennen zu lernen. Nach einer an kühne Romantik streifenden Sage, genau vie es das Testament Peters des Großen sein ollte, Konstantinopel mit der ganzen europäischen rürkei für Rußland zu gewinnen, soll das russische keich Lust verspüren, auch noch Indien zu ver—⸗ peisen. Wer die ungeheure Groͤße Indiens zu bürdigen weiß, wem ferner bekannt ist, daß riesige dochgebirge und halbbarbarische Lander in weiter lusdehnung zwischen den zentralasiatischen Besitz⸗ uingen Rußlands und den gesegneten Gefilden In⸗ nens liegen, der wird über einen russischen Er⸗ berungszug lächeln, zumal auch angenommen verden muß, daß England Indien mit Aufbietung iller Kräfte vertheidigen würde. Ein Rufsenzug zach Indien ist einfach verfrüht, denn den kann ielleicht das nächste Jahrhundert sehen. Aber nach inem anderen, praktischen und allmählich erreich⸗ zaren Ziele strebt Rußland. Es will für seine anz abgelegenen und abgeschlossenen zentralasiati⸗ chen Länder einen Hafen am Weltmeere, am in⸗ ischen Ozean, oder genauer gesagt, am arabischen Meerbusen, und dieses Ziel ist zu erreichen, ohne aß Rußland Indien zu erobern und mit England n einen Kampf auf Leben und Tod zu gerathen xxaucht. Freilich muß England so gerecht sein ind Rußland auch einen Hafen am Weltmeere zjönnen. Die russische Hafenstadt der Zukunft zraucht, wie Petersburger Zeitungen ausgeführt saben, nicht in Indien zu liegen, sondern in Be⸗ utschisftan in der Bai von Somnjani. Um diese hai zu besitzen, hätte Rußland der persischen Grenze ntlang nur einen schmalen Streifen von Afgha⸗ nistan und Belutschistan zu erwerben und könnte ziese Erwerbung wenn England, wenn auch mit inigen Vorbehalten, zustimmt, nahezu ohne Blut— zergießen stattfinden, denn die Khanate von Afgha⸗ uistan und Belutschistan sind ohnmächtige, noch albbarbarische Vasallenstaaten, bald zu England, ald zu Rußland neigend. Bei einem derartigen Plane, die Gegnerschaft kußlands und Englands in Asien zu lösen, muß llerdings bedacht werden, daß die gegenwärtige Stellung Rußlands bei Pendschdeh noch ungefähr 300 deutsche Meilen vom arabischen Meerbusen ind der Bai von Somnjani entfernt ist und Ruß⸗ and schwerlich diesen Plan auf einmal durchzusetzen m Stande sein dürfte. Es wird sich wohl be⸗ mügen, wenn es jetzt an den westlichen Ausläufern »es Paropamisusgebirges ein oder zwei Etappen in üdöstlicher Richtung gewinnen und später mehr er⸗ eichen kann, denn in jenen halbbarbarischen Staaten nüssen alle Vorwärtsbewegungen gut vorbereitet ind gesichert werden. Ungefaͤhr fuͤnfzig Meilen teht auch Rußland noch von Herat entsernt und väre Herat schon ein sehr großer Fortschritt Ruß— ands nach dem arabischen Meere, vielleicht begnügt ich aber auch Rußland vorläufig mit Pendschdeh, einem treitigen von Turkmenenstämmen bewohnten Khanate nd woraus sie unter General Komarow von den skusien wieder vertriehen worden sind. man sich, da das ganze Pensum der überwiesenen Unträge und Gesetzentwürfe in der gegenwärtigen Session doch nicht mehr zu bewältigen ist, dahin hlüssig gemacht. in die zweite Ber thung über ie Beschränkung der Sonntagsarbeit einzutreten, im wenigstens einen Theil der umfangreichen Ma⸗ erie noch ins Plenum zu bringen. Vorausgesetz vird dabei, daß von keiner Seite im Hause Wider⸗ pruch gegen eine getrennte Behandlung dieser MNaterie wird erhoben werden; denn der Wortlaut er Geschäftsordnung scheint einer solchen stückweisen gerichterstaltung ans Plenum allerdings zu wider⸗ prechen. — Interessant waren aus den ganzen jestrigen Verhandlungen nur zwei Enthüllungen, ie ganz gelegentlich Mitglieder des Centrums zu nachen sich veranlaßt sahen. Der Herr Abgeord⸗ jete Graf v. Galen, auf dessen Antrag hin der ben exrwähnte Beschluß gefaßt wurde, erklärte bei zegründung seines Antrags, daß in der Frage der Zonntagsheiligung ja das Prinzip des ganzen hesetzentwurfs (Lieber u. Gen.) liege. Da kein mnderes Mitglied des Centrums dieser Auffassung vidersprochen hat, so ist damit zugegeben, daß es dem Centrum viel weniger auf den eigentlichen Arbeiterschutz, auf die Beschränkung der Frauen⸗ ind Kinderarbeit, sowie der übermäßigen Ausbeu⸗ ung der Arbeitskräfte durch lange Schichten und ergleichen ankommt, als auf die „Heiligung des Zonntags“. — Eine andere interessante Enthüllung örte man von dem Abg. Dr. Lieber. Von kon⸗ erbativer Seite war bemerkt worden, daß keinen⸗ alls eine Verlängerung der Session über Pfingsten „inaus zu erwarten sei; nach Beendigung der Zoll⸗ »ebatten und Erledigung einiger noch rückständiger degierungsvorlagen werde die Session wohl ge⸗ ylossen werden. Darauf erklärt der Abg. Dr. iebet wörtlich: er sei überzeugt, daß der Reichstag nuch nach Pfingsten noch tagen müsse. Denn serade wer die Zölle unter Dach und Fach bringen volle, müsse mit dem Antrag Huene rechnen und ürfe die dritte Lesung des Zolltarifs nicht vor Er⸗ edigung desselben im Abgeordnetenhause urgiren, onfi könnten die Freunde des Zolltarifs eine für ie recht unangenehme Ueberraschung erfahren. und namentlich die Hauptpunkte des Böhmerwaldes, üudweis und Krumau, sind auf's Aeußerste bedroht. der deutsche Schulverein thut das Mögliche, um zerade diese Punkte, mit denen das Deutschthum m Böhmerwalde steht und fällt, zu halten; aber 'eine Mittel stehen nicht im Verhältnisse zu der hm gestellten Aufgabe. Zwar besitzt er 960 Orts⸗ jruppen mit einer Jahreseinnahme von 260,000 fl. zegen noch nicht 200 Ortsgruppen und 210,000 fl. des czechischen Schulvereins; aber während die Tzechen im Bunde mit Adel und Geistlichkeit ihre janze Kraft nach einer Richtung hin verwenden, nüssen die Deutschen nach allen Seiten Front nachen, um ihren Befitz zu vertheidigen. Doch es heginnt erfreulicher Weise auch im Böhmerwalde zas Deutschthum sich zu energischem Widerstande uufzuraffen, und selbst deutsche Geistliche finden den Muth, für ihre Stammesbrüder einzutreten. Deutsches Neich. Berlin, 18. April. Dem Reich skag ist der folgende Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung des Zollvereinigungsvertrages vom 8. Juli 1867, zugegangen: „Wir Wilhem u. s. w. verordnen im Namen jes Reichs nach erfolgter Zustimmung des Bundes⸗ raths und des Reichstags was folgt: 8 1. Die zestimmung unter Ziffer 1 des Artitels 5 des Zollvereinigungsvertrages vom 8. Juli 1867, wo⸗ aach von allen bei der Einfuhr mit mehr als 15 ßroschen vom Centner (3 M. von 100 Kg.) be⸗ egten ausländischen Erzeugnissen keine weitere Ab⸗ abe irgend einer Art, sei es für Rechnung von dommunen und Korporationen, erhohen werden arf, findet auf Mehl und andere Mühlenfabrikate, zesgleichen auf Backwaaren, Fleisch, Fleischwaaren ind Fett, sowie ferner, insoweit es sich um die gesteuerung für Rechnung von Kommunen und dorporationen handelt, auf Bier und Branntwein eine Anwendung. 8 2. Dieses Gesez tritt sofort n Kraft. Gleichzeitig tritt 84 des Gesetzes vom 20. Februar d. J., betreffend die vorläufige Ein— ührung von Aenderungen des Zolltarifs. außer draft.“ Die Begrundung entspricht genau derjenigen, velche dem Bundesrath zugegangen war. Am x-chlusse heißt es: „Das Interesse der zahlreichen dommunen, welche von Mühlenfabrikaten und Zackwaaren eine Abgabe erheben, macht es erforder ich, diesen Gesetzentwurf spätestens gieichzeitig mit der dem Reichstag vorliegenden Zolltarifnovelle in zesetzliche Geltung treten zu lassen. Es erscheint ndessen zulässig und zum Zwede der Beseitigung »er gegenwärtig bestehenden wirthschaftlichen Unzu- räglichkeiten erwünscht, denselben auch schon früher n Wirksamkeit zu setzen.“ Berlin, 18. April. Wie nachträglich bekannt vird, haben in der Sitzung des Justizausschusses es Bundesraths am letzten Mittwoch sehr lebhafte Debatten stattgefunden. Preußen ist erneut lebhaft ür die Bernufung in Strafsachen einge⸗ reten und hat ausdrücklich beantragt, die Ausschuß⸗ mträge, welche die Berufung verwerfen, abzulehnen. der heftigste Widerstand gegen die Berufung ist »on Württemberg ausgegangen. Mit sehr großer Spannung erwartet man die Abstimmung im Plenum. Wahrscheinlich würde der Reichstag, auch venn nur ein kleiner Theil der Justizreformen an— jenommen werden sollte, mit dieser Novelle noch n dieser Seisinn heraßt merden Menun die RPa— In Böhmen nimmt die Hetze gegen das deutschthum forigesetzt größeren Umfang an. der Einfluß der adeligen Großgrundbesitzer und „er Geistlichkeit im Böhmerwald ist übermächtig ind wird größtentheils rücksichtslos im Dienste der zechischen Sache ausgenutzt. In Prachatitz hat nan die Amtssprache sowohl als den Verkehr mit er Geistlichkeit zweisprachig eingerichtet, aber derart, aß schon jetzt dem Czechischen der Vorrang ein⸗ X dinge die Absicht erkennt, das Deutsche und die deuischen zu verdrängen. In dem ehemals ganz eutschen Gesangvereine ist dafsselbe System der doppelsprachigkeit eingeführt, aber auch mit dem erfolge, daß man die Deutschen, die Czechisch nicht erstehen, dazu benutzt, daß czechische Kampflied vider die Deutschen mitzusingen. Wie hier, so ist s überall in den größeren Orten jenes gemischi— prachigen Gebietes, das sich, nur im Norden mit zem deutschen Hinterlande zusammenhängend, pa—⸗ allel mit der böhmisch-bayerischen Grenze bis nach Iberösterreich südwärts zieht. Uederall weiß der zechische Schulverein die zur Gründung einer z„chule erforderlichen 49 Kinder auszuforschen, berall werden czechische Geselligkeitsvereine, chische Kindergärfen und Schulanstalten errichtet Politische Nebersicht. In der am Samstag stattgehabten Sitzung der Reichstaaskommisstson Arßeiterichnkre hat zierung nichts weiter als den Zolltarif im Reichs⸗ ag eriedigt sehen wollte, so wuͤrden dazu die fünf Wochen vor Pfingsten ausreichen: · ¶ Mittlerweile jört man jedoch, daß sie beabsichtige, noch ziemlich imfangreiche Vorlagen einzubringen. Damit würde s unmöglich, schon nach einigen Wochen die Sesston u schließen. Serlin, 18. April. Für die neuen deutschen Zolonien sind, wie der „Hamb. Korr.“ erfährt, folgende Ernennungen erfolgi: Frhr. v. Soden. früher in der Havang, zuletzt Konsul in Peters- hurg, als Goudernenr für Kamerun; demselben vird Referendar v. Putttamer. der Sohn des Mi⸗ aisters, als Adlatus beigegeben. Nach Angra Pequena ist Landrichter Goͤhring aus Mezz designirt, ind Assessor Falkenthal verläßt demnächst Berlin, im sich nach Togo zu begeben. Kosͤln, 19. April. Wie offiziös der „Koln. Ztg.“ berichtet wird, hat die Art und Weise, wie in Warschauer offiziöses Blatt der „Dziennik“, das Geruͤcht vom Auftauchen einer englischen Agi⸗ ation gegen Rußland und Polen bespricht, zur Benüge gezeigt, daß das Regierungsorgan selbst diese Gerüchte für begründet hält. Nachrichten zus London und Paris bestätigen ebenfalls das Vorhandensein geheimer Umtriebe in Warschau. Rur ist zu bemerken, daß die Urheberschaft jener Bewegung nicht in England, sondern bei der vater⸗ andslosen polnisch⸗sozialistischen Propaganda zu uchen ist, die augenblickich in Warschau ihr Un⸗ wesen treibt. Eine polnische Broschüre, die ein gewisses Aufsehen erregt hat, führt Klage über die feindliche Haltung der offentlichen Meinung in Furopa den Polen gegenüber. Eine solche Halt⸗ ung der öffentlichen Meinung wäre keineswegs un⸗ begründet, denn uberall in Europa. wo es gilt, Ruühe und Ordnung zu stören, darf man mit Sicherheit darauf rechnen. das polnische Element hälig zu finden, und die Verbindnuug zwischen Polen und Sozialisten ist für alle europäischen Bolizeiverwaltungen ein offenes Geheimniß. Ausland. Petersburg, 19. April. Wie die „Nordi⸗ sche Telegraphenagentur“ meldet, schreitet die Aus⸗ üstung der Kriegsschiffe in Kronstadt fort und ist jeute der Befehl gegeben worden, daß alle dortigen Zriegsschiffe sich bereit halten sollen, in See in gehen. PAoökale und pfälzische Nachrichten. “St. Ingbert, 21. April. Wie wir hören, vwurden die seinerzeit von der Firma Schuler ind Schmid in Zürich abgebrochenen Verhand⸗ ungen behufs Errichtung einer Spinnerei dahier neuerdinas von der genannten Firma wieder angeknüpft. Aus der Pfalz. Nach der „Pf. Post“ ind dermalen 27 protestantische Pfarreien in der Bfalz erledigt, so daß nicht bios für die in diesem Fahre, sondern auch für die ganze Reihe der im aächsten Jahre zur Anstellungsprüfung kommenden Fandidaten Stellen offen sind. — Schon früher wurde in den Distriktsräthen die Gründung einer Pensions-Anstalt für zie Distrikts⸗Bauschaffner und die Di—⸗ trikts⸗Straßenwärter der Pfalz, sowie deren Hinterbliebene ongeregt. Eine Einigung kam amals leider nicht zu Stande. Die Distriktsräthe ‚on Kusel, Lauterecken und Wolfstein haben nun e Errichtung einer Pensionskasse für die Distrikts⸗ Straßenwärter des Bezirksamts Kusel, sowie für deren Hinterbliebene beschlossen und die kgl. Re⸗ zierung hat diesem Beschlusse ihre Genehmigung theili. Die Distriltsraͤthe sind bei diesem Beschlusse ‚on der Erwägung ausgegangen. daß, wenn einer⸗ Ails den Straßenwärtern gegenüber auf gewissen⸗ zafte Pflichterfüllung mit aller Strenge gedrungen derde, andererseits für die Distrikte die moralische Verpflichtung bestehe, diesen Bediensteten, die bei hren mäßigen Lohnen kaum Ersparnisse machen önnen, für den Fall der Dienstunfähigleit eine war bescheidene. doch aber von den schwersten Sorgen bewahrende Pension zu gewähren. Da der größere Theil der Distriktsräthe der Pfalz dem Fbenerwähnten Projette seinerzeit zugestimmt hatte, d ist nicht zu bezweifeln, daß das Beispiel des Bezirls Kusel Nachahmung finden und bei Zu⸗ ammenschließen der einzelnen Anstalten für die Distriks · Straßenwärter der Pfalz mit der Zeit nur T ensions Anstalt hestehen wird — Weidenthal, 18. April. Herr Bitar Müller verläßt in nächster Zeit unsere Gemeinde und tritt in den Dienst der prot. Kirche in Baden. — Landau. 20. April. Die Sprengübungen her Pioniere von Speyer in den Frankweilerer Steinbrüchen beginnen heute, Montag. — Winden, 17. April. Als Merkwürdig⸗ keit verdient folgendes erwähnt zu werden. Herr Restaurateur Silbernagel hier hat eine Katze und inen Hund, welche gleichzeitig Junge geworfen haben. Der Hund scheint aber mehr Liebe zu den ungen Kätzchen als zu seinen eigenen Jungen ge⸗ aßt zu haben, da derselbe fast den ganzen Tag im dorbe bei den jungen Katzen zubringt und seine eigenen Jungen vernachlässigt. — Wallhalben, 19. April. Vergangenen —XD Zara Mai. Dieselbe war bis zu ihrem Ende von zrößter Geistesfrische. — Speyer, 18. April. In der letzten Ausgabe des Kreisamtsblattes der Pfalz wird eine lebersicht der wichtigeren Leistungen im Gebiete »es Distrikts- und Gemeindehaushalts im Jahre 1884 betr. veröffentlicht: sie bezieht sich auf Schul⸗ vesen, Kirchenwesen, Wohlthätigkeit, Sicherheit, Zerlehr, Landwirthschaft, Gesundheit, sonstige zeistungen. Der Regierungs⸗Präsident der Pfalz. derr b. Braun, hat sich bei dieser Gelegenheit eranlaßt gesetzen, für die günstigen Resultate der oistriktiden und gemeindlichen Wirksamkeit sämmt⸗ ichen betheiligten Behörden, Disitrikts- und Ge⸗— neindevertretungen seine volle Anerkennung auszu⸗ prechen. — Speyer, 18. April. Auf einem im Januar d. J. in Heidelberg stattgehabten Gau⸗ uͤrntage des „Rhein-Nechar Turngaues“ wurde als Feststadt zu einem in diesem Jahre abzuhaltenden zau⸗ Turnfeste Speyer einstimmig gewählt und mit em Arrangement desselben die hiesige „Turn⸗-Ge⸗ Uschaft“, welche diesem Gaue angehört, betraut. da das Fest erst nach dem deutschen Turnfeste in dresden stattfinden soll, wird dasselbe sehr wahr⸗ cheinlich Anfangs oder Mitte Auaust abgehalten verden. Vermischtes. Die Reorganisation der bayerischen Bost und Telegraphie soll nach württem⸗ dergischem Muster geschehen. Es kämen die Be⸗ jeichnungen Posterpedition, Hauptexpedition und ihnliche in Wegfall, und es würden je nach der gedeutung des Verkehrs nur die Bezeichnungen: Zostamt i, Postamt II und Postamt III; ferner Zostagenturen in Zukunft bestehen. Letztere ent⸗ praächen den bisherigen Postexpeditionen auf Dienst⸗ zertrag. Die Oberpostämter würden den Titel Postdirektion? bekommen. Vor allem soll das og. „Zweiseelensystem beseitigt und zu diesem Zwecke streng zwischen niederem und höherem Dienst interschieden werden. Für die Aufnahme in den Berkehrsdienst wird mindestens der Nachweis der vissenschaftlichen Befühigung zum Einjaährig-⸗Frei⸗ villigendienst gefordert. Der Eintritt erfolgt als Braktikant 2. Klasse, worauf zunächst ein Probejahr u bestehen ist. Während des Fachbildungsdienstes vird Tagesgeld gewährt. Das Bestehen der nie⸗ eren Postdienstprüfung befähigt die Praktikanten 3. Klasse zu den Stellen als Assistent, event. das zestehen einer weiteren Prufung zu den Stellen us Sekretär, Verwalter, Vorsteher von Aemtern 2. Klasse, Kassierer and Postmeiste.. Die An— tellung ist kündbar (3 oder 6 Monate). Die zereits erworbenen Rechte merden in keiner Weise ilteriett. Wer sich der höhrren Laufbahn zuwenden vill, hat seine Befähigung durch Ablegung der jöheren Dienstprüfung nachzuweisen. Hiezu eignen ich fast ausschließlich die Ahsolpenten böberer Lehr— mstalten. F Merzig, 18. April. Vorgestern passirten ingefähr 50 Auswanderer aus dem Saargebiet, zie sich in Amerika ein neues Heim zu gründen jedenken, auf der Durchreise unsere Stadt. Es st wunderbar, daß trotz des bedeutenden Ueber⸗ lusses an Arbeitskräften jeder Art in Amerika och die Leute die Lust am Auswandern nicht ver— ieren. — Fortunag ist unserer Stadt hold gewesen. Das große Loos der Liebfrauenkirch⸗Lotterie ist nach Merzig gefallen. Dasselbe besteht in einem golde— ien Briefbeschweret, im Werthe von 15,000 Mt. Wer der glückliche Gewinner ist, konnte bis jetzt roch nicht konstatirt werden, da bei dem großen oose-Ahsak ein MAufschreihen der eingelnen Numm⸗ mmöglich war. — Ein hiesiger, 26 Jahre alter sehr braver, unverheiratheter Handarbeiter, der seine alten, ganz erwerbsunfähigen, sehr armen Eisn recht redlich ernährte, ist bor etwa acht Tagen in dem Eisenwerke zu Hayingen leider durch eigene Anvorsichtigkleit verunglückt, daß er nach einigen Stunden infolge der erlittenen Verletzungen gestor. zen ist. Das Gesetz spricht in diesem Falle den Zinterbliebenen eine Entichädigung nicht zu. Tr. Zig) fF Stuttgart, 17. April. Zwei Stunden von hier ist gestern Mittag 1222 Uhr das auf der Jellinger Gemarkung gelegene Pulvermagazin und Feuerwerks· Laboratorium des Herrn Wagner von Ehringen mit einem bis Stuttgart hörbaren Knall xplodirt. Der 16jährige Gehilfe Wagners wurd⸗ zerschmettert zwischen den Trümmern der Unglücks ttätte gefunden. F Landshut, 18. April. Jüngst verübten wei Offiziere des II. schweren Reiter⸗Regimentz während einer Theater⸗Vorstellung ruhestörenden Zärm, sa daß ein Polizeirottmeister und ein Kom— nandant der Feuerwehr mahnend einschritten, hiefür iber insultirt wurden. Das Regiments⸗Kommando hatte hierauf nicht nur das vom Stadtmagistrate gestellte Verlangen auf Einleitung einer Untersuchung jegen einen der beiden Offiziere abgelehnt, sondern sogar dem Magistrat zugemuthet, gegen den betr Rottmeister „wegen ungeeigneten Benehmens gegen die Offiziere“ (v. Sonnenburg und Reschreiter) vorzu⸗ jehen, worauf jetzt der Magistrat beschloß,die Strafauträge wegen Berufsbeleidigung seiner Beamten, wegen Beschimpfung des Magistrats selbst und wegen Vergehens des Widerstandes gegen die Stacets Jewalt direkt an die Staatsanwaltschaft beim Militärbezirksgerichte abzugeben. FFrankfurt a. M., 17. April. (Der durchgefütterte Grenadier.) Ein Dienftmädchen nachte heute gerichtlich eine Lohnforderung von 6006 Mark gegen ihre Herrschaft geltend. welche beftritt, )em Mädchen, etwas schuldig zu sein. Heiterkeit rxregte es, als die Herrschaft mit einer Gegenfor⸗ erung für einen Grenadier herausrückte. Zwei Jahre lang, hieß es, habe derselbe heimlich aus zer herrschaftlichen Küche und dem Keller seine Atzung erhalten. der Mann habe keinen schlechten Appetit entwickelt, das Mädchen habe riesengroße Töpfe voll gekocht und sei nie etwas für den an—⸗ )eren Tag übrig geblieben. Der Grenadier habe Alles aufgezehrt und wenn die Sache nicht enldett vorden wäre, so würde er die Familie arm ge⸗ ressen haben. Die Klägerin müßte darum ein⸗ ehen, daß sie moralisch zum Ersatz des durch ihr⸗ ziebelei angerichteten Schadens verpflichtet sei. f Die Versammlung aller deutschen Kegel— lubs wird bekanntlich zu Dresden vomb6. dis 8. Juni stattfinden. Das eben erschienene Programm ist sehr reichhaltig und beträgt der Breis einer Festkarte (einschließlich Festtafel. Con⸗ ert und Dampischifffahrt) 8 Mk. Minden. 18. April. Noch nicht dage⸗ vesen dürfte sein, was sich dieser Tage hier zuge⸗ ragen hat. Eine krank darniederliegende Arbeiter rau forderte von ihrem Manne fünf Pfennige zut Beschaffung von Zinksalbe, deren fie bedurfte. Der Mann brauste auf: „Schon wieder Gelde! Schon wieder fünf Pfennige! Da will ich mich doch lieber aufhängen!“ Sprach's, ging in einen Neben⸗ aum und erhängte sich. Er wurde dort aufge⸗ unden, ehe noch alles Leben aus ihm entwichen var, und abgeschnitten. Als sich der Frevbler en solt hatte, wurde er zu seiner persönlichen Sicher heit in Polizeihaft genommen. Das arme Weih ist in's städtische Krankenhaus übergeführt worden. pSimmern, 18. April. Anfangs Sep ember sollen große Manöver auf dem Hunsrüt jattfinden und 13 Bataillone Infanterie, 10 Schwadronen Kavallerie und 1 Regiment Artislerit daran theilnehmen. F Einecharakteristische Bis march Anekdote. Als Oito v. Bismard noch au⸗ Junker vom Kniephof“ die Verwaltung der Familien uͤter in Pommern leitete und als passionirtter Jäget de Gelegenheit wahrnahm, das edle Waidwerl zu iben, folgte er auch einmal — so weit sich fest tellen laäßt, muß dies im Anfang der 40er Jahr jeschehen sein — einer Einladung zur Jagd uf idschwedischem Gebiet. Ein ihm befreundert amaliger königlich schwedischer Lieutenant, jeiget Oberhofstallmeister, Rudolf Viktor Tornerhiem jatte diese Einladung im Namen seines damals noa »benden Naters des Hofiägermeisters und Ritt⸗ neisters Gustab Magnus Tornerhjelm Hrams · Gumerstorp bei enhen adn un cgehen lassen· — Nachdem die Jagdpartie beendet ind ein darauf folgendes gutes Diner eingenommen aden, machten es sich der junge Bismarck und eefsen Wirth im Rauchzimmer auf zwei Polster⸗ bans bequem. Bei einer Havanna entwicelte ch ein Gespräch, das bald auf Deutschland und zutsche Zustände gelenst wurde. Da gab zigmarck seinem Schmerz darüber Ausdruck —* ain herrliches Vaterland, weiches mit feinen in· clligentea, kräftigen und ruhig denkenden Bewohne e erste Macht in Europa, wenn nicht der gan helt zu bilden berufen sei, in —— Anderchen zersplittert, geradezu zur Bedeutu e vfigkeit herabgesunken sei. — Während er so s 5 ragerte sich seine Lebhaftigleit zur inn iz er zuletzt aufsprang und, mit großen ——* m Zimmer auf und niederschreitend, in die W uebrach: „Aber ich werde meines Wlrg dener werden; ich werde die zersplitterten Theile zu nem Ganzen vereinigen, so daß eines T )eutschland als ein großes, mächtiges Reich —* ehen soll.“ .... Der Gastgeber hatte dam iese, nunmehr als prophetisch erwiesenen — ut als das genommen, was sie wohl auch dI aren — als das Uebersprudeln jugendlichen S o ewußtseins und Uebermuths. Jetzt aber zismarck jene Versprechungen in so wu * * Weise erfüllt hat, erinnert sich der —— —* reise (im 71. Lebensalter stehende) ehemali * erselben genau jener Begebenheit, die gegeenpd aanche audere aus des großen Siaatdmaunes dene n Wr ee entrissen zu werden. i ühren), i leht seit gestern Wy * 55 F Sur ind total niedergebrannt. An Reilun 48 u deuien. Zahlreiche Uuglücksfälle n nitt ianet. (Die Stadt hat 6000 hee ch er Einen scharf kritisi dee xn Deuts 3 vitzen den 453— ntn eiter des „Sonntagsboten vom —* en 8 em satirisch⸗humoristischen Brief: „Die * Rinde (Weiber) oder Kone, Tige Fuuu e deiden sich ganz gewaltig —* unseren * 35 e 3 und eeie 3— e rothe iss * uffinirten Verstellung ed i —e znen spricht. verzerren sie nicht in * —* d en ihr Gesicht, sondern es bleibt ruhi e ind wahr Sie lachen wicht —S— — wird dabei —868 enschheit. i i i as auf ihre e ah oe ane Jliehen läßt. Auch kennt man hier s me 9 Modethorheiten. Hier finden Li e Popo), sondern es ist hinten hübsch e meisten Damen tragen dunkle Kleid Ie ird mit Vorliebe getra gen, die Ma h nn us schwarzem Sammt. In An 0 Dee arf man wohl nicht zu groß 3 epe — zu große Ansprüche an sie doch gereicht ihnen dieses nicht vi issm F „gelehrten“ deutschen —* —* se re Etwas haben sie mit den duͤdsken gemein, sie heirathen natürlich auch das ist nun grade kein Fehler. Di 7 eute sind eben auch anders bachaffen on Rier siudet man keinen so ausgeprägt v d t gewöhnliche Mann gilt da ee Ax ond nicht lange bedacht, soll man * * iehen vor dem oder jcnem sond — —— pn w dern man thut ihn uter Menschen und 7s 8 f der i e ne cden n — aogende ein Beweis — nn x3 nische Soldaten auf —— und sprechen. Es din einen Zivilisten gegangen, r hußzen en schlugen im Tempo an, der Offi mnetee —— 858— seinen Hut mit R Kerle kanibalisg aeeee ge eihtenschen behandelt hatte. Leidet etwa bg en darunter? Nein! Denn sah ich d reß. daß die Soldaten ebenso mmando hörten als bei *5 unden i hot als bei uns, wie hingepappt ug —E nicht da, aber wer von so cuhr en der von einem nervigen Arme anrn 3 werden sollte. dem dürften W urt? erscheinen. une Sttohwattwen derbritischen wishen En ie drohenden Kriegsverwickl gi ungen larsn bau und Rußland werden viel Herz⸗ enql. Soldatenfrauen hervorrufen, ind in manchen Waschzuber mögen bald heiße zähren des Trennungsschmerzes fließen. Wenn ämlich ein britischer Romeo im Waffenrock eine zulia gefunden hat, die ihn heirathen will, so andelt es sich zunächst darum, ob die Zahl der tatsmäßigen Waschfrauen bei dem betr. Regiment mplet ist oder nicht. Fehlt Einiges an der vor⸗ hriftsmäßigen Ziffer von 9 Waschfrauen per sompagnie, und ist auch die Zahl der 15 Reserve⸗ Vascherinnen per Regiment voll, so wird der Ehe⸗ onsens versagt und der Soldat oder Unteroffizier, velcher dennoch heirathet, in Arrest geschickt. Es ibt aber viele, die eine kurze Arreststrafe dem Zwange orziehen, ihre Gattin den Regiments⸗ oder Com agnie⸗Waschfrauen einzureihen. Marschirt das tegiment aus, so bleiben die Frauen fast ohne lusnahme zurück und es entsteht dann in der betr. zarnisonsstadt ein Ueberfluß an Wäscherinnen und 5trohwitiwen. Dieser Zustand soll namentlich in er canadischen Hafen und Garnisonsstadt Halifar u einem bedenklichen Grade eingetreten sein. Vielleicht häte England gut, aus den Strohwittwen von dalifax eine Amazonengarde zu bilden, welche bei )em angekündigten Fenierkrieg gute Dienste leisten vürde. f',Unter den Amazonen von Afrika“ st der neueste Bericht Zoller's in der „K. Zig.“ iderschrieben. Er ist aus „Godome im November 1884 datirt und handelt vornehmlich von den driegerinnen des Kömgs von Dahome, im Beson⸗ deren von der Aufführung eines Kriegstanzes von echzig dieser Amazonen, dem er mit seinen Be—⸗ zleitern im Hofe des Chacha's von Weida, des Mischlings Juliano de Souza, beiwohnen konnte. zöller schreibt: „Meines Wissens ist Dahome zur Zeit das einzige Land auf der Erde, wo es ein veibliches Kriegsheer giebt. Die Amazonen von Ubome, deren Zahl' höchst verschieden angegeben vird und jedenfalls nicht höher als 60 ist, gelten »em Namen nach als Frauen des Königs und bil⸗ en eine Leibgarde, die durch Muth, Disciplin und inhänglichkeit den männlichen Soldaten überlegen ein sollen. Obwohl die Amazonen den König auf slen Kriegszügen begleiten, so glaube ich doch, daß ie mehr als Staatstruppe, denn als Feldtruppe »erwendet werden. Bei allen wilden und halb⸗ vilden Völkerschaften werden Gesang und Tanz als eben so unumgängliche Hilfsmittel zu kriege⸗ ischer Schulung angesehen, wie bei uns Exerciren ind Trommelwirbel. Da aber die Amazonen von rühester Kindheit an zu Kriegerinnen, Tän⸗ erinnen und Sängerinnen erzogen werden, so ist s natürlich, daß sie in Bezug auf Drill und Exer⸗ stium den männlichen Soldaten eben so sehr über⸗ egen sind, wie ein Garde⸗Regiment der Landwehr. Ddie Amazonen des Cacha, die früher sämmilich in d»er Armee von Abome gedient haben, sind Frauen zon 18 bis 25 Jahren und werden, da ja der Thacha keine Kriege führt, selbstverständlich blos zum Pomp unterhalten. Sie besitzen keine gemeinschaft⸗ iche Kaserne, sondern wohnen, ebenso wie die nännlichen Soldaten Juliano's, in verschiedenen Ztadtvierteln, wo sie jedesmal, wenn der Chacha ein Fest giebt, herbeigerufen werden. Schon als ie, in langem Zuge aufmarschirend, ihren Herrn ind Gatten begrüßt, setzte mich die Exactheit ihrer in unsere eigenen Militär⸗Gebräuche erinneruden Zewegungen in Erstaunen. Man denke sich sechzig unge schlanke und ausgesucht kräftige Frauen, die. hne unweiblich zu werden, dennoch einen unbe⸗ weifelt kriegerischen Eindruck herborrufen. Man nauß sich die Amazonen ungefähr vorstellen, als ob ie erwachsenen Zöglinge eines deutschen Mädchen⸗ zensionats turnten oder kriegerische Spiele veran⸗ dalteten. Die Behauptung, daß bei den Krieger⸗ nnen von Dahome eben so wie bei den mytho⸗ ogischen Amazonen der alten Griechen eine Brust bgeschnitten werde, ist unrichtig. Eine eingehende Schilderung verdient die auffallend hübsche Uni⸗ ormirung, die unsere Theater⸗Directoren behufs waiger Ballet⸗Aufführungen zum Muster nehmen önnten. Unter einer weißen, schirmlosen, mit chwarzgestickten Thierbildern (Eidechsen, Vögel 1. s. w.) geschmückten Jokeykappe lugen die frischen ugendlichen Gesichter recht freundlich hervor. Die Füße sind nackt. aber die Beine mit kurzen, bis berhalb der Kniee reichenden grünen. gelben oder othen Höschen bekleidet. Eine in allen Farben des Re— enbogens gestreifte, die Arme und den Hals unbe⸗ ꝛeckt lassende Tunica von Seide oder Sammet um⸗ hließt den von einem Corset (einheimisches Fabrikat) estütßten Oberkörpber Der schlanke Wuchs wird noch ganz besonders durch einen ebenfalls vielfarbig gestreiften Gurtel hervorge hoben, in dem au der inlen Seite das Schwert steckt und an dem vorn die schwarzlederne Patronta sche befestigt ist. Eine veißseidene oder hellgrüne, jedenfalls hellfarbige Schärpe wird in ähnlicher Weise getragen, wie von inserer Infanterie, dafür zeigte eines der kurzen an die bekannte römische Form erinnernden Schwerter und eine Streitaxt. Die letztere war eigentlich blos eine aus hartem Holz gefertigte Keule, in die man einen spitzen Eisenstift eingefügt hatte. Ich bin fest überzeugt, daß der unternehmende Impressario, der zuerst einen Trupp Amazonen nach Europa drächte, damit auf jeder Bühne Furore machen würde. Abgesehen davon, daß Gesang und Tanz hier zusammenwirkten, waren die Leistungen. die uns Stunde um Stunde lang in ununterbrochener Reihenfolge vor Augen geführt wurden, ganz im A uinderes Corps de ballet so exact. Voran eine sochgewachsene, etwas ältere Gestalt. Das war die Oberstin, betreffs deren mir der Sohn des Chacha ie mein Gefühl verletzenden Worte ins Ohr flüsterte? Sehen Sie blos, wie gut meine Mutter tanzt.“ Dahinter folgten mit geschwungener Streitart die uugeren Lieutenants und die noch jüngeren Mann⸗— haften, bald in nachgeahmtem Angriff auf uns zuschauende losstürzend, bald abschwenkend, sich zer⸗ treuend und sich wieder vereinigend. Und das Alles mit rythmischen, halb kriegerischen, halb kokelt- zraziösen, jedenfalls nicht unschönen Bewegungen, ei denen das anmuthige Spiel der nacklen gerun⸗ »eten Arme an die klassischen Statuen des Alter⸗ hums hätte erinnern können. Alle Tänze, die ich isher bei wilden und halhbwilden Bölkerschaften Jesehen hatte, waren eigenartig, grotesk und bis u gewissem Grade unzüchtig gewesen. Hier zum ersten Male führte man ein Schauspiel auf, das ruch vor einer ernsteren Kritik und einem ernsteren Schonheitsfinn Stand gehalten haben würde. Die Besänge, die mit auffallender Reinheit der Kehlen »orgetragen wurden, besaßen, wenn auch vielleicht eine complicirte Melodie. so doch verschiedene auf⸗ cegende und an die Marseillaise erinnernde Rhythe men. Ihr einziger Inhalt war die Verherrlichung des Vaterlandes und der Tapferkeit seiner Krieger⸗ nnen. Bei jedem Scheinangriff,. bei dem die Tänzerinnen, dicht vor uns auf den Fußspitzen ich aufrichtend, ihre Streitäxte über unsere Kopfe »mporhoben, wurde mit außerster Betonung das Wort „Dahoma“ gesungen. Trotz der nach un⸗ eren Begriffen ungeheueren Anstrengung schienen »och selbst nach mehreren Stunden weder die Mus— eln zu ermüden. noch die Kehlen heiser zu werden.“ Fe Ueber den Aufenthalt des Kaͤnonenboots „Hyane“ in der Südsee wird in einem Privat- zriese erzählt: „Cooktown (Australien), 30. Januar. Die Weihnochts⸗Feiertage verlebten wir unterhalb der Anachoreten ⸗ Inseln und nahmen Eingeborene ieser Inseln zu Protokoll; denn die Hermits⸗ Insulaner, ein kriegerischer Stamm, welche schon »inmal vor zwei Jahren hart von uns gestraft vorden waren, sollten wiederum zwei Schiffe, einen Zwei- und einen Dreimastschoner, überfallen, ge⸗ plündert und dann verbrannt haben; die Mann⸗ chaften sollten demnächst getödtet uͤnd von den dannibalen verzehrt worden sein. Diese Nachricht jatte ein Anachorets-Eingeborener, welcher als dnabe und Kriegsgefangener nach den Hermits· Inseln mitgeschleppt, jeßt aber von dort entwischt ind nach den Anachorets entkommen war, einem Nanilla⸗Eingeborenen, der auf der Station Matupi ebt, erzählt und dieser dem Konsul Hernsheim sievon Anzeige erstattet. Die Untersuchung hat eider die volle Wahrheit dieser Angaben in ihrem janzen Umfange bestätigt. Unter den Gegenständen ind Sachen der beiden verbrannten Schiffe, welche zie Kannibalen zurückbehalten hatten, befand sich zuch ein Frauenhemd, gezeichnet: A. P.; ferner vurde festgestellt, daß auf dem Dreimastschoner n der That eine weiße Frau gewesen ist mit samen Annie Pagels. Ob und in welcher Weise ie Besatzung der „Hyäne“ die Eingeborenen zur sechenschaft gezogen oder bestraft hat, darüber vird nichts berichtet.“ dur die on veranworiuch· z. x D— Eine kleine Ausgabe, iber ein großer Gewinn ist allen Denjenigen sicher, welche zurch Anwendung der Apotheker R.VBranuditis Schweizer⸗ illen (erhältlich aä Schachtel M. J in den Apotheken) ihren dörper reinigen und hierdurch neu beleben, siärlen und räftigen. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Ftiquett ein weißes Kreuz in rothein Grund und den Na- nenszug M. Brandt's träßt Güter⸗ — Versteigerung. Montag, den 27. April nächst⸗ hin, Nachmitiags 24 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Daniel Zaumann Café Oberbauser) lassen 1. Geerg Franz Dörr, Gutsbesitzer und dessen gewerblose Ehe⸗ frau Karolina Walter; 2 Johann Joseyh Dörr, Gutsbesitzer, diese auf dem Trippfcheiderhof Gemeinde Hasel wohnhaft und 3. Johanna Dörr, gewerblose Ehefrau von Dr. Rudol uͤhl, praktischer Arzt, beide in Blies fastel wohnhaft, foigende Liegenschaften auf Eigenthum versteigern, nämlich: Zleuergemeinde St. Ingbert: . Plan Nr. 874; 34 Dez. Achker im Dilmesflur. Plan Nr. 3027: 89 Dezʒ. Acker auf Müuhlenthal. Plan Nr. 3543/3: 40 Dez. Acker in der Pfuhlwiese 2. Ahnung Plan Nr. 4189: 1 Tagw. 15 Dez. Acker auf Hobelsahnung. Plan Nr. 2813: 38 Dez Ader auf der Meß. Plan Nr. 2932: 28 Dez. Ader in der Krummflur. Plan Nr. 4297: 52 Dezʒ. Acken im Rodt. Plan Nr. 925 und 925*3: 31 Dez. Pflanzgarten in den Groß garten. Plan Nr. 2458*2: 23 Dez Wiese hinter der Kirche. Plau Nr. 24583: 12 Deʒ Wiese allda. Plan Nr. 245834: 12 VDeʒz Wiese allda. Plan Nr. 2458: 24 Dez Wiese allda. plan Nr. 4464: 49 Dez. Wiest m Allment. Plan Nr. 84112: 13810 Dez Wiese in der Großwiese. Plan Rr. 25063: 42 Dez. Wiese in den Stegwiesen. Plan Nr. 25060: 482 Dez. Wiese allda. Planu Nr. 2622: 57810 Dez. Acker auf Muhlenthal dem Eisen ⸗ verk gegenüber. Plan“ Kir. 262213: ebensoviel Ucker allda. ßlan Nr. 4562: 78 Dez. Acker im Wohmbacher Weiher. Plan Nre. 4562*2: 1 Tagw. 56 Dez. Adker allda. Plan Nr. 45623: 78 Dez Acker allda. Plap Nr. 281312: 1 Tagw. 11 Dez. Ader auf der Meß. Plan Rr. 2444: 5 Dez· Wiese hinter den Gerbhäusern, zu obigen. Wiesen hinter der Kirche gehörig. St. Inabert, den 21. April 1885 Kemmer, f.Notar. Donnerst. 7. Mai endgiltig Tittlinger Ziehung. Loose à 2Mk., soweit Vorrath, bei den hbekannten Verkaufsstellen Fin Wort an Alle — — — —— vc Flranzosiscs, Tugisch, Italie⸗ nijch, Russisch oder Spanisch wirklich Aunch jyrechen lernen wollen. Gratis ind franco zu beziehen durch die MNosenthal'sche Verlagshandlung in depria. Todes⸗Anzeige. Verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Taute Anna LKoeceh, geb. Poller im 35. Lebensjahre, nach kurzem Leiden, gestern Nachmittag um 1Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ijt. Schnappbach, St. Ingbert, den 21. April 1885 Die neftrauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch Nachmittag um 3 Uhr zu Schnappach statt. Sonnenschirmen mpfiehlt in großer Auswahl zu den billigsten Jreisen Sermanmu Laur, Scuhhhandler Bierbrauerei zur Loewenburg von Karl 2 ieh Zweibruͤcken. Der Versandt des vorzüglichen »Sommerlagerbieres zat begonnen und werden Beftellungen auf dasselbe d irett an Brauerei erbeten. 4merire Postdampfer der —XLIX ehren von Antweryen jeden Samstag direct nach dew⸗PYorken. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einichtung für Passagiere aller Klassen. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Vafsage und naäͤherer Auskunft wende man sich an IIBAII LABVV. St. Ingbert. uaa Mai und Juni. — — — „Von Nah und Fern,“ Familienblatt mit werthvollen Kunstblättern von 16 Druckseiten wöchentl. IR. Berl. Fliegende? lätter⸗⸗ ein reich illustr. humor. 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NAur 2.17 2R. pro —5 und Juni 2* J —3 3u —*8 ns —* 6Ge ch sind stets vorräthig in det Druckerei des St. Ingberter Anzeiae Prück und X Aechter mediein. Tokayer-Ausbrauch ist in 1, 712 und *44 Originol à Mk. 3, Mk. 1,50 und Mt. O, 7t erhältlich hei Herrn Conditor 9 Rickel St. Ingbert. Dieser Wein wird als ganz beson deres Stärkungemittel für schwächäq Kinder, Frauen und Reconvalescem⸗ verordnet. — Fusten das Beser vo ichach. Padet u 20 Pj. steis frisch bei 7 Ein Maurerpolir mit 4 bis 6 tüchtigen Maurern, sind spätestens bis zum 27. April d. Finstellung. Bei wem sagt die Eryͤ dieses Blattes. Ein braver Junge, mit gut A Besitze guter Zeugnisse, wird al⸗ Lehrling angenommen in der Buchdroc F. X. Demeß. di— dDas Logis as Logis, welches Herrek. Studienlehrer Sies XV anderweit zu vermiethen. Joßef Uhl, Bäcer, Unterstadt. Auflage 331,000; das verbreitetste al deutschen Blaätter berhanpt; außerdem e cheinen Uebersezungen in zwölf frewmr Sprachen Die Modenweli Illustrirte Zeitung bu Toiletie und Hande beiten. Alle 14 Le eine Nummer. Vu dierteljahrlich M. M⸗ 75 Ar. Jaͤhrlich erschein 21 Nummern mit ẽa letten und Handarbtirr enthalltend gegen 20 Abbiwungen mit 8 schreibung, welche ð danʒe Gebiet der Garberobe und Leibnis ur Damen, Mädchen und Knaben, wie st das Jartere Kindesalter umjsassen, ebenso d Leibwäsche für Herren und die Beit⸗ un Tischwasche ze., wie die Handarbeiten in iter ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmußn fuür alle Gegenstände der Garderobe und et 0o Mufier⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ r Buntstickerei, RamenseChiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenonm bei allen Buchhandlungen und Pofianßelt — Probe⸗Nuinmern gratis und franco dun die Expedition, Berlin W, Potsdamer d 8; Wien I, Operngasse 3z3. — Is A. 4 Zur Anfertigung vondilligen u. sauberen aller in Buchdruck und Iatho graphie vorbommenden — ⏑ Drucxarbeiten empfienlt sieh die Buch- und Stetnaruckeret F. X. Demet⁊ Verlag esdt. Ingberter Anceiger 8t Ingbert. vt. Jagherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 7 Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint adchentlich funfmalr Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wochentlich mit Unlerhaltur ge— blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 4, einschließgiu 24 Zuftellunasgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertbeilt. 13 4A. Meelenen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 79. Donnerstag, 23. April 1885. 20. Jahrg. * will. Auch brauchen sich die Engländer Rußland Englands Ohnmacht. zegenüber gar nicht zu beklagen. Freilich tritt In London rasselt man noch immer mit dem Rußland in Asien als Eroberer auf, aber haben zäbel und die Engländer fingen begeistert ihr die Engländer in Indien, Afrika und den austra⸗ Rule Britannia, rule the waves“ „herrsche Eng⸗ lischen Inseln nicht selbst das Raub⸗ und Ausbeute⸗ sind, herrsche über die Wellen“, aber an einen system ins Anwendung gebracht!? Alle Kolonien, die nsthafien Krieg Englands gegen Rußland wegen England besitzt, besitzt es dermöge des Faustrechts, a Thore Indiens, wie man die Grenze Afgha- der List und Bestechung und es heißt nun von dem istans nennen kann, glaubt so leicht Niemand stolzen Albion: Mit dem Maße wie ihr messet, nehr, denn dinie und diplomatische verdet ihr auch aemessen werden. zchwäche liegt zu offen zu Tage. Die Herrschaft * das Weltmeer kann England in einem Kriege nit Rußland eher schaden als nützen, denn Ruß—⸗ and ist keine See- und Kolonialmacht und auf xen Wellen nicht empfindlich zu treffen, England nuß aber sehr sorgfältig vor den rusfischen Caper⸗ chiffen, welche Rußland nöthigenfalls in Nord⸗ merika ausrüsten lassen will, seine weitverbreitete sandelsslotte vertheidigen. In das Schwarze Meer zarf aber die englische Kriegsflotte nicht, da die dardanellen für Kriegsschiffe geschlossen sind und deutschland und Oesterreich der Türkei mit Auf⸗ ebung des Berliner Vertrages gedroht haben, falls je die Dardanellen englischen Kriegsschiffen öffne. zo hätte die englische Flotte als Angriffsobjekte qur Petersburg, Riga und Libau, welche aber durch züstenbefestigungen und Torpedos ziemlich geschützt ind, gne zin das für Petersburg durch die Fest⸗ ng Kronstadt. Aehnlich sieht es mit den Aussichten für die berfolge des englischen Landheeres aus. Man immt aus Gründen an. daß England gegen Ruß⸗ ond aus Indien nicht mehr als 30,000 wirkliche zrauchbare Truppen verwenden kann, da doch in den nglisch in dischen Städten Besatzungen zurückbleiben nüssen. Ferner wird England hochstens 30,000 Jann auß dem Mutterlande und vielleicht 10,000 ldann aus den Kolonien nach Indien senden kön⸗ nen also insgesammt eine Truppenmacht, die der ussischen nicht gewachsen sein kaun. Ueberdies vird es aber außerordentlich schwierig sein, 30,000 is 40,000 Mann mit Lebensmittein, Munition. danonen, Pferden. Bagage u. s. w. von England uch Indien und von Indien an die afghamisch⸗ hrenze gelangen zu lafsen. Das ist ein unge⸗ uetes Stück Arbeit, was eine Menge Widerwärtig eiten im Gefolge haben kann, da die Schwierig⸗ tilen sehr groß und die Truppen nicht an dos idiche Klima gewohnt find. „Der Ohnmacht Englands im afghanischen zrenzstreite wird aͤber noch dadurch die Krone auf⸗ bsehi. daß England unter den übrigen Grokmäch⸗ n beine Bundesgenossen oder Freunde betigt. Die — und Kraämerpolitik hat es fertig der Re ä ßme Kopf r F * n in Äfrika und Neu-Guinea und Jialien n. Es muß allerdings auch stark bezwei⸗ de daß irgend eine Großmacht ohnedies Ndhabt haben würde. sich für England gegen zu schlagen. Die Zeiten des Krimkrieges —* verblendeten Eitelkeit, für England die uͤn — du dem Feuer zu holen. sind vorbei, ain ie Türkei. Diese würde in einem neuen aid de ganze Existenz riskiren, da dann Bul⸗ —c Albanesen und Griechen und —* d auch Serben und Monienegrinet ng —88 wurden. So erntet England dee — recJoiniden kanden ane mmer viel Gewinn in allen usschlagen. aber keine Opfer bringen Ausland. London, 21. April. Reuter's Bureau meldet aus Ottawa: Es cursirt das Gerücht, Fort Pitt, nördlich von Battleford, sei in die Hände der Insurgenten gefallen; man befürchtet, daß alle Vertheidiger niedergemetzelt seien. London, 22. April. „Staudard“ will wissen, eine gestern nach Petersburg abgegangene Depesche wiederhole das Verlangen der Desabou⸗ rung des Vorgehens Kamaroff's, weil die Russen in dem Gefechte von Aktebe die Angreifer gewesen eien. — „Daily News“ sagen, Lumsden's Depesche mache die Krifis ernster als je; England erwarte aus Peterburg bessere Aufkkätungen als die bisherigen. Eokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 28. April. Mit dem deutigen schließt für die Volksschule das Schuljahr. Das neue Schuljahr beginnt am 1. Mai, an wel— hem Tage auch diejenigen Kinder neu aufgenommen werden, welche das vorgeschriebene Altet zurückge⸗ legt haben. Wer ein Freund der Naltur ist, der versaume nicht, in diesen Tagen, zur Vlüthezeit der Obst⸗ bäume, einen Spaziergang noch den benachbarten Weilern Sengscheidt und Reicheubrunn zu machen. Die Obstbäume daselbst stehen jetzt in doller Blüthenpracht und erfreuen das Herz durch ihren schönen Anblick und ihren angenehmen Duft. R. Neuhäusel, 20. April. Gestern ver—⸗ unglückte der Bergmann Joseph Biet von Kirkel in der Grube „Dechen“ dadurch, daß ein Stück dohle einen Stempel umschlug und ein noch größeres Stück auf den Unglücklichen Hiel, welches denselben Ileichsam erdrückte. Er war sofort tot. Dessen Bruder arbeitete zwar nur zwei Schritte davon, lonnte aber leider nicht helfen. Der Verunglückte war als fleißiger Arbeitser und beliebter Gesell⸗ chafter hier bekannt und unterhielt sich tagszuvor noch in frohem Sangeskreise mit seinen Kameraden aufꝰs schönste. Seine Frau verliert an ihm einen braven Ehemann und seine 8 unmündigen Kinder einen liebevollen und sorgsamen Vater und Ernaͤhrer. — Wie das Direktorium der Reichsbank be⸗ tannt gibt, wird die in Zweibrüden bisher vestandene Reichsbanknebenftelle am 10. Juni J. J. geschlossen werden. — Homburg, 22. April. Unter den Ge⸗ stellungspflichtigen bei der dies jahrigen Musterung dahier befand sich ein Konscribirter mit Meter 1.91 Bröße und ein anderer wog mit Kleidung im Banzen 55 Pfd. G. A.) — In Bruden hat sich ein junger Mann erschofsen, weil er als tauglich zum Riluar atlan wurde. —In Kandel starb nach laͤngerem Leiden der k. Notar und Rath Jung, nunmehe der ältefte Notar der Pfalz. Mil ihm schied ein ehrenfefter Charakter aus dem Leben. — Landau, 21. April. Der 31 Jahre alte edige Fuhrknecht Franz Schulz von Herrxheim, jatte gestern auf einer Rollfuhre in Siebeldingen Wein geholt. Auf der Heimfahrt des abend⸗ ge⸗ rieth er unter die Räder des schweren Wagens, die ihm über die Brust gingen, und blieb sofort todt. — Ludwigshafsen a. Rh., 19. April. Buchdrudereibesitzet Volz, der die Postsendung ab⸗ er welche in Temeshar explodierie wurd⸗ verhaftet Vermischtes. 4 Die „Pfalz. Lehrerzeitung“ bringt in Nr. 15 inen Artikel. belittelt Gewicht der Reichsmünzen, worin es heißt, daß die deutschen Reichsmünzen als Ersatz kleinerer Gewichte benützt werden konnen. Es ist das Gewicht einzelner Geldstücke in ganzen Frammen angegeben, ebenso das mehrerer Geld⸗ stücke zusammengenonimen. Es interessirte mich nun jehr, ob auch alles richtig auf der Waage überein⸗ stimme. Ich machte auf einer genauen Waage den Versuch. und alles stimmte mit dem in dem Artikel der Lehrerztg.“ Gesagten genau überein. Es wie⸗ gen nämlich: 1 Pfennigstück (Kupfer) 2 Gramm, ebenso 1 Fuͤnfmarlstück (Gold) 2 Gr.1 Zehnmark⸗ stüct (Gold) 4 Gr., ebenso 1 Zehnpfennigstück (Nickel) Gr. 2 Fünfpfennigstück Geickel) 3 Gr., 1 8wan⸗ zigmarkstück (Gold) 8 Gr., 3 Zweipfennigstücke 10 Gr., ebenso 9 Zwanzigpfennigstücke Silber) 10 Gr., ESilberthaler 18 Gr.,9 Fünfzigpfennigstücke 25 Gr., d Finmaikftücke 50 Gr., 9 Zweimarkstücke 10 Gr., 9 Fünfmarkstücke (Silber) 250 Gramm. Durch richtige Zusammenlegung einiger Geldstücke kann mon 'also das gewünschte Gewicht erhalten; jedoch ja wohl — muß man aber auch immer das nöthige Geld hiezu haben. Mannheim. 21. April. Die Firma Rabuͤs und Stoll schickte gestern Vormintag einen jungen Mann mit Pi. 6000 nach einem hiesigen Vathause. Anstatt sich seines Auftrags zu ent⸗ ledigen, kamen dem Bürschchen abenteuerliche Ge⸗ danten a ia durchbrennende Kassiere. Die Polizei wurde von dem Verschwinden des Burschen, dessen Name Ballheimer ist. benachrichtigt und gelang es gestern Abend den Schutzleuten Rensch und Gantner denselben am Bahnhofe zu betreten und in Haft zu bringen. München, 17. April. Nach der Insel Herrenchiemsee, auf der das neu erbaute Schloß unseres Königs sich befindet, wurde vor einiger Zeit eine Uhr abgeliefert, an der 16 Uhrmacher⸗ gehülfen 1 Jahr 3 Monate gearbeitet haben und die 92.000 Mt. gekostet hat. J Die Leiche des retzten Goethe wurde am Vormittag des 17. aiuff dem Bahnhofe in Weimar von dem Grafen Henckel, Oberst von Brederlow und dem Sanitälsrath Dr. Vulpius (als Verwandten) in Empfang genommen und nach der Friedhofskapelle gebracht. Von dort aus fand am Nachmittage des 18. das Begräbniß unter Betheiligung des Großherzogs und der Großher⸗ zogin, des ganzen Hofes, der Behörden, Kunstin⸗ lute ꝛc. statt. In der Kavelle und am Grabe prach der Kirchenrathe Dr. Hesse. Reiche Blumen⸗ benden waren u. A. von der Kaiserin Augusta eingetroffen. Zur Instandsetzung des Goethe⸗ Hauses sind im Testamente 30,000 Mart bestimmt. F Eltmann, 18. April. Die Frau des Bürgers Kaspar Schneider hat bei Gelegenheit eines »helichen Zwistes ihren Ehemann mit einem Hirsch iaͤnger niedergestochen. Bochum, 20. April. Ein Beispiel von veiblicher Ausdauer berichtet der „Märk. Sp.“: Zwei auf einem Geschäftsgange begriffene Frauen degegneten sich gegen 418 Uhr in der B.⸗Straße ind begaunen gleich nach dem gegenseitigen üblichen Hruße die Konversation. Nun mag der Leser wohl denten, die beiden Passanten hätten so en pasuant einige kleine Mittheilungen gemacht, aber weit ge⸗ ehll: Stunde auf Stuͤnde verrann, ohne daß die duterhaltung unterbrochen wurde. Die Uhr zeigte Fereilts die achte Stunde, als einem in der Nähe vohnenden Geschäftsmanne der glückliche Einfall am, zwei Stühle zu nehmen und dieselden den eiden Frauenspersonen zur Disposition zu stellen. Die so in ihrer Unterredung Gestörten verließen jöchst ungehalten den Platz, aber nicht, um ihrem heim zuzueilen und das inzwischen Versäumte aachzuholen, sondern um auf einer Nebenitraße das hespräch fortzusetzen. Braunschweig, 18. April. Gestern purden die 835jährige Arbeiterin Antonie Koßmider ind der 28jährige Arbeiter Anton Giebß enthauptet. Zie hatten den Ehemann des Koßmider mit einem Heile erschlagen. Die Mörderin starb sehr gefaßt, vährend Giebß zitternd und bebend das Schaifo— vetrat. pGelsenkirchen, 17. April. In der ver⸗ zangenen Nacht sind auf Zeche Bismarck· Schön⸗ jausen (Schacht 2) sechs Vergleute vom Wetter berfallen worden. Zwei der Betroffenen fanden ofort ihren Tod, vier wurden, den Leib mit schweren Zrandwunden bedeckt, ins Krankenhaus nach Buer üͤbergeführt. p Berlin, 18. April. Mehr als 400 alte dauser, so schreibt die „Nat.“Ztg.“, werden im aufe dieses Frühjahrs in Berlin abgerissen werden. Mit ihnen fallen die letzten Schlupfwinkel, welche m Herzen der Stadt dem Gesindel als Zuflucht dienten. In der Friedrichstraße wird in dieser Beziehung gewaltige Säuberung gehalten. Mehr As ein Dutzend Häuser, welche die unausgesetzie Zeobachtung der Polizei erforderten, verschwinden „ollständig, darunter Kneipen niedrigen Ranges bis ehen „echten Bier⸗ und Weinstuben“. in denen dee „gentleman thief“ seinen Raub zu vergeuda pflegte. F Wien, 21. April. Der Kapellmeister un— Bühnenschriftsteller Julius Hopp wurde in ein Irrenanstalt gebracht; er wurde aus Hunger um —QRWo Ein bliniges Drama hat sich am Voraben' von Ostersonntag zu Portighiola in Calab. rien abgespielt. Ein junger Mann brachte seind Liebsten, deren Eltern nichts von der Verbindun der Beiden wissen wollten, ein Ständchen. Di Eltern schimpften aus ihrem Hause heraus gegen die ungebetenen Sänger, und als das nicht hoh feuerte ein junger Bauer, dem die Jungfrau do den Eltern zugedacht war, eine Pistole auf d ingende Schaar. Von derselben verfolgt, flüchten rein das Haus der Schönen. Drei der Sänge stürzten h nier ihm her, aber die Thür wiirde ge schlossen und eine Zeit lang war es sehr still ir Jnnern. Man erbrach endlich die Thür und jon die drei jungen Leute als Leichen in ihrem Blut chwimmend; der junge Bursche und der Val⸗ Res Mädchens hatten sie umgebracht. London. In dem in Richmond gastiren den Cirkus Kloseberg brach während einer Vorste lung Feuer aus. Alles stürzte zu den Ausgängen in denen ein furchtbares Gedränge stattfand. sr gefähr 100 Personen wurden erdrückt. Der ganz Firkus, welcher aus Holz erbaut war, wurde zu tört. Es verbrannten uͤber 50 Pferde und d seltene Thiere, darunter 5 Löwen. Der birh var sehr hoch versichert, und der angerichtt naterieslle Schaden beläuft sich nach ungefähr⸗ -Zchätzung auf ungefähr 600,000 Doll. FNewyork, 10. April. Erwin Hecdter der 40 Jahre alte Sohn des verstorbenen bekannten eutichen Patrioten Friedrich Hecker, hat sich un ZApril in Summerfield erschossen. Zertütt hermoͤgens⸗ Verhältnisse sollen den Unglüůcklichen nn Selbssimorde gettieben haben. Sterbefalle. — Gestorben: in Langentandel kgl. Rathr Notar Kari Jung, 75 J a.; in Landau V delm Geißler, pens Bahuhofv. rwalter u Schuhmacher Dippold; in Annweiler Heintn rauftmann, 13 J. a.; in Kiserslaule dellmuth Zwingli, Söhnchen des Pfarrers Kuͤrh Steinhauer Joh. Rahm, 34 J. a.. und Sprenger, Mitglied des Kampigendssenveren A New ⸗Vremen (Staat Obio) Chaties Bor aus Lauterecken. — — — — 7 — — 77— Zür 5 Pedaklian veraniwortlich: F. X. Deme: Bekanntmachung. Maria Dietzler, gewerblos, nun⸗ Goldner Stern. mehrige Ehefrau von Johann Heute Abend 6 Uhr Anstich Flaetgen, Bergmann, beide in z Zuyn'a qh in Rheinpreußen wohnend.“ von Pilsener Export, wegen der zwischen ihr und ihrem ver dei großem Concert. Auch wird lebien Ehemann Jacob Joͤrg bestan · der derühmte Naturforscher Schorsch denen Gütergemeinschaft, den — Wien einige interessante Ehemann Johann Flaetgen, der ehe⸗ Vorträge halten. ichen Gutergemeinschaft wegen. und 1. Üeher die Ordnung der Beutel⸗ ae minderjährige, gewerblose Kind thiere, Marsupialia, ind Erbe des verlebten Jaeebl 2. Ueber die Ordnung der Stachel⸗ Jörg, Namens Nicolaus Jörg. schweine, Hystrix, rtrelen durch seine Mutter, als 9— 3. ieber die neuesten Entdeckungen setzlihhe Vormünderin, und seinen Stief⸗ bei wirbellosen Thieren, Ani- hater, als Mitvormund, — wegen malia non vertebrata ete. ete. Richtbezahlung des Erwerbspreises die Alle Namensfreunde des Herrn Pro⸗ rolgende Liegenschaft offentlich vertrags essors, sowie Bekannte sind hiermif näßig wiederversteigert, nämlich: destens eingeladen. Sleuergemeinde Ommersheim: Hochtungsvoll Plan Rr. 584, 61 Dez. — 20 2 Schorsch Klein, zo'qm Acker beim grünen Birnbaum goldnen Stern. Ei. Ingbert, den 22. April 1885 —Sonntag den 26. April gremmer, Eroͤfnung der e. Rotar.. Gkexgnsser'schen warienwirikschaft. — — 2 Zetzkartoffeln — — Herrenkragen rein leinen und garantirt Afac Dutzend Mk. 5.50 bei un Fiicher eohnicum 7 —RX — ———— — 7 Anfnahme: als— Avrii u. October Montag, den 27. April 18335, Nachmittags *26 Uhr. zu St. Ingbert iů der Wirthschaft von Daniel Baumann (Cafe Oberhaus er läßt der Vorschußverein St. Ingbert, eingetragene Genossenschaft, mit dem Siße daselbst, unter günstigen Zahl⸗ ungsbedingungen öffentlich zu eigen bersteigern oder auch auf mehriährigen Bestand verpachten: Sienergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. I328 und 43232 163 Dez. Acker im Rodt neben Bäcker Hager und Michael Haas in 2 Theilen; Aus Plan Nr. 4377, 4378. 4379, 4380 und 4381, Acker im Rodt neben Winwe Stolz ind Bäcker Bernasco: Die Halfte mit 86 Dezimalen in 2 Theilen St. Ingbert, den 22. April 1885 Kemmer, t. Notar. Vertragsmäßige Wiederversteigerung. IIchunhete der * ĩuen wm 7 hic Ta urensteppter vin n — ——— noigent⸗t esꝛon Tuchaolle ↄI. G —e— — i ειααιö—»r fener Fehsohle V. u.. Bei 3* niger uetert G. kngelnarii. 7er Zur Ankfortiguns con billigen u. sauberen R in Buchdruck und Jitho araphie vorkommenden — — * mypfiehlt Kriet Voerein. Druckarbeiten — — — Samstag, den 9 Mai 18335, Vormiltags 9 Uhr, zu Ommersheim in der Wirth⸗ schaft der Wittwe von Andreas Lang wird gegen die Witiwe des zu Ommersheim wohn haft gewesenen und verlebten Glas Fheiters Jacob Jöra. Namens Strohhüto Die Stelle eines Vereinsdieners ist vom 1. Mai ab erledigt und soll anderweitig besetzt werden. Bewerber »arum woslen sich beim 1. Vorstande herrn Fischer bis zum 30. d. M nelden. Der Ausschuß. F56mwKR in õSt NRrahkor· empfienlt sieh die Buch- —X ——— — F. X. Demet? Verlag acrot ĩnt derter dua⸗er 84 In 2 b er t. zür Herren, Knaben. Kinder, Damen und Mädchen n größter Auswahl zu billigen aber feiten Preisen bei Hermann Fischer. —ca o vVerlan —2— * * 22* 2 22 —R— 22 2 — — * — J— z5 63535535 5—8 578 5223355 7553 —— — 322 * 55353524 — — * 553 55 — . 52 * 235 777 55 ———— — 5 — — — ——— 2 — — *2 * 22 C 22 82 2 * — * — — * — — * T — 2 225233 2 832 2 5 c c S —8* * 5 2 * 522 — 5 — S — 5 2 5 8— 552— —— — 8 27 8 — — * 252* SE — — — —2— 5e52 2 . — 37— 538, 233 X » — —225 — öι ——8322 — — S * 20 2* — 2 —265 * 5 3—2— 5278 5 —*5 25* 555 — — * — —— 32 S —*—— 2.* — * * 7 7 — 52 — 8 7* 2 — — * . 25 55 . 22 557* 2 5335. * ** —25*287 28225575 —e 22* — — 2 527 8— 22265 234 3 —A — 8 —— * 2 2 2 — — 2* * —* —3353 3555—5 573 s2853 23 7 — 55533352* ——— 5352 57—335288 —355 352—3335*5 855885 — — * — — SN 13 7 52*88 * 3 55 223—5 2 552 2255 ——— 52 —— — z25, 5235 —— —— ——— 8— 85 25c3838338 —37—268 —2333556s533 — 32,236 — —552— — — — ————— S2 —2 255 55 55 * — 2— 255— 2588 6 588 2— 7— — —553232 5252 52 52 — — — 6 6— 55 — — —25 52552608* 522* j 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Jugherter Amziger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 8 St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Ctamstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 ⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 , einschließli h d A Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr faur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 1I5 A. Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 80. Politische Uebersicht. Wie der „Pol. Corr.“ aus Odessa geschrie— den wird, werden in Batum namhafte militärische horbereitungen getroffen. Zwei Kriegsschiffe ind von der Beförderung von allerlei Kriegsma⸗ crial, Festungs- und schweren Batterie⸗Geschützen, owie Munition nach dem genannten Hafen vollauf n Anspruch genommen. Es soll, wie es heißt, in beirächtliches Korps zu dem Zwede concentrirt derden, um die strategisch wichtige Bahn Tiflis⸗ poti unter allen Umständen sicherstellen zu können. z3 werden alle Vorkehrungen getroffen, um auf den ersten Befehl die Armirung des Hafens be— verkstelligen zu können. — Eine gleich rege Thä— igkeit herrsch im Asow'schen Hafen von dertsch: Jenikale. Die erst nach dem Kriege da⸗ elbst, und zwar unterhalb des Mithridatberges uufgeführten Befestigungen werden mit Geschützen von größtem Kaliber armirt. Eine Reihe von Strandbatterien, die zum Schutze des Golfes von dertjch bestimmt sind. werden mit Beschleuniqung hergestellt. Deutsches Reich. Berlin, 22. April. Ju der heutigen teichstagssitzung war das Haus so leer vie noch nie, offenbar weil alles als Mitglied oder zuhörer in das Abgeordnetenhaus geströmt war, um dort der kirchenpolitischen Debatte beizuwohnen. die Wichtigkeit der verhandelten Gegenstände hätte onst wohl ein zahlreiches Erscheinen veranlassen ollen, da bei der Berathung der Zolle auf Baum⸗ vollgarne der alte Kampf zwischen Webern und z„pinnern entbrannte. Durch den Zolltarif von 879 sind nämlich nach der Feinheit der Garn— iummer abgestufte Staffelzölle auf Baumwollen⸗ zarne eingeführt, namentlich auf Andrängen der urch die hohen französischen Schutzzölle geschädig⸗ en Elsaß⸗Lothringer und in der Absicht, in Deutschland eine bedeutende Feinspinnerei zu er— iehen. Dadurch war aber die Fabrikation von Seiden · und Wollstoffen, welche der Baumwollen⸗ zjarne als Halbfabrikat bedarf, geschädigt und es nachte sich daher namentlich seit Einführung der dmission temporaire für die Seidenindustrie in Frankreich eine lebhafte Agitation der benachthei⸗ igten Industrien geliend. In der That wurde nachgewiesen, daß die Garne von größerer Feinheit als Nr. 60 in Elsaß⸗Lothringen nicht zu haben varen, sondern die Seiden · und Baumwollen⸗In⸗ dustrie nach wie vor auf den Bezug englischer Garne angewiesen war. Es war daher berechtigt, w verschiedene Anträge den Klagen der benach⸗ heiligten Industrien abzuhelfen suchten und zwar xeschah diefes in doppeiler Weise. Einmal wurde urch Antrag von freisinniger Seite das Instiut der admission temporaire nach Deutschland zu rpflanzen gesucht, doch muß dieser Versuch allec dings an den bedeutsamen und schwerwiegenden olgen seiner Annahme scheitern, da dam ohne Iweifel auch alle anderen Industrien das Verlangen d Zollzurückvergütung gestellt haben würden; nationalliberale Abg. Penzig dagegen ging n y anderen Basis aus, indem er auf Grund * hatsache, daß die feineren Nummern als —* in Deutschland producirt würden, mit der Iiens der Zollstaffeln bei dieser Nummer m ten und die höheren Nummern mit dem⸗ en Zohf mi⸗ vdi⸗ sier⸗ hesegen mithin alsa Samstag, 25. April 1885. 20. Jahrg. jegen den bisherigen Zustand seit 1879, eine Zollherabsetzung der feineren Nummerga eintreten assen wollie. Beide Vorschläge fanden sehr beredte ind gründliche Vertretung, der erste durch die derren Brömel, Trimborn und Bam- derger, der zweite durch die Herren Penzig und Buhl, bvon denen namentlich der letziere großen Eindruck machte, da er Schutzzöllner ist ind für den Schutz der normalen Arbeit eintritt, in diesem Falle aber zu dem Schlusse kam, daß das Interesse der gesammten Weberindustrie stärker inregen muͤsse, als das isolirte der elsässischen ZSpinnereien, denn die übrigen Spinnereien Deutsch ands produciren allerdings nicht die feineren Barnnummern. Die Bekaͤmpfung der Anträge vurde durch den Elsässer Grad und die Regier⸗ ing geführi, denen der Abg. v. Fischer zur Seite trat, weil er das Rütteln an dem Tarif bon 1879 mißbilligte. Am geschicktesten, wie fasi ets, war der Minister v. Bötticher in der Vertheidigung der bestehenden Sätze, und wenn ihm eine Aeußerung entschlüpfte, welche die Ab⸗ sicht eines erhöhten Zollschutzes für die feineren Garnnummern anzudeuten schien, so beeilte er sich, diese Ausiegung in einer zweiten Rede abzuschnei⸗ den. Natürlich ging es auch diesmal nicht ohne Reibereien ab, doch hatte der Abg. Bamberger den zuten Geschmack, einen Ausfall gegen die Regier⸗ ingsvertreter wegen ihrer Gleichgiltigkeit gegen die Industrie in persönlicher Bemerkung in gewüͤnschter Weise zu modificiren. Den Sieg errang zum Schluß die Ansicht der Regierung. Berlin, 22. April. Die Arbeiterschutzgesetz⸗ dommission des Reichstages hat in ihrer Mehrheit, destehend aus den Konservativen, dem Zentrum und den Sozialdemokraten den Beschluß gefaßt, daß auch in den Gastwirihschaften die Gehilfen und Lehrlinge Sonntags nur fünf Stunden beschäftigt sein dürfen. Da sich nun in dem betreffenden Enwwurfe zugleich die Bestimmung findet, daß die Geschäftszeit für alle Gehilfen und Lehrlinge in demselben Betriebe die gleiche sein muß, sind also die sämmtlichen Wirihschaften, soweit nicht die Wirthe selber zur Bedienung der Gäste genügen, an allen Sonntagen auf einen fünfstündigen Geschäftsbetrieb beschränkt Berlin, 22. April. Abgeordnetenhaus Präsident von Köllner eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten. Der Antrag des Abg. Windt⸗ jorst betreffend die Aufhebung des Sperrgesetzes vird nach längerer Verhandlung mit 182 gegen 128 Stimmen abgelehnt. Später wurde auch der weite Antrag des Abg. Windthorst auf Freigebung des Messelesens und des Sakramentspendens mit 159 gegen 127 Stimmen verworfen, Für beide Anträge stimmten das Centrum, die Polen und ein Theil der Deutschfreisinnigen. Berlin, 23. April. Die Zolltarif⸗Kommission hat beschlossen, den Zoll für Reis zur Stärkefabri⸗ sation auf 3 Mark zu erhöhen. Der Antrag Franckenstein auf Rückvergütung des Cacao und Zuckerzolls bei der Ausfuhr von Chocalade wurde abgelehnt, dagegen eine Resolution ähulichen Inhalts angenommen. — Berlin, 23. April. Der Bundesrath hat die Einführung der Berufung mit geringer Mehrbeit abgelehnt. Berlin, 28. vies einen Antrag ines Gesetzes über Beschlagnahme von di⸗e Muaäschöi—⸗ Kiel, 22. April. Von den für den politi— schen Dienst bestimmten Schiffen unserer Marine befinden sich zur Zeit sechszehn Kreuzer in außer⸗ europäischen Gewässern, die zusammen 143 Geschütze führen und eine Besatzung von 3468 Mann haben, Von diesen Schiffen kehren demnächst drei in die deimath zurück, und zwar: die Kreuzerkor vette Olga“ (10 Geschütze und 27 Mann) von der vest; afrikanischen Station, die Brigg „Rover“ (6 Beschütze und 78 Mann) von einer größeren lebungsfahrt, und die Kreuzeckorvette „Nymphe“ 9 Geschütze und 111 Mann) von der westameri⸗ sanischen Station. „Olga“ und „Rover! verbleiben nach ihrer Heimkehr als Freiwilligen-Schulschiffe in Dienst und werden dem im August zu bildenden Beschwaderverbande beitreten Als Ersatz für „Olga“ ist heute der Kreuzer „Cyclop“ (4 Geschütze und 67 Mann) von Wilhelmshaven nach der vestafrikanischen Station in See gegangen. — Die Kreuzerkorvette „Ariadne“ (8 Geschütze und 288 Mann), welche hier gestern Abend aus Wilhelms⸗ haven eintraf, geht morgen nach Friedrichsort, um die Schiffszungen an Bord zu nehmen. Darmstadt, 23. April. Die Konigin von England und Prinzessin Beatrice sind heute Morgen um 8 Uhr hier eingetroffen. Ausland. Newyork, 20. April. Die Legislatur des Staates Connecticut hat am leßgten Montag fast einstimmig eine Bill angenommen, welche eine Strafe von 5000 Dollars oder zwanzig Jahren Gefangniß auf die Herstellung und den Gebrauch bon Dynamit zu verbrecherischen Zwecken setzt. Fine gleiche Strafe trifft Personen, welche Geld zur Verübung eines Verbrechens mittelst Dynamit heisteuern oder die Verübung eines solchen befür⸗ vorten. Die Bill schreibt ferner eine strenge Ueberwachung der Händler in Dynamit vor. Lokale und vfalzische Rachrichten. *St. Ingbert, 24. April. Unser Reichs⸗ sagsabgeordneter, Herr Oscar Krämer, hat kürz⸗ ich auf die ihm vor einiger Zeit aus landwirth⸗ chaftlichen Kreisen des Wahlbezirkzß zugegangene dankadresse für seine Abstimmung über die Ge⸗ reidezölle in einem Schreiben an den 1. Vorstand des landwirthschaftlichen Bezirlskomites in Zwei⸗ zrücken, Herrn Freudenberg, dankend erwiedert, daß es auch hinfort, gleich wie bisher, sein eifriges Bestreben sein werde, die Interessen des Wahlkreises nach Kräften zu fördern und zu wahren. *Si. Ingbert, 24. April. Eine recht un⸗ angenehme Erfahrung sollle kürzlich dahier ein aus⸗ wärtiger Geschäftsmann mit einer Pfändung und harnach folgende Zwangsversteigerung machen. dm nämlich die durch das Pfändungs⸗ ⁊c. Ver⸗ jahren entstandenen Kosten zu decken. mußte er dem bei der Versteigerung erlösten geringen Betrage noch ein erkleckliches Sümmchen beilegen. „Wo nichts ist, ist halt nichts zu holen.“ *In Ergänzung einer kürzlich gebrachten Mit⸗ heilung üder einen im Steinbruch bei Gers heim jorgekommenen Unglücksfall geht uns die Nachricht uu, daß dem schwerverleßten Arbeiter eine Gabe Sr. K. Hoheit des Prinzen Luitpold im Betrage von 50 Mark zut heil geworden ist. — Aus dem Westrich, 22. April. Dem „Pf. Museum“ wird berichtet: Im Westrich, wischen Sit. Ingbert und Neuhausel liegt an der 2niserstraße unfern der alfen Fehf⸗ GOirtel ve Geiskircher Hof. Dabei wird der Oct gezeigt, wo einst eine Kirche (hl. Geisttirche?) stand. Heute noch, wo nur mehr einige Steine, die spärlichen Ueberreste des ehemaligen Gotteshauses, vorhanden sind, pilgern die Gläubigen der Umgegend am Tage der hl. Dreifaltigkeit zu dieser geweihten —AV Nur ein Stein der Kirche ist übrig. der die Spuren kunstgeübter Arbeit trägt; es ist dies der Schluß— stein eines gothischen Kreuzgewölbes von mäßiger Größe. Dies Sandsteinwerkstück zeigt im Schilde der Unteransicht ein Bildwerk (agnus dei 7), das durch starke Verwitterung sehr gelitten hat und nicht mehr genau zu erkennen ist. Seitlich find die Ansätze von vier Gewölberippen deutlich er⸗ halten; sie haben das gothische birnförmige Proil zwischen zwei Kehlen. — Möglicherweise kann ein Freund der heimathlichen Ortskunde Aufschluß über die Geschichte genannter Kirche geben, was wohl für Viele Interesse haben würde. — Von den sechskursigen Kreis⸗Real- schulen, welche aus Kreisfonds vollständig unter⸗ halten werden, erhält u. A. Kaiserslautern 51,274 Mark. Für die übrigen sechs⸗ und vierkursigen Realschulen, welche im Königreich nur Zuschüsse aus Kreismitteln erhalten, sind sür 1885 u. A. zenehmigt: Speyer 18,088 Mt., Landau 17,650 M., Neustadt 17,140 M., Zweibrücken 17,080 M. — Pirmasens, 20. April. Die Flucht der beiden protestantischen Schulverweser Reich und Hamm von hier war nicht blos dem „Ka⸗ nonenfieber“ vor der Jehres- und Anstellungs⸗ prüfung zuzuschreiben, sondern sie ist die unaus— bleibliche Folge eines höchst verschwenderischen und leichtfinnigen Lebenswandels, eine längst vorberei⸗ tete, systemathische Flucht, mit Hinterlassung vieler Schulden und zweier betrogenen Bräute. Seit Monaten haben die Lüftlinge kein Kost- und Miethgeld bezahlt, dagegen in allen hiesigen Zirkeln von Jung-Pirmasens verkehrt, viele Reisen in aus⸗ wärtige Theater, Konzerte, Bälle und dergl. ge⸗ macht, Kleider von Straßburg und Schuhe massen⸗ haft auf den 1. April von hier bezogen, um an diesem Tage zu verschwinden. So sind die Pir— masenser schon lange nicht mehr in den April ge— schickt worden, wie in diesem Jahre, und es ist der Kredit junger Leute dadurch sehr erschüttert. Der eine der beiden Flüchtlinge schrieb., dem „Pf. Vbl.“ zufolge, doch noch an seine Eltern, daß er ir Amerika sich bestreben werde, so viel zu verdienen, daß er alle seine Gläübiger befriedigen werde. Ob auch seine Braut, der er 2000 Mark abgepumpt hat? Der Andere ließ zum Schaden auch noch den Spott zurück und sollte am 25. ds. Mts. getrauf werden. Seine seit Neujahr gemiethete, mit neuen Möbeln ausgestattete Wohnung und seine Braut mit 12,000 Mark Vermögen haben auch das Nachsehen. — Bundenthal, 20. April. (Waldbrand.) Gestern kurz nach 12 Uhr Mittags brach in den jungen Eichenanpflanzungen im Schlage „Seugen“ ein Brand aus, der die ganze Anlage, zirka fünj Morgen, zerstörte. Man glaubt, daß der Brand durch Unvorsichtigkeit einiger Kinder entstanden sei. — Landstuhl, 21. April. (Torf⸗Brand.) Heute Nachmittag gegen 2 Uhr verkündeten, wie das „L. T.“ berichtet, die Sturmglocken und Feuer— wehrsignale der hiesigen Einwohnerschaft den Aus— bruch eines Brandes und eine dichte Rauchwolke bezeichnete als Brandobjekt die Torfwiesen zwischen der Distriktsstraße nach Ramstein und der Kuseler Bahnstrecke nächst dem Staatswalde. Das Feuer, welches etwa um 12 Uhr entstanden sein mochte, zatte sich in der kurzen Zeit bereits auf eine be— deutende Fläche ausgedehnt und dürfte kaum heute oder morgen vollständig gelöscht werden können. — Eine 56 Ctm. lange Schlange ist gestern Nachmittag von einem Spaziergänger bei Landstuh' aufgefunden und getödtet worden. — Kusel, 21. April. Zur Erinnerung an die erste hl. Kommunion seiner jüngsten Tochter hat der Rentuer und Gutsbesitzer Herr Ludwig Benzino dahier, dem Hospital der Stadt Kusel 170 Mark als Geschenk überwiesen. — Vom Glan, 21. April. Der Verwal⸗ tungsrath des Pfälzer Bienenzucht-⸗Vereins wird sich am 27. April l. Is., Vormittags halb 9 Uhr, in der Wirthschaft von Jänisch in Kaiserslautern ver⸗ sammeln zu einer Sitzung mit folgender Tages— ordnung: 1. Feststellung der Thematas für die Referate der diesjährigen Haubpthersammlung. 2 honorirung der zur Preisbewerbung eingelaufenen Arbeiten. 8. Wahl eines Vereinsrechners an die Stelle des verstorbenen Lehrers Renner. — Bienen⸗ freunde machen wir darauf aufmerksam, daß Wittwe Renner am nächsten Samstag, dea 25. April Mittags 2 Uhr, zu Weltersbach 20 italienisch— Bienenvölker in Kasten versteigern läßt. — Vom Glan, 22. April. In Oden— hach verstarb vor einiger Zeit ein jüdisches Ehe— hyaar, Mathias und Ester Grünebaum deren Kinder und Erben sich sämmtlich in Chi— cago niedergelassen haben. Letztere haben nun inen großen Theil des elterlichen Nachlasses zu Schenkungen an verschiedene Wohlthäter ihrer Eltern hestimmt und ferner angeordnet, daß 100 M. der üdischen Gemeinde Odenbach und der gleiche Be— trag der prot. Kirche das. überwiesen werde. — Kaiserslautern, 21. April. Karl DHeil von hier, Soldat des kgl. II. bayr. Jäger⸗ bataillons in Aschaffenburg, hatte am letzten Sonn« sage Garnisonsurlaub bis Nachts 12 Uhr erhalten. Derselbe setzte sich jedoch in die Bahn und fuhr don Aschaffenburg hierher. Als er. nwoz, aller Drohungen seiner Mutter, sogar bis zum heutigen Tage nicht in seine Garnison zurückkehrte, erstattete diese bei der hiesigen Gendarmerie Anzeige. Während aber die Mutter sich zur Gendarmerie begab, nahm der Sohn einen Strick und erhängte sich. Der Bräutigam der Mutter entdeckte ihn und schnitt den künftigen Sohn ab. — Dackenheim, 21. April. (Waldbrand.) Gestern Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr wurden die Bewohner in unseren Nachbargemeinden Weißenheim a!B. und Bobenheim a B. durch die Sturmglocke in nicht geringe Aufregung versetzt. Dicke Rauchwolken, welche im Walde unweit des Dorfes Weißenheim emporstiegen, waren die Ver— anlassung. Trotz der raschen Hilfe hat das ver— heerende Element auf einem Kompler von zirka 30 Morgen nicht unbedeutenden Schaden verursacht. — Aus Amerika kommt die Nachricht, daß derr Jakob Müller aus Cleveland, Ohio, zum nnerikanischen GeneralKonsul für Frankreich er⸗ riannt worden ist. Müller ist bekanntlich ein Bfälzer, geboren in Alsenz. Er war Gehilfe dei Notar Schmidt in Kirchheimbolanden, mit dem er als treuer Parteigenosse 1848 nach Amerika uWswanderte. Er war der Schwiegersohn von —„chmidt und betrieb mit Louis Ritter (ebenfall⸗ ius Kirchheimbolanden) seit 25 Jahren ein Ad⸗ nokaturgeschäft in Cleveland. Müller steht in hohem Ansehen bei den Deutsch-⸗Amerikanern im Westen und übte auf dieselben durch Wort und Schrif! ser ist Theilhaber und Mitarbeiter der von seinem derstorbenen Schwager Aug. Thieme begründeten einflußreichen deutschen Zeitung ,Wächter am Erie“) einen bedeutenden Einfluß. Müller gehörte früher der republikanischen Partei an. Die Korruption des Beamtenstandes der republikanischen Regier⸗ ungen, die schamlosen Agitationen der republika⸗ nischen Berufspolitiker, die Ausschreitungen der von den Republikanern unterstützten Temperenzbewegung u. a. trieben ihn ins Lager der demokratischen Partei, für welche er mit der ihm eigenen Aus— dauer seit den letzten 10 Jahren namentlich bei der letzten Kampagne für die Wahl Clevelands, wirkte. Müller war inzwischen öfler wieder im alten Vaterlande so namentlich während des Krieges 1870 -71; seine damaligen Bemühungen für Auftreibung, von Liebesgaben für unsere Krieger ind in der ganzen Pfalz gewürdigt worden. Schließ⸗ lich erwähnen wir noch, daß der alte 1884er ein intschiedener Freund des deutschen Kaiserreiches ist. FeFrankenthal, 21. April. Wegen eines Vergehens des einfachen Bankerotts wurde heute der Tabakhändler und Cigarrenfabrilant Korn von Speyer zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt Korn jatte mit einer Ueberschuldung von 215,000 M., welche reichlich zur Hälfte von Börsengeschäften —58 im Juli v. Irs. seinen Konkurs selbff erklärt. Verrmischtes. F Dudweiler, 22. April. Ein ehrlicher Dieb. Vor ungefähr 2 Jahren wurden einem hiesigen Zimmermeister eine Anzahl Hobel gestohlen, ohne daß es dem Betreffenden gelang, den Dieb ausfindig zu machen. Wie erfreut war der Be⸗ stohlene doher dieser Tage, als er Morgens seine Hausthür öffnete, und vor dieser alle die ihm vor 2 Jahren gestohlenen Hobel sorgfältig in Reih und Glied gestellte wieder vorfand. Nicht ein einziger fehlte Der Dieb mag wohl von seinem Gewisser durch eine letzthin sehr wahrscheinlich vorgenommen Beichte sehr gequält worden sein, weil er jetzt noe so langer Zeit das Gestohlene zurückerstattete. F Der Reisende ins Milliarden land“, Herr Victor Tissot, hat seine Studie— über deutsche Art und Sitte bekanntlich auch qu— das schöne Land Baden ausgedehnt und am Nedqa und Rhein die seltsamsten Beobachtungen gemacht Jeßt wird aus Freiburg i. Br. geschrieben, du Herr Tissot schon früher einmal Gelegenheit hatte deutschen Brauch kennen zu lernen, daß er abe schnöde den lieblichen Geländen der badischen Uni— versitätsstadt den Rücken kehrte. Die Sache truc sich so zu: Im Sommer 1861 hielt sich j⸗ Freiburg ein junger Franzose auf, Namens Tissot Aus unklaren Gründen gerieth er mit einem Stu denten, Namens Albuquerque, in Streit un— wurde durch allerlei Beschimpfungen, wie z. 8 „Feigling“, genöthigt, dem Studenren eine Forder— ung zuzustellen. Sie lautete auf Pistolen. Al— aber die Sache in den Zeitpunkt des ernsthaften Vollzugs eintrat, wäre Herr Tissot gern zurüche— treten. Um dies zu verhindern, nahm man ihn das Ehbrenwort ab, sich am folgenden Tage in Suggenthal bei Waldkirch zum Zweikampf zu stellen. Dort suchte er im häusigen Genusse von mitgebrachtem Branntwein Muth, dann beschwor er seinen Gegner, er möge von dem Zweikampf abstehen. Das Corps, dem Herr Albuquerque angehörte, gab schließlich dem Franzosen ein Stunde Bedentzeit, die er dazu benutzte, sich aus dem Staube zu machen. In Freiburg hattie er ehe er verduftete, noch überall ausgesagt, der Zweikampf hätte nicht vollzogen werden können weil sein Gegner nicht ouf dem Kampfplatze er schienen sei. Der Herr Tissot. dessen wackere: Benehmen obige, einer Aufzeichnung vom Jahr 1861 nacherzählte Darstellung klar legt, ist nur der nämliche Herr, der etwa 15 Jahre später das vielbesprochene berüchtigte Buch üorr Deutschland geschrieben hat. fFAugsburg, 20. April. Heute Abend wurde auf dem hiefigen Bahnhof der Fabrikarbeiten J. Winkler von Pfersee, dessen Frau seit 16 Februar 1885 spurlos verschwunden ist, in dem Augenblicke von der Gendarmerie festgenommen, als er mit seiner Geliebten nach Amerika abreiser wollte und bereits ein Billet nach Hamburg gelost hatte. Winkler ist des Mordes dringend verdächtig. Augsburg, 21. April. In den letzten Tagen wurde Schwaben von mehreren großen Brandfällen heimgesucht. In Stillenau bei Bis⸗ singen sind nach einer Mittheilung der „Abendzei tung“ in der Nacht vom 18. auf 19. April 22 Firste abgebrannt und dabei 8 Menschen schwe— verletzt worden; ferner wurden vom 17. auf 18 April in Steinheim bei Dillingen durch Schaden⸗ feuer 23 Häuser zerstört und endlich ist in-der Nach vom letzten Sonntag auf Montag die Schlöple⸗ wirhschaft in Schwabmünchen niedergeörannt. Ueber die Entstehungsursachen ist noch nichts bekannt. fNürnberg, 21. April. Bis jetzt gestalten sich die Auspizien für die internationale Metallar⸗ beiten⸗Ausstellung auch in finanzieller Beziehung sehr günstig. Das Lotterie⸗-Unternehmen hat eir Mainzer Bankhaus fest Ubernommen, für die Re— —XD auch die Garderobe verpachtet worden, dieselbe iß Herrn Schmidt von München übertragen worden velcher auch hiermit bei der Landesausstellung be— traut war. Derselbe zahlt für die heutige Aus— tellung für die Garderobe 15,000 Mt. Pachtgeld. Als Kuriosum sei erwähnt., daß bereits füh den Pacht der Aborte ein Offert von 1500 Mevoc⸗ liegt. Der Versicherungswerth der sämmkllichen Aussteslungsobjekte beträgt gegen 4 Mill. Mark. 4 Frankfurt, a. M. 21. April. Ein Al bum mit mehr als 4000 Briefmarken, wo— runter sich sehr werthvolle Raritaten befanden, wurde don einem hiesigen Herrn an einen Offenbachen Sammler um 750 Mark verkauft. FFrankfurt a. M. Eine Feuerloschptobe soll hier in den nächsten Tagen vorgenommen verden, welche das Publikum gewiß sehr interejt iren dürfte. Herr Ingenieur“ Louis Dill dahier hat nämlich dem Feuer⸗ und Fuhramte die „Hand⸗ Granaten⸗Feuerlöscher“ empfohlen und es soll nur eine Probe im Beisein der höheren Beamten de— Feuer. und Fuhramtes, sowie der sich für di Sache interessitenden Fachleute abgebalten werden die Granate besteht aus einer hermetisch verschlos⸗ den Glasflasche, die mit einer chemischen Flussig⸗ l gefüllt, welche mit dem Alter nicht verdirbt, zurch kein Klima angegriffen wird und für die Reuschen wie Kleider gänzlich unschädlich ist. So sald der Inhalt der Granate ins Feuer geschüttet wird, entwickelt sich sofort eine solch ungeheure Nenge von feuererstickenden Gasen, daß eiu Brand mozlich fortbestehen kain. Die Gase, welche ich eniwickeln, löschen das Feuer auf der Stelle Her Preis dieser Loͤschgranaten soll ein verhältniß naßig sehr geringer sein und es wird deßhalb von en Feuerwehren in der ganzen Umgegend beab⸗ gicht, gleichfalls Proben anzustellen. pDortmund, 21. April. Von der hie⸗ igen Strafkammer wurden, wie die hiesige „Vztg. uchtet, drei Polizeibeamte der Stadt Dortmund vegen Ueberschreitung ihrer amtlichen Befugnisse u Gefängnißstrafen verurtheilt. Der eine hatte wei unbescholtene Mädchen, welche eines Abends or einem Schaufenster standen, in das Arrestlokal chracht und sie außerdem mit Beschimpfungen herhäuft. Er erhielt 3)2 Monate Gefängniß die beiden anderen hatten ebenfalls ohne Grund, inen Metzger verhaftet; im Wachtlokal erhielt der⸗ elbe dann von dem einen der beiden noch einige getlezungen mit dem Säbel. Die beiden Beamten raf eine Strafe von 4 bezw. 3 Monaten. FBerlhin, 21. April. Bei der heutigen zerhandlung über den Zusammenstost des loyddampfers „Hohenstaufen“ mit der „Sophie“ allie das Oberseeamt das Urtheil: Der „Spruch es Seeamts zu Bremerhaven ist zu beseitigen und ie Kosten sind der Reichskasse aufzuerlegen. Ent— egen der Annahme des Seeamts legt der Gerichts⸗ of den Angeklagten nicht eine mittelbare, sondern ine ganz unmittelbare Schuld zur Last. Das lusweichen der „Sophie“ war nach Ansicht des zerichts ohne jeden Einfluß auf den stattgehabten usammenstoß. Der Schiffer Winter hat außer⸗ tdentlich unvorsichtig und ohne hinreichende Ueber⸗ egung gehandelt, indem derselbe versucht hat, das heschwader der kaiserlichen Marine zu durchschneiden. Durch Gesetz ist dies zwar nicht verboten; aber xer Umstand, daß das Geschwader vom Chef des—⸗ elben kommandirt wird. also jeden Augenblick lenderungen in den Fahrtrichtungen eintreten ünnen, mußte den Angeklagten veranlassen, davon bzustehen. Es würde auf Entziehung des Patents lannt worden sein, wenn sich der Angeklagte iicht bisher kadelsfrei geführt“ und wenn er auf er Marine gedient hätte. Lediglich dieser Uner⸗ ahrenheit hat er diese Entscheidung zu danken.“ GEin Negerprinz in Berlin.) Der tonsul Schmidt aus Kamerun hat einen 7jährigen ntelligenten Negerknaber, einen Sohn von König dido, nach Berlin mitgebracht. Der kleine Afri— quer ist so entwickelt, wie bei uns ein 12jähriger dnabe. Er spricht englisch und versteht deutsch in Hamburg, wo er seit dem J. April weilte, hat einen Matrosenanzug angelegt. Paris, 20. April. Der Thron Ludwig XIV. ‚urde vorgestern im Hotel Drouot unter den ammer gebracht. Der Ausrufspreis war 25,000 srancs, das erste Angebot 5000 Francs und Hdig wurde das Möbel zu 6500 Fres, losge⸗ chlagen. 7. Paris, 20. April. Seit einigen Tagen tiut Herr Jules Ferry trotz aller Bemühungen rölig in den Hintergrund; man beschäftigt sich zur noch mit Marchandon, dem Mörder der Mme. lornet in der Rue de Sèze. Wäre der Monsieur Varchandon ein Halsabschneider don der gewöhn⸗ ihen Sorte, einer jener sauberen Gesellen, der Wbends mit seinen Complicen in einem Assommoi— yr Vorstadt ein halbes Dutzend Gläser Abshnth eet, und sich dann auf den Weg macht, um dem then Bourgedis in einer einsamen Gasse den Garaus u machen, so würde seine Mordthat wie so dviele indere wahrscheinlich schon nach 24 Stunden der bergessenheit anheimgefallen sein. Aber Marchan— an ist eine Specialutat in seinem Gente. Mar— ondon ist ein Halsabschneider in Lackstiefeln und Iacehandjchuhen der in Compiegne, 2 Stunden n Paris, mit seiner Maitresst Jeanne Blain ein eigend es höchst elegant möblirtes Landhaus bewohnte, woer mehrere adlige Gutsnachbarn empfing, die von —X sanften Charakter und destinguirien Manleren eradezu entzückt waren. Er ist der Sohn eines hchaffenen Arbeitets, 22 Jahre alt, klein und 7— sein Gesicht blaß und von angenehmem lusdruck Seit Jahten lebt er vom Dbetutu werk und führte sein Verbrechen immer in derselben Weise aus. Er ließ sich als Valet de Chambre anstellen, nachdem er seine Zeugnisse gefälscht hatte plünderte dann sofort seinen Herrn oder seine Her⸗ rin aus und verschwand oft schon nach 24 Stun⸗ den. In Compiegne war es, wo Marchandon sich immer nach vollbrachter That ausruhte seine Kam⸗ nerdiener Livre gegen die eleganten Kleider eines Bentlemann wechselte und mit seiner Jeanne die Freuden des Landlebens theilte. Hier war es nmich, wo er 36 Stunden nach dem letzten in der Rue de Soͤze begangenen Verbrechen verhaftet wurde, als er gerade mit seiner Maittesse ein höchs' seckeres Frühstück einnahm. Der Mörder hat üb— rigens seine, staunenswerthe Unverschämtheit bis zum letzten Augenblick bewahrt. Am Morgen nach dem Verbrechen, zeigte er einem Nachbar, der ihn besuchte, die Zeitung. „In der Rue de Söze“, sagte er zu ihm, „ist ein schreckliches Verbrechen begangen worden, und die Polizei kann den Mör— der nicht ausfindig machen. Wenn man den ver—⸗ zaftet, sollte man ihn wirklich guillotiniren, denn wenn das so weiter geht, kann man ja nicht mehr ruhig schlafen. Große Männer jetzt und ehemals In einer Volksversammlung zu Paris fragte neus. ich ein Redner mit Emphase: „Warum regen sich die großen Männer Frankreichs nicht? Warum bleiben ie kalt und unbeweglich bei der Noth unseres Vaterlandes?“ — „Weil sie in Bronce gegossen ind“, gab eine sarkastische Stimme von der Ballerie zur Antwort. Madrid, 20. April. Neue Erdstöße sind n Spanien wieder vorgekommen und zwar in Villa⸗ zuova de Concepcion, Provinz Malaga, wo sich zroße Spalten im Erdreich gebildet haben und der Fluß über die Ufer trat. f Nach Meran wallfahrten gegenwärtig ganze Prozessionen von Augenkranken, theilweise don weither. Es handelt sich aber nicht etwa um irgend ein wunderthätiges Heiligenbild, zu dem die armen Kranken in ihrer Noth ihre Zuflucht nehmen, sondern Dr. Karl Theodor, Herzog von Bayern, weilt dort angenblicklich zu seiner eigenen Erholung, hält trotzdem aber täglich seine Sprech— tunde, die nur ihm selbst etwas kostet und stets 3 oder 4 Stunden Zeit in Anspruch nimmt. f.London, 23. April. Heute Morgen 11 Uhr 'and in einem Zimmer des Admiralitätsgebäudes ine Explosion statt. Alle Fensterscheiben wurden ertrümmert. Man glaubt, daß Dynamit geleg' vorden sei. »Die Polizei hat die Untersuchung der Dertlichkeiten begonnen. Ein Secretär des Admi⸗ ralitäts- Amtes wurde schwer verwundeti. F Eine eigenthümliche Statistil heilt die „Gazetta Piemontese“ mit. Von 2540 Kaisern und Königen, welche über 64 Völker herrschten, wurden 300 vom Thron gestoßen, 64 dankten ab, 24 tödteten sich selbst, 12 verloren den Verstand, 100 starben auf dem Schlachifeld 126 wurden eingekerkert, 25 starben in Folge von Martern, denen sie unterworfen wurden, 151 vurden ermordet 108 wurden hingerichtet. Newyork, 19. April. Die Petroleum juelle bei Milwaukee, die bedeutendste der Ver Staaten, explodirte am 5. April. Sämmtliche an— zrenzenden Gebäude, sowie ein Theil der Stad Milwaukee selbst, sind ein Raub der schnell fort— schreitenden Flammen geworden, die drei Straßen brannten total nieder. Viele Familien, zum großen Theile deutsche, sind obdachlos geworden und be— inden sich in großer Noth. Der entstandene S„chaden dürfte sich auf mehrere Millionen Dollars elaufen. F Der frühere preußische Offizie Lehmann, der jetzt in der chinessischen Armee die Stellung ines Generals bekleidet, ist, wie die neueste in San Francisco eingetroffene Post meldet, zum Thef der chinessischen Artillerie ernannt worden. F Die Wittwe des nordamerikan. Präsidenten ßarfield beabsichtigt, sich mit einem Jugend⸗ reund Namens Taylor wieder zu vermählen. Darob zerrscht in Washington große Erregung und die Freunde des verstorbenen Präsidenten sollen sogar die Absicht haben, im Kongreß den Antrag einzu⸗ bringen, Frau Garfield die lebenslänglich ausge— jetzte Pension von 20,000 M. in diesem Falle wieder zu entziehen. rx Ein betrunkenes Schiff. In New— York amüsirt man sich augenblicklich damit, in nmer neu erfundenen Formen dem Dampfer Bermuda“ vorzuwerfen. daß er sich auf offener See betrunken habe. Die „Bermuda“ war auf der Fahrt nach New-York mit einer Ladung Zucker, Limonensaft und Jamaika- RKum. Außer Sliande, der Versuchung, die Ladung anzubohren, zu wider⸗ stehen, fing die „Bermuda“ an, so heftig zu rollen, daß die Fässer mit Limonensaft aus der Lage kamen und sich über den Zucker ergossen. Alsdann geriethen die Rumfässer in Folge des vösartigen Rollens der „Bermuda“ arg ins Wanken und er⸗ gossen ihren Inhalt über den von Limonensaft getränkten Zucker, bis der ganze untere Theil des Schiffes mit Punsch angefüllt war. Wie zu er— varten, wurde die „Barmuda“ bald unlenkbar. Ihre Schraube wurde so schwach daß sie ihr nicht mehr von Nutzen war, als einem betrunkenen Mann seine Beine. Man behauptete nicht mit Unrecht, daß eine Schraube bei ihr lose geworden sei. Schließlich legte sie sich auf eine Seite und derblieb in dieser Lage, bis sich ein vorüberfahren⸗ des Schiff ihrer annahm und sie nach dem Hafen von New-NYork ins Schlepptau nahm, wo sie zu mindestens zehn Tagen Trocken Dock verurtheilt werden wird, um ihren „Kater“ auszukuriren. fFGeschäft ist Geschäft, sagt der Amerikaner. Auch wir Deutsche haben diesen Satz bereits zu unserem Eigenthum gemacht, aber in der strikten Befolgung der darin enthattenen Lebensweisheit sind wir doch noch ein gutes Stück hinter unseren amerikanischen Cousins zurück. Wir vürden uns doch noch in lächerlicher Bescheidenheit mit der Auffassung des Er⸗-Präsidenten der Ver— zinigten Staaten, Mr. Arthur, nicht befreunden önnen, daß selbst für den höchsten Würdenträger jein Gehalt der Punkt ist, auf den er seine Haupt⸗ aufmerksamkeit zu richten hat und von dem er sich auch nicht einen halben Cent dürfte entgehen lassen. Es war am Mittwoch, als Mr. Cleveland seinen Eid leistete, nach welcher Ceremonie er erst als Prasident zu betrachten war, und deshalb schrieb auch Mr. Arthur sich auf seiner Liquidation diesen halben Tag mit 102 Dollars 50 Cents an, um auch nicht eines Cents verlustig, zu gehen Mr. Cleveland hat also nur auf die eine Hälfte des Gehaltes für diesen denkwürdigen Tag Anspruch und muß es foiglich auch so einzurichten suchen, daß nach Ablauf seiner Amtszeit sein event. Nach⸗ folger erst am Mittage seinen Eid ablegt und er (Cleveland) zu seinem Rechte kommt. Geschaft ist Geschäft — das gilt auch für den Präsidenten der größten Republik der Welt. Der Centner Eisenerz, wie er aus dem Schooß der Berge gewonnen wird, kostet 30. Pfg. zu Roheisen verarbeitet, kostet er 3 Mk., als Guß⸗ vaaren 9 Mk, als Stahleisen 9,30 Mb., als Blech 11,590 Mk., als Draht 12 Mk., als Gußstahl 27 Mark, als Messerklingen 1300 -2100 Mark als ieinste Uhrfedern 6 Pillionen Mark. Marktberichte. Zweibrücken, 23. April. (Fruchtmittelpreis und Vil ualienmarti.) Weizen O M. — Pf., Korn 8M. 48 91 Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — Pi Spelz 0 M. — Pf. Spelztern — M— Pf., Dinke A M. — Pf. Milschfrucht 0O M. — Pf., Hafer 7 M 96 Pf, Erbsen d M. Pf wWidend M— pfe Heu 3 M. — Pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf. II. Quai. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 70Pf., Weißbrod 123 Kils 51 Pf. Kornbrod ä Kilo 63 Pf Gemischibrob 8 Ril 78 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch 1. Qual 60 Pf. II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 30 Pi Hammel⸗ fleisch 60 Pf, Schweinefleisch 830 Pf, Wein 1VLiter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf., Butter !/2 Kilogr. 1 M. 10 pjf. Homburg, 22. April. (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ iienmarkt., Weiten O M. — Ppfi, Korn 8M.- Pf., Spelzlern — M. — Pf., Speiz o M. — Pf., Gerfi⸗ Zreihige O M. —. Pf. Gecste Areihige o M. — pf. Hafer 8 M. 30 Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Erbfen — M. —,Pi, Wicken —, M. —, Vt, Bobnen O M. Vif., Kleesamen — N. Pf. Kornbrod 6 Pfund 63 Pf., Gemischtbrod Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch Ppf. Rin dfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 Pe. Schweinefleisch 50 Vf. Butter. 1 Pfund 1M. — gjf. darteñ⸗In per Zeniner 1 M. 80 Pf. Kaiserslautern, 21. April. (Fruchtmittelpreis und Biltualienmarkt.) Weizen 9 Mk. 40 Pf., Korn 8 R 25 Pf. Spelzlern — R. — Pf., Spelze6 M. 43 ÿf. Bersie 8 M. 30 pPf., bafer 7 M 89 Pf., Erbsen d di. — Pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee— amen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pu, Pfd. 33 Pf., Gemisctbrod 3 Pfund 88 Pff. Butter pro Bfd. M. — Pf., Eiet per Dtzd. 60 Pf., Kartoffeln bet dentner 2 M. — Pf., Stroh J. Quat. 2 M. 50 Pf., J. Qual. 2 M. 80 Pf., Heu pro Ctr. 4 M. 20 Pf dleeheu 0 M. — Pf. Für die Nedaktion veranthortlich: F. X. Dem Güt ⸗ 12. Plan Nr. 2458: 24 Dez. uter⸗ Wiese allda Versteigerung.nis dian It as4: 40 Dez. Wieje im Allment. 14. Plan Nr. 8413: 136460 Dez. Wiese in der Großwiese. 13. Plan Nr. 25060323: 42 Dez Wiese in den Stegwiesen. 16. Plan Nr. 2500: 42 Dezʒ. Wiese allda. 17. Plan Nr. 2622: 578160 Dez. Acker auf Muhlenthal dem Eisen⸗ werk gegenüber 18. Plan Rr. 262212:, ebensoviel Acker allda. 19. Plan Nr. 4562: 78 Dez. Acken am Wohmbacher Weiher. 20. Plan Nr. 456212: 1 Tagw 56 Dez. Acker allda. 21. Plan Nr. 45628: 78 Dez Acker allda. 22. Plan Nr. 2818/12: 1 Tagw 11 Dez. Acker auf der Meß. 23. Plan Rr. 2444: 5 Dez. Wiese —XD Wiesen hinter der Kirche gehörig St. Ingbert, den 21. April 1885. Kemmer, k. Notar. Für leichtere Accordarbeit und längere Beschäftigung werden passende 2 * Arbeitskräfte auf sofort gesucht. Unternehmer Carl Sehroers, aus Duisburg. Meldungen bei Meister Anton Mietze bei Wirth Christian Fichter in Rentrisch bei St Ingbert. Pherese Mostert, 87 Bahnhofstraße 87 St. Johanun 80 Bahnhofstraße 87. — A zamen⸗Mantel⸗Fabpi —— 5 Fortwährender Eingang aller nur erscheinender Nouvenautés der Damen⸗Mäntel-Branche von den einfachsften bi elegantesten Genres. 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Amtsgerichts St. Ingbert. da St. Ingberter Anzeiger“ erscheint udchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ glan und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 4 75 4, einschließlich —T gustellungbgebuhr. Die Einruͤckungsgebühr fur die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Iuseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solches auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 R, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — Volitische Uebersicht. » In Bezug auf die afghanische Streit⸗ rage hat sich der politische Horizont in den letzten cagen eher noch mehr umwölkt als aufgeheitert. die jeßt in London eingetroffenen Depeschen des nglischen Grenzkommissars Lumsden, welche den zussen die Schuld an dem Zusammenstoße mit den ijghanen aufbürden, haben offenbar die Stimmung ecLondoner leitenden Kreise gegen Rußland noch nehr verschärft. Als ein Symptom für die wieder zespannter gewordene Situation ist das Verlangen tuglands zu betrachten, Rußland solle weitere und eessere Erklärungen über das Verhalten General domaroff's abgeben, als bisher — ein Verlangen, xm man in Petersburg schwerlich in der von Eng and gewünschten Weise entsprechen dürfte. Außer— ꝛem melden, die dem Kabinet Gladstone nahe⸗ — ßerhandlungen der letzten Tage förderten nicht die dussichten auf eine gütliche Verkändigung. Das ussische Kabinet scheine in seiner bisherigen Stell⸗ ing zu beharren; die Nachgiebigkeit Eng— ands sei nahezuserschöpft. — Es scheint emnach wirklich hohe Zeit zu sein, daß sich die uropäische Diplomatie endlich ins Mittel legt und venigstens den Versuch macht, einen Ausgleich wischen den beiden Nebenbuhlern herbeizuführen. Deutisches Reich. Berlin, 21. April. Aus dem Bundesrathe dird belannt, daß Bayern einen Antrag gestellt atie, auslandisches Bier mit einer staatlichen oder ommunalen Steuer zu belegen. Der Antrag hat ndessen keine Zustimmung gefunden. Berlin, 23. April. Die Stadtverordneten rtheilten dem Magistratsbeschluß, für die 1886 lattfindende Ausstellung Lildender Künste einen zuschuß von 100,000 Mark zu bewilligen, ihre zustimmung. Berlin, 24. April. Der Staatsrath hat Aso definitiv die procentuale Börsensteuer ange⸗ iommen, ohne jedoch den Tarif festzusetzen. Die Unträge“ auf Fesisetzung von *10 pro Mille sind, vie die Reichskommission beschlossen, für alle an ser Börse gehandelten Waaren zurückgezogen wor⸗ ꝛen, weil sie aussichtslos sind. Straßburg, 23. April. Der Landesaus— chuß hat nach zweitägiger außerordentlich hefriger Berathung heute einstimmig den Antrag angenom⸗ wen: „Die Regierung wird ersucht, geeignete Schritle zu thim,den Austritt Elsaß ⸗Lothringens aus der norddeutschen Branntweinsteuergemeinschaft iu erwirken und ein eigenes Brannwweinsteuergesetz in Elsaß Lothringen einzuführen.“ Ausland. London, 24. April. „Daily News“ mel⸗ n: Die hauptsächlichste Hoffnung auf friedliche Vellegung der Schwierigkeiten hängt gegenwärtig don der Möglichkeit einer Grenzreguülirung auf hreiterer Basis ab, worüber die Verhandlungen. baesondert von der Pendje⸗Affaire schweben. London, 24. April. Eine Depesche aus durandrien vom 24. April meldet: Der franzo ische General-⸗Konsul in Kairo siaitete dem Khedibe Nubar Pascha einen Besuch ab und las ein ramm der französischen Regierung vor, wo⸗ n er instruirt ist, die Beziehnngen mit Egypten adzubrechen. Der Konsul hat Kaͤrd betlassen Sonntag, 26. April 1888. 20. Jahrg. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 25. April. Die Gesell⸗ schaft „Harmonie“ hat auf heute Abend ihre Mit⸗ zlieder in den Baumann'schen Saal zu einem Konzerte eingeladen. Für dasselbe ist die cühmlichst bekannte Kapelle Lindner aus Altenwald engagirt. *St. Ingbert, 25. April. Kaum hal unser junger Obstbauverein mit seiner Thäligkeit hegonnen und das Anpflanzen don Obstbäumchen ingeregt, so sind auch schon böse Hände bereit, die Frucht dieses löblichen Strebens zu vereiteln. Sc vurde kürzlich einem Mitgliede des Obstbauvereines in seinem Garten von einem Apfel bäumchen, das dasselbe bei der Verloosung gewonnen hatte, die rone abgeschnitten. In einem anderen Garten vurde in einer der letzten Nachte von einem in pollster Blüthe stehenden Pfirsichbäumchen ein Ast jewaltsam abgebrochen. Hoffenilich gelingt es unsern Polizeiorganen die rachsüchtigen und muthwilligen Zaumzerstörer zu ermitteln, damit sie ihrem wohl⸗ verdienien Lohne nicht entgehen. — Erwähnt sei ioch, daß für das in oben beschriebener Weise be⸗ chädigte Apfelbaumchen dem Eigenthümer von dem 2. Vorstande des Obstbauvereines sofort ein anderes zepflanzt wurde und daß derselbe, sollte der Thäter eine rachsüchtige Hand abermals daran legen, auch ein drittes pflanzen wird. — Die „Pf. Pr.“ berichtigt ihre auch in inser Blatt übergegangene Mittheilung von der Ernennung eines Pfälzers zum amerikanischen Beneralkonsul dahin, daß diese Ernennung für Frankfurt, nicht für Frankreich stattgefunden hat. Speyer, 22. April. Das im Sinne eines Beschlusses der Generalsynode vom Jahre 1881 revidirte prot. evang. Religionsbuch „Erste Anterweisung aus Gottes Wort“ hat nunmehr die Presse verlassen und kann zu dem Preise von 15 Pfennig das Exemplar bei der allgem. protestant. Pfarrwittwenkasse der Pfalz bezogen werden. — Ludwigshafen a. Rh., 22. April. Am Dampfkrahnen des Hafens hier riß heute Nach⸗ mittag die Kette entzwei, in Folge dessen ein hie⸗ bei beschäftigter Arbeiter aus Maudach erschlagen und ein anderer; aus Ludwigshafen schwer verletzt wurde. — 4 In Wuürzburg stürzte sich aus einem Fenster im dritten Stock des Gasthauses zum „Reichsapfel“ der stud. philol. Friedrich Spiegel von Schweinfurt auf die Straße, wo er mit zer⸗ schmeitertem Schädel todt liegen blieb. F München, 21. April. Der hiesige Journalistenklub hat ein Gesuch wegen Begnadig⸗ ung des Dr. Sigl an den Koͤnig gerichtet. F Fürstenfeldbruck, 22. April. (Brand). In Wagelsried brannte das Anwesen des Bauern Adam nieder. 24 Stück Vieh kamen in den Flammen um. F (GEifersüchtige Frau.) An dem Be— sucher des Stammtisches einer Frankfurter sehr frequenten Wirihschaft ist ein recht boshafter Streich verübt worden. Der harmlose Stammgast erzählte nämlich, daß seine Frau so eifersüchtig sei, daß sie ihm, wenn er nach Hause komme, verstohlen die Säcke des Rockes und der Weste visitirte, um Beweise für seine augebliche Untreue zu finden. Ein anderer Stammgast merkte sich dies und prak⸗ tizirte zu gelegener Zeit dem unglücklichen Ehemann ein süß duftendes Liebesbrieschen in die Rocktasche. — Der Erfolg dieser Bosheit zeigte sich am nächsten Tage, als der Ehemann am Stammtische die Thatsache mittheilte, daß seine Gattin zu ihren Eltern gereist sei. Als der Urheber des Streichet von dem Effekte desselben hörte, bekannte er seine Schuld und reiste der Gattin nach, um sie zur Rücktehr zu bewegen. F Barnum, der berühmte Mann des Humbugs, betreibt sein Geschäft in einem Maßstabe, der es wirklich verdient, Aufsehen zu erregen. Er beschäftigt ständig nicht weniger als 700 Personen, Akrobaten, Kunstreiter, Riesen, wilde Maänner, Diener, Controleure u. s. w Ferner hat er 400 Pferde und 30 Elephanten. Seine Menagecie besteht aus einigen hundert Thieren, darunter 18 Löwen, 20 Kameele, 18 Dromedare, Tiger, Bären, Panther, Giraffen, Zebras ꝛc. Im Winter ist Barnum in Newyork m Sommer reist er herum und gibt in 150 Städten Vorstellungen. Von welchem Umfange jein Geschäft ist, davon mögen folgende Zahlen einen Begriff geben. Im vorigen Jahre nahm er in Boston an einem Tage 70,000 Mk., in jehn Tagen 437500 Mtk. ein. In der Reisezeit hetragen seine täglichen Ausgaben durchschnittlich 17,500 Mk., die Einnahmen 40300 Mt., so daß hm ein täglicher Verdienst von 22800 Mk. bleibt. f Berkin. Das Militärmaß der Mitglieder des kaiserlichen Hauses überfteigt bei Allen das normalmäßige Gardemaß von 56: der Kaiser 50 10“ 8“, der Kronprinz 50 10“, Prinz Karl 5 9“, Prinz Friedrich Karl 5 79 1, Prin; Albrecht Sohn 6*4“. Berlin. Neulich versammelte sich eine pornehme Gesellschaft, Gesandie und Herzöge im Hotel de Rome, um den Gedankenleser Cumberland ein Osterei suchen zu lassen. Das Ei war mit Goldstücken gefüllt, nicht für Cumberland, sondern für arme Kinder, und es durfte im Umkreis einer Biertelmeile versteckt werden. Dies besorgten der Minister Lucius, der Herzog von Ratibor und der amerikanische Gesandie. Mit verbundenen Augen und in ihrer Gesellschaft ging Cumberland auf die Suche, schtitt über die Straße und immer weitler bis zum K. Marstall in der Doretheenstraße, öͤffnete eine Futterkiste, langte hinein und prasentirte den derrten das Ei. Darüber Staunen und Grauen; denn wenn das Gedankenlesen weiter ausgebildes Vermischtes. PSt. Johann, 24. April. Oberhalb der Uten Brücke in der Nähe der alten Badeanstalt vurde die Leiche eines anständig gekleideten Mäd⸗ hens, ca. 18 - 20 Jahre alt, gelandet. 7 (Das Gelbe vom Ei.) Der Tenorist Mierzwinski wirkte kürzlich zur Osterzeit in einem Wohlthätigkeits-Konzert, irren wir nicht für die dinterbliebenen der Verschütteten von Saarbrücken, nit. Nach Beendigung des Konzertes fand zu khren Derjenigen, welche dem wohlthätigen Unter⸗ nehmen ihre Talente zur Verfügung gestellt, ein Zouper statt. Mierzwinski entdeckte bei dem Ent⸗ alten seiner Servieite unter derselben ein Osierei, dem, als er es zerbrach, zehn Doppelkronen ent⸗ ielen. Der Künstler wandte sich sogleich zu einem domitémitgliede und meinte lächelnd: „Wie auf⸗ merksam: Es war Ihnen bekannt, daß ich rohe Fier für meine Stimme gebrauche; nur Eines zrachten Sie nicht in Erfahrung, nämlich, daß nir nur an dem Weißen etwas liegt. Gestatten zie mir deßhalb, Ihnen das Gelbe für Ihr⸗ Armen zur Verfüqung zu stellen.“ wird, wer ist sicher mit seinen geheimsten Gedanken und Gefühlen ? Für Untersuchungsrichter, Polizei heamte und eifersüchtige Ehemänner und Frauen wird nächstens eine hohe Schule des Gedankenlesens gegründet. F pEine verschimmebte Familie- Wie vorfichtig man im Aufnehmen lvon Wohnuͤngen in neuaufgebauten Häusern sein muß, beweist folgen⸗ der von Wiener Blättern — Die ganze Familie des Eisenbahnbeamten F erkrankte vor einigen Tagen an einem Mundausschlage, der sich uͤber den ganzen Körper ausbreitete. Universitäts— Dozente Dr. Ernst Finger konstatiriee nach einer mikroskopischen Untersuchung, daß die ganze Familie (Vater, Mutter und zwei Kinder) einfach perschim⸗ melt isft. Die Familie bewohnt eine mit allem stomfort ausgessaltete Wohnuug in einem. Neubau. Die Wäsche im Schranke zog die Feuchligkeit der Mauer an und es bildete sich ein fast unsichtbarer weißer Schimmele⸗Als nun⸗ die Wasche⸗angeleg wurde, wucherte der Schimmel auf die Hut über und zeigte derselbe unter dem Mikroskop dieselbe Struitur, wie der Schimmel auf der Wäsche. Uni⸗ verfitäts Dozent Dr. Finger legte, um die Diag nose: „Verschimmelte Familie“ populär zu erhärten, in denfelben Schrank eine Brodrinde. Am folgen⸗ den Tage schon zeigte dieselbe einen bedentenden Ansatz von Schimmei. Die Familie ist zwar bald von ihrem Schimmel befreit worden — sie veran⸗ taßte aber auch eine ausgiebige künstliche Trocknung der Wohnung. J .Tortur. Vor den Schranken des Szege⸗ diuer Gerichtshofes ist soeben eine Prozeßverhand lung im Gange, deren Geschichte wie ein Schauer— märchen klingi. Nach zehn Jahren hat es sich wie wir der „Schles. Z.“ entnehmen, herausgestellt daß zwei Angeklagte, der eine von ihnen ein zwei⸗ undsiebzigjähriger Greis, welche die ihnen zuge— messene Strafe zum Theil bereits verbüßt haben nur durch die fürchterlichste Tortu)n, deren Spuren noch an ihrem Koͤrper zu erkennen sind, dazu be⸗ wogen werden konnten, einen von ihnen nicht be— gangenen Mord einzugestehen. Andere Verurtheilte hefinden sich in ähnlicher Lage, so daß jetzt in den Saͤlen der Gerichtshöfe eine Reihe von Prozessen wieder aufgenommen wird, um den unglücklichen Dpfern der Panduren⸗ und Persekutoren⸗Wirthschaft ine verspätete Gerechtigkeit angedeihen zu lassen. 7 König Leopold von Belgien ist vor einigen Tagen einer großen Gefahr entronnen. Auf der Fahrt von Laecken nach Tervueren traf er be Etterbeck auf einen Güterzug, welcher in Folge falscher Weichenstellung auf demselben Geleise da— hindampfte, auf dem der foͤnigliche Extrazug daher⸗ bͤrauste. Glücklicher Weise entdeckten die Lokomotib⸗ flͤhrer beider Züge noch rechtzeitig die Gefahr, se daß ein Zusammenstoß vermieden wurde. FParis, 20.April.“ (Neue Mode.) Bei dem· Rennen von Longchamp trug gestern rine Pa⸗ riser Schauspielerin, welche sich mit Hilfe ihres ZSchneiders und ihrer Modistin größeren Ruhm ver— schaͤfft hat, als duͤrch ihr Talent folgende Toilette zur Schau, von der es heißt, sie werde zahlreiche Nachahmerinnen sinden? Der Hut stellt einen zier lichen Sattiel aus rothbraunem Sammt dar, dem zwei Lederriemen, an dessen Enden winzige Stein— hdügel hängen, als Bindebäuder dienen.“ In die daare, welche ·gleich einem Pferdeschweif den Rücken —X ien..Der Rock aus lirschrothem Alllas ist mit ge— stickten Hufeifen und Peitschen geschmückt, die Jodey⸗ Jacke aus gleichem Stoff verfertigt und den Gürte! bildet ein buntfarbiger Gurtriemen mit einem Huf— eisen, das mit Stahlnägeln beschlagen ist, alt Schloß. Eine ganz außerordentliche Naturerscheinung theilt „La Epoca“ aus der Provinz Malag«a mit. Daselbst haben nämlich Weinstöcke, welche durch die Reblaus getödtet schienen, in diesem Jahte Schößlinge angesetzt und sind in der Ent— wicdelung so vorgeschritten, wie noch in keinem Jahre um diese Zeit. Spiritistische Neigungen in der englischen Königsfamilie. In den letzten Tagen ist wieder viel von den spiritistischen Velleitäten der königlichen Familie die Rede gewesen. So heiß! es, daß die Prinzessin Louise, Gemahlin des Mar— quis of Lorne, kuͤrzlich einer spiritistischen Sitzung ʒeigewohnt hat. Auch wird die Legende wieder aufgewärmt, daß dem inzwischen verstorbenen Herzog von Albany der Tod seiner Schwester Alice vorher angezeigt worden sei. Das Gerede drang bis zu den Ohren höchstgestellter Personen, und so erhielt der Geheimsekretär Sir Henry Ponsonby den Auf—⸗ trag. den Gerüchten soweit als thunlich entgegen— zutreten. Er that dies nun freilich in einer Weise, welche nichts weniger als kathegorisch war; er segi nämlich nur, daß die königliche Familie nicht a Mr. Eglinton's Spiritismus glaube, nicht aber daß sie mit dem Spiritismus überhaupt nichts zu thun hat. Man erinnert sich wohl auch der sensoͤ onellen Nachricht, daß Mr. Brown, der langjährig Zammerdiener der Königin ein Medinm gewese sei. Seit letzter Zeit zweifelt man gar nicht ar der Wahrheit dieser Behauptung, und im Volk herrscht die feste Ueberzeugung, daß die Königin uͤnd ihre Kinder, wenn sie auch in keiner Beziehun zu dem Spiritisten Mr. Eglinton stehen, doch seh eifrige Spiritisten find. J — Gemeinnutziges. Gegen Hühneraugen wird Kollodium em pfohlen. Das Kollodium, namentlich anwendba bei weißgefärbten. oberflächlich weichen und schmerz haften Hühneraugen, bewirkt ein Zusammenschrum pfen derselben, sie sinken mehr und mehr zusammen und lassen sich schon nach dreimaliger Behandlun herausschälen. Die gelben, sehr harten und in de Tiefe auffallend schmerzhaften Hühnerangen werde nach einem lauwarmen Bade mit einer Feile ode Bürste bearbeitet, gelingt das nicht, mit dem Messe schichtweise abgetragen, niemals darf aber mit den Miesser in die Tiefe gebohrt werden. Sobald die oberflachliche harte Schicht entfernt ist, wird dan— ebenfalls Kollodium angewendet. Mit Rüchsich auf etwaige Hautabschürfungen ist aber dann ein— Auflösung von Jodoform in Kollodium (1:20 vorzuziehen. Dieses Jodoform⸗Kollodium schiützt di hühneraugenwunde vor dem Eindringen von ent zündungserregenden Bakterien, welches unter Um ständen zu Lymphgefäßentzündung, ja zu Blutwer giftung führen kann. Ncretbericht. e Ensheim, 28. April. (Viktualienmarki.) Butte per:/3 Kilo 1M. 10 Pf., Eier per Dutzend 66 pi Kartoffeln per 50 Kilo 4 M. 50 Pf. Für die Redaktion percatrttich: F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Ägenien Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Rhynland“ Kapitän Jamison, welcher am 11. April von Anwerpn abging, ist am 23. April wohlbehalten in New NYork augekommen Nur 2.17 Mñ. pro Mai und Juni. — I Mò,äääOôααXOX αα ααROαæ sJ „Von Nah und Fern,“ Familienblatt mit werthvollen Kunstblättern von * 16 Druckseiten wöchentl. IAN. Berl. Fliegende lätter““ ein reich illustr. humor. Wochenbl. wöchentl Enne „Modenzeitung“, mit Schnittmuster-Beilagen, monatlich. Eine Zeituug f. Landwirthschaft n. Gartenbau“, 2 mal monatlich. Eine „Hausfrauen⸗Zeitung⸗“, 3. Belehrung u. Unterhalig. 4 mal monatlich Ein „Verloosuugsblatt““, 8 win Priorit. Anlehens⸗Loose ec. wöchentlich. Diese sechs Beilagen werthvollster nud gediegenster Art JF erhalten die Abonnenten dreer Berliner ‚„Reueste Nachrichten gratis. Die Zeitung selbst zahlt nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu den geiefensten Tagesblättern des deuischen Reichs. 7 Sie derdanti diese steis wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem ihrr bewährten 84 * 44 vollkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachrichten enthalten bei täglichem Erscheinen (außer Mon⸗ tags): Ausführliche politische Mittheilungen, objektiv, nebenbei Wiedergabe inter⸗ N essaner Meinungsäußerungen aus der Prefse aller Parteien. Rachrichten uüber Theater, Musit, Kunft, Wissenschaft; Gerichtshalle; lokale Rachrichten. — Span—⸗ 4 nende Romane. — Sorgfäitige Boörsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollständigeẽ Verliner Coursblati. — Lotterielisten. — Amtliche Nahrichten. 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IJ x In Bezug auf die afghanische Streit⸗ cage hat sich der politische Horizont in den letzten cagen eher noch mehr umwölkt als aufgeheitert. die jetzt in London eingetroffenen Depeschen des aglijchen Grenzlommissars Lumsden, welche den zuͤssen die Schuld an dem Zusammenstoße mit den ijghanen aufbürden, haben offenbar die Stimmung er Londoner leitenden Kreise gegen Rußland noch nehr verschärft. Als ein Symptom für die wieder espannter gewordene Situation ist das Verlangen zuglands zu betrachten, Rußland solle weitere und lessete Erklärungen über das Verhalten General domaroff's abgeben, als bisher — ein Verlangen, em man in Petersburg schwerlich in der von Eng and gewünschten Weise entsprechen dürfte. Außer⸗ em melden, die dem Kabinet Gladstone nahe⸗ tehenden „Daily News“: Die englisch⸗ russischen Jerhandlungen der letzten Tage förderten micht die lussichten auf eine gütliche Versäändigung. Das ussische Kabinet scheine in seiner bisherigen Stell⸗ mg zu beharren; die Nachgiebigkeit Eng— ands sei nahezuserschöpft. — Es scheint emnach wirklich hohe Zeit zu sein, daß die uropäische Diplomatie endlich ins Mittel legt und venigstens den Versuch macht, einen Ausgleich wischen den beiden Nebenbuhlern herbeizuführen. Deutsjches Reich. Berlin, 21. April. Aus dem Bundesrathe vird belannt, daß Bayern einen Antrag gestellt natte, ausländisches Bier mit einer staatlichen oder ommunalen Steuer zu belegen. Der Antrag hat ndessen keine Zustimmung gefunden. Berlin, 23. April. Die Stadtverordneten riheilten dem Magistratsbeschluß, für die 1886 attfindende Ausstellung bildender Künste einen Zuschuß von 100,000 Mark zu bewilligen, ihre Justimmung.· Berlin, 24. April. Der Staatsrath hat iin definitiv die procentuale Börsensteuer ange— ommen, ohne jedoch den Tarif festzusetzen. Die Antrüge auf Festsetzung von *n6pro NHtille sind, vie die Reichskommission beschlossen, für alle an ꝛer Börse gehandelien Waaren zurückgezogen wor⸗ en, weil sie aussichtslos sind. ayriee Straßburg, 283. April. Der Landesaus⸗ chuß hat nach zweitägiger außerordentlich hefriger zerathung heute einstimmig den Antrag angenom⸗ nen: „Die Regierung“ wird ersucht greignete Schritte zu thun, den Austritt Elsaß⸗Lothringens zus der norddeutschen Branniweinsteuergemeinschaft un erwirken und ein eigenes Branntweinsteuergesetz n Elsaß Lothringen einzuführen.“ Aausland. — e — — London, 24. April. „Daily News“ mel— en: Die hauptsächlichste Hoffnung auf friedliche Jeilegung der Schwierigkeiten hängt gegenwärtig n der Möglichkeit einer Grenzregulirung auf reiterer Basis ab, worüber die Verhandlungen, agesondert von der Pendje-Affaire schweben. Londou, 24. April. Eine Depesche aus trandrien vom 24. April meldet: Der franzö— ische General⸗Konsul in Kairo siattete dem Khedide ind Nubar Pascha einen Besuch ab und las ein Lelegramm der französischen Regierung vor, wo—⸗ ach er instruirt ist, die Beziehungen mit Egypten —E —2 J —A 20. Jahrg. a Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 25. April. Die Gesell⸗ chaft „Harmonie“ hat auf heute Abend ihre Mit⸗ Jlieder in den Baumann'schen Saal zu einem Zdonzerte eingeladen. Für dasselbe ist die ühmlichst bekannte Kapelle Lindner aus Altenwald ngagirt. *Sit. Ingbert, 25. April. Kaum hat inser junger Obstbauverein mit seiner Thäligkeit negonnen und das Anpflanzen don Obstbäumchen ingeregt, so sind auch schon böse Hände bereit, die zrucht dieses löblichen Strebens zu vereiteln. So vurde kürzlich einem Mitgliede des Obstbauvereines n seinem Garten von einem Apfel bäumchen, das asselbe bei der Verloosung gewonnen hatte, die drone abgeschnitten. In einem anderen Garten vurde in einer der letzten Nachte von einem in ollster Blüthe fiehenden Pfirsichbäumchen ein Aft sewaltsam abgebrochen. Hoffentlich gelingt es unsern Zolizeiorganen die rachsüchtigen und muthwilligen zaumzerstörer zu ermitteln, damit sie ihrem wohl⸗ erdienten Lohne nicht entgehen. — Erwähnt sei ioch, daß für das in oben beschriebener Weise be⸗ chädigte Apfelbaumchen dem Eigenthümer von dem ). Vorsiande des Obstbauvereines sofort ein anderes jepflanzt wurde und daß derselbe, sollte der Thäter eine rachsüchtige Hand abermals daran legen, auch in drittes pflanzen wird. — Die „Pf. Pr.“ berichtigt ihre auch in inser Blatt übergegangene Mittheilung von der krnennung eines Pfälzers zum amerikanischen heneralkonsul dahin, daß diese Ernennung für zrankfurt, nicht für Frankreich slattgefunden hat. Speyer, 22. April. Das im Sinne iines Beschlusses der Generalsynode vom Jahre 881 revidirte prot. evang. Religionsbuch „Erste Unterweisung aus Gottes Wort“ hat nunmehr die Bresse verlassen und kann zu dem Preise von 15 zfennig das Exemplar bei der allgem. protestant. zfarrwittwenkasse der Pfalz bezogen werden. — Ludwigshafen a. Rh., 22. April. Am Dampfkrahnen des Hafens hier riß heute Nach⸗ nittag die Kette entzwei, in Folge dessen ein hie⸗ ʒei beschäftigter Arbeiter aus Maudach erschlagen und ein anderer; aus Ludwiqshafen schwer verletzt purde. F In Würzburg sffürzte sich aus einem Fenster im dritten Stock des Gasthauses zum „Reichsapfel“ der stud. philol. Friedrich Spiegel don Schweinfurt auf die Straße, wo er mit zer⸗ ichmettertem Schädel todt liegen blieb. F München, 21. April. Der hiesige Journalistenklub hat ein Gesuch wegen Begnadig⸗ uing des Dr. Sigl an den Koͤnig gerichtei. F Fürstenfeldbruck, 22. April. (Brand). In Wagelsried brannte das Anwesen des Bauern Adam nieder. 24 Stück Vieh kamen in den rlammen um. F GEifersüchtige Frau) An dem Be— jucher des Stammtisches einer Frankfurter sehr requenten Wirthschaft ist ein recht boshafter Streich zerübt worden. Der harmlose Stammgast erzählte zämlich, daß seine Frau so eifersüchtig sei, daß sie ihm, wenn er nach Hause komme, verstohlen die Säcke des Rockes und der Weste visitirte, um Beweise für seine angebliche Untreue zu finden. kin anderer Stammgast merkte sich dies und prak⸗ izirte zu gelegener Zeit dem unglücklichen Ehemann ein süß duftendes Liebesbriefchen in die Roctasche. — Der Erfolg dieser Bosheit zeigte sich am nächsten Tage, als der Ehemann am Stammtische ie Thatsache mittheilte, daß seine Gattin zu ihren kltern gereist sei. Als der Urheber des Streiches »on dem Effekte desselben hörte, bekannte er seine Schuld und reiste der Gattin nach, um sie zur Rücktehr zu bewegen. F Barnum, der berühmte Mann »es Humbugs, beireibt sein Geschäft in einem Maßstabe, der es wirklich verdient, Aufsehen zu rxregen. Er beschäftigt ständig nicht weniger als 700 Personen, Akrobaten, Kunstreiter, Riesen, vilde Männer, Diener, Controleure u. s. w. Ferner hat er 400 Pferde und 30 Elephanten. Zeine Menagetie besteht aus einigen hundert khieren, darunter 18 Löwen, 20 Kameele, 18 Romedare, Tiger, Bären, Panther, Giraffen, Zebras xc. Im Winter ist Barnum in Newyork, m Sommer reist er herum und gibt in 150 „tädten Vorstellungen. Von welchem Umfange ein Geschäft ist, davon mögen folgende Zahlen einen Begriff geben. Im vorigen Jahre nahm ex in Boston an einem Tage 70,000 Mk., in ehn Tagen 437 500 Mk. ein. In der Reisezeit vetragen seine täglichen Ausgaben durchschnittlich 17,500 Mk., die Einnahmen 40300 Mt., so daß hmein täglicher Verdienst von 22800 Mt. bleibt. Berhin. Das Militärmaß der Mitglieder des kaiserlichen Hauses übersteigt bei Allen das rormalmäßige Gardemaß von 50 6*: der Kaiser 310“ 3“, der Kronprinz 5* 10*, Prinz Karl 50 9“, Prinz Friedrich Karl 5 70 1, Prinʒ Albrecht Sohn 6 4“. j Berlin. Reulich versammelte sich eine vornehme Gesellschaft, Gesandte und Herzöge im dotel de Rome, um den Gedankenleser Cumberland in Osterei suchen zu lassen. Das Ei war mit ßoldstücken gefüllt, nicht für Cumberland, sondern ür arme Kinder, und es durfte im Umkreis einer Biertelmeile versteckt werden. Dies desorgten der Ninister Lucius, der Herzog von Ratibor und der merikanische Gesandte. Mit verbundenen Augen ind in ihrer Gesellschaft ging Cumberland auf die Suche, schtitt über die Straße und immer weiter dis zum K. Marstall in der Doretheenstraße, öͤffnete eine Futterkiste, langte hinein und prasentirte den herren das Ei. Darüber Staunen und Grauen; enn wenn das Gedankensesen weiter ausgehildet Vermischtes. St. Johann, 24. April. Oberhalb der ten Brücke in der Nähe der alten Badeanstalt ourde die Leiche eines ansfändig gekleideten Mäd⸗ hens, ca. 18 — 20 Jahre alt, gelandet. ——C(Eas Gelbe vom Ei.) Der Tenorist Nierzwinski wirkte kürzlich zur Osterzeit in einem VohlthätigkeitsKonzert, irren wir nicht für die hinterbliebenen der Verschütteten von Saarbrücken, nit. Nach Beendigung des Konzertes fand zu khren Derjenigen, welche dem wohlthätigen Unter⸗ ehmen ihre Talente zur Verfügung gestellt, ein zouper siatt. Mierzwinski entdeckte bei dem Ent⸗ alten seiner Serviette unter derselben ein Osterei, enn, als er es zerbrach, zehn Doppellronen ent⸗ elen.: Der Künstler wandte sich sogleich zu einem domitémitgliede und meinte lächelnd: „Wie auf—⸗ nerksam: Es war Ihnen betannt, daß ich rohe rier für meine Stimme gebrauche; nur Eines zrachten Sie nicht in Erfahrung, nämlich, daß nir nur an dem Weißen etwas liegt. Gestatten zie mir deßhalb, Ihnen das Gelbe für Ihre rmen 2ur Verfüqung zu Fessen.“ vird, wer ist sicher mit seinen geheimsten Gedanken ind Gefühlen? Für Untersuchungsrichter, Polizei⸗ Feamte und eifersüchtige Ehemänner und Frauen vird nachstens eine hohe Schule des Gedankenlesens zegründet. Eine verschimmelte Familie. Wie „orfichtig man im Aufnehmen won Wohnungen in neuaufgebauten Häusern sein muß, beweist folgen⸗ er von Wiener Blättern erzählte Fall: Die ganze Familie des Eisenbahnbeamten F. erkrankte vor inigen Tagen an einem Mundausschlage, der sich ber den ganzen Körper ausbreitete. Universitäts⸗ Dozent Dr. Ernst Finger tkonstatirte nach einer mitroskopischen Untersuchung, daß die ganze Familie Vater, Mutter und zwei Kinder) einfach verschim⸗ nelt ist. Die Familie bewohnt eine mit allem domfort ausgestattete Wohnung in einem Neubau. Die Wasche im Schrankezog die Feuchligkeit der Nauer an und es bildete sich ein fast unsichtbarer veißer Schimmel. Als nun die Wäsche angelegt wurdewucherte der Schimmel-auf die Hut über und zeigte derselbe unter dem Mikroskop dieselbe Struitur, wie der Schimmel auf der Wäsche. Uni⸗ versitats⸗Dozent Dr. Finger legte, um die Diag⸗ nose: „Verschimmelte Familie“ populãr zu erhärten, in denselben Schrank eine Brodrinde. Am folgen⸗ den Tage schon zeigte dieselbe einen bedeatenden Unsatz von Schimmel. Die Familie ist zwar bald von ihrem Schimmel befreit worden — sie veran⸗ aßle aber auch eine ausgiebige künstliche Trocknung »er Wohnung. ITerkur. Vor den Schranken des Szege— ziner Gerichtshofes ist soeben eine Prozeßverhand⸗ ung im Gange, deren Geschichte wie ein Schauer⸗ narchen klingt. Nach zeyn Jahren hat es sich, die wir der Schles. Z.“ entnehmen, herausgestellt, aß zwei Angeklagte, der eine von ihnen ein zwei⸗ mndsiebzigiahriger Greis, welche die ihnen zuge⸗ nessene Strafe zum Theil bereits verbüßt haben, nur durch die fürchterlichste Tortun, deren Spuren ioch an ihrem Korper zu erkennen sind, dazu be⸗ vogen werden kounten, einen von ihnen nicht be⸗ jangenen Mord einzugestehen. Andere Verurtheilte efinden sich in ähnlicher Lage, so daß jetz! in den Salen der Gerichishöfe eine Reihe von Prozessen vieder aufgenommen wird, um den unglücdlichen Opfern der Panduren; und Persekutoren⸗Wirthschaft ine verspätete Gerechtigleit angedeihen zu lassen. F König Leopold von Belgien ist vor »inigen Tagen einer großen Gefahr entronnen. Auf der Fahrt von Laecken nach Tervueren traf er bei Fiterbeck auf einen Güterzug, welcher in Folge alscher Weichenstellung auf demselben Geleise da⸗ zindampfte, auf dem der koöͤnigliche Erlrazug daher⸗ raufte. Glücklicher Weise entdeckten die Lokomotiv⸗ ührer beider Züge noch rechtzeitig die Gefahr, so Jaß ein Zusammenstoß vermieden wurde. Paris, 20. April. Meue Mode.) Bei dem, Rennen von Longchamp trug gestern eine Pa⸗ tiser Schauspielerin, welche sich mit Hilfe ihres Schneiders und ihrer Modistin größeren Ruhm ver⸗ chafft hat, als durch ihr Talent folgende Toilette zur Schau, von der es heißt, sie werde zahlreiche Nachahmerinnen finden: Der Hut stellt einen zier⸗ sichen Sattel aus rothbraunem Sammt dar, dem wei Lederriemen, an dessen Enden winzige Stein⸗ »ügel hängen, als Bindebänder dienen. In die haare, welche gleich einem Pferdeschweif den Rücken erabhängen, waren stählerne Maulketten eingefloch⸗ sen. Der Rock aus kirschrothem Altlas ist mit ge⸗ stickten Hufeifen und Peitschen geschmücht, die Jodey⸗ Jacke aus gleichem Stoff verfertigt und den Gürtel dildet ein duntfarbiger Gurtriemen mit einem Huf⸗ eisen, das mit Stahlnägeln beschlagen ist, als Schloß. Eine ganz außerordentliche Naturerscheinung heili ,La Epoca“ aus der Provinz Malaga nit. Daselbst haben nämlich Weinstöcke, welche zurch die Reblaus getödtet schienen, in diesem Jahce Schößlinge angesetzt und sind in der Ent⸗ vickelung so vorgeschritten, wie noch in keinem Jahre um diese Zeit. tSpiritistische Neigungen in der nglischen Königsfamilie. In den letzten Tagen st'wieder biel von den spiritistischen Velleitäten der oͤniglichen Familie die Rede gewesen. So heißt »s, daß die Prinzessin Louise, Gemahlin des Mar⸗ juis of Lorne, kuͤrzlich einer spiritistischen Sitzung zeigewohnt hat. Auch wird die Legende wieder rusgewärmt, daß dem inzwischen verstorbenen Herzog von Albany der Tod seiner Schwester Alice vorher angezeigt worden sei. Das Gerede drang bis zu den Dhren höchstgestellter Personen, und so erhielt er Geheimsekretär Sir Henry Ponsonby den Auf—⸗ rag. den Gerüchten soweit als thunlich entgegen⸗ utreten. Er that dies nun freilich in einer Weise, welche nichts weniger als kathegorisch war; er sagn nämlich nur, daß die königliche Familie nicht an Mr. Eglinton's Spiritismus glaube, nicht aber, daß sie mit dem Spiritismus überhaupt nichts zu hun hat. Man erinnert sich wohl auch der sensa⸗ jonellen Nachricht, daß Mr. Brown, der langjährige dammerdiener der Königin ein Medium gewesen ei. Seit letzter Zeit zweifelt man gar nicht an »er Wahrheit dieser Behaupiung, und im Volke herrscht die feste Ueberzeugung, daß die Konigin und ihre Kinder, wenn sie auch in keiner Beziehung zu dem Spiritisten Mr. Eglinton stehen, doch sehr eifrige Spiritisten sind. — Gemeinnuͤtziges. J Gegen Hühneraugen wird Kollodinm em. „fohlen. Das Kollodium, namentlich anwendbar ei weißgefärbten, oberflächlich weichen und schmerz jaften Hühneraugen, bewirkt ein Zusammenschrum⸗ afen derselben, sie sinken mehr und mehr zusammen ind lassen sich schon nach dreimaliger Behandlung jerausschälen. ·Die gelben, sehr harten und in der Tiefe auffallend schmerzhaften Hühneraugen werden nach einem lauwarmen Bade mit einer Feile oder —X0 chichtweise abgetragen, niemals darf aber mit dem Messer in die Tiese gebohrt werden. Sobald die oberflachliche harte Schicht entfernt ist, wird dann ebenfalls Kollodium angewendet. Mit Rüdfich auf etwaige Hautabschürfungen ist aber dann ein⸗ Auflösung von Jodoform in Kollodium (1: 20 vorzuziehen. Dieses Jodoform⸗Kollodium schützt dit dühneraugenwunde vor dem Eindringen von ent— ündungserregenden Bakterien, welches unter Um— jänden zu Lymphgefäßentzündung, ja zu Bluwer— niftung führen kann. Marktbericht. e Ensheim, 28. April. (Viktualienmarkt.) Bunet er /2 Kilo 1 M. 10 Pf., KFier per Dutzend 60 pi. Kartoffeln per 50 Kilo 4 M. 50 Pf. — Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme ß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Ägenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Rhynland“ Kapitar Famison, welcher am 11. April von Antwerpern ibging, ist am 23. April wohlbehalten in New— NYork angekommen Jur 2,17 Mk. pro Mai und Juni. „Vou Nah und Fern,“ Familienblatt mit werihvollen Kunstblättern von 5 16 VDruckseiten wöchentl. 2„M. Berl. Fliegende dlätter“ ein reich illustr. humor. Wochenbl. wöchentl. Eine „Modenzeitung““, mit Schnittmuster⸗Beilagen, monatlich. Eine Zeitung f. Landwirthschaft u. Garteunbau“, 2 mal monatlich. Eine „Hausfrauen⸗-Zeitung“3. Belehrung u. Unterhaltg., 4 mal monatlich. Ein „Verloosungsblatt““, beireffend Staatspapiere, Priorii., Anlehens⸗ Loose 2e. wochentlich. Diese sechs Beilagen werthvollster und gediegenster Art erhalten die Abonnenten der IJ— Berliner V * 1 cht J Meueste Nachrichten æ graͤtis. Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfjährigem Beftehen bereits zu den 547 gelesensten Tagesblaättern des deuischen Neichs. 53 Sie derdanit diese siets wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem —2 bewãhrten 8 * yollkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachrichten enthalten bei täglichem Erscheinen (außer Mon⸗ iags): Ausfuhrliche politische Mittheilungen, objektib, nebenbei Wiedergabe inter⸗ essanter Meinungsäußerungen aus der Presse aller Parteien. Nachrichten über Theater, Musit, Kunst, Wissenschaft; Gerichtshalle; lolale Nachrichten. — Span⸗ neade Romane Sorgfällige Borsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollsländiges Zerliner Coursblatt. — Lotterielisten. — Amtliche Nacrichten. Von den oben bezeichneten 6 Gratis-Veilagen ist in Foru und Inhalt das belletristische Unterhaltungs⸗Blatt 4 „Von Nah und Fern“ nit werthvollen Illustrationen, novelleftischen Beiträgen aus der Feder der renom⸗ miriefien deutschen Autoren, wissenschaftlichen Essais und den mannigfachen Bei⸗ jaben zur Unterhaltung und Belehrung ein Familienblatt ersten Ranges, welches einen bleibenden Werth für den Kreis der Familie besitzt. Abonnement der „Reuefie Nachrichten“ inclusive obige 6 Beiblatter pro Mai und Juni nur 2,17 Mt. nehmen alle deutsche Postanstalten entgegen. De Inseraie haben bei der großen Verbreitung des Blattes die denkbar günstigste Wirkung. —— —————— der Amerik. Krillaut · Glanz Stãrk 21 Fritæ Sehulæ dun-Leipait, —F — —— ⸗ —— Anmeldungen für Kur⸗ jus werden Iße, und de, nur mehr angenommen. F Der Schlußball findet vor —A A, Bädcer. Zerkleinertes Buchen-Holz per Ster 6 Mark zu haben bei VVII. WVeiler. ———— ——— ür Herren, Knaben, Kinder, Damen und Mädchen ugrößter Auswahl zu billigen iber jesten Preisen bei Hermann Fischer. —3ERMAMEIM Setzkartoffeln empfiehlt iehel Fries. IILE 0 Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung sind zu haben in der Druckerei des „St. lngherter Anzeiger. uu ⏑⏑⏑—— Bettnaͤssen VBlasenschwache) incont. d'urine beseitigt um⸗ hlbar durq vpewährie Mitlel Apoth, D Verner in Endersbach, Wilbg. Preis . 2.75 Posteinzahlung.lus alen Lan—⸗ ern Danksagungen und beste Empfehlungen rilens vieler Privaten, Erziehungs- und an— erer Anstalten. So schreibt u. Al — Berg vom Reitungshaus Berliachen: —— oon unseren Kindern (Knaben) sind tus hurch diese Mittel vom Bettnässen befrei orden ünnd e dinder sim voll Freude. Krie Vorein. Die Stelle eines Vereinsdieners st vom 1. Mai ab erledigt und soll inderweitig besetzt werden. Bewerber arum wollen sich beim 1. Vorstande, derrn Fischer bis zum 830. d. M. nelden. Nur 2.17 2,. pro iai und Juni. Der Ausschus;. kin Wort an Alle Frangzosis. Engiisch Ilalie Russisch oder Spanisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis Id franco zu beziehen durch die doßenthal'sche Verlagshandlung in Leipzig. F. Xx. Demesß in St. Inabert. — —XVXV Hierzu Illu sirirte⸗ Sonntagsblait“ Nr. 4. ind steis vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. Druck und Verlag von Sl. Fugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Gamstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhauumgb⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 4, einschließliv d A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, I5 4. Neclamen 80 44. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 82. * Land⸗- und Seemächte. Der englisch⸗russische Konflikt, in welchem nun ereits seit Wochen das Zünglein der diplomatischen Bage bald nach der Kriegs⸗ bald nach der Frie⸗ ensseite neigt, giebt Anlaß zu einer hochinter⸗ ssanten Betrachtung, nämlich einer Vergleichung der zchicksale der Seemächte im Verhältniß zu den andmächten. In der gesammten Weltigeschichte aacht man die Beobachtung. daß Seestaaten, die zre Macht auf Handel und Kolonien üten und bei einem verhältnißmäßig nur kleinen andbesitz des Mutterlandes in der Regel auch nur m kleines Söldnerheer hielten, sich rasch zu Macht ind Ansehen, Reichthum und Luxus entwickelten, ber dann stets von einer Landmacht besiegt, ver— rxängt oder gar vernichtet wurden. Man denke uur an das Schickhsal des althistorischen Seestaates gzhönizien, weicher von den Landmächten eines zyrus und Alexanders zerstört wurde, an die See⸗ und Handelsstadt Karthago, welche in tragischer Veise Rom erlag, ferner an die Beispiele der mitt eren und neueren Geschichte, Genua, Venedig, Por⸗ ugal und Holland, welche einst Großmächte waren und nun entweder ganz verschwunden oder doch zu Nächten dritten Ranges herabgesunken sind. Da drängt sich dem Beobachter unwillkürlich et Gedanke auf, ob der Seestaat England nicht uch einem ähnlichen Loose entgegengehe, denn finden zir in England nicht dieseibe Entwickelung und derhältnisse vor als in den untergegangenen oder on ihrer Macht herabgesunkenen ehemaligen See⸗ nächten? Wie jetzt England durch ein Handels⸗ nonopol, durch Industrie und Kolonien schwer reich eworden ist, so war es auch einst mit Phönizien, darthago, Genuag und Venedig der Fall, wie Eng⸗ and fremde Völker und Fürfien in Abhaͤngigkeit ind Handelstribut hat, so besaßen auch Karthogo ind Venedig ihre tributären Staaten und Alsee jes war vorzugsweise erreicht worden durch keckes zugreifen. Handelslift und ein — Soldnerheer, les Zustände, die wir auch bei England beob⸗ ichten. Es soll ja auch nicht geleugnet werden, eß die Seeßaaten große Thatkraft und industriellen fleiß in vielen Perioden gezeigt haben, aber ihr Nauptziel war die Anhäufung don kolossalen Reich⸗ zumern, ein luxuriöses Leben und die Abwalzung er Lasten der Vaterlandsbertheidigung auf geworbene Söldner, ein Zustand, der auch im heutigen Eng⸗ and anzutreffen ist. Daraus ergiebt sich, daß in n Seestaaten in demselben Verhältniß wie der kelchthum und Luxus zunimmt di wirklichen ent⸗ heidenden Machtfatsoren, zumal was die allge⸗ neine Wehrfaͤhigkeit anbetrifft, abnehmen und schließ⸗ ich die wirlliche Nacht der Seestaaten in ein schrei⸗ ndes Mißberhältniß zu der eingebildeten Macht erath. Die Staaten dagegen, wenhe vorzugsweife andmacht find, entwickeln sich in ihrem Wohistande iel langsamer und solider, haben auch wegen ihren letz den Nachbarvölkern zugänglichen Grenzen einen ne härteren Kampf um das vafein un find in jolge dessen kriegstüchtiger als die Seemächte. dließlich muß nun aber der zum Monopol aus- nee Reichthum und Handelsvorzug der See⸗ — den einen oder andecen Landstaat reigen. — in Besiß ahnlicher Vortheile zu sehen w daraus entfieht ganz natürlich ein Kampf der ur. Landmacht gegen die Seemacht, in weichem dieren aus den vorerwähnten Gründen schließlich nierliegen muß. Rom und Karthago sind dafür newiges Beispiel in der Weltgeschichte und Ena⸗ Montag, 27. April 1885. and, das Karthagso der Gegenwart, mag sich hüten, aß ihm in Rußland kein Neu-Rom entsteht. Politische Uebersicht. * Das preußische Abgeordneten— jaus erledigte am Freitag und Sonnabend den hesetzentwurf, betreffend die Kreis- und Provinzial⸗ rdnung für Hessen ˖ Nassau, in zweiter, resp. dritter desung. In der Freitagsitzung kam auch die schon o oft ventilirte Frage des Spielens in auswärtigen dotterien zur Erörterung und wurde hierbei ein om Abgeordneten Bödiker beantragter Gesetzent⸗ nurf, welcher das Spielen in nichtpreußischen kotterien noch strenger bestraft, als bisher, ange⸗ ommen. Zugleich genehmigte das Haus einen zusatzantrag des Abgeordneten Franke, nach wel⸗ hem die Veröffentlichung der Resultate der aus⸗ värtigen Lotterien in preußischen Zeitungen mit iner Strafe bis zu 150 Mt. belegt werden soll. * Die der stricten Ausführung des ranzösischechinesischen Friedensvertrages nigegenstehenden Mißverständnisse und Hindernisse heinen endlich beseitigt zu sein. Eine Depesche Zrioͤre's aus Hanoi meldet, daß die chinesischen dommissare Haiphong am 24. d. M. verlassen vürden, daß sich die chinesischen Truppen von Cep nuf Bacle zurückgezogen hätten und daß keinerlei 5chwierigkeiten vorlägen. Die Aufsehen erregende Nachricht, daß sich Italien England gegenüber verpflichtet habe, die xglischen Truppen in den größeren Staädten Egyp⸗ ens durch italienische Truppen zu ersetzen, Sualin ind Berber zu okkuppiren und eventuell in dem englisch ˖russischen Konflilt mit England zu gehen, vird jet von den italienischen offiziösen Blaätiern dementirt, daß Italien Neigung verspüren sollte, iich in die englisch⸗russische Streitaffaire einzumischen, var von vornherein entschieden zu bezweifeln, aber ie Moͤglichkeit einer Uebereinkunft zwischen Eng⸗ and und Italien bezüglich einer Ersetzung der eng⸗ ischen Garnisonen in Egypten durch alienische ruppen war nicht ohne Weiteres von der Hand u weisen; nunmehr scheint aber die Aktion Italiens n Egypten auf den Küstensaum des Nothen Meeres eschränkt zu bleiben. Die Nachricht von dem Marsche er Italiener gegen Kassala haben fich noch nicht estatigt und ist es überhaupt sehr zweifelhaft, ob ine Expedition gegen Kassala den Italienern irgend delchen Vortheile brächte. Uebrigens meldet eine —XLEVVX ei Massonah eine Niederlage erlitten hätten, welche Kachricht, falls sie sich bestätigt, in Italien sehr jemischte Empfindungen über die Kolonialyolitit Nancini's hervorrufen dürfte. *Die Untersuchung über die im dondoner Admiralitätsgebäude statt⸗ jefundene Dvnamit-Explosion nimmt ihren rortgang. Ewas Positives über den Urheber der⸗ elben ist noch nicht zu Tage gefördert worden ind wurden auch noch keine Verhaftungen vorge⸗ vommen. Deutsches Reich. München, 24. April. Der preußische Ge⸗ andte Graf von Werthern erstattete dieser Tage m Auftrage des Reichskanzlers Fürsten Bis⸗ narck dem Musikprofessor Herrn Josei Giehrl einen 20. Jahrg. E Besuch, um demselben für die Komposition des heyse'schen „Bismarclliedes“ zu danken. Weimar, 24. April. Auch die thüringische Industrie wird für Angra Pequena in An—⸗ pruch genommen: eine Fabrik in Arnstadt ist in umfangreichem Maße mit der Lieferung von eisernen erlegbaren Karren und Wagen betraut worden. Ausland. London, 25. April. Es verlautet, daß in Zir William Armstrong's Kanonenfabrik in Rew⸗ astle eine russische Bestellung auf eine große Zuantität Kriegsmaterial einlies. deren Annahme edoch verweigert wurde. Petersburg, 24. April. Die heutigen ussischen Blätter glauben fast durchweg, daß der Ausbruch eines Krieges mit England nicht zu »ermeiden sei. Nur die „Nowoje Wremja“ macht ine Ausnahme, aber auch sie macht sich wenig Joffnung. SZokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 27. April. Gestern Morgen hatte dahier die älteste Tochter eines Bergmannes das Unglück, ihr kleines Brüderchen derart mit ochendem Kaffee zu überschütten, daß für dasselbe airztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. R. Neuhaäusel, 26. April. Gestern Morgen Jegen 5 Uhr brach in dem Hause der Wiliwe Sebastian Denne Feuer aus, das in Kuürze so große Dimenfionen annahm, daß die Feuerwehr wenig nehr ausrichten konnte und daher das ziemlich große Anwesen bis auf die Mauern zerftörte. — Zweibrüden, 24. April. Der Steit um die Reichsbanknebenstelle hat sein Ende dadurch erreicht, daß die gestrige Versammlung von Indu⸗— triellen und Handeltreibenden sich entschlossen hat, die Gemeindeumlagen aus der eigenen Tasche zu ahlen. — Schönau, 28. April. Von den Im⸗ nobilien des Schönauer Hüttenwerkes ging der Saarbacher Hammer mit Fischweiher an Herrn Keichstagsabgeordneten E. v. Vietrich und defsen Berwalter Herrn Borsch in Niederbrunn über. Das Werk wird abgerissen und werden nur die Weiher ur Fischzucht verwendet. Die Waldungen erwarb derr Holzhändler Singer in Reichshofen. Wiesen ind Aecker kamen am 21. und 22. ds. zur Ver⸗ teigerung und gingen sehr gut ab. — Aus dem Eisbachthale schreibt man der „Wormser Zeitung“: Man erzüͤhlt sich hier, daß nach Versicherung von Personen, welche kürzlich die Pfalz besuchten, in der Nahe von Asselheim auf Brund ziemlich verlassiger Anzeichen das Vorhanden⸗ ein eines Steinkohlenlagers vermuthet wird. Falls ich das Gerücht bewahrheiten sollte, waͤre das aller⸗ ings ein hoͤchst glückliches Zusammentreffen mit der Benehmigung der Eisthalbahn. — Albersweiler, 285. April. Eine groß⸗ irtige Millionen ⸗Erbschaft steht wieder in Aussicht. WDie englische und amerilanische Blattet berichten, zsing vor ca. 100 Jahren ein dahier geborenes sraelitisches Fraulein Namens Rosalia nach Italien uind bekleidete dort in einem angesehenen Hause die Stelle einer Erzieherin, bei welcher Gelegenheit ie einen alten invaliden, aber sehr reichen Herrn, Josua Levy, kennen lernte, der sich bald hernach nit ihr verheirathete. Doch war die geschlossene xhe nur von kurzer Dauer, da der Aln Herr ald starb und seiner jungen Winwe das ungeheure Bermögen von mehreren Millionen hinterließ. Nach »em Tode ihres Gemahls verließ die —imn Millionärin den italienischen Boden und wanderte nach Amerika aus, wo fsie aber schon im Jahre 1803 starb. Da ihre Ehe mit Herrn Josua Levy inderlos war, wurden jetzt in mehreren größeren Zeitungen die Angehörigen und Verwandten der verstorbenen Frau Rosalia aufgefordert, ihre Erb— ansprüche auf deren Nachlaß geltend zu machen Aber sei es, daß in der damaligen politisch hoch bewegien Zeit die Zivilstandsakten nicht so genau geführt wurden oder auch, daß das damals wenig calwickelte Zeitungswesen die Nachricht nicht bis zu uns brachte, kurz, jener Aufruf dlieb ohne Er⸗ folg, worauf denn das Vermögen bei einer eng üschen Baak in London hinterlegt wurde. Das selbe ist nun unterdessen auf 60 Millionen Dollars angewachsen. Einem neueren Aufrufe zufolge ist abet die obengenannte, im Jahre 1803 in Amerika herstorbene Hoeillionaärin „Rosalia“. verwittwete Frau Josua Levy, die Schwester des im Jahre 1788 dahier geborenen Lob Hirsch“, der im Jahre 1808 unter der Herrschaft Napoleons J. den Familiennamen ,Weil“ annahm und bei seinem Tode 4 Söohne hinterließ, die als die alleinigen Erben des ungeheuren Vermögens von 60 Mil—⸗ onen Dollars — 240 Millionen Mark zu gelten häͤtten. Drei dieser Söhne, Samuel, Michael und qjllexander Weil. befinden sich zur Zeit in Amerika. waͤhrend der vierte Sohn, Kron Weil, dahier wohnhaft ist und das Makler⸗Geschäft betreibt. — Landau, 23. April. Frau Oberamts. richter König von Zweibrücken, deren verstorbenen Galle auf dem hiesigen Friedhof beerdigt ist, kam gestern zu Besuch hierher und legte bei dieser Ge— egenheit einen werthvollen Kranz auf das Grab ihtes Gatten nieder. Eine gewisse Wittwe Porth geb. Klug von hier. die man schon längst im Ver dacht haite, daß sie mit den Verübern ähnlicher Debstãhle identisch sei, ließ sich beigehen fraalichen Bekanntmachung Kranz von diesem Grabe wegzunehmen und wird derselden in einer längeren Strafe wohl Gelegenhei geboten, über die Begriffe von „Mein“ und „Dein“ nachzudenken. vor einiger Zeit einen Reisenden zwischen Parie und Bruͤssel auf der Eisenbahn ermordete um beraubte. FParis, 23. April. Gestern Morgen brannte die große Spinnerei von Toulemonde— Descombes vollständig nieder. GWerschönerung der Niagara Wasserfälle.) Der bereits seit Langem be iprochene Plan, um die Niagora-Wasserfälle herum einen Park anzulegen. soll jetzt endlich zur Aus. führung gelaugen. Man projektirte seit geraume— Zeit, den diese Wasserfälle rundum begrenzender Foden anzukaufen, den Privatbesiz er desselben bis her einzäunten und sich die Vergünstigung, die Fäll näher beschauen zu dürfen, bezahlen ließen. Da imposante Schauspiel wurde aber durch allerlei in die Augen springende Plakate und Gebäude seh beeinträchtigt. Nach langwierigen Unterhandlungen hat die eingesetzte Spezial⸗Kommission die Forde ung der Grundbesitzer auf 340,000 Lst. zurüd— sebracht, und die New⸗ Yorker Gesetzgebung soll so sort darum angegangen, die nöthigen Mittel ver— jügbar zu stellen, um die besagten Grundstücke zun Sidatseigenthum zu machen, Alles, was die Wasser fälle bisher verunziert hat, wegzuräumen und si dem Publikum zugänglich zu machen. Sterbefälle. Gestorben: in Kaiserslautern Frl. Luise Acker mann; in Winzingen Fräulein Lieberich, be J. a.; in Neustadi Friedrich Zimmermann 28 JJ a.; in Ebertsheim Frl. Babetta Schäfer 22 J. a.; in Landau Ferd. Hermann 513 alt; in Geinsheim Josef Adam, 67 J. a.; i Büchelberg Frau Maria Anna Niederer, geb Nickola, 68 J. a.; ia Pirmasens Wilhelm Adol 658 J. a.; in Zweibrücken Irl. Ida Wolfi 18 J. a. — F Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß li Vermischtes. Si. Johann, 25. April. In der Saar wurden gestern und vorgestern zwei weibliche Leichen geländet, von denen die eine nach der „Sbr. Ztg.“ als diejenige der vermißten 18jährigen Maric Reichert von Saarbrücken und die andere als die⸗ jenige der 18iährigen Tochter eines hierselbsl wohnenden Tagelöhners rekognoszirt worden ist. pGambsheim (GElsaß), 21. April. Un⸗ längst starb dahier eine kinderlose Wittwe, welcht jeitlebens ein äußerst kümmerliches Dasein führte. Obwohl dieselbe ein Vermögen von etwa 30,000 Mark besaß. so unterließ es dieselde doch, sich auch nur die allernothwendigsten Lebensbedürfnisse zu beschaffen. Lachende Erben haben nach dem Tode bis zur gerichtlichen Versiegelung 9000 Mark in Gold in der Asche und in gußeisernen Töpfen ge— funden und hoffen noch mehr zu finden. Mainz. Ein in der Krauße'schen Fabril vbeschaftigter Tagelshner erhielt dieser Tage die erfriuliche Nachricht, daß er von einem verstorbenen Verwandten zum Universalerben eines über 200,000 Mark betragenden Vermögens eingesetzt worden sei. München, 22. April. Ein ichwerer Reiter ftürzte während des Exerzierens am Kugelfang vom Pferde und die ganze Kolonne ging über ihn hin⸗ weg. Der Soldat wurde anscheinend schwer verletz sofort in das Militär⸗Krankenhaus gebracht. fBern, 24. April. Die Ortschaft Mülliger bei Baden (Kanton Aargau), etwa 400 Einwohner zähleud, ist fast gänzlich abgebrannt. FParis. 22. April. Der Mörder Mar⸗ hondon hat eingestanden, daß er es auch war, der Zwangs⸗Versteigerung In unterzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: — 39 Geib's Handbuch für die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gänzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bände. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18.80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen offentlichen Einrichtungen erfordert Ind der den „Geib'“ als vortrefflichen Berather schätzen gelerni hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verstandlicher Weise und über⸗ fichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des offentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. uͤm die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine Igcieferungs⸗Ausgabe veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen 3 1Mtk. durch jede Buchhandlung be— zogen werden. Kaiserslautern. J EBMr rusius- Zur Anfortigung von billigen u.sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden GLuszug.) Montag, den 8. Juni 18865, Rachmittags 3 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaf bon Johann Mehsexr, Wittwe, waden durch Philipp Kemmer, kgl. bayr. Notar im Amtssitze zu St. Ingbert, als gerichtlich ernannten Versteigerungsbeamten, gegen Philipp Paulus und dessen Ehefrau Maria Berndt, Wirthsleute, bei⸗ sammen in St. Ingbert wohnhaft, als Solidarschuldner, die nachbeschrie⸗ denen Liegenschaften dffentlich zwangs. weise auf Eigenthum versteigert, nämlich: Steuergemeinde und Amisgerich St. Ingbert, Rentamt Blieskastel: Plan Nr. 1227. 1 a 80 qm Fläche, Wohnhaus mit Hof, Schoppen und Abtritt, gelegen zu St. Ingbert ober der Kapelle. Plan Nr. 23972, 2 2 90 qm Fläche, Wohn haus mit Keller und Hof und Plan Nr. 23976, 182 10 qm Garten und Wiese an der —ohlenstraße zu St. Ingbert neben Georg Seibel und Nikolauẽ Kimmel. Die Versteigerungsbedingungen kön· nen bei dem Versteigerungsbeamten eingesehen werden. Die Liegenschaften kommen einzeln um Ausgebote und es erfolgt zugleich bei der Versteigerung der Zuschlag. St. Ingbert, den 20. Marz 1885 Der Bersteigerungsbeamte: Kemmer, k. Notar. 9 i⸗ Druckarboiten empfiehlt sich dio Buch- und Steindruckerei F. X. Domotz CVerlag desst.Ingbertor Anzeigor 8t Ingbert. zièe zub — — — — Auflage 331,000; das verbreitetste all deutschen Blaätter überhaupt; außerdem et scheinen Uebersetzungen in zwölf fremde Sprachen Die Modenwelt In strirle Zeitung f Zenetie und Hardan calene Aulle 11 50 eine Nummer, —X tteljohrich M. 1252 7 ar Jahruch erschein 21Numnmern mit do Nend Handarbein enthaltend gegen 2 d Abbidungen mit 8 sqhreibung, welche ganze Gebiet der Garderobe und veibwst sur Damen, Madchen und Knaben, wie s das zartere Kindesalter umfassen, benso d Leibwãsche fur Herren und die Bett⸗ in ee e. wie die Dandarbeiten in ine ganzen Umfange. j2 Beil agen mit etwa 200 Schnitimuftn füt alle Gegenstände der Garderobe und —7 400 Muster ·Vorzeichnungen für Weiß⸗ w Bantilickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. 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Ronethalsehe Verlagehandlung. — Herrenkragen, Hnn leinen und garantirt Kfach per Dutzend Mk. 53,50 bei mann wischer — — Jrüuck unß Versag von — J ———— 2. c 2525 75 53 532 —5258 5355353335 5 — 55 2 —8 — — — 8 5222 —A 52 8 — “ 22 22 87 585232822 8 273 355* 528 52323 522228 323555232 25 25 7 25235 — 5*8 253 15 — 233232 35525 —55 * * * * — * z133 52283 233852538557 533775 3257* 52538233 35383538 38* *2 2 ——82 55 525 ⁊ D52 — 2 2 532325 — — — 8 *25 22* 22 ·— — 2 2322 85 22 —— — — * EXE — * X— * — 5 2 * 523485 -55 —2255 73835 33353353 225 32252333* 3532 55 175 5*58 333533 338355553 38 5 5338 5*875 — 72 9335 z 28 535523852 3322 — — —— —— —2 9 55553833 35357532 —5535 ——— 3233323 5* 2833 5252 8 358 — — — 553 — — 2535235 * 333335 535 7553223735 86 35537 J 3525 223 555353323 2 * — 28 S 8 3 — —23868 388 233 SSR 8 35325383 * *5 3353* 55837 * 27* 2* X 522 — 255838335 ———— —— — 8 22 ——823 * 2 53232 — * 52 — — 52 — 3 * 2 9 2 5* 52 355 3555 2323523 353533258 ——35 435 2382382 — —s335 888 z3335837533 5* 2 735 —83 68 — D3 2 22 52 2* 253 — —8 237 * * 523 — 53 — — 2 227 3362* — 35533 — 5 32 8 2* z323555 252 — J * S532 —* 3832 2* O —— ——— 375 — 38 383 536 — 335* 2. 5333538 333835533*82* 3 8—5 350 52582356 25 82*338355 3535323333283 522 — 22 21429 — m »O C — —2 5282 — * ——— —8 — 5 2 — — — 5—5*28 3 522 — S 252z557 53 — * 25 5 * 9 225— —* 238 2 — * 3382383 z 3383533 383 * * 5553— 8 3 * — 22 2 — 2 * 2 3337 6 F —0 22 325 — 2 —25 3833 —55855 333338* 353258 3537 38 5285335 25 — 3 3335*5 * 3 —— — *32 5 —5— —532 z 72 53 2 2238 3535 32585 —A—— 25 .5 75 *—5333955 23 * 2 32 7 525 83 24 — 2 — — —— 535545 53 —5*8277 —A —58 —— —282 2 — 538 32252838 8 25335 —6 8 5— 3 38388 2 * 36* — 5 28 — 558 22 * — * * —— —— 2222 —ẽ — E—25 52 F 22 55— 5* 5555 *35 7577 —— 23* — — — agꝛa * F 3 — — I5E555 2 —— z 3 * 2 —A — * 2* —XF — 25* 7 * 2555 23 280 25 — —X — — 2. 53 —*s — — *— — — 283337 a *3 38358 53 — — 333 — 8 J 2 S 52 —“ ——*98 8 22 8 * — — 52 * — s 22 —5 — —— 2 37* 25* ** „5 57727 225 *22 3323 5* 583 8 5688 35 222 * —8 J — * 7 55 5* 22737 72—⸗8 — — 3 3 F 25 332* 24 — 2 —2 — 2 55333 — —33 53 — 332* — 2328333 z432 5 7 —— RIB —— 24 2 2* * —— 7 8 52*8 s 3 D 235* —— 22* — 5 — 22 2 5. 33 —A 5 23 —* 5232 5* * a F 238s758* — — 28 3332 — 853338 2228 s2.8* —— — 255335 338353— 2 — — 7 * — —**58 672 25 —A — 97* O — E — 258 872 * —A 827 8* 52 3 —5— F — 8 — 2 2*35388 2 252822 — — 58 xß 3255 353** 223 * 2 539 35753582—238 — * * D —E—— —z385 — — —— * s 88 58*3 — — 0 * 33532*55 —555 55 * * 55535 — 5225 5328 3223 832535 52535553527 *B355 7 2 S * — 25853 3 3855 — 2 8 — EIS— 2 * 5535* — — —— 3258 — ———— 52 2523 *22— z2525 5535* q * — * 54233538 375653333 ——— 7 4 n 222 — 2* S ——— 235 5 2 535 2383 *33 3* 332 * 7 *— 37 — α 2— —— — 9 32325 4 — —2 3 8 — 3 BS *50538322 — 2 255 255 7 55 833573 22*583585 333533333 75 — 23 33385 38 5 525 26 2 — 535 2 8 3332 478 222 235585 42* * 3 55 27 52 2223 22* — 5 535*5 *28 — — 20 — 7 —58 287 355 52355 A 27 * — 8 22 —— * 5 3* —2 — * — 8 * — 2 22 2 2.2 s55 43585 3553 32 535 2322338 323 2 * 8* — 2355558* 53255 5355 25337 5* 58 5— 535 2 523 5288 22237 2 ——— 2 2 õ523 2—2 28 8* 22* —IMXX 22 2538 2 5 s5 322—55 z3s38 — 35 ss553 683 5358 S 383 5555 3 — 7 23 7 2 —⸗ 2 353 3337 I8* —— 8853 5555 8353 —A—— 53583 —33738 —35 3 4 55 55 557 58 —A—— 25356238 ——V 4 ——785 55528 7 58—538383 2* . — * —2*222 8 825 * 8 7 — 7 233238 ——A 2523 28 —8 “ —A—— 2335 —233SA. 28 20 59 22 2 2 * * * S7 5238 2 —53 5— z—5ce82.25 2 —552609 * —— 5—*—2 — — — 583 5 5*2 * — —— — 82— 3—5——35 322* — — 2 * 3 — 233353 9 ———8335 83255532332* 5*—533 258 52535385 J — 52838383 33 — 23537335353 4 3 333—33 323 23333———332 33—52385 — 72 * 55626 25S322 25 53—3 555 55 —258 ——32————— 5⏑—— 335335 3 —32 — — —5 5—38538355855—2—25 ———555* — 3235 35 5 5— 238833* 3383 — —3373 * 8 2 2 —— 3 —— — 2 — — — — *7 5 u — —53585 — 5— —3 ,2557 25553355 562—2 55—3—335558 83135—25532* 2 —555353 525878 28 20 82* 9 2 — * 2 * — — — — 8 —— 328585 ——A — 2 555 —228* —2 * * 58 52—55 8 2** 2 * — 33—65 3383 28378 — 528228 25 z22 535 22 0 6 — —— 27 —8 — — — —E — 8 524* * * — — — 3 — 7 275 22 23 * —A — 7— 83 —* —? 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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der „St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhauumgs- Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 4 einschlieklich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließlir 10 ⸗ͥ0 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 13 4. Neclamen 830 A. Bei 4maliger Einrnckung wird nur dreimalige berechnet. —5 Dienstag, 28. April 1888. 20. Jahrg. * Volitische Uebersicht. Insel Port din zu räumen, wenn Rußland an anderen Orten sich eiwas nachgiebiger erweise. In der Reichstags · Kommission für das Unfall. D GWeneral ise der e versicherungsgesetz für lande und, orst wirthe Nowgorod, einst Kommandeur der Vesta“, habe haftliche Arbeiter wurde 8 30 in folgen · gegebenen Falis um Verwendung in der Macine der Fafsung angenommen: Mitglied der Genossen - Fedelen und diese sei ihm auch zugesichert. chaft ist jeder Unternehmer eines unter den 81 Mostkau, 26. April. Di⸗e Moskauer allenden Betriebes, dessen Sitz in dem Bezirke der Zeitung“ weist darauf hin, daß der Emir von Genossenschaft belegen ist. Als Sitz eines land. üfghamstan in der Reigung zu einem Vuͤndnisse wirthschaftlichen Betriebes, welcher sich über meh, min England in gang AÄfghanistan vereinzelt dastehe tete Gemeindebezirle erstredt, gilt diejenige Ge⸗- Uunnd piadirt entschieden sun einen friebuchen Aus— meinde, in deren Bezirk die Wirthschaftsgebäude, leich zwischen England und Rußland. Es ware von denen aus die Bewirthschaftung erfolgt. belegen kngiands wie Rußlands würdig und ihren wahren ind. Im Zweifelsfalle gilt jede Gesammtheit von Interessen sörderlich, wenn die zwischen hnen schwe Brundstüden, welche von besonderen Wirthschafts -· enden Mißberstandnifse nicht zu einem Bruͤche, jebäuden aus selbststandig bewirthschaftet wird, als ndern zu einer Verstandigung führten nichi zum ein besonderer Betrieb. Als Sißz eines forstwirth⸗ driege. dessen Ausgang nicht vorauszusehen fei, chaftlichen Betriebes, der sich uͤber mehrere Gee ondern zu einem uten dauerhaften Frieden, dessen nmeindebezirke erstredt, gilt diejenige Gemeinde, in Nuhen kiar sei Wie groß waren diese Resultale, deten Bezirk die unmittelbare Betriebsleitung (Re- venn die Schwierigkeiten beigelegt werden und ais ziere Verwaltung) ihren Sitz hat. Dieses findet Zafis einer neueren, besseren enguüscherufsischen Po nuch in dem Falle Anwendung, wo mehrere forst - ijtit dienen lönnten, befreit von aner unnützer Weise virthschaftliche Betriede eines Unternehmens einer erschöpfenden, gegenfiandslosen Rivalitane VDies zemeinsamen Oberleitung unterstellt find. Watl · paͤre ein wahrhafler Verdienst Englands und Ruß. erechtigt und wahifähig ist jedes Mitglied der Ge- ands, besfer ais jeglicher Sieg. Die Mostautt wossenschaft sofern es sich im Besitze der bürger- Zeitung meint, zuischen Kußland unße Englaud ichen Ehrenrechte befindet. önne nicht nur ein mehr oder minder erträglicher nodus vivendi, sondern auch eine Freundschaft herbeigeführt werden, welche für Beide gleich nützlich iei und besser als die Waffen ihre beiderseitigen Interessen beschützen würde. Schon angesichts der Moglichkeit eines solchen Ausgleichs sollte man nicht mit den Säbel rasseln. London, 27. April. „Daly News“ sagt, die Sachlage sei unvberändert. — Dem „Standard“ zufolge richtete England eine weitere Vorstellung an Rußland; es betrachte die Aufklärung des Pendjeh⸗Falles als einen nothwendigen Beweis der zufrichtigen Gesinnung der russischen Regierung — Der „Times“ wird aus Petersburg gemeldet England habe eine schiedsrichterliche Entscheidung borgeschlagen. Die „Times“ hält trotz der fort⸗ dauernden Verhandlungen die Annahme, daß eine Lösung gefunden werde, für ungerechtfertigt. Man neige der Ansicht zu, daß die Einstellung der diplomatischen Beziehungen fast unvermeidlich ge⸗ vorden sei, obschon eine solche Eventualität noch nicht den Friedensbruch involbire. Im Falle des riegsausbruchs werde übrigens England seine Waffen da gebrauchen, wo es die heftigsten Schläge austheilen koͤnne. Ein formeller Protest der Pforte werde das Einfahren der britischen Flotte in das Schwarze Meer nicht verhindern. England werde Bundesgenossen finden. die Rußland alten Haß aachtrügen. London, 27. April. „Reuter's Bureau“ neldet: Der Krieg zwischen England und Ruß—⸗ and wird als unvermeidlich betrachtet. Wie ver⸗ autet, wird der Zar heute nach Moskau abreisen und dort ein Manifest erlassen. London, 27. April. Der „Standard“ neldet aus Fort Quapelle von gestern: General Middleton schlug nach siebenstündigem Gefecht bei Zatoche die Mischlinge unter Riel in die Flucht. Die Aufsiändischen erlitten starke Verluste. Kairo, 26. April. „Reuter's Bureau“ neldet: Trotz der Abreise des französischen Ver⸗ reters nach Alexandrien ist ein Compromiß zwischen Frankreich und Equpten noch immer sehr wahr Poinlich Newyort, 27. April. Nach einem Tele— zramm aus Panama räumten die amerikanischen Truppen in Folge eines mit General Aizpura und dem französischen Consul getroffenen Abkommens, vonach der Befehlshaber der Aufständischen Bürg— chaft für die Aufrechterhaltung der Ordnung über⸗ nahm. Eokale und pfälzische Nachrichten. 8 St. Ingbert, 28. April. Am vergan⸗ zenen Sonntag fand in der geschmückten katholischen Pfarrkirche dahier eine Produktion des Bezirkscäci- ienvereiis Homburg⸗St. Ingbert satt. Die Vesper wurde gemeinschaftlich von beiden Zereinen aufgeführt. Darnach hielt Herr Kaplan N aud die Fesipredigt über,Die Macht des Ge⸗ anges.“ Die gesanglichen Produktionen eröffneten der Cacilienveren St. Ingbert. Die Leiflungen desselben waren vortrefflich besonders wurde das died „An Maria“ von Haller mit sehr viel Ver— tandniß vorgetragen. Abwechselnd sang daun der Berein Homburg, welcher insbesondere das Choral⸗ Tredo, sowie das ,Graduale“ vom weißen Sonntag sehr gelungen zur Aufführung brachte. Abends war im Saale des kath. Kasino eine gemüthliche Abendunterhaltung, gewürzt durch Liedervoriräge und Toaste. *St. Ingbert, 28. April. Da auch bei uns vielfach Kaffee von auswärtigen Exporthäusern bezogen wird, so dürfte folgender Fall ais Warnung zu beachten sein: Ein Muͤnchener Beamter ließ sich durch die Anpreisungen eines solchen Exporthauses bestimmen, Kaffee in größeren Quantitäten von demselben zu beziehen. Später erkrankte er und jeine ganze Familie und der Arzt konstatierte, daß der Kaffee gefärbt und giftige Stoffe dazu ver— wendet worden waren. Zieht man ferner inbeiracht, daß es auch mit der Billigkeit bei Einkäufen in solchen Geschäften nicht weit her ist, so ist eigent- lich schwer zu verstehen, warum immer noch so viele auswärts einkaufen, während sie am Platze selbst doch mindestens ebenso billig und dazu noq reeller kaufen könnten. — Zweibrücen. 25. April. Unsere neuliche Mittheilung, daß ein hiesiger Geschäftsmann durch anonyme Briefe und Korrespondenzkarten schmählich angegriffen und verfolgt wurde, können wir daͤhin ergänzen, daß auch dessen Bruder, der als Ein⸗ ährig⸗Freiwilliger beim 18. Infanterie: Regiment dahier dient, durch anonyme Denunziationen, welche von derselben Hand herrühren, angegriffen wurde. Derselbe saß unlangst mit seinem Bruder und einigen angesehenen Bürgern Abends in einer Wirihschaft. Des andern Tages erhielt der Maior einen anonymen Brief, in welchem ihm die Anzeige gemocht wurde, daß der betreffende Einjährig⸗Freiwillige über die Feierabendstunde mit einer Bande von Sozialde⸗ mokraten in einer Kneipe gesessen und Karten ge⸗ pielt habe. Sofort () wurden dem militärischen Sünder 4 Wochen Kasernenarrest () zudiktirt. Nach⸗ dem derselbe 8 Tage gebrummt haite, wurde ihm der Rest der Strafe erlassen (), da gepflogene Nach⸗ fragen die Unrichtigkeit der anonymen Denunziation ergeben hatten. Ebenso soll der Lieutenant von dessen Compagnie ein anonymes Schriftstück erhalten haben, worin ihm die Mittheilung gemacht wurde, daß der genannte Einjährig Freiwillige die gröb⸗ lichsten Beleidigungen und Insulten gegen ihn aus⸗ stoße, deren Wortlaut in dem Schriftftücke angeführt wurde. Auch diese Denunziation erwies sich als durchons falsch Mi⸗ man voernimmft sollsen di⸗ In hiefigen diplomatischen Kreisen erzählt man ich, der „Str. Zig.“ zufolge, daß Mitie voriger Woche ein Schreiben des Kaisers von kußland an Kaiser Wilhelm eingetroffen ꝛei, worin es hieß, daß die Aussichten auf die Erhaltung des Friedens sehr gesunken seien. Wir geben, fügt das genannte Blait hinzu, dieses Ge— rücht wieder, ohne eine Bürgschaft für die Begrün⸗ dung desselben übernehmen zu wollen; auch würde, )ie thatsächliche Begrundung vorausgesetzt, zu be⸗ ichten sein, daß das Schreiben des Kaisers Alexander die Lage, wie sie Anfangs der Woche zewesen, dargestellt hätte; es würde sich fragen, ob sie seitdem keine Veränderung erfahren. Deutsches Zteich. Berlin, 25. April. Dem Bundesrath ißt die am 4. April d. J. abgeschlossene Konbention wischen dem Deutschen Reiche und dem Königreich Birma zugegangen. Durch dieselbe werden den zeiderseitigen Staatsangehörigen die Rechte der⸗ enigen meistbegünstigter Nanonen eingeraumt. Berlin, 27. April. Die ‚Rordd. Allg Zig.“ schreibt: Als der Kaiser gesiern Nachmu— tag vor der englischen Boischaft vorgefahren und ausgestiegen war, sprang ein vorübergehender junger Mensch auf den Wagemritt. Derselbe wurde als ein 17jähriger taubstummer Porzellanmaler aus Berlin recognoscirt. der in einem vorübergehenden Anfall von Geistesschwäche gehandelt hatte. Berlin, 27. April. Die von hier an aus⸗ waͤrtige Blätter telegraphirte Nachricht, die preußische Kegierung lasse auf Grund des Votums be Staatsraihs X den Bundesrath ausarbeiten. wird als unzutteffend aezeichnet. SOsnabrück, 25. April. Fürst Bismard et das ihm von der hiesigen Siade verliehene⸗ khrenbürgerrecht angenommen. Ausland. Petersburg, 26. April. Gerüchtweise ver⸗ —X — —— giftigen Pfeile der Verleumdung und Rachsucht nicht direlt, sondern durch tinen bezahlten Schergen ab⸗ geschossen worden sazinn. — Verwaltungsgerichtshof. Auf die Beschwerde des Heinrich Hofmann und Ge— nossen von Beeden ⸗Schwarzenbach gegen den Be⸗ schluß des Bezirksamts Homburg, betreffend die dortigen Gemeinderathswahlen, wurde lediglich die Wahl des noch nicht 25 Jahre alten Maurers Jakob Bachmann für ungiltig erklärt. im übrigen aber die Wohl bestätigt. Beschwerdeführer haben die Kosten zu tragen; rüchsichtlich der von den Beschwerdefuͤhrern beanstandeten Aufnahme von Nichtwahlberechtigten in die Wählerliste wurde aus⸗ gesprochen, daß die Wähierliste während ihres Aufliegens keinen Anlaß zu einer Reklamation ge⸗ geben habe und daher kein Beschwerdegrund in dieser Richtung vorliege. — — Landau, 24. April. Dem „A.“ nach wurde Herr Rechtskandidat B. Feldbausch hier zum Amtsanwalt in Kirchheimbolanden ernannt. — Ein Schau- und Preisturnen wird am Sonntag, den 83. Mai dahier abgehalten. Das Progranim gestaltet fich: Morgens 8 Uhr Empfang der fremden Turner auf den Bahnhöfen. 9 Uhr Preisturnen. 211 Uhr musikalischer Frühschoppen in der Brauerei Jung. 12 Uhr Mittags im Gast⸗ haus „zum Geist“. 1 Uhr Festzug von der Brauere Jung zum Turnplatz; Begrüßungsrede und Turn uͤbungen. Hierauf Preisvertheilung im „Deutschen Kaiser“. Ebendaselbst Abends 8 Uhr Reunion. — Kriegsfeld, 28. April. Ginder— mord.) Heute wurde durch die Gensdarmerie von Kirchheimbolanden die Leiche eines neugeborenen Kindes, in einem Stalle vergraben, aufgefunden. Die muthmaßliche Mörderin des Kindes, Ehefrau J. Euler V. von hier, wurde nach Kirchheimbolan⸗ den zur Haft abgeführt. Ueber die Art und Weise, wie die Euler ihre früheren Kinder behandelte, find die abschredendsten Nachrichten in Umlauf und dürfte die Verhandlung vor dem Schwurgerichte eine in der Pfalz zum Glück zu den selten gehören⸗ den werden. Man erzählt der „N. P. B.Zig.“, daß die Ehefrau ihre Kinder förmlich habe ver—⸗ kommen lassen. Vermijchtes. FSaargemünd, 24. April. Wie die Saarg. Zig.“ vernimmt, wird der hiesige Gym— nasialdirektor Dre. Derichssweiter vom Herbst ab an das Gymnasium in Hagenau versetzt. Der Genannte war nacheinander Direktor in Geb⸗ weilet, Weißenburg, Metz und hier. Das hiesige Gymnasium erhält als Leiter den bisherigen Diriktor des Gymnasiums in Hagenau, Dr. Dammert. Mannheim, 24. April. Eine Sehens würdigkeit erregte die Schaulust und das — Ge⸗ tächter vieler Passanten. Im stolzem Bewußtsein ihrer bedeutend erhöhten Schönheit und im gewiß angenehmen Gefühle, die Aufmerksamkeit der Mit— welt stauend auf sich gelenkt zu sehen, bewegte sich heute Mittag durch die Straßen unserer Stadt ine mit der altehrwürdigen — Krinoline bekleidete Dame. Wir brauchen den Anblick nur noch einige⸗ male zu genießen, so ist die Sache nicht mehr neu und wir befinden uns wieder mitten im schönen Zeitalter der Krinoline. Es witd dann wohl nichts übrig bleiben, als die Nartheit sich austoben zu lassen. f'Gon der bayer.sächs. Grenze.) Ueber einen tragischen Unglücksfall meldet man bon dort: In Dröda ließ am 19. Nachmittags der Lehrer seinen Kindery einen Luftballon steigen; dieser fiel brennend auf eine Scheune des Bauern⸗ zulsbesitzers Kirschner nieder, wodurch zwei Bauern⸗ häuser, die Schule und die Pfarrscheune ein Raub der Flammen wurden; auch die Kirche blieb vom Feuer nicht verschont. Der unglückselige Urheber —A lüchtiger junger Mann, ertränkte sich im Dorfteich. F'Uim, 24. April. Der Quellenfinder Beraz ruft von Tag zu Tag größeres Interesse wach, das dadurch noch erhöht wird, daß Herr Beraz sogar eine gewisse Garantie eingeht, daß an den von ihm bezeichneten Stellen Quellen nach seiner Beschreib⸗ ung ficher vorhanden sind. In Begleitung einiger Herren, worunter Regieruugsrath Rampacher, be⸗ eichnete kürzlich Beraz auf drei Höfen bei Eiselau ind Bernstadt Quellen in Tiefen von 18, 20, 24 und 30 Meter, in Stärken von 1äbis 2 Zoll, eine davon mit 80 Etm. Breite, welche in einer Entfernung von 3—24 Kilometer in einen unterir⸗ —— dischen See von nicht kleinem Umfang ausmünde. Da die von Herrn Beraz schon früher gemachten Zuellenfindungen ein sehr günstiges Ergebniß hatten, so ist der durch seine wunderdare Kunst sich derdient machende Mann überall willkommen, wo s an Wasser fehlt. München, 24. April. Mit gestern ging die 3 Tage währende, mit Gesetz vom 1. März 3. Is. vorgeschriebene Prüfung für oberbayerische dufschmiede an der Lehrschmiede der k. Thierarznei⸗ chule zu Ende. Von 89 Prüfungen bestanden diese Prüfung nur 22. Es waren Leute im 20; bis 358 Lebensjahre stehend. —7 Bilshofen, 24. April. In der ver— jangenen Nacht wurde der Gendarm der hiesigen Station, Breitenbach, in Ausübung seines Dienstes don Dieben erschofsen. In dem an der Vilshofener Straße gelegenen Sommerkeller des Bräuers Maier zu Pleinting wurde in der Nacht eiugebrochen. Die nuf Patrouille befindlichen Gendarmen Breitenbach ind Barnerßoi kamen dazu. Breitenbach erhielt von den Dieben sechs Schüsse und ist seinen Ver— etzungen erlegen. Barnerßoi wurde die Mütze vom copfe geschossen. Es wurden gegenseitig 16 Schüsse gewechselt. Nürnberg. Das Kleingewerbe ist bis hor wenigen Jahren mit unvollkommenen und durchaus unzureichenden Waffen gegen die mächtig mwachsenden Hülfskräfle des Großbettiebes im zampf gestanden. Auf fast allen Gebieten der jewerblichen Thätigkeit muß dasselbe unterliegen zegenüber den Leistungen der mannichfaltigen Ar— deitsmaschinen und der außerordentlich billig arbei— enden großen Dampfmaschinen des Fabrikbetriebes, wvenn es nicht, außer verbesserten Werkzeugen leist⸗ ungsfähige, nach Größe und Preis seinen Verhält⸗ aissen entsprechende Arbeitsmaschinen und billige lleine Motoren zu Hülfe nimmt. Mit solchen Zülfsmitteln den Kleing werbetreibenden bekannt zu nachen, ist der Zweck der für 15. Juli bis 80. —A ind Arbeitsmaschinen für das Kleingewerbe“, deren Programm' das Komité jedem Interessenten auf Wunsch zusenden wird. Dieselbe soll den Maschi⸗ ien⸗Fabrikanten Gelegenheit bieten, die Aufmerk⸗ amkeit der Interessenten auf ihre Fabrikate zu senken, ohne dabei namhafte Opfer bringen zu müssen und zugleich den Gewerbetreibenden eine ꝛeiche Quelle des Studiums zu erschließen, sei es, zaß sie mit besseren Geräthen, Hülfsmaschinen und Werkzeugen bekannt werden, sei es, daß sie die Be—⸗ trebungen Anderer auf ihrem Arbeitsgebiete kennen jernen und dadurch Anregung zu eigener Fortbildung und zur Weiterentwickelung ihres Faches erhalten. Als bleibende Einrichtnng soll aus dem Unterneh— nen eine dauernde Ausstellung hervorgehen, welche, nit der Baugewerkschule in Verbindung gesetzt, zu⸗ ziächst den Zweck verfolgen wird, den Schülern der Fachklassen für Blecharbeiter, Schreiner und Drechs⸗ er, Schiosser und Mechaniker die wichtigsten Kraft⸗ ind Arbeitsmaschinen vorzuführen, die in ihrem Bewerbe Anwendung finden. Außerdem soll die— elbe den Gewerbetreibenden jederzeit zugänglich 'ein. Die Ausstellung wird drei Gruppen um—⸗ 'assen: Gruppe 1: Kraftmaschinen für das Klein⸗ jewerbe, Gruppe 2: Wertzeuge und Arbeitsmaschi- nen für das Kleingewerbe, Gruppe 3: Erzeugnisse des Kleingewerbes, soweit solche unter Beihülfe der n Gruppe 1und 2 bezeichneten Maschinen herge⸗ iellt werden. 4 Minden, 28. April. Bei einem Brande u Hahlen ist eine Heldenthat verrichtet worden, velche Ehre und Anerkennung verdient. Als über inem der Häuser schon die heslen Flammen loder en, bemerkte man erst, daß die beiden Kinder eines Miethers sich noch in der Schlafkammer befinden nußten. Ihre Rettung schien kaum möglich. Ddennoch wurde sie versucht. Der Abiturient Fre— zerkling, soeben von der hiesigen Realschule entlassen, imhüllte sich mit einem durchnäßten Mantel, drang inter augenscheinlichster Lebensgefahr muthig vor⸗ värts durch Qualm und Feuer bis zu den Kleinen ind brachte sie glücklich hinaus zu den geängsteten ẽẽltern. Ein Bravo dem wackern jungen Retter zweier Menschenleben! F Dem „Hamb. Korr.“ wird von Berlin herichtet, daß der Kaiser selbst mit frischem Eifer ind dem lebhaftesten Interesse die Kolonialpolitik »erfolgt. „Mit klarem Blick unterrichtet er (so jeißt es weiter) sich bis ins Einzelne hinein von )en überseeischen Verhältnissen. Uns wird ein Aus⸗ pruch von ihm mitgetheilt, welcher zeigt, mit welch tiefem historischen Bewußtsein er noch in so hohem Alter eine Mission erfüllt. „Jetzt erst,“ soll er gesagt haben, „kann ich dem großen Mann auf der Zurfürstenbrücke — dort steht nämlich das Reiter⸗ standbild des Großen Kurfürsten — mit gutem GBewissen vor Augen-treten, nachdem ich, was er vor zwei Jahrhunderten begann, auch jenseits des Meeres weiter ausgebildet habe.“ F Ein junger Berliner heirathete vor riniger Zeit eine nicht mehr jugendliche Dame, deren Mama zu den wohlhabendsten Damen einer größeren sächsischen Stadt gehört. Vielleicht absicht- lich hatte er es unterlassen, einen intimen Freund aus der Junggesellenzeit zur Hochzeit einzuladen. Der auf diese Weise Vernachlässigte schwor Rache. Zwei Tage nach der Hochzeit begegnete er dem jungen“ Ehepaar, das heißt dem jungen Assessor und der minder jungen „jungen Frau“, als dieselben Arm in Arm durch die Friedrichstraße wandelten. Zufällig traf er auch schon am nächsten Tage den aeugebackenen Ehemann allein auf der Straße. Er zeht auf ihn zu, begrüßt ihn und beglückwünscht hn, indem er ihm zuruft: „Sei nicht böse, daß ich Dir erst heute gratulire, ich hätte es schon zestern thun können, aber ich wollte nicht heran⸗ reten, da Du gerade mit Deiner Schwiegermutter zingst.“ F Fremdländische Holzarten im deutschen Wald. Um die Fruchtbarkeit des Bodens zu er⸗ zalten und zu steigern, bedient man sich u. a. der Wechselwirthschaft und baut Pflanzen nach einander in, die an den Boden verschiedenartige Ansprüche tellen. Auf demselben Grundgedanken beruhen die Bemühungen, fremdländische Holzarten bei uns inzubürgern und durch sie die Erträgnisse des Waldes zu heben Man meint, daß in Deutsch sand durch die Jahrtausende hindurch gleich ge⸗ liebene Waldvegetation der Waldboden in ähnlicher Weise erschöpft und ausgebaut sei, wie dies bei dem Ackerboden leichter geschehen kann, und be— Jründet diese Ansicht mit dem zu bem rkenden Zu— rückweichen der anspruchsbolleren Holzarten und dem Vordringen' der weniger werthvollen. Die raurige Lage vieler unserer Kiefernwaldungen wird ils Beweis betrachtet, daß wir oftmals auf der untersien Stufe der VBodenverarmung angekommen ind. An solchen Orten, wo die Kiefern nicht nehr gedeihen, soll die DouglasTanne und die Lawson⸗Cypresse dem unfruchtbaren Boden noch Jenügende Erträge abgewinnen, und durch die Linführung von Hickoryarten, der schwarzen Wall— nuß,. der Pitchkinekiefer, der virginischen Zeder 1. a., die unser Klima gut vertragen, sucht man Bäume einzubürgern, die an den Boden andere Ansprüche stellen und die Ausbeute der Wälder zrößer und vielseitiger gestalten. Königsberg. 27. April. Heute legten Jegen 800 Tischlergesellen die Arbeit nieder. F Ein sehr reicher Mann, der während iner langen gefährlichen Krankheit von einem nam— jaften Professor behandelt wurde, sandte demselben ach vollendeler Heilung ein Honorar von 3000 Bulden. Der verwöhnte Arzt, der das Honorar veder seinem Namen, noch dem Vermögen des vom Tode Geretteten entsprechend fand, bestäligte brieflich en richtigen Empfang des Geldes und schloß das Schreiben mit einigen boshaften, scheinbar einem Irrthum entspringenden Worten, in denen er seinet Verwunderung darüber Ausdruck gab, daß ein so eicher Mann ebenfalls, wie mancher arme Patient, in Raten zahle. Antwerpen, 25. April. Der 2. Mai vird, der „K. Z.“ zufolge, als der unwiderrufliche Fröffnungstag für die Ausstellung be— eichnet. Was die deutsche Abiheilung betrifft, so ind die Plätze daselbst genau abgegrenzt und die Waaren liegen gepackt am Ocrte der Auslegung; iber die deutschen Aussteller werden, wie es scheint, hre Thätigkeit steigern müssen, wenn sie an dem zenannten Tage mit allen Vorbereitungen fertig ein wollen. -— Der älteste Lehrer der Schweiz — vielleicht Furopas — heißt Franz Thalmann, lebt und wirkt n der Gemeinde Entlibuch, hat am 24. Januar ). Is. das 88. Lebensjahr zurückgelegt und steht reit 71 Jahren im Diensie derselben Gemeinde, so zaß er heule noch „an der Oberschulen mit, 60 —sA eigenen Worte!) CEröstliche neberzeugung.) In der ,Naturwissenschaftlichen Rundschau“ eines Wiener Blattes —9* wir: Auf dem Chirurgen⸗ in Hamburg befestigte sich uns die tröst⸗ aagen n dn — Dank der antiseptischen iche ung aue Wunden jetzt geradezu wunderbar ehan und daß Dank der Kenntniß und der Ge— u chteit unserer Operateure die merkwürdigsten gictuimen meefuͤhrt werden konnen. In ehler qnitte ausg * * wurde nur der Uebelstand hervorgehoben. Nin ode bei den schönsten Fällen, zum Beispiel i non ac., die Operierten fast nie am iben. ueben — * traten auf, um die Spiri⸗ en zu entlarven, uud neuerdings mehren sich die r der Antispiritisten. Die Entlarvung der aspirinsten dürfte kaum noch lange auf ¶ warten lassen. In Riga gab jüngst Herr ini, ein bekannter Nachtreter des Herrn Cum ˖ Nand, eine Seance. Bei dem Erxperimente des Tischrüdens“ hatten die aus dem Publikum er—⸗ mhlen sieben oder acht Personen kaum die Hände der Tischplatte vereinigt, als bemerkt wurde, der Gehilfe des Herrn Belliniin der rechten * eiten Haken hatte, mit welchem er den ush zu sich zog. Derjenige der Theilnehmer, vacher diese Beobachtung gemacht hatte, erfaßte sn haken; der Gehilfe des Herrn Bellini suchte enselben jedoch loszureißen und riß dabei dem den dalen haltenden Herrn den Zeigefinger der rechten hand bis zum Knochen auf. — Daß die Sache en Hacken hat, war seit laugem nicht mehr weifelhaft. London, 24. April. Heute Morgen ge· aeh ein großes Oel- und Farbwaaren-Geschäft in u City in Brand, bei welchem der Eigenthümer venty Chandler mit Ftruu und einem Kinde um⸗ men, während seine Schwägerin und drei andere indet erheblich verletzt wurden. Letztere, die zchwester der Frau, stand am Fenster des zweiten Stodes, warf ein Bett hinaus, und als dies von r Menge hingehalten ward, ließ sie zwei Kinder uit Geschick darauf hinunterfallen. Das dritte ind aber schlug gegen das Geschäftsschild mit m Kopfe auf, und als sie selbst zuletzt nach— zrang, brach sie das Rückgrat. Das Feuer soll vurch eine Gassprengung veranlaßt worden sein. die verbrannte Leiche des Eigenthümers ward mit er Geldschachtel in den Händen aufgefunden. Die Kunde eines schrecklichen Unglücksfalls us Island wird gemeldet: Am Rande des Sey ⸗ ifjord, am Fuße eines hohen Berges liegt eine lühende Orischaft, die durch eine Schneelawine oft ganz vernichtet wurde. Die mächtige Schnee— gasse stützte vom Berge herab und fegte Alles, is in ihren Bereich kam. mit sich fort. 24 Jenschen sind getödtet, 14 Wohnhäuser, darunter uus Hotel, Packhäuser, Schauer und eine große Inzahl Fischer-Fahrzeuge wurden zerstört; zwei Nänner verloren ihre Frauen und alle Kinder. bon den im Hotel befindlichen Personen wurden ur der Hotelwirth Thaustrup nebst Frau uund ein däder gerettet. Im Thale des Medincineflusses in Kansas lordamerila) hat eine Wasserhose schreckliche eerwiiftungenangerichtet. Auch zahlreiche Men henleben fielen diesem Raturere igniß zum Opfer. —.. Gemeinnütziges. Gegen die sogen. Mittesser im Gesicht (ver ate Hauttaigpfropfen mit von Schmutz grauge⸗ uͤrhter Spitze) empfiehlt der „Seientif. Amerié.“ Aende Pomade: 4 Th. Kaolin, 8 Th. Glycerin, Th. Essigsäure mit einigen Tropfen irgend eines noblxiechenden Oels kiuslutßß der Waälder auf Klima und Volkswohl. Ueber den Einfluß der Wälder auf das Klima zuerst eine baherische forftlich- meteorologische datien eingehende Untersuchungen angestellt und sreußen, Elsaß · Lothringen, Frankreich, Schweiz saien und ander Lander sind bald dem guten dpiele gefolgt. Die höchlich interessanten Ergeb⸗ e finden fich jeßt in Petermann's Mittheil ahen“ von Woeikof folgendetmaßen zusammenge⸗ ut. Während der wanen Jahreszeit zeigt sich nder Waldregion, im Vergleich zu den gaxz ahn woldiosen Bezirken: i) Luft⸗ und Boden⸗ nmoeratur niedriger, 2) Schwankungen geringer, die relative Feuchtigkeit groͤßer. Eine Tabelle nanschauttcht, daß uͤterel von einer Wasserober⸗ ihe im Freien zwei bis dreimal so viel verdun⸗ als im Walde, Namentlich ist dabei auch der urch die dichtstehenden Baume vermillelte Wind schutz im Spiele, was bisher zu wenig beachtet wurde. Ueber die Frage der Erhaltung der vor⸗ handenen Feuchtigkeit in Luft und Boden sind so— nit die Akten geschlossen. Hinsichtlich der anderen viel unbestrittenen Frage über den Einfluß der Bewaldung auf die Nieder⸗ ichläge, Regen, Schnee ꝛc. hat der Verfasser nach orgfältiger Prüfung sämmtlicher Beobachtungen die leherzeugung gewonnen, daß eine starke Einwirkung der Wälder auf das Klima unleugbar ist, und die⸗ elbe nicht etwa an der Waldgrenze aufhört, son⸗ dern sich auf die weiteren Umgebungen erstreckt, je nach Ausdehnung, Art und Lage des Walddistrikts. Verfahre nun auch offenbae der Wald mit dem allenden Niederschlage haushälterisch, vermehre diesen ogar, so seien doch immerhin manche Gegenden zu trocken, um Wälder zu tragen. Andererseits seien aber lichte Wälder und solche, die aus Bäumen mit wachsartigem, die Verdunstung schwächenden Ueberzuge bestehen, wohl im Stande, in trockenerem Klima auszuhalten. Die Erfahrungen in südrussi⸗ schen Steppen, nord⸗ und südamerikanischen Prairien bewiesen auch, daß allerdings mancher bisher wald— lose Boden angeforstet werden könne. Alles dies mahnt von Neuem Gesetzgebung und Regierungen dringend, Schutz der bestehenden und Anpflanzungen neuer Wälder sich angelegen sein zu ljassen. Denn der Wald ist eine Hauptgrundlage des Naturhaushaltes, mit der Baumlosigkeit hängen eng zusammen Gewitter, Stürme, Versiegen von Quellen, Ueberschwemmungen, Abnahme, Versand⸗ ing. Verschlammung von Flüssen, Benachtheiligung der Flußschifffahrt und der auf Wasserkraft ange— viesenen Gewerbe, schwerer Eisgang, Spätfröste, Mißwachs, verregnete Ernten, also — Gesundheit, Leben und Wohlfahrt der Bevölkerung. Kurzsich⸗ tige, Oberflächliche werden in diesen Angaben natür—⸗ lich Uebertreibungen, „Bangemachereien“ sehen; wer edoch, unbefangenen Sinnes einen Blick in die reiche Fachliteratur oder auch nur in die zahlreichen daraus geschöpften Volksschriften thut, wird sicherlich die Begründung solcher Mahnrufe eckennen. (Social⸗Corr.) Der Honig und seine Verwendung. Der Honig (von Apis mellifera) besteht aus iner Mischung von Traubenzucker, einer dem zraunen Syrup ähnlichen Masse, welche nicht kry⸗ tallisirt, einem gelben Farbenstoffe, dem Wachse, inem gewürzhaften Stoffe, und der Ameisensäure. Außerdem ist in den verschiedenen Honigarten noch ein verschiedener Geruch bemerklich, der von dem Aroma der Blüthen herstammt. Der beste Honig st derjenige, welcher aus Gegenden stammt, wo »iel Buchweizen, Raps Klee und Feldbohnen an— Jjebaut werden und wo' viele Linden und Nadel— jölzer wachsen. Holen sich die Bienen ihre Nahr⸗ ing vorzugsweise vom Buchweizen, von Linden, Haide uind Nadelhölzern, so wird der Honig hell; aber zuch der beste Honig kann durch eine falsche Behandlutg, braun und unrein werden, wenn nämlich beim Auslassen zu stark erwärmt und gepreßt wird. Die Griechen liebten den donig vom Berge Hymetus in Atiika, weil hort Thymian in großer Menge wuchs und dieset vem Honig einen angenetimnen Geschmack verlieh. entnehmen die Bienen den Honigsaft aus Bärlauch Allium ursinum) oder anderen stark riechenden glumen so schmeckt und *riecht auch der Honig inangenehm. Der Honig kann sogar giftig sein, venn die Bienen giftige Blumen wählten. Ein solcher Honig kann Kopfschmerzen, Erbrechen und Betäubung verursachen. So war bei den Alten der Honig der Insel Korsika wegen seiner Schärfe und Bitterkeit wenig gesucht, weil das von dem dort häufig wachsenden Buchsbaum oder Oleander⸗ trauch herrühren sollte. Die Schärfe des sardi— nischen Honigs hat ihren Grund in dem dort in Menge blühenden Seidelbast.⸗ Jeder gesunde Honig muß eine hellgelbe Facbe, einen angenehmen Gewürzgeruch und einen scharfsüßen Geschmack haben; er muß sich sowohl in Wasser wie in Weingeist völlig auflösen und darf keinen Bodensatz zurüclassen. Ein schnelles Erstarren bei hellgelber Farbe ist immer ein gutes Zeichen. Jeder Honig ist schlecht und verdächtig, welcher sehr braun, roͤthlich, trübe und mehlig ist, iich leicht in einen dickeren und einen wässerigen Theil scheidet und sauer oder bitter schmeckt und jecht. Um guten Honig zu bekommen, wende nan sich an einen bekannten und zuverlässigen Bienenzüchter, der, um seinen Ruf zu sichern, sicher⸗ lich keine schlechte Waare abgeben wird. Die Verfälschung des Honigs geschieht gewöhn⸗ iich mit Mehl und Kartoffelzucker (Glucose). Man ann letzteren entdecken. wenn man 20 Theile donig in 60 Theilen Wasser, das mit Weingeist zemischt ist, auflöst. Ist Glucose zugesetzt, so er⸗ hjält man einen weißen Niederschlag (Bodensatz), vährend die Flüssigkeit blos milchig wird, wenn »er Honig rein ist. Ist dagegen der Honig mit Mehl vermischt, so schütte man ca. 50 Gramm Zonig in 300 Gramm Alkohol, lasse die Masse ich setzen, gieße den flüssigen Theil ab, koche den Zodensatz mit Wasser und setze nach dem Erkalten twas Jod hinzu. Eine blaue Färbung verräth die Anwesenheit von Stärkemehl. Man bewahrt gewöhnlich den Honig in Stein⸗ öpfen an einem trockenen frischen Orte auf, wo im Sommer die Wärme nie über 15—20 Gr. steigt. Jedoch eignen sich auch Holzgefäße recht gut zum Aufbewahren desselben. Letztere haben den Vor⸗ heil für sich, daß sich in ihnen der Honig bald nerzuckert und daß sie nicht zerbrechlich sind. Honig geht leicht in Gährung über, besonders wenn er an 'euchten Orten aufbewahrt wird. Alsdann muß er durch Sieden gereinigt und unschädlich gemacht verden. Dieses geschieht, indem man ihn mit 2 Theilen Wasser im Zinnkessel eine Stunde bis nahe iuf 100 Grad erhitzt, dann auf 800 Grad abkühlen äßt, filtrirt und im Dampfbad zur Syrupconsistenz yerdampft. — Man benutzt den Honig als Genuß⸗ nittel, zu Backwaaren, als Heilmittel und in den Apotheken zur Darstellung einiger Präparate, wie stosenhon'g. Sauerhonig ꝛc. Unsere Vorfahren be— eiteten aus Honig ein berauschendes Getränk, Meth jenannt. In alten Zeiten war dem Honig im Zaushalte der Menschen eine weit wichtigere Nolle ingeräumt, als in unseren Tagen. Damals wur—⸗ )en die Kinder mit Milch, Butter und Honig er— nährt und entwickelten sich hiebei so gesund und räftig, daß die Hälfte unserer Kinderkrankheiten inbekannt war und Epidemien weit seltener waren, ils jetzt, wo trotz der Büthe der medizinischen Wissenschaften Schulen und Lehranstalten häufig jeschlossen bleiben müssen, weil man die Jugend yor den bösen Krankheiten in anderer Weise nicht jenug zu schützen weiß. Freilich ist die Milch in VBerbindung mit Butter und Honig ein weit ge— underes Nahrungsmittel als die modernen Sur— rogate derselben, Kaffee, Thee und anderes Zeug, sas man den zarten Kindern reicht. Oft auch er⸗ jalten diese, damit sie recht stark werden, Wein und —A Fleisch.“ Der gute reine Honig geht, so wie das PBasser, unmiltelbar in die Blutgefäße über, ohne inen Rückstand zu lassen, und dient in Folge einer chemischen Zusammensetzung zur Erwärmung des Körpers. Halten doch die Bienen blos durch Den Genuß von Honig die Temperatur ihrer Woh⸗ iung selbst während der stärksten Winteckälte gleich⸗ näßig auf einer Temperatur von mindestens 20 Krad Celsius. Wenn nun auch der Honig für sich allein nicht im Stande ist, das Leben des Menschen zu erhalten, so hilft er doch die Kräfte des Leibes stärken und st ein vortrefflicher Beföorderer unseres Wohlbe⸗ indens. Die Engländer haben die vorzüglichen Figenschaften des Honigs längst erkannt und darum zibt es auch bei Ihnen keine Mahlzeit ohne Honig. ẽr verbessert überhaupt die unreinen Säfte, beför— sert die Verdauung, führt gelinde ab und ist be⸗ onders Frauen während der Schwangerschaft dring· nd zu empfehlen. Recht angenehm schmeckt Honig⸗ xod oder Honigsemmel zum Kaffee genossen. — uls Arzneimittel oder dielmehr als sogenanntes dausmittel findet der Honig mannigfallige Ver— vendung. Gegen Krankheiten der Mundhöhle, des halses und der Athmungsorgane erweist sich reiner »oinig, besonders der Schleuderhonig, bei anhalten⸗ em Gebrauche und entsprechender Diät recht wirk⸗ am. Bei frischen Katarrhen und Heiserkeit kann nan Anfangs alle Stunde einen Theelöffel voll Zonig einnehmen und man wird gar bald die gute Wirkung verspüren. Da jedoch der ungekochte Honig bei Kranken, welche am Husten leiden, etwas reizt, o ist es vortheilhaft, wenn man ihn zuvor siedet. Bei Halsentzundungen wende man folgende Mischung zum Gurgeln an: Auf ein Glas Brombeerblätter hee oder Salbeither nehme man einen Eßloffel honig und einen Theeloffel Weinessig. Selbst gegen palsbräune und Diphteritis wird Honig als Prä⸗— ervativ⸗ und Heilmittel empfohlen. Mit vorsteben⸗ der Mischung läßt man die Kinder gurgeln, und zußerlich reibt man den Hals mit Honig ein und macht ümschläge mit starkem Lösch- oder Zucker⸗ papier, auf welches man zuvor Honig dich aufge · trichen hat. Früher reichte man den Kindern zuchtern Honig und ließ sie hernach kaltes Wasser rinken, um die Würmer adzutreiben. Mischt man honig mit Roggenmehl, so erhält man ein vor⸗ zügliches Zugpflaster fur Schwären und Fingerge⸗ chwüre. Was Honig für ein diätetisches Mittel isi, haben wir bereits im vorigen Jahrgange ge⸗ bracht, und wollen wir hier nur darauf hinweisen. Ja, bei allen Unterleibs-, Magen⸗ und Darm⸗ eiden, welche auf Geschwürbildungen hindeuten ind bei denen deshalb einige Stunden nach dem Essen Schmerzen entstehen und keine schweren Speisen dertragen werden, kann man vor allem Butter⸗ und Honiggenuß empfehlen, was bei den meisten Menschen auch einen leichten Stuhlgang befördert nd die kranken Organe belebt und stärkt. er Große wurden nach ihrem Tode in Honig ge— egt. Aus dem Bisherigen haben wir zur Genüge rsehen, daß der Honig nicht nur ein Nahrungs— nitiel, sondern auch Rein wichtiges Heilmittel ist. Vvir wollen nun hoffen, daß durch diese Zeilen nancher Leser auf die Nützlichkeit des Honigs hin— jewiesen und zugleich angeregt wird, sich mit der zienenzucht zu beschäftigen, um sich selbst reinen zonig zu verschaffen. Zum Schluß empfehle ich ioch ein im vorigen Jahre erschienenes Buch, be⸗ itelt: Lehre der Honig · Verwerthung. Anweisung ur Fabrikation von Honigweinen ꝛc. feinen Back verken und zum Einmachen der Früchte in Honig c. von W. Lahn. (Fundgr.) Wochenspruch: dast Du den Wunsch erreicht, daß er nicht 2. entweicht D jauchze nicht: ein Weh lauscht hinter ihm vieheß Denn fiehst Du: sticht der Dorn des Hudh gdinger nigh Gerad' im Augenblick, wo er die Rose bricht) Mathilde. Hauskleid. Hausordnung. Kinde geburtstage. Wie man mit einer Mark tähhn ehen und heirathen kann. Trost des Lich, Brazie. Wagendecke. Zeitungs- oder Vriefmah Spanische Wand. Dracaena, die gelbrothih Flecken bekommt. Wetterprophet. Meine Blume lumennahrung. Brunnenwasser zu Gartenzweh auglich zu machen. Paradiesäpfel, Begießen d Bewächse, besonders der Gurkenpflanzen. Kahlen Tuberosen. Hund und Papagei. Rodigh Wandglasur. Behandlung der Cementfußbon Selbstbereitetes Parfum. Herstellung der heh— rarbe bei Eichenmöbeln. Sophabezüge auißß rischen. Rindsleberkotelettes. Rauchfleisch so 'ochen, daß es hell bleibt. Brühkartoffeln. Fleit alat. Risotto. Frisches Fleisch aufzubewahin Zeringsspeise. Dampfnudeln. Kümmelliqu Weingelse. Würfel⸗ oder Hutzucker. Kartoffeltu dalte Speise von Schwarzbrot oder Pumperyiee Krünkornmehlsuppe. Küchenzeitel, Raihst Fernsprecher. Echo. Anzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirhht mpfehlenswerthen und dabei überaus billp Wochenschriften beträgt 80, 000. - Probennmnn ersendet jede Buchhandlung, sowie die Geschäft telle „Fürs Haus“ in Dresden gratis. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Unsicht eines erfahrenen Praktikers. Daß auch Honig wegen der in ihm enthaltenen Ameisensäure ein Desinfektionsmittel ist und eine conserdirende Kraft besitzt, ist wohl vielen Lesern noch nicht bekannt. Guter Honig verhindert die Pilzbildung und verhindert die Bakterien. Deshalb wendet man ihn auch an bei Schwämmchen der Säug · inge und bei Halsentzündung und Diphteritis. Zur Zeu, wo Halskrautheiten epidemisch auftreten, soll das Trinken don Honigwasser vor Ansteckung bewahren. detzteres wird bereitet, indem man 1 Theil Honig ind 8 Theile Wasser mit einander in einem Ge⸗ äße siedet und gehörig abschäumt. Die Alten, velche den Zucker noch nicht kannten, benutzten den Honig zum Konserviren der Früchte und anderer Rahrungsmittel. Nach Strabon legten die alten Afshrer Leichen in Honig, um fie zu conserviren ind Agefilaus. Könia von Sparta, sowie Alexander Egeln bei Magdeburg. Sehr geehrter Herr! Sie hatten zie Guͤte, mir vor längerer Zeit eine Schachtel Ihrer Apo⸗ heker R. Brandt's Schweizerpillen zur Prufung und, An⸗ dendung zu übersenden; ich finde mich veranlaßt, deßhalb neinen Dank abzustatten. — Ich nahm Gelegenheit, diese Hillen bei meiner Frau anzuwenden, da dieselbe an An⸗ choppungen in den Unterleibsorganen, an Blutüberfüllung m Pforliadersystem, an Hämorhoidalzuständen und deren rolgen litt. — Das Resultat durch den Gebrauch Ihrer weizerpillen, Abends 2 Stück, war schon nach kurzer „eit ein auffaliend günstiges und ist meine Frau jetzt fast janz von ihren langen Leiden empfohlen ꝛtc. Hochachtungs⸗ joll und ergebenst DPr. med. Brauer. Man achte genau araaf, daß jede Schachtel ein weißes Kreuz in rothem Frund und den Namenszug R. Brandt's trägt. Nr. 134 des praltischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlich nur i Mark“) enthält. monrs Kirchenbau-Veérein St. Ingbert. zonntag den 10. Mai 1885, Rachmittags um 8 Zim Saale der Frau Wittwe Jul. Grewenig GeneralVersammlung. öAgeSO dnUMg: 1) Vorlage der Rechnung; 2) Bericht über den Stand des Vereins. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstano. 4I hren von Antwerpen jeden Samstag direct nach ew⸗NYork u. Philadelphia. usgeze. e ampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere allerl Zlafsen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und naherer Auskunft wende man sich an FISEFMMBABMA LABVM, St. Ingbert. —nmpfer der æa72] Wunenschirmen — — Donnerst. 7. Mai endgiltig Tittlinger Ziehung. Loose à 2Mk., soweit Vorrath, bei den bekannten Verkaufsstellen. Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho graphie vorkommenden mpfiehlt in großer Auswahl zu den billigsten Preisen Hermann Laur. Schuhhändler. — — — — — — In unterzeichneier Verlagsbuchhandlung ist erschienen vnd sowohl direlt, als durch aͤlle Buchhandlungen zu beziehen: e 39 Geib's Handbuch J fur die Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. gaͤnzlich umigearbeitete Auflage. Bearbeitel von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. Bande. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ franzband gebunden Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde. daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, jo wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenniniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert Ind der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schäten gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verstandlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des osentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel ⸗Ausgaben uberflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden pᷣfalzer angelegentlichst empfohlen. nn i Anschafsung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine eserungs⸗Ausgabe veranstaltet und kaun vas Werk in 17 monatlichen Lieferungen 21 Mik. dvurch jede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserzblautern. KEugen Orusius. Gegen Flechten besitze ich ein vorzügliches Hausmittel, für dessen sichern Erfolg ich garantire. 1. Soitert, Buchhandler. Druckarbeiten y —12 7 — * empfiehlt sich die Euch⸗ and Steindruckerei F. X. Domotz WVorlag deadt.Ingberter uaoiger 8t. Ingbert. hA — Aichach. J„ig friisch hei kin Wort an Alle, wesche Ir an o sisc, ETnonsh ieanie⸗ nisch, Russisch oder Spanisch wirklich A sprechen lernen wollen. Gratis —EE Roßenthal'sche Verlagshandlung in Leipzig. AD ues 4DBIBCG— o Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung sind zu haben in der Druckerei 4 des „St. Inghertor Anzoiger Druck und Verlag von F.x. Semeß n Ene ẽ 7 —X cn in pombicten senaenten bin pevahrtes Mittel gegen Bu —— — — —— XEE Aager Mναα —9d Verdat XRGRXRXLXXC Emser vVictoriaquelle· Vorrathig in St. Inghertm pα FανσJ . Alr. Zoru Apotheker. sanid win⸗ims · Felsonquello in üm. s felcenq — — . . πæ. ιιναα ͤ—æ. ↄα — * ——— — -ι — — — a ʒt. Iusherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. r St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz Am Blontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhauusgb⸗ lau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich ).AM G60 A einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 4, einschließliq — 4 guflellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die Kgespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, Iß d, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — —A Donnerstag, 30. April 18885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. München, 28. April. Die Handels⸗ und Bewerbekammer von Oberbayern beschloß einstimmig, in den Reichstag die Petition zu richten, alle noch zicht in Kraft getretenen, aber schon beschlossenen zollerhöhungen auf die Herbstsession zu vertagen uind in der Zwischenzeit die betheiligten Erwerbs⸗ reise anzuhören. München, 28. April. Neuerliche Gesucht im vorzeitige Zulassung zur Prüfung für den ein⸗ ährig⸗freiwilligen Dienst veranlassen die k. Staats⸗ ninisterien des Krieges zu der Bekanntgabe, daß derlei Gesuche um Altersdispens eine Berüchsichtig⸗ ing nicht mehr erhalten werden, da Gründe für trenge Einhaltung des 8 89 der Ersatzordnung orliegen, nach welchem Berechtigungen zu frag⸗ ichem Dienste nicht vor vollendetem 17. Lebens⸗ ahre nachgesucht werden dürfen. Berlin, 28. April. Die zweite Berathung m Plenum des Bundesratihs über den Gesetzent⸗ vurf betreffend die Abänderungen von Bestimm⸗ ingen des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeßordnung wird voraussichtlich am nächften donnerstag stattfinden. Inzwischen liegen die An⸗ räge des Justizausschusses betreffend die Zusammen⸗ etzung der Schwurgerichte vor. Ausland. Paris, 29. April. Sicherer Informatisn ufolge hat in dem gestrigen Ministerrathe Frey⸗ inet die letzten Depeschen der Botschafter in Peters⸗ surg und London mitgetheilt, wonach Hoffnung, jen Conflikt friedlich zu lösen, kaum mehr gehegt verden darf. Der Botschafter in Petersburg meldet, »aß die Annahme der englischen Forderung. eine Antersuchung bezüglich der Verantwortlichkleit für »en Zusammenstoß am 30. März und des noch veiteren Vorschlages, diese Frage einem Schieds⸗ jerichte zu unterbreiten, nicht erfolgen wird. Aus dondon wurde berichtet, daß die Ablehnung des Borschlags voraussichtlich die Abberufung des eng⸗ ischen Botschafters aus Petersburg mit Hinter⸗ assung eines Geschäftsträgers — also noch nicht Abbruch der diplomatischen Beziehungen — zur Folge haben werde. London, 29. April. Der „Standard“ will von einem eingegangenen Telegramme wissen, wo⸗ jach die russischen Truppen Merutschal besetzt hätten. dem Heimwege bis auf die Haut durchngaßt. Hoffentlich lassen sie sich dadurch die Lust zum Wiederkommen nicht verderben. *St. Ingbert, 30. April. Wie wir in »er Montags-Nummer ds. Bl. berichteten, hatte am Sonntag Morgen die älteste Tochter des Berg⸗ nannes Marseiner dahier das Unglück, ihr tjahriges Brüderchen mit kochendem Kaffee zu über⸗ chütten. Trotz ärztlicher Hilfe erlag das Kind den erhaltenen Brandwunden und wurde gestern beerdigt. * St. Ingbert, 30. April. Als Seltenheit vird uns mitgetheilt, daß Herr Seifenfabrikant David Kahn in seinem Garten, also im Freien, chon blühende Rosensträucher hat. — Pirmasens, 27. April. Die Redaktion des „Pirm. Anz.“ haite dem Reichskanzler eine stummer des „Unterhaltungsblattes zum Pirma⸗ enser Anzeiger“, worin ein Gedicht des Herrn Studienlehrers Dörschl, „Das Schwarz⸗Weiß ⸗ Roth⸗ Zuch des wieder auferstandenen Haus Sachs“ zum Preise des deutschen „Reichs⸗Schuhmachers“ ent⸗ zalten ist, nebst einem Glüchwunsche gesendet. Dem⸗ elben hatte Herr Schuhfabrikant L. Kopp ein paar Jübsche Hausschuhe, als Leistungsprobe der hiesigen dollegen des Reichs ⸗Schuhmachers, beigelegt, wofür jeute früh an die Adresse des Redatleurs Lützel olgendes Danbkschreiben in des Reichskanzlers kraͤf⸗ igen Schriftzügen eintraf: „Berlin, 20. April 1885. Die mir zu meinem Geburtstage übersandte Festgabe und die sie begleitenden Glückwünsche jaben mich sehr erfreut. und bitte ich Sie für diesen VBeweis Ihres Wohlwollens meinen verbindlichsien Dank entgegenzunehmen. v. Bismard.“ — Die Tochter des früheren Pfarrers Gröbe in Edenkoben ist bei einem Brande in Phila⸗ delphia, wo dieselbe Gouvernante war, verunglückt. Sie sprang nämlich, um sich zu retten, aus dem ierten Stocwerl in den Hof und starb infolge des Sturzes. — Edenkoben, 27. April. Eine Fuchs⸗ jagd mit Kanonen — das ist das Neueste, was zu melden; am Samstag Nachmittag wurde hier ꝛine solche bewerkstelligt. Oberhalb des Hüten⸗ zrunnens am Zweiterberg entdeckte man einen Fuchsbau, der sich nicht abgraben ließ; es wurde rine veritable Kanone, sogen. Feldschlange, mit 1 Pfund Pulver geladen, vor die Oeffnung gebracht, der Schuß mittelst Zündschnur entzünder und dann die Einfahrt verstopft. Nach kurzer Zeit wieder⸗ hjolte man dieses Verfahren und da nirgends ein Entweichen des Dampfes bemerkbar war, so wird angenommen, daß derselbe sich im Bau verbreitet ind alle Insassen desselben getodtet hat. — Nach einem Erlasse des bischöfl. Ordina⸗ ziates Speyer kommt mit Beginn der Sommer⸗ schule für die drei ersten Schuljahre ein neuer ver⸗ hefserter Katechismus in Gebrauch. Auch bestimmt dieser Erlaß das Pensum der Religion (Katechis⸗ mus und Bibl. Geschichte) ganz genau. »Impreußischen Abgeordnetenhause eginnt heute Donnerstag die Plenarberathung des jelgenannten Antrages Huene und dürfte dieselbe nindestens den Rest der Woche ausfüllen. * Der „Reichs⸗ und Staatsanzeiger“ ublicirt die Ernennung des ordentlichen Mitgliedes —— atheßs Dr. Koch in Berlin, zum ordentlichen xofessor an der Berliner Universität, unter gleich⸗ einiger Verleihung des Charakters als Geheimer Ledizinalrath. »Der Erbgroßherzog von Baden hat h in Wien mit der Prinzessin Hilda von tassau verlobt. Die Verlobung wird von der adischen Bevölkerung mit freudigster Theilnahme egrüßt, da sie ganz deren Wünschen entspricht. »Der englisch⸗russische Konflikt eigt noch immer dieselbe unbestimmte Physiognomie nie schon seit einer Woche. Die Zeitungsnachrichten us London und Petersburg wechseln in der Stim⸗ uung bestaändig; während die „Moskauer Zeitung“ neinem ihrer jüngsten Artikel einen überraschend iedlichen Ton anschlägt und dringend für eine erftandigung zwischen England und Rußland laidirt, ergehen sich die „Times“ wieder einmal allerhand kriegerischen Drohungen. Zur Klär⸗ ng der Lage haben auch die Erklärungen, welche It. Gladstone in der Montagssitzung des Unier⸗ wses abgab, nicht gerade beigetragen. Der eng⸗ che Premier äußerte, die Regierung sei sich der weren Verantwortlichkeit, die Ehre Englands irecht zu erhalten, bewußt, während fie gleichzeitig e Pflicht habe, Alles aufzubieten, um den Krieg a vermeiden. Lumsden habe Offiziere nach Lon⸗ on entsandt, um Granville genaue Informationen czüglich der Pendjeh⸗Affaire zu dringen. Die erhandlungen mit Ruͤßland wurden aber inzwischen iht abgebtochen. — Einstimmig ist der elf⸗Milli- nen· Kredit vom Unterhause noch am Montag an⸗ nommen worden. — Reuter's Bureau bringt Aende allarmirende Meldung: „Der Krieg uin udermeidlich, der Kaiser wird heute (Dienstag) ich Moskau abreisen und dort ein Manifest er⸗ ssen. Inzwischen ist diese Meldung bereits wieder mentirt worden). Der Times“ zufolge unter- ꝓ es keinem Zweifel, daß falls England's Vor⸗ die Frage, ob Komaroffs Angriff ein pro⸗ b gewesen sei, einem Schiedsgericht zu unter⸗ en. von Rußland ablehnend beanwortet werde, d Abbruch der diplomatischen Beziehungen folgen 7 Die Nachricht, Kaiser Alexander habe —9 ein Schreiben an Kaiser Wilheim gerichtet demselben von dem Sinken der Friedens udichten gesprochen, wird als erfunden bezeichnei. LEokale und pfälzische Nachricht⸗e⸗ *St. Ingbert, 30. April. MPostalisches.) das Postbürau befindet sich von heute Nachmittag in in den Parfterre⸗Lokalitäten im Hause des herrn Rentner Graffion (früher Schlaudeckersche Vohnung.) Gleichzeitig wird darauf aufmerksam jemacht, daß Packete, mit und ohne Werth sowie rinschreibebriefe mindestens 1 Stunde, gewöhnliche Zriefe » Stunde vor jedem Zuge aufzuliefern ind, wenn mit Sicherheit auf den Abgang mit zer nächsten Post gerechnet werden soll. *Sit. Ingbert, 30. April. Am gestrigen Tage, dem sogenannten ‚kalten Mitwoch“, der in Zreußen als Buß⸗ und Bettag gefeiert wird, haite ich unsere Stadt, gleichwie in früheren Jahren, ines sehr zahlreichen Besuches aus der preußischen stachbarschaft zu erfreuen. Für die meisten der häste sollte freilich der am Nachmittag eintretende stegen recht unangenehm werden. Denn nachdem ije mit „Münchener“ und diversen anderen „Baye⸗ ischen“ ihren inneren Menschen gehoͤrig angefeuchtet satten, wurde nun auch der äußere Mensch auf Vermischtes. Dem Mesti enaufstand in Canada urte durch 9 nad Niederlage. welche me Wddieton dan sacze Bologe hehracht hat, der Todessioß verjetzt worden sein. e letzteren, die iht oberster Chef, Riel, selbst be⸗ igte, wurden nach 7stuündigem Gefecht in die lucht geschlagen und erlitien starle Verluste. 7 In Senn heim (Elsaß) hat sich ein acht⸗ ahriger Knabe eriränkt. Der jugendliche Selbst⸗ norder, ein durchaus nichtsnutziger Schlingel, sollte n eine Besserungsanstalt verbracht werden und die Furcht davor hat ihn in den Tod getrieben. f Karlsruhe, 27. April. Oberst von der Marwitz, Chef des Generalstabs des XIV. Armee- orps, ist in Folge eines unglücdliches Sturzes vom Pferde, gestorben. München, 26. April. Die Sichtung und Zusammenstellung des dem kgl. Staatsministerium es Innern zugekommenen Gutachten hinsichtlich Frrichiung einer Mobiliarversicherungsanftolt unter Jaatlicher Leitung ist, wie wir hören, beendet wor⸗ Hen und wird nach Prüfung derselben, sowie nach Prüfung der Berichte der Privatmobiliar⸗Versiche⸗ ungs⸗ Anstalten pro 1884 die Entscheidung darüber erfolgen, ob dem Landtage von ihrer Seite ein auf ie Errichtung abzielender Gesetzentwurf vorgelegt verden soll. Unter allen Umständen aber wird sich der nächste Landtag der Behandlung eines solchen nicht entziehen können, da, wie uns versichert wird, dandtagsabgeordneter ¶ Frhr. v. Soden ed. einen iesbezüglichen Initiativ- Gesetzentwurf einbringen vird. — München, 28. April. Die Ziehung der Tittlinger Loose findet am 7. Mai stait. Ziehungs⸗ isten erscheinen am 12. Mai. 7 Wiesbaden, 28. April. Der „Rheinische Zurier meldet: Eine hier eingetroffene Depesche Rohlfs besagt: Die Expedition des Afrikareisenden Böhm und Reichardt ist verunglückt. Böhm ist odi, Reichardt gerettet und in Zanzibar ange⸗ ommen. F Hecr v. Schorlemer⸗Alst hat die Nie—⸗ derleguͤg seines Reichstagsmandats mit Gesund⸗ Jjeitsrücksichten begründet. Wiundthorst, befragt. horin die Krankheit seines Kollegen eigentlich be⸗ dehe, foll geantwortet haben. daß er nur von einem Bruch ) etwas wisse. Amsterdam, 285. April. Vor X Zchwurgericht in Haag steht gegenwärtig eine Frau datharina van der Linden, geborene Swanenburg, melche nicht weniger als einhundertzehn Personen vergiftet hat. Die Angeklagte stellt sich mit großem Beschicke wahnsinnig. GEine vergrabene Sktadt.) Aus Amerika kommt folgende ewas mysteriös klingende stachricht: Minenarbeiter fanden bei Moberly in Nisfouri in einer Tiefe von 600 Fuß eine alte Stadt, welche Dank der dichten Schichte von harter zava, welche über sie gebreitet ist, intakt geblieben. zine Anzahl von Notabeln Moberlys haben sofort ine zwöifftündige Untersuchung angestellt und sie weifeln nicht, daß fie nur einen kleinen Theil der ergrabenen Stadt gesehen. Die Straßen sind egelmäßig gezogen und begrenzt von dickem Mauer⸗ berk. Es zeigte sich ein Saal von 30 zu 100 xuß mit steinernen Bänken. In— verschiedenen haustücken zeigten sich Statuen von einer der Bronze chnlichen Komposition, nur matter. Inmitten eines veiten Hofes befand sich eine steinerne Fontaine, sus welcher Wasser floß, das einen kalkartigen Ge chmack hatte. In der Nähe der Fontaine fanden ich Theile eines menschlichen Skeletts. Die Bein⸗ nochen wurden gemessen; das Schenkelbein ist 492 Fuß lang, das Schienbein 4 Schuh 8 Zoll. Es nüßte der Mensch, dem diese Knochen angehört jaben, demnach fast dreimal so groß gewesen sein als unser heutiges Geschlecht. Man habe auch Mefser von Bronze und Feuersteine, Sägeno Metall und anderes Arbeitszeug gefunden! f Zur Entfernung von Fleden all, Art empfiehlt der Pharmaceut“ gelatinirtes Vemn das folgendermaßen zu bereiten ist: 120,0 —* Seife wird in 180,0 heißen Wasser in einer di flasche gelöst, 830,0 Salmiakgeist zugefügt und di Flasche mit Wasser *24 voll gefüllt, varauf gi Benzin vollständig gefüllt und gut umgeschüttel VBon dieser Loͤsung nehme man einen Theelbs holl und mische fie in einer Aa Literflasche wi ꝛiwas Benzin. nach gehöriger Mischung fülle mu die Flasche unter fortwährendem Schütteln doh— zandig mit Benzin. Mit dieser Gelatine kenn nan alte Flecken, ohne Schädigung selbst da jeinsten Farben, entfernen. Dieses gelatinire zenzin verflüchtet sich ziemlich schwer. In einen ffenen Flasche zwei Wochen lang dasselbe stehen elassen, verminderte sich dasselbe kaum. dien nachrichten. Dem Pfarrer Orth in Ebectsheim wurde au eein Ansuchen die Entlassung aus der vereinighe Frotestantischen Kirche der Pfalz bewilligt. — Nb ar Herrmann in Hornbach wurde auf sehn Ansuchen nach Obermoschel versetzt. Der Rechtz raktikant Weil in Bischheim ist zum Notar r dornbach ernannt worden. n Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß — — — Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Blummehl ver Pfund 20 Pfg 10 Pfund Mk. 1,90 Schwingmehl —DV0 1,70 mpfiehlt in bester Oualität — Aoseph IIellenthal. Todes⸗Anzeige. Theilnehmenden Freunden, Bekannten und Verwandten, die chmerzliche Trauernachricht. daß es Gott dem Allmächtigen nach seinem unerforschlichen Rathschlufse gefallen hat, unsern innigst geliebten, un⸗ ergeßlichen, treuen Gatten, Vater, Schwager und Onkel, den Hotelbesitzer Friedricia Lehnert m Alter von 36 Jahren nach kurzem Krankenlager heute Morgen un Z Uhr zu sich in ein besseres Jeuscits zu rufen, was mit der —X um stille Theil nahme anzeiget die liefbetrübten kranernden hinterbliebenen: Frau Witwe Lehnert nebsi Familie. Neunkirchen, Landau und Edesheim, den 29. April 1885. Die Beerdigung findet am Freitag den 1. Mai Nachmittags un 3 Ubt dom Trauerhause beim Bahnhof Neunkirchen aus statt. Samsftag, den 9. Mai 1385, Vormittags 9 Uhr, u Ommersheim in der Wirth⸗ chaft der Wittwe von Andreas Lang, vird gegen ie Wiliwe des zu Ommersheim wohn⸗ jaft gewesenen und verlebten Glas⸗ irbeiiers Jacob Jörg, Namens: Maria Dietzler, gewerblos, nun⸗ nehrige Ehefrau von Johann Flactgen, Bergmann, beide in Sulzbach in Rheinpreußen wohnend, vegen der zwischen ihr und ihrem ver⸗ teblen Ehemann Jacob Jörg bestan⸗ denen Gütergemeinschaft, den jetigen Themann Johaun Flaetgen, der ehe⸗ richen Gütergemeinschaft wegen, und das minderjährige, gewerblose Kind ind Erbe des verlebten Jacob Jörg, Namens Nicolaus Jörg. ʒertreten durch seine Mutter, als ge⸗ setzliche Vormünderin, und seinen Stief⸗ pater, als Miwvwormund, — wegen Nichtbezahlung des Erwerbspreises die solgende Liegenschaft öffentlich vertrags⸗ mäßig wiederverfteigert. nämlich: Steuergemeinde Ommersheim: Plan Nr. 584, 61 Dez. * 20 a 80 qm Acker beim grünen Bitnbaum. St. Ingbert, den 22. April 1885. —F Kemmer, —D— k. Notar ür Herren, Knaben, Kinder, Damen und Mädchen ngroßter Auswahl zu billigen ber fesiten Preisen bei J Sermann Fischer. Iãet 7 Dem Dirigenten unseres Vereines Grubenunglück Camphausen. Herrn Lehrer Zur Vertheilung der ——— für die Hinterbliebenen der geyet 7 n verungluͤckten Bergleute des ezirksamtes Zweibrüd en sind am 19. April d. I. u Philipp Günther agstel unter Vorsitz des Unterfertigten auf ergangene Finladung die Herren Pfarret un um seinem morgigen Namensfest Zuürgermeister, Dstrilis⸗Ausschußmitglieder und Knappschaftsaltesien aus den betrofen die terzlichste Crainlalien! hemeinden Aischbach, Aßweiler, Biesigen, Erfweiler und Rubenheim als Vertheilumg Ausschuß zusammengetreten und faßten solgende Beschlusse: Der Vorstand e Derune ucen hinterlassen 8 Wittwen, darunter 4guter Hoffnung, 10 kind ? Mmier 16 Jahren, J Väter und Mutter, 2 Geschwister, deren Haupistüte Il J einzige Ernährer die Berunglückten waren. Gerettet, aber noch immer arbei⸗ gd i unfäahig, ist ein Bergmann. 2 die einzelnen Hinterbliebenen sind nach der Zahl der Betroffenen, dann itn vonstigen Hilfsdedürfligkeit zu klassifiziren es wurden aus den Geldern 26 ebildel und jede Familie mit einer entjprechenden Zahl von Theilen angehi diebei auch der Gerett te —XXX— „. zur Fernhaltung augenblicklicher Bedrängniß find sofort 340 M. zu vertheib und zu den Kosten der bevorftehenden Woche nbette Beiträge zu leisten. — ls seine Haupiaufgabe erkennt der Ausschuß, die hinterbliebenen Eltern, ve ind Zinver der schweren Sorgen, die ihnen die Unglüdksnacht vom 1an hereinei haite, in nachhaltender Weise zu aͤberteben; es ist deshalb An hon Schulden wie Anlage von Geldern in den Sparkassen beschlossen weitere Beschlußfassung vorbehalten, welche Schulden abgetragen und weelcht träge für Kinder in der Sparkasse angelegt werden. — rn An ven Ceniral⸗Ausschuß in St. Johann ist der Antrag zu stellen, die — die dort für die Hinterbliebenen der diesseits zuständigen Verungluctten verden, anher im Ganzen anzuweisen und die Einzelvertheilung dem dießt Bertheilungs⸗Ausschuffe zu überlassen. à ——e ααäËÔ 2 „Diesen Beschlüffen wurde seitens des Central⸗Ausschufses in zuvorlonmn Weise beigetreten und dem k. Bezirksamte sofort als erste Abschlagszahlung ver on 1880 M übersandt. — P e * * Im Ganzen ftehen jetzt schon zur Verwendung in nachhaltender Fo erfügung: 234 Has Sammlung des bayerischen Frauenvereins, übermittelt durch hohe p. lönigliche Regierung der Pfalz . t 3 M Sammlungen des Frauen⸗Zweigvereins Zweibrücken und der Bur⸗ V germeisteraͤnter des Bezirkes — 27 boh 3. Fbschlagszahlung des Central⸗Ausschusses in St. Johan —— 4 Ausgabe fur sofortige uneriuugu Rest“ Sämmtlichen hochherzigen Gebern, insbesondere der hohen roniglichen dncet Frauenvereinen und Burgermeifterämtern wurde seitens des Ausschusses der herzli ibgestattet, dem hiemit öffentlich wärmster Ausdrud gegeben wird. Zweibrücken, den 25. April 1885. t agl. Bezirsaut. Scaginweit. hoch.“ — Scheine für die Gemeindekrankenver⸗ sicherung ind zu haben in der Druckerei des „St. Ingberter Anzeiger.“ dianinos billig, baar oder Raten — WFoidenslaufer, Borlin. Günsligste Lotterie, denn auf 10 Loose schon 1 Zrefer! LuigepKautepep übnedhau-Podeyib. 22 —2* Haupigewinne * Il. 30000, 10000 M. 2500, 3 à 1000, 6 à 500, 8à 200, 40 4 100 Mk. 2000 Gew. ohne jeden Abzug 125000 M. Loose à 2 Mark orräthig bei allen bekannten Verlaufsstellen und der Haupt⸗Agentur r. auu Iulinus Goldichmit, Ludmiashafen alRh S—»—»—»2o9o9ęòò2e2e aßSI!AAßSXSAR —— · — —— * — — — — — ——— — — — — NAun Meina on 7dSDem⸗enr 4 Inagnhort —8828 —A 253533—z333552z2553535555535557* 5555 — —5 — —— 322 —— 2 35535 25582 353 355555 — —5 2 333 3553—5f55 5552 2532 73 2538* —— 35 323 225 3 28** * 25 —— — — 8 522 2352 45 — —A 8232 23252 8 92 * ESE2 4 ——52838 3 56 735358 38 23535 258 55* e —5533252555 ———— * 3 2 32 — 8223—* — 58 25 *5 83 58535 —26 2 235 2 * 7 7 2 3255 5 ** 2 33 58— 38 — 22 5s53555 — *5 35* — * 26 552k58 2 — 332 5 —W 8 —— 55 8 —70 ———85 ** —53538 8 538512 52 35 * 52522 55 z253— —5355588 Z82 2528 2 55 — * — * —2—0 Jß55825 —7 — 35kz60 2* * —A— — 2683355 5 ——s5z—8227 z50 38238 2 * — *2 582 * —55c3 82 2 — 35555s 525 —z25—755 —55—3325 3* 7 — — — — — 88353532 22533 8532 szs55255 2383585 28 53 6——35 x223755 —35338 8 *7 —I53325* — II7⏑ —383 * 7 33 333 22 *—— —E— — — — 2 2 — 552* d 52 7* —8 —5 * 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Amtsgerichts St. Ingbert. der. JIngberter Anzeiger?“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhauugs⸗ glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1I AM 60 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I) 75 4, einschließlis d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 ß, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — MW 85. Samstag, 2. Mai 18883. 20. Jahrg. * Zur Hebung der deutschen Politische Uebersicht. Industrie. Deutsches Reich. Müunchen, 29. April. Der Ministerialrath m Staagatsministerium der Justiz, Joh. Nep. Ritter »on Brunnhuber, ist zum Senatspräsidenten am Oberlandesgerichte München auf Ansuchen ernannt vorden. — Nach den neuesten Bestimmungen wird der erste Deutsche Fischereitag in München am 30. Juni und 1. Juli ds. Is. abgehalten werden. Berlin, 29. April. Die Arbeiterschutz: Kom⸗ mission des Reichstags sollte gestern die Berathung der Frauen- und Kinderarbeit fortsetzen, brachte aber, da von den 28 Mitgliedern nur 7 anwesend waren, eine Sitzung nicht zustande. Ausland. Paris, 30. April. Heute Abend findet beim deutschen Botschafter Fürsten Hohenlohe ein diplo⸗ matisches Galadiner statt, dem unter Anderen der Minister des Aeußeren, v. Freycinet, der Botschafter Englands, Lord Lyons, der Botschafter Rußlands, baron v. Mohrenheim, die Gesandten Amerikas, )ollands, Belgiens, die Delegirten der Suezkanal⸗ Kommisfion, Barrere und v. Derenthal. die Direk⸗ doren im Auswärtigen Amte, Herbette und Baron Bing u. s. w. beiwohnen werden. Paris, 80. April. Der ,Figaro“ dementiri offiziös die Nachricht von der Ausweisung der brinzen. Petersburg, 20. April. Die gestrige Soirée bei dem deutschen Botschafter v. Schweiniß perlief in überaus glänzender Weise, die Zahl der Theilnehmer betrug gegen 500, mehrere Mitglieder des kaiserlichen Hauses, unter ihnen der Großfürft Wladimir mit seiner Gemahlin und die Gemahlin des Großfürsten Konstantin Nicolajewitsch, Groß⸗ ürstin Alexandra Josephowna, sowie sämmtliche Rinister, die Mitglieder des diplomatischen Korps und die Hofchargen wohnten der Festlichkeit bei, die erst lange nach Mitterncht ihr Ende erreichte. Moskau, 30. April. Die „Pioskauer Zeitung“ sagt, wenn England den Krieg nicht wolle, müsse Hamilton geräumt werden, andernfalls sei Rußland genöthigt, mit Besetzung von Herat zu antworten. Die Zeitung glaubt, daß die Frage, ob Krieg oder Friede, sich dieser Tage entscheiden nusse. Odefssa, 29. April. Es verlautet, das hiesige achte Armeekorps habe Marschordre nach dem kas⸗ pischen See erhalten, um nach Centralasien abau⸗ gehen. London, 30. April. „Standard“ meldet, England verlangte von Rußland Erklärungen wegen der Besetzung Meruschals. — Die „‚Times“ schreibt, die englischen Vorschläge betreffen nicht nur die Unlersuchung der Pendjeh⸗Affaire, sondern enthalten auch das Anerbieten, die afghanische Grenze im russischen Sinne zu reguliren, wenn Rußland aus-⸗ ceichende Garantie gebe, daß es keinen Versuch nachen werde, Herat zu besetzen. London, 80. April. Die englisch⸗deutsche ommission für die westlichen Südsee⸗Inseln hat heute ihre Arbeiten beendet. * Am verflossenen Sonntiag wurde Lehrer Rummel in Ensheim mit einem eigen⸗ händig vom Fürsten Vismardkk geschriebenen Briefe beehrt, worin der Reichskanzler für die ihm von einer Ensheimer Gesellschaft an seinem Jubelfeste telegraphisch übersandten Glückwünsche seinen Dank ausspricht. — Pfälzischer Kreis-Fischereiver—⸗ ein. Die Schonzeit für Schleien, Barben und Bresen dauert vom 1. Man bis incl. 30. Juni und dürfen solche Fische während dieser Zeit weder gefangen, ncch zu Markt gebracht oder sonstwie eilgeboten werden laut 81 und 2 der Fischerei⸗ Irdnung. — Kaiserslautern, 28. April. Heute Abend nach 7 Uhr ereignete fich auf dem hiesigen Stifts⸗ platze ein entsetzlicher Unglücksfall. Der ledige 24 Jahre alte Dachdecker Massinger von hier fiel beim Abreißen der Cirkusbude vom Gerüste mit dem topfe so unglücklich auf den Boden, daß er eine ebensgefaährliche Gehirnverletzung und bedeutende sopfwunden erlitt. Wie wir soeben vernehmen, ist derselbe heute Nacht im Spital seiner Verwundung erlegen. — Aus Kallstadt, 29. April, wird der „Neuen Burgerztg.“ geschrieben: In Folge der außerordentlich günstigen Aprilwitterung haben sich dahier, sowie in Ungstein, Leistadt, Herxrheim a Berg in allen Lagen die Weinberge prachtvoll entwickelt. Die Weinstöcke zeigen viele und kräftige Samen, ind deßhalb sehen die Winzer freudig der Zukunft entgegen. Des eingetretenen warmen Regens wegen entwickeln sich auch die Saatfrüchte und Futler⸗ flanzen prachtvoll; dagegen ist im Weingeschäfte oslständige Stille eingetreten, und die Kauflust ist zänzlich geschwunden. Selbst auf Weinversteiger- ungen, wo Vorzügliches geboten wird, wie am Montag in Forst bei Chr. Biebel Witiwe und krben herrscht kein rechtes Animo mehr, und wur⸗ zen ausgezeichnete Weine hedeutend unter der Taxe jergegeben. Hoffentlich kommt auch in das Wein⸗ zeschäft mehr Leben. 1882er, 1883er und 1884er Weine liegen noch viele da; aber 1881er, dieses vorzügliche Gewaͤchs, isi nur noch vereinzelt anzu⸗ reffen. Aepfel- und Birnbäume stehen in voller Blüthenpracht und versprechen eine reichliche Ohst⸗ ernte. — Speier, 29. April. Die diesjährige proitestantisch⸗ theslogische An stellungs ⸗Prüf⸗ ung für den Konsistorialbezirk Speher hat unter dem Vorsitze des Herrn Konsistorialrathes Risch und Mitwirlung der Herren Konsistorialrath Wand, Decan Wundisch, Decan Krieger und Stabipfarret Neu heute dahier begonnen. An derselben dethei⸗ ligten sich die Pfarramts⸗Kandidaten K. Becer, tandiger Vicar in Erfenbach, K. F. Daum, Vicar in Schwegenheim, J. Herancourt, Pfarrverweser in Medenheim. K. J. A. Hinzler, z. Z. in Haßloch, bh. J. O. Klag, staändiger Vicar in Ensheim, ————— Licar in Ilbesheim, G. A. J. Mohr, Vicar in Neunkirchen, A. Reber, Pfarrverweser in Kandel, Fz. W. Schmitt, Pfarrverweser in Niederlirchen ij. O., K. L. Steitz, Pfarrverweser in Edenkoben, J. st. Weyland, ständiger Vicar in Mittelber⸗ hach und D. K. Wilst, Vicar in Rumbach. Der Prüfungspredigt war entweder Matth. 16, 24 -28 »der der 133. Psalm zu Grunde zu legen. — Speyer, 28. April. Unsere Milch⸗ händler wurden heute früh vor dem Eintritt in di⸗s Stadt⸗ho fj⸗ ihren Kunden d⸗cMisch u Bei aller Fürsorge für die deutsche Landwirth⸗ haft ist doch nicht zu verkennen, daß die wirth⸗ chaftliche Zukunft unseres von einer rasch wachsenden bebölkerung bewohnten Vaterlandes im Wesentlichen ‚on der auf der Höhe der Zeit sich entwickelnden Industrie abhängen wird. Große Fortschritte hat vun allerdings unsere Industrie in den letzten Jahren gemacht, obwohl vor zwei Jahrzehnten noch n den Kinderschuhen wandelnd, kann sie sich gegen⸗ wärtig schon so ziemlich mit der französischen, ja jelbst mit der englischen messen. Diese Erfolge derdanken wir neben dem Fleiße unserer Nation, dem rühmenswerthen Wetteifer wie solcher nach den Ergebnissen der Weltausstellungen hervorgerufen vurde. Wir begegnen nun dabei der merkwuͤrdigen Thatsache, daß England, Frankreich und selbft Amerika und Australien wiederholt Weltausstellungen eranstaltet haben, während Deutschland noch keine inzige besefsen hat. Ja, wir machen sogar die eltsame Beobachtung, daß Deutschland noch nicht inmal eine eigene nationale Industrie- und Ge—⸗ wverbeausstellung gehabt hat. Provinzialausstellungen oder Ausstellungen von gewissen Gewerbegebieten sind in Deutschland allerdings schon öfter veran— taltet worden, aber noch keine volle, gemeinsame eutsche Industrieausstellung. Ein Zeit lang hat man wohl nun eine deutsche Beltausstellung geplant, aber in den letzten Jahren jaben sich die ungeheuer kostspieligen und nicht mmer den gehegten Erwartungen enisprechenden Weltausstellungen eiwas überlebt, weßhalb ein Welt⸗ misstellungsprojekt für Deutschland wohl jetzt mit gielen Hindernissen zu kampfen haben müßte. Ein ꝛinfacheres, glücklicheres und dem nationalen Ge⸗ kanlen dienendes Projekt waäre aber wohl dasjenige iner deutschen Industrie- und Gewerbeausstellung, xei welchen eine Menge Schwierigkeiten und Be— denlen, die bei einer Weltausstellung eine Rolle pielen, ganz wegfallen, oder nur im geringen Maße vorhanden sind. Neben den wirthschaftlichen Vor⸗ heilen muß auch die nationalpolitische Bedeutung iner deutschen Gewerbeausstellung hoch angeschlagen derden. Schon die Ausgstellungen der letzien Jahre, velche in Berlin stattfanden, haben, odbgleich fie aumlich oder dem Gegenstande nach nur eine ver⸗ viltnißmätzig beschrünkie Bedeutung hatten, überaus ahlreiche Beschauer aus allen Theilen Deutschlands n Berlin zusammengeführt; eine Ausstellung, an wel⸗ her gauz Deuischland betheiligi isn, wird diese Wirk⸗ ing in noch viel höherem Grade ausüben und vermöge vs persönlichen Verkehrs von Angehörigenaller deut⸗ chen Volkssiamme während einer Anzahl Monaie uuf den immer festeren Zusammenfluß der Nation wich an ihrem Theile hinwirken. Ohne Ueber- ebung darf die deutsche Hauptftadt hoffen, dazu nas Ihrige bezutragen, denn seit Jahren kann man on allen Süd⸗ und Westdeuischen, in deren Heimat berlin belanntlich ehedem nichtis weniger als beliebt var. hören, wie sie von jedem Besuche in der Re⸗ drz des deutschen Kaisers mit Befriedigung und —— heimkehren. Eine Haupiftadt, welche esen Eindrud auf das Land mocht, ist kein ge— enzuschlagendes Element des Gefühls der yα Cinheit; und jede Gelegenheit, denselben * damteit treten zu lassen, ist deßhalb werthvoll. * kutsche Gewerbeausstellung wird einer der er⸗ XEX— —— Lokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 1. Mai. Wie wir hören, hat Herr Lehrer Diehl dahier seine Entlassung nzus dem pfaälzischen Schuldienste genommen, um ich an der Universität Göttingen für das höhere dhramf nhorzuhereiten brachten, von einem unliebsamen Morgengruß uͤberrascht. Der Vorstand der Kreisversuchsstation ntnahm jedem ein Quantum Milch. um sie einer chemischen Untersuchung zu unterziehen. Ein so überraschender Besuch dürfte aber Denjenigen den Spuß gründlich verderben, welche es nicht über sich ergehen lassen können, der Milchwässerei-Sekte sich zuzuneigen. Im eigenen Interesse der Milchhäud⸗ jer und zur Verhütung vor empfindlichen Unan⸗ nehmlichkeiten, dürfte es sich empfehlen, auch da⸗ rauf zu achten, daß beim Melken der Mellkkübel nicht so stark ausgeschwenkt werde. Auf Lebens. miitel wird man ein scharfes Auge haben, und wird die Stadt zu den chemischen Untersuchungs zosten einen Beitrag leisten. Das erste Lebens- mittel aber, die Milch, wird sich eines öftern Besuches“ zu gewärtigen haben. Die scharfe Ahndung, welche das Gesetz bei Verfälschung von Lebensmitteln vorschreibt, dürfte, meint die „Sp. Zig.“, doch zu einigem Bedenken Veranlassung geben. Vermischtes. p Aus Mannheim wird dem „B. T.“ berichtet, daß die Gräfin Hutten⸗Czapska (Frau v. Kolemine), welche bekanntlich mit dem Großherzog von Hessen eine morganatische Ehe eingegangen war, die zum Reichsgericht erhobene Nichtigkeitsklagt zurückgezogen habe. Auf die ihr vom Großherzog zusgesehte Summe von jährlich 20,000 M. soll die Graͤfin gleichfalls verzichtet haben. f Gismarck- Denkmal.) Die schwäbische Haupistadt Stuttgart wird in Bälde ein Denkmal des Fürsten Bismarck erhalten, und zwar soll dieses auf demselben Platze seine Aufstellung finden, welchen die Moltke-Büste zieren wird. Für die Herstellung der letztern hat ein unbekannt gebliebe ner Patriot die Mittel gestiftet, der Professor A. Donndorf hat dieselbe unmittelbar vor der italie⸗ nischen Reise des greisen Strategen nach dem Leben vollendet und das Modell während der Osterfeier⸗ tage in seinem Atelier ausgestellt. Dasselbe fand mi vollem Recht den ungetheilten Beifall aller Kunstfreunde. Dadurch nun entstand der Wunsch durch denselben Kunsiler eine Büste des Reichs— kanziers zu erhalten, und die zur Verwirklichung desselben erforderliche Summe wurde in kurzer Frist auf dem Wege privater Beiträge aufgebracht. 7 Eine theure Ohrfeige) Man schreibt aus Stuttgart: „In dem bekannten Ohr—⸗ feigenprozeß, in welchem Kaufmann Epple gegen Kaufmann Heymann, beide hier, wegen Beleidigung und Körperderletzung klagbar war, ist das Urtheil des Schöffengerichts gesprochen worden. Heymann zahlt außer einer Strafe von 300 Mk. noch eine persönliche Geldbuße an den im Gehör durch die Ohrfeige beeinträchtigten Epple im Betrag von 1ooo Mk. Der Vertheidiger des letzteren hatte 5000 Mk. verlangt und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Der wiederverklagte Epple hat wegen Zeleidigung eine Strafe von 20 Mk. erhalten. 7(GGilitärbezirksgericht München. Der Sergeant Friedrich Falkenstein des 1. Jäger⸗ bataillons mißhandelte den Jäger Joseph Hartmann durch Ohrfeigen, den Jäger Xaver Meißler durch Schläge ins Genick und versetzte überhaupt in den Moͤnaien Februar und März verschiedenen Soldaten seines Zuges Faustschläge, daß ihnen das Blut aus Nase und Mund floß. Urtheil: 14 Tage Mittel⸗ arrest (). Mäunchen, 29. April. In der Zwei⸗ brückenstraße dersuchte am vergangenen Sonntag Abend nach 9 Uhr ein augenscheinlich den bessern Sländen angehöriger Hert im Alter von circa 50 Jahren, der sich in Begleitung einer Dame und einez andern Herrn befand, sich unter einem Thor⸗ bogen mit einem Taschenmesset die Hals- und Puͤlsader zu öffnen. Derselbe blutete bereits ziem⸗ uͤch stark aus den beiden Wunden, als es seinem Begleiter und einem hinzukommenden Gensdarmen gelang, ihm das Messer zu entwinden. Der Be—⸗ ireffende, der sich anfangs weigerte, endlich aber dem Zureden nachgab, wurde mittelst Droschke nach der kgl. Polizeidirektion gebracht. Romanaus dem Leben. Im Jahre 1859 wanderte August Brandt aus München in die Vereinigten Staaten ein und ließ sich in dem Städtchen Shushan im Staate New-Hork nieder. Zwei Jahre später trat Brandt als Substitut für rinen Farmer, Namens Johnson, in die Union⸗ Armee ein, um den Krieg gegen die Rebellen mit⸗ zumachen. Brandt's Frau blieb in der Famili— Johnson's und bekam infolge eines Verhältnisses mit Johnson eine Tochter. Bald nach der Geburt des Kindes begab sich die Frau nach Rutland Vermont), woselbst sie starb, als ihr Kind vier Monate alt war. Als Brandt nach beendetem Zriege nach Shushan zurückkehrte, war Johnson Jestorben und von dem Kinde seiner (Brandt's) Frau keine Spur mehr zu finden. Brandt begab ich nach dem Westen und wurde im Laufe der Zeit ein reicher Kaufmann in Kansas-City. Wäh/ rend er sich vor zwei Jahren Geschäfte halber in Mexiks aufhielt, verliebte er sich in eine wunder ˖ hübsche junge amerikanische Dame und heirathete dieselbe. Im Januar d. J. starb Brandt—und hintersieß seiner Wittwe ein beträchtliches Vermögen. Nach dem Tode ihres Mannes entdecte die junge Frau, daß sie die Tochter der ersten Gattin Brandt's und des Farmers Johnson gewesen. Frankfurt, 28. April. Auf dem gestrigen Pferdemarkt stellte sich der Durchschnittspreis für zin Pferd leichteren Schlages auf ca. 600 M., schwere Arbeitspferde waren unter 1200 M. nicht erhältlich. Das billigste Pferd, das für einen Milchkarren erstanden wurde, kostet .0 M. Das Beschäft in Wagenpferden ging sehr lebhaft und varen trotz der ausgezeichneten Waare die Preise m ganzen mäßig. Das teuerste Paar Wagenpferde tostele inkl. des Tauschobjekts nicht ganz 53000 M. har heraus wurden 3800 M. bezahlt. In Reit— oferden wurde viel gemustert und namentlich von Mtilixärs gekauft. Der höchste Preis wurde für inen Fuchswallach mit 2500 M. angelegt. Strafe.) Auf dem vorjährigen großen Pferdemarkte zu Wehlau verkaufte der Viehhändler Fomplair aus Gr. Mioeln an den Mühlenbesitzer Zand eine schwarzbraune Zjährige Stute für den Breis von 300 Mt. unter der Versicherung, daß zas Pferd gut ziehe und auch zweispännig gefahren verden könne. Als der neue Besitzer das Pferd im nächsten Tage einspannen wollte, ging dasselbe nicht von der Stelle, und als es angetrieben vurde, zerriß es die Leine, an der es geführt werden sollte. Nach sachverständigem Gutachten des Thierarztes Herrn Westphal war das Pferd stetig. Der Verkäufer wurde gefaßt und trotzdem dieser den Kaufpreis zurüderstattete und noch 15 Mk. Futtergeld bezahlte, ward derselbe doch vom igl. Landgerichte Königsberg in Untersuchung ge⸗ nommen. Complair, welcher bereits zweimal wegen Betruges bestraft worden war, wurde durch die ztrafkammer genannten Gerichts wegen dieses dritten Betrugs, unter Annahme mildernder Umstände, zu bMonaten Gefängniß, ferner zu 100 Mt. Geld⸗ trafe event. 20 Tagen Gefängniß und zu ljähriger Interdiktion verurtheilt. Stadthagen (Gippe-Schaumburg) 29 April. Zwei Bergleute, welche Dynamit entwendet und dasselbe für große Beträge verkauft hatten, wurden verhaftet. 14 Pfund Dynamit wurden hei ihnen vorgefunden. Vallendar, 26. April. Seit einiger Zeit hielt sich hier bei seinen Schwiegereltern der Tigarrenmacher H. aus Bendorf, welcher vor circa einem Jahre nach Amerika ausgewandert und vor durzem von dort zurückgekehrt war, anscheinend be— chaftigungslos auf. Gestern Nachmittag erschien nach der „C. Z.“ nun plötzlich der Erste Staats— anwalt vom kgl. Landgericht zu Neuwied und be— zab sich unter Assistenz des Bürgermeisters und der hiesigen Polizeioffizianten in die Wohnung des H. um dortselbst eine Haussuchung vorzunehmen. Das Refultat derselben war für die hiesigen Einwohner wahrhaft überraschend. H. war doch nicht so ganz ohne Beschäftigung gewesen, sondern betrieb das harmlose Geschäft der — Falschmünzerei. Ein vollstandiger Münzstock mit eingelegten Stempeln, mehrere bereits fertig geprägte, jedoch ziemlich mangelhaft ausgefallene amerikanische Münzen u. s. w. wurden zu Tage gefoördert und natürlich in Beschlag genommen, nur der Vogel selbst war aus⸗ zeflogen. Kurze Zeit vor Eintreffen der Staais⸗ anwaltschaft hatte er sich entfernt und es ist bis jetzt noch nicht gelungen, seiner habhaft zu werden. (Prof. Gustav Jager) hat in Berlin im Zaale des Norddeutschen Hofes vor geladenen Gästen jeinen ersten Vortrag gehalten. Erschienen waren 8 Damen und etwa 40 Herren. Die Mehrzahl der Erschienenen waren die Anhänger des Woll⸗ Apostels, die zum Theil in recht absonderlicher Tracht paradirten. Prof Jäger selbst trug blaue Ritterhose, gleichfarbigen Normalrock mit „general⸗ tabsrothem“ Kragen und rothe Schärpe mit gol⸗ denen Franzen. Als Thema hatte sich Prof Jäger das Anthrapin gewählt, dessen Heilwirkung und Benutzung zur Nahrungsmittelverbesserung darzulegen suchte. Das Objekt, um das es sich hierbei handelt, ist bekauntlich das Hautfett, welche aus den Haaren gewonnen wird. Durch dasselbe hekommt der miserabelste Grüneberger das schönsie Bouquett und wird uns ein sympathisches Getrank Die Sache ist eigentlich, wie Prof. Jäger meint zar nicht neu, dasse man sich doch mit Vorliebt ‚on jungen Damen zutrinken, weil der Durst der nenschlichen Lippen dem Weine einen adäquaten Beschmack gebe. 7 Berlin, 28. April. Die „Nordd. Allg Zig.“ schreibt: Auf die Zusendungen, welche Fürf hismarck zu seinem Geburtstage erhalten, sind ieser Tage die letzten Antworten erfolgt. Außer 560 Geschenken, abgesehen von 3 Chrendoktor⸗ Diplomen, 5 Ehrenbürgerbriefen, 23 Begrüuͤßungen »on Städten, deren Ehrenbürger Fürst Bismard zereits gewesen, gingen ihm 175 Adressen von Torporafionen und Vereinen, 2644 telegraphisch⸗ und 2238 schriftliche Begrüßungen zu. Die Be— intwortung einer so großen Zahl von Kundgebungen 5648) läßt die Erwartung berechtigt erscheinen daß die Verzögerung einzelner Antworten von den Empfängern nicht übel vermerkt werden wird Nach Maßgabe der überhaupt vorhandenen Arbeits- fräfite konnte die Erledigung nicht wohl frühher bewirkt werden. Antwerpen. Die Hof-Fahnenfabrik in Bonn hat die Dekorationen für die WeltAus— stellung übernommen. Es befindet sich dar— unter als Hauptzierde der deutschen Ausstellungs— Sektion ein goldfarbiges Banner von 8000 Qua⸗ draifuß Fläche, das ganz mit goldenen Dessins hedeckt ist, und dessen Hauptfigur ein 10 Meter hoher Reichsadler bildet. — Beiläufig bemerken wir bei dieser Gelegenheit, daß die genaunte be— rühmte Firma auch die erste bedeutende Lieferung bon Flaggen für den Congo-Staat in Kommission bekam. Eine Rabenmutter stand neulich in der Person der Tagelöhnerin Barbara Schaffböd vor dem Strafgericht zu Korneuburg (Niederöster⸗ reich). Sie war beschuldigt, durch fortgesetzte Miß handlungen ihres dreijährigen Kindes, insbesondert zadurch, daß sie dasselbe auf einen mit glühenden dohlen gefüllten Topf setzte, den Tod des Kindes derursacht zu haben. Die Angeklagte wurde zu 2 Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Das Brigantenthum in Spanier cheint zu einer neuen Blüihe gekommen zu sein. In Jabencos (Andalusien) sprengten in doriget Woche sieben Ränber die Thüren zu der Wohnung des Predigers mittelst einer Dynamitpatrone, drangen ein, knebelten den Priester und bemöch⸗ ligten sich seines Geldes, soweit sie dasselbe fanden. Da ihnen aber ihr Raub zu gering erschien, und der Priester auf alle Fragen nach mehr Geld er⸗ widerte, er verfüge üder nichts weiter, steckte ihm einer dieser Unmenschen ein glühendes Stück Eisen in den Mund und 'in anderer füllte seine Taschen mit Stroh und setzte dieses in Brand. Erst am Morgen fand man den Unglücklichen mit den rürchterlisten Brandwunden bedeckt; sein Zustand st in hoffnungsloser. Funf der Banditen sind zereitz in den Händen der Gerechtigkeit; man tonnte sie nur mit Mühe vor der Wuth des Volkeh schützen das eine furchibare Lynchjustiz an ihnen iden wollte. — In Hermillo überfielen drei Ban— diten einen Bauer in seinem Gehöft, beraubten ihn aller seiner beweglichen Habe, soweit es ihnen möglich war, diese zu transportiren, und hinger hann den Armen, in einem Klumpen geballt, die Füße gegen die Brust und die Hände hintet den Rtücken gefesselt, in den Rauchfang des Hauses wo sie ein tuͤchtiges Feuer anzündeten. Der arm hauer wurde am nachsten Tage erstickt und bon Rauche völlig geschwärzt aufgefunden. — Be cinem dristen Foͤl in der Nahe von Los Corrte⸗ uüͤberfielen einige Räuber mitten im Walde einen Hürger, raubten ihn aus und hingen ihn mit den Füßen an einen Baum, so daß der Kopf herunler hing. Die Hände waren ihm gefesselt und — seinem Munde steckte ein Knebel. Diesmal die Affaire aber einen Abschluß, der für die recht unangenehm war. Wahrend sie sich naml an dem Aublicke der Qualen ihres Opfers wenenn bemerkten sie nicht das Herannahen dreier Leu en deuen einer —ein“ Deuischer — als „He es auf den Märkten sich zu produziren pflech it einem Blicke übersah dieser die Situation. —XR heranschleichend, packte er mit mäch⸗ gem Griffe den einen der Banditen an dem Fgürtel, hob ihn in die Höhe wie ein Kind und chleuderte ihn in ein nahes Dornengebüsch, wo er xfinnungslos liegen blieb. Die anderen Bösewichter es waren fünf bis sechs — ergriffen darauf chleunigst die Flucht; indessen wurde einer von inem Revolverschusse des Athleten erreicht und ge⸗ jeth in die Hand seiner Verfolger. Die beiden efangenen Verbrecher harren ihrer gerechten Strafe n Gefängniß, der Bürg r wurde rechtzeitig he rab⸗ jenommen, jedoch ist ein Halswirbel ihm gebrochen ind keine Aussicht, den Mißhandelten am Leben u erhalten. f Ein schneidige Radfahrer machte, wie die „Schlesw. Ztg.“ schreibt, unlängst eine Tour neine abgelegene Gegend Jütlands, woselbst dieser Sport noch gänzlich unbekannt war. Es raf sich, daß dem Reiter, welcher im Dunkeln mit mgezündeter Laterne seinen Weg fortsetzte, an einer insamen Stelle ein ehrbarer Landmann begegnete, velcher kaum den Velocipedisten in's Auge gefaßt Jjatte, als er zur Seite stürzte und auf den Knieen u beten aufing. In dieser Situation fand ihn zͤld darauf ein Landbriefbote, welchem er auf eine Frage, was ihm denn passirt sei, bebenden Nundes antwortete, er habe soeben den Teufel auf iner Windmühle gesehen. Das geht doch noch iber den „wüthig“ gewordenen Scheerenschleifer. FGEampf zwischen einem Arbeiter und einem Adler.) Anweit Karlovitz arbeite⸗ en am 12. d. Mts. früh mehrere Eisenbahn⸗ Bedienstete, als plötzlich auf einen der Arbeiter, vilcher sich in gebückter Stellung befand, aus großer )oöhe ein mächtiger Adler niederstieß sich mit seinen jängen an der Brust krallte und mit dem Schnabel juf den Bauch des Arbeiters einhieb. Der Ange⸗ — D ind den betäubenden Flügelschlägen so überrascht, aß er nur mit größter Anstrengung einige schwache hilferufe ausstoßen konnte. Das Abenteuer hätte ür den Angefallenen einen verhängnißvollen Aus— ang genommen, wenn nicht die übrigen Arbeiter erbeigeeilt wären. Zehn kräftige Faͤuste faßten en wie rasend um sich schlagenden gigantischen hogel am Halse und ihren vereinten Anstrengungen elang es, denselben von seinem Opfer loszureißen. der geflügelte Attentäter wurde mit vieler Mühe ꝛebunden, während der Angefallene sich langsam won seinem Schrecken erholte. — Es pflegt hie ind da vorzukommen, daß Raubvögel dieser Gat— ung auf Thiere oder auch auf Kinder herabstoßen; haß dieselben aber, außer zur Selbstvertheidigung uuch erwachsene Menschen angreifen, ist ein kaum nagewesener Fall und es ist anzunehmen, daß der Idler in Folge der gebückten Stellung eines Ar⸗ Feiters denselben für irgend ein Thier gehalten aben mochte. Was russfische Kommissionäre und ähn; he Vertrauensmänner manchmal an Betrügerei aisten können, übersteigt geradezu jeden Begriff. ürzlich übergab ein Gutsbesitzer im Innern einem kommissionär 2800 Tschetwert Weizen zum Ver ˖ auf. Der gute Mann loste seine Aufgabe in un— twartet glänzender Weise, denn erstens versetzte er en Weizen fuͤr 20,000 Rubel bei der gegenseitigen dredit Gesellschaft. zweitens erhiell er auf den Leigen aus der Petersburger Diskontobank 18,000 ubel und drittens verkaufte er das Getreide dann sttid an ein drifles Haus fur 20, 000 Ruben nit den redlich derdienten 58,000 Rubeln suchte er Gauner das Weite. Wie er das dreifache dunftstück fertiggebracht hat, wird demnächst eine ateressante Gerichtsberhandlung erklärenMan deiß nicht, wags man mehr bewundern soll, die gechheit und Zuversichtlichkeit des Gauners oder e daltblütige Vertrauensseligkeit der Betrogenen. Ueber die Bewegung der Bevölkerung har Riesenstadt Lon do awahrend des Jahre eber folgende Zahlen interessanten Aufschluß. ebölkerung umfaßte 4,019, 361 Seclen Es Arden 137 485 Geburten eingetragen, was poo q 370 ergibt. Todesfälle ereigneten sich 88 051, ee 228 und die Geburlen überstiegen die * e wu 734 Die Kindersterblichkeit 4 1,369, während 17,057 Personen du lter von mehr als 60 Jahren starben. honen kamen durch Unfälle zu Tode. an onm starben an ansteckenden Krank⸗ 190 ie letzte Zusammenstellung der Heirathen von 1882. In diesem Jahre munen 35,612 Heirathen registrirt. Von den Männern varen 1944 unter 21 Jahre bei der Eheschließung, »on den Frauen 6753. 2426 Männer und 3415 Frauen konnten ihre Namen nicht unterschreiben. F Eine Velociped-Tour um die Welt jeahsichtigt ein gewisser Mr. Thomas Stevens zu nachen. Derselbe hat bereits den ersten Theil einer Aufgabe hinter sich, indem er den Weg von San Francisco nach Boston quer über den nordamerika⸗ tischen Continent in 53 Tagen zurückgelegt hat. Um 9. April ist er von Boston nach Liberpool in See gegangen, von welcher Stadt er am 1. Mai eine Reise fortzusetzen gedenkt. Er will per Bichcle »on Liverpool nach Dover, per Schiff über den Lanal, dann per Bichcle nach Paris, durch Deutsch⸗ and, Oesterreich, Ungarn und die Türkei bis nach Fonstantinopel fahren; dann will er über Kleinasien nach Persien gehen, ungefähr im November in Teheran eintreffen und dort den Winter zubringen. zm nächsten Frühling soll dann China in seiner anzen Breite von ihm durchzogen werden, womit eine Weltumsegelung, abgesehen von dem Katzen⸗ Irung per Schiff von Canton nach San Francisco, eendigt wäre. Mr. Stevens erklärt, sich durch kein hinderniß von seinem Vorhaben abbringen zu lassen. Ziel Glück auf den Weg! f Des Fürsten Bismarck Geburtstag st auch im fernen Birmah von den Deutschen estlich gefeiert worden. Einem dem „Han. Cour.“ ugegangenen Privatschreiben aus Rangun zufolge, at am Mittwoch, 1. April, der Deutsche Club eine roße Bismarckfeierlichkeit (Festessen) veranstaltet ind folgenden telegraphischen Gruß an den Fürsten deichskanzler nach Berlin geschickt: „Ein Gruß und Dank sei dem gesandt, Der Antwort auf die Frage fand: Was ist des Deutschen Vaterland?“ FNew⸗York, 7. April. Die „New- NYorker 3taaats⸗-Zeitung“ meldet den Tod eines Achtund ierzigers. Gottlob Herzog, welcher früher eine Vachstuchfabrik und sodann viele Jahre lang eine zärberei betrieb, ist gestern nach längerem Leiden n seiner Wohnung Nr. 147 Court Street gestor⸗ en. Er war seit 1861 Witiwer und hinserläßt wei Töchtet und drei Söhne. Herzog war am . Februar 1815 in Müceenberg in Sachsen ge— oren, kam auf seiner Wanderschaft nach Franken⸗ hal in der Pfalz, wo ein Bruder von ihm wohnte, nnd verheirathete fich dort im Jahre 1839. Er tablirte bald darauf ein eigenes Geschäft in Ann⸗ deiler bei Landau und betheiligte sich 1849 in her⸗ orragender Weise an der Revolution. Als fich ie preußischen Truppen unter General Schimmel— Fennig näherten, leitete Herzog den Barrikadenbau n Annweiler und den Kampf gegen die angreifen⸗ ven Truppen. Nach dem Fehlschlagen der Revo⸗ ution mußte auch Herzog flüchtig werden und ein Jahr lang irrte er unter angenommenen Namen imher. Es gelang ihm, sich mit seiner Familie in Lerkehr zu setzen und Worius wurde als der Oct )er Zusammenkunft bestimmt, um gemeinschaftlich die Reise nach Amerika anzutreten. Herzog wurde jedoch in Worms erkannt, verhaftet und der baye⸗ rischen Regierung ausgeliefert. Er entkam merk⸗ vürdiger Weise mit zwei Jahren Einsperrung die r in Zweibrücken verbüßte. Dann entließ man hn, nachdem er versprochen, auszuwandern. So am Herzog am Ostermontag des Jahres 1852 nit seiner Familie nach Amerika und bald darauf ach Newark, um 33 Jahre später an demselben Tage aus dem Leben zu scheiden. r Eine eigenthümliche Uhr hat ein Ahrmacher in Pittsburg in den Vereinigten Staaten onstruirt und in seinem Schaufenster ausgestellt. Ddieselbe bietet eine getreue Wiedergabe des be— annten Riesendampfhammers in den Kreuzotschen Werken, doch ist der in Wirklichkeit 100 Tons schwere Hammerblock bei der Ausführung en mi- uature zu der Rolle eines Pendels herabgesunken, das sich geräuschtos auf und nieder bewegt. An »er originellen Uhr findet sich jedes, auch das ge— ringste Detail jenes größten Dampfhammers der Welt wieder, natürlich in entsprechender Reduktion. F (Ein paar Waschregeln) beröffent. icht die „Werkstattn: Waäsche beim Waschen in er Farbe zu halten, gieße man etwas Essig in das Wasser. — Bei wattirten Sachen die Watte weich ind locker zu erhalten, thue man in das Spuülwasser üchtig Salz hinein und lasse die Sachen einige zeit darin. — Feine wollene Sachen kann man »eim Waschen wieder herstellen wie neu, wenn man e in „Quillaijarinde“ wäscht. Man kaufe sich für 10 Pfennige davon, gieße einen Eimer kaltes Wasser darauf und lasse dies über Nacht stehen. Morgens gieße man das Wasser durch, thue die vollenen Sachen hinein, lasse sie zwei Stunden darin liegen und wasche sie dann 1 oder 2 Mal darin aus. F Gie Geschichte von den vier Fliegen.) Es waren einmal vier Fliegen und die hatten Hunger. Die erste machte sich über eine Wurst her, denn die Wurst schien zum Fressen schön. Aber die Fliege starb an Dünndarm⸗Ent⸗ ündung, denn die Wurst war mit Anilin ver⸗ älscht. Die andere Fliege naschte am Mehl und iehe da!t — sie verendete an Magenverengung, intemal das Mehl mit Schwerspat verfälscht watr. Die dritte Fliege trank aus einem Milchtopf, zu hrem Unheil. sie krepirte elendlich an Kolik, denn die Milch war mit Kalk gefälscht. — „Hin ist zin, gestorben muß sein“, dachte die vierte Fliege ind flog auf ein Fiiegenpapier, worauf ein Todten⸗ opf gemalt war, mit der Inschrift „Gift'. Und ie dierte Fliege trank und trank und war guter Dinge und starb nicht, auch das Fliegengift war gefälscht! t—Zeitfspiegel. In der Schule fragt der kealienlehrer seine Schüler: „Wer von Euch weiß, vo man den Schwerspath finden kann?“ — (Uni⸗ ono): Müllerssohn: „Im Mehl!“ — Bäackers⸗ ohn: „Im Brod!“ — Poapiermüllerssohn: „Im Papier!“ — Metzgerssohn: „In den Leber— vürsten!“ — Weberssohn: „In der Leinwand!“ — Conditorssohn: „In der Chokolade!“ — kcamerssohn: „Im Pfeffer!“ — Schweizersohn: „Im Käs!“ — Zutckerfabrikantensohn: „Im zucker!“ — Lehrer: „Bravd, brav!“ Gemeinnütziges. * Ueber den Werth verschiedener Nahrungsmittel. Der Hering. Der Hering gehört in Bezug auf seinen hohen Behalt an stickstoffhaltigen Nährstoffen, verdaulichem kiweiß, sowie Fett, in seiner absoluten Billigkeit, n der relativen Billigkeit seiner wirklichen Nährstoffe jegenüber solchen in anderen Nahrungsstoffen zu den mpfehlenswerthesten Volkslebensmitteln und sollte ieser Eigenschaften, sowie des Salzgeholtes wegen er oftmalige Begleiter, die pikante Zuspeise zu dartoffeln sein. Derjenige, welcher sich kräftig naähren ind dabei sparsam leben will oder leben muß, weiß eider nicht überall, welchen Schatz er an dem Heringe esitzt, der bei einem größeren Consum auch billiger ein würde, denn je rascher der Kaufmann eine conne absetzt, umso schneller rollirt das Anlage⸗ apital, umso geringer ist das Risiko, umso billiger st die Waare. In Bezug auf Wohlfeilheit der dährstoffe oder des günstigen Verhältnisses derselben um Verkaufspreise rangirt der Hering gleich hinter der Milch, sowie dem Magerkase, daher eine Ab— vechselung billiger und zweckdienlicher Nahrungs nittel schon durch vorgenannte neben oder mit den tärkemehlhaltigen Kartoffeln ermöglicht wird. Wenn FJemand jedoch die Wahl hat zwischen einem vässerigen oder sonst werthlosen Gemengfel gefüllter Wurst. jener geheimnißvollen Speise, von welcher Jean Paul sagte: nur Gott allein wisse, was »arin sei“?, und einem Heringe zu gleichem Preife, dann thut er wohl. den Hering zu wählen.— Die gesalzenen Heringe sind die gesündesten, regen die Verdauung am Meisten an uͤnd tragen so zu einem gedeihlichen Stoffwechsel bei. In Preußen, wo man auf eine kräftige Ver⸗ köstigung der landwirthschaftlichen Arbeiter hält. und wo dieselben auch miukleinen Wirthschaften janz oder theilweise diese Beköstigung als Deputat in Naturale erhalten, werden meist auch Heringe, ind zwar 122 Stück wöchentlich, mit verabfolgt; ebenso ansehnliche Quantums Magerkäse,2— 6 Schoͤck ver Person und Jahr,, ferner Erbsen, Sauermilch ind sehr große Mengen Kartoffeln. Wir wenden uns nun einem andern Volks⸗ aahrungsmittel zu, nümlich den Hülsenfrüchten. Die Hülsenfrüchte n gehoörigem Gemisch und zweckmäßkiger Zu bereitung genossen, vermögen Jedermann ge⸗ nügende Ernährung zu bieten, denn sie eni—⸗ halten sehr viel Stickstoff, namentlich viel Eiweiß- toffe, wenn auch ein geringeres Prozent davon erdaulich ist, als von andern billigen, gleich hoch- verthigen Nahrungsmitteln. In Bezug auf Wohl⸗ eilheit ihter Nahrstoffe oder das günstige Verhätt⸗ niß ihres Werthes zum Marktpreise rangiren di— dülsenfrüchte hinter der Magermilch, dem guten RKoggenbrode und nähern sich dem Magerkäse. Am — X— sodann die Erbsen und diesen folgen dic Linsen. Vor wenig Jahren zing die Kunde von der Einführung einer neuen Hüssenfrucht, der Soja, durch die landwirthschaft⸗ schaftlichen Kreise; doch drang ihre prattische Be nitzung bis jetzt nicht über die Versuchsgärten der Ackerbauschulen hinaus, obwohl dieselbe berufer wäre, die bisherigen Hulsenfrüchte theilweise zi berdrüngen, denn ihr Gehalt an blut· und fleisch⸗ bildenden Stoffen. das ist an Eiweiß, ist mit über 35 00 erhoben, wäbrend er bei den Erbsen und Bohnen ca. 23, bei den Linsen 24 80 beträgt. Wir stellen gleich auch das Rindfleich daneben, in welchem diese Stoffe nur 10 oo betragen, woraus hie Nohrhaftigkeit und der hohe Werth der Hülsen⸗ früchte am Deutlichsten hervorgeht. Die deutsche Hausfrau sagt scherzweise: „Erbsen Bohnen, Linsen, da leben wir. wie die Prinzen;“ die französische Hausfrau, die größ te Sparmeisterin sagt: „Die Bohne ist meines Herzens Krone“ und jso hat das poetische Schatzkästlein der Haushaltung noch manchen, die Hülsenfrüchte feiernden Spruch aufzuweisen. Volksnaͤhrung in ausgedehn!em Sinn⸗ ist die Bohne in Frankreich, aber wohl ouch in der einfachsien Form. Der französische Atbeiter nimmt sich eine Tasche voll in Salzwasser gekochten Bohnen mit in die Arbeit und die Zwischenmalzeit ist fertig; geht vielleicht noch ein Stück weißet Weizendrot mit, dann ist das bereits ein Essen und er kann es auch aushalten dabei. In manchen Ländern wird auch Bohnenmehl in's Brot gemischt, ja in Württemberg wird selbst das dunkle Mehl der Saubohne häufig mit Roggenmehl zu Brol herbacken. Popularer noch ist die Erbse, obwohl noch lange nicht genug ins Volk gedtungen, daher man fie um jeden Preis mehr zu Ehren bringen sollte. Als vor Jahren einmal wieder ein Nothjahr das Erz⸗ und Riesengebirge heimsuchte, ventilirte man in behördlichen Kreisen, im Landessanitätsrathe auch die Frage wegen aröterer Verbreitunq des Hülsen⸗ fruchtkonsums in den Gehirgsgegenden. Leider steht demselben entgegen, daß fich VBoden und Klime nicht für die Kultur von Hülsenfrüchten eignen, daher als zugeführte Konsumtibilien sich schon per⸗ heuern und so den Armen unzugänglicher sind, als die meist selbstgebauten Kartoffeln. Für Arbeiter sitzender Lebensweise paßt die Erbse weniger, wenn man ihrer Verdauung nicht durch geistige Getränke zu Hülfe kommen will oder kann Sehr zweck dienuich ist sie jedoch für Kinder und Heranwach · sende, nämlich als Suppe und in Form von Brei ohne Hülse, indem sie sehr viel kuochenbildendes Materal (phosphorsauren Kalk) enthält Sowi die Bohne dem sparsamen franzöfischen Arbeiter so ist die Erbse dem geizigen italienischen Arbeiter ein kräftiges Nahrungsmiitel, freilich in der pri— mitivsten Form. Die Erbsen werden in Töpfen überm Feuer mit Sand geröstet, worauf man sie kalt werden läßt, durch Sieben vom Sande reinigt nd an einem irockenen Orte zum beliebigen Ge— brauche aufbewahrt. Dafür würden sich nun selbs unsere Bettler bedanken. hin, sowie es auch wissenschaftliche Unkersuchunge uͤnd viele Volksarzte bestätigen. Marktbere chte. e Ensheim, 30. April. (Viktualienmarkt.) Buite per 2/5 Kils 1M. 10 Pf, Fier per Dutzend 60 f Kartoffeln per 50 Kilo 4 M. 80 Pf. Zweibrücken, 30. April. (Fruchtmittelpreis und Vi. uclienmarti) Weizen O M. — Pf., Korn 8M. 48 9 derste zweireihige ß M. — Pf., vierreihige O M. — 9 Spelz oͤ M. — Pf. Spelziern — M. — Vf., Dinke— . — Pf. Wischtrucht O. M. J. Af „Lafer 7335 94 Pf., Erbsen dO M. — Pi Wichen O M. — p. heu 8 M. — pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual TH. 80 Ppf., Kartoffeln 1M 70Pf., Weißbrod 1/ Kil 51 Pf., Kornbrod 8 Kilo 683 Pf., Gemischtbrod 3 gil 78 Ppf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual 60 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel fleisch 60 Pf., Schweinefleisch 80 Pf., Wein 1 Liter 80 Pf ier oüler 21 Pf. Butter /3 Kilogr. 1M. 10 p. Homburg, 29. April. (Fruchtmittelpreis und Viktue iemnartt. Weizen 9 M. 61 pf., Korn 8 M. 20 pf Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerß Zreihige O M. — Pf. Gecste 4Areihige O M. — pj dafer7 M. 80 Ppf. Mischfrucht O M. — Pf., Erbse Dn. — pf., Widen — M. — Pf. Bohnen 09 — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfun 63 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch 9f Rindfleisch 30 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 Pi Schweinefleisch 50 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — pi. startoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf. Kaiserslautern, 28. April. (Fruchtmittelpreis un Vittualienmarkt) Weizen 9 Mt. 80 Pf., Korn 89 28 Ppf., Spelzlern — M. — Pf. Spelz 6 M. 86 9 Gerste dO M. — Pf. DHafer 7 M. 98 Pf., Erbsen 09 pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Kle samen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 P. z ppfd. 83 Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 38 Pf., Butter pr— Pfo. 1 M. Os Pf. Eier per Dyd. 60 Pf., Karioffeln pe Zentner 1 M. 85 Pf, Stroh J. Qual. 2 M. 78 9f A Sual. 2 M. 50 Pf, Heu pro Ctr. 8 M. — M leeheu 0O M. — Vf. So nahrhaft die Linse ist, so ist sie doch die unpopulärste Hülsenfrucht und hat ihrer umständ⸗ licheren Zubereitung wegen als Volksnahrungsmittel auch die geringste Verbreitung gefunden. Nur mit deringen als Zuspeise spielt sie in einigen degenden Deutschlands eine Rolle; ebenso mit Essie und Salz; sie ist jedoch eines der kräftigsten Nah rungsmittel. .Den Schluß unserer Revue machen wir mil einem Nahrungsmittel, das leider noch nicht Volks— nahru. gsmittel ist, es jedoch seiner günstigen Be⸗ chaffenheit, seiner Billigkeit wegen sein sollte, näm⸗ lich der Reis. Daß Reis zu den gefündesten Nahrungsmitteln gehört, bedarf eigentlich keines VBeweises mehr. Wie könnte er sonst die Haupt—- nahrung der halben Menschheit sein? Unter den dem Pflanzenreich entnommenen Stoffen, von denen der Mensch lebt, steht er bei Weitem oben an; darauf deutet der immer noch zunehmende Kreis teines regelmäßigen und massenhaften Verbrauches Sterbefaͤlle. Gestorben: in Annweiler Susanne Schlon stein. geb. Künkele, 48 J. a. in Mußbach Fra Annka Maria Wanger, geb. Lambert, 61 J. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. — 7 usft⸗öndas Vesie! Sonntag, den 5. u Nechmittags 3 Uhr ab — »zmusik meter Schweitzer. we ul t okeits· Lotterie —LII BIüs. für Wittwen und Maisen. Ziehungunviderrufsich 10. depthr. 1885 14255 Gewinneo. Hauptgewinne: ter zu 24000 Mark, —QV Zer und 4er 2u je 53000 — ferner: 2 mal 3000, 2 mal 2000, 8 mal 1500., 4 mal 1000. 5 wal 500 ete. —VMI Loose 2u 1 Marx nebst 30 4 fũr Porto und Listo (Ausland 40 H gegen Postan- veisung. Priefmarken und aueh Nachnahme zu beriehen durch JGG.blãuscumit. 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Amtsgerichts St. Ingbert. — ⸗ — UI—,,,,ee..eeoeoolererooeo eee o oo , — O der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint ubchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mnal wochentlich mit Unterhaltungt⸗ zlatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.AM 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschliehlich d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum betragt bei Juseraten aus der Pfalz 10 6, bei außerpfülzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, Iz H, NReclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 86. * Zur Steuerreform. Es ist bekannt, daß einer der Angelpunkte der Zieuerreformen im Reiche wie den Einzelstaaten ie Entlastung der übermäßig angestrengten Ge— neinden von ihren finanziellen Leistungen ist. Gegen⸗ värtig machen sich nun im preußischen Abgeord⸗ jetenhause zwei Anträge in dieser Richtung Kon⸗ utrenz, von denen derjenige der Zentrumspartei en Mehrertrag von den neuen landwirthschaftlichen zöllen, und derjenige der nationalliberalen Partei ju; Monatsrate von der Grund⸗ und Gebäude⸗ leuer den Gemeindekassen zuweisen will. Da man mnehmen kann, daß bei diesen Anträgen von der darteitaktik zunächst abgesehen und dieselben einer ein jachlichen Prüfung unterworfen werden, gilt z die finanzpolitischen Vortheile und Nachtheile er Anträge mit einander zu vergleichen. Der Antrag Huene von der Zentrumspartei jat vor Allem das schwere Bedenken gegen sich, aß die nach ihm zu überweisenden Beträge den zrößien Schwankungen unterworfen sind. Diese -„chwankungen können bei ruhigen Verhältnissen zis zu 100 Prozent betragen, bei außerordentlichen rreignissen, wie Krieg und Mißwachs, nochmehr, die hzetraͤge find üerhaupt im Voraus nicht zu bemessen. darauf kann eine geordnete stetige Communalber⸗ baltiung füglich nicht gegründet werden, die Com⸗ nunalverbäude würden sich undermeidlich auf die rößeren Beträge einrichten und kämen, wenn diese ann einmal wegfallen, in die empfindlichsten Ver⸗ genheiten. Ganz anders steht die Sache, wenn jnen eine feste Quote der Grund⸗ und Gebäude⸗ euer überwiesen wird. Es kommt ferner hinzu, aß die Verquickung der Communalinteressen mit er Reichszollpolitik, insbesondere mit den land⸗ virthschaftlichen Zoͤllen, für beide Theile gleich be⸗ xenklich ist, es entsteht daraus auch die naheliegende hesorgniß, daß die Getreidezölle immermehr erhöht ind auch unter Umständen aufrecht erhalten werden onnten, die im allgemeinen Wohl deren Aufhebung der Ermäßigung fordern würden. Es ist ferner llgemein anerkannt, daß die Grund- und Gebäude⸗ teuer zu einer Staatssteuer überhaupt viel weniger eeignet ist, als zu einer Communalsteuer, und war aus dem Grunde, weil in der Form der ommunalsteuer die verschiedene Veranlagung in ꝛen verschiedenen Provinzen und Gegenden ausge⸗ lichen wird, weil die so sehr drückenden Commu—⸗ alsteuerzuschläge zu den Grund- und Gebäude⸗ euern dann gemindert werden oder wegfallen, weil adurch der Weg für eine rationelle Reform der irelten Besteuerung, namentlich unter ftärkerer )eranziehung des mobilen Kapitals, gebahnt wird, nd endlich, weil für die Communen Objektbe. euerung des Grund⸗ und Häuserbesitzes ohne Be— ücichtigung der Steuerfähigkeit der Eigenthumer Schulden und dergleichen) sich deßhalb eher recht ertigen läßt, als für den Staat, weil die Leistungen er Communen zu einem großen Theile vorzugs- eise dem Grund⸗ und Häuserbesitz zugute kommen nd sich für Communalbesteuerung der Gedante, ie Steuern nach der Gegenleistung zu normiren, 3 viel weniger verwerflich darstemt, “als für die aatliche Besteuerung. Ein rationeller Finanzre- ormplan muß die allmalige Ermäßigung, schließ⸗ ich vielleicht die volftandig Aufhebung der Grund⸗ ind Gebäudesteuer als Staatssteuer, als letztes Ziel m Auge haden, auf diesem Wege wurde durch den stional· liberalen Gefeheniwurf“ein erster Schrin eshehen. wahrend der Antrag Huene überhaupt eine weitere Vershektinn i Sonntag, 3. Mai 18858. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. nung inbezug auf Ziel, Stoffauswahl, Stoffvertei⸗ ung und Unäerrichtsbetrieb in der Werktagsschule; ie Grammatik in der Sonntags⸗ und Fortbildungs⸗ chule.) — ,2. Uebung der Fallbiegung des Ding⸗ vortes ain Satze. Echriftliche Lehrprobe nach den ünf formalen Stufen.) * St. Ingbert, 2. Mai. Gestern Nach⸗ nittag ereignete sich auf der Pferdekohlenbahn ober⸗ salb der Halde ein sehr bedauerlicher Unglücksfall. der 11jährige Sohn des Schmelzarbeiters Mohr vollte auf dem Bahnkorper Kohlenabfälle sammeln. Inglücklicherweise glitt er auf dem Schienengeleise n demselben Augenblicke aus, als ein beladener zug heran kam, unter dessen Räder er nun ge⸗ ieth. Der Zug konnte zwar bald zum Stehen ebracht werden; doch hatte der Knabe so schwere ußere und innere Verletzungen erhalten, daß an einem Aufkommen gezweifelt wird. — Zweibrücen, 1. Mai. (Unglückfall.) die bekannte Sitte oder Unsitte, am Vorabend zum rsten Mai die Thüren einzelner Haäuser mit kreuzen zu versehen, hat gestern Abend hier einen ehr bedauerlichen Unglücksfall zur Folge gehabt. Dder etwa 14 Jahre alte Sohn des Herrn Gürtler S„choll kreidete mit anderen Kameraden die Fenster⸗ äden am Hause des Herrn Leo Gtroß in der Zfarrgasse an, bei welchem muthwilligen Streich ie von dem Befitzer überrascht wurden. Bei der sierauf erfolgten Flucht der Zeichner stürzte der unge Scholl in der Nähe der Gambrinushalle auf as Pflaster hin und fiel sich ein Loch in den dopf. Die Verletzung des Jungen war leider eine zerartige, daß er nach eiwa 10 Minuten in seiner Wohnung, wohin man ihn sofort getragen hatte, ꝛerschied. Den Schmerz der armen Eltern kann nan sich natürlich denken! (3. 3.) — Herrheim a. B., 1. Mai. Eine Natur⸗ eltenheit ist ein Traubenstock GPortugieser) im hdofe des Herrn Christian Kissel 1“. dahler. Der⸗ elbe ist naͤmlich in der Zeit von 12 Tagen 80 Fentimeter gewachsen. Derselbe wuchs Tags da⸗ auf von Mittags 12 Uhr bis anderen Tags Mor⸗ jens 9 Uhr 6 Centimeter weiter und wird nächster Tage Blüthe bringen. (Dürkh. Anz.) — Frankenthal, 29. April. Bei dem Zrand der Kaufmann'schen Malzfabrik find die eiden betroffenen Gebäulichkeiten, Malzfabrik und dampfmühle, vollständig ein Raub der Flammen seworden. Die angrenzende Werkstätte des Me⸗ hanikers Horn ist durch Einsturz der sechs Stock⸗ verk hohen Giebelmauer des Mühlenbaues zer⸗ rümmert worden, ebenso der gegenüberliegende Seitenbau der Frau Wittwe Dupréoͤ. Beim Ein⸗ hurz des Giebels sollen mehrere Personen verletzt vorden sein, darunter ein Wendelin Diehl lebens⸗ Jeführlich. — Der entstandene Schaden wird auf 20. bis 40. 000 Mt. geschätzt. Deutsches Reich. Berlin, 30. April. Zweite Berathung des Untrags Huene im Abgeordnetenhaus. Das Haus iuhm nach längerer Debatte den 8 1 in der Fas⸗ ung der Kommission an, wonach der auf Preußen ntfallende Betrag an Vieh⸗ und Getreidezöllen ab⸗ üglich 15 Millionen Mark den Kommunen über⸗ oiesen wird. Berlin, 1. Mai. Das Abgeordnetenhaus ijahm in fortgesetzter Berathung des Autrags Huene en 8 2 in der Fassung der Kommission all, wo⸗ jach die Beträge aus den landwirthschaftlichen zöllen den Kreisen zu überweisen sind, mit Aus⸗ ijahme in den Hohenzollerischen Landen. 83 wurde jach dem Antrage der Kommission angenommen, vonach die Vertheilung zu zwei Drittel nach dem Naßstabe der in den einzelnen Kreisen aufkommen⸗ en Grund⸗ und Gebäudestener und zu ein Drittel nach der Civilbebölkerung erfolgt. Nachste Sitzung norgen. Berlin, 30. April. In der heutigen Sitz ing des Bundesraths soll der Reichskanzler per⸗ önlich die Vorlage wegen Einschränkung der Ge— chworenenzahl befürwortet und der Bevollmächtigte son Sachsen⸗-Weimar infolge dessen beantragt haben, en Beschluß über diese Vorlage auszusetzen, was lsdann geschehen ist. Die Beschlußfassung über ie andern Vorlagen wegen der Berufung wurde nuch ausgesetzt. Wie man hört, hat der Bundes ath auch den deutsch⸗ russischen Auslieferungsver⸗ rag angenommen. Ausland. London, 29. April. Gladstone ist der Held es Tages und der Herr der Lage. In der vor⸗ jestrigen Rede hat er die ungeheuren Hilfsquellen einer Beredtsamkeit in die Waagschale des Streites ich ergießen lassen, und ganz England — darf nan sagen — steht auf seiner Seite. wenn er den degen zieht. JIo Schweden wird unverdrossen weiter ge⸗ üstet — gegen wen, ist einstweilen unkllar. Aus Stockhohm wird gerüchtweise gemeldet, daß die driegsschule aufgelöst und die Schüler ihren Regi⸗ nentern einverleibt werden sollen. Die Garnisonen son Waxholm, sowie von Oskar⸗Frederiksborg und TFarlskrona sollen verstärkt werden. Am Sonnabend ollen fernere Mobilisirungs-Ordres ausgefertigt ein, welche die Grenadier⸗Corps von Smaland ind des Leibregiments betreffen. Auch für das Bestgotländische und Skareborg's Regiment erwartet nan baldige Mobilisirungsordres. Die schon früher rwähnte Nachricht, daß Artillerie und Infanterie »es dritten Militärbezirkes den Befehl erhalten jaben, sich zur Uebersiedelung nach Gotland fertig u halten, wird jetzt bestätigt. Nach Gotland sfind zereits 100 Mann des Göta⸗Artillerie-⸗Regiments vefördert. Vermischtes. *Saarbrücden. Im alten Kasinogarten herrscht jetzt regez Leben, es gilt die letzten kinrichtungen für die am Sonntag hier beginnende ßeflügelausstellung zu treffen. Der große Saal ist mit langen Reihen von Kafigen angefüllt, velche die auszustellenden Thiere aufzunehmen be⸗ timmt sind. Die Kegelbahn ist zu gleichem Zwecke jergerichtet. Die Wasservögel finden in geräumigen. m Freien aufgestellten Behältern Aufnahme. Auf ver Bühne des Saales sind Fels- und Pflanzen⸗ zruppen arrangiert, Flaggen und Fahnen werden vom Saas⸗ ⸗in nüer mie zö Angsehen ver — — Lokale und pfälzische Nachrichten- * St. Ingbert, 2. Mai. Montag, den 4. Mai, findet im Stadthaussaale dahier unter Leitung es Hauptlehrers Herrn Hagenbucher für die dehrer der Kantone St. Ingbert und Blieskastel sie allgemeine Konferenz pro 1885 tatt. Zur Behandlung kommen: 1. Der gram⸗ natische Unterricht in der Vollsschule (Geschichtlicher tohorhlick · Standynnkte hor Schule und Lebrord⸗- leihen. Von Stunde zu Stunde treffen von Nah und Fern die auszustellenden Thiere, darunter die prachwollsten und seltensten Sorten Hühner, Tau⸗ ben, Enten⸗ Gänse, Kanarien⸗ und andere Sing— pögel ein, und es läßt sich jetzt schon voraussagen, daß die Ausstellung eine ebenso reichhaltige als des veranstalteten hiesigen Geflügelzuchtvereins würdige sein wird. Aus unseren Städten und der Nachbarschaft saarauf und ⸗ab darf auf starken Besuch der Geflügelzüchter und Vogelfreunde ge—⸗ rechnet werden. Der die Ausstellung bergende Garten bietet Tausenden von Besuchern Raum und selbst, was hofsentlich nicht der Fall sein wird bei ungünstigem Wetter, finden die Gaäste in ge— deckten Räumen Unterkunft. Der Restaurateur Herr Z. Grischy wird auch seinerseits bemüht sein betreffs guter Getränke und trefflicher Atzung allen billigen Wünschen zu entsprechen. Heute und morgen findet das Auspacken der zur Ausstellung gesandten Thiere statt. Metz, 29. April. Die Einbruchsdiebstähle, über die man hier seiner Zeit vermehrte Klage hört, erstredten sich heute Nacht sogar auf die Kathedrale. Beim Oeffnen des Gebäudes fand man diesen Morgen sämmtliche 8 Opferstöcke ge⸗ waltsam gesprengt und ihres Inhalts beraubt. Mag der Gesammtbetrag dieses Raubes die Summt von 40 Mt. kaum überstiegen haben, so eigneten sich die Spitzbuben doch auch noch ein Quantum bon eiwa 60 Liter Moselwein an, der in einem Gewölbe an der Krypta aufbewahrt wird. Durch letztere scheinen die Einbrecher allem Vermuthen nach in die Kathedrale gedrungen zu sein. Den Ausgang nahmen sie durch das Stephansportal an der nördlichen Langseite, das man Morgens gleich⸗ falls gewaltsam geöffnet fand. Die in den Sakri— steien verwahrten bedeutenden Werthe entgingen zum Glück den Griffen der frechen Diebe, über deren Personen bis jetzt jede Spur fehlt. f In Cannstadt probirten zwei Gärtner— gehülfen ihre neu angekauften Pistolen. Hierbei hassirte Einem das Unglück, daß sich seine Waffe entlud und die Kugel dem 18 Jahre alten Anderen in die rechte Brust ging. Derselbe sprang noch zwei Treppen hinab und stürzte dann todt zusammen. fMünchen, 29. April. Das Hilfskomite für Unterstützung der durch Erdbeben in Spanien Verunglückten hat gestern seine Schlußsitzung abge⸗ halten. Hierbei wurde bekaunt gegeben, daß das Sammlungserträgniß sich auf 33019 Mk. beläuft. f Muünchen, 30. April. (Unsinnige Wette. Der Soldat des Leibregiments, welcher kürzlich in Folge einer Wette eine Maße Bier trank, in welche um 10 Pfg. Brafiltabak geschüttet war, is nunmehr gestorben. 7 Tesgernsee, 28. April. Eine erschüt— ternde Kunde verbreitete sich gestern in den ver— schiedenen Uferorten. Der Tegernsee hat am Sonn⸗ tag Abend sechs blühende Menschenleben als Opfer zesordert. Vorgestern war nämlich dahier Markt und aus diesem Anlasse Tanzmusik im Steinmetz schen Gasthause. Vier junge Maͤnner und zwei Frauenzimmer, saämmtlich in den zwanziger Jahren fehend, hatten sich des Tags über beim Tanzt bergnügt und traten Nachts 1 Uhr in einem zwei⸗ ruderigen Kahne die Heimfahrt über den See an. Als keine von den sechs Personen am Montage nach Hause kam, nahmen die Angehörigen an, sie vürden blauen Montag machen; nachdem man iber in Erfahrung gebracht, daß sie um die er⸗ wähnte Stunde vom Tegernsee weggefahren waren, —E Tod im See gefunden haben. Wie das Unglüd entstanden ist, wird wohl ein ewig Geheimniß bleiben. F Alzey, 29. April. Eine ansteckende Krank⸗ Jeit ist untser den Hasen ausgebrochen. Dieselben sterben massenweise. Elberfeld, 28. April. Ein blutiges Familiendrama spielte sich gestern in einem Haust der Bachstraße ab. Der Trichinen-Beschauer Busch⸗ mann tödtete mittelst eines Revolvers zuerst seint Frau und dann sich selbst. Düren. Vor einigen Tagen wurde einem hiesigen Herrn, Mitinhaber einer größeren Firma durch einen Missionsgeistlichen eine ansehnlicht Summe Geldes (man spricht von 2000 und einige Mark) im Namen eines Beichtlindes als Ersaß si eine Veruntreuung übergeben. 4 Wie Wien er Blätter berichten, sind fu den Harem des Sultans 64 Velozipeds zu 2 un 3 Raͤdern in England bestellt. Die Haremswächte werden zunächst die Rad⸗Reitkunst üüben, um s dann den ihrer Obsorge anvertrauten Damen be zubringen. Paris, 29. April. In Lyon ermordeh heute Morgen ein gewisser Bassiat, der schon 19 Mal verurtheilt war und grade aus dem Gefängni kam, den Sekretär des Polizeikommissärsde Viertels Belcour. Sofort festgenommen, erklär er, daß er weder mit dem Polizeikommissär noh seinem Sekretär je etwas zu thun gehabt, daß « aber den Eid geleistet, einen Polizisten zu tödten und daß er nun den ersten, der ihm in die Händ— gefallen sei, ermordet habe. 4 Paris, 30. April. Die Schneidergesellen die heuie wieder eine Versammlung im Saale de Redoute hielten, haben beschlossen, die allgemein— Arbeitseinstellung fortzusetzen, und einen vollziehen den Ausschuß damit beauftragt, mit nachdrüclicheren Mitteln vorzugehen. Bis jetzt haben die großer Häuser in Paris, darunter „Bon Marché“ und Beile Jardiniere“ sich geweigert, auf die gestellter Forderungen einzugehen; nur 6 Häuser haben die selben angenommen. Die Polizei hat einige Vor sichtsmaßregeln getroffen, weil die Korporation au ungefähr 60,000 Arbeitern und 30, 000 Arbeite- innen besteht. Fur die Kedatlien verantwortlich: F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Ägenten Hermann Laur, St. Ingben Der kgl. Postdampfer „Roordland“ Kapitär Nickels, welcher am 18. April von Antwerpen ab ging, ist am 30. April wohlbehalten in New-Hor angekommen. oaene Ke Sonntag, 3. Mai * Abends 8 Uhr b, ffit im CaFE ODhe— 7, * MNOtIZE. X „Dem Bub', welcher Salzsaäͤure zu Tödtung von Nachbarsbdumen anwen— det zur Warnung, daß, wenn sein Garienschändereien kein Ende nehme derselbe gerichtlich belangt wird.“ Blummehl ber Pfund 20 Pfg., 10 Pfund Mk. 150 Schwingmehl per Pfund 18 Pfg.. 10 Pfund 1,7 ehn in bester Qualität Joseph IIeIIlenthal. Die erste große Geflũgel-Ausstellung Sonntag, den 3. Mai oon Atzends 8 Uhr ab Tanz · Austk Frau Julius Grewenig Sonntag, den 3. Mal von Nachmittags 3 Uhr ab Tanzmusik Veter Schweitzer. Zu vermiethen der untere Stock meines Hauses in der Kaiserstraße zu jedem Geschäft ge⸗ eignet. Geslügelzucht-VYereins Saarbrücken-St. Jehaun und Umgegend indet am 3., M. und 5. Mai er. in den Räumen des alten Casino-Gartens zu Saarbrücken des —TELäL— Zur Anfertigung von billigen u. aauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorbommenden T. VqhreISAV. statt und beehren wir uns hierzu ergebenst einzuladen. Das Aussellungs-OComité. Ohrensausen, ebelhören. — Vie vielfach mit besten Erfolge erprobten Mittel dagegen (M. 2.50) sendet Apotheker Dr. Verner in Endersbach (Württbg.) Bürger— meister Blank in Aitrang schreibt in feiner Danksagung: „Schon nach vier Tagen besaß wieder das frühere zute Gehzßütc..... — Ein braver Junge, mit guten Schulkenntnissen ausgerüstet und im Besitze guter Zeugnisse, wird als Lehrling angenommen in der Buchdruckerei F. X. Demetz. Gegen Flechten besitze ich ein vorzügliches Hausmittel für dessen sichern Erfolg ich garantire E.. Seiferet, Buchhaändler PDXMFIDIVS. dxrucðarbeiten Wer Sprachen kennt, ist reich au nennen. Das Meisterschafts-Zyüstem zur praklischen und naturgemäßen Erlernung der englischen, französischen, italienischen, spanischen und russischen Geschaͤfts- und Umgangssprache. Eine neue Methode. in 8 Monaten eine Sprache sprechen, schreiben und lesen zu lernen. A von Dr. Richard S. Rosenthal. 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Das Blatt lostet vierteliahrlich 1.4 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließliq; 0 ⸗ Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 13 8, Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einrackung wird nur dreimalige berechnet. Ae 86. Sonntag, 3. Mai 1885. 20. Jahrg. * Zur Steuerreform. Es ist bekannt, daß einer der Angelpunkte der Steuerreformen im Reiche wie den Einzelstaaten die Entlastung der übermäßig angestrengten Ge— neinden von ihren finanziellen Leistungen ist. Gegen⸗ värtig machen sich nun im preußischen Abgeord— netenhause zwei Anträge in dieser Richtung Kon⸗ urrenz, von denen derjenige der Zentrumspartei den Mehrertrag von den neuen landwirthschaftlichen zöllen, und derjenige der nationalliberalen Partei z313 Monatsrate von der Grund- und Gebäude— leuer den Gemeindekassen zuweisen will. Da man innehmen kann, daß bei diesen Anträgen von der Jarieitaktik zunächst abgesehen und dieselben einer ein sachlichen Prüfung unterworfen werden, gilt »s die finanzpolitischen Vortheile und Nachtheile er Anträge mit einander zu vergleichen. Der Antrag Huene von der Zentrumspartei jat vor Allem das schwere Bedenken gegen sich, aß die nach ihm zu überweisenden Veträge den rößten Schwankungen unterworfen sind. Diese S„chwankungen können bei ruhigen Verhältnissen is zu 100 Prozent betragen, bei außerordentlichen freignissen, wie Krieg und Mißwachs, nochmehr, die heträge sind überhaupt im Voraus nicht zu bemessen. darauf kann eine geordnete stetige Communalber. oaltung füglich nicht gegründet werden, die Com⸗ nunalverbͤude würden sich unvermeidlich auf die rößeren Beträge einrichten und kämen, wenn diese ann einmal wegfallen, in die empfindlichsten Ver— egenheiten. Ganz anders steht die Sache, wenn hnen eine feste Quote der Grund⸗ und Gebaͤude jeuer überwiesen wird. Es kommt ferner hinzu, aß die Verquickung der Communalinteressen mit er Reichszollpolitik, insbesondere mit den land⸗ vithschaftlichen Zöllen, für beide Theile gleich be⸗ enklich ist, es entsteht daraus auch die naheliegende Zesorgniß, daß die Getreidezölle immermehr erhöht ind auch unter Umftänden aufrecht erhalten werden nnten, die im allgemeinen Wohl deren Aufhebung der Ermaßigung fordern würden. Es ist ferner illgemein anerkannt, daß die Grund⸗ und Gebäude⸗ jeuer zu einer Staatssteuer überhaupt viel weniger eeignet ist, als zu einer Communalsteuer, und war aus dem Grunde, weil in der Form der ommunalsteuer die verschiedene Veranlagung in en verschiedenen Provinzen und Gegenden ausge⸗ lichen wird, weil die so sehr drüceuden Tommn— alsteuerzuschläge zu den Grund⸗ und Gebäude⸗ leuern dann gemindert werden oder wegfallen, weil adurch der Weg für eine rationelle Reform der irelten Besteuerung, namentlich unter stärkerer )eranziehung des mobilen Kapitals, gebahnt wird, und endlich, weil für die Communen Objektbe⸗ euerung des Grund⸗ und Haäuserbesitzes ohne Be⸗ dhichtigung der Steuerfahlgteit der Eigenthümer Schulden uͤnd dergleichen) sich deßhalb eher recht⸗ ertigen laßt, als sur den Staat, we die Leistungen et Commimen zu einem großen Theile vorzugs⸗ deise dem Grund⸗ und Häuserbesitz zugute kommen nd sich für Communalbesteuerung der Gedanke, Steuern nach der Gegenleistung zu normiren. diel weniger verwerflich darsteht, 'als für die — Besteuerung. Ein rauioneller Finanzte Indan muͤt die allmälige Ermäßigung, schließ⸗ N bielleicht die volisiändige Aufhebung der Grund⸗ Ordaudenteuer als Staatssteuer, als letztes Ziel —86 hahen, auf diesem Wege würde vdurch den ehiberalen Gesetzentwurf ein erster Schritt * ehen, wahrend der Antrag Huene überhaudi e weitere Verspekti⸗ i iti nung inbezug auf Ziel, Stoffauswahl, Stoffvertei⸗ Politische Ueberficht. ve und Unterrichtsbetrieb in der Werltagsschule; Deutsches Reich. ie Grammatik gy der Sonntags⸗ und dre Berlin, 80. April. Zweite Berathung des chule.) — 2. Uebung der Fallbiegung des Ding Untrags Huene im — Das Haus vortes am Satze. (Schriftliche Lehrvrobe nach den iahm nach längerer Debatte den 8 1 in der Fas⸗ unf formalen Stufen.) ung der Kommission an, wonach der auf Preußen *St. Ingbert, 2. Mai. Gestern Nach⸗ ntfallerde Betrag an Vieh. und Getreidezdslen ab⸗ nittag ereignete sich auf der Pferdekohlenbahn ober- lüglich 15. Millionen Mark den Kommunen über- ald der Halde ein sehr bedauerlicher Unglüdsfall. viesen wird. Dder 11jährige Sohn des Schmelzarbeiters Mohr Berlin, 1. Mai. Das Abgeordnetenhaus vollte auf dem Bahnlorper Kohlenabfälle sammeln. iahm in fortgesetzter Berathung des Äntrags Huene Anglüdlicherweise glitt er auf dem Schienengeleise jen 8 2 in der Fassung der Kommission an, wo⸗ n demselben Augenbliche aus, als ein beladener jach die Beträge aus den landwirthschaftlichen zug heran kam, unter dessen Rader er nun ge— Zöllen den Kreisen zu überweisen sind, mit Aus- ieth. Der Zug konnte zwar bald zum Stehen iahme in den Hohenzollerischen Landen. 83 wurde ebracht werden; doch hatte der Knabe so schwere nach dem Autrage der Kommission angenommen, lußere umd innere Verlezungen erhalten, daß an vonach die Vertheilung zu zwei Dritiel nach dem einem Aufkommen gezweifelt wird. Naßstabe der in den einzelnen Kreisen auflommen- 7, Zweibrüchen, 1. Mai. (Anglüdsfall.) den Grund⸗ und Gebaudefteuer und zu ein Drittel Ddie betannte Sitte oder Unfitte, am Vorabend zum nach der Civilbevölkerung erfolgt. Nächste Sizung FIften Mai die Thüren einzelner Hauser mit ve —S ——— Berlin, 30. April. In der heutigen Sitz ehr bedaue dabt. ing des Bundesraths soll der Reichslandler per- der etwa 14 Jahre alte Sohn des Herrn Gürtler onlich die Vorlage wegen Einschränkung der Ge- S—choll kreidete mit anderen Kameraden die Fenster⸗ chworenenzahl befüürwortet und der Bevöllmächtigte üden am Hause des Herrn Leo Groß in der on Sachsen-Weimar infolge dessen beantragt haben, KRfarrgasse an, bei welchenr muthwilligen Streich en Beschluß über diese Vorlage auszusetzen, was e von dem Besitzer überrascht wurden. Bei der lsdann geschehen ist. Die Beschlußfafsung über ierauf erfolgten Flucht der Zeichner sturzte der ie andern Vorlagen wegen der Berufung wurde unge Swcholl in der Nähe der Gambrinushaile auf wich ausgesetzt. Wie man hört, hat der Bundes s Pflaster hin und fiel fich ein Loch, in den ath auch den deutsch russischen Äuslieferungsber · dopf,. Die Verletzung des Jungen war keider eine rag angenommen »erartige, daß er nach etwa 10 Minuten in seiner Wohnung. wohin man ihn sofort getragen hatte. zerschied. Den Schmerz der armen Cliern kann nan sich natürlich denken! (3. 3.) — Herrheim a. B., 1. Mai. Eine Raiur⸗ eltenheit ist ein Traubenstock (Portugieser) im dofe des Herrn Christian Kissel 1V. dahier. Der⸗ elbe ist namlich in der ZJeit von 12 Tagen 80 Fentimeter gewachsen. Derselbe wuchs Tags da⸗ rauf von Mittags 12 Uhr bis anderen Tags Mor⸗ zens 8 Uhr 6 Centimeter weiter und wird nächster Tage Blüthe bringen. (Dürkh. Anz.) — Frankenthal, 29. April. Bei vem Brand der Kaufmann'schen Malzfabrik sind die beiden betroffenen Gebäulichkeiten. Malzfabrik und Dampfmühle, vollständig ein Raub der Flammen eworden. Die angrenzende Werkstätte des Me— hanikers Horn ist durch Einsturz der sechs Stod⸗ verk hohen Giebelmauer des Mühlenbaues zer· rümmert worden, ebenso der gegenüberliegende Seitenbau der Frau Witiwe Dupt Beim Cin— turz des Giebels sollen mehrere Personen verletzt vorden sein, darunter ein Wendelin Diehl lebens⸗ seführlich. — Der entstandene Schaden wird auf 30. bis 40. 000 Mk. geschätzt. London, 29. April. Gladstone ist der Held des Tages und der Herr der Lage. In der dor⸗ estrigen Rede hat er die ungeheuren Hilfsquellen einer Beredtsamkeit in die Waagschale des Streites ich ergießen lassen, und ganz England — darf nan sagen — sieht auf seiner Seite. wenn er den degen zieht. In Schweden wird unverdrossen weiter ge⸗ üstet — gegen wen, ist einstweilen unklar. Aus StockhoImm wird gerüchtweise gemeldet, daß die kriegsschule aufgelöst und die Schüler ihren Regi⸗ mentern einverleibt werden sollen. Die Garnisonen —A Oskar⸗Frederilsborg und Farlskrona sollen verstärkt werden. Am Sonnabend ollen fernere Mobilisirungs⸗Ordres ausgefertigt ein, welche die Grenadier-Corps von Sinaland ind des Leibregiments betreffen. Auch für das Westgotländische und Slareborg's Regimeni erwartet nan baldige Mobilisirungsordres. Die schon früher rwähnte Nachricht, daß Artillerie und Infanterie )es dritten Militärbezirkes den Befehl erhalten aben, sich zur Uebersiedelung nach Gotland fertig u halten, wird jetzt bestätigt. Nach Gotland sind ereits 100 Mann des GotaArtillerie⸗Regiments efördert. Vermischtes. *Saarbrüden. Im alten Kasinogarten serrscht jetzt reges Leben, es gilt die leßten Finrichtungen für die am Sonntag hier beginnende Beflügelausstellung zu treffen. Der große Saal ist mit langen Reihen von Käafigen angefillt, velche die auszustellenden Thiere aufzunehmen be— timmt sind. Die Kegelbahn ist zu gleichem Zwecke jergerichtet. Die Wasserdögel finden in geraumigen, m Freien aufgestellten Behaältern Aufnahme. Auf er Bühne des Saales sind Fels- und Pflanzen⸗ ruppen arrangiert, Flaggen und Fahnen werden ⸗m GSSanl⸗ ⸗in zuiherit würdige Augleben — Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 2. Mai. Montag, den 4. Mai, findet im Stadthaussaale dahier untet Leitung »es Hauptlehrers Herrn Hagenbucher für die Lehrer der Kantone St. Ingbert und Blieskastel ie allgemeine Konferenz pro 18885 tatt. Zur Behandlung kommen: 1. Der gram ⸗ natische Unterricht in der Volksschule (Geschichtlicher leborklick · Stiandynufe der Schus- und Lehror ⸗ leihen. Von Stunde zu Stunde treffen von Nah und Fern die auszustellenden Thiere, darunter die prachwollsten und seltensten Sorten Hühner, Tau⸗ ben, Enten⸗ Ganse, Kanarien⸗ und andere Sing⸗ pögel ein, und es läßt sich jetzt schon voraussagen, daß die Ausstellung eine ebenso reichhaltige als des veranstalteten hiesigen Geflügelzuchtvereins würdige sein wird. Aus unseren Städten und der Nachbarschaft saarauf und ⸗ab darf auf starken Besuch der Geflügelzüchter und Vogelfreunde ge⸗ rechnei werden. Der die Ausstellung bergend⸗ Garten bietet Tausenden von Besuchern Raum. und selbst, was hoffentlich nicht der Fall sein wird vei ungünstigem Wetter, finden die Gäste in ge— deckten Raumen Unterkunft. Der Restaurateur Herr Z. Grischy wird auch seinerseits bemüht sein, betreffs guter Getränke und trefflicher Atzung allen dilligen Wünschen zu entsprechen. Heute und morgen findet das Auspacken der zur Ausstellung gesandten Thiere statt. Metz, 29. April. Die Einbruchsdiebstähle, uͤber die maͤn hier seiner Zeit vermehrte Klage hört, erstrecten sich heute Nacht sogar auf die athedrale. Beim Oeffnen des Gebäudes fand man diesen Morgen sämmtliche 8 Opferstöcke ge⸗ waltsam gesprengt und ihres Inhalts beraubt Mag der Gesammtbetrag dieses Raubes die Summe vbon“40 Mt. kaum üÜberstiegen haben, so eigneten sich die Spitzbuben doch auch noch ein Quantum hon eiwa 66 Liter Moselwein an, der in einem Fewoͤlbe an der Krypta aufbewahrt wird. Durch letztere scheinen die Einbrecher allem Vermuthen nach in die Kathedrale gedrungen zu sein. Den Ausgang nahmen sie durch das Stephansportal an der nördlichen Langseite, das man Morgens gleich⸗ falls gewaltsam geoͤffnet fand. Die in den Sakri— fteien verwahrten bedeutenden Werthe entgingen zum Glück den Griffen der frechen Diebe, über deren Personen bis jetzt jede Spur fehlt. fIn Cannstadt probirten zwei Gärtner⸗ gehülfen ihre neu angekauften Pistolen. Hierbei haffirle Einem das Unglück, daß sich seine Waff⸗ entlud und die Kugel dem 18 Jahre alten Anderen in die rechte Brust ging. Derselbe sprang noch wei Treppen hinab und stürzte dann todt zusammen pPMunchen, 29. April. Dus Hilfskomite für Unterstützung der durch Erdbeben in Spanien Verunglückten hat gestern seine Schlußsitzung abge. halten. Hierbei wurde bekaunt gegeben, daß das Zammlungserträgniß sich auf 33019 Mt. beläuft. München, 30. April. (Unfinnige Wette. Der Soldat des Leibregiments, welcher kürzlich in Folge einer Wette eine Maße Bier trank, in welche um 10 Pfg. Brafiltabak geschüttet war, ist nunmehr gestorben. pTegernsee, 28. April. Eine erschüt⸗ sernde Kunde verbreitete sich gestern in den ver— chiedenen Uferorten. Der Tegernsee hat am Sonn⸗ —V Menschenleben als Opfer zefordert. Vorgestern war nämlich dahier Markt ind aus diesem Anlasse Tanzmusik im Steinmetz chen Gasthause. Vier junge Männer und zwe Frauenzimmer, sämmtlich in den zwanziger Jahren nehend, hatten sich des Tags über beim Tanzt bergnügt und traten Nachts 1 Uhr in einem zwei⸗ ruderigen Kahne die Heimfahrt über den See an. uls keine vbon den sechs Personen am Montage aach Hause kam, nahmen die Angehörigen an, sie dürden blauen Montag machen; nachdem man aber in Erfahrung gebracht, daß sie um die er— wähnte Stunde vom Tegernsee weggefahren waren. hatie man die Gewißheit, daß alle Sechs ihren Tod im See gefunden haben. Wie das Unglüd entstanden ist, wird wohl ein ewig Geheimniß bleiben. Alzey, 29. April. Eine ansteckende Krank heit ist unter den Hasen ausgebrochen. Dieselben jterben massenweise. f Elberfeld, 28. April. Ein blutiges Familiendrama spielte sich gestern in einem Hause der Bachstraße ab. Der Trichinen⸗Beschauer Busch⸗ mann tödtete mittelst eines Revolvers zuerst seint Frau und dann sich selbst. 4Duüren. Vor einigen Tagen wurde einem hiesigen Herrn, Mitinhaber einer größeren Firma, Zurch einen Missionsgeistlichen eine ansehnliche Summe Geldes (man spricht von 2000 und einigen Mark) im Namen eines Beichtlindes als Ersatz fun eine Veruntreuung übergeben. Wie Wien er Blätter berichten, sind fü den Harem des Sultans 64 Velozipeds zu 2 und 3 Radern in England bestellt. Die Haremswächten werden zunächst die Rad⸗ Reitkunst üben, um si⸗ dann den ihrer Obsorge anvertrauten Damen bei zubringen. pParis, 29. April. In Lyon ermorden heute Morgen ein gewisser Bassiat, der schon 19 Mal verurtheilt war und grade aus dem —X kam, den Sekretär des Polizeikommissärs de Biertels Belcour. Sofort festgenommen, erllürt er, daß er weder mit dem Polizeikommissär noa seinem Sekretär je etwas zu thun gehabt, daß e aber den Eid geleistet, einen Polizisten zu tödten und daß er nun den ersten, der ihm in die Hand gefallen sei, ermordet habe. Paris, 30. April. Die Schneidergesellen die heute wieder eine Versammlung im Saale der Redoute hielten, haben beschlossen, die allgemein— Arbeitseinstellung fortzusetzen, und einen vollziehen⸗ den Ausschuß damit beauftragt, mit nachdrücklicheren Mitteln vorzugehen. Bis jetzt haben die großen Häuser in Paris, darunter „Bon Marché“ und Belle Jardiniere“ sich geweigert, auf die gestellten Forderungen einzugehen; nur 6 Haufer haben die ẽlben angenommen. Die Polizei hat einige Vor— sichtsmaßregeln getroffen, weil die Korporation au— ungefähr 60,000 Arbeitern und 30,000 Arbeiter innen besteht. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demeh Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Noordland —X Nickels, welcher am 18. April von Antwerpen ab ging, ist am 80. April wohlbehalten in New⸗Por angekommen. Sonntag, 3. Mai oon Abends 8 Uhr ab. Freinusik im Casé Oberhauser. — A O t iĩ Zo 3 „Dem Bub', welcher Salzsaure zu Todtung von Nachbarsbaumen anwen det zur Warnung, daß, wenn sein Garienschandereien kein Ende nehmer derselbe gerichtlich belangt wird.“ Blummehl ber Pfund 20 Pfg. 10 Pfund Mk. Ls Schwingmehl per Pfund 18 Pfg., 10 Pfund 117 empfiehlt in bester Oualitaãt Joaeph IICIIenthal- Al 77 Die erste große Geflügel -Ausstellung Sonntag, den 8. Mai von Abends 8 Uhr ab Tanz · Ausik Frau Julius Grewenig Sonntag, den 3. Ma von Nachmittags 3 Uhr ab Tanzmusik ʒꝛeiPeter Schweitzer. Zu vermiethen der untere Stock meines Hauses in der Kaiserstraße zu jedem Geschäft ge eignet. L. Vogels ang. Ohrensausen, ebelhören. — Vie vielfach mit besten Erfolge erprobten Mittel dagegen (M 2.30) sendet Apotheler Pr. Werner in Endersbach (Würtibg). Bürger meisster Blank in Aitrang schreib in seiner Danksagung: „Schon nach vier Tagen besaß wieder das frühere zute Gehör.“ Ein braver Junge, mit guten Schulkenntnissen ausgerüstet und im Besitze guter Zeugnisse, wird als Lehrling angenommen in der Buchdruckerei ß. ã. Semes. Gegen Flechten besitze ich ein vorzügliches Hausmittel für dessen fichern Erfolg ich garantire I. Seitert, Buchhandler —J———— des Geslügelzucht-Vereins Saarbrücken-St. Johann und Umgegend findet am 3., M. und 5. Mai er. in den Räumen des alten Casino-Gartens zu Saarbrücken —ILLUVE statt und beehren wir uns hierzu ergebenst einzuladen. Das Aussellungs-Comit6. Zur Anfertigung von billigen u. aauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkor enden —— —— —— * — Jxrveoxkarbeiten — — Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen. Das Meisterschafts-Zystem jur praklischen und nalurgemüßen Erlernung der englischen, französischen, italiemschen, spanischen und russischen Wefchäfts⸗ und Umgangssprache. Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Spiache sprechen, schreiben und lesen zu lernen. A u m SEIPRB:IVUPMDLGCETICHIt vou Dr. Richard S. Rosenthal. Englisch — Französisch — Spanisch komplet in je 15 Lektionen à 1 M. — Italienisch und Russisch kom!set in je 20 Lieferungen à 1 M. Schlüssel dazu à 1 M. 50 Pfg. Probebriefe allet 5 Sprachen 4 50 Pfg. portofrei. Reipzig. Rorenthalenehe verlagshandiung. empfiehlt sich dio Buch- undt Steinaruckerei F. X. Dometz Verlag ãct Igberier Anseigor) 8t. Ingbert. — — Unserer heutigen Rumme liegt fuͤr alle unsere Abon⸗ nennten eine Ilustrierte Ppreislisted pfeisenfabrit M. Schreiver de neferant Sr. Majestät des gonigs vo Spamien bei, worauf wir besonder aufmerksam machen.. 4 —— Son aaαιιιιν Mrä—. 5.· — — — ——— 7—— — IAScca von F. x. demet in St. Ingbert. St. Jugherter Amzriger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. )er „St. Jugberter nzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Dornerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ glatt und Sonuntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 , einschließlich o ⸗Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 s, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I8 ⸗, NReclamen 30 4. Bei maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M S7. Montag, 4. Mai 1885. 24 man möoglichst einen anständigen Cha— Politische Uebersicht. Rrakter wahren wolle. Die Zeitung äußert Die Königin von England hat am edoch noch Zweifel, ob die Situation in dieser zreitag Abend von Darmstadt aus die Rüdreise ubbedingt günstigen Weise schon jetzt aufzufassen ach London angetreten. ei; nun, hoffentlich darf man dies und auch der Umstand, daß dem Emir von Afghanistan das ssroßkommandeur⸗Kreuz des Sterns von Indiens englischerseits verliehen worden ist, hat weiter nichts zesonders Beunruhigendes an sich. — — Bie aus Brüfssel gemeldet wird, begibt sich er Vizepräsident der Internationalen Afrikanischen zesellschaft, Oberst Strauch, demnächft behufs Aganisirung des Kongostaates, nach dem Kongo. - Die soeben erschienene Mai⸗Nummer der Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik“ pill „aus verläfsiger Quelle“ erfahren haben, daß dapitan Hanssens nicht dem Fieber erlegen, ondern von einem weißen Bedienstelen der Inter⸗ ationalen Afrikanischen Gesellschaft ermordet wor⸗ en sei. Aus Swaziland (öostlich von der Trans— zaal⸗Republik gelegen) ist, der neuesten Kap⸗Post »om 8. April zufolge, eine Meldung eingegangen, »aß der Koͤnig auf Anreizung eines Deutschen, Ramens Fells, eine große Anzahl seiner Häupt⸗ inge tödten ließ. Der dafür angegebene Grund oll sein, daß die Häuptlinge einen Theil von woziland an einige Transvaalsche Buren abge⸗ reten hätten und der Konig in Folge dessen dar⸗ —AV daß er von den Zuren dieselbe Behandlung erwarten dürfe, wie fie dinizulu in Zululand zu Theil geworden sei— die so viel Aufsehen erregende Be— aubung der deutschen Kutter „Diedrich“ und „Anna“ durch englische Schiffer hat jetzt sie gerichtliche Ahndung gefunden. Vom 6e hworenengerichte zu Ipswich sind von den hierbei etheiligt gewesenen englischen Seeleuten drei zu 2 und fünf zu 8 Monaien Zwangsarbeit verur⸗ heilt worden, auch drohte der Richter im Wieder⸗ volungsfalle Zuchthausstrafe an. In Deutschland vird man über diesen Wahrspruch der englischen Jeschworenen ficherlich nur Genugthuung empfinden. Deutsches Reich. Berlin, 1. Mai. GReichstag.) Der Gesetz nnwurf, betreffend die Ausdehnung der Unfal⸗ ind Krankenversicherung, wurde bis 812 inklusive 'ast durchgängig nach der Regierungsborlage ange⸗ rommen. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 8. Maĩ. Die „Nordd. Allg. — zoͤrl, daß der Abgeordnete Lingens sich nach Rom begeben habe, um im Auftrage der Herren Nelchers und Dr. Windihorst mur der Furie zu verhandeln. Es verlaute, die Verhand⸗ ungen würden fich auch auf Ueberweisung der in Deutschland für die Errichtung einer Univerfitat in Fulda gesammelten Gelder an denjenigen Fonds »eziehen, welcher für die Begründung einer Um— versität in Salzburg bestimmi isi. Auslaud. Antwerpen, 2. Mai. In der Festhalle »es Ausstellungspalastes fand heute Nachmittag die eierliche Eröffnung der Ausstellung statt, welcher as Königspaar, Graf, Gräfin und Prinz Balduin yon Flandern. sammtliche Minifter. zahlreiche Mit⸗ llieder des Senats und der Kammer und die di⸗ lomatischen Vertreter der fremden Mächte bei⸗ vohnten. Der Ausstellungspräsident Lynen dankte n einer Ansprache dem Koönig für die Foͤrderung »es Ausstellungszweckes, ebenso auch den Vertrelern )er fremden Mächte und des auswaͤrtigen Komitoͤs aie durch fordernde Thätigleit zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Der Konig erwie⸗ erte mit besten Wunschen für den Erfolg der Aus⸗ teslung. Nach einem von 1400 Sängern ausge⸗ ührten Fesigesang erklärte der König die Ausstellung ür eroͤffnet. Paris, J. Mai. Eine Depesche General zriere's beftätigt, daß die Chinesen Langqson ge⸗ aumt haben. Die Franzosen besetzten Dongsong ind Thammoi. Die Ausführung der Friedensbe ingungen schreitet regelmäßig foct. Madrid, 30. pril. Die Correspondencia »e Espana“, ein ministerielles Organ, sagt, daß ie spanische Regierung genöthigt gewesen sei, in nehreren Provinzen Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen, im dem Ausbruch revolutionärer Piäne vorzubeugen. — ihrer Hut und wür⸗ en im Stande sein, alle solche Versuche zu ver⸗ iteln. El Correo“ meldet, daß mebret⸗ Re—. die neuesten Meldungen üÜber die sghanische Frage kann man am besten mit em Boͤrsenausdrucke: „Tendenz steigend“ charalte ri⸗ ten. Es wird jetzt verschiedentlich wieder einmal „ab⸗ ewiegelt“; die Besetzung Pori Hamiltons durch die englander soll ebenso wenig wahr sein, wie diejenige Reruischaks durch die Russen, auch die Nachricht on einem englischen, resp russischen Ultimatum vird wieder dementirt. Daneben taucht immer aischiedener das Gerücht von einem Schiedsspruch züͤglich der Frage auf, ob Rußland durch das rgehen General Komaroffs das Ablommen png 7. Marz berletzt habe oder nicht. Ein gekröntes aupt Europas soll hierüber entscheiden und heißt bereits, daß England den Konig von Dänemark um Schiedsrichter in der Pendjeb· Angelegenheit ühlen werde, vorausgesetzt, daß Rußland über⸗ aupt dem Gedanken eines Schiedsgerichts zustimme. —XC verwandtschaftlichen Beziehungen er danischen Konigsfamilie zu den Hoͤfen von ondon und Petersburg ware diese Wahl auch eine hr glückliche und scheint man fich auch russischer⸗ its mit diesem Ausweg befreundet zu haben. Die Dailn News⸗ schreiben nämlich: „Die (englische) gierung wurde auf nichtamtlichem Wege omirt der Czar seiseinem Schiedsge d geneingt. weiches michnr dae alten Komaroffs oder Lumsdenz ve atheilen; sondern entscheiden solle, ob Instruitienen, welche gemäß des Ab⸗ mens vom 17. März ertheilt worden waren, is aAusgelegt wurden. Die amtliche Am— d Rußlands ist also in dise Woche zu Aen. Sobald die Einsetzung eines Schieds p acceptirt ist, werden die Grenzver⸗ jungen fortgesetzi werden“. Vollends friedlich . eine Mittheilumg der Deutschen Zeitung“ — wonach der Friede ais ge⸗ ideet zu betrachten sei. Die ganze diplomatische a die sich englischerseits noch jetzi vollziehe, iglich eine Rückzuasbewedüngver 20. Jahrg. haftungen in Chartagena, Pamplonag, Saragossa, Logrono und anderen Garnisonen vorgenommen vorden seien, daß aber die Polizei nicht im Stande jewesen, der Generale Maria und Villacampa jabhaft zu werden, welche als die wahrscheinlichen Führer der Bewegung angesehen würden. Romero dobledo versicherte, daß die Regierung jede Ruhe⸗ törung mit Strenge unterdrücken werde, und daß seine Wachsamkeit Zorilla's Pläne zu Nichte ge⸗ nacht habe. Die Mehrzahl der Blälter jedoch und die politischen Kreise im Allgemeinen messen dieser Sache wenig Bedeutung bei, und in allen Garni— onen herrscht gegenwärtig vollkommene Ruhe. — — Das politische Interesse konzentrirt sich gänzlich auf die bevorstehenden Munizipalwahlen. Nicht veniger als funf gewesene Minister, worunter drei inisterpräsidenten, werden in Madrid als Kan⸗ idaten in Oppofition zu den Regierungs⸗Kandidaten nuftreten. London, 2. Mai. Die Konigin ist heute Abend aus Darmstadt in Windsor vieder einge⸗ roffen. Solale und pfaälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 4. Mai. Wie wir hoͤren, ind die Verletzungen des Knaben Mohr — iehe vor. Nr. — zum Glücke nicht so schwer als s anfanglich schien. Der Knabe erlitt einen Bruch des linlen Oberschenkels, befindet sich jedoch, den Ver⸗ zältnissen entsprechend, sonst ganz wohl und ist so⸗ nach als außer Lebensgefahr zu betrachten. * Gestern wurde in Oberwürzbach der dortige Schulverweser Reiß wegen Sittlichkeits⸗ dergehen verhaftet. - Aus der Pfalz, 30. April. Bezüglich des im jenseitigen Bayern herrschenden Lehrerüber⸗ Zufses wird von dort geschrieben: In allen baye⸗ ꝛischen Kreisen diesseits des Rheines gibt es noch von den letzten Seminar · Austritis · Prufungen her eine Menge Schulpraktikanten, die sehnlichst auf Anstellung warten. In der Pfalz ist dagegen noch Lehrermangel, und deßhalb will ein Theil nittelfrankischer Praktikanten jenseits des Rheines im Verwendung einkommen. Wie man hört, steht die mittelfränkische Regierung dieser Auswanderung nicht im Wege. — Kaiserslautern, 30. April. Die derren Direltor Spatz und Historienmaler Subic yom pfalzischen Gewerbe-Museum find nach Ant⸗ verpen abgereist. Dieselben leiten auf der dortigen nternationalen Industrie: Ausstellung unfer Assistenz ines Baupolirs, eines Malers und Schreiners, ämmtlich vom pfälzischen Gewerbe⸗ Museum, die Ausstellung und deren decorative Ausstattung von den Firmen Gebr. Stumm (Neunkirchen) Rud. Boding & Co. (Hallberger Hüttenwerke) und Balzwerke Dillingen. welche sich auf der Ausstel⸗ ung zu einer Gruppe vereinigen. — In Jakobsweiler wurde die ledige —X erhängt aufgefunden. — Hochspeyer, 30. April. (Unglüdsfall.) deute Vormittag zwischen 8 und 9 Uhr vurde das 3 Jahre alte Soöhnchen des Herrn Bahnmeisters xẽ᷑duard Fra uer von hier bein Herabfallen von uchenen Kloöͤtzen derart beschädigt, daß es sofort eine Leiche war. Das arme Kind folgte so seinem dor kaum einem Jahr verstorbenen Schwefiercheu. — Der Kanzler trinkt auf“s Wohl der Pfalz am Rhein! Dem Fürsten Bis⸗ narc haben zu seinem 70. Geburtslag bekannilich inige Weinqutsbesiter des mittleren Tehirgen Sammlung ihrer edelsten Weine dargebracht. Gestern lief nun das folgende Dankschreiben ein: Berhin, 28. April 1885. Eure Hochwohlgeboren und Ihre liebenswürdigen Freunde aus der Pfalz haben mich durch Ihre reiche Sendung edler Weine uͤnd die damit verbundenen Glückwünsche zu meinem deburtstage sehr erfreut. Ich bitte Sie. den Aus · druck meines verbindlichsten Dankes dafür entgegen⸗ zunehmen und werde mir erlauben, das erste Glas auf Ihr Wohl und ouf das der gesegneten Pfalz am Rhein zu leeren. v. Bismarck.“ — An den bayerischen Landtagsabgeordneten Herrn Dr. A'g. Deinbard in Deidesheim. Verun ischtes. Dem Generaladjutanten des Königs von Württemberg, v. Spitzemberg, ist auf der Reise von Nizza nach Genua ein unangenehmes Abenteuer zugestoßen. In einem kleinen Koffer führte Herr v. Spitzemberg seine Orden und außer⸗ dem kosibare Hochzeitsgeschenke. welche der König und die Konigin fuͤr seine Tochter und die Prinzeß Ienburgdemnt hatten, mit sich. Man kann ich die Ueberraschung des Generals denken, als er dei seiner Ankunft in Genua die mißliche Ent⸗ deckung machte, daß jener Koffer verschwunden war. Es wurden sofort die umfassendsten Nachforschungen angestellt. aber umsonst. Der Koffer ist bis heute noch nicht wieder herbeigeschafft. 7Sprachreinigung für Wechsel⸗ formulare. In einem solchen, den „M. N.“ borliegenden Formulare heißt es: statt 3 Monate dato“, 3 Monat ab heute“, statt ‚Prima Wechsel“, „Erst Wechsel“, statt „un die Ordre“, „an die erordnung“. Ferner steht auf diesem Formulare statt oben links der Domizilort des Ausstellers, — hder Rame und Wohnort des Bezogenen und wo die letzteren Bezeichnungen auf allen anderen Formu⸗ taren fich befinden, also links unten, befindet sich in dieset Stelle die Wechselsumme in Ziffern aus⸗ jedrückt. Interessant ist noch, daß sich die betr. Ausfteller nicht ‚ Nüller u. Co“, sondern „Müller ind Genosse“ zeichnen. Auch ein dortschritt! Halle a. d. S., 2. Mai. Die „N. Pr. Zig.“ meldet: Gestern Abend und in der Nacht sablreiche Gewitter in Sachsen, Thüringen und den Harzländern. In Oppin wurden Z3 Personen durch Blitzschlag getödtet. Ein Wolkenbruch zerstörte auf der Eisenbahn Halle-Aschersleben den Bahndamm hei Könnern; der Verkehr ist unterbrochen. Ver⸗ chiedene Feuersbrünste infolge Blitzschlags. FEssen, 2. Mai. Herr Dr. med. Berghaus hier, einer der tüchtigsten und beliebtesten Aerzte unserer Stadt, erkrankte kürzlich nach der Behand⸗ lung eines Typhuskranken an derselben Krankheit und erlag dieser bald trotz aller Pflege. Kurz da⸗ rauf erkrankte der Sohn des Verstorbenen, ein ZStudiosus der Medizin, die beiden Aerzte, der Kur⸗ scher und die Diabonissin, die den, Verstorbenen gepflegt. Der Sohn starb nach wenigen Tagen. hin solgte der Kutscher und vor drei Tagen siarb einer der behandelnden Aerzte, Herr Dr. Dieckens. A J —RI I von — 37 an heute ab ist die Schmitt, Schmelzarbeiter; 4. e Bade-Anstalt — nacher in St. Ingbert, jetzt Bergmann — Locust Dale, Schuylkill County, jeden Tag von 6 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends geoͤffnet u Staat Pennsylvanien in, Nordameriko bittet um geneigten Zuspruch vohnhajt; 5. der einzige und Reprä⸗ sentant des zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen und verstorbenen Sohnes Jacob Bleif, lebend Bergmann, rzeugt mit der hinterbliebenen Katha⸗ »ina Heinrich, gewerblos, jetzigen ẽhefrau von Jacob Menges Schmelzarbeiter, Namens Jaco Bleif, minderjahrig, gewerblos wel ˖ her seine Mutter, genaunte Katharing Zeinrich zur gesetziichen Vormünderin. deren jetzigen Ehemann zum Mitvor— mund, und Jacob Bleif, Bergmam und Wirth zum Nebenvoruund hat. — Alle, wo nicht anders angegeben, i St. Ingbert wohnhaft. — St. Ingbert, den 4. Mai 1885. KFemmer, 1 t. Notar. — Holze— Kohlentransport. Nun ist auch die Diakonissin an derselben schred. lichen Krankheit verstorben; die Dame war erst vor jzurzer Zeit nach Essen in die sog. Huyssen · Stiftun gekommen. So schredliche Folgen einer unn erkrankung dürften selten zu konstatiren gewesen sein (Eine theuere Flasche Welnj Auf dem Freimaurer ˖ Vazar in Hamburg bezahl⸗ ein Herr am Buffet für eine verabreichte Flajche Wein drei Bankbillets à 1000 Mark. Theueret ist wohl selten eine Flasche Wein 'bezahlt worden Wien, 1. Mai. In der verflossenen Nech um 1207, Uhr wurde in Nieder⸗ und Ober-Oestet reich, Salzburg und Steiermark ein ziemlich hef tiges Erdbeben wahrgenommen. In Kindberg Bezirk Bruck, in Steiermark, wurden viele Häuse deschädigt und ist eine Person getödtet worden. Das Schulhaus ist derart erschüttert, daß die Schule ge⸗ chlossen werden mußte. In Mitterndorf und Wartberg (Steiermark) drohen die Wohnhäuser mit dem Einsturz. F Die Pariser „Gesellschaft“ hat sich an Ddonnerstag zu einem großen Wohlthätigkeitsfeste an welchem sich die vornehmsten und die reichster Ddamen der Pariser Gesellschaft betheiligten, ba einigt. Das Komité der „Oeuvre de Charité ma- ternelle“ hatte für den Bazar das Ausstellungs lotal des Kunsthändlers Georges Petit gemiethet, in welchem des Abends noch ein Konzert stattfinden follte, dessen Programm für die vornehme Well zar verlockend klingt. Die Gräfin v. Talleyrand⸗ Heérigord und Frau Conneau, die Wittwe des deibarztes Napoleon's III., produzirten sich al Zängerinnen, die Fürstin Braucobvan am Kladier wahrend eine „Symphonie burlesque Trägerinner ind Träger der ersten Namen des Landes vereinigte Fine Gräfin Blacas handhabte den Triangel, Gräfinnen Gontant und Chevigno waren mit den slappern, Gräfinnen Castries und Moustiers mit den Peitschen betraut, der Graf v. Cosso⸗ Brissu spielte das Hifthorn, der Marquis v. Castellan und der Herzog d. Mouchy bliesen die Rohrfloöten, de Graf Divonne hatte den Glöckchenhut in Bewegun— zu setzen, der Marquis de Noailles war der Kudut der Graf de, Rarbonne die Nachtigall, der Gea Fmanuel d'Harcourt, das einftige Faktotum de Marschalls Mac Mahon, batie die Trompete zud cheili erhalten. Für die Redaktion verantwortlich: tc. X eme: — Speyer, 1. Mai. Die Krankenkasse des pfälzischen Feuerwehrverbandes hat in den Jahren 1882 bis 1888 an Unterstützungen 1078 Mark bezahlt. Unglücksfälle kamen wãährend dieser Zeit 22 vor, und zwar 17 bei Bränden und 5 bei ebungen. Seit dem Jahre 1873 leistete die Kasse Unterstützungen im Gesammtbetrag von 5598 Mt. — Speyer, 1. Mai. Ein starkes Gewitter entlud sich gestern Nachmittag über unsere Stadt und machte sich an mehreren Stellen unliebsam be⸗ merkbar, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. Soweit der „Sp. Ztg.“ bekannt geworden, fuhr cin Blitzstrahi von der Spitze des hinteren Dom⸗ hurmes die obere Gaube hinab und beschädigte das Dach ziemlich erheblich. Am Altpörtel wurde der Allacm-Apparat zerstört; das Relais und die Blitzplatte sind stark abgebrannt. Am Bahnhof schlug der Blitz in die Telegraphenleitung und schleuderte einen Isolator herad und am städtischen Postgebaude wurden die Drähte beschädigt. Der das Gewitter begleitende, lange anhaltende Regen hat Wiesen, Felder und Gärten gar sehr erquickt. — In Rheinzabern faßen zwei Raben vereinzelt auf zwei am Kohlenlager stehenden Ka⸗ stanienbäumchen. Da kam dom Dorfe her in einer Ackersfurche eine schwarze Katze geschlichen. Als dieselbe sich den Bäumchen näherte, flogen die heiden Raben pfeilschnell auf die Katze herab. Es entspann fich nun ein minutenlanger, sehr ernster Kampf. Die Raben hieben wüthend auf die Katze ein, so daß diese jedenfalls unterlegen wäre, wenn nicht durch Handeklaischen die Raben verscheucht · worden wären * * eitation. Dieustag, den 19. Mai 1885, Rachmittags 4 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirihschaft don Jacob Bleif. werden durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar, die nmachbeschriebenen Liegenschaften in der Steuergemeinde St. Ingbert, der Abtheilung wegen öffentlich auf Eigenthum.versteigert. naämlich: 1. Plan. Rr. 1074, 23 4 50 qm Ader in der langen Ahnung auf'm rothen Flur; 7.4 32. Plan. Rr. 4180, 14 àa 30 qui Acker in der vordern Hobelsah⸗ nung; 2 3. Plan. Nr. 4516, 15 à,. uud Plan . Plan Nr. 4517 9 4 20 am iese auf. der Spick ober der Mühl; J 1Plan. Nr. 795, 11 a 90 qm Wiese in den Großwiesen; Plan. Nr. 962. 2 50 qm Fläche. worauf ein Wohnhaus mit Zubehörden, und Plan Nr. 96b, 5 4 50 qm Pflanzgarten dabei, gelegen zu St. Ingbert auf dem Hoͤfchen neben Karl Eich und Wittwe Johann— Joseph Buhmann. Eigenthümer sind: J. Maria Best, ohne Gewerbe, Wittwe des in St. Ingbert wohnhaft gewesenen und derstordenen Bergmannes Georg Bleif; I. die Kinder und Repräsen⸗ samen des genannten verlebten Georg Bleif, aus der Ehe mit dessen hinter⸗ Fliebenen Wittwe, als: 1. Georg Bleif, Bergmann; 2. Franz Bleif, Berqgmann, 3. Kathaͤrina Bleif.— αν Aechter medicin ˖ Tobager· Auebruch st in Un, us und a Originu aMt. 3, Mk. 1,50 und Mk. —F ie ter Heren donditen Rickel St. Ingbert. Dieser Wein wird als gauz deres Stärkungsmittel für J— Zinder, Frauen und Reconbalesceu derordnet. bin ⸗ adiges Blechschmied-Werkzeug t verkaufen Aus den Gebr. Kräme rischen ba u ver — Haus. Waldungen wird für den laufendenSom⸗ — ner det Transport von circa 4000 Ctr. 57 — dolzkohlen auf dem Submissionswege F — — Ddie Submittirenden wollen ihre 8 *ñ xingaben bis Samstag, den . VWW— Mai, 12 Uhr Mittag auf demn cheine Büreau des Unterfertigten deponiren. für die Gemeindekrankenver— naͤheren Ind enhen sind *8 zu haberk herun gerer Forsthaus zu erfahren. e Qüßwetter, Oberforster. — des,„St. lngberter Anzeiger.“ Druck und Versag von F. Xx. Demetz in St. Inabert. — — — — — w vittweida —XX *— Aaoelaen· Techoie Vorcierriekt Aufnahme trei. aprii v. detopor * 2 95 — J 3.4 5325 2 5 5 —5— 525— —3332 2 5 22 — — — 22 3553828 5232325 5235322535 53553 F —252588 2253353 338 228 2222 33835 28 * 2238 8z88332 23 — — 22 * — 82 J —— —— —2 82 X *53335 252 2533823 3 * *n5552 26 235322 1253 8 22 — 532 25 —A ——4835 * 58 222 5353 8538 * 8 235 — *58 CRS 3 52232 —A— —— — 2 2 —?— — æz4 * 2 522832 — * 5 HE 22 —8272— — ——— *52 52 — —— C 526 22 5 32 552328 222 S 3 9 2 5 22 85 2* 2322535 —2 * — 22 2 * 553 —5* 8 2 — — — — * * 738 225 2 * — — 8 — 3 —2— J — F 33283 — —— 8 * —52 2. 5— — * —— 542 * 235322 — 22—8 7—E 2238 —B — 55 3352557 2284 —— —585 — 522 23352*22 25 3 3* 5535 38 *2335 23* — 25355 5*5 — 22 — S5333338 * 2 —8S52 * —— ——— 58 ——— 38 52 53525 — ?? 22 3* e — * 823 — 23—22355 —8 252 3 52 S — ——E — — 52 — 3 5 32 282 b * — — 2 —5228 337 3326352* 225 —23* „ *—ez2 2232 —S 3 —A —— 2 88 2 22 — 8 —2 EE82 F — 22337 35—8332383 — —— 2 2 5 —*2 — 355 534 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Amtsgerichts St. Ingbert. se St. Jugberter Anzeitzer“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mial wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.M 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen IM 75 L, einschließlug d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückuntzogebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 16 ß, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 20. Jahrg. S Rußlands Mission und Gebiets-Städten Garnisonen zu halten. Im Jahre 1875 mpörten sich die Kokanzen gegen ihren Khan, Erwerbungen in Asien. er die Hilfe Rußlands anrief. Nach Niederwer In dem russischenglischen Conflikte, der nicht ung des Aufftandes erhielt Rußland das nördlich oegen der afghanischen Grenze, sondern in Folge uas Syr-Darja gelegene Gebiet. Die Kokanzen, Hebenduhierschaft der beiden Großmächte in dierüber erbittert, verjagten ihren Kahn, isten entstanden ist, bietet es einen interesfsanten burden jedoch von den Russen neuerdings überwäl ⸗ mmentar zur Situation dar, einen Blick auf die igt und baten schließlich selbst 1876 um die Auf⸗ Mission und Gebietserwerbungen zu thun, welche ahme Kokands in den rusfischen Staatsverband. sußland in Asien bereits vollzogen hat. Es darf Die Unterwerfung des Gebietes zwischen dem Kaspi. bei als richtig augenommen werden und ist auch ind Aralsee begann 1869. Die Chiwesen n russischen Staaismännern und hervorragenden ollten für die Unterstützung eines Aufstandes der qhristsellern bestätigt werden, daß Rußlond in dirgisen, sowie für einige an rusfischen Unterthanen Mer Ausdehnung nach Asien nicht nach Lander- erübte Gewaltthätigkeiten bestraft werden. Bei der wwerb trachtet, sondern instinktid einen Weg zum eschützten Lage Chiwas inmitten weiter Wüsten Hellimeere, eine gute Verbinduug zur See für seine onnte aber erst 1873 der Zug gegen Chiwa unter helegenen und dem Verkehre mit den übrigen Kul- Heneral Kaufmann erfolgreich durchgeführt werden. icmachten verschlossenen Lündern sucht. Thatsache hiwa mußte nach der Einnahme seiner Hauptstadt jeja auch, daß Rußland in Afien sehr viel wecth⸗ 873 das Land am rechten Ufer des Amu-Darja oses Land in Besitz genommen hat, dessen Ver-umn Rußland abtreten. Chiwa selbst wurde gleich valtung bedeutend mehr kostet als es Einnahmen Buchara, ein vollkommen abhängiger Vasallenstaat. ringt, aber um zum Meere, zu Weltstraßen für seine Im Jahre 1880 begann infolge von Grenzräube— dinterlander zu gelangen, mußte Rußland die un- kien die Erpedition gegen die Acha Telinzen unter vinthlichen Gestade Sibiriens und die unermeßlichen Beneral Skobelew; 1881 wurde Geoktepe erstürmt und Zteppen Centralasiens in Besitz nehmen und fieht 884 fiel das Gebiet von Merw auf un vor einer weiteren Elappe nach dem indischen bdrund freiwilliger Unterwerfung an Rußland. Aean oder arabischen Meerbusen, wo das Riesen⸗ eich der Moskowiter einen Hafen erwerben möchte. zieht man ferner in Erwägung, daß es barbarische, on Nomaden, Jägern und Räubern bewohnte Ander gewesen sind, mit denen ein dem civilisirten gerkehre entsprechendes Nachbarverhältniß nicht her⸗ ustellen war, wenn man diese Barbaren nicht un⸗ erwarf, so wird man zugeben müssen, daß nicht ie rohe Eroberungspolitik, sondern die politische dothwendigkeit den Russen ihre Rolle in Asien auf⸗ edraͤngt hat. Wahrhaft erstaunlich ist es nun, welche unge⸗ eueren Landerstrecken Rußland während der letzten reißig Jahre in Asien erworben hat. Was den hebietsstand in Centralasien betrifft, so zog die ussische Reichsgrenze im Jahre 1847 vom Rord⸗ ande des Aralsees über den Unterlauf des Syr⸗ darja zum Flusse Tschu und längs desselben zum Ifft-Kul hin. Sie war gänzlich offen und infolge⸗ ꝛessen den Einfällen der benachbarten Normaden⸗ oller preisgegeben. Um eine gesicherte, natürliche hrenze zu erlangen, nahmen die Russen den Ko⸗ anzen, deren Reich sich nördlich bis zum Aralsee ind dem Flusse Tschu erstrechte, im Jahre 1852 die Stadt Perowski, 1839 Djulek, 1860 das Ge⸗ ziet südlich des Tschu, 1864 Turkestan und hier⸗ den ganzen Landstrich am minleren und oberen aufe des Syr-Darja. Die Kokanzen befestigten nun Tschemkent, von weichem Orte Turkestan be⸗ roht werden konnte. Die Russen ergriffen, um ieser Gefahr zu entgehen, die Offenssive und ero⸗ ꝛerten Tschemkent noch im selben Jahre. Da die eue Grenze unablässig alarmiert wurde, nahmen ie Russen 1865 Taschkent in Besitz. Nun aber varf sich der Kahn bon Buchara als Vertheidiger es Islam auf und zog mit 40,000 Mann gegen Russen. Eine russische Abtheilung von 8600 unn mit 20 Geschützen schlug dieses Heer südlich wr Taschkent in die Flucht und nahm Chodzeni Gegen Buchara wurde der Feldzug erfolgreich ee Die Folge war, daß 1866 Utrajube * uiset dann nach einem vom General Kauf⸗ bi —R Siege 1868 Samarkand genom⸗ 9 urden. Beim Friedensschlusse erhiellen die en nebstbei das Recht. in drei hicharischen safsung genommen, wie mit Berlin so auch mit Madrid diplomatische Fühlungen zu nehmen, welche etztere augenscheinlich auf die bekannte Gegnerschaft Zezug haben, die zwischen Spanien und Frankreich iber den maßgebenden Einfluß an der marokka⸗ nischen Küste latent vorhanden ist. Frankfurt, 4. Mai. (Ir. J.) (Colonial⸗ Anternehmungen in Süd-Brasilien. Aus Ham⸗ »urg wird uns Folgendes über die schon in der Bresse angedeuteten, aber bisher nicht naäher defi⸗ nirten Absichten des Herrn Pastor a. D. Stutzer n Goslar berichtet: Der Plan des Hrn. Pastor Ztutzer besteht darin, in und bei der deutschen Folonie Blumenau je nach dem verfügbaren Kapital inen gut gelegenen und möglichst fruchtbaren randcomplex zu erwerben, zunächst 50, 000 preu⸗ zische Morgen, später ebentuell mehr. Dieses Land ol in Parzellen gegen sofortige Baarzahlung an eutsche Einwanderer abgegeben werden; als Durch⸗ chnitt sind 100 Morgen für eine Farm angenom⸗ nen. Für die erste Unterkunft der Einwaänderer ollen einige Gebäude als Obdach errichtet werden. derr Stutzer fragt durch Rundschreiben bei Freun⸗ )en geordneter colonialen Bestrebungen an, ob sie zeneigt sind, sich darlehensweise mit Antheilen von e 100 M. bei diesem Unternehmen zu betheiligen; ine Haftung über die Antheile hinaus triti natür— ich nicht ein; jeder Antheilsschen von 100 M. vird bis spätestens 15. Aprii 1895 mit 150 M. urückgezahlt, bis dahin aber mit 6pCt. von Herrn hastor Stutzer verzinst. — In Süd ⸗Brasilien liegt nach der Ansicht dieses Herrn die Zukunft unserer olonialen Bewegung und es ist sein Wunsch, die⸗ elbe organisiren zu helfen; er wird deshalb zum Zwede der nöthigen Vorarbeiten demnächst auf nehrere Monate nach Brasilien reisen, — falis die erforderlichen Mittel für das Unternehmen beschafft verden koͤnnen. Herr Stutzer bezieht sich auch auf ie ausgesprochene Billigung des Planes durch den Begründer jener deutschen Colonie. Herrn Dr. H. Blumenau. Volitische Uebersicht. Deutsches Reich. Muͤnchen, 3. Mai. Die Vertretung Bayerns m Bundesrathe bei den Verhandlungen über die justizgesetznobelle wird durch den bayerischen Ge⸗ andten Grafen Lerchenfeld und Ministerialrath zrhrn. v. Stengel auf Grund des im Justizministe⸗ ium von Ministerialrath v. Kastner ausgearbeiteten seferates wahrgenommen. Letzterer ist durch ein vehörleiden an dem Besuche der Bundesratbsber⸗ jandlungen verhindert. Berlin, 4. Mai. Das Abgeordnetenhaus iahm den Antrag Huene in dritter Lesung nach sen Beschlüssen der zweiten Lesung an und geneh⸗ nigte das ganze Gesetz mit 233 gegen 86 Stim⸗ nen. Der Finanzminister hatte erklärt, von dem Zustandelommen des Gesetzes sei die Bewilligung »er Zölle abhängig gemocht worden. Würden die zölle bewilligt, so werde die Regierung das Gesetz, vie es aus der zweiten Lesung hervorgegangen sei, mnehmen. * Man schreibt dem „Berl. Tag ebl.“: Das efreundete Verhältniß Deutschlands zu Italien, das ürzlich durch die Sprache eines Theiles der italie⸗ nischen Presse anläßlich der Interpellationen der ömischen Kammer über das italienische Engagement n Egypten und dessen Rückwirkung auf die Mitiel⸗ neerfrage nicht in bester Beleuchtung erschien, ge⸗ angt neuerdings zu lebhaftem Ausdruck durch einen egen Depeschenverkehr zwischen dem deutschen und alienischen Kabinet. Mancini's jüngste Erklär⸗ ingen, daß Italiens Verhältniß zu Deutschland ein ehr befreundetes sei, haben in Berlin angenehm erührt. So lange Italiens Aktionen im Einver⸗ tändniß mit dem Zweikaiserbündniß erfolgen, wird deutschland keinen Grund haben, den auf die virksame Wahrnehmung hochbedeutender Interessen n Mittelmeer gerichteten Bestrebungen Italiens —chwierigkeiten zu bereiten. Die Frage, ob Italiens Bünsche in den älteren Interessen der Türkei in gypten berechtigtem Widerstand begegnen, scheint n jenem Gedankenaustausch erörtert zu werden. edenfalls hat man in RNom qleichzeitia Veran—⸗ Auslaud. London, 4. Mai. „Daily News“ zufolge st die Antwort Rußlands auf die Depesche Gran⸗ zille's am Samstag Morgen hier eingetroffen und im gleichen Tage Nachmittags in einem Kabinets⸗ rath erwogen worden. Ueber die Antwort habe nan sich bereits am Samstag prinzipiell geeinigt, die formelle Beantwortung erfolgte heute. Ton ind Inhalt der russischen Depesche sei versoͤhnlich, ie Antwort Granville's werde ebenso versöhnlich ein. Die russische Depesche sage, der günstige Zindruck, den der Kaiser und die Minister aus )em telegraphischen Resum von Granville's Depe⸗ che vom 25. April gewonnen, sei nach Prüfung )es Inhalts noch verstärkt worden. Granpville jatte am Samstag nach dem Kabinetsrath Audienz dei der Loͤniain. die Untersuchung,schlagender Wetter“ var belanntlich vor einiger Zeit vom Minister der ffentlichen Arbeiten einer sogenannten „Wetter⸗ dommission“ übertragen worden, und diese hat in er vorigen Woche in Aachen eine Berathung jehalten. Ueber die Arbeiten der Kommission und ils schließliches Ergebniß derselben wird dem „Verl. Tagebl.“ aus Aachen, 26. Apbril, folgendes ähere geschrieben: Es handelte fich in erster Linie um äaußerst nieressante Versuche im elektrischen Laboratorium des hiesigen Polytechnikums, welche auf Veranlass⸗ ung dieser Kommission durch Professor Wüllner ind Dr. Lehmansn ausgeführt wurden, und welche ine Prüfung der Einwirkung von glühenden Drähten und elektrischen Funken auf ein künstlich Jergestelltes Gemisch von schlagenden Wettern, das zus neun Theilen leichtem Wasserstofsgas und 91 Theilen atmosphärischer Luft bestand, zum Zweck qatten. Es konnte dabei die erfreuliche Thatsache lonstatirt werden, daß zur Eutzündung solcher schlagender Weiter eine sehr hohe Temperatur er⸗ forderlich ist. da Kupfer⸗, Silber und Eisendrähte abschmelzen, ohne daß fie zünden, wahrend man mit meist glühendem Platindraht jedesmal eine Ent⸗ zündung hervorrufen konnte. Elektrische Funken nüssen ebenfalls von besonderer Stärke sein, wenn ie eine Explosion jenes Gemisches bewirken sollen. Nach Ansicht der Kommission wurde durch diese Verfuche als festgestellt erachtet, daß die gebräuch⸗ ichen Sicherheitslampen von guter Konstruktion in den meisten Fällen in entzündlichen Gasgemischen ast absolute Sicherheit bieten. Dagegen mußte die Kommission bei ihren wei⸗ eren eingehenden Verhandlungen leider konstatiren, daß die Gefahren, welche dem Bergmann durch die Schießarbeit drohen, bedeutend größer sind, als man bisher angenommen hat, und daß der in den druben borhandene Kohlenstaub ein äußerst gefähr⸗ icher Feind sei, welcher nicht nur die Exrplosionen nizündlicher Gase weiter trage, sondern im Gemisch nit ganz geringen Mengen schlagender Wetter selbst explosibel werde. Die jüngsten großen Unfälle zu Farwin und Saarbrücken sind nach der einstimmi⸗ gen Meinung der fünfzehn anwesenden Kommissions⸗ mitglieder höchst wahrscheinlich in der Weise ent⸗ standen, daß Sprengschüsse den trockenen Kohlen⸗ taub aufwirbelten und dieser dann jene Katastrophe o äußerst verhaͤngnißvoll machte. Nach langen und ernsten Erwägungen deschloß man, der Haupt⸗Kommission, welche im Ganzen aus 25 Mitgliedern besteht, eine Resolution vorzu⸗ ichlagen, daß in Zukunft in allen Schlagwetter gruben die Schießarbeit in der Kohle zu verbieten sei. Wenn auch nicht verkannt wurde, daß durch eine derartige einschneidende Maßregel die Gewinn⸗ ungskosten der Kohlen um ein Bedeutendes sich erhöhen müßten, so wurde doch auf der anderen Seite hervocgehoben, daß man unmoglich die Ver⸗ ntwortung auf sich nehmen könne, die jetzigen gefahrdrohenden Zustände bestehen zu lassen, und man glaubt, daß eine Einführung dieser Bestimm⸗ ung bei der augenblicklichen Konjunktur fich am leichtesten werde durchführen lassen. Die erhöhten Selbsikosten würden jedenfalls durch die höheren Preise, welche die eintretende bedeutende Verringe⸗ rung der Produktion mit Nothwendigkeit herbei⸗ »ühren dürfte, reichlich ausgeglichen werden. Da die wissenschaftlich iechnische Abtheilung der Wetterkommission dem Vernehmen nach jenen schwer⸗ wiegenden Beschluß einstimmig gefaßt hat, so dürfte seine Annahme in der Haupt · Kommission aum zweifelhaft sein. Unseres Erachtens würde zie Ausführung desselben auch den außerordentlichen Vortheil haben, daß die Qualität der Kohle im Allgemeinen eine wesentlich bessere würde, denn zdurch die jetzt beliebte Sprengarbeit wird eine Zertrümmeruͤng der werthvollen Stücke in hohem Maße herbeigeführt. Auch für die Heranbildung rüchtiger Bergleute und für die Hebung des ganzen Slandes würde jene Maßregei von besonders günstigem Einfluß sein. Die Kohlengewinnung dird wieder zu einer Kunst, die erlerut sein will. Zahlreiche ungeschulte und deshalb auch unvorsich⸗ uge Arbeiter, welche jetzt den Steinkohlengruben als Kohlenhauer zustroͤmen, werden in Zukunft zon diesen fern bleiben und daher nicht mehr in die Lage kommen, ihre besseren Kameraden durch deichtsinn oder Unverstand mit in Gefahr zu zringen. — — — Lokale und pfälzische Nachrichten. L. St. Ingbert, 5. Mai. Die allge⸗ meine Konfeérenz, welche gestern im Stadt⸗ haussaale dahier unter Leitung des Hauptlehrers Herrn Hagenbucher stattfand, dauerte von 9 uͤhr Vormiltags bis 1 Uhr Rachmittags. Sie war hon circa 70 Lehrern aus den beiden Kantonen St. Ingbert und Blieskastel besucht. Dieselbe be⸗ ehrten auch mit ihrer Anwesenheit der Kgl. Be⸗ irksamtmann Herr Dr. Schlagintwe itt, der — und zwei Disirittsschulinspeltoren: Die Herren Denge und Helfe,r. Zur Eröffnung snd zum Schlusse zer Konferenz sangen die Lehrer! die beiden Chöre: Dich soll mein Lied erheben“ und „Es klingt in heller Klang.“ — Nach der Konferenz verei⸗ aigte im „Holel zur Post“ ein Mittagessen die »bengenannien Herren und die meisten der Lehrer Bahrend der Tafel brachte der Kgl. Bezirksamt- nann Herr Dr. Schlagintweit auf den Kgl. stegierungspräfidenten der Pfalz Excellen z von z raund ein Hoch aus, während Lehrer Drescher Wolfersheim) auf die anwesenden Vorgesetzten toa⸗ tietrte. — Für Küche und Keller war bestens ge⸗ orgt. Um 4 Uhr trennte sich die Bersammlung n heiterer Stimmung. * St. Ingbert, 5. Mai. Von unserer Stadtverwaltung wurde in neuerer Zeit die Schlachthausbaufrage, die eine zeitlang zjanz von der Tagesordnung verschwunden war, vieder in Berathung gezogen. Vorerst soll nun eine dommission in der Angelegenheit weitere Erheb⸗ ungen pflegen. — Aus dem Bescheid des k. Consistoriums auf die Verhandlungen der vorjährigen Diöcesan- Synoden ist hervorzuheben: Mit Hinsicht auf die Haltung der Synoden wird das Consistorium die Revision des bisherigen Gesangbuches auf amt⸗ ichein Wege nicht weiter betreiben. Das Consisto- rium wird bei der zuständigen Behörde dahin virken, daß von den Standesämtern die zur voll⸗ tändigen Führung der Kirchenbucher nöthigen Data den Pfarraͤmtern zugestellt werden. Ein Antrag don Dürkheim, die decanatlichen Visitationen der Pfarreien alle vier Jahre vorzunehmen, wird ils geeignet zur Vorlage an die Generalsynode ezeichnet. Ebenso ein Antrag von Kaiserslautern iber die Behandlung der Christenlehr⸗; Versäumnisse. Demnächst sollen Anordnungen erlassen werden, da⸗ nit der Heimathsgemeinde von allen Casualien, velche auswärts an Zugehörigen vollzogen werden, imtliche Mittheilung gemacht wird. Die Enthal⸗ ung bon der Abstimmung über die Gesangpuch - ache, die da und dort vorkam, wird als unzulässig zezeichnet. Ein Antrag der Synode Speyer über Abänderung von 8 18 der Geschäftsordnung für Diocesan⸗ Synoden wird der nächsten Generalsynode zorgelegt. — Der Bericht des Pfälzischen Feuer⸗ vehr⸗Verbandes während der Verwaltungs⸗ deriode 1882/85 toustatirt eine Steigerung der vesammtleistung der pfälzischen Feuerwehren. In »en 711 Gemeinden der Pfalz bestehen 719 Feuer⸗ vehren mit 68,000 Mann. Der Verband umfaßt 12 Bezirksverbände, entjprechend den Bezirksämtern; hestrebungen zur Grüudung von Kantonalverbän⸗ en wurde unter Hinweis auf die Satzungen ent⸗ Jegengetreten. 22 Unfälle gelegentlich der dienst⸗ ichen Verrichtungen kamen, wie schon erwähnt, vor, vofür ein Unterstützungsbetrag von 1078 Mark geleistet wurde; in der letzten Periode waren es 32 Fälle mit 2228 Mark. Trozz dieses günstigeren zrgebnisses mahnt der Bericht zur größten Vorsicht dei Brandfällen und Uebungen. 166 Wehren er⸗ hielten auf Ansuchen unentgeltlich Ausrüstungsstücke m Gesammtwerthe von 17,815 Mark. Im Hin— lick auf die unglaublich rasch sich entwickelnden Mühlen-Brände beantragt der Ausschuß eine Ein— jabe an die kgl. Regierung zu richten: 1) um Uufstellung eines Kreisfeuerwehr-Iaspektors, 2) um Verpflichtung größerer und feuergefährlicher Betriebe zur Herstelung von baulichen Schutzeinrichtungen jegen Brandgefahr, Anschaffung der unentbehrlichsten Löschgeräthe, eventuell Errichtung einer Fabrik— Feuerwehr und 3) um Veröoffentlichung einer Jahres tatistik der Brandfälle. Die 8. Hauptversammlung des Verbandes findet am 14. Juni in Homburg tatt. Am 13. Juni ist Vorversammlung. Die Rechnung des Verbands ergibt bei 19,908.04 Ein⸗ rahmen einen Aktivüberschuß von 524.48 Mark; das Requisitenlager bei 26,611. 14 Vek. Eiknahmen einen solchen von 244. 46 Mt. und die Kranken⸗ asse mit 17,198. 21 Mt. einen Rest von 16,120. 21 Hit. Der Voranschlag bilancirt mit 21,818.94 Mt. — Zum Vorsitzenden der zweiten Sitzungsperiode des Schwurgerichts bei dem k. Landgerichte Z wei⸗ drücken im Jahre 1885, deren Eröffnung am Montag den 8. Jun; nächsthin staättfinden wird, vurde der kgl. Oberlandesgerichtsrath Eugen Schmidt ernannt und zu dessen Stellvertrteter der kgl dandgerichts⸗Direktor Joseph Herfeldt in Zweibrücken zezeichnet. — Das diesjährige Hauptfest des pfälzischen wangelischen Missionsvereins wird am 8. Junien domburg abgehalten. Pfarrer Haffner do Illenau (Baden) hat die Festpredigt, Decan Krie don Kirchheimbolanden den Jahresbericht J Schlußwort übernommen. Im Auftrag der — Deisionsgesellschaft wird Missionsprediger —* von Straßburg, früher Missionar in Indien, um als Vertreter der Brüdermission wird Pfarta Burkhardt von Neudietendorf Bericht erstatten. — Kaiserslgutern, 2. Mai. Durth Entschließung Kgl. Regierung der Pfalz vom 27 April 1885 sind die Bezirksamter und Distrin. schulinspektionen ermächtigt worden, denjenigen Lehrern, welche die Allgemeine deutsche Lehrervet. ammlung in Darmstadt besuchen wollen, auf Au— suchen für den 26. und 27. Mai ds. Is. Urlaut mit der Auflage zu bewilligen, daß der am Vor— rittage des letzteren Tages ausfallende Unterticht an dem nächstfolgenden Frei-Nachmittage eing. pracht werde. — Kaiserslautern, 2. Mai. Auf dem Gersweiler Hofe fand gestern ein Selbstmord statt Der Unglückliche, der die unselige That beging heißt, der „Pf. Vztg.“ zufolge, Christian Mang— weiler und ist aus Waldgrehweiler. Geistesstörun— soll das Motliv der That gewesen sein. — Dirmstein, 1. Mai. Dem „Ftranken⸗ thaler Tageblatt“ schreidt man von hier: Sei einigen Tagen ist die hiesige Vevölkerung in freudige Auftegungdersetzt und das wohl aus gütem Grunde Die Änlage einer Straßen-Eisenbahn von Franken— thal über Dirmstein nach Grünstadt, die schon wiederholt in's Auge gefaßi worden, scheint nun ihrer Verwirklichung mehr und mehr näher gerüch zu werden. Wir geben den Sachverhalt, so, wie er uns von kompetenter Seite mitgetheilt wurde kurz nachstehend wieder. Mehrere Bankgesellschaften — 'man nennt die von Mannheim, Darmttadt und Berlin — beabsichtigen auf eigene Rechnung und Hefahr eine Straßeneisenbahn zur Verbindung wischen Ludwigshafen und Grünstadt in der Weist auszuführen, daß hierdurch die volkreichen Orte Friesenheim, Oppau, Edigheim (Frankenthal), Heß⸗ deim. Heuchelheim, Dirmstein, Obersülzen — Grünstadt ins sogenannte Bahnnetz gezogen werden sollen. Mehrere interessirte Herren in Begleitung ausge⸗ eichneter Ingenieure, die unlängst wiederholt die Ztrecke bereisten, welche die projektirte Bahn durch⸗ aufen soll, haben sich in entschieden günstige Weise für die Ausführung dieses Projektes ausge prochen und gleicherzeit die Versicherung gegeben. aß falls nicht undorhergesehene Hindernisse sit enigegenstellen und ihnen die interessirten Gemeuuden bereilwillig engegenkommen, binnen Jahresfrist der Bahnbau fertig gestellt und dem Verkehre übergeben werden könne. Ludwigshafen, 2. Mai. Die ordenl liche Generalversammiung der Pfalzischen Eisen⸗ bahnen fand heute Vormittag 10 Uhr im Saalt des Direltionsgebäudes statt. Den Vorsiß führt der Präsident des Verwaltungsrathes, Hert Reich⸗ rath v. Böcking. Als vierter Gegenstand der Tages ordnung lag folgender Antrag der Verwaltung vor „Die Generalbersammlung wolle genehmigen, daß das Bau⸗ und Einrichtungskapital der Pfalzzischen Lndwigsbahn · Gesellschaft auf Grund der im Geschaft dericht? pro 1884 10 Abth Seile 20 bis * gegebenen Motivirung behufs Ergänzung der Fahr aͤpparate, sowie zur Ausführung verschiedener dring lichen Erweiterungsbauten und Herstellung don Centralweichen⸗ und Signalanlagen auf den älteten Linien der Ludwigsbahn um den Gesammtbettag pon 2,740,000 M. erhöht und die Geldbeschaffung bis zum Belaufe von 2,600,000 Mt. im Weg eines Prioritätsanlehens, für den Rest von 140000 Matk durch Uebertragung des Alktivrestes aus dem Anlehen der Ludwigsbahn vom Jahre 1880 be eritetüigt werde alles dieses in der Votau—, Hung, daß und in so weit die kgl. Staatsregitrum diesem Antrage die Genehmigung ertheilen und Jjemäß 8 26 der Satzungen und Ziffer VII d Fusionsgrundlagen die staatliche Zinsgarantie au diese Kapitalerhöhung ausdehnen ird.“ Du intrag wurde ohne Vebane genehmigt. Nach ven Turnus scheiden aus dem gemeinschaftlichen Ve waltungsrath die Herren: Reichsrath v. Boin Ludwig Freiherr v. Gienanth, RKechtsanwalt un Gutsbesißer F. A. Mahla und Baron erhd Rothschild. Die austretenden Mitglieder wurde wiedergewählt. n eew igshafen, 2. Mai. Eine scha derhafte That beging, wie der Geueralazzeg derichtet, gestern Abend die Wittwe Rurndeto auf dem Hemshofe an ihren zwei Enkeln, Mädchen im Alter von 3 und 5 Jahren, indem sie dieselben in ihrem Zimmer erbängen wollte. Durch das Heschrei der Kinder aufmerksam gemacht kamen je— doch drei beherzte Männer hinzu, sprengten die ver⸗ schlossene Thüre und schnitten die halb betäubten Finder ab. Die That geschah in einem Anfalle hon Irrsinn. Vermischtes. Neunkirchen, 1. Mai. Welch schädliche dFolgen es haben kann, Hunde auf Kinder zu hetzen, davon nachstehend ein Beispiel, das sich alle, welche diese üble Gewohnheit haben, zur Warnung dienen lassen sollten. Einsender dieses kam in einem naheliegen— den Orte in ein Haus, wo eben ein Kind, wel⸗ ches er früher als recht gesund und kräftig gekannt, von der Fallsucht befallen war. Auf Befragen heilte der Vater mit, daß kürzlich des Nachbars hund an das Kind gehetzt wurde, dasselbe am dleid gefaßt habe und das Kind, ein Gbiähriges Mädchen, in Folge des Schreckens in so hohem HFrade von der Fallsucht befallen sei, daß die An⸗ fälle täglich bis zu 13 stiegen. Das Kind ist in Folge der heftigen und häufigen Anfälle schon Jeistig und körperlich zurückgekommen und scheint einem sicheren, elenden Tode entgegenzugehen. Dieser höchst traurige Fall zeigt neben ähnlichen, schon oft vorgekommenen gewiß zur Genüge, daß aller Frund vorhanden, weder im Ernst noch im Spaß hunde auf Kinder zu hetzen. (S. u. Bl.Ztg.) Das Ergebniß der mit den Wehrpflich⸗ ligen vorgenommen Prüfung in Bayern aus dem Jahre 18883 ist folgendes: Mangelhafte Schul⸗ bildung hatten: Oberbayern 0,00 pCu., Nieder bayern 0,28 pCt., Pfalz 0,19 pCt., Oberpfalz 0.23 pCt., Oberfranken 0,00 pCt., Mittelfranken 0.05 pCt., Unterfranken 0,05 pCt., Schwaben 0.00 pCt., Durchschnitt 0,09 pCt. f In Au gsburg wurden zwei Bierpantischer zu je 200 Mk. Geldstrafe und einer derselben außerdem zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Dieselben hatten saures Bier mit kohlensaurem Natron aufgemuntert und Süßholz in Anwendung gebracht. fMünchen, 1. Mai. CVerwaltungsgerichts⸗ hos.). Die Gemeinderathswahl in Knittelsheim V. A. Germersheim, wird vernichtet, da mehrere Wahlzettel abgegeben wurden, welche nicht vom Wahlkommissär ausgefertigt waren. fMünchen, 2. Mai. Se. Maj. der König qat zur Unterstützung der durch das Massenunglüä in der Grube Camphausen bei Saarbrücken be— troffenen pfälzischen Familien 1000 Mk. aus der adinetskasse zugewendet. —München, 8. Mai. ESelbstmord.) Der gestern vom Oberbayr. Schwurgericht zum Tod xerurtheilte Raubmörder Seidl soll sich gutem Vernehmen nach gestern Abend im Gefängniß auf—⸗ jehängt haben. * fNärnberg, 30. April. Die Handels⸗ und Gewerbekammer von Mittelfranken hat sich Ner Eingabe verschiedener Buchbinder Innun gen egen den Handel der Lehrer, Pedelle u. s. w. mit Schreibmaterialien angeschlossen und ebenso be— lossen, die Petitioct gegen die Geschäfisführung der Expedition des Centralbücherverlags zu unter⸗ dützen. Die Versammlung hat ferner, da ihr eine Reihe von Verletzungen des Geschäftsgeheimnisses —X geworden sind, beschlossen, dem Ministerium auf dessen Anfrage zu ermidern, daß es wünschens werth wäre, gesetzliche Maßregeln gegen den Ver— auensmißbrauch zu treffen, obschon man sich nicht vrhehle, daß die Regelung dieser Frage schwierig ei. Schließlich wurde beschlossen, fofort Schrume thun, im Falle etwa der Reichstage den pie Andustrie so schwer schädigenden Kohlenzoll in etter Lesung annehmen wüͤrde. Gegen die Zoll— — auf Wolle erklärt sich die Versammlung oa * Nü runberg. 2. Mai. Der 4. deutsch⸗ ngelische Kirche uge sang-Vereinstag soll Anserer Stadt ain 15. und 16. September die ses abgehalten werden. Das Referat über— die unn eswusitauische Bildung der Geistlichen, Organisten in antoren“ haben Seminarinspeitor Zahnm aus oif und Professor Zimmer dud Konigsberg ibernommen. mdus Sachsen. In Irfersgrün i Vgtl. de verwittwete Dittes, eine durchaus brave ¶ ien Frau, ihrem Leben durch Erhängen nde. Sie klagte in letzter Zei häufig über koͤrperliche Leiden, aber erst durch den sie behandeln⸗ den Arzt Dr. med. Frenkel in Kirchberg erfuhr man, daß die Bedauernswerthe Ende vorigen Jahres bei Gelegenheit einer an sich vorgenommenen Hals- untersuchung einen Löffelstiel, dessen sie sich dabei bedient, unvorsichtiger Weise verschluckt hat. Die Sektion hat die Wahrheit dieser Angaben bestätigt. Welch' bange Stunden mag die arme Frau seit jener Zeit durchlebt, und welche inneren Kämpft nag sie durchgemacht haben, ehe sie zu dem trau⸗ rigen Entschlusse gelangt ist. F Beuthen, Ober⸗Schlesien, 30. April. Hiesige Lokalblätter melden: In der Nähe der Redensblickgrude bei Beuthen wohnt schon seit einiger Zeit Sommer und Winter hindurch eine Arbeiterfamilie, bestehend aus Mann, Frau und 2 Kindern, in einem Durchlaßrohr, das aum so breit ist, daß sich ein erwachsener Mensch hdineinzwängen kann. Das Durchlaßtrohr befindet sich im Eisenbahndamm und ist, wenn nicht allzu bdiel Regen herunterkommt, ganz trocken. Dor! lagert die Familie nun in der Weise, daß die Alten je an einem Ende, die Kinder aber in der Mitte sich ins Rohr schiebhen. Der Wind macht den Leuten viel zu schaffen; es wird daher di Windrichtung am Abend vorher stets genau abge— zaßt und an der Seite, von wo der Wind kommt »as Rohr mit Rasenstücken zugestopft. Spring' der Wind über Nacht um und kommt von der inderen Seite. so ist es freilich mit der Nachtruht »orbei. Der Mann äußerte, als er darum befragt vurde, warum er sich nicht eine menschenwürdige Wohnung verschaffe: „Es will uns Niemand in's Quartier nehmen.“ In der That, kaum glaubliche Zustände! FeEin,Verein unglücklich Liebender“ existirt jetzt in Dortmund. Als Mitglieder werden nur solche aufgenommen, welche zweimal unglück⸗ liche Liebe glücklich überstanden haben. Daran wird es heutzutage nicht fehlen. F Bonn. Die diesjährige Synode der Alt— katholiken des deutschen Reiches ist vom Bischof Reinkens auf den 27. Mai nach hierher einberufen worden. F Eine kostbare Sendung befand sich vo wenigen Tagen auf der Eilgut-Expedition des Kölner Centralbahnhofes. Es war dieses ein Wa— gen mit 125 Fäßchen, enthaltend geprägtes Gold, das einschließlich der Fässer ein Gewicht von etwa über 6000 Kilogr. repräsentirte. Die Sendung kam von Frankfurt a. M. vom Hause Rothschild und ging nach Lille in Frankreich. Begleitpersonal war im Zuge und auch im Wagen selbst. F Münst er (Westphalen), 30. April. Gestern Ahend gegen 8 Uhr entstand auf der Sonnenstraße und Petersiliengasse-Ecke ein Streit zwischen einem Civilisten und Soldaten, der damit endete, daß der Letztere den Ersteren mit seinem Seitengewehr durch den Hals stach. Der Tod erfolgte in kurzer Zeit. Der Erstochene war der Klempnergeselle Lerch, der »ei einem hiesigen Meister in Kondition stand. Der Thäter, ein Musketier Kaps von der 1. Komp 13. Inf.Regts., wurde in der Kaserne verhaftet fFSoldatenstädte. In Berlin ist jeder 18. Mensch ein Soldat, in Stuttgart jeder 24., in Dresden jeder 23., in München jeder 16., in Potsdam und Spandau jeder 7., in Metz jeder 3. in Ludwigsburg in Württemberg fast jeder 2. Haag. Die Verhandlungen gegen die Hiftmischerin. aus Leyden, Maria Katharino Swanenburg, Ehefrau des Johannes van der Lin⸗ den, sind beendet. Die Angeklagte ist eine Frau von gewöhnlicher Größe und mittleren Alters, ge— kleidet in Jacke und Rock, mit Umschlagetuch, weißer Zaube mit Kehlbändern, kohlschwarzen Haaren kurz, sie unterscheidet sich in ihrem Außern in NRichts von einem verheiratheten Weihe aus dem Mittelstand. Die Anklageschrift hörte sie mit un— beweglicher Miene an. die Augen niedergeschlagen und das Haupt einigermaßen gebeugt. Auf dem Tische vor dem Präsidenten stand eine große Menge dersiegelter Flaschen und Töpfe, welche die unter⸗ uchten Körpertheile der ausgegrabenen Opfer ent— halten. Aus reiner Mordlust hat die Angeklagte seit einer Reihe von Jahren Verwandte und Be— kannte mit einem arsenikhaltigen Pulver, das ein Bewürzhändler in Leyden zur Vertilgung von Wanzen verkaufte, vergiftet. Oft machte die Be— chuldigte, wenn ihre Opfer starben, scherzhafte Bemerkungen über die Leiden derselben, so daß tlar ist, daß man es hier mit einem Unmenschen zu thun hat. Das Zeugenverhör brachte über die Grausamkeit und Gefühllosigkeit dieses Weibes so bviele Belege an den Tag, daß alle Zuhörer von förmlichem Entsetzen erfaßt wurden. Wir verzichten daher darauf, in die Einzelnheiten dieses Verhörs einzugehen. Unbegreiflich ist nur, wie diese Schänd— liche so lange ungehindert ihrer Mordlust fröhnen konnte. Die Anklage konstatirt, daß die Angeklagte 23 Vergiftungen verübte, welche alle den Tod her⸗ beiführten, und 42, welche nur Erkrankung ver— ursachten. Das Urtheil lautete auf lebenslängliche Zwangsarbeit, da die Todesstrafe in Holland ab⸗ geschafft ist. F.Reapel, 8. Mai. Auf dem Vesuv haben ich 200 Meter oberhalb der oberen Eisenbahn⸗ Station zwei Krater geöffnet, aus welchen fich Lavaströme in der Richtung auf den Raum zwischen Torre del Greco und Pompbeji ergießen. F.Wozu die Asche eines Cäsaren zu teist, darüber wird aus Rom folgendes Histör⸗ chen gemeldet. Dort waren jüngst wieder einige wichtige archäologische Funde gemacht worden. Beim Ausheben des Grundes für einen Neubau nnerhalb der Porta Salaria stießen die Arbeiter auf ein unterirdisches gewölbtes Familiengrab, in welchem fieben marmorne Aschenkisten standen, aus deren Inschriften sich ergab, daß das Grab jenes der Familie der Liciniaver war. Die größte dieser Kisten, aus weißem Marmor mit reichem plastischen Schmucd gearbeitet, enthielt die Asche des Lucius Talpurnius Piso, welcher von dem römischen Kaiser Galba als Sohn und Nachfolger adoptirt und als Cäsar proklamirt worden war. Die Gruft war bisher noch nie eröffnet worden und befand X deshalb in ganz unversehrtem Zustande. Aber die Arbeiter, welche in das Gewölbe eingedrungen waren, entdeckten in denselben nebst den Aschen— tisten auch eine zwei Fuß hohe schöne Bronze⸗ statuette, und das bewog sie, ihre Entdeckung zu verheimlichen, um die Statuette verkaufen zu können, was ihnen auch gelungen ist. Sie wurde von einem russischen Sammler für 6000 Franks er⸗ worben, war aber wenigstens das Vierfache werth. Als endlich der Eigenthümer des Baugrundes. ein Signor Maraini, von der Eröffnung des Grab— gewölbes erfuhr und herbeilam, fand er die Marmor⸗ kisten schon eröffnet, und die Aschenurnen aus denselben waren bis auf eine aus orientalischem Alabaster, die aber auch geöffnet und leer war, verschwunden. „Wo ist die Asche, die in diesen Monumenten war?“ fragte Herr Maraini. „Asche ?“ erwiderte einer der Arbeiter sehr erstaunt. „Ja. Asche,“ wiederholte Herr Maraini, „wo ist sie ?* „Nun,“ gestand zögernd der Arbeiter, „es war wirklich Asche da und zwar eine große Menge; aber ich ließ mir nicht träumen, daß Sie deu mindesten Werth darauf legen würden. Und weil die Asche so weiß und sauber aussah, sammelte ich sie in einem Korbe und schickte sie meinem Weibe, damit sie daraus Lauge fuͤr ihre Wäsche mache.“ Und so mußte die Asche eines Cäsars und mehrerer römischen Patrizier von edelstem Geschlechte mehr als achtzehn Jahrhunderte nach ihrem Tode dazu dienen, das Leinenzeug einer römischen Waschfrau zu reinigen. fFLawinenstürze in Island. Die letzte Post bringt betrübende Nachrichten aus Seydisfjord, einer der Hauptstation der norwegischen Härings⸗ ischer. Am 18. Februar des Morgens stürzte bei einem rasenden Schneesturme von dem steilen Felsen „Bjölfur“ eine mächtige Lawine herab, wälzte sich über den mittleren Theil der Stad Seydisfjord und vernichtete Alles, was sie auf ihrem Wege traf. 15 Wohnhäuser, 2 Magazine, eine Menge Fischereischuppen und eine große Anzahl Fischerboote wurden fortgerissen und boul tändig zerstört. Leider sind auch 24 Personen bei dieser Katastrophe umgekommen. Kolossale Lawinen sollen übrigens noch auf verschiedenen Stellen im vergangenen Winter herabgestürzt sein; am Mönf— 'ord wurde durch eine Lawine ein Bauernhof voll⸗ iändig zerstört, wobei 3 Personen getödtet wurden. Seit dem Jahre 1834 soll kein so strenger Winter, wie der vergangene, an der Ostküste von Island geherrscht haben. fSan Francisco, 7. April. Kalifornien st nicht allein das Land der Edelmetalle, des besten Weizens, des wohlschmeckendsten Obstes und der hohen Bäume, sondern es hat sich auch im Laufe der letzten Jahre zu einem nicht zu untetschaätzenden Faktot in der Weinkultur und im Weinhaudel em. rorgeschwungen. Die kalifornischen Weine gehören eßt schon zu den beliebten Marlen in den Ressau— ranis und Hotels der Vereinigten Staaten, wenn⸗ gleich sie den edlen Saft der Reben der Rhein⸗ und Moselgegend und der Girondo noch nicht zu verdrängen vermocht haben. Welche riesigen Di mensionen der Weinbau und der Weinhandel Kali— forniens bereits angenommen haben, erfahren wir aus einer der letzten Nummer des „San Francisco Journal of Commerce“, welches in einem Artikel: Our native vines“ fich über den Umfang des Geschäfts einer einzigen, allerdings der hervor ragendsten Firma der Weinbranche verbreitet. Es gereicht uns zur besonderen Genugthuung konstatiren zu können, daß es wiederum eine deutsche Firma ist, welche sich in fremden Landen durch Energie und Ausdauer einen solch großen Namen erworben hat. Das in Rede siehende, seit 1879 etablirt⸗ Haus Lachmann u. Jocobi in San Francisco be— stzt unter anderen zwei Weinberge von nicht weniger als 360 resp. 120 Acres, auf welchen die ver— schiedensten Sorten Trauben gezogen werden. JIn dem ersten Stock eines ihrer beiden großen Lager⸗ häuser befinden sich 220 Fässer von je 3200 Gallonen Gehaltafähigkeit, gegenwärtig voll gefüllt im zweiten Stock 400 Fässer von je 650 bis 1000 Ballonen und 2 enorm große Behälter (tanks) von je 7000 Gallonen Gehalt nebst ca. 2000 Tonnen puncheons) im dritten Stock, bis zu welchem die Weine mittels Dampfkraft gepumpt werden. Im Jahre 1884 versandte die Firma 784,000 Gal— lonen Wein per Bahn und 290,000 Gallonen per Steamer. einzustellen. Der Kassirer nicht besonders geschmeichelt durch das Motiv der Einladung, steckte sich in Frack und weiße Halsbinde und erschien im Speisezimmer po er von Allen freudig empfangen wurde, denr gerade hatten drei der Gäste erklärt, daß sie ganz Hestimmi sich zu dreizehn nicht an deu Tisch gewagt zätten. In diesem Augenblicke wurde einem der Fingeladenen ein Brief mit schwarzem Rande über⸗ ceicht; er brachte ihm die Nachricht von einer olötzlichen Erkrankung seiner Frau. In Folge dessen mußte der Gast sich schleunigst entfernen. Nun varen die Gäsie wieder auf dreizehn reduzirt. Der Fassirer stand im Wege; von einem gefeierten Gaste fiel er zum unwillkommenen Dreizehnten herab Er begriff seine Situation und — ging. Der Bankier begleitete ihn unter vielen Entschuldigungen bis zur Thüre, und gerade als Beide sich endlich — EX Hausarzt! Der Bantier, von Freude darüber, daß er seinem Beamten das Unangenehme der Situation ersparen könne sadet nun den Hausarzt zum Essen und führt Nr I3 und 14 im Triumphe in den Speisesaal ẽndlich setzte man sich zu Tische; beim ersten Löffel Suppe jedoch fühlte sich die Frau des Hauses, die Awas kraͤnklich war, so schwach, daß fie einer Ohn⸗ macht nahe war und auf ihr Zimmer gebracht derden mußte. Der Hausarzt erklärte, daß die Herrin und Gebieterin nicht mehr bei Tische er⸗ cheinen könne. Also wieder Dreizehn! Und unser Kassirer der gehaßte Dreizehnte! Der flehende Blick seines Herrn zeichnete ihm deutlich seine Pflicht hor und er verschwand, um sich con amore in seiner Ztammkneipe an einem selbstbezahlten Beefsteal nütlich zu thun. — Dienstesnachrichten. Als ständige Stellvertreter des Amtsanwalt? ind im Landgerichtsbezirke Zweibrücken bei nach⸗ bezeichneten kgl. Amtsgerichten aufgestellt: Blies⸗ tastel, Waldmohr und Homburg: der jeweilige Amtsanwalt in Zweibrücken; in einzelnen unver schieblichen Fällen bei Blieskastel der dortige Bür jermeister Jakob Meyer und bei Homburg der dor sige Bürgermeister Karl Weber. Waldfischbach der jeweilige Amtsanwalt in Pirmasens; in ein⸗ zernen unverschieblichen Fällen der dortige Bürger⸗ meister Jakob Jochum. Pirmasens: der städtische Polizeikommissär Philipp Knobloch allda. St. Ingbert: der Polizeikommissär Eckerlein all⸗ da. Zweibrücken: der Polizeikommissär Hermenega Hillenbrand. Landstuhl: der Bürgermeister Josepf Anton Pallmann daselbst. Dahn: der Bürger meister Georg Keller daselbst. Ernannt wurden: Der Schulverweser Jakob Wilhelm Jung in Zweibrücken zum Lehrer daselbst. Der protest. Schulverweser Ernst Jung in Steinwenden zum Lehrer in Graäfenhausen. Da Schulverweser Michael Conrad in Kottweilet Sawanden zum Lehrer in Queidersbach. Der tath. Schulverweser Peter Heimgärtner in Göllheim zum Lehrer in Diedesfeld. Der Schulverweser Lud wig Eyer in Reiffenberg zum Lehrer in Contwwig Lehrer Joseph Ottnad in Waldfischbach zum Lehre — Trauth in Ku hardt zum Lehrer in Münchweiler. Schulverweser Franz Sattel in Schifferstadt zum Lehrer daselbst der kath. Schulverweser Jakob Stattmüller z Ensserthal zum Lehrer in Thaleischweiler. Schul⸗ verweser Heinrich Guth in Lambsheim zum Lehre daselbst. Der interim. Verweser Adam Schwar, in Iggelbach zum Schulverweser in Oppau. Schul verweser Joseph Roz zu Rockenhausen zum Lehta in Obermoschel. In den bleibenden Ruhestand wur— den versetzt: Lehrer Kern in Nußdorf unte Anerkennung seiner langjährigen, treuen und eis rigen Dienstleistung. Der prot. Schullehrer Jaboh Wilhelm Hessert von Freisbach. Lehrer Philibl Wendel in Reipoltskirchen. Zur Strafe entlassen: Schulverwesen Ouo Lehmann in Freiusheim. Der inlserim. Schulverweser Georg Tratzmüller in Obernheim seirchenarnbach. Erledigt. Die im Amts- und Dekanats bezirke Speyer gelegene katholische Pfarrei Fuß goönheim mit einem fassionsmäßigen Einkommen don 3189 Mtk. 36 Pf. Endtermin für die Ber verbung: 23. Mai 1885. Fur die Redallion verantwortlich: F. X. Demeß. Das Geheimniß eines gesunden Korpers besteht darin, daß man Stdrungen in demselben vorbeugt, wozu die wärmere Jahreszeit sid besonders eignet. Man nehme eine Zeit lang die anerkann porzuglichen Apotheler R. Brandt's Schweizerpillen und man wird mit einer täglichen Ausgabe von 6 Pfennigen de obigen Zweck volllommen erreichen. Erhältlich in de Apotheken. Man achte genau darauf, daß jede Schacte als Etiquett ein weißes Kreuz in roihem Grund und de Ramenszug R. Brandt's mägt. f Es ist eine betannte Sache, daf „Dreizehn bei Tische? selbst sonst vorurtheilslosen Leuten den größten Schrecken einjagen und den besten Appetit verderben können. Diese verhäng nißvolle Zahl gab Anlaß zu einem recht heiteren Geschichtchen, das sich vor Kurzem in dem Hauste ines der ersten Berliner Finanzbarone abspielte. Die anwesenden zwölf Gaste wollten eben zu Tische gehen, als plößzlich ein alter Freund ins Haus brach, der sich ohne Umftände selbst zu Tische ind. Es war nicht möglich, ihn loszuwerden, und doch: dreizehn bei Tische bedeutet den Tod eines Tafelgenossen! Man suchte nach einem Vierzehnten Der Banquier degab sich hinunter in sein Bureaur und fand noch seinen Kassirer daselbst beschäftigt. Nach kurzer Erklärung des Sachverhalts drängte er seinen Beamten, sich als Gast beim Diner oben Holzversteigerung aus Staatswalduugen des kgl. Forst deviers Neuhäusel. Sonnenschirmen Gegen Flechten besitze ich ein vorzügliches Hausmue für dessen sichern Erfolg ich garantire I. Seitært, Buchhandle COILD VS. Am Mittwoch den 13. Mai 1885, Nachmittags 1 Uhr zu Rohr hach bei Wirth Glaser. 22 Eichen Wagnerstangen. 25 Sier Eichen Stiefelholz (Roller 3d00 , Buchen Scheitholz 2. Cl. 8008, Prügel 1. u. 2. C 124 , Birken Scheit u. Prügel 2388 , bersch. Scheit⸗Prügel⸗u Krappenprügel. Näheres enthalten die Affichen. Neuhäusel, den 4. Mai 1885. Der kgl. Oberfoörster Moer;chel. ⸗empfieblt in großer Auswahl zu den billigsten Preisen Sermann Laur, Schuhbändler. IXX Ein Wort an Alb wesche Fi gmgzosisch. —ãA— nisch, Russisch oder Spanisch wirlhe nacj sprechen lernen wollen. Grali und franco zu beziehen durch die Roßenthal sche Verlagshandlung Leipzig. Ken Postdampfer der — — Star Lüñne ahren von Antwerpen jeden Samstag direct nad Rew⸗York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere allen dlafsen. 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Amtsgerichts St. Ingber. * St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Moutag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur gs⸗ Iau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich ! AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 , einschließlich 4 Zuftellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum bitragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I8 H,. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —„ VPolitische Uebersicht. * Der Reichstag ist am Montag in die weile Lesung der VörsensteuerVorlage eingetreten. das charakteristische Merkmal derselben bildet die orgeschlagene procentuale Besteuerung den Kauf⸗ ad sonstigen Anschaffungsgeschäfte in Steuersätzen on uo, resp. 210 vom Tausend, während von aionalliberaler Seite die Einführung eines abge⸗ uften Fixstempels beantragt wird. Abg. Oechel⸗ user befürwortete in längerer Rede letzteren Au⸗ rag, indem er namentlich betonte, man dürfe die zorsengeschäfte nicht anders auffassen und behan⸗ es als andere Geschäfte, Unsolidität, waghalsige, mreelle Speculation kommen nicht allein an der goͤrse vor, man dürfe nicht durch eine so schroffe Interscheidung der Börsengeschäfte von den andern heschaͤsten die Börse discreditiren und daher em⸗ ffehle sich ein degressiv sich abstufender Steuermo⸗ us. Hierauf ergriff der Reichskanzler das Wort, im einige ihm noch selbst zweifelhafte Punkte an⸗ uregen. Zunächst wies er auf die Moͤglichkeit hin, as Arbitragegeschäft noch mehr zu begünstigen, is es in dem Wedell'schen Enwurfe geschehen dann regte der Kanzler die Frage an, welche Folgen der Entwurf für die Landwirthschaft haben verde und lonnte hierbei seine schweren Bedenken nicht unterdrücken. Abg. v. Wedell⸗Malchow suchte ieselben zwar zu zerstreuen, indessen die Erwider⸗ ing des Kanzlers klang nicht darnach, als ob Herr . Wedell diesen Zwech erreicht habe; auf alle Fälle tzu konstatiren, daß die Kommissionsvorschläge, oweit sie die vorgeschlagene Steuer als eine Geschäfts⸗ euer lonstruiren, sich gerade nicht der Zustimmung er Reichsregierung zu erfreuen haben. — Nachdem lbg. Buhl (nat.⸗lib.) verschiedene Punkte des von hm Namens der nationalliberalen Partei einge⸗ rachten Antrages vertheidigt, erklärte der Centrums⸗ bgeordnete Frhr. v. Buol, daß seine Partei dem Bedell'schen Entwurfe in der Kommissionsfassung ustimmen werde, vorbehältlich einiger Abänderungen, vahrend Abg. Richter ausführte, die deutschfrei⸗ innige Partei könne der Börsensteuer⸗Vorlage nicht uftimmen, da diese von keiner anderen Steuer ent⸗ iste und sehr hinderlich auf Handel und Gewerbe inwirken werde. Schließlich beantragte Abg. dichter eine Zusatzbestimmung zu dem Gesetzent putfe, wonach mit dessen Inkraftireten der Zollsatz ur Petroleum und andere Mineraldle aufgehoben etden soll. Dagegen stellte der sozialdemokratische lbgeordnete Kayser den Antrag. mit dem Inkrafi⸗ reten der Börsensteuer die Salzsteuer aufzuhehen, ut den Fall der Ablehnung dieses Antrages be⸗ ntragte aber der genannte Abgeordnete, aus den exträgnissen der Boͤrsensteuer einen Arbeiter⸗Inva⸗ denfonds zu bilden. Die Debatte schloß mit einer zrllarung des Abg. Gamp, wonach derselbe für die prozentuale Besiseuerung flimmen will. Noch in dieser Woche wird die Abstimmung n Bundesrathe über die Novelle zur Strafß rozeßerdnung und zum Gerichtsverfassungsgeseß wartet. Man nimmt an, daß bezüglich des vichtigsten Punlktes der von Preußen beantragten )Nrabsezung der Ziffer der Geschworenen von 12 uf 7. sich Stimmengleichden ergeben werde und aß dann die Annahme der verringerten Zahl der —RX gesichert sei, da in solchen Faͤllen das zrasidium der Bundesrathes den Ausschlag gebe. Donnerstag, 7. Mai 1885. 20. Jahrg. * Dem preußischen Minister für Land⸗ nirthschaft, Dt. Lucius, welcher der Eröffnung er ungarischen Landesausstellung in Pest beige⸗ vohnt hatte,“ ist vom Kaiser von Oesterreich der Irden der Eisernen Krone 1. Classe verliehen vorden. Ssbkale und pfalzische Nachrichten. *St. Ingbert, 7. Mai. Gestern Mor⸗ jen verstarb dahier im hohen Alter von 86 Jahren der frühere langjährige Bürgermeister mserer Stadt, Herr Wilhelm Chandon. Fast in Menschenalter lang, bis zum Jahre 1874, tand der Verstorbene an der Spitze der städtischen Berwaltung. Unter seiner Amtsführung wurde St. Ingbert in das Netz der Pfälzischen Eisen⸗ dahnen gezogen, erhielt es das Amtsgericht und die dateinschule; die Zunahme der Bevölkerung machte die Vermehrung der Volksschulen und damit in rascher Aufeinanderfolge die Erbauung zweier zroßen Schulhäuser nothwendig. So ist in man⸗ aigfacher Weise der Name des Verstorbenen mit der Geschichte unserer Stadt verwachsen und ihm in derselben ein bleibendes Andenken gesichert. *St. Ingbert,. 7. Mai. Die Verhand⸗ ungen der Firma Schuler und Schmid be—⸗ jufs Erbauung einer SpinnereiFabrik dahier zaben dieser Tage ihren Abschluß gefunden. Das ktablissement wird voraussichtlich noch im Laufe zieses Sommers auf dem hinter dem Gefängnißge⸗ züude an der Eisenbahn gelegenen Terrain erbaut verden. Wünschen wir, daß die an dasselbe ge⸗ nüpften Hoffnungen sich erfüllen mögen! — Ueber den Aufwand der acht Kreise Bayerns für Erziehung und Bildung wurde eine Berechnung angestellt, wonach auf den Kopf der Bevölkerung durchschnittlich 1 Mk. 36 Pf. treffen. Dieser Durchschnitt trifft auf Schwaben genau zu, zie Pfal z verwendet 1 Mtk. 35 Pf. Bei den Ausgaben für deutsche Schulen treffen auf den dopf der Bevölkerung durchschnittlich 93 Pf., in der Pfalz 73 Pf. — Zweibrücken, 6. Mai. Dem Bezirks zremium hier wird soeben Mittheilung durch die Reichsbankhauptstelle Mannheim gemacht, daß das Reichsbankdireltorium Berlin den Fortbestand der Reichsbanknebenstelle genehmigt und Hrn. Oskar denigst die Bankagentur übertragen habe. — Kaiserslbautern, 5. Mai. Die von der „Pf. V.Ztg.“ gebrachte Nachricht, daß Christian Mannweiler aus Waldgrehweiler auf dem Gers⸗ weilerhof einen Selbstmord begangen, hat sich als falsch herausgestellt. Wie dieselbe entstanden, ifst dis jetzt noch nicht aufgeklärt. — Wolfstein, 3. Mai. Der nachstehende, ovor einigen Tagen am Schoͤffengericht zur Verhand⸗ ung gekommene Fall macht viel von fich reden. herr Dekan Dr. Hammer war angeklagt, in der Zeichte einer Ehefrau gesagt zu haben. ihr Mann yätte seine Mühle angesteckt. Auf die Zeugenaus⸗ sage hin wurde der Herr Dekan zu einer Geldbuße von 5 Mk. verurtheilt. Wie man hoͤrt, dürfte die Sache damit nicht abgethan sein. — Der Verbandstag pfälzischer sKereditvereine findet am 29. und 30. Juni in Edenkoben statt. — Landau, 4. Mai. Ein Sohn des Herrn Bezirlsrabbiners Dr. Grüne baum dahier, Herr gerthold Grünebaum in Californien, wurde vom ZBrasidenten der Vereinigten Staaten von Nord⸗ merika zum Konsul in Apia, Haupistadt der zu den Samoa⸗Inseln gehörigen Insel Upolu, ernannt. — Die Gemeinderathswahl Knittels heim vurde durch Urtheil des Verwaltungsgerichtshofes ür ungiltig erklärt, da mehrere Wahlzettel abge⸗ zeben wurden, welche nicht vom Wablkommissör rusgefertiat waren * Dem Koͤnig Lepolhd II. von Belgien st anläßlich seiner Proklamirung als Souverain zes Congo⸗Staates vom Bürgermeister der Stadt Brüssel eine Glückwunschadresse überreicht worden. In seiner Erwiederung bezeichnete der König als Ziel des neuen Staates, der Sache der Civilisation n Afrika zu dienen, die Sklaverei abzuschaffen und ür die Entwwickelung des Handelsberkehres Sorge u tragen. Schließlich sprach der König die Hoff⸗ zus, daß es gelingen werde, genügende Kapital⸗ rafte für die Anlage von Straßen und industriellen Anternehmungen zu gewinnen. Der Prinz von Wales eröffnete am Montag n London in Begleitung der Prinzessin die nternationale Ausstellung der Erfindungen, deren Zräsident er ist. Der Prinz wurde von dem ußerordentlich zahlreich versammelten Publikum nit lebhaftem Enthusiasmus begrüßt. — In Lon⸗ hon ist eine Karte mit den deutschen Erwerbungen ind neuen Schutzzgebieten im Stillen Ocean er⸗ chienen, woraus hervorzugehen scheint, daß man zort die Angelegenbeit als wesentlich geregelt ansieht. Deutiches Reich. München, 5. Mai. Der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen hat Herrn Zriegsminister b. Mail linger sein Porträt durch den Militärattache Oberstlieutenant v. Vanwitz überreichen lassen. Berlin, 6. Mai. Im Palais des Prinzen Friedrich Karl fand soeben die kirchliche Trauung der Prinzessin Heinrich der Niederlande mit dem ßrinzen Albert von Altenburg durch den Oberhof⸗ rediger Koegel statt. Der Kaiser, der Kronprinz— die hier anwesenden Mitglieder des Königshauses ind die fremden fürstlichen Gäste wohnten der Trauung bei. Zum Diner waren gegen 80 Eim⸗ adungen ergangen. Nach dem Diner beabsichtigten ie Neuvermählten sofort abzureisen. Ausßland. London, 5. Mai. „Pall Mall Gazette“ neldet, daß England Port Hamillton nicht besetzt jabe und auch nicht beschzen werde. da der Friede etzt gesichert sei. Ottawa, 6. Mai. Reuter's Bureau meldet: ringegangenen Nachrichten zufolge fand am Sonn⸗ ag ein Zusammenstoß zwischen 300 Mann cana⸗ ischen Truppen und 600 Indianern, Anhänger »es Haͤuptlings Poundmaker, statt. Es fielen 7 Zoldaten und 12 wurden verwundet, während die Indianer 50 Todte und Verwundete verloren. Chicago, 83. Mai. Gluͤclich entdedte man jier noch rechtzeitig den Versuch, das hiesige Uni⸗ hersitatsgebäude mittelst Dynamit in die Luft zu prengen. Der anacrchistische, eines Diebstahls in er Universitätsbibliothek beschuldigte Otio Funk st der That verdächtig; er hat fich seiner Ver⸗ saftung durch die Slucht entzogen. Bermischtes. Trier, 4. Mai. Einer sehr gefährlichen Operation mußte sich vorgestern eine junge Dame hier unterziehen. Derselben wurden zwei Rippen und ein Stück von der Lunge ausgeschnitten. pIn Untermünsterthal bei Freiburg ist von dem dortigen Bürgermeister Singler ein Adler mit 2,16 Mt. Flügel-Spannweite geschossen worden p München. Ein Ministerialerlaß fordert die Verwaltungsbehörden auf alle Bestrebungen welche irgend geeignet zur Beseitigung der Vaga⸗ bondage erscheinen, z. B. Arbeiter-Colonieen, Anti bettelvereine, Verpflegungsstationen, Herbergen zur Heimath, kräftig zu unterstützen· · Bamberg, 4. Mai. Ein schwerer Un⸗ glücksfall hat sich gestern Abend hier ereignet. Ein Velozipedfahrer hatte die tollkühne Idee gefaßt, den steilen Kaulberg herabzufahren. Kaum aber war —— Tritt und nun stürzte mit unglaublicher Geschwin⸗ digkeit das Vehikel sammt Fahrer den ganzen Berg hinab. Am Fuße des Berges zerschellte am Hause ves Herrn Kaufmann Vogtherr das Velozibed in Hunderte von Stücken, der Fahrer aber flog weit ab und blieb mit zerschmetterter Hirnschale liegen. f Wie sehr die Warnungen vor dem Seilchen springen, wie es jetzt von den Kindern mit Leiden⸗ schaft geübt wird, Gehör,verdienen, hat leider vor kurzem eine in Köln, Neustadt, wohnende Familie erfahren. Das blühende Töchterchen derselben un⸗ ternahm mit einem gleichalterigen Mädchen ein Wett⸗Seilspringen. „Wir wollen“, sagte das eine Kind zu dem andern, „einmal sehen, wer es uin langsten aushalt. Und damit begann ver Wettkampf, der in seinem Verlauf immer leiden⸗ chaftlicher wurde, bis eins derselben, von Schweiß uberströmt, das Feld räumte. Nicht lange nachher stellte sich eine Hüfte-Gelenkentzundung ein, die se schlimm verlief, daß dem bedauernswerthen Kinde das betreffende Bein abgenommen werden mußte Ob dieser Fall die Fortsetzung des so gefährlichen Spiels verhindern wird? Berlhin, 3. Mai. Generalkonsul Nachti gal ist an Bord des Kanonenbootes, Moewe“ auf hoher See am 20. April an perniziösem Wechsel⸗ fieber gestorben und am 21. April auf Cap Patmas begraben worden. 7. Vulkanischer Ausbruch auf Jabpa. In Amsterdam geht das Gerücht, daß ein vom Vulkan Smerse auf Java ausgeworfener Aschen⸗ regen eine große Anzahl Opfer getroffen habe man spricht von 100,000 Todten! Das „Han⸗ desblad“ hat dem Ursprung des Gerüchts nachge⸗ spürt, aber nichts darüber entdeckt; vielleicht ist der⸗ selbe dem „Handelsblad“ selber zuzuschreiben, denn dieser Tage brachte dieses die Nachricht von einem Ausbruch des genannten Vulkans, aber bis jetz hat man nichts Näheres über die Katastrophe er fahren. F Genf, 4. Mai. In der vergangenen Nacht ereignete sich hier eine schreckliche Tragödie. Als ein Mann Namens Lombardi nach Hause zurück⸗ kehrte, fand er seine Kinder mit durchgeschnittenem dalse und seine Frau vergiftet vor. Die Kinder ind ihren Wunden erlegen; der Vater wurde ver⸗ haftet. Das Vorkommniß hat eine große Aufreg⸗ ung hervorrgerufen und eine zahlreiche Volksmenge versammeltt , dill Alorgen dem das Schredliche geschehen. Durch die von schiedenen Aerzten gereichten Gegenmittel wurde di— Frau Lombardi, die für todt gehalten worden wieder zum Bewußztsein gebracht und gestand su alsdann ein, ihre vier Kinder ermordet zu haben Ein Krokodil ist aus dem Wiene Stadtpark gestohlen worden. Das „Neue Wien,, Tageblatt“ klagt gauz erschüttert, daß den Dieben nichts mehr heilig sei. Bald werde man verzeichne— müssen, daß ein frecher Gauner es gewagt hahbe sich den Elephanten aus dem Schönbrunner Garter beizubiegen ß.. 7 Der Galgenhumor der Börse ha folgenden Kalauer gezeigt: Der Frieden zwische Rußland und England ist gesichert, denn Kaiso Alexander hat der Königin Viktoria einen — Herat santrag gemacht. r Feuerin Newyork. In einem New yorker Wohnhause brach in der Nacht vom 2. au den 3. d. M. Feuer aus, welches den Tod vor neun Personen zur Folge hatte, die entweder er stickten oder den Verletzungen erlagen, die fie in de Panik, die anläßlich des Feuerlärms entstam davontrugen. Eine Anzahl von Personen tru— Brandwunden davon. Sterbefalle. Gestorben: in Groß-⸗Karlhach Kath. Walter 71 J. a.; in Landau Joseph Bettinger; i Ilbeshein Ad. Müller, 88 J. a.; in Neu hofen Friedr. Scherz, Jagd⸗Aufseher; in Kaisers lautern Frau Christine Kröckel, geb. Guthy. Fur die Redallion verantwortuch: F. X. Demeß Holze— Kohlentransvort. Aus den Gebr. Kräme r'schen Waldungen wird für den laufendenSom⸗ mer der Transport von circa 4000 CEtr. Holzkohlen auf dem Submissionswege abgegeben. Die Submittirenden wollen ihre Eingaben bis Samstag, den 9. Maͤi, 12 Uhr Mittag auf dem Büreau des Unterfertigten deponiren. dDie näheren Bedingungen sind im Forsthaus zu erfahren. Küßwetter Oberförster. BZerkleinertes Buchen-H —A per Ster 6 Mark zu haben bei —9* Wil In. — Blummehl— per Pfund 20 Pfg. 10 Pfund Mk. 1,90 ESchwingmehl per Pfund 18 Pfg.. 10 Pfund 1,70 empfiehlt in bester Qualität Joseph UIellenthal. Bi Johanu Just senior Schuhmacher im Müůhleneck kann ein braver Junge in die Lehre treten. s Holzversteigerun aus Staatswalduungen des kgl. Fon rebiers Neuhäusel. Todes⸗Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten bringen wir die schmerz⸗ liche Nachticht, und zwar nur auf diesem Wege. daß unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßbater J im Alter von 86 Jahren heute morgen um 6 Uhr an Altexsschwächen sanft verschieden istt. Es bitten um stille Theilnahme Die trauernd Hinterbliebenen. St. Ingbert, 6. Mai 18885. — Die Beerdigung findet morgen Freitag, früh 9 Uhr vom Sterbe⸗ hause aus statt. Am Mittwoch den 13. Ma 1885, Nachmittags 1 Uhr zu Rohn bach bei Wirth Glaser. 22 Eichen Wagnerstangen. 25 Ster Eichen Stiefelholz (Rolle 300., Buchen Scheitholz 2. Cl. 805, — Prügel 1. u. 2. 124 „ Birken Scheit u. Prügen 2388, bersch. Scheit-Prügel⸗ Krappenprügel. Näheres enthalten die Affichen. Neuhäusel, den 4. Mai 1886. Der kgl. Oberförster Moerschel. Ein braver Junge, mit gun Schulkenntnissen ausgerüstet und Besitze guter Zeugnisse, wird als ELehrling angenommen in der Buchdtuger F. X. Demetz. In unierzeichneter Verlagsbuchhandlung ist erschienen und sowohl direkt, als durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 7 249 J Geib's Handbuhß für die J Gemeinde-Behörden der Pfalz. 2. ganzlich umgearbeitete Auflage. Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirksamtsassessor Gresbeck. 2 Bande. Brosch. Mk. 16,40. In eletzanten und dauerhaften Halb⸗ J franzband gebundert Mk. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein— gehende Kenntniß unserer pfalzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert uͤnd der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des offentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. 33* um die Anichaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine *cgieferungs⸗Ausgabe — veranftaltet und kann das Wert in 17 monatlichen Lieferungen 2 1 M. durch jede Buchhandlung be— zogen werden. Kaiserslaufenr 234 M. ecr VAeum Ape hdherd mittweica. — — 7— Anfnahmo: gerreat Arrn v. Getobor. Au v⸗chter 2 * —ILLLLIT wird als wirksamstes Stärkungsmittel für schwächliche Kinder, Frauen und Reconbalescenten ärztlicherseits em—⸗ pfohlen. Vorrätig in , Us und a Originalflaschen à Mk. 8,—., 1,50 und75 Pfg. in St. Ingbert bei Herrn P. VHervr. — — Zur Anfortigung von billigen u.sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden Deuckarbeiten 2 1. ILE 0 —XYBX 3zu hfür die Gemeindekrankenver 60 nu Dpgon sicherung sind zu haben in der Druckerei sind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers.des „St. lngherter Anzeiger.“ Druck und Berigg von F. X. Demetz in St. Inahert. empfiehlt sieh dioe Buch- und Stecindruckerei F. X. Demetz Verlag desũt. Ingbortor Anieiser 8t. 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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Insberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhalturgs⸗ plati und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.AM 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 , einschlietßzlic 104 Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 15 4. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 90. Volitische Uebersicht. * Die Gerüchte über eine im Laufe dieses Sommers in Aussicht stehende Drei⸗Kaiser⸗ Ju sa min enkunft wollen nicht verstummen. rroß eines erst kürzlich von Wien aus erfolgten Dementis der bekannten Meldung des „Pester dloyd“ von einer angeblich in Ischl stattfindenden hegegnung der drei Kaiser wird jetzt auch von Herlin aus von privater Seite berichtet, daß diese degegnung bestimmt in Aussicht genommen sei, salls der Frieden erhalten bleibe. Letzteres wäre allerdings die unerläßliche Vorbedingung für das Zustandekommen der Entrebue zwischen den drei hertjchern und da nach den jüngsten Meldungen iͤber den Stand des englisch- russischen Konfliktes ie Chancen für Erhaltung des Friedens wieder dedeutend gefliegen sind, so dürfte die Nachricht hon einer Wiederholung der Kaiser⸗Zusammenkunft des vorigen Jahres nicht unbedingt zurückzuweisen jein; jedenfalls wäre es aber verfrüht, hieran schon weitgehende Kombinationen anknüpfen zu wollen. Von conservativer, nationalliberaler und kleri⸗ jaler Seite merden zur dritten Lesung der Börsen⸗ steuervorlage Abänderungsanträge in der vom Reichskanzler angedeuteten Richtung vorbereitet. Dieselben sollen die Bedenken bezüglich einer allzu lästigen Controlle und einer Erschwerung der Wagarengeschaäfte beseitigen und das Arbitrage⸗, na⸗ nentlich das Wechselgeschäft besser schützen. Man jofft auf diese Weise das Gesetz doch noch zu Siande bringen zu können. Die dritte Lesung wird joraussichtlich schon am Freitag stattfinden. Die langen Berathungen der Arbeiterschußcom⸗ nissien des Reichstags sind über die Frage der Sonntagsarbeit nicht hinausgekommen und wuch mit diesem Punlkte wird das Plenum nicht nehr Muße haben sich zu beschäftigen. Die An⸗ jelegenheit der Frauen⸗ und Kinderarbeit und der⸗ zleichen ist noch kaum in Angriff genommen wor⸗ den. Von nationalliberaler Seite wird nun der Antrag gestellt werden, vor der gesetzgeberischen Regelung dieser schwierigen Frage eine eingehende ind sachverständige Enquete über die einschlägigen Verhälmisse zu veranstalten. — Bremer Briefe bestätigen der „Börsen⸗Zig.“, zaß in der gegenwärtigen Vorverhandlung wegen det Dampfersubvention die Entscheidung zu Gunsten Bremens resp. des Norddeutschen Lloyds hin⸗ uneigen scheine. Die Frage wegen des Anlaufens der Schiffe darfte voraussichtlich zu Gunsten Rot— erdams enischieden wecden, trotzdem noch in Angster Zeit sehr schwerwiegende Gründe zu Gunsten Antwerpens beigebracht wurden. Wie die „Nat. Ztg.“ erfährt, soll der Bremer Lloyd, falls ihm Ne beiden subbentionirten Dampferlinien übertragen verden, sechs neue Schiffe, die in Deutschland ge—⸗ daut werden, einzustellen beabsichtigen. Louise Michel hat in der That ihre Be— znadigung zurückgewiesen und erllärt, sie würde ine solche nur annehmen lönnen, wenn eine auf ille inhaftirien Anarchisten sich erstreckende Amnestie erlassen würde. Sie hat dies in einem Schreiben an den Minister des Innern gethan, welches den Beweid lieferi, dah ein Irrenhaͤus ein weit zwed · maßigerer Aufenthalt fur sie wäre, als ein Ge— angniß. Von einer Reibe anderer volitischer Ver⸗ Samstag, 9. Mai 1885. 20. Jahrg. mriheilter, an deren Begnadigung übrigens die Regierung gar nicht gedacht hatte, hat die letztere griefe erhalten, in welchen dieselben theilweise inter hinzufügen der gröbsten Beleidigungen erklären, daß fie eine Begnadigung nicht annehmen würden. Es begreift sich, daß unter solchen Umständen der ßräfident der Republik kaum in der Lage ist, die Zunst der Begnadigung Leuten zuzuwenden, welche eine solche schon im voraus in so beleidigender Weise zurüchftoßen. Dem Vernehmen nach hat auch die RKegierung den Gedanken, dem Präsidenten der Republik Begnadigungserlasse zu unterbreiten, voll· kommen wieder fallen lassen; wird am Sonntag den 17. Mai, Vormittags 10 Uhr, im Restaurationslokale des Conversations- hauses in Baden⸗Baden eroöffnet werden. Die Be⸗ rathungen sind streng vertrauliche. Mit Bezug auf die bevorstehende Delegirtenversammlung erörtert die „Bad. Corr.“ die Partei⸗Aufgabe und schreibt: „Sie wird nicht die Aufgabe vorfinden, neue oder zuch nur abändernde Programmsätze zu schaffen. Die Heidelberger Feststellungen bezeichnen die Grund⸗ züge und Ziele der Partei mit deutlicher Bestimmt⸗ heit. Die Aufgabe des Tages wird sein, die be⸗ stehende, an manchen Mängeln und Unzulänglich- leiten leidende Partei-Organisation zu verbessern, sie praktisch wirksamer, tiefer in die Volksmasse eingreifend. zu gestalten.“ Deutsches Reich. Berlin, 6. Mai. Der Reichstag fuhr in der Berathung der Börsensteuervorlage fort. Staats ekreiär v. Burchard bezeichnet die Anträge Richter (Aufhebung des Petroleumzolles) und Kayser Aufhebung der Salzsteuer) als unannehmbar und der Tendenz der Steuerreform von 1878, durch Finnahmen aus indirekten Abgaben die direkten, aicht die indirekten Abgaben zu erleichtern, wider · prechend. Ueberdies betrage die Einnahme aus dem Petroleum 22, aus der Salzsteuer 41 Mil- lionen, während aus der Börsensteuer nicht an⸗ nähernd ein solcher Betrag erwartbar sei. Staats— jekreiär v. Boötticher verweift dem Antrag Kayser gegenüber auf die Sozialreform der Regierung. Ddie Mahnung seitens der Sozialisten sei ungerecht! fertigt. Richter und v. Vollmar sprechen für, Leuschner und d. Helldorf⸗Bedra gegen die Anträge. welche hiernach abgelehnt werden. Der Rest des Borsensieuer ⸗ Antrags wurde in der Kommissions tassung genehmigt. Berlin, 6. Mai. Das Herrenhaus hat heute, wie vorauszufehen gewesen, das Lehrerpensionsgesetz wie es aus dem Abgeordnetenhause hervorgegangen, in zwei wichtigen Punkten abgeandert. Es hat den Staatsbeitrag von 750 auf 600 M. herabgesetz! und die Heranziehung des Diensteinkommens der Nachfolger zur Pensionslast zu einem gewissen Theilt beschlossen. Das Gesetz geht sonach wieder an't Abgeordnetenhaus zuruͤch, und das letztere befinde! sich in der Zwangslage, entweder die Vorlage nach den Beschlüssen des Herrenhauses anzunehmen oder das Geseh ganz scheilern zu lassen. Wahrscheinlich vird sich das Äbgeordnetenhaus in ersterem Sinne entscheiden. Die Zustimmung der Regierung zu dem Gesetz in der Fafsung des Herrenhaufes kann nicht bezweifelt werden. Berlin, 7. Mai. Der Reichstag ge— aehmigte in zweiter Lesung die Vorlage, betreffend — der Regierungeborlage und überwies die Resolution Struckmann⸗Ofterer, betreffend die Beschränkung »es Kleinhandels mit Branntwein an die Zollkom⸗ mission. Staatssekretär Burchard hatte gegen die Resolutionen gesprochen. Berlin, 7 Mai. Der Bundesrath nahm den Antrag Bayerns, beir. den Entwurf des Ge⸗ etzes über die Unzulässigkeit der gerichtlichen Be⸗ chlagnahme von Eisenbahn- und Fdahrbetriebsma⸗ ctial in erster Lesung an, genehmigte den Handels ind Schifffahrtsvertrag mit der südafrikanischen Republii, der Meistbegünstigungsconvention mit hirma und gab dem Gesetentwurf wegen des Nach⸗ rags· Etats seine Zustimmung. Mannheim, 5. Mai. Die Delegirten⸗ Bersammlung der nationalen und liberalen Varten Ausland. New⸗York, 4. Mai. Unter den Steinbruch⸗ arbeitern in Lemont, Illinois, ist ein Strike entstanden. Die Arbeiter versammelten sich heute und nahmen eine drohende Haltung an, welche das Einschreiten von Milikär nothwendig machte. Die Truppen feuerten schließlich auf die Aufrührer, vobei zwei Personen getödtet und mehrere andere erwundet wurden. — Ueber den Aufstand der Mischlinge im nordwestlichen Canada wird unterm 4. d. aus Ottawa gemeldet, die canadasche Regie⸗ rung habe ein Telegramm empfangen, demzufolge Riel's Emissäre in ihrem Bestreben die Indianer und Mischlinge im Distrikk von Qu'Appelle zur Rebellion aufzuwiegeln, keinen Erfolg hatten und in niedergeschlagener Stimmung in das Lager Riel's zurückgekehrt find. Man glaubt, daß Massen⸗ desertionen unter Riel's Streitkraft ftattfinden werden, und wird ein baldiger Zusammenbruch der Rebellion erwartet. Aus Tientsin, 8. Mai, wird der „Times“ lelegraphirt: „Der Streit zwische China und Rußland wegen der Mantschureigrenze wird akut. Seit 1860 werden gegen die Grenze, wie sie mit General Ignatieff vereinbart und in den russischen Karten angedeutet worden, Eingriffe ver⸗ übt. In Folge der Spärlichkeit der Bevölkerung und der Nachlässigleit der chinesischen Beamten ist die Grenze zwischen den Flüssen Eumen und Amur in westlicher Richtung verschoben worden. Die hinesische Regierung hat wiederholt versucht, fie zu berichtigen, indem sie Kommissäre an Ort und Stelle sandte; aber die russischen Kommissäre sind niemals erschienen. Jetzt hat China wiederum den Mandarin Wata⸗Chang ernannt, der in Gemein⸗ chaft mit den russischen Kommissären die Grenze feststellen soll. Wenn dies gleichfalls mißlingt, ist Thina vorbereitet, seine Ansprüche gegen Rußland gewaltsam zur Geltung zu bringen. Eokale und pfalzische Nachrichten. P. St. Ingbert. Nächsten Sonntag, den 10. ds. M. gibt der Verein, Gemüthlichkeit“ seinen Mitgliedern im Horst'schen Saale eine Unterhaltung. Zur Aufführung kommen verschiedene Gesangs und Instrumentalpiecen. Als Theaterstück wurde ge⸗ vählt: „Wenn man im Dunkeln küßt!“ Wir voffen, daß die Mitglieder des Vereins, dessen vor⸗ rreffliche Leistungen ja bekannt sind, einen gemüth⸗ lichen Abend verleben. *St. In gbert, 8. Mai. Heute Mittag hatte das 17/2 jaährige Madchen des Schmelzarbeiters Jakob Lucas in Hassel das Unglück, unter das 2spann. Fuhrwerk der Herren Gebt. Dörr vom Triebscheiderhof zu kommen, wobei ein Wagenrad dem armen Kinde über die linke Hand ging, an welcher es eine sehr schwere Verletzung erlitt, daß irztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. — Schnappach, 5. Mai. (Zum Camp— jauser Grubenunglück. Von den auf Grube Tamphausen Geretteten wurde der „Pf. V.Ztg.“ zufolge einer kürzlich irrsinnig. Er wurde daher in die Irrenanstalt nach Merzig gebracht, wo er jedoch bald verschied. — Wie man hört, sollen jetzt, um eine bessere Ventilation der Luft in den Gruͤben Camphausen, Mayhach und Kreuzgräben herzustellen, neue Luftschächte angelegt werden. und zwar in Tamphausen deren zwei und in Maydach und in den Kreuzgräben je ein Schacht. — Die Generalversammlung der Aktionäre der vereinigten pfälzischen Eisenbahnen jat beschlossen, daß die staatlich garantirten Präzi— oualbezüge (außer den bereits bezogenen Aktienzinsen don 4 pCt. bezw. 492 pCt.) als Dividende für das Jahr 1884 ausbezahlt werden, wie folgt: für die pfülzische Ludwigsbahn 42.86 M. pro Attie und für die pfälzische Maximiliansbahn 8.57 M. pro Aktie gegen Einlieferung der Dividenten-Kou— pons für 1884. Nachdem auf die Nordbahn Aktien gemäß der Fusionsgrundlagen außer den bereits zezogenen 4 pCt Zinsen kein weiterer Präzipual⸗ »ezug entfällt und eine Superdividende sich nicht ergeben hat, so wird der Dividendenschein der Nord⸗ »ahn⸗Aktien für 1884 für werthlos erklärt. — Der Jahresbericht des kgl. Fabriken⸗In⸗ spektors für die Pfalz konstatirt eine lebhafte Be— schäftigung der verschiedenen Industrie-Gruppen in einem Auffichtsbezirke. Sämmtliche Gruppen hatten zurchschnittlich eine Vermehrung um 1862 Arbeiter oder 8,1 pCt. gegen den Stand am Schlusse des Jahres 1883 erfahren. Bei Vielen war die Arbeit o groß, daß längere Zeit hindurch zur Bewältigung der Aufträge des Abends über die gewöhnliche Zeit zinaus gearbeitet werden mußte. In hervorragender Weise waren beschäftigt: die Steingut- und Glas- Fabriken, die Blech-⸗ und Emaillirwaaren Fabriken, nuch die Draht⸗, Ketten⸗ und Stiften-Fabriken, die Tuch⸗ und Buckskin-Fabriken, die Papier⸗ Holz⸗ waaren- und Möbel⸗Fabriken. die Getreidemühlen, die Cigarren⸗ und Malz⸗Fabriken und die Bier⸗ brauereien. Die Anzahl der jugendlichen Arbeiter, velche im Jahre 1884 in der Industrie der Pfalz zeschäftigt wurden, betrug am Schlusse des Jahres 2859 oder 11,5 pCt. der Gesammtzahl der Ar⸗ heiter; zu Ende des Jahres 1883 waren nur 2753 ugendliche Arbeiter oder 12 pCt. der Gesammt⸗ zahl beschäftigt. Es hat daher zwar eine absolute Zunahme von 4,5 pCt., aber in Bezug auf die Besammtzahl der Arbeiter doch eine Abnahme in der Verwendung jugendlicher Arbeitskräfte stattge⸗ iunden von 12 pCt auf 11,5 pCt., also um ) 5-4,2 pCt. Die meisten jugendlichen Arbeiter beschäftigen die Textil-Industrie, dann die Gruppe „Nahrungs- und Genußmittel.“ Die Ausführung der Vorschriften über die Arbeitszeit und Pausen der jugendlichen Arbeiter wird im Allgemeinen als eine zufriedenstellende bezeichnet. Betreffs der Ar⸗ heitsbücher constatirt der Bericht, daß der erwartete Nutzen der obligatorischen Arbeitsbücher, wenigstens die Arbeiter unter 21 Jahren von einem einfachen Weglaufen aus einem Gewerbebetrieb in einen anderen abzuhalten, nur ein illusorischer sei; es äme häufig vor, daß Arbeiter ohne Kündigung nis Fabriken ꝛc. unter Hinterlassung ihrer Arbeits- zücher fortblieben und in kleine, nur der Kontrolle der Polizeibehörden unterstellte Gewerbebetriebe zinträten. Diesem Uebelstande, sowie der Unthätig⸗ keit der Behörden in dieser Beziehung und der hierdurch verursachten Lässigkeit der Gewerbe⸗Unter⸗ nehmer sei nach Möglichkeit entgegengetreten worden. lleber die wirthschaftlichen und sittlichen Zustände der Arbeiter-Bevölkerung und über die Wohlfahrts- kinrichtungen spricht sich auch der Herr Fabriken⸗ Juspektor der Pfalz sehr anerkennend aus. Beinahe ämmtliche Arbeitgeber haben ferner ihre Zufrteden⸗ heit über die Erlassung des Gesetzes über die Zwangsversicherung der in den Gewerbebetrieben deschäftigten Personen zu erkennen gegeben. — Aus der Pfalz. Drei pfälzische Land⸗ wirthe fiegten am Montag beim Mannheimer Pairennen im Galoppreiten, nämlich: Schifer don Zeiskam gewann den ersten Preis mit 300 M., Jak. Lang von Nünschweiler den zweiten mit 30 M. und J. Langfinger von Meckenheim den dritten von 40 Mk. — Zu der am 9. ds. Mis. in Wolfstein tattfindenden Weinprobe bezw. Wein- Ausstellung sind nach der ‚Kus. Ztg.“ über 100 Aussteller aus dem Bezirksamte Kusel, besonders aus dem mittleren und unteren Glan⸗ und Lauterthale mit nahe an 200 Proben angemeldet. — Erpolzheim, 5. Mai. Heute Nach—⸗ nittag gegen 6 Uhr ereignete sich dahier ein schreck⸗ tiches Unglück. Um einen Gemeindebrunnen zu epariren, stieg ein junger Schlofssergeselle von 19 Jahren in denselben und fiel, von Stickluft betäubt, ofort hinab. Der Maurer Schmitt, Vater von drei Kindern, ein starker Mann von 43 Jahren vollte ihn retten, und in Angst und Eifer nicht nuf den Zuruf achtend, sich eine Leine umbinden zu assen, sondern rasch nacheilend, fiel er ebenfalls jetäubt hinab. Ein Geselle desselben, an der Leine efestigt, stieg schnell zur Rettung nach, mußte aber ofort wieder heraufgezogen werden und wurde nach ieler Mühe am Leben erhalten. Nachdem durch Feuer die Stickluft im Brunnen verzehrt war und man „inabsteigen konnte, wurden mit einem langen Feuer⸗ jaken die beiden Leichname herausgezogen. (D. A.) — Edenkoben. Gestern Nachmittag um 3 ühr wurde in Bellheim eine Dienstmagd beim Hrasen vom Gewitter überrascht und stellte sich, im sich vor dem niedergehenden Regen zu schützen, rotz der Warnung des Straßenwärters, unter einen Baum. Ein niederfahrender Blitzstrahl traf das Mädchen, welches sofort todt blieb. — Speyer, 5. Mai. Laut Ausschreiben des kgl. Konsistoriums haben für die Diöcesansynoden ür die Periode von 1885 bis und mit 1888 Teuwahlen stattzufinden. Diese Wahlen sind von »en Pfarrgeistlichen und in den z. Z. erledigten Bfarreien, für welche keine besonderen Verweser be— tellt sind, von dem Dekan und eventuell von dem dapitels Senior sofort vorzunehmen. Der Zusammen— ritt der Diöcesansynoden ist auf den 1. Juni do. Irs. festgesetzt. — Speyer, 6. Moi. Verhaftet wurde, vie auswärtige Blätter mitzutheilen wissen, jüngster Tage hierselbst ein vazierender Handwerksbursche ius Kreuznach und in dessen Gesellschaft eine Dirne vegen verschiedener Uebertretungen. Bei der üb— ichen Durchsuchung fand sich im Besitze des ersteren eine werthvolle nach amerikanischem System herge⸗ tellte goldene Ankeruhr nebst schwerer goldener dette. Die Uhr hat die Fabriknummer 51709. Im Innern des Staubdeckels finden sich ferner die Rummern: 51713, 15928, 7542, 23557, 27633, 38522. 16196 und 17228 eingravirt, die letztern hne Zweifel von Uhrmachern herrührend, die die— elbe reparirt haben. Zweifelsohne ist die Uhr bei rgend einer Gelegenheit gestohlen worden; über ‚eren Erwerb verweigern beide Verhaftete jegliche Iuskunft. Vielleicht führen jene Nummern zur Ermittelung des rechtmäßigen Eigenthümers. — Aus Schifferstadt, 4. Mai. wird der N. Bad. Ldzig.“ geschrieben: In der Nähe von Schifferstadt wurde gestern Abend ein Soldat vom 7. bayerischen Infanterie-Regiment aus Germers— seim von der Eisenbahn überfahren und war — zräßlich verstümmelt — sofort eine Leiche. Der von dem „Pfälz. Kurier“ und dem Ludwigshafener General⸗Anzeiger“ hierüber sofort erstattete Bericht st zum großen Theile falsch. Folgendes wird von deugen erhärtet. Drei Soldaten der Festung Hermersheim waren gestern zum Besuche des Mai— marktes nach Mannheim gefahren und hatten sich in dem Theaterzuge Nr. 28 von Ludwigshafen aus vieder zur Rückreise eingefunden. In Schifferftadt ingekommen, verließ der in hohem Grade berauschte deier — so soll der Verunglückte heißen — seine dollegen, die ihn sofort suchten, aber nicht mehr anden und weiter fuhren. Mittlerweile war N. nuf dem Bahnkörper bis zum ersten Semaphor ortgetaumelt und hatte mehrere Kleidungsftücke bgeworfen, wahrscheinlich in der Annahme, daß r sich zu Hause befände, woraufhin er etwa eine 5tunde lang geschlafen haben mag. Sicher ist, aß den Verunglüdten, ungefähr 1600 Meter vom „tationsgebäude entfernt, der Schnellzug Nr. 26 Frankfurt, Basel) am ersten Semophor überfuhr, ym den Kopf spaltete, einen Arm und eine Fuß ohle abriß und so den sofortigen Tod verursachte. der in der Nähe befindliche Bahnwärter war nicht o nahe, daß er den auf dem Bahnkörper liegenden R. rechtzeitig bemerken konnte, doch war er es, velcher den Verunglückten gegen 12 Uhr Nachts ʒeim Semaphorauslöschen auffand und Anzeige erstattete. — Ludwigshafen, 6. Mai. Der Bestand der Pensions- und Unterstützungskassen der Pfalz ischen Eisenbahnen beziffert sich zu Ende des Jahre— 1884 auf 2,814,808 M. 21 pfg.. die Lben versicherungskasse verfügt über ein Kapital vo, 197,447 M. 83 pfg. — Frankenthal, 5. Mai. Heute wurd unsere Gegend von einem furchtbaren Gewitter heim gesucht und hagelte es schrecklich. In Mörsch schlug der Blitz in das Anwesen des Joh. Reich ein, r schlug von drei in dessen Stall stehenden Küher eine und zündete die mit Stroh und Heu ange. füllte Scheuer an, die vollstandig ausbrannte. — Frankenthal, 6. Mai. Vor de Strafkammer des kgl. Landgerichtes hatte sich heut der „Volksarzt“ Jakob Bauscher von Lachen, welche als Spezialität die Heilung von Knochenbrüchen betreibt, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten. Bauscher hatte die Karoline Gunzel. mann von Oberhambach, die sich den Arm verrenkl hatte, so unzweckmäßig behandelt, daß dieselbe einen steifen Arm davontrug. Vermischtes. F Diedenhofen, 5. Mai. Wie der Nied— Ztg. geschrieben wird, hat eine französische Kom— pagnie aus der Champagne die Glashütte von Ueckingen gemiethet, um daselbst eine Cham— dagner⸗Foabrik einzurichten. Man fügt bei, daß der aöthige Naturwein aus der Champagne faßweise bezogen und erst nach Ankunft hier fertiggestellt und in Flaschen gefüllt werden soll; es ist aber zu ver⸗ muthen, daß auch Lothringer Weine bei der Fabri⸗ kation verwendet werden dürften, weil verschiedene ꝛinheimische Sorten sich ganz gut zum Champagni— siren eignen, — Auch in Straß burg soll eine Champagner⸗Fabrik etablirt werden. F Die Mannheimer neuen „großartigen Hafenbauten wurden nach der „Sp. Zig.“ Herrr A. Bernatz aus Speier, jezt in Mannheim wohn⸗ zaft, übertragen, der sie in Gemeinschnft mit der Firma Holtzmann u. Co. in Frankfurt a. M. zu Ausführung bringt. Der Lieutenant v. Chelius vom 22. Dra— joner Regiment zu Kaiulsruhe, welcher in den stennen zu Mainz am 28. v. M. mit seiner Stute BEeß“ stürzte, ist im Mainzer Lazareth nach kurzen chweren Ringen verschieden. F Gegenstück) In Augsburg existirt eint „zahme Firma“ Lamfromm und Biedermann und mn Osnabrück die Firma Donnerberg und Unge— witter. F München, 5. Mai. Nach dem hier er—⸗ cheinenden sozialdemokratischen Organ „Das Rechi auf Arbeit“ sind gegenwärtig in Deuischland fol⸗ gende Strikes zu verzeichnen: In Berlin, Königs berg und Gera striken die Tischler, in Bochum Goslar und Osnabrück die Zimmerleute, in Rathe⸗ now die Maurer (Maurerstrike in Berlin ist in Sicht), in München die Steinmetzgehilfen, in Offen bach die Schriftgießer. Außerdem stehen noch mehrere Strikes bevor. München, 5. Mai. Eine in der Send⸗ lingerstraße befindlich Kurzwaarenfirmé schrieb kürzlich einen Ausgeherposten aus und meldeten sich nicht weniger wie 320 auf den Posten Reflektirende. Die Filiale der Podewils'ichen Fäkalstoff-Fabrik Augsburg benöthigte gleichfalld einen Ausgeher mit einem Monatslohne von nur 30 Mt. und gleichwohl meldeten sich 170 Refleb⸗ tanten. München, 7. Mai. Ueber Amerikamüd herichten die „Neust. Nachr.“: Zwei in der vorigen Woche aus Amerika zurückgekehrte Münchener er⸗ ählen haarsträubende Dinge über die derzeitige Noth und Arbeitslosigkeit in Amerika. Uebernachten mm Freien und gelegentliche Unterkunft im über⸗ züflten Polizeistationsgebäude bei kärglicher Kost isf das Wenigsie, was den Emigranten dortselbst blüht. Ein Heer schmutziger Agenten engagirt Leute zu Eisenbahn⸗ und sonstigen Straßenbauten für die Weststaaten, und das Loos derseiden im Westen is chlimmer, als Stlaverei. Die nunmehr Zurück zekehrten wurden ebenfalls nach Pennsylvanien in die Kohlenminen engagirt, und mußten förmlich desertiren, um dieser schrecklichen Behandlung zu entkommen. Mainz, 5. Mai. Bei der heutigen Ver— steigerung der Schiffbrücke wurde ein Gebot don 30,000 Mark gemacht. Der Nennwerth der⸗ selben ist 198000 Mk der Schähungswertl 31 000 Mk., so daß eine Genehmigung nicht et folgen wird. Nachgebote sind noch zulässig. pWiesba den, 7. Mai. Wie zuverlässig oerlautet, findet die Vermahlung des Erbgroßher⸗ ogs von Baden mit der Prinzessin Hilda von Moan auf Schloß Hohenburg in Oberbahern statt. 6GBas ist das Velociped?) Dasselbe st nach dem Plaidoyer des Staatsanwalts bei der obucger Strafkammer, welche dieser Tage einen Zelocipedisten, der einen alten Mann überfahren und schwer verletzt hatte, zu 250 M. Geldstrafe, bent. 2 Monaten Gefängniß verurtheilte, wegen feines unheimlichen, geräuschlosen Ganges zu ver⸗ gleichen mit „einer großen Spinne, welche gespen⸗ jerhaft an den Passanten vorbeisaust. Zu Pfingsten werden in Dresden die Froßmeister sämmtlicher Landeslogen Deutschlands dehufs Erledigung wichtiger innerer Fragen des Freimaurer⸗ Bundes zusammenkommen. f— Schon öfter ist die Frage besorgt aufgeworfen worden, ob bei dem in's Ungeheure gesteigerten SteinkohlenVerbrauch der Vorrath der uropäischen Steinkohlenlager überhaupt auf genüg· nd lange Zeit ausreichen werde. Die Zeiitschrift Nature“ hat sich klürzlich erst wieder mit dieser Frage beschäftigt und kommt zu dem Schlusse, daß ie englischen Bergwerke, sofern man sie bis auf ine Tiefe von gegen 1000 Meter auszubeuten xermag, noch höchstens 300 Jahre lang der In· ustrie die nöthigen Kohlen liefern können. Sie zespricht dann auch die Nachtheile, welche das Auf⸗ jören der Kohlen⸗Produktion in England für die ndustriellen, politischen und sozialen Verhältnisse ieses Staates zur Folge haben werde. Nun find 300 Jahre eine lange Frist und es scheint ver⸗ rüht, auf eine solche Zukunft hinaus derartige Zchätzungen und auf dieselben gestützte Folgerungen ‚u ziehen. Viel gefahrdrohender dagegen gestalten ich die Aussichten für einzelne Steinkohlen Reviere es europäischen Festlandes. So haben in neuester Jeit die sächsischen Bergtechniker festgestellt, daß die dohlenbergwerke von Chemnitz, PotschappelDresden ind Zwickau, die gegenwärtig 80 Millionen Zentner dohlen für das Jahr liefern, höchstens noch 50 Jahre lang in dieser Weise weiter produziren kön⸗ jen, dann aber ziemlich erschöpft sein werden, daß ogar einzelne Gruben schon nach 10 Jahren den hetrieh werden einstellen müssen. Die Folgen des lufhörens der sächsischen Kohlen-Produktion sind eicht zu übersehen. Einmal wird der inländischen Industrie, soweit sie der Kohlen bedarf, die Existenz ijchwert, wenn sie die Kohlen einmal aus dem lusland beziehen muß. Es wird das in den säch— ischen Kohlenwerken angelegte Kapital zinslos und um großen Theil ganz werthlos und sollte daher nnerhalb der angegebenen Frist (50 Jahre) amor⸗ sirt werden kdnnen. Da jedoch die in⸗ und aus— andische Wettbewerbung die Rente, welche die dohlenwerke abwerfen, auf ein Minimum herab⸗ nückt, so ist eine ausgiebige Amortisation kaum nöglich. Endlich wird die direkt und indirekt vom hetrieb und von der Ausbeutung der sächsischen lohlenwerke lebende Bevölkerung nach dieser Zeit beits· und verdienstlos, sofern es nicht gelingt, ieselbe anderweitig zu beschäftigen. Es steht dem⸗ ah zum Theil schon der jehigen, namentlich aber et nächsten Generation der Bevölkerung, die in gend welcher Beziehung zu der Ausbeutung der ihsischen Kohlen-Reviere sieht, ein schweres Unglüch hebor. Ganz ähnlich steht es auch mit anderen, nienllich mit den kleineren Kohlen-Revieren in Aropa, indem ihnen in absehbarer Zeit die gänz Ehspfung und damit die Belriebs· Einste- inq droht. ——— n, 4. Mai. Das Schöffengericht ver⸗ zinen Zeugen, der einen ihm vorgeschrie Eid nicht leisten wollte, weil'er an leinen At glaube“, zu 50 Mi Geldbuße, ebent. Funnd joden Haft. In der Erbschaft · eines Hamb urger nien fand sich ein altes Brillenfutteral. Lachend — es einer Nichte des Verstorbenen als an en zu; als⸗ sie aber ihre Brille hineinstecken fand sie Widerstand, untersuchte das Futteral n? stak ganz zerknittert und verkrüphelt da⸗ i in 1000. Martschein und drei 5⸗Markscheine. uett große Augen, aber schnell fand einer dohren don Lösung. Der Rentier hatte vor einigen uen 015 M. Miethzins eingenommen, war *. —— hinausgegangen und dann waren sin Reine nicht mehr zu finden, ein Dienfimäd— war wegen Verd s — lte —* g erdachts entlassen worden; der ute nde Hert hatte das Geld in einem * f. Berlin, 3. Mai. Ein Kaufmann erhielt aus Charlottenburg folgenden Brief: „Wenn Du diesen Brief empfängst, bitte ich Dich, meine Fabril zu schließen, da ich alsdann mit meiner Frau nicht mehr unter den Lebenden weile. Lebe woͤhl! Dein Freund St.“ Die nach Empfang des Briefes so⸗ fort in Charlottenburg angestellten Nachforschungen ergaben, daß der Absender seinen unheimlichen Vor—⸗ satz ausgeführt hatte. Beide Gatten hatten ihrem Leben durch Gift ein Ende gemacht. Schwere ge⸗ schaftliche Bedrängnisse hatten den früher vermögen⸗ den Mann, Besißer einer Lack⸗ und Firniß⸗Fadrik, nebst seiner Frau zum Selbstmord getrieben. F Berlin, 6. Mai. Heute Nachmittag geger 3 Uhr hat ein junger Mensch mit einem Stein, den er vorher in der Tasche verborgen hielt, das bekannte Eckfenster im kaiserlichen Palais zertrümmert Er wurde sofort verhaftet. Der Attentäter ist ein polnischer Arbeiter Namens Michael Grigolaitis — —R— griechisch — 28 Jahre alt und scheinbar ein halber Idiot. Er spricht nur mangelhaft deutsch, hielt ich seit 6 Tagen obdachlos hier auf und wollte ich durch die That Unterkommen verschaffen. Der Kaiser war, als die That geschah, im Valais nicht anwesend. fUeber Generalkonful Nachtigal, dessen Tod wir in voriger Nummer meldeten, finden vir folgende Notizen: Mit Nachtigal's Tod hat owohl die Wissenschaft, als die deutsche Kolonial⸗ »ewegung einen schweren Verlust erlitten. Dr. Nochtigal war am 28. Februar 1834 zu Eichstätt bei Stendal geboren, studirte Medizin, wurde Mili— tärarzt, mußte aber diesen Beruf wegen Brustleidens aufgeben. Er ging nach Nordafrika und wurde Leibarzt des Bey von Tunis. In dieser Stellung eignete er sich jene tiefe Keuntniß des moslemischen Wesens und Volkscharakters an, die ihm auf seinen späteren Forschungsreisen so wesentliche Dienste leistete. Seine größte Reise ins Innere von Afriko unternahm er am 17. Februar 1869 von Tripolis rus; unter unerhörten Strapazen und unter tan⸗ endfältiger Todesgefahr gelangte er zum Tsadsee, dessen damals noch ganz unbekannte Ümgebung er durchforschte. Erst Ende 1874 kehrte er wieder u zivilisirte Länder zurück. Diese Reisen rückten stachtigal in die vorderste Reihe der Afrikaforscher, ein Name wurde berühmt in allen Ländern; die Pariser Geographische Gesellschaft verlieh ihm die zroße goldene Medaille und bon der Reichsregier ung erhielt er eine Jahrespension von 6000 Mark TFinen weiteren Aufschwung nahm die Laufbahn Sustav Nachtigal's, als die Kolonialbewegung in Deutschland die Oberhand erhielt Die Reichs⸗ egierung zog die deutschen Afrikaforscher in ihre Dienste und Nachtigal wurde als Generalkonsul der deutschen Gebiete in Westafrika aufgestellt, in wel⸗ her Eigenschaft er namentlich im Kamerungebiete eine Reihe von Schutzverträgen abgeschlossen hat Nun hat der Tod auf offener See, die er, wahr⸗ scheinlich um Heilung vom Wechselfieber zu finden, aufgesucht hatte, seinem ruhmerfüllten Leben ein Ende gemacht. F Ein eisernes Haus für Kamerun, ein Bebäude von sehr bedeutender räumlicher Ausdeh- iung, wird gegenwärtig, der „Voss. Ztg.“ zufolge, nuf der großen Wiese hinter dem Bahnhofe der A »eter Fertigstellung wieder; auseinandergenommen and nach seinem Bestimmungsorte im fernen Afrika perschickt zu werden. Das ganze Gedäude bestehl aus eisernen Rahmen, in welche die Wände einge fügt werden. Diese letzteren bestehen aus großer Sypstafeln, welche als schlechte Wärmeleiter zuͤgleich dazu dienen sollen, die Temperatur im Innern des Gehäudes möglichst niedrig zu erhalten. t Der Bankier Mayer in Wien bot einft der berühmten Schauspielerin Wolter, der Zierde des Wiener Burgtheaters, 10,000 Gulden für einen tuß auf den Saum ihres Kleides. Frau Wolter ließ ihn das Geld zahlen, führte ihn in ihr An— kleidezimmer, zeigte ihm ein Dutzend Kleider an den Ständern und sagte: „Waͤhlen Sie, Herr Mayer, und küssen Sie den Saum des Kleides das Ihnen am besten gefällt.“ Verbot der Jager'schen Präpa— rate. Aus Prag wird mitgetheilt: Der Lau des⸗Sanilätsrath hat sich conform eines Gutachtens des Magistrates, welcher aus Sanitäksrüchsichten Prof. Jäger's sogen. Anthropin-alias Haarduft⸗ pillen als sanitätswidrig confisciren ließ, nachdem zegen diese Maßnabhm⸗ der RPekurs an die Sietp. halterei eingebracht worden, deranlaẽt gesehen, das Verbot des Verkaufes dieser Präparate nicht blos in Prag und Bohmen zu erwirken, sondern auch das Ministerium des Innern anzugehen, daß die Einfuhr dieser Präparate für ganz Oesterreich ver boten werde. F Ein schändlicher Kirchenraub) wurde in Valcourt, unweit Charleroi in Belgien, derübt. Es wurde nicht nur eine massiv silberne Madonna vom Altar gestohlen, sondern auch die Abendmahlskelche und gegen 5000 meist silberne oder goldene Herzen. Einer andern Madonna, die am Altar festgeschtraubt war, wurde das Jesuskind weggenommen. Die geraubten Gegenstände werden auf 60,000 Fr. geschaͤtzt. Von den Thätern hat man keinerlei Spur. Schon vor einigen Jahren wurde das Madonnenbild gestohlen, spater aber in einem Graben wiedergefunden. Die Kirche ist be⸗ rühmt durch die vielen tausend Wallfahrer, die jähr ⸗ lich zur wunderthätigen Gottesmutter pilgern. F Paris, 5. Mai. In Folge des Strikes der Schneidergesellen haben 111 der größten Häuser ihre Werkstätten und Magazine geschlossen, wodurch 7000 Arbeiter an die Luft gesehl sind. Die Meister sollen sich geeinigt haben, diese Maßregel vorerst für ein Vierteljahr aufrecht zu erhalten. Uebrigentß soll es eine Anzahl Arbeiter geben, welche allen Aufforderungen ihrer Berufsgenossen widerstehen und bei der Ausübung ihres friedlichen Gewerbes Revolver und Stockdegen neben sich haben, um schlechte Rathgeber mit Nachdrud abzufertigen. Außer ihnen sind bis jetzt die Frauen, welche in Westen und Reitkostümen arbeiten, der Nadei und Scheere treu geblieben und es werden eben Au— trengungen gemacht, um sie zu überzeugen, daß ihr Ausharren bei bescheidenem Lohn —2 Fr. 50 bis 4 Fr. täglich der Menschenwürde zuwider ist. Die Presse macht übereinstimmend die französischen Arbeiter auf die Wahrscheinlichkeit aufmerksam, daß remde und namentlich deutsche Schneider bereit sein werden, ihre Arbeit zu überrehmen und die Löhne, deren Erhöhung sie verlangen; im Gegen— theil herabzudrücken. fF. Moderevolution) Aus Paris wird geschrieben: Eine bedeutende Aenderung ist in der Frauentracht eingetreten. Mit einem Male ist es zus mit dem unendlichen, vielfältigen Geschnörkel, Bauschen, Fältelungen, Schleppen und Zipfeln, durch welche der Schooß des Kleides zu einem kunstvollen, verschlungenen Bau geworden war, zu dessen Werthschätzung den Laien die Fähigkeit ab⸗ zehen mußte. Kraft des neuesten Schnittmusters ällt der Schooß vom Gürtel in breiten, flachen Falten herab, welche ohne alle Zierrath und Schnör⸗ celei bleiben. Unten ist eine vreite Stellspitze mit Fransen angesetzt. Auch der Stoff, selbst für den Sommer, ist meist Wolle, jedoch von leichtem, losem Gewebe. Dies ist jedenfalls ein großer Forischritt, indem ein solches Kleid fast nur halb so viel Sioff erfordert als früher, was bei den andläufigen schlechten Zeiten schon ins Gewicht 'allt. Die neue Tracht nähert sich also schon um einen guten Schritt der republikanischen Einfachheit, von der, trotz allen Rühmens, während der letzten Jahre der Republik so blutwenig zu spüren var. Ihrem Ursprunge nach ist die neue Mode auf die weiten, am Guͤrtel anschließenden und bis zum Boden reichenden Mäniel zurückzuführen, velche seit zwei Jahren schon bis zum letzten Dienstmädchen vorgedrungen sind— Auch war das Herüsche und Gefältel des Schooßes so verbiel⸗ ältigt und ausgebeutet worden, daß damit ent⸗ chieden nichts mehr anzufangen war. Ein gänz⸗ icher Umschwung war unvermeidlich geworden und er ist nun auch eingetreten. Nur in einem Punlte halten die Damen an den alten Mißbräuchen fest. Sie bestehen auf der Beibehaltung des — nun wie soll man es nennen — Sattelkissens, um glauben zu machen, daß sich ihr Körper nach hinten in unnatürlicher Weise ausdehnt. Doch auch hier wird einmal ein ebenso jäher Sturz eintreten. als jetzt mit dem bauschigen Schooß. F Ju Dover wurde der Eingang zu dem unterseeischen Tunnel, der im vorigen Jahre begon⸗ nen und ewa 1 Kilometer weit gebohrt worden sst, zugemauert. Es wurde zuvor festgestellt, daß nirgends Wasser durchgesickett war. * GBeheuchtung des Atlantischen Ozeans) Eines der kühnsten amerikanischen Projekte der Neuzeit ist die nach einer Mittheilung des „American Engineer“ in Aussicht genommene Beleuchtung'ldes Atlantischen Oceans miltelsselee— rischen Lichtes. Man will einen beleuchteten Weg zuer über das Meer von der Neufundland⸗Bank zis zur irischen Küste herstellen. Zu diesem Zwecke ollen zehn Schiffe in Entfernungen von je zwei⸗ jundert Seemeilen in gerader Linie auf offenem Meere derartig verankert werden, daß sie sich all⸗ jeitig um den Anker drehen können, ohne ihn zu odern. Diese Leuchtschiffe sollen durch elektrische dabel untereinander und mit dem Ufer verbunden, auch zur Vermittelung des Telegrammverkehrs be⸗ autzt werden. Grüfung einer neuerkbauten Fisenbvahn in Amerika.) Dem Herfteller des Oberbaues bei einer Zweigbahn der Pennshl⸗ zanischen Bahn soll eine bedeutende Prämie nach Ausführung folgender Probe gewährt worden sein: Lin Glas Wasser, welches bis 12 Mm. unter den Rand gefüllt war, wurde auf eines der Wagen⸗ jenster gestellt, ohne daß, während der Zug die Sirecke mit 82 Km. Geschwindigkeit in der Stunde dassirte, ein Tropfen verschüttet wurde. f In Chicago hat der Schulrath in einer seiner letzten Sitzungen beschlossen, den Unterricht n der deutschen Sprache, welcher bisher nur in den höheren Lehranstalten ertheilt wurde, dem⸗ nächst auch in den Elementarklassen einzuführen. Dadurch erhält dieser Unterricht erst seinen eigent⸗ ichen Werth, denn um eine Sprache nicht nur esen und schreiben, sondern auch richtig sprechen zu lernen, bedarf es der Uebung in den Kinder⸗ ahren, die praktischen Sprachstudien überhaupt orderlicher sind. als das reifere Alter. In höheren dehranstalien lernen amerikanische Zoͤglinge lebende reinde Sprochen meistens nur soweit, um in den⸗ elben geschriebene Bücher mit halbem Verständniß esen zu können, und da diese beschrankte Kenntniß ürs Geschäftsleben wenig Werth hat, so kann sich der Durchschnittsamerikaner für solche Studien nicht zegeistern. Spirituöser Humor. Zwei riesfige Pennbrüder sitzen in ihrer Stammdestille und, da je durch besondere Schicksalsfügung in den Besitz ines Kapitals — eine Mark oder darunter — ekommen sind, so schwelgen sie in den „feinsten“ Sachen. Eben hat Aujust den fünften „Rum mit Jewehriber“ hinter die Binde gegossen und schnalzt or Wonne mit der Zunge. Sein Kollege in ppiritu blickt ihn fragend an: „Det schmeckt Dir voll, Aujust ?“ .... Ic sage Dir, Menne, wenn ich bei meene Mutier so ne Milch gekricht hätte — ick hätte nir nie entweehnen lassen!“ sprachs und — goß den sechsten herunter. Sterbefaälle. Gestorben: in Blieskastel Emilie Levi, gen Darnbacher; in Speier Frl. Emma Haas, 179 Ut; ebendaselbst, Frau Friederike Lang, geb. Dits 32 J. alt. — Fur die Redarnon verantwortlich F. X. Demeh. Isr. T3 be praluschen Wochenblattes s alle Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlih nur J Mark) enthält: Wochenspruch: Frühling ist Leben der Liebe und diebe Frühling des Lebens, Lebst Du der Liebe, so lebt Ewiger Frühling in Dir. Das Wörichen „Du“. Straßen⸗ und Haus. kleid. Geht spazieren! Laßt euch von Verdamm, ingslust, Menschen nicht berücken; Schlagt an eure igne Brust, Statt auf fremde Rücken. Selhst Diamantenglanz will seiner Hülle entrückt sein. Die erbrochene Vase. Gelassenheit. Der Weg zum Dderzen. Lehrerinnen der Auatomie. Weibliche heschäftsreisende. Glacehandschuh, Verfertigerinnen. dindergedanken. Ersatz für Muttermilch. Ji— veißes Papier den Augen schädlich? Gewärmie daken. Pflanzenkost zur Stärkung einer Sterben— den. Patentfingerhüte. Schmetterlinge abzudrucken. Bierhändige Stücke. Zitherspiel. Klavierspiel in päteren Jahren zu erlernen. 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(Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualenmartt) Weizen 8 M. 78 Pf., Korn 8 M. 50 Pf dersie zweireihige d M. — Pf., vierreihige 0 M. — pf. zpelz õ M. — Pf., Spelzlern — M. — Pf., Dinkel Snn. — pPf. Mischfrucht O M. — Pf., Hafer 7,M. 7 Pf., Erbsen O M. — Pf. Widen 0 M. — Pjf. deu8 M. — Pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 70 Pf., Weißbrod 10/3 Kilo 32 Pf., Kornbrod 8 Kilo 68 Pf., Gemischtbrod 8 Kilo j8 Pf., paar Weck 80 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 30 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ leisch 60 Pf, Schweinefleisch 80 Pf., Wein 1Liter 80 Pf., zier 1 Lüer 24 Pf., Butter !/3 Kiloar. 1 M. 10 Pf. Homburg, 6. Mai. (Fruchtmittelpreis und Biltua⸗ jenmnartt.) Weizen 9 M. 53 Pf., Korn 8M. 20 Pf., „pelztern — M. — Pf., Speijz O M. — Ff., Gerste reihige O M. — Pf., Gecste Areihige 0 M. — Pf., dafere7 M. 75 Pf. Mischirucht 8 M. 50 Pf., Erbsen DM. — Ppf. Wicken — M. — Pf., Bohnen 9 M. — pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund z33 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch — Pf. kKindfleisch 80 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 520 Pf., Butter 1Pfund 1 M. 10 Pf., kartoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf. Kaiserslautern, 5. Mai. (Fruchtmittelpreis und Ziltualienmarkt) Weizen 9 Mk. 70 Pf., Korn 8 M. Soppf. Spelztern — M. — Pf., Svelz 6 M. 62 Pf., dersse 8 M. 36 Pf., Hafer 7M. 70 Pf. Erbsen O M. ppf. Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Klee⸗ amen — M. — Pff. Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pf., z pfd. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 38 Pf. Butter pro zfd. 1M. — Pf., Eier per Dtzd. 60 Pf., Kartoffeln per dentner 2 M. — Pf. Stroh J. Qual. 2 R. 75 Pf. I Aual. 2 M. 50 Pf. Heu pro Ctr. 8 M. 10 Ppf. Kleeheu 0 M. — Pf. Bekanntmachung. Es diene hiermit zur Benachrich⸗ sigung und Warnung, daß alle Fuhr⸗ verke auf welchen Bauschutt oder onftiger Unrarh geladen wird, so hergesiellt nd geladen sein müssen, zaß nichts durchdringen oder darüber zinausfallen kann und dadurch die Straßen und Wege der Stadt verun⸗ reinigt werden; ebenso ist das — jon Schutt, Asche, Ofenschlacken oder sonstiger Unrath auf und an den Straßen und Wegen, an fremde Zebaude und Grundstücke unbefugter Weise verboten. Als Abladeplätze für Schutt, Ofen⸗ ichlacken ꝛ⁊tc. sind bestimmt: Die Baumschule an der Waiserstraße und Trift oberhalb der Kahn'schen Seifenfabrik. Auf Grund des Art. 93 des Polizeistrafgesetzbuchs. wonach auf Heldstrafe dis zu 18 Mark erkannt verden kann, wird gegen Zuwider⸗ dandelnde Protocoll errichtet werden. St. Ingbert, den 6. Mai 1888 Jas Polizei Commissariat Ederlein. Landwehr-Verein. Sonntag, den 10. Mai, Mittags 3 Uhr m der Wirthschafi von Wiwe. Mayer außerordentliche General Versammlung A. Vorstaud, F Neymann. 277 —JLIILLB Scheine ür die Gemeindekrankenver⸗ sicherung ind zu haben in der Druckerei des „St. Inꝗgberter Anzeiger.“ irchenbau-Verein St. Ingbert. zonntag den 10. Mai 1885, Rachmittagas um 3 Rhr, Zim Saale der Frau Witiwe Jul. Grewenig General-Versammlung. TAgeSOFOñMUMDSG: 1) Vorlag der Rechnung; 2) Bericht über den Stand des Vereins. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein — VXVBEEEEXB— Aechter vird als wirksamstes Stärkungsmine ür schwächliche Kinder, Frauen und Keconbalescenten ärztlicherseits em⸗ fohlen. Vorrätig in *1, Ua und Driginalflaschen à Mk. 3,-. 150 inde 75 Pfg. in St. Ingbert be derrn P. Feryx. Der Vorstand. Sonnenschirmen Die Hollandische Kaffee Brennerei H. Disqué & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten—⸗ d Kaffee“ beliebten hochfeine Mischungen Java⸗Mischung per Pd. 120 Westindisch m.. 4 Menadd S.,160 Bourbon Mw. 1.80 extrafein Vocea M.. 200 cbrannt nach Or. v. 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Demetz in St. Inabert. st. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungt⸗ blan und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließliq ¶ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 à, bei außerpfälzischen ud solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 4, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. N OI. Politische Uebersicht. z»Den hervorragendsten Gegenstand der Verhandlungen des Reichstag es bildete n dieser Woche die zweite Lesung des Börsen st eue r⸗ Jeseßentwurfes, welche ihn am Montag und diensiag und zum Theil auch am Mittwoch be— häftigte. Die Debatten hierüber waren besonders zadurh von Interesse, daß sich der Reichskanzler imn ihnen während der beiden erstgenannten Tage sebhaft betheiligte und seinen Standpunkt zu der Votlage, deren wesentlichstes Merkmal bekanntlich die prozentuale Besteuerung der Börsengeschäfte zildet, darlegte. Der Kanzler wünscht allerdinge das Zustandekommen des Entwurfes, aber er ist der Meinung, daß noch verschiedene bedenkliche Bestim⸗ nungen desselben, namentlich bezüglich des Arbitrage⸗ geschaftes beseitigt oder wenigstens modifizirt werden nuͤssen, wenn der Entwurf wirklich lebenskräftig verden soll und hofft. daß man sich im Reichstage gierüber verständigen werde. Im Uebrigen erledigte has Haus die Vorlage fast durchgängig nach den dommissionsvorschlägen und unter Ablehnung des ationalliberalen Antrages auf Einführung des ab⸗ estuften Fixstempels. Am Mittwoch beschäftigte ich der Reichstag außerdem noch mit den zum hörsensteuergesetzentwurfe gestellten Anträgen der Abgeordneten Richter und Kayser; ersterer beantrag die Aufhebung des Petroleumzolles im Falle des Inkraftiretens der Börsensteuer und letzterer die Aufhebung der Salzsteuer, eventuell die Bildung zines Arbeiter ⸗ Invaliden⸗Fonds aus den Erträgnissen der Börsensteuer. Beide Anträge wurden indessen nach animirter Debatte, in deren Verlaufe Abg dayser erllärte, die sozialdemokratische Fraktion vürde im Falle der Ablehnung seines Antraget jegen die Börsensteuer stimmen, abgelehnt. Das desetz selbst tritt am 1. Oktober d. Is. in Kraft. enehmigt wurden ferner am Mittwoch in zweiter Lesung der Entwurf, betr. die Steuervergütung für Zucer, sowie in driiter Lesung die Gesetzentwürfe, hett. den Schutz des zur Herstellung der Reichs iassenscheine verwendeten Papiers gegen Nachahmung and betr. die Ausdehnung der Unfallversicherung auf die Transportgewerbe. * Die abgelaufene Woche gewährte in parla⸗ wentarischer Beziehung eine ziemlich reiche Iusbeule, denn sämmtliche gegenwärtig in Berlin agende parlamentarische Körperschaften hielten — denn man vom preußischen Staatsrathe absieht — um Theil nicht unwichtige Sitzungen ab. Was unachst den Bundesrauh anbelangt, so hat der⸗ elbe schon am Dienstag, anstatt, wie erwartet burde, erst am Donneroͤtag, seine Entscheidung über ie Vorlage, betr. die Abaͤnderung und Ergänzung des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeß⸗ ndnung getroffen, Hiernach beharrt der Bundes ath beiĩ seinem früheren Beschlusse bezüglich der bon Preußen beantragten Wiedereinführung der Be⸗ nafng. dieselbe ist demnach auch in zweiter Lesung bgelehnt. Dagegen stimmte er dem modifizirten reußischen Anttage zu, die Zahl der Geschworenen »n 12 auf 7 herabzusetzen. Dieser Beschluß soll. die die „Nat. Zig.“ rführt, mit 29 gegen 28 Stimmen gefaßt worden sein, wobei sich Bremen ꝛt Abgabe seiner Stimme enihielt. Bei der noto⸗ ischen Abneigung der Regierungen aller größeren hundessiaaten ut Ausnahme Preußens, gegen den Untrag dimmi man an, daß zu diesem Beschlusse ꝛer Wunsch, dem Reichskanzler entgegenzukommen, Sonntag, 10. Mai 1885. uind die Ueberzeugung, daß der Reichstag den An⸗ rag doch ablehnen werde, viel beigetragen habe. Ob übrigens die Vorlage den Reichstag für diest Session auch nur in erster Lesung beschäftigen wird. st im Hinblick auf die Geschäftslage in demseiben sehr zu bezweifeln. Anläßlich des Todes des Generalkonsuls Dr Nachtigal schreibt ein „hervorragender Afrika— reisender“ dem „Berl. Tgbl.“: Zweien Bedürf anissen muß genügt werden, um die Schonung des debens der weißen Bevoölkerung an der Westküste Afrikas mehr als bisher zu sichern. Eine wissen⸗ chaftliche Kommission muß nach Westafrika ent⸗ 'andt werden, um die Ursachen des Fiebers und Mittel zur Bekämpfung desselben zu erforschen, und venn möglich, sollten hierzu die erforderlichen Mittel noch vom tagenden Reichstag verlangt werden. Es ollten ferner zwei interaationale Lazareth Dampfer an der Westküste stationirt werden, um diejenigen Zranken aufzunehmen, die nach ärztlicher Ansicht durch den Aufenfhalt auf dem Meere ihre Gesund⸗ sjeit wiedererlangen können. Der eine Dampfer ollte nahe den Küsten kreuzen, der andere auf die sohe See gehen. Nachtigal ruht in afrikanischer Erde. Haben wir Pflichten gegen ihn? Ich denke s ist eine Ehrenpflicht Deutschlands, von zwe Dingen das eine zu thun: entweder die sterblichen Reste desselben nach Deutschland überzuführen, oder die deutsche Flagge am Cap Palmas aufzuhissen wo er ruht, denn er darf nur in deutscher Erdt ruhen. Cap Palmas gehört jenem Zerrbild von Staatswesen an, das die Republik Liberia genannt wird, und in welchem 30,000 sog. civilisirte Neger die gesammte civilisirte Welt chicaniren, indem z. B. kein Weißer Grundeigenthum daselbst er⸗ werben kann. Ehren wir den großen Todten, in⸗ dem wir uns an Stelle dieses bankerotten Staates stellen, und deutsche Civilisation da einführen, wo das Grab von Dr. Nachtigal sich befindet. Deutsches dteich. München, 7. Mai. Auch der Vorstand der Süddeutschen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen⸗ und Stahlindustrieller hat sich nahezu einstimmig gegen die projektirte deutsche Industrie⸗Ausstellung in Berlin i. J. 1888 ausgesprochen. Berlin, 8. Mai. (Reichstag.) Dritte Lesung des Börsensteuer⸗-Gesetzes. 8 1 wird mit dem Antrag Buol angenommen, wonach in aus⸗ ländischer Währung zahlbare Wechsel und Auszah— lungen an ausländischen Plätzen in fremden Va⸗ luten steuerfrei sind, edenso Kauf⸗ und Anschaffungs⸗ zeschäfte über im Inlande von einem Contrahenten erzeugte Sachen ꝛc. Die übrigen Paragraphen wurden mit den von den vereinigten Konservativen und Klerikalen beantragten Modifikationen ange⸗ rommen. Darauf genehmigte der Reichstag das ganze Gesetz mit 214 gegen 41 Stimmen. Ausland. Petersburg, 8. Mai. Der „Regierungs⸗ anzeiger“ enthält über das Uebereinkommen Englande und Rußlands, Schiedsrichter bezüglich der Inter pretation der Uebereinkunft vom 17. März einzu— setzen, analoge Mittheilungen, wie sie Gladstone am 4. d. im Unterhause machte. Lokale und pfälzische Nachrichten. aꝛ St. Ingbert, 8. Mai. Unterm 28. April wurde auf ein diesbezügliches Gesuch nach 83 der 20. Jahrg. 5 K. Allerhoöͤchsten Verordnung am 18. April 1873, die Errichtung und Leitung von Erziehungs⸗ u. Unterrichtsanstalten betr., die Geneh⸗ migung zur Errichtung einer höheren Töchterschule dahier resp. zur Verwandlung der schon bestehenden Privatmädchenschule in eine allgemeine zugängliche Unterrichtsanstalt erteilt. Der neue Lehrplan tritt mit dem 10. nächsthin in Kraft. An der Schule werden 2 Lehrerinnen u. incl. der Geistlichkeit4 Lehrer wirken. Die Oberaufsicht wurde von Ke. Regierung Herrn Subrektor Barnikel dahier übertragen, welcher jährlich wenigstens e in e außer⸗ ordentliche Visitation vorzunehmen hat. — Die Kollekte, welche am ersten Ostertage für den Neubau der katholischen Kirche in Brei⸗ tenbach in den latholischen Kirchen der Pfalz erhoben wurde, ergab 3333. 75 M. — Gebweiler, 6. Mai. Groß war gestern die unangenehme Ueberraschung, als man heim Erwachen die umliegenden Berge bis tief ins Thal hinunter mit einer dicken Schneeschicht bedeckt sah, was eine empfindlich kühle Temperatur mit sich brachte. Hoffentlich wird diese Witterung sich bald wieder andern, damit die hoffnungsvolle Ausficht der Reb⸗ und Ackersleute nicht wieder scheitert, denn sowohl die Obstbäume als auch die Reben, welch letztere reichlich mit Samen behangen find, haben bereits einige Hoffnung auf eine gute Ernte aufkommen lassen. — Der erste Verbandstag des Pfälzischen BäckerVerbandes, welcher am 15. und 16. Juni in Neustadt abgehalten wird, hat fol⸗ gende vorlaufige Tagesordnung: 1) Bericht über den Stand des Verbandes; 2) Rechenschaftsbericht über Einnahmen und Ausgaben; 8) Wahl der Rechnungs⸗Revisoren; 4) Referat über das Lehr⸗ lings⸗ und Gesellenwesen; 5) Referat über die Ausgabe von Germania-Lehrbriefen und Arbeits⸗ büchern; 6) die Errichtung. von Genossenschaften oder Innungen in der Pfalz; 7) Wahl des Ortes für den nächsten Verbandstag; 8) Bericht der Rech⸗ nungs⸗Revisoren und Decharge. Vermi chtes. Am Montag den 25. Mai wird das Reichs⸗ Waisenhaus in Lahr eröffnet. F Aus dem bayerischen Walde, 6. Mai, wird dem „Münchener Fremdenblait“ geschrieben: In der Umgebung von Regen find im Laufe von ein paar Tagen eine ganze Reihe von Messer⸗ affairen vorgekommen. Am Sonntag erhielt bei Schweinhütt am Walde der 29jährige, schon oft in Raufhandel verwickelt gewesene Andreas Wenig 4 gefährliche Stiche und starke Kopfwunden, die ihm mittelst eines schweren Steines beigebracht wurden. Als Thäter ist der Bauerssohn Johann Weiderer von Schweinhütt und der Häuslerssohn Andreas Rosenberger von Kohlau bekannt. — Am gleichen Tage wurde zu Abtschlag der Bauerssohn Max Weber durch 4 Stiche lebensgefährlich ver⸗ letzt. — Am Montag versetzte zu Langdorf der berheirathete Inwohner Georg Ernst seinem Bruder Michael Ernst einen gefährlichen Messerstich, weil dieser seiner Schwägerin, welche sich vor den Prügeln ihres Mannes flüchtete, Unterkunft gab. — Am Dienstag Nachmittag 1 Uhr versetzte der 183jäͤhrige Hauslerssohn Johann Simbeck dem 15⸗ ährigen Hütbuben Andreas Gilg auf der Straße vor der Pfeffer'schen Brauerei zu Poschetsried einen Messerstich in den Bauch, daß letzterem die Ge⸗ därme 2 Meter lang aus der Wunde herausdrangen. Zwischen beiden bestand schon längere Zeit Feind⸗ schaft. Gilg griff zuerst den Simbeck an, um ihn durchzuhauen. Gilg liegt zum Tode verletzt im Zrankenhaus zu Regen. eines künftigen Kolonial ⸗Dampfers von der Ho⸗ waldt'schen Werft in Kiel. Ein Kunstwerk ersten Ranges ist die Adresse Bremens und ebenso der Ehrenbürger⸗Brief von Leipzig in Gestalt eines sil⸗ bernen Kommando⸗Stabes auf kunstvollem Sockel. Für den Waidmann bilden die Jagdtrophäen eint wahre Lust, ein riesiger Büffelkopf aus Amerika, ein mächtiges Elchgeweih und ein paar kollossaler Stierhörner aus Südofrika. Der Ehrensäbel der Deutschen in Konstantinopel in silberner, mit Edel⸗ teinen besetzter Scheide ist eine Kostbarkeit ersten Ranges. Originell ist die große Kolleltion von Spazierstöcken. man die Fundamente untersuchte, wurden die obere Mauern durch Balken von oben gestützt, und di Geschäftsbetrieb wurde inzwischen von etwa 6 Arbeitern, meistentheils weiblichen Geschlechts so gesetzt. Heute früh um 9 Uhr gaben die Stůßen nach und ein Theil des Gebäudes stürzte ein in Folge dessen die Feueressen der Fabrik die Trümnm in Brand steckten. Alsbald trat eine fürchterlig⸗ Panik ein und Frauen und Mädchen sprangen — hrer Angst aus den Fenstern. Die underzügli erschienene Feuerwehr konnte nicht verhindern, da noch andere Mauern einftürzlen und in ihrem dFal mehrere Personen begruben. Als getödtet werdn deren 15 gemeldet und 20 sollen Verletzungen da vongetragen haben, während viele der gus den Fenstern gesprungenen Arbeiterinnen mehr ode⸗ weniger verletzt wurden. Das Ungalück hat gioß— Aufreqgung verursacht.“ fFFrankfurt. Die Verhandlung gegen Lieske, der des Mordes an dem Polizeirath Rumpff beschuldigt wird, soll nach einer Meldung der „N. B. L.“ zu Ende Juni in Frankfurt a. M. stattfinden. Wie dieses Blatt erfährt, leugnet Lieske nach wie vor und hat sich bis jetzt auch noch nicht zu dem geringsten Zugeständnisse herbei⸗ gelasfsen. Die gegen ihn vorliegenden Indicien seien indeß so gravirender Natur, daß der Ausgang des Prozesses kaum zweifelhaft erscheine. .7 Mainz, 7. Mai. Der „Fr. Zig.“ wird geschrieben, daß die Mittheilung, Lieutenant v. Chelius sei hier verstorben, irrthümlich sei, viel⸗ mehr befinde fich derselbe auf dem Wege der Besser⸗ ung. Herr Hofrath v. Chelius war heute hier anwesend“ und hat fich von der fortschreitenden Besserung des Zustandes seines Sohnes überzeugt. r Ein Opfer seiner Eitelkeit wurde dieser Tage n Paris ein Mädchen von zwölf Jahren, Namens Hortense Gudin, welches am Vorabend seiner ersten heiligen Kommunion in Abwesenheit seiner Eltern 'n seinem Ehrenstaat vor dem Spiegel sich nach derzenslust bewundern wollte und zu diesem Zwed inem Brüderchen von fünf Jahren das Licht zu jalten gab. Das unachtsame Brüderchen brachte das ihm anvertraute Licht dem leicht entzündlichen leiderstoff seiner geschmückten Schwester, welche aur für den Spiegel Augen hatte, zu nahe und teckte den Anzug in Brand. Auf das jämmerliche dilferufen der bejammernswerthen Kinder eilten die Nachbarn zur Hilfe, vermochten jedoch nur den stnaben zu retten. während das Mädchen nach zweistündigen Qualen seinen Geist aufgab. Brandunglückin Brooklyn. Ueber einen von schrecklichen Folgen begleiteten Brand berichtet der amerikanische Korrespondent der, Times“ interm 5. d.: „Die Abbott-Gebäude in State üreet, Brooklyn, welche als Seifenfabrik benutzt merden,. sind neuerdinaͤs rebarirt worden. Während Sterbefäaälle. Gestorben: in Ludwigshafen a. Rh. Fran Elisabetha Scheuermann, geb. Becker, 69 3 alt; in Großkarlbach Frau Maria Katharin Haffner, geb. Kirchner, 78 J. a.; in Kin. weiler Eugen Reuthner, k. Steuner⸗ und Ge— meinde · Einnehmer, 50 J. a.; in Neustadt Frau Katharina Ramstetter, 52 J. a.; ebendaselbs Herr Martin Hof. 70 J. a. Berlin. Die Ueberführung der Bismarck Ehrengaben in das Architektenhaus ist glücklich be— werkstelligt worden. Fünf verschlossene Möbelwagen waren dazu erforderlich. Unter den Adressen mußte wegen ihrer Massenhaftigkeit eine Auswahl getroffen werden, sonst gelangt auf den Wunsch des Fürsten Bismarck, der keinen Geber ausgeschlossen wünschte, Alles zur Ausstellung. Im Palais des Reichs⸗ anzlers füllten die Geschenke drei Säle. Neben Kunstwerken ersten Ranges praäsentirten sich nüch— terne Gebrauchsgegenstände, wie eine Holzzerkleiner⸗ ungs⸗Maschine, ein Regenschirm, ein Paar Schnür⸗ tiefel u. dergl. mehr. Reizend ist das Modell 73ncF FTyps umd ben des verlebten Johaur Konlursverfahren. e w 8 de mit — * T .1. Peter Latz, Fuhrmann, 2. Maria Das Kontursversahren über gan ledig, gewerblos, beide groß⸗ das Vermögen des Isaak Loeb, 5 — jährig, 3. Katharina, 4. Mag⸗ Handelsmann zu St. Ing ber dalena und Johann Lan, wurde nach Abhaltung des Shluß· dies⸗ drei noch minderjährig, vertreten ermins durch Beschluß des k. Anus sduch ihre Mutter, als Vormünderin gerichts St. Ingbert vom heuiigen du anein Su Ingbert wohnent Tage aufarbohen, 8. Mai 1888. T. wegen Nichtbezahlung des Erwerbs⸗ St. Ing ert. den — 1B3B vreises öffentlich vertragsmäßig wieder .. Ver Berichtssgreiper steigern Krieger, Stenergemeinde St. Ingbert: kgl. Sekretär. 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Demetß in St. Ingbert. — A αν— ιαιι ν G. vss' — Hierzu als Beilagen UAlgemeiner Anzeiger füt E gönigreich Bayern Nr. 182. St. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fürfmal: Am Moutag, Dienstag, Dounnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal mabchentlich mit Unter haltungt⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich A 60 fddeinschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 78 4, einsqhließliqh d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 4, Neclamen 80 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — Volitische Uebersicht. *»Den hervorragendsten Gegenstand »er Verhandlungen des Reichstagiesbildete n dieser Woche die zweite Lesung des Börssen steue r⸗ geseßentwurfes, welche ihn am Montag und dienstag und zum Theil auch am Mittwoch be⸗ chäftigte. Die Debatten hierüber waren besonders zadurch von Jnteresse, daß sich der Reichskanzler m ihnen während der beiden erftgenannten Tage lebhaft betheiligte und seinen Standpunkt zu der borlage, deren wesentlichstes Merkmal bekanntlich die prozentuale Besteuerung der Börsengeschäfte ildet, darlegte. Der Kanzler wünscht allerdings as Zustandekommen des Entwurfes, aber er ist der Neinung, daß noch verschiedene bedenkliche Bestim⸗ nungen desselben, namentlich bezüglich des Arbitrage— zeschäftes beseitigt oder wenigstens modifizirt werden nüssen, wenn der Entwurf wirklich lebenskräftig verden soll und hofft, daß man sich im Reichstage ierüher verständigen werde. Im Uebrigen erledigte as Haus die Vorlage fast durchgängig nach den dommissionsvorschlägen und unter Ablehnung des zationalliberalen Antrages auf Einführung des ab⸗ gestuften Fixstempels. Am Mittwoch beschäftigte ich der Reichstag außerdem noch mit den zum Hörsensteuergesetzentwurfe gestellten Anträgen der lbgeordneten Richter und Kayser; ersterer beantragt ie Aufhebung des Petroleumzolles im Falle des Inkraftiretens der Börsensteuer und letzterer die lufhebung der Salzstener, eventuell die Bildung ines Arbeiter⸗ Invaliden⸗Fonds aus den Erträgnissen et Vörsensteuer. Beide Anträge wurden indessen nach animirter Debatte, in deren Verlaufe Abg. dahser erklärte. die sozialdemokratische Fraktion vürde im Falle der Ablehnung seines Antrages egen die Börsensteuer stimmen, abgelehnt. Das gesetz selbst tritt am 1. Oktober d. Is. in Kraft. henehmigt wurden ferner am —A Lesung der Entwurf, betr. die Steuerbergütung für zuder sowie in druter Lesung die Gesehentwürfe, ett. den Schutz des zur Herstellung der Reichs- asenscheine verwendeten Papiers gegen Nachahmung ind betr. die Ausdehnung der Unfallberficherung u die Transportgemerhe. Die abgelaufene Woche gewährte in parla⸗ nentarischer Beziehung eine ziemlich reiche lusbeute, denn sammtliche gegenwärtig in Berlin agende parlamentarische Körperschaften hielten — venn man vom preußischen Staatsrathe absieht — um Theil nicht unwichtige Sitzungen ab. Was unüchst den Bundesranh andelaugt, so hat der⸗ XC Dienstag, anstatt, wie erwartet rurde, erst am Donnerstag, seine Entscheidung über die Vorloge, beir. die Abaänderung und Ergänzung es Gerichtsverfassungsgesehes und der Strafprozeß⸗ ndnung getroffen Hiernach beharrt der Bundes uth bei seinem früheren Veschlusse bezüglich der n Preußen beantragten Wiedere iunfuhrung der Be— aung, dieselbe ist demnach auch in zweiter Lesung bhelehnt. Dagegen stimmte er dem modifizirten neußischen Anttage zu, die Zahl der Geschworenen n 12 auf 7 herabzusehen. Dieser Beschluß soli de die .Nat. Zig.“cafaͤhrt, in 20 egen 28 Sinmen gefaßt worden sein, wobei sich Bremen t Abgabe“seimer Sluimnme enihielt. Bei der noto⸗ ishen Abneigung der Regierungen aller größeren dudegsicaen mit Ausnahme Preußens, gegen den utag nimmi man an, daß zu diesem Beschlusse der Wunsch dem Reichskanzker entgegenzukommen. Sonntag, 10. Mai 1885. 20. Jahrg. und die Ueberzeugung, daß der Reichstag den An— rag doch ablehnen werde, viel beigetragen habe. Db übrigens die Vorlage den Reichstag für diest Session auch nur in erster Lesung beschäftigen wird, ist im Hinblick auf die Geschaftslage in demseiben sehr zu bezweifeln. K. Allerhöchsten Verordnung am 18. April 1873 die Errichtung und Leitung von Erziehungs⸗ u. Unterrichtsanstaltten betr. die Geneh— migung zur Errichtung einer höheren Töochterschuie dahier resp. zur Verwandlung der schon bestehenden Privatmadchenschule in eine allgemeine zugängliche Unterrichtsanstalt erteilt. Der neue Lehrpian trut mit dem 10. nächsthin in Kraft. An der Schule werden 2 Lehrerinnen u. incl. der Geistlichkeit dehrer wirken. Die Oberaufsicht wurde von K. Regierung Herrn Subrektor Barnikel dahier übertragen, welcher jährlich wenigstens eine außer⸗ ordentliche Visitation vorzunehmen hat. — Die Kollekte, welche am ersten Ostertage für den Neubau der katholischen Kirche in Brei— benbach in den latholischen Kirchen der Pfalz erhoben wurde, ergab 3333.75 M. — Gebweiler, 6. Mai. Groß war gestern die unangenehme Ueberraschung, als man heim Ecwachen die umliegenden Berge bis tief ins Thal hinunter mit einer dicken Schneeschicht bededt sah, was eine empfindlich kühle Temperatur mit sich brachte. Hoffentlich wird diese Witterung sich bald wieder ändern, damit die hoffnungsvolle Aussicht der Reb⸗ und Ackersleute nicht wieder scheiterl, denn sowohl die Obstbaume als auch die Reben, welch leztere reichlich mit Samen behangen find, haben bereits einige Hoffnung auf eine gute Ernte auflommen lassen. — Der erste Verbandstag des Pfalzischen käcer⸗Verbandes, welcher am 15. und 16. Juni in Neustadt abgehalten wird, hat fol⸗ gende vorläufige Tagesordnung: 1) Bericht über den Stand des Verbandes; 9) Rechenschaftsbericht Aber Einnahmen und Ausgaben; 8) Wahl der Rechnungs · Revisoren; 4) Referat über das Lehr lings und Gesellenwesen; 58) Referat über vie Ausgabe von Germania- Lehrbriefen und Arbeits- hüchern; 6) die Errichtung von Genossenschaften oder Innungen in der Pfaiz; 7) Wahl des Ortes für den nachsten Verbandstag; 8) Bericht der Rech⸗ nungas.Reyisoren und Decharode. —ASOEOEOEA Vermischtes. Am Montag den 25. Mai wird das Reichs⸗ Waisenhaus in Lahr eröffnet. FAus dem baherischen Walde, 6. Mai, wird dem „Münchener Fremdenblait“ geschrieben: In der Umgebung von Regen sind im Laufe dvon ein paar Tagen eine ganze Reihe von Messer⸗ affairen vorgekommen. Am Sonntag erhielt bei Schweinhütt am Walde der 29jahrige, schon oft in Raufhändel verwickelt gewesene Andreas Wenig wgefährliche Stiche und starke Kopfwunden, dir ihm mittelst eines schweren Steines beigebracht wurden. Als Thäter ist der Bauerssohn Johann Weiderer von Schweinhütt und der Hauslerssohn Andreas Rosenberger von Kohlau bekannt. — Am zleichen Tage wurde zu Abischlag der Bauerssohn Max Weber durch 4 Stiche lebensgefährlich der⸗ letzt. — Am Montag versetzte zu Langdorf der berheiralhete Inwohner Georg Ernst seinem Bruder Michael Ernst einen gefährlichen Messerstich, weil dieser seiner Schwägerin, welche sich vor den Prügeln ihres Mannes flüchtete, Unterkunft gab. — Am Dienstag Nachmittag 1 Uhr versetzte der I83jährige Haäuslerssohn Johann Simbedk dem 15. ährigen Hütbuben Andreas Gilg auf der Straße por der Pfeffer'schen Brauerei zu Poschetsried einen Messerstich in den Bauch, daß letzterem die Ge— värm⸗ 2 Mesß⸗r sang ans der Wunde beraußknrangen Anläßlich des Todes des Generalkonsuls Dr. Nachtigal schreibt ein „hervorragender Afrika⸗ reisender“ dem „Berl. Tgbl.“: „Zweien Beduürf⸗ nissen muß genügt werden. um die Schonung des Lebens der weißen Bevölkerung an der Wefiküste Afrikas mehr als bisher zu sichern. Eine wissen⸗ chaftliche Kommission muß nach Westafrika ent⸗ sandt werden, um die Ursachen des Fiebers und Mittel zur Bekämpfung desselben zu erforschen, und wenn möglich, sollten hierzu die erforderlichen Mittel ioch vom tagenden Reichslag verlangt werden. Es ollten ferner zwei internationale Lazareth Dampfer an der Westküste stationirt werden, um diejenigen stranken aufzunehmen, die nach ärztlicher Ansich durch den Aufenfhalt auf dem Veere ihre Gesund— jeit wiedererlangen köͤnnen. Der eine Dampfer ollte nahe den Küsten kreuzen, der andere auf die hohe See gehen. Nachtigal ruht in afrikanischer Erde. Haben wir Pflichten gegen ihn? Ich denke 's ist eine Ehrenpflicht Deutschlands, von zwe Dingen das eine zu thun: entweder die sterblichen Reste desselben nach Deutschland überzuführen, oder die deutsche Flagge am Cap Palmas aufzuhissen. wo er ruht, denn er darf nur in deutscher Erde ruhen. Cap Palmas gehört jenem Zerrbild von Staatswesen an, das die Republik Liberia genanni wird, und in welchem 50,000 sog. civilisirie Neger die gesammte civilisirte Welt chicaniren, indem z. B. kein Weißer Grundeigenihum daselbst er⸗ werben kann. Ehren wir den großen Todten, in⸗ dem wir uns an Stelle dieses bankerotten Staates stellen, und deutsche Civilisation da einführen, wo das Grab von Dr. Nachtiaal sich befindet. Deutsches Reich. München, 7. Mai. Auch der Vorstand der Süddeutschen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen⸗ und Stahlindustrieller hat sich nahezu einstimmig zegen die projeltirte deutsche Industrie-Ausstellung in Berlin i. J. 1888 ausgesprochen. Berlin, 8. Mai. (Reichstag.) Dritte desung des Borsensteuer-Gesetzes. 8 J wird mil )em Antrag Buol angenommen, wonach in aus⸗ andischer Währung zahlbare Wechsel und Auszah⸗ ungen an ausländischen Plätzen in fremden Va⸗ uten steuerfrei sind, ebenso Kauf⸗ und Anschaffungs⸗ zeschäfte übher im Inlande von einem Conirahenien erzeugte Sachen ꝛc. Die übrigen Paragraphen wurden mit den von den vereinigten Konserbativen ind Klerikalen beantragten Modifikationen ange— nommen. Darauf genehmigte der Reichstag das zanze Gesetz mit 214 gegen 41 Stimmen. Ausland. Petersburg, 8. Mai. Der „Regierungs anzeiger“ enthält über das Uebereinkommen önglande und Rußlands, Schiedsrichter bezüglich der Inter⸗ pretation der Uebereinkunft vom 17. März einzu⸗ etzen, analoge Mittheilungen, wie sie Gladstone am 4. d. im Unterhause machte Lokale und pfälzische Nachrichten. æꝛ St. Ingbert, 8. Mai. Unterm 28. April wurde auf ein diesbezügliches Gesuch nach 82 der Zwischen beiden bestand schon längere Zeit Feind⸗ schaft. Gilg griff zuerst den Simbeck an, um ihn zurchzuhauen. Gilg liegt zum Tode verletzt im strantenhaus zu Regen. PFrankfurt. Die Verhandlung gegen dieske, der des Mordes an dem Polizeirath Rumpff jeschuldigt wird, soll nach einer Meldung der „N. B. L.“ zu Ende Juni in Frankfurt a. M. gattfinden. Wie dieses Blatt erfährt, leugnet Lieske nach wie vor und hat sich bis, jetzt auch noch nicht zu dem geriugsten Zugeständnisse herbei⸗ gelassen. Die gegen ihn vorliegenden Indicien seien indeß so grabirender Natur, daß der Ausgang des Prozesses kaum zweifelhaft erscheine. J f Mauinz, 7. Mai. Der „Fr. Ztg.“ wird zeschrieben, daß die Mittheilung, Lieutenant v. Thelius sei hier verstorben, irrthümlich sei, viel⸗ nehr befinde sich derselbe auf dem Wege der Besser⸗ ig. Herr Hofrathv. Chelius war heute hier mwesendnaund hat sich von der forischreitenden Besserung des Zustandes seines Sohnes überzeugt. eines künftigen Kolonial-Dampfers von der Ho⸗ waldt'schen Werft in Kiel. Ein Kunstwerk ersten Ranges ist die Adresse Bremens und ebenso der Ehrenbürger⸗Brief von Leipzig in Gestalt eines sil⸗ zernen Kommando⸗Stabes auf kunstvollem Sockel. Für den Waidmann bilden die Jagdtrophäen eine vahre Lust, ein riesiger Büffelkopf aus Amerika, ꝛin mächtiges Elchgeweih und ein paar kollossaler Stierhörner aus Südofrika. Der Ehrensäbel der Deutschen in Konstantinopel in silberner, mit Edel— teinen besetzter Scheide ist eine Kostbarkeit ersten Ranges. Originell ist die große Kollektion von Spazierstöcken. man die Fundamente untersuchte, wurden die obere Mauern durch Balken von obeg gestützt, und dea Geschäftsbetrieb wurde inzwischen von etwa 200 Arbeitern, meistentheils weiblichen Geschlechts, forh— gesetzt. Heute fruh um 9 Uhr gaben die Stüher nach und ein Theil des Gebäudes stürzte ein, in Folge dessen die Feueressen der Fabrik die Trümme in Brand stechten. Alsbald trat eine fürchterlich Vanik ein und Frauen und Mädchen sprangen hrer Angst aus den Fenstern. Die unverzügli erschienene Feuerwehr konnte nicht verhindern, das noch andere Mauern einstürzlen und in ihrem Fall— mehrere Personen begruben. Als getödtet werden deren 15 gemeldet und 20 sollen Verletzungen da— vongetragen haben, während viele der aus den Fenstern gesprungenen Arbeiterinnen mehr oder weniger verletzt wurden. Das Unglück hat groß⸗ Aufregung verursacht.“ 7 Ein Opfer seiner Eitelkeit wurde dieser Tage n Paris ein Madchen von zwölf Jahren, Namens Hhortense Gudin, welches am Vorabend seiner ersten Jeiligen Kommunion in Abwesenheit seiner Eltern n seinem Ehrenstaat vor dem Spiegel sich nach Herzenslust bewundern wollte und zu diesem Zwech nem Brüderchen von fünf Jahren das Licht zu jalten gab. Das unachtsame Brüderchen brachte zas ihm anvertraute Licht dem leicht entzündlichen leiderstoff seiner geschmückten Schwester, welche uur für den Spiegel Augen hatte, zu nahe und teckte den Anzug in Brand. Auf das jämmerlicht hilferufen der bejammernswerthen Kinder eilten die dachbarn zur Hilfe, vermochten jedoch nur den dnaben zu retten, während das Mädchen nach weistündigen Qualen seinen Geist aufgab. — — — —— Sterbefälle. Gestorben: in Ludwigshafen a. Rh. Frau Elisabetha Scheuermann, geb. Becker, 69 alt; in Großkarlbach Frau Maria Katharina Haffner, geb. Kirchner, 78 J. a.; in Kirr— weiler Eugen Reuthner, k. Steuer⸗ und Ge— meinde-Einnehmer, 50 J. a.; in Neustadt Frau Katharina Ramstetter, 52 J. a.; ebendaselbs herr Martin Hof, 70 J. a. Berlin. Die Ueberführung der Bismarck⸗ Ehrengaben in das Architektenhaus ist glücklich be⸗ werlkstelligt worden. Fünf verschlossene Möbelwagen varen dazu erforderlich. Unter den Adressen mußte wegen ihrer Massenhaftigkeit eine Auswahl getroffen werden, sonst gelangt auf den Wunsch des Fürsten Bismarck, der keinen Geber ausgeschlossen wünschte, Alles zur Ausstellung. Im Palais des Reichs⸗ kanzlerzs füllten die Geschenke drei Säle. Neben unstwerken ersten Ranges präsentirten sich nüch— erne Gebrauchsgegenstände, wie eine Holzzerkleiner⸗ ings⸗Maschine, ein Regenschirm, ein Paar Schnür⸗ diefel u. dergl. mehr. Reizend ist das Modell und Erben des verlebten Johane Konkursverfahren. d aus 8 e mit seiner Witiwe, 8— s I. Peter Latz, Fuhrmann, 2. Maria Da⸗ Konkursversahren — ledig, gewerblos, beide groß— das Vermoögen des Isaat Loeb, jähng, 3. Kalharina, 1 Mag⸗ Handelsmann zu St. Ju gbertglena üund8 Johann Laß wurde nach Abhaltung des Suiuß a drei noch minderjährig, vertreten ermins durch Beschluß des k. Anis dunch ihte Mutter, als Vormunderin, prnp Jysbert vom —* aͤlle in St. Ingbert wohnend age aufgehoben. 53 — wegen Nichtbezahlung des Erwerbs 8 St. Ingbert, den 3. Nai 1385. dreifesdffentlich verirageͤmaßig wieder er Gerichtsschreiber eiger Krieger, Stenergemeinde St. Ingbert: tggl. Sekretär. Plan Nr. 1965, 11 4 90 4m Vertragsmaͤßige an im Rockenthal, hintere Ah⸗ Wiederversteigerung. St Inbert, den 8. Mai 1886. Kemmer, k. Notar. — ans Staalswaldungen des k. Forst reviers 8t. Ingbert. Mittwoch, den 13. Mai 1885, Vormittags 9 Uhr im Saale des Herrn Oberhauser. zchlage: Waldborn, Eichen, Dreiangel, Rother Kopf, Rehthal, Birken⸗ kopf, Steinkopf. Rheinfels, Ommersthal, Pracht, Huf⸗ eisen und Zufällige Ergebnisse 47 Fichenstämme II., IIl., IV. und V. Classe, 18 Eichen Wagnerstangen II. Classe, 13 Buchenstämme III. Classe, 1Ster Eichen⸗ Daubholz I1V. Classe, 9 Stiefelholz J. und II. Classe, 126 Ster Buchenscheitholz l., II. und III. Classe, 376 Ster verschiedene Scheit-Prügel, Mittwoch, den 27. Mai 1885, Krappen und Klotzlölzer. Nachmittags 143 Uhr, St. Ingbert, den 9. Mai 1885. u Si. Ingbert in der uen Der Revierverweser don Daniel Baumann (Café Ober⸗ Mörschel, 3 wird en x Elisabetha igl. Oberfoͤrster. gewerblose Wittwe des z — St. Ingbert wohnhaft Bedn Woue n und 58 uͤnd Acke⸗ uhsmncher im ened lann ein rers Johann Latz, als Theilhaberin 9 an der zwischen beiden bestandenen braver Junge aaninos billig, baar oder Raten Zütergemeinschaft und II. die Kinderin die Lehre treten. PFabpris Weidenslaufer, Berlin. Druck und Versag von F X. Demetz in St. Ingbert. — gdierzu Illufirirtes Sonntafgsblati“ Nr. 6. Brandunglückin Brooklyn. Ueber inen von schrecklichen Folgen begleiteten Brand zerichtet der amerikanische Korrespondent der ‚Times“ interm 5. d.: „Die Abbott-Gebäude in Statt treet, Brooklyn, welche als Seifenfabrik benutzt werden, sind neuerdi nas reparirt worden. Während — — — em üthläüchlceit. Sonntag, den 10. d. Mis. vrae. 8 Uhr Abends, im Horst'schen Saale, musikalisch⸗ theateralische Abendunterhaltung. Nichtmitglieder haben keinen Zutritt. Freinde können eingeführt werden. Der Vorstand. BAaxer. Blummehl per Pfund 20 Pfg 10 Pfund Mk. 1,9 Schwingmehl per Pfund 18 Pfg., 10 Pfund 1,7 empfiehlt in bester Qualität Joxaeph LIellenth al. Zu vermiethen der untere Stock meines Hausesm— der Kaiserstraße zu jedem Geschäf geeignet. AX Zur Anfortigung von billĩgen u.sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphis vorkommenden Druckarbeiten empfienlt sich die Buch- und Steindruckerei F. X. Dometzp Verlag deast.Ingbortor Anaolger 8t. Inebert. V — — Hierzu als Beilage. Igemeiner Anjeiget r vnigreich Bayern Kr. 192 St. Iugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ —XVX illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1AM 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.x 78 4, einschließlich o ⸗ Zuftelungsgebuhr. Die Einrũckungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 0, NReclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — Politische Uebersicht. Der „Reichsanzeiger“ widmet dem verstorbenen wdeneralkonsul Dr. Nachtigal einen ehrenden Rachruf, welcher mit den Worten schließt: „Der PLame Nachtigal's wird mit dem Beginn der Ko⸗ onialpolitik des Deutschen Reichs unzertrennlich derkünpft bleiben und, wie in den Annalen der Frforschung des schwarzen Erdtheils, dem die besten dräfte seines Lebens gewidmet waren, so auch in den der vaterländischen Geschichte ehrenvoll fort⸗ eben.“ *Das Bubenstück des stellenlosen Arbeiters Grigohaitis aus Ragnit (Ost⸗ dreußen), welcher am Mitwoch das historische Eck⸗ enster im kaiserlichen Palais zu Berlin durch einen Steinwurf zertrümmert hatte, erfährt noch dadurch eiine Erweiterung, daß Grigolaitis nach seinem igenen Geständniß bereits am vorhergehenden Abend wischen 11 und 12 Uhr einen Stein nach dem Fenster geshleudert hatte. Ueber die eigentlichen Motive des Frevlers, namentlich bezüglich der zwei⸗ sen That, für die er einleuchtende Gründe überhaupi nicht anzugeben vermocht hat, wird voraussichtlich erst die gerichtliche Untersuchung Klarheit verbreiten. *Nachdem die Räumung Tonkinz purch die Chinesen nahezu vollendet ist, steht der Wiederaufnahme der offiziellen Verhandlungen wischen Frankreich und China über den definitiven Friedensschluß nichts mehr im Wege. Nach einem Telegramm der „Agence Havas“ wurde denn auch noch für Sonnabend das Eintreffen der Instruk⸗ ionen der franzoͤsischen Regierung für diese Ver⸗ jandlungen in Tientsin, wo bekanntlich auch der rühere französisch⸗chinesische Vertrag abgeschlossen vorden ist, erwartet. Für dieselben ist der Boden durch den direlt zwischen den Kabineien von Paris mnd Peling gepflogenen Meinungsaustausch geebnet vorden und steht demnach eine endgültige Beilegung 7 — ⸗ chinesischen Konfliktes in naher usficht. Nach einer der „Polit. Corresp.“ aus Lon⸗ on unterm 8. ds. zugehenden Mittheilung sind ür die in mehreren Blaͤtiern aufgetauchie Annahme. daß es von dem Schiedsspruche, betreffend die Interpretation des Uebereinkommens vom 17. März sein Abkommen finden dürfte, bisher keine nsteren Anhaltspunkte vorhanden. Aus derselben Zuelle wird versichert, daß die Verhandlungen wischen beiden Kabineten dauernd einen günstigen Herlauf nehmen. Die englische Regierung hat deschlossen, gotzdem gegründete Hoffnung auf Bewahrung des Iriedens borhanden if, in den Kriegsrufiungen vorlaufig keine Unterbrechung eintreten zu lassen. In Porismouth sind Befehle“ der Admiralat einge— angen, welche verfügen, daß die Ausrüstung der Floite fortgesetzt werden soll, damu die Schiffe, »tten Indiensifiellung angordnet worden, spätestens m 7. Juni zum Auslaufen bereit sein koönnen. die Anordnung für den Wiedereintritt von pensio⸗ urten Offizieren in die Marine ift ebenfalls noch nicht rückgangig gemacht worden. In Flottenkreisen laubt man die Admrauta gehe mit dem Plane m die Schiffe deralteter Bauact, wie beispielsweise un „Minotaur“, durch moderne Panzerschiffe zu rjehen und, sollte der Frieben gefichert werden, im Montag, 11. Mai 1885. 20. Jahrg. Sommer eine große Flottenrevue auf der Rhede von Spithead zu veranstalten. fung eine anderweite Abgrenzung der Direktions⸗ bezirke und eine einschneidende Aenderung der ge⸗ ammten Organisation geplant sei, durchweg auf Erfindung beruhe. Baden⸗Baden, 10. WMai. Die Kaiserin empfing heute den Besuch der Kaiserin von Oester⸗ reich, welche incognito als Gräfin von Hohenembs bon Heidelberg in Baden-Baden eintraf und von da die Rückreise nach Wien fortsetzte. Ausland. Wien, 9. Mai. Die „Pol. Corr.“ meldet aus Brüssel, daß die Ernennung Stanley's zum Bouverneur des neuen Congostaates als sicher an⸗ zusehen sei. Die Conoregierung wird sich folgen⸗ dermaßen zusammensetzen: Oberst Strauch, Prä⸗— idium, Inneres und Krieg; Vaneetelde, Handel und Vanncus Finanzen. Der Sitz des Ministeriums ist Brüssel. London, 9. Mai. Nachmittags fand ein mehrstündiger Ministerrath statt. Die Admiralität erhielt heute Nachmittag Befehl, die Anordnungen für den Transport von 2000 englischer Truppen nach Indien, deren Abgang am 14. d. M. er⸗ folgen sollte, wieder aufzuheben. Wie man unterm 8. ds. aus Petersburg neldet, mird in dortigen Kreisen versichert, daß die doffnungen auf Erziehung eines Dauer verheißen⸗ ʒen engüsch⸗rusfischen Arrangements in der Grenz⸗ rage sich in den letzten Tagen neuerdings befestigt jaben. Es scheint sich nicht zu bestätigen, daß useinandersetzungen in Betreff Herats die Nego— ciationen zwischen den beiden Kabineten zu gefähr⸗ den drohen. Da eine Einigung beider Kabinete in der Grenzfrage nahezu schon erzielt war, bevor die Wiederaufnahme der Diskussion über das Ge⸗ fecht am Kuschk die Situation erschwerte, gilt ein haldiger Abschluß der in London geführten Unter⸗ jandlungen als nahezu gewiß, so daß die beider⸗ seitigen Deliminations⸗Kommisfionen rascher, als ielfach geglaubt wird, in die Lage kommen dürften, zie Grenzabsteckung an Ort und Stelle vorzunehmen. Die große Arbeitseinstellung in den dohlenbergwerkden bei Chicago hat, zu einem heftigen Zusammenstoß mit der Miliz ge⸗ führt. Die Strikenden, 1000 an der Zahl, zogen ich nach Lemont bei Chicago zusammen und ver⸗ ibten dort das Eigenihum bedrohenden Unfug. Man holte aus dem benachbarten Joliet 400 Mann Miliztruppen. Die Striker griffen die Miliz mit nütteln und Steinwürfen an, worauf die Sol⸗ aten mit aufgepflanztem Gewehr vorgingen. Eine dompagnie feuerte. Von den Strikenden blieben 3 Mann todt, 9 wurden schwer verwundet. Zu erneuertem Kampfe ist es nicht wieder gekommen, voch dauert der Strile noch fort. Die Truppen r nun auch eine Anzahl Kanonen auffahren assen. LZokale und pfaälzißsche Nachrichten. S St. Ingbert, 11. Mai. Das waren wieder genußreiche Stunden, welche gestern Abend der Verein „Gemüthlichleit“ durch eine mufikalisch⸗ theatralische Unterhaltung seinen Mitgliedern be⸗ reitete! Ein zahlreiches Publikum, den geräumigen Horst'schen Saal fast überfüllend, lauschte den ein⸗ leitenden Musikvorträgen. Stürmischer Beifall wurde dem Violinsolo (mit Klavierbegleitung) „Elegie und Barcarole“, ausgeführt durch des Herrn Lehrer Schlaudecker 9jährigen Sohn Lud⸗ vig. Die Durchführung des Zaktigen Lustspiels: „Wenn man im Dunkeln küßt“, muß in all' ihren Teilen als eine sehr gelungene bezeichnet werden. die günftige Aufnahme desselben seitens des Zu⸗ chauerkreises beweist die allseitige jubelnde Anerkenn⸗ aing, welche jedem einzelnen Akte gezollt wurde. Wieder fesselte ein Tonstück das Ohr der Zuhoͤrer, and zwar diesmal die lieblichen Harmonien eines Streichquartetis mit Klavierbegleitung: „Traum der Sennerin“. Auch daran war unser kleiner Ludwig heteiligt; er spielte seine Stimme mit einer Exaktheit, die angefichts seiner Jugend Staunen erregen mußte. Der nimmer enden wollende Beifall, welcher diesem Vortrage lohnte, wiederholte sich mit Recht, als ein Violinsolo mit Klavierbegleitung aus der Regi⸗ mentstochter vorgetragen worden war. Auch zweier Volalquartette und des Baritonsolos: Wenn du noch eine Mutter hast“, dürfen wir nicht ver⸗ Jessen, rühmend zu erwaäͤhnen. — Hoffen wir, die „Gemüthlichkeit“ moͤge den detretenen Weg weiter zerfolgen und ihre Mitglieder in Bälde wieder mit ꝛiner Unterhaltung erfteuen. *Ein Ministerialerlaß fordert alle hayerischen Verwaltungsbehörden auf, alle Bestreb⸗ ungen, welche irgend geeignet zur Beseitigung der VBagabondage erscheinen, z. B. die Arbeiterkolonien, die Antibettelbereine, Verpflegungsstationen, Her⸗ dergen „ur Heimath“, kräftig zu unterstützen. — Aus der Pfalz. Die gegen den Schulverweser R.von Oberwürzbacqh gerichtete Anzeige hat sich, wie man der „Pf. Post“ mit⸗ theilt, als eine grundlose Verleumdung herausgestellt. — Aus der Pfalz.) Seitens kgl. Regie⸗ rung ist die Frage zur Begutachtung vorgelegt, ob zum Schutz von Fabrik⸗ und Geschafts⸗Geheimnissen Deutsches Reich. Berlin, 9. Mai. Der preußische Landtag vurde Abends 72 Uhr in gemeinsamer Sitzung deider Häuser durch den Minister⸗Vicepräsidenten Puttkammer im Auftrage des Konigs geschlossen. Serlin, 9. Mai. Die „Vordd. Allg. Ztg.“ schreibdt: Aus Korea uns zugehende Nadrichten nachen darauf aufmerksam, daß sich für Deutsche Jjegenwärtig eine außerordentlich günstige Gelegen⸗ Jjeit biete, fich dort eine angesehene Stellung zu hegründen. Korea, wo bisher nur eine fremde Firma, eine deutsche, etablirt sei, brauche eine regel⸗ naßige Dampferlinie nach Europa, um dem Ueber⸗ jewicht der Japaner etwas zu steuern. Die Bemuh—⸗ ingen der leßteren, fremde Kaufleute möglichst von Korea zu verdrängen, fänden keine Unterstützung hei der Landesregierung, welche sich dem Projelte iner deutschen Dampferlinie durchaus zuneige. Eine olche waͤre ein integrirendes Glied des neuen über⸗ eeijchen Dampferverkehrs. welches dem deutschen Zandel mit Ostasien eine entsprechende Erweiterung ichere. Wie verlautet, bestehe seit Kurzem eine regelmäßige Dampferfahrt zwischen Shanghai, Nagasali, Tusan und dem loreanischen Hafenplaztze TFhamulpo, welche gemeinsam unterhalten wird von der koreanischen Regierung und der deutschen Firma. die das Ansehen der in Korea ansässigen Deutschen zusehends vermehrte. Berlin, 10. Mai. Die „Norddeutsche Allgem. Zeitung“ erfährt, daß die Nachricht eines hiesigen Blattes, daß für das Etatsjahr 1886/87 im Gebiete der preußischen Staatseisenbahnverwal⸗ Maßregeln zu treffen seien. Für die Beurtheilung dieser Frage wären nöähere thatsächliche Mittheil⸗ ungen erwuͤnscht und möchten bez. Mittheilungen über einen solchen Vertrauensbruch von Aufsehern, Gehilfen oder fremden Personen sowohl in gewerb⸗ lichen als auch kaufmännischen Geschäften dem Handels⸗ und Gewerbe⸗Gremium gemacht werden — Aus der Pfalz. Unter den nicht de—⸗ finitiv angestellten pfälzischen Eisenbahngehilfen greift etwas Mißstimmung Plat über die Ausdeh⸗ nung der provisorischen Dienstzeit, welche sich gegen⸗ wärtig auf einen Zeitraum von 85 Jahren erstrecken wird. Eine stattgehabte Berathung über die Vor⸗ nahme geeigneter Schritte bei der Direktion hatte jedoch eine Einigung nicht zur Folge. Trotzdem haben sich Einzelne nicht abschrecken lassen, bei der direktion unter Begründung ihrer Gesuche um baldige definitive Anstellung einzukommen. So soll u. Maein Gesuch Seitens eines schon nahezu 14 Jahre provisorisch im Dienste stehenden Diätars eingelaufen sein, in welchem derselbe um nunmeh⸗ rige definitive Anstellung eingekommen sei, mit dem Bemerken, „daß er sich durch seine zurückgelegte Dienstzeit gleichsam ein Haus gebaut zu haben glaubte und daß ein nunmehriger Austritt aus dem Zahndienste zum Zwecke einer anderweitigen Stell⸗ ungnahme dem Abreißen dieses Hauses gleichen würde.“ F — Aus der Pfalz. Das Jahresfest des Pfälzischen evangel. Jünglingsvereins wird am Pfingstmontag in der Kirche zu Haardt; das Be⸗ irksmisfionsfeft für das Dekanat Speier am Himmelfahrtstage (14. Mai) zu Mechtersheim ab⸗ gehalten werden. befanden, in den hiesigen Bahnhof einlief, wurde den Passagieren befohlen, nicht auszusteigen, weil der von Gladbach kommende Zug die Station durch⸗ fahre. Trotzdem sprang ein Feuerwehrmann von hier aus dem Wagen und wurde von dem vorbei⸗ fahrenden Zuge erfaßt und vor den Augen seiner stameraden zermalmt. fAus Kronstadt meldet unterm 7. d. M. ein Reuter⸗Telegramm: Letzte Nacht feuerte im Militärhafen ein Wachtposten auf einen Offizier, welcher dem Anrufe desselben keine Folge leistete, sondern zu entkommen suchte. Der Schuß ging edoch fehl und tödtete einen Matrosen der Flotte, velcher den Platz in der Entfernung von einigen zundert Schritten passirte. Dem Geheimmittel⸗Schwindel geht jetzt das önigl. Volizei-Prasidium in Berlin in der Weise wirksam zu Leibe, daß es die betreffenden Mittel auf ihre Bestandtheile und Zusammensetzung bissentschaftlich untersuchen läßt und denn das Enthüllte Geheimniß“ öffentlich preisgibt. St jat die amtlich veranlaßte sachverständige Unter⸗ uchung der beiden Geheimmittel, welche der Kellner Max Falkenberg, Rosenthalerstraße Nr. 62 wohn⸗ jaft, gegen Trunksucht in der Tagespresse empfiehlt ind in zwei ungleich großen Blechbüchsen zum Preise von zusammen 10 Mark verkauft, ergeben haß die größere Büchse 318 Gramm Enzianwurzel⸗ hulver, die kleinere Büchse 68 Gramm Kalmus⸗ vurzelpulver enthält, und daß der Werth der Mittel nicht 10 Mark, sondern nur 62 Pfennige 52 Pfennige Enzianwurzelpulver und 9 Pfennige dalinuswurzelpulver) beträgt. Da die beiden oben⸗ bezeichneten Mittel keinerlei Heilkraft gegen Trunk⸗ ucht besitzen, so wird Solches zur Warnung des Publikums hierdurch zur öffentlichen Kenntniß zebracht. FEin humaner Arzti. In dem Städt-⸗ hen Marlow in Meclenburg wurde unlängst ein irmer Handwerker, der 13 lebende Kinder hat, nom Gerichtsvollzieher ausgepfändet. Die Sachen wurden von dem Arzte des Städichens in de— Auktion aufgekauft und dem Gepfändelen zurud gegeben. „Ik bedank mi ok, Herr Doktor, awe wat nützt dat,“ meinte der Beschenkte, „sei halen' mi ja doch dei nächsten Daag werr aff.“ Jaq so,“ erwiderte der Arzt lächelnd, „denn will ige Sie leih'n.“ f Die Passagiere 8. Klasse des von Marseille nach Buenos⸗Ayres bestimmten Dampfers ‚La Vill⸗ de Marseille“, Eigenthum des ‚Messageries Fran— caises“ empörten sich gegen den Kapitän, angeblich wegen schlechter Verpflegung. Es entspann sich ein derzweifelter Kampf. Der Kapitän und 7 Jialiener wurden schwer verletzt, ein Spanier und ein Fran— jose blieben todt am Platze. Ein zufällig dazu lommendes französisches Kriegsschiff bändigte di— Meuterer. (Schneelawine bei Wan.) Man schreibt der „Pol. Corr.“ aus Konstantinopel, 5. Mai: Aus Wan wird über eine große Schnee lawine berichtet, die vor Kurzem im Ala-Dagh Bebirge in der Nähe des Wan ˖ Sees niedergegangen ist und von 75 Personen einer Karawane, die sich zur Zeit des Lawinensturzes am Fuße des Gebirges befand, 68 verschüttet hat. Der Fall erregt unter der Bevölkerung der Umgebung von Wan großes Aufsehen, da Lawinenstürze von solchen Dimen iionen daselbst äußerst selten sind. Sterbefalle. Gestorben: in Pirmasens Josef Folz, 833J. alt; in Grünstadt Friederika Becker, geb. Kindt in Ludwigshafen Frau Barbara Drescher dehrerswittwe; in Rülzheim Adam Lachal melle Stationsverwalter, 58 J. 83 M. a. tnr die Redaktion verantwortlich: F. X. —A Ichi sbericht der Red Star Line. Mitgerheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbett Der kgl. Postdampfer „Belgenland“ Kapitän Beynon, welcher am 25. April von Antwerpen abging, ist am 8. Mai wohlbehalten in New-NYoth angekommen Verm ischtes. Torschenbroich, 4.. Mai. Auf dem hiesigen Bahnhofe ereignete sich gestern Abend ein schrecklicher Unfall. Als der von Neuß kommende Zug, in welchem sich größtentheils die vom Feuer⸗ vehrfeste von Neuß heimkehrenden Feuermehrmaͤnner — — Mobilien⸗ Versteigerung. F Die vortheilhafteste aller Lotterien ist, weil tec- auf 10 Loose schonl Treffer — 3 di LeaisoerslautererKirchenbau -3 252 5 IXXX — 25 5 415 53—* 3. —A— 3UPt3ttre ser: — 3 2 * 8 30000. IOOOO MKk. ohne Abzus ⸗223358 28 2 8 57 —— — 53— * 8 52 5 * Freitag, den 15. Mai 1885, Morgens 29 Uhr, zu Rothenbau, Gemeinde Niederwürzbach, läßt Fräulein Charlotte Sonn in St. Ingbert die nachbezeichneten Gegenständen auf Tredit versteigern, als: Tafelclabier, 1 Violine, 3 Kana pee's, 4 vollständige Betten mit Springfeder· und Roßhaar— matrazen, 1 vollständiges Kinder bett, 2 Bettladen mit Strohsack l Chiffonier, 2 Kleiderschränke, l Sekretär, 2 Commoden, 2 Pfeilerschränkchen, 1 Regulator, 1 große Standuhr, runde und lange Tische, 2 Arbeitstischchen Sessel, Stühle, Waschtische, Nacht⸗ tischchen, Spiegel, Bilder, allerlei Weiszeug, Teppiche, 1 Küchen schrank, 1 Küchenschaft, eine voll⸗ ständige Kücheneinrichtung, Kupfer Zinn, Porzellan, Messer, Gabel u. dergl. m. St. Ingbert, —11 Mai 1885 * h. J t bz Geschäftsmann. Bei eingetretener Rässe bringt seine Lederschmiere in empfehlende Er⸗ innerung. Lederschmiere 25001, 3 1000, 8* 800 8200, 40.100, c0 60 M ete —IIIL Ziehung unwiderruflich in München 10. Juni 18835. 2 — 2 3 — — Crieger Verein. X Zur Nachricht! 5. Von dem allein ächten rheinischen rauben·Brust·Honig der Fabrik W. H. Zicken⸗ heimer in Mainz ist die er—⸗ wartete Sendung soeben einge⸗ troffen und empfiehlt denselben unter Garantie in Flaschen à 1. li2 und 3 Mark J. Friedrich in St. Ingbert. 9 Den Mitgliedern wird hiermit zur denntniß gebracht, daß F Fæcobh LRIein. pens. Bergmann um Vereinsdiener von heute bis Ende September ernannt ist. St. Ingbert, 10. Mai 1885. eigenes Fabrikat TDer Auschuß;. bedeutend besser als Thran. Pfä ff Dieselbe erhält das Leder *88 älzer Karto eln, dig. derhütet das Springen desselben weiße und blaue in schöner Qualitä— sowie das Eindringen der Nässe. Au⸗ wieder bei mir eingetroffen und zu haben zerdem besitzt die Schmiere die An⸗ Jacob Fries. nehmlichkeit, daß man sofort darauf Sch öonme wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf., Jd ujs Pfd. Topf 45 Pf., *4 Pfd. Topf Citronen 25 Pfg. in der Materialwaarenhandlung P.⸗Fery. und in der Verkaufsstelle für Schnapp⸗ bach bei Herrn J. Lutz. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfmal: Am Montag, Dienstatz, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhalturgs- Zatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blaͤtt kostet vierteljährlich 1A 60 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließlich 24 gufte lungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 —. Aeclamen 30 . Bei 4moliger Einrüchung wird nur dreimalige berechnet. ——— Politische Uebersicht. — Deutiches Reich. München, 9. Mai. Der König hat vor⸗ enern den neuernannten Kriegsminisier General⸗ zutenant v. Heinleth und den Chef des Gendar⸗ Jetickorps v. Hellingrath im Königsbau der Refi— enz in längerer Audienz empfangen. Ferner hat er König mit Wirkung vom 1. Oltober d. J. je Ausscheidung der Ingenieuroffiziere vom Mili—- rbaudienste (Ingenieurdirektionen) aus dem Verhande xz Ingenieurkorps genehmigt. Dieselben werden u Zivbeamten der Militärverwaltung ernannt herden. — Nach den gemäß 8 156 des Regle gents über die Naturalverpflegung der Truppen m Frieden dem Kriegsministerium zugegangenen ßerichten der k. Generalkommandos sind im Etats- aht 1884/88 im Ganzen drei Beschwerden über tie Beschaffenheit der an die Truppen ⁊c. veraus⸗ jabten Naturalien erhoben worden und zwar eine eim 1. Armeekorps und zwei beim 2. Armeekorps deim 1. Armeekorps wurde dieselbe für unbegründet, jeim 2. Armeekorps eine für begründet, eine für mbegründet erachtet. Berlin, 9. Mai. Der König ertheilte mittelst uatunde vom 1. Mai dem Bischof Roos von Lim⸗ murg die landesherrliche Genehmigung. Kiel, 11. Mai. In Dan zig findet am 18. Mai der Stapellauf einer Korvette zum ẽrsatz für die „Nymphe? statt. Viceadmiral Jach⸗ nann vollzieht den Taufatt und die Kreuzerkorvette Sophie“ geht zur Tauffeier nach Danzig. Kon⸗ readmiral Blanc ist zum diesjährigen Geschwader hef ernannt. Ausland. London, 11. Mai. „Daily News? meldet hartington wird heute im Unterhause ankündigen, zaß die Expedition nach Chartum endgültig auf⸗ jegeben sei. Der Rückzug der britischen Truppen nus dem Sudan erfolge möglichst bald. — Die interhandlungen mit Rußland betreffs Berichtigung yer afghanischen Grenze schreiten in einer günstigen ür den Emir durchaus annehmbaren Weise fort. Ueber die deutschen Kohonien in der düdssee entnehmen wir den „Annalen der Hydro⸗ raphie und maritimen Meteorologie“ Folgendes: Die größeren Inseln sind durchgehends bewohnt, yon den kleineren viele nicht; die Küsten sind nach den Slizzen zum größten Theil gebirgig und be⸗ valdet. Die Eingeborenen von Neu⸗Irland, welche ehr zahlreich an Bord zum Tauschhandel kamen, seigten fich wenig friedliebend; viele dei ihnen vor⸗ jefundene Menschenschädel bewiesen, daß sie noch mmer gefangene Feinde und Verbrecher verzehren; im Lande waren sie recht zudringlich und zum Streite disponirt. Die drei Haupthäfen des deut⸗ hen Gebietes an der Nordostiüste von Neu ⸗ Guinea ind der Friedrich⸗Wilhelms · Hafen, Prinz Heinrich ⸗ hafen und der Finsch Hafen. Die beiden ersteren legen dicht zusammen in der Astrolabe⸗Bai, letzterer 4. 140 Seemeilen südöstlich von demselben im Oyon Golf. Der Boden ist korallinisch und nir⸗ gnds sumpfig. Das Wasser ist, besonders in der Nahe der Flußmündungen, meistens vollkomnien aun von Mudd, der Grund oft so weich, daß es Stwierigkeiten hatte, das Handloth wieder heraus⸗ uübelommen. Nach jpater Jemachten Erfahrungen deint das Klima ungesund zu sein und Fieber⸗ utdeiten hervorzubringen, da viele Leute darau rttranktten. Das Thermometer zeiate am Tage biß Dienstag, 12. Mai 1885. 20. Jahrg. iber 300 C., Nachts fiel es selten unter 25*. Die Fingeborenen der Umgegend wohnen nicht auf dem sesten Lande, sondern nur auf den Infeln. Wäh⸗ dend des Tages befanden sich die meisten auf ihren Plantagen, die Dörfer waren dann nur von ein⸗ elnen Leuten bewacht, die Frauen und Kinder eeigten sich sehr selten; die meisten machten einen iemlich intelligenten, vernünftigen Eindruck. Ob⸗ dohl in den vörfern sehr viele Schweine herum— iefen, so verkauften sie diese doch nicht. Frücht Jab es sehr wenig, auch Kokosnüsse waren nur in jeringen Quantitäten vorhanden. die Ortschaften Bischheim, Rittersheim, Gauersheim Albisheim und Bolaͤnden ausdehnen. Speziell für stirchheimbolanden wird der Hungerberg (nahe dem Ebenbornerhof) als Uebungsplatz ausersehen. — Landau, 9. Mai. Zu dem morgen heginnenden Frühjahrsmarkte haben sich drei Reit⸗ schulbesitzer hier eingefunden und bei der gestern tattgehabten Versteigerung der Standplätze sich der⸗ art in die Höhe getrieben, daß für die beiden Reitschulplätze auf dem Paradeplatz noch nicht da⸗ gJewesene Preise erzielt murden. Beide Plätze er⸗ jand der eine der Bewerber, Herr Krämer, für 710 Mk. (360 und 350 Mt.), obwohl er nur eine Reitschule aufstellt. Der andere, Herr Weiler, erhielt einen Platz am deutschen Thor für 100 Mk. zugeschlagen. Der dritte Vewerber, Herr Günther, st unverrichteter Dinge wieder von hier wegge—⸗ zangen. — Die Schaubuden, die in ziemlicher vnzahl vorhanden sind, zahlen für ihre Platze je 20 Pf. für den Quadratmeter. — Speyer, 8. Mai. Einen empfindlichen —AX indere Landwirthe dienen mag, hat sich ein hie⸗ siger Ackerer, welcher für seine schlechte Waare Ab⸗ nehmer suchte und für seinen Bedarf anderweitig bessere Sorten kaufte zugezogen. Derselbe offerirte nämlich in einem hiesigen Blatt zur Saat prima Gerste. Die verschiedenen Liebhaber fanden sich denn auch ein, welchen der Verkaufer für vor⸗ ährige Qualität garantirte. Nachdem die Gerste gesaet und aufgegangen, zeigte es sich, daß dieselbe ausgewachsene Frucht von zwei Jahren sei. Sämmt ⸗ liche 11 Käufer traten zusammen, um gegen den Verkäufer. wenn nicht auf gütlichem Weg eine Verständigung zu erzielen wäre, gerichtlich vorzu⸗ gehen. In den von einem hiesigen Geschäftsagenten dieserhalb geführten Unterhandlungen erklärte fich der Verkäufer zu einem notarischen Akt bereit, nach welchem er sich verpflichtet, die Gerste auf dem Halm saämmtlicher Käufer in eigen an sich zu nehmen. Für einen Morgen (25 Ar) Ackerland bezahlt er am 25. August ds. Irs. 125 Mark. Die Fläche der besäeten Aecker ist 18 Morgen, für welche er an besagtem Tage 1800 M. und die erwachsenen Unkosten zu bezahlen hat. — Speier, 9. Mai. Zur Vorberathung über die Projektirung des Oberrheinischen Schiff- fahriskanals (Straßburg ⸗Speyer) sind in Straß⸗ burg Oberbaurath Heuser und Reg.Rath Landmann, beide im Auftrage des bayerischen Ministeriums des Innern eingetroffen. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 12. Mai. Seit gestern leben wir unter dem Regimente der drei gestrengen Eismänner; und wahrhaftig, die kühle Temperatur macht der Herrschaft derselben alle Ehre. Nun „gestrenge Herren“ regieren nicht lange und so haben wir Hoffnung, daß bald mildere Mailüfte durch das Land ziehen. — Zweibrücken, 11. Mai. Eines der altesten Pfarrhäuser der Pfalz, wohl das älteste, ist das in dem nahen Ernstweiler, Es wurde nach einer Inschrift 1596 errichtet. (3. 3.) — In Betreff der Herbstmanover erfährt das „Zw. Tagbl.“, daß jene der 7. und 8. Brigad Z. Regiment⸗Bamberg, 9. Regiment · Würzburg 17. Regiment-Germersheim, 18. Regiment⸗ Ger mersheim, 18. Regiment⸗Landau⸗Zweibrücken, 2 Jagerbataillon· Aschaffenburg und 8. Chevaurlegers— Regiment ⸗Saargemünd Zweibrücken sich erstrecken jollen von Wallhalben bis Biebermühle, sowie über die Sickinger Höhe bis gegen Kaiserslautern. 2Rodalben, R. Mai. (Masern.) Dahier herrschen die Masern in solchem Grade. daß die Schulen geschlossen werden mußten. 150 Kinder egen, dem „P. A.“ zufolge, krank darnieder, mehrere sind schon gestorben. Wäürzweiler, 9. Mai. Hier starb vor ein paar Tagen ein B88jähriger Greis. Derselbe hatte vor einigen Jahren sich dem deutschen daiser persönlich vorstellig gemacht, weil er mit dem deuischen Kaiser einen und denselben Geburtstag feierte. Auf seinem Sterbebette schrieb der 88jah⸗ rige Greis auch noch selbst seine Todesanzeige, X Anordnungen, wie die Leichenmahlzeit zu veran⸗ talten wäte und gab noch Befehl, wo der Wein ind die Speisen zu holen seien. —gaiserslautern, 9. Mai. Lokal- schulinspekior Röhm hat seine Stelle als 1. Direktor des Pfälz. Lehrerwaisenstiftes niedergelegt. An seiner Stelle übernimmi in interimistischer Weise der iI. Direltor, Herr Seminarlehrer Hildebrand von hier, die Leitung der Vereinsgeschäfte. Die Wahl Anes definitiven Vereinsvorstandes erfolgt in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrathes. Herr Röhm war feit 1874 Vorstand des pfälz. Lehrer⸗ vaisenstiftes; er hat mit großer Umsicht und Opfer⸗ villigkeit die Geschäfte desselben besorgt, und das Waisenstift hat unter ihm, sowohl was das Vereins⸗ dermögen als die Zahl der Mitglieder betrifft, in erfreulicher Weise sich entwickelt. Daagirchheimbolanden, 9. Mai. Mandver.) Der „Nordpf. Bürgerztg. zufolge inden desinitiv am 28. August mit 1. September in der Nahe unserer Stadt durch die 7. Infanterie⸗ Brigade, bestehend aus dem 5. Infanterie ·Regiment n Bamberg, Ebrach, Erlangen und dem 9. Infan⸗ erie⸗Regiment Wurzburg · Aschaffenburg größere Ueb⸗ ingen statt und wird sich das Gefechtoterrain aul Verm ischtes. F Neunkirchen, 8. Mai. Ueber eine zlückliche Lebensrettung, am verflossenen Samstag zuf dem hiesigen Bahnhofe wird von der S. u. Bl. Zig. berichtet: Am genannten Tage wurde heim Einsteigen in den um 6/ Uhr abends nach Ditweiler abgehenden Arbeiterzug der 15 Jahre alte Maurerlehrling Johann Stuppi aus Pfeffelbach 'nfolge des massenhaften Andranges von der Platt⸗ jzrm des Personenwagens gestoßen und fiel derselbe, während der Zug noch im Rangiren begriffen war, auf das Bahngeleise zwischen die Schienen. Dem anhaltenden Zuruf „liegen dleiben“ folgend, rührte er zu seinem Glüce sich nicht, während die Wagen über ihn weg passirten. Nachdem der Zug zum Stehen gebracht war, kroch der Junge zum Tode erschrocken unter dem Wagen hervor, und konnte er bon Glück sagen, daß er mit gesunden Gliedern davonarkommen fSaarbrücken, 8. Mai. Vor der Straf⸗ ammer des hiesigen königl. Landgerichts stand jeute eine Gesellschaft von 5 Personen von Hüls⸗ veiler, angeklagt der gemeinschaftlichen Jagdstripperei, velcher sie gewerbsmäßig bei Tages und bei Nachtzeit mittelst Schlingenstellens in den Waldungen der dortigen Umgebung obgelegen haben sollen; nur drei der stillen Jagdfreunde konnten des schweren VBergehens überführt werden und wurde das Haupt der Gesellschaft, Tagelohner Peter Bch., ein mehr—⸗ fach vorbestrafter Wilderer, zu l Jahr, Niklas Sl. zu 9 Monaten und Heinrich Kn. zu 2 Mo— zaten Gefängniß verurtheilt. Außerdem ward bei den beiden ersten Angeklagten Polizei Aufficht zu⸗ lässig erklärt, und erfolgte deren sofortige Verhaf⸗ sung. Die Mitangeklagten Ackerer Nikl. Kr. u. dessen Schwiegersohn Johann Gl. erreichten Freisprechung. — Nitkl. Bs., ein Holzhauer aus Weiskirchen, welcher zu Dudweiler den Bergmann Johann Bn. durch zwei Messerstiche in den Rücken verletzte, und der Bergmann Johann Adam Hu. von Dudweiler, der am Abend des 16. v. Mis. den Bergmann Johann Mr. im Streit durch 2 Messerstiche am Hais und Brust getroffen, wurden jeder mit 1 Jahr Gefängniß bestraft. (S. u. Bl.⸗Z.) — Die neulich veröffentlichte Mahnung, bei Ge⸗ —X fiindet in nachstehend aus For bach mitgetheiltem Fall ihre Bestätigung: „Zur Warnung! Zu den zekanniesten und beliebtesten sogenannten Haus- mitteln gehört, wie jeder weiß, das Lali chlori- zum, dessen man sich bei leichten Halsleiden zur Herstellung von Gurgelwasser, ähnlich der Alaun— — zierbei größte Vorsicht am Platze ist, lehrt ein trauriger Fall, welcher sich dieser Tage in unserer Nachbarschaft ereignet hat. Ein junges Madchen don 21 Jahren, die Tochter einer Beamtenfamilie, hatte sich das allbekannte Mittel bereitet, hatte je⸗ doch schon davon Gebrauch gemacht, noch bevor das Kali völlig im Wasser aufgelöst war, und hatte nun das ünglück, beim Gurgeln einige Körner zu derschlucken. Es zeigten sich bereits nach ganz kurzer Zeit Symptome der Vergiftung. und das blühende Hädchen. das einzige Kind seiner Eltern, ist der—⸗ selben auch erlegen. So wird die Sache wenigstens dargestellt und so theile ich sie Ihnen getreulich mit Ich kann indeß das Vorkommniß kaum be⸗ zreifen, weil einige Aerzte, statt Gurgelwasser zu herordnen, es vorziehen, das pulverisirte Kali durch einen Federkiel oder ein Glasröhrchen direkt in den Schlund zu blasen. Da könnte doch um so leichter ein derartiges Unglück vorkommen; ich habe indeß noch nichts davon vernommen. Jedenfalls mahnt die Geschichte zur Vorsicht!“ Meßz, B. Mai. (Saubere Patronen.) Wie der „Lorrain“ erzählt, haben hier in den letzten Tagen in einer hiesigen Weinschenke zwei Trunken⸗ holde eine Wetie eingegangen, 5 Schoppen Wein aus einer Schüssel mit dem Löffel zu trinken. Der⸗ jenige, welcher die Wette vorgeschlagen hatte. mußte fich als besiegt erkennen, bevor er die Schüssel ge⸗ leert haite. Wenige Minuten nach Aufgabe der Wette verlor der Mann die Besinnung. Derselbe wurde besinnungslos nach Hause gebracht, wo er jetzt bedenklich erkrankt darniederliegt. Strabburg, im Mai. Vor nun neun Jahren traten hier im Elsaß achtzehn deutsche Männer zusammen um einen Schützenverein zu gründen. Unter schwierigen Verhältnissen wollten sie deutsche Sitte, deutsches Wesen wieder einführen, ihm Achtung verschaffen helfen. Zwar gelang es ihnen »urch Opfer, Mühe und Arbeit, die Zahl der Mit glieder ihres Vereins bis auf 120 zu steigern, indessen bei dem Mangel eigener Schießstände — hzie Militärverwaltung hatte in liberalster Weise einige Schießstände, jedoch nur an Sonn⸗ und Fest⸗ jagen, zur Verfügung gesiellt — waren die Fort⸗ chtitie nur gering. Als der Bau eigener Schieß⸗ daͤnde in Ausfühtung gebracht wurde, verursachten diese und die nothwendigen umfassenden Sicherheits ⸗ oorrichtungen einen Aufwand von 13,000 Mark, von denen noch 7000 M. aufzubringen sind, obschon die einzelnen Mitglieder, zum Theil über ihre Kräfte, zum Baufonds beisteuerten. Infolge dieser Kala⸗ mität hat der Vorstand des Straßburger Schützen⸗ dereins sich mit einem, in warmen Worten gehaltenen Aufruf an alle deutschen Schützenvereine und Schützenbrüder gewendet, um mit deren Hilfe die Mittel zur Deckung dieses Defizits zusammenzu—⸗ bringen. In einer Sitzung des Gesamtausschusses des deutschen Schützenbundes, gelegentlich des achten Bundesschießen in Leipzig wurde angeregt: „jeder deutsche Schützenberein möge zu gunsten des Straß⸗ burger Vereins ein Preisschießen veranstalten,“ indessen nur die Vereine von Kassel, Leipzig nuund München sind dem damals mit allgemeinem Beifall mufgenommenen Vorschlag bisher nachgekommen und jaben 369 M. übersandt. Der Aufruf bittet nun die Schützenbrüder ec. dringend, die Straßburger in ihrer Nothlase nicht im Stich zu lassen. F Straßburg. 9. Mai. Behufs eirer Ver⸗ tändigung über die Ausführung der Projektir— ungsarbeiten für den Straßburger Ludwigs⸗ jafener Kanal sind hier Delegirte der Königl. bayer ind der elsaßlothringischen Regierung zusammen getreten. Die Verhandlungen, an welchen Königl zayerischerseits der Kgl. Oberbaurath im Staats ninisterinum des Innern, Herr Heuser, und der eͤgl. Regierungsrath und Referent im Staats— ninisterium des Innern. Herr Landmann. theil⸗ jehmen, haben unter der Leitung des Vorstands er Ministerial-Abtheilung für Gewerbe, Landwirth⸗ haft und öffentliche Arbeiten heute begonnen. — zm Oberpostdirektionsbezirt Straßburg hat die finnahme an Wechselstempelsteuer im Monat April ». J. 15,299,90 Mk. und im Oberpostdirektions— ezirk Metz 3497,70 Mt. betragen. F Der Verein deutscher Maschinen⸗ Ingenieure hat für das Jahr 1885 zwei Ireise von 1000 M. bezw. 300 M. nebst Ver—⸗ ffentlichungshonorar für die beste Bearbeitung 1) eines Entwurfs zu einer Kesselschmiedewerkstatt, in welcher gleichzeitig 16 Stück Lokomotivkessel erbaut werden können; 2) der Beantwortung der Frage, welche Befestigung der Radreifen auf »en Rädern der Eisenbahnfahrzeuge ist nach dem SZtande der gegenwärtigen Erfahrungen als die weckmäßigste zu erachten ? ausgesetzt. Die näheren Angaben und Bedingungen der Konkurrenz werden in dem 10. Heft der „Annalen für Gewerbe und hauwesen“ vom 15. Mai 1885 enthalten sein. FMannheim, 9. Mai. Der Landtags⸗ abgeordnete Ferdinand Schneider, einer der Führer der badischen Demokratie, ist heute in Baden ge— torben. F Neuburg a. D., 9. Mai. Das größte rontingent zur Bierpantscher-Affaire liefert der ziesige Landgerichtssprengel. Am 18. Mai kommen yor der hiesigen Strafkammer nicht weniger als 18 Bierbrauer zur Aburtheilung. Auch in Augs— hurg wird demnächst eine größere Zahl von Bier— zrauern wegen Bierfälschung abgeurtheilt. F München, 4. Mai. Der bekannte Jour— zalist Dr. Sigl, derzeit im Nürnberger Zellenge⸗ ängniß, wo er seit November 1884 eine 9monat⸗ iche Strafe wegen Kriegsministerbeleidigung aositzt. muß, nach hiesigen Blättern, vorläufig entlassen perden, da sein geistiger Zustand Bedenken erregt. Zigl hat wdereits über 5 Jahre im Gefängniß vegen Preßvergehen gesessen! F München, 9. Mai. Die Ministerien des dultus und des Innern haben behufs statistischer kErhebungen über das baycrische Unterrichtswesen 'olgende Anordnungen getroffen: „Hinfort wird ine Statistik der Unterrichts⸗ und Erziehungsan— talien des Königreichs hergestellt. Dieselbe beginnt nit dem Schuljahr 1884/85 und wird alljährlich 'ortgesetzt. Die Statistik erstreckt sich auf alle -„chulen, öffentliche wie pridate. Die Erhebungen inden jedesmal im September und Oktober für das »orausgegangene Schuljahr statt Zum Zwecke ieser Statistik werden die Schulen eingetheilt in 1) deutsche Schulen, 2) Fortbildungsschulen, 3) Mittelschulen, 4) Hochschulen, 5) Erziehungs⸗ Unstalten. F München, O. Mai. Ein Scribent, welcher hergangenen Montag bei der Einfahrt Sr. Maj. »es Koͤnigs in die Hofgartenstraße durch Schreien ind Geberden die Einschreitung der Gendarmerie »eranlaßte und verhaftet werden mußte, ist der dreis⸗Irrenanstalt überwiesen worden. Es hat sich zerausgestellt, daß der Unglückliche von hochgradigem Delirium tremens befallen ist. fTittmoning, 5. Mai. (Ein greiser Mörder.) Der 80jährige Taglöhner Stadler in Tyrlaching erstach in einem Wortwechsel wegen iner Suppe seinen Schwiegersohn. F Mörsdorf (Gberpfalz), 8. Mai. Ein dandwerksbursche zündete uniängst Abends das Ztrohdach des Anwesens der Gütlerseheleute Schrödel in, wartete sodaun in einer Entfernung von 50 Zchritten auf den weiteren Verlauf seiner ruchlosen khat, sah zu, wie gerettet und gelöscht wurde und ging dann, als das Anwesen fast ganz niede brannt war, sehr befriedigt zur Gendarmerie dilpoltstein, wo er anzeigte, daß er das Haus gezündet habe, weil der mittlerweile verstorbene itzer desselben ihn vor fünf Jahren beleidigt 8* F Frankfurt, 8. Mai. Die beunt Auslieferung des seit 13 Monaten in Hast —* lichen Wilhelm Sachs an die hiesige Staaten waltschaft ist von Seiten des höchsten Gerichtehn in Buenos Ayres abgelehnt und Sachs dorhjel auf freien Fuß gesetzt worden. fFrankfurt, 10. Mai. Gestern kame die ersten Kirschen und Erdbeeren zu Markt. Da Stück Kirschen kostete J Pf. das Hundert Erdbenn, 10 Mk., Aprikosen das Stück 60 Pf. F Frankfurt 10. Mai. Seit dem 6. d. Y wird ein hiesiges 22jähriges Dienstmädchen vermißl Nach einem in ihrer Dienststube zurückgelassene, Briefe scheint es sich das Leben genommen zu haben Am Abend des betreffenden Tages gegen 9 Uß soll ein Metzger am Fahrthor ein Mädchen in da— Main haben springen sehen. Er soll dann eine Fischer veranlaßt haben, nach demselben zu suchen was indessen ohne Erfolg geblieben ist. Du Mädchen soll die Geliebte des Gefreiten sein, welche sich kürzlich in der Kaserne erschossen hat. Theil deshalb, theils auch, weil das Mädchen in der de treffenden Untersuchungssache sich kompromitir wähnte, scheint es sich das Leben genommen p haben. — Ebenso wird ein 40jähriger Zeichna der früher in der Irrenanstalt war, und neuerding wieder Spuren von Geistesgestörtheit grezeigt hat teit dem 7. d. Mts. Abends vermißt. F Offenbach, 9. Mai. (S. Verband schießen.) Nach dem gestern vorgelegten Voran chlag, dem das Ergebniß des Hanauer Festes z Grunde gelegt ist, rechnet das Komité auf ein— Finnahme von 73,346.96 Mk und auf eine Auz Jjabe von 69,041. 20 Mk, mithin auf einen Ueber chuß von zirka 33 Tausend Mark. Selbstredem ind diese Ziffern nur annäherungsweise festgeftell uind erleiden voraussichtlich noch manche Veränder ung, spricht doch bei derartigen Festlichkeite Mancherlei, so z. B. das Wetter, bedenklich mit Der wichtigste Punkt, welcher gestern zur Berathun— und auch zur Beschlußfassung gelangte, ist die deh setzung der Preise für Festkarten, resp. Eintrins karten. Nach reiflicher Aussprache gelangte ma zur Ansicht des Finanzkomits und beschloß ein timmig: Der Preis für 1 Abonnements-Familien tarte (die Karte gilt natürlich für die Dauer de ganzen Festes) beträgt 6 Mark. Selbstständig Söhne haben auf Grüund dieser Karte keinen Zu rritt. Abonnement⸗Einzelkarten kosten 3 Mk. Da Eintrittsgeld zum Probetag — am Sonntag vo dem Fest — beträgt 50 Pf.; am Samstag vo— dem Fest (27. Juni) 30 Pf.; am ersten Festsonn tag wird 1 Mk. Entree erhoben; der gleiche Be trag an allen jenen Tagen. an denen großes Feuer werk stattfindet, dagegen beträgt das Eintrittsgel an allen übrigen Tagen 50 Pf. Außerdem wird noch ein billiger Tag eingerichtet, an dem nu 30 Pf. Entree zu zahlen sind. Wahrend de ammtlichen Festiage werden Kinderbillets zu Pfennig ausgegeben. In Wiesbaden sind die Bäcker mit den Brod um einige Pfennig aufgeschlagen und in henachbarten Bieberisch um einige Pfennig ibgeschlagen. Welch' seltsame Wirkungen doch em Hetreidezoll hat! F Die diesjährige Wander-Versamm lun deutscher und sterreicher Bienenwirthe finde in Liegnitz vom 8. — 11. September statt. Die Wander⸗Versammlung wird dadurch ihre gan— hdesondere Weihe empfangen, daß der Heuptfrderer der Bienengucht. der Erfinder der heweglichen Wabe und sorgsame Beobachter oller Erscheininiger des Bienenlebends, Herr Dzierzon, bei dieser Ge legenheit sein 80jähriges Imter⸗Jubildum feiern wird. paltverbrieftes Recht. Das Scon zericht Freiburg a. d. Unstrut verhandelte J woch folgenden Fall. Zwei Weißenfelser disch waren beschuldigt, am 14 November v. J. inner halb der Gemarkung Gosek unbefugter Weise ber Saale gefischt zu haben. Die Angellagun erachteten sich indes in vollem Rechte; sie leiteten dieses nämlich aus einer Urkunde des — Ludwig II. vom Jahre 1076 her. Diese nm befreit die Stadt Wyzinfelse von allen Abgabe und Zöllen in Ansehung der dort eingefltihrten oder von dort ausgehenden Waarengüter, ertheil ferner den dortigen Fischern ihrer treuen Anhäng- lichleit halber das Recht, in der Saale zu fischen, ind zwar von einer Meile unter Sulza an bis sufwaͤrts zum Schlosse Greviconsten (Giebichenstein), Hesgleichen in dem Flusse Unstrut, von dem Aus lusse derselben anderthalb Meilen weit. Die kgl. Regierung zu Merseburg hat diese Urkunde aner— annt und das Schöffengericht sprach darauf die angeklagten Fischer frei. F Zittau Eachsen), 8. Mai. Anläßlich ines am vorigen Sonntag abgehaltenen Wettrennens iner hier gastirenden Kunstreitertruppe waren eine Anzahl von Soldaten der hiesigen Garnison als Chaineposten aufgestellt worden. Gewiß hatten sich dieselben zu dieser Thätigkeit freiwillig gemeldet, es läßt sich wenigstens kaum annehmen, daß dieselben zierzu „lommandirt“ worden sind. Nach Beendiq ung des Rennens wurden die Posten eingezogen und die Soldaten nahmen an einer für das Cirkusper sonal reservirten Seite am Rennplatze Aufstellung Prötzlich brach eines der Pferde aus und sprang miiten unter die Soldaten, zwei derselben mit den dufen niederschlagend. Beide Soldaten befinden ach im Lazareth in ärztlicher Behandlung — sie haben ihre Thätigkeit als Chaineposten schwer büßen müssen. Ii nd: Un. jes n⸗ F Eine hübsche Erzählung von der vergeblichen Mühe eines Lehrers in einem sächsischen Dorfe, einem sechsjährigen Knaben das Verständniß der Addition klar zu machen, enthält folgenden Dialog: Lehrer: „Wenn Du einen Strumpf an dem einen Beine hast, und dann noch den andern anziehst, wiebiel hast Du naher Strümpfe an?“ Schüler: „Ich trage gar geene Schdrimbe nich.“ Lehrer: „Aber wenn Dein Vater ein Schwein im Stalle hat und kauft noch eins dazu wieviel Schweine hat er dann?“ Schüler: „Mer fiddern gar geene Schwein.“ Lehrer: „Oder wenn Du erst eine Jacke hast und Deine Großmutter schenkt Dir zu Weihnachten noch eine, wieviel Jacken hast Du zann?“ Knabe: „Die schengkt mer geene.“ Lehrer: „Aber lieber Junge, wenn Du ein Taschentuch hafi ind Dein Vater schenkt Dir noch eins, wiebiel jast Du alsdann Taschentücher?“ Knabe: „Mer chneizen uns in die Finger.“ Lehrer: Aber wenn einen Apfel hast und Deine Muitter schenkt Dir noch einen, wiebviel Aepfel hast Du dann?“ Knabe: „Unsere Aebbel sind meerschtendeels sauer. Ich krieg Leibschmerzen. Ich magk geene.“ Lehrer: „Kin armes Bettelktind bekommt von Dir ein Stückchen Brod, aber es hat schon eins in der Tasche wieviel hat es dann?“ Knabe: Mei Brod ßßeich allene“ fAus Hessen, 8. Mai. Ein Wunder⸗ oktor treibt nach einer Mittheilung der „Hess. Morgenztg.“ in Erten bei Rinteln sein Wesen. Das leichtgläubige Volk läuft in Schaaren zu dem⸗ selben und wird viel Geld bei ihm los. Et nimmt 325 Mark für das Rezept! Danu kommt noch die Apotheke hinzu; der Apotheker, der die Rezepte des Heilkünstlers ausführt, ist der Redakteur des konservaliven Kreisorgans in Rinkeln, welcher sonft in wüthender Feind der Gewerbefreiheit isft, dem ie in diesem Falle aber sehr gut gefällt Vom Großherzogthum Hessen schreibt das „Berl. Tgbl.“ haben wir schon mehrfach in bezug auf Schul- und Lehrerverhaͤltnisse ãußerst günslig' Nachrichten mittheilen können. Wie wir in ir74 derichteten, wollte man die Pension der Lehrerwitwen üuf 450 Mark pro Jahr erhöhen. In Preußen bekommt eine Volksschullehrerwitwe trotz des schwer drückenden 25 Prozent; Abzugs jeder Lehrergehalts⸗ ulage nur 250 Mark pro Jahr. Was man in Hessen wollte, das hat man auch ausgeführt. Ende Narz stimmte die zweite Kammer der definitiven kerhöͤhung der jährlichen Lehrerwitwen-Pension von au2 auf 450Vviari zu. In letzter Zeit hatte nan zwar in liberalster Weise stati 812 Mark fast mer 400 gezahlt. — O, Hessen glückliches Hessen! Köln, in Mai. D Komponist Ferdinand FNiller ist gestern gestorben. fBerlin., 9. Mai. Allgemeines Aufsehen n weiten Kreisen erregt folgender Vorfall, der erst eßt zur öffentlichen Kenniniß gelangt und der um ¶einlicher ist. als mil demselben der Name des onrewigten. hochgeschatten Schahe Veihschbectuihn E Vor Schluß des April fand in dem Mobilien. des Lepke'schen Auktionshauses, Kochstraße 8u—5 gelegentlich einer Kunstausstellung auch die esichtigung einer Nachlaßmasse statt. welche am 30. v. M. unter den Hammer kommen soollte. Zwar war der Name des bisherigen Besitzers auf dem Verzeichniß nicht genannt, wohl aber erkannten Freunde des verstorbenen Schulze⸗Delitzsch, daß es der Nachlaß des Volksfreundes sei. Da befund sich »arunter das von ihm stetig benutzte Cylinderbureau. ein Feuerzeug mit dem Portrait des alten Grabow. eine Tasche mit dem Familien-Namen und manches undere Stück. was der Verstorbene in täglichem Bebrauch gehabt. Pliötzlich erschien in öffentlichen Blättern die Notiz. daß, zum Bedauern bieletr auflustiger, die bereits den Kommissionären Ordre zu verschiedenen Ankäufen gegeben, der Termin nufgehoben sei. Der Grund, weßhalb die Auktion nhibirt wurde, ist nun der, daß dem Generalbe— »vollmächtigten der Wittwe von dem inzwischen ein⸗ gesetzten Kurator das Recht zum Versteigerz des Rachlasses entzogen wurde. Die Sachen stehen jetzt nach wie vor, der Entscheidung und der Ver— steigerung harrend, im Saal Nr. 9 des Auktions hauses, und zwar, wie behauptet wird, auch unter Siegel. fWie aus Fachblättern zu ersehen ist, kommen aus den Provinzen Klagen über das Fehlen der kleinen Reichskassenscheine zu 5. und zu 20 Marl und es wird als Folge solchen Mangels das Dar⸗ niederliegen des Goldverkehrs in gewerdlichen Kreisen bezeichnet. Man wünsche daher, daß die Regierung der Zurüuckbehaltung jener kleinen Scheine endlich ein Ziel setze. Daran ist die Erinnerung zu knüpfen, )aß die 1874 ausgegebenen Reichskassenscheine zu », 20 und 50 M. vom 1. Juli d. J. ab aus— chließlich bei der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin umgetauscht oder zurückgenommen werden ind vom letztgenannten Tage ab keine Reichs- oder Landeskasse sich damit zu befassen hat. F Auf daß Du Fritze immer kennst!“ Vor einer Kunsthandlung in Verlin, Unter den Linden, ftand, so derichtet ein Augenzeuge der NeZig., eines Tages kurz vor der Bismaré-Feier ein Schusterjunge und betrachtete stillvergnügt und vohlgefällig die dort ausgestellten Bilder. Ein Iffizier sah ihm zu und fragte ihn, auf das Portrait des Kaisers deutend, wer denn das wäre. Das ist ja unser Kaiser“, erwiderte der Knabe. — „Und weißt Du auch, wen dieses Bild vor— tellt?“ fragte nunmehr, auf das Bild des Kron— Zrinzen deutend, der Offiziet weite. — „Na, sollte ick denn unsern Fritze nich kennen!“ gab der Junge schlagfertig zur Antwort. — „So sie mich einmal an, mein Sohn, gleiche ich nicht dem Bilde? Ich bin ja der Kronprinz.“ — „Na,“ lachte hier— anf der Junge, „da koͤnnte ja ein jeder kommen ind sagen, er wäre Fritze,“ und dem Offizier ein Schnippchen schlagend, nahm er Reißaus, gefolg! von einem in der Nähe postirenden Schutzmann, velchem der Kronprinz einige Worte zugeflüfter! hatte. Der ängstlich gewordene Junge blieb aus den Zuruf des Behelmten stehen und nicte freudig, us ihm dieser eine Mittheilung machte. Ins ronprinzliche Palais beschieden, erhielt der Knabe »on dem lentseligen Kronprinzen nebst klingender Spende auch dessen Photographie mil der Unter ichrift: „Auf daß Du Fritze immer kennst!“ FKönigssderg, 11. Mai. Der komman— dirende General des ersten Armeekorps, v. Gott berg, ist nach achttäaiger Krankbeit an der Kopf⸗ rose gestorhen. 7FEin neuer Schnellläufer ist in Wien aufgetaucht. Bei seinen Bekannten stand er schon im Rufe bedeutender Leistungsfähigkeit in dieser Richtung, weshalb ihm einige derselben ein⸗ Wette vorschlugen, um seine Fähigkeit als Läufer »inmal festzustellen. Der junge Mann, ein Kassirer n einem Konfektionsgeschäfte auf der Mariahülfer Straße, namens Otto Theimer, ging auf die Wettecin. verblüffte aber seine Freunde vollständig, uden er erklärte, mit niemand Geringerem weti⸗ laufen zu wollen, als mit dem Gespanne eines Wiener Fiakers, und zwar verpflichtete er sich, mit dem Fiaker die Strecke von Wien nach Korneuburg mitzulaufen. Samstag früh, Schlag 7 Uhr. wurde diese originelle Wette ausgetragen. Die Freunde und zugleich Schiedsrichter nahmen in einem an— deren Fiaker Plaß und — von einem Brigittenauer Gasthause aus — setzte sich diese Gesellschaft, der sich auch zwei Offiziere zu Pferde anschlossen, mil dem neuen ‚Käpernik“ in Bewegung. Die Abfahr! »ersammelte vor dem Gasthause eine beträchtlich An⸗ahs Noengieriger. die den Schnellläufer oh fein⸗ hörichten Beginnens weidlich auslachten. Herr Theimer stellte bloß die eine Bedingung, daß der Fiaker keinen Galopp einschlagen. im zallerschärfsten Trab jedoch fahren dürfe. Der phänomenale Schnellläufer gewann die Wette in glänzendster Weise. Er durchlief die Strecke von Wien bdis Korneuburg in 1 Stunde 21 Minuten und 30 Sekunden. Er kam um 4 Minuten und 30 Se— kunden früher ans Ziel, als der Fiaker, trotzdem die Pferde knapp vor Korneuburg eine Strecke von 400 bis 500 Schritt im Galapp zurückgelegt haiten, weil sie die Peitsche zu kosten betamen.Ein ge⸗ meinsames Gabelfrühstück vereinigte dann qe Theilnehmenden an dieser sonderbaren Weite in zinem Korneuburger Gasthofe. Der Chef des Herrn Otto Theimer soll dabei geäußert haben daß, wenn er den Charakter seines Kassirers nicht genau keunen würde, er nach dieser Leistung ihm die — Kassen⸗ geschäfte wohl niemals anderlrauen möchte. . Meteorfall in Südtyrol. Eine iberraschend schöne Meteor⸗ Erscheinung wurde kürzlich in Ala um 11 Uhr Abends beobachtet. Eine Feuerkugel von ziemlicher Größe fiel plötzlich mit großer Schnelligkeit vom sternenklaten Firma⸗ nente und überfluthete für einige Sekunden die ganze Gegend mit blendend weißem Lichte Die Kugel, deren Glanz so intensid war, daß das Auge ihn nicht zu ertragen vermochte, beschrieb einen Bogen von Südosten uach Nordwesten, wo sie unter sprühartigen Feuererscheinungen anscheinend wwischen den Bergen verschwand, ohne daß es jedoch den Beobachtern dieses interessanten Phäno⸗ mens gelungen wäre. den betreffenden Punkt genau zu präzisiren fNizza, 5. Mai. Die Bank von Monte— carlo feiert heute ein trauriges Jubiläum ; das fünfzigste Menschenleben in dieser Saison, d. h. also seit Dezembet 1884, ist hier zum Opfer ge⸗ fallen. Der Unglückliche, welcher einem Gerüchte zufolge 8300 000 Lire im Spielsaale verloren hatte, erhäugte sich in einem Zimmer des Hotel de Russte in Montecarlo. Die hiesigen Blätter haben natürlich in Erfahrung gebracht, daß es ein Lebensmüder var, der fich schon lange mit Selbstmordgedanken trug und die Absicht sich das Leben zu nehmen auch in einem Briefe ausgesprochen habe; es sei rein uufällig. daß dieser Entschluß in Montecarlo zur Ausführung gekommen sei. Demgegenüber bemerkt Il Secolo mit Recht, daß man solche Schachzüge eicht durchschaue und daß es sich dabei nur darum zandle, die durch die Spielhank bedingten traurigen Zustände zu verschleiern EGindersegen) Der König von Siam ist noch nicht 30 Jahre alt und hat vereils 262* Kinder. FNewyork, 7. Mai. Kapilän Boyton, der Erfinder des Schwimmanzuges, in welchem er J. Z. den Kanal nach Dover durchschwamm, er— laubte sich gestern um Mitkernacht einen Spaß. Er schwamm nämlich, angethan mit seiner Gummi⸗ leidung, im Hafen von Newyork nach dem dort vor Anker liegenden britischen Kriegsschiffe „Gacnet“, ohne daß der Wachtposten an Bord des Schiffes ihn bemerkte. Dort gelang es ihm, einen unge⸗ ladenen Torpedo an einen schwimmenden Sparreu zu befestigen, der den Bug des Fahrzeuges schützte, worauf er unbemerkt zurückschwamm. Ddie Fluth trug den Torpedo unter. die Mitte des Schiffes, wo er später bemerlt wurde, was nicht geringen Lärm verursachte. Vohton hat zugegeben, den Spaz aus Rache gegen die englische Admiralität ausge⸗ führt zu haben, da diese Behörde seine Erfindung nicht gehörig gewürdiagt haftel Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Hauschlag (Pfalz). Sehr geehrter Herr! Die Apo⸗ lheker ReBrandt's Schweijerpillen wurden bei meiner Frau angewandt, wegen Appetitlosigleit, Verstopfung und Müdigleit in den Gliedern. Dieselben bewirlien nach und nach einen regelmäßigen Stuhlgang, infolge dessen auch wieder Eßlust, dabei verlor sich auch die Müdigkeit, so daß diese Uebel jetzt vollständig beseitigt sind. Ich kann mich aljo über Ihre Scheizerpillen (erhältlich à M. 1 in den Apotheken) nur belobend ausdruden, Hochachtungsvols zeichnet Wolif, Lehrer. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquet ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenstue— V Rrondieez —4 o. Amerika. Postdampfer der al tar Liĩne ahren von Antwerpen jeden Samst ag direct nac New⸗-VYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher —XX Klassen. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EIGCTI-.IAnn Lauur, St. Ingbert. —— ——— —Durch jede Buchhandlung ist zu beziehen die soeben erschienene erste Lieferung von: —BVVo ——— Thomé's fein colsrirle Oestereich Ungarn und der Schweiz. Complett in ca. 36 Lieferungen à1 Mark, pro Lieferung mit 14-16 prächtigen, naturgetreuen, mustergültigen Farben⸗ drucktafeln nebst ertlärendem Text! Liefg. 1gern zur Ansicht!? 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Wenn in einer! kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert Ind der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des öffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Finzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach— mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfälzer angelegentlichst empfohlen. un die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine da Lieferungs⸗Ausgabe veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen Lieferungen a1 Mtk. durch jede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserslautern. r Crusi s,. Bekanntmachung. Die Feuerstellenbeschau pro 1885 wird in den nächsten 8 Tagen dahier horgenommen werden. St. Ingbert. den 12. Mai 1885. kas polizti⸗Kommissariat *ckerlein. Auflage 881, 000; das verbreitetste allen ʒeutschen Blätter überhaupt; außerdem er— cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen Die Modenwelt. zUustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ eiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Preis ierteljahrlich M. 1.252 75 ser. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ ietten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit BVe⸗ IIXO janze Gebiet der Garderobe und Leibwoösche ur Damen, Mädchen und Knaben, wie für has dartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwäsche fur Herren und die Bett⸗ und tischwasche ec., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern ur alle Gegenstande der Garderobe und etna ido Musier⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Buntsticherei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen bel allen Buchhandlungen und Posianftalten — Probe⸗NRummern gratis und franco —X die Expedition, Berlin W, Potsdamer Sir. —AD Turs Verein St. Ingbert. Hheute Dienstag Abend Beginn des Sommer-Turnens (Becker's Garten.) ·kin Wort an Alle, wesche Iemspnch. Cnomce Iscmlie⸗ —⏑ E sprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Rosenthal'sche Verlagshandlung in Leipria. Bunstigste aller laufenden Geld-Lotterieu. dlui Voose bereits Freffer — Zur Anfertigung von billigen u. sauberen allor in Buchdruch und Litho- graphie vorkomwenden —V— aupttr. 30000 1090000 Gewiun 2500 757 7000 500 200 R 50 20 C W. druckardbeiten 9 80 130 J 5509— 1100 8100 * „B. re 18000 Dhne Abzug. — empfiehlt sieh die Buch- und Steindruckerei F. X. Domeotz Veriag de⸗ai Togbortor An⸗aoiger) 8t. Iugbert. — —X— zersenden alle bekannten Verkaufsstellen und die Haupt⸗Agentur Julius Goldschmit, Ludwigs⸗ vafen Iss ⸗s Himmelfahris age⸗ wegen wir ceennerstags⸗ Rumm⸗ morgen, Mittwoch, ausa geben. druc und Versag von F. x. Demetz in St. Ingbert. St. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint vdchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungb⸗ tlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.4 60 A⸗Dreinschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 , einschließlich so ⸗ Zustellungsgebühhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene GSarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I35 4,. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 94. Politische Uebersicht. Die Reden des Fürsten Bismarck am etzten Sonnabend im Reichstag haben Aufsehen zemacht. Mit außerordentlicher Frische und Schlag⸗ ertigleit hat der Kanzler den Antrag auf staat⸗ iches Verbot der Sonntagsfeier im Interesse der Arbeiter bekämpft und verlangt, daß zunächst die Arbeiter selbst darüber gehört werden sollen, ob sie ie Beschränkung um ein volles Siebentel gutheißen. der Kanzler ging an den religiösen Gründen, welche namentlich von den Abgg. Windthorst und gleist⸗Retzow für den Sonntagsfeierzwang ange⸗ führt wurden, vorüber und prüfte die Anforder⸗ ungen des praktischen Lebens. Wenn dem Arbeiter Brod fehle, so fehle ihm auch der Sinn für die höheren Güter. So lange nicht nachgewiesen werde, wie den Sonntags an der Arbeit zu hindernden deuten ihr Lohnausfall zu ersetzen sei, werde er die kntsendung des Gensdarmen in die Werkstätten dekämpfen. Den Arbeitgebern könne man nicht oie Lohnerhöhung um 14 pCt. zur Pflicht machen, da diele dadurch zum Export unfähig werden und n Folge dessen genöthigt sein würden, ihre Arbeiter zu entlassen. Der Abg. Windthorst bestand darauf, daß ein Gesetz Gottes unbedingt beobachtet werden müfsse, sollten die Arbeiter auch einen kleinen Aus⸗ all am Lohne erleiden. Die Berathung ist nicht uu Ende geführt, sollte sie fortgesetzt werden, so at die Ablehnung des Antrages durch eine kleine Nehrheit gegen das Zentrum und den größeren Theil der Konservativen, und die Aunahme des Buhl'jchen Antrags auf Veraustaltung einer Enquöͤte jur Feststellung der in Betracht kommenden Ver⸗ zältnisse wahrscheinlich. Der vom Reichstag nunmehr mit 214 gegen Stimmen angenommene Entwurf zu dem örsensteuer Gesetze wird wahrscheinlich bvon den Bundesregierungen genehmigt werden, ob⸗ wohl den dom Kanzler erhobenen Einwendungen rineswegs in vollem Maße Rechnung getragen ist. ẽt laͤßt sich aber annehmen, daß für die einge⸗ brachten Abänderungsanträge schon zuvor die Ge⸗ nehmigung des Fürsten Bismarck eingeholt ist. die uderraschend große Stimmenzahl für das Ge⸗ eß erllart sich durch den Uebertritt der Nationalr ibderalen zu der Mehrheit, die geringe Zahl der able hnenden Stimmen durch die Abwesenheit vieler reisinnigen Mitglieder, welche an der Absiimmung, deten sachliches Resultat im Voraus feststand, sich nicht betheiligen wollten. Es ist nicht unmöglich, daß nach einiger Zeit aus der jegigen Mehrheii Rufe nach Aenderungen des Gesehes erfolgen. da Jeder, der Geld begehrt oder andietet, von dem Besehe dirett oder invirelt beruhrt werden wird, der Bankier aber, zumal der große, die Mehrbe⸗ lasftung auf seine Kundschaft abwälzen kann. Die virthschaftliche Ausgleichung. welcher das Geseh dienen soll, wird in dem Maße wie man hofft hwerlich erreicht werden. Die —ABu denigsten durch das Gesetz belastet sein und der brwag der Steuer, von Manchen sehr hoch veran⸗ dlagt, dürfte nach dem Urtheile von Fachleuten eme arge Enttäuschung bringen. Der General ⸗Gouverneur von OsstSibirien deticdtete über an der rusfisch⸗chinesischen Grenze usgebrochene Unruhen; bewaffneie Ehinesen uber —Ae Grenze und üherfallen di⸗ dosakenpzui. Donnerstag, 14. Mai 1888. 20. Jahrg. Deutsches Reich. München, 11. Mai. Freiherr Carl von Thüngen-Roßbach hatte dem Generalkomité des Landwirthschaftlichen Vereins folgenden Antrag uinterbreitet: „In Anbetracht der schweren Schädigung, velche die Goldwährung durch Erhöhung des Geld⸗ verthes und zunehmende Silberenwerthung der zesammten wirithschaftlichen Entwicklung Deutsch⸗ ands, und insbesondere der Landwirthschaft und Industrie, durch das fortigesetzte Sinlen der Preise zufügt, die Initiative zur schleunigen Herstellung der vertragsmäßigen Doppelwährung ergreifen zu volslen.“ Das Generaolkomité hat jedoch entsprechend dem eingehend begründeten Referate seines J. Vorstandes, Reichsraths Grafen v. Lerchenfeld⸗Köfering, den Antrag abgelehnt. — Auf die vom Generalkomité )es Landwirthschaftlichen Vereins in Bayern dem Fürsten ⸗Reichskanzler zum 70. Geburtstage gewid⸗ nete Adresse und das begleitende Glückwunsch⸗ chreiben sind folgende Dankesschreiben an den J. Vorstand eingelaufen: 1) „Euer Hochwohlgeboren zitte ich, dem Generalkomito des Landwirthschaft⸗ ichen Vereins in Bayern für seine Glückwünsche meinen herzlichsten Dank auszusprechen, und ver⸗ zinde damit den Ausdruck der Hoffnung, der unsere zemeinsamen Bestrebungen auf Milderung der Un⸗ zunst der Gesetzgebung, unter welcher die Land⸗ verthschaft bisher gelitten hat, schließlich von Er. olg begleitet sein werden. v. Bismard.“ 2) „Für die freundlichen Glückwünsche, welche in der mir zu meinem 70. Geburtstage übersandten Adresse inen für mich so ehrenvollen Ausdruck gefunden Jaben, sage ich meinen verbindlichsten Dank. v. Bismarck.“ Berlin, 11. Mai. An Stelle Busch's tritt nun bestimmt Graf Herbert Bissmarck als Unter⸗ aatsselretär. Berlin, 11. Mai. In der heutigen Sißung der Aeltesten der Kaufmannschaft wurde der Bericht einer Deputation, welche am Freitag von dem Staats ekretär Bötticher in Sachen einer im Jahr 1888 n Berlin abzuhaltenden allgemeinen deutschen Ge⸗ perbeausstellung empfangen worden war, entgegen⸗ senommen. Aus der der Deputation ertheilten Antwort ergibt sich, daß die Reichsregierung dem Plane ihr Wohlwollen und ihre Unterftützung zu⸗ venden wird, wenn der Wunsch auszustellen aus »em deutschen Gewerbe erkennbar hervortritt. Die Aeltesten beschlossen demgemäß sofort an die Han ⸗ »elskammern Anfragen zu richten, während eine für ie einstweilige Vorbereitung des Unternehmens aus yreunden desselben gebildele „freie Vereinigung“ ich in gleichem Sinne an die Vereine der einzelnen Bewerbetreibenden zu wenden beabsichtigt. Berlin, 12. Mai. Der heute stattgefunde— nen geselligen Vereinigung bei dem Reichskanzlen vohnlen weit über 300 Personen bei. Zahlreiche Mitglieder des Bundesrathes, des Staatsministeriums ind des Reichstags waren erschienen. Von den Ersteren waren unler Anderen Graf Lerchenfeld, Herwarih, Puttkamer, Scholz, Maybach, Friedberg ind Bronsart, von den Letzteren die Konservativen fast vollstandig erschienen; auch von den National⸗ liberalen fehlten wenige. Von dem Zentrum waren unter Anderen Franckenstein und Windthorst, mis velchem sich der Reichskanzler langere Zeit unter⸗ sielt, anwesend. Von den Deutsch⸗ Freisinnigen jatte sich unter Anderen Vicepräsident Hoffmann zngefunde PY⸗r Fürfß und die Fürffin Risßsmard die Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck, der Graf und die Gräfin Rantzau machten in der liebenswürdigsten Weise die Honneurs. Die Unter⸗ haltung gestaltete sich sehr lebhhaft und tiug einen durchaus zwanglosen Charakter. In einem Neben⸗ raume konzertirte die Kapelle des 2. Garderegiments. Berlin, 13. Mai. Professor Koch ist zestern als Delegirter des Deutschen Reiches zur Sanitätskonferenz nach Rom abgereist. Ausland. London, 12. Mai. (Unterhaus.) Der von Northcote angekündigte und von Hamilton einge⸗ hrachte Antrag der Opposition zum Elfmillionen⸗ kredit wurde mit 290 gegen 260 Stimmen abge⸗ lehnt und der Kreditvorschlag in zweiter Lesung angenommen. Gladstone erklärte, die Opposition behaupte, England habe Rußland in allen Punkten nachgegehen. Der am Ende dieser Woche vorzu⸗ legende Schriftmechsel werde das Gegentheil beweisen. LEaale und pfaälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 18. Mai. In seiner gestern Abend stattgehabten Generalversammlung wahlte der hiesige Zweigverein des Pensionsbereins „Bavaria“ Herrn Stadtschreiber Bayer als Dele⸗ girten zu der demnächst in Munchen stattfindenden Hauptdersammlung und als Ersatzmann Herrn Polizeidiener Jung. * Kommenden Sonntag, den 17. Mai wird in Saarbrüchen der Ausstellungsjar⸗ ten des Gartenbauvereins in der Hetten⸗ allee eröffnet. Bei dieser Eröffnung spielt die rühm⸗ lichst belannte Kapelle des 80. Inf.⸗Rgts. unter der bewährten Leitung des Hercn Rechzeh. So ist also zunächst für die Unlerhaltung von Musik⸗ freunden bestens gesorgt. Aber auch Blumen- und Pflanzenfreunde werden nicht unbefriedigt den GBarten verlassen. Denn wenn auch die Beete des selben wegen der ungünstigen Witlerung noch nicht ganz angepflanzt sind, so besitzt derselbe doch man⸗ ches, das gewiß das Interesse der Besucher erregen wird. Verschiedene Zierstraucher entfalten ihre Pracht; desonders erwaͤhnenswert ist aber ein pracht polles Exemplar einer Conifere, Abies Alquockiaua, in dunkelroter Blüte. Auch für guten Münchener Stoff will der Wirt sorgen. Es fehlt also gar nichts als — günstiges Wetter. Aber auch da ist Vorsorge getroffen. Falls nämlich ungünstiges Wetter verhindert, daß das Konzert im Garten ab⸗ Iehalten werden kann, wird dasselbe um 4 Uhr im A — Die allgemeine Volkszahlung im deutschen Reiche fteht am 1. Dezember ds. Irs. bebor, und ann man alsbald die vom Bundesrathe zu erthei— enden, auf dem Gutachten des statiftischen Reichs⸗ unts ruhenden Ausführungsanweisungen erwarten. Im Ganzen dürfte sie, einzelne Vereinfachungen abgerechnet, keine wesentlichen Aenderungen gegen rüher erfahren. — Aus der Pfalz, 11. Mai. Die Regi⸗ ments. und Brigade⸗Uebungen der 8. Inf.⸗Brigade inden dieses Jahr statt: Vom 22. -27. Auqust Regimentsexerciren; vom 28. August bis 1. Sep⸗ ember Brigadeexerciren auf dem Galgenberg bei Zweibrüden; vom 8.—8. September Detachements⸗ ibungen zwischen Zweibrücken und Landstubl; vom 10.- 15. Septhr. Divisionsmandver (zwei AÄbthei— ungen gegeneinander) zwischen Waldmohr, Hirsch⸗ jorn und Otterberg; am 16. September Div sions⸗ nanöver (gegen einen marlirien Feind) bei Enken⸗ 2mworain Rüiranghee ver iehe — Zweibrücen, 10. Mai. Die von S. Maj. dem König und dem Prinzen Otto für die hinterbliebenen der pfälzischen Bergleute gespendeten 7500 Mark sind zur Vertheilung gelangt; unter⸗ dützt wurden 11 Personen mit 30 bis 180 Mtk. — Pirmasens, 9. Mai. Vor etwa 14 Tagen begab sich der Geschaftsmann Christoph Judkes don hier auf Reisen und ist bis jetzt nicht zurückgekehrt. Gestern wurden nun dessen Bücher ind Listen polizeilich beschlagnahmt, worauf sich jerausstellte, daß derselbe etwa 16.000 Mark ihm Invertraute Gelder mit sich genommen hat.— Ueber dessen Reiseziel dürfte sohin kein Zweifel mehr vestehen. Speyer. II. Mai. Ein Selbstmord erregte heute hier großes Aufsehen. Weinhändler J. H. Deifel wurde heute Vormittag zwischen 10 ade 11 Uhr auf dem Speicher seines in der Heerd⸗ gasse gelegenen Wohnhauses von seinen Angehörigen erhängt als Leiche aufgefunden. Was den alten herrn in den Tod getrieben. darüber herrschen nur Fermuthungen, welche sich der Wiedergabe entziehen. (FIr. T.) — Speyer, 11. Mai. Ueber die Pfälzische Kanal⸗Angelegenheit schreibt die „Sp. 3.“: Mit der Delegierung zweier königlicher Beamten zu den Verhandlungen über die Projektirungsarbeiten des Kanals, scheint nun diese für unsere Stadt so jochwichtige Angelegenheit auch bei hoher königlicher Regierung in Würdigung zu kommen. Von Seiten eg Kangl⸗Komitees hiet, wurde das entschieden bortheilhafte Projekt mit der Einmündung des Zanals in Speyer, sowohl in dem an hohes könig⸗ liches Ministerium eingereichten Memorandum, welches, wie wir hören, noch zur allgemeinen Kennt⸗ niß gebracht werden soll, als auch durch die s. Z. in Tausenden von Exemplaren zur Vertheilung ge⸗ angte Speyerer Kanal-Broschüre nach allen Seiten ꝛingehendst beleuchtet. Man begrüßt es daher in Zpeher. allgemein mit Freude, daß ein Mann wie Sberbauraih Häuser, der mit den hier einschlägigen Verhältnifsen durchaus vertraul ist, zum Delegierten don hoher kgl. Regierung ernannt wurde. Sowohl die Terrainverhältnisse als auch das Interesse unseres Staates, die Schifffahrt mehr aufwärts Männheim und Ludwigshafen durch die Einmün⸗ dung des Kanals bei Spehyer zu befürworten, find abgesehen von der enormen Kostenersparniß so treffende, daß man dem Weiteren ruhig entgegen⸗ ehen darf »ʒ* — Ludwigshafen, 11. Mai. Der „Pf. Kourier“ erhielt von befreundeter Hand über zie Auestellung in Antwerpen nachstehende Mit⸗ heilung, wonach sich die Besucher derselben einiger⸗ naßen tichten mögen. Dieselbe lautet: „In der Ausstellung herrscht noch eine babylonische Verwirr⸗ ing, und es erscheint unbegreiflich, daß man dem Publikum gegenüber wagen konnte, die Ausstellung in 1. Mai zu eröffnen. Von einer Ausstellung kann überhaupt noch keine Rede sein, da gewiß mehr wie die Hälfte der Kisten noch unausgepackt dastehen und die Dekorateure noch lange nicht fertig sind. Alles hat den Kopf verloren. Bis die Ausstellung ertig ist, gehen gut und gerne noch 4 Wochen hin. Das Hauptportal ist noch nicht einmal geöffnet, der urzsichtige kann in den einzelnen Hallen bei Un⸗ zufmerksamleit Hals und Beine brechen. Frankenthal, 12. Mai. Der in den stuhestand versetzte kgl. Landgerichtsarzt Medizinal⸗ ath Dr. Jul. Beftinger wurde seiner Bitte ntjprechend, von der Sielle eines Mitgliedes des fgreismedizinal⸗Ausschufses der Pfolz unter An— rtennung seiner langjährigen, erfolgreichen Wirk⸗ amkeit enthoben. Tode entrissen hatte. — Ein elegant gekleideter Franzose, der in Paris in einem großen Hause cinen Millionen . Diebstahl veriibte und dann fluͤchtig zing, wurde gestern hier durchtransportirt. Maß Jatie ihn an der bayerisch hessischen Grenze festge— nommen. x Am vergangenen Sonntag ist im Zoologi— chen Garten in Dresden ein Handlungsgehüsfe estgenommen und der Polizei Ubergeben worden, veil derselbe dem Rhinoceros eine Schachtel Streich— zölzer in den Rachen geworfen hat. Das Thier hat die Streichhölzer auch verschluckt, ohne daß es hm bis jetzt etwas geschadet hätte. Unmittelbar aach dem Verschlucken des gefährlichen Bissens zeigte es nur gewaltigen Durst. pKFönigsberg, 12. Mai. Kanzler v. Goßler ist gestern Abend gestorben. (Der Häusereinsturzein Newyork. Der voun uns gemeldete Einsturz eines soeben voll— endeten Riesenneubaues in Newyork, wodei 70 Personen das Leben verloren, entstand durch bei— piellose Gewissenlosigkeit der Bauunternehmer. Di— icht zusammengestürzten Häuser, fünfstöckige, mir Duer. und Hintergebäuden versehene Miethkasernen vurden im Dezember zu bauen angefangen und flten bereits dis zum Juni fertig stehen, um so— ort bezogen zu werden. Jedes durfte nur 15,900 Doslars (G4,000 Mtk.) kosten. weßhalb die Bau— internehmer die Arbeiten in einem unmäßig schnellen Tempo und mit den schlechtesten Materialien aus ühren ließen. Der Cement soll so miserabel ge vesen sein, daß er sofort, nachdem er getrocknet Sandlager ohne die mindeste Bindekraft bildete. Chicago, 9. Mai. Eine mächtige Feuers hrunst zerstörte nahezu 4 Quartiere. Der Schaden heträgt sechs Millionen Mark Vermischtes. Saarburg, 10 Mai. Gestern Abend 0O Uhr riß die Frau Müller Krieg!, Katharind jeb. Krieg, auf der Neumühle, Gemeinde Bühl, eim Wurstkochen aus Versehen die an der Erde tehende Petroleumlampe um. Das brennende Pe— roleum ergriff die Kleider der Frau und die Flam⸗ nen müssen die Unglückliche am Fortlaufen gehin ert haben, denn sie brach im Zimmer an der Thür usammen und verstarb, bevor ihr Hilfe zu Theil verden konnte. An einem Fuß, Brust und Händen st die Haut geröstet, und von den Kleidern hatte ie nur noch an den Armen einige Fetzen. (Raubmord.) In Bodenshausen Würitemberg) wurde an der Familie Still ein zierfacher Raubmord verühftt.— FMainz, 10. Mai. Das Kind des Schiffers d., dessen Schiff auf der Gustavsburg vor Anker ag, stürzte vorgestern Nachmittag unbeobachtet vom Schiff in den Main. Der Vater sah durch Zufall das Kind, von dem er nicht wußte, daß es sein eigenes war, in ˖ den Fluthen versinken, sprang rasch ius Wasser und war so glücklich, das Kind zu retien. Seine Freude war um so größer, als er gewahrte, daß er sein eigenes Kind dem sichern Sterbefälle. Gestorben: 'Iun Sembach Frau Christiane Stamm, geb. Haas, 39 J. a.; In Dammheim Johannes Vogelsgesang, 74 J. a.; in Hom— zurg der pensionirte Lehrer Joseph Weinländer ind Christian Clodie 57 J. a.; in Otterbach Schlosser Johann Kennel, 33 J. a.; in Weisen— heim a. S. Heinrich Bibinger, 2822 J. a. n Landau Adolf Federmann, 25 J. a.; in Zweibrücken Frau Sarah Strau ß; geb. Jakob⸗ a Frankenstein Frau Henriette Neuberger, geb Straaß, 75 Jsa. Fur die Redaktion antwortlich: F. x. Demeß. — * Wobilien⸗ . Versteigerung. 1 große Sanduhr, runde und ange Tische, 2 Arbeitstischchen, Sessel, Stühle, Waschtische, Nacht⸗ ischchen, Spiegel, Bilder, allerlei Weiszeug. Teppiche, J Küchen⸗ chrank, 1 Küchenschaft, eine voll⸗ ständige Kücheneinrichtung, Kupfer, Zinn, Porzellan, Messer, Gabeln uͤ dergl m. St. Ingbert, 11. Mai 18858 6. Fi8. Geschäftsmann. onerwehr⸗ Aebung Btag,/ den 18. Mai 5, Abends 5 Uhr. Das Con nl O. — Todes-Anzeige. “ Verwandten Freunden und Belannten die schmerzliche Nachricht, daß es Bott dem Allmächtigen gefallen hat unsern lieben Gatten, Vater. Schwiegervater, Großvater Bruder, Schwager und Onkel IJoOonh. Pet. Unbehend— Freitag, den 15. Mai 1885, Morgens 129. Uhr, zu Rothenbau, Gemeinde Niederwürzbach, läßt Fräulein! Charlotte Sonn in St. Ingbert die nachbezeichneten Gegenstäuden auf! Credit versteigern, als: — J Tafelclavier, 1 Violine, 8 Kana pee's, 4 vollständige Betten mit Springfeder ⸗ und Roßhaar⸗ matrazen, 1 vollstandiges Kinder⸗ dett, 2 Bettladen mit Strohsack 1 Chiffonier, 2 Kleiderschränke 1 Sekretär, 2 Commoden, 2 Pfeilerschränkchen, 1 Requlator,* im Alter von 62 Jahren, nach läugerent Leiden, gestern Nachmittao um 4 Uhr. zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen. DODassel, 18. Mai 1888.— — Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet morgen, Donnerftag Nachmittag um s* Uhr statt. Ausstellungsgarten des Gartenbauvereins. cHerrenallee, Saarbrücken) * — — IJ Sonutagden 17. Maiii Ei n lLa d un 9. . * Die Mitglieder des Vereines werden hiermit eingeladen, sich am Sonnte— . Eröffnung des Gartens den 15. . Vlis Nachmttags um 3 Ur im Sta dehsu se zu vu mit Ammein, um den Bericht über die Thätigleit des Vereines während des Jahre —2 — — IJ 1884 in Empfang zu nehmen und kür das Jahr 1885 die nöthigen Norschlao n M —8 zu machen. N — ESt. dugeg am 4 Mai 18885. —* er Ausschuß des Franen-Zweia-Vereins Sl. Inaht ausgeführt von der ganzen Kapelle des 30. Infauterie-Regts. — — Kecuse i Inih ß * 3 »Aünfaug 3 Uhr. d — preis: Person 50 Pig., Kinder 25 Pfg. a 0 An 8t 4 b ungünstiger Witterung findet das Conscertt im jeden Tag von ßG Uhr Morgens bis ß Uhr Abends geöffnet r ahmann'ichen Saale um 4 Uhr statt. bittet um geneigten Zuspruch n j Drud und Versag von F X. Demetz in St. Znodert. — Frauen-Zzweig-Véréin St. Inebert * 55 —A * * 222 —55 2 — 535555* — 2 EI5— 2 —A 55 ——— 522 * 5 —7 — —855 5332 2282 55 —— 20 — — 22 2c —8553 — 2 T —* m58* — 2— 258 8 5 — 5 52323 5* —525 5 22 0 * * — 3825 22 5 5 * * —8 2757 — — 5— Sz 27 532 — —V 53535* 2 * 77 2 5255 3 8 2 83 * — — —M 2 7 — — — —226 —— 8* — 5237— 8— * * 55—527 —— 28 * — 2 S 25— 2.03 —— ——— T8 —3 3557 55 —5S5 — — — —8* 7 —— 32 I 8 7528 3 3270 *5*88 22 87 33 * 23 55 2 * — 33 353 7 25 5222 S D D —— — —2 22 77 28 —— 8 253*3 — 76* 5 * — — 58 * 535577 533233585 55 * * — * —— 17235 5 23 2586 57 * 259 12 * 353568 5335s853 —369 s464 8 9* — —— 5538 257 F D 74 277* — —R * 8 * — —— 7 —55535 7. 12 — 3 22. — * 3 2332*85 *5 * — — 22 8 — * 2* *5 7 —— 2 E 73 * 258* — * * 5 8 * 2 2 52*82365 * * * —7 5 533257 8 7 0 —z555 3872 —— 8 2 5 E * 2 7 —** 3 * 287 —52 * z—8 2 75 2 — * 2535 53 2 — — — 5M 23 28 7 2* —— — * 2 — — ** —27 —— 35 z—27— —* — * 585 83355333 *7 — 5535* * — —— 2 255 — 3 * 3 53238 5232335 —837 —D F z23323535 F 5*533 2685 E — 5 5 —* 223 — 683235 223 20 2z26 528 — 28E.2 6 25 *8 8 ——— — 222 —XA 532 25 232342 2E6 2 — 25 — — 2z3888 58 557* ——— 55 423336383* 8 S *23 8* —— * 5 525 —52582 588* — 22 A — —— zZ. 55 — S * —A * — 52 — aca —4 2 2 — 23* z 252* 2522 —x- * 23233535 2 I 9 * 52 — 52 —58 x — * — — — 3 2 32 —— —— —— 8 258* — — 2382— 5215 — 5 539 — 55 —— 2 233888 52535* 5325 53 725 522338 * —8 52533 355* 9 —E 3535578* —ã—S ———— * 2825 3. 33838 — — 57 232 —A —— ———— 35— — 5* 2 2 230 — 7 —— 325 —55 85 8* —2— * * — —— * * 533555 2332— 52538337 257 2 536 —* 55 X *8* 228 2.25— —JXRb— 525 33 —— 2* 7 — 58 —— 287 22238* 335*6 25 2 2 52 —A—— — — ⸗— i—— — 33535 — 5358* c2 —338 27 5352 3 322 N — 222 — — — —— 52z 253532 —2 —— — 55* —22 22 — 258378383 D25 —— —25 3— —837* — — at 533837 533 ——— * 2 2 *28 555 28 553333 5823535335 555 2 —7 2,3 2 * 555 S* 2 — —— — 8 * 2 —3 5 yS 24350 S 2 —— 28 5855 * E—— 52 — 2 32 528 —A F —7 2 8 * — —* —— 328 AM —— ⸗*m55 — 3845 573 335 7 *88 2 35323 E5 755 — —5335 13753 25 2255 3. 55322 55 555 * 3 — 38285 — —53838 238 5 zI86 — 5538* 55 *3233 3 B 252 53 5825 —5 — 202 5* 2 * i ———— 30 — 1 535 555 32 — 2 54 — 52 —————— ——— S 52 * —8225 58 883 3 * 7 2 2 * 2 z32385388 ——— 234855 —S 25235 5s2 2 2 837 5688 555* 2* — S 8 553 5* — —— —5555 * 8 —3 7 —— 5228 ö. 83 185 32 24 — 7*8* 23 S22 5583—8* 2 55 55 * 55 235 ZL S* — — IAꝛ 532 2 9*8 — 3 * — 5* 2 2 —33 3 * z33258 3 — 2 558355 — 52 378 ** 23 * —A 38537 SF 2 28 75 55 525 * — 5585 255— 323 * — *53 22 ** — * —X 2 * 8 3532 3598 65* 8223*58 3 *2 Jc *55 A 235 390 s 2* 2 8 2532 95 —7 18 F 5 55 38 — 3 2 2 * 55 — E 5z23* 85* 227 * 5 2 — * 8222 25327 — —2 — — 5 8* * — 2 . 25 — „— “2 52 * ⸗ 26 —— — — 8 * s553528 5268 — 3— — —83 E * XM J S — * 2 5 2 — —— 8 z533355 2 * 8 2 82 * 2 2 28323* 25853 — *5 * —5526827* 55 — — * 233 — 528 — —7 —5* 23 3 * 25 * x 22 —— 2 555 — —A —e—— —— —— 5 —— —* 353538 — —5 — —c 253585 533 7325 8 — 28 222585 * z5523368 — 55 —s 25 2 3523357 55553 E535235 * ——— — 28 2 — 55s367 2 z353655 325285 259 ——— 5 — — 82 — — 2323 2555 ———— 2 2 —A ä 2 76 8 2 2**2 9 G * * * — ** * k —— — 3835 — 2 5 Ek 2 2* 555 2* — 3 * *2 575 z 557* 32 2525 357 55* * 2 222 38555338 35 —?? 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Die Einrüuckungsgebühr sar die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 5, NReclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 95. J Die obligatorische Sonntagsruhe. Der Reichstag hat sich neulich mit einem An⸗ rage auf Einführung obligatorischer Sonntagsruhe ar die Arbeiter beschäftigt, ohne daß die betreffende debatte zu irgend einem endgültigen Resultate uͤhrte. Die Ängelegenheit ist sozialpolitisch, aber a wichtig, um sie auf sich beruhen zu lassen, auch nat sie offenbar im ganzen Lande Aufsehen erregt, mal der Fall eintrat, daß sich der Reichskanzler zürst Bismarck diesmal sehr entschieden gegen die intragsteller wandte und auf Seiten der Linken tand. Vetrachtet man die obligatorische Sonntagsruhe „om religiösen und humanen Standpunkte, so wird aan sie gewiß für Jedermann, zumal für die in er Wocht hart arbeitenden Arbeiter wünschen, ꝛeurtheili man die obligatorische Sonntagsruhe adessen vom praktischen Standpunkte, so wird man icht umhin können, dieselbe doch nur mit einigen zinschränkungen für gut zu finden. Das Gesetz agt ja auch bereits, der Sonntag ist ein Ruhetag, m Feiertag, ader einige Ausnahmen sind gestattet ind man kann hinzufügen, geradezu nothwendig. gon Unglücksfallen. die an Sonntagen zur Arbeit wingen. sehen wir ganz ab und bleiben lediglich ei den praktischen Rothwendigkeiten des Lebens. 50 ist z. B. bei allen landwirthschaftlichen Betrieben oegen der Versorgung des Viehes und der Arbeits- iberhaufung in der Erntezeit vollstandig unmöglich, mn Sonnlagen gar nicht zu arbeiten. Ganz ähn⸗ ich ist es im Verkehrswesen. Posten, Telegraphen, tisenbahnen und Schiffe an Sonn und Festtagen uhen zu lassen, ist gerade zu unmöglich, wenn nan nicht die schlimmsten Verkehrsstokungen her⸗ eiführen will. Im Uedrigen erinnern wir daran, aß selbst ganz harmlose Erholungen, die man an Sonn- und Festiagen genießt, für andere Menschen Urbeit mit sich dringen. denn seldst die Ausführung ines geistlichen Concerts an Sonntagen, wogegen vohl soleicht Niemand etwas einzuwenden haben vird, verursacht für die Mitwirkenden Arbeit. Nun könnie Jemand darauf erwidern: Ja, da⸗ n war in der betreffenden Reichstagsverhandlung iber die Sonntagsruhe auch gar keine Rede, es andelie sich vielmehr um die Sonntagsruhe für en schwergeplagten Arbeiter. Dabei muß man ber sich doch zunächs vergegenwärtigen. daß erstens ie große Mehrheit der Arbeiter bereits die Sonn⸗ agsruhe besitzt, zweitens die Minderheit nicht ge⸗ wungen werden kann, an Sonntagen zu arbeiten, esp. dei Arbeitgebern in Arbeit zu reten, die Zonntags arbeiten lassen, drittens muß man bei er Frage der Sonntagsruhe doch auch bedenken, aß fich viele gewerbliche Unternehmungen oft an onntagen in derselben oder doch ahnlichen Zwangs · age befinden wie die landwirthschaftlichen Betriebe ind Verkehrsanstalten, sie müssen eben, der Noth xhorchend und nicht. dem eigenen Triebe, an donntagen arbeiten lassen. Schließlich wäre auch czüglich der betreffenden Arheitet, die an Sonm⸗ agen arbeiten und dafür Lohn bekommen. in Er⸗ agung zu ziehen. ob ihnen an der Aufhebung der Sonntagsarbeit und der damit verbundenen Ver⸗ e ihrer Einnahme etwas gelegen ist. — e vertennen wir aber nicht, daß diese Frage 8 ethische ideale Seite hat und es in dieser n J nühlich wäre, die Sonntagsruhe für Indeiee schärferen Bestimmungen * erwerfen, damit mit der Sonntagsarbeit von den Arbeitgebern noch Arbeitnehmern Saummstag, 16. Mai 1885. 20. Jahrg. Mißbrauch getrieben wird. Aber die Einführung iner bedingungslosen, obligatorischen Sonntagsruhe ür die Arbeiter, die gar keine Ausnahme kennt, zlauben wir aus den erwähnten Gründen ablehnen u müssen. — Zu dem Bericht über den Frühschoppen heim Reichskanzler bringt das „Fr. J.“ noch Folgendes nach: Der große Saal, in dem das reiche Buffet aufgestellt, war so gefüllt, daß nan sich nur schwer darin bewegen konnte, und voch erging sich ein Theil der Gäste noch in den ahlreichen geräumigen Nebensälen, unter denen amentlich ein Zimmer die Aufmerksamkeit erregte, n welchem die Bilder der drei Kaiser von Deuisch⸗ and, Oesterreich und Rußland hingen und ein vunderbar geschnitztes Füllhorn aus Elfenbein, ein veschenk des Kaisers von China, ein Hauptschau⸗ tück bildete. Von den Parteien des Hauses waren deursch-⸗ und Freikonservative, Zentrum und El⸗ üsser, Deutsche-Freisinnige und Nationalliberale ertreten, so daß nur Welfen, Polen und Sozial- »emokraten der Theilnahme sich enthalten hatten. dem Berichte der „Post“ entnehmen wir noch olgende kleine Episode: „Der Reichskanzler hatte einen Platz in einer Gruppe von Nationalliheralen ind Reichsparteilern genommen; da gesellte sich Windthorst dazu und wurde sofort mit der Fcage empfangen, ob er der nationalliberalen oder der Reichspartei beitreten wolle. „Vorläufig keins von beiden“, antwortete er. Und als Windthorst zu bemerken schien, sein Glas sei nicht ganz voll jegossen, erhielt er den Bescheid, daß er bis zu em erhofften Parteiübertritt überhaupt mit dem Wein knapp gehalten werden solle. In diese cherzhafte Unterhaltung fiel die Musik mit einer auschenden Passage ein, so daß einige Worte ver⸗ oren gingen. Ein Mitglied der Reichspartei, der Ibg. Gehlert, warf die Frage in dieses Intermezzo, b es nicht gut sei, die Musik in den Reichstag uu dritten Lesungen zu schicken, nur dürfte Herr Bindthorst dabei nicht Tambourmajor sein. „Ich yürde mir auch lieber“, erwiderte der Reichskanzler. den Präsidenten für diesen Posten vorziehen.“ „Und ich den Reichskanzler“, erwiderte ichlagfertig Jdemand aus der Korona.“ Politische Uebersicht. *Bezüglich der Frühjahrsreise Dis— »ofsitionen des Kaisers sollen jetzt wieder indere Bestimmungen getroffen worden sein. —XDD nal von einem Aufenthalte in Wiesbaden absehen ind fich dirett nach Ems begeben, versichert man etzt von unterrichteter Seite von Berlin aus, daß er greise Monarch sich nun doch entschlossen habe, uersi die gewohnte Wiesbadener Kur durchzumachen. die Abreise des Kaisers von Berlin nach Wiesbaden rfolgt voraussichtlich am dritten Pfingstfeiertage, voran sich etwa Milte Juni der Beginn der Kur n Ems anschließt. * Der für Mittwoch beabsichtigt gewesene Schluß ves Reichstages hat sich nicht ermöglichen assen, da das Haus an diesem Tage nicht einmal ie dritte Lesung der Zolltarif⸗Novelle vollständig u Ende führen konnte; auch sollen noch der deutsch⸗ ussische Auslieferungsvertrag und die Novelle zum eutschen spanischen Handelsvertrage, welche der zundesrath bereits in seiner am Montag abgehaltenen Sitzung genehmigt hat erledigt werden. Dagegen arf der Schluß des Reichstages nach den Aeußer⸗ ingen, welche Fürst Bismard gelegentlich des bei hm am Diensiag stattgefundenen parlamentarischen Fruhschoppens? gethan hat, fuür diesen Zonnabend erwartet werden. Der „Frühschoppen“ rug im Uebrigen auch diesmal einen durchaus ingezwungenen Charakter und war von den Mit liedern des Bundesrathes wie des Reichstages ahlreich besucht. Sehr bemerlt wurde die lange Anterredung. welche der Kanzler hierbei mit Herrn dr. Windthorst pflog; der Centrumsführer frug ei dieser Gelegenheit an, ob Fürst Bismarck auf zie Berhandiung des Auslieferungsvertrages mit sußland großen Werih lege. was der Fürst nach⸗ rrücklich heiabte. e Die Ernennung des Grafen Herbert Bismard —XLV kigen Amte ist in den politischen und parla⸗ nentarischen Kreisen der Reichshauptstadt mit Be⸗ riedigungen aufgenommen worden. Graf Herbert gismarck wird zwar in noch verhältnißmäßig jungen Fahren an einen so wichtigen Posten gestellt aber zie wiederholten Beweise von Tüchtigkeit und Fähig⸗ eit, welche er gegeben hat — wir erinnern nur in seine erfolgreiche Londoner Mission — berechtigen u der Hoffnung, daß der älteste Sohn des Reichs⸗ anzlers auch sein neues Amt 'in einer dem Reiche Isprießlichen Weise ausfüllen werde. Das scharfe Hereinfahren des Kanzlers in die Zonntagsfeier ⸗ Debatten des Reichstags hat zur Folge gehabt, daß die Mehrheit, aus dem Jentrum ind den Konservativen bestehend, den Antrag Zuhl abgelehnt hat, welcher heute die vom Kanz er befürwortete Enquete auf dem Gebiete der Ar⸗ eiterverhaltnisse zur Berathung gestellt sehen wollte. Nit tausend Masten ist man losgesegelt, ein halbes dutzend Anträge konkurrirten imAnfange der Seffion. um den Arbeitern Schutz zu gewähren nun ist nicht einmal das Boot gereitet, selbst ie Einhoiung von Information ist von den ehe⸗ nals Schutzbereiten nicht unterstützt worden. ö——— Das „Berl. Tagbl.“ schreibt: In Bayern st man mit der jetzt dort erhobenen Malzsteuer nicht zufrieden; man wünscht ihre Herabsetzung, esonders im Interesse der kleineren Brauereien, velche angeblich die seit einigen Jahren erhöhte Zteuer nicht ertrragen köͤnnen. Das hat nun eigent⸗ ich das bayerische Volt mit seinem Landtag und einer Regierung auszumachen; vielleicht läßt fich zie Sache auch arrangiren, nachdem die mit Hilfe er bayerischen Abgeordneten zu Stande gekomme⸗ nen Zoslerhöhungen die Einnahmen des Reiches ins Nnendliche gesteigert haben, die Frage gewinnt aber ür uns an Interesse. indem man in Bayern die Abhilfe in der Herabsetzung der Uebergangsabgabe zuf Bier, welches aus Bayern nach Norddeutschland reht, sucht. Diese Uebergangasabgaabe beträgt iekt Die TIX. Kommission des Reichstags. welcher ʒer Antrag Lenzmann⸗Kayser wegen Entschadi g⸗ rug unschuldig verhafteter Personen ur Vorberathung üderwiesen worden, hat beschlossen, em Plenum eine Resolution vorzuschlagen, wodurch zie verbündeten Regierungen um möͤglichst baldige AIusarbeitung und Vorlegung eines Gesetzentwurfes begen Entschädigung für unschuldig erlittene Haft nuf Grund der vom Abg. Dr. Hartmann aufge⸗ lellten prinzipiellen Fragen ersucht werden. 2 Mark pro Heltoliter Bier, und man verlangt, daß dieselbe auf 1 Mark herabgesetzt werde. Die—⸗ enigen, welche dies verlangen, heweisen die Verech ⸗ tigung ihrer Forderung aus einzelnen Paragra phen der Reichsverfassung des Zollvereinsvertrages; es ist aber sehr schwer, bei Steuern, welche nach verschie⸗ denen Systemen erhoben werden, einen genauen Ausgleichun ismodus zu finden, und die norddeutsche Brauersteuer⸗Gemeinschaft wird sich nun wohl schwer uberzeugen lassen, daß die jetzt bestehende Ueber⸗ zangsabgabe zu hoch bemessen ist. Wir find nun iber, ohne auf eine Berechnung der in den ver—⸗ schiedenen Theilen Deutschlands erhobenen Biersteuer einzulassen, gleichfalls Gegner der Uebergangssteuer, und zwar wünschen wir nicht nur eine Herabsetzung derselben, sondern eine vollständige Aufhebung der⸗ selben durch eine Unifizirung der Steuer, indem uns eine solche Zollgrenze mitten in Deutschland gleichsam wie ein Flecken auf der Einheit erscheint. Leider ist aber eine solche Beseitigung — und es jandelt sich dabei nicht allein um die Uebergangs⸗ abgabe von Bier — nicht so bald zu erwarten. Will man in Bahyhern ernstlich die Beseitigung. so würde man vielleicht dieselbe beschleunigen können; mit dem Aufgeben der Reservatrechte würde das vesentliche Hinderniß für eine Unifizirung der Brau⸗ steuer fortfallen. Ein anderes, allerdings ganz radikales Mittel, würde die vollständige Beseitigung einer jeden Biersteuer sein; leider ist, aber augen⸗ licklich an eine solche Maßregel, welche vielleicht die wirksamste Waffe in dem Kampfe gegen den Alkoholismus sein würde, nicht zu denken. Aus Wien wird der „Fr. Zig.“ telegraphirt, das Präsidium des Krakauer Landesgerichts sei durch ein ministerielles Restript davor gewarnt. aus Ame rika kommende Briefe in Trauerkouverts anzuneh— men, weil dieselben von Anarchisten an europäische Behörden geschickt werden und beim Oeffnen ex— plodiren. Wenn die Attentate ernst gemeint sind, jo werden die Verbrecher das Kennzeichen des Trauerrands bald fortfallen lassen. * Imösterreichischen Kaiserstaate absor— biren die bevorstehenden Reichsrathswahlen fast pollständig das allgemeine Jnuteresse. Die gegen— wärtige Wahlbewegung, die sich mehr und mehr hrem Höhepunkte nähert, hat gegenüber derjenigen, früherer Jahre eigenthümliche Erscheinungen aufzu— weisen. Einer der sonderbarsten Vorgänge in der diesmaligen Wahlcampagna ist die versuchte Ver—⸗ zuickung des klerikalen mit dem deutsch⸗nationalen Standpunkte, wie man eine solche namentflich im Salzburgischen und in Oberösterreich befürwortet; doch auch in der Steiermark und in Böhmen be— zegnet man dem Bestreben, die liberalen und die Aerikalen Deutschen unter einen Hut zu bringen. Dieser Gedanke hat ja gegenüber der immer mächtiger anschwellenden slavischen Hochfluth entschieden etwas für sich, aber beim näheren Zusehen erweist er sich naur als ein Mittel, der klerikalen Partei auf Kosten des liberalen Deutchthums neuen Zuwachs bei den Wahlen zuzuführen. Man braucht nur ein wenig n der parlamentarischen Vergangenheit der klerikalen Partei Oesterreichs — und zwar gerade, was die aeireste Zeit anbelangt — zurückzublättern, um zu finden, daß diese Partei stets und überall mit den ausgesprochenen Feinden des österreichischen Deutsch hums, mit Czechen, Polen, Slovenen u. s. w. hand in Hand gegangen ist und diesem historischen Fakltum gegenüber wäre es thöricht, von einer Ver⸗ schmelzung zwischen den Deutschliberalen und den Deutschklerikalen Großes für die Zukunft des Deutsch⸗ hums in Oesterreich zu erwarten. Der Zusammentritt der inkternationalen Sanitäts⸗Konferenz in Rom, welcher im 15. d. M. erfolgen sollte, ist auf den 20. Mai yerschoben worden, um den auswärtigen Delegirten Zeit zum Eintreffen zu lassen. * Die Opposition im englischen Unterhause hat am Montag mit ihrem An— trage, den Elf-Millionen⸗Kredit zu verweigern, so ange die Regierung über die Verwendung desselben einen genügenden Aufschluß ertheile, wie sich vor⸗ aussehen ließ, Fiasco gemacht. Mit 290 gegen 260 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt und die Kreditbill in zweiter Lesung angenommen. Glad⸗ tone erklärte hierbei, die Opposition behaupte, Eng— and habe Rußland in allen Punkten nachgegeben, ver Ende dieser Woche vorzulegende Schriftwechsel werde aber das Gegentheil beweisen. — Jedenfalls darf man der Veröffentlichung des Schriftwechsels zwischen den Kabineten von London und Petersburg wegen der afghanischen Frage mit Interesse entgegensehen. Im Uebrigen bewahrt sich die letztere ihr fried⸗ icheres Aussehen, zumal da Gladstone in der er— vähnten Sitzung des Unterhauses auch seine Ueber⸗ eugung ausgedrückt hat, daß die russische Regierung das in London getroffene Abkommen ratifiziren werde. Der Premier fügte noch hinzu, daß der Abschluß einer Konvention beabsichtigt sei, daß es aber rathsam erscheinen dürfte, den Abschluß einer solchen bis zur erfolgten detaillirten Feststellung der Grenzlinie zu verschieben. Im Oberhause erklärte an demselben Tage Lord Granville, daß die Schieds⸗ richterfrage im Prinzip geregelt sei. * Die Organisation des nuen Congostaates ist nun äußerlich vollendet, nachdem sich das Mini— sterium für denselben mit dem Obersten Strauch ils Präsidenten und dem berühmten Afrikareisenden Ztanley als Gouverneur konstituirt hat. Das Ge⸗ zippe des neuen Staatengebildes — um sich dieses inthropologischen Ausdruckes zu bedienen — im Westen Afrikas bedarf aber noch sehr der Vervoll⸗ ommnung und auch bezüglich des inneren Aus— zuues des Congostaates bleibt noch so qut wie Alles zu thun übrig. Hoffentlich erfüllen sich jedoch nit der Zeit die Erwartungen, welche man von iesem jüngsten aller Staatswesen hegt, namentlich n Hinblick auf die hohe, civilisatorische Aufgabe, welche ihm im „schwarzen Erdtheil“ zu Theil ge— worden ist. * Der sudanesische Feldzug der Fugländer nimmt ein Ende, wie es längst yorherzusehen war, daß es ader ein ruhmpvolles sei, vird selbst der eingefleischteste Britenfreund nicht »ꝛhaupten wollen. Der Vormarsch gegen Chartum st nämlich definitid aufgegeben worden. Im öst⸗ ichen Sudan soll nur noch Suakin gehalten wer den, aber auch blos so lange — wie der Kriegs⸗ ninister Hartington im englischen Unterhause erklärt hat —, bis mit einer anderen Macht ein Arrange⸗ ment wegen der Vesetzung dieses Platzes getroffen sei. Diese „andere Macht“ kann aber nur Italien sein, welches somit die zweifelhafte sudanesische Erbschaft der Engländer nur anscheinend antritt In Kanada ist die Lage eine sehr kritische. Aller Wahrscheinlichkeit nach steht ein langer und zlutiger Indianerkrieg bevor, wie er in den Ver— inigten Staaten bald Dakota oder Wyoming, bald deu-Mexiko oder Arizona zum Schauplatz hatte. die erste Schlacht fiel zu Ungunsten der kanadischen truppen aus. Derartige Niederlagen der Weißen iben auf die stets kampflustigen Indianerstämme jsewaltigen Einfluß aus. Schon ist die Nachricht ingetroffen, daß die Crees, einer der mächtigsten ind wildesten Stämme, den Kriegspfad gegen die Weißen betreten haben. Ueber die kriegerischen Ubsichten des Siour dürften kaum Zweifel bestehen ind sollten sich auch, die bisher loyalen „Blackfeet“ „Schwarzfüße“) von den Aufständischen zur Theil⸗ jahme an dem Kampfe verleiten lassen, so steht das irmeelose Kanada einem an 15, 900 Köpfe zähten— den, furchtbaren Feinde gegenüber, dessen gänzliche Anterdrückung große Opfer an Menschenleben sowie Seldmitteln erfordern und vielleicht erst nach jahre⸗ angen Kämpfen zu erzielen sein dürfte. — 7— SôƷeutsches Reich. Berlin, 13.. Mai. Gestern Abend fand im Abtheilungszimmer 5 des Herrenhauses die Schluß itzung des Zentral-Komitées für die Bismarck- Ehrengabe statt. Der Vorsitzende, Herzog von Katibor, eröffnete die Sitzung mit der Mittheilung iber das Gesammtergebniß der Sammlungen, die inen Ertrag von Ml. 2,750,049.44 ergeben jaben, der nach Abzug der Kosten von Mark 20,9056.50 eine Summe von Mk. 2,729, 143. 94 ꝛepräsentirt. Hiervon sind Mk. 1,500,000 zum Ankauf von Schönhausen verwandt und der Rest von Mk. 1,229,143. 94 zur Disposition des Herrn seichskanzlers für die zu bildende Stiftung gestellt. der Herr Vorsitzende ertheilte hierauf dem Schatz neister des Zentral Komitͤs, Herrn Seehandlungs zräsidenten Rotger, das Wort, der der Versamm ung den folgenden detaäillirken Nachweis üher di A Fiuganges für die „Bismarck⸗Ehrengabe“. Deutschland. Konigreich Preußen. Provinz d preußen Mt. 40504.08, WestpreußenM 25 768. 06 Brandenburg Mt. 62,401. 13, 6i Berlin Mk. 545, 405. 80, Provinz Pommern M 61.615.90, Posen Mk. 31.836. 59, Schlesien Ri 207,133. 71, Sachsen Mk. 147,807. 10, Schleswi Holstein Mk. 37,827. 73, Hannover Mb. 57,027 00 Westphalen Mk. 86,2608. 11, Hessen⸗Nassau Mag 96.872.50. Rheinprovinz Mk. 283, 989. 36, Hohen ollernsche Lande Mk. 1095. 10, zusammen Man 1,686,042. 25. Königreich Bayern Mk. 169,800,39 Sachsen Mk. 228,703 45, Wurttemberg Mot 35,048. 23, Großherzogthum Baden Mk. 76 340.99 dessen· Darmstadt Mtk. 39,499. 17, (beide) Medlen »urg Mk. 14977 56, Sachsen⸗ Weimar-⸗Eisenah Mt. 13,252.80. Oldenburg Mt. 10,71447 Herzogthum Braunschweig Ml. 24 782. 34, Sachfen Meiningen Mt. 8158. 19, Sachsen⸗Altenburg Mf 3159. 35,. Sochsen⸗Koburg⸗Gotha Ml. 83209.82 Anhalt Mtk. 17,523. 16, Fürstenthum (beide Schwarzburg Mk. 3657. 03, Waldeck Mk. 901,91 beide) Reuß Mk. 9206. 05, Lippe Mt. 3019.29 Reichslande. Elsaß ⸗Lothringen Mt. 17,01627 Freie und Hansestadt Lübeck Mk. 9212,74, Ham. »urg Mk. 99,024.31, Freie Hansestadt Bremen Mark 29,242.87, zusammen Mk. 2,562,81127, ß. Ausland. a. Eu ropäisches. Belgien Mark 6287.48, Bulgarien Mark 269.60, England M. 26,746. 56, Frankreich M. 16,847. 15, Holland M. 2574.78 Italien M. 7758.58, Oesterreich M. 14074.49, Portugal M. 678. 50, Rumänien M. 2080.89, Rußland M. 37.,852. 69, Schweden M. 2211.31, Schweiz M. 6342.93, Spanien 1316.40, Türkei M. 20, zus. M. 125,061.36. b. Außereuropäisches. Afrika M.21,893.65 Amerika M. 31,204. 14, Asien M. 9518 02 Australien M. 61, zus. M. 62 176. 81 Total M. 2 750,049. 44, abzüglich der Gesammtunkosten von M. 20,905. 50 bleiben M. 2.729., 143. 94. Von diesen M. 2,729, 1483. 94 entfallen auf Schönhausen Mark 1,500,000, auf die Stiftung Mars 1,229, 143. 94, wie oben M. 2,729, 143. 94. Außerdem und bei der Haupt-Seehandlungs-Casse vom „Ver⸗ ein Bismarck in Berlin“ eingezahlt mit der aus drücklichen Bemerkung: ‚bis auf weitere Bestimm ing des Herrn Reichskanzlers zu usserviren“ M. 1500. Von den auf die Bismarck« Stiftung ent— 'allenden M. 1,229,143. 94 sind bereits abgeführt Mark 1,220 000, es bleiben also noch zu zahlen )143.94. — Die Versammlung ertheilte hierauf dem geschäftsführenden Ausschusse, speziell dem Schatzmeister des Centralkomité's, Herrn Seehand— ungspräsidenten Rötger, Decharge und ertheilt dem Vorsitzenden in Gemeinschaft mit dem Schatz neister die Ermächtigung, die noch zu erledigenden Beschäfte selbstständig zu Ende zu führen, sowie an den Herrn Reichskanzler das Ersuchen zu richten ine Bestimmung darüber zu treffen, wohin die SZammlungen der Beitragslisten abzuführen seien Professor Gneist sprach darauf dem Vorsitzenden, herzog von Ratibor, den Dank des Centrattomitss aus für die außerordentliche Mühewaltung, die ihm durch seine ausgezeichnete Leitung der Geschäftt erwachsen sei. Die Anwesenden drückten durch Er— heben von den Sitzen-ihre Zustimmung aus. Heri ↄ. Levetzow baͤt die Versammlung,“ duch den Mit— uxbeitern des Vorsitzenden,“ Herrn! Geheimrath Metzel, und vot Allem dem Schatzmeister Herrn Präsi denien Rötger ihren Dank abzustatten, und fand für diesen Vorschlag' allseitige Zustimmung. Der Boifitzende sprach seinen Dank für die Milwirknng aus, die dem geschaäftsführenden Ausschuß ülbetal zu Theil geworden, und gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß der Zweck, zu welchem die Bildung des Centralkomités erfolgt sei, in so ere ireulicher Weise erreicht worden. Berlin, 13. MRai. Der „Nordd. Abg Ztg.“ zufolge wird der König von Belgien- End nächster Woche zum Besuche des Hofes hier ein treffen. — Der „Reichsanzeiger“ publizirt da⸗ Gesetz zur Beschaffung der Mittel für die Erweite⸗ rung des Staatseisenbahnnetzes Lokale und pfälzische Nachrichten. 4* St. Ingbert, 15. Mai. Als Vertreten Der hiesigen protestantischen Kirchengemeinde auf dei Diöcesansynode Homburg wurde vom Presbyterium der kgl. Steiger Herr Philipp Scheimeitte newähslt. *St. Ingbert, 158. Mai. Wir haben reulich schon darauf hingewiesen, wie ruchlose nde den gemeinnützigen Bestrebungen des Obst⸗ n entgegen arbeiten, indem sie die jungen Sstaumchen beschädigen. Seitdem wurden schon cicher nächtlichet Weile in zwei Gärten an det Elversbergerstraße die Bäumchen, in jedem Farten je eines, durch Messerschnitte zerstört. Den gemuͤhungen der Polizei ist es auch in diesem Falle gelungen, den Baumfrevler ausfindig zu n. ia In Ergänzung der kürzlich von uns gebrach— en Notiz, die gegen Schulverweser Reiß in dherwürzbach erhobene schwere Anzeige habe sich als grundlose Verläumdung erwiesen, wird uns ugetheilt. daß Schulverweser Reiß bereits der han entlassen und in seine Heimath zu seinen Fern zurückgekehrt ist. Sein Ankläger soll sich unch die Flucht der ihm gebührenden Bestrafung ntzogen haben. In Oberwürzbach selbst ist man sehr erfreut über die Wendung der Angelegenheit. Fast bei der gesammten dortigen Beoodlkerung er ⸗ fteut sich Schulverwefer Reiß großer Achtung und weifelte dieselbe auch von Anfang an nicht im Feringsten an der Unschuld des Genannten. Weisenheim a. S., 12. Mai. Vor anigen Tagen wurde beim Umroden eines Grund⸗ stüces des Heren Wilhelm Langenwalter ein Doppel⸗ grab aufgefunden. Dasselbe war westostwärts in em Längenviereckk — ca. 6 Fuß lang, 4 Fuß hieit und 2 Fuß hoch mit einer Längenscheidewand, aus rohen und unbehauenen Steinplatten her⸗ zeftelt und mit solchen bedeckt. Jede Abtheilung nthielt 3 bis 4* Menschenschadelknochen, welche am Westende lagerten, während am entgegengesetzten FFnde eine Masse von vermoderten Knochen ange—⸗ fäuft, sich dorfanden. Es liegt sonach die Wahrschein⸗ ichkeit nahe, daß die betreffenden Häupter von den Jadavern getrennt und die Rümpfe und Gliedmassen perstüctt, bestattet worden sind. — Zu bemerken ist noch, daß vor etwa 50 Jahren in der Nähe ein oͤmischer Opferaltar, welcher der pfälz. Alterthums⸗ SZammlung einverleibt ist, und verschiedenes andere aus der Römerzeit ausgegraben worden ist. Vermischtes. F Die Mutter und 5 Kinder er— nordet. Eine schreckliche That wird aus der hegend von Rottenburg am Neckar berichtet. Der zojährige Korsett-Weber Bernhard Nillll von Ober— sauser ermordete seine 72 Jahre alte Mutter und eine ñ Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren. ir spaltete ihnen mit einem scharfen Beile den dopf. Das älteste Mädchen holte er noch um Mitternacht bei Verwandten in Bodelshausen ab ind erschlug es unterwegs. Hierauf begab er sich n das Haus seines Schwiegerbaters, gegen welchen t längst gehässige Gesiunungen hegte, schlug mit ner Art die Hausthüre ein und richtete:m ganzen dause zahlreiche weitere Zerstörungen an. Ein bersuch, seine Schwiegereltein mit der Axt. anzu teisen, wurde durch das Dazwischenkommen des nit einer Flinte bewaffneten Sohnes vereitelt. Indessen wurde seine Schwiegermutter verwundet. don hier kehrte er in seine Wohnung zurück und — dieselbe mit angezündeten Reisigbuscheln in biand. Das Feuer durde bald gelöscht. Nill sug flüchtig · und eilte bis Hechingen, wo er sich ühst entleibte Ans bach, 9. Mai. In dem Bierpantscher⸗ esse, welcher am 1. und S. Mai beim hiefigen dgricht verhandelt wurde, ist heute folgendes eee erlafsen worden: Bierbraͤuer Leonhard e don hier 8 Tage Gefängniß und 780 Mt. Nostucfe, Madlener bon Uffenheim 6 Tage und * *. Joh. Leonh. May von —— — Ignanz Veitengruber von Weidenbach 8 e und 300 Mt., Geschäftsführer Behringet uma Bonhag) und Bierbrauer Kirchdörfer von ne Mk., Bierbrauerswittwe Strebel in unen urg 200 M., deren Sohn Christoph 100 rbrauer Heinrich Gender von Uffenheim Ahrdehann Ruph. von Werlendorf je. 180 De. ve Letztgenaunten wurde keine Verfehlung * — Nahrungsmittelgesetz, sondern lediglich dů ettetung des Malzaufschlags angenommen. di urtheilten haten auch die Kosten des Ver— —* e tragen. Ferner ist das Urtheil bezüglich beh g Vergehens wider das Nahrungsmittel⸗ erurtheilten öffentlich bekanut zu 'machen. Nächsten Freitag und Samstag kommt eine weitere Zerie von Brauern zur Verhandlung. Nürnberg, 12. Mai. Dem bahyerischen Bewerbemuseum dahier wurde die Bewilligung zur Veraustaltung einer Verloosung von Ausstellungs⸗ zegenständen gelegentlich der diesjährigen internatio⸗ nalen Ausstellung mit der Befugniß des Loosab⸗ zatzes im ganzen Königreiche unter der Bestimmung ertheilt, daß 250 000 Loose 4 1 Mlk. ausgegeben verden. F Eine lehrreiche Feuerlöschprobe fand dieser Tage auf dem Exerzierplatz der freiwilligen Feuer—⸗ wehr in Sachsenhausen stati. Ein Frank—⸗ urter Civil⸗Ingenieur bemüht sich, die in Amerika ind England schon seit einiger Zeit bekannten „Harden Star Handgranaten“ auch hier einzuführen. ẽs sind dies kleine, hermetisch verschlossene Gas— laschen. welche in die Flammen geschleudert werden, 'o daß sie zersplittern, wobei dann die darin ent⸗ zaltene Flüssigkeit starke Mengen Kohlensäure ent⸗ wickelt und so den Brand erstickt. Die vor einem creise eingeladener Gäste vorgeführten Proben sielen cecht befriedigend aus. Es wurden drei stattliche, nit Petroleum getränkte Holzstöße angezündet, und nit Hilfe von je 6—8 Granaten war der Brand in wenig Sekunden gedämpft. f Das Jahr 1885 hat dem Winzer viel ver⸗ prochen und scheint wenig zu erfüllen. Die Eis⸗ deiligen Pankratius und Servatius brachten em⸗ „findlichsten Hagelschlag und Eis; in den Wein— hergen von Oppenheim, Nierstein, Nackenheim, Bodenheim u. s. w. hat der Frost bedeutenden S„chaden angerichtet. Ein großer Theil der Gärten st total erfroren und von den Landorten laufen die traurigsten Nachrichten ein. FBerlhin, 11. Mai. Ueber das Ver— mögen der Wittwe des ehemaligen Reichstags und Landtags-Abgeordneten Schulze-Delitzsch Bertha, geb Jacobs, ist vom Amtsgericht Iam 8 Mai d. I, nachmittags 5 Uhr, des Konkursvber⸗ ahren eröffnet worden. Der Kaufmann Dielitz dolzmarktstraße 65, ist zum Konkursverwalter er— zannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Juli ) J anzumelden. 1. Termin 5. Juni 2. Termin d. Augnst d. J. Berlin, 12. Mai. Bei dem Potsdamer Regimentern zirkulirt gegenwärtig, wie dortige Blätter melden, ein Schreiben des Kriegsministers. »em zufolge für die deutschen Besißungen im amerungebiet eine Anzahl von zivilversorgungsbe⸗ rechtigten, jetzt noch aktiven Milit irpersonen gesucht vird. Dieselbe sollen dort die Kru-Neger im Waffendienst ausbilden, damit diese als Sicher⸗ jeitsmannschaften ꝛc. verwendet werden können. Rur durchaus gesunde und kräftige Militärs, welche inverheiratet sind, werden berücksichtigt. Dieselben ollen außer freier Ueberfahrt und freier Wohnung einen Anfangsgehalt von 2600 bis 3000 M erhalten. f' In Otkensen bei Hamburg wurde dieser Tage ein Kind ohne Mund geboren. ItP fF Eisenbahnwesen in Europa. Es st berechnet worden, daß auf den Eisenbahnen in furopa im Jahre 1882. im ganzen 52,000 Loko⸗ notiven im Dienste standen. Die Gefammtzahl »er auf denselben beförderten Passagiere hat 371,000.000 und das Gesammtgewicht der be—⸗ orderten Fracht 715,000, 000 t betragen. 2 p Daß der Reise⸗Comfort im 16. Jahr⸗ sundert hinter den heutigen Anforderungen bedeu—⸗ end zurückblieb, läßt sich denken. Ueber die Be— chaffenheit der Herbergen gibt uns ein Brief des krasmus aus dem Jahre 1520 allerlei erbauliche Aufschlüsse. Der berühmte Humanist, dessen zart⸗ gebauter Körper beim Reisen gewiß oft unsägliche Qualen ausgestanden hat, schreibt u. A.:! „Bei der Ankunft im Gasthause grüßt Niemand, damit s nicht scheine, als ob man viel nach Gästen frage. —RDD einer den Kopf durch das kleine Fensterchen der geheizten Stube hinaus. Die Frage nach dem Ztall wird mit einer Handbewegung breantwortet. Ddort kannst Du nach Belieben Dein Pferd nach Deiner Weise behandeln, denn kein Diener legt eine Hand an.“ Ist das Pferd besorgt, so begibst Du Dich, wie Du bist, in die Stube, mit Stiefeln, Gepäck und Schmutz. In dieser allen Gästen gemeinsamen SZtube ziehst Du die Stiefeln aus, bequeme Schuhe in und kannst auch das Hemd wechseln. Hier ämmt der Eine sich das Haupthaar, dort wisch! ich ein Anderer den Schweiß ab, und wieder ein Anderer reinigt sich seine Schuhe oder Reitstiefel. dommst Du um 4 Uhr Nachmiitags an, so wirst Du doch nicht vor 9 Uhr speisen, nicht seiten erst um 10 Uhr denn es wird nicht eher aufgetragen, als bis sich Alle eingefunden haben. Sobald sich Alle an den Tisch gesetzt haben, so erscheint der auersehende Ganymed mit grauem Bart, geschore⸗ em Haupthaar, grämlicher Miene und schmutzigem ßewande! Bald kommen mit großem Geptänge zie Schüsseln. Es tritt jener Bärtige nun auf nit der Speisetafel in der Hand, auf die er mit dreide einige Kreise oder Halbkreise gezeichnet hat. Die das Geschriebene kennen, legen, und zwar kiner nach dem Anderen ihr Geld darauf, dis die Tafel voll ist. Dann merkt er sich Diejenigen, ie gezahlt haben. Niemand beschwert sich uͤber eine ungerechte Zeche. Wünscht ein von der Reise ẽrmüdeter gleich nach dem Essen zu Bette zu gehen, o heißt es, er solle warten, bis die Uebrigen sich niederlegen. Dann wird Jedem sein Nest Jezeigt, und das ist weiter nichts als ein Bett; denn außer dern Bette ist nichtz, was man brauchen konnte, »orhanden; die Leintücher sind vielleicht vor 6 Monaten zuletzt gewaschen worden“ u. s. w. Wenn man diese Zustände der „guten alten Zeit“ mit den unserigen vergleicht, so heißt's doch wahrlich nit Recht: „Wir Wilden sind doch bessere Menschen.“ F Billiger Schweizerkäse in Sicht. Aus verschiedenen Gegenden der Schweiz namentlich aus dem milchreichen Emmenthal, wird über die ungünstigen Ausfichten des Käsehandels geklagt; wie es scheint, hecrscht solcher Ueberfluß sogar an Primawaare, daß dit Händier aus Angst, ihr Lager nicht rechtzeitig räumen zu können, sich bereits stark zu unterbieten beginnen. Selbst das Fachblatt „Milch-Industrie“ konstatirt diese Thatsache. t(Gute Fußganger.) Es sei hier er— wähnt, daß vier deutsche Pilger den Weg nach Rom zu Fuß zurückgelegt haben. Der heil. Vater ließ sich dieselben eigens vorstellen und erkundigte sich, wie viel Zeit sie gebraucht. Die jungen Männer waren im Ganzen 25 Tage auf der Reise. * Wie viel Kapital stecktin den Eisenbahnen der Welt?) Ein dieser Tage in London erschienenes Dictionary of Statistics“ »on M. G. Mullhall beantwortet die Frage: Im Banzen 4,444 000, 000 Lst. (88,880, 000,000 M.) Davon eutfallen u. A. auf Australien 58, Belgien s1, Canada 72, Spanien 79, Italien 108. Oesterreich. Ungarn 225, Rußland 309, Deutschland 167, Frankreich 495, Großbritannien und Irland 770. die Vereinigten Staaten 1189 Millionen Lst Gemeinnütziges. Gegen Motten. Unter den zur Mottenver— ilgung dienenden Mitteln nimmt in neuerer Zeit »as reine Naphtalin mit Recht einen hohen Rang in, weil es — bei gänzlicher Unschädlichkeit für Menschen und Gegenssände —. die Motten, wie überhaupt alle Insekten sicher vernichtet. Allein vie wendet man das Naphtalin am besten an Pulverförmig ballt es sich leicht zusammen; krystall sirt ist es schwer gleichmähßig zu vertheilen. Aul eden Fall ist die Handhabung einigermaßen um— dändlich und an einzelnen Stellen der damit be⸗s sandelten Gegenstände bleibt der unangenehme Ge⸗ ruch lange haften, weil man verhältnißmäßig zu zroße Mengen Naphtalin anwenden mußte und Theile davon zurücblieben. *Die bequemste und⸗ richtigste Anwendung des Naphtalins erfolgt in der Form der von Max Elb in Dresden hergestellten Naphtalinblätter. Diese, auf, beiden Senen mit inem glasharken trocknen Uederzug von Naph—⸗ alin versehenen Blätter werden eiufach zwischen die aufbewahrenden Gegenstände gelegt und theileu denselben vermöge der großen Oberfläche, welche sie zer Verflüchtigung darbieten, ihr Raphialin allmählig ind gleichmäßig mit. Packt man bei Winterabe— ziunn eine Kiste Sachen aus, die mit Naphtalin⸗ dlättern versichert waren, so bemierkt man dann nich als Kennzeichen gutern Wirkung, daß von den Blättern nur das Papier übrig geblieben ist, vährend das Naphtalin in feinster dampfförmiger Vertheilung die Sachen durchzogen hat Ver Beruch verschwindet jedoch deim erstmaligen Lüften ind Ausklopfen der Kleider, weil bei dieser Art Der Aufbewahrung durchaus keine festen Naphtalin⸗ heile in ihnen zurückgeblieben sein 0n Einfache Prüfung des Rothweins. Rothwein kann man auf Farbezusfätze mittelst Kreide prüfen. Ein Stück viereckige Kreide, sogenunnte „Tafelkreide“, befeuchtet man an irgend einer Stelle wiederholt mit einigen Tropfen des zu prüfenden Weins und erhält dann sehr schöne, charakteristische Farbungen. Meistens genügt schon ein einziger Tropfen der Flüssigkeit um eine vorhandene Fäl⸗ schung der Farbe nachzuweisen. 1) Heidelbeersaft ärbt auf der Kreide den Wein blau, ins violette spielend. 2) Kermesbeerensaft bleibt unverändert. 3) Malvenfarbstoff färbt sich auf der Kreide blau ober grün, oft beide Facben neben einander. 4) —X— Echter Roth⸗ wein wird braun oder schiefergrau. Da Kermes— beeren nur in südlichen Lündern, besonders in Italien und Südfrantreich, zum Färben des Weins benittzt werden, so zeigt in noͤrdlichen Ländern bei nicht italienischen oder südfranzösischen Weinen das Un⸗ eraänderibleiben der Farbe fast immer Fuchsin an, während Heidelbeeren, Malven und echte Farbe leicht zu erkennen sind. Neßler hat diese Probe zuverlässig gefunden bei echtem badischen X St Estoͤde, Macon, Montpellier, Nimes, Taxn. Hilger prüfte Chüteau Margaux, Chäteau Barsac, Méodoc, chte badische Rothweine, Pfälzer Gräfenhäuser, rothe Aarweine, rothen Leistenwein und fand eben— alls die Probe sicher. Wer Kreide nicht zur Hand hat, kann Aetzkalk in Form von gewöhnlichem ge⸗ Franntem Kait oder stark geglühtem Marmor an⸗ venden. Echter Rothwein gibt braune oder chmutzig⸗· blaugraue Färbung, die allmählig in Braun ibergeht; Heidelbeersaft wird zunächsi blau gefärbt. nit allmähligem Uebergang in Grün; Malvensaft zeigt sofort grüne Färbung; Kermesbeere wird gelb ind Fuchsiniösung wird durch Aezzkalk sofort ent⸗ ärbt. — Die Prüfung mit Aetzkalk ist demnach noch umfassender, als die mit Kreide. Marktberichte. Zweibrücken, 13. Mai. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualienmarti.) Weizen O M. — Pf., Korn 0 M. — pf derste zweireihige d M. — Phj., vierreihige O M. — P Spelz õ M. — Bf., Spelzlern — M. — Pf., Dinkel om. — pf. Mijschfrucht 0O M. — Pf., Hafer 7 M 79 Pf., Erbsen O M. — Pf. Wicden 0 M. — Pj. deu 8 M. — Pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 70 Pf., Weißbrod 1/5 Kilo ;2 Pf., Kornbrod 3 Kilo 63 Pf., Gemischtbrod 8 Kile 78 pfi, paar Wech 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual 56 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 800 Pf., Wein 1 VLiter 80 Pf. dier vLuer 20 Pf. Buller 1/3 Kilogr. 1 M. 05 Pp. Homburg, 13. Mai. (Fruchtminelpreis und Viltua⸗ ienmartt. Üeiten 9 M. 84 Pjf., Korn 8 M. 42 Pf., Spelztern — M. — Pf. Spelz 0 M. — Pf., Gerste zreihige O M. — Pf., Gecste 4reihige 0 M. — Pi., dafer 7 M. 81 Pf. Mischfrucht 8 M. 537 Pf., Erbsen D. — Pf. Wicden — M. — Pf. Bohnen O0 M — pif., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 35 Pfi, Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch Pf Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 50 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 65 yf artoffeln per Zeniner 1 M. 80 Vf. Faiserslautern, 12. Mai. (Fruchtmittelpreit * Biktualienmarkt.) Weizen 9 Mtk. 68 Pf., Korn 8 9 z6 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6M. 62 g dersie 8 M. 40 Pf., Hafer 7 M. 84 Pf. Erbsen d VY Pf., Wicen O M. — Pf. Linsen — M. — Pf. a samen — M., — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 9 3ppfd. 33 Pf., Gemischtbrod 3 Vfund 88 Pf., Butter u pfo 1 M. Os Pf., Eier per Dd. 60 Pf.. Kartoffeln a Zentner 1 M. 80 Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 50 * J. Qual. 2 M. 23 Pf. Heu pro Etr. 83 M. — 9 Lleeheu 0 M. — Wf. 7 *. D — Demeß. 2 — Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Waesland“ Kapitin Aeberweg, welcher am 2. Mai von Anwerpen abh. zing, ist am 13. Mai wohlbehalten in New⸗ Yon angekommen. Halischlag (Pfalyd Sehr geehrter Herr! Die Ap. heker RBrandt's Schweizerpillen wurden bei mein Frau angewandt, wegen Appetitlosigkeit, Verstopfung un Hudigkeit in den Gliedern. Dieselben bewirlten nach um— ach einen regelmäßigen Stuhlgang, infolge dessen au dieder Eßluft, dabei verlor sich auch die Müdigkeit, so deß iese Uebel jeht vollftändig beseitigt sind. Ich kann mit iso über Ihre Scheizerpillen (erhältlich à M. 1 in de Apotheken) nur belobend ausdrücken. Hochachtungsvo eichnet Wolfif, Lehrer. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etigun ein weiheb Kreuz in rothem Grund und den Ramensu R. Brandi's rägt. — Feuerwehr St. Ingbert. Die auf Montag den 18. d. Mts. anberaumte Uebung findet micht statt. Dagegen wird am Sonn⸗ tag den 17. d. Mts. präc. — 4 ühr Nachmittags durch den Feuerwehrinspeltor Herrn Fischer sine Inspeltion der Feuerwehr vorge⸗ nommen, wobei die altive Feuerwehr⸗ nannschaft in voller Ausrüstung zu erscheinen hat. St. Ingbert, den 15. Mai 1885 Das Commando. 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Das Blati kostet vierteljährlich 1.4 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 8 75 4, einschließlia * ¶ Zustellungtzgebuhr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfältischen uud solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 H, Neclamen 80 8. Bei 4maliger Einrickung wird nur dreimalige berechnet. —M ————„——“—“—“c“c —]— —“—“ —?——— — — — — — — — MN 96. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Muͤnchen, 14. Mai. Dem Major z. D. ind Landwehrbezirkskommandeur Stark zu Kai⸗ echlautern, bisher Platzmajor der Festung Ulm rechtes Donauufer), wurde der k. preußische Kronen⸗ tden dritter Klasse verliehen. Berlin, 14. Mai. Der „Reichsanz.“ pub⸗ izirt das Gesetz zur Beschaffung der Mittel für Frweiterung des Staatseisenbahnnetzes. Berlin, 14. Mai. Der neue amerikanische gesandte, Herr Pendleton, ist mit Gattin und wei Tochter hier eingetroffen und im Hotel Royal ibgestiegen. Berlin, 15. Mai. Die Session des Reichs⸗ ags wurde, nachdem der Reichsstag das Mandat des Unterstaatssekretärs Grafen Bismarck für nicht erloschen erklärt und den spanischen Zusatzvertrag nit 228 gegen 50 Stimmen angenommen haͤtte, zurch eine von dem Staatssekretär v. Bötticher zerlesene allerhöchste Schlußordre nach einem drei⸗ naligen Hoch auf den Kaiser geschlossen. Paris, 15. Mai. Die Chefs der elsaßloth⸗ ingischen Emigration und die lautesten Deutschen⸗ eher hatten gestern Abend im Café Frentin am zoulevard Poifsonière ein Bankett zu Ehren des ier anwesenden Mitgliedes des deutschen Reichs⸗ ags Antoine aus Mezz veranstaltet. Den Vorsitz ührte der Deputirte, Professor Mezieres, Vice⸗ Jräsident der famosen Patriotenliga. Angeblich purden keine Reden gehalten, um Antoine nicht u sehr zu kompromittiren. London, 15. Mai. „Wie „Daily News“ neldet, siinmt die Antwort Rußlands im Allge— neinen dem vorgeschlagenen Grenzabkommen zu, as nur in unwesentlichen Punkten weitere Erör⸗ erung bedürfte. — „Standard“ zufolge sei nur ine vorlaufige Antwort Rußlands eingegangen, vonach das Abkommen nicht ohne weiteres annehm⸗ n und die Vorbesprechungen deßhalb fortgefetzt vürden. kLokale und pfälzische Nachrichten. 2 — Durch Beschluß des k. Amtsgerichts Land⸗ uhl dom 23. August 1882 wurde über das jetmögen des Kaufmanns Karl Stoffel, ge⸗ vren 1833 zu Herschberg, damals zu Land⸗ luhl wohnhast, der Konkurs verhängt. Im Ver⸗ aufe des diesbezüglichen Verfahrens ergab sich, aß Stoffel während seines Geschaftsbetriebes weder nbentar errichtet, noch Kassabuch geführt hatte, eine übrigen Bücher derart Unrichügkeiten und Nängel zeigten, daß eine genaue Urbersicht des ermögensstandes nicht zu gewinren war. Für e von ihm geübte Unserlassnng der genauen und vollständigen Huchführung erhält Stoffel — wegen infachen Bankerolis — 6 Monaie Gefängniß. —— Fahrpreis⸗Ermäßigung. Die rettion der Pfalzischen Eisenbahnen har den die eneralversammlung des bayer. Frauenvereins unter en rothen Kreuz am 28. d. M. in Nenstadt be⸗ uchenden und sich legitimirenden Mitgliedern jahrtaxermaͤßigung in der Weise bewilligt daß je infachen mit dem Stationsstempel verfehenen jahrbilletie zur freien Rückfahrt in dea entsprechen⸗ en Zugs · und Wagentlassen am Tage der Aus- abe berechtigen. —Frankenthal, 12. Mai. In der scungen Strafkammer⸗Sißung des k. Landgerichts Sonntag, 17. Mai 1885. wurden die beiden Kinder des Wagenwärters Erb n Ludwigshafen, ein 13 und ein 15 Jahre altes Mädchen, wegen eines raffinirt durchgeführten Ein⸗ zruchsdiebstahles zu 8 Monaten 15 Tagen bezw. 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Dieselben waren nit einer Leiter in das Haus des Zimmermannes derde eingestiegen, hatten den Sekretär ecrbrochen ind ungefähr 780 Mk., sowie verschiedene Schmud⸗ jegenstande daraus entwendet. In derselben Sitz⸗ ing wurde gegen die Ehefrau des Schreiners Ehr⸗ jardt von Speyer verhandelt, welche beschuldigt ist, »em Ackerer Nikolaus Wirtwein von Freisbach pift geliefett und Anleitung bezüglich dessen Ver⸗ vendung gegeben zu haben, wodurch ein alter „Erb⸗ etter“ aus der Welt geschafft werden sollte. Das Berbrechen wurde damals nur durch das energische rintreten der Ehefrau Wirtwein verhindert. Wirt⸗ vein war bereits im Dezember zu 9 Monaten Befängniß verurtheilt worden, wogegen die sehr ibel beleumundete Ehrhardt heute 8 Jahr Gefäͤng⸗ aiß erhielt und ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3Jahre aberkannt wurden. Vermischtes. SHilbringen, 11. Mai. Ein hiefiger dandmann hatte in voriger Woche einen glücklichen Tag. Demselben murden nämlich an einem Tage jeboren: ein Eöhnchen, ein Füllen, drei Hündchen, ünf Kätzchen, elf Kaninchen und eine Heerde Gans⸗ hen ging aus den Eiern. Das war gewiß ein eicher Segen! FStraßburg, 13. Mai. Se. Maj. der daiser hat zur Linderung der Noth in den durch den Orkan vom 16. Juli 1884 heimgesuchten Ge⸗ neinden der Kreise Kolmar und Gebweiler eine Zumme von 24,487 Mt. aus seinem Dispositions⸗ sonds bewilligt. Der sechsfache Moͤrder Bernhard Nill aus Aberhausen wurde nach einer Meldung aus Hechingen am 12. d. M. am Eingang des Rammet ⸗ valdes bei Bodelshausen gefunden. Er lag todt nit durchschnittenem Halse da, ein Messer und ein Pistol neben ihm. F Munchen. Durch Regierungsausschreiben verden die Pfarrämter darauf aufmerksam jemacht, daß Zeugnisse der Pfarrämter, welche auf Brund der bis zum 1. Januar 1876 von denselben zeführten Standesregister ausgestellt werden, mil orschriftsmäßiger Gebührenmarke von 50 Pfg. dersehen sein müssen. Zugleich wird nachdrücklich nuf die Strafbestimmungen hingewiesen. Bei Zeugnissen, welche gebührenfrei ausgestellt werden, was bei Zeugnissen zur Regulirung von Pensionen, Zustentationen, Unterhaltungsbeiträgen und der⸗ zleichen geschieht, muß der die Gebührenfreiheit degründende Umstand auf dem Zeugnisse ausdrücklich dermerkt werden. Munchen, 12. Mai. Den „N. N.“ zu⸗ olge hat Herzog Karl Theodor während seines ufenthaltes in Meran bis jetzt gegen 70 Augen⸗ ranke operirt; alle Kranke mit Ausnahme von weien, bei welchen die Nuztzlosigkeit der Operation orauszusehen war, wurden geheilt. — Der baye⸗ ische Gesandte in Rom, Freiherr von Tautphöus velcher sich bereiis im vergangenen Jahre in der krieger'sjchen Anstalt hier einer Operation unter⸗ siehen mußte, welche Herr Geheimrath Professor Dr. d. Nußbaum vornahm, ist wieder erkrankt und wird hier abermals operirt werden müssen. F Die Generalversammlung des Sterbe⸗ kassen⸗-Vereins für die Nerzte Bayerns 20. Jahrg. wird im Laufe dieses Herbstes statifinden. Die Vorstandschaft des Vereins, bestehend aus den derren Generalstabsarzt Dr. von Lotzbech. Hofstabs⸗ arzt Dr. Martius, Medizinalralh Dr. Ladal, Dr. L. Graf, Dr. Darenberger und Dt. Schoͤner hat aus diesem Anlasse schon mehrere vorberathende Sitzungen gepflogen. fBamberg. Dr. Heger, ein Fübhrer der 1830er und 1848er Demokraten, ist im Alter bon 81 Jahren dahier gestorben. 7 Frankfurt, 11. Mai. Das schrecliche Eisenbahn⸗Unglück bei Hanau im November vor. Is. hat zu einer Anzahl von CivilProzefsen gegen den Eisenbahn⸗Fiskus geführt, deren erster kürzlich »erhandelt wurde. Kläger war der Taglöhner Schrodt aus Niedergrundau, dessen Frau bei der datastrophe todigedrückt wurde. Derselbe behauptete, daß ihm durch den Tod seiner Frau ein jaährlicher Schaden von 300 Mark entstanden sei; denn sie habe ihm seine Wirthschaft geführt, den Haushalt versehen und das Feld bestellt, wodurch es dem Kläger ermöglicht wurde, jährlich mindestens 300 Mark als Taglöhner zu erwerben. Nun, sei er Jenöthigt, alle von seiner Frau gemachten Geschäfte elbst auszuführen; dadurch sei ihm die Moͤglichkeit rines anderweitigen Erwerbes entzogen; der Fiskus erscheine verpflichtet, dem Klaäger den so entstande⸗ nen Schaden zu ersetzen. Der Eisenbahn ⸗ Fiskus erwiderte, daß det Schadensersaßganspruch nicht gegen ihn, sondern gegen den Urheber des Unglücks, den Telegraphisten Gutberlet, geltend zu machen sei, event. würde die Schadensersatzpflicht des Ve⸗ lagten nur eine subsidiäre sein. Das Gericht er⸗ kannte zu Recht, Kläger sei mit der erhobenen dlage abzuweisen und in die Kosten zu derurtheilen, denn bei der Tödtung eines Menschen sei ledigliqh den Personen gegenüber die Entschädigung zu leisten, die den zu ihrer gesetzlichen Alimentation Verpflich⸗ teten verloren hätten. 4 Frankfurt, 183. Mai. Das Velociped ist nun auch dem Handwerk diensibar gemacht, und zwar sind es die Meyhger, welche es bei fich einge⸗ führt. Seither mußten die Meggerburschen in einem Arten das Fleisch auf der Schulter fort zu den Kunden tragen. Fast an jedem Eckstein, wenn fie eine schwere Last hatten, stellten fie ab; oder wenn es an das Vertheilen des Fleisches ging, ließen fie den Hauptarten, unbekümmert, was wah⸗ rend ihrer Abwesenheit geschah, stehen und gingen fort. Nun ist es durch das Velociped anders ge⸗ worden. Der Metzgerbursche fitzt in der Mitté des Tricykels, vor fich einen schönen, sauberen und ver⸗ schließbaren Korb, in welchem 150 Pfund Fleisch Aufnahme finden. Die Ktunden werden dadurch rasch bedient und ist Beschmutzen oder Diebstahl des Fleisches unmöglich. Bis jetzt find drei der⸗ artige Vehikel im Gang und kostet jedes so viel als wie ein mittleres Arbeitspferd auf dem jungsten Pferdemarkt, naͤmlich 550 Mt. FHerne, 10. Mai. Auf eine schredliche Art machte ein Bergmann hierselbst seinem Leben ein Ende. In einer Wirthschaft, in Anwesenheit der Gaäste, zundete er eine Dynamit Patrone, die er in den Mund genommen, an und im Nu erfolgte die Erplosion, die den Kopf des Unglüclichen in Stücke zerriß. Die Gäste kamen mit dem natürlich nicht geringen Schrecken davon. Nordhausen, 15. Mai. Im VDorfe Astrungen wurden durch eine Feuersbrunst etwa 80 Bedande zerstort. fRonsdorf (Rheinpreußen), 12. Mai. In der Jdetzten Woche wurde den Ehcleulen H. Stracke und Emilie, geb. Dehnert, ein Sohn geboren. der das seltene Glück hatte, eine Ururgroßmuttter, zwei Urgroßmütter und eine Großmutter zu besitzen. Die Arurgroßmutter, eine Wittwe Moöllenweber in Rem— cheid, ist über 100 Jahre alt,, dabei gesund und munter und hat noch nie eine Brille getragen. Sie hat noch 2Kinder im Alter von 76 und 72 Jahren, 36 Enkel und 42 Mientel, 7 7 Hamburw,“* 1. Mai.4 Die permanente Ausstellungshalle brennt, wo 1882 das deutsche Sangeenigss dat dansche Kricates abge- halten wurde. xixt Ir a ecstn I2. Mai. Heute entlud sich hier ein fürchterliches Hagelwetter, das 20 Minuten an⸗ ielt.gZollhoch“ waren die Straßen, Berge und Dacher mit Hagellornern bedeckt. Darauf folgten X— F ein heftiger Regen und Sturm. Die Luft ist sehr kalt. Die Weinernte erscheint gefährdet. F Bern, 15. Mai. Der als Schreiber des Briefes, worin die Sprengung des Bundespalastes angedroht wurde, entdeckte Coiffeur Wilhelm Huff in Heiden, aus dem Großherzogthum Baden ge— bürtig, hat sich eine Stunde nach seinem letzten Verhoͤr erhängt. —7In Schottland hat vom 9, bis 11. d. M. ein fürchterlicher Schneesturm gehaust, welchem —VVO Zeit soll. in Schottland nicht ein so rauhet Mai gewesen sein. 16Gtraflose Ermordung von Beut⸗ schen in Chatham County, Georgien.) Die neueste amerikanische Post (Ende April) bringt die folgende sensationelle Meldung aus Savannah: Ein angesehener hiesiger Deutscher macht darauf aufmerksam, daß in den letzten Jahren nicht weniger als 15 Deutsche in diesem County ermordet worde sind, ohne daß bis jetzt auch nur ein einziger da Mörder zur Strafe gezogen worden wäre. Er a innert an Brinkmann und Brodbecker, welche * mehreren Jahren in einer Weihnachtsnacht do Negern ermordet worden; an Ferdinand Schu dem ein Neger den Leib aufgeschlitzt hat; an Kophe dem ein Neger den Schädel eingeschlagen hat, ß wie an den schon 1868 auf hesonders brut Weise, ermordeten Aug. Jahn; an die Härla welche im August 1883 ermordet wurden, um Andere. In keinem einzigen dieser Falle ist bi ietzt dem Gesetze Genüge geschehen. Die hiefige deutschen sind aber jetzt enischlossen, Alles außn dieten, um die Mörder des letzten Opfers. 6nj Pflüger. aufzuspüren und ihre Bestrafung zu sichern Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. — ertragzme p Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung g dem Leichenbegängnisse unseres unde geklichen Gatten, Vaters und Grioj baters Joh. Pet. Unbehend »em Herrn Pfarrer Blaul fur sein trostreiche Trauerrede, sowie dem Hert Lehrer am Grabe gesungenen Trauet gesange sagen wir hiermit unsern tiei Jefühlten Dank. J Hassel, den 15. Mai 18858. Die trauernde Familie Urtheils⸗ Auszug Todes-Anzeige. — Goit dem Allmächtigen hat es gefallen unser innigstgeliebtes Kind Ludvis im zarten Alter von 9 Monate, nach kurzem, schweren Leiden zu sich abzurufen. M Um stilles Beileid bitten St. Inabert, den 16. Mai 188838s. Die tieftrauernden Eltern: 7 D. Baumann u. Frau. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr flatt. * 3 * 2 V. — — * * Mittwoch, den 27. Mai 1888. 4.Rachmittags 2 Uhr. zu Sst. Ingbert in der Wirthschaft bon Daniel Baumann (Café Ober⸗ —XD Munzinger, Bierbrauer in St. Ingberfwohnend,' wegen Nichtbe⸗ zahlung des Erwerbspreises öffentlich nertragsmäßig wiederversteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: . L. Plan NUr. 4383*2, 25 4 60 qm .und Plan-Nr. 4384 2, 22 4 2.4904m Acker im Rodt am Rchre bachetpfuhlz 2. Von: Plan Nr. 4374, Acker im Rodte neben Bernhard August und · Joseph Stolz Erben; eine Fläche von 12 a 60 qm neben 53* 2Bernhard August. Sth Ingbert, den 8. Mai 1885. Kemmer,, — nk. Notar. 7* Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Mittwoch, den 27. Mai 1885, i. Nachmittags 1243 Uhr, zu St.! Ing bert in der Witthschaft »on Daniel Baumann (Café Ober⸗ Jauser) wird gegen J. Elisabetha ODchs, gewerblose Wittwes des zu 5t. Ingbert wohnhaft gewesenen ind verlebten Fuhrmannes und —3 rers Johann Latz, als Theilhaberin in der zwischen“ beiden bestandenen Bütergemeinschaft und II. die Kinder ind Erben des verlebten Johaun Lattz aus der Ehe mit seiner Wittwe, als: Peter Latz, FJuhrmann, 2 Maria Zatz, ledig, gewerblos, beide groß⸗ sährig, 3. Falharina, 4. Mag⸗ dalena und 5. Johann Lattz, diese drei noch minderjährig, vertreten zurch ihre Mutter, als —* — alle in St. Ingbert wohnend — wegen Nichtbezahlung des Erwerbs⸗ dreises-öffentlich vertragsmäßig wieder —A— Steuergemeinde St. Jugbert: Plan RNr. 1965, 114 90 qm Acker. im Rockenthal, hintere Ah⸗ nung. 7 * St. Ingbert, den 8. Mai 1885. 5 Kemmer t. Notar. — Gerirockueilite Iirschen wieder“ angekonmen bei IL. Fery. Deutsches Mohnöh F . EGalatöl) Franzöfisches Oeilette sur fin extra Nizzaer Olivenöl offerirt P. Fery. Im Namen -Zeiner Majestät des Köniat von Bayern erkennt das Schöffengericht St. Ingber in der Privatklagesache des Antor Betz, Schuster in St. Ingbert, Pri vatkläger, 891 * — —Geschaäftsveränderung. Zeige hiemit ergebenst an, daß ich aus dem mit meinem Bruder bisher emeinschaftlich betriebenen Geschäfte ausgetreten bin, und die von meinem ver torbenen Schwiegervater. Johann Schmelzer'sche Senreinerei ür eigene Rechnung fortbetreibe. Indem ich das dem Geschäfte bisher geschenkte Vertrauen auf mich zu cberiragen bitte, empfehle mich zu gleicher Zeit in Ausführung aller vor⸗ ommenden Bau⸗ und Möbelarbeiten. Achtungsvollst 4** Joisp. Schuster, Schreiner, 2 Pfarrgasse. gegen Christian Heintz, Schmelzarbeite in St. Ingbert. Privatbeklagten, weget Beleidigung. *88 in seiner öffentlichen Sitzung von 6. Mai 1885 nach gepflogener Verhandlung 3 Recht, wie folgt: Der Angeklagte wird der öffentlichen Beleidigung des Privatklägers, verüb am 22. Jamnar 1885 in der Wirlh schaft von Pfeilstücker zu Sulz bach, für überführt erklärt und hier wegen zu einer Geldstrafe von drt Mark ebentuell zu einer Gefängnißstraf von einem Tage, sowie zu den Kosten des Verfahrens, einschließlich jener der Strasvollstreckung verurtheilt. Si. Ingbert, den 16. Mai 188 Für den Auszug: A—. Betz. Wegen Sterbefall ist di Wirihschaft heute, den Mai, Rachmitiags geschlossen Café Oherhauser. 41 — — — 8 — A Günuffigste Lotterie, denn auf 10 Loose schon 1 Treffer! Cüceplalttpep Pülhlhall-IKshpjb. j —E 5*858 5 22 — 22 727 25 — — —A — S — — x2 Haupigewinne: Mk. 30000, 10000 M. 2500, 3 4 1000, 6 à 500, 84200, 40 42 100 Mk. 20000 Gew. ohne jeden Abzug 125000M. J 3 2 *250 V * 287 7 5 * * *3 * Sloub 2 * 428 Schnell trockenendes A mit und ohne Farbe, sowie alle Farben troden und fertig zum Anstria Firniße in allen Qualitäten. Pinsel u. Bürsten aller Art. Glaserkitt u. Maschinenkit! in der Materialwaarenhdl. von P. 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Die Eiurückungsgebühr fsur die 4gespaliene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalt 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Ervedition Auskunft ertheilt, I5 4, Neclamen 80 3. Bei maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 96. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. München, 14. Mai. Dem Major z. D. ind Landwehrbezirkskommandeur Stark zu Kai⸗ erblautern, bisher Platzmajor der Festung Ulm rechtes Donauufer), wurde der k. preußische Kronen⸗ den dritter Klasse verliehen. Berlin, 14. Mai. Der „Reichsanz.“ pub⸗ izirt das Gesetz zur Beschaffung der Mittel für zrweiterung des Staatseisenbahnnetzes. Berlin, 14. Mai. Der neue amerikanische hesandte, Herr Pendleton, ist mit Gattin und wei Töchter hier eingetroffen und im Hotel Royal bgestiegen. Berlin, 15. Mai. Die Session des Reichs⸗ ags wurde, nachdem der Reichstag das Mandat jes Unterstaatssekretärs Grafen Bismarck für nicht tloschen erllaärt und den spanischen Zusatzvertrag nit 225 gegen 50 Stimmen angenommen hatte, zurch eine von dem Staaissekretär v. Bötticher yerlesene allerhöchste Schlußordre nach einem drei⸗ naligen Hoch auf den Kaiser geschlossen. Ausland. Paris, 15. Mai. Die Chefs der elsaßloth⸗ uugischen Emigration und die lautesten Deutschen ⸗ eßer hatten gestern Abend im Café Frentin am oulebard Poissonidre ein Bankett zu Ehren des jer anwesenden Mitgliedes des deutschen Reichs⸗ ags Antoine aus Metz veranstaltet. Den Vorsitz ihrte der Deputirte, Professor Mezieres, Vice- räsident der famofen Patriotenliga. Angeblich zurden keine Reden gehalten, um Antoine nicht u sehr zu kompromitiiren. London, 15. Mai. „Wie „Daily News“ neidet, sftimmt die Antwort Rußlands im Allge— leinen dem vorgeschlagenen Grenzabkommen zu, as nur in unwesentlichen Punkten weitere Eroͤr⸗ erung bedürfte. — „Standard“ zufolge sei nur ine vorläufige Antwort Rußlands eingegangen, onach das Abkommen nicht ohne weiteres annehm⸗ und die Vorbesprechungen deßhalb fortgefetzt tden. — Lokale und pfalzische Nachrichten. — Durch Beschluß des k. Amtsgerichts Land⸗ uhl vom 83. August 1882 wurde über das zetmögen des Kaufmanns Karl Stoffel, ge—⸗ uren 1888 zu Herschberg, damals zu Land⸗ uhl wohnhaft, der Konkurs verhängt. Im Ver ⸗ mise des diesbezüglichen Verfahrens. ergab sich, aß Stoffel wahrend seines Geschäftsbetriebes weder indentar errichiet, noch Kassabuch geführt hatte, ine übrigen Bücher derart Unrjchtigkeiten und Nängel zeigten, daß eine genaue Uebersicht des ertmogenssandes nicht zu gewinren war. Für don ihm geühte nterlassung der genauen und oufandigen Buchführung erhäle Sioffet wegen machen Bankerotiz — 6 Monaie Gefängniß. 7. Fahrpreis Ermaßigung. Die mrettion der Pfalzischen Eisenbahnen hat den die eneralversammiung des bayer. Frauenvereins unter tothen Kreuz am 28. v. Meain Neussadt be henden undfich seginmitenden Niucueden ahrtarermußigung in der Weise bewilligt. daß * einfachen mit dem Stationsstempel versehenen jahrbilletie zur freien Rulckfahrt in den entsprechen⸗ vn Zugs· und Wagenklassen am Tage der Aus- aabe berechtigen. an Frankenthal, 12. Mai. In der ungen Straflammer · Sihung des l. Landgerichts Sonntag, 17. Mai 18885. 20. Jahrg. wurden die beiden Kinder des Wagenwärters Erb in Ludwigshafen, ein 13 und ein 15 Jahre altes Mädchen, wegen eines raffinirt durchgefuͤhrten Ein⸗ ruchsdiebstahles zu 83 Monaten 15 Tagen bezw 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Dieselben waren nit einer Leiter in das Haus des Zimmermannes derde eingestiegen, hatten den Sekretär erbrochen uind ungefähr 780 Mtk., sowie verschiedene Schmud⸗ zegenstande daraus entwendet. In derselben Sitz ing wurde gegen die Ehefrau des Schreiners Ehr⸗ hardt von Speyer verhandelt, welche beschuldigt ist, dem Ackerer Nilolaus Wirtwein von Freisbach bift geliefert und Anleitung bezüglich dessen Ver— vendung gegeben zu haben, wodurqh ein alier „Erb⸗ )etter“ aus der Welt geschafft werden sollte. Das Berbrechen wurde damals nur durch das energische kintreten der Ehefrau Wirtwein verhindert. Wirt⸗ vein war bereits im Dezember zu 9 Monaten Befangniß verurtheilt worden. wogegen die sehr ibel beleumundete Ehrhardt heute 8 Jahr Gefang⸗ aiß erhielt und ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt wurden. wird im Laufe dieses Herbstes stattfinden. Die Vorstandschaft des Vereins, bestehend aus den derren Generalstabsarzt Dr. von Lotzbeck, Hofstabs⸗ arzt Dr. Martius, Medizinalralh Dr. Labal, Dr. L. Graf. Dr. Darenberger und Dr. Schoner ha aus diesem Anlasse schon mehrere vorberathende Sitzungen gepflogen. tBamberg. Dr. Heger, ein Führer der 1830er und 1848er Demokraten, ist im Alter von 31 Jahren dahier gestorben. feaFrankfurt, 11. Mai. Das schreckliche Fisenbahn⸗· Unglück bei Hanau im November vor. Is. hat zu einer Anzahl von Cidil ⸗Prozessen gegen den Eisenbahn⸗Fiskus geführt, deren ersier kürzlich erhandelt wurde. Kläger war der Tagloͤhner Schrodt aus Niedergrundau, dessen Frau bei der ꝛatastrophe todtgedrüdt wurde. Derselbe behauptete, daß ihm durch den Tod seiner Frau ein jahrlicher Schaden von 800 Mark entstanden sei; denn sie habe ihm seine Wirthschaft geführt, den Haushali versehen und das Feld bestellt, wodurch es dem dläger ermoglicht wurde, jährlich mindesiensd 800 Mark als Tagloͤhner zu erwerben. Nun sei er Jenöthigt, alle von seiner Frau gemachten Geschäfte elbst auszuführen; dadurch sei ihm die Moͤglichkeit eines anderweitigen Erwerbes enizogen; der Fiskun erscheine verpflichtet, dem Klager den so enisiande⸗ nen Schaden zu ersetzen. Der Eisenbahn⸗Fiskus erwiderte, daß der Schadensersatzanspruch nicht gegen ihn, sondern gegen den Urheber des Unglüdik. den Telegraphisten Gutberlet, geltend zu machen —R — dagten nur eine subsidiare sein. Das Gericht er⸗ annte zu Recht, Klager sei mit der erhobenen dlage abzuweisen und in die Kosten zu derurtheilen. denn bei der Tödtung eines Menschen sei lediglich den Personen gegenüber die Entschädigung zu leisten, die den zu ihrer gesetzlichen Alimentalion Verpfüch⸗ seten verloren hätten. FeFrankfurt, 18. Mai. Das Velociped st nun auch dem Handwerk dienstbar gemacht, und war sind es die Metzger, welche es bei fich einges ührt. Seither mußten die Mezgerburschen in inem Arten das Fleisch auf der Schulter fort zu den Kunden tragen. Zast an jedem Edftein, wenn fie eine schwere Last hatten, flellten fie ab; oder wenn es an das Vertheilen des Fleisches ging, ließen sie den Hauptarten, unbekümmert, was wah · rend ihrer Abwesenheit geschah, stehen und gingen fort. Nun ist es durch das Velociped anders ge— worden. Der Mezzgerbursche sitzt in der Mitte den Tricykels, vor sich einen schönen, sauberen und ver schließbaren Korb, in welchem 150 Pfund Fleisch Aufnahme finden. Die Kunden werden dadurch rasch bedient und ist Beschmutzen oder Diebstahi des Fleisches unmöglich. Bis jetzt find drei der artige Vehilel im Gang und kosiet jedes so viel als wie ein mittleres Arbeitspferd auf dem jüngsten Pferdemarkt, nuͤmlich 550 Mt. fHerne, 10. Mai. Auf eine schredliche Art machte ein Bergmann hierseibst seinem Leben ein Ende. In einer Wirthschaft, in Anwesenheit der Gäste, zündete er eine Dynamit Patrone, die er in den Mund genommen, an und im Nu erfolgte die Erplosion, die den Kopf des Unglüdlichen in Stücke zerriß. Die Gaste kamen mit dem natürlich nicht geringen Schrecken davon. FNordhausen, 15. Mai. Im Dorfe Astrungen wurden durch eine Feuersobrunft etwa 80 Bebunde zerstort. Vermischtes. fHilbringen, 11. Mai. Ein hiefiger dandmann hatte in voriger Woche einen glücklichen Tag. Demselben wurden nämlich an einem Tage Jeboren: ein Söhnchen, ein Füllen, drei Hündchen, ünf Kätzchen, elf Kaninchen und eine Heerde Güns- hen ging aus den Eiern. Das war gewiß ein eicher Segen! FStraßburg, 13. Mai. Se. Maj. der daiser hat zur Linderung der Noth in den durch »en Orkan vom 16. Juli 1884 heimgesuchten Ge— neinden der Kreise Kolmar und Gebweiler eine Summe von 24,487 Mt. aus seinem Dispositions⸗ onds bewilligt. Der sechsfache Moͤrder Bernhard Nill aus Aberhausen wurde nach einer Meldung aus dechingen am 12. d. M. am Eingang des Rammet ⸗ valdes bei Bodelshausen gefunden. Er lag todi nit durchschnittenem Halse da, ein Messer und ein bistol neben ihm. F München. Durch Regierungsausschreiben verden die Pfarrämter darauf aufmerksam emacht, daß Zeugnisse der Pfarrämter, welche auj hrund der bis zum 1. Januar 1876 von denselben jeführten Standesregister ausgestellt werden, mis orschriftsmäßiger Gebührenmarke von 50 Pfg. ersehen sein müssen. Zugleich wird nachdrüdlich iuf die Strafbestimmungen hingewiesen. Bei Zeugnissen, welche gebührenfrei ausgestellt werden, vas bei Zeugnissen zur Regulirung von Pensionen, Sustentationen, Unterhaltungsbeittägen und der⸗ sleichen geschiehtt, muß der die Gebührenfreiheit »egründende Umstand auf dem Zeugnifse ausdrüdlich ermerkt werden. t Munchen, 12. Mai. Den „N. N.“ zu⸗ olge hat Herzog Karl Theodor während seines lufenthaltes in Meran bis jetzt gegen 70 Augen⸗ canke operirt; alle Kranke mit Ausnahme von weien, bei welchen die Nutzlosigkeit der Operation orauszusehen war, wurden geheilt. — Der baye⸗ ische Gesandte in Rom, Freiherr von Tautphöus, velcher sich bereits im vergangenen Jahre in der drieger'schen Anstalt hier einer Operation unier⸗ ziehen mußte, welche Herr Geheimrath Professor Dr. o. Nußbaum vornahm, ist wieder erkrankt und wird hier abermals operirt werden müssen. Die Generalversammlung des Sterbe⸗ kassen⸗Vereins für die RNerzte Bayerns Ronsdorf (Rkheinbreußen), 12. Mai. In der ietzten Woche wurde den Eheleuten H. Stracke uind Emilie, geb. Dehnert, ein Sohn geboren, der das seltene Glück hatte, eine Ururgroßmuttter, zwei Urgroßmütter und eine Großmutter zu besitzen. Die lrurgroßmutter, eine Wittwe Möoͤllenweber in Rem⸗ scheid, ist über 100 Jahre alt, dabei gesund und nunter und hat noch nie eine Brille getragen. Sie hat noch 2Kinder im Alter von 76 und 72 Jahren, gé Entel und 42 Urenkel. 553 Hambu rgt 15. Mai.“ Die permanente Ausstellungshalle, brennt. wo 1882 das deutsche Sängerfest, 1883 das deutsche Kriegerfest abge⸗ halten murde 244SIriest,“ 12. Mal. Heute entlud fich hier ein fürchterliches Hagelwetter, das 20 Minuten an⸗ Jielt Zollhoch waren die Straßen, Berge und dacher mit Hagelkörnern bededt. Darauf folgten — c ein heftiger Regen und Sturm. Die Luft ist sehr kalt. Die Weinernte erscheint gefährdet. Bern, 185. Mai Der als Schreiber des Briefes, worin die Sprengung des Bundespalastes angedroht wurde, entdeckte Coiffeur Wilhelm Huft 'n Heiden, aus dem Großherzogthum Baden ge— zürug, hat sich eine Stunde nach seinem letzten LVerhör erhängt. FIn Schhotthand hat vom 9. bis 11. d. M. ein fürchterlicher Schneesturm gehaust, welchem diel Vieh zum Opfer gefallen ist. Seit langer Zeit soll in Schottland nicht ein so rauher Mai zewesen sein f (Straflose Ermorzung von Veut—⸗ schen in Chatham County, Georgien.) Die neueste amerikanische Post (Ende April) bringt zie folgende sensationelle Meldung aus Savannah: Ein angesehener hiesiger Deutscher macht darauj iufmerksani, daß in den letzten Jahren nicht weniger als 15 Deutsche in diesem County ermordet worde sind, ohne daß bis jetzt auch nur ein einziger de Mörder zur Strafe gezogen worden wäre. Er ep. innert an Brinkmann und Brodbecer, welche dor mehreren Jahren in einer Weihnachtsnacht vos Negern ermordet worden; an Ferdinand Schü dem ein Neger den Leib aufgeschlitzt hat; an Koppa dem ein Neger den Schädel eingeschlagen hat, so— wie an den schon 1868 auf hesonders brutol⸗ Weise ermordeten Aug. Jahn; an die Härtel— welche im August 1883 ermordet wurden, und Andere. In keinem einzigen dieser Falle ist bi— jetzt dem Gesetze Genüge geschehen. Die hiefiger Deutschen sind aber jetzt entschlofsen, Alles aufn bieten, um die Mörder des letzten Opfers, Em— Pflüger, aufzuspüren und ihre Bestrafung zu sichern. Fur die Redalktion verantwortlich: F. XJ. Demegß. — Atge Vertragsmäaßige Wiederversteigerung. Danksagung. Füur die zahlreiche Betheiligung r dem Leichenbegängnisse unseres under geklichen Gatten, Vaters und Groß— vaters Joh. Pet. Unbehend, »em Herrn Pfarrer Blaul für sein— trostreiche Trauerrede, sowie dem Hert Lehrer am Grabe gesungenen Trauet gesange sagen wir hiermit unsern tie gefühlten Dank. I Hassel, den 15. Mai 1885. Die trauernde Familie Urtheils⸗Auszug — Todes-Anzeige. J Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unser innigstgeliebtes Kind 232 Ludwig in zarsen Alter von 9 Monate, nach kurzem, schweren Leiden zu sich abzurufen. n Um stilles Beileid bitten St. Ingbert, den 16. Mai 1888. Die tieftrauernden Eltern: I D. Baumann u. Frau. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr flatt. Mittwoch, den 27. Mai 1886, .. 6 Rachmittags 2 Uhr zu St. Jugbert in der Wirthschaft zon Daniel Baumann (Cafsé Ober⸗ hauser) werden —gegen Rudolf Munzinger, Bierbrauer in St. In gberf wohnend, wegen Nichtbe—- sahlung des Erwerbspreises öffentlich ertragsmäßig wiederversteiger: Sieuergemeinde St. Ingbert: .* 1. Plan Nr. 4883*2, 25 4 60 ꝗm und Plan Nr. 438412, 22 a. 80 qm Acker im Rodt am Rohr⸗ bachetpfuhiz 2. Von Plan Rr. 4874, Ader im Rodt' neben Bernhard August und Joseph Stolz Erben: eine Zläche von 12 2 60 qm neben tBernhard August. St. Ingbert, den 8. Mai 1885. iß * J Kemmer, J k. Notar. 3 Vertragsmäßige Wiederversteigerung Mittwoch, den 27. Nai 1885, * Rachmittags 243 Uhr, zu Si.“ Jng bert in der, Wirthschaft ‚on Daniel Baumann, (Café Ober⸗ jauser) wird gegen J. Elisa betha ODchs, gewerbiose Wittwe des zu st. Ingbert wohnhaft gewesenen ind verlebten Fuhrmannes und Acke⸗ rers Johann Latz, als Theilhaberin in der zwischen beiden bestandenen Zütergemeinschaft und II. die Kinder ind Erben des verlebten Johann Latz aus der Ehe mit seiner Wittwe, als: 1. Peter Latzz, Fuhrmann, 2.Maria Latz, ledig, gewerblos, beide groß⸗ sährig;, 83. Katharina, 4. Mag- dalena und 5. Johann Latz, diese drei noch minderjährig, vertreten durch ihre Mutter, als Vormünderin, — alle in St. Ingbert wohnend — wegen Nichtbezahlung des Erwerbs⸗ zreises öffentlich vertragsmäßig wieder bersteigert: Stenergemeinde St. Ingbert: I Plan Nr. 1966. 11 4 90 ꝗm Acker im Rockenthal, hintere Ah⸗ nung. — Si. Ingbert, den 8. Mai 18865. RKemmer, I t. Rotar. Geirounelte Kirschen wieder angekommen bei — P. Fery . Deutsches Mohnöl Salatoöl) Französisches Oeilette sur fin extra Nizzaer Olivenöl offerirt P. Fery. Im Namen Seiner Majestät des König⸗ von Bayern erkennt das Schöffengericht St. Ingben in der Privatklagesache des Anton Betz, Schuster in St. Ingbert, Pri vatkläger, gegen Christian Heintz, Schmeszarbeile in St. Ingbert, Privatbeklagten, wege Beleidigung, in seiner öffentlichen Sitzung bon 6. Mai 1885 nach gepflogener Verhandlung wu Recht, wie folgt: Her Angeklagte wird der öffentlichen Beleidigung des Privaiklägers, verübt am 22. Januar 1885 in der Wirhh ichaft von Pfeilstücker zu Sulz bach, für überführt erllärt und hier wegen zu einer Geldstrafe von dir Maͤrk eventuell zu einer Gefangnißstrah von einem Tage, sowie zu den Koßseer des Verfahrens, einschließlich jener de Strasvollstreckung verurtheilt. Si. Ingbert, den 16. Mai 1886 Für den Auszug: — A. Betz. Wegen Slierbefall in di Wirioschaft heute, den Deai, Rachmitiags geschlossen Café Oberhauser. O — ⸗ Geschäftsveränderung. Zeige hiemit ergebenst an, daß ich aus dem mit meinem Bruder bishern emeinschaftlich betriebenen Geschäfte ausgetreten bin, und die von meinem ver— orbenen Schwiegervater F F FgJohann Schmelzer'sche Selnreinerei ür eigene Rechnung forthetreibe. Indem ich das dem Geschäfte bisher geschenkte Vertrauen auf mich zu bertragen bitte, empfehle mich zu gleicher Zeit in Ausführung aller vor ommenden Baus und Möbelarbeiten. Achtungsvollst Jos. Schuster, Schreiner, pp̃farrgasse. — — — — — Gündligste Lotterie, denn auf 10 Loose schon 1 Treffer! —VDVAXIäLE 22 53 3z25 —A 2 25* —— 55 522 8 82 Hauptgewinne: M. 30000, 10000 M.. 2500, 3 à 1000, 6 à 500, 8 200, 40 4 100 Mu. 20000 Gew. ohne jeden Abzug 126000 M. 8. 3 2 220 2 — 38* *22 325 827 8 532 7 I »orräthig bei allen bekannten Verkaufsstellen und der Haupt⸗Agentur ar 388. Julius Goldichmit. Ludwigshafen aRh. Loose aà 2 Mark Schnell trockenendes Zußbo denot u. 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Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließli 10 Zustellungsgebuührr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3z A. NMeclamen 30 A. Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. M 97. Die jüngste Reichstagssession. Nach einer aufregenden und äußerst langwierigen Session hat endlich der Reichsstag am letzten Frei⸗ sage geschlossen werden können. Beinahe sechs Monate hat diese Session gedauert und 102 Sitz⸗ ingen des Reichstages sind in derselben gehalten vorden, fürwahr ein gewaltiges Stück parlamen⸗ arischer Arbeit, welches selten geleistet wurde. Man könnte allerdings fragen, ob denn diese Reichs⸗ agssession nicht hätte abgekürzt werden können? Darauf muß man seltsamer Weise mit „Ja“ und „Nein“ antworten, mit „Ja“, wenn mehr Einig⸗ eit unter den Vertretern des Reiches vorhanden vpäre, mit „Nein“, da es parlamentarisches Grund⸗ recht ist, daß Gegner wie Freunde eines Gesetzent wurfes Alles aufbieten dürfen, um ihrer Anschau⸗ ung Geltung zu verschaffen. Bleiben wir bei diesem Endziele alles Parlamentarismus, so kann man von der letzten Reichstagssession behaupten, zaß sie sich viel besser gestaltet hat, als der Ruf, der ihr vorausging. Gleich bei Beginn der Session nachte sich im Diätenantrage und dann in der Ablehnung der neuen Direktorstelle für's Auswärtige Amt und der Dampfersubventionsvorlage ein solch zorniger oppositioneller Geist der Freisinnigen, lerikalen, Sozialdemokraten, Welfen und Polen geltend, daß man allgemein an eine baldige Auf⸗ dbsung des Reichstages glaubte. Der Reichskanzler voslte aber offenbar ebentuell öffentlich konstatiren, vie weit die Opposition im Reichstage es treiben verde und rieth von der damals so nahe liegenden luflösung des Reichstages ab. Die hervorragend⸗ ten Oppositionsführer haben dann auch, die nationale Entrüstung fürchtend, in der Praxis nach- jegeben und es kamen in der Session einige stark angezweifelte Vorlagen, zumal die Dampfersubven⸗ fionsvorlage und die Gesetze für die deutsche Colonialpolitik, zur Annahme. Neben den immer viel Zeit in Anspruch neh⸗ menden und mit gewohnter Sorgfalt erledigten ktais · Beraihungen muß von der jüngsten Reichs⸗ tagssession hervorgehoben werden, daß sie viele An⸗ räage auf Gesetzesäͤnderungen aus den Reihen der Abgeordneten aufwies. Die meisten dodon, darunter alte belannte Anträge der Klerikalen, Polen und Danen führten allerdings zu keinen praktischen Resultaten oder blieben in den Kommissionen stecen. Auch auf dem sehr wichtigen fozialpolitischen Ge⸗ biete fehlte es nicht an Anregungen, doch ist nur das Kranken; und Unfallversicherungsgesetz auch auf die im Transporigewerbe beschäftigten Arbeiter azusgedehnt worden, während es leider fur die and⸗ und forstwirthschaftlichen Arbeiter noch nicht die entsprechende Ausdehnung fand. Doch werden auf sozialem Gebiete die ferneren Reformen nicht anlerbleiben. — Gleiches mag von der ebenfalls merledigt gebliebenen Postsparkassenvorlage und )em Antrage auf Einführung einer Börsensteuer, die beide das soziale Gebiet berühren, gelten. — Lin Haupitheil der schöpferischen Arbeil des Reichs⸗ ages war schließlich dem Ausbau des Zolltarifs ewidmet. Es handelte sich darum, die weiteren donsequenzen des 1879 adoptirten Princips des Schußes der nanonalen Arbeit zu ziehen. In diesem Sinne ist zunächst die erfolgte Regelung deß zollanschluffes der freien und Hansestadt Bremen ils ein Abschluß der Materie nach dieser Seite hin u begrüßen. Was die wirthschaftliche Bedeutung beschlossenen Tarifänderungen angeht, nament ich den dem landwiritschaftligen Gewerbe uu Tbheil Montag, 18. Mai 1885. 20. Jahng zewordenen wirksameren Schutz und die Stellung der Parteien zu diesen Maßregeln, so sind die be— reffenden Kapitel noch nicht beschlossen. Hoffentlich verden die praktischen Erfahrungen darthun, daß nan in der Hauptsache mit den Schutzzöllen das ttichtige getroffen hat. Der Umstand, daß zum rsten Male dem Reichstage in Gestalt von Weiß⸗ üchern umfangreiche Sammlungen von Altenstücken ugingen, welche, auf die auswärtigen Beziehungen es deutschen Reiches Bezug habend, hauptsächlich nit der Entwickelung der deutschen Kolonialpolitik a engster Beziehung standen. weißt darauf hin, aß diese Kolonialpolitik einen der Angelpunkte ildete, um den sich die Ergebnisse der Session in »er Hauptsache drehten. Man kann aber auch agen, daß diese Kolonialpolitik schließlich einen iationalen Felsen zeigte, an dem sich die Wogen zer Opposition brachen. Die im nationalen In⸗ eresse geforderten und erst stark bekämpften Vor⸗ agen, bezüglich der Kolonialpolitik wurden schließ⸗ ich alle genehmigt. oollsiändig billigt und kann von einer Desavouirung omaroff's nicht im Entferntesten mehr die Rede sein. Deutsches Reich. Berlin, 16. Mai. In der heutigen Sitzung »es Bundesrathes wurde der Bdrsensteuer⸗Gesehent- vurf den Ausschüssen überwiesen“ und der Gesetz⸗ eniwurf betreffend Ausdehnung der Kranken⸗ und Anfallversicherung genehmigt. Berlin, 16. Maĩi. Die Offerten aus remen und Hamburg wegen Uebernahme der sub⸗ entionirten Dampferlinien sind geftern hier einge⸗ jangen, und der Staatssekretär des Innern, v. Boetticher, wird unverweilt dem Reichskanzler über en Ausfall der Offerten Mittheilung machen. — Mit dem Friedensschluß zwischen Frankreich und Fhina werden nun auch die in Stettin erbauten hinesischen Panzerkorvetten, welche im Lieler Hafen liegen, endlich nach China abgeführt verden. Seitens der chinesischen Gesandtschaft vird bereits mit Schiffskapitänen wegen Ausmuster⸗ ing der erforderlichen Schiffsmannschaft und der Ueberführung der Schiffe an den Bestimmungsort interhandelt. Berlin, 17. Mai. Die Großherzogin von Baden hat sich heute Mittag nach Potsdam be⸗ zeben, um den an den Masern erkrankten Erbgroß⸗ herzog von Baden zu besuchen. An Stelle des zum Generalkonsul in Tanger designirt gewesenen verstorbenen Dr. Nachtigal oll, wie verlautet, der langjährige erste Dragoman er deutschen Botschaft in Konstantinopel, Herr Tesda, als Generaltonsul Deutschlands nach Tanger gehen. Politische Uebersicht. 5 * Die in Berlin verbreiteten Gerüchte über eine Erkrankung des Reichskanzlers sind zurchaus unbegründet, derselbe erfreut sich der hesten Gesundheit; dagegen befindet sich seine Ge⸗ nahlin unwohl. Der „Pester Lloyd“ beschwert sich bitter über »en Streich, der durch den neuen Vertrag des eutschen Reiches mit Spanien gegen Ungarn geführt sei, da jetzt auch die öͤsterreich⸗ ingarische Korn⸗Einfuhr durch die hoͤheren deutschen Zölle getroffen wird. Das Pester Blatt spricht rohend von der Erschütterung des Bündnisses urch den rücksichtslosen Egoismus des einen Con⸗ rahenten. Auch die meisten Wiener Blätter klagen iber die Schädigung. Andererseits wird der Ar⸗ ilel des „P. L.“ auf den Grafen Andrassy und eine Animositat gegen den jetzigen Leiter der aus⸗ värtigen Politik in Oesterreich Ungarn zurückgeführt. Lokale und pfälzische Nachrichten. *Si. Ingbert, 18. Mai. Gestern Nach⸗ nittag hatte der Landwehrverein unter jzahi⸗ eicher Betheiligung seiner Mitglieder mit Peusik ind Fahne einen Ausflug nach Hassel und Reichen- drunn unternommen. St. Ingbert. 18. Mai. Für Reisende, die einen Anschlußanpreußische Staats— zahmen benutzen, dürfte nachfolgende Verfügung on Interesse sein: „Wenn ein Reisender verspätet nit einer Nachbarbahn oder einem Anschlußzuge mkommt und aus diesem Grunde keine Zeit zum roͤsen einer Karte für die Weiterfahrt haĩte,soll er Zusatzpreis von 1 Mt. nicht erhoben werden.“ *Die Pfalzischen Eisenbahnen ver⸗ innahmten im Monat April dieses Jahres 75,046 Mark O6 Pf. mehr als im gleichen Monat des Vor— ahtes. Die Mehreinnahme in den 4 berflossenen Monaten des lauf. Is. beträgt gegenüber dem gleichen Jeitaume pro 1884 die Summe von 257,604 Ni. * Die auf Grund eines mit aller Bestimmtheit ahier verbreiteten Gerüchtes in Nr. 95 bo. Bl. bergegangene Rachricht von der Entlassung des Schulwerwesers Reitß von Oberwürzbaqh aus )er Haft, hat sich, wie wir neuerdings hören, nicht ꝛestätigt. Auch die an jene Nachtichi geknüpfte Bemerkung, daß die Person, die gegen Reiß Anzeige rstattet hat, flüchtig solle gegangen sein, wird uns us durchaus falsch bezeichnet. — In der Sitzung der Strafkammer des kgl. dandgerichts Zweibrücken vom 13. Mai wurde Joh. Leonhard, 29 J. a., Bäcker von Glanmünch⸗ veiler, wegen dreier Verbrechen wider die Sittlich⸗ eit, derübt durch Vornahme unzüchtiger Handlungen m Kindern unter 14 Jahren, zu einer Gesammt⸗ uchthausstrafe in der Dauer von 5 Jahren verur. — — Die Schwierigkeiten, die sich zwi⸗ chen England und Rußland wegen der Ibstecung der neuen afghanischen Grenze ergeben aben, sind noch immer nicht definitiv gelöst. Schließ⸗ ich handelt es sich aber doch nur ncch um die jrage, ob den Russen oder den Afghanen einige reitige Weideplätze zuzusprechen seien und diese ist o unfergeordneter Natur, daß ihre Losung unmöglich zoch langere Zeit erfordern kann. Eine definitive Iniwort Rußlands ist, entgegengesetzt den jüngsten Neldungen Londoner Blätter, noch nicht in London ingetroffen, wird jedoch in diesen Tagen erwartet. die „Daily News“ schreiben: Die zwischen Eng⸗ and und Rußland entstandenen Meinungsverschie⸗ enheiten bezüglich des afghanischen Grenzablommenß zerühren dessen Wesen nicht; einige Punkte werden veiter eroͤrtert. eKaiser Alezander hat dem Gene⸗ zal Komaroff, dem Besiger der Afghanen, inen goldenen Ehrensaäbel mit Brillanten ind dessen Unterbefehlshaber Major Zakrschewsky, benfalls einen goldenen Ehrensäbel verliehen. Es st in dieser Auszeichnung wohl der beste Beweis jafür zu erblicken, daß der Czar das Verhalten eines Generals gegenüber den Afghanen, speziell vas den Zusammensioß am Kuschkflusse anbelangt. theilt, nebft Aberlennung der bürgerlichen Ehren⸗ rechte auf 10 Jahre. — Landstuhl, 16. Mai. Heute Nachmit⸗ ag halb 2 Uhr bei Ankunft des Guterzuges von zaiserslautern, mit dem bekanntlich hiefige Schüler nach Hause fahren, hat sich auf hiesigem Bahnhofe leider ein sehr bedauerliches Unglück ereignet. In vem Zuge befand sich auch der im 16. Lebensjahre tehende Gymnasiast Karl Riffel aus Kusel, der m selben Momente aus dem Wagen sprang, als ein in der Richtung von Kindsbach kommender Rangirzug daherfuhr. Der junge Mann kam mit dem linken Beine unter die Räder eines Wagens und wurde ihm dasselbe unterhalb dem Knie buch⸗ ttäblich abgeschnitten, so doß eine Amputation un⸗ ermeidlich ist. Die Eltern des Unglücklichen, wel⸗ her der Sohn des Herrn Gerichtsvollziehers Riffel n Kusel ist, sind sofort telegraphisch von dem trau⸗ rigen Vorfall benachrichtigt worden. Auf ärztliche Anordnung soll der Verunglückte heute Nachmittag 4 Uhr 45 Min. nach Kusel transportirt worden. CG. 3. — Speyer, 14. Mai. Heute früh 127 Uhr wurde die Ehefrau des Kaufmannes Salomon Tramer in dem Hof ihres Hauses auf der Haupt⸗ traße mit schwerer Kopfwunde aufgefunden. Die⸗ elbe war von dem zweiten Stotk auf das Pflaster gefallen und verstarb um halb 11 Uhr. Die Ver⸗ storbene war Mutter von 5 Kindern. — Speyer, 15. Mai. Wie die „Sp. 3.“ aus zuverlässiger Quelle vernimmt, ist der Haupt⸗ gewinn der Tittlinger Lotterie einem Schifferstadter Zahnwärter, der mit seinem Bruder das Loos ge⸗ meinschaftlich spielte, zugefallen. *In Germersheim sind durch Stadtraths⸗ beschluß voin 1. Juni ds. Jahres ab sämmtliche Bierpressionen außer Gebrauch zu setzen. F Koblenz, 12. Mai. Auf dem Personen⸗ dampfschiff „Stolzenfels“, welches fahrplanmäßig zjeute früh von hier nach Mannheim fuhr, befand ich eine Familie aus Afrika, bestehend aus Mann uind Frau mit 20 Kindern. Der Mann, ein Deut⸗ cher aus Bayern, ging als fünfzehnjähriger Knabe n die weite Welt, blieb schließlich auf einer Ko— onie in Afrika und heirathete eine Afrikanerin. der Mann ist jetzt 42 Jahre alt und führt den Wunsch aus, seinem Heimathsorte einen Besuch zu nachen und dort seine 20 schwarzen Kinder und eine schwarze Frau vorzustellen. Nach kurzem Aufenthalt wollen dieselben wieder nach Afrika zu⸗ ückkehren. F Braunschweig, 11. Mai. Folgender ein angelegter Schwindelversuch, der hier noch recht⸗ eitig entdeckt wurde, sei zur Warnung mitgetheilt. Fin hiesiger Metzgermeister erhielt von einem Herrn Mangloff aus Paris (der Briefbogen irng den roßartigen Firmenstempel, Boucherie 38 rue de atiquier et 2 ruo Rubens“) die Anfrage, ob er jeneigt sei, größere tägliche Fleisch- und Wurst- ieferungen nach Paris zu übernehmen. Die Zah⸗ ung solle in längeren regelmäßigen Fristen erfolgen. edoch zur Sicherheit ein Depot in Werthpapieren zei einem Braunschweiger Bankier bestellt werden. der Metzger erklarte sich zur Lieferung der Waare zereit, falls ein genügendes Depot bei dem Bankier M. hierselbst gestellt werde. Alsbald trafen denn uuch bei dem Bankier aus Paris eine Anzahl Aktien der banque de credit commercial et industriel ein, denen ein Pariser Coursblatt beigefügt war, vorin die betr. Altien (Stücke zu 500 Fres.) mit 390 notirt waren. Der Banltier, ein sehr vorsich⸗ iger Mann, verglich die Allien ganz genau mit ꝛem Courszettel und da fiel es ihm denn auf, daß n dem Courszettel stand: „banque de credit in- lustriel et commercial“, während der Titel der Aktien lautet: „b. de e commerecial et industriel“. fine Anfrage in Paris ergab. daß letztgenannte Aktien die einer längst verkrachten Bank und völlig verthlos sind. Auf weitere Zuschriften gab Herr M. gar keine Antwort, sondern ließ seine werth losen Aktien im Stich. Wahrscheinlich wird dieser unuf der Aehnlichkeit der beiden Firmen beruhende Schwindel auch anderwärts versucht werden, oder ist hon vielleicht mit besserem Erfolg versucht worden. F Wien, 16. Mai. Durch den gestrigen Sturm sind, soweit von Seiten der Behörde fest— gestellt worden ist, 4 Personen ums Leben gekommen. 7(„Penn's Mailüfter'l wehet“) Aus Zürich wird telegraphisch gemeldet: Seit 6 Stunden herrscht in der ganzen Ost⸗-Schweiz be⸗ eutender Schneefall, der noch fortdauert. Der urch denselben angerichtete Schaden läßt sich noch nicht übersehen, dürfte aber sehr bedeutend sein, da namentlich die Obsternte zum großen Theil ver⸗ nichtet scheint. London, 16. Mai. Der Schrauben⸗ »ampfer „Messina“, vom mittelländischen Meere zach Hamburg unterwegs, kollidirte am Donnerstag Abend um 1013 Uhr 16 Meilen südlich von Dur— eston Head mit dem Londoner Dampfer „Numida“ ind sank. Zehn Personen der Mannschaft, meist Heizer und Maschinisten, ertranken, die übrige Mann haft wurde in Cowes gelandet. F Ein sechstägiges Wettlaufen — so schreibt nan aus London — fand am Sonntag im Bestminster⸗Aquarium seinen Abschluß. Am ersten Tage betheiligien sich an dem Wettlaufe 18 Eng— änder und J Franzose, welch' letzterer jedoch schon nu Mittwoch nach Zurücklegung von 150 Meilen urücktrat. Am Donnerstag folgte demselben der zekannte Schnellläufer Littlewood. nachdem er 221 Meilen zurückgelegt hatte. Der Schnellläufer Fharles Rowell aus Chesterton, der in 72 Stun⸗ den 430 Meilen zurücklegte, gewann den ersten Ireis von 100 Lst. Von den übrigen der an dem Vettlauf Betheiligten legten Cartwright 381, Ma— on 370, Cockey 343, Connor 336 Sinclair 310. Pade 303 und M' Carty 301 Meilen zurück. Vermischtes. Passau, 13. Mai., In Untergriesbach starb der Veteran Michael Pongratz aus den Refreiungskriegen im Alter von 95 Jahren. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demetz. Stadtrathsitzung am Dienstag, den 17. d. Mts./ Abends um 5 Uhr. Jactsöerdnang: 1. Aufstellung des Budgets für die Gasanstalt..— Alignementsangelegenheiten. FrüherAnstellung der 2 Hilfs- chützen. i focr 4. Schulwesen. ν 5. Herstellung von Straßen und Brunnen. — 5. Errichtung eines Schlachthauses. 7. Uebernahme eines Weges auf Rollenflurr 8. Krankenversicherung der Arbeiter. 9. Erbauung einer Straße nach Dud⸗ weiler. St. Ingbert, den 18. Mai 1885. Das Bürgermeisteramt Heinrich. DSie Holländische Kaffee Brennerei . 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donuerétag, Samstag und onutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltur g8⸗ glatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 14 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließli —„VEXLXY Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren KRaum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 3, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrücung wird nur dreimalige berechnet. M 98. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 18. Mai. Der Kaiser folgt heute zachmittag einer Einladung des Staatsministers . Hatzfeldt zum Diner. — Der russische Botschafter, hraf Schuwaloff stattete gestern dem Reichskanzler inen längeren Besuch ab. Danzig, 18. Mai. Im Beisein des Chefs et Admiralität, des Generallieutenant v. Caprivi, and heute die Taufe der yier erbauten neuen dreuzerkorvette durch den Admiral Jachmann statt. dieselbe erhielt zum Andenken an den Seekampf nei Jasmund im Jahre 1864 den Namen „Arcona“. Ausland. Wien, 17. Mai. Die Czechenblätter wollen oissen, daß zwischen Berlin und Wien Auseinander⸗ etzungen behufs Auffindung einer Modalität statt⸗ mden, welche ermöglichen würde, daß Oesterreich unsichtlich der deutschen Agrarzölle bedeutende Be⸗ unstigungen erhalte. Bern, 17. Mai. Bei dem Bundesrath ist in Gesuch von Dr. Bartling in London einge⸗ angen, um Konzesfion für den Bau einer Vier⸗ valdstattersee⸗Bahn Luzern⸗Altorf. London, 1i8. Mai. „Daily News“ erfahren, ne Differenzen zwischen Rußland und England, be⸗ üglich der afghanischen Frage, seien nur von unter⸗ jeordneter Bedeutung und affizirten in keiner Weise ie Wahrscheinlichkeit einer befriedigenden Lösung. Aus Ottawa wird eine überraschende und uür die kanadische Regierung äußerst glückliche VBendung des Aufflandes im Westen gemeldet. douis Riel ist gefangen in das Lager des Gene⸗ als Middleton gebracht worden. Damit haben die debellen ihren besien Kopf verloren und denjenigen imter ihren Leitern, welcher bisher die Verwerfung er angebotenen Campromisse veranlaßt hatte. Jetzt vird es alsbald zu einem Ausgleich zwischen den Mischlingen und der Regierung kommen, indem etztere deren Landansprüche anerlennt. Wie dann ie Indianer und Canadier miteinander fertig derden, ist ihre Sache. Riel erwartet ein hartes chidsal, da ihm Blutschuld, die Hinrichtung eines *degierungsbeamten. zur Last geleat wird. II. VerrS2tag der Vereine Kredit⸗ reform, abnehalten am 3. und 4 Mai u Wurrtbura. Der Verband der Vereine Kreditreform, aus tz Vereinen bestehend, hat am 3. cr. seinen 8. rdentlichen Verbandstag in Würzburg abgehalten. AI uus Bayern, Baden, Wurttemberg, Elsaß ⸗Lothringen, kheinpfalz, Rheinpreußen, Westphalen, Hessen )armstadi und Kurhessen waren erschienen, während ie fehlenden Vereine ihr Nichterscheinen großten⸗ heils durch die räumlich zu weite Entfernung von Vürzburg entschuldigt hatten. Immerhin beweist ie stattliche Anzahl der Anwesenden das rege In⸗ ctesse an unserer Vereinssache. Als wesentliche heichlüsse des Verbandstages heben wir hervor: 1) Schaffung einer Geschaftsordnung, deren lusarbeitung demm Vororte umer Beizlehung von Verbandsbereinen übertragen wurde Hiedurch oll eine einheitlich geregelte und stramme Erledig- mq aller vorliegenden. Nereinsgeschäfte erzielt werden. 2) Herbeifuͤhrung des freundschaftlichen Ver— ehres mit den in de Sweil hestebenden Ber⸗einen Dienstag, 19. Mai 1885. 20. Jahrg. velche mit wenigen lokalen Abänderungen genau] Lokale und pfälzische Nachrichten. zuf den deutschen Statuten basiren. Es wurde eine ABlieskastel, 19. Mai. Zum Vertreter zuschrift des Vereins Genf verlesen, welche den der Pfarrei Mimbach bei den diesjährigen Didcesan⸗ unsch ausspricht, mit dem Verbande der deutschen ynoden wurde der Lehrer Herr Jakob Hussong hereine in Verbindung zu treten, was freudigst bee n Webenheim gewählt. rütßt wurde. Die Ausbreitung der Vereine in der — Althornbach, 17. Mai. Das Bezirks⸗ Schweiz geht rasch vorwärts, da die dortigen Han- nissionsfest war leider durch das ungünstige elskammern die Sache energisch betreiben. Der Weiter hinsichtlich des Besuches von auswärtigen Borort wurde ermächtigt, die weiteren Schritie zu Nisfionsfreunden sehr beeinträchtigt. Dekan Sturtz hun. »on Zweibrücken gab in dem Jahresberichte einen 3) Anstellung von Organisatoren behufs rascher eberbdlick über die Missionsthätigkeit der ganzen herbreitung der Vereine. Es sind bereits 2 Or⸗ vangelischen Christenheit, dann der deutschen eban⸗ janisatoren ständig thätig. von denen der eine zur elischen und endlich dec pfälzischen evangelischen Jeit Westphalen bereist, während der andere gegen dirche, sowie zuletzt des Zweibrücker Dekanats. corden zieht. Wenn nöthig, sollen noch mehr an- Fin Vergleich mit derjenigen des vorigen Jahr⸗ estellt werden. jundert ergab damals 7 Missionsgesellschaften, 4) Aufnahme der Vereine Köln und Frankfurt etzt 70; damals 170 Missionare, jetzt 24,000, im Main in den Verband und Aufhebung der an hhne die anderen nach Hunderten und Tausenden iesen Plätzen bestandenen Verbandsfilialen, welch ählenden Hilfskräfte; damals kaum 50,000 be⸗ etztere zu vielen Mißverständnissen Veranlassung ehrte Heiden, jetzt mehr als 2 Millionen; damals jegeben haben; beiderseitiges Entgegenkommen hat joch lange nicht 1 Million Mark Missionsbeiträge uch diese Angelegenheit zur Zufriedenheit der In- aͤhlrlich, jetzt 21 -28 Millionen Mark. fünf mal eressenten regein lassen. nehr als die roͤmische Propaganda aufbringt; da⸗ 5) Zur Ausführung der dem Vororte übertra- nals die heilige Schrift in 50 Uebersetzungen und jenen Arbeiten, als: Verbesserung des Auskunfts- nicht über 58 Millionen Eremplaren verbreuet, jetzt vesens, Anbahnung der Verbindungen mit dem jie heilige Schrift oder Schrifttheile und besonders quslande, Handhabung des Verwaltungsdienstes zas neue Testament in 226 Sprachen und Mund⸗ i. s. w. wurde dem Vorort ein Betrag bis zu rten und in 148 Millionen Exemplaren ver⸗ 3000 Ml. bewilligt. zreitet. Dann wurden besonders die Leistungen 6) Dem Verein Luxemburg wurden die Mittel der 4 deuischen Missionsgesellschaften, denen die ur Verfügung gestellt behufs Durchführung eines yfälzischen Missionsgeldern zufließen, geschildert, Zrozesses, um zu ersehen, ob es nach den dortigen hon denen die meisten mit einem Defizit das Jahr zandesgesetzen gestattet ist, faule und böswillige 884 abschlossen, deren eine aber doch, die Freude hatte, —chuldner in Listen belannt zu geben. In Deutsch- in Defizii von 206,000 Mark durch“reiche Gaben and ist dies bekanntlich durch reichsgerichtliches hollständig gedeckt zu sehen. Es sind dies die Urtheil sanktionirt; auch in der Schweiz ist dere Zasler, die Leipziger, die rheinische Missionsgesell⸗ irtiges Vorgehen gestattet. chaft in Barmen und die Missionsgesellschaft der 7) Der Antrag auf Schaffung einer Zentral⸗ Zruüdergemeirde, die älteste in Deutschland, die im telle wurde abgelehnt. Unfange unseres Jahrhunderts schon hundert und 8) Der Antrag auf Herslellung einer Jahres- etzt über dreihundert Missionare aussendet. Der esammtliste aller bei den einzeinen Vereinen ber Ifaälzische Missionsverein, hat eine jährliche Einnahme annt gewordenen saulen Schuldner wurde mit hon 10,547 Mk., was nicht viel mehr als die jexinger Majorität abgelehnt; ebenso der Antrag Zaälfte der Einnahme des pfälzischen Gusiad Adolf⸗ deilbronn auf Schaffung eines Fonds durch Be- Zereins ausmacht, der im letzten Jahre 20, 126 leuerung der Leginmationskarten mit 50 Pfg. Mark vereinnahmte. Im Zweibrücker Dekanate Nach den gegebenen statistischen Nachweisen wäre eht die Missionsgabe nicht in dem Verhältnisse siedurch bei den gegewärtig bestehenden Vereinen ur Gustabd-Adolf⸗ Vereins Sammlung, nämlich 546 ine Jahreseinnahme von 5000 Mt. erzielt worden, Mark gegen 1363 Mark. Da jedoch die Misfions⸗ velche zum Ausbau der Vereine hätten Verwendung hätigkeit in der Pfalz erst seit einigen Jahren inden koͤnnen. nergisch in Angriff genommen worden ist, so läßt 9) Die Berathung des Anirages: die Vereins- ich kin regerer Ausschwung noch erhoffen. Die hätigkeit behufs Herbeiführung der Fixirung und zestkollekte ergab 26 Mark 40 Pfg. Ibtutzung der Vorgfriften im geschaftlichen Vertehr — Pirmasens, 18. Mai. Leider haben ruchtbater zu machen, wurde bis zum nächsten vir schon wieder eine schauderhafte Blutthat zu herbandstage ausgesezt. Diesbezügliches Material erzeichnen und zwar der traurigsten Art, einen oil in der Zwischenzeit gesammelt und dem nächlen Brudermord. Die Brüder Philipp und Karl gerbandstage unterbreitet werden. Brenner, beide verheirathet, welche schon länger in 10) Es wurde die Erlassung einer Denlschrift Anfrieden lebten, hatten auch in letzier Nacht in in sämmiliche deutsche Handelslammern bezüglich her Wirthschaft von Ludy am Horeb wieder Zanker⸗ mserer Vereinseinrichungen beschlossen. Die Aus- ien, die auf dem Nachhausewege in Thätlichkeiten ührung desselben wird Herr Hopf, Mitglied det zusarteten. Hierbei versetzte der Jüngere, Karl, andelskammer Hanau, in Gemeinschaft mit dem einem Bruder Philipp, als sie an dessen Hause zorort Speyer bethätigen. ilangten, 3 Stiche, wovon einer, in der Seiite Die Versammlung, welche aus Mannern aus der Brust, absolut födtlich war und nach wenigen aft allen deutschen Gauen bestanden hatte, ging Augenbliden den Tod herbeiführte. Der Thäter useinander in der Ueberze ugung, daß die Tage füchtete nach Hause, wo er, unter dem Strohsack »on Würzburg in der Weiterenwwickelung der eines Bettes verborgen, von der Gendarmerie auf⸗ hereine Kreditreform stets einen namhaften Plaßz efunden und alsdann in das hiesige Amtsgerichts- innehmen werden. Jefaängniß verbracht wurde. Der Getödtete hinter⸗ aßt eine Wittwe und 4 Kinder, der Thäter if —IXI —XW — Annweiler, 15. Mai. Dem „Ann⸗ weiler Wochenblait“ wird geschrieben: Vor Kurzem hrachten öffentliche Blätter die Mittheilung, daß in der Gegend bei Frankfurt a. M. zur Zeit viele Rehe mit abgerissenen Köpfen im Walde gefunden vürden. Auch in hiesiger Gegend, am Zwiesel Bürgerwalde), wurden seit acht Tagen schon mehrere Rehe mit abgerissenen Köpfen gefunden; das thun die Wildkatzen, alte echte Wildlatzen. nicht derwilderte. Diese echten Wildkatzen werden ohme Ruthe bis 3 Fuß lang, erlangen ein Gewicht bis zu 25 Pfd. und werden an Rehen, alten wie ungen, sogar an Hirschkälbern, Räuber erster dlosse. Sie springen ihren Opfern auf den Rücken, reißen denselben mit ihren stets scharfen Klauen die Schlagadern auf, beißen ihnen das Genick durch, und haben sie auf solche Weise sehr rasch getödtet. Die Mordlust der Wildkatzen ist eine so große, daß sie allnächtlich Opfer verlangen; sie ehren nicht wie Füchse an den Raub der Nacht vocher zurück. Ihre Stärke und Gewandtheit ist derart, daß sie dem Jäger bei mißglücktem Schusse »on all unserem einheimischen Raubwilde am ge⸗ rährlichsten sind. Sie find im Stande, in ganzen Rebieren den Wildstand total zu vernichten. — Kirchheimbolanden, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkte wurden zwei Butter⸗ rrauen protokollirt, weil dieselben eine großere Snantitat Butter an Händler abgaben, ehe noch rer Bedarf der Marktbesucherinnen gedect war. — Speyer, 16. Mai. Herr Bürgermeister Süß empfing von der edelsinnigen Gattin des Herrn D. Hilgard wieder ein Geschenk von 10,000 Mk. für die evang. Diakonissen⸗ Anstalt und wird das⸗ selbe sofort der Verwaltung dieser Anstalt über⸗ mitteln. Vermischtes. PSr. Johann, 18. Mai. Der Riesen⸗ damenplatz in der hiesigen Bahnhofstraße wird nach ind nach verschwinden. Dieser Tage wurde der 'St. Joh Zig.“ zufolge ein 20 Quadratmeilen großes Stück desselben neben Hrn. Kürschner Korn jum Preise von 20 000 Mark zu Bauzweckeen ver⸗ auft. ⸗ F Stuttgart, 138. Mai. Wie man der Neckarztg.“ von hier berichtet, betrugen die Tan⸗ jemen, die Dr. Jäatg er von den Fabriken bezieht, denen er die Ausbeutung seiner Erfindung ge— stattet, im vorigen Jahre gegen 200,000 Mart. Allein die Firma Venger & Söhne trug hierzu 180,000 Mk. bei, und erreicht die Anzahl der Webstühle derselben nunmehr die Höhe von 200 der Rormal⸗Kravattenfabrikant hatte 5000 Mark zu zahlen. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, daß die irdische Habe des Hertn Pro⸗ cessors in erfreulichem Wachsen begriffen ist. Die neuesten Präparate seines erfindungsreichen Kopfes nd männliche und weibliche Seifen. Es ist das jo zu verstehen, daß diese mit weiblichen und männ⸗ iichen Haarduft präparirt und von beiden Ge⸗ chlechtern je nach dem Grad des gegenseitigen Ahnungs· Vermögens“ benutzt werden sollen. Auf ʒem Herbst soll Professor Jaͤger einen Besuch in der „Union“ beabsichtigen, um dort Propaganda zür fein Woll Régime zu machen. Aus Rosenheim, 17. Mai, wird dem Münchener Fremdenblatt“ geschrieben: (Unglück uͤber Unglück) Ueber dem hier befindlichen Cirkus scheint ein eigener Unstern zu walten. Am Mitt⸗ voch Abends stürzten während der Prodruktion zwei qünstler vom Seile und verletzte sich der ällere der⸗ elben so stark am Rückgrat, daß er sofort mit den hl. Sterbsakramenten versehen wurde und an seinem uffommen gezweifelt wird, während der jüngere don einem heftigen Blutsturze befallen wurde. Kaum hatten sich die Bewohner Rosenheims und die Cir⸗ susgesellschaft von dem Schrecken dieses Unglücks⸗ 'alles erholt, als am Samstag das Töchterchen des Diteltors vom Pferde stürzte und sich den Hals— ring brach. 4Der erste Kolonist in dem neuerworbenen deuischen Kolonialgebict ander we st a frikanischen Küste ist ein Münchener. Wie aus Kamerun ge neldet wird, landete dort am 27. März mit dem englischen Dampfer „Akasta“ ein junger Mann aus München im Alter von 20 Jahren, Landwirth und Müllerssohn. Auf die Froge des Factorei⸗Vor⸗ standes eines Hamburger Hauses, was er mit seiner Hierherkunft bezwecke, antwortete der unternehmungs süstige Mann, er wolle Plantagen anlegen, Kaffee, Fargh c. hauen. hätte aber schon bemerkt. daf —— — —— — —— »as Terrain am Kamerunfluß sich hierzu nicht eignet. Er wolle sich jedoch einmal in Viktoria imsehen, ob dort nichts zu machen sei. Nach venigen Tagen wurde er dorthin befördert und jat sich dann- mit zwei auf dem Kamerunberge ebenden Schweden fü's Erste in Verbindung gesetzt, um sich den Boden zu betrachten. Der kühne dolonist gab an, sehr bemittelt zu sein, und falls r sähe. daß etwas zu machen sei, so würde er eine Brüder nachkommen lassen. Er ist in der khat der Erste, der ernstlich einen Versuch mit Zlantagenbau machen will. Er hat fich durch sein icheres, bestimmtes, aber doch bescheidenes Auf⸗ reten dort allenthalben Sympathieen erworben. F Frankfurt, 16. Mai. Der König der Niederlande ist mit Gefolge hier angekommen und im Frankfurter Hof abgestiegen, desgleichen Graf o. Bismarck⸗ Schönhausen von Berlin. fMainz, 16. Mai. Die Strafkammer des ziesigen Landgerichts verurtheilte gestern die Inhaber er Firma Gebrüder Landauer hier, die Herren Nathan und Raphael Landauer, wegen Pfefferver⸗ älschung zu einer Geldstrafe von je 600 Mk. und Zublikation in der Frankf. Ztg. Die erste Instanz, as Schöffengericht, hatte neben dieser Geldftrafe roch eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen gegen eden der beiden Geschäftsinhaber erkannt gehabt. In Mainz wurden dieser Tage durch Fortifikationsoffiziere Versuche mit elektrischer Be⸗ euchtung vorgenommen. Dieselben ergaben die Möglichkeit einer Weitschau bis zu zwei und drei dilometern. Elberfeld, 18. Mai. Der aus dem Anarchistenprozeß gegen Reinsdorf und Genossen iuch in weiten Kreisen bekannt gewordene hiesige Holizei-Kommissar Gottschalk ist gestern aus dem sdiesigen städtischen Polizeidienst ausgeschieden, um in den Reichsdienst einzutreten und nach dem Elsaß u übersiedeln. Gottschalk empfing seit einem halben dahre häufig Drohbriefe und fühlte sich hier nicht nehr sicher. Seine Wohnung wurde in letzter Zeit Tag und Nacht von Geheimpolizisten in Zivil be— vacht. Er hatte namentlich auch unter den Sozial⸗ emokraten zahlreiche Feinde, die er sich durch seine astlosen Verfolgungen derselben, durch zahlreiche »aussuchungen und Anklagen zugezogen hatte. Crefeld, 15. Mai. Ein interessanter zall von unschuldiger Verurtheilung liegt hier augen— litlich vor. Der Crefelder Bürger Anton Hab— heidt wurde am 21. Dezember 1877 vom Schwur⸗ ericht in Düsseldorf wegen Meineids zu 2 Jahren zuchthaus verurtheilt. Dieser Meineid sollte in inem Prozesse wegen Pfandverschleppung bei einem janz geringfügigen Anlasse (es handelte sich um inen Rock) geleistet worden sein. Diese Verur— heilung wegen Meineids stützte sich auf den Eid ines gewissen D. Es wurde sodenn noch ein ewisser W. wegen Meineides zu 2 Jahren Zucht⸗ aus verurtheilt. W. und H. haben die Strafe ängst verbüßt. W. ist gestorben. Am Samstag iber wurde das Dunkel erhellt, indem der im siesigen Alexianerkloster schwer krank darnieder— iegende D. vor mehreren Zeugen bekannt hat, er abe einen Meineid geleistet und sei schuld an der hweren Verurtheilung. Die Sache ist gleich der verichtsbehörde angezeigt worden. Wo bleibt nun sier die Entschädigung unschuldig Verurtheilter. * Düsseldorf, 14. Mai. Der von seiner fFrau des Mordes an der Wittwe Mühlenhof be— ichtigte Arbeiter Sültenfuß aus Rahm, der sich gach seiner Einlieferung im hiesigen Gefängniß er—⸗ sängte, ist aller Wahrscheinlichkeit nach unschuldig ind das Opfer falscher Denunziation. Durch Zzeugen ist nachgewiesen, daß Sültenfuß in der Nordnacht von Abends 8 bis Morgens 8 Uhr iicht von seinem Posten gegangen war. Wie die Rhein⸗ und Ruhrztg.“ schreibt, hat Sültenfuß bei einer Abführung den Umstehenden mit Thränen in den Augen seine Unschuld betheuert und seinen Be— annten auf Nimmerwiedersehen Lebewohl gesagt, enn das Leben habe doch keinen Werth mehr für in, weil sein Familienglück zerstört sei. Er hatte iinen Kostgänger als Nebenbuhler. Hiernach würde zie Denunziation wohl erklärlich sein. Düsseldorf, 16. Mai. Durch zwei Gendarmen wurde der in Holland verhaftete Mor⸗ her, welcher bei Gladbbach zwei Mädchen ködtete und in einen Teich warf, hier eingeliefert. In der 100. Sitzung des Reichs— ags am Mittwoch prangte auf dem Tisch des däsidiums ein großes Kamelienbouguet mit der Zahl 100. Die zahlreichen Zeitungslaufburschen welche zum Reichstag gesendet werden, brachten demselben gestern Vormittag aus Anlaß der 102 und letzten Sitzung nach ihrer Art eine Ovation dar, welche ein heiteres Zeugniß für den Humot chter Berliner Jungen ablegt. An der Thuͤr des Botenzimmers hing ein riesiger Kranz aus gelben Butterblumen, in dessen Mitte ein Zettel mit der Inschrift befestigt war: „Reichstag ade! Hundert. undzwer!“ f CGin derber Kuß.) Letzte Woche erschien, vie die „B. 3.“ mittheilt, in der Berliner Klinif in hübsches junges Mädchen und erklärte auf die Frage, was ihr fehle, dem Arzt, daß sie an ein. hriger Taubheit leide. Vor den Spezialisten filr IOhrenkrankheiten geführt, ließ sie sich nach längerem zaudern dahin aus: ihr Bräutigam, von der Reise urückgekehrt, habe sie umarmt und ihr, indem er einen Mund fest an ihr Ohr preßte. auf dasselde inen so herzhaften Kuß gegeben. daß sie im selben Nomente einen heftigen Schmerz darin empfand ind seitdem fast nichts mehr höre. Ju der That vurde eine Zerreißung des Trommelfells mit hef⸗ iger Entzündung der umliegenden Weichtheile kon⸗ tatirt. Was hat die Liebe nicht alles auf dem Bewissen. F Wien. Ein schon vor der Hochzeit Be— rogener war Wilhelm D., der Sohn eines bekannten ziesigen Großindustriellen und Leiter der Grazer Zeschäfts⸗Niederlassung des väterlichen Hauses, der ich dortselbst, wo er seit Jahren weilt, in die schöne Tochter eines höhergestellten pensionirten Militärs erliebte und dieselbe gegen Ende November vorigen zahres heirathete. Am Hochzeitsabend machte Hert D. die Entdeckung, daß seine junge Gattin falsche haare, falsche Zaäͤhne und ein durch einen hohen Zchuhabsatz verstecktes kurzes Bein hatte. Er ver⸗ iieß sie sofort und trug auf Scheidung an, welche nuch vom Landgerichte in Civilsachen vollständig zu einen Gunsten entschieden wurde, ohne daß er rämlich verpflichtet worden wäre, seiner Gattin von venigen Stunden außer ihrem zugebrachten Gute »on 4000 Gulden eine Alimentation, wie sie dies zerlangt hatte, zu bezahlen, und zwar, wie es in er Urtheilsbegründung heißt, „weil Frau D. als Zraut Herrn D., ihrem Bräutigam an ihr haftende. vesentliche Körpermängel und Schäden verschwiegen ind ihn dadurch in großen Irrthum versetzt habe.“ f Gorgeschichte eines Duells) In einer Loge des Orpheums zu Budapest saßen wei Damen, welche in der Budapester Gesellschaft us Beautees bekannt sind, und deren Angehörige. In derselben Loge befand sich auch ein junger Maler Namens Temple, der zu den begadbtesten ingarischen Künstlern zählt. In der Nachbarloge aßen zwei junge Magnaten, von welchen einer — er jüngere — fortwährend den Rauch seiner Ci⸗ jarre in die Nachbarloge blies. Als sich der unge Maler, der beiden Aristokraten den Rüchken ugewendet hatte, einmal umwandte, geschah es, zaß ihm der junge Magnat den Rauch gerade ins Besicht blies. Der Künstler nebenbei bemerkt, ein xxillanter Turner, bat den Nachbar, „sich anstän⸗ iger zu benehmen,“ worauf er keine andere Ant⸗ vort erhielt, als eine Beschimpfung mit einem teineswegs duftenden Epitheton. Der Maler wies »en jungen Mann in derber Weise zurecht. Wenn Zie kein Feigling sind, so folgen Sie mir in—⸗ Foher, denn hier im Saale will ich Sie nicht üchtigen.“ Der erregte Künstler schrie sehr laut and die Aufmerksamkeit des Publikums konzentrirte ich sofort auf die Streitenden. Der junge Magnet zog nun eine Vifitenkarte herbor und reichte sie dem Maler, welch' Letzterer aber auf die Karte — huftete. Nun gebrauchte der Aristokrat heleidi⸗ Jende Worte, aber er folgte dem Maler in das Foyer wo sich eine beispiellose Szene abspielte. der Maler ergriff den jungen Maun, zauste und ohrfeigte ihn so iange, dis sich die Zuschauer der Sache annahmen und weitere Thätuchkeiten ber— zinderten. Zwei Freunde des insultirten Magnaten Aschienen nun und machten den Maler darauf nufmerksam, daß der insultirte Magnat aus einet der hervorragendsten gräflichen Familien Sieben zürgens stamme, worauf der Maler entgegnete, daß er sich seine Satisfaktion genommen habe und nit zuftieden sei. Wolle sich aber der Graf m hm duelliren, so möge er ihm seine Sekundanten chicken. — Das ist auch geschehen; Temple a MRaler hat eine leichte Wunde an der rechten Haro, i sunge Graf Erdody hal einen Finger weniget G ngarischer „Kammerton“.) Im agarischen Abgeordneten hause erhob sich vor einigen en der Ministerpräsident. um eine Rede zu hal⸗ *Die Oppofition rief, daß es schon zwei Uhr i man möge die Sitzung schließen, und ein Mit⸗ sied der Opposition Namens Thaly rief: „Dauert un die Sitzung bis drei Uhr?“ worauf Minister⸗ nasident Tisza fragte: „Hält denn der Abgeordnete fhaly die Abgeordneten für Maurer, die den Ham⸗ e und die Kelle wegwerfen, wenn es 12 Uhe hlagt? Der Abgeordnete entgegnete, er sei zwar ain Mauter, würde aber das Maurergesellenthum echt gerne acceptiren wenn ihm die Aufgabe zu⸗ jele, den Ministerpräsidenten lebendig in eine Nische mzumauern. Das Ghück im Congoland. Die in zrufsel erscheinende „Gazette“ veröffentlicht einen zridatbrief „eines vermögenden Belgiers, der nach em Congo gegangen ist um sein Glück zu machen“. xer Brief ist charakteristisch, weil er erkennen läßt, die etwa ein europaischer Glückjäger — seine zulkturmission dort auffaßt. „Man kann, so heißt z in dem Briefe, hier viel Geld verdienen — aber nan braucht sehr viel, um anzufangen. Hat man ich glücklich mit der Association über das Terrain eeinigt, so braucht man 25,000 Francs für Bau⸗ chkeiten und 40,000 Francs für einen kleinen dampfer. Letzterer ist dazu bestimmt, die Producte ach der Mündung des Flusses nach Banane zu haffen, um sie auf die großen englischen Steamer u verladen; die englischen Dampfer sind die wenigst geueren, die portugiesischen kosten das Doppelte. fernetr bedaff man, um die Magazine zu füllen, uüt 75.-80,000 Fres. Waaren: Gewebe, ein⸗ arbige rothe Baumwolle, farbige Taschentücher, robes Steingut, Perlen, billiges Pulver, Stein⸗ inten — Alles billig gekauft (die Flinten verkaufen ch hier leicht für 12 bis 14 Fres. das Stück) azu Zuckerbranntwein oder Rum, auch mit chemi⸗ hen Produlten gemischt —— pikanter, desto mehr ebt ihn der Neger—; die Flasche darf nicht mehr is 25- 30 Centimes (25 Pfennige!) kosten. Die iesigen Produkte für europäische Häuser bestehen a Elfenbein, Kautschuk, Palmenöl, Erdnußbaum, nd Kolon. Man kann also, wenn mau die toten Kapitalien besitzt, in einer Saison 250,000 is 300,000 Frcs. Geschäfte machen und 100,000 jrcs. rein gewinnen. Vollständige Anzüge, Schuh— verk, Wein,. Tabak und Liqueur lassen sich auch ut verwerthen. Das Schwierigste ist, sich Beamte a schaffen. Diejenigen, welche direct aus Europa ymmen, taugen zu Nichts; sie haben noch eigen; nümliche, aus den Handelscentren hetrühtende deen. Hier heißt es. ein guter Soldat, engerisch, in Philosoph sein, Allem entsagen und sein eigner Irzt sein! Man darf den Tod icht fücchten auch emals denken.“ , Man darf den Tod iht fürchten! Die letzten Nachrichlen bezeugen n Vahrheit dieses Warnungsrufes. Die Todienliste An der mit den Verhältnissen Afrikas vertrauten 38 ist in erschreckendem Maße ge—⸗ ewachsen. dei 8 Mai. Viktor Hugo ist an —* Wye ut dun, schwer erkrankt. Nach dem In i. der Aerzte von heule Morgen ist der ranken hoffnungslos. J pl — „Gedia mkenlesen“ schien Mons— d danner zu sein, bereits gibt es „Gedanken ˖ 9 an Paris ist die junge Engländerin ien ncaster aufgetreten und soll in ihren 88 elbst den berühmten Cumberland über— Lille, 13. Mai. In Tourcoing brach — Nacht in der Erziehungsanssalt St. 38 —*— a Die 200 Zoglinge konnten Hae en retten. Viele sprangen di inaus und erlitten schwere Ver— orrege eines in Frankreich verübten —* ndachtige Männer wurden in Altkirch! sdenege und behufs Auslieferung an die * iie zunächst in das Gefangniß — 88 Ane Einer der Gesellen ist machtehre un r Militärpflichtling und wird sich *8 Fahnenflucht zu verantworten haben. 870 de sind die Söhne eines im Jahre hüngegen ordes verurtheilten Einwohners von — nd hatten sich bor einiger Zeit nach e nq; il diqg —— g man sieht, der Apfe r London. Eine neue Ausgabe der Bibel hietet l(momentan den Engländern mit ihrem sehr regen kirchlichen Leben einen Gesprächsstoff, vor velchem selbst Afghanistan zurücktreten muß. Bestern um Mitternacht wurden Copien der neuen Bibel, deren Herstellung 15 Jahre erforderte. an ie Zeitungen derabfolgt, und um Mitternacht am MNontag wird deren Vertheilung an die Buchhänd⸗ er beginnen. Es besteht die lebhafteste Neugierde, zꝛarüber, wie das Alte Testament in seinem neuen kleide aussieht. Wird die Hand der Wissenschaft ichtbar sein? Die von den beiden Universitäten jetroffenen Vorsichtsmaßregeln zur Sicherung der Unverletzlichkeit ihres Verlagrechts sind so vollständig. aß, obwohl in den letzten Tagen mehr als 5000 Personen mit dem Binden und Verpacken der neuen Bibel beschäftigt sind, und amerikanische Agenten zis 2000 L. für eine einzige Copie gezuhlt haben würden, keine vorzeitige Enthüllung stattfand. Um —— )arf erwähnt werden, daß es selbst nicht für sicher jehalten wurde, der Königin eine Copie zu über— enden. FGonntagsfeierin England) Fürst Zismarck erzählte dieser Tage im steichstage, wie hmm bei seiner ersten Anwesenheit in England das bfeifen am Sonntag verleidet wurde, /als er vom dampfer ans Land steigend uad seiner fröhlichen stimmung Ausdruck gebend, pfeifend dahinging, vorauf ihm bemerkt wurde, daß dergleichen am Sonntag nicht in England gestattet sei — Das rinnert an eine Geschichte, welche der verstorbene Dr. Macadam erzählte. An einem schönen Sonu— ag Morgen wanderte ein trunkener Schotte heim ils die Leute zur Kirche gingen. Ein kleiner Hund, velchen eine Dame an einem Bande fützrte hatt⸗ ich losgerissen und war davongelaufen. Die Dame vandte sich an den ersten Passanten — und das dar zufällig der trunkene Schotte — mit der Bitte, hren Hund zurückzupfeifen. „Frau!“ antwortete »er Mann mit dem feierlichen Ernst, wie ihn nur ein Schotte zeigen kann, „Frau, das ist kein Tag umPfeifen!“ Sprach's und taumelte weiter. Saufen aber nicht pfeifen!) F Eine interessante Entscheidung ällte vor Kurzem ein englischer Richter in Bristol rin Wucherer hatte einen armen Teufel verklagt, er in seine Hände gefallen und ihm in Folge der bligaten Nebenspesen und des empörend hohen zinsfußes von 25 pCt. per Monat nicht weniger ls 40 Pfund Sterling (800 M.) schuldete, eine Zumme, die für den Aermsten unaufbringlich war. Jer Richter mußte natürlich den Schuldner zur ahlung verurtheilen, — in England existirt kein Vuchergesetz! — aber er that dies dergestalt, daß redem Angeklagten die Zahlung von monatlich 6 Zence (60 Pf) an den Wucherer auferlegte, „da ss nicht in seiner Kraft‘ stände, mehr als diese —A ich nothwendig zum Leben brauche. Eine englische Jeitung rechnet nun aus, daßk der Wucherer 145 ahre alt werden müßte, wenn er das Geld seines 5chuldners mit Zinsen wiedererhielte. FEine Brutalität sondergleichen wird aus Frland gemeldet. Das Opfer derselben, ein herichtsdiener Namens Lynch, liegt im Kranken— sause zu Ballinasloe im Sterben, weßhalb dort eine Aussage von einer Gerichtskommijsion ent⸗ egengenommen wurde. Nach dieser scheint es, daß ynch und einem anderen Gerichtsdiener die Obhut iber eine Farm anvertraut wurde, aus welcher der Zesitzer wegen ruckständiger Pacht exmittirt worden dar. Spät⸗; am Dienstag Abend besuchte der xmittirte Farmer die beiden Gerichtsdiener und nachte sie mit Spirituosen betrunken. Dann wurde ynch auf das Feuer im Kamin geworfen und vort festgehallen, bis er fürchterlich verbrannt war. In diesem Zustande. wurde er erst am andern Morgen aufgefunden und nach der Krankenanstalt eschafñßt. Der Thäter ist verhaftet worden. f Henry Tourdille, der Gattenmörder uind Sträfling in Gradisca, geht nach Verbüßung einer 15jährigen Kerkerstrafe einer trüben Zukunft entgegen. Sein Sachwalter ist nämlich nach Ame⸗ ika durchgebrannt und soll das bedeutende Vermögen Tourville's durch das Fallissement des Bankhauses, vo dasselbe deponirt war, verloren haben. fNewyork, 12. Mai. Das jüngst ge— neldete Experiment des Kapitän Boyton, der inen ungeladenen Torpedo unter ein englisches -chiff befestigte, verlief nicht so barmlos. wie die⸗ erste Mittheilung lautete. Die Matrosen hielten hn für einen Fenier und gaben Feuer auf ihn. Zayton wurde von 2 Kugeln getroffen, sein Zu⸗ tand ist nicht ungefährlich. F Pittsburg, EGhio.) Hier ist ein großer kisenarbeiter Strike bevorstehend. Die Fabrikanten wollen 20 pCt. Lohnabzug vornehmen. Die Ar⸗ deiter, 50,000 an der Zahl, weigerten sich dessen. f Vor einer Auswanderung nach Meriko varnt die „Deutsche Zeitung von Mexiko“ dringend. Die dortigen Verhältnisse seien trotz aller Retlame von dem „unermeßlichen Reichthume“ Mexikos der Art, daß das Land vorläufig noch keine Einwander⸗ ung zu absorbiren im Stande sei. Die fruchtbaren Landfstrecken seien in festen Händen und das käuf— iche Regierungsland „theils wenig zum Anbau ge⸗ ꝛignet, theils von den Märkten und Transportmit⸗ eln weit abliegend'. Für Handwerker sei Mexiko ein noch weniger lohnendes Feld, am wenigsten iber die Hauptstadt. Mit dem durchschnittlichen Tagelohn von 50 Cents bis 1 Dollar könne ein Fremder im besten Falle gerade nur eine anständige Wohnung bezahlen. Bei den Fabriksindustrien eien die Loͤhne noch geringer. Zu anderen Be— chäftigungen sei die Kenntniß der spanischen Sprache noch nothwendiger, als in Nordamerika jene der inglischen. Am dringendsten aber seien Buchhalter, dorrespondenten, Verkäufer und Handelsreisende vor »er Auswanderung nach Mexiko zu warneun, da die Seschäfte vollständig darniederliegen. fGWarum sind so viele Leute arm)) Auf diese Frage gibt die „Frauenzeitung“ folgende Untwort: Weil sie den Rahm verderben lassen; ilberne Löffel werden zum Auskratzen der Kessel zenommen; die Scheuerbürste bleibt im Wasser; Messer mit schönen Griffen werden in heißes Wasser jesteckt; die Besen werden nicht aufgehangen; das zebrauchte Tischzeug wird an Orte geworfen, wo Mäuse daran nagen können; Wannen und Tonnen iegen in der Sonne, bis sie zerfallen; die Kleider zängen an der Leine, bis sie der Wind zerreißt. Die Wintersachen werden im Sommer von den Motten zerfressen. Fleisch⸗ und Gemüsereste ver— derben in der Speisekammer. Ins Bacobst läßt nan Würmer kommer. Der Pfropfen fehlt auf der Syrupflasche und die Würmer schlagen ihr Quartier darin auf. Kaffee, Thee, Pfeffer und andere Gewürze verlieren, weil offen stehen ge⸗ assen, ihr Aroma. Das Pokelfleisch verdirbt, weil Zalz fehlt oder weil es auf dem Salzwasser chwimmt. Armuth ist keine Schande, wird aber Jemand arm auf diese Weise, sollte der sich nicht hämen? Dienstesnachrichten. . Die Verwaltung des Forstamts Kaiserslautern⸗ West wurde dem Oberförster Kraus auf Hagel⸗ scunde übertragen, auf das Forstamt Schweyen Oberförster Sauer in Elimstein, auf. das Forst⸗ unt Winnweiler Oberförster Scheurer. in Eden⸗ oben, auf das Forstamt Sondernheim Oberforster Zdirschmann, auf das Forstamt Kriegsfeld Oberförstet Hesssert in Leimen. auf das Forst⸗ amt Elmstein⸗-⸗Nord Oberförster Hauberr in Bo— benthal, auf das Forstamt Landsluhl Oberförster dochl auf Jagdhaus, auf das Forstamt Eußers— hal Oberförster Schröder vom Reißlerhof, auf »as Forstamt Bergzabern Oberförster Martin n Waldleiningen, auf das Forstamt Waldleiningen Oberförster Weiß in Achsenbach berufen; die Verwaltung des Kommunal-Forstamts Annweiler »em Oberförster Serini übertragen, auf das dommunalforstamt Kandel Oberförster Jo hen in Külzheim, auf das Forstamt Neustadt a. H.Nord Iderförster Rücklons in Eußersthal⸗auf das dommunglforstamt Edenkoben Oberfoörster Gam⸗ ichler in Weyher, auf das Kommunalforstamt Hermersheim Oberförster Rie berreuther in Beslheim versebt * Sterbeiälle. Gestorben: in Neustadt Frau Louise Knoche l, geb. Frey; in Landau Gottlieb Schmidh, Archis tekt, 40 J. O Mon. a. und Friedrich Sta bl; in Bergzabern Friedrich Tenner, Gerichtsvollziehet a. D., 81 J. a.; in Hinterweidenthal Philippina Dechhut, geb. Feldner, 27 J. a.; in Franten⸗ hal Frl. Ernestine Foelter, 530. J. a. — — — — P XAIXäAÄOXÛÆοÆααααα. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme ß. — — — Für Alle, welche auf dem Lande wohnen, rann nicht dringend genug empfohlen werden, stets eine Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen im Hause zu haben, um bei plötzlich eintretenden Störungen (Ver⸗ opfung, Blähungen, Blutandrang, Leber⸗ und Gallen⸗ leiden ec.) dieses sichere und schmerzlose Haus⸗ und Heil⸗ mittel lerhältlich à Schachtel 1 M. in den Apotheken) an⸗ uwenden. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel As Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenszug R. Brandt's trägl. Schtiften. Von ODr. Moritz Brasch. Leipzig hreßner u. Schramm. Von diesem interes— anten Werke, welches seinem Inhalte und seiner janzen Anordnung nach nicht nur eine erschöpfende Zeschichte der Philosophie, sondern auch eine Art allgemeiner historisch⸗ philosophischer Anthologie bildet, liegen nun wieder mehrere Lieferungen vor, welche sich ihren Vorgängern würdig anreihen. Wie wiederbelebte Schatten ziehen die Träger der Ideen ganzer Jahrhunderte an unserem innern Auge dorüber: erhebend und erschütternd. Das kultur⸗ historische Moment ist in der Darstellung überall jestgehalten, so daß auch nach dieser Seite hin die Tharakteristiken sich dem nähern, was man die ilosophische Essaysform nennen könnte, ei — Form, welche bekanntlich in — und England schon lange blüht, in Deutschlam aber noch sehr der Pflege bedarf. Was die Aug wahl betrifft, die der Verfasser aus den Schrifte, der Philosophen getroffen hat. so hat er de Schwierigkeiten, die sich ihm hier in den Wi stellten, min viel Geschick uberwunden. Wir n halten in den „Klassikern der Philosophie“ ei Werk, dem es, wie wir meinen. gelingen wird die unter den sogenannten Gebildeten herrscherdi Abneigung gegen die Lektüre philosophischer Schris steller zu überwinden, und das wäre gewiß en schöner Erfolg. Die Klassiker der Philosophie. Bon den frühesten griechijchen Denkern bis auf die Gegen⸗ wart. Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauuug nebst einer Auswahl aus ihren e — 2 —F * * 2 J — Geschäftsveronerung. Frauen-Zweig-Verein St. Ingbert Zeige hiemit ergebenst an, daß ich aus dem mit meinem Bruder bisher Jahresbericht 1884. gemeinschaftiich betriebenen Gejchäfte ausgetreten bin. und die von meinem ver· Die Mitgliederzahl betrug am Schlusse des Jahres 1884 siorbenen Schwiegervater. 119 ordentliche Johann Schmelzer'sche Schreinereã F ——2 usammen itglieder. für eigene Rechnung fortheireibe Die ganze Einnahme betru M äfte bisher geschenfle Vertrauen auf mich zusß,, ganz betrug J . 304 4 cbenddehut —õS gne 0 in Ausführung aller vor — statutengemäß ein Drittel an den Centralausschuß wor Bau⸗ und PMobelarbeiten. n — 9 kommenden Ba —X en Meree — 33 * iervon wurden verwendet an eidungsstücke, Weißzeug ꝛc. für Jos. Schuster Schreiner, i eeenet en pe uarr q für Druckkosten, Porto und Diener 75 „1789 und find für 1885 vorräthig— . M. 200 Mit den obigen 174,18 M. wurden 43 hiesigen Armen das Allernöthigsn angeschafft und manchem Nothstande abgeholfen. Die gestrige Generalversammlung hat beschlossen die Beiträge pro 1886 zu erheben und die Mitglieder aufzufordern ihre Beiträge zu seisten, dam— hren von Antwerpen jeden Samstag direct nachsauch in diesem Jahre wieder die größere Noth gedeckt werden kann. chnet en Poltgremnin hhung für Passagiere alle⸗ Der Ausschuß Ausgezeichnete Dampfer mit vor F 3. —R —— Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. des Frauen⸗Zweig⸗Vereins St. Ingbert Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an — EFSGEMABB LAVV. St. Ingbert. Gesundheit iß Reichthum. Neu erschien und ist in allen Buchhandlungen vorräthig: Des Menschen Leben u. Gesundheit. Ein Hauc- und Jamilienbuch von A. Schroot. Vollständig in 10 Lieferungen 4 50 Pfg. Prospekt gratis u. franko. Leipaiao a. Qach' Verlaashandlung. Ein braver Junge als Lehrling gesucht von JZos. Sthusler, Schreiner, (Pfarrgasse). Aechter mediein. Tokayer-·Ausbruch st in a, a und ha Originalf à Mt. 3, Mt. 1,50 und Mk. 0,75 erhältlich dei Herrn Conditor J. 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Eorgfänige Borsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollflandiat Verliner Toursblatt. — Lotterielisten — Amtliche Nahrichten. po Von den oben bezeichne en 6 Gratis⸗Beilagen ist in Foru und Inbalt de belletristische Unterhaltungs⸗Blatt „Von Nah und Fern“ mit werthvollen Illustrationen, novelleftischen Beiträgen aus der Feder der mirtefien deutschen Autoren, wissenschaftlichen Eais und den mannigfachen gaben zur Unterhaltung und Belehrung ein Familienblatt ersten Rauges, welches einen bleibenden Werth fur den Kreis der Familie befitzt. Abonnement der „Reueste Nachrichten“ inclusive obige 6 Beiblatier pro Juni nur 2,17 Ml. nehmen alle deutsche Postanstalten entgegen. denlbo nserate haben bei der großen Verbreitung des Blattes die de günstigste Wirkung. . 40634u0. Zur Anfertigung ron billigen u. sauberen aller in Bochdruck und Litho graphie voromwmendn Loose A 2 Bit. bersenden alle bekannten Verkaufsstellen und die Haupt Agentur Julius Golbschmit, Ludwias⸗ hafen * Drucxarbeiten empfiehlt sieh dio Buch- und Steindruckerei F. X. Dometz Verlag deat. Ingbortor Ansaoiger 8t. Inobert kin Wort an Alle, we!che dr amosisch, Enomsch Italie⸗ aisch, Russisch oder Spanisch wirklich ch sprechen lernen wollen. Gratis und franco zu beziehen durch die Nosßenthal'sche Verlagshandlung in Qeine —————— — — — — JAur 1.09 2uKk. pro Juni. — 1J1 — — — — R. XX R an o Domen —A— ʒt. Iugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. det St. JIugberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhalturgs— au und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A 60 S einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 , einschließlich 4 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträagt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt 15 A. Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 99 Volitische Uebersicht. *»In Berlin sieht man einemhohen sürstlich ein Besuche entgegen. König Leo—⸗ ‚olb U. von Belgien wird anläßlich seiner hrollamirung als Souverain des Kongo— Staates in Donnerstag, den 21. Mai, in Berlin eintreffen, zaselbst auch am 22. verbleiben und sich am folgen⸗ )en Tage nach Potsdam begeben, von wo aus der velgische Herrscher direkt nach Brüssel zurückreist. derselbe wünscht, Kaiser Wilhelm und dessen ersten kathgeber persönlich seinen Dank für die Forderung ibzusatten, welche den Interessen des Kongostaates zurch die Berliner Konferenz zu Theil geworden ist. zoͤnig Leopold, welcher Chef des vierzehnten pceuß⸗ chen Dragoner ⸗Regimentes ist, hat Berlin seit ge⸗ naumer Zeit nicht mehr gesehen. *Die momentane Stockung, welche n den Ausgleichsverhandlungen wischen England und Rußland wegen der deuregulirung der afghanischen Grenze eingetreten i, laßt pessimistische Gemüther schon wieder an der rhaltung des Weltfriedens zweifeln. Indessen kann iicht bezweifelt werden, daß diese Verhandlungen hließlich doch noch zu einem befriedigenden Resultate uühren werden, zumal da die von Gladstone inspi titten ,Daily News? in einer ihrer jüngsten Num⸗ mern schreiben, daß die vorhandenen Differenzen sich sur auf Punkte von untergeordneter Bedeutung be⸗ oͤgen. Der Inhalt des zwischen London und Pe⸗ ersburg gepflogenen diplomatischen Schriftenwechsels wegen ber afghanischen Frage erscheint jetzt bedeu⸗ ungslos, da ja inzwischen die friedlichere Wendung eingetreten ist. Dem „Standard“ zufolge beziehen ich die Schwierigkeiten bei ven Verhandlungen über ie afghanische Grenze auf den Besitßz Zulficars. der Emir Abdur Rhaman verlangt, Zulficar solle uu Afghanisten gehören, während die militairischen lutoritäten Rußlands das Verbleiben dieser Position xi Rußland wünschen. Es verlautet ferner, Ruß⸗ land beanstande die Anwesenheit englischer Offiziere in Herat, verlunge dagegen die Zulassung russischer yolitischer Agenten in Kabul, der politischen Haupt⸗ adt Afghanistans. Diese Forderungen Rußlands ind allerdings ziemlich weitgehender Natur; Zul⸗ car beherrscht einen der von Westen nach Herat führenden Paͤsse und es ist daher begreiflich, daß ͤngland diese Position nur ungern in den Handen dn Russen sehen würde. Auch das weitere Ver⸗ angen Rußlands, daß die englischen Offiziere aus Hetat entfernt und russische Ägenten in offizieller Aigenschaft in Kabul zugelassen werden sollen, wird in London gerade nicht mit besonderem Vergnügen aufgenommen werden. Deutsches Reich. Berlin, 19. Mai. Fürst Bismard ist ute Mittag nach Schönhausen abgereift. — beneralfeldmarschal Graf Moltke hat auf seiner Iudreise don Jiolien fur kinige Zeu in Biasewitz i Dresden bei seinem Neffen, dem Major v. —A genommen. Man kann den be⸗ üͤhmten Feldherrn täglich an den Ufern des Elb romes entlang nach dem benachbarten Tolkewitz —XC sehen. — Der „Germania“ wird aus X gemeldet, daß alle polnischen Kandidaten für den doserer Erzbischofssitz von der preußischen degierung abgelehnt wurden; doch sei der Versuch semacht, eine neue Kombineion zuftusteden Donnerstag, 21. Mai 1885. 20. Jahrg. Berlin, 20. Mai. Dem Bundesrathe ist soeben der Antrag Preußens zugegangen, die ver⸗ bündeten Regierungen mögen die Ueberzeugung da⸗ hin aussprechen. daß die Regierung des Herzogs don Cumberland in Braunschweig mit dem inneren Frieden und der Sicherheit des Reichs nicht ver— räglich sei, und zu beschließen. daß die braun⸗ schweigische Landesregierung - hiervon verständigt verde. Berlin, 20. Mai. Der Kaiser erhielt im Laufe des Vormittags den Besuch des Kronprinzen und der Großherzogin von Baden, und empfängi Nachmittags 4 Uhr den kommandirenden General des achten Armeekorps v. Los. Eisenach, 20. Mai. Die Versammlung der deutschen Privatbahn⸗Direktoren beschloß die Gründ⸗ ung einer einzigen Berufsgenossenschaft sämmtlicher Privatbahnen. zum diesjährigen Protestantentag in Hamburg delegirt. — Gersbach, 19. Mai. Ein frecher Ein⸗ bruchdiebstahl wurde vergangene Nacht, wahrschein⸗ lich zwischen 2 und 8 Uhr, bei Wirth Sandt da⸗ hier verübt. Der Thäter hat sich dadurch den Ein⸗ zang in das Wirthslokal verschafft, daß er eine —Scheibe des Fensters neben der Hausthüre vom Fitte loslöste und eindrückte. Alsdann leerte der Dieb die Kasse der Wirthsschenke, im Nebenzimmer hrach er den Sekretär auf und raubte die Geld⸗ chublade mit bedeutendem Inhalte, im Ganzen zeträgtl, dem „P. A.“ zufolge, der Verlust an 500 Mark. — Pirmasens, 20. Mai. Schon wieder ist eine Messeraffaire zu verzeichnen, und wenn fie auch einen weniger verhängnißvollen Ausgang ge⸗ nommen, als die vom letzten Sonntag Abend, so ziebt sie doch sehr viel zu denlen. Zwei Knaben im Alter von 9 und 11 Jahren geriethen in Streit, innfolge dessen der Jüngere dem Aelteren mit einem Schusterkneip einen Stich ins Bein ver⸗ setzte. Vielversprechende Jugend! — In letzter Nacht wurde eine Anzahl Exemplare der Most'schen „Freiheit“ in verschiedene Häuser hiesiger Stadt geworfen. (P. A.) — Spirkelbach, 18. Mai. Bei Nieder⸗ legung seiner Scheuer fand Jakob Schild von hier neben dem Eckstein ca. 3000 Gulden, bestehend in Kronenthaler und Friedrichsdor. -Speyer, 18. Mai. Für das gemeinsame Liebeswerk, über welches die diesjährige Hauptver⸗ sammlung des Gustav-Adolf⸗Vereins in Eisenach zu entscheiden haben wird. hat der Zentral⸗Vorstand in Vorschlag gebracht, die Gemeinden Ciele⸗Zielonke in Posen, Mittelbexbach (Pfalz) und Nippes in Rheinpreußen. Aussland. London, 18. Mai. Der ruhmlose Feldzug im Sudan ist zu Ende und die dritischen Truppen kehren so schneli als möglich nach England zurück Fast komisch, wenn die Sache nicht so ernst wäre, llingen die Enthüllungen Burleigh's und William's (der resp. Spezialkorrespondenten des „Daily Tele— zraph“ und des „Daily Chronicle“ im Sudan). über die mangelhafte Intendantur, wie überhaupt über den Zustand des Heeres. Da waren Haufen pon Hemden, Leintüchern, Choleragürteln, Arzneien und Tragbahren, aber blizwenig Stiefeln, Hosen delme und Mehl, und Tabak fehlte sogar ganzlich Zei den Henri⸗Martini ⸗Gewehren blieben die Pa— ronenhülsen häufig im Lauf stecken. weil fie zu zroß waren; die dreilantigen Stichbajonnette wirkten wie Pfropfenzieher, die Sabelbajonnettte bogen sich wie Reifeisen, die Gewehre versagten häufig; kurz all die Mängel, welche durch Dr. Russell schon deim Krimfeldzuge bloßgestellt wurden, wiederholten ich im Sudan in gesteigertem Maße. Zum Glüd hatten die Engländer hier mit keinen disziplinirten Truppen zu thun, sonst hätte es ihnen schlecht gehen snnen! Ohne Reformen tief eingreifender Natur jann die englische Kriegsleitung auf dauernde Er⸗ solge in einem großen Kriege kaum rechnen. Newyork, 20. Mai. Aus San Salbvador vird der Ausbruch einer Revolution gemeldet. Präa—⸗ ident Zaldivar überließ die Leitung der Regierungs zeschäfte Fuguerosa und verließ das Land. Der Zriegsminister proklamirte sich als Präsident und jegibt sich nunmehr nach San Salvador, um die Ruhe wieder herzustellen. Vermischtes. fReichsgerichtentscheidung. Ver—⸗ spricht sich jenand mit einem Mädchen auf Grund des mündlichen Versprechens der Eltern des Mäd⸗ hens, so hat der Schwiegersohn nach der Ehe⸗ ichließung kein Klagrecht auf Erfüllung resp. Ent⸗ schädigung, wenn die Eltern mit seinem Wissen bor der Eheschließung über den versprochenen Gegen⸗ stand anderweitig derartig verfügt haben, daß fie nicht mehr im Stande sind. ihr Versprechen zu erfüllen. FStraßburg, 18. Mai. Notar und Bürgermeister Rosch in Altlirch. Landesausschuß⸗ Mitglied, ist im Konkurs und wurde verhaftet. F Aus Baden. In Littenweiler (Amt Freiburg) starb am 5. d. M. der beliebte und an⸗ gesehene Landwirth J. M. in den besten Mannes⸗ jahren. Aus Gram darüber schnitt sich dessen Wittwe am Himmelfahrtstage mit einem Rafsirmesser den Hals durch. München, 20. Mai. Der Köͤnig hat dem „Verein deutscher Lehrer in England“ ein Geschenk von 300 Mark übermimeln lassen. FVilshofen, 17. Mai. (Erstochen.) Der Schuhmacherssohn Georg Trauwein bedrohte in angetrunkenem Zustande seine Eltern mit dem Tode und suchte gewaltsam ihr Wohnzimmer zu erbrechen. Sein hochbetagter Stiefvater Johann Habermann letzte fich mit einem Schusterkneip zur Wehre Trautwein erhielt damit einen Stich in die Brust, jaumelte nur mehr einige Schritte nund stürzte dann Odt zu Boden — Lokale und pfaälzische Nachrichten. — Zweibrücken, 18. Mai. Freiherr Max von Hofenfels hat unserer Stadt eine Schenkung von 2000 Mk. zum Andenken an seine verlebte Frau vermacht, welche der Unterstützung von in unverschuldete Not gerathenen Vurgern zu dienen hat. — Zweibrücken, 20. Mai. Am leßten Jahrmaritstage wurden aus dem hiefigen Bahnhof äner Frau vom Lande 1242 Mark, die sie bei »inem hiesigen Banquier geholt hatte, aus der Tasche gestohlen. ˖ Von dem Thaͤter hat man noch keine Spur. (3. 3.) — Der Ausschuß des pfälzischen Protestantenvereins hat die Herren Pfarrer Zutters von Zweibrücken, Jalob Exter von Neustadt und Oberamisrichter Kuby von Edenkoben alz Verireter des pfälzischen Vrotestantenverein? Erlangen, 18. Mai. (Ertrunken) Der ztud. theol. Heinrich Maurer aus Hessen-Nassau ziel in den Ludwigskanal und ertrank. Nürnberg, 14. Mai. Von der Straf⸗ ammer des Landgerichts warde ein sog Privatier wegen Wuchers zu einer 2monatlichen Gefängniß⸗ drafe und einer Geldstrafe von 800 Mt verurtheilt. Fr hatte in 2 Fällen, die zur Gerichtskenntniß ge⸗ commen waren, sich 60 pCt. Zinsen zahlen lassen. Vom Schöffengericht wurde der Agent eines Raten⸗ briefgeschäfts wegen Betrugs zu 3 Tagen Gefäng- niß verurtheilt. Er hatte ein Meininger 7.fl.⸗Loos ind ein Ansbacher 7 fl.Loos um 96 M. verkauft Courswerth dieser Loose kaum 60 M.) und dabei den Käufer zu dem Geschäftsabschlusse nur durch zie falsche Vorspiegelung veranlaßt, „der Käufer werde durch die Ziehungen sein ganzes Geld zurück⸗ bekommen“, ohne ihm klar zu machen, daß bei der größten Wahrscheinlichkeit niedriger Treffer nur 24 M. zurückbezahlt werden. (Schwäb. Merk.) Frankfurt a. M, 18. Mai. Um mit inem guten Beispiele voranzugehen, haben sämmtliche Barbiere in Frankfurt, welche den Bart für 5 Pf. abnehmen, beschlossen, an Sonn- und FVeiertagen pvn Pfingsten ab um 3 Uhr Nachmittags zu schließen. — Mitte voriger Woche kam der hier noch nie dagewesene Fall vor, daß durch einen Gerichtsvollzieher drei einem Privatmann gehörige Särge in üöffentlicher Versteigerung ausgeboten wurden. Dieselben fanden keinen Käufer. afr Frankfurt a. M. 19. Mai. Die nusiralischen Kannibalen im Zoologischen Garten Jjaben sich Samstag Nacht an Schnaps, welchen riner der Ihrigen hereinzuschmuggeln wußte, total zekneipt und sich dann derartig verhauen, daß sie unfähig waren, sich vorzustellen. PF FEine Wafserfaherte von Paris nach Bingen hat eine Gesellschaft von fünf Herren aus der Seinestadt dieser Tage ausgeführt. Dieselben kamen gestern Vormittag auf einem kleinen Schraubendampfer · in Bingen an, nachdem sie die Seine und den Marnekanal durchgefahren und bei Straßburg in den Rhein eingelenkt waren: von Bingen aus setzten dieselben um 1 Uhr Nachmit- ags die Reise den Rhein hinab nach Amsterdam ind Antwerpen fort. Berlin, 20. Mai. Im Schloß Mon—⸗ zijou, in welchem sich das Hohenzollernmuseum be—⸗ indet, brach vergangene Nacht gegen 1 Uhr ein zrößeres Feuer aus, welches den Dachstuhl in Asche segte. Die Kunstschätze sind sämmtlich gerettet, und zur theilweise durch Wasser beschädigt. FGefahrvolle Luftschifffahrt) Beispiellose Aufregung rief am Sonntag in Ber⸗ hin ein-,Luftritt“ hervor, den Herrn Lattemann mit seinem „Rotateur“ einem mit einer Art Sattel »ersehenen Ballon vornahm⸗Der durchnäßte Ballon war nicht im Stande, die Last des Reiters zu tragen und jagte vom Wind getrieben über die Zausdaͤcher dahin. Es war eine Fahrt auf Leben ind Tod, Lattemann versuchte vergebens, sich durch Auswerfen von Ballast in die Höhe zu hringen. xiun Windstoß warf ihn in die Bäume des Logen⸗ jartens. Er erfaßte in der Todesangst die obersten zürren Zweige eines hohen Baumes um umklammerte ieselben. Es gelang ihm, den Sattel loszuschneiden ind der befreite Ballon stieg in die Lüfte. Ein —„chrei des Entsetzens tönte aus der zahllosen Nenge welche dem Abenteuer gefolgt war und man laubte, Lattemann sei herabgestürzt. Mit großer Nühe bewerkstelligte er den sehr halsbrecherischen Ibstieg vom Baume. Die wegen Hochverraths, Brand⸗ tiftung und Theilnahme an Dynamit- ttientaten Angeklagten, Burton und Cuming— on, sind am Montag vor dem Criminalgericht zu Ild Baily zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verur⸗ heilt worden. Ginder⸗Auktion.) Verner Zeitungen erichten aus jüngstetr Zeit ein empörendes Beispiel jon der in ditsem Kanton noch üblichen Versteiger— ing von Kindern an den Mindestverlangenden. die arme Mutter, Wittwe eines Arbeiters in der ßzasfabrik Biel, wohnte dem Akte in unbeschreib⸗ icher Aufregung bei und hörte nicht auf, den Aus rufer zu unlerbrechen. „Eix- Knahbe von 10 Jahren, um welchen Preis nimmt Jemand diesen Knabe his zum Ende des Jahres? 40 Franke! 3 Franks! 30 Franks! 28 Frants! .. Zug chlugen für 28 Franks. Die Mutter protesit ie will das Kind behalten um 20 Franks, ohn kntschädigung, sie verlangt nichts, wenn man it nur die Kinder läßt, morgen schon will sie d Ort verlassen. Man befiehlt ihr,zu schweigen )enn sie habe nicht das Recht, Angebote zu machen Der Hondel geht weiter mit den übrigen dia dindern. Die Mutter weint, fleht, protestirt in inem fort. Aber bald sind die armen Kleinen all untergebracht', ein Mädchen von 8 Jahren fu 31 Franks, ein anderes von 6 Jahren für 90 Frauks, ein drittes, kaum 2 Jahre alt, für 70 Franks. Nette Zustände! FParis, 19. Mai. Der berühmte Schladh denmaler Alphonse de Neuville ist gestorben. F(Cholera in Spanien.) Wie qus Nadrid unterm 16. Mai gemeldet wird, ist jr einigen Dörfern der Provinz Valencia die Cholere neuerdings wieder oufgetreten. Es ist der Vefeh ertheilt, daß diese Ortschaften abgesperrt und des nfizirt werden. Die medizinische Fokultät don Madrid hat drei Aerzte und einen Chemiler abge andt, um dort die Anwendbarkeit der Vorbeugung nittel des Dr. Ferran zu studiren. In einer irmen Vorstadt von Alcira kommen auf 80 da nilien, welche nicht geimpft waren, 50 Todesfäll, zie übrigen hatten sich von Dr. Ferran impfen assen und blieben verschont. (Sudan-Bier.) In einer Beschreibung von Kartum, der Hauptstadt von Sudan, lesen vir u. a.,daß. man daselbst auch Biet trinhn Dasselbe wird aus Hirse gebraut, heißt,Merissah' ieht nach der Versicherung des betreffenden Korte— pondenten wie schlechte Milch aus, und schmes vie gute Tinte. Sterbefälle. Gestorben: in Maikammer Joh. Ziegler 71 J. a.; in Edenkoben Bürgermeister Theodor dausher; in Neustadt Viktor Ries, 40J.0. Für die Wedaktion verantwortlich: F. X. Demer Für die Pfingstfeiertage: Blumehl— Sämmtliche Bäcker ycrkaufen von morgen ab das gemischte Brod zu 75 Pf. das Kronbrod zu . 68 Pf. das Weisbrod zu. 27 Pf. Acchter Todes⸗Anzeige. I à0 Pfund 1.90 Mark Sch—ingmelal .. à 10 Mfund 1.70 Mark J. Hellenthal. Pfingstmontag von Nachmittags 3 Uhr an Tanzmusik beie Jalcob Quirimn- — — —euirisch — Doe⸗ Logis, welches Jakob Haas, Blechschmied, inne hatte. ist zu vermiethen be — Kammerer, Uhrmacher. Auf der St. Ingberter Zie⸗ gelhütte sind forwährend Ziegeln und Bäcksteine Freunden. Betannten und Verwandten die schmerzliche Mitthein ung, daß es Gottt dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben Gat— len. Vater, Sohn, Bruder. Schwager und Onkel J Carl Siegwardt, 14 Jahr alt, gestern Abend 9 Uhr nach langem Leiden zu sich abzu tufen. Schnappach, Nürnberg urd Amberg, 20 Mai 1888. ie trauernd hiuterbliebenen. Die Beerdigung findet am Samstag Nachmittag uni 124 Uhr statt vird als wirksamstes Stärkungsmittel uür schwächliche Kinder, Frauen und stecondalescenten ärztlicherseits em⸗ fohlen. Vorrätig in u, Us und Driginalflaschen à Mk. 3,-. 1,50 ind 75 Pfg. in St. Ingbert ber herrn P. Fery. —XV— s8cheine u haben. für die Gemeindekrankenver EDieselben werden sowohl imn sicherung Gruͤßen wie auch im Kleinen abge- jqind zu haben in der Sruckerei geben. hr. Ddes „St. Inꝗberter Anzoiger.“ * SqRIIPA. Pfngitsonntag von Nachmittags 4 Uhr ab — — 7 — J J 242 3— — gegeben von der ganzen Kapelle des Westfäl. Dragoner⸗Regts. Nr.? uniter Leitung. des Herrn Stabstrompeter Müller. de Entrése 50,Pf. — F Es ladet ergebenst ein 6ie I. —* —— — — — —— — — WBer Svyvrachen kennt, iit reich zu nennen. T Das Meisterschafts-System zur praklischen uud naturgemäßen Erlernung der englischen, französischen, italienischen, spanischen und russischen Geschaͤfts- und Umgangssprache. Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache fprechen, schreiben und lesen zu lernen.“ ZVUDMmTÄT 8SeIDSBGtLTIGCYVTICHhIt von Dr. Richard S. Rosenthal. Englisch — Französisch — Spanisch komplet in je 15 Lektionen à 1 M. — Italienisch und Russisch kom'let in je 20 Lieferungen à 1M. Schlüssel dazu à 1 M. 50 Pfg. Probebriefe aller 5 Sprachen “ 50 Pig. portofrei. ROSCHRIIAISCheæ Verlagæehaunilnng. FB — MAGECS. I * omel 8SPtãrke einigeri abriranth Mack, Uim a /D.) -BRevanrteéates u. volistandis anschãdliehes Stärxemittel — zewũhrt grösste Erleienterung Seim Plätten u. enthâlt alle er- ↄrderlichen Zusãtze ꝛur siche en Herstelrung von —RV visner, gielenmasig ateifer d soεν—nnter Glana-wäsche. —A ã — 66831 Rechnungen mze End stets — — 2g35sypd stets vorräthig in der Druckerei des St. Jugbert aen ZenaeFernd Norsagnon F VXV. —** —9 — * des eu Iuaberter Anzelaeꝛ Leipzig. — * 22 * 3 8 ——— 2222 224 z335 55323585 332355 555 5333855—— 3553 28 55s 755 53532535 5388* — 23z388353553657 z53 — 52 Ax *28* 222 — 222 2 ——7558333835 * N.EG 553327 *22 55 8275 23 28259 28BSBSESEISS3335 2285 5233 2* — 35 — 8— 2 X —B— ———— EI2237. * 52 283 583322 9 535355 555 — 68 25 * EALIXX 3553 —35 383333—325 35535735558 3 322 * — —— 9 2 —38 — — 2 —73*9 * 3 2 2 — 235 — 52 55 58 —355555 8 555 5 —A — —25—8— —388 —— * 83 ẽ 8 2— —3 3 * —I 8 — 2 1353225 m ,342* —3 — * * — — “— 8 —— — —28 * 33 * 8357 222 — 5— — — —55 — 55 2 — 36 —52 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Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — — BSOAAAdNAMtMM—— — —' r iicsMcML——— der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhauuumgs⸗ Zatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 , einschließlich d A Zuftellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außerpfälzischen und folche auf welche die Expedition Auskunit ertheilt, I5 A, Neclamen 304A. Bei 4maliger Einrnuna wird nur dreimalige berechnet. soo Samstag, 23. Mai 1885. 20. Jahrg. 34 Berlin, 20. Mai. Der Rückkehr des Volitische Uebersicht. deichskanzlersFürsten Bismarck aus „Aus guter Quelle verlautet“, so weiß die —choönhausen wird fur (heute) Freitag entgegenge⸗ al.lib Torr. u berichten die nachste Reichs· ehen. In dem Befinden der Frau Fürstin Bis· cgesession sei in ganz hervorragendem Maße narck ist, wie wir hoͤren, eine erfreuliche Besser⸗ csümmt, eine „sozialpolitische“ zu werden. Es ing eingetreten. — Die Abreise des Gouverneurs nde nicht nur eine weitere Ausdehnumg der Un. von Kamerun, Herrn von Soden, und des Kom · bersicherung, namenich auf die landwirthschaft. nissars füt Kamerun. Herrn Jesto von Putttamer en Arbeiter in Aussicht gestelli sondern es solle Sohn des Vizepräsidenten des Staatsministeriums) cuch an das grohe Problem der Al se rsver⸗ ach Weßlafrika ist auf den 1. Juni festgesetzt. Aeg ung der Arbeiler Handangelegt werden. Die die Herren treten die Reise von Hamburg aus erdrbeiten dazu waren bereus in lerhaftem Gange. in. — Der Bundesrath wird voraussichtlich noch sidessen über die Grundlagen, auf denen diefe den nächsten Monat bindurch seine Berathungen chwierige Aufgabe gelöst werden soll, insbesondere ortsetzen und wahrscheinlich erst Anfang Juli seine ber die Kardinaifrage, die Aufbringung der *ommerpause beginnen. Neben der Erledigung waltigen Koften ist dermolen noch nicht das er zahlreichen laufenden Geschäfte. namentlich der seringsie delannt und es kann daher selbftversiandlich dem Bundesrathe überwiesenen Verwaltungssachen, son einer Erörterung des großen gesetzgeberischen ind noch verschiedene vom Reichstage gefaßte Be⸗ saͤnes noch nicht die Rede sein.“ Das wollen dlüsse zu erledigen, und andere Fcagen, wie die bir alauben. susführungsbestimmungen zur Zolltarifnovelle oslständig zu regeln. Außerdem sieht man auch ieuem Material von einzelnen Bundesstaaten ent⸗ jegen; u. A. steht wieder ein Antrag des König⸗ eichs Sachsens bevor auf Verlängerung des kleinen zelagerungszustandes über Leipzig und Umgegend uf ein weiteres Jahr Die über Leipzig verhängte lusnahmemaßregel läuft am 28. Juni ab, würde ilso bis dahin 1886 ausgedehnt werden. Der gelagerungszustand über Berlin und Hamburg zatirt seit dem vorigen Jahre vom 1. Okiober ab, äuft also am 30. September d. J. erst ab. — die Schwierigkeiten, welche sich bei den Berath⸗ ingen der Subkommission der Suezkanalkonferenz n Paris ergeben haben, rühren von dem Wider⸗ jande her, welchen die englischen Delegirten allen horschlaͤgen Frankreichs entgegensetzen. England efürchtet ein erneutes Anwachsen des französischen rinflusses am Nil und will dies aus doppeltem hrunde hindern, einmal weil sein eigenes Prestige n Egypten schwer gelitten hat, und dann, weil es ich, der Pforte gegenüber gern als guter Freund jeriren möchte. — Der von der Marine abermals secharterte Lloyddampfer Adler“ soll heute schon son Bremerhaven. wo er im Dock einen neuen zodenanftrich erhalten hat, nach Wilhelmshaven Zegelordres erhalten, und diese erst auf hoher See ffnen dürfen. Der Führer des Schiffes auf der rsten Reise, Kapitän Rodenberg. ist vom west⸗ ifrikanischen Klima sehr angegriffen und geht nicht hieder mit; wer das Schiff führen soll, —* noch icht fest. Außer dem „Adler' sind auch noch er Hansedampfet „Ehrenfels“ und zwei Ham⸗ urger Dampfer für die Marine gechartert worden. zhre Bestimmung ist unbekannt. Berlin, 20. Mai. Der Koͤnig der Belgier, belcher zu mehrtägigem Besuche am hiesigen Hofe rorgen in Berlin erwartet wurde, hat, wie der N. A. Z.“ mitgetheilt wird, anläßlich der schweren zrkranlung des Fürsten von Hohenzollecn seine Reise sierher verschoben. Berliu, 21. Mai. Der Bundesrat h geneh⸗ nigte heute den BörsensteuerEntwurf und zie Zolltarifnovelle. Stuttgart, 21. Mai. Koniq'Karl, welcher zach Gmonailichem Aufenthalt im Süden heute nach ztutigart zurückkehrte, ward von den Behörden und er Bevölkerung ein ebenso glänzender wie herzlicher kmpfang bereitet. Ausland. —X PNancini, eröffnei⸗ di⸗ internationale Sanitätskon⸗ ierenz mit einer Ansprache, in welcher er die Dele⸗ zirten im Namen des Königs begrüßte und an die Herhältnisse erinnerte, unter welchen die Konferenz »inberufen worden und die der Konferenz zufallen⸗ »en Aufgaben auseinandersetzte. Der Doyen von deudell gab den Gefühlen der vertretenen Regier⸗ ingen und deren Vertreter gegenüber dem Könige Ausdruck und beantragte Mancini zum Präsidenten ‚u wählen. Dieser lehnte wegen Ueberhäufung nit Geschäften ab, worauf nach dem Antrag deudell's der italienische Delegirte Cadorna zum Präsidenten gewählt wurde. Die Konferenz nahm zie Geschäftsordnung der Wiener Sanitäts Konferenz yen 1874 als die ihrige an. Nächste Sitzung Freitag. Nom, 21. Mai. Der „Popolo romano“ dementitt formell die gestrige Meldung der „Tri⸗ una“ von einem angeblich zwischen italienischen Truppen und Abyssiniern stattgehabten Kampfe, vobei ein höherer italienischer Offizier getödtet vorden sei. I London, 21. Mai. „Daily News“ zufolge zängt der Befehl, die von Suakin zurückkehrenden arde⸗Infanterie-Brigade solle bis auf weiteres in Ulexandrien bleiben, mit Unterhandlungen betreffs er afghanischen Grenzfrage zusammen. — „Times“ neint, in den Angelegenheiten Egyptens liege mehr ils genug Grund, ein vorsichtiges, ja selbst ängst⸗ iches Vorgehen zu rechtfertigen. — „Standard“ agt. Rußland sei nicht nur gegen die Befestigung derats unter englischer Oberaufsicht, sondern über⸗ Jaupt gegen alle Maßregeln zur Vefestigung der yfghanischen Grenze. Newyort, 20. Mai. Nach einer Depesche ms La Libertad fand gestern zwischen den Truppen San Salvadors und den Aufständischen unter Menendez Führung ein erbitterter fünfstündiger dampf statt, bei welchem die Aufständischen in die Flucht geschlagen wurden. Die Truppen San Zalvadors machten mehrere Gefangene, erbeuteten ine Anzahl Waffen und zwei Geschittze, welche den Aufständischen hon Guatemala geliefert worden varen. Dem „Hamburger Korrespondent“ wird aus Berlin depeschirt, daß die von dem Nord⸗ eutschen Lloyd bezüglich der zu subventio⸗ iitenden Postdampferlinien eingereichte Offerte da⸗ in geht, beide Linien zu übernehmen und in ieselben neun alte und zwei neun zu bauende dampfer von etwa 3000 Tons Register als Post⸗ ampfer einzuftellen, während für die Nebenlinien ner kleinere Dampfer neu gebaut werden sollen. Eine erfreuliche Erscheinung verdient, wie man xx .M. A. Z.“ aus Straßburg schreibt, wohl esondere Erwähnung. Als vor mehr denn zwei zahren im Landesausschusse die deuische Geschäfts⸗ prache eingeführt wurde, hatte man auch auf deut⸗ her Seite vielfach das Bedenken, daß die Versamm⸗ ang nicht im Stande sein werde, unter solchen hedingungen mit voller Bewegungsfreiheit ihre *tellung zu wahren. Damals hatte Pfarrer Win⸗ erer im Reichstage geäußert, daß von den 87 Mit⸗ liedern des Landesausschusses nur 8 bis 10 mehr der weniger im Stande seien, in öffentlicher Dehatte entsch zu sprechen. Aus der Sprechliste über die hie (12) Session geht aber hervor daß sich 34 Nitglieder an den Debatten beiheiligt haben, da⸗ unter vier Lothringer. Durchliest man aber die enographischen Berichte, so ist man angenehm über ascht durch die Frische, die Schneidigkeit und die ẽchlagfertigkeit der Redner. So sprechen nicht eute, fAr welche der Gebrauch der deutschen Sprache in fesselnder Zwang ist. Man ersieht daraus, daß ie Einfuhrung der deutschen Geschäftssprache keines⸗ degs ein verfrühtes Unternehmen war. Die Sache dird aber noch weiter witken Bei den Erneuer⸗ ngswahlen für die Bezirklstage im Juni wird die mabweisbare Nothwendigkeit, Leuie zu wählen, pelche der deutschen Rede machtig sind, die Wahlen estimmen. Lokale und pfälzische Nachrichten. sa St. Ingbert, 22. Mai. (Pensions⸗ »erein Bavariag, anerkannter Verein unter »em Proteltorat Sr. K. Hoheit des Prinzen dudwig von Ba yern) Der hiesige Zweig⸗ yerein der Babaria hielt porige Woche eine Generaͤ⸗ zersammlung, in welcher durch den Vorstand, Herrn dehrer Drumm im Berichte unter anderm mitge⸗ heilt wurde, daß der hiesige Verein binnen weniger ils Jahresfrist um ein Achtel bis ein Fünftel der Mitgliederzahl zugenommen hat. Der Verein Ba⸗ aria vereinnahmte 1884 allein an Zinsen Mt. 13547; die Pensionsauszahlungen betrugen 2080 M., von denen bis jetzt 92 Mark jahrlich zach St. Ingbert an die Hinterbliebenen zweier Nitglieder anfallen. Für die diesjährige General ⸗ ersommlung des gesamten Vereins, welche am ächsten Pfingktmontag in München ffattfindet, purde von unserm Zweigvereine, wie in diesem Bl. ereits erwaäͤhnt. Herr Stadtschreiber Banerr als Abgeordneter gewählt. — Zweibrücken, 20. Mai. Das am 27. Sepiember dahier stattfindende Pferderennen findet n nachstehender Weise statt: Nachmittags 83 Uhr: 4. Preis der Pfalz 400 M., Flachrennen für 4. ährige in der Pfalz gezogene Pferde im Besiße wn Viälzer Züchtern oder Landwirthen, Ohn—⸗ Deutsches Reich. Berlin, 21. Mai. Der Erkaͤltungszustand 3 Kaisers nimmt einen nornial gunstigen Ver⸗ auf, die Genesung ist jedoch noch nicht soweit ouigeschritten, um das Verlassen des Zimmers zu estatten. Der Kaiser ist daher verhindert, die rüt jahrsparaden in Betlin und Potsdam abzu— Alten und hal damit den Kronprinzen beauftragt. der Kaiser empfing heute Nachmittag das kron— rinzliche Poor HBewichtsausgleichung. Distanze 1500 Meter. Ein⸗ atz 3 M., ganz Reugeld. 250 M. dem 1. 100 Xein 2. und 50 M., dem 3. Pierde. Bei mehr ils 4 abgehenden Pferden erhält das 4. Pferd die Finsätze bis zu 20 M. — Um 3 Uhr 285 Min.: 3. Preis des Pferdezuchtvereins der Pfalz 400 M., Tradreilen für 4., 83.uud Gijährige in der Pfalz jezogene Hengste oder Stuten, im Besitze von Pfalzer Züchtern oder Landwirthen. Die Pferde müssen irgend bei einer Gelegenheit in der Pfalz prämiirt worden sein oder am Morgen des Renntages (siehe inten Bestimmungen) durch eine Kommission als uchttauglich anerkannt werden. Ohne Gewichts⸗ usgleichung. Distanze ungefähr 2400 Meter. Finsatz 3 M., ganz Reugeld. 250 M. dem 1. 700 MN. dem 2. und 50 M. dem 8. Pferde. Bei nehr als 4abgehenden Pferden erhält das 4. Pferd Fie Einsätze bis zu 30 M. — Um 4 Uhr 15 Minuten: 6. Preis der Pfalz 400 M., Flachrennen ir 4., 3- und Gbjährige in der Pfalz gezogene Pferde, im Besitze von Pfalzer Züchtern und Land⸗ virthen. Ohne Gewichtsausgleichung. Distanze 1600 Meter. Einsatz 3 M., ganz Reugeld. 260 Mark dem 1., 100 M. dem 3. und 50 M. dem 3. Pferde. Bei mehr als 4 abgehenden Pferden erhält das 4. Pferd die Einsätze bis zu 20 M. — Allgemeine Bestimmungen: Die Reitet der pfaälzer Rennen haben in passendem farbigem Renn · inzuge (Blouse und Mütze) zu erscheinen und ihre Bferde bis längstens Freitag vor dem Rennen chriftlich oder muͤndlich bei der k. Gestütsdirektion mzumelden, wobei gleichzeitig der Nachweis über derkunft und Besitz der Pferde vorzulegen ist. Nebst dieser vorherigen Anmeldung haben sich die Reiter im Morgen des Renntages um 8 Uhr im Gestüts⸗ hoft im Rennanzuge mit ihren gesattelten Pferden ꝛinzufinden. Von jedem Preis werden 5 Prozent für die Herstellung der Rennbahn ina Abzug ge— zracht. Die Einsatze werden nicht zurückbezahlt, ondern zum letzten Preis verwendet. — pirmasens, 20 Mai. Heute früh mit dem ersten Zuge um 5 Uhr 25 Min. wurde der grudermörder Karl Brenner unter Gendarmerie⸗ begleitung nach Zweibrücken in Untersuchungshaft abgeführt. Ein AÄnzahl Neugieriger hatte sich vor Abgang des Zuges am Bahnhofe eingefunden. gandfiuhl, 21. Mai. Die Nachricht ziniger Blätter, daß der am vergangenen Samstag nuf hiesigem Bahnhofe verunglückte Sohn des Herrn Herichtsvollz iehers Riffel in Kusel in der Nacht zon Dienstag auf Mittwoch jeinen Verletzungen rlegen sei, ist total erfunden. Der Patient be— findet sich den Umständen entsprechend nee C8 — Gerbach, 17. Mai. (Masern.) Diese Woche sind 6 Kinder an den Mafern gestorben, darunter zwei von 9 Jahren. Die Schulen sind geschlossen. In Würzweiler und Ruppertsecen sind benfalls die Masern ausgebrochen und muß die Schließung der Schulen wahrscheinlich auch bean⸗ ragt werden. — Der praktische Arzt Dr. Geiß us Gaugrehweiler hat in der Gemeinde Gerbach I ziõod rkranlte Personen in Behandlung. Pf. K-P. Neustadt, 21. Mai. Ueber den Zwec der Pfälz. Kreisfechtichule besteht hie und za noch Unklarheit. Zur Beiseitigung derselben nag nachslehender Auszug aus den Vereinsstatuten dienen: 81: „Die Pialz. Kreisfechtschule bildet en Verein zu dem Zwedke, durch Sammlung reiwillger Beiträge aller Art ein Fond zu gründen jur Errichtung und Unterhaltung eines Waisen⸗ jauses in der Pfalz.“ 8 8 sagt ferner: „Die Mitgliedschaft des Vereins wird erworben: a. durch Lösung einer Jahresmitgliedskarte gegen Zahlung hon 30 Pfg. auf ein Jahr; b. durch eine ein⸗ nalige Gabe von mindestens 6 Mark auf Lebzeit. Mitglied kann Jedermann (männliche und weibliche Personen) werden.“ Hinsichtlich der religiösen Er⸗ sehung der Waisen bestimmt der 82: „In dem zu errichtenden Waisenhause sollen arme Pfälzer Waisen, ohue Unterschied der Konsession, sowie ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche und eventuell poli⸗ ische Parteistellung, der ihre entschlafenen Eltern ingehörten, Unterkunft, Pflege und Erziehung finden ind neben dem Schulunterricht auch gründliche Unterweisung in dem Bekenntnisse ihrer Religions⸗ zenossenschaft erhalten. Alle Freunde des Vereins derden mit Genugthuung die Nachricht vernehmen, daß die Sache der Pfaälz. Kreisfechtschule sehr gut teht. Odbgleich der Verein noch sehr jung, zählt dennoch berits über 15.900 Mitglieder und ist oßd hein, schon der stärkste Kreisnerein in der Bfalz. Nicht mehr lange und jeder, auch der lleinste Ort wird seine vokelfechtschule haben. Die großeren Stadte folgen einander rasch in Bildung hon Fechtverbänden. Solche bestehen bereits in Ldudwigshafen, Frankenthal und Kaiserslautern. Peiter⸗ Städte werden demnächst folgen. Wir reuen uns aufrichtig, hiermit den vorzüglichen Stand er Kreisfechtschule konstatiren zu können und ver⸗ inden damit zugleich die recht innige Bitte: es noͤgen doch alle Diejenigen, welche diesem so wohl⸗ häligen Unternehmen noch ferne stehe und dem Zerein noch nicht als Mitglied angehören, demsel⸗ zen ihre Unterstützung leihen und durch recht bal · igen Beitritt sein Streben fördern, denn nur ver⸗ inte Kraft verniaag Großes zu leisten. Möge kein hfälzer thatlos bei Seite stehen, sondern alle mit hand anlegen, bei der Schaffung eines so schönen Verkes der Humanität. Ludwigshafen, 10. Mai. Zum Neu⸗ au eines Hauptzollamtsgebäudes dahier werden nachstehende Arbeiten im Wege der schriftlichen Sub⸗ nission vergeben werden. Erd⸗Maurer⸗ und Steinhauerarbeiten, veranschlagt zu 50,708 Mark 35 Pf., Zimmermannsarbeiten, veranschlagt zu 0,479 Markt 25 Pf., Schreinerarbeiten veran— chilagt zu 10,344 Mark 17 Pf. Die Submissio⸗ en müssen mit der Aufschrift Submission auf Jauarbeiten“ versehen bis Samstag, den 23. ds. Ris. Vormittags 10 Uhr beim kgl. Hauptzollamt n Ludwigshafen frankiert eingelaufen sein. Plane, dostenanschläge und Bedingungen liegen auf dem Jüreau des kgl. Landbauamtes Speyer zur Ein⸗ icht auf. Vermischtes. p Völklingen, 19. Mai. Der „Tr. Ztg.“ vird geschrieben: Auf den Eisenwerken hier und n Burbach herrscht rege Thätigteit. Bedeutende lufträge, worunter dem Vernehmen nach viele aus berseeischen Landern, find auszuführen. Auf eiden Hütten ist man mit dem Neubau eines Hoch⸗ fens beschäftigt. Hier herrscht in Folge des Undranges von Arbeitern Wohnungsnoth. Obgleich ie Neubauten wie die Pilze aus der Erde schießen, ind die Miethen doch recht theuer. Saargemünd, 18. Mai. In der Straf⸗ ammersitzung vom 16. d. M. lam die seiner Zeit som Reichsgericht an das Gericht erster Instanz urückgewiesene Anklagesache gegeu Marx Hirsch, Handelsmann zu St. Avold, zur nochmaligen Ver⸗ jandluag. Der Angeklagte wurde jetzt des gewerbs⸗ näßigen Wuchers überführt und zu 4 Monaten Ge⸗ ängniß, 1500 M. Geldstrafe bezw. 100 Tagen hefüngniß, 3 Jahren Ehrverlusi und sämmtlichen dosten verurtheilt. Das erste Urtheil hatte auf 6 NRonate Gefäugniß. 2400 M. Geldstrafe und 3 zahre Ehrverlust gelautet. Trier, 10. Mai. Gestern Nachmittag purde von 12 Leuten die hundertpfündige Wachs⸗ erze, welche alljährlich am Sonntag vor Pfingsten n der Mathiaskirche geopfert wird dorthin gebracht. die Kerze, welche fast die Höhe eines Hauses hat, har am Samstag vor dem Hause der Herren Ge⸗ rüder Hamacher ausgestellt. x Gestern erhängte sich die 19jahrige Tochter iner Witiwe aus Ludidigsthal (Plantage). Heidelberg, 20. Mai. In vergangener dacht siarb nach langem Leiden Kirchenrath und dekan Daniel Schenkel zu Heidelberg. Schenkel dar ein hervorragender Vertreter der freien theo⸗ ogischen Forschung und des kirchlichen Rationalis⸗ nus. Der Plrotesiantenverein ist seine Gründung; n zahlreichen theologischen Erbauungs⸗ und Streit⸗ chriften hat er seine Grundsatze verfochten. Ge⸗ ren war Schenkel am 21. Dez. 1813 zu Dögerlin m Kanton Zürich; er schlug die alademisch⸗ theo⸗ ogische Carriere ein und wurde im Jahre 1851 ach Heidelberg berufen, wo er als Professor, Iniversitatsprediger und Seminardirektor bis zu einem Ende wirkte). — ꝓ Das bay erische Offizier Korps ählt nach dem Stande vom 1. Maind. J. 1809 itive Offiziere, 151 Aerzte, 90 Zahlmeister und 7 Velerinare. Weiter sind diesen Truppentheilen 40 Ofsiziere à la suite gestellt. Was die ersteren retrifft, so gehören 180 Offiziere dem Stabe an, rämlich 29 Obersten, 40 Oberstlieutenants und 11 Majore; subalterne Offiziere sind es 1629, ämlich 382 Hauptleute, 361 Premier⸗ und 886 Zekondelieutenants. Dann zählt wieder die In⸗ anterie zusammen 1057, Jäger 67, Cavallerie 73 Aruillerie 295. Vioniere 85 und Train 32 Iffiziere. Das groößte Offizierkorpo von samnit⸗ lichen Unterabtheilungen stellen das 1. Infanterie⸗ und 3. Feldartillerie-Regiment mit je 63, dann das 2. Infanlerie ⸗Regiment mit 61, das 2. Feld- ttillerie Regiment mit 60, das 12. und 14. Infanterie ⸗Regiment mit 59, das Infanterie-Leib— egiment mit 58, das 5., 6. und 18. Infauterie⸗ —V Infanterie⸗ Regiment mit je 56 Offiziere u. s. w.; ie Cavallerie-Regimenter haben durchschnittlich 30 hbis 23 Offiziere. Die wenigsten haben Jaäger⸗ Ind TrainBatailloke mit 18—– 15, bezw. 17-15 ffizieren; das Eisenbahn-Bataillon nur 6 Ojfi. iere. — In der Reserve und Landwehr zu diesen ruppen⸗Abtheilungen stehen zusammen 1685 ffiziere, nämlich 8 Hauptleute bezw. Rittmeister, 56 Premier⸗ und 1476 Sekondelieutenants; dam hören der Infanterie 1122, Jäger 839, Cavallerie 355, Artilletie 288,. Pioniere 48 und Train 33 Iffiziere an. Die meisten Offiziere zählt das 5. Infanterie⸗Regiment mit 72, das 12. Infanterie- degiment mit 71, das 6. und 9. Infanterie— stegiment mit je 70, das 1. Infanterie- Regiment mit 69, das 7. und 14. Infanterie⸗Regiment mit je 68, das 2. und 3. Infanterie⸗-Regiment mit je 35, das 10. Infanterie-Regiment mit 63, das 15. Infanterie-⸗Regiment mit 62, das 18. Infanterie- stegiment mit 58, das 17. Infanterie-Regiment mit 56 Offizieren u. s. w.; die wenigsten haben die Jäger-Bataillone mit 10 bezw. 9 Offizieren, Re Jugenieur⸗Direktionen selbstverständlich gar keine Offiziere in der Reserve wie in der Landwehr. — hon den zur Disposition stehenden und mit Er—⸗ aubniß zum Tragen der Uniform verabschiedeten Offizieren sind 8 Generale, 26 Generallieutenants, 7 Generalmajore, 106 Obersten, 98 Oberstlieu⸗ enants, 262 Majore, 368 Hauptleute bezw. Ritt⸗ neister, 269 Premier⸗ und 249 Sekondlieutenants. F München, 19. Mai. Die „N. R.“ chreiben über das Unwetter in der wverflossenen Woche: Der Schaden, der durch den unerwartet jekommenen Schneefall vom letzten Freitag ntstanden, ist in unserem Bezirke größer, als an— änglich vermuthet. In hiesiger Gemarkung ist war nicht viel von dem Zerstörungswerk wahrzu⸗ gehmen, einige Gemeinden aber, vor allen Streichen, zZillhausen, Stockenhausen, Heselwangen, Laufen Weilheim, sind schwer heimgesucht, die schönsten zäume sind der Aeste beraubt. viele mit den Vurzeln aus dem Boden gerissen und mancher randwirth ist hart betroffen und bedeutend in Jerlust gekommen. Streichen, durch seine hert⸗ ichen Boumgärten im weiten Umkreis bekannn, jat nahezu ein Drittel seiner Bäume eingebüßt, nitten in der Nacht ging die ganze Einwohner⸗ chaft aufs Feld, um wenigstens einen Theil der gäume noch vom Schnee zu befreien; der Morgen iber beleuchtete ein schauerliches Bild. die Straßen ind Wege waren mit Bäumen und Baumtrümmetn oslig bedeckt und laut war der Jammer der so chwer Geschädigten. Zum Glück ist der allgemein zefürchtete Frost nicht eingetreten, so daß man, venn bald wärmeres Wetter sich einstellt, von den erschont gebliedenen Baäumen immerhin noch einen eftiedigenden Ertrag erwatrten daff. 7 Muünschen. Der hiesigen Buchbinder-Innung st vom Magistrate das Einbinden der Schulbüchet Iro 188586 auf dem Submissionswege übergeben borden und zwar unter personlicher Verantwortung Fes J. Obermeisters. Mitkonkurrirt hat die Firma IAldenbourg. 4Wie die „Allg. Ztg.“ mittheilt, wird Hert zustav Koch in Munchen demnächst dort eint Brobefahrt mit einem von ihm gehbauten lenkbaren zuftschiff unternehmen. J p' Wurzburg, 17. Mai. Eine Familien · ragedie macht hier viel Auffehen. Vor einigen Moͤnaten wurde ein hier etablirter Kaufmann in Freiburg wegen standalöser Handlungen verurtheilt ind sitzt zur Zeit im Gefängnisse. Nun wurde vor zinigen Tagen seine Frau plößlich irrfinnig und in der Alletation über diesen Vorfall wurde der 'as Geschäft leitende Kompagnon vom Schlage gerührt und blieb sofort todt. Maing 20. Mai. Gelbhmozd! In der Kaserne an der Wallstraße erschoß sich heute hormittag der Unteroffizier L. von der 10. 5 ragnie des 88. Infanterieregiments. (P. 9 — Mainz.20. Mai.“ Das Trajekt Caste Mainz kritt am 30. Mai außer Dienst an din Tage wird die feste Reinbrücke zu Moinz de Perkehr übergeben. göln, 19. Mai. Die Generalversammlung — fand heute brachter, Weise im Gürzenich, statt. Heute, naltherge ra 8 —* Fertigitellung des Domes, rechnet der Verein nach Fertugut leinen Summen, und so war der — iĩ abgewideit. A nenschaftsbericht denn schnell abgewickelt. Ange⸗ a erfreute der Präsident des Vereins, Herr ieh sul Oswald Schmitz, die Versammlung, indem ne die Mittheilung machte, daß behufs Ge—⸗ a ng von noch vier Dom⸗Prämien⸗Kollekten Ane dniabe ingabe an den Kaiser gemacht sei ine Jussicht auf Bewilligung habe. Der Ertrag ud vier Lotterien soll ausschließlich zur gänz— g Freilegung des Domes verwandt werden. —2 — des Dombaumeisters Geh. Regierungs⸗ * Voigiel. sagte u. A. daß der neue Boden⸗ demnächst in Angriff genommen werde und n Steine schon bestellt seien. Ueberhaupt stehe — dunzliche Fertigstellung des Domes, auch im sunern in naher Aussicht, und der Direktor des amanischen Museums in Nürnberg Herr Dr. senwein, sei i m —— eines eitlichen Planes be uftragt worden. upuiee re 20. Mai. Der Hannoversche gourier“ schreibt: Dr. Blumenau ⸗ Privatbesitz · ingen zu Blumenau (Südbrasilien) find heute in n Besitz des Direktors Stutzer in Gaslor über⸗ egangen, die derselbe zu Kolonisationszwecken ver⸗ inden will. Berlhin, 19. Mai. Ein kleine Anek⸗ von Kaiser eaen BDSS icht wie den Humor des greisen Herr ers be⸗ e die den Vorzug hat, buchstäblich wahr u jein, wird von gut unterrichter Seite mitgetheilt. zaiser Wilhelm hielt vor einigen Jahren in Bonn —D welche die Ehre hatten, otgestellt zu werden, war dem Kaiser nicht betannt ewesen und der — z5 sich derng atte, flüsterte dem onarchen zu: „Ist soeben mnnene befördert worden.“ Der Kaiser hdrach den Betreffenden dupeh an und — m zur Beförderung zum Rittmeister. tarr vor J8— Schreck eilt der so Apostrophirte, der zoch nicht an der e Fiee zu den, it der Meldung zum Kommandeur, daß ihm die hre wiederfahren sei ꝛc. Der Kommandeur eilt Adjutanten, und da stellt es sich denn heraus, ah der Adjutant den älteren, den zum Rittmeister eförderten Bruder des jungen Ofsiziers, mit diesem etwechselt hatte. Reumüthig berichtete der Adju⸗ wr e dem Fah 8 —8 uldvoll und sagte: „Nun, da i errn M. zum füttmeister gratulirte, muß er's wohl bleiben.“ — hor Kurzem war Cour bei Hofe. Der soeben um Major beförderte, jedoch noch als Hauptmann rschienene Hert v. B. wird dem Kaiser vorgestellt ind der Adjutant flüstert dem Kaiser zu: Soeben uum Major befördert.“ Lächelnd dreht sich der daiser unn und sagt echt Berlinisch: „Nee, mein a gern fall' ich nicht mehr rein!“ — erlin, 20. Mai.Die Abendblätter nelden, Kommis Singer, welcher das Fenster im daiserspalais einwarf und sich bisher behufs Unter⸗ uchung seines Gemüthszustandes in ärztlicher Unter. iuchung befand, ist für irrsinnig erklärt und wird neute nach Neisse zu seiner Familie übergeführt. f(GBennman's habenkann) Ein dlesischer Grand wohnt in einem Berliner großen dotel, wo laut Kalender nicht mehr geheizt wird. den hohen Bewohner aber fror wie andere Sterb⸗ iche auch. Er befahl deßhalb, zu heizen. Das dotel hat aber nur Zentralheizung für einzelne e desselben durch alle Stodwerke. Der hohe n ader wollte nicht frieren, laßt daher alle Tage en ganzen Block heizen und bezahlt täalich für deizung 88 Mark. int gug dem Thierleben.), Einen hüb— —* enwin zu dem bekannten Kinderglauben e v& Storch die Menschenkindlein bringt 8 ieser Tage in Föhr 2 langbeinige Ver⸗ * — Vogelart. Ein hitziger Kampf ent⸗ a über und in dem Neste des einen derselben, aee. De und Eier vom Dade her 8 schlietlich mutzte der eine Duellant * * das Feld räumen. Neugierig ob wohl —* 8 Veranlassung des blutigen Kampfes e Vie der Besitzer das Dach und was —*88* Dene ein kleines gestricktes Kinder⸗ —D Moralitätischde Hauptsache.“ unde Ieadt augenblidlich ein deutsches Pendant ekannten bärtigen Spanierin Julia Pastrana nicht geringes Aufsehen. Das W. Ill. Exirabl. hrachte das Bild Berthildens, der bärtigen Schwäbin, ind die Heilbronnerin wurde das „Wunder von Hraz“ genannt. Das genannte Blatt macht heute noch folgende Mittheilungen über die Dame im nännlichen Haarschmuch: Jeder Potsdamer Grenadier önnte stolz sein, eine so stattliche Figur, einen so jerkulischen Körperbau zu hesitzen, wie Fräulein Berthilde, der es dabei durchaus nicht in Wuchs ind Erscheinung an den Reizen echt weiblicher An—⸗ nuth fehlt. Fräulein Berthilde erhielt seit ihrem Auftreten in Graz Unmassen von Anträgen, hier n Wien in Nacht⸗Cafés zu serviren, aber: „De Moralität isch de Hauptsache“, sagte die bärtige dellnerin in unverfälschtem Bärble⸗Dialekt, und so utschied sie sich, ein Engagement in dem eleganten ind vielfach besuchten Restaurant Gerhold am -chottenring anzunehmen, wo sie von heute ab zierzehn Tage lang den durstigen Besuchern kühlendes „Löwenbräu“, dunkelbraunes Schwechater und londes Pilsener kredenzen wird. In vierzehn Tagen muß das seltene Mädchen wieder fort, denn »s ist ein förmliches „G'riß“ um die stattliche kellnerin entstanden und von allen Ecken und Enden kommen ihr Engagements⸗-Anträge zu. Sie hat sich in jüngster Zeit einen Impresario ange nommen, der sich zuerst überzeugen muß, ob das Lokal, in das sie treten soll, sich auch eines guten Rufes erfreut, denn: „De Moralität isch de Haupt- sache.“ Echternach, 17. Mai. Am künftigen ßfingstdienstag findet wie alljährlich die große Springprozessson dahier, die jedes Mal Tausende »on Zuschauern, zum Theil aus sehr weiter Ferne, nach unserm Städtchen führt, statt. 7 Paris, 17. Mai. Ein seltener Ehesegen st einem Thürhüter⸗ Ehepnar in dem Hause Nr. 46 der Rue Monge zu theil geworden. Dem Ehepaar purden nämlich heute vier wohlausgebildete gesunde naben auf einmal bescheert. Mutter und Kinder efinden sich sämmtlich sehr wohl. Die hiesigen Belehrten meinen, daß in der Wissenschaft bisher nur zwei derartige Falle betannt gewesen seien. Den einen erwähnt Plinius, der andere wurde vor d Jahren im hiesigen Entbindungshause beobachtet. Wie aus Paris gemeldet wird, dürste dem nun bereits seit vierzehn Tagen aufrechterhaltenen Strike der Schneider nun ein Strike der Schuhmacher 'olgen. FEine außerordentliche Rettung von einem Wrack wird aus Hull gemeldet. Ein von Frimsby nach Leeds bestimmtes kleines Kohlenfahr⸗ eug war am Donnerstag im Humber auf eine Zandbank gerathen und gekentert, wobei alle In⸗ assen, der Schiffer mit seiner Frau und drei Kindern, pvie man annahm, erttrunken waren. Am Freitag Morgen kam ein Schleppdampfer bei der Unglücks telle vorbei, und da das Fahrzeug mittlerweile flott jeworden war, so versuchte jener dasselbe ins Schlepp ˖ sau zu nehmen, als die Mannschaft im Raum des gekenterten Fahrzeuges klopfen hörte. In Folge essen wurde das letztere wieder auf den Sand ge⸗ chleppt und nach mehrstündiger Arbeit gelang es, ein Loch in den Boden zu hauen und die Frau »es Schiffers nebst einem Kinde zu retten. Dieselbe zatte 17 Stunden der schrecklichsten Qual n dem gekenterten Fahrzeuge zugebtacht. Als das Anglück geschah, war auch die Kajüte theilweise boll Wasser gelaufen, doch war noch so viel Luft und freier Raum vorhanden, daß die Frau mit ihren drei Kindern sich vorläufig vor dem Ertrinken retten konnten. Später stieg das Wasser inmer mehr, bis schließlich zwei der Kinder umkamen. Das dritte hielt sich an den Haaren der Mutter fest und wurde mit gerettet. Lange würde die Mutter es aber in ihrer schrecklichen Lage nicht mehr ausgehalten haben, da das Wasser ihr schließlich bereiis bis zum Halse reichte. Die Hände der Frau waren von dem fortwährenden Klopfen bollständig entzweigeschlagen. f Wirbelstürme, begleitet von Wasserhosen, suchten am Freitag Nachmittag und Abend West— Nebrassska und Kansas heim. Der den Dörfern dadurch zugefügte Schaden wird auf über Dosl. 100 000 geschätzt. Sechs Personen verloren ihr Leben und 40 truoen Vorlekungen davon. Marktberichte. e Ensheim, 21. Mai. (Viktualienmarkt.) Butter per:/3 Kilo 1 M. 20 Pf., Eier per Dutzend 60 Pf. Kartoffeln per 50 Kilo 2 M. — Pf. Zweibrücken, 21. Mai. (Fruchtmittelpreis und Vik ualienmarkt.) Weizen 9 M. 96 Pf. Korn 8 M. 86 31 Zerste zweireihige M— — Pf vierreihiee O M. — Ne — Spelz O M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinkel — M. — Pf. Mischfrucht 0O M. — Pf., Hafer 7 M. 76 Pf., Erbsen d M. — Pf. Wicken 0O M. — Pj., Heu 3 M. — Pf., Stroh JQual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1M 70 Pf., Weißbrod 1N/ Kile 53 Pf., Kornbrod 3 Kilo 65 Pf., Gemischtbrod 8 Kils 80 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf., II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ fleisch 60 Pf., Schweinefleisch 30 Pf., Wein 1 Liter 80 Pf., Bier Jl Viter 24 Riö, Butter Kilogr. I M. — Bj. Homburg, 20. Mai. (gFruchtmittelpreis und Viktua⸗ lienmartt. Weizen 9 M. 64 Pf., Korn 0 M. — Pf., Spelzlern — M. — Pf. Speiz 0 M. — Pf., Gerste dreihige O M. — Pf., Gecste 4reihige O M. — Pf., Hafer 7 M. 71 Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken — M. — Pf. Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 65 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pf., Ochsenfleisch — Vi. Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 530 Pf, Butter 1 Pfund 1M. 08 Pf., Kartoffeln per Zentner 1M. 80 Pj. Kaiserslautern, 19. Mai. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt. Weizen 9 Mk. 683 Pf., Korn 8 M. 46 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6 M. 70 Pf., Gerste 8 M.81 f., Hafer 7 M. 81 Pf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗ samen — M. — uf., Schwarzbrod 6 Pfund 68 Pf. 3 Pfd. 34 Pf., Gemischtbrod 3 Pfund 39 Pf., Butter pro Pfd. 1M. 10 Pf., Eier per Dßd. 60 Pf., Kartoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 50 pf. II. Qual. 2 M. 25 Pf. Heu pro Ctr. 8 M. — Pf., Kleeheu 0 M. — pf. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetz. Ueber die Entwicklung, welche der Verband Deu tscher Handlungsgehülfen zu Leipzig nimmt, haben wir schon des öftern be⸗ richtet und darauf hingewiesen, wie sich in dieser über das ganze Deutsche Reich erstreckenden Orga⸗ nisation eine Vereinigung aller nicht selbstständigen Kaufleute, der Buchhalter, Kassirer, Reisenden, Verkäufer und sonstigen kaufmännischen Angestellten, sowie auch selbstständiger Kauf!eute, Agenten etc. zarstellt, thatsächlich einem Bedürfnisse entspricht. Die Einrichtungen des Verbandes sind die mannig— altigsten und an jedem Orte zu benutzen. Der Verband Deutscher Handlungsgehülfen hat jetzt etwa 5000 Mitglieder und gegen 70 Kreisvereine; eine seit ca. 2 Jahren bestehende nationale Kranken⸗ kasse zählt über 1300 Mitglieder mit einem be—⸗ rächtlichen Reservefonds und brachte bereits gegen 9000 Mk. Kranken⸗ und Begräbnißgeld zur Aus⸗ zahlung; der sehr billige briefliche Unterricht in doppelter Buchhaltung wird stark benutzt, die Stellenvermittelung ist in großem Aufschwunge be—⸗ griffen, Vereinbarungen mit Lebens- und Unfall⸗ versicherungsgesellschaften gewähren den Mitgliedern besondere Vergünstigungen und endlich soll noch in diesem Jahre eine Wittwen- und Woisenkasse ins Leben gerufen werden, für die schon heute ein durch Schenkungen gesammeltes Kapital von bald 20,000 Mark vorhanden ist. Der Hinweis auf den Verband Deutscher Handlungsgehülfen zu Leipzig dürfte daher für jeden jungen und älteren Kauf— — nn ⸗,——r AInserosfse soin Die Klassiker der Philosophie. Bon der trühesten griechijchen Denkern bis auf die Gegen⸗ vart. Eine gemeinfaßliche historische Darstellung hrer Weltanschauuug nebst einer Auswahl aus ihren Schriften. Von Dr. Moritz Brasch. Leipzig Breßner u. Schramm. Von diesem interes⸗ s'anten Werke. welches seinem Inhaite und seiner zanzen Anordnung nach nicht nur eine erschöpfende Heschichte der Philosophie, sondern auch eine Art allgemeiner historisch-philosophischer Anthologie bildet, liegen nun wieder mehrere Vieferungen vor, welche sich ihren Vorgängern würdig anreihen. Wie wiederbelebte Schatten ziehen die Träger der Ideen zanzer Jahrhunderte an unserem innern Auge zorüber: erhebend und erschütternd. Das kultur— historische Moment ist in der Darstellung überall sestgehalten, so daß auch nach dieser Seite hin die Charakteristiken sich dem nähern, was man die philosophische Essaysform neunen könnte, eine literarische Form, welche bekanntlich in Frankreich und England schon lange blüht, in Deutschland aber noch sehr der Pflege bedaff. Was die Aus— wahl betrifft, die der Verfasser aus den Schriften der Philosophen getroffen hat. so hat er die Schwierigkeiten, die sich ihm hier in den Weg ttellten, mit diel Geschick üherwunden. Wir er— halten in den „Klassiketn der Philosophie“ ein Werk, dem es, wie wir meinen, gelingen wird, die unter den sogenannten Gebildeten herrschende Abneigung gegen die Lektüre philosophischer Schrift⸗ teller zu ügerwinden. und das wäre agewik ein schöner Erfols Lrieger- Verein Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disqué &4 Cie. Mannheim empfiehlt ihte unter der Marke „Elephanten— Kaffee“ so beliebten hochfeine Mischungen Java⸗Mischung per Pd. IL20 Westindisch M. „IL.A40 Menado M.„IL.b60 Bourbon M. 41480 extra fein Moccũ M., 2.00. gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschriftu. neu verbesserter Brennart, wodurch das Verflüchten des Aro⸗ na's absolut unmöglich. seräftig u. fein im Geschmack. Große Ersparniß. Nur ächt in Packeten mit Schutz marke „Elephant“ versehen von l, “s und 4 Pfund. 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Wenn in einer — eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfälzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schäten gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über— sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des öffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel ⸗ Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nebhmenden Pfalzer angelegentlichst empfohlen. Um die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine AF Lieferungs-Ausgabe veranstaltet und kann das Werk in 172 monatlichen Lieferungen 2 1 Mtk. durch iede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserslautern. Eugen Orusius. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten que der Pfal 10 ⸗, bei auberpfalzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt. 13 3. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreinialige herechnet. M 101l. Die braunschweigische Erbfolge⸗ frage vor dem Bundesrathe. Die seit Monaten in der Schwebe hängende zraunschweigische Erbfolgefrage wird nunmehr höchst wahrscheinlich ihrer endgültigen Lösung entgegen jehen. Im Namen Preußens hat der Reichskanz ⸗ er und erste Bundesbevollmächtigte des Königreich ßreußens, Fürst Bismarck, dem Bundesrathe den Antrag unterbreitet, daß die verbündeten Regier— ungen Deulschlands ihre Ueberzeugung dahin aus⸗ prechen, daß die Regierungsübernahme des Herzog— hums Braunschweig durch den Herzog von Cumber⸗ land, den Sohn des ehemaligen letzten Königs von hannover mit dem inneren Frieden und der Sicher⸗ seit des Reiches unvereinbar sei. Wie man erfährt ist dieser Antrag bereits am Donnerstage im Bundesrathe beralhen worden und es kann kein Zweifel darüber sein, daß er entweder einstimmig oder doch nahezu einstimmig angenommen und damit die definitive Ausschließung des Herzogs von Tumberland von der Thronfolge in Braunschweig zeschlossen worden ist. Bei dieser delikaten Erb— iolgefrage waren Legimität und dynastisches Erb⸗ recht mit der Reichsverfassung in Konflikt gekommen ind so wenig man auch die Legimität des dynastischen Erbrechts des Herzogz von Cumberland auf das Herzogthum bestreiten konnte, so stand der Verwirk⸗ ichung desselben doch die deutsche Reichsverfassung als ein unüberwindlicher Felsen gegenüber. Die Kteichsverfassung bestimmt, daß alle deutschen Fürsten den gegenwärtigen staatlichen Zustand im Reiche mit dem Kaiser, Bundesrathe und Reichstage an — dann ein Fürst, der dies verweigert, wie es der derzog von Cumberland thut, auch nicht Regent ines deutschen Bundesrathes werden. Auch isf es janz unmöglich, daß sich das Koönigreich Preußen, welches von der Fortexistenz der Welfenpartei in hannover nur zu überzeugende-Beweise besitzt, inen Pfahl in den Leib dadurch treiben lassen kann, zaß es das anerkannte Oberhauͤpt der Weifenpartei n Braunschweig Regent werden und der Agiialion 'ür die Wiederherstellung des Königreichs Hannover noch eine breitere Basis und Proiektion schaffen läßt. Eine solche Zumuthung kann an das Konig⸗ reich Preußen, welches im Jahre 1866 seine deutsche Mission mit einem Kampfe um Sein oder Nicht sein begann, nicht gestelli werden. Preußen würde nit vollstem Rechte und größter Entrüstung eine olche. Zumuthung zurückweisen. Hatte der Herzog on Cumberlande nach dem Tode seines Vaters, es· Erloönigs von Hannover. seinen Frieden mii hteußen und dem Reiche gemacht und sich von der difischen Umsturzpartei iosgesagt, so hatle er Herzog on Braunschweig werden können. Es ist dies im xessen niemals geschehen und nun zwingt auch die Pfliht der Selbsterhaliung Preußen und' das Reich ie hraunschweigische Erbfolgefrage unter Ausschluß —A e Voltische Ueberficht. Deutsches Reich. er Nünchen, 22. Mai. Die Regierung von ẽhaß · Lothringen hat genehmigt, daß das bayr. driegerdenimel zum Andenken an die Ge⸗ allenen von Wörth auf dem sog. Militärfriedhof machst Worth aufgestellt werden darf. Der Plat bird unentgeltlich uberlassen. Was die Art des Monumenso hetrifft werden demnächst einige der Sonntag, 24. Mai 188838. herühmtesten Künstler und Kunstkenner Münchens! zu einer desfallsigen Berathung zusammentreten. Berlin, 21. Mai. Der Reichskanzler Fürss Bismarck ist heute Abend um 1024. Uhr hierher urückgekehrt. Berlin, 21. Mai. Der Bundesratih verwies die Vorlage über die Volkszählung im Dezember an die Ausschüsse und genehmigte die Vorlage über die Bildung von Berufsgenossenschaften nach den lusschußanträgen. Der Antrag Preußens, betreffend die braunschweigische Thronfolgefrage, ging an den Fustizausschuß. Berlin, 22. Mai. Der Kaiser, dessen Be⸗ inden in erfreulicher Besserung begriffen ist, empfing nach der Parade den Kronprinzen und im Laufe des Nachmittags verschiedene Mitglieder des könig⸗ lichen Hauses. — Die Gesetzsammlung veröoffentlicht das Gesetz betreffend die Ueberweisung der aus den landwirtschaftlichen Zöllen eingehenden Beträge an die Kommunalverbände. Berlin, 22. Mai. Die von dem Kronprinzen abgehaltene Frühjahrsparade der Berliner und Spandauer Garnison nahm bei günstigem Wetter einen glänzenden Verlauf. Der Kronprinz und die übrigen der Parade beiwohnenden Miltglieder des königlichen Hauses wurden von der zahlreich anwesenden Bevoͤllerung enthusiastisch begrüßt. In Berliner politischen Kreisen kursirte gestern die Nachricht, daß laut Londoner Privatnachrichten Gladstone von einem ernsteren Unwohlsein be⸗ fallen sei; ob dasselbe aber körperlicher oder nur volitischer Natur, blieb dahingestellt. Hamburg, 22. Mai. In Grandpopo wurde am 12. April die französische Flagge gehißt. Die Häuptlinge protestirten, da sie deutschen Schutz wollen. * Auslaud. Eondon, 21. Mai. Heute Vormittag fand eine längere Konferenz zwischen Herrn v. Staal und Lessar statt, welche sich darauf zu Granville begaben. — Wie es heißt, würden sich die Grenz⸗ frage-Verhandlungen bis über die Mitte Juni zinausziehen, da Lumsden, welcher daran theil⸗ nebmen soll, ersf am 16. AInni hier erwartet wird Lokale und pfälzische Nachrichten. — Grod⸗ und WMehlpreise.) Die „Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bahern“ bespricht in der“ Rundschau“ ihres März⸗ jeftes (verfaßt von Generalsekretär Otto May) die wirthschaftliche Zeitlage und stellt eine Untersuchung uüber Mehlzölle und Brodpreise an. Dabei kommi der Herr Verfasser zu dem Schlusse, daß die Brod⸗ preise ganz unabhängig vom Getreide⸗ resp. Mehl⸗ preise seien, wenigstens so lange diese Letzteren nie— drig stehen; er beweist dieses durch vergleichende Jusammenstellungen. . So z. B. hat den höchsten Zreis für 1. Pfd. gemischtes. Brod,. Erlangen.. mit 30 Pf., während Pirmasens, Kaiserslautern und Brünstadt den niedrigsten mit 12 Pf. haben. Der Durchschnittspreis für 1 Pfd. gemischtes Brod be⸗ rechnet sich für München auf 18, Landshut20, Speyer 13, Regensburg 21, Bayreuth 24, Ans- hach 16, Würzburg 23, Augsburg 25 Pf. Weizen⸗ brod kostet in Munchen 36, Landshut 33, Ger—⸗ mersheim 18, Regensburg 27, Amberg 22, Bay⸗ reuth 28, Ansbach 20, Würzburg 26, Augsburg 29 Pf. Die oͤrtlichen Getreidepreise stimmen durch aus nicht mit diesen Brodpreisen zusammen, st kostete z. B. in München bei einem Durchschnitts 20. Jahrg. preise von 9O M. 22 Pf. per Centner Weizen das Weizenbrod 36 Pf., während in Kindau bei einem Weizenpreise von 10 M. 55 Pf. per Ctr., das Pfünd Weizenbrod blos 23 Pf. kostete; ähnlich oerhält es sich mit den Mehlpreisen, welche auch durchaus keinen Anhalispanktt für die Brodpreise abgeben. So hatten Ausbach und Regensburg die zleichen Mehlpreise, während der Preis des Weizen⸗ drodes in Ansbach 20, in Regensburg 47 Pf. war. München zahlte bei einem Weizenmehlpreise von 18 bis 22 Pf., das Weizenbrod mit 46 Pf., während Straubing bei gleichem Mehlpreise nur 19 Pf. für das Pfd. Brod berechnete. Obige Zahlen zeigen, daß in dieser Richtung Mißstände bestehen, weiche vom Standpunkte der Landwirthschaft um so mehr zu beklagen sind, als mit Einführung höherer Ge⸗ treidezoͤsllse den Landwirthen der Vorwurf einer hier⸗ durch veranlaßten künstlichen Brodvertheuerung nicht erspart blieb. Dr. Kalchgruber weist in seiner Schrift „Untersuchung über landwirthschafiliche, Peziell bäuerliche Verhältnifse in Altbayern“ nach. daß in München im Vergleiche der Roggen⸗ und Weizenpreise in der Periode 1864-69 mit 1879 his 84 zu den Roggen⸗ und Weizenbroden beim Roggen eine Preissteigerung von 18,87 pCt., beim Weizen eine solche von 9,88 pCt. während beim Roggenbrod eine Steigerung von 66,66 pCt. und beim Weizenbrode eine solche von 111,76 pCt. sich ergeben hat. Das Verlangen nach Abhülfe dieses Uebelstandes durch Wiedereinführung einer amtlich festzustellenden Brodtaxe liegt sehr nahe und wurde bereits im deutschen Landwirthschaftsrath ein dies⸗ bezüglicher Antrag gestellt, welcher jedoch nicht zur Annahme gelangte. Die „Rundschau“ gibt schließlich den Konsumenten den Rath, das Brod nur nach Gewicht zu kaufen und auf dessen Einhaltung, sowie auf einen dem Mehlpreise entsprechenden Brodpreis zu dringen. — Der äus Edenkoben ausgewanderte Buchdruder Gust. Völker schoß sich in Rew ⸗NYork, als er mit einem Revolver spielte, eine Kugel in die Brust. Vermischtes. 7.Straßbuxg, 20. Mai. Der „N. Bad. Ldezig.“ wird gemeldet. daß Sarah Bernhardt, die in Straßburg und Metz mit der Gefsellschafi Simon quftreten, wollte, durch eine diskrete Ver⸗ fügung des Ministeriums an ihrem Auftreten ver⸗ hindert worden ist. Die Verfügung ist an die vor⸗ gesetzten Behörden der beiden Thealer in Straßburg und Mez gerichtet und spricht die Befürchtung aus, daß die Auwesenheit der pajriotisch⸗ exzentrischen Dame zu politischen Demonstrationen mißbraucht werden würde. rAugsburg, 18. Moi. Eingeschneit wurden auf —A Himmelfahrtstage einige Augsburger Herten, welche von Lindau aus eine kleine Bergparue machen wollten. Zwei Tage mußten unsere Touristen auf der Riesealp zubringen und erst nachdem mit dem Bahnschlitten Weg ge— macht worden, konnte der Abstieg erfolgen. Der Schnee reichte bis an den Bodensee hinab. fF München, 19. Mai. Von 81 Forst⸗ meistern, Vorständen der seithetigen Forstämter, find bis heute nut mehr 14 in dieser Funktion belassen, alle anderen sind pensioniert oder für den inneren Dienst bestimmi. Am. Donnerstag fand die Versteigerung der Llein⸗ Eisenzeug · Fabril der Fitma Hetzler und Darcher“ aun Bettingen alS, statt unn wurd— dieselbe dem Meistbieienden, Herrn F. Karcher, zum Preise von 500,050 Mt. zugeschlagen. FOffenbach 20. Mai. Das seltene Fesi seiner 60jährigen Thätigkeit in der Tabakfabrik von Kasimir Krafft u. Komp. feierte in der vorigen Woche der Arbeiter Peter Mengelmann von Bürgel. Derselbe wurde von den Inhabern der Firma, den 5H. Carlo und Adolf Krafft. durch ein Geldge schenk von 1000 Mark erfreut und unter Aner—⸗ kennung seiner treueu Pflichterfüllung mit seinem vollen Gehalt pensioniert. Diese hübsche That der Herren Krafft verdient gewiß öffentliche Ancrkennung und wünschen-wir dem wackern Jubilar, daß er sich noch recht lange seines Ruhegehalts erfreuen möge 7 Eine vorzuͤgliche Schützin ist ein Fräulein Elisabeth Aumann, die Tochter des Oberförsters Herrn Aumann zu Hersfeld in Hessen. Diese junge Dame hat beim vorjährigen Blumenfeste für drei Schüsse in's Zentrum den ersten Preis ge⸗ wonnen und dieser Tage einen Auerhahn, ein prächtiges Thier im Gewicht von 134 Pfd. erlegt. Zuürich, 20. Mai. Wie aus Pfäfers und Ragatz gemeldet wird, sind dort gestern die warmen Quellen ausgeblieben. (Antwerpener Ausstellung) Die deutsche Abtheilung in der Anwerpener Ausstell⸗ ung, welche bei deren Eröffnung noch kaum be— gonnen war, ist in den letzten vierzehn Tagen durch die Energie der deutschen Kommissare so gefördert worden, daß sie schon jetzt einen sehr harmonischen Eindruck gewährt, sie hat die belgische und franzö— sische Abtheilung in der Fertigstellung weit über— flügelt. Zwölf Kongoneger, darunter 4 Männer dabei der König Massala aus Vivi, 4 Frauen, 1 junges Mädchen und 3 Knaben, denen noch als Dolmetscher ein Neger aus Cabinda zugesellt ist, sind in Antwerpen angekommen; sie werden ein Kongodorf errichten. fParis, 22. Mai. Victor Hugo ist Jeute Mittag 11 Uhr gestorben. Das Ministerium hat beschlossen, das Begräbniß Viltor Hugo's auf Staatskosten und mit großem Pomp abzuhalten. Der Tag des Begräbnisses soll als nationaler Trauertag erklärt und alle Ministerien, alle Bureauf der staatlichen und städtische Verwaltungen, all— Schulen, die subventionirten Theater und angeblich auch die Borse sollen geschlossen werden. Augen— blicklich befindet sich eine enorme Menge' vor dem Sterbehause. Der Todeskampf hat mehrere Stun⸗ den gedauert. Die äußerste Linke will beantragen, das Pantheon dem Cultus zu entziehen und das— selbe wieder als Grabstätte großer Männer zu er—⸗ tlären und Hugo in demselben als ersten beizusetzen. Hugo hinterläßt ein auf 5—6 Millionen geschätztes Permögen, dazu enorme Autorrechte. Erben sind seine Tochter Alice, welche sich seit langen Jahren in dem Irrenhause befindet, und seine Enkelkinder Georges und Jeanne. FNizzau, 18. Mai. Die Spielhölle in Monte Carlo hat in der letzten Woche drei neue Opfer gefordert: einen 28jährigen Jüngling, einen ilteren Mann und eine Frau von 45 Jahren! Der junge Mann hatte sich hinter dem Gensdar⸗ merie⸗Posten eine Revolverkugel in den Kopf ge⸗ agt; der Unglückliche blieb nicht sogleich todt, son⸗ dern erst nach einem zweiten Revolverschuß in den opf trat der Tod ein. Ein 685jähriger Mann erhängte sich an einem Baume nächst dem Sommer⸗ josk. Die Frau endlich, welche Mutter mehrerer Rinder ist, die sie in der verzweifelsten Lage zurück läßt, nahm sich das Leben, indem sie sich aus einem Fenster hinunter stürzte. Der junge Selbstmörder hatte an der Spielbank 75,000 Francs verloren, der alte 55,000 und die Frau eine relativ geringe Summe, 15,000 Francs. Totale 142,000 Fres. und — drei Selbstmorde! Wann endlich wird dem standalösen Treiben in Monte Carlo ein Ende ge— macht werden? F Ueber das Klima in Kamerun berichtet Dr. Pauli in „Petermann's Mittheilungen“: Man unterscheidet zwei Jahreszeiten, die kühle oder Regen⸗ zeit, welche sich von Mitte Juni bis Ende Septbr erstreckt, und die heiße oder trockene Zeit. Die Regenzeit wird in der Regel durch Gewitter einge— ührt und ausgeleitet, denen Tornados im März und Aypril vorangehen sowie Ende Oktoher und November folgen. Diese Tornados, schwere Rr böen, zeichnen sich vor den Gewittern durch p Fehlen von Donner und Blitz aus, kommmn wöhnlich aus S.· O bis N.O., mil der Lede nach dem Westen, dem Meere hin zu ziehen. u rigens sind in der Regenzeit durchaus keine som gen und trockenen Tage ausgeschlossen, indessen ber gehen selten drei Tage ohne einen intensiveren bu pischen Regen. Die größte Hitze in der troden Zeit wird im Januar und Februar erreicht. ð durchschnittliche Temperatur während der Regens⸗ betrug im Jahre 1884 im August 25,90 6 . einem mittleren Barometerstand von 765,2 mi Im September war die Minimaltemperatar 22306 das Maximum 28,59 C. Das Barometer schwanh zwischen 764,6 und 767,5 mmw. Zur Zeit d größten Hitze werden Dunst und Nebelbildung gleich unserem Höhenrauch beobachtet, welche den Engländern „Smokes“ genannt werden. Kg eine halbe Stunde weit vermag man dann zu sehe, Durch ständige Luftbewegung wird in Kamerund heiße Jahreszeit nicht so unangenehm empfunden indem gewöhnlich von Mitternacht bis Vormiln früh ein frischer Landwind aus S.O. weht, dann von einer flotten Seebrise aus S.W oho löst wird.“ F In New york ist ein Cirkular im Umlam worin darauf hingewiesen wird, daß es dort 60,00 Israeliten gibt, wovon ein sehr großer Theil g Samstage die Synagogen nicht besucht. Es wi deßhalb darauf gedrungen, den Gottesdienst dy Samstag auf den Sonntag zu verlegen. 9 Stern hielt in diesem Sinne neulich einen Vorti über die „Mission des Judaismus in der Gegenwar — ασαXσXααÑ Fire Neda*tion verantwortlich: F. X. Demeß Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingben Der kgl. Postdampfer Westernland“ Kapiti— Randle. welcher am 9. Mai von Anhoerpen ab ging, ist am 19. Mai wohlbehalten in New. Por Innekemen Pfingstmontag ren Rachmittags 3 Uhr an Tan;musik ao Quirin. nn rend der rierlage 1vyator Biorbrauerei Gebr. Beékor. Turnverein S. ingbert heil! — [ — — Ueber die Pfingstfeiertage HhOocufeiner Dienstag Abend punkt 8 w Beginn des Turnens der Männerriege m Becker'schen Garten (Unterstadi Dery Turnrau Bock Karl Best Während den Pfingftfeiertagen An st i qh 3 von ausgezeichnetem Boch mit Bockwürsten. Goldnen Stern. Samstag Mittaaq und übe die Feiertage und liehes Lage Ebenßo bei allen Nunden. C XZur Nachricht! * Von dem allein ächten rheinischen Trauben.Brust. Honig der Fabrik W. H. Zickenm heimer in Mainz ist die er⸗ wartete Sendung soeben einge⸗ troffen und empfiehlt denselben unier Garantie in Flaschen à 1, 1193 und 3 Mark J. Rri⸗drin in St. Insbert. 8600 * Beschäftsveräuderung. Zeige hiemit ergebenst an, daß ich aus dem mit meinem Bruder bisher emeinschaftlich betriebenen Geschäfte ausgetreten bin, und die von meinem ver— torbenen Schwiegerbater. Johann Schmelzer'sche Sehreinereö für eigene Rechnung fortbetreibe. Indem ich das dem Geschäfte bisher geschenkle Vertrauen auf mich zi übertragen bitte, empfehle mich zu gleicher Zeit in Ausführung aller vor kommenden Bau⸗ und Möbelarbeiten. Achtungsvollst J Jos. Schuster, Schreiner, Pfarrgasse. bei Wittwe Scthmelzer, Paohnbof — Fine gebrauchte, gut erhaltene Halb⸗Chaise, zum Ein⸗ und Zweispännigfahren, stehr zu verkaufen im Wagenbauge— schäft von L. Reinhart, Zweikrũcken, Fruchtmarktstraße 12. Ziegeln, Backsteine und Schwemsteine werden wie bisher, im Kleinen und im Großen unter billigster Be— rechnung abgegeben. Raoc. tief. De⸗ Logis, welches Jakob Haas Blechschmied, inne hatte, ist zu vermiethen bei n α — VH — J —— — D — — 2 — AoôItoato hohect — —XE asclinen· leckuise — Unserer heutigen Numm lliegt für aͤlle unsere Abon nennten eine nlustrierte Preislisted gRfeifenfabtit M. Schreiber, vof eferant Sr. Majestät des Königs n Spanien bei, worauf wir besonder aufmerkiam machen zu Obersalzbhrunn i. Sehil. wird aratlicherseits empfohlen gegen Nieren- und Blasenleiden, Eries- un Steinbeschwerden, die verschiedenen Formen der Gicht, sowie Gelenk prheumatismus. Ferner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkopfe und der Lungen, gegen Magen- und Darmkatarrhe. — — In den ersten 4Versandjahren wurden verschickt: 8 ⸗ issi: 1I2623fl. ss 57ö—Fl uäαν XöISοH ägf 234fl Die Kronenquelle ist äurch alle Mineralwasserhandlungen u. Apotheker u heziehen. öRroschũren mit Gebrauchsanweisung versendet anf Wunsch gratis u. franco nie Adminiltratign der Kronen-Ouelle, Obersalzbrunn i. Sthl. Druck und Nersag von F. X. Demetz in St. Inaboͤrt Der Pfingstfeier tage wegen erschein die nächfie Nummer— Dienstaag. 822 * —ditior —— 7 D SHierzu „Illustrirte ;,bI— vr. B. be —RX Vd. St. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. h I de St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2wuial wöochentlich mit Unterhaltungt⸗ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1.A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließlia 10 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Kaum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bel außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 8, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. AX 101. Sonntag, 24. Mai 1885. 20. Jahrg. Die braunschweigische Erbfolge⸗ frage vor dem Bundesrathe. Die seit Monaten in der Schwebe hängende braunschweigische Erbfolgefrage wird nunmehr höchst wahrscheinlich ihrer endgültigen Lösung entgegen gehen. Im Namen Preußens hat der Reichskanz⸗ jer und erste Bundesbevollmächtigte des Königreich Preußens, Fürst Bismarck, dem Bundesrathe den Antrag unterbreitet, daß die verbündeten Regier⸗ aungen Deuischlands ihre Ueberzeugung dahin aus⸗ prechen, daß die Regierungsübernahme des Herzog⸗ hums Braunschweig durch den Herzog von Cumber⸗ land, den Sohn des ehemaligen letzten Königs von hannover mit dem inneren Frieden und der Sicher⸗ Jeit des Reiches unvereinbar sei. Wie man erfährt, ist dieser Antrag bereits am Donnerstage im Zundesrathe berathen worden und es kann kein Zweifel darüber sein, daß er entweder einstimmig oder doch nahezu einstimmig angenommen und zamit die definitive Ausschließung des Herzogs von Fumberland von der Thronfolge in Braunschweig yeschlossen worden ist. Bei dieser delikaten Erb⸗ olgefrage waren Legimität und dynastisches Erb⸗ echt mit der Reichsverfassung in Konflikt gekommen und so wenig man auch die Legimität des dynastischen erbrechtz des Herzogs von Cumberland auf das herzogthum bestreiten konnte, so stand der Verwirk⸗ ichung desselben doch die deutsche Reichsverfassung ils ein unüberwindlicher Felsen gegenüber. Die RKeichsverfassung beftimmt, daß alle deutschen Fürsten )en gegenwärtigen staatlichen Zustand im Reiche nit dem Kaiser, Bundesrathe und Reichstage an oer Spitze als zu Recht bestehend anerkennen, also lann ein Fürst, der dies verweigert, wie es der herzogz von Cumberland thut, auch nicht Regent eines deutschen Bundesrathes werden. Auch is es ganz unmöglich, daß sich das Königreich Preußen, welches von der Fortexistenz der Welfenpartei in hannover nur zu überzeugende Beweise besitzt, einen Pfahl in den Leib dadurch treiben lassen kann, daß es das anerkannte Oberhauͤpt der Weifenpartei in Braunschweig Regent werden und der Agiialion ür die Wiederherstellung des Königreichs Hannover wch eine breitere Basis und Protektion schaffen lagt. Eine solche Zumuthung kann an das Koͤnig⸗ reich Preußen, melches im Jahte 1866 seine deutsche MNission mit einem Kampfe um Sein oder Nicht⸗ sein begann, nicht gestellt werden. Preußen würde mit vollstem Rechte und größter Entrüstung eine solche Zumuthung zuruckweisen. Häatte der Herzog on Cumberland nach dem Tode seines Vaters, des Erkönigs von Hannover, seinen Frieden mit Zreußßen und dem Reiche gemacht und sich von der velfischen Umsturzpartei losgesagt, so hätte er Herzog on Braunschweig werden können. Es ist dies in⸗ essen niemals geschehen und nun zwingt auch die Pflicht der Selbsterhaltung Preußen und das Reich, —AX Erbfolgefrage unter Ausschluß des Heridas bon Cumbeclande uregeln * berühmtesten Künstler und Kunstkenner Münchens zu einer desfallsigen Berathung zusammentreten. Berlin, 21. Mai. Der Reichskanzler Fürst Bismarck ist heute Abend um 102.4 Uhr hierher zurückgekehrt. Berlin, 21. Mai. Der Bundesrath verwies die Vorlage über die Volkszählung im Dezember an die Ausschüsse und genehmigte die Vorlage über die Bildung von Berufsgenossenschaften nach den Ausschußanträgen. Der Antrag Preußens, betreffend die braunschweigische Thronfolgefrage, ging an den Fustizausschuß. Berlin, 22. Mai. Der Kaiser, dessen Be⸗ finden in erfreulicher Besserung begriffen ist, empfing nach der Parade den Kronprinzen und im Laufe des Nachmittags verschiedene Mitglieder des könig⸗ lichen Hauses. — Die Gesetzsammlung veroffentlicht das Gesetz betreffend die Ueberweisung der aus den landwirtschaftlichen Zöllen eingehenden Beträge an die Kommunalverbände. Berlin, 22. Mai. Die von dem Kronprinzen ⁊bgehaltene Frühjahrsparade der Berliner und Spandauer Garnison nahm bei günstigem Weiter ꝛinen glänzenden Verlauf. Der Kronprinz und die übrigen der Parade beiwohnenden Miiglieder des königlichen Hauses wurden von der zahlreich mwesenden Bevoͤlkerung enthufiastisch begrüßt. In Berliner politischen Kreisen kursirte gestern die Nachricht, daß laut Londoner Privatnachrichten Sladstone von einem ernsteren Unwohlsein be⸗ fallen sei; ob dasselbe aber körperlicher oder nur politischer Natur, blieb dahingestellt. Hamburg, 22. Mai. In Grandpopo wurde am 12. April die französische Flagge gehißt. Die Häuptlinge protestirten, da sie deutschen Schutz wollen. J Ausland. London, 21. Mai. Heute Vormitiag fand eine längere Konferenz zwischen Herrn v. Staal und Lessar statt, welche sich darauf zu Granville begaben. — Wie es heißt, würden sich die Grenz⸗ ẽrage -Verhandlungen bis Aber die Mitte Juni jinausziehen, da Lumsden, welcher daran theil⸗ nehmen soll, erst am 16. Juni hier erwariet wird. preise von 9O M. 22 Pf. per Centner Weizen das Weizenbrod 36 Pf., während in Lindau bei einem Weizenpreise von 10 M. 55 Pf. per Ctr. das Pfund Weizenbrod blos 23 Pf. kostete; ähnlich oerhält es sich mit den Mehlpreisen, welche auch durchaus keinen Anhalispankt für die Brodpreise abgeben. So hatten Ausbach und Regensburg die gleichen Mehlpreise, während der Preis des Weizen⸗ brodes in Ansbach 20, in Regensburg 47 Pf. war. München zahlte bei einem Weizenmehlpreise von 18 bis 22 Pf., das Weizenbrod mit 46 Pf. während Straubing bei gleichem Mehlpreise nur 19 Pf. für )as Pfd. Brod berechnete. Obige Zahlen zeigen, zaß in dieser Richtung Mißstände bestehen, weiche „om Standpunkte der Landwirthschaft um so mehr u beklagen sind, als mit Einführung höherer Ge— reidezölle den Landwirthen der Vorwurf einer hier⸗ hurch veranlaßten künstlichen Brodvertheuerung nicht exrspart blieb. Dr. Kalchgruber weist in seiner Schrift „Untersuchung über landwirthschafiliche, peziell bäuerliche Verhältnisse in Altbayern“ nach. daß in München im Vergleiche der Roggen⸗ und Weizenpreise in der Periode 1864 -69 mit 1879 jis 84 zu den Roggen⸗ und Weizenbroden beim Roggen eine Preissteigerung von 18,87 pCt., beim Beizen eine solche von 9,893 pCt. während beim Roggenbrod eine Steigerung von 66,66 pCt. und beim Weizenbrode eine solche von 111,76 pCt. sich ergeben hat. Das Verlangen nach Abhülfe dieses Uebelstandes durch Wiedereinführung einer amilich festzustellenden Brodtaxe liegt sehr nahe und wurde bereits im deutschen Landwirthschaftsrath ein dies⸗ bezüglicher Antrag gestellt, welcher jedoch nicet zur Annahme gelangte. Die „Rundschau“ gibt schließlich den Konsumenten den Rath, das Brod rur nach Gewicht zu kaufen und auf dessen Einhaltung, sowie auf einen dem Mehlpreise entsprechenden Brodpreis zu dringen. — Der aus Edenloben ausgewanderte Buchdruder Gust. Völker schoß sich in NewYork, als er mit einem Revolver spielte, eine Kugel in die Bruft. 22 BVermischtes. fFStraßburg, 20. Mai. Der „N. Bad. Losztg.“ wird gemeldet. daß Sarah Bernhardt, die in Straßburg und Metz mit der Gesellschaft Simon auftreten wollte, durch eine diskrete Ver⸗ fügung des Ministeriums an ihrem Auftreten ver⸗ hindert worden ist. Die Verfügung ist an die vor⸗ gesetzten Behörden der beiden Theater in Straßburg und Meß gerichtet und spricht die Befürchtung aus, daß die Anwesenheit der patriotisch- exzentrischen Dame zu politischen Demonstrationen mißbraucht werden würde. Augsburg, 18. Moi. Eingeschneit wurden auf dem Pfänder am Himmelfahristage ꝛinige Augsburger Herren, welche von Lindau aus eine kleine Bergpartie machen wollten. Zwei Tage nußten unsere Touristen auf der Riesealp zubringen und erst nachdem mit dem Bahnschlitten Weg ge⸗— nacht worden, konnte der Abstieg erfolgen. Der —A f München, 19. Mai. Von 81 Forsi⸗ meistern, Vorständen der seitherigen Forstämter, änd bis heute nur mehr 14 in dieser Funktion belassen, alle anderen sind pensioniert oder für den uneren Dienst bestimmt. Am Donnerstag fand die Versteigerung der LZlein⸗Eisenzeug · Fabrik der Firma „Hetzler und darcher“ ꝛu Bettinagen alS. satt und wurd— Lokale und pfälzische Nachrichten. — Grod- und Mehlpreise) dDie „Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins in Bayern“ bespricht in der Rundschau“ ihres März⸗ heftes (verfaßt von Geueralsekretär Otto May) die virthschaftliche Zeitlage und stellt eine Untersuchung über Mehlzölle und Brodpreise an. Dabei kommi der Herr Verfasser zu dem Schlusse, daß die Brod⸗ preise ganz unabhängig vom Getreide- resp. Mehl⸗ yreise seien, wenigstens so lange diese Letzteren nie⸗ drig stehen; er beweist dieses durch vergleichende Zusammenstellungen. So z. B. hat den höchsten Preis für 1 Pfd. gemischtes Brod, Erlangen mit 30 Pf., während Pirmasens, Kaiserslautern und Brünstadt den niedrigsten mit 12 Pf. haben. Der Durchschnittspreis für 1 Pfd. gemischtes Brod be⸗ technet sich für München auf 18, Landshut 20, Speyer 13, Regensburg 21, Bayreuth 24, Ans- bach 16, Würzburg 23, Augsburg 28 Pf. Weizen yrod kostet in Munchen 36, Landshut 38, Ger⸗ mersheim 18, Regensburg 27, Amberg 22, Bay⸗ euth 28, Ansbach 20, Würzburg 26, Augsburg 29 Pf. Die oͤrtlichen Getreidepreise stimmen durch uus nicht mit diesen Brodpreisen zusammen, so kostete z. B. in München hei einem Durchschnitts Voltische Uebersicht. Deutsches Reich. ur Nünchen, 22. Mai. Die Regierung von Asaß · Loihringen hat genehmigt. daß das bahr. driegerdenimol zum Andenken an die Ge⸗ falenen von Wörth auf dem sog. Militärfriedhof nachst Wörth aufgestellt werden darf. Der Plaß wird unentgeltlich überlassen. Was die Art des Monumento betrifft, werden demnächst einige der dieselbe dem Meistbietenden, Herrn F. Karcher, zum Preise von 500,080 Mk. zugeschlagen. Offenbach, 20. Mai. Das seltene Fest rner 66jahrigen Thätigkeit in der Tabakfadril bon Kasimir Krafft u. Komp. feierte in der vorigen Woche der Arbeiter Peter Mengelmann von Bürgel. Derselbe wurde von den Inhabern der Firma, den PH. Carlo und Adolf Krafft, durch ein Geldge⸗ schenk von 1000 Mark erfreut und unter Aner⸗ kennung seiner treueu Pflichterfüllung mit seinem vollen Gehalt pensioniert. Diese hübsche That der herren Krafft verdient gewiß öffentliche Ancrkennung uͤnd wünschen wir. dem wackern Juͤbilar, daß er fich noch recht lange seines Ruhegehalts erfreuen möge. Eine vorzuͤgliche —Schützin ist ein Fräulein —— Aumann, die Tochter des Oberförsters Herrn Äumann zu Hersfeld in Hessen. Diese junge Dame hat beim vorjährigen Blumenfeste für drei Schüsse in's Zentrum— den ersten Preis ge⸗ wonnen und dieser Tage einen Auerhahn, ein prachtzges Thier im Gewicht von 134 Pfd. erlegt. 7 Zuürich, 20. Mai. Wie aus Pfäfers und Ragatz gemeldet wird, find dort gestern die warmen Quellen ausgeblieben. (Antwerpener Ausstellung.) Die deuische Abtheilung in der Antwerpener Ausstell⸗ ung, welche ber deren Eröffnung noch kaum be—⸗ gonnen war, ist in den letzten vierzehn Tagen durch die Energie der deutschen Kommissare so gefoördert worden, daß sie schon jetzt einen sehr harmonischen Eindruck gewahrt, sie hat die belgische und franzö— fische Abtheilung in der Fertigstellung weit über⸗ flügelt. Zwölf Kongoneger, darunter 4 Männer, dadei der König Massala aus Vivi, 4 Frauen, 1 junges Mädchen und 3 Knaben, denen noch als Doumetscher ein Neger aus Cabinda zugesellt ist, sind in Antwwerpen angekommen; sie werden ein Kongodorf errichten. fParis, 22. Mai. 'Vickor Hugo ist heute Mittag 192 Uhr gestorben. Das Ministerium hat beschlossen, das Begrabniß Viktor Hugo's auf Staaiskosten und mit großem Pomp abzuhalten. Der Tag des Begräbnisses soll als nationaler Trauertag erklärt und alle Ministerien, alle Bureaur »er staatlichen und städtische Verwaltungen, alle Schulen, die subventionirten Theater und angeblich auch die Börse sollen geschlossen werden. Augen— blicklich befindet sich eine enorme Menge vor dem Sterbehause. Der Todeskampf hat mehrere Stun⸗ den gedauert. Die äußerste Linke will beantragen, das Pantheon dem Cultus zu entziehen und das⸗ selbe wieder als Grabstätte großer Männer zu er— flären und Hugo in demselben als ersten beizusetzen. Zugo hinterläßt ein auf 5— 6 Millionen geschätztes Zermögen, dazu⸗enorme Autorrechte. Erben sind eine Tochter Alice, welche sich seit langen Jahren n dem Irrenhause befindet, und seine Enkelkinder Beorges und Jeanne. FNizzau, 18. Mai. Die Spielhölle in Monte Carlo hat in der letzten Woche drei neue Opfer gefordert: einen 23jährigen Jüngling, einen ilteren Mann und eine Frau von 48 Jahren! Der junge Maun hatte sich hinter dem Gensdar— nerie⸗ Posten eine Revolberkugelin den Kopf ge⸗ agt; der Unglückliche blieb nicht sogleich todt, son⸗ )ern erst nach einem zweiten Revolverschuß in den dopf trat der Tod ein. Ein 65jähriger Mann ꝛrhängte sich an einem Baume nächst dem Sommer⸗ iosk. Die Frau endlich, welche Mutter mehrerer rinder ist, die sie in der verzweifelsten Lage zurück äßt, nahm sich das Leben, indem sie sich aus einem Fenster hinunter stürzte. Der junge Selbstmörder jatte an der Spielbank 75,000 Francs verloren, der alte 55,000 und die Frau eine relativ geringe Zumme, 15,000 Francs. Totale 142,000 Fres. und — drei Selbstmorde! Wann endlich wird dem kandalösen Treiben in Monte Carlo ein Ende ge⸗ nacht werden? F Ueber das Klima in Kamerun berichtet Dr. Pauli in „Petermann's Mittheilungen“: Man unterscheidet zwei Jahreszeiten, die kühle oder Regen⸗ jeit, welche fich von Mitte Juni bis Ende Septbr. erstreckt, und die heiße oder trockene Zeit. Die Regenzeit wird in der Regel durch Gewitter einge⸗ ührt und ausgeleitet, denen Tornados im März und April vorangehen, sowie Ende Oktober und ovember folgen. Diese Tornados, jchwere, zöen, zeichnen sich vor den Gewittern durch Fehlen von Donner und Blitz aus, kommen vöhnlich aus S.O. bis N.O., mit der Tenden nach dem Westen, dem Meere hin zu ziehen. 9 rigens sind in der Regenzeit durchaus keine son gen und trockenen Tage ausgeschlossen, indessen da gehen selten drei Tage ohne einen intensiveren, in. pischen Regen. Die größte Hitze in der trockenen Zeit wird im Januar und Februar erreicht. d. durchschnittliche Temperatur während der Regenye »etrug im Jahre 1884 im August 25,90 6 us einem mittleren Barometerstand von 765,2 mu Im September war die Minimaltemperatar 22 306 das Marimum 28,509 6. Das Barometer schwam— zwischen 764,6 und 767,5 mw. Zur Zätn zrößten Hitze werden Dunst und Nebelbildung zleich unserem Höhenrauch beobachtet, welche do den Engländern „Smokes“ genannt werden. un ine halbe Stunde weit vermag man dann zu sehn Durch ständige Luftbewegung wird / in Kamerun die jeiße Jahreszeit nicht so unangenehm empfunden indem gewöhnlich von Mitternacht bis Vormitn⸗ rüh ein frischer Landwind aus S.«O. weht, d zann von einer flotten Seebrise aus S.W. ahn. röst wird.“ F In Newhork ist ein Cirkular im Umlamf worin darauf hingewiesen wird, daß es dort 60,000 Israeliten gibt, wovon ein sehr großer Theil an Samstage die Synagogen nicht besucht. Es wih )eßhalb darauf gedrungen, den Gottesdienst von A Stern hielt in diesem Sinne neulich einen Vortra⸗ iber die „Mission des Judaismus in der Gegenwar!“ — — Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Launr, St. Ingben Der kgl. Postdampfer „Westernland“ Kapitin Randle, welcher am 9. Mai von Antverpen ab⸗ ning, ist am 19. Mai wohlbehalten in New horl angekommen. Pfñnugstmontag — »on Nachmittags 3 Uhr an 2 332 1 * Tanzmunsik * Quirim ench urend der ierlage 4 44 vator Bierbrauereéi Gebr. Beckeop. furnverein Li. — — —N — heil! Ueber die Pfingstfeiertage IO CIIfoĩ mer Dienstag Adend punkt 8 udh Beginn des Turnens der te Männerriege Karl Best Während den Pfingstfeiertagen von ausgezeichnetem Bock mit Bockwürsten. BGoldnen Stern. Samstag Mittag und übe die Feier im Becker'schen Garten (Unterstadt. BSop Turnrat⸗ und riενC— σ Lageν Ebensßo bei allen Kunden. — xX Zur Nachricht! x Von dem allein ächten rheinischen Trauben.Brust·Honiq der Fabrik W. H. 3idenn heimer in Mainz ist die wartete Sendung soeben einge troffen und empfiehlt denselben unier Garantie in Flaschen 21. 192 und 3 Mark J. Friedrich in St. Ingbert. —. D —4 7* Geschäftsveränderung. Zeige hiemit ergebenst an, daß ich aus dem mit meinem Bruder bisher emeinschaftlich betriebenen Geschäfte ausgetreten bin, und die von meinem ver⸗ torbenen Schwiegervater. I⸗ Johann Schmelzer'sche Sehreinereĩ ür eigene Rechnung fortbetreibe. Indem ich das dem Geschäfte bisher geschenkte Verirauen auf mich zu übertragen bitte, empfehle mich zu gleicher Zeit in Ausführung aller vor⸗ kommenden Bau⸗ und Möbelarbeiten. Achtungsvollst Jos. Schuster, Schreiner, Pfarrgasse. —X — bei wWitliwe Schmelzer, Bahnhof. c —1 Eine gebrauchte, gut erhaltene Haälb⸗Chaise, zum Ein⸗ und Zweispännigfahren, steht zu verkaufen im Wagenbauge⸗ schäft von ILIL.. Reimhant- Zweibrücken, Fruchtmarktstraße 12. Ziegeln, Backsteine und Schwemsteine werden wie bisher, im Kleinen und im Großen unter billigster Be— rechnung abgegeben. Xace. Stief. De Logis, welches Jakob Haas ABlechschmied, inne hatte, ist zi vermiethen bei DAmmovrou Ußrmacher ———X 8 Faohachulo fut — oee — ahms: ——— Unserer heutigen Numm. liegt für alle unfere Abon⸗ ennten eine duftrierte Preislisted pfeifenfabrie M Schreiber de seferant St. Rajestat des Königs don -„panien bei, worauf wir — zufmerksam machen. —öA wird ärztlicherseits empfohlen gegen Nieren- und Blasenleiden, Gries- und Steinbeschwerden, die verschiedenen Formen der Gicht, sowie Gelenk- eheumatismus. Ferner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkoptes ind der Lungen, gegen Magen- und Darmkatarrhe. — — In den ersten bVersandjahren wurden verschickt: F — — — Dio Kronenquelle ist durch alle Mineralwasserhandlungen u. Apotheker u boziehen. ꝛroschũren mit Gebranuchsanweisung versendet auf Wunsch gratis u. franco Vie“ Idministratien der Kronen⸗Onelle, Obersalzbrunn i. vql. Druck und Verlag von F F. Demek in St. Ingheri ————— die na e wegen er ein e le RNummer o — —⸗ — Sierzu „Illustrirte— ,anIaut r. B8. Y — J. t. Jutberter Auzeiger 6 J MIL Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. II Aer ibb rkn b de Gt. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donunerétag, Samstag und Sonnutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ —R Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 einschließlich Teagerlohn; durch die Post bezogen 1.AM 75 , einschließlic —24 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 13 9, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. ispr X 102. Dienstag, 26. Mai 1885. 20. Jahrg. Europa und England. Eine ebenso interessante als hochwichtige Frage heschaftigt noch fortwährend die Politik der fest⸗ andischen Großmächte, es ist dies nicht etwa der mnglisch russische Konflikt in Zentralasien. sondern daß vom Fürsten Bismarck meisterhaft geleitete Zchachspiel Europos gegen England, um endlich daß übermächtige und seinen Eigennutz über alle Interessen stellende Inselreich zu nöthigen, sich dem fentlichen Wohle Europas zu unterordnen. Nicht veniger als vier Großmächte. Deutschland, Ruß⸗ and, Oesterreich und Frankreich sind es, welche ich vorgenommen haben, die englischen Anmaßungen urüchzudrängen und es darf mit Genugthuungç jerborgehoben werden, daß sich zu diesem Zweck in ziemlich solides Einverständniß zwischen Deutsch⸗ and und Frankreich herausgebildet hat. Hat doch eit Beginn der Verwickelungen in Egypten keine Mocht schwerer als Frankreich erfahren, was eng⸗ iische Anmaßung heißt, die Franzosen wurden aus kghpten, das ihnen seine Kultur und den Suez⸗ anal verdankt, von den Engländern foͤrmlich sinausgeworfen, aber Dank der Eintracht der ibrigen Mäcte wird nunmehr England aus kgypten hinauskomplementirt und die Frage ẽghptens und des Suezkanals allmählich im euro⸗ zäischen und nicht im englischen Sinne geregelt. Es ist übrigens nicht nur Englands Haltung in Eghpten, die ein europäisches Aergerniß hervor⸗ jebracht hat, sondern Englands Siellungsnahme uuf den gesammten überseeischen Plätzen. Die nglische Regierung hat dort in alter, schlauer und dreister Praxis überall Vorrechte Englands“ latuirt, die weiter nichts als Anmaßungen gegen⸗ iber den anderen Mächten sind, ja England ist ogar soweit gegangen und hat internationale Ge⸗ uundheitskontrollen in seinem Handelsinteresse ein ⸗ ach ignorirt oder zu umgehen gewußt. Und wie kngland über volkerrechtliche Verträge überhaupt denlt. das ist bei der neulich diskutirten Dar⸗ anellenfrage zu Tage gekommen, wo England den Reisten Satz aufstellie, daß nicht die Mächte unter ich, sondern nur die Türkei mit den einzelnen Nachten die Schließung der Dardanellen gefaiten e Es war daher dringend nöthig, daß fest ndische Großmachte über verschiedene internanionale dechte neue Vereinbarungen mit verschärften Be— nmmungen festsetzten und Deuischland, Frankreich, en und Oesterreich sind in diesem Bestreben gein seit Jatr und Tag vorgegangen und es ist . —— daß der englsch· russische Kon⸗ y Zentralasien lediglich eine Episode dieses * diplomatischen gegen England geführten 7— ist, nun auch die anmaßende Stellung n ands in Asien in ihre Schranlken zu weisen. in de Zeit ab, wo Deutjchland, Frankreich — nd und Oesterreich sich über ihre Ziele Eng⸗ * gegenüber einig wurden, datireu alle die v egeln, die genommen wurden um England zu n etwas mehr mit Europa zu rechnen. Es 8 hintereinander die Konferenz zu Berlin mit saͤn ufttage über die herrenlosen Länder zu * In b Konferenz zu Paris mit der Misfion in Je p England aus der Hand zu winden iilon onferenz zu Rom. um der englischen in in Egypten die Sanitätskontrolle zu nehmen, im Inieresse seines Handels mißbraucht. —6 sagt wohl nicht zuviel, wenn man de— daß das geeinigle Europa seinen auf die einsamen Wohlfahris nteressen gerichteten Willen England gegenüber, das nur eine sehr laue Unter-⸗nach dem Poöͤre Lachaise, wo er soeben eintrifft. zühung von dem wankelmüthigen und nach leichter Auf dem ganzen Wege ertönten revolutionäre Rufe Beute gierigen Italien hat, auch durchsetzen wird. und nur vereinzelte der Kommune feindliche Mani⸗ festationen fanden statt. Paris, 25. Mai. Bei dem gestrigen Ein⸗ schreilen der Polizei gegen die Kommunarden auf dem Poͤre Lachaise wurden ein Polizei⸗Offizier und aicht Polizisten verwundet. Auf Seiten der Kom⸗ nunarden sind, wie die Parteiorgane derselben melden, zwei oder drei getödtet und etwa 40 ver⸗ wundet worden. London, 23. Mai. Der „Standard“ will wissen, Lord Roseberry sei offiziell beauftragt, Fürst Bismarck's Ansichten über die egyptische Frage zu erforschen. Die britische Regierung sei überzeugt, daß sie bei der Loͤsung der egyptischen Frage auf ein Wohlwollen seitens Frankreichs nicht rechnen könne und wünsche sich deßhalb des Einvernehmens mit Fürst Bismarc au versichern. Volitische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 24. Mai. Der Kaiser hat die Nacht gut geschlafen und befindet sich wohl. Berlin, 24. Mai. Ueber das Befinden des Kaisers erfährt die „Post“, daß die Besse— rung in der erfreulichsten Weise fortschreitet und der Kaiser voraussichtlich in allkürzester Zeit voll⸗ tändig wieder hergestellt sein wird. Die laufenden Vorträge und Regierungsgeschäfte haben während der vergangenen Tage keine Unterbrechung erfahren. Gestern Abend empfing der Kaiser den Besuch des eronprinzen. welcher über die Parade in Potsdam Bericht erstattete. Sofern das Wetter günstig ist, vird der Kaiser auch seine regelmäßigen Ausfahrten demnächst wieder auffnehmen. — Der Reichskanzler Fürst Bismarck und der Staatssekretär Gras datzfeld statteten heute Mittag dem englischen Botschafter einen Besuch ab. Im Anschluß an unsere Mittheilung im Sonn⸗ tagsblatt über die Aufhissung derfranzösischen Flagge in Groß Popo theilen wir die nach— dehende ausführlichere Meldung des „Hamb. Lorr.“ mit: Little Popo, 14. April. Am Sonntag Morgen, den 12. dieses, ist in Grand Popo das französische Protektorat erklärt worden. Die fran⸗ zösische Flagge ist unter den üblichen Ceremonien, nicht auf einem freien Platze, sondern in dem durch Umzäunungen begrenzten Hofe des französischen Agenten E. Piatiet (Cyp. Favre u. Co.) aufge⸗ zogen worden. Am folgenden Tage ging das riegsschiff, dessen Kommandant diese Ceremonie jorgenommen, nach Ahgwey weiter, um diese Stadi benfalls unter französischen Schutz zu stellen. Die Hdaäupilinge sollen sich jedoch ernstlich dagegen ver⸗ vahrt haben und ist das Weitere abzuwarten. In Litile Popo wird ein Protest gegen das Einschreiten des französischen Gouvernements vorbereitet. Der französische Konsularagent, Herr J. Cautaloup, ha bereitss vor ca. 14 Tagen den hiesigen Häuptlingen eine offizielle Note gesandt, daß er jeden derselben als einen Kriminalverdrecher bestrafen würde, wenn er irgend welche Intriguen gegen eine Besitzergreif⸗ ung Frankreichs machen sollte. Diese Note hat seloͤst bei anderen Franzosen das größte Mißfallen erregt. Die Häupilinge haben sich schriftlich ver⸗ pflichtet, bis Juli 1885 auf eine Antwort Deutsch- jandz zu warten und bis dahin Keinem erlauben zu wollen, ein anderes Protektorat als das deutsche zu erklären. Leele und prtälzische Nachrichten. x* St. Ingbert, 26. Mai. Heute Morgen mußte ein junger Mann von hier, der gestern bei einer Schlägerei in Rentrisch schwer verletzt wurde, ins städtische Hospital verbracht werden. * St. Ingbert, 26. Mai. Wie wir hören, schweben zur Zeit Verhandlungen wegen Errichtung einer Kunstwollpinnerei dahier. Wie weit dieses neue Projelt gediehen ist, entzieht sich bis jetzt noch der Oeffentlichkeit. * St. Ingbert, 26. Mai. Die verhält⸗ nißmaͤßig angenehme Witterung während der Pfingst⸗ feiertage führte unserer Stadt aus der Nachbarschaft einen ziemlich zahlreichen Besuch zu. Auf allen Wegen und Pfäden sah man Spaziergänger, ein⸗ zeln und in Gesellschaften, sich im Freien ergehen. Eines besonders zahlreichen Zuspruches von hier aus hatten sich Sengscheidt und Reichenbrunn zu erfreuen. — Kirchheimbolanden, 21. Mai. Von Herrn Johannes Schwab auf dem Rothenkircherhof wurden zwei Ochsen verkauft, welche zusammen das respeltable Gewicht von 42 Zentnern lebend hatten. Dieselben sind gestern nach Worms gebracht worden. — Der bayerische Frauenverein hält am 28. d. M., Nachmittags 212 Uhr, im Saal⸗ bau zu Neustadt seine Generalversammlung. Den Vorsitz führt Excellenz Frau Gräfin Ysenburg⸗ Philippseich, Vorfitzende des Central⸗Komitee's zu Munchen. Die Vorstandschaft des Kreisausschusses crifft Vormittags 10 Uhr in Reustadt ein. Das Programm ist noch nicht ganz festgesetzt, jedoch läßt sich bereits mit Bestimmiheit Folgendes angeben: 1) Begrüßung, Vortrag des Jahresberichtes der pfälzischen Frauenvereine, Ergebniß der Samm⸗ ungen für „Camphausen“. Schriftführer des Kreiausschusses. 2) Ueber den Charakterzug des veiblichen Herzens zur Auzübung der Werle der Barmherzigkeit. Redner unbestimmt. 3) Ueber die okale Friedensthätigkeit. Kgl. Kämmerer und Be— irkgamtmann von Landau Herr v. Hartlieb⸗Wal⸗ porn. 4) Ueber das Pflegerinnen⸗Institut und die Nothwendigkeit des Einlieferns des Drittels. Ein Herr des Central ⸗Komitee's. 5) Schluß. Redner aunbestimmt. Hiefür dürften nicht ganz zwei Stun— den ausreichen, so daß jene Herrschaften, welche vielleicht um 522 dder 6 Uhr abzureisen wünschen, roch vollkommen Zeit zur Erholung finden. Die Direktion der pfälzischen Eisenbahnen hat den die Beneralversammluung besuchenden und legitimirenden Pitgliedern Fahrtar⸗Ermäßigung in der Weise be— Ausland. Paris, 23. Mai. Der Senat nahm den Geseyentwurf über das Listenserutinium mit der Abanderung, daß bei der den Wahlen zugrunde zu legenden Bevölkerungsziffer die Ausländer nicht mitgezählt werden, und daß die Mitglieder der irüheren Herrscherhäuser nicht wählbar sind, an. Paris, 45. Mai. Bei der Beerdigung Cour⸗ net's hat eine enorme Betheiligung seitens der Zommunarden stattgefunden. Der Leichenzug wurde von starker Polizeimacht eskortirt, welche aber das Entfalten von rothen und schwarzen Fahnen zuließ, was als eine den Kommunarden gemachte Kon⸗ ession gedeutet wurde. Der Zug ging über der goulevard Magenta und den Boulevard Voltaire willigt, daß die einfachen, mit dem Stationsstempel versehenen Fahrbillete zur freien Rückfahrt in den entsprechenden Zugs- und Wagenklassen am Tage der Ausgabe berechtigen. wachsames Auge auf ihn zu haben. Gestern wurde indeß durch eine List die Aufmerksamkeit der Polizei von der Brücke abgelenkt, wahrend Odlum ich zum Sprunge anschickte. Mehrere stiner Freunde, (worunter sich auch Boyton befand, der ihm die erste Hülfe leistete), die sich in einem Dampfer auf dem Flusse befanden, zogen ihn aus dem Wasser. Er lebte nur, bis das Ufer erreicht war, sprach dann wenige Worten und starb unter großen Schmerzen. Der Taschentuch-Telegraph stetz jetzt bei der Amerikanischen „Flirtation“ (Koketterie) n hoher Gunst. Das Taschentuch an die Lippen )xüden deutet an, daß man Bekanntschaft machen wisll; es auf der Hand ausbreiten bedeutet. daß man wagen darf; ses nach unten gesenkt halten. giebt zu verstehen, daß man sympathisire; es um die Hand wickeln bedeutet Gleichgiltigkeit; es über das Kinn ziehen heißt: „Ich liebe Sie“; es mit beiden Händen auseinanderziehen bedeutet: „Ich hasse Sie“; es an die rechte Wange halten drückt ein zäctliches „Ja“ aus; an die linke Wange jalten ein entschiedenes „Nein“; es um das rechte dandgelenk wickeln bedeutet: „Ich liebe einen Andern“; um das linke Handgelenk: „Lafsen Sie mich unbehelligt'; es zusammenfalten: „Ich möchte mit Ihnen sprechen; es über die Schulter flattern lassen besagt deutlich: „Folgen Sie mir“; es an zwei Zipfeln halten: „Erwarten Sie mich“; es um die Stirne binden ist eine Anzeige, daß man überrascht werde; es an's rechte Ohr halten heißt: „Sie sind unbeständig“; an's linke Ohr: Ich habe eine Botschaft für Sie“; au ein Auge: Sie sind grausam“; es um den Zeigefinger wickeln: Ich bin Braut“; um den Ringfinger: „Ich bin berheirathet“; 7 CGuch ein Zeichen der Zeih sind die sich mehrenden Heirathsgesuche von Damen. Nach stehend eine kleine Semmlung. Die vier ersten Nummern derselben stehen in ein und derselben Zeitungsspalte! Aufrichtige Heirath füt vornehme te Herren. Durch neuen Trauerfall heim- und schutzuos, tief vereinsamt, verwittwet, in den Vier⸗ igen, den höheren Ständen augehörend, suche in dorrespondenz zu treten wegen Verehelichung mit einem alten christlichen, ehrenhaften, unabhängigen, chuldenfreien, destinguirten, edelgesinnten Gutsbe⸗ zher oder penfiouirten hohen Beamten, welches Ein⸗ ommen vereint mit den Zinsen meines fest hypo⸗ hekarisch gestellten Kapitals ein gemüthliches trautes Heim zu sichern. — Ich bin Waise, Jüdin, 21 Fahre, mit einem Vermögen von 15,000 Mk. aus angesehener, hochtachtbarer Familie, sanften und lebensfrohen Gemüths, gebildet, von angenehmen Aeußern und schöner Gestalt, durchaus häuslich und wirthschaftlich erzogen und mich nach einer Stütze sehnend und möchte, da ich noch Niemand Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung bei dem Leichenbegängnisse unseres lieben Batten, Vaters, Sohnes, Bruders Schwagers nnd Onkels Carl Sieqwardt, besonders dem Kriegervereine für die hrenhafte kameradschaftliche Begleitung, owie dem Gesangvereine für den er⸗ jebenden Grabgesang, sagen auf diesem Wege herzlichsten Dank. Schnappach, Nürnberg und Amberg, 23. Mai 1885. Die trauernd Hinterbliebenen. —4 Minesische Thee zum Lebensgefährten für passend gefunden habe,, auch einmal auf diesem Wege versuchen Ich big dem Mann ein liebendes, ihm treu zur Seite steha des Herz und verlange von diesem einen edlen Eha rakter und sichere Existenz. Kaufmann bevorzus da selbst aus diesem Stande stammend und dasn großes Interesse hegend. Wunsch beider Thei wird es doch jein, vorerst in Briefwechsel behiß näherer Bekanntschaft zu treten und erbitte Offech— unter „D 100 Waisenglück“ Köonigsberg i. pi hauptpostlagernd. — Welcher geb. Herr, am liebse— Wittwer mit Kind, hat den Muth, mit einem ge bildeten Mädchen anfangs der 2oer, ohne Wi mögen, Tochter eines höheren Beamten, behufs Vi ehelichung in Korrespondenz zu treten? — Ein— tinderlose Wittwe, 28 Jahre alt, mit etwas Vet mögen, wünscht sich wieder zu verheirathen am lied sten mit einem Beamten. — Ein eigener Herd q der Seite eines verehrten, geliebten Mannes wär mein Glück. Ein guter Genius möge den Blie eines edlen älteren Herrn der besseren Gesellschaf auf diese Zeilen lenken und ihn mit dem Gedanke erfüllen. daß der Lebensweg in Gesellschaft eine lieben, gebildeten Frau doch angenehmer sein würd⸗ als allein. Schreiberin hat nur kleines Vermoͤgen Diskretion heilig. Ehr wolle Mittheilungen werde rwartet unter Genius“ 115 an die Exved.d. V Vermischtes. Metz, 22. Mai. Die „Lothringer Zeitung“ meldet: „Otto Wolff, ehemals Hauptmann bei dem in Diedenhofen garnisonirenden Infanterieregiment Rr. 70, hat nächst dem Bahnhofe in Monte Carlo mit einem Revolverschusse gegen das Herz seinem Zdeben ein Eade gemacht. Wolff besaß ein ansehn— uches Vermögen, hatte aber alles im Spiele ver⸗ loren. PFernsprechverbindung mit Mainz. Durch die am 22. Mai erfolgte Betriebseroffnung der Fernsprechverbindung zwischen Frankfurt (Main) und Mainz wird dem Publikum Gelegenheit ge— boten, die im Gebäude des „Frankfurter Hofes“ bestehende offentliche Fernsprechstelle zu Gespruͤchen mit den Theilnehmern der Stadt-Fernsprecheinrich tung in Mainz zu benutzen. Die Gebülhr für ein — Theil⸗ nehmer der Fernsprecheinrichtung in Mainz beträgt M. 1,50. PBerlin. Ein Monstrum von Wohlbeleibt⸗ heit ist der elfjüͤhrige Sohn eines hier wohnenden Cigarrenhändlers. Derselbe wiegt bereits 154 Pfuͤnd und ist im beständigen Zunehmen begriffen Auf ärztliches Anrathen hat der Vater seinen Sprößling jetzt zur Kur nach Karlsbad geschickt wo der Knabe sicherlich der jüngste Kurgast sein dürfte. (Furchtbares BrandeUnglück.) New-⸗York, 21. Mai. In einer der größten Druckereien Cincinatis kam gestern Feuer zum Aus⸗ bruch. Das verheerende Element griff so rasch um sich, daß sicbenunddreißig Personen sich nicht mehr reiten konnten und den Tod in den Flammen fanden. Zehn Arbeiter, die vom dritten Stocwerke auf die Straße sprangen, erlitten schwere Verletz- ungen. (Ein verhängnißvoller Sprung.) Professor Robert Odlum, ein berühmter Schwimmer aus Wastington. sprang am 19. d. M. Mach⸗ mittags von der East⸗River⸗ Brücke in Rewhod und fand dabei seinen Tod. Die Höhe vom- Mittel— puntt der Brücke bis zum Wasserspiegel beträgt 185 Fuß. Es gelang Odlum, beinahe auf dem ganzen Sprunge seinen Korper aufrecht zu halten, aber zuletzt erlitt der Körper eine Wendung, und er schiuge mit seiner Seite aufs Wasser, Mr. Odlum machte den verhängnißvollen Sprung, um Berühmtheit zu erlangen. Er hatte unlängst die Erlaubniß der Behörden nachgesucht, von der Brücke zu springen; diese wurde aber ver— weigert. zund die Volizei ward angewiesen. ein Zwangsversteigerung. Donnerstag, den 28. Mai nächsthin, nachmittagss 2 Uhr zu St. Ingbert bei Wirth Heinrich Schwarz versteigere ich: 1 Chiffonier, 1 Regulationuhr, 1 Spiegel, 1 Küchenschrank, 1 Nachttischchen, 1 Theeke, 2 Hach klötze, 1eisernen Kessel, Stühle, 1 Boa nebst Pulswärmer, 1 Uhr mi Kette, 1 Kleiderschrank, 2 Bettdecken 12 Handtiücher, 12 Leintücher, 6 Kopfkissenüberzüge, 14 Tischtücher, 10 Servietten ꝛtc. zwangsweise gegen Baarzahlung. Si. Ingbert, den 25. Mai. 1885 Keck, Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Faßbender in St. Ingbert. — Für di⸗ Nedettron verantwortlich: F. X. Demenz. — — — Kaiserslauterer katholische Kirchen⸗ bau⸗Lotterie. Kuürzlich lasen wir in einem Blatte, daß keine der biz herigen baherischen Kirchen baulotterien eine so große Zah von Mittelireffern aufzuweisen gehabt, wie die Degendorhe Kirchenbaulotterie. In der That weist der Verloosungsplun zenannter Lotterie die Zahl von 16 Treffern von zusammer 172,000 VNark auf. Das sieht sehr verlockend aus. Beirahien wir uns jedoch die Kehrseite der glänzenden Medaille und lassen wit die Zahlen auch da spreche n. Genannte Lotteri qai 300,000 Loose; von diesen gewimen 16, schreib Sechzehn: 172,000 Mk. der Rest, d. h. 299, 984 Lobs onkurciren um — 28,000 Mark! — Wie stehen nun di Thancen bei der Kaiserslauterer kath Kirchen banlotterie? Die Verwaltung hat hier zum ersten male mit dem Prinzip der ‚blendenden Haupitreffer ge— —XX des Loose kaufenden Publikums dadurch Rechnung getragen daß fie bei Einstellung zweier sehr respektabler Haupttrese von 30,000 und 10,000 Mark die Zahl der Treffe zwischen 1000 -50 Mark in dankenswerther Weise ver mehrt hat; denn in diese letztere Kategorie fallen nich weniger als 117, während zwischen 50 und 10 Marl 6b doose gewinnen. Die Kaiserslauterer Lotterie hat 20,00 Bewinnste, so daß jedes zehnte Loos mit einem Treñ aotirt xbeiter und Arbeiterinnen begehen häufig dadurch, daß sie die ersten Anzeichen eine: restörten Verdauung und Ernährung (Leber⸗, Gallen⸗ mi ämorhoidalleiden ꝛc.) unbeachtet lassen, einen große jehler, indem bei sofortigem Gebrauch der berühmten Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen schwereren Leiden dorgebeugt und die Arbeit nicht gestört worden wäre. Er *XlIich à Mek. in den Apotheke meorir Atdampfer der Star Lĩñne ahren von Antwerpen jeden Samstag direck ued New⸗York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere al Klassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an HrVn Lamr, St. Ingbert. Schnell trockenendes TCI Zußbo denot uv Zußoodenlacie gelhhest St. In goerier J mit und ohne Farbe, sowie alle g e sind fortw hren VFarben Ziegeln und trocken und fertig zum Anst rich. F Firniße in allen Qualitäten. Backsteine Pinsel und Bürsten aller Art. Glaserkitt u. Maschinenkitt in der Materialwaarenhandlung von P. Fery. * Das Bureau der Steuer⸗Einnehmerei ist am nächsten Mittwoch aeßschloñen. als: ff. Souchong 00, Congon Nr. J. lmperialauslese. FOCSCVOnhABAILVBS P. Fery. 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Ingherter Anzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. et. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ glau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blat kostet vierteljährlich 1.M 60 A einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1.)4 75 -, einschließlich d A Zustellungsgebuühhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondizelle oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expeditivn Auskunft ertheilt. 15 4. Neclameun 80 A. Bei 4maliger Einrückunag wird nur dreimalige berechnet. —X Vol'tische Uebersicht. * Fürst Bismarckhat die Feiertage eineswegs auf einer seiner ländlichen Be— zungen verbracht. wie man doch vermuthen konnte, ondern ist in Berlin gebliebeni. Dies legt die An⸗ rahme nahe, daß es wichtige politische Geschafte zewesen sind, welche den leitenden Staatsmann in er Reichshauptstadt auch während der Festpause urückhielten, wenngleich man über die Natur der⸗ elhen nur Vermuthungen hegen kann. Der Besuch »es englischen Kabinetsmitgliedes Lord Ro se— zerry in Berlin gibt hierbei zu denken. Am zreitag Abend 2211 Uhr traf der englische Mi- uͤster in Berlin ein, wo er auf dem Bahnhofe vom grafen Herbert Bismarck empfangen und trotz der paten Abendstunde nach dem Reichskanzlerpalais eleitet wurde; hier verweilte der Lord bis nach Mitternacht und begab sich dann erst nach seinem lbsteigequartier, dem Hotel Kaiserhof. Der Besuch jord Roseberry's in Berlin war, wie erinnerlich, chon vor einiger Zeit angekündigt worden, wurde iber aus unbestimmten Gründen wieder verschoben, nis er uun doch zur Ausführung gelangt ist. Daß o eine wichtige Mission ist; welche den englischen Minifter nach der deutschen Reichshauptstadt führt, iegt auf der Hand, schon der Umstand, daß der dord es trotz der späten Ankunftsstunde für noöthig ielt, dem Reichskanzler noch seine Aufwartung zu nachen, deutet dies an. Der Londoner „Stand⸗ ird“ schreibt denn auch, daß Lord Roseberry zwar eine offizielle Mission auszuführen habe, allein nan glaube, das Kabinet von St. James habe ihn tjucht, sich Kunde von der allgemeinen Natur der bolitik des Fuürsten Bismarck in der egyptischen zrage zu verschaffen. Daneben wird wohl Lord Koseberry auch die afghanische Grenzfrage mit zur Sprache gebracht haben, da dem Vernehmen nach ne englische Regierung wünscht, Kaiser Wilhelm noͤge den Schiedsspruch in der afghanischen Ange⸗ cgenheit ubernehmen; darüber, ob Kaiser Wilhelm seneigt ist, diesem Wunsche zu willfahren, vexlautet loch nichts NMaberes. *In Lahr hat am Pfingstmontag die jeierliche Eröffnung des ersten deut— her Reichswaisenhauses flattgefunden. der großherzogliche Landeskommifsar, der Stadi⸗ vrekior, die Lahrer evangelische Geistlichkeit, die pißen der Zivilbehörden, sowie zahlreiche Mit⸗ dieder von Korporationen und Vereinen wohnten der Feier bei. Die rasilosen Bestrebungen der lahrer Reichsfechtfchule haben deinach einen ersien hönen Erfolg aufzuweisen und man darf nur vünschen, daß diesen einem so wohlthaätigen Zweckt ewidmeten Bestrebungen auch in Zukunst der Er⸗ ola nicht ausbleihen möge. In Russisch-Polen sollen in nächster zeit groͤßere Manbver zweier Armeekorpe alter dem Befehle des Generalkommandanten heneral Gurko gegen einander stattfinden. Das ne dieser Armeciotps wird aus 89 Bataillonen, 0 Schwadronen und 72 Geschützen, das andere ꝓ3 48 Bataillonen. 40 Schwadronen und 90 heschutzen bestehen. Außerdem sollen auch groöͤßere Nandver im Wilna'schen Militarbezirke und in n Oftseeprobinzen fantfinden wo die in den agern von Rigaund Dunaburg befindlichen —XR der Nähe letzterer Festung gegen ein⸗ mder mansnirenen 3 Penesche 4708 Malkun Donnerstag, 28. Mai 18885. 20. Jahrg. besagt, daß der seitherige englische Grenzkommissar in Afghanistan, Lumsden, in Baku eingetroffen und alsbalv nach Tiflis weitergereist ist. Deutsches Reich. i Berlin, 26. Mai. Ueber das Befinden des staisers derlautet, daß die Besserung bisher stetig aund regelmäßig fortgeschritten ist und daher der Monarch in den allernächsten Tagen vollständig viederhergestellt sein wird. Bei günstiger warmer Witterung wird dann Se: Majestät auch seine cegelmäßigen täglichen Spazierfahrten wieder auf⸗ nehmen. — Man meldet der „Schles. Ztg.“ von hier: Aus der Kommission zur Bearbeitung eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches verlautet, daß die Arbeiten jetzt — wie es heißt, auf Betreiben des Fürsten Bismarck — mit besonderem Eifer gefördert werden. — Nichts desto weniger hält man ir anterrichteten Kreisen die Annahme für begründet daß das Gesetzbuch vor dem Ende dieses Jahr— hzunderts wohl nicht fertig werden wird. Berlin, 26. Mai. Der „Nordd. Allg. Ztg.“ jufolge begibt sich Graf Herbert Bismarck heute Abend nach dem Haag, um sein Abberufungs⸗ ichreiben zu überreichen. Berlin, 26. Mai. Lord Roseberry reifl heute Abend mit einem eintägigen Aufenthalte im Haag nach London. Berlin, 26. Mai. Den Abendblättern zu⸗ folge wird aus den Schiffen „Prinz Adalbert“, „Stosch“ und „Elisabeth‘“ ein Geschwader bei Zanzibar gebildet werden. Berlin, 27. Mai. Der „Reichsanzeiger“ chreibt: Die Besserung des Kaisers ist durch das hinzutreten von Uuterleibsbeschwerden verzögeri worden, und mußte daher die in Aussicht genom⸗ mene Ausfahrt bisher unterbleibenn. hütte und der Drahtseilbahn der Herren Raspiller u. Komp. stattfindet. Abends ist Versammlung im „Rheinischen Hof“ zu St. Johann mit folgender Tagesordnung: 1) Mittheilung über Bleichert's System der Drahtseilbohnen, 2) Ausschußbericht über die Frankfurter Anträge zur Förderung des deutschen Technikerstandes, 3) desgl. über den Magdeburger Antrag, technische Rechtsfragen ⁊c. betr., 4) Besprechung, bezw. Beschlußfassung über Anträge des Hamburger Bezirksvereins. — Kaiserslautern, 26. Mai. Von P. Reichard ist soeben ein Brief aus der belgischen Station Karema in Westafrika eingeroffen. Der Brief datirt vom 24 Februar 1885 und ging in Zanzibar ab am 28. April 1885. Nach diesem Briefe verstarb Dr. R. Boehm am 27. März 1884 in Urna in Folge eines Fiebers. Reichard selbst waͤre fast ermordet worden, er gedenkt im Juni in Europa einzutreffen. — Kaiserslautern, 26. Mai. (Strike.) Hheute Morgen legten sämmtliche Zimmerleute in Folge Beschlusses der am Pfingstsonntag statt⸗ gehabten Versammlung des Lokolverbandes der Zimmerleute hier die Arbeit nieder, indem ihnen, der „Pf. V.“ zufolge, der gestellte Minimallohn von 3 Mark nicht bewilligt wurde — Kaiserslaufern. Der hiesige Volls⸗ verein wird Samstag den 30. Mai eine Versamm⸗ lung veranstalten, in welcher u. A. das Verhältniß der deutschen Volkspartei zu der neuen norddeut⸗ schen demokratischen Partei besprochen und Stellung zu derselben genommen werden soll. An einem der darauffolgenden Sonntage wird eine allgemeine Wählerversammlung nach hier einberufen werden, in welcher Herr Reichstagsabgeordneter Grohe Be— richt über die Thätigkeit des Reichstaqs erstatten wird. — Lambrecht, 26. Mai. Gestern fand, wie alljahrlich, die Ueberführung des historischen Geis⸗ doces von hier nach Deidesheim statt. Die alte Sitte, daß die Ueberführung von dem jungsten Bürger — diesmal wäre ein Herr Hch. Kumpf an der Reihe gewesen — stattzufinden hat, scheini mehr und mehr zu schwinden, da auch dieses Jahr der hiesige Hrt mit dem Bock den Weg nach Deidesheim allein machte. Nachdem der Bock das dezirksthierärztliche Zeugniß. daß er tauglich ist, der Gemeinde Germersheim vorgewiesen, wurde er von derselben bereitwilligst angenommen. — Landau, 26. Mai. Am Samstag Abend wurde die Ehefrau des Schneiders Loffler im Aborte des Kolbenschlag'schen Hauses todt auf⸗ gefunden. Ein Schlaganfall haite ihrem Leben ein jähes Ende bereite. — Freinsheim, 26. Mai. Wie wir ver⸗ nehmen, ging die hiesige Apotheke des Herrn C. Lipps, nebst Garten und Weinberg durch Kauf an Herrn B. aus Mainz über. Der Kaufpreis soll 150,000 Mt. betragen. -Neustadii, 26. Mai. Wie viele Per⸗ 'onen über die Pfingstiage unseren Bahnhof pas⸗ irten, mögen die Leser daraus entnehmen, daß am Sonntag 97 Wagen zweiter, 201 Wagen dritter Zlasse mit mindestens 11,900 Personen und gestern 138 Wagen zweiter, 279 Wagen dritter Klasse don hier abgingen und ankamen, in welch legteren eiwa 16,700 Personen Platz gefunden haben duͤrften. — Ludwigsbvafen, 22. Mai. Ein 6— jahriget Knabe vom Hemshof war ausgeschickt worden, einen viertel Schoppen Branntwein in inem Laden in kaufen Der Qlein⸗e kunni- Auslaud. Paris, 26. Mai. Dem Leichenbegängniß des Communenmitgliedes Amouroux wohnten un⸗ gefähr 4000 Menschen bei, darunter die Majorität des Pariser Municipalraths. Es wurden 12 Reden zgehalten. Im Innern des Kirchhofes waren die Fahnen der revolutionären Komités aufgepflanzt Die Rufe: Es lebe die Commune! wurden gehört. Andere Zwischenfälle fanden nicht statt. — Die Regiernng wünscht das Leichenbegängniß Victor Dugo's auf den Sonnabend zu verschieben. Be⸗ dimmte Anordnungen find noch nicht ergangen. Boblet wird bei der Trauerfeier im Namen der Regierung sprechen. — Der Ministerrath billigte mlaßlich der gestrigen Vorgange den heute von dem Polizeipräfekten ergangenen Erlaß, welcher im zanzen Departement der Seine die Aufhissung aller eEmbleme außer der nationalen Flagge und der Flaggen fremder Nationen verbietet. Paris, 27. Mai. Die gesammte Presse pricht Beunruhigung wegen des Aufenthaltes des Ministers Lord Roseberry in Berlin aus, der dort anstreitig gegen Frankreich gerichtete Unterhand⸗ ungen führe, welche dadurch erleichtert werden, daß Freycinet der deutschen Politik nicht die gleichen Garantien wie Ferty biete. Man sollte wirklich neinen dakßk man hier bäles Gewissen bat. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Der Pfalz ⸗Saarbrüder Bezirksverein deutscher Ingenieure veranstaltet am Sams« ag, den 30. Mai, Nachmittags einen Ausflug nach Louisenthal. woselbif Besichtiaung der Fenner Glasg⸗ — nicht widerstehen, von dem Schnapse zu kosten, und trank schließlich den ganzen Inhalt des Fläschchens. Die Wirkung blieb nicht aus und bis zur Stunde steht noch nicht fest, ob es ärztlicher Kunst gelingt, den schwer erkraukten Kleinen am Leben zu erhalten. — Ludwigshafen, 25. Mai. Gestern früh wurde der Bierbrauer Joh. Schenk, dahier ir der Aktienbrauerei beschäftigt. auf dem Wege nach Dggersheim von zwei Strolchen übeifallen und seiner Baarschaft von etwa 20 Mark und einer zibernen Chlinderuhr beraubt. Von den Thätern hat man noch keine Spur. * besucht, als in den Vorjahren, wohl infolge des vorhergegangen schlechten Wetters. Die ojfizielle Zahlung ergab 9480 Springer (gegen 10535 im Vorjahre und 13311. im Jahre 18838), 1115 Beter und 1724 Sänger Dazu kamen noch 88 Geistliche, 2 Brüder. 1 Schweizer und 19 Zug— führer. Für die Ordnung, die musterhaft aufrech“ erhalten wurde, sorgten 20 Turner, 45 Pompiers 14 Geudarmen, 6 Polizeidiener und l Forstbeamter Die Zahl der Musikanten war 158; einen Theil⸗ nehmer bezeichnet die Liste als Organisten. Kemptfen, 24.5 Mai. Am 1. und 2. Juni. haben sich wegen. Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz 37 Angeklagte vor der Straf⸗ kammer des hiesigen Landgerichts zu verantworten, nämlich 27 Bierbrauer und 10. Kaufleute. Unter den ersteren befinden sichss Bierbrauer aus Kempten, 4,0us Kaufhbeuren 2c. lehrer au der isolirteen Lateinschule zu Kirchheim— bolanden Johannes Oer tel, auf sein Ansuche in gleicher Diensteseigenschaft an die Studienanfia Kaiserslautern zu versetzen und den geprüften Lehi amtskandidaten und Assistenten an der Studien— anstalt Würzburg, Hermann Braung zum Siu. dienlehrer an der isolirten Lateinschule zu Kirchheim. bolanden in provisorischer Eigenschaft zu ernennen —Gerichtsvollzieher K. M Hasemanne Zweibrücken wurde auf Ansuchen in gleicher Eigen— schaft nan das Amtsgericht Ludwigshafen a. Rh versetzt. ⸗— In⸗ den bleibenden Ruhestand wurdel verseßt: Lehrer Fr. Scheid in Godelhausen Lehrer⸗ Peter Man rer in Contwig; Lehre— Johannes Spies in Würzweiler.* — — —— — —— Sterbefaãlle. — Gestorben: in Edenkoben Ph. Arnaud Kaufmann. 28 J. a.; in Trippstadt Elisabethe Schmidt, geb. Heinrich, 53 J. a.; in Schopr Elise Mumzinger, geb. Burckhardi, 834. J. a., in Kaiserslautern Franz Budian, 50 J. a. u Wartenberg Maria Würtz, geb. Krehbiel, 52 a; in Pirmasens Frau Sophie Faul, ged— Schneider, 36 J. a.; ebendaselbst Carl Ludwie Kürsch; in Rülzheim Frau Katharina Kuhn geb. Adam, 19 J. a.; in Wachenheim J. Jalkof Steinmeskß, 42 3. a. Vermischtes. J— 7 Ittlenheim Ganton Truchtersheim Elsaß), 21. Mai. Am letzten Sonutag Nachmit tag hörte der Ackerer Strub, welcher in einem Rebstück zwischen Küttolsheim und Imnlenheim ar⸗ beitete, einen fürchterlichen Lärm, wie wenn eine Explofion stattgefunden hätte, Wie groß aber war sein Erstaunen, als er gewahrte, daß ein Rebstück hon 30 Quadratmeter eingestürzt wat. Rebpfähle, Weinstöcke, alles war verschwunden und an Stelle des eingestürzten Bodens war ein großes klaffendes Loch geireten, welches sich alsbald mit schäumendem Wasser anfüllte. Die Nachricht von diesem Ereig⸗ niß verbreitete sich sehr schnell, und man kam mit langen Hopfenstangen, um diese Tiefe zu sondiren, allein man erreichte nicht den Boden. Man macht allerlei Muthmaßungen über diese seltsame Natur— erscheinung. F Itgenplhitz, 23. Mai. Auf hiesiger Gruhbe verunglückten gestern nach der „Saar⸗ und Bl. Ztg.“ zwei Bergleute, von denen der eine todi ind der andere schwer verwundet ist. Um ersteren, Jakob Schuhmacher von Heiligenwald, weinen zwar nicht Weib und Kinder, aber um so größer ist die Trauer für dessen Mutter, die gerade vor einem Monat erst ihren Mann durch den Tod verloren hat. Trier, 26. Mai. Die Springprozession in Echternach war nach der „Tr. Ztg.“ in diesem Jahre von wirklichen Springern bedeutend weniget ⏑——,——g oeniger TT ndville sich aufhaltend; 4. Frauz und Licitation. eie die düten in derjährig, vertreten durch genannten Peter Thiry, als Hauptvormund, und durch Michael Haas, Bäcker, in St— Ingbert wohnend, als Nebenvormund St. Ingbert, den 27. Mai 1885. Kemmer, k. Notar. In Nordhausen hhat dieser Tage der Standesbeamte ein Brautpaar zusammengegeben bon welchem Braut und Bräutigam schon zweimal verheirathet gewesen waren. Als Heirathsgut hrachten sie 17 Kinder zusammen. F In Berlin erzählt man fich, daß Herr dofprediger Stöcker dem Reichskanzler zu dessen Beburtstage sein Reliefportrait gesendet habe. Fürsi Bismarck habe nun beim Ordnen seiner Geschenke derrn Stödeers Bildniß mit dem Vermerk: „ad zeta“ versehen. (7*»— Dienstes nachrichten. Se Maj. der König haben fich allergnädigfst hewogen gefunden: den Gymnafialprofessor für Mathematik und Physik an der Studienanstalt randau, Priester Dr. Leonhard Jörg, in gleicher Figenschaft an die Studienanstalt Freising zu ver— jetzen und dessen Stelle an der Studienanstalt dandau dem vorbehaltlich der Wiederverwendung in den Ruhestand versetzten Professor der Mathe— matik des aufgelösten Realghmnasiums zu Speyer Lorenz Ggelein, zu verleihen; den Studien⸗ — — — ⸗⸗ xtur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme zß. Wie oft hörte man in letzterer Zeit im Publikum di lage: „Mein Gott, von den Hunderttausenden Loosen gewinnen ein Paar viel Geld und die ührigen Gewinner dekommen hoͤchstens ein Paar Vark!“ Die Kaisers lauterer Kirchenbau⸗Lotterie hat nun in dankens— werther Weise fur die am 10. Juni 1888 unwider ruflich stattfindende Ziehung der Kaiserslauterer Kirchen bauloose einen Verloosungsplan festgeftellt, der den gerechler Wunschen des Publilums in jeder Beziehung entspricht denn neben zwei Haupttreffern von 30,000 Mk. und 10,000 Mk., finden wir eine große Anzahl von respeltablen Be— winnfien, wie z. B. 3 Gewinnsie 4 1000, 6 4 500, 81 200, 40 4 106, 60 a 50, 180 a 20, 550 4.10 Rar u. s. w. Im Ganzen fallen auf 200,000 Voole 20.00 Gewinnfs⸗ also ein Trefser auf je 10 Look⸗— Lriege Véreip Montag, den 15. Juni 1888, Morgens 16 Uhr, zu St. Jugbert in der Wirthschaft von Franz Ja—⸗ cob Henrich, werden der Abtheil⸗ ung halber durch den unterzeichneten. gerichtlich dazu heauftragten k. Notar offentllch zu eigen versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 2535, (2 Dez.) 70 qm, und Plan Nr. 2551, (18 Dez.) 5 a 1i0 qm Wiese in der kleinen Ahnung am Schmelzkanal und in den Siegwiesen neben Gebrüder strämer; Plan Nr. 2534, (3 Dez) 14 und Plan Nr. 2552, (21 Dez) 7 a 20 qm Wiese allda neben Johann Hager Wittwe; ———— a 80 qm Acker im Lauzten⸗ thälchen neben Wittwe Johann Selgrad und Philipp Potdewin. Eigenthümer sfind :; Die Kinder des zu St. Ingbert verstorbenen Schmelzarbeiters Andreas Thiry: a. aus seiner ersten Ehe mit der verlebten?; Maria Katharina Fichter, als: 1 Maria Katharina Thiry, gewerblose Ehefrau von An⸗ dreas Ganster, Puddler, beisammen in St. Ingbert wohnend; 2. Peter Thiry, Schmelzarbeitet, allda wohnend; z. Anna Thiry. gewerblose Ehefrau von Hermann Waldniel, Küfer, beide in Diedenhofen in Loihringen wohnend; h. aus seiner zweiten Ehe mit der ver⸗ lebten Ehristine Haas, nämlich: J. Gertraude Thiry, ledig, gewerblos, in St. Ingbert wohnend; 2. Barbara Thiry, gewerblose Ehefrau von Johann Baptist Dreßler. Fabrilarbeiter, beide in Poisbille in Nordamerika wohnhaft 3. Johann Thiry, Bäcker, in St. Ingbert domicilirt, zur Zeit in Pots- Anm Sounntag, den 31. Mai, Mittags 1 uhr — Maiausflug wozu am Cafs Oberhauser um halb 1 Uhr gesammelt wird. Nach der Rückkehr findet im Saale desselben Generalverlammlune⸗ und nach dieser im Garten — statt, wozu auch die Femilien der Mitalieder Zutritt haben Der Ausschuß. De⸗ dem Herrn 1 Hauphzollamis· assisteneen Reichen berger n Landau —— sammt Garten und sonstigen Zube⸗ hörden, gelegen zu St. Ingbert au— dem Hoͤfchen (erworben von Jacob Rohe) ist unter vortheilhaften Beding⸗ uingen zu verkaufen. Um nähere Aus—⸗ unft wende man sich en— 4 Weber, St. Ingbert ab 5 55. 7 11, 11 42, 2 00. 4588, — 33 eWotariatscebiteen Hassein s i 7 20. 1151. 220. 5067. — 7 — — vitzboh 622, 726. 1158. 235 515 2. 1098 I Widerruf. Vdauhzlirchen 6417 34. is o71 2 56 324 —- ze * san 786 50, 87 39,. 75, 8 05, 5 295 — Die gegen den Verein „Gedul Bierbach I ab wWg J 40, 3 15. 330 711020 dig““ und dessen J. Vorstand J. Finöde — , Lqhmelzer gemachte Aussage nehme Zweibrüden ann 7 285, 7 409. 10 57 8 835. 5 41, — Homhur ziermit, als auf Unwahrheit beruhend, — zurud. Giegrs Gries, Zweibrüden ab ven 841. 38, 10 38. 3 66. 7 40. — — — Homburg 6.49. 174, 1103, 357 — 7 an 4 20, 6 55. 7 05, 2110. 7 De ee dun hecz Senat 131 238383 38 3838 vermiethen beii dautzkirchen 3.4 28, 7 02, 12 380, 12, 614, 8 18, —— Würzbach ..4 42, 712, 12 48, 27, 624, 836., — —8 — 71 626 3, 6 51. 8 *38 Ans E. Ingoberler Zie⸗ nß 583 153 238 630 902 gelhütte sind fortwaͤhren St. Ingberisa — . 59, ñ. 6 12, 9 28. Scheidtt— * 652 9371.7 Ziegeln und hen— n 3— F an — 58. 9 58. Backsteine Saarbrücken ab F 29, — 37 zu kaben. — Bischmisheim 42 2 J 4 37, — 1* Dieselben werden sowohl im Scheit —5 27. oꝛ 144. D 6902 roͤsen wie auch in Kleinen bge St. Ingbert an — 7 10. 11 41. 126.4 55. geben. VGnr. 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Amtsgerichts St. Ingbert. 7 St. Jugberter Anzeiger erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungb⸗ blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat kostet vierteljiährlich 1 A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließlich 0 A Zustellungzgebahr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 18 H, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrudung wird nur dreimalige berechnet. M 1I04. —— * Deutschlands Konflikt mit Zanzibar. Es konnte nicht ausbleiben, daß Deutschland n seiner Kolonialpolitik manche Hindernisse auch criegerischer Natur zu überwinden hat. da sich neben den Kolonien oft unerwartet ganz feindselige Nach⸗ datn bilden, denen die Macht Deutschlands erst zezeigt werden muß. So ist auch in den letzten Dochen ein Konflikt zwischen dem deutschen Reiche und dem kleinen an der Südostküste Afrikas ge⸗ jegenen Sultanate Zanzibar eutwickelt, was um so merkwürdiger ist, weil der Sultan lange Jahre ein Freund und Verehrer Deutschlands war und ror denigen Monaten noch den deutschen Generalkonsul dr. Kohlfs mit Auszeichnung empfangen hat. Man st deßhalb wohl nicht auf falscher Fährle, wenn nan annimmt, daß der Sultan von Zanzibar in Folge von Hetzereien der Englander den Schwaben⸗ ͤreich gegen die Kolonie der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft unternommen hat. Die deutsche Re— gierung wird indessen sich davon nicht einschüchtern uͤfsen und der Suitan wird dafür büßen müssen. der Thatbestand ist folgender: Der Sultan von Zanzibar hat gegen die Erwerbungen der deutsch⸗ tafrikanischen Gesellschaft protestiert, noch mehr, ei hat in völliger Hinwegsetzung über die rechts- zültig abgeschlossenen Verträge der Gesellschaft etwa 300 Soldaten unter dem Befehle seines Generals Mathews in die deutsche Kolonie einrücken und den dazu gehörigen Ort Mtondgwa besetzen lassen. Was der Suiltan gethan hat, ist ein gewaltsamer Tingriff in fremde Rechte. Denn die Rechte der Deusch ostaftikanischen Gesellschaft sind in jeder Beziehung unbestreitbhar. Sie sind erlangt durch rechtsgülige Verträge mit Hauptlingen deren Souveränũuat von dem Sultan bisher nicht unge⸗ jochten war. Im Gegentheil hat der Sultan da⸗ durch, daß er von den aus dem Inneren kommen⸗ den Waaren an der Küste Zolle erhob, volkerrecht⸗ ich anerkannt, daß jenes Gebdiet dem seinigen Jegenüber Ausland sei. Ueberdies hat ein im Innern lebender Agent des Sultans dem Herrn De. Karl Peters gegenüber schriftlich bestätigt, daß sein Herr, der Sultan, auf jene Landestheile keinen Anspruch irgend welcher Art erhebe, wie denn auch hatfächlich den Häuptlingen des Binnenlandes der Sultan von Zanzibar meist nicht einmal mit dem Ramen nach bekannt war. Auf Grund dieser Thatsachen hat der Kaiser seiner Zeit für die Er⸗ verbungen der Deutsch⸗ostafrikanischen Gesellschaft den Schutzbrief ausgestellt, und hieraus ergeben sich Jegenüber der Rechtsbverletzung des Sultans nun⸗ mehr von selbst Abwehrmaßregeln, über welche nähere Mittheilungen zu machen einstweilen nicht wecmaßig erscheint. Die Situation des Sultans ann bei einem Konflikte mit dem deuischen Reiche uuf seiner ringsum von der Sre her leicht zu⸗ Jänglichen Insel keine besonders günstige sein. Für das Direktorium der Deutsch⸗ostafrikanischen Gesell⸗ —X ergeben sich aus den gegenwärtigen Verhält⸗ ussen in Zanzibar weiter keine Hemmnisse, als aß sie bis zur Beilegung des Konfliktes weitere Auswanderer nicht zur Üebersiedelung ermutkiat. Politische Uebersicht. Von der Regierung zu München ist das Prä— idium des Bayerischen Handwerkerbun— des benachtichtigt worden, daß das Kriegsministerium Re Kommando- und Verwaltungsbehörden ange— Samstag, 30. Mai 1885. J 20. Jahrg. wiesen habe, bei Vergebung von staatlichen Sub⸗ nisfionen und Lieferungen in Zukunft die Inn⸗ ungen bei gleichem Angebote vorzugsweise zu be⸗ rücksichtigen. die Ausführung seines Planes verzichtete. Wenn diese Angaben richtig sind, so ist anzunehmen, daß Herr Cecchi noch etwas mehr als die Erforschung der betreffenden Gebiete beabsichtigt hat. Gerade in den letzten Tagen ist die Nachricht eingelaufen, daß italienische Agenten sich viel beim Sultan von Zanzibar zu schaffen machen, während dieser sich sehr feindselig gegen Deutsche zeigt. Der Herzog v. Cumberland soll an die europäischen Höfe ein Rundschreiben erlassen haben., in welchem er gegen das Vorgehen Preußens m Bundesrath protestirt und es als eine Verletzung des Völkerrechis bezeichnet. Des Völkerrechts? Welches Volk ist denn verletzt? Die Braunschweiger vollen ja den Herzog nicht. Wir haben gestern erwähnt, daß aus den deutschen zriegsschiffen, Prinz Adalbert“, „Stosch“ und Elisabeth“ eine Eskadre gebildet wird, die bei Zan zibar Stellung nehmen soll. um dem Sultan Kaison beizubringen. Der ‚Borsen⸗Ztg.“ zufolge würde das Geschwader nicht allein im Namen Deutschlands, sondern auch in dem, der Congo— Aijociation operiren. Der Kalkutiaer Korrespondent der Times“ weiß viel von den Vorbereitungen zu erzählen, velche in Afghanistan getroffen werden, um der von Norden her drohenden Gefahr zu begegnen. In Candahar herrsche große Thätigkeit; es werden Truppen nach Herat vorgeschoben und Eskorten oxganifirt, und eine Abtheilung Artilleristen stehe in Bereitschaft. um mit den aus Indien erwarteten chweren Geschützen vorzurücken. Der Emir zeige jroße Enerrgie, und sobald die Pässe üder den Hin⸗ zuh Kush schneefrei sind, beabsichtige er, die Gar⸗ aisonen im afghanischen Turkestan zu verstärken und verde sich wahrscheinlich selbst dorthin begeben. In tabul werden mehrere neue Regimenter gebildet, die mit den von England gelieferten Gewehren be⸗ vaffnet werden sollen. In Nepaul hat eine große Revue der stehenden Armee jenes Landes stattge⸗ unden, die sich schon seit mehreren Monaten für »en aktiven Dienst in Afghanistan vorbereitet hat. Die Revue wurde am 14. ds. in Katmandu abge⸗ zalten. Der britische Resident erhielt von dem Premierminister eine formelle Einladung zu der stebue, bei welcher sich 14,000 Mann Infanierie, nußer der Artillerie betheiligten. Die Infanterie var in 26 Regimenter eingetheilt. Die Sietigkeit der Truppen war merkwürdig; und da der Muth und die Ausdauer der Nepaulesen nach der Mein⸗ ing des Korrespondenten irgend welchen Truppen n der Welt ebenbürtig sind, so wird dieses kleine Armeekorps einen werthvollen Juwachs zur eng⸗ ischen Kampfkraft bilden. Die Kommandoworie vurdenn alle in englischer Sprache gegeben. Beim Schlusse der Revue drückte der britische Resident das große Vergnügen aus, welches er beim Anblick eines so großen Truppenkörpers empfunden habe, ,der in jeder Beziehung — sowohl im Drill wie in der Disziplin — wirkungsvoll und bereit ist, im Falle der Noth als unser Bundesgenosse ins Feld zu rücken.“ — Admiral Sir Geoffrey hornb y, der Marine⸗Oberbefehlshaber in Ports⸗ mouih hat den Oberbefehl über die Flotte von 15 Panzerschiffen, die in Kurzem nebst den dazu ge⸗ hörigen Torpedobooten und anderen kleinen Fahr⸗ jeugen zusammengezogen werden soll, erhalten. Die „Pall Mall Gazette“ beglückwünscht das Land und die Amiralität zu dieser Ernennung, und fügt hin⸗ zu, England möge jetzt versichert bleiben, daß. wenn es mit einem Angriff bedroht würde, der allerbeste Mann seine Haupiflotte befehligt. Das Geschwader vird in Kurzem eine Kreuzungstour an der irischen üste behufs Ausführung einiger wichtiger Evolu⸗ tionen unternehmen. Gegen die AUsweisungen an unserer Russischen Grenze werden in Polen Repressalien geübt. Das „Liegn. Siadibl.“ schreibt: „In Liegnitz iraf dieser Tage ein Zimmerpolier aus Ricolstadt mit seiner Familie ein. welche 22 Jahre in Warschau gewohnt hatte, als er und mit hm viele Andere den ruffischen Boden verlassen mußßten. Den Leuten wurde zur Noth Zeit ge⸗ lassen, ihre Habfseligkeiten für Schleuderpreise zu dersilbern, dann wurden fie zusammengehholt und —X Die Behandluͤng und Verpflegung unterwegs spottete eder Beschteibung. In Stallen und Schuppen wurde genächtigt, ohne Rücksicht auf Stellung und Namen des Einzelnen; an den Halteorten wurde einer bestimmten Zahl der Transportirten ein Eimer mit einem Gemisch von Erbsen, Reis, Hirse, Kraut u. s. w. vorgesetzt und sie mußten ohne jedes Ge⸗ schirr mit den Händen oder mit Brodkrusten essen. An der Grenze nahm man ihnen die Baarschaft ab und ließ sie gehen, dem oben erwähnten Zimmerwann nahm man 55 Rubel ab Bezuͤglich der in der Presse zirlulirenden Ge— rüchte von einer nahe bevorstehenden Entrevuc der drei Kaiser meldet die „Pol. Korr.“ aus Petersburg. daß solche Gerüchte, jedenfalls verfrüht eien, fügt aber hinzu: Es ist eine Thatsache, daß Zaiser Rlexander III. den Besuch des Kaisers Franz Joseph im Laufe des Sommers oder des Herbstes erwidern wird; es ist jedoch weder in Betreff des Ortes, noch in Betreff des Zeitpunltes der Zusammenkunft bisher irgend etwas Definitives vereinbart. Die eventuelle Begegnung der drei Monarchen scheint in erster Linie von den Um⸗ ständen abzuhängen. Der Afrikareisende Cecchi hat darauf verzichlet, den Lauf des Ju ba in Ostafrika, zwischen Zanzi⸗ bar und dem Gebiet der Somali's zu untersuchen Die „Indép Belge“ dehauptet, hieran sei Deutsch⸗ land schuld. Fürst Bismarck habe Herrn Mancini wissen iassen, daß die Länder, die Herr Cecchi erforschen wolle, in die Machtspäre des deutschen Schutzgebietes fallen, und daß Deutschland die dander⸗ Jagd auf seinem Gebiete nicht dulden werde herr Mancini habe dementjprechend dem Comman ˖ danten des Expeditionsdampfers „Barbarizo“ die udthigen Weisungen gegeben, worauf Cecchi aul Deutsches Reich. Berlin, 26. Mai. Die nächste Sitzung des Bundesrathes wird am 4. Juni stattfinden. Die Meinung der „Kreuzzeitung“, daß in dieser Sitzung die braunschweigische Angelegenheit noch nicht zur Verhandlung kommen werde, weil dieselbe eine eingehende Berathung erfordere, halten wir nicht für zutreffend. Fürst Bismarck wird gewiß die Beschleunigung der Angelegenheit wünschen. und die Zeit zur Berathung dürfte genügen, da die Angelegen heit vollkommen spruchreif und weitere Aufklarung ausgetschlossen is. Berlin, 27. Mai. Im Anschluß an die bereits telegraphisch mitgetbeilte Meldung des „Reichsanzeig ers“ über das Befinden des Kaisers berichtet die „Getmania: „Privatim erfahren wir, daß der Kaiser den gestrigen Tag im Bett zubringen mußte und so viel geschlafen habe, daß die Aerzte glaubten, es übermanne den hohen Herrn steigende Schwäche. Sie sollen die Frau Groß herzogin von Baden gebeten haben, die für gestern kestimmte Abreise zu verschieben. Der Kronprinz und die Kronprinzessin, sowie Prinz Wilhelm welche schon am Nachmittag von Potsdam nach Berlin gekommen waren, begaben sich am Abend in das kaiserliche Palais. Die Aerzte sollen be⸗ fürchten, daß die Abnahme der Kräfte sich noch steigern könne. Wir wollen hoffen, daß die Be— fürchtung der behandelnden Aerzte sich nicht be⸗ wahrheite, sondern die gute Natur des Kaisers, welche schon so viele Unpäßlichkeiten leicht und glücklich Uberwunden, auch diesmal fiegen und die volle Genesung des hohen Herrn recht bald herbei⸗ führen werde. — N — — e ⸗ Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 29. Mai. Eingesandt.) Gestern waren es dreißig Jahre, daß der Feldschütze Nikolaus Koch in städtischen Dienst trat; gewiß eine schoͤne Zeit, zumal Koch bei seinem hohen Alter seine Pflicht wie die langen Jahre hindurch, so auch heute noch mit der Frische und Rüstigkeit eines Jungen erfüllt. Möge ihm darum der gestrige Tag seines 30jährigen Dienstjubiläums nicht so vergessen vorüber gegangen sein, wie der seines 25 jährigen! *St. Ingbert, 29. Mai. Am nächsten Sonntag macht der hiefige Kriegerverein, wie schon durch Inserat bekannt gegeben, seinen Maiausflug. Nach der Rückkehr von demselben findet im Saale des Café Oberhauser eine Gene⸗ ralversammlung und darnach im Garten ein Conzert statt. J *St. Ingbert, 29. Mai. Am nächsten Sonntag Abend halten die Tanzschüler des von Hherrn Väcker aus Zweibrücken geleiteten Tanzkurses im Saale der Frau Ww. Grewenig ihren Schluß und Probeball. Nur Eingeladene haben Zutritt *Sf. Ingbert, 29. Mai. Werschiedener Unrichtigkeiten wegen. die sich durch den Leichtfinn eines Setzers in den in voriger Nummer veröffent⸗ lichte Auszug aus dem Sommerfahr— plan der Pfälzischen Eisenbahnen eingeschlichen hatten, lassen wir den Auszug in seiner Richtig— stellung heute nochmals folgen, worauf wir unsere berehrl. Leser hiermit hinzuweisen erlauben. Von besonderem Interesse für die zahlreichen Arbeiter von hier und Umgegend, die auf dem Halberger Werke beschäftigt sind, ist die mit dem Sommer fahrplan in Kraft tretende Neuerung, nach welche der erste, Morgens hier eintreffende Zug (sogen Bergmannszug) bis Saarbrücken weiter führt. Es beweist diese anerkennenswerthe Neuerung abermals wie die Direktion unserer Pfälzischen Eisenbahnen allezeit billigen Wünschen gerecht zu werden fucht * St. Ingbert, 28. Mai. Am Monta— nächster Woche beginnt der Sommerdienß— der pfälzischen wie aller deutschen, österreichischen und schweizerischen Bahnen, womit Aenderungen in ver Fahrzeit der seitherigen Bahnzüge und die Ausgabe geänderter oder neuer Billete für den direkken Personenverkehr verbunden find. Das pfälzische Kurs buch mit einer seitherigen Jahres. auflage von etwa 18000 Exemplaren ist deßhalb eben neu veroͤffentlicht worden, enthält die Faht plane der Bahnen in Baden, Bayern, Elsaß⸗Loth ringen, Hessen, Nassau, Rheinpreußen, Württemberg und der Schweiz vollständig und hat den anschlie⸗ henden Verkehrslinien nach Norddeutschland, Holland Belgien, Frankreich, Italien und Oesterreich eben · falls die entsprechende Berüchsichtigung zu Theil werden lassen. Eine wesentliche Erweiterung dieses Kursbuches bildete die Seite 119 — 144 enthaltene ausführliche Ausnahme der Bestimmungen über den — die Benutzung der Billete in den einzelnen Verkehren, die Giltigkeitsdauer der Billete und die verlängerte Giltigkeitsdauer derselben, über die Zulassigkeit der Fahrtunterbrechungen ꝛc., die wohl um so erwünschter sein wird, als gar manche dieser Bestimmungen ungeachtet ihrer Publikation doch nicht zu allseitiger Kenntniß gelangt find Auch die Aufnahme der hauptsächlichsten Bestimm— ungen über die rasch beliebt gewordenen kdombinir baren Rundreisebillete, sodann die unter 1220 Streckencoupons getroffene Auswahl der Coupons mit Vreisangabe für die süddeutschen Bahnen, end— lich die Bezeichnung der Strecken für die schweizeri⸗ chen Bahnen und den schweizer Postdienst zur hildung von schweizer Rundreisebilleten nach eigener Wahl — das zusammen dürfte dem plälzi⸗ hen Kursbuch auch diesmal seine Verbreitung sichern. Nicht unerwähnt möge dabei bleiben, daß allenfallsfige während des Sommerdienstes eintretende Aenderungen der Fahrzeiten sowie die allenfallsige Einführung neuer Billete mittelst spezieller, kostenfrei abzugebender Nachträge zum Kursbuche zur Kenntniß gebracht werden, soferne das allgemeine Interesse dies erforderlich machen sollte. Ungeachtet jener Erweiterung des Inhaltes beträgt der Preis des dursbuches wiederum nur 40 Pfg. und kann das⸗ selbe bei den Bahneinnehmereien wie auf dem Wege des Buchhandels sofort bezogen werden. — Von der Generalagentur A. & B. Schuler in München kommt die Mittheilung, daß der Be⸗ sitzer des den Haupttreffer der Tittlingen Lotterie gewonnenen Looses Nr. 154,503 fich his jetzt noch nicht gemeldet habe Der zweite Haupttreffer wurde bereits durch die baherische Rstotenbank in München erhoben. Den dritten Treffer erhielt ein sehr bedürftiger Bewohner Münchens Der vierte Treffer ist ebenfalls erhoben. — Am 29. d. M. wird Herr Kirchenrath Dekan Welsch in Odernheim sein 50jähriges Amisjubiläum als Pfarrer feiern. Wie die „Pf Pr.“ hört, ist demselben, der bereits den Michaels orden besitzt, von Se. Majestät das Ehrenkreuz des Ludwigsordens verliehen worden. — Speyer, 27. Mai. Ueber die diesjäh rigen größeren Pionier Uebungen des Ingenieurkorp und insbesondere die zum ersten Mal stattfindender Pontonier⸗Uebungen auf dem Rhein wird dem „Pf K.“ berichtet: Am 30. Juli ds. Irs. trifft von Ingolstadt das 1. Pionier⸗Bataillon dahier ein, am 1. August beginnen unter dem Kommando des Chefs der Ingenieur-VDirektion II., Herrn Oberfß— Popp, die Pontonier⸗Uebungen der Feld Kompag- nien der beiden Pionier⸗Bataillone. Das Brücken⸗ chlagen wird oberhalb Mechtersheim beginnen und sich bis unterhalb Altrip erstrecken. Der Transport der Nachen und Materialien wird durch Dampfboote vermitielt. Die Uebungen werden 14 Tage dauern und ein interessautes Bild der Kriegs unst bieten. Außer dem das Ganze inspizirenden herrn General Lieutenant v. Fries, Inspekteur des Ingenieur⸗Korps und der Festungen sollen mehrert oͤhere Offiziere den Uebungen anwohnen. Dite Festungs⸗Kompagnien der beiden Bataillone werden zu einem Bataillon vereinigt, beginnen mit ihren debungen bei Landau und setzen dieselben mit den ürzlich begonnenen Sprengübungen bei Frankweiler fort. Am 16. August tritt das 1. Pionier⸗Batail— lon den Rückmarsch nach Ingolstadt per Bahn wieder an. An den Herbstübungen der 4. Divifion bei Zweibrücken nimmt die 2. und 3. Feldkompag nie des hiesigen Pionier-Bataillons theil, während die 1. Feldkomp. und die 4. Festungs ⸗Kompagnit in Germersheim zu den Uebungen der 3. Division in Oberfranken dirigiert werden. Vermischtes. 7FSaatbrücken, 26. Mai. Wir lesen in der „St. Joh. Ztg.““ Ein Erzeß, wie er felten vorkommt, wurde in der Nacht vom Sonntag auf Montag hier verübt. Ein Küfer⸗ bursche aus St. Johann, welcher in Begleitung eines Mädchens und eines Bekannten einen abend⸗ lichen Spaziergang machte, gerieth gegen 11 Uhr hier auf der Straße mit etwa einem Dutzend junger Leute in Streit und griff, da er fich gegen die Uebermacht nicht anders zu vertheidigen wußte zum Messer, mit dem er einen seiner Gegner ver⸗ wundet haben soll. Da diese nun ebenfalls zum Messer griffen, nahm jener Reißhaus und flüchtete in das offenstehende Hofthor eines Hauses der Wilhelmsstraße. Die ganze Gesellschaft stürzte ihm nach und begann in dem Hause nach dem Ver—⸗ steckten zu suchen. Umsonst suchte eine dort woh⸗ nende Frau den Wüthenden zu wehren und fie zur Vernunft zu mahnen; mit gezückten Messern riefen sie: der Kerl muß todt gestochen werden man solle das Haus abschließen, damit er nich utkomme. Mit offenem Lichte durchsuchten sie Heuspeicher und sonstige Raume und geberdeie fich nach Aussage der Frau wie wilde Thier Etwa um 1 Uhr schickte diese ihr Mädchen nag der Polizei um Hilfe; ein Nachtwächter erschien erllärte aber nichts machen zu können: er gab da Frau den Rath, sich einzuschließen, und entfernt— fich wieder. Der mit dem Tode Bedrogtte han sich auf das Dach geflüchtet und bat, als er enn deckt wurde, flehentlich um sein Leben. Umsons Die Meute schickte sich an, das Dach abzudeden und die Gefahr für den Armen wuchs zusehends Schließlich gelang es ihm jedoch glücklicherweise über die Dächer zu entkommen. Die aufregend⸗ Szene dauerte bis Morgens 4 Uhr. Die von de Frau erbetene Hilfe aus der nahen Dragoner kaserne mußte, da eine bezügliche Requisition de— Polizei nicht vorlag, verweigert werden. So un⸗ gefähr lauten die Angaben der Frau und von Augenzeugen des Vorfalles. Der Käüferbursche wurde verhaftet. Ob das Gleiche mit den übrigen Theilnehmern an dem Erzeß geschah, wissen wir nicht. J (M.⸗B. 3) fF Saargemünd, 23. Mai. Zu der an 14. Juni d. J. im Kanton Saargemünd statt findenden Bezirkstagswahl kandidirt das auß retende Mitglied Kaufmann E. Je antyh von hier herr Jeanty ist beider Sprachen mächtig und war in der letzter Session stets ein geschätztes Mitglied der Finananzkommission. — In unserer Stad beginnt das Interesse, den Töchtern durch Einrich tung von Handarbeitsschulen Gelegenhei zur Ausbildung der Handfertigkeit zu geben, sich lebhaft zu regen. Neben der in Aussicht genommenen selbstständigen Industrieschule ist auch in dem aut fieben Schulklassen bestehenden Pensionate St Chretienne hier das Bedürfniß hervorgetreten, ein Industrieklasse zu errichten, und es find der Zig. zufolge die einleitenden Schritte hierzu bereits gescheben r Metz, 26. Mai. Beim Kahnfahren in der Mosel ereignete sich ein sehr beklagenswerther Un qlücksfall. Ein mit fünf jungen Leuten besezzten Zahn füllte sich mit Wasser und die Insasser prangen in den Fluß. Einem gelang es, an⸗ dand zu schwimmen, zwei wurden mit knaphen Noth gerettet und zwei ertranken. 7 Darmstadt, 26. Mai. Auf der erste hauptversammlung des deutschen Lehrertag hielt Herr Debbe aus Bremen einen Vortrag über „Die Aufgabe und Macht der Erziehung“ und wünschte in seinen Ausführungen, daß die Schul die Gesundheit der Schüler und die normale Aus bildung des Körpers pflege, daß sie die Schüler mi werthvollen Kenntnissen ausstatte und ihre Denb— kraft fordere, daß fie den sittlichen Willen de— Schulers kräftige, daß fie das Gemüth der Kinder zum Schönen und Edeln ausbilde, und daß sie be dem Schüler eine vorurtheilsfreie, lebendige Religio finät erwecke. Der zweite Redner, Lehrer und Redakteur Ries aus Frankfurt a. M., sprach übe „die Simultanschule eine kulturhistorische, politische nationale und pädagogische Nothwendigkeit sei.— Der nächste Lehrertag wird auf Pfingsten 1888 ir Augsburg abgehalten. Kempten. 26. Mai. Ueber einen Raud mord im benachbarten Ermengerst ist die „Frankf. 8. in der Lage, nachfolgende Einzelheiten zu herichlen Vorgestern, Pfingstsonntag, Nachmittags, wurde der Detonom Anton-Wegmann von ruchloser Morder hand auf eine grauenhafte Weise ums Leben ge bracht. Der Mord muß zwischen 8 und 4 Uhr begangen worden sein, während welcher Zeit.die meisten Leuie sich im Nachmittags Gottesdienst hbefanden. Der Mann war ganz allein zu dause. Der oder die Mörder haben ihn wahr⸗ sheinlich schlafend auf dem Sopha gefunden —XVDD Hiel mit einer Art, welche voll Blut vorgefunden wurde nuf den Kopf schwer derwundet. Der Ermordett muß sich verzweifelt gewehrt haben, wie aus ben schiedenen Anzeichen zu ersehen war. Geldbörse nebst Brieftasche fehlen. In der linken Hosentasche joll Wegmann bei 500 Mt. in Gold gehabt haben was nach Auffindung der Leiche bekannt wurde. Wegmann war von den Mördern aus der Wohr sube hinausgeschleppt und im Viehstalle in die Odel⸗ oder Güllengrube oder, wie man hier p Lande sagt, in das sog. „Geschäl“ geworfe vworden. Von dem oder den Mördern hat n bis jetzt noch nicht die geringste Spur entdede lönnen. ur 4F Ueber einen großen Kirchenra J uus Lüun sich gemeldet; Am vorletzten Sonniat gewahrten die Ersten, welche die bekannte Wall⸗ hristirche Rotre Dame de Walcourt elgien) zesuchten, ein wahres Bild der Verwustung. Der Schaß der wunderthatischen Jungfrau, welcher in isien von Eichenholz mit dreifachem Verschluß ufbewahrt wurde, war geplündert und gänzlich jeleert. Von den beiden Marienstatuen aus Jassivem Silber war die eine bewegliche, welche hei den Prozesfionen der h. Dreifaltigkeit herumge ragen wird. gestohlen worden, und der anderen, welche die Räuber nicht wegschaffen konuten, war das silberne Jesuskind aus den Armen genommen. AJußerdem wurden 500 größtentheils filberne Herzen von getriebener Arbeit, die zahlreichen mit kostbaren Sieinen geschmückten Kronen,, das Weihegeschenk anez franzoöstschen Generals und die Meßkelche estohlen. Die Hostien waren auf den Boden ge Jorfen. Der Werth der geraubten Gegenstände rird auf über 60,000 Francs geschähßt. Eine grone welche allein 60,000 Francs werth ist, war nige Tage vorher zum Dekan der Kirche getrageu porden und entging auf diese Weise den Räubern. Hagen, 26. Mai. Heute Morgen ist die dem Bahnhof Werl gegenüberliegende Papierfabrik durch eine Kesselexplosion vollständig zertrümmert vorden, demnächst in Brand gerathen und bdis auf wenige Ueberreste zerstört. Leider sollen der Befitzer der Fabrik und fünf Arbeiter verunglückt sein. fRüdesheim, 27. Mai. Der Fremden⸗ oerkehr an den beiden Pfingsttagen war stark. An den beiden Tagen haben 7500 Personen die Niederwald ⸗Jahnradbahn benutzt etwa 500 mehr als auf Pfingsten voriges Jahr. Das National⸗ Denkmal war wieder der Sammelplatz der großen Menge. Die außerordentlich reine Luft gestattete an die prachtvollste Ausficht in die weiteste Ferne. F In Agranm finden seit einigen Abenden vor »em Chemischen Laboratorium Pöbelzusammenroti- ungen statt, weil von Agitatoren das Gerücht aus⸗ gestreut worden, im Laboratorium würden Menschen zu wissenschaftlichen Zwecken abgeschlachtet. Gestern wurde der Leiter des Institutes, Professor Janecek. om Pöbel ernstlich bedroht. Im Institut selbst be⸗ finden sich verschiedene Flüssigkeiten behufs chemischer Analhse, und die Hetzer reden dem Pöbel vor, die betreffenden Fässer enthielten Menschenblut. Die Polizei zerstreute die Exzedenten, derhaftete einige derselben und hat Maßregeln zum Schutze des In⸗ ttitutes getroffen. f Ein schweres Eisenbahnunglüd wird uus Rosto w a. Don gemeldet. In der Nach zum 26. cr. entgleiste der nach Woronesch gehende hassagierzug unweit Rostow; die Locomotive grub ich in den Hügelabhang hinein, die Waggont türzten übereinander und wurden bis auf die drei ezten zerrrümmert. 4 Personen, darunter 3 Eisen⸗ ahnbeamte, wurden bei dem Unfall getödtet, 19 hersonen verwundet, darunter 9 schwer. fDer freigibige Sultan. Aus Kon⸗ lantinopel, 16. Mai, wird berichtet: Diese Woche jad hier ein Deutscher, Namens Döring, Vorstell⸗ ingen mit einem großen Projektionsapparat für lebelbilder und dergleichen. Er belam ohne Schwierigleit die vorläufige Erlaubniß, seine Sehens⸗ vürdigleiten zu zeigen. Am Donnerstag aber wollte wein Bild in sein Programm aufnehmen, wolches die Ermordung des Czaren Alexander II. darstellte. das muß wobl mißuͤebige Gerankenverbindungen zachgerufen haben, denn er wurde auf hoͤheren deiehl sofort gezwungen, seine Vorstellungen zu dließen; die Poligei“ riß seine Anschlaggenel her. mier und ihm wurde der Befehl ertheilt, schleu⸗ n atzureisen. Für den dadurch erlittenen Schaden —A— der Sultan die reichlich demessene nschädigung von 300 Pfd. zukommen lassen. —86 Gattin des gefallenen Diktators 3 uatemala hat kinen seltsamen Liebes- an erlebt. Als Barrios vor einigen Jahren einer Reise ins Innere des Landes kam, gab — Kaufmann daselbst ihm zu Ehren a e Barrios, damals Winwer, iernte an adee die kaum im Bacfischalter stehende bild⸗ —*— che des Kaufmanns kennen, die einen ue n Eindrudk auf ihn machte, obgleich er bin dew so alt war als fie. Vor seiner gv —* jenem Orte erklärte er dem Kaufmanne dae d Ich werde Ihre Tochter heiruthen. —2 r noch du jung und unerfahren ist, so daß sie in eine böbere Bildungsanftalt für Madchen geschickt wird, um Englisch, Französisch und Mufik zu lernen. In zwei Jahren werde ich daher förmlich um sie anhalten.“ Der Kaufmann stammelte zitternd seine Einwilligung, beschloß aber die Ausführung der Zumuthung des Diktators wo möglich zu verhindern. Auf mehrfaches Drängen Barrios wurde das Mädchen allerdings auf eine höhere Schule geschickt. doch als nach Verfluß der zwei Jahre Barrios wirklich um die zu vollen Schönheit erblühte junge Dame anhielt, erklärte diese stolz, daß sie keine gezwungene Ehe eiugehen werde und ihr Vater bestärkte sie offen in diesem Entschluß. Aber kurz darauf wurde der Kaufmann berhaftet, sein Vermögen ward „zum Besten des Staates“ eingezogen und er mußte als Sträfling mit Kette und Kuge! an den Beinen, auf den Ztraßen arbeiten! Um der grausamen Behandlung chres Vaters ein Ende zu machen, erklärte nun die Tochter sich bereit, Barrio's ihre Hand für's ganze Leben zu reichen. Und nun war er wie umge⸗ wandelt. Der Kaufmann wurde freigelassen, be— kam sein Besitzthum wieder und erhielt überdies die sehr einträgliche Stellung des Finanzagenten der Regierung,. Barrios benahm sich übrigens stets so überaus zärtlich gegen seine junge Gattin, daß sie sich sehr schnell mit ihrem Schichsal ver⸗ söhnte und eine innige Neigung zu ihrem Gatten gefaßt haben soll. Man rühmt neben ihrer Schön⸗ heit auch ihre Mildthätigkeit. Barrios mußte je⸗ doch schon lange darauf gefaßt sein, daß ihm sein glühender Ehrgeiz und seine Tyrannai ein schlimmes Ende bereiten; er sorgte deßhalb in ausgiebiger Weise für seine Gattin und die Kinder, die sie ihm geboren hatte, indem er sein Leben mehrfach sehr hoch zu ihren Gunsten versicherte, ihr in New⸗Yorb ein prächtiges Wohnhaus kaufte und ungefähr eint Million Dollars in Grundeigenthum dortselbst au ihren Namen aulegte, so daß sie nunmehr auch nach seinem Tode noch fürstlich leben kann. Vor zwölf Jahren war Barrios noch ein armer Schlucker. An der Spitze des kleinen Staates Guatemala hat er fich aber seither ein Privatvermögen „erworben“, das auf ca. 15 Mill. Dollars geschätzt wird. Do onnte es freilich nicht schwer werden, fuür die Dame, die auf so sonderbare Weise seine Frau zeworden ist, in freigiebigster Weise zu sorgen. F(Ueberboten.) In ein Amecikanisches Redaktions⸗Bureau trat ein kleiner, sehr selbstbewuß! zuftretender Herr, mit inem 75 Pfennig⸗Diamanten in der Kravatte und bat, den Redalteur für das Fach „der öffentlichen Vergnügungen“ zu sprechen. Diesem vorgestellt, zog der Fremde ein ca. 10 Zoll m Quadrat haltendes Blatt Papier hervor und überreichte dasselbe. „Hier ist meine Karte, ich wollte mich mit Ihnen wegen meines Cirkus be— prechen, eines Riesen⸗Cirkus, des Cirkus der Cir⸗ iusse, mein Herr.“ Der Redakteur annoortete ruhig: „Hm, wollen einen „Pfuff“ haben, nicht wahr?“ „Gerade das“, antwortete der Eigen⸗ hümer des Riesen⸗Cirkus. „Beschreiben Sie, bitte, in Ihrem Blatt — 4 Meilen Kaͤfige für wilde Thiere, darunter allein 12 neue Arten von Ele—⸗ phanten und ein neuerdings erst entdectes Wunder⸗ thier aus Afrika, welches 3000 Pfund wiegt. Unser Personal besteht aus 10,000 Personen, ich impor⸗ tire Künstler ersten Ranges aus Europa zu 500 Dollars pr. Woche, nur um dem Publikum stets das Beste zu bieten.“ — „Wirklich?“ — Ja, mein derr, und ein Mann wie Sie, dessen berühmte Feder in 2 Wellttheilen. .“ — Wie viele Zpalten wollen Sie haben?“ unterbrach der Re⸗ zakteur den Redefluß des kleinen Mannes. „So niel wie möglich“, lautete die Antwort. worauf der Redakteur fragte, wann der Cirkus denn ankomme? ‚In einigen Monaten; der Transport erfordert biele Zeit, so daß wir nur langsam reisen können, außerdem aber reisen wir mehr des Vergnügens vegen, als um Geld zu verdienen.“ „Das kann ich mir denken“, lautete die Antwort, „nun, unser Preis ist 130 Doll. per Spalte, im Voraus zu entrichten, außerdem 30 pCt. von der Einnahme eder Vorftellung.“ Der Cirlusbesitzer zeigte ein recht langes Geficht. „Ist das nicht etwas viel berlangt?“ sagte er. „Das würde wohl zutreffen bei einem kleinen Winkelblatt wie Newyorker „He⸗ rald“ oder den Londoner „Times“, aber wir geben ein solches Riesenblatt heraus, daß der Preis, den ich namhaft machte, wirklich gering ist. Wir brauchen räglich allein 14 Güterzüge Papier, und unser Blatt vird auf 50 großen Walter⸗Pressen gedruckt, welcht leine Minute still stehen dürfen. Allein die Aus saben für Dambf belaufen sich auf 10. 0000 Dol pro Tag. Dadurch, daß der Herausgeber des Format kürzlich um einen Achtel ⸗Zoll verkleinerte, hat er so viel erspart, daß er davon 4 Schulen jede zu 40,000 Doll., hat bauen können, und außer⸗ dem konnte er davon noch in jeder Kommune der Vereinigten Staaten zwei Kinderhospitäler errichten. Der Eigenthümer gibt das Blatt auch nicht des Geldes wegen heraus, sondern nur wegen seiner Gesundheit und aus Liebe zum Publikum. Allein die Werkstätten, in denen unser Blatt gefalzt wird, sind vier Mal so groß wie Krupp's sämmiliche Etablissements zusammengenommen.“ „Sind die Werkstätten hier?“ fragte gedrückt der Cirkusmann. „J. Gott bewahre! hier ist nur eine Filiale für Tirkusanmeldungen. Unser Haupt-Bureau liegt ...“ Der Cirkus.Direktor wartete das Weitere nicht ab. sondern machte schleunigst die Thür von Außen zu. Gemeinnutziges. Bierversandt aus Bayern. Das „Bayerische cwꝛ baterland“ schreibt mit lebhafter Genugthuuug; * „Im Jahre 1884 gelangten in München, Kulm— vach, Nürnderg, Erlangen, Würzburg, Ansbach 3393 Wagenladungen von 5000 x und 11623 Wagenladungen von 10,000 x zur Bersendung, welche zusammen über eine Million Hektoliler Biet enthielten. In Bayern hat also das Braugewerbe eine Bedeutung erlangt, welche die ihm don der Generaldirektion zu Theil werdende Beachtung in der That verdient. Der Versandt in München,. welcher nahezu die Hälfte der Gesammtversendung 5170 Wagenladungen zu 5000 und 4560 zu 10,000 x) betrug, früher aber hinter Kulmbach, Nürnberg und Erlangen zurückstand, erfuhr eine imposante Steigerung, welche allem Anscheine nach manl noch zunehmen wird. —— ——— — Marktberichte. e Ensheim, 28. Rai. (Goiktualienmarkt.) Buͤtter, per/2 Kilo 1 M. 20 Pf. Eier per Dutzend 60 3Pf. startoffeln per 50 Kilo 0 Vi. Pf. Zweibrücken, 28. Mai. (Fruchtmittelpreis und Sik ualiennartt.) Weizen O M. — pf orn' M. — Pf Berste zweireihige d M. — Pf., vierreihige O M. — Ff Spelz 0 M. — Vf. Spelziern — Ma— Pf., Dinkel M. — Pf. Mischfrucht O M. — Vf., Hafer 7 M 88 Pf. Erbsen O M. — Pf Wicden“o e — Pf. Heu 3 M. — Pf., Stroh JQuai.2 M Pf. II. Qual 1M. 80 Pf. Lartoffeln 1 M80 Pf., Weißbrod 1/Nilo 53 Pf., Kornbrod 8 Kilo 635 Pf. Gemischtbrod 8 Kile 80 Pf., paar Wech 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual 56 Pf., Kalofleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf, Schweinefleisch 530 Pf, Wein Jöiler 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf., Butter ꝛ/ Kilogr. 1 M. — pj. Homburg, 27. Mai. (Fruchtmittelpreis und Viltua⸗ ienmarkt. Weizen 9 M. 64 Pf. Korn 0O M. — pPf. Spelzkern — M. — Pf. Speiz d M— Pf., Gerste Zreihige O M. — Pf., Gecste 41eihige o B— Pf., hafer 7 M. 72 pf. Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen — M. —, Pf Widen — M. — iPpf., Bohnen DM. 7 Pf., Kleesamen — M. — Pf. Kornbrodes Pfund 5 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pf., Ochsenfleisch —Pf. Kin dfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfteisch 60 Pf. Schweinefleisch 50 Pf., Butter ĩPfundl Mi os Pf. dartoffeln per Zentner 1M. 80 Pf. Kaiserslautern, 26. Mai. (Fruchtmitielpreis und Bittualienmartt.) Weizen 0 Mk. — Pf., Korn R. 7 Pf. Spelilern — M. — Pf., Spelz 0 M. — pyf. Serfte O M. f., Hafer 7 M. 74 Pf., Erbsen 0 Bi — Pf., Widen O M. — Pf., Linsen — R. — Pf. Nlee samen — M. — uBf., Schwarzbrod 6 Pfund 68Pf., 83 Pfd. 84 Pf., Gemischtbrod 8 Vfund 39 Pf., Butter pro Bfd. 1M. 0b Pf., Eier per Dzo. 66 Pf., Kartoffeln per Zentner 1 M. 80 Pf., Stroh A. Qual. 3 R. Pf. Il. Qual. 2 M. 75 Pf. Heu pro Cir. 3 M. — ge Kleeheun d M— f Berichtigung. IF In vor. Ne. wolle in dem Artikel unter Lam- brecht vorletzte Zeile Deidesheim statt Ger— mersheim aelesen werden. Rct Für die Kedaktion verantwertlich: F. X. Deme z. — — — „Beachtenswerth!?““ 5 7 „Ach, wenn ich doch nnr 100 oder wenigstens 20. Mk. Jewinnen würde, so wäre ich schon zufrieden, denn ven daupttreffer mache ich ja doch nicht“ So hört man heute Jeden sagen, der ein Loos kaufen möchte. In wahr haft zroßartiger Weise ist diesem bescheidenen Wunsche in der Kaiserslauterer kath Kirchenbaulotterie, deren Ziehung unwiderruflich am 10. Juni d. J. ftattfindet Rechnung getragen worden. Man urtheile selbst: Auf 200,000 Loofe entfallen 20,000 Gewinnste, also gewinnt ‚edes 10. Loos. Und die Zahl jener von jedem Looskaufer zewünschten Treffer, d. h. solcher zwischen 1600 und 10 Mk., »etcägt nicht weniger als 8577 Und trotzdem noch wer auvttreffer a 30 000 und 0nnn o 2 Submission auf Straßen⸗Unterhaltungs-Arbeiten. Im Amibezirle gweibrůcken sind pro 18885 verschiedene Arbeiten zur Unterhaltung der Dißikisstraßen auf dem Submissionswege zu vergeben und zwar im Kantone: W a. Rlieslase. PflasterArbeiten veranichle- zu .268 Mark 20 pis Angbert. .601 Mart 60 Pfg. Schriftliche Angebote sind bis längstens Montag, den 8. nächst⸗ kommenden Monats, Vormittags 11 Uhr, hierorts einzureichen. Koften⸗Anschlage und Bedingnißheft liegen bis dahin bei Herrn Bau schaffnet UMα—σ in St. Ingbert offen. Zweibruüchen, den 28. Mai 1886. Königl. Bezirksamt. J. V. J IDiLS. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „Eilgut Wer Sprachen kennt, ift reich zu nennen. — I 22 Das WMeisterschafts-Susten jur praklischen uud naturgemäßen Erlernung der englischen, französischen, italienischen, spanischen und rufsfische— Geschaͤfts⸗ und Umgangssprache. Eine neue Methode. in 3 Monaten eine Sprache jprechen, schreibe und lesen zu lernen. Zm SIDSLUQNSETTIiIOBI von Dr. Richard S. Rosenthal. Englisch — Französisch — Spanisch komplet in je 15 Lektionen à IM. Ilalienisch und Russisch komelet in je 20 Lieferungen à 1M. Schlüssel dazu à 1M. 50 Pig. Probebriefe aller 5 Sprachen u 50 Pfg. portofrei. Leipzig. Rosenthal?sehe Verlaxßehandlung — — Arke. AMCk 8 Donel tarbe * Aleinigerr prixra tli.Nack, Ulm a /D.) BRBRæevwãbrteates u. vollstãndig machãdliehes Btarxemittel — ewanrt grõasste Frlelchteruat vpeim FIatien vu. enthalt alle er- Vraeruohen Zunãtae zur siohe- v Keretenung von blendend Arnser, xrleiebaceg tαιι8εαν A voßgenentor Glan vsche. TdebetaI ——2 A s x. * zu haben bei F. X. Demetz. Auflage 381, 000; das verbreitetsie aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem er— heinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen — —— — — — — Schnell trockenendes Fußbodenöl u. Jußbodenlacke mit und ohne Farbe, sowie alle VFarhben trocken und fertig zum Ansstrich. Firniße in allen Qualitäten. Pinsel und Bürsten aller Art. Glaferkitt u. Maschinenkitt in der Materialwaarenhandlung von P. Fery. Ziegeln, Backsteine und Schwemsteine werden wie bisher, im Kleinen und sim Großen untier billigster Be⸗ rechnung abgegeben. J'ac. Stief. — 7** OHie Modenwelt. zUustrixte Zeitung fün Toilette und Handar⸗ beiten. Alle 14 Tagt eine Nummer. 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Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit BVe⸗ schreibung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche sur Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalier umfassen, ebenso die deibwäsche fur Herren und die Bent⸗ und Tischwasche ec., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstaͤnde der Garderobe und etwo 100 Mußster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und XEVVD Abonnements werden jederzeit angenommer oei allen Buchhandlungen und Poftanstalten. — Frobe⸗Rummern gratis und franco durch — die Expedition, Berlin W, Potsdamer Str. —— Rechnupgen » 33777 8g Gebrauch sind steis vorräthig in der Druckerei des St. Inaberter Anzeiae⸗ Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslande⸗ zu beziehen: 4— — e 8 1 23 AM Ae 2 4⸗ Die Klasstker der Vhilosophie. — — — — — — — — — — Ven den frũbeslen griechischen Denkern bis auf die Gegenmart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebf tiner Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brafchh. 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Das Blatt kostet vierteljahrlich . 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließlich 10 ⸗ Zustellunassgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaliene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfaltischen und solchen auf welche die Erpedition Autkunft ertheilt, 158, Reclamen 830 B. Bei 4maliger Eintkckung wird nur dreimalige berechnet. Sonntag, 31. Mai 1888. 220. Jahrg. * Die Mission Lord Rosebery's in Berlin. Schon im vorigen Monate wurde angekündigt, daß der englische Diplomat und Vertrauensmann des Kabinets Gladstone Lord Rosebery sich in einer zesonderen Mission nach Berlin begeben werde. Die Reise Lord Rosebery's nach Berlin hat nun in voriger Woche stattgefunden und bei der noch immer pre⸗ ären Situation der auswärtigen Politik in Bezug nuf die egyptische und afghanische Frage, in welche kngland sehr zu seinen Ungunsten verwickelt ist, darf man wohl annehmen, daß die Mission Lord Kosebery's in Berlin den Zweck hatte, die deutsche Kegietrung unter gewissen Umständen zu bewegen, ẽngland aus den Verlegenheiten ziehen zu helfen Nan kann annehmen, daß unier einigen streng lipulirten Bedingungen Fürst Bismarck im Nameñ deutschlands eine reservirte Zustimmung ertheilt hat, die natürlich keine einseitige Parteinahme für ringland, sondern eine Berücksichtigung der Inier⸗ ssen aller betheiligten Mächte im Auge haben kann. Ohne eine solche Voraussetzung würde fich Deutsch⸗ and hüten, für England die Kastanien aus dein Feuer zu holen und sich Englande zu Liebe mit kußland oder Frankreich zu überwerfen. Berech⸗ igte Wuinsche Europa's in Bezug auf Egypten und berechtigte Forderungen Rußlands in Zentralasien muß England erfüllen, sonst kann es auf den di⸗ lomatischen Beistand des deutschen Reichskanzlers ur Beilegung seiner auswärtigen Schwieriqkeiten üicht rechnen. Das englische Weliblatt, Times“ hat nun einen uus Paris datirten Artikel gebracht, welcher mit ziner gewissen Wahrscheinlichteit behauptet, Fürst hismarck habe dem Lord Rosebery's folgendes po— itische Programm unterbreitet. Ob das Programm Anspruch auf vollstandige Glaubwürdigkeit hat, nuß allerdings dahin gesiellt bleiben, aber einige Junkte desselben klingen, wie schon erwähnt, ziem⸗ ich wahrscheinlich. Darnach müsse der Sudan ganz on Egypten abgetrennt und der Türkei oder Italien ibetlassen werden. Egypten“ unter der Regierung ines starken, populären Khedive, neutralisirt wer— )en. Die Ueberwachung der Freiheit des Suez⸗ unals müsse der eghptischen Regierung gemeinfam mit den Regierungen aller anderen Staaten ander ttaut werden. England behält die Praponderanz AA Erhaltung ner Freiheit des Kanals. Kurz, England müsse Zuropa beweisen, daß es keine selbstsüchtigen Pläne bezüglich Eghptens hege. Mit Bezug auf Afgha⸗ niftan wolle Vismarck Rußland bewegen in den jetzigen Positionen zu verbleiben, bis England die indischen drenzen innerhalb der jetzigen Grenzen Indiens pllstandig befestigt haben werde. Dagegen dürfe fußland in Zensrdiasien nicht beengt werden. Dies vire die besse Kur gegen das byzantinische Fieber duklands. Rußland habe ein nalürliches Recht uf Zentralasien und konne vori sich ausbreiten. hne England zu schadigen. Enduch durfe Eng⸗ w nicht versuchen, den deutschen Handel und deuschlands stolonialpolilil zu schädigen. Wenn england diese Bedingungen acceptire, werde Bis⸗ du das fruͤhere gute Einvernehmen zwischen and und England wieder herstellen, worauf — sellos die Erneuerung des ebenfalls gestoͤrten enguisch franzosischen Einvernehimnens soigen werne — Volitische Uebersicht. * Ueber die in der letzten Reichstaga— session angeregte Frage der Sonntags⸗ arbeit wird seitens der Reichsregierung eine all⸗ demeine Untersuchung vorbereitet. Damit wird diese wichtige soziale Angelegenheit in jene Bahn zelenkt, die von der national- liberalen Partei im Reichstage von Anfang an empfohlen wurde und die auch der Reichskanzler als die allein richtige ind beschreitbare bezeichnete. Erst auf Grund einer olchen Enquete werden Maßregeln getroffen werden onnen, welche ohne die Interessen der Arbeiter elbst zu schädigen, den Segen der Sonntagsruhe )en weitesten Kreisen gewähren und die Bestrebungen der religiösen Genossenschaften zur Förderung der —A veit eine zwangsweise eingeflüͤhrte Sonntagsruhe )ie materiellen Interessen der Arbeiter selbst beein⸗ rächtigt, ist weder in sozialer noch in religioöser Beziehung ein segensreicher Einfluß von der Sonn⸗ agsruhe zu erwarten; in den hart davon betroffenen dreisen würde eine solche Institution nur zu er⸗ johter Erbitterung gegen Staat und Kirche führen. Natürlich wird die Enquete eine moglichst vielseitige und umfassende sein müssen. Wie verlautet, wird der deutsche Verireter in Zaͤnzibar, Herr Gerhard Rohlf's, auf diesem Posten nicht verbleiben. Seine Abberufung ist be⸗ reits gemeldet und dann widerrufen worden, die erste Nachricht war nur verfrüht. Wie es scheint, jat Rohlfs gegenüber den Intriguen, welche die eindselige Haltung des Sultans gegen Deutschland zur Folge gehabt haͤben, nicht die wünschenswerthe tnergie gezeigt. In Arizonma,“ in den Vereinigten Staaten von Amerila, ist ein ernster Indianerauf— tand ausgebrochen. Die Indianer plündern und norden die Kolonisten. Die Unionsregierung ent— andte Truppen. Es haben bereits zwei Treffen tattgefunden, von denen das eine mit dem Rückhzug zer Soldaten endete. Der Ausgang kann nicht weifelhaft fein. Die Rothhaͤute werden bald vom Boden der Vereinigten Staaten ganz verschwunden ein. Auch in Südamerita schwinden sie, wenn⸗ gleich langsamer, fie erliegen einem seltsamen Klee⸗ hlatt: der Kultur, dem Branntwein und den Vocken. — —ö⸗æ ⸗ Deutsches Reich. München, 28. Mai. Dem RNeichsrath Stifispropst Dr. v. Döl linger ist die Funktion ines Vorstandes der Akademie der Wissenschaften, owie eines Generalkonservators der wissenschaftlichen Zammlungen des Siaates vom 1. Inni an auf die Dauer von weiteren drei Jahren überiragen vorden. — In München findet am 26. Juni die VBersammlung der bayerischen Baugewerksgenossen ⸗ chaft, am Tage darauf jene der Holzindustriellen zur entgiltigen Berathung nund Fefsistellung der Benossenschaftsstatuten statt. Die suͤddeutsche Ter lilberufsgenossenschaft hat am 27. Juni in Augs⸗ durg ihre konstituirende Versammlung. * Berlin, 28. Mai. Der Papst hat beschlossen, die Koölner Bisthumsfrage getrennt von der Posener zu erledigen. Schon am 16. d. M. soll er seine endgiltige Zusage abgegeben haben, daß Dr. Kre⸗ mentz den erzbischöflichen Stuhl in Koln einnehmen wird Uehor die Kandidatur ves VProbsteg Aßmmnn für Posen verlautet, daß Herr Aßmann, der in dem maͤhrischen, zur Erzdidzese Olmütz gehdrigen Theile des Kreises Leobschüß geboren, der polnischen Sprache durchaus mäachtig ist, indeß wird er schwer⸗ ich in Rom akzeptirt werden, da dort an der For⸗ derung, ein Pole müsse den erzbischöflichen Stuhl in Polen⸗ Gnesen erhalten, bessimmt festgehalten wird. Immerhin scheint das Entgegenkommen des Pabstes in Bezug auf den Kolner Posten anzu⸗ deuten, daß die Verhandlungen zwischen Berlin und Rom in der letzten Zeit auch bezuͤglich anderer deinen Fragen einen quten Forigang gehabt daben. —M A Berlin, 29. Mai. Im Besinden des Kaisers t eine Besserung eingetreten und insoweit forige⸗ ichritten, als die Beschwerden sich seliener und in zeringerem Grade fühlbar gemacht haben. Der gaiser arbeitete gestern mehrere Stunden. Nach zut vollbrachter Nacht wohnie Se. Majeftaät heute nit der Großherzogin von Baden am Fenster des Palais dem glanzenden Huldigungszuge der Drechsler · Innung bei. wobei derselde die begeister⸗ en Begrüßungen der Festtheilnehmer vielfach durch Verneigen erwiedertee. 1. Zerele und pferieche Rachrichten. — *St Ingbert, 80. Mai. Mit dent 1. Juni nachsthin (dem Inkrafttreten des Sommer⸗ ahrplanes) gelangen auf der hiesigen Wisenbahn⸗ tation Arbeiterbillete nach nachgenannten Stationen und den dabei angegedenen Fahrpreisen ur Einführung: für die einfache Fahrt von St. Ingbert nach Station Bischmisheim über Scheidt 20 Pf. nach Saarbrücken 25 Pf. nach douisenthal 33 Pfe — Der Berbandstag der pfälz. Ge⸗ nofsensschaften findet belanntlich im laufenden Jahre in Edenkoben siatt. Die von verschie⸗ denen Blattern vor einiger Zeit gebrachte Mittheil⸗ uing, daß der Verbandstag am 28. und 80. Juni abgehalten werde, ist dahin richtig zu stellen, daß aach gefaßtem Beschluß die Tage des i8. und 19. Juni (Donnerstag und Freitags für die Verband⸗ lungen festgesetzt wurden. — Rochenhausen, 128.3 Mat.; Gestern wurde eine Frau von Schonborn verhaftet und ins hiesige Amtsgerichtsgefangniß eingeliefert. Die⸗ selbe soll ihr eigenes Kind durch Zusammendrüucken des Halses getodtet haben. Die gerichtliche Unter⸗ suchung wird heute stattfindenNotdpf. B.) — Ludwigshafen, 27. Mai. Schon seit einer Reihe don Jahren, schwebt zwischen der Stadt Ludwigshafen und der VDirektion der Pfalz⸗ ischen Eisenbahnen ein Prozeß wegen Erbauung ziner Straßenüberführung von der neuen Schul⸗ straße über die Geleise-Anlagen am Bahnhof nach dem Stadttheil Hemshof. Es handelt fich um ein jehr bedeutendes Objekt, dessen Ausfuhrung Hunderi⸗ sausende von Mark erfordern wird. Bereits am 24. Marz 1883 hat die kgl. Regierung der Pfalz als Berufungsinstanz die Baupflicht anerkannt, wo⸗ jegen die Direltion Rekurs an die Ministerien des gl. Hausetß und des Innern ergriffen hat. Die kntscheidung dieser beiden Stellen ist jetzt nach zwei Jahren eingetroffen; fie lautet ablehnend. Die Ukten find dem Verwaltungsgerichtshoß Abergeben vorden, welcher nun das letzte Wort in dvieser Angelegenheit zu sprechen haben wird. Man sieht dem Urthell dieses Gerichtshofes bier mit Spann⸗- ung entgeqsgen Bermischtes. pMannheim, 29. Mai. Heute kommt dor der hiesigen Strafkammer ein Monstre⸗Bier— prozeß zur Verhandlung. Angeklagt sind 18 gierbrauer von Heidelberg und Umgegend und ein aufmann von Heidelberg wegen Verfälschung von Benußmitteln, resp. Beihülfe hierzu. In den meisten Fällen handelt es sich um Klarung“ des Bieres mittelst eines besonderen Farbstoffes, doch sind in der Anklage auch einige Fälle schwerer Natur enthalten. Der Ausgang des Prozefses kann nach der bekannten Reichsgerichtsentscheidung, wo⸗ nach das Bier nur aus Malz und Hopsen bestehen dacj. nicht zweifelhafi senn. F 7 Munchen, 27. Mai. Eine auf die Sonntagsfeier bezügliche Revision gelangte heute dahier dzur lezztinsianziellen Entscheidung. Auf pfarramtliche Anzeige war gegen zwei Frachtleute don Murnau und Partenkirchen Strafmandat des Amtsgerichts Garmisch ergangen, weil sie am Sonniag den 28. September v. J. oͤffentlich die Verladung von Frachtgütern vorgenommen hatten, und verurtheilte das Schöffengericht Garmisch die Veiden wegen Uebertretung des 8 866 Ziffet 4 des R.Sir G.⸗B. zu je ß Mk. In Folge Be⸗— rufung erkannte das Landgericht München II durch Urtheii vom 27. Januar l. J. auf Freisprechung und zwar gemäß 8 1 Abs. J der allerhöchsten Ver⸗ ordnung vom 80. Juli 1862 wonach Arbeiten welche behufs Transportes von Frachtgütern ꝛc ohne Nachiheil nicht unterbrochen werden koͤnnen an Sonn und Feiertagen gestattet find. Die gegen die Freisprechung vom landgerichtlichen Ssaatsonwalt eingelegte Revision wurde heute vom Oberlandesgericht als unbegründet verworfen, nach⸗ dem vorinstanziell festgestelt sei, daß die, nicht wahrend des Gottesdienstes und auch nicht an Jedermann zugänglichemn Platze stattgehabte Ver⸗ adung ohne schwere Benachtheiligung des Geschäfts⸗ helriedes nicht unterbleiben konnie und eine Unter zrechung der Arbeit auf die Dauer des Sonntags zußer personlicher Schaͤdigung auch für den Ver iehr nachtheilig gewesen sei. Koln, 27. Mai. In der Werlkzeugfabrik von Breuer u. Schuhmacher in Kalk bei Köoln ist gestern ein großer Streit ausgebrochen. Die Fabrik stand kurz vor dem Ablieferungstermin größerer Aufträge und diese Gelegenheit glaubte sich die Mehrzahl der Arbeiter zu Nutzen ziehen zu können. Sie veriungten zunächst Lohnerhöhung von 25 pCt., auch für Accordarbeiten, Abschaffung der Sonn⸗ tagsarbeit und Entfernung gewisser Härten in der Fabrikordnung. Die Lohnerhöhung wurde definitiv abgeschlagen und so verließen heute zirka 60 Ar— beer die Fabrik, welch letztere sich sofort von ihren Auftraggebern telegraphisch Verlangerung der Liefer⸗ frist erbat und meist auch erhielt. Rothe Zeitel, welche in Deutz angeschlagen sind, fordern zu einer „Arbeiterversammlung“ auf, die heute Abend statt- finden soll. J 7 GEin Opfer des Berufs.) Nicht un⸗ bedeutendes Auffehen verursacht in ärztlichen Kreisen die Todesursache eines erst zweiunddreißigjährigen tüchtigen Arztes, Dr. Bastian in Ueckermünde. Dr. Bastian hatte in vergangener Woche bei einem mit der Diphtheritis hochgradig behafteten Kinde den duftröhrenschnitt vornehmen müssen. Bei dieser jchwierigen Operation war dem opferwilligen Arzt etiwas von dem Ansteckungsstoff in das Gesicht und den Mund gespritzt, welchen unglücklichen Zufall der Arzt mit seinem Leben bezahlen sollte, denn Dr. Bastian ist vorgestern in Folge der Infektion gestorben. Das Kind dagegen ist gerettet und be— aͤndet sich außer Lebensgefahr. Der Arzt hinter⸗ jäßt eine junge Frau und drei Kinder. f(GDas Vagabondenthum.) Nach einer im „Reichsanzeiger“ reproduzirten Berechnung des auf dem Gebiete der Vagabondenfrage als Autori⸗ at anerkannten Landesraths, Frhrn. v. Wintzingerode⸗ Knorr, wurden in die Arbeitshäuser Deutschlands eingeliefert im Jahre 1874 10,869 Personen, da⸗ jegen in den Jahren 1882 27,459 und 1888 28,0608 Personen. Der durchschnittliche täglich Bestand an Corrigenten betrug 1874 7031, 1882 16,794, 1883 17,868 Personen. Es ergiebt dies eine Bunabme von ca. 143 pCt. in den leßkten 10 Jahren. Auf je 10,000 Einwohner der jede maligen Bevölkerung wurden eingeliefert 18745 jährlich 2,55, dagegen 1880/83 jährlich 6,2 Kolg genden. Von den 8471 im Jahre 1874 in hreußische Arbeitshäuser eingelieferten Korrigenta waren 4929 oder 58,18 pCt. Rückfallige; don 22,194 im Jahre 1882 eingelieferten 11,720 ode⸗ 52,80 pCt. Rückfallige. Es, scheine also, s schließt daraus die „Schl. Zig.“, als ob der Ein fluß der Korrektionshaft auf das Vagabondenthun insofern ein günstiger sei, als die Zahl der Rüd jälligen im Sinken begriffen ist. Die allgemeint Zunahme der Arbeitshäusler, die aus obigen Zahlen ersichtlich ist, erscheint aber doch sehr bedenklich wenn man sie auch zum Theil auf die Vermehrum der Correktionshäuser schieben muß. Sterbefälle. Gestorben; in Eußersthal Andreas Nöther 34 J. a.; in Kirchheimbolanden Johannes Wil helnr, 81 J. a.; in Zweibrücken Frau Wo Finnehmer Kraemer, geb. Dimroth; in Neu tadt Heinrich Rudolph Geib, 68 J. a, ii Malstati Johann Spuhler sen., 70 J. a. Fur die Redaktion veraniwortlich: F. X. Demeß. — — Waährend man früher als das Ideal einer Lotterie pe hbetrachtete, welche recht hohe, wenn auch vereinzelnte Trefs enthieit, ist das Publikum von heute der entgegengeseßlt. Meinung. Man ist zur Erkenntniß gelangt, daß di Möglichteit einen, wenn auch kleinen Treffer zu machn erhöht werden muß, soll anders das Intereffe an Lotterien nicht ganz abgestumpft werden. Die Verwaltung der Laiserslauterer Kirchenbaulotterie hat diese Idee in em nenier Weise verwirllicht. Bei der am 10. Junisc. un widerruflich stattfindenden Ziehung der genannten Kirchen vaulotterie werden von 200,000 ausgegebenen Looser 20,000 Gewinnste gezogen; darunter zwei Haupttreffer p 30,000 und 10,000 Mark. Zwischen 1000 und 50 Mar zewinnen 117 Loose, zwischen 50 — 10 Mark 740 Loose. Empfehle hiermit meine —IIEIX Freundlichem Besuche entgegensehen hochachtungsvoll BR- Ollig Vgheke tatettheed To··omehr St. Ingbert. antag, den 1. Juni . Abends *26 Uhr 4 — 27 3** ebung. Das Commands. Gesundheit ist Reichthum. Neu erschien und ist in allen Buchhandlungen vorräthig: Des Menschen Lebenu. Gesundheit. Ein KHaus- und Zamilienbuch von A. Schroot. Vollstandig in 10 Lieferungen 4 50 Pfg. 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Bearbeitet von Regierungsassessor Graef u. Bezirlsamtsassessor Gresbeck 2 Bande. Brosch. Mk. 16,40. In eleganten und dauerhaften Halb⸗ · franzband gebunden Mi. 18,80. Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfalzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schätzen gelernt hat, beistimmen. Das Wertk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des oͤffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Einzel⸗Ausgaben überflüssig. Es sei deshalb nicht nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfalzer angelegentlichst empfohlen. um die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine F Lieferungs⸗Ausgabe veranstaltet und kaun das Wert in 17 monatlichen Eieferungen 2 1 Mt. durch jede Buchhandlung be— zogen werden. Kaiserslautern. Kugen Orusius. Die Modenwelt gunfirirle Zeitung ft Toiletle und Handar beiten. Alle 11 Tag— eine Nummer. Freit vierteljahrlich R. 1.262* 75 Kr. Jährlich erscheinen 24 Runmern mit doi letten und Handarbeiten enihallend degen 20 Ablidungen uit ve schreibung welche det ganze Gebiet der Garderobe und Leibwlsch sur Damen, Madchen und Knaben, wie su das zartere Kindesalter umfafsen, benso di Leibwäsche fur Herren und die Beit⸗ vm Tischwasche ec,, wie die Handarbeiten in ibren ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnitimußet für alle Gegenftande der Garderobe und enn 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ am unistickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛc. Abonnemenis werden jederzeit angenomm· bei allen Buchhandlungen und Pofianstalten robe⸗Nummern gratis und franco duta i e W, Poudamer Sr om: I, Opern⸗o* 2 onnen raglich abgegeben werden bei Mich. Schmelzer, Nranmeinhandler; Vfarigasse. Sonntag, den 31. Mai kröffnung der Gartenwirthschaft wozu hoflichst einladet Ph. Em rich. Zu vermiethen der untere Stod meines Hauses in der Kaiserstraße zu jedem Geschaf geeignete. V, Vo⸗tane. ẽennicum —— ittwei W* Aucan enun j ufaabms: A . gierzu — vlani⸗ — — — n Druck und Verlad von F. X. Demetz in St. Inabert. 8 St. Jugberter Amzriger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. * J ö— — — — — — Zndtecadln — — EXXXEXC Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochhentlich mit Unterhaltungt⸗ Blait und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blan kostet vierteljahrlich 14 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 78 ⸗, einschließliq i0 ñ Zustellungsgebahr. Die Eiuruckungsgebühr far die 4Agespaltene Garmondizeile oder deren Raum bheträgt bei Inseralen us der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 18 8, Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einruückung wird nur dreimalige berechnei. M 105. Sonntag/ 31. Mai 1888s. 200. Jahrg. »Die Mission Lord Rosebery's in Berlin. Schon im vorigen Monate wurde angekündigt, daß der englische Diplomat und Vertrauensmann des Kabinets Gladstone Lord Rosebery sich in einer zesonderen Mission nach Berlin begeben werde. Die Keise Lord Rosebery's nach Berlin hat nun in voriger Woche stattgefunden und bei der noch immer pre⸗ saren Situation der auswärtigen Politik in Bezug auf die eghptische und afghanische Frage, in weiche England sehr zu seinen Ungunssen verwickelt ist, darf man wohl annehmen, daß die Misfion Lord Rosebery's in Berlin den Zweck hatte, die deuische Regierung unter gewissen Umständen zu bewegen England aus den Verlegenheiten ziehen zu helfen. Man kann annehmen, daß unier einigen strenß tpulirten Bedingungen Fürst Bismarck im Namen Deutschlands eine reservirte Zustimmung ertheil' jat, die natürlich keine einseitige Parteinahme für Eengland, sondern eine Berüchsichtigung der Inter⸗ ussen aller betheiligten Mächte im Auge haben kann. Ohne eine solche Voraussetzung würde sich Deuisch⸗ and hüten, für England die Kastanien aus dem Feuer zu holen und sich England zu Liebe mit Rußland oder Frankreich zu überwerfen. Berech⸗ rigte Wünsche Europa's in Bezug auf Egypten und —etechtigte Forderungen Rußlands in Zentralasien muß England erfüllen, sonst kann es auf den di— plomatischen Beisiand des deuischen Reichskanzlers zur Beilegung seiner auswärtigen Schwierigkeiten nicht rechein Das englische Weltblatt, Times“ hat nun einen aus Paris datirten Artikel gebracht, welcher mit einer gewissen Wahrscheinlichteit behauptet, Fürff Biemarck habe dem Lord Roseberh's folgendes po— itische Programm unterbreitet. Ob das Programm Anspruch auf vollständige Glaubwürdigkeit hat, muß allerdings dahin gesiellt bleiben, aber einige Punlte desselben kuingen, wie schon erwähnt, ziem⸗ ich wahrscheinlich. Darnach müsse der Sudan ganz on Egypten abgetrennt und der Türkei oder Italien iberlassen werden. Egypten unter der Regierung aines starken, populären Khedive, neutralisict wer. den. Die Ueberwachung der Freiheit des Suez · lanals müsse der eghpiischen Regierung gemeinsam mit den Regierungen aller anderen Sigaten anver— taut werden. England behält die Praäponderanz n Egypten durch Ueberwachung und Erhaltung ener Freiheit des Kanals. Kurz, England müsse kuropa beweisen, daß es keine selbstsüchtigen Pläue dezüglich Eghptens hege. Mit Bezug auf Afgha⸗ stan wolle Vismard Rußland bewegen, in den jetigen bositionen zu verbleiben, bis England die indischen Brenzen innerhalb der jetzigen Grenzen Indiens ppltandig befestigt haben verde. Dagegen duürfe Iußland in Zentralasien nicht beengt werden. Dies würe die besie Kur gegen das byzantinische Fieber Anklands. Rußlan habe ein natürliches Recht cuf Zentralasien und ionne dori sich ausbreiten, hne England zu schadigen. Endlich dürfe Eng— — nicht versüchen, den deutschen Handel und Deuischlands Kolonialpolitik zu schädigen. Wenn nnand diese Bedingungen acceptire, werde Bis⸗ das fruͤhere gute Einbdernehmen gwischen —— England wieder herstellen, worauf e die Erneuerung des ebenfalls gestörten Alisch: franzosischen Eindernehmens folgen werde. Politische Uebersicht. *Ueber die in der letzten Reichstagz session angeregte Frage der Sonntags⸗ arbeit wird seitens der Reichsregierung eine all⸗ jemeine Untersuchung vorbereitet. Damit wird diese wichtige soziale Angelegenheit in jene Bahn zelenkt, die von der nationalb- liberalen Partei im Reichstage von Anfang an empfohlen wurde und die auch der Reichskanzler als die allein richtige und beschreitbare bezeichnete. Erst auf Grund einer olchen Enquete werden Maßregeln getroffen werden önnen, welche ohne die Interessen der Arbeiter elbst zu schadigen, den Segen der Sonntagsruhe den writesten Kreisen gewähren und die Bestrebungen der religiösen Genossenschaften zur Forderung der Sonntagsheiligung unterstützen. So lange und so veit eine zwangsweise eingeführte Sonntagsruhe die materiellen Interessen der Arbeiter selbst beein⸗ rächtigt, ist weder in sozialer noch in religioser Beziehung ein segensreicher Einfluß von der Sonn agsruhe zu erwarten; in den hart davon betroffenen kreisen würde eine solche Institution nur zu er⸗ Hhter Erbitterung gegen Staat und Kirche fuüͤhren Natürlich wird die Enquete eine moglichst bielseitige und umfassende sein müssen. für Posen verlautet, daß Herr Aßmann, der in dem mährischen, zur Erzdidzese Olmüß gehsrigen Theile des Kreises Leobschüug geboren, der polnischen Sprache durchaus mächtig ist, indeß wird er schwer⸗ lich in Rom akzeptirt werden, da dort an der For⸗ derung, ein Pole müsse den erzbischoͤflichen Siuhl in Volen ˖Gnesen erhalten, bestimmt fesitgehalten wird. Immerhin scheint das Entgegenkommen des Pabstes in Bezug auf den Kolner Posten anzu⸗ deuten, daß die Verhandlungen zwischen Berlin und Rom in der letzten Zeit auch bezüglich anderer weitigen Fragen einen guten Fortgang gehabt haben. Berlin, 29. Mai. Im BVefinden des Kaisers ist eine Besserung eingetreten und insoweit forige⸗ schritten, als die Beschwerden sich seliener und in jeringerem Grade fühlbar gemacht haben. Der taiser arbeitete gestern mehrere Stunden. Nach zut vollbrachter Nacht wohnte Se. Majeftät heute mit der Großherzogin von Baden am Fenster des Palais dem glanzenden Huldigungszuge der Drechsler· Innung bei, wobei derselde die begeister⸗ ten Begrußungen der Festtheilnehmer vielfach durch Verneigen erwiederte. J Wie verlautet, wird der deutsche Vertreier in Zanzibar, Herr Gerhard Rohlfss, auf diesem Posten nicht verbleiben. Seine Abberufung ist be⸗ reits gemeldet und dann widerrufen worden, die erste Nachricht war nur verfrüht. Wie es scheint, hat Rohlfs gegenüber den Intriguen, welche die feindselige Haltung des Sultans gegen Deuischland zur Folge gehabt haben, nicht die wünschenswerthe Energie gezeigt. Eokale und pfäleische Nachrichten. *St. Ingbert, 80. Mai. Mit dem 1. Juni nächsthin (dem Inkraftireten des Sommer⸗ fahrplanes) gelangen auf der hiesigen Eisenbahn⸗ station Arbeiterbillete näch nachgenannten Stationen und den dabei angegebenen Fahrpreisen zur Einführung: für die einfache Fahri von St. Ingbert nach Station Bischmisheim über Scheidt 20 Pf. nach Saarbrücen 25 Pf.. nach douisenthal 388 Pf. 9— 7 Der Verbandstag der pfälz. Ge⸗ nossenschaften findet belanntlich im laufenden Jahre in Edenkoben statt. Die von verschie⸗ denen Blaättern vor einiger Zeit gebrachte Mittheil⸗ ung, daß der Verbandstag am 25. und 80. Juni abgehalten werde, ist dahin richtig zu stellen, daß nach gefaßtem Beschluß die Tage des 18. und 19. Juni (Donnerstag und Freitags für die Verhand⸗ lungen festgesetzt wurden. — Rockenhausen, 28.. Mai. Gestern wurde eine Frau von Schonborn verhaftet und ins hiesige Amtsgerichtsgefangniß eingeliefert. Die— selbe soll ihr eigenes Kind durch Zusammendrucken des Halses getodtet haben. Die gerichtliche Unter⸗ suchung wird heute ftattfinden. (Nordpf. B) — Ludwigshafen, 27. Mai. Sdon seit einer Reihe von Jahren schwebt zwischen der Stadt Ludwigshafen und der Direktion der Pfaälz⸗ ischen Eisenbahnen ein Prozeß wegen Erbauung einer Straßenüberführung von der neuen Schul- straße über die Geleise⸗Anlagen am Bahnhof nach dem Stadttheil Hemshof. Es handelt sich um ein sehr bedeutendes Objekt, dessen Ausfuührung Hundert⸗ lausende von Mark erfordern wird. Bereits am 24. Matz 1883 hat die kgl. Regierung der Pfalz als Berufungsinstanz die Baupflicht anerkannt, wo⸗ zegen die Direltion Rekurs an die Minifterien des gl. Hauses und des Innern ergriffen hat. Die Entscheidung dieser beiden Stellen ist jetzi nach zwei Jahren eingetroffen; sie lautet ablehnend. Die Akten sind dem Verwaltungs gerichts hof übergeben worden, welcher nun das ietzie Wort in vieser Angelegenheit zu sprechen haben wird. Man fieht dem Urtheil dieses Gerichtshofes bier mit Snann- unq entgesen In Arizona, in den Vereinigten Staaten von Amerika, ist ein ernster Indianerauf— tand ausgebrochen. Die Indianer plündern und norden die Kolonisten. Die Unionsregierung ent⸗ andte Truppen. Es haben bereits zwei Treffen tattgefunden, von denen das eine mit dem Rückzug der Soldaten endete. Der Ausgang kann nichi weifelhaft sein. Die Rothhäute werden bald dom Boden der Vereinigten Staaten ganz verschwunden sein. Auch in Südamerika schwinden fie, wenn⸗ gleich langsamer, sie erliegen einem seltsamen Klee— hlatt: der Kultur, dem Branntwein und den Vocken Deutsches Reich. Muͤnchen, 28. Mai. Dem Reichsrath Stiftspropst Dr. v. Döl linger ist die Funktion ines Vorstandes der Akademie der Wissenschaften, sowie eines Generalkonservators der wissenschaftlichen Sammlungen des Staates vom 1. Juni an auf die Dauer von weiteren drei Jahren übertragen worden. — In Munchen findet am 26. Juni die Versammlung der bayerischen Baugewerksgenossen⸗ schaft, am Tage darauf jene der Holzindustriellen zur entgiltigen Berathung und Fesistellung der Genossenschaftsstatuten siatt. Die suͤddeutsche Ter⸗ nilberufsgenossenschaft hat am 27. Juni in Augs- hurg ihre konstituirende Versammlung. Berlin, 28. Mai. Der Papst hat beschlossen, die Koölner Bisthumsfrage gettennt von der Posenet zu erledigen. Schon am 16. d. M. soll er seine endgiltige Zusage abgegeben haben, daß Dr. Kre— nentz den erzbischöflichen Stuhl in Koln einnehmen wird Ueber die Kandidatur des Vrobites Aßmpann — r j— — Vermischtes. — f Mannheim, 29. Mai. Heute kommt vor der hiesigen Strafkammer ein Monstre⸗Bier⸗ prozeß zur Verhandlung. Augeklagt sind 18 ierbrauer von Heidelberg und Umgegend und ein taufmann von Heidelberg wegen Verfälschung hon Genußmitteln, resp. Beihülfe hierzu. In den meisten Fallen handelt es fich um „Klärung“ des Bieres mittelst eines besonderen Farbstoffes, doch sind in der Anklage auch einige Fälle schwerer Nalur enthalten. Der Ausgang des Prozesses kann nach der bekannten Reichsgerichisentscheidung, wo⸗ nach das Bier nur aus Nalz und Hopsen bestehen darf, nicht zweifelhaft sein. F 77 München 27. Mai. Eine auf die Sonntagsfeier bezügliche Revifion gelangte heute dahier zur letztinstanziellen Enischeidung. Auf pfarramtliche Anzeige war gegen zwei Frachtleuti bon Murnau und Partenkirchen Strafmandat des Amisgerichts Garmisch ergangen weil sie am Sonniag den 28. September v. J. vffentlich die Verladung von Frachtgütern vorgenommen hatten, ind vberurtheille das Schöffengericht Garmisch die Beiden wegen Uebertretung des 8366 Ziffer 4 des R.Str.G.B. zu je 8 Mk. In Folge Be⸗ rufung erkannte das Landgericht München II durch Urtheũ vom 27. Januar l. J. auf Freisprechung und zwar gemäß 8 1 Abs. 1 der ene Ver⸗ ordnung vom 80. Juli 1862. wonach Arbeiten welche behufs Transportes von Frachtgütern ꝛc ohne Nachtheil nicht, unterbrochen werden können, an Somn und Feiertagen gestattet sind. Die gegen die Freisprechung vom landgerichtlichen Slaatsonwalt eingelegte Revision wurde heute vom Oberlandesgericht als unbegründet verworfen, nach⸗ dem vorinfianziell festgestellt sei, daß die. nicht wahrend des Gottesdienstes und auch nicht an Jedermann zugänglichem Platze stattgehabte Ver— jadung ohne jchwere Benachtheiligung des Geschafts⸗ hetriebes nicht unterbleiben lonnte und eine Unier⸗ hrechung der Arbeit auf die Dauer des Sonntagl außer persönlicher Schädigung auch für den Ver⸗ lehr nachtheilig gewesen sei. fKoln, 27. Mai. In der Werkzeug,abri von Breuer u. Schuhmacher in Kalk bei Koln ist zestern ein großer Streik ausgebrochen. Die Fabril land kurz vor dem Ablieferungstermin größerer Aufträge und diese Gelegenheit glaubte sich die Mehrzahl der Atbeiter zu Nutzen ziehen zu koönnen Sie veriungten zunächst Lohnerhöhung von 25 pCt. zuch für Äccordarbeiten, Abschaffung der Sonn tagsarbeit und Entfernung gewisser Härten in der Fabrikordnung. Die Lohnerhöhung wurde definitiv bgeschlagen und so verließen heute zirka 60 Ar— deuer die Fabrik, welch lehßtere sich sofort von ihren Auftraggebern telegraphisch Verlängerung der Liefer— rist erdat und meist auch erhielt. Rothe Zetitel. welche in Deuzß angeschlagen sind, fordern zu einer Arbeiterversammlung“ auf. die heute Abend statt⸗ inden soll. AFGin Opfer des Berufs.) Nicht un⸗ hedeutendes Auffehen verursacht in ärztlichen Kreisen die Todesursache eines erst zweiunddreißigjährigen züchtigen Arztes, Dr. Bastian in Ueckermünde. Dr. Bastian hatte in vergangener Woche bei einem mit ʒer Diphtheritis hochgradig behafteten Kinde den uftroͤhrenschnitt vornehmen müssen. Bei dieser chwierigen Operation war dem opferwilligen Arzt twas von dem Ansteckungsstoff in das Gesicht und den Mund gespritzt, welchen unglücklichen Zufall der Arzt mit seinem Leben bezahlen sollte, denn Dr. Bastian ist vorgestern in Folge der Infektion Jestorben. Das Kind dagegen ist gerettet und be— indet sich außer Lebensgefahr. Der Arzt binter— aßt eine junge Frau und drei Kinder. 7 Gas Vagabondenthum.) Nach einer im „Reichsanzeiger“ reproduzirten Berechnung des auf dem Gebiete der Vagabondenfrage als Autori⸗ ät anerkannten Landesraths, Frhrn. v. Wintzingerode⸗ Knorr, wurden in die Arbeitshäuser Deutschlande eingeliefert im Jahre 1874 10,869 Personen, da⸗ segen in den Jahren 1882 27, 489 und 1888 28.0608 Personen. Der durchschnittliche täglicht Bestand an Corrigenten betrug 1874 7031, 1882 16,794, 1883 17, 868 Personen. Es ergiebt dies eine Zunahme von ca. 143 p0Ct. in den letzten 10 Jahren. Auf je 10,000 Einwohner der jede naligen Bevölkerung wurden eingeliefert 1874 aͤhrich 25, dagegen i880/88 jahriich 622 60 genden. Von den 8471 im Jahre 18747 preußische Arbeitshäuser eingelieferten —2X varen 4929 oder 58,18 pCt. Rügcdfaällige; ho 22,194 im Jahre 1882 eingelieferten 11,730 52,80 pCt. Rückfällige. Es scheine also schließt daraus die „Schl. Ztg.“, als ob der Gi luß der Korreltionshaft auf das Vagabondenthu nsofern ein gunstiger sei, als die Zahl der Rut lligen im Sinken begriffen ist. Die allgemen Zunahme der Arbeitshäusler, die aus obigen Zahla ersichtlich ist. erscheint aber doch sehr bedenllich wenn man sie auch zum Theil auf die Vermehrun der Correktionshäuser schieben muß.. Sterbefaälle... Gestorben: in Eußersthal Andreas Nother 54 J. a.; in Kirchheimbolanden Johannes Win helm, 81 J. a.;, ia Zweibrücken Frau Wy innehmer Kraemer, geb. Dimroth; in Neu stadt Heinrich Rudolph Geib, 68 J. a, Malstait Johann Spuhler sen., 70 J. a. Fur die Redaktion verantwortlich: F. x. Demeß. Während man früher als das Ideal einer Lotterie p betrachtete, welche recht hohe, wenn auch vereinjzelnte Tres enthieit, ist das Publilum von heute der entgegengeseti Meinung. Man ist zur Erkenntniß gelangt, daßd Möglichteit einen, wenn auch kleinen Treffer zu mahhe— erhöht werden muß, soll anders das Intereffe an Lotteri nicht ganz abgestumpft werden. Die Verwaltung de Zaiserslauterer Kirchenbaulotterie hat diese Idee in em aenier Weise verwirklicht. Bei der am 10. Juni c. w widerruflich stattfindenden Ziehung der genannten Kirchen baulotterie werden von 200,000 ausgegebenen Lodse 20,000 Gewinnste gezogen; darunter zwei Haupttreffer 30,000 und 10,000 Marhk. Zwischen 1000 und 80 M⸗ gewinnen 117 Loose, zwischen 50— 10 Mark 740 VLoose Tenerwehr St. Ingbert. Intag, den 1. Juni J. Abends 36 Uhr ebung. ngs Commando Emnfehle hiermit meine —IEIEAEE Freundlichem Besuche entgegensehen hochachtungsvoll B. Olligę Gehsundheit ist Reichthum.. Neu erschien und ist in allen Buchhandlungen vorräthig: F Des Menschen Leben u. Gesundheit. Ein Haus⸗ und Jamilienbuch F von A. Schroot. Vollständig in 10 Lieferungen x 80 Pfg. Prospelt gratis u. franko. Leipzig. C. A. Koch's Verlaqshandlung. I. Qualität Mauersteine der Meter zu Mk. 1,30 hat zu de kaufen Maria Kieh auf'm Hojchen De dem Hercn i. Haupizollamis assistenien Reichenberger in Landau angehbrige Wohnhaus sammt Garten und sonstigen Zube— hdorden, gelegen zu St. Ingbert au zem Hoöfchen (erworben von Jacob Rohe) ist unter vortheilhaften Beding— ungen zu verkaufen. Um nähere Aus⸗ kunft wende man sich an A. Weber Notariatsgehilfe. HLinladung. Wontag Abend 8 Uhr, Besprechung zur Gründung eines * Junggesellen-Vereines beim Hännes. J Mehrere Junggelellen. * 40 bis 50 Schoppen Milch konnen fkäglich abgegeben werden bei MMich. Schmelzer, Bran weinhandler, Pfarigasse Sonntag/ den 31. Mai krüffnnug der Gartenmirthschaft wozu hoͤflichst einladet vo. 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Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kenntniß unserer pfalzischen offentlichen Einrichtungen erfordert und der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schähen gelernt hat, beistimmen. Das Werk gibt in gemein verständlicher Weise und über⸗ sichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des oͤfsentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger —X—— mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Pfalzer angelegentlichst empfohlen. uUm die Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ lagshandlung auch eine AF Lieferungs⸗AusgabeM veranstaltet und kann das Werk in 17 monatlichen ELieferungen a 1 Mtk. durch jede Buchhandlung be⸗ zogen werden. Kaiserslautern. Euæenn Orusi us. — —————— —————— ————— drut und Besoa von F. X. Demer in St. Inabert. N DBR.. —“ Die Modenwelt. 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Amtsgerichts St. Ingbert. ber St. Jugberter azeiger“ erscheint wvbchentlich fünfmalz Am Weontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungß⸗ zialt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 4 einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen LM 75 , einschließlich jo ⸗ Zußelungsgebuhr. Die Einrückuugsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —5, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 106. I Montag, 1. Juni 1888. 20. Jahrg. Die Lage der deutschen Kolonien. die Tüchtigkeit der deutschen Kriegsflotte. — Wenne der Sultan von Zanzibar nicht bald den Vorstell⸗ ungen der deutschen Regierung nachgibt und das deutsche Gebiet räumt, wird man die deutsche Flagge in Südafrika bald mehr achten lernen. kin Geschwader von fünf deutschen Schiffen, die 14 Geschütze und 1240 Mann an Bord haben, sind bereits nach Zanzibar unterwegs. ä Politische Uebersicht. * Fürst B smarck trifft, wie wenigstens die „Augsb., Abendztg.“ aus „zuverlässigster Quelle“ u melden weiß, dieser Tage zum Kurgebrauche in zissingen ein, wo er, wie gewöhnlich, in der oberen Saline Wohnung nimmt. Seine Abreise nach Kis⸗ ingen würde der inneren politischen Situation für zie nächste Zeit ihre Signatur aufdrücken, nämlich die der sommerlichen Ruhe und somit ist waͤhrend der⸗ elben eine Entscheidung in den gegenwärtig noch chwebenden Fragen der inneren Politik nicht zu rwarien. Unter ihnen nimmt die braunschweigische Thronfolgefrage nach wie vor das allgemeine Inte⸗ resse in hervorragender Weise in Anspruch; am Montag ist der Bundbesrath nach der Pfingstpause pieder zusammengetreten und wird der Justizaus- chuß wohl noch Ende dieser Woche in der Lage ein, über den ihm zugewiesenen preußischen Antrag hdezüglich der braunschweigischen Thronfolge Bericht u erstatten. Es ist nicht zu bezweifeln, daß der Aus⸗ chuß die Annahme des Antrages empfehlen und zaß derselbe auch im Plenum keinen nachdrücklichen Widerspruch finden wird, wenn vielleicht auch ein aar Stimmen kleinerer Bundesstaaten gegen den Antrag abgegeben- werden sollten. Was die Be⸗ jauptung von einem Proteste des Hexzogs von Cum ⸗ »erland anbelangt, welchen er in Form eines Rundschreibens“ an die europäischen Höfe versandt jaben soll, so ist von einem solchen in Berliner iplomatischen Kreisen nichts bekannt. — Auf hrund der Ermächtigung seitens des Bundesrathes sjat der Reichskanzler die Zolltarasätze für draftmehl, Puder, Stärke, Stärkegummi, Kleber. Arrowroot, Sago, Sagosurrogate und Tapioka auf ierzehn Prozent in Kisten und neun Prozent in Fässern, für Nudeln und Maccaroni auf achtzehn Brozent in Kisten festgesetzt. — Wie aus Madrid emeldet wird, hat die Deputirienkammer den am 0O. Mai abgeschlossenen Vertrag, betr. einige Ab⸗ inderungen des Tarifs und des deutsch spanischen handelsbertrages (Roggenzoll), ohne Diskussion ge⸗ jehmigt. Außerdem sei in Aussicht genommen, angestellten rehrern Beihülfen zwecks Erziehung ihrer Kinder zu gewähren. Die meisten Bundesregierungen satten auf Anufrage über die Lage der dortigen Berhältnisse bejahend geantwortet, nur von einer Seite sei der Wunsch geäußert worden, neben den dandidaten des Lehrfachs auch solche Studirende der Philologie zu unterstützen. welche durch ihr Reifezeugniß ausgezeichnete Befähigung für das Lehrfach nachweisen koͤnnten. In mehreren Ant⸗ vortschreiben werde die Gewährung von Reise⸗ tibendien empfohlen. Ausland. Paris, 30. Mai. Während aus den De⸗ »artements und aus dem Auslande zahllose Depu⸗ ationen zu dem Begräbnisse Viktor Hugo's nach Paris kommen, verlassen zahlreiche Pariser die Stadt, entweder aus politischen oder aus religiösen Motiven, der auch, weil hoffentlich stark Uberniebene Gerüchte iber Absichten der Kommunarden verbreitet werden, velche angeblich einen Konflikt mit der Polizei pro⸗ jociren wollen. Paris, 30. Mai. Der Ministerrath ordnete zeute Maßregeln zur Aufrechthaltung der Ord⸗ zung bei dem Leichenbegängnisse Viktor Hugo's an. Die Entfaltung von an den Bürgerkrieg erinnern⸗ den Fahnen und Embleme wurde verbosien. Eondon, 30. Mai. „Renuter's Bureau“ nmeldet: ‚In Folge der Verständigung zwischen knngland und Rußland verläßt Lessar demnächst London, um gemeinschaftlich mit der englischen Kom⸗ mission in Bidgeway die Details der afghanischen Brenzlinie festzustellen. Es kann nicht geleugnet werden, daß die kolo— malen Unternehmungen Deutschlands sich nach zwei Richtungen hin gegenwärtig in einer kritischen Lage definden. Glücklicherweise liegen diese Schmierig- keiten aber nicht in den Kolonien selbst, sondern in der kolonialpolitischen Anfängerschaft des dentschen Reiches. Die Territorien in Südwest- und Süd—⸗ stafrika, welche man deutsche Kolonien nennt, find —X& ollen sfich erst zu einem lebensvollen und selbst⸗ qtandigen Organismus entwickeln. Bei dem Ent—⸗ tehungswerke der deutschen Kolonialunternehmungen ind dieselben nun alsbald wirthschaftlichen und zolitischen Anfechtungen ausgesetzt worden, die nur sum Theil überstanden sind, in der Hauptsache aber überwunden werden müssen. Wirthschaftlich fehlt es den deutschen Colonien noch an Anlagekapital und Unternehmern, wirth⸗ schaftlich befindet man sich auch vielfach noch in den Kolonien in nicht genügender Kennmiß der ꝛinschlägigen Verhältnisse, wirthschaftlich lassen end⸗ iich die Verkehrseinrichtungen nach den Kolonien und in den Kolonien noch viel zu wünschen übrig. Jeder einsichtige Mann wird deßhalb sich nicht vundern, wenn erst noch einige Jahre verfließen nüssen, um die wirthschaftliche Rentabilität der dolonien zu erreichen und zu sichern. Der Fleiß ind die Ausdauer, die Gründlichkeit und Unter⸗ nehmungslust, lauter Eigenschaften, die man unseren sandsleuten nachrühmt, werden aber auch sicher in inem gewissen Zeitraume, wahrscheinlich in drei zis fünf Jahren, die wirthschaftlichen Schwierig⸗ eilen in den Kolonien überwinden und deren au⸗ nählige Rentabilität herbeiführen. Dann kann as einer großen Nation würdige Gefühl uns mit henugthuung erfüllen, daß der deutsche Unternehm⸗ angsgeist erfolgreich am internationalen Weltbewerbe in überseeischen Landern theilnimmt und daß das in großer Theil unserer Auswanderer nicht dem Laterlande entfremdet, sondern deutschee Macht, dultur und Sitte in unseren Kolonien erhallen dieibt Wie am Eingange dieser Zeilen erwähnt wurde, müssen die deutschen Kolonialunternehmungen, aber nicht nur eine wirthschaftliche. sondern auch eine politische Krisis besiehen. Allerlei Anfeindungen drangten sich schon ursprünglich an Deutschlands dolonialpolilik deran, sind aber sheils durch die Maßigung, theiis durch die Energie der demschen Regierung zumal England gegenüber befeinig worden. Dieses Kapitei der poltischen Anfeind- ungen der deutschen Kolonien ist aber noch nicht schlohen, sondern es wird in der RNad— barschaft der Kolonien selbst forigesetzt und wahrscheinlich von neidischen Angehörigen anderer uropaischen Nationen weiter gefüͤhtt. Dabel haben die deutschen Kolonialunternehmungen den Naqchtheil für sich, daß Deutschland eine junge, bei dielen boltern Afrika's noch nicht genügend belannte und nesdeltirte Seemacht ist. Diesem Umstande ist es —ã zuzuschreiben, daß in Kamerun mehrere egerstamme fich gegen die deutsche Riederlaffung e hatten und jetzt der Sultan von Zanzibar einer fast unglaublichen Verkennung der Sach⸗ das Gebiet der,, Deutsch⸗Oftafrikanischen Gesell⸗ oe durch seine Soldaien hat beseßen lassen. R politischen Schwierigleiten werden aber sicher en Folonien leichtet überwunden werden als 9 wirthschaftlichen, dasür burgt die Geschiclichten dursien Bigmara und seitter Milcbeiler und Lokale und pfälzische Nachrichten. — Aus der Pfalz, 27. Mai. Die“ An⸗ Jelegenheit der Straßenbahn von Dürkheim a. H. nach Ludwigshafen a. Rh. scheint allmaͤhlich ihrer Berwirklichung entgegenzusehen. Der Unternehmer Bachstein in Berlin hat fich im Verein mit der Darmstadter Bank bereit erklärt, die Ausführung unter sehr billigen Borausseßungen zu übernehmen. — Neuftadt, 29. Mal.Gestern faund hierselbst die Generalversammlung des Bayeri⸗ schen Frauenvereins zum rofthen Zreuz unter zahlreicher Betheiligung von Nah und Fern statt. Aus München waren Ihre Ex⸗ ellenz Frau Generallieutenant Grafin Yfenburg, owie das Freifräulein Laroche anwesend. Bei kroffnung der Verhandlungen wurden zwei Tele⸗ ramme Ihrer Majestat der Konigin-Rutter zur derlesung gebracht, welche von der Versammlung tehend angehört wurden und welche in herzlichen Worten die Erschienenen begrüßten. Der Koͤnigin⸗ Mutter. der hohen Protektorin des Vereins, wurde parauf von der Versammlung ein dreimaliges be⸗ jeistertes Hoch ausgebracht. Ein ähnliches Tele⸗ ramm war vom Ceutral;Ausschuß München einge⸗ aufen. Der Kreisfekretär des Frauendereins er⸗ jattete darauf feinen Bericht. Der Referent hob as erfteuliche Wachsthum der Mitgliederzahl. sowie en steigenden Einfluß des Vereins im Lande her⸗ vor und fügte dem bei, daß der Verein seine Feuerprobe bestanden habe anlaßlich der XX roßen Ueberschwemmungen, aus deren Veranlafsung Ulles in Allem vom Vereine gegen 286,8359 Man esammelt worden seien. Den fiatistischen Daten ntnehmen wir, soweit sie auf die Pfalz Bezug zaben: 18883 bestanden 12 Vereine mit 167 Nitgliedern, 1884 16 Vereine mit 2439 MNin- cliedern, 1885 21 Vereine mit 2615 Mitgliedern. — Wie der „Hamb. Korresp.“ heute mitzutheilen in der Lage ist, ist nunmehr die in Aussicht genom⸗ mene Ernennung des Geh. Regierungsraths Dr. Julius v. Eckardt zum Gen⸗-9onsul in Tunis definitiv erfolgt. Deutsches Reich. Berlin, 81. Mai. Der Kaiser hatte eine zute Nacht und nahm im Laufe des heutigen Tages mehrere Vorträge entgegen. Berlin, 31. Mai. Wie die „Nordd. Allg Ztg.“ meldet, hat fich der Reichslanzler entschlossen, nus dem anläßlich seines Geburtstages gesammelten Fonds, um bei dem großen Andrang zum philo⸗ ogischen Studium den Anreiz dazu nicht zu ver⸗ nehren, nur solche Kandidaten des Lehrfachs aus zer zu errichtenden Stiftung zu unterftützen, welche hre Studienzeit schon odsolvirt, aber noch keint 5tellung mit auskömmlichem Gehalt erlangt haben. Die Einnahmen hro 1883 betrugen 7080 Mt. und die pro 1884 11,732 Mt. Die Ausgaben — 1884 12,084 Mk. Das Vereinsbermögen pro 1880 betrng 29,363 Mk. und pro 1884 48,371 Mt. Nach Schluß des Berichtes ergriff Professor Gümbel⸗ Speher das Wort, um im begeisterten Herzenstone die reiche Liebe und Barmherzigkeit zu preisen, welche die deutschen Frauenseelen veredeln. Der Frauenverein widme sich der edelsten und schönsten Fiebesarbeit und das sei praktische Religion. Be⸗ zirksamtmann v. Hartlieb · Landau hielt darauf inen längeren Vortrag, welcher eine Fülle beher⸗ zigensweriher Winke für die Friedensthätigkeit des Frauenvereins enthielt. Pfarrer Hopffner⸗Neustadt richtete einige warm empfundene Dankesworte an die erschienenen Damen und Herren und schloß mit dem Wonsche, daß der Frauenverein, der schon so viel zur Linderung von Noth und Armuth und sum Wohle und Segen unseres deutschen Vater⸗ iandes gethan, für alle Zeiten blühen und gedeihen möge. Der Herr Kreissekretär Premier⸗ Lieutenant Riegler⸗Speyer schloß hierauf im Namen Ihrer Excellenz der Frau Grafin Ysenburg die Versammlung. — Kapellen, 29. Mai. Gestern Abend ftürzte Giebel und Dachstuhl der dem Wittwer Jakob Rapp in Drusweiler gehörigen Scheuer wegen Baufälligkeit zusammen. Zwei Kinder des Schäfers Kätterling von da, ein Mädchen von 9 und ein Knabe von 5 Jahren, fanden unter den Trümmern ihren Tod. — Speyer, 29. Mai. Als Kuriosum wird der „Sp. Zig.“ mitgetheilt. daß gestern eine dem handelsmann Marx Lehmann hierselbst zugehörige uh ein Kalb mit zwei Köpfen (4 Augen und 3 Ohren) todt geboren hat, das im übrigen vollständig rormal entwickelt isht. Fhe zum Tage der silbernen Hochzeit geworden ist, degeht die Familie des Herrn Geheimen Kommerzien⸗ raihs Stumm auf einer Erholungsreise und sind )erfelben heute von hier mehrfache Glückwunsch · Telegramme zugesandt, darunter namentlich vom ziesigen Krieger⸗Verein, dessen Ehrenpräsident Herr Zeh. Rath Stumm ist. Möge es dem hochverehrten Ehepaar zum ferneren Segen der nach Tausenden zählenden Werksfamilie von Oben beschieden sein, vie den Tag der silbernen, so den Tag der gol⸗ denen Hochzeit dereinst gesund und froh zii feiern! (S.⸗ u. Bl.⸗Ztg.) F GOie Newyorker Schützen⸗Erxkur sion nach Deutschland.) Die Arrangeinente ju dem Ausflug der „Independent⸗Schützen“ naqh Bingen können als nahezu beendet angesehen wer. den. In der im Laufe dieser Woche abgehaltenen Sitzung des Ausschusses konnte die erfreuliche Thah. ache koastatirt werden. daß die Kosten des Ausfluge dereits voslständig gedeckt sind und nur noch eine kleine Anzahl von Billets zu vergeben ist. Die Mitglieder des schmucken Korps werden sich gemein. jam auf einem Gruppendild photographiren lassen velches der „Binger Schützengesellschaft“ zum Ain denken überreicht werden soll. Diejenigen Mit— zlieder, welche verhindert sind, an der Erxkursion cheilzunehmen, haben einen Sunddampfer gemiethet auf welchem sie der „Suevbia“, welche die Schützen brüder nach der alten Heimath bringen wird, das Geleit bis Sandy Hook geben wird. Sterbefälle. Gestorben: in Kirchheimbolanden Johannes Wilhelm, 813. a.; in Glanmünchweiler 8 Ldehne, 75 J. a.; in Großkarlbach Frau Ebo Storminger, geb. Seyfried, 34 J. a.; un Friesenheim Otto Eicher, 21 J. a.; in Bissers Jeim Joh. Frank, prot. Vfarrer; in Zweibrücer Johann Nikolaus Hilburger, 33 J. a. Gon Viktor Hugo) Viltor Hugo⸗ Anekdoten füllen jetzt die Pariser Blätter. Bezeich nend für seine Neigung für Kinder ist folgender Borfall. Während er an seinem Roman „Notre Dame de Paris“ arbeitete, stieg er. oft Aauf. die Thürme der Kirche und sah vergnüglich zu, wie die dinder des Quartier mit einer Schaukel spielten, die sie dort angebracht hatten. Auf Geheiß des amaligen Erzbischofs von Paris mußte indessen die Schaukel eutfernt werden. Als Viktor Hugo jefragt wurde, ob er dem Erzbischof seine Stimme jeben würde, damit jener zum Akademiker gewäbl⸗ würde, entgegnete der Meister: Nicht eher, als bie er die Schaukel hat wiederherfstellen lassen. — Vik sor Hugo erfreute sich Zeit seines Lebens eines ausgezeichneten Appetits. Wenn eines der Seinigen krant war, war sein erstes Wort: „Er muß essen.“ — Bei Tisch ließ er sich nur sehr ungern stören. Er liebte es, siets heitere Gesichter um sich zu sehen. Er fand ein eigenes Vergnügen daran, oben auf dem Omnibus durch die Straßen von Paris zu fahren. — Was seine Kleidung anbetrifft, so war r hinter der herrschenden Mode immer um vier oder fünf Jahre zurück. Für Strohhüte hatte er ine hesondere Passion. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeh. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von den Agenten Hermann Laur, St. Ingbert. Der kgl. Postdampfer „Pennland“, Kapitän Weyer. walcher am 16. Mai von Antwerpen ab⸗ ging, ist am 28. Mai wohlbehalten in New Hork maekommen. VBermischtee. pNeunkirchen, 831. Mai. Heute vor 25 Jahren feierte die Asbacher -Hütte ein fröhlichet Fest: die Vermählung des Hüttendesitzers Herrn C. S fumm von Niederneunkirchen mit der ältesten Tochter des Hüttenbesitzers Herrn Boching. Dir Wiederkehr dieses Tages, welcher nun nach Ablaus ines Miertelighrhunderts glücklicher und geseaneter — A Die Hhr. August von Spiefen haben 2 Barzellen *R — — auf Staffels für die diesiährige Frnte zu verkaufen. New⸗York. Der aus Wörth (Bayern) gebürtige Bäcker Eugen Schmidt, welcher am 9. d. nitiellos dahier eingetroffen war, ist wieder nach einer Heimath zurückgesandt worden, da nachge— viesen ist, daß er bereits einmal Insasse des Irren— jauses in Bayern gewesen. — Dasselbe Schichsal verden zwei unverheirathete Ungarinnen, Namens Flora Unger und Elisabeth Eppinger, denen die Bäter ihrer Kinder die Reisekosten bestritten, zu cheilen haben. Wo gibt es, oder hat es eine Lotterie gegeben, welthe wie die Kaiserslauterer Kirchenbaulotterie be 200,000 Loosen nicht weniger als 20,000 Gewinnste hat! Wo ist es bis heute noch vorgekommen, daß z. B. wie bei der Kaiserslauterer Kirchenbaulotterie 40 Loose je 100 Ml gewinnen, trozdem oder obgleich zwei Haupttreffer zu 30,000 und zu 10,000 Mark ebenfalls vorhanden sind! 357 Treffer fallen in die Kategorie zwischen 1000 und 10 Mark! Man beeile sich daher, diese noch nie dagewesenen gunstigen Chancen zu benützen, denn die Ziehung findet unwiderruflich am 10. Juni d. J statt. ä Ziegeln, Backsteine und 4 X F Schwemsteine werden wie bisher, im Kleinen. und im Großen unter billigster B rechnung abgegeben. t Auflage 831,000; das verbreitetste aller deutschen Blätter überhaupt; außerdem er— scheinen Uebersetzungen in zwölf fremder Sprachen Am billigsten und zweckmäßigsten besorgt die älteste Annoncen⸗Erpedition J J AHaasenstein & Vogler, v — Mannheim, O. 4. 5— Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original⸗ preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. — J Rath in Insertionsangelegenheiten wird durch obige Firma, geflützt auf die während des 30jährigen Bestehens der⸗ selben gemachteun reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeiauetsten Blätter in Vorschlag gebrach. Der ausfuhrliche Zeitungskatalog pro 18385 steht jedem In⸗ serenten auf Wunsch aratis und franco zur Verfüqunq. 2 gute Gesellen finden dauernde Beschäftigung bei GCarl Schuster, Schreiner. Ludwiasstraße. Die Modenwelt. zuͤusirirte Zeitung fli Toileite und Handar reiten. Alle 14 Tag ine Nummer. KFreit bierteljuhrlich M. 125* 75 Ar Jaͤhrlich erscheinen 20 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten caihallend degen 20 Asbbildungen mit ve⸗ sobreidung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und veibwige sur Damen, Mädchen und Knaben, wie fut das dartere Kindesalter umfafsen, ebenso. die Leibwasche fur Herren und die Bett⸗ und Tischwasche zc, wie die Handarbeiten in ibren ganzen Umfange. J n Boalehen mit etwa 200 Sqmittmnsn fur alle Gegenftände der Garderobe und au⸗ 100 Mufter⸗Vorzeichnungen für — Buntstickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Alonnements werden jederzein angen gunn— bei allen Buchhandlungen und Poflanfialten — Probe⸗ Nummern gratis und franco durt die Expedition, Berlin W, Voie damer Sn 3; Wien J, Opernaasie 3 J F — I dud AblIIICb pae 55 Scheine ür die Gemeindekrankenver An sicherung sind zu haben in der Sruckeret des .St. inqgberter Anzoiqer — Ein braver Junge kann sofort in die Lehre treten bei Garl Schuster, Schreiner. Ludwiasstraße. bi — 5 — Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vortommenen Im Berlag von Greßuer & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes — zu beziehen: 3 Die Klassiker der Bhilosophie. J Druckarbeiten J an den früb⸗eßen griechischen Deuken kis auf die Gegeunart * Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebf einer Auswahl aus ihren Schriften 3 n von 4 * Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 82. Band 12 „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Vreis der Lieferung 50 Pfennig. empse nlt sieh die BEBuch- und Steindruckerei TF.X. Demetz Verlag deadt. Ingbortor Anaeiger 8t. Inægbert. —— 8* —55m . 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funmale Am Montag, Dienstag, Donnerstag, « amstag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhauungt⸗ ßlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1 AM 60 A einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 , einschließlich d A Zuftellungsgebuhr. Die Cinruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Ervedition Auskunft ertheilt, I5 A. Neclamen 80 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 107. Dienstag,' 2. Juni 1888. 20. Jahrg. die Jahresberichte der bayerischen Fabriken⸗Inspektoren für 18834. Bayern zerfällt, wie bekannt, in drei Fabriken⸗ Inspektoren⸗ Bezirke, deren ersterer Oberbayern, Riederbahern und Schwaben, der zweite die drei ränkischen Kreise und die Oberpfalz und der dritte die Rheinpfalz umfaßt. Abgesehen von der geo⸗ zraphischen Lage der Pfalz rechtfertigt sich die Auf⸗ Jellung eines besonderen Fabrik · Inspektors für diesen Zreis durch die dort besonders hochentwickelte In— zusttie, welche an Zahl Is der in dem weit ge⸗ aßten ersten Bezirke beschäftigten Arbeiter umfaßt. Daß die Erfüllung der Aufgaben, welche in so aus— jedehnten Inspektionsgebieten, wie es die deiden rsten sind, den Beamten obliegen, mit viel größeren Zchwierigkeiten verbunden ist, als in einem kleine⸗ en Umkreis erhellt auch aus den amtlichen Be— ichten der drei Inspektoren für 1884, welche so— ben bei Th. Ackermann in München erschienen ind: in dem Bericht über die Pfalz konnte z. B. er hochwichtige Punkt der Unfälle in Fabriken iel eingehender und erschöpfender behandelt werden 4s in den Mittheilungen über die sieben Kreise ꝛes rechtsrheinischen Bayern, deren räumlicher Um⸗ ang die Beschaffung des ganzen Materials auch nem tüchtigsten Beamten unmöglich macht. Unseres Frachtens tritt von Jahr zu Jahr aus den Berichten nehr die Nothwendigkeit hervor, die Beaufsichtig ungsgebiete nicht größer zu machen, als daß der Inspeltor jede der Fabriken wenigstens einmal im zahre besichtigen kann. Das ist jetzt trotz allen gleißes und aller Bemühung im rechtsrheinischen zayern nicht möglich. Im Ganzen und Großen geben die Jahresbe⸗ ichte, in denen wir auch in ihrer jetzigen Gestalt chon eine wichtige Quelle für die Erkenntniß der ndustriellen Zustände erblicken, ein zufriedenstellen ⸗ des Bild, von dem sich freilich einige Flecken um o gresller abheben. Uebereinstimmend wird für alle drei Bezirke festgestellt, daß eine Zunahme der ge⸗ verblichen Anlagen, eine sehr rege Arbeitsthätigleit ind trotz einzelner Klagen eine befriedigende Ge⸗ chaftslage zu derzeichnen ist. Dies wird noch be⸗ onders bewiesen durch die erhebliche Steigerung yer Arbeiterzahl, die im ersten Bezirt um rund 000 12 pZt. J. in der Pfalz sogar um 1862 8 pZt. der Gesammtzahl] gegen das Vorjahr ge⸗ wachsen ist. Diese Mehtung erstredt fich sowohl nuf die jugendlichen Arbeiter als auch auf die er⸗ vachsenen Arbeiter beiderlei Geschlechts; doch gibl die Zunahme der jugendlichen und weiblichen Ar⸗ )eiter zu Besorgniß kaum Anlaß, da sie verhältnitz⸗ naßig sehr gering und wie der Inspeltor für Mittel- ne glaubt, in dem Streben begründei ist, junge rafte nachzuziehen. Noch erfreulicher wäre es, * die allerdings höchst geringfügige Zunnahme in Fabriken deschäftigten Kinder unter vierzehn hren in Zukunft sich ins Gegentheil verwandelte. Ioleig die Berichte den Geschäftsgang der habriken im vergangenen Jahre als meist befriedi⸗ n hinstellen, so wissen fie leider nichts von Lohn ⸗ speszunger an meden ¶ In den Lohnverhölr wiet sich nichts geändert, so heißt es für alle * ezitke und ist damit aufs Reue der — mit mn selbstverstandlich zutreffende — Satz an daß die Höhe der Arbeitslöhne ir keinem n aren Zusammenhang mit dem Geschafts * eht. Das Angebot von Arbeitskräften ist oß, daß auch stark vermebrie Nachfrage wie im letzten Jahre sofort gedeckt werden kann, ohne die ) Rath und That in Anspruch nehmen, Auskunft Loͤhne in die Höhe zu treiben. bdon ihnen erbititen, Anregungen geben, ihre Ver⸗ Wohlthätig scheinen im Allgemeinen die Be⸗ nittelung in Streitigkeiten mit den Fabrikbesitzern ttimmungen der Gewerbe ˖ Ordnung über die Bee vünschen. Es wäre mit großer Freude zu be⸗ chaftigung der Arbeiter in Fabtiken gewirkt zu grüßen, wenn die Arbeiter immer mehr einsehen haben. Bei den jugendlichen Arbeitern wie bei vürden, daß die Einsetzung von staatlichen Fabrik. Hen Arbeiterinnen ecgaben sich nicht allzuviele Be- nspeltoren ihnen und ihren Rechten einen starken mstandungen und diese trasen für den ersten Bezirk Rückhalt zu geben bestimmt ist. Solche Einsicht aft ausschließlich Ziegeleien, wo allein noch Kinder, würde zur Folge haben, daß die segensreiche neist italienischer Eltern, unter zwölf Jahren be- Thätigkeit dieser Beamten sowohl weiteren Umfang chäftigt waren. Unpassende Beschäftigung war als größere Vertiefung erfährt. eine zu rügen. In der Pfalz klagt der Inspektor —— iber die ungenügende Befolgung der Bestimmungen 9 iti insichtlich der Arbeitsbücher. Ziemlich hart klingt Politische Uebersicht. as UÜrtheil vom 1. Bezirk über die Zündholz Deutsches Reich. abriken; von 20 erfüllt nur eine die Bundesraths Berlin, 31. Mai. Der Kaiser, dessen vorschrifien in Bezug auf ihre Hauptarbeitsräume, Befinden in andauernder Besserung begriffen ist, 2'bis 13 waren kaum in der Lage, die durch empfing gestern Nachmittag auch noch den Reichs- diese Vorschriften bedingten baulichen Veränderungen anzler Fürsten Bismarck zum Vortrage. Nach einer iberhaupt auszuführen. Daher auch 7 Fälle von zut verbrachten Nacht erledigte Allerhöchstderselbe diefernekrose, zwei davon mit tödtlichem Ausgang, Jeute, nach einem längeren Besuch der Großherzogin vährend die Zustände in der Pfalz hier viel bessee von Baden, die laufenden Tagesgeschäfte und nahm uu sein scheinen. Die Arbeitszeit ist durchschnittlich mehrere Vorträge entgegen. eine elfstüundige, ohne die Pausen; doch kommen Berlin, 1. Juni. Der Kaiser hatte eine leberschreitungen dieses Maßes in Mittel- und lehr gute Nacht, sein Befinden ist vorzüglich. unterfranken (Meiallindustrie und Ziegeleien) vor, Ausland. ir höchst bedenklich sind: in einer Anlage bis zu Varis, 1. Juni. Die ganze Nacht umlager⸗ 15312 Stunden. ohne die Pausen, so daß dem ien Tausende den Triumphbogen, an welchem ein Arbeiter nur 6323 Stunden für Schlaf, Erholung vollständiges Nachtfest eine unerhörte Profanirung ic. blieb. Das ist allerdings gerade entsetzlich! der Trauerfeier verursachte, worüber selbst republi⸗ Die Nachtarbeit für Frauen ist nur in geringem lanische Organe Elkel ausdrücken. Augenblicklich ist Umfange eingeführt und der pfaälzische Inspektor der Anmarsch der Truppen und zahllosen Delega⸗ demerkt ausdrücklich, daß er ihre Folge in sittlicher tionen im vollen Gange. Der Himmel ist bedeckt. und koörperlichet Beziehung nicht übertrieben wissen Die revolutionaren Morgenblätter wiegeln theil⸗ möchte. weise ab. Durchaus nicht erschöpfend sind, wie schon er— Paris, 1. Juni. Die Ceremonie ist würdig pähnt, die Mittheilungen über die Unfälle in Fa- derlaufen. Seit Mittag ist der Zug, der an Groß⸗ driksen im rechtsrheinischen Bayern. Im ersten artigkeit alles bisherige übertrifft, in Bewegung. Bezirk iourden nur 82, im zweiten 66 zur Kennmmiß Bis jetzt herrscht musterhafte Ordnung; es befinden der Inspektoren gebracht, während der pfälzische sich keine rothen Fahnen im Zuge. Die denselben Beamte 1126 Verletzungen mit nachgefolgter Ar⸗ mitmachenden Kommunarden tragen rothe Immor⸗ eitsunfähigkeit (oder Tod) meldet: auf 1000 ellen. Man schätzt die Theilnehmer am Zuge auf Arbeiter 46 Unfälle (51 im Vorjahre, 47 im Jahre dreihundert Tausend. 1884). Das gleiche Verhälmiß dürfte wohl für das ganze Konigreich zutreffen. Leider glauben wei der Inspeltoren (Mitteifranken ꝛc. und Pfalz), daß nur in höchst geringem Maße der Mangel an Schutzvorrichtungen. wohl aber Unachtsamkeit und Leichtsinn, der Arbeiter die Schuld an diesen Un⸗ fällen tragt, während dagegen der Aufsichtsbeamte für Oberbahern mit großer Entschiedenheit den Satz aufstellt: „Fast alle zut Kenntniß gekommenen ichweren Unfalle hätten recht wohl durch geeignete Zchutzvorkehrungen vermieden werden loͤnnen. Nur venige sind einzig und allein der eigenen Unvor⸗ ichtigleit der Verletzten zuzuschteiben.“ Wer hier Rtecht hat, ist schwer zu sagen, doch ist es jedenfalls obenswerth, daß die Fabrikanten den sehr zahl⸗ reichen Anregungen der Inspektoren auf Einführ⸗ ing von Schutzvorrichtungen in den weitaus meisten Fällen bereitwillig nachkommen. In der Zukunft vird das Unfallgesetz wohl noch scharfer die Arbeit⸗ jeber antreiben, ihr eigenes Interesse durch Ver⸗ Jjütung von Unfällen zu fördern. Daß die Arbeitgeber den Inspektoren willig entgegenkommen, ist schon früher konstatiert worden; dagegen dauern die Klagen über die Lässigleit der ebderwachung seitens det Orispolizeibehörden auf dem Lande fort. Neuerdings wird die Wahrnehm⸗ uing gemacht, daß auch die Arbeiter, wenn auch aut vereinzelt noch. die Hilfe der Beamten mit Zersplitierung und Auflösung bewahren und einen esteren Zusammenschluß herbeiführen soll. — Zweibrücken. Für die 2. Schwurge⸗ richtsperiode des Schwurgerichts am kal. Landge⸗ ichte Zweibrücken, beginnend am 8. Juni, sind 'olgende Geschworene ausgelost: 1) Joh. Wendel Bernhard, Adj. und Ackerer. Arzheim 2) Val. HJilabel I., Sohn von Joh., Gutsbesitzer, Hainfeld. 5) Daniel Catoir, Gerbereibesitzer, Dürkheim. 4) Friedrich Cullmann, Kaufmann, Zweibrücken. 5) Georg Erbel XII... Bürgermeister. Neuburg. 6) Michael Geimer IIl, Kaufmann uund Bürgermeister. Schifferstadt. 7) Philipp Gros Il., Müller, Oden⸗ ach. 8) Jos. Heid. Kaufmann. Neupfotz. 9) Dagob. Herget, Reniner, Bissersheim. 10) August Heydweiler, Gutsbesitzer. Erpolzheim. 11) Nikol. dinscherff i11., Ackerer und Bürgermeister, Duden⸗ hofen. 12) Phil. König. Kaufmann, Pirmasens. 13) Wilh. Wendel Lischer, Ackerer und Adjunkt, Iberhausen bei Bergzabern. 14) Jak. Martin, Aderer und Bürgermeister, Standenbühl. 15) Jak. Mechtersheimer, Holzhändler, Germersheim. 16) Anton Nagel II., Acderer, Roxheim. 17) Zacl Ohler, Buͤrgermeister, Lachen. 18) Joh. Ad. Portz, Ackerer und Adjunkt, Ruppertsecken. 19) Joh Sand, Ackerer und Bürgermeister, Herbitzheim. 20) Karl Schäfer, Gutsbefihßer, Dürkheim. 21) dudw. Aug. Scheidt, Müller, Schweixermühle bei Faulbach. 22) Theodor Scherer. Adjunkt und Ackerer, Weitersweiler. 28) Balth. Schleppi, Ackerer, Frohnhofen. 24) Heinrich Schlimk, Dr. Rem. und Fabrikant, Ludwigshafen. 25) August Schneider, Bürgermeister, Obernheim. 26) Paul Schneider, Rentner, Duchroth⸗ Oberhausen. 27) Phil. Seyl, jun., Müller, Streitmühle, Gde. Alten⸗ glan. 28) Joh. Georg Steiger II., Ziegler, Hart— hausen. 29) Christ. Würz, Hekonom, Wartenberg. 30) Nil. Zöller, Landwirih, Großbockenheim. — Kaiserstautern, 28. Mai. Seit lebernahme der städtischen Verwaltung durch den reuen Stadtrath bezw. Herrn Büurgermeister Hohle vestehen Zwistigkeiten zwischen diesem und dem J1. dommandanten der slädtischen Feuerwehr Herrn Fugen Bumiller. Das Bürgermeisteramt hatte nämlich geglaubt, dem Korpstommando das ihm hisher unbestrittene Verfügungsrecht über die zu döschzwecken aus der städischen Kasse bewilligten Mitiel bestreiten zur sollen, was Herr Bumiller als ein persöhnliches Mißtrauensbotum auffaßte. Nach nannichfachen Verhandlungen zwischen dem k. Be⸗ irksamte, dem Bürgermeisteramte und dem Korps⸗ ommando faßte nun der Stadtrath einen Beschluß, delcher dem Feuerwehrkommando das freie Ver⸗ ügungsrecht im Sinne des Bürgermeisters voll⸗ fandig entzieht, und als Antwort auf diesen Be⸗ chluß haben die Chargirten der Feuerwehr eine Fingabe an das Bürgermeisteramt gerichtet, worin sie erklären, daß fie ihre Aemter niederhegen. Inierzeichnet sind sämmtliche Chargirtten, mit Aus⸗ rahme von dreien und von diefen letzeren hat einer seinen Austritt aus der Feuerwehr erklärt. —Die vorläufige Tagesordnung flͤr den am (8. und 19. d. M in Edenkoben statifindenden 19. Verbandstag der pfälhzischen Kre dit⸗Genossenschaften ist folgendermaßen festgestelt: J. Für die Vorversammlung: 1) Fest⸗ tellung der Praͤsenzliste; 2) Wahle des Butaus sr die Haupwersammlung 8) Wahl der Revisoren für die Verbandstechnung; 4) Feststellung der de⸗ initiven Tagesordnung. II. Für die Hauptver⸗ oammlung: 1) Erg inzung der Präsenzliste; 2) Bericht des Verbands⸗Direktors; 8) Berichte aus den einzelnen Vereinen; 4) die Alters⸗ und In⸗ daliditäis⸗Versorgung der Vorstandsmitglieder (Re⸗ ferent Dr. Knecht); 5) Berathung und Beschluß fassung über ein neues Verbandsstatut (Refetent hebhard); 6) Neur⸗gulirung der Verbandsbeiträge Referent Etiling); 7) Prüfung und Genehmigung der Verbandsrechnung; 8) Wahl des Ortes, an velchem der nächste Verbandstag stattfinden soll; ) Wahl des Verbands⸗Direktors und seines Stell⸗ dertreters; 10) Wahl der Abgeordneten zum allge⸗ geineinen Vereinstag in Karlsruhe. B — Sypeyer, 30. Mai. Am Sonntag den 7. Juni findet in Neustadt die 19. Jahresversamm ⸗ sung des Vereins pfalzischer Gymnafial · und Studien ⸗ lehrer statt. Gegenstand der Verhandlung sind 3 Anträge des Lehrerkollegiums von Durkheim, der⸗ treten durch Subreltor Sucro: a) „Es erscheint aAs dringendes Bedürfniß, daß den Lehrern an den Kreislateinschulen im Erkrankungsfalle Ent⸗ schädigung für Stellvertretung aus Kreis- oder Zentralfonds gewährt werde“. b) „Die Versamm⸗ uͤnd wird ersucht sich auszusprechen über die Dringlichkteit, die Wohnungseutschadigung zunächft er kSubrektoren zu regeln und eventuell einen diesbezüglichen Antrag zum Beschluß zu erheben“. 2) „Es ist wünschenswerth,“ daß die Gehalte der Studienlehrer an sämmtlichen isolirten Lateinschulen ihnlich wie die Gehalte der Kommunalforstbeamten ucht durch die betreffenden Einnehmereien, sondern durch die hetreffenden k. Rentämter ausbezahlt verden. .— Ferner sollen die Reformvorschläge für den lateinischen⸗ Unterricht voa Hermann Perthes zesprochen werden; alsdann wird Dr. Mohr aus Zweibrucken über die Bedeutuag· von· Zueignung“, Prolog“ und „Vorspiet“ in Goethe's Faust und ventueii Rektor Müller von Neustadt über den Betrieb der freien Vorträge auf dem Gymnasium inen Vortrag halten. Speyer, 30. Mai. Der österreichische dandelsminister hat an die Verwaltungen sämmt⸗ icher österreichischer Eisenbahnen einen Erlaß gerichtet, n'dem mit Rücksicht auf die herannahende Som⸗ nersaison dringend empohlen wird, die Wagen⸗ decken von Personenwagen, welche der längeren Finwirkung der Sonnenhitze ausgesetzt sind, mit altem Wasser zu begießen und die Coupé's durch Deffnen der Fenster und Thüren gehörig zu lüften. da die in den bisher verschlossenen Coupé's ent⸗ tandene heiße und dicke Luft für das Publikum nicht nur in hohem Grade lästig, sondern auch ge— ignet sei, Erkrankungen der Reisenden zu veranlossen. Wir wissen nicht, ob auch für die die deutschen risenbahnen diese oder ähnliche Anordnungen ristiren. deren Zweckmäßigkeit auf der Hand liegt ind deren Einfuͤhtung daher, wo sie noch nicht zestehen sollten, nur dringend anzuempfehlen wäre. — Ludwigshafen, 30. Mai. Der pen⸗ ionirte Ingenieur der pfälzischen Eisenbahnen, Beorg Diehl, hat heute Mittag in feiner Wohn⸗ ang feinem Leben durch einen Revolverschuß ein Ende gemacht. Ein unheilbares Leides hat den Anglüglichen, welcher keine Familie hinterläßt, zur raurigen That getrieben. W q Verinischtes. 7 Dudweiler, 80. Mai. Tod durch Frtrinken. Der 18jährige Rektoratschüler Thull von Neuweiler Hof, der einzige Sohn einer Eltern, wurde gestern Nachmittag plötzlich ermißt. Nachforschungen ergaben, daß der hoff⸗ mngsvolle junge Mann sich in dem Weiher der Zulzbacher Blaufabrik gebadet und darin ertrunken ei. Abends 11 Uhr wurde der Leichnam aufqge⸗ unden und in die Wohnung der tiefbetrübten Eltern jebracht. — Der dbetreffende Weiher ist sehr tief ind des Schwimmens Unkundige sollten sich sehn süten, in demselben zu baden.— p Mannheim,28. Mai. Wie man hört, vurde mit Hrn. Hofopernsänger Knapp, ein neuet dontrakt vereinbart, wonach derselbe fich bis zum Jahre 1890 für die hiesige Büͤhne verpflichtete. Mannheim, 30. Mai. In dem Bier— antscherprozeß wurde um drei Uhr Nachmittage »as Urtheil verkündigt, wonach die achtzehn ange⸗ lagten Bierbrauer in Geldstrafen von 40 bis 165 Mark und der Verkäufer in eine solche von zwei⸗ jundert Mark genommen wurde. Ein Bierbrauer rhielt außerdem 4Wochen Gefängniß. FMünchen, 28. Mai. Im Landiage ist wie⸗ derholt die Einführung eines neuen kathohischen teligionsHandbuches an den Gym⸗ zasien gewünscht worden. Im Jahre 1882 erklärte er kgl Staatsminister Dr. w. Lutz, daß mit den irchlichen Oberbehöörden Verhandlungeneingeleitel vorden seien, welche ein günstiges Resultat in Aus— icht stellten. Dieses Resultat scheint nun zur That⸗ iche geworden zu sein. Es verlautet, daß die Ab⸗ assung eines solchen Religions Handbuches zum rẽrsatze des dermalen im Gedbrauche befindlichen „tadelbauer'schen Handbuches unter Aufsicht des herrn Erzbischofs Dr. v. Steichele im Einvernehmen nit vem übtigen Episkopat erfolgte und die Ein⸗ ührung des Buches nach erlangter ministerieller Ipprobation mit Beginn des nächsten Studien⸗ ahres zu gewärtigen ist. München. Die lkgl. Generaldirektion der Verkehrsanstalten hat für die Theilnehmer an dem 11. ordentlichen Delegirteniag des bayerischen Keteranen⸗ Krieger- und Kampfge⸗« rossen⸗Bundes eine achttägige Verlangerung der Retourbillete (26. Juni bis 3. Juli), die Direktion der pfälzischen Eisenbahnen eine solcqh— von sieben Tagen gewährt. rMünchen 29. Mai. Geheimrath Pro fessor Dr. Gerhardt in Würzburg hat, wie di N. N.“ dem ‚Würzb. Telegr.“ entnehmen, der höchst ehrenvollen Ruf, als Nachfolger Frerich's der ersten klinischen Lehrstuhl an der Unviversität Berli zu besteigen, angenommen. Die Hochschule Würz burg erleidet damit einen äußerst schmerzlichen Ver lust; denn Gerhardt, der am 5. Mai 1833 ir Speyer geboren, seit 1872 dort wirkte, gehört zu den glänzendsten Sternen in der medizinischer Wissenschaft. rT. München. 80. Mai Die Vorlage einer auf die Errichtung eiuer bayerischen Mobiliar— verfsicherungsanstalt unter staatlicher Leitung abzielenden Gesetzentwurfes an den Ende Septembet zusammentretenden Landtag steht nach anscheinend zuverläffigen Mittheilgungen in sicherer Aussicht. Muünchen. (Eine Reise zu Wagen.) In „Bayherischen Hofe“ traf am 26. Mai ein Eng— ander in Begleitung seiner Tochtet, Dienerschef ind eines arabischen Kutschers ein, welcher vor Algier kommend, nachdem er in Marseille gelandet die Reise per Wagen“ durch die Riviera.:Italier und die Schweiz machte. Derselbe führt 5 ächt Araberpferde mit sich. 7 Erlangen, 27. Mai. Der Stud. mod Aug. Brückner wurde von seinem Reitpferde, wel⸗ hes vor einem bellend an ihm aufspringenden Köter cheute, so unglücklich mit dem Schläfeknochen aus »jnen Stein geschleudert, daß er augenblicklich tod war. — Nürnberg. Ein seit Jahten spielen der Prozeß erregt hier vieles Aufsehen, zume etzt auch das Leipziger Reichsgericht in der Sacht zesprochen hat. Fabrikbesitzer Frhr. Lothar v Fader in Stein, der Besitzer der bekannten Bleistift⸗ Fabri A. W. Faber, will seinem Bruder Johann Faber der früher mit ihm associrt war und unter der Firma Johann Faber eine Bleistift-Fabrik dahier richtet hat, das Recht zur Führung der Firmoe Faber heftreiten. Nachdem sein desfallsiger Antrag jon den hiesigen Gerichten in zwei Instanzen ab⸗ Jewiesen worden war, hat er sich an das Reich⸗ zericht gewandt. welches ebenfalls zu Gunsten Jo hann Fabers entschied. Nürnberg, 27. Mai. Eine gemuthlich Familie. Die Frau eines hiesigen Beamten, der Hie Feiettage zu einer kleinen Urlaubsreise benüßz atte, ließ die beiden Kinder in der Ohhut ihret dienstmädchens und machte in Begleitung rimner be— reundeten Familie ebenfalls einen Ausflug in dit iränkische Schweiz. Als fie am Dienstag Abend urücktehrte, hatte die Magd die Kinder einer in der Siadt wohnenden Verwandten übergeben und in Begleitung ihres Liebhabers ebenfalls einen Pfingstausflug unteriommen.— FBayreuth, 29. Mai. Gegen den Bis mard · Altenläter Kulmann, der im hiefigen Zucht hause seine Strafe verbüßzt, wird nächste Woche herhandlung wegen Berufsbeleidigung und Ver eumdung des bayerischen Ministeriums stattfinden pSchweinfurt, 26. Mai. CGine Nach in Todesängsten) Gestern Nachmittag bestiegen ein jungerer Geselle und ein Lehrling des Schneider⸗ neisiers Bauz zu Bergrheinfeld einen am Main⸗ ifer angehaugten Kahn, bauden denselben los und ießen sich auf dem Wasser ireiben. Allein der stahn hatie ein Leck, sank alsbald, und die armer hucsche mußten, da ihr Hilfegeschrei nicht gehör wurde, die ganze Nacht im Wasser zubringen. Heute früh 7 Uhr fand man sie endlich nadh angerem Suchen ganz geschwollen mit blauer Ge⸗ ichisfarbe und brachte sie ins Krankenhaus zu Berneck. Sie waren Beide in Folge ausgestandener Todesangst wahnsinnig geworden. pWürzburg. Herrt Dt. Pöhlmann angjähriger Redalteut desPfälz. Kur.“ in Lud vigshafen, hat die Redaktion der Würzburge Presse“ übernommen. 7Ein guter Schutzherr. Auf einen gaum in der Dammvorstadt in Frankfurt a. g nistet ein Storchpaar, das bereits für junge Bru zu sorgen hat. Unhterhalb des Nestes hat ein Sperlingspaat sich eingerichtet. Das erschaute en datze und kletterte den Baum hinauf, die jung Sperlingsbrut als willkommene Beute zu cinnen derr Slorch, auf einem Bein im RPeste sehen ah diesem Beginnen ruhig aber aufmerksam Als die Katze auf dem obersten Ast war, bog der Storch aus dem Nest, faßte die Katze mit der zchnabel am Halse * e zur Erde 88 e fie in die Höhe und li rin Schaden, ö— v, chtih nd ließ cchwerlich, deun fur een wird damit Zätzen davon. t schoß fie nerze s, In Mardurg spielte si in wilden acher Hinsicht interessante — eine in Zeitepoche aratlerunsche n für ee mehre Ucht weniger denn zwö Gerichtsberhandl wartige ior den Schtanken der erene ab. nage des Zweita Straflammer u pnd affen. XEs Aue — der nsuren“, die in andene sich um „Besti lichen hach am 18. Juli As ne —— Regeln mi eeet Mar⸗ n den Mitgliedern * geschliffenea s der Ind zweier Verbindun r dortiger Bursche chlägern yoch ohne besonders Iee apogesochien enesun Die Angeklagten waren gt Abfuhr verlaufe en. je⸗ urde von einigen bestritt sammilich ee waren. ꝛtz södtliche Waffe zu e daß geschliffene gauf not veruntheilte ue eden seien D chläger n Strefminimum vo Studenten V as Ge⸗ nugshaft, da nach gi den geet des Reichsgerichts nhe feststehenden Erk Fest⸗ Waffen zu betrachten Muene Schlager als angefährlichen e w jedoch liege on vor, das Strafmininium es Zweitampfes ei r dem Aus der Eifel n — — dehrer. wacher beirer 27. Mai. 3J. p Jgen das Zuüchti einem höchst wi egen eine ⸗ Züchti höoͤchst wid inen sollte, wurde e d epenwogen woörilichn· lgende Beschwerde enhaben „An Herrn Bů J eingebracht ürgermeiste Unset Lehrer N. hati —J Mathes mit * nn heite Formiita Mo⸗ß. priegelt. Die Hefoa ngel (Stock) Mein ünsersugt und Sie mme (Hebamme) I5 hantelt.Ich lafs ocht Er ißt sch at Ihn Mein So aye Mir Datt de wer gemiß en hu prichelt der Leh al eine Frächhei J wenu Er rer Mir a Frächheit täht aug alt uch ganz gescheit und machen, weil ls) ug im Dorf Zoziai folgsam. W er ißt ch wär den ege temograth nänt enn Mich ait der Lehreret en Pitter. Ich —9— sach zarf, denn datt i n eg e nnei aber wieder derbeißt gemißhantelt. gch schlagen Bärbel mein Fra ind nitt geklacht gg hatt mich archert hättei u leßzt nitt ers wenn uns dat d iber den Lehh cht sich krank Dder Lehrer a eete Jetzt ferla nk ge⸗ d (Datum.) olirt wirdtee nge Ich nen Klager auf (Unterschrifi.)“ ne Bescheid dürft vorstehende Besch I nenswerth sein e in manchen hwerde er · ne —28 Nach Rücksprache * nach · —— Wiß wann der Bucge nit dem be⸗ hann orben 3 —x8X8 die alet dabin, er moge jr und beschied d eineswegs ß mo schied d p eg — dankbar die zum Herin —— Antrag⸗ zogenen Sohn naq gd drücken, weil —8 — und —86 red 9 8 ⸗ urs, — he emacht, w n von einer In Gegenwaci b elche es äuberb ig yphen —* namentlich auf ande unsicher nu geschwaͤrzie nerst iauchten di die Pfarreien hielt mit d iegenden uf. Wahre — 8 er Drohung Pfarrer eine Pis nd nn pe asnen —A Vee aut aus. per werde, führten di n ws zweite Opfer ihnen 200 die anderen F trat ne war der Pfar Mi. einbrachte und bli uhig; 9 en un — bei * i sind u —* — in bj bollführt wor. ache stehen, d ees e ur ee wurden wurdeS der benso bei ehe —A — 34 hlef. — annee —— —D it seiner —* ieber antw ng vocgehalten. eine. Pistole inm — bee die Buben dut —e Anzlich ahnli uber.“ Im Wir ind lei — — ——— reien, di ind' di n vorgeto wurden die a ie Urheb mmen de — ng wurde woch — denns in. 27 Mai. D hut einem 4 . Der S al —— des d eines e, war — duiger Zeit als α gestellt — ein in seinem Dotails psychologisch überaus merkwürdiger Selbstmord. Wilhelm — dies ist der Rame des Selbstmördes —, seit vielen Jahren als Diener bei dem im Schlosse wohnhaften Ge— Jeimkammerer Sch. angestellt, genoß seiner schein⸗ har großen Pflichttreue wegen das unbedingte Ver—⸗ trauen des alten Herrn. Plötzlich aber ertappte ihn dieser bei dem Versuch, aus einer Schwinge mit Doppelkronen fast unter den Augen seines Herrn sich eine Handvoll Goldsiücke anzueignen. Auf das sofortige Inquisitorium hin gestand W. ein schon seit sieben Jahren Diebstähle begungen zu haben und nahm im weiteren Verlauf der der Untersuchung' emen Bund Schlüssel hervor, nit denen er eingestandenermaßen auch die Tresors )es Geheimkämmerers einer Durchmusterung unter⸗ ogen hatte. Herr Sch. tief ergriffen von, der Inredlichteit des so lange für ehrlich gehaltenen Dieners, konnte sich nicht entschließen, den Fall zur Anzeige zu bringen, der alte Herr sammiclte vielmehr feurige Kohlen auf das Haupt des Un⸗ treuen, indem er für die Uebersiedelung nach Amerita ihm Mittel zur Verfügung siellte und nut den Wunsch aussprach, bon seiner Besserung noch inmal zu hören. Diese Worte machten, wie das D. J. mittheilt. einen solchen Eindruck auf den Unredlichen. daß er in höchster Verwirrung auf ein Zimmer eilte, das Fenster aufriß und sich zus der vierten Etage auf den gepflasterten Hof dinabftürzte. Wenige, Minuten nachdem der tief Zerknirschte den Gehelmkämmerer berlassen, brachte man den Zerschmetterlen iodt in die Wohnung eines Herru zurück.“ 7 333 — Ist da kürzlich in einet kleinen Stadt Mecklenburgs eine Sitzung des Schöffen— nericht s. Zur Verhandlung steht eine äußerst erwickelte Sache. Mehr als ein Dutzend Zeugen ind zu vernehmen, vertschiedene Sachverständige zu hören.. Schroff stehen sich die Ansichten der kinzelnen gegenüber. Eadlich ist die Beweisauf— iahme geschlossen. Der Amtsanwalt hat seine An⸗ räge gestellt. In langer, ausführlicher Rede tritt her Vertheidiger für seinen Klienten ein; er wendet ich besouders an die Schöffen, appellirt an ihren jesunden Menschenberstand und bittet, den Auge— lagten freizusprechen. Und nun zieht sich der Ge— richtshof zurück. — Die Schöffen sind: ein Kauf— mann aus der kleinen Stadt und ein Erbpächter aus einem benachbarten Dorfe. Der letztere schwer⸗ iallig, langsam und bedächtig, der richtige Typus eines mecklenburgischen Bauern. An diesen, nennen wir ihn Schulz, wendet sich der amtirende Amts— richter zunächst. „Nun, Schulz, was halten Sie von der Sache ? Ist der Mann schuldig oder nicht ?“ — Je, Herr Amtsrichter,“ ist die langsam und zedächtig im reinsten medlenburget Plattdeutsch zegebene Antwort, „je, Herr, dat weit ik ok nich.“ —aDas hilft hier nicht. Eine Ansicht. müssen Zie sich bilden. Glauben Sie also, daß er es zethan hat oder nicht?“ —Je. Herr Amtsrichter, »at seggen Se woll, äwerst wovon fall ik dat wveiten ?“ Run, Sie haben doch gehört, was die Zeugen, der Amtsanwalt, der Vertheidiger ge⸗ sagt haben. Danach müssen Sie sich nun eine Meinung zu bilden suchen.“ — „It hürt? Hert Amtstichter ? Nee, ik heww niks hürt!“ Nichts jehört ?Sie?-Aber es ist ja all die Stunden hin⸗ hurch von nichts weiter die Rede gewesen.“ — RNe, as il Sei segg.“ Ik kann 'n nich weiten Ik heww niks hürt. Wo süll ik ok, ik kann ja zor nich hüren?“ — „Wa——a — as?“ ruft ganz ntsetzt der Amtsrichtet,„Sie können gar nicht jören? und dann schlägt Sie Ihre Dorfschaft „‚um Schöffen vor?“ — „Mi, tau 'n Schöffen? ste. Herr Amtsrichter, dat ward woll nich richtig vesen. De Schöff, dat bün ik nich. Dat is min Vedder.“ — Tableau! Aber was nutzte dem Herrn Amtsrichter sein Schelten und Drohen. Die Sitzung mußte aufgehoben und ein neuer Termin zur noch maligen Verhandlung der Sache, dieses Mal aber mit dem richtigen Schulz als Schöffen, anberaumt werden. 7. Wien. Der hiefige Journalisten⸗ und Schriftsteller ⸗ Verein ,Coucordia“ hatte einen Pfingst. Ausflug nach Pest zur Besichtigung Der ungarischen Landes-Ausstellung gemachte und ist von der dortigen Schrifistellerwelt glänzend em⸗ pfangen und gefeiert worden. Zündend wirkte bei dem Festmahl eine Rede Jokai's, welcher die Ver⸗ inigung des Magyharen⸗ und Deutschthums rühmte Dieser geistvolle Schriftsteller sagte untet Anderem Wir erkennen mit Dankgefühl an, daß Wien die Meisterin von Budapest und die österreichische In⸗ dustrie die erste Hochschule für die unserige. ist; und wir erblicken in dem Emporblühen Oesterreichs ur das Vorbild zum Emporblühen Ungarns. Wie alle ungarischen Arbeiter des Parnasses, deren Birken ein enges Sprachgebiet begrenzt, haben wir in der deutschen Literatur das einzige freie Meer vor uns, durch welches wir in die große Welt gelangen können, ein Meer. über welches uns er⸗ zrobten Heloten führen, die man Uebersetzer nennt Heiterkeit), und drüben erwarten uns sichtre Häfen, deren Name Verleger ist (stürmische Heiterkeit), und rein Volk, das uns mit Begeisteruug aufnimmt. Wohl kosten auch andere freude Völker hie und da etwas von uns, aber die Deutschen, die der— schlingen uns: ersehnte Kaunibalen! (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Die Concordias, welche Ihr bei uns heimisch gemacht, die Concordia zwischen )en deutschen und ungarischen Schriftstellerwelt, ioll ewig leben (Mehrere · Minuten wührende · enthufiastische Hochs. Stürmischet Beifall.) Das kleinste Ftäulein der Welt wird ich demnächst in Kopenhagen hroduziren. Es ist dies ein zwoölfjähriges holländisches Mädchen, welches ungefähr eine halbe Elle, hoch. ist. Die junge Dame, die in einem Puppenstübchen Raum findet, tellt in jeder Beziehung große Anforderungen: sie berlangt 6000 Kronen monatlicher Gage und er⸗e zält sie auch. 3 fAuf der internationalen Hunde⸗ Ausstellung m Brüfsel hat die deutsche Hundezucht große Triumptze gefeiert. Die deutschen Jagd⸗, Schweiß⸗ ind Dachshunde fanden einmüthige Bewunderung. Prinz Solms forderte sogar für cinen seiner Hunde 20.000 Francs; auch die übrigen deutschen Aus⸗ stellet forderten ganz respektable Preise zwischen 3000 bis 1300 Francs! Die englischen Hunde anden nicht geringere Auerkenuung. Waren die Jagdhunde das Entzücken der Männerwelt, so ær⸗ egte die Ausstellung der Schooßhündchen und Zwerghündchen die Bewunderung der ganzen Frauen- welt, Und wie entzückend waren die kleinen Thiere — bei dem hiesigen Hundekultus nichts Auffallendes T. Lelagert. Auf Sammt- oder Seidekiffen, mit echten () reichen Spitzen verziert, lagen sie da! Ja. zwei sogar im Glasbehaͤlter mit Luftlöchern »ersehen! Die Brüsseler Damenwelt, konnte das diebkosen und Füttern mit Zuckerwerk gar nicht att bekommen. Und nurn gar die Vreise! Es vurden kolossale Summen gefordert und oft willig oezahlt. Eine große Zahh ersier Preise — zur Preisjury gehörten auch 2 Deutsche Graf von dardenberg aus Hannovber und Maler Beckmann aus Düsseldorf — fiiel Dentschland zu. A , Dasschinesische Lebem' in in manchen Dingen der absolute Gegensatz des · europaischen. Die Lebensverachtung zum Beispiet, welche im immlischen Reiche hertscht, ist unsererx Logik un⸗ ugänglich. Der kleinste Vorfall genügt, um ganze Familie zum Selbstmorde zu treiben· Eine Shanghai erscheinende englische Zeitung erzählt „Wohlhabende Eltern hattens eine Tochier verhei⸗ rathet. Einige Zeit nachher kamen sie in bedrängte, Umstände und baten ihre Tochter um Aushilfe. Der Mann gatt ihr einen Roc zum Verfetzen; die Tochter. ader, steckte ohne Wissen des Mannes einen Beldwerth von sechszehn Dollars in die Roctasche ihne dem Vater etwas dadon zu sagen; fte meinte, r werde das Geld schon finden. Der Mann, bei. velchem er den Roc persetzte, fand das Geld, sagte ber nichts und gab zwei Dollars auf das Kleid⸗ ingsstück. Als bald hierauf der junge Gatte aus⸗— indig machte, daß seine Frau ihrem Vater sechs⸗ ehn Dollacrs gegeben habe, ichlug. er Lärm, und die Frau wurde so betrübt, daß sie sich erhenkte. stun erfuhren die Eltern der jungen Frau, daß der ßfandleiher sie betrogen habe, und die Mutter aahm sich die Sache so zu Herzen, daß sie sich mik Dpium vergiftete. Gleichzeitig stürzte sich der— Pfandleiher, der um seinen Kredit gekommen war, in einen Brunuen und ertrank.· Diese Vor⸗ zänge find für die Chinesen charalleristisch, und derlei ereignet sich alle Augenblicke In Kanton llagte eine junge Frau ihren Schwestern, daß ihr Mann sie roh behandle; diese dußerten ihren Ab⸗ schen gegen eine solche Ehe, und um' nicht selber in die Lage kommen zu müssen,einen Mann zu gehmen, gingen fie, die junge Frau mitnehmen ind — ertränkten sich in einem Teich— mrannie, in Folge dessen⸗ die Barke unverzüglich rank und 22 Mitglieder ihrer Mannschaft ertranken. — Sterbefälle. In Dürkheim Adolbf Wolf, Küfer, 47 Jahre alt; in Grünstadt Jean Hubach, Bier— zauer. Newyork, 27. Mai. Wieder hat ein Mann — derselbe heißt Fleischer — den Versuch semacht, durch einen Sprung von der hohen Broo⸗ iiyn· Brücke sich das Leben zu nehmen. Eine Unter⸗ uchung ergab, daß die Familie des Mannes sich n größter Noth befand. Dieselbe wurde sofort mit Lebensmitteln auf 8 Wochen versorgt. Man fürchtet, daß sich eine förmliche Spring · Manie ent⸗ picdeln wird. — In Gotgate ; Street, Jersey City, zürzte heute früh dei Tagesanbruch ein von fünf Familien bewohntes Haus ein. Von den 27 In— assen wurden 4* getödtet und 8 verletzt. New-York, 28. Mai. Der Kapitän des heute hier angekommenen Dampfers „City“ f Rome“ betichtet, daß der Dampfer Nachmittags 13 Uhr, 25 Meilen von den Sandbanken ent⸗ ernt, während eines Nebels gegen die vor Anker ijegende französische Fischerbarke George et Jeanne“ zeftellt und werde dieselben nie mehr ausgehen lasen. e eee ver Dsenichien abergeen inheen bon ganzem Herzen, daß meine Erfahrung manchen Leid n den zum Versuch und zur Heilung verhelfen möge. —31 mals meinen herzlichsten Dank. Hagenbach (Bayerische 3— Lorenz Dörr, Bahnwart. 7 9 Vian achie genau darauf, daß jede Schachtel als Etiqued ein weißes Kreuz in xothem Grund und den —* R. Brandt's trͤgt. ui Füur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demeßz. * Geehrtester Herr Ich fuühle mich verpflichtet, Ihnen für die ausgezeich⸗ sete Wirkung Ihrer Apotheker R. Brandt's Schweizer⸗ illen meinen Dank darzubringen. Seit längerer Zeit nit Magen⸗ und heftigem Kopfleiden behaftet, welch letzteres nich nur zu oft an Ausuübung meines Dienstes hinderte, ieß ich mich durch Anrathen von Bekannten bewegen, Ihre Za weizerpillen (erhältlich àa M. 1in den Apotheken) zu er⸗ roben und bin seit dem Gebrauch derselben vollständig her⸗ em Mort an Alle Verein welche gtanzönisch, —ãA— —— nisch, Russisch oder Spanisch wirklich sprechen lernen wollen. Gratis — ind franco zu beziehen durch die C.. igutri. 445 Die Turner werden zur Betheiligung Rosenthal hetowiuns in inder Frohnleichnamspro⸗ reipzis · ession eingeladen. I * s Antreten um 8 Uhr in Mütze auf dem Turnplatz. Der Turnrat. Endlich einmal eine Lotterie, welche die zahllosen dlagen des Publikums, die in den einen Saßtz dipfein Wenn ich nur wenigstens 100 oder doch 202 10 Moen ewinnen könnt!“ in noch nie dagewesener Weise Rechmnn, ragt. Die Kaiserslauterer kath. Kirchenban otterie hat 887 Treffer allein, die zwischen 1000 m d Mark gewinnen. Ueberhaupt gewinnt schon jedes ih doos. Zwei Haupttreffer zu 30,000 und au 10,000 gi Das Loos kostet blos 2 Mi. Ziehung unwiderruflich eu V. Juni 1885 — liebes Publikum, was willst Du not nehr! J 16* 25. Eetzte Laiserslauterer Kirchenban⸗Iolterie Haupitreffer: 30000 Mark 10006) MIL. Vortheilhafteste aller laufenden Lotterien Auf 10 LCoose bereits1 Treffer! Auflage 331,000; das verbreitetste aller zeutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen Zur Anfertigung on billigen u. sauberen aller n Buehdruck und Litho- graphie vorkommenden 20000 Eeldgewinne 125000 Markl ohne Abzug. 7 Ziehung endgiltig nächste Woche 10. Juni 18385. Die Modenwelt. zlluftrirte Zeitung für foilette und Handar⸗ zeiten. Alle 12 Tage ine Nummer. Preis erteljahrlich M. 1.252 75 Kr. 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F Wenn in einer kürzlich eingesandten Besprechung des obigen Werkes gesagt wurde, daß der Titel desselben ein viel zu bescheidener sei, so wird gewiß Jeder, dessen Beruf eine mehr oder minder ein⸗ gehende Kennmniß unserer pfatzischen öffentlichen Einrichtungen erfordert Ind der den „Geib“ als vortrefflichen Berather schäßen gelernt hat, heistimmen. Das Wert gibt in gemein verstandlicher Weise und über⸗ fichtlicher Zusammenstellung sichere Auskunft über alle Fragen des zffentlichen Rechts und macht daher die Anschaffung meist kostspieliger Cinzel ⸗ Ausgaben überflüssig. . e w nur dem Fach⸗ mann, sondern jedem am öffentlichen Leben Interesse nehmenden Paher bhogelegentlichst empfoblen. XFu Obersalæbrunn i. Sehul · Bries i um vdie Anschaffung zu erleichtern, hat die Ver⸗ wird arztlicherseits empfohlen gegen XNieren- und Blasenloiden. en lagshandlung auch eine dIteinberchwerden. die verschiedenen Formen der Gieht, som 58— — Lieferungs ⸗ Ausgabe 4 rheumatismus. Ferner gegen katarrhalische Affectionen des * * veranstauet und kann das Werk in 17 monatlichen us aer ĩnngon, gegen diagen- und Darmkatarrne. — — In Lieserungen æ1 Mk. durch jede Buchhandlung be⸗ —— —53 gericzt: 432341 zogen werden. issi: I2623f. as 5 16 Ifl asss 61808. — —9* Kaiserslautern. ie ponguelle ist qureh alle Mineralwasserhandlungen u. Apo j u beriehen. ß Rugeon Orusimus- roschüren mit Gebrauchsanweisung versendet auf Wunsch gratis 2 —Vie Idninistration der kronen· Huelle. Ohersalinrnan i Ir e o von vemen in S Inaboert —* 5 1 44 ait 40 St. Ingherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. —— ü— — A—— —— — V—RBV XBBEü———— — der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ Llatt und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 H, einschließlich o0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Cryedition Auskunft ertheilt, 15 4. Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 108. * Donnerstag, 4. Juni 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berliu, 2. Juni. Der Kaiser empfing Mittags den Kronprinzen, welcher sich zur Reise nach Konigsberg verabschiedete. um 8 Uhr den Zeneral Kleist, welcher sich als kommandirender Beneral des ersten Armeekorps meldete. Um 4 Uhr erscheint der Reichskanzler zum Vortrage. I Ausland. Paris, 1. Juni. Bei dem Leichenbegängniß Bilior Hugo's sprach am Triumphbogen auch der Prasident des Kommunalraths Michelin. Die Rede desselben, worin die Wiedereinführung der kommu ⸗ nalen Autonomie verlangt wurde, rief Bekundungen von Mißfallen hervor. Um 234 Uhr traf die Spitze des Zuges am Pantheon ein, während die etzten ·Abtheilungen erst um 4 Uhr den Triumph⸗ bogen verließen. Im Zuge befanden sich zwoif Wagen mit Kränzen; außerdem wurden 800 Kranze von verschiedenen Delegationen getragen. Um 4 Uhr erfolgte die Einsenkung des Sarges; 13 Red⸗ net sprachen am Sarge. Das Defiliren der Theil⸗ nehmer des Zuges dürfte kaum vor 7 Uhr beendet ein. Der Zug selbst verlief ohne jeden Zwischen⸗ all, die Ruhe wurde nirgends gestört. Den Abend⸗ lättern zufolge wurden eiwa 15 rothe oder schwarze Jahnen, welche von revolutionären Vereinen oder Freidenker ⸗Vereinen getragen wurden, noch vor Be⸗ ginn der Beerdigungoͤfeierlichleiten in der Gegend des Bois des Boudogne von der Polizei fortgenommen und widerstandslos zerrissen. Der Zwischenfall Nlieb von der Volksmenge unbeachtet. Vvaris, 1. Juni. Außer undermeidlichen Un⸗ Ilen im Gedränge ist die Feier ohne jorende Zwischenfälle verlaufen. Die Maßregeln waren musterhaft gerroffen. Wie vorausgesehen, erschienen einige zwanzig Vereine mit roihen Fahnen auf den ihnen angewiesenen Plätzen, wo die Polizei sie so⸗ fort umringte und ihnen die Fahnen entriß. Ein tnstlicher Widerfland fand nirgends fiatn. Die Spite des Zuges traf um 1R Uhr vor dem Pan⸗ heon ein, das Ende defilirie um 7 Uhr. Der dog enthielt einige unwurdige oder lomische Ele⸗ nente, aber im Ganzen muß die Leichenfeier als anbeschreiblich großartig bezeichnel werden. Paris, 2. Jum. Als die Spihtze des Leichen uges das Pantheon erreicht hatte, war erst die da desselben vor dem Triumphbogen angelangt, daß derselbe eine Lange von sieben Kilomelern hatte. Auf der ganzen langen Strecke bildeten dichte Menschenmiengen Spoalier, weiche, zwei oder drei Falle abgerechnet, in welchen durch wüstes Drangen mehrere Personen verwundet wurden, die musterhaftest· Ordnung hiell. Der aus so dielen disparaten Elementen zusammengesetzte dug hat keinen Augenblid gestockt und nicht ein anziges Mal ist die geringste Interbemion der holigei noöthig gewesen. Es ist das gewiß eine tstaunliche Leistung, welche sowohl den Organi en als der Pariser Bevolkerung zur großen * gereicht. Die Zahl der meistens kollossalen ranze und sonstigen Blumendeiorationen läßt gar nicht angeben. Etwa hundert Musil. waren im Zuge, die allerdings meistens Jdauderhafter Weise Trauermarsche oder die ntseillaise massattirten Die Speuer diͤdend⸗ —— den schönsten Kränzen und jedenen Delegationen, namentlich wurden —X— Sypißke die elsäfsischen Vereine und sodann die verschie⸗ denen fremden Delegationen lebhaft akklamirt daß die belgischen, italienischen und spanischen ꝛepublikanischen Vereine mit ihren Bannern offi⸗ iell im Zuge Aufnahme gefunden haben, wurde zielfach kritisirt; dagegen sind antideutsche Mani— estationen hier etwas so Gewöhnliches und —A dieselben als etwas Bedenkliches zu erachten. Finen beinahe widerlichen Eindruck machten die Zruppen der russischen und polnischen Student⸗ nnen; komisch wirkten die Czechen, meistens S„chneidergesellen, mit Fahnen und Schilde mit »er Aufschrift: Le pays de Huss. Daß keine inzige rothe Fahne im Zuge war, habe ich be⸗ eits gemeldet. Der neue Polizei⸗Prafekt hai hamit sein Meifterstück abgeleg. Man mag iber die Bedeutung Viktor Hugos, über die Be— ꝛechtigung zu dieser Apotheose streiten, mag auch ugeben müssen, daß der heutige Triumphzug aur zu viele nnwürdige Elemente enthält, die Thatsache bleibt aber destehen, daß niemals ein Sterblicher, geschweige denn ein Poet in dieser Weise geehrt worden is. Nom, 2 Juni.“ Der „Agencia Stefani“ vird aus Zanzibar gemeldet, daß der Entwurf zum Handelsvertrag zwischen Italien und Zanzibar ver⸗ einbart sia.. Eondon, 2. Juni. Wie die .Daily ⸗News“ ꝛrfahren, sind England und Rußland dahin über⸗ ꝛingekommen, den König von Dänemarcd einzuladen, als Schiedsrichter über den Zwischenfall von Pendjeh ju fungiren. nachdem sie sich vorher vergewissert jatten, daß der König bereit sei, die Aufgabe zu ibernehmen. h Herren Ministerialrath Neumeyer, Regierungsdirek⸗ tor Graf Fugger, Oberbaurath Siebert, X Herr vom Kreisbauamt in Speyer in hiesiger Stadt und besichtigten das alte Bezirksamtsgebäude. Wie man vernimmt, sollen dieselben fich dahin jeäußert haben, daß die Erbauung eines neuen Bebäudes unbedingt erforderlich sei was übrigens auch der Wunsch der ganzen hiesigen Bevoͤlkerung ist. — Wie sehr das Land im Werthe gestiegen, deweist die Thatsache. daß bei Enkenbach 14 Morgen Land auf 10 Jahre zu dem enormen Pceise von 900 Mt. verpachtet wurden. — (GPfalzischer Verschönerungs— verein.) Die ordentliche Generalversammlung wird am 14. ds. Mis. im Hoiel Schwan“ zu Landau abgehalten. Tagesordnung: 1) Bericht über die Vereinsthätigkeit, 2) Stand der Kasse und Decharge, 3) Budget pro 18851860 und 9) das Projekt des Eschkopfthurmes. Außer den ver— ehrlichen Mitgliedern find auch die Vertreter der einzelnen Lokalberschönerungsvereine der Pfalz ein⸗ geladen. —— — Herr Eduard Jost ist von der Redaktion der Kaisersl. Ztg.“ zurückgeireten. 7 Der diesjahrige Kriegertag der „Pfatzischen Zampfgenossenschaft“ findet am 21. deö. Me in Haardt fiati. — In Freinsheim hat die Ernte der sog. Schloßlirschen begonnen; der Preis für das Pfund jetrug anfänglich 60, jetzt 40 Pf. Bermischtes. Im Stadipark in M annheim trifft dieser Tage eine Truppe Austral⸗Neger (tatowirte Kanni⸗ zalen) ein. Die Truppe befindet sich zurzeit noch im zoologischen Garten in Frankfur a. N. wo fie eine große Anziehungskraft auf das dortige Publikum ausubt. fStuttgart. Treu vereint bis in den Tod. In dem Dorfe Mottlingen, Oberamt Cain starben letzte Woche zwei Cheleute, die 88 Jahre mit einander verbunden waten und selbst im Tod nicht von einander ließen. Sie erreichten Aes war der Gemeinderath Gackle und seine Frau) ein Alter bon 83 resp. 80 Jahren, feierten im Jahre 1879, uimgeben von 7 Kindern und 32 Enkein, ihre goldene Hochzeit und starben beide in der Nacht ↄom 11. auf den 12. Mai, der Mann Abends 16 Uhr. die Frau Morgens 6 Uhr. fFGefahrliche Rekrutirung.) In einem würitembergischen Orte machte dieser Tage der Ausrufer mit der Schelle bekannt: „Die Re⸗ lruten, welche zum Zuge müssen, find im Rathhaus angenagelt.“ F Dieser Tage spazierte eine Dame im Regen⸗ mantel auf dem Perron des neuen Bahnhofes in Bonn, wobei es ihr aber schließlich zu warm vurde, so daß sie es vorzog, ihren Regenmantel abzulegen. Kaum war dies geschehen, so erhob ich von allen Seiten ein schallendes Gelächter, velches, wie die „Elberf. Zig.“ erzaͤhlt, dadurch dervorgerufen wurde, daß die Dame, wahrscheinlich damit der Regenmantel besser sitzen sollte, ihre Turnüre ü ber dem Kleide irug. Der berühmte Jesuitenpater Roh wollte von Deuzz aus mit der Eisenbahn fahren. Im Warie⸗ alon des Battnhofes waren mehrere Herren von inter der Elbe versammelt, welche ebenfalls mit⸗ eisen wollien. Alsbald wollte Einer derselben einen Witz an dem Pater auslassen. Er naͤherte ich ihm mit der Frage: Entschulßigen Si. un Lokale und pfälzische Nachrichten. — Aus der Pfalz. Die „Pfalz. Lehrer⸗ Zeitung“ schreibt in ihrer letzten Rummer: „Ueber das Verhalten des Abgeordneten Dr. Windthorsi vährend der Schlußverhandlung über das Pensions⸗ Jesetz der Lehrer berichtet die Päd. Ztg.“ folgen⸗ des: Der Herr Abgeordnete hat bekanntlich alle Zünste Reinekes versucht, um die Hoffnungen ver dehrer zu vereiteln; glücklicherweise dergeblich. Da vãlzte er, als alle Kniffe erfolglos blieben, noch in dritter Lesung den schweren Stein eines Ver⸗ 'afsungsbedenkens her, um das Gesetz zu Falle zu zringen. Aber auch dieses Hinderniß erfüllte nicht einen Zweck. Da griff er einem Ertrinkenden zleich nach einem Strohhalm: er widersprach der Bornahme einer sofortigen Abstimmung aus dem Brunde, weil nach der Geschäftsordnung des Abge⸗ ordnetenhauses dieselbe erst dann erfolgen darf, venn die Beschlüfsse der 2. und 3. Lesung gedruckt in den Händen der Mitglieder sind. Der Präsident var grausam genug, Herrn Windthorst auch diesen Strohhalm wegzu ehmen: er sorgte für sofortige Drudlegung und wollte nach Erledigung einer inderen Angelegenheit zur Abstimmung schreiten. da sah Herr Windthorst einen Zwirnsfaden und jriff darnach: er beantragte die Vertagung mit kücksicht auf die Sitzung des Reichstages! Der Zwirnsfaden aber half ihm nicht; das Haus timmte abd und nahm mit sehr großer Majorität das Gesetz an. So mußte die ,Perle von Meppen“ diesmal heimkehren, ohne ihre ‚Lehrerfreundlichleit“ bon dem gewünschten Erfolge gekrönt zu sehen!“ — Homburg, 30. Mai. Mit dem Neubau ines Bezirlsamtsgebäudes dahier scheint es nun soch Ernst zu werden Heute waren nämlich die Sie nicht ein Jesuit?“ — „Zu dienen,“ antwor⸗ ete der Pater Roh. „J, das freut mir; die Je— uiten wissen ja bekanntlich Alles und da können Sie mir wohl auch eine Frage beantworten.“ — Lassen Sie hören, vielleicht vermag ich es.“ — J sehen Sie, mein Schuurbart ist schon janz grau, und meine Kopfhaare sind noch janz schwarz: wie kömmt wohl das?“ — Ohne sich lange zu besinnen, antwortete Pater Roh; „Das kommt da⸗ her, weil Sie Ihr Maul viel mehr gebraucht haben als Ihren Kopf·“·. FDuüssel dorf. 1. Juni. Vorige Woche bassirte ein Monstregeschüttz aus dem Etablisse⸗ ment von Friedr. Krupp in Essen unsere Stadt. Dasselbe hat ein Gewicht von 24,000 Kg. und ist für die Hafenstadt Pola bestimmt. Der Koloß suühte auf acht Achsen. Die beschwerliche Reise ann man sich vorsiellen. wenn man hört, daß der Zug zwischen Essen und Benrath mehrere Male hait machen mußte, weil die Achsen heiß gelaufen wvaren. f Ein Wirbelsturm, von heftigen Regen⸗ güssen begleitet, richtete in der Nacht vom Mitt⸗ voch viek Schaden in Waco (Texas) an. Der Fluß Brazos stieg plößlich zwei Fuß über die Hochwasserscheide, und mehr als 2000 Personen wurden um Mitsernacht durch die heranströmenden Fluthen aus ihren Häusern getrieben. Sämmtliche hrücken wurden weggeschwemmt und 16 Personen riranken. Der angerichtete Schaden wird auf 300,000 Dollars geschätzt. FLondon, 2. Juni. Privatdepeschen aus Bombah melden: Ein Theil der Provinz Kaschmir vurde am Sonntag von einem heftigen Erd beben heimgesucht. In Srinagar wurden 50 Personen gelödiet und viele verwundet. ist reine Luft für die Lunge; was Gift für jenen. das ist unreine Luft für diese. Wie man den Magen nicht von der Lunge aus kuritt, so hilft es auch der Lunge nichts, wenn man für fie mit dem Magen einnimmt. Frische, reine Luft, ordentlich eingeathmet, ist das Lungen⸗Universalmittel. Der Lunge zu Liebe, müssen wir unsere Haut zu Markte tragen, uns abhärten. Won der Lunge her kann man sich nicht er⸗ älten, wohl aber erhitzen. Weg mit dem Jeffreyschen Respirator und dem starbolsäuredunst! Die Thüuren find dazu da, daß sie geschlossen, die Fenster dazu, daß fie aufgemacht werden. Die Gesundheitslehre verlangt für jede Person im Binnenraum einen Luftwechsel von 60 ebm in der Stunde. — Luftwechsel (Ventilation) und Zugluft sind weierlei. Schlafen bei offenem Fenster heißt nicht: stets ille vier Flügel sperrangelweit, sondern je nach Amständen nur die oberen oder auch nur einen ganz der nur theilweise offen lassen. Kinder legen sich Nachts nur bloß, wenn die Zchlafstube zu warm, kein Fenster offen ist. Siickhusien kommt meist von Staubluft. Nicht auf dem Wege zu oder von der Schule, ondern in der Schulstube werden die Kinder hzustenkrank. Tanzerinnen bekommen Auszehrung nicht vom kalten Trinken, sondern von der heißen staubigen Luft und vom Schnürleib. Blutsturz darf nicht luft- und wasserscheu be— handelt werden. Briefträger bleiben gesund', weil sfie sich stets — — mn freier Lusi bewegen, Stubenhocer werden brust⸗ Gemeinnuͤtziges. trank, weil sie das Gegentheil thun. Merksprüche für Brustkranke und Solche, die es Die Lungenschwindsucht hat sich die zivilifirte nicht werden wollen. —* Gesellschaft selbsi als Geißel aufgebürdet: nicht die Was Speise und Trank für den Magen, das Stadtluft, sondern die sadtische Lehensmeise erzeuat sie. Die Lungenschwindsucht ist weder erblich, noe ansteckend! An Luftkur⸗ und Brunnenorten wird man ge sund, weil man beweglich und nüchtern lebt, draußen deißig athmet, Wasser trinkt und dadet, anftatt sig jns Benu zu legen und Arznei einzunehmen. Die Lungenschwindsucht ist heilbar, wenn det „Kandidat“ gleich daheim eine Athmungs⸗, Bade— und Bewegungskur gebraucht; nachher ist's oftmals zu spät! (Aus De. Paul Niemewer's „di— Lunger. ) Rienstesnachrichten. Der Förster Küßwetter in Wailach ist nad Jägerthal und der Förster Fabricius ir Ruppertsecken nach Stahlberg auf Ansuchen verseß worden. n Sterbefãlle. Gestorben: in Kaiserslautern Ludwig Lugen bühl, Privatmann, 71 J. a., und Wilheln Petiri, 20 J. a.; in Baalborn Joh. Schäfer Adjunkt, 72 J. a.; in Obrigheim Georg Schiffer 75 J. a., Müller. —— die Redallion verantwortlich: F. X Demeß. Kaiserslanterer kalh. Kirchenban Lotlerie Am Markt. Steffel: Gruaß di Gott Xaver, wo hinaus? Xaver: J hab jetzt ka Zeit mit Dir zu dischkriten denn nächste Woch' am 10. Juni ist die Ziehung de Kaiserslauterer lalh. Kirchenbaulotterie bei der di meifsen Treffer san und wo schon ied's zehnte Loos gewinnt. Steffel: „Halt Kaverl, nimm mi a mit, i kaaf m a vaar Stuck!“ — — — z F Billiger Bazar— in St. Ingbert I im Hause des Herrn Metzgermeister Chr. I. P. Einem tit. Publikum von Hier und Umgebung erlaube mir die er⸗ebene Anzeige zu machen, daß heu— an hiefigem Platze ein gemischtes . Weiß-, Kurz-, Wolle⸗, Strumpf-, Galanterie-, Glas⸗ und Spielwaaren Geschäft, nebst Haushaltungs-Gegenständen und billigen Cigarren ersffne. Gütigem Besuche sieht entaegen F Achtungsvoll F EAr. Das dem Herrn k. Hauptzollamts⸗ * D assistenlen Reichen —*68 Ein braver Junsl in Landau angehörige kann sofort in die Lehre treten bee Wohnhaus Garl Schufter, Schrein— Ludwiasstraße. sammt Garten und sonstigen Zube⸗ hörden, gelegen zu St. Ingbert auf vem Höfqhhen (erworben von Jacob Rohe) ist unter vortheilhaften Beding⸗ ungen zu verkaufen. Um nähere Aus⸗ kunft wende man sicheen— A. WVeber, MAarinaiane⸗hilfe. —— —— — 95 D Bierbrauerei Cebruder Beckexr. (TIIAtérdt.) Am Frohnleichnamsten. Rachmittege von 3 Uhr ab, GCrosses Concert —XII Scheine für die Gemeindekrankenve sicherung find zu haben in der Druckerei des „St. lndberter Anzeiger 4 m Garten, ausgefüührt von der vollständigen St Ingberter Berg⸗ apelle unter veriönlicher Leituna des Kapeũümeisters, Herrn Sonntag Hochfeiner Bock F unn d vorzügliehes Lagerhbier, alles frisch vom Faß. Reine WVeine und Kalte Speisen a LIer Art. Zu zahlreichem Besuche ladet freundlichst ein Jotz. Veirich. NB. Von Frohnleichnamstag ab nur Bier vom Faß, sowohl im Garten wie im Haus. 2 gute Gesellen inden dauernde Beschaäftigung bei Carl Schuster, Schreiner. Ludwiasstraße. — buta tα Adchanoe — durrhetenpto — — , ee a1. B3.TCordachuhe, Fucuo —2 33 — ———— — eνα — 40 is 50 Se ppen Milch können täglich abgegeben werden bei Mich. Schmelzer, Bran““⸗ndler, Pfartgosse echnicum Tosrteosate höherd uceiuu FAohsohule fur 8Sachsen. * —RWer— Vorunterrioht —— Voruꝑterrient ενν 23* t — J F oa — Wößæ,— —— deijk und Norsao van FX. 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Die Einrückunugsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 4. Neclamen 80 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. F 100. Politische Uebersicht. Von den konservativen Freunden des Hand⸗ verls ist für Mitte Juni ein deutscherzn nung s⸗ ag nach Berlin berufen, der sich u. A. auch mit den neuen Anträgen Ackermann und —A Finführung des Befähigungsnachweises der Hand⸗ verker und der weiteren Schritte zur allmäligen herbeiführung von Zwangsinnungen beschäftigen oᷣll. Angesichts dieses neuesten Versuchs, die Hand⸗ derker zu konservativen Wahlzwecken zu mißbrauchen, fues von Interesse, daß die konservative „Schles. Jeitung“ den Muth hat, gegen den Innungs⸗ swang offen Front zu machen. Zur Er— eichung der eigentlichen Zwecke der Innungen sei ʒer Zwang nicht erforderlich; für die Erreichung der rein wirthschaftlichen Zwecke sei derselbe ein inderniß. Mit dem Worte „obligatorische Innungen“, agt die „Schlesische Ztg.“, wird überhaupt, be⸗ onders dem minder einsichtigen Theile des Hand⸗ verkerstandes gegenüber, großer Mißbrauch ge⸗ trieben. Man erweckt — nicht sehlten zu Wahlzwecken —- mittels desselben Illusionen, die nur das trostlose Ergebniß haben, daß die mit ihrer Lage unzufriedenen Handwerker alles von der Zukunft erhoffen und die Hand nicht rühren, um dasjenige energisch auszunutzen, was hnen die Gesetzgebung heute schon bietet. Wie nan den Innungszwang verwirklichen will, ist denen, die dies Wort zu allermeist im Munde jühren, am allerwenigsten klar. Wie soll eine scharfe Grenze zwischen Großbetrieb und Klein⸗ belrieb gezogen werden? Und wer will es an⸗ gesichts des sich zu unserer Freude und zu un⸗ erem Stolze täglich höher aufschwingenden Kunst⸗ gewerbes unternehmen, die Grenze zwischen dem nnungspflichtigen Handwerker und dem freien ünstler zu ziehen? Man gehe in unser Mu⸗ eum, schaue sich die Wand⸗ und Deckenmalereien in und versuche dann zu entscheiden, was die Künstler und was der Kunsthandwerker geschaffen hat. Wo hört der Steinhauer auf und wo be⸗ zinnt der Bildhauer? In den alten Bauhütten und in den Malerzünften des Mittelalters fanden dünstler und Handwerker neben einander ihren Platz, heute aher kann doch Niemand daran denken, im Wege des Gesetzes Aehnliches wieder⸗ jerzustellen. Wir behaupten — und sprechen es vei unserer Vorliebe für berufsgenossenschaftliche Bestaltungen keineswegs leichten Herzens aus — daß heute der Innungszwang eine Unmöglichkeit f. Wir haben mit den gegebenen Verhäitnissen —V der blauen Blume die Hände müßia in den „chooß legen. Was die „Schlesische Zeitung“, die sich rühmt, ußerhalb der parlamentarischen Parteien zu stehen, ind deßhalb auch frei sagen kann, was sie denkt, diesem Artikel sagt, entspricht der Ueberzeugung —* die Lage des Handwerks vorurtheilsfrei brü⸗ * Männer. Auch die Konservativen würden n anders sprechen, wenn sie es nicht bequemer an zu Wahlzweden in dem minder einsichtigen des Handwerkerstondes Hoffnungen zu nähren, An Erfüllung sie selbst nicht aglauben:, denen We re schmeicheln, um die Getaͤuschten zu ihrem — zu können. Es ist hart für die ene hen, daß es getade ein konservatives Blati se Wor ihnen die handwerkerfreundliche Maske onungsloser Meise herunterreikt Samstag, 6. Juni 18883. Die „Hamb. Nachr.“ erhalten von hier eine Mitiheilung über den Stand des Nordostsee⸗ Fanalprojekts, welche die „Nordd. Allg. Ztg.“ reproducirt. Danach haben die Vorarbeiten zu dem auf Reichskoften auszuführenden Projekt bereits vor drei Jahreu auf Anregung des Reichskanzlers be⸗ jonnen und find auf Grund des von Dahlström Jesammelten und bearbeiteten Materials, welches bou der preußischen Regierung für 30,000 Mt. erworben worden ist, bedeutend gefordert worden. Das Projelt ist auf eine viel breitere, allen Interessen des Handels- und der Kriegs⸗ narine entsprechende Grundlage, als diejenige der Dahlström'schen Arbeiten war, gestellt worden. Als der Reichskanzler vor Kurzem auf den Nord⸗ stsee⸗ Canal zurückkam, war das Material bereits oweit vorbereitet, daß alle Details, Baupläne, Zostenanschlage u. s. w. zur Verfügung gefstellt verden konnten. Im Augenblicke dürfte die Sache roch den Kanzler beschäftigen. Ehe sie in den gundesrath gelangt, muß indeß das preußische Ziaatsministerim darüber Beschluß fafsen, und es st nicht zu zweifeln, daß es zustimmend votiren wird. Man glaubt, die Angelegenheit werde noch jor der Abreise des Kanzlers nach Kissingen zur Entscheidung im Staatsministerium kommen. Nach den „Pol. Rachr.“, welche gleichfalls die Bestätigung von einer demnächstigen Einbringung einer Nord⸗ stsee ⸗ Canalvorlage im Bundesrath erhalten, oslen sich die Kosten des Unternehmens auf 156,000,000 Mk. belaufen, wovon etwa 30,000,000 Mk. als Präcipualbeitrag Preußens vorweg geleistet, die übrigen etwa 106.000,000 Mt. vom Reiche getragen werden sollen. Die Fehden zwischen den Führern der deut⸗ chen Socialdemokratie dauern fort. Augen ⸗ lictlich liegen sich die Herren Bebel und Frohme n den Haaren. Jedenfalls hat die Partei in neuerer Zeit intensiv Einbuße erlitten, die in den dintergrund getretenen Talente Bebel und Liebknecht ind auch nicht annäherend durch Hasenclever und XELXX In Chemniß wird nun auch der große „5ozialisenprozeß zur Verhandlung kommen. nachdem derselbe während der Dauer der Reichs⸗ agsseffion fistirt worden war, da der größere Theil zer Angeklagten aus Reichstagsabgeordneten besteht. Die Anklage war erhoben worden, weil die Theil⸗ aehmer an dem Sozialistenkongreß in Kopenhagen ich der Betheiligung an einer geheimen Verbindung zu gesetzwidrigen Zwecen verdächtigt haben sollen. Fẽc war den Angeklagten aufgegeben, eine Klage⸗ eantwortung zu den Akten gelangen zu lassen. Acht derselben, die Reichstagsabgeordneten Auer, Bebel, Dietz, Frohme. v. Vollmac und die Herren Ulrich, Müller Darmstadt und Heinzel⸗Kiel, haben dieser Aufforderung nicht Folge geleistet, nur der Abgeordneie Vierec hat derselben jetzt entsprochen. In dem Schrifistück, das von demselben eingereicht worden, wird bestritten, daß die Organisation der ozialdemokratischen Partei den Charakter einer ge⸗ heimen Verbindung trage, und zum Beweis die eugeneidliche Vernehmung der Minister v. Putt⸗ amer, v. Boeiticher, v. Feilitzsch, v. Nostiz-Wallwitz owie eine Reihe jetziger und früherer Abgeordneter »arunter die Abgeordneten Windthorst, Stöcker, owie die Herren v. Bennigsen und Sonnemann »orgeschlagen. Als Vertheidiger wird der Leipziger —echtsanwalt Oito Frehytaa auftreten 20. Jahrg. Die Pariser Abendbläiter veröffentlichen ein Schreiben des Kardinal Guibert an den Kultus— minister, in welchem er gegen das Detret betreffend die Entkirchlichung des Pantheon protestirt. — Beneral Courcy ist in Tonkin gelandet und wird ich demnächst nach Hue begeben, dessen Garnison »erstärkt werden soll. — Die Kaiserin von China hat ein neues Dekret erlassen, in welchem sie den Abmarsch der Führer der schwarzen Flaggen und zie Räumung von Tonkin innerhalb der festgesetzten Frist anordnet. — Bei dem großartigen Leichen⸗ zuge Viktor Hugo's ist die Grenze des Erhabenen zum Lächerlichen vielfach überschritten. So wurde ein schöner Kranz von weißen Rosen getragen von wei Damen in großem Trauerschleier. die neben sich zwei kleine Madchen in Weiß hatten; dieser dranz trug die Inschrift: „Die Frau und Mutter Frankreich an Viktor Hugo.“ Eine recht geschmack⸗ ose Allegorie! Der „Intransigeant“ schließt seinen überschwenglichen Aufruf so: „Nunmehr darf man agen, daß das Jahrhundert zu Ende ist. Viktor Zugo nimmt es mit sich ins Grab; er nimmt die dunst mit (il importe Part); die ganze Bahn ist zurchlaufen und am Ziel steigt sein Werk empor — ein unübersteigbarer Berg: Neece plus ultra. Mit diesem Tode schließt eine Weltjahr ab. Fortan zibt es nur noch Denker, die auf die Kunst ver⸗ ichten, die er erschöpft hat. und die sich in die WBissenschaft flüchten und die mit ihr ein neues Weltjahr eröffnen.“ Dagegen sagt der „Gaulois“ n seinem „La seête des fous“ überschriebenen Artikel: „Victor Hugo geht aus, wie sein bewundertes „Notre⸗Dame de Paris“ anfängt: mit einem Feste der Narten.“. In Rom wollten sich vorgestern mehrere hundert Mitglieder demokratischer Vereine im geordneten Zuge mit Fahnen nach dem Capitol begeben, um den Todestag Garibaldi's zu begehen. Auf dem Wege nach dem Capitol wurde. indessen der Zug vegen aufrührerischer Rufe polizeilich aufgelöst und nur ein Theil der Demonstranten gelangie auf das Capitol und legte dort Kränze nieder. In der Deputirtenlammer wurden wegen der Aufloösung des Zuges verschiedene Interpellationen eingebrachi. In einer Unterredung mit dem „Times“ Korre⸗ pondenten in Konstantinopel erklärte der aus Af⸗ shanistan heimkehrende Führer der englischen Grenz⸗ ommission, Sir Peter Lumsden, daß die Russen, wenn sie auf die Wüstenzone beschränkt vorden wären, keinen scheinbar triftigen Vorwand zefunden hätten, sich auszudehnen oder weitere lebergriffe zu begehen. Sobald diese Grenze aber iberschritten ist, wird die Angelegenheit verwickelt yurch Fragen in Betreff der Versorgung mit Wasser, »er Weiden und anderer Elemente russischer Chi⸗ anen. Aus diesem Grunde glaubt Lumsden, daß die Schwierigkeit nur zeitweilig beigelegt sei. Die Russen hätten offenbar die Absicht, die Frage in ꝛinigen Monaten oder Wochen wieder zu eröffnen, dumsden ist ferer der Ansicht, daß Rußland den Zweck verfolgt, dadurch, daß es Indien direkt be⸗ droht, die ganze Aufmerksamkeit Englands dorthin zu lenken, um so Rusland freieren Spielraum in der Richtung auf das türlische Gebiet zu verschaffen. Deutsches Reich. Regensburg, 2. Juni. Der Fürst von Thurn und Taxis ist heute Abend gestotben. Mit dem erst 24 Jabre alten Fürsten erlischt di— altere Linie des altangesehenen Hauses Thurn und Taxis. Der Verstorbene war der Bruder der Prinzessin hon Hohenzollern, so daß die beiden verwandten fürstlichen Hänser an einem Tage die Stammeshäupter verloren haben. Berlkin, 4. Juni. Der Kaiser, welcher gut zeschlafen hat, empfängt Nachmittags 1 Uhr den Thef der Admiralität v. Caprivi, welcher die Matrosen der „Olga“ vorstellt, die vor dem Kaiser Posten gestanden haben. — Fürst Bismarck, mit feinem Sohne, dem⸗ Grafen Wilhelm, ist heute Morgen 8 U. 40 M. nach Kissingen abgereist. Berlin, 4.Juni. Der Reichsanzeiger meldet, daß die Genesung des Kaisers ohne Stör⸗ ung in erwünschter Weise fortschreitet. Konigsberg, 3. Juni. Der Kronprinz von Preußen und Prinz Withelm sind heute Mittag hier eingetroffen. Dieselben wurden von der Be⸗ völkerung begeistert empfangen. Nach einer Fahrt durch die reichgeschmückten Straßen find dieselben im Oberpräsidialgebäude abgestiegen. Baden⸗Baden, 8. Zuni. Die Nachrichten der „Germania“ über eine ernste Erkrankung der Aaiserin sind völlig unbegründet. Im Befinden der Kaiserin ist nichts verändert. Ausland. Wien, 4. Juni. Fur den verstorbenen Fürften von Hohenzollern wurde eine achttägige Hoftrauer angeordnet. — Bei der Reichsrathswahl des adeligen Großgrundbesitzes in Tirol siegten von den Candi⸗ dalen' der Compromißliste 2, der Deutschliberalen 2, und der Italienischliberalen 2; bei den Wahlen n der böhmischen Städtegruppe verloren die Deutsch⸗ liberalen einen Bezirk der Prager Kleinseite. Bernu, 4. Juni. Durch Beschluß des Bun⸗ desrathes sind gestern 21 Anarchisten. darunter ein Franzose und mehrere Deutsche, ausgewiesen worden. Newyort, 31. Mai. Im Distrikt Pittsburg wird morgen ein Eisenarbeiterstrike Jegen eine Lohnherabsetzung von 20 pCt. beginnen. Die Arbeiler erboten sich, sich eine Herabsetzung von I0 pCt. gefallen zu lassen, welches Anerbieten mehrere Hüttenbesitzer, darunter Carnegie Brothers, Dilworth. Porter u. Co. und die Republik Iron Companh annahmen. Diese Fabriken werden im Betrieb bleiben, aber die meisten übrigen im Distrilt werden geschlossen werden und nahezu 100,000 Arbeitet werden feiern. Dies wird der größte Strike sein, der in der Eisenindustrie seit Jahren vorgekommen ist. Er wird von den Fabrikanten wegen der verherrschenden Ueber⸗Produktion be⸗ günstigt. Die Einschränkung der XE denr ganzen Sommer hindurch fortdauern. Sokale und pfälzische Nachrichten. *Sit. Ingbert, 5. Juni. Das Fron⸗ leichnamsfest wurde gestern in unserer Stadt. vom prächtigsten Wetter begünstigt, in überaus feierlicher Weise und unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung gefeiert. Die Straßen, durch welche sich die Prozession bewegte, waren mit frischem Grün bestreut und durch Fahnen, Kränze und Bilder festlich geschmückt. Eingeleitet wurde die Feier am Vorabend und am Festmorgen durch Slockengeläute und Böllerschüsse, sowie durch Zapfen⸗ streich und Tagreveille, ausgeführt von der hiesigen Bergkapelle. *St. Ingbert, 5. Juni. 3 In den letzten Tagen ging durch notariellen Akt das Terxrain, auf dem die Firma Schuler und Schmid in Zurich rine Spinnerei zu errichten beab sichtigt, in den Besitz der genannten Firma über. Aus der Pfalz, 80. Mai. Das k. Konsistorium der Pfalz gibt den protestantischen Dekanaten, Pfarrämtern und selbstständigen Vikariaten der Pfalz folgenden Erlaß bekannt: „Die in ein⸗ zelnen Gegenden unserer Pfalz wahrnehmbaren Fortschritte des Sektenwesens erheischen eine erhöhte Wachsamkeit zum Schutze der Ordnungen unserer Kirche. Das bezügliche Verhalten der staatlichen Behoͤrden ist durch die Staatsgesetze normirt und kann hier nicht weiter in Betracht kommen. Da—⸗ gegen erscheint es zweckmäßig und nothwendig, für die Organe der Kirche, die Geistlichen und Presby⸗ ferien, nachfolgende Weisungen zu erlassen: 1) Die Ortsgeistlichen und Presbyterien haben das et⸗ waige Eindringen einer Sekte in ihre Gemeinde, sowie die Fortschritte derselben genau im Auge zu behalten und die geeigneten Mitiel zur Bekampfung derselben sotgfältig zu erwägen. 2) Von licchlicher Seite sinv die Sekten unter thunlichster Vermeidung zußerer Maßregeln polizeilicher Art vornehmlich durch innere Mittel zu bekämpfen, und ist dabei — das Hauptaugenmerk darauf zu richten, das Wesen der Sekle innerlich zu überwinden und deren An⸗ hänger der Landeslirche, von der sie sich abgewendet jaben, wieder zu gewinnen, insbesondere durch lau⸗ ere, eindringliche und den Gemeinden an Kräften iahe zu bringende Verkündigung von Gottes Wort ind schriftmaäßige Verwaltung der Sakramente; zurch Wetteifer in der Befriedigung der kirchlichen gedürfnisse der religiös gerichteten Gemeindeglieder, asbesondere auch der heranwachsenden und erwach— enen Jugend, und durch Verlegung der Gottes⸗ enste und Bibelstunden auf eine jenen Gemeinde, zliedern passende Zeit, was besonders in Orten mit Fabrikbebolkerung von Wichtigkeit ist; durch reue persönliche Seelsorge, die den Wankenden und Irrenden nachgeht und fie angemessen belehrt. 3) die aus den Verbande der Kirche- förmlich aus⸗ getretenen früheren Gemeindeglieder verlieren durch hren Austritt alle kirchlichen Gesellschaftsrechte und habe keinen Anspruch auf irgend welche Dienst⸗ eistung seitens unserer Kirche G. B, das Läuten der Glocken dei Beerdigung ꝛc.) 4) Diejenigen Bemeindeglieder, welche, ohne ihren Austritt aus inserer Kirche ausdrücklich erklart zu haben, sich ekuirerischen Gemeinschaften thatsächlich anschließen, udem sie nicht blos den gottesdienstlichen Ver⸗ ammlungen derselben beiwohnen, sondern von den· elben auch für sich oder ihre Angehörigen die Taufe, die Konfirmation, die Trauung oder das jeil. Abendmahl empfangen bezio. begehren sind jon dem Presbyterium in ernste, je nach den ob⸗ valtenden Umständen bis zur zeitweisen Entziehung der lirchlichen Gemeinderechte sich steigernde Kirchen⸗ zucht zu nehmen. Aber auch hierbei ist nicht aufßer Auge zu lassen, daß das letzte Ziel jedes hier in Anwendung zu bringenden Verfahrens kein anderes ein soll, als die Verirrien auf den rechten Weg urückzuführen.“ — Gpf. K.) A'Blieskastel, 8. Juni. Vom herrlichsten Wesser begünstigt veranstaltete die hiesige Latein⸗ chule gestern einen Ausflug auf den Bornbacher Hof. Derselbe verlief in gemütlichster Weise bei Fesang, Deklamation und Spiel, und nur ungern erließ man in später Abendstunde diesen idyllischen Ort. — Zum 8. pfälzischen Feuerwehriag welcher im 14. Juni in Homburg hattfindet, ist fol⸗ jendes Programm festgestellt: Am Vorabend: Sitz⸗ ing der Bezirksausschüsse im Hotel Dümmler, Zapfenstreich und Reunion im Cappel'schen Garten. Im Festtage: Tagreveille, Empfang der Gäste am Bahnhof, um 103 Uhr: Hauptdersammlung des ofäliz. Verbandes im Weber'schen Saale, um 12 Uhr Uebungen am Marktplatz und Probe der aus⸗ zestellten Maschinen, 2 Uhr: Mittagstisch in ver⸗ schiedenen Gasthäusern, 4 Uhr: Konzertreunion im Weber'schen Garten (Kapelle des 17. Inf.Regts.) die Feuerwehrleute erscheinen zu der Versammlung in Ausrüstung. Sie genießen auf den pfälzischen gahnen eine Fahrtaxetmäßigung in der Art, daf die gelösten einfachen Billete zur freien Rückfahrt —XXE pPirmasens, 1. Juni. (R Bal- wierer.) Der Müller von R. im nahen Reichs ande sitzt gestern ganz gemüthlich mit einem Ireunde m Café Feß hinter einem Glase Münchener.“ „Du,“ neint der Müller, „gelt ich sih recht derangirt aus n meinem Gesicht, ich sin seit acht Dag nit me Jerassert worr.“ „„Ich will derr en jure Rotk jewe““, sagt der Freund, ein loset Vogel, „„lof zich hier rassere. Do drauß laft grad enner, be dem hann ich mich schun oft balwere losse, geh mne un ruf dern rinn““. Der draußen Vorüber⸗ gehende ist aber der Kaufmann Herr D. aus Neu⸗ adt, der ein der Rasirtasche nicht umähnliches Päck. hen in der Hand trägt. Der dicke Müller läuft zur Thür hinaus und ruft mit Stentorstimme: Eer! Eer!! Rasirer!“ „Schön, schön, recht ange dehm.“ Herr D. folgt dem voran gehenden Müller ns Café. Der Muͤller plazirt fich auf einen Stuhl. Der Reisende öffnet sein Täschchen. Zum Kuckuk! Seife und Stifenschüssel vergessen! Haben wir Nie— nand, der hinüberläuft ins Nachbarhaus und das⸗ elbe holt?“ Da Niemand da ist, muß man fich ben mit einem zur Verfügung geslellten Teller und inem Stückchen Seife behelfen. Der Müllet wird eingeseift! Backen, Bart, Mund, Nase, Ohren, Stitue und noch ein großer Theil des Kopfes. dem Müller hüpft das Herz vor Vergnügen; se zründlich hat ihn sein Barbiet noch nicht eingeseift Pie's zum Rafiren gehen soll, hat der Barbier auch sein Messer vergessen. „Was nun? — Hu ich eben mit diesem probiren.“ Spricht's, — in Tranchirmesser vom Buffet und geht auf den Fingeseiften zu. „Nee, mit so em Messer loß ich nich doch nit rassere!“ Schaut die Umsitzenden am zie mit aller Gewalt das Lachen zu verbergen uchen, schaut seinen Barbier an, dem der Schal uus den Augen blitzt, und spricht mit unnachahm icher Stimm' und Betonung: „Ich glaab, Du aischt gar kee Balwierer!!“ Nach einigen gerade unicht liebenswürdigen Auseinandersetzungen wurde ein echter und rechter Barbier - geholt, der den Müller seines Bartes entledigte. J — Aus Pirmasens, 8. Juni, wird det „K. Z.“ geschrieben: Vor einigen Wochen kauft ich ein gewisser Müller, Schuster von hier, von dem Zeitungsausträger Kubeck ein Loos der Titt inger Lotterie. Als er irrthümlicher Weise auf der Ziehungsliste der Spessart-Lotterie suchend, eine Nummer vergebens suchte, glaubte er, sein doos sei werthlos und hatte nicht weiter Acht darauf. Das Loos ging verloren. Das Nummer Jatte er sich in den Kalender geschrieben. Nun wurde Zekannt. daß sich bis jetzt der Besitzer desjenigen dooses, auf das der Hauptgewinn der Tittlinger zottierie entfallen, noch nicht gemeldet habe. Müller heschaut seine Nummer und — dasselbe ist der daupttreffer der Tittlinger Lotterie! Das Loos ber ist verschwunden. So erzählt wenigstens der vetreffende Müller. (7) — — Kaiserslautern, 1. Juni. De Pleisch'sche Wald bei Waldfischbach wurde heut verfteigerl. Als einzige Bieter traten Gebr. Rie nus Zweibrücken auf. denen der Wald für 60 000 Mark zufiel. — In Maud ach wurde der Ackerer Essig uuf dem Felde vom Hitzschlag getroffen und war ofort todt. — Rheinzabern, 2. Juni. Eine hiesig Frau, die eine große Vorliebe für schwarze Hühnet jat, erholte sich bei ihrer Nachbarin Rath, wa vohl zu thun sei, daß ihre Bruthenne schwatz— Züchlein ausbrüte. Diese gab ihr den Bescheid ie Henne in einen schwarzen Hut zu setzen. Der sath wurde befolgt. Der Mann mußte wohl oder ibel seinen schwarzen Hochzeitshut opfern, worin die Henne sorglich gebettet wurde. Und siehe da — die ausgebrüteten Küchlein waren alle schneeweiß! — Freinsheim, 1. Juni. In welch hohem Werthe dahier die Wingerte und das Baum⸗ ield stehen, zeigte eine heute hier stattgehabte hüter. Versteigerung. Es wurden für 52 Decimalen Ader mit Bäumen und Wingert M. 3500 und für weitere 68 Decimalen, ebenfalls Acker wit hänmen und Wingert, M. 2925 erlöst. Der beste Beweis von der Rentabilität der Obstbaum zucht. — Die Kirschen⸗Ernte in hiesiger Gemeinde hjat bereits begounen und wurden am gestrigen rage an hiesigem Platze schon ca. 20 Centner sog Schloßlirschen· A Pfund 40 Pfg. abgeliefer Sammtliche Kirschensorten sind infolge der seit Jerigen kühlen Witterung recht vollkommen und cheihen eine gule Quaidät; mian verspricht sit infolge dessen für unseren Ort eine bedeutendt Finnahme. (F. T.) Vermischtes. f Bildstock, 3. Juni. In der benachbarten Brube Friedrichsthal verunglückten gestern wahrend er Arbeit durch herabstürzende Felsmassen zwe Bergleute. Der eine, Namens Jungmann. starb nach wenigen Minuten und hinterläßt eine Wittwe nit sechs unversorgten Kindern; der andere, ein Schlepper, erlitt einen Beinbruch und wurde nach Zulzbach ins Lazareth gebracht. (S. u. Bl.ß. 7 Metz, 2. Juni. Eine Chompagnerfabii vird nun doch in Meh errichtet werden. Zu Haus Vissinger u Cie. in Abize wird fich au Fem St. Ludwigsplatz etabliren. Noch vor den 15. ds. Mis. soll das erforderliche Naterial zur Stelle sein, paIngweiler; 1. Juni. Vor einigen Tagen kam der chemalige 62 Jahre alte Förster Ferber auf der Ziegelei des Hertrn Haag dem brennender Ziegelofen zu nahe. Seine Kleider fingen Feuet. aindder alte Mann lief lichterloh brennend zun Hrunnen um dort das Feuer zu löschen. de Rettung kam zu spät. Mit vielen Brandwunder hedecht, verschied der Arme alsbald. p'Straßburg, 2. Jani. Der heutuge 52. Versammlung der els.⸗lothr. Pastoret fonferenz wohnten 103 evangel. Geiffuche bei ys sprachen Kruftigun u. a. die run g des Mi 99. ind Pfarret ndg Prof. Luci ufgabe der e ———— de egenüber den rche und i iemerin er Gemei die mbfen d wirthscha ihrer i gen üb nde“ 5 338 — — i die estrigen berg,2 23. gesellsch ission ages i . Juni aftlichen hen Dome ist die Im en on —5 — Zesen im ogenanut Laufe Er 5 Zent Jahre 1 e Chorgl des — en hat die n — —9 wichte ocherfreulich ohe, bish ikulirt der in s e und fü eren en dies zifer von 0 für u och ni Stu em SFran d gtreicht nsere — —** n⸗ or dem uutt— 8 —B esene. plizeirath eeri .Juni. Di moolle sulius Lie r. Rumpff gegen de ie Verh zke a pff b n des andl nen. De us Zosfen czichtigten Modes ung ur gegen Zutritteai —XX Schuster am or dem 8 in den ——X * rxeren Imn — attet —— st — welch ird ineh na ch 3 33 kurz ine Vierbrau Mittags Fe Juni. J aus· eine Wohn erei. pier r ** dem äl beirt eed Nebeng eee rohen k8 Di ist ngebäu und 1 r reinde Ihe Tage nt de zerstört wreen —F ein Ein urden. —* 88 in in der G em er r di e riß da e⸗ hm Ipu g eitig al berei apiers ein win F eam —— ere wel⸗ —— 28* gen lkonnte zachsen. im einer Skat n wir f Feuilleton in e ie Fene uia er der ger nne — F e des elr * eimal —— der did neen w der d. dr We nn Wehn — —S— an —5* J— ——— n —— 86 r au noch inni der in der H gerade ei ig auf sei Fällt vch Ali and einen inem Si Wpe Aeene hat. —— een ie r hier — rnet krieg 9 —*8 kitz⸗ — — desche die d ded nitgen. 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Quart da soll i nich glei en zu. e hüring 8— 8 blank! wohl“ i. wenn hee n veeee m wee ð u w t de — mo grin is 8 zwee u jn das? dhr nich gerde mal Pge Häl hast'n Noch a, noch fallt de der A mche. F kee Gri mal! — mal aug 7 zutech urger, Ja w r? ——— se, lha, Iete ws p Dir 9 —— — as war n., uff er schon de *8* immet ich wull recht en Le uff d e Wi ————— , 3— eln! Nu inger ywer * nich, er⸗ wull'n dwr Fift 5*— ———— oringen, mei lieber Landsmann vun der Mosel. Korwärts, Dhiringer nich lange besinnen, ä Blatt »der ä Scheit Hulz! — So, Sachs, das war ge— cheit. de rote Zehne schneiden un nu Rot nach— ringen, — so — siehst? da liegt se schon, di Zehne, Sachse, hast kee Eecheln mehr ?““ —“ Ne, »as geht aber nich, wenn ihr eich gegenseitig de Karten sagt, da mag ich nich mähr mit,“ spricht entrüstet der Thüringer. — „Ach was, entgegnet der Altenburger, „das Kind ist schon vun Anfang in ä dodgebornes gewäsen! Hier, Grinzemichel zu, o heest 'n Leitnant Bezold sei Kater, haste keens nähr, ooch gut — hier Schell'n bis an de Schtu—⸗ vendhiere! — Hier! noch zuletzt Eichlein klein hat keine Gallen! — Futsch biste! ja ja, man gloobt nicht, daß ä Hund uff änne Weide klettern kann! cost 2 Pfenn'ge mit zwee Madadorsch!“ — „Däs is aber nischt mit eich, wenn eener den andern illes sagt“ — „J s fuhr mir nor bloß so?raus. ich will's doch sein lassen. Hier ich gebe Karte, ich had' angespielt.“ F Ueber den ungeheuren Appetit, den die Be— ucher des Berliner zoologischen Gartens in den Bgfingsttagen entwickelt haben, gibt das „Berl. Tgbl.“ olgende Statistik, 15 Köche, 3 Konditoren, 14 Mamsells, 163 Kellner und etliche andere unterge— xdnete Bedienstete, im ganzen 314 Personen, varen für die Vorbreitungen und zum endlichen dienst in Bewegung. An warmer und kalter Küche ind an Getränken — die Bordeaux, Rhein⸗ Nosel⸗ und Champagnerweine, die bei den 1694 diners servirt wurden, ausgenommen — wird der donsum an Speise und Trank mit Zahl und Ge⸗ vicht wie folgt, belegt: 130 Gänse, 480 Hamburger dühner, 30 Hamburger Enten, 83 Rehleulen 3 Rehrücken, 1600 Pfund Roastbeef 300 Pfund Kalbskeule, 1000 Pfund Kalbsrücken, 200 Pfund Filet, 150 Pfund Hammelsrücken, 250 Pfund Steinbutte, 220 Seezungen, 300 Pfund rdachs, 94 Pfund Zander, 233 Pfund Aale, 167 zfund Hummer, 5000 Paar Wiener, 93 Schodh fkier, 1800 Pfund Butter, 8000 Pfund alte Kar⸗ offeln, 900 Pfund neue Kartoffeln, 2000 Pfund ;tangenspargeln, 980 Pfund gekochter Schinken, 328 Pfund roher Schinken, 80 Pfund Schlack opurst. 250 Pfund Schweizerkäse, 62 Pfund ge— aucherte Ochsenzungen, 54 Pfund geräucherten stheinlachs, 10 Körbe Neuschateller, 7 Dutzend Ca⸗ nemibertkäse, 12 Schock Harzer Käse, diverse Hol⸗ änder, Roquefort und Chestertäse, 2880 Stüd einer Kuchen, 20,000 Stück Kaffeekuchen, 237 gfund Kaffee, 150 Pfund Chokolade, diverse Thee vrog Glühwein, 12,000 Stück Weißbrödchen, 928 -Ztück Schwarzbrode, 2194 Tonnen Bier, 4470 Flaschen Selterwasser, 2330 kleine Weißen. Hoffent⸗ ich haben die Aerzte nicht viel zu thun bekommen. rRonnebuarge Als im vorigen Herbfl zie Schwalben sich zur Abreise nach dem Süden ichleten, befestigte ein hiesiger Bürger am Gefieder iner in seiner Behausung sich aufhaltenden Schwalbe iin mit Oel getränktes Papierchen, auf welches er die Worte geschrieben hatte: „O Schwälblein, o Schwälblein, wo magst Du denn im Winter sein?“ Das Thierchen stellte sich in diesem Frühjahr yünktlich in seinem Neste wieder ein. Es trug ein benfalls in Oel getauchtes Zettelchen an sich mit der Aufschrift: „Florenz, Castellari's Haus ? Viel Brüße bring' ich mit hinaus!“ f Wien, 1. Juni. Die „D. Ztg.“ berichtet, »aß die zirka 1000 Einwohner zählende Stadt Pöchlarn an der Donau nahezu vollständig ibgebrannt sei. „Gegen 60 Häuser sind Schnit- and Trümmerhaufen. In der Mitte der Stadt »rach das Feuer um 1521 Uhr Nachts in Folge ines Blitzschlages aus und griff, vom starken Winde getrieben, dem Laufe der Donau nach, derart rapid um sich, daß es der Pöchlarner Feuerwehr absolut unmöglich war, das Feuer auch nur einiger naßen zu lokalisiren. Der durch dieses Feuer ent⸗ tandene Schaden ist bis jetzt nicht zu übersehen, edoch dürfte derselbe die Einwohner fast ohne Ausnahme in ganz beträchtlichem Maße treffen. Biehstücke sind mehrere verbrannt, Menschenleben eines zu beklagen.“ T Pest. 30. Mai. Dem Dr. Julius Rosen⸗ herg, welcher den Grafen Bathyanyi im Duell er⸗ chossen, weil dieser die ihm (Rosenberg) heimlich jach israelitischem Ritus angetraute Tochter Ilon des Millionärs Schloßberger noch einmal geheirathe jatte, und der deßhalb zu einer einjährigen Kerker⸗ trafe verurtheilt worden war, wurde nun von dem daiser der Rest der Strafe nachgesehen. 7 Ein Marseiller Kaufmann starb, der mit 25 000 Fr. angefangen und in seinem Beschäfte Millionen gewonnen hatte. Er hinterließ einem Freunde das Vermögen unter der Bedingung, daß er ihm 25 000 Fr. in den Sarg lege. Der Erbe suchte nach einem Mittel. um sich dieser Ver— pflichtung zu entziehen und entdeckte schließlich folgenden Ausweg: „Halt! ich lege ihm einen Chek dei. er kann ihn daun einlösen, wann er will.“ Die Ermordung der — Scharf— richtersgattin setzt eben Madrid in Aufreg⸗ ing. In der vierten Nachmittags Stunde jenes Tages erschien auf dem Balcon eines Hauses der Lalle de Tudescos eine Frau und rief: Hilfe! Diebe! Mörder! Wäthrend einige Polizisten dem Hause zueilten traten aus demselben zwei Manner, welche sich schleunigst entfernten. Die Polizisten fanden in einem Zimmer der ersten Etage die achtzehnjährige Frau des Scharfrichters von Ma— drid in Blut gebadet. Sie wurde nach einem rankenhause übergeführt, wo constatirt wurde, daß sie von zwei Revolverkugel getroffen sei, deren eine in der linken Brust, die andere zwischen den Rip⸗ pen der linken Seite steckte. Nach dem Berichte der Magd, welche um Hülfe geschrien, hatte sich der Vorgang in folgender Weise abgespielt: Ein junger Mann, Namens Mariano Fernandez, hatte nit der jungen Frau früher ein Liebesverhältniß interhalten, das aber von ihr abgebrochen worden var. Am Tage der That kam der unglückliche kiebhaber zu seiner ehemaligen Braut nach der Calie de Tudescos, und auf eine heftige Auseinander— jetzung folgte der Mordangriff. Der Thäter ist zefaßt, und zum ersten Male wird hier wohl der deklagenswerlhe Gatte vom Gericht selbft zum Rächer seiner Frau gemacht werden, — ist er doch eben —A r London, 3. Juni. Aus Houghton le Spring (Grafschaft Durhan) wird gemeldet: Heute fand in einer Kohlengrube eine Explosion schlagen⸗ der Wetter statt. » Man befürchtet, daß die Mehr⸗ zahl der im hintersten Schachte befindlichen 8350 bersonen umgekomnmen find. — Nach neueren Nach⸗ richten aus Houghton le Spring sind von den Ar⸗ beitern, welche man anfänglich für verunglückt hielt, 800 in Sicherheit gebrachi. Es werden nunmeht noch 22 vermißt. Ein Mißverständniß.) Jüngst langte von dem Oberkommandanten der Hitalienischen Trupphen an der Küste des Rothen Meeres eine Depesche in der Heimath an, die nur die Worte enthielt: „Schicken Sie, was sie an Karten auf⸗ freibden können!“ Sogleich raffte man im Kriegs⸗ ministerium zusammen, was nur —an Karten der ostafrikanischen Ostküste zu finden war, und schickte die Ladung mit einem Schnelldampfer ab. Nack einigen Tagen kam wieder eine Depesche. Sie lautete: Selbstverständlich konnte ich nuͤr Spiele karten meinen. Wir sterben hier vor Langewelle!“ Sterbefälle. F Gestorben in Speier: David Steigleider Maschinenmeister, 50 J. a.; in Ludwigshafen Marie Zechbauer, geb. Zahn, 45 J. a.; Ni taiserslautern: Frau Elise Kleber, geb. Kittel herger, 38 J. — — — — — Marktberichte. Zuwveibrücken, 3. Juni. (Fruchtmittelpreis und Bik— ualienmartt.) Weizen O M. — gf. gornd M. Pf. Berste zweireihige O M. — Pf., vierreihige O M. — ÿyf. Spelz O R. E, Speltiern — M. Pf. Dinte T . — Pf. Mischfrucht0 M. — pf. Hafer 7 M. 35 Pf., Erbsen O M. — Pf. Wideno M Pf. heu 3 M. — Pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1 M. 80 Pf., Kartoffeln2 Ma Pf., Weißbrod Lih eile 53 Pf. Kornbrod 8 Rilo 65 Pf. Gemischibrod 3 Zil— 30 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 pf. Rindfleisch l. Qual 30 Pf. II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel leisch 60 Pf, Schweinefleisch 50 Pf. Wein JvLiter ao X dier 1 Riter 24 Vie. Butter U GKilonn,1 Vi. Rr die Redattion verantwortlich· F. X. Deme z. Kaiserslautern, den 14. Mai 1885. Die Ka sers⸗ auterer Lotterie, welche gegenwärtig den Markt beherrscht, erdient alle Aufmerksamlei dDas gilt zunächst von den Jünfstigen Gewinnchancen, welche noch von keiner anderen ibertroffen find. Auf zehn Loose ein Treffet das if ine Seltenheit! Und doch trotzdem verspricht der höchfte Treffer 30,.000 Mark. Aber auch der Zweck dieser Lotterie eichnet sie aus. Es gilt nämlich die Erbauung einer kath tirche in dem industrissen, rasch aufbluhenden Kaisers autern, der größten Stadt der falz Er ist hauptfachlic ine Arbeiterbevölkerung deren religiöser Förderung die kriragnisse der Lotterie zu aule kommen ge e urück bleiß⸗n —H 6 U Billiger Bazar in St. Ingbert — ini Hause des Herrn Meßtzggermeister Chr. Kling. P. I. an enig Iid t Prrh ger Hier und Umgebung erlaube wir die ergebene Anzeige zu machen, daßz heurn— Weiß-, Kurze, Wolle-, Strumpf⸗-, Galanterie-, Glas- und Spielwaaren Geschäft, nebst Haushaltungs-Gegenständen und billigen Cigarren eroffne. Gütigem Besuche sieht entgegen Acqchtungsvoll Rĩilliger BRBazar. — — — — — — — De⸗ dem Herrn k. Hauptzollamts- assistenten Reichenberger in Landau angehörige Wohnhaus sammt Garten und sonstigen Zube⸗ hörden, gelegen zu St. Jugbert auf em Hoöfchen (erworben von Jacob Kohe) ist unter voctheilhaften Beding⸗ ungen zu verkaufen. Umn nähere Aus⸗ X A. Weber Notariatsgehilfe. n⁊teven, bestes Schweinefniter, zu haben bei — 22 —7 S — 2 * — — 290 ——— 222 — 552 22 53357 2.325 —23 * 5 58* 55 5 23832 * —n 5 1 7 * — — 3 Die vortheilhaftefte aller Lotterien ist, weil auf i0 Loose schonl Treffer 7 ¶ i e KaiserslautererKirchenbau- LOIbbEPIE 8 5 — D * — * uV e: c 35338 —30000. 10000 Mk. ohne Abzus ⸗23538 5 7 8 250011, 30 1000 6voo, 80200, —* 0 0 L. etc —JIIIIiIVä Ziehung unwiderruflich in München 10 Juni 1335. wMab. Schmitt. ecte. 2ꝛ21tes te hðhero mi wei da Reeheehve für n Woazchinen 7echniter —— c»» — — 2 —2 α Gesundheit ist Reichthum. Neu erschien und ist in allen Buchbandlungen dorrattig: Des Menschen Leben u. Gesundheit. Ein Kaus- und Jamilienbuch von A. Schroot. Vollständig in 10 Lieferungen 4 50 Pfg. Prospekt gratis u. franko Leipzig. GC. A. Moch's Verlagshandlung. Nur 1,09 2k. pro Juni. — — s sP„æævp’ XX.æàä αàÂαO äæOàαXXÄX.äᷣαααααα „Von Nahj und Fern,“ Familienblatt mit werthvollen Kunstblätiern von 16 Druckseiten wöchentl. ä „N. 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Rachrichten über Theater, Musik, Kunst, Wissenschaft; Gerichtshalle; lokale Rachrichten. — Span⸗ ende Romane. —Sorgfaällige Börsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollfländiges Berliner Coursblait. — Lotterielisten. — Amtliche Nachrichten. Von den oben bezeichneien 6 Gratis⸗Beilagen ist in Foruu und Inhalt das helletriftische Unterhaltungs⸗Blatt ‚Von Nah und Fern“ mit werthvollen Illufirationen, novellestischen Beiträgen aus der Feder der renom⸗ nirtesten deuischen Autoren, wissenschaftlichen Effais und den mannigfachen Bei⸗ zaben zur Unierhaltung und Belehrung .. ein Familieublatt ersten Rauges, welches einen bleibenden Werth fur den Kreis der Familie befitzt, Abonnement der „Neuesie Nachrichten“ inclusive obige 6 Beiblätter pro Juni nur 2,17 Mi. nehmen al'e deutsche Postanfialten entgegen. Injserate haben bei der großen Verbreitung des Blattes die denkbar aünstigste Wirkung. Allgemeine Kranken⸗ Unterstützungs⸗ u. Sterbe— Kasse St. Ingbert. Zur Apnfortigung ron billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden In letzter Zeit kam es öfters vor, daß erkrankte Mitglieder die Anmeldung beim Vorstande erst 8 Tage und noch später machten und wurde von diesen die Bezahlung der Unterstützung vom Tage der Erkrankung verlangt, welche qamntengemäß nicht bezahlt werden kann. Es wird deshalb noch mal auf 810 der Statuten aufmerksam gemacht, welcher heißt: „Wer erkrankt, hat dies sofort dem Vorsitzenden der Kasse anzu⸗ zeigen. St. Ingbert, den 5. Juni 1885 Weirieh Vorstand. — drucxkarbeiten empfiehlt niech dio Buch- unct Steindyuckerei F. X. Dometꝰ Verlag — 8t. Inebert. Musik. Verein Pidelia. Samstag, den 6. Juni ußererdentl. Geueralversammlung Der Vorstand. Druck und Versag von F. x. Demeßt in St. Ingbert. uI Ii . proe I — Hiezn fur nusere vw ä ι Zonnnaaeblan S. Ingherter Anzeiger. — 8 0 I — 7 J Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — ———— — . St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchen.! ich funfmalt Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wiqhentlich mit Unterhaltungt⸗ zlat wid Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich A 604 einschließlich Tragerlohn; durch die Vost bezogen 14 78 4, einsqhließlic 4 A Zuftellungkgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfaluschen und solche auf welchet die Erpedition Auskunft ertheilt, I5 4 Neælamen 30 . Bei 4maliger Einrucung wird nur dreimalige berehnei. M 110. Politische Uebersicht. * Fast in aller Stille hat der Reichskanz⸗ ler am vergangenen Donnerstag sein fünfzig⸗ ahriges Dienst jubinl äum gefeiert und scheint nan in weiteren Kreisen dieses Tages gar nicht nehr gedacht zu haben. Es ist dies indessen wohl entschulbbar, da die Feier des 70. Geburtstages oes Fürsten Bismarck das nur zwei Monate ipater fallende Dienstjzubilaum bedeutend in den Hinter⸗ zrund treten ließ, über dies ist ja des letzteren am i. April vielfach gleich mitgedacht worden. Wir wollen darum unseren Lesern nur nochmals ins hedachtniß zurückrufen, daß Otto v. Bismarck am 4. Juni 1835 als Auskultator beim Berliner Stadtgericht eintrat und daß somit dieser Tag den iemlich bescheidenen Anfang einer Carrieère bildet, vie sie wohl nur seiten einem Staatsmanne zu Theil geworden ist. Das,Berl. Tagbl.“ schreibt unterm 3. Juni: der gestrige Wahltag ist für die Deutschlibe⸗- ralen Oesterreichs, wie man mnicht anders rxwartet hatte, ungünstig ausgefallen. Wie unser Biener Korrespondent depeschirt, hat das von den utschen Klerikalen Nordtirois und den italienischen Aberalen Südtirols gegen den gemeinsamen Feind, den deutschen Liberalismus, abgeschlossene Wahl⸗ ündniß, das wir in seiner ganzen Schmach bereits zinreichend gewürdigt haben, die erwünschten Früchte jetragen. — Im adeligen tiroler Grundbesiß sind den Deutschliberalen vier Mandate trissen worden. Auch in Schlesien ist ein Nandat verloren. Endlich ist in Prag der bis⸗ herige Vertreter der Kleinseite, Hofrath Aller, nicht woiedergewühlt worden. Der bisherige Gesammt⸗ nerlust der Deutschliheralen beziffert sich ĩomit auf deun Sitze. Auch die freie Schweiz hat längst eingesehen. sß die Bestrebungen der Anarchusten nicht egen Monarchien allein gerichtet sind.“ Die Eni— decung des teuflischen Planes, den Bundespalasi n die Luft zu sprengen, hat zu einer Razzia gegen die Umstürzler Veranlassung gegeben. Wie ein sridat· Telegramm aus Zurich meldet, verfügte der bundesrath auf die Verschte des Generai Aawalts ind der beiden Untersuchungsrichter hin die Aus⸗ wisung von 21 fremden Anarchisten wegen Ge⸗ ührdung der bffentlichen Sicherheit Diese Maß/ tzel scheint nicht nur durch allgemeines Bedürfniß eboten, sondern war auch ganz speziell im Interesse r Schweiz erforderlich ¶ Schon mir Ruͤchsicht auf Fremdenverlehr müssen die in der Schweiz nindlichen Brutstätten des Anarchistenthums aus— choben werden Auch noch gegen ein anderes Lesindel, das die Gastfreundschaft der Eidgenossen⸗ wst mißbraucht, nat man energisch Front Jemacht. eine Anzahl von Mitgliedern der Heilsarmee ate Verufung eingelegt gegen die von den Kan Vern uͤnd Rieuenburg wider fie eriassenen sucungen rucsichtüch ihrer mu lauem Slunde ndreien abgehaltenen Gottesdienste, durch welche n Anlaß zu Ruhestörungen gegeben war. Der —o— n D und damit dem schwindel haften Treiben 3 Ztten einen, wenn auch schwachen Riegel —8 Die Heilsarmee ift nichts weiter als lnner Schwindel auf den Geidbeutel aber— in i —I Sie hat nur einen Boden rem enalischen Naterlande ma- dyrch haos Sonntag, 7. Juni 18885s5. 20. Jahrg. andesübliche ostentative Zurschautragen der Religio⸗ itäat und die in Folge dessen wie Pilze aus dem Boden schießenden Wohlthätigkeitsvereine, eine vahre Religiosität nur zu oft beeinträchtigt erscheint. so erklärte er noch zuletzt, mache in dieser Bezieh— ung leinen Unterschied zwischen eingeborenen und aaturalisirten · Bürgetn, und jeder amerikanische Bürger sei berechtigt, so lange er wünsche, in Deutschland Aufenthalt zu nehmen, vorausgesetzt daß er den Gesetzen des Landes gehorche. Wie die Sache jetzt steht, halten beide Regierungen an hrer Auffafsung fest. In Folge des bfteren Wechsels m der Vertretung der Union hat die Regelung der schwierigen Frage immer wieder verschoben werden müssen. Man wird daher nur wünschen koͤnnen. daß der neue Gesandte, Mr. Pendleton, so lange auf seinem Posten verbleiben möge, bis die Streu⸗ rage in einer für beide Theile befriedigenden Weise geiöst it. Berlin, 5. Juni. Der Direltor des Aus⸗ vartigen Amtes, Graf Berghem, ist zum preußi⸗ ichen Bundesbebollmächtigten ernannt worden. Auslau d. VParis, 4. Juni. Nach lebhafter Debatte, welche zahlreiche Ordnungsrufe veranlaßte, nahm die Kammer mit 322 gegen 153 Stimmen die Kom⸗ nissionsantrage an, lehnte somit den Antrag, das dabinet Ferrd in den Anklagestand zu verseken ab 2 — —— — Deutsches Kteich. Berlin, 3. Juni. Der heutige offiziöse Ar⸗ tikel der „Nordd. Allg. Ztg.“ uͤder das Verhältniß zu Zanzibar erregt ziemliches Aufsehen, denn er er⸗ jffnet, falls der Suitan don Zanzibar nicht recht⸗ Jeitig, d. h. also wohl bis zum Eintreffen der deutschen Kriegsschiffe, nachgidt, die Aussicht auf ernste Eventualitäten. Es hieß schon seit einiger Zeit, daß mit England eine Verständigung erzielt sei, die Deutschland freie Hand bei seinem Vorgehen gegen Zanzibar sichert. Es soll das einer der Punkte sein, die bei der Anwesenheit Lord Rose— bery's in Berlin geordnet worden sind. Vorher joll der Einfluß Englands auf den Sultan von Zanzibar in Deutschland ungünstiger gewesen sein. Die Abberufung des Generalkonsuls Rohlfs, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt haben soll gilt für fiche. Berlin, 4. Juni. Ueber das Burgerrecht der Deutsch⸗Amerikaner hat der bisherige Gesandie der Union am Berliner Hofe. Mr. Kasson, längere Zeit mit dem Auswärtigen Amte unterhandelt, eine efriedigende Erledigung der Angelegenheit ist aber nicht erzielt worden. Zunächst hatte die deutsche Regierung das Verlangen aufgestellt, daß die von zaturalisirten Deutschen abstammmenden Bürger der Union im Interesse der „öffentlichen Ordnung“ Deutschland verlassen müßten, weil sie, trotzdem fie mit ihren Eltern in Deutschland lebten, zur deut⸗ Militärpflicht nicht herangezogen werden könnten. diergegen erhob Mr. Kasson Protest. Die deutsche Regierung formulirte darauf ihren Standpunkt ꝛiwas gelinder, wie folgt 1) Deutsche Väter, welche in Amerila natu⸗ ralisirt worden sind, nach Deutschland zurück— lehren und dort mehr als zwei Jahre leben, verden unter dem Naturalisations⸗Vertrage von 1868 so betrachtet, als ob sie ihr amerikanisches Bürgerrecht aufgegeben hätten. Auch hiergegen erhob der Gesandte Einwend⸗ ungen. Er zeigte, daß diese Auffassung nur dann haltbar sei, wenn alle Nebenumstände zeigten, daß die Eltern ihre Absicht. nach Amerila zurüazukehren, aufgegeben hätten, und bestritt der Regierung das Recht, mit Rücksicht auf den einmal bestehenden Vertrag, diese Fragen der kuünftigen Absichien in so einseitiger Weise entscheiden zu wollen. Gleich— jeitig mit der oben erwähnten Erklärung hatte das Auswärtige Amt die folgende abgegeben: 2) Minderjährige, welche in Amerika geboren worden, die Sohne der oben erwähnten Eltern dehalten ihr amerikanisches Bürgerrecht und lönnen nicht zum deutschen Militärdiensi heran⸗ gezogen werden, selbst wenn der Vater das amerikanische Bürgerrecht aufgegeben hat. Damit erkkärte sich Mr. Kasson nalurlich Namens seiner Regierung einverfianden. Als dritten Punkt wollte die deutsche Regierung sich aber noch vorbehalten,auch diesen Minder jährigen den Aufenthalt zu dersagen, falls s das sogenannte „Interesse der offentlichen Ord⸗ nung“ erfordere. Auch hiergegen erhob Mr. Kasson ebhaften Widerspruch, konnte aber die Angelegen⸗ jeit nicht mehr zum Austrag bringen, da er in⸗ wischen abberufen murd⸗ Do⸗r RVancroftrertrag Eorale und dfalzische Nachri Oten. Sat Inabert, 6. Juni. Wie durch die Schelle bekannt gegeben wurde, haben bei der jetzt herrschenden heißen Witterung die Hauseigen⸗ chumer, so weit ihr Anwesen reicht, die Straße des Tages dreimal mit Wasser begießen zu lassen. St. Ingbert, 6. Juni. Kaum ist der Frühling ins Land gezogen und der Wald von Bögeln belebt, so tauchen auch schon wieder viel— ach Klagen auf über das muthwillige Zerstoren der Vogelnester. Besonders find es halhwüchfige Jungen, die hauptsächlich an Sonntagen in den Waldern umheistreifen und sich ein Bergnügen araus machen, Vogelnester zu suchen und Eier ind junge Vögelchen auszunehmen. Diesem rohen Treiben ist nicht ernstlich genug entgegen zu treten, uind alle dazu berufenen Faltoren sollten es fich igelegen sein laffsen, demselben zu steuern. Das deste Beispiel geben der Jugend auch in diesem Punlte die Eltern. Kommen hierzu ernstliche Er⸗ nahnuangen in der Schule und bei groben Aus⸗ chreitungen die gebührenden gerichtlichen Bestraf⸗ angen, so wird sicher in Zulunft manche Klage Aber das muthwillige Zersisren“ der Vogelneser derftummen. — Am 1. Juni fand am Sißze des Kgl. Ober⸗ postamtes in Speyer eine Anstellungsprüf— ing füur Postadspiranten statt, zu welcher olgende Kandidaten einderufen wurden: 1. De p⸗ isch, 2 Frißz, St. Ingbert, 3. Graß, usel, 4. Hopp, 5. Keßler, Germersheim, G. Muͤller, dautereden, 7. Karst, Kirchheimbolanden, 8. Oit⸗ mann, Obermoschel, 9. Stark, Albersweiler. — Homburg, 3. Juni. Unter großem An⸗ drange wurde heute hier das Missionsfest gefeiert und nahm einen sehr ansprechenden Verlauf. Nach der herzlichen, auf die wachsende Bedeutung der ewan gelischen Mission hinweisenden Begrüßung durch derrn Dekan Henn predigte Pfarrer Hafner von Illenau im Anschluß an das Fleichniß vom barm⸗ herzigen Samariter über die Mahnung: Lasset von er Mijsion nicht! 1) Wer gehen kann, der gehe! 2) Wer geben kann, der gebe! 8) Wer beten iann, der hete! Die reich illustrirte frische und begeisterte Predigt fand offene Ohren und Herzen in Menge. Missionayr⸗vin⸗er Molsch »ↄwrrühlt⸗ von deinem fr — Arbeitsfeld in Ostindien, Pfarrer Burkhardt vor dem gesegneten Wirken der Brüdergemeinde in den Zeidenlandern in sehr fesselnder Weise. Herr Dekan zrieger setzte in bekannter Meisterschaft allen Vor⸗ räügen die Krone auf, indem er Missions⸗ und Bergmannsarbeit in geistvoller Weise verglich und elbsi tiefbohrend Mahnungen und Ermunterungen zu neuer Arbeit in die Missionsgemeinde hineinrief. Nachmittags sprachen noch verschiedene Redner vor zroßer Versammlung in der Kirche in recht an⸗ ziehendet Weise und die Begierde der vielen Hörer durde reichlich befriedigt. Die gespendeten Missions⸗ gaben mögen wohl 400 Marl erreichen, die Mox⸗ genlollette allein ertrug 366 Marl. — VBermischtes. X16 4 Ein patriotischer Statistiker hat herausge⸗ rechnet daß die viet bedentendsten Männer Deutsch⸗ lands gegenwärtig zusammen genau 333 Jahre rählen. Und zwar ist (dem Alter nuch angeführt) deopold ve Ranke 80 Jahre unser Kaiser 88 Jahre, Graf Moltke, der mit dem Jahrhundert schreitet, 88, und als „Baby“ dieser illustren Ge⸗ eilschaft Fürst Bismarck 70 Jahre alt. Mach zjusammen 333. 4 In München ist in diesen Tagen ein noch unger, zu großen Hoffnungen berechtigter Offizier, Sehondlieutenant Frieß aus Augsburg, Sohn des dortigen Professors und Gymnasialdirektors, erschossen worden. Er war nach München in das Kriegs⸗ ninisterium kommandirt und hatte die besten Aus⸗ sichten, schnell vorwärts zu kommen .· Ueber die Veranlafsung zu dem Duell verlautet noch nichts. anchen, 383. Juni. In Großhesselohe besindet sich eine der Siadtgemeinde München ge⸗ hörige Kapelle, deren Opferstock alle drei Jahre geleert wird. Zur Vornahme dieses hochwichtigen Äktes begab sich unlängst eine magistratische Kom · mission () in einem zweispännigen, städtischeu Fuhrwert nach Großhesselohe;“ es fanden sich an srommen Spenden der Betrag von 8 Mt. 50 Pf.; da aber für die Benützung des Fuhrwerles 8 Mt. dosten erwuchsen und der Schlosser für das Oeffnen — — Zwangsversteigerung. des Stockes 3 Mi. erhielt, so hat die Stadtge⸗ meinde noch 2 Mk. 50 Pf. darauf zu zahlen. pPgFraänktfurt a. M., 4. Juni. In der Taubenstraße wurde ein Karren mit 100 Flaschen Champagner gestohlen. Der Wagen ohne Befracht ung fand sich auf dem Schillerplatz wieder. Di diebischen Gourmands sind noch nicht ermittelt. f Kreuznach, 4. Juni. Die gestrige Feuersbrunst hat 21 Häuser vollständig zerstört und mehrere Gebaude theilweise beschädigt. AUnter den niedergebrannten Gebäuden definden fich virr zroße Gerdereien und sechs Gerberhäuser, eine Loh⸗ muhle und eine Bierbrauerei, die jedoch nicht mehr hetrieben wurde. In dieser war das Feuer ent⸗ tanden. Gegen 6 Uhr Abends trafen die telegra⸗ phisch herbeigerufenen Feuerwehren aus Bingen, dangenlonsheime und Ebernburg ein. An das xommando des Pionier⸗Bataillons in Mainz war das Ersuchen ergangen, eine Kompagnie bereitzu⸗ halten. Rach 7 Uhr Abends war das Feuer ziem⸗ ich bewältigi; um 8 Uyr fing es wieder heftig an zu brennen. Heute Morgen find immer noch Spritzen thatig, doch ist jede Gefahr beseitigt. Die neisten der niedergebrannten Gebäude waren ver⸗ icher. — pCEin originelles Fest.) Man schreibt aus Paris: Die Fürstin von Sagan gab vorige Nacht ein großes Gartenfest, dem ein Diner von d0 Gedecken voranging und zu dem die Gäste fich aur in der Gestalt irgend eines befiederten oder onstigen Thieres einfinden durften. Die Inselten ind Vogel, die da zusammenflogen, waren reizend und ergoͤtzlich anzusehen, aber auch an wilden Thieren war kein Mangel: Frau Lambert aus Zrusfel, eine geborene Rothschild, kam in einer Pantherhaut, eine andere Dame der vornehmen Welt als Jaguar, der Vicomte Vigier als Leopard, derr Arthur Meyer vom „Gaulois“ — oh Nai⸗ zetät! — als Enterich. Wunderschön und gelungen ll eine Quadrille von Bienen und Hornissen, velche seit drei Wochen täglich einstudirt wurde, und ein anderer Figurentanz von Krebsen ausge fallen sein. Der selige Buffon, der Schutzpatron des Festes, in dessen Perrücke und weltberi 358 fich ein Freund der Dame des gn gesteckt hatte, wären über diese phantasievolle Wie. dergabe der Arche Noah ohne Zweifel hoch entzüc— gewesen In dem Kohlenbergwerk Philadelphiq unweit Durham, im Norden Englands. ereignei iich am 8. ds. durch schlagende Wetter ein Unglig dei welchem 26 Personen ihr Leben verloren. Einige Bergknappen hatien eine Zeche angebohrt, die se geraumer Zeit nicht im Betriebe gewesen, und auf ziese Weise eine Quantität Wasser und Gas frei zesetzt, wodurch ewa 30 Knappen der Rüchweg zersperrt wurde, und man glaubt, daß die meiste derselben den Wirkungen des Gases erlegen find. Mehrere Knappen wurden gerettet; doch starb einen »on ihnen bald darauf an Erschöpfung. Fur die Redaktion verantwortlich:? F. X. Demeß Aus der Pfalz, 20. Mai. Seit die Titllinge dotterie das Feld geräumt hat, ist in den Absaß der au erslauterer Kirchenbauloose neues Leben und rasscheret Tempo gekommen. Wir glauben nun allerdings nicht, deß rur die gunstigen Gewinnchancen (auf zehn Loose schon Treffer) und die lochenden Z30,000 Mark diesen Aus chwung bewirkt haben. Vielmehr mag jegtt hauptsachliq er Zweck dieser Lotterie zur Geltung kommen. Wem nan nämlich sich vergegenwärtigt, daß die Stadt infolg hres großartigen induftriellen Aufschwungs im Laufe da zien funfzig Jahre ihre Bevölkerung verfünffaqcht hat ind dazu erwägt, daß das Gros derselben dem Arbeile— dande ängehört: so wird man leicht empfinden, daß jn daiserslauiern ein Kirchenbau geradezu eine Forderung da zeit ist, aber die Aufbringung der dazu erforderlihen Mittel ungemein schwierig fällt. Ein Scherflein dam, in tauftein zum Goiteshause ist darum jederzeit willlommen, elbst wenn der Beitrag durch Abnahme eines Loosetz gu eistet wird. Es kann auch laum ein besseres Bindemiuiel ‚wischen Pfalz und Vayern gefunden werden, als die Unter⸗ stütßung eines pfälzischen Unternehmeus durch die jenseitigen zreise. Liefern Sie, liebe Leser, den Beweis, daß die räumliche Isolirung der bayerischen Pfalz ohne Einfluß auf das Gefuht der Zusammengehörigkeit geblieben iß „Bayern⸗Pfalz, Gott erhalts!“ Jedes Kaiseri⸗ auterer Loos ist in den Händen eines ‚Altbayers“ eir deuge und Beweis, daß die Zusammengehdrigkeit mit de oͤfain wirklich empfunden mird Mer Sprachen kennt, ift reich au nennen. Das Meisterschafts- System udur praklischen und nalurgemäßen Erlernung der englischen, franzoͤsischen, italienischen, spanischen und russischen Geschaͤfts⸗ und Umgangssprache. Eine neue Methoͤde, in 3 Monaten eine Sprache fprechen, und lesen zu lernen. Zummn SSLDSTDMnCGSTILGOChIt von Dr. Richard S. Rosenthal. Englisch — Franzoͤsisch — Spanisch komplet in je 15 Lektionen A1 M. — Ilalienisch und Russisch komlet in je 20 Lieferungen à 1M. Schlüuͤssel dazu à 1M. 50 Pfg. JF Prrobebriefe aller 5 Sprachen aͤ 50 Pfg. portofrei. Leipzia. IEICCEAXCIIE ute⸗ utag Kis à la Vanilß Mittwoch, den 10. Juni nächsthin, vormittags 10 Uhr zu Su. Ingbert bei Wirth Heinrich Schwarz versteigere ich: 2 dacdklötze, 1 eisernen Kessel, 1 Wandtisch, Bilder.1 Taschenuhr, 1 Spiegel, 12 handtücher, 6 Kopfkissen⸗ uberzüge, 12 Leintücher, 14 Tischtücher, 10 Servietten ꝛc. wangsweise gegen Baarzahlung. Si. Ingbert, den 6. Juni 1886. J K e ck vsb Stellderireier des Gerichtsvollzieher' Faßbender in St. Inabert. Conditorei J. Nickel. 2 gute Gesellen finden dauernde Beschäftigung bei Garl Schuster, Schreiner Ludwiasstraße. — — — — — I. Qualität Mauersteine der Meter zu Mk. 1,30 hat zu ver iaufen Maria Kiehl auf'm Höfchen. — — Verein Geduldig Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu bezichen: 2 d 84⸗ d Die Klassiker der Yhilosophie. grie ischen denker s euf die Gegenwart Tine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nehst F einer Auswabl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Aiterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferunga 50 Mfennig. * Ein braver Junge tann sofort in die Lehre treten bei Carl Schuster, Schreinn Ludwoasstraße. Sonntag, den 7. Juni Ausflug. Abmarsch Mittags 1 Uhr in Vereins— mütze von der Wohnung des J. Vor tandes ab. Um zahlreiche Betheiligung ersuch Der Vorstand. Nach der Rücktehr um 4 Ubr EConeert 1000 Mark zahlen wir dem, der bem Gebraueh von Gelduanns kaiser⸗Zahnwasstt vFi Go F und 100 Ft —X Acni.S. Goldmann ⸗ Fie, Presden. — 2u haber in ðt. jngbert bei V. Fern Droguenhandlung. in der Gartenwirthschaft der Herren Gebr. Becer (Unterstadt), wozu Jedermann Zutritt hat. Entréẽe 20 Pfenniag. — t—— xEmpfeble hiertdit meine —III. Freundlichem Besuche entgegensehend hochachtungsvoll B. Iicx. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „Cilgut 7 MTαα αο — —XXX — —— —— u haben bei — F. X. Demet. Fan u eerian non FDom⸗ i reä SZierzuFJuu sertn anntaasblai vir. 10. s . l ä ïà., — — — Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. * St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wvbchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Sawstag und Sonutag; 2mal wb qhentlich XXXXD hlau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 ¶einschlieklich Tragerlohn; durch die Vos bezogen 14 78 4. einschließlic Zustellungzgebuhr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 , Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 10. — VPolitische Uebersicht. * Fasi in aller Stille hat der Reichskanz⸗ ler am vergangenen Donnerstag sein fünfzig⸗ gaͤhriges Dienstjubil aum gefeiert und scheint an in weiteren Kreisen dieses Tages gar nicht hehr gedacht zu haben. Es ist dies indessen wohl entschulvbar, da die Feier des 70. Geburtstages des Fürsten Bismarc das nur zwei Monate ipäter iallende Dienstjzubilaäum bedeutend in den Hinter⸗ grund treten ließ, über dies ist ja des letzteren am April vielfach gleich mitgedacht worden. Wir dollen darum unseren Lesern nur nochmals ins Hedachmiß zurückrufen, daß Otto v. Bismarck am JgJuni 1835 als Auskultator beim Berliner Siadtgericht eintrat und daß somit dieser Tag den jiemlich bescheidenen Anfang einer Carriere bildet, die sie wohinur seiten einem Staatsmanne zu Theil geworden ist. Das „Berl. Tagbl.“ schreibt unterm 3. Juni: det gestrige Wahltag ist für die Deutschlibe⸗ nlen Oesterreichss, wie man nicht anders noariet hatie, ungünstig ausgefallen. Wie unser Diener Korrespondent depeschirt, hat das von den eutschen Klerilalen Nordtirols und den italienischen betalen Südtirols gegen den gemeinsamen Feind, ꝛen deutschen Liberalismus, abgeschlossene Wahl⸗ ümdnißß, das wir in seiner ganzen Schmach bereits zinteichend gewürdigt haben. die erwünschten Früchte zelragen. — Im adeligen tiroler Grundbesitz sind en Deufßschliberalen vier Mandate mtrissen worden. Auch in Schlesien ist ein Nandat verloren. Endlich ist in Prag der bis⸗ herige Vertretet der Kleinseite, Hoftath Aller, nicht diedergewaͤhlt worden. Der bisherige Gesammt⸗ verlust. ded Deutschliberalen beziffert sich somit auf neun Sitzz .. 777 — Auch die freie Sch weiz hat langst eingesehen. daß die Bestrebungen der Anarchisten nicht jegen Monarchien allein gerichtet sind. Die Ent⸗ zeaung des teuflischen Planes. den Bundespalasi in die Luft zu sprengen, hat zu einet Razzia gegen die Umstürzler Veranlassung gegeben. Wie ein Pprivat ⸗ Telegramm aus Zürich meldet, verfügte der hundesrath auf die Berichte des General ˖ Anwalts and der beiden Untersuchungsrichter hin die Aus⸗ veisung von 21 fremden Anarchisten wegen Ge⸗ ahrdung der offentlichen Sicherheit. Diese Maß. regel scheint nicht nur durch allgemeines Bedürfniß geboten, sondern war auch ganz speziell im Interesse het Schweiz erforderlich. Schon mit Rüdsicht auf den Fremdenverlehr muüsssendie in der Schweiz defindlichen Brutstiätten des Anarchistenthums aus⸗ Jehoben werden. — Auch noch gegen ein anderes Sesindel. das die Gastfreundschaft der Eidgenossen⸗ haft mißbraucht, nat man energisch Front gemacht. Line Anzahl von Mitgliedern der Heilsarmee hatte Berufung eingelegt gegen die von den Kan lonen Bern und NReuenburg wider fie erlassenen berfügungen rücksichtlich ihrer mit lautem Skandal m Freien abgehaltenen Gottesdienste, durch welche änfig Anlaß zu Ruhestörungen gegeben war. Der bundeßrath hai die Verufung als unbegründet zu⸗ iawiesen und damit dem schwindel haften Treiben et Salutisten einen, wenn auch schwachen Riegel norgeschoden. Die Heilsarmee ist nichts weiter als J plumper Schwindel auf den Geidbeutel aber⸗ andischer Dummlopfe. Sie hat nurt einen Boden n ihrem englischen Vatetlande. wo durch das Sonntag, 7. Juni 1885. V . 20. Jahrg. landesübliche ostentative Zurschautragen der Religio⸗ ität und die in Folge dessen wie Pilze aus dem Boden schießenden Wohlihatigkeitsvereine, eine vahre Religiosität nur zu oft beeinträchtigt ersche int. so erklärie er noch zuletzt, mache in dieser Bezieh ung keinen Unterschied zwischen eingeborenen und naiuralisirten Buͤrgern, und jeder amerilanische Bürger sei berechtigt, so lange er wünsche, in Deuischland Aufenthalt zu nehmen, vorausgesetzt., daß er den Gesetzen des Landes gehorche. Wie zie Sache jetzt steht, halten beide Regierungen an hrer Auffassung fest. In Folge des dfteren Wechsels in der Veriretung der MAnion hat die Regelung der chwierigen Frage immer wieder verschoben werden nüfssen. Man wird daher nur wünschen konnen, haß der neue Gesandte, Mr. Pendleton, so lange nuf seinem Posten verbleiben möge. bis die Streit⸗ rage in einer für beide Theile befriedigenden Weise geildst ist. *. * 1 vBerlin, 5. Juni. Der Direltor des Aus⸗ wvartigen Amtes, Graf Berghem, ist zum preußi⸗ chen Bundesbebollmächtigten ernannt worden. Ausßlaud. Paris, 4. Juni. Nach lebhafter Debatte. velche zahlreiche Ordnungsrufe veranlaßte, nahm die Kammer mit 822 gegen 183 Stimmen die Kom⸗ nissionsanträge an, lehnte. somit den Antrag⸗ das Zabinet Ferth in den Anklagestand zu versehen, ab. Deutsches Reich. Gerlin, 8. Juni. Der heutige offiziose Ar⸗ ikel der „Nordd. Allg. Zig.“ über das Verhaltniß zu Zanzibar erregt ziemliches Aufsehen, denn er er⸗ uffnet, salls der Suitan von Zanzibar nicht recht⸗ eitig. d. h. also wohl bis zum Eintreffen der ʒeuischen Kriegsschiffe, nachgibt, die Aussicht auj zrnsie Eventualitaten. Es hieß schon seit einigen Zeit, daß mit England eine Verstandigung erzielt sei, die Deutschland freie Hand bei seinem Vorgehen gegen Zanzibar fichert. Es soll das einer der punkte sein. die bei der Anwesenheit Lord Rose⸗ zery's in Berlin geordn et worden sind. Vorher oll' der Einfluß Englands auf den Sultan von Zanzibar in Deutschland ungünstiger gewesen sein. die Abberufung, des Generallsnsuls Rohlfs, der die in ihn gesetzten Erwartungen —XXL joll, gilt für sicher.— Berlin, 4. Juni. Ueber das Baurgerrecht det DeuschLimerilaner hat der bisherige Gesandte der Union am Berliner Hofe. Mr. Kasson, längere Zeit mit dem Auswärtigen Amte unterhandelt, eine vefriedigende Erledigung der Angelegenheit ist aber nicht erzielt worden. Zunächst hatte die deutsche Regierung das Verlangen aufgestellt, daß die von aafuralisirten Deutschen absiammmenden Bürger der ünion im Interesse der offentlichen Ordnung Deutschland verlassen müßten, weil sie, trotzdem sie mit ihten Eltern in Deutschland lebten, zur deut⸗ Militärpflicht nicht herangezogen werden könnten. diergegen erhob Mr. Kasson Protest. Die deuische degierung formulirte darauf ihren Standpunkt was gelinder, wie folgt: 1) Deuische Vater, welche in Amerika natu⸗ ralisitt worden sind, nach Deutschland zurück ehren und dort mehr als zwei Jahre leben, verden unter dem Naturalisatisns⸗Vertrage von 1868 so betrachtet, als ob fie ihr amerilanisches Bürgerrecht aufgegeben hätten. Auch hiergegen erhob der Gesandte Einwend⸗ aingen. Er zeigte, daß diese Auffassung nur dann Jalibar sei, wenn alle Nebenumstände zeigten, daß zie Eltern ihre Absicht. nach Amerila zurückzulehren, uufgegeben hätten, und bestritt der Regierung das Recht, mit Rüchssicht auf den einmal bestehenden Verirag, diese Fragen der künftigen Absichten in jo einseitiger Weise entscheiden zu wollen. Gleich⸗ reitig mit der oben erwähnten Erklärung hatte das Auswärtige Amt die folgende abgegeben: 2) Minderjährige, welche in Amerika geboren worden, die Sohne der oben erwähnten Eltern, behalten ihr amerikanisches Bürgerrecht and soönnen nicht zum deutschen Militärdienst heran⸗ gezogen werden, selbst wenn der Vater das amerilanische Burgertecht aufgegeben haat. Damu ertkärie sich Mr.“ Kasson natürlich Namens seiner Regierung einverstanden. Als zriiten Punkt woũte die deutsche · Regierung ich aber noch vorbehalten,,, auch diesen —X falls is das sogenannte „Interesse der oͤffentlichen Ord⸗ nung“ erfordere. Auch hiergegen erhob Mr. Kasson ebhaften Widerspruch, konnte aber die Angelegen⸗ jeit nicht mehr zum Austrag bringen, da er in⸗ wischen abberufen wurde. Der Bancrofwertrag. —— —— Lerral und pfaälzische Rachrichten. ⸗»St. Ingbert, 6. Juni. Wie durch die Schelle bekannt gegeben wurde, haben bei der ehzt herrschenden heißen Witterung die Hauseigen⸗ humer, jo weit ihr Anwesen reicht. die Straß e des Tages dreimal mit Wasser begießen zu lassen. DSt. Ingbert, 6. Juni. Kaum ist der Frühling ins Land gezogen und der Wald von Vogeln belebt, so tauchen auch schon wieder viel⸗ jach Klagen auf über das muthwillige Zerstoren er Vogelnester. Besonders sind es halbwüchsige Jungen, die hauptsachlich an Sonntagen in den Waldern umheistreifen und, sich ein Vergnügen daraus machen, Vogelnester zu suchen und Eier und junge Vogelchen auszunehmen. Diesem rohen Treiben ist nicht ernstlich genug entgegen zu treten, ind alle dazu berufenen Faltoren sollten es sich ingelegen sein lassen, demselben zu steuern. Das hesie veispiel geben der Jugendaucheeim diesem hunkte die Eliern. Kommen hierzu ernstliche Er⸗ nahnungen in der Schule und bei groben Aus- chreitungen die gebührenden gerichtlichen Bestraf ⸗ mgen, so wird sicher in Zukunft manche Klage Aber das muthwillige Jerstören der Vogelnester derstummen. Am 1. Juni fand am Sitze des Kgl. Ober⸗ postamtes in Speyer eine Anstellungsprüf⸗ ung für Postadspiranten statt, zu welcher jolgende Kandidaten einberufen wurden: 1. Dep⸗ bifch, 2. Fritz, St. Ingbert, 8. Graß, Zusel, 4. Hopp, 5. Keßler, Germersheim, 6. Müller, dauterecken, 7, Karst, Kirchheimbolanden, 8. Ott⸗ naun, Obermoschel, 9. Statk, Albersweile. — Homburg, 3. Juni. Unter großem An⸗ drange wurde heute hier das Misfionsfest gefeiert nd nahm einen sehr ansprechenden Verlauf. Nach der herziichen, auf die wachsende Bedeutung der vangelischen Mission hinweisenden Begruͤßung durch Zertn Dekan Henn predigte Pfarrer Hafner von Illenau im Anschluß an das Bleichniß vom barm⸗ serzigen Samariter übet die Mahnung 5 Lasset von Jer Mijssion nicht! 1) Wer gehen kann, der gehe! 2) Wer geben kann, der gebe! 83) Wer beten lann, der bete! Die reich illustrirte frische und begeisterte Predigt fand offene Ohren imd Herzen in Menge. Nissionsbprediger Welsch erzählte von seinem früheren Urbeitsfeld in Ostindien, Pfarrer Burkhardt von dem gesegneten Wirken der Brüdergemeinde in den Heidenländern in sehr fesselnder Weise. Herr Dekan crieger setzte in bekannter Meisterschaft allen Vor⸗ trägen die Krone auf, indem er Missions und Bergmannsarbeit in geistvoller Weise verglich und jelbst tiefbohrend Mahnungen und Ermunterungen zu neuer Arbeit in die Missionsgemeinde hineinrief. Nachmittags sprachen noch verschiedene Redner vor großer Versammlung in der Kirche in recht an⸗ ziehender Weise und die Begierde der vielen Hörer wurde reichlich befriedigk. Die gespendeten Missions⸗ gaben mögen wohl 400 Mark erreichen, die Mor⸗ AD— des Stockes 8 Mi. erhielt, so hat die Stadige— meinde noch 2 Mt. 50 Pf. darauf zu zahlen. 7 Frantfurt a. M., 4. Juni. In der Taubenstraße wurde ein Karren mit 100 Fiaschen Champagner gestohlen. Der Wagen ohne Befracht ung fand sich auf dem Schillerplatz wieder. Vie diebischen Gourmands sind noch nicht ermittelt. r⸗Kreuznach,“ 4. Juni. Die gestrige Feuersbrunst hat 21 Hauser vollständig zerstort aund mehrere Gebäude theilweise beschädigt. Unter den niedergebrannten Gebtuden befinden sich vier große · Gerdereien und sechs Gerberhäuser, eine Loh⸗ muhle und eine Bierbrauerei, die jedoch nicht mehr detrieben wurde. In dieser war' das Feuer ent⸗ tanden. Gegen 6 Uhr Abends trafen die telegra⸗ hisch herbeigerufenen Feuerwehren aus Bingen, dangenlonsheim und Ebernburg ein. An das ommando des PionierBataillons in Mainz war das Ersuchen ergangen, eine Kompagnie bereitzu⸗ halten. Nach 7 Uhr Abends war das Feuer ziem⸗ lich bewältigt; um 8 Uhr fing es wieder heftie an zu brennen. Heute Morgen sind immer noch Spritzen thätig, doch ist jede Gefahr beseitigt. Die meisten der niedergebrannten Gebdaäude waren ver⸗ ichert. . Ein originelles Fest.) Man schreibt aus Paris: Die Fürstin von Sagan gab vorige Racht ein großes Gartenfest, dem ein Diner von 90 Gedecken voranging und zu dem die Gäste sich nur in der Gestalt irgend eines befiederten oder jonstigen Thieres einfinden durften. Die Insekten und Vögel, die da zusammenflogen, waren reizend ind ergötzlich anzusehen, aber auch an wilden Thieren war kein Mangel: Frau Lambert aus Brüssel, eine geborene Rothschild, kam in einel Pantherhaut, eine andere Dame; der vornehmen Welt als Jaguar, der Vicomte Vigier als Leopard derr Arthur Meyer vom „Gaulois“ — oh Nai— ꝛetät! —als Enterich. Wunderschön und gelungen oll eine Quadrille von Bienen und Hornissen velche seit drei Wochen täglich einstudirt wurde, ind ein anderer Figurentanz von Krebsen ausge⸗ allen sein. Der selige Buffon. der Schutzpatron des Festes, in dessen Perrücke und weltberühn Manchetten fich ein Freund der Dame des ha gesteckt hatte, wären über diese —V dergabe der Arche Noah ohne Zweifel hoch —* gewesen 7 In dem Kohlenbergwerk Philadelphn unweit Durham, im Norden Englands ertighn sich am 3. ds. durch schlagende Wetter ein Unglie bei welchem 26 Personen ihr Leben verloren. Gin Bergknappen hatien eine Zeche angebohrt, di⸗ — geraumer Zeit nicht im Betriebe gewesen, um an diese Weise eine Quantität Wasser und Ga su gesetzt, wodurch etwa 30 Knappen der Rüdwe versperrt wurde, und man glaubt, daß die meiste derselben den Wirkungen des Gases erlegen i Mehrere Knappen wurden gerettet; doch starb ein⸗ von ihnen bald darauf an Erschöpfung. & Vermischteß. Nswhe — ——— *7 Ein patriotischer Statiftiker hat herausge⸗ rechnet, daß die vier dedeutendsten Männer Deutsch⸗ lands gegenwärtig zusammen genau 333 Jahte Jahlen. Und zwar ist (dem Alter nach angeführt) Leopold d. Ranke 90 Jahre, unser Kaiser 88 Jahre, Graf Moltke, der mit dem Jahrhundert schreitet, 858, und als, Baby“ dieser illustren Ge— sellschaft Furst Bismarck 70 Jahre alt. Mach jusammen 333. fF In Munchen ist in diesen Tagen ein noch junger, zu großen Hoffnungen berechtigier Offizier, Sekondlieutenant Frieß aus Augsburg, Sohn des dortigen Professors und Gymnasialdirektors, zrschossen worden. Er war nach München in das Kriegs⸗ ministerium kommandirt und hatte die besten Aus— sichten, schnell vorwärts zu kommen. Neber die Veranlassung zu dem Duell verlautet noch nichts. FMünchen, 3. Juni. In Großhesselohe defindet sich eine der Stadtgemeinde München ge⸗ hörige Kapelle, deren Opferstock alle drei Jahre geleert wird. Zur Vornahme dieses hochwichtigen Aktes begab sich unlängst eine magistratische Kom⸗ mission () ia! einem zweispännigen, städtischeu Fuhrwerk nach Großhesselohe; es fanden fich an rommen Spenden der Betrag von 8 Mt. 50 Pf.; da aber für die Benützung des Fuhrwerkes8 Mi dosten erwuchsen und der Schlosser für das Oeffnen ————— —— ———— Zwangsversteigerung. —— — — Mittwoch, den 10. Juni nächsthin, vorminags 10 Uhre zu St. Ingbert bei Wirth Heinrich Schwarz versteigere ich: c 2 Hackkldtze, 1eisernen Kessel, I1Wandtisch, Bilder,1 Taschenuhr, 1 Spiegel, 12 Handtücher, 6Kopftkissen⸗ überzüge, 12 Leintücher, 14 * Tischtücher, 10 Servietten ꝛc zwangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 6. Juni 1885 Kechh Siellvertreter des Gerichtsbollzieher? Faßbender in St. Ingbert. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Dene Zuc der Pfalz, 20. Mai. Seit die Titlling Lotterie das Feld geraäumt hat, ist in den Absatß der — serslauterer Kirchenbauloose neues Leben und raschere Tempo gekommen. Wir glauben nun allerdings nich da nur die günstigen Gewinmnchancen (auf zehn —WB Treffer!) und die lockenden Z0, 00 Matt diesen A schwung bewirkt haben. Vielmehr mag jegt hauptsacn der Zweck dieser Lotterie zur Geltung kommen. Wemn man nämlich sich vergegenwärtigt, daß die Stadt infols ihres großartigen induüstriellen Aufschwungs im Laufe du letzten fünfzig Jahre ihre Vevölkerung verfünffacht hel aund dazu erwägt, daß das Gros derselben dem X dande angehört: so wird man leicht empfinden, daß n daiserslautern ein Kirchenbau geradezu eine Forderung de Zeit ist, aber die Aufbringung der dazu erforderlichen Mittel ungemein schwierig fülli. Ein Scher flein dazu Bauftein zum Gotteshause ist darum jederzeit willlonmen selbst wenn der Beitrag durch Abnahme eines —R leistet wird. Es kann auch kaum ein besseres Vindemine wischen Pfalz und Bayern gefunden werden, als die Unten stütßung eines pfälzischen Unternehmeus durch die jenfeitigen streise. Liefern Sie, liebe Leser, ven Beweis, daß d räumliche Isolirung der baherischen Pfalz ohne Einfluß au das Gefühl der Zusammengehbrigkeit geblieben i „Bayeru⸗Pfalz, Gott erhalts! Sede⸗ Kaiser⸗ lauierer Loos ist in den Händen eines „Altbayerz“ enn Zeuge und Beweis, daß die Zusammengehdrigkeit mil de üfalz wirklich emrunden A* Meisterschafts-System jur praktischen und naturgenühen Erlernung der englischen, franzöfischen, italienischen spanischen um Geschäfts- und Umgangssprache. Eine neue Methode, in 8 Monaten eine Sprache fprechen, und lesen zu lernen. Aum SGIDSIUêVêNMDNMTSSFICht J — von Dr. Richard S. Rosenthal. 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Bande1: „Dus Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Vreis der Lieferung 530 Pfennia. — GGHC..XM Ein braver Junge kann sofort in die Lehre sreten ba Carl Schusfter, Schreiner Ludwigsstraße. ESonutag, den 7. Juni »Ausflug. Abmarsch Mittags 1 Uhr in Vereins mütze von der Wohnung des I. Vor⸗ standes d. Um zahlreiche Betheiligung ersuch Der Vorstand. Nach der Rückehr um 34 Uhr Concert in der Gartenwirthschaft der Herren Bebr. Becker (Anterstadt), wozu Jedermann Zutritt hat. Entréee 20 Me⸗ig. 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebraueh von Eolduanus kaiser⸗Zahumasser à Fl. 60 Pf. und I00 Pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann * Cie, Dres den. — Zau haben in 8t. Ingbort bei W. Fern⸗ Droguenhandlung Empfehle hiermit meine dethcfdüörhh Angthlt Freundlichem Besuche entgegensehend hochachtungsvoll 8 E. Oli-. —VV — 2 Frachtbriefe für gewöhnliches Gut —WV „GEilgut — J Hierzu „Illustrirtes Druct und Verlaa von F. x. demes IIccr zu haben bei — 5 — — 53 24 ——6 7 * 5 3X5 —28 A — — ⸗ —35— —JV— ——— — 9 8. —285 N. I —F——— J— —328 7 I J. — 14—8 * * —W4— —AM. 92 —— —655 — J ———— E —8* 5 * 44 W — —8 * —— 3 — —8E —V 9 —— F i — 54 5* * 47. 1* — 3— J 4 —— ——* * ——— — 2— * * * 7 4 — —J8986 —3388* — — J— F — —A86 —7—— * * F —R — /34 3 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerotag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ tlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat koftet vierteljährlich 14 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 , einschließlich 10 4 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 O, bei außerpfälzischen und solchen ont wrelche die Ervedition Auskunft ertdeilt, 18 A, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. W III. Poliische Uebersicht. Der neulniche Aufenthalt des Kron— prinzen von Deutschland und Preußen nebst dem Prinzen Wilhelm in der alten preußischen Krönungsstadi Königsberg anläßlich des 25jährigen Gedenktages des Regimentes Kronprinz hat deutlich gezeigt, welcher Liebe und Anhänglich⸗ keit der Erbe der Krone-von Deutschland und Preußen sich in der alten Provinz, von der die qonige von Preußen ihren Titel herleiten, zu er— freuen hat. Die Huldigungen der Bevölkerung der Stadt Königsberg und der Vertreter aus der Provinz Osipreußen für den Kronprinzen und seinen ältesten Sohn war eine so imposante: und herzliche, daß sie kaum übertroffen werden konnte. Dem Reichskanzler sind wiederholt und us verschiedenen Landestheilen als begründet nach—⸗ gewiesene Klagen zugegangen, daß das cursirende dleingeld für die Bedürfnisse des Verkehrs nicht genügt und namentlich auf dem Lande die Be— chaffung von Kleingeld auf Schwierigkeiten stößt odaß dort zum Theil für die kleineren Münzsorten Aufgeld bezahlt und der Bedarf durch Abkommen nit kaufmännischen Unternehmern wochenweise sicher⸗ zestellt werden muß. Der Herr Reichskanzler hat, vie wir hören, diesen Uebelstand den Bundesxegier⸗ ingen mit dem Bemerken zur Kenntniß gebracht, aß eine wesentliche Ursache des Mangels an Klein⸗ jeld im Verkehr in der Abneigung der unteren zahlstellen, in Kleingeld Zahlungen JZu leisten, liege. Ubhilfe in dieser Beziehung könne in der Weise geschaffen werden, daß die an den Zahlstellen be— indlichen Vorräthe an Scheidemünzen den Lokal⸗ »ehörden mit der Verpflichtung überwiesen werden, ie dis in die unmittelbare Berührung mit dem ßublikum zu verausgaben. Die Kassen würden arauf Bedacht zu nehmen haben, die auszuzahlenden zummen stets in dem genauen Betrage, auf welchen ie lanten, direkt auszuzahlen, so daß jedes Heraus⸗ eben des Zahlungsempfängers in Scheidemünzen uuf die größeren Appoints, welche von der Kasse jergegeben werden vermieden wird. — Wir hoffen, aß durch solche Maßregeln den vlelfach lautge⸗ vordenen Beschwerden wegen Mangels an Scheide⸗ münzen im Kleinverkehr abgeholfen wird, Bezüglich der politischen Lage iann man so ziemlich sagen: Unter allen Wipfeln Ruh. — Von inneren Fragen bleiben in Deutschland für den Augenblick nur die braun dweig'jche Erbfolgefrage, und die der Besehung des Posener Erzbischofstuhles in Sicht. Als ein deutlicher Beweisfürdie duhe auf dem politischen Gebiefe darf auch der Kuraufenthalt des Fürsten Bismarck in Kissingen aufgefaßt werden,“ benn die J.Nordd. Allgem. Zig.“ meldet, daß während der Dauer des Fursten in Kissingen, demselben weder amtliche, noch nichtamtliche Schriftstucte nochgesondt werden dürfen, die Geschäfte des Reichslamers ruhen also ur Zeit ganz in den Handen der Vertrelen desselben. *7 —— T. Die Verhandlungen zwischen der Reichsregier ug und dem Nordbauischen Llidh über ie Ddampfersfübben tion werden, wie wir —A nachsten Mittwoch oder donnerftag zum Abschluß gelangen. — 4 Montag, 8. Juni 1885. Aus Dresden wird mitgetheilt, daß am Donnerstag dort eine Sittzung des Gesammt— ninisteriums unter dem Vorsitz des Königs tattgefunden hat, in welcher der Antrag Preußens iber die braunschweigische Thronfolge und die Stellung Sachsens zu dieser Frage zur Erörterung gelangte. Von den 21 Anarchisten, welche, wie bereits gemeldet, die eidgenössische Regierung vor einigen Tagen aus der Schweiz ausgewiesen, ind die folgenden Deutsche: Kaspar und Rem— iger aus Württemberg, Jacob Brenner aus Elsaß, Ddaschner, Wackenreuter und Heilmann aus Bayern, Leonhard aus Schwerin,. Schultze aus Preußen, Petersen aus Lauenburg. Die Uebrigen sind Desterreicher und ein Franzose. Ausgewiesen purden nur: diejenigen, gegenwelche nicht die trafrechtliche Verfolgung erhoben wird. Dem Ausgang der kleinen Ver— vichelung Deurschlands mit dem Zultan von Zanzibar sieht man mit »egreiflichem Interesse entgegen, man glaubt indessen n. Berliner maßgebenden Kreisen nicht, daß die Sache sich zu einem großen Konflikt verschärfen verde. Von dem Erscheinen des deutschen Ge⸗ chwaders erwartet man eine sehr heilsame Wirk⸗ ing auf den Sultan, falls er nicht schsön vorher uu einem Ausgleich die Hand geboten hat. Man laubt sich sogar der Hoffnung hingeben zu können, »ie Verwickelung werde zur Abtretung eines Hafen⸗ platzes an der zanzibarischen Küste führen, womit den ostafrikanischen Erwerbungen, die bisher der inmittelbaren Verbindungen“ mit dem Meere ent⸗ hehrten, erst der rechte Werth. berliehen wecden würde. Deutjches Reich. Muünchen, 5. Juni. Dem Vernehmen nach wird in den nächsten Tagen eine Entschließung des Kultusminsteriums ersolgen, laut velcher an „humanistischen und technischen Mittel⸗ ichulen,sowie an , Lehrer⸗ und Lehrerinnen Bil dungsquistalten“ der Schluß des Schuljahres von nun an mit dem 81. Juli eintritt; nur noch die nündliche Prüfung mit den Abiturienten wird in die erste Woche des Monats August fallen. Be— üglich drs Beginnes des Schuljahres bleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. Was dies, Volks⸗ chulen“ anbelangt, so wird es den Kreisregierungen mheimgegeben, an dett Orten, an ‚welchen diese Schalen disher am 84 Auguf endigten, die Ferien benfalls mit dem 31. Juli beginnen zu lassen. (K.) Berlin, 6. Juni. Der Kaiser nahm am jeutigen Vormittage mehrere Vorträge entgegen ind empfing gegen Mittag die Besuche der Frau kronprinzessin nebst deren zur Zeit hier anwesen⸗ Töchtern und des Prinzen Wilhelm. Ueber das Befinden des Kaisers wird gemeldet, daß der er⸗ auchte hohe Herr sich wieder völlig wohl und her⸗ jestellt fühlt und deßhalb am heutigen Nachmittage, obald die starke Hitze des Tages nachgelassen, zum ersten Male wieder eine Ausfahrt zu unternehmen. dedachte. 7 Berlin, 6. Juni. Die Kaiserin beabsichtigt nich in diesem Sommet' in Wiesbaden und zwar uuf längere Zeit Aufenthalt zu nehmen; der Zeit⸗ ountt des Aufenthaltes dort ist noch nicht festge⸗ stell, dürfte jedoch, wie der „Taunusbote“ meldet, wenn keine Zwischenfälle eintreten, etwa Mitte Juli 20. Jahrg. zu erwarten sein. Im dortigen königlichen Schlosse ind bereits die Vorbereitungen angeordnet und im »ollen Gange. Ein Anzahl von Gemächern erhält ganz neue Herrichtung. Berlin, 6. Juni. Der Reichsanzeiger ver⸗ öffentlicht eine Bekanntmachung, betreffend die An—⸗ neldung der unfallversicherungspflichtigen Betriebe, benso das Gesetz betreffend die Ausdehnung der Anfall⸗ und Krankenversicherung. Ausland. J London, 6. Juni. Nach einem soeben ver⸗ „ffentlichten offiziellen Ausweise standen Ende 1884 n den Büchern der englischen Postsparbanken zu— zunsten der Depositäre 859 Miill. 475,460 Mart eingetragen. Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 4 Millionen 972,340 Mtk Newyork, 8. Juni. Die Truppen haben die feindseligen Appache-Indianer in New Mexiko und Arizona so energisch verfolgt, daß sie das Gros der Bande gefangen nahmen. Ungefähr 50 Indianer entkamen, indem sie die Grenze nach Mexiko überschritten, wahrend einige sich in die Berge flüchteten. Der Feldzug wird als beendigt angesehen. *Die Truppen sind längs der ganzen Brenze auf der Hut und weitere Ausschreitungen ind nicht gemeldet worden. Lokale und pfälzische RNachrichten. *St. Jugbert, 8. Juni. Den gestrigen Rachmittag benutzten verschiedene hiesige Vereine die Geduldigen“ der Jünglingsverein, der Turn⸗ ꝛerein), um den üblichen Frühjahrsausflug zu mnachen. Später, nach Rückehr der „Geduldigen“, 'and im Garten der Becker'schen Brauerei in der Unterstadt ein sehr besuchtes Conzert statt. — —Bei der Frohnleichnamsprozession in Z wei⸗ brücken gerieth die Draperie eines Altars und dieser selbst in Brand. Der Schaden an ver— »rannten Gegenständen und? verdorbenen“ Topf⸗ pflanzen ist nach der ‚Zw. Z.“ kein unbedeutender. —.In Erstweiler hat sich beim gleichen Anlaß ein Postbote beim Völlerschießen derart verletzt, daß seine Verbringung nach der Kliuik in Heidelberg nothwendig wurde. J 3weibrücken, 6. Juni. In der Dingler'schen Maschinenfabrik gerieth heute früh der 19Jahre; alte Tagner Daniel Kuntz von Bechhofen mit seinem xechten Arm in die Zahnräder iner ⸗Vochmaschine und verletzte sich dabei in ebensgefährlicher Weijse. — Zweitzrücken, 6. Juni. Bei der am Montäg, den 8.4. Juni beginnenden bis Donnerstag, den 18. Juni dauernden II. Schwurgerichts— deriode pro 1885 werden folgende 14 Fälle zur Verhandlung kommen: 1) Ludwig Walter, Zostbote in Niederlirchen, wegen Verbrechen im Imt. 2) Joh. Wagner, Diensttnecht von Kaisers- autern, wegen Nothzucht. 3) Heinrich Rausch. Ackerer von Brenchelbach, wegen Straßenraub. 9 Karl Brenner, Schuster von Pirmasens, wegen Zörperverletzung. 5) Ludwig Liedy, Schuster von Iggelheim, wegen Meineid. 185): Fa Brell, Sohlen⸗ zäher von Pirmasens, wegen? Mordversuch.327) Martin Drach, Kesselschmied von Frankenthal,, wegen Straßenraut. 8) Brochart,. Kesselschimed don daiserslautern, wegen Munzverbrechen, 9) Chriftine Steitz ⸗ Ehefrau Euter von Kriegsfeld wegen Kinds- nord. 10) Martin Deutsch von Herxheim. wegen Dteineid. *11) Daniel Schneider, von Gunders⸗ ofen, wegen Sittlichkeitsverbrechen. 12) Wilhelm „offel von Odenbach, wegen Verbrechen im Amt. 13) K. Koblisch, Dienstknecht don Haßloch, wegen Nothzuchtsversuch. 14) Ludwig Schleppi von Alt⸗ stadt, wegen Verbrechen wider die Sittlichkeit. — Fandau, 6. Juni. Gestern hat wieder eine Untersfuchung gegen eine Anzahl Schüler der hiesigen Studienanstalt ihren Abschluß gefunden. Diese Untersuchung erstreckte sich auf Schüler der 5. Lateinklasse, sowie der 1., 2. und 3. Gymnasial⸗ klasse wegen Theilnahme an verbotenen Verbind⸗ ungen. Die jungen Leute hatten hier und in einigen Nachbarorten förmliche Kneipen abgehalten und sich überhaupt im Nachäffen studentischen Treibens gefallen, bis schließlich die Sache ermittelt und Untersuchung eingeleitet wurde. Gegen 10 bis 12 Schüler mußte die Entlassung aus der An⸗ stalt ausgesprochen werden, während die übrigen mit Carcerstrafen belegt wurden. Am schwersten find natürlich die Eltern gestraft. welche jetzt ihre Söhne auf andere- Anstalten verbringen und die daraus erwachsenden Mehrkosten tragen müssen. — Edigheim, 5. Juni. Beim Boöller⸗ schießen am Fronleichnamstage erreignete sich hier der Unfall, daß der verheirathete Maurer Engel eine ganze Ladung in das linke Bein erhielt, so daß dasselbe voraussichtlich wird abgenommen werden müssen. wung beseitigen. Es haben von deutschen Fürste— täglisch zu verzehren: der Konig von Bahern 114050 Mark, der König von Sachsen 5560 Mt. der König von Württemberg 3271 Mtk. der Groß. herzog von Hessen⸗Darmstadt 2964 Mtk, der Groß— herzog von Sachsen⸗Weimar 2301 Mt. Das kleinsie hat der Fürst Reuß, ältere Linie, welcher nur 294 Mt. täglich zu verzehren hat. Vermischtes. Kissingen, 5. Juni. Gestern Abend um 7 Uhr 30 Minuten kam Fürst Bismarck mit einem Sohne, dem Grafen Wilhelm hier an und vurde am Bahnhofe von dem Badkommissär Frei— Jerrn von Bechtolsheim empfangen; Das Publi—⸗ zum begrüßte ihn beim Verlassen des Koupés und des önigssalons mit enthusiastischen Hochrufen. So zann fuhr der Fürst nach seiner alten Sommer— vpohnung auf der oberen Saline. Am kommenden Nuͤtwoch trifft die Fürstin und Professor Dr. Schweuninger hier ein. — Die Kurliste Nre. 46 verzeichnet 2076 Personen. J J Was unsere gekrönten Häupter u verzehren haben. Das tägliche Einkommen eutscher Fürsten dürfte in der nachfolgend gege— enen Nebeneinanderstelluna manche irrige Anschau⸗ — e ⸗ Sterbefälle. Gestorben: in Kaiserslautern Bankier Joseph gehr. I. Vorstand der israelitischen Kultusge meinde und Stadtrath Karl Schwarz, Privdat mann und Adam Röth, 46 J. a.; in Groß Qarlbach Frl Sus. Webeel Rentnerin, 76 J. a. — Für die Nedaktion verantwortlich: F. X. Demetz. 1! Schon übermorgen!! findet die Ziehung der mit Gewinnsten wie keine ander Lotterie gesegnete Kaiserslauterer kath. Kirchenbau⸗Lotteri— statt. Jedes zehnte Loos muß gewinnen. Preis 2 Marb — Win I αα Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit bis zur 15. Juni gesucht. A. Straus, Sulzhbach. Den verehrlichen Einwohnern von Stadt und Umgebung mache ich die ergebene Anzeige daß ich das don meinem sel. Manne betriebene F Gold- uvd Silbervaaren⸗eãft unter der alten Firma . META DS in unveränderter Weise fortbetreiben werde 52 Ich bleibe bemüht durch möglichst reichhaltiges Lager aller in mein Fach einschlagenden 2 ZAruikel und billigste Preise, dem Wunsche eines verehrlichen Publikums gerecht zu werden 2 und bitte deßhalb das dem Geschäfte seither in so reichem Maaße geschenkte Vertrauen, demselben — Sauch fernerhin erhalten und in vermehrter Weise entgegenbringen zu wollen. * Hochachtungsvoll * Albertine Meta Mittwe in Firma A. Metz, Gold- u. Silberarbeiter. Heparaturern vν au das SchnelIIste und Pünkt- liehste cWbo“S ιt. ESm P. Weisgerber'schen Hause au dem Höfchen ist der obere Stock: zweiz immer und Küche, sofort beziehbar zu vermiethen; auf Verlangen mi Stallung und Heuschuppen. Näheres bei Johann Mickel. —— Ve i 9 Fachsohule für Andee aa. nagelinen- keclaiter Aufnahme: Vorunterriekt —E———— —SGüůnitigste aller & —2 Geldlotterien. sasste l Treffer: Vebermorgen. An 10 Juni 1885, endgiltige Ziehung in München. 'anpigewinusle: 30000, 10000 20000 Gew. i. B. v. 125000 M ohne Abzug. Looße a 2 Mk. bei allen bekannten Verkaufftellen und Haupt Agentur Jul. Goldschmit, Ludwigshafen in St. Ingbert bei Johaun — Weirich und Frz. Woll. ⸗ zu Jedermanns Auf 10 Loose J R 1 Un 1Treffer. J —R n n Gebrauch — find stets vorräthig in der Druckerei des St. Inaberter Anzeigers Garten- und Obsthau-Verein. Dienftag. den O. Juni 1885 im obern Lokale des Herrn Baumant (Café Oberhaufer) Abends 8 Uhr Generalversammlunsg., darauf Besichtigung eines Obstkabinettes. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der OFSTAnd. 24 no o. 16 Lir — 1 2 9 AUx. 408 J — —— — ———⏑ ———— — Billiger Bazar in St. Ingbert im Hause des Herrn Metzgermeister Chr. Klin E. . Einem tit. Publikum von Hier und Umgebung erlaube mir die ergebene Anzeige zu machen, daß henu t! an hiefigenm Platze ein gemischtes , Weiß- Kurz-, Wolle⸗, Strumpf⸗, Galanterie⸗, Glas- und Spielwaaren— Geschäft, nebst Haushaltungs-Gegenständen und billigen Cigarren erõffne. Gütigem Befuche fieht entgegen Achtungsvoll xIIigzer P — —— — — — Irud und Veriga von F. Xx. Demest in St. Inabert —2 22— 22222 —A— —— — 2* 22 5255225 — 2,85 — 22 n* 2* 225* 255 *5 —55—5—— —W 222 255 2 —E— 3 7 — *255522 — 26 * — 5* 5 235* 25 * ——— 55 5 58 „55—25 — z7.3 8 78— 85— 5* * — 525 e 225 — 53*85 82 ——— 5 23 c 7 — 2—— —2228 5 2253 z7 2 5352 5535 525 55 — —2 *2* 55 —25 2 2— — — — — 5——35—3— — — — — — — — 2 * 2 A E * A— J 52 55225545 J —— 533 — 2— — —s — 222 — —* —— —*8— 3 * 55 — 2 8 J — * — —— 33— 5 278— — — * 2 5 — *5 —— *—*—„«e355 — A— — * 3 — — — —E 255 —52352 22 J 9 3. * 9— * 2* 5222 * 25—5 9 5257 — —— —7 * ——— —2 52* —— ——8 3—22 22 2 2 — 02 252 22 2 7 55 * 3 * — * 2 5 2532355 82 —XV 2* 233 2 8 ———585 22583 3 5* * 2 3 55 83— —— 6725255— 23835— 57523*5 5553* 35* 52——— 8 ⸗ 8* —3256z373—332338s253587 2 — 35* 3 3 — — — 2232 * —— *— 2 8 275 7 ——— 283 S 7 2352353 373255532 5352733326 —5 2 8 — * 32* S * 235225 *»— 527 3755552.5 EI 3 — * S0 — * X 1 —38 5 —8 2525 —A ——— 227 — 5355 55 2283 5* 38333. 5æ558 — —A 8 25 85 23357 — 5 575— 55* *5852538 5553 —3335 78 5 2282 52335555355* 8 —E 2525 —2—55552 58—2558 5 5535 3755 — — — — 2 2 2322 . 2 0 3*08 —2— 858723328 —— 3m2 TEB3 55222 —z3z558 8 — 5 — 52533355 2382 * 2 327 28* . *8— * 3 8 * — — 8 238 *7 2 2 —222 2 —55555 —5 350 — —— 7 —? 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Ingbherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. derSt. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fuufmalr Am Montag, Dienstag, Dounerstag, Samtstag und Sonutag; 2mal wöoͤchentlich XXXEX —RX Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat kostet vierteljahrlich i A 60 A einichließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 —XXXX Zustellungsgebuhr. Die Eurackuugégebuhr far die 4Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der BPfalz 10 , bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13H. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrucung wird nur dreimalige berechnet. — — Dienstag, 9. Juni 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Obwohl das Borsensteuergesez erst am Oklober 1885 in Kraft treten soll, ist man, so chreiben die offizivsen Berl. Pol. Nachr.“, in den acheiligten Ressorts angelegentlich damit beschäftigt. je für die Durchführung desselben wesentlichen horbereitungen, Ausführungsanweisungen u. s. w. um Abschluß zu bringen. Denn es liegt offenbar m Interesse sowohl der Beamten, welche jenes heseß handhaben. als des Publikums, welches nach Amselben sich richten soll, zeitig genug mit den Ausführungsanordnungen bekannt zu werden, daß je sich volig damit vertraut machen können, bevor as Gesetz selbst zur Anwendung gelangt. Da das hesetz nicht aus der Initialive der Regierungen herborgegangen ist, haben selbstverständlich auch die⸗ enigen Vorbereitungen im Voraus nicht getroffen verden können, welche anderenfalls es ermöglichen, sem Gesetze die Vollzugsverordnungen auf dem Fuße vlgen zu lassen: um so energischer werden jetzt die jetreffenden Arbeiten von den Reichsbehörden ge⸗ ordert, so daß die Vorlegung des Ergebnisses im hundesraihe nahe bevorstehen dürfte. Zu den Raßregeln, welche bei Durchführung der Novelle uum Reichsstempelgesetz erforderlich sind, gehört die heschaffung der erforderlichen Stempelmarken. Die zisherigen auf den Fixftempel berechneten Stempel⸗ narken können selbstverständlich nicht weiter gebraucht verden, es muß daher ein ausreichender Vorrath jon Stempelmarken für die verschiedenen nach der ibgestuften Prozentualsteuer vorzusehenden Steuer⸗ zefraͤge beschafft und so vertheilt und bereit gehal⸗ jen werden, daß das Publikum in bequemster und eichtester Weise sich den Bedarf an Stempelmarken zerschaffen kann. Neben der Festftellung der Zahl ind der Appoints der Marken wird daher die Zu⸗ Janglichmachung derselben für das Publikum und die Beamten der Gegenstand sorgsamer Ausführung ein. Wie bei der Berathung der Vorlage im Reichstage, so wird, wie die „B. P. N.“ beifügen, uuch bei den Anführungsanordnungen von der Re⸗ jierung der größte Werth darauf gelegt, daß jede nit dem Zwecke des Gesetzes nicht nothwendig ver⸗ jundene Belästigung oder Beschwerung der Gewerbe⸗ reibenden vermieden wird. ind erwiedert, daß ihm als Deutschem die eutsche Sprache Diplomatensprache sei. Die eiden französichen Kriegsschiffe und die Cor⸗ zetie „Bismarc“ gingen dann fort nach Grand Popo, wo ein Segelschiff gestrandet war. Sie amen aber zu spät, da das Schiff bereits aus⸗ zeraubt war“ꝰ. Vor einigen Tagen berichtete zwar der Pariser Temps“, daß die Angelegenheit zwischen den Re⸗ jierungen von Deutschland und Frankreich erledigt ei, und daß die französische Flagge nunmehr in diitle Popo feierlich gehißt sei. Ganz klar erscheint die Angelegenheit indeß noch immer nicht und ins- zesondere ifl es nicht ersichtlich, was der franzöfische dapitän mit seinem Ansuchen an den Admiral dnorr, gegen die Aufhissung der französischen Flagge chriftlich zu protestiren, bezwedte. wurde von dem Kommandeur der 1. Kavallerie-⸗ hrigade Obersten v. Nagel, das zweite Treffen dom Kommandeur der 1. Feldariilleriebrigade Beneralmajor v. Mussinan, die ganze Parade vom stommandeur der ersten Division Generallieutenant Prinz Leopold kommandirt. Punkt 9 Uhr erschien der Generalinspekteur der Armee, Generalfeldzeug⸗ meister Prinz Luitpold, in Begleitung einer Aänzenden Suite und wurde vom Prinzen Leopold empfangen. Nachdem die Treffen abgeritten waren, formirten sich die Truppen zum Parademarsch. Derselbe geschah das ersie Mal: Infanterie in Zompagniefronten mit angefaßtem Gewehre, Ka⸗ hallerie in halben Eskadrons, Artillerie in Batterie⸗ ronten, Train in Kompagniefronten und im Zchritte. Das zweite Mal: Infanterie und Fuß⸗ mannschaften des Train in geschlossener Zugskolonne mit angefaßtem Gewehre, Kavallerie und Artillerie in Eskadrons⸗, bezw. Batteriefronten, sowie Fahr⸗ zeuge des Trains im Trabe. — Von Seite des . Hauses hatten sich außer den kk. HH. Prinzen duitpold und Leopold eingefunden: Prinz Ludwig in Generalsuniform, Prinz Ludwig Ferdinand in der Oberstenuniform des 18. Infanterieregiments 'owie JJ. kik. HH. die Prinzessinnen Ludwig, Therese, Adalbert mit ihren Töchtern Elvira und Zlara. Gisela, Maria de la Paz mit Gefolge; Prinz Alphons machte die Parade mit und führte die 3. Eskadron des 1. Schweren Reiterregiments bei dem Vorbeimarsche vor. Von der hohen Beneralität waren anwesend: Kriegsminister Benerallieutenant v. Heinleth, General der In⸗ 'anterie Frhr. v. Horn, der Chef des Generalstabes der Armee, Generallieutenant Graf Verri della Bosia, Se. Exzellenz der Herr Stadtkommandant Benerallieutenant v. Wirthmann und Generalmajor Müller. Das prächtigste Wetter begünstigte die Parade. zu welcher sich auch ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Berlin, 7. Jun. Der zum Gesandten am rumanischen Hofe ernannie frühere Unterstaats⸗ elreitär im Auswärtigen Amte, Dr. Busch, hat Berlin verlassen um sich auf seinen neuen Posten nach Bukarest zu begeben. Baden-Baden, 7. Juni. Der deutsche ronprinz und der Großherzog von Baden find heute Nachmitiag zum Besuche der Kaiserin hier eingetroffen. In einer Korrespondenz des „Temps“ wird über das Uebergewicht geklagt. welches der deutsche Handel in Südamerika erlangt hdat. In Bolivien z. B. seien von vierzig großen dandelshausern fünszehn in deutschen Handen, und der Import werde hauptsächlich durch deutsche Ver⸗ nittelung betrieben. Dadurch, daß die einwandern · den Deuischen gewöhnlich französisch und spanisch prachen, sei ihnen die Moͤglichkeit gegeben, schnell nusgedehnie Verbindungen anzuknüpfen. Sie setzten ich dann fesft, ließen aus Deutschland Waaren kom⸗ nen und bezahlten diese zum Theil mit Landes zrodukten, welche sie nach Europa schidten. Der Zorrespondent konstatirt, daß auch der englische donsul in Porto Alegre versichere, der deutsche dandel mache rapide Fortschritie. Der Handel wischen Poris Alegre und Deutschland habe jetzt prößere Tragweite, als der mit England; eine AInzahl Artikel, welche früher Monopol englischer Fabriken waren, kame jetzt aus Deutschland und dem europaischen Festlande via Hamburg. Wie der Handel fast ganz in deutschen Händen sei, so hätten sich auch die Bezugsquellen vollstandig ge⸗ indert, denn wahrend früher in den Magazinen jaft nur englische Artilel verkauft worden seien, fande man jetzt fast nur deutsche Fabrikate oder solche des europaischen Kontinents. Wie der be· ollmachngte französische Minister in Chile mittheilt, entwickeie Nordamerika jetzt eiue große Thatigkeit, um der europäischen Konkurrenz zu begegnen, und die russische Regierung bereite für das nächste Jahr in Brasilien eine Ausstellung von ruffischen Erzeug nissen, namentlich Tuch, Flanell, Shawls ⁊c. vor, um den russischen Produkten mehr Eingang zu ver⸗ chaffen. Von der Ansicht ausgehend. daß die zranzosische Inferioriidt, wenn sie einmal —XX servortriit, immer auf Rechnung Anderer zu setzen jei, findet der Korrespondent auch in diesem Fall, daß der franzosische Handel in Vrasilien besonders heeintrachtigt werde durch Mißbrauch oder Nach⸗ ahmung französischer Marken durch andere Geschafts⸗ zäuser. Sache der französischen Handelskammern, wvelche sich in Santiago und Rio de Janeiro und inderen Orten etablirt haben, sei es, dem entgegen⸗ uwirken und den geschadigten Fabrikanten mit hrem Rath und ihrer Hilfe bei Verfolgung der Falschet zur Seite zu stehen. Deuntiches Reich. Munchen, 7. Juni. Königsparade.) Vom schönsten Wetter begünstigt fand gestern Vormittagẽ d' Uhr auf Oberwiesenfeld die alljahrliche soge nannte Konigsparade statt. Das erste Treifen leber die vor langerer Zeit gemeldete Aufhissung xt jränzöschen Flagge im Togo⸗Lan de (West⸗ ifrila) gehen der Weser⸗Feitung“ aus Little Popo wm 28. April die folgenden Mittheilungen zu: „Am 17. April Morgens war dort unter sanonendonner und Musik die französische Flagge jehißt worden in Gegenwart zweier französischer riegsschiffe, dann folgte ein Umzug der weißge⸗ leideten Marinesoldaten durch die ganze Stadt. Die Franzosen haben die Verhälmisse gelassen wie sie sind, den König Cretschi als ersten König merkannt, Lawson für Rewlondon und den Cu⸗ buzeer für die Beach. Lawson hat sich sehr ent⸗ läuscht gefühlt, da er viel zu gewinnen hoffte. — Ungefahr 4 — 3 Stuuden spater kam dann die deutsche Corvetie Bismark“ heran vnd dampfte jofort nach Porto Segura, um vort das Aufziehen der fanzosischen Flagge zu verhindern. Sie landete denselben AÄAbend noch 25 Piann. Auf das Er- uchen des französischen Kapitäns, gegen das Aufhissen der franzosischen Flagge zu protestiren ind diesen Proiest und Briefwechsel in französicher Sprache, als der Diplomalensprache, zu führen, dat Admiral Knorrt dieses Ansinnen berweigert Auslaud. Bruͤfsel, 7. Juni. Das Auswaͤrtige Amt fordert von der französischen Regierung Erklaärungen, warum man bei der Veerdigung Viktor Hugo's die „republikanische belgische Liga“? offiziell zuge⸗ lassen hat. Vetersburg, 7. Juni. Die Admiralitat verfügte, daß Angesichts der politischen Lage säͤmmt⸗ liche russische Kriegsschiffe volle Kriegsausrüstung heibehalten sollen. Eokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 9. Juni. Der Garten⸗ und Obstbauverein hat, wie durch Inserat bereits dekannt gegeben, seine Mitglieder auf heute Abend 8 Uhr in das obere Lokal des Café Oberhauser zu einer Generalverjammlung eingeladen. In derselben tommt u. a. auch ein Obstkabinett zur Besichtigung, pas für jeden Freund des Obsibaues gewiß von Interesse ist. Wir wollen darum nicht verfehlen, nochmals darauf aufmerksam zu machen. *St. Ingbert, 9. Juni. Gestern Rach⸗ mittag gegen 1 Uhr wurden wir durch Feueralarin — rschreckt. Es brannte im Walde der Hrn. Gebr. Zrämer auf sechs Eichen“ Da das Feuer bald »emerkt wurde und Hilfe bald zur Stelle war — zuch die hielige Feuerwehr war zum Loschen aus zerückt —, so konnte der Brand, noch ehe er sich iuf eine weitere Fläche erstreckt hatte, gedämpft verden.“ Immerhin wurde der Bestand auf einer Flaͤche von eiwa 400 Quadratmieter beschädigt; bei der jetzt herrschenden Hitze und Dürre hätte der Schaden jedoch leicht ein weit bedeutenderer werden können. — F *St. Ingbert9. Juni. Es wird uins nitgetheilt, daß der unter den Arbeitern der hiesigen ysdehtrete destetsende Gesangverein· in · etner etzien Beneralversammlung den Namen „Lied-hoch“ ab⸗ Jelegt und dafür den Namen „Concordia“ ange⸗ dommen hat. *Si. Ingberit. O. Mai. Die Direktion der pfalzischen Eisenbahnen gibt Folgendes bekannt: Für den Güterberkehr zwischen den diesseitigen Zlalionen. Kaiserslautern Hauptbahnhof, Ludwigs. hafen Saatgemünd, Si. Ingeb'er und Zwel zrücken einerseits und Passau-Donaulände transit, jowie Regensburg⸗Donaulände tranfit, nach und on Rumänien, Serbien, Bulgarien und weiter anderseits, gelangt mit Wirkung vom 15. Juni e. in neuer Ausnahmeiarif zur Einführung, wogegen der gleichnamige Tarif vom 1. März 1884 außer Biltigkeit gesezt wird. — Exemplare des neuen Tariss können von unserer Controle bezogen werden.? n Lautzkirchen, 7. Juni. In der Nähe des Forsthauses gerieth gegen Mittag ein Theil Wald in Brand; der Schaden soll nicht groß sein. —RXVonder Blies, 7. Juni. In dem zur Pfarrei Walsheim gehörenden Filialdorfe Jlesdaiheim wurde heute das Fronleichnamsfest gefeiert.“ Leider verlief dasselbe nicht in gewöhn⸗ uͤcher Weise. Der 27jährige Bildhauer Jakob Rabung von da stand ohngefähr 15 m von jenem Platze entfernt. auf welchem die Boller stunden und los geschossen wurden. Beim Abfeuern, des letzten Schusses sersprang der eine Böller und schlug das hiedurch iber 100 mn weit meggeschleuderte Stück desseiben dem obgenannten Manne den rechten Arm derart ntzwei daß derselbe unterhalb der Schulter abge⸗ nommen werden mußte. Der Unglücdliche ist ein ruhiger hraver Mensch, der es in seiner Kunst weit gebracht haben würde. Seine Ausbildung erlangte er seit wei Jahren in der Baugewerkschule in Kaisers⸗ iautern und theilweise auch in Munchen. 4— Zweibrüchen, B. Juni. Der in der Dingler schen Maschinenfabrik verunglücdte Kunz ifi, nachdem ihm am Samstag Mittag det verletzte Arm abgenommen worden war, heute früh gestorben. 53 83 baια iserslautern, 7. Juni. Wenn mnan glaubte, daß der Zimm ererstreik diese Woche beigelegt wurde, so hat sich das nicht be⸗ wahrheitet, indem die Meister erklären, 3 Mark Minimallohn nicht bezahlen zu konnen, waͤhrend die Gesellen behaupten, daß bei den lleinen Meistern der stärkste Lohn bezahlt wurde, und Hert Zimmer⸗ meiser Baser nur 10 Pfennig weniger bezahlt hat, als 8 Mark. Die Gesellen stützen sich, der .Pf. V.⸗Ztg“ zufolge. dorauf, daß die Meister aus der Umgegendꝰ keine Gesellen bekommen würden und aus andern Staädten auch nicht,“ indem dieselben alle im Verbande sind, so daß die Streikenden glauben, es bleibe den Meistern nichts übriq. als nachzugeben. — — ——— 3—Niederfimten, 6. Jum⸗SGestern ge— riethen der Brauer Ruh von hier mit seinem Nach⸗ dar Dilgard auf der Wiese in Streit. Der 18jahrige Sohn ves Dilgard dersetzte hierbei dem Ruh mit seiner Sense einen Hieb über den Kopf und hatte die Wunde 8 Centimeter Lange und⸗ 8.Centimeter Tiefe und vetletzte die Knochen des linken Stirn⸗ heines Ruh wurde noche an demfelben Abend, da an dessen Aufkommen gezweifelt wird, mit den deil. Sterbsakramenten versehen. Der Thöter sea behaftet Vom Donnersberg, 4. Juni. Daß der· Aberglaube auch in der absurdesten Gestalt, immer noch seine treuen Anhänget findet, moͤge jolgende Geschichte beweisen, welche leider den Votzug hat, buchstäblich wahr zu sein. Eine den besseren Standen angehoͤrende Frau aus Kirch ⸗ heimbolanden ließ sich vor einigen Wochen von inem Professor der Heidelberger Klinik auf ihre Augen prufen, wobei derselde Star loustatirte. Sie werhielt don dem Vrofessor die Weisung nach Ablauf einer bestimmten Frist wieder zu erscheinen, um sich einer Operation zu unterziehen, da die Krank- heit zur Zeit noch nicht so weit vorgeschritten sei, oͤm jetzt schon die Operation vornehmen zu können. Von da ab klagte- die Frau bei jedermann. unter anderen auch bei einer biedern Bauersfrau, über die successive Abaahme ihrer Seekraft. Nachdem fich“ nun letztere genaus über den Zustand der Auͤgen orienfirt hatte, erklätte sie, daß aus allen Zymptomen hervorgehe, daß die Augenkrankheit ein Star, sondern der sogenanute Nachtnebel“ ei vonn: wächer Krankheit die Professoren znoch leine Ahnung hätten und gegen die es nur ein virksames Mitlel gäber-welches dariu. bestehe. daß je dreimal hinter einer Schweineherde einherziehen ind hiebei je ein Vaterunser beten müsse. Dieses Remedium ieuchtete unserer guten Frau als voll⸗ randig schmerztos und vor allem als äußerst billig in ünd weilt dieselberzu diesem Zwerk feit einigen Tagen in Steinbach, wo der Hokuspokus vor sich — D n n n werter7 6 Juni?Gestertt Nach⸗ nittag entstand ein Waldbrand zwischen Wilgarts⸗ viesen und Spirkelbach. Abgebrannt sollen sein Tagwerk Hochwatd. Die Feuerwehr von Spirkel⸗ ach und Wilgartswiesen boten dem verheerenden rleinente Einhalt durch ihr tüchtiges Eingreifen, indernfalls hätte dasselbe leicht größere Dimensionen innehmen kännen. — Vonder Ludwigshötze, 4. Juni. Fine ergötzliche Jägergeschichte passirte am Dienstag n Eden loben. Herr Vging fruh Morgens mit einer Büchse auf den Anstand, um einen Bock zu chießen; jeine Jagdgenossen erwarteten denselben Jormittags zurück. Es wird Nachmittag und Ibend und der kühne Jägersmann kehrt nicht urück; unsere Jäger dersammeln sich und beschließen, en offenbar in einer Schlucht liegenden verun⸗ lückten Genossen aufzusuchen. Versehen mit La⸗ ernen und Essenzen rücken gegen an Dutzend zucher dei schon einbrechender Dunkelheit in offen⸗ zar gedrückter Stimmung aus; Sendboden gingen chon vorher nach verschiedenen Richtungen, das Ziädichen gerieth in Allarm. Da nach kaum ein— tündiger Abwesenheit, so erzählt man der „Pf. Ztg.“, bringen die Jäger ihren Genossen im Triumph er Wagen in die Siadt zurück; derselbe haite sich Tags über auf, unserem Forsthaus Heldenstein zütlich gethau und nicht geahnt, welch' viel be⸗ jehrte Personlichkeit er war. — Der erste pfälzische Bäckerverbandstag findet, im 16. und 16. Juni in Neusstädt a. H. siatt. der Festort ist vermöge seiner romantischen Lage, nit srinen Naturschönheiten ein weit und breit ekannter und gern besuchter Ausflugspunkt vieler Touristen und Vereine und nicht minder bekannt urch seine ächt pfälzische Gemüthlichkeit, wozu das zute feurige Neustadter Gewächs nicht den geringsten kheil beiträgt Ein weiterer Anziehungspunkt ist vohl das von der Stadt eine halbe Stunde ent⸗ ernte Schönthal mit seinen prächtigen Anlagen, unstlichen Grotten, natürlichen Wafserfällen und Sprudeln, ein gern besuchter Vergnügungsort. Das rufgestellte Festprogramm lautet: Montag, den 15. Funi 1885. In der Frühe: Empfang der ankom⸗ nendven Gäste am Bahnhof. Um 10 Uhr: Im Zaalbau Begrüßung und Beginn der Verhandlungen. Tagessrdnunge: 1Bericht. über den Stand des Verbandes durch den Vorsitzenden Ch. Horn. 2) Rechenschaftsbericht Uher Einnahmen und Ausgaben durch den Cassier C. W. Holzgrefe aus Zwei⸗ hrücken. 3) Wahl der Rechnungsrebisoren. 4.) Referat über das Lehrlings- und Gesellenwesen. Hoͤlzgrefey 5) Referat uͤber die Abgabe von JermaniaLehrbriefen und Arbeitsbüchern. (Christ⸗ nann aus Kaiserslautern). 6.) Die Errichtung von Benossenschaften oder Innungen in der Pfalz (Essel⸗ horn aus Ludwigshafen). 7) Wahl des Ortes für den nächsten Verbandstag. 8) Bericht der Rechnungs⸗ rebisoren und Decharge. Nachmittags 2 Uhr: Fest⸗ essen im Saalbau. (Anmeldungen derjenigen Kollegen, hie keine Festkarte gelbst, werden spätestens bis 11 lihr an der Kasse im Saalbau angenommen.) Abends 7 Uhr: Bankett im Saalbau. Dienstag, den 16. Juni Vormittags 9 Uhr: Zusammenkunft „eim Kollegen Geib (Lambrechterstraße). Besichtig- ung verschiedener Kunstmühlen. Um 10 Uhr: Muͤsitalischer Frühschoppen auf dem Scpützenhaus. stachmittags 2Uhr: Ausflug mit Musik in's Schön⸗ hal. (Zusammenkunft Hetzelanlage). Preise der Festkarten: 1) Festkarte zu 4 M.; dieselbe berechtig! um freien Eintrit bhei den Verhandlungen und ammtlichen Festlichkeiten, sowie zum Festessen. Festkarten zu 2 M. mit derselben Berechtigun, ohne Festessen. 8) Eintrittspreis zu den Vehe lungen 4 M. 4) Eintrittspreis zum Bankeit pfg. 5) Festabzeigen für den zweiten Tag 50 pf—⸗ — Speyer. 6. Juni. Mit den Vrna ür den Kanal von Straßburg nach Ludwigshafen cheint es ernst werden zu wollen. Wie aus Sireh. zurg berichtet wird, ist daselbst eine Verfügung dez Bezirkspräsidiums angeschlagen, wonach das Puh. ikum in Kenniniß gesetzt wird, daß demnächst wit den Vorgrbeiten zum Bau des Kanals von Sitah. burg näch Ludwigshafen begonnen werden soll und die Eigenthümer derin Mitleidenschaft gezogenen Hrundstücke ersucht werden, den betreffenden Beamlen das Betreten derselbenzu gestatten und etwaige Beschädigungen behufs Vergütung zur Kenntniß aahme zu bringen. Der Gesammthostenanschleg fur den hiesigen Saalbau wird sich auf 68, 000 M. belaufen, in Anbetragt der früheren Projekte welche sämmtlich wohl das Doppelte erfordert hätten nicht vielere Die nothigen Arbeiten; Damit der Sau —X0 Jjanz wohl herstellen, das Weitere ist dann Sacht zer Ausschmückung. — Die Direktion der Pfätz Bahnen ist mit dem Anerbieten der Stadtverwaltung »en Gaspreis von 18 auf 15 Pf. pro Kubik melet vom 1. Mai ab zu reduciren, einverftanden, se zaß also die Errichtung einer eigenen Gasanstal für die Bahn vermieden wird. — Speyer, 6. Juni. Herr Architeb Schöberl hat die Detailpläne des Ferd. Bernatz chen Saalbauprojekts ausgeacbeitet. Der Gesamn ostenanschlag wird sich auf 68.000 Mtk belaufen n Betracht der krüheren Projekte welche sammtlich vohl das Doppelte erfordert hätten, nicht viel die nöthigen Ardeiten, damit der Saal benu verden kann, lassen sich mit 40,000 Mk. ganz vohl herstellen, das Weitere ist dann Sache det Ausschmückung. — Die Direktion der Pfätzischen Bahnen ist mit dem Anerbieten der Stadtwerwab— ung, den Gaspreis von 184uf 1 5 Pf.“ pto Zubikmeter vom I. Mali ab zu reduciren,einver⸗ tanden, so daß also die Errichtung einer eigener gasanstalt für die Bahn vermieden witd. germischte ·⸗·⸗ F Trier, 4. Juni. Wie sehr die Vieh zucht in hiesiger Gegend sich gehoben dat, geht u. a. daraus hervor, daß in diesen Tagen aus der Schweizerei der Firma Lamdbert ind Reiter zwei Schlachtlühe zu den schönen Zreisen von je 400 Mtk. an hiesige Mezzer der— auft worden sind. München, 2. Juni. An die Stelle de erstorbenen Professors Jolly ift Professor Dr. dußmaul von Würzburg auf den Lehrstuhl der ßhysik an der hiefigen Universität berufen. Det · elbe war in vergangener Woche hier, um die »hysikalischen Sammlungen und insbesondere das⸗ ohysikalische Kabinet genauer zu besichtigen, für veiches er namhafte Bereicherungen wünscht, deren Venehmigung die Vorbedingung fur die Uebernahm⸗ der Stelle bilden wird. Ansbach, 5. Juni. (Soldatenleben. Interoffizier Nuumann vom 2 Ulanenregiment ließ orgestern nach Beendigung des Stalldienstes einer Zoldaten nochmal zum Exerzieren antreten, jagte hn hin und her und ließ ihn zuletzt noch die niebeuge machen, wobei der Soldat den Sãben auf dem Rücken mit den Armen festhalten mußle Bayreuth, 6. Juni. Eduard Kullmann, lediger Böoͤttchergeselle von Neustadt⸗ Magdebuts. J. Zt. Sträfling wegen, des Kissinger Autentate⸗ Juf den dFürsten Bismard (1878) im hiesigen Zuchthause, wurde von der Strafkammer des — dandgerichts wegen verleumderischer Beleidigunh der E Sigatsminister Dr von dauftle und * Freihert von Lutz in München. dann des Zucht ausdirektors Horzinger, des Zuchthausarzte⸗ 5 Zeunisch und des Aufsehers Farmbetger. vern Furch mehrere Schmähschriften, die er durch n an der Entlassung stehenden Gefangenen —5 des Zuchthauses verbreiten wollte, uͤnd wegen * Jehens der einfachen Beleidigung. begangen nehreren Aufsehern, zu einer haammtgefüng⸗ jrafe don fünf Jahren verurtheilt. Dit Suah manne weithzer wahrend seiner Haft vn ine Zusatzstrafe von 2 Jahren Zuchthaus e gefährlicher Körperverletzung an einem Aufsehe en eit iff somu bis zum Jahre 1805 verlang aus Frantfuri berichtet die „Fr. 3.1 ae achstehende romantische Geschichte: Ein junger ufmann hatte zufällig vor etwa 6 Jahren ein lernloses Mädchen kennen gelernt und ihre Liebe ewonnen; aber der erstrebten Verehelichung waren zie Eltern des jungen Mannes entgegen, denn sie uren Istaeliten und das Mädchen war eine zhristin. Vor einigen Wochen entschloß sich das —** nach schwerem Kampfe, dem Drängen hiet Verwandten und Freunden nachzugeben und sem Konditor ihre Hand zu reichen. Heute sollte g Hochzeit gefeiert werden. Die Braut war henblaß, als sie auf dem Romerberge vor dem Zlandesamte aus dem Wagen stieg. Zögernd ging e am Arm ihres Bräutigams die Treppe hinauf. uuf der letzten Stuie buͤckte sie schüchtern in die Renge, und richtig, da staud traurig der verlassene lieble. In höchster Aufregung rief sie: ».Nein, dlann's nicht! Eutweder Dich oder keinen!“ amit ließ sie den Arm des bestürzten Bräutigams ahten, eilte an den derdutzten Zeugen vorüber, ang in den Wagen. liek sich nach Hause fahren id machte sofort Anstalten, um Frankfurt zu alassen. Aber noch ehe das Mädchen die Reise ucai erhielt sie von ihrem alten Geliebten die Rlückende Versicheruug, daß seine Eltern den Hhderstand aufgegeben hatten und er sie noch im sufe dieses Jahres zur fröhlichen Hochzeit ab⸗ soleu werde. Als Fürst Bizmarck noch Sekretär der reußischen Legation in Frankfurt a. M. war, war nnter der Vevölkerung sehr populär und fehlte i dainer fröhlichen Gelegenheit; deshalb, als zu —XX Ball veranstaltet wurde, war es anz natürlich daß er ihn besuchte. Die Gesell⸗ chaft war groß und auserlesen, und als der Tanz u seiner schönsten Entfaltung gediehen, wurde die lufmerksamteit Jedermanns auf ein extrem an⸗ naßendes Individuum gelenkt,“ was langsam den Zaal auf und nieder promenirte. Dies war Mon⸗ eur Joubois de Clancy, in Frankfurt ebeuso wohl tannt als Mitglied des französischen Korps Legis- anf, wie als berüchtigter Streithahn und Duellant. zt war ein schöner großer Mann von hochmüthiger altung und hielt sich wahrscheinlich für die wich⸗ sle Person im Saal.aber trog“ feiner solzen allung war er jedenfalls nicht daran gewöhnt uf Bällen sich zu bewegen, denn er hatte seinen zut mitgebracht“ — nicht; etwa einen Chapeau acque, die felbst damals nicht Mode waren ‚- ndern einen großen Biberhut zẽ Line sogenaunte Angstrohre. Wenn er tanzte, so hielt er ihn steif deg in der linken Hand. Der Anblick dieses großen ind selbstbewußten Franzosen, der durch den⸗ Saal nalzte mu seinem Hut in voller Armeslänge aus—⸗ estredt, war zu viel für den Bismards Humor. x verließ den Ballsaal, ging in eine benachbarte gierineipe und verschaffte sich ein Dutzend Kupfer⸗ nünzen, dann kehrte er zurück zur Gesellschaft, lehnte ch gegen eine Säule und wartete seine Gelegenheit b. Bald darauf kam der Franzose majestätisch ugesegelt, den Hnt steif weggehalten, mit seiner dame konversixend am Arm. Als er Bismarck raversirte, trat dieser an ihn heran, und mit freund⸗ ichem Lächeln warf er ihm die zwölf Kupfermünzen n den Hut. Der Wechsel, der guf des Franzosen zesicht sich vollzog, war erschreckend,“ er wurde en und schnappte nach Lust! Dann führte gein⸗ Parinerin auf ihren Platz und kehrte wie⸗ zu Bismarck zurück, derso ruhig dastand und Treiben zusah, /als wenn nichts geschehen . De Clancy kam näher, zitternd vor Wuth, —A— ohf um fich zu bedecken » die Münzen rouͤten eraus und trudelten auf der Erde umher. . Dies rachte auch Bismard aus der ruhigeu Fassung, er 3 auf.“ De Clancy stand einen Moment g. dann sprang er wie Lin Tiger auf Bismard 3 der ihn mit geballten Fäusten erwarteter- Es n e sicher zu einem Handgemenge gelommen, wenn J Franzosen nicht seine Freunde* sortgerifsen en Ain Nächsten Morgen erhielt Bismard ** etanslordetun das Resultat war ein a— am selben Nachmittag drei Uhr. Bis a underletzt davon, abet er derletzte seinen ir ch Wahrscheinlich hat de Clanch —— e Fälle seinen Hut in der Garderobe — ⸗ uid — 6. Juni. ¶ Der * Postselretar —* Ziegler in nach Unterschlagung don 0.000 Mi ffüchtia geaangen. Auf b 7* seine Habhaftwerdung sind 750 Mk. Belohnung ausgesetzt. F'Leipzig,'8. Juni. Ein Fleischer in einem henachbarten Dorfe besitzt eine Gattin, zu deren Tugenden die Gedutd nicht gehört. Als kürzlich ein Unwetter am Himmel aufgestiegen war und in heftigster Weise todte, sprang die Gattin plößlich auf, ergriff die Geldkasse, warf das Papiergeld in »as Kamin, das Baargeld aber in den am Haus vorüberfließenden Dorfvach. Das Papiergeld ver⸗ hzrannte, das Silbergeld war nicht mehr aufzufinden — 3000 Mart waren verloren! fBauten, 3. Juni. Gestern früh wurde der Konservator Grund todt in seinem Bette aufge⸗ funden. Anscheinend war er vergiftet worden. Die nuthmaßliche Mörderin, eine Fadrikarbeitetin, mit velcher der 60 Jahre alte Grund fruͤher in nähern Beziehungen gestanden hatte, fand man trhängt aus em Boden des Hauses vor. Die Mörderin und Zelbstmörderin hatte vorher bereits zwei Selbst⸗ nordversuche unternommen, die mißglückten — sie var ins Wasser gesprungen und hatte sich die Pulsadern geöffnet. Grund stand im Begriff, sich u verheirathen. Eifersucht veranlaßte seine frühere geliebte zu der grausigen That. 7 St. Tönis, 26. Mai. Der letzte hier⸗ elbst lebende Veteran, Polizeidiener a. D. Kreuser, vurde heute unter zahlreicher Betheiligung zur wigen Ruhe gebettet. Wie der „Deutsch. Krieg. Zig.“ geschrieben wird, wurde Heinrich Kreuser zu 5t. Tönis 1789 geboren. Im Marz 1808, zur Jeit, als die Rheinprovinz sich unter französischer herrschaft befand, wurde er für den Kri gsdienst ijusgehoben und als Rekrut beim 11. Dragoner⸗ stegiment eingestellt. Kaum einexercirt, machte dreuser den Feldzug nach Tyrol und hiernach den segen Spanien und Portugal mit. Außer vielen teinen Gefechten kämpfte er in den Schlachten bei Zalamanca und Viktoria; nur eine leichte Ver⸗ vundung an der Hand trug er davon. Neun Honate lang war er Ordonnanz Unteroffizier beim Narschall Ney. Er kehrte Ende 1812 aus Spanien zach Frankreich zurück und kämpfte in den Feld⸗ ügen Napoleon's gegen Deutschland und Rußland, vohnte der Völkerschlacht bei Leipzig bei und machte ann den Rückzug, fast anhaltend mit seinem Regi— nente in Scharmützel befangen, über Straßburg ach Frankreich mit, wo er im Jahre 1814, bald zach der Schlacht bei Brienne, in seine Heimath ntlassen wurde. Im Jahre 1815 machte er im Ryheinischen Landwehr Eadallerie⸗ Regiment den Feldzug gegen Napoleon mit und diente dann bis um vollendeten 39. Jahre bei der Landwehr. Im Fivilverhältniß ernährte Kreuser sich und seine Fa⸗ nilie bis 1829 als Seidenweber, alsdann wurde r Nachtwächter und 1846 Hilfspolizeidiener, welche Ztelle er bis vor wenigen Jahren noch in Rüstig⸗ eit bekleiden konnte. FV FBom Niederrhein, 5. Juni. In Mor⸗ enbroich bei Düsseldorf feuerte heute ein 16jähriger dnabe eine geladene Schrotflinte in einen Trupp pielender Kinder ab, drei der Letzteren wurden so chwer verwundet, daß sie ins Hospital gebracht yverden mußten; zwei erhielten leichtere Verletzungen. Der Thater versuchte sich nach geschehenem Unheil yen Hats zu durchschneiden, brachte sich aber nur ine ĩebensgefährliche Wunde bei. Auch er wurde ia das Hospital transportirt. In Wolwich wurde dieser Tage in einer dohlung in det Achse der Laffette eines Neunbpfün⸗ er · Geschützes, aus? welchem Mittags und Abends Zignalschüsse abgefeuert werden, ein Sperlingsnest nit »fünf Jungen gefunden, die von den alten Szperlingen mit der großten Regelmäßigkeit gefüttert verden. Während der ganzen Brütezeit ließen sich zdie Spatzen durch das Schießen nie im Sitzen tören und jetzt fliegen sie ab und zu und ein und jus zu ihren Jungen, als wenn sie der ganze riegerische Larm nicht das Geringste anginge. Es st natürlich Befehl gegeben worden', die dreisten leinen Gaste unbehelligt zu lassen, und so wird enn die Spatzen;Familie in ihrem eigenthümlichen zufluchtsorte am Ende fichererAaufwachsen, als venn das Nest sich in einem weniger zugänglichen PBlatze befande. t Berlin, 8. Juni- Bei der Dampfschiffs⸗ tation an Tabberts⸗-Waldschlößchen an der Spree, inem bekannten Vergnügungsort. brach vergangene sacht in Folge zu starken Menschenandrangs die rinsteigebrüde zusammen. 40 Personen stürzten n das 4 Fuß tiefe Wasser, wobei zwei Erwachsent ind ein Kinß umkomen. fEin Triumph der Medicin. In Officierskreisen wie in der ärztlichen Welt wird nach der „Schl. Ztg.“ gegenwärtig die ans Wunderbare grenzende Heilung eines jungen Officiers, dem nach fast zweijähriger Leidenszeit durch den Geh. Medi- cinalrath Professor v. Bergmann in Berlin die Ge— sun dheit wiedergegeben wurde, lebhaft besprochen. Bei dem Manöver um Freystadt in Schlesien im August 1883 hatte der Lieutenant v. Gustorf vom westpreußischen Kürasster-Regiment Nr. 5 das Un⸗ zlück, daß sein Pferd bei einer Attaque in einen saninchenbau trat und stolperte. Roß und Reiter kamen zu Falle und die ganze Schadron jagte über die am Boden Liegenden dahin. Wie tot wurde der unglückliche Reiter nach dem Garnisonlazareth in Freystadt überführt; die Aerzte constatirten neben einer Reihe mehr oder minder schwerer Ver⸗ retzungen einen der seltensten und lebensgefährlichsten tnochenbrüche, einen mehrfachen, sehr complicirten Beckenbruch. An eine Rettung war kaum zu denken, doch auf Wunsch des Vaters, der ein sehr vermögender Butsbesitzer in Schlesien, wurde ein Breslauer Professor und dann Geheimrath v. Bergmann aus Betlin hinzugerufen. Trotz der Aussichtslosigkeit des Falles übernahm Professor v. Bergmann die veitere Behandlung des Patienten, leitete persönlich dessen Ueberführung nach Berlin und nahm ihn in die königliche Klinik auf, um ihn stets überwachen n konnen.“ Der 25jährige, vorher so lebensluftige Ifficier hatte nun ein wahres Martyrium zu durch⸗ ampfen. Fünf Monate mußte er Tag und Nacht m permanenten Wasserbaden zubringen, ehe der heckeubruch geheilt war Daun 'erst schritt Geheim⸗ ath v. Bergmann zur Vornahme verschiedener, sehr ingreifender Operationen, um die bisweilen das deben bedrohenden Störungen der inneren Functionen zu beseitigen. Mit einem wahren Heldenmuthe er⸗ xug der Patient alle Schmerzen und Qualen. und der umsichtigen, geschickten Behandlung, wie seiner kräftigen Körperconstitution hat er das wunderbare Resultat zu verdanken, daß er jetzt nach zwanzigmo natlichem Krankenlager, geheilt und den Seinen viedergegeben ist. Die Functionen seiner inner n Or⸗ zane sind vollkommen wieder hergestellt und nur eine kaum merkliche Lähmung der Beine ist als ine Folge der schweren Verletzungen und des langen Siechthums noch zurückgeblieden. Vor Kurzem hat Lieutenant v. Gusftorf die Klinik als geheilt verlassen und fich auf den Rath des Geh. Raths v. Berg⸗ mann nach Teplitz begeben, wo er gegenwärtig eine Nachkur gehraucht 77.5 — 7 Basel, 8. Juni. Gestern Abend prallte ein von 15 Personen besetztes kkeines Schiff an ein Joch der älten Rheinbrücke an. Das Schiff kenterte und acht Personen ertrankten. tGuschuldig vrrürtherith Das Berner Obergericht hat die Revision eines Prozesses heschlossen, in welchem vor etwa sechs Jahren ein junget Bursche zu fünfzehn Jahren Zuchthaus ver ictheilt wurde, weil er angellagl war, in Bern einen Mann erstochen zu haben, der einem Mädchen zu Hilfe etlen wollte, welches der Bursche angebiich angegriffen hatte, und welches denselben als ihten Verfolger erllärte. Num siellte es sich heraus. daß der Bursche unschuldig verurtheilt worden war; er lounte aber erst in neuerer Zen sein Alibi beweisen. Unterstützt wurde seine Aussage durch das Bekennt⸗ niß eines nach Amerika ausgewanderten Zimmer⸗ manns, wonach derselbe jenen Abend am Thatorte dewesen war und das Messer gezogen hatte, in der Meinung, jenes Madchen vertheidigen zu müssen. velches mit dem Ermordeten cine Zusammenkunft zehabt hatte, deren Resultat es nicht befriedigt zu jaben schien und die darum! mit Zank endigie. Der Zimmermann wollte den Unbelaunten nicht ödten und weiß auch nicht. od er den tödtlichen Streich wirklich geführt hat oder nicht. Wie Pariser Blätter melden, ast bei dem Leichenbegängnisse Viktor Hugo's von allen dapellen die Marseillaise gespielt worden, velche der Unterstaatsselretar. der schönen Künsie, Turquet, zu diesem Zwecke eigens in Moll traus poniren ließ Hetr Turquet versprach sich einen großen Effelt von dieser Verfügung, da die Mar— jeillaise en mineur ganz elegisch witken und über⸗ dies, wie der Unterstaatsselretär versichert, schon im fünfzehnten Jahrhundert inden Kitchen des Elsaß gesuugen worden sein soll. Mit dieser Be— hauptung wäre der Streit, ob Rouget de l'Isle wirtlich der Komponist des Liedes ist, oder od er blos einer alten Weise den berühmten reboluͤtio— nären Text unteragelegt habe. von Neuem eröffne Ob es mit dieser Behauptung auch seine Richtig⸗ leit hat, müßte erst untersucht werden; Thatsache ist aber, daß die Marseillaise — und zwar ganz untransponirt — eine Zeit lang in den Kirchen einer hyperkonservativen deutschen Stadt gesungen wurde. Diese Stadt ist Gottingen, woselbsi zur Zeit, als die ersten Exemplare der Marfeillaise über den Rhein drangen, der nachmals als bayerischer Archivdirektor und Sektionschef verstorbene Historiker Karl Heinrich Ritter v. Lang, ein großer Spötter, fich aufhielt. Der Zufall schmuggelte eins dieser derpönten Notenblätter auch in die Hände Langs, der nichts Eiligeres zu thun hatte, als die Melodie einem Texte aus dem offiziellen „hannöverschen Gesangbuche“ anzupassen und das Ganze den Chor⸗ schülern als besonders gottgefallig aufzuschwatzen. Das fiel ihm kraft seiner Verbindungen an der Uniberfität nicht schwer und so ertönten durch einige Wochen in den Kirchen und Häusern des frommen Gottingen die befeuernden Rhythmen der Repolutionsarmee, bis das hochwürdige Konsistorium dahinter kam und dem Sacrilegium ein Ende machte. — Lang erzählt diese Geschichte selbst in seinen Memoiten“, einem Buche voll fröhlicher Laune ind von hohem kulturgeichichtlichen Werthe, das heute qanz gegen Verdienst nahezu vergessen ist. Aus Cadiz (Spanien), schreibt man: „In⸗ folge der ausgeschriebenen öffentlichen Konkurrenz fur den Neubau der Gasfabrik und des Rohrnetzes jur eine Tagesproduktion von 10,000 Kubikmeter wurden über zwölf selbstständige Projekte einge⸗ reicht. In engere Wahyl traten 2 Engländer. 1 Belgier und 1 Deutscher, von denen neue lomple⸗- sirte Projekte eingereicht wurden. In der gestrigen Versammiung wurde das Projekt von Aug. Kloönne, Dortmund, zum Preise von 762,979 Pesetats gegen daejenige von Stephenson, London, zum pͤreise von 775.000 Pesetats einstimmig in bezug auf Qualität und Preis angenommen. Es ist er⸗ freulich, daß es deutschem Fleiße, und deutscher Intelligenz gelungen, auf neuiralem Boden gegen cngländer, Franzosen und Belaier den Sieg daoon zu tragen. Simla, 6. Juni. (Erdbeben.) Der Prasident von Cachemir mel det, daß die Erder⸗ chutterungen fortdauern,. An einigen Stellen habe fich die Erde unter Aufwirbelung schwefelhaltigen Siaubes und heißen Wassers geöffnet. auch Häuer — ———— Anzeige. Die Unterzeichnete beabsichtigt in hiefiger Stadt einen 4wöchentlichen Lehr⸗-⸗Cursus für Damen⸗ Garderoe zijeerbffnen, wenn die genügenbe Un⸗ ahl Schuülerinnen erreicht wird. Anmeldungen wollen gef. ungesäum dei Ftau Wwe. Heusser hier ge— macht werden. Hochachtungsvoll! Frau AAauPt. n Wort an 4lle, welche Francsiscc Enomn —X zisch, Russisch oder Spanisch wirklich ec sprechen lernen wollen. XE ud francs zu beziehen durch die Nobenthal'sche Verlagshandlung in ——— 1 —IEG — 5— *x sür die Gemeindekrankeiver⸗ sicherung sind zu baben in der Srucke rei des St. Inehartor Anzoioer.“ seien eingesunken; dennoch seien die Erdbewegungen m Allgemeinen leichte. f'London, 8. Juni. Nach einer Lloyd⸗ depesche aus Perim(Arabien) vom . Juni ver⸗ lautet gerüchtweise, daß der franzöfische Abviso „Renard“, welcher am 83. Juni Obock nach Aden verließ. mit Bejatzung verloren gegangen sei. Ein englisches und ein türkisches Kanonenboot, welche zum Aufsuchen desselben ausgesandt waren, sind nverrichteter Sache wi⸗eder nach Verim zurüch⸗ gekehrt. F Ein lustiges Telephon⸗Geschich tchen macht in der Petersburger Gesellschast die Runde. Wir geben es unter der Spitzmarke; „Si non e rero, eben trovato“ hier wieder. Einer der an gesehensten und reichsten Fabrikanten Petersburgs derr San⸗Galli, saß in seinem Arbeitstkabinet. die schrille Glocke des Telephons ertoͤnte. „Wer pricht?“ fragte der Gerufene. .Gossudar“ (der raiser), lauteie die Antwort; „kommen Sie Nach ˖ nitiags um 4 Uhr nach Gaischina.“ Punkt 4 Uhr var Herr San⸗Galli zur Stelle. Keiner der dienst huenden Adjutanten wußte etwas von dem kaiser⸗ ichen Befehl, wohl aber wurde Herr Vlangalli, der Hehitfe des Herrn v. Giers, — vergeblich erwartet. AIuf der Centralstation war am Vormittag der stame falsch verstanden und die dementsprechende inrichtige Verbindung hergestellt worden. Porstantinopel, 8. Juni. Am Sams —ä hr'unst aus, welche gegen 800 Gebäude in Asche egte. Darunter befinden sich 50 Kaufläden und 3 Moscheen. Eine Person wurde getödtet. mehrere derletzt. Ein Sohn Albions, der gehoört hatte, daß die beruhmte Sängerin und Schauspielerin, Ma— dame Vestris, nicht immer grausam gewesen. jandte ihr bei Gelegenheit ihres Benefizes eine vanknote von fünfzig Pfund Sterling mit der chriftlichen Bitte, sich das Entreebillet Abends selbff abholen zu dürfen. Dies Gesuch ward gewährt, der junge Mann erschien mit der Zuversicht und der Miene eines Eroberers zur bestimmten Stunde doch war der Ausgang ganz wider seine Erwartung. Madame Vestris empfing ihn gemessen und sehr ernst und wies ihm stillschweigend einen Stohl an, den der Ueberraschte schon um so verlegener ein⸗ nahm. da er seine Baͤnknote offen in ihrer schönen 8 * 3283 Ein Mädchen für Küche und Hausarbeit bis zun 15. Juni gesucht. d. Straus, Sulzbach. Hand erblickte. „Mein Herr“, fagte die Künsilerin Sie haben mir heute früh diese Note für c Eintritiskarte zu meiner Benefiz ·Vorftellung geschia und fur ein solches Billet ist es zu vien Soln, Sie jedoch andere Hoffnungen damit verbunt haben, so kann ich Sie nur versichern, daß es meh als zu wenig ist. Erlauben Sie daher, daß Ihnen damit nach Hause leuchte.“ — Mit vies Worten steckte sie die Note am nahen Lichte n offnete die Thür und leuchtete dem mühsam eint Entschuldigung stotternden, unglücklichen Versuche die Treppe hinab. . Ein Damenfüßchen. In dem Schau fenster des Schuhladens von Spencer in Asonie Amerika, prangt, wie die „N. Yorker H.eZ.“ 6. zählt, seit einigen Tagen ein Riesenschuh, nicht ah Schaustück, sondern zum wirklichen Gebrauch jis das Fräulein Fanny Miljs aus Sandusty he— stimmt, was freilich Niemand glauben würde, läg nicht ein von dem Bruder der Riesendame beschw⸗ renes Zeugniß dabei. Der ebenso solide als elegonl angeferligte Schuh tragt die No. 24 (für einen zroßen Mann ist No. 18 bereits eine recht an ländige Nummer) und die Dimensionen desselben betragen: Rist 193 Zoll, Ballen 19 Zoll, Leisien länge 18 Zoll. Hoffentlich drückt der Schuh nich Für rie Redaktion verontwortlich: . X. Demen Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Rhynland“ Kapilar Jamison. welcher am 28. Mai von Antwerper abging, ist am 4. Juni wohlbehalten in New- Jor anackommen. Frauen und Maädchen welche eröffnende Mittel anwenden, jsollen nicht versumen mit den von ersften Autoritäten rühmlichst empfohlener Apotheker R. Brandt's Schweizerpille n- einen Versuch zu machen, um sich zu überzeugen, wie angenehm, ichmerjles und sicher die Wirkung dieses Mittels ist. Erhaltlich Mk. 1 in den Apotbeken Wer noch nie in einer Kirchenlotterie g wonnen hat, vem bietet sich Morgen dazu Gelegenhen Denn die Ziehung der Kaiserslauterer Kirchen baulotierr iindet unwiderruflich Morgen statt. Jedes zehnte Loe ewinnt! Vreis 2 Mark der tar Line ahren von Antwerpen jeden Samstag direct na— New⸗ York u. Philadelphia. J Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere all Klafsen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Vafsage und naͤherer Auskunft wende man fich an IBILRL&GAMIn LAAIIT. St. Inabert Zur Anfortigung von billigen v. sauberen aller —IAX graphie rorxommendev —* »qen * Deneckarbeiten 8835 2* * riehung er . »i-ierer Kircheubaulolierie Ateste aller laufenden Lotterien. uf in Loose 1 Treffer. 55 Haupttreffer: 30000, 10000 AMark ohne Abzug. 20000 Gewinnue IXX MATI.- — M— M — empfsiehlt sieh dio BHsBuch- unde teindruckeres F. X. Dometz Verlag dent. Ingberter Anreiges) 8t. Inehert. Gelundbeit i Reichthum. ——— ———— —— —— — — ßAJESSF —————————— — Neu erschien und ist in allen Buchhandlungen vorrathig: Des Menschen Leben u. Gesundheit. Ein Kaus- und Zamilienbuch von A. Schroot. Vollständig in 10 Lieferungen 50 Ppfg. Prospelt gratis u. franlo 9inzꝛia. C. A. Qoch'a Verlaashandlunga. 7 * 8 * * 2* Frusf und Rrsaog nout 4 — — —“ B u 54 —nb St. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — J J * ca „ESt. Jugberter Tnzeiger? erscheint wbchentlich fünfmalt Am Vontag, Dienstag, Donnerstag, Camstat und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltur gh⸗ dlau und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blat kostet viertellährlich 1 A 60 einschließlich Tragerlohzn; durch die Post bezogen IAM 75 4, einschließuch 4 Bustellungbgebuhr. Die Einrucknugsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expeduisn Auskunft ertheilt, 1b 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. M 113. Volitische Uebersicht. * Es unterliegt keinem Zweifel, baß sich det Bundesrath demnächst auch mit der Wah⸗ rungsfrage beschäftigen und Untersuchungen anstellen vird, ob vielleicht an Stelle der jetzigen Goldwäh⸗ rung die Doppelwahrung zu treten habe. — Auf den Antrag Bremens ist dem Bundesrathe auch ein gesetzenwurf zugegangen, welcher Bremen ermaͤch · nigen soll, im Falle vom Hansestaate Bremen eine Regulirung der Un terweser vorgenommen wird, einen Schiffszoll von den betreffenden die Unter⸗ weser passirenden Fahrzeugen zu erheben. Unter naheren noch zu vereinbarenden Bestimmungen zurfie der Bundesrath diesem Antrage Bremens seine zZustimmung gewaͤhren. * ⸗ Die Unfallversicherung, so wird uns zerichtei, beschaftigt das Reichsamt des Innern janz besonders. Diese Aufgabe ist es, welche die aeuerdings erfolgte Berufung weiterer Arbeitskrafte Landräthe Barthels und v. Rheinbaben) in dieses Lefsort noihwendig gemacht hat, und noch weitere Berufungen nothwendig machen wird. Es hat sich ei der praktischen Anwendung des Gesetzes so viel Rangel herausgestellt, daß man, wenn man auf ine ersprießliche Wirksamkeit des Gesetzes rechnen vill. keine Zeit verlieren darf, um diese Mangel ibzustellen. Es wird deshalb eine Novelle vorbe⸗ reitet, die dem Reichstage in der nächsten Session vrgelegt werden soll. Außerdem wird ein neuer gesekentwurf borbereitet, welcher die Unfallverfiche⸗ ung auf die Arbeiter in der Land⸗ und Forfi⸗ vbitthschaft ausdehnen soll und zu welchem der keichsregierung ⸗ Material durch »die Berathungen jeboten wird, die in der Unfallversicherungs⸗Kom⸗ des Reichstags in der leßten Sesfion satt⸗ zefunden. Am Moniage in der Kaisser von Oester⸗ eich in Munchen eingetroffen und sogleich nach deldafing zum Besuche seinet bohen Verwandten veitergereist. — —— Die französiche Nepublik hat jeßtzt umen recht seltsamen Konflitt mit Italien. er aber wohl nicht viel bejagen wird. Nach einer heatervorsteilung in Tunis. in welcher eine italie nische Operettengesellschaft dadurch, daß sie fran⸗ osenfeindliche Gefinnungen zur Schau trug, einen kheil der Zuschauer verleßzt hatte, schlug am Aus⸗ jange des Theaters ein Italiener, angeblich ohne Abs provozirt worden zu sein, einem franzöfischen difiger ins Gesicht. VDer: Angreifer wurde vor bericht gestellt und zu sechs Tagen Gefängniß ver⸗ nrtheilt, einer Strafe, die im Hindlick auf die Sqwere der Beleidigung alderdings gering erscheinen nuhte. Der lommandirende General Bonianger nachte denn auch sofort dem Kriegsminister Anzeige ind beschloß, den geschlagenen Offigier mit einer hweren Sirafe zu belegen, falls die Untersuchung aoeben sollie, daß er sich seiner Wafse hätte be— Renen können. Zugleich erließ der General einen —XRX Tagesbefehl, durch welchen angeordne vird, daß die Offigiere in Jutunft sofort bei der jeringten Probetation dlank iehen müssen. Die technische Kommissidm der in om tagenden internafionalen Gefund—⸗ its tonferenz. hat ihre Arbeiten vollendet, so aß in diesen Tagen die anseren u ne vicnat. Donnerstag, 11. Juni 18885. — 20. Jahrg. ißung zusammentreten und die internationalen Ver⸗ inbarungen zum Schutze gegen die Verschleppung insteckender Krankheiten festsetzen kann. Da alle Länder ihre befähigsten Forscher nach Rom gesandt haben, so darf man hoffen, daß die Thätigkeit der ntecrnationalen Gesundheitskonferenz eine ersprieß⸗ iche sein wird. Der Stand der Gesundheitsver⸗ zältnisse in Europa. wie auch in den angrenzenden andern ist zur Zeit ein guter, nur in der spani⸗ chen Provinz Valencia ist die Cholera ausgebrochen, jat aber bis jetzt glücllicher Weise einen gefähr ichen epidemischen Charakter nicht erreicht. Dectctiches Reich. Berlin, 9. Juni. Am heutigen Vormittagt aahm der Kaiser die Vorträge des Hofmarschalls Braf Perponcher und auch des Geheimen Hofrathes Bork entgegen und arbeitete von 2 Uhr abe mit dem Chef des Militarkabinets Generallieutenant v. Albedyll. Am spaäteren Nachmittage unternahm Se. Majestät, nachdem das Wetter sich etwas ab⸗ Jekühlt, wieder eine Ausfahrt. — Heute früh7 ühr ist der Kronprinz mit seinen Begleitern wohl⸗ behalten wieder im Neuen Palais eingetroffen, von vpo er Nachmittags nach Berlin kam, um den Zaiser zu begrüßen. — Die Frau Großherzogin don Baden hat nach mehrwöchigem Aufenthalte jestern Abend 8 Uhr Berlin wieder verlassen, um aach Baden zurüchzukehren. Vor der Kbreise hatte der Prinz Ludwig Wilhelm seiner erlauchten Mutter noch einen Besuch im koniglichen Palais ibgestattet und Höhbstdieselbe daun von dart zum Bahnhof begleitet. Berlin, 9 Juni. Bekanntlich ist das daftpflichtgeseß bezuüglich aller derer Per⸗ onen außer Kraft gesetzt, welche unter das Unfall⸗ persicherungsgesetz fallen. Deßhalb haben — wie die Polit. Nachrichten“ melden — viele Genoffen⸗ chaften in ihre ⸗Statutendie Bestimmung aufge⸗ wmmmen, daß die Versicherungspflicht auch auf olche Personen ausgedehnt werden soll. welche mehr als 2000 Mk. Jahreseinkommen haben, bis vohin das Gesetz die obligatorische Versicherung erstredt hat. Auf diese Weise kommt das Haft⸗ flichtgeseß auf diese Personen kicht mehr in An⸗ vendung und bei solchen Betrieben regeln sich alle Anfalle nach den Vorschriften des Unfallverficher⸗ ungsgesetzeß. Berlin, 10. Juni. Vom Führer der leßten Berliner Expedition in Oftafrila, Regierungsbau⸗ meister Hoerniche. ist Nachricht aus Lamun unterm weiten südlichen Breitengrad vom 11. Mai ein⸗ jetroffen, wonach die Expedition am 5. Mai in Zanzibar anlangte- worauf die Karawane mit 160 cingebvyrenen und Tragern und funfmonailicher Ausruftung in das Innere aufbricht. Auslaud. Paris, 9. Juni. In der Kammer theilt Freycinet mit, daß die Regierung eine Depesche Patenotre's erhielt, laut welcher der Vertrag zwischen Frankreich und China heute um 4 Uhr in Tientfin interzeichnet sei. Paris, 10. Juni. Das Wahlkommoͤ der Anhänger des Prinzen Viltor erließ ein Manifest, worin jede Gemeinschaft mit den revolutionären Tendenzen zurücgewiesen und an alle Gegner der Republik appellirt und denselben der entsprechende Antheil an den Wahllisten zugesagt wird. Das Programm gipfelt in der Aufforderung zur Be⸗ Ampfung der republikanischen Partei. Eondon, 9. Juni. Die ‚Pall Mall Gazette“ ichreibt: Gladstones Ministerium habe aufgehört zu leben; selbst wenn eine Neubildung desselben dattfande, würde die seit 1880 bekannte Form nicht wiederkehren. Das Blatt glaubt, Lord Zalisbury werde an Gladstones Stelle treten. 2 und pfalzische Nachrichten. *St. Ingbert, 10. Juni. Der katho⸗ ische Kirchenbauverein-Kaisers⸗ autern macht uns folgende Mittheilung: Wenngleich der Loosabsatz unserer drinten Collecte ein ziemlich befriedigender ist, so können wir den nollständigen Ausdverkauf nur erreichen, wenn wir noch ein paar Wochen Zeit dazu haben. Infolge dessen beschlossen wir, entgültig und defi—⸗ nitid die Ziehung auf den 15. Jülil. J. zu verlegen“ — Es in mehr und mehr zur Kegel geworden, daß ein großer Theil des Publi⸗ kums erst dann Loose kauft, wenn die Ziehung —XXECC zat nun auch die Kaiserslauterer Lotterie zuleiden. Der Zweck der leßteren kann aber nur erreicht verden, wenn die Loose ziemlich ausverkauft sind, denn von dem Erträgnisse dieser letzteren Collekte hängt es ab, ob der Kirchenbauverein noch in diesem Jahre in die Lage kommt, den Grundftein zu dem dringend nothigen Kirchenbau zu legen. Wir wollen darum hoffen, daß die Ziehung durch regeren Loose⸗ absaz nunmehr bestimmt am 15. Juli stattfinden kann. Das Kaiserslauterer Lotterie⸗Unternehmen, selbst venn man von dem schoönen Zwed desselben absehen wollte, bietet ja außerordentlich gute Gewinnchancen, ndem bereits auf 10 Loose ein Treffer kormmt und dazu eine verhaltnißmaßig große Zahl hoher Ge⸗ wvinne vorgesehen ist. Es dürfte sich also schon zerlohnen, einen Einsatz zu wagen! — Auch das dischöfliche Ordinariat Speyer nimmt sich der Sache in einem Rundschreiben sehr warm an, indem es zunächft auf den kirchlichen Nothstand der katholischen Pfarrgemeinde Kaiserslautern hin⸗ veist und sodann auf die Prämien⸗ Kollelte zum Besten eines neuen Kirchenbaues in Kaiserslautern aufmerksam macht und zu einer kraäftigen Unter⸗ Jutzzung dieses Unternehmens ermuntert. — [JI Shnappach, f0. Juni. Am Sonntage varen für dieses Jahr die etsten Vereine dahier. xs waren dies der Gesangverein von Gersweiler ind det Turnverein von St. Ingbert. Das Ziel zeider war der Eisel'sche Wald, der sich hiezu auch zanz besonders eigne. 9pr — Zweibrücken, 8. Juni. Echwur⸗ zericht. Vormittags 9 Uhr: Verhandlung gegen dudwig Walter, 483 J. a., früher Posibote in Niederkirchen. Anllagesache: Verbrechen bezw. Bergehen im Amte. Dem Angeklagten werden —folgende Neate zur daft gelegt: Im Juni 1884 übergab Wirth Weber ju Heimkirchen dem Postboten Walter 138 Mark 36 Pf. mu der Weiiung, diese Summe bei der Postexpedition Niederlirchen als Postanweisung an inen gewissen Catoir in Großkarlbach einzuzahlen. kin Eintrag hieruber war zwar durch den Post⸗ doten im Annahmebuch gemacht, jedoch später bis jur Unleserlichkeit geaͤndert; im September dessel den Jahres erhielt Walter von M. Kolter in Seelen 5Ml. 5 Pf. nebst 20 Pf. Frankatur zur Ein⸗ ahlung an die Apotheke zu Offenbach, ferner um ieselbe Zeit eine Summe don 9 Mt. 50 Pf. zur kinzahlung an Peter Arnold auf dem Bildschacher⸗ zoft, im Olt. 1884 endlich einen Bettag bon 75 Mark von J. Seib zur Einzahlung an Kaufmann Elbert in Kaiserslautern. Alle diese Beträge ver⸗ wendete nach der Anklage Walter in seinem Nutzen. Urtheil: 1 Jahr 83 Monate Zuchthaus, 3 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Nachmittags 3 Uhr; Verhandlung gegen Johann Wagner, 28 J. a. Dienstknecht von Kaisers lautern. Anklagesachen Nothzucht. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten im Sinne der Anklage ichuldig, unter Verneinung der auf mildernde Umstände gestellten Frage. worauf der Gerichtshof denselben zu einer Zuchthausstrafe von 4 Jahren verurtheilte und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannte 2 Chriftina Stertz,* 838J. alt, Ehefrau von Jalob Euler V. in Kriegsfeld, wegen Kindsmorde angeklagt, wurde zu 4 Jahren Zuchthaus verurtheeilt. — Lauter?cken, 7. Jum. Während eines gestern-Rochmittags4 Uhr über hiesige Gegend hin⸗ siehenden Gewitters schlug der Blitz in das Anwesen des Krämers V. Schuhmacher in Hohenöllen. Das rasch um sich greifende Feuer legte qußer besagtem Anwesen noch 8 benachbarte Gebäude in kürzester Zein in Asche. Die Mobilien der Brandbeschädig den konnten nur mit Mühe theilweise geretiet werden. 15— Kaiserblautern, 7. Juni. Gestern Nachmittag 8 Uhr hat in der städtischen Turnhalle dahier Reichstagsabgeordneter Grohé seinen Wählern Bericht. über:die⸗ abgelaufene. Reichstaasses sion erstatteee. — Kaiserslautern, 7. Juni. Mit der Erbauung der Eibthalbahn scheint es jetzt Frnst zu werden. So hat das Komité, welches die Aufgabe hat, die einleitenden Schritte zu thun. an die Stadwerwaltung Kaiserslautern, welches ein großes Interesse an dem Zustandekommen des Pro⸗ sektes hat, das Ersuchen gerichtet, einen Vertreter zu bestimmen, und wurde als solcher Herr Bürger⸗ meister Hohle gewählt. Soviel bekannt ist, nimmt sofern die Genehmigung der lgl. Staatsregierung nicht erfolgt, eine Privatgesellschaft die Ausfübrung der Strede jn die Hand. - Verflossenen Samstäg brachte die Pf. V.“ aus Kaiserslbautern die, Notiz: „Wie Herr Vurgermeister Hohle in geßriger Stadtrathssitzung mintheilte, kommen morgen 290. Mann Einquartir- ung hierher.“ —, Nun geht bdemnPf. K.“ unterm . d. M. folgende Mittheilung zu welche derselbe mit aller Resexve wiedergibt: Ich erfahre soeben, daß heute 200 Mann, Militäreg in Kaiserslautern eingerüdt sind.“ Es hängt djeß wit denm Strike der Zimmerleute. zusammen. Alich in dortigen Lhmaschinen · Fabriken soss es sputen“ — W8 — Gesucht. 2 r α Ein junger; ordentlicher Buriche m Alter von 135514 Jahrem: für ein — 3545 Kurzwaarengeschäft zum sofortigen Eintritt gegengutes Honorace Zu erfragen in der Exped. 46. Blattes. — Kandel, 9. Juni. Eine großes Aufsehen erregende Verhandlung hat gestern vor dem hiesigen Schoͤffengerichte stattgefunden. Angeklagt war der latholische Pfarrer Herr Heinrich Streuff von Jock⸗ zrim wegen Unterschlagang zweier Ringe im Werthe jon 2 M. 40 Pf. zum Nachtheil der dortigen Zirchenlasse. Nach Vernehmung von 24 Zeugen and nach einer glänzenden Vertheidigungsrede des Herrn Anwaltes Keller von Landau erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung. »Man ist „hier sehr gesspannt darauf, ob. mit diesem Urtheile die Sache zu Ende sein, oder ob die k. Amtsanwalt⸗ chaft Berufung ergreifen-wird. ů-—- — Deidesheim, 8. Juni. Der „D: W.8.“ entnehmen wir,“ daß die Weinhandlung S. Bach in; Meufladt 20:. H. von Gebrüder Buhl hier einee 1882erDeidesheimer; Auslese zum Preise von 12,000 Mtk. pet 1000 Liter getauft hatn — Ludwigshafen, 8. Juni. Die Diret— lion der Pfälzischen Eisenbaähnen erläßt folgende vekanntmachung: Laut Reichsgesetz vom 21. Juli 1884 werden die Reichskassenscheine zu 5,20 und 50 M, mit dem Datum vom 11. Juli 1874 vom . Juli 1885 ab aur noch bei der kgl. preußischen dontrole der Staatspapiere eingelöst. Wir weisen zaher unsere sämmtlichen Einnehmereien und Güter⸗ assen an, die erwähnten Kassenscheine nach der Ablieferung pro II. Decade (Juni cer.) nicht mehr in Zahlung zu nehmen und die »in den Kassen zefindlichen Stücke mit letzterem Termine uns ein⸗ uliefern. Reise nach Indien, auf welcher Robert sie begleitete Am 20. September 1854 schifften sich die dig Brüder nach Egypten ein und durchreisten dor Bombay aus zunächst das Dekhan bis Maden Im März 1855 wendeten sich Adolph und Roben aach dem Norden von Indien, wo sie u. J. den Ibi Gamin, einen der höchsten Berge Tiben, zine Höhe von 6785 Meter, die größte, die bie jeßt von einem wissenschaftlichen Reisenden erreich vorden⸗ bestiegen . y 3 Im Mai I856 veieinigten sich die drei Brüder nn Simla, um sich nach Hochasien zu wenden. Sie besuchten hier·Kaschmir, Ladal und Balti. In Ba gleitung Hermanns draug Robertüber die Ketten des stacakorium und des Knẽn⸗lün bis zum chine sischen Turkestan vor.“ Nachdem Robert noch das Indusland durchzogen, schiffte er sich im Frühjaht ydn Bomdbay nach Egypten ein. Adolph S. der noch ein Jahr länger in Ostindien verweilen wollte wurde am 26. August in Kaschgar von Aufstan- discherrexrmordet.Die' Resultate ver Reisen der drei Brüder wurden von den beiden überlebenden Brüdern in einem Prachtwerte niedergelegt. Ende der sechziger Jahre, unternahm Robert noch eine größere Reise durch die vereinigten Staaten von Nordamerika und es erschienen von ihm darüber mehrere Werke. Hermann. der zumeist in München lebte, ist seinem Bruder Robert um inige Jahre im Tode vorausgegangen. Ju den Adelsstand wurden die drei Bruͤder von Könia Ludwig 1856 versetzt. Robert v. Schlagintweit ̃5. Der letzte der drei Brüder, welche sich um die Frforschung von. Zentralasien und speziell der Ge⸗ birgswelt des Himalaja unsterbliche Verdieuste er⸗ varhen, Robert v. Schlagintweüt, (Bruder anseres Bezirksamtmannes Herrn Dr. Schlagintweit Zweibrücken), ist am 6. Juni, Abends 1114 ulhr in Gießen, wo er seit Jahren an der Universität As Professor der Geographie wirkte, gestorben. Am 27. Oktoher 1883 als vierter Sohn des lüchtigen Augenarztes Joseph S. in München ge— voren, schloß sich Robert S., kaum 20 Jahre' alt einen älteren Brüdern Hermann und Adolph S. zu gemeinschaftlichen Forschungen an, umnd schon das 1854 erschienene Werk „Neue Untersuchungen über die physitalische Geographie und Geologie der Alpen“ enthielt, eine Arbeit von ihm. Durch Ver— niitelung Alerander v. Humboldts erhielten die äl⸗ sexen Brüder von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und von der Englisch-ostindischen Aomnagnie den Auftrag zu einer wissenschaftlichen Vermischtes8s8. Die itelegraphisch gemeldete Katastrophe, welche ein Fahrzeug der französischen Flotte, den Aviso, Renard“ betraf; wird bestätigt. Das Schiff ist am 4. Juni im Golf von Aden während eines furchtbaren Wirbelsturmes mit der gesammten: Ve⸗ atzung (92 Mann) untergegangen. f Nach einem Telegramm, aus Philadel⸗ hiar ist der größte Theil der Stadt Suffoll in Virginia durch Feuer zerstört worden. Der Schaden yeträgt 300. 000 Dollars. —— —8 Der größte Grundbesitzet der Welt ist Daniel Mauxrpihiy in Nevada (U.S.) In Nevada besizzt rA.200,000 Morgen, in Durango und Mexico iber G Millionen Moxgen. Ueberall betreibt et Viehzucht in Großen. 3... Sterbefãälle. .Gestorben: . in Speyer Frau Fried. Auguste dagemann geb. Euler: in Kaiserslautern Ftl. sreichen Reileͤng. u medaklion verantwortlich: F. X. Demeße Auflage Bi o, das verdreiteiste aler eutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremder Sprach Am billigsten und zweckmäßigsten besorgi die älteite Annoncen⸗Erpeditioeoeenn F J te —A 8 V J J 1 Haasoeustein & Vogler, Mannheim.O. 4. 5 Inserate für fämmtliche Zeitungen And Fachzeitschriften zu Original⸗ reisen ohne weitere Spesen. Bti größeren Annoncen und öfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabatte. 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der Et. Ingberter Onzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalr in onutag, Dienstag, Donnerstaqg, tag und« vnutag; 2mnal wochentlich mit Unterhaltur gb⸗ biatt und Sonntagt mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14M 60 4 einschließlich Xragerlohn; durch die Pot bezogen 1.4 75 4, einschließlich 24 tZule lungkgebuhr. Die Einruͤcknugsgebühhr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Cryedition Auskunft ertheilt, 15 A, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einrudung wird nur dreimalige berechnet. — VPolitische Uebersicht. zu dem schon seit langer Zeit im bonapartisti⸗ hen Lager wüt hen den Streit hat nun auch ie Exkaiserin Eugenise Partei ergriffen. Be⸗ anntuich haben einzelne bonqopartistische Politiker en jungen Prinzen Viktor bewogen. von seinem gatet sich zu trennen und als selbstständiger Prä⸗ endent aufzutreten. Da das Gros der Partei diesen zchrint nicht dilligte, wagte Prinz Viktor den Ver⸗ uch, sein Vorgehen von der Erkaiserin Eugenie anktioniren zu lassen und reiste zu dem Zwecke zach Chislehursft. Die Exkaiserin aber weigerte ich nicht nur, ihn zu empfangen, sondern fie bat nuch schriftlich den Prinzen Jerome, seinen jüngeren Zoha Louis, den Bruder des Prinzen Viktor, ihr um Besuche zu schicken. Damit ist die Scheidung er Bonapartisten eine vollständige geworden, und war, wie es scheint, vorlaufig zum Nachtheil er Anhänger des Prinzen Viktor. Das scheinen ÿese selbst zu fühlen, denn sie treffen Anstalten, ꝛaz, was sie im eigenen Lager verloren haben, mderwärts wieder zu gewinnen. Das von ihnen ingesetzte Wahlkomitee hat ein Manifest erlassen, n welchem jede Gemeinschaft mit revolutionären Trendenzen zurückgewiesen und an alle Gegner der Re⸗ zublik appellirt wird; denselben wird gleichzeitig in entsprechender Antheil an den Wahllisten zuge⸗ agt. Das Programm gipfelt in einer Aufforderung ur Bekampfung der republikanischen Anarchie. Wir meinen, daß dieser Aufruf wenig Erfolg haben vird. Denn wenn schon die Bonapartisten selber nicht mehr recht wissen, für wen als künftigen derrscher ihr treues Unterthanenherz eigentlich clagen soll, wie sollen die übrigen Monarchisten ich für ihr Phantasiegebilde begeistern können? Ddas Verhältniß Deutschlands zu Zan⸗ oar hat fich bisher nicht gebessert. Der Sultan xcharrt im Vertrauen auf England, welches die srößten Handelsinteressen in seinem Reiche befizzt, nuf seinem Widerstand. Mitileiweile hat er auch nit Belgien und Italien Handelsverträge geschlossen. Die zu erwarten steht, dürfte freilich der Anblid yer deutschen Kriegsschiffe, welche in nicht zu ferner Jeit vor seiner Haupifiadt eintreffen werden. seine nsicht andern, ohne daß es der Anwendung von bewalt dedürfen wird. Wie, der „Schlesischen seitung! zufolge, verlautet, wird Fürst Bismarck die durchaus unberechtigten Ansprüche des Sultans uuf die wichtige Erwerbung von Vitu mit allen litteln belämpfen. Die aus Usagara, wo bekannt⸗ ach die Deutsche Ostafrikanische Geselischaft Lande⸗ eien erworben hat, eintreffenden Nachrichten find aicht eben gunstig. So wichtig dies Gebiet fur en Handel ist, da es die Straßen nach dem Innern xherrscht, so wenig scheint es zum Aderbau geeig⸗ iet. Alle befseren Landftriche sind überdies ziemlich reichlich mit Einbeimischen bebölkert. Dentlsc es Reich. BSerlin, 10. Juni. Die Abreise des Kaisers ach Ems ist nunmehr auf Sonntag Abend fest nsett. Am Sonniag wird der hohe Herr in Ems ntreffen und etwa drei Wochen dort bleiben. Asdann gedentt der Kaiser zwei Tage bei der in ⸗ wischen nach Koblenz übergefiedelten Kaiserin zuzu · dingen, wird fich don dor zu eiwa achttagigem Iufenthalie nach der Insel Mainau begeben und ugen den 15. Juli zu dem üblichen Kurgebrauch n Wildbad Gaficin inttehen indner rsaett Samstag, 13. Juni 1885. 20. Jahrg. daß das Befinden des Monarchen so zufrieden⸗ Zellend bleibt, wie es gegenwärtig glücklicherweise der Fall isit. Berlin, 10. Juni. Die Rückriit des Cadi⸗ nets Gladstone wird nirgends in der Welt großes Bedauern hervorrufen, am wenigsten haben wir in Deutschland Veranlassung dazu. Wo immer Deutsch⸗ and mit dem englischen Interessenkreis auch nur in entfernte Berührung trat, stieß es bei dem Ministerium Gladstone auf ein hohes Maß von Feindseligkeit, Rankesucht und Gehässigkeit. Die Zeschichte unserer jungen Kolonialpolitik liefert Beweise genug davon, die dem Reichstag vorge⸗ egten Weißbuücher waren ebenso viele Anklage⸗ chriften gegen das englische Kabinet. Und auch n anderen Ländern hati es sich verdienten Haß sder noch die verdientere Geringschätzung zugezogen. Anfähiger und unglüdlicher hat wohl nie die Re— zierung eines großen Landes gewaltet und es ist zur zu verwundern, daß sie Jahre lang so fort⸗ virthichaften und Fehler auf Fehlen häufen durfte. Mit den unbescheidensten und unbegrundetsten An⸗ prüchen, anmaßend und streitsüchtig trat diese Regierung in allen Fragen der großen auswärtigen Politik auf, um jedesmal schließlich klein beizugeben ind ihre Ohnmacht eingestehen zu müssen oder sich nit den empfindlichsten Demüthigungen zurückzu⸗ siehen. Sudan und Afghanistan sind warnende Beispiele, und die englische Weltmacht, deren Festig⸗ keit im Grunde nur auf dem Glauben der Voller mn die unerschöpflichen Hilfkräfte des Landes beruht, önnte aus der Zeit des Gladstone'schen Regiments ieicht eine dauernde Erschütterung davon tragen; denn eben dieser Glauben ist mehr und mehr ver⸗ oren gegangen, und die anmoßlichen Ansprüche tanden mit den wirklichen Leistungen und Macht⸗ nitteln in gar zu schlechtem Verhältniß. Wir in Deutschland konnen dem neuen Torh ˖ Kabinet, das etzt ohne Zweifel die Regierung übernehmen wird, in jeder Beziehung ein besseres Vertrauen enigegen zringen, als es dem Ministerium Gladstone gegen⸗ iber gerechtfertigt war. Wie man in maßgebenden deutschen Kreisen die englische Kabineiskrisis auf⸗ jaßt, dürfte aus den folgenden treffenden Bemer⸗ ungen einer Beiliner Korrespondenz der Koͤln. Zig.“ hervorgehen: „In Deutschland wird es unter denen, die den Fäden der auswärtigen Politil rachspuren, wenige geben, die nicht mit nnerer Befriedigung die Nachricht von der Riederlage des Zabinets Gladfstone vernommen haben. Monat im Monat hauften fich die Fehler des ebenso uͤbermuthigen, wie unfahigen Dreigestirns Gladstone, Tatl Granville und Lord Derby, und die letzten amilichen Veroöffentlichungen der englischen wie der deutschen Regierung haben dafür gesorgt, daß diese Fehler der ganzen Welt offenkundig wurden. Wie sehr durch diese drei Staaismänner das Ansehen des britischen Lowen in der ganzen mohamedanischen Welt dauernd geschädigt worden ist, das wird erst bei den naäͤchsten Verwickelungen zwischen christlichen und mohamedanischen Vollern vollauf zu Tage!treten. Was Deuischland angeht, so ist kein Wort darüber zu derlieren, wie sehr jene drei Männer in Verkennung hrer Aufgaben und ihrer Macht allerwäͤrts im Aus⸗ ande, glüdlicherweise fast überall vergebens dank der anendlichen Ueberlegenheit des deutschen Reichskanzlers, die deutschen Interessen zu durchkreuzen suchten, ind wie es ihnen durch dieses nichtsnußzige Ver⸗ jalten fafst gelungen wäre, die beiden durch Ab tammung und Geistesrichtung verwandien Nationen u verheßen und zu verseinden“ Berlin, 11. Juni. Das Börsensteuer zesetz ist heute amtlich publizirt worden. — Der Bundesrath beschloß, den Antragen auf Einführung einer Doppelwährung keine Folge zu geben. Berlin, 11. Juni. Die durch die Blätter laufende Mittheilung, der Reichskanzler habe die Beheimraäthe Schwabach und Zwicker ⁊c. vor seiner Reise nach Kissingen zu Erorterungen in der Währungsfrage empfangen, ist unbegründet. stölu, 10. Juni. Die Beneralversammlung des westdeutschen Kolonialvereins war von 400 Mitgliedern besucht. Peschuel⸗Lo eschee spricht ber das deutsche Schutzgebiet in Südwest⸗Afrika, namentlich über die Vegetationsverhältnisse und er⸗ duterte seine Ausführungen durch 50 Aquarelle; Dr. Zoeller (Kolnische Ztg.“) über Fieberer⸗ cheinungen und seinen Verkehr mit Dr. Nachtigal. Der Vorsitzende des Vereins. Dr. Fabri, pro⸗ lamirt den Preis von 3000 Mark für die Schrift: Ueber die Kultivation der tropischen Länder im hzinblick auf die kolonialen Erwerbungen Deutsch⸗ ands“ und empfiehlt die Lektüre der Amsterdamer Revue für koloniale und internationale Politik“ und die Herbeischaffung von Fonds für die Er—⸗ richtung von wissenschaftlich kommerciellen Stationen im Riger ˖ Benne⸗Gebiet. Die einstimmig angenom⸗ mnene Resolution begrüßt die überseeischen Erwerb⸗ ungen und die begonnene Subvention der Dampfer⸗ linien und hofft, daß die schwirigen wirthschaftlichen, ꝛechtlichen und moralischen Aufgaben durch Deutsch⸗ lands Einfluß glücklich gelöst werden, daß die Be⸗ chlusse der Südsee⸗Konferenz, wegen des Einflufses von Spirituosen, auch im neuen Schutzgebiete An⸗ vendung finden und erklärt, daß gegenüber der krwerbung tropischer Handelskolonieen eine erweiterte Fürsorge für unsere deutsche Massenauswanderung ein dringliches Bedürfniß sei und nicht allein durch egislatorische Mitwirkung, sondern auch durch datriotische Initiative erzielt werden müsse. Auslaud. London, 10. Juni. Der diplomatische Schriftwechsel zwischen Deutschland und England, zetreffend die deutschen Landreklamationen in Fidschi, ist heute veröffentlicht worden. Es geht daraus hervor. daß die gemischte Kommission, deren Er⸗ nennung beiderseits vereinbart worden, gewissen zeutschen Reichzangehörigen 10 620 Pfund Ent⸗ chädigung zuerkannte. welche am 19. Mai dem deutschen Botschafter in London ausgezahlt wurden. Newyork, 10. Juni. Einige Eisenwerke in den westlichen Staaten haben die Arbeit wieder aufgenommen, da die Streikenden durch andere Arbeiter ersetzt werden konnten. Lokale und pfältische Nachrichten. —* GWie man Porto sparenkann.) Bei Sendungen über 20 Meilen (3. bis 6. Fone) lassen fich durch zwedmäßige Verpackung resp. durch ckintheilung der zu versendenden Gegenstände in nehrere Padete nicht unerhebliche Porto⸗Ersparnifse pewirken. Es beabsichtigt beispielweise jemand nehrere Gegenstaäͤnde im Gewicht von zusammen 10 K (20 Pfund) zu versenden umd formiert hier⸗ don nur 1 Packet, so zahlt derselbe an Porto: Innerhalb der dritten Zone (bis 50 Meilen) 1,50 Mark. innerhalb der vierten Zone (tis 100 MNeilen) 2 Mark. innerhalb der funften Zone über 150 Meilen) 2.550 Mark und innerhald der echsten Zone (uber 180 Meilen) 8 Mark, während, venn die betreffenden Gegenstande in zwei Packeten ur Versendung gelangen, das Porto für alle Falle (250 Pfennigy 1 Mark betragen würde. Die geringe Muͤhe, 2 Packete anzufertigen (man kann dis 83 Pacdäete auf eine Begleitadresse bringen), würde sich im vorgeführten Falle. z. B. bei einer Sendung aus 6. Zone: mit zwei Marck Porto⸗ Frsparniß bezahlt machen, es wird leicht sein, unter Benutzung der obigen Porto⸗Tabelle eine vortheilhafte Packet · Eintheilung zu treffen. Schließ⸗ lich sei noch demerkt, daß seitens des Publikums es vielsach verabsaumt wird, aus Sparsamkeits⸗ rücksichten Packete werthvollen Inhalts unter Weriyangabe“ zu versenden. Dabei wissen viele nicht, daß die Gebühr hierfür bis zu; 600 Mart unt zehn Pfennige beträat. I] Schnappach 11. Juni.“Wie die Pfaͤlzer Zeitung“ berichtet. hat in⸗ der Grube Tamphausen abermals eine Explosion schlagender Weiler stattgefunden, wodurch einige Bergleute stark derbtannt wurden. Unter diesen war auch Philipp Za m in er von Rubenheim, der bereits seinen Wun⸗ den erlag und Frau nebst fünf Kindern in großer Durfligkeit hinterließ. Dieser Kammer war an dem großen Camphausener Unglückstage krank und infolge dessen zu Hause geblieben und blieb damals also verschont. Aber —äVD ühnliche Art seinem traucigen Geschicke entgegeneilen. — (Schwurgericht.) Zweibrücken, d. Juni, Nachmittags 3 Uhr. Verhandlung gegen Heinrich Rauch, 31 Jahre alt, ledig, Ackerer von Zrenschelbach, wegen Siraßenraubs. Die Anklage dertrin Herr kgl. II. Staalsanwalt Wagner, die Vertheidigung wird von Herrn Rechtsanwalt Trier geführt. Der Angekkagte ist beschuldigt, am Abend z 28. April v. J. in einem Thälchen zwischen Brenschelbach zund Hornbach dem 53jährigen Ackeret Peter Nagel aus Ohrenthal in Lothringen mit Gewalt und unter Anwendung von Waffen zwei Geldstücke, nämlich zwei Thaler, in der Absich! rechtswidriger Zueignung weggenomm'n zu haben Der Angeklagte, von welchem sein Bürgermeister deponixte, „er sei ein ganz guter Nachbar und nur, wenn ex gelrunken habe, kenne er sich naicht mehr,“ war am iritischen Tage in Zweibrücken. woselbff er, eine Sreichliche Quautität geistiger Getränke zu sich genommen hatte. Auch auf dem Heimwegt tehrte er in Wurthschaften ein, u. A. im Dorfe Aliheim. Es wird gegen 9 Uhr Abends gewesen jein, als er in stark angetrunkenem Zustande in Brenschelbach ankam und trotz des Altoholgenusses auch hier noch eine Wurthschaft aufsuchte. Daselbst — den Mühlburschen Philipp Bedmann. einen gewissen Petri und den MNauter Ludwig Laur von Brenschelbach. Einige Zeit darauf. fand sich auch der oben genannte von Hrmesheim kommende Peter Nagel ein und setzte sich sofort zum Angeklagten,. welcher ihm im Ver laufe des Abends zweimal heimlich das Bier aus⸗ rauk. Auf das Anerbieten des Angeklagten hin, ihn nach Hause fahren zu wollen, setzte sich Nagel anscheinend gekränkt, von dem Angeklagten weg an sz anderea Tisch. Beide sollen nach Angabe der Zeugen betrunken gewesen sein. Um zehn Uhr verließen sämmiliche Gäste die Wirthschaft. dvobei Nagel yvon dem Zeugen Laur ein Stüch Wegs zum Dorfe hinausbegleitet wurde und dann allein weiterging. Ueber 'den kritischen Vorfall selbst gehen die Zeugenaussagen eiwas auseinander. MNagel selbst behanptet, eiwa 100 Meter von dem Dorfeingange von zwei Personen eingeholt urid von der einen mit den, Worten: „Einen Thaler her für ein Fässel Bier!“ überfallen und sofort mit einem „Hebel“ auf den Kopf geschlagen worden zu sein; er sei dabei von der Straße weg in die Wiesen gedrängt, zu Bodeu gerissen und gewürgt worden uͤnd habe infolge dieser Mißhandlungen dem heutigen Angellagten den verlangten Thaler gegeben. Derselbe Ucberfall habe sich, nachdem er nur eine kurze Strecke weit entflohen, wiederholt; Angeklagter habe dabei ein Messer gezüctt und ei Nagel) habe wiederum in seiner Angst einen Thaler an denselben hingegeben. Sogar ein dritte? Mal habe ihn Angeklagter verfolgt und ihn dadurch in die höchste Todesfurcht versetzt; bei dieser Ge⸗ legenheit habe er abermals 3 Marlk dem Ange. klagten geben müssen. Erst gegen Tagesanbruch habe er auf der Schweigermülhle bei Hornbach einer Zufluchtsort gefunden F Die Geschworenen ver— Feindien die Frage auf Raub bezw. räuherische Er pressung, bejahten dagegen die Frage nach einfacher Erpressung. Der Angeklagte wurde zu einer Ge⸗ faͤngnißstrafe von einem Jahre veruttbeilt.“ — KRaiserslautkern, 9. Juni. Ihre Majestät die Kaiserin Augusta hat dem Bau einer kathol. Kirche hierselbst wiederum ihre Sympathie bewiesen, indem sie 300 M. für Loose der Kirchen— bau⸗Lotterit übersenden ließ. — Speyer, 9. Juni. Grodkrieg. Heute früh langte auf dem hiesigen Wochenmarkte Backer Seel von Dürkheim init einem Wagen voll vier⸗ und sechspfünder Kornbrod an. Ersteres wurde zu 42, letzteres zu 57 Pf. verkauft. Als die „Freie Vereinigung“ Kenniniß hiervon erhielt, wurden sofort einige Mitglieder deordert, eine Ver⸗ taufsstelle auf dem Markte aufzujschlagen und ihr Brod noch billiger als Bader Seel, ja unter dem Seibsitostenpreise, zu verlaufen. Alsbald entwidelte fich ein foͤrmlicher Streit, und die hiesigen-Bäcker perkauften ihr vierpfünder Kornbros, das im Laden 54 Pf. kostet, zu 30 und 35 Pf.“ In dieses Treiben legte sich schließlich die Polizei, welche das Brod nachwog' und wegen Mindertgewicht einige Laibe auf beiden Seiten der Verkaufenden konfis citte. Dieses höchst traurige Schouspiel der Kon⸗ urrenz wollen die hiesigen Bäcker weiter fortsetzen, o iange ein auswättiger Bäcker es wagen sollte, vrod hier auf dem Markt zu verkaufen. Die „Freie Vereinigung“ vergütet ihren Mitgliedern die Differenz der Mindereiinahme bis zum Seldst⸗ tostenpreise. Weiter ist mitzutheilen, daß einige Maänner mit dem Gedanken umgehen, zur Erricht⸗ ing einer Aktien ⸗Bäcktrei die Hand zu bieten und die nothigen Gelder dafür herzugeben. — Frantenthal, 9. Juni. In der heu⸗ tigen Strafkammersitzung des kgl. Landge⸗ richts wurden Wilhelm Gehrhold, alias Falstaff Schuhmacher aus Oberelzungen (Württemberg), zu etzt in Ludwigshafen, und Emil Wilhelm Weimer, Hetallarbeiter in Ludwigshafen, für überführt er— lärt der gemeinschaftlichen Verbreitung sozialdemo⸗ ratischer Druckschriften, verübt im Sinne der 88 II, 12 und 19 des Sozialistengesetzes vom 21. DOttober 1878; ersterer, der beim Beginn der Unter— inchung in die Schweiz geflüchtet, und dorten aber ausgewiesen, nach seiner Heimath zurückkehren mußte und vor 3—24 Monaten verhaftet wurde, exhält eine Gefängnißstrafe von 1 Monat, welch jedoch durch die Uniersuchungshaft für verbüß! erklart wird, während der weniger gravirte Weimer in eine Geldstrafe von 100 Mark bezw. 10 Tage Befängniß verfällt wird — die Gerichtskosten haben zride unter solidarischer Haft zu tragen. — Die Berhandlung über dirsen Fall legt Zeugniß ab ür die treffliche Organisation der Sozialdemokratie, die mit schlauer Raffinerie alles aufbietet, trotz uler Ueberwachung ihre Zwecke zu erreichen und »em ihr verhaßten Sozialistengesetze ein Schnippchen zu schlagen, auch hiefur weder Zeit noch Geld in Anschlag bringt. So gelangten diese Druchschriften —der in Zuͤrich als Parteiorgan erscheinende, in Deutschland streng verbotene „Soziaidemokrat“ — zon dort aus via Sigmaringen, in zwei Kisten zerpackt und als Porzellan deklarirt an einen Spe— iteur in Wornis unter Fingirter Adresse (Emil Braun in Ludwigshafen — existirt micht). wurden hoct von Gehrhoid im Namen Bräunus uͤnd legiti— nirt durch ein Duplikat des Frachtbriefes in Em »fang genommen, per Dampfboot nach Ludwigs⸗ jafen verbracht und dorten unter Beihilse Weimers dei Wirth Lydie in Sicherheit gebracht und weiter derbreitet. Vier Wochen darauf wurden in ähn icher Weise zwei Kisten mit ähnlichem Inhalt von Zürich aus über Konstanz als Seife nach Worni⸗— Jesendet, dort aber von der Polizei, die davon Wind bekommen, beschlagnahmt. Diese zweit Sendung führte zur Entdeckuna der beiden Ange laqten. J Vermischtes. Saarbrücken, 8. Juni. Am Sonntag den 21. Juni, nachmittags halb 4 Uhr, findet die Hruadsteinlegung zur hiesigen neuen katholischen dirche durch den Herrn Bischof Dr. Korum von Trier statt. Tags vorher ist Firmung. F Burbach, 8. Juni. Die Dummen verden noch lange nicht alle.“ Daß dieses drastische Sprichwort auch auf unser liebes Burbach seine volle Anwendung findet, beweist fol⸗— gzender ergötzliche Fall: Vor einigen Tagen wurde zämlich unser Städtchen durch die Anwesenheit einer weissagenden Sibille beglückt, welche ihr Misterium auf der „Hohl' in einer Scheune auf geschlagen hatte. Kaum war dieses glückherheißende Freianiß unseren wißbegierigen Damen bekannt, als auch die ganze Nachbarschaft in eine fieberhan Aufregung gerieth. Trotz der bereits vorgerüd, Abendstunde pilgerten ganze Schaaren un Frauen und Mädchen dahin, die von Begien brannten, einen Lichtblick in ihre von —** Schleier verhüllte Zukunft zu werfen. Manch bon der Schicht heimkehrende Gatte suchte an diesew Abend vergebens im ganzen Hause nach seine theuren Ehehälfte, und ahnte nicht im geringfien daß er in diesem Augenblicke den Gegenstand in⸗ Dratelspruches bildete. Welch ergiebiges Feld 9 Glückssee hier fand, beweist der Umstand. daß ßg an dem betreffenden Abend das hübsche Sümmchen von über 20 Mark vereinnahmte, ausschließlich d an Zahlungsstatt geopferten Eier, Kaäse u. J. g Auch soll unsere Polizei nach Bekanntwerden dies⸗ mysteriosen Ereignisses eine große Neugierde ent. wickelt haben, und als fie sich eben anschickte, dieser Glücks spenderin einen Besuch abzustatten, war die selbe leider spurlos verschwunden. An verbrannte Kartoffeln und übergelaufener Milch soll es, wi man hört, an diesem Abend nicht auf der „Hohl⸗ gefehlt haben: Da sage noch einer, daß die Dummen bald alle werden! (M. B. 3) F Malstatt-Burbach, 9. Juni. Gestern Abend wurde in einer hiesigen Dunggrube di Leiche des seit mehreren Tagen vermißten 2j ährn gen Kindes eines im hiesigen Saarhafeu hal— tenden Schiffers, welchet bereits abgefahren ist, auf gefunden. Auf welche Weise das Kind dorthin kam und seinen Tod fand, muß erst die bereits amtlich eingeleitete Untersuchung ergeben. Di Vermuthung, daß die neulich hier durchgezogenen Zigeuner dasselbe mitgenommen hötten. war somi falsch. F Gerbesserung in der Konstruk— tion der Maschinen⸗Fundamente. Maschinen⸗ Fundamente aus Quadersteinen oder Lementbooten haben bekanntlich den Nachtheil, daß ie zu starr sind. Die durch die Bewegnung der VBlaschinen hervorgerufenen Vibrationen erregen au' em starren; Auflager eine Reaktion, wodurch ihrt aachtheilige Wirkung ñnoch erhöht und der ruhige anfte Gang einer Maschine sehr beeinträchtig wird. Diesem Uebelstande abzuhelfen, ist mar nach den „Ind. Blätt.“ schon längft auf der Gedanken gekommen, statt der genannten Materialien einen Asphaltbeton, bestehend aus Asphalt, Kiet und Steinschlag, anzuwenden. Mehrjahrige Ver— juche hierüber haben äußerst befriedigende Resultate ergeben, und es hat sich gezeigt, daß das aus As phaltbeton bestehende Fundament einer 60pferdigen Dampfmaschine nach 20jährigen kontinuierlichem Betrieb nicht die geringste Formveränderung erlitter jat, obschon die umgebende Lufto je nach de Jahreszeit. einem großen Temperaturwechsel aus gesetzt war. Außer einer sehr großen Feftiglei hesitzt solcher Asphaitbeton eine gewisse Elasticität durch welche die Stöße der Maschinen vollkommer absorbiert und weitere Erschütterungen des Boden⸗ zänzlich vdermieden wurden. Dieser auf Erfahrung deruhenden Vorzüge wegen dürfte sich Asphaltveton nicht nur als Fundament für Dampfmaichinen ondern auch für Arbeitsmaschinen jeder Art em ofehlen, da hiermit an Unterhaltungs— und Repo raturkosten bedeutende Ersparnisse erzielt werden können, welche die bloß unerheblich größeren An— lagekosten mehr als reichlich aufwiegen. . Memminjen, 9. Juni. Ein großes Un. zlück ereignete sich gestern Nachmittag auf dem au der Sägemühle in Unter-Reichau gelegenen. de fürstlich Fugger'schen Standesherrschaft gehörige Weiher. Eine Anzahl Madchen belustigte sich wpe dem Baden in diesem Wasser mit Floßfahren. De⸗ defekte morsche Fahrzeug neigte sich plötzlich g eine Seite und die Mädchen ftürzten in den Welte und zwar an einer Stelle, welche sehr tief n morastig ist. Drei von denselben ertranken, wahren die uͤbrigen mit knapper Roth das Nfer erteichten Parins, 10. Juni. Der groie Schaen strike dahier ist· in Folge Nachgebens der Arbeite als beendigt anzusehen. VJ München, 8. Juni. Der „Bayer. srtic chreibt: Es dürfte für diele von Interesse sein — erfahren, daß z. B. der Bräumeister einer roberen Pridalbrauerei“ zährlich 15, 000 M. uene Gchait beyieht, 8000. M Chustgeschent erhat un nus dem Verkauf des sog. Zeug Hef⸗ o v Hopfensack ꝛc. zum mindesten ebenfalls 20, ** Alost, so daß sich sein jährliches Einkommen Mark 40.000 beläduft (2. s Frankfur * Mittel gegen 8 b 8. Juni pe ein hiesiget 8 wondien Ein drasti⸗ aten hemerkte d eker an. in de ang von n r n letien Spirituosen er alle M seit Mo⸗ normen Absaß gar ni n und Maßen st xxn Einfall. inte nicht erklat * tounte sich arken arken und sof al mehrere en. Er tkam den smi fort wirt rere Flaschen an auf ng mittel zu fülle irkenden B n mit ei nden waren n. und si rech · und α ad zwei Di iehe da, i bführ⸗ entdeckt iebe, bei u in weni diebstahl 9 Dieselben i ihm in 8 mlassen. wiurden Inpe au 8 bertzo J nfolge dessen ihren ee burac Dem soiori e Rieseneiche Umgegend mn Messin zu Folg Aubikmeter J n 4,30 — —8 Folge ubar jein RAsgcꝛæ che —Rt mburg Eiche zur e fügt das gie ge, und aben sstellunz —8 5 ede de Dem Zimmerges n ene og er Arbeit ein n Do geschicki in git 8000 —8 de mann floge jeine Arbeiter d. dei der uge. Sein zuf nchen Be versichert. zuricer * m bemerkt henoins F ls der ber schaft ihle, er A er ween wurde nn aus hailung noch nich linik en derdlten beinem in e sene Sonn oegen geber eine Qui F e it n een ine denung Dpiu stellte haft haben unr der Versich auf alle e alllen sich in d e verzichte ry“ an die quieklich mußt d Thar wied ach einigen M esell anspruchte e as Auge — donaten on der Züri I 8 ee o Wrein und — Q sicherungs erter — Nun ot ihm dire G pon 05 en dye * ihigkeit ssgleiche ver esellschaft noch .Auf e lebens⸗ der wies den vrne ooo m heute Mm Klage zergleichssumm e ark. k— zum — an —* — wericht nerkt e, daß 8 t innerhalb 88 w pe eine n dessen eme seinem b en hat noachtichtigt srat. abnehme, —— als er 76GEine'n e. sondern die Geseuschaf werde — zees u deree inem denachba erichtet das Ans Si onaten. niuen Satte len Dyrp —* be vun be Perso eine Abzwei von der soge dug ien 3 * r von — wicht Aasdesp ie man de früh einde W geh en deren ry nu besi iigerin soh ach Palasti die ur Vertheil tzen. wor soll ein R astina u —** 8 unter VJ Wen —83 9* Familie mi Untet e schon Atonid 3 g sieben Dpern, —58 Theil 800 u. angebli m. sowie ei i n —E iter — * — eine 7 r Güterzug hnhof bei R ritus) ge ae e en sie ummelsburg tiethen auf Brand.⸗ S bisher noch befördert w während enden weu — — er Nähe zen vom 3 ie Ba jachen igen 8 ree dor in nsne hin 9 Zuges uaie ihn * nuen. erg herbei e die freiwi Ip den 8 o ——— qhe Ae Fenn, e —— u de dnar ienen. gein Raub e eiserne u⸗ wur⸗ die 8* n Ape ue Tonnen· rliege verbo x. Wa en. So enden Spiritus izschwelien w ein großer wurden entzün urden Theit de a hau det von de r aigte sich nen, 9.3 J mbrem curspiel ns ein hi uni. K —2 Bei ag noch urz nach 10 u berkin Widdose * ani * un mmen ganz bed der ewitte —— zte, und eine ensione ei e e he biae dicken Dey auge · 9 der wo Fe an Rarichsa etöse Nahe w uer aus geb denommen sune inen gehört hab aren wo rochen sei wurde, großarti eu. Di ollen ein n. Leut di rtigen Ei ie gan ein furch J ewinne ie Krup indruck. ze Erscheinun tbares ing, an immer pschen W g machte — dee e xu Efs du dah ermehrun mhee A lihe 084, welche 1860 g des MWrbei Sdehn · dkhoben uie fn sie * iter · Per⸗ beträgt. t J während un Jahre 1764 Zählt man di sie nu O auf nan di nmeh n e Frauen u *— über nd Kinder, J deren Lebensunterhalt von dem Etablissement abhängt, zazu, so ergibt sich eine Arbeiter⸗Bevölkerung von nicht oeniger als 65,381 Koöopfen, bon welchen gegen 29,000 in den Haäusern leben, welche zu den Werken gehören. Die verschiedenen Abtheilungen »es Kruppschen Unternehmens sind acht an der Zahl und begreifen in sich: die Werkstätten zu kEssen, drei Steinkohlen⸗Gruben zu Essen und Bochum, 547 Eisen⸗Gruben in Deutschland, Minen im nördlichen Spanien in der Nähe von Bilbao, die Schmelzöfen, ein Veirsuchs-Platz zu Meppen für Erprobung von Geschützen nebst verschiedenen anderen Plätzen. Der Schmelz;Oefen sind Uh, der Puddel und Heizöfen 1542, der Dampfkefsel 439 und der Dampfmaschinen 450 mit 185,000 Bferdestärken. Zu Essen allein nehmen die Werke nebst dem Eisenbahn⸗Betriebe 59 Km. Eisenbahn⸗ Heleise mit 88 Lokomotiven, 893. Wagen.-69 ferden, 191 Draisinen, 65 K Telegraphen⸗Leitung, 35 Telegraphen-Stationen und 55 Morsesche Apparate in Anspruch.. I FKreuznach, 10. Juni. Die auf der ẽbernburg unter dem Vorsitz des Herrn Landrats Agricola von hier stattgehabte erste/ Sitzung des dorlaufigen Komites für die Errichtung eines Hutten⸗ und Sickingen Denkmals hat die Ange- legenheit vereits in so fern wesentlich gefördet, als »er Besitzer der Eberndurg sich bereit erllärte, den Platz für das Denkmal, sowie den Weg zu demselden »em Komite für ewige Zeiten abzutreten. Die kutscheidung der Frage, ob das. Dentmal aus Marmor oder Bronze herzustellen, glaubte das tomite dem nunmehr zu gründenden größeren Ko⸗ nite überlassen zu müssen, ebenso wie dieses auch »en Platz auf der Ebernburg auswählen und die onstigen Bestimmungen betreffs der Ausführung »es Planes treffen soll. Unter Zuziehung einiger für des größere Komite in Aussicht genommener Herren darunter Herr Geh. Kommerzienrat Stumm in Neunkirchen, der Besitzer der Burg Sickingen wo Sickingen begraben liegt) soll am Samstag. den 20. ds, abermals eine Sitzung auf der Ebern⸗ »urg stattfinden, behufs Wahl der auswärtigen tomitemitgliedet. 2 7 7F, Kreuznach, 10. Juni. Für das Hutten⸗ ind Sickingen⸗Dentmal sind Herrn Pfarrer Schnee⸗ zans in Wünster a. St, dem K. Täabl. zufolge von inem Ungenannten bereitss 100 Mt. übecsandt porden. ——— 7TGummersbach, 7. Juni. Gestern Nach⸗ nittag gegn 5 Uhr wurde unser Ort und die ganze Hegend während eines heftigen Gewitters durch inen furchtharen Knall erschreckt; Fenster und Thüren sprangen auf. Bald nachher traf die tele⸗ zraphische Meldung ein, daß ein Pulverschuppen in er Nähe des ungefähr eine Stunde von hier ent⸗ ernten Dorfes Hülsenbusch in die Luft geflogen var. Die Vewüstungen waren entsetztich. Von »em Gebäude war keine Spur mehr zu sehen. Aufgewühlte Erde, entwurzelte und zerbrochene Bäume bezeichnen die Stelle und gewähren einen raurigen Anblick. Noch in weiterer Umgegend ist der Boden mit Laub und Zweigen bedeckt; schwere Steine und Holzbalkenwaren moch.- in —größerer Sntfernung zu finden. In dem Dorfe Hülsendusch und den Höfen Birnbaum und Apfelbaum,' Rodt ind Umgegend sind viele Gebäude beschädigt. An der Kirche zu Hülsenbusch sind alle Fensterscheiben ertrümmert. das Schulhaus und mehrere andere hehäude haben außer den Fenstern auch Theile vom dachwerk verloren; selbst in tiefer gelegenen ge⸗ voͤlbten Kellein hatte der Luftdruct alles durch ein⸗ inander geworfen. Ungefähr 12 Menschen sind nehr oder weniger verletzt; umgekommen ist niemand. Siegen, 8. Juni. In öffentlicher Sitzung bderieth die Handelsktammer für den Kreis Siegen eine Eingabe an den Fürsten Bismarck, in welcher die Nothlage des Bergbaues im Bezirk Siegen und in Lahn⸗Dillebezirk geschildett und Abhülfe erbeten vird. — FBremen, 10. Junit Heute ist vom deut⸗ cchen Gastwirthstag in Bremen die Abhaltung einer deurschen Weinausstellung verbunden mit rhampagner, Aepfelwein und den in das Fach allenden Utensilien in Fraukfurt a. M. beschlojssen vorden. Dieselbe soll Ende September 1886 tattfinden. (Teercement.) Ingenieur Wildhagen jat aus Holzstoff, Steinkohlenteer, Lehm und Wasser eine teigartige Mischung unter dem Namen Teercement hergestellt, welcher, wie Mörtel, kalt ugewandt wird und nach dem Treocknen eine feste, nicht klebrige, aber biegsame, in Wasser unlösliche Masse darstellt, die nicht nür an Holz, sondern auch an Mauerwerk gut haftet, in Füssern versend⸗ zar ist, monatelang gedrauchsfähig bleibt und namentlich als Dachbedeckung ähnlich dem sog. holzcement sich gut derwenden läßt, ferner aber zuch zu Isolierschichten, zu Abdeckungen von Mauer ⸗ werk, Gewolben, Brücken. wo sie gleichzeitig gegen indringende Feuchtigteit schützt, sowie zum Trocken⸗ egen feuchter Wande henutzt werden kann. Dicses Fabritat ist von den Herren Friedr. Baubel und Sohn. Dachdeckermeister in Halberstadt zu beziehen. r Die Avbeuteuerin Karoline Riglenck bor Steinrigl! Eteiermarh), welche sich in Altstetten nonatelang als Dr. Maier aufgeführt und sich mit ꝛeinem dortigen Mädchen, aus angesehener Familie »erlobt hatte, war, wie aus Zürich gemelder wird, in eine Irrenanstalt versetzt worden, weil sie sich für blödsinnig ausgab. Kurz bevor sie ins Ge— ängniß zurücktransportirt werden iollte — denn hre Verstellung hatte man bald erkannt — wollte ie sich flüchten; eine Wärterin, die sie daran hin⸗ dern wollte, wurde von ihr fast erwürgt. Zu zechter Zeit kam. noch Hilfe. um die Wärterin zu etten und die Flüchtige festzuhalten. Das Mäd⸗ hen (es ist hoch gewachsen'und hat einen Kraus— opf) übt, wie es Alle betonen, die sie länger haben deobachten können, einen merkwürdigen, fast dämo— nischen Einfluß auf ihre weibliche Umgebung aus, so daß die „Braut“ von ihr nicht lassen will. F, Paris, I1. Juni. Nachtichten aus Thiers zufolge sind bei dem Einsturz der Treppe des Justizpalastes 24 Personen getödtet und 164 Per- onen verwundet worden; unter letzteren befiuden. ich vierzehn Schwerverwundrete. Das Ende eines Liebesromans pielte sich vor einigen Tagen vor dem Pariser Zuchtpolizeigericht ab. Hert Charles Kassemberg st Ingenieut und stammt aus Polen. In Warschau, wvohin ihn seine Eltern gesendet, um das Wesen der Elektricität zu studiren, wurde er selber von der Schönheit einer jungen Daine, die sich Mathilde Bulminska nannte, so elettrisirt, daß er den Weg zu den Hörsälen nicht mehr finden konnte. Nun⸗ mehr legten sich die Eltern ins Mittel und sandien den jungen Manu nach Paris, damit er hier statt olnischer franzoösische Elektriciiät studire. Alte Liebe rostet belanntlich nicht. Und so kam es, daß anser Jüngling sofort nach jeinem Eintreffen in Paris jeiner Dulcinea das noihwendige Geld zur Reise nach dem Seine-Babel jandte. Hier aber kam es zu Zwistigkeiten. Die Dame wurde eiferfüchtig, nach hefligen Scenen kam eszum Vergleiche und die Polin entschloß sich ‚nach Warschau wieder surückzukehren. Am Tage vor ihrer Abreise ersuchte ie Herr Kassemberg, der in Folge einer Ver— kaltung das Bett hüten mußte, ihm ein wenig Thee zu bereiten. Die junge Dame brachte ihm' soforf ein Gefäß mit dunkler Flüssigkeit, weiches angeblich einen heilsamen Thee enthalten sollte. Um ihn zum Trinken zu animiren, berührte sie selber das Gefaß nit den Lippen, hütete sich aber wohl zu trinken. Herr Kassemberg weigert sich und scine Gefährtin will ihu mit sanfter Geralt veranlassen, das ver⸗ dächtige Getränk einzunehmen. Durch Ungeschick⸗ lichkeit verschüttet sie jedoch einen Theil der Flüssig⸗ keit.Einige Tropfen spritzten dem Patienlen ins Gesicht und der brennende Schmerz belehrt ihn, daß der Thee eigentlich Vurioͤt war. Das Zucht. polizeigericht, das sich nunmehr mit der Sache be⸗ jaßzte, verxururtheilte in contumaciam die Polin zu acht Monaten Gefängniß. ' Peterzburg, 7. Juni. Ein schrecklicher Eisenbahnunfafl ereignete sich vorgestern unweit der Station Rischfila. Von verbrecherischer Hand war eine Eifenstange; quer über die Schienen gelegkf welche die Entgleisung eines Zuges herbeiführie. 10 Passagiere wurden getödtet, 70 verwundet. Mehrere schrecklich Verstümmelte, darunter der Heizer, tarben schon nach wenigen Stunden. Mauver. nuthet, daß es sich um ein Raubattentat handelt, venn unmittetbar nach der Katastrophe wurden“ don einer Räuberbande die Koffer der Reisenden wegge⸗ chleppt, selbst die der Ueberlebenden, die in ihrem ersten Schrecken keinen Widerstand zu leisten ver— nochten. F Nachdem das Projett des Tunnels zwischen Calais und Dover aufgegeben werden mußte, augt ein neuer kühner Plan auf. Diesmal handelt ⸗ sich um die unterseeische Verbindung von Eng⸗ and und Irland. Projektirt ist ein Tunnel Port · batrick⸗ (Schottland) Donaghadel (Irland). die dange des Tunnels würde 2120 englische Meilen ein. der Meeresgrund ist an der betreffenden tiefsten Stelle 780 Fuß nef. Der Kongreß für Schifffahrt, jer eben in Brüssel stattfindet, hat sich mit der achwissenschaftlichen Seite des Planes beschäftigt. JGMilitärisches Rechen⸗-Exempel) Aus der Kompagnicschule. Unteroffizier: „Nee es st zum Tollwerden mit Euch Leuten, daß Ihr ioch immer nicht das Dwidiren erfaßt habt und die paar lumpigen Kunstausdrücke stets verwechselt. Na, ich will doch mal die Geschichte Euch an ein zraltisches Beispiel lernen! Angenommen z. B. ch gebe Schulzen eine derbe Ohrfeige, so daß ihm einige Zähne rausfliegen, so bin ich derjenige, der die Zahnreihe getheilt hat. der Divisor, und Schulze dem die Zahne getheilt wurden, der Dividend. Schulzens rausgeschlagene Zahne sind der Quotient uind das nachlaufende Blut von Schulzen der Rest. — Verstanden ?“ Marktberichte. w e Fusheina, 321. Juni. (Biktualienmarkt.) Butter der:/ Kils 1M. 20 Pf. Eier per Dutzzend 60 Pf. Zibae pe Hundert 830 Pf., Kartoffeln per 80 Kilo 0 Zweitdlucken, 11. Juni. (Fruchtmittelpreis und Vit ualienniartt.) Weizen 9 M. 76 Pf.Korn 8M. 14 95 Berste zweire ihige O M. — Pf. vierreihige 0 M:. — Pf. Spelz õ M. — Pf., Spelziern — M. — Vf., Dinkel — M. — Pf. Mischfruhht8 M. 87 Pf. Hafer 7 M 50 Pf. Erbsen O M. — Pf. Wicen O0 M. — Pf., deu 8 M. — Pf., Stroh JQual. 2 M. 40 Pf. II. Qual. J M. 80 Pf., Kartofseln 2 M-Pf., Weißbrod 12/2 Kilo 53 Pf. Kornbrod 8 Kilo 65 Pf., Gemischtbrod 8 Kilo 20 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pyf., Rin dfleisch J. Qual. 30 Pf. iI. Qual 56 Pf., Kolbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf, Schweinefleisch 86 Pf., Wein ! Liter 80 Pf, Bier J Liter 24 Pf, Butter Kilogr. O M. 95 Pf. Homburg, 10. Juni. (Fruchtmittelpreis und Vikiua⸗ ienmarkt. Weitzen 9 M. 54 Pf., Korn 8M. 30 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M. — Pf., Gerste dreihige O M. — Pf., Gerste Areihige O M. — pf. hafer 7 M. 79 Pf. Mischfrucht 8 M. 60 Pf., Erbser — M. — Pf. Wicken — M. — Pf., Bohnen 0 M. — Vf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund a8 Pfl, Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pfr, Ochsenfleisch Vf. IAnneag, den 14. Junt zu Oberwurzbach hat der UÜnterzeich! nete sein XXEÆREQEXCCEDDOVCLXXIXI und Kraftimanehine nufgeschlagen und ladet zu fleißigem Besuche höfl. ein. NKolulb. Nin dfleisch 80 Pf. Kalbfleisch bo Pf. Hammelßeisch e he, startoffeln per Zentner J M. 80 Vf. „Kaiserslantern, 9. Juni (SFrugtmittelpreis u. Viktualienmarkt.) Weizen 9 Mk. 68 Pf., Korneg 3 60 Pf. Spelzlern — M. — Pf., Spelz 6 M.6 9/ Berste O M. — Bf., Hafer 7 M. 77 Pf. Erbsen d 3 — Pf. Wicken O M. — f., Linsen — M. — pf, au samen — M. — Rf., Schwarzbrod 6 Pfund 70 * z Pfd. 35 Pf., Gemischtbrod 8 Vfund 40 Pf., Buter * Pfd. O M. 90 Pf., Eier per Dzd. 60 Pf. Kartoffeln —* Jentner 2 M. — Pf., Stroh . Qual. 2 M. 75 F 1I. Qual. 2 M. 25 Pf. Heu pro Ctr. 83.M. — gy dUeeheu 0 M. — Mf. Sur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demez. — Birkweiler (Pfalp. Geehrter Herr! Im Interesse der leidenden Mensa heit halie ich es für meine Pflicht, zu veröffentlichen, * aur die allein ächten Apotheler R. Brandt'jchen Echweien pillen (erhältlich a M. 1 in den Apothelken) nach Gebram von zwei Schachteln mich von meinem langjahrigen Ragen leibden befreiten. Ergebenst Frau Schuhmacher. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel alt Etiquen ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namenta R. Brandt's trägt. Freiwillig gerichtliche Versteigerung. ser. ntag, den 14. d. Mts. Abends 8 Uhr CONCER Montag, den 29. Juni naãchsthin, Vormittags 9 Uhr zu kanet⸗Ingbert, in der Wirthschaft von Bürgermeister Heinrich— wird auf Grund homologirten Fa⸗ nilienrathe beschlusses des k. Amisge⸗ richts St. Ingbert vom 1. Juni letzt⸗ jin des evidenten Nußzens halber ufentlich in Eigenthum versteigert: Steuergemeinde Sankt⸗Ingbert: Aus Plan Nr. 28454: 1a 90 pw Flache mit Wohnhans und hofraum und Plan Nr. 28450: jI0 a 80 qm Garten und Acker, tin Ganzes, gelegen auf der Meß, eine Flaͤche von vierzehn Ar zweiundreißig Quadratmeter »om Garten und Ackerland, vie solche abgestedt ist. Eigenihümer sindd: .Margaretha Buser, Witiwe n Andbreas Betz; II. deren Zinder, als: 1. Elisabetha Betz, zewerblose Ehefrau von Peter Jung, ßolizeidiener; 2. Maria Betz, edig. minderjährig, gewerdlos. welche hre genannte Mutter zur Haupwor · nunderin und den Peter Betz, pen⸗ jonirter Schmelzarbeiter zum Neben⸗ ‚ormund hat; — alle in Sancit⸗Ing⸗ vert wohnhaft. Sanci⸗Ingbert, den 11. Juni 1885. Nemmer, k. Notar. odes Violinisten B. Neuheibenl »uter freundl. Mitwirkung sehr geschätzter Musikkräfte. Entrée Peraon 758 Pfsæ. Goesucht. 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Der ausfuhrliche Zeitungslatalog pro 1838 steht jeden In⸗ renten auf Wunsch aratis und frauecs zur Verfüquna. —8 Im Verlag von Greßner & Schra mm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslande zu bezichen: Die Klasstkker der Bhilosophie. —* — — — — Vaen der 77 n grieczisthen Jenkern bis auf die Gegeunart Eine gemeinfaßliche hiftorische Darstellung ihrer Weltanschauung nebl einer Auswabl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Portrats der bedeutendsten —AXEE 1: .Dus Aiterihum“, ca. 16 Lieferungen, erscheint in rascher Reihenfolge. Rreiz der Lieferung 50 Pfennig. Frachtbriefe für gewöͤhnliches Gut Gilgut Rechnungen »z3n 44 8 Gebrauch J. x. Demes ind stets vorrüthie in der — Dt. Inaberter Anzeigers. I Siezu fur unsere Bost⸗Avbonnenten Illus rirte⸗ — — — Druck und Verlaga von F. X. Demeß in St. Inabert ʒ1. Jugherter Amzeiger. 0 e — Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. St. Iugberrer Anzeiger“ erscheint wochenilich fuufmalz Am Montag, Diencc ag, —nuerstag, irastas und Sonutag; 2mal woqhentlich mit Unterhauunga· sun und Sonntagt mi Bfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 M sd A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.24 78 A, einschlitßuc 24 gustelunabgebuhr. Die Eiuruckungsgebuhr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 13 K. Neclamen 30 8. XEEEXX dreimalige berechnet. —A — Sonntag, 14. Juni 1888.— 20. Jahrg. —— Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Muͤnchen, 10. Juni. Zur Innungsbeweg⸗ ng machte dieser Tage der Abdruck eines von der Schles. Ztg.“ gebrachten Artikels im „Reichsan⸗ eiger“ Aufsehen, der sich entschieden gegen die wangsinnung ausspricht. Nicht minder Beachtung Adient, daß die von den Berliner Innungsvor⸗ anden für den am 15. und 16. in Berlin statt⸗ adenden Deutschen Innungstag geftellten Anträge uf Zentralisirung der Leitung der Innungen in mem Reichssinnungßsamte, Innungsverbänden ꝛc., itens des bayerischen Handwerlerbundes entschieden zerden abgelehnt werden. Prasident Karl Billing zt schon heute im Bundesorgan auseinander, daß eue Institutionen kaum etwas anderes werden uͤtften, als gewerbliche Polizeibehörden, daß in hnen eine die Autonomie der Innungen bedrohende ind ihre Spezialitäten vernichtende Gewalt zu er⸗ licken sa. — 8 Berliu,“ 12. Juni. Der Kaiser besuchte sestern zum ersten Male nach seiner Kranlkheit die drer. Lokale und pfalzische Nachrichten. — Aus der Pfalz. Aus Anlaß der vom 85 Juni bia einschließlich 830. September d. J. n Nuͤrnberg stattfindenden internationalen Aus— tellung von Lirbeiten aus edlen Metallen und Legirungen werden vom 8. Ifd. Mis. an auf den jalzischen Stationen Frankenthal, Germersheim, daiserslautern, Landau, Ludwigshafen a. Rh., deustadt, Speyer und Zweibrücken Metourbillete zach Nurnberg init 14tägiger Giltigkeit ausgegeben. - Zweibrücken, 10. Juni. Verhandlung gen Ludwig Liedy, 23 Jahre alt, Schuster on Iggelheim, wegen Meineid. Vertreter der k. „taatsbehorde: Ht. Staatsanwalt Wildt; Ver⸗ zeidiger: Hr. Rechtsanwalt Schmidt. dbe Der Maurer Ludwig Diehl von Iggelheim ouide im Januar Ifd. Irs. beschuldigt. dem Wirth hotnbach don da in der Nacht vom 15. bis 16. anuar eine Fensterscheibe eingeworfen zu haben. Jur Feststellung dieser Thatsache wurde auch der eutige Angellagte alz Jeuge vernommen. Derselbe igte sowohl vor dem . Oderamisrichter als auch xi seiner Vernehmung vor dem Schoffengericht zu udwigshafen aus, daß Diehl das Fenster nicht ingeschlagen habe, da dieser zur fraglichen Zeit —DDDD Hauses sewesen. wähtend dies von den andern Zeugen eltritten wurde. Diehl wurde übrigens troß dieser intlastung seitens des Angellagten wegen Sachbe⸗ hadigung zu 14 Tagen Gefängniß veruriheilt. —X Berufung gegen dieses Urtheil ein und n der Berufungsverhandiung gestand nun der An⸗ neklagte ein, zu Gunsten Diehl's die Unwahrheit esagi zu haben. Auf Grund dieses Gestaͤndnisses xhob der i. Staatsanwalt nun Anklage gegen ihn gen Verbrechens des Meineids gemäß 88 154 nd 158 des R.St. G. Zu seiner Entschuldigung ihrt heute der Angeklagie seine döllige Trunten- w an, die es ihm unmoglich gemacht habe. den organg genau wahrzunehmen, während der k. taatsanwalt aufstellie, daß der Angeklagte bei Er verschiedenen Vernehmungen wider besseres Aen falsche Angaben und fich somit eines Mein ⸗ c schuldig gemacht habe. Die Vatheidigun⸗ —XR Anselttietee dra Mahrnrn der Geschworenen erkannte der Gerichtshof auf! Befängnißstrafe in der Höhe von einem Jahre. — Kaiserslautfern, 10. Juni. Eine ufregende Scene spielte sich gestern Nachmittag in er Rähe der Orth'schen Fabrik ab. An der dort jelegenen Brüde saßen spielend drei Knaben; der ine davon der Sohn des Herrn Schnitßz, die beiden indern Söhne des Herrn Maurer Maier, als fich in mit einem Pfuhifasse beladener Wagen nahte, dessen Fuhrmann wohl geschlafen haben muß, denn loözlich trat das Pferd in die keine Gefahr ahnen⸗ )»en Knaben und in einem Nu lagen dieselben owie der wohl jetzt erwachende Fuhrmann und Pferd und Wagen in der Lauter und gelang es zur mit großer Anstrengung der dort in der Nähe vohnenden Leute, die Kinder, den Fuhrmann, das Pferd und den˖ Wagen aus dem Wasser zu be—⸗ ommen. Der Knabe des Herrn Schnitß kam mit »em Schrecken davon, während die Maier'schen inder nicht unbedeutende Verletzungen davontrugen; as eine davon hatte gestern Äbend, wahrscheinlich zurch den Schreck verursacht, die Sprache noch nicht wiedergefunden. — Kaiserslautern, 11. Juni. Zwei⸗ nal drohte gestern in der Kammgarnspiunerei der Ausbruch von Schadenfeuer, aber der sofortigen nergischen Hilfe der vortrefflich organisirten eigenen zeuerwehr der Fabrik gelang es, in einigen Minuten lets das Feuer im Keime zu erstichen. (Pf. Vztg.) — Landaun, 11. Juni. Als Kuriosum vird uns mitgetheilt, daß einer der zu den Ueb⸗ ingen eingezogenen Landwehrmänner wieder ent⸗ assen werden mußte, weil unter den gesammten Bestanden der hiesigen Garnison weder eine Uni⸗ form noch eine Säbelkoppel gefunden werden konnte, welche im Stande gewesen wäre, die Korperfülle jenes Landwehrmannes zu umschließen. (E.) — Landau, 12. Juni. Bezüglich der in »er Pfalz stattfindenden Herbstmanbver der 4. Division erfährt man ferner, daß außer dem 5. Fhevanxlegersregiment noch das in Si. Avold und fallenberg garnisonirende schleswig⸗ holsteinische dragonertegiment Nr. 13 zu denselben herange⸗ ogen wird. Die der Division zugetheilte Feldar- illerie wird sich dirett vom Lager Lechfeld rach dem Manovergebiet begeben. Die reitende Abiheilung des 2. Feldartillerieregiments wird vom Zechfeld direkt nach Regensburg zu dem Kavallerie- manöver herangezogen. — Neustadt, 11. Juni. Die Besucher des gäckertages werden von der „N. Ztg.“ darauf nufmerkfam gemacht, daß die Firma Herbst & Cie in Halle asS. zwei Stüd patentirte Teig .Theil⸗ naschinen bei dieser Gelegenheit ausstellen und in Thatigkeit zeigen wird; ein Faktum, welches der Mehrzahl der pfalzischen Baͤdermeister neu. und velches deßhalb dieselben sehr interessiren wird. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß bei der Deko⸗ irung des Versammlungssaales die alte Bäcker ihne entfaltet wird; dieseibe trägt die Jahreszahl 785 und es wird somit bei dieser Gelegenheit ihr Oojahriges Jubilaum gefeiert. Schließlich wird och bekannt gegeben, daß Jedermann zu den gleichen rintritispreisen sowohl zu den Verhandlungen, wie zuch zu allen Festlichkeiten Zutritt hat. — Speyer, II1. Juni. Eine gestern dahier orgenommene Haussuchung mit ihren Konsequenzen xregt allgemeines Aufsehen. Der Zuschneider eines der größten Kleider⸗ Konfektionsgeschafte dahier, dessen Frau schon mehrere Male wegen Diebstahls daentt warden und wesche auch naria⸗z Rakr auf der Antlagebank der Franlenihaler Strafkammer Platz genommen und in dieser Richtung in eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten wverfällt wurde. Namens B., der nebenbei gesagt, ein jäahrliches Finkommen von nahezu 4000 M. seit einer Reihe hvon Jahren von seinem Prinzipale bezogen, wurde gestern in Folge der für ihn verhängnißvoll geworde⸗ gen Nachsuchung, trotzdem⸗ sein Kontralt noch Jahre lang zu laufen hätte, entlasfsen. Die hiefige Polizei ist eben eifrig beschäftigt, das Weitere zu besorgen. — Ludwigshafen, 11. Juni. Die pfalzische Handels · und Gewerbekammer ladet auf Mitiwoch den 17. d. M. die sammtlichen Gremien der Pfalz zu einer Plenarversammlung in den Sitz⸗ ungssaal des Stadthauses dahier ein. Auf der Tagesordnung steht die Vorlage des allgemeinen Theiles des Jahresberichtes für 1884 zwecks Ge⸗ rehmigung. Die Vertreter der Gremien von Frankenthal, Kaiserslautern, Kandau, Neustadt, Pirmasens, Speyer und —32 werden er⸗ ucht, sich um O Uhr im Bureau der Kammer einfinden zu wollen, um über einen Antrag Speyer zu berathen, der noch im Jahresbericht Aufnahme finden soll. Der Antrag lautet: „Die pfalzische Handels · und Gewerbekammer erblickt in der Ver⸗ nehrung der Transportwegedurch die Pfalz * eine willkommene Gelegenheit zur Hebung und Foͤrder⸗ ung des Handels und begrüßt daher das Projelt der Herstellung eines oberrheinischen Kanals mit FIreude.“ — Ludwigshafen, 11. Juni. Das neue Anlehen der Stadt Ludwigshafen im Betrage von 350,000 Mk. wurde in der heute Nachmittag tattgehabten Sitzung der Finanzkommiffionder ziesigen Volksbank ubertragen, die das für die Stadt vortheilbafte Offert eingereicht hatte. Vermischtes. 4 Abermals über ein Wasserunglück meldet die Freie Presse“ aus Memmingen unterm 8. Funi: Vorgestern ereignete sich auf dem Weiher an der Sägemühle in Unter⸗Reichau (der furstlich Fugger'schen Hertschaft gehörig) ein schweres Un⸗ Jiüct. Verschiedene junge Mödchen belustigten fich nit Floßfahren, als ploͤtzlich das morsche Floß sich auf die Seite neigte und die Mädchen ins Wasser türzten. Während einige sich an das Ufer retten 'onnten, fanden drei der Mädchen ihren Tod in zem morastigen Wasser, nämlich die 18jährige Tochter des Bürgermeisters Maier, die 14jährige Tochter des Ziegeleibesitzers Demler und ein 14. ahriges Dienstmädchen des Sagmüllers Wucher, ammtlich von Unter⸗Reichau. Regensburg, 8. Juni. Der „Nürnb. Unz.“ läßt sich die wohl mit aller Vorficht aufzu⸗ aiehmende Rachricht mittheilen, der verstorbene Fürst Turn und Taris habe dem Konige von Bahern letzwillig acht Millionen Mark vermacht. Leipzig, 11. Juni. In der hier abge⸗ haltenen Genossenschaftsversammlung des deutschen Zrauerei · und Mälzereigewerbes waren 1438 Stimmen durch 66 Betriebsunternehmer dertreten. Nach dem Statut, dessen Berathung glatt vor sich ing, ist die Genossenschaft in neun Seltionen ge⸗ heilt, worunter Elsaß ˖Lothringen mit dem Sitz in traßburg die erste und Baden und bahyerische Ifalz (Sitz Karlsruhe) die zweite Sektion bilden. zm ersten Rechnungsjahr zahlen die Mitglieder flür ede versicherungspflichtige Person 5 Mark, weil unter den Verwaltungskosten die Zahlung fälliger — . c fF Gießen, 10. Juni. Ein langer Zug deidiragender war es, der gestern Morgen nach 3 Uhr dem verstorbenen Professor Herrn R. v. -chlaginweit vom Sterbehause aus die letzte Ehre zab. Den Zug eröffnete der kathol. Geistliche in⸗ nitten der beiden Pfarrbegleiter, es folgte, dem deichenwagen voraus schreitend, der Hausverwalter der Universität, auf einem Kissen die 16 Orden des Verstorbenen tragend. Unmittelbar hinter dem deichenwagen, dessen Bürde unter den zahlreichen drinzen tlaum sichtbar war, schritten die nächsten Angehörigen: Herr Bezirkgbamtmann Dr. Schlag⸗ intweit aus Zweibrücken, Bruder des Verstorbenen, jowie ein ganz lurz vor der Beerdigung noch ein⸗ etroffener Stiefbruder, der bayer. Rittmeister ist. dem nun folgenden alademischen Lehrkollegium der Universität schlossen sich die Verbindungen der Studenten, Offiziere und ein zahlreiches Trauer⸗ jefolge an. Nach einer ergreifenden Grabrede des imtirenden Geistlichen ergriff der Dekan der philo⸗ ophischen Fakultät, Prof. Dr. Siebeck, das Wort zu einem warmen Nachrufe an den Entseelten. kine große Reihe von wissenschaftlichen und stu⸗ ꝛentischen Vereineß und Korperschaften legtgn am Hrabe Kränze nieder. onnte fich trotz des Verlustes des herzlichen Lachens nicht enthalten. Paris, 10. Juni. Vor dem Schwurge. ichte der Seine beginnt morgen der Prozeß gegen en Uhrmacher Pel von Montreuil. Pel ist b. chuldigt, seine beiden Frauen vergiftet und den dörper der letzten derselben in seinem Ofen ver zrannt zu haben. Außer diesen bewiesenen Gift⸗ norden ist Pel beschuldigt, noch eine Reihe anderer Personen, darunter seine eigene Mutter, vergiflet uu haben,“ doch scheinen dafür keine genligenden leberführungsbeweise vorhanden zu sein. Dat Dotiv dieser Verbrechen scheint gemeine Habgier zewesen zu sein. fKöln, 10. Juni. Komischer Zusammen⸗ ttoß. In der vorigen Woche stieß hier ein wohl⸗ heleibdter Herr mit einer jungen zierlichen Dame, ils sie um die Ecke der Vikloriastraße und Klingel⸗ zütz biegen wollte, so heftig zusammen, daß der Herr hinstürzte, während der Dame ein Korb mit Eiern aus der Hand fiel und zwar so, daß die veißgelbe Flüssigkeit dem dicken Monsieur gerade nuf das röthlich angelaufene Antlitz floß. Selbst⸗ verständlich war der Jubel, der schnell sich an⸗ ammelnden Menge kein geringer, jeibst die Dame Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. * — aununn — ranfo. — WMWeueste ulter! Neueste Muster! Neueste Muster! 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Juli 1888, Nachmitiags 4 Uhr, zu Rohrbach in der Wirihschaft von Jakob Glaser, verden vor Philipp Kemmer, lIgl. b. Notare im Amissitze zu Sankt Ingbert, als hiezu ernannten Versteigerungsbe⸗ amten. gegen 1. Franz Schaar, früher Draht. ieher, jetzi Waldschütz, in Rohrbach wohnhaft, und B. dessen mit seiner derlebien Ehestau Anna Wagner rzeugten Kinder, als: J. Eda Katha⸗ ina, genannt Auna Schaar, ge⸗ verblose Ehefrau von Franz Hart⸗ nann, Bergmann, beisammen in Rohr⸗ zach wohnhaft, und Lehtzteren; 2. Nikolaus Schaar, ledigen, groß⸗ ahrigen Schmelzarbeiter, allda wohn⸗ jaft; 8. Sophie Schaar, 4. Zara, 5. Christian und 6. Franuz Zchaar. diese vier Letzteren noch ninderjahrig und gewerblos, bei u Vater wohnhaft, vertreten durch ʒenselben als Vormund, und Hein ⸗ rich Wagner, Puddler, in St. Ingbert vohnend, als Nebenvormund, — Zchuldner, die folgenden. zu diesem Zwede beschlagnahmten Liegenschaften nfentlich zwangsweisen in Eigenthum ersteigerl, namlich: Steuergemeinde Rohrbach, Besitz Nr. 398. Plan Nr. 8, 1 Fläche, worauf ein Wohnhaus — Haus Nr. 181 — und Hofraum, sowie Plan Nr. 9, 3 à 70 qm Garten im Pfuhlgarten; das Ganze gelegen jm Orte Rohrbach an der Haupt⸗ traße neben dem alten Schul⸗ jause; Plan Nr. 327, 22 a 20 qm Ucker in der obern Spitz neben Peter Greß und Andreas Wahr—⸗ beit; X jetzt dem Herrn Levi Rosen— baum, Rentner in Zweibrücken ind früher dem Philipp, gen. Ferd i⸗ rand Straß von hier angehoͤrigen 2 Wiesenparzellen m Allment, Bann St. Ingbert, sind u verpachten. Näheres bei A. Weher, Notariatsgehilfe. Ein junger, ordentlicher Bursche m Alter von 13214 Jahren für ein Kurzwaarengeschäft um sofortigen Eintritt gegen gutes Jonorar. Zu erfragen in der Exbed. 8. Blattes nNMVIιααtα ναο Pachæhalæ fur itiweida. Sachaon. - IIIXXWW Anfaabme: v Voratorrient Jahrmarkt Montag, den 15. Juni in St. Inabert. 2gSiergu„Illuftrirte⸗ —äRoRCXXræ Den verehrlichen Einwohnern von Stadt und Umgebung mache ich die ergebene Anzeige, daß ich das von meinem fel. Manne betriebene 7 Gold- unidd Silberwanren-Geschäfte unter der alten Firma . MEILE. in unveränderter Weise fortbetreiben werde. Ich bleibe bemüͤht durch möglichst reichhaltiges Lager aller in mein Fach einschlagenden Artikel und billigste Preise, dem Wunsche eines verehrlichen Publikums gerecht zu werden ind bitte deßhalb das dem Geschäfte seither in so reichem Maaße geschenlte Vertrauen, demselben nich fernerhin erhalten und in vermehrter Weise entgegenbringen zu wollen. Hochachtungsvoll U Albertine Meta Wittwe in Firma A. Meiz, Gold⸗ u. Silberarbeitet. HReéparaturen werden au S—HAte und Pñnkt-2 ILIVELELEEA — c — —F 2.144 XI — 44 ES ——— —— — st. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. v St. Jugberter Auzeiger? erscheint wbchentlich fuufmalr Um Montag, Dienttag, Donnerstag, tag und Sonutag; 2mal woqhentlich mit Unterhaltung⸗⸗ at und Sonutage mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1A 60 A einschliehßlich Tragerlohn; durch die Post bezogen I.4 73 6, einschließlia Zusellunassgebühr. Die Einruckungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen uid folche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 1185. Sonntaa, 14. Juni 1885. 20. Jahrg Politische Nebersicht. — Deutsches Reich. Muͤnchen, 10. Juni. Zur Innungsbeweg⸗ machte dieser Tage der Abdruck eines von der zchles. Ztg.“ gebrachten Artikels im „Reichsan⸗ getr“ Aufsehen, der sich entschieden gegen die vangsinnung ausspricht. Nicht minder Beachtung rdient, daß die von den Berliner Innungsvor⸗ inden für den am 15. und 16. in Berlin statt⸗ ndenden Deutschen Innungstag gestellten Anträge uf Zentralisirung der Leitung der Innungen in nem Reichsinnunggamte, Innungsverbänden ⁊c., eitens des bayerischen Handwerlerbundes entschieden xerden abgelehnt werden. Prasident Karl Billing i schon heute im Bundesorgan auseinander, daß ne Institutionen kaum etwas anderes werden urften, als gewerbliche Polizeibehörden, daß in hnen eine die Autonomie der Innungen bedrohende nd Spezialitäten vernichtende Gewalt zu er⸗ üden sei. 0 0 Berlin, 12. Juni. Der Kaiser besuchte tern zum ersten Male nach seiner Kranlheit die per. M der Geschworenen erkannte der Gerichtshof auf befängnißstrafe in der Höhe von einem Jahre. — Kaiserslautern. 10. Juni. Eine ufregende Scene spielte sich gestern Nachmittag in der Nähe der Orth'schen Fabrik ab. An der dort jelegenen Brücke saßen spielend drei Knaben; der ine davon der Sohn des Herrn Schnitz, die beiden mdern Söhne des Herrn Maurer Maier, als sich in mit einem Pfuhlfasse beladener Wagen nahte, essen Fuhrmann wohl geschlafen haben muß, denn zlötzlich trat das Pferd in die keine Gefahr ahnen⸗ den Knaben und in einem Nu lagen dieselben owie“ der wohl jetzt erwachende Fuhrmann und Pferd und Wagen in der Lauter und gelang es iur mit großer Anstrengung der dort in der Nähe wvohnenden Leute, die Kinder, den Fuhrmann, das Pferd und den Wagen aus dem Wasser zu be⸗ ommen. Der Knabe des Herrn Schnitz kam mit em Schrecken davon, während die Maier'schen dinder nicht unbedeutende Verletzungen davontrugen; »as eine davon hatte gestern Abend, wahrscheinlich durch den Schreck verursacht, die Sprache noch nicht wiedergefunden. — Kaiserslautern, 11. Juni. Zwei⸗ nal drohte gestern in der Kammgarnspinnerei der Ausbruch von Schadenfeuer, aber der sofortigen mergischen Hilfe der vortrefflich organisirten eigenen Feuerwehr der Fabrik gelang es, in einigen Minuten tets das Feuer im Keime zu ersticken. (Pf. Vitg.) — Landau, 11. Juni. Als Kuriosum vird uns mitgetheilt, daß einer der zu den Ueb⸗ ingen eingezogenen Landwehrmänner wieder ent⸗ assen werden mußte, weil unter den gesammten gestanden der hiesigen Garnison weder eine Uni orm noch eine Säbelkoppel gefunden werden konnte, belche im Stande gewesen wäre, die Körperfülle enes Landwehrmannes zu umschließen. (E.) — Landau, 13. Juni. Bezuglich der in er Pfalz stattfindenden Herbstmanbder der 4 division erfährt man ferner, daß außer dem 5. zhevauxlegersregiment noch das in St. Avold und Falkenberg garnisonirende schleswig⸗ holsteinische Dragonerregiment Nr. 13 zu denselben herange⸗ ogen wird. Die der Division zugetheilte Feldar⸗ illerie wird sich dirett vom Lager Lechfeld ach dem Manbvergebiet begeben. Die reitende Abtheilung des 2. Feldartillerieregiments wird vom dechfeld direkt nach Regeusburg zu dem Kavallerie⸗ nanöber herangezogen. Neustadt, 11. Juni. Die Besucher des gäceertages werden von der „N. Ztg.“ darauf nufmerksam gemacht, daß die Firma Herbst & Cie. n Halle aS. zwei Stück patentirte Teig ⸗Theil⸗ naschinen bei dieser Gelegenheit ausstellen und in Thätigkeit zeigen wird; ein Faktum, welches der Mehrzahl der pfälzischen Bäckermeister neu und velches deßhalb dieselben sehr interessiren wird. Richt unerwähnt möge bleiben, daß bei der Deko⸗ eirung des Versammlungssaales die alte Bäcker⸗ ahne entfaltet wird; dieseibe trägt die Jahreszahl 1785 und es wird somit bei dieser Gelegenheit ihr 00jähriges Jubilaum gefeiert. Schließlich wird noch bekannt gegeben, daß Jedermann zu den gleichen Fintrittspreisen sowohl zu den Verhandlungen, wie nuch zu allen Festlichkeiten Zutritt hat. — Speyer, 11. Juni. Eine gestern dahier orgenommene Haussuchung mit ihren Konsequenzen rregt allgemeines Aufsehen. Der Zuschneider eines zer größten Kleider⸗Konfeltionsgeschafte dahier ꝛessen Frau schon mehrere Male wegen Diebstahlt zestraft worden und welche auch voriges Jahr aul der Anklagebank der Frankenthaler Strafkammer Platz genommen und in dieser Richtung in eine BZefängnißstrafe von 8 Monaten verfält wurde, Ramens B., der nebenbei gesagt, ein jährliches Finkommen von nahezu 4000 M. seit einer Reihe von Jahren von seinem Prinzipale bezogen, wurde —R ien Nachsuchung, trotzdem sein Kontrakt noch Jahre ang zu laufen hätte, entlassen. Die hiesige Polizei st eben eifrig beschäftigt, das Weitere zu besorgen. — Ludwigshafen, 11. Juni. Die fälzische Handels · und Gewerbekammer ladet auf Mittwoch den 17. d. M. die sämmtlichen Gremien der Pfalz zu einer Plenarversammlung in den Siztz uingssaal des Stadthauses dahier ein. Auf der Tagesordnung steht die Vorlage des allgemeinen Theiles des Jahresberichtes für 1884 zwecks Ge⸗ zehmigung. Die Vertreter der Gremien von Frankenthal, Kaiserslautern, Landau, Neustadt, hirmasens, Speyer und Zweibrücken werden er⸗ ucht, sich um O Uhr im Bureau det Kammer iufinden zu wollen, um über einen Antrag Speyer u berathen, der noch im Jahresbericht Aufnahine inden soll. Der Antrag lautet: „Die pfalzische handels und Gewerbekammer erblickt in der Ver⸗ nehrung der Transportwege durch die Pfalz' eine villkoinmene Gelegenheit zur Hebung und Foͤrder⸗ ing des Handels und begrüßt daher das Projekt »er Herstellung eines oberrheinischen Kanals mit Freude.“ — Ludwigshafen, 11. Juni. Das neue Anlehen der Stadt Ludwigshafen im Betrage von 350,000 Mt. wurde in der heute Nachmittag tatigehabten Sißzung der Finanzkommission der giesigen Volklsbank übertragen, die das für die 5tadt voriheilhafte Offert eingereicht hatte. — * —4 Lokale und pfäl⸗ische Nachrichten. -Aus ver Pfalz. Aus Anlaß der vom d. Juni bis einschließlich 30. September d. J. Nuürnberg stattfindenden internationalen Aus⸗ lung don Arbeiten aus edlen Metallen und gitungen werden vom 8. Ifd. Mis. an auf den alzischen Stationen Frankenthal, Germersheim, ciserzlautern, Landaun, Ludwigshafen a. Rh.. eustadt, Speyer und Zweibrüden sRetourbillet⸗ d Ruͤrnberg iit 141ägiger Giltigkeir ausgegeben. Zweibrücken, 10. Junm. Verhandlung ien Ludwig Lied y, 23 Jahre alt, Schuster n Iggelheim, wegen Meineid. Vertreter der kk. aatsbehörde: Hr. Staatsanwalt Wildt; Ver⸗ diger: Hr. Rechtsanwalt Schmidt. der Maurer. Ludwig Diehi von Iggelheim uude im Jannar Ifd. Irs. beschuldigt, dem Wirth unbach don da in der Nacht vom 15. bis 16. muar eine Fensterscheibe eingeworfen zu haben. ur Feststellung diejet Thatsache wurde auch der uige Angellagte als Zeuge vernommen. Derselbe e sowohl vor dem Oderamisrichter als auch einer Vernehmung vor dem Schöffengericht zu owigshafen aus, daß Diehl das Fenster nicht ceschlagen habe, da dieser zur fraglichen Zeit nicht in der Nahe des Hornbach'schen Hauses besen, während dies von den andern Zeugen cuuen wurde. Diehl wurde übrigens trotz dieser nastung seitens des Angetlagien wegen Sagbe— digung zu 14 Tagen Gefangniß verunheilt. ehl legie Berusung gegen dieses Urtheil ein und At Berufungsderhandiung gestand nun der An⸗ te din. zu Gunsten Diehl's die Unwahrheit wr zu haben. Auf Grund dieses Geständnisses der . Staatsanwalt nun Anklage gegen hn Ih Zerbeechens des Meineids gemäß 88 154 t 8 des R.St. G. Zu seiner Entischuldigung eun der Angellagte seine voͤllige Trunken⸗ die es ihm unmoglich gemacht habe, den n genau wahrzunehmen, während der k. anenwat aufstellte, daß der Angeklagte bei sin erschiedenen Vernehmungen wider besseres falsche Angaben und sich somit eines Heein⸗ —8 gemacht habe. Die Vertheidigung e auf Fahrlasfigkeit. Nach dem Wahrsprua —& — Abermals über ein Wasserunglück meldet die „Freie Presser aus Memmingen unterm 9. Juni: Vorgestern ereignete sich auf dem Weiher in der Sägemühle in Unter⸗Reichau (der fürstlich Fugger'schen Hertschaft gehörig) ein schweres Un— zlüch. Verschiedene junge Mädchen belufstigten sich mit Floßfahren, als plötzlich das morsche Floß sich auf die Seite neigte und die Mädchen ins Wasser türzten. Während einige sich an das Ufer retien lonnten, fanden drei der Mädchen ihren Tod in dem morastigen Wasser, nämlich die 18jährige Tochter des Bürgermeisters Maier, die 14jährige Tochter des Ziegeleibesitzers Demler und ein 14.- ahriges Dienstmädchen des Sägmüllers Wucher, ämmilich von Unter⸗Reichau. fF Regensburg, 8. Juni. Der „Nürnb. Anz.“ läßt sich die wohl mit aller Vorsicht aufzu⸗ nehmende Nachricht mittheilen, der verftorbene Fuͤrst Turn und Taxis habe dem Könige von Bayern etzwillig acht Millionen Mark vermacht. F Leipzig, 11. Juni.“ In der hier abge⸗ jaltenen Genossenschaftsversammlung des deutschen Brauerei- und Malzereigewerbes waren 1438 Stimmen durch 66 Betriebsunternehmer vertreten stach dem Statut, dessen Berathung glatt vor sich ling, ist die Genossenschaft in neun Sektionen ge⸗ heilt, worunter Elsaß ⸗Lothringen mit dem Siß in S?traßburg die erste und Baden und bahyerische Ifalz (Sitz Karlsruhe) die zweite Seltion bilden. zmm ersten Rechnungsjahr zahlen die Mitglieder für ede versicherungspflichtige Person 5 Mark, weil inter den Verwaltungskosten die Zahlung falliger zeiträge an Versicherungsgesellschaften einbegriffen ift. gefolge an. Nach einer ergreifenden Grabrede des amtirenden Geistlichen ergriff der Dekan der philo⸗ sophischen Fakuität, Prof. Dr. Siebeck, das Wor! zu einem warmen Nachrufe an den Entseelten. Fine große Reihe von wissenschaftlichen und stu— ʒentischen Vereinen und Körperschaften legten am Zrabe Kränze niede. konnte sich trotz des Verlustes des herzlichen nicht enthalten. —8 hen dahe 7 Parus, 10. Juni. Vor dem Schwurge richte der Seine beginnt morgen der Prozeß den Uhrmacher Pel von Montreuil. Pel ist 6 schuldigt, seine beiden Frauen vergiftet und da orper der letzten derselben in seinem Ofen de brannt zu haben. Außer diesen bewiesenen Gift morden ist Pel beschuldigt, noch eine Reihe ander Personen. darunter seine eigene Mutter, dergifte zu haben, doch scheinen dafür keine genügende Ueberführungsbeweise vorhanden zu sein. Dat Motir dieser Verbrechen scheint gemeine Habgi gewesen zu sͤan. pGießen, 10. Juni. Ein langer Zug deidiragender war es, der gestern Morgen nach 8 Uhr dem verstorbenen Professor Herrn R. v. Schlagintweit vom Sterbehause aus die letzte Ehre gab. Den Zug eröoffnete der kathol. Geistliche in⸗ Füllen der beiden Pfarrbegleiter, es folgte, dem Leichenwagen voraus schreitend. der Hausverwalter der Univerfität, auf einem Kissen die 16 Orden des Verstorbenen tragend. Unmittelbar hinter dem Leichenwagen, dessen Vürde unter den zahlreichen Krinzen laum sichtbar war, schritten die nächsten Angehdrigen: Herr Bezirksamtmann Dr. Schlag mweit aus Zweibrücken, Bruder des Verstorbenen, sowie ein ganz kurz vor der Beerdigung noch ein⸗ getroffener Stiefbruder, der baher. Ritmeister ist. Dem nun folgenden alademischen Lehrkollegium der üniverfitat schlossen sich die Verbindungen der Suudenten, Offiziere und ein zablreiches Trauer⸗ Köln, 10. Juni. Komischer Zusammen. stoß. In der vorigen Woche stieß hier ein wohl beleibter Herr mit einer jungen zierlichen Dame als sie um die Ecke der Villoriastraße und Klingel pütz biegen wollte, so heftig zusammen, daß der derr hinstürzte, während der Dame ein Korb mi— Liern aus der Hand fiel und zwar so, daß die weißgelbe Flüssigkeit dem diclen Monsieur gerade zuf das roͤthlich angelaufene Antlitz floß. Selbst zerständlich ¶ war der Jubel, der schnell sich an ammelnden Menge kein geringer, selbst die Damé Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demeß. — . — — —BÆMæMw J rar Rranukoöss VWeueste WMuster! Reueste Muster! Neueste Muster! Wir versenden auf Verlangen franco an Jedermann die neuesten Musster der für gegenwärtige Saison in denkbar größter Reschhaltigkeit erschiene nen und unjerem Laget vorrathigen Stoffe zu Herrenanzugen, Frühjahrs· und Sommer⸗Paletois, Regenmäntel, in wasserdichten Tuchen, Doppelstoffen etc. ꝛc. und liefern zu Originalfabrui uer Garantie fur mustergetreue Waare, prompt und portofrei jedes Quantum — das großte wie das kleinste — auqh nach den entferntesten Gegenden. wWir fuhren beispielweise: Stoffe, zu einer hübschen Joppe, für jede Jahreszeit passend, shon von M3,50 an, — Stoffe, zu einem Wy modernen, completen Fruͤhjahrs- oder Sommer⸗Buxkinanzug von M6 — ... * ** 3 einen vol ftaͤndigen, hübschen Frühjahrs⸗ ober Sommer⸗Paletot von M6.— an, α Sloffe, für eine Burkin⸗ Hose von 8,— anm, — — — . * Zroffe, für einen wasserdichten Negen⸗ oder Kaisermauntel für Herren und Damen von MA 7,60 an, 0 ẽtoffe, fur einen elegauten Gehrock von M 8.2 au, ferner Stoffe, für einen Damenregenmaniel von *4. n. bis zu den hochfeinsten Genres bei verhaͤlinißmaßig glieich billigen Preisen. 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Juli 1835 Nachmittags 4 Uhr, zu Nohrbach in der Waihschaft von Jakob Glaser werden vor Philipp Kemmer, kgl. b Rotare im Amissitze zu Sankt ˖ Ingbert als hiezu ernannten Versteigerungsbe⸗ amten, Aechter mediein. Tokxayer-Ausbruch —RV à Mt. 3. Mi. 1.830 und Mt. O,sd erhältuͤch dei Herrn Conditor J Rickel St. Ingbert. Dieser Wein wird als ganz beson deret Staärtungomittel für schwachlih Kinder, Frauen und Recondalescenten hernrda⸗t gegen a. Franuz Schaar, früher Draht· zieher, jetzt Waldschütz, in Rohrbach wohnhaft, und B. dessen mit seinet derlebien Ehesrau Anna Wagner erzeugten Kinder, als: 1. Eva Katha⸗ rina, genannt Anna Schaar, ge⸗ werbloje Ehefrau von Franz Hart mann, Berginann, beisammen in Rohr⸗ bach wohnhaft, und Letzteten; 2. RNikolaus Schaar, ledigen, groß⸗ jaͤhrigen Schmelzarbeiter, allda wohn⸗ dafn 3. Sophie Schaar.4 Sara, 5. Christian und 6. Franz Schaar, diese vier Letzteren noch minderjahrig und gewerblos, bei ihrem Vater wohnhaft, vertreten durch denselben als Vormund, und Hein— rich Wagner, Puddler, in St. Ingdert wohnend, als Nebenvormund, — Schuldner, die folgenden. zu diesem Zwede beschlagnahmten Liegenschaften gfenlich zwangsweise in Eigenthum verfieigert, namlich: — Steuergemeinde Rohrbach, —V Plan Nr. 8, 1à Fläche, worau ein Wohnhaus —- Haus Rr. 181 — und Hofraum, sowie Plan Ar. 9, 3 ã 70 qm Garten im Pfuhlgarten; das Ganze gelegen im Otte Rohrbach an der Haupt traße neben dem alten Schul⸗ hause; Plan Nr. 327, 22 a 20 qm Ader in der obern Spitz neben Peter Greß und Andreas Wahr; hrit; De jetzt dem Herrn Levi X baum, Renmer in Zweibrücken und fruher dem Philipp, gen. Ferd i⸗ nand Straß von hier angehoörigen 2 Wiesenparzellen im Allment, Bann St. Ingbert, sind zu verpachten. Näheres bei A. Weßer, Notariatsgehilfe Jahrmarkt Montag, den 15. Juni in St. Ingabert. d u haben, per Korb 5 Pfg., in der Dreherei J. Kuhn. Ein junger, ordentlicher Bursche m Alter von 13214 Jahren für ein Kurzwaarengeschäft zum sofortigen Eintritt gegen gutes honorar. Zu erfragen in der Erbed. 33. Blattes — —* * —— —AXXXVX —— Voretorricat J DSierzu Illustririe Sanntaasblau“ RNr. II. Den verehrlichen Einwohnern von Stadt und Umgebung mache ich die ergebene Anzeige, daß ich das von meinem sel. Manne betriebene J Goliu- und Silberwaaren⸗Gesxchüft unter der alten Firma A- MEITÆ. in unveränderter Weise fortbetreiben werde. Ich bleibe bemuͤht durch moglichst reichhaltiges Lager aller in mein Fach einschlagenden Artitel und billigste Preise, dem Wunsche eines berehrlichen Publikums gerecht zu werden uͤnd bitle deßhalb das dem Geschäfte seither in so reichem Maaße geschenkte Vertrauen, demselben auch fernerhin erhalten und in bermehtter Weise entgegenbringen zu wollen. Hochachtungsvoll Albertine Meta Wittwe in Firma A. Metz, Gold⸗n. Silderarbeitet. R.eparaturen werden ausf das Schneliate und Pünkte liehate hesort. 2 2* * 2 ** vEe — * — X 8 rnck und Werlaa don Nem⸗ 17 — ——— 5 5 —— 77— —A 4 6 J U — — vt. Ingherten Amzriger. Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingber.. * ⸗ der Et. Iugberter Duzeiger· —EXE— fuufwal: UAm Montag, Diensteg, RAo rsotag, Samostag und Gonutag; aual bchentlich mit Unterhaltungs⸗ diau und Sonntagk mit Sfeitiger ilustrirter Seilage. Das Blatt bostet vierteljährlich 1.4 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1)M 7TS5 H, einschließlic VXYXX Die Einruckuugsgebühr sar die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 4, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnee. — — — — — v — —* Montag, 15. Juni 1888. 20). Jahrg. Volitische Uebersicht. * Da der Kaiser Wilhelm sich in den segten Tagen öfterz wieder recht schwach fuhlte nid auch das Wener in Bezug auf Wärme und zalte Schwankungen zeigte, die fich bei einem dufenthalte des Kaisers im Freien auf dessen Ge⸗ undheit ungünftig äußern könnten, so wurde die Abreise des Kaifers nach Ems verschoben. Doch urfte die Verzöͤgerung der Abreise nur wenige Fage in Anspruch nehmen und der Kaiser dennoch m Laufe der Woche in Ems eintreffen. * Der Kronprinz hat im Auftrage des Zaisers in den letzten Tagen die Besichtigungen her Garde⸗ Kavallerie⸗Regimenter in Potsdam und Berlin vollzogen und seine Befriedigung über die sorzügliche Ausbildung der Garde⸗Kadballerie den Regimentskommandanten ausgedrückt. — In Ber⸗ iner wie Stettiner Kreisen will man wissen ha Prinz Wilhelm demnachst nach Stenin über⸗ edeln werde, um auf die Dauer eines Jahres des donigs⸗Regiments zu übernehmen. —8 In der Donnerstags⸗Sitzung des Bundes⸗ rathes ist beschloffen, den Eingaben wegen Ein⸗ uhtung der Doppel⸗Munzwaährung keine Folge zu geben. Damit ist die Prufung der Frage durch die zustandige Behörde, von welcher der Kanzler jungst in einem Schreiben gesprochen hat. erledigt. Da der Reichstag in demselben Sinne beschsoffen hat, so wird nun der Agitation, die oft Handei und Induftrie beunruhigt bat. fur zangere Zeit ein Ende gemacht sein Ueber die Zanzibar⸗Frage schreibt die Koln. Ztg.“; ,Die Erwerbungen der ofiafri— anischen Gesellschaft im Binnenlande, westlich von Janzibar, grundeten sich darauf, daß der Durch⸗ sangthaudel mit ihren Besitzungen mit Hilfe des Keiches dadurch ermöglicht wurde, daß zwischen Deutschland und Zanzidar ein Handelsbertrag ab⸗ peschlossen wurde und daß das Reich die seit dem sahte 1867 mit dem Sultan von Witu, der ais madhangiger Herrscher den Kuftenstrich nordlich yon Zanzibar inne hat, gepflogenen freundschaft⸗ ichen Beziehungen fester inupfte und zu einem —XX verdichtete. Beiden Bestrebungen ut sich Said Bargasch widerseßi. ZJu einem handels bertrage lonnen, und werden wir ihn nicht Singen, wohl aber werden wir ihn daran hindern, daß er mit Waffengewal seine unberechtigten An⸗ pruche auf Witu durchzusehen sucht, und raft der zbgeschloffenen ¶ Vertraherist er die Pflicht der deutschen Reiches den -Sultan don Wun ver seinen handeifuchtigen Nachbar zu schutzen. Be⸗ mertenbwerih dei dem gamen Handei isi nun die tjache daß der Sultan von Janzibar, der gebenbei gesagt, seinerzeit eine Rundreise durch kuropa machte, also in europaischen Dingen keines dene jo gang unbewandert isn es wagt.gegen ein⸗ Rocht wie Deutschland in der ungerechtfertigften m heraut forderndften Weise zu Faide zu gichen den in der That nur verdohrte Siarridpfig- — dieses schwarzen Herrn sein, was ihn twreibt, in solch gesahrliches Spiei zu jpielenn varu in d. wie gesagt, in europaischen Verhaitniffen zu er⸗ die eigentliche Ursache liege ande rszwo und d Vargasch ist das allerbingẽ nicht unschuldige — englischer Einflusterung und Verhehung; er 9 uabt einen Starkeim hinter sich zu haben und ird früher oder spater zu der Einficht kommen. daß dieser Stäckere doch noch ieinen Meister findet, jor dem er bescheiden zu Kreuze kriechen und seinen Schützling preisgeben wird. In unserm Auswär⸗ igen Amte aber ist man sich der Dinge in Zanzi⸗ har wohl bewußt, und die heutige Meldung des Berliner Berichterstatters des Siandard, daß die deutsche Regierung die baldige Abberufung des englischen Generalkonsuls in Janzibar, Sir John Kirk, bestimmt erwarte, weil sie die Beweise in Händen habe, daß er der Urheber des Vorgehens Raid Bargaschs sei, darf zweifellos als richtig bezeichnet werden. Auch die Aeußer⸗ ingen desselben Berichterstatters über die auswärtige Politit des augenblidlich vielleicht schon dahinge⸗ chiedenen Ministeriums Gladstone und die 83 dord Roseberrys sind sehr bemerkenswerih, er sagt Sicherlich ist in nicht allzu ferner Zeit wieder die Beroffentlichung einer jener deutschen Weißbücher u befürchten, welche die ziellose Politik unseres luswärtigen Amtes nur zu klar bloszulegen pflegen. Da es feststeht, daß Lord Roseberry dem Fursten Bismarck persönlich versicherte, daß das englische dabinet der deutschen Kolonialpolitik in Zukunff eine Hindernifse mehr in den Weg legen würde jo hofst die deutsche Regierung zuversichtlich, daf kingland die Haltung des Sir John Kirk, welcher auf eigene Verantwortung und ohne Vollmach: handelte, nachdrüchlich rügen werde. orn sces Neich. Berlin, 12. Juni. Den Abendblättern zu⸗ folge soll die Vermählung des Erbgroßherzogs von Baden mit der Prinzessin Hilda von Nassau auf den 20. September festgesetzt sein. Berlin, 14. Juni. Nach hier eingetroffenen Meldungen wurde Prinz Friedrich Karl heute auf Jagdschloß Glinicke von einem Schlaganfall be⸗ roffen, wodurch halbseitige Lahmungserscheinungen herborgerufen wurden. X Paris, 14. Juni. Die Suez⸗Kanal ⸗Komission hat gestern ihre Arbeiten geschlossen. Die englischen Zommissare erlannten an, daß der gegenwärtige Zustand in Egypten ein exzeptioneller und vorüber⸗ gehender sieeaa. —— Madrid, 13. Juni. Der Konig genehmigte gestern den deuisch⸗spanischen Handelsvertrag. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St Ingbert, 15. Juni. Gegenwaͤrtig vird an der Fertigstellung der neuen (zweiten) Drahtseilbahn auf dem hiesigen Hüttenwerke gearbeitet und sind die eisernen Traͤger bereits aufgestellt Die Lange der Bahn beträgt bei einer Steigung on 40 Meter 635 Meter. *St. Ingbert, 15. Juni. Vor einigen Tagen hantierte dahier ein junger Mann mit einem Ragel an einer Dynamitpatrone herum. Pldogßlich xplodirte die Patrone, riß dem Erschrodenen meh⸗ rere Finger an der Hand weg und verwundeie ihn auch an der Brust, so daß er in's Spital gebracht werden mußte. — Am Samstag wurde in der hiesigen Grube ein verheiratheter Bergmann an den Beinen beschädigt, daß er ebenfalls Aufnabme im Spitale finden mußte. 1 ) Schnappach, 18. Juni. Gestern mach⸗ sen ungefähr 50 Unteroffiziere des kgl. bayer. V. Thevaurlegers- und des XVIII. Infanterie⸗Regi⸗ nentes einen Ausflug in das Ehrenthal bei Saar⸗ zrucken, pon wo fie dann hieher kehrten und fich m Bereine früherer Kameraden bis zu ihrer Rüd⸗ ehr ganz gemütblich amüsirten WW — Zweibrücken, 13. Juni. Die lang gesuchte Taschendiehin, welche geraume Zeit den hiesigen Wochenmarkt unsicher machte, ist gestern Nachmittag endlich erwischt worden. Sie versuchte in der Haupistraße ein Mädchen aus Bierbach auf einen Velozipedfahrer aufmerksam zu machen, wäh⸗ rend sie ihre Aufmerksamkeit auf die Tasche der Beobachterin lenkte und dieselbe um ihr Portemon⸗ naie erleichterte. Kaum hatte die Bestohlene dies demerlt, als die Diebin auf und davon war. Es gelang jedoch der Thätigkeit der Polizei, die Taschen⸗ diebin in der Person der sechszehnjährigen A. von hdier zu ermitteln. Die jugendliche Verbrecherin soll soll bereits auch die anderen Taschendiebftähle ein⸗ gestanden haben. Schade um das junge Mädchen, das so früh die Verbrecherbahn beschritt! — Kaiserslautern, 12. Juni. (Kon⸗ kurs·Eroffnung.) Durch Beschluß des k. Amtsge⸗ richts dahier von heute Vormittag 8 Uhr wurde uüber das Vermögen des Wilhelm Schmidt, Kauf⸗ mann, in Kaiserslautern wohnhaft, der Konkurs er⸗ offnet und der Geschaftemann Philipp Groß dahier zum Konkursverwaliter ernannt. — Neuftadt, 13. Juni. Die Generalver⸗ sammlung des Vereins pfalzischer Studienlehrer, welche neulich hier abgehalten wurde, nahm einen zecht anregenden Verlauf. Herr Dr. Mohr aus Zweibrücken sprach über Goethes Fauft. Als dessen leitende Idee erkllarte er, wie wir einem längerem Bericht der „Pf. P.“ enmehmen, wie Scherer und auch andere schon die Satze: „Es irrt der Mensch, so lang er strebt. Aber ein guter Mensch in seinem dunklem Drange ist fich des rechten Weges wohl bewußt.“ Sodann sprach der Vorsitzende Rektor Müller⸗Neuftadt über den⸗,freien Vortrag auf dem Bymnasium“. Er befürwortete in klarer und ein⸗ zehender Darstellung, die Schüler auf dem Gym⸗ nafium in freien Vorträgen einzuüben und meiho⸗ disch jo heranzubilden, daß fie, des Wortes mäch⸗ sig, das Gymnasium verließen. Rektor Markhauser⸗ Speyer hob sehr lebendig die padagogischen Zchwierigkeiten hervor, in großen Klassen jeden Einzelnen so weit ausbilden zu können und Rektor Lechner⸗Zweibrücken setzte in beredter Weise auscin⸗ ander, wie sehr der freie Vortrag doch Sache der Individualitaät v. s. w. sei. Vermischtess.. 4Merzig. Aus verschiedenen Orien der Mosel und Saar kommen Mittheilungen über die vorzüglichen Ausfichten für den diesjahrigen Wein. In einzelnen Lagen find schon vor einigen Tagen die ersten vollständig entwickelien Bluthen gefunden worden. FFrankfurt a. M. Einem im Wirths⸗ garten am Bahnhof fitzenden jungen Manne nahte sich von hinten ein Mädchen, hielt ihm die Augen zu und sagte mit verftellter Stiimme: Rath', wer's ist!“ Der junge Mann rieth hin und her, ohne auf den rechten Namen zu kommen. Endlich wurde ihm ein Kuß auf die Stirne gedrückt und die dande ließen los. „Heinrich,“ sagte das Mädchen, „wo warst Du?“ Heinrich hatie sich nämlich vor vier Jahren mit dem Mädchen verlobt, sich aber dor der Hochzeit heimlich davon gemacht. „Ich war,“ sagte er etwas befangen und mürrisch, in Friedberg und reise eben nach Amerika.“ „Ach,. das macht sich ja schön, Bruder!“ rief fie ihrem Begleiter zu, „bringe einmal den Buben her, damit er seinen Vater noch fieht.“ Eiligst holte dieser das Kind aus einer am Garten haltenden Droschl⸗ und ktellte es seinem Vater vor. der nun qon⸗ prachlos war. Als er noch hoͤrte,“ daß die von hin verlassene Braut mit dem Kind und ihrem Bruder auch nach Amerika reisten, kampfte er sicht ⸗ lich, doch nicht lange mit sich. „Bertha.“ hob er an, „kannft Du mir verzeihen! „Ja!“ hiet es. und Beide lagen sich in den Armen. Die Reise nach Amerika wurde nun gemeinsam unternommen. 4 Köoͤln. Ein hiesiger Wirth, der die in den Gläsern stehen gebliebenen Bierreste zusammenge⸗ schuüttet und seinen Gasten wieder vorgesetzt hatte, wurde zu 150 Mark Geldstrafe verurtheilt.“ KFinem Briefe des Afrikareisenden Paul Reich ard entnimmt der Hamb. Corr.“ folgende tesenswerthen Mittheilungen. Meine Reise gehört nicht zu den angenehmsten und erfolgreichsten und die Resultate entsprechen sowohl in geograpischer, als auch⸗-in · kommerzieller⸗ Beziehung nicht den Wuünschen.« Dazu kommt noch das große Unglück, das die Afrikanische Gesellschaft und mich betroffen hat; der Tode meines Freundes Dr. RoBohme. Durch die Dickköpfigkeit und Stupidität dieser ver⸗ ruchten Schwarzhäute war es uns und mir nicht vergönnt, das heißersehnte Ziel, die Quellen des duqlaba und Lusire zu entdecken, und meine Han⸗ delsprojelte scheiterten ebenfalls vollständig aus den⸗ selben Gründen. Zuletzt hing auch mein Leben nur an einem Haar, indem mein liebenswücdiger Bluts⸗ bruder Msiri mich tödten wollte, um meinen Schädel auf eine Stange zu stecken und sich aus meinem Barte einen Kopfputz zu machen. Den Rückweg mußte ich mir mit den Waffen in der Hand erzwingen. Ttoß alledem habe ich die feste Äbficht, in jene Lander zurückzulehren. sei es im Dienfte des deutschen Reiches, sei es in denen der Mternationalen KongoGesellschaft. Die von mir und uns entdedten Länder sind von hoher Wichtig⸗ keit für Kolonisation und in jeder Beziehung äußerst reich. An Meiallen finden sich Kupfer und Eisen; ferner hat man Elfenbein,“ Kautschuk und Udans Copal).Der Boden produzirt Reis, Mais, Hülsenfrüchte aller Art, Zwiebeln, Kürbisse, Gurken⸗ arten, Gemüse, Banauen. Zuckerrohr. Tabak und Vaumwolle, auch ließe sich ohne Zweifel, Kaffer banen. Die Walder liefern Honig. Hühner findet sich im Ueberflusse und Ziegen gedeihen sehr gut. Tuheimische wilde Entenarten lassen sich sehr leicht domiziliren. Ebenso gedeihen Truthühner, während in den sudlichen Theilen Rinder gibt. Jnu Usanga und Urug soll die Tsetse⸗Fliege vorkommen. der dedeutendste Wasserweg ist der Lualaba Kongo) und weiter der Lusire, der jedoch Wasser⸗ sälle hat, während der Luassula ohne alle Bedeutung in, da er von seinem Ausflusse aus dem Moero⸗ See bis zu seinem Einflusse. in den Lualada eine eine ununterbrochene Reihe von Wasserfällen und Stromschnellen bildet. Das Klima dürfte im All⸗ gemeinen als gesund zu bezeichnen sein. Ich hatte J. B. während meines ganzen Aufenthaltes nach T7monatlichem Intervalle nur einen einzigen, aller⸗ dings schweren Fieberaufall, welcher jedoch großem Aerger, Anstrengungen und Aufregungen zuzu⸗ schreiben ist. — De seht dem Herrn Levi Rosen⸗ baum, Renter in Zweibrücken und früher dem Philipp, gen Ferdi⸗ nand Straß von hier angehörigen 3 * 2 Wiesenparzellen im Allment, Bann St. Ingbert, sind zu verpachten. Näheres bei J A. Weber, Notariatsgehilfe. Em P. Weisgerber'schen Hause uf Ivem vᷣschen i der obere Stock: zwei Zimmer und Küche, sofort beziehbar, zu vermiethen; auf Verlangen' mit Stallung und Heuschuppen. Naheres vei Johann Rice p Paris, 13. Juni. Der bekannte Epi zraphist und Alterthumsforschet Leon Renier ist gestern hier gestorben. * 7Madrid 183. Juni. In Portugal wurde für Reisende aus Spanien eine fiebentägige Qua⸗ rantäne angeordnet. Die wissenschaftliche Cholera⸗ sommission ist mit Dr. Ferran in Alberique ein⸗ zetroffen, wo sei dem Beginn der Epidemie 159 FErkrankungen, darunter 59 mit todtlichem Ausgang. dattgefunden haben. Untet 343 Geimpften sind 3 xkErkrankungen und rin Todesfall vorgelommen: 4 Ueber das Erdbeben in Caschmir meldet ine Depesche aus Simla vom 11. d.: Der bri⸗ ische Resident in Caschmir, berichtet, daß die Erd stoöße mit großer Heftigkeit fortdauern. Vierhunder! Personen sind in Baramulla und Sopar umge sommen, welche Städte gänzlich zerstört worden iind. In den benachbarten Dörfern ist der Verlust in Menschentleben ebenfalls groß gewesenoe Nicht minder heträchtlich ist der Verlust an Rindern und Schafen.“ fGoörsenwitz.) Kaum ist das Ministerium Bladstone im Kampf mit den Konservativen unter⸗ legen, da trifft auch schon der berechtigte Spott die Sieger, die so wohlfeilen Kaufes triumphirten. Bekanntlich sind die Liberalen dadurch zu Fall ge⸗ sommen, daß fie das Bier besteuera wollten. Die Zonservativen ziehen dagegen den Thee als Steuer⸗ objelt vor. „Wie“, sagte heute auf der Frank· futter Börse einer der Hauptwitzbolde dieses ge⸗ vitzigten Institute, „die englischen Konservativen rufen: lieber Thee!“ — Das ist doch das erste Mal, daß Konservative für — liberté schwäcmen. 4FEine entsetzliche Nachricht kommt aus der in Russisch⸗Polen am Niemen gelegenen Stadt Brodno. Diese schöne Handels- und Industrie zadt, welche gegen 40,000 Einwohner zählt,“ ifl ast vollstaändig don einer Feuersbrunst verwüste! worden. Drei Viertel der Stadt find vernichtet, die schönsten Straßen, viele Kirchen und die Regierungsgebaude sind zerstört.“ Der angerichtete Schaden wird auf 10 Millionen Rubel geschätzt. Ein Beriuft an Menschenleben ist nicht zu beklagen ßrodno ist am Riemen gelegen, welcher hier ein prächtiges Thal mit hohen Rändern bildet, und in der Petersburg Warschauer Eisenbahn, besaß ein altes und ein neues Schloß, fünf russisch-griechische fünf katholische und eine lutherische Kirche, zwei Synagogen, zwei griechische und zwei katholische zloster, eine medicinische Akademie mit botanischem Harten, eine Cadettenschule, zwei Gymnasien, eine Bibliothek. ein Theater, Fabriken für Tuch Baum⸗ volle, Seide, Gewehre, Bierbrauereien, Lichtfabriken Töpfereien und eine Tabakfabrik, sowie Handel nit Getreide, Bauholz und Flachs. 6 SBGemeinnũtziges. Neber gesundheitsschädliche Milch.“ Iu einer Inaugural⸗Dissertation Ueber gesundheitsschädliche Milch“ macht Dr. Festenberg einige Bemerkungen zie Seitens unserer jungen Mütter beachtet zu wer— den verdienen. Es heißt da im Wesentlichen, wie 'olgt: Bei der Milch muß schon der Verlust ihren zjuten Rufes als Kindernahrungsmittel für vien SZauglinge verhängnißvoll werden, weil fich di rẽltern dadurch veranlaßt sehen, zu anderen Surto. jaten zu greifen, die ihren Zweck nicht im Min esten erfüllen. Namentlich muß vor den sogenannten ꝛdindermehlen gewarnt werden; denn Kinder können m ersten Lebensjahre Stärkemehl schlechterdinge nicht verdauen. Es ist ein sehr beherzigenswerthet Ausspruch von Dr. Pfeiffer: „Der Säugling miß Milch haben. Milch und nur Milch!“ Noch ein anderer Umstand verdient hier erwogen zu werden. die Verdauungsorgane der Neugeborenen find Außerst empfindlich gegen Veränderungen in der Zusammensetzung der dargebotenen Nahrung, und in Hauptvortheil der naturgemäßen Ernährung zurch die Mutterbrust besteht in der verhältniß näßig unveränderlichen Zusammensetzung der Frauen nich. Ist man nun gezwungen,zur Kuhmilqh seine Zuflucht zu nehmen, so muß eine Milch von noͤglichst gleichmaßiger Zusammensetzung gefordert werden, also ganz unverfälschte Waare und am zesten die zusammengeschüttete Stallmilch von allen ühen einer Oekonomie. Die alte Vorschrift, dah die Milch für das Kind nur von einer Kuh her— rühren solle, ist darum ganz unzwecmäßig, trotzden halten noch viele Aerzte daran fest, und die Muͤttet zlauben sogar, ihren Kindern etwas besonders Gutes zu thun, wenn sie ihnen mit großem Kostenauf⸗ vande stets die Milch von derselben Kuh he sorgen. Es ist festgestellt worden. daß die Zusam⸗ mensetzung der Mich desselben Individuums von zußerst zahlreichen und schwer zu überwachenden kinflüssen abhangt, und daß namentlich die größten Schwankungen im Fettgehalt vorkommen, wenn aicht das Etgebniß dert ganzen Melkung gemischt ondern wenn die Milch portionenweise frisch weg segeben wird, Man hat auch zu Gunsten obige stegel geltend gemacht, daß der Gesundheitszustand iner einzelnen Kuh weit leichter überwacht werden onne, als der einer ganzen Stallung. Dageger äßt sich anführen, daß gerade die eine Kuhr. von velcher der Säugling genährt wird, krank sein kann hne daß man selbst bei genauerer Untersuchung rgend ein Sympitom findet — fie dann z. B. an Perlsucht (Tuberculose) leiden — und daß ihtt Milch alsdann unbedingt einen schädlichen Einfluß uuf das Kind ausüben wird, während sie in der Sammelmilch von nmiehreren Thieren ihre nachthei igen Eigenschaften zum größten Theil verliett. Fut die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme 5. — Sciffsbericht der Red Star Line. Ditgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Inaben n Der tgl.“ Postdampfer, Roordland“, Kapiten Nickels, welcher am 30. Mai von Antwerpen ad zing, ist am 12. Juni wohldehalten in New · Yot mgekommen. — Durch jede Buchhandlung ist zu beziehen die soeben erschienene exise Lieferung von · J— * 71 01. Dhsöhhlue 8u * un 0 Ich P 4schöne Zimmer im Hirteueck hat zu vermiethen eoSFrau Heufser. — — 2 4 eitea . — Prof-7 F 7Thom6é' ftin celerirteOestereich Ungarn und der Schweiz. Complen; in ca. 36 Lieferungen à 1 Mark, pro Lieferung mit 14 — 16 prächtigen, naturgetteuen, mustergültigen Farben⸗ drucktafeln nebst erklärendem Text! Eiefg. 1 gern zur Anficht! IDer bei dieser trefflichen Ausstattung ab⸗ norm billige Preis ist nur bei großer Aufluge möglich. Sehen Sie sich das hervorragende Werk, auf diesem Gebiete einzig in seiner Art. ———— — auf jeden Fall eiumal an ne Vetlag von ane e . FEugenm In Gera-Untermhaus. — — — 757 — 5 5— lt * r* .. Zur Aufortigung ton billigen u. sauberen allor u Buchdruck und Litho- graphie vorxommenden — — Al g F AV— * Scheine für die Gemeindekrankenver fsicherung F —0 SDruckerei arhorter Anzeiger.“ XXjGWĩREEA — — A. 4, - I. lααιααα . ιαααασ ——— — — —— . Eανο L. drucxkarbeiten — empktionlt sien die Buceh- und Steindrucke rei F. X. Demotz Veriag dero Igdontor Aneoiger 8t. Iagbert. Frochtbriefe für gewoͤhnliches Tulguͤt uu haben bei e* J Gut —W8 3511 — demetz —— —?—— F. f. 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Amtsgerichts St. Ingbert. rer St. Jugberter Dnzeitzer“ erscheint wdchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstatz, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ zuu und Sonutags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1 A 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 76 , einschließuch ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Eiurückungsgebühr fur die Agespallene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen wee auf welche die Exvedition Ausßkunst ertheilt, 18 H. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Dienstag, 16. Juni 18x885858. 220. Jahrg. — in Kulturfortschritt in Rußland. Im Reiche des Zaren, hat sich in den letzten hochen ein riesiger Kulturfortschritt vollzogen, dem nicht die gehörige Wuürdigung im Auslande geschenkt hoiden isi. Freilich hat der Kaiser Alexander seine sussen noch mit keiner Verfassung beschenkt, auch Adie in manchen russischen Provinzen noch im Argen liegende Volksbildung nicht auf eine höhere ziufe geschraubt worden, aber immerhin ist es ein anz bedeutender Fortschritt gewesen, den Rußlands zuliur gemacht hat. Dieser Fortschritt liegt hauptsächlich auf dem virthschaftlichen Gebiete und zwar auf dessen be⸗e ebenden Faktoren · Handel und Verkehr, und be⸗ jeht in der Eroffnung des großen Seekanals, der ie Muündung der Newa mit dem Hafen von Kron⸗ jadt verbindet und die russische Hauptstadt und zu⸗ leich große Handelsstadi zur Seestadt erhebt. Wer jur einigermaßen zu beurtheilen versteht, was der zchiffsberkehr für Handel und Industrie bedeutet md zugleich in Berücksichtigung zieht. daß es die edeutendste russische Stadt, die Haupt⸗ und Resi⸗ enzftadt Petersburg, die Zentrale der Behörden ind der Sammelpunkt der russischen Geisteskraft ind Kultur ist, welche den Wogen des Weltmeeres aher gerückt wurde. der wird auch ermessen loönnen, vad dieser große Seekanal für die russische Kultur, xt Thattrafst er ja auch ein glänzendes Zeugniß wusftelit, bedeutet. Allerdings ist der neue Kanal uur für Handelsschiffe und kleine Kriegsfahrzeuge uganglich, doch ifst schon dadurch die Zukunff hetersburgs wesentlich bestimmt. Jezzt ist Peters⸗ urg in der That das ‚europaische Fenster“, wel⸗ hes Peter der Große daraus für seine Russen nachen wollte. Der Handel von Petersburg wird nzweifelhaft einen ungeahnten Aufschwung nehmen, ind auch Kronstadt wird als günstig vorliegender inlerplatz, in kommerzieller Hinsicht kaum verlieren n ftrategischer dagegen nur gewinnen. vei XLXX m die Gründung und das Wachsthum Petersburge u trinnern. Zu Anfang des 18. Jahrhunderis fland Petersburg noch gar nicht, nicht einmal als horf. Es wurde im Jadre 1708 von Peter dem droßen von Grund auf gebaut und gegruͤndet und ahlte nach den ersten Jahren seiner Gruͤndung un⸗ ahr 10 000 Einwohner, im Jahre 1788aber hon 80,000 Einwohner. Im Jahre 1800 besaß detersburg bereits über 200000 Tinwohner und 8oo gar eine halbe Million. Später ist dann ie Bevölkerung Petersburgs allerdings langsamer wachsen und ist nicht über 700,000 Seelen hin⸗ — Wahrscheinlich wird aber die nun⸗ yn flatigefundene Erweiterung Petersburgs zur ledt derselben auch ein weileres Aufblüden —*8 Es ist dies umsomehr zu erwarten, da * um einem ziemlich abgelegenen Winkel * n s liegt und zumal nach Norden und Nord⸗ * in wenig Verkehrsadern hat. Durch den * anal ist ader Petersburg gewissermaßen der zen westeuropäischen Kultut naͤher gerüdt worden Volitische Uebersicht. Aeber die in Aussicht genommene Zusammen⸗ unft der Kaifer don Deutschland, Oesterreich Ad Rußlond fehli⸗ bisher die nahere Angabe von dit und Ott. Nach dem „B. B.Nourier“ soll Jusammenkunft u Reichstadr n Botnen 4. hlant sein, gelegentlich der dort zu Anfang des September stattfindenden Mandver. — Die Deputation für Handel und Gewerbe in damburg bringt zur öffentlichen Kenntniß, daß nach einer don der Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika erlassenen Verordnung ledes“ von Hamburg abgehende, mach einem dafen der Vereinigten Staaten von Rordamerikabestimmte Schiff verpflichtet ist, fich mit einem von dem nordamerikanischen tonsulate in Hamburg ausgestellten Gesund⸗ heitspaß zu versehen, und daß die Ladung, die Hannschaft und die Passagiere von dem, bei dem Konsulate angestellten Gesundheitsbeamten untersucht sein müssen. Die Kosten solcher Untersuchung verden von dem Konsulate bestritten. Es ist zu ermuthen, daß diese Verfügung der nordamerika⸗ nischen Regierung eine ganz generelle ist. Die „Kref. Zig.“ veröffentlicht einen Privat⸗ brief des Generalkonsuls Gerhard Rohlfs n Zanzibar., in welchem derselbe das von der Gesellschaft für Deutsche Kolonisation erwordene Bebiet ausgezeichnet nennt. Der Boden sei jung⸗ räulich, das Klima, wenn auch heiß, gesund, die Bevolkerung mehr als decimirt, so daß Platz für neue Ankommlinge vorhanden sei. „Aber dennoch Jeißt es weiter, muß man nicht glauben, dort seutsche Acerbau treibende Bevoölkerung hinziehen zu koͤnnen. Für Deutsche, welche eigenhändig den Boden bebauen wollen, ist das Klima zu heiß der Boden müßte durch Neger oder Malayen be⸗ daut werden, oder mit Maschinen. Mui einem Worte, er eignet sich für Plautagenbau, wie die Landereien im Süden der Union, Westindien Brafilien, Ecuador, Columbien, die ostindischen Inseln ⁊c. ꝛc. Aber mit mit allen diesen Ländern jat er die Fruchtbarkeit gemein und den Vorzug noch gar nicht ausgebeutet zu sein.“ Wir koͤnnen nicht umhin, auf einen Irrthum des Herrn Rohlfs n Bezug auf Brasilien aufmerksam zu machen Derselbe stellt Westindien, Ecuador, Columbien das ostafrikanische Gebiet und Brasilien auf dieselbe Stufe und meint, in allen diesen Landern onne nur Plantagenban getrieben werden, nicht aber seien dieselben für deutsche Ackerbauer geeignet. Es ist hier wieder dieselbe Unkenntniß in Bezug auf Brafilien, welche man so haufig bei uns an⸗ wrifft, welche immer wieder den gemäßigten Süden des großen Kaiserreiches mit dem tropischen Norden verwechselt. Selbstverständlich, in den Tropenpro⸗ hinzen Brasiliens kann ein deutscher Bauer ebenso⸗ venig sein Feld bebauen, wie in dem Gebiete der Dstafrilanischen Gesellschaft oder wie in Westindien. Im Süden Brasiliens dagegen können nicht nur deutsche Ackerbau⸗Kolonien gedeihen, sondern fie ind bereits in größter Menge und in blühendem Zustande vorhanden. Hier braucht nicht erst ein ẽrperiment mit zweifelhaftem Ausgang gemacht zu verden, weit über 100,000 deutsche Kolonisteu jaben es bereits mit dem besten Erfolg gemacht. Wenn von Seiten solcher Männer wie Rohlfs mmer noch der Norden und Süden Brafiliens zleichgestellt werden, dann kann man freilich nicht exwarten, daß sobald eine gerechte Würdigung der hrasilianischen Verhältnisse in Bezug auf deutsche dolonisation sich in weiteren Kreisen Bahn bricht —Vor Zan zibar soll die deutsche Kreuzer⸗ korvette „Elaisabet h“ eingetroffen sein. Hoffent⸗ lich wird der Konflikt mit dem Sultan sfriedlich beigelegt werden. Von mehreren Seiten erheben ich warnende Stimmen von Männern, die sich angere Zeit in Zanzibar und den nahe gelegenen Theilen des Festlandes aufgehalten haben, daß Feindseligkeiten gegen den Sultan den dort an⸗ ässigen deutschen Kaufleuten großen Schaden und vielleicht vollständigen Ruine bereiten würden. Zisher sei der Handel der seit Jahrzehnten ansässi⸗ zen Deutschen derari emporgeblüht, daß er mit dem englischen konkuriren könne, diese soliden Interessen eien nun bedroht um der sehr zweifelhaften Pläne iner Kolonisationsgesellschaft wegen. Diese würde iber auf ihren Terrains durch die arabischen Skla⸗ ven⸗ und Elfenbeinhändler, die in großen bewaff⸗ neten Zügen, mehrere tausend Mann stark, aus dem Innern nach Zanzibar kommen und wegen hrer Raub· und Mordluft berüchtigt seien, beständig gefährdet sein. — — — Eine Depesche der „Times“ aus Kairo vom 13. d. M. meldet: Nach den neuesten dort einge⸗ jangenen Nachrichten aus Sualin habe Kassala noch nicht kapiulirt. Die von dem ,„Reuter'schen Bureau“ am 9. d. M. gebrachte Meldung, daß cassala Ende Mai gefallen sei, bestätigt sich somit aoch nicht. General Gordon nicht todt? Kin optischer Kaufmann, einer der wenigen, denen et gelang aus Khartum nach der Megzelei zu ent⸗ kommen, ist in Kairo angekommen und behaupiet, der „K. Zig.“ zufolge, in der bestimmtesten Weise, theils aus eigener Beobachtung, theils aus Nach— richten, die ihm an Ort und Stelle von glaub⸗ wurdigen Augenzeugen geliefert wurden, daß kurz nach dem Gemetzel, welches dem Einzuge der Auf- tändischen folgte und ehe die daraus entstandene rchterliche Verwirrung nachgelassen hatie, der Mahdi, nachdem er gehört, daß Gordon gefallen zei, befahl, daß ihm dessen Haupt gebracht werde. Die Aufftandischen legten ihm den Kopf des öͤster⸗ reichischen Konsuls Hansal vor, der zuerst für den Bordon's gehalten wurde. Aber während derselbe da lag, erkannte ihn ein Aufständischer, der Hansal zut gekannt hatte, und sofort wurde auf Gordon zefahndet. Abtheilungen der Aufstandischen durch- treiften die Stadt und jede eucopuische Leiche wurde unterfucht, jedoch ohne Erfolg. Es onnten in der That keine Spuren von Gordon »der von Abougates, einem in Khartum ansassigen zeichen Kaufmann, oder von Gordon's zwei Ka— vassen gefunden werden. Auch fanden sich keine Schriftstüce und irgend welche der von Gordon in der Regel getragenen Kleidungsstüde vor. Der Erzähler meint daher, es sei eine gewisse Ausficht dafür vorhanden, daß Gordon entkommen und sud⸗ wärts in der Richtung von Sennaar geflüchtet sei. Diese Voraussetung ist allerdings sehr zweifelhaft. Acuiche⸗? Reich. Berlin, 15. Juni. Der Kaiser empfing um 12 Uhr den Prinzen Friedrich Leopold, Sohn des derstorbenen Prinzen Friedrich Karl, und um 11. Uhr den Kronprinzen. Berlin, 15. Juni. Prinz Friedrich Zar!l ist heute Vormittag 102/. Uhr in Klein. Vlinicke gestorben. Prinz Friedrich Karl Nikolaus wurde am 20. Vearz 1828 ais Sohn des Prinzen Karl, des jüngeren Bruders unseres Kaisers, geboren, hat sonach ein Alter von 57 Jahren erreicht. Det Prinz widmete sich von Jugend auf dem Militär⸗ wesen, in welchem er sich auch auf den Schlacht⸗ feldern in Boöhmen im Jahre 1866 und in noch höherem Grade in dem für unsere nationale Sache entscheidenden Kriege mit Frankreich im Jahre 187077 1 den Ruf einnes der hervortagendsten Feld⸗ herrn unserer Zeit erwarb. Der Prinz bekleidele den. Rang eines deutschen und rusfsischen Feldmarschalls, General⸗Inspelleurs der Kavallerie und der III. Armee⸗Inspektion. Chef des nach ihm henannten 8. brandenburgischen Infanterie⸗Regiments und außerdem noch eine Reihe don militärischen Ehrenstellen. Prinz Friedtich ¶ Karl war⸗seit dem 24.Nov. 1854 mit Prinzesfin Maria Anna von Anhalt vermählt, aus welcher Ehe vier Kinder: Prinzessin Marie. vetmaͤhlte Prinzessin Albert von Altenbucg; Elisabeth, Erbgroßherzogin bon Oldenburg; Louise Margarethe, Herzogin von Tonnaught und Prinz Friedrich Leopold, geboren A Rodember 1865. hervorgingen.) — Berlin, 15. Juni. Der Hof legte aus An⸗ laß des Ablebens des Prinzen Friedrich Karl für biet Wochen Trauer an. Mannheim, 15. Jum. Die gestrige Generalversammlung des Vereins der deutschen Volkspartei nahm den Antrag des weiteren Aus⸗ schufses, betreffend ein freundschaftliches Verhältniß wischen der demokratischen Parten in Norddeutsch und und der deutschen Volkspartei, an. Bei der hierauf erfolgten Wahl des Vororts wurde Frank⸗ furt a. M. wiedergewählt, das sich jedoch nur zu einer vorläufigen Geschäftsführung bis zum Herbste dieses Jahres, wo eine außerordentliche General⸗ bersammlung stattfinden soll, bereit erklärt. Als diesjahriger Versammlungsort wird Hanau gewählt. Darmfiadt, 18. Juni. Der Großherzog hat gestattet, daß die Offiziere der großherzoglichen 25.) Divifion wahrend der Sommerhitze statt der eberröcke von Tuch solche von weißem Drillich ragen. Ausland. London, 14. Juni. (Offiziell) Salis“ zury hat die Bildung des Kabinets angenommen London, 15. Juni. Lord Salisbury wird heute hier zurückerwartet, um ein Parteimee⸗ ting abzuhalten und mit der Bildung des Kabinets zu beginnen. — Die „Times“ will wissen, die Annahme der Kabinetsbildung seitens Salisburya sei nicht ohne Vorbehalt erfolgt. Salisbury mache die Annahme von der Bedingung abhängig. daß die Majorität des Unterhauses der neuen Regierung bis zu den Neuwahlen im November keine Schwierig⸗ keiten bereite. Lokale und pfälzische Nachrichten. — — —— *St. Ingbert, 16. Juni. Durch Regie⸗ rungsentschließung wurde, einem Antrage des Stadt⸗ rathes und der Ortsschulkommisfion entsprechend, der Schulverweser Herr A. Görl der jeither in⸗ terimistisch an der hiesfigen kath. Schule angestellt war, vom 1. Mai ds. Is. an definitiv dahier an⸗ gestellt. * St. Ingbert, 16. Juni. Wie wit hören, soll der Stadtrath in seiner letzten Sitzung definitiv den Bau eins Schlachthauses beschlossen haben. Als Bauplatz wird uns die der städtischen Gadanstalt gegenuüber liegende Pfarrwiese genannt. St. Ingbett, 16. Juni. Von unserm gestrigen Jahrmarkte läßt sich nicht viel sagen. Der ümschlag“ auf demselben mag wohl ein ziemlich inbedeutender gewesen sein; denn trotz des vorher⸗ Jegangenen Zahltages klagten von Auswärts ge⸗ omene Veriäufer über „schlechte Geschäfte'. Es deweist das. daß die seither üblichen Jahrmärkte allmählig ihre Zugkraft verlieren — Echwurgericht, Zweibrücken, 11. Juni. Verhandiung gegen Martin Drach, 19 Jahre alt, Kesselschmied von Frankenthal. Anklage⸗ sache: Straßenraub. Die Ehefrau Orth von Oggersheim ging am 27. April abhin, nachdem sie ihre Geschäfte in Frankental erledigt hatte, von da zu Fuß nach rer Heimath zuürück. Sie hatte * eine Weg⸗ strecke von eiwa a Stunde von der Stadt entfernt, Ia sie Jemanden raschen Schrittes nachkommen jörte. Beim Umschauen gewahrte sie einen Burschen hinter sich, den fie schon in Frankenthal in der stahe des Speyerer Thores an demselben Tage in Beselischaft eines Anderen bemerkt hatte und der jetzt an ihr vorüberging und sie dabei scharf ins Auge faßie. Der Kamerad des Angeklagten, als velcher sich später ein gewisser Mac herausstellte, zjam nun ebenfalls an ihr vorüber, und gingen Beide in einem kurzen Abstande vor der Ehesrau Orthe her; dals gingen fie jedoch wieder so tang⸗ am, daß sie hinier derselben zutüddlieben. Nach einigen hundert Schrititen ging Drach abermals dicht an der Orth dorüber, wobei er sie wieder charf fixirte; alsdann schlugen die beiden Burschen einen Seitenpfad ein. Nach einiger Zeit hörte nun die Ehefrau Orth abermals eilige Schritte hinter sich und gewahrte beim Umschauen den Ange⸗ llagten, der sie mit den Worten: „Sie haben mir Ahr und Keite gestohlen!“ am Arm pacdte und he die Utzr aus der Tasche riß. Die Ehefrau Orth vollte jedoch ihr Eigenthum nicht so billigen Kaufes jergeben und jetzte sich unter Zurrchtweisung zur Wehr. Dieser neß jedoch Uhr und Kette erst los, ils er merkte, daß auf die Hilferufe der Ange⸗ zriffenen Leute herbeikamen, die unweit des That⸗ zrtes auf dem Felde arbeiteten, aber nicht demertt verden kounten, weil sie durch die Straßenböschung erdecht waren. Drach und sein Kamerad entfernten ich nun in der Richtung gegen Frankenthal. Einige Tage nach der That kam der Angeklagte, ꝛin schon vielfach bestrafies Individuum, in die Metzgerei der Eheleute Orth in Oggersheim, nach⸗ ʒem er durch Faͤrben seines Bartes und durch An⸗ egung anderer Kleidung sich unkenntlich zu machen ersucht hatte. Auf seine an die Ehefrau Orth erichtete Frage: „Kennen Sie mich. find Sie mir rüher schon degegnet?“ erkannte ihn diese sofort vieder. Der Angeklagte wurde nun festgenommen, iber bald wegen mangelnden Beweises seiner That vieder auf freien Fuß ges.tzt. Erst mehrere Tage nachher verbreitete sich das Gerücht in Frankenthal on diesem Raubanfalle, wobei allgemein behauptet vurde, daß der Kesselschmied Drach der Thäter sei; erselbe suchte auch bei der bald darcuf erfolgten Festnahme zu entflichen. Die Antlage erdlickt in dem Vorgehen des Angeklagten ein Verbrechen des Straßenraubes im Zinne des 8 250 R.St.G. Der Angeklagte leugnet auch heute, gegen die Zeugin Ehefrau Orth einen Raubaufall gemacht zu saben. Wohl gesteht er zu, wie in der Vorunter⸗ uchung, derselben auf dem Wege zwischen Franten⸗ hal und Oggersheim degegnet zu sein, auch stellt c nicht in Äbrede, daß er sie gefragt hube, ob sie nicht im 3 Uhr am Bahnhof Fraplenthal gewesen ei, allein von einem förmlichen Anpacken, von inem Zerreißen der Uhrkette der Zeugin will er zuch heüte nichts wissen. Dem gegenüber deponirt zenannte Zeugin Orth ruhig und vorurtheilslos iber den ganzen Vorfall, woraus mit unbedingtet Sicherheit auf die Thäterschaft des Drach zu schließen st. Rach ihren Aussagen hatte derselbe sie mit olcher Gewalt am Arm gefaßt, daß ste nach Hause gekommen, sich nicht meht allein entkleiden konnte. Ihr Arm wac angeschwollen und zeigten sich nach jrztlicher Konstatirung noch nach 8 Tagen deutlich die Merkmale diser Gewaltanwendung. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten im Sinne der Anklage unter Ausschluß mildernder Imnistände schuldig, worauf derselbe zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrenverlust verurtheilt wird. Nachmittags 5 Uhr: Verhandlung gegen Georg doblisch, 26 J. a., led. Tagner in Haßloch. Untlagesache: Nothzuchtsversuch. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten es ihm zur Last gelegten Verhrechens unter Aus⸗ chluß mildernder Umstaude füür überführt, worauf der Gerichtshof denselben zu einer Zuchthausstrafe hon 1 Jahr verurtheilte. — Zweibrücken, 12. Juni, Vormittags a9 Uhr, Verhandlung gegen Jakob Brell, 39 Jahre alt, Schuster in Pirmasens, wegen Mord⸗ bersuchs. Vorsitzender: Herr kgl. Oberlandesgerichts⸗ ath Schmidt; Vertreter der kgl. Staatsbehörde: herr 2. Staats⸗⸗Anwalt Wagner; Vertheidiger: Herr Rechtsanwalt Rosenberger. Der Angeklagte var in seiner Jugend an verschiedenen Orten als holzschnitter in Sagmühlen verwendet und kamJim Hktober 1882 nach Pirmasens, wo er in der Boch⸗ chen Schuhfabrik als Sohlennäher Verwendung and. Do VBrell im Hause jeiner Dienstherrschaft stost und Wohnung erhielt, krat er bald zur — milie Boch in ein naͤheres Verhaltniß, so doß mit der Zeit gewissermaßen als Mitglied derselben ingesehen wurde. Es wahrte nicht lange, so an. vickelten sich auch zwischen ihm und der im Apis 18714 geborenen jüngsten Tochter des Hauses n imere Beziehungen. Etwa im Januar 1885 irat ein Wendepunkt in den seitherigen Verhältnissen de Angeklagten zur Familie Bock ein. Zwisiigkeilen mit dem Sohne Hermann, sowie verschiedene andere anangenehme Vorkommmnisse hatten zur Folge, daß Brell zwar noch in der Fabrik Arbeit erhielt, jedo sich anderweitig nach Kost und Wohnung umsehen nußzte. Hier durch wurde aber das Verhältniß u Tochter in keiner Weise gelöst. Mitte Februar“d Is. bat nun der Angellagte brieflich die Augufte Bock sich bei ihrem Vater um eine Lohnerhöhung ür ihn zu verwenden, und veranlaßte dieses d ilsbaldige Entlassung des Angeklagten aus seinet jeitherigen Stellung. Am- Rachmittag des 15 Februar, dem Tage seines Austritts aus der Fabri eigte der Angeklagte eine hochgradige Erregung, die allen seinen Bekannten, mit denen er in ber. chiedenen Wirthschaften zusammentraf, höchft auf⸗ 'allend vorlam. Auf dem Heimwege begegnele zer jungen Bock und veranlaßte sie, nachdem er sie zereits vorher brieflich um eine Unterredung gebeten zatte, ihm auf sein Zimmer zu folgen. Hier lud un der Angeklagte in Gegenwart der Bod, naq einen Angaden, einen Revolbver, machte ihr, da sie doch nicht glüclich werden konnten, den Vorschlaß ich zu tödten, und schoß, nachdem er zuvor in sein stotizbuch, wie er angibt, Abschiedsworte an Her⸗ mann Bock geschrieben, zuerst auf die Augufte Bot vorauf er zwei Schüsse auf fich selbst abfeuerte. Der Angeklagte Brell wird nun beschuldigt, die 14 aͤhrige Tochter seiner Dienstherrschaft, in der Ab⸗ icht, sie zu tödten, durch einen Revolverschuß lebend⸗ zefährlich verletzt zu haben. Die Verletzung dverur achte eine langwierige Krankheit, jedoch hat sich das Mädchen soweit erholt, daß ein dauernder stachtheil nicht zu befürchten ilt. Der Angeklagte welcher, wie schon gesagt, unmittelbar nach der That auch zwei Schüsse auf sich selbst abgab, wovon der ine fehlging, der zweite ihn dagegen, wenn auch nicht tödtlich, traf. Die Folgen dieser Verletunz nachen sich heute noch bemerklich. Das Urtheil autete auf 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Eht— derluft. Nachmittags 3 Uhr: Verhandlung gegen Danie Schneider, 40 J. a., Dienstknecht aus Gundets; vofen. wegen Verbrechens wider die Sitllichkeit. Dder Angeklagte ist beschuldigt, am 5. März abhin, Nachmittags gegen 8 Uhr zwischen Eppenbrunn und Schweizermühie ein Berbrechen gemäß 8176 Ziff.d des R.St.“G.⸗B. begangen zu haben. Auf Antrag der k. Staatsbehörde wurde in Gemäßheit de— 173 J. 6.B die Seffentlichteit dis zu ürtheilsderlündung ausgeschlofsen und entziehen sith ohin die näheren Details der öͤffenllichen Bericht rstaitung. Die Geschworenen (Obmann Hr. Hergeh rejahten die Schuldfrage unter Verneinung der yrage nach milderndeit Umständen, worauf, der herichtshof den Angeklagten zu einer Zuchthaus. trafe von 3 Jahren verurtheilte unter Aberkenuung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von Jahren. Berbach, 13. Juni. Wie der S. u. B Itg. von judberlaässiger Seite mitgetheilt wird, wurd zuf Grube Fraukenhoiz“, norduch von Mittelben. ach gelegen, und ungefähr 4 km von genannen Orle eentfernt, in einer Teufe von 302 m en Jeblenfloß don 270 om endecn. Die Grube rigenthum der Herren Cullmann in Wurzbach um Forbach und werden die genannten Herren Eigen humer nicht wenig erfreut sein, uüber diesen lanz ersehnten und erhoffteu Fund. Sie moͤgen aun iufenGiug anglwWwie ung nähet denit wird, ist auf der Grube Frankenholz in dem Schasr II. bei einer Teufe von 295,50 Meter —J Jötz von 1,25 Meter Mächtigkeit in iner an owie bei einer Teufe von 302,50 Meter ein nachtigeres Kohlensibz von Tio Weter nghe Banken aufgeschlossen worden. Die jehzige Loh F zewinnung, welche bloß auf Aus- und Vorrichun Nruti iraet dauüg ood bis 1100 Zenim — Heßheim, I1. Juni. Heute Vormitu vurde der sein 7 Wochen dermißte Ludwig er von hier, der fich dunch einen Revolverschus ileibte, in einem Kornacer hiesigen Bann⸗a J tefunden. vWermischtes. Am Sonntag Abend wurde der Einnehmer xer Station Saargemümnd überfahren und ofort getodtet. Derfselbe hatte einem Passagier ein uchtiges Billet ausgehandigt und wollte dieses Hersehen wieder gut machen, indem er dem Reisen · den ein anderes Billet überreichte. Dabei fiel er vom Trittbrett und gerieth unter die Räder, die —— puchstäblich zermalmten. Der Verunglückte sterlatt 5 kleine Kinder. Trier, 12. Juni. Ein Fund von be· utendem historischen Wert h, über 800 Ur— nden, die über Lehnwesen, Zunfirecht und Privat⸗ echt im Muttelalter, über das Verhältniß zwischen Siadt und Etzbischof, Rath und Schöffen vielseitig uztunft geben. ist bei der Umräumung des st idti⸗ sheu Archivs hierselbst gemacht worden. Die sehrzahl der Dokumente siammt aus dem 14. und 3.Jahrhundert, das Trierische Stadtsiegel über⸗ viegt, doch fehlen auch Siegel von anderen Städten deligen aus der Uwgegend u. s. w nicht. Die se ürkunde ist die des Schultheißen Marcidius. ie denkwürdigste eine Pergamenturkunde vom Jahre z21. die sich auf den Krieg des Erzbischofs haldewin von Trier, des Konigs Johann von hohmen, des Herzogs Friedrich von Lothringen o des Grafen Eduarde von Bar gegen Metz 324 26 bezieht. München.“ Es hat nach neuerlicher Be⸗ ammung des Kultusministeriums in den Fällen weimaligen Repetirens eines Schülers für die neinische Schule bei Anwendung des g 28 Abs. zur Bestimmunq der Altersgrenze lediglich der 124 Abs 3 in Betracht zu kommen, und sind emnach diejenigen von der Anstalt zu entfernen, velche bei der zweimaligen Repetirung in die 3 dlasse nach vollendetem 14., in die 4. und 5. Klasse nach vollendetem 15., resp. 16. Lebensjahre ein⸗ reten würden. München. An der Ludwig-Maxrimilians⸗ inbersität sind für das dermalige Sommersemester 825 Studirende inskribirt, das ist gegen das letzte Dinlersemester 140, gegen das vorjähtige Sommer emester 317 Studirende mehr. München, 11. Juni.Unsere Gerichts⸗ oollzieher find zur Jeit in det That wegen der ge⸗ ingen Zustellgebühren und verschiedener kostenloser heschafte, welche trotzdem sehr exalt ausgeführt derden müssen, in einer durchaus nicht beneideus verthen Lage. So müssen namentlich Forstrüge⸗ achen persönlich zugestellt werden. so daß ein Ge— iichtsvoll zieher alimonatlich mehrmals: in die Lage ommt, wegen einer solchen Bagatelle ins Aubinger. moos und dergleichen abgelegene Distrikte gegen 50 Pfennig Gebühr einen Spaziergang machen zu nuͤssen. Es waren schon Fälle da, wo ein Ge⸗ uchtsvollzieherberweser, welcher die Zustellung un · richtig oder nachlässig ausgeführt hatte, von der Zewerberliste gestrichen oder sonst noch bestraft wor⸗ den ist. Kürzlich wurde ein hiesiger Gerichtsvoll⸗ ieher mit einer derartigen Zustellung betraut, über⸗ jab dieselbe aber einem Briefträger. der die Be· orgung unterließ; nun machte der Gerichtsvollzieher utzen Prozeß und bezahlte die Strafe zu 1 Mark, m welche der Forstfrevler verurtheilt wurde. Nun väre die Angelegenheit abgemacht gewesen, allein det Verurtheilte, welcher von einer Bestrafung nichts wnite, hänselte den Gendarmen, welcher die Anzeige ersiattelt hatte. Der Gendarm ging, nun der Sache nach und brachte natürlich sofotrt den Thatbestand veraus. Hiewegen wurde nun der Gerichtsvollzieher vom Amtsgerichte in eine sehr empfindliche Ord⸗ aungs⸗Strafe genommen.“ fMünchen, 12. Juni. Der Mörder der jahrigen Registraiorsgattin Babette d. Schmädel wurde heute nicht von den Geschworen, sondern hon dem Landgerichte abgeurtheilt — in Folge einer Minderjährigkeit (noch nicht 18 Jahre alt). dosephh Reicheneder, geboren am 31. Dezember 1808 in Muͤnchen, lediger Maurer, ohne Straf⸗ iste, ist beschuldigt und geständig, daß er nach orgängiger zweitagiger Ueberlegung am 1. April J., Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr, im daus Nce. 11 an der Rumfordstraße (Rückgebäude Stoch) der dort wohnenden Registratorsgattin dabette don Schmädel mit einem Maurerhammer den opf zerschlug und nach vollbrachtem Meuchel ⸗ worde eine aite Spindeluhr mit Talmikette raubte wofür er vom Tändler 2 Mt. erhielt. Mehr ver⸗ mochte er in der Eile nicht zusammen zu raffen. da er die Heimkunft des Mannes fürchtete. Das Urtheil lantet auf das Strafmaximum von 15 Jahren Gefängniß.. 7 Das Testament des Fürsten Taris. Ueber das Testament des Fürsten Thurn und Taxis erfährt der „Regensb. A.“: In demselben ist dem hisherigen Chef der fürstlichen Gesammtverwaltung Brafen Boos sein Gehalt auf Lebensdauer zuge⸗ sichert, derselbe sei ferner zum Verwalter des Pri⸗ »awermögens des zur Zeit minorennen Fürsten Albert (des Rachfolgers des eben verstorbenen Fürsten) bestimmt und könne nicht entlassen, sondern nur für immer beurlaubt werden. (Wie gemeldet, st Graf Boos auch bereits beurlaubt worden). Außerdem seien in dem Testamente den Kindern er verstorbenen Herzogin von Braganza, mehreren ürstlichen Prinzen, sowie den Bediensteten des fürst⸗ ichen Hauses bedeutende Legate ausgesetzt. 7 Es steht jetzt fest, daß in Berlhin ein Reichs-Handelmuseum und in Frankfurt 12. M. eine Schwester-Anstalt für den Süden und Westen Deutschlands errichtet werden wird. FFrankfurt, 18. Juai. Ein junger Rechtsanwalt, welcher es sich, dem Geu⸗— Anz. zufolge, in den Kopf gesetzt hatte, der Ver⸗ heidiger des Lieske, des muthmaßlichen Mörders es Polizeiraths Rumpff, zu werden, und nach inem ersten mißlungenen Versuche es möglich ge— nacht hatte, zu Lieske zu dringen und von dem— elben die Vollmacht zur Vertheidigung unterschrieben zu erhatten, ist wegen dieses seltsamen Vorgeheus por den Ehrenrath der Rechtsanwälte geladen vorden. f Berlin, 15. Juni. Der wegen des an der Bauersfrau Büttner zu Ruhlsdorf am 30. September 1884 begangenen Mor des zum Tode erurtheilte. Arbeiter Maschunat wurde heute früh enthauptet. P. Die Berliner TurnGenossenschaft wendet dem Lehrlingsturnen sein besonderes Inte⸗ resse zu, und hat deshalb auch der Hert Ministe; Maybach in Anerkennung dessen der Berliner Turn⸗ Benossenschaft die Vergünstigung zuerkannt, daß die Mitglieder ihrer Jugend-Abtheilungen auf allen zreußischen Bahnen zum ermäßigten Preise von 10 Pf. pro Bahnmeile III. Klasse fahren dürfen. Es ist dies um so erfreulicher. als hierdurch auch den ärmeren Zöglingen die Theilnahme an den zahlreichen Turnfahrten des Vereins ermöglicht wird. — Ein gleiche Vergünstigung für alle deutschen Turnvereine zu erwirken, ist zur Zeit das Bestreben des Ausschusses der Berliner Turnerschaft. Luzern, 15. Juni. Der wegen Kindes mord zum Tode verurtheilte Mattmann (das erfte Todesurtheil seit Wiederzulassung der Todesstraft in der Schweiz) ist vom großen Rath mit 95 zegen 35 Stimmen zu lebenslänglicher Zuchthaus⸗ trafe begnadigt worden.. — F Paris, 183. Juni, Nachts 12 Uhr. Der Giftmörder VPel wurde zum Tode verurtheilt. Ueverein entfetzliches Unglük, das sich in Thiers (Departement Puy de Dome) ugetragen, ist bereits telegraphisch Mittheilung jemacht worden. Jetzt bringt der Figaro folgende kinzelnheiten übet den Vorfall: Vor dem Gerichts⸗ hofe in Thiers gelangte am 10. Juni die daselbst großes Aufsehen erregende Affaire Mercier, eine ntlage wegen „Tödtung aus Unvorsichtigkeit“ homieide par imprudence) zut Verhandlung. Der Andrang zum Sitßzungssaale war ein ganz. außer · ordentlichet, während zugleich sämmiliche Zugänge zum Gerichtsgebäude von einer dichtgedrängten Menschenmenge belagert waren. Gegen 2 Uhr türzte nun die große Steintreppe zusammen, weiche zur zweiten Etage des Palais de Justice führt, und begrub zahlreiche Menschen unter ihren Trümmern. Der Anblick war nach dem vorliegenden Bericht entsetzlich und die Bestürzung in der Stadt allge⸗ mein; das Rettungswerk nahm jedoch bald seinen Anfang. Um 9 Uhr Abends waren 60 Verwundete und 20 Todte gefunden. Nach weiteren thelegra⸗ ohischen Mittheilungen beläuft sich die Anzahl der Todten auf 24, diejenige der Verletzten auf 164. Die Scenen, welche sich beim Auffinden der Leichen ind Verwundeten abspielten, werden als herzzerreißend Jeschildert, zumal zahlreiche Familien der Stadt, welche im Ganzen nur etwa 17 000 Eirwohner zählt, Angehörige zu beklagen hatten. —F Madrid, 15. Juni. Die Cholera ist im Zunehmen begriffen. Aus Murcia werden gegen 100 Choterafalle gemeldet. 23 Dorfer in der Provinz Valencia sind don der Ktrankheit heim⸗ jesucht. Im Durchschnitt sind täglich 15 Cholera⸗ ällen vorgekommen. F Zur Charakteristik des Herzogs von Cum⸗ berland wird dem „Berl. Tagbl.“ ein ergötzliches Beschichtchen von einem Leser mitgetheilt. „Der Herzog voa Cumberland“, schreibt derselbe „hat ür sein, wohl jetzt im Bau befindliches Schloß am Tcaunsee bei einer renommirten Leipziger Fabrik iür Eisenkonstrukltion (Mosenthin, Eutritzsch Leipzig) in Glashaus, Winterhaus oder dergleichen unter Agenden Bedingungen bestellt: daß keiner der da⸗ zei beschäftigten Arbeiter geborener oder naturali⸗ irter Preuße sein dürfe, daß kein Ingenieur auf einem preußischen Justitute seine Examen gemacht jabe, oder sonstwie mit dem preußischen Staate zu⸗ ammenhaͤnge. Ein Verstoß gegen diese Beding⸗ ungen würde den Vertrag sofort vernichten und das Beschäft annusliren. Der Ingenieur, welcher be⸗ jufs Vermessungen nach Gmunden gereist ist, hat alle seine Papiere, vom Taufschein bis zu den Schul⸗ und Studienzeugnissen mitbringen und vorlegen nüssen. um' auf diese Art den verlangten Nachweis seiner Preußen⸗Reinheit führen zu können.“ F Ein entsetzlicher Vorfall hat sich dieser Tage n einem Eisenbahnzuge in der Nähe von Palermo ereignet. In einem Koup befand sich eine Familie aus Cagliari, bestehend aus Vater, Mutter und )rei Kindern. Eines der Kinder schaute aus dem toupéfenster, als gerade der Zug mit großer Ge⸗ ccwindigkeit dahinbrauste, und da es seinen Ober⸗ örper zu weit hinausstredte, verlor es plötzlich das Bleichgewicht und stürzte hinaus. Der Vater, von danischem Schrecken ergriffen, öffnete rasch die Thür und sprang hinans, um dem Kinde zu helfen; im nächsten Augenblicke sprangen auch die Mutter und die zwei andern Kinder (Knaben) zum Fenster hinaus. Die Mutter und das erste Kind fand man in schrecklich verstümmelten: Zustande todt auf her Bahnsirecke liegen. Den Vater und die zwei iudern Kinder brachte man noch lebend, aber schwer zerwundet, in das Spital nach Palermo. Man befürchtet, daß sie ihren Wunden auch erliegen werden. F(Tunnel⸗Einsturz.) Der neue Fluß⸗ junnel der Cincinnati-Soutern, Sisenbahn in Ten⸗ aessee, etwa 100 Meilen von Caltanooge, stürzte am 11. d. M. in Folge der Fibrationen, die durch einen durchfahrenden Bahnzug verursacht wurden, ein. Der Tunnel fiel auf die Waggons und von den darin befindlichen Passagieren wurden sechs auf der Stelle getödtet und 20 schwer verletzt. FDie Wasserhose, welche, wie bereits kurz er⸗ vähnt, am Sonnabend unweit Lagos in Mexiko platzte, hat schreckliche Verheerungen angerichtet- In Puebla Cugranta stieg das Wasser m wenigen Minuten zu einer Höhe von 25 Fuß, und die das That thinabftürzenden Fluthen zerstörten Alles, was hnen in den Weg kam. Es gingen mehr als 200 Menschenleben zu Grunde, und der Nolhstand ist groß. Eine andere Wafserhose platzte ungesaht eine Meile oberhalb der großen Stadt Guanajuato, wo⸗ durch die ganze Stadt 6 Fuß tief unter Wasser gesetzt wurde. Als sich das Unglück ereignete, wurde gerade zu Ehren des Erx⸗Präfidenten Bonzales im Theater eine Vorstellung gegeben. Das Gebäude war überfüllt. Um, halb 11 Uhr vurde der erste Nothruf luut, der ein wildes Panik hervorrief. Alles stürzte nach den Thüren, Damen wurden ohnmächtig, die Schwachen fielen und lonnten sich nicht wieder erheben, mehrere Personen wurden getödtet und viele lebensgefährlich verletzl. Die Fluthen in den Straßen sprengten viele Thuren, ind der angerichtete Schaden wird auf über 100,000 Dollars veranschlagt. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. 2 32— (Sollten in keinem Hause fehlen!) Homburg, Pfalz. Auf Ihre gefl. Anfrage erlaube ch mir Ihnen höflichst mitzuthe ilen, daß ich Apothelker R. Brandt's Schweizerpillen gegen Magenkatarrh, Kopfweh, Appetitlosigleit und gegen unregelmäßigen Stuhlgang ver⸗ vende. Wenn ich die Pillen morgens nehme, so fuͤhle ich nich den ganzen Tag wohl und kann meinen dienstlichen Berrichtungen punltlich nachlommen, sobald ich aber einmal a. 8 Tage aussetze, dann fehlt mir der Appetit und be— 'omme Schlaf. Ich bin sehr zufrteden mit den Schweizer⸗ aillen (erhältlich aà Schachteil M. J in den Apotheken) und asse dieselben in meinem Hause auch nicht mehr ausgehen. dochachtungsvoll Martin Krautec, Hilfsportier. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Eti⸗ quett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Namens⸗ zug R. Brandt's trägt. —E————— — — * — — — — — — .Nr. 141 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus“! (vierteljährlich nur 1 Mark) enthält: —D—— Wochenspruch: Kein Haus ist zu nieder,. 3Kein' Kammer zIn klein,“2 Es fliegen die Engl n »Zum Fenster hineinn* Gehen Sie diesen Sommer auf's Land? — „Dunn deinten de Schultendöchter noch.“ — Wer zibt mir einen guten Rat? — Bäder. — Was mir das Schneeglödscchen erzahlt. — Waschereinigungs⸗ Beschaft. — Kunststickerei. — Schutzengel. — Gebete in Versen. — Kinderlogik. — Diphtheritis. — Schutz vor Lungenentzündung. — Körperpflege. — Eisenpräparate. — Abhärtung. — Mittel gegen Wassersucht. — Naturheilverfahren. — Stricknadel⸗ behälter. — Staubmäntel für Nippessachen. — Leber⸗ und Nierenkrankheit der Hühner. — Ein⸗ aches Mittet gegen die lästige Ausdunstung der Vogelkäfige und Volièren. — Heizung im Hühner⸗ tall — Brutmaschinen. — Zungenlösen. — Zopf⸗ »ander. — Berichtigung des in Nr. 136 veröffent⸗ lichen Anzuges. — Sommerkleider. — Modisch und elegant. — Verbesserte Regenschirme — Teppich aus gezupften Wollresten. — Gardinen — Abendgerichte. — Pasteurjche Essigessenz Brotpudding. — Gelée von Agar⸗-Agar. c tronenspähne. — Kalbsnierenbraten und — Zioltehischer guchectenel. öcen hahn — Auflösung des Arithmogryph in Nr. 1895 Fernsprecher. — Echo. — Brieftkasten der Schrift. leisung. — Anzeige. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirklich mpfehlenswerten und dabei überaus billigen Wochen chrift beträgt 80.000. Probenummern versendet ede Buchhandlung, sowie die Geschäftsstelle Fü daus“ in Dresden gratis. — Amerixk leischen Postdampfer der — Star Lĩͤne sahren von Antwerpen jeden Samstag dirett nad Rew⸗NYork u. Philadelphie. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle— stlassen. Deutsche Bedienung und Aerzie auf jedem Schiffe. Wegen Vassage und näherer Auskunft wende man sich an EBESGOrTABM LAÆAT,. St. Ingbert. Todes⸗Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern innigst geliebten Bruder, Schwager und Onkel F J — — Samelzarbeiter, heute Nacht um 1 Uhr zu sich abzurufen. St. Ingbert und St. Johann, den 16. Juni 18885. Inm Namen der wauernd Hinterbliebenen EBHhiI. Emrich-, Wirth. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag um 3 Uhr statt. —W— et*landes nienn veblatt Be rebst seinen, werthvollen Separat-Veiblattern? Illusr. Wißzblaut D Ke, bellen Sonntagsblatt, Deutsche Lesehalle“, Mittheilungen über Landwirthschaft, Garlen- dau und Hauswirthschaft.“ ikine weitere Bereicherung des Inhalis hat das „B. T.“ erfahren, indem es jetzt auch Montags mit der feuillet. Beilage Der Zeitgeist erscheint. Diese Zeilschrift enthält einen hervorragenden Theil der Aufsane des „Deutschen Montags⸗Blatt“, das sich bekanntlich der Mitarbeiterschaft der bedeutend⸗ sten zeitgenössischen Schriftsteller erfreut. Das tagliche Feuilleton des „B. T.“ bringi die Romane und Novellen unserer ersten Autoren; im bevorstehenden Quarial a scheint in demselben: „Quartett“ Berliner Roman von Friß Mauthner, Die Geschichte der stilen Wühle von Hermann Sudermann. Außerdem erscheint im „Zeitgeift“ die neueste Novelle „Fimmlisthe u. irdische siebe“ von Paul Heyse. ks bietet wohl laum eine poluische Zeilung ihren Lesern in so —XIE anregende Lekture, zu einem so billigen Abonnementspreise, als das B. T. da 6 durch seine Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältige Auswahl seines Inhalts inen festen Stamm von 70,000 Abonnenten zu erwerben gewußt hat und somut di⸗ bei Weitem gelesenste und verbreitetste Jeitung Deuischlands geworden is. Bei allen Auf Wunsch Leflanstalten r 5 Mark 25 Pf. Ertbennnnet des Deutschen Reiches gratis u. franco. für das Vierteljahr Juli, August, September Unter Berücksichtigung des Tberaus reichen und gediegenen Inhalis die billigste Zeitung Deutschlands. Versteigerung von Lupinen. Auflage 331,000; das verbreitetste aller eutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Ueberfsetzungen in zwölf fremden Sprat Zreitag/ den 19. 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An das Kaiserliche Postamt Jgu Der Unterzeichnete abonnixt hiermit unter Beifugung des Betrageß von 3 Mark 25 Vf. auf ein Exemplar des „Berliner Tageblatt“ nebit seinen Beiblättern sür das III. Quartal Juli. Augult, September.) Ort. Datum: Name: —R — ———0 Scheine für die Gemeindekrankenver⸗ Jed .Aderun⸗ u Zedermanns sind zu haben in der Druckerei 680 nin 0n1 6 des St. ingberter Anzeiqer.“ ebrauch find stets vorräthig in der Drei des St. Jugberter Auzeigers Frautfo! Srauko! Frantos Neuesie WMufter! Reueste Muster! Neuefte Muster! Wir versenden auf Verlangen franco an Jedermann die neuesten Mu st er der fur gegenwärtige Saison in denkbar größter Reschhaltigleit erschienenen und n anferem Lager vorrathigen Stoffe zu Hertenauzügen, Frühjahrs- und Sommer⸗Paletots, Regenmäntel, in wasserdichten Tuchen, Doppelstoffen ac. ec. und liefern zu Oriainalfabrikvreisen. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Jugberter Anzeiger“ erjcheint wbchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Camstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhautungs⸗ Aau und Sonntagß mit Sfeitiger XVXIX— Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 76 , einschliekuch A Zustellungbgebahr. Die Einrucknugsgebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertbeilt, I5 5, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrucung wird mir dreimalige berechnet. M 113. DODonnerstag, 18. Juni 18885. Politische Uebersicht. *Die braunschweigische Erbfolge⸗ rage scheint jetzt soweit gediehen zu sein, daß nan sich bereits nach einem Regenten umsieht und oll der Prinz Albert von Sachsen-Altenburg die nristen Aussichten haben, Herzog von Braunschweig u werden. Zu der braunschweigischen Frage selbft neldet eine inspirinte Stimme, daß bei Beurtheilung er Affaire nur der politische Maßstab ausschlag⸗ ebend sti. Preußen sehe sich durch eine Thron⸗ efteigung des Herzogs von Cumberland in Braun⸗ chweig in seiner Stellung in Hannover gefährdet, onnen also den Herzog niemals zur Thronfolge in Zraunschweig zulassen. „Treue um Treue“ ist die ßrundlage des Bundes im deutschen Reiche. dreußen hat fie bewährt und seinerseits steißs den interefsen der einzelnen Regierungen Rechnung ge⸗ ragen. Bei dem Antrage wegen Ausschluß des erzogs derlangte es jetzt ebenfalls volle Berücksich⸗ igung seiner eigenen Interessen. Wie verfichert verden klann, ist unter den Bundesregierungen volles herständniß für dieses Verlangen und für das Recht dreußens, ein solches Verlangen zu stellen, vorhan⸗ en, und darf es als eine Beleidigung der Bundes⸗ egierungen bezeichnet werden, wenn man unterstellt, zaß fie statt für Preußen für den Herzog von Cum⸗ ꝛerland Partei ergreifen würden. »In verjchiedenen auswärtigen Fragen, umal im afghanischen Grenzstreite, in der egypti— chen Affaire und den Arbeiten der Suezkanal- ommission ist wegen der noch nicht ganz beendig⸗ en Ministerkrisis in England eine Pause eingetreten ind kann man in diesen Angelegenheiten erst nach er vollftandigen Bildung eines neuen englischen LKabinets einen weiteren Einblick gewinnen. ver so modifizirten Beschlüsse der Impflommission die erforderlichen Anordnungen auf Grund des Impigesetzes zu treffen. J Berlin, 17. Juni. Der „Reichs-Anzeiger“ chreibt anlaßlich des Ablebens des Feldmarschalls ). Manteuffel: Armee und Vaterland haben wieder⸗ im den Verlust eines hochgestellten Heerführers zu etrauern. Seine strenge Auffafsung der Berufs⸗ flichten, die selbstlose Hingehung an den Heeres⸗ nenst und Staatsdienst, sein mit Milde und Wohl⸗ vollen gepaaries Wesen machten den Verewigten zu inem leuchtenden Vorbild für seine Untergebenen, zu inem erprobien und bewährten Diener von Kaiser ind Reich.“ Wie er in treuer nie rastender Arbeit zas Ansehen und die Tüchtigkeit des preußischen PWesens und preußischer Art mehren half, ebenso var er ein: zu dielseitiger Verwendung befähigter Staaismann und General, ein für die Macht und zröße seines Vaterlandes warm begeisterter Patriot. Sein Andenlen wird in den Annalen der vater⸗ andischen Geschichte seis einen hohen Ehrenplay innehmen UAuslaud. Alexandrien, 14. Juni. Der Versuch, zas im Suezkanal gesunkene Baggerschiff nittelst Dynamit in die Luft zu sprengen, ist miß⸗ ungenMan erwartet, das Experiment werde norgen mit Schießpulver wiederholt werden. Vierzig Dampfer sind bereits im Kanal aufgehalten. — 15,000 Personen sind bereits von Dongola nach Egypten geflüchtet. Da die große Mehrheit erselben fubfistenzlos ist, wird ihre Anwesenheit in x* gypten die Ursache großer Ausgaben und Besorg ⸗ usse für die Regierung werden. — Die Meldung son dem Sturze des Ministeriums Gladstone is n Egypten mit fast allgemeiner Freude entgegen⸗ jenommen worden. Das Programm der neuen onservativen Regierung betreffs der künftigen Be⸗ iehung zwischen England und Egypten wird bier nit größter Spannung erwartet. Newyork, 14. Juni. Der Streik der kisen⸗ und Kohlenarbeiter in den Pittsburger Bruben dauert noch immer fort. Derselbe umfaßt zie Distrikte westlich der Alleghann Mountains bis ach Chicago und St. Louis. Die Arbeiter von Fincinnati, Chicago und Cleveland haben sämmt⸗ ich die Arbeit niedergelegt. Die Werkmeister lauben aber, daß der Streik nur don lurzer dauer sein wird, da sie Nicht⸗Unions. Arbeiter her⸗ mnzuziehen koͤnnen hoffen. Elf Grubenbesitzer sollen nie von den Arbeitern aufgestellten Lohntarife an⸗ jenommen haben, doch beträgt die Zahl der Streikenden noch über 78,000 Mann, während uur 4300 Mann beschäftigt sind. Die aus der Ztreit:· Kafse gezahlten Unterftützunasgelder betraoen aglich 160,000 Dollars. Newyort, 16. Juni. Der Sireil der Eisen⸗ ahnarbeiter ist nahe beendet. Mehrere bedeutende Fzabriken nahmen den Lohntarif der Arbeiter an. der Fabrikantenverband beräth heute den von den risenplattenarbeitern auf Basis einer 5prozentigen dohnreduktion vorgeschlagenen Ausgleich. Im Falle er Ausgleich zu Stande kommt, wozu alle Aussicht vorhanden ist, so werden in wenigen Tagen wieder Immtliche Hochöfen an⸗⸗zündet werden Deutsches Reich. München, 15. Juni. Wie der „Allg. Zig.“ us Kissingen berichtet wird, treffen die Minister v. dutz und Crailssheim Donnerstag dort ein, um den kürsten Bismarck zu begrüßen. Berlin, 16. Inni. Eine in dem Armeever⸗ tdnungsblatt veröffentlichte Kabinetsordre vom 5. ds, welche für die Offiziere der Armee und er Marine eine dreiwöchentliche Trauer vorschreibt, tsagt im Eingange: Mein Haus, meine Armee ind unser ganzes Vaterland haben durch den heute tfolgten, mich nef erschütternden Tod meines Neffen, es Prinzen Friedrich Karl, einen sehr schweren detlust erlitten. Es werden viele Herzen mit mir rauern, die eine warme Empfindung für unfere Vaffenehre haben, und die dessen eingedenk sind, daß der verstorbene Prinz von frühester Jugend n der Armee mit allem seinem Denken und Streben angehoörte, daß ganz jung schon sein Blut ur die Waffenehre floß, daß er dann in drei dtiegen die Armeen fortgesezz zum Ruhm und Siege geführt hat. Hohe Chre sei seinem Ange enken, welches für alle Zeiten in der Geschichte ie eines preußischen Prinzen würdige Stelle finden 2* —* — aird. Berlin, 16. Juni. In der Impfungsange⸗ tgenheit hat der Vundesrathsausschuß für Handel nd Derlehr der „Nat.Zig.“* zufolge beim Bumdes- athe jetzt deantragt, die Vorschläge der Impftom · mifion anzunehmen mit der Maßgabe, daß die Ein⸗ ührung der Thierihmphe ihuntichst herbeizuführen e und die Geschaftsordnung der Impfaärzte alle ei Jahre einer Revision unterzogen werde. Die —X—— find ersucht worden an der Hand Eokale und pfälzische Nachrichten. d. St. Ingbert,. 18. Juni. Gestern fand zahier unter Leitung des Hauptlehrers Herrn dagenbucher die 3. besondere Fortbildungs⸗ anferen? für den Nonferenzhezirk RNließkanel.Si 20. Jahrg. Ingbert statt. Dieselbe umfaßte die Zeit von 8- 12 Uhr Vormittags und von 32 —-5 Uhr Rach⸗ mittags. Zur Behandlung kamen bestimmte Partien aus der Unterrichtslehre, der allgemeinen, deutschen ind bayerischen Geschichte, sowie der Geschichte der Pädagogik. Auch eine Lehrprobe aus der Geschichte var als Aufgabe bestimmt und war die Ausführ⸗ ang derselben drei Exspektanten übertragen. — Zur Eröffnung der Konfecenz wurde der Chor „Hoch hut euch auf“, zum Beschlusse derselben die Königs⸗ hymne gesungen. — Die Zahl der Konferenzpflich⸗ sigen beträgt zur Jeit 19; dieselben waren sämt⸗ lich zur Konferenz erschienen. — St. Ingbert, 18. Juni. Ueber den in der Montagsnummer ds. Bl. kurz erwähnten Un⸗ zlüdsfall, herbeigeführt durch die Explofion iner Dynamit ⸗Hülse (nicht Dynamiwpatrone, wie rrthümlich angegeben war), erfahren wir nachträg⸗ ich, daß dem Verletzten in keiner Weise ein Ver⸗ chulden beigemessen werden kann. Derselbe hatte, vie auch sein Vater und die übrigen Hausgenossen, jar keine Ahnung von der Gefährlichkeit der Dy⸗ aamit · Hülse, die in ihrem Aeußern einem Griffel⸗ salter glich und vielfach dorher von Schulkindern nuch als solcher gebraucht worden war. Der ver⸗ neintliche Griffelhalter lag unter verschiedenen an⸗ seren Gegenständen (Nägeln, Draht u. s. w.) in iner Tischschublade; während der junge Mann nun in dieser nach Nägeln suchte, erfolgte ploötzlich dje Explofion, die ihm 4 Finger an der linken dand wegriß und ihn auch an der rechten Hand and der Brust beschüdigte. Wahrscheinlich war bei dem Suchen ein spitzer Gegenstand, Nagel oder Draht, in die Zündmasse gedrungen und so die Erplosion erfolgt. St. Ingbert, 18. Juni. Das gestern Abend von Westen kommende Gewitter brachte uns endlich den ersehnten Regen und damit nach den heißen Tagen eine kühlere Temperatur. O.B.·V. In seiner jungsten Sitzung hat der Obstbauverein St. Ingbert zwei Beschlüsse zefaßt. die zum außeren Wachsthum und zum nneren Gedeihen des Vereines ohne Zweifel bei⸗ tragen werden. Der erfte derselben bestimmt, daß er Jahresbeitrag vom zweiten Jahre der Mit⸗ Jliedschaft an auf Ml. 1,50 herabgesetzt werden oll, wahrend für's erste Jahr einschließlich des Tintrittsgeldes Mk. 4 zu entrichten sind. Da der Berein bei dem vielversprechenden Stande seiner Baumschule für die Zukunft seinen Mitgliedern zeiche Vereinsgaben in Aussicht stellen kann, so verden gewiß Viele angesichts des geringen Jahres⸗ deitrages sich entschließen, dem Vereine beizutreten. Der Kassier desselben, Herr Einnehmer Ait, wird zerne recht viele Anmeldungen entgegennehmen. Der zweite Beschluß bezwedt den Schuß der vor⸗ handenen Baume gegen Beschädigung und Ver— vüstung. Wenn letztere dem Ausschusse mitgetheilt verden, so wird dieser von vereinswegen die Verfolgung der KThäter in die Hand nehmen und Strafantrag stell en, um die für den Einzelnen hiemit verbundenen Unannehmlichkeiten demselben abzunehmen. Das Beste wäre freilich, wenn der Ausschuß zu derartigem Einschreiten nie Beranlassung belaäme. Je mehr Lust und Liebe zum Obstbau in weite Kreise hineingetragen und zurch Eltern und Lehrer der rohen Zerstörungssucht ntgegenwirlt wird, desto seltener werden solch Ausbruche des bübischen Muthwillens sich ereignen. kafsen wir unsre Kinder selbst mit Hand aniegen in den Arbeiten des Garten. und Obhaunsa iassen wir sie hineinblicken in das wunderbare Leben ind Weben der Natur, das wird einen veredelnden Finfluß auf fie ausüben, daß sie sich mit uns dessen freuen, wenn ein Baum die ersten Knospen rägt und mit den ersten Früchten sich schmücht ESchwurgericht.) Zweibrücken, 15. Juni, Vorm. i9 Uhr. Verhandlung gegen Wilhelm Soffel, 40 Jahre alt, früher Postbote in Oden⸗ dach, wegen Verbrechens im Amte. »Vertreter der Staatsbehörde: Herr 2. Staatsanwalt Wagner; Vertheidiger: Herx Rechtspraktilant Schul; Der Angekiagte. welcher seit Juni 1873 Post⸗ hote in Odenbach mit den Bestellbezirlen Schmitt⸗ weiler, Roth, Becherbach, Gangloff, Adenbach, Reiffeibach und Ginsweiler war, bezog einen Ge⸗ qalt von 480 Mt. nebst Zustellungsgebühren in zleicher Höhe. Damit hatte er eine starke Familie zu crnahren. Derselbe hat nun im Laufe der Zeit sich mehtfache Veruntreuungen zu Schulden kommen lassen, welche gelegentlich einetr am 17. Januar ». J. siatigehabten Revifion ar den Tag kamen und seine Amtsenthebung zur Folge hatte. Es vurde ihm zur Laft gelegt, daß er in 6 Füällen ich der Unterschlagung von Postanweisungen von derschiedenen Beixugen und zum Zwedce der Ver ⸗ heimlichung desselben sich einer gleichen Anzahl Urkundenfalschungen schuldig gemacht habe, sowie in 13 Fällen sich Zeitungsabonnementsgelder wider⸗ rechtlich zum Nachiheile der Post angeeignet haben. Der Angeklagte gesieht seine Schuld theilweise ein und entschuldigt dieselben mit seiner Nothlage. Unter Annahme mildernder Umstände wurde Soffel zu einer Gefangnißstrafe von 1 Jahr und 6 Mo⸗ aaten verurtheilt. Zweibrücken, 16. Juni. Verhandlung gegen Friedrich Brochart, 21 Jahre alt, Blech⸗ schmied in Kaiserslautern. wegen Münzverbrechen. Bertteter der k. Staatsbehörde: Herr 2. Staats⸗ anwalt Wildt; Vertheidiger; Herr Rechtspraktikant Albert Correelll.. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnißstrafe von 9 Mounaten verurtheilt, sowie die Einziehung der falschen Geldstügge und der beschlagnahmten Bypsform verfügtc. — Dahn, 16. Juni. Ein Gewitter mit tarkem Hagelniederschlag zog gestern Nachmittag iber ünsere Gemarkung. Der Hagel fiel in der HBröße von Taubeneiern und in einer solchen Menge, wie man es hier seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. — Zu Kaiserslautern wurde die „Schuh⸗ macherkasse“ gesiohlen. Die ftrikenden Zimmerleute dagegen erhielten Geld aus Berlin. Kirchheimbolanden, 15. Juni. Das Freiheits · Denkmal aufdem Friedhof war gestern. als am Todestageder im Schloßgarten Gefallenen sinnig geschmuckt. Vom hiesigen Vollksberein. wie auch zus Mainz und Alzey waren Kränze mit schwarz ⸗ roth·goldenen Schleifen niedergelegt, zwei Lorbeer⸗ und ein Palmenkranz. Dem Kranz der Germania var ein Trauerflor angefütßgt. — Bei Kirrwerler ertrank ein Arbeiter heim Baden in einem Eisweiher. —In Winnweiler grüundete fich ein Ver⸗ ein zur Erbauung einer katholischen Kirche; es wurden sofort 1600 Mti. gezeichnt. — Wegen Diebstahlsvergehen hat das kouigl. zandgericht Würzburg den v8Zjahrtigen Cirkusbefitzer Antou d. Gaärtner aus Queichhambach bei Lan⸗ zau zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Aus der Pfalz wird von verschiedenen Zeiten über heftige am Montag niedergegangene hewitter mit zahlreichen Blitzschlägen und Schlossen⸗ allen berichtet, In Weisenheim a. S. wurden wei Scheuern durch Blitzschlag eingeaschert. in Frunstadt schlug der Blitz in das Haus des Herrn Hezirlsthierarztes Weber, in Trippstadt in jenes des haftwirihes Schäffer, ohne jedoch zu zunden. In et Umgebung von Dürkheim und ebenso bei Hauen tein fielen Schlossen in Menge, doch scheint der Schaden nirgends ein besonders erheblicher zu sein. — In Hüffler überfuhr der Ackerer Rübel nit seinem Fuhrwert sein eigenes Kind, sodaß es ebensgefahrliche Verlezungen davontru— Neustadt, 15. Juni. Der Verbandstag zes pfälz. Bäckervereins tagte gestern in unserer Stadt.Vormittags begannen im Saalbau die Herhandlungen, welchen wir entnehmen, daß der Herein 260 Mitglieder zählt und einen Kassenbe⸗ sand von 236 M. 65 Pf. hat. Die Einnahmen etrugen 549 M. 55 Pf. die Ausgaben 312 M. 90 Pf. Herr Holzgrefe Zweibrüchen hielt einen Vorttag über das Lehrlings- und Gesellenwesen Zeine Ausführungen gipfelten in dem Sazze, daß ie Meister ihre Lehrlinge zu tüchtigen, brauchbaren hesellen heranbilden muͤßten. Zum Zwecke der dontrole sollen Arbeitsbücher eingeführt werden. derr Esselborn Ludwigshafen hielt hierauf einen dortrag über „Errichtung von Innungen und Ge⸗ ossenschaften. Derselbe will micht den alten Zunft⸗ wang, fondern freie Vereiniguug zum Zwecke der hebung des Gewerbes. Dieselbe müßte zur Lösung ‚er Lehrlingsfrage mitwirken, die Einführung ge— verblicher Schiedsgerichte herbeiführen, das Herbergs⸗ oesen regeln, die AÄrbeits·Nachweisestellen organisiren. ‚as Sudmissionswesen in seine Grenze verweisen uind die Nfiede des Gemeingeistes fruktiure — Seyer, 16. Juni. (Zur Brod · Krisit Aus sehr zuverlässiger Quelle geht der „Sp. Zig. die Miitheilung zu, daß auf vielfaches Drangen eines großen Theiles der Speyerer Bevölkerung sig ein hiesiger Privatmann entschlossen hat, in Schiffet. stadt eine Brodfabrik mit Maschinenbetrieb zu er— richten. — Ein recht nettes Bild bot der heutige Wochenmarkt durch den Verkauf von 3 Wagen Brod welches von auswärtigen Bäckern feilgeboten wurde Finer derselben, von Dürkheim, verkaufte 6 Pfd Schwarzbrod zu dem fast unglaublichen Preise von 37 Pfge und war dessen Vorrath in kurzer Zei vergrifsjen. Ein anderer, von Haßloch, verkaufte jeine Wanre 6 Pfd. zu 63 und 8Pfd. zu 33 Pfg und wog seinen Kunden jeden Laib vor, damit die selben ihr richtigss Quantum bekommen, was al—. gemeine Anerkennung fand. Der dritte Väcker ih von Harthausen und hatte 6-Pflinder zu 68 und 4. Pfuͤnder zu 42 Pfg. verkauft. Daß die hiesigen Bäckermeister keine freundliche Miene machen, brauch van, ichreibt die .Pf. R.“ wobl nicht zu bezweifeln Bcrmiichtes. pNürnberg, 18. Juni. Die internatio— nale Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Legirungen wurde um 1I Uhr durch den bayer. Staatsminister des Innern. Frehin Minister v. Feilitzsch im Namen bezw. im Auftrag des Königs eröffnet. Nach der Eröffnung fand ein Rundgang durch die Ausstellung statt, welch einen dotzügüchen Gesammt⸗Eindruck macht. Die Räume weisen glanzvolle kostbare Schätze alle⸗ Lander und Zeiten auf.— 7 Karlsbad, 17. Juni. Generalfeldwmar schali v. Mant euffel ist heute früh verschieden dem Vernehmen nach an einem Lungenschlag. Berhin, 16. Juni. Nach dem soeben publicirten Erlennmiß in dem gegen Redalteut Zäcker geführten Prozesse wegen Beleidigung det Hofpredigers Stocer wurde Bäcker unter Annahm⸗ mildernder Umstände zu 83 Wochen Gefaängniß ver— urtheilt und wurden demselben, die Gerichtskoker auferlegg. 7 Simla, 16. Juni. Die Erderschütterunge in Kaschmir haben sich mit größerer Heftigkeit wie derholt. Im Disiriit Muzufurabad sollen übe 2000 Personen umgekommen sein. r Madrid, 16. Juni. Gestern kamen Madrid 7 Cholerafälle vor, wovon eine ödtlich. In Murcia kamen 105 Cholerafalle vot avon 46 tödtlich. —Fuf die e . x. Demes — ehung definitiv 15. Juli ver Kirmenban⸗Verein Aeisersl· vtern Kaiserslauterer Geld⸗Lotterie Im Verlag von Greßner RSchra mum in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗- und Auslande zu beziehen.. — — 4 22 4 J— Die Klassiker der Rbhilosophie. beon deu frühesten zriechishen deuker bis auf die Gegeuuart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebif einer Auswabl ans ihren Schriften ι Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alteribum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennia. —IIILLLIE Auf 10 Foose bereits 1 Treffer. daupitreffer: 30000, 10000 2500 31000, 6500, 8200. 40 100 ꝛ.. 3. 20000 Geldgewinne i. Betr. v. 125000 M. IJ ohne Abzug. 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Jugberter Antzeiger Wo A 322 *0 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. I 9— Et. JIungberter Anzeiger“ erscheint udchentlich fuufmalr Am Trontag, Diensag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ blant und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen LA. 75 , einschließu wo Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 6, Neclamen 30 —H. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — Einladung zum Abonnement. Mit dem bevorstehenden Quartalswechsel beginnt ür unser Blatt ein neues Abonnement, und den wir hiermit ergebenst zu demselben ein. Im Preis und Erscheinen des „St. Ingberier Anz.“ tritt keine Aenderung ein. Die Haltung meres Blattes bleibt stets eine rein sachliche. hesonderc Aufmerksamkeit werden wir lokalen und rovinziellen Angelegenheiten zuwenden und daneben ur eine gute Unterhaltungslektüre in spannenden Komanen und Rovellen Sorge tragen. Als an⸗ genehme Beigabe behält der „St. Ingb. Anz.“ ch im neuen Quartale das achtjeitige illustrirte ʒonntagsblatt. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ aehmen alle Postanftalten und Postboten, hier die uinterzeichnete Expedition und die Austräger des glattes entgegen. Reubestellungen, wie die Er⸗ jeuerung des Abonnements bitten wir gefälligst ald zu machen. Unseren Abonnenten, denen das glatt durch die Austräger zugestellt wird, wird zasselbe auch im neuen Quartale fortgeliefert, venn vor dem 1. Juli nicht ausdrücklich abbestellt vird. Auch als wirksames Insertionsorgan sei der St. Ingb. Anz.“ hiermit einem verehrlichen Pu⸗ ütum in empfehlende Erinnerung gebracht. Hochachtungsvollfi! Redaktion und Expedition tes „St. Inaberter Anzeiger.“ Politis che Uebersicht. Die in der „N. Z.“ als unrichtig bezeichnete Nachricht, daß im Fruͤhherbst auf österreichischem Boden, und zwar auf dem Schlosse Reichstadt in hohmen, wiederum eine JZusammenkunft »er drei Kasiser stattfinden solle, wird der „Schles Ztg.“ von Wien aus von einem wohlin⸗ ormirten Gewäͤhrsmann bestätigt. Der Kaiser Franz Josef und der Kronprinz Rudolf werden vaͤhrend der Manöver in Böhmen die Stadt Pilsen »esuchen und fich von dort zu Anfang des September u mehrtägigem Aufenthalt nach Reichstadt begeben, vo gleichzeiig auch Kaiser Wilhelm und Zar Ulexander Li. einzutreffen gedenken. Nach der kntrevue begiebt sich Kaiser Franz Josef zu den Mandvern in Krootien. Zu der neuen Münzverfügqunaq hemerkt Koln. Zig.“: ‚Alle Anzeichen sprechen dafür, daß von Seiten xer zustanden Reichsbehörden der Entschluß, unfere doldwahrung, wie fie gesehlich besteht, durchzuführen, merschüttert ist und daß auch mit dieser Durch⸗ ührung ohne weiteres Zögern begonnen werden oll. Die Frage ist nur die, wieviel von dem noch vorhandenen Silber wir für den inneren Geldum⸗ auf verwenden können, wieviel wir verlaufen sollen. die Verwendung zum innern Umlauf hat eine durch das Geseh dorgeschriebene Grenze: 10 Mt. in Silbermünze auf den Kopf der Bevölkerung und 2.50 Mi. an Rickeel- und Kupfermunzen. diese hochfte Grenze ist bis jetzt nicht erreicht. und 8 war in manchen Kreisen die Ansicht, als bendthige der Verkehr so viel Silber nicht, zumal das goldene dFünfmartfück und da Fünfmarkschein den Silber⸗ munzen ihre Aufgabe zum Theil abnahmen. Das wdene Funfmarkstuck ist als unpraktische Münze allseitig änertannt hrde nnng lnen Samstag, 20. Juni 1885. 20. Jahrg. Zeit aus dem Verkehr verschwinden; der Betrage der Reichskassenscheine zu fünf Mark ist vom Bundes⸗ rath von 40 Millionen auf 10 Millionen herabge⸗ setzt; dadurch ist Raum für einen größeren Silber⸗ umlauf geschaffen und der Bedarf von Silbermünzen hat sich bereins eingestellt. Demnach beantragt der RKeichskanzler beim Bundesrath die Ausprägung bon weitern 10,270,000 Mtk. in Einmarkstücken. Das nöthige Silber wird aus dem Barrenvorrath des Reichs entnommen. Von Nickel⸗ und Kupfer⸗ münzen sind nur die Empfennigstücke knapp. Es soll von diesen Münzen für 400,000 Mk. ausge⸗ prägt werden. Der Reichskanzler hat seinen An⸗ trag ausführlich begründet und das Bedürfniß nach diesen Ausprägungen dargethan. Nachdem dieser Theil der Durchführung unserer Münzgesetzgebung bollendet ist, wird der wichtigere und einzig noch übrige in Angriff genommen werden müssen, die allmähliche Einziehung des nach ruhiger Prüfung als überflüssig erkannten Vorraths an alten, dem Verkehr schon wegen ihrer Form lästig gewordenen Silberthalern.“ ranzösischen Waffen über Oesterreich in Italien in Erstaunen gerieth, hielt der Prinz, damals Truppen⸗ ührer in Stettin. einen Vortrag vor dem ver⸗ ammelten Offizierkorps, in welchem er auseinander⸗ etzte, auf welche Weise deutsche Truppen der „französischen Kriegsfurie“ zu begegnen hätten und in einer später von dem Prinzen herrührenden Broschure wies er nach, wie nöthigenfalls die preu⸗ zische Armee in der Lage sein werde die franzofische Urmee zu schlagen. Wie glänzend haben die Er— ignisse die Prophezeihungen des Prinzen Friedrich darl gerechtfertigt und wie richtig waren seine Studien gewesen,. die er über die französische Armer und deren Siege im Jahre 1859 gemacht hane. Bei den ausgezeichneten Talenten des verewigten Prinzen konnte es nicht ausbleiben, daß er schon n der Jugend und erstem Mannesalter eine glän⸗ ende militärische Laufbahn zeigte. Wie alle preußischen HZrinzen trat er im Alter von zehn Jahren in die Urmee und wurde vorzugsweise Reiterführer. That— ächlich h at die preußische Kavallerie dem Prinzen auch viel zu verdanken, was schneidige Führung, rasche Inangriffnahme einer neuen Aufgabe und ähe Beharrlichkeit anbetrifft. Bereits 1848 in Schleswig⸗ Holstein und 1849 in Baden zeichnete ich der zwanzigjährige Prinz Friedrich Karl schon als ehenso genialer als tollkühner Offizier aus. An der Spiztze einer Husarenschwadron 1849 zwei⸗ nal schwer verwundet widmete dann der Prinz Friedrich rarl die Zeit seiner Wiederherstellung eifrig militär⸗ vissenschaftlichen Studien. Rasch avancirie er dann und war schon 1861 General der Kavallerie 1864 ührte er gegen Danemarck erst einen Theil der zreußischen, dann die ganze alliirte Armee. 1866 uührte er die erste preußische Armee und hielt in oer Schlacht bei Königsgrätz zehn Stunden lang zegen die übermächtige österreichische Armee dus, 1870 befehligte er die zweite deulsche Armee, setzte ich in den Tagen vor Mez eine Ruhmeskrone auf und kämpfte auch später fiegreich gegen die Loire⸗ Armee. Nach der Uebergabe von Metz wurde der Prinz Friedrich Karl zum General »Feldmarschall xnannt und mit den hochsten Ehrenzeichen bedacht. Der deutschen Armee gehörte er bisher noch als General⸗Inspekteur der Kavallerie und der 3. Armeeinsvektion an. Nach dem „Fanfulla“ arbeitet Leo XIII. au der Idee einer in Amerika zu begründenden Ackerbaukolonie. Ueber die Oertlichkeit wird wischen der „Propaganda Fide“ und einer großen amerikanischen Kolonisations Gesellschaft verhandelt; in das Auge gefaßt ist ein großes noch unkulti⸗ dirtes Territorium in den Vereinigten Staaten. Ausschließlich Italiener und Katholiten sollen dieses Territorium besiedeln. Auch der finanziellen Seite der Frage ist man bereits näher getreten. Friedrich Karl von Preußen . Unerwartet hat der Tod ein thatenreiches und ruhmgekröntes Leben dahin gerafft. Im noch räftigen Mannesalter, erst siebenundfünfzig Jahre alt, ist der Prinz Friedrich Karl von Preußen auf Schloß Glienike bei Berlin an den Folgen eines Zchlaganfalls, der den Prinzen am Sonntage früh getroffen hatte, am Montag Vormittag gestorben. Der Kaiser, die deutschen Fürsten und die ganze deutsche Nation betrauern in dem verewigten Prinzen einen ruhmreichen Soldaten, einen ersten Kämpfer ür Deutschlands Einheit und Größe. Ebenbürtig zrangt der Name des Prinzen Friedrich Karl neben )enen der ersten Feldherren aller Zeiten. Mit inem heroischen Geiste derband er eine eiserne lusdauer, eine unverwüstliche Beharrlichkeit, einen ühmlichen Fleiß, sich allen Aufgaben, die an einen Soldaten und Feldherren herantreten, gewachsen zu zeigen. Hatte sich Prinz Friedrich Karl als Soldat auch stets die höchsten Ziele gestellt, so erstrebte er hoch nichts, ohne die gehörige Vorbereitung, ohne die richtigen Abwägungen zwischen Wollen und doͤnnen. Deßhalb war dein verblichenen Feldherrn nuch der fast unerhörte Ruhm zu Theil, daß er in allen Schlachten gesiegt und sich allen Aufgaben jewachsen gezeigt hat. Schon die drei Namen „Duppler Schanzen,“ „Königsgrätz“ und „Metz“ haben dem Prinzen unvergängliche Ruhmesblätter in der deutschen Geschichte eingebracht. Ja, der Verewigte war ein echter deutscher Held, ein wahrer Feldherr, um ausländischen Hochmuth zu brechen und den deutschen Namen wieder zu Ehren zu oringen. Und wie felsenfest war sein Vertrauen auf die preußische, die deutsche Kraft! Als im Rahre 1850 asfs⸗ Welt üher die raschen Siege der Beneral⸗Feldmarschal v. Mantenffel . In dem Augenblick, da die irdische Hülle eines der schneidigsten Führer der deutschen Armee der Bestattung harrt, bringt der Telegraph eine neue Trauerboischaft: Gentralfeldmarschau v. Manteuffel, der Statthalter der Reichslande, ist heute früh in Zarlsbad, wo er zum Kurgebrauch weilte, an einem Lungenschlag plößlich gestorben. Es ist ein selt⸗ ames Ungefähr, daß der „rothe Prinz“ und Gene⸗ alfeldmarschall v. Manteuffel zu gleicher Zeit ab⸗ herufen werden. Unter den preußischen Heerführern jelten gerade diese Beiden als Diejenigen, deren rucksichtslose Energie und strenge soldatische Art den hervorragendsten Antheil an dem adlaänzenden Sieges⸗ juge der deutschen Armeen gehabt haben. Der lußzere Lebensgang des Verschiebenen war mit der Beschichte unseres preußischen Vaterlandes mehr als ein Menschenalter hindurch innig verknüpft. Edwin Hans Carl Frhr. v. Manteuffel wurde am 24 Februar 1809 in Dresden als Sohn eines hervor⸗ ragenden Juristen, des Oberlandesgerichtspräfidenten d. Manteuffel geboren. Im Jahre 1827 trat er in das preußische Dragoner ⸗Regiment ein, erklomm ziemlich ichnesl die Sinfenleiter dve milifßrischer Ehren, bis er 1848 zum Flügeladjutanten König Friedrich Wilhelms 1V. emporstieg. Im „tollen Jahre“ wurde er von seinem Herrn mit einer Reihe vichtiger diplomatischer Sendungen betraut, in denen er seine Gewandtheit in der hohen Politik aufs Beste bewährte. 1855 wurde er vom Konige, der ihn besonders hochschätzte, in das Militäckabinet derufen. das er 1857 als Chef übernahm. In dieser einflußreichen Stellung erwarb er sich um die steorganisation der Armee große Verdienste, aber auch eine reiche politische Thätigkeit Manteuffel's ist in dieser Zeit geübt worden. Allerdings wurde sein kinfluß in politischen Dingen zu jener Zeit weit iberschätzt, so schried man ihm einen besonders nach⸗ heiligen reaktionären Einfluß auf die Verwaltung zu und aus dieser Stimmung nannte ihn 1861 Twesten in seiner bekannten Broschüre: „Was uns noch retten kann“ einen „unheilvollen Mann in un⸗ heilvoller Stellung“. Bekanntlich führte diese Kon⸗ rooderse zu einem Zweikampf, der Twesten eine Ver⸗ vundung, Manteuffel einen Arrest in Magdeburg tintrug. Nicht lange nachher schied er aus seiner Stellung im Militärkabinet und erhielt bei dem eben ausbrechenden Kriege gegen Dänemark das Kom⸗ nando über die Truppen in Schleswig⸗ Holstein. Die ihm hier gestellte schwierige Aufgabe — er wurde auch später Gouverneur der Provinz — löste er mit Geschick, seine soldatischen Tugenden, die dreußische Straffheit und Strenge, kamen ihm hierbei zu Statten. Aus jener Zeit stammen auch die deiden geflügelten Worte aus seinem Munde von den „sieben Fuß schleswigschen Bodens, die er mit seinem Leib decken wollte, und „das heidenmäßig viel Geld. das Preußen habe.“ Im Kriege von 1866 wurde in der von ihm verwalteten Provinz jofort mit aller Energie gegen die Bundesbesatzungs⸗ ruppen der Oesterreicher vorgegangen und Gablenz nußte bald Holstein räumen. Mit nicht minderem Blück leitete er in dem Feldzug gegen Frankreich die Operationen gegen die französische Nordarmee. die er in den blutigen Schlachten bei Amiens und in der Hallue schlug. Bourbaki wurde, nachdem o. Manteuffel den Oberbefehl über die Südarmee ibernommen, von ihm über die Schweizer Grenze gedrängt, eine That, die ihm am 22. März das Großkreuz des Eisernen Kreuzes einbrachte. Seine Verdienste fanden auch in der Folge wiederholt die ehrendste Anerkennung seines Monarchen, so wurde ihm an dem Tage des siegreichen Einzuges der Truppen in Berlin die höchste preußische Auszeich⸗ nung. der schwarze Adlerorden, sowie eine Dotation derliehen. Eine besonders große Auszeichnung und Würdigung seiner Fähigkeiten lag aber in der Uebertragung des Oberbefehls über die Ok⸗ iupationsarmee, die in Frantreich verbleiben mußte. Die schwierige Aufgabe hat Manteuffel mit Geschich und Energie gelöst und nach ihrer Beendigung ver⸗ lieh ihm sein dankbarer Monarch die höchste mili⸗ ärische Würde, den Rang eines Generalfeldmarschalls. kinige Zeit lebte nun Manteuffel der verdienten Muße in Berlin, bis sein Herr ihn wieder zu hoher und schwieriger Dienstleistung berief. Als die Ver⸗ valtung der neugewonnenen Reichslande immer groͤßere Schwierigkeiten machte, beiraute man Man⸗ ceuffel unter dem Titel eines Statthalters mit der bedeutungsvosllen Mission der Germanisirung der wieder zum Reiche zurückgekehrten Provinzen. In dieser Stellung hat Manteuffel seit 5 Jahren sein großes staatsmännisches Geschick mit gutem Erfolge dethätigt, und wenn das wichtige Werk auch lang⸗ sam von Statten ging, so hat es doch stetigen Fortgang genommen. Sein Tod reißt nicht nur in den Reihen der verdienstvollen Waffengefährten des deutschen Kaisers eine klaffende Lücke, das Reich herliert vor Allem in dem Dahingeschiedenen eine machtvolle Stütze, die schwer zu ersetzen sein wird. . opwdechbaheeitttechtarrrrrnüdueed Deutsches Reich. Berlin, 18. Juni. Der Kaiset empfängt hgeute Abend um 71/3 Uhr sämmtliche hier zur deichenfeier eingetroffene Fürstlichkeiten und Abgesandte. Anslanud. Karlsbad, 18. Juni. Die Leiche des Feld— narschalls v. Manteuffel wird Freitag früh 5 Uhr X Befehl des Kaiserz Franz Jofeph der kommandirende Beneral Philippovich sich von Prag hierher begeben vird. Die Ehrenparade wird aus den nächsten —AD Topper findet entweder Samstag oder Sonntag statt. Wien, 18. Juni. Die Blätter widmen dem Felomarschall v. Manteuffel warme Nachrufe. Das Fremdenblatt“ sagt: Der Name des Feldmarschalls verde in der Geschichte von Elsaß-Lothringen fort eben. Paris, 17. Inni. Die Nachricht von dem Tode des Freiherrn v. Manteuffel traf hier zeute Nachmittag 8 Uhr ein. Dieselbe macht be—⸗ sonders wegen seiner Stellung als Statthalter von Elsaß ⸗Lothringen großes Aufsehen. Paris, 18. Juni. Der Tod v. Manteuffel's letet. der elsässischen Bande, welche in den Pariser Journalen die Deutschenhetze betreibt, eine willkom⸗ mene Veranlassung, ihren Lesern neue Mordgeschich- en und Ammenmäürchen aufzutischen. So erzählt der „Soir“, Manteuffel habe 1866 Frankfurt durch eine Soldaten plündern lassen, weil die Stadt die Zahlung der ihr auferlegten Kriegskontribution ver— veigerte. Petersburg, 14. Juni. Durch kaiserlichen Uas ist, wie bereits gemeldet, verfügt worden. haß in diesem Jahre 230,000 Rekruten zur Fahne ⸗inberufen werden sollen. In den letzten Jahren jat in dieser Beziehung eine beständige Steigerung tattgefunden. 1882 wurden 212,000 Mann ein⸗ erufen, 18883: 218,000, 1884: 224,000. Diese Steigerung bezweckt. einen großen Ab⸗ ang von Reserven zu ersetzen. Die im Frieden 50.,000 Mann starke russische Armee soll in driegsstärke 2.200, 000 Mann zählen. wozu also .450. 000 Mann Reserven nothwendig wären. doch haben die Erfahrungen des letzten Krieges erwiesen, daß von den einberufenen Reserven un⸗ gzefähr 12 Prozent wegen Krankheit oder anderer Ursachen nach Haufe entlassen werden müssen. Um diesen Ausfall zu ersetzen, beabsichtigt der Kriegs⸗ minister, die Zahl der Reserven auf 1.700,000 Mann zu bringen, zu welchem Zweck das Rekruten⸗ ontingent erhöht werden muß. Newyork, 14. Juni. Der Aufstand der Apaché-⸗Indianer dauert fort. Als die Truppen u einer Rekognoscirung ausrückten, ließen fie ihren Wagenzug unter einer Wache von 7 Mann zurück die Indianer überrumpelten den Wachtposten, ödteten 5 Mann desselben und erbeuteten die janzen Lebensmittel- und Munitions-Vorräthe die anderen beiden Soldaten enkamen. Es werden viederum mehrere Mordthaten gemeldet, die von »en Indianern verübt worden sind, obwohl die mergische Verfolgung seitens der Truppen fafßf ammtliche Apachoͤss gezwungen hat, sich über die Hrenze nach Mexiko hinein zu flüchten. Lobale und pfrzische Rachrichten. — Es dürfte von Interesse sein, daß in zerlin 17Pfaälzer Studenten weilen uus allen Gauen der Pfalz, nämlich 8 Theologen, 2 Mediciner und 7 Juristen. Wenn bei der Hröße der Stadt und den verschiedenen Studien an einen ständigen Verkehr sämmtlicher Rheinpfälzer nit einander nicht gedacht werden kann, so ist es zoch ein erfreuliches Zeichen, daß jeden Donnerstag bend sich alle pfälzischen Studirenden Berlins in deil's Bierhallen (Passage) zu einer gemüthlichen dneipe versammeln. Mittag essen die meisten bei Zerrn Gastwirth Adolf Staudte, Oranienburger⸗ traße 50. wo meist Studenten verkehren. Es sei vem Schreiber dieser Zeilen gestattet, darauf hin⸗ uweisen, welch' urgemüthlicher Wirth Herr Staudte st, der den Studenten stets mit Rath und That ur Seite steht und ihnen vorzüglichen billigen Mittagstisch bietet. Neulich beehrten die Pfälzer seneipe vier Herren aus Kusel, welche auf einer zrößeren Vergnügungstour in Berlin verweilten. — Echwurgericht, Z3weibrücken, 16. Juni, Nachm. 3 Uhr. Verhandlung gegen Ludwig Schleppi. 30 Jahre alt, Tagner von Altstadt, vegen Verbrechens wider die Sittlichkeit. Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Hr. 8. Staatsanwalt Wildt; Vertheidiger Herr Rechtsanwalt König. Der Angeklagte ist beschuldigt eines Verbrechens in Gemäßheit des 8 176 Ziff. 2 R.St.⸗G.«B., zegangen auf dem zur Gemeinde Altstadt gehörigen Hofgute des Ackerers A. Schleppi (Bruders des Angeklagten) am 6. Mai abhin, des Nachmittags 12 Uhr. Die Geschworenen bejahten die auf Versuch ge— ttellte Frage, sowie auch die Frage nach mildernden Umständen, worauf der Gerichtshof den Ange— lagten in eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten derurtheilte. — Der Ausschuß des pfälz. Feuerwebhr⸗ serbandes besteht nun aus den Vertretern der Feuerwehren: Zweibrücken-Loch, Speyer-Bechtluft dürkheim⸗Dr. Bischoff, Neustadt;Fuchs, Landar hindenlang und Kaiserslautern ⸗Gelbert. — Auch in Pirmasens wurde der Aus schank des Bieres mittelst Pressionen verboten.“ — Kaiserslautern, 17. Juni. Di Zimmerleute Peter Funda und Anton Roth änder, beide von hier, wurden von dem konigi Schöffengericht ersterer zu 8 Tagen, uetzterer * 8 Tagen Gefängniß verurtheilt. Funda hain durch Bedrohung und Rothländer durch Bedrohin⸗ mit Todtschlagen und ehrverletzende Aeußerunge zu der Theilnahme an dem herrschenden Zimme streil zu veranlassen gesucht. — Der Strike de Zimmerleute dauert fort und ist dessen Ende zu aächst nicht abzusehen, da die Meister nicht nachsu zeben gesonnen sind und den Gesellen noch aͤg reichende Mittel zur Verfügung stehen. — Kaiserslautern. Am Sonntag, de— 5. Juli findet im Café Kramer dahier die Va ammlung der pfaälzischen Postboten statt. — Busenberg, 16. Juni. Heute wurd⸗ das älteste Mitglied der hiesigen israelitischen Ge neinde sowie der älteste Bürger vou hier zu etzten Ruhe verbracht. Der Verstorbene Ar— »on 96 Johren und war bis zu seinen letzten Tagen noch rüstig, so daß er noch Holz zu schnei den und zu hacken im Stande war. Seine Schweste starb vor einigen Monaten in Wallhalben im Alter von 103 Jahren. (S. W) — Bubenheim, 17. Juni. Gestern Morger 4 Uhr wurde dahier der Reisende des Herrn N ⁊. von Alzey durch die Gendarmerie Göllheim ir Untersuchungs haft abgeführt. Derselbe ist beschuldig! am Montag Nachmittag ein Sittlichkeitsberbreche in der Wohnung der Frau Wittwe K. begange zu haben. — Das Presbyterium in Kand el wählte ab Geistlichen an Stelle des verstorbenen Herrn Reiffe Herrn Pfarrer Croneis in Heuchelheim. — Mörsch, 17. Juni. Bei dem am lezzten Montag stattgehabten Gewitter schlug der Blitz auf der Petersau in einen Bienenstand, in welchem sit 70 Stöcke befanden, von denen 60 verbrannten Ein in der Nähe sich aufhaltender Mann wurde sr verletzt, daß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehme mußte. (F. 3) — Zu dem am 21. d. M. zu Haard! tattfindenden 16. Verbandstag der pfälzischen Zampfgenossenschaft hat die Direktion der pfälzischer Fisenbahnen allen durch die Mitgliedskarten sic ausweisenden Kampfgenossen zur Fahrt nach Neu⸗ ttadt und zurück eine Fahrtax⸗Ermäßigung von öh pCt. bewilligt. Bei der Wichtigkeit des Punkte 9 der Tagesordnung — Gründung einer pfälzischen Sterbetasse — ist nun allen Verbandsbereinen Ge egenheit geboten, gegen geringe Kosten mehren Vertreter senden zu können. — Speyer, 15. Inni. In Anbetrocht der zielen Unglückzfälle durch Ertrinken, welche dieses Jahr schon beim Baden an verbotenen Orten vorge kommen, hat die Regierung in Erinnerung gebracht daß bezüglich der Sicherheit der Badeplätze um der Abwendung von Gefahren für die Badenden die bestehenden Vorschriften hierüber gewissenhof heachtet werden. Insbesondere ist dafür Sorge zu ragen, daß allenthalben das Baden an gefährlicher —A gehandhabt werde. — Speyer, 186. Juni. In diesem Jahr findet die Neuanlage der Kapitalrenten-Steuer fu die Steuerperiode 1886/87 und jene der Einkom · menfiener für die Steuerperiode 1886180 stett Dder Termin für die Einberufung der Steueraur schüsse für die Kapitalrenten· und Einkommensteuer— Anlage wurde auf den 1. Oktober d. J. festgeseht — Frankenthal, 16. Juni. Die St kammer des königl. Landgerichts verhandelte sn u. A. gegen die 23 Jahre alte Magd Louise Pen aus Düriheim, welche bekanntlich am 10. An ifd. Is. im Hotel Zu den Vier Jahreszeiten Dürlheim einem Geschäftsreisenden 400 Mark g stohlen hatte. Einige Zeit zuvor hat sie Weisenheim ihre Dienstherrschaft durch wiederho Entwenden von Geld geschädigt. Die Angen die nicht zum ersten Male vor dem Sngun tteht, erhielt eine Zuchthausstrafe von 8 77 u⸗ auch wurde auf Zulässigkeit von Polizeiaufsich kannt. — gun — Ludwigshafen a. Rh., 17. 9 Die heute dahier stattgehabte Sitzung der 8 zischen Handels- und Gewerbekammer war nich Flußfaͤhig. Schon in der vorigen Sitzung hatte —2— Mitglieder erklärt, daß sie mit der hosung des Jahresberichtes einverstanden seien und zer zur Verlesung des letzteten anberaumten heu⸗ en Sitzung nicht beizuwohnen gedachten. Die ren dem Gremium Speier bezüglich des Kanals Naßburg·Ludwigshafen zur Aufnahme in den sohresbericht empfohlene Aeußerung: „Die Pfälzi⸗ che Handels⸗ und Gewerbekammer erblickt in der hermehrung der Transportwege durch die Pfalz ne willlommene Gelegenheit zur Hebung und För⸗ ung des Handels und begrüßt daher das Pro—⸗ elt der Herstellung eines oberrheinischen Kanals it Freuden“ wird in folgender Form zur Auf— ohme kommen: „Es wird ohne Zweifel die Nicht⸗ rerücksichtigung der berechtigten Wünsche der Inte—⸗ essenten eine Einwirkung ausüben auf die Besprech ing der Frage der Schaffung von billigen Wasser⸗ ißen. Nachdem von Seiten der Elsässischen Ver⸗ Fallung die Mittel zur Bestreitung von Vorar-⸗ iten fuür einen Kanal Straßburg⸗ Ludwigshafen „pilligt worden sind, wird die Pfälzische Handels⸗ ind Gewerbekammer unter Benutzung dieser Re— ultate in Bälde sich eingehend über diese Frage ind die Interessen des ganzen Kreises zu äußern zaben, um so mehr, als man sich heute schon von zielen Seiten mit berührtem Projekte beschäftigt.“ das Verlesen des Entwurfes zum Jahresbericht süt 1884 wurde beendigt und nur wenige Zusätze der Aenderungen beantragt. So soll z. B. auch der Ausdehnung der Telephoneinrichtung Erwähnung geschehen und dem Wunsch der Kammer um Ver⸗ — dieser nützlichen Anstalt Ausdruck gegeben werden. Vermichtes. Tholey, 17. Juni. Im benachbarten Alsweiler ist heute Nachmittag durch die Un⸗ vorsichtigkeit eines 14jährigen Mädchens ein achtzehn Monat altes Kind so unglücklich aus dem Fenster des 2. Stockwerkes gefallen, daß es lebensgefähr⸗ liche Verletzungen davontrug. — Ein ähnlicher Un⸗ glücksfall, aber mit tödtlichem Ausgang, ereignete ich gestern in Marpingen. Ein 213jähriges dind stürzte kopfüber in eine mit Regenwasser ge⸗ füllte Bütte und ertrank: wieder ein warnendes beispiel fur Eltern, ihre Kleinen doch niemals ohne zuverlässige Aufsicht zu lassen. (S.⸗ u. Bl.⸗3.) FStraßburg, 17. Juni. Heute Nach⸗ miltag starb dahier nach langen und schweren Leiden dr. August Kayser. Prosessor der Theologie an der hiesigen Universität. fMünchen, 15. Juni. (Millitärbezirks- gericht) Am 29. Maärz Abends veranlaßte der Setondlieutenant Max Reschreiter im 2. schweren Reiterregiment durch überlautes Sprechen mit seinem Vachbarn während der Theatervorstellung in Lands zut mißbisligenden Zurufe von Seite des Publikums, o daß der aufsichthabende Polizei⸗-⸗Rottmeister um tuhe bitten mußte. Der Sekondlieutenant fuhr en Beamten mit den Worten an: „Was wollen Sie, wer sind Sie, Sie Bursche? Sie ausrangirter Unteroffizier können nur alte Bettelweiber eiñfan- en!“ Im Hofe des Theatergebäudes äußerte hann Reschreiter weiter: “, Ich gehe selbst zum Bür⸗ getmeister und sage ihm was er für eine Saupolizei hat.“ Der Angeschuldigte ist volllommengeständig uur will er vom Polizeirottmeister durch die Worte preizt worden sein: „Schämen Sie fich,führen Lie sich anst indig auf. wenn Sie sich nicht an⸗ fändig aufführen können, gehen Sie heim!“ Resch⸗ reiter wurde wegen Vergehens der Berufsbeleidigung üt schuldig befunden, aber wegen Kompensation nit der Beieidigung von Seite des Poligeirottmeisters von der Strafe freigesprochen. Die Kosten wurden dem k. Militärärar überbüedet. f München, 17. Juni. Genehmigt wurde, daß der approbirte Arzt Dr. med. Rudolf Emme⸗ — aus Mutterstadt, z. 3. erster Assistent an der —— beim hygienischen Institute Aniversität München, als Privatdozent in die edizinische Falkulitat der Uniderfitat Munchen auf— lenommen werde. an Nürnberg, 15. Juni. Die hiesige inter ionale Ausstellung von edlen Metallen und gsungen ist, wie schon in vor. Nr. gemeldet, er⸗ D Geschmüct wie eine Braut am Hochzeits. n so präsentirte sich am Tage vor ihrer Eröff — Ausstellung in ihrer äußeren Erscheinung 3— arrenden Menge. Seitdem man am frühen 8ð begonnen, den Ausstellungspalast mit nden Fahnen in den Farben aller Nationen u schmücken, woogt um den Ausstellungsraum das Bublikum ununterbrochen auf und nieder. Ganz jewaltiges Interesse erregt die im Barokstil aufge⸗ ührte und mit Malereien und buntbewimoelten Flaggenmasten ausgestattete hohe Umzäunung des Ausstellungsparkes. Nicht minder ist der weithin ichtbare Kamin des Kesselhauses durch seine reiche zronzemalerei Gegenstand der Gespräche. Was nan aus dem Inuern des Ausstellungspalastes in zjünstigen Mamenten erschauen kann, derechtigt zu Jen größten Hoffnungen. Heute schon darf gesagt verden, daß die Ausstellung eine ungemein große Zahl moderner und historischer Schätze bdirgt. Die lusstellungsgegenstände der bekannten Firma Chri- tofle und Komp. in Paris sind erst heute einge roffen und wurden noch vollständig aufgestellt Mehrere amerikanische Aussteller sind selbst an Ort ind Stelle anwesend. Die jupanische Abtheilung st vollständig beendigt. Die Schätze des Schah ‚jon Persien werden stündlich erwartet. Zur Be— euchtung des Ausstellungsraumes ist nur elektrisches dicht verwandt. F Kreuznach, 15. Juni. Wegen des Ver—⸗ zachts der Brandstiftung wurde hier heute Vormittag der Bierbrauer Johann Frua verhaftet, in dessen eit einiger Zeit still liegender Bierbrauerei der Brand ausgebrochen ist, der fast die gesammten Bebäude der Gerbergasse eingeäschert hat. — Der Direktor eines Gerichtes in Pommern zat folgenden Tagesdefehl erlassen: „Es ist zur Wahrnehmung des Direktors gelangt, daß einzelne Beamten nicht mit dem ganzen Respekt ihre Vor gesetzten auf der Straße begrüßen, welcher ihnen Jjebüͤhrt. Zur Aufrechthaltung der guten Ocdnung n dieser Materie wird deshalb Nachstehendes vor⸗ zeschrieben: Jeder der genannten Beamten, welcher dem Direktor oder einem Herrn Richter begegnet, hyat an demselben zur rechten Seite vorbeizugehen und in Entfernung von zwei Schritten vor dem Begegnenden eine Verbeugung zu machen und den hzut bis in die Gegend des Kniees herunterzu— zringen.“ f Ein Kuß für tausend Gulden., Auf welche Extravaganzen beim geschäftigen Müßig- jang Kurgäste verfallen, beweist ein Vorfall, welcher ich im Freundschaftssaale in Karlsbad zutrug: Btaf S. saß mit einigen Freunden gegenüber einer rꝛeizenden Blondine, Freiin v. B. Man sprach »om — Küssen. Vor Allem beschäftigte man sich nit der Frage, wie viel ein Kuß werth sei. „Hun⸗ dert Gulden“, meinte Graf J. „Ah, bah, fünf— zundert Gulden nach Umständen,““folgerte Hert d. C. „Und ich gebe fücr einen Kuß ein Himmel⸗ reich,“ ergänzte begeistert Maler F. „Was meinen Zie, meine Gnädige?“ Sie schüttelte lächelnd ihr londes Köpfchen und sprach schnippisch: „Ich )enke, tausend Gulden dürften für einen Kuß nich u viel sein!“ Hastig fuhr Graf S. von seinem Sitze empor und rief: „Geben Sie mir für tau⸗ end Gulden einen Kuß?“ „Wenn das Geld einem vohlthätigen' Zwecke gewidmet wird, mit größtem Bergnügen?“ antwortete Baronesse B. Eine kurze Pause, dann küßte die schöne Dame den Grafen und nahm tausend Gulden für die Armen Karls⸗ bads entgegen. — 4 (Ein einzige? Haar um 100 Pfund Stetting.) Ein reicher Engländet, der fich auf der Durchreist zur ungarischen Landes- zusstellung einige Tage in Wien aufhielt, trat ufällig in eine Frisierstube der inneren Stadt n dem Momente ein, als ein junges Mädchen von zübschem Aeußern, jedoch ärmlich gekleidet, gerade nit dem Geschäftsinhaher um den Preis ihres igenen Haarschmuckes verhandelte. Das Mädchen öfte ihr dichtes blondes Haar auf, durch welches er Friseur die Finger gleiten ließ, um die Quali— äit des außerordentlich reichen und langen Haares u prüfen. Das Mädchen verlangte zwanzig fl. ils Preis für ihren schönen Kopfschmuck und der zriseur erkllärte, nur 8 fl. hiefür bezahlen zu önnen. Als das Mädchen schluchzend in diesen Zreis einwilligte und der Friseur das Haar' abzu— chneiden sich anschickte, sprang der Engländer vom Lehnstuhl auf, schritt rasch auf das Mädchen zu ind bot dem Friseur erregt „Halt!“ Der Fremde efragte das Mädchen hierauf um die Veranlassung eines Angebotes und als dieses in schmucklos rührenden Worten von ihrem olternden Vater und hret ktanken Mutter, welchen sie Lebensmittel faufen wollte, erzählte, sagte er: „Wollen Sie, liebes Kind. mir Ihr Haat verkaufen?“ „Ja,“ intwortete das Mädchen. während ihr die Thränen in die Augen traten. Der Lord nahm hierauf aus einer Brieftasche, eine Banknote heraus und reichte ie dem Mädchen. Es war;eine Note lautend auf 100 Pfd. Sterl. (2000 M.) Dann ergriff er eine Scheere und schnitt dem Mädchen — ein einziges Haar ab, das er sorgfältig in seiner Brief⸗ zasche bewahrte. „Gehen Sie jetzt nach Hause, iebes Kind“, sagte er hierauf, „und geben Sie zie Banknote Ihrem Vater. Er wird schon das Rechte beginnen.“ Und während der Lord zur Thüre hinausging, rief er dem Mädchen zu: „Grüßen Sie Ihre kranke Mutter“ und fuhr im Fiaker, der vor dem Laden hielt, rasch davon, das Mädchen sprachlos zurücklassend. Dieses eilte zu den Eltern, um ihnen das Geld zu bringen. Dank der unermüdlichen Pflege genas die Mutter alsbald und gegenwärtig ist der Vater in der glücklichen Lage, einen kleinen Gemischtwaarenhandel in einer Vorstadt zu eröffnen. F In Krakau wurde im vorigen Jahr vom Schwurgericht der Landmann Gawenda zum Tod und der Bauer Gallus zu 10 Jahren Zuchthaus derurtheilt, weilsie eine Bauerndirne umgebracht jatten. Gawenda wurde begnadigt. Jetzt hat sich nun herausgestellt, daß die damals verschwundene hZauerndirne bei ihren Verwandten lebt. Interessant st, daß Gawenda in der Voruntersuchung den Mord ingestanden hat; allerdings leugnete er in der dauptversammlung den Mord ab. Die Vermählung der Prinzessin Beatrice on Enghand mit dem Prinzen Heinrich on Battenberg findet, dem Londoner Hof⸗ ournal zufolge, am 24. Juli in Osborne statt. rFGum Schutze deutscher Mädchen, velche gezwungen sind, ihren zeitweiligen Aufent⸗ jalt im Auslande zu nehmen, empfiehlt die Ber⸗ iner Stadtmission in London, „die Heimath für eutsche Mädchen“ Gordon House, Ensleigh Gardens FW. und in Genf die deutsche Mädchenherberge, 'ours St. Pierro 4 vis-à-vis de l'église de 8t. NRerre. Man hofft, die nöthigen Mittel zusammen- zubringen, um namentlich auch in anderen größeren Z„tädten des Auslandes zunächst auch in Pest und New ·˖ York derartige Asyle und Herbergen für arbeit⸗ iuchende deutsche Dienstmädchen und Bonnen zu hegründen, um denselben in ihrer Unerfahrenheit ein billiges Heim im Auslande zu ficher. Die Newyorker Scharffchützen welche zu dem Anfangs Juli in Bingen fiattfin⸗ denden Schützenfeste eintreffen sollen, haben sich am 3. d. M. auf der „Suevia“ der Hamburger Linie ingeschifft und werden dereits Mitte dieses Monats Berlin einen Besuch abstatten. r Nach einem Telegramm des „Messager de Paris“ aus Madrid; 15. Juni, beziffert eine imtliche Statistiß die Zahl der Personen, welche Madrid der Epidemie wegen verlassen haben, auf 12,000. F Madrid. 17. Juni. In Folge einer leberschwemmung ertranken vierzig Personen, die im Tunnei der Eisendahn von Salamanca nach Gägerlatein.) Ein alter Waidmann childerte die Eigenschaften seines vierfüßigen Ge— ährten wie folgt: Da erzählt Ihr allerlei, wer veiß mas für Geschichtchen von Euren Hunden ind es ist doch gar nichts besonderes dabei. Da jättet Ihr erst meinen Waldmann kennen sollen. Der apportirte, das war eine Lust. Vor zwei zahren, da ritt ich von meinem Gut' nach der IRberfötsterei und machte zuerst noch in dem guten Birthshaus, Ihr wißt ja, dicht vor dem Walde. „tation. Unterwegs zeigte ich ihm dann einen Fünfmarkschein, rollte deuselben zusammen, steckte hn in das Astloch eines Baumes und nahm dann Waldmann noch bis zur Oberförsterei mit. .Hier cief ich ihm zu: „Apportir! Marsch! Fort!“ ind fort war er wie der Blitz. Ich wartete und vartete und warte — aber er läßt sich nicht wie⸗ der sehen.“ Endlich nach mehr als einer Stunde, ommt er angetrabt — aber ohne den Fünfmark⸗ chein. Natürlich werde ich wüthend und schrie hu an: „Zurück! Marsch! Zurück! Willst Du wohl gehorchen, sonst —“ Doch stait zu ge⸗ vorchen, kommt er ganz dicht an mich heran und äßt aus seinem Maule einzein, nach einander, ünf blanke ageue Markstucke dor meine Füße fallen! War das kluge Thier aus Furcht, der Fünfmark⸗ chein könnte auf, dem langen, Wege nach der Oberförsterei in seinem Maule zu Schaden ommen, mit dem Schein die vdaar Schritte nach dem Wirthshaus gelaufen und hatte ihn da ge⸗ wechselt. Ja, das war ein Hund.“ Sterbe; ãlle. Gestorben in Essingen: Georg Wilh. Wambs⸗ ganns J., 66 J. a.; in Hochspeyer: Moses Rothschild, 738 J. a.; in Zweibrücken: Frau Louise Klöckner, geb. Reinhold; ebendaselbst: Fräulein Christianu Theysohn, 75 J. a.; in Lan⸗ dau: Michael Weigel. Versetzt wurde: der k.«Forstgehil fe Friedrich Bareis zu Pirmasens zum k. Forhtreviere Berg— zabern; ernannt wurde: der Forsteleve Johann Friedrich Weigel zu Pirmasens zum Forstgehilfen dei dem k. Forstreviere Pirmasens; ernannt wurden: die Schulverweser Friedrich Blättner in Franken⸗ stein, Karl Biatt er in Oggersheim und Jatob Mühller in Ernstweiler zu Schulderwesern in hpirmasens, der interim. Schulverweser Karl Schenkel zu Friesenheim zum Schulverweser in Oggersheim, Schulverweser Jakob Keller in Mechtersheim zum Schulperweser in Oggersheim, der interim. Schulverweser Konrad Kohll in Stauf um Lehrer in Standenbühl, Schulverweser Wilh. »ilsinger in Oberbexrbach zum Schulverweser Impflingen, Schulverweser Jalob Merz in Dannenfels zum Lehrer in Jakobsweiler, Schulver⸗ veser Konrad Stoffel in Frankenthal zum Lehrer »aun Lehrer Rudolf Dauber in Dirmstein und Zchulverweser Heinrich Neu mülller in Mörzheim ‚u Schulverwesern in Frankenthal; in den bleiben den Ruhestand wurde versetzt: Lehrer Philipt deiper in Seelen unter Anerkennung seiner lang aͤhrigen und eifrigen Dienstleistungen. Homburg, 17. Juni. (Fruchtmutelpreis und Su ——— Weizen dM. 50 Pf., Korn o M. —5 Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0O M. — Pf., — dreihige O M. — Vf. GSecste 4reihige d M. — 9 hafere . 8o pPf. weischiruht d . — FJs. er M. — Pf. Wicken — M. — Pf., Bohnen 6 9 — Pf., Kleesamen — M. — Pf., stornbrod 6 Pfum 85 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pf.. Ochsenfleisch 9 Rindfleisch 80 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelßeiso 60 9 Schweinefleisch 50 Pf., Butter 1 Pfund 0 M. 96 9 Zartoffeln ver Zentner 1 M. 80 Vi. Dienstesnachrichten. Notar Emil Hermann in Obermoschel wurde auf die in Kandel erledigte Notarstelle und Notar Weil in Hornbach auf die Notarstelle in Ober⸗ moschel, beide auf Ansuchen versetzt; der geprüfte Rechtskandidat Jalob Scheerer aus Schmitt ⸗ haujen zum Notar in Hornbach ernannt. — Der prott. Ärzt Dr. Zöller in Frankenthal ist auf die im Kreismedizinalausschusse der Pfalz erledigte Stelle berufen, die Stelle des Bezirksthierarztes für das Bezirksamt Homburg dem. Distriktsthier⸗ arzte Bauer in Schönenberg mit dem Wohnsitze in Homburg auf Ansuchen verliehen. — Der königl. Steuereinnehmer Hartmann in Webenheim wurde auf Ansuchen auf die Einnehmerei Hornbach versetzt, die Einnehmerei Webenheim dem Kandidat Habermehl in Kirrweiler übertragen, auf die innehmerei Weilerbach der k. Einnehmer Fick⸗ eisen in Trippstadt auf Ansuchen versetzt. die Einnehmerei Trippstadt dem Kandidat Schnelle in Altdorf übertragen, auf die Einnehmerei Lei⸗ mersheim, der k. Einnehmer Pfeiffer in Haßloch auf Ansuchen dersetzt, die Einnehmerei Bisterschied dem Kandidat Hartard übertragen, auf die Ein ⸗ nehmerei Altdorf der k. Einnehmer Greth in Ober⸗ ofterbach auf Ansuchen versetzt und die Einnehmerei Dberotterbach dem Kandidat Sertel in Bister⸗ chied übertragen Kaiserslautern, 16. Juni (Fruchtmittelpreit un Viktualienmarkt.) Weizen 9 Mk. 26 Uf., Korn 8 9 is Pf., Spelzkern — M. — Pf., Svpelz 6 M. 88 9 Herste O M. -Pf., Hafer 8 M. 0l Pf. Erbsen 0 a — ppf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — pi, alc. samen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 76 w. 3 Pfd. 35 Pf., Gemischtbrod 3 Vfund 40 Pf. Butter a pfd. O M. 95 Pf., Eier per Dtzd. 60 Pf., Karioffeln * Zentner 2 M. — Pf. Stroh J. Qual. 2 W. 73 g J. Qual. 2 M. 40 Pf. Heu pro Ctr. 83 M. — ð kleeheu 9 M. — Pf. — Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Dem Bayrischen Gewerbemuseum in Nürnden vurde im Inleresse der Internationalen Au— kellung von Arbeiten aus edlen Metallen un zegirnngen daselbst die Ausgabe von 250 Mil— roose 4à51 Mark gestattet. Für Gewinne sind nah— 300/0 der Bruttoeinnahmen bestimmt. Die Gewim— iehung findet spätestens am 15. November a. tait. Der Vertrieb der Loose ist dem Hertn Mortitz Strauß junior in Nürnberg— alleinigen Generaldebit übertragen, an welchen sit Agenten für den Wiederverkauf von Loosen zu wende — — — — Marktberichte. Zweibrücken, 18. Junmi. (Fruchtmittelpreis und Vitk ualenmarti.) Weizen O M. — Bf., Korn 8M. 17 14 derste weireihige d M. — Pf., vierreihige 0O M. — Pi Spelj d M. — pPf., Spelzlern — M. — Bj., Dinke Sw. — Pf. Mischfrucht O M. — Pf. Hafer 7 M 35 Pf., Erbsen O M. — Pfi, Wicen 9 M. — Bi., deun3 M. — Pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf. II. Qual. Dm. 80 Pf., Kartoffeln 1M80 Pjf., Weißbrod U/ Kils 58 Pff, Kornbrod 3 Kilo 65 Pf., Gemischtbrod 8 Kile s0 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindileisch J. Qual b0 Pf, iI. Qual 56 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 30 Pf. Wein! Liter 80 Pf., Bier ] Litier 24 Pf., Butter 12 Kilogr. O M. 95 Vi — — — — ——⸗ Müj denblatt dünchener Fremdenbla mit Tagesanzeiger u. Quartiergeber st das verbreitetste katholische Tagblati Baherns und erscheint täglich 16 -24 Seiten siu ZTäglich eine Romanbeiiage in Buchformat, wöchentlich 12 Unterhaltungsbeilagen, mona sich zweimal die Land⸗ und Dauswirthschafts-Zeitung. Direkte Nachrichten aus aller Wel Vollnͤandige Handelszeitung, die telegraphischen Gelde und Produkten⸗Kurse aller Haupt plätze, den großen Müuchener Kurszettel, alle Berloosungen, alle Dienstesnachrichten, di vollständigen Theaterzettel u. s. w. Geschafis⸗Inserate 20 Pf. die Petitzeile, für Munchener Inserate 15 Pf., Abem ment per Poft 2 Mt. vierteljährich, in München 1 Mt. 50 Pf. Im Berlaufe des kommenden Quartals bringen wir wieder einen neuen Roman vo Max Fuchs unter dem Titel: „Die Pestiunagafrau“ aus der Zeit deß dreißigiährigen Krieges und der Regierung des großen Churfursten Ran milian J. Die spannende Handlung spielt in München und im Lager nes Churfursien, danu jührt fie uns den Herzog von Waldstein, seinen Tod und die folgenden Ereignisse vor Augen Ein reicher Stoff fuͤr einen historischen Roman. Der Dichter schildert in seiner belannter markigen Ari die damals io iraurigen Verhälinisse der Burgerschaft Munchens und da⸗ inlerefsante Leben und Treiben in den bayherischen und schwedischen Lagern. Wie belannl hali sich Mat Fuchs streng an die Geschichte und ist dieser neue Noman ein weiterer Sten zur Bollendung seiner erzaͤhlenden Geschichte Bayerns, die wir unsern Lesern dadurch ver Augen führen, wofür dieselben uns gewiß Dank zollen werden. — Im Herbfte oder Winter sind wir in der Lage, unsere Leser mit einem gröoͤßzeirn sozialen Romane aus der Feder des berühmten katholischen Schriftstelers Philipp Laitus lerfreuen zu können. hung definitiv 10. Juli 288 —— er AirmenbanNerein Kaiserslautern. Kaiserslauterer Geld-Lotterie DDDIILLIII Auf 10 Loose bereits 1 Treffer. Haupttreffer: 30000, 10000 2300 31000, 66500. 8200. 40 100 ꝛc. 20000 Geldgewinne i. Betr. v. 125000 M. ohne Abzug. Loose à 2 M. bei allen bekanten Verkaufsstellen und bei der General⸗Agentur Alb. Roesl in München. 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Amtsgerichts St. Ingbert. 9 St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonutag; 2wuial wochentlich mit Unterhaltungt⸗ dian und Sonntags mit 8feitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljührlich 1A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 754, einschließlich d Zuflellungsgebuhr. Die Eiuruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmoudzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche⸗ auf welche die Erxpedition Auskunfit ertheilt. 13 44. Neel⸗ænen 30 . Bei 4maliger Einrudung wird nur dreimalige berechnet. 120 Politische Uebersicht. Die Publikation des Kommunalsteuer⸗ dothgesezes, welches am 1. Aprilen. J. in zraft reten soll, wird endlich in den nächsten Tagen erfolgen. Da die Auslegung und Anwendung dieses Besehes große Schwierigkeiten bereitet, so sind Unter⸗ maatsseklretar Herfurth und Geh. Ober⸗Regierungs⸗ Ralh Noell im Ministerium des Innern mit der juzarbeitung eines Kommentars zu demselben be⸗ schaftigt. Das Werk soll die Vorgeschichte des Ge⸗ sehes, die Erläuterung der Spezialbestimmungen ind die Ausführungsbestimmungen enthalten. Der preußische Gesandte beim Vatikan Herr v. 5chhözer hat dem Papste gemeldet, daß er binnen — D ene und daß der Legations-Sekretär Graf Monts hn vertrelten werde. * Von Begebenheiten auf dem Ge— diete der inneren Politik ist in dieser Woche so gut wie nichts zu verzeichnen und auch ie Losung der braunschweigischen Thronfolgefrage — einahe der einzigen Frage, welche zur Zeit noch zaß Interesse unserer politischen Kreise erregt — jat im Bundesrathe noch keinen Schritt nach vor⸗ varts gethan. Dagegen ist in den ersten Tagen der Woche die Entscheidung in einer andern Affaire gefallen, welche fast mehr als die braunschweigische Angelegenheit das allgemeine Interesse in Anspruch nahm, im Prozeß Stoͤcker contta „Freie Zeitung.“ herr Bäcker, der Redalteur der genannten Zeitung, se wegen Beleidigung des Hofpredigers und Reichs⸗ agtabgeordneten Dr. Stöcker zu drei Wochen Ge⸗ ängniß und außerdem zur Tragung der Gerichts⸗ losten verurtheilt worden. Der ganze Verlauf des nerkwürdigen Prozesses stellt sich aber als eine noralische Niederlage des Herrn Dr. Stöcker und det von ihm vertretenen Partei dar und es ist eine Frage, daß das Ansehen des Haupworkämpfers der christlich sozialen Partei durch den nun beendigten Brozeß keineswegs eine Stärkung erfahren hat. Nach vielem Hin⸗und Herlaviren scheiniendlich dem Marquis Salisbury die dildung « des neuen nglischen Kabinets ge⸗ iungen zu sein. Wenigstens meldet eine Londoner Depesche, daß Salisbury sich am Mittwoch Nach⸗ mittag nach Windsor begeben hat, um der Königin die Liste der neuen Minister zu unterbreiten. Dar⸗ iber, ob das neue Kabinet nur aus Anhängern der lonservativen Partei zusammengesetzt ist, liegen bis zur Siunde noch keine authentischen Mitiheilungen vor. Deutsches Reich. München, 17. Juni. König Ludwig on Bayern hat, wie die „Allgemeine Zeitung neldet, dem Redakteur des „Vaterland', Dr. Sigl. welcher seit 4. November vorigen Jahres im Zellen⸗ jefängnißz Nürnberg die gegen ihn durch ürtheil »es Schwurgerichts vom 8. Juli 1884 ertannte monatiiche Freiheitsfnrafe verbuhl. den noch be sehenden Strafrest in Gnaden erlassen. — Die hachricht don einer dem Könige von Bayern durch den verstorbenen Fürsten Marimilian von Thurn und Taris hinterlassenen Schenkung von 8 Millio⸗ um Mark gewinntenach der, Voss. Zig.“ an Wahr⸗ deinlichteit Die genannte Summe soll gerade ein udings entstandenes Defizit zu dechen im —R Sonntag, 21. Juni 1885. IJ 20. Jahrg. Berlin, 19. Juni. Die „Norddeutsche All⸗ jemeine Zeitung“ schreibt: Für den Feldmarschall . Manteuffel hatte der Kaiser die Trauerfeierlich⸗ eit in Berlin derart angeordnet, daß die Leiche von darlsbad hierher gebracht wird, und die Feier in er Garnisonskirche, ähnlich wie bei dem Prinzen August von Würitemberg, stattfinden solle. Nach⸗ em fich herausgestellt hat, daß v. Manteuffel in einem letzten Willen den bestimmten Wunsch aus- Jesprochen habe, in Topper in aller Stille und ohne ille militärischen Ehrenbezeugungen beerdigt zu iwer⸗ den, habe Ihre Majestät von dieser Anordnung Ab⸗ jand genommen und nur bestimmt, daß der Bei⸗ etzung in Topper die Deputationen vom 15. Armee⸗ orps, vom 1. Garde-Dragonerregiment und dem Rheinischen Dragonerregiment Nr. 5 beiwohnen sollen. Düsseldorf, 17. Juni. Hier erfolgte am Montag die definitive Konstituirung der Textilge⸗ iossenschaft für Rheinland und Westphalen. Die henossenschaft hat ihren Sitz in M.«Gladbach, ihr Bezirk erstreckt sich über die Provinzen Rheinland ind Wesiphalen und das Fürstenthum Birkenfeld Sie umfaßi die Gesammttertil⸗Industrie mit Aus⸗ jahme der Seiden⸗ und Halbseiden⸗, der Leinen⸗ ind Halbleinen⸗, sowie der sonstigen Bastfaser⸗In⸗ ustrie. Eingetheilt ist die Genossenschaft in sieben Zeltionen: Düsseldorf, M. Gladbach, Elberfeld, Barmen, Lennep, Aachen und Münster. Die ein⸗ zezogenen Betriebe beschäftigen 835.290 Arbeiter. Lokale und pfaͤlzische Rachrichten. * Am Donnerstag und Freitag fand zu —AV pfälzishen Kreditgenossenschaften jait. Auf demselben war der hiesige Vorschußverein dertreten durch die Herren J. Beer, Bayer ind Baron. Wie in den Vorjahren, so fungierte auch heuer Herr Beer neben Herrn Ettling aus Kirchheimbolanden als Revisor für die Verbands⸗ rechnung. Dem Verbande gehörien im verflossenen Jahre 26 Vereine an; der Gesammtumsaz derselben betrug pro 1884 ungefähr 1493 Mill. Mark. die Zahl sammilicher Kreditgenossenschafter der Pfalz ist 11,093. Die Mitgliederzahl der einzelnen hereine bewegt sich von 99 (Vorschußverein Hom⸗ zurg) bis 1561 (Gewerbebank Speyer) und die Höhe des Umsatzes von 308,000 Mark (Vorschuß Jerein Obermoschel) bis etwas über 31 Mill. Mtk. Gewerbebank Speyer). Zur Abhaltung des nächst⸗ äͤhrigen Verbandstages wurde Pirmasens be⸗ ftimmt. Als Direkioren wurden wiedergewählt die derren Dr. Knecht⸗ Neustadt und Regierungs⸗ assesssr Conrad⸗ Speyer. Als Abgeordnete um Verbandstage deutscher Genossenschaften in darlsruhe wurden gewählt die Herren Bloch Sdentkoben, Braunsberg⸗ Frankenthal. Witte⸗Blies⸗ lastel und Auffahrt⸗Bergzabern. — Die pfälzische Handels- und Ge verbe⸗Kammer beschloß auf Antrag des Reichs⸗ agsabgeordneten Dr. Buhl eine Kommission nieder⸗ ufetzen, welche die von den einzelnen Bezirkskremien n der Pfalz zu machenden Erhebungen über Zonntagsruhe, sowie Frauen⸗ und Kinder⸗Arbeit ichten soll. Es geschieht diese Erhebung in Rück⸗ icht darauf, daß sich der Reichstag mit dieser An⸗ gelegenheit zu beschäftigen haben wird. — Echwurgericht. Z3weibrücken, 17. Juni, Vormittags 893 Uhr. Verhandlung gegen darl Brenner, 21 Jahre alt, Schuhmacher von Pirmasens, wegen Korperverletzung mit nachgefolg⸗ —F—⏑—⏑— —— NMarsigenher- Srr kt MOherland⸗8. gerichtsralh Schmidt; Vertreter der kgl. Staatsbe hörde: Herr Rechtsanwalt König. Am Abend des 17. Mai abhin, ungefähr gegen 11 Uhr, nachte der Schuhmacher Christian Schunk von Hhirmasens vor seinem in der Horebstraße gelegenen hause unter lauten Schimpfworten seiner Tochter Jorwürfe über ihr langes Ausbleiben, und zwar in deratt heftiger Weise, daß die Ehefrau des Bruders des Angeklagten, des 31 Jahre alten Zchuhmachers Philipp Brenner, es sich nicht ver⸗ agen konnte, hierbei zu interveniren. Dieselbe stand nämlich zu bewußler Zeit mit ihrem Manne auf der Treppe ihres Hauses, das sich neben dem des Schunk befindet, und machte von hier aus die Zemerkung, Schunk solle doch ruhig sein und seine Tochter am nächsten Morgen schimpfen, welche Worte Anlaß zu weiteren gegenseitigen Ausein⸗ indersetzungen gaben. Während dieses Disputes zefand sich der Angeklagte mit seiner Frau in der Naäͤhe und fing leßtere, als sie die Schimpfworte »ernahm, an, in die Hände zu klatschen und laut u lachen. Da nun schon laängere Zeit zwischen eiden Familien feindschaftliche Verhältnisse bestanden, o ärgerte sich die Ehefrau Philipp Brenner über dieses Benehmen ihrer Schwägerin, und waren aaiurgemäß gegenseitige Schimpfereien die Folge hiervon. Inzwischen war der Angellagte bis in die Nahe des Hauses seines Bruders gekommen ind rief diesen von hier aus zu: Komm nur heraus, heute Nacht mache ich es aus mit Dir, da stehe ich mitten auf der Straße; komm' heraus, venn Du etwas willst“, wobei er eine drohende Ztellung gegen denselben einnahm. Infolge dieser Aufforderung eilte der Getödtete, Philipp Btenner, vuihentbrannt in sein Haus, erschien aber sofort vieder unter der Thür, mit einem Kartoffelstoßel hewaffnet, und stürmte nun unter den Worten: Was, Du willst es mit mir ausmachen 7?“ gegen seinen Bruder los, der auch seinerseits agresfiv vorzugehen chien. Sofort hatte sich die Scene in eine Rauferei »erwandelt, wobei der Angeklagte seinem Bruder nit einem scharfen Instrumente einen Stich in die inke Achselhöhle und einen solchen in den Rücken ersezte. Diese Stiche, insbesondere der in der Achselhöhle, mußten unbedingt den Tod des Ver⸗ etzten zur Folge haben, der auch nach Verlauf von inigen Minuten eintrat. Philipp Brenner starb in Verblutung und ist dessen Tod zweifelsohne in Zusammenhang mit den erhaltenen Verlezungen su bringen. — Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, sowie die Fragen nach mildernden Imständen, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gefängnißstrafe von vier Jahren verurtheilte. — Speyer, 18. Juni. Bei der Konferenz der alademischen Tanzmeister, welche an den Pfingst⸗ jeiertagen wie alljährlich in Berlin stattfand, wurde unser Mitbürger, Herr Tanzlehrer Karl Bittler, einer Befahigung und der in seinem Besizß befind⸗ ichen guten Zeugnisse halber zum Mitgliede der deutschen Alademie ernannt und ihm ein Ehren⸗ Diplom ausgefertigt. Die Deutsche Tanzaklademie hat ihren Sitz in Berlin unter dem Präsidium des ꝛgl. Balleimeisters Herrn A. Freysing und zählt aur 30 Mitglieder, da nur die würdigsten unter den deutschen Tanzlehrern aufgenommen werden. — Speyer, 18. Juni. Auch auf dem heutigen Wochenmarlte haben sich wieder einige miswärtige Bäcker mit Brod eingefunden. Bäcker Seel von Dürkheim derlauft dasselbe 6 Pfund zu 57 Pf. und 4 Pfund zu 40 Pf. Bader Haag an abla RMfund au 82MFuuund AMrre Einem biederen Landmann fiel der Hut in den Bärenzwinger. Statt daß ihn der Bär zerriß, packte er ihn und trug ihn zur Heiterleit des Pu⸗ blikums in das Wasser. Die Heiterkeit steigerte ich aber zur Ausgelassenheit, als eine Frauenstimme ich vernehmen ließ, die zu ihrem Mann ob des Anfalls sagte: „Siehst Du, Dich kann ich närjends nit hin nehmen. „Pfui, schäm' Dich, alter sterl! F (Geizig noch im Tode.) In einem dorfe an der Weser unterhalb Bremen starb vor ängerer Zeit eine ziemlich bejahrte Frau. Einer Vermischtes. hrer letzten Verfügungen zufolge sollte ihre Leiche Baden⸗Baden, 18. Juni. Die Kaiserin nit den am Körper befindlichen sKtleidungsstücken hat heute Nachmittag 2 Uhr Baden⸗Baden verlassen, inge sargt werden. Jedoch die Angehörigen respet m sich nach Coblenz zu begeben. Der Großherzog. rten diesen letzten Willen nicht. Nachdem fie ie Großherzogin unrd der Erbgroßherzog beglesten inige Kleidungsstücke ganz ahnungslos entfernt Ihre Majestät bis Karlsruhe. —3 hatten und näher betrachteten, fanden sie zum p Waesbaven, 180 Juni. Gestern Nach ⸗ großen Erstaunen nicht weniger als 6000 Mtl. in mittaqg ist die Frau Fuͤrstin Dolgoruckh, Wittwe Banknoten darin verstedt. Die alte, im Leben sehr nes Kaisers Alexander . von Rußland, min Fa, Larsam, fast geizig gewesene Frau hatte sich von di —eers r. )em Mammon selbst im Tode nicht trennen können milie und Gefolge von Paris hier eingetroffen und n dat im Hotel zu den „Vier Jahreszeiten“ Wohn⸗ ind darum war diese letzte Bestimmung festgestellt sng genommen. 5 Die Richtbefolgung derselben kam den Angehörigen FFrankfurt, 17. Juni. Heute Abend derselben natürlich sehr zu Statten. J im ein Viertel nach neun Uhr ging über unsere Berlin, 10. Juni. Zwischen einem Ziadt ein ungeheurer Wolkenbruch“ nieder. Sturz. Studenten des Sießener Corps, Zeutonia, und zäche füllten die Straßen und in vielen Häusern inem Angehörigen des Corps „Starkenburgia raug schne das Wasser durch die Decen und in and am 13. Morgens im benachbarten Schiffen⸗ hie Keller,Im Cafo Reuf brach sich das Wasser vergerwald ein Pistolenduell statt. bei welchem n ungeheuren Sirbinen durch die Decke uüͤber dem hterer auf dem Platze todt blieb. Naheres und Zuffen Vahn, in wenigen Minmen wor der halbe Notive sind noch unbekannt. Saal überschwemmt. Ein Dachkandel war verstopft F Amsterdam, 17. Juni. Gestern Mittag gewesen und da hatten sich die Wassermassen auf erieih eines der Suez⸗Quais, wo die Dampfer der der Saaldecke gesammelt. Im Café Bauer drang Niederländisch-Amerikanischen Dampfergesellschaft das Wasser durch einen Kanaleinlauf in einen mmlegen, in Brand und die von einem hefstigen Zeller und plötzlich zum Schrecken der Gaste, wurde Winde angefachte Flamme sprang schnell auf einen don hier aus der Eingang vom Schillerplaz und jroßen, am Quai stehenden Schuppen der Rhein⸗ die nächstliegende Ecke des Saales überschwemmt, hahn über. Eine fürchterliche Feuersäule hob sich so daß man es für nöthig hielt, die Feuerwehr ofort hoch in die Luft, und in weite Entfernung herbei zu rufen. Im Wintergarten wurde die derbreitete sich eine große Hitze. Bald waren eine dichtdecke durchbrochen; vor dem hereinbrechenden roße Menge Spritzen da, nämlich zu Land drei Wasser mußten die Guste auf die Gallerie flüchten. dampf und zwei Handspritzen, und zu Wasser — Auch in Mainz ging ein Wolkenbruch nieder. eben Dampfspritzen, weiche zusammen ungeheuere F Eine ergötzliche Szene hat fich dieser Tage Vassermassen in die Gluth hineinwarfen, jedoch m Zoologischen Garten zuFrankfurt abgespielt. alles ohne Erfolg, denn der ganze Schuppen, mit — — — — e — 5* — — — — Licitation Varolina Hauck, gewerblose Ehefrrau von Peter Jäcker, Montag, den 6. Juli 18835, ö4igl. preuß. Grubensteiger, beide in Bormittags 10 Uhr zu Schnapp⸗ UAltenwald in Rheinpreußen wehn. bach Stadtgemeinde St. Ingbert, in zaft; 4. Margaretha Hauck, der Wirthschaft von Michael Paulus ewerblose Ehefrau von Carl Spang, werden durch den unterzeichneten, ge- Steigeradspirant, beide in besagtem richtlich hiezu beauftragten k. Notar Neunkirchen wohnhaft; —28 die nachbeschriebenen Liegenschaften in ich Hauck, Megger, in Schnapp⸗ der Steuergemeinde St. Ingbert ab- hach wohnhaft, 3. Z. Soldat imk. heilungshalber öffentlich in Eigenthum 5. 17. Infanterieregiment zu Ger⸗ ersteigert als: nersheim in Garnison; 6. Lud . Plan Nr. 499693, 7 4 20 qm vig Hauck, Metzger in Schnapp Fläche mit Wohnhaus, Nebenhaus, bach wohnhaft, enancipirter Minder⸗ Hinterhaus und Stallung nebst ähriger, welcher den Michael Hofraum, gelegen zu St. Ing- Paulus, Wirth, daselbst wohnhaft. derter Grube neben Gebrüder um Curator hat. Röchling und Dner Greh St. Inabert. 20. Juni 1885. Plan Nr. 4999, 20a 10 qm Acker auf der Rußhütte und Plan emm⸗ r, Nr. 499918, 2 a 40 qm Acker allda neben Gebrüder Röchling, Martin Zott und Wilhelm Schmitt; Plan Nr. 1875, 20 a 40 qm Acker auf der Rothhell. Eigenthümer sind: Die Kinder und Erben der zu be— zesagtem Schnappbach wohnhaft ge⸗ wesenen und daselbst verstorbenen Magdalena Grosklos, lebend Winwe von Heinrich Hauck, im Leben Metzger allda, als: 1. Karl Hauck, Metzger, in Echnappbach vohnhaft; 2. Magdalena Hauck, jewerblose Ehefrau von Peter Ddermann, köonigl. preuß. Gruben⸗ teiger, beide in Neunkirchen n RMheinvreußen wohnhaft: 3.1 Stuckgütern, Petroleum⸗ Füssern, Kisten mit Por— jellan und Spielzeug, sowie einer großen Maffe Mehl gefüllt, brannte vollständig nieder. Auch da Quai selbst wurde sehr beschädigt, weil die Pfahl⸗ n Brand geriethen und viele derselben bis n Wasserspiegel vernichtet wurden. Auch zwanzi Wagons mit Tabak, alle für Amsterdam bestimm wvurden zerstört. Die Schuppen der Niederlaändisch. Amerilanischen Gesellschaft und der Rheinbahn waren versichert. 7 In Luk sSham Miederlande) hat ein elf⸗ zähriges Mädchen ihren Vater vergiftet, um sich für die von ihm erlittene schlechte Behandlung z rächen. Eine Freundin, welche vom Plan unter richtet war, wollte den Vater warnen, kam jedoch zu spät. Der Pfannkuchen, in welchen das Gift gemischt war, war bereits gegessen. fLondon, 18. Juni. Heute fand in der Kohlengrube Chliften Hall bei Manchester ein Aus. bruch schlagender Wetter statt. Von den 3409 Bergleuten, welche in der Grube waren, sind etwo wei Drittel gerettet; über das Schicksal der anderr ist noch nichts bekannt. FLondon, 19. Juni. Bei dem gestrigen Grubenunglück in Cliftonhall (Manchester) find 170 bon 349 Bergleuten umgekommen. Bis jetzt sind 23 Leichen geborgen. F London, 19. Juni. Heute ftüh wurden noch 17 Leichen der bei dem Grudenunglüch in Clif⸗ XXX— nung vorhanden, die noch in der Grube Verschül⸗ leten zu retten. Die Gesammtzahl der Umgelkom⸗ menen beträgt nach den neuesten Ermittelungen mindestens 140. Fur die Redaltion veraniwortlich: F. X. Deme g. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitget heilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert. Der kigl. Postdampfer „Belgenland“ Kapitaͤn Beynon, welcher am 6. Juni von Anwerpen ab— zing, ist am 17. Juni wohlbehalten in Rew⸗PYor' angekommen. r* Sonntag, den 21. Juni JOhaA nnesfest in der Garteuwirthschaft zum Lireli. F Für gut? Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. — Es wird Jänisches Lagerbier vom Faß verzapft. Zu zahlreichem Besuche ladet höfl. ein J J IACO0Obh Varner. 5chnappach. Nächsten Sonntag von Nachmittags 4 Uhr ab Enneert, gegeben von der Kapelle des Ulanen⸗Regiments Nr. 7 aus Saarburo (Lothringen) unter Leitung des Herrn Stabstrompeters. Entroe 50 g8. 17 Es ladet ergebenst ein . MDSseI. Interessanteste Wochenschrift für das gebildele Publikum. Deutsches Montags-Blatt. Diese litterarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranger, welche am zeitungslosen Tage, dem Montage, erscheint, verbindet die Vorzüge einer unterhaltenden und anregenden Wo chen ⸗ schrift mit denen einer wohlinformirten, reich mit Rachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeitung, und so entspricht das Deutsche Montags⸗VBiatt“ in seiner Doppel⸗Natur einem entschiedenen Bedurfniß des gebildeten Lesepublilums, wofür die große Verbreitung den besten Beweis liefert. Außer den Beiträgen der regelmäßigen Mitarbeiter liegen bereitl eine Reihe sehr interesfsjanter Artikel oder Zusicherungen solcher fur die nächften Quartal von Schriftftellern vor, die theilweis schon zu den gefeiertsten unserer modernen Autoren gehbren: Karl Blind, Alexander Baron Roderts, Ous Rotquette, P. K. Rosegger, H. Bil⸗ X E. Vely, Max Ring, Hedwig Dohm, A. Webder, F. v. Hoißendorf, Oslar Blumen thal, Reumann⸗Hofer, Ferd. Groß, Alerx. Moszkowsli, hermann Sudermann, Herm. Hei dw Otto Branes, ehee Paul von Schonthan, Albert Trager, Emil 85 gd 7 U utzler, Wilhelm Raabe, Robert Byr, Woldemar Kaden, B. Oulot, Emil Peschlau — — Iselvies Emil Franzos, Carlos von Gagern, Konrad Telmann, M. dv. Ebner⸗Eschenbach, W. Wol ꝛt — Jutzer dem ist das „Deutsche Montags⸗Blatt“ in der bevorzugten Lage 4 .CCC oaulhexses neueste Jopelle er dem Tiul „himmlische n. iniste sien * * aweistdie vnerreie zu verbfjfentlichen, welche, soweit sie bereits erschienen, neu eintretenden Abonnenten a 235 pegch cAte nachgeliefert wird. Hreise von⸗ u e Alle Reichspostanstalten u. Buchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise er rik. rilin Mark 50 Pf. pro Quarial entgegen. Bei Postbestellungen verweise man auf Rr. 145 MFritæ Sehn dof· geitungs · hreisl sie pro i 886. Inferate sinden durch dieses saft aucschucettich in ohe 7 olg ατιντπι, ———8 einsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hotels, Kestaurants, Konditoreien 8 - ————— musliegende Blan eine sehr zweckmaßige Verbreitung. Probenummern verjendet gratis v — i—nAa u. Sohutu marxe franeo die Erpedition des Deutschen Montags⸗Blatt““. Berlin a W òCx ——— ———⏑ 57775 ———— J AF st. Ingbherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. u GSt. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Dounerstag, Samstag und Tountag; 2mꝛal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ at und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1.4 60 4 einschlieklich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 , einschlicklich 4 zustellungtgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzelle oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchea auf welche die Erxpeduion Auskunft ertheilt, 13 h, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 120. Politische Uebersicht. J Die Publikation des Kommunalstener⸗ dothgesezes, welches am 1. Aprihen. J. in zraft rreten soll, wird endlich in den nächsten Tagen rfoigen. Da die Auslegung und Anwendung dieses hesehes große Schwierigkeiten bereitet, so sind Unter⸗ ansekretar Hersurth und Geh. Ober⸗Regierungs ⸗ jalh Noell im Ministerium des Innern mit der sudarbeitung eines Kommentars zu demselben be⸗ ghaftigt. Das Werk soll die Vorgeschichte des Ge⸗ ehes, die Erläuterung der Spezialbestimmungen id die Ausführungsbestimmungen enthalten. Der preußische Gesandie beim Vatikan Herr v. ochlozeer hat dem Papste gemeldet, daß er binnen zutzem einen dreimonatigen Urlaub anzutreten ge⸗ ente und daß der Legations-Sekretür Graf Monts in vertreten werde. * Von Begebenheiten auf dem Ge— nete der inneren Politik ist in dieser Woche so gut wie nichts zu verzeichnen und auch ie Losung der braunschweigischen Thronfolgefrage — xeinahe der einzigen Frage, welche zur Zeit noch nas JInteresse unserer politischen Kreise erregt — jat im Bundesrathe noch keinen Schritt nach vor⸗ varts gethan. Dagegen ist in den ersten Tagen xr Woche die Entscheidung in einer andern Affaire refallen, welche fast mehr als die braunschweigische ingelegenheit das allgemeine Interesse in Anspruch ahm, im Prozeß Stocker contra, Freie Zeitung.“ yerr Bäcker, der Redakteur der genannten Zeitung, wegen Beleidigung des Hofpredigers und Reichs⸗ igbabgeordneten Dr. Stöcker zu drei Wochen Ge⸗ angniß und außerdem zur Tragung der Gerichts⸗ osten verurtheilt worden. Der ganze Verlauf des gerlwürdigen Prozesses stellt sich aber als eine zoralische Niederlage des Herrn Dr. Stoöcker und xr von ihm vertretenen Partei dar und es ist kine Ftage, daß das Ansehen des Hauptvorkämpfers xr christlich, sozialen Partei durch den nun beendigten brozeß keineswegs eine Stärkung erfahren hat sach vielem Hin- und Herlaviren Heint endlich dem Marquis Salisbury die hilduing des neuen englischen Kabinets ge⸗ ungen zu sein. Wenigstens meldet eine Londoner dedesche. daß Salisbury sich am Mitwoch Nach⸗ ritiag nach Windsor begeben hat, um der Königin die Liste der neuen Minister zu unterbreiten. Dar⸗ iber, ob das neue Kabinei nut aus Anhängern der onservativen Partei zusammengesetzt ist, liegen bis gur Stunde noch keine auihentischen NMittheilungen vor. Deutsches Reich. München, 17. Juni. König Ludwig on Bahern hat, wie die „Allgemeine Zeitung neldet, dem Redalteur des , Wale rland⸗, Dr. Sigl. belher seit 4. November vorigen Jahres im Zellen⸗ esanguiß Nurnberg die gegen ihn durch Ürtheil es Schwurgerichts vom 8. Juli 1884 erkannte —VIIIe— bhenden Strafrest in Gnaden erlassen. — Die lachricht don liner dem Konige von Bayern durch en verstorbenen Fursten Marimilian don Thurn ud Zaris hinterlassenen Schenkung von 8 Millio—⸗ a Rark gewinnt nach der „Voss. Ztg.“ an Wahr⸗ heinlichleit Die genannte Summe soll gerade ein Lurrdings entstandenes Defizit zu decken im —X sein Berlin, 19. Juni. Die „Norddeutsche All⸗ jemeine Zeitung? schreibt: Für den Feldmarschall 5. Manteuffel hatte der Kaiser die Trauerfeierlich⸗ 'eit in Berlin derart angeordnet, daß die Leiche von darlsbad hierher gebracht wird, und die Feier in er Garnisonskirche, ähnlich wie bei dem Prinzen lugust von Württemberg, stattfinden solle. Nach⸗ hem sich herausgestellt hat, daß v. Manteuffel in einem letzten Willen den bestimmten Wunsch aus⸗ Jesprochen habe, in Topper in aller Stille und ohne ille militärischen Ehrenbezeugungen beerdigt zu wer⸗ den, habe Ihre Majestät von dieser Anordnung Ab⸗ tand genommen und nur bestimmt, daß der Bei⸗ etzung in Topper die Deputationen vom 15. Armee⸗ korps, vom 1. Garde⸗Dragonerregiment und dem Rheinischen Dragonerregiment Nr. 8 beiwohnen sollen. Düsseldorf, 17. Juni. Hier erfolgte am Montag die definitive Konstituirung der Textilge⸗ iossenschaft für Rheinland und Westphalen. Die genossenschaft hat ihren Siß in M.⸗Gladbach, ihr Zezirk erstreckt sich über die Provinzen Rheinland ind Wesiphalen und das Fürstenthum Birkenfeld. Sie umfaßt die Gesammttertil⸗Industrie mit Aus⸗ ahme der Seiden⸗ und Halbseiden⸗, der Leinen⸗ ind Halbleinen⸗ sowie der sonstigen Bastfaser⸗In⸗ ustrie. Eingetheilt ist die Genossenschaft in fieben Sektionen: Düsseldorf, M.Gladbach, Elberfeld, —X sezogenen Betriebe beschäftigen 85,290 Arbeiter. — Lkokale und pfälzische Nachrichten. * Am Donnerstag und Freitag fand zu Edenkoben der 19. Verbandstag der pfälzischen Kreditgenossenschaften tatt. Auf demselben war der hiesige Vorschußverein zertreten durch die Herren J. Beer, Bayer ind Baron. Wie in den Vorjahren, so fungierte nuch heuer Herr Beer neben Herrn Ettling aus zirchheimbolauden als Revisor für die Verbands⸗ zechnung. Dem Verbande gehörten im verflossenen Jahre 26 Vereine an; der Gesammtumsazz derselben detrug pro 1884 ungefähr 14912 Mill. Mark. die Zahl sämmilicher Kreditgenossenschafter der Bfalz ist 11,003. Die Mitgliederzahl der einzelnen Bereine bewegt sich von 99 (Vorschußverein Hom⸗ hurg) bis 1561 (Gewerbebank Speyer) und die döohe des Umsatzes von 308,000 Mark (Vorschuß erein Obermoschel) bis etwas über 31 Mill. Mk. Gewerbebank Speyer). Zur Abhaltung des nächst⸗ ährigen Verbandstages wurde Pirmasens be⸗ timmt. Als Direktoren wurden wiedergewählt die derren Dr. Knecht⸗ Neustadt und Regierungs⸗ issesor Conrad⸗Speyer. Als Abgeordnete um Verbandstage deutscher Genossenschaften in darlsruhe wurden gewählt die Herren Bloch⸗ Fdenkoben, Braunsberg- Frankenthal, Witte⸗Blies⸗ lastel und AuffahrtBergzabern. — dDie pfälzische Handels- und Ge⸗ verbe⸗Kammer beschloß auf Antrag des Reichs⸗ agsabgeordneten Dr. Buhl eine Kommission nieder⸗ usetzen, welche die von den einzelnen Bezirkskremien n der Pfalz zu machenden Erhebungen über SZonntagsruhe, sowie Frauen⸗ und Kinder-Arbeit ichten soll. Es geschieht diese Erhebung in Rück⸗ icht darauf, daß sich der Reichstag mit dieser An⸗ gelegenheit zu beschäftigen haben wird. — Echwurgericht. Zweibrücken, 17. Funi, Vormittags 83 Uhr. Verhandlung gegen tarl Brenner, 21 Jahre alt, Schuhmacher von tzirmasens, wegen Körperderletzung mit nachgefolg⸗ ⸗nm Iadoe Morsitzender · Herr kal. Oherlandes« gerichtsraih Schmidt; Vertreter der kgl. Staatsbe hörde: Herr Rechtsanwalt König. Am Abend des 17. Mai abhin, ungefähr gegen 11 Uhr, machte der Schuhmacher Christian Schunk von Pirmasens vor seinem in der Horebstraße gelegenen Pause unter lauten Schimpfworten seiner Tochter ßorwürfe über ihr langes Ausbleiben, und zwar in derart heftiger Weise, daß die Ehefrau des Bruders des Angeklagten, des 31 Jahre alten Z„chuhmachers Philipp Brenner, es sich nicht ver⸗ agen konnte, hierbei zu inierveniren. Dieselbe stand nämlich zu bewußier Zeit mit ihrem Manne auf der Treppe ihres Hauses, das sich neben dem des Schunk befindet, und machte von hier aus die Bemerkung, Schunk solle doch ruhig sein und seine Tochter am nächsten Morgen schimpfen, welche Worte Anlaß zu weiteren gegenseitigen Ausein⸗ andersetzungen gaben. Während dieses Disputes befand sich der Angeklagte mit seiner Frau in der Naͤhe und fing letztere, als sie die Schimpfworte »ernahm, an, in die Hände zu klatschen und laut zu lachen. Da nun schon längere Zeit zwifchen heiden Familien feindschaftliche Verhältnisse bestanden, o ärgerte sich die Ehefrau Philipp Brenner über dieses Benehmen ihrer Schwägerin, und waren nalurgemäß gegenseitige Schimpfereien die Folge hiervon. Inzwischen war der Angeklagte bis in die Nahe des Hauses seines Bruders gekommen und rief diesem von hier aus zu: „Komm nur heraus, heute Nacht mache ich es aus mit Dir, da stehe ich mitten auf der Straße; komm' heraus, wenn Du eiwas willst“, wobei er eine drohende Stellung gegen denselben einnahm. Infolge dieser Aufforderung eilte dee Getödtete, Philipp Brenner, wuthentbrannt in sein Haus, erschien aber sofort vieder unter der Thür, mit einem Kartoffelstoöͤßel zewaffnet, und stürmte nun unter den Worten: Was, Du willst es mit mir ausmachen ?* gegen seinen gruder los, der auch seinerseits agressid vorzugehen schien. Sofort hatte sich die Scene in eine Rauferei derwandelt, wobei der Angeklagte seinem Bruder mit einem scharfen Instrumente einen Stich in die inke Achselhöhle und einen solchen in den Rüden dersetzte. Diese Stiche, insbesondere der in der Achselhöhle, mußten unbedingt den Tod des Ver⸗ setzten zur Folge haben, der auch nach Verlauf von einigen Minuten eintrat. Philipp Brenner siarb in Verblutung und ist dessen Tod zweifel dohne in Zusammenhang mit den erhaltenen Verletzungen zu bringen. — Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, sowie die Fragen nach mildernden Imständen, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gefängnißstrafe von vier Jahren verurtheilte. — Speyer, 18. Juni. Bei der Konferenz der alademischen Tanzmeister, welche an den Pfingst⸗ eiertagen wie alljährlich in Berlin stattfand, wurde inser Mitbürger, Herr Tanzlehrer Karl Bittler, einer Befähigung und der in seinem Bestz befind⸗ ichen guten Zeugnisse halber zum Mitgliede der eutschen Akademie ernannt und ihm ein Ehren⸗ Diplom ausgefertigt. Die Deutsche Tanzakademie jat ihren Sitz in Berlin unter dem Präsidium des ⁊gl. Balletmeisters Herrn A. Freyfing und zählt aur 30 Mitglieder, da nur die würdigsten unter den deutschen Tanzlehrern aufgenommen werden. — Speyer, 18. Juni. Auch auf dem zeutigen Wochenmarkte haben sich wieder einige uiswärtige Bäcker mit Brod eingefunden. Bäcker Seel von Dürkheim verlauft dasselbe 6 Pfund zu 57 Pf. und 4 Pfund zu 40 Pf., Bäder Haag yon Haßloch 6 Pfund zu 63 Pftund 3 Pfund zu 33 Pf., Bäcker Schmahl von hier, jedenfalls der Vereinigung untreu geworden, bot 6pfündiges Schwarzbrod, datt 75 Pf., dem hiesigen Innungs— preise, zu 63 Pf. feil. Trotzdem hatten sich die stäufer den auswärtigen Bäckern zugewandt. Es spielten sich hiebei ganz ergötzliche Scenen ab. Das schönste an der Sache ist, daß Bäcker Schmahl, ob zum Trotz der hiesigen. oder auswärtigen Bäcker bleibt dahingestellt, sein Brod noch zu 55 Pf. den ßpfünder Laib verkaufte, Einem biederen Landmann fiel der Hut in den Bärenzwinger. Statt daß ihn der Bär zerriß packte er ihn und trug ihn zur Heiterkeit des Pu⸗ h»likums in das Wasser. Die Heiterkeit steigerte ich aber zur Ausgelassenheit, als eine Frauenstimme ich vernehmen ließ, die zu ihrem Mann ob des Unfalls sagte: „Siehst Du, Dich kann ich närjends nit hin nehmen. „Pfui, scham' Dich, alter Kerl! F (Geizig noch im Tode.) In einem Dorfe an der Weser unterhalb Bremen starb vor angerer. Zeit eine ziemlich bejahrte Frau. Einer hrer letzten Verfügungen zufolge sollte ihre Leiche nit den am Körper befindlichen Kleidungsstücken eingesargt werden. Jedoch die Angehörigen respek⸗ tirten diesen letzten Willen nicht. Nachdem sie einige Kleidungsstücke ganz ahnungslos entfernt zatten und näher betrachteten, fanden sie zum roßen Erstaunen nicht weniger als 6000 Mk. in zanknoten darin versteckt. Die alte, im Leben sehr parsam, fast geizig gewesene Frau hatte sich oon dem Mammon selbst im Tode nicht trennen können und darum war diese letzte Bestimmung festgestellt. Die Nichtbefolgung derselben kam den Angehsrigen derselben natürlich sehr zu Statten. F Berlin, 16. Juni. Zwischen einem Studenten des Gießener Corps „Teutonia“ und einem Angehörigen des Corps „Starlkenburgia“ 'and am 13. Morgens im benachbarten Schiffen⸗ bergerwald ein Pistolenduell statt. bei welchem letzterer auf dem Platze todt blieb. Näheres und Motive sind noch unbekannt. Stückgütern, Petroleum⸗Fässern, Kisten mit PVorn ellan und Spielzeug, sowie einer großen * Mehl gefüllt, brannte vollständig nieder. üugen Quai selbst wurde sehr beschädigt, weil die Pfahl in Brand geriethen und viele derselben bis x Wasserspiegel vernichtet wurden. Auch zwargi Wagons mit Tabak, alle für Amsterdam bennn wvurden zerstort. Die Schuppen der Niederlendi Amerikanischen Gesellschaft und der Rheinbah— varen versichert. . 27 In Luk 8ham Miederlande) hat ein els. ähriges Mädchen ihren Vater vergiftet, um sich 'ür die von ihm erlittene schlechte Behandlung zu rächen. Eine Freundin, welche vom Plan unten richtet war, wollte den Vater warnen, kam jedoch zu spät. Der Pfannkuchen, in welchen das Gis gemischt war, war bereits gegessen. f London, 18. Juni. Heute fand in der stohlengrube Chliften Hall bei Manchester ein Aus. bdruch schlagender Wetter statt. Von den 349 Bergleuten, welche in der Grube waren, sind eiwa zwei Drittel gerettet; über das Schicksal der anden ist noch nichts bekannt. FLondon, 19. Juni. Bei dem gestrigen Grubenunglück in Cliftonhall (Manchester) sind 170 pon 849 Bergleuten umgekommen. Bis jetzt find 23 Leichen geborgen. F London, 19. Juni. Heute früh wurden noch 17 Leichen der bei dem Grubenunglück in Chi jonhall Verunglücten gefunden. Es ist keine Hof nung vorhanden, die noch in der Grube Verschu— seten zu retten. Die Gesammtzahl der Umgelon menen beträgt nach den neuesten Ermittelungen mindestens 140. Vermischtes. F Baden-Baden, 18. Juni. Die Kaiserin hat heute Nachmittag 2 Uhr Baden-Baden verlassen, um sich nach Coblenz zu begeben. Der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroßherzog begleiten Ihre Majessät bis Karlsruhe. Wiesbaden, 19. Juni. Gestern Nach- mittag ist die Frau Fürstin Dolgoruckh, Wittwe des Kaisers Alexander II. von Rußland, mit Fa⸗ milie und Gefolge von Paris hier eingetroffen und hat im Hotel zu den „Vier Jahreszeiten“ Wohn⸗ ung genommen. FFrankfurt, 17. Juni. Heute Abend um ein Viertel nach neun Uhr ging über unsere Stadt ein ungeheurer Wolkenbruch nieder. Sturz⸗ bäche füllten die Straßen und in vielen Häusern drang schnell das Wasser durch die Decken und in die Keller. Im Cafs Neuf brach sich das Wasser in ungeheuren Strömen durch die Decke über dem Buffet Bahn; in wenigen Minuten war der halbe Saal überschwemmt. Ein Dachkandel war verstopft gewesen und da hatten sich die Wassermassen auf der Saaldecke gesammelt. Im Café Bauer drang das Wasser durch einen Kanaleinlauf in einen steller und plötzlich zum Schrecken der Gäste, wurde von hier aus der Eingang vom Schillerplatz und die nächstliegende Ecke des Saales überschwemmt, so daß man es für noͤthig hielt, die Feuerwehr herbei zu rufen. Im Wintergarten wurde die Lichtdeche durchbrochen; dor dem hereinbrechenden Wasser mußten die Gäste auf die Gallerie flüchten. — Auch in Mainz ging ein Wolkenbruch nieder. 7 Eine ergötzliche Szene hat sich dieser Tage m Zoologischen Garten zu Frankfurt abgespielt. r * * Licitation. Montag, den 6. Juli 1385, Bormittags 10 Uhr zu Schnapp⸗ bach Siadtgemeinde St. Ingbert, in der Wirthschaft von Michael Paulus werden durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich hiezu beauftragten k. Notar die nachbeschriebenen Liegenschaften in der Steuergemeinde St. Ingbert ab⸗ theilungshalber öffentlich in Eigenthum dersteigert ais: F pPlan Nr. 499602, 7 4 20 qm Fläche mit Wohnhaus, Nebenhaus, Hinterhaus und Stallung nebst Hofraum, gelegen zu St. Ing⸗ derter Grube neben Gebrüder Rochling und Müller Groß; Plan Nr. 4999, 20 a 10 qm Acker anf der Rußhütte und Plan Nr. 499948, 2 a 40 qm Acker allda neben Gebrüder Röchling, ĩ Martin Zoit und Wilhelm Schmitt; — 6 HB i S l. 3. — 1875, 20 a 40 qꝗm Zuteressantellt Wochenschrift für das gebildete Publibuu. er auf der Rothhell. di aäcieentwner n. Deutsches Montags-Blatt. ie in rben der zu be⸗ Diese litterarisch⸗politische Zeitschri i osen Last, besagtem Schnappbach wohnhaft ge⸗ dem Montage, e ee eea * 8 Wo chen⸗ wesenen und daselbst verstorbenen Vhwie — herer we Rehhien aus erster Quelle ann „und so entspri as „Deutsche Montags⸗Blatt“ in seiner Doppel⸗Natur ei Vagrau e ey entschie denen Bedurfniß des —— —— wofür * ——— den itiwe von r im besten Beweis liefert. Außer den Beiträgen der regelmäßigen Mitarbeiter liegen dereitl Leben Meßgger allda, als: 1. Karl eine Reihe sehr interessanter Artikel oder Zusicherungen solcher fur die nächften Quartalt Hauck, Metzger, in Schnappbadh von Schriftftellern vor, die theilweis schon zu den Fefeiertsten unserer modernen Autoren wohnhaft; 2 M au gehbten: Karl Blind, Alexander Baron Roderts, Oito Roquette, P. K. Rosegger, O. Bib⸗ hnhaft; agdalena Hauchk c. Veid n X blose Ehefrau von Peter nger, E. ve ax Ring, Hedwig Dohm, A. Weber, F. v. Holtzendorf, Oslar Blu gewerbloj rai thal, Neumann⸗Hofer, Ferd. Groß, Alex. Moszkowsli, Hermann Sudermann, Herm. b Odermann, koͤnigl. preuß. Gruben⸗ — berg, Otto Branes, Karl Pröll, Paul von Shoͤmban, Albert Träger, Emil Schiff, Sata steiger, beide in Neunkirchen Hierzu „Illustrirtes hutler Withelm Raabe, Rohert Vyr, Woldemat Kaden, v Qulst Can pesctaun ßan in Kheinpreußen wohnhaft; 3. Eonntaasblatt“ Nr. 12. aͤmi ürangos, Cerlos von Gagern Konrad Teimcan, üi. d Coner⸗Eschenbach W. Löolt Außer dem ist das „Deuische Montags⸗Blatt“ in der beoorzugten Lage * Paul Heyse's neueste Jovesse ni vem Tuel „himmlisthe a. irdisthe sielt u verdffentlichen, welche, soweit sie bereits erschienen, neu eintretenden Abonnenten aratie nachgeliefert wird. Alle Reichspostanstalten u. Vuchhandlungen nehmen Abonnemenis zum Preile 5* Mark 50 Pfehre Duoarlal entgegen Vei Vosbestelnngen dereise man auf, It. 156 * Boste geitungs⸗ Preisliste pro 18883. Inserate sinden durch dieses fast ausschlieblich in insten Familientteisen geiesene und in auen besseren Hotels Restauranis, Konditoreien usliegende Blatt eine sehr zweckmäßige Verbreitung. Probenummern versendet gratis un iranco die Erpedition des „Deutschen Montaqs⸗Blaut““ Berlin 8W. — — TX Dem⸗ets in R244nö Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme ß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingben. Der kgl. Postdampfer „Belgenland“ Kapitan Beynon, welcher am 6. Juni von Anwerpen ab zing. ist am 17. Juni wohlbehalten in Rew⸗shor angekommen. St. Jugherter Amzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. * St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöͤchentlich fünfmalr Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaluungs⸗ zlatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.4 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließliq 04 gustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 186, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — 121. Montag, 22. Juni 1885. 20. Jahrg. —** Politische Uebersicht. »Der Bundesrath hielt am Donners⸗ rzag eine Plenarsitzung ab, au— welcher ediglich die Genehmigung des saͤchsischen Antrages, en über Leipzig verhängten kleinen Belagerungs⸗ ustand wieder auf ein Jahr zu verlängern, hervor⸗ juheben ist. Von einer Erledigung des preußischen Antrages betreffs der braunschweigischen Thronfolge⸗ Frage verlautet noch immer nichts. teinen rechten Anhalt fand. Aber Courbet, der die schlechten Schiffe und miserablen Forts der Thinesen mit den modernen Geschützen der Flotte bezwang, wie hätte er nicht die Deutschen vertilgen souen, wenn ihn nicht das Gallenfieber hinwegge⸗ rafft hätte. Weniger wegen der Erfolge, die er errungen und die ohne seine Schuld nur militärische krfolge gewesen, im Uebrigen fast wirkungslos ge⸗ zlieben sind, als wegen der Hoffnungen, welche der Thauvinismus mit blödem Wahn an ihn geknüpft hat, will man denn auch Courbet gleichfalls in's Pantheon beingen. Auf diese Manier kann der Ruhmestempel Frankreichs bald voll sein. Besuches durstiger Gäste zu erfreuen. Auch viele Bewohner unserer Stadt nahmen an dem Feste theil. — C. St. Ingbort, 22. Juni. Die Feier des 25sjährigen Jubiläumsfestes des Ge— angvereins „Germania“ zu Niederwür z⸗ dach am gestrigen Tage nahm bei ziemlich günstiger Witterung einen recht schöͤnen Verlauf. Von den 1FGesangbereinen, welche ihre Betheiligung zuge⸗ gesagt hatten, waren 16, theils mit Musik und Fahne, theils ohne diese, erschienen; darunter von dier der Gesangverein „Concordia“. Nach dem Empfange der verschiedenen auswärtigen Vereine ind der Generalprobe im Bereinslokale, wurde der Bründer des Festvereins, Herr Lehrer Glaser, . Z. in Alstingen (Lothringen), am Bahnhofe ab⸗ Jeholt. Alsdann nahmen die anwesenden Vereine zor dem Schulhause Aufstellung zum Festzuge. Der⸗ elbe bewegte sich durch einige Straßen des Ortes nach dem Festplatze, in unmittelbarer Nähe der Philippsburg, einem überaus herrlich, nur für die gestrige Witterung etwas zu schattig und kühl ge⸗ legenen Platze. Hier enwickelte sich bald ein leb⸗ daftes und froͤhliches Treiben, leider von einigen Regenschauern unterbrochen, so daß eigentlich die richtige animierte Stimmung, der sehr zahlreich sich ingefundenen Festtheilnehmer einigermaßen beein⸗ rächtigt wurde. Die Feier wurde durch die Festrede des Vorstandes eroͤffnet; es folgte hierauf als Chor üummtlicher Vereine das Bundeslied von Mozart: Brüder, reicht die Hand zum Bunde', woran sich abwechselnd die Vorträge der einzelnen Vereine und der Musikkapellen anschlossen. Die weitaus meisten der von den verschiedenen Vereinen vergetragenen Besangspiecen können als sehr gute und lobens⸗ werthe Leistungen bezeichnet werden. Gegen 6 Uhr rat die Mehrzahl der Vereine wieder den Rück⸗ narsch in ihre Heimath an. — Gestern Abend 'and Festball und heute Morgen Trauergottesdienst ür die verstorbenen Mitiglieder des Gesangvereins Germania“ statt. J Gestern und vorgestern weilte im benachbarten SaarbrückenSt. Johann S. Hochwürden der Herr Bischof Korum von Trier. Gestern Nachmittag nahm derselbe den feierlichen Akt der Brundsteinlegung zu der neuen katholischen Kirche n Saarbrücken vor. Anläßlich dieses feierlichen kreignisses waren die beiden Saarftädte am gestrigen Tage sehr zahlreich besucht. Eine zahllose Menschen⸗ nasse umstand besonders die Baustätte, um dem eierlichen Alte beizuwohnen und den hohen Kirchen⸗ ürsten zu sehen. — Echwurgericht, Zweibrücken, 18. Juni, Vormittiags halb 9 Uhr. Verhandlung gegen Martin Deutsch, 21 Jahre alt, Makler von derxheim, wegen Meineids. Vertreter der konigl. Staatsbehörde; Herr 2. Staatsanwalt Wagner; Lertheidiger: Herr Rechtsanwalt Trier. In der Nacht vom 1. auf 2. Februar d. Irs., ach 11 Uhr, wurde auf der Orisstraße von Herx⸗ jeim von einem gewissen Rieder und dessen Bruder zrober Unfug verübt und die hinzukommende Poli⸗ jsei auf das Groͤblichste von denselben beleidigt, chließlich sogar noch thätlich angegriffen. Es hatten ich nun die Maurer Franz und Joseph Rieder von herxheim vor dem Schoffengerichte Landau zu ver⸗ mworten, und zwar wegen groben Unfugs, Be⸗ rufsbeleidigung des Polizeidieners Fink, sowie der stachtwachter Moch und Daun und schließlich wegen vorsätzlicher, in Gemeinschaft verübter Koͤrperderleß ⸗ ing des Moch, in idealer Konkurrenz mit Wider⸗ zand gegen die Staatsgewalt. Die Verhandlung Der in einigen Zeitungen ausgesprochenen Neinung, daß die Reubesetzung des Statthalter⸗ postens in ElsaßLothringen wegen der großen Anforderungen des Postens in naher Zeit rcht erfolgen werde, möchten wir widersprechen. Ddas Amt darf wegen seiner großen Wichtigkeit nicht lange vacant bleiben. An Vermuthungen —— fehlt es zicht. Von einer Seite wird Graf Otto zu Stol-⸗ ꝛerg ⸗· Wernigerode genannt, von einer anderen Fürst hodenlohe, der deutsche Botschafter in Paris. Auch ie Ueberiragung der Statthalterei auf den Groß jetzog von Baden, von welcher schon früher einmal ie Rede gewesen, wird in Erinnerung gebracht. Ferner wird daran erinnert, daß das Gesetz über ie Verfassung und Verwaltung des Reichslandes om Jahre 1879 die Einsetzung eines Statthalters zur erlaubt, nicht vorschreibt, daß daher der Kanzler ich vielleicht entschließen werde, die elsaß · lothringischen Ungelegenheiten wieder selbst in die Hand zu jehmen und sich im Reichslande nur vertreten zu afsen. Von allen diesen Vermuthungen halten vir die auf den Fürsten Hohenlohe hinweisende ur die begründetste. Der Statthalter in Elsaß— dothringen muß vor allen Dingen die französischen Justände ebenso genau kennen wie die deutschen zürst Hohenlohe verbindet mit seinen nahen Be⸗ iehungen zu allen bedeutenden franzoösischen Staats⸗ nannern ein verbindliches Wesen, humanen Sinn, aber auch kernhafte deutsche Art und ernstes Ver⸗ tandnitz für die Aufgaben, welche der entscheiden ⸗ ven Instanz im Reichslande gegenüber den franzosischen Naulwurfdarbeiten gestellt sind. Vielleicht wird die Erwartung, daß der Reichskanzler den Fürsten dohenlohe dem Kaiser als Nachfolger Manteuffel's ampfehlen werde, durch die telegraphische Nachricht mterstütt, daß Hohenlohe dem Fürsten Bismard n Kissingen einen längeren Besuch gemacht hat. Deutsches Reich. Kiffingen, 18. Juni. Der Minister v. Lußz wraf heute Mittag hier ein und begab sich so⸗ sorl zu dem Reichskanzler Fürsten Bismarck. Munchen, 19. Juni. Die Königin von Spanien wird am 23. d. M. zum Besuche ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes, der Prinzessin de ia Paz und des Prinzen Ludwig Ferdinand. hier erwartet. Berlin, 20. Juni. Der „Reichsanzeiger“ eröffentlicht heute die auch von dem englischen Blaubuche publizirten Altenstüde, betreffend das lebereiniommen zwischen Deutschland und England wegen Abgrenzung der westafrilanischen Schutzge⸗ hiele am Guineagolf und wegen der Gewahrung gegenseitiger Handels und Verkehrsfreiheit daselbst. Beriin, 21. Juni. Der Kaiser empfing heute Nachmittag in feierlicher Audienz in Gegen⸗ vart des Unterstaatssekretärs Grafen Herbert v. gismardk die amerikanischen Gesandten Pendleton ind Kasson, welche ihr Accreditiv resp. Abberuf⸗ ingsschreiben überreichten. Kiel, 20. Juni. Der für Kamerun gebaute dampfer ist soeben glücklich vom Germania⸗Werfl ‚om Stapel gelassen worden. Vizeadmiral Widede aufte das Schiff auf kaiserlichen Befehl, Nachtigal“, ‚amit der Name desjenigen Pioniers der Zivili⸗ ation, der so Hervorragendes bei der Erwerbung mserer Kolonien geleistet, der sein Leben dabei ge⸗ affen, auch in der Ferne auf dem Schauplatz seiner Thatigkeit nie vergessen werde. Ausslaud. Paris, 21. Juni. Einem in Hanoi um⸗ aufenden Gerüchte zufolge soll Lui⸗Vin · Phua, der Thef der Schwarzflaggen, von den Chinesen ge⸗ angen genommen und erdrosselt worden sein. Newyork, 20. Juni. Nach hier einge— jangenen Rachrichten aus Libertad ist der Frieden San Salvbator wiederhergestellt. General Me⸗ rendez hat die Präsidentekaft angetreten. Kaum hat Frankreich den Dichter der Re⸗ janche Victor Hugo verloren, so büßt e8 den Ad⸗ niral der Revanche Courbet ein. Seit Courbet Futschen bombardirt und bei Sontay die Chinesen eschlagen hat, nannte man ihn den Mann der Jukunft, welcher dereinst die deutsche Flotte in den hrund bohren, die deuischen Hafenstadte zusammen⸗ chießen und ein Landungskorpe in das feindliche Hebiet werfen würde, das direlt auf Berlin mar⸗ chire. Wenn in den Reden der hetzerischen Pa⸗ rioten · Liga und in den Gesaͤngen ihres Führers dourbet der Beruf ertheilt wurde, die Festung Magdeburg an der Nordsee zu bombardiren oder danzig, den Hafen von Hamburg, zu forciren. so muß man diese fleinen Irrihümer der franzoͤsischen Abneigung gegen Geogrophie und dem alles nieder⸗ werfenden Tlan zu Guie halten. Ueber die Veneräle der Landarmee ist der Chauvinismus Jeinlaut geworden, seit Chanch gestotrben in. In Tongking mußte in iurzen Fristen ein Genetal den inderen abldsen. so dak man zum Glorificiren Pep⸗le und vfalzische Nachrichten. NSt. Ingbert, 22. Jani. In her⸗ sömmlicher Weise wurde gestern im nahen Rohr⸗ »ach das Johannis feft gefeiert. Die Konzert · lange der hiesigen Bergkapelle in der Schwarz'schen Wirihschaft, die zustigen Weisen zahlreicher Dreh⸗ orgeln, ferner Karussels, Schießbuden u. s. w. gestalteten besonders den Nachmittag zu einem vahren Volksfeste. Die nicht sonderlich günstige Wiiterung, sowie die Festlichleiten in benachbarten DOrischaften bewirkten freilich, daß der Zuspruch Auswartiger nicht so bedeutend war, als in früheren Jahren. Gleichwohl bemerkte man auf dem Fest latze ein Wogen dichter Menschenscharen, und auch die Wirthschaffslokaliiäten hatten fich eines reqgen zleich nach den Ertrunkenen gesucht und sind gestern Abend und heute früh 7 Leichen aus dem Wasse zezogen worden; darunter 8 Lobbericher, 2 Bruͤber aus Schüchteln und Vater und Sohn aus Viersen t,Simlta, 21. Juni. Decr Verlustean Menschenleben in Folge des Erdbebens in Kaschmi st jetzt amtlich auf 8881 angeschlagen; außerden ind etwa 70,000 Hauser zerstört worden. Sterbefälle. — Gestorben: in Kaiserslautern: Frau Louise Welsch Ww. geb. Pitthan; in Donsieders: Frau Anna Maria Müller, geb. Kettenring 70 J.ag. —D— Vermisĩchtes. Fr die Redattion verantwortlich: F. X. Ddem Dudweiler, 20. Juni. Wie wir aus T.o mesehef is das Bersiner Tageblatte I uverlässiger Quelle entnehmen, ist nunmehr von 4 en eeee und —— 88 —4 eit seines Inhalis die interessanteste und anregendste Jeit. pertn qu de Weisung hier uechn nnt der ang Deutschlands. In Folge dessen vermochte es “ luszahlung er Pensionen an die Hinterbliebenen esten Etamm von 760,000, Abonnenten zu erwerben der am 18. März auf Grube Camphausen verun⸗ ch gleichzeitig zu der gelesensten und verbreitetsten deitmn glückten Bergleute zu beginnen. — Von einem e —883323 De lagun — ß 5 ⸗ oͤrscheinen ist das, .“ in der Lage, alle Rachrichi Ie g dem ———— wurde gestern stteils 12 Stunden früher als jede nur einmal n üt die obgenannten Hinterbliebenen eine größere Zanende Zeitungzu bringen Buß —*8* Zumme gespendet. eine gänzlich unabhängige, freisinnige politische Haltung un München, 19. Juni. Am 8 Juni fand unterhält Spezial⸗Correspondenten an allen wichtigen Puͤsen Berhandlung der von der Gasmotorenfabrit Deutz oaher —2 ede ee 7 enden Ereignissen umfassende al⸗Te me. jegen Herrn G. Adam hier angestrengten Klage „B. T.“ bringi ausführliche Kammerberichte des bge tatt, wegen Anfertigung und Verkaufs von Gas elen- und Herrenhauses sowie des Meichstagesn notoren trotz richterlichen Verbotes, was einen e ee a Lune er Borse kingriff in die Patenrechte der Deutzer bilde. Hert eichhaltige und wohlgefichtete Tagesneuigkeiten auz der 3 ite de r Antrage 7— oen Keichshauptftadt und den Provinzen. Theater, Mußfik und ge gen— J dunst, Litteratur und Wissenschaft werden im Feuilleton Beldbuße von 3000 Mt., sowie in sämmtliche des , B. T.r in ausgedehntein Maße gepflegt; außerten Tosten verurtheilt. Wie wir hören, hat der An- xxrscheinen in demselben Romane und Novellen der ersten walt der Gasmotorenfabrik Deutz bereits an die Pagee, En Reman Jeuiteton * 8 er. 335 cheint: u „Berliner Roman von Fritz Mauih⸗ Befitzer Adam'scher Gasmotoren unter Androhung — — zerichtlicher Klage die Aufforderung ergehen lassen, dermann Sudermann,. Außerdem erscheint im — deitge den Weiterbetrieb ihrer Gasmotoren sofort einzu⸗ die neueste Novelle: „Himmlische und irdische Liebe tellen. von Paul gGee Eine weitere Bereicherung des Inhaliz 7 5 . hat das „B. T.“ erfahren, indem es jetzt auch Montage * Lobberi ch, 17. Juni, Unsere Kirmes mit der feuillet. Beilage „Der Zeitgeist“ erscheint. reuden find am Sonntag durch ein schweres Un⸗ Diese Zeitschrist enthält einen hervorragenden Theil der zlück sehr getrüht worden. Auf der zwischen hier Aufsätze des ,Deutschen Montags-Blatt“ das fich bekannt— ind Breyell sich ausdehnenden Wasserfläche, dem lich der Mitarbeiterschaft der bedeutendften zeitgerdjsischen Breyeller See“, amüfirle sich Nachmitlags gegen Schriftsteller erfreut Außerdem empfangen die Abonnenten 3 — 47 — 9 des „Berliner Tageblatt“ drei werthvolle Separat⸗Beiblätter: ʒUhr eine Gesellschaft mit Kahnfahren. Es vad miastritie Wihbien U e bas belcheissche Sn varen 10 —ÿ12 Mann, hiesige und von auswärts ags blatt Deutjche Lesehalle“, die „Mittheilungen über zekommene Kirmesgäste. Beim Fahren ist nun, Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“ zu dem aut der „Kref Zig der Nachen. man weiß morm billigen Abonnementspreise von nur 5 Marl 25 Pf w 7 für das Vierteljahr. Man beliebe das Abonnement bei dem nicht genau, aus welcher Ursache umgeschlagen und nächstgelegenen Postamt schleunigst anzumelden, damit di sind sieben Insassen desselben ertrunken. Man hat Anendung des Blattes vom 1. Juli ad puünktlich ersolgt auflage 831 d00; das verbreitetste aller 3 J N 5 deutschen Blatter —X außerdem M u n ch e n e 7. VF 7 e m d n 0 t t cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden 2 —56 mit Tagesanzeiger u. Quartiergeber Die Modenwelt. sist das verbreitetste katholische Tagblatt Bayerns und erscheint täglich 16—24 Seiten slar llustrirte Zeitung für Täglich eine Romanbeilage in Buchformat, wöchentlich 12.2 Unterhaltungsbeilagen, monat⸗ coilette und Handar⸗ lich zweimal die Land- und Hauswirthschafts-Zeitung. Direlte Nachrichten aus aller Welt. heiten. Alle 143 Tage Vollftändige Handelszeitung, die telegraphischen Gelde und Produkten-Kurse aller Haupt⸗ ine Nummer. Preie plätze, den großen Müuchener Kurszettel, alle Verloosungen, alle Dienftesnachrichten, die vierteljährlich M. 1.25— vollständigen Theaterzettel u. s. w. 75Ar. Jaͤhrlich erscheinen/ Geschäfts⸗Inserate 20 Pf. die Petitz-ile, für Münchener Inserate 10 Pf., Abonne⸗ 21 Nummern mit Toi⸗ ment per Post 2 Mk. vierteljährich, in Munchen 1 Mk. 50 Pf. letten und Handarbeiten, Im Verlaufe des kommenden Quartals bringen wir wieder einen neuen Roman von enthaltend gegen 20060 Mar Fuchs unter dem Titel: Abbildungen mit Be⸗ „Die Pestjungfrau“ schreibung, welche das aus der Zeit des dreißigjährigen Kriezes und der Regierung des großen Churfürsten Maxr zanze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche milian J. Die spannende Handlung spielt in München und im Lager nes Churfürsten, danr ur Damen, Mädchen und Knaben, wie für führt sie uns den Herzog von Waldstein, seinen Tod und die folgenden Ereignisse vor Augen — zas zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Ein reicher Stoff für einen historischen Roman. Der Dichter schildert in seiner bekannten deibwäsche für Herren und die Bett⸗ und markigen Art die damals so traurigen Verhältnifse der Bürgerschaft Münchens und das Tischwäsche ꝛc., wie die Handarbeiten in ihrem interessante Leben und Treiben in den bayerischen und schwedischen Lagern. Wie belannt. IIl —IIb —IVI — ganzen Umfange. hält sich Max Fuchs streng an die Geschichte und ist dieser neue Roman ein weiterer Stein 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern zur Vollendung seiner erzählenden Geschichte Bayerns, die wir unsern Lesern dadurch vor ⸗ jür alle Gegenstände der Garderobe jnd etwa Augen führen, wofür dieselben uns gewiß Tank zollen werden. — Scheine 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Im Herbste oder Winter sind wir in der Lage, unsere Leser mit einem gehteren Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛc. sozialen Romane aus der Feder des berühmten katholischen Schriftstellers Philivo Laicu— für die Gemeindekrankenver⸗ Abonnemenis werden jederzeit angenommen erfreuen zu können. sicherung .bei an Buchhandlungen und Postanstalten, 5̃— — — — ind zu haben in der Druckerei T Zrobe: NYummern gratis und franco durch .74641 . 2 de V inoherter Anzeiger.“ e Ipedition, Verlin 9 Potsdamer — Am billigsten und zweckmäßiglten besorgt die älteite ol· 8: Mien J. Opernaasse 8. Alnnoncen⸗Erpedition H igtoin & Vogl Haasenstein oglor, 53 heim. O. 4.5 —Mannheim. O. 4,.! dieser Strafsache fand am 25. März abhin statt, erstreckte sich jedoch blos gegen Franz Rieder, da dessen Bruder inzwischen flüchtig geworden war; dieser wurde denn auch wegen obiger Reate zu einer Gefängnißstrafe von 3 Monaten und 14 Tagen verurtheilt. In dieser Sitzung erklärte nun der heutige Angeklagte, der als Belastungszeuge geladen war, ausdrücklich, Franz Rieder habe sich in keiner Weise an beregtem Vorfalle betheiligt, sei vielmehr ca. 20 Schritte vom Thatorte entfernt gewesen. Das Urtheil des Schöffengerichts Landau wurde in der Berufungsinstanz von der Strafkammer des k. Landgerichts daselbst durch Urtheil vom 12. Mai abhin aufrecht erhalten, da den Aussagen des An⸗ geklagten, der hier nunmehr als Entlastungszeuge auf seinen früheren Angaben beharrte, die eidlichen Erklärungen dreier in jeder Hinsicht glaubwürdiger Zeugen gegenüberstanden. Dieser direkte Wider⸗ spruch erweckte sofort den Verdacht, daß der Ange⸗ klagte es nicht genau mit seinem geleisteten Eide genommen habe, eine Vermuthung, die noch dadurch bestärkt wurde, daß derselbe nach der Verhandlung dem Nachtwächter Daun und dessen Ehefrau gegen⸗ über äußerte: „Ich hätte so nicht sagen sollen, ich habe einen Fehler gemacht; ich hälte sagen sollen, es sei Alles vorbei gewesen, als ich hinkam, dann wäre ich daoon gewesen“. Auch schien die Aussage der Mutter des Rieder: „der Deutsch ist mein Mann“, d. h. wohl „der hilft meinem Sohne her⸗ aus?, höchst verdächtig. Der Angeklagte war, ins⸗ hesondere bei der Verhandlung vor der Strafkam⸗ mer Landau vor seiner Eidesleistung auf das Ein dringlichste ermahnt worden, streng bei der Wahrheit zu bleiben, trotzdem bestand er auf seinen früheren Erklärungen. Die Anklage stellt nun auf, Deutsch habe sowohl vor dem Schöffengerichte Landau, als später vor der Anklagekammer daselbst den vor seiner Vernehmung geleisteten Eid wissentlich durch falsches Zeugniß verletzt und sich sohin zweier Ver⸗ brechen des Meineids in Gemäßheit des 8 154 R.⸗St.⸗G. schuldig gemacht. Der Angeklagte hält auch heute seine früheren Aussagen aufrecht: er habe sich an jenem Abende auf den Lärm hin an den Thatort begeben und habe deutlich gesehen, daß Joseph Rieder auf den Polizeidiener Fink losge— gangen sei, während sich dessen Bruder Franz etwa 20 Schritte entfernt gehalien und in keiner Weise an der Schimpferei. bezw. Schlägerei betheiliqgt habe. — Die Vertheidigung beantragte Freisprech⸗ ung. Die Geschworenen bejahten jedoch, dem An⸗ trage der Staatsanwaltschaft gemäß, die Schuld⸗ frage, worauf der Angeklagte zu einer Zuchthaus⸗ trafe von 4 Jahren verurtheilt wurde, unter gleich⸗ zeitiger Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von weiteren 5 Jahren. Zugleich wurde die dauernde Unfähigkeit des Angeklagten, Zeuge oder Sachverständiger zu sein, im Urtheil nusgesprochen. — Hiermit schloß die zweite ordent⸗ iche Sitzung des Schwurgerichtes der Pfalz pro 1885. Mer Sprachen kennt, ist ih zu nennen. Das Meisterschafts-Zystem zur praktischen nud nalburgemüßen Erlernnug der englischen, franzöfischen, italienischen, spanischen und russischen Geschäfts- und Umgangssprache. * Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache fprechen, schreiben und lesen zu lernen. * Euum SeILIStUmterrieht von Dr. Richard S. Rosenthal. Englisch — Französisch — Spanisch komplet in je 15 Lektionen à 1M. — Italienisch und Russisch komplet in je 20 Lieferungen à 1M. Schlüssel dazu à.1 M. 50 Pfg. 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Amtsgerichts St. Ingbert. — —— — — — — — QUαöC8C. — — — ,αια OXαι1ιαιααîî![ σα Oü—-... — ü——“—“——— der St. Ingberter Anzeiger? erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungk⸗ blan und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage . Das Blatt toftet vierteljahrlich 1A BG6O einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen L1M 75 , einschließlich 24 Zuftellungsgebuhr. Die Einrüũckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 —ñ—, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. Je 122. Einladung zum Abonnement. Mit dem bevorstehenden Quartalswechsel beginnt süt unser Blatt ein neues Abonnement, und aüden wir hiermit ergebenst zu demselben ein. Im Preis und örscheinen des „St. Ingberter Anz.“ tritt keine Aenderung ein. Die Haltung inseres Blattes bleibt stets eine rein sachliche. hesondere Aufmerksamkeit werden wir lokalen und robinziellen Angelegenheiten zuwenden und daneben ur eine gute Unterhaltungslektüre in spannenden Romanen und Novellen Sorge tragen. Als an⸗ jenehme Beigabe behält der „St. Ingb. Anz.“ juch im neuen Quartale das achtseitige illustrirte Zonntagsblatt. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ ehmen alle Postanstalten und Postboten, hier die interzeichnete Expedition und die Austräger des Hlalles entgegen. Neubestellungen, wie die Er⸗ neuerung des Abonnements bitten wir gefälligft hald zu machen. Unseren Abonnenten, denen das glatt durch die Austräger zugestellt wird, wird zasselbe auch im neuen Quartale fortgeliefert, denn vor dem 1. Juli nicht ausdrüclich abbestellt vird. Auch als wirksames Insertionsorgan sei der St. Ingb. Anz.“ hiermit einem verehrlichen Pu⸗ lntum in empfehlende Erinnerung gebracht. Hochachtungsvollst! Redaktion und Erpedition des E1. Inaberter Anzeiger.“ Mängel des Krankenkassengesetzes. Das Jahr 1885 wird immer einen denkwürdigen Abschnitt in der Geschichte unserer sozialpalitischen Hhejeßgebung bilden. In ihm hat die Wirksamkeit des Frankenlassengesetzes begonnen; in ihm soll nuch (vom 1. Okiober ab) die neue, durch das Unsaligesetz vorgesehene Organisation ins Leben reten. Die Erfahrungen, die wir in den wenigen Monaten seit der Einführung der Krankenversicherung ammeln konnten, sind zwar noch recht bescheiden; mmerhin kommen sie noch zeitig genug, um vielleicht nuch für die ungleich schwere Durchführung der infallversicherung manchen Fingerzeig zu geben. Schon die kurze Praxis der auf Grund des Reichs⸗ sesetzes vom 15. Juni 1888 organisirten oder teorganifirten Krankenkassen hat mancherlei Unzu⸗ raglichleiten ergeben, die nur zum Theil in Miß⸗ griffen der ausführenden Organe, zum andern Theil n Unklarheiten und Schwierigkeiten des Gesetzes elbst begründet find. Es ist daher ein verdienft iches Werk des mit dem Krankenkassenwesen wohl⸗ vdertrauten Rechtsanwalis Dr. Edmund Friede⸗ mann in Berlin, daß er es unternommen hat, die Grundgedanken und Hauptbestimmungen des Besetzes in kurzer, volksthümlicher und leicht rientirender Darstellung unter dem Titel „Die Zdrankenkassen“ zusammenzufassen (6. Hejt der Sammlung „Soziale Zeitfragen“, Verlag von J. C. Bruns, Minden i. Westf.). Auch manche ⸗raktische Erfahrungen und Streitftagen, die sich dei der Aussuhrung des Gesetzes ergeben haben, werden in diesem Schriftchen gestreift. Wer sich n dieser Beziehung noch naher unlerrichten und auf dem baufenden erhalten will, dem sei eine seit Kurzem Whrvde Zeiischrift Die Hilfsgenossen⸗ sartt empfohlen (herausgegeben von Georg iller, Verlag von Franz Duncker in Leipzig). In dieser ßnhet wan eine csartlaufende qgetreue Dienstaa, 23. Juni 1888. 20. Jahrg. Berichterstattung über Krankenkassen, Berufsgenossen⸗ schaften und sonstige Vereinigungen zur Hebung der wirthschaftlichen Lage, wobei die Ausführung der sozialpolitischen Gesetze einer wohlwollenden aber mabhaͤngigen und jachgemaßen Kreitik unterworfen wird. Ein Hauptprinzip des Krankenkassengesetzes ist dies, daß die Arbeitgeber zur Entrichtung der Bei⸗ räge verpflichtet sind und ihrerseits wieder das Recht Jaben, den auf die Arbeiter entfallenden Betrag om Lohn in Abzug zu bringen. Die nothwendige Porausfetzung für den Versicherungszwang ist also »as Bestehen eines Arbeitsverhältnifses. Für den Heschäftigungslos werdenden Arbeiter hört die Ver⸗ icherung auf, während sie doch gerade für ihn noch wihwendiger erscheint, als für den beschäftigten Arbeiter.Die Beschäftigung muß aber auch eine auernde sein; Arbeiter, die nur vorübergehend yeschäftigt werden, sollen von der Versicherungspflich nusgeschlossen sein. Auch hier ist zunächst einzu⸗ venden, daß gerade solche unsicher gestellten Ar⸗ ʒeiler der Krankenversicherung am meisten bedürfen. Iußerdem giebt die Fassung dieser Bestimmung zu allerlei Zweifeln und Mißdeutungen Anlaß, ja sie Jziebt eine leichte Handhabe. um den Versicherungs⸗ wang ganz zu umgehen; denn der Vertrag braucht ur auf einige Tage abgeschlossen und dann stets nuf eine gleiche Zeit verlängert zu werden, um die Bersicherungspflicht zu beseitigen. Zu den Klagen der Arbeiter gesellen sich aber nuch solche aus den Kreisen der AÄrbeitgeber. Von dieser Seite beschwert man sich darüber, daß viele Arbeitet, namenilich weibliche, den Abzug vom dohne, der ihren Beitrag zur Krankenkasie darstellt; für eine neue Steuer halten und sich diese Laft mur unwillig gefallen lassen. Kein Wunder, daß nun auch die Arbeitgeber sich durch diese Art der krhebung der Beiträge belästigt fühien und ihre Ibanderung verlangen. Eine solche wird aber nur chwer und nur mit großer Vorsicht zu bewirken ein, da gerade diese Bestimmung. wie gesagt, einen )er wichtigsten Grundsähe des Gesetzes bildet, da ie es ist, welche die Ausführung des Versicherunas⸗ wanges ermoglichen soll. Jedenfalls ist es bemerkenswerth, wie schon jetzt, inem noch so jungen Gesetze gegenüber, der Ruf ach Revision von den verschiedensten Seiten her erlönt. Die Revision wird über kurz oder lang unabweislich verden; aber schon inzwischen hätte man eine Reihe inderer Mißversiändnisse und Mißstände, die sich in die Ausführung des Gesetzes inüpfen, im Ver⸗ ordnungs⸗ und Verwaltungswege beseitigen und nildern können. Das Geset schließt ganze Gruppen zer Arbeiler vom Versicherungszwange aus. raumt iher den Behörden die Befugniß zur Ausdehnung des Zwanges ein. Daraus und aus den abweichenden Unschauungen der Verwaltungsbehörden über die Bersicherungspflichtigkeit gewisser Kategorien (der Büreauschreiber, Diatare, Musiker u. A.) haben sich die größien Verschiedenheiten innerhalb des Reiches ergeben. Andere, zum Theil sehr wesentliche Ab⸗ veichungen zeigen sich in den Statuten der zuge⸗ assenen freien Kassen. Dort hat man Bestimmungen zurchgehen lassen, die man hier zurückgewiesen hat, ind nicht minder groß sind die Differenzen in Betreff der gesetzlichen Zwangskassen. für die man zald die Form der Gemeindeversicherung oder der Betriebslassen begünstigt, bald wieder erschwert hat. Kurz, der Mangel einer gemeinsamen, das ganze Reich umfassenden Ausführungsverordnung hat sich u Jinen Beseße so füblhar gemacht. wie bei diesem. Für das bereits in Kraft getretene Krankenkassen⸗ Jesetz kommt diese Lehre zu spät; man wird sich orläufig begnügen müssen, die hervortretenden Mängel im Einzelnen nach Möglichkeit abzuschwächen. Möge aber das jetzt bezahlte Lehrgeld für spätere Verbesserungen, für die in Aussicht genommene xkrweilerung der Krankenversicherung und für die Durchführung der Unfallversicherung nicht ganz ver⸗ loren sein. GGerl. Taabl.) Volitische Uebersicht. Es ist die Pflicht der deutschen Presse von den Ausbrüchen des wahnwitzigen Hasses gegen Deutschland Notiz zu nehmen, welche anläß⸗ iich des Todes des Prinzen Friedrich Karl und des Marschalls Manteuffel beinahe in fast der ganzen Presse Frankreichs zum Vorschein kommen. Man ist in Deutschland nur zu sehr geneigt, sich zezüglich Frankreichs eines trügerischen Optimismus hinzugeben und zu glauben, daß das französische zoit die Niederlagen von 187071 verschmerzt habe ind daß sich in letzterer Zeit eine Annäherung wischen den beiden Nationen vollzogen habe, welche u der Hoffnung einer Aussöhnnung in nicht zu erner Zeit berechtige. Deutsche jedoch, die in Frankreich inmitten des Hosses leben, wissen leider iur zu gut, wie irrthümlich eine solche Annahme st und wie ganz im Gegentheil Dank der fortwäh⸗ rend systematisch betriebenen Hetzerei der Haß und zer Revanchedurst noch ebenso lebhaft sind, wie es zleich nach dem Kriege der Fall war. Daß der deiter der deutschen Politik es trotzdem ermöglicht hat, bis heute nicht allein ein gutes Verhältniß wischen Deutschland und Frankreich aufrechtzuhalten, ondern sogar die französische Regierung gleichsam u zwingen, in wichtigen Fragen der äußeren Po— litik mit Deutschland gemeinschaftliche Sache zu nachen, das Alles hat auch nicht den geringsten TZinfluß auf die Gesinnungen der Bevölkerung aus⸗ geübt. Es ist gewiß äußerst bedauerlich, daß dem so ist, aber man kann daran nichts ändern und vird man sich in Deutschland auch über diesen Haß der Franzosen zu trösten wissen. Es wäre aber zJefahrlich, wenn man sich in Deutschland in dieser Zeziehung Taäuschungen hingeben würde, und davor zu warnen, ist als Pflicht zu erachten. Ueber die deutschen Expeditionen in Dst afrika meldet die neueste „Kolonial-⸗Politische Zorrespondenz. Die Expeditionen des Dr. Jühlke, dessen erster Offizier Premierlieutenant Weiß ist, in einer Stärke von 160 Mann, und zes Regierungsbaumeisters Hörnecke, mit den DOH. v. Anderten, d. Carnap u. Kuntzell. ebenfalls n einer Stärke von 160 Mann, welche Anfangs Mai von Zanzibar aufbrachen, waren gegen den Norden beordert worden. Die Expedition des Majors v. Devriere, mit Hrn. Premierleutenant b. Kleist als erstem, Hrn. Lieutenant v. Bülow als zweitem Offizier, ist Donnerstag den 4. Juni hon Zanzibar auf den Kontinent hinübergegangen. leber die Stärkeverhältnisse der letzteren Expedition iiegen genauere Nachrichten noch nicht vor, indeß dürften sie den Nordexpeditionen nicht nachstehen. Alle drei Expeditionen sind bewaffnet mit guten Büchsen und Flinten, die Schwarzen zum großen Theil mit Zündnadelgewehren. Die Erpedition des Gartentechnilers Schmidt, dessen Assistent der Gärtner Marris ist. aina etwga am 11 Mai mit einer großen Karawane, welche hauptsächlich mit Gartengeräthen und Sämereien ausgerüste! war, nach Usagara zu landwirthschaftlichen Versuchen hinauf. Major v. Devriere hatte als ersten Auf⸗ trag die Aufgabe, die der vierten Expedition bei⸗ gegebenen Landwirthe und den Gärtner Liedke nach Usagara zu bringen und daselbst zu installiren. Deutsches Reich. Berlin, 20. Juni. Die Arbeitsein⸗ stellung der Maurer nimmt ganz gewaltigen Umfang an. In einer gestrigen Versammlung waren nahezu 8000 Maurer anwesend und der Vorsitzende erklärte, sie seien darauf gerüstet, min⸗ destens 8 Wochen die Arbeitseinstellung auszuhalten. Von den fremden unverheiratheten Maurern sollen schon über 2000 von Berlin abgereist sein. Da alle Bauten eingestellt sind. so werden durch die Arbeitseinstellung selbstversiändlich auch alle Hilfs arbeiter, die Steinträger, die Bau⸗Arbeiter, die Knechte zahlreicher Lastfuhrwerke, die Schiffsentlader, die Putzer, die Arbeiter in den Ziegeleien und Mörtelwerken sowie nicht minder die Zimmermeister und Zimmergesellen betroffen, und man wird nicht fehl gehen, wenn man auch die Zahl dieser Be⸗ theiligten in Berlin und Umgebung auf abermals zehntausend rechnet. Die Steinträger haben bereits in einer Versammlung einstimmig sich verpflichtet den Forderungen der Maurer mit zum Durchbruch zu verhelfen, in der Erwartung, daß die Maurer auch die Steinträger und Bau⸗Arbeiter bei ihren etwaigen Forderungen unterstützen. Berlin, 21. Juni. Der Kriegsminister macht folgende Allerhöchste Kabinetsordre der Armee bekannt, mit dem Hinzufügen, daß einer weiteren Allerhöchsten Bestimmung zufolge die Trauer um den Generah⸗- Feldmarschall Freiherrn v. Manteuffel überall beginnen soll, sobald die Trauer um den General⸗Feldmarschall Prinzen Frie⸗ drich Karl von Preußen, königliche Hoheit, beendet ist. „Gottes Fugung hat Mir, Meiner Armee und dem Vaterlande durch den Tod des General⸗Feld⸗ marschalls Freiherrn v. Manteuffel wiederum einen sehr schweren Verlust auferlegt. Wir haben Uns dem Willen des allmächtigen Gottes zu beugen, aber Unserer Herzen Trauern ist tief und schwer um diesen in so vielen wichtigen Stellungen hoch⸗ verdienten und hochbewährten Mann, den Mein wärmster Dank zu seiner letzten Ruhestätte geleitet und dessen treue Dienste Ich wahrlich schmerzlich bermissen werde. Es wird den Empfindungen der Armee voll und ganz entsprechen für ihn, der so viel für die Armee gethan, Trauer anzulegen. Wilhelm.“ Berlin, 22. Juri. Der „Reichsanzeiger“ schreibt: Graf Hatzfel d hat einen kurzen Ürlaub angetreten und wird vom Unterstaatssekretär Grafen Bismarck vertreten. Berlin, 22. Juni. In der Prozeßsacht —AD legte Rechtsanwalt Sachs im Namen des Ange— klagten Revision ein. weil der Angeklagte auch wegen der Verbreitung eines Flugblattes, das einen der inkriminirten Artikel enthielt, bestraft wurde, während er Einwand erhob, von der Verbreitung des Flugblattes nichts gewußt zu haben, welchen Finwand der Gerichtshof verwarf. Berlin, 22. Juni. Der Knecht Grig o— laitis, welcher am 5. und am 6. Mai Stein⸗ nach einem Fenster des kaiserlichen Palais warf murde von der ersten Strafkammer des Landge⸗ richts J. wegen wiederholter Majestätsbeleidigung und wiederholter vorsätzlichet Sachbeschädigung zů 112 Jahren Gefängniß verurtheilt. Berlin, 28. Juni. Der Kaiser ist gestern Abend 10 Uhr 42 Min. nach Ems abgereist. Er befindet sich somit wieder im besten Wohlsein. Ausland London, 20. Juni. Das heute veröffent— lichte Blaubuch über das Abkommen zwischen Eng—⸗ land und Deutfchland in Betreff der Aktionssphären in Afrika umfaßt den Zeitraum vom 209. April bis 2. Juni 1885. Am 7. Mai notifizirte Graf Münster Lord Granville, daß die deutsche Regier— ung die englischen Vorschläge annehme, wonach England den zwischen den Flüssen Rio del Rey und Oldcalabar gelegenen Theil der Küste des Golfes von Guinea an Deutschland gänzlich überläßt, wo— gegen Deutschland sich verpflichtet in dem Theilt der Küste des Golfes von Guinea. welcher sich von der Mündung des Rio del Rey auf dem rechter Ufer bis zur englischen Kolonie Lagos erstreckt, weder Erwerbungen zu machen noch Protektorate anzunehmen oder die Ausdehnung des englischen Einflusses zu beeinträchtigen. Beide Mächte willigen ein, die Protektorate, welche sie innerhalb der ihnen zugewiesenen Grenzen bereits hergestellt haben, rück zängig zu machen, während Deutschland seinen Protest gegen die Aufhissung der englischen Flagge an der Lucia⸗Bay zurückzieht und von Gebietser⸗ werbungen und der Herstellung von Protektoraten an der Küste zwischen Natal und det Delagoa-Bay absieht. Lord Granville beansprucht die Amlas— Bay für England mit dem Bemerken, daß, wenn die deutsche Regierung mit den Missionären der Kolonie ein befriedigendes Abkommen treffen könne der schließlichen Abtretung dieser Bay an Deutsch land von englischer Seite nichts im Wege stehe Eine Depesche des Grafen Münster vom 2. Juni zeigt den Beitritt Deutschlands zu dem Vorschlage Englands an, in den respektiven Protektoraten kein Differentialzöolle zu erheben und die Zoölle nicht jöher festzusetzen, als zur Bestreitung der Verwalt⸗ ungskosten nothwendig ist. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Kaiserslautern, 17. Juni. Der Zimmergesellenstrike brachte heute zwe i Feiernde »or das Schöffengericht; es wurde nämlich der Zimmergeselle Peter Funda zu drei Tagen Gefäng⸗ aiß verurtheilt, weil er versucht hatte, einen andern Besellen, welcher die Arbeit bei Zimmermeister derzog wieder aufnehmen wollte, theils durch Ver— prechungen. theils durch Drohungen hiervon abzu⸗ jalten. Eine empfindlichere Strafe traf den Zimmergesellen Anton Rothländer, dem acht Tage Gefängniß zudiktirt werden mußten, weil er den Bersuch machte, einen andern Gesellen durch Be— drohungen zur Arbeitseinstellung zu bewegen, wobei ex sich, was erschwerend in die Wagschale fiel, auch hrenrühriger Beschimpfungen bediente. — Kaiserslhautern, 18. Juni. Die Feuerwehr⸗ Angelegenheit ist jetzt so weit geregelt daß die wiedergewählten beiden Kommandanten die Wahl angenommen haben; sie haben sich also dem Beschlusse des Stadtraths unterworfen, wonach größere Anschaffungen der Genehmigung der Lösch direktion unterliegen, welche aus dem Bürgermeister und zwei Stadträthen besteht. — In Karlsruhe hat sich der Artillerist Heinrich Hildebrtand aus Hochspever infolge Melancholie erschossen. — Einselthum, 18. Juni. In unserem Orte bemerkt man jeden Morgen präzis fünf Uhr zine 92jährige alte Frau, die durch Beaufsichtigung tleiner Kinder ihr Stücklein Brod zu verdienen sucht, iu den Dienst gehen. Dieselbe besitzt ihre Sinne und Gedächtniß fast noch vollständig, zitirt sange Bibelsprüche, weiß noch sehr diel aus alter Zeit zu erzählen, besonders erinnert sie sich der Zeit da die Russen Deutschland mit ihrem Besuche be⸗ ehrten. Sie wurde als junges Mädchen von einem Kosaken verfolgt, der dann mit einer Lanze die Thüre, hinter welche sie sich geflüchtet hatte, durch bohrte; so vermag sie noch ähnliche Erlebnisse mit Benauigkeit wiederzugeben. Es ist rührend, anzu⸗ sehen, mit welcher Aufmerksamkeit die uralte Frau ein kräftiges Kind auf den Armen trägt und sich noch durch sonstige Beschäftigungen nützlich macht. Nicht leicht wird weit und breit eine ähnliche aitt Frau zu finden sein. N. Bgztg.) — Speyer, 20. Juni. Herr Dr. med. F. Mühlhäuser feierte heute in rüstiger Thätigkeit sein 50jähriges Doktor⸗Jubiläum. Derselbe hat fich durch sein biederes und tüchtiges Auftreten allge⸗ meine Beliebtheit erworben, was die Zahl der Gra rulationen heute bewies. Insbesondere ist die Auf opferung des Jubilars während des Krieges 187071, sowie während der Cholerazeit 1873 in zuter Erinnerung. Die medizinische Fakultät der Universitat Würzburg alma mater Julia Maxi- milianea ließ dem Jubilar eine künstlerisch ausge⸗ tattete Adresse überreichen. Ferner gingen weitere Blückwünsche ein, u. A. von Herrn Hilgard Villard in Berlin, dem Stifter des Diakonissenhauses, in velchem der Jubilar über 25 Jahre als Hausarzt hätig ist. (Pf. K.) — Speier, 20. Juni. Gemäß der Bestimm⸗ ungen der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Fe— bruar 1885, die Organisation der Staat sforst »erwaltunag betreffend. werden die seitherigen Forstämter Dahn, Neustadt a. H., Elmstein Kaiserslautern, Pirmasens, Speier, Winnwel⸗ und Zweibrücken mit dem 1. Juli l. J. aufgelds Dies wird mit dem Beifügen zur öffentlichen Kenn niß gebracht, daß die Geschäfte der aufgelosu⸗ Forstämter nach Maßgabe der vorbezeichneten Allerh Organisationsverordnung. soweit dieselben nicht de Regierung überwiesen find, vom 1. Juli l. J. he. ginnend auf die Forstämter neuer Ordnung, deren definitive Formation jeweils besonders bekann ge. geben wird, bis dahin aber auf die vorerst der. bleibenden Forstreviere übergehen. Zugleich ergeht das allgemeine Ansinnen, mit Rüchksichtnahme au⸗ die nothwendigen Extraditionsgeschafte der aufzu⸗ loͤsenden k. Forstämter, alle zu diesen ressortirenden Zuschriften, Requisitionen und Vorlagen von jeßz ah zurückzuhalten, dringliche Gegenstände aber bei den einschlägigen k. Forstrebieren, nöthigenfalls be der kgl. Regierung in Einlauf zu bringen. — Speyer, 20. Juni. Zimmermeifter Georg Ganninger jun. fuhr gestern Äbend 9 Uhr 48 Min. von hier per Bahn nach der Richtung Schifferstadt. In der Nähe des 4. Bahnhäuschen von hier aus, soll, dem Vernehmen nach, derselh⸗ aus dem Coups gestürzt sein. Der Zug ging über ihn hinweg, so daß er nur als Leiche aufgefunder werden konnte. Bermischtes. r Mext, 21. Juni. Die morgen beginnend zweite Tagung des Schwurgerichts für Lothringen anter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrathes Duy wird nur vier Tage in Anspruch nehmen und ha iber 7 Fälle zu verhandeln, was in Anbetracht einer Bevölkerungsziffer von rund 450, 000 Seelen (Landgerichte Metz und Saargemünd) gewiß alt eine erfreulich zu nennende Minderzahl schwerer Verbrechen zu gelten hat. f Für das LandesKrieger-Denkmal velches Bayern seinen gefallenen Söhnen in Wörth errichten wird, erging soeben ein Preisausschreiben ür Denkmalsentwürfe, welche bis 15. Januar 1886 eingereicht sein müssen. Betheiligen können sich nur jolche Architekten und Bildhauec, welche bayerische Staatsangehörige sind. Der besten Arbeit wird ein Preis von 1000 M. zugesichert, den beiden näch— sten solche von 600 bezw. 400 M. F(Aus dem Marklgräflerlande. Wenn der Himmel seinen Segen weiter dazu gibt. so wird, das tann man jetzt sagen, der Herbsp 1885 der reichste werden von allen Herbsien, di⸗ wir bis dahin im 19. Jahrhundert erlebt haben Unsere Rebleute erinnern sich nicht, eine solch Traubenfülle an den Stöcken je gesehen zu haben wie gegenwärtig. 30, 40 und 50 Samen ar »einem Sitocke sind keine Seltenheit; man finde Schosse mit 5355 Samen, und Reben, die in zorigen Jahr erst eingelegt wurden, haben 6-6 Samen getrieben. Dabei sind die Samen unge wöhnlich groß und kräftig, bis jetzt auch vollkom men gesund. Kurz, das Herz lacht Jedem in Leibe, der diese Fülle sieht. Brennt die Sonn noch 392 Monaie weiter, wie sie uns seit 14 Tager mit kurzer Unterbrechung bedacht hat, so kann auc etwas Gutes in den vielen Trauben zusammenge— braut und der Wunsch jenes Schwaben erfüllt werden „Recht gut und fein viel.“ Darmstadt, 20. Juni. Der erst, Kongreß des Vereins deutscher Rosenfreundt wurde gestern hier abgehalten. Der Geschäftsführer— Herr C. P. Staßheim (Frankfurt a. M.), erstattete einen Rückblick auf das vergangene Vereinsjaht dem zu entnehmen ist, daß der 1883 zu Hambure begründete Verein gegenwärtig 270 Mitglieder zählt F Weimar, 21. Juni. Die hier versammelt Goethegesellschaft erhielt auf ein an J M. die Kaiserin gerichtetes Begrüßungstelegramn von Allerhöchstderselben eine huldvolle Danksagung Es sind Präsident Simson zum Präsidenten, Pto— fessor Scherer und Geheimrath v. Löper zu Vize präsidenten der Gesellschaft gewählt worden. F Liegnitz, 17. Juni. Das hiesige Stadt— blatt meldet: „Gestern Nachmittag hat sich der beir hiesigen Regiment dienende Einjahrig· Freiwillio Hermann Bohh der Sohn des Herrn Geheimen Regierungs⸗ und Schulraths Bock hierselbst. ir seiner Wohnung, die sich im Hause seiner Elterr befindet, erschossen. Der Unglückliche war gen 2 Uhr Nachmittags vom Appell zurückgekehrt, un heim Ayppell ist ihm ein Anariff auf seine Ehr⸗ derfahren, der so heftig auf ihn eingewirkt hat, wiet“hhne seinen Angehörigen sein Leid zu e den Tod gesucht hat.“ Der übrigens zu hesten Hoffnungen berechtigende. beklagens- dug Jüngling hatte die hiefige Ritterakademie 3 und war zu Ostern beim hiesigen Regimente Iceten. Ueber die ihm in den letzten Tagen eeene Behandlung hat er übrigens mehrfach we Klage geführt, und der Vorfall beim Appell, n ja — vielleicht — die Untersuchung glaub⸗ rdig aufklären wird, hat die Wirkung dieser hhandlung so gesteigert, daß der junge, lebens⸗ ohe Mann in den Tod gegangen ist. Die schmerz⸗ ffullten, tiefgebeugten Eltern, denen von allen Zulen das herzlichste Beileid entgegengebracht wird, puten gar keine Kenntniß von der Rückketzr ihres Fhnes in seine eine Treppe höher liegende Woh⸗ ung erhalten; erst nachdem ein Feldwebel und annächst der Hauptmann, Graf von Monts, sich h dem Verbleib des Unglücklichen angelegentlich cundigten, wurde in der Wohnung nachgesehen, nud da erst ward man der unseligen Katastrophe ewahr, der ein so hoffnungsvolles junges Menschen⸗ den zum Opfer gefallen war.“ f Die Besucher der Antwerpener Aus⸗ ellung wurden von den Gastwirthen in scham⸗ sset Weise geprellt, wie folgendes Eingesandt der darmer Ztg.“ beweist: Der Einsender hatte die sbsicht, die Ausstellung von Holland aus kurz zu esuchen, iraf mit Begleitung am 31. Mai, Abends 9 ühr, ein und reiste folgenden Tages 4 Uhr dachmittags wieder ab, ohne also an der erst um Uhr be zinnenden Table d'höte theilgenommen mhaben. Nachstehend die Rechnung, die demselben der seinen kurzen Aufenthalt in einem Hotel, lelches im Bädecker zwar mit einem Stern bezeichnet, zet durchaus nicht als ersten Ranges gehalten ird, geworden ist: * Hôtel du grand Laboureur, Placo de Meir. 26 Anvers. 31. Mai, Abends: Brödchen mit kaltem Braten belegt Fres. 4 — Flasche Pilsener Bier2. — Zzimmer mit 2 Betten. ,142. — ydienunnggg. 2.- 1. Juni, Morgens: Portionen Kaffee mit Weißbrod. Fres. 4.- Teller Suppe411250 Filets mit Kartoffeii — Flasche St. Emilionn..278 Summa Ircs. 31,25 Zur Erläuterung wird noch angeführt, daß die »peisen in Qualität und Quaniität sehr viel zu rünschen übrig ließen und daß das innegehabte immer ein dunftiger, im Hinterhaus gelegener duum war. Im Hotel anwesende Engländer, die ahstredend an höhere Preise gewöhnt sind, machten hret Entrüstung über diese Beutelschneiderei Luft. Man sehe sich also vor, und empfiehlt es sich ur Vermeidung eines „Hereinfalles“ vorher genau ber die Preise ꝛc. mit dem Wirth zu sprechen, wch praktischer dürfte es bei etwaiger Ueberfüllung et Hotels sein, das Logis in Brüffel zu nehmen id man bekanntlich gut und nicht theuer lebi und ut einem bisligen Retourbillet bon Fres. 160 dnell hin · und herlommen kann. Dies würde eines rijenigen Mittel sein, den antwerpener Wirihen u die Dauer die Gelüste zu benehmen, ihren r so viel Geld wie möglich abnehmen zu In Georgswalde in Böhmen entkam s der Montenegro'schen Menagerie beim Reinigen Kafigs der Konigstiger und derbarg sich in uem Kornfelde. Einem Schieferdecker, der mit uem Hammer bewaffnet die Beftie aufscheuchen olte, wurde von derselben der rechte Oberarm ütterlich zerfleischt. Enduch gelang es Herrn chaurateur Lehnert dem Thiere zwei Kugeln in n Rachen zu schießen; ein Finanzwach-Oberauf- er tödteie es durch mehrere Bajonnetstiche vollends. Shhaden Monenegtos beir n 41000 Wet. Aus der derühmten Universitäts-Bibliothek harma, die 80,000 Bande, darunter die selten⸗ Incunablen und die ältesten Drudwerke atiens enthält, wurden 3000 Bände aestohlen. Biblothels · Seirelar Cav. Pasfini wurde in genommen. ai Russische Zustände.) Vier Beamte, 4 wegen Theilnahme? an der Beraubung ab⸗ d auf den Strand getriebener Schiffe in h berhaftet wurden, sind nun, wie der Frkf. W geschtieben virn außerdem wegen onderer Verbrechen vor Gericht gestellt worden. Es sind dies der Polizeimeister Rainowski, der Oberin⸗ spektor der Polizei Wolski, der Polizeisekretär Jeserski und der oberste Gefangenenwärter Metelino. Bei der Verhandlung gegen dieselben stellte sich Folgendes heraus: Hunderte von Namen wurden Jewissenhaft in die Polizeibücher eingetragen, zum Beweise dafür, daß die Träger dieser Namen die hnen zudiktirten Strafen absitzen. allein in Wirk— ichkeit wurden dieselben gegen Zahlung heimlich reigelassen. In einem Falle brachen verschiedene zer so Freigelassenen mit Beihilfe der Beamten in eine Vorstadtswohnung eines jung verheiratheten Paares ein; der Mann wurde im Schlafe ermor⸗ »et und die Frau entkam mit einigen schweren dopfwunden. Nun erschien der Polizeiinspektor WVolski und ließ die Frau in das Hospital bringen. da er sich sehr entrüstet und sehr theilnehmend eigte, übergab die Frau 1500 Rubel, welche sie »ei dem Ueberfall gerettet hatte, dem Polizei In⸗ pektor zum Aufbewahren. Nachdem sie wieder Jergestellt war, ging sie nach ihrem Hause, fand dasselbe aber in Ruinen: die Polizei, welche es vahrscheinlich für unmöglich gehalten hatte, daß ie Frau mit dem Leben davon kommen werde, zatte Alles verkauft und das Haus zerstött. Als ie den Polizei⸗Inspektor zur Rede siellte, wurde ie mit Haft bedacht und derselbe leugnete sogar, 500 Rubel empfangen zu haben. Jedes Hotel ind jedes öffentliche Haus in Kertsch mußte diesen Beamten einen monatlichen Tribut zahlen. fLondon, 18. Juni. Der Dampfer „City of Roure“, 18,000 Tons groß, ist bei den Bänken don Neufundland mit der französischen Bart , George u. Jeanne in Kollision gerathen. Letzteres Schiff wurde sofort in den Grund gebohrt. Es ertranken von der Besatzung 22 Mann, während nur fünf gerettet werden konnten. Der Dampfer erhielt am Bug schwere Beschädigungen. F GEin Riesen-Hochzeitskuchen.,) Der Hochzeitskuchen der Prinzessin Beatrice von England, welcher auf Bestellung der Damen von dent bereitet wird, besteht eigentlich aus drei Kuchen, einer über dem andern, und der Platte, auf welcher er ruht. Um den unteren Kuchen zieht sich ein stranz von Lilien mit Epheu untermischt, als Sym⸗ dol der Reinheit, der Sanftmuth und der Freund⸗ chaft, dann Schilde mit dem Wappen der Prin—⸗ sessin Beatric« und des Prinzen Heinrich von Bat—⸗ enberg, verziert mit Passionsblumen. Um den weiten Kuchen schlingt sich Jasmin und um den weiten und dritten Passionsblumen, Epheu und stosen. Auf dem obersten Kuchen befinden sich 5upidos und eine große Vase mit einem enormen Zouquet von verschiedenen emblematischen Blumen. der Kuchen wiegt ungefähr vier Zentner, die Blu⸗ nenverzierungen sind sämmtlich von Zucker modellirt. Derselbe wird auf einen massiven Goldaufsatz ge⸗ tellt, der für diese Gelegenheit eigens gezeichnet ind angefertigt worden ist. Guten Appetit! * (EEin Haus gestohlen) Am 2.c. vurde ein 2itöckiges Holz-Haus, Ecke von Archer Ave. State Str. in Chicago, III., von dem bis⸗ jerigen Miether, einem Eisenwaaren-Händler ge⸗ cäumt. Kaum war dies geschehen, so erschien eine Anzahl von Männern, welche das Haus abriß und die einzelnen Theile auf Wagen davonführte. Als der neue Miether am andern Tage in das Haus einziehen wollte, fand er von demselben nichts mehr als das Fundament vor. Das Haus, welches sich in einer der belebtesten Gegenden der Stadt be⸗ efunden, war unter den Augen der Polizei ge⸗ tohlen worden. ESterbefälle. Gestorben: in Zweibrücken: Moses Mayer; in Waldmohr: Maria Emonts, Kreiskasse-Zahl- neisters⸗Wittwe, 64 J. a.; in Dürkheim: Johann Zimon Kahbenburger, 64 J. a FFJ Dienstesnachrichten. Der Oberbaudirektor · Hermann d. Herre mann wurde auf Ansuchen unter Anerkennung einer langjährigen mit Eifer, Treue und Hingeb— uing geleisteten Dienfte in den dauernden Ruhestand dersetzt und ihm der Titel und Rang eines „Ge—⸗ heimen Rathes“ gebührenfrei verliehen, zum Ober⸗ haudireltor bei der obersten Baubehörde der Ober—⸗ baurath Max Georg Siebert ernaunnt und auf die Oberbaurathsstelle bei der obersten Baubehörde er Regierungs- und Kreisbaurath Franz Joseph Denzinger von Bayreuth befördert. Auf das Forstamt Rirmasens Mord in Pirma— ens wurde der Oberfoͤrster R. Glas von Rup⸗ dertsweiler auf Ansuchen versetzt;“ die Verwaltung des Forstamts Pirmasens Süd wurde dem Ober— örster Th. Meyer zu Pirmasens übertragen, auf das Forstamt Erlenbrunn der Oberfoörster Jul. Martin zu Hochspeher, auf das Forstamt Hoch- peyer der Oberförster Joh. Fiedler in Wolsstein ind auf das Forstamt Schönau der Oberförster Heint. Hubach in Hornbach versetzt; zu Forst⸗ uits⸗Assessoren zu Fischbach der dortige Oberförster August Carl zu Fischbach, zum Forstamts- Assessor zu Thaleischweiler der Oberföorster K. Mauntel zu Thaleischweiler. zum Forstamts-Assessor zu Ims- hach der Oberförster Georg Gareis zu Imsbach und zum Forstamts- Assessor zu Langenberg der Oberförster K. Vi ll berufen. Zu Forstamts-Assessoren wurden ernaunt: in Annweiler der Forstamtsassistent Julius Kal b⸗ u ß von Elmstein, in Reislerhof der Forstamts- iffistent Ph. Weibel zu Neustadt a. H., in Jagdhaus der Forstamtsassistent O. Ruceff zu )ammelburg, in Leimen der Forstamtsassistent Ad. Rundit zu Landshut, in Hinterweidenthal der Frorstamtsassistent Julius Göbels in Speher und in Bobenthal der Forstamtsassistent J. B. Keller in Pirmasens; auf das Kommunalforstamt Münch— weiler a. Glan wurde der Oberfoörster Friedrich Wörlen in Pettersheim auf Ansuchen versetzt; u Forstamtsassessoren wurden ferner berufen in Forsthaus Taubensuhl der Oberförster M. Aul! zu Taubensuhl, zu Wachenheim der dortige Ober⸗ örster Ed. Banzer, zu Weyher der Oberforster zu St, Martin Heinr. Schneider, zu Ober⸗ noschel der dortige Oberförster Emil Senen, in Wolfstein der Forstamtzassistent Ph. Nötling zu Eltmann, in Mühlbach a Gl. der Forstamts- ijsistent H. Eckl .in Neustadt a. S.und in Rumbach der Forstamtsassistent Chr. Häfner in Würzburg. Der Forstamtsassistent Heinrich Schneider zu Kaiserslautern wurde zum Forstamtsafsessor in Tschirn (Unterfranken), Forstamtsassistent Philipp Sraser zu Pirmasens zum Forftamtsassessor in deroldabach: Oberfranken) ernannt. Zu Forftwarten ernannt: in Wolfersgrün der Forstgehilfe G. Fellmeth von Ramstein, in Vordernreuth der Forstgehiife L. Sch ar er von, Thaleischweiler, in Kehlbach der Forstgehilfe J. Ldautenschläger von Büchelberg, in Bernheck der Forgehilfe A. Rekn?der in Steinmiesen. die Redaftion veranrwort' 3: *Demes. Für Jedermann von Interesse. Wäuhrend des Jahres scheides das Blut fortwährend un⸗ brauchbare Stoffe aus, die, wenn fie nicht rechtzeitig nach außen abgeführt werden, die mannichfachsten und schwerften Krankheiten hervorrufen können. Im Frühjahr und Herbst st aber die rechte Zeit, um die sich im Körper während »es Jahres abgesetzten, überflüssigen und die Thätigkeu ver inzelnen Organe hemmenden Sioffe und Säfte (Galle und Schleim) durch eine regelrechte, den Körper nicht schädigende Abführkur zu entfernen und hierdurch schweren anderen dLeiden, welche durch diese Stoffablagerungen leicht hervor— Jjerufen werden, vorzubeugen. Nicht nur Diejenigen, welche an gestörter Verdauung, Verstopfung, Blähungen, Haut- ausschlag, Blutandrang, Schwindel, Trägheit und Mudig⸗ leit der Glieder, Hypochondrie, Histerie, Hämorrhoiden, Schmerzen im Magen, in der Leber uͤnd den Daͤrmen leiden, sondern auch den Gesunden oder den fich für ge⸗ sund Haltenden kann nicht ˖ dringend genug angerathen verden, dem kostbaren rothen⸗Lebenssaft. der unsere Adern uind Rederchen durchströmt, die volle Reinheit und stär— tende Wirksamkeit durch eine zwecknäßige und regelmäßig )urchgeführte Kur vorsichtig zu wahren.“ Als das vorzüg⸗ ichste Mittel hierzu können Jedermann die Apotheker Me⸗ hard Brandt'schen Schweizerpillen, welche unsere hervor⸗ ragendsten medicinischen Autoritäten als ebenso wirksam wie ibsolut unschädlich wärmstens empfehlen, aufs Befte ange⸗ cathen werden und findet man dieselben in den Apotheten Schachtel M. I. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuze in rothem Gruad und den Namenszug R. Brandt's trägi. Die neueste Nummer — Mitte Junmn — der „Neuen Musik⸗-Zeitung“ Verlag von P. J. Tonger, döln. Preis pro Quartal 80 Pfg. enthält uñter Anderem: „Jos. Joachim', Portrait u. Biographie; letztete voun V. Köhler. — „Der Fischerknabe von Reichenau“, (E. Freiburger), — „Die Idylle von Loed Du“, Mendelssohn op. 72, 6 Kinderskucke. — „Mabels Freier“ . Humoreste. — „Julius Benedict“, Lebensstizze. — „Deutsche Inschriften“. — „Ein räthselhaftes Manustript'. — Scherzi, Vermischtes, Aus dem Künstlerleben, Theater und Konzerte, Litteratur, Vakanzenlisten, Briefkasten ꝛc. Gratisbeilage: J. Leybach, Cauzone Napolitana, TFaprice brillant für Klavier. — Probe-⸗Nummern sind in jeder Buch— und Muükalien-Handlung kostenfrei zu hahenr JIut Jeil. Jahrmarkt u St. Johann a /Saar. Hersteigernug von Fndenpläten. Am Dienst:g, den 30. Juni er Nachmittags 2 Uhr sollen ar Irt und Stelle hierselbst die Buden lätze für die Jahrmärkte des 25 August und 17. November ds. Irs yffentlich meistbietend verpachtet werden St. Johann a /Saar. 16. Juni 1885 Der Bürgermeister Falkenhagen. Unserm J. Sprecher u. J. Turnwarte u ihrem morgigen Namenstage ein onnerndes Gut LIeĩl? Die Turner. — — — Ziehung definitiv 15. Juli 1885. der Kirchendau⸗ Verein Kaisers⸗ Vr. 415. lautern. — WGaeoesucht Kaiserslauterer Geld⸗otterie Agenten und Reisende zum Verkaunm oon Kaffee, Thee u. Reis an Privat gegen ein Fixum von 300 M. und gute Provision. Hamburg. 1. Stiller & do — Eortheilhaftelle aller lanfendeu Lotterien Au 10 Wose bereits 1 Treffer. —XXD 30000, 10000; 300, 3 1000, 62 500, 3200, 40 — 100 ꝛc. 20000 Geldgewinne i. Betr. ». 125000 M. ohne Abzug. ꝛoose à 2 M. bei allen be— sanuten Verkaufsstellen und bei der General⸗Agentutr Alb. Al in München. Zur Anfertigung ron dilligen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorxommenden St. Ingbert bei Joh. Weirich Friseur und Fri. Woll Buchhandlung. Druckarbeiten — —— empßiehlt X Buch- und Steindruccerei F. X. 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T.“ bringt die Romane und Novellen unserer ersten Autoren: im bevorstehenden Quarial er⸗ scheint in demselben: Quartett“ Berliner Roman von Friß Mauthner, Die SGeschichte der stillen Mühle“ von Hermann Sudermann. Außerdem erscheint im „eitgeist“ die neueste Novelle immlische u. irdische litbt“ von Paul Heyse. Ec bieiel wohl kaum eine polilische Zeitung ihren Lesern in so reichem Waße eine inregende Leiture, zu einem so billigen Abonnementspreise, als das „B. T.“ das ich durch seine Reichhaltigkeit, Vielseitigleit und sorgfältige Auswahl seines Inhalts, inen fesien Sliamm von 70, 600 Abonnenten zu erwerben gewußt hat und somit die bei Weitem gelesenfite und verbreitetfte Zeitung Deutschlands geworden ist. Vei allen Auf Wunsch Loftaustallen Zar 5 Mark 25 Pf. Probennnmer des Deutschen Reiches gratis u. franco. fur dats Vierteljahr Juli, Au gust, September⸗ Unter Berüucksichtigung des Aberaus reichen und gediegenen Inhalts die billiafste Zeitung Deutichlands. Beßellschein. Un das Kaiserliche Postamt uu αααNααα Der Unterzeichnete abonnirt hiermit unter Beifügung des Betrages von 5 Mark 25 Pf. auf ein Exemplar des „Berliner Tageblatt“ nebst seinen Beiblättern fur das III. Quartal uli, Auguft, September.) Ort. Datum: Name: Krieger Verein. 2 Sonntag, den 28. Juni, Abends 8 Uhr findet im Oberhaufe schen Saale eine J jatt, wozu die Mitglieder mit Familie hiermit eingeladen werden. l Nichtmitglieder haben keinen Zutritt; ebenso werden Kinder G Jahren streng zurückgewiesen. RProgramme liegen im Saale auf. Der Ausschuß. Fischæer. l. Vorstand meribe actdampfer der Star Läͤme ahren von Antwerpen jeden Samstag —XR New⸗-York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere al⸗ Klafsen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Pafssage und näherer Auskunft wende man sich an EHeSermann Taur‚, St. Ingbert. Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslande zu beziehen. * ⸗ 8 d 2 40 * Die Klassiker der Rhilosophie. Van der fröbRen griechischen Denkern e ⸗* die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebß einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 8 Bogen 80. Band J1: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. Einladung zum Abonnement auf: Groeso Ansgabe: 7 t t bp ;XX *2 77 waee Dio Arboitsstubo. “i — OααL eitschrtt für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mu arbigen Originalmustern für Ganevasstickerei, Application uncd iatitien, ovie zahlreichen schwarzen Vorlagen fũr Hakel-, Filet· ʒtrick- und Stickarbeiten aller Art. 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Amtsgerihts St. Jughert. —XHüÜ—— — —EIAQjDS— — — ⸗ — sdcWhͤschhöMdltdtkthddcααÑѶuulatecnpteleteccacelcuten der St. Ingberter Anzeiger erscheint wbchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag⸗(amstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ —RX SEonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einichließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließlich 04 gustellungkgebuhr. Die Einrückuugsgebühr sur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10.—, bei außerpfälzischen und solche anf welche die Srpedition Auskunft ertheilt. 15 A. Meelamen 80 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — Volitische Uebersicht. Der Minister des Innern v. Puttkamer ist m dienstag Mittag in Begleitung des Unterstaats⸗ eidet Hecrfurth und des Geheimen Regierungs⸗ rathes Braunbehrens nach Münster i. W. abge⸗ reit. wo heuie die Besprechungen in Betreff der jusdehnung der Verwaltungsreform auf Westphalen ni Verrauensmännern beginnen sollen. Nach Be⸗ ndigung derselben wird der Unterstaatssekretär herrfurth hierher zurücktehren, während der Minister putttamer in Begleitung des Geh. Regierungs⸗ rathes Braunbehrens eine Reise durch die Provinz Westpholen zu unternehmen gedentt. Die Rüdkehr des Ministers nach Berlin dürfte, wie es heißt, Fude dieser oder Anfang kommender Woche erfolgen —M Der „Reichs⸗Anzeiger“ veröffentlichte in seiner dienstage nummer den Wortlaut des am 7. März n Madrid zwischen Deutschland, Spanien und kngland abgeschlossenen VBertrags über den Suln⸗Archipel. Für Deutschland handelt es sch dabei hauptsächlich um die Freiheit der Schiff⸗ jahrt und des Handels in dem genannten Archipel, wischen der Westspitze der Insel Mindanao einer⸗ eitz, und dem Festland von Vorneo und der Injel haragua andererseits. Fin Sriikel des Journal des Debats“ über MNanteuffel schließt mit folgenden Sätzen ;;; „Nach und nach verschwinden die erproblen Hheneräle, welche 1866 und 1870 den deutschen rieger zum Siege führten; und unter den Ueber⸗ lebenden giebt eß wenige, denen ihre lorperliche und geiftige Kraft gestatten würde, heute ein Kommando zu führen. Doch möge man deshalbe sich keinem Irrthum hingeben. Nicht die Oberanführer — von denen leiner, wir wiederholen es, fich zum Genie trhoben —, nicht diese Manner sind es, welche die ktarle der deutschen Armee machten und machen: es ist, wvenn man so jagen kann, das System! Es ist jene hesammiheit der Ueberlieferungen und Meihoden, jene Gemeinschaft von Gesinnungen, Gefühlen und elbst Vorurtheilen; es ist die Achtung vor der hflicht, der Manneszucht und der personlichen Ini native; es ist endlich jener Einklang und jener be— wunderungswüurdige Wetiteifer aller Verdienste und aller Opferwilligleiten, der von oben bis unten be⸗ eht. Der Prinz Friedrich Carl, Herr d. Man⸗ teuffel, selbsi Herr dv. Moiike konnen verschwinden und doch wird das Werk, an dem sie mitgearbeitet, nicht im mindesten beeinträchtigt werden. Es wird so lange fortbe stehenals der Gasn der deuischen Armee derdleibt, so lange Deuischland erwarien kann, daß Jeder, von dem Herrscher bis zum letzten Unterlieutenant herab, seine Pflicht und nicht mehr als seine Pflicht ku— In Zarrich fand in voriger Woche eine sozial mokrausche Versammlung statt, welche in leiden⸗ dojtlichen, sogar roben Ausdrucken die Auswenung der fremden Rnarchiften durch den Bundesrath ver⸗ urtheilte. Die lleine Zahl der aus der Schweiz ausgewiesenen Anarchißen (einige zwanzig) erkläri ich nach der R. Z. Zig.“ daraus, daß die Unter⸗ uchungiorgane, höhere poiitische Gefichtspunkte ganj mher Acht laffend die Ausweisungen auf Indi⸗ yduen beschränklen. welche irgend welche bestimmte Acitationhandlungen begangen hatten, Donnerstag, 258. Juni 1888s. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Muͤnchen, 22. Juli. Der allerhöchsten Be⸗ timmung Sr. M. des Königs zufolge wird das Zentrallandwirthschaftsfest für Bayern (zugleich ftreisfest für Oberbayern) im laufenden Jahre Sonntag den 4: Ott. in München abgehalten werden. Berlin, 28. Juni. In der heutigen Sitzung des Bundesraihes wurde die Frage, ob in Aus⸗ führung des Gesetzes über die Erhebung der Reichs ftempelabgaben Stempelmarken oder gestempelte Schlußscheine zur Anwendung kommen sollen, dahin entschieden, daß Stempelmarken zum Gebrauch tommen sollen. Emns, 22. Juni. Kaiser Wilhelm raf, von einer großen Bevdikerung auf das herzlichste begrüßt, heute Minag hier ein. Beim Eintreffen des Zuges ind beim Verlassen des Bahnhofes wurde der Kaiser bon dem Jubel der ungeheuren Menschenmenge be⸗ zrüßt und von den Spitzen der Behörden feierlich mpfangen. Im Kurhause angelangt, wo die ge⸗ vohnten anspruchslosen Gemacher hergerichtet waren, —— der· Menge srurmisch begrüßt, noch zweimal am Fenster seines ẽcT chiimmers. Emnsa, 24. Juni. Der Kaiser setzte heute nach sehr gut verbrachter Nacht die Trinklkur im Zimmer fort. Um 9 Uhr unernahm der Kaiser ine einstundige Spazierfahrt im offenen Wagen die Lahn abwarts, von seinem Adiutanten, Moior Prin; Neuß, begleiten. verursachten Zeitverlust einzubringen, wurden Bier⸗ bach und Hassel für diesen Zug gestriche. * Am nächsten Samstag. Abends halb 9 Uhr hält der West⸗Pfälzische Zweigverein des deutschen Kolonial-Vereins im Tivolisaale zu Zweibrücken eine Versammlung. Auf der Tagesordnung steht als Vortrag: „Der deutsche Kolonialverein und die Flegel'ischen Unter⸗ nehmungen im Benus⸗Gebiete.“ VV — — Pirmasens, 23. Juni. Verflossene Woche wurde der Metzger Sprau von Bottenbach, welcher in Walshausen schlachtete, Abends auf dem Nachhansewege von einem Strolch angepackt und war mit dem bekannten Rufe dieser Art Leute: „das Geld her oder's Leben!“ Sprau schlug ihm mit dem Rücken seines Messers sofort über den Kopf, und zwar so, daß der Schurke zu Boden sfürzte, alsdann bläute er ihn mit dem Stocke ge⸗ hörig durch. Der Strolch konnte bis heute noch nicht ermittelt werden. — Hinterweidenthal, 21. Juni. Gestern uͤbernachtete ein Mitglied vom Rürnberger Voloziped Klub in unserem Orte, der die Strede von Nürnberg über Karlsruhe, Meß dis Paris in⸗ folge einer Wetie in 6 Tagen zurücklegen will. J —W C(G. A.) — Kaiserslautern. Wie die „Pf. Vitg.“ hört, wurde der Fiima Gebrüder Kayser hier der ehrenvolle Auftrag zu Theil für die Prinzesfin Beatrice (Tochter der Koͤnigin Victoria) als Hoch⸗ zeitsgeschenk eine Familien Nahmaschine mit Knopf⸗ och · Apparat zu liefern. — Die RNordpfalzische Bürgerzeitung“ bringt folgende Korrespondenz: „Hochstätten, 22. Juni. In den nächsten Tagen beabsichtigen 2 junge Leute pon hier nach Angra⸗Pequena auszuwandern. Die⸗ selben sind zwei leistungsfaähige Mitglieder des hiesj. Turnvereins und gedenken sie sich in unserem neuen zweiten Heimathlande hauptsachlich mit dem Turmnwesen zu beschuftigen zum Nutzen unserer schwarzen Bruͤder. Moͤgen ihnen dieser ihr Patrio⸗ tismus zum Segen gereichen. Wir wunschen ihnen alles Gute und sagen ihnen ein herzliches Lebewobl. (Gut Heil) — Weisenheim, 22. Juni. Wir sind jetzt mitten in der Kirschenernte; täglich werden 4-53000 Koͤrbe abgeschickt, die meistens nach Norddeutschlandsgehen. Sämmiliche Kirschenladungen zehen über Kaiserslautern durch das Alsenzthal. Die Kirschen wurden anfänglich verkauft zu 10 bis 11 Pfg. das Pfund halbreif und 12-14 Pfg. ganz reif. Wie ich höre sollen dieselben jeßt 7 bis 8 Vfg. losten. — Germersheim, 23. Juni. Die Ge⸗ meinde Rheinsheim feierte heute ihr Patronsfest, Dabei wurde mit Böllern tresp. kleineren Kanonen geschossen und wurde eine Frau wöͤhrend des Vorübergehens derart getroffen, daß fie kurz darnach verstarb. Dieselbe ist Mutter von sechs Kindern. — Speyer, 28. Juni. Gestern ist Herr Bischof v. Ehrler zu einer mehrwochentlichen Kur in die Schweiz abgereist. — Ludwigshafen, 21. Juni. Gestern lief der Termin zur Bewerbung um die dahier neu zu errichtende Schulinspektor⸗Stelle ad. Gemeldet haben fich 59 Bewerber. Von denselben sind 5 an pfalzischen, 13 an rechtsrheinischen bayerischen, 3 an elsaß⸗lothringischen, 37 an preußischen und anderen deutschen Unterrichtsanstalten thätig und ein Bewerber wohnt in der Schweiz XXUV Paris, 28. Juni. Nach den leßten amilichen Nachrichten aus Madrid nehinen die Unruhen in Spanien einen mehr beunruhigenden Charalter an; man befürchtet, daß fich die Ruheftorungen über mehrere Provinzen ausdebnen werden. Lokale und pfereische Necrichten. St. Ingbert, 286. Juni. Eixgesandt.) Als Beweis fur das gute Verhältniß, in dem unsert Meister zu ihren Arbeitern flehen, mag erwaͤhnt tein, daß gestern ein hiesiger Handwerksmeilter mi wei seiner Arbeiter gleichen Ramens das Namens; sest und mit einem dritten gleichzeitig das Geburts⸗ fest in gemüthlicher Weise bei einem frischen Trunki teierte. Die diesjahrige Kollelte im Regierungsbe⸗ zirk Pfalz für die Waͤchter am heiligen Grabe zu Jerusalem, hat. einschließlich der Gabe einet uUngenannien im Betwrage von 200 Ml. 2137 Mt 90 Pfg. ergeben. Dr m“ 16. Juli nachsthin tritt in Laußz⸗ kirchen eine Posterpedition ins Leben. Der Be— dellbezirk umfaßt außer Lauzßzlirchen: Bierbach, dirtel. Neuhäusel mit Abstüberhot und Eschweiler⸗ hof. Die Errichtung dieser Expedition war ein dringendes Bedürfnitß. und aratulirt man zu dem Erfolg . ⸗Das „Zw. Tgbl.“ schreibt aus Zwei⸗ rüäden unterm 22. Juni: Zug Rr. 259 velcher seither um 5,48 Nachm. von hier in der Richtung nach Landau abging. geht seit gestern uw Z Ninuten spater, 5,.66. Der um 5,56 Nachm on hier nach St. Ingbert und Saarbrücken gehende« Zug hält in Bier bach und Hafsel nicht mehr n *Es wurde namlich angeordnet, daß dieser Zug. vorher Schnellzug, in Zeiskam sowohl als im abalet Sentau aͤnbalie, und um den biedurch — Ludwigshafen, 23. Juni. Aus Antwerpen wird von unserem Ausstellungs-Bericht erstatter geschrieben: In der Blechwaaren Industrie aimmt die Ausstellung der Blech Emaillirwaaren— Fabrik, A.G., zu Kirrweiler einen der hervorragend⸗ den Plätze ein. Die in erster Reihe für den Hausgebrauch beslimmten Gegenstände zeichnen sich durch ihre Festigkeit, ihre saubere Anfertigung, so⸗ wie durch ihre vortreffliche und solide Emaillirung aus. Die Ausstellung. in welcher sich auch sehr geschmackvolle Luxusartikel definden, erregt das ein⸗ gehendste Interesse der Besucher. namentlich der weiblichen. 6Pf. .) storben ist, so geht das Gesammtvermogen an seinen Bruder über, welcher der Zahlung einer Erbschafts steuer von etwa 12 Millionen verpflichtet ist. FDresden, 20. Juni. Eechtes deutsches Turnfest.) Der Besuch des Festes wird, soweit ich bis jetzt beurtheilen läßt, ein bedeutender sein. his zum 11. Juni waren 10,257 Turner in die Quartierlisten eingetragen, während noch etwa 2000 Anmeldungen in den nächsten Tagen einge—⸗ roffen sind. Verhältnißmäßig zahlreich sind die Ausländer vertreten. Autger etwa 150 Amerikanern und 65 Niederländern sind Theilnehmer aus Lon⸗ don, Paris, Triest, Moskau, ja selbst aus Helfing⸗ 'ors (5 Mann) zur Anmeldung gelangt. Das Zonigreich Sachsen allein stellt bis jetzt 4707 Turner. Hierzu kommen außerdem etwa 1000 Mitglieder des Mittelelbgaues und ca. 1600 Dres⸗ dener Turner. J 9J— 7 Bingen, 21. Juni. Gestern Abend 7 Uhr ist das Arrangements-Komite der New⸗Yorl Indepenten Schützen mit Salonbost hier einge troffen. Der Schützenmeister der hies. Schützen Genossenschaft, Herr Karl Gräff, war dem Besucht bis Koblenz entgegengefahren. Die Stadt Bingen prangte im reichsten Flaggenschmucke, Böllerschüsse wurden gelöst und eine unzählige Menschenmenge hatte sich auf dem Rheinquai versammelt. Die Binger Schützen mit der Fahne und der Kapellt Baunack holten das Komite ad und brachten die amerikanischen Schützenbrüder nach einem Umzuge in das Hauptquartier (Hotel Viktoria). Abends fand in dem Gartenlokale Hotel Adler Konzert zu Ehren des Besuches statt. Leider war die Witter⸗ ung eine ungünstige und erinnerte lebhaft an das Binger Schützenfest vor zwei Jahren. Hojfentlich werden die eigentlichen Festlage, 2. — 5. Juli, desto freundlicheres Wetter bringen. F Bonn, 22. Juni.“ Im Rhein wurde bei Rolandseck ein seltener Fischfang gemacht: ein Stör m Gewichte von 188 Pfund bei etwa 2 Meter Länge. — Bei einem starken Gewitter in Wald⸗ broel wurden drei Männer,' die fich zusammen auf — —ü⏑⏑ä⏑— einem Hofe befanden, vom Bliß erschlagen. gs drei hinterlassen Frau und Kinder. Hamburg, 23. Juni. Die —X meldet: An hiesiger Reichsbank⸗Hauptsteüe wurd⸗ zestern Abend ein durch Diebstahl veruͤbter Kaseh defekt von 200.000 Mt. entdeckt. Die Untersuchun ist eingeleitet. F Aus Frankreich. In der Wollwaschere pon Honore Prosper in Tourcoing (Departemen Nord) fand eine Kesselexplosion statt. Das Eh— blissement, welches 60 Arbeiter beschäftigte, ist vosl ständig zerstort, das benachbarte Atelier theilweis eingestützt. 14 Personen sind todt. darunter der Besitzet. 18 schwer verwundet. Aus Lille sin Soldaten eingetroffen, um die Trümmer forh schaffen. Vermischtes. In Mannheim feierte am Samstag das Banihaus W. H. Ladenbnurg u. Söhne sein 100. jahriges Jubiläum. Zur Erinnerung an den Tag haben die Chefs des Hauses eine Stiftung im Betrage von 25. 000 Mk. als Zustiftung zu der bereits bestehenden Seligmann⸗Julie⸗ und Leopold⸗ Ladenburg⸗Stiftung errichtet mit der Maßgabe, daß alljährlich am 21. Juni Stiftungspreise an Bewerber aus dem Kaufmannsstande event. auch anderer Berufsklassen vertheilt werden sollen. Unter den zahllosen Graiulationen befand sich auch ein sabineisschreiben des Großherzogs. Nachmittags hereinigte ein Festdiner im Ballhause die Familien⸗ mitglieder und die Beamten des Hauses. 2 F Die Apanage des Erbgroßherzogs von Baden, weiche gegenwärtig 30,000 Gulden beträgt, wird mit seiner Verheirathung aufs Dop⸗ pelte (60.000 Gulden) erhöht. Die Sätze sind durch Gesetz von 1839 bestimmt. . FMünchen, 21. Juni. Gestern WMiittag ließen fich bei einem Bader in der Türkenstraßze ein halbes Dutzend Siudenten die ganzen Kopfhaare abrasieren und erregten mit ihren Kahlköpfen auj der Straße das größte. Auisehen..— Regensburg. Durch das Ableben des Fürsien von Thurn und Taxis sind dem Staate sehr beträchtliche Einnahmen an Erbschaftssteuern zugeflossen. Da der Fürst- ohne Descendenz ge .. Bekanntmachung 1 66h6176731959 Kartoffeln Die Beiträge zur Gemeindekrankenverstcherung sind nach ill. 25 —4 den ausgegebenen Registerauszügen monatlich und zwar sogleich zu An sangekommen. offerin fang des Monates zu entrichten. Neue Anforderungszettel werden nicht verabfolgt; die einmal ertheilten Auszüge bilden vielmehr das Schuldverzeichniß für die ganze Dauer des die Beitragsleistung be⸗ gründenden Verhältnisses. Dies wird mit Rücksicht auf die große Anzahl der rückständigen Beiträge hiermit in Erinnerung gebracht mit dem Beifügen, daß für die Folge die zwangsweise Beitreibung nach dem 8. jeden Monates eingeleitet wirird. St. Inabert, den 25. Juni 1535. — —— — Alt, stadteiunchner. Billiger Snabert. — FJcZ fParis, 23. Juni. Heute fand ein— Dampffkessel· Explosion in der Brauerei Rougiet Bernard statt. Das Kühlschiff flog mit in die duf und riß zwei Wände des Gebäudes mit sich. Vo— 25 Arbeitern find 7 schwer verletzt, 3 befinden sig noch unter den Trümmern. F Ein düsteres Bild von den Verhältmissen in London, der reichsten Stadt der Welt, bieiet di— Statistik der Wahrsprüche der Todtenschau - Aemte während des dvergangenen Jahres. Darnach lauten in 37 Fällen der Geschworenen Ausspruch au „Hungertod“ oder „Tod durch Entbehrungen hbe chleuniat“. Sterbe e. Gestorben: in Kusel: Kath. Lahm. geh Mahler; in Kaiserslautern: Frau Auguste Minn— Burkhardt, geb. Wille, 33 J. a.; in Kinjel. thum: Karl Friedrich Hohdefér, pens. Lehrei 66 J. a.; in Nußdorf: Thomas Pfaffmann in Dürkheim: Frau Babette Weil, geb. Strauß 75 3. a. J Zazar St — ô— — .. in α ⸗1itac 696 J * 2 2* * pes * 9 24 — —5 7 * e —— .. daupttreffer: 30000, 10000, 2500 31000, 6550 .. 8200. 40 100 »·. 20000 Geldgewinne i. Betr. v. 125000 M. , ohne Abzug. Loose à 2 M. bei allen bekanten Verkaufsstellen und bei der General⸗Agentur Alb. Roesl jn München. in St. Ingbert bei Johann Weirich, Friseut, und Franz Woll Buchhandlung. Im Verlag von Greßner E Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen ;; W Die Klassiker der Rhilosophie. Paon den frühesttu griechisthen denken. biiis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst ciner Auswahl aus ihren Schriften von IJ VDr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 88. Band 1: „Das llterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reiheufolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. Wer Sprachen kennt, ist reich zu nennen. F * — 8 Das Meisterschafts-System jur praklischen und nainrgemäüßen Erlernung der englischen, französischen, italienischen, spanischen und russischer Geschäfts⸗ und Umgangssprache.“ Eine neue Methode, in 83 Monaten eine Sprache fprechen, schreiber J and lesen zu lernen. 4 m BLDStUmte⏑ von Dr. Richard S. Rosenthal. 4 Englisch — Französisch — Spanisch komplet in je 15 Lektionen A1M.- Ihalienisch und Russisch komlet in je 20 Lieferungen à 1. M. Schlüssel dazu à 1 M. 50 pig. Probebriefe allet 5 Sprachen ü 50 Pfg. portofrei. Leipzig. 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Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚Et. Jugberter Anzeiger? erscheint wbchentlich füunfmalr Um Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ —X— mit Ofeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.4M 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließli p⸗ gustelungẽagebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum betrügt bel Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. — —„A Samstag, 27. Juni 1888. 20. Jahrg. Einladung zum Abonnement. gelegt werden muß, in dem westlichen Grenzlande holle Einheit zwischen den politischen und militä⸗ rischen Maßregeln herzustellen, wenn solche im Falle von Verwidlungen zum Schutze des Reichs⸗ zjebiets und Wahrung der Reichsinteressen nöthig ein sollten. — Die Triester Statthalterei verbot dem italienischen Turnverein „Union Gimnastica“ die Betheiligung im deutschen Turnfeste in Dresden. Deutsche Reich und sein leitender Staatsmann unter den Völkern der Erde erfreuen. Wie hätte man noch vor zwei Jahrzehnten über den Gedanken gelacht, daß Preußen oder der Deutsche Bund sich mit dem weltbeherrschenden England über die Theilung großer überseeischer Kolonialgebiete ver⸗ tändigen könnte. Die englische Regierung und das inglische Volk sind ja auch jetzt unseren kolonialen Bestrebungen gewiß nicht fördernd entgegengekommen, ie haben uns Neid und Mißgunst genug entgegen⸗ Jebracht und uns Schwierigkeiten aller Art in den Weg gelegt, aber die überlegene Staatskunst des deutschen Reichskanzlers und die gewaltige Autorität des Deutschen Reichs haben England doch schließ⸗ lich vermocht, uns als gleichberechtigte Macht auch auf dem Gebiete der Kolonialpolitik und der wirth⸗ chaftlichen Eroberung der noch unausgebeuteten Theile der Erde anzuerkennen. Daß diese gütlichen Ab⸗ machungen mit England zu Stande kommen konnten, st ein außerordentlicher Triumph für Deutschland. Die Vermählung des Grafen Wilhelm v. Bis⸗ marck mit dem Fräulein Sybilla v. Arnim wird anfangs Juli stattfinden. Bochum, 22. Juni. Auf einem neulich ge⸗ eierten Stiftungsfest des hiesigen christlich⸗ ozialen Arbeitervereins wurde, wie wir der „Rh.⸗ Westf. Itg.“ entnehmen, ein Telegramm an den Fursten von Bismarck abgesandt, in welchem der steichskanzler „ergebenst gebeten wurde, seinen maß⸗ jebenden Einfluß für die baldige Einführung der allgemeine Sonntagsruhe in die Wag⸗ chale werfen zu wollen“. Als Absender waren zanz unverfroren in dem Telegramm „die Arbeiter des Wahlkreises Bochum“ genannt, obgleich selbst⸗ »erständlich die Versammlung nicht den vierten Theil unserer Arbeiter repräsentirte. Prompt wie mmer hat unser Reichslanzler seine Antwort ge⸗ geben. Dieselbe lautet: „Kissingen, 16. Juni. Ew. Wohlgeboren danke ich verbindlich für Ihr Telegramm von vor⸗ zestern; die Herren Absender können nicht lebhafter wie ich selbst wünschen, daß die Sonntagsruhe jedem Arbeiter zu theil werde, der sie dem Lohner⸗ werb vorzieht. Bevor ich aber bei den gesetzgeben⸗ den Körpern den Antrag stelle, das Arbeilen am Sonntage bei Strafe zu verbieten und den Arbeiter nuch gegen seinen Willen zum Verzicht auf Sonn⸗ agslohn zu zwingen, glaube ich die Auffassungen der Betheiligten und die muthmaßlichen Folgen eines derartigen Eingriffes genauer, als bisher ge⸗ scchehen ist, ermitteln zu sollen. Zu diesem Behufe hjabe ich bei den verbündeten Regierungen die er⸗ orderlichen Anträge gestellt, und zunächst um Er⸗ nittelung derjenigen Betriebe gebeten, in welchen zegenwärtig Sonntagsarbeit stattfindet, und um Entgegennahme der Ansichten der betheiligten Ar⸗ heiter und Unternehmer. Mit dem bevorstehenden Quartalswechsel beginnt ur unser Blatt ein neues Abonnement, und aden wir hiermit ergebenst zu demselben ein. Im Preis und Erscheinen des „St. Ingberier Inz.“ tritt keine Aenderung ein. Die Haltung unseres Blattes bleibt stets eine rein sachliche. Besondere Aufmerksamkeit werden wir lokalen und probinziellen Angelegenheiten zuwenden und daneben jur eine gute Unterhaltungsleltüre in spannenden homanen und Rovellen Sorge tragen. Als an⸗ zenehme Beigabe behält der „St. Ingb. Anz.“ zuch im neuen Quariale das achtseitige illustrirte zountagẽblatt. Bestellungen auf den „St. Ingberier Anzeiger“ jehmen alle Postanstalten und Postboten, hier die anterzeichnete Expedition und die Austräger des Blaties entgegen. Reubestellungen, wie die Er⸗ zenerung des Abonnements bitten wir gefaälligsi zald zu machen. Unseren Abonnenten, denen das blatt durch die Austräger zugestellt wird, wird dazselbe auch im neuen Quartale forigeliefert, wenn vor dem 1. Juli nicht ausdrücklich abbestellt vird. Auch als wirksames Insertionsorgan sei der St. Ingb. Anz.“ hiermit einem verehrlichen Pu⸗ lilum in empfehlende Erinnerung gebracht. Hochachtungsvollst! Aon und Expedition des „Et. Jugberter Anzeiger.“ An der persisch⸗ afghanischen Grenze ist wieder ein kleiner Konflikt zwischen Russenn und Eng⸗ Andern vorgekommen. Mr. Finn, der britische tonsul, verlor nämlich auf der Rückkehr von einem Besuch des Lagers der englischen Grenz⸗Kommission nach Rescht, unweit Serakhs, einen Maulesel. Er andte seinen Sekretär mit einem höflichen Schreiben u dem russischen Befehlshaber von Serakhs, worin r dessen Beistand zur Wiederaufsuchung des Thiers n Anspruch nahm. Es erfolgte keine Antwort iber der Sekretär wurde verhaftet und als Ge⸗ angener nach Askabad geschickt. Derselbe soll zarbarisch behandelt worden sein. Es muß hervor⸗ jehoben werden, daß der britische Konsul sich auf zersischem Boden befand, wenn auch im Angesichte xes russischen Lagers. Wir verhehlen übrigens nicht, daß die Aufforderung an den russischen Be⸗ ehlshaber, zur Aufsuchung eines Esels — wenn nuch Maulesels — behülflich zu sein, übel genommen werden konnte. —— —— Politische Uebersicht. Deutsches Reich. Berlin, 25. Juni. Die vorläufigen Aus⸗ Ahrungsbestimmungen zum Zolltarif, welche zurch die am 1. Juli d. J. in Kraft tretenden Abanderungen bedingt find, werden, dem Vernehmen nach, in den nächsten Tagen zur Vervifentlichung gelangen. Berlin, 25. Juni. Die leßten Tage haben uns Kunde von zwei Abmachungen zwischen England und Deutschland über die Ab— grenzung der beiderseitigen Kolonialgebiete in Westafrika und Neu⸗-Guinea gebracht. Während dort unserem Küstenbesiz um Kamerun ein unermäßliches Hinterland eröffnet wird, ist uns auf der großen unbekannten Südseeinsel ein ganz unuübersehbares Gebiet zugesprochen, größer als der dortige hollandische und englische Besitz, an Flächen⸗ nhali eiwa halb so groß wie die ganze preußische Monarchie. Die Enwickelung dieser gewaltigen ind fast noch ganz unerforschten Lünder vermag hjeute kein Mensch vorauszusehen; sicher aber er⸗ ziffnen sie eine Zukunft von allergrößter Bedeutung. ẽ8 ist noch kaum ein Jahr her, daß die ersten chüchternen Versuche zu deutschen überseeischen Besitzergreifungen in die Oeffentlichkeit drangen und heute befitzen wir ein ausgedehntes, höchst entwigel ⸗ ungsfähiges Kolonialreich, welches sich getrost mit dem Besiß alter europaischer Kolonialstaaten ver⸗ gleichen kann. Man kann wirklich sagen, eine neue dolonialmacht ist über Nacht aus dem Boden ge⸗ vachsen, und die oft gehörte Behauptung ist Lügen Jestraft, daß das, was wir in frühcren traurigen Jahrhunderlen auf diesem Gebiete versäumt, jetzt nicht mehr einzuholen sei. Aber es war freilich auch die höchste Zeit, zuzugreifen. Das Ueber—⸗ raschendste an der Gründung unserer Kolonialmacht ist die volllommene Friedfertigkeit und Ruhe, mit er sie sich vollzog. Und das ist nur dem ge⸗ zewaltigen Anseben zu verdanken, dessen sich das Der Bundesrath durfte im Laufe der achsten Woche, nachdem derselbe über den Antrag hreußens, beireffend die Erbfolge in Braunschweig nischieden hat, sich vertagen und im September eine regelmaͤßigen Sitzungen wieder aufnehmen. hinfichtlich der Besezung des durch Man⸗ euffel's Tod erledigten Generalkom—⸗ nandoßs des 15. Armeekorpte wird der Koln. Ztg.“ aus Berlin geschrieben, daß die znischeidung davon abhangig ist, ob eine Civil⸗ der Milisärperson zum Stafthalter der keihslande ernannt wird. Im ersteren Jalle dann die erst kürzlich gelroffene Einrichtung— daß der rangältefte Dibisionsgeneral die militärischen Zeschafte umer Oberleitung des Siaithalters führt uicht weiter foribestehen. Die Ernennung eines nit allen Gerechtsamen ausgerüsteten wirklichen ommandirenden Generals würde dann unumgäng⸗ ich nothig sein. Trin jedoch der zweite Fal ein w lonnie die jeige Eintichtung beibehalten werden. ꝛkaleich man sich deren Ummntraglichteiten woh' wußt isn die darin desianden die miitäriso Wewalt gieichsam zu theilen, indem ein General e Oblegenheiten ¶ eines Höchstlommandirenden hatsachlich ausübte, während ein anderer General tehr odet weniger die Verantwortung hierfur irug luch feht es sehr dahin, ob einem andern Stan⸗ nalter diese Erleichterung zugestanden wird, auf me der militärisch . so hochverbiente Generai ⸗ Feld dau v. Manteuffei bei seinem hohen Alter nspruch erheben konnte. Jedenfalls werden aber ne Ruafichten auf die Handhabung der obersten ailtarischen Gewalt in Nden Reichelanden ein⸗ aAnnne Rolle bei der Wahl eines neuen Sian⸗ alters spielen, da mi Recht groker Werth darauf v. Bismardc.“ Straßßzburg, 23. Juni. Man schreibt der „Straßb. Post“ aus Karlsruhe: Bekanntlich hat das Reich die Regulirung der Stromverhält⸗ nisse des Rheins in die Hand genommen. Eine Reichskommission mit dem Unterstaatssekretär m preußischen Landwirthschaftsministerium, Herrn Marcard, an ihrer Spitze, hat fich am Sonntag in Konstanz vereinigt, um zunächst die einschlägigen Fragen in einer aus Verwaltungsbeamten und Tech⸗ nikern gebildeten Konferenz zu erörtern, und, un⸗ mittelbar daran sich reihend, eine „Begehung“ des Stromes bis Altbreisach vorzunehmen. Speziell — und deshalb ist auch wohl Konstanz als Or der Zusammenkunft gewählt — handelt es sich zur Zeit um diese oberen Strecken und um den Aus⸗ ritt des Rheines aus dem Bodense. Ausland. Mom, 24. Juni. (Deputirtenkammer.) De⸗ pretis theilte mit, daß der König ihn beauftragi habe, ein neues Kabinet zu bilden und er den Auftrag angenommen habe. London, 25. Juni. Die „Times“ erfährt, »aß Nathaniel von, Rothschild, Edward Varing, Fhef des Bankhauses Gebrüder Baring und Samuel Morley, inden Pairsstand erhoben werden. Lokale und pfälzische Nachrichten. s Die für das Jahr 1884 zur Erhebung ge⸗ jangenden Brandafsekuranzbeiträgæe betragen 15 Pf. von 100 Mark Versicherungs⸗ kapital. Hierauf sind schon erhoben 10 Pf. und bleidt sonach noch der Reft mit⸗SPfrogn erheben. Für das Jahr 1885 ist dagegen ein Vorschuß von lo Pf. pro 100 Mark Versicherungslapital zu rheben. * Nächsten Sonntag und Montag, den 28. und 29. Juni findet im Ausstellungs zarten des Gartenbauvevreins in der herrenallee in Saarbrücken eine große Rosenaus dellung statt, worauf wir Blumenfreunde hesonders ufmerksam machen. — Lauterecken, 23. Juni Heute Vor⸗ mittag beschäftigte sich der 18jährige Sohn des Mübhlenbesitzers Briegel mit der Jagd auf Ratten rc. mitielst einer Zimmerbüchse. Derselbe hatte soeben um halb 11 Uhr eine Ratte ‚auf dem Korn“, indes war seine Visirlinie nicht frei, sondern in zerselben befand sich seine Schwester im Alter von etwa 4 Jahren. In gutem Glauben, die Ratte zu treffen, feuerte der junge ungeübte Schütze ab — und traf sein armes Schwesterchen so in die Stirn, daß an seinem Aufkommen gezweifelt werden muß. Aerztliche Hülfe konnte, da jeit 14 Tagen kein Doktor mehr hier, nicht geschafft werden. An diesen Unglücksfali knüpfen wir die Warnung, Kinder mit solchen gefährlichen Insirumenten spielen zu assen. Derselbe Knabe hat erst vor etlichen Tagen nit der betreffenden Büchse einem Erwachsenen dicht am Kopfe vorbeigeschossen. — Speier, 24.“ Jun. Mit dem Beginn der Obstzeit beginnt auch die Gefahr für Ge⸗ sundheit und Leben der Kinder. Und kaum werden die Kirschen als Obstsorte verkauft, so ist auch be⸗ reits ein trauriger Fall zu verzeichnen. Ein 5. bis zjähriger Knabe verzehrte vorgestern eine Portion »er verlockenden Frucht und trank unmittelbar dar⸗ auf Wasser — die Folge davon war, daß er krank wurde und starb! Möchte dieses betrübende kreignitß allen Eltern zur Warnung dienen und ie zu größter Vorsicht aneifern! — Berg zabern, 23. Juni. Das Sün⸗ der'sche Anwesen im Thal dahier — sammt Zu⸗ Jehör eine Flache Land von.2 Morgen —' ging im den Preis don 8500 Mti. in den Befitz der Diakonissen⸗Anstalt zu Speyer über und wird nun⸗ nehr an dessen Stelle ein Schweizerhaus als Erhol⸗ ingsstation für Diakonissinen erbaut werden. (L. A.) Vermischtes. Saarbrücken, 24. Juni. Heute fand iu der Tonhalle hierselbst die vom Reichsversicher⸗ ungsamte einberufene Generalversammlung der südwestdeutschen Eisen-Berufsge— nossenschaft statt. Als Vertreter des Reichs⸗ versicherungsamtes fungirte der Herr Regierungs⸗ rath Berg. Anwesend waren 38 Personen mit 552 Stimmen. Die Aufgabe der Versammlung erstreckte sich nach der Sbr. Ztg. auf die Wahl des probisorischen Genossenschaftsvorstandes, sowie auf die Berathung und Beschlußfassung des Genossen ⸗ chaftsstatutes. In ven provisorischen Vorstand vurden gewählt: der Geheime Kommerzienrath Stumm als Vorsitzender, Herr Generaldireltor See⸗ zohm als stellvertretender Vorsitzende, Herr C. darcher · St Johann als Schriftführer, Reichsrath B8. v. Krämer und die Herren Direktor Rexroth, Beorg Heckel, Mor. Karcher aus Ars zu Beisitzern. Der durch den diesseitigen Delegirten Herrn Ge⸗ Jeimrath Stumm im Einvernehmen mit dem Reichs⸗ hersicherunggamte ausgearbeitete Statutenentwurf wurde im großen und ganzen von der Versammlung angenommen. Das ausführliche Protokoll der Beneralversammlung wird in der nächsten Nummer vog (Rewoerhekloftes erscheinen Aufpaßt! Die Reichs⸗Schuldenverwaltun erneuert die nachstehende Bekanutmachung vom 1. April 1884 er.: Die Besitzer der unterm 11. Juni 1874 ausgefertigten Deutschen Reichs⸗ assenscheine werden daran erinnert, daß die⸗ elben nur noch bis Ende Juni dieses Jahres bei einer der Reichskassen und der Kasse eines Bundes⸗ taates in Zahlung genommen, oder bei der Reichs⸗ »auptkasse gegen baares Geld eingelöst werden. 'om 1. Juli d. J. ab ist nur noch die Koniglich⸗ zreußische Kontroles der Staatpapiere in Berlin 3W. Oranienstraße 92, ermäachtigt, soiche Scheine anzunehmen und einzuloösen. FMannheim. Die hiesigen Freimaurer, velche seither kein eigenes Lokal besaßen, haben sich aunmehr in dem neuen Villenviertel ein monumen⸗ ales Logenhaus erbaut, welches dieser Tage festlich röffnet wurde. Von etwa 30 auswärtigen Logen varen Über 100 Delegirte anwesend,« aus allen Weligegenden liefen zahlreiche Telegramme ein. FMannheim, 23. Juni. Zum Mord der Margaretha Ries hört der „M. A.“, daß gegen⸗ värtig wieder eine lebhafte Untersuchung gepflogen vird, da man ganz gewichtige Anhaltspunkte ge⸗ zunden zu haben glaubt. Darmstadt, 23. Juni. Gestern erschien in der Hauptstaatskasse der Gerichtsvollzieher W. im den Fiskus wegen einer bedeutenden Schuld⸗ orderung der Illig'schen Etben aus Eberstadt zu »fänden. Es wurden 4 Geldschränle versiegelt, ine Exekution, die naturgemäß einerseits große deiterkeit, andererseits aber auch gerechtes Aufsehen Jerdorruft. FStuttgart, 15. Juni. Ein komischer zwischenfall, der sich dieser Tage auf der Königs- traße abspielte, gibt heute noch in verschiedenen kreisen reichen Stoff zum Lachen. Ein Herr in Jägerkostüm schritt gravitätisch die Straße entlang zer unter den hinteren Rockflügeln eine ‚Tournüre“ rug, wie sie gegenwärtig hei der Damenwelt mo—⸗ jern ist. Eine bedeutende. Menschenmenge hatte tich um den Spötter versammelt; die Herren lachten iber diesen Mummenschanz und riefen Bravo, vährend die Damen mit lauten Zurufen ihrer zroßen Entrüstung Worte verliehen. Schließlich nischte sich ein Schutzmann in die Sache, wohl wegen des immer gröger werdenden Auflaufes, und fragte den Herrn, wie er zu dieser absonder⸗ lichen Tracht komme, welche soviel Aufsehen und in weiblichen Kreisen großen Anstoß errege. Der derr erwiederte jedoch kurz, er konne sich tragen, vie er wolle, diese Tracht sei ja, wie man bei den imstehenden Damen sehen könne, zur Zeit modern, ind er verbitte sich deßhalb jede Einmischung. Der S„chutzmann sah wohl ein, daß der Mann Recht jatte, und ließ ihn deßhalb ungehindert seines Weges ziehen, während der Skandal weiter ging. Als aber eine Dame mit großer ,Tournüre“ in einer Nähe in die Worte ausbrach: „Wie ab—⸗ —XDB rklärte allen Ernstes: „Grade von Ihneu habe ch die Mode abgeguckt!“ und schritt dann, stolz vie ein Fürst ob des gelungenen Scherzes, di⸗ Straße fürbaß. —W FWäürzburg, 22. Juni. Die auf heute ingesetzte Apothekerprüfung fiel wegen Kandidaten⸗ nangels aus. — F München, 23. Juni. Dem Andenken an den verstorbenen Statthalter von Elsaß⸗Lothringen Beneralfeldmarschall v. Manteuffel hat der dönig besondere Ehrung erwiesen durch die Anord⸗ iung, daß die in den Reichslanden garnisonirenden hayerischen Offiziere auf vierzehn Tage Trauer mzulegen haben. F Von einer zahmen Forelle? weiß der „Bair. Kur.“ zu berichten: Herr Steinmeztzmeister Zonrad Kirchmaier in Tölz hält seit vier Jahren eine Forelle in einem Brunnenbehälter, die er ganz lein erhalten hat. Das Thierchen ist nun zu iner etwa zweipfündigen Forelle herangewachsen ind was das Merkwürdige ist, sie ist völlig zahm jeworden und kennt ihren Herrn. Sobald dieser in den Behälter tritt, kommt sie, lebhaft mit dem -„chweife schlagend, hervor, erhebt den Kopf über ;as Wasser, läßt sich ruhig den Rücken streicheln, chnappt dargebotenes Futter, Würmer, Brod und ergleichen aus der Hand, kurzum erweist sich als ollkommen zutraulich und ohne alle Scheu. Das Lhier kennt seinen Herrn am Schritt und weif ffenbar zwischen ihm und Andern zu unterscheiden haäbhert vch BRVemand dem Weßbäölter iong siseihe v4 Thierchen ziemlich ruhig und folgt wohl auch dem dockrufe; kommt aber sein Herr, so äußert es sein Freude ersichtlich durch lebhafte Bewegungen. r Für den Monat Juni mit seinen ziemlich kuhlen Tagen ist die „Jahme Forelle“ schon eine —* ichtbare journalistische Leisftung . * i Frankfurt, 28. Juni. Mit dem gesir zen Tage ist die Judengasse und der Juden morh in Frankfurt oerschwunden. Auch der Name —E geimerstratze · ¶ wutde getilgt. Die Schilder mi den ersten Namen wurden entfernt und an deren Stelle neue mit der Aufschrift „Börnestraße“ um „Börneplatz“ geseßtt. — F Dresden, 22. Juni. Ein schlechtes Ge. chaft. Ein Kaufmann in Zielenzig, welchet Hame mit Krebsen betreibt, erhielt Anfangs dieses Ronch aus Riesa an der Elbe dafür einen Auftrag d Zielenziger Krebse, im Werthe von 9. 80 M., tralen am 6. d. M. die Reise an, fanden aber am 8 in Riesa keine freundliche Aufnahme, vielmehr wurd⸗ die Annahme des Korbes verweigert. Da Krehse zu den leicht verderblichen Waaren gehöreh, so wun von der Postanstalt deren freihandiger Verlauf sofort vorgenommen, welcher einen Ertrag von 1383 Mark brachte.“ Von diesem Gelde zieht die Pof · instalt für gehabte Unkosten, Porto u. s. w. 1.10 Mark ab, so daß noch 23. Pf. nach Zielenzig zu befordern waren, dazu ist eine Postanweisung notß wendig, und so wurde denn auch von dem Bestande der 23 Pf. für Porto 20 Pf. gekürzt, so daß der Naufmann statt erwarteter 9.80 Mark eine Pos anweisung mit 3 Pf. erhielt. — Der berühmte Schachspieler Dr. Zucker jori hat im Schloßkeller zu Reudnizz dei Teipzit eine Simultanpartie mit 29 Gegnetn gespielt, dih er hai mit 29 Gegnern gleichzeitig je eine Partie gespielt. Um 8 Uhr 20 Minuten wurde das Spiel zröffnet, Zuckertort begab sich auf die Wanderun bon Breti zu Brett und um 11 Uhr 40 Minuten haite er 26 Gegner geschlagen, 2 Partiern blieben unentschieden und eine Partie hatte derselde ver loren. Die kürzeste Partie hatte nur 10 Züge: F Kafsel, im Juni. Unsere Stadfk wurde vor wenigen Tagen durch ein äußerst brutales Verbrechen in Aufregung versetzt, das von zwe jungen Mädchen, Arbeiterinnen der Hirrsch'schen riolinenfabrik, ausgeführt wurde. Diefelben über ielen in der Wolfhagerstraße ein anderet junget Madchen, das ebenfalls in genannter Fabrik thatig var, warfen es zu Boden und bearbeiteten dasselbe derart mit Faussschlägen und Fuzkritten auf den deib und die Brust, daß die Aermste' nach dem dandkrankenhaus geschafft werden mußte, wo fie alsbald den schweren innerlichen Verletzungen erlag Die beiden Thaäterinnen wurden noch an demselben Tage verhaftet. Wie man erzählt, ist Eifersucht die Triebfeder dieser scheußlichen That gewesen. Dortmund, 22. Juni. Auf offenet Straße wurde gestern abend ein Arbeiter,- der sich achend mit seiner Braut unterhielt 0von tinen voruber sehenden Manne, der das Lachen auf fich zezogen hatte, erstochen. Der Thäter entfloh und hat man bis jetzt keine Spur von ihm. 4Koln, 22. Juni. In einer hiesigen Wirth⸗ schaft kehrte gestern Abend ein Ehepaar, von zuswärts ein. In der Nacht machte der Mann seinem Leben durch 17 Messerstiche in die Bruf und in den Kopf ein Ende. Der Unglücliche war am Tage vorher in Düren getraut? worden und befand sich mit seiner Frau auf det Hochzeit— reise. Er war 28, seine Frau 28 Jahre alt. In der Nacht gegen 2 Uhr wurde der: junge Mann ploͤtzlich waͤch und klagte über sehr heftige Kopf schmerzen. Dann nahm er ans seinet Hosentasch sein Taschenmesser und ehe man es verhüten konnte, hatte er sich alle die Stiche beigebracht, von denen zer letzte das Herz traf. Wie nicht anders ange nommen werden kann, ist der Selbsimörder ploßzlich don Geistesumnachtung befallen worden; d Mutter leide auch an Geistesstorung und deiinde sich in einer Irrenanstalt. fF Berlhin, 28. Juni. Das Progtamm F aim 28. uund 29. Juni in Posen —A BSeneralversammlung der Gesellschaft sp Verbreitung von Volksbildung, welcher auch meisten pfälzischen Bildungs; und Gewerteveren ngehöten, ist nunmehr endgiltig festgestellt re zeichnet sich durch große Reichhaltigkeit aus. angezeichneten Referate behaandeln durchweg re ssante Gegenstände: 1. Knabeu⸗ und — horte und Heime (Referent: Herr Stadtchulinsn dr wig w.lin: Hotteferent: Herr Han mmerselretär Dr. Frankel⸗Chemnitz); 2. Ueber am ospiele im Freien (Refer.; Herr Oberturn⸗ Jugend 7 dr. Angerstein⸗Berlin, Korreferent: Herr Nuurnwart Kloß⸗Posen); 8. Pflege des Gesanges A der Turnerei in den Bildungsvereinen Refer.: Oberlehrer Dr. Soldan⸗Krefeld); 4. Die Nungen für Bildungs- und Unterrichtszwecke in schnd, Geferent: Abs. H. Rickert Berlin); depn Betheiligung der Frauen an den Bildungs⸗ * anen (Referent: Herr Dr. Max Hirsch, Kor⸗ . Herr Generalsekretär Dr. P. Wislicenus). em wird eine reichhaltige Ausstellung von shbeuen der Posener Fortbildungsschulen arrangirt. hon festlichen Vecanstaltungen sind hervorzuheben Begrüßungskommers am Vorabend, Fest⸗Diner 28. und Abends Dampfer⸗Fahrt nach dem ghwalde; am 29. Besichtigung der Sehenswürdig⸗ n der Stadt und Abends —A in m eleltrisch beleuchteten Viktoriagarten, sowie Fest⸗ itellung im 8 dur den zoein Ausflug nach Inowrazlow projektirt, wo Sa⸗ — und Soolbad besichtigt werden len. — Eine recht zahlreiche Betheiligung an der zgneralpbersammlung ist zu erwarten; die Einquar⸗ nnnz * 8 V und —— nierkunft der e gesorgt. Anmeldungen nimm suusmana J. Buckow: Hotel de Rome in hosen entgegen. Bersin, 14. Juni. Der „Post“ zufolge u eine seltene Operation, die in nitlchen Kreisen das allergrößte Aufsehen macht id geradezu als ein chirurgisches Kunststück be— aͤhnet wird, vor Kurzem von Professor v. Berg gann in der königl. Klinik in der Ziegelstraße an anem Knaben ausgeführt. Derselbe hatte Knochen⸗ traß dn c * * p ender Theil de erarmknochen erausgesäg verden mußte. Gleichzeitig hatte Professor von hergmann einem kleinen Mädcher, welches über⸗ ahten worden war, Lin Bein zu amputiren⸗von dergmann nahm nun ein Stück Oberschenkelknochen eutz diesem amputirten Beine heraus und füllte damit die Lücke des Oberarmes bei dem kranken dnaben aus Diese Operation führte zu einer hetaus glücklichen Vertheilung des Obecarmes, so iß der Knabe den Arm vorzüglich wird ebrauchen konnen und auch einen regelmäßig ge⸗ omten Oberarm erhalten hat. fBerlin. Für gewisse Dinge gibt es nur in Strafmittel, naͤmlich Prügel. Ein Knecht bei hetlin riß einem Pferde, das nicht ziehen wollte, o lange mit der Kandarre im Maul hin und her, in die Zunge fast durchgesägt war« Dann öffnete c dem armen Thiere das MRaul umd riß die fasl bgetrennte Zunge ganz heraus, die er im Acker xtscharrte. Damit noch nicht genug, legte er dem hherde von Neuem die Kandarre ins Gebiß und e — durch Peitschenhiebe zum Weiterziehen an. et Kerl ist verhaftet. g6 Opfer der Pflicht wurde, wie man et Kass. Ztg. mittheilt, der Transporteur Müller 8 Heiligenstadt. Derselbe hatte einen schweren urbtecher mit der Halle· Kasseler Bahn nach Kassel transportixen. In der Nähe der Station Leine⸗ de, als der Zug ein langsameres Fahrtempo ugeschlagen hatte, sprang ploͤßlich der Gefangene dem Fenster des Koupes, der pflichtbewüßte dhomte daruuf ohne Foͤgern— hinter ihm her. ider kam er unter die Räder. wurde überfahren d blieb auf der Stelle todt, · während der ent ungene Verbrecher in die Wälder entkam. fGur Warnung) Wie ünvorfichtig et 8 manche Mutter mit der Bekleidung eines n keimbiten Keindes hält, deweist folgender ebus paffirte Vorfall. Ein kleines seit acht 3 sinpite Kind hatte sich in der Nacht dit der Pocken aufgerissen und sich dann mil I Lymphe inficirten Hunden das Gesicht aus —5*8 zerkratzt, dadurch wurde das ganzi — mit furchtbaren Pockengeschwuren überzogen das Kind üegt jeht schwet kram darnieder. wide ser— Sin sredlicher Fall von ——— „hat si er zy von Mirstadt ereignet. Der polnische * Andreas Biczak aus Komorotowo, der er Visses eines tollen Hundes einen — in der linken Hand fühlte, kam ngen der vergangenen Woche nach dem «ne Mixstadt, um noch einmal zur Beichte ne Sein Aussehen war schon damals gewöhnliches und fein forlwährendes wildes Ztöhnen lenkte die Aufmerkfamkeit Aller auf ihn. In der Nacht darauf brach die Tollwuth bei ihm aus, er zündete sein eigenes Haus an, welches auch abbrannte, und floh aus der Umgebung der Menschen. Hierbei stürzte er in einen Brunnen, aus dem er herausgezogen wurde, worauf man ihn an einen Baum anband. Die Tollwuth des Un⸗ Jlücklichen war indessen so heftig, daß er die Stricke, nit denen er gefesselt war, zerriß, worauf er von Reuem mit stärkeren Fesseln gebunden wurde. Der Bedauernswerthe verstarb. Welchen enormen Proviant unser Marine verbraucht, geht beispielsweise aus einer Lieferung hervor, welche die Intendantur der Ma⸗ rine Station der Ostsee für Ende dieses Monats ausgeschrieben hat. Die Lieferung besteht in: 4400 ꝛgr. Backpflaumen, 10,400 Kgr. Reis, 16,600 Kgr. Zucker, 5500 Kgr. Salz, 2000 Kgr. Pflaumenmus 13,200 Kgr. präserv. Rindfleisch. 13,200 Kgr. dräserv. Hammelfleisch, 13,000 Kgr. corned beef, 10,400 Kgr. präserv. Lachs, 86,000 Kgr. Weizen⸗ uehl. 575500 Kgr. Roggenmehl, 78,000 Kgr. Weizenhartbrod, 5500 Kgr. Kaffee und 1100 Kgr. Thee. fGum Verbot von Haarduftpillen.) S„owohl der niederöosterreichische als auch der böh⸗ nische Landes⸗Sanitätsrath haben sich gegen die Zulassung der Haarduftpillen Jäger's im Verkehre usgesprochen. Der böhmische Landes⸗Sanitätsrath jat außerdem an das Ministerium den Antrag ge— tellt, daß ein allgemeines Verbot für diese Haar⸗ zuftpillen in Oesterreich erlassen werden mͤge. Wie nun verlautet, hat das Ministerium des Innern iber diese Eingabe des böhmischen Landes⸗Sani— ätsrathes entschieden, daß die Jäger'schen Haar⸗ zuftpillen im Sinne der bestehenden Verordnungen ind Gesetze zu den verbotenen medizinischen Prä⸗ aaraten zu zählen seien. F Die Blume der Saison. Auch die Blumen sind längst anter das Regime der Mode zelangt. Heuer sind die gelben Rosen in allen hren Nuancen Mode. Besonders stark macht sich die diesjährige Vorliebe für Theerosen in den Bädern und Kurorten bemerlbar. Söõ erscheinen in Karlsbad fast sämmtliche Damen' mit gelben sosen geschmückt an den Quellen. Man trägt sie als Taillen⸗Bouquett, im Haar oder auch bloß ein daar Exemplare in den Händen. In Paris zirkulirt das merkwürdige Gerücht, )aß Elisa Böhmer, das vermeintliche Opfer des zum Tode verurtheilten Giftmörders Pel, sich noch am Leben befinde, und zwar in einem belgischen »der holländischen Kloster sich aufhalte. Es seien bekeits in dieser Hinsicht von der Polizeibehörde Nachforschungen angestellt worden,“ welche eine Be—⸗ jätigung dieser Gerüchte herbeizuführen scheinen. Der Polizeilommissär Kühn sei bereits nach dem storden geschickt, um in sämmilichen Klöstern nach )er mysteriösen Böhmer zu forschen. »x07 Paris, 20. Juni. In einem Omnibus wurde gestern ein Mann vom Schlage gerührt und tarb bald darauf in einer nahen Apothekte. Bei »er Durchsuchung seiner Taschen fand der Polizei⸗ 'ommissär ein ganzes Vermögen, 151,800 Franken in Banknoten. Wie es sich ergab, war der Ver⸗ torbene ein Sonderling spanischer Nationalität velcher Riemanden traute und deshalb die Gewohn⸗ jeit hatte, sich niemals von feinem Gelde zu trennen F Aus Paris, 21. Juni, wird gemeldet: Wahrend der Schießübungen im Lager von Ball⸗ honne bei Lyon schoß gestern ein Soldat des 140 dinienregiments auf den Oberst Mathien. Die ugel traf das Pferd,. das der Sohn des Obersten ritt. Die Schießübungen wurden sofort unterbrochen und eine Untersuchung angestellt. die zur Entdeckung des Soldaten führte,“ der sofort verhaftet wurde. 7 Von einer Barbara Ubrik⸗Affaire wird aug Neapel verichtet: Dichter Qualm, welcher aus dem Hause einer entlegenen Gasse des Stadwiertels Posilippo hervordrang, versetzte die Bewohner dese elben in Aufregung; man verständigte sogleich die Polizei hiervon, die das Haus. das versperrt war zewaltsam öffnen ließ. Aus einer Kammer tkönten den eindringenden Polizisten verzweiflungsvolle Rufe entgegen, und als man die Thur öffnen wollte, zeigte es sich, daß sie dreifach mit Ketten derichlossen watr. Die Thür wurde nun gesprengt. Im Innern der Kammer erblickte man eine junge abgehärmie Frau, die nur mit einigen Lappen be— dect war. Sie gab an, Johanna Becker zu heißen und aus Deutschland zu stammen; sie werde, so ⸗xzählte sie, schon seit achtzehn Moncten von ihrem s Batten Marrantonio, ber ihrer ledig werden wolle, um eine Andere heirathen zu können, in dieser insteren Kammer bei Brod und Wasser gefangen zehalten. Die bedauernswerthe Frau wurde ins Spital geschafft, ihr Gatte dagegen, den man bald nachher eruirte. dem Gerichte übergeben. Menin Ostflandern), 28. Juni. Hier ist 'in Krach erfolgt, der viele Privatleute um ihre Ersparnisse bringt und namentlich das Landvolk, owie auch die Kreise der Geistlichteit, Kirchen und dlöster stark schädigt. Der Notar Castelain und jein Freund Vanderberghen;Mulle haben die Zahlungen eingestellt; dieser ist plötzlich gestorben, ener verschwunden, Ihre Verbindlichkeiten sollen iich auf 3 Millionen Francs belaufen. F Von einer merkwürdigen Heilung eines Beistesschwachen berichtet Faedrelandet.“ Am 23. April befand fich der Localdampfer zwischen Kraen⸗ ingen und Christiana auf der Fahrt. Am Bord zefand sich ein Herr, welcher geistesschwach war und von einem Begleiter nach einer Heilanstalt in der Nahe der Norwegischen Haupistadt gebracht verden sollte. Als sich der Begleiter einen Augen⸗ blick von dem Herrn abwendete, stürzte sich der ranke mit Blitzesschnelle kopfüber in das Meer. Dean versuchte sofort, den Dampfer anzuhalten, was immechin erst nach einem kurzen Zeiwerluste Jeschehen konnte. Inzwischen war auch schon ein Boot herabgelassen worden, das eiligst der Stelle zuruderte, an welcher der Unglückliche wieder zum PBorschein gekommen war. Man wurde seiner auch vieder habhaft, hatte auch nicht lange zu suchen, henn er schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Nach- dem man ihn wieder aufgefischt und an Bord ge⸗ bracht hatte, wurde die Reise ohne weiteren Zwischenfall forigesetzt und der Geistesschwache nach der Anstalt gebracht. Es vergingen aber nur wenige Wochen, da kehrte der Krante vollstäudig genesen zu den Seinigen zurück. Die entsetzliche Angst, welche er ausgestanden hatte, war die Ursache ge— vorden, daß die Nacht, welche seinen Geist umn⸗ angen hielt, wich. Seine Krankheit hatte in dem Streben sich zu tödten bestanden. nachdem er aber vixkliche Todesangst verspürt, war jhm das Sterben vergangen· 21 . Die Bergwerlskatastrophe in Clifton Hall. Die Eigenthümer der am vorigen Donnerstag von riner Explosion heimgesuchten Kohlengrube Clifton Hall, unweit Manchester, geben nunmehr die an— nähernde Zahl der Opfer der Katastrophe auf 180 Personen an. Hiervon hinterließen 88 Männer Bittwen. 87 waren unberheirathet, und 8 waren Wittwer. Von dem Erwerbe der Umgekommenen waren 279 Kinder und 36 andere Personen ab zjängig, für die nunmehr anderweitig gesorgt werden muß. Da der Gruben ⸗Klub nur über ein Vermogen don Lst. 10,800 verfügt, soll die öffentliche Wohl⸗ hätigkeit für eine weitete Summe von Lsi. 15,060 in Anspruch genommen werden. . T Ein Mittel gegen Taubheit.) M. Bomone de Caillend berichtet über die Wirksamkeit eines neuen Mittels gegen Taubheit. Der Abbé duc lernie als Missionar in China einen Schüler des Seminars in Macao kennen, der durch einen zinfachen Bauern von einer unheilbar scheinenden Taubheit befreit wurde. Der Mann träufelte ihm den Blattsaft der Pflanze Kin⸗the⸗Goie ins Ohr. Rach amiger Zeit ¶erfolgte ein Abfluß? und der Schüler hörle ohne alle Schwierigkeit.“ Seitdem hahet die Botaniker festgestelit, daß die betreffende Pflanze mit der in Frankreich alllamatisirten Saxi- fraga sarmentosa, einer Art Eispflanze, identisch ist. Die Blätter müssen frisch in einem Mörjer zestampft werden; ein Tropfen des so gewonnenen Saftes soll genügen, um die auf das Trommelfell drückenden Aussonderungen der Ohrmuschel zu zer⸗ setzen. f In Odessa wurde am 13. d. M. ein Tram⸗ way · Kondukteur Namens Schinlareff von der Beneralstochter Kolendo auf offener Straße erschossen Die Attentäterin ließ sich dann widerstandslos derhaften. Schinkareff soll in letzter Zeit viele Rihilisten bei der Polizei denuncirt haben. 7 Tin Urtheil über die anarchistische Bewegung in den Vereinigten Staaten aus dem Munde des neuernannten österreichischen Geueralkonsuls. des Deutsch- Amerikaners Obersi Juessen, wird in einer Korrespondenz des „Pesther Lloyd“ mitgetheilt. Es heißt dort u. A.: „Mil Erstaunen und nicht selten mit den Gefühlen des Unmuthes lesen wir in der europäischen Presse ganz »xschrecklichr Dinge über eine hochgradige und ber drohende anarchistische und kommunistische Bewegung, ungetlagt stand, deshalb freigesprochen, weil er nach⸗ welche auf amerikanischen Boden unm sich greifen veisen konnte, daß er sich wahrend des Straßen⸗ soll, von welcher wir Amerikaner jedoch nichts wahr⸗ donfliktes mit der Polizei versteckt gehalten habe. nehmen. Uns erscheint das Auftreten der Herren Han hat ihm das auf's Wort geglaubt. Man Moͤst, Schwab und Konsorten im höchsten Grade nacht uns auf die Gefahren aufmerksam, welche misch; wir lachen darüber. Diese halbverrückten uus der Bewaffnung der Arbeiter, die von Most so Bursche gelten in den Augen ihrer engeren Lands- »xringend empfohlen wird, erwachsen können. Ich leute als Faullenzer, die fsich mitielst weniger Phrasen age Ihnen, daß hier bedauerlicher Weise nur dite einige leichtglaubige deutsche Arbeiter tributär machen, ine Gefahr existirt, daß dabei der Arbeiter um sein d. 6diese für sich arbeiten lassen. Von unseren Seld geprellt wird. Ein Rifling Gewehr zu fechs amerikanischen Arbeitern hat sich bis heute auch nicht Dollars, wie es die anarchistische „Heeresleitung“ ein einziger dem arbeitsscheuen deutschen Buchbinder veiftellt, ist faft so ungefährlich wie die Spielge— angeschlofsen und deshalb'haben wir auch nicht die zewehre der lieben Jugend, nur mit dem Unter⸗ geringste Furcht vor dem Begriff „Anarchismus“, chiede, daß es bei dem erstmaligen Losdrücken aus— der nie und nimmer eine, wenn auch nur partielle inandergeht. Die kleine Schaar der Anarchisten Verwirklichung erfahren wird. Das Recht der eekrutirt sich nur aus europäischen, in Amerika noch oöffentlichen Versammlungen ist in Amerika für Alle icht eingebürgerten Elementen, welche sich mit den und Jeden ein unbegrenztes und deßhalb kann Most Most'schen Hetzen die Zeit vertreiben wollen; die die blutigsten Reden halten, die fürchterlichsten Bee kinheimischen Arbeiter halten sich schon deßhalb fern, schlüsse fassen — wenn er nur mit seinen Sprech- veil sie selbst nach einigen Jahren thätigen Schaffens werkzeugen arbeitet. Wehe ihm jedoch, wenn er uur besitzenden Klasse zählen.“ aur den Versuch unternehmen würde, diesen schͤnne Eingesandt. Reden die Thaten folgen zu lassen; einem Aufruhr Einsender möchte in Folgendem auf einen Miß— gegenüber sind unsere Gesetze unerbittlich Da ver- fand aufmerksam machen, der fich bei der jetzigen steht weder die Behörde noch der einzelne Bürger seißen Witterung in den hiesigen Volksschulen zeigt. einen Spaß. Das wissen die Herren Anarchisten zIn den katholischen Schulen wird mit Rüdsicht auf nur zu gut und halten deshalb vor der That stil. die große Hitze der nachmittägige Unterricht ausge. Was verschlagt das uns, wenn Most in überglüde etzt, während das in den protestantischen Schulen licher Laune einen Straßen - Aufzug arrangirt und mit uichl geschieht. Während also auf der einen Seite einer schwarzen Fahne in der Hand an der Spitze der Unterricht ausfällt. werden auf der anderen dor einigen Hundert Narren durch die Gassen New- Seite die Kinder gestraft, wenn sie in der Schule Yorts spaziert? Die Amerilaner bleiben stehen. fehlen. Einsender dieses kommt das sonderbar vor; sachen pietätwidrig über den schwarzen Lappen und denn er ist der Ansicht, wenn Vorschriften über das lachen über die willkommene Maskerade. Die Aussetzen der Schule an heißen Tagen bestehen, so heiben Hauptführer Most und Schwab find als die jaden fie doch Guͤtigkeit für kath. u. protest. Schulen größten Feiglinge der Welt bekannt, welche die dier scheint das, wie schon erwähnt, nicht der Fall Erften wären, die sich bei irgend einem ernsten Er. zu sein. Woran das liegt, kann ich natürlich nicht eignisse drücken würden. Schwab wurde vor Kurzem wissen; ich weiß auch nicht, ob eine für alle Schulen von unserer Jury, vor welcher er des Aufruhrs in diesem Punkte geltende Vorschrift besteht, oder Ausstellunercrt⸗n des Gartenbauvereins ⸗ENee in Saarbruũcken). ob die Anordnung in das Ermessen der Vehrer, der Geistlichen, oder anderer Personen gestelt Jedenfalls aber dürfte sich empfehlen, die Angeleqen Jeit gleichmäßig zu handhaben. o —T— — —A 8 JDen vielfachen Zweisem er Teufel! Sein oder —* 8 Zöllenfürsten wird in Kürze ein jähes Ende bereiet ndem der „Teufel“ in Gestalt einer großarlige⸗ nit nur humoristischen Artikeln aller Art und Juͤ trationen reich und elegant ausgestatieten Wogn chrift im Verlag der „Deutschen Vereinszeinung⸗ un München erscheint. Wie uns versichert wih ind außer den ersten Autoren und bedeutendo dünstlern sämmtliche Potentaten der Unterwe ür die Mitarbeiterschaft gewonnen, wovon wir m Beelzebub und Pipifax nennen. Sogar die Groß. nutter Sr. Durchlaucht Satan J. hat in Aussih zestellt, Biographien zu veröffentlichen, so daß m twas Picantes, in seiner Art Einziges erwatlen darf, was dem Verlagsorte „München“, der bhe rühmten Kunststadt und Wiege des deutschen Humorz zurchaus würdig sein sol. — Um dieses nei Witzblatt schnell pppulär zu machen und allen Menschenkindern den Werth des reizenden Teufel merkennen zu lafsen, hat sich der Verlag zu einen zroßen nicht zu unterschätzenden Opfer entschlosen indem er die ganz enormen Unkosten nicht scheuend, den „Teufel“ zur Probe zum 1. Oktober vollstän dig umsonst an Jedermann versendet, welcher sein Adresse an die Deutsche Vereins-Zeitung in München insendet, und für Porto nur 45 Pfennig (Auz land 80 Pfennig) in Marken beifügt, während be »er Post nur Abonnements zu 2 Mark angenommen verden. Wir empfehlen in jedem Falle Allen velche auf 1 Frei⸗Exemplar dieses vielversprechende zriginellen Witzblattes reflektiren, ihre Adressen j zaldigst und genau einzusenden, damit der luftie Teufel sich stets pünktlich einfindet. zazar St. Jugbert. i —y⏑———— HGCHeT QuAILIit At tück 19 Pifg. —W 20 15 Sonntag und Montag, den 28. und 29. Juni Grosse Rosenaustellung, Eintrittspreise: Am Sonniag von 11 bis 1 Uhr à Person 50 Pfg Von 1 Uhr ab und Montag à Person 80 Pfg. Familien von 5 Personen 1 Mark. — — — — Krieger⸗ Verein. n Wegen vorgerückter Jahreszeit ver⸗ kaufe die noch vorräthigen Strohhüte zu herabgesetzten Preisen. Empfehle Filzhute und alle Sorien FKappen zu sehr billigen —X J Auch ist eine Parthie Cylinder⸗ ũte zum Ausleihen angekommen. WVilheęlim Stief, Kappenmacher. Rudolph Hager hat noch einige Morgen Wiesen n Alment zu verpachten. nufiage 831, 000; das verbreiteifie aller deuischen Blaͤtter UÜberhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersezungen in zwolf fremden Sprachen Jeden Samstag J. Qualität Hammaelfloisch Sonntag, den 28. Juni, Abends 8 Uhr findet im Ober*culer schen Saale eine 3 bei Karl Schwarz Meje Ludwigsstraße. qatt, wozu die Miiglieder mit Familie hiermit eingeladen werden. Nichtmitglieder haben keinen Zutritt; ebenso werden Kinder unten 16 Jahren streng zurüdgewiesen. Programme liegen im Saale auf. Der Ausschuß. EFischer, J. Vorstand. Fiehung definitiv 15. Juli 1886 Der Kirche nbau · Verein Kaisers Vr. 415. lautern. Kaiserslauterer Geld Cotterie Aortheilhaftelle aper lauf:Neun Letlerien Auf 10 Losse bereits Treffer * dark verbrei Zweibrück reiteti e e 6 Mal wö — Zweibracẽe 58 en ——b eeen sowie in den Bezi Die M ost bezogen 1 *. ꝛ8 Viertel ee w ezirkent ni — — jahrspreis woru 5 Toilet g fü von Auzei Organ * J Ve . 5 m ⸗ San —* — — e brücken gen in der —A . a.- durch — a nebft Um Westpf Verbrei 8 jahrlich M. 1.25 ⸗ ——5 auma⸗gend. alz, besonders e run, * eee — * — e X mi i enst ein I das bevorstehende I er Stadt Zwei— —— JI. Abbiid cn 2000 Di Duartal 1830 d — — ie . ias en, Mad erobe und Lei af Erpedition. — — — ree ꝛc. — een e die un seee ie Handarbeiten gur ane Ar alle G gen mit etwa em sind stets vorrathia gon zu Zederma ee eer rathia in der 5 G uns re rrg erobe und eo⸗ e —R&& ebrauch —88 amens⸗Chiff für Weiß⸗ und des St. Ingb bei allen e — n n d 7 umm n und en 5A— zeigers. h —— engeege e n Versa I 6 W, P vurch z3 1 n St. Inabert. Saupttreffer: 30000, 10000 2500, 3 1000, 6 500. 3 — 200, 40 100 *. 20000 Geldgewinne i. Ber b. 125000 M. ohne Abzug doose à 2 M. bei allen be⸗ sannten Verlaufsstellen und, be er General. igentur Alb. ↄri München. in St. Ingbert bei Joh. Weirich drueur und Irp. Woll Buchkandlung. Aosltest adberdj i XR — A lur unge — IX SDiezn fut unsere verau * Mi Zonntagebla — — — J 7 AI.AA Jnugberter Amzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 7et. Jugberter Aunzeiger! erscheint wbchentlich fuufmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungt⸗ in und ESonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1AMx 7B8 , einschließliq 5 tußellungtgebuhr. Die Einruͤckungsgebühr fur die 4espaltene Garmondieile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 —., Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrücung wird nur dreimalige berechnet. 126. Deutsches Reich. BSerlin, 28. Juni. Seitens der Neuguinea⸗ selschaft derläßt am Montag eine Erpedition n um für die Errichtung von Stationen auf aguinea vorbereitende Einrichtungen zu treffen. je Erpedition wird sich in Marseille zunächst nach adia einschiffen, um dort für ihre Zwecke eine mohl malaischer Arbeiter anzuwerben. Ddie Währungsf ragetritt in ein neues adium. Frankreich hat sich kürzlich süddeutschen dusern gegenüber geweigert, gegen in Frankreich jehlich gewahrtes Silber — herwelsüngen zu machen. Die nächste Folge ist, ch französisches Silber in Süddeuischland nicht sehr zum Nennwerthe genommen wird, wichtiger scheint der Bruch, den Frankreich selbst in seine zherige Doppelwährung legt. Die Konferenz der ziaaten des lateinischen Munzbundes wird immer der dertagt. Die Schweiz ist belanntlich wierig, und dem italienischen Parlament liegt Gesetz vor, welches den Banken verbietet, mehr z an Dritiei ihres Baarschatzes in Silber zu cben. In Frankreich warnen namhafte Fach⸗ nner vor der Erneuerung der Münzkonvention. Jan klagt, „das gesammie weiße Geld werde dort⸗ in geschickt; in der Bank liegt eine Milliarde zilber, darunter 350 Millionen auswärtigen Ge— caͤges. Die sechs Prälaten, welche im nächsten Konsi— rium Milte Juli zu Cardinälen ernannt ierden sollen, sind folgende: Melchers, der frühere erzbischof von Köln; Moran, Erzbischof von Syd⸗ eh, der zum Erzbischof in Dublin ernannt werden oi; Capecelatro, Erzbischof von Capua; Battag⸗ ni, Erzbischof von Bologna; Schiaffino, Sekretär en Kongregation der Bischofe und der Ordens⸗ aistlichen; Cristofori, Auditor der apostolischen ammer. Lokale und pfaälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 27. Juni. Schon wieder egt ein schreähiches Unglück auf einer be— achbarten preußischen Grube die Gemüther in Auf⸗ egung. Gegen 80 Bergleute, die ganze Belegschaft iiner Abtheilung, wurden gestern Nachmittag gegen uhr in Grube Dudweiler durch schlagende Hetter verschüttet. Etwa 20 derselben, genaue Ungaben konnten uns nicht gemacht werden, sollen lot, die übrigen mehr oder weniger schwer verletzt ein. Die Entzündung der Gase soll durch einen „chuß erfolgt seiinn. *Si. Jugbert, 27. Juni. Wie durch juserat in diesem Blatte bereins bekannt gegeben, reranstaltet der KtiiegereVer ein auf morgen, vonntag, Abend im Oberhauser'schen Saale für eine Mitglieder und deren Familien eine mu sika⸗ 4heatralische Unterhaltung. Si. Ingbert, 27. Juni. Nach einem uzwartigen Blalte wurde durch das hiesige Schöffen ⸗ ericht kürzlich ein Arbeiter wegen Beschädigung mnger Obssbaume in eine Gefängnißstrafe von Wochen eturtheilt. Moge diese ernsie, aber in Anbetracht er in letzter Zeit sich mehrenden Baumfrevel gewiß erechte Strafe Anderen zur Warnung dienen! 8 Si. Ingbert, 27. Juni. Sonntag den F Juni konzerliert in der Gartenwirthschafi von w Becker eine Abtheilung der Militärkapelle 5. Chevaurlegersregimentes. Musikfreunden dn dies recht erwünscht sein, da musikalische enüsse in unserer Siom mas selten sind Auf Sonntag, 28. Juni 1888. 20. Jahrg. »em Programm finden sich u. A. Piecen von Faust,“ Mehul, Gounod, Schubert, Flotow und Strauß. x* Sonntag, den 5. Juli wird in Ensheim zas Patronsfesi Peter und Paul gefeiert. — Vorige Woche wurde auf den Pfaͤlzer rsisenbahnen bei Erxtrazügen ein Versuch mit er sog Dampfbremse, durch welche ein Zug plötz⸗ ich zum Stehen gebracht werden kann, gemacht. dieser Versuch, welcher vollstandig befriedigend nusfiel, soll nun auch bei den gewöhnlichen Zugen n Anwendung gebracht werden. Wenn unsere Bauern noch nicht wissen ollten, was für eine Frau sie brauchen, so konnen ie sich es von dem Frhen. v. Schorlemer⸗Alst, dem ekannten Zentrums ⸗ Führer, sagen lassen. Bei iner Versammlung zu Heiligenstadt, gelegentlich der Gründung eines Bauernvereins, bemerkte er . A.: ,Was hilft einem Bauer eine Fcau mit inem Klavier, init 10,000 Thaler und einem zicken Kissen hinten. Echallendes Gelächter.) Mellen muß sie iönnen, fich auf Vieh und Hühner⸗ ucht verstehen“. So ganz unrecht hat der Frei⸗ hert mit seiner drastischen Bemerkung übrigens nicht. — Zweibruͤcken, 24. Juni. Von der k. hensdarmerie dahier wurde gestern der früher in rindd und z. Z. in Rieschweiler ansassige Kohlen⸗ sändler Z. unter dem Verdachte des betrügerischen gankerotts gefänglich eingezogen. — Flomersheim, 24. Juni. Der An⸗ ang der diesjährigen Kartoffelernte wurde vorgestern on Konrad Ehret gemacht und neue Neunwochen⸗ artoffeln gestern von deinselben nach Mannheim u Markt gebracht. GF. T.) — Ludwigshafen, 25. Juni. Eine Schwimmprobe, die ihm sobald wohl Niemand nach⸗ nachen wird, hat gestern Abend der Schiffer Jakob Heidrich aus Bacharach, auf dem gegenwaͤrtig hier Jor Anter liegenden Schiffe „Gustav“ beschäftigt, abgelegt. Derselbe ist innerhalb einer Stunde zwoͤl Mal uͤber den Rhein geschwommen und hat außer⸗ »em einen Nachen, besetzt mit vier Kindern, mit⸗ zJezogen. Gewiß eine nicht zu unterschatzende draftleistung. WW —Fraünkenthal, 25. Juni. Eine wider⸗ iche Szene spielte fich gestern Abend um 9 Uhr in der Brücke der Turnhallstraße ab. Ein liebens⸗ vürdiger Schwiegersohn prügelte seine Schwieger⸗ nutter derari durch, daß die llatschenden Hiebe das Bekreisch der Frau übertoönten. p Muünchen, 28. Juni. Eine peinliche Situation. Gestern Nachmittag zwischen 228 hr lonnte man auf dem Mariendlaß in der Nahe der Hauptwache einige Damen von 18 bis 28 und dielleicht mehr Jahren bemerken, die Jede für sich auf und niedergehend, Jemand zu erwarten chienen, während zugleich Jede die Andere mit ewissermaßen herausfordernden Blicken verfolgte. dede der Damen, deren Zahl bis zu sechs ange⸗ vachsen war, trug eine rothe Rose. Als die Uhr g schlug, ging die sonderbare Gesellschaft, anscheinend mißinuihg auseinander. Wie von der Freundin ainer dieser Damen vetrathen wurde, hatte ein herr, der durch Inserat eine Lebensgefährtin suchte, uͤch den grausamen Spaß gemacht, 6 Bewerberinnen zut gleichen Stunde auf den gleichen Platz zu be⸗ jellen, während er sich vielleicht von der anderen Seile des pllatzes die kieine Versammlung betrachtete, ur welche diese Parade eine peinliche Situation ein mußte. Vom Niederrhein, 24. Juni. Wie der „Frankfrt. Ztg.“ s. Z. mitgetheilt wurde, wur⸗ den Eude März da. Irs. in M.Gladbach zwei Mädchen im Alier von eiwa 8-10 Jahren von zem Holzschuhmacher Franz Goitfried Peters an ich gelocki, mit auf einen einsamen Weg genommen, dergewaltigt und dann in einer Flachsgrube ertrankt, wodie Leichen spater aufgefunden wurden. Das Scheusal, welches die unmenschliche That verübte, ntfloh nach Holland, wo es indeß schon nach eini⸗ Jen Tagen verhaftet wurde. Gegen Peters wurde deben unter Ausschluß der Oeffentlichleit vor dem Schwurgericht in Düsseldorf verhandelt, welches den Angeklagten zum Tode verurtheilt. Aachen. 24. Jum. Gestern siarb infolge eines Schlaganfalles die verwittwete Frau Spiegel⸗ macher, geb. Barth. Nach Ausweis des Standes⸗ Registers war diese Frau im Jahre 1777 geboren, hatie daher das hohe Alter von 108 Jahren er⸗ reicht. Die Verstorbene befand sich noch bis vor kurzer Zeit im Vollbesitze ihrer geistigen Krafte. p Das Testament Friedrichs des Broßen, welches das „B. T.“ nach einer ihm zur Verfügung gestellten Abschrift verdffentlicht, ist war gelehrten Geschichtslundigen nicht unbekannt, Ferdient indessen thatsachlich wegen der großen Denk⸗ und Gemüthsart, die sich darin ausdrückt, wveileren Kreisen in Erinnerung gebracht zu werden. Das Schriftsiück lautet: Ich überlasse Ihnen, mein ieber Neven, meine Staaten, meine eroberten Schlosser, meine Lander, jedoch mit dem Beding, daß Sie die kleinen Vermächtnisse, welche ich meinen Berwandien hinterlasse, berichtigen werden, als: J. Der Koͤnigin, meiner Gemahlin, 40,000 Thlt. und ine jährliche Zulage von 10,000 Thlr. Sie hat mir in meinem Leden nie den mindesten Verdruß gegeben, schätzen Sie sie, so, wie ihr unerschutter⸗ icher Charaller es verdient. 2. Dem Prinzen Heinrich hinterlasse ich 200,000 Thlr. und den rrisopasen⸗Ring, so ich getragen, nebst 50 Antheil Angarischen Weins. 3. Dem Prinzen Ferdinand 50,000 Thlr. und eine Kutsche mit 6 Pferden. 4. Der Prinzessin Ferdinand jährlich 10,000 Thlr. ind ein silbern Serbice. 5. Der Prinzessin Amalie 10,000 Thlr. und eine Tabatiere mit Brillanten. 5. Der Herzogin von Braunschweig 50000 Thlr. ind ein silbern Service. 7. Meinem Neveu, Her⸗ —— 8. Dem regierenden Herzog von Braunschweig zwei teitpferde. 9. Dem Herzog Friedrich Wilhelm an Braunschweia eine Tabatière mit Brillanten Vermischte. Karlsruhe, 24. Juni. Der „unschuldig herurtheilte“, der jüngst seine Reise durch die Ilätter antrat, Christian Haberstroh, der gestern ind heute im Wiederaufnahmeverfahren vor dem siesigen Schwurgerichte stand, hat die goldene Frei⸗ seit Nur sehr kurze Zeit genossen, denn er wurde Jeule wiederum des Hausfriedensbruches, des straf ⸗ jaren Eigennutzes und der Verleidung zum Meineid ür schuldig befunden und zu 3 Jahren und 1 Ronat Zuchthaus, von denen er schon 17*4 Jahr bgesessen, verurtheilt. Haberstroh, ein vielfach ‚orbestrafter, abgeseimter Winkeladvokat, der aller⸗ ings in dem Strafgesetzbuch sehr gut Bescheid veiß, hat seine Freiheit dazu geglaubt benutzen zu nüssen, einen Hauptzeugen in der gegenwaͤrtigen Berhandlung abermals zum Meineid zu verleiten, d daß wir in der nächsten Schwurgerichtsperiode en Haberstroh wegen dieses neuen Verbrechens piedersehen werden. weil er beständig mein Freund gewesen. 10. Der Zerzogin vvon Wurttemberg 20,000 Thlr. 11. dem Herzoge, ihrem Gemahl, einen Brillantring. 12. Der Landgräfin von Hessen ⸗Kassel 10,000 Thlr. Ich empfehle Ihnen, mein lieber Neveu, mein braves Militar und meine würdige Armee, meine alten Ooffiziere, vorzüglich Diejenigen, so ich um mich gehabt; mein ganzes Haus und meine Bedienten dehalten Sie in Ihrem Dienste, und wenn sie alt verden, geben Sie Ihnen Versorgung. Mein xstes Bataillon Garde und meine Garde du Korps jedem 2 Thlr. und den alten Stabsoffizieren eine goldene Medaille, worauf Sie eine der vorzüglich⸗ den Begebenheiten des 7jahrigen Krieges werden schlagen lassen, damit sie sich meiner und des er⸗ worbenen Ruhmes erinnern koͤnnen. — Diese klei⸗ nen Vermächtnisse, so ich gemacht, find nicht aus neinem Schatz, sondern aus meiner Chatulle; ersterer gehört dem Staate, letztere aber habe ich gesammelt. — Konig zu sein, ist ein bloßer Zufall. Vergessen Sie nie, mein lieber Neveu, daß Sie Mensch sind. — Ich hoffe, es werden sich keine Streitigkeiten in neiner Familie erregen; möge doch die Eintracht heständig unter Ihnen herrschen zum Ruhme Ihrer Vorfahren. yerursachen, geben wir Ihnen achtundvierzig Stunden Zeit, um Rom zu verlassen!“ Der Gesandte wurde bleich wie eine Leiche tammelte verlegen einige Worte und verschwand. —XX Das Couvert, welches für ihn beim Hofdiner zu khren der internationalen Sanitätskonferenz gedeckt var, blieb unbenutzt. Die Entdeckung war gerade auf jenen Tag gefallen. F (GDie Strome der Erde) Stanley nacht in dem 6. Kapitel seines neuen Buches inen interessanten Vergleich der Ströme der Erde: ‚Mit welchen Augen — sagte er — würde man »en Congo betrachten, wenn man auf einem Dampfer stände, wie sie den Mississippi befahren, der mit einer Geschwindigkeit von zwölf Knoten den Strom durchschneidet und ein von einem be⸗ vährten Sonnensegel geschütztes Promenadended desitzt, auf welchem. man auf und niederschreiten 'ann, während in üppigster Weise auch für Kost ind Logis gesorgt ist. Ich glaube, man würde em Congo den Vorzug vor allen anderen bekannten Flüssen geben. Unwillkürlich stellt man Vergleiche m. Der Rhein? Nun, der Rhein ist selbst an einen malerischsten Stellen nur ein mikrostopisches Miniaturbild des unteren Congo, aber um diesen jehörig zu sehen und zu würdigen, muß man audh en Rheindampfer mit seinem Wein, seiner Tafel ind seiner bequemen Einrichtung haben. Der Niffissippi? Der Congo ist anderthalbmal länger ind gewiß acht- oder zehnmal so breit als der Mississippi; man kann wohl ein Dutzend Canale uswählen, an denen man eine hübschere Vegetation indet, als an dem amerikanischen Strom. Es ehlt diesem die Palme und der Kalmus, während ener ein Dutzend Palmenarten, Herden von Fluß⸗ ferden, unzählige Krokodile, am Ufer des Fesi⸗ andes und der Inseln lustig umherspringende ffen, wie Schildwachen im Zwielicht des dunkeln Valdes stehende Elefanten, auf der reichen Gras⸗ bene weidende braune und schwarze Büffel, große S—chaaren von Ibissen, schwarze, grün? und weiße Bapageien und Perlhühner aufzuweisen hat. Der Niffisfippi ist ein ziemlich breiter Fluß von grauer Farbe, der von niedrigen Ufern eingeengt wird, ind an dem hier und da Städte milt Holz und -„teinhäusern liegen; aber der Congo ist auf seiner inken Hälfte theefarbig und auf seiner rechten fast reideweiß. Man hat die Wahl, Thee oder Miich —XE mbetrifft. so hoffe ich, daß diese auch noch ent⸗ lehen werden, wenn die allgütige Vorsehunj unser Werk segnet; vorläufia ist an seinen geräumigen 9 — Becher's Wiergarten. Ufern Raum genug für sie und das halbe Eu usn noch Platz übrig. Der Nil ? Man —* braven englischen Soldaten, welche sich ibn stataralte hinaufgearbeitet haben, wie sie über eine Festtagsausflug auf dem Nil denlen. Die Donau Sie kann hinsichtlich der Scenerie im Vergleich wi dem Congo gar nicht genannt werden. Die Wolga Noch weniger. Der Amazonenstrom? Auch nh Nan muß den Amazonenstrom sehr weit hinau⸗ fahren, ehe man eine Landschaft findet, welch auch nur annahernd der Congo· Scenerie gleichlomm F New-York, 21. Juni. Waährem inem Cirlus in Charleston, West⸗ Virgimen Jefüllter Ballon des Aufsteigens harrte, neihte ich dem Ofen zu, wo das Gas erzeugt wind und gerieth in Brand. Hierdurch wurden dj Ldeute, welche den Ballon an Striken hielten, schreckt, und sie ließen die Strike los in dol⸗ dessen der Ballon mit dem Luftschiffer Mr. Tiue Williams, welcher sich in der Gondel befand, au lieg. Der Ballon erhob sich sehr schnell biß g einer Höhe von 1000 Fuß und platzte alsdam Mr. William stürzte auf die Erde, nachdem sich sei örper in der Luft mehrmals überschlagen hal⸗ Seine Arme, Beine und sein Rücken waren g brochen. und sein Korber wurde zu einer formloe Masse zerschmettert. Rom. Ein enormer Skandal in der diplo⸗ natischen Welt — bei dem es sich um nichts Ge⸗ ingeres handelt, als um die Entdeckung eines Falsch⸗ pielers in der Person eines beim Quirinal akkre⸗ Aitirten Gesandten, dessen Name und Nationalität aoch verschwiegen werden, versetzt hier alle Welt in Aufregung. Seit langer Zeit hat in dem aristokratischen „Circolo delle Cuecia“, zu dem ille Diplomaten gehören, das fortwährende Gewinnen ines Gesandten bei dem hohen Spiel, welches in dem genannten Klub getriehen wird, die größte Aufmerksamkeit erregt. Endlich schöpfte man Ver⸗ dacht. Der Graf Antonelli, welcher als Ordner in Spielsaale waltete, nahm seine Maßregeln und honnte sich sehr bald davon überzeugen, daß der Besandte, den man im Verdacht hatte, in sehr jeschikter, kaum bemerkbarer Weise die Karten mit inem Zeichen versehen, dem er seine fabelhaften Bewinnste verdankte. Als derselbe vor einigen Tagen, nichts ahnend, im Spielsaale erschien, fand er die Verwaltungsräthe schweigend um einen Tisch fitßend. Während der Gesandte zum Spiel heran⸗ rat, erhob sich der Graf Antonelli und sagte ihm surz und trocken ins Gesicht: „Seit einiger Zeit zerbarg sich hier im Klub von Edelleuten ein Spizz⸗ zube; heute haben wir die Beweise in Händen, uß Sie dieser Schurke sind; ohne Siandal au Landwehr-Verein. Marktberichte. oEusheim, 285. Juni. (Viktualienmarkt.) Vuthen ver/a Hilo 1 M. 20 Pf., Eier per Dupend 70 5 Zweibrücken, 25. Juni. (Fruchimittelpreis um vi ualienmartt.) Weizen O M. — Pf. Qorn 0 M. derste zweireihige d M. — Pf., vierreihige O M. — Spelz dM. — Vf. Spelztern — M. — Pf. dDin — R. — EMischfrucht 9 M. — Pf., Dafer du — Vf., Erbsen O M. — Pf., Widen O0 . P heu 8 M. — Pf., Stroh JQuati. 2 M. 4d pf., I. qu 1M. 80 Pf. Kartoffeln 1 Me80 Pf. Weißobrod —V 53 Pf., Kornbrod 8 Kilo 65 Pf. Gemischtbrod 8 di 80 Pf., paar Weck 890 Gr. 6 Pjf. Rin dfleisch J. Qual 60 Pf.. II. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 0 Pf, Hammel eisch 60 Pf, Schweinefleisch 530 Pfy Wein Witer o hjj Bier 1 Liter 24 Vf., Butier /5 Kiloor. i R. vr Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem ügenten Hermann Lauf St. Ingben Der kgl. Postdampfer „Waesland“ Kapitin Ueberweg, welcher am 138. Juni von Antmerper abging, ist am 25. Juni woblbehalten in Rewdon angekommen. —— — ——— ———— Wegen dorgeruckter Jahreszen der laufe die noch vorräthigen Strohhüte zu herabgesetzten Preisen. Empfehle Filzhüte und all Sorten Kappen zu sehr billige Preisen. Auch ist eine Parthie Cylinder hũte zum Ausleihen angelommen WVilIhelIm PDtieét. Oaporrwacher. Sonuntag, 28. Juni, Mittags sa4 Uhr in der Wirthschaft von Wiw. Joh. Mayer, außerordentliche Generalversammlung. Um zahlreiches Erscheinen wird ge⸗ gebeten. Der J. Vorstand. Sonntag, den 28. Juni Harmonie-Musik in der heunssersthen Gartennirihschaft. Entroͤe 20 Pfa. Dös, Photograph aus stirchheimbolanden ü. Alzei Spezialist in Vergrößerungen nach alten Bildern, in Gruppen⸗Aufnahmen und randschaften. Arbeitet auf kurze Zeit in einen extra dazu erbauten Atelier n dem Hofe des Herrn Conditor Beorg Rickel in St. Ingbert. Aufnahmstage sfind Samstag, Sonn—⸗ ag und Montag. Da ich das Besie leiste, joas auf )em photogr. Gebiete belannt, sehe ich geneigtem Zuspruch entgegen. — Rufster⸗Arbeiten — onnen jederzeit bei mir eingesehen werden. 0 Morgen (Sonntag) bei günstiger Witterung: — Zwei grosse Concerteè, das erste nachmittags um 3 Uhr, das zweite abends um *28 Uhr beginnend, usgeführt von einer Absheilung der Kapelle des 5. Chevaurlegers — Eutrot 4. 4 Person. X Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein Joh. Weirich. St. Inabert, 27. Juni 1885. Deute E—erta VanilloLis. Juteressaulesle Wochenschrift für das gebildele Jublikum. Deutsches M lit. Diese litterarisch⸗politische Zeitschrift ersien Ranges, welche am zeitungslosen Tage »em Montage, erscheint, verbindet die Vorzuge einer unterhaltenden und anregenden Wochen⸗ chrift mit denen einer wohlinformirten, reich mit Nachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeitung, und so entspricht das „Deutsche Montags-Viaitin seiner Doppel⸗Natur einem entschie denen Bedurfniß des gebiüdeten Lesepublilums, wofür die große Verbreitung den esten Beweiz liefert. Außer den Beitraägen der regelmaßigen Minarbeiter liegen bereits ine Reihe sehr interessanter Artilel oder Zusiche rungen solcher fur die nächsten Quartale „on Schriftftellern vor, die theilweis schon zu den gefeiertften unserer modernen Ainoren jehbren; Karl Blind, Alexander Varon Roberts, Oito Roquette, P. g. Rosegger, H. Vil⸗ inger, E. Vely, Max Ring, Hedwig Dohm, A. Weber, F. v. Hoißendorf, Oblar Viumen- hal, Neumann⸗Hofer, Ferd. Groß, Alex. Moszkowsli, Hermann Sudermann, Herm. Hei⸗ »erg. Otto Brandes, Karl Proͤll, Paul von Schönthan, Alberi Trager, Emil Schiff, Sara dußler, Wilhelm Raabe, Robert Byr, Woldemar Kaden, B Oulol, Emil Peschkau, Karl xẽmil Franzos, Carlos von Gagern, Konrad Telmann, M. v. Ebner⸗Eschenbach, W. Wol ꝛc. Außerdem ist das „Deuische Montags⸗Blatt in der beborzugten Lage ↄaul Heyses neueste Novelle anier dem Titel „kimmlische n. irdische siebe⸗ u verbffentlichen, welche, soweit fie bereits erschienen. neu eintretenden Abonne men grati achgeliefert wird. Alle Reichspostanstalten u. Buchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise von7 Nark 50 Pf. pro Quarial entgegen. Bei Pofibestellungen verweise man auf Nr. 1456 der Post⸗Zeitungs⸗Preisliste pro 1888. Inserate finden durch dieses fast ausschließlich in der einsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hotels, Restaurants, Konditoreien ꝛc usliegende Blatt eine sehr zwedmaßige Verbreitung. Probenummern verjendel ratis um aneo die Erpedition des Deutschen Montaqs⸗Blatt, Berlin aW. Druck und Nersaos nön —— J. Rickel 1000 Mark ꝛahlen wir dem, der beim 44 Gebrauch von s Ananus Kaiser⸗Zahumaser à Fl. 60 Pf. seg — Ps jemals wieder Zahnschmorzen bekommt. S. Goldmann 6 Cie, Dresdéen. — Zu habet in 8t. Ingbert bei P. Ferv⸗ Drocguonhandlung. Hierzu als Beilagen demniner Anzeiger fu Wgahern Ar. 183. Vahern d Sierzu „Illuftrirte⸗ Zanniaafsblau⸗⸗ vir. 13. vt. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. da et. Jugberter Anzeiger“ erjcheint wdchentlich fuufmalz Am Moutag, Dienssstag, Donnerstag, Tamstag und Sonutag; 2mal wbchentlich mit Unterhaltungs⸗ Zalt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4M 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließlich d A BZuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzelle oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 8. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrickung wird nur dreimalige berechnet. X 125. Deutsches Reich. Berlin, 25. Juni. Seitens der Neuguinea⸗ vesellschaft verlaäßt am Montag eine Erpedition zerlin, um für die Errichtung von Stationen auf deuguinea vorbereitende Einrichtungen zu treffen. die Erpedition wird sich in Marseille zunächst nach zatavia einschiffen, um dort für ihre Zwede eine lnzahl malaischer Arbeiter anzuwerben. Die Währungsfrage tritt in ein neues ztadium. Frankreich hat sich kürzlich süddeutschen ausern gegenüber geweigert, gegen in Frankreich esetzlich gewährtes Silber (Fünffrankenstücke) Giro⸗ i⸗berweisungen zu machen. Die nächste Folge ist, aß französisches Silber in Süddeutschland nicht nehr zum Nennwerthe genommen wird, wichtiger cscheint der Bruch, den Frankreich selbst in seine iherige Doppelwährung legt. Die Konferenz der ʒtaaten des lateinischen Münzbundes wird immer sieder vertagt. Die Schweiz ist bekanntlich hwierig, und dem italienischen Parlament liegt in Gesetz vor, welches den Banken verbietet, mehr 18 ein Dritiel ihres Baarschatzes in Silber zu aben. In Frankreich warnen namhafte Fach⸗ ninner vor der Erneuerung der Münzkonvention. Nan klagt, „das gesammte weiße Geld werde dort⸗ sin geschickt; in der Bank liegt eine Milliarde dilber, darunter 350 Millionen auswärtigen Ge—⸗ ruͤges. Die sechs Prälaten, welche im nächsten Konsi⸗ jarium Mitte Juli zu Kardinälen; ernannt verden sollen, sind folgende: Melchers, der frühere irzbischof von Köln; Moran, Erzbischof von Syd⸗ ih, der zum Erzbischof in Dublin ernannt werden oll; Capecelatro, Erzbischof von Capua; Battag- ini, Erzbischof von Vologna; Schiaffino, Sekretär er Kongregation der Bischöfe und der Ordens⸗ en; Cristofori, Auditor der apostolischen ammer. 2. J Lokele und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 27. Juni. Schon wieder egt ein schredhiches Unglücdck auf einer be⸗ achbarten preußischen Grube die Gemüther in Auf ⸗ egung. Gegen 50 Bergleute, die ganze Belegschaft mer Abtheilung, wurden gestern Nachmittag gegen hr in Grube Dud weiler durch schlagende delter verschüttet. Etwa 20 derselben, genaue ingaben konnten uns nicht gemacht werden, sollen oh. die übrigen mehr oder weniger schwer verlehzi ain. Die Entzündung der Gase soll durch einen Schuß erfolgt sein. Si. Fuaberk, 27. Juni. Wie durch inserat in diesem Blatte bereits bekanm gegeben, Ltanftaltet der Krieger⸗Verein auf morgen, vonntag, Abend im Oberhauser'schen Saale für ine Mitglieder und deren Familien eine mu sika⸗ hrhegtralische userhaltung Si. Ingbert, 27. Juni. Nach einem uwartigen Blatte wurde durch das hiefige Schoffen- richt kürzlich ein Arbeiter, wegen Beschavigung ngerObstbaume in eine Gefangnißstrafe von 5Wochen eturtheilt. Moge diese ernfie, aber in Anbetrach etein letzter Zeit sich mehrenden Baumfrevel gewiß erechte Strase Anderen zur Warnung dienen Sit. Jugbert, 27. Juni. Sonntag den — Juni konzeriert in der Gartenwirthschafi von r. Becer eine Abiheilung der Milsatkapell⸗ . 5. Chebauxlegersregimentes. Mußfilfreunden nd dies recht erwunscht sein, da musitalische nüsse in unserer Sladt Umas selien finge in Sonntag, 28. Juni 18885. 20. Jahrg. dem Programm finden sich u. A. Piecen von Faust, Mehul, Gounod, Schubert, Flotow und Strauß. * Sonntag, den 5. Juli wird in EnsSheim das Patronsfest Peter und Paul gefeiert. — Vorige Woche wurde auf den Pfalzer Eisenbahnen bei Extrazügen ein Versuch mit der sog Dampfbremse, durch welche ein Zug plöß⸗ lich zum Stehen gebracht werden lann, gemacht. Dieser Versuch, welcher vollständig befriedigend ausfiel, soll nun auch bei den gewöhnlichen Zügen in Anwendung gebracht werden. — Wenn unsere Bauern woch nicht wissen rollten, was für eine Frau sie brauchen, so können ie sich es von dem Frhrn. v. Schorlemer⸗Alst, dem zekannten Zentrums⸗Führer, sagen lassen. Bei einer Versammlung zu Heiligenstadt, gelegentlich er Gründung eines Bauernvereins, bemerkte er u. A.: „Was hilft einem Bauer eine Feau mit inem Klavier, mit 10,000 Thaler und einem zicken Kissen hinten. ESchallendes Gelächter.) Melken muß sie können, sich auf Vieh und Hühner⸗ ucht verstehen“. So ganz unrecht hat der Frei⸗ zerr mit seiner drastischen Bemerkung übrigens nichi. — Zweibrücken, 24. Juni. Von der k. gensdarmerie dahier wurde gestern der früher in rinöd und z. 3. in Rieschweiler ansässige Kohlen⸗ sandler Z. unter dem Verdachte des betrügerischen gankerotts gefänglich eingezogen. — Flomersheim, 24. Juni. Der An⸗ ang der diesjährigen Kartoffelernte wurde vorgestern on Konrad Ehret gemacht und neue Neunwochen⸗ artoffeln gestern von demselben nach Mannheim u Markt gebracht. (F. T.) — Ludwigshafen, 25. Juni. Eine Schwimmprobe, die ihm sobald wohl Niemand nach⸗ nachen wird, hat gestern Abend der Schiffer Jakob deidrich aus Bacharach, auf dem gegenwärtig hier vor Anker liegenden Schiffe „Gustav“ beschäftigt, ibgelegt. Derselbe ist innerhalb einer Stunde zwolf Mal über den Rhein geschwommen und hat außer⸗ em einen Nachen, besetzt mit vier Kindern, mit⸗ zezogen. Gewiß eine nicht zu unterschätzende kraftleistung. — Frankenthal, 28. Juni. Eine wider⸗ iche Szene spielte sich gestern Abend um 9 Uhr in der Brücke der Turnhallstraße ab. Ein liebens⸗ vürdiger Schwiegersohn prügelte seine Schwieger⸗ nutter derart durch, daß die klatschenden Hiebe das Hekreisch der Frau übertönten. München, 25. Juni. Eine peinliche Situation. Gestern Nachmittag zwischen 2—23 hr konnte man auf dem Marienplatz in der Nähe der Hauptwache einige Damen von 18 bis 28 und vielleicht mehr Jahren bemerken, die Jede für sich auf und niedergehend, Jemand zu erwarten chienen, während zugleich Jede die Andere mit ewissermaßen herausfordernden Blicken verfolgte. Jede der Damen, deren Zahl bis zu sechs ange⸗ vachsen war, trug eine rothe Rose. Als die Uhr 3 schlug, ging die sonderbare Gesellschaft, anscheinend nißmuth'g auseinander. Wie von der Freundin iner dieser Damen vetrathen wurde, hatte ein derr, der durch Inserat eine Lebensgefährtin suchte, sfich den grausamen Spaß gemacht, 6 Bewerberinnen ur gleichen Stunde auf den gleichen Platz zu be⸗ dellen, während er sich vielleicht von der anderen Seite des Platzes die kleine Versammlung betrachtete, für welche diese Parade eine peinliche Situation sein mußte. F Vom Niederrhein, 24. Juni. Wie der „Frankfrt. Ztg.“ s. Z. mitgetheilt wurde, wur⸗ den Ende März ds. Irs. in M.⸗Gladbach zwei Mädchen im Alter von eiwa 8—10 Jahren von dem Holzschuhmacher Franz Gottfried Peters an ich gelockt, mit auf einen einsamen Weg genommen, ergewaltigt und dann in einer Flachsgrube ertränkt, vo die Leichen später aufgefunden wurden. Das Scheusal, welches die unmenschliche That verübte, nifloh nach Holland, wo es indeß schon nach eini⸗ jen Tagen verhaftet wurde. Gegen Peters wurde oeben unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor dem Schwurgericht in Düsseldorf verhandelt, welches den Angeklagten zum Tode verurtheilte. fF Aachen, 24. Juni. Gestern starb infolge ꝛines Schlaganfalles die verwittwete Frau Spiegel⸗ macher, geb. Barth. Nach Ausweis des Standes⸗ Kegisters war diese Frau im Jahre 1777 geboren, hatte daher das hohe Alter von 108 Jahren er⸗ reicht. Die Verstorbene befand fich noch bis vor kurzer Zeit im Vollbesitze ihrer geistigen Krafte. f Das Testament Friedrichs des Broßen, welches das „B. T.“ nach einer ihm ur Verfügung gestellten Abschrift verdffenilicht, ist war gelehrten Geschichtskundigen nicht unbekanni, derdient indessen thatsächlich wegen der großen Dent⸗ und Gemüthsart, die sich darin ausdrückt, veiteren Kreisen in Erinnerung gebracht zu werden. Das Schriftstück lautet: Ich überlasse Ihnen, mein ieber Nevenu, meine Staalen, meine eroberten Schlösser, meine Lander, jedoch mit dem Beding, ꝛaß Sie die kleinen Vermächtnisse, welche ich meinen Verwandten hinterlasse, berichtigen werden, als: 1. Der Königin, meiner Gemahlin, 40,000 Thlr. und zine jährliche Zulage von 10,000 Thlr. Sie hat nir in meinem Leben nie den mindesten Verdruß gegeben, schätzen Sie sie, so, wie ihr unerschütter⸗ icher Charakter es verdient. 2. Dem Prinzen Heinrich hinterlasse ich 200,000 Thlr. und den Trisopasen⸗Ring, so ich getragen, nebst 50 Antheil Ungarischen Weins. 3. Dem Prinzen Ferdinand 50,000 Thlr. und eine Kutsche mit 6 Pferden. 14. Der Prinjzessin Ferdinand jährlich 10,000 Thlr. ind ein silbern Service. 5. Der Prinzessin Amalie 10,000 Thlr. und eine Tabatiere mil Brillanten. b. Der Herzogin von Braunschweig 50,000 Thlr. und ein silbern Service. 7. Meinem Neven, Her⸗ og Friedrich von Braunschweig 50,000 Thlr. 8. Dem regierenden Herzog von Braunschweig zwei steitpferde. 9. Dem Herzog Friedrich Wilhelm an Braunschweig eine Tabatièere mit Vrillanten. J — — r — — — Mermnißchtes. fKarlsruhe, 24. Juni. Der „unschuldig berurtheilter, der jüngst seine Reise durch die Blätter antrat, Christian Haberstroh, der gestern ind heute im Wiederaufnahmeverfahren vor dem ziesigen Schwurgerichte stand, hat die goldene Frei⸗ jeit nur sehr kurze Zeit genossen, denn er wurde jeute wiederum des Hausfriedensbruches, des straf⸗ zaren Eigennutzes und der Verleidung zum Meineid ür schuldig befunden und zu 3 Jahren und 1 Monat Zuchthaus, von denen er schon 184 Jahr ibgesessen, verurtheilt. Haberstroh, ein vielfach orbestrafter, abgefeimter Winkeladvokat, der aller⸗ zings in dem Strafgesetzbuch sehr gut Bescheid veiß, hat seine Freiheit dazu geglaubt benützen zu nüssen, einen Hauptzeugen in der gegenwaͤrtigen Berhandlung abermals zum Meineid zu verleiten, o daß wit in der nächsten Schwurgerichtsperiode »en Habersiroh wegen dieses neuen Verbrechens piedersehen werden weil er beständig mein Freund gewesen. 10. Der Herzogin von Wurttemberg 20,000 Thlr. 11 dem Herzoge, ihrem Gemahl, einen Brillantring I2. Der Landgrafin von Hessen⸗Kassel 10,000 Thlr. Ich empfehle Ihnen, mein lieber Neveu, mein braves Heilitar und meine würdige Armee, meine alten Dffiziere, vorzüglich Diejenigen, so ich um mich gehabt; mein ganzes Haus und meine Bedienten dehalten Sie in Ihrem Dienste, und wenn sie all werden, geben Sie Ihnen Versorgung. Mein erstes Baiaillon Garde und meine Garde du Korpt jedem 2 Thlr. und den alten Stabsofflzieren eint Joldene Medaille, worauf Sie eine der vorzüglich⸗ jen Begebenheiten des 7jahrigen Krieges werden schlagen lassen, damit sie sich meiner und des er⸗ orbenen Kuhmes erinnern iönnen. — Diese klei— nen Vermächtnisse, so ich gemacht, sind nicht aus meinem Schatz, sondern aus meiner Chatulle; ersterer gehött dem Sitaate, letztere aber habe ich gesammelt. RKonig zu sein, ist ein bloßer Zufall. Vergessen Sie nie,mein lieber Neven, daß Sie Mensch sind — Ich hoffe, es werden sich keine Streitigkeiten in meiner Familie erregen; möge doch die Eintracht bestandig unter Ihnen herrschen zum Ruhme Ihrer Vorfahren. verursachen, geben wir Ihnen achtundvierzig Stunden Zeit, um Rom zu verlassen!“ Der Gesandie wurde bleich wie eine Leiche, stammelte verlegen einige Worte und verschwand. Rach zwei Tagen haltte derselbe Rom verlassen. Das Couvbert, welches für ihn beim Hofdiner zu Ehren der internationalen Sanitätslonferenz gededt war, blieb unbenutzt. Die Entdeckung war gerade nuf jenen Tag gefallen. GGie Sirbome der, Erde) Stanlen nacht in dem 6. Kapitel seines neuen Buches anen interessanten Vergleich der Strome der Erde Mit welchen Augen — sagte er — würde mar zen Congo hetrachten, wenn man auf einem Dampfer stände, wie sie den Mississippi befahren, der mit einer Geschwindigkeit von zwölf Knoten den Strom durchschneidet und ein von einem be⸗ wahrten Sonnensegel geschütztes Promenadended besitzt, auf welchem man auf und niederschreiten ana, während in üppigster Weise auch für —X ind Logis gesorgt ist. Ich glaube, man würde dem Congo den Vorzug vor allen anderen bekannten Flüssen geben. Unwillkürlich stellt man Vergleiche in. Der Rhein? Nun, der Rhein ist selbst an seinen malerischsten Stellen nur ein mikrostopisches Miniaturbild des unteren Congo, aber um diesen jehdrig zu sehen und zu würdigen, muß man auch den Rheindampfer mit seinem Wein, seiner Tafel ind seiner bequemen Einrichtung haben. Der mississippi? Der Congo ist anderthalbmal länger ind gewiß acht⸗ oder zehnmal so breit als der Mississippz; man kann wohl ein Dutzend Canãle muswahlen, an denen man eine hübschere Vegetation indet, als an dem amerikanischen Strom. Es ehlt diesem die Palme und der Kalmus, während ener ein Dutzend Palmenarten, Herden von Fluß⸗ ferden, unzaͤhlige Krokodile, am Ufer des Feft⸗ andes und der Inseln lustig umherspringende Affen, wie Schildwachen im Zwielicht des dunkeln Waldes stehende Elefanten, auf der reichen Gras bene weidende braune und schwarze Büffel, große Schaaren von Ibissen, schwarze, grüne und weiß Papageien und Perlhühner aufzuweisen hat. Der Heifsissippi ist ein ziemlich breiter Fluß von graue Farbe, der von niedrigen Ufern eingeengt wird ind an dem hier und da Stadte mit Holz⸗ und Steinhausern liegen; aber der Congo ist auf seiner inken Halfte theefarbig und auf seiner rechten faß kreideweiß. Man hat die Wahl, Thee oder Milch hordeaur oder Rheinwein. Und was die Städtt anbetriffi. so hoffe ich, daß diese auch noch ent · slehen werden, wenn die allgiltige Vorsehung unser Werl segnet: vorldufigist an seinen geräumigen 7. 9 — WVecker's Biergarten. Morgen (Sonntag) bei gũnsftiger Witterung: ZWoi 0 Wei grosso Concorto, das erste nachmittags um 3 Uhr, das zweite abends um 1/38 Uhr beginnend nusgeführt von einer Abtheilung der Kapelle des 5. Chevaurlegers Negiments aus Saargemünd. Eörntrée 20 Pfg. 4 Jersaa. D Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein . Joh. Weirich. St. Ingbert, 27. Juni 1885. Afern Raum genug für fie und das halbe Europ— und noch Plaß übrig. Der Nil? Man frage die zraven eaglischen Soldaten, welche sich über di tataralte hinaufgearbeitet haben, wie sie über einen Festtagsausflug auf dem Nil denken. Die Donau Sie kann hinsichtlich der Scenerie im Vergleich un dem Congso gar nicht genannt werden. Die Wolga Noch weniger. Der Amazonenstrom? Auch nicht Man muß den Amazonenstrom sehr weit hinauf⸗ fahren, ehe man eine Landschaft findet, welch auch nur annähernd der Congo⸗Scenerie gleichlomm 7 New⸗York, 21. Juni. Waährend ir einem Cirkus in Charleston, West⸗Virginien, eir gefüllter Ballon des Aufsteigens harrte, neigte er fich dem Ofen zu, wo das Gas erzeugt wurde und gerieth in Brand. Hierdurch wurden di Leuie, welche den Ballon an Striken hielten, er schreckt, und sie ließen die Strike los. in Folge dessen der Ballon mit dem Luftschiffer Mr. Clarent Williams, welcher sich in der Gondel befand, auf— flieg. Der Ballon erhob sich sehr schnell bdis z einer Höhe von 1000 Fuß und plazte alsdann Mr. William stürzte auf die Erde, nachdem sich seir Koörper in der Luft mehrmals überschlagen hatte Seine Arme, Beine und sein Rücken waren ge brochen, und sein Korper wurde zu einer formlosen Masse zerschmeitert. p Rom. Ein enormer Skandal in der diplo⸗ matischen Welt — bei dem es fich um nichts Ge— ringeres handelt, als um die Entdeckung eines Falsch⸗ pielers in der Person eines beim Quirinal alkre⸗ urlen Gesandten, dessen Name und Nationalität noch verschwiegen werden, versetzt hiet alle Welt jn Aufregung. Seit langer Zeit hat in dem — Cuecia“, zu dem alle Diplomaten gehdren, das fortwährende Gewinnen rines Gesandten bei dem hohen Spiel, welches in dem genannten Klub getrieben wird, die größte Aufmerksamkeit erregt. Endlich schöpfte man Ver⸗ dacht. Der Graf Andonelli, welcher als Ordner im Epielsaale waltete, nahm seine Maßregeln und donnte sich sehr bald davon uüͤberzeugen, daß der Gesandie, den man im Verdacht haite, in sehr Jeschidter, kaum bemerkbarer Weise die Karten mit rinem Zeichen versehen, dem er seine fabelhaften Wewinnfte verdanite. Als derselbe vor einigen Tagen, nichts ahnend, im Spielsaale erschien, fand er die Verwaltungsräthe schweigend um einen Tisch sihend. Während der Gesandte zum Spiel heran⸗ rat, erhob sich der Graf Antonelli und sagte ihm tutz und troden ins Gesicht: „Seit einiger Zeit berdarg sich hier im Klub von Edelleuten ein Spitz⸗ bube; heute haben wir die Beweise in Händen, daß Sie dieser Schurke sind: ohne Skandal 20 ü— — — — Landwehr⸗Verein. Marktberichte. Ensheim, 285. Juni. (Viktualienmarki.) Vutnter per/ Kilo 1M. 20 Pf. Eier per Dußend 70 5 Zweibrücken, 25. Juni. (Fruchtmittelpreis und Bit tualienmartt.) Weizen O M. — Pf. Korn O M. — 9 Werste zweireihige d M. — Pf. vierreihige O M.— 9 Spelz õ M. — Pf., Spelzltern — M. — Pf., Dinke — mi. — Pf. Mischfrucht O M. — Pf., Hafer O M — Pf. Erbsen d M. — Pf., Widen d M. — pj. Heun3 M. — 2 Stroh JQual. 2 M. 40 Pf., II. Quai I M. 80 Pf., Kartoffeln 1Me80 Pf., Weißbrod I!/ gilt 58 Pf., Kornbrod 8 Kilo 65 Pf. Gemischtbrod 8 Kilt 80 f., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qul 60 Pf, iI. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel leisch 60 Pf, Schweinefleisch 50 Pf., Wein Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf. Butter?/3 Kilogr. 1 M. — Pi. Fur die Redaktion veranwortlich: F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Waesland“ Kapildr Ueberweg, welcher am 13. Juni von Anmerpep abging, ist am 25. Juni wohlbehalten in Rewhor annekommen. — Wegen vorgerückter Jahreszeit ver kaufe die noch vorräthigen Strohhüte zu herabgesetzten Preisen. Empfehle Filzhute und al Sorten Kappen zu sehr billige Preisen. Auch ist eine Parthie Cyliuder hüte zum Ausleihen angelommen Wiuheim Sties NKappenmacher. Heute Sonntag J — Vanille Lis. Sonntag, 28. Juni, Mintage 24 Uhr in der Wirthschaft von Wiw Joh. Mayher, außerordentliche Generalversammlung. Um zahlreiches Erscheinen wird ge⸗ gebeten. Der J. Vorstand. Sonntag, den 28. Juni 2 Harmonie-Musik in der deussersthen Gartenwirthschaft. Eentee ↄ20 pf. Dös, Photograph aus Kirchheimbolanden u. Alzei Spezialist in Vergroͤßerungen nach alten Bildern, in Gruppen⸗Aufnahmen und dandschaften. Arbeitet auf kurze Zeit in einen extra dazu erbauten Atelier in dem Hofe des Herrn Conditon Beorg VRickel in St. Ingbert. Aufnahmstage find Samstag, Sonn⸗ zag und Montag. Da ich das Beste leiste, woas auf dem photogr. Gebiete bekannt, sehe ich zeneigtem Zuspruch entgegen. — mMutster⸗Arbeiten — konnen jederzeit bei mir eingesehen werden. D. O. Juteresanleste Wochenschrift für das gebildete —8 Deutsches Montags⸗Blatt. Diese litterarisch⸗politische Zeitschrift erslen Ranges, welche am zeitungslosen Tage, dem Montage, erscheini, verbindet die Vorzuge einer unterhaltenden und anregenden Wochen⸗ chrift mit denen einer wohlinformirten, reich mit Nachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Jeitung, und so entspricht das „Deutsche Montags⸗Blatt“ in seiner Doppel⸗Ratur einem nschie denen Bedurfniß des gebildeten Lesepublilums, wofür die große Verbreitung den besien Veweis liefert. Außer den Beiträgen der regelmäßigen Milarbeiter liegen bereitt eine Neihe sehr interefsanter Artilel oder Zusicherungen solcher fur die nächsten Quartale von Schriftftellern vor, die theilweis schon zu den gefeiertsten unserer modernen Autoren gehbren: Karl Blind, Alexander Baron Roberts, Otio Roquette, P. K. Rosegger, H. Bil⸗ inger, E. Vely, Mat Ring, Hedwig Dohm, A. Weber, F. v. Holtzendorf, Ostar Blumen⸗ hai, Neumann⸗Hofer, Ferd. Groß, Aler. Vloszkowsli, Hermann Sudermann, Herm. Hei⸗ berg, Otto Brandes, Karl Prdll, Paul von Schoͤnthan, Albert Trager, Emil Schiff, Sara Hußler, Wilhelm Raabe, Robert Byr, Woldemar Kaden, B Oulot, Emil Peschkau, Karl cmil Franzos, Carlos von Gagern, Konrad Telmann, M. v. Ebner⸗Eschenbach, W. Wyl ꝛc Außerdem ist das „Deulsche Montags⸗Blatt“ in der beoorzugten Lage paul heyses neueste Rovelse aner dem TZuel „jimmlische u. irdisthe siebe zu verbffentlichen, welche, soweit sie bereits erschienen, neu eintretenden Abonnenien grati⸗ nachgeliefert wird. Aile Reichspostanstalten u. Vuchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise don 9 Mark 50 Pf. pro Quarial entgegen. Bei Postbestellungen verweise man auf Rr. 1455 der hoft⸗Zeilungs⸗Preisliste pro 1888. Inserate finden durch dieses fast ausschließlich in der seinsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hotels, Restaurants, Konditoreien ꝛt wußiiegende Blait eine sehr zwecmäßige Verbreitung. Probenummern versendet gratis un' raneo die Expedition des, Deutschen Montagqs⸗Blatt, Berlin 8W. Drud um Verlod von F. X. Demeß in St. Inab⸗ri J. Rickel 1000 Mark —XXO Gebrauch von —XEV aà Fi.Go BI und 100 Ft. jemals wieder Zahnschmorter eremmi. S. Goldmann⸗ Fie, DPresden. — Za haben in ðt. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Hierzu als Beitane lUllgemeiner —X Mnigareich Bayern Rr. 193 M — e an geitu— nta⸗ Hlail⸗⸗r. 18. vxi. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — . — —— — — —AA ——„————————— * St. Jugberter Auzeiger erscheint wbchentlich füufmalr Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ Ratt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiahrlich 1 A 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 H, einschließlich ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einurũckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Naum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 H, Neclamen 80 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 12868. Montag, 29. Juni 78585. 20. Jahrg. — Die Diplomatie und die inter⸗ nationale Gesundheitskonferenz in Rom. Die in Rom vor einigen Wochen zusammenge—⸗ relene internationale Gesundheitskonferenz hat sich Mitte dieses Monats his zum November vertagt, nachdem fie den einen Theil ihrer Aufgabe, den vissenschaftlichen, verhältnißmäßig rasch erledigt hat. Die in der italienischen Hauptfiadt versammelt ge⸗ wesenen wissenschaftlichen Autoritäten auf dem Ge⸗ ziete der Gesundheitspflege haben in ihren Berath⸗ ungen und Beschlüssen in erfreulichster Weise dar⸗ — 0— hnen gestellte hochwichtige Aufgabe zu loͤsen und den Weg vorgezeichnet, auf welchem es ermöglicht wird, der Gefahr der Ausdehnung ansteckender Krankheiten zu begegnen, soweit dies im Machtbe⸗ reich der medizinischen Wissenschaften liegt. Der diplomatie liegt es nun ob, fich über die Aus⸗ ps der gefaßten Beschlüfse zu verständigen und aß fie hiermit nicht bis zum Wiederzusammentritt der Konferenz warien darf, lehrt schon ein Blick auf die von Spanien her dem übrigen Europa abermals drohende Choleragefahr. Hier sind aber aun verschiedene Schwierigkeiten zu überwinden und zuf welcher Seite dieselben hauptsächlich zu suchen ein dürften, darüber belehrt uns ein Bericht des Dr. G. Daremberg, einer der dersten Größen in Hesundheitsfragen, den das Journal des Debats“ zringt und aus welchem folgende Ausführungen es erdienen, wiedergegeben zu werden. Daremberg spricht es offen aus, daß an der etzten Verbteitung der Cholera in Europa niemand mnders schuld sei als England, „weil Egypten und suropa so lange geschützt waren, als die durch die Ronferenz von Konstantinopel vorgeschriebenen An⸗ dnungen gewissenhaft befolgt wurden; England lam nach Suez, seine Pflicht als gefitiete Nation vare gewesen, diese Vorschriften zu verbessern und edenfalls streng auszuführen; aber England ver⸗ eimlichte im Gegentheil die aus Indien durch seine Schiffe eingeschleppten Cholerafälle, zerstörte die Thäangkeit des Gesundheitsraths in Alexandrien, in⸗ em es denselben in eine englische Einrichtung um⸗ vandelte, und erschloß die ganze große Vorhalle kuropas der indischen Cholera!“ Daremberg halt ie Aufgabe der Diplomatie, Abhilfe zu schaffen, iur nicht leicht, da die englischen und indischen delegirien gegen die Hauptbestimmungen der Kon⸗ exenz gestimmt haben. Am Schlusse eines histori⸗ chen Rudblids auf die Geschichte und die Arbeiten der Konferenz spricht Daremberg sein Bedauern darüber aus, daß die im Kaspischen Meere zu neh⸗ menden Maßregeln gänzlich nußer Acht gelassen wurden, und er hoffi. daß Rußland aus eigenem Antriebe die Einschleppung der asiatischen Cholera ber Afghanisftan und Persien zu verhindern fich beftreben werde Daremberg hebt hierauf hervor, aß der Delegirte Deutschlands, Dr. Koch, die fran⸗ ü hen Mitglieder der Konferenz während der erathung des vortrefflichen Sanitaisreglemnents un ⸗ eweßt aufs wirksamfte unterstützt und zu dessen e aufs kräftigste beigetragen habe, und fügt n Wunsch hinzu, daß die im Nobember wieder usfammen lretenden Delegirten sich des weiteren auch dem Gesundheitsrath von Alexandrien und internationalen Gesundheitspolizei des Rothen eres beschaftigen mögen. „Wenn“, sagt Darem⸗ 9 im „Journal des Debats“ schließlich, „alle enschaftlichen Machie ˖ Furobas ihren Vertretern hestimmte Weisungen ertheilen, so kann Englandey uicht auf der Verweigerung jedweden Zugeständnisses zesiehen, um so mehr, als die Berathung auf die vissenschaftlichen Errungenschaften, die Rechte der dumanitat und den gesunden Menschenverstand be⸗ zründet ist.“ Haoffentlich wird es dem mächtigen Einflusse des ‚eutschen Reichskanzlers gelingen, sich auch in dieser dinsicht geltend zu machen und die so nothwendige Zerfländigung der Diplomatie über die Ausführung )er in Rom von der Gesundheitskonferenz beschlosse⸗ nen Maßregeln herbeizuführen. Staat machen kann, denn durch die bisherigen Be⸗ cathungen ist dargethan worden, daß die Einigkeit unter den gemäßigten Republikanern noch keine be⸗ sondere ist. Andererseits sind aber auch die Bona⸗ art isten und Royalisten in ihren Bestrebungen für den Wahlfeldzug sich zu einer einzigen konservativen Partei zu verschmelzen, noch nicht weit gekommen ind ist es noch sehr fraglich, ob dieser schöne Bund iberhaupt zu Stande kommen wird. — In Algier st es infolge des Verbotes der Aufführung einer Iperette in der Sabiesprache zu Ruhestiörungen Jekommen, infolge dessen sieben Verhaftungen vor⸗ Jenommen wurden. Dem Zwischenfall wird indessen seine weitere Bedeutung zugeschrieben. —ZB—— Politische Uebersicht. *Der Herzog von Edinburg, det weitälteste Sohn der Königin Viktoria, ist am Frei⸗ ag in Kissingen eingetroffen. Ob er blos zum Zuürgebrauch nach Kissingen gekommen ist oder ob r die Mission hat, den Fürsten Bismarck gegenüber den Anspruchen des Herzogs von Cumberland auf den braunschweigischen Thron nachgiebiger zu flim⸗ nen, entzieht sich vorläufig noch der Beurtheilung. Ein Abgesandter des Königs Kalakaua befindet ich, dem, Hann. Cour.“ zufolge, auf dem Wege nach Washington, um Unterhandlungen für Einver⸗ eibung der Sandwich⸗Inseln in die Bereinigten Staaten von Amerika anzuknüpfen. Die Sandwich⸗Inseln bilden das Koͤnigreich Hawaii, eit dem Jahre 1864 eine konstitutionelle Monarchie, deren gegenwärtiger Herrscher Kalakaua J. am 12. Februar 1874 vom Parlament gewählt worden ist. die Inseln haben eine Bevölkerung von etwa 75,000 Einwohnern. Der amerikanische Einfluß ist seit Jahren überwiegend. Die Ausführungsvorschriften, welche soeben die Isterreichische Regierung zu dem geseßlichen Berbot der Sonntagsarbeit erlassen hat, sind sehr helehrend und müßten auch auf die Sonntagsfana— tiker ernüchternd einwirken. „Die Nordd. Allgem. Ztg.“ veröffentlicht eine Liste der Einschrankungen, velche der osterreichische Handelsminister zu dem Herbot der Sonntagsarbeit angeordnet hat. Danach sind nicht weniger als 89 Gewerbe, darunter gerade iejenigen, welche die meisten Arbeiter beschaftigen, janz oder theilweise von der obligatorischen Sonn⸗ agsruhe dispensiri. Ferner ist noch den Provinzial · ind Lotalbehorden die Befugniß zuerlannt, besondere Ausnahmen zuzulassen. VDie Nordd. Allg. Ztg.“ hemertt dazu? *, Der Grundsatßz: „Alle Ausnahmen nachen die Regel“, scheint uns hier seine Giltigkeit zu verlieren. Von der Regel, das heißt von der zbligatorischen Sonntiagsruhe bleibt nur sehr wenig ibrig; die Ausnahme, d. h. die Sonntagsarbeit ist zas in Wahrheit allgemein Giltige, und die oͤster⸗ eichische Gesehgebung würde es sich daher unseres krachtens sehr diel sichter gemacht haben, wenn fie ine Liste detjenigen Betriebe aufgestellt hätte, in zenen Sonntags nicht gearbeitet werden darf. Ein Wiener Blatt bdringi seit Wochen täglich Anfragen us dem Publikum, da der Zweifel über dies, was Sonntags erlaubt, was verboten, Legion ist. Die Schneider fragen, ob sie Sonntags ihre eigenen Beinlleider flicen dürfen. In der Werkstatt nicht, n der Privatwohnung ist es erlaubt. Reparaturen jon Leitungsröhren in Etablissements sind ausdrück· lich gestattet. Als nun in einem Privathause Sonn⸗ lags das Wasserrohr brach, wollte kein Arbeiter re⸗ pariren, um sich nicht strafbar zu machen. U. s. w. — * —— — — DSeutsches Reich. Berlin, 27. Juni.Die Ausschüfse des Bundesraths haben heute den Vertrag des Reiches mit dem „Norddeutschen Lloyd“ in Bremen über die Dampfersubvention angenommen. Berlin, 27. Juni. Die von dem Bund der Bau⸗, Maurer⸗ und Zimmermeister eingesetzte dommission zur Ueberwachung der Streikbewegung verbreitete ein Zirkular, worin es theißt: Die stommission ist der Meinung, daß die jetzige Ar⸗ zeitseinstellung überhaupt ihren nachtheiligen drohen⸗ den Charalter verlieren, wenn ein partieller oder allgemeiner Streik als vis major angesehen würde, welche den Betrag zwischen den Bauherrn und Bauunternehmern ohne weiteres aufhebt, so daß eine Konventionalstrafe für verzögerte Fertigstellung eines Baues nicht erhoben werden, auch dee Bau⸗ herr nicht berechtigt sein dürfte, sich wegen des durch die Bauverzögerung entstandenen Schadens an den Unternehmer zu halte. Braunschweig, 27. Juni. Die Bekannt⸗ mnachung des Regentschaftsrathes, welche den Land⸗ tag auf den 20. Juni einberuft, ist heute amtlich publizirt werden. Srankfurt, 28. Juni. Der geschaͤftsführende ALusschuß des Kolonialbereins hat in seiner letzten Sitzung die Frage erwogen, ob Südbrafilien als ein geeignetes Gebiet für die deutsche Auswander⸗ ung zu betrachten sei, und ist zu dem Schluß ge⸗ lommen, in theilweisem Gegensatz zu Auffassungen in höheren Regierungskreisen, die Frage mit „Ja“ zu beantworten. *In Frankre ich beherrschen die heran ⸗ rahenden Neuwahlen zur Deputirttenkammer mehr ind mehr die poiitische Lage. Alle Parteien sind )ereits vabei, ihre Vorbereitungen zu treffen und Jaben die Radikalen sogar schon ihren Wahlaufruf tlafsen. Was die gemäßigt republikanischen Frak⸗ tionen anbelangt, so bemühen sich dieselben zu einem jemeinsamen Vorgehen zu gelangen und haben fie u diesem Zwecke in Paris ein besonderes Komité ingesetzt. Dasselbe hat auch in den letzten Tagen viederholt Sitzungen abgehaiten, mit deren Rejsul⸗ Aten indeßen das Komite gerade keinen großen Auslaud. Paris, 27. Juni. Ein Privatbrief theilt nit, daß die Torpedoboote Nummer 46 und 47 dei Pescadorcs am 17. April untergegangen find. Die Besatzungen sind gerettet, Details fehlen. — Dem „Temps“ zufolge beabsichtigt die Regiecung ein Geseß einzubringen, wodurch sie ermächtigi vird, den Eingangszoll auf Produkte derjenigen dander, welche Frankreich nicht die Behandlung der neistbegünstigten Nation zugestehen wollen, um unfzig Prozent zu erhöhen. Das Giseß würd⸗ sofort auf Rumänien Anwendung finden, falls Rumänien in seiner Halltung beharrt. Madrid, 28. Juni. Gestern sind hier zwei Cholerafälle konstatirt worden. — Die Gerüchte von einer ministeriellen Krifis dauern fort. ELondon, 28. Jani. Lord Salisbury hat dem franzosischen Botschafter Waddington gegenüber —A leb⸗ haften Wunsche Ausdruck gegeben, die schwebenden Fragen in Uebereinstimmung mit Frankreich zum Abschluß zu bringen. n unserer Stadt für mufikalischen Genuß bestens jesorgt. Bei Wirth Weirich konzertirte nämlich aAn Theil der Kapelle des V. Chevaurlegers-Regi- nents aus Saargemünd, in der Gartenwirthschaft »on Heusser die sogenannte Stadtkapelle. Wahrend rum die erstere mit Vorliebe Piecen aus Opern, diedet etc. ec. zum Vortrage brachte, suchte die Stadttapelle durch lustige Weisen, Tanze u. dgl. as Ohr zu erfreuen. Beide Wirthschaften waren nfolge dessen ziemlich gut besucht. gzaiserstautern, 26. Juni. (His- nard⸗Obelisk) Wie der „Pf. Pr.“ mitgetheilt wird. sind heute von Herrn Emil Schandein, Zrauereibesiher in Milwaukee, 1000 Mark ange— ommen, welcher Betrag auf die Errichtung eines Obelisken zu Ehren des Fürsten Bismard und auf zie Herstellung einer schoönen Waldanlage auf dem Riesigen Friedensplatze zu wenden isth.. gdJem ordenilichen Professor der Rechte an zer Univerfität zu Halle, Geh.Justizrath Fitting geboren zu Mauchen he im) wurde der preußische — Rothe Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife ver⸗ Sterbesfaãlle. iehen. Gestorben: in Zweibruͤcken Friedrich Korn, — Frankenthal, 25. Juni. (Streit mit sen. 78 J. a.z in Reustadt Fräulein Florentine chlimmein Ausgang.) In der Maschinenfabrik von Louis; in Neunkirchen Wwe. Louise Schmidt Aein, Schanzlin und Becker geriethen heute zwei zeb. Rohrbach, 61 J. a. Arbeiter wegen unbedeutender Ursache in Wort — TAꝛ — vechsel, in dessen Verlauf der eine dem anderen — Fur die B-daltion ver⸗nirortlich: F. *. Demne ine glühende Eisenstange mit solcher Gewalt X. Y. 8. Diesen geheimnißvollen Titel führt wischen die Rippen stieß, daß dieselbe bis auf die eine. in der ersten Julinummer der seit Januar zunge drang, Der Beschädigte, Vater von fünf n Berlin erscheinenden, echt volksthumlichen Zeit⸗ inerzogenen Kindern, wurde in das Spital ver⸗ chrift „Was Ihr wollt!“ beginnende hochinteres⸗ hracht und besteht wenig Hoffnung. ihn am Leben gnte Geschichte „aus den Papieren eines alten u erhalten; der Thater, ein lediger Bursche aaus driminalbeamten“, die, wie wir verrathen sppftein, wurde, wie man dem „Pf. K.“ meldet, dürfen, die intimsten Pfade des Verbrechens ent⸗ ofort in Haft genommen- hüllt. Das Manuskript derselben. das der Oeffent Vermifte. ichteit aus Rücksichten besonderer Natur vorent⸗ Gie neuen Schlosser Sr. Maj. halten werden sollte, gelangte durch Zufall aus desKönigs von Bayern) Das Konigs- einem Nachlaß in die Hünde der Verlagshandlung, schloß auf Herren-Chiemsee wird ein potenciries die es nunmehr zu publiziren fich entschlossen hat. Versailles mit einem riesigen Wasserwerke, welches da das Vierteljahrsabonnement auf das genannte ur Belebung der Wasserkünste in einer Stunde Blatt (bei allen Buchhandlungen und Postanstalten) Aner größeren Wassermenge bedarf, als die Refi⸗ nur 1 Mark beträgt, so dürfte die Lektüre dieser enzstadt München in einem ganzen Tage. Augen⸗ SEnthüllungen Jedermann zugänglich sein. „Wat lidlich werden die Gemächer, die sogenannte kleine Ihr wolli!“ gehört übrigens schon heute durch die dalerie und das feenhafte Badezimmer ferliggestellt. Borzůuglichkeit seines Inhaltes zu den meist gelesenen hon der Pracht der Vergoldung, der Stickereien, Blaͤltern, obwohles erst auf ein Halbjahr des Fe Dekorationen, Möbel und Geräthe — Alles Frscheinens zurückhlickt. auflage oo, des verbreitetsste au „eutschen Blatter überhaupt; außerdem er⸗ einen Uebersetzungen in awoͤlf fremden 2pra* im Stile von Louis XV. — macht man sich keinen Begriff. Der Thronsaal der neuen Burg von ʒohenschwangau scheint in byzantinischer Pracht zie Wunderträume der erregtesten Phantasie zu er— üllen. Auf Schloß Linderhof, diesem zierlichen krianon zwischen den bayerischen Bergriesen, werden ben die alten Schlafzimmer niedergerissen, an ihrer Zztelle entsteht der Neubau eines großen Schlaf⸗ aales im Stile Louis XV. nach dem Muster jenes von Herrenchiemsee. An der österreischen Grenze erhebt fich das malerische Bergschloß Falkenftein. Aus einem einsamen Waldthale in der Nähe dez Plansee's steigt noch ein wundersames Bauwerk mypor, die Rotunde, Hubertuspavillon“. Fall alle diese Bauten sollen der „Wiener Allg. Ztg.“ zu— zolge bis zum Herbste vollendet sen. Lyon, 28. Juni. Gestern fand hier eine VBersammiung von 10,000 Seidenwebern statt; das Komité derselben will sich morgen mit den Fabrikanten benehmen, man befürchtet Arbeitsein⸗ ttellung. vud leitche Nachrichten. *St. Ingbert, 29. Juni. Trotz der großen Hitze, die zum Besuche von Festlichkeiten, welche in geschlossenen Räumen stattfinden, gewiß nicht anzieht. war die A Abend im Ober⸗ hauser'schen Saale vom Krie gerverein artan⸗ zirte musikalischtheatralische Unter⸗ daltung jsehr stark besucht. Die Vereinsmitglieder hatten sich mit ihren erwachsenen Angehörigen so zahlreich eingefunden, daß Spaäterkommende Mühe hatten, ein Plätzchen zu erhalten. Das Programm hot nicht weniger als 17 Nummern: Gesangs⸗, Alavier⸗· und ViolinPiecen, sowie Theatralisches. Eroöffnet wurde die Unterhaltung mit einer 4hän⸗ digen Klavierpiece; darauf folgten daun in bunter Abͤwechslung die übrigen Nummern, deren Ausführ⸗ umg durchgaͤngig reichen Beifall fand; besonders gilt dieses von einem heitern Polka⸗Mazurka, vor⸗ getragen auf der Violine von dem neunjahrigen Schl. unter Klavierbegleitung. Die Pointe des Abends bildete jedoch der Schwank mit Gesang: „Im Lager vor Paris oder Füsilier Kutschke.“ Die Mitwirkenden, Soldaten wie Marketenderin, erregten durch ihr gutes Spiel die größte Heiterkeit bei den Zuschauern und ernteten zum Schlusse allgemeinen, ebhaften Beifall. Eine recht anziehende Nummer des Programms war auch das lebende Bild mit bengalischer Beleuchtung: „Der gute Kamerad.“ — Fin starkes Gewitier war für Manche die Veran⸗ lassung, die Unterhaltung schon vor dem Schluffe derselben zu verlassen. Die Mehrzahl hielt jedoch wader siand. Auch S. Maß. des Konigs wurde im Laufe des Abends gedacht, auf Kommando des Vorstandes wurde demselben ein kraftiger Krieger⸗ Salamander geriebeenn. S. Inabert, 29. Juni. Gestern war in ãA— am Dienfiag, den 30. d. Ris. öchin Abeads 5 Uht. “gesucht, die gut bürgerlich kochen kann, Tagesordnung: lieeißig und reinlich ist. Die Exvbedition 1. Schulwesen. agt wo. 2. Bruͤnnen zu Schnapphach. — — — 3. — einer Spinnerei. 20 bis 30 Spoppen, J 1. Trottoir⸗Anlage.— 3.Aushebung des Baches in den süße Milch Stauchgarten. loͤnnen taglich abgegeben werden bei 6. Stand der Gemeindelasse. FgSoseph Uhl, Baͤder. 7. Arbeiter⸗Kranken⸗Versicherung. —8 Kaiserstraße. St. Ingbert, den Juni vn —— — — Der Bürgermeister —VWV — vis e un Ieldulgs Auuf dem Wege von St. Ingbert A nach Oberwürzbach wurden Scheine ů— gestern, Sonntag, Morgen 6 photogr *, Bruft⸗Bilder verioren. Der tred⸗ für die Gemeindekrankenver uͤche Finder wolle dieselbe · in det Et⸗ 25* sicherung pedition d. Bl. gegen Belohnung ab— sin zu haben in der Druckerei heben. cdes „St. lnoberter Anzeiqer.“ Die Modenwelt. „Uustrirte Zeitung fün Soilette und Handar⸗ deiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Preis zierteljahrlich M. 1.25 75 Ar. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letien und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be⸗ schreibung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwasche ur Damen, Madchen vnd Knaben, wie für ʒas jartere Kindesalter umfassen, ebenso die Zeibwasche fur Herren und die Bett⸗ und kijchwasche etc., wie die Handarbeiten in ihrem zanzen Umfange. — 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern ar alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren .cc.. Abonnements werden jederzeit angenymmen hei allen Buchhandlungen und Posianstalten. gtrobe⸗Nummern gratis und franco durch zie Expedition, Berlin W, Votsdamer Str Mien J DOperngaoks⸗-0 Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller —XEC und Litho- graphie vorxommandon deucxkarbeiten 2 emphehlt aich die“ Buch- uncè Steindruckerei F. X. Domotz2 Vorlag dest. Iagbortor Anaviger 8t Inebert. — —— Is — Billiger Wazar 63 Oivarr — n—. Qua li tt Stück Pfs. 0 20 —. * P A666 7 5 40 ugbert. 4.* Zuweibrücker Tagblatt, qark verbreitei in Stadt und Bezirk Zweibrücken sowie in den Bezirken dHomburg und Pirmasens, erscheint 6 Mal wöchentlich mit 4 Unterhaliungsblättern, worunter ein 8 Seiten umsassendes ilusirirtes zum Vierteljahrspreis von 1M. 40 Plfg . durch die Post bezogen 1 M. 75 Pfa. (hne Bestellgebuhr)jsjs. Orcgan zur werksamen Verbreitung von Anzeigen in der Westpfalz, besonders in der Stadt Kwei⸗ brücken nebst Umgegend. — g3 Zum gefl. Abonnement filr das bevorstehende III. Quartal —8 sadet ergebenst in i h n n zu Jedermanns 800 MU 8 Gebrauch ind Vets vorrathig in det Drucfer⸗ r⸗⸗ St. Ingberter Anzeigers· Ima un versac von FX X. 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An — ine in. 47 J J—— * * F Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Sams tag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ galt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blat Lostet vierteljahrlich 14 60 ⸗ deinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 758 4, einschließlich O ⸗Zuflellungsgebuhr. Die Einrücknugsgebühr sur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt. 18 H, Neclamen 30 H. Bei 4maliger Einrückung wird nur vreimalige berechnet. Dienstag, 30. Juni 1888s8. a 20. Jahrg. — —2 Deutiches steich. — Berlin, 27. Juni. Gegenüber der von russi⸗ chen Blättern kolportirten Nachricht, daß Deuitsch⸗ and einen Hafen auf Quelpart an der Küste doreas oder auch diese ganze Insel okkupiren werde, dlärt die Nordd. Allg. Zig., in amtlichen Kreisen deutschlands sei niemals auch nur der Gedanke zesprochen worden. einen Hafen. eine Jusel oder dand an den Meeren, von welchen Korea bespuült vird, zu erwerben. Dem „Hamb. Handelsbl.“ wird folgendes naͤhere über die von dem „Norddeutschen Lloyd“ chließlich eingegangen Bedingungen mitgetheilt, unter velchen dieser Gesellschaft die von dem Reiche zu ewaͤhrende Subvention für die Post- jampfer übertragen werden soll. Es ist dem Rorddeutschen Lloyd“ gestattet. fieben seiner älteren dampfschiffe, nachdem dieselben den Erfordernissen Nes tropischen Klimas entsprechend eingerichtet sein verden, in die Linien nach Ostasien und nach lustralien einzustellen. Außerdem hat derselbe drei jeue große Dampfer, welche nach Schnelligkeit und zinrichtung den fremden Postdampfschiffen wirklich benburtig sind, bauen zu lassen. Diese drei Dampfer ollen 14 Knoten Geschwindigkeit haben und für 120 Passagiere 1. Kajüte und emsprechender Zahl . Kajute eingerichtet, auf deutschen Werften zu rbauen sein. Außerdem hat der Lloyd für die zwischen⸗ und Anschlußfahrten, im Mittellandischen Reer, zwischen Hongkong und Japan, und in der S„udsee 6 kleinere Dampfer zu fiellen, welche benfallz in Deutschland neu zu bauen find. Auslaud. Wien, 28. Juni. Gestern Abend versuchte an großer Czechen ⸗ Trupp in Brünn das dort ge⸗ eiere deutsche Sangerfest, welches sich iberaus großartig gestaltet und zu dem auch zahl⸗ eiche Gaste aus Preußisch⸗Schlesien erschienen find, u stören. Der Czechen⸗Trupp, darunter Studenten and Kaufleute, zog. czechische Hetzlieder singend, zurch die festlich dekorirten und illuminirten Straßen, ind begann die Fahnen und den Blumenschmuck on den Häusern abzureißen. Das deutsche Pu⸗ lilum trat den Excedenten energisch entgegen; uuch schritt die Polizei bald ein, Jersprengte die 8B Tumuliuanten und verhaftete vier Lürm⸗ nacher. Paris, 28. Juni. Im, Intrasigeant“ theilt kochefort mit, er erfahre von einem aus Egypten uruckkehrenden Freunde, daß Olivier Pain er⸗ nordet worden sei. Rochefort glaubt, der Mord ei in Folge Anreizung des englischen Obersten Schmidt verübt worden, Olivier Pain hatte Debjeh erlafsen und wurde nicht im Sudan, sondern in rẽahpten ermordet. Madrid, 27. Juni. Gestern kamen hier 4 ẽrkranlungen und 1 Todesfall an Cholera vor; uus Murcia (Provinz) werden 254 Erkrankungen ind 121 Todesfälle, aus der Provinz Castellon 06 Erkranlungen und 46 Todesfälle; aus den Stadten von Valencia 56 Erkrankungen und 10 LTodesfälle und aus der Provinz Toledo 24 Er⸗ trankungen und 10 Todesfalle gemeldet; auch in Liempozuelas, Arraniuez und Alicante kamen einige älle vor. „Beters burg, 28. Juni. In schwungvollen Leitartileln begrüßt die hiesige Presse die Auf⸗ sebuug der Kopfsteuer, wodurch nunmehr die letzte Schranke der Leibeigenschaft gefallen sei und der Bäuerendand duf dem alle Lallen ruhten, endlich frei aufathmen könne. Auch von der damit zusammenhängenden Aenderung des Paßsystems hofft man das Beste. Bisher erhielt ein Vauer, welcher Abgaben schuldete, einen Paß ind mußte unweigerlich in seinem Dorfe bleiben. die „Nowoje Wremja““ dankt speziell noch dem Finanzminisier für seine Befürwortung dieser Maß⸗ eegel, die desto höher anzuschlagen sei, da der pro 1886 entstehende Ausfall von faft 50 Millionen stubel in den Staatseinnahmen bei der Finanzlage kußlands sicherlich nicht leicht zu verschmerzen sein vürde. Lokale und pfälzische Nachrichten. *Si Ingber!, 80. Juni. Wie uns mit⸗ etheilt, erhalt mit dem morgigen Tage Herr ẽngel, bisher Gensdarm dahier, in provisorischer Weise die Direktion der hiesigen Bergkapelle. Herr Sonntag, welcher schon seit 1837 als Kapell- neister der Bergmusik fungirt, triit als solcher mii vem genannten Tage in Pension. — Nachstehend theilen wir die Namen der am Freitag, den 26. dss., Nachmittag auf Grube Dudweiler verunglückten und getödteten Berg eute mit: 1. Philipp Baldes, 2. Franz Lux, 8. dikolaus Eifler, 4. Julius Becker, 8. Mathias Zuenten, 6. Johann Baldes, 7. Ludwig Büch, 3. Johann Hoffmann alle aus Dudweiler; 9. Johann Mofer, 10. Friedrich Lofi beide aus Herrensohr; 11 Nitolaus Diendorf, Weißlirchen; 12. Peter Sauer Fonfeld; 18. Michael Kammer, Bubenheim; 14 Johann Hewer, Steinbach; 15. Peter Krämer Oberlostern; 16. Jakob Kraß, Düppenweiler; 17. MNathias Latz, Coßenbach; 18. Peter Riewer, Michelbach. Von den 37 Mann, welche von der xxpiofion betroffen wurden, konnten 19 Mann zerettet werden; 18 davon waren unverletzt einer agegen und zwar Karl David von Dudweiler, rlin bedeutende Verletzungen. Die Leichen der getodteten 18 Bergleute sind nun alle geborgen. hon den auf so traurige Weise Umgekommenen varen 7 verheirathet, und 11 ledig; die Verhei⸗ cathelen hinterlassen 7 Wittwen mit 23 Kindern. — Blieskastel, 26. Juni. Durch die tzerufung des Herrn Lehrers Wüst von Hier nach daiserslautern koͤmmt zur sofortigen Wiederbesezung die beste prot. Schulverweserstelle der Pfalz agalserslautern, 27. Juni. Nachdem zie Zimmerleute wieder zur Arbeit zurückgekehrt, eginnt es unter den Schreinern zu gaͤhren und de die Meister einem Strike vorbeugen wollen, sind sie mit den Möbelfabrikanten zu einer freien Vereinig⸗ ing zusammengetreten, um allenfallfigen ihnen zu veint gehenden Forderungen der Arbeiter entgegen⸗ utreten. Der Fachverein der Schreiner bemuh ich, dem gegenüber für die Gesellen einzutreten und ollen demnächst Versammlungen abgehalten werden, im die nothigen Schritte zu berathen, damit die Meister keinen Druck auf demselben Angeboͤrende süben. — Der Pferdezucht⸗Verein der Pfalz n Verbindung mit den landwirihschaflichen Ver— inen veranstaltet gelegentlich seiner Generalver— ammlung Ende Augusi d. J. in Kaiserslautern in Weitschmieden im Hufbeschlag, woran fich Schmiede aus der Pfalz, ausgenommen Militär— chmiede im atktiven Dienst, betheiligen koͤnnen lußer einem ersten Preise von 100 M. werden —EE heisluna kommen — Dahn, 27. Juni. Gelegentlich der Feld⸗ dienftübungen des 17. Inf.-Rgis. wird am 4. Juli das- 8. Bataillon, in Hinterweidenthal, das .und Ain Dahn und Ersweiler einquartirt. — Albersweiler, 29. Juni. Der Ver⸗ valter der hiesigen Eisenbahnstation, Herr Joh. Urich, ist in Folge eines Blutsturzes, von welchem r am Samstag befallen wurde, in der ver gangenen Nacht gestorben .... AMus daer Pfalz, 25. Juni. Zu Nutz und Frommen von Auswanderungslustigen heilt der „L. A.“ eine Sielle aus einem von Ant⸗ verpen aus geschriebenen‘ Briefe mit; dieselbe autet: „Wenn sich unser Logisherr und unser Zauptagent nicht sehr für mich verwendet hätten, däre ich hier sitzen geblieben, während meine Schwester hätte abreisen müssen. Wenn viele Aus⸗ vanderer da sind, so werden nur Diejenigen auf's Schiff genommen, welche bei deutschen Agenten Ver⸗ trag abgeschlossen haben und solche mit amerikani⸗ schen Freikarten zurückgewiesen. Bei unserem Schiff wurden 16 Personen abgewiesen und wer weiß wie lange es währt bis sie fortkommen; deswegen 'agt es überall, die Leute sollen fich Geld siatt Schiffskarten schicken lassen, es ist besser für fie, venn es auch theuerer ist.“ — Edenkoben. In Burrweiler hat ein gZjahriger Bursche seinem jüngeren Bruder in Folge eines Streites mit dem Bickel derart auf den Kopf geschlagen, daß der Tod eintrat. — Neustadt, 26. Juni. Der Stadtrath hat in Angelegenheiten des pfälz. Brandversicher⸗ ungswesens (Anschluß an dasjenige im jenseitigen Bayern) von einer Anzahl pfalzischer Städte Gut⸗ achten eingefordert (u. A. von Speyer. Dürkheim, Landau), welche sich saͤmmtlich gegen die Einführ⸗ ung der rechtsrheinischen Bauordnung aussprechen. Der Stadtrath faßte einen Beschluß, der im Wesentlichen lautet: Der Stadtrath erachtet eine gerechtere Vertheilung der Brandversicherungsbeitraͤge der Pfialz für geboten, bei welcher wenigstens der Befährlichleit der Betriebe Rechnung getragen wird, erkennt auch die Zwedmaßigkeit mancher Bestimm⸗ ungen der rechtsrheinischen Bauordnung an, kann sich aber ebenso wie die anderen pfälzischen Städte trotzdem nicht der Ueberzeugung verschließen, daß die Einführung der rechtsrheinischen Bauordnung in der Pfalz sehr erschwerend und drückend wirken and viele laͤstige Neuerungen und Beschränkungen m Gefolge haben würde. Dagegen würde der Stadtrath mit dem Erlaß einer allgemeinen pfälzischen Bauordnung durchaus einverstanden sein. — Der neueste Beleidigungsprozeß der beiden Neustadter Zeitungsschreiber schloß damit, daß der Redakteur der Neustadter Zeitung“ zu 14 Tagen Jefaͤngniß, der Redakteur der „Bargerzeitung“ zu 2 Monaten Meftmaniß verurtheilt wurde. Vermißchtes. 1Reichsgerichtsentscheidungen. 1) Konkurbrecht. 8 207 Abs. 1 bet Konkursord⸗ nung bestimmt: „Besitzt ein Schuldner, über dessen Vermoͤgen im Auslande ein Konkursverfahren er⸗ offnet worden ist, Vermögensgegenstände im Inlande, 'o ist die Zwangsvollstreckung in das inländische VBermögen zulässig. Demgemäß können im Inlande nuch weiter Klagen gegen den ausländischen Ge— neinschuldner anhängig gemacht werden, vorausge—⸗ etzt, daß ein Gerichtsstand im Inlande begründet ss. Diese Klagen find nicht gegen die Konkurs— nasse. bezw. den Konkurßverwaltfer, sondern geger den Gemeindeschuldner personlich zu richten. (Ent⸗ scheidung vom 21. Januar 1885) 2.) Ronkurs⸗ recht. Wenn ein Kaufmann in Konkurs geräth, so verliert er dadurch seine Eigenschaft als Kauf⸗ mann, wenn er nicht nach der Konkurseroffnung wieder gewerbemaßig Handelsgeschafte betreidt. Das Rteichsgericht geht bei dieser Entscheidung von Fol⸗ gendem aus: Kaufmann im Sinne des Handels⸗ gesetzbuches ist nach Art. 4 Derjenige, welcher ge⸗ derbemaßig Handelsgeschafte betreibt. Diese beiden Begriffe fallen auch geitiich zusammen, so daß Je⸗ mande nur so lange Kaufmann ist, als er ein Handelsgewerbe betreibt. Sobald daher Konkurs eroffnet ist, hört er auf, Kaufmann zu sein, wenn er nicht fortfährt,. Handelsgeschafte zu betreiben. Das wird nach der Kondurseröffnung die Regel dilden (Entscheidung vom 4. März 1885.) pKarlstuhe, 28. Juni. Gestern Abend brach auf dem Holzplatze der Mobelfabrik Himmel⸗ heber Feuer aus, welches die aufgespeicherten Hölzer dann noch vier Häuser, darunter den Maschinensaal von Geschwind u. Cie. am Holzplatze zerstörte. Drei Feuerwehrleute erlitten dabei Verlezungen. pKonstanz. Vom 5. bis 9. Juli findet hier eine große Ausslellung von Maschinen, Vedarfsartueln und Erzeugnifsen der Backerei, Con⸗ dilorei und Lebküchlerei statt, fürr welche ein außer ⸗ ordentlich starker Besuch in Ausficht steht, weil gleichzeitig der badische, der wurttembergische und der bayerische Verbandstag abgehalten werden. Das offizielle Organ des gegen 17.000 Mitglieder zͤhlenden Verbands Germania“, die Allgemeine Fader und Conditor. Zeitung“ in Stuttgart, giebt einen Catalog und eine Festnummer heraus. 4 Hagenbeck's Singhalesentruppe „gastirt“ jetzt in Stuͤrtgart. Bei Gelegenheit ihrer Ankunft daselbst erinnerte das Stuttgarter Tageblatt“ da⸗ ran, daß gegen Ende des vorigen Jahrhunderis ein württtembergisches Regiment gegen die Eingeborenen der Insel Ceylon im Kriege verwendet wurde, num⸗ lich das sogenannte Kapregiment, welches Herzog Zarl im Jahre 1786 der hollandischen Republik verschachert hatte. Ursprunglich für das Kap der guten Hoffnung bestimmt (daher die Bezeichnung des Regiments als Kap⸗Regiment“), wurde es bertragswidrig nach Ceylon gebracht und dort von den Engländern gefangen genommen, worauf ein —X in englischen Diensien zu Kriegszügen im Innern der Insel ver⸗ wandt wurde, und zwar gegen aufstandische Ein⸗ geborene, worunter sich auch Singhalesen befanden. Das Regiment war über 2000 Mann stark aus⸗ marschirt und gar wenige kehrten in die Heimath zurück. Die Offiziere stammten aus den besten Familien des Landes. fAus Württemberg. Die herrliche Witterung der letzten Tage hat der Blüthe unserer Weinberge großen Vorschub geleistet; dieselbe ist in der Gegend von Unterturtheim, Uhlbach, Eß⸗ lingen bereits glücklich vorübet. Namentlich in den Berglagen haben Portugieser und Trollinger Sorten schon in der verflossenen, Riesling in dieser Woche derblüht. Dazu treten die Bluͤthen schoner und gleichmäßiger zu Tage als im Vorjahre und setzt jede Blüthe, Dank der günstigen Temperatur und dem trodenen und warmen Boden Samen an. Eg muß noch konstatirt werden, daß die Weinstocke kräftig und gesund find. p—Maundhen. Se, Maj. der Koͤnig hat dem Härtner Fischer aus Anlaß der ihm geborenen Drillinge (drei Knaben) als Pathengeschenk die Summe von 1800 Mark übermitteln lafsen. Cham, 26. Juni. Fur den Ort Dalking ist der Johannistag ein recht verhaͤngnißvoller ge⸗ worden. Auf eine bisher noch nicht aufgeklärte Weise — man sagt, ein kleines Kind hätte mit Zundholzern gespielt — entstand in einer Scheune um 4 Uhr Rachmittags Feuer, welches so rapid um fich griff, daß zwei Stunden spater bereits 14 Gebaude voustandig vom Feuer vernichtet waren. Selbst die Kirche konnte, troh ihrer massiven Bau⸗ art, der Wuth des Elements nicht entrissen werden, so daß alles Brennbare vom Feuer erfaßt war und die Gioden schmolzen. Die zwei Schulgebäude nebenan wurden gleichfalls ein Raub der Flammen, wahrend der auf der entgegengesetzten Seite an⸗ grenzende Pfarrhof. sowie ein Paar andere bedrohte Vebaude dorch die Anstrengungen der erschienenen Feuerwehren gerettet werden konnten. Behufs Instandsetzung des Leinwandhause? für die, kommenden Montag in Frankfurt a. M hedinnenden, Assisen gegen den des Mordes an Polizeirath Or. Rumpff angeklagten Lieske findet morgen keine Assisensitzung statt. Die Zahl der zur Verhandlung geladenen Zeugen ist von 50 auf 70 gestiegen. Die Vernehmung derselben wird sich edoch sehr rasch abwickeln, da jeder nur über eine zestimmte Thatsache gefragt werden wird. Der S„chwerpunkt liegt in der Vernehmung Lieskes. Beharrt decselbe auf seinem seitherigen System des deugnens und Schweigens, so dürfte dieselbe kaum ziel Zeit in Anspruch nehmen und die Verhandlung ‚orausfichtlich Diensiag nacht zu Ende gehen. An edem der in Aussicht genommenen beiden Ver⸗ sandlungstagen wird eine Mittagspause gemacht. Offenbach a. M., 28. Juni. Bei jerrlichstem Sonnenschein begann heute früh das herbandsschützenfest. — Ein Festzug, wie er prächtiger nicht gedacht werden kann, begann um halb 12 Ahr seinen Umzug; die einzelnen Gruppierungen rregten allgemeines Erstaunen. Wir heben kurz jervor: Fechttlub mit herrlicher Vereinsstandarte, ann die beiden Rudervereine unter Ausstellung ʒer errungenen Preise; nicht minder prächtig waren ie Wagen der Gärtner und des landwirthschaftlichen Hereins Nachmittags 4 Uhr begann das Schießen Dden 1. Becher auf Stand errang Fuhr-Mainz ꝛen 4. Koth-Ludwigshafen a. Rh. Auf Feld 1. gecher Knecht⸗St. Gallen, 2. Becher Bartels⸗Wies⸗ saden, 23. Becher Willy Schmidi⸗Frankfurt a. M. 7 Aus Nierstein, 19. Juni, wird dem „M. Journ.“ berichtet: Sobald der Wein st o ch lüht, beginnt nicht selten der neue Wein sich wieder m Faß zu regen und häufig kommt es dann vor. haß wenn man dem jugendlichen Burschen nicht ie nöthige Luft durch das Oeffnen des Spundes aßt, er seine Fesseln sprengt und seinem Besitzer zann großen Schaden zufügt. So sind gestern inem hiesigen Weingutsbesitzer zwei Stück⸗Fässer euer Wein derart zusprungen, daß die Böden her⸗ nusflogen und der Wein in den Keller sich ergoß. GZur Duellfrage.) Die Burschenschaf „Alemannia“ in Jena erläßt einen Aufruf, aus zem wir folgende Worte hervorheben: Commili⸗ jonen! Wir sind gegen das Duell, welches den gorgenannten als der Echstein aller studentischen Organisation erscheint, aus dem einfachen Grunde den wir der festen Ueberzeugung leben, daß sich die Ehre unser höchstes Gut, durch einen Waffen⸗ jang mit dem ersten Besten, der es aufs „Rem⸗ deln“ angelegt hat, weder erwerben, noch entreißen äßt. Andernfalls wäre ja der Raufbold, der die neisten Mensuren aufweisen kann. zugleich der, der im meisten Ehre im Leibe hat. Bedarf es wirklich ꝛiner soichen Schlägerei, um seinen Muth erst zu rweisen ? Muß nicht ein Jeder von uns angesichts ꝛer allgemeinen Wehrpflicht freudig bereit sein, für ein Vaterland Gut und Blut dahinzugeben ?⁊ Also vozu die Renommage? Commilitionen ? Wir sind ins der Schwierigkeit unserer Aufgabe angesichts ʒer herrschenden Zustaäͤnde und Anschauungen im vollsten Umfange bewußt. Es gilt aber eine gute ind große Sache! Und so appelliren wir getrost in den guten Geist in Jenas Studentenschaft, ver⸗ rauen wir zuversichtlich dem genius loci. dem Schutz der alma mater. Wir find fest entschlossen, en Schutz des Gesetzes, des akademischen Senates, vo und wann unsere Gegner uns dazu nöthigen ollten, anzurufen. Wir sind darauf gefaßt, von diesen, welche diese Gefetze grundsätzlich zu verletzen ind zu ignoriren als studentische Art betrachten »eswegen, Denunzianten“ geschimpft zu werden Wir sind aber keine Schuljungen mehr, die sich zurch ein solches Wort aus dem Konzept bringen assen; wenn Derjenige, der als gebildeter Mensch eine andere Freiheit kennt und will als diejenige, velche allen seinen Mitbürgern in gleicher Weise usteht, zur Aufrechterhaltung dieser Freiheit, die vir als akademische Bürger besonders hochhalten ollten, an die Organe derselben appellirt, wenn in soicher ein „Denunciant“ sein soll, — so ist s überhaupt ein Jeder, welcher dem Gesetze Acht⸗ mg zollt und von diesem sein Recht fordert.“ Miteinempoetischen Bürgermeister nachen uns die „Schlesw. Nachr.“ bekannt. Ge⸗ egentlich des in diesen Tagen gefeierten Husumer Zängerfestes widmete der dichterische Stadtvater ʒen eingetroffenen Sing; und Trinkgenossen zwei ustige Tarmina, die weitere Verbreitung verdienen. das eine, nach der beliebten Melodie des unsterb⸗ ichen Schunkelwalzers gedichtet, enthalt unter Anderen olgende Verse: Es liegt ein altes Stadtchen Am kahlen Notrdjeestrand, Da giebt's der Schaänken vielt Wie weit und breit bekannt: Die winken stets und laden; D. Fremdling, kehre ein. Schon manche bange Stunde darr' ich in Sehnsucht Dein! Denn so voll Kraft, so söffig mild wie hier, Slaub' mir, o Freund, giebt's in der Welt kein Bier. Und hat das Bier sein Müthchen An deinem Durst gekühlt, Zo daß dein Fuß voll Schrecken Dder Erde Rundung fühlt, Dann führt mit starkem Arme Durch Nacht und Sturmgebrautz Die heilige Hermandad Dich liebbevosll nach Haus; Denn so wie hier, so mild und stark dabei, Glaub' mir, o Freund, giebt's keine Polizei Und wenn dir dann am Morgen,. Aus süßem Traum erwacht, Des Molka's Lebebalsam Würzig entgegenlacht, Da fühlst du keinen Jammer, Vom Kater keine Spur, Du bist wie neu geboren Und singst im hellsten Dur: Ach, so wie hier, so rein und fehlerfrei. Hiebtis sonst kein Bier und keine Polizei. Ein Siadtoberhaupt, das so lustige und kede Verslein zu dichten versteht, ist gewiß ein milder Regent. p Berlin, 24. Juni. —AI vestellbezirk (Postamt 26. Adalbertstraße 82) in welchem vor einigen Jahren der Geldbriefträget Tossäth von Sobbe ermordet wurde hat ein ähnlicher Angriff auf den Briefträger Aurisch stattgefunden. Derselbe war gestern Nachmittag auf seinem Be⸗ tellgange begriffen und trat gerade aus dem Hause Naunynstraße 26 auf die Straße heraus, als drei iemlich anständig gekleidete Männer ihn überfielen ind an Gesicht und Kopf blutig schlugen. Auf den dilferuf des Ueberfallenen eilten mehrere Passanten serbei, worauf die Angreifer von ihrem Opfer bließen und sich in ein Kellerlokal in dem geqen⸗ iber liegenden Hause Naunynstraße 77 flüchteten. Dder blutüberstromte Briefträger schickte zunachst iach dem Postamte. damit ihm die Brieflasche abge · nommen und die Briefbestellung von einem anderen geamten zu Ende geführt werde, und begab sich nit einem inzwischen herbeigerufenen Schutzinann n das Kelleriokal, um die Angreifer dort zu er⸗ nitteln. Anfangs wollte man dort von ihrer Au⸗ vesenheit nichts wissen, als aber naher nachgeforscht durde, fand man den Haupischlager in einem Zohlenkeller verstedt vor und brachte ihn zur Haft. 7 Die große Spinnetei zu Nieder⸗Schoͤn⸗ peide, steht in Flammen. Die Feuerwehr des Zerliner Hauptdepots in der Lindenstraße ist armirt worden und hat einen Dampfspritzenzus zach Nieder ⸗Schönweide entsandt, welcher jen halb icht Uhr Morgens in Thätigkeit ist. Die Spinnerei var erst zwei Jahre im Betriebe. — Bei der stückkehr der Feuerwehr aus Schönweide brach — zde der Oranien⸗ und Lindenstraße, burz vor dem hauptdepot — die linke Radare der Dampifspritze, ddaß sich die schwere Maschine vollständig senkte ind auf dem Straßendamm lag; der Pferdebahn · ‚erlehr wurde durch Verkehrsstörung, die sehr nahe ag, nicht betroffer. e Ueber die Vutkane und Erdbeben m vergangenen Jahre hat Dr. Fuchs Notizen ge ammen, welche er im „Naturforscher“ mittheilt. Insgesammt sind 122 Erdbeben zu verzeichnen ger vesen. von denen eine erhebliche Zahl an der Etd⸗e bberfläche Zerstörungen herbeiführte. Das großte xirdbeben, das auch in seinen Folgen von allge⸗ neiner Bedeutung war, hatte das südliche Spanien u erfahren, wie überhaupt der sechste Theil allet Irdbeben auf Spanien entfällt. Eine recht erheb· iche Zahl, nämlich 18 der Gesammtsumme, fällt hdann auf deuische Landet. Im deutschen Reich reigneten sich sieben, nämlich zu Droißig bei Zeit T.Januat), Eßlingen (24. April), Brandenbutg 30. April), Goetternheim im Schwarzwald ö Staßfurt (11. Juli), Witten (27. Augus), Heiden verg (21. November), die übhrigen i1 hatten in —VVV statt. p and, wo Erderschütterungen überaus selten rn at in seinen sudostlichen Grafschasten im April en beben lebtVesuve und Aetna stellten ihr qatgkeit nicht ganz ein; dieselb In o atzin bei Di — ger Tage die Vermaͤhlung debehe diren findet nit Zraulein Burgmann, Tochter eines — e att. Die Braut erhält 15 Millionen Ein Congo⸗Knis im T ongo⸗tönig Massala befindet sich —328— Der werpen. In der letzten Woche führt ig in jben in das heater des Flamands, wo ih n das Spetiatelstuc Eine rde zu —— ———— ie we en. Als im Ballet die Quadrille der 8 — — ——— warzen eBegleiter einen Freudenschrei aus d Are ihi so lar Jrnicht so lärmend war, als später bei der S helcher die Neger weiße Reisende ei swe eines Eisen ˖ szuges, den sie zum Entgleisen gebracht meheln. Das war ein wahres D ucen diese Neu⸗Belgier zahlreicher ug den sie ohne Zweifel auf die Bi e so m um Massacre derez iher des Königs in de — cien in panischen Ehreuch dagegen dim Hintergrunde der Loge versteckt ud hatten nicn denh De sid bei e ee unter den überfallenden Negernb * aean iclücher Neherd —— 8 i enn 8 W er den König un pr ihm ein respeltvolles eee su uten Tag, Massala F5 x Konig von * — un s Iqhell mn nicht an Höflichkeit zurückzubleiben — bles Mots (Guten Tag) ein formi⸗ aah in ein helles Gelächter aus ganze Saal slnaltere Schwestet Komig a Aniannn aͤgenommen, die inkognito oe ne s, nicht id hei dieser Gallavorstellung F wein mitlerweile sehr warm im S In Saale geword nen die Neger gang ruhige geworden war, pgen und i dh ee —— lͤße. Etwas später, beim ane swaren nicht verhindern, die wildesten inpi b uen als das Otchester eiwas d anze aufzu⸗ ehnliches anstimmte. Am u e ddlich, als der Neger, von d Vorfstellung aatlout gerieben, zur Hälfte weiß ustigen Passe. le, Nassala an der Spitze —— ——— jelachter aus, das sich —8 zu cin ee ltheilte. em ganzen Saale rzzminister Bitter eeeeeee ẽ nerungen an u nt r· —* uf Maulteg — gpegeahemn aAche gegen die Eisenbahnzuge — Aam n deutschen Kriegszwecken dienten, ——— arden daß alle Zůge von je war angeordnet nn Gemeinden —8* wre ern dr if dem Tender der Maschine ihren wei ien. die —— srugts 1871 uraf während F m Laufe des q Nanch, auf dem ich selb ines Eisenbahnzuges ahe der Begleitung zwei selbst mich befand, die n denen der uns 8— per retreten war. In ir —X dort einiraf. nicht i re eren waren. Der auf d en — nire theilte mit, daß der —E —— eitung derweger e e e Bürger die Wen rder und zwei * ðe Landwe der dor agen der uns e bei dem — ad verschaffen. Als b gelegt und verweigerte — eiden. Wos bi aufzustehen und fich . Was blieb also And i man ihn gewalifam aus d eres übrig, als et war mů nackien Füß em Bett holte und, oorfenen Pel en nur mit einem über⸗ — z bekleidet, zwang, in en tiefen Schnee den gi 9,in Pantoffeln nder Stadi de den ziemlich weiten We unstati über die Moselbrücke nach der Ei — pue grueen begleitet don din ẽ 4 — wre Landwehrmannern, die nicht othwendigkei in sehr deutlicher Weise di ahen gteit zum Vorwärtsgehen begreifl die —2— Anter dem homerischen Gelt —A ußle en, auch seiner ee ie er de er er e in u den Dnda sinn pln ünensechhrn die drohende herkulische Gesn auzose zwar —8 n gedemüthigte angen verstand 8 aber die energischen Be⸗ e ibm andenteten. was er zu thun und zu lassen habe. Noch lächerlicher aber vurde dieser Auftritt, als einige Augenblicke nach⸗ ser, als eben der Zug fich in Bewegung setzen vollte, auch „Madame“ erschien, um ihrem Gatien Socken, Schuhe, Pantalons und Rock nachzubringen, zie er auf dem Tender der Maschine zur großen krheiterung des Publikums anlegen mußte, um den veiten Weg bis Nancyh an dem kalten Wintertag nicht halbnackt zurücklegen zu müssen.“ FParis, 27. Juni. Der Schwurgerichts⸗ hof von Paris verurtheilte Marchandon, den Mörder er Frau Cornet, bei welcher er in der Absicht, ie zu bestehlen, als Kammerdiener eingetreten war, um Tode. 7(Ghotographie des Sternenhim⸗ nels.) Man schreibt der „J. R.“: Nachdem es em Pariser Photographen Henry gelungen ist, inen allen Anforderungen der Astronomen genügen⸗ »en photographischen Apparat aufzustellen, hat die direttion der Pariser Sternwarte beschlossen, mit dülfe desselben den ganzen Sternenhimmel photo raphisch aufzunehmen. Nach einstündiger Aus— lelluugszeit erhielt man eine Photographie nach inem Fleckchen des Himmels, auf welcher man 2790 Sterne von 5. bis 14. Größe zählen kann dätte die Aufnahmezeit länger gedauert, so wären vahrscheinlich auch die Sterne 15. Größe sichtbar seworden. Das Zeichnen einer solchen Karte hätte icherlich mehrere Monate anstrengender Arbeit ge⸗ ostet. Die Photographie leistete nun diese Arbeit n einer Stunde, und zwar viel genauer, als der eschickteste Astronom. Das photographisch aufge⸗ jommene Stück des Himmels bildet den 41,000 Theil des Himmelskegels und weist 2790 Sterne uiuf. Nimmt man an, daß die Gestirne überall leich zahlreich vortommen, so wird hieraus olgen, daß es etwa 22æ Millionen Sterne l. bis 14. Größe gibt. Dazu kämen die ioch kleineren Sterne und die Nebesflecke. —AI zraphischen Aufnahme des Sternenhimmels unter die verschiedenen Sternwatten beider Halbkugeln uu vertheilen und man hofft, in 8-10 Jahren zamit fertig zu sein. Auf dem erhaltenen Cliche interscheiden sich die Planeten von den Fixsternen adurch sehr deutlich, daß erstere wegen der Fort⸗ ewegung während der Aufnahmezeit strichförmig rscheinen. Die Platten sind so empfindlich, daß zie Aufnahmezeit für die Sterne 1. Größe ein Hun⸗ dertstel Sekunde beansprucht; bei den Sternen 14. Zröße ist dafür eine Exrpositionsdauer von 10 Minuten erforderlich. Deren Durchmesser beträgt iuf dem Cliche ein Vierzigstel Millimeter. F Schiffsuntergang. Der bei Capo domas an der peruanischen Küste untergegangene talienische Dampfer „Italia“ hatte, wie der „Elbf. ztg“ geschriehen wird, seine Linie von den Laplata⸗ laaten nach Chile und Peru ausdehnen wollen und var zu diesem Ende die Magelhaensstraße passirt. xẽs war der erste in das stille Meer auf diesem Wege einfahrende italienische Handelsdampfer ge⸗ vesen. Der Kapitän, der erste Offizier und sieben passagiere wurden gerettet, aber allein 25 Kindert rtranken. f Eine elektrische Naähmaschine ist zie neueste Erfindung; fie ist das Werk der Fabri⸗ anten Schaffer und Polk in Philadelphia. Die Flektrizität regulirt das Spiel der einzelnen Maschi⸗ jentheile. So bildet die Nadelstange einen Magnet, zer innerhalb zweier Induktionsspulen durch Er⸗ eugung und Unterbrechung von Strömen in schnellem Wechsel auf⸗ und niederbewegt wird. Ebenso hat »as Schiffchen seinen besonderen Antrieb, der wie⸗ »erum auf das Spiel eines Elektromagneten zurück⸗ uführen ist, selbstredend aber mit demjenigen der dadelstange vollkommen harmonirt. Da es nun zerade die Elektrizität ist, welche die sichersten Mittel u genau geregelten und übereinstimmenden Beweg⸗ iugen darbietet, so kann dieser in Wahrheit elek⸗ rischen Nahmaschine eine hervorragende Bedeutung richt abgesprochen werden. FJagerlatein. Des Teufelstabakspfeife. In einem kleinen abgelegenen Walddoif saßen an inem Sonntag· Abend die Bauern im Wirthshaus, »in Spielchen „Schnipp, schnapp. schnurr“ machend, usammen, den Förster, meistens der Herr Jäer senannt, das Oralel der Gemeinde, in ihrer Mitte, ind redeten von allerlei, endlich auch vom Teufel. Hast Du denn den Teufel schon gejehen?“ fragte iner den andern. „Nein, Du?“ — „Ich auch iicht.“ — „Aber ich habe ihn schon gesehen“ »ate der Förster und legte die Pfeife bei Seitt und schob den Hut aufs Ohr. Ich wills Euch rxzäͤhlen.“ — RMuhig, ruhig, sagte der Hannes, der Herr Förschter erzählt.“ — Lautlose Stille. — „Ich war am Mittwoch vor acht Tagen auf dem Schnepfenstrich gewesen und ging eben über den Wolfsacker nach Schoppenhell zu, als ich einen zroßen Mann auf mich zukommen sah. Er hatte inen breiten Hut auf mit einer Hahufeder, unter dem rothen Mantel guckten ein Pferdefuß und ein duhschwanz hervor. Guten Tag, Herr Teufel, agte ich. — Guten Tag Herr Forster, wo ge⸗ vesen ? — Auf dem Stricht — Was geschossen ? — Drei Stück. — Warum hat Er sie denn aber im Büchsen hangen? — Damit sie nicht pludrig straupig) werden, Herr Teufel. — So, sagte er, aber was hat Er denn da über dem Rücken hängen? Er meinte damit mein Gewehr) — Das ist meine Pfeife, Herr Teufel sagte ich. — Ich möchte wohl einmal aus Seiner Pfeife rauchen, Herr Förster, ist sie gestopft? — O ja, Herr Teufel, nehmen Sie nur gefälligst die Spitze in den Mund, ich vill gleich unten Feuer machen. Aha, dachte ich, setzt schaffe ich ihn auf einmal aus der Welt. Ich drücke los — es knallt — und was meint Ihr wohl? — Alle rissen die Mauler auf — „Er pie mir den ganzen Schuß in's Gesicht und sagte: Ifui Teufel, Herr Förster, was raucht er fur tarken Tabak, der is net von Oldenkott!“ Maßgewordene Stiefel vor dem Einschrumpfen in bewahren) Man trocknet auf dem Ofen in rgend einem Gefäß eine gute Portion Hafer, und war so, daß die Körner wohl rappeldürr, aber nicht gebräunt werden. So hebt man sie sich an inem · schön trockenen Orte zum Gebrauche auf. sommt nun z. B. Einer bei Regenwetter mit nassen Stiefeln heim, dann zieht er diese geschwind mus und füllt fie bis zur Gegend, wo das Fuß⸗ elenk ansetzt, mit dem getrockueten Hafer. Am indern Tag, oder wann sonst die Stiefeln wieder ingezogen werden sollen, schüttet man den Hafer hjeraus, und es wird sich finden, daß das Leder nicht nur ganz trocken, sondern auch nur im ge⸗ ingsten eingeschrumpft ist. Der Hafer hat die Feuchtigkeit aus dem Leder in sich aufgenommen, st dadurch gequollen und hat in Folge dessen den Stiefel so fest ausgefüllt, daß ein Eiuschrumpfen nicht möglich war. Trocknet man nun den Hafer vieder, so kann man ihn immer wieder von Neuem zenutzen; er thut einem immer wieder denselben zuten Dienst. BGem⸗t25i9ess. Oel aus Eiern als Heilmittel In dem üdlichen Rußland ist das aus dem Dotter der kier gewonnene Oel als Heilmittel sehr gebräuchlich. xs gibt eine der zweckmäßigsten Salben zur Heilung iller und jeder Art von Riß⸗, Stoß⸗ und Schnit- vunden bei Menschen und Thieren. Es ist wahr⸗ jaft zum Verwundern, mit welcher Schnelligkeit die damit bestrichenen Wunden heilen, ohne daß ver Patient auch nur den geringsten Schmerz inpfindet. Am besten eignen sich zur Bereitung des Oeles Hühnereier. Die Dotter von gelochten kiern werden je nachdem man eine geringere oder zrößere Quantität der Salbe haben will, zu zweien, )reien und noch mehr in eine Schmelzpfanne ge— zracht, darin mit einem Loöffel zerquetscht, und dann ber einem Kohlenfeuer geröstet, bis die! ganze Substanz zum Verbrennen gebracht ist; alsdann lebt fich wieder alles von selbst zusammen und das Del läuft daraus von selbst hervor, ist fertig und wird abgegossen. Es ist selbflverständlich, daß vahrend des Röstens die Materie mit einem Loffel beständig umgerührt werden muß, bis das obeuge— nannte Zusammenschmelzen erfolgt ifst. Aus einem Dotter kann man 2 Theelöffel voll Oel gewinnen. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme t. —— *—“ —— Im Früuͤhjaur. venn die Natur aus langem Winterschlaf erwacht und iberall neues Leben fich entfaltet, sollte Jedermann daran denken, die während der Winterzeit im Körper angehauften iberfluffigen und unbrauhbaren Stoffe durch ein geeig⸗ netes reinigendes Mittel zu entfernen und hierdurch schweren Leiden vorzubeugen. Hierzu können die überall rühmlichfl bekannten Schweizerpillen, welhe à M. 1 per Dose in den Apotheken erhältlich sfind, wärmstens empfohlen werden. Ran achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiqueli in weißes Kreuz in rothem Grund und den Namentzug R. Brandt's trägt . * Es wid eine · —D —— 3 Köchin 10 gesucht, die gut bürgerlich kochen kann fleißig und reinlich ist. Die Expedition 'agt wo. EF Rudolph Hager hat noch in einige Morgen Wiesen im Alment zu verpachten,t . MA. J * .33324. Photograph DOS rIKa. aus Kirchheimbolanden u. Aljei Rine arbeitet nure noch vom nächsten * tar — r Zamstag, den * Iuli an 3424 hea eeeen Samftag dirett uur Tage in St. Ingbert. Da die aAusgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere F Aufnahmszeit durch das neu⸗ alassen Deuische, Bedienung und Aerzie auf jedem Schiffe. Emulsions⸗Verfahren nur Wegen Pagssage, und näͤherer Auskunft wende man sich n Sekunde daͤuert, so mache ich auf ESerMTmanmn Lnrar, St. Ingbert. die außerordentlichen Erfolge vo Kinderz Aufnahmen aufmerksam . F Daue. Faar e AIhanouco Frasen 2 E⏑—⏑ ⏑ ——————— u. 4, . IM. Lονναιιαα M. Si . αιαινναανα ieoior Tnehnaohls M- — XXRXC Molαναανιαι feιιαν FenεοNα M. I1. Bei gεααν APSMMMS VI MIIISor Ma-Se-rt R. Engalhardt Zo Gelesert ung Deutschlands ) 2* 79 Lausend bonnenten . 5 54 Berlener Tageblatt — — — — — — — —— nebsi seinen werthvollen Separat-Beiblaättern: FIũiusir. Wißblaut I , beuen Zonntagsblatt. Deutsche Lesehalle“, „Mittheilungen über Landwirthschaft, Garlen hau und Hauswirthschaft.“ Eine weilere Bereicherung des Inhalts hat das „B. T. erfahren, indem es jetzt auch Montags mit der feuillet. Beilage Der Jeitgeist erscheint. Diese Zeitschrift enthalt einen hervorragenden Theil der Aufsähe des Deutjschen Montags⸗Blatt das sich bekanntlich der Mitarbeiterschaft der bedeutend. ien zeitgenössischen Schriftsteller erfreut. Das iagliche Feuilleton des „B. T.“ bringt die Romane und Novellen unserer ersten Autoren; im bevorstehenden Quarial a scheint in demselben :; zSQuartett Berliner Roman von Fritz Mauthner, Die Geschichte der stillen Mühle von Hermann Sudermann. 88 Außer dem erscheint im „Zeitgeist die neueste Novelle * dimmlifche a. irdische Liehe““ von Panl Heyse. Fe vielet wohl kaum eine volitische Zeitung ihren Lesern in so reichem Maße ein inregende Lektüre, zu einem so billigen Abonnementspreise, als das „B. T.“ de ich durch seine Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältige Auswahl seines Inhall inen fefien Siamm von 70,000 Abonnenten zu erwerben gewußt hat und somi die bei Weitem gelesenste und verbreitetfte Zeitung Deutschlands geworden ist. —* Ast pi Wunsch DV 5 25 XVII — Mark Pf. dreus srna. fur das Vierteljahr Juli, Au gust, September Unter Berucksichtigung des Aberaus reichen und gediegenen Inhalts die biligktte Zeitung Deutichlands. Zweibrücker Tagblatt. dark verbreitet in Stadt und Bezirk Zweibrücken sowie in den Bezirken n Homburg und Pirmasens,“ p erscheint 6 Mal wöchentlich mit 4 Ünterhaliun gsblättern, worunter ein 8 Seiten umfafsendes illufiriries, zum Vierteljahrspreis von 1 M. 40 Pig., durch die Post bezogen 1 M. 75 Pfg. (ohne Bestellgebůͤhr). —— * Organ zur werksamen Verbreitung von Anzeigen in der Westpfalz, besonders in der Stadt Zwei⸗ brücken nebst Umgegend. 3 an Zum gefl. Abonnement für das bevorstehende III. Quartal 18385 ladet ergebenst ein een hatt Ki Die Expedition. æę * ELinladung 2um Abonnement auf: Grosse Ausgabeo: LXleine Ausga be: Dio Arbeitsstube.“t ceitschrist fũr leichte und gescbmackvolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern fũr Ganevasstickerei, Application und platistich, sowie zahlreichen schwarzen Vorlagen für Hakel-, Filet-, Strick- und Stickarbeiten aller aArt. Aconatlich ein Heft wit reich illustrirtem Tert, einer farbigen Tafel mit tein colorirten, ctylgerechten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage. dbie Irpeitectabo bictet sowoni Mũttern als Lehrerinnen reiches Material, in ikren Töchtern und Schulerinnen den Sinn und die Neigung rur Handarbeit ⁊u erwecken und ⁊u fõrdern. J *ein. 38 Imn das Kaiserliche Voftamt uucuß Der Umnterzeichnete abonnirt hiermit unter Beifugung des Betragck ve 5 Mark 28 Pf. P auf ein Exemplar des „Berliner Tageblatt“ — nebst seinen Beiblattern fut das III. Quarlal Juli, August, September.) Ort. Datum: Rame: Rp àÛÑ -XkM. MonkMb. — — —⏑—⏑ Finige Urtheile der Presse: Vossiscuo Zeitung (Berlin). Der Föür's Haus (Dresden), —,„Selbet verlag von F. Gebhardi in Berlin ler fantsto Backsisch vird Luect 2u pietet mit seiner hũbseh ausgestatto- Jandarbeiten bokommen, schenkt das ten ,Arbeitectube“ eine reiche Fülle Iutterlein ihm die mit vielen Vorlagen von Voriagen fur loichte und gesehmnack· ũr leichte und geschmackvolle Hand- Folie Hceiεν Was Alles nur rbeiten, sowie ciner grossen Menge aiesem Gebiete Gefailigos goleictet arbiger Originalmuster fur Canovas- Ferdon sann, wird in sauber ausge- ticberei versehene Zeitscehrist: „Die funrten Mustern veranschaulicht. Eine Arbeitectube — grosse Anzabi von bonten Original- Neue Preuesische reuꝛ-·) Zeitung uctem Gent Voriagen von VCane- Berlin). —, Die Sorgfalt, die aut das cassstickerei, eine noch umnfangreichere Internehmen vervandt ist, verdient Menge schwarrer Muster für Häbkel- nerkennung. ⸗⸗ Filet., Stiek⸗- und Striokarbeiten aller Germania (Berlin). - „Sowohl die A Naturuch fehlt es nicht an ein- tanhlreichen farbigen und schwaraen gehenden Frkxlarungen zur aAusführnp Uuseter als auch der erklürende Text dieser schnen Vorlagen. dieses fũr Hausfranen höchst nũtzlichen — Abonnements t ie arbestsstube“ nekmen alle Buchhand- ungen und Postämter, sowie die Verlagsbuchhandlongef. Gebharsi in Berun, u. Itzeen, 2 probeheftæ franco gegen Finsendung von 20 Pf. in efmarxken. Im Verlag von Greßner —& Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslande W zu bezichen: Die Klassiker der Bhilosophie. — — — — Von der frobeken griechischen eukern fia auf die Gegennart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung X einer Auswahl aus ihren Schriften — von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Portrats der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 85. Band J: „Da⸗ Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferuna 30 VPfennig. miti Tagesanzeiger u. Quartiergeber ist das verbreitelste latholische Tagblau Bayherns und erscheint täglich 16-24 Seiten stark. Taglich eine Romanbeilage in Buchformat, wöchentlich 122 Unterhaltungsbeilagen, monat⸗ nich zweimal die Land⸗ und Hauswirthschafts· Feitung. Direkte Nachrichten aus aller Welt. Feusandige Handelszeitung, die lelegraphischen Geld⸗ und Produkten⸗Kurse aller Haupi⸗ olaͤtze, den großen Muuchener Kurszettel, alle Verloojungen, alle Die nstesnachrichten, die volistandigen Theaterzeitel v. .w ·⸗ Geschafts⸗ Inserate 20 Vf. die Petitzeile, fur Munchener Inserate 180 Pf., Abonne⸗ ment per Post 2Mlt. vierteljahrich, in Munchen 1 Mk. 50 pf. Im vBerlaufe des kommenden Quartals bringen wir wieder einen neuen Roman von Mar Fuchs unter dem Titel: DePesungfrau“ aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges und der Regierung des großen Churfürsten Mari⸗ minan L Die spannende Handlung spielt in Munchen und im Lager nes Churfürsten, dann suhrt sie uns den Herzog von Waldsiein seinen Tod und die folgenden Ereignisse vor Augen. Ein reicher Stoff fuͤr einen historischen Roman. Der Dichter schildert in seiner bekannten markigen Art die damals jo traurigen Verholtnisse der Burgerschaft Munchens und das interessante Leben und Treiben in den bayerischen und jchwedischen Lagern. Wie belannt, halt sich Mar Fuchs streng an die Geschichte und ist dieser neue Roman ein weiterer Stein sur Vollendung seiner erzaͤhlenden Geschichie Bayerns, die wir unsern Lesern dadurch vor Augen führen, wofür dieselben uns gewiß Dank zollen werden. — Im Herbste oder Winter find wir in der Lage, unsere Leser mit einem groͤßeren jozialen Romane aus der Feder des beruhmten katholijchen Schriftstellers Philipp Laicus erfreuen zu lönnen. Drufk unß MNerlang von Am billigften und zweckmäßigsten besorgt die aͤlten Annoncen⸗Expedition HAaasenstoin & Voglor, Mannheim, O. 4, 5 Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften Iu Origin Freisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öͤftere Diederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsaugelegenheiten wird durch Firma, geftützt auf die während des 30jãhrigen Bestehen⸗ sin selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und I ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blaã in Vorschlag gebracht. Da duefuhruche Zeitungskatalog pro 1835 steht jedem In serenten auf Wunsch gratis und franuco zur Verfugung. 2 . XXL . — nnghe 23 I *2 * n ee 0 5* 8 J Ie el — J Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbhert. der St. gugberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmal: Am ontag, Dienstag, Donnerẽtag, Samstag und —SS —S— mit Ar blatt und Sonutagk mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1.AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 , einschließliq ¶ ⸗ Zuflellungagebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfältischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 8, Neclamen 30 H. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 20. Jahrg. Deutsches Reich. J Berlin, 30. Juni. Die „Nordd. Allgem. ztg.“ schreibt: Der Kaiser schenkte dem Sultan nen prachtvollen Viererzug Trakehner Füchse aus einem eigenen Stalle. General Hobe Pascha wurde heauftragt die Pferde von hier nach Konstantinopel berzuführen. Berlin, 1. Juli. Der Bundesrath zält morgen Plenarsitzung. Die braunschweigische Frage ist noch nicht auf der Tagesordnung, sondern sängt vom Gang der Berathung in dem eben agenden Justizausschuß ab; kommt dieser zu einem definitiven Resultat, so dürfte der Gegenstand morgen im Plenum erledigt werden. Außer den Vorlagen, zetreffend den Entwurf eines Vertrages zwischen deutjchland nnd Rußland wegen Rechtsfähigkeit und Gerichtsstandsfähigkeit von Aktiengesellschaften und juristischen Personen, und betreffend das neue tatistijche Waarenverzeichniß, kommt auch der Ver⸗ trag zwischen dem Reich und dem Norddeutschen Lloyd betreffßs der Dampfersubvention zur Be⸗ ichlußfafsung. Berlin, 1. Juli. Nachdem der Justizaus⸗ chuß des Bundesraths heute einstimmig den Antrag igenommen, wonach der Herzog von Cumberland von der Thronfolge in Braunschweig ausgeschlossen st, wurde der Gegenstand auf die Tages⸗ xdnung der morgigen Sitzung des Bundesraths esetzt; ob Beschluß wird gefaßt werden koͤnnen, joll noch fraglich sein, da einzelne Bevollmächtigte heute noch ohne Instruktion sind. Der Antrag preußens ist im Wortlaute abgeandert, jedoch nichi m materiellen Inhalte. Die Frage der Erbberech⸗ igung der Familie Cumberlands wird gar nicht Braunschweig, 1. Juli. Das Braun⸗ schweiger Tageblatt“ theilt über die gesirige ge⸗ heime Sitzung des Landtages mit, daß es sich des Weiteren darum gehandelt habe, die Stellung xs Landtages zu dem belannten preußischen Untrage im Bundesrathe festzustellen und die Än⸗ icht der Versammlung bezuguüch des Verhaltens braunschweigs bei der Abstimmung im Bundesrathe zu hören. In letzterer Beziehung habe der Land⸗ ag dem Regentschaftsrathe vollfiandig freie Hand egeben. Der Stiaatsminister Gorße⸗ Wrisberg jabe darauf eine Anzahl Abtenstücke verlesen. welche viel neues Malerial zur Begrundung dee dreußischen Antrages enthalten haben sollen. In Janzendet Weise soll der Minister unter leb heftem Beifall der Versammlung das Dinifierium md den Regenischaftsrath gegen die bekannten Angriffe der Welfen gerechtsertigt haben. Rach dem ein Mitglied einige Vedenten gegen den dommissiondamrag erhoben hatte, verlas Göͤrtz⸗ Brisberg ein Allenfta vessen Inhal eine uͤder aus große Wirkung auf die Abgeordneten aus— pubt haben soll. Das Resultat war, daß der pa einstimmig den Anirag der staatstecht. ichen Kommission annahm, dahin gehend, daß der braunschweigische Landiag sich mit dem preu— ishen Anirag an den Bunvesrathvolltiündig inderstanden erklatt. In hohem Grade erfreulich ist die aus der daltung des braunfchweigischen Landstags sich er— Phende Thatsache, daß dort die welfische Agitation wen Boden gefunden hat. Die dollstandige Ueber. unmung mit dem Vorgehen Preußens bietet die nann dafür. daß auch alle noch zu treffenden * naements im Einverstaͤndniß mit Preußen zur edigung gelangen werden. NAuf eiwgige visten tirende Stimmen im Bundesrath wird aber die! Stellungnahme des braunschweigischen Landtages nicht ohne Einfluß hleiben. Somit ist alle Aus⸗ sicht vorhanden, daß diese Frage, die so lange die Bemüther erregt hat, demnächst eine befriedigende Loͤsung finden wird. Ems, 1. Juli. Der Kaiser machte heute Morgen zum Erstenmale eine Fußpromenade durch die Colonnaden und alsdann eine Spazierfahrt. Später fanden Vortraͤge statt. J— Ausland. Paris, 30. Juni. Die antisemitischen Mani⸗ festationen in Alqgier dauern trotz zahlreicher Ver⸗ jaftungen fort. Der Minister hat den General⸗ zouverneur angewiesen, mit allen Mitteln unver⸗ züglich dem skandalösen Treiben ein Ziel zu setzen. — Eine durch Rochefort verbreitete Erzählung uͤber die Ermordung des Journalisten Olivier Pain durch m Solde von Engländern stehende Araber ift icheren Informationen zufolge reine Erfindung Zelbst die Thatsache des Todes bedarf noch der Bestatigung. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Niederwürzbach, 30. Juni. Der ver⸗ zeiraihete Tagner Johann Hemmerling von hier fiel jestern beim Mähen mit dem einen Oberschenkel so unglücklich in eine Sense, daß dieselbe die Arterien zurchschnitt und er bald darauf an Verblutung starb. NX Breitfurt, 1. Juli. Heute wurde eine fliegende Prücke“ an Stelle der bisher bestandenen dahnüberfahrt bei hiesiger Mühle über die Blies ufgeschlagen. Die Muhlenbesitzer, HH. Gebr Dahlem haben in Rücksicht auf ihre Kunden in den Orten auf dem rechten Bliesufer auf ihre Kosten diese Neuerung geschaffen und sich hiedurch auch den Dank vieler anderer Leute verdient; vielleich! äeht auch dieser oder jener Nachbar (Kollege) * dazu. Thut nichts zur Sache, man kann jetz üͤber die Blies gelangen, ohne längere oder kürzere Zeit auf den Faͤhrmann warten zu müssen, ohne: „Hal', hal'!“ aus Leibeskräften zu schreien. Statt des üblichen, Fahrgeldes“ zahlt man gern sein Brückengeld“. Auf diese Neuerung seien besonders die Besucher des am nächsten Sonntag in Wolfers⸗ n statifindenden Bezirksfestes des Guftav ⸗Adolph ereins für das Dekanat Zweibrüden aufmerlsam zemacht. Die erwähnte Brücke liegt ganz nahe an diesiger Bahnstation, von welcher man Wolfersheim nun in 20 Minuten erreichen lann. — Im verflossenen Jahre kamen in Bayern 1606 landwirthschaftliche Anwesen zur Zwangs⸗ ersteigerung, wovon nur 61 auf die Pfalz entfallen. In I— Bayern umfaßten diese Anwesen nsgesammt 11017 Heltare, wobei sich die Große der betr. Anwesen in der Pfalz auf 121 Hektare eziffert. Erfreulicher Weise find diese Zwangs⸗ »erdußerungen von Jahr zu Jahr im Abnehmen, vas auf eine Besserung der Lage der Landwirth chaft schließen läßt. — Der Nestor der baherischen Lehret Herr Georg Franz Jungkunz ist im Alter von 96 Jahren in Thüngfeld (Oberfranken) verstorben. — In Gersheim findet nach dem Zw. T.“ am nächsten Sonntag eine Massenübung der Feuerwehren Walsheim, Niedergailbach, Reinheim )erbitzheim, Bliesdalheim. und Gersheim statt, velcher der kgl. Bezirkdamtmann Hert Dr. Schlag niweit anwohnen wird — In Landstuhl braunte es gestern bei Herrn Franz Pallmann, welcher einen nicht uner⸗ Jeblichen Schaden erleidet, da er seinen vor einigen Wochen abgelaufenen Mobiliaorfeuerversicherungsver⸗ trag nicht erneuert hatte. d I — Kaiserslautern, 80. Juni. Fast ammiliche hiesige Schreinergesellen, etwa 300, jaben seit heute die Arbeit eingestellt. Mehrere, die fortarbeiten wollten, wurden gewaltsam abge⸗ jalten. Ein wiederholtes Schreiben an die Meisier, ich durch Namensunterschrift zu verpflichten, keinen Hesellen, der sich im Ausschusse der Gewerkschaft hefindet, in Zukunft maßregeln zu wollen, wie es in letzter Zeit vorgekommen sein soll, blieb bis etzt unbeantwortet. In der gestern Abend abge⸗ jaltenen Versammlung wurde daraufhin beschlofsen, die Arbeit einzustellen und die Gesellen wollen die⸗ elbe nicht eher wieder aufnehmen bis diese Erklaͤrung von Seiten der Meister erfolgt. Ferner verlangen die Gesellen jetzt auch eine 10prozentige Lohner⸗ vöhung und 10ftündige Arbeitszeit. V — Kaiserslautern, 80. Juni. Den Postboten der Pfalz, welche die am nächsten Sonn⸗ age, den 5. Juli in Kaiserslautern stattfindende Versammlung besuchen wollen, wurde von der Di⸗ tektion der Pfalz. Bahnen Fahrtar⸗ Ermaäßigung zewährt — Unnweiler, 28. Jum. Gestern Nach⸗ nittag üͤberfiel der ledige Aderer Jakob Klein von Wernersberg den dortigen Schulberweser Staab auf der Straße von Annweiler nach Wernersbach and schlug ihn, ehe letzterer sich dessen versah, mit uimgekehrten Peitschenstos auf den Kopf, so daß derselbe sofsrt ohnmachtig und blutend niederstürzte, um Lohne dafür, daß er das Kind der Schwefler enes Mannes in der Schule gestraft haben soll. Aehnlich erging es einem früheren Lehrer von ge⸗ nanntem Dorfe. — Welches ist unter solchen Ver⸗ zaltniffen die Frucht der Kindererziehung ?7 — Aus der Südpfalz, 28. Juni. In Jeae der großen Hitze der letzten Tage geht das orn oder der Roggen — Deutschlands Haupt⸗ frucht — seiner Reife rasch entgegen. Das Spruch⸗ vort: „Peter und Paul macht die Kornwurzel jaul“ erfüllt sich dies Jahr buchstäblich. Die Roggenernte steht somit vor der Thuüre und wird quantitativ vorzüglich ausfallen. Von dem schäd⸗ ichen Pilze, der im dorigen Jahre die Enwickel⸗ zing des Kornes außerordentlich beeinträchtigte, ist dies Jahr keine Spur bei uns zu finden, odgleich die Blanter des sogenannten Kreuzkrauies im ver— lossenen Herbste und Winter noch siarl damit be⸗ allen waren. Die Halme des Roggens haben jeuer eine schoͤne helle weißgelbe Farbe und die zutenwidelten Aehren neigen sich siark zu Boden. Aber auch die übrigen Getreidearten haben einen chonen Stand, namenilich der Weizen, der zum Verblühen günstige Witterung hatte. Auf gut ge⸗ auten Aeckern steht auch die frühgesäete Gerste schön a; auf sandigem Boden fängt dieselbe schon an zu ꝛeifen, so daß dies Jahr Korn und Gerste zugleich jeschnitten und eingeheimst werden können. Hafer ind Einkorn haben bis jetzt einen guten Stand, nur wäre zu wunschen, daß bald ein ausgiebiger Regen eintrete, damit sich die genannten Frucht⸗ irten vollstaͤndig entwicheln könnien. Im Großen ind Ganzen dürfte also heuer die Getreideernte zefriedigend ausfallen, namentlich noch deßhalb veil durch die starke Hitze die Korner vollsandia usreifen und mehlreich werden — Bergzabern, 80. Juni. Gestern Abend wurde unsere Stadt durch Hochwasser stark mitge⸗ nommen. Ein furchtbares Gewitter tobte zwei Stunden lang über der hiefigen Gegend. Im BZann Birkenhördt ist ein Wollkenbruch niederge⸗ jangen und gegen halb 10 Uhr kamen so große WVafsermassen die Vorstadt herein, daß nur mit zrößter Mühe und Arbeit das Vieh aus den Stall⸗ ungen in höher gelegene Stadttheile, und die weni⸗ jer widersiandsfähigen Mobilien in die oberen Slodwerlke verbracht werden lonnten. Große Baum⸗ stämme, hoͤlzerne Brücken, Hopfenstangen 2c. ꝛc. rieben in großer Anzaht durch die einem See zleichenden Straßen der Stadt. Auf der Bachstraße hatte das Wasser eine Hoͤhe von über 76 Centi⸗ neter und in Parterre⸗Raumen selbst eine solche von 24 Centimeter erreicht. —2 Der Sterbelasse⸗Verein der protest. Geistlich⸗ eit der Pfalz wird Montag den 6. Juli, Nach⸗ nittags 2 Uhr, zu Bergzabern (bei Ruckstuhl) Zeneral ⸗Versammlung des Ausschusses abhalten. Die von mehreren Blaättern gebrachte Nach⸗ richt von einem in Burrweiler vorgekommenen HBrudermord wird in der „Ggt.“ als falsche bezeichnet. — Pfortz, 29. Juni. Heute bemerkte ich bei einem Rundgange durch die Weinberge bei der Filiale der Zuckerfadrik Waghäusel an einem Stocke sogen. Italiener Gutedeltrauben von 35 Ctm. Länge, mit Beeren in der Größe einer Erbse. Gewiß eine Seltenheit. Speyer, 29. Juni. Der pfälz. Kreis⸗ Lehrerverein zählt zur Zeit 1255 ordentliche und 226 außerordentliche, im Ganzen 1481 Mitglieder. — Speyer, 1. Juli. Heute begannen die 14tägigen Uebungen der Offiziere und Umeroffiziere zer Ülanen und Chebauxlegers des 2. Armeekorps im Pionierdienst und fand heute die Vorstellung der Offiziere, welche im Pfalzer Hof Absteige⸗ muartier genommen haben, statt. ⸗rmischtes8s. Forbach, 29. Juni. In dem dem groͤßeren Zublitum sonst nicht zuganglichen Parke des Adt⸗ chen Schlofses wurde gestern ein Concert zum Besten der hiesigen Feuerwehr abgehalten, ʒessen Reinertrag sich auf mehr als 200 M. belief derr Adt jun., Oberbrandmeister der Feuerwehr, jat durch diese Veranstaltung sich den wärmsien dank der Einwohner überhaupt und des ihm unter⸗ tellten Feuerwehrkorps insbesondere in reichem Naße erworben. FHeidelberg, 27. Juni. Während des estrigen Gewitters, welches in der Gegend von stoth mit Hagelschlag begleitet war, sind zwei auf dem Felde befindliche Landleute, welche unter einem deuwagen Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten, som Blitz erschlagen worden. Ferner wurden in Ningolsheim drei Personen vom Blitz getödtet. fMünchen, 27. Juni. Ein 15jaähriger zonntagsschüler aus Lam bei Straubing sollte von vem dortigen Lehrer K. auf Anordnung des Lokal⸗ chulinspellors vier Streiche mit einem span'schen tohre erhalten. Er wehrte sich aber mit aller draft, erwischte den Stock, brach ihn durch und ereitelte so die Züchtigung. Wegen dieser Hand⸗ ung verurtheilte ihn das kgl. Landgericht zu 8 Monat Gefangniß. fNürnberg, 28. Juni. Aus Kamerun ritt soeben die Nachricht ein, daß ein weiteres Ipfer dem mörderischen Klima erlegen ist. Der Zohn des freireligiösen Predigets in Nürnberg, darl Scholl jun, der sich vorigen Dezember in »amburg eingeschifft und seit Januar im Haust c. Woermann in Kamerun beschäftigt war, ist, jachdem er wenige Tage vorher noch seinen Eltern jeschrieben und sie über seine Gesundheit vollstän⸗ zig beruhigt hatte, am 29. April am Fieber ge⸗ tforben. Er hat sich in der kurzen Zeit die volltte zufriedenheit und Anerkennung seines Hauses, so⸗ bie die Liebe und Achtung Aller, mit denen er zu thun hatte, erworben. So ist dem großen Pionier, den sie am 20. April auf Kap Palmas zegruben, ein anderer, in bescheidener, aber gleich ehrenvoller Stellung nur zu bald nachgefolgt. eFrankfurt, 1. Juli. Lieske wurde heute wegen Ermordung des Polizeiraths Dr. Rumpff zum Tod verurtheilt. Er drohte bei dem Urtheilsspruch »em Staatsanwalt, derselbe habe damit sein eigenes Todesurtheil unterschrieben. Bei seiner Abführung rief er aus: „Ha, ha, Rumpff! Doch kaput!“ FWiesbaden, 30. Juni. Durch einen Blitzstrahl wurde heute Nachmittag am Bierstadter Berg hier ein Arbeiter getödtet und 2 Frauen gelähmt. —— fFPikante Enthüllungen sind nach einer Meldung des „Truth“ in Aussicht. Dem— nächst werden die Memoiren der Frau v. Kolemin⸗ hezüglich ihres Verhältnisses zum Großherzog von Hessen und der darauf folgenden Heirath um Scheidung erscheinen. Liegkritz, 80. Juni. Die Zigarrenarbeite sammilicher Fabriken streilen behufs Lohnerhöhung 4 Epinal, 29. Juni. Gestern Abend brad ein heftiges Unwetter über Epinal und Um. gegend herein. Eine Stunde lang hagelte es und die Menge und Größe der Hagelschlossen war der. art, daß die Ernte fast voöllig vernichtet ist. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Der Zuflußgraben des Ostkanals irat an mehreren Stellen infolg der wolkenbruchartigen Regengüsse über. Dat Wasser zerstörte mehrere Häuser und Brücken. Die große Staatsstraße erhielt einen Dammriß von Io Meter Breite. In Golbey ist eine Fabrik star beschädigt worden. FRew⸗York, 24. Juni. General⸗Adjutan Drum in Washington hat ein Verzeichniß de während des Bürgerkrieges umgekommenen Soldaten anfertigen lassen. Darnach sind im ganzen 359,496 Soldaien gefallen, wovon 29,498 als Kriegege jangene starben. Die Gesammtzahl der von der berschiedenen Staaten in's Feld gestellten Truppe— belief sich auf 2,300, 000. 7 Der „Times“ wird geschrieben: IJt St. Louis ist soeben Graf von Alt⸗Leiningen Westerburg gestorben. Er gehörte einer der ältester Adelsfamilien in Deutschland an. Bis zur Zei des Wiener Kongresses in 1815 waren die Häupter der Familie souveräne Fürsten und ihre Ehebimd nisse wurden nur mit souvberünen Häusern geschlossen Die Mutter der Herzogin von Kent und Großmutte der Königin Viktoria war eine Gräfin von Alt Leiningen⸗Wesierburg. Durch einen seltsamen Blückswechsel lebte der verstorbene Graf mehrer Jahre in St. Louis und Cincinnati in Armuth Er war einige Zeit in der Redaltion des, Anzeigert des Westens“ als Berichterstatter beschäftigt. Seir älterer Bruder, der die Familiengüter und Tite erbte, unterstützte ihn von Zeit zu Zeit, allein da Hhaupt der Familie ist selber weit davon entferni ceich zu sein. Der verstorbene Graf war 38 Jahr alt und hinterläßt eine junge Gattin. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demne —— —8 Bekanntmachung. Die Rechnung der Gasanstalt St. Ingbert für das Jahr 1884 liegt vwährend 14 Tagen zu Jedermanns Finficht auf dem Burgermeisteramte ffen. J Et. Ingbert am 1. Juli 1885. 7weilfter d je i. F —X Jazar St. Oigarrey IIChęS-6 Stück —577520 260 7 40 goert. ** Ta t I Nig. Es wird eine Köchin gesucht, die gut bürgerlich kochen kann seißig und reinlich ist. Die Expeditior agt wo. — Photograph DOs aus Kirtchheimbolanden u. Ilftt arbeitet nur noch vom nuaͤchsten Zamstag, den 4. Juli an 324 Tage in St. Ingbert. Da di— Aufnahmszeit durch das neiu— Emulsions ⸗Verfahren nur - Sekunde dauert, so mache ich au die außerordentlichen Erfolge vo Kinder⸗Aufnahmen uufmerksam. Ver durch die Zunst erfreut und gehoben, nicht ader durch langa imige Abhand ngen und anwiderndes Parleigezunk geaͤrgert sein will; Ver zuverläßig und rasch orientirt sein möchte, über interessante Vorgänge und dedeinsamen persone Ten und litterarischen Erscheinungen auf dem Gebiett er Kunst; ich Anregung und Unterhaltung schaffen will durch fesselnd geschriebene derichte, Diogrophien aus dem Leben beruhmter Tonkunstler, über fachliche Musik deren Pflege, und sonstige Begebenheiten auf dem Gebiete der Musik, in feuille lonistisch gefärbter und allgemein verständlicher Darstellungsweise; eine Erholung im Lesen guter Feuilletons, Efsays, Novellen, Humoresken v e er ee e beroesen slen Schtifmseller, suchen will, ohne sich mit erfundenen Personen befassen zu müssen; BVer sich eine gute Mu sik⸗Bibliothek auf die denlkbar billigste Weise erwerben will, kurz Ver einen mues eden Hausschatz fur sich und seine Familie sichern will· Der abonniere für 80 Pfennige pro Quartal bei der IF nächsten Buch⸗ oder Mufikalienhandlung, oder wenn solche am Orte nicht vorhanden, bei der nächsten Posi⸗ anstalt auf die F Neue Musik-Zeitung“. Wenn Zusendung von Koln verlangt wird kostet das Abonnement des Portos wegen 10 Pfg. mehr. Dagegen liefern die dortigen Buch- und Musilalien⸗Handlungen sowie Ihre Orispost zu dem Preise von 80 Pfa. Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdrack und Iàtho- graphie vorxommenden druckarbeiten 1000 Mark zahlen wir dem, der bein Gebrauch von Golder⸗eus Saiser⸗Zahumasen rFI Go und Ioo ri jemals wieder Zahnschmordzer berommt. S. Goldmann Cie, Dresden. — Zu nabeꝛ in ð6t ingbert bei P. Fery— Droguenhandlung. empflohlt aion dio Bucen⸗ und Steindruckerei F.X. Domotz Veriag det.Ingborter Anaeigoe 8t. Inzebort.— eochnup cn zu Jedermanns 8 Gebrauch ind i in der Srry cerei des St. Ingberter Anzeigers. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut Eilgut JXIIE Scheine für die Gemeindekrankenve sicherung sind zu haben in der Zeuderei des, Fi. inaberter Anzorer 20 bis 20 Spoppen 7 ake Milch sonnen räglich abgegeben werden bei Joseph Unl, Bäacer, *nif⸗ernrare. u haben bei F. X. Demetz. Oruct und Verlag von »y. X. Demetz in St. Ingbert. 1 4 —— * 8 533 * 8 * * 5 5555— 6 — — * 8 25 2 5 35 — —J — — 527 — ẽ — 238 5 223838 — 2553 8 — 2 S 13382 335 355 7 2 :? 538* 553 — 235 — 52 23368 33 — —38 ẽ 58 5— e 335236 53 58 535557 33228 5 F 26 *2 ⸗ 3— 73338333568 —A— 22—* 5S — 5558 A —— 555 5* 38 7* 3335 323 5* 2 — — 586 838 * * 33 8 52323 3 —A 26 8 2 232 — 22222 22 8289 —A 2.522 5355 55z755 532 553553 55 552 35883 3323 5853585 53 *— 552 — 535e 655—2—8 —3S 5 ES— * 53* 25 — 285 — — 822 2—5 236 — 5 3235* — 23 8* 2 Ez—8 8 82 522 2 5 55588 — 5555 3832 5332 72833 8 — 2 2 — 335 8 5 222 5288 — 23 —R 52,32 26 u 52 155 288 —— — 83 3 — 53, —22232 * 8 383 —57253 —s533853 5—, 825 580 568 1535538 *2858 35353585 553, * 22 — — 24 582 533 23* 8 533235 —A — 555 2— — 558 x37c8 22 235375 53535355 7383 223 5565 *3 25— 7 5 —2 2855 322 * e— 3 3. 8 — * 8 *. — 2* 8 * —— — 3 2 —— z7352 353353 43 28 88 J ð 2 28 — T — 2 2 55 5— 22 553232 8* 82 33655 2322 — * 822* 585 — — — 28 32 — — 8E 23385 —53 3 33 565 — — — 38328 7. 5 53325 —83758 — 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Jugherfer Amziger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. R der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalr Am tontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ Aalt und Sonutagt mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blait kostet vierteljahrlich 1.4 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.)4 75 —, einschließliq d ⸗Zustellungsgebuhrr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 1299. Samstag, 4. Juli 1888. 20. Jahrg. 34 Wirne solche Verständigung wäre natürlich sehr un— Volitische Uebersicht. — 35 für Herrn Rogozinsli, da ihm durch In Elsaß-Lothringen erwartet man, die Befitzergreifung Viltorias seitens Deutschlands aß, nachdem Staatssekretär pv. Ho fmann von as einzige Loch verschlossen würde, durch welches sisingen zurückgekehrt ift, der Kanzler demnächst r von dem Schauplatz seiner bisherigen Zetteleien n ceiser Vorschläge beireffs der Wiederbesetzung ntschlüpfen könnte. So hat es Herr Rogszinski es Statthalterpostens unterbreiten werde. In- orgezogen, in Gejellschafi, seines Gefährten Jan⸗ wischen ist, wie man der „Magd. Zig.“ schreibt, owsti, Afrika den Rücken zu kehren. Er befindet n alt⸗ elsasser Seite der Wunsch ftundgegeben ich bereits in Madaira. wo er auf Geld wartet, botden, daß ein Prinz des kaiserlichen Hauses zum um nach Polen weiterreisen zu können. *tattihalter in Elsaß⸗Lothringen ernannt werden aöge. Dieser Vorschlag erscheint gar nicht so un⸗ echt. Wenn man auch vom Kronprinzen, auf den ie Blicke des Landes bereits vor 1879 einmal erichtet waren, wird absehen müssen, so befitzt das daiserhaus in dem Prinzen Albrecht ein Mit⸗ lied, welches für den Posten eines kaiserlichen ztatthalters durchaus geeignet ist. Es scheint aͤmlich maßgebenden Ortes viel Gewicht darauf elegt zu werden, daß sowohl die militärischen als uuch die civilen Machtbefugnisse in einer Hand ver⸗ migt bleiben, was allerdings für ein erobertes nnd immer noch exponirtes Grenzland von großer dedeutung sein kann. Prinz Albrecht ist bereits ommandirender General, und wenn er auch kein eschulter Verwaltungsbeamter ist, so hat er eben en Staats⸗ Sekretär zur Seite, der die eigentliche derwaltung nach der von dem Statthalter zu ebenden Direktive besorgen köͤnnte. Es würde ewiß Manches zur Stärkung des monarchischen zinnes beitragen, wenn ein laiserlicher Prinz als Stellvertreter des Kaisers im Lande selbsft residirte. listen in Dresden schreibt das offizielle Dresdener Journal“: In Folge der fortgesetzten sozialdemo⸗ rratischen Agitation unter den hier sich aufhaltenden Arbeitern czechischer Nationalität hat sich die hiesige sönigliche Polizeidireltion wiederum veranlaßt ge—⸗ sehen, eine groͤßere Anzahl von dergleichen dem Ge⸗ meinwohle gefährlichen Personen aus Dresden aus⸗ zuweisen und den bis jetzt hier bestandenen böhm— ischen Verein „Cesky-Club“ auf Grund des sächfi⸗ schen Vereinsgesetzes aufzulösen. Der letztere Verein bildete den Mittel und Sammelpunkt der hier lebenden unzufriedenen und agitatorisch thätigen böhmischen Arbeiter und würde schon vor Jahren von der jetzt ergriffenen Maßregel betroffen worden sein, wenn die Mitglieder desselben damals und wiederholt nicht die bestimmteste Erklärung abgegeben hätten, daß fie iich von aller politischen Thätigkeit fernhalten woll⸗ en. Aus diesem Grunde übte die königliche Poli— eidixeltion Jahre lang Nachsicht aus. Nachdem ich jedoch jetzt herausgestellt hat, daß diesen Ver— prechungen nicht nachgekommen worden ist und der Verein nach wie vor ein Glied in der Kette der namentlich über Böhmen verbreiteten revolutionären Arbeitervereine bildet, hat man sich zur Schließung desselben und Ausweisung der hauptsächlich agitato— risch thätigen Mitglieder veranlaßt gesehen. Deutsches Reich. Berlin, 2. Juli. Der Bundesrath hat so⸗ ben mit sehr großer Majorität den Antrag des Fustizausschufses angenommen, welcher lautet: Det gundesrath wolle die Ueberzeugung der verbündeten Regierungen dahin aussprechen, daß die Regierung »es Herzogs von Cumberland in Braunschweig, da erselbe sich in einem dem reichsverfassungsmäßig jewährleisteten Frieden unter Bundesgliedern wider⸗ trebenden Verhältmisse zu dem Bundesstaate Preußen hefindet und im Hinblick auf die von ihm geltend emachten Ansprüche auf Gebietstheile dieses Zundessiaates mit den Grundprincipien der Bünd⸗ aißverträge und der Reichsverfassung nicht verein⸗ dar sei. Die braunschweigische Landesregierung jei hiervon zu verständigen. Berlin, 2. Juli. Der Reichskanzler trifft jeute Abend hier ein. — Das Reichsversicherungs⸗ amt erbat von den Regierungen der Bundesstaaten die Vermittlung, daß die vorhandenen Krankenkassen nach einem Formular mitgetheilt werden. Da die drankenkassen in naher Beziehung zu den Berufs⸗ enossenschaften stehen, erscheint eine sorgfältige lufstellung der Nachweisungen geboten. Erst nach er Aufstellung können Regulative aufgestellt. Wahl⸗ ommissionen ernannt, die Wahlen der Kassenvor— tände, sowie endlich die Wahl zweier Schieds— gerichtsbeisitzer, dollzogen werden. Berlin, 2. Juli. Die Motivirung des vom Justizausschuß einstimmig angenommenen Antrages, etreffend die braunschweigische Thronfolge, beruhl zutem Vernehmen nach wesentlich darauf, daß die stegierung des Herzogs von Cumberland in Braun⸗ chweig wegen seines Verhältnisses zu Preußen mil den Prinzipien der Bündnißverträge und der Reichsverfassung nicht zu vereinen sei. Köln, 1. Juli. Die „Kolnische Volkszeitung“ zeröffentlicht eine Mittheilung des Erzbischofs haulus Melchers „aus dem Orte des Exils“, daß er in Folge einer Aufforderung des Papstes sich noch im Laufe dieser Woche nach Rom begeben verde. Dresden, 30. Juni. Ueber das Vorgehen tachsischen Nolirzei gegen die czechischen Sia- Ausland. Paris, 2. Juli. Wenn keine besonderen Zwischenfälle eintreten, wird der Schluß der jetzigen Session der französischen Kammern am 283. Juli erfolgen. Nach einer Mittheilung des „Soir“ sollen die Reuwahlen bereits am 16. August statt⸗ inden. Das klingt sehr unwahrscheinlich, da sich Brisson vor kur zem noch sehr energisch gegen einen o frühen Wahltermin ausgesprochen hat. Petersburg, 2. Juli. Mit der dentschen Regierung finden augenblicklich Verhandlungen über ein Abkommen, betr. die gegenseitige Anerkennung der Aktiengesellschaften. staft Lon der deutsch-ostafrikanischen Ge— ellschaft berichtet die Kolonialpolit. Korresp.“: die fünfte Expedition der deutsch ostafrikanischen hesellschaft unter der Führung von Herrn Lieute⸗ ant Schlüter ist Dienstag, den 16. Juni, wohl⸗ ehalten in Zanzibar eingetroffen. Sie hat Befehl rhalten, zunachsi nach Usagara hinaufzugehen und ꝛaselbst weitere Instruktionen zu erwarten. Dienstag, en 14. Juli. wird eine sechste Expedition don herlin nach Oftafrika abgehen. Sie wird wieder inige Offiziere enthalten. Das Gros der Herren dird von jungen, vermögenden Landwirthen gebildet ein. Unter Anderen wird Herr Dr. Hentschel aus jena. ein besonders gut empfohlener Agrikultur⸗ semiker, die Expedition zu wissenschaftlich⸗praktischen lntersuchungen ¶ mitmachen.Derfelbe wird den Bami, welcher nach Stanley 140 englische Meien diffbar ist, genau untersuchen. Die Gesellschaft at größere Einkaufe in Samereien und Konserben orgenommen, welche mit der Expedition nach Usa⸗ Ara abgehen werden. Ein Posten feinen Pulvers st am Montag, den 22. Juni. auf einem Han⸗ ng'jchen Segeischiff von Hamburg abgegangen, und ue groößere Waffensendung wird auf dem Swald schen Dampfer „Zansibar“ am 7. Juli XX werden. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 3. Juli. In der letzten Stadtrathssitzung wurde beschlossen, bei kgl. Regie⸗ rung die definitive Anstellung der beiden interimist⸗ schen Schulverweser Herren Leopolde und Ziegler an ihren disherigen Schulen dahier zu eantragen. * St. Ingbert, 3. Juli. Wir wir hören, and dieser Tage gelegentlich der Anwesenheit des derrn Schuler aus Zurich in unserer Stadt der Abschluß der definitiven Verträge über Landankauf, ꝛesp. die Abtretung des staͤdtischen Eigenthums inter dem Gefüngnißgebäude an die Firma Schuler ind Schmid behufs Errichtung einer Baumwoll— pinnerei statt. Damit sind hoffentlich die lehzten dindernisse, welche der Ausführung des vielbesproche⸗ nen Projektes entgegen standen, beseitigt. — Auch A — spinnerei dahier hat in ietzter Zeit durch An⸗ auf von Ländereten zwischen Pfarrgasse und Eisen⸗ hahn seitens der betheiligten Herren eine greifdatere Bestalt angenommen. * Sit. Ingbert, 3. Juli. Mit der Wahr⸗ iehmung der nach dem revidierten Forstgesetze den Forstmeistern, beziehungsweise deren Steuͤberlretern ‚ukommenden Geschafte und Befugnisse wurde bef dem kgl. Amtsgerichte Si. Ingbert der tgl. Forstamtsassessor Herr Schmidt dahier und ils dessen Stellvertreter der kgl. Oberförster Her Martin in Blieskañ⸗el hei dem fot. 8. Der famose polnische Afrikareisende Scholze zindi da sig dei geuen in Sicherhen bracht. Belannilich ist durch das jüngst zwischen xutschland und England geschlossene Ueberein⸗ Anmen betreffend die Abgrenzung der beiderseitigen Shutgebiele in Gumea (Westafrika) Deutschland xtechtigt worden, auch von der, jetzt noch unter aulischem Schutz slehenden Siation Victotia an xt Ambas · Va Besitz zu ergreifen, vorausgesetzt, ß zuvor eine Verständigung mit der in Viltoria ngefiedeston englischen Rapfisfen-Mission erfolgt richte Blieskastel der kgl. Oberförster Herr Martin daselbst und als dessen Stellvertreter der igl. Forstamtsassessor Herr Schmidit dahier be— traut. *Nach der „K. Z.“ wird unser Reichstags- abgeordneter Herr Oskar Kraämer vor einer am nächsten Sonntag in Pirmasens stattfinden⸗ den Waͤhlerversammlung Bericht über die abge⸗ laufenen Reichstagssession erstatten. * Bei einem am Dienstage stattgehabten Ge⸗ witter wurde in dem etwa Stunden von hier entfernten preußischen Orte Quierscheid ein Mann vom Blitze erschlagen. * In der letzten Strafkammersitzung des kgl. Landgerichts Zweibrüccken wurde u. A. der 24jährige Glasmacher P. V. von hier wegen Widersiands gegenüber dem in der Ausübung seines Dienfies begriffenen Forstgehilfen Herrn Zoller von hier, sowie wegen Berufsbeleidigung desselben, alles begangen am 17. Mai 1882, zu einer Gesammt gefangnißstrafe von 1. Monat 8 Tagen verurtheili nebst Verfällung in die erwachsenen Kosten. dDer Westpfälzische Kolonialverein hielt dieser Tage unter dem Vorsitze des Herrn RKechtsanwalt Schmidt in Zweibrü cken eine Versammlung in welcher namentlich Referate über das neue Unternehmen des Afrikareisenden Flegel im Benuegebiet stattfanden. In fesselndem, langerem Vortrage verbreitete fich Herr Pfarrer Butters nachdem der Vorsitzende einige einleitende Bemerk⸗ ungen vorausgeschickt, an der Hand der Karte uiber die Verhältnisse des reichen Hinterlandes von Zamerun und über die hinfichtlich jenes unermeß⸗ lichen Gebietes zwischen England und Deutschland geiroffenen bekannten Vereinbarungen. Eine im Sinne des vor kurzem mitgetheilten Aufrufs des deutschen Kolonialvereins in Umlauf gesetzte Sammel⸗ liste bededte sich alsbald mit beträchtlichen Zeich⸗ nungen der Theilnehmer an der Versammlung. Dem westpfaälzischen Kolonialverein gebührt das Verdienst, diese nationale Angelegenheit auch bei uns in Fluß gebracht zu haben. dem Bergassessor a. D. Emil Tilman in Dormund wurde unter dem Namen Rother⸗ berg das Bergwerkseigenthum in dem bei Hefersweiler in den Gemeinden Hefersweiler, Berzweiler und Seelen, kgl. Bezirksamts Kusel, und n der Gemeinde Niederkirchen, kgl. Bezirksamts Zaiserslautern, im Regierungsbezirke der Pfalz ge⸗ iegenen Grubenfelde von 2.000,000 Quadratmeter oder 200 Hektaren Flächeninhalt, zur Gewinnung von Eisenerzen verliehen. — Feil, 830. Juni. Eine widerliche Scene spielte sich gestern in unserem Orte ab. Zwei Nachbarsfrauen geriethen miteinander in Streit; nachdem sie sich gehoͤrig geprügelt, rupften fie sich gegenseitig die Haare aus, wobei es wenig gewählte Schimpfworte regnete. Schließlich ging die ine in ihrem Zorn so weit, daßsieihrer Gegnerin das zum Trocknen gegebene Fleisch, Schinken, Schwar⸗ senmagen ꝛtc., zum größten Gaudium der fich in⸗ wischen angesammelien Kinderschaar vom zweiten Stodwerk auf die Straße warf. GN. B.) SLandau, 30. Juni. Unsere pfalzische Lehrer führen bittere Klage gegen den seit einer Reihe von Jahren beliebten Modus, Schuldienst⸗ exspeltanten aus dem jenseitigen Bayern in pfälzi⸗ schen Diensten zu verwenden. Ein in der jüngsten Rummer der ‚Pfälzischen Lehrerzeitung“ erschienener —V V scharf gegen diesen Mißstand. Nach den uns be⸗ annten Thatsachen auch mit Recht! Sollen ja doch qus den Anstellungsprüfungen früherer Jahrgänge Zandidaten bochanden sein, die bis jetzt noch keine Anstellung als Lehrer erlangen konnien, weil eben die Konkurrenz bei Valaturen zu groß ist. Vor einigen Jahren der große Mangel und nun die Ueber⸗ produltion! Früher, zur Zeit des Lehrermangels, war es gewiß im Interesse der Schulen selbst ge⸗ legen, auswärtige Lehrkräfte zum Uebertritt in die pfalz zu veranlassen. Heute aber, wo sich der pfälzische Lehrerstand aus Pfälzern selbst wieder er⸗ gänzt hat, sollte eine Verwendung auswärtiger dehrkrafte in der Pfalz füglich aufhören. Aus den beiden pfälzischen Seminarien Kaiserslautern und Speyer ireien in wenigen Wochen ca. 90 junge Jeute in die Praxis übder, ohne daß nur für ein Dritlel dadon Sielle vakant wären. Die jungen Pfalzer, bisher alle sofort angestellt, finden zahl⸗ reiche Stellen von ihren jenseitigen Kollegen mit Beschlag belegt, und sehen sich gezwungen, längere oder kützere Zeit zu praktiziten, eine Unannehm ⸗ ichkeit, der die jenseitigen Kollegen durch Ueber⸗ zedlung in die Pfalz enthoben find. Angesichts zieser Verhältnisse ist die Lage der jüngeren pfälzi⸗ chen Lehrer nicht geradezu beneidenswerth und die iage derselben, daß durch die fortdauernde An— stellung außerpfälzischer Lehrer fie selbst beeinträch⸗ ligt werden, gewiß berechtigt. Ein altes Sprich⸗ wort: „Das Hemd ist mir näher, als der Rock!“ darf hier, unbeschadet des vatriotischen Gefühles der Zusammengehörigleit zwischen Pfälzern und Bayern, gewiß seine Anwendung finden. (Land. Tgbl.) — Gossersweiler, 30. Juni. Ein chweres Unwetter überzog gestern unsere Gegend. Zwei Gewittter, das eine von Weisenburg über zas Gebirge, das andere von Dahn kommend, tießen im Gossersweilerer Thal zusammen und ntluden sich hier. Die Wege und Straßen füllten iich zu Bächen an, ausgerissene Sträucher und Zieine mit fich führend. Ein Blitzstrahl traf unsern dirchthurm, zersplitterte einige Balken im Holz- verke desselben, riß das Joch der mittleren Glocke mntzwei und nahm dann seinen Weg in das Lang⸗ jaus der Kirche, wo er an 10— 12 Stellen das Gewölbe durchschlug. Zum großen Glück zündete der Blitz nicht; der angerichtete Schaden ist darum nicht gar bedeutend. — Vermischtes. — Das diesjahrige Bergfest soll am Sonntag, den 26. Juli auf saͤmmtlichen Gruben des Saar— brücker Rebdiers gefeiert werden. Die „S.⸗ u. Bl.Ztg.“ schreibt: Durch veitere Versuche auf Grube König“, welche die rüheren ergänzen, ist jetzt festgestellt, daß im Dynamit dasjenige Schießmittel gefunden ist, welches elost bei Gegenwart geringer Mengen von Schlag⸗ vetiern jede Gefahr der Explofion von Kohlen⸗ taub ausschließt. Es wurde Kieselguhr⸗Dynamiit ser. 1 verwendet und ergaben die Versuche. daß reiliegende Patronen wie werfende Schüsse den jefährlichen Kohlenslaub sowohl für sich allein, als uch bei gleichzeitiger Anwesenheit von Grubengas his zu 5 Prozent niemals zünden. Es ist dies vohl das wichtigste Ergebniß der Arbeiten der yreußischen Schlagwetterkommission, welche Ende origer Woche zur Schlußverhandlung in Berlin hersammelt war. Die Folgerungen, welche hieraus zu ziehen find, ergeben fich nach dem „Glückauf“ ‚on selbst; das Schießverbot in Schlagwettergruben uind Gruben mit Kohlenstaub braucht sich nur auf das gewöhnliche, langsam verbrennenden Schwarz⸗ zulber zu erstrecken; die ökonomische Seite der Frage ist dadurch wesentlich vereinfacht und geklärt. F Bieberich a. d. Mosel, 29. Juni. Gestern tarb hier, 84 Jahre alt, der Forstmeister a. D. darl Moritz Arndi, der einzig? noch lebende Sohn don Ernst Moritz Arndt. F Lahr, J. Juli. In dem Prozesse Lahrs gegen Magdeburg wegen nicht abgelieferter Reichs- baisenhaus · Gelder begann am Moniag die Ver⸗ zandlung vor dem Magdeburger Landgericht und oslte morgen früh fortgesetzt werden. Inzwischen st man von Seiten Lahrs auf einen Magdeburger dergleichsvorschlag eingegangen, wonach Lahr noch a. 86,000 M. erhält. Damit ist diese Angelegen⸗ — Frankfurt a. N. Der schlechte Zerleist mir durchgegangen und hat mich mit jeben Pfennigen hier zurücdgelassen.“ Mit diesen Worten betrat ein junges hübsches Weibchen ein hiesiges Polizeibureau und derlangte, daß der Gatte, Henn keinem Anderen galten diese schönen Worte, in der Bahn verhaftet und zu seiner Frau zurück⸗ jebracht werde. Als ihr klar gemacht worden, daß ich die Behörde nicht mit internen Familienge⸗ chichten befassen könne, entfernte sich die Frau mit der Bemerkung, daß sie ein Messer und Vitriol bei ich habe. Begegne fie dem Ausreißer an der hahn, so könne er sich auf ewas gefaßt machen. damit entfernte sich fich. Sie ging in der That in den Bahnhof und richtig unter den Letzten, die sich einstellten, war auch ihre Gatte. Nun griff —Aü —WII hn „liebes Männchen“ und nahm ihn wieder mit nach Hause. Der gute Mann folgte ihr, gab seine Fluchtgedanken auf und geht jetzt wieder seiner Arbeit nach. fFrankfurt a. M. Dem Brillantendieb, durban Bey, der eben in Hamburg zu seiner Ab⸗ irtheilung sich befindet, wurden in dem hiesigen Hefängniß von einem Mitgefangenen 82 Brillante geftohlen. Kein Mensch wußte, wohin sie gekommen stun wurde der Verbleib, Dant der stillen ruhigen Nachforschung der Polizei, entdeckt und die Diebe ammt den Hehlern wurden hinter Schloß und Kiegel gebracht. Der wieder zur Stelle gebrachte Schatz stammt aus dem Diebstahl zum Nachtheil des Juweliers M. Löwenthal. FWiesbaden, 30. Juni. Ueber das heute hier niedergegangene Gewitter, das den Tod ines Mannes zur Folge hatte, berichtet der ‚Rh Fut.“ Folgendes: Vor dem heftigen Regenguff⸗ lüchteten 3 im Felde am Wege rechts von der Bierstadter Straße von dem Oekonomen Herrn teinh. Faust beschäftigte Personen unter einen dort tehenden, etwa 180 Schritte von der Straße ent⸗ ernten Nußbaum; die beiden Frauen stellten sich dicht unter den Baum, zu ihnen gesellte sich eine Dritte. Der ebenfalls bei Faust beschäftigte Tag. öhner Breithecker von Mühlbach bei Hadamar stellle sich etwa 6 Schritte von dem Stamme des Baumes entfernt, unter dessen Aeste. Plötzlich schlug der Blitz in die untere Hälfte des Baumes, sprang don vessen Wurzeln ab und traf den Breithecker, der jofort todt zur Erde sank. Die beiden andern Frauen lagen bewußtlos und waren, als die dritte Frau. die unverletzt blieb, Hilfe aus der Stadt zrachte, noch an den Beinen gelähmt. Sofort hatten sich die Herren Kaplan Wolff und Polizei⸗ —XXD jefunden und ersterer half die Leiche des Breitheder, die an den von den Kleidern nicht bedeckten Theilen zöllig blauschwarz aussah, eigenhändig auf den Wagen heben, da von den umstehenden Männern die meisten anzufassen sich scheuten. Mit der Leiche vurden auch die beiden Frauen, die über Schmerzen mm Arm und Bein klagten, zunächst nach der Woh⸗ uung des Herrn Reinh. Faust gefahren FKissingen, 28. Juni. Heute ist Prof. Dr. Schwenninger hier eingetroffen, um sich über )en Erfolg der Kur seines hohen Patienten, des Fürsten Bismarck, zu informiren. Fürst Bismarä rinit während seines hiesigen Aufenthaltes keinen Rakozy, sondern nimmt nur Soolbader, welche einen o guͤnstigen Einfluß auf seinen Gesundheitszustand rusgeübt haben, daß der Fürst fast ganz seine ꝛeuralgischen Schmerzen verloren haben soll und ich gegenwärtig so gesund fühlt, wie seit mehreren Jahren nicht. Aus Rheinfelden wird dem „M. A. jeschrieben: Am letzten Sonntag Abend ereignelt ich hier eine schauerliche Messeraffaire. Ein bahe— rischer ein und badischer Schlossergeselle kamen eines Rädchens wegen in Wortwechsel. Der eine schlug dem andern einen Lumpen ins Gesicht, worauf der indere dem Angreifer sein Messer bis an's Heft n die Schulter oben stach. Nachdem er das Messer nicht mehr herausbrachte entfernte er sich eiligst. die Anwesenden frugen nun den Gestochenen nach sem Namen des Attentäters und andere verfolgten hn. Der Verwundete sagte aber ganz ruhig, et jerrathe ihn nicht, es sei ein guter Freund von hm!! Der Verwundete wurde ins Spital ver⸗ racht und konnte man bis jetzt das Messer noch uicht herausziehen. Nach der Meinung eines her eigerufenen Professors in Basel muß die Klinge weimal gebogen jein und wird nur auf dem riterungsweg zu entfernen seiu. J p Munchen. Am 26. v. M. fand hier die Bersammlung der bahyerischen Baugewerbe geruüfsgenossenschaft statt, in der zunächst ʒet Vorstand der Genossenschaft gewählt wurde. derr Max Steinmetz, Baumeister in München, wurde zum Vorfitzenden, Herr W. Hoffmann jun., Baumeister in Ludwigshafen a. Rh., zum Schrift führer und sodann fuͤr jeden der acht Kreise je zwe Borstandsmitglieder gewählt (für die Pfalz aß weites Vorstandsmitglied Herr Zimmermeister N. stömer in Kaiserslauiern). Es wurde sodann zut Berathung des durch den provisorischen Vorstand wrufgeflellten Statuts der Genossenschaft geschritten und dasselbe mit einigen kleinen Abänderungen ge⸗ nehmigt. In der auf die Genossenschafts⸗Verfamm⸗ lung folgenden Vorstandssitzung wurden die Be⸗ stimmungen über die Ansiellung der Beamten Ein⸗ richtung des Bureaus ꝛc. getroffen und zugleich die Zeit und der Ort für die in jedem Kreise — 1bzuhaltende Versammlung zur Wahl der De irten und Vertrauensmänner. festgesetzt. d Helegirten, sowie die Vorstandsmitglieder wee Asdann im Monat August zur konstituirenden rossenschafts⸗Versammlung in München zusammen cien, womit dann die Gesellschaft gebildet ist und wegirtsamkeit mit dem Einfuͤhrungstermin des adehe beginnen kann. Dei Vorstand des bayerischen Volksschullehrer· hereins Koppenstütter hat beim Kultusministerium iest eingereicht gegen die Eingabe der Buch⸗ der Innungen, zu München, Fürth und yweinfurt und deren Gewerbsgenossen im König⸗ Bayern, worin die Bitte gestellt ist. daß den sern der Volksschulen, wie den Schulangestellten, dausmeistern, Pedellen ec. an Volks- wie Mittel⸗ d Hochschulen des Königsreichs der Vertrieb von qulbüchern, Schreib⸗ und Zeichnenmaterial gänzlich t werde. — — 30. Juni. Der Kaufmann saak Rosenberg aus Hamm, der am 19. Mai n der hiesigen Straflammer wegen Wuchers und euges zu 8ise Jahren Gefängniß und 15.000 surk Geldstrafe verurtheilt war, hatte gegen dieses enntniß das Rechtsmittel der Revision eingelegt d befand sich infolge dessen noch im hiesigen esangnisse. In der Nacht vom 19. zum 20. Juni r er aus dem hiesigen Gefängnisse entwichen und var hatte der von Rosenbergs Verwandten bestochene zangenwarter Kohn ihn herausgelassen. Kohn war eufallsentflohen, ist aber in Zütphen in Holland ge⸗ zt worden und wird nach hier ausgeliefert werden. ie lgl. Staatsanwaltschaft hatte das Vermögen Rosenbergs beschlagnahmen und an alle Bankb- user mit dem R. früher in Verbindung gestanden, Weisung ergehen lassen, an R. kein Geld verabfolgen. Rosenberg war bereits auf andischem Gebiete angekommen, befand sich also Sicherheit. Da es ihm aber trotz seines großen ichthums an den nöthigen Geldmitteln gemangelt i, ist er nach Hamm zurückgekehrt, und hat, als mdie Polizei auf den Fersen war, seinem Lehen ich Erschießen ein Ende gemacht. Der Sohn Rosenberg sitzt im hiefigen Gefängnisse wegen Verdachts, den Gefangenwärter Kohn bestochen haben. zEin inte ressanter Besuch weilt gegen⸗ uiig in Göttingen; ein Herr Beihge, ein rorener Göttinger, der nach den wunderlichsten qidsalen fich zum Geheimsekretär des Prinzen sanurangse von Siam emporgeschwungen hat. zjunger Mann wanderte Herr Beihge aus, um nüchst in Amerika sein Glück zu machen. Von it kam er vor nunmehr 17 Jahren nach Siam, mer ein Tabaksgeschäft gründete, wurde in den uftreisen bekannt und erwarb sich durch seine anntnifse bald die Zuneigung des Bruders des inigß in dem Maße, daß er dessen vertrauter Se⸗ uur und Interpret wurde. In dieser Stellung ne er Gelegenhent, sich um das Post⸗ und Tele⸗ ihhenwesen in Siam, das noch in den Windeln . Verdienste zu erwerben, und als dann 1881 Vostwesen zu einem selbstftändigen Ministerium, et Leitung des Prinzen Bhanurangse, erhoben ude trat er als Geheimsetretär in dasselbe ein. solcher hat er hervorragenden Antheu an der ndherung Siams an den Weltpofiwerein genommen d auch mit dem Staatssekreiär d. Siephan in yt Korrespondenz gestanden. Jetzt ist der An⸗ J erfolgt und Siam trat am 1. Juli dem — bei. Herr Bethge ist nun herüber - — an dem im August in Berlin statt⸗ n tegraphentongteß Theil zu nehmen. gen liche Vertreter Siams wird dort der Ge⸗ ein Paris sein, dem Herr Beihge zur Seite n wird. Zeipzig, 29. Juni. Wir wollen nicht sen, auf den Verband deutscher indlungs ehil o Zuß gehilfen aufmerksam zu machen, — jungen Kaufleuten Krankenversicher⸗ — ———— e in Leipzig, zuhlt gegenarn lihe zig, zählt gegenwärt;g gegen 6000 * —5 besitzt uͤber 70 Verwalungsstellen eutschland. Seine Krankenlasse weist a itgliederbesstand don 1400 Personen mit —88 Reservefond auf. Nachdem diese an n sich bis jeßt bewährt haben, geht der nnhgendlicuich mit dem Plane der Gründung den ne Waisenlasse um. 15,000 M. — 5 zu diesem Zwede schon über⸗ —7 — 5 ahrliche Beitrag zur Wittwen· und Wva nragt 30 Mt. Um den Witmwen shne — zu sichern, ist eine —— gliedschaft der Kasse nöthig. Der —* dasse ik weder an ein bestimmes Alier, ne ärztliche Untersuchung gebunden. Die Bittwenpension richtet sich nach der in jedem Jahre erfügbaren Summe und beträgt nie mehr als 50 Mt. jährlich. Eine besondere Wohlthat wird arin gefunden werden, daß, nachdem das Mitglied er Kasse fünf Jahre angehört hat, sein Recht auf Bittwenpension bei Nichtfortsetzung der Beiträge nicht erlischt, sondern der Pensionsanspruch fuͤr eine Beiträge (S150 Mt.) ihm bez. seiner Wittwe rhalten bleibt. In augeablicklich unguünstigen Ver⸗ Jältnissen ist dieser Punkt für manchen Kaufmann ehr wichtig. Eine Rückzahlung der Jahresbeiträge indet nicht statt. fFBremen, 80. Juni. Grenzaufseher Oehl⸗ ichs, der einen Zollbeamten wegen Majestätsbe⸗ eidigung denuncirt hatte, ist als Denunciant zu echs Monaten Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust ʒerurtheilt und sofort verhaftet worden. fF Der boshafte Professor betitelt sich olgendes amüsante Geschichtchen aus der Selektra iner höheren Töchterschule Berlins. Herr Professor ẽ. ist ein neuer Vehrer und trotzdem der Herr noch ung ist, hat er dennoch nicht das Glück gehabt, »en jungen Damen der Oberklasse zu gefallen, und s war daher beschlossen, ihm das zu zeigen. Als ser Professor Tags darauf in das Schulzimmer ritt, muß er zu seinem Erstaunen wahrnehmen, ꝛatz nur die eine Hälfte seiner Schülerinnen sich rhebt, während die andere ruhig sitzen bleibt. An⸗ angs wußte der junge Mann nicht recht, was er ijun zu thun habe, dann aber war er bald gefaßt ind sagte lächelnd: „Mir kann es gleichgiltig sein, neine Damen, ob Sie mich durch Äufflehen ehren der lieber sitzen bleiben, nur sollte ich meinen, daß ich zum Letzteren noch später für Sie Gelegenhei inden dürfte.“ F Ein Opfer des Aberglaubens in seiner rassesten Gestalt ift am Sonntag die hochbetagte „tadtarme Cz. in Marien werder geworden. luter der Vorjpiegelung, daß eine ihrer naheren zekannten erkrankt sei, wurde die 73jährige Frau n die Wohnung einer Frau C. geloctt und dort n der unmenschlichsten Weise behandelt. Kaum jatte die nichtsahnende Person die Thür hinter sich jeschlossen, so drang Frau C. auf sie mit den Wor⸗ en ein: „Du hast mir mein Kind behext und nußt es mir gesund machen, oder ich zerschneide dich in Stücke.“ Mehrere Schläge wurden gegen hren Kopf geführt und ein Blutstrom ergoß sich iber das Gesicht der armen Frau. Das war der Ingreiferin eben recht, sie fing etwas von dem zlute auf und bestrich damit ihr im Bett liegendes kind, um dasselbe aus dem Banne des Bösen zu rlösen. Erst auf vieles Bitten und das laute ülfegeschrei der Cz. wurde diese endlich freigegeben. datürlich wird die Geschichte ein gerichtliches Nach⸗ viel haben. f Wien, im Juni. Romanhaft genug, aber urchaus wahrheitsgetreu ist die nachfolgende Er⸗ ählung, die man „Das Glück der Wienerin' be— iteln könnte. Vor ungefähr drei Jahren lernte die hattin des Deutschen Konsuls in Shanghai ge— egentlich eines Besuches, den sie dem Modewaaren⸗ seschäfte L. Krickl unter den Tuchlauben in Wien bstattete, die Tochter des Konfektionärs kennen. Ddas Mädchen gefiel ihr so wohl, daß sie ihm den Antrag stellte, sie als Gesellschafterin nach China zu begleiten. Kurz entschlossen, folgte die Wienerin der Dame in die Fremde. In dem Hause des donsuls, wo die vornehmsten Mitglieder der Euro⸗ aischen Kolonie Shanghais verkehrten, spielte un⸗ sere Landsmäunin dank ihrer Schönheit und an—⸗ nuthigen Geistesgaben, bald eine glänzende Rolle. Fin französischer Millionär, Herr E. G. Bouillemont, zerliebte sich in das Mädchen, und jüngsthin fand zie Trauung des glücklicher Paares fiatt, welche ich, wie man aus Shanghai schreidt, zu einem zuldigungsakte für die Wienerin gestaltete. Die ortigen Blätter bringen spaltenlange Berichte über »ie Ceremonie, welche in der St. Josephe⸗Kirche tattfand. Eine Reihe von öͤffentlichen Instituten ind Banken hatte aus diesem freudigen Anlaß Feieriagsruhe geboten. Die Häuser auf dem Wege om Deutschen General⸗Konsulate nach der Kirche varen mit Flaggen und Immergrün geschmückt, er mit Blumen und Blätterwerk dekorirte Dom nit Besuchern überfüllt, und viele Gäste mußten jeimkehren, da sie keinen Platz mehr fanden. Ueber weihundert Equipagen folgten dem Brautwagen; er Brautführer war der Generalkonsul Dr. Lührsen; erner bemerlte man unter den Anwesenden den Desterreichischen Konsul, Herrn Joseph Haas, den ven Französischen und Braäsilianischen Konsul. sowie der Vereinigten Staaten. Die Braut trug, wie vir schließlich noch erwähnen wollen. ein weißzes Satinkleid, ganz übersäet mit Spitzen und Orange⸗ »luthen. Sie sah reizend aus, „belle et char- nante““. Das junge Paar wird in nächster Zeit ine Reise nach Europa antreten. J. Der jüngste Professor duürfte gewiß der in 2aab gebürtige Ernst Muranhi seim, welcher am 11. September d. J. seinen sechzehnten Geburtstag eiern wird. Muranyi hat sich sofort, nachdem er ie Maturitäts. Prüfung abgelegt hatte zur Steno⸗ raphen⸗Professor⸗Prüfung gemeldet, welche er am 20. d. mit Erfolg bestand, so daß der 15jährige Jüngling bereits diplomirter Professor ist. fEine interessante Augenopera— ion ist dieser Tage von Professor Dr. Pflüger in Bern vorgenommen worden. Bisher war man der Meinung, daß es ein Ding der Unmoglichkeit sei, ꝛinem Blindgeborenen durch Operation das Augen⸗ icht wiederzugeben. Nun wurde zu Dr. Pflüger in 15jähriger, blindgeborener Knaͤbe zur Unter⸗ uchung gebracht und letztere ergab, daß der Seh⸗ ierb selbst nicht gelähm sei, sondern das Sehen urch ein anderes Hinderniß unmöglich gemacht vorden sei. Es war alle Hoffnung vorhanden, daß, wenn das Hinderniß entfernt werden könnte, uch die Sehkraft sich einstellen würde. Die Ope⸗ ation wurde darum dvorgenommen, und als man die Binde wieder abnehmen durfte, da fieht der Blindgeborene. Aber er hat schlechterdings keinen Begriff von dem Wesen, den Verhältnissen und ẽntfernungen der Dinge, die sich ihm zeigen. So B. wies ihm Dr. Pflüger seine Hand. welche er Blinde oft betastet und gedrückt hatte, allein ieser wußte nicht, was es sei. Man stellte ihm vie pflegende Schwester und einen Herrn gegenüber ind fragte ihn, welches die Frau und welches der Mann sei. Er traf das Richtige. Als man aber er Diakonissin das weiße Häubchen, das er früher efühlt haben mochte, wegnahm und um den Kopf es Herrn ein weißes Tuch legte, da mußte der derr auf einmal die Frau fein Kurz, trotz der orgsamsten Pflege machten ihn alle diese neuen kindrücke ganz konfus und mube. Er ist jetzt in er Stille bei seinen Eltern, die in einem Dorfe es Kantons Freiburg wohnen, foll aber bald wie⸗ »er dem Herrn Professor, der an der voölligen Her⸗ tellung seines Gesichtes nicht zweifelt, sich vorsteuen. Ohne Zweifel werden fich da noch eine Fülle der nerkwürdigsten und interessanten pfychologischen Beobachtungen anstellen lassen. Man kann sich die Freude und Wonne des armen Menschen aus⸗ nalen, der fich auf einmal im Besitze der edlen dimmelsgabe? befand. f2000 Werst gleich ca. 150 Meilen zu Fuß jat kürzlich ein 15j1ähriger Knabe in Rlu ß⸗ and zurückgelegt. Wie der „Pet. List.“ und die Minuta“ erzählen, ist es der junge Sch—w aus Jerm, den mißliche Familienverhälmisse aus seiner )eimath trieben und zu dem Entschluß brachten, eine in St. Petersburg lebende. wohlhabende Tante aufzusuchen. Mit A RMubel in der Tasche nachte sich der Jüngling endlich am 25 April von Perm aus auf den Weg, nachdem er bereits fünf Mal von der ersten Station wieder nach Hause urückgekehrt war. Ueber Kasan, Nishni⸗Nowgorod, ostroma, Jarosslaw, Rybinst und Bologoje hat exr seine Tour genommen und ist am 5. Juni in betersburg angekommen. Von Brod, Birkensaft ind Tannearinde hatte er sich zum großen Theil rnährt und unterwegs seinen Paletot für 3 Rubel erkaufen müssen. Ueber den Wolchow hat er sich auf einem kleinen Flachboot hinübergeseßt, wobei r ein Brett als Ruder benutzte, weil er für die Fähre nicht 5 Kopeken ausgeben konnte. Als er in Pertersburg ankam, besak er gerade noch 2 Ko⸗ beken. Trotz qualenden Hungers durfte er sie nicht ausgeben, weil er die Adresse seiner Tante im Adreßbuch erfahren und dafür 2 Kopeken zahlen nußte. Letztere hat er nun ausfindig gemacht uind ist von ihr auf das freundlichste aufgenommen vorden. fLondon, 26. Juni. Fine Millionen⸗ erbschaft. Hier derstarb unlängst eine Frau Lowy jeb. Weile, welche ein Vermögen von einigen ,60 Mislionen Dollars“ hinteclassen hat und zwar sollen dieselben unter 21 Mitglieder der Familie Weile vertheilt werden. Die betreffenden Erbschaftskau idaten, welche sich zum großen Theil in Deutsch⸗ and befinden, haben von diesem ,harten Schickssals- chlage“ erst durch die deutsche Regierung Kenntniß xhalten. Dieselbe ist mit der enqlischen Regierung. welche Schwierigkeiten in Beireff der Auszahlung des Geldes macht, in Unterhandlung getreten und jehen die „glücklichen Zukunftsmillionare“ der bal⸗ digen Befitznahme ihrer Erbschaft entgegen. Ein seltsamer Ehescheidungsprozeß beschäftigt »en Gerichtshof in Chicago. Mr. Frithjof Andersen — ein erst jeit einem Vierteljahr mit einer Braut Lorena Oken eingewanderter junger Schwede — klagt auf Aufhebung seiner Ehe, die er mit Mathilde Hansen angeblich gezwungener Weise eingegangen ist. Es ist das eine höchst merkwürdigen, abenteuerliche und phantastische Ge— chichte mit dieser Heirath. Es war am 10. Mai d. J., als Mr. Andersen fröhlich und guter Dinge von seinem Geschäfte in seine Privatwohnung heim⸗ kehrte. Kaum war er in dieselbe eingetreten, als ein heftiges Klingeln eriönte. Er öffnete; zwei Männer rreten hastig ein, stützen sich auf Mr. Andersen ind führen den Verblüfften gefesselt und geknebeli n einen vor dem Hause haltenden Wagen. Im ollsten Carriere geht es durch die Stadt, hinaus uuf's freie Feld, in eine dem Andersen völlig un— ekannte Gegend. Vor einem düsteren Gebäude hält man an und der Unglückliche wird in eine zunkle Kammer geschoben, wobei ihm einer der »isher das unverbrüchlichste Schweigen bewahrenden Eniführer die Worte zuruft: „Hier wirst Du so ange bleiben, bis Du Mathilde Hansen zu heirathen Dich entschlossen hast!“ — Die schwere Thür fiel n's Schloß und Frithjof Andersen war allein mit einen Gedanken, die ein wahres Chaos bildeten. kr kannte eine Mathilde Hansen kaum, hatte edenfalls nie mit ihr in irgend einem näheren Verhaltnisse gestanden, und sie sollte er heirathen? Und auf morgen, den 11. Mai, war seine Hochzeit mit seiner gesebten Lorena Oken festgesetzt! Nein, cher sterben, als sich dieser Vergewaltigung fügen! — Abeor dieser feste Vorsatz wurde von dem nagenden dunger am zweiten Tage bereits wankend gemacht, ind der unglückliche Bräutigam erklärte sich bereit. As seine Entführer wiederum erschienen, Mathilde dansen zum Altar zu führen. Er huöffte, noch bei ser Ceremonie um Hülfe rufen und sich retten zu fönnen. Aber die Kirche, in der er mit der auf— jedrungenen Mathilde zusammengegeben wurde, var leer, und der Priester zeigte sich als einver— tanden mit seinen Entführern. Also wurde er nit Miß Hansen rechtlich getraut. Nun hat er iber sogleich nach der Hochzeit die Scheidungs— lage eingereicht, weil er gewaltsam zu der Ver— dindung mit Mathilde gezwungen wurde. Diese singegen behauptet unter Thränen, von Andersen ntführt und mit seiner Einwilligung mit ihm ver— zunden zu sein. Ihr Vater und ihr Bruder hätten ie eingeholt und sie zu einer sofortigen Verbindung in einem Landstädichen gezwungen. Die Richter ind in Verlegenheit, was sie eigentlich in dieser perwickelten Sache thun sollen. Gemeinnütziges. Zur Erhaltung von Eiern wird von Frau Dr. Müller in den „Dresd. Bl. f. Geflügeizucht“ die Anwendung von Vaselin empfohlen. Die Eier verden durch Waschen gründlich gereinigt und dann mit Vaselin eingerieben, welches sich beim Kochen leicht von der Schale trennt. Will man ganz sicher gzehen, so empfiehlt es sich, das Einreiben nach »inigen Monaten zu wiederholen, auch Vaselin zu verwenden. worin 23 80 Salicylsäure durch Kochen —X find. So bewahrie Eier sollen sich ein Jahr gut erhalten und wie frische schm —— Vaselin ist bekanntlich ein Mineralfett, welchet en Destillation aus den Rückständen des amerikani Petroleums gewonnen wird, dem Paraffin inip ist, aber einen höheren Schmelzpunkt als n hat. Das Vaselin zeichnet sich durch auheno liche Halibarkeit aus, ist unbedingt säurefrei nie ranzig und ist vollständig geruch— Hun aene — s sandig geruche uad ar Aac. 7chte. e Ensheim, L. Juli. (Liktualienmarkt.) Vulle zer /2 Kilo 1 M. 20 Pf., Eier per Dutzend o Zraut 20 Pf. per Kopf. Homburg, 1. Juli. (Fruchtmittelpreis und Vinm cenmartt. Weizen O M. — Pf., Korn 8M. 25 Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., e dreihige O M. — Pf., Gerste 4reihige 0 M. — 9 Hafer7 M. 95 Pf. Mischfrucht 7M. 90 Pf., Erij. — M. — Pf., Wicken 0 M. — Vi, Bohngen 09 — pPf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfin 65 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pf., Ochsenfleisch 25 Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 530 Pf., Hammelfleijch 609 Schweinefleisch 50 Pf, Butter 1 Pfund O M. 96 9 Zartoffeln per Zentner O M. — Vi. Kaiserslautern, 30. Juni EFruchtmittelpreit un— Bittualienmarkt. Weizen 8 Mk. 90 Pf., Korn 89 d2 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6 M. 66 9P Gerfie dO M. Pf., Hafer 8 M. — Pf. Erbsen 09 — Pf., Wichen O M. — Pf., Linsen — M. — pf., b ——— v Z3 Pifd. 35 Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 40 Pf. Butier hu fo. O M. 95 Pf., Eier per Dtzd. 60 Pf., Kartoffeln Zentner 29M. 20 Pf., Stroh J. Qual. O M. —- 9 J. QAual. — M. — Pf., Heu pro Cir. 8 M. 25 Tleehen 0O WM. — Mf. — — —— Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß ⏑ — Wer durch die Kunst erfreut und gehoben, nicht aber durch langatmige Abhand 3u Jedermanns sungen ind ee Varseigegant geargert sein will; G C zuver läßig und rasch brientirt sein möchte, über interessante Vorgänge und ebrauch 7 —RN stets vorräthig in der Drucerei des St. Ingberter Anzeiger ñ nregung und Unterhaltung schaffen will dur elnd geschriebene F f * 8 derchie o rophlen bem Leben beruhmiter Tonkunstler, über fachliche * rachtbrie —2 für gewöhnliches Gut eren Pflege, und sonstige Begebenheiten auf dem Gebiete der Musik, in feuille Ei l t onistisch gefärbter und allgemein verständlicher Darstellungsweise; x w j gu seine Exholung im Lesen guter Feuilletons Effays, Novellen, —— haben bei Ie e eeeen en Cchrijmeller, suchen will, ohne sich mit rfundenen Personen befafssen zu müssen; Wer sich eine gute Musik⸗Bibliothek auf die denkbar billigste Weise erwerben will, kurz —Fcs wird eine Ter nen mustalis Itterarischen Hausschatz fur fich und seine —58 — G in sichern will: ch Der abonniere für 80 Pfennige pro Quartal bei der IF nächften Buch⸗ oder MNufita lien handiung, vder wenn solcde am Orte nicht vorhanden, bei der nächsten Poft sesucht, die gut bürgerlich kochen kann anstalt auf die F leißig und reinlich ist. Die Expedition Neue Musik-Zeitung“. nat w. — Wenn Zusendung von Koln verlangt wird loftet das Abonnement des Portos wegen 70 Pfg. mehr. Dagegen liefern die dortigen Buch⸗ und Musilalien⸗Handlungen rua Photograph Ihre Ortspost zu dem Preise von 80 Pia. aus Kirthheimbolanden u. Aljei arbeitet nur noch vom nächsten Samstag, den 4. Juli an 324 Tage in St. Ingbert. Da die Aufnahmszeit durch das neuc fmulsions⸗Verfahren nur .-1 Sekunde dauert, so mache ich au die außerordentlichen Erfolge von Kinder⸗Aufnahmen aufmerksam. E Auflage 3 F J ie du ese deuek —— —88 ölf fremde Die Modenwelt Iluftrirte Zeitung fi Toilette und Handat beiten. Alle 14 Tag eine Nummer. Pri vierteijahrich i. 13 785 Kr. 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Zur Anfertigung von billĩgen u.sauberen aller in Buchdrock und Litho- graphie vorxommen ⸗n 1000 Mark zahlen wir dem, der bem Gebrauch von Koldmanns kaiser · Zahaest Fi G un 100 jemals wioder Zahnschmereo cni. S.Goldmann Cie, Dresden. — Zu habei n ðt. jngbert bei V. Fern Droguenhandlung. Dpuetarbaten empfiehlt sieh dio Buch- und Steindruckerei F. X. Dometz Verlag dest. Ingberter Anzeiger 8St. Ipęgbert. 7 — — — — —S —— ittweida. Sν— Auchum tamun ⏑— Aufnahme: t aApril u- oetobey gien fur unsere Post⸗At⸗ en e „Illnstrirtes ——— l —*X ———— — — — — 4 iß Druck und Norsaßn hon F me, Snnper J a 4 9 * 4 J vi . —— i. I * — — D— 24 Ie — a in VYn — det ele i A:ttι. 7 — D itte ee uz “ J — J 4 2 — d . 10 d —A ——— * . NRV. ι 18 1 n 9* J —— B SS 146 v — wuen e — J F — — — — A D———— 7 —4323 36 — nt Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert · 17 — 7. . ee: , J A—— 9 ESt. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünmlr Am Tontag⸗ Oiensta, Sonuerstag, Tamstag und Sountag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungz⸗ —8— Sonntags iin 8seitiger illustrirter Beilage, Das Blatt lostet vierteljahrlich 1 AM 60 A eiuschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 75 —, einschließlich d gußellungbgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4espaltene Garmondzeile oder deren Kaum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solchen ane weide die Eroedicien Auctunft ertheiit, 18 4. Neclamen 30 Z. Bei 4maliger Clnrhtung vird nur dreimelige berechnet. i3äi Sonntag, 6. Iuli isss. — 20. Jahrg. Politische Uebersicht. —guf kohowialpolirischem Gebieteist nieder eine Neuigkein zu verzeichnen:; Die au Guinea⸗Gesellschaft hat mit dem Kontreadmiral DaWerner Verhandlungen wegen Uebernahme z Postens als Landes Haupmann des Kaiser ghilhelmoͤlandes und des Bismard · Archipels gepflo⸗ en! Dieselben sind nunmehr abgeschlossen und id Kontreadmiral Werner im Herbst diese Stel⸗ ing antreten.“ dedenfalls kann man die Neu⸗ Finen⸗Gesellschaft ¶ dazu beglüdwünschen, daß sie in diesen große Umsicht und Thatigkein erfordern⸗ in Poften einen so energischen Mann gefunden hat. »Nach dreitaägigen Berhandlungen al de FrankfurtereGerichtshof gegen n det Ecmordung des Polizeiraths? Dr. Rumpff ngeklagten Schuhmacher Lies ke das Urtheil ge⸗ n.Dassebe lautet, gemaß dem, den Lieske huldig sprechenden Verdikt der Geschworenen, auf hodessirafe und vierjähriges Zuchthaus nebst zehn⸗ ihrigem Ehrberlust.“ Zwar haben fich keine direkten huͤdbeweise gegen ¶ den Angeklagten ergeben. aber je indirelten Beweise für seine Schuld waren der⸗ wlig, daß man letztere nicht bezweifeln durfte und engemaß haben auch die Geschworenen ihr Verdikt bhegeben. Bezuglich der Einzelheiten des inter⸗ sanen Prozesses müssen wir auf die Berichte der nößeren Zeitungen verweisen and wollen nur noch uß der Mittwochssitzung die merlwürdigen, halb acherlich, halb drohend klingenden Worte wiederge⸗ eben, die Lieske nach dem Plaidoyher des Staats⸗ mwaltes hervorstießz: „Es ist kein Beweis ngegen nit erbracht, wie kann man mir zum Tode verur⸗ heilen. Wehe Euch und Euren Bluturtheilen, sie verden Euch überleben und Euren Namen an den Schandpfahl, bringen und Sie, Herr Staatsanwalt, Sie verurtheilen leinen mehr zum Todel“— — ——— —⸗ αααααιιαιαιαM Die franzosische Deputirteinkam⸗ ner dürfte in dieser Woche“ die Budgetverhand⸗ ungen zum Abschluß gebracht und somit, den wich iten: Theil ihren Irbeiten exledigt haben. Da der offizielle Schluß der Parlamentssessidn erst gm *5. Juii erfolgi, so hat die Kammer hinlanglich dZeit, den Rest der Vorlagen bequem aufzuarbeiten. In Uebrigen schetnen. die Herten Depulirten ihrer Arbeiten schon herzlich überdrüssig zu sein zso sind pB. die Eiatsder Ministerien der Justiz, des Innern, deß Aeußern imd der Posten und Tele— graphen in der Sizung vom 27. Juni“ in noch uicht einer halben Stunde⸗ votirt worden und in der Montagssißung wurden die 600 Millionen des —XI digen Debatte bewilligi. *Von der Pyvrenaen⸗Halbinset fehlen einigen Tagen sowohl alle politischen Nachrichten auch die offiziellen Cholerabulletins. Nament · ist das Ausbleiben det Mittheilungen über die wleraepidemie im südlichen Spanien nicht geeignet, Besorgnisse, welche man im übrigen Europa wegen W Forischteitens der Epidemie hegt, zu zerstreuen, n Gegeutheil man muß befürchten, daß es sich hier im ein Vertuschungssystem handelt, welches ent⸗ — vderdammt zu werden verdient. Hoffentlich vitd sich das KabineiTanobas del Castillo endlich ent⸗ blieken, dem übrigen Europa Aufklärung über den Ztand der Cholera⸗Epidemie in Valencia, Murcia 4. s. w. zu geben.nn * Aus der Umgegend von Penna Gastkische Zrobinzen) kommt die Nachricht, Zo rilla nebst inderen spanischen Revolutionären treiben fich an — An⸗ ettelung von Verschwörungen und Militar⸗Revolten. Deutiches Reichh. Berlin, 8. Juli. Fuͤrst Bismarch ist in xwimschtein Wohlsein zurucgekehrt. Die Kur hat räftigend gewirkt, besonders aber hat Kissingen der Fürstin genützt, 2 Berlin, 3. Juli. Die diesjahrige IXX seise des großen Generalstabes findet Mitte August hait und erstreckt sich durch die Provinzen Posen ind Westpreußen. — Der Bundesrath wird morgen iher den Ausschußantrag beir, die Zollfreiheit der hetroleumfässer beschließen. — Ems, 3. Juli. Prinz Wilhelm von Preußen raf heute Vormittag zum Besuche des Kaisers hier in und wurde vom dlügeladjutanten Grafen Lehn⸗ vorff am Bahnhofe empfangen. Der Prinz reist Jjeule Mittag nach Koblenz zur Kaiserin. Emns, 3. Juli. Bischof Roos von Limburg raf hier ein und wurde vom Kaiser zur Tafel ge⸗ sogen.Der Kaiser besuchte gestern zum ersten Male das Theater. — Karisruhe, 3. Juli. Am 12. Juli, findet jier laut „Landeszeitung“ der Zusammentritt des dandesausschusses der nationalliberalen Partei statt. Tagesordnung: Konstituirung, Preßangelegenheit. dandtagswahlen. Lokale und pfälzische Nachrichten. StrIngbert;,“ 42 Julie Gestern Abend passierte S. Kagl. Hoheit Prinz Leopold bhn Bayern wit dem fahrplaumaͤßigen Personen uge, der um 6 Uhr 38 Min. hier eintrifft, die siefige Station. Rasch hatten sich in der kurzen Zeit/ welche der Zug hiell, eine Anzahl Personen uuf dem, Perron versammelt, um den hohen Herrn — ihm itelden ein begeistertes dreifaches Hoch⸗ S. Kal. Hoheit war von zwei Offizieren ben und reiste it denselben zusammen im einem Koupé L Klasse. Derselbe nimmt heute an der Jubiläumsfeier des n Saarbrücken garnisonirenden Dragonerregiments, dessen Inhaber er ist, theil. Wahrend seiner An ⸗ vesenheit in Saarbrücken hat derselbe im Hause — 0— Wohnung genommen. Aus der Pfalz. Die Prüfungs ˖ Kom⸗ nission für Einjährig⸗Freiwillige gibt bekannt, daß hesuche um Zulassung zu der im Herbst staltfin⸗ senden Prufung laͤngstens! bis 1. Auguft bel der cwahnten Stelle eingelaufen sein müssen. Dem hesuche sind beizufügen: ein Geburtszeugniß, die cFinwilligungs Ertlärung des Vaters oder des Vor⸗ nundes, ein Undescholtenheits ⸗Zeugniß, sowie die Angabe, in welchen zwei fremden Sprachen der —XA inen von ihm selbst geschriebenen. Lebenslauf bei⸗ ufügen. ueber das Vermbgen des Färbers und Zaufmannes Jakob Mertens in Homburg wurde donkurs erdffnet, ebenso übet das Vermoͤgen des dunst⸗, Musikalien⸗ und Instrumentenhandlers Joh zmil Spixa in Franlkenthal. — Kusel;“1. Juli. (Dem Tode nahe.) Bei dem gestern über unsere Gegend ziehenden Ge⸗ witter arbeiete ein 16jähriger Bursche von Hüffler nit Hacke und Schaufel auf dem Felde, als plotz ich ein Blißzstrahi herabfuhr und demselben die hacke in der Hand zerschmetterte; wunderbarer Veise kam derselbe mit dem bloßen Schreden, velcher zwar nicht gering gewesen sein soll, davon. Durch den furchtbaren“ Donner zersprangen in dem naheliegenden Dorfe Hüffler einige Fenster⸗ cheiben. — Kaiserslautern,20 Juli. Die stri⸗ enden Schreiner haben an ihre auswärtigenKol⸗ egen“ einen Aufruf erlafsen, der mit den Worten eginnt: ,Die Würfel sind gefallen, der Kampf an begonnen“ und um Fernhaltung des fremden zuzugs und um pelunidre Unterstützung bittet. Der “ᷣchlußsatz lautet: „Wir haben beschlossen, bis auf „en letzten Mann auszuhalten und nicht eher die Arbeit aufzunehmen, bis die Maßregelung einge⸗ tellt ist.“ — — Kaiserslautern, 2. Juli. Um ichsten Montag, nachmittags und abends, findet uuf dem Karl Gelberl'jchen Bierkeller, wie alljahr⸗ sich, das amerikanische Nationalfest statt. Um 5 Ahr wird eine Festrede gehalten werden. — Am Sonniag den 12. Juli findet in Kai⸗ erslauztern im Saale der Restauration Karls⸗ zerg“ die 11. Hauptversammlung der pfaälzischen Finnehmer und Einnehmereilandidaten statt. Be⸗ zinn der Verhandlungen 11. Uhr. Gemeinschaft icher Mittagstisch im Gasthof zum „Schwan“. — Speyer, J1. Juli. Mit dem heutigen Tage ist die neue Forstorganisation. ins Leben ge⸗ reten. Das Kollegium der Regierungs Forstab⸗ heilung der Pfalz besteht aus folgenden Herren: leespies/ Oberforstrath; Becker, Fromm Gyßling danus, Hellwig, Ritter, Forsträthg; Rueff, Regie⸗ — E 9* — Ludwigshafen, J. Juli. Die hiesige Polizer machte dieser Tage ein Indibidaum dingfest, dessen Treiben so recht zeigt, was heutzutage nicht noch alles möglich ist. Der Verhaftete, ist ein ge⸗ wisser Georg Schmitt auß Speher, war nach mehr⸗ ahrigem Aufenthalte in Amerika nach Deutschland uruaͤgekehrt und hatte hier nuf dem Hemshof Wohn⸗ iz genommen. Sein Metier beftand darin,“ für Beld und Geldeswerth treulose oder säumige Lieb⸗ haber auf den Pfad der Pflicht zurückzuführen und jur Eheschließung zu veranlassen urd zwar mittelst ziner geheimen Macht, in deren Besitz er sei. Daß es auqh heutzutage noch welche gibt, von Denen, die nie alle werden, beweißt, daß der Mann zu hun hatte. Der letzte Fall. in welchem er eiwas zu unverschämt in seinen Forderungen war, führte hn zur Untersuchung nach Frankenthal. vBVermischtes. Von der Heydt, 1. Juli.Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr schlug der Blitz in den Schachtthurm am Krugschachi. Er lief die Signal ⸗ leine abwärts bis zur Siollensohle, ging hier in die Telegtaphenleitung über und fuhr auf der 5. Tief⸗ zausohle in die Erde, ohne irgend welchen Schaden mzurichten. Nur einen etwas slarken“relekttischen Schlag verspurte das Auffichtspersonal. 55 Wahn 1. Jull.Vei den Schleßuͤbungen zuf der Wahner Heide bei Köln fuhr gestern Nach nittag ein Geschoß beim Laden deß Geschuttzes zu⸗ uck und tödteie einen Artilleriften, während inem andern die rechle Hand zerschmetterte fMainz, 8. Juli. Gestern Morgen ist hier as Kriegsgericht zusammengetreten, um sich mit einer Aburtheilung wegen Befreiung aus dem Militärdienst zu befassen. Angeschuldigt sind die herren Dr. Bömmer, Oberstabsarzt erster Klasse »om 97. Infanterie⸗Regiment und Dr. Hennicke, Stabsarzt · von dem 27. nassauischen Feldartillerie⸗ RKegiment. Die Sitzungen des Kriegsgerichts be⸗ ginnen regelmäßig des Morgens 724 Uhr und dauern bis Mittags 12*2 Uhr. Da indessen ein ehr umfangreiches Aktenmaterial vorliegt und auch eine Menge von Zeügen zu vernehmen sind, so werden die Verhandlungen voraussichtlich lange Zeit in Anspruch nehme. . 9— 337 Kafsel, L. Juli. Die angebliche Bewerb⸗ ung Stöcders um eine Pfarrstelle in Kassel klärt ich jetzt auf. Es ist nicht der Hofprediger, son— dern der Pfarrer Stödder in Elben, Kreis Wolf⸗ jagen, der sich um die Stelle beworben hat. * Das Militargericht Würzburg hat den Winzer Gg. Doppevon Dürkheim a. H. wegen Fahnenflucht zu 7 Monate Gefängniß und wegen merlaubter Verehelichung zu 114 Monate Festung und Versetzung in die 2. Kl. des Soldatenstandes derurtheilt. Dopp wanderte im Jahre 83, anstatt fich als Rekrut bei seiner Abtheilung zu melden, nach Amerika aus, wo er sich mit seiner Geliebten Barbara Frech, die ihm dorthin vorausgegangen, chelich verband. Doch der Glücksstern leuchtete ihm nicht in dem gelobten Lande, so daß er es vorzog n die Heimath zurüchkzukehren. 7 fF.Kissingen. Ein nettes Geschichtchen wird der „S.Zig.“ mitgetheilt. Auf einem feiner Spaziergaänge bemerkte Fürst Bismard jüngst einige Arbeiter, die ihr höchst frugales Vesperbrod ein⸗ nahmen. Als er sah, daß sie nichts zu trinken hatten, überreichte er ihnen einen Thaler. Kaum hatte er seinen Spaziergang forigesetzi, so eilte ein Aurgast, der in der Naͤhe gestanden, auf die Ar— beiter zu und gab ihnen für den Thaler vier Mark, am ein Geldstück zu besitzen. das unser illustre Badegast eigenhändig ausgegeben hatete. f München, 80. Juni. Bei dem gestern hzier veranstalteten Radreiter ⸗Rennen wurden glän⸗ zende Leistungen geboten. Im Entfernungsrennen iuf 100,000 Meier wurde diese Strecke von Anton Jahl, Mitglied des Velozipedllubs in Prag⸗Smichow. in 8 Stunden 52 Minuten; von Jos. Schwarz, Ritglied des Bichcleklubs München, in 4 Stunden lMinute und von Heinr. Witzel, Mitglied des⸗ selben Klubs, in 4 Stunden 21 Minuten zurück⸗ zelegt. Für die Beurtheilung dieser Leistungen ist ju erwägen, daß der Postzug von hier nach Regens⸗ zurg ungeführ dieselbe Wegstrecke mit Äufenthalt n 4 Stunden 35 Minuten fährt. FMänchen,“ 2. Juli. Der hiesige Ober⸗ naschinenmeister Mahla erhielt von der in Eise⸗ nach versammelten Kommission zur Würdigung vichtiger Erfindungen im Eisenbahndienste für sein System zur Verbindung von Dampfheizungsschläuchen an Eisenbahnwagen einen Preis von 3000 Mark. * Heidelberg, 1. Juli Unsere seit Mitte Nai erdffnete Pferdebahn vom Hauptbahnhofe zum darlsthor macht so glänzende Geschäfte, daß die Fortsetzung über Neuenheim und Handschuhsheim nach Griesheim, wo beträchtliche Steinbrüche den Züterberkehr beleben werden, bereits gesichert ist Auch das Projekt der Zahnradbahn zum hiesigen Schlosse, auf dessen Ausführung ab der Stadt⸗ rath großen Werth legt, wird soeben aufgenommen ind wohl gleichzeitig mit der nördlichen Abzweigung ausg eführt werden. r Heidelberg, 1. Juli. Der Fall des kinjahrigen Müller (der einen Unietoffizier beim Zielen erschossen hatte), über den wir seinerzeit yerichteten, ist nunmehr kriegsgerichtlich entschieden. Das Kriegsgericht ging von der Voraussetzung aus, daß weder vorsätzliche noch fahrlässige Tödtung vor⸗ liege, was nach dem Sachvberhalte durchaus gerecht⸗ ertigt erscheint. Die Entscheidung, nach welcher der Einjährige zu 6 Wochen 1 Tag Festung ver⸗ irtheilt ist, stützt sich vielmehr auf den 39. Kriegs⸗ artikel, nach welchem mit Gefängniß oder Festungs⸗ saft — oder Festung bei Offizieren und Frei⸗ villigen — bis zu 5 Jahren bestraft wird, wer urch unvorsichtige Behandlung von Waffen oder Munition den Tod eines Menschen verursacht. Ddas Urtheil ist in Erwägung der Gesammtumstände in gerechtes und zugleich mildes zu nennen. Der Finjaͤhrig⸗Freiwillige wurde gestern früh zur Ver— züßung feiner Strafe nach der Feste Ehrenbreitstein zebracht. Vom Bodensee. Seit vielen Jahren jab es in hiefiger Gegend nicht mehr so viele dirschen wie heuer. Die Bäume haängen zum Zzrechen voll. Es werden einzelne Landwirthe bis u 100 Zentner ernten. — Die Weinberge tehen ebenfalls prachtvoll; denn die Trauben sind n der herrlichsten Blüthe, ungewöhnlich groß und rräftig und bis jetzt volllommen gesund. Man schreibt dem „Westf. Merk.“ von der yoslländischen Grenze: Das holländische Phlegma oder vielmehr die holländische Gemüth— lichkeit hat bekanntlich sprichwörtliche Bedeutung rlangt. Hier ein wirklich origineller Fall, der dem Schreiber dieses jüngst passierte. Auf einer kleinen Station der Niederländischen Staatsbahn, Linie Maestricht⸗Rotterdam, tritt der Bedienftete des Stationsvorstehers etwa 10 Minuten vor Abgang des Zuges in den Wartesaal, vulgo, Wachtkamer“ Darauf wendet er sich einzeln an die vier im Wartesaale fich befindenden Personen mit der Frage is myn heer, Mevrouw reeds met éeen plaais- kaartje voor den vertrekenden Treéin verzien? Sind Sie schon mit einem Billet fuͤr —X fjahrenden Zug versehen ) Und da gluͤclicherwes alle mit Retourkarten versehen, seine Frage Ja beantworteten, fügte er ganz naib hinzu: —R —XL zu geben Jet Kindje von myn heer die Chef glanph nak hem niet graag wakker. ¶ Das iug * Ztationsvorftehers schläft, ich wece dasselbe nig gern. Ist das nicht allerliebst? Het Kinäje —8 FeParis, 2. Juli. Das Syndikat der Ver einigung der republikanischen Journalisten Franl. reichs beschloß, vor englischen Gerichten eine Zibi klage gegen den Oberst Smitt und General Woe seley anzustrengen, weis sie auf den Kopf Oliti— Pain's eine Belohnung gesetzt haben.I t Eine Ehe zwischen einem Indianer und eine deutschen Baronin duürfte wohl als ein ümn dastehen. Thatsachlich iß bei Hallod (ding sota) ein Indianer ansässig, der eine frühere deutsch Baronin zut Frau hat. Beide kommen seht ̃ mit einander aus und der Indianer, der uͤbtigen ein hübscher Bursche sein soll, ist nicht wenig siol auf die hohe Verwandtschaft, in die er hineinge heirathet hat. Voriges Jahr wollte er nach Deuhh and reisen, um sich seiner gnädigen Frat Schwiegermama vorzustellen, allein aus begreifuchen Bründen wollte seine Gattin nichts davon wissen F Newyori, 30. Juni. Die Schwurge. iichtsverhandlung gegen Ludmilla Dudley, welqh D' Donovan Rossa, das Haupt der Dynamilatda in Newyork, zu tödten versuchte, endigte heute m der Freisprechung der Angeklagten, und zwar /aug dem Grunde, weil sie an Irrsinn leide. Die voa rathung der Geichmorenen dauerte nur 58 Minulen Dieustesnachrichtenn. Bezirksamtsassessor Sch waa b in Homburg wurd⸗ auf Ansuchen nach Brudk versetzt und auf dessen Stelle der z. Zt. beurlaubte Bezirksamtsaffessor bo— Parsberg Wilh. Erhardi berufen Postassistent Hub er in Ludwigshafen wurde zum Postoffizial in Bamberg ernannt. Ernannt wurden zu Schulverweser die interim. Schulverweser Jakob Schmeer in Miesenbaqh, Georg Loffler in Ramstein, Friedrich Hebel in Altenglan, Andreas Steeks in Kottweiler ⸗Schwan— den. PhilippSchnesi der in Steinwenden; Schul derweser Franz Leibig zu Büchelberg zum Lehret in Heiligenstein. In den bleibenden Ruheftand vurden versetzt Lehrer Philipp Kerper in Raihs veiler. Lehrer Paul Bayerm anmn zu Borsborn. —Tde eainen d 77 Demeß. ciffsbericht der Red arnue. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingberl Der kgl. Postdampfer Westernland“ Kapitan Randle, welcher am 20. Juni von Antwerpen ab— ging, ist am 80. Juni wohlbehalten in New. hor angekommen. Haust zrereigerung;“ — 9 Montag, den 13. Juli 18835, stachmittags 4 Uhr, zu St. Ing dert in der Wirihschaft von Johann Martin, lassen Franz Lauer, Nagel⸗ schmied, und Maria Catharina Lauer, Ehefrau von Peter Joseph Fischer, Bergmann, alle in St. Ing hvert wohnend, auf Eigenthum ver⸗ keiger — Steuergemeinde St. Ingbert:“ . 3 Dez. Fläche, worauf ein Wohn⸗ hgqus, Stall und Hofraum, sowie 5Dez. Pflanzgarlien dahei, das Ganze gelegen zu St. Ingbert an der Pfarrgass; 4 Dez. Fläche, ein Wohnhaus mit Stall und Hof, 6 Dez. Gar⸗ en und 29120 Dez. Acker dabei, jusammen ein Ganzes bildend, zleichfalls gelegen zu St. Ingbert an der Pfarrgaffe. Memmer, k. Notar. Bierbrauerei Gebrüder Becker. Ueber Sonntag . hochfoine⸗ . 80nor Bior. 43 6Es wird ne Köchin gesucht, die gut bürgerlich kochen kann fleißig und reinlich iß. Die Expeditior sagt wowu. ITLLII beim Hännes. * Um zahlreiches Erscheinen ersuchen dringenst —A VV — arn er Rehrere Junggejellen. 20 bis 30 Spophen süüße Milch lonnen täglich abgegeben weiden he Joseph Uhl, Baͤder, LNaiserffraße. Iu Verlag von Greßzner & Schramm in Leipzjig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes — uzu beziehen: Die Klassiker der Rhilosophie. Von der fröc⸗-n grieckisstien beukern — t ens die Gegeunart F Eine gemeinfaßliche historische Darftellung ihrer Weltanschauung nebßt — J einer Auswahl aus ihren Schriften tr von IJ 24 — VDr Moritz Brajfchh. Ausgabe in Lieferungen, mit den Portrats der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band 1 „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferuna 50 Vfennig. 1000 Mark zahlen wir dem, der beim 8ð Gebrauch von as kaiser⸗Zahumasser à FI. 60 Pt und 100 FI. jemals wieder Zahnschmerzen hbekommt. S. Goldmann 8 Cie, Dres den. — Zu haben in vᷣt. Ingbert bei P. Fery⸗ Droguenhandlung. — —— Feuerwehr St. Ingbert Am Montag, ven 6. v. Iits., Abends 6*2 Uhr Uebung. das Coumanda uu, * poäα—ÔνονR Wι q en drud und Verlag von F. X, Demeß in Ssgobert. — — ece e 4J * — * —E n eb —J I Ii n 9 —F—— s! J ?, 9 t * 8 3. ee J un — ñ — — F' J * — — — — ..33) we .7 —— ẽ — —— aeh wrtr 52 — —— * gind 3 ——— 5 34 2 * * 18 * — — ———— J nete u et zid , Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inghert. der St. gJugberter Anzeiger erscheint obchentlich fuufmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Soununtag; 2mal woqchentlich mit Unterhaltungk⸗ blatt und Sonutags mit Sseitiger illustrirter Beilage Das Blat kostet vierteljahrlich 14 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließlich d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Eiurückungsgebühr fur die 4gespallene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfaͤlzischen und solchen — auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, Iz 8, Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einrudung wird nur dreimalige berechnei. Sonntag, 5. Juli 1888s. — 20. Jahrg. Politische Uebersicht. *Auf ko lonialpolitischem Gebiete ist wieder eine Neuigkeit zu verzeichnen. Die stteu⸗ Guinea⸗Gesellschaft hat mit dem Kontreadmiral . D. Wer ner Verhandlungen wegen Uebernahme ꝛes Postens als Landes⸗Hauptmann des Kaiser Wilhelmoͤlandes und des Bismarck⸗ Archipels gepflo⸗ gen. Dieselben sind nunmehr abgeschlossen und vird Kontreadmiral Werner im Herbst diese Stel⸗ ung antreten. Jedenfalls kann man die Neu⸗ Zuinea· Gesellschaft dazu beglückwünschen, daß sie uͤr diesen große Umficht und Thätigkeit erfordern⸗ den Posten einen so energischen Mann gefunden hat *Nach dreitägigen Verhandlungen zat der Frankfurter Gerichtshofgegen )en der Ermordung des Polizeiraths Dr. Ruͤmpff mgellagten Schuhmacher Lieske das Urtheil ge⸗ ülli. Dassebe lautet, gemäß dem, den Lieske culdig sprechenden Verdikt der Geschworenen, auf lodesstrafe und vierjähriges Zuchthaus nebst zehn⸗ ahrigem Ehrverlust. Zwar haben sich keine direkien ʒchuldbeweise gegen den Angeklagten ergeben, aber ie indirelten Beweise für seine Schuld waren der⸗ ttig, daß man letztere nicht bezweifeln durfte und emgemätß haben auch die Geschworenen ihr Verdikt bgegeben. Bezüglich der Einzelheiten des inter⸗ santen Prozesses mussen wir auf die Berichte der roͤßeren Zeitungen verweisen und wollen nur noch uus der Mitwochssitzung die merkwürdigen, halb ccherlich hald drohend klingenden Worte wiederge⸗ xben, die Liekke nach dem Plaidoher des Staais-⸗ nwaltes hervotstieß: „Es ist kein Beweis gegen nt erbracht, wie kann man mir zum Tode verur⸗ heilen. Wehe Euch und Euren Bluturtheilen, sie verden Euch überleben und Euren Namen an den handpfahl bringen und Sie, Herr Staatsanwait, Sie derurtheilen keinen mehr zum Tode !“ — Ddie franzoͤsische Deputirtenkam— ner dürfte in dieser Woche die Budgetverhand· uugen zum Abschluß gebracht und somit den wich— igften Theil ihret Arbeilen, erledigt haben. Da r offigielle Schluß det Parlamentsfession erst am *. Jui erfoigi. so hat die Kamnet hinlanglich eit den Rest der Vorlagen bequem aufzuarbeiten m Uebrigen scheinen die Herten Deputirten ihrer lrbeiten hon herzlich überdrüssig zu sein; so sind B. die Etais der Ministerien der Justiz, des junern, des Aeußern und der Posten und Tele⸗ subhen in der Sihung bom 27. Juni in noch iht einer halben Stande botirt worden und in Wontagssihung Wurden die 600 Millionen des ttiegzmimsteriums nach einer kaum dreiviertelstün⸗ den Debatte bewillich 2 I Von der Pyrenäen⸗Halbinsel fehlen einigen Tagen sowohl alle politischen Rachrichten auch die offiziellen Tholerabullelius Nament · d uist das Ausbleiben der Mittheilungen über die Etaedidemie im sudlichen Spanien nicht geeignet, Besotgmisse welche man im übrigen Eutopa wegen ¶Forischtestens der Epidemie hegt, zu zerstreuen, oc.———— —X Vertuschungsshstem handell, weiches ent· idn derdammt zu werden verdient. Hoffentlich dft das aabineidanre de s, gen ilesen dem übrigen Euroha Auftlarung ühber den Stand der Cholera⸗Epidemie in Valencid, Murcia u1. s. w. zu geblbhe. Aus der Umgegend von Penna GBaslkische —XD inderen spanischen Revolutionären treiben sich an der französischspanischen Grenze herum, zur An⸗ settelung von Verschworungen und Militar⸗Revolten. Deutsches Reich. Berlin, 3. Juli. Fürst Bismarck ist in xwünschtem Wohlsein zuruckgekehrt. Die Kur hat räftigend gewirkt, besonders aber hat Kissingen jer Fürstin genützt. Berlin, 3. Juli. Die diesjährige Uebungs⸗ ise des großen Generalstabes findet Mitte August datt und erstreckt sich durch die Provinzen Posen und Westpreußen. — Der Bundesrath wird morgen iber den Ausschußantrag betr. die Zollfreiheit der betroleumfässer beschließen. Erns, 83. Juli. Prinz Wilhelm von Preußen raf heute Vormittag zum Besuche des Kaisers hier in und wurde vom Flügeladjutanten Grafen Lehn⸗ horff am Bahnhofe empfangen. Der Prinz reist jeute Mittag nach Koblenz zur Kaiseriinn. Erms, 8. Juli. Bischof Roos von Limburg rraf hier ein und wurde vom Kaiser zur Tafel ge⸗ ogen.“Der Kaiser besuchte gestern zum ersten Male das Theater. Karlsruhe, 8. Juli. Am 12. Juli findet sier laut „Landeszeitung“ der Zusammentritt des sandesausschusses der nationalliberalen Partei statt. Fagesordnung: Konstituirung, Preßangelegenheit, Landtagswahlen. AàÄà O à- Lokale und pfälzische Nachrichten. . St. Ingbert, 4. Juli:. Gestern Abend pasfierte S. Kgl. Hoheit Prinz Leopold pon Bahyern mit dem fahrplanmäßigen Personen⸗ zuge,“ der um 6 Utzr 39 Min. hier eintrifft die Resige Station. Rasch hatten sich in der kurzen Zeit, welche der Zug hielt, eine Anzahl Personen nuf dem Perron versammelt, um den hohen Herrn zu sehen⸗ Bei. Abgang bes Zuges brachten ihm dieselben ein begeistertes dreifaches Hoch. S. Kal. Hoheit war von zwei Offizieren begleitet und reiste mit denselben zusammen in einem Koupé J Klasse. Derselbe nimm heute an der Jublicumsfrier de— m Saarbrücken garnisonirenden Dragonerregiments, dessen Inhaber er ist, theil. Während feiner An⸗ vesenheit in Saarbrücken hai derselbe im Haust des Herrn Hüttenwerlsbesitzer Heinrich Kromer Wohnung genommen. — Aus der Pfalz. Die Prüfungs⸗Kom⸗ nission für Einjahrig⸗Freiwillige gibt bekannt, daß Besuche um Zulassung zu der im Herbst stattfin⸗ enden Prüfung längstens bis 1. August bei der wähnten Stelle. eingelaufen sein müssen. Dem Zesuche sind beizuftigen: ein Geburtszeugniß, die kinwilligungs. Erklaͤrung des Vaters oder des Vor⸗ nundes, ein Unbescholienheits⸗Feugniß, sowie die Angabe, in welchen zwei fremden Sprachen der ich meldende geprüft sein will. Auch hat derselbe inen von ihm selbst geschriebenen Lebenslauf bei⸗ uufügen. s 8 — Ueber das Vermogen des Färbers und daufmannes Jakob Mertens in Hom durg wurde donkurs erdffnet, ebenso über das Vermogen des kunst⸗, Musikalien- und Instrumentenhändlers Joh x*mil Spira in Frankenthal — Kusel, 1. Juli. (Dem Tode nahe.) Bei dem gestern über unsere Gegend ziehenden Ge⸗ vitter arbeitete ein 16jähriger Bursche von Hüffler mit Hacke und Schaufel auf dem Felde, als plotz · 'ich ein Blitzstrahl herabfuhr und demselben die hache in der Hand zerschmeiterte; wunderbarer Weise kam derselbe mit dem bloͤßen Schrecken, welcher zwar nicht gering gewesen sein soll, dabon. Durch den furchtbaren Donner zersprangen in dem naheliegenden Dorfe Hüffler einige Fenster- icheibnn. 3. . *. . 5 — Faiserslautern, 2. Juli.Die stri⸗ enden Schreiner haben an ihre auswartigen Kol⸗ legen“ einen Aufruf erlassen, der mit den Worten beginnt; „Die Würfel find gefallen,der Kampf jat begonnen“ und um Fernhaltung des fremden Zuzugs und um pekuniäre Unterstützung bittet. Der -chlußsatz lautet: „Wir haben beschlossen, bis auf »en letzten Mann auszuhalten und nicht eher die Arbeit aufzunehmen, dis die Maßregelung einge · tellt ift··. . — Kaiserslautern, 2. Juli.“ Am iachsten Montag, nachmittags und abends,“ findet uuf dem Karl Gelberi'schen Bierkeller, wie alljähr⸗ ich. das amerilanische Nationalfest statt. Um 5 Ahr wird eine Festrede gehalten werden IJ — Am Sonntag den 12. Juli findet in Ka i⸗ serslautern im Saale der Restauration, Karls- berg“ die 11. Hauptversammlung der pfalzischen Finnehmer und Tinnehmereikandidaten statt. Be⸗ zinn der Verhandlungen 11 Uhr. Gemeinschaft⸗ icher Mittagstisch im Gasthof zum Schwan⸗ — Speyer, J. Juli. Mit dem heutigen Tage ist die neue Forstorganisation ins Leben ge— reten. Das Kollegium der Regierungs⸗Forstab⸗ heilung der Pfalz besteht aus folgenden Herren: leespies, Oberforstrath; VBeder, Fromm, Gyßling, danus, Hellwig, Ritter, Forstraͤthe; Rueff, Regie⸗ rungs · Forstafsessor. — Ludwigshafen, L.Juli. Die hiesige Polizei machte dieser Tage ein Individuum dingfen. dessen Treiben so recht zeigt, was heutzutage nicht noch alles möglich ist. Der Verhafiete,ist ein ge⸗ visser Georg Schmitt aus Speyher, war nach mehr⸗ ahrigem Aufenthalte in Amexila nach Deutschland urückgekehrt und hatte hier auf dem Hemshof Wohn itz genommen. Sein Metier bestand darin, sur— Beld und Geldeswerth treulose oder saäumige Lieb⸗ jaber auf den Pfad der Pflicht zurüdzuführen und zur Eheschließung zu beranlaffen und zwar mittelst einer geheimen Macht, in deren Besitz er sei. Daß es auch heutzutage noch welche gibt, don Denen, die nie alle werden, beweißt, daß der Mann zu hun hatte. Der letzte Fall, in welchem er ewwas u unverschämt in seinen Forderungen war, führte hn zur Untersuchung nach Frankenihal. —— Vermischtess. —. Von der Heydt, 1. Juli— Gestern Pachmittag gegen 4 Uhr schlug der Bliß in den zchachtthurm am Krugschacht. Er lief die Signal⸗ leine abwärtz bis zur Stollensohle, ging hier in die Telegraphenleitung über und fuhr auf der 5. Tief⸗ bausohle in die Erde, ohne irgend welchen Schaden anzurichten. Nur einen etwas starken eleltrischen Schlag verspürte das Auffichtspersonal 23f Wahn; L. Juli. Bei den Schießübungen auf der Wahner Heide bei Koln fuhr gestern Rach nittag ein Geschoß beim Laden deg Geschüßzes zu⸗ ruck und ktödtete einen Artilleristen, wäbhrende inem andern die reche Hand rers Mainz, 8. Juli. Gestern Morgen ist hier das Kriegsgericht zusammengetreten, um fich mit ꝛiner Aburtheilung wegen Befreiung aus dem Militärdienst zu befafsen. Angeschuldigt sind die derren Dr. Bömmer, Oberstabsarzt erstet Klasse —DVV—— Hennicke, Stabsarzt von dem 27. nassauischen Feldartillerie⸗ stegiment. Die Sißzungen des Kriegsgerichts be⸗ zinnen regelmäßige des Morgens 73 Uhr und auern bis Mittags 181 Uhr.. Da indessen ein sehr umfangreiches Altenmateriol vorliegt und auch ine Menge von Zeugen zu vernehmen find, so verden die Verhandlungen voraussichtlich lange Zeit —D ung Stoders uͤm eine Pfarrstelle in Kassel klärt ich jetzt auf. Es ist nicht der Hofprediger, son⸗ dern der Pfarrer Sibcker in Elben, Kreis Wolf⸗ jagen, der sich um die Stelle beworben hat. F Das Militargericht Wür zbur ge hat den Winzer Gg. Dopp. von Dürkheim a. H. wegen Fahnenflucht zu ) Monate Gefangniß und wegen anerlaubter Verehelichung zu 122 Monate Festung und Versetzung in die 3 Kl. des Soldatenstandes Ferurtheiit. Dopp wanderte im Jahre 83, anstatt ich als Rekrut bei seiner Abtheilung zu melden, nach Amerika aus, wo er sich mit seiner Geliebten Barbara Frech, die ihm dorthin vorausgegangen, rhelich verband. Doch der Glücsstern leuchtete ihm nicht in dem gelobten Lande, so daß er es vorzog n die Heimath zurückzukehren. 3 Kissingen. Ein, nettes Geschichtchen vird der S. Zig.“ mitgetheilt. Auf einem seiner Spaziergange demerkte Fürst Bismard jüngst einige Arbeiter, die ihr hoͤchst frugales Vesperbrod ein⸗ zahmen. Als er sah, daß sie nichts zu trinken Jallen, Uüberreichte er ihnen einen Thaler. Kaum Jatte er seinen Spaziergang fortgesetzt, so eilte ein urgast, der in der Naͤhe gestanden, auf die Ar⸗ zeiter zu und gab ihnen für den Thaler vier Mark, im cein Geldflück zu besitzen, das unser illustre Badegast eigenhändig ausgegeben hatte. I fMunchen, 80. Juni. Bei dem gestern hier deranstalteten Radreiter Rennen wurden glan⸗ jende Leistungen geboten. Im Entfernungsrennen quf 100,000 Meier wurde diese Strecke von Anton Jahl, Mitglied des Velozipedllubs in Prag⸗Smichow. in 3 Siunden 52 Minuten; von Jos. Schwarz, Mitglied des Bicycleklubs München, in 4Stunden Minute und von Heinr. Witzel, Mitglied des⸗ selben Klubs, in 4 Stunden 21 Minuten zurück⸗ zelegt. Für die Beurtheilung dieser Leistungen ist u erwägen, daß der Postzug von hier nach Regens- zurg ungeführ dieselbe Wegstrecke mit Aufenthalt n 4 Siunden 38 Minuten fährt. J 7 Munchen, 2. Juli. Der hiesige Ober⸗ nase menmeister Mabla erhielt von der in Eise⸗ nach“ versammelten Kommission zur Wurdigung wichtiger Erfindungen im Eisenbahndienste für sein System zur Verbindung von Dampf heizungsschläuchen n Eisenbahnwagen einen Preis von 3000 Mark. 7 Heidelberg, 1. Juli— Unsere seit Mitte MNai eroffnete Pferdebahn pom Haupibahnhofe zum darlsthor macht so glänzende Geschäfte, daß die Fortsezung über Neuenheim und Handschuhsheim ach Griesheim, wo beträchtliche Steinbrüche den Juleryerkehr beleben werden bereitsgesichert ist Nuch das Projeite det Zahntadbahn zum hiefigen Schiosse, auf dessen Ausführung auch der Stadt⸗ ath großen Werth legt, wird soeben aufgenommen and wohl gleichzeitig mit der nördlichen Abzweigung — ä 7 Heidelberg, A. Juli. Der Fall des rinjͤhrigen Müller (der einen Unleroffizier beim zielen erschossen hatte), über den wir seinerzeit verichteten, ist nunmehr kriegsgerichtlich entschieden. das Kriegsgericht · ging von der Voraussetzung aus, daß weder vorsätzliche noch fahrlässige Tödtung vor⸗ iege, was nach dem Sachverhalte durchaus gerecht⸗ reriigt erscheint. Die Entscheidung, nach welcher der Einjährige zu 6 Wochen 1 Tag Festung ver⸗ irtheilt ist, siützt fich vielmehr auf den 39. Kriegs⸗ aruitel, nach welchem mit Gefängniß oder Festungs⸗ haft — oder Festung bei Offizieren und Frei⸗ willigen — bis zu 5 Jahren bestraft wird, wer durch unvorsichtige Behandlung von Waffen oder Mimition den Tod eines Menschen verursacht. das Urtheil ist in Erwägung der Gesammtumstände in gerechtes und zugleich mildes zu nennen. Der Finjaͤhrig⸗ Freiwillige wurde gestern früh zur Ver⸗ hüßung jeiner Strafe nach der Feste Ehrenbreitstein gebracht. J pPVom Bodenfsee. Seit vielen; Jahren jab es in hiefiger Gegend nicht mehr so viele dirschen wie heuer. Die Bäume hängen zum grechen voll. Es werden einzelne Landwirthe bis u 100 Zentner ernten. — Die Weinberge lehen ebenfalls prachtvoll; denn die Trauhen sind n der herrlichsten Blüthe, ungewoͤhnlich groß und räftig und bis jetzt volllommen gesund. Man schreibt dem „Westf. Merk.“ von der hollandischen Grenze: Das hollandische Phlegma der vielinehr die hollandische Gemüth⸗ ichkeit hat bekanntlich sprichwortliche Bedeutung rlangi. Hier ein wirklich origineller Fall, der dem Schreiber dieses jungst passierte. Auf einer kleinen Slalion der Niederiändischen Staatsbahn, Linie Maestricht · Rotterdam, tritt der Bedienstete des Stationsvorstehers etwa 10 Minuten vor Abgangq zes Zuges in den Wartesaal. vulgo, Wachtkamor“. Darauf wendet er fich einzeln an die vier im Wartesaale sich befindenden Personen mit der Frage: is myn heer, Mevrouw reeds met een plaats· aartie voor den vertrekenden Trein verzien? Sind Sie schon mit einem Billet für den ab fahrenden Zug versehen ) Und da glücklicherweis⸗ alle mit Retourkarten versehen, seine Frage mil Ja beanworteten, fügte er ganz naiv hinzu: Dann drauche ich kein Zeichen mit der Glocke zu geben Het Kinäjs von myn heer die Chef sglaapt, i mak hem niet graag vakker. Das Kind des Stationsvorstehers schlaft, ich wecke dasselbe nicht gern. Ist das nicht allerliebst? Het Rindie salaapi. .FBaris, 2.*Juli. Das ESyndikat der Ver— sinigung der republilanischen -Journalisten Frant. reichs beschloß, vor englischen Gerichten eine Zivil⸗ klage gegen den Oberst Smitt und General Wol⸗ feleh anzustrengen, weil fie auf den Kopf Olivier Pains eine Belohnung gesetzt haben. — Eine Ehe zwischen einem Indianer und einer deutschen Baronin dürfte wohl als ein Unikum dastehen. Thatsächlich ist bei Hallock (Ninne⸗ ota) ein Indianer ansassig, der eine frühere deutsche Baronin zur Frau hat. Beide kommen sehr gul mit einander aus und der Indianer, der übrigens rin hübscher Bursche sein soll, ist nicht wenig sol auf die hohe Verwandischaft, in die er hineinge heirathet hat. Voriges Jahr wollte er nach Deulsch jand reisen, um sich seiner gnädigen Frau Schwiegermama vorzustellen, allein aus begreiflichen Zrunden wollte seine Gattin nichts davon wissen Newyort, 30. Juni. Die Schwurge richtsberhandlung gegen Ludmilla Dudley, welche DDonoban Rossa, das Haupt der Dynamitarden — her Freisprechung der Angeklagten, und zwar aus dem Grunde, weil sie an Irrsinn leide. Die Be⸗ rathung der Geschworenen dauerte nur 5 Minuten. SD⸗nuftesznach richten. Bezirksamtsassessor Sch wa a b in Homburg wurd⸗ nuf Ansuchen nach Brud versetzt und auf desser Sielle der' z. Zt. beurlaubte Bezirlsamtsassessor von Parsberg Wilh. Erhardt berufen. Postassistent Hunb er in Ludwigshafen wurde zum Postoffizial in Bamberg ernannt. I Erxnannt wurden zu Schulverweser die interim. —A Beorg Löffler in Ramstein, Friedrich Hebel in Alfenglan, Andreas Steeks in Kottweiler .Schwan— den, Philipp Schneider in Steinwenden; Schul⸗ derweser Franz Leibig zu Buchelberg zum Lehrer in Heiligenstein. In den bleibenden Ruhestand vurden derjetzt Lehrer Philipp Keinpher in Raths— veiler, Lehrer Paul Bayerm a un zu Boͤrsborn vaewortlch . Demeß chiß orericht Rer NRed Otar Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der igl. Postdampfer Westernland“ Kapitan Randle. welcher am 20. Juni von Antwerpen ab ging, ist am 30. Juni wohlbehalten in New ⸗ Yor angekommen. — —;*„*— Hausversteigerung. d Es wird ine 4 * — Köüÿöchin gesucht, die gut bürgerlich kochen kann. fleißig und reinlich ist. Die Erxpedition Montag Abend s Uhr JAX beim Hännes. m zahlreiches Erscheinen ersuche dringenst * Mehrere Junggesellen. 20 his 30 Spoppen süße Milch konnen jäglich abgegeben werden Joseph Uhl, Badet. HKaiserstraße. Montag, den 13. Juli 1885, Nachmittags 4* Uhr, zu St. Ing dert in der Witthschaft von Johann Martin, lassen Frauz Lauer, Nagel⸗ chmied,nn und Maria Catharina Zauer, Ehefrau von Peter Joseph Fischer, Bergmann, alle in St. Ing ert wohnend, auf Eigenthum ver— deiger: i Steuergemeinde St. Ingbert: 3 Dez. Flache, worauf ein Wohn⸗ haus, Stall und Hofraum, sowie 5 Dez. Pflanzgarten dahei, das Ganze gelegen zu St. Ingbert an der Pfarrgasse;— Dez. Flache, ein Wohnhaus nit Stali und Hof, 6 Dez. Gar⸗ len und 209610 Dez. Ader dabei, zusammen ein Ganzes bildend, gleichfalls gelegen zu St. Ingbert an der Pfarrgasse. 1 Kemmer, k. Notar. Bierbrauerei bebrüder Becker. Ueber Sonntagg hoehfeines ajlsener Bier. Jun Verlag von Greßner — Schra min in Leipzig erscheint und ist durch, alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes 24 zu beziehen; F Die Klassiker der Rhilosophie. Per den frẽc· sen griechischen Denkern auf die Gegeuuaurt Eine gemeinfaßliche hisiorische Darstellung ihret Weltanschauung nebsi einetr Auswahl aus ihren Schriffen gr 8yr von e Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendfien Philosophen. Jede Lieferung enthalt 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferungen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. 1000 Mark zahlen wir dem, der bein Gebraueh von x deund haifer · Jahuwaset x eb iο jemals wieder Zannschmerrer esommt. S. Goldmann Cie, Dresden. — Zu hahen vzeinchert bei B. Fery⸗ Droguenhandlung. Feuerwehr St. Ingbert. Am Montag, den 6. d. i8., Abends 6i Uhr Uebung. IIIX terqu ⸗ I 441** Uustriri Ê4 17 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert 5 St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ Elatt und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage· Das Blatt tostet vierteljahrlich 1.AM 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen ..M 78 O, einschließlich 4 4 Zustellungsgebuhr. Die Einruũckungsgebühr jar die 4gespaltene Garmondizeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche Nauf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 ⸗, Reclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. X 131. WPolitische Uebersicht. *Die aus Ems über das Befinden' des Zaiser s einlaufenden Berichte lauten andauernd ünstig und legen somit Zeugniß ab von der sich zuch in diesem Jahre an dem greisen Monarchen vieder bewährenden Heilkraft der Emser Quellen. hleich in den ersten Tagen seines Emser Aufenthalteg hat der Kaiser der Trinkkur die Badekur hinzufügen Ind mit dem Inhaliren des Thermalwassers be zinnen können. Statt der Promenaden, weiche dem hebrauche des Brunnens früher folgten, unternimmi der Kaifer jetzt tagsüber zwei Ausfahrten von X mderthalbstündiger Dauer im Lahnthale und dessen Seitenihalern ¶ im offenen Wagen. Am Freitag npfing der Kaiser seinen Enkel, den Prinzen Wil— helm von Preußen, welcher fich Mittags nach Cob⸗ lenz begab, um dem Stiftungsfeste des 4. Garde⸗ Frenadier⸗Regiments beizuwohnen. — Ueber fernere RKeisedispositionen des Kaifers nach beendigter Emsen Zur find definitive Bestimmungen bis jetzt noch nicht getroffen worden. ·Der deutsche Kronprinz ist in Aachen, wo er behufs Theilnahme am 28jährigen Jubildum des 33. Infanterie⸗Regimenies am Sonnabend Vor⸗ mittag eingetroffen war. in glänzender Weise em⸗ pfangen worden. Bereits am Montag Abend wurde der Kronprinz in Berlin zurüclerwartet. Die innerhalb Preußens im Lutherjahre at Erbauung von Kirchen gesammelte Kollekte jat, der „Kreuzzig.“ zufoige, den Betrag von 50, 000 Mark ergeben. Man beabsichtigt davon beihilfen zur Erbquung von acht Kirchen in der diaspora zu gewähren, und zwar für 3 in Ost⸗ ind Westpreußen, 1 in Posen, 1 in Schlefien, 8 m Rheiniande und 1in Westfalen, und hofft, zaß auch der Gustav⸗Adolfverein für eine würdige Ausstattung Sorge tragen wird. Eine diefer evan⸗ gelischen Kirchen soll, wie es heißt, unmittelbar vor n Idoren Koͤlns in der Vorstadt Nippes gebaut werden. * In Wien beginnen am 7. Juli gemeinsame MinisterKonferenzen, welche die Erneuer⸗ ung der zwischen Oesterreich und Ungarn bestehen⸗ den verschiedenen Verträge zum Zwecke haben. Un⸗ zarn ifi hierbei durch den Ministerpraͤsidenten Tisza, den Finanzminister Grafen Szapary und den Han⸗ helsminister Grafen Szecheny bertreien. Zoll⸗ und jandelspolitische Fragen werden hierbei eine Haupt⸗ rolle spielen und darf man bei dieser Gelegenheit auch wichtigen Eroͤrterungen entgegensehen, und zwar bezůglich der Maßnahmen, welche von Oesterreich-⸗ Ungarn angesichts der Erhoöhung des deutschen Zoll⸗ jarifs eveniuell zu treffen sein würden. Ob hierbei die Chancen eines Zollkrieges gegen Deutschland mit zur Erorterung gelangen werden, mag vorläufig dahingestellt bleiben; jedenfalls erscheinen aber die Vefürchtungen pessimistischer Gemuther, daß bei den Wiener Minisierkonferenzen ein Zollkrieg gegen Deutschland bis aufs Messer beschlossen wer⸗ den könnte, durch die zwischen Oesterreich⸗ Ungarn und dem deutschen Reiche obwaltenden politischen und kommerziellen Beziehungen nicht gerechtfertigt. Die in den spanischen Cholerabun setins eingeltetene Pause hat jezi wieder ihr Ende erreicht und neue Hiobsposten kommen von jenseiiß der Pyrenden. Aranjuez, die 9 Montag, 6. Juli 1888. Stunden südlich von Madrid gelegene schöne Früh⸗ singsresidenz des spanischen Hefes, ist plötzlich zu einem Hauptherd der Cholera geworden. An einem inzigen Tage der vergangenen Woche sfind zafelost 200 Erkrankungen an der Cholera vorge⸗ ommen, von denen 74 einen tödtlichen Ausgang nahmen. Auf diese Kunde hin eilte König Alfonso sofort nach der schwer heimgesuchten Stadt. wo er nehrere Stunden in den mit Cholerakranken über⸗ ullten Spitälern weilte. Dieser Beweis seltenen moralischen Muthes ist dem Könige von der haupt⸗ rädtischen Bevolkerung sehr hoch angerechnet worden, enn bei seiner Rückkehr nach Madrid wurde er hon einer zahllosen Menschenmenge empfangen unter enthufiastischen Beifallsbezeugungen nach dem Palais geleitet. Deutsches Reich. Berlin, 5. Juli. Der Reichskanzler hat zestern den Vertrag mit dem Norddeutschen Lloyd Bremen, betreffend die Dampfersubvention, voll ⸗ jogen. Der Kanzler reist morgen früh nach Krö⸗ heindorf. wo Montag die Hochzeit des Grafen Wil⸗ helm stattfindet. Berlin, 5. Juli. Fürst und Fürstin Bis nard, Graf und Gräfin Rantzau sind heute Vor; nittag 10 Uhr nach Kröchlendorf abgereist. Ems, 8, Juun. Prinz Wilhelm von Preußen raf um 4 Uhr aus Koblenz kommend hier ein ind verweilt bis morgen. Fürst Leopold von dohenzollern, vwelcher heute Morgen hier ankam, Zurde um 1Uhr dom Kaiser empfangen und mit dem Prinzen Wilhelm vom Kaiser zur Tafel ge⸗ laden. Weimar, 5. Juli. Das Befinden der Prinzessin Elisabeth von SachseneWeimar, velche gestern bei einem Spazierritt mit dem Groß· Jerzog das Unglüdk hatte mit dem Pferde zu stürzen ind dewußtlos in das Schloß getragen werden mußte, hat fich gebefsert. Dem Vernehmen naqch liegt keine gefährliche Verletzung vuxrx. Auslannd. Wien, 4. Juli. Nach einer Gasteiner Pri⸗ daidepesche ist die Disposition betreffs der Ankunft des deutschen Kaisers fallen gelassen. Das Reise⸗ yrogramm wird erst gelegentlich des Kaiserbesuches n Meinau festgesetzt. Die Kaiserreise nach Gastein st daher noch zweifelhaft. Wien, 4. Juli. Die „Wiener Zeitung zeröfsentlicht den Staatsvertrag mit Deutschland vegen der Eisenbahnverbindungen Mittel⸗Steine⸗ Dnendorf. Hannsdorf · Ziegenhals, Lindewiese⸗Ott⸗ mockau und Natibar⸗Troppau. Ê Lokale und pfälzische Nachrichten. Die fur die Monate Juli, August und AIV Verpflegungszuschüffe wurden wie folgt festgesetzt: in Lan dau für die Mannschaft 14 Pf., Unterdffizier 21 Pf. Kai⸗ Trslaustern 18 und 22 Pfg., Speyer 15 md 28 Pfg. Germersheim und Zwei⸗ zrücden 16 und 24 Pfg. Zum pfalßz Sängerfeste in Kaisers⸗ autern sind angemeldet 28 Vereine mit 865 Sangern, davon 884, welche die Halbchoͤre singen. Beim letzten pfaͤlzischen Saͤngerfeste in Ludwigs⸗ hafen wirkten 834 Saͤnger von 35 Vereinen mit. —Z * *teo. p In Kleinblittersdorf isß in det Racht Samstaa die ert im vorigen Jore n W 20. Jahrg. Nunstmühle der Gebr. Grumbach u. Franck total niedergebrannt. Die Mühle war eine der größten Zunstmuhlen in der Saargegend' und der Schaden 'oll 400,000 Mtk. betragen. Derselbe ist nach der Sbr. Ztg.“ durch Versicherung zum groͤßten Theil gededt. —— n 7 Merzig, 2. Juli. Seit gestern ist hier die Arbeitsstelle für durchreisende Handwerksburschen errichtet. Am ersten Morgen wurden 5 Stromer zur Arbeit geführt, hielten aber keine 10 Minuten zus und drehten der Stadt den Rücken.“ Es ist rgal, denn auf solche Weise werden wir die Bande auch los. Solche Leute lachen über das Sprich⸗ wort: „Arbeit macht das Leben süß“ und denken eher, „das Faulenzen schmeckt auch nicht bitter!“ Man sollte den gewichtigen Anordnungen unseres derrn Laudrath Knebel Gehör schenken und vaga⸗ jondirende arbeitsfähige Handwerksburschen vor der Thüre herzlos abweisen. Wenn hier nicht einheit⸗ lich vorgegangen wird, kann dem Bettelwesen un⸗ moͤglich gesteuert werden. Es wäre wünschens⸗ werih, wenn auch die benachbarten Kreise die Er⸗ richtung von Arbeitsstellen nachahmten. pAus Frankfurt a. M. wird gemeldet, daß der wegen Mordes zum Tode verurtheilte Julius Lies de gestern früh unter starker Bedeck- ung nach Dietz a. d. Lahn überführt worden ist, woselbst. wohl auch event. die Vollftreckung des Ariheiis bewirkt werden dürfte. — Erwähnt sei dei dieser Gelegenheit koch, daß der Zeugin Camp⸗ Jausen, die fich — aus Furcht vor den Anarchisten bekanntlich im Prozeß Lieske erst in der Schwur⸗ zerichtsverhandlung mit ihrem Töchterchen gemeldet ind eine den Angeklagten belastende Aussage ge⸗ nacht hat, von einem angeblichen Anarchisten⸗ Zomitee ihr Todesurtheil zugestelli worden isi. Es ist dies wohl nur seine qlderne Mystifikation. psFtankfuri, 2. Juli.“ Zum Heirathen verurtheilt.“ Ein Unteroffizier vom 81. Infanterie⸗ Regiment war von einem Mädchen auf Einhaltung ines gegebenen Eheversprechens verklagt worden. der Richter redete ihm natürlich zu Herz; doch die Juten Worte fanden keine guke Stan. Ich mag nicht“, sagte er lächelnd. „Nun, Ihr Hauptmann könnte helfen!“ „Der thut's nicht!“ „Also Sie wollen nicht ?*. -.Ganz, und gar nicht.“ Der Berichtshof verurtheilte · den Unteroffizier innerhalb zweier Monate das Mädchen zu heirathen. Thue er das nicht, so hat er der Geliebben 50 Mark nebst 5 pCt. Zinsen zu zahlen. Es wurde dem Verurtheilten begreiflich gemacht, daß, wenn er sich mit einer anderen verheirathen wollte, ohne bezahlt zu haben, die Klägerin jederzeit das Urtheil in einem zweiten Theile zur Ausführung bringen könne. Bingen, 4. Juli.“ Anlaßlich des heute beginnenden amerikanischen Schützenfestes prangt Aie Siadt in vollem Flaggenschmuck. Um 81 Uhr jeßte sich der ZJug in Bewegung und wurde überall don der Bevollerung freudig begrüßt. Vor Beginn des Schießens ließ Hauptmann Diehl dvon den Independent Newyorker Schützen drei Ehrensalven fuc den Kaiser Wilhelm, den Prasidenten Cleveland und die Stadt Bingen abgeben. Eingetroffen find 40 amerikanische Schützen mit Familien, sowie sahlreiche Deutsch⸗Amerilaner, welche morgen feier⸗ ch vor dem Niederwald⸗VDenkmal einen Kranz uniederlegen werden. Um 5 Uhr ist ein Festbanlett. Um Montag ist Empfang der Amerilaner durch die aiserin in Koblenz, woselbst auf dem Schloß auf Wunsch der Kaiserin, die amerikanische Flagge auf— —ißt werden wird. Aus Floß, 30. Juni, wird der „Raabztig.“ zeschrieben: Gestern wurde Lehrer Riebel — der iltefte Lehrer der Oberpfalz — im Schul⸗Garten zahier von einem Bienenschwarm überfallen. Lehrer dehner fand seinen armen Kollegen vor dem Bienenhause liegend und ganz mit Bienen bedeckt dehrer Lehner, welcher natürlich sofort ärztliche hilfe leistete, wurde ebenfalls überfallen und alle, welche in die Nähe kamen. Es hatte sich der Bienen eine foͤrmliche Wuth bemächtigt. Nachdem man Riebel weggebracht, holte man sofort ärztliche Hhilfe und soll Dr. Blanralt nicht weniger als 1240 Stachein aus dem Körper des bedauerns⸗ verthen alten Hetrn entferut haben. (Wie aus einer Traueranzeige im „Amb. Tgbl.“ zu ersehen, ist Lehrer Riebel, im 84 Lebensjahre stehend, am 30. Juni bereits gestorben rHamburg, 2. Juli. Als vor einigen Tagen die „Westphalia“ mit amerikanischen Czechen an Vord hier einlief. fand wie bekannt eine Revi— sion derselben statt, weil der österreichischen Botschaft in Berlin telegraphisch aus Newyork gemeldet wor⸗ den war, daß sich auch eine Anzahl Anarchisten eingeschifft hätte. Bei jener Schiffsrebision sind bier Personen verhaftet worden, welche sich nicht legitimiren konnten. Während zwei alsbald auf freien Fuß gesetzt wurden, befinden sich die zwei anderen noch immer in Haft, weil sie nicht nur aicht Legitimationspapiere besitzen, sondern auch, veil fie falsche Angaben über Namen, Wohnort, Keiseabficht und dergleichen machten. Man meint sier thatsachlich einen anarchistischen Fang gemacht zu haben. jerbeigeführten Ueberfüllung der Hirnblutgefäße nach venigen Stunden eintrat. Das Reichsgericht ist zieser Entscheidung beigetreten. f(Dat's min Nadel!) Im Anschluß in die Demonstration eines jungen Madchens, das ine Stecknadel verschluckt hatte, erzählte Professor Bardeleben folgende interessanten Erlebnisse aus seiner chirurgischen Vergangenheit. Bei dem durch steuter bekannten Gutsbesitzer Fritz Peters war eine Taglöhnerfrau beschäftigt, die eines Tages ihr 1 Jahr altes Kind allein in der Stube zurück⸗ ließ. Auf dem ˖ Fußboden neben dem Kinde lag 'hr Umschlagetuch mit einer großen Tuchnadel. Als sie von der Arbeit zurückkommt, findet fie ihr Kind ind ihr Tuch wieder, die Nadel fehlt. Daß das zind die Nadel verschluckt hat, will außer ihr Niemand glauben, weil das Kind völlig munter ist. Nach einiger Zeit bekommt das Kind Leib— schmerzen und Krämpfe. „Dat's min Nadel!“ zehauptet die Frau. Die Symptome gehen indeß inter ärztlicher Behandlung bald zurüct. In seinem ehnten Jahre bildet sich in der Gegend der rechten darmbeinschaufel des Kindes eine Geschwulst. „Dat's min Nadel!“ sagt die Frau, die von der Imgebung als von einer fixen Idee besessen hetrachtet wird. Der Knabe wird zur Operation n die Klinik nach Greifswald zu Bardeleben ge⸗ zracht, und dieser findet beim Einschneiden des Abscesses eine lange Nadel, deren Kopf sich durch Auflagerung von Salzen so vergrößert hat, daß die Mutter nun meint: „Dat's nich min Nadel!“ Rach Entfernung der Auflagerungen erkennt sie iber doch endlich ihr langvermißtes Eigenthum. — Der zweite Fall betraf eine Schiffertochter, der die Mutter an einem dunklen Morgen Bittersalz in inem Glase zurechtgemacht hatte, das zugleich auch ils Aufbewahrungsort für Nähnadeln gebrauch vurde. Durch Schläge wurde das Kind gezwungen die Lösung, die furchtbar im Halse stach, zu schlucken. Erst später, als man die Nähnadeln brauchen voslte, wurde das Unglück entdeckt. Das Mädchen jat vielfache Beschwerden von dem Abführmittel gehabt. Im Laufe der Zeit find im Ganzen 16 RNadeln an den verschiedensten Körperstellen, die letzte am Oberschenkel, zum Vorschein gekommen und dann mit Leichtigkeit herausgezogen worden * Kiel, 3. Juli. Die hier liegenden drei cinesischen Panzerschiffe wurden heute durch der Gesandten China's unter religiosen Ceremonien ge. weiht und traten heute Nachmittag die Reise ma China an. f Wien, 3. Juli. In Horodenka (Galizien sind über 600 Häuser abgebrannt; 5000 Menschen meistentheils arme Juden, sind obdachlos und orod— los. Zwei Menschen verbrannten, mehrere Kinder verden vermißt; es herrscht große Noth. 7 .Im Ganzen gibt es noch 250,800 Roth— häute in den Vereinigten Staaten, die wilden Söhn— Thams in Alaska ausgenommen. 127,000 davon also mehr als die Hälfte tragen Hosen, Röcke umd hüte. 123,800 hingegen kleiden sich immer nod aach der Weise der Väter in „Blankets“, d. 6 wickeln sich in Decken oder Felle ein. Dienstesnachrichten. Der temporär pensionierte Oberamisrichter datig in Homburg wurde wegen Krankheit fin inmer im Ruhestand belassen, der proteftantische Pfarrer und Dekan Welsch in Odernheim wurde auf Ansuchen unter Anerkennung treu geleisteten Dienste seiner Funktion als Dekan enthoben und diese Funktion dem Pfarrer Schäfer in Ober— moschel übertragen, die protestantische Pfarrstell in Rockenhausen wurde dem Pfarrer Brand— stetter in Großsteinhausen verliehen, Förster Vogel in Sippersfeld auf Ansuchen nach Nexn— hemsbach versetzt. F(Gegen den Trunk.) Der erste Staats⸗ inwalt zu Ratibor erläßt eine amtliche Warnung an Gastwirthe und Schankwirthe, dem unmäßigen Schnapstrinken in ihren Lokalen in keiner Weise Vorschub zu leisten, da er in allen zu seiner Kennt⸗ niß gelangenden geeigneten Fällen die strafrechtliche Berfoigung einleiten werde. Die Strafkammer da⸗ celbjst verurtheilie einen Gastwirth wegen fahrlässfiger Tödtung zu einer Gefängnißstrafe von drei Mo⸗ naten, weil er in seinem Lokale innerhalb ganz surzer Zeit eine so große Menge Schnaps einem Baste verabfolgt hatte, daß der Tod des Letzteren ijn Folge der durch den unmäßigen Schnapsgenuß Fur die Redalktion verantwortlich: F. x Deme ß. Endlich einmal eine Lotterie, welche den zahlosen Alagen des Publikums, die in dem einen Saz gipfelt „Wenn ich nur wenigstens 100 oder doch 20-10 Mar Jewinnen könnt!“ in noch nie dagewesener Weise Rechnung wrägt. Die Kaiserslauterer kath. Kirchenbau lofterie hat 857 Treffer allein, die zwischen 1000 und 10 Mark gewinnen. Ueberhaupt gewinnt schon jedes zehnh Loos Zwei Haupttreffer zu 30,000 und zu 10,000 Mark Das Loos kostet blos 2 Mark. Ziehung unwiderruflich an * Juli 1885 — liebes Publikum, was willst du nod mehr! Mebhlpreife. dontag Abend 8 Uhr —IIIAE zeim Hännes. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen ringenst Mehrere Junggesellen. Tüchtige Agenten zum Verlauf von Kaffee an Private verden gesucht. Proviston 1006 jebst einem Firum von M. 400 Ifferten zub F. 777 an 8L bDauhba Co., samkurg. Ber durch die Kunst erfreut und gehoben, nicht aber durch langatmige Abhand⸗ sungen und anwiderndes Parteigezaͤnk geaͤrgert sein will; Wer zuverläßig und rasch orientirt sein möchte, über interessante Vorgänge und — dedemsamen personeen und litterarischen Erscheinungen auf dem Gebiete der Kunst; Wer sich Anregung und Unterhaltung schaffen will durch fesselnd geschrieben BVerichte Biographien aus dem Leben beruhmser Tontunstler, über fachliche Musik deren Pflege, und sonstige Begebenheiten auf dem Gebiete der Musik, in feuille⸗ toniftisch gefärbter und allgemein verständlicher Darstellungsweise; Wer seine Erholung im Lesen guter Feuilletons, Efsays, Rovellen, Humoresten v ee e erborcagen dsien Sgrismeller, suchen will, ohne sich mi⸗ erfundenen Personen befassen zu müssen; Wer sich eine gute Musik⸗Bibliothek auf die denkbar billigste Weise erwerben will, lurz Ver einen u erare Hausschatz für fich und seine Familit sichern will: FLP Der abonniere für 80 Pfennige pro Quartal bei der D nächsten Buch⸗ oder Mufikalienhandlung, oder wenn solche am Orte nicht vorhanden, bei der nächsten Poft anstalt auf die IP v“v. X „Neue Musik-Zeitung“. Wenn Zusendung von Köln verlangt wird lostet das Abonnement des Portos weger 70 Pfg. mehr. Dagegen liefern die dortigen Buch- und Musilalien⸗Handlungen sowie Ihre Ortspost zu dem Preise von 80 Pfa. Blummehl IäPfd. 190 Pfg., 10 Pfd. 1M. 70 Pfa Schwingmehl 1 Pfd. 17 Pfg., 10 Pfd. 1M. 50 Pfoa Kornmehl 25 Pfd. 8M. myfiehlt Ludd wig Feger. — Bäcker. Gegen Fleéchten besitze ich ein vorzügliches Hausmitte für dessen sichern Erfolg ich garantire R. Seifert, Buchhaͤndler, Cottbus. y/ Die Hollandische Kaffee Brennerei H. Disqué & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten⸗ Kaffee⸗ » beliebten hoch feine Qualitaͤten: Java⸗Mischung per Pd.dl 1. 20, Westindisch Mw.., 140. Menads M. ver 1.60, . Bourbon M. 1.80, xtra fein Mocta MB.. 2.00. jebrannt nach Dr. v. Liebig's vorschrift u. neu verbesserter Brennart, vodurch das Verflüchten des Aro⸗ nma's absolut unmöglich. Kräftig u. fein im Geschmack. 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Jagbherter Amzeiger. — * * Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingber. — — — — — ber Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag,⸗ Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ plau und Sonntags mit Sfeitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 A S60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 S, einschließlich “4 Zuftellungbgebnhr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und sjolche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 —ñ, Neclamen 30 H. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 1322. Deutsches Reich. Berlin, 6. Juli. Der Reichskanzler gedenkt n diesen Tagen nach Berlin zurückzukehren und ich von hier nach Friedrichsruh zu begeben. Berlin, 6. Juli. Die „Nationalzeitung“ undigt die Vorlegung einer Novelle zum Aktien⸗ eseß in Rücksicht der stolonialunternehmungen an. Ems, 6. Juli. Der Kronprinz traf soeben nus Koblenz zum Besuch des Kaisers ein; Prinz Wilhelm empfing den Kronprinzen am Bahnhof, son der Menschenmenge jubelnd begrüßt. Ems, 6. Juli. Der Kronprinz und Prinz Wilhelm reisten soeben nach Berlin ab. a Auslaud. Graz, 5. Juli. Der General der Kavallerie, derzog Ernst von Württemberg, ist vergangene dacht in Bad Tueffer gestorben. Schillingsfürst, 6. Juli. Der denutscht gotschafter in Paris Fürst Hohenlohe mit Gemah⸗ miist hier angekommen. — Zürich, 6. Juli. Durch die gestrige Volks⸗ ibstimmung des hiesigen Kantons wurde die Wieder⸗ einführung der Todesstrafe mit 27,577 gegen 211377 Stimmen verworfen. Die Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule wurde mit 24.9985 gegen 21,849 Stimmen beschlossen. Paris, 5. Juli. Eine von Hue datirte depesche des Generals Courch meldet, die anami⸗ —IID in der Nacht nach seiner Ankunft in Hue einen Angriff auf ihn uͤnd seine Truppen gemacht, sei jedoch zurückgeschlagen worden; er fühle sich durch den Angriff durchaus nicht beunruhigt und habe alle zur Sicherheit erforderlichen Maßregeln ge⸗ roffen. Nahere Angaben über den Anlaß zu dem Ueberfall durch die anamitischen Truppen sind in der Depesche nicht enthalten. Paris, 6. Juli. Der Kriegsminister wird jeute in der Kammer Depeschen General Courcy's Hüe) mittheilen, in welchen es heißt, die Anami⸗ ten seien mit einem Verlust von 1200 bis 1500 Mann zurückgeschlagen worden. Die franzoͤfischen Truppen. welche 60 Todte und Verwundete ver⸗ loren, seien im voliständigen Besitze der Citadelle in welcher sich gegen tausend Geschütze befänden. bourch sei ohne jede Besorgniß; um allen Eventu⸗ Alitäten vorzubeugen, seien aber von Haiphong aus Herstärkungen verlangt und abgegangen. Madrid, 8. Juli. Der Konig wohnte gestern mit den Mitgliedern der koͤniglichen Familie der orstellung im Hoftheater bei und wurde bei seinem dintrin mit ftürmischem Hochtufen begrüßt. ¶äαι kokale und pfälzische Nachrichten. — Aus der Pfalz, 2. Juli. Eine wich⸗ ige Entdeckung wird es genannt, das ein⸗ jache Mittel, welches den Schmerz bei Brandwunden und Verbrühung innerhalb 5 Minuten beseitigt und die Brandwunden sofort zum Heilen bringt. Das beilmittel und die einfache Gebrauchsanweisung werden gegen Einsendung von 2 Mt. franko mit setheilt, iautete die Anpreisung, auf welche ich anbiß, und fiehe, das Mittel sist einfach, überall vorräthig und gut, so gut, daß ich es zum Nutzen Ihrer deser, nachdem es oft seine Stichhaltigkeit vielfach zeprüft isi, umsonst mittheile: „Die Brandstelle bestreiche man so rasch als möglich mit Oel und bestreue fie dann dich min gepulbertem Sala. Ein⸗ Dienstag, 7. Juli 1888. 20. Jahrg. Blasenbildung wird verhindert und die Schmerzen schwinden in kurzer Zeit.“ — Von der Blies, 1. Juli. Vor einigen Tagen ertrank beim Baden in der Blies der 18 Jahre alte Sohn des Wirthes Staud zu Bolgen. — Seit dem 26. Juni ist der Präparanden · schüler Beckers von Blieskastel, Sohn des Lehrers Becers in Zweibrücken, spurlos verschwun⸗ Zen. Ob derselbe vielleicht den Tod in der Blies zesucht und gefunden hat, weiß man nicht. Wie ber gerüchweise verlautet, soll Furcht vor Schul⸗ rafe die Ursache seiner Entfernung gewesen sein. der Schmerz der Eltern über das ungewisse Schid⸗ al ihres hoffnungsvollen Sohnes ist groß. — Kaiserslautern. Der Deuischameri⸗ aner Jakob Schandein hat dem hiesigen Kirchen⸗ zauverein 100 Mt. geschenkt. — In Kaiserslautern hat sich der Sträf · ling August Engel aus Marienthal, ein oft be⸗ traftes verkommenes Subjekt, in seiner Zelle mittelft eines Halstuches erhängt. Er hatte eine Zucht⸗ ausstrafe von 4 Jahren abzubüßen, war aber auch chon wegen Raubes in Wiesbaden zu 10 Jahren zerurtheilt worden. (Pf. P.) — Dürkheim, 6. Jhuli. Am Samstag vurde auf dem Banne von Rödersheim ein grauenvoller Mord verübt. Die 27jährige ledige harbara Oster mayer von dort ging am Samstag Bormittag in das Feld, um zu grasen und wurde im 9 Uhr noch gesehen; kam jedoch Abends nicht nach Hause. Gestern Morgen wurde deren Leich— nam durch die aufgebotenen Bürger in einem Korn⸗ icker, nur etwa 500 — 600 Schritte vom Orte ent⸗ erni, aufgefunden. Die Ermordete hat mehr als 20 Stiche am Halse. OD. Anz.) — In der Gemarkung von Speyer haben die Lapins dermaßen überhandgenommen, daß sich das Burgermeisteramt veranlaßt gesehen hat, die Jagdpächter zu einer Verminderung dieser der dandwirihschafi schadlichen Thiere durch Abschießen und Fangen aufzufordern. wenigstens theilweise, durch eine Versicherungsgesell⸗ ichaft ersetzt werden wird. Courcelles,83. Juli. Bei Buschborn wurde neulich bei einer Treibjagd eine 66 Pfund schwere Wölfin geschossen. Einer der Schützen hatte in einer Jagdgeschichte von Armin Stein ge⸗ jesen, daß die russischen Jäger sich den Wolfsbraten zut schmecken lassen, selbst wenn sie einen Schlitten doll Lebensmittel zur Verfügung haben. Die Wölfin wurde im benachbarten Schlosse in Gesell⸗ chaft verspeist und viele Gäste erklärten, das Wolfsfleisch schmecke so gut wie Rehfleisch. F Bitsch, 30. Juli. Der Kaiser hat, der „Saargemünder Zeitung“ zufolge, der hiesigen protestantischen Pfarrei zur Tilgung der aus dem Ankaufe des Pfarrhauses herrührenden Schuld ein Bnadengeschenk von 5000 M. bewilligt. Trier, Z Juli. Auf der internationalen Rosenausstellung der Weltausstellung in Antwerpen am 28. und 29. Juni erhielt die Firma Lambert ind Reiler in Trier untker großer Konkurrenz der edeutendsten Rosenzüchter Belgiens, Luxemburgs ind Frankreichs die höchste Auszeichnung für ihre Rosen, und hat somit die deutsche Rosenzucht den Sieg über die anderen betheiligten Landern davon⸗ getragen. Die Firma erhielt den ersten und höch⸗ ten Preis für das beste Sortiment Rosen in 200 Sorten aller Gattungen, sowie den ersten Preis für die beste Kollektion Rosen⸗Neuheiten von 100 Sorten, und den ersten Preis für die schönste Kol⸗ ektion Thee⸗ und Noisette-Rosen. F Bruchsal, 3. Juli. Die Zeit der Trau⸗ benblüthe darf jetzt als beendet betrachtet werden, und zwar schließt dieselbe mit einem so schoönen, gesunden und reichen Traubenansatz, wie man sich dessen schon seit Jahrzehnten nicht mehr erinnert. 4 Weinheim, 1. Juli. Die Reben haben beinahe gänzlich und man kann sagen, glüd- lich verblüht, so daß für unsere Bergftraße ein gutes Weinjahr in Aussicht steht. Ganz besonders zilt dies vom rothen Gewächs, indem fich hier bei dem öfteren Temperaturwechsel die Samen besser hielten, als bei den weißen Sorten. Sehr hoff⸗ nungsvoll sehen die Winzer dem kommenden Herbst enigegen. Aus Rheinhessen, 83. Juli. Die Traubenblüthe hat in fast allen Orten einen porzüglichen, gleichmaäßigen Verlauf genommen und hürfte dieselbe nun überall zu Ende sein. Auch die Entwickelung der Trauben und des Weinstocks telbst ift eine solche. wie sie nur gewünscht werden kann. Karlsruhe, 5. Juli. Gestern Abend richtete eine Windhose im Schloßgarten und vor⸗ nehmlich im Wildpark erheblichen Schaden an. Jeber dreihundert prächtige Eichen und Linden vurden entwurzelt. Die Stadt blieb unberührt. fF Einer der „T. R.“ aus Frankfurt zu⸗ gehenden Privatnachricht zufolge ist Donnerslag Abend der Tischler Nau, welcher bekanntlich seine degitimationspapiere an den Attentäter Lieske ver⸗ auft hatie, verhaftet worden, da man aus ver⸗ chiedenen erst nachträglich bekannt gewordenen khatsachen schließt, daß er um die Pläne Lieske's jewußt habe. Lieske hat, bevor er nach Welheiden zerbracht wurde, seinem Vertheidiger erklärt, daß er on dem Rechtsmittel der Revision keinen Gebrauch nachen wolle. fFrankfurt, 4. Juli. Lieske wurde heute nach dem Gefaängniß in Welheiden verbracht. Vor seinem Abgange dahin erklärt er seinem Veriheidiger Vermischtes. 4 Von der Heydt, 83. Juli. Gestern erunglüdte der Schlepper Hoffmann von Nieder⸗ albach in einem Bremsberge. Die erhaltenen Ver⸗ etzungen sind derart, daß an seinem Aufkommen zezweifelt wird. Wahrscheinlich trägt eigene Un; orsichtigkeit die Schuld. I FVenn, 3. Juli. Der Besizer der Venner⸗ Blashütte, Herr Raspiller, hat die Glashütte in Schönecen, jowie die dazu gehörige Anlage ange⸗ auft; lettere soll zur Fabrikation von Thonpfeifen erwender werden.“ Die Schoͤnecker Glashütte ist eit einigen Jahren außer Betrieb, durch die Wie⸗ eraufnahme der Arbeiten in dem erwähnten Eta lissement würden viele brodlose Arbeiter Beschäf⸗ igung finden. FMetz, 4. Juli. Heute Morgen 9 Uhr tschoß fich in einem oͤffentlichen Hause in der Rue yAlger der Geschäftsreisende Bloͤdel aus Darm⸗ adt. Derselbe weilte schon ca. 8 Tage in bie— iger Stadt. Moyenvic Greis Diedenhofen), 30. Juni. Im27. Juni hat eine Feuersbrunst das ilte Schloß der ehemaligen Grafen von Moyenvic erzehrt. Das betreffende Gebaäude war von füns Arbeiterfamilien bewohnt, worunter drei gar nich erficher waren, waährend der Verlust der anderen. Dr. Fester, auf das Rechtsmittel der Revision ver⸗ zichten zu wollen. * FFrankfurt. Bei der hiesigen Ober⸗Post⸗ direktion lagern nach der „Frkf. Ztg.“ als „unan⸗ zringliche Postsendungen? u. a. neun hier aufge⸗ gebene Einschreibebriefe an „Seine Durchlaucht der Furst von Bismarck in Berlin“ und ein Einschreibe⸗ zrief an „Ihre Durchlaucht die Fürstin von Bis⸗ narck“. — — Frankfurt. Ein jugendlicher Arzt.) Zu einem unserer ersten. Aerzte kam in voriger Woche ein Mann und schellte. Der fiebenjährige Sohn des Arztes offnete und fragte nach dem Be⸗ jehren. „Ich wünsche den Herrn Doktar zu prechen.“ — „Bedauere, er ist nicht zu Haus.“ — Das thut mir sehr leid.“ — ‚Was fehlt Ihnen zdenn?“ — „Ich bin heiser und habe Kopfschmerzen.“ — „Ach, da kann ich Ihnen helfen“, erwiederte wroͤsiend der Knabe. „Ich leide auch öfters daran Rehmen Sie, was ich selbst brauche: heiße Milch, hun Sie Emser Wasser dazu und trinken Sie das »reimal täglich. In acht Tagen kommen Sie vieder.“ — SDer Mann ging fort, gebrauchte das ihm von dem kleinen Arzte verordnete Mittel und zenas. Gestern kam er wieder und stattete dem lleinen Arzte seinen Danl ab. Einfluß der Walder auf Klima und Volkswohl. Ueber den Einfluß der Wälder auf das Klima hat zuerst eine bayerische orstlich meteorologische Station eingehende Unter⸗ uchungen angestellt, und Preußen, Elsaß ⸗Lothringen, Frankreich, Schweiz. Italien und andere Länder uͤnd bald dem guten Beispiele gefolgt. Die höch⸗ ich interessanten Ergebnisse finden sich jetzt in „Petermanns Mittheilungen“ von Woeikopf solgen⸗ dermaßen zusammengefaßt. Während der wärmeren Jahreszeit zeigt sich in der Waldregion, im Ver⸗ gleich zu den ganz nahen, waldlosen Bezirken: i) Luft· und Bodentemperatur niedriger, 2) Schwan · kungen geringer, 3) die relative Feuchtiglkeit größer. Fine Tabelle beranschaulicht, daß überall von einer Wasseroberfläche im Freien zwei bis drei Mal so ziel verdunstet, als im Walde. Namentlich ist da⸗ hei auch der durch die dichtstehenden Bäume ver⸗ mitielte Windschuß im Spiel, was bisher zu wenig beachtet wurde. Ueber die Frage der Erhaltung der borhandenen Feuchtigkeit in Luft und Boden sind somit die Akten geschlossen. Hinsichtlich der nderen viel umstrittenen Frage über den Einfluß der Bewaldung auf die Niederschläge, Regen Schnee ⁊c. hat der Verfasser nach sorgfältiger Prü⸗ fung sämmtlicher Beobachtungen die Ueberzeugung Jewonnen, daß eine starke Einwirkung der Wälder iuf das Klima unkeugbar ist und dieselbe nicht etwa an der Waldgrenze aufhört, sondern sich auf die veiteren Umgebungen erstreckt, je nach Ausdehnung, Art und Lager des Waiddistrikts. Verfahre nun auch offenbat der Wald mit dem fallenden Nieder⸗ schlage haushälterisch, vermehre diesen sogar, fo eien doch immerhin manche Gegenden zu trocken, um Wolder zu tragen. Andererseits seien aber tichte Walder und solche, die aus Baäumen mit wachsartigem, die Verdunstung schwächenden Ueber ⸗ zuge bestehen, wohl im Stande, in trockenerem Zlma auszuhalten. Die Erfahrungen in südrussi⸗ schen Steppen, nord und südamerikanischen Prai⸗ rien bewiesen auch, daß allerdings mancher bisher waldlose Boden aufgeforstet werden könne. Alles dies mahnt don Neuem Gesetzgebung und Regierung dringend, Schutz der bestehenden und Anpflanzung neuer Walder sich angelegen sein zu lassen. fNuürnberg. Hier blieb ein Mädchen mit seinem hohen Stiefelabsatz im Straßenbahngeleise tecken, als gerade der Jug nahte. Alles schrie aut auf, aber im letzten Augenblick ließ die Schöne ihr Stiefelchen im Stich und lief im Strumbf davon. — FDaß die Heirathshust erst mit den Jahrhunderten zugenommen hat, und daß in früherer Zeit bviel mehr Junggesellen existirt haben, werden unsere Damen wohl kaum glauben wollen. Allge⸗ neines Erstaunen und dielleicht ungläubiges Kopf· schütteln mag aber die Thatsache hervorrufen, daß unter Friedrich dem Großen ein vollständiges Offizierlorps Eheloser gab. Als im Jahre 1778 das Bayreuther Dragoner⸗Regiment in's Feld rückte, zefand sich unter den 74 Offizieren desselben — om kommandirenden General v. Bülow herab bis zum Fähnrich — nicht ein Einziger, der bereits die Rosenketten der Ehe trug. München. Wie schon sein Jahren, hat unch beuer mieder das lal. Kriegsministerium die wohlwosllende AkKordnung getroffen, daß behufs hülfeleistung bei den bevorstehenden Ernte⸗Arbeiten ine großere Anzahl von Mannschaften — jedoch hne Gebühren und ohne Anspruch auf Reiseent chädigung — heurlaubt werden darf. Der Urlaub »auert ungefähr 30 Tage von Mitte Juli ange— fangen und hat mindestens 6 Tage vor Beginn der Regimentsübungen zu endigen. Bei der In⸗ santerie und den übrigen Fußtruppen gelangen je iach Maßgabe der örtlichen und sonstigen dienst⸗ ichen Verhältnifse 4050 Mann bei der Kom⸗ zagrie zur Beurlaubung; bei der Ariillerie stellt ich diese Zahl viel geringer, und bei der Kavallerie ällt der Urlaub in diesem ausgedehnten Maße zanz weg. 4 In unserer gemüthlichen Stadt München pielen sich manchmal Geschichten ab, die den Außenstehenden zu dem Glaubek veranlassen könnten, die baher, Refidenz stehe in der Reihe der Groß⸗ zädte, in welchen die Sittenverderbniß die giftigsten Blüthen treibt. Der Leser höre und staune! Ein unger Mann, dem besseren Handwerkerstande an⸗ Jehoͤrig, führte vor einiger Zeit ein Mädchen bürger⸗ ichen Standes heim. welches neben schönen Gaben er Natur auch einiges Vermögen in die Ehe hrachte. Ein Herz und eine Seele, verlebten die steubermählten die Honigmonde in ungetrübtem hlück. Bald aber erfaßten der Putz⸗Teufel und die Vergnügungssucht die Frau, der Verdienst des Mannes reichte nicht mehr hin. das kleine Vermögen dat rasch aufgezehtt und mit ihm die gegenseitige zuneigung verschwunden. Vor einigen Tagen berraschte nun der Gatte seine Frau in sehr nniger Unterhaltung mit dem jungen und reichen Zohne seines Prinzipals. Heftiger Wortwechsel, usammenlauf der Hausbewohner, Flug durch die hüre, die Treppe hinab, zum Hause hinaus — J) nein, nichts von alledem! Die Sache wurde n der größten Ruhe erledigt. Der junge Herr zot dem Ehemann 6000 Mt. für die Frau; diese chlug ein, der Mann auch und der Menschenhandel var abgeschlossen. O tempora, o mores. Aus München wird dem „Nürnb. Anz.“ —V tzlattern aufgetauchte Nachricht, daß sich der lgl. dofschauspieler und Direktor a. D. Ernst Possart ‚ahier mit seiner geschiedenen Gattin Frau Anna Possart, geb. Deinet wieder verehelichen wolle, ist um zur Thatsache geworden; denn nunmehr ver⸗ ündet die hiesige Standesamtstafel die Wiederver lobung der beiden getrennten Ehehälften. EGeutsch-amerikanisches Schützzen— fest. Bingen, 4. Juli. 109 Kanonenschüsse begrüßten heute früh die Erinnerung an den 4. Juli 1776, an welchem sich die 13 Kolonieen Nordameri⸗ as unabhängig von Englands Herrschaft erklärten. Festlichste Stimmung herrscht in der Stadt. Flaggen n allen Farben wehen von den Dächern, und elbst der Himmel, der heute früh ein bedenkliches hesicht machte, zog mildere Saiten auf, als die ameri⸗ anischen Gaste sich zum Festzug ordneten. Das »auptquartier der Schützen, das Hotel Victoria, jat ganz besonderen Schmuck angelegt, an seiner Terassenmauer erblickt man die Wappen Amerikas, deutschlands und sämmtlicher deutscher Staaten. hat dieser Gasthof ein vorzugsweise reiches Gewand ingelegt, so haben auch die übrigen Häuser es uicht unterlassen, sich zu putzen. Punkt acht Uhr egann vor dem Hotel Victoria die Aufstellung des restzuges. Die New⸗NYorker Schützen, durchweg räftige Gestalten, denen man fast ausnahmslos insieht, daß germanisches Blut in ihren Adern dießt. bildeten in ihrer kleisdsamen Uniform Spalier, im den Schützenkönig, Herrn F. Wacker aus New⸗ hork, zu empfangen. Begrüßt von der Musik der 98. Infanterie ˖Kapelle wurde das Banner der im Jahre 1869 gegründeten Independent⸗New ⸗NYork⸗ „chützen aus dem Portal des Victoriahofes ge⸗ ragen. ihm folgte unmittelbar der Schützenkönig, herr Wader, an dessen Seite zwei. reizende junge Naädchen als Ehrengeleite schritten. Unter Voran⸗ ritt der Musik bewegte sich eine kaum absehbare UInzahl eleganter Wagen, geziert mit dem Sternen⸗ anner, durch die Straßen der Stadt zum Rochus⸗ verg, wo Punkt 10 Uhr das Vogelschießen beginnen vird. Vor dem eigentlichen Beginn desselben verden durch Herrn Hauptmann J. J. Diehl drei khrenschüsse abgegeben: der erste für Se. Maj. ꝛen Deutschen Kaiser, der zweite für den Präsi⸗ enten der Vereinigten Staaten der dritte für die *tadt NRingen Bei der Festtafel brachte Herr HugoH. olgenden Trinkspruch aus: —— — dochverehrte Gaste! Willkommen, herzlich und in n villkommen rufen Ihnen die aus so weiter —9 ommenden Independent New⸗ York Schützen —** icht der Zuseuͤn sondern in langt atg Wunsch, dem in diesem Jahre die usegen 'olgte, führte uns zum Altvater Rhein, nach Weinstadt Bingen. um hier zum erstenmal un alljahrlich wiederkehrendes Schützenfest zu feiern Waren wir Deutsch⸗Amerikaner auch lange, lam— don der alten Heimath fern, wir wurden ihr 7 entfremdet; wir blieben deutsch im Sinnen un Denken, im Wirken und Trachten, in Wort un— That, dabei unserem geliebten Adoptiv. Vaterlan jederzeit alle Achtung und Liebe zollend. Mit unwiderstehlicher Gewalt zieht es beinah jeden Deutsch-Amerikaner zurück nach dem alia Vaterland, daher die stattliche Zahl derselben, di heute in Ihrer Mitte weilen. Und als wir ba chlossen, unser Schützenfest in Deutschland zu feiern konnten wir wohl keine herrlichere Stätte finden als an dem sangberühmten, sagenreichen und reben umrankten Rhein, dem deutschen Rhein, der se inderthalb Jahrzehnten im vollen Sinne des Worie wieder der deutsche Rhein geworden.. Und soll ig Ihnen sagen, was uns gerade hierher nach Bingen sog? Es war die versinnbildlichte Einheit de Deutschen Reiches, die Stätte der Verherrlichun der größten germanischen That, das Nationaldenim auf dem Niederwalde. Wenn auch die Bäume, di das gewaltige Monument umgeben, vom Blut lüstern, das geflossen, wenn auch ihre Blätter, don Winde bewegt, die tausende deutsche Krieger beklagen die im hiesigen Kampfe fielen, so rauschen sie dot nuch stolz vom großen Deutschland, das endlis aach tausendjährigem Hader und Zwietracht zwische einen Stämmen und Voöolkerschaften, einig, gefefig und mächtig dasteht; dem deutschen Nationalbaun der Eiche vergleichbar, diesem Riesen der Wälder — Und wenn wir Deutsch-Amerikaner, die wi Sprößlinge dieser deutschen Eiche find, uns de Stärke freuen, die ein Symbol dieses Baumes ist venn wir durch unsere SchützenVereinigung dat Wachsthum und Gedeihen dieses Sprößlings z ördern trachten, so find wir gewiß, daß unser heutschen Schützenbrüder uns jederzeit dabei hilf ceiche Hand leisten werden. Mit dieser Gewißheit nit dieser Ueberzeugung heiße ich alle unsere weriher väste hiermit nochmals auf das herzlichste will 'onimen, und bitte Sie, mit mir ein dreifaches onnerndes Hoch auszubringen auf die deutscher Schützen, die deutsche Einheit, das Deutsche Reich Hit jubelndem Beifall begrüßt, brachte hierau kmil Rittershaus bei der Festtafel nachstehende »betischen Gruß den Vereinigten Staaten vor Umerika: Mein Spruch, er gilt dem Staatenbunde, Ob dem das Sternenbanner weht, Der wie kein andrer in der Runde Fest als der Freiheit Hochburg steht! — Vom Glück zum Schooßkind nicht erlesen, Habt Ihr Euch selbst das Reich gebaut — ünd, was ein Washington gewesen, Das hat die Zeit noch nie geschaut! — Ihr kämpftet, Mann an Mann geschlossen. Bis Ihr Euch freie Bahn geschafft! Mit Euch, naͤchst Gott, zwei Bundgenossen Nur zwei: Der Wille und die Kraft! Ihr fälltet Eures Urwalds Riesen; Ihr bracht die Fesseln, bracht den Bann, And habt der ganzen Welt bewiesen. Wi⸗ waßr das Wort: Selbst ist der Mann! Zelbst ist der Mann — und, wem's beschiede Daß er der Starke fich bewußt , Dem bleibt von allem Glück hienieden Die Freiheit doch die höchste Luftt. Zu ssolz, um eitle Gunst zu buhlen, Rie fragend, wo ein Helfer sei, Habt Ihr gelernt die Kraft zu schulen — ünd nur ein starkes Volk ist frei! Wir lernten's auch! — Nach diesen Gauen Wo Bachus Bestes füllt den Krug Zah'n gierig wir den Fremdling schauen, Deß' Ahn uns einst in Ketten schlug. Dda scholl der Ruf: Empor zum Kampfe! Da stand in Waffen Schaat an Schact— Und glorreich aus dem Puloerdampfe Stied auf der deutsche Kaiseraar! — — der Aar, des Westlands Sternenträger der Adler, der befreit den Rhein, ʒie wollen keine Beutejäger, dur Schutz und Schirm des Friedens sein! dicht Blut und Raub ist ihre Wonne! — Das sei die Deutung des Symbols: Fs sucht der Beiden Flug die Sonne des Völkerglücks und Völkerwohls; daß dazu Gott den Segen gebe, In diesem Sinne sind wir eins! — Zebt hoch den goldnen Saft der Rebe heim Julifest am Strand des Rheins, der heut' vereint zu schönem Bunde Pestlands und Deutschlands Kinder sah! — Fin dreifach Hoch aus Herzensgrunde dem Freistaat von Amerika! Stolberg II, bei Aachen, im Juli. Ein cheusal in Gestalt eines Menschen von etwa 26 jahten — schmächtige, kleine Gestalt — wurde am Fed. M. durch die Stadt zum Bahnhof geführt, im nach Aachen ins Gefängniß abgeliefert zu wer⸗ den. Schrötter, so ist der Name dieses Scheu · als, gebürtig aus Eilendorf bei Aachen, ist seines vandwerks Schneider; derselbe wurde am 21. Juni J aus dem Zuchthaus zu Münster nach sieben⸗ zhriger Haft entlassen und nach seiner Heimath esordert. Ohne zu arbeiten, verbrachte er acht rage im Hause seiner Stiefmutter. Am Sonntag rüh suchte er dieselbe zu überreden, mit ihm ins zeld zu gehen, was diese auch zusagte, doch bat sie uͤne Nachbarin und deren Mann, mit zugehen. Als Schrötter dies gewahr wurde, entfernte er sich, ersuchte aber, Abends zurückkehrend, seine Stief⸗ nutter zu würgen; diese vermochte sich indessen oazumachen, lief fort und schrie um Hilfe. Ein n demselben Hause wohnender junger Mann lei⸗ ete der Frau Beistand, suchte den Schrötter zu eruhigen, erhielt jedoch einen Stich mit einem holch in die Seite, so daß er von Schrötter ab⸗ issen mußte. Schrötter entfernte sich und trieb ich Nachts umher. Um 3 Uhr Morgens fragte er n freundlichem Tone auf der Chaussee zwischen Filendorf und Stolberg einen ihm begegnenden, zur ltbeit gehenden Mann nach einer Person Ramens chütz, und als ihm Auskunft gegeben wurde, ver⸗ eßte er dem Manne kurz hintereinander 2 Stiche, en einen zwischen die Rippen, den anderen in den interleib, so daß der Getroffene lautlos zusammen⸗ rach. Schrötter ging ruhig seines Weges weiter ach Stolberg zu und vollführte genau unter denselbeu unstünden bis zur Stadt noch drei solcher Attentate: im Ende der Stadt begegneten ihm endlich vier Rann; bei ihnen erkundigte er sich nach dem Wege, er nach Ficht geht. Ein Meetzgergeseli dreht sich im und zeigt ihm mit vorgestrecktem Arm die lichtung des Weges; in demselben Augenblick aber richt et auch mit dem Rufe zusammen: „Ich erbe, helft mur!“ Seine Kameraden kehren eiligst ie paar Schritte zurück, konnten ihren Kameraden idessen nur noch als Leiche zur Seite legen. Ein volchstich hatte dem jungen Leben ein Ende gemacht. das ist jedoch noch nicht Alles. Auch der Portier mer Glasfabrik oberhalb Stolbergs wurde von em Morder angesprochen und erhielt einen Stich die Brust. Hierbei blieb der Dolch in den ien Kleidern des Mannes stedenohne den iper desonders zu verleßenDer Mörder sah d der Waffe beraubt und juchte zu emtommen; Felang ihm dies auch. Wie ein Lauffeuer ging un die Kunde von den Ueberfällen durch die adt, und Alles, was irgend abkömmlich war, uhte sich auf zut Jago. Endlich gegen Mintag ng es zwei jungen Leuten, des Moͤrders hab⸗ 5 zu werden und ihn der Polizei zu übergeben. as Volk war wuthend und suchte ihn zu befreien, A zu lynchen. Im Vetrhore gestand derselbe heen ein,“ drohtie jedoch gleichzeilig, wenn amerad entlassen wuürde oderselbe erschlug vor Agen Jahren einen Gerichtsvolizie her), der wurde besser machen. Zwei von den UÜeberfallenen J Familienvaier von; 5 resp, 6 Kindern, und so schwer darnieder, daß keine Hoffnung vor⸗ nisi. fie am Leben zu erhalten a Old enburg, 20. Juni. Vor einiger — —— ——— * dine mens Elere, von der 7. Kompagnie ine erie · Regiments Nr. 01, von einigen J n in der Kaserne sehr schwer mißhandelt, —3* auf Veranlassung eines Vorgejetzten. aher des jungen Vlannes hat fich zuers an mmandeur des Bataillons um GEinleuung einer Untersuchung gewandt, dann aber, als dieses erfolglos geblieben, an das General ⸗Kommando in dannover. Infolge dessen ist die Angelegenheit treng untersucht und sind die Thäter mit Strafe helegt worden. Selbst die Herren Oberkomman⸗ dierenden der Kompagnie, bezw. des Bataillons ind nicht frei geblieben. Der gemißhandelte junge Oann hat einen Bruchschaden dabvon behalten. h)auptmann Rochlitz hat 45 Tagen Festung be⸗ ommen und Oberst Graf Herzberg seinen Abschied enommen. F Das „Hamburger Fremdenblatt“ veröffentlicht ine interessante Beschreibung der Art und Weise, die der Diebstahl in der Reichsbank aus— jeführt ist. Nicht drei, sondern vier Personen cheinen sich hiernach bei dem Streiche detheiligt u haben. Montag Mittag, kurz vor 12 Uhr, er⸗ hien ein einzelner Mann, anscheinend ein Eng⸗ ünder, inn Auszahlungszimmer der Reichsbank und hat eine geschäftliche Frage an den Kassirer. Dieser jerließ, um die nöthige Erkundigung einzuziehen riuf einen Augenblick das Zimmer, nachdem er zu⸗ nor den Kassenschrank ins Schloß geworfen und illes in guter Sicherheit zurückgelassen hatte. In emselben Augenblick, wo der Kassirer ins Giro⸗ omptoir herüberging, zog der Fremde eine große uglische Zeitung hervor, entfaltete sie in ihrer janzen Größe und schien, wie in dem Nebenzimmer eobachtet wurde, eifrig in derselben zu lesen. Zu leicher Zeit traten noch zwei Unbetannte ein und eintfalteten ebenfalls Zeitungen. Offenbar dienten die ausgebreiteten Blätter nur dazu, um die Mani⸗ —XV Uus der Thür eines Privatzimmers muß dann der eigentliche Thäter in den Raum eingetreten sein. Um nun die beiden Packete, welche auf einem Tische zjinter der 6 Fuß hohen Scheerwand lagen, erlangen u können, hat der Dieb mit Hilfe einer kleinen deiter, die et, als Spazierstock zusammengelegt, in inverdächtiger Weise mit sich führte, über die zZcheerwand weggreifen und vermittelst eines soge⸗ rannten „Stippers“ die Packete stehlen können. Als der Kassirer wieder ins Zimmer trat, war die That geschehen; der zuerst erschienene Engländer zrhielt seine Antwort und entfernte sich mit den uüͤbrigen. Daß der Diebstahl nicht sogleich ent⸗ deckt wurde, erklärt sich daraus, daß die Geschäfte zerade am Montag den Kassirer und die Beamten ehr in Anspruch nahmen, und keinem fiel es ein, zaß die hinter der Scheerwand liegenden Packete zefährdet sein könnten. In den Packeten befanden ich 100., 5000 und 1000⸗ Markscheine. Der diebstahl ist mit so großem Raffinement ausgeführt, aß er wahrscheinlich lange vorher überlegt worden st. Am Montag sind vier Engländer, die hier n verschiedenen Hotels logirten, mit Hinterlassung res Gepäcks plötzlich verschwunden. In dem Ge— Jack fanden sich keinerlei Aufschlüsse über die Be— tzer, welche wahrscheinlich die Diebe sidd. F Hamburg, 4. Juli. Nach einer beim Staatsanwalt eingegangenen Meldung find in ßaris und Genf Personen angehalten, die durch Uusgebung vieler Hundertmarkscheine der Betheilig— ing am Reichsbank⸗Diebstahl verdächtig sind. Re—⸗ oanoszirungsmaßregeln sind angeordnet. f Vor mehr als sieben Jahren wurde der un⸗ arische Bauer Michael Köteles unter der Anklage verhaftet, daß er sein Weib durch einen jedungenen Mörder habe umbringen lassen. Koteles eugnete Anfangs entschieden, dor dem Untersuchungs- ichter aber legte er ein Geständniß seiner Schuld ib. Bei der Gerichtsverhandlung widerruft der Angeklagte das Geständniß, beteuerte seine Unschuid und erklärte, daß ihm das Geständniß durch Tortur abgerungen worden sei Hierauf achtete jedoch das Hericht nicht und Köteles wurde zu zwanzigjährigem chweren Kerker verurthellt. Er appelierte, die weite und dritte Inftanz bestätigten das erstrichter⸗ liche Urtheil, immer auf Grund seines „Geständ⸗ zisses“, ohne daß man untersucht hätte, ob die Angabe, daß er gefoltert worden sei, auf Wahrheit eruhe oder nicht. Noch ein viertes Mal kam der Fall vor Gericht, das erste Urtheil wurde abermals zestätigt und Köteles zur Abbüßung seiner Strafe iach der Strafanstalt Lepoglawa gebracht. Da der igentliche Morder inzwischen, und zwar noch vor en Gerichtsverhandlungen, gestorben war, so bot ich für Köteles keine Aussicht dar, vor Abbüßung der zwanzig Jahre aus dem Kerker befreit zu werden. in der Strafanstalt Lepoglawa wendete sich der Unglückliche an den dortigen protestantischen An⸗ taltässeelsorger klaafe ihnn sein Leiid und bhaf ißn um seine Unterstützung. Der wackere Prister ge⸗ wann allmählig die Ueberzeugung von der Unschuld des Verurtheilten? und ex bemühte sich für diesen so lange, bis der Prozeß wieder aufgerommen und eine neue Untersuchung, resp. eine neue Gerichts- herhandlung angeordnet wurde. Zu dieser Ver⸗ hJandlung war nur noch die „lönigliche Tafel“ in Pest, der zioeithöchste Gerichtshof des Landes, kom⸗ petent, und vor diesem fand in den letzten Tagen in der That die Verhandlung statt. Am Donners⸗ tag fällte die „königliche Tafel“ das Urtheil: Die ersten Urtheile gegen Michael Köteles find aufzu⸗ heben und derselbe, nachdem er sieben Jahre schweten Kerkers verbüßt, sofort freizulassen. In der Be— zründung hieß es, die Unschuld des Köteles sei allerdings nicht nachgewiesen worden, aber auch der Beweis für seine Schuld könne nicht hergestellt werden. Die Frage, ob Köteles in der ersten Untersuchung durch Tortur zu einem Geftändnifse gebracht wurde, hat auch die „königliche Tafel“ nicht untersucht und nicht entschieden. Marseile, 4. Juli. Ueber den Schiff— bruch eines Salondampfers wird von hier ge⸗ neldet: Der Salondampfer „L'Italia“, der Koim⸗ panie „Paggio“ in Genug gehörig, verließ am 19. Juni, mit 134 Passagieren an Bord, Callao in Südamerika, mit dem Kurs nach Marseile. In der von Lomas scheiterte er und sank binnen 15 Minuten. Wegen der frühen Morgenstunde waren die meisten Passagiere in den Kojen, und so kam 28, daß 125 Menschen, darunter 25 Kinder, den Tod in den Wellen fanden; nur die 2 Kapitäne und 7 Passagiere konnten sich retten. F Paris. Die Berichte aus den bedeutendsten Wein⸗Departements konstatiren, daß die Weingärten din befriedigendes Aussehen haben und zu guten Hoffnungen berechtigten. Der Geschäftsverkehr haite in den letzten Wochen nur schwachen Umfang; die Verkäufer beschränkten sich zumeist auf Weine intergeordneter Klasse, welche zu mäßigen Preisen »xhältlich waren. FParis, 3. Juli. In Chateauroux' (De⸗ dartement Hautes⸗Alpes) richtete ein Gewitter schweres Unglück an. Sechs Schafhirten, die in dem Gebirge von dem Unwetter überrascht worden, uchten in einer Hütte Zuflucht, in die bald darauf der Blitz einschlug, wodurch drei Hirten mit ihren Hunden getödtet wurden Aus Frankreich. Ein Mord, den das ugendliche Alter des Mörders noch bedauerlicher nacht, ist am 26. v. M. zu Saint Plaisir‘ (De— vartement Allier) begangen worden. Der zehnjäh— rige Knabe Jamet war zu einem seinerkleinen Nachbarn, dem achtjährigen Jules Limoges, ge⸗ gangen, um sich mit ihm zu unterhalten. Kaum beisammen und allein im Hause, fingen die zwei Kinder einen Streit an. Der jüngere nannte den anderen „Bigard“, mit welchem Namen ihn seine Zameraden bezeichneten und Jamet wüthend dat iber, ergriff ein Messer und stieß es dem kleinen Jules in die Kehle, der todt zu Boden stürzte. Statt darüber in Schreclen zu gerathen, dachte der rühreife Mörder nur daran, sogleich die Spuren einer That verschwinden zu machen. Er schleppte also die Leiche in einen nicht weit vom Oertchen fließenden Bach und bedeckte sie, damit sie nicht obenauf schwimme. mit einer Leiter, auf die er einen schweren Stein legte. Am Abend suchten die Eheleute Limoges überall ihr Kind und ent⸗ dectten es endlich im Bache. 533 In T hiers in der Auvergne stürzte heute das Dach einer Markthalle ein. Es wurden da— durch 12 Personen, darunter 8 schwet verletzt. Chicago, 2. Juli. Unter dem Personal der Straßen⸗Tramways ist eine Stricke dadurch verursacht, daß die Gesellschaft s9 weigerte! einige ntlassene Beamte wieder anzustelleq. Die Zeitungen angen an die Sache als ernst zu betrachten. Bestern wurde der Versuch gemacht, den Verlehr mit einigen Waggons wieder aufzunehmen; es rottete sich jedodch eine Volksmenge zusammen, welche die Waggons mit Steinen bewarf. Eine weitere Meldung vom 3. Juli lautet: Der Tram⸗ vagenverkehr wurde heute unter dem Schutze der Polizei wieder eröffnet. Das Publikum war sehr aufgeregt, errichtete Barrikaden und beging Gewalt hatigkeiten, infolge dessen über 150 Verhaftungen orgenommen werden mußten. Die Polizei mehr ils 600 Mann stark — erhielt schließlich den Befehl, von ihrer Schußwaffe Gebhrauch zu machen. 'alls der Aufruhr fortdauere. Dann jerstreute sisch der Moh schness fVerbessertes Verfahren bei Su b⸗ missionen. Die Staatsdruckerei in Washington, Ver St. Am. schrieb kürzlich eine Lieferung von Papieren und sonstigen Materialien aus wies aber — die⸗ elben, als den üblichen Markipreisen nicht ent⸗ sprechend, zu niedrig befunden wurden. Man be⸗ sürchtete die Lieferung schlechter Qualitäten und sieß eine nochmalige Ausschreibung ergehen. Dies nähert sich schon dem bei uns in Vorschlag ge⸗ hrachten Verfahren der Qualitats⸗Submission bei festgestelltem Normalpreise. Verdient NRachahmung: Vor einiger Zeit verlangte ein Bekannter, welcher angere Zeit an Verstopfung, verbunden mit Blutandrang, dopfschmerzen, Herzklopfen, Appetitlosigkeit litt, auf be⸗ ondere Empfehlung seines Hausarztes, die bekannten Apo⸗ heter R. Brandt's Schweizerpillen. Der betreffende Apo⸗ heker, welcher aus unbekannten Grunden die ächten Schweizer⸗ illen nicht hatte, wollte den Käufer veranlassen, seine Ibstfabrizirten, ähnlich den ächten Schweizerpillen verpackten zillen, weil besser und billiger, zu nehmen. Gluͤcklicher⸗ ʒeise war aber der Leidende auf die verschiedentlich existi⸗ enden Rachahmungen vorher aufmerlsam gemacht und ver⸗ ieß sofort die Apoiheke, um in einer anderen die ächten lpotheker R. Brandt's Schweizerpillen zu kaufen. Dies erdient Nachahmung und wird man stets vor Tauschung ewart bleiben, wenn man darauf achtet, daß das Etiquett er Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen ein weißes Kreuz n rothem Feld und den Namenszug R. Brandt trägt. Wochenspruch: Die Sonne scheint nicht jeden Tag, Man kann nicht immer was man mag, Man kann nicht immer, was man widd Das ist die alte Hauspostilll Frauen⸗ Lied. Reise Garderobe. Sommerfrischen ür einzelne Damen. Die Krinoline in Sichi. Wi ch eine Kalbskeule einteile. Vom Reden mit dem dinde. Die Bedeutung der Blumen im allen BZriechenland. Hauswirthschaftlicher Kalender sin en Monat Juli. Doppelferse. Aufnähen von glumen. Figuren u. s. w. Hohlsaume. Edd naden. Kamelien zu vermehren. Hortenfie. Wechse des Standplatzes bei Zimmerpflanzen. Terrarien. Die Wachsblume. Kanarienvogel. Schwarzplät— hen. Papageien das Schreien abzugewoͤhnen. Schutz der Tiere gegen Insektenstiche. Behandlung ꝛes Rotweins. Schmeißfliegen vom Fleisch abzu jalten. Kitt für Glas und Porzellan. Rojtlee zus Wäsche zu entfernen. Trübes Flußwasser zu lären. Pelz; und wollene Sachen vor Motten chaden zu schützen. Anstrich für Cementfußböden. Metall⸗Putzseife. Helle Satinkleider zu pläteen. Waschen mit Salmiak und Terpentinol. Chlor rus Wasche zu entfernen. Das Anbrennen zu bet Jüten. Jauersche Wurst. Stachelbeeren aufzube dahren. Hirschhörnchen. Falsches Filet. Ka offelstangen zum Thee. Irish Potatoes. Nariose— loße zu Backobst. Gute klare Rindsuppe. Vor— ügliches Omelette. Wie die Milch nie anbrennt. Hilchreis. Küchenzettel. Rätsel. Auflösung des sätsels in Nr. 142. Fernsprecher. Echo. Vrie—. asten der Schriftleitung. Anzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirhlih mpfehlenswerten und dabel überaus billigen Wochen— chrift beträgt 80,000. Probenummern verjendet ede Buchhandlung, sowie die Geschäftsstelle, Fiürs daus“ in Dresden gratis. Gemeinnuũtziges. Ein neues Verfahren beim Räuchern des Fleisches. Folgende Mittheilung über ein Räucher⸗ derfahren dürfte den Hausfrauen ꝛc. nicht unwill · ommen sein. Das noch warme Fleisch der frisch geschlachteten Thiere wird in einem zuvor bereiteten migen Gemenge von einem Theile pulverisirten Salpeter in 32 Theilen Kochsalz eingerieben, so⸗ zann ringsum mit so viel Kornkleie bestreut, als ergend hängen bleibt. Hierauf wird das Fleisch weder unmittelbar, oder nachdem es zuvor in ꝛine einfache Lage Zeitungspapier eingewickelt wor⸗ den, in den Rauch gehängt. Das so geräucherte Fleisch bekommt ein dem geräucherten Lachse ähn⸗ siches Aussehen, schmeckt sehr angenehm und hält ich jahrclang, ohne zu verderben. Um die geräu⸗ herten Fleischwaaren beim Anbruch der warmen Jahreszeit vor Fliegen und Würmern zu schützen, Jerpackt man dieselben mit durchgesiebter trockener Holzasche in eine Kiste, die an einem wöglichst rodenen Platze aufgestellt wird. Das Geräucherte hält fich ganz vortrefflich. Kaiserslautern, den 10. Juli 1888. Die Kaisers⸗ auterer Lotterie, welche gegenwärtig den Markt beherrscht, erdient alle Aufmerksamkeit. Das gilt zunächst von den unstigen Gewinnchancen, welche noch von keiner anderen beriroffen sind. Auf zehn Loose ein Treffer — das ist ine Seltenheit! Und doch trotzdem verspricht der höchste reffer 30000 Mark. Aber auch der Zweck dieser Lotterie eichnet fie aus. Es gilt nämlich die Erbauung einer katho⸗ schen Kirche in dem indufstriösen, rasch aufblühenden aiserslautern, der größten Stadt der Pfalz. Es ist haupt⸗ achlich eine Arbeiterbevölkerung, deren religidser Foͤrderung ie Erträgnisse der Lotterie zu gute kommen. Wer wollte a zurück bleiben. Die Neueste Musik⸗Zeitung.“ Preis oro Quartal nur 80. Pfg. — zu beziehen durch ille Buch⸗ und Musikalienhandlungen und Postan⸗ talten, beginnt mit der eben erschienenen Nr. 13 in neues Quartal. Dieselbe bringt außer Anderem: J. S. Svendsen, Portrait und Biographie (E. Backer). CEin Lied, Erzählung (L. Westkirch). — Zur hesanglehre (Dr. L. Stark). — Altdeutsche Sprüche. Eine Idee, Plauderei (L. Köhler). Opern⸗ vesen in England (H. Ritter). — Das Händel- est in London. — Gluck und Lavater. Gratisbeilagen: Johan S. Svendsen, das Veilchen „Inmitten welker Blätter“ für Singstimme und Klavier, und Gustav Lange Mei Dirndl“ Ländler für Klavie. Probe ⸗· Nummern find in jeder Buch⸗ und Musi⸗ falien⸗Handlung kostenfrei zu haben. — Nr. 144 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlich nur 1 Mark) enthält: Sterbefälle. Gestorben: in Mundenheim: Frau Louise Bamberger, geb. Jorg, 47 J. a.; in Neustadt: Anna Mayer, 20 J. a.; in Lachen: Frau Anna Haria Mechtersheimer, geb. Krieg, 69 J. a.; in Dürkheim: Frau Barbara Kruppenbacher, geb. Mayer. 86 J. a. Briefkasten. Herr J. B. in Brootl. Wunschen Sir weiter Zusendg. des St. J. U. so ersuche u. g. Mitlb i. Eins. d. Betr. wie im vor. Qu Fur die Redaktion verantwortlich: F. X Demeß. ———— — —— — Heute —o Pilsener Anstich. Plane über die in bier nenne erbauende — — — J — jegen übernahmslustigen Unternehmernr Einsicht offen, bee nIAI. Hotel Conrad. Die Hollaͤndische Kaffee Brennere H. Disqué & Cie., Mannhein empfiehlt ihre unter der Marke ;X Kaffee“ o beliebten hochfeine Qualitaten ZJavaNiischung per Pd.dk 120 Westindisch M. n u 1.40 Htenadd R.160 Bourbon N. 18 xira fein Viocta M.. 2.00 gebrannt nach Dr. v. Liebig —XBX verbefserter Brennarl vodurch das Verflüchten des Are na's absolut unmöglich. raftig u. fein iu Geschuat Große Ersparniß Nur acht in Paaelen mit Schuß narte Elephant versehen bor . b und . Pfund. 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Inoberter Anzeine zaupitreffer: 30000, 10000. 2500 31000, 650. 8200. 40 100 16. 20000 Geldgewinne i. Betr. v. 125000 M. ohne Abzug. Loose à 2 M. bei allen bekanten Verkaufsstellen und bei der General⸗Agentur Alb. Roesl in München. in St. Ingbert bei Johann Weirieh, Friseur, und Frane Woll. Ruchhandlung. TIm⸗ 7 — Baehaen· v * 4* * νν — ruck und Verlag bdon F. X. Demet in Sti. Anahert Aluiliches Organ des königl Amtsgerichts St Inghert S SAMWñSSOIOASSVV,AS5SS-SA — MBEeæœæ der St. Zug erter Anzeiger? erscheint wvbchentlich fünfmalr: Am Montag, Dienstag, Donnerstatg, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhallungs- blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich —4 60 4 einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließliq 0 4 Zustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaliene Garmondieile oder deren · Raum beträgi bei Inseraten aus der Pfalz 10 —5, bei außerpfalzischen und solcher auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 4, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 1383. — — — F Politische Uebersicht. * Am vorigen Sonnabend hat fich endlich auch der Bundesrath vertagt und zwar bis zum 15. September. Die allgemeinen Wunsche und Absichten gingen, voie dieNat. Ztg.“ schreibt, da⸗ hin, die Arbeiten erst an einem späteren Termin wieder aufzunehmen, die Erfüllung dieses Wunsches hatte indessen die Feststellung der Ausführungsbe⸗ immungen zum Börsensteuergesetz zur Vorbedingung gehabt und diese ließ sich nicht erreichen. Die Ausschüsse des Bundesraths werden schon in den ersten Tagen des September zusammentreten, um jhre Anträge an das Plenum vorzubereiten, da am I. Oltober bereits das Börsensteuergesetz in Ktraft treten soll. Alle eingeforderten Gutachten und Vor⸗ schlage sind indessen noch im Rückstande und es find noch sehr umfangreiche Erörterungen erforderlich, um zu einem Ergebniß zu gelangen. Wahrschein⸗ lich wird sich der Bundesrath nach Feststellung dei Ausführungsbestimmungen zum Börsensteuergeseh bis zum Spaätherbst wieder vertagen. — Abgesehen hiervon, ist es dem Bundesrathe gelungen, alle die ihm vorliegenden Arbeiten zu bewaltigen, unter den letzten von ihm erledigten Sachen befindet sich be⸗ kanntlich auch die Konvention mit dem Norddeutschen Noyd, betreffend die Dampferlinien. Der Vertrag jat nunmehr auch die Genehmigung des Reichs⸗ anzlers erhalten und hat sich derselbe, gleich dem dundesrathe, für Vliessingen als Anlaufshafen der Ddampfer entjchieden. *Die Finalbilanz des Reichshaus— jaltsjahres 1884/88 ist kürzlich vom .Reichs— Anzeiger“ veroöffentlicht worden und legt dieselbe on den sich mehrenden Einnahmen des Reiches Jeugniß ab und wie diese wieder den Staatskassen ser Einzelstaaten zu Gute kommen, erhellt aus dem Amstande, daß“ nicht weniger als 105 Millionen Matk aus Reichssteuern den Einzelstaaten über⸗ viesen worden sind. Man wird dennoch anerkennen nussen, daß dieses Ergebniß des Finanzjahres 188485 den Ausspruch des Herrn Eugen Richter zon dem Zusammenbruche der Finanzpolitik des Keiches keineswegs rechtfertigt, sondern daß es im Hegentheil der Vorsicht und Sorgfalt der Reichs⸗ *nanzverwaltung das beste Zeugniß ausstellt. *Im englischen Oberhause hat sich der Pre⸗ mier Salusbury am Montag über die wich⸗ ligsten der England gegenwärtig berührenden Fragen gedußert. Bezüglich der Unterhandlungen mit Ruß⸗ land außerte Salisbury, daß er hoffe, dieselben würden zu einer friedlichen Loͤsung der afghanischen Fragen füͤhren, im Uebrigen ließen die Llusfuhr⸗ ungen des Ministers durchblicken, daß diese Losung noch ziemlich entfernt sei. Hinfichtlich Egyptens meinte Salisbury, daß zunächst die Finanzfrage entschieden werden müsse, alsdann gelte es, gesicherie Orenzen gegen die Barbaren festzuhalten und die politischen Beziehungen Eghptens zu den ausge⸗ dehnten Gebielen festzustellen, welche der Schaupiat so beklagensweriher Ereignisse gewesen. dam lommen die ernste Frage der Regelung der inter⸗ gationalen Beziehungen Egyptens zu den andern dandern. Die Erledigung aller dieser Fragen er⸗ zeische Jeit. Der Khedibe geigie fich England xgenüber steis loyal, England sei daher durch alle krwagumgen der Ehre an ihn gebunden. Schließ⸗ ich sprach Salisbury die Hoffrung aus, die Session des Parlamenis sobald als moglich schueßen zu d emen. Eine Verschiebuna oder Auflosung des Parlaments sei nicht beabsichtigt; die Neuwahlen seien etwa zum 17. November in Aussicht genommen. 2 * In den Montanbezirken Nord⸗Amerikas zährt es noch immer hedenklich und Arbeitseinstell⸗ angen sind noch an der Tagesordnung. Die Stri⸗ senden haben daher die beste Gelegenheit und Zeit, auf Staat, Gesellschaft und Kapital in der belannten Weise loszuwettern. So fand amSonntag zu Cleveland eine Versammlung von etwa 1000 strikenden Hütten⸗ arbeitern, meist aus Polen und Böhmen bestehend, tatt, in welcher heftige Reden gegen die Kapita isten gehalten wurden; zu Ausschreitungen scheint es jedoch nicht gekommen zu sein. ces Reich. Berlin, 7. Juli. Das Auswärtige Amt erläßt eine Warnung gegenüber den Vorspiegelungen, die noch immer mit niederländischen Erbschaften ge⸗ macht werden —* Berlin, 8. Juli. Der Reichskanzler wird norgen nach Varzin reisen. e Berlin, 8. Juli. Das bvraunschweigische Prototoll über die geheime Sitzung des Landtages »om 20. Juni ist nunmehr veröoffentlicht worden. xs enthalt die Erklärung des Ministers Gorz. daß der durch die Presse bekannte Brief Cumberland's om 14. Januar 1879 an den verstorbenen Herzog muf Befehl des Herzogs aus Rüdsicht auf Cumber⸗ and seibst nicht veroöͤfsentlicht wurde, denn diesem Briefe habe der zweite Brief Cumberland's von ʒemselben Datum an den Herzog Wilhelm mit er Abschrift des vertraulichen Schreiben Cumber⸗ and's an die Königin von England (vom 18. September 1878) in einem und demselben Couverte heigelegen, worin Cumberland seine Anspruche auf dannover auch für den Successionsfall in Braun⸗ chweig voll und unumwunden aufrecht erhalte; enn wie wolle man den Widerspruch der gleich⸗ eitig eingelangten Briefe, welche die wahre Willens⸗ neinung Cumberland's außer Zweifel siellten, be⸗ eitigen. 3. Berlinmn, 8. Juli. Von Wien aus ist die Anfrage hierher gelangt, oh der Abschluß eines dandelsvertrages auf breiterer Basis als der jetzi jestehende zu erreichen sei. Vom Ausfall der Ant⸗ vort soll alsdann die Gestaltung der österreichisch⸗ angarischen Zollnovelle abhängig gemacht sein. Berlin, 8. Juli. Ein Telegramm auds Tooltown meldet, daß der Dampfer „Samoa“ von der Neu⸗Guinea⸗ Compagnie mit Doktor Finsch an Bord, welcher sich nach Europa zurückbegibt, ange⸗ ommen ist. Seine lette Untersuchungsreise erftrecte ich auf den unbekannten Theil der Küste Kaiser⸗ Wilhelm⸗Land, von der Astrolabebay bis zur Hum⸗ ʒoldsbay. Derselbe entdedte mehrere gute Hafen ind einen schiffbaren Fluß. Das Land eignet sich owohl zur Kultur wie zur Viehzucht. Die Ein— jebornen waren freundlich. Eerale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 9. Juli. Heute Mittag 12 Uhr 26 Min. traf, mittelst Extrazug von Hom⸗ zurg iommend, Seine Excellenz der igl. Staats ninister Freiherr von Crailsheim hier ein. In jeiner Begleitung befanden sich die Herren stegierungspräfident von Braun, Excellenz, Finanzdirektor und Regierungskommissär der Pfaälz zahnen v. Gebhardit, Eisenbahndirektor Lavale, Oberingenierr Opfermann, Betriebskontroleur Larl und Bezirlsammann Dr. Schlagint⸗ weit, sowie die Herren Hüttenwerksbesitzer Reichs⸗ rath von' Krämer und Heinrich Krämer von hier. Nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt desichtigte der Herr Staatsministerdas Eisenwerk und nahm dann bei Herrn Reichsrath von Krämer das Diner ein. Um 3 Uhr 30 Min. erfolgte nittelst Extrazug über Zweibrücken die Rückreise. m Schnappach. „Das Hemd liegt mit aäher, als der Rock.“ Mit diesen Worien schloß ein in Nr. 129 d8. Bl. erschienener Artikel, welcher dem „Land. Tgbl.“ entnommen und gegen die jenseitigen Schuldienstexspektanten gerichtet war. Letzteren scheint aber die Haut noch näher zu liegen uls das Hemd, wenn sie es vorziehen, mit hoher Benehmigung ihrem bisherigen Heim „Valet“ zu agen, nur um dem prosaischen Leben des Prakti⸗ zierens zu entgehen. An wem läge nun die Schuld, wenn der pfälzische Lehrerstand dadurch geschädigt vürde? Werden die jenseitigen Exspeltanten, wenn an eine Kgl. Seminarinspektion die Aufforderung ergeht, erstere von dem in der Pfalz herrschenden dehrermangel in Kennmiß zu setzen, fich mit der Abficht herübermelden, den pfaälzischen Lehrern zu chaden? Und die Kgl. Regierung — ist darauf zedacht, daß keine Schulstelle brach liegt. Findei ich ja dieser Austausch auch in den 7 jenseitigen Kreisen. Wer mit dem dortigen Schulwesen etwas vertraut ist weiß, daß Oberfranken lange ein Magnetpol für die jenseitigen Praktikanten war. Wie sseht es jetzt?* Die oberfräntischen Schuldiensterspektanten sind nun auch zum Praktizieren oder „Ueberfiedeln“ in die Pfalz gezwungen. Hätten diese nicht auch allen Grund, zu „kreischen“ Doch fie thun es nicht, weil ihnen das Wort fremd ist. Dieser Austausch herrscht in allen deutschen Laͤndern, wenn er auch hier mehr, dort weniger in die Augen fällt. Ja, viele Pfälzer andern Berufes (Gerichts⸗ vollzicher, Aufschlaͤger, Bahnbedienftete ec.) haben bor etlichen Jahren den entgegengesetzten Weg ein⸗ zeschlagen und ihre Existenz im jenseitigen Bayern gegrundet. Kann man ihnen deßhalb Vorwürfe machen? Es ist allerdings richtig: Mit der Rarität der Ware steigt iyr Preis, und insofern vare den pfälzischen Lehrern ein eintretender Lehrer⸗ nangel vielleicht zu Gunsten gekommen. Aber es st bei den jetzigen Verhaltmissen eben nicht möglich, venn sich dieser Mangel nur in einem Kreise und nicht im ganzen Konigreich zeigt. Der betreffende Artikelschreiber gibt selbst zu, daß zur Zeit des Lehrermangels ein solcher Austausch am Platze war. Dieser Mangel wird aber erst heuer voü zändig beseitigt, und damit hort jedenfalls auch die Verwendung jenseitiger Schulpraktikanten im pfalzischen Schuldienst auf. Wozu deßhalb dieses MRurren und Knurren? Im Lehrermangel st keine Besserung der sozialen und peluniaͤren dage der pfalzischen Lehrer mehr zu erwarten. Mochten fie dieselbe deßhalb in den Worten suchen: Einigkeit macht stark“. [] Schnappach, 9. Juli. Das Haud'sche Anwesen dahier ging am Montage den 6. d. Mis. ei der statigehabten Versteigerung um den Preis pon 17,600 Mti. in den Besitz des Herrn Metzgers Baum aus Altenwald über. Verselbe triti am ommenden 1. September in Besitz desselben. — Neustadt. 8. Juli. Mit dem Zuge don Münster langten heute Minag die ameritam⸗ schen Schuten hier an und wurden von der hie⸗ igen —AV empfangen. dierauf faud Umzug durch die Haupt⸗ und Frie xichsstraße nach dem neuen Schießthause satt. wo⸗ jelbst diniert wird. die Frau rannte fort, suchte den Verbrecher im Wirthshause und fand ihren — Gatten, der nod den Pfandzettel in der Hand hatte. Er hatte jedenfalls seine ziemlich herabgekommene Kafse ohne Mitwissen der Frau eiwas aufbessern wollen. Dieser Besuch kam ihm freilich ungelegen und die Aus⸗ qjandersetzung, die ziemlich lauf verlief, war nichf ingenehm. Schließlich blieb das Ehepaar noch zinige Zeit beim Glase sitzen und ließ sich auch noch Braten und Salat schmecken; gern glücklich ist Per vergißt, was einmal nicht zu anderü ist. se bpor unche e 7. Juli.VBei dem — Siegfricd Klopfer hat diese Racht ein großer Ein- ruchsdiebstahl staitgefunden. 80,8000 Ml. u Noten und Gold. sind entwendeee Gorlitz, im Juli. Das hier in Garnison tehende 1. Schlesische Jager-Bataillon RPr. hat· seit· dem franzosischen Kriege einen be⸗ onderen Schützling in seine Obhut genommen: inen Knaben, welcher während der Schlacht bei Sedan·dori aus·⸗denrchlachtfelde,·on einer Marketenderin des Bataillons geboren worden ist. Der kleine, unter so seltsamen Umständen und nitten im ärgsten Schlachtgetümmel geborene Weli⸗ ürger erhielt als Vornamen den Namen „Sedan“; r heißt Sedan Böhme. Der Kronprinz hat us Pathe fungirt und sich seitdem wiederholt fin hu interessirt, während gleichzeitig, das Jäger⸗ Jataillon und sein Offizierkorps die Erziehung und Jas Gedeihen des jungen „Sedan“ sorgsam über. vachte. Durch den Kronprinzen ist jetzt nach einem Vorschlage des Bataillons Kommandeurs angeordnet vorden, daß der Knabe am 29. September dieses Jahres in die Militärschuler zu Weilburg aufge— rommen werden soll. J—— F Koblenz, 6. Juli. Die Kaiserin empfing jeute Mittag im Beisein des Kroprinzen die von en New⸗Porker Schützen aus Bingen entsendete Ibordnung und nahm einen von derselben über⸗ zrachten prachtvollen Blumenstrauß entgegen. Gleichzeitia zoaen die sämmtlichen Newyorker Schützen Deffentliche Zustellung gagcteigeuna he Oeffentliche Zustellung, Bekauntmachung. 338 in. T —— Acker allda, zusammen ein Ganze? 23 Au 33 u * — — Au⸗ ug 1 — bildend; 6 v il limiegeeiche St. Insbert hatGuszug .)12. Plan 4671, 83 40, anm Wiese In Sachen , Rontag den 17. August —2 hinter der Rittersmuühle; und Moritz Oppenheimer, früher Kauf⸗ Zormittags 10 Uhr. zu Ommers⸗ 13. Plan Nr. 4439, 16 4 40 qm mann in Blieslastel, jehzt Rentner in seim in ber Wirihschaft von Audrenasg Acer auf der Ebene. Frantfurt o De. wohnhaft. Gläubiger, aug Witswe. 86. In Diehe Liegenschaften kommen einzeln nennann7 Fehenverden vor, Philipp Kemmer kglzur Versteigerung — umd der Zuschlag dien Eheleute Adam Gries, Schuha ayer. Notaren im Amtssitze zu St. »xxfolgt bei der Versteigetung. macher and Adele Blaumeiser, beidt Ingbert. als hiezu ecnannten Versteiger · Die Versteigerungsbedingungen kön⸗ fruher in Onmersheim wohnhaft. der ungsbeamten,51 un α nen bei dem Ünterzeichneten eingeseher malen whne n Io aun —*5 ait Mebere nnteenefen ewhen, Aufenthalisort abwesend. Solidarschuld⸗ ohann Dreler und ara Ste In— den 4. Juli 1885 8 88 Anag pes Glaudigers zůu Ehe agnecoleusc, sruher“. Su Imndern den 3 für eine Resiforderung , von 8338 Mk. u eeee Gemeinde Ommerß · Der Bersteigerungsbeamte: i Bospisenme116 Vant eimn. Nettt zu Schaaftrüc vei Sagt⸗ caemmer. i. Rotar hab Dig am verfallenen Zinsen dis 2. Irsuen wohnhaft, Solidarschuldner, Ottobcx 1878. und 66 Mt. 71 Ppfg. die solgenden, zu diesem Zwede be Kosten;3umit weilern Zinsen zu I chlagnahmten Liegenschaften offentlich aus der Hauptsumme. soweit sie nicht wangsweife· n Eigenthum versteigert derjahrt hinderch geschuldet auf Grund nämlich; un 3* Haustauss mit Cession und Hypothel· Steuergemeinde Ommersheim. bestellung. dor Roliar Hoxn zu St. » Vesitz Rr. 11968. Jugbert am 25. August 1869. die d. Plan Nr, 45664 12 60 qm Beschlagnahme folgender. den Solidar · Flache, worauf ein Wohnhaus schuldnern gehörigen im Banne von bttn mit Scheuer, Stall uud Hoftaum, Ommersheim;belegenen Grundstücke, und Plan Nr 45656. 70 qm — Pflanzgarten dabei; das Ganze B Ar 12 qm, Acerlund in. S gelegen auf der Rittersnuihle, 7 Parzellen und Jemeinde Ommersheim; 1.0 ĩ Ar 2 qm Garten in, einer vlan Nr. 4692, 4 2 70 qm n Parzelle —⸗— Diese hintet der Mühle/; in Zirae der Zwangsdersteigerung. Zlan Rr 4445724 —R beschlossen“ und, den k. Rotar —5— —X —— A u Et. Ingbert als Versteigerungsbe⸗ Plan Rx. 4450. 4451 und amten ernannt 33, 1454, 25 42 20 am Aceer allda; GSl. Ingbert. den 26. Juͤni 1886. blan Re. 448οαa 60 4m 777 — Acker auf“ der Haibez n mii Wevohlen α 2 4804 — r Ober amtsrichter. n d qm Borstehender Auszug wird den ab⸗ In I, bene *34 wesenden. Solidarschuldnern en pan 3 * n. is ⸗ io aun offentlich zugestelt. a8. pian Fe 4485,6 4 80 qm St! Insbett. den 7. Juli 1885... Acker allda; * get. Anfan— J BDer Gesrichtsschreiber u 9. plan Nrt 4491, 63 a 80 ¶ m Den geehrten Damen und Hetren hier die ergeb. Apzeige daß Nje .h het homet,, aim ohetichiz üler und Dedung auda, Zuauft der Tannmterticht beginnt,. Eine Liste gurgef. Einzechnuug Seltciatt 40 Plan, Nt. 4506. 10 4 60 qm Herra Chr. Kaiser hier oñen. α—, Hochaatuug n lader an ven Feisen — A. αιααι.. naberrreeee in mehr als füufzig mit Fahnen geschmugur Wagen vor den Fenstern des Zimmers der Kai. jerin vorüber und brachten der Kaiserin ihre Hul— digung dar, Die Stadt hatte zu Ehren der Rew Hoͤrker Gaste festlichen Flaggenschmuck angelegt. Koln, 7. Juli. Das Schwurgericht im Prozesse Tillmann Hans erkannte heute früh utn 32 ühr den Angellagten des am Weihnachtsabem 1883 an der Wittwe Stochhausen und deren Sohn hegangenen Todschlags für schuldig. Das Urtheil autet auf lebensläͤngliche Zuchthausstrafe. FBerlin,“6. Juli.“In der verflossenen Nacht gegen 12 Uhr entspann fich in der Hasen⸗ jede Iwischen dem Fuhrer einer Patrouisse dee daiser⸗Franz⸗ Garde· Grenadier⸗Regiments und eine Zivilperson Streit, in dessen Verlauf letzterer zut dasernenwache des gedachten Regiments gebrachl wurde. Dabei entstand ein Auflauf von mehreren dundert Personen, das Straßenpflaster wurde auf— Jjerissen und mit Steinen nach der Kaserne ge— vorfen.. Zwei Oifiziexe sollen verletzt worden sein Unter dem Befehl des wachthabenden Offizier? rückte nunmehr eine halbe Kompagnie aus der aserne ab, um die gesammelte Menschenmasse zu zerstreuen. Das Publikum leistete auf die drei⸗ malige Aufforderung, auseinanderzugehen, iedoch keine Folge, so daß sich die Soldaten veranlaßt sahen, von ihret Waffe Gebrauch zu machen, in—⸗ dem fie mit Gewehrkolben die Menge auseinander⸗ rieben, wobei verschiedene Personen verletzt wurden Neun Personen sind wegen Landfriedensbruchs Auflaufs bezw. Widerstand gegen die Staatsgewali derhaftet worden. — AÆX — AE 1* 30,000 Mark! Gewiß eine schͤne Summe, wenn fie einem das Glück in den Schooß wirft! Sin einziges Leol der Kaiserslauterer Lotterie ist dazu im Stande. Ein jsolchel Loos liefert aber auch die Bausteine zu einem Tempel, der mmitten einer Welt von 20,000 Arbeitern den VBeweil liefern soll, daß es noch etwas Höheres gibt. Fur nur 7 Mark steht jedem die Moglichkelt offen, fich un dem ver dienstlichen Merle zu betheiligen. Darum frisch gewagt! V von mir gegen die Ehefrau bon Georg Grũn zuSchnapp bach gemachten ehrenrührigen Belei— digungen / nehme ich hiermit, als au Unwahrheit beruhend, zurück. 3 Schnappbach am 9. Juli 1886 E. v. Ehr, Bergmann Mehlpreise. 255 533* 2 2 * — 2525 E2—35 55 35 5555355* E —A— — 5557553557 —— 2233. ——8 —6 388 55*58 522 55— 8* 228 *»2 *35585 * E 35 552533 —557 555 33 575 85 5525523538* — 2 5 22 —5525 2658 52* —* —— 53 5* —282852 2 — — — 5* 5*52 55* — *8— * 5352335635 — 857 5m55 — ——— 28 2568 — EEBE 53333 22* —s557 ——222 523323 2 — 5* 853 A 5233225 7 * 558 35588— 2* —8—8 2* —ã 228 vEG G 5752* —m ẽ 225 mÚ2 A — 3 2 EA 2232 *77 —— 2I5 — V 5532537 235 —2 282 8 325 328 58 ——— 857 3 3385— 555 2* 52 — 553257 2* 2 — 2 —E— BR *32 —52 522 — — 7——. 5 — —— — —A 255* 8 —255 —— —m 5* 5582 5535 71 Ss78382* 2 22* * 58* — 2 —A — —— à 2 — *7 8 23* — — 22 — 2353 *55 3323—55 2330388 353 333 2—52583 38285 5385* 88532 532327 a. —3 — 22 — — 3— — * 2353c— 5 53253880388 55583 5555882 738 —8 — 352323532 A 73 375553623 52358 325387 3225 233343 23 — 5858 —33833—38 ———— z3623335 8 — — — —E * D 2 5 — — 5553 5755 E——5 5 — z*s* 553323585 — *3222 — 7832 sz8s32388 23835 ⸗83 5582522 S52 —A * —E — * *5 — ——— — ——— 8335323 *»55353— 33278 ———— 3223535 — 53353 3 258 8383332 32338 2*2 — 33532—788 —55232538322 I8 52 —255 —2283 — *7223 2 * 2 * — — 2 —A — 35* — —— 2 —A——— —2 — 2 — 8 z 8 * 22*— —V ——— 3 8 3233333 s3—2 8 5583 — * — 3 537 v* —332835 23 7 3325568 —3 38535883 — —A — 2* 555 2523 215553 — 55385 5535555533335335 S — — *2* — 5853832 —253c32 ——— — 5 —— 53 — 5255** 2285 * — * 3 853 2*8* 15325 2 532* 237533 35—3338s 855 25883 22 EEAS BE 322723 5857 878—33 23535532535375 2 31232 ẽSe 5535 53388 33*8258388 325 3553 357557536* 58 —A — 333 — 225 5* 528552 25335868* * —52 —— 9— — S 7 2* —4838 — — — — — — — 535 25358*8 —— 8 2 503235554 287 — — —— —E 2 53 * ———— — — 272 2 — 8 2 v* * 3 2 * J 2 * 2 J — A — —35 ⸗ 7 *55 —E — 33555 pe —. — * — —33 * 3 88 35* 355 * 3 3828 — 575 —337 5* —77 8 38283235 —z *52 — 8; 24 24 87 * — * 5852 5— 2m z33326 2 —* ——— 7 —8 — S2* — — — —2 — * —2 * D 82* 3 22 34 — 52 2*8* ——*; & 222 22 8 6 *2 2 — “* 38 53338* 5 6 — 7757 5853 3 —A 55 27* —A 22 * 28 555 7 537 A 22* —A 75— — 2385 — 82 258 — 3575* 5 25 — —— —7 — 58 * 8555 2 525 — *7 — 2 3* 55527 52 5355 5258* —z 53 38* 82 1 23352 —8 ẽ 4 —— * 5835* * 325 — 18 28 53358 — G7 8 5 2383* Ez8275 — 328 2 — 232527 *8 —— —— 2 — 52 25 2 *237 * 533378 33 5533 3535* 435 588 22 237 — 8 —— 22 — 3 8 3* — 8 38338 ———— — 8 —5* — 2 — 55 —2 — 53 — —— I 8* 3 —— —5 34 2 —— — z38 —— — —83 As8 5335*8 232853533* 27 735 e 2* e*3 * 55557 — 5 52272 33533557 —— 5 236 D8 55*5 3 822* 52 255 3583 553 22 *538 558 E 5z58558 58 ——— 33* 22 —— —ee— 2223 —M 5 27 537 — — —22 154 — 32. — 257 538* 2 54 238537 28. * —— 328338 * —58 4 * 535 2 33 52237* —A— 5* 25 —— 557 5 52 — 253 ES F * J 36 3 ———— 22533355 5* 5 3 5* 2. 5* — 32 32 5336 —— * 5 338 53 2325535 56 w — 52* — 8 35*6 28 5565 25538 5 588 7 aN 553 5 38 55 — 22 — — 2 — * —9 25355 — 53 *—*2 e vy — * ——— 35.5 —88* 8 22 .*5* 552552 — *28575 5 75 ẽ 25* —— 53 5225 S8 33338575 — s 5 SF 535 —*52 — — 5— W 2— —— * 22 25 * 225 83 53386 55323 — 552 32 5235 5 57 —— 52 58 5 553238* 52 3* 222 cñ — * 25 — —5 B27 38 —— 3332 ** 838 35338 — — — 7. 2 28 2 283 2*8 2 2 z553 52 * — ——— 2*3 8 33333—— 553537 —— — ẽ 235 — 532 5223223 —— J * A 53—865 5 x * * 2 883 8 2 —— 2 37 —4 A 3 —— 2255 3 z388 33*35 * 5 — 25235 S E — —z7 2 ** 3* 2 —227 555 55 5853555 2 52*8 ————— * —A 55538 5 5 * 55 ——— 28. — —— 3. 83 25233 758 23 83 38 A — —37——— 54 286 35338 3. 36—32857* —A — 52* 75— 5 522553 ——A t3 * 25 75575 3* 3352 3888 3383533335532 55522 —1 23 535 3 — 238 8 —5 2 — 3 5 63 52 72 53 14 —9 — — 252— — 3333558222 53*2 *7 3 335—32 2538 53353333—355* — ⸗ 235 8 32.2* 4 3. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpeduion Auskunft ertheilt, 13 4, Neclamen 30 H. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 134. —ESamstag, 11. ZJuli 1888. 20. Jahrg. * wwohl zweimal überlegen, bebor man sich enischließt, Die Zollfra ge zwischen »twa einen Zollkrieg gegen das der habsburgischen Deutschland und Oesterreich. Monarchie politisch so nahestehende deutsche Reid u insceniren, der unier allen Umständen auch Desterreich · Ungarn selbst tiefe Wunden schlagen müßte. Ein Zollkrieg gegen Deutschland würde nicht nur den wirthschaftlichen Wohlstand des Donaureiches aufs Empfindlich ste schädigen, sondern er müßte auch den österreichischen Kaiserstaat poli— aisch in Europa isoliren, ihn seines einzigen Freun⸗ des in Europa — Deutschlands — berauben und der sterreichischen Politik damit zugleich jeden Einfluß m Orient entziehen mit einem Worte: Eine Zoll⸗ holitik der Rache wäre die höchste Verblendung venn die leitenden Staatsmänner der österreichisch⸗ ingarischen Monarchie wirklich von solchen Gefühlen zeleitet würden und könnte den staatlichen und konomischen Ruin der letzteren herbeiführen. Es st nun nicht gut denkbar. daß Graf Taaffe ge⸗ onnen sein sollte, eine derartige Zollpolitik einzu⸗ schlagen, die nothwendig dazu führen würde, auch das intime politische Verhältniß, in welchem die deiden mitteleuropäischen Kaisermächte zu einander ftehen, vollständig zu erschütlern, ja zu zerstören und steht darum zu hoffen, daß die Wiener Minisler⸗ konferenz noch andere Mittel und Wege, als einen Zollvertrag, auffinden werden, auf denen sich eine wirthschaftliche und zollpolitische Verstandigung zwi⸗ schen den beiden Maächten herftellen laßt. In Wien wie in Pest darf man überzeugt sein, daß dahin ˖ ielende Bemuhungen das wohlvollendste Entgegen⸗ ommen des Fürsien Bismarck finden werden, zumal da es keiner besonderen Versicherung bedarf, daß eß ihm bei den neuesten deutschen Zollerhöhungen nicht im Mindesten darum zu thun gewesen ifl, die befreundete österreichisch ungarische Monarchie absichtlich vor den Kopf zu stoßen. „Hat der Sturz des Herrn Gladstone die Beziehungen zwischen Deutschland und England zgeändert ?“ „Diese Beziehungen sind durchaus freundschaft⸗ licher Natur. Gewiß liebt mein Souverain den Sohn des verstorbenen Czaren, dem er wie einem Bruder zugethan war; aber er vergißt auch nicht, daß die Kronprinzessin die Tochter Ihrer Majeffät der Koönigin Viktoria ist. Diese Familienverhält⸗ nisse begünstigen die Wahrung der guten Bezieh- ungen auf der Seite Großbritaniens, wie auf der⸗ jenigen Rußlands.“ — Und Frankreich gegenüber? Auch hier ist eine vollständige Beschwichtigung eingetreten.“ — „Herr Jules Ferry“ ... Herr v. Bülow ließ mich meinen Satz nicht vollenden.“ „Fürst Bismarck“, unterbrach er mich lebhaft, ‚unterhält mit Herrn v. Freycinet dieselben freund⸗ chaftlichen Beziehungen, die er mit Herrn Jules Ferry pflog. Nicht nur giebt es für die beiden Mächte keinen Grund des Haders, sondern Alles drängt fie, sich in einem gemeinschaftlichen Interesse einander zu nähren. Unsere Pläne, ich wiederhoie es, find rein friedlicher Att, und was die Kolonial⸗ Ausdehnungen betrifft .. .“ Ohne Zweifel giebt die Tonking⸗Exbedition Ihnen zu denken?“ Ich habe die Haltung der französischen Re— gierung nicht zu beurtheilen, aber meines Erachtens ware es besser gewesen, sie nicht zu unternehmen.“ „Und hinsichtlich Egyptens ? Neigt Deuischland nicht zu der Internatonalisirung des Nillandes hin?“ „Von unserer Seite wird in dieser Angeiegen⸗ heit keine Einmischung stattfinden, die ein kriegeri⸗ sches Abenteuer zur Folgen haben könnte.“ — Und die Umtriebe der Sozialisten⸗Partei? — „Die Schweiz hat eben gegen die anarchistischen Flüuchtlinge ernstliche Sauberungsmaßregeln ergriffen. Ich bin der Meinung, Diejenigen, welche gegen meinen Souverain Attentate versuchten, seien wahn⸗ sinnig gewesen, die nach einer traurigen Beruhmt⸗ heit trachteten. Der Kaiser ist so gut! Und wuͤrde etwa seine Ermordung die Dynastie unterdrücken? Bewiß nicht. Ich hoffe, Goti werde ihn uns noch lange erhalten und er werde dald wieder zu Pferde steigen köͤnnen, was ihm seit dem Oktober d. J. nicht möglich war: damals, es war bei der großen Parade, saß er anderthalb Stunden zu Vferde, ohne fich nur einen Augenblick schwach zu fühlen.“ Wuir überlassen natürlich dem „Gaulois“ die Veranwortlichkeit fur dieses Interview, dessen Rich⸗ tigkeit vielleicht in einigen Puntten gewissen Zweifein unterligen dürfte. Am Dienstag haben in Wien Konferenzen der Msterreichischen und ungarischen Minister begonnen, nen man allseitig eine nicht gewöhnliche Bedeu⸗ ung bemißt, da sie in erster Linie dazu bestimmt aind über verschiedene zollpolitische Fragen eine herstandigung zwischen den Kabineten von Wien ind Pest herbeizuführen und überhaupt jene Ver— rage zu erneuern, die zwischen den beiden Hälften er oͤsierreichisch· ungarischen Monarchie abgeschlossen vorden sind und welche man mit dem Gesammt⸗ jamen des österreichisch⸗ ungarischen Ausgleiches be⸗ zeichnet. Für uns „draußen im Reiche“ haben un diese Berathungen insofern ein spezielles Inte⸗ resse, als bei ihnen auch die Frage, welche Stellung desierreich · Ungarn gegenüber den vom deutschen keichstage in der letztvergangenen Session desselben leschlossene Zollerhöhungen einnehmen soll, voraus⸗ zchtiich eine Hauptrolle spielen wird. Es hat dies iner offiziösen ungarischen Korrespondenz Veran⸗ assung gegeben, die Anbahnung freundschaftlicher zandeispolitischer Beziehungen Oesterreich⸗Ungarn um deutschen Reiche zum Gegenstand einer Auf⸗ ehen erregenden Betrachtung zu machen, an deren zchlußß die betreffende Korrespondenz zu dem Vor⸗ hhlag gelangt, daß beide Monarchien durch Abschluß ines Zollvertrages ein nach Außen hin geeinigtes zollgebiet bilden möchten, während sie unter ein⸗ inder durch eine Zoll⸗Linie getrennt bleiben soll. Bemerkenswerth ist nun, daß dieses von den mgarischen Offiziosen ausgeheckte Projelte in den eitenden Wiener Kreisen gleich bei seinem Bekannt⸗ verden auf den entschiedendsten Widerspruch gestoßen st, wie aus einem Leitartikel des offiziösen, Wiener zremdenblattes“ hervorgeht. Derselbe ist sehr kühl sehalten und enthaält er n. A. folgenden bezeichnen ⸗ en Passus: „Wer die Zeit seit 1882 miterlebl ind alle die vergeblichen Anstrengungen beobachte? hat, welche durch mehrmalige Entsendung unseren delegirten nach Verlin bekundet wurden, um mi zem deutschen Reiche in guten verkehrs und handels holitischen Beziehungen zu bleiben, wer da weiß daß einer jeden Annaherung unsererseits nur eine schärfere Tonart“ der deutschen Maßnahmen folgte der kann heute mit aller Ruhe behaupten, daß der eniale Leiter der deutschen Politik an ein Aufgeben der eingeschlagenen Richiung nicht denlt. Der Ab⸗ perrung des Viehexpottes aus Oesterreich Ungarn nach und durch Deutschland folgte der Eisenbahn⸗ Tariflampf, diesem endlich die Einführung der deutichen Getreide⸗ und Holzzölle. Fürst Bismard jat leztere Maßregeln mit dem vollen Bewußtsein der Schädigung ösierreichisch ⸗ ungarischer Interessen nur einem gesunden Egoismus“ folgend, in Aus— ührung gebracht und wird, da er ganz wohl weiß, daß die don ihm hiervon erhofften Resultate für die Prosperitat der deutschen Boden- und Wald ⸗ dirthschaft nicht in einigen Jahren erzielt werden lonnen, sich um keinen Preis zu Abänderungen dieser Maßregeln bestimmen lassen. Diese Auslassungen deuten allerdings nicht gerade darauf hin, daß det Gedanke eines Jollvertrages in Wien eine gunstige Aufnahme gefunden hat, ja ie lassen ehet erlennen, daß man in den Wiener eitenden Kreisen bezuglich der Zollpolitik Deutsch— and ziemlich verstimmi ist und vielleicht nur au iine Gelegenheit wartet, sich revanchiren zu können. Indessen. man wind es sich in Wien wie in Peß Volitische Uebersicht. Der Korrespondent des Gaulois in Ems be— iichtet seinem Blatte über eine Unterredung die er mit dem Herrn v. Bülo w, deutschen Ge⸗ andten in Bern, gehabt hat. Der Reichskanzler“, sagte Herr v. Bülow zu dem Besucher, „läßi sich wahrend den Abwesen⸗ Jeiten Sr. Majestaät von Berlin immer durq eine Mittelsperson vertreten. Sobald der Kaiser be— chließt nach Ems zu gehen, verlasse ich Bern und eile ihm hierher einige Tage voraus: sobald mein Souverain seine Kur beendigt hat, reise ich nach Bern zurück“ Sie müssen aber sehr beschäftigt sem. Herr Gesandter. Vermögen Sie denn allein all die Arbeit zu verrichten.“ Es ist Gewohnheitssache; ich habe nur einen Sekreiar bei mir und sehe Alles selbst durch. Der Kaiser wünscht, daß nichts geschehe, ohne daß er abon unterrichtet wird. So unterbreite ich ihm ulle Dokumente gewöhnlich in extonso; nur wenn fie allzu lang find, mache ich einen Auszug für Se. Majestät.“ Welches ist heute die auswärtige Politi Deuischlands.“ J Wir wollen den Frieden, den Frieden um jeden Preis.“ * „Wenden aber dabei den Grundsatz an: Si vis pacem para bellum.“ I Herr v. Bülow konnte sich eines Lachelns nich erwehren. „Was wollen Sie,“ meinte er, „man ann sich doch nicht überrumpeln lafsen ·· Im lieben deutschen Vaterlande ehlt es leider durchaus nicht an Leuten, welche Aber dem kleinlichen Parteihader die großen poeli— tischen Ziele aus dem Auge verlieren und sich und Andern die Freude an den großen Errungenschaften der letzten Jahrzente durch ihr Herumnoͤrgeln an Allem und Jedem zu verderben suchen. Wahr— zaftig erfreulich ist es angesichts diefes armseligen Treibens, wie sich die Deutschen im Auslande einen llaren Blick zu wahren verstanden haben. Das »eweisen die goldenen Worte, mit welchen der Deutsch⸗ Amerilaner Ottendorfer in einer auf dem Schüßenfeste in Bingen gehaltenen Rede das deutsche Volk, seinen Kaiser und seinen größten Staats⸗ mann beurtheilte, indem er sagte: Republikan⸗ zurch Ueberzeugung und freie Wahl, sind wir deß⸗ Jalb keine blinden Fanatiker einer bestimmten Re⸗ gierungsform und fönnen, unbeschadet unserer po⸗ stischen Ueberzeugung, dem Heldenkaiser, der heute As Kaiser an der Spitze des deutschen Reiches jeht. unsere aufrichtige Achtung und warme Ver⸗ „hrung zollen. Unsere Beobachtungen und Erfahr⸗ ungen lehren uns, daß der beste Schatz eines Boltes nach innen und außen in dem Patrio⸗ tismuß und in der Opferwilligkeit seiner Bürger heruhln ohne daß deßhalb ein beträchtlicher Theil der Ernägnisse der Volksarbeit für die Erhaltung einer großen stehenden Armee geopfert wird. Aber hei alledem erkennen wir die unerläßliche Noth⸗ vendigkeit einer derartigen Institution unter den veslehenden Verhaältnissen Europas nicht nur in hyollem Umfange an, sondern preisen so laut als irgend Jemand die hohen Verdienste, welche das deutsche Heer um den Aufbau⸗ des Reiches er⸗ vorben, und wetteifern mit allen Freunden Deutsch⸗ ands, dieser glorreichen Armee und ihren bewährten Führern den wohlverdienten Ruhmesglanz um die Stirne zu flechten. Unsere politische Erziehung und Fie daraus sich ergebende Anschauung über Wesen ind Zwed der Beziehungen der Volker und Staaten u einander erschweren es uns vielleicht, die hohe Heission der Diplomatie gebührend zu würdigen. sPber wir sind deßhalb nicht so sehr mit Blindheit zeschlagen, um nicht die eminenten Verdienste des zroßen Staaismannes anzuerkennen, dessen meister⸗ zaften Zuge auf dem Schachbrette der europäischen —X——— verdanken ist, daß das seit Jahrhunderter verachtete Aschenbrödel der euro⸗ päischen Völkerfamilie — Deuischland — zu der Alles überstrahlenden Prinzessin geworden, um deren Gunst sich heute die mãächtigsten und stolzesten BZotentaten der alien Welt bewerben.“ In Barcelona soll am 26. Juli der „Welt⸗ ongreß“ der Anarchisten aller Länder agen. Die Vereinigung amerikanischer Anarchisten vicd auf diesem Kongroß nicht vertreten sein, ver⸗ nuthlich weil der Hauptheld derselben, Johann Moss, sich in New⸗Vork sicherer fühlt als auf europäischem goden. Wenn man berüchsichtigt, daß der erste Punkt der Tagesordnung die Frage aufwirft, velches die besten Mittel zur Herbeiführung und Beschleunigung der Revolunon sind, so erscheint es gerade zu unfaßbar, wie die Regierung einen solchen ünfug auf spanischem Boden dulden follte. Deutsches Reich. Berlin, 8. Juli. Der Reichslanzler Fürsi Fismard, welcher sich gestern nach Potsdam begeben Fatte, verhandelte dort länger als zwei Stunden mit dem Kronprinzen. * Berlin, 9. Juli. Die Sensationsnachricht on dem denisch · vsterreich: schen Zollbundniß schrumpft mmer mehr zusammen; jetzt wird von Wien ge⸗ neldet, es handle fich nur um eine Verlängerung des deutscheösterreichischen Handelsvertrages. Auslaud. Paris, 8. Juli. General Courch meldet aus hue von gestern AÄbend 11 Uhr: „Wir sind unbe⸗ chraulte Herren der Stadt. Die annamitischen Truppen find in Auflösung. In der Umgebung der französischen Residentschaft und an gewissen Punkten der Citadelle kamen vereinzelte Feuers⸗ hrünfte vor, der Konigspalast ist aber unversehrt geblieben, dank der musterhaften Disziplin des Zuavenbataillons. welches denfelben eroberte und Jewacht. Der Palast enthält große Reichthümer, namentlich 5 Millionen an Silberbarren. Die Ziffer des Betrages wird sich erheblich vermehren, venn ich auch Goldbarren finde. Der Werth der Funsischätze ist unermeklich. Ich erwarie Intruf. zonen.“ Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 10. Juli. Wie schon zurch Anzeige bekannt, hat der Garten⸗ und Obsi⸗ auberein seine Mitglieder auf heute Abend 8 Uhr zu einer Versammlung (Vereins⸗ Abend) bei Wirth Johann Weirich GBecker'sche Brauerei in der Unter⸗ jadt) eingeladen. Dem Vernehmen nach wird auch Herr Bezirlsbaumwart Betsch aus Zweibrücken er Versammlung anwohnen. *In der leßten Strafkammersitzung des Igl. Landgerichts Zweibrücken wurde gegen 71 wider⸗ penstige Wehrpflichtige eine Geldstrafe von je nn' hark enentuell 100 Taae Gefänganiß ausge⸗ sprochen. — In derselben Sitzung wurde der Ackerer und Krämer Dreßler von Aßweiler, velcher ·angellagt war, in den Jahren 1882 bis 1884 füns Verbrechen nach 8 176 Ziff. 3 des zt.⸗G. B. verübt zu haben, deren vier für überführt erklärt und hierwegen unter Ausschluß mildernder Umstände zu einer Gesammtzuchthausstrafe von 3 Jahren. sowie den Kosten verurtheilt, unter gleich⸗ eitiger Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte muf die Dauer von fünf Jahren. — Aus der Pfalz. Die besondere Vor⸗ zereitungspraxis der zum Staaisforstdienste ad⸗ pirirenden Forstkandidaten kann in der Pfalz bei olgenden kgl. Forstämtern neuer Ordnung verbracht verden: Bergzabern, Fischbach, Frankenstein, Merzalben, Neuhäusel, Winnweiler. — Zur voll⸗ tändigen Durchführung der neuen Forstorganisation ind in der Pfalz außer den Forstamtern n. O. noch folgende Forsidienstesstellen- vorgesehen: 28 rorstamtsaffessoren, 15 Forstamtsassistenten, 89 förster, 52 Forstwarte, 29 Forstgehilfen, 26 Forst⸗ ufseher und 74 Waldwärter. — Mit der Neu⸗ rxganisation der Staatsforstverwaltung wurden oigende Forstamts⸗Affistentenstellen bei nachgenann⸗ en Forstamtern n. O. in der Pfalz geschaffen: hergzabern, Dahn, Elmstein Nord und Elmstein ʒüd Hohenecken Johanniskreuz, Kaiserslautern, Kal⸗ enbach, Neidenfels, Neuhäusel, Speyer, Waldfisch⸗ hach, Wilgartswiesen, Winnweiler und Zweibrücken. — Nächsten Sonntag, den 12. Juli findet das Nadenburg fest statt, welches mit Konzert uuf der herrlich gelegenen, umfangreichen Burgruine ibgehalten wird. — Rhodt, 6. Juli. Der im Stalle des derrn Weinkommisfionär Wittmann durch Veteri⸗ jararzt Bossert in Edenkoben festgestellte Milz zrandfall unter dessen Rindvieh wird aller Voraus— icht nach ein Menschealeben zum Opfer fordern. Anser Kuhhirt, der auch den Dienst eines Wasen⸗ neisters versieht, hat sich trotz wiederholter Warnung, uicht unvorsichtig zu sein, derletzt und liegt nun inter allen Erscheinungen des Milzbrandes schwei rkrankt darnieder. Rach Aussage der den Er⸗ rankten behandelnden Aerzte ist wenig Ausficht auf Wiederherstellung vorhanden. — N]unschweiler, 6. Juli. Ein be— auernswerther uͤnglücksfall ereignete sich gestern in hiesiger Gemeinde. Der Ackerer Adam Buchheit var mit Kirschenbrechen veschäftigt, als er vom haume fiel und dadurch erheövliche Verletzungen rlitt, an denen er heute gestorben ist. Der Un— lückliche ist 51 Jahre all, und hinterläßt eine Wittwe mit 8 Kindern. — Neustadt, 9. Juli. Meue Brg.⸗Zig.) Es scheint, als stehe unsere Pfalz bei den Himm— lischen in ganz besonderer Gunst, und als seien sie beeifert, den fremden Gästen — nämlich den amerikanischen Schützen — die pfälzische Erde möglichst glanzvoll und bezaubernd erscheinen zu assen. Denn während die Independent⸗Schützen in Bingen und auf der Rheinfahrt von den Wetter geistern in sehr sliefmütteriicher Weise bedacht vwurden, glänzten ihnen hier im Pfälzerlande ein tiefblauer Himmel entgegen, und Gebirge und Ebene, Bald und Flur präͤsentirten sich in ihrem Gala— leide. Wer mochte darin nicht ein glückverkünden⸗ des Omen für die bevorstehenden Festlichkeiten des gestrigen Tages erblicken? Der Zug, welcher die amerilanischen Gäste von Bingen aus über die Alsenzbahn hierher brachte, am mit 20 Minuten Verspätung hier an (also nach *412) was bei einer solchen Gelegenheit sehr zegreiflich. Kopf an Kopf stand die Menschen⸗ nasse auf dem Perron des Bahnhofes und außer⸗ jalb desselben gedrängt; schon hieraus, und »ann auch aus dem Flaggenschmuck der Haupt⸗ traßen der Stadt, konnten die New⸗Yorker ersehen, velche Sympathien ihnen von der ganzen hiesigen hevöllerung entgegengebracht wurden. Selbstver⸗ tändlich kamen die Amerikaner — lauter schöne räftige Gesitalten — in ihrem Schuützenkostüm zlaue Joppe mit Sammefkragen und Korkhelm. xs mochten ihrer ca. 50 Personen — darunter zuch ein Kranz reizender amerikanischer Schützen⸗ hwestern — sein; auch Mitglieder der Bingener zchützengesellschaft, unter Anführung ihres Schützen⸗ neisters Herrn Gräff und mit ihrem Schützenkönig derrn Roͤdler, befanden sich unter den Ankommen⸗ en. Unser Schützenmeister Hr. Gennheimer nebsl »en Mitgliedern des Ausschusses der Neuftadter zchützengesellschaft begrüßten die Güste und alsdann oq man — die⸗e Namen in horoeitgehaltenen Ehagisen —unter Vorantritt der Musik direlt nach dem Schützenhause. Die amerikanischen Schützen fuͤhtten hr Sternenbanner sowie die deutsche Tricolore mi sich. Wegen der schon etwas vorgerückten Zeit mußte leider auf den Durchmarsch durch die Staͤdt welcher anfänglich deabsichtigt worden, dergichie werden — was aus dem Grunde sehr zu be— dauern, weil unsere Gäste auf diese Weise die Flaggengala der Stiadt nicht zu Gesicht bekamen. Bei der Ankunft auf dem Schützenhauf⸗ donnerten den Schützen Böllerschüsse entgegen und die Musik spielte einen Tusch. Herr Gennheimet unser Neustadter Schützenmeister, richiete an di amerikanischen Schützenbrüder im Namen der Neu— stadter Schützengesellschaft eine kernige Ansprache. Er betonte darin, Reustadt könne ihnen nicht so Aänzeude, rauschende Festlichkeiten bieten, wie sie dieselben in Bingen genossen, denn wegen der Zurze der Zeit habe man von größeren Arrange- ments absehen müssen — aber was man ihnen hdier biete, werde ihnen aus vollem Herzen ent gjegengebracht. Die schöne Natur, die reizender Amgebungen Neustadis sowie das idyllische Heim, welches die Neustadter Schützengesellschaft ihr eigen nenne, würden ja auch das Ihrige dazu beitragen in die Gemüther eine animirte Feststimmung ein⸗ ziehen zu lassen. Schließlich forderte Herr Genn⸗ jeimer zu einem dreimaligen Hoch auf die ameri⸗ anischen Schüßen und Schützenschwestern auf, dem begeistert entsprochen wurde. Hierbei wurden den Basten die filbernen, mit dem edelsten Naß ge— füllten Becher der Schützengesellschaft credenzt. De⸗ Ddankes für diese Bewillkommnung entäußerte sich dr. William Weber, der Sekretär der Independent⸗ Schützen gesellschaft (ein geborener Neustadter und Besißer des in Newyork erscheinenden „Freischütz“) Er hob in seiner Rede hervor, es hätien fich hider nicht alle seine Genossen der Fahrt nach Neustadt mschließen können; es seien nur Diejenigen ge— ommen, die noch transportabel wären, ein anderer Theil dagegen sei von den Nachwehen der Bingener Festlichkeiten quasi todt und kaput. Er dürfe fich rühmen, als Neustadter seine Gefährten zum Zuge aach dem gastlichen, schönen Neustadt hauptsächlich heranlaßt zu haben. Mit Stolz und Freude spreche er es aus, daß er ein Pfälzer sei, und habe auch ähnlichen Gedanken bei seiner Aufwartung, die er n Koblenz der Kaiserin und dem deutschen Kron⸗ prinzen gemacht, Worte verliehen. Die Kaiserin Augusta habe ihm ihrte Sympathien für die Pfalj mit den Worten „Fröhlich Pfalz, Gott erhalt's ausgedrückt und der Kronprinz habe geäußert, daß er Neustadt gut kenne. Herr Weber schloß sein⸗ Rede mit einem Hoch auf die Stadt Neufstadt. Um *522 Uhr ließ man sich zum Festmahl ir der großen, geschmackvoll dekorirten Halle de Schützenhauses nieder. Da die Tafel nicht aus⸗ zeichte, so mußten in der Eile noch einige Neben⸗ ische herangeschoben werden. Die Reihe der Toasie röffneie Herr Merkel, welcher in humoristischet Weise seine früheren Bekannten und Freunde von enseits des Ozeans begrüßte. Ihm folgte Heri dennock, der Präsident der Independent⸗Schüßzen zer für den gastlichen Empfang dankte und auß die Neustadter Schützengesellschaft trank. Hr. Klein paul aus Ludwigshafen toastete auf die deutsch⸗ amerikanischen Frauen und einer der Nemwyorlet auf Hrn. Weber. Wir wollen noch erwähnen, daß bei Beginn des Festmahls Hr. Schiffer prächtige Rosensträuße an die amerikanischen Schübzen— chwestern hatte vertheilen lassen. Hru. —RYVD Ranzende Leistungen in kulinarischer Beziehunt kanden allgemeine lobende Anerkennung und Würdig⸗ ung. Daz der Keller des Schützendauses sich di gieiche Anerkennung eroberte, brauchen wir woh —X rinen Ruf weit üder die Grenzen der Pfaiz hinaus degen Ende des Mahles erreichte die froͤhlich anr nicie Stimmung, die schon bei Beginn deffelber geherrscht hatte, ihren Gipfelpunkt. Speziell für ihre Gäste hatte unsere Squten gesellschaft ein Siernschießen veranstaltet, anu hem sich die Ersteren mit Eifer betheiligten. or vessen konzertirte die Musik in den Anlagen a Schutzenhauses und aus der Stadt und * naheren Umgebung stroͤmte das Publikum in herbei, so daß die Anlagen bald ein höchst — zes, bundbewegtes Gemälde boten. Puree merikanischen Gasten wurden theils viele chaften angeknupft, theils erneuert. Gegen * hegann in der Halle die jüngere Welt d rmnügen des Tanzes zu buldigen und noch la Mitternacht saßen im Freien wie im Schittzen e boculirende. fröhliche Gruppen bei einander. in Theil der Independent· Schithen ist bereits tern wieder abgereist, während ein anderecr Theil d den heutigen Tag zu verleben gedenlt, um Naturreize Neustadts und des Schönthals voll nganz zu genießen. Hir wollen hoffen und wünschen, daß unsere ehnien Gaste recht angenehme freundliche Erinner⸗ m von ihrem hiesigen Aufenthalt mitnehmen — Band zwischen dem Newyorker Independent⸗ qüßenbunde und der hiesigen Schützengesellschaft supft haben möge! DNeustadt, 8. Juli. Das Berliner Phil⸗ monische Orchester, welches am 19. d. M. hier u Konzert giebt, hat folgende Zusammensetzung: aste Geigen, 8 zweite Geigen, 6 Bratschen, 6 Jie6 Basse, 8 Flöten, 83 Oboen, 1englisch n, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 1 Kontrafagott, hörnet, 3 Trompeten. 3 Posaunen, 1 Tuba, harfe, Tympani und Schlag Instrumente. Am 8. August findet zu Haardt die 48. zentlihe Generalversammlung pfälzischer hierärzte statt. — Gaftopflichtsrecht. Nach 8 1 des istpflihtgesetzes haftet der Betriebsunternehmer, im bei dem Betriebe einer Eisenbahn Mensch getödtet oder körperlich verletzt wird, ern er (der Unternehmer) nicht das Entstehen Unfalls durch höhere Gewalt oder eigenes Ver⸗ nuulden des Betroffenen nachweist. Diese Bestimmung det auch Anwendung auf unterirdische, iiglich Zwecken des Bergbaues dienende etgba'hnen, auch wennsiePferde⸗ ahnen sind. Es liegt nach dem Wortlaute zGesetzes kein Grund vor, unterirdische Eisen⸗ hnen von dem Gesetze auszunehmen; ebensowenig d blos dem öffentlichen Personen⸗ und Güter⸗ dehr dienende Bahnen genannt. Eine solche chränkung würde dem Zwecke des Gesetzes nicht ptechen, weil lein Grund erfindlich ist, weshalb zen dieselben Unfälle, welche bei unterirdischen ihnen in Folge ihrer Eigenart als Eisenbahnen das Bahnpersonal und die in der Nähe ver⸗ renden Arbeiter entstehen, nicht derselbe Schutz vährt werden solle, wie gegen gleiche Unfälle bei bahnen über der Erde. (Erkenntniß vom 8. al 1885. Mühlhausen, 7. Juli. Der zur Turn⸗ uschaft Olhmpia“ hier gehörige Turner Sack sich schuldig bekannt. die deutsche Fahne in dem daigarten nach dem Turnfest zu Rappoltsweiler dorigen Sonntag heruntergeholt zu haben. Die en Helfershelfer sind auch dekannt. Der Thäter creitz verhaftet. Der hiesigen Polizei gebührt jre Rührigkeit, mit welcher sie den Schänder yeuischen Farben ausfindig gemacht, großes Lob. Frankfurt, 7. Juli.“ Die Nachricht, daß zeuge Nau vom Prozeß Lieske verhaftet worden itbehtt der Begründung. die Fehntausend Mark Prämie., füt die Ergreifung und Einlieferung des iders des Polizeiraths Rumpff ausgesetzt war, aach Aussage des Präsidenten Leykauff an Gendarmen Gotz und seine Helfer Rinkleff von enheim ausbezahlt werden. Die Vertheiluͤngs⸗ aist noch nicht bestimmt; jedenfalls aber ge⸗ dem Gendarmen Götz der Loöwenantheil, der hne die Dazwischenkunft und Mithilfe Anderer hesahr seines Lebens den Flüchtling dis in ahen Wald, versolg haite Fastel, 8. Juli. In einer hiesigen Wirth⸗ durde gestern Abend ein Individuum ver ⸗ —8 fich durch anarchistische Redensarten at machte und sowohl den Kaiser als auch Hürsten Bismard wegen des Urtheils von Lieske nm beschimpfte. een 6. Juli. Der verstorbene be⸗ — p. Schlagintweit, der Bruder Fe Bezirksamtmanns von Zweibrücken, hat e seinem Hinscheiden ais treuer Freund an ildungs sage erwiesen. Hert v. Schlag⸗ n —V der Gesellschaft für Verbreu 9* ß sbildung, als deren Mitglied er un⸗ * ang Wort und Schrift für eine ng de mn durch moͤglichste Popu⸗ od issenschaft thatig war, die Summe ark vermacht. Ehre dem wackeren Termißcht⸗a. itluv⸗ Tüäbingen, 6. Juli. Gestern Abend uhren in Kirchentellinsfurt hiesige Studenten in tarkem Trabe auf die wegen Annäherung des nach teutlingen abgehenden Zuges geschlossene Eisen⸗ ahnschranke zu, die Pferde brachen auf der einen SZeite durch, auf der anderen Seite wurden sie edoch in ihrem Lauf gehemmt und ehe sie zurück⸗ onnten, brauste der Zug heran. Das Gefaͤhrt vurde total zertrümmert; von den Insassen wurde „tud. jut. Schöner aus Passau getödtet, die indern mehr oder weniger stark verletzt. fMüntchen, 8. Juli. Der König hat den vegen Mordes zum Tode verurtheilten Schneider⸗ gjesellen Johann Eiglmeier von Regensburg zu ebenslanglichem Zuchthaus begnadigt. — Der Aus⸗ chuß des Wahlvereins der bayherischen Konservativen hat an Stöcker eine Erklärung erlassen, welche dem⸗ elben „Angesichts der giftigen Anfeindungen der üngsten Zeit unwandelbares Vertrauen“ ausspricht FMünchen, 8. Juli. Ueber das Vermögen des Erbprinzen Salm Kyrburg von Renneberg a. Rh. st der Konkurs eröffnet. Dessen Renten sollen ährlich 60,000 Mark betragen. Von München illein dürften mehr als 100,000 Mtk. an Wechseln angemeldet werden. Die hies. Gläubiger wollen ein Konsortium bilden, die Renten des Stammguts senneberg und das Privatvermögen des Konkurs⸗ chuldners bestehend in einem Palais in Paris zdürften gute Aussichten für die Gläubiger bieten. FMünchen hüllt sich in Sack und Asche, »enn mit Ende dieses Monats soll die Quelle des dofbräuhauses versiege. Wer die Brdeutung zieser Anstalt für den echten Münchener kennt, wird nuch den Schmerz der schwer Betroffenen zu wür⸗ digen wissen. Widerstandsfähigkeit eiserner, teinerner und cementierter Säulen zei Gebäudebründen. Das „Pol. Notizbl.“ nachte vor einiger Zeit darauf aufmerksam, daß hußeisen bei Brandfallen als unzuverlässiges Bau⸗ naterial erscheine, da eintretende größere Tempera⸗ urdifferenzen Deformationen. ja Springen desselben fft? in kürzester Zeit im Gefolge haben. Mii iesem Gegenstande hat sich auch Prof. Bauschinger n München beschäftigt und kürzlich im dortigen Architeklten- und Ingenieur-Verein Mittheilungen jemacht. Derselbe zog bei seinen Versuchen guß⸗ iserne, schmiedeeiserne und steinerne Säulen zum gergleiche heran. Er erhitzte mit den in der Bau⸗ raxis üblichen Gewichten belastete Guß— und chmiedeeiserne Sänlen zuerst auf 3000, dann auf 3002 und schließlich bis zum Glühen, um sie dann vie es beim Löschen brennender Gebäude vorkommt, zurch einen kalten Wasserstrahl rasch abzukühlen. Dabei zeigte es sich, daß die gußeisernen Säulen, ybschon beim Glühendwerden starke Durchbiegungen erselben vorklamen und sich beim Anspritzen Quer⸗ isse bildeten, ihre Belastungen trugen, waͤhrend die chmiedeeisernen Säulen schon von der Glühhitze tark verbogen wurden und beim Anspritzen sich derart krümmten, daß an ein Wiederaufrichten der⸗ elben nicht zu denken war. In Wirklichkeit wür⸗ den fie unter ihrer Belastung zusammengebrochen ein. Hieraus wurde der Schluß gezogen, daß die zußeiserne Säule, trotz allet Risse und Durchbieg⸗ ingen, die Belastung immer noch zu twragen »ermöge, was bei der schmiedeeisernen Säule nich »er Fall ist. Bei der Untersuchung von Pfeilern ius Stein, Ziegeln und Cementbeton haben sich iie letzteren am besten bewährt. Ein aus Beton ergestellter Pfeiler widerstand einer 7stündigen finwirkung des Feuers vollkommen. Fast ebenso zut hielten fich die Pfeiler aus gewöhnlichem Ziegel nauerwerk oder aus Klinkern mit Portlandcement⸗ nörtel. Bei solchen litt eigentlich nur der Verputz uus Romancementmoͤrtel, was leicht begreiflich er⸗ cheint. Keiner der geprüften natürlichen Steine, vie Granit, Kalk⸗ und Sandsteine, widerstand dem reuer, am besten noch Granit, dann Tuff⸗, Kalk⸗ ind Sandsteine, letztere sowohl mit thonigem, wie nit kalkigem Bindemittel, werden rasch zerstört: der dalk wird gebrannt und mürbe, der Thon schwindet und verliert seine Bindekraft. FDortmund, 3. Juli. Ein Agent für Berg⸗ und Hüttenprodukte Namens Achenbach hat ich gestern auf dem Friedhofe durch einen Schuß n den Kopf entleibt. In einem Briefe gibt er in, er habe im Spiel hohe Summen verloren, veren Deckung ihm unmöglich sei. Da wird fich zie Polizei wohl einmal nach den Gewinnern umsehen nissen. F Düsseldorf, 4. Juli. Der frühere Vorsteher der Reichsbanknebenstelle in Siegen, Swoboda, wurde verhaftet. Es find in der Bank ca. 160,000 Mi. als fehlend ermittelt, doch ist der Posten inzwischen bereits gedeckt worden. f Pillan, 7. Juli. In dieser Nacht hat sich der Sekondelieutenant und Adjutant des 2. Bataillons Infanterie⸗Regiment Nr. 41, Ko— wall, in seiner Wohnung erhängt. Sein Bursche, der heute früh seine Kleider zum Reinigen holen vollte, fand ihn an einem Haken hängen. Auf dem Tische stand noch eine halbe Flasche Wein; Wiederbelebungs⸗Versuche waren ohne Erfolg. Es war ein allgemein beliebter und lebenslustiger Offizier und war derselbe erst gestern Nachmittags von einer Reise zurückgekehrt. Es kann nur an⸗ genommen werden, daß in einer momentaner Geistes⸗ törung der Unglückliche zu dieser schrecklichen That zeschritten ist, da auch seine sonstigen Verhältnisse sehr geordnet sind. f Köln, im Juli. Lieutenant v. Gotz ko w dom 5. Rheinischen Infanterie⸗Regiment Rr. 65, welcher seinerzeit einen seiner Kameraden, v. Wille, im Duell erschoß — das Streitobjekt bildete hekanntlich eine verwechselte Mütze — erhielt 21/4 Jahre Festungshaft, welche er augenblicklich in Wesel verbüßt. Außerdem wurde derselbe in ein anderes in Celle garnisonirendes Regiment versetzt. Vor einigen Tagen hat das Berliner Zentralhotel den ersten Gast aus Little Popo em⸗ pfangen, einen schwarzen Handelsherrn, der in sehr ebhaften Handelsbeziehungen zu größeren Export⸗ firmen Hamburgs stehen soll. Er wird sich mehrere Tage in der Reichshauptstadt aufhalten. FEin Unglücksprophet, der leider mit seinen Prophezeihungen bis jeßt immer Recht be— halten hat, ist Delaunay in Paris. Seine Spezialität sind Erdbeben, und er sagt fie nur allzugewiß voraus. Im Jahre 1877 verkündete er, daß das Jahr nicht ohne sehr heftige Erder⸗ schütterungen zu Ende gehen werde, und in der That erfolgten die schrecklichen Katastrophen an der stüste von Süd⸗ Amerika. Im Jahre 1883 wies er abermals auf bevorstehende Erdbeben hin, und bald darauf erfolgten die vullanischen Eruptionen im indischen Archipel, durch welche Tausende von Menschen das Leben verloren und Hunderte don Quadratmeilen festen Lardes vom Meer verschlungen wurden. Auch gegen das Ende des vorigen Jahres erhob Delaunay seine warnende Stimme, und die Erdbeben in Spanien bewiesen, wie begründet dies war. In neuester Zeit prophezeit er überaus deftige Erderschütterungen für das Jahr 1886. Nachdem er fich eine berechtigte Autoritai auf dem Bebiete der Eidbeben-Verkündigung erworben, ist auf Delaunays weitere Auslassungen Gewicht zu legen. Er behauptet näümlich, daß im naächsten Jahre diese Naturerscheinungen sehr intensiv auf⸗ reten werden, und zwar würden fie fich zeigen, venn die Erde sich unter direttem Einfluß eines Planeten ersten Ranges, wie Jupiter, oder unter »em einer Gruppe von Asteroiden befindet, oder venn Sonne und Mond gleichzeitig in ihrer nächsten Stellung zur Erde sind. — Wenn im allgemeinen der Wunsch sehr gerechtfertigt erscheint. daß Delaunays Vorhersagung fich nicht erfüllen möge, so ware andererseits. wenn dieser Herr in hder That es versteht, den Zeitpunkt von Erdbeben zu prognostizieren, zum mindesten eine Erweiterung seines Wissens dahin zu wünschen. daß er auch angeben kann, wo sich die Erdbeben ereignen werden. f.Paris. Hartmann, ein elsässischer Groß Industrieller, hat det Stadt Paris 300,000 Frcs: zur Gründung eines Knaben ⸗Waisenhauses und 100,000 Frcs. für die Armen des 9. Stadtbezitke vermacht. .Madrid, 8. Juli. Die Cholera- Plage dauert ungeschwächt fottz gestern kamen jin Madrid 7 neue Erkrankungen und 6 Todes⸗ fälle, in der Provinz Valencia 660 Erkrankungen und 408 Todesfälle vor. F— FKonstantinopel, 8. Juli. Ein heftiger Sturm zerstörte in Kirhebir (Vilajet Ankora) über 300 Wohngebäude. F New-Yorlk, 27. Juni. Von Nitte nachsten Monats an wird in allen Fabrilen in Pittsburg, Pa. natürlhiches Gas anstatt der Kohlen als Feuer⸗ ungs⸗Material benutzt werden. Da dieses Gas vollständig geruchlos ist und keinen Rauch erzeugt, wird Pittsburg den bisher mit Recht geführten Namen der „Smoky City“ einbüßen, worüber dit rinwohner durchaus nicht boöse sein werden. Durch iese Verdrängung der Kohlen als Feuerungs⸗ nalerial werden Tausende von Personen ihre bis⸗ jerige Beschäftigung verlieren, da von nun an Heizer, Aschenträger u. s. w. überflüssig sind. Auch derden infolge dessen viele Kohlengräber, welche die 38,250,000 Bushels Kohlen die jährlich von den Piitsburger Fabriken gebraucht wurden, zu Tage Irderten. brodlos werden. die beiden Zahlen mit einander multipliziert. In die erhaltene Zahl wird nun dividiert, und zwar nit 11. wenn das Schwein gut ausgemästet ist, nit 12. wenn die Masi nur mittelbrüchig zu be— eichnen ist, und mit 18, wenn die Mast nur halb der unvollkommen ausgeführt wurde. Die ge⸗ undene Zahl bedeutet dann das Fleischgewicht, z 8.: Die Länge beträgt 50 Zoll, der Umfang 49 Zoll. d. i. ⸗ 5049 2450. Angenommen, das Schwein war gut gemästet, dann ist 2450 durch 11 zu dividieren — 223, welche Zahl das Fleischgewicht in Pfunden bedeutet, und wonach sich die richtige Forderung an den Schlächter leicht be— rechnen läßt. Sterbefaãlle. Gestorben: in Dannenfels Jakob Zepp, lan⸗ ähriger Bürgermeister von Dannenfels, 70 J. in Neustadt Balthasar Mon 81 J. a. FInt die Redaktion r uch: F. X. V— — — 7 7 7T — — — Kaiserslauterer kath. Kirchenbau⸗Lotteri Am Markt. Steffel: Grüaß di Gott Xaver, wo hinaus? xXaver: J hab jetzt ka Zeit mit Dir zu duͤchlrir den nachste Woch' am 15. Juli ist die Ziehung der — iauterer kath. Kirchenbaulotterie bei der d' meisten —* jan und wo schon jed's zehnte Loos gewinnt. Sieffel: Halt XRaberl, nimm mi a mit, i kau a a paar Stuck!“ Seit Jahren der selbe Erfolg. Marienwelher (Bayern.) Wohlgeborener Her Auf Ihre werthe Anfrage unter dem 14. dieses Moͤa ob mir der bisherige Gebrauch Ihrer z. Z. weit ing Weil verbreiteten Äpotheker R. Brandt's Schweizeril— vohl immer entsprochen, kann zur großen Freude Cun Wohlgeboren keine andere Antwort erfolgen, als daß nit blos meine Wenigkeit, sondern auch Nahestehende unde dere bekannie Persönlichkeiten über die siets sich gie— bleibende Wirkung besagter Pillen nach jeweiligem Gebrau ihre volle Zufriedenheit aussprechen mussen. Gegenub diesem erfreulichen Zeugnisse hört man öͤfter Summ— welche diesen Pillen die bedachte Wirkung geradezu sprechen; ja, sie sagen, der krankhafte Zustand werde dur Anwendung dieser Schweizerpillen nur noch mehr vo schlimmert. In solchem Falle läßt sich wahrlich nihh Anderes denken, als daß solche das Gegentheil wirlen Dillen gefälscht sein müfsen; denn haben dieselben mit w dielen anderen Mitmenschen geholfen, dann müßsen sie u jofern sie wirklich ächt find — allen denen von Niß ein, die zu diesen Villen ihre Zuflucht nehmen. In cuͤ Hochachtung und Dankbarkeit zeichnet Euer Wohlgebor Igebenst V. Albertin Schlegel, Vicarius O. S. Fr. M achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquent weißes Kreuz in roihem Grund und den Ramenut Brandt's träat Newyork, 8. Juli. Eine Depesche aus Fleveland meldet, daß 1200 streilende Eisenbahn⸗ Arbeiter heute in mehrere Fabriken, wo noch zearbeitet wurde, eindrangen und die Arbeiter wangen, die Arbeit einzustellen. Darauf warfen ge die Fabrikfenster ein. pFleischgewichts- Exmittelung bei Marktberichte. ebenden S Hweinen. Beim Verkauf von Homburg, 8. Juli. (Fruchtmittelpreis und Viktug⸗ zetten Schweinen ohne Waage hat der Landwirth lienmartt.) Weizen .M. 20 8f. Korn 7 M. 88 Pf. m der Regel Schaden. Der Schlächter hat durch I 3 vvp ie langjährige Erfahrung, welche er sich durch den 5 —F . Bergleich des beim Sclachten ermittelten Gewichtes dahge IF oee oht — gee nit der Schätzung, die für ihn beim Kaufe maß⸗ — Pf., Kieesamen — R. 5 Ft Kornbrod 6 Pfun“ Jebend war, erworben hat, ein solch sicheres Auge ee e . * rlangt, daß er selten zu seinem Nachtheil eikauft. indfleisch 50 PfFalbsie PfHammeleno dar Dandwirigsa iidiehrer Wagner gibt. nun wi — ——— d M o Vf. die „Ldio. Ztg. f. Wesif.“ berichtet, ein einfaches Naiserslautern⸗ 7 Juli (Fruchtmittelpreis und ind sicheres Mittel an, wodurch das Fleischgewicht Bilinauenmarin Weizen 9 Mt. — Bi., Korn 8*. i lebenden Schweinen ermittelt werden kann. — e I R ẽhhnꝛ e 9 Han mißt min iner Schnur vom Kopfwirbel ge f. Wigen d d —2— 53 — 58 nau zwischen den Ohren, bis zum Ende des samen — M. — Bf, Schwarabrod 6 Pfund 70 Pi., Rücdens wo der Schwanz anfängt, und notiert —3 . gern ae — — ——— ug pro — — „Eier per . Kartoffeln per ie Anzabl Zolle. Hierauf wird der Umfang des ihinet p énei Quat2 —A Schweines unmitielbar hinter den Vorderbeinen. Isual. 2 M. 28 Pf. Heu pro Cir. 3 M. — 3ß. ber senkrecht vom Rücken abwärts, gemessen und Kleeheu C.M. — Pf. nltag, den . In bntag, den 13. Juli ist zum ersten Male mein *2 82— * 2stöckiges Karusse in St. Ingbert auf dem Marplatze zufgeschlagen und ladet hiezu höflich ein JOh. Weiler aus Mußboch. Munchener und Aachener Mobiliar-Feuer⸗ Versicherungs-Gesellschaft. Der Geschaftssiand der Gesellschaft ergibt sich aus den nachstehenden Re— ultaten des Rechnungsabschlusses für das Jahr 1884: Brundkapital .M. 9,000,000 — Bramien Einnahme für 1884. 7,742,389 60 dinsen · Einnahme für 1884 795. 167 70 Zramien⸗ Uebertraͤge 5, 466,700 80 lebertrag zur Deckung außergewöhnlicher Bedürfnisse (einschließlich des nach Art. 185b6/239b des Gefehes vom 18. Juli 1884 zu bildenden Tejeibefonds von M. 900,000). — IJ von mir gegen die Ehe von Georg Gruͤn zuSchnap bach gemachten ehrenrührigen Ve digungen nehme ich hiermit, alze Unwaährheit beruhend, zurück. Schnapphbach am 9. Juli 1886. E. v. Ehr, Bergmann Die Holländische Kaffee Brennere. V. Disqué & Cie. Hannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten—⸗ Kaffee⸗ so beliebten hochfeine Qualitaten Java⸗Mischung per Pd.“k6 1.20, Westindisch Mw. 1.40. . Menado m. 1.60, Bourbon Mw. 1.80, extra fein Mocca M., 2.00. gebrannt nach Dr. v. 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Bei 4maliger Eintudung wird nur dreimalige berechnet. — Volitische Uebersicht. * Die vom besten Erfolge begleitete Kur unseres daisers in Ems neigt sich ihrem Ende zu und did seine Abreise von Ems im Laufe der nächsten Hoche erfolgen. Von dott aus gedenkt sich der Jaiser noch auf ein paar Tage zum Besuche seiner alauchten Gemahlin nach Koblenz zu begeben, um lsdann die Reise nach Gastein anzutreten. Die herüchte, nach denen Kaiser Wilhelm auf ärztliches ibralthen von der gewohnten Nachkur in Gasiein jesmal Abstand genommen habe, sind demnach hinfüllig geworden und ist auch bereits in dem ge⸗ sannten oöͤsterreichischen Kurorte die offiziöse Nach- icht eingetroffen, daß die Ankunft des deutschen daisers daselbst am 21. Juli erfolgen werde. Daf Agdann auch die traditionelle Begegnung Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Joseph erfolgen wird, darf wohl als selbstverständlich betrachtet werden, wenngleich Zeit und Ort derselben noch nicht genau estzustehen scheinen * In Wien haben am Dienstag die gemein⸗ amen Ministerkonferenzen ihren Anfang genommen ind werden dieselben der inneren Politik des Kaiser⸗ jaates fur die nächste Zeit ihr Siegel aufdrücken. die Verhandlungen beziehen sich in der Hauptsache auf die Erneuerung des Zoll- und Handelsbünd⸗ nisses zwischen den beiden Reichshälften der öster⸗ reichisch ungarischen Monarchie und wird hierbei auch das zollpolitische Verhältniß Oesterreichs zum utschen Reiche zur Sprache kommen. Es sind ierüber schon berschiedene Gerücht ein Umlauf gesetzt worden, welche man aber jetzt von Wien aus iämmtlich wieder dementirt, auch die Nachticht hester Blätter, es solle neuerdings auf diploma⸗ ischem Wege der Versuch gemacht werden, das zoll⸗ politische Verhältniß zu Deutschland auf dem Ver⸗ ragswege zu regeln. Hoffentlich werden die Wiener Verhandiungen hierüber zu einem für Oesterreich und Ungarn wie für Deutschland gleich annehm⸗ daren Resultate führen. *In Fran kreich wurde die Woche gänzlich vurch das blutige Ereigniß von Hue beherrscht. der hinterlistische Uebersall. den die anamitischen Truppen in der Residenz ihres Herrschers auf die aum erst angelanqte schwache französische Abtheilung mter General Courch versuchten, mußte in Paris um o überraschender witrken, als man sich hier nach net Beendigung des Feldzuges gegen China der doffnung hingeben durfte, daß nunmehr die Siell⸗ ing der Franzosen-in Ostasien eine gesicherte sei; aß dem aber keineswegs so ist, hat eben die ver ⸗ therische Schilderhebung der Anamiten gezeigt. Die⸗ elbe ist jedenfalls auf die Umtriebe der franzosen⸗ keindlichen anamitischen Mandarinen zurüdzuführen, auf deren Veranlafsuͤng auch der König von Anam ind dessen Mutter aus Hue geflohen sind. Die jeuesten Depeschen General Courch's lauten indessen urchaus beruhigend und ist er vollständig Hert er Situation in Hue. Er hat alle disponibeln uppen auch die noch in Tonkin befindliche Narine· Infanlerie · Brigade, noch der anamitischen dauptstadt beordert, wo er weitere Instruktionen iner Regierung erwartet. Uebrigens hat der Zwischenfan von Hue nicht verhindert, daß der Vertrag aon Tientsin von der franzosischen Deputirtenkammer mit großer Majorinat angenommen worden ist und auch die Zustimmumg des Senats gilt als sicher da sammmich Milaneder der an BNenntachtung deé Sonntag, 12. Juli 1888. 20. Jahrg. Vertrages gewählten Kommission sich für denselben “ Berlin, 9. Juli. Der Kaiser machte, wie nisgesprochen haben. aus Ems berichtet wird, gestern Mittag eine Spazierfahrt und besuchte Abends das Theater. Heuie fruh ließ sich derselbe nach der Trinkkur die hiet zur Kur anwesenden Offiziere am Kurhause borstellen, machte dann eine Promenade, woran sich rine Ausfahrt schloß und nahm später die Vorträge des Generaili eutenants v. Albedyll und des Hof⸗ marschalls Grafen v. Perponcher entgegen. An dem Diner nehmen heute der gestern eingetroffent Fürft von Schwarzburg⸗ Rudolstadi, sowie die heute erwarteten Fürst und Fürstin zu Wied und der General d. Stosch Theil. Hannover, 8. Juli. Der „Hann. stur.“ neldet mit besonderem Nachdruc, in sehr gut unter⸗ richteten Kreisen halte man dafur, daß dem Prinzen Heinrich VII. von Reuß, dem gegenwärtigen Bot⸗ schafter in Wien, seitens der braunschweigischen Regierung die Regentenwürde zuerst angetragen werden wird. Es besteht auch kein Zweifel, daß der Prinz die Regenischaft anzutreten gewillt sei. Au⸗laud. Schillingsfürst, 10. Juli. Der deutsche Botschafter Fürst Hohenlohe ist mit Familie über Munchen nach Aussee abgereist. Bruͤssel, 8. Juli. Der Deutsche Kronprinz vird hier demnächst erwartet; derselbe gedenkt die Antwerpener Weliausstellung zu besuchen. Bruͤfsel, 9. Juli. Die Polizei nahm heute n einem Lolale, wo Anarchisten regelmäßig usammenkamen und wo auch das von ihnen her⸗ zusgegebene Journal , Ni Dieu ni Maitre“ gedructt vurde, eine Haussuchung vor und beschlagnahmte ine Anzahl Schriftstücke, verhaftete 14 Personen, vovon indeß nur einige in Haft behalten wurden. Anter den Verhafteten befindet sich ein Russe und n Deutscher, die übrigen sind Franzosen und elaier. «Jenseits des Kanals bilden selbst⸗ ꝛerstandlich die Erklärungen, welche Lord Sali s⸗ ury im Oberhause anläßlich des Wiederzusammen⸗ rittes des englischen Parlaments am Dienstag ab ⸗ gegeben hat, das Ereigniß der Woche. Sie ent⸗ vickeln das Programm des Tory⸗Kabinets hinsicht⸗ lich der afghanischen und egyptischen Frage so⸗ vohl als auch hinsichtlich Irlands und werden don der Londoner Presse im Allgemeinen beifällig fommentirt. Ueber beide erstgenannte Fragen hat sich der englische Premier allerdings mit unverkenn⸗ barer Reserve aber auch wiederum mit einer ge⸗ wissen Festigkeit ausgesprochen, welch' letztere nament lich in seinen Ausführungen über Afghanistan zu heinerlen war. Man folgert hinaus, daß die Lage nicht ganz wolkenfrei sei, denn wenn Rußland die Berhandlungen bis zum Herbst verschleppen wolle, um alsdann Herat wegzunehmen, so sei die Gele⸗ genheit günstig. Da zudem ein Petersburger Te⸗ egramm der „Times“ meldet, daß die afghanischen Truppen von neuem an der Grenze koncentrirt würden und daß der Emir Abdurrhaman entschlossen ei, bei der ersten passenden Gelegenheit Revanche tit die Niederlage seiner Ttuppen am Kuschkflusse u nehmen, so scheint sich die Lage in Afghanistan allerdings wieder ziemlich kritisch zu gestalten, wozu noch kommt, daß die unter russischer Oberhoheit tehenden Saryk · Turkmenen neuerdings wieder eine stohende Haltung gegen die Afghanen zur Schau ragen. Nerele uud pfälzische Nachrichten. — Kaiserslautern, 9. Juli. Vor⸗ zestern Abend ereignete sich in einer hiesigen Familie der gewiß selitene Fall, daß zu gleicher Zeit die aͤltesee Tochter des Hauses Volterabend seierle, und der Storch die Zahl ihrer Geschwister noch um eines, das dreizehnte vermehrte. — Kaiserskautern, 9. Juli. Der Aus⸗ schuß des kaufmännischen Vereins hat beschlossen, wegeun gänzlicher Theilnahmslosigleit seiner Mit⸗ glieder die Auflösung des Vereins zu beantragen. — Kirchheimbolanden, 9. Juli. Auf die Beschweide hiesiger Wirthe wurde den Besitzern von Straußwirthschaften und fliegenden Wirthschaften in hiesiger Stadi, auf dem Schillerhain und im Forstgarten durch das Bürgermeisteramt auf Grund Jeseglicher Bestimmungen erdffnet, ihren Betrieb —XE J ——Gleiszellen, 8. Juli. Vor einigen Tagen sank deim Maͤhen in den Bangertwiesen am Berg der Ackerer Anton Immel von hier ploͤßlich zis unter die Arme in den Boden. Bei naherer Unter⸗ uchung entdectte man ein fundamentirtes Gewolbe, vahrscheinlich ein alter Gang des früheren Klosterb RPliedenfeld. Vermischtes. fSt. Johann. 8. Juli. Ein Anschlag am Portal der Kisenbahn⸗ Hauptwerlstätte zur Kenniniß der Arbeiter lauiel: „Wir machen darauf aufmerksam, daß in ein⸗ elnen Abtbeilungen unserer Werkstätte die Arbei Deutsches Reich. München, 8. Juli. Dem „M. rIrbl.“ heilt der Abgeordnete Schels mit, daß er nich die Absicht babe lein Mandat niederzulegen. in so erschrecklicher Weise abgenommen hat, daß wir mit großer Sorge dem Winter entgegensehen. Wenn nun auch jetzt noch hier und da ein guter Verdienst erzielt wird, so wollen wir doch einen Jeden zur größten Sparsamkeit ermahnen, und an die Roihlage des verflossenen Winters erinnern, woes bei dem steten Arbeitsmangel nicht möglich war, lohnenden Verdienst zu finden. Konigliche Hauptwerkstätte“ Wenig.“ 4 Frankfuri, 10. Juli. Fürstin Bismarck sowie Zraf Herbert Bismarck nebsi Dienerschaft sind heute Bormittag mit dem Schnellzug der Main ⸗Weserbahn um 9 Uhr 40Min. von Berlin hier eingetroffen und ni Russischen Hof abgestiegen. Die Herrschaften zegeben sich von hier nach Homburg v. d. Hohe aind werden heute Nachmitiag mit dem 2 Uhr 20 Min. Zug ihre Weiterreise dahin antreten. (Wie zon anderer Seite weiter gemeldet wurde, wird fich Hraf Herbert nach Konigsiein begeben). pMäunchen, 9. Juli. Im Sudjiahr vom 1. Juli 1884 bis 30. Juni 1888 wurden von —— ersoiten, etwa 140,000 Hektoliter mehr als im Jahre zuvor. 4Die Konigin Isabella von Spanien wird am 15. d. M. in Paris eintreffen, einige Tage dort verweilen und dann ihre Reise zum Besuche ihrer Tochter nach München fortsetzen. fAnm Tage nach der Ankunft des Kaisers in Ems theilte der Kronprinz näher stehenden Per⸗ sonen unter innigem Bedauern mit, daß Kaiser Wilhelm nach ersolgter Ankunft dort fast volle wei Stunden ohnmächtig gewesen sei und fsich nur jangsam erholt habe. Später erzählte er wieder nach eingelaufenen Telegrammen, daß. der Kaiser ich prächtig erholt habe. Als merkwürdige Ver⸗ mderung an dem Wesen des greisen Monarchen sei zu bezeichnen, daß es ihm jeztz gleichgiltiger werde, wenn bei seinen Spaziergäüngen oder Fahrten sich eine groͤßere Ansammlung des Publikums bilde, vas ihn früher sehr gefreut habe. Gochwasser) Krakagu, 9. Juli. Die Flusse Weichsel, Skawa, Wiegrzowka und Dunajec sind gestern ausgetreten und haben · eine sroße Ueberschwemmung verursacht. Dem „Pesier LAlohd“ zufoige stand schon gestern die ganze Gegend zon Czernichow unter Wasser Die Einwohner flüch⸗ eten. Die Krakauer landwirthschaftliche Gesellschaft unterbrach in Folge der allarmirenden Nachrichten non der UÜeberschwemmung ihre heutige-Sitzung, nachdem fie zuvor die Initiative zur Gründung eines Rettungs⸗Komités ergriffen. Weitere Meld⸗ ungen von heute besagen: Die Weichsel ist in stetem Wachsen. An den bedrohten Punkten wird seitens der Geniemannschaft, der städtischen Polizei und der Feuerwehr fortwährend Wache gehalten. Mehrere Hauser nachst der Weichsel stehen bereits im Wasser. Die durch die Stadt fließende Rudawa ist ausge⸗ reten, die Vorstadt Zwierzyniec theilweise über⸗ schwemmi. Mehrerr Vrücken wurden beschädigt. Ddie in der Nähe der Weichsel wohnenden Familien wverden delogirt. In Folge des anhaltenden Regens vird die Gefahr immer groͤßer. Die Wassermasse vom Haupt · Weichselstrome drohte den zwischen letz⸗ erem und dem verschütteten Weichselarm aufge⸗ führten Damm zu durchbrechen. Man sucht den⸗ selben mit allen Mitteln zu erhalten. Die nahe— Verein — „Du Kommset ja nicht. Am Sonntag, den 12. Juli, bei günstiger Witterung, Ennzert n der Gartenwirthschaft der Frau Julius Grewenig. J Anfanug 3 Uhr. A Enirée für Nichtmitglieder 20 Pfg. Es ladet hiermit freundlichst ein HDoeor Vorstand. Heute Toenutag Vanillo Pis. zelegenen Ortschaften Rybaki, Dembnili und andere jehen unter Wasser. Seit heute früh ist der Wasserstand der Weichsel unverändert. 7 Ueber die gefährliche Cholera⸗Reise es spanischen Königs geht dem Pariser Gaulois“ ein längerer Bericht zu, welchem wir olgende interessante Schilderung entnehmen: „Vor einer Abreise hatte Alfonso XII. zwei Briefe ge⸗ chrieben, einen an die Königin und den anderen m den Ministerpräfidenten Canovas del Castillo der Brief an die Königin war wie folgt abgefaßt „Wenn Du diesen Brief liest, werde ich in Aran⸗ uez sein. Beunruhige Dich nicht, quäle Dich nicht. Ich werde Nachmittags wieder zurück sein.““ Beim desen dieser wenigen Zeilen konnte die wackere Ge⸗ ährtin des tapferen Königs nicht ihre Thränen zu˖ ückhalten. „Ich werde ihm nie verzeihen,“ sagte ie zur Infantin Isabella, „mich nicht davon in denntniß gesetzt zu haben; wir hätten doch so gui Feide hingehen können.“ Nach den Befehlen des koͤnigs sollie Canovas erst um 9 Uhr den für ihn estimmten Brief erhalten. Canovas, der augen⸗ zlicklich leidend ist, delephonirte dem Gouverneur, )em Kriegsminister und hierauf den anderen Ka⸗ zinetsmitgliedern. Der Gouverneur begab sich troß ines heftigen Fiebers eiligst auf den Bahnhof und jolte, auf einer Lokomotive stehend, den König ein. Venige Minuten später war dieses Beispiel von em Kriegsminister und einer gewissen Anzahl von Iffizieren befolgt worden, so daß der König, der llein weggefahren war, bald einen glänzenden Beneralstab um sich hatte. Die Bewegung war nzwischen in Madrid auf das höchste gestiegen, der zerühmte Platz Puerta de Sol von den Neugierigen Jleich wie die Eingängen des Palastet überfluthet vorden. Die Königin, welche in der Kapelle betete, nußzte sich am Balkon zeigen, wo sie durch die Zu—⸗ ufe des Volkes begrüßt wurde. In Aranjuez hatte zer König vorerst das Militärspital besucht. Jeder tranke erhielt von Alfonso XII. ein gutes Wort uich ließ er eine Summe von 5000 Fr. zurück um den dringendsten Bedarf zu decken. Hierauf zegab sich der König nach dem Civilspital. Hier var das Schauspiel ein ergreifendes: 230 Cholera⸗ ranke waren da, darunter 60, die im Sierben lagen der Konig ruhig. ein Lächeln auf den Lippen, trat näher. Die Kranken selbst baten den König, zurück⸗ utreten; allein Alfonso verließ das Hospital nicht her, als bis er die eingreifendsten Maßregeln an⸗ jeordnet hatte, und ließ gleichfalls eine Summe vou 5000 Fr. zurück. Sodann kamen die Kasernen an die Reihe. Der Konig drückte einem jeden der Offiziere die Hand, die erllärt hatten, daß sie, weit entfernt, die Stadt zu verlassen, vielmehr fest ent⸗ chlossen wären, mit dem Volke die Gefahren der Seuche theilen zu wollen. Bald war die Begeister⸗ ung auf dem Gipfel angelangt. Alfonso besuchte päter ein Haus, wo acht barmherzige Schwestern rank darniederlagen, und er erfuhr, daß man ihnen ede andere Nahrung als trockenes Brod untersag sabe. „Euer König,“ sagte er zu Ihnen, „Euer Freund. Euer größter Bewunderer, bittet Euch im sNamen der Menschlichkeit, während der Dauer der kpidemie Fleisch zu essen“. Auf der Straße ries nan dem Köonig zu, abzureisen. In Madrid teigerte fich die Aufregung jeden Augenblick. Die Menge, welche die königliche Familie unaufhörlic hegrüßte, entschloß sich, nach dem Vahnhofe jehen und die Ankunft des heldenmüthigen Abnig bzumarten. Das Volk zog dem Zuge entgegen der eine Viertelstunde vor dem Bahnhof siche, zleiben mußte. Kaum hatte der König den Wagen »erlassen, so stürzte sich die Königin in seine An Die Luft erbebte von Hochrufen; das Schauppie var in diesem Augenblick unbeschreiblich. da— nitten im Volke eingeschlossene Königspaar komm laum zu dem Orte gelangen, wo es der Aus räucherung unterzo gen werden sollte. Ihr Wagen war eher vom Volke, den denn von Pferden gezogen Es lebe der tapfere König! Es lebe der Koͤnig von Spanien! So muß sich ein Souveran ba tragen! Es lebe der Konig, der sein Volt liebl Das waren die Worte, die man waährend eine halben Stunde auf dem Wege. der vom Südbahn. hof nach dem Palaste führt, hören konnte“. f London, 9. Juli. Nach einem Tele— zramm der „Times“ aus Philadelphia haben di strikenden Eisenbahnarbeiter in Cleveland Obio vollstandig von der Stadt Besitz ergriffen. Di Leiter verschiedener Eisenwerke wurden gezwungen. dieselben zu schließen. Ein Fabrikant wurde ange— griffen und arg geschlagen. Die Miliz hat sich in derschiedenen Zeughäusern versammelt und ist bereit im Nothfalle die Polizei zu unterstützen. Gemeinnutziges. Gegen Bienenstiche. Gegen den Stich der Bienen empfiehlt sich das Aufdrücken eines Kupfer— stückes, z. B. eines lupfernen Geldstückes, auf die Stelle, wo die Biene gestochen hat. Der Schmer, joll sofort gemildert werden und keine Anschwellunß X bergehen, wenn man das Kupferstück zehn bi⸗ fünfzehn Minuten lang auf der Stichstelle liegen läßt. Natürlich darf an dem Kupfer kein Gruͤn pan sich befinden. Räigr die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Aus der Pfalz, 20. Mai. Seit die Titilinge dotterie das Feld gerdumt hat, ist in den Absaß der Kaiserb auterer Kirchenbauloose neues Leben und rascheres Tempe sekommen. Wir glauben nun allerdings nicht, daß mu ie günstigen Gewinnchancen (auf zehn * schon ein Treffer!) und die lockenden 830,000 Mark diesen Auf⸗ chwung bewirkt haben. Vielmehr mag jeßt haupisachlich der Zweck dieser Lotterie zur Geltung kommen. Wenn man aämlich sich vergegenwärtigt, daß die Stadt infolge ihrel zroßartigen industriellen Aufschwungs im Laufe der leglen unfzig Jahre ihre Bevdlkerung verfünffacht hat, und dazu erwägt, daß das Gros derselben dem Arbeiterstande angei hört: so wird man leicht empfinden, daß in Kaiserslautern ein Kirchenbau geradezu eine Forderung der Zeit ist, aben die Aufbringung der dazu erforderlichen Mittel ungemeit schwierig fällht. Ein Schärflein dazu, ein Baustein zun BZotteshause ist darum jederzeit willkommen, selbst wenn der Beitrag durch Abnahme eines Looses geleistet wird. E ann auch kaum ein besseres Vindemitiel zwischen Pfalz und Bayern gefunden werden, als die Unterstützung eines — ischen Unternsehmens durch die jenseitigen Kreise. Lieferr Sie, liebe Le er, den Beweis, daß die raumliche Isolirun— der bayerischen Pfaͤlz ohne Einfluß auf das Gejuhl de Zusammengehbrigkeit geblieben ist. Bayern⸗Pfalz, Got rhalts!“ gedes Kaiserslauterer Loos ist in den Hander eines „Altbayers“ ein Zeuge und Veweis, daß die Zusammen— Jehdrigkeit wirklich empfunden wird Tan?zUnteorriebht. — J — — Dʒ von mir gegen die Ehefra— VRGeorg von Grun zu Schnapp bach gemachten ehrenruͤhrigen Belei digungen nehme ich hiermit, als au Unwahrheit beruhend, zurück. Schnappbach am 9. Juli 1886 ous Scheine fur die Gemeindekrankenver ficherung iind zu haben in der Druckerei ν ον Anιααν. 9. — * *3 7 nol e e p 28Sierzu AIsastrirle⸗ Anfana blan . 2. Den geehrten Damen und Herren hier die ergeb. August der Tanzunterricht beginnt. Eine Liste zur gef Herrn Ehr. Kaiser hier offen. Anzeige, daß Anfangç Finzeichnung liegt be * lungsvoll LGV. — —— Rechnun n zu Jedermanns 8 Gebrauch änd steis vorräthig in der Pruckerei deß St. Inaberter Anzeigers. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „Eilgut F. Mickel. Dote. Faar I———— AD . Bi. Mναια α Vαννααιο M- 555 22 XVEDRXGREEASAR A — MM — La—— uu haben hei F. X. Demetz. Druck und Versaa non F V DNemor in Gi Anqgbert ʒt. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. a St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich füufmalz Am Wrontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sounntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungt- jan und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat kostet vierteljährlich 1.AM 60 A einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließliq A Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Tarmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfältischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 136, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 135. Politische Uebersicht. ⸗Die vom besten Erfolge begleitete Kur unseres aisers in Ems neigt sich ihrem Ende zu und und seine Abreise von Ems im Laufe der nächsten doche erfolgen. Von dott aus gedenkt sich der aiser noch auf ein paar Tage zum Besuche seiner lauchten Gemahlin nach Koblenz zu begeben, um sdann die Reise nach Gastein anzutreten. Die lerüchte, nach denen Kaiser Wilhelm auf ärztliches chrathen von der gewohnten Nachkur in Gastein esmal Abstand genommen habe, sind demnach nfallig geworden und ist auch bereits in dem ge⸗ annten oͤsterreichischen Kurorte die offiziöse Nach— cht eingetroffen, daß die Ankunft des deutschen visers daselbst am 21. Juli erfolgen werde. Daß igdann auch die traditionelle Begegnung Kaiser dilhelms mit Kaiser Franz Joseph erfolgen wird, af wohl als selbstverständlich betrachtet werden, enngleich Zeit und Ort derselben noch nicht genau stzustehen scheinen. In Wien haben am Dienstag die gemein— men Ministerkonferenzen ihren Anfang genommen nd werden dieselben der inneren Politik des Kaiser⸗ aates für die nächste Zeit ihr Siegel aufdrücken. )e Verhandlungen beziehen sich in der Hauptisache uf die Erneuerung des Zoll- und Handelsbünd⸗ sses zwischen den beiden Reichshälften der öster⸗ ichisch ungarischen Monarchie und wird hierbei uch das zollpolitische Verhältniß Oesterreichs zum eutschen Reiche zur Sprache kommen. Es sind jetüber schon verschiedene Gerücht ein Umlauf gesetzt orden, welche man aber jetzt von Wien aus mmilich wieder dementirt, auch die Nachricht ester Blätter, es solle neuerdings auf diploma⸗ chem Wege der Versuch gemacht werden, das zoll⸗ olitische Verhältniß zu Deutschland auf dem Ver⸗ agswege zu regeln. Hoffentlich werden die Wiener —XXDDD nd Ungarn wie für Deutschland gleich annehm⸗ aren Resultate führen. »In Fran kreich wurde die Woche gänzlich urch das blutige Ereigniß von Hue beherrscht. xer hinterlistische Ueberfall. den die anamitischen tuppen in der Residenz ihres Herrschers auf die um. erst angelangte schwache französische Abtheilung tet General Courch bersuchten, mußie in Paris um Uberraschender wirken, als man sich hier nach Beendigung des Feldzuges gegen China der wffnung hingeben durfte, daß nunmehr die Stiell⸗ ig der Franzosen in Ostasien eine gesicherte sei; tz dem aber ieineswegs so ist, hal eben die ber therische Schilderhebung der Anamiten gezeigt. Die⸗ be ist jedenfalls auf die Umtriebe der fraͤnzosen⸗ indlichen anamitischen Mandarinen zurüdzufuhren, uf deren Veranlassung nuch der König von Anam id dessen Muner qus Hue geflohen sind. Die uesten Depeschen General Courch's lauien indessen uchaus heruhigend und ist er vollständig Herr nSituation in Hue. Etr hat alle disponideln zuppen, auch die noch in Tonkin befindliche ine· Infanterie⸗Brigade, nach der anamitischen auptstadt beordert, wo er wieitere Instruktionen ner Regierung erwartet. Uebrigens hat der wischenfali von Hue nicht derhindert, daß der Vertrag n Tintsin don der franzosischen Deputirtenlammer großer Majorität angenommen worden ist und ud die Zustimmung des Senats gilt als sicher, —X——— zufr Beoutachtung des Sonntag, 12. Juli 18885. 20. Jahrg. Vertrages gewählten Kommission sich für denselben Berlin, 9. Juli. Der Kaiser machte, wie nusgesprochen haben. aus Ems berichtet wird, gestern Mittag eine Spazierfahrt und besuchte Abends das Theater. Heute früh ließ sich derselbe nach der Trinlkur die hier zur Kur anwesenden Offiziere am Kurhause vorstellen, machte dann eine Promenade, woran sich eine Ausfahrt schloß und nahm später die Vorträge des Generalli eutenants v. Albedyll und des Hof⸗ marschalls Grafen v. Perponcher entgegen. An dem Diner nehmen heute der gestern eingetroffene Fürst von Schwarzburg⸗Rudolstadt, sowie die heute erwarteten Fürst und Fürstin zu Wied und der Beneral d. Stosch Theil. Hannover, 8. Juli. Der „Hann. Kur.“ meldet mit besonderem Nachdruck, in sehr gut unter⸗ richteten Kreisen halte man dafür, daß dem Prinzen deinrich VII. von Reuß, dem gegenwärtigen Vot⸗ schafter in Wien, seitens der braunschweigischen Regierung die Regentenwürde zuerst angetragen werden wird. Es besteht auch kein Zweifel, daß der Prinz die Regentschaft anzutreten gewillt sei. Auslaud. Schillingsfürft, 10. Juli. Der deutsche Botschafter Fürst Hohenlohe ist mit Familie über München nach Aussee abgereist. J Bruüfsel, 8. Juli. Der Deutsche Kronprinz wird hier demnächst erwartet; derselbe gedenkt die Antwerpener Weltausftellung zu besuchen. Bruͤfsel, 9. Juli. Die Polizei nahm heute in einem Lolale, wo Anarchisten regelmäßig zusammenkamen und wo auch das von ihnen her⸗ ausgegebene Journal „Ni Dieu ni Maitre“ gedrudit wurde, eine Haussuchung vor und beschlagnahmte eine Anzahl Schriftstücke, verhaftete 14 Personen, wovon indeß nur einige in Haft behalten wurden. Unter den Verhafteten befindet sich ein Russe und hwer die übrigen sind Franzosen und elaier. Der Pap st hat den Bischof der Didzese Kulm, don der Marwitz, beauftragt, dem Bischof Krementz »on Ermland den für die Üebernahme seines neuen Amtes als Erzbischoff von Köolny erforderlichen dircheneid abzunehmen. Diese feierliche Handlung jand bereits am 6. ds. in dem Sitze des Bischofs b. d. Marwitz, in Pelplin im Kreise Stargard, in dessen Hauskapelle im Beisein des dortigen Dom⸗ abitels statt. *Jenseits des Kanals bilden selbst⸗ xerständlich die Erklärungen- welche Lord Salis⸗ »ury im Oberhause anläßlich des Wiederzusammen⸗ rittes des englischen Parlaments am Dienstag ab⸗ jegeben hat, das Ereigniß der Woche. Sie ent⸗ vickeln das Programm des Tory⸗Kabinets hinficht⸗ ich der afghanischen und egyptischen Frage so⸗ vohl als auch hinsichtlich Irlands und werden yon der Londoner Presse im Allgemeinen beifällig ommentirt. Ueber beide erstgenannte Fragen hal ich der englische Premier allerdings mit unverkenn⸗ zarer Reserve, aber auch wiederum mit einer ge⸗ vissen Festigkeit ausgesprochen, welch' letztere nament⸗ ich in seinen Ausführungen über Afghanistan zu »emerken war. Man folgert hinaus, daß die Lage nicht ganz wolkenfrei sei, denn wenn Rußland die Berhandlungen bis zum Herbst verschleppen wolle, im alsdann Herat wegzunehmen, so sei die Gele⸗ jenheit günstig. Da zudem ein Petersburger Te—⸗ egramm der „Times“ meldet, daß die afghanischen Truppen von neuem an der Grenze koncentrirt vürden und daß der Emir Abdurrhaman enischlossen sei, bei der ersten passenden Gelegenheit Revanche ür die Niederlage seiner Truppen am Kuschkflusse zu nehmen, so scheint sich die Lage in Afghanistan allerdings wieder ziemlich kritisch zu gestalten, wozu noch kommt, daß die unter russischer Oberhoheit tehenden Saryk⸗Turkmenen neuerdings wieder eine rohende Haltung gegen die Afghanen zur Schau ragen. Lokale und pfaälzische Rachrichten. — Kaiserslautern, 9. Juli. Vor⸗ jestern Abend ereignete sich in einer hiesigen jamilie der gewiß seltene Fall, daß zu gleicher Zeit die älteste Tochter des Hauses Polterabend eierte, und der Storch die Zahl ihrer Geschwister noch um eines, das dreizehnte vermehrte. — Kaiserslautern, 9. Juli. Der Aus⸗ chuß des kaufmännischen Vereins hat beschlossen, wegen gänzlicher Theilnahmslosigkeit jeiner Mit⸗ glieder die Aufldsung des Vereins zu beantragen. — Kirchheimbolanden, 9. Juli. Auf die Beschwerde hiesiger Wirthe wurde den Besitzern von Straußwirthschaften und fliegenden Wirthschaften in hiesiger Stadt, auf dem Schillerhain und im Forstgarten durch das Bürgermeisteramt auf Grund Jesetzlicher Bestimmungen erdifnet. ihren Betrieb einzustellen. — Gleiszellen, 8. Juli. Vor einigen Tagen sank beim Mähen in den Bangertwiesen am Berg der Ackerer Anton Immel von hier plotzlich zis unter die Arme in den Boden. Bei naͤherer Unter⸗ uchung entideckte man ein fundamentiries Gewolbe, vahrscheinlich ein alter Gang des früheren Klosters Bliedenfeld. — — Vermis“tess. fSt. Johann, 9. Juli. Ein Anschlag am Portal der Eisenbahn ⸗ Hauptwerlstätte zur Kenntniß der Arbeiter lautet: —22 „Wir machen darauf aufmerksam, daß in ein⸗ elnen Abtheilungen, unserer Wertstätte die UArboi ———,—— Deutsches Reich. München, 8. Juli. Dem „M. Irbl.“ heilt der Abgeordnete Schels mit, daß er nicht vie Ahsicht babe sein Mandat niedetzuleden in so erschrecklichrr Weise abgenommen hat, da, wir mit großer Sorge dem Winter entgegensehen. Wenn nun auch jetzt noch hier und da ein guter Herdienst erzielt wird, so wollen wir doch einen Jeden zur größten Sparsamkeit ermahnen, und an die Roihlage des verflossenen Winters erinnern, wo es bei dem steten Arbeitsmangel nicht moͤglich war, lohnenden Verdienst zu finden. Konigliche Haupwerkstätte: Wenig.“ Frankfurt Jo Juli. Fürstin Bismarck sowie Graf Herbert Bisuat hebst Dienerschaft find heule Vormutag mit dem Schnellzug der Main⸗-Weserbahn um 9 Uhr 40Min. von Berlin hier eingetroffen und mn Russischen Hof abgestiegen. Die Herrschaften begeben sich von hier nach Homburg v. d. Höhe und werden heute Nachinitiag mit dem 2 Uhr 20 Min. Zug ihre Weiterreise dahin antreten. (Wie bon anderer Seite weiter gemeldet wurde, wird sich Hraf Herbert nach Konigstein begeben). pMunchen, 9. Juli.Im Sudjahr vom 1. Juli 1884 bis 80. Juni 1888 wurden von den hiesigen Brauerelen 898391 Heltoliter Malz dersoiten, ewa 140,000 Heltoliter mehr als im Jahre zuvor. 7 die Königin Isabella von Spanien wird am 18. d. M. in Paris eintreffen, einige Tage dort verweilen und dann ihre Reise zum Besuche ihrer Tochter nach München fortsetzen. 'Am Tage nach der Ankunft des Kaifers in Ems theilte der Kronprinz näher stehenden Per⸗ sonen unter innigem Bedauern mit, daß Kaiser Wilhelm nach erfolgter Ankunft dort fast volle wei Stunden ohnmächtig gewesen sei und sich nur iangsam erholt habe. Spauter erzuͤhlte er wieder nach eingelaufenen Telegrammen, daß der Kaiser sich prachtig erholt habe. Als merkwürdige Ver⸗ anderung an dem Wesen des greisen Monarchen sei zu bezeichnen, daß es ihm jetzt gleichgiltiger werde, wenn bei seinen Spaziergängen oder Fahrten sich eine größere Ansammlung des Publikums bilde. was ihn früher sehr gefreut habe. fGochwasser.) Krakau, 9. Juli. Die Flasse Weichsel, Skawa, Wiegrzowka und Dungjec sind gestern ausgetreten und haben eine große Ueberschwemmung verursacht. Dem „Pesier clohd“ zufolge stand schon gestern die ganze Gegend don Czernichow unter Wasser. Die Einwohner flüch⸗ selen.Die Kralauer landwirthschaftliche Gesellschaft unterbrach in Folge der allarmirenden Nachrichten don der üeberschwenmung ihre heutige Sißung, nachdem sie zuvor die Initiative zur Gründung cines Rettungs⸗Komiltés ergriffen. Weitere Meld⸗ ungen von heute besagen: Die Weichsel ist in stetem Waͤchsen. An den bedrohten Punkten wird seitens der Geniemannschaft, der städtischen Polizei und der Feuerwehr fortwährend Wache gehalten . Mehrere Hauser nachst der Weichsel stehen bereits im Wasser. Die durch die Stadt fließende Rudawa ist ausge⸗ sreten, die Vorstadt Zwierzyniec theilweise über⸗ ychweinmt. Mehrerr Brücken wurden beschädigt. Die in der Nahe der Weichsel wohnenden Familien werden delogirt. In Folge des anhaltenden Regens dird die Gefahr immer groößer. Die Wassermasse dom Haupft Weichselstrome drohte den zwischen letz serein umd dem verschütteten Weichselarm aufge · führten Damm zu durchbrechen. Man sucht den⸗ selben mit allen Mitteln zu erhalten. Die nahe⸗ Verein 4 „Du Kommset ja nicht.“ Am Sountag, den 12. Juli, bei günstiger Witterung, — Ennzert in der Gartenwirthschaft der Frau Julius Grewenig. 57 Anfang 83 Uhr· Ac Entrée für Nichimitglieder 20 Pfg. Es ladet hiermit freundlichst ein LDer Vorstand. Heute Sonntag Vaupnille Pis. jelegenen Ortschaften Rybaki, Dembnili und andere jehen unter Wasser. Seit heute früh ist der Wasserstand der Weichsel unverändert. — 7 Ueber die gefährliche Cholera⸗Reise des spanischen Königs geht dem Pariser Gaulois“ ein längerer Bericht zu, welchem wir olgende interessante Schilderung entnehmen: „Vor einer Abreise hatie Alfonso XII. zwei Briefe ge⸗ chrieben, einen an die Konigin und den anderen in den Ministerpräsidenten Canobas del Castillo Det Brief an“ die Konigin war wie folgt abgefaßt „Wenn Du diesen Brief liest, werde ich in Aran⸗ zuez sein. Beunruhige Dich nicht, quäle Dich nicht. Ich werde Nachmitiags wieder zurüd sein.“ Beim desen dieser wenigen Zeilen konnte die wackere Ge⸗ fährtin des tapferen Königs nicht ihre Thränen zu⸗ rüchalten. „Ich werde ihm nie verzeihen,“ sagte iie zur Infantin Isabella, „mich nicht davon in denntniß gesetzi zu haben; wir hätten doch so gut zeide hingehen können.“ Nach den Befehlen des Zönigs sollte Canovas erst um 9 Uhr den für ihn vestimmten Brief erhalten. Canovas, der augen⸗ olicklich leidend ist, lelephonirte dem Gouverneur, dem Kriegsminister und hierauf den anderen Ka— dinetsmitgliedern. Der Gouverneur begab sich trot eines heftigen Fiebers eiligst auf den Bahnhof und jolte, auf einer Lokomotive stehend, den König ein. Wenige Minuten später war dieses Beispiel von em Kriegsminister und einer gewissen Anzahl von dffizieren befolgt worden, so daß der König, der allein weggefahren war, bald einen glaänzenden Generalstab um sich hatte. Die Bewegung war inzwischen in Madrid auf das höchste gestiegen, der herühmte Platz Puerta de Sol von den Neugierigen Jlei ch wie die Eingängen des Palastet überfluthet dorden. Die Königin, welche in der Kapelle betete, mußzte sich am Balion zeigen, wo sie durch die Zu⸗ rufe des Volkes begrüßt wurde. In Aranjuez hatte der König vorerst das Militärspital besucht. Jeder dranke erhielt von Alfonso XI. ein gutes Wort: nuch ließ er eine Summe von 5000 Fr. zurück um den dringendsten Bedarf zu decken. Hierauf zegab fich der König nach dem Civilspital. Hier var das Schauspiel ein ergreifendes: 230 Cholera⸗ ranke waren da, darunter 60, die im Sterben lagen Der Koönig ruhig, ein Lächeln auf den Lippen, trat näher. Die Kranken selbst baten den König, zurüd⸗ utreten; allein Alfonso verließ das Hospital nicht her, als bis er die eingreifendsten Maßregeln an⸗ jeordnet hatte, und ließ gleichfalls eine Summe »on 5000 Fr. zurück. Sodann kamen die Kasernen in die Reihe. Der Koͤnig drückte einem jeden der Iffiziere die Hand, die erklärt hatten, daß fie, weit entfernt, die Stadt zu verlassen, vielmehr fest ent⸗ chlossen wären, mil dem Vollke die Gefahren der Zeuche theilen zu wollen. Bald war die Begeister⸗ ing auf dem Gipfel angelangt. Alfonso besuchte pater ein Haus, wo acht barmherzige Schwestern rank darniederlagen, und er erfuhr, daß man ihnen ede andere Nahrung als trockenes Brod untersagt habe. „Euer Konig,“ sagte er zu Ihnen, „Cuer yrcund, Euer größter Bewunderer, bittet Euch im stamen der Menschlichkeit, während der Dauer der Fpidemie Fleisch zu essen“. Auf der Straße ries nan dem König zu, abzureisen. In Madrid leigerte fich die AJuftegung jeden Augenblick. Die Menge, welche die kdnigliche Familie ungaufhörlie zegrüßte, entschloß sich, nach dem Bahnhose sehen und die Ankunft des heldenmüthigen — ibzumarten. Das Volk zog dem Zuge enigegen der eine Viertelstunde vor dem Bahnhof sichen leiben mußte. Kaum hatte der Koönig den Wagn yxerlassen, so stürzte sich die Königin in seine Arme Die Lufi erbebte von Hochrufen;“ das Schauspie var in diesem Augenblick unbeschreiblich. dag nitten im Volke eingeschlossene Koönigspaar konm aum zu dem Orte gelangen, wo es der Auß. räucherung unterzo gen werden sollte. Ihr Wagen war eher vom Volke, den denn von Pferden gezogen Fs lebe der tapfere König! Es lebe der toni bon Spanien! So muß sich ein Souverän be ragen Es lebe der König, der sein Volk liebt! Das waren die Worte, die man während einet jalben Stunde auf dem Wege, der vom Südbahn⸗ hof nach dem Palaste führt, hören konnte“. London, 9. Juli. Nach einem Tele zramm der „Times“ aus Philadelphia haben di irikenden Eisenbahnarbeiter in Cleveland (Ohio) bollständig von der Stadt Besitz ergriffen. Die Leiter verschiedener Eisenwerke wurden gezwungen, ieselben zu schließen. Ein Fabrikant wurde ange. griffen und arg geschlagen. Die Miliz hat sich in zerschiedenen Zeughausern versammelt und ist bereit. m Nothfalle die Polizei zu unterstützen. Gemeinnüutziges. Gegen Bienenstiche. Gegen den Stich de Bienen empfiehlt sich das Aufdrücken eines Kupfer⸗ tückes, z. B. eines kupfernen Geldstückes, auf die Stelle, wo die Biene gestochen hat. Der Schmerj oll sofort gemildert werden und keine Anschwellung eintreten. Ist solche schon eingetreten, so wird sie ergehen, wenn man das Kupferstück zehn biß ünfzehn Minuten lang auf der Stichstelle liegen äßi. Natürlich darf an dem Kupfer kein Gruͤn⸗ pan sich befinden. Fur die Redaltion verantwortlich: FJ. X. Demeß. Aus der Pfalz, 20. Mai. Seit die Titlinge Lotterie das Feld geräumt hat, ist in den Absat der Kaisert⸗ lauterer Kirchenbauloose neues Leben und rascheres Tempo gekommen. Wir glauben nun allerdings nicht, daß un die gunstigen Gewinnchancen (auf zehn * schon ein Trefferh) und die lodenden B30, 000 Mark diesen Aus chwung bewirkt haben. Vielmehr mag jegt hauptsachlich zer Zweck dieser votterie zur Geltung kommen. Wenn man aamüch sich vergegenwärtigt, daß die Stadt infolge ihre großarligen indusiriellen Äufschwungs im Laufe der lehien X V rwägt, daß das Gros derselben dem Arbeiterstande angt⸗ hört; so wird man leicht empfinden, daß in Kaiserslautern in Kirchenbau geradezu eine Forderung der Zeit ist, aber die Aufbringung der dazu erforderlichen Mittel ungemein chwierig fallt. Ein Scharflein dazu, ein Baufiein zum Zoiteshause ist darum jederzeit willlommen, selbst wenn der Beitrag durch Abnahme eines Looses geleisiet wird. 6⸗ sann auch kaum ein besseres Bindemitiel zwischen Pfalz und Vahern gefunden werden, als die Unterstühung eines pflb aschen Unternsehmens durch die jenseitigen Kreise. Liefer⸗ die, liebe Leser, den Veweis, daß die raumliche Isoliruns der baherischen Pfalz ohne Einfluß auf das Gefuhl der Zusammengehorigteit gebüeben ist. Bayern⸗Pfalt, Gon whalis ZJedes Kaiserslauterer Loos ist in ben danden cines Altbayerz ein Zeuge und Veweis, daß die Zusammen zehbrigkeit wirklich empfunden wird. TanzUnterricht. — —8 von mir gegen die Thefra Georg von Gruͤn zu Schnapꝛ bach gemachten ehrenruͤhrigen Belei digungen nehme ich hiermit, als an Unwahrheit beruhend, zurück. Schnappbach am 9. Juli 1886. — . v. Ehr, Bergmann —IXXLLE * S8cheine füt die Gemeindekrankenver sicherung ind zu haben in der Druderei des „St. Inahortr Anzolner Den geehrten Damen und Herren hier die ergeb. Anzeige— daß Anfang August der Tanzunterricht beginnt. Eine Liste zur gef. Einzeichnung liegt bei derrn Cher. Kaiser hier offen. Sochachtungsvoll A. Bäclier. Rechnun— n zu Zedermanns 8 Gebrauch and stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. — — —— Frachtbriefe für gewöhnliches Gut Eilgut — — —tt⸗⸗77 IVX —*2*7 —;XEXV —— Bachaon h ———— oruntorrieht 83 — — J. Rickel. u ledtãr durιναιιννναν— 5328 —A 77— di ι —* —88 8 77 να Zeα. zu haben bei 4— F. X. Demetz. —— — —— — — — Daud und Norsan von ? Dem⸗ n SInqnbor Sierzu Jllustririe —AXX 2. zt. Ingherter Amzeiger Anmtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — — Mä—VAXPBAVVII der St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalr Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ glaut und Sonntags mit 8seitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.A 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post —XEXX A Zuflellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 6, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 136. Montag 13. Juli 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. * Nach den nunmehr feststehenden Reise »ibpositionen verläßt Kaifer Wilhelm zIms an diesem Dienstag, den 14. Juli, um zu⸗ nachst einige Tage an der Seite seiner erlauchten hemahlin in Koblenz zu verbringen. Von Koblenz zus erfolgt dann die Weiterreise nach Gastein, die edoch in Karlsruhe und auf der Insel Mainau eine Unterbrechung erfährt. In Gastein erfolgt die Anlunft Kaiser Wilhelms am 21. Juli; seine Zu⸗ ammenkunft mit Kaiser Franz Josef wird zwischen dem 12. und dem 15. August stattfinden und war vorausfichtlich in Ischl. * Die europäische Diplomatie hat hre Sommersiesta angetreten und die poli⸗ ischen „Hundstage“ haben somit ihren Anfang genommen. Fürst Bismarck weilt bereits seit inigen Tagen in Varzin, seinem pommer'schen Tusculum und man darf demnach annehmen, daß der politische Horizont für die nächste Zeit ein jeiteres Antlißz zeigen wird, denn sonst wuͤrde der⸗ enige Staatsmann, in dessen Händen schließlich ʒe gesammien so vielfach verschlungenen Faͤden der nropaischen Diplomatie zusammenlaufen, sich wohl ioch nicht in die Stille des Landausenihaltes zu⸗ üdgezogen haben. In der That herrscht auch zezuͤglich der die hohe Politik aim meisten bewegen. yn Fragen gegenwärtig absolute Windstille; dies gilt namentlich hinsichtlich der afghanischen Grenz ⸗ aire, über welche die Verhandlungen zwischen ingland und Rußland zur Zeit vollkommen ruhen, vie aus den neulichen Erklaͤrungen Lord Salis zurh't im englischen Oberhause zu entnehmen ist. Auch die verschiedenen Seilen der eghptischen Frage ragen gegenwaͤrtig ein ziemlich mondiones Aussehen sur Schau, höchsens die Suezkanalfrage- durfte was mehr in Fluß kommen, wenigsiens sollen am englischen Parlamente demnächst hierauf be⸗ Aͤgliche Altenstücke zugehen. Wenn somit Fragen zon allgemeinerem politischem Interesse Europo wgenbliclich nicht beschäftigen, so ist dafur eint andere Angelegenheit geeignet, die allgemeine Auf⸗ werlsamkeis auf fich zu sehen: die von Spanien set drohende Choicragefahr. Daß die Epidemie u der Pyrendenhalbiasel immer weiter um sid neift. laßt fich gicht mehr leugnen und so trit magst fur den Rachbarstaat Spaniens im DOsten, un Frankreich die ernsie Pfücht heran, der drohen ien Weiterverschleppung der Seuche nach Frank * und dem übrigen Curopadurch geeignete genmaßregeln moglichst vorzuheugen. Bis jetzt o fich die franzosische Regierung darauf de⸗ 8 nit In haben, an den bon Spanien nach rg führenden Wegen, sowie an den Eisen- —3 — an der spanischefranzoösischen Grenze 3 iungsposten und Landquarantaine⸗Anstaliten oo— Vielleicht werden die aus Spanien * reden beunruhigenden Cholerabulletins die 9 sische Regierung doch zu eiwas ausgedehmeren n veranlassen. Freilich, eine vollfiandige uetperrung würde fich als eine ebenso unnüße dezaronische Waßtegel erweisen. wie die dorjährige anedidemie bewies, welche vom sudlichen uteich die Alpen üderstieg und in Italien äin- 6 ohne daß der nalienischerseits gezogene airgrenzcorden dies hatte verhindern lönnen. and renttum ist seitens der d ste r⸗ chen Vegierung vieber aine neue Kon- gession gemacht worden. Dr. Martin Rziha, Pro⸗ essor am Theologen⸗Seminar zu Budweis, ist zum Bischof von Budweis ernannt worden. Dr. Rziha st ein eifriger Anhänger der czechischen Partei und er wird jedenfalls den ganzen weittragenden Einfluß eines neuen Amtes aufbieten, um der czechischen Sache auch im südwestlichen Böohmen zum Durch⸗ zruch und zum endlichen Sieg zu verhelsen. Gerade hier findet der neue Bischof das Feld für seine »hne Zweifel in dieser Beziehung zu erwartende Thätigkeit schon ziemlich geebnet vor; z. B. war die Stadt Budweis selbst vor einigen Jahrzehnten noch fast ganz rein deutsch und heute gehören von den Einwohnern vierzig Prozent- der czechischen Nationalität ay — gewiß ein eklatanter Beweis ür die forischreitende Czechisicung Bohmens. * Die gemäßigten xepublikanischen Parteien Frankreichs sind mit einem Manifest in die Wahlbewegung eingetreten, welches knapp, aber klar ie hauptsächlichsten Forderungen der republikanischen Bruppen enthält. Das Manifest spricht sich für steduktion des Militärdienstes, unbeschadet der na⸗ ionalen Vertheidigungskraft, und für ökonomische steformen, namentlich für eine Abanderung des Ab⸗ jabewesens und für ernsiliche Herstellung des Gleich⸗ sewichts im Budget aus. Bezüglich der Frage der Trennung der Kirche vom Staat erklärt sich das Manifest für eine Politik, welche die Freiheit des Bewissens respektire, aber entischieden ein Priester⸗ hum bekämpfe, das unter der Masle der Religion nur eine Vereinigung aller der Republik feindlichen Parteien sei. Rach außen verlangt das Manifeß eine würdige, feste Politik, unter Vermeidung jeg⸗ licher Politik der Abenteuer; es schließt mit einem Apell der republikanischen Union gegen die Monar⸗ histen. Diese Kundgebung wird jedenfalls nicht derfehlen, in den Kreisen der gemäßigt⸗republikani⸗ schen Wähler den besten Eindruck zu machen. * Die spanische Kolonialpolitit plant zinen kräftigeren Anlauf, als bisher. Die spanische Regierung gedenkt den übrigen Kabineten die offi⸗ zielle Mittheilung zu machen, alle Faktoreien, welche in den an der Westküste Afrikas zwischen den Kaps Bojador und Blanco besetzten Gebieten, in Aequa— orialafrila am Munifluß und an anderen Punkten don der afrikanischen Gesellschaft und anderen panischen Handelskompagnien errichtet worden find, ihr Protektorat zu nehmen. eVon der westlichen Hemisphäre kommen recht unerquickliche Nachrichten. Im üdwestlichen Kansas (Nordamerika) herrscht große Aufregung, da einige Tausend Ansiedler aus Furch! por den Indianern ihre Besitzungen verlassen haben und in die Städte geflüchtet sind. In Cleveland find von den strikenden Eisenarbeitern bedenllicht Auaschreitungen begangen worden. Ein Aufftand ist in der südamerikanischen Repubjil Venezuela ausgebrochen und endlich ist es in Peru zwischen den Aufftandi⸗ schen unter General Caceres und den Regierungs⸗ ruppen bet Jauja zu einem Zusammenstoß gekom⸗ men. Rach funfftündigem, fur beide Theile ver⸗ lustreichem Kampfe wurde der durch das Treffen iterbrochene Wafienftillstand einfach wieder erneuert Die streikenden Eisenarbeiter in Cleveland, Ohio, haben, nach einem Telegramm der „Times“ aus Philadelphia, vollstandig don der Stadt Besiß ergriffen. Die Leiter ver⸗ schiedener Eisenwerke wurden gezwungen, dieselben zu schließen. Ein Fabrilant wurde angegriffen und arg geschlagen. Die Miliz hat sich in ver— schiedenen Zeughäusern versammelt und ist bereit, im Nothfalle die Polizei zu unterstützen. Deutsches Reich. Berlin, 12. Juli. Aus Ems wird mitges cheilt, daß der Kaiser nach beendeter Rur am nächsten Donnerstag von dort mit den Herren seiner Be— dieitung abreisen und sich wie alljährlich wieder noch auf einige Zeit nach Wildbad Gastein be⸗ geben wird. Vorher jedoch stattet der Kaiser noch der Kaiserin in Koblenz und demnächst mit der⸗ selben der großherzoglich badischen Familie auf der Mainau mehrtägige Besuche ab Nahere Nach⸗ richten über die ferneren Reisedispositionen des daisers von Bad Ems aus sind jedoch bis zur Stunde noch nicht hier angelangt. Berlin, 10. Juli. Wie hiesige Blatter nelden, wird der Kaiser Franz Joseph am 8. uind 9. August in Innsbruck weilen wo ein Schützenfest abgehalten wird. Daraus erhelli, daß der Besuch des Kaisers Wilhem in Ischl jeden⸗ jalls nicht vor dem 11. Auguͤst statifinden dürfte. Auslaud. Aus Kairo wird dem „Reuter'jchen Bureau“ interm 9. d. gemeldet, es werde daselbst mit Ve⸗ timmtheit behauptet, daß Falls nicht vor dem 1. Zeptember thatige Schritte ergriffen werden, die gyptische Regierung bankerott sein werde. korale und pfalzisee Machrichten. St. Ingbert, 12. Juli. Bei dem am Freitag Mittag über unsere Stadt hingezogenen Bewitter hat, wie wir nachtraglich erfahren der Blitz in eine Pappel am Gabwege eingeschlagen. Der Schlag traf den Stamm iwas unter der Halfte und riß von demselben bis zur Wurzel die Kinde los. Eine Rinne am Holze bezeichnet den Beg, den der elektrische Funse am Stamme ab— warts zum Boden nahm. St. Ingbert, 13. Juli. Als Selten⸗ heit wird uns mitgetheilt, daß Herr Schneider⸗ neister Jost dahier an einem Weinfiode an seinem dause bereits Weinbeeren von der Größe einc wohlentwidelten Erbse hat. — Als weiter⸗ Selten⸗ heit in der jezigen Jahreszeit wurde uns an einem m letzten Fruͤhjahre gepflanzten Apfelbaumchen ein zanzes Büschel schön entwickelier und angenehm duftender Blüten gezeigt. St. Ingabers, 18. Juli. Geftern machten die altiven Mitglieder des Gejangbereins Gemith⸗ üchleit“ von hier in einer Starte von ciwa 40 Mann einen Ausflug nach Forbach, um daselbst an inem Sängerfeste theilzunehmen. zu welchem aus den Reichslanden, aus Preußen und der Pfalz zegen 30 Gesangvereine ihre Mitwirlung in as icht gestellt hatten. Die Parthie soll für unsere Gemulthlichen“ sehr angenehm abgelaufen sein. * Das gestern Nachmitiag im Grewenig'schen Garten stattgehabte Konzert des Vereinß „Du kommst ja nicht“ war sehr zahlreich besucht. Wie man uns mittheilt, nahm dasselbe einen recht befriedigen⸗ den Verlauf, wozu in erster Linie der gut⸗ Stoff und die heiteren Weisen der Musik die Vorbeding⸗ ung lieferten. 17Sqnappach, 12. Juli. Gestern Abend zrannte es in unserem Nachbarorie Allenwald, Der Brand entstand in einem unter dem Wobhnrad befindlichen Stalle und ist der Schaden nicht be⸗ deutend. J s[J Schnappach, 12. Juli. In dieser Woche verletzten sich ein Glasmacher u. ein junger Bursche auf der Mariannenthaler Glashütte durch abspringende Glasmassen so bedeutend, daß beide in das Spital nach St. Ingbert gebracht werden mußten. — Vorgestern, den 11. ds. wurden von dem Amisgerichte in KRaiser slaut ern 10 Schreiner⸗ zesellen, welche früher bei der Firma Gebr. Andre in Arbeit gestanden und bei derselben am 830. Juni ohne Einhaltung der gesetzlichen Kundigungsefrist die Arbeit verlassen haben, zur Zahlung einer Entscha⸗ digung von je 80 Mark verurtheilt und zwar aus dem Grunde, weil dieselben die Arbeit ohne vor⸗ herige Kündigung verlassen haben, wodurch genann⸗ ier Firma ein nicht unbedeutender Schaden er⸗ —X —.In Neustadt hat die Familie Dacquo in daukenswerther Freigiebigkeit 7000 M. gespendet, um die Kirchen in Neusiadt und Winzingen zheize har machen zu können. — Speyer, 11. Juli. Seine Ercellenz Staatsminister Frhr. v. Crailsheim ist gestern nach Munchen, Seine Excellenz Hr. Regierungspräsident Staatsrath v. Braun heute nach Kissingen abgereist. — Aus Ludwigshafen, 9. Juli, wird der „N. B.⸗L.⸗Ztig.“ geschrieben: Der bei der Butererpedition Ludwigshafen a. Rh. angestellte bmann hat seine Entlassung aus dem Dienst der Licitation. Samstag, den 1. August 1885, Nachmittags 2 Uhr. zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Burgermeister Heinr ich, werden durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich hiezu beauftragten k. Notar, die nachbeschriebenen Liegenschaften ab⸗ heilungshalber offentlich in Eigenthum zersteigert, all Steuergemeinde St. Ingbert: . Plan Nr. 733 2 Flaäche. Wohn⸗ jaus und Hofraum, Plau Nr. 7338 1a 9 qm. Garten und Plan Nr. 1182, 4 4 830 qm Farten, alles ein Ganzes bildend, Jelegen zu St. Ingbert im Jo⸗ sephsthal oder in den Stauch⸗ gaͤrten neben Franz Jacob Wolff und Fettig. Plan Nr 78 und 79, 2 4 0 qm Fläche, worauf ein ein⸗ stoͤdiges Wohnhaus mit Einfahrt, Hintergebauden, Gärichen, Hof⸗ raum und sonstigen Zubehörungen, gelegen an der Kaiserstraße zu St. Ingbert auf dem sogenannten hoͤfchen neben Georg Jung und Johann Woll's Erben. Plan· Nr. 951, 9814 O V⸗ Isii. 7 a 20 qm Garten in den Dilmesgärten oder Großgärten. Eigenthümer sind : Die Kinder und Benefiziarerben erster und zweiter Ehe des in St. Ing · bert wohnhaft gewesenen und all da oerlebten Hüttenbeamten Gustav Zix, als: I. Oskar Carl Zix, Verterinar⸗ praktikant in München wohnhaft, groß ahriger Sohn erster Ehe des Verlebten mit der gleichfalls verstorbenen Anna Haase; II. die Kinder zweiter Ehe des genannt verleblen Guflav Zir, er⸗ zeugt mit ver ebenfalls verstorbenen Amalie Kautz Ramens: 1. Emilie Amalie Kaiharina; 2.Paulina Anna Maria Josephina; 83. Gustav Robert und 4. Oskar Emil ZSix, jammitliche noch minderjährig, welche den Ludwig Kautz, Kaufmann, in St. Johann an der Saar wohnhaft sum Danvbormund, und Alfred Simon, Fabritant in Zweibrücken wohnhast, sum Nebenvormunde haben. St. Ingbert, den 11. Juli 1885 Kemmer, 35 *338 t. Notax. 35 — n Bgfälzischen Eisenbahnen vom 1. August nachgesuch ind erhalten. Seit Jahren als Anhänger des Normonenthums bekannt, hat sich derselbe ent⸗ chlossen, seine fichere Stellung mit Verzicht seiner Ansprüche auf Pension aufzugeben, um mit Kind ind Kegel ins gelobte Land Utah überzusiedeln. Daß er vor Jahren seine Frau dazu vermocht hat, ich in kalter Februarnacht im Rheine taufen zu assen ist hier stattbekannt. Der Umstand, daß ieselbe in Folge der kühlen Douche nicht erkrank st, hat P. in seinem Glauben noch mehr bestärkt. Erdmannsdörfer und Zangenmeister von Heidelber Abg. Landrath Knebel von Merzig und — richtsrath Wilhelmi von Homburg beiwohnten, — zjegen verschiedene andere Auswärtige und inshe⸗ sondere die Herren Kommerzienrath Stumm * Neunkirchen, Geh. Rath Professor Nasse von Vonn und Professor Dove von da verhindert waren. Et ist nunmehr auf den 14. c. abermals an Ort un Stelle eine Komits⸗Sitzung anberaumt worden, in welcher u. A. der an das deutsche Volk zu erlassende Aufruf Fertiggestellt werden soll. Voraussichtig wird diese Sitzung des Komitss, welches sich in— zwischen schon durch ganz Deutschland verzweig bat, eine starle Betheiligung finden und sonut di nationale Angelegenheit einen gedeihligen Fortgana nehmen. F.Bei den Hochzeitsfeierlichleiten in Kröchlen— dorf ist Professor Schweninger in unge. woͤhnlicher Weife ausgezeichnet worden. Graf Bi marcdk brachte einen Toast auf ihn aus, in welchem er ihn als den Begründer des Glückes der Famil Bismarck feterte· Nicht bloß daß Professoi Schweninger den Reichskanzler wieder gesund ge. macht, sondern er habe auch ihm, dem Neuvermahl— ten, durch seine vor Jahren vorgenommene glüchich— Kur es überhaupt erst ermöglicht, das schönste Fef seines Lebens zu begehen. Nach diesem Toast um— ringten die Anwesenden Herrn Schweninger, beglüc vünschten und umarmten ihn. Fur die Redaltion veran vortlich: F. X. Demeß. Vermischtes. —FWürz b ur g 8. Julir Der Unteroffizier B. der 2. Kompagnie des Trainbataillons wurde n der Nacht von Samstag auf Sonntag von einigen Strolchen am Dreikronenthor unter dem Rufe: „Du dift derjenige, der die Rekruten so schindet!“ über⸗ allen und durch 16 Hiebe und Stiche auf Kopf, Rücken und Brust mit Messer und Schlagring der⸗ itt verletzt, daß er nur mit Unterstützung einiger Nachtwächter nach dem Lazarath gelangen konnte, wo er gefährlich krank darniederliegt. J F Kreuznach, 10. Juli. Das Projekt, den veiden befreundeten Helden Uhrich v. Hutten ind Franz v. Sickingen auf der Ebernburg ein gemeinsames Denkmal zu gründen, schreitet rüstig vorwärts. Am 20. Juni wurde in den stäumen jener Burg die letzte Komits. Sitzung ab⸗ zehalten, welcher neben dem Lokal⸗Komité von auswärtigen Mitgliedern die Herren Professoren .0 00000) BVNh Todesanzeige. EGtatt jeder besondern Anzeige. * Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen unser liebes Töchterchen im zarten Alter von 6ia Jahren gestern Abend um 91. Uhr nach kurzem Kranksein zur Schar seiner lieben Engel abzuberufen. Die Beerdigung findet statt nächsten Mittwoch Nachmittag um 5ß Uhr. — Unm stillez Beileid bittet im Namen der trauernden Familie ——u Eehrer Müuller. Schnappach, 13. Juli 18883. als: Chlorkalt Carbolkalt Carbolsäure Eisenvitriol empfiehlt Materialwaarenhandlung von DLL. eæry Ludwigsstraße Nr. 86. Alle Farben trocken u. im Oel fertig z. Anstrid lowie Fußbodenöl und Lacle billigst bi P. Ferv. Fonsum-Verein zu Mariannenthaler Glashütte Eingetragene Genosseunschaft. Die Mitglieder werden hierdurch zu det am Freitag, den 17. do. MNts., Abends X Uhr slattfindenden * 1 ordentlichen Generalversammlung m Saale von M. Schneider Hiet höfl. eingeladen. — Tages-Ordnunet A — — — 3 1. Rechnungsablage pro 188418838. 3 2. Neuwahl der Verwaltungsorgane. —— Mariannenthaler · Glashutte, den 11. Julii.... .Der Vorsitzende des Verwaltungsrathes. Gegen Fleéchten befitze ich ein vorzügliches Hausm für dessen sichern Erfolg ich gatannt R— Seifert, Buchhaͤndler, Cottbus. 18 —m——— 2—————— ——⏑—⏑—⏑—⏑—⏑— 2 —!êë ——⏑ — —⏑, —⏑ ⏑ — —— — — — — —— Zur Anfortigung von billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden ————— Kirshenkan⸗ —RXRVC. — iserslauterer elde⸗Follerie J Druckarbeiten — * U. —IVVV——— Auf 10 Foose bereits 1 Treffer. 4 Sempfsehlt xieh die Buch- und Steimaruckerei F.X. Deomotz Verlag IAcet. Tagbertor Anaioiger) s8t. Inxbert. —— aupttreffet; 80000, 10000. 2500, 31000, 6500, 8200, 40 100 ꝛ. V 20000 Geldgewinne i. Betr. v. 125000 M. .ohne Abzug. * Loose à 2 M. bei allen bekanten Verkaufsstellen und beider .. General⸗Agentut Alb. Roesl in München. in St. Ingbert bei Johann. Weirich, Friseur, und Franz Woll, Buchhandlung. — — — — — —E —X —X —XV —— Aaicinen· leckalu rreee Aufnabmo: — froi. — April u. —— Druck und Verlag von F. X. Demeß in Si. 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St · Ingberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ glati und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 4 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 78 H, einschließlich 04 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 8, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 137. Dienstag, 14. Juli 1885. 481 bessere Organisation des deutschen Exportgeschäftes Fremdländische Ausstattung entichieden abgeholfen worden. Die z. Z. noch bestehende falsche Etikettierung deutscher Fabrikate. m internen Verkehr hat aber Gud einen anderen Brund. Es ist dies das vollständig unberechtigte Vorurtheil unseres Publikums gegen deutsche Indu⸗ trieerzeugnisse, es ist die leidige Vorliebe für alles Fremde und insbesondere für ausländische Waaren. Die Fabrikanten werden fast zur falschen Etikettier⸗ ing gezwungen. Es würde ungerecht sein, wollte man jenen Industriellen, deren Erzeugnisse unter falscher Flagge egeln, mit Strafen drohen und belegen. Wenn twas Strafe verdient, so ist es der Mangel an krziehung oder Patriotismus. Es darf wohl kaum zu unserer Entschuldigung dienen, wenn jener Mangel nicht blos eine deutsche Stammeseigenthüm⸗ ichken ist; denn es herrscht nicht weniger in Eng⸗ and die gleiche Vorliebe für gewisse französische ind in Frankreich für gewisse englische Waaren. Wie jedoch bereits angedeutet, befindet sich die kntwickelung unserer heimischen Industrie gerade in diesem Emanzipationskampf auf dem letzten Wege. Immer mehr faßt sie auf den inländischen Stapelplätzen festen Fuß und rechtfertigt anderer⸗ eits das Vertrauen auf ihre Leistungsfähigkeit. Im nternen Verkehr hat denn auch die frühere Ge⸗ wohnheit, fremdländische Bezeichnungen zu wählen, — und das muß mit großer Freude begrüßt werden — erheblich abgenommen. Namenilich mit der wieder erwachenden Ent⸗ vickelung edleren Geschmackes und besseren Stiles, nit dem Ausrotten des „billig und schlecht“, dver— chwindet auch bei unserem Publikum die Vorliebe ür das Fremde. Unsere immerhin noch jung zu nennende In— hustrie stellt sich immer mehr und mehr den besten ausländischen Leistungen ebenbürtig an die Seite und setzt sich dadurch in den Stand, die falsche dülle auch den ausländischen Kunden gegenüber bzuwerfen. Bereits haben es viele Engrosgeschäfte, fast Janze Industriezweige erzwungen, daß ausländische Abnehmer sich der speziellen Bezeichnung des Ur⸗ prunges der Waaren als deutsche Waaren unter⸗ verfen. Hauptisachlich sind es die Vereine der Schokoladen- und Hutfabrikanten, welche bahn⸗ —XX eachtenswerthen Vorgang entschiedenes Lob und entschiedener Dank. Jetzt, wo Deutschland ein Reich ist, seit wir elbst Kolonien und direkte Absatzgebiete befitzen, seit das eigne Bewußtsein mehr erwacht ist und der Beschmack bei uns sich mehr ausgebildet hat und Erfahrungen gemacht und gesammelt worden sind, jetzt ist es wohl an der Zeit, daß alle deutschen Fabriken und alle deutschen Industriezweige nur rigene Marken und Etiketlen anwenden, daß sie alle Packungen mit kunstlerisch ausgeführten Zeichnungen ind Monogrammen herstellen lassen, jetzt ist es an »)er Zeit, energisch aller falschen Etikettierung ent⸗ gegen zu treten. 5. Das ausländische Publikum wird sich, so weit das noch nicht geschehen ist, sehr bald von dem wahren Werth der deutschen Waaren überzeugen und belehren lassen, und der Export dürfte dadurch ganz erheblich gefordert und der inneren Weiterent⸗ wickiung unserer Induftrie ganz entschiedener Vor⸗ cchub · geleistet werden. Wohl trägt der deuische Name bis in die ent⸗ erntesten Erdgegenden einen quten Klang, er wird Seit dem großen deutschen Kriege mit Frank—⸗ eich in den Jahren 1870-71 ist auf dem Gebiete er Ausstattung und Benennung der deutschen Er— eugnisse enischieden eine riesige Umwandluug zu ꝛerzeichnen. Allüberall hat man eingesehen, daß ije in Deutschland hervorgebrachten Fabrikate nicht esser werden, wenn sie mit französischen, oder eng— ischen, oder sonst welchen ausländischen Namen zeschmückt wurden, oder, was noch toller war, wenn zeuische Erzeugnisse erst nach Paris und London jingen, um von dort als Pariser „Nouveautés“ —XV jande zu fabelhaften Preisen verkauft zu werden. Die letzten Fälle dürften wohl in der Gegen— vart zu den Seltenheiten gerechnet werden. die Frage der Ausstattung jedoch besteht noch bei bielen Fabrikaten fort. Und auch das sollte und nuß noch anders werden. Die deutschen Waaren dürfen weder durch Ver⸗ jadung noch Ausstattung durch Etiketten und der⸗ Jleichen den Anschein eines ausländischen, nament- ich ftanzösischen oder englischen Ursprungs gewinnen. diese Unsitte schließt nicht nur eine Täuschung der Konsumenten ein, sondern sie muß auch auf die Dauer das Ansehen und den Absatz der deut— chen Industrie benachtheiligen, und, was die hauptsache ist, die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Fabrikates wird in arge Mitleidenschaft gezogen. Es ist wohl nicht zu viel behauptet, wenn gesagt vird, daß alle Fabriken, alle Industriezweige in der dage und im Stande sind, nicht nur zu ihrem igenen Nutzen, sondern auchzum Nutzen des Gemein⸗ vohles die eigne deutsche Marke im Welthandel zu bhren zu bringen. Es müßten schlechterdings auf deutschen Waaren alle französischen und englischen der sonst fremdländische Bezeichnungen, Namen, Ausdrücke ꝛc. ?c. verpönt werden. Das gilt aamentlich von Seifen, Parfümerien, Tabaken, hummi, Maschinen, Werkzeugen u. a. m. Sind etwa unsere deutschen Schaumweine chlechter geworden, seitdem die deutschen Fabriken im Rhein und an der Mosel ihre Fabrikate mit eutschen Schildern versehen? Oder ist unser Post⸗ xez. Briefpapier geringer und untauglicher geworden. eildem es nicht mehr mit „Bath“ oder „finest ZDuality“ ausgezeichnet ist? Sicherlich nicht! — Es mag zum Theil noch vorkommen, daß von ranzösischen und englischen Kommissionären eine temdländische Ausstattung verlangt, vielleicht sogar orgeschrieben wird. Vor noch wenig Jahrzehnten nußten wohl unsere Industriellen sich solchen An— orderungen fügen, heute gehört dies zu einem iberwundenen Standpunkt, wir sind nicht mehr in m Maß wie früher auf den Vertrieb durch jene dommissionare angewiesen. Die Großindustriellen iber müßten solche Zumuthungen euergisch abweisen, ind insgesammt, Industriezweig für Industriezweig — die Verpflichtung übernehmen, nur folche daren in den Weltverkhehr zu bringen, welche den )eutschen Namen und deutsches Gesicht rragen. Ein Hauptgrund der falschen Etifettierung aber auch noch darin, daß viele Industriezweige noch direkten Verkehrs zwischen Produklionsplätzen ihrrn Absatzgebieten ermangelten, daß sie von enden Ziwischenhändlern abhüngig waren. *— diesem Nachtheile ist durch die in den letzten ren durch das Reich in das Leben gerufene 20. Jahrg. noch weit heller und lauter tönen, wenn allerorts bon der Güte und Preiswürdigkeit deutscher Waaren denntniß erlangt worden ist. Es ist entschieden unserer unwürdig, wenn deutsche Waaren mit fremden Namen auf den Markt kommen. Darum vorwärts ihr deutschen Industriellen und Fabrikanten, bringt den deutschen Namen auf eure deutschen Waaren, und vermag das der Ein⸗ zelne nicht, gründet Assoziationen und Kartellver⸗ bände! Wir sind Deuische, unsere Farben sind bekannt, möge man auch auf unseren Waaren unsere deut⸗ ichen Marken kennen lernen, E. W. Deutsches Reich. Berlin, 12. Juli. Dem Vernehmen nach hält die Reichsregierung an dem Plane fest, dem nächsten Reichstage bereitse inen Gesetzentwurf über die Altersversorgung der Arbeiter vorzulegen. Die betreffenden Vorarbeiten sind bereits eingeleitet und der Bundesrath dürfte sich im Herbste mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben. Berlin, 12. Juli. Se. Kaiserl. und Königl. doheit der Kron prin z wohnte heute mit sämmt⸗ uͤchen Mitgliedern der Königlichen Familie dem Stiftungsfeste des Lehr-Infanterie-Bataillons im Neuen Pailais bei Potsdam bei, wobei der Kron⸗ prinz den Kaiser vertrat. Ausland. Die Sonntagsruhe, die vor Kurzem in Desterreich eingeführt wurde, findet durchaus nicht allgemeinen Anklang. Namentlich in den Provinzen erklären sich Handwerker und Handels⸗ reibende gegen die obligatorische Sonntagscuhe und an die Behörden sind bereits zahlreiche Pe⸗ titionen um Wiederabschaffung der Sonntagsruͤhe eingelangt. Die oberösterreichische Handelskammer tichtet die Bitte an die Regierung, die Sonntags- ruhe in ganz Oberösterreich vollständig aufzuheben. kine gleiche Bitte stellen die Bädergenossenschaften mganzen Lande. Von anderen Ländern und inderen Gewerben liegen ähnliche Petitionen vor ind in Wien ist bereits die Gewerbebehörde beauf⸗ ragt worden, Bericht über die Petionen zu erstatten, velche theils die Abschaffung der Sonntagsruhe iberhaupt für das flache Land und kleinere Städte und Märkte, theilß die Erlaubniß zur Ausdehnung des Betriebs der Gewerbe auf den Sonntag Nach— mittag erbitten. In Wiener Regierungskraäsen soll die Geneigtheit vorhanden sein, die massenhaften Petitionen mindestens für einzelne Gewerbe und den Handel zu berüchsichtigen. Paris, 12. Juli. Paris rüstet sich in ge⸗ vohnter Weise auf das Nationalfest, d. 'h. die Einen hängen Fahnen hinaus und die Andern uchen irgendwo in der Nähe oder Ferne eine Zufluchtsstätte, um an dem heißen Tage dem Ge— vuͤhl, Geschrei und Abends dem widerwärtigen Znallen der Frösche auf allen Trottoirs zu ent⸗ jehen. Am gestrigen Tage allein sollen schon 69,000 Zariser mittelst Eisenbahn die Stadt verlassen haben, aämlich 18.000 mit der Westbahn (Saint-Lazare, 1500 mit der Südbahn, 14,500 von dem Vin— ennes · Bahnhofe aus, 8000 mit der Ostbahn, 7000 mit der Orleans. Bahn, 3000 mit der Bahn »on Sceaux und 17,000 mit der Nordbahn. Da⸗— zegen strömen die Provinzler und die ländlichen hewohner der Umgebung von Paris massenhaft jerbei und füllen die Straßen, die geringeren ßestaurants und die Omnibusse. —* Paris, 12. Juli. Der „Intransigeant“ eröffentlicht folgende sensationelle Nachricht: Dem hemaligen Diplomaten Billing habe der Machdi vor der Einnahme von Khartum angeboten, den Heneral Gordon gegen ein Lösegeld von 1,280,000 Francs, welches Lord Lyons nach dem Eintreffen der offiziellen Bestätigung von der Freilassung VBordons zahlen sollte, zu den englischen Vorposten uurückzuschicken. Billing habe diesen Vorschlag in Paris Lord Lyons mitgetheilt, derselbe sei jedoch von dem englischen Ministerium auf Verlangen dord Granvilles abgelehnt worden. 888 Madrid, 18. Juli. Wie es heißt, hätten die Minister des Innern und der Marine ihre Demission eingereicht. Petersburg, 12. Juii. Die fast durchweg aus dem Getreide bauenden Gouvernements ge⸗— meldete, anhaltend große Dürre ruft Besorgnisse für die diesjährige Ernte hervor Man fürchtet, und die Zeitungen sprechen diese Befürchtüngen aus, daß der Getreide⸗Export in diesem Herbst deshalb noch geringer als selbst im vorjährigen sein werde. New⸗Yort, 11. Juli. Der Sekretär des rieges hat angeordnet, daß 3000 Mann Soldaten sofort nach dem Fort Reno, in dem Indianer« Gebiet, abgehen sollen. Einem aus Colorado⸗ City in dem Siaate Texas kommenden Gerüchte zufolge, hätte in Neu⸗Mexiko ein Zusammenstoß zwischen dirten und Indianern stattgefunden, wobei 60 Indianer und 16 Hirten getödtet wurden. Lokale und pfälzische Nachrichten. »St. Ingbert, 14. Juli. (Ernennung.) Wie wir dem „Pf. Kur.“ entnehmen, wurde der Rechtspraktikant Herr Arthur Weber von Landau als Amtsanwalt an das kal, Amtsgericht dahier ernannt. * St. Ingbert, 14. Juli.“ Wie wir ver⸗ nehmen, hat Herr Fabrikant Warth zur Anlage eines neuen Fabrikelablissements am unteren Ende des Schmelzer-Waldes, neben der Bahn, von den dH. Gebr. Kramer einen etwa 4 Morgen großen Landkomplex erworben. ꝙ * St. Ingbert, 14. Juli. Vor einigen Tagen machie der neunjährige Junge einer hiesigen Familie den netten Versuch, den goldenen Ehering einer Mutter nach den Weisungen eines älteren Bruders in klingende Münze umzusetzen. Der Er- lös sollte in die Tasche des letzteren wandern, der iich wahrscheinlich damit gütlich thun wollte. Das schlau angelegte Plänchen der beiden vielversprechen ⸗ den Jungen wurde jedoch zu Wasser und der Ring zelangte durch die Polizei wieder an die Hand seiner rechtmäßigen Eigenthümerin. Hoffentlich sind aber die beiden Burschen für das an den Tag ge⸗ legte Talent und die gezeigte gute Absicht nicht zanz unbelohnt geblieben. — Wie bereits gemeldet, finden in diesem Jahr in der Pfalz einzelne Herbstmanöver fiatt. Bei Kirchheimbolanden beginnen am 28 August die Brigade -Uebungen der 7. Infanterie⸗ Brigade der 4. Division und dauern bis 1. Sep- demder. Hieran betheiligen fich das 5. und 9. Inf.Reg. Äm 3. September folgt Brigade ⸗ Exerziren im Terain; vom 4. bis 8. September Detache⸗ mentsübungen mit drei Bivouaks der Vorpoften wischen Kirchheimbslanden und der Lauter. Hiezu ireffen noch ein: die 1., 8. und halbe 4. Eskadron des 5. Chev.Reg., 5. und 6. Feldbatterie des 2. Feld⸗Art.“Reg. und die 2. Feld-Comp. des 2. pion.⸗Bat. Speyer. Bei Zweibrücken finden vom 22. bis 27. August Regiments⸗Uebungen des 17. und 18. Inf.⸗Reg. statt, dom 28. August bis 2 September folgen Brigade-Uebungen, vom 83. bis 8. September Detachements⸗Uebungen mit drei Bivouaks der Vorposten zwischen Zweibrücken und dandftuhl. Hieran betheiligen sich noch die Z. 5. und halbe 4. Eskadron des 5. Chev.⸗Reg. 7. und 3. Feldbatterie des 2. Feld⸗Art.⸗Reg. und 3. Feh⸗ Comp. des 2. Pion.⸗Vat. Speyer. — Reustadt, 11. Juli.“ Die Neust. Ztg!“ widerruft ihre Meldung, daß Herr Schützenmeister Bennheimer seine Stelle aus politischen Grüͤnden niedergelegt habe; der Rüdtritt erfolgte vielmehr in Folge von Vifferenzen mit einem Ausschun⸗ mitalidode. i — Ludwigshafen a. Rh., 11. Juli. Fine Kaiserslauierer Gesellschaft hat saͤmmtliche dokalitaten der Heim'schen Wirthschaft gegen einen ahrlichen Pachtzins von 7480 Me, in Pacht ge⸗ rommen. Darnach find wir für die Folge in der zlüchlichen Lage, Betrachtungen anzustellen uber die 4 Zualität des hiesfigen und des Kaiserslauterer Iktienbiers. (Fr. Tabl.) — Vermischtes. 7 Forbach, 11. Juli. Gestern verunglückte in dem Hosseler Bergwerk der Bergmann J. Boos jon hier, indem er von abstürzenden Kohlenmassen erschüttet wurde. Er wurde als Leiche zu Tage jefördert. Der Verunglückte hinterläßt Frau und Ninder, von denen das jüngste 4 Monate zählt. der älteste Sohn, welcher als Soldat beim 14. yusarenregiment in Cassel dient, hat in voriger Woche das Bein gebrochen. Ein anderer Knabe uus der Familie, 9 Jahr alt, brach dieser Tage eimSpielen den Arm. So. bewahrheitet sich sier in recht betrübender Weise das Sprichwort. aß selten ein Unglück allein kommt. Der Rechtsanwalt der Frau v. Kolemine geschiedene Gattin des Großherzogs von Hessen) Ir. We Köhler in Mannheim, theilt mit, daß ie Behauptungen mehrerer Blätter, Frau v. Kole ⸗ nine sei die Verfasserin des bei Lemerre in Paris rschienen Romans Roland, oder habe denselben nspirirt, und die Mittheilung der „Truth“, Frau ». Kolemine beabsichtige demnächst, ihre Memoiren zu veröffentlichen, vollstündig unwahr seien. F Frankfurt, 10. Juni. Von einem Hiztz⸗ chlag wurden gestern der Einjährige Roos, Sohn zes derstorbenen Pfarrers Roos, sowie ein Muske⸗ ier während des Gefechtsschießens bei Cronberg vetroffen. Beide blieben sofort todt. Ein dritter Soldat von gleichem Schichsal heimgesucht, lebt noch, ist aber bewußtlos. Die „Fr. 3.“ benierkt uu dieser Rachricht, daß alle möglichen Vorkehr⸗ ingen, um den Soldaten die Beschwerden des Marsches in Folge der großen Hitze erleichtern, jetroffen waren. —VU 7'Frankfurt, 10. Juli. Herr Friedrich Drienbach, der langiährige, in weiten Kreisen xekannte Besitzer des „Hotel Landsberg“, ist im Alter von 60 Jahren gestorben. FGeisenheim, 12. Juli. Die Trau⸗ ung der Tochter des Fürsten Metternich, der Zrinzessin Antoinette Paskaline v. Metternich, mit ʒem Grafen Georg zu Waldstein⸗Wartenberg hai jestern in der hiesigen Pfarrkirche stattgefunden. A Würzburg, 18. Juli. Der neuge— zründete „Verein zur Beförderung der Erziehung ind Pflege Schwachsinniger (Idioten, Kretinen)“ rfteut fich in unserem durch seinen Wohlthaͤtig⸗ eitssinn ohnehin bekannten Franken⸗Volke der egsten Beteiligung und hat unter der Leitung des herrn Kreismedicinal⸗Rathes Dr. Schmitt jetz! chon eine Mitgliederzahl von über 1200 erreicht. der Verein ist bereits in der Lage, verschiedenen irmen Kindern Aufnahme in der seit einigen Jahren zu Gemünden bestehenden Idiotenanstalt zu erschaffen. Letztere genießt einen guten Ruf und jat Zoͤglinge aus allen Kreisen Bayerns, wie auch zus Norddeutschland. Gegenwärtig ist man im Begriffe, dieselbe zu erweitetn, da die seitherigen staumlichkeiten nicht mehr ausreichen. Für die iUteren Pfleglinge sollen gesonderte Abteilungen rrichtet werden. 17 Gedenktafel.) Nach der „Straßburger Bost“ hat der Vorstand des Straßburger Ver⸗ chonerungsvereins in seiner Sitzung vom 9. Juli yen Beschluß gefaßt, eine Gedenktafel zur Erinner⸗ ing an Konig Ludwig J. von Bayern am zenerallommando⸗ Gebäude, eine zweite zur Er⸗ nnerung an die Landgräfin Karoline von hessen⸗ Darmstadt, geborene Prinzesfin von Pfalz⸗ zirkenfeld an der St. Ludwigsschule anbringen zu assen. Die betreffenden Inschriften, deren Abfassung Oberlehrer Dr. Froitzheim und deren Ausführung Bildhauet Dock übernommen, werden folgender⸗ naßen lautennn. De d enh Hier ———— im Zweibrücker Hofe wurde geboren — d. 25. Aug. 1786 Ludwig J., Könlg von Bayern. d 141HOier wurde geboren ilm Rappoltsteiner Hofe d. 9. März 17214 Karoline, Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt, Urgroßmutter Kaiser Wilhelm's J. und der Koiserin Augusta... die Urgroßmutter Kaiser Wilhelm's ist die Land⸗ zräfin Karoline von Hessen⸗Darmftadt durch ihre m Friedrich Wilhelm II. verheirathete Tochter; die Irgroßmutter der Kaiserin durch ihre an den Herzog J 7331 u2 darl August von Sachsen-Weimar verheiro Tochter: Fe(Faberstifte.) Die Firma A. W. Fahe prozessirte gegen C. Conradty wegen unbenn Nachbildung der Faberstifte und Führung der 8 A. W. Faber auf den Bleistiften. Jetzt hat dae Oberlandesgericht Nürnberg zu Gunsten der erst. jenannten Firma entschieden und die Firma Fonradty zu einer Entschädigungssumme von nahen 10,000 Mk. verurtheilt. F. München, 11. Juli. Die Anzeige von der Geburt eines ehelichen Kindes muß naqh eine Eröffnung des Ministeriums des Innern nicht nothwendig vom ehelichen Vater vorgenommen werden sondern es kann einer nelieren Verfügung zufolge jede Person, welche von dom Geburtsakte persön liche Kenntniß hat, die Anzeige beim Standesam— erstatten. fF(Münchener Bierbrauereien.) Auz München, 8. d. M., wird der „Frankf. Zige“ —* chrieben: „Der Malzverbrauch hiesiger Brauerelen n der Zeit vom 1. Juli 1884 bis 380. Juni 885 betrug nach offiziellen Mittheilungen bei der Spatenbrauerei 189,070 hl gegen 147,528 11 m Vorjahre, Pschorr 112,000 gegen 92,9009 dacker 105,575 gegen 88,734, Lowen 98 457 jegen 87,674. Leist 84,410 gegen 85,138 Juůgustiner 49,575 gegen 37, 003, Zacherl 46670 jegen 39,631, Bürgerliches Brauhaus 88481 jegen 28,469, Hofbrauhaus 28.544 gegen 25, 002 MRünchener Kindl 22,490 gegen 17,758, Eber 15,032 gegen 14,010, Schwaige 8481 gegen 5479, Wagerer 8300 gegen 10.422, Prantl 3139 gegen 7377, Dirnbrauerei 7907 gegen 61897, zabelsberger 7302, gegen 1416, Sternecker 7266 jegen 7761, Colosseum 7009 gegen 5007, Mari— nilians 6271 gegen 7248, Mathäser 5074 gegen 5333, Metzger 3538 gegen 7804. Es ergibt sich omit ein Gesammtmalzverbrauch von 859361 hi Jegen 728,054 Al im Vorjahre, das ist eine Zu⸗ rahme von 181,507 hl. Mit ganz geringen Ausnahmen vertheilt sich die Mehrproduktion auf ämmtliche Brauereien; dieselbe ist fast ausschließ— ich durch die Zunahme des Exportes herbeigeführt porden.“ fHamburg, 11. Juli. Bei der heutigen Regatta siegte bei der Fahrt um den Hammonia⸗ Wanderpreis der Hamburger „Germania“⸗Klub Die Frankfurter „Germania“ blieb um 2 Sekunden zurück in Folge von Dampferwellen. F Berlin, 12. Juli. Die Kaiserin hat 1000 Mk. für den besten transportablen Kranken⸗ raum (bei Krieg wie Epidemie) ausgesetzt, die auf der Ausstellung in Antwerpen zur Vertheilung ge⸗ angen sollen. Von allen Ländern haben sich Be— verber gemeldet. F Geldschraänke ohne Thüren werden n Berlin erzeugt, an Stelle der Thür ist eine ber⸗ schiebbare Verschlußplatte angebracht, deren Beweq ing vermittelst Kurbeldrehung und alphabetisch zu lellender Zahnräder bewirklt wird. Es ist dies igentlich eine an beiden Seiten mit Zahnstangen ersehene Schiebethür, welche in die untere Hälfte des Schrankes versenkt wird. Einbruchsicher mag zieser Schrank sein, ob aber auch feuersicher, das st die Frage. J Die Brunnenstraße in Berlin war jüngst ines Abends der Schauplatß einer Scene, die untet den Passanten eine geradezu frenetische Heiterkeit ind wahre Lachlrampfe erregte. Eine „Schöͤne dom Lande, die sich in Begleitung ihres ,Schatzes in der Reichshauptstadi amüsirt hatte und nun den deimweg Arm in Arm mit ihrem Michel antrah, Jellte sfich mit demselben, auf einen Pferdehahn⸗ vagen harrend, dicht neben einer Droschkenhalte telie auf und beachtete nicht, daß der hinter iht sunächstftethende Droschkengaul den Kopf hob, die Rustern weitete und die Nase“ strecte, als gabt ꝛ etwas Koͤstliches zu riechen. Schon steht de gaul mit seinem nachgezogenen Vehitel unbemerh jinter den beiden Watienden, schnüffelt da herum nacht mit seinem gereizten Geruchsorgan Halt vor et Tournure“ der Landschoͤnen und beißt — yntsetzen! — in den sich vor ihm erhebenden W jödeer sest hinein. Die Gebissene schrie, als ste je am Spieße, und wollte sich mit Hilfe y zandfesten Begleiters gewaltsam von den zenn Ke Ungeheuers losrehen. allein der Ganl ba ich fesigebissen und ließ fich in der —X eineß Zieles nicht meht abschrecen. Ein Ruch. Riß, und das arme Opfer der Mode stund *6 biem Kleide da. ader stand der vbermeintli vuruute ium — ein frischdu J sun Vorschein. sch —— pWien, 11. Juli. In ein b handlungshause wurde eine ee Dienen Defraudation —D fl. en S der Prokurist des dee und er erwachsene So n hwendet. hn haben diese Summe f Eine Petersburger K ndina niht als guberastige —— hariser „Martin“ bespricht ein Projekt e epden amrung des Zaren als Kaiser don ien Vie Tiflis, 12. Juli. In Kursk entst pesun ein groter Brand, im kaufmannischen St r Jertel sind mehr als 50 Häuser abgebrannt odt ʒhaden ist sehr bedeutend. gebraunt, der Paris, 10. Juli. Das Urthei e hrmacher Pe l, der, wie ——— mNungsversuche gemacht haben sollte und der w F Frmordung seiner Maitresse Elise Boehme Wey Hhde verurtheilt wurde, ist kassirt I Geschworenen sich ein Kaufmann in ate „fand, was nach französischem Gefetz un ne it. Pels Prozeß ist in Folge dessen 9 asts zwurgericht von Versailles verwiesen. Da wegen der sehr begründeten Anklage, seine P Frau ermotdet zu haben, belanmlich freiges zie Zurde, so findet nur eine eg gaochn herfahrens bezüglich der Elise Boehmer n des z scheint nicht unzweifelhaft, ob die zweit Ad hn ebenfalls verurtheilen werde. Das erst Nr gurde vielfach wegen des mangelnden g ihen — eweises FGegen die Drucerschwärz d Guůchend in VParis will ———— ahren entdeckt haben, das bedrudte Papi es Ver⸗ enn leider meist —— i dee qwärze zu befreien und wied uger uchen Das Kunftstück soll eerate hrozent Javelleschem Bleichwasser 5 A zesenwasser und 10 Prozent Zerpenundl * zringen. „Fürwahr eine prächti ege ineck 3 — ena ene zen Zeit,“ ruft der Beri onih wind —I hapier zu neuer Bedruckung fähig machen alte innte, wenn es wirliich sehr billig zu ige e⸗ ab jetzt, wegen der Schwierigkeit, die Meine zu ntfernen, fuce die Papierfab ruder⸗ etlorene alte Druckpapier dieser als R —538 — gühren. ohstoff wieder Gas Ende der Hei eilsa In Schweiz.) Aus Zürich wird * u die Heilsarmee-Komödie hat hier ein m e 8 gefunden. Die Skandale n lehter Zeit gehauft und ei hatalner et — — 88 Charakter der Exercitien 33 ma Rest von Achtung weggenom lem religid men, den man heiterl sen Kerne der Sache entgegentrug. Di eit war zum Mutwill vurde dadurch bösartig *8 andiele an die Religion Hide nur ein —— * unlautere Zwecke. Eine Konferenz d elchen für jande des Kantonsek ʒ der Polizeivor⸗ ungen der enen auf Gund d erbeg xren Uebungen nicht al ngen det Heilsarme dazu eoun g gottesdienstli sin die seien dielmehr iche aufzufassen — in Hohn auf die Religioftlat. ne wdiglich den Verkauf aed 3 8 e Versammlungen der Hei ruckschriften und q den gen der Heilsarmee unterschei von den Vorstellungen der B tiden atgleichen an d ankelsunger und an en Märkten nur dadurch. daß si ristliche Lehre zum G daß sie — 58 zum Gegeunstande der V ing wachen.“ Vom Haufi ser Aere iet Vorstel ufierderlehre, unter den orstellungen fiele ind Leiftun n,. sollen „Schaustellungen —3 e eeen sein, welche das sitt⸗ eerchen , e vetel zur 8* ienen.“ Beides geschehe hi —8 ie Uehungen der 84 Die ʒenen koreene er Heilsarmee veranlaßte *— myiten das Volt und wirl u X irlen nament⸗ iebesgaben * auf die Jugend. Da die —X ur zur Bestreitung ihr cht zu eine x Anlosten ndeneenew gutthatigen Zwecke verwend teien sih dag Gabensa ende tnh dewühnliche Beltelein Gesu sammeln als neve Veneen Westupt hierauf, wira — ein Patent verweigert und i —* weilen im Kant iů iht cht. Die Hea on Zurich unmöglich iben A ist bereits aus Zuůrig —3 — eirehtn ne in d atan ad Vorstellungen zu geben. er durch die Polizei verhindert pe Aus Italten. In VvVodi traf kürzlich ein aus dieser Stadt stammender Mensch ein, welcher eben eine zwanzigjahrige Galeerenstrafe abgebüßt hatte. Er trat in eine Weinschenke und erblickte einen Bruder, auf dessen Zeugniß hin er verur⸗ heilt war. Ohne ein Wort zu sagen, trat er mit ge⸗ ogenem Messer vor den Bruder hin und stieß es hm ins Herz, so daß er sofort todt zusammenbrach. .fr London, 13. Juli. Der deutsche Bäcker⸗ gzeselle Alt, welcher seinen Nebenbuhler Howard in der Bewerbung. um die Hand der Polizisten vittwe Russel aus Eifersucht auf der Straße er⸗ tochen hat, wurde heute früh im Newgategefängniß m Beisein eines Herrn von der deutschen Botschaft, trotz mehrerer Gnadengesuche und der angeblichen Verwendung des deutschen Botschafters, gehängt. F Alkohol-Vergäiftung. Ein wohl⸗ vollender Engländer hat nach dem „Patentanw.“ ꝛeinen Preis ausgeschrieben für ein Getränk, welches ohne zu schaden die jetzigen geistigen Geträuke er— ietzt. An einigen Orten Englands ist die Frage bereits zraktisch gelöst. Wie der „Franklin“ in Lüttich mit— heilt, giebt es in England an mehr als 1000 Orten eine Wirthshäuser, und die Folgen davon sollen zjöchst merkwürdige sein. Das Journal der Ligue bdatriotique contre l'alcoholisme berichtet darüder, daß dort die Polizei ganz überflüssig sei, daß es eine Armen und keine Verbrecher gebe. Den Anlaß zazu gaben große Grundbesitzer, die keine Wirths⸗ zäuser auf ihren Besitzungen duldeten. Die Be— vohner finden fich aber doch im Klubhaus zusammen, vo Spiele gemacht oder Zeitungen und Bücher jelesen werden. In Johnstone z. B. (Dumfrieshire) siebt es nicht einmal eine Armensteuer, trotzdem »ie Bevölkerung stets zunimmt und jetzt 1230 Zöpfe beträgt. Die Straßen sind gut unterhalten, die Häuser hübsch, die Felder gut bebaut. In Flandern, fügt der „Franklin?“ bei, lebt 24 der Zewohner von der Armenkasse. In Saltair, einer Stadt von 4000 Einwohnern, giebt es nur zwei Wirthshäuser, die aber nicht ausschenken dürfen. die Folgen sollen höchst günstige sein. Die Be— völkerung ist sehr betriebsam, die Kinder sind gut zehalten, die Häuser hübsch möblirt, die Bäder und Waschhäuser sehr belebt. Man hat dort schon die Frage der Wiedereinführung des Alkohols der öffent⸗ ichen Abstimmung unterworfen, aber fast ein— timmig wurde sie verworfen. In Schotiland oslen in manchen Fischerdorfern die Wirthshäuser erschwunden und der Erfolg ein gleich auffallender jewesen sein. Früher glaubten die Fischer ohne Schnaps ihr Geschäft gar nicht betreiben zu können; etzt hat sich herausgestellt, daß sie weit gesünder und kräftiger sind als früher. Verbrechen sind zanz unbelannt, der Wohistand bedeutend gestiegen, nirgends Arme. In Fossil Park mit 6000 Ein⸗ wohnern ist nicht einmal ein Gefängniß und ein einziger Schutzmann in der ganzen Stadt. In Irland stechen diese Orte ganz besonders von den inderen ab. In Beßbryook, Fabrikstadt von 3000 cinwohnern. hat es nie ein Wirthshaus gegeben, ind man kennt daher dort die in Irland herge zrachten Gemeinde⸗Parteiungen nicht; kein Streit, kein Betrunkener, kein Beitler, kein Verbrecher! F Gußform, aus Glimmer. Ein Amerikaner ließ sich nach „Ack. Ill. W. G.⸗Zig.“ eine Erfindung, die Herstellung einer bleibenden ßußform, auch in Deutschland patentieren; derselbe zezwecht eine von Sandtheilen völlig freie Guß⸗ vaare von so reiner und sauberer Beschaffenheit, zaß ein Reinigen und nachträgliches Bearbeiten zöllig überflüssig ist und somit erheblich an Zeit⸗ und Arbeitsaufwand erspart wird. Die Oberfläche »er Hohlform besteht “ ganz oder theilweise aus Blimmer.' Dieser muß aber eng aneinander gepreßt ein so daß keine Fugen bleiben, in welche das jeschmolzene Metall eintreten fonnte.— fF Ein lustiger Streich.) Philadelphia hdie Quäkerstadt, ist in Aufregung. Zwei Herren der jeunesse dorée haben einen Streich verübt, der wie eine Scene aus einem tollen Schwank lingt. der den Titel führen dürfte Habichte im Taubenschlag', oder: „Feuer in der Mädchen⸗ chule?. Trotz der Entrüstung, die er hervorqge⸗ zufen, ist er so ergötzlich. daß er des Weitererzählens werth isft. Eine der nommirtesten Penfions- und Lehr⸗Anstalten für höhere Toͤchter, die in der nörd⸗ iichen ländlichen Vorstadt gelegen ist, wurde von wei jungen barmherzigen Schwestern besucht, welche Almosen für die Armen und Kranken sammelten. Die Schwestern kamen in einem geschlossenen Wagen zorgefahren und wurden durch die Vorst⸗kerin d⸗ Schule freundlich empfangen; auch zeigte man ihnen das ganze Gebäude von der Küche bis zu den Schlafsälen. Die Schwestern bekundeten be⸗ sonders großes Interesse für die Elebinnen, welche den besten Ständen angehören, und baten um die Erlaubniß, eine Substkription für ihren wohlthãtigen Zweck eroffnen zu dürfen. Die jungen Damen eichneten und zahlten liberal, und die frommen Schwestern dankten jedem holden Kinde mit Um— armung und schwesterlichem Kuß, welcher sich beim Abschiede noch einmal gefühlvoll wiederholten. Dann gingen sie über den Rasen zur äußeren Pforte, wo ihr Wagen anf sie wartete. Die Neugierde einer der jungen Elevinnen, welche die guten Nonnen nioch einmal sehen wollten, veranlaßte sie, einen ürzeren Weg zum Thore zu wählen, aber sie iefen ganz entsetzt ins Haus zurück und erzählten, »aß beim Besteigen des Wagens sie unter den Lonnengewändern der Schtwoestern Männerstiefel ind Hosen entdeckt hätten. Die Vorsteherin befahl iefstes Schweigen über diesen Vorfall, aber die ungen Damen interessirten sich wahrscheinlich noch nehr für die brüderlichen, als für die schwester- ichen Küsse und stellten unter der Hand Nach⸗ orschungen an, welche orgaben, daß dieser Besuch »as Resultat einer Wette war, welche in dem rklussivsten Klub der Stadt zwischen zwei Parteien der goldenen Jugend entrirt worden wac. Man hatte um 1000 Dollars gewettet, ob es einem der ungen Männer gelingen würde, die Anstalt nicht nur zu besuchen, sondern auch in allen Theilen zu hesichtigen. Der Streich bietet einen ergiebigen Stoff für die chronique scandaleuse von Phiua- delphia. Die fünfzig Dollars, welche die barm⸗ jerzigen Schwestern gesammelt haben, sind übrigens osort einer dortigen Waisenanstalt ermittelt worden. Gemeinnutziges. Den swarzen Johannisbeeren wird im Allgemeinen noch nicht diejenige Beachtung ge⸗ jchenkt, welche sie wegen der Heilkraft ihrer Bläuter und Früchte im hohen Maße verdienen. Wenn man die schwarzen Johannisbeeren zur Zeit ihrer ollkommenen Reife an einem trockenen Tage bricht, mn einem nicht zu warmen Backofen gut und lang am dörrt (aber nicht verbrennt), so hat man ein ostliches Mittel im Hause gegen Halsweh, geschwollene Mandeln, Hriserkeit ꝛc. Man braucht“ nur ein jalbes Trinkglas voll von solchen gedörrten Beeren nit einem Viertel Liter Wasser so lange zu sieden. zis sie ganz weich find, um die Beeren durch deinwand pressen zu koͤnnen. So viel es nun rusgepreßten Saft gibt, so viel nimmt man dem Bewichte nach weißen Zucker, kocht es zusammen zu inem Syrup und gibt alle zwei Stunden einen daffeelöffei voll davon ein. Der von ganz reifen chwarzen Johannisbeeren erzeugte Essig ist zur Zereitung der Speisen von vorzüglicher Beschaffen⸗ jeit und wird wie folgt bereitet: Im Juli werden zie reifen Beeren abgepflüdt, gereinigt. in eine zroße Flasche geschüttet und bann mit gutem tarkem Weinessig voll gefüllt und oben, jedoch nicht est, mit Papier verschlossen. Mißt die Flasche inen Liter Flüssigkeit, so kann man ein drittel deeren dazu nehmen. Jene gefüllte Flasche wird Anfangs in mäßige Wärme oder in die Sonne jestellt, worauf die Gährung bald anfängt und nehrere Tage lang anhält. Erreicht dieselbe ihr ende, so wird die Flasche in den Keller getragen ind nach mehreren Wochen, wenn der Essig schon janz rein und klar ist, gießt man denseiben vor⸗ ichtig von den auf dem Boden der Flasche liegenden Beeren in eine andere Flasche ab. worin er bis zum Bebrauch luftdicht verschlossen uüb aufbewahrt wird. Aus den schwarzen Johannisbeeren bereitet man auch einen guten Liqueur. Die Blätter sollen auch eine besondere Wirkung bei Wunden haben, indem sie zerhacktt aufgelegt die Eiterbildung verhindern ind eine baldige Heilung herbeiführen. Für Bienenzüchter,Eine der vorzüglichsten onigpflanzen ist die ausdauerde Katze nninze Nepeta Cataria). Jede einzelne Pflanze tragt ausende kleiner weißer aromatisch riechender Lippen⸗ umen, welche im Hochsommer erscheinen, alfo zu iner Zeit, wo die Bienenweide eine sehr ärmliche st. Die Katzenminze wächst hie und da in Deutschland wild und ist wegen ihres Geruches nit unter die Gartenpflanzen gufgenommen worden. Zie gedeiht überall leicht und eignet sich nicht nur für Barten, sondern auch noch für andere unbenußzt liegende Stellen; am wohlsten füͤhlt sie sich auf Schutt⸗ »»den. Man ziebt die Pflamen am besten aus Samen, den man am sicherssen in Toöpfe oder Zäsien säet und die Pflänzchen später versetzt. Solche Samenpflanzen beginnen ihren Blüthenflor dann im Augusi und halten damit an bis Oktober, oft auch Nobember. Es gibt keine Honigpflanze, velche wie die genannte für die letzte Späthoniq⸗ racht so geeianet erscheint. In der heißen Jahreszeit kellen fich durch Diätfehler sehr häufig Störungen in den. derdauungsorganen (Verstopfung mit Blutandrang, Heri— lopfen, Kopfschmerzen etc.) ein und soll man in solchen Fällen durch rasche Anwendung eines guten Hausmittels, die es bekanntlich die Apotheker R. Brandt's Schweizer— billen sind, anderen Leiden vorbeugen. Man versichere sich sels, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweizer⸗ illen, (erhältlich a Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) ein veißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R. zrandt's tragt und weise alle anders verpackten zurück Wer noch nie uin einer Kirchenlotterie ge⸗ vonnen hat, dem bietet sich Morgen dazu Gelegenheit. Denn die Ziehung der Kaiserslauterer Kirchenbau⸗Lotterie indet unwiderruflich Morgen statt. Jedes zehnte Loos ewinnt! Preis 2 Mark Photographien zu bemalen. Farben zum NMeale don Transparenten. Spar⸗ und — ndereinant Gewilterfurch gomische Oeed, Rein Graben so breit. Nun alle Schatten duns tettverkleidung. Der Zips. Ein wunder Punh Zönigin der Racht. Gartenwege vom Unkraut des zu halten. Zeichnungen auf Obst. Gurkenkultu— »hne Garten. Vertilgung der Bohnenblattlause Wollene Unterleibchen mit gesirickten Seitenteilen Bummimäntel. Stoff aus gezupften Faden Schwimmanzug. Handtücher. Früuühstückstaschen Erbreßkocher. Eisschränke. Sofaüberzüge bo Wolle oder Cretonne? Feuchte Hände. Gestrih Bettdecke. Flickenteppiche. Decke für den Eßtisch Getrocknete Blumen als Andenken. Kleine Fleisq polster. Schneebrei. Vanilleliqueur. Weißbto für Kinder. Schweinsragout. Gefüllter Lenden braten. Croma. Süddeutscher Küchenzettel. Rätse Auflösung des Rätsels in Nr. 148. Fernsprecher Echo. Briefkasten der Schriftleitung. Anzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirkli empfehlenswerthen und dabei überaus billige Wochenschrift beträgt 80,000. Probenummern ver sendet jede Buchhandlung, sowie die Gefchäiftststeh— „Fürs Haus“ in Dresden agratis. Brieftasten der Redaktion. Preisräthsel betreffend. Wir machen darauf aufmerksam, daß Loͤsungen bis längsiens Freitag Bormitiag' in unseren Händen sein müssen; später einlaufende Lösungen bleiben bei der Ver⸗ dosung ausgeschlossen. Zugleich sei bemerkt, daß iesmai 8 Préeise, jen2schöne Oeldruck— zilder (Pendants) umfassend, zur Ausloosung ommen. För die Redaktion verarwortln F F Demeß Schiffsbericht der Red Star Line⸗ Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert. Der kgl. Postdamofer „Pennland“, Kapitän Weyer, weicher am 27. Juni von Antwerpen ab⸗ jing, ist am 9. Juli wohlbehalten in Newe⸗Vortk ugetommen. Nr. 145 des praktischen Wochenblattes für ille Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlich iur 1 Mark) enthält: Wochenspruch: Wer Deiner Eigenlieb' thut weh; durch wen und wie es auch geschah — dem werd' nicht bös'; lern Dich befinnen — Scchau auf Dich selbst — der Feind sitzt drinnen. Hauskleid. Billige Ostseebäder. Zuschneiden von Wäschestücken. Karlsbader Kaffee. Der Haus—⸗ garten im Juli. Mittagszauber. Zahnärztin. — — Bekanntmachung, die Anlage der Einkommensteuer für die Steuer— vperiode 188689 betr. Tan?Vnterricht. J I Den geehrten Damen und Herren hier die ergeb. Anzeige, daß Anfan August der Tanzunterricht beginnt. Eine Liste zur gef. E 3 he i hier offen. ochachtungsvo Herrn Chr. Kaiser Hoqagungro In Vollzuge der Art. 17 und 19 des Einkommensteuergesetzes vom Mai 1881 ergeht hiemit öffentliche Aufforderung an die Gehalt⸗ und Lohngeber einschließlich der in Bayern befindlichen mit dem Rechte des Vermogenserwerbes ausgestatteten AF Jeann und Personenvereine, dann der —* en Vondampfer der chaften, liegenden Erbschaften und ermögensmassen, auf dem hiezu bestimmten — 3 Formulare (Gehalt⸗ und Lohnliste) die von ihnen angesiellten oder in ständiger! ar Lãĩneo d. i. in nicht nur einmaliger oder ganz vorübergehender Weise gegen Lohn, hren von Antwerpen jeden Samstag direct no— Zehalt oder sonstiges Entgelt beschäftigten Personen, ingleichen Personen pdei dew⸗-NYork u. Philadelphia. deren Hinterbliebene, an welche sie auf Grund früheren Dienstverhältnisses usgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere ap— inen fändigen Bezug in Geld oder Geldeswerth verabfolgen, unter Angabe alassen Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Namens, der dienstüichen Stellung und der Wohnung derselben mitzutheilen Wegen Pafsage und näherer Auskunft wende man sich an und hiebei die Bezüge an Geld oder Geldeswerth, welche diese Personen von ihnen EBEGPMmAnnI LAæV- Si. Ingbert. erhalten, zu verzeichnen. — — Lohngebern ist der Eintrag jener in ihrem Brode stehenden und bei ihnen vohnenden Dienstboten in die Gehalt- und Lohnliste erlassen, deren Tages ver⸗ — Betrag von 1.80 Mark nicht übersteigt. Die erforderlichen Formularien für die Gehalt⸗ und Lohnlisten werden bis um 15. ds. Mits. an die sämmtlichen Lohngeber vertheilt und sind nach erfolgter Ausfüllung bis längstens am 22. ds. Mis. an das Bürgermeister⸗ amt St. Ingbert zurückgelangen zu lassen. Bei Ausfuͤllung der Listen sind die denselben beigefügten Vormerkungen genauesiens zu beachten. Wer ohne genügenden Entschuldigungsgrund der Aufforderung zur Ein⸗ reichung dieser Erklärungen und Anzeigen nicht richtig nachkommt, oder in den nach Art. 19zu erstattenden Anzeigen unrichtige oder unvollstandige Angaben necht, verfallt gemäß Art, 68Ziff. 1 des Gesetzes in eine Ordnungsstrafe bis —o nicht wegen Theilnahme an einer Hinter⸗ siehung strafbar erscheint. St. Ingbert, den 14. Juli 1888. * 2* Das Bürgermeisteramt: SBeinrich. Zur Anfertigung von billigen u.sauberen alle in Buchdruck und Litho graphie vorkommenden Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ eiten. Alle 14 Tage eine Nummer. PVreit vierteljährlich M. 1.252* 75 Aar. Jaͤhrlich erscheiner 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Ve⸗ schreibung, welche das anze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche ur Damen, Mädchen und Knaben, wie für jas zartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwäsche für Herren und die Bett⸗ und kischwasche eci, wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. — 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern Ar alle Gegenstände der Garderobe und eiwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Bunistickerei, RNamens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen ei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Probe⸗Nummern gratis und franco durch ie Expedition, Verlin W, Potsdamer Sir. 33 Wien J, Operngasse 3.. — — — — Arhung morgen den 15. Juli Der FSircenban-Herein Kaisoraseufern. druckarbeiten Kais. erslauterer Geld⸗Lotteri⸗ empfiehlt sich die Buch unc Stetndruckerei F. X. Demetz —X 8t. Ingbert. DDeee — — Iuf 10 Loose bereits 1 Treffer. Haupitreffer: 30000, 10000 23500 31000, 6500. 8200, 40 100 16. 20000 Geldgewinne i. Betr. v. 125000 M. ohne Abzug. Loose à 2 M. bei allen bekanten Verkaufsstellen und bei der Weneral⸗Agentur Alb. Roesl in München. in St. Ingbert bei, Johann Weirich, Friseur, und Franz Woll, Buchhandlung. J —V— Mairdd AVRblIIIB S8Scheine für die Gemeindetrankenver sicherun⸗ find zu baben in der Zruderei des „St. lnqberter Amoioe 2t ste Rohore . Ativeicet Fachsehulo fx — — Anfnahme: orunterrieut Apri u. October. Druck und Verlag von x. 4. Vemetz in Ot. Inqberun xt. Iugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — St. Jugberter Auzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ ßlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 — einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 , einschließlich P ¶ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr faur die 4gespaltene Garmondizeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —6, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, Iß ⸗, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 138. Politische Uebersicht. *Kaiser Wilhelm hat am Dienstag seinen Aufenthalt in Ems beendigt und jst noch am Nachmittag des genannten Tages nach Koblenz u einem zweitägigen Besuche seiner erlauchten Ge⸗ nahlin abgereist. Auch die diesjährige Emser Trink- und Badekur ist dem greisen Monarchen auf's Trefflichste bekommen und haben die in Ems anwesenden Kurgäste täglich Gelegenheit gehabt, die Füstigkeit zu bewundera, mit welcher sich der hohe derr auf seinen Promenaden bewegte. Am Freitag Abend gedenkt der Kaiser auf der Bodensee-JInsel Mainau, der Sommer-Villegiatur der großherzoglich badischen Herrschaften, einzutreffen, um hier einen oder auch mehrere Tage zu weilen, worauf die Weiterreise nach Gassein erfolgt. Bischof Kor um von Trier weilte in diesen dage zum Besuche in Munchen. Es liegt nahe, ie Reise mit dem Paderborner Erlaß in Zu—⸗ sammenhang zu bringen. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die allgemeinen Ausweisungsmaß— tegeln in den preußischen Ostprovinzen, die bis⸗ her fast nur gegen russische Unterthanen zur An— wendung gekommen find, demnächst auch gegenüber den Angehörigen der österreichisch ungarischen Monar⸗ chie Platz greifen sollen. In Oberschlesien und weiterhin / längs der Grenze bis zum Konigreich Sachsen wohnt eine nicht unansehnliche Bevoölkerung uus Oesterreich eingewanderter Czechen und Polen, die jetzt vielleicht auf die Ausweisungsliste gelingt. die Gemeindehehörden in der Grafschaft Glaß haben bereits die Aufforderung erhalten, ein Ver. cichnitz dieser Personen einzureicher. Gegen die in deutschland eingewanderte czechische Arbeiterbevoöl⸗ erung hat sich der nicht ungegründete Verdacht er⸗ vben, daß unter ihr die sozialistisch-anarchislischen zestrebungen einen fruchtbaren Boden finden, wie ich dies z. B. bei dem aufgelösten „Czesky⸗Klub“ a Dresden zur Evidenz herausgestellt hat und daß ih Deutschland solcher bedenklichen Elemente fremder Aaatsangehörigkeit · nach Moglichkeit zu eniledigen uht, darf nicht auffallend erscheinen.“ Anderfris wanchirt sich Oesterreich freilich, indem es die hittwen und Waisen solcher preußischer Unterthanen, e ihren Familien keine genügenden Subsistenz mittel hinterlassen haben, ausweist. LordVyons, der englische Boischafter in sars soll von seinem Poften Abbeeafen und durch vord Lytton erseht werden, was wohl als eine Iuhwiitung deß Miimisterwehels ba Londen xtrachten sein würde. Die Sensationsnachticht von dem Tode des Nahdi bs zur Stunde unbestätigt ge—⸗ heben. Man wird fich erinnern, daß der Ches r sudanessischen Rebellen schon mehr als einmai —A ist daß er aber tiotzdem immer oder uͤntrüguüche Vewesse seiner Weiterexistenz w. Vielleich verden de Englunder nach Been⸗ ung des Ramazan welchee wochenlange Fest Luenwärtigin der gesammien islamitischen Weit irn wird, noch denug von dem todigesagten ahdl zu hoͤren bekonmnen. darüeneral Wolseley ist am Montag achmintag mit seiden Stabe in London einäe Donnerstag, 16. Juli 1885. 20. Jahrg. zroffen. Eine zahlreiche Menschenmenge erwartete den General an der Viktoria⸗Station und begrüßte hu mit enthusiastischen Zurufen. deren Mitglieder sich inzwischen in den verschiedenen Wirthschaften der Stadt restauriert hatten. Punkt z Uhr erfolgte der Abmarsch der Festzuges. Ein mposantes Schauspiel: Dieser endlose Zug, die Musik voran, über den Menschenmassen die flattern⸗ den Fahnen, die Häuserreihe der Nationalstraße entlang Flagge an Flagge. Und in das Getöse der Musik, in das Gesumme der sich neben und zinter dem Zuge herwälzenden Voilksmassen hinein challten, um den Festeindruck zu erhͤhen, vom Schloßberge herab donnernde Böllerschüsse. Als der Zug in der schattigen Buchenhalle des Schönecker Waldes angelommen war, entwickelte sich ein nunteres, buntes Treiben. Lied um Lied erscholl; zazwischen spielte die Musik, erklangen die Gläser, chollen Bravorufe u. s. w. Die sämmtlichen Chor⸗ und Einzellieder waren trefflich einstudiert und vurdig schön vorgetragen. Zur Ehre der „Ge⸗ müthlichkeit“ und ihres trefflichen Dirigenten sei ꝛ2s gesagt, daß gerade sie sich im Vereine mit dem Besangbereine ‚Concordia“ aus St. Abold, glän⸗ jend ausgezeichnet haben. Die „Gemüthlichkeit“ drachte namlich zum Vortrage „Schifferlied“ von starl Eckert. — Es herrschte unter den Sanges⸗ genossen die fröhlichste Stimmung u. eine erhebende ckinmütigleit u. Herzlichkeit. Schon gegen 62/ Uhr verließen einzelne Vereine den Festplatz und lehrten in die Stadt und nach dem Bahnhofe zurück. Hier ging es noch recht gemüthlich zu; doch kamen Ausschreitungen und Unordnungen vahrend des ganzen Festes nicht vor. Möge dieses scchöne Bild deutschen Volkslebens allen Sangesge⸗ ossen und Sangesbrudem recht lange in Erinner⸗ X — Gung gefreit.) Unter den in Pirma— sens in diesem Jahre ausgehobenen Rekruten be⸗ inden sich nach dem „P. A.“ mehr als fuünf Ver⸗ heirathete. — Wie der „Ev. Kirchenbote“ berichtet, reicht die Ahnenreihe unseres Kaisers auch in die Pfalz hinein. Ein Ahnherr desselben ist der fromme aund leutselige Graf Christian Karl Reinhard von deiningen⸗ Heidesheim bei Grünstadt, geb. am 16. Juli 1695 und gestorben am 17. November 1766. Derselbe hatte 5 Töchter, von welchen eine, Maria duise, sich 1748 mit dem Landgrafen Georg von Hessen⸗ Darmstadt verheirathete und durch ihre Tochter Friederile, die sich mit einem Herzog von Medlenburg⸗Strelitz vermahlte, die Großmutter der Zonigin Louise und somit die Urgroßmutter unseres Kaisers geworden ift. — Hagenbach, 14. Juli. Ein Akt ge⸗ meiner Rohheit und wahrscheinlich kleinlicher Rache wurde in der Racht von Sonntag auf Montag derübt. Dem hiesigen Bierbrauer, Herrn Weisen⸗ burger, einem allgemein geachteten und beliebten Bürger, wurden in seinem Hopfenstücke ca. 40 der schonsten Stöcke total abgeschnitten. Bis jetzt hat man noch, kdeine Ahnung von dem Thaͤler. Es vaͤre gewiß von allgemeinem Interesse, wenn dieser entdeckt und der gerechten Strafe entgegengeführt vürde. J — Kaiserblautern, 18. Juli. Heute Abend endigte der Strike der hiesigen Schreiner⸗ gesellen damit, daß dieselben in den stabus quo ante (früheren Zustand) ihren Brodgebern gegen⸗ —IX Deutsches Kteich. Berlin, 14. Juli. Se. Maj. der Kaiser st heute Nachmittag zum Besuche seiner hohen hemahlin in Koblenz eingetroffen. Die Ankunft »es hohen Herrn in Gastein ist jetzt bestimmt auf den 21. d. M. festgesetzt. Kaiser Franz Joseph jat den Wunsch, mit unserm Kaiser in Gastein zu⸗ ammenzutreffen, um ihm die Reise nach Ischl zu rsparen. Berlin, 13. Juli. Für den Fall, daß die Stelle des Statthalters für Elaß⸗Lothringen durch den deutschen Botschafter in Paris, Fürsten v. hohenlohe, besetzt werden sollte, nennt man bereits als dessen Nachfolger den deutschen Botschafter in Petersburg, General v. Schweinitz, der seinerseits n Petersburg durch den Grafen v. Hatzfeldt ersetzt werden würde. Anderseits wird versichert, daß man auch an den deutschen Botschafter in Wien, Prinzen Reuß, denke. Berlin, 15. Juli. Die ,Nordd. Allgem. Ztg.“ erklärt heute, jedes andere Fürftenhaus sei cher möglich‘ in Braunschweig als das welfische weil dieses immer Pratendent auf Hannover bleibe. Ausland. Paris, 14. Juli. Die Regierung hat die rste Gelegenheit, Deutschland einen Beweis von Sympathie zu geben, nicht benutzt, indem sie die Demonstration der Patriotenliga vor der Straß⸗ burger Statue gestattete. Diese erhielt durch die Theilnahme von Offizieren und uniformirten Poly⸗ technikern, welche letztere einen Trauerkranz trugen einen offiziellen Charakter. London, 15. Juli. Die zweite Ausgabe der „Times“ meldet aus Jagdocabaten vom 11. d. ein Gerücht, wonach die Russen in beträchtlicher Stärke nach Zulfikar vorrückten. Die Rufsen be⸗ jandeln das persische Gebiet, als ob es russisches wäre. In Askabad treffen Verstärkungen ein. Die Afghanen sind besorgt, aber entschlofsen. Man glaubt, Oberst Alikhanoff sei entschlossen, den Krieg se herbeizuführen, und daß er den Zaren äuscht. Lofeale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 16. Juli. Am verflossenen Dienstag wurde auf dem hiesigen Bahnhofe ein beim Rangiren beschäftigter Arbeiter so schwer ver⸗ letzt, daß er in's Spital verbracht werden mußte. P. St. Ingbert, 16. Juli. Wie schon zekannt, unternahmen die aktiven Mitglieder des Maͤnnergesangvereins Gemüthlichkeit“ don. hier am verflossenen Sonntag einen Ausflug nach For⸗ zach, um an dem Sängerfeste daselbst theilzunehmen. Der schoͤne Verlauf des Festes verdient in weiteren kreisen bekannt zu werden. Mit dem Zuge 11 Uhr 42 Min. fuhren die Gemüthlichen“, ausgerüstet mit stattlichen Ramerun⸗ Binfenhüten, nach Forbach. Den in den Bahnhof einfahrenden Zug begrüßte die Kapelle des Schles⸗ wig⸗ Holstein'jschen Dragoner ⸗Regimenis aus St. Avold mit den Mitgliedern des Festkomitès an der Spitze. In feierlichem Zuge, voran die Musik, vurden nun die „Gemüthlichen“, denen sich auch der Ottweiler Gesangverein angeschlofsen hatte, zurch die Stadt nach dem Hotel Maßl geleitet. Um'2115 Uhr begann die Aufstellung der Vereine, Bermischte. —⸗sUeber das Auftretenschlagender Wetter ist die erste Notiz, nach einer Minheilung — der „Allg. Zig.“, nicht alter als 200 Jahr— (1686), während der Steinkohlenbergbau Europas sein nachweislich 1000jähriges Jubiläum bereits hinter sich hat. Der alte Agricola kennt offenbar noch keine schlagenden Weiter, denn in seinem Bergwerksbuche (1621) finden unter der ausführ— lichen Aufzählung von Ursachen, durch die ein Bergwerk zum Erliegen kommen kann und unter denen auch als „fünfte ursach des grewlich Berg ⸗ männlein, das die Leut umbringet“, fungirt, zwar die Schwaden (Stickwetter) ihre gebllhrende Erwähn ung, von Feuergasen aber ist noch nicht die Rede. Genauer untersucht wurden sie durch Davy, den Erfinder der Sicherheitslampe. d Das Sängerfest des Sulzbachthales findet in Sulzbach am Sonntag den 19. Juli in der Nähe des Appoll'schen Weihers statt. Saarbrücken, 15. Juli. Nächsten Sonntag veranstaltet der hiesige Gartenbau · Verein eine Ausstellung. f Der Eilradsport nimmt immer größeren Umfang an. Dieser Tage trafen über 100 Zwei. rader und Dreiräder aus England in Mainz ein die meisten waren für Frankfurt bestimmt. Frankfurt, 13. Juli. Herr Dr. jur. Fester, der Anwalt des zum Tode verurtheilten Jul. Lieske, hat heute Morgen die Begründung der von ihm gegen das Urtheil des Schwurgerichts- hofes eingelegten Revisionsbeschwerde abgesandt. Sie stützt sich vornehmlich darauf, daß die Aus- sagen der Schweizer Zeugen, wie des Schuhmacher⸗ meisters Saladin in Basel, verlesen wurde, obgleich dieselben, entgegen den Bestimmungen unserer Strafprozeßordnung, nicht eidlich abgegeben worden waren. Schon in der öoͤffentlichen Gerichtsverhand⸗ lung protestirte der Anwalt gegen diese Verlesung, weil er dieselbe füt unzulässig hielt; der Gerichts- hof war jedoch anderer Ansicht und ordnete die Verlesung an. Neben diesen Hauptrevisionsmotiven hat der Anwalt noch eine Reihe weiterer angeführt. Sein Anttag geht dahin, das Urtheil des Schwur⸗ gerichts aufzuheben und eine abermalige Verhand⸗ lung des Prozesses anzuordnen. 7 GEin Ausflugauf Hundebillets. „Acht Militärbillets nach Frankfurt!“, bemerkte ein Vizefeldwebel dem Vorsteher der Station R „Thut mir leid, Herr Vizefeldwebel, es sind keine mehr da,“ antwortete der Stationschef, „dritter gelasse werden sie nicht wollen, zweite und erste lasse kann ich ihnen nicht geben.“ — „Das ist aber fatal.“ ⸗,Doch halt Herr Feldwebel, nehmen Sie acht Hundibillets, die kosten so diel wie Mili⸗ ärbilleis, dann sind alle Schwierigkeiten gehoben.“ Her mit den Karten!“ rief der Feldwebel, em⸗ ͤng sie und theilte sie unter der Heiterkeit der Zameraden an diese aus. Als die glücklichen Be— itzer der Hundebillets auf der Fahrt mit Bellen cginnen woll ten, wurde ihnen dieses Vergnügen angeachtet ihrer Hundebillets, zwar nicht gestattet. doch zeugte es für den guten Humot, mit dem sich die Leute in ihre Situation zu finden wußten. Essen, 11. Juli. Vorgestern ist von der drupp'schen Gußstahlfabrik das erste von vier für die italienische Regierung bestimmten Strandge⸗ chützen nach dem Meppener Schießplatz abgesand! wordek. Es ist dies eine 40.Centimeter⸗Kanone Die Länge des Rohrs beträgt 14,30 Meter, das Gewicht 120,400 Kilogramm. Der Verschlußkeil wiegt 3640, sonstige zugehörige Theile 3310 Kilogr. Das Ungeheur schleudert ein Geschoß (Granate) von 1000 Kilogramm auf eine Entfernung von 15,5 Kilometer, wozu allerdings eine Pulverladung bon 800 bis 500 Kilogramm erforderlich ist. Das Geschütz wird versandt auf zwei eigens hierzu er— bauten achtachsigen Wagen, welche durch eine Brücke don 136,000 Kilogramm Gewicht miteinander ver⸗ hunden find. Zur Sicherstellung der Eisenbahn⸗ hrücken, über welche die gewaltige Last gefahren verden muß, sind umfassende Vorkehrungen ge— troffen.. F Vom Niederrhein, 13. Juli. Bei den gestrigen schweren Gewittern, welche fich von Düfseldors abwarts bis über das südwestliche Weft ⸗ falen erstreckten und die von heftigen theils wolken⸗ bruchartigen Regengüssen begleitet waren, wurder soweit bdis jetzt bekannt, nicht weniger als neu Menschen vom Blitz erschlagen. In Flehn he Düsseldorf wurde eine Wittwe nebst ihren zwe stindern getödtet, in Goch ein Taglöhner, in Bidig ein Arbeiter und in Derendorf ein junger Kommis In Görde Westfalen) erschlug det Bluz ein X jähriges Mädchen, in Wattenscheid einen Bergman— und in Altenessen eine Dienstmagd. 7f Braunschweig, 18. Juli. Daß di— Bevölkerung unseres Herzogthums von vornherei keine Sympathien für den Herzog von Cumber land hatte, darf als feststehend angenommer werden, und alle Agitationen vermochien data— Nichts zu ändern. Jeztzt aber, nach den jüngfte— Ereignissen, ist der Herzog vollständig der Saihr des Volkes verfallen. Die Kinder, welche natürhig der Meinung ihrer Eltern folgen, travestiren gegen— wärtig bei ihren Spielen auf der Straße einhe kanntes Spiellied also; Cumberländchen Hat kein Ländchen. Hat kein Land gefunden, Sitzt still nun zu Gmunden! Riga, 11. Juli. Wie die „Rig.38 meldet, wurde eine Brandstifterbande der haftet, die auf Bestellung versicherte Hauser in Brand steckte. Es heißt, daß bei dieser Gelegenher auch ein Buch aufgefunden sei, in welchem di Namen der Besteller und die als Belohnung aus gezahlten Beträge verzeichnet sind. Diese Entded ung ist von Einfluß auf eine erhebliche Zah früherer Brandfällen, da die Versicherungs summen längst ausbezahlt worden sind. F— Die schnellste Reise von Newyork naa England, die man kennt, legte jüngst der Cunard dampfer „Etruria“ zurück, nämlich in 6 Tagen Stunden 40 Minuten. Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Deme; Versteigerung. Samstag, den 25. Juli 1835 Nachmittags 2 Uhr. zu Sit. Ingbert in der Wirthschaft don Daniel Baumann (Cafe Ober⸗ hauser), I wird im Guülertrennungsverfahren der Karolina Neumũller ge werbloser Ehefrau von Philipp Weber, Schuster und Schuhhandler. aide in St. Ingbert wohnhaft folgende den Eheleuten Weber ange⸗ hörige Liegenschaft in der Steuer⸗ gemeinde St. Jugbert oͤffentlich in ẽcigenthum versteigert, alss. Plan Nr. 948., 5 4 10 qm Garien in den Dilmesgärten. St. Jugbert, den 14. Juli 18858 Kemmer, 1Notar. Berrfntmachung, die Anlage der Kapitalrentensteuer für die Steuer— —veriode 188687 betr. Die Holländische Kaffee Brennere N. Disqu & Cie., Mannhein empfiehlt ihre unter der Mark⸗ „Elephanten Kaffee“ so beliebten hochfeine Qualitäten Java⸗Mischung per Pd. 1.20 . Westindisch M. 1.40 .Menado M. 41.60 J. Bourbon M. 41.80 extra fein Moeta Mw.2.00 gebrannt nach Dr. v. Liebig Vorschrift u. neu verbesserter Brennati woduich das Verflüchten des Aro ma's absolut unmöglich. Kräftig u. fein im Geschmad. Große Ersparniß. 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Jduni 188s88. 8. 3 53 Das Bürgermeisteramt: J *87 — 17— Seinrich. — — 284 J 3 Bergmanns-Verein. eim onu⸗aq, den 109. d. Mis. wird die 2 . I 8 nerweihe iüihehei die — Stadi — t. Ing bert 94 sIb AIIVbIIO aden wirs. Zei splatz oberhalb Schloß Elfterstein. Aufftellung Oberstadt. Scheine F Abmarsch 83 Uhr⸗ iur die Gemeindekrankend Die Bewohner der Stadt werden biermit boͤflichst gebeten, ihre Hauser / sicherung u beflaggen. find zu baben in der Druckere Si. Ingbett am 14. Juli 1885 .St. Incbertar Anroj Der VOorstæmncd. αα αXαα — — —— AZ Auflage 331,000; das verbreitetste aller deutschen Blatter aberhaupt; außerdem er⸗ cheinen Ueberseßungen in wolf fremden Sprachen Die Modenwelt. zliustrirte Zeitung fur Loiletie und eren Feiten. Alle 14 Tage me Nummer. Vreis ierteljahrlich M. 1.25 Iß r. Jaͤhrlich erscheinen 21 Rummern mit Toi⸗ eilen und Handarbeiten gegen 2000 Ablisdungen mit Be⸗ chreibung, 78 datf se Gebiet der Garderobe und Leibwache Damen, Madchen und Knaben wie für har sartere Kinderalter umfafsen, —BR deibwasche fur Herren And bie Bett⸗ und Tischwasche e, wie die Handarbeiten in ihrem gzanzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnitimustern für alle Gegenstaͤnde der Garderobe und etwa do Musier⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und duntfticlerei, Lamens⸗Chiffren te. Abonnements werden jederzeit angenommen hei allen Buchhandlungen und Pofianstalten. gprobe⸗Rummern gratis und franco durch die Expeditivn, Berlin A 35 Wien J, Operngaßse 8. Frach“ viefe für gewöhnliches Gut I 9 4522 — VFilgut zu baben bei F —* IF. XÆ. Demek. Druc und Relag nan F X. 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Amtsgerichts St. Ingbert. u St · Ingberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ unt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1.4 60 ⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L1MJM 75, einschließlich guflellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfãlzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 7 139. Samstag, 18. Juli 1888. 20. Jahrg. 1 Deutsches Reich. Berlin, 16. Juli. Zu den großen Manö⸗ ein in Frankreich sind deutscherseits kommandirt: nerallieutenant v. Alvensleben, Oberstlieutenant n Lutken und Major v. Malachowski. Zu den serreichischen Manövern: Generalmajor von Arnim, Jajot b. Rosen und Major v. Alten. Berlin, 16. Juli. Im Prozeß Schmidt gen Stöcker ist letzterer zu 150, ersterer zu 530 M. zeldstrafe verurtheilt worden. Ausland. Paris, 16. Juli. Die englischen Journale achten den Krieg als bevorstehend. Die „Agence abas“ meldet, daß Rußland allein dem egyptischen nlehen nicht zustimme und ferner, daß die eng⸗ ihe Grenzkommission nach Herat berufen sei, um Vertheidigung des Platzes zu organisiren. LZXondon, 16. Juli. Der „Daily Telegraph“ qauptet, die Unterhandlungen betreffs der afgha— schen Frage nähmen eine ernste Wendung, weil ußland Ansprüche auf eine Position erhob, welche in thatsächlich die Herrschaft über den Zulfikarpaß mäumen würde. Salisbury halte dies für un⸗ cteinbar mit dem zwischen Granville und Giers ctroffenen Ausgleich. Rußland verlangte, die Frage t Grenzkommission zu unterbreiten. Die englischen soten lauten versoͤhnlich, aber fest. — Die „Times“ elden: Alle Mächte außer Rußland willigten in ⸗Emission der neuen egyptischen Anleihe. Teheran, 15. Juli. Beträchtliche russische erstärkungen sind in Merw und Pulikhisti während r letzten 14 Tagen angekommen. Vier Regi⸗ uentet Infanterie sind von Kabul in Herat ngetroffen, vier andere sind dorthin vom Hazara⸗ ehiet aus unterwegs. — — — — —9 Lokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 17. Juli. In Betreff in vor. Nummer erwähnten Unglücksfalles auf em hiesigen Bahnhofe wird uns berichtigend mit⸗ etheilt, daß nicht „ein beim Rangiren beschäftigter tbeiter· verletzt wurde, sondern der 12jährige ohn des Wirthes Schmidt von Sengscheidt. Der⸗ lhe hatte in Gemeinschaft mit noch zwei Privat- exsonen unbefugter Weise- auf einem Nebengeleise nen Eisenbahnwagen in Bewegung gesetzt. Un⸗ uüclicherweise stürzte der Knabe und wuͤrde ihm chei der linke Unierschenkel von dem einen Rade is Wagens stark gequetscht. UV St. Ingbert, 17. Juli. Sicherem Ver⸗ ehmen nach haͤlt der,Turnverein St. Ingbert“ n Sonntag, den 26. Juli ein Schau⸗und reistarnen ab. St. Insgbert, 17. Juli. Bekannilich durch den schon vor einiger Zeit erfolgten Tod des mdtags · Abgeordnelen J. Hoh von Gerhards unn im Wahlkreise Zweibtücken⸗Pirmasens eine tsa zwa hlnothwendig geworden. Dieselbe ist — Donnersiag den 20. Auaust nachsthin eßt. , K. Einem Gesuche des Hauptausschusses des Laherischen Voltsschullehrerver- n um Bewilligung einer 2. Prämienkol— de zu gunsten der „bayerischen und Azischen Lehrerwaisen“ wurde kürzlich hon jeiten deßs kalh Stagissminib,eiums di⸗ Gi nehmigung zu theil. Es steht damit nach einem Ausschreiben der Vorstandschaft des bayer. Lehrer⸗ ereins die Veranstaltung der 2. Lehrerwaisenstifts⸗ zotterie nahe bevor. Noch im laufenden Herbste oll mit der Ausgabe der Loose begonnen werden. daß diese Loose günstige Anfnahme finden werden, st bei der humanen Tendenz des Lehrerwaisenstiftes vohl nicht zu bezweifeln. Waren doch auch schon hbei der I. Ziehung (18. März 1878), deren Ter⸗ nin genau eingehalten wurde, 14 Tage vorher ammtliche Loose vergriffen. A Niederwürzbach, 16. Juli. Heute Mitiag um 1234 Uhr ertrank beim Baden im hiesigen Weiher ein 12jähriger Knabe, Sohn des ʒes Klammenmachers Fromm von hier. — Lautzkirchen, 15. Juli. Der neu er⸗ ichieten —3 Lautztirchen werden, wie ieuͤlich angedeutet, mit dem morgigen Tage die Irie: Abstäberhof, Bierbach, Eschweilerhof, Kirkel, rautzzkirchen und Neuhäusel zugetheili. — Blieskastel, 15. Juli. Als Verweser der hiesigen protest. Schule wurde von dem Schul⸗ nusschusse gewählt der bisherige Schulberweser deintich Lehmann zu Alsenborn. — Aus der Pfalz, 14. Juni. Einer der „F. Z.“ zugekommenen Mittheilung zufolge, soll zet im Laufe des nächsten Monats abzuhaltende Delegirtentag des pfälzischen Ge— verbevereins⸗Verbandes in Kaiserslau⸗ ern stattfinden. Hauptgegenstand der Tagesordnung st das in der letzten Session des Reichstages in Vorlage gebrachte Thema der Arbeiterschutz. Gesetz gebung. Diese Frage wurde schon jetzt einer Zommission zur Berathung übergeben und soll auj dem Delegirsentag nochmals besprochen und erörtert werden, damit auf dem nächsten Verbandstage endgültige Stellung zu derselben genommen werden kann. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Buhl wird sich an diesen Berathungen betheiligen unter Vorlage des dem Reichstage zur Verfügung gestellten Materials. — Unter den übrigen Punkten der Tagesordnung wird hauptsächlich die Frage der ür das Jahr 1888 in Berlin abzuhaltenden all⸗ jemeinen deutschen Ausstellung betont, worüber fich isher schon einzelne Vereine dem provisorischen domite gegenüber, und zwar größtentheils beiahend. ausgesprochen haben. J — Kaiserslautern. Zu dem am 15., .6. und 17. August stattfindenden VII. pfaäl⸗ ischen Saängerfeste zur Feier des 28jährigen zestehens des Pfaälzischen Sängerbundes werden jegenwärtig die umfassendsten Vorbereitungen ge⸗ roffen und demnächst wird das Festprogramm zur Beröffentlichung gelangen. Die Festdirigenten haben ich insoweit geeinigt, daß Herr Professor W. Speidel die Direktion des ersten Theiles und der dalbchöre übernimmt, während Herr Profeffor tzrambach sein Werk Velleda“ dirigirt. Außerdem ernimmt bei dem Gesammtchore: „O, Deutsch⸗ and, du mein Vaterland!“ der Komponist des⸗ elben. Hert Professor Dr. Faißt, die Direktion. Ddie Eröffnungs⸗Ouverture findet aus dem neuesten Werk unseres Landmannes, Herrn Mußsikdirekior Bierling, siatt und wird derselbe diese auch leiten. An den am 15. August in Heidelberg zusammen⸗ retenden Ausschuß des deutschen Sängerbundes vird von Seiten des hiesigen Festkomite's und des nusikalischen Komite's des Pfälzischen Sängerbundes pezielle Einladung zu dem Feste ergehen. Es steht Ahalb fej daß kbi demn in jeder Hinsicht bor⸗ theilhaft aufgestellten musikalischen Programm auch das VII. psfalzische Sängerfest den schönsten und würdigsten Verlauf nehmen wird. — Kaiserslautern, 15. Juli. Gestern Morgen gratulirte der Stadtrath Herrn Bürger⸗ neister Hohle zur Vollendung seines 70. Lebens⸗ ahres. Abends fand in der Brauerei Pitthan eine Reunion zu Ehren des Tages statt. — In Neustadt tritt seit mehreren Tagen, so meldet die „Neust. Ztg.“, die sogenannte Tholerine Grechdurchfall) außerordentlich zahl⸗ eich und vielfach in bösartiger Weise auf und cheint fich besonders in einzelnen Straßen förmlich ingenistet zu haben. — Der Frau des Tagners G. Wolf in Billigheim passierte beim Holzklein⸗ machen das Unglück, daß sie sich mit dem Beile den mittleren Finger der linken Hand abhieb, so daß fie ohnmächtig niedersanf. — Leimersheim, 13. Juli. Eine un⸗ liebsame Nachricht wird es dem hiesigen Jagdpäch⸗ ser Hrn. Leon Simon in Nancy sein, wenn er erfährt, daß in jüngster Zeit eine große Anzahl Zasen auf der hiesigen Jagd einging. Nur alte darke Hasen wurden bis jetzt verendet aufgefunden; die frisch verendeten haben vor der Schnauze einen weißen Schaum. Vermischtes. Sit. Johann, 13. Juli. Der Central⸗Aus⸗ chuß zur Unterstützung der in der Gdube Camp⸗ Jjausen verunglückten Bergleute veröffentlicht heute einen Rechenschaftsbericht, dem wir Folgendes ntnehmen: Es gingen bis zum 7. Juli cr. ins⸗ zesammt M. 187,749.82 ein; davon wurden an die Hinterbliebenen bereits M. 41,618.26 be- zahlt, so daß noch eine Summe von 146, 131. 56 dorhanden ist. Von dieser Summe erhält — nach Abrechnung der berejts bezahlten Unierstützungen ede Wittwe 300 M., jedes vaterlose Kind 100 Ht., edes vater⸗ und mutferlose Kinnd 200 M. die unterstützungsbedürftigen Eltern oder sonstigen Angehörigen eines Verunglückten sofern sie von diesem s. Z. unterstützt wurden, zusammen je 500 Mark. Jeder Gerettete, sofern er vom 18. April bis 18. Mai in Folge des Unglücks nachweislich krank war erhält 50 M.; hat seine Krankheit länger gedauert, so bekommt er nochmals 50 M. Diese Gelder sind zur Vertheilung an die zuständigen Stellen, theils an die Lokalkomite's, theils an die dandraihsämter, abgegangen mit der Weisung: „die Auszahlung der Summen entweder sogleich zu bewirken, oder über die Anlegung derselben und hre Zahlbarmachung in Theilbeträgen eventl. auch über die sonstige Verwendung zum Nutzen der Unterstützten nach freiem Ermessen für jeden Ein⸗ zelfall Bestimmung zu treffen“. — Ueber den ver⸗ zleibenden Restbetrag wird demnächst weiter be⸗ jchlossen werden. FStraßburg. Der kaiserl. Staatssekretär für Eisaß-Lothringen hat für eine volksthümliche Z„chrift von höchstens 40 Druckseiten, welche in Form einer Erzählung die schädlichen Folgen der Trunksucht zu lebendiger Darstellung bringt, drei Breise von 800, 200 und 100 Mk. ausgesetzt. Die Arbeiten sind bis Ostern 1886 bei dem kaiserl. Oberschulrath für Elsaß ⸗Lothringen in Straßburg inzureichen. FGEaffee, ein antiseptisches Mittel.) Der Oberstabsarzt Dr. Oppler in Straßburg Fssaßü galaubht in dem gemoblenen resyh bulbderi— irten Kaffee ein ausgezeichnetes Verbandsmittel entdeckt zu haben, welches allen Ansprüchen der nodernen Chirurgie genügen dürfte. Die bisher zamit angestellten Versuche sind zwar noch nicht »ollständig abgeschlossen, doch geht so viel schon hervor, daß der gebrannte und gemahlene Kaffee, mit organischen Substanzen in Verbindung gebracht, zen Eintritt rascher Zersetzung und tierischer Ge— vebe und Flüssigkeiten zu verhüten, Blut ꝛc., vor Fäulniß zu bewahren vermag. Diese antiseptischen Eigenschaften verdankt der gebrannte Kaffee einmal der vegatabilischen Kohle, in welcher Form er theil⸗ veise erscheint — und die fäulnißhemmende Eigen⸗ chaft der Kohle ist ja längst bekannt —, sodann den bei dem Rösten entstehenden, aromatisch riech⸗ enden brenzlichen Produkten. Die chirurgische Ver⸗ vendung des Kaffee's erfolgt einfach in der Weise, »aß das Kaffeepulver etwas messerrückendick auf die Wunde gestreut und mit etwas Mull bedeckt wird; * bildet mit dem Wundsecret dann eine feste Schorfdecte, die der Wunde vollständigen Schutz Jegen Verunreinigungen gewährt und keine schäd⸗ ichen Stoffe von außen eindringen läßt. Die ichwierige kriegschirurgische Frage des Mitnehmens rines Mittels in das Feld zur ersten antiseptischen Bedeckung der Wunden, die Benutzung eines Ma⸗ erials, welches in jedem Augenblick zu Gebote steht, dessen sofortige Beschaffung keine Schwierig- keit haben kann, scheint durch die Verwendbarkeit des Kaffeepulver der Loͤsung näher gerückt. Geichsgerichts-Entscheidung.) Das gerichtliche Strafverfahren wegen eines An⸗ ragsdelilts findet nach 8 63 Str.eG.⸗B. gegen sämmtliche an der Handlung Betheiligte, so wie gjegen den Begünstiger statt, auch wenn nur gegen »ine dieser Personen auf Bestrafung angetragen worden ist. In Bezug auf diese Bestimmung hat das Reichsgericht 8. Strafsenat durch Urtheil vom 28. März 1885 ausgesprochen, daß der nur gegen ꝛine bestimmte Person gerichtete Strafantrag selbst dann die Verfolgung aller anderen bei derselben That strafbar Betheiligten gestattet, wenn jene Per⸗ son, gegen welche speziell der Strafantrag gerichtet vorden war, thatsächlich bei der strafbaren Hand⸗ ung nicht betheiligt war und deshalb freigesprochen verden muß. — Eine im Gerichtszimmer vor dem Richter und vem Protokollführer verübte Beleidigung ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 2. Strafsenats, bdom 1. Miai 1885 deshalb allein noch keine öffent⸗ liche. Für den Begriff der Oeffentlichteit — so vird in den betreffenden Urtheilsgründen ausgeführt — kommt es auf den Ort, an dem die Beleidigung begangen ist, allein nicht an, und ebensowenig ist die Beleidigung deshalb eine öffentliche, weil bei hr der Richter und der Protokollführer gegenwärtig jewesen sind. Um öffentlich zu sein. muß die Zeleidigung in einer Art und Weise erfolgen, daß ie unbestimmt von welchen und wie vielen Versonen vahrgenommen werden kann. FFrankfurt a. M., 18. Juli. Bei dem estrigen Begräbniß des Einjährigen Stud. phil. oos, welcher, wie ich Ihnen bereits gemeldet, bei einer Felddienftübung vom Hitzschlag getroffen wurde und verstarb, ereignete sich eine recht peinliche Scene. Herr Oberst von Struensee reichte, nach⸗ dem man den auf so traurige Weise ums Leben Hekommenen beerdigi hatte, dessen bei der Beerdig⸗ ing anwesendem Bruder die Hand und sprach röstende Worte zu demselben. Anflatt die darge⸗ »otene Hand zu nehmen, kreuzte der Bruder des Berstorbenen die Arme über die Brust und bemerkte dem Herrn Obersten, daß er auf seinen Troft Lerzicht leiste. Geisenheim, 18. Juli. Schloß Jo⸗ hannisberg ist für das Publikum seit Anfang ds. Mis. unzugänglich; am 2 ds. traf die Fürstin Metternich zu längerem Aufenthalt ein und gestern 'and in der hiesigen Pfarrlirche die Trauung ihrer Tochter, der Prinzessin Antoinette Peslalina (geb. 20. April 1862), mit dem Grafen Georg zu Waldstein ⸗ Wartenburg aus Böhmen statt. Am Borabend war ein großes Feuerwerk abgebrannt und ein Gesangftändchen gebracht worden. Chemnitzt, 14. Juli. Eine gestern Abend dattgehabie von 150 hiesigen Industriellen und Bewerbetreibenden besuchte Versammiung beschloß, 1886 hier eine allgemeine sächsische Gewerbe⸗ und Industrie⸗Ausstellung zu veranstalten, welche Er⸗ eugnisse aus dem Königreich Sachsen, der Provinz Sachsen, den sächsischen Herzogthumern und dem derzogthum Anhalt umfassen soll. Den Vorsitz in der Versammlung führte der frühere Reichstags⸗ abgeordnete Vopel. Im Verfolg des gefaßten Beschlusses wird man bemüht sein, für das Aus—⸗ teslungsprojekt die Mitwirkung aller betheiligten reise zu gewinnen. F Zum deutschen Turnfest in Dres—⸗ »en.) An dem großen allgemeinen deutschen Turnfest zu Dresden, welches dieser Tage statt⸗ indet, wird ein besonders reicher Zustrom deutsch⸗ sterreichischer Turner, zumal aus deutschböhmischen Hauen. bemerkt werden. Die Turnerei hat in den Tagen der aationalen Bedrängniß bei den Deutschen Desterreichs eine weit erhöhtere Bedeutung gewonnen, is sie zurzeit in Deutschland besizt. In den Ztädten und Märkten, ja selbst in kleineren Dörfern, bo überall sich die deutschnationale Bewegung Zahn bricht, gedeiht die deutsche Turnerei, und die euischen Turner sind immer in den ersten Reihen er Förderer von nationalen Interessen zu finden. dies wird den deutschen Turnern Oesterreichs auch in den Festtagen zu Dresden nicht vergessen bleiben. Als treue Pfleger gemeinsamer nationaler Interessen anird man sie auf dem Dresdener Feste mit be— onderen Sympatiebezeugungen begrüßen und laut ind offenkundig werden sie der begeisterungsfrohen zustimmung zu der tapferen Vertheidigung der deutschösterreicher gegen die slavische Ueberflutung ind gegen den durch Taaffe's Gnaden großgezogenen Fhaubinismus allen interessierten Natiönchen Oester⸗ reichs versicherr werden. Es hat sich in der öffent⸗ ichen Meinung Deutschlands ein bemerkenswerther Umschwung inbetreff der Beurtheilung der öster⸗ ꝛeichischen Verhältnisse vollzogen; die Thatsachen der Zurückdrängung des Deutschthums in Oester⸗ reich schreien zu saut, als daß man sich ihnen zegenüber noch länger gleichgiltig verschließen fönnte; ind auf dem Dresdener Turnfesse wird den Deutsch⸗ sterreichern wohl zum ersten Male in großartiger, pontaner Weise kundgethan werden, daß sie nicht zie „vergessenen Schmerzenskinder“ der deutschen Nation seien. Sie werden von Dresden aus die rostvolle Genugthuung und den Sporn zur Aus-⸗ auer im nationalen Kampfe heimbringen, ähnlich vie das deutsche Turnfeß im Jahre 1863 begeisternd ind stählend auf die Deutschen Schleswiq Holsteins ingewirkt hat. Elberfeld, 12. Juli. Aufsehen erregt sier die Verhaftung zweier Mädchen, welche der Anteilschaft oder wenigstens Mitwwissenschaft an einer m Jahre 1877 im sogen. Aaperwalde“ bei Düssel⸗ orf an einer Mannesperson verübten Mordthat jerdächtig find. Das damals verübte Verbrechen var vollsländig unaufgeklärt geblieben. Troz eif⸗ cigster Nachforschungen und obschon einige Ver⸗ jaftungen vorgenommen wurden, konnte weder über zie Thäter noch über etwaige Mitwisser irgend was ermittelt werden, ja es gelang nicht einmal, die Identität der ohne Kopf aufgefundenen Leiche iestzustellen, bis nun zu Anfang dieses Jahres n Köln ein Mensch mit Namen Adam dofer sich selber der Betheiligung an jener That bezichteie und auf Mittheilungen dezichtete. Auf Grund dieser Aussage des wegen Diebstahls ind Tötung augenbliclich eine 148jährige Zuchthaus⸗ trafe verbüßenden Menschen, dessen Zuverlässigkeit illerdings mehr als zweifelhaft ist, da er sich vordem uch schon der Ermordung des Uhrmachers Stock⸗ jausen und der Mutter desselben beschuldigt hatte, belchen Verbrechens mittlerweile aber der berüchtigte killmann Hans überführt worden ist, wurde im Frühjahr d. J. die Untersuchung wieder aufgenommen; eitdem hat der eigens in Düsseldorf fich aufhaltende kriminalkommissar v. Hacke eine äußerst rege Thätigkeit zur Aufllärung der dunklen Angelegen⸗ Jeit entfaltet. Mit welchem Erfolge ist noch nicht Fekannt. Ganz unagabhängig hiervon erstattete vor inigen Wochen hier in Elberfeld eine um jene Antersuchung nicht wissende Frau Rückerath bei der ZJolizei die Anzeige, daß die Tochter eines Elber⸗ elder Tingel⸗Tangel ⸗Besitzers, Ida Feldermann, ine früher intime Freundin der Denunziantin an dem Aaper Morde mitschuldig sei. Es folgte die Jernehmung der Beschuldigten. später die Vereidig⸗ ing der Anklägerin und am Donnerstag den 25d. M. schließlich die Verhaftung der Feldermann zu⸗ ammen mit einem andern Mädchen namens Emma stasch. Die drei Frauenzimmer, die jetzige Frau ückerath, damals noch als Mädchen mit dem Namen Schmitz, haben in früheren Jahren mitsamen die Jahrmärkte besucht, im besonderen hat die Felder⸗ nann als Thierbändigerin in verschiedenen Menag⸗ rieen einige Erfolge erzielt, aber auch sonst in Schaubuden sich nützlich zu machen verstande —ADDD »em Konzert⸗Etablissement ihres Vaters n dach einem heftigen Auftritt mit den Eltern 8 Ida Feldermann erstattete die Lückeraih die Anjei Benn schon ihre Anzeige demnach den Stempe ßehässigkeit und Rachsucht auf der Stirne an st fie möglicherweise doch nicht ganz haltlos onst schwerlich die Verhaftung des in der vin der zwanziger Jahre stehenden Mädchen, zu deren Bewerkstelligung Polizeikommissar v. Hacke personlich zier anwesend wac, erfolgt sein würde. In Düssc dorf, wohin die beiden abgeführt wurden, erfolgien im Laufe der Woche umfangreiche Zeugender. nehmungen. Etraßb. P) FKalt, 9. Juli. Folgenden hübschen Streich rzählt die „K. Ztg.“: Zwei Bäuerinnen aus Brüe zuhren gestern — jede auf ihrer Eselkarre fitzend — nach Kalk; infolge der übergroßen Hitze waten ie eingeschlafen und überließen es den beiden Grau— chimmeln, sie und mit ihnen die mitgenommene Waare nach dem Bestimmungsort zu hringen. Mehrere Spaßvögel bemerkten auf dem Hohenberg »en sonderbaren Aufzug, lenkten behutsam und in veitem Bogen die Esel zurück, und diese trabten ilsbald wohlgemuth den Weg, den sie gekommen, retour, nicht eher rastend, bis sie den wohlbekannien Stall vor sich hatten. Ein gemeinsam angestimmtes Freudengeheul der Grauthiere weckte die Lenkerinnen, velche, höchst erstaunt über das Endziel ihrer Reise nus ihrem Zorn über die Unzuverlässigkeit der Ejel teinen Hehl machten. fFHamburg. 14. Juli. Der bekannte Afrikaforscher und deutsche Konsul in Kamerun, derr Dr. Max Buchner, ist hier eingetroffen, abet in so erschöpftem Zustande, daß er auf Veranlass ung des Herrn A. Woermann im israelitischen Zrankenhause Aufnahme suchen mußte. Es ist hereits vielfach der Wunsch hervorgetreten, den be⸗ rühmten Reisenden zu sprechen; der Zustand des⸗ elben gestattet demselben bislang nur, seine intimen Belannten zu empfangen. F Die Reise des Fürsten Bismarhknach Barzin hat wieder einmal klargelegt, daß der große Staatsmann sein einst in kritischer Lage ausge⸗ sprochenes Wort, daß er einmal der popularste Mann in Preußen sein werde, thatsächlich erfüllt jat. Auf jeder Station ohne Ausnahme, wurde der Fürst von der Bevölkerung durch herzliche Hochrufe ent⸗ zusiastisch begrüßt, wofür derselbe, sichtlich hocherfreut, nach allen Seiten hin mit entblößtem Haupie dankte. das Aussehen des Fürsten war ein ganz vortreff⸗ iches, und man merkte ihm an, welches Vergnügen ihm bereitete, gerade in seiner Heimathsprovinz iberall so enthusiastisch begrüßt zu werden. Noch nie zuvor hat sich der Fürst auf seinen Reisen iach Varzin so ungezwungen mit dem Publikum interhalten, wie auf der diesmaligen Fahrt, und Alle, die das Glück hatten, den Fürften zu sehen, vissen nicht genug über seine Frische und Heiterkeit mu berichten. fF Berlin, 15. Juli. In der heutigen Ver⸗ ammlung der Baugewerksmeister wurde lonstatirt, aß bereus 2204 Viaurergesellen, dreimalsoviel obie am 11. Juli oder ein Viertel Aller wieder neschäftigt find. fBerltin. Von einem heiteren Zwischenfall zei den hier weilenden Sudanesen erzählt man olgendes Stückchen: Zwei Schornsteinfeget wollten die Sudanesen, die eben mit der Bereitung ihres Fruhftucs beschäftigt waren, aus der Nähe in ugenschein nehmen. Sobald die Sudanesen dit Schornfieinfeger erblidten. stießen sie ein Klagegeheul mus. die Weiber flüchteten in ihre Hütten, die Ranner griffen zu den Waffen. Als die Schorn leinfeger infolge dessen ihre Vorwärtsbewegungen instellien, ging ein besonders muthiger Sudanese um Angriff über, dem die europäischen Schwarzen zurch schieunige Flucht aus dem Wege gingen krst lange darnach beruhigten sich die Karawanen ingueder und erllarien daß fie die harmlosen derliner Schornsteinfeger für „böse Geister“ g0 zalten hätten. Der die Gebete leitende y jatte fich mit den Frauen vollständig unfichtba emacht. — 11. Juli. Ueber das fürchenwe Vtandungluc in Horodenko. werden der„N. ßr.“ nun folgende Einzelheiten unterm d 5 niigetheilt: . Der Brand entstand aus bishet * betannter Ursache am 2. d. um J Uhr Naq Ins in der inneren Siadt in einem Gasthause. gine versengende Hitze und ein starker Sturmwind Agen dazu bei, daß das Feuer mit Blitzesschnelle herbreitete, so daß schon nach Verlauf weniger inuten an eine Rettung nicht mehr gedacht wer⸗ onnte. Feuerfunken, brennende Holzstücke, Rapiere, Fetzen ꝛtc. flogen in der Luft, vom Winde Ztere Kilometer weit getragen. Das Weinen ddas Jammergeschrei welches von allen Seiten dnte, spottet jeder Beschreibung. Erst nach vier zunden, nachdem die Hälfte der Stadt bereits ein suub der Flammen geworden, begann das Feuer achzulassen. Der niedergebrannte Stadttheil war st ausschließlich von sehr armen Juden und Häus- n bewohnt, die den Verlust ihrer ganzen Habe —* E bildete sich sofort ein Hülfskomité, sen eiste Aufgabe die Stillung des Hungers der aglücllichen war. Bis jetzt wurde nebst vielen iüen schweret oder leichterer Verwundungen kon⸗ cürt, daß 11 Personen in den Flammen ihren od fanden; es ist jedoch zu befürchten, daß noch weilere Opfer aus dem Schutte zu Tage befördert erden, da man noch viele Kinder vermißt. Weltstatistisches.) An jeden Gebil⸗ zien stellt unsere Zeit die Anforderung, daß er ntetrichtet sei über die wichtigsten und neuesten vlinsch geographischen Verhältnisse der Erde. Da sich aber hierbei um Faktoren handelt — man nte nur an die Einwohnerzahlen — die nicht r in gewissen Zeiträumen. sondern fast alljährlich ger Veränderung unterliegen, so hält es schwer, ftets informiren zu können und die besten Lehr⸗ cher veralten in kürzester Zeit. Dem gegebenen cdürfnisse helfen nun entschieden ab die alljährlich neuer Auflage erscheinenden „Geographisch⸗ nistischen Tabellen aller Lander der Erde“, nach — herausgegeben von dem Innsbrucker Uni⸗ cstäts⸗Professor von Juraschek. Auf den neuesten hlungen fußend und wo solche nicht vorhanden o, die Schätzung heranziehend, enthalten diese ibellen auf engem Raume eine solche Fülle gtischer Zahlen, daß den weitgehendsten Ansprüchen dnung getragen ist. Die angestellten Vergleiche, hhe hauptjsüchlich den europũischen Continent be⸗ aen erhöhen das Interesse. Die 1475 Millionen n, der ganzen Erde gehören 71 Ländern verschiedensten Regierungsformen an, worunter ebenso viele Republicken als konstitutionelle despotische Staaten sind. Das größte Reich nErde ist das russische mit 21,8 Millionen ndtattitometern welchem Großbritannien mit Millionen ebenbürtig ist. Diesen mächtigen er Complexen unter einem Oberhaupte steht Fürstenthum Monaco mit nur 22 Onadrat⸗ iem als winzigfter Staat gegenüber. In 8 die Bevölkerung nimmt China weitaus J ein mit 403 Millionen; ihm folgen m w nnn Rußland, Frankreich, die α taaten und Deutschland, letzteres mit Millionen Einwohnern. Am bevöllertsten i daien mit 19 e mit 194 Bewohnern pro Quadratkilometer, in sehr vielen Landern (Arabien, Argen⸗ dhen Tripolis, Sahara) auf den Qua—⸗ — un blos ein Mensch lommt. Auf der 3 e gibt es unter den regierenden Häup· * nisen— 19 Konige, 12 Großherzoge und 3 Fürsten. sowie 21 Präsidenten von —* n. Als Nester unter den gekrönten —JFJ steht unser greiser Kaiser an der Spitze; vn nriethren ist Pedro . Kaiser von e 831 den Thron bestieg der älteste. China, Kuang—sü, ist der jüngste . zu In er als vierjähriges Kind im Jahre —8 gienung gelangte. Die größte Haupt⸗ ad gleich die größte Stadt der Erde ist —8* reiche London, welches jetzt 4, 084,000 —* hir Im Anfange dieses Jahrhunderts —2 eine Million. Ueberhaupt gibt An onstädte, groß genug, um namenilich un zu werden; darunter: London (9). —* Peking .6). Canton (1,6), Berlin * Ien , ), Wien mit Vororten (1,)). —* eee 19 Städte haben mehr als ⸗ im, mehr als 100.000 Einwohner. ——— mnt unter allen Städten der Erde die 31 vn Ganz besonders erwähnenswerth —— n der Volksbewegung (Geburten, wn rauungen). Es mag hervorgehoben * in Portugal die meisten, in Bos⸗ a 85 Frauen gibt. Heirathslustige hod J erbien zu wandern; dort treffen 2 inwohnet 118 in Spanien dagegen Deutschland 77 Trauungen. Die meisten Sterbefälle in Europa weist Ungarn auf nit 360, die wenigsten Schweden 172 (Deutsch⸗ and 260) auf je 10,000 Bewohner. WEin Donauquellen-Forscher.) Qui vive“ (Wer da?) heißt der papierne Kahn, n welchem am 9. Juli Herr Tanneguy de Wogan ich in Paris gegenüber dem Louvre im Beisein iner zahlreichen Menge eingeschifft hat. Der Rei⸗ ende will mit seinem Boote die Marne hinauf urch den Marnekanal nach dem Rhein und (wenn s geht) nach den Schweizer Seen. Hierauf will r e„die wahre Quelle der Donau“ entdecken und ann durch Neckar, Rhein, Nordsee, Kanal und beine wieder nach Paris zurücksegeln oder rudern. HDie Reise ist auf zwei Monate berechnet — vor—⸗ nusgesetzt, daß die Auffindung der Donauquelle lücklich gelingt und daß nicht gerade Ebbe in der S„chloßküche von Donaueschingen eingetreten ist. An gord des Papierkahns befindet sich außer dem Rei⸗ enden noch sein Gepäck: Kleider, Wäsche, Waffen, in Photographieapparat, Angelzeug. Schwimm⸗ ürtel, Nothsignale u. s. w. Diesem drolligen Wer da?“ wird wohl allenthalben ein „Gut rreund“ antworten. 7 GKönig und Kinderfrau) Die World“ erzählt Folgendes: „Als König Alfonso ius Aranjuez zurückkehrte, erbat sich die oberste Wärterin der Jnfantinnen eine Audienz, in welcher ie den König erinnerte, daß der spanischen Hof⸗ tiquette zufolge Jedermann, der in der Nähe konta⸗ ziöser Kranken geweilt, für eine bestimmte Zeit von em Verkehr mit den kleinen Prinzessinnen ausge— hlossen sei. „Für wie lange?“ fragte der König. Darüber muß ich mich genau erkundigen.“ „Gut, hun Sie dies sofort und bringen Sie mir binnen iner Stunde die Nachricht.“ Die Alte ließ sofort inspannen, um beim obersten Ceremonienmeister Anfrage zu halten. Als sie zurückkehrte, hörte sie aß der König einstweilen ihre Stelle vertreten — nit der Prinzessin von Asturien und ihrer kleinen -„chwester Fangball gespielt. F Ottawa, 12. Juli. Kin Graf Esterhazh zat mit der kanadischen Regierung die Abmachung jetroffen, daß 20,000 Ungarn längs der Kanadia⸗ zJacific-Eisenbahn auf einem Gebiete von 200,000 cres bei Fort On Appelle angesiedelt werden ollen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um diejenigen Ungarn, welche jetzt in den Minenbezirken on Pennsylvanien so große Noth leiden. fF Geleimt. Ein berüchtigter Wucherer vollte einen Bauern pfänden lassen, doch fand der herichtsvollzieher nur eine Kuh vor, die er dem Zzauer als nothwendiges Inventar belassen mußte. da trifft auf einem Wochenmarkte der Wucherer einen Schuldner, bemitleidet ihn ob seiner Noth⸗ age und meint, da er soviel verliert, so käme es uf einige Mark nicht an. Als Beweis seiner vroßmuth schenkte er dem Bauer eine Ziege im Berthe von 25 Mark. Der Bauer eilt glücklich nit seinem Geschenk zum Dorfe. Hier verbreitet ich schnell das Gerücht von der Besitzvermehrung »es Genossen und der Name des Gebers. Der Schulze, ein gar schlauer Mann. merkt jedoch die Absicht des Wucherers und gibt seinem Freunde )en Rath, die Ziege schleunigst zu schlachten, da onst die Kuh für den Gerichtsvollzieher pfandbates Objekt sei. Gesagt, gethan. Am nächsten Morgen schon erscheint der Beamte, woylunterrichtet, daß nmif dem Hofe jetzt neben der Kuh eine melkbare Ziege vorhanden sei. Siegesbewußt jedoch meldet der Bauer, daß er die Ziege gleich nach der Heim⸗ ehr habe schlachten müssen zur Mahlzeit für sich ind feine zahlreiche Familie. — Der Wucherer soll über diese zweite fruchtlose Exekution, obgleich er o geschickt vorgearbeitet zu haben glaubte, nicht onderlich erbaut gewesen sein. tin Wort über die Abrohne der Feiralhen. Die „Dorf.Ztg.“ erhielt vor Kurzem eine in⸗ eressante Statistik über die Abnahme der Heirathen n den letzten acht Jahren und führt als Grund »afür den wirthschaftlichen Niedergang innerhalb er letzten Jahre und die vielen Ansprüche an, die etzt von den Mädchen in Bezug auf den Luxus jestellt werden. Diese Behauptung veranlaßt nem inen Dr. H. in derselben Zeitung zu einer Er⸗ viderung, die auch für weitere Kreise interessant ein dürfte: „Es ist mir ebensowenig wie jedem Andern. der ein Auge für die Verhältnisse des nenschlichen Lebens hat, unbekanni, daß der Luxus zei den Frauen gegen früher bedeutend aestfiegen ist. Wir machen diese Beobachtung in allen Ständen, von der Magd bis herauf zu den vornehmen Adels- und Börsenkreisen. Wie das Bauernmädchen städti⸗ sche Tracht nachahmt, wie wir Sonntags oft kaum ein Diensimädchen von der Dame äußerlich zu unterscheiden vermögen, so stellt bei mancher vor⸗ nehmeren Dame der Bedarf an Kleidern einen Werth dar, der dem Gehalt manches respektablen Beamten gleichkommt. Das alles ist richtig und doch ist die fragliche Beschuldigung eine ungerechte. Denn ist etwa der Luxus bei dem weiblichen Ge— schlechte allein gestiegen ? Doch gewiß nicht; das männliche Geschlecht laborirt in gleichem Maße an jenem Fehler. Schon das Büblein von 5 Jahren hat, wenn es die Straße betritt, seinen Ueberzieher, seinen Mantel, seine Pelzmütze, vielleicht sogar einen Muff und dergl. Mit den Jahren steigt der Luxus auch beim Knaben; von zwei Kindern, velche in die Schule gehen, kostet der Anzug des naben unzweifellos mehr, als der des Mädchens. sach der Konfirmation treten an das Mädchen allerdings etwas größere Auforderungen in Bezug nuf Toilette heran; allein auch der Jüngling bleibt nicht zurück, er kommt in das Alter der Glacçe- handschuh · Kultur, wenn er solche nicht schon als zunge getragen hat, sein Tuch wird feinet, sein stock moderner. Wo ist die Einfachheit in der Be— leidung gegen früher geblieben! Als Schreiber dieses die Universität bezog, wurde sein Altagsrock, in dem er dort auftrat, aus einem wohlkonservirten stock seines seligen Großvaters gefertigt. Ein jeutiger Studiosus würde mit einem Blick der Ver— ichtung über einen solchen Rock zur Tagesordnung ibergehen. Seine Bekleidung koftet sicherlich mehr, nindestens ebensoviel, als die einer jungen Dame. ibgerechnet natürlich Modenärrinnen, von denen hier nicht die Rede is. Was hat aber nun — und amit kommen wir zum Hauptpunkt in der vor— iegenden Frage — ein junger Mann von heutzu⸗ age sonst noch für Beduͤrfnisse im Vergleich zu ꝛenen eines jungen Mädchens? Ihre Zahl ist degion. Er spielt Abends Billard. Kegel oder rarten — das Mädchen näht zu Hause; er trinkt wischen 4 und 10 Seidel Bier (wenn er sich nicht zu einem kostspieligerem Getränk versteigt.) das Mädchen trinkt Wasser oder Thee zu Hause; er peist Abends ein Beefsteak oder Wiener Schnitzel im Hotel, daß Midchen ißt ein einfaches Butter⸗ hrod zu Hause. Dieses Register ließe fich beliebig rweitern. Auf welcher Seite ist also der großte Luxus, bei dem männlichen oder bei dem weiblichen Beschlecht? Mir haben schon Dutzende von jungen Männern gesagt: „Wenn ich eine Frau nehmen soll, so muß ich eine haben, die Geld hat; denn was ich einnehme, brauche ich für mich allein. Und hier kommen wir auf den Krebsschaden unserer —I Materielle; der Mann hat zu viele Bedürfnisse und setzt bei seiner jukünftigen Frau zu viele voraus, darum heirathet x lieber nicht, weil er meint, er habe es so besser. Die Frau übertrifft, wie in manchen anderen so zuch darin den Mann—, sie lann sich leichter etwas entsagen, wie der Mann; wenn sie den Mann, dem sie folgt, liebt, so findet sie sich mit Leichtig⸗ keit in alle Verhältnisse. Mit der Heirathsziffer vird es also nicht eher besser werden, als bis der einfache alte Sinn zurückkehrt, welcher denkt: „Ar⸗ »eitsamkeit und Anspruchlofigkeit auf meiner (des Mannes) Seite, Zusammenhalten des Vorhandenen nuf Seite meiner Frau und dazu den Segen von oben — dann wirds schon gehen.“ So lange dieser Sinn in unserer männlichen Jugend fehlt, so lange hilft alles Reden nichts. Darum. wenn Sie in Zukunft zur Beseitigung des Luxus bei der weiblichen Jugend mahnen — und dagegen dabe ich ganz und gar-⸗ nichts, — so fügen Sie, bitte, auch die münnliche Jugend bei Verloosungen. Unter Leitung des kgl. Notars Herrn Otto iand am Mittwoch in München im mittleren Schrannen⸗ »avillon die 3. Ziehungen der Kaiserslauterer Kirchen⸗ aulotterie statt. 1. Haupttreffer Z30, 000 M ge⸗ vinnt Nr. 83,604. 2. Haupitreffer 10, 000 M. jewinnt Nr. 127,740. 8. Hauptireffer 23900 M. zewinnt Nr. 124033. — Je 1000 Marl ge— vinnen Ne. 190,183, 33. 197, 126. 827. Je 300 Mark gewinnen Nr. 159,351, 33,606 161,804, 105, 126, 83,977, 18,077. DJe 200 Mart ge⸗ vinnen Nr. 115,981. 798,211, 78,467, 29, 662 22. 142. 132,586, 56,877, 121,903. Je 100 Mark gewinnen Nr. 6477, 7517, 10004 32528 58938, 62914, 63358, 74916, 84054, 93124, 15315. 98051, 100084, 104856, 108428, 12176, 118150. 118942, 120245, 120819, 21397, 122787, 128293, 132838, 137587, 146459, 147252, 148594, 155332, 158651. 160609, 163944, 170178, 176796, 178310, 185615. 1835662, 188678. 196376, 199515. 50 Mark gewinnen Nr. 411 30778 35498 36425 39728 41192 45493 47126 47932 18741 52486 61112 61553 68548 70875 73686 83687 88925 89957 96835 97048 02826 109004 112256 116535 118097 22074 127586 125999 126845 127464 31522 134350 135657 13847 139588 15812 149525 152780 160933 163084 69708 169791 171571 175615 17655 177275 1784983 182735 184705 188652 188907 190155 193777 19770 198650 21068 21211 24197 149509. Je 20 Mark gewinnen: 262 8701 6509 8402 11908 14566 17475 18552 20321 20834 2115121244 27001 30801 34206 34505 36652 38825 40018 43166 43486 44269 44747 44987 19040 49651 49702 32103 532184 533273 54 105 3328 55458 36606 57508 37949 613888 61838 0198 70833 71206 73150 73889 74427 74970 7431 80130 83724 83872 88144 88384 89087 )0425 61174 92155 91274 93365 96192 99955 005153 101842 101857 102726 103612 04206 105041 105275 105718 110786 10890 111794 114296 116178 11714⸗ 20889 122778 126264 127185 12797 28000 128736 128759 129180 12968 30002 130360 131257 1833219 183581 37781 141118 141276 143034 48385 51145 153487 153845 153967 155122 650024 162349 162912 163676 .65408 66740 166841 167989 171699 74575 71731 174877 175132 176080 176820 77361 178476 178479 178731 181001 84780 1857583 186792 190788 191779 92428 192963 193917 195037 1988730 99502. omburg, 15. Juli. (Fruchtmittelpreis und Vitn 8 Weizen 9 M. 50 Pf., Korn 8 M. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., 6 zreihige O M. — Pf. Gerste 4reihige 0 M. — 9 dafer“7 M. 77 Pf. Mischfrucht 8 M. 30 Ppf., Erise DM. — Pf, Wicken 0 M. — Pf. Bohnen 09 — Pf., Klecsamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfun 65 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pf., Ochsenfleisch — Rindfleisch 86 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 di Schweinefleisch 530 Pf. Vutter 1Pfund O M. 90 p Zartoffeln per Zentner 2 M. — Vt. In der heißen Jahreszeit zellen sich durch Diätfehler sehr häufig Störungen in den Herdauungsorganen (Verstopfung mit Blutandrang, Herz lopfen, Kopfschmerzen etc.) ein und soll man in solche Fällen durch rasche Anwendung eines guten Hausmiittels wie es bekanntlich die Apotheker R. Brandt's Schweijer vpillen sind, anderen Leiden vorbeugen. Man verjichere si tets, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweigen pillen, (erhältlich à Schachtel Mk. J in den Apotheken) ei veißes Kreuz in rotihem Feld und den Namenszug d Brandi's trägt und weise alle anders verpackten zurüd Marktberichte. e Ensheim, 16. Juli. (Viklualienmarkt.) Butter, ——— Kraut 15—25 Pf. per Kopf, Kartoffeln per Kilo 9 Pif — — Fuür die Redaktion verantwortlich: F. X. Demezß ——E⏑⏑⏑,, —⏑ — Danksagung. Für die vielen herzlichen —XR m dem für uns so harten Inse ind besonders für die reiche Blumen⸗ spende sage ich allen im Namen der janzen Familie unsern innigsten Dank. J. Müller, Lehrer. Schnappach, den 17. Juli 1885 Sonntag 19. Juli Tauz⸗Musik Franz Becker in Oberwürzbach. Mer liefert echten IX *urbofccheethl * zroß und klein Brand, in 23 Fuder Hebinden und darunter. Offerten nebst Preis abzugeben an die Erped. d. Bl. unter T. 8. 10. Agenten werden zu günstigsien Beding⸗ ungen angestellt für den Ver⸗ rieb Grohherzoglich Badischer Pramienlose, welche am 31. De⸗ cember d. J. die letzte Haupt⸗ ziehung spielen und in welcher alle noch vorhandenen Loose mit uüber 1 Million Mark Gewinne herauskommen müssen. 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Bei größeren Annoncen und öfterer Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Nath in Insertionsangelegenheiten wird durch obig— Firma, geftützt auf die während des Z0jährigen Bestehens der selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfre ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blätte⸗ in Vorschlag gebrach. Der aͤusführliche Zeifungskatalog pro 1835 steht jedem In zerenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfügung. empfiehlt sich die Bucs- uncd Steindruckerei F. X.Demetæ —XX 8t. Ingbert. v m d Duta. Zaar fur Fra seetxo· — cpne 3 —⏑⏑—⏑ ⏑ ——⏑— — eæter Tuch⸗ohle M. G οdumαι;NαÄ, Tueνονι…να lz ageltet fester Tuehrohlo M. 11. Bei ννα ι α ν Aαιι Z. echeicum FGAelteste höherd — Faehsohule für αααι —— u me: Vorupterrient — Rochnungen 33gn 8 Gesbrauch sind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeiger— Am Sonntag, den 19. und Montag, den 20. Juli F ist zum letzten Male mein 9 2stöckiges Karussell * in St. Ingbert auf dem Marvlatze aufgeschlagen und ladet hiezu höflich ein TAM. TEMIOM aus Mußbach Hiezu für unsere Post⸗Abon⸗ Fnie, „Illustrirtes Sonntaasblatt, r. ⸗ 3000. Co000000- ——— — —XID——— München, Berlin u. Wien. Fntschieden größtes und originellstes, reich illustrirtes Wißblatt, jeden Annmeg erscheinend picant und einzig in seiner Art, in eleganter Tsenmna md dem seiiichen Fotmat von „Ueber Land und Meer“, 5 wesches de⸗ J. Quartal JuliElsober vollständig gratis 5 gegen eine Trpedinonsgebühr von 60 Pf. geliefert wird. Jede Postanstalt ganz Deutschlands und Oesterreich Ungarns T mdgesragen unter Nr. 5106 4 im Postzeinungskalalog. — Für Bayern unter Nr. 637 83. ist verpflichtet, den „Teufel“ gegen die Ex⸗ peditionsgebühr von 60 Pf. das ganze J. Quartal gratis an Jeder⸗ mann zu liefern. Nr. 1 enthält u. A. folgende hochinteressante, humorprickelnde Artikel: Cabinetsordre Sr. Durchlaucht. — Heißge⸗ liebie Menschenktinder. — Der Findling. — Wer ist der Klügste? — Der Erfinder der Tournure. — Die elegante Stellung. — Der Teufel in der Contorei. — Nre'räthsel. — Teufelspost ꝛc. ꝛc. mit — 40 brltisen —A——— —X künstler. droßle Auflage aller Wißzblätter! Inserate finden in der ganzen Welt vVBerbreitung p. Zeile nur 75 Pfg. — — — — e—— Drud und Bersog bon F. X. Demeß in St. Fnabern 1 Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Ausland⸗ zu beziehen: J Die Klassiker der Rhilosophie. — — — — — ———— ——— — — Peon der frühesten griechisthen Denkern bis auf die Gegenwmart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebl einer Auswahl aus ihren Schriften von U Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendster Philosophen. Jede Lieserung enthalt 3. VBogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. ʒzi. Jucherter Atzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — ⸗— — — — — BBEEEXEX der ‚St. Jugberter Anzeiger! erscheint wochentlich füuufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungt⸗ an und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 à, einschließlich d A Zusfellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solcher auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 Hñ, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. X 140. Deutsches Kteich. 1 Berlin, 17. Juli. Dem Vernehmen nach mman gegenwärtig im Verkehrsministerium mit er Aufstellung des Kanal-Gesetzentwurfs beschäftiqt. Berlin, 17. Juli. Der „Reichsanzeiger“ ublicirt · das Gesetz, betreffend die Pensionirung er Volksschullehrer und Lehrerinnen. Konstanz, 17. Juli. Se. Maj. der Kaiser heute früh um 8 Uhr hier eingetroffen und nitlelst Dampfschiff in Begleitung des großherzog⸗ ichen Paares nach der Mainau gefahren. Ausland. Madrid, 16. Juli. Die Polizei hat zu zeicher Jeit in Madrid, Saragossa und in Mataro epublikanische Verschwörungen ent⸗ deat. In Saragossa sind 60 Personen, darunter ein Oberst und mehrere Offiziere, welche schon wegen Fahnenflucht zum Tode verurtheilt und fürzglich aus Frankreich zurückgekehrt waren, ver⸗ haftet worden. — In Madrid hat man eine Waffenniederlage und Papiere gefunden, die einen kinblick in die Verschwörung gestatteten. Die Ord⸗ nung wurde keinen Augenblick gestört. Zweifellos st das siehende Heer von der Bewegung nicht an⸗ jestect worden. — Ebenso sfind die Unruhen in derida wegen der neuen Ocktroiverordnung ziemlich xxnst. Der Belagerungszustand ist daselbst verhängt. die Meuterer versuchten, mit Petroleum mehrere hauser anzustecken. Die Truppen machten zur diederwerfung der Rebellion von den Schußwaffen hebrauch. In Barcelona sind ebenfalls mehrere fiziere wegen revolutionärer Umtriebe verhaftet borden. — Aus Spanien werden vom gestrigen dage 1472 Erkrankungen und 657 Todesfälle an sholera gemeldet; von den letzteren kamen 8 in Nadrid, 83 in der Provinz Alicante und 304 a der Provinz Valencia vor. Die Cholera ist jetzt uch in der Provinz Granada aufgetaucht. Petersburg, 17. Juni. Das „Journ. de 5t. Petersbourg“ präcifirt Zulfikar nach der Karte Jencocks als ein Thal zwischen Herirud und dem juß des Gebirges. Es müsse angenommen werden, aß England sich für diesen Punkt dem Emir egenüber engagirt habe. So wenigstens verstand ußland die Bezeichnung Zulfilar, als es einwilligte, iese Position dem Emir zu überlassen. Rußland ann dagegen nicht voraussetzen, daß England sich uuch für die von dort ostwärts laufenden Pässe ngagirt habe, die noch Gegenstand der Verhand⸗ ang zwischen beiden Regierungen sind. London, 16. Juli. Der „Globe“ spricht ich mißbilligend über die alarmirenden Auslassungen iniger Morgenblätter aus. Durch die gestrigen irllarungen Churchill's im Unterhause seien die⸗ elben nicht gerechtfertigt. In den Besitz Zulficars dütfe Rußland gieichwohl nicht gelangen. London, 17. Juli. Die meisten Morgen⸗ latter fassen die Lage hinfichtlich der zentral⸗ fiatischen Angelegenheuͤen ruhiger auf und einen, es sei leine ernste Ursache für Kriegsbe⸗ orgnisse vorhanden. Der „Daily Telegraph“ be⸗ richnet alle Gerüchte über den Aufmarsch rujsischer nmhunastrudben am Zulfikarpaß als über⸗ rieben. London, 17. Juli. Wie der,Daily⸗Telegr.“ tshrt, verlangt England, daß Rußland die Ab⸗ endung von Verstärtungen nach dem Zulfikarpaß instelln. Die hiefigen ministeriellen Bläiter betonen xen Ernst der Lage, erhofien ab⸗er ⸗ein⸗ Raruhẽ ↄonde tussische MAnimor* Sonntag, 19. Juli 1888s85. 20. Jahrg. Eokale und pfälzische Nachrichten. — Ueber den Stand des pfälzischen streislehrervereins im Jahre 1885 bringt die „Pf. Lehrer⸗Ztg.“ folgende Angaben: 1. Be— zirks-Verein Bergzabern⸗Kandel. Vorstand: Fehl in Oberotterbach, 84 ordentliche Mitglieder, 10 nißerordentliche Mitglieder, zusammen 94. — 2. Blieskastel ⸗St. Ingbert. Vorstand: Drescher in Wolfersheim, 53 0. M., 5 ao. M., zus. 588. — 3. Dürkheim⸗Grünstadt. Vorstand: Doll in Dürk— zeim, 88 o. M., 37 ao. M., zus. 125. — 4. Frankenthal ⸗Ludwigshafen. Vorstand: Krebs in Ippau. 145 o. M., 47 ao. M., zus. 192. — 5. Kaiserslautern⸗Landstuhl. Vorstand: Bolandi n Kaiserslautern. 118 o. M., 12 ao. Mk., zus. 30. — 6. Kirchheimbolanden⸗Gollheim. Vorstande Dern in Albisheim, 66 o. M., 2 ao. M. zus. 3. — 7. Kusel. Vorstand: Thomas in Quirn⸗ hach, 41 o0. M. 1 ao. M., zus. 42. — 8. dandau⸗Annweiler. Vorstand: Back in Siebel—⸗ zingen, 86 o. M., 14 ao. M., zus. 100. — 9 daulerecken. Vorstand: Jakob Scherer in Oden⸗ ach, 28 o. M., 4 ao. M., zus. 32. — 10 steustadt· Edenkoben. Vorstand: Lichti in Edenkoben 104 0. M. — 11. Obermoschel⸗Rockenhausen Borstand: Konrad in Dielkirchen, 66 o. M., 2 ao. M., zus. 68. — 12. Otterberg. Vorstand: Pfleger in Erlenbach, 27 o. M. — 13. Pirmasens ˖ Dahn⸗ Waldfischbach. Vorstand: Gaubazz in Pirmasens, 34 0. M. — 14. Speyer⸗Germersheim. Vorstand: deßler in Speyer, 88 0. M., 38 ao. M., zus. —D& Miesau, 22 o. M., 5 ao. M., zus. 27. — 16. Winnweiler. Vorstand: Alt in Munchweiler a d. I., 34 o. M., 10 ao. M., zus. 44. — 17. Volfstein. Vorsand: Bertram in Wolfstein, 85 ». M., 4 ao. M., zus. 39. — 18. Zweibrücken⸗ omburg /Hornbach. Vorstand;: Guth in Einöd, 06 o. M., 34 ao. M., zus. 140. — Summa 1255 o. M., 226 ao. M., zus. 1482. 90 Aus dem Bliesgau, 17. Juli. Nach nehrfachen Petitionen in Sachen einer Post für ʒen Bliesgau wurde endlich von der Oberpostbe⸗ jörde in Genehmigung der Gesuche Folgendes entschieden: Vom 1. Oktober ab wird in Hab⸗ irchen eine Postexpedition mit Postwagen nach Zlieskastel errichtet. Allseitig dürfte das in unserm zau mit Freude begrüßt werden. Ob auch nach Wittersheim, wie geplant war, eine Vostexpedition ommt, ist ungewiß. Ommersheim, 17. Juli. Wir hoͤren uus sicherer Quelle, daß die diesjährige Jahresver— ammlung der Cäcilienvereine des Biiesgaues nebst zroduktion dahier stattfindet. Zur Zeit besteht der zerband aus 10 Vereinen. Die Wahl eines Hräses hervorgerufen durch den Tod des Lehrers zarth hier, der die Leitung des Verbandes hatte onnte unlangst in Erfweiler wegen schwacher Be⸗ heiligung nicht vorgenommen werden, dürfte jedoch n Balde ihre Erledigung finden. — Die Herren Franz Schrec in Landstuhl ind Weber in Obermiesau sind von den Ver⸗ rauensmännern für den Landgecichtsbezirk Zwei⸗ zrücken (Bez.Aemter Homburg, Zweibrücken und Zirmasens) als Lehrerbevollmächtigte für den Pen⸗ ionsverein der Schullehrer der Pfalz gewähll vorden. Ersatzmänner sind die Herren Rheinberger n Pirmasens und Roth in Blieslastel. — Edenkoben, 15. Juli. (M. Z.) Vor˖ jestern ereignele sich hier ein bedauerlicher Unglücks⸗ all. der in Anbetracht des Betroffenen die allage— meinste Theilnahme wachruft. Herr Adjunlt Nikol. Satter wollte mit zwei jungen Pferden zum Klee⸗ holen ausfahren und fiel in Folge eines plößtzlichen gewaltigen Ruches des Fuhrwerks rücklings über den Siß und mit dem Rüceen derart in eine Sense, das diefelbe einen Finger tief ˖ bis in die Lungen ꝛindrang. Die Hoffnung ist jedoch nicht ausge⸗ chlossen, daß der Verletzte dem Leben erhalten hleibt, was allgemein von Herzen gewünscht wird. — Edenlkoben, 16. Ein hiesiger Beschäftsmann schickte heute Morgen seinen Lehr⸗ ungen mit 500 M. (8 Hundermarkscheine, das Uebrige in Gold) zur Post. Dort angekommen, zewahrte der zuverlässige Bote zu seinem größten Schrecken, daß er die 8300 Mk. Papiergeld ver⸗ loren. Selbstverständlich nun allseitige große Suche nach dem verloren gegangenen Schatz. Ein Latein⸗ chüler war endlich zufällig ⸗ der glüdliche Finder und überlieferte die 3 Ausreißer ihrem besorgten, nun aber überglücklichen Eigenthümer. Ein werth⸗ bolles Briefmarkenalbum (Werth eiwa 80 Pf.) be⸗ lohnte des waderen Knabens Ehrlichkeit. C. T.) — Bergzabern, 10. Juli. Das Gewitter mit Schlossenniedergang am letzten Sonntag Mit⸗ zag hat in den unteren hiefigen Wingerislagen größeren Schaden verursacht, als man anfänglich vermuthete. Der Wind riß im Gerech, Banfeld und Hoͤhr lange Reben ab und die Schlossen zerschlugen die Traubenbeeren an vielen Stöcken total. — Deidesheim, 16. Juli. Im Garten der Frau Wittwe Jac. Webel dahier finden sich bereits schwarze Trauben. — Ludwigshafen, 16. Juli. Dem Kreis⸗ archivar, Reichsarchivrath Ludwig Schandein in Speyer wurde vom Großherzog von Baden das Ritterkreuz erster Klasse des Ordens vom Zähringer doͤwen verliehen. — Frankenthal, 16. Juli. In der Gießwerkstätte unseres bewährten Glockeengießers Meister Hamm wurden heute drei Glocken von 700, 1000 und 1400 Kilo Gewicht, fur die Liebfrauen⸗ kirche in Worms bestimmt, gegossen. Die Glocken stimmen auf die Töne, f, dis, cis, und wird es tür die alte Kaiserstadt Worms sicher ein freudiges Treigniß sein, von den Thürmen des praͤchtigen alten Gotieshauses, das zwei Jahrhunderte lang ohne Glockengelädute dastand, nunmehr den herr⸗ lichen Dreillang zu hören. — — — — — Vermischtes. 4 Im Damenschwimmbad Marau ist am Samstag den 11. d. Mtis. durch den Muth eines hraven Mädchens ein Menschenleben gerettet worden. Tine Karlsruher Dame, eine. gute Schwimmerin, ichwamm außerhalb des Damenbades im Rhein⸗ hafen, konnte sich aber ploͤtzlich nicht mehr über Wasser jalten und war in Gefahr zu ertrinken. Die Mit⸗ zadenden vermochten ihr keine Hilfe zu bringen, da prang die herbeigerufene Schwimmlehrerin Fraul. Ida Langenstein mit eigener Lebensgefahr ins Wasser und brachte die bereits bewußtlose Dame, welche schon auf den Grund gesunken war, glüd⸗ läch aufs Trockene, wo dieselbe bald wieder das Bewußtsein erlangte. PIn Karlsruhe fand am 18. Juli die Sektionsversammlung der Berufsgenossenschaft der grauer und Mälzer Deutschlands, zweite Sektion Baden und Pfalz), Sitz Karlsruhe, statt. Ge— vählt wurden in den Sektionsborstand, folgende pfälzer: SickSpeyer, Claus-⸗-Landau, Janisch⸗ Pnisersfautern: ferner als Ersoßkleut⸗ OGhni— Oggershelm, Walz⸗Speyher, Bart⸗Dürkheim und Berhard⸗Frankenthal. 7 Vieser Tage focht ein armer junger Taub⸗ tummer mit Grazie ganz Ichenhausen ab. Die löbliche Polizei hatie Mitleid mit dem Taub⸗ tummen und lud ihn zu Gaste. Bei Ablegung und Aufbewahrung des Gepäcees fanden sich falsche Siegel, Pässe und dergl. auch eine Flasche Siegel⸗ farbe. „Das ist Kopirtinte, keine Siegelfarbe“, schrie da plötzlich der aus seiner Rolle fallende Taubstumme, kraßte sich aber dann bedenklich hinter den Ohren, als er den fürchterlichen Bock begriff, den er geschossen. Der arme Taubstumme wurde vorerst versorgt und aufgehoben ··· FFreibuürg i. B., 15. Juli. Gegenwärtig st der Archäologe Dr. Ludwig Maher hier an⸗ wesend, um den literarischen Nachlaß des verstorbe⸗ nen Reichstagsabgeordneten Dr. Eduard Lasker zu fichten. Dr. Lasker hat eine reichhaliige Bibliothet und sehr werthvolle Manuskripte hinterlafsen. fMuünchen, 15. Juli. Gerüchtweise ver⸗ lautet, daß Frau Marie Ramlo fich mit Herrn Ldudwig Schneegans wieder vereinigen wird, sowie herr Pofsatt wieder in den Kreis seiner Familie surückkehri. Die Komödie der Irrungen“ hinter den Koulissen unseter Hofbühne hätte damit ein allseits befriedigendes Ende erreicht. —T 7 Am 7. Juli ist zu Bad Elster im sächs. Bogtland der frühere Mufildireltor der dortigen Badekapelle, Johann Christoph Hilf in seinem 103. debensjahre gestorben, und zwar ohne daß er vor⸗ her krank gewesen wäre. Hilf, der älteste Mann des Vogtlandes, war am 1. Nodember 1782 zu Thonbrunn bei Asch geboren. —2* 4Bacharach, 15. Juli. Heute Vormittag gegen 9 Uhr brach in der benachbarten Gemeinde Sleeg auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer us. Dafselbe nahm trotz eifrigfter Anstrenagung 4 ⸗1PBlan vcr. 4612, 3 4 10 qm Versteigerungs J allda, zusammen ein Ganzes bildend; Bekanntmachung. 12. Plan Nr. 4571, 3 a 40 qm Wiese hinter der Rittersmuhle; und 13. Plan Nr. 4439, 16 a 40 qm Acker auf der Ebene. Diese Liegenschaften kommen einzeln! ur Versteigerung und der Zuschlag exfolgt bei der Versteigerung. Die Versteigerungsbedingungen kön⸗ nen bei dem Unterzeichneten eingesehen werden. St. Ingbert, den 17. Juli 1885 Der Versteigerungsbeamte: o, mer,t. Notar. der herbeigeeilten Feuerwehren so große Dimensionen an, daß bis heute Abend 5 Uhr bereits ca. 12 Wohnhäuser eingeäschert warren. FBerlin, 17. Juli. Heute früh nach 'ünf Uhr brach in der Hollmannstraße 35, woselbst nehrere Fabriken, Tischlereien und eine Fisengießerei ich befinden, Feuer aus, welches noch fortdauert. Mehrere Fabrikgebäude sind bereits vollständig nusgebrannt, ungefähr 500 Personen sind arbeitslos. F Petersburg, 13. Juli. Wie das v T.“ meldet, entdeckte die Polizei in der — * eines Diebes ein vollständiges Depot zur Anfen b falscher Pässe. Die ganze Verbrecherweli c tersburg bezog daselbst falsche Legitimationen Aus den inneren Gouvernements wird über F terliche Hihe berichte. In Tambow erreichten selbe gestern vierzig Grad. f Wohl der älteste Gelehrte Europa's st Dr. Chevreul, Professor der organischen Chemie im College de France in Paris. Am 31. August vird er in sein 100. Jahr eintreten. Er arbeitel noch viel, lebte immer sehr mäßig, aß stets nur, venn er das Bedütfniß dazu empfand, und nrank nie Wein oder andere geistige Getränke. (Das Mädchen mit dem Kaninchenauge.) der französische Arzt Dr. Chilbert. hat an die ßarisßer Alkademie ein Schreiben gerichtet, worin ꝛr von einer merkwürdigen Operation Mittheilung nachte. Ein junges Mädchen mußte auf einem Auge in Folge von Hervbvortreten des Augapfels nus seiner Höhle und grünem Staar operirt werden. Dr. Chilbert nahm das Auge aus der Höhle und ersetzte es durch ein unter gehöriger Vorsicht einem raninchen frisch ausgeschnittenes. Die Uebertrag⸗ ung geschah am 5. Mai und am 26. Mai nährte es icch an seiner neuen Haftistelle, bewegte sich und jeigie eine fast normale Konsistenz; die transparen⸗ en Theile sind kaum getrübt. Der Erfolg, sagt der Operateur, ist sehr zufriedenstellend; das Ka⸗ ninchenauge sei jedenfalls einem Glasauge vorzu— ziehen, und nichts spreche dagegen, daß es nicht auch noch zum Sehen tauglich werde. Die Be— qätigung für das Letztere würde jedenfalls erst dann eintreten, wenn sich die junge Dame in einen Karnikel verliebt hat. Briefkasten der Redaktion. Preisräthsel betr. Zur Preisbewerhung sn uns 11 richtige Lösungen des Preis⸗Rebus in M 1 des illustrirten Sonntagsblattes zugegangen; weiter eingelaufene Lösungen haben ein Wortche zu viel und können darum, weil nicht ganz korrch an der Verloosung nicht theilnehmen. Dieje find⸗ Morgen, Sonntag, Nachmittag um 2 Uhr in da Expedition dieses Bl. statt und sind die geehriet Interessenten hierzu höflichst eingeladen. Wie —X rüher bemerkt, kommen diesmal drei Preise je 2 Oeldruckbildern bestehend, zur Ausloosun indem mit dem Preise des III. Quartals auch d jenigen des J. u. II. Quartals ausgeloost werde da auf die betreffenden Preisräthsel seiner ge keine richtigen Losungen eingelaufen waren. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß — — — — In der heißen Jahreszeit tellen sich durch Diätfehler sehr häufig Störungen in di Verdauungsorganen (Verstopfung mit Blutandrang, her lopfen, Kopfschmerzen etc.) ein und soll man in solch Fällen durch rasche Anwendung eines guten Hausmittel vie es bekanntlich die Apotheker R. Brandt's Schweiet zillen sind, anderen Leiden vorbeugen. Man verfichere su fets, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweije pillen, (crhältlich a Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) ei weißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug! Brandt's trägt und weise alle anders verpadten zuruͤd. 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Boldwmanns Kaiser⸗Zahnwasser à Fl. 60 Pf. und 100 Ppf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann & Cie, Dres den. — Zu haben in St. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. LERIE Scheine für die Gemeindekrankenve sicherung sind zu haben in der Druckerei des „St. lngherter Anzeiger (Auszug. Moutag, den 31. August 18865, Vormittags 10 Uhr, zju Ommersheim in der Wirth schaft von Andreas Lang Witwe, wecden vor Philipp Kemmer, lgl bayer. Notare im Amtsfitze zu St. Ingbert, als hiezu ernannten Versteiger⸗ ungsbeamten. gegen Johanu Dreßler und Barbara Bu⸗ hzel. Ehe⸗ und Tagnersleute, früher zu Rittersmühle, Gemeinde Ommersheim, eßt zu Schaafbrück bei Saarbrücken vohnhaft, Solidarschuldner, die folgenden, zu diesem Zwecke be⸗ chlagnahmten Liegenschaften oͤffentlich wangsweise in Eigenthum versteigert. aͤmlich: Steuergemeinde Ommersheim, Besitz Ar. 1196: * Plan Nr. 45652, 1 4 60 qm Flache, worauf ein Wohnhaus mit Scheuer, Stall und Hofraum, und Plan Nr. 4665b, 70 qm Pflanzgarten dabei; das Ganze gelegen auf der Rittersmühle, Bemeinde Ommersheim; Plan Nr. 4592, 42 70 qm Wiese hinter der Mühle; Plan Nr. 4449, 7 a2 80 qm Ader auf der Ebene; Plan Nr. 4450. 4451 und 1454, 25 a 90 qm Acker allda; Plau Nr. 4480“2, 11 —RR Ucker auf der Haide; Plan Nr. 4481, 12 a 30 qm Acker auf der Ebene; glan Nr. 447392, 18 4 10 qm Acker allda; Plan Nr. 4486, 6 4 80 qm Ucker allda; Pian Ne. 4491, 65 4 80 qm Acer und Oedung allda; Plan Nr. 4506, 10 a 60 qm Acker an den Felsen; Plan Nr. 45611, 44a 10 qm Acker und O⸗dung allda, und Bergmanns-Vérein. derren⸗ u. Frauen⸗Hemden, Blousen, Corsetten, wollene u. baumwollene Strümpfe, seinder u. Damenschürzen XF jeder Art AR ußerst dillig, bei Jul. Forster. Heute Sonntag e 0 VanilloLBis. J Fohneweihe abgehalten, wozu die Bürgerschaft der Stadt St. Ingb ert hiermit em laden wird. Festplatz oberhalb Schloß Elsterstein. Aufstellung Oberstadt. Abmarsch 3 Uhr. 7 Die Bewohner der Stadt werden hiermit höflichst gebeten, ihre Häu zu beflaggen. Si. Inabert am Am Sonntag, den 19. d. Mis. wird die J. Rickel. Figarren neueste Facons per 100 Stückh fein Cuba à 6,—, 5,60, 6,20 Mark. dolländer 5.—, und 4,— Mark Sumatra Decker ver 100 Stück 3,50, 3,10, 3,00, 2,90 und 2,80 Mark. Für auten Brand und Geschmack garantir ——— —— . V— meél. Im Verlag von Greßner K&eSchramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des An⸗ und Auslandet zu beziehen: 4. Die Klasstker der Rhilosophie. — — — — — ——— — — Vaon den frübeslen grirchishhen Denkern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutenduen Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band I1: „Da Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. Das Neueste in J Herren(ravattep 9. 10. 11. und . Leinenkragen mpfieblt billigst Jul. Forster. FF DSierzuIllustrirte⸗ nutaasblatt“ Nr. 3. —WR Derus und Nersag von FX. D⸗m⸗ü in Eift Rnab⸗r xIt. Ingherter Ameiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert — — — — — — — üüuŸ) — — — — — — —e——⏑ 2⏑5ò3522——»— ⏑ 5f5 e——⏑ — —— ——————Z der , St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungt⸗ et d Sonntags mit Sfeitiger ilustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich ĩ A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschlieblic d 4 Zuflellunggebuhr. Die Eiunrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solcher auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 1I3.H, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 140. Sonntag, 19. Juli 1888s. 220. Jahrg. Deutsches Reich. JEoskale und pfälzische Nachrichten. Berlin, 17. Juli. Dem Vernehmen nach —, Ueber den Stand des pfalzischen t man gegenwärtig im Verkehrsministerium mit reislehrervereins im Jahre 1886 bringt r Aufstellung des Kanal⸗Gesetentwurfs beschäftigt. die „Pf. Lehrer-Ztg.“ folgende Angaben: 1. Be— Berlin, 17. Juli. Ver „Reichsanzeiger“ irks-Verein Bergzabern · Kandel. Vorstand Fehl ublscir das Gesetz, betreffend die Pensivnirung n Oberotterbach, 84 ordentliche Mitglieder, 10 ir Volksschullehrer und ⸗Lehrerinnen. nußerordentliche Mitglieder, zusammen 94. — 2. Konftanz, 17. Juli. Se. Maj. der Kaiser Blieskastel. St. Ingbert. Vorstand: Drescher in st heule früh um 8 Uhr hier eingeiroffen und Wolfersheim, 58 o. M., 5 as. M., zu. 568. - neln Dampfschiff in Begleitung des großherzog- 3. Dürkheim-Grünstadt. Vorstand: Doll in Dürk. uͤchen Paares nach der Mainau gefahren. jeim, 88 o. M., 87 ao. M., zus. 125. — 4 Frankenthal ⸗Ludwigshafen. Vorstand: Krebs in Ausland. Sppau. 148 6. M, 47 ao. Mi gus. 102. — Madrid, 16. Juli. Die Polizei hat zu 5. Kaiserslautern-Landstuhl. Vorstand: Boland lleicher Jeit in Madrid, Saragossa und in Mataro n Kaiserslautern. 118 o. M., 12 ao. Mk. zus sepublikanische Verschwörungen ent- 130. — 6. Kirchheimbolanden-Göllheim. Vorstand xdt. In Saragossa sind 60 Personen, darunter Dern in Albisheim, 66 o. M., 2 ao. M., zus tin Oberst und mehrere Offiziere, welche schon 8. — 7. Kusel. Vorstand: Thomas in Quirn vegen Fahnenflucht zum Tode verurtheilt und dach, 41 0. M. 1 ao. M., zus. 42. — 8 türzlich aus Frankreich zurückgekehrt waren, ver- Landau⸗Annweiler. Vorstand: Back in Siebel hafiet worden. — In Madrid hat man eine dingen, 86 o. M., 14 ao. M., zus. 100. — 89 Waffenniederlage und Papiere gefunden, die einen Ldauterecken. Vorstand: Jalob Scherer in Oden tinblick in die Verschwörung gestatteten. Die Ord-. bach, 28 o. M. 4 ao. M., zus. 32. — 10 nung wurde keinen Augenblick gestört. Zweifellos Neustadt. Edenkoben. Vorstand: Lichti in Edenkoben t das stehende Heer von der Bewegung nicht an- 104 o. M. — 11. Obermoschel⸗ Rockenhausen gestedt worden. — Ebenso sind die Unruhen in Vorstand: Konrad in Dielkirchen, 66 o. M., 2 ao derida wegen der neuen Octroiverordnung ziemlich M., zus. 68. — 12. Oterberg. Vorstand: Pfleger ernst. Der Belagerungszustand ist daselbst verhängt. in Erlenbach, 27 o. M. — 13. Pirmasens⸗Dahn die Meuterer versuchten, mit Petroleum mehrere Waldfischbach. Vorstand: Gaubaß in Pirmasens häuser anzustecken. Die Truppen machten zur 64 o0. M. — 14. Speyer⸗Germersheim. Vorstand diederwerfung der Rebellion von den Schußwaffen Keßler in Speyer, 88 o. M., 38 ao. M., zus hebrauch. In Barcelona find ebenfalls mehrere 126. — 15. Waldmohr. Vorstand: Weber in Offiziere wegen revolutionärer Umtriebe verhaftet Miesau, 22 o. M., 5 ao. M., zus. 27. — 16 vorden. — Aus Spanien werden vom gestrigen Winnweiler. Vorstand: Alt in Münchweiler a. d dage 1472 Erkrankungen und 687 Todesfälle an A., 834 o. M., 10 ao. M., zus. 44. — 17. zholera gemeldet; von den letzteren kamen 8 in Wolfstein. Vorstand: Bertram in Wolfstein, 885 Madrid, 83 in der Provinz Alicante und 304 0. M., 4 ao. M., zus. 39. — 18. Zweibrücken⸗ n der Provinz Valencia vor. Die Cholera ist jetzt domburg Hornbach. Vorstand: Guth in Einöd, uch in der Provinz Granada aufgetaucht. 106 o. M., 34 ao. M., zus. 140. — Summa Petersburg, 17. Juni. Das „Journ. de 1255 o. M., 226 ao. M., zus. 1481.. zt. Petersbourg“ präcifirt Zulfikar nach der Karte 92 Aus dem Bliesgau, 17. Juli. Nach dencods als ein Thal zwischen Herirud und dem mehrfachen Petitionen in Sachen einer Post für juß des Gebirges. Es müsse angenommen werden, den Bliesgau wurde endlich von der Oberpostbe ⸗ aß England sich für diesen Punkt dem Emir hörde in Genehmigung der Gesuche Folgendes egenüber engagirt habe. So wenigstens verstand entschieden: Vom 1. Oltober ab wird in Hab⸗ Außland die üezeichnung Zulfikar, als es einwiliigte, lirchen eine Poftexpedition mit Postwagen nach nese Position dem Emir zu überlassen. Rußland Blieskastel errichtet. Allseitig dürfte das in unserm ann dagegen nicht voraussetzen, daß England sich Bau mit Freude begrüßt werden. Ob auch nach uuch für die von dort oftwäris laufenden Päͤsse Wittersheim, wie geplant war, eine Vostervedition ngagirt habe, die noch Gegenstand der Verhande ommt, ist ungeviß. 3. J lung zwischen beiden Regierungen sind. ꝙꝰ Ommersheim, 17. Juli. Wir hören London, 16. Juli. Der „Globe“ spricht uus sicherer Quelle, daß die diesjahrlge Jahresver⸗ ich mißbilligend über die alarmirenden Auslassungen ammlung der Cäcilienvereine des Bliesgaues nebsi ainiger Morgenblätter aus. Durch die gestrigen broduktion dahier stattfindet. Zur Zeit besteht der krlarungen Churchill's im Unterhause seien die Verband aus 10 Vereinen. Die Wahl emes selben nichi gerechtfertigt. In den Besitz Zulficars Prases hervorgerufen durch den Tod des Lehrers dürfe Rußland gleichwohl nicht gelangen. Barth hier, der die Leitung des Verbandes hatte, London, 17. Juli. Die meisten Morgen- onnte unlangst in Erfweiler wegen schwacher Be⸗ dlanter fassen die Lage hinsichtlich der zentral- heiligung nicht vorgenommen werden, dürfte jedoch tfiatischen Angelegenhenen ruhr ger auf und m Balde ihre Erledigung finden. meinen, es sei keine ernste Ursache für Kriegsbe⸗ — Die Herren Franz Schred in Landstuhl branisse vorhanden. Der „Daily Telegraph“ be⸗ und Weber in Obermiesau find don den Ver⸗ Inpe alle Gerüchte über den Aufmarsch rusfischet rauensmännern für den Landgecichtsbezirk Zwei⸗ narlunastrupben am Zulfikarpaß als über- yrücken (Bez.Aemter Homburg, Zweibrücken und riehen. Pirmasens) als Lehrerbevollmächtigie fur den Pen⸗ London, 17. Juli. Wie der, Daily⸗Telegr.“ ionsverein der Schullehrer der Pfalz gewählt shrn verlangt England, daß Rußland die Ab- worden. Ersatzmänner sind die Herren Rheinberger ung von Verstärkungen nach dem Zulfikarpaß in Pirmasens und Roth in Blieskastel. uten Die hiesigen ministeriellen Blätter betonen — Edenkoben, 15. Juli. (N. 3.) Vor dcenn der Lage, erhoffen aber eine beruhigend. gestern ereignete fich hier ein bedauerlicher Unglücks siische Aniwae iall. der in Anbetracht des Betroffenen die allge meinste Theilnahme wachruft. Herr Adjunkt Nilkol. Satter wollte mit' zwei jungen Pferden zum Klee⸗ holen ausfahren und fiel in Folge eines plößlichen gewaltigen Ruckes des Fuhrwerks rücklings über den Sitz und mit dem Rücken derart in eine Sense, das dieselbe einen Finger tief bis in die Lungen eindrang. Die Hoffnung ist jedoch nicht ausge⸗ schlossen, daß der Verletzte dem Leben erhalten bleibt, was allgemein von Herzen gewünscht wird. — Edenkoben, 486. Juli.Ein hiefiger Geschäftsmann schickte heute Morgen seinen Lehr— ungen mit 500 M. (8 Hundertmarlscheine, das Uebrige in Gold) zur Post. Dort angekommen, zewahrte der zuverläͤssige Bote zu seinem großten Schrecken, daß er die 300 Mk. Papiergeld ver⸗ loren. Selbstverständlich nun allseitige große Suche nach dem verloren gegangenen Schatz. Ein Latein⸗ schüler war endlich zufällig der glüdliche Finder und überlieferte die 8 Ausreißer ihrem besorgten, nun aber überglücklichen Eigenthümer.“ Ein werth⸗ volles Briefmarkenalbum (Werth etwa! 80 Pf.) be⸗ lohnte des wackeren Knabens Ehrlichkeit. (C. T.) — Bergzabern, 10. Juli. Das Gewitter mit Schlossenniedergang am letzten Sonntag Mit⸗ tag hat in den unleren hiesigen Wingerislagen größeren Schaden verursacht, als man anfänglich bermuthete. Der Wind riß im Gerech, Banfeld und Hohr lange Reben ab und die Schlossen zerschlugen die Traubenbeeren an vielen Stöcken total. — Deidesheim, 16. Juli.“ Im Garten der Frau Wittwe Jac. Webel dahier finden fich bereits schwarze Trauben. — Ludwigshafen, 16. Juli. Dem Kreis⸗ atchivar, Reichsarchivrath Ludwig Schandein in Speyer wurde vom Großherzog von Baden das Ritterkreuz erster Klasse des Ordens vom Zähringer dowen verliehen. *55 .— Frankenthal, 16. Juli. In der HBießwerkstätte unseres bewährten Glodengießert Meister Hamm wurden heute drei Glocken von 700, 1000 und 1400 Kilo Gewicht, für die Liebfrauen⸗ lirche in Worms bestimmt, Faehen. Die Gloden —XD für die alte Kaiserstadt Worms ficher ein freudiges Ereigniß sein, von den Thürmen des prächtigen alten Gotteshauses, das zwei Jahrhunderte lang ohne Glockengeläute dastand, nunmehr den herr⸗ lichen Dreiklanaga zu Bören. Vermischtes. Im Damenschwimmbad Maxau ist am Samstag den 11. d. Mts. durch den Muth eines hraven Mädchens ein Menschenleben gerettet worden. Fine Karlsruher Dame, eine gute Schwimmerin, ichwamm außerhalb des Damenbades im Rhein⸗ jafen, konnte sich aber plötzlich nicht mehr über Wasser halten und war in Gefahr zu ertrinken. Die Mit⸗ zadenden vermochten ihr keine Hilfe zu bringen, da prang die herbeigerufene Schwimmlehrerin Fräul. Ida Langenstein mit eigener Lebensgefahr ins Wasser und brachte die bereits bewußtlose Dame, pelche schon auf den Grund gesunken war, glüd⸗ lich aufs Trockene, wo dieselbe bald wieder das Bewußtsein erlangte. F In Karlsruhe fand am 15. Juli die Sektionsversammlung der Berufsgenossenschaft der Brauer und Mälzer Deutschlands, zweite Sektion Baden und Pfalz), Sitz Karlsruhe, statt. Ge⸗ vählt wurden in den Sebtionsvorstand, folgende Pfaͤlzer: Sich⸗Speyer, CElqus⸗Landau,“ Jämnisch- 2oiserslantiern· Ferner alx Ersoßleut⸗ 05534 Dggersheim, Walz ⸗Speher, Bart⸗Dürlheim und Berhard⸗Franlenthal. 7 VDieser Tage focht ein armer junger Taub uminer mit Grazie ganz Ichenhausen ab Die löbliche Polizei hatie Mitleid mit dem Taub⸗ tummen und lud ihn zu Gaste. Bei Ablegung und Aufbewahrung des Gepädes fanden sich falsche Siegel, Passe und dergl. auch eine Flasche Siegel⸗ farbe. Das ist Kopirtinte, keine Siegelfarbe“, schrie da plötzlich der aus Feiner Rolle fallend F Taubstumme, krahte sich aber dann bedenklich hinte Wohl der älteste Gelehrte Europa's den Ohren, als er den fürchterlichen Bock begriff, ist Dr. Chevreul, Professor der organischen Chemie den er geschossen. Der arme Taubstumme wurde am College de France in Paris. Am 31. Augusi dorerst versorgt und aufgehoben“·wiiird er in sein 100. Jahr eintreten. Er arbeite⸗ * IFreiburgei. B., 15. Juli. Gegenwärtig noch viel, lebte immer sehr mäßig, aß stets nur ist der Archäologe Dr. Ludwig Maher hier an- wenn er das Bedütfniß dazu empfand, und trant wesend, um —— des gasorte nie Wein oder andere geistige Getränkke.. nen Reichstagsabgeordneten Dr. Eduard Lasker zu * fichten.“ Dr. Lasker hat eine reichhaliige Bibliothef 83 e n pye D eege und sehr werthvolle Manustkripte hinterlassen. eg Anzt 38 und oe Pranmeen n. — pariser Alkademie ein Schreiben gerichtet, worin f Manchen“ 15. Juli.Gerüchtweise ver· Ir von einer merkwürdigen Operation Mittheilung lautet, daß Frau Marie Ramlo fich mit Herrn machte. Ein junges Mädchen mußte auf einem Ludwig Schneegans wieder vereinigen wird, sowie Auge in Folge von Hervortreten des Augapfels derr Vossart wieder in den Kreis seiner Familie gus seiner Höhle und grüͤnem Staar operirt werden. durüdtehri. Die „Konddie der Irrungen“ hinter Dr. Chilbert nahm das Auge aus der Hohle und den Koulissen unserer Hofbühne hätte damit ein rsetzte es durch ein unter gehöriger Vorsicht einem allseits besriedigendes Ende erreich. Zaninchen frisch ausgeschnitienes. Die Uebertrag⸗ 7 Am 7. Juli ist zu Bad Elsster im sachs, ung geschah am 5. Mai und am 26. Mai nährte es Vogiland der frühere Musildireltor der dortigen sich an seiner neuen Haftstelle, bewegte sich und Badekapelle, Johann Christoph Hilf in seinem 103. jeigte eine fast normale Konsistenz; die transparen⸗ Lebendjahre gestorben, und zwar ohne daß er vor⸗ sen Theile sind kaum getrübt. Der Erfolg. sagt her krani gewesen wäre. Hilf, der älteste Rann der Operateur, ist sehr zufriedenstellend; das Ka⸗ des Vogtlandes, war am 1. November 1782 zu ninchenauge sei jedenfalls einem Glasauge vorzu⸗ Thonbrunn bei Asch geboren. ziehen, und nichts spreche dagegen, daß es nicht fBacharach, 15. Juli. Heute Vormittag zuch noch zum Sehen tauglich werde. Die Be— gegen 9 Uhr brach in der benachbarten Gemeinde fätigung für das Letztere würde jedenfalls ersi Sieeg auf bis jetzt noch unaufgellärte Weise Feuer dann eintreten, wenn fich die junge Dame in einen aus. Dauelbe nahm trotz eifrigster Anstrengung Karnikel verliebt hat. * Plan Nr. 4812, 8 4 10 qm — Versteigerungs Ie allda, zusammen ein Ganzes ildend; F Bekanntmachung. 12. Plan Nr. 4571, 34 40 qm 4 — Wiese hinter der Rittersmühle 2* (Auszug.) —* Montag, den 31. August 1888. 13. Plan Nr. 4489, 16 a 40 4m Vormittags 10 Uhr Ader auf der Ebene. zu Oumersheim in der Wirth Diese Liegenschaften kommen einzeln jchaft von Andreas Lang Witwe, zur Versteigerung und der Zuschlag werden vor Philipp Kemmer, kgl erfolgt bei der Versteigerung. baher. Notare im Amtsfitze zu St Die Versteigerungsbedingungen kon⸗ Ingbert, als hiezu ernannten Versteiger nen bei dem Unterzeichneten eingesehen unasbeamten. werden. St. Ingbert, den 17. Juli 1885 Der Versteigerungsbeamte: Dmerprk. Notar— der herbeigeeilten Feuerwehren so große Dimen onen an, daß dis heute Abend 5 Uhr bereits ca. 12 Wohnhaͤuser eingeäschert ware. FBerlin 17. Juli. Heute früh nad fünf Uhr brach in der Hollmannstraße 85, woselbst nehrere Fabriken, Tischlereien und eine Eisengießere sich befinden, Feuer aus, welches noch fortdauert. Mehrere Fabrikgebäude sind bereits vollständig uusgebrannt, ungefähr 500 Personen sind arbeitslos FPetersburg, 13. Juli. Wie das Ver T.“ meldet, entdeckte die Polizei in der Vehausn eines Diebes ein vollständiges Depot zur Anferine falscher Pässe. Die ganze Verbrecherwelt don tersburg bezog daselbst falsche Legitimationen.“ Aus den inneren Gouvernements wird über fürqh terliche Hitze berichtet. In Tambow erreichte di selbe gestern vierzig Grad. Briektkasten der Redaktion. Preisräthsel betr. Zur Preisbewerbung siun uns 11 richtige Löosungen des Preis-⸗Rebus inR 1 des illustrirten Sonntagsblattes zugegangen; weiter eingelaufene Lösungen haben ein Wortqhe zu viel und können darum, weil nicht ganz korren an der Verloosung nicht theilnehmen. Diefe find/ Morgen, Sonntag, Nachmittag um 2 Uhr in de Erpedition dieses Bl. statt und sind die geehrie Interessenten hierzu hoͤflichst eingeladen. Wie jcho früher bemerkt, kommen diesmal drei Preise, je 2 Oeldrucdkbildern bestehend, zur Ausloosung indem mit dem Preise des III. Quarials auch d jenigen des JL. u. II. Quartals ausgeloost werder da auf die betreffenden Preisräthsel seiner Zu keine richtigen Lösungen eingelaufen waren. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß In der heißen Jahreszeit stellen sich durch Diätfehler sehr häufig Stoörungen in de Verdauungsorganen (Verstopfung mit Blutandrang, Her klopfen, Kopfschmerzen etc.) ein und soll man in solche Fällen durch rasche Anwendung eines guten Hausmitlel wie es bekanntlich die Apotheker R. Brandi's Schweije villen sind, anderen Leiden vorbeugen. Man versichere sie tets, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweizer pillen, (erhältlich a Schachtel Mk. J1 in den Apothelen) ei weißes Kreuz in rothem Feld und den Ramenszug“ Braͤndt's traͤnt und weise alle anders verpackten zuruͤd. 1000 Mark zahlon wir dem, der beim Gebrauch von Goldmanns Kaiser⸗Zahnwasser à Fl. 60 Pf. und 100 pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann & Cie, Dres den. — Zu haben in St. Ingbert bei P. Fern, Droguenhandlung. EILI Scheine für die Gemeindekrankenve fsicherung sind zu haben in der Druckerei des „St. lnguherter Anzoiqger 35 gegen Johann Dreßler und Barbara Bu⸗ hbel, Ehe⸗ und Tagnersleute, früher zu Ritersmũhle, Gemeinde Ommersheim jetzt zu Schaafbruück bei Saarbrücken wohnhaft, Solidarschuldner, die folgenden, zu diesem Zwede be⸗ schlagnahmten Liegenschaften öffentlich zwangsweise in Eigenthum versteigert aämlich: Stenergemeinde Ommersheim, Besitz Ar. 1196: 1. Plan Nr. 45652, 1 a 60 qm Flache. worauf ein Wohnhaus mit Scheuer, Stall und Hofraum, und Plan Nr. 45656, 70 qw Pflanzgarten dabei; das Ganz gelegen auf der Ritiersmühle Bemeinde Ommersheim; Plan Nt. 4692, 4 4 70 qn Wiese hinter der Mühle; Plan Nr. 4449, 7 2 50 qw Acker auf der Ebene; 4 Plan Nr. 4450, 4451 und 1454, 25 a 90 qm Acker allda, . Plan Nr. 44802, 11 2 60 qm Acker auf der Haid;e 6G. Plan Nr. 4481, 12 4 30 qm Acker auf der Ebene; 7. Plan Nr. 447312, 18 a 10 qm Ader allda; Plan Nr. 44885, 6 a 80 qm Ader allda; Plan Rr. 4491, 65 à 80 qm Acer und Oedung allda; Plan Nr. 4806. 10 a 60 qm Acker an den Felsen; Plan Nr. 4611, 44 10 qm uIcker und Oeduna allda. und Bergmanns-Verein. Herren⸗ u. Frauen⸗Hemden, Bloußen, Corsetten, wollene nu. baumwollene Strüuͤmpfe, Kinder⸗ u. Damenschürzen F ieder Art Außerst billig, bei Jul. Foriter. Heute Eocottag e Vanillo Lis. Am Sonntag, den 19. d. Mis. wird die 868 Fahncaweihbe abgehalten, wozu die Bürgerschaft der Stadt St. Ingbert hiermit en— laden wird. Festplatz oberhalb Schloß Elsterstein. Aufstellung Oberstadt. Abmarsch 3 Uhr. IF Die Bewohner der Stadi werden hiermit höflichst gebeten, ihre Hau— zu beflaggen. Sit. Inabert am 14. Juli 1085 J. Rickel. Cigarren neueste Facons per 100 Stück fein Cuba à 6,—, 5,60, 5,20 Mark. dolländer 5,—, und 4,— Mari Eumatra Decker ver 100 Siud 8,80, 3,.10, 3,00, 2290 und 2,80 Mark. Für quten Brand und Geschmad garantir — 2 V— V »Mmel. dz— Im Verlag von Greßner &— Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslond zu beziehen: Die Klasstker der Yhilosophie. Von den — griechishhen Denkern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebs einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendit Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band I: „Va Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. Das Neueste in Herren(ravattep und 4— Leinenkragen myfieblt billist Jul. Forster. —— SierqzuIllustrirce Antagsblatt“ Nr. 3. Dend und Moxrlaßg non T X PYoemot, in Gt Innhe szt. Ingh exter Amzriger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. de St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.4M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließlich dA Zuftellungzgebuhr. Die Einrückungsgebühr jur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfülalschen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I8 A. Meclamen 830 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — Volitische Uebersicht. Der bayr. Landtagsabgeordnete Frhr. v. Zoden ist damit beschäftigt, einen Initiativ-Ge⸗ etentwurf auszuarbeiten betr. Errichtung einer dandes ⸗Mobiliarversicherungsan— Jalt. Die „N. Pr. Zig.“ vernimmt, daß auch diesem Jahre wieder der Chef des bayerischen Ge— geralstabes, Generallieutenant Graf Verri de la Bosia, und einige andere bayerische Offi⸗ ziere an der Uebungsreise des Großen Generalstabes heilnehmen werden. Wie der „Elbf. Zig.“ mitgetheilt wird, soll in det Zeit eiva vom 5. bis 10. August zu Brüssel ein Kongreß für die künftige Betheiligung der Nichtgroßmächte an den europäischen Entscheidungen abgehalten werden. Der offizielle Name lautet „congrès pour représgensation pro- portionelle“; die ursprüngliche Anregung ist von dem früheren spanischen Deputirten und Minisier Don Arturo de Marcoartu ausgegangen. Ohne jonderliche politische Bedeutung ist der Kongreß ent⸗ chieden ein interessantes Zeitsymptom. Wie der „Hamb. Corr.“ meldet, hat das direktorium der Deutsch⸗ostafrikanischen ßesellschaft unlängst bei der Firma Friedr. krupp in Essen 3wei eigens für Kolonialzwecke lon⸗ sruitte 5 bis 513 Centimeter⸗Geschütze bestellt, deren Rohre nur je 60 Kg. wiegen werden, um r den Transport durch Träger geeignet zu sein. dallen die Versuche mit ihnen günstig aus, so soll hre Zahl auf zwölf erhöht werden. Wie wir Jören, sind dies sog. Buschgeschüte. * Der in Trebsitsch in Mähren stattgefundene Urbeiterkrawall' hat noch nachteäglich zu ahlreichen Verhaftungen geführt, auch ist einer der bei den Tumulten verwundeten Arbeiter seinen Ver⸗ ezungen erlegen.Die gepflogene Untersuchung hat xn sozialistischen Charakter der Tumulte in vollem Umfange besiätigt, gerade wie dies bei den blutigen Vorgüngen in Brünn der Fall gewesen ist; ob in⸗ dessen die Vorgunge in Brünn und in Trebiisch n einem direktem Zusammenhange miteinander iehen, ist noch nicht erwiesen. Bezüglich der Brünner Unruhe hat noch in voriger Woche der Prozeß gegen die verhafteten Rädelsführer und Arbeiter begonnen, doch scheint derselbe ohne besondere Zwischenfälle derlaufen zu wollen, da sich die Brünner Arbeiter— ichaft dem Prozesse gegenüber vollständig aleich⸗ zültig verbälf Der Schluß der Parlamentssession in Frankreuch, welcher für den 25. Juirm Aussicht genommen war, wird sich nun doch nicht u diesem Termine ermoglichen lassen. Es heißt, der Senat würde die Beraihung des Budgets erst am 27. Juli beginnen und würden somit die Kammern nicht vor Anfang August auseinander können; die Debutittenlammer hat das VBudget in ihrer Sizung am Freitaqg im Ganzen angenommen. „Die aus Hue einlaufenden Depeschen des henerals Coured bestatigen, daß die Franzosen Herren der Situation in der anamitischen Haupt⸗ hadt gebuchen sind. Die königliche Familie ist nach due zurückgekehrt und hat sich zur Einsekung eines 4 Montag, 20. Juli 1885. 20. Jahrg. neuen Regenten, namens Dhosnan, des Oheims des bisherigen Regenten Tüduc, bereit finden lassen. Dhosnan steht natürlich, wie das ebenfalls einge⸗ etzte neue Ministerium in Hue, ganz unter fran⸗ öfischem Einflusse und hat unter dem Drucke des⸗ elben auch eine Proklamanon an die Annamiten jerichtet, in welcher er dieselben auffordert, den ranzösischen Truppen in der Verfolgung der Auf⸗ ührer und Plünderer beizustehen. Daß es den Franzosen indessen noch nicht gelungen ist, die annamitische Armee gänzlich zu zerstreuen, geht aus iner anderweitigen Meldung Courcy's hervor, wo⸗ nach der annamitische General Thuget noch mit 1500 Mann in der Citadelle von Comba steht. General Courcy hat sich nach Haiphong zu einer Besprechung mit den Divisionsgenerälen begeben und gedenkt bei der Rückkehr nach Hue die Höhen von Annam zu besichtigen. * Die Gerüchte über eine Zusammenkunf,t wischen dem Kaiser von Rußland und dem Kaiser von Oesterreich wollen trotz aller Dementi's nicht verstummen. Jetzt geht der „National- Zeitung“ wieder eine Wiener Privatmeldung zu, in welcher diese Zusammenkunft als in den ersten September⸗ agen bevorstehend und als Ori der Entrevue das zistorische Schioß Reichsstadt in Böhmen bezeichnei vird. Die „Nat. Zig.“ bemerkt hiezu: „Der Begenbesuch des russischen Kaisers in Oesterreich * trotz aller entgegenstehenden Gerüchte als im höchsten Grade wahrscheinlich gelten; ist er doch nach dem Besuche Kaiser Franz Josefs in Skiernie⸗ wicze selbstverständlich. Indessen wird voraussicht⸗ iich bei jener Zusammenkunft bis zur vollzogenen Thatsache die Angelegenheit im Halbdunkel gelassen werden.“ ämmiliche Vereine zum Festzuge, der sich jetzt unter dem Donner der Boͤller und den Klängen der Musik zur kath. Kirche begab, wo die feierliche rinweihung der neuen Fahne stattfand. Nach diesem ieierlichen Akte ging es dann gegen 3 Uhr mit liegenden Fahnen hinaus nach dem oberhalb Schloß Elsterstein gelegenen Festplatze in den Wald. Der mposante Zug setzte sich zusammen aus dem Fest⸗ dereine, den Knappen der hiesigen Grube, den enappenvereinen von Altenwald, Sulzbach, Dud⸗ wveiler, Quierscheidt, Friedrichsthal, Bildstock Elvers⸗ hberg, Spiesen und Reißkirchen-Erbach; außerdem nahmen an demselben auch die Sänger des GBesangvereins „Gemüthlichkeit theil. Der Festzug zählte wohl gegen 1400 Theil⸗ nehmer, und boten diese zahlreichen arbeitfesten Bestalten in ihrer kleidsamen Uniform einen groß⸗ artigen Anblick. Unsere ganze Stadt war denn auch sozusagen auf den Beinen, um fich das Schau⸗ spiel anzusehen und alsdann dem Zuge nach dem Festplatze zu folgen. Da hielt es freilich schwer, mn den Tischen ein Plätzchen zu finden, und wer aicht schnell wählte, der konnte im Laube auf Mutter Erde oder auf leeren Bierfäßchen, die es aAsbald in großer Anzahl gab, Platz nehmen, um Durst und Hunger zu stillen. Für einen guten frischen Trunk hatten die Festwirthe aufs beste gesorgt. Ringsum ertönte fröhliches Leben, gehoben durch die oft gleichzeitig musizierenden Kapellen. An einer Tribüne waren die verschiedenen Vereinsfah⸗ nen aufgepflanzt; eine der schmuckesten war sicher die neue Fahne des Festvereins. Dieselbe ist ganz aus Seide gestickt, kostet gegen 600 Mark und wurde im Waisenhaus zu Landstuhl angefertigt. Auf der einen Seite zeigt sie die Schutzheilige des Bergbaues, St. Barbara mit einem sterbenden Knappen, auf der andern Seite unter den berg⸗ männischen Emblemen (Schlegel u. Eisen) und dem Bergmannsgruße „Glück auf!“ die Inschrift: „Bergmannsverein St. Ingbert.“ — Nachdem nach Unkunft des Zuges auf dem Festplatze einige Zeit zerstrichen war, hieß der Vorstand des Fesidereins, herr Johann Joseph Küßling, in einer passen- den Ansprache die Amnwesenden, insbesondere die nuswärtigen Knappen, herzlich willkommen, drüdte hnen für ihr zahlreiches Erscheinen seinen Dank aus and forderte alsdann zu einem Hoch auf S. Maj. Kaiser Wilhelm auf, in das die Menge begeistert einstimmte. Heitere Musikpiecen, Gesang und Toaste wechselten nun in bunter Reihenfolge mit⸗ einander ab, bis der Abend zur Heimlehr mahnte. Die meisten der auswärtigen Vereine iraten vom Festplaße aus den Marsch nach der Heimath an. Der Festverein selbst begab sich, als der Äbend hereingebrochen war; in die Lokalitaten des Cafs Baumann, woselbst eine Reunion die Mitglieder und Gäste in frohester Stimmung bis zu pater Stunde vereinigt hielt. *Die Leiche des am Donnerstag im Nieder⸗ würzbacher Weiher ertrunkenen Knaben Fromm wurde am nächsten Morgen auf dem Wasser treibend in der Nahe des Bahnhofsgebäudes gefunden. — Aus Maikammer wird der „Pf. Z. zeschtieben: Eine wahrhaft grausige That verubte der 21jahrigeẽ Julius Ernst von hier, indem der— jelbe nach votausgegangenem Wortwwechsel seinem Vater die Sense in den Leib hieb, daß die Einge- weide hervordrangen?“ Der Verletzie soll hoffnungs⸗ los darniederliegen. Der Thäter, der über sein chreckliches Verbrechen Reue zeiat. wurd⸗ soin⸗ erhaftet Deutsches Reich. Berlin, 18. Juli. Die „Kreuzzeitung“ läßt ich aus Wien melden, daß die Nachricht von einer Zusammenkunft des österreichischen und des russischen daisers auf bloßen Kombinationen beruhe, sowie daß über die Zusammenkunft des deutschen und des ʒsterreichischen Kaisers auch noch keine authentische Mittheilung vorliege, ebensowenig als über eine Zusammenkunft Kalnoky's mit Bismarck. Man konne letztere Begegnung nur als wahrscheinlich be⸗ zeichnen. — Berlin, 18. Juli./Nach der Kreuzzeitung ist das Kultusministerium gegenwärtig mit einer Vorlage beschäftigt, welche Penfionsbestimmungen für Lehrer an Mittelschulen betrifft. Die Berath⸗ ungen darüber befinden sich aber noch im ersten Stabii Eokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 20. Juli. Gestern feierte der BVergmannsverein St. Ingbert“ das Fest seiner Fahnenweihe. Der Festverein zahlt gegen 80 Mitglieder; er umfaßt nur solche hiesige Bergleute, welche in den benachbarten preu— zischen Gruben arbeiten und zwar ohne Unterschied der Konfession. Das Fest wurde schon am Vor⸗ abend durch Böllerschüsse eingeleitet. Gestern Vor⸗ mittag wohnten sammiliche Mitglieder des Vereines in der katholischen Pfarrkirche dem Gottesdienste an. Ansere Stadt prangte zur“ Ehre des Festes in reichem Fahnenschmuce. Zwischen 1 und 2 Uhr frafen die auswärtigen Knappenvereine, alle mit Fahnen und die meisten mit Musik, hier ein. Nach Inkunft derselhen ordneten ich in der Oherstad —— ⏑——44— — Deidesheim, 17. Juli. Der in Lon⸗ don verstorbene Herr Karl Feis hat testamen⸗ tarisch der Armenpflege seines Geburtsortes Deides⸗ heim eine Summe von zweitausend zweihundert Mark mit“ der Bestimmung vermacht, daß das Kapital sicher zinstragend angelegt, die Zinsen aber alljährlich an seinem Todestage (8. Aprilh) an die roihleidenden Armen der hiesigen Gemeinde, ohne Unterschied der Konfession, durch den Armenpfleg schaftsrath vertheilt werden. Obige Summe wurde durch Herrn Ludwig Feis, Weinhändler- dahier und Bruder des Verstorbenen, dem Bürgermeister⸗ amte bereits überreicht. Ehre dieser löblichen That; Gi pre — Ein Bahnbeamter in Ludwigshafen hat in der Kaiserslauterer Kirchenbaulotterie den ansehnlichen Treffer von 1000 Me. gemacht. Am gleichen Tag ist derselbe mit einem Söhnchen be—⸗ zlückt worden. Zwei gute Treffert — Die diesjährige Approbationsprüfung der Bader wird am 31. d. Mis. in der Kreisarmen⸗ ind Krankenanstalt zu Frankent hal stattfinden. deen welche sich dieser Prüfung unterziehen vollen, haben sich an dem genannten Tage morgens Z3 Uhr mit den vorgeschriebenen Zeugnissen der Brüfungskommission vorzustellen. Dutzend Herren ibrem Freunde im städtischen Nannerfreibade zu seinem Namensfeste eine wohl eltene Ovation. Nachdem sämmtliche Theilnehmer jereits vor Eintreffen des Namenstagskindes sich n's Badekostüm geworfen hatten, mit Cylindern iltlicher Ordnung und weißen Handschuhen ange⸗ han, wurde der Gefeierte mit Tusch empfangen. HDierauf, als derselbe ebenfalls badefertig, war restbersammlung im Wasser, wobei nach einer ernigen Ansprache dem Beglückwünschten eine eidene schwarze Zipfelhaube aufgesetzt, auf diese ein Lorbeerkranz gelegt und ein riesiges Feldbouquet bergeben wurde. Nach dieser Ceremonie schwammen ämmtliche Festtheilnehmer in ihrem Festkostüm pazieren. F Dresden, 19. Juli. Der Festzug zum echsten deutchen Turnfest fand heute Mittag um 2 Uhr bei dem prachtvollsten Wetter statt und ist länzend verlaufen. Ueber 20,000 Turner nahmen in demselben Theil. Der Koönig und die Konigin, owie der Prinz Friedrich August wohnten vom Zalkon des königlichen Schlosses aus dem Festzug iis zum Ende bei, Auf allen Straßen, die der Festzug passirte, herrschte eine großartige Begeister⸗ ing, und wurden die Frankfurter besonders ausge⸗ eichnet. Leider passirte beim Einzug auf den Fest⸗ zlatz ein bedauerlicher Unfall, indem— das Pferd ines Festreiters durchging und in die Zuschauer⸗ nenge einbrach, wobei mehrere Personen nicht un⸗ zedenklich verletzt wurden. r Bei Düsseldorf wurde ein Geldbrief⸗ räger von 2 Strolchen angefallen, die unerkannt zebliebenen Thäter entkamen mit einem Raube von ta. 3000 Mw. — GDas erste Opfer.) Die Erzesse beim gerliner Maurerstreik haben das erste Opfer ge⸗ ordert: ein Menschenleben. Das Kommissions⸗ nitglied der streilenden Maurer, Fassel, hat be inem Renkontre mit arbeitenden Genossen, welche er zum Niederlegen der Arbeit bewegen wollte, von inem Maurer Porst so schwere Verletzungen zuge⸗ ügt erhalten, daß er nach mehrstündigen Leiden jestern im Berlinet Krankenhause gestorben ist. hegen Porst, welcher verhaftet wurde, ist die An⸗ lage wegen schwerer Körperverletzung mit tödtlichem Ausgange eingeleitet worden. 7(Eine Vatermörderin) In dem olländischen Dorfe Luksham bei Emmen ist dieser Tage ein 11jähriges Mädchen in Haft genommen vorden, welches seinen eigenen Vaiter mittelst Ar⸗ enik vergiftet hat. Die junge Verbrecherin erklärte uhig bei ihrer Vernehmung, sie hätte die Miß⸗ jandlungen ihres rohen Vaters nicht länger aus⸗ — — —— — — Bekanntmachung. Anlage der Gewerbesteuer für die Steuerperiode 1886807 betr halten können, und da ihr Niemand zu Hilfe ge. ommen und sie vor seinen Wuthausbrüchen —** jätte, habe sie den Entschluß gefaßt, sich —9 hres Peinigers durch seine Vergiftung zu entledigen Sie habe dann pannekok (Pfannkuchen) gebeten und zu seiner Zubereitung Arsenik statt — zgenommen. Den habe sie dem Vater gegeben um— als dieser sich über den schlechten Geschmad deg jelben beklagt und ihr mit Schlägen gedroht, habe sie ihn immer zum Weiteressen aufgefordert, indem sie behauptete, daß nur die eine Stelle mißqlügt —A zu. bereitet sei. Das Kind, das für sein Alter einen überaus scharfen Verstand besitzt, zeigte bei de Untersuchung in der That Zeichen der rohesten Mißhandlungen, die seine That erklärlich machen, Man ist sehr gespannt darauf, welche Strafe der jugendlichen Mörderin zuerkannt werden wird. Die Durchbohrung des Simplon, ein Seitenstück zum St. Gotthardtunnel, wird nun nachdem die italienische Regierung ihre Unterstühung zugesagt hat, stattfinden. Der eigentliche Tunne vird etwas über 12,000 Meter lang sein, die Bohrarbeiten wexden 6 Jahre und einen Mong dauern. f Aus St. Peter sburg schreibt man: In der Kreisstadt Skwira sprachen dieser Tage die Ge— chworenen einen geständigen Moͤrder, den Bauern Moschkowski, einen Wittwer im Alter von circa dierzig Jahren, frei. Moschkowski erschoß seine frühere Geliebte, die in gleichem Alter stehende Bäuerin Kosjanow deshalb, „weil dieselbe eine Hexe sei, welche schon viel Unheil angerichtet habe.“ Et hatte schon acht Tage vorher ein Attentat auf die Zosjanow unternommen, doch hatte damals die dugel das Opfer gefehlt. In der Gerichtsverhand⸗ iung Skwica wurden den Geschwortenen zwar nur zie zwei Fragen vorgelegt, ob Moschkowski des vor⸗ ätzlichen Mordes oder der Tödtung im Jahzorn chuldig sei; die Geschworenen ließen aber die eine wie die andere Frage unberüchsichtigt und erklärten nach nur ganz kurzer Berathung den Angeklagten »infach für unschuldig. — — — — WVermischtes. Forbach, 16. Juli. Einen entsetzlichen Augenblick erlebte kürzlich der Lokomotivführer, welcher mit einem Güterzuge die Strecke Hargarten⸗ Benningen befuhr. In der Rähe der sogenannten Wenger Schmelze zwischen Veningen und Karlingen hemeckte er plötziich auf dem Geleise ein dreijähriges snäblein, das neugierig dem Zug entgegensah,. der s in wenigen Sekunden erreichen mußte. Der Zug ief mit voler Geschwindigkeit und an ein Halten war nicht mehr zu denken. Leider ließ sich das Zind auch nicht durch das Schnauben der Maschine und durch den Ton der Dampfpfeife zum Verlassen der gefährlichen Stelle hewegen. Der Zug ging uͤber dasselhe hinweg und rquenchie es. Die Eltern besaßen nur dies eine Kind. 7 Triex wird Weltstadt!, so schreibt die ‚Tr. Ztg.“ In einer hiesigen Gartenwirth⸗ schaft (W. Eller) bedient augenblidlich ein veritabler Neger die Gaste. Der schwarze Kellner spricht gut deulsch und nimmt sich mit seinem Krauskopf und seinen charak teristischen Gesichtszugen in der weißen Jacke höchst kolonial“ aus. 4München, 15. Juli. Mriginelle Gratu⸗ ation.) Heute Morgen n 6 Uhr veranftaltete ein Rriefr⸗tten der Redaktion. Preisräthsel betr. Bei der gestrigen Verloos— ing der Preise erhielt Hr. H. L. den Preis des! Quartals, Hr. J. K. den des 2. Qu. u. Ht. Fr —A —— Fur die Redation verantwortlich: F. X. Deme . 4 ααäXασαασποαααασOανααBιIσααααιααιäιαα — Eäö ——— — Geschäfts-Empfehlung. Einem geehrten hiesigen, wie aus wvärtigen Publikum die ergebene Anzeige daß ich vom 1. August an als mich hier etablieren werde u. empfehle mich als solche den —— bestens, speziell für hier auch außer dem Hause zum Frisieren. Ebenso empfehle ich mich in Aufertigung aller Hhaararbeiten, als Zoͤpfe, Locken, Haar⸗ letten ꝛät. ... F Anmeldungen bitie gefl. vorläufig in meinem eltetlichen Hause, Schafgasse zu machenn Um geneigbten Zuspruch bittend Hochachtungsbolll LElise Bangert. Die Gewerbsteuerpflichtigen der Stadt St. Ingbert werden hiermit anfge⸗ ordert, ihre Erklarungen bei dem Bürgermeisteramte bis längstens zum 3. August 1885 abzugeben. St. Ingbert, den 20. Juli 18883. Der Bürgermeister: — Heinurich. Zur Anfortigung on billĩgen u. sauberen aller in Bnehdruek und Litho- cgraphie rorxkommenden J Drucxkarbeiten Bekanntmachung. snlage der Finkommenstener für die Steuerperiode 188689 betr 8 —* ——1 empfiehlt aien die Hrecoh- und Steindruckerei F. X. Domotz Verla dodt.Ingbortex Anseigor) 8t. Ingbert. In Gemãaßheil der Art. 21 und 22 des Gesetzes vom 19. Mai 1881 ie Einkommensteuer betr. werden die sämmilichen Einkommensteuerpflichtigen, velche in det Gemeinde St. Ingbert ihren Wohnsitz, oder in Ermangelung rines solchen ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder Verdienst haben, hiermit auf · zefordet, langstens* bis zum 29. d. Mis. bei der Gemeindebehörde ent⸗ veder schriftlich oder mündlich ihre Erklärung abzugeben. Wer dieser AÄufforderung nicht Genüge leistet, wird auf Grund des Art 38 Ziff. 3 des Gesehes bis zu 50 Mark bestraft. St. Ingbert am 20. Juli 18868. Der Bürgermeister: — Heinrich. Agenten werden zu guünstigsten Beding⸗ ungen angestellt für, den Ver⸗ trieb Großherzoglich Badischer Prãämienlose, welche am 31. De⸗ tember d. J. die letzte Haupt⸗ ziehung spielen und in F alle noch vorhandenen Loose mit über 1 Million Mark Gewinne herauslommen müssen. Offerte an Engel & Co,, Bankgeschaft, Köoͤln alkRhb.. 1000 Mark ahlen wir dem, der bein Gebrauch von Vb zuiser ⸗ JZahumasser — semals wieder Zahnsehmerten elennt. S. Goldmann ⸗ — J 86incbert bei V. Fery⸗ Droguenhandlung. —— AVWU u deder Seroleich Amerik. Brillaut · Glanz Slůrkr — — — — U — —8 — 9 — 2 VA druct und Veleg bon 5. 3. Demez in St. Ingbert. 10 —A — — 7358 —— 58535* — * 825 2355 J —— 2 57 335325 *33 23 — 2 —— 2* 22 — 2 2 55528 7 * 2 — * —— 5 A— 232355 — * — 33555 z5 *— —— 2323 28 2 J ———— 35 5577 828 35335 55 ——— —— *253 : 5 3 —— 2* —— ——— 2358 58 —— * * —— —— 5837 * 5353 — * ——— 3333 —8 55535 555* — * *2 533 32 383 35 — 7— S 2 25 — —— 83583 — 3 33 að 7 2 55 * 32 2 5 5 52 232345 —53 5 28* 2 — 2 * — — — 45 —UV — 538 — 3338 355 E 335325 — * 52339 58 3 252355 x 53388 X 5 55553 — 5 2 * ———— * 2 A— * 353555 2 — 5553535 —— — 2 2 * * 8 2 *71 2 57* — — — * 2 * E — 2 3 * * —2 3 —e 27 55333 * 72 523555 — —A 5 2.2 22 8 —— — 32 2 —5 7 —— S8 A— 25 5 5 55 —— 2—55 2— — 8 25 3 3 32535388* 2 —— 27 37 3 ——— 3853 358 73 *82 3 232 —553 7335 333878* 33533585 ——— — 23 285 * 237 8 8 55 —— —8 — — * — 0 558 5 — — 5*3 533 — 32 3353465 258* 2 28 —A 3 32 —A 2 — * 5 328 — A— * ——— 3 — 53 — —— 3 58 — S — — 238 — 7 58 E38 2 2 3 28 5 2 2 — 755 55 — 258 387 —— 23*875 335 2 5· 85 25 — ———— 28 — e * 3 — 5353 58 ** — 25 * — —— 32535 8 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Jucherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — ——— — — — —— — — — — — * St. Jugberter Anzeiger? erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ glau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 , einschließlich A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungogebühr sur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Exrpedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 —A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 142. Volitische Nebersicht. Wie mit Bestimmtheit berichtet wird, hat Fürst gizmarck seine Zustimmung dazu ertheilt, daß dem teichstage wieder eine Posisparkassenvorlage zugeht, die dem letzten, bei welcher allerdings diejenigen punkte, die besonderen Anstoß erregt haben und vffen bekämpft sind, einer Aenderung unterzogen werden sollen. Die Umarbeitung des früheren Fintwurfes in diesem Sinne soll bereits ernstlich in —0 werden, daß der Entwurf seitens der Postverwal ⸗ iung dem Reichskanzler früh genug vorgelegt werden kann, um auch die übrigen Instanzen vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages zu durch⸗ aufen. In Elsaß-Lothringen steht bekanntlich betschiedenen Kommunen das Recht zu, auf Alkohol ein Oktroi zu erheben — eine Bestimmung, welche ich noch aus der französischen Zeit herleitet. Von betschiedenen Kommunen ist nun beantragt worden, chnen eine Erhöhung der betreffenden Abgabe zu gestatten. Diese Erhöhung ist nunmehr, wie eine in der „Landeszeitung für Elsaß ⸗Lothringen“ pu⸗ blijirte kaiserliche Verordnung anzeigt, genehmigt worden. Für Mühlhausen ist die Abgabe auf 580 Mark, füt Markirch anf 100 Mark, fuͤr Straßburg uuf 60 Mark, für Thann auf 30 Marl, für Rap⸗ boltsweiler auf 10 Mark, für Weißenburg auf 40 Mart und für Neubreisach auf 10 Mark per Hek⸗ oliter reinen Alkohol genehmigt. Durch diese Er⸗ jöhung, die für einige der oben angeführten Ort⸗ chaften nicht unbedeutend ist, dürfte fich der Preis derjenigen Getränke, die des Alkohols zu ihrer hersteliung benöthigen, nicht unwesentlich steigern. es wäre zu wünschen, daß diese Erhöhung weniger die Einnahmen der Kommunen vergrößerte, als den konsum der betreffenden Spirituosen einschränkte, Die augenblicklich zwischen der öͤsterreich⸗nngari— chen und der deutschen Reichsregierung schwebenden berhandlungen über einen etwaigen Zollan— h luß rufen, so schreibt das Berl. Tgbl.“, uns Anerbietungen ins Gedächtniß. welche Fürst Bis— marck vor zwölf Jahren dem Grafen Andrassy in WBien machte. Damals schon suchte der deutsche neichskanzier die österreichisch- ungarische Regierung u einem Zollbunde mit Deutschland zu bestimmen; Fürst Bismard verhehlle beidieser Gelegenheit sein ffnung nicht, daß, nach verhältnißmäßig kurzer Jeit auch die uͤbrigen Regiernngen des europäischen Festlandes, je nach ihrer geographischen Lage, zu inem naheren Anschluß an das öͤsierreichisch⸗deutschi Zollbündniß durch die Macht der materiellen In teressen veranlaßt werden würden. Allein die An⸗ erbietungen des leitenden deutschen Staatsmannes janden in Wien nun sehr wenig oder gar kein Behor. Goeaf Andrassy erllärte dem ersten Ministet s deutschen Kaisers, daß er unter den obwalten ben inneren politischen Verhältnissen der österreichisch ingarischen Monarchie und bei dem Mißtrauen, das zur Zeit gewisse leitende Wiener Kreise jeder atimeren Annäherung Oesterreich⸗ Ungarns an Deutichland entgegensetzten, mit einem solchen Vor⸗ chlage durchaus scheulern mußte. Man fuürchtete damals in Wien, Bismarck könnte einen solchen dollbund noch zu anderen, weiter reichenden Er⸗ werbungen Oestetreich · Ungarn gegenüber ausnutzen, 8 es doch in den Zeitenden Kreisen der österreichi⸗ os ö 5. Mor WA. Dienstag, 21. Juli 1885. Zollverein und das deutsche Zollparlament die bei⸗ den nächsten Etappen zur deutschen Einheit gewesen varen. Wie wenig ein solches Mißtrauen in dem vohlverstandenen Interesse des deutschen Reiches und deshalb auch in den Absichten des deutschen Reichskanzlers eine Stütze finden konnte, wollte, io offenbat es auch war, zur Zeit nur dem Grafen Andrassy vollkommen einleuchten. Dieser begabteste inter den lebenden österreichischen Staatsmännern var denn auch der Einzige, der geneigt schien, das gleichzeitige Anerbieten der deutschen Reichsregierung, velches dahin ging, das durch die deutsche Gold⸗ vahrung freigewordene Silber an Oesterreich Ungarn zur Aufnahme seiner Baarzahlungen zu überlassen, in sorgfältige Erwägung zu ziehen. Selbstverständ⸗ lich scheiterie auch dieser Vorschlag der deutschen Regierung an dem Mißtrauen Oesterreichs. Dieses Verhalten war eine der Hauptursachen zu dem gegenwärtigen Zollsysteme, das Oesterreich⸗Ungarn jegenüber einem Zollkriege nicht ganz unähnlich jeht. Fürst Vismard hoffte durch die Grenzzölle u erzwingen, was er auf dem Wege freundnach⸗ harlicher handelspolitischer Unterhandlungen ver gebens erstrebt hatte. Daß ihm das einigermaßen jelungen, dafür sprechen die gegenwärtig schweben⸗ den. von Oesterreich selbst gewünschten Verhand⸗ lungen. Deutsches Reich. Mainau, 20. Juli. Der Kaiser ist über dindau und München nach Gastein abgereist. Der⸗ elbe übernachtet in Rosenheim. ie Berlin, 20. Juli.“ Dem deutschen Botschafter n Paris, Fürsten Ho hen lohe, wurde die Statt⸗ jalterschaft Elsaß Lothringens angeboten und hal e angenommen. Seine Ernennung ist zwei⸗ fellos. Berlin,20. Juli. Die auf Grund der donferenzen von Sachverständigen der Großindustrie und des Kleingewerbes umgearbeiteten Bestimmungen der Submissionsordnung werden demnächst publiairt werden. Berlin, 20. Juli. Die Aufforderung, welcht der Verein deutschet Spiritusfabrikanten an die Brennereibesitzer ergehen ließ, ihre Produktion um ein Funftel einzuschränken, um der Ueberproduktion vorzubeugen, ist bisher von gutem Erfolg gewesen. Dresden, 19. Juli. Der Konig und dit Zönigin“ hatten sich in Begleitung des Prinzen Friedrich Äugust von Sachsen und des Prinzen Albert von Sachsen ⸗Altenburg nach dem Turnert estplatze begeben, und waren dort von den Mini⸗ tern Graf Fabrice, von Nostitz ⸗Wallwitz und v. herber empfangen worden. Der Koönig und dir donigin ließen sich die Vorstände des Turneraus⸗ chusses vorstellen, wohnten den von 5000 Turnern ausgeführten Freiübungen bei und verweilten über Lij Stunden auf dem Festplatze. Von einer De⸗ putation der Erfurter Turner wurde der Konigin ein prachtvolles Bouauet überreicht. be .Ausland. * Paris, 19. Juli. Heute fand eine vorläufigt Besprechung der franzosischen und italienischen De— legirten zu der Münztonferenz statt, wober es sich um die Erörierung einiger besonderer speziell Italien angehender Punkte gehandelt haben soll. Die Kon⸗ feren kritt morgen zjur ersten Sitzung zusämmen. Man glaubt, daß nur wenige Sitzungen erforderlich sein werden, um zu einer Verständigung zu gelangen. C RA Ros Ftr -ιια 20. Jahrg. der neuen eghptischen Anleihe nunmehr alle Mächte ugestimmt haben. — Ein Telegramm der „Agence havas“ aus Zanzibar dementirt, daß mit den )obas auf Madagaskar Verhandlungen eingeleitet jeien, und daß Admiral Miot 4000 Mann Ver—⸗ stärkungen erwarte; derselbe habe nur 1200 Mann verlangt. London, 20. Juli. Der Standard behauptet, Rußland habe es bei dem Zulfikarstreite in Wirklichkeit auf Merutschak abgesehen. Der Daily Telegraph behauptet, die Stärke der russischen Truppen am Herirud übersteige den Friedensbedäarf. England solle darüber weitere Erklärungen ver—⸗ angen. Lokale und pfaälzische Nachrichten. *St. Inbert, 21. Juli., Beim Eintritt der Reise-Zeit rügt die „Post“ mit Recht die Eisen- hahnplage, welche immer mehr um sich greift: die Unsitte einzelner Passagiere, sich mit ganzem Leibe vor eines der Coupeefenster zu stellen und so den Mitreisenden Luft, Licht, Aussicht zu rauben. Der Ausblick nach beiden Seiten ist denn doch ein vesentliches Hülfsmittel, um auf einer Eisenbahn⸗ jahrt die Zeit zu verkürzen. Auch das Zuströmen rischer Luft zum Fenster herein ist jetzt für jeden Reisenden von großem Werth. Die Post“ richtet daher an das stehlustige reisende Publikum die Bitte, Aeiches Recht für alle Koupee-Insassen walten zu assen und auch ihrer sitzenden, vom Fenster abge⸗ perrten Reisegenossen zu gedenken. Jeder Eisen⸗ ahnreisende, der noch einen Begriff don Anstand and Billigkeit besitzt, wird diese Bilte gerechtferugt inden und danach sich benehmen. *. ) Am 10. August wird wieder ein Exira⸗ zug StraßburgeBerlin gefahren, zu welchem auch an den pfälzischen Stationen Retoucbillete zu desonders ermäßigten Preisen mit 42tägiger Gültig⸗ leit ausgegeben werdhen. —WV . Wittersheim, 19. Juli gIn unserer Bemeinde herrschte dieser Tage großer Jubel. Der Daupttreffer. der Kaiserslauterer Kirchenbaulotlerie mit 80,000 Ml. fiel Herrn Kalkbrenner Andreas Weissang hier zu. Wie versichert wird überlasse der glückliche Gewinner dem Agenten Diel 1000 Mark als Geschenk.. 3 7 B3weibrüden, 20. Juli. Das gestern in unseren. Mauern statigefundene Vt. Sandegfest des BezirlsSangerbundes Zweibrůcken ·Pirmasens zestaltete sich im wahren Sinne“ des Wories zu einem echten Volksfeste. Die Pirmasenser Saͤnger rafen um 11 Uhr ein, um, welche Zeit auch schon die übrigen Vereine qus der Umgegend, 127an der Zahl, mit ihren Fahnen eingezogen waren. Um 12 Uhr fand die Hauptprobe im Fruchthallsaale datt, welcher sich eine Begrüßung der fremden Sanget durch Herrn Redatteur Reiselt anschloß. Zwei Uhr Nachmittags ging der Festzug uͤnter den Klängen der Kapelle des 18. Inf.⸗Regiments durch die Straßen der Stadt nach dem Schmitt'schen Parke, woselbst im Schatten Prächtiger Bäume der erste Theil dezs Programmes im Laufe, des Nach⸗ mittags abgewideelt wurde. Von imposanter Wiri⸗ ung waren die Gesammichöre mit Orchesterbegleitung ainter Leitung des um den Gesangin unserem Bezirle so sehr verdienten Herrn Baisch; die Ein⸗ elvorträge leglen von dem Streben und Können der betreffenden Vereine ein schoͤnes Zeugniß ab. Begen Abend wurde sodann aus dem Park in die Zaiserhalle übergefiedeit, woselbst der zweite Thoru 222 NSα 7I... 99 —— räge umfaffend, seine Erledigung fand. Den zrogrammmäßigen Nummern schlossen sich aber zoch viele weitere an und lange blieben noch die roͤhlichen Sangesbrüder bei „Liedersang und Becherilang beisammen.“66Pf. Pr.) Klirchheimbolanden, 19. Juli. Im Dielwoog ertrank gestern Abend der Sattlergeselle dildeßrand von Hochspeher, dessen Bruder— die neulich gemeldet, sich in Karlsruhe, wo er bei der Artillerie diente. in einem Anfalle von Irrsinn erschossen hatte. Es sind dies die Söhne des dehrers Herrn Hildebrand in Hochspeyer. x — dvie Kaiserin Aug ust a spendete zur Re⸗ staurierung der Kirche in Seebach (bei Dürk⸗ heim) aus ihrer Kabinetskasse 100 Markt. — In Leimersheim starb der Schuh⸗ nachermeister Johannes Marthaler II. an einem Hitzschlage, den er sich vor einigen Tagen beim Ardeiten mit entblößtem Haupte im Felde zuzog; auf einer Seite völlig gelähmt, mußte er noch über icht Tage leiden, bis ihn der Tod erlöste. Der Verbandstag des pfälzisschen Ge— derbebereins-Verbandes findet im Herbst in Ludwigshafenhüstatt. pSargemünd, 17. Juli. Seit gestern ist der Saarkohlenkanal in seiner ganzen Länge wieder roͤffnet. Der Verkehr der seit einem Monat brach jelegenen Schiffe ist ein äußerst lebhafter. F Ein neuer Komet ist am 7. Juli von Barnard in Nordamerika entdeckt worden. Der stomet ist zur Zeit noch sehr lichtschwach, so daß er nur durch größere Fernrohre gesehen werden tann; er ist von der elften Größe und ohne Schweif Derselbe ist bereits aufgefunden worden in Straß zurg, in Palermo, in Berlin und Kiel. F Mannheim, 18. Juli.. Die Einwohner⸗ ahl Mannheims beträgt jehzt nach neuesten Zu⸗ ammenstellungen 65,288 und hat feit Neujahr um aahezu 3000 zugenommen. 4Darmstadt, 20. Juli. Unter den Truppen der Wiesbadener Garnison, welche gegenwärtig auf dem Griesheimer Schießplatze sich befinden, ist der Typhus ausgebrochen. Bis gestern wurden 27 Mann in das hiefige Lazareth gebrach. F Mainz, 18. Juli. Irgend ein nieder⸗ rächtiger Bube hat an den Herrn Polizeirath Tra⸗ vers einen anonymen Drohbrief, der den Poststempel Mainz“ trägt, mit folgendem Inhalte übersendet: Rumpff ist bei Seite, jetzt kommen Sie daran! B. B. (oder L.) — Herr Travers hat auf dieses Schreiben hin folgende Erklarung der Oeffentlichkeit abergeben: „Indem ich auf diesem Wege dem un— detannten Briefschreiber den Empfang desselben zestätige und ihm gleichzeitg fur die mir erwiesent nufmerksamkeit, durch welche er mich in den Stand zesetzt hat, meine Vorsichtsmaßregeln zu treffen, zu anien oersuche, bemerke ich noch, daß ich mich durch diese Drohung in meinem bisher geübten oyalen Handeln nicht beirren lassen und der Zu⸗ unft geirost entgegensehen werde. weil ich des Schußes der gesammten Mainzet Burgerschaft icher bin· Die Rechnung des bayerischen Lehre r⸗ Waisenftifts vom Jahre 1884 schließt ab dit Einnahmen: 210,552 38 Mk., mit Ausgaben i82,880.46 Mi.; sohin Acnivrest 27,672. 14 Mt. Das rentirende Vermögen beläuft sich auf 180,488.566 Mart. F Nissingen, 17. Juli. Großes Aufsehen dahier ertegt das Verschwinden des Kaufmannes deitel, über dessen Vermoögen der Konkurs erklärt Furde. Die Passiven des Verschwundenen betragen iber 170.000 Marlk, während die Altiven nur eine —E ausmachen dürften. Auch eine Anzahl gering bemittelter Leute sind durch Aenturs des Heitel in Mitleidenschaft gezogen. Ein urweltlicher Riese.) Im Bett der Khone ist eine fossile Eiche von kolossalen Di⸗ mensionen gefunden worden. Der Stamm mißt, wie der Post“ geschrieben wird, 35 Meter in der HPoͤhe, hat 38 Kubikmeter Holzinhalt und wiegt 38,000 Kilogramm. Er ist schwarz wie Ebenholz md hart wie Eisen. Als er in das Flußdett lam nuß noch der Schahung von Kennern 3000 Jahre alt gewesen sein. Der Riesenbaum durfte fich seinen Genossen aus dem klassischen Alterthum wvuͤrdig an die Seite siellen. Unter dem Baum des Augufies ließ Caligula 40 Gedede legen und unter der Platane des RXerres speiste der Großklonig mit einen bundert Garden 4 Ein reicher Münzenfund ist bei Liegnug zemacht worden. Man hat etwa 400 wohlerhal⸗ ene Münzen der Fürstenthümer Liegnitz, Brieg— Wohlau, sowie des deutschen Kaisers Leopold J. zu Tage befördert. F (GEine poetische Charakteristik der deutschen Stämme. Von den Sinn⸗ prüchen, welche die Riesenhalle auf dem Festturn— zlatz in Dresden schmücken, heben wir folgende hervor Dem Hessen eignet strenger Fleiß Und zäher Treue hoher Preis! Aus würz'gen Weines lichter Glut Zuillt froher Franken freier Muth. Thüringen, deutscher Dichtung Hort, An Liedern reich und weisem Wortt!— Wie Felsen steil, von Glanz umglüht, Ist starker Bayern froh Gemüth. Wie knorr'ge Eichen, trotz'ge Riesen, Steht ungebeugt der Stamm der Friesen. Des Rheinlands Mannen sind fleißig und frei A Anf märkischem Sande fröhlich lebt Ein schneidig Volk, das vorwärts strebt. Ein fröhlich Land, das Schlesierland, Durch Biedersinn und Geist bekannt. Ernst, fest und schlicht stehn Alemannen — Wie ihres Schwarzwalds kräft'ge Tannen. Den deutschen Osistrand, von Stürmen umbraust —Au 'Reuß, 16. Juli. Was einem Menschen illes passiren kann, erzählt die „Neuß. Zig.“: Als ein Taglöhner von hier dieser Tage den krerzierplatz passirte, sah ein Bienenschwarm dessen hgeine als einen geeigneten Platz zur Etablirung iner neuen Niederlassung für Wachs- und Honig- abritation an und machie Anstalten, sich auf den⸗ elben festzusetzen. Der Tagelöhner wollte dazu elbstverftaändlich seine Unterthanen nicht hergeben. Mit Hülfe einiger anderer Personen gelang es dem uicht wenig geängstigten Manne, die Stachelträger mit vieler Mühe und Noth zum Abzug zu bringen. Hagen, 19. Juli. Hödur vor Gericht. Bor der Hagener Strafkammer standen am gestrigen Tage als Angeklagte die Kaufleute Höfinghoff, Bilstein, Seligmann, der Fabrikant Halverscheid, er Anstreicher Lemke (sämmtlich im Vorstande des ortschrittlicher Vereins in Vörde.) Ferner Gustav gutz, Redakieur der Hagener Zeitung. Die An⸗ lage geht dahin: In Bezug auf die Rede des Reichskanzlers am 14. März habe der Verein in Hörde die Resolution gefaßt, in welcher der Aus— ruck „täppischer Hödur“ in Anwendung auf die —XEV Kritik und As bedauerliche Anmaßung bezeichnet wird. Diese Resolution ist in der „Hagener Zeitung“ veröffent⸗ icht und an den Reichskanzler gesandt. Als Ver⸗ heidiger fungieren Justizrath Windthorst aus Hamm früher Abgeordneter) und der Rechtsanwalt Schmitz zus Elberfeld. Die Angeklagten erklären, nur in verechtigter Abwehr einer Beleidigung gehandelt zu haben. Der erste Staatsanwalt Dr. Scheibler canttagt gegen die fünf ersten Angeklagten je sechs Nonate, gegen Butz drei Monate Gefängniß. Um Uhr trat Vertagung auf zwei Stunden ein Das Interesse des Publikums war außerordentlich der Zuhörerkreis massenhaft. Der Vertheidiger Windthorst versuchte nachzuweisen, daß der Reichs⸗ janzler unzweifelhaft den Verein Vörde schwer beleidigt habe und daß nur eine sehr berechtigte and pflichtgemaäße Abwehr vorliege. Beide Ver⸗ heidiger beantragten Freisprechung · Das Urtheil autet für Butz auf 200 Mark, für die übrigen Angeklagten auf je 500 Mark Geldstrafe, weil sit ich der offentlichen Beleidiagung ichuldig gemacht vätten F Die Prinzessin von Sansibar. kin Mitarbeiter der „Brschw. Tgbl.“ schildert einen Besuch bei der Prinzessin von Sansibar, der Schwester »es jetzigen Sulians, welche einen Hamburger Kauf⸗ nann geheirathet hat und nach Europa übergesiedelt st, in folgender Weise: Etwa 10 Jahre waren ‚erflossen, als ich eines Tages in einen Berliner verichtssaal trat, woselbst gerade die Verhandlung einer uninteressanten Diebstahls⸗Affaire begann: kine Dienstmagd hatte, obwohl oder weil ihr zwei rühere Diebstähle vecziehen waren, ihre Herrin zum zxitken male bestohlen, und zwar gründlich, hatte hr Geld, Staatsobligationen, Schmuchsachen, Kleider Wäsche, alles genommen. Die Geschädigte wurde ils Zeugin vorgerufen. — „Ihr Name und Stand?“ rragte der Richter. — Ich bin die Prinzessin von Zonsthar“ So lautete die in korrektem Deufsk mit wohlklingender Altstimme und auffälliger Zungen⸗ gewandtheit gegebene Antwort. — Alle Köpfe wand. len sich nach der Zeugin einer mittelgroßen, schlanken einfach elegant gekleideten Dame mit scharf ausge— zrägten und doch echt weiblichen Gesichtszügen Die Haut war nur mäßig gebräunt und nur * nachtdunkeln mandelförmigen Augen und das straffe rabenschwarze Haar ließen die orientalische Abstam⸗ mung errathen. — Die Frau war wirklich eine Prinzessin von Sausibar, eine jüngere Schwester ʒes seit 1866 regierenden Sejjid (Sultans) Said Burgasch (auch Borgosch, Bargasch geschrieben) ben Seid. Blutjung noch, hatte sie sich im Jahre 1866 in den jungen Vorsteher der Sansibarer Faktorei ꝛines Hamburger Hauses verliebt — blondes Haat ind blaue Augen üben im Süden wahren Zauber iber die Weiberherzen aus; gerathen doch. die Ita ienerinnen und Spanierinnen stets in Ekfiase, venn ein stattlichrr Blondin vorübergeht. Fast eder deutsche Kaufmann, welcher eine Stellung in er heißen Zone annimmt, ist ein wenig romanlisch »eranlagt; Robinson und Cooper's Romane spuken hm im Kopfe. Unser Hamburger war entzück, einen Roman nicht nur zu lesen, sondern auch zurchleben zu können. Er gab seine Stellung auj und überredete die Prinzessin, mit ihm zu fliehen. Das Paar kam glücklich nach Europa und wurde nach Uebertritt det Kleinen zum Christenthum ge— traut. Doch der alte Fluch, den eines der menst⸗ erschütternden deutschen Volkslieder („Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht“) jenen Liebespaaten nachruft: Die flohen heimlich vom Hause fort, Sie sagten's nicht Vater noch Muttet — der Fluch lastete auch auf dem jungen deutsch ara⸗ bischen Paare. „Sie haben gehabt weder Glüd— noch Stern.“ Alle Mühen des mit seiner Frau nach Berlin übergesiedelten Mannes, sich empotzu⸗ arbeiten, mißglückten, alle seine kaufmännischen Internehmungen scheiterten; Anstrengen und Sorgen warfe ihn in ein frühes Grab. So stand denn zie junge Araberin, der Sprößling aus dem Hause Dman (Südost⸗Arabien, am Eingaag zum Persi⸗ chen Golf), allein in der fremden Welt. Nicht lein! Sie hatte für zwei Kinder, einen Knaben ind ein Mädchen, zu sorgen. Die oft wiederholten Bersuche, eine Aussohnung mit ihrem Bruder her⸗ deizuführen, scheiterten am Starrsinn Said Bur⸗ Jasch's, obwohl selbst die einflußreichen englischen donsuln sich für die Geflüchtete verwendeten. Doch die Wittwe verzagte nicht. Von ihrer Ration jatte sie die wunderbare Lernfähigkeit geerbt. ginnen kurzem war sie imstande, Unterricht im Arabischen, grammatikalischen Unterricht, nicht nut donversationsstunden, zu ertheilen, und sie erwarb ür sich und die ihrigen ausreichende Existenzmittel. Späler hat sie wohl auch von den Verwandten hres verstorbenen Gatten Unterstützung erhalten. — Wenige Tage nach der erwähnten Gerichtsver⸗ Jjandlung kam mir eine Arbeit über die arabischen stationalisten mit der Bitte um Unterbringung in iner Zeiischrift zu. Da ich von der mohamedani⸗ chen Philosophie und Theologie wenig mehr weiß— ils von den Mondbewohnecn, beschloß ich, die hrinessin von Sansibar um Rath gu fragen. Ic rforschie ihre Wohnung, die in nichts sich von enen Heims unterschied, über welchen treffliche ʒeutsche Hausfrauen walten. Da ich ihr von neinem Ritte von Bagdad nach dem Hidschas und »em glücklichen Arabien (Jemen) erzählen konnte, nuch einige arabische Wörter aufgeschnappt hatte. jewann ich schneil ihr Vertrauen. Sie war ein Dame von ungewohnlicher Intelligenz und einer aberraschenden Schnellkraft der Auffassung. Dat im afrikanischen Harem, unter der Gluisonne der heißen Zone aufgewachfene Wesen hatte sich — und in den Umgangsformen vollständig akllimatisierr Ihre beiden hudschen Kinder sahen ein wenig n zus, der Knabe schien viel versprechend und ba meiner Wiedeunft dem . Outel“, welcher it auf den Knieen geschaukelt hatte, freudig entgegen Ich vergaß die Zusammenkünfte bald r Unlangst frug zu Ems Kaiser Wil helm seinen Leibarzt Dr. v. Lauet⸗ Wie lange. Lauen tonnen Sie für mein Erdendasein bürgen 30 und die Antwort erfolgte: „Majestät, immer noch einige Jahre!“ Da bestimmte der Qaiser: Dann fahren wit heuer noch einmal über Rosenheim unn das nächste Jahrt durch den Arlbergtunnel!“ und so bleibi es auch, weßhalb die bezuͤglichen Diapo⸗ Fitionen darnach getroffen werden. Das Schießen nach Pferden, nicht als Sport, ndern im Interesse der militärischen Wissenschaft, nd Reueste, was aus Spandau beriqhtet wird, Diiucnscirichate erwendet. nams d auf ihren Schietzständen Pferde als Versuchs Zte. Die zu diesem Zwecke bestimmten Thiere ehe sie die Kugel trifft, chloroformirt und Schuhwunden, die sie alsdann erhalten, sofort ersucht. Man prüft auf diese Weise die ver⸗ icdenartigsten Geschosse auf ihre Durchschlagskraft Der Scharfrichteteipächter kauft diese Thiere, zur Arbeit nicht mehr tauglich sind, für die ghschule auf und holt nach beendetem Schieken Kadaver ab, um dieselben so weit als möglich, sderweitig zu verwerthen. — Ob man nicht zu —* Versuchen mit demselben Erfolge auch todte herde verwenden Lönnte? Das Chloroformiren ist ocht schön, nur bewirkt es nicht immer völlige empfindlichkeit. Es ist aus diesem Grunde gar cht unmsglich, daß die Thierschutzvereine dieser elegenheit nüher treten. Berlin, 18. Juli. Neue Erzesse des zauter⸗Streils. Gestern Abend machte der „Voss. q. zufolge ein streilender Maurer einem anderen, einem Bau in der Kleinen Frankfurter Straße waftigten Maurer, mit dem er sich in einem nahe denen Restaurant befand, Vorwürfe darüber, c; er arbeite. Hierdurch entstand ein Tumult, d in dem Augenblick, als der streikende Maurer n Messer ergriff, um zu siechen, erhielt er von dem Anwesenden eine Ohrfeige, so daß er bewußt⸗ z zu Boden sanl. Der Bauleiter brachte den setlezten vermittelst Droschke nach dem Kranken⸗ ause. r (Ein vergrabener Schatz.) Berliner latter berichten: „Ueber einen vergrabenen Kriegs⸗ jaßz“ von bedeutender Höhe, dessen Hebung ein ruͤner, der Posamentier Wiltelm R., bewerk⸗ ligen wird, haben wir vor mehreren Monaten erichtet. Derselbe soll in 24 mit Gold gefüllten nonenrohren bestehen, welche der Kaiser Napo⸗ on im Jahre 1813 nahe der Festung Magdeburg etgraben ließ, um dieselben bei einem beachsichtig⸗ mn neuen Feldzuge wieder ausgraben zu lassen. Im AM. v. J. war der Besitzer dieses Geheimnisses, nelcher es von seinem Großvater erfahren haben il, nach Magdeburg gereist, um sich zu verge—⸗ nisern, ob die ihm bezeichnete Sielle noch nicht berbaut worden sei. Da dies nicht der Fall ge⸗ icsen, so suchte er zu der beabsichtigten Hebung ch Schatzes die Genehmigung der Magdeburger zhörden nach, welche ihn an den Stadtkomman⸗ anten verwiesen. Das hat denn auch der seines itioiges gewisse Posamentier R. gethan. Wie wir oten ist vor Kurzem von dem Kommandanten die enehmigung zur Anstellung von Nachgrabungen ach dem Kriegsschatz ertheilt und ihm zugleich ein — von 10 pCt. des Schatzes zugesichert den.“ GEine Schmugglergeschichte.) Aus cxandrowo wird der .Th. Ostd. Ztg.“ geschrieben: ar einigen Tagen erregten hier bei Ankunft des reußischen Kourierzuges einige in einem durch⸗ chenden Schlafwagen befindüche leere Schachteln e Aufmerksamkeit des rebidirenden Zollbeamten. iag lungerem Suchen entdeckte derselde eine neue iaube in der Decke des Wagens und fand nach utfetnung der Schraube, daß zwischen den Brettern n Decke eine Menge Gold⸗ und Seidenwaaren sorstapelt war. Der Kondulteur wies zwar jede heilnahme an der versuchten Defraudation zurück, nurde trotzdem festgenommen, auch der Wagen unde mit Beschlag delegt. Füt die Freigabe ver⸗ ugie — nach dem Thorner Blatt — die russische lammer in Alexandrowo von det preußischen Annewaltung eine Auslösungssumme von 2000 Gas beste Rezept.) Selten wohl mag ein ähnlicher Fall zugetragen haben, wie er v aus Prag gemeldet wird. Dort erschien vor nigen Tagen ein kranker Studirender der Medi- Nut Konsultation bei dem ruhmlichst bekannten nesszr Gufsenbauer. Diefer umerfuchie den unlen und rieth ihm, einen bestimmten Kurorit huden. Der Studirende, ein sehr armer g lachelte wehmüthig und bemerkte schüchtern, leider außer Slanee den Raß zu befolgen. besiße leinerlei Mittel und jener Kurort sei als r theuer belannt. Darauf reichte Professor senbauer dem Studenten wortlos ein verschlossenes nscouveri und bedeutete ihn, sich unverweilt zu einen. Draußen vffnete der juage Mann das 1 Fouvert und fand darin eine Note von Tausend Fulden! Man kann sich die freudige Ueberrasch- ing des Armen, aber auch die Sensation denken, welche der großmüthige Akt des Professors namentlich in Studentenkreisen hervorgerufen hat. F Wien. GOer tausendste „Hinauswurf“.) zn einem bekannten Praterwirthshause, dessen fFigenthümer die „stillen Zecher“ mehr liebt, als die Excedenten, welche alle Sonntag die ‚Tanz ˖ interhaltung“ stören und daher oft schockweise aus dem Saale „geleitet“ werden, ereignete sich vor inigen Tagen ein gelungener Scherz, dessen Urheber nehrere Stammgäste waren. Von einem dazu ntsendeten Kellner zum Stammtische citirt, wunderte ich der Wirth nicht wenig, lauter feierliche Gesichter ind weingefüllte Gläser vorzufinden. In ernst⸗ jafter Rede betonte der „Präsident“ des Tisches »aß der „Herr Wirth“ heute ein Jubiläum feiere; jestern sei nämlich der tausendste Gast seit dem hestande des Gasthauses aus dem Saale — hin— iusgeworfen worden. Großes Gelächter folgte auf ziese Eröffnung, und der doch ein wenig gekränkte Wirth zog eine verdrießliche Miene, die sich aber zleich wieder erhellte, als ein anderer Bast in ichtiger Logik bemerkte, daß ein Wirthsgeschäft, n dem man so leicht tausend Gäste entbehren onnte, doch ganz anständig gegangen sein mußte. 58 fragt sich dabei nur, ob die biederen Stamm⸗ zäste auch genau gezählt, oder übertrieben haben. Wer 5000 Mark zu viel hat, dem ann jetzt auf die einfachste Art von der Welt ge⸗ jolfen werden. Die belgische Gesellschaft „Le ontentieux, ligue pour la defenses du commerde t de l'industrie“, in Brüssel am Boulevard du stord 1 wohnhaft, verschickt nämlich nach allen zrößeren Städten des Kontinents und namentlich iuch Deutschlands Prospekte und Aufforderungen um Eintritt in die Gesellschaft als „Agent“ oder „General ⸗Agent“. Die Quintessenz des Prospektes st die Aufforderung, eine Kaution von 5000 Mk. u leisten, bezw. bei einer deutschen Bank zu Zunsten der Gesellschaft zu stellen und den Depot⸗ chein einzusenden. Für diese Kleinigkeit von 5000 MNark bietet die Gesellschaft wahrhaft pompöse — Bersprechungen: zunächst eine „unabhängige und autzreiche Zukunft“. Diese erblüht dem Agenten des „Oontentieux“ in Gestalt eines anfänglichen esten Gehaltes von monatlich 180 Mark mit der rhebenden Aussicht: der Erhöhung bis auf 600 Mark, „je nach Maßgabe der geleisteten Dienste“. Worin diese Dienste bestehen, ist aus dem langen Jrospekt ebenso wenig ersichtlich, wie der eigentliche zweck der Gesellschaft, welche „die Vertheidigung er Interessen des Handels, der Industrie und der Finanz“ auf ihre Fahne geschrieben hat. Wenn iun eine besonders neugierige Seele fragen sollte: vie denkt sich denn die Gesellschaft „die hertheidigung der Handelsinteressen“, so hat der Zrospelt die überaus klare Antwort: „Wir unter⸗ tützen die verschiedenen Zweige des öffentlichen Vermögens durch sehr praktische Kombinationen. ie sich daran knüpfen.“ Das ist gewiß klipp und lar. Wozu dient nun die Kautionsstellung? Auch ierüber verbreitet sich der Prospekt mit einer be⸗ uhigenden Ausführlichkeit: „Ihre Kaution wird azu dienen, Ihnen eine Krediteröffnung zu schaffen ehufs der Geschäfte ihrer Agentur.“. Und was igentlich das Beste am ganzen Anerbieten ist — ;pezialkenntnisse sind absolut nicht erforderlich, da alle Geschäfte nur mit Zustimmung und laut hriftlichen Instrultionen unseres Hauses geschlossen derden können.“ Das einzig Nothwendige ist Aso die Kaution, und sollte diese den Beirag von 3000 Marl übersteigen — warum sollen sich nicht ruch solche finden, die 10,000 Mart disponibel aben? — so kann der Kautionssteller sogar Generaldireltor“ und mit der Leitung einer An⸗ ahl Unteragenten betraut werden. Natürlich wächst ann auch das sixe Gehalt bis zu 600 Mark nonatlich und ebenso der Antheil am Geschäftsge⸗ vinn, Alles „nach Maßgabe der Summe., die Sie ur Verfügung Ihrer Direktion stellen können.“ gor diesem plumpen Kautionsschwindel, gegen den ibrigens auch die Handelsklammer zu Barmen auf Brund zuverlässiger Mittheilungen dereits eine Warnung erläßt, sei hiermit dringend gewarnt. FBern, 17. Juli. Bei Anlaß des schweizer⸗ schen Bundesschießens war hier vorgestern Abend ie Menagerie Bach angelangt. Dieselbe atte sich kaum in der Nahe des Festplates nieder⸗ elassen, als der Schrei gehört wurde: „Ein Tiger d los!“ In der That hatte sich ein prachtvoller dönigstiger durch den Boden seines Käfigs befreit, iber glücklicherweise anstatt das Weite oder ein Ipfer in der Menge zu suchen, auf einen unter »em Wagen angekoppelten Bernhardinerhund ge⸗ vorfen, dessen Leiche er denn auch bewachte, bis ein Feuerkreis von Lampen und Fackeln um ihn ge⸗ ogen und ein voͤrläufiger Verschlag errichtet war, n welchen der Flüchtling hineingetrieben werden 'onnte. Die Umstellung des Tigers wurde so schnell, icher und umsichtig ausgeführt, unter den Augen »es mit seiner schweren Büchse bereit stehenden Menageriebesitzers, daß die Menge nur theilweise iwas davon merkte. Jetzt fragt sich jeder der in der Nähe gewesenen Spaziergänger nicht ohne Bruseln, ob wohl sein Leben durch den Bernhardiner zerettet worden sei. f In Riposto Gicilien) wurden anläßlich eines Volksfestes 200 Personen durch Genuß von GBefrorenem vergiftet. Der schuldige Zuckerbäcker konnte nur mit Mühe vor dem Lonchen geschützt werden. Der Herzog von Marlborough hat fürzlich eine Galanterie gegen eine Dame theuer bezahlen müssen. Derselbe besuchte in Begleitung einer Lady die Gewächshäuser des Kunstgärtners Cowles in London. Plötzlich blieb die junge Dame mit einem Schrei der Verwunderung vor einer in's dila spielenden großen Rose stehen, die inmitten eines Blumen⸗Parterres stand. Der Herzog pflückte sie und überreichte sie galant seiner Begleiterin; am nächsten Tage übersandte ihm der Gärtner eine Rechnung zur Zahlung von hundertfünfzig Pfund Sterling für die Rose. Der Herzog weigerte sich, die Summe zu erlegen, der Gärtner ward klagbar uind sagte vor Gericht: „Die Rose war die ichönste einer Sammlung, ich habe sie erst nach zehnjährigen Versuchen in dieser Nuance erzielt, wer weiß, wanu mir dies wieder gelingt.“ Er—⸗ bittert ruft der Herzog: „Etwas dunkler oder lichter, aber hundertfünfzig Pfund!“ Nachdem die Sachverständigen die Seltenheit des Exemplars be⸗ sttätigt, wurde der Herzog zur Zahlung der ver⸗ angten hundertfünfzig Pfund verurtheilt. Aergerlich jagte er zum Richter: „Das ist der Weg, einem armen Manne die Galanterie abzugewöhnen.“ f Wie sich deutsche Turner im Staate Jowa, wo das Temperenzunwesen blüht, Bier berschaffen müssen, davon wird aus einem dortigen Städtchen berichtet: Die Prohibitionisten beobachten die Brauereien sehr scharf, damit kein Bier unge⸗ sttraft herauskommt. Wenn der Turnverein nun eine Vergnügungsabende hat, sendet er einen ver⸗ heiratheten Turnbrudet als „Bierwart“ ab. der am Nachmittag mit seiner besseren Hälfte einen Besuch in der Brauerei zu machen hat. Auf dem Rückwege schieben dann beide Gatten ein niedliches Zinderwägelchen vor sich her, welches mit weichen Betten und einem großen Sonnendach wohl ver⸗ sehen ist, so daß das „Bady“ gegen alle Fährlich⸗ keiten, wie auch namentlich gegen den bösen Blick don etwaigen Prohibationsfeen geschützt ist. Feier⸗ lich und fürsorglich schiebt das Pärchen das Wägel⸗ chen in die Turnhalle, wo dann viele Hände mit einander wetteifern, dem „Baby“ Lieblosungen zu erweisen. fF Bettzeug aus Papier wird jetzt von einer New⸗Jerseyer Firma fabrizirt. Man ver⸗ wendet dazu Manilapapier bester Qualität. Eine Garnitur, d. h. Kissen und Decken solchen Bettzeuges, wird zu 75 Cents (ewwa 3 Markh) verkauft. Die⸗ selbe soll, so sonderbar das auch klingt, sehr halt⸗ bar sein und sich, wenn fie eingeschrumpft ist, mit einem heißen Bügeleisen glätten lassen. Die ein⸗ zelnen Stücke sind mit hübschen Figuren verziert. f4(Gegen Hitz schla g. Das Tabakrauchen, sei es aus Pfeifen oder Cigarren. ist bei allen lörperlichen Anstrengungen, besonders aber bei hoher Temperatur durchaus schädlich. Es absorbirt von den Schleimhäuten der Mundhöle die Speichel⸗ Absonderung, welche fortwährend in Thaätigkeit dleiben muß. um den Magen funklionsfähig und die Nerven gesund zu erhalten. Der durch Genuß von Spirituosen gesuchte Reiz, das Gefühl des Austrocknens der Schleimhäute zu vertreiben, täuscht augenblicklich und erzeugt einen Ueberreiz, welcher Magen und Nerven, das ganze Nervensystem ab⸗ tumpft, und den Körper schwächt und weniger eistungsfähig macht. Die narkotische Wirkung des Tabals auf die Kopfnerven. von denen ja das janze Nervensystem ausgeht und abhängt, vermindert ie gesammte Leistungsfähigkeit nicht nur des Körpers. sondern auch der ihn beherrschenden Seele und hemmt die Willenskraft. Es sollte daher zur militärischen Marschdisziplin gehören, daß dat Tabakrauchen auf Märschen streng Verboten würde. Das mag Manchem hart erscheinen, indessen ha die Erfahrung gelehrt, daß die Uniergebenen, wenn ihnen die Gruünde für eine Genußemziehung sach ˖ gemäß auseinander gesetzt werden, sich dieselben sehr bald gefallen lassen, ja, die probate Lehre für ihre Lebenszeit zum guten Theil beibehalten. Nur auf großen Rendezvous. Stellen sollte das Rauchen für marschirende Truppentheile bei großer Hitze gestattet sein. Eine dünne Scheibe einer Zwiebel Ider nur ein kleines Stückchen zwischen die Lippen oder auf die Zunge genommen, erregt den vertrockneten Speichel von Neuem und erfrischt die Nerven des Maundes und der Nase. In der spanischen Armee ist dieses Mittel sehr gebräuchlich. Es kann überall leicht beschaffen werden. Noch stärker wirkt ein Stuͤchchen Knoblauch. Ein Halm wilden Knoblauchs, den man oft am Wege findet, zwischen den Lippen, erfrischt die Nerven, während eine Cigarre sie be⸗ däubt. Das Blatt oder der Stiel von wildem Sauerampfer thut ähnlichen Dienst; ja schließlich hat jeder Gras⸗ oder Geireidehalm zwischen den Zähnen und den Lippen die wohlthätige Wirkung das Austrocknen des Mundes zu verhüten. aber „nur“ 20 Männer! . . Wenn sie richtig find (7), beweisen diese Zahlen. daß sich in Ruß⸗— sand beide Geschlechter in Bezug auf Treue nich! hiel vorzuwerfen haben. VBorgang der Fäulniß des Fleisches und allet deren Nahrungsmittel wird von den Kennein 3 Thätigkeit kleiner Lebewesen, den sog. Bacillen * geschtieben, denselben mikroskopischen Thierchen, di sie von Professor Koch in den Leichen an— * Cholera Gestorbener aufgefunden worden sind. * Bacillen zersetzen nümlich das „Neuridin“ unde jeugen das höchst gefährliche „Neurin“. * zewöhnlichen Leben üußert sich die Wirkung de steurins häufig bei Personen, die mit Speiserefte ind Aufwaschwasser zu thun haben. Gelang nämlich nur ein Minimum davon imn eine klein Wunde der Hand, so entsteht dadurch der b iannte „böse“ Finger, welchem Uebel am besen nit Seife begegnet werden kann. Für das ptal. ische Leben ist nun wichtig, daß man auf oeh— Speisen ein genaues Augenmerk hat und dieselben as verdächtig betrachtet, sowie dieselben zu riechen deginnen, wenn auch nur erst in geringem Grade Doppelt ist Vorsicht bei starker Hitze geboten, we sich bei derselben Epidemien leicht einzustellen pflege Gemeinnütziges. Bei der eben herrschenden Hitze dürfte der schad⸗ liche Einfluß verdorbener Speisen auf Leben und Hesundheit fich vielfach außern, ohne daß die Be— roffenen sich dessen bewußt werden. Darum wird ine kurze Belehrung hierüber am Platze sein. So⸗ zald Speisen nämlich übel zu riechen beginnen. ist mzunehmen, daß sich in ihnen ein Gift entwickelt, zas unter Umständen tködtlich werden kann. Es zilt dies sowohl von Speisen thierischer als vege— abilischer Art, bei jenen nur in viel erhöhterem Zrade. Vekannt ist, daß in Würsten sich ein höchst gefährliches Gift bildet, daß dasselbe schon vielt Todesfälle verursacht hat und daß man hierübe genaue Beobachtungen angestellt. Das Gleicht sann bei allen anderen Fleischsorten eintreten. ramentlich bei in Zersetzung begriffenen Fischen, owie bei Käse, Eiweiß und Hefe. Auffallend st, daß auch Vergiftungen von Speisen beobachtet vorden find, die keinen auffallenden Geruch hatten. was darauf zurückgeführt werden will, daß Gifte, die sich in faulendem Fleische bilden, geruchlose örper sind, welche entstehen können, ohne daß andere Stoffe in größerer Menge zugleich mit zer⸗ setzt werden. Die Wissenschaft hat festgestellt, daß die in faulendem Fleische sich erzeugenden Gifte durch Kochen nicht zerstört werden. In neuester Zeit ist es der Chemie gelungen, dieselben künstlich zu erzeugen und wissenschaftlich zu erklären. Aus aulem Fleisch kann nämlich ein chemischer Körper vargestellt werden, das „Neuridin“, das in völlig reinem Zustande unschädlich ist, das aber durch die Fäulniß in das höchst giftige „Neurin“ übergeht Gelangt dies Gift durch Wunden (bei Leichensek— tionen) in das Blut, so wirkt es weit energischer als wenn es in den Magen eingeführt wird. Der Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingben Der kgl. Postdampfer „Rhynland“, Kapitin Jamison, welcher am 4. Juli von Antwerpen ab ging, ist am 15. Juli wohlbehalten in New⸗Yon angekommen. fGur Statistik der. durchge⸗ gangenen Ehegatten.) Wann, d. h. in welcher Jahreszeit, brennen vorzugsweise Männer ihren Ehefrauen durch, und umgekehrt Ehefrauen ihren theueren Gatten? Ein, wahrscheinlich auf diese nicht mehr ungewöhnliche Weise seiner besseren Halfte verlustig gegangener russischer Statistiker hellie hierüber tiefsinnige Betrachtungen an und sam, wie russische Zeitungen melden, zu dem Re sultat, daß — in Rußland wenigstens — die Mäanner mit Vorliebe im Sommer durchgehen während die Frauen hierzu die Wintermonate be porzugen. Im Sommer sollen pro Monat durch⸗ schninlich 120 Manner, aber „nur“ 20 Frauen echapiren, im Winter allmonatlich 120 Frauen. Aus der Rheinpfalz. Kaifersla utern. Stets bemüht, ein ausgejeihh netes Mitiel zu empfehlen, was so ganz schmwerzlos und von gatem Erfolg ist wie Apotheker R. Brandt's Schweier pillen bei Verdauungsstörungen, sehe ich mich veranleßt Ihnen unter großtem Dank meine Bereitwilligleit zu jede chriftlichen und mundlichen Auskunftertheilung über di Schweizerpillen hiermit bekannt zu geben. C. Path. Man versichere sich stets, daß jede Schachtel Apothele R. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich a Schachtel Rl. in den Apotheken) ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Ramenzug R. Brandt's trägt und weise alle ander verpackten zurück. Bergmanns-Verein. Der Bürgerschaft der Stadt St. Ingbert unsern Dank für die Beflagg⸗ ung. Auch den Gemüthlichen und dem Cacilien⸗Verein für die ausgezeichneten Leistungen ein Bergmännisches Gliiclia auf DSDer Vorstand. nnnd Todes-Anzeige. Ftreunden, Bekannten und Verwandten die schmerzliche Nachricht, daß es Goit dem Allmächtigen gefallen hat, unser innigst geliebtes Söhnchen Raudolph ünther heute Morgen 3 Uhr, nach langem, schweren Leiden, im Alter von 4 Jahren in ein besseres Jenseits zu sich abzurufen. Schnapphach, den 20. Juli 1888. J P Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: —VV Jakob Günther. Die 'Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag um 5 Uhr statt. als: Chlorkalk Carbolkalt Carbols äure Eisenvitriol empfiehlt Materialwaarenhandlung voꝛ P. Fery, Ludwiasstraße Rr. 56. r Neue hollandische Häringe empfiehlt Alle Farben trocken u. im Oel fertig zum Anstn sewie Fußbodenol und Lat dilligsi bei B. Ferw · B. Fery. ahren von Antwerpen jeden Samstag direct nad New⸗NYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle Klassen. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. — Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an EEEXE moeor“ 7 * Die —XXXC * Kaffee Brennerei H. Disquo & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten⸗ αα Kaffee“ so beliebten hochfeine Qualitäten: Java⸗Mischung per Pd. I.2O, Westindisch Mm., 414.40. 4. Menado M. — neeg 1.60, f. Bourbon Mw. 1.80, extra fein Mocca M.. 2.00. gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschriftu. neu verbesserter Brennart, wodurch das Verflüchten des Aro⸗ ma's absolut unmöglich. Kräftig u. fein im Geschmack. Großze Ersparniß. Nur äͤcht in Packeten mit Schutz ˖ marke „Elephant“ versehen von 1, 18 und Va Pfund. Niederlage in St. Ingbert bei Frau Anna Treitz. Auflage 831,000; das verbreiteiste al deuischen Blätter überhaupt; außerdem er scheinen Uebersezungen in —R Sprachen. 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Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthalt 3 Bogen 80. Band J1: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Wreis der Lieferung 50 Pfennig. — 2————2—2—22— Pruck und Verlao von F. X. Demeß in St. Inar ʒt. Jugherter Auzeiger A. — 40 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. da St. Jugberter Anzeiger“? erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs- —R Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet viertelijahrlich 1 AM 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen I) 75 O, einschließlich d A Zustellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespallene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 16 ⸗., Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. X IAMSB. Donnerstag, 23. Juli 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. Fürst Chlodwig Hohenlohe-Schil— ingsfürst, der inzwischen von Berlin nach harin weitergereist, ist zwar noch nicht förmlich zum kaiserlichen Siatthalter von Elsaß⸗Lothringen rnannt, jedoch bestätigt auch die „Straßb. Post“, daß die kaiserliche Ernennung demnächst erfolgen wird, da er diese ihm angebotene Stellung, wie zereits kurz gemeldet, jetzt endgiltig angenommen jat. Die Wahl, welche die Reichsregierung in ihm jetroffen hat, ist unter den gegenwärtigen Verhalt⸗ aissen die glücklichste, die getroffen werden konnte der Süddeutsche wird den Elsässern doppelt will⸗ ommen sein, zumal er jetzt während eines njährigen Aufenthaltes in Frankreich die beste heiegenheit gehabt hat, die guten wie die schlechten Zeiten franzoͤsischer Verwaltung kennen zu lernen; ie alideutschen Beamten aber können um so mehr nit seiner Wahl zufrieden sein, als der Fürst die drundlagen seiner Verwaltungsthätigkeit sich im reußischen Staatsdienst, als Auskultator in Ehren⸗ zreitstein und als Referendar in Potsdam, gelegt hat. Was aber das Wichtigste ist, Fürst Hohenlohe hat in seinem reichbewegten Leben, vor Allem als daherischer Minister nach 1866 und als deutscher Botschafter in Paris seit 1874, auf den schwierig⸗ ten, verantwortungsreichsten Posten stets bewiesen, haß et der richtige Mann an richtiger Stelle und jganz und tadelsfrei seiner Aufgabe gewachsen war. zo wird denn auch jetzt allseitig die Erwartung ind das Bertrauen gehegt, daß seine Berufung als Ztatihalter für die Reichslande eine neue glückliche lera bedeuten werde. Der Fürst ist erst 66 Jahre ilt, vollauf rüftig; zu seinem guten Willen bringt t die beste Arbeitskraft mit. In den maßgeben⸗ een Kreisen Frankreichz aber wird der Fortgang vieses alle Zeit als maßvoll, patriotisch, entgegen⸗ ommend und taktvoll bewaͤhrten ausgezeichneten diplomaten als ein schwerer Verlust empfunden werden. Sein Nachfolger, als welcher, der K. 3.“ zufolge, in unterrichteien Kreisen der Boischafter in Petersburg, General Schweinez, angesehen wird, wird große Mühe haben, diese Lücke voll auszufüllen. dürfte. Der Besitz von Meruschak ist ein altes Verlangen Rußlands, welches auch in dem jetzigen Stadium der afghanischen Grenzfrage wieder seine Rolle gespielt hat; wenn Rußland aber, wie der Meldung des „Standard'“ zu enmehmen ist, ge⸗ sonnen ist, für Meruschak auf Zulficar zu verzichten, so wäre dies ein Kompromiß, dem England, ohne besondere Schwierigkeiten zu machen, seine Zustim⸗ mung ertheilen könnte. Orisschulkommissionen und dem gesammten kathol. dehrerpersonal bekannt, daß zufolge höchster Ent⸗ chliezung des k. Staatsministeriums des Innern üur Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten vom 16. Mai 1885 der Gebrauch nachgenannter Bücher zeim Unterricht in der kath. Religionslehre in den Bolksschulen der Pfalz gestatiet in: 1. Kleiner atechismus der kath. Religion für das Bisthum Zpeyer, 1885. 2. Katholischer Katechismus nebst ꝛinem Abriß der Religionsgeschichte für das Bisthum Speyer, 12. Auflage 1885. Hierbei wird bemerkt, daß die Neubearbeitung der biblischen Geschichte für kath. Volksschulen von Chr. v. Schmid durch Dr. Albert Werfer bereits mit höchster Entschließung des kgl. Staatsministeriums des Innern für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten vom 29. Februar 1884 in das Verzeichniß der für die Volksschule ge— billigten Lehrmittel aufgenommen worden. — Der Pferdezuchtverein der Pfalz versendet einen von dem Vereinsvorstande, Herrn Gestüts⸗ direktor Adam in Zweibrücken, erstatteten Rechen⸗ chaftsbericht über die Vereinsthätigkeit im Jahre 1884. Aus dem Verein sind im Laufe des Jahres ausgetreten 44, einhetreten 81 Mitglieder. Die Besammtzahl derselben beträgt 641, wovon im danton St. Ingbert 4, im Kanton Blieskastel l, im Kanton Zweibrücken 48. im Kanton Hom⸗ hurg 26. Das Vermögen betrug am 31. Dezbr. vor. Irs. 8902 Mk.; es hatte sich im Laufe des Jahres um 770 Mk. vermehrt. Der Bericht kon⸗ tatirt das erfreuliche Wachstzum des Vereins und mahnt zu unausgesetzter Fortarbeit zur Erzielung von Verbesserungen. — In Insheim wurde am Montag Nacht um halb 11 Uhr der Bürger Jakob Lutz, Schreiner, als derselbe von der Wohnung seines Schwagers nach Hause gehen wollte, auf dem Orispfade durch einen Schuß auf die Brust schwer verwundet. 21 Stück starke Schrote sind nach dem Berichte des „L. A.“ dem Angefallenen in die Brust, den Hals und in den Mund nief eingedrungen. AMerztliche hilfe wurde sogleich herbeigeholt; aber nur wenige der tiefeingedrurgenen· Schrote konnten gefunden wverden. Lutz ist einer der geachtetsten Manner in der Gemeinde. Der Thäter ist noch uubekannt. Nach einer andern Meldung soll es sich um eine Fahrlässigkeit handeln.) — In Alsenborn hat der neue Gemeinde⸗ ath sein Interesse für die dortige Schule dadurch bethätigl, daß er, um dem fortwwährenden Lehrer⸗ wechsel in genannter Gemeinde ein Ziel zu setzen, einem jeden der 4 Lehrer eine jährliche Personal⸗ zulage von 100 Mark gewährt hattt. — In Moͤrsbach hat fich der 16jährige Schmiedelehrling H. Scheidt aus Kaulbach in der Schmiedwerkstätte erhängt. Da sein Lehrmeister ttets sehr gut gegen ihn war, so läßt sich gar nicht denken, was den jungen Selbstmoörder bewogen hat, auf diesem Wege seinem Leben ein Ende zu machen. — In Neustadti stiegen zwei Bürschchen im Alter von 9—12 Jahren durch das offenstehende Fenster in den Laden des Metzgers August Mayer und öffneten vermittelst eines Messers die ver⸗ schlossene Ladenkasse. Im Augenblid, als sie ihres rRaubes sich ficher meinten, ereilte sie die Gerech⸗ tigkeit. Wie die „Neust. Zig.“ berichtet, haben die Bürschchen gestanden, gegen 100 Mark in Raten auf diese Weise aus der Ladenkasse gestohlen zu su giese wene uudur — Dürkheim, 20. Juli. Bei der heutigen IEXEEEX NRar αν νν Deutjches Reich. Berlin, 21. Juli. Während allseitig Fürst dohenlohe als künftiger Statthalter der Reichslande Jenannt wird, bdringt das „Deutsche Tageblan“, elches des Oefteren von Regierungsseite zu offi— siösen Kundgebungen benutzt wird, heute einen Ariikel, welcher eine jüngere, besonders energische Persönlich keit für diesen Posten fordert und der heseitigung des Dualismus das Wort redet. um eine Secundogenitur für Preußen oder eine Apanage für den jeweiligen Kronprinzen Deutschlands vor⸗ zubereiten. Ausland. Gaftein, 21. Juli. Kaiser Wilhelm st heute Abend im besten Wohlsein eingetroffen. Wegen heftigen Regens betrat der Kaiser das Badeschloß nicht über die Freitreppe. sondern ver⸗ ließ den Wagen vor dem rückwärts belegenen Portale des Schlosses und begab sich in das Vesti⸗ hule, wo der Stadthalter Graf Thun, Finanz- minister Szapary, Landeshauptmann Graf Chorinski und Buürgermeister Straubinger zur Begrükung mwesend waren. Der Kaiser richtete an jeden Anwesenden huldvolle Worte. Die Kurkapelle nionirte die preußische Volkshymne. Das zahlreich mwesende Publikum begrüßte den Kaiser mit en⸗ hufiastischen Kundgebungen. Der Kaiser erschien viederholt am Fenster des Schlosses. Vor der vangelischen Kirche ist eine Ehrenpforte errichtet. Der Kurort ist reich beflaggt. Wien, 21. Juli. Wie mehrere hiesige Morgen⸗ melden, verlaute es in Gastein als vestimmt, daß der Kaiser von Oesterreich auf seiner Reise nach Innsbruck am 7. August dem Kaiser Wilhelm in Gastein einen Besuch abstatten werde. 2 ELondon, 22. Juli. Die „Morning Post“ rfährt, daß die russische Regierung neue Vorschläge dezüglich des Streitpunltes in der afghanischen Brenzfrage gemacht habe. FKairo, 21. Juli. Eine Depesche des Kapi⸗ ans Chermside meldet, daß die Aufständischen am 16. und 17. Juli mit großer Macht Kassala angriffen. Dieselben wurden von der Garnison nach heftigem Zampfe zurückgeschlagen. Die Aufständischen ver— loren dabei 3000 Todte. Die Garuison erbeutete gegen 1000 Ochsen, ebensoviel Schafe und 700 Bewehre. Madrider Blatter besprechen ganz ernsthaft die Frage der Erhebung Spaniens zum Kaiserreich. Man sollte wirklich annehmen, daß in einem Lande, in welchem die Monarchie auf so schwachen Fußen steht wie in Spanien, das dazu noch innerhalb eines Jahres durch Erdbeben, Ueberschwemmungen und die Cholera schwer heim⸗ esucht wurde, den Blattern selbst in den Hunds⸗ agen die Lust zu so schlechten Witzen vergehen sollte. — Die Londoner Nachrichten über den Stand, der afghanischen Grenzfrage lauten heute wieder ein wenig ungünstiger, wenn auch nur ein zanz klein wenig. Der „Daily Telegraph“ folgert denigstens aus einer vom „Standard“ gebrachten hehauptung wonach die numerische Stärke der ussischen Truppen am Herirud das sirille Friedens⸗ nedürfniß übersseige, daß das Londoner Kabinet fubland noch um weitere Erllaäͤrungen über die tubpenverflartungen angehen werde. Weiter weiß )er „Standard“ zu perichten. daß Rußland, obwohl 3auf der Position bei Zuificar bestehe, in Wiri— iichkeii Meruschak begehre und daß Meruschak, gegen die Anerlennung der Kechte des Emrs bon Afgha⸗ —X —— Lokale und pfalzische Nachrichten. St. Ingbert, 23. Juli. (Ernennung.) Der kgl. Amtsanwalt Herr W. Cantzler dahier vurde auf Ansuchen vom 1. August ab in gleicher Figenschaft an das kgl. Amisgericht Grlunstadt ver⸗ jetzi und an dessen Stelle zum Amtsanwalt bei den igi. Amtsgerichten dahier und in Blieskastel, wie chon früher erwähnt, der Rechtspraktikant Herr Arthur Weber aus Landau ernannt. — Amtliches. Die kgl. Regierung der Pfalz gibt den kgl. Bezirksamtern, katholischen —XXVXX tadonnu dve L ich und der Schuß traf den Schneider R. ins enie, welcher vorgestern am Starrkrampf starb. Deute soll eine Secirung stattfinden, um festzu⸗ delleu, ob der so unerwartet eingetretene Tod eine Folge des Schusses gewesen. R. hat noch vor einem Tode eidlich erklärt, H. könne nicht die ge— ringste Schuld an dem Unglücke beigemessen werden. f In Stuttgart hatte vor 6 Jahren der Zriefträger R. das Mißgeschick, anläßlich einer zu nachenden Zahlung 200 Mark zuviel auszubezahlen uind das Defizit erst Abends bei der Abrechnung zu bemerken. Alle Versuche, den Empfänger der 200 Mk. zu ermitteln, führten zu keinem Resultat; das Geld war und blieb verloren und mußte von hm ersetzt werden. Dieser Tage erhielt R. ein jon Kinderhand überschriebenes Packet, bez. Couvert, »as beim Oeffaen 2 Hundert Marfscheine in sich zarg, ohne daß ein geschriebenes Wort gefuuden verden konnte. F (ie Frau „ohne Maulkorb“) Bei »em Bezirksgerichte Wieden wurde dieser Tage eine Amtshandlung gepflogen, zu welcher folgende von einem Sicherheitswachmanne erstattete Anzeige An⸗ laß gab: „Endesgefertigter erlaubt sich unter Be— rufung auf seinen Diensteid die Anzeige zu machen, daß Frau Anna K. mit ihrem Hunde auf der Straße herumgelaufen ist, ohne dabei einen Maul⸗ torb zu haben.“ fParis, 21. Juli. Ein Depesche des Maires von Ardes (Puydedome) meldet eine be— deutende Explosion von Pulberkisten und Petroleum⸗ ässern. Die Zahl der Getödteten und Verletzten Vermischtes. ist noch unbekannt. St. Wendel, 20. Juli. Vor einigen Wie aus Paris gemeldet wird, ist die Tagen besuchte der Schneider R. den Kaufmann Cholera nun auch in Andalufien, in Sala⸗ d. in dessen Magazin, als letzteret eine Vogel- manca und Badajoz ausgebrochen, und find dort Fuchse in der Hand hatte. Ein kleiner Köter be⸗ 22 Erktankungs- und 8 Todesfälle vorgekommen. jann beide Herren bissig anzufallen, worauf H. Im Ministerrathe theilte der Minister des Innern nit der Vuchse nach ihm schlug. Letztere entlud mit, daß seit dem Auftreten der Seuche etwa Geschafts⸗ Empfehlung. Allgemeine Kranken-Unterstützungs- und Einem geehrten hiesigen, wie aus⸗ — värtigen Publikum die ergebene Anzeige, Sterbe Kasse St. Ingbert A Am Sonntag- den 26. d. Wis., Rachmintags um 8 Uhr im VXVV dolale bei Wirih Johaun Weirich (Bierbrauerei Becker Unterstadt) wird — * — pfeht die satcamhe 8 mich hier etablieren werde u. empfehle * mich als solche den geehrten Damen —AXXXEX destens, speziell für hier auch außer dem Hause zum Frisieren. Ebenso empfehie ich mich in Aufertigung aller Haararbeiten, als Zoͤpfe, Locken, Haar⸗ etten ꝛc. Anmeldungen bitte gefl. vorläufig in meinem elierlichen Hause, Schafgasse, zu machen. F Um geneigten Zuspruch bittend Dochachtungsvoll VNlige Bangert. 80,000 Erkrankungen und 17.000 Todesfäll⸗ —X gefunden haben. Am Samstag kamen in Span 1885 neue Erkrankungen und 718 Todesfali der Cholera vor. Ganze Distrikte sind entvolkert die Panik ist ungeheuer. F*Die großen Feuersbrünste in den russischen Städten mehren sich in wirklich auffallen der Weise. So haben in Moskau am vergangenn Sonntag in verschiedenen Stadttheilen nicht wenige als fünf Brände stattgefunden. Eine bedeutend— Feuersbrunst war namentlich im Rogoschbiertel, wo 12 Häufser niedergebrannt sind; der Schaden in dem genannten Stadtviertel allein beträgt ühe, 300,000 Rubel. Vielleicht sind diese bäufigen Feuersbrünste mit auf das Conto der gegenwartigen trockenen Jahreszeit zu setzen, vielleicht hat man es aber auch mit planmäßigen Brandftiftungen ziner weitverzweigten Verbrecherbande zu thuͤn— hoffentlich werden die eingeleiteten gerichtlichen Untet. uchungen hierüber Näheres ergeben. Auch sonß kommen unerquickliche Nachrichteu aus dem Cjzaren. reiche. So gehen aus den Getreide bauenden Gou— »ernements fortdauernd Meldungen über unbefrie— digende Ernteaussichten ein. Die im Süden be— jonnene Ernte des Wintergetreides ist eine kaum nittelmäßige; das Sommergetreide mißräth dem Anscheine nach allenthalben; aus Charkow wird dae kintreten von Regen gemeldet. V E(Feuersbrunst. Aus Riga, 21. Juli vird telegraphirt: Gestern Nachmittag brach in de Baltischen Waggonfabrik eine Feuersbrunst aus velche großen Schaden anrichtete, gegen hunder der umliegenden Holzhäuser einäscherte und aud die benachbarte Filialgasanstalt beschädigte. — — — — — Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Zur Anfertigung von billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden Tages⸗—Ordnung: Bericht über das abgelaufene halbe Jahr 1888 . Cassenbericht. 3. Besprechung sonstiger Vereinsangelegenheiten. St. Ingbert, am 20. Juli 1885. Der Vorstand: *4 L. Weirieh. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut Eilgut Druckarbeiten empfiehlt aieh die Buch- und Steindrucxerei F. X. Dometz Vorlag doat. Ingbortor Anseiger 8t. Ipebert. Dut. Fae —XC —XREI / — 7 bi. —2227 I. 4 . lera m. A u. 555* 7Ta eheoh alo v. XYVXEEIERREEVS Eνι ZL. “ u haben bei FJ. X. Demenß. p 4 F zweckmäßigsten beforgt die altelt⸗ Verlag der Deutschen Vereins⸗Zeitung“ München Berlin u Wien. —* aeur Der Teufel! eu: kntschieden größtes und originellstes reich illustrirtes Wißblatt jeden Sonnsag erscheinend, picant und einzig in seiner Art, in eleganter Tusstaftuna und dem stattlichen Format von „Ueber Land und Meer Wwelches das —D gegen eine Expeditionsgebühr von 60 Pf. geliefert wird. IJede Postanstalt ganz Deutschlands und Oesterreich Ungarns Tingesragen unser Nr. 51062 im Postzeitungskatalog. — Fur Bahern unter Nr. 637 a. ist verpflichtet, den Teufel“ gegen die Er⸗ peditionsgebühr von 60 Pf. das ganze J. Quartal gratis an Jeder⸗ mann zu liefern. Nr. 1 enthält u. A. folgende hochinteressante, humorpridcelnde Artikel: Cabinetsordre Sr. Durchlaucht. — Heißge⸗ lebte Menschenkinder. — Der Findling. — Wer ist der Klügste? — Der Erfinder der Tournure. — Die elegante Stellung. — Der Teufel in der Conditorei. — LODre ⁊athsel. — Teufelspost ꝛ⁊c. ꝛc. mit —*8*— Haasenstoin & Vogloer, Mannheim, O. 4. 5 Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original preisen ohne weitere Spesen. Bei gröheren Annoncen und oͤfterer Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insfertionsangelegenheiten wird, durch obio Firma, geftützt auf die während des Z0jährigen Beftehens der selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfre ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeianetften Blaͤtter in Vorschlag gebracht. Der ausfuhrliche Zeitungskatalog pro 18335 steht jedem In zerenten auf Wunsch aratis und franes zur Verfüquna. 2 zu Jedermanns Rechnungen 33 OO fin heis vorräthia in det Druc?aei dea St. Inaberter Anzeiaer Druck und Versaa nan F. X. Demetz in St. Inabert ——————— — — — — —— — — ———7 — roße Aufsage er Wihblatter! Inserate finden in der ganzen Welf Verbreitung p. Zeile nur 75 Pfg. —XRXX — 2 — 2 232 eAt 4 — 24 ·2— — e *22 522 —A 22 * — — 224 —2222222 34 5 35328 —3233 z3333 23833 33 87 56 343 ——8 228 23327 8388 —z — — M532832 20 — — 2* 5* 832 53525 —* 2 * m—2 —— — 2248 — — — —— —A — — 38 * 2 *c — 2222 — —57355 —— 323226 35383236833 38 53 — 227 3 28 2232 2232 —n— — 2323 — 2 * 623.3 288 —55628—3555 232558 ——5 2658 2375 * — — ⁊ * 2 D — 2 33838 —2 56— —— 3533835 —35 238 2353*3 525*52 5— — —A — 56 —— 2* — 2 5 223 5*2 * — —— — 35 2 28228582 2 53322322 — — 6* 28 562 * S —æ 22* — *5 * — — *2 8 3533——8—2 38. —23536 —533z3352383 565355323 832852 3 33 33 2355 8 3 3 —38 ——8 3855 23 *28 ——A——— 9 2—522 23 535 592 5 33 — 2 — * — 5 8 —*5 338 33 333 38833533 —z53555—33533 —2z8383 6 — D— 2 2* 52353 — 3 * —A 5 232—35 * 6 —228 O0 222 325 8 — —— * 2 22 * 2 337 58 — 2 82 * — 2 2 2 2—2 2 — * 23 5**5 — F— * 2 — 28228 D9 —— — 7 —2— 2 52— 235* 2 2 —35322 *323232 — 5 * * 2. 2* 2 j — og * 5228 —* —8 2 * 2 52 33 655 — — 8 3838 —33368 7 655355 e — 8 J * E ẽ— —z583 —5233 —, 5 —z3833—2858 273835227* 8—335353 3552558 5— 335— 3 ——— — 5—537* — 28355 6583 2 2525 25 — — 5 —3— — 2 2 2328* z——— 5 — 6 25 ——— 286 5—555333 8 M2 3BOZBR E — V— 222 — * 7 —5 2* 25* 22252 28 8 F * z5 353358 BB 2 535388 — —— —A— — — 2—35383 3 3— 832355*5 523 —53*85 — —— 522 XMX 3 228 * S5 — —— 552 5 5 — 2223358 — 2c1683 25 8 5—82— * e — — — 3833 3767 — 2 2 52 22 E 55 5; 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Das Blatt koftet vierteljährlich 1 M 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 7584, einschließlich d ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, Iß , Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 144. Die Deutschen im Auslande. Bei den mehr und mehr wachsenden Bestrebungen, em deutschen Namen, der deutschen Kultur und ꝛem deutschen Handel im Auslande Bedeutung zu erschaffen, ist es interessant zu wissen, wieviel deuische im Auslande leben und wie sie sich auf ie einzelnen Länder vertheilen. Wir betonen da⸗ ei ausdrücklich, daß es sich bei dieser Zusammen⸗ rellung nicht etwa um alle Elemente deutschen Ursprungs und deutschen Wesens handelt, wie solche u Millionen in Oesterreich Ungarn, der Schweiz ind Amerika leben, sondern in unserer Uebersicht eden wir nur von denjenigen Deutschen im Aus⸗ ande, die Buürger und Angehörige des deutschen teichs sind. Diese Reichsbürger im Auslande saben ja auch allein für das Muiterland eine wlitische und volkswirthschaftliche Bedeutung und onnen thatsächlich als die Pioniere des Deutsch- hums im Auslande angesehen werden. 1 Insgesammt leben Angehörige des deutschen teiches im Auslande gegen drei Millionen, von enen fich allerdings der uͤberwiegende Theil, nämlich egen 2 Millionen in den Vereinigten Staaten efinden, die dort auch den Gesetzen des Landes ntsprechend meistentheils das amerikanische Bürger⸗ echt erworben haben, aber ohne das deutsche auf—⸗ egeben zu haben. Deutsche und Deutschamerikaner ꝛefinden sich gegen 10 Millionen in den Vereinig⸗ en Staaten. Ferner leben in Oesterreich 98,000 eutsche Reichsbürger (Deutsch. Oesterreichet gibt es Nillionen) in Ungarn 4400, in der Schweiz 5,260, in England ungefäͤhr 40,000 und fast ꝛensobiel in Holland, Velgien und Danemarh. ymerkenswerth ist, daß in Frankreich, zumal in Zaris, Lyon, Marseille n. s. w. 82,000 deutsche keichsbürger wohnen, also trotz des letzten deutsch⸗ ranzösischen Krieges die Deutschen sich in Frantreich dieder eine Stee erobert haben. In Rußland eben ebenfalls sehr viele Deutsche, doch fehlen ietübet genaue Angaben. Kleine Kolonien deutscher deichangehriger gibt es ferner auch in Jialien, »panien, Portugal, der Türkei und Griechenland. Von den ameritanischen Ländern ist noch zu twahnen, daß sich dort in allen Sigaten Deutsche einden und in Eudamerita Brasilien gegen 5.000 Reichsangehodrige aufzuweisen hat. Rur parlich kommen die Deutschen in den afrikanischen nd asiatischen Staaten bor, doch fangt in Suͤt⸗ früie, in Kaplond, das deutsche Element an, eine sole Zu spielenEndlich i heneree Zeu lusfralien ein bevorzugtes Ziel der deutschen Aus⸗ ne geworden. Es sind dort bereiis 42129 utsche angesiedelt undsleht zu erwariendaß insere Gebietserwerbungen in der Südsee diese jahl bald wesentlich vermehren werden. Im ver— enen Jahr hat allerdings die Auswanderung nh. Aunralien vorübergehend abgenommen, vonñ 9* auf 660 Personen, was sheils den un⸗ Aen wirthschaftlichen Verhälinissen in jenem theils der allgemeinen Abnahme der Aus⸗ * erung zuzuschreiben ist. Zweifellos wird man * we ieser Zusammenstelinng ertennen. daß 2. eutschthum eine Unkernehmungs und Aus— d un innewohnt, wie solche von keiner an⸗ VN ationalitat übertroffen wird. Ist es da e That einer weilblickenden, staatsmannischen * I nach dem Auslande strebende Deutsch- —* urch eigene Kolonialunternehmungen des — andes in einer engeren Verbindung mit en zu erhalten ? — Manch⸗ Waeifer Feinn Saumstag, 25. Juli 1888s. 200. Jahrg 4 zwar, es sei damit zu spät. Für den unternehmen⸗ l den und vorwäris strebenden deutschen Geist kann es aber gewiß nicht zu spat sein. mangelnden telegraphischen Verbindung mit Guinea kann sich die Antwort verzögern. — Eine Depesche don Courcy aus Haiphong konftatirt, daß in Ton— king die Ruhe noch durch Banden gestört wird, welche im Norden und Westen des Delia auftrelen. Der General hofft, die neue Regierung von Hue verde einen glücklichen Einfluß auf die Situation ausüben, ein Bataillon hält das Fort Donghein besetzt, auf diese Weise die Verbindungen zwischen den Banden in Thuyet und in den Grenzprovinzen von Tonking abschneidend. Deutsches Reich. Politische Uebersicht. In nächster Reichstagssession soll von Seiten der Sozialdemokraten ein neuer Arbeiterschutz- Besetzentwurf eingebracht werden. Wie der „Hamb. Korr.“ erfährt, werden dem— nächst für das Königreich Preußen Erhebungen zetr. die Sonntagsruhe angeordnet werden. Bekanntlich sind solche auf die von nationalliberaler —AD ür ganz Deutschland in Aussicht genommen. Es st daher zu erwarten, daß in den übrigen Bundes⸗ taaten in gleicher Weise vorgegangen wird. Berlin, 22. Juli. Die demnächst zur Pub⸗ itkation gelangende revidirte Submissionsordnung enthält eine Bestimmung, wonach solche Gebote, welche nach dem Urtheil der Behörde den Selbst⸗ kostenpreis nicht erreichen, von der Betheiligung an der Konkurrenz ausgeschlossen find; damit würden die Schleuder⸗Fabrikanten nicht mehr zuzulassen sein. Berlin, 22. Juli. VJrivatnachrichten aus zuverläsfigster Quelle bestätigen, daß der Kaiser im besten Wohlein in Gastein eingetroffen ist. Er hat die weite Reise sehr gut ũuberstanden; bekannt⸗ lich war die Reise nach Ems vor einigen Wochen aicht so befriedigend verlaufen; jede Spur des da— maligen Unwohlseins ist jetzt befeitigt. J Berlin, 22. Juli. Die Kreuzzeitung“ er⸗ hlickt in der Abberufung des bisher in Zanzibar tationierten englischen Geschwaders die Absicht der englischen Regierung gute Beziehungen zu Deutsch⸗ and zu unterhalten, weil durch diefe Maßregel der Sultan bald gezwungen sein werde, flein beizugeben. Nachdem die „Kreuzzeitung“ dann Lord Salisdury auf Kosten Gladstone's einige Komplimente gemacht, jeißt es weiter: England muß sich jetzt so gut zu Zompromissen verstehen, als andere Tandet auch. Von unsferer Seite fehlt es an Entgegenkommen wahrlich nicht. Wir haben es ruhng esehn lassen, daß sich die Englaänder am Niget und Venue ungeheuere Landstrecken gneigneten, es ist nicht mehr als billig, daß uns Lord Salisburh nun in Out- afrika freie Hand läßt. Berlin, 28. Juli. In Bezug auf das künftige handelspolitische Verhäliniß zwischen Deutsch⸗ and und Oesterreich⸗Ungarn erfahre ich aus ver⸗ äßlicher Quelle, daß die Nachricht, von Seiten Ungarns seien übermäßig hohe Retorfionszolle gegen Deutschland in Vorschlag gebracht, unzutreffend ist; die meritorischen Verhandlungen zwischen Oesterreich und Ungarn selbst beginnen erst im Herbfi Gastein, 23. Juli. Nach dem heutigen Bade machte der Karser mit dem Adjutanten Petersdorff eine Promenade auf dem Kaiserweg. Zum Diner ergingen keine Einladungen. Paris, 283. Juli. Im Auswartigen Amte wo gestern, wie jeden Mitwoch, Herr v. Freycinet die Chefs der hiesigen diplomatischen Missionen empfing, welche mit ihm konferiren wollen, war unter den zahlreich erschienenen Diplomaten die angekündigte Abberufungr des deutschen Botschafters Fürfien von Hohenlohe beinahe ver ausschließliche Gegenstand allet Unterhaltungen. Das lebhafte und aufrichtige Bedauern, den so allgemein verehrten und beliebten Botschafter zu herlieren, gab sich dabei kund. Der anwesende nterimistische Geschaftsträger der deutschen Botschaft. nerr v. Kiderlen-NRMaöchter wurde vi t . Bezüglich der Angaben über bevorstehende zrößere Forderungen für deutsche Heeres— uind Marine⸗-Zwecke wird bemerkt, daß für das Heer erheblichere Mehrforderungen erst bei der krneuerung des im März 1888 ablaufenden Militär⸗Septennats zu erwarten sind. Die Mehr—⸗ orderungen werden sich voraussichtlich auf vier Punkte beziehen, die gegenwärtig noch der sorg⸗ iältigen Erwägung an den maßgebenden Stellen unterliegen. Zunächst handelt es sich um die schon Jäufig erwähnte Vermehrung der Artillerie. Vor—⸗ üglich wird eine Vermehrung des Pferdematerials ungestrebt, damit eine auch für die Kriegszwecke nusreichende Bespannung der Geschütze schon in Friedenszeiten ermöglicht werde. Zweitens ist die gildung neuer Kavallerie⸗Divisionen ins Auge ge⸗ aßt worden. Drittens strebt man eine der gjewachsenen Vevölkerungszahl entsprechende Erhöh⸗ ing der Heerespräsenzziffer an. Der jetzigen Präsenz nit 427,274 Mann liegt die Annahme eine Be—⸗ yöllerungszahl von 42, 728,400 Seelen zu Grunde. Die nächste Volkszählung dürfte aber eine wesentliche ẽrhöhung dieser Zahl ergeben. Endlich beschäftigt nan sich sehr lebhaft mit der Frage einer Aender⸗ ing in der Ausrüstung unseres Heeres. In letzterer dinsicht ist besonders daran zu erinnern, daß be⸗ reits vor längerer Zeit die Ausschreibung von Preisen für das beste Schuhwerk und für leichte Tornister erfolgt ist und daß die dadurch erzielken krgebnisse zur Zeit der Prüfung der Militär⸗Ver⸗ valtung unterliegen. Alle diese Fragen sind in⸗ vessen noch zu keinem Abschlusse gekommen und verden die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches uuch erst bei der Erneuerung des Septennats, also rühestens im künftigen Jahre, beschäftigen. Die Schwierigkeiten, welche Fraukreich aus einer neuen Kolonialpolitik erwachsen, sind in Per⸗ nanenz. Noch sind in Ostasien, wie am Senegal ind auf Madagaskar die Zustande für die Fran⸗ osen sehr bedrohliche, und schon treffen auch von der Züste von Guinea (Westafrila), aus der unmittel— haren Nachbarschaft unserer Togo⸗Kolonie, beun⸗ ruhigende Nachrichten ein. Das französische Marine ninisterium hat allerdings bisher noch keine amt: iiche Mittheilung aus Portonovo bezüglich der In⸗ asion des Königs von Dahomey gegen die doͤrtigen Dörfer, die Informationen stammen bis jetzt nur ius Privatkorrespondenzen und den vom französischen donsul in Lagos übermitlelten gerüchtweisen Nach⸗ ichten. Das Ministerium hat von den Kolonial⸗ hörden Bericht eingefordert aber megen der muthmaßlichen Nachfolger des Fürsten interpellirt, schien darüber aber keine bestimmte Auskunft geben zu können. Dagegen hält der Botschafter Frank⸗ reichs in Petersburg, General Appert, der sich hier augenblicklich auf Urlaub befindet, die Versetzung des Generals v. Schweinitz von Petersburg nach Paris für wahrscheinlich, glaubte aͤber nicht, daß dieserhalb bereits die übliche Anfrage hier geschehen sei. Die Königin Isabel la von Spanien setzt heute Abend ihre Reise nach München mittelst des Orient⸗Expreßzuges fort. LTondon, 28. Juli. Die offiziöse „Mor⸗ —XD—— Die neuen russischen Vorschläge betreffen den Abĩchluß des vorläufigen Abkommens uber die afghanische Grenze. Der Streitpunkt be⸗ treffs des Zulfikarpasses bleibi in der Schwebe, doch dürfen die Afghanen leine Stellung besetzen, welche die einzig möglichen Weideplätze der rujfischen Truppen beherrscht. Lokale und vfalzische Nachrichten. * St. Ingbert, 24. Juli. Wie wir hören, findet morgen, Samstag, Abend im „Hotel zur Post“ zu Ehren des von hier scheidenden kgl. Amts⸗ anwaltes Herrn Canzler ein AÄbschiedsessen tatt. Im deutschen Reiche kamen im Jahre 1883 auf 100 Geburten 922 außer der Ehe geborene Kinder; in der Pfalz nur — 4,95. In diesem Puntte zeigt sich nur die preuß. Rheinprovinz (3,52) Westfalen (2,77). und Lippe⸗· Schaumburg (2,72) in günstigerem Lichte, denn unsere Provinz. NHObermoschel, 19. Juli. Es kann immer nicht genug angerathen werden. nicht mit Schise ß⸗ werflzeugen zu spielen, Kindern solche zu geben oder damit spielen zu lassen und trotzdem geschiehf dies, wie nachstehender Fall beweist, nur immer noch zu oft. Bestern Nachmiitag übergab eint Fraͤu von dier einem Qnaben eine sog. Spatzen flinte zur Ueberbringung derselben an Jemanden. jedenfalls nicht ahnend, daß dieselbe noch geladen seĩ. Der Knabe und noch einige andere fingerten an dem Hahn und „Krach“, der Schuß ging los und fuhr die ganze Schrotladung — 33 Stück enthaltend — Leinem daneben stehenden Knaben in Wange und Hals. An dem Auflommen des Knaben wird gezweifelt. NMopf. B.) — Kaiserslautern, 23. Juli. In der gestern hier statigehabten Versammlung der Bayr. Baugewerksberufsgenossenschaft Regierungs⸗ bezirk Pfalz) wurden die Delegierten und deren Friahzmanner gewählt. Aus der Wahl gingen hervor als Delegierte die Herren Karl Kroͤcel Kaiserslautern; L. Hagenthau, Zweibrücken; J Mergenthaler, Pirmasens; Ferd. Bernatz, Speyer Fr. Jagsch. Neustadt; Ph. Kutterer, Ludwigs⸗ hafen; W. Schmitt, Landau; Lorenz vasig Ludwigshafen und Christian Kaufer, Kaiserslautern Als Erfaßmanner die Herren: H. Bohlander Kaiserslautern; W. Kenuerknecht. Zweibrücken K. RKuf, Pirmasens; Joh. Scholl. Speher; 9 Suß, Neustadt; K. Konrad, Kaiserslautern, S Jung, Pirmasens; Chr. Joos. Ludwigshafen und hernatz, Ludwigshafen. EEpf. Pr.) Die Mezger⸗Innung Kaiserslautern erließ an die Meßger der Pfalz ein Cirkular, worin fie dieselben auffordert in den Städien sowohl als auch auf dem Lande Innungen zu gruͤnden, um spater einen Pfalzischen Bejirlsverbaud gründen zu köͤnnen. wWie die „Pf- Vꝛtg. —X 14 Tagen der Wohlthaͤter der Pfalz, Hert Hilgard, zenannt Villard, zu längerem Aufenthalt in Faisersvantern eintreffen. gandau, 21. Juii. Die Strafkammer des k. Landgerichts beschaͤftigte sich heute mit der Berufung des Heren Pfarrers Streuff von Jod⸗ grim gegen ein Urtheil des Schoͤffengerichts Aandel. Dieses hatte den Apellanten von dem Vergehen der nterschiagung des Erloses aus zwei geopferten alten goldenen Ringen 3. N. der Kirchenlasse von Jodgrim als nicht zureichend uberfuͤhrt freigesprochen. ihm aber sowohl die Kosten der Vertheidigung als auch jene des Enllasiungsbeweises berbürdet. Kechtsanwalt Kellet beantragte als Vertheidiger des hertn Piarrers dessen Freisprechung. welchem An⸗ irage sich der Herr 2. Slaatsanwall Zahm anschloß, intem er die Aussagen der beiden Haupibelastungs· zeugen als nicht zuverlässig anzuerlennen vermochte. Das Artheil lautete auf ganzliche Freisprechung und wurde die ersirichterliche Entscheidung als auf einem Irrthum bderuhend umgestoßen. Zum Schlusse der VBerhanolung sprah, wie man ot . M— — let, der Praͤsident, Herr Landgerichtadirektor Haus⸗ unn die Worte: Ich denke, Hert Pfarrer, Sie haben in diesem Urtheil diejenige Satisfaktion er⸗ Jalten, welche Sie mit Recht erwarten durften.“ Insheim, 22. Juli. Wie dem „L. A.“ nitgetheilt wird, hat gestern der Zimmermann indreas Kioor bdeim Verhör durch das kgl. Unter⸗ juchungsgericht von Landau eingestaaden, daß er den Schuß auf Lutz (fiehe vor. Nr.) gerichtet habe. in der Meinung, Lutz sei sein Vater, mit dem er schon längere Zeit in Streit lebt. (Gewiß ein ieber Sohn) — Den sich legitimirenden Theilnehmern an dem am 29. und 806. ds. Mis. in Dürkheim dattfiüdenden Jahresfeste der Gustav Adolf⸗Stiftung purde von der Direktion der pfatzischen Bahnen eine Fahrtaxermäßigung in der Weise bewilligt. daß die einfachen Fahrbillete zur freien Rückfahrt dis einschließlich 31. Juli berechtigen. Legitimations arten find bei Herrn Pfarrer Keim in Ludwigs⸗ hafen durch Vermittlung der bett. Geistlichen zu heziehen. Wir machen besonders darauf, aufmerk⸗ am, daß das Zugspersonal brrechtigt ist, die Vor⸗ eigung der Legitimationskarte bei der Rückfahrt zu verlangen. Es sollen abermals zwei tüchtige prote⸗ tantische Geistliche der Vorderpfalz, die Herren H. in H. und O. in O. nach Rheinhessen, der erstere aach Monsheim und letzterer nach Bechtheim ubersiedeln. Auf dem Rhein haben am Montag die diesjahrigen großen BrückenschlageUeb— ungenbegonnen, die bis zum 16. Aug. dauern. Während bis zum Sclusse dieses Monats dieselben bon den Feldkompagnien des Speyeret Pionier Vataillons ausgeführt werden, trifft am 30. Juli zas 1. Pionier Bataillon von Ingolstadt dort ein, im das Kriegsschauspiel während der folgenden 14 Tage zu Ende zu führen. —AIn Roxheim werden zufolge Gemeinde⸗ cathsbeschlusses an Stelle der seither wirkenden vier satholischen Schulschwestern nunmehr zwei Lehrer mingestellt. — — — — — — — — Vermischtes. 7 Geichsgerichts— Erkenntniß.) datte sich ein Vater damit einverstanden erklärt, zaß sein Sohn sich einem Berufe oder einer son⸗ igen Thätigkeit widmete, in welcher er während her ersten Jahre fich selbst nicht ernähren kann ind dom Vater standesgemäß unterhalten werden nuß, so darf der Vater. nach einem Urtheil des steichsgerichts, nicht einseitig und willkürlich seinen Willen ändern und gegen den Willen des Sohnes inen Wechsel in dessen Beruf verlangen, welcher en Sohn in den Stand setzen wuͤrde, seinen Unterhalt sofort selbst zu verdienen. Das Konigliche Eisenbah n⸗Betriebs⸗ umft Saarbrücken hat folgendes Reskript rlassen: „Es ist bemerkt worden, daß bei der Be⸗ orderung der Bergleute und sonstiget Arbeiter fich Inzuträglichkeiten eingeschlichen haben, denen mit ller Sitenge entgegengetreten werden muß. Hierzu jehoͤrt, daß die Leute 'auf den Planfotmen der Wagen stehen, anstatt in dieselben hineinzugehen; sommt sogar vor, daß sie auf den Trittbrettern itzen und die Beine hinabhangen lassen. Fernert egen sich die zuerst einsteigenden Leute der Lange nach auf den Boden der Wagen, so daß der Raum nur undollständig ausgenutzt wird. Dieselben sturzen in der Regel auf den Zug los und steigen cin, bevor die Wagen noch zum Stehen gekommen sind, ebenso verlassen sie die Wagen, bevor der Zug stehi. Die in Kolliwagen mit Banken unterge⸗ Frachten Leute hangen die Latiirbaume aus und setzen sich mit herabhangenden Beinen in die Thüren Wagen und dergl. mehr. Wir haben die ꝛdnigliche Bergwerks · Direktion ersucht, die Arbeiter nuf die Ungehsrigkeiten aufmerksam zu machen und erlangen von allen betheiligten Beamten, daß sie iesem Unwesen mit aller Strenge fleuern. die stamen eiwaiger Zuwiderhandelnden feststellen und ur Bestrafung melden. Ramentilch darj kein Zug hon einer Stalion abgelafsfen werden, bevor samtliche Arbeitet im Innern der Wagen sich befinden. Zollte es wieder vorlommen, daß Leute auf den Blaitformen der Wagen fich befinden, obgleich der HZremser dicht dabei seine Bremse hat, oder ein Schaffner zur Billetreviston sich an denselben vorbei⸗ chiebt, ohne sie in den Wagen zu bringen, so verden wir die Beamten unnachsichtlich bestrafen Ax A ι—— 4 merksam, daß die Händlerinnen häung .. zas zulaͤssige Gewicht übersteigende Lasten mit in »en Wagen nehmen, sondern sogar 223 solcher dasten haben, die ihnen von unbetheiligten Personen n die Wagen hineingereicht werden. Es ist mil Strenge darauf zu achten, daß jede Person nut inen Korb oder eine Last mitnehmen darf, deren Hewicht das des den Reisenden 1.—3. Klasse ge. währten Freigepäcks, also 25 Kilogramm, nitst übersteigen darf.“ Straßburg, 20. Juli. (GPreisAus. chreiben.) Seitens des kaiserl. Staatssekretärs für Eisaß⸗Loihringen sind für Abfassung einer volkz thümlichen Schrift, welche in Form einer Erzählung die schädlichen Folgen des Lasters der Trunksuch zu lebendiger Darstellung bringt, drei Preise aus⸗ gesetzt worden von 800 M., 200 M. und 100M Die Arbeiten sind bis Ostern 1886 bei dem — Oberschulrath für Elsaß ⸗Lothringen in Straßburg ꝛinzureichen und sollen höchstens 40 Dceukhseiten amfassen. Das Manuskript ist mit einem Motto zu versehen. Der Name des Verfassers darf nich ersichtlich sein. —— Frankfurt, 28. Juli. Gestern fand nuf dem Friedhofe dahier ein blutiges Rencontre wischen Schutzleuten und einer aus Sozialdemo⸗ raten bestehenden Trauer .Versammlung anlaßlich der Beerdigung eines Mitgliedes der Partei, Hugo diller, statt. Nach der Aufforderung des Kommis⸗ urs zum Verlassen des Kirchhofes sollen die Schut leute die Anwesenden auseinandergetrieben und von der blanken Waffe Gebrauch gemacht haben, wobei ahlreiche Personen verwundet wurden. Die „Frff. Ztg.“, der wir diesen Bericht entnehmen, gibt die Zahl der Verwundeten auf 50 an, und bemerlt zuzu, daß nirgends Widerstand geleistet wurde. F Meisenheim, 21. Juli. Heute Nacht zegen 1 Uhr wurden die Bewohner des Rappor⸗ irplatzes durch einen markerschütternden Schrei nus vem Schlafe geweckt. Durch ein mehrfaches Stöhnen aufmerksam gemacht, fanden Herbeieilende die IGjährige elternlose Dienstmagd Friederike Klein von hier auf den Steinfließen vdor der L. schen Wohnung mit zerschmettertem Kopfe liegen. Die⸗ selbe war vom 3. Stockwerk herabgestürzt und mußte als Leiche in's Spital geschafft werden. Urbach, 283. Juli. In der Dynamitsabril Fil, der Aktien-⸗Gesellschaft „Kölner Dyn amitfabrik zehörig, erfolgte heute früh 10 Uhr eine Explosion es Nuͤroglycerin · Kessels mit 250 Kilo Nitroglycerin. die Arbeiter waren durch aufsteigende Dampfe zewarnt worden. Drei Minuten nach ihrer Ent⸗ sernung ging die Bude in die Luft. Niemand ist berunglückt. Alle Fenster ringsum find zerstoͤrt, diele Dächer beschädigt. F Von der Festigkeit alt bayerifscher snoch en geben die Munchener „N. N.“ durch tolgende Noliz einen erfreulichen Beweis: „‚Cham, 13. Juli. Gestern Abend haben sich wieder ein⸗ nal Kevolver und Messer in ihrer Wirkung ge nessen. Zur Ehre der betheiligten Bauernburschen nuß erwaͤhnt werden, daß ihre Knochen undurch dringlich sind. Blut hat es wohl infolge der Stiche und Hiebe gegeben und nach einem geistlichen Zu⸗ pruch hat man sich auch im ersten Augenblich ge⸗ sehnt, aber der Revolverschuß prallte buchstablich an ver Hirnschale des Getroffenen trotz verhaͤitnißmaßig jeringer Entfernung ab.“ p'Dresbden, 28. Juli. Die Preisvertheiiung hatgestern Abend ziemlich spat stattgefunden. E imen 31Preise zur Verteilung. Den 1. Preis rhieit J. Hennewein aus Stunigart, der 23. lam an F. Hench aus Wiesbaden, der 3 und 4. kamen an J. Dix und G. Keller in München und 7 aus Reichenberg, der 9. an Gottfried Schnart danau, der 11. an G. Ushofet aus Stuttgatt, iZ. an M. Meller aus Bockenheim und denninger aus Mainz, der 14. an J. Antes Frankfurt a. M. In den Mitlelrheinbezick fi — 7 Preise, nach Schwaben 4 und nach i PODresden, 28. Juli. Gestern 10 uͤhr fand der Schluß des 6. benta Turhfestes stan. Geh. Hofrath ewgo dielt die Abschiedsstede an die Turner Die Sa zurger Turner überreichten eine Marmortafe —* Widmung, die Innsbrucker einen Edent der Dresdener Turnerschaft. Die amerilau Turner übergaben dem Direltor Ehrenje Andere auslandische Turner dankten fur die gu Auerichtung des Festes. sowie für die heth Aufnahme. J n in Berlin verbreitet gewesen; amillich F festgestellt, daß es sich um Cholera nostras zelte, die alljährlich vorkommt. Aeber das tragische Ende eines jungen Künsl⸗ ʒ wird berichtet: Im Praparirsaal der Kunst · Dcmie an der Berliner Anatom'e befindet vn Gestell, auf dem die Leichen in aufrechter Ic hingestellt und“ die ausgestreckten Arme n * durch Haten festgehalten werden, so daß e in sogenannter gekreuzter Stellung sich 5 Die Sliudirenden der dortigen Kunst⸗ Mihe haben wöchentlich zweimal Vorträge an —Eo—— Junstverstündnisses einzelne Körpertheile, uamente em, und Beinmuskeln anatomisch zu präpa⸗ n Ein Schüler der Akademie befand sich vor en Wochen noch spät abends im Sezirsaale in und war damit beschäftigt, an dem vor ihm henden Leichname Modellstudien zu machen, als ch ein Arm der Leiche sich aus dem Haken üß, der Oberkörper nach vorn überfiel und die de des Todten dem jungen Bildhauer in's Ge— Aschlug. Gellend schrie dieser auf und ftürzte dem Saale. Erst nach Stunden gelang es ,sich einigermaßen zu beruhigen. Doch hat ar Vorfall für den jungen Mann verhängnißvolle igen gehabt. Bald stellten sich heftige Fieberer⸗ ungen ein, der iunge Künstler verfiel in ein jfiges Nervenfieber, in dem ihm seine Fieber⸗ nlasien den Vorgang aus dem Sezirsaale stets ahiegelten. Vor einigen Tagen ist er dem Ner⸗ mieber erlegen. Wien, 22. Juli. Der oberst? Sanitäts⸗ gab sein Gutachten dahin ab, daß es nach à gegenwärtigen Stande der Forschungen über Cholera und nach den in Spanien gemachten sahtungen nicht rathsam erscheine, die Cholera⸗ wfung überhaupt zu gestatten. Eine interessante Zusa mmenstellung ahlreichen größeren Unterschlagungen und großen erbrechen gegen das Eigenthum, welche innerhalb nez Zeitraums von nicht ganz zehn Monaten in hien derübt worden sind, ergibt 20 Fälle mit im anzen 4,770,000 fl. Aus Kostrom an der Wolga geht die tele⸗ cphische Nachricht ein, daß in mehreren Kreisen z dortigen Gouvernements die sibirische Seuche uzgebrochen ist. — Die Regierung trifft die um⸗ sendsten Maßregeln, um die Ausbreitung der euche zu verhindern. Paris. In Lorient ist man in großer xsorgniß wegen des Schicksals eines Luftschiffers, elcher am Nationalfesttage einen Aufstieg unter⸗ ommen, bis jetzt aber noch nichts wieder von sich t hoͤren lassen. Dieser Luftschiffer, namens Eloy, atle eine Einnahme von 600 Franken erzielt und teg am 14. Juli gegen 6 Uhr Abends auf. wei Dampfschaluppen folgken auf dem Wasser tr Richtung des Ballons, verloren ihn aber bald iß den Augen, da ein kräftiger Südwest sich er⸗ then hatte. Man muß annehmen. daß der ver⸗ xgene Luftschiffer lüngst seinen Tod in den Wogen ez Atlantischen Oceans gefunden hat. FGenua, 20. Juli. Dem „R. W. T.“ wichtet man von hier: In anem hiesigen öffent ⸗ then Bade trug fich ein entsetzlicher Unglüdsfall u. Mitten unter den zahlreichen Badenden ver⸗ Wwand plötzlich ein junger Mann mit einem furcht⸗ gen Aufschrei, und im selben Augenblicke war die Stelle, wo er untersank, don einer Blutlache roth⸗ sarbi. Die übrigen Echwimmer, von panischem ohrect ergriffen, fiüchteten ans Land. Kurz darauf uchte ein großer Haifisch dicht am Ufer empor. fEine Ehrenbeleidigungsklage zwi— den zwei Taubstummen. Vor dem Gerichtshofe, oschreibt man aus London, erscheint Tom Hals⸗ urh als Kläger gegen Fred Ahel wegen Beschimpf⸗ ug dor Zeugen. Sowohl Kläger wie Verklagter id Zöglige der Taubstummenanstalt. Als Dol ⸗ chch erscheint ihr Lehrer. Tom Halsburh sagt ber deutet vielmehr, daß ihn Abel einen Schwindler, nen Dummkopf, einen Lügner und heillosen watzet genannt, er konne diese Beleidigung nichi tig hinnehmen. Der Richter meint, das Haupi⸗ vment der Ehrendeleidigung fehle, indem diese dimpfworte wenu in der Geberdensprache aus⸗ * den übrigen Anwesenden unveifständlich en und das Erschwerende der Oeffentlichkeit ete Als Halsbury diese Entscheidung der⸗ t erhält, geraäth er in fürchierliche Wuth. aqt dem Richter: Wir verstehen einander in und Ihre Kollegen in der Ihrigen, und wenn einer yon uns den anderen einen Esel nennen will, so ziebt's kein Mißverständniß.“ Der Dolmeisch rap⸗ hortirt gewissenhaft. was der Kläger für seine Sache spricht; allein der Richter beharrt auf seinem Freispruche, und als Halsbury diesen erfährt, macht r gegen Seine Lordschaft einige Geberden, deren Sinn auszusprechen sich der Lehrer entschieden veigert, obgleich ihm einige Minuten früher ber— ichert worden, daß Grobheiten in der Mimik nicht lagbar seien. Kalkutta, 20. Juli. Den neuesten Be⸗ richten zufolge hat das bereits gemeldete Erdbeben im vorigen Dienstag überhaupt 70 Todesfälle in in Bengalen verursacht. Hiervon ereigneten sich t0 in Sherpore, unweit Bogra, und Il unweit sajbari. Vier Mohamedaner wurden durch den Finsturz einer Moschee in Govindpore getödtet und n Dumdum verloren vier Hindus ihr Leben. geträchtlicher Eigenthumsschaden wurde in Mymen⸗ ing und anderwärts perursacht. FNew⸗-⸗York, 23. Juli. General Grant st gestorben. 7 Aus Amerika. Der praktische Sinne der Amerikaner verleugnet sich selbst auf der — veschworenenbank nicht. Die Blätter erzählen zämlich folgende Geschichte: In einem Mordpro— esse, welcher jüngst vor den Assisen von Waukesha herhandelt wurde, gab der Zeuge die Zeit der An⸗ unft und des Abganges der Dampfer an. „Prä⸗ isiren Sie die Stunde, wann das am Morgen on Milwaukee abgehende Boot in Chicago ein⸗ rifft,“ unterbrach ihn einer der Geschworenen. Punkt 7 Uhr.“ „Und ist die Abfahrt regelmäßig?“ Sehr regelmäßig,“ „Speist man gut an Bord?“ das kommt darauf an.“ „Bitte, keine ausweichende Untwort.“ Hier unterbricht ihn der Richter: „Aber, Sir, diese Details sind vollkommen unnütz.“ „Sie rren, Herr Richter, ich muß in einigen Tagen iese Reise machen und benütze daher die Gelegen⸗ seit, um mich genau zu informiren.“ CDONittel gegen die Cholera. Der Nieuwe Rotterdam'sche Courant“ erzählt eine dorrespondenz von Delhi, in welcher ein neues Nittel gegen die Cholera, das von Dr. Godefroy rfunden und von Dr. Feikema mit Erfolg ange⸗ vendet worden ist, empfohlen wird. Von 14 auf iese Weise behandelten Cholerakranken starben nur wei.“ Man gibt keine Medizin, soudern läßt die statur allein handeln und sorgt für eine gute Cir⸗ ulation des Blutes. Sobald die Pulsschläge des Zatieuten schwächer werden, macht man eine Haut⸗ inspritzung von warmem Wasser, dem Salz zuge⸗ ügt wird. Eine Viertelstunde nach der Einspritz⸗ ing belebt fich der Puls und die Cholera⸗Erjschei⸗ —XA aßt. wiederholt man dieselbe Einspritzung (bei inzelnen Patienten ist dies Verfahren bis zu viermal ingewendet worden) Sobald der Kranke wieder zur Besinnung kommt, ist das Gift zerstört; man zibt ihm dann zur Kräftigung ein Glas Porwein. jolgenden Tages kann der Patient schon Nahrungs⸗ nittel vertragen. * Auf der Sonnenoberfläche zeigen sich eit einigen Tagen wieder kolossale Fleckengruppen. die größte derselben hat nach oberflächlicher Messung ine Breite von 6000 bis 7000 geographischen MNeilen bei einer Laänge von etwa 20000 Meilen. Der dunkelste Theil dieser Gruppe, die sich jetzt twas rechts an der Sonnenscheibe befindet, kann nit Hilfe eines bherußten Glases mit bloßem Auge nahrgenommen werden. Gemeinnuũtziges. Wie prüft man das Ei auf seine Frische? leber diesen Gegenstand berichtet der „Praktische geflügelzüchter“ das Folgende: Es gibt verschiedene Nethoden, um ein Ei auf seine Frische zu prüfen S„o wendet muin häufig die Zungenprobe an, d.h. nan untersucht die beiden Enden des Eies ver⸗ nittelst der Zunge. Findet man, daß das breite ende kalt, das spitze dagegen etwas warm ist, so ält man das Ei für frisch. während es in dem Falle, daß die Temperdtur beider Enden gleichmßig st, für alt angesehen wird, Die am häufigsten ut Anwendung gelangende Prüfungsmethode ist die Lichtprobe. Frisch gelegte Eier find nach der Mitte zu am klarsten, ältere nach dem spitzen End zu. In letztetem findet man je nach ihrem Alter leinere oder groͤßere, mehr oder weniger scharf be⸗ zrenzte. dunkle Punkte. Je älter ein solches Ei s—IäÄÑß¶cd Verdorbene Eier sind gänzlich undurchsichtig. Wenn kier längere Zeit unberührt liegen, sinkt der Dotter nach unten und setzt sich an der Schale fest. Man 'aun dies prüfen, wenn man das Ei schüttelt. Durch häufiges Kehren vermag man den Dotter elbst alter Eier stet in der Mitte zu halten. Alte Eier entwickeln nach und nach das widerliche Schwefelwasserstoffgas. Man konstatirt die An— wesenheit desselben dadurch, daß man das Ei mit einer Bleizuckerlösung bestreicht, welche die Schale ra sch dunkelbrann färbt, wenn Schwefelbildung stattgefunden haf Dienstesnachrichten. Eisenbahn Dienst. Versetzt wurde vom 15. Juli ab. der Jugenieur - Assistent Karl Munzinger von Zweibrücken nach Homburg unter Zutheilung zum Jugenieurbezirk Kaiserslautern II. Ernannt wurde: Derk. Forstgehilfe Daniel Zühn zu Neuhäusel zum Forstgehilfen a. O. beim kgl. Forstamte n. O. Lemberg. Ernannt wurde: Schulverweser Philipp Heintz in Edenkoben und Ludwig Hußé in Hördt zu Schulverwesern in Speyer. Der interim. Verweser Adam Emling in Weisenheim a. S. zum Schul⸗ »rweser daselbst. Der interim. Verweser Heinrich Nüller in Gauersheim zum Schutverweser daselbst. Dder interim. Verweser Alois Fuchs in Iggelheim um Schulverweser daselbst. Der interim. Schul⸗ »erweser Karl Emmerich in Dellfeld zum Schul⸗ »erweser in Ernstweiler. Der interim. Verweser veorg Spindler zu Obermohr zum Schulverweser aselbst. Der interim. Verweser Philipp Seltsam u Nünschweiler zum Lehrer daselbst. Der interim. herweser Max Martin zu Eusserthal zum Schul⸗ erweser daselbst. Der interim. Verweser Johann daag in Niederkirchen zum Schulverweser duselbst. S„chulverweser Julius Hebel in Dörrenbach zum dehrer in Freimersheim. Der interim. Verweser Fohann Striebig zu Kuhardt zum Schulverweser in ZSchaidt. Der interim. Schulverweser Rob. Stoffel um Schulverweser zu Oggersheim Der interim. VBerweser Andreas Hatzold zu Schaidt zum Schul⸗ derweser in Kuhardt. Der interim. Schulverweser Friedrich Ritter von Elmstein zum Schulverweser in Mörzheim. Schulverweser Georg Neumayer zu Zarlsberg Thal zum Schulverweser in Höningen. Schulverweser Jakob Scheller in Ruchheim zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Daniel Böhm in Iggelbach zum Lehrer daselbst. Der interim. Schulverweser Johann Hofmann in Sitters zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Georg Geschmack in Freinsheim zum Schulverweser daselbst. Lehrer Jakob Hußong zu Webenheim zum Lehrer in Nußdorf. Der interim. Berweser Friedrich Neulist in Friesenheim zum Schulverweser daselbst. Der Schulverweser Viltor Schuwer zu Münchweiler a. Alsenz zum Schulder- weser in Arzheim. Der interim. Verweser Johann Beorg Rodel in Kandel zum Schulverweser daselbst. Berweser Johann Konrod Loschky in Vottenbach zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Jakob Storckh in Lambsborn zum Schulverweser in Lachen. Lehrer Michael Ußinger zu Krickenbach um Lehrer in Lambsborn. Der interim. Verweser Heinrich Umlauff in Hertlingshausen zum Schul- yerweser daselbst. Der interim. Verwefer Heinrich Z„chmitt in Hochspeyer zum Schulverweser dajelbst. Marktberichte. s Ensheim, 23. Juli. (Viltualienmarkt.) Butter, xer a Kilo 1M. 15 Pf. Fier ver Dußend 70 Pf. straut 18-20 Pf per Kopf, Kartoffeln per Kilo 8 Pf gZuweibrucken, 23 Juli. (Fruchtmisteipreis unn nit ualienmarkt.) Weizen 0O M. — Pf. Korn 7 M. 96 Pf. Verste zweireihige dO M. — Pf., vierreihige O VWe. g Spelz 0 M. — Phe, Spelztern — Ma af., Dinkel 7 W. — Pf. Mischfruht 0 M. — Bjf., Hafer 7 M. 31 Pf., Erbsen O W. — Py Miden 0 . Vj., heu 3 M.— Pf., Stroh J Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 2 M— Pj. Weißbrod IN/ Kilo 58 Pf., stornbrod 8 Kilo 63 Pf, Gemischibroß 3 Kilo 78 Pf., paar Wed 90 Gr. 6 us. Rindñeisch 1. Qual. 30 Pf., II. Qual 556 Pf., Kaldbfleisch 50 Pf. Hammel ⸗ leisch 60 Pf, Schweinefleisch 50 Pf., Wein JViter ad V. dier l viter 24 Pi, Butter /, ilαr. d M85 BVj. Homburg, 22. Juli. (Fruchtmitteipreis uns⸗ Biktua⸗ jenmarkt. übeigen 9 M. 22 Vf., storn R. — Pf. Spelztern — M. — Pf., Speiz d — —W dreihige O M. — Pf., Gerste Areihige d M Pfj., hafer 7 M. 71 Pf. Mischfrucht O R. — pf., Erbjen — M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf. Bohnen 6 M. —BSsj. sleesamen — M. ⸗ Pf., Korndrode6 Pfund 35 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 78 Pf. Odhenfleisch Ppo Rindfleisch 56 Pf. Kalbfleisch 50 Pf, Hammelseijch 60* Schweinefleisch 50 Pf. VButter 1 Pfund d Mi90 9 dartoffeln per Zentner 5 M. — pjf. Fur die Redaktion vera worunch 43. Gronse Lotterie der Internationalen Ausstellunꝗ von Arbeiten aus edlen NMeétallen und Legirungen in NUoRNBERG. OOO ¶WVinnnæ Bin Loos eine Marx. en Xιαι αα Marla 140000 Marl r 0 6ο —8& Viele von Tausend Mark. —A Gæwinne. Ver Ea SSseIISB a IIn O Gaeneéraldebitfairo dor Looso: Moritz Straus junior in Nürnborg und Mainz. Bin Loos eine Aark σππÔανν Nur 2.17 Mk. pro August und September. ' „Von Nah und Fern,“ Familienblatt mit werthvollen Kunstblättern von 16 Druckseiten wöchentl. „N. Berl. Fliegende Blätter“ ein reich illuftr. humor. Wochenbl. wöchentl. Eine „Modenzeitung““, mit Schnittmuster⸗Beilagen, monotlich. Eine „Zeitung f. Landwirthschaft u. Gartenbau“, 2 mal monatlich. Eine „Hausfrauen⸗-Zeitung““, z. Belehrung u. Unterhaltg., 4 mal monatlich. Fin „Verloosungsblatt““, betreffend Staatspapiere, Priorit, Unlehens⸗Loose 2t. wöchentlich. —9 Diese sechs Beilagen werthvollster und gediegenster Art erbalten die Abonnenten der Berliner Neueste Rächrichten“ FIAceueste RNachrichtenß⸗ AAkgratis. Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu den gelesensten Tagesblättern des deutschen Reichs. Sie verdankt diese stels wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem ihrer bewährten 8 J ** vollkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachrichten enthalten bei täglichem Erscheinen (außer Mon⸗ tags): Ausführliche politische Mittheilungen, objektib, nebenbei Wiedergabe inter⸗ Sessanter Meinungsaäußerungen aus der Presse aller Parteien. Nachrichten über 51 Theater, Musik, Kunst, Wissenschaft; Gerichtshalle; lolale Nachrichten. — Spaen⸗ 9 nende Romane. — Sorgfältige Borsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollständig 8 2Berliner Coursblatt. — Lotterielisten. — Amiliche Nachrichten. Von den oben bezeichneten 6 Gratis⸗Beilagen ist in Foru und Inhalt das velletristische Unterhaltungs⸗Blatt 4 „Von Nah und Fern mit werthvollen Illuftrationen, novellestischen Beiträgen aus der Feder der renom⸗ mirtesten deutschen Autoren, wissenschaftlichen Efsais und den mannigfachen Bei⸗ zaben zur Unterhaltung und Belehrung ein Familienblatt ersten Rangec,,, welches einen bleibenden Werth für den Kreis der Familie befitzt. Abonnement der ‚Neueste Rachrichten“ inclufive obige 6 Beiblätter pro August und Sepiember nur 2,17 Mi. nehmen alle deutsche Postanstalten entgegen. JAF Inserate haben bei der großen Verbreitung des Blattes die denkbar günstigste Wirkung. Turnverein — 8St. Inghbert. Gu Am Sonntag, den 26. Juli findet im Beder'scen Garten Schauturnen mit Preéigswettturne J statt. Concert von der hiesigen Bergkapelle. Entrée à Person 20 Pfg. Zu recht zahlreichem Besuche ladet höflichst ein RA- t, Im Verlag von Greßner «“ Schr a m im in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Ausland— zu beziehen: I Die Klassiker der Bhilosophie. Vaun den frühesten griechischen deukern dis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften w von J Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. WVreis der Lieferuna 50 Pfennig. Nur 2117 WK. pro Angus und September. — 3— 8* re. —8 i ð AJoppel Starke ugerrᷣabriranthH Mack, Ulm a /D.) Bewanhrteatea u. 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Feru— Droguemhapdlung. Scheine Rechnungen ngung ben acn Gebrauch sind zu haben in der Druckerei ind stets vorrüthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers.! des „St. Ingherter Anzoiger.“ Druck und Verlag von F. X. Demeß in smneber — — taesteo hbkore —R Faehsehulso für eida. XX —VDo— Voruntarrent Ausualnme: 54 Av. Ooctoper COiezu fur unsere taa⸗ e Post⸗ 8 * ten IuUunstrirtes Sondtagebler Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — —— — — ——— der Et. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungk⸗ gau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1AM 75 H, einschließlin —— Zuflellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 145. Politische Uebersicht. Im franzöfischen Ministerrath theilte am z3. ds. Freycinet die bevorstehende · Ernennung des zürssten von Hohenlohe zum Statthalter a Reichslande mit; er begrüße sie im Interesse t Eclaß⸗Lothringer mit Freuden, auch sei sie ein geichen, daß Bismarck die guten Beziehungen zu —RX befestigen wolle. Der neue Konsul für Zanzibar, Herr Travers s bereits daselbst eingetroffen und hat die Vertret⸗ ung des Generalkonsuls Rohlfs übernommen. Die RNaͤdung, daß deutsche Kriegsschiffe, insbesondere die Elisabeth“, auf der Rhede von Zanzibar ein⸗ getroffen seien, ist unbegründet. Vor Zanzibar liegt lan deutsches Kriegsschiff. General Grant ist, wie in v. Nr. bereits turz gemeldet, am Mitwoch gestorben. Der Tod dieses in den Zeiten des Sezessionskrieges hochge⸗ feierten Generals und nachmaligen Präsidenten der hereinigten Staaten wurde schon seit längerer Zeit watter und somit kommt die Nachricht von dem Ibleben eines politisch schon lange todten Mannes eineswegs unerwartet. Ulyfses Sidney Grant, seboren 27. April 1822 zu Mount⸗Pleasant im Slaate Ohio, begann seine militärische Laufbahn nin 17 Jahren in der Militär⸗Akademie von West⸗ vint Im großen Bürgerkriege trat er zuerst auf ig Oberst des 21. Illinoiser Regiments, Juni 18601. Im Frühjahr 1862 befehligte er als Heneralmajor die freiwillige Armer und gewann nas Miffissippigebiei durch die Einnahme des wich⸗ igen Vidsbutg, 4. Juli 1863, vollständig. Gleich⸗ aͤig war die Macht der Sezession durch diesen Sieg gebrochen. Weitere Erfolge veranlaßten dongreß und Präsident, Grant am 2. März 1864 um Oberbefehlshaber aller Heere zu ernennen. zwei Jahre jpaͤter wurde er ausdrüdlich in dieser Ztellung bestätigt. 1868 wurde Grant von der epublilanischen Partei als Präsidentschaftskandidat ufgestellt; am 4. März 1869 irat Grant die Prasidentschaft an, welche er 8 Jahre lang geführt jak. Ihm folgte der Demokrat Rutherford Hayes 1877. Die Vestechlichkeit hatte unter Grant der⸗ irt um fich gegriffen, daß der einst so beliebte Feldhetr boständig untauglich zur Wiederwahl vurde und der Versuch dazu 1880 ganzlich scheiterte. Seitdem hat sich Grant fast ganz vom politischen deben zurückgezogen. Seit längerer Zeit litt Beneral an Grant einer Gesichtskrebskrankheit, welche nunmehr seinen Tod herbeigeführt hat. DDeutsches Lteich. Berlin, 24. Juli. Fürst Bismard dürfte och noch nach Gastein gehen und dann der Kaiser begegnung auf österreichischem Boden beiwohnen. Berlin, 24. Juli. Nach neuerdings vor⸗ iiegenden Nachrichten wird die Kaiferin Elisabeth dem für die ersten Tage des August angekündigten desuch des Kaisers Franz Joseph bei unserm Kaiser m Gastein fich anschließen. Ausland. —— — Gastein, 24. Juli. Der Kaiser fuhr gestern uum Erzherzog Johann. In der Promenade verließ er den Wagen und machte einen laängeren Spazier⸗ dang durch den Wald. Heute drittes Bad, Spazier gJang mit Oberstlieutenant Plessen. Sonntag, 26. Juli 1888ssss8. 20. Jahrg. Die „Frank. Zig.“ meldet, daß sich Fürst enee am Donnerstag nach Gastein zum aiser begeben habe. Mom, 23. Juli. Dr. Walsh, der neuernannte Frzbischof von Dublin, wurde gestern vom Papft in einer Privataudienz empfangen. Se. Heiligleit unterhielt sich mit ihm über die politische Lage in Irland. Während er die schwierige Stellung des xẽrzbischofs anerkannte, empfahl er ihm mit Klug⸗ heit zu handeln. London, 23. Juli. Die Trauung der Prin⸗ zessin Beatrice mit dem Prinzen Heinrich von Batttenberg hat heute in der Kirche von Wipping ham in der Rähe von Osborne im Beisein der adnigin, der Minister, des diplomatischen Korps und einer großen Anzahl hervorragender Persoönlich: keiten stattgefunden. London, 24. Juli. Die „Daily Chronicle? zringi aus Aliahabad das durch keine anderweitige Nachricht bestätigte Gerücht von einem Aufstand in Kabul. Ein englischer Äbgesandter werde sich von Paschawur nach Kabul begeben. j Bombay, 283. Jull. Die chinesische Regier⸗ ung hat nach Ili- und Kaschgar wegen der dort forldauernden Unruhen Truppen gesandt. — Newyork, 24. Juli. Cleveland erließ an⸗ läßlich des Todes General Grants eine Proklama—⸗ tion, worin er der Verdienste des Verstorbenen ge⸗ denlt und befiehlt, daß alle öffentlichen Gebäude dreißig Tage lang Trauer anlegen und am Beer⸗ igungstage geschlossen bleiben. Die Börse wird hre Geschäfte an diesem Tage gleichfalls aussetzen. Folgendes: Der Postomnibus geht nur bis nach Witterzheim.“ Dort ist eine Posterpedition errichtet und als Postexpeditor Herr Wirth und Agent Diel von da bereits ernannt. Posfstall⸗ haiter ist Herr Hotelbesitzer Lang in Blieslastel. Der Dienst geht vom 1. Oktober ds. Is. an. Zu dem Bestellbezirk Wittersheim kommen Erfweiler und Bebelsheim nebst einigen Hoöfen, vielleicht auch Aßweiler. Auch Habkirchen erhält eine Erpedition, edoch ohne Postwagen. Die Postpakete dorten verden in Frauenderg mit der Reichspost nach Saargemünd befördert. Je eine Poftexpedition zekommt auch einen Briefboten und werden in Blieskastel sowohl als im Bestellbezirk Reinheim zin Postbote überflüssig. Allgemeine Freude herrscht iber diese postalische Verfügung, die unsern un⸗ zünstigen Verkehrsverhaltnissen Kechnung getragen hat. —ZZweibrücken, 28. Juli. (3. 3.) Richt anerheblich im Gesichte verbrannt hat sich der Sohn ines hiesigen Brauereibesitzers. Der junge Mensch chütteie in unüberlegter Spielerei fiedendes Pech in einen Bierkrug, das natürlich zurüchspritzte und ihm im Gesicht Brandwunden beibrachte. 5— Otterberg, 22. Juli. Soeben einge⸗ roffenen Mittheilungen zufolge, soll die hiesige Fabrik von einer belgischen Gesellschaft nun kaäuflich worben, und die achtjährige Uebernehmung der Amlagesteuer auf. die hiesige Gemeindekafse ange⸗ aommen sein. Neustadt. 28. Juli.“ Die heutige „Burger⸗Ztg.“ enthält nicht weniger als fünf vom —V—— Milchfalschung.Diese Verschärfung der Strafe »urch Veröffentlichung der Namen der Milchpanischer dütfle vielleicht mehr noch als die über dieselben verhängten Strafen von je 30 Mt. Veranlassung geben, in Zukunft die Milch so zu lassen,, wie fie hon der Kuh kommt. — Ludwigshafen,“ 24.* Juli. Das fünftige Bezirlsamt Ludwigshafen wird den Kanton dudwigshasen umfassen, dem Bezirksamt Speyer wird der Kanton Speyer verbleiben. Die Errichtung des neuen Bezirksamts soll im Bälde erfolgen. s Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 26. Juli. (Anglüdsfall) deute Vormittag wurde auf dem hiesigen Hütten⸗ verke ein 19 Jahre altet Arbeiter aus Oberwürz⸗ ach von einem abspringenden Treibriemen so chwer vetletzt, daß er augenblicklich todt blieb. () St. Ingbert, 25 Juli. Freunde eines rischen Jugendtreibens und der Wehrhaftigkeit der seranwachsenden Männerwelt sehen gern dem ernsten Streben unserer deutschen Turnvereine zu. Wir machen deshalb unsere hiesigen Mitbürger auf das norgen im Becder'schen Garten stattfindende Schau⸗ ind Preisturnen des hiesigen Turnvereins aufmerk⸗ am. Das Schauturnen; beginnt um 3 Uhr, das Wettturnen gegen halb 5. -Der St. Ingberter Turnverein ist zwar verhältnißmäßig noch jung; allein uns dünkt;, daß er für die Zeit seines Be⸗ tehens das Selbstbewußtfein besitzt, seine Leistungen yor größerem Zuschauerkreise zeigen zu dürfen. Wir vünschen ihm darum zu seinem Turnfestchen zahl⸗ reiche Besucher und zu seinen Leistungen glüdlichen krfolg. ** B. Wieder einmal steht den Bewohnern hiesiger Stadt ein hoher Kunstgenuß in Aussicht. Es ist nämlich den Bemühungen des Herrn Wirtes Weirich Jelungen, die rühmlichst bekannte Kapelle Reckzeh“ aus Saarlouis in der Stärke von 40 Mann zu einem Konzerte zu engagiren. Dagsselbe findet nächsten Donnerstag von 35—9 Uhr in dem Becier'schen Biergarten dahier unter persönlicher Leitung ihres Herrn Kapellmeisters statt. Da auch hei derartigen Gelegenheiten Herr Weirich nur das Beste in Speise und Trank bietet, so ist zu hoffen, daß selne Bemuhungen durch recht zahlreichen Be⸗ such beregten Konzertes einigermaßen entschädig! werden mögen. * 2 Aus dem Bliesgau, 24. Juli. Be⸗ üglich der neuen Postverbindung höre ich —— — Vermischtes. 4 Ein Jubilaum für Landwirthe bringt das Jahr 1885; es ist nämlich gerade ein Säkulum dergangen, seitdem der Freiherr Kaspar o. Voght i(geboren 1752) die Kartoffel, die bis dahin nur im Garten gebaut worden war, zu einer Feldpflanze und sie damit zu kultureller Bedeutung erhob. Auch dem Kleebau wurde damals in einem regelmaßigen Turnus sein Platz angewiesen und zu zleicher Zeit der Anbau der so nützlichen Stedruben Jelehrt. * F Die schnellste Postkatte, welche die Reise um die Welt gemacht hat, ist wohl diejenige, die Dresden am 26. Maärz ds. Irs. verließ: und Aber San Franzisko, Singapore ꝛc. am 7. Juli in Dresden wieder eintraf.“ Sie hat alfo die be⸗ rühmte Karte des Herrn Blos um 15 Tage ge⸗ schiagen. Sie hat durchschnittlich taglich 519,7 engl. Meile durchlaufen. Von weiterem Interesse ist, daß die 105⸗tägige Postkartenteise nur eine Zehnpfennigmarke und eine Zwei⸗Cenis · Marke (in Singapore) Porto kostete. sEin Sohn des Bataillons ) Aus Gorlitz wird geschrieben: Das hiet in Garnison stehende J. schlesische Jägerbataillon Nr. 63. hat seit dem französischen Kriege einen besonderen Schützling in deine Obhut genommen: einen Knaben, welcher waͤhrend der Schlacht bei Sedan dori auf dem Schlachtfelde von einer Marketenderin des Bataillons geboren worden ist. Der kleine, unter so seltsamen Umständen und mitten im ärgsten Schlachtgetümmel zur Welt gekommene Knabe erhielt als Vornamen den Namen „Sedan“, er heißt Sedan Böhme. Der deutsche Kronprinz hat als Pathe fungirt und sich seitdem wiederholt für ihn interessirt, während gleichzeitig das Jager bataillon und ein Offizierkorpe die Erziehung und das Gedeihen des jungen „Sedan“ sorgsam überwachten. Durch den Kron prinzen ist jetzt nach einem Vorschlage des Batail⸗ lons · Kommandeurs angeordnet worden, daß der senabe in die Militärschule in Weilburg aufgenom⸗ men werde. F Für das Schulze⸗DelitzschDenkmal find nach einer Mittheilung des Anwaltes der Ge⸗ nofsenschaften auf dem Vereinstage in München be⸗ reits 78,000 M. gesammelt und sollen demnächst die nothigen Einleitungen zur Ausführung desselben getroffen werden. f. Danzig, 23. Juli. Die auf hiesiger Marinewerft zum Ersatz für die, Medusa? erbaute Glatidedskorvette erhielt bei dem heutigen Stapel⸗ lauf den Namen „Nixe“. Die Taufe vollzog der Kontre⸗Admiral Pirner. Die „Nire“ ist als Schul⸗ schiff fur die Kadeiten und Schiffsjungen bestimmt. r Ein entsetzlicher Vorfall ereignete sich dor einigen Tagen im Zoologischen Garten zu Antwerpen. Das Nashorn, das schon seit einigen Tagen eine ungewöhnliche Wildheit gezeigt hatte, stürzte sich plötzlich auf den eintretenden Wärter, welchet ihm das Futter brachte, und riß ihn mit großer Gewalt zu Boden. Der Waͤrter hatte kaum Zeit, um Hülfe zu rufen. Ehe man sich's versah, hatte ihm das wüthende Thier zwei furchtbare Wunden an der Brust mit seinem Horne beige⸗ bracht, und als es sah, daß die außenstehenden Personen bestrebl waren, den Körper des Unglück⸗ lichen aus dem Kafig hervorzuziehen, nahm es ihn in den Rachen, trug ihn in einen Winlel und zer⸗ fleischte ihn buchstäblich vor den Augen der Zuschauer. Nachdem es seine Wuth gekühlt, ließ das Nashorn den Leichnam liegen. Der Unglückliche hinterläßt eine Wittwe mit vier lleinen Kindern. 9* F Pest, 23. Juli. In der Gemeinde Ocsova im Sohler Komitat sind 160 Häuser niedergebrannt, der Schaden beziffert sich auf 200,000 fl. f Madrid, 283. Juli. Gestern kamen ir Spanien 1278 Erkrankungen und 780 Todesfälle an Cholera und von den letztern 8 in Madrid 174 in der Provinz Valencia, 81 in Badajoz und 2 in Barcelona vor. Die Seuche beginnt sich nach Norden auszudehnen. J Eine Riesenbrücke) Sizilianisch- Blätier berichten von dem Projekt einer Riesenbrück wischen Sizilien und dem italienischen Festlande, welches bereits dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten unterbreitet sein soll. Die über die Meerenge von Messina zu werfende Brücke würde zwischen Ganzivi und der Punta del Pizzo kon⸗ druirt werden, wo das Meer eine Breite von 4 dilometern und eine Tiefe von 100 Metern hat Nach dem Plan soll die Brücke aus Stahl herge⸗ ttellt werden und aus 3 mittleren Bogen von je 1000 Metern Länge und zwei Endbogen von je 500 Metern Länge bestehen. In der Mitte sollen 2.Eisenbahngeleise gelegt werden. Das bis aus 20 Meter Entfernung an das Meeresniveau reichende Fundament will man aus Granitmassen herftellen. Auf dieser Basis sollen sich dann die Pfeiler auf⸗ bauen, welche aus durch hydraulischen Mörtel ver⸗ bundenen Granitsteinen konstruirt werden und 10 Meter über den Meeresspiegel hervorragen sollen. Die Mauerarbeit unter dem Wasser muß unter Benutzung von Senkkästen geschehen, in welche omprimirte Luft gepumpt wird. Die mittleren Bogen werden eine freie Weite von 940 Metern und eine Scheitelhöhe von 100 Metern haben. Die Breite der Brücke soll an den Pfeilern 60 Meter und in der Mitte zwischen 2 Pfeilern 20 Meter betragen. Nach dieser Beschreibung würde das neue Riesenbauwerk alle bis jetzt existirenden Bogenbrücken an Großartigkeit übertreffen. 4Plymouth, 22. Juli. Das Torpedo⸗ schiff „Hekla“ ist mit mehreren Passagieren des Dampfers „Cheerful“ aus Liverpool hier einge— aufen, mit welchem das Torpedoschiff im Bristol⸗ stanale einen Zusammenstoß hatte. Der Dampfer „Cheerful“ hatte eine große Anzahl Passagiere, wvelche von hier nach Liverpool zu fahren gedachten. Wahrend eines dicken Nebels stieß das Torpedoschif mit solcher Heftigkeit in die Seite des Dampfers, daß das Schiff nahezu in zwei Theile zerschnitten wurde. Die Kollision war so stark, daß die Passa⸗ giere aus den Betten geworfen wurden und zwei derselben sofort den Tod fanden. Nach Minuten sank das Schiff und riß 13 —* mit fich in die Tiefe, wrotz der Anflrengune Mannschaft des Torpedobootes. * fNew-⸗York, 20. Juli. Wahrend de letzten vier Tage hat längst der atlantischen S küste eine schreckliche Hitze geherrscht; dicl * von Sounenstich waren die Folge dabon, in * Jork ereigneten fich gestern deren funf, einer Brooklyn und vier in Philadelphia. Der Nane an Regen macht die Unbehaglichkeit noch * und die Vegetation ist verdorrt. Während 9 Monate Juni und Juli hat es östlich bom Alleghand Gebirge sehr wenig geregnee. — Das Heidelberger-Faß übertroffen) De St. Louiser Küfer Rudolph Stechers will d zroße Faß von Heidelberg übertreffen; er bau y an einem Faß, das 580,000 Gallonen enthalten l Dasselbe hat 28 Fuß im Durchmesser, ist 22 vi hoch und groß genug, daß eine aus sechs Persom bestehende Familie bequem darin wohnen kbnnir Das nächste Ziel des Kiefers wird jetzt wohl sein ein Faß herzustellen, wie es sich der deutsche Shn diosus träumt, „ein Faß so groß, als wie die Welt Briefkasten der Redakiion. Herrn N. N. hier. Sie haben recht. In vor. 3. muß im zweilten Artikel unter lokalen u. pfälzischen Vath· richten in der Zahl, welche den Prozenisatz der außereheli zeborenen Kinder im deutschen Reiche pro 1888 angih wischen der zweiten und dritten Ziffer ein Kommann zeschaltet werden. Der betr. Satz hat also zu lautn Im deutschen Reiche kamen im Jahre 1883 auf 100 6. zurten 9,22 außer der Ehe geborene Kinder. ·. Demerß Die neueste Nummer — Mitte Juli — Neuen Musil⸗gZeitung“ Verlag von P. J. Tonge töln. Preis pro Quartal 80 Pfg. enthält unle Anderem: „Kaulbach-Stieler“, Opernchclus Nr. Fidelis. — „Eine Musikantenwette“, (E. Heim— Brem). — „Ein Stiefktind', (O. Neitzel) — „Altdeutsche Sprücher“. — „Ein Konzertanzeige des Vaters Mozart.“ — „Aus Mendelssohm'⸗ Leben?. — „Geschichte der Holzblasinstrumenle Oboen, Englisch Horn, Dudelsack) mit 20 Abbild ungen. „Geschichte der Blechinstrumente“ mit Abbildungen. Probe⸗Nummern sind in jeder Buch— und Musikalien⸗Handlung kostenfrei zu haben. — — Heute 78 J VauillePis. Turnverot— St. Ingbert. J. Rickel. ¶ IBILGII? 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Goldmanns Kaiser⸗Zahuwasser à FlI. 60 Pf. und 100 pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann 8 Cie, Dres den. — Zu haber in 8t. lIngbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Sie Holläudische Kaffee Brennerei H. Disquo & Cie. 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Allgemeine Kranken-Unterstützungs— und Sterbe-Kasse St. Ingbert. 7. — — — Zur Anfertigung von billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphis vorkommenden Am Sonntag, den 26. d. Mts., Nachmittags um 8 Uhr im Lokale bei Wirth Johann Weirich Gierbrauerei Becker Unterstadt) wird die statutenmäßige J 1r »Beneralversammlunga u — 2 Deuckarbeiten abgehalten. Tages⸗Ordnung: i. Bericht über das abgelaufene halbe Jahr 1885. 2. Cassenbericht. 3. Besprechung sonstiger Vereinsangelegenheiten. St. Ingbert am 20. Juli 1885. Der Vorstand: L. Weirieh. empfehlt sieh dioe Buch- und Steinmarxuokerei F. X. Domotz Verlag desdt. Ing bertor Ans⸗eiger) 8t. Ingbert. Jeder Vergleich der Amerik. Vrillaut⸗Glam ·Stärku m Fritæ Sehulæ Lprit, — — ——— —** . 0 na Sehntæmarxo u. rud und Versag don F. x. Demeß in St. Ingoeri. — Hierzu „IRllu trirte⸗ Honna r. A. L- — A..3244 * id * * —F J. — — Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 714 der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Detarotag, Samstag und Sonntag; 2mel wbchentlich mit unte wva e hlatt und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich J A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.A 754, einschließlid A Zustellungsgebuhr. Die Einr Rungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 0. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. X 1445. Volitische Uebersicht. Im franzosischen Ministerrath theilte am 23. ds. Freycinet die bevorstehende Ernennung des Fürsten von Hohenlohe zum Statthalter der Reichslande mit; er begrüße fie im Interesse der Elaß⸗Lothringer mit Freuden, auch sei sie ein Zeichen, daß Bismarck die guten Beziehungen zu Frankreich befestigen wolle. Der neue Konsul für Zanzibar, Herr Travers ist bereits daselbst eiagetroffen und hat die Vertret- ung des Generalkonsuls Rohlfs übernommen. Die Meldung, daß deutsche Kriegsschiffe, insbesondere die „Elisabeth“, auf der Rhede von Zanzibar ein⸗ getroffen seien, ist unbegründet. Vor Zanzibar liegt bin deuisches Kriegsschiff. General Grant ist, wie in v. Nr. bereits urz gemeldet, am Mittwoch gestorben. Der Tod dieses in den Zeiten des Sezessionskrieges hochge— reietten Generals und nachmaligen Präsidenten der bereinigten Staaten wurde schon seit längerer Zeit wwartet und somit kommt die Nachricht von dem Ableben eines politisch schon lange todten Mannes eineswegs unerwartet. Ulysses Sidney Grant, eboren 27. April 1822 zu Mount⸗Pleasant im Staate Ohio, begann seine militärische Laufbahn mit 17 Jahren in der Militär⸗Akademie von West point. Im großen Bürgerkriege trat er zuerst auf alß Oberst des 21. Illinoiser Regiments, Juni 1861. Im Frühjahr 1862 befehligte er als heneralmajor die freiwillige Armee und gewann das Missfissippigebiet durch die Einnahme des wich⸗ igen Vidsburg, 4. Juli 1863, vollständig. Gleich⸗ eitig war die Macht der Sezession durch diesen Sieg gebrochen. Weitere Erfolge veranlaßten dongreß und Präsident, Grant am 2. März 1864 um Oberbefehlshaber aller Heere zu ernennen. dwei Jahre späͤter wurde er ausdrüduich in dieser Stellung bestatigt. 1868 wurde Grant von der rpublilanischen Partei als Präsidentschaftskandidat ufgestellt;, am 4. März 1869 trat Grant die hrasidentschaft an, welche er 8 Jahre lang geführt sat. Ihm folgte der Demokrat Ruͤtherford Hayes 877. Die Bestechlichkeit hatte unter Gram der⸗ ut um sich gegriffen, daß der einst so beliebte deldherr doustandig untauglich zur Wiederwahi durde und der Versuch dazu 1880 gänzlich scheiterte. ?eitdem hat sich Grant jast ganz vom politischen eben zurückgezogen. Seit längeret Zeit iin heneral an Granm einer Gesichtskrebskrankheit, welche junmehr seinen Tod herbeigeführt hat. — Deutsches Reich. Berlin, 24. Juli. Furst Bismarck dürfte vch noch nach Gastein gehen und dann der Kaiser⸗ rgegnung auf ösierreichischem Boden beiwohnen. Berlin, 24. Juli. Nach neuerdings bor— agenden Nachrichten wird die Kaiserin Eusabeth dem fur die ersten Tage des August angekündigten desuch ded Kaisers Franz Joseph bei unserm Kaiser n Gastein sich anschücuen. Ausland. Gaftein, 24. Juli. Der Kaiser fuhr gestern w Erzherzog Johann. In der Promenade verließ t den Wagen um machte einen längeren Spazier⸗ ung durch den Wald. Heute drittes Bad. Svazier⸗ ng wit Obersemenghit ülee Sonntag, 26. Juli 1888. 200. Jahrg. Die „Frank. Ztg.“ meldet, daß fich Fürst hohenlhohe am Donnerstag nach Gastein zum Kaiser begeben habe. Rom, 23. Juli. Dr. Walsh, der neuernannte Erzbischof von Dublin, wurde gestern vom Papsi in einer Privataudienz empfangen. Se. Heiligkeit anterhielt sich mit ihm über die politische Lage in Irland. Während er die schwierige Stellung des Erzbischofs anerlannte, empfahl er ihm mit Klug⸗ heit zu handeln. London, 283. Juli. Die Trauung der Prin⸗ jessin Beatricee mit dem Prinzen Heinrich von Batttenberg hat heute in der Kirche von Wipping ham in der Nähe von Osborne im Beisein der Königin, der Minister, des diplomatischen Korps und einer großen Anzahl hervorragender Persönlich⸗ keiten stattgefunden. London, 24. Juli. Die „Daily Chronicle“ bringt aus Allahabad das durch keine anderweitige Nachricht bestätigte Gerücht von einem Aufstand in dabul. Ein englischer Abgesandter werde sich von PBaschawur nach Kabul begeben. Bombay, 23. Juli. Die chinesische Regier⸗ ung hat nach Ili und Kaschgar wegen der dort fortdauernden Unruhen Truppen gesandt. Newyork, 24. Juli. Cleveland erließ an⸗ äßlich des Todes General Grants eine Proklama tion, worin er der Verdienste des Verstorbenen ge⸗ denkt und befiehlt, daß alle öffentlichen Gebäude )reißig Tage lang Trauer anlegen und am Beer⸗ igungstage geschlossen bleiben. Die Börse wird hre Geschäfte an diesem Tage aleichfalls aussetzen Folgendes: Der Postomnibus geht nur bis nach Wittersheim.“ Dort ist eine Posterpedition errichtet und als Postexpeditor Herr Wirth und Agent Diel von da bereits ernannt. Poststall⸗ halter ist Herr Hotelbefitzer Lang in Blieskastel. Der Dienst geht vom 1. Oktober ds. Is. an. Zu dem Bestellbezirk Wittersheim kommen Erfweiler und Bebelsheim nebst einigen Hofen, vielleicht auch Aßweiler. Auch Habbirchen erhält eine Expedition, edoch ohne Postwagen. Die Postpakete dorten wverden in Frauenberg mit der Reichspost nach Saargemünd befördert. Je eine Postexpedition zekommt auch einen Briefboten und werden in Blieskastel sowohl als im Bestellbezirk Reinheim ꝛein Postbote überflüssig. Allgemeine Freude hertscht Aüber diese postalische Verfügung, die unsern un⸗ qünstigen Verkehrsverhältnissen Kechnung getragen hat. — Zweibrücken, 23. Juli. (J. 3) Richt unerheblich im Gesichte verbrannt hat sich der Sohn zines hiesigen Brauereibesitzers. Der junge Mensch chüttete in unüberlegter Spielerei fiedendes Pech in einen Bierkrug, das natürlich zurückspritzte und hm im Gesicht Brandwunden beibrachte. — Otterberg, 22. Juli. Soeben einge⸗ roffenen Mittheilungen zufolge, soll die hiefsige Fabrik von einer belgischen Gesellschaft nun kaͤuflich exworben, und die achtjährige Uedernehmung. der Umlagesteuer auf die hiesige Gemeindelasse ange⸗ nommen sein. J — Neustadt, 28. Juli; Die heutige „Bürger⸗Zig.“ enthält nicht weniger als fünf vom hiesigen Amtsgerichte erlassene Strafbefehle wegen Milchfälschung. Diese Verschärfung der Strafe durch Veröffentlichung der Namen der Milchpanischer dürfte vielleicht mehr noch als die über diefelben derhängten Strafen von je 80 Mk. Veranlassung zeben, in Zukunft die Milch so zu lassen, wie sie yon der Kuh kommt. — Ludwigshafen, 24. Juli. Das ünftige Bezirksamt Ludwigshafen wird den Kanton dudwigshafen umfassen,“ dem Bezirksamt Speyer vird der Kanton Speyer verbleiben. Die Errichtung des neuen Bezirksamts soll in Bälde erfolgen. Vermischtes. —f Ein Jubilaum für Landwirthe »ringt das Jahr 1885; es ist nämlich gerade ein Säkulum vergangen, seitdem der Freiherr Kaspar o. Voght (geboren 1752) die Karloffel, die bis dahin nur im Garten gebaut worden war, zu einer Feldpflanze und sie damit zu kultureller Bedeutung erhob. Auch dem Kleebau wurde damals in einem regelmaͤßigen Turnus sein Platz angewiesen und zu zleicher Zeit der Anbau der so nüßüchen Steckrüben gelehrt. F Die schnellste Postkarte, welche die Reise um die Welt gemacht hat, ist wohl diejenige, die Dresden am 26. Marz ds. Irs. verließ und über San Franzisko, Singapore ꝛc. am 7. Juli in Dresden wieder eintraf. Sie hat also die be⸗ tühmte Karte des Herrn Blos um 15 Tage ge⸗ ichlagen. Sie hat durchschnittlich taglich 5197 engl. Meile durchlaufen. Von weiterem Interesse ist, daß die 105.tägige Postkartenreise nur eine Zehnpfennigmarke und eine Zwei⸗Cenis . Marke (in Singapore) Porto kostete. Gin Sohn des Bataillons.) Aus Goͤrlitß vird geschrieben: Das hier in Garnison stehende z. schlesische Jagerbataillon Nr. 5. hat seit dem ranzosischen Kriege einen besonderen Schüßling in »in⸗ Obhut genommen ⸗inen Onuaß⸗ß Lokale und pfälzische Nachrichten. *St: Ingbert, 26. Juli. (Anglücksfall.) Heute Vormittag wurde auf dem hiesigen Hütten⸗ werke ein 19 Jahre alter Arbeiter aus Oberwürz⸗ dach von einem abspringenden Treibriemen so chwer verletzt, daß er augenblicklich todt blieb. (9 St. Ingbert, 25 Juli Freunde eines rischen Jugendtreibens und der Wehrhaftigkeit der jeranwachsenden Männerwelt sehen gern dem ernsten Streben unserer deutschen Turnvereine zu. Wir machen deshalb unsere hiesigen Mitbürger auf das morgen im Becder'schen Garten stattfindende Schau—⸗ und Preisturnen des hiesigen Turnbereins aufmerk— am. Das Schauturnen beginnt um 8 Uhr, das Wettturnen gegen halb 5. Der St. Ingberter Turnverein ist zwar verhältnißmäßig noch jung; allein uns dünkt, daß er für die Zeit seines Be— tehens das Selbstbewußtsein besitzt, seine Leistungen vor größerem Zuschauerkreise zeigen zu dürfen. Wir vünschen ihm darum zu seinem Turnfesichen zahl⸗ reiche Besucher und zu seinen Leistungen alücklichen Erfolg. P. Wiedet einmal steht den Bewohnern hiesiger Stadt ein hoher Kunstgenuß in Aussicht. Es ist nämlich den Bemühungen des Herrn Wirtes Weirich zelungen, die rühmlichst bekannte Kapellen, Reckzeh“ aus Saarlouis in der Stärke von 40 Mann zu einem Kon zert e zu engagiren. Dagsselbe findet nächsten Donnerstag von 125—9 Uhr in dem Becker'schen Biergarten dahier unter persönlicher Leitung ihres Herrn Kapellmeisters statt. Da auch hei derartigen Gelegenheiten Herr Weirich nur das Beste in Speise und Trank bietet, so ist zu hoffen, daß seine Bemühungen durch techt zahlreichen Be— such beregten Konzertes einigermaßen enischädig werden mögen. Aus dem Bliesgau, 24. Juli. Be—⸗ AJ*5 veor neuen Wonnernindue6r⸗ ich — vährend der Schlacht bei Sedan dort auf dem Schlachtfelde von einer Marketenderin des Bataillons jeboren worden ist. Der kleine, unter sd seltsamen imständen und mitten im ärgsten Schlachtgetümmel ur Welt gekommene Knabe erhielt als Vornamen en Ramen Sedan“, er heißt Sedan Böhme. Der deutsche Kronprinz hat als Pathe fungirt und ich seitdem wiederholt für ihn interessirt, waährend sleichzeitig das Jäger bataillon und ein Offizierkorps die Erziehung und das Gedeihen des jungen Sedan? sorgsam Uherwachten. Durch den Kron⸗ —D— XV sone Kommandeurs angeordnet worden, daß der anabe in bie Mililärschule in Weilburg aufgenom⸗ men werde. — 7 Fur das Schulze⸗DelißschDenkmal sind nach einer Miltheilung des Auwaltes der Ge⸗ nofsenschaften auf dem Vereinstage in Munchen be⸗ riis 78000 M. gesammelt und sollen demnächst die nothigen Einleilungen zur Ausführung desselben getroffen werden. 17'Danzig, 23. Juli. Die auf hiefiger Marinewerft zum Ersatz für die , Medusa“ erbaute Vlatibedslorbette erhieit bei dem heutigen Stapel⸗ lauf den Namen „Nixe“. Die Taufe vollzog der Zontre⸗Admiral Pirner. Die „Nire“ ist als Schul⸗ schiff fur die Kadetten und Schiffsjungen bestimmt. F'Ein entsetzlicher Vorfall ereignete fich dor einigen Tagen im Zoologischen Garten zu Antwerpen. Das Rashorn, das schon seit einigen Tagen eine ungewöhnliche Wildheit gezeigt hatte, flürzte sich plöziich auf den eintretenden Wärter, welcher ihm das Futler brachte, und riß ihn mit roßer Gewalt zu Boden. Der Waͤrter hatte kaum Zeit, um Hülfe zu rufen. Ehe man fich's versah, sante ihm das wüthende Thier zwei furchtbart Wunden an der Brust mit seinem Horne beige⸗ dracht. und als es sah, daß die außenstehenden Perfonen bestrebt waren, den Körper des Unglück⸗ ichen aus dem Kafig hervorzuziehen, nahm es ihn in den Rachen, tirug ihn in einen Winlkel und zer⸗ —XRDD Zuschauer. Nachdem es seine Wuth gekühlt, ließ das Nashorn zen Leichnam liegen. Der Unglüdliche hinterlaͤßt eine Wiliwe mit vier kleinen Kinder. Pest, 23. Juli. In der Gemeinde Ocsova im Sohler Komitat sind 160 Hauser niedergebrannt. der Schaden beziffert sich auf 200.000 fl. — Heute Scrntag — J— Vaupillo Pis. Madrid, 283. Juli. Gestern kamen in Zpanien 1278 Erkrankungen und 780 Todesfälle ain Cholera und von den lettern 8 in Madrid, 174 in der Provinz Valencia, 31 in Badajoz und 2 in Barcelona vor. Die Seuche beginnt sich nach Rorden auszudehnen. 3* 7 Eine Riesenbrüche.). Sizilianische glätier berichten von dem Projekt einer Riesenbrücke wischen Sizilien und dem italienischen Festlande, velches bereits dem Ministerium der öffentlichen irbeiten unterbreitet sein soll. Die Kber die Meerenge“ von Messina zu werfende Brücke würde wischen Ganzivi und der Punta del Pizzo kon⸗ ruirt werden“ wo das Meer eine Breite von 4 eilometern und eine Tiefe von 100 Metern hat. sach dem Plan soll die Brücke aus Stahl herge⸗ leli werden und aus 3 mittleren Bogen von je 000 Metern Lange und zwei Endbogen von je 00 Metern Lange bestehen. In der Mitte sollen Eisenbahngeleise gelegt werden. Das bis auf 0 Meler Entfernung an das Meeresniveau reichende Fundament will man aus Granitmassen herstellen. juf dieser Basis sollen sich dann die Pfeiler auf⸗ ‚auen, welche aus durch hydraulischen Mortel ver⸗ undenen Granitsteinen konstruirt werden und 10 Reter über den Meeresspiegel hervorragen sollen. die Mauerarbeit unter dem Wasser muß unter zenutzung von Senkkästen geschehen, in welche omprimirte Luft gepumpt wird. Die mittleren zogen werden eine freie Weite von 940 Metern iud eine Scheitelhöhe von 100 Metern haben. die Breite der Brüde soll an den Pfeilern 60 Neter und in der Mitte zwischen 8 Pfeilern 20 Meter betragen. Nach dieser Beschreibung würde as neue Riesenbauwerk alle bis jetzt existirenden zogenbrücen an Großartigkeit übertreffen. FPlymouth, 22. Juli. Das Torpedo⸗ chiff „Hekla“ ist mit mehreren Passagieren des dampfers „Cheerful“ aus Liverbool hier einge⸗ aufen, mit welchem das Torpedoschiff im Bristol⸗ danale einen Zuͤsammenstoß hatte. Der Dampfer Cheerful“ hatte eine große Anzahl Passagiere, belche von hier nach Liverpool zu fahren gedachten. Wahrend eines dicken Nebels stieß das Torpedoschiff nit solcher Heftigkeit in die Seite des Dampfers, „aß das Schiff nahezu in zwei Theile zerschnitten wurde. Die Kollifion war so stark, daß die Passa Fiere aus den Beiten geworfen; wurden und zwei erselben sofort den Tod fanden. Nach fu Minuten jank das Schiff und riß 13 Perse n mit sich in die Tiefe, trotz der Anstrengung u Mannschaft des Torpedobootes. p'Rewe Yori, 20. Juli. Während de letten dier Tage hat langst der atlanshen Su iuste eine schreckliche Hitze geherrscht; diele * zon Sounenstich waren die Folge davon; in * York ereigneten sich gestern deren fünf, einer hrooklyn und vier in Philadelphia. Der —* in Regen macht die Unbehaglichkeit noch Ir ind die Vegeiation ist verdorrt. Während da —XRV hebirge sehr wenig geregnet. CGas Heidelberger Faß übertroffen) Det Sef. Louiser Küfer Rudolph Stechers will da große Faß von Heidelberg übertreffen; er baut ys in einem Faß, das 50,000 Gallonen enthalten so Dasselbe hat 23 Fuß im Durchmesser, ist 22 guß soch und groß genug, daß eine aus sechs Personen estehende Familie bequem darin wohnen könn— Das nächste Ziel des Kiefers wird jetzt wohl sein in Faß herzustellen, wie es sich der deutsche Su— biosus träumt, „ein Faß so groß, als wie die Welt Briefkasten der Redaktion. Herrn N. N. hier. Sie haben recht. In vor. Ir nuß im zweiten Artikel unter lotalen u. pfälzischen Rag ichten in der Zahl, welche den Prozentsatz der augereheish jeborenen Kinder im deutschen Reiche pro 1888 angih wischen der zweiten und dritten Ziffer ein Lomma n seschaltet werden. Der betr. Sat hat also zu lauten: m deutschen Reiche kamen im Jahre 1888 aus 100 de urten 9.82 außer der Ehe geborene Kinder. * xX. Demesß Die neueste Nummer — Mitte Juli — Neuen Musik⸗-Zeitung“ Verlag von P. J. Tonger, toln. Preis pro Quartal 80 Pfg. enthält unler Anderem: „Kaulbach⸗Stieler“, Opernchclus Ne.) Fidelio. — „Eine Musikantenwette“, (E. Hein— hrem). — „Ein Stieftind', (O. Neitzel) — Altdeutsche Sprüche“. — „Ein Konzertanzeig— Jes Vaters Mozart.“ — „Aus Wendelssohn' deben“. — ‚Geschichte der Holzblasinstrumente“ Oboen, Englisch Horn, Dudelsach) mit 20 Abbilbd aingen. „Geschichte der Blechinstrumente“ mit Abbildungen. .8 WW Probe⸗Nummern sind in jeder Buch. un— Musikalien-Handlung kostenfrei zu haben. — lung tosenfrei zu haden — Turnvere dvt. Ingbert. 1000 Mark zahlen wir dem, der ben Gebraueh von Goldnenns Kaiser⸗Zahnmase à FI. 60 Pf. und 100 Pt jemals wieder Zahnschmerze pekommt. S. Goldmann Cie, Dres den. — Zu habe in 8t. Ingbert bei P. Fern, Droguenhandlung. 6u CIGII* 5 — 3 . Rickel. Die Holaändische J Kaffee Brennerei . 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Mits., Nachmittags um 8 Uhr im zolale bei Wirth Johaun Weirich Gierbrauerei Becker Unterstadt) wird ie statutenmäßige * —— Generalversammlune J Druckarbeiten abgehalten. J Tages⸗Ordnung: 1. Bericht Aber das abgelaufene halbe Jahr 1885. 2. Cassenbericht. 3. Besprechung sonstiger Vereindangelegenheiten. t. Ingbert am 20. Juli 1888. Der Vorstand: L. Weirieh. F ompkehlt siob din. Buch⸗ unc Steindrucxkeret F. X. Dometꝝ WVerlag deagt.Ingbortor Anacige⸗ 8t. Ingbert. Al II AIIIbIIICb— Scheine jur die Gemeindekrankenver⸗ sicherung änd zu haben in der Druckerei des „St. lngborter Anzoiqger.“ Jeder Veraleich aer Amerlk. Britiaut Glam turki ⁊n Fritæ Sehulæ jun. Le — — — , de — D Bee von xX. demet in St. Inaberi. ierzu Allustrirr ataachblait“ Nr. * — J J J — n , r * *85 * 9 — n 35 I — . J ih 427 J —* IFP Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. eꝛ. gngrerter Aneiger · erscheint wbchentlich füufmalr Am Moutag⸗ Dienstag, Donnerstag, Samstag und GSonntag; 2mal wochentlich mit nuterhalunge⸗ dlau und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat tostet vierteljahrlich 1 4 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließli n 04 Zustellungsgebuhr. Die Einrũckungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —⸗, bei außzerpfalzischen und solchen auf welche die Crpedition Auskunft extheilt, 1b , Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 146.. Montag, 27. Juli 1888. 20. Jahrg. Deutsches KReich. Müͤnchen, 285. Juli. Bayern nimmt an der internationalen Telegraphenkonferenzen, welche im August zu Berlin tagt, nicht als Partikular⸗ jaat theil, sondern ein bayerischer Beamter wird ubei in der Eigenschaft als Verireier des Reichs iungiren. IJ Hrünchen, 25. Juli. Die Königin Isabella bon Spanien ist zu einem längeru Aufenthalt in Nymphenburg bei München eingetroffen. Dieselbe wurde an dem Bahnhof von dem Prinzen und der prinzessin Ludwig Ferdinand (ihrer Tochter), der hrinzesfin Adalbert und dem Prinzen Alfons em⸗ angen. Berlin, 25. Juli. Die Staaiseisenbahn⸗ verwaliung fährt in ihren Bestrebungen, die joziale dage ihrer Arbeiter zu beffern, energisch fort. Ins⸗ desondere aber läßt fie sich die Fuͤrsorge für ihre sAbeitzunfähigen Arbeiter angelegen sein. An Stelle der seither nut für die Werkslaãttenverwaltungsbe⸗ irke einiger Eisenbahnverwaltungsbezirke bestandenen henfionstassen tritt vom 1. Oklober d. J. ab eine, ie Gewährung von Pensionen, Wittwen⸗ und Waisengeld bezwedende einheitliche Pensionslasse fur das gesammte Arbeitspersonal in den Werk· hätten der ganzen Staatsbahnverwaltung. Auch qind die Vorbereitungen getroffen, vom 1. April k. J.ab eine gleiche Kasse auch für das gesammte hetriebs⸗Arbeiterpersonai der Staatsbahnverwaltung ns Leben zu rufen. Zu den Penfionslassen schießt die Eisenbahnverwaltung/ die Halfte der Jahres- jumme sämmtlicher Beitrage der Arbeiter bei und aft die Kassengeschäfte durch ihre Organe unent gelilich versehen. 2 Ausland. Wien, 26. Juli. Gegenüber den Zeitungs⸗ nachrichten · Aber. eine beborsiehende Begegnung des dursten Bismardde mit dem Grafen Kalnoly sagt das Fremdenblatt“rn daß die Gegenüberstellung der differirenden Ortsangaben genügen duürfte, um die Zuverlässigkeit allet gegenwaͤrtig uͤber diese Minister⸗ begegnung und deren Zweck verbreiteten Meldungen u charalierifiren. Paris, 24. Juli. Die chinesische Regierung eigte der französischen an, daß der Führer der Schwarzflaggen nach China übergetreten i. Nom, 28. Juli. Die Liberta“ versichert, England habe die Unterhandlungen mit Italien velche im Januar abgebrochen wurden, neuerdings wufgenommen, weil Salisbury entschlossen sei, im herosi Khartum zu erobem. Sondon, 25. Juli. Mehreren Morgen ⸗ olattern zufolge nehmen die englisch⸗rusfischen Unter⸗ jandlungen bezuglich der afghanischen Grenze einen befriedigenden und glatten Verlauf. Baron Staal hatte gestern eine langere Unterredung mit Lord Salisbury. « E * Bombany, 28. Juli. Die Gaz. de Bomb.“ erllärt das Gerücht von einem Aufstande in Kabul jür unbenründet vurde getroffen. Die Verletzung war eine so chwere, daß er denselben im Spuͤale gestern erlag. Der Verunglückte ist aus Oberwürzbach und Vater mehrerer Kinder. 7SuIngbert, 27. Juli. Gestern Nach- nittag feierte der hiesige Turnverein im Garten der Herren Gebr. Becker ein kleines Turnfest mit Schau- und Preisturnen. Um 744 Uhr nahm das Fest seinen Anfang, und wurde die Zeit bis isaß Uhr mit Stabe und Freiüb⸗ üngen, sowie Schulturnen ausgefüllt. In der darauffolgenden Pause spielte die hiefige Berg⸗ kapelle. Sodann folgie das Preißswettturnen, delches fich auf die Zeit von 5 bis 28 Uhr er⸗ tredte. An demselben betheiligten sich 11 aktive Tucner und 5 Zoglinge. Von den ersteren erhielten jolgende 6 Herren Preise: 1) Hermann dempert: 1. Preis (Diplom und Geschenh); M Friedrich Zins: 2. Preis (Diplom und deschent); 3) Jabob Meyer: 3. Preis ( Diplom ind Geschenl); 4) Heinrich Schwarz: 4. Preis (Diplom und Geschenh); 5) Friedrich Sralsere. Preis (Diplom und Geschenk); 5 J. J. Jost: 6. Preis (Diplom und Geschenh). Von den Zoglingen erhielt den 1. Preis (Diplom): Ph. Möllendid, den 2. Preis (Diplom): Fütob Ridel. den 83. Preis (Diplom): Ph VWeber. Aufmunterungspreise wurden dem Al⸗ sen Aug. Demez und dem Zögling (Jakob grudmann zuerkannt. Als Preisrichter fungir en die Herren C. Beder, L. Schlau⸗ zecker und P. Schluck. — Bis spat in die Nacht hinein blieb die Gesellschaft beisammen, und war die Sümmung eine recht animierte, wozu die Berg⸗ zapelle mit lustigen Weisen, sowie der gute Stoff us der Brauerei der Herren Gebr. Beder wesent ich beitrugen. Auch Se. Maj. des Konigs wurde jebdacht, indem die Turner auf Dieselbee in be⸗ Jeistertes dreifaches „Gout Heil“ ausbrachten. — Die Direktion der Pfälzer Bahnen hat mierm 7. d. M. eine sehr humane Verfügung erx⸗ assen. Um den unbemittelten Zoglingen der in tayern bestehenden Blindenanstalten, nämlich des ꝛgl. Jentral · Blindeninstituts in Manchen, der Zreis⸗Vlindenanstalt Wurzburg und des Blinden⸗ nstimts in Nurnberg, den Besuch ihrer Angehoörigen m den Ferienzeiten zu erleichtern, wird denselben, owie den sie degleitenden Fuhhrern — den letzteren auch bei der Fahrt zur Abholung der Zoglinge, bezw. bei der Rücfahrt nach der Verbringung der Zuͤnden in die Anstalt — auf Empfehlung des Borftandes der betreffenden Anstalt innerhalb des diesseitigen Bahngebictes bezw. ab und bis zu den pfalzischen Uebergangsstationen die Hin⸗ und Rück⸗ teise in der 8. Wagenklafse gegen Lösung von salben Billeten dieser Klasse gestattet. Bis 1. Januar 1886 kommen halbe Tour⸗Villete zur Aus⸗. jabe, alsdann ist die Einführung eines neuen dies Zezügl. Billetsystems in Aussicht genommen. aAus der Pfalz vwird der „Pf. Pr.“ berichtet: Soeben vernehmen wir, daß fuͤr das Vostpersonal · eine wichtige Verordnung erschienen p nach der die Postadjunkten dom 8. Jahr ihrer nastellung an jährlich sich einer Prüfung am Sit hrer Station zu unterziehen haben und IX hr künftiges Avancement von dem Erfolg dieser brüfung abhangig sein. DAus dem Bliesbgau wird der „Pf. Pr.“ geschrieben: Die diesjahrige Ernte laͤßt sich un bezuͤglich ihres Ergebnihses so ziemlich über— pliden und kann fur die hiefige Gegend nur gut, ja ausgezeichnet genannt werden; die Futterernte die ersie Kleeschur, ist gerade nicht reichlich ausge tallen, auch die Heuernte ist nur mittelmäßig, je doch ersetzt hier die Qualität die Quantität. Das Zorn isi beinahe durchweg auf Haufen und obwohl es nicht viele Garben gibt, so hat dasselbe doch sehr zut geladen, wie noch in wenigen Jahrgängen; rußerordentlich schön und vollkommen, sowohl in Siroh und Körnern ist der Weizen, sogar in den chlechiesten Aeckern sieht er ausgezeichnet, auch hat nan bis jetzt noch nichts von dem leidigen Brande sehört. Der Stand des Hafers läßt nichts zu vünschen übrig, und auch hier dürfte er sowohl in Menge als Guͤte die Ernte einer ganzen Reihe der etten Jahrgange übertreffen. Die Kartoffeln be⸗ rechtigen ebenfalls zu den schönsten Hoffnungen, vorausgesetzt, daß die trocene Witterung anhält. Die Gerfte steht in leichtem Boden sehr schoͤn, in chwerem Boden ist sie weniger gut. Die Obsternte vird leider gering ausfallen, nur die Kirschenernte macht davon eine Ausnahme; es gibt wenig Pflau⸗ men und Birnen und nur Siebenschläfer Aepfel; die zweite Kleeschur fällt sehr reichlich aus, ebenso derspricht auch das Ohmet eine Ernte. Unsere Weinbauern an der Blies rechnen auf einen geringen Mittelherbst, da die Reben durch die Maikalte sehr zelitten haben, indessen scheint es auch, als od für insere Gegend zu edle und frühe Traubensorten jezogen wurden. Aus alledem erhellt, daß die dandwirthschaft heuer im allgemeinen alle Ursache hat, mit den Ernte⸗Ergebnissen zufrieden zu sein, was man ihr auch von Herzen wünschen kann. — Kaiserslautern, 285. Juli. Gestern zing das mündliche AbiturientenExamen an der Fiefigen kgl. Lehrerbildungsanstalt zu Ende und sollen dem Vernehmen mach sämmtliche Zöglinge zes Austritiskurses bestanden haben. — In Maikammer ist der durch seinen Sohn mit der Sense verlezzte 8jährige Joh. Ad. ẽrnst seiner Wunde erlegen8 — In Maikammer kaufte ein Weinkom⸗ nissionär sümmtliche Malenka-Trauben (früh⸗ reifeste Sorie) von Joh. Müller zu 480 M. per 1000 Liter. — —— — Speyer, 24. Juli. Das Augenleiden des zur Kur in der Schweiz befindlichen Herrn Bischofs v. Ehrler hat fsich erfreulicher Weise ge⸗ hessert. — Die Priesterweihe im Dome findet dieses Jahr am 16. August satt. -— Der Direltor der Pfalzischen Eisenbahnen, —XV gebrauch nach Kisfingen abgereist. — Der in Mannheim erscheinenden „Bad. Bolts⸗Ztig.“ wird von Frankent hal nachstehende merkwurdige Geschichte berichtet: Ein höchst lomischeß Mißverstandniß und eine gerichtliche Ver⸗ nehmung hat kürzlich die vor vierzehn Tagen statt⸗ zehabte Versammlung des Schreiner ⸗ Fachvereins zeranlaßt. In derselben sprach Herr Meist aus ꝛöln und beantragte eine „Resolution“ und ge⸗ zrauchte dies Wort in seiner Rede wiederholt. Ein anwesender Schreinergeselle verstand „Revolution“ and erzahlte seinem Meister, daß in der Versamm⸗ ung die „Revolution besprochen worden sei.“ Diesem wurde ob solcher Meldung „angst und dange“, und er machte Anzeige hiervon, worauf der Vorsitzende vorgeladen wurde · (7) und sich als— dann die Sache zur allgemeinen Heiterkeit auftlärte. Lokale und pfaälzische Rachric ten. SheIngberte 27. Juli. (Anglüdsfall.) deider haben wir heute noch üͤber einen zweiten, hochst traurigen Unglücksfall, der sich am Samatag auf dem hiesigen Huttenwerke ereignete, zu berichten. kin alterer, in den 80ger Jahren stehender Ar⸗ deiter wollie im neuen Walzwerke das Lager des Schwungrades dlen; kam dabei mit seinem Kopfe dem in Bewegung stehenden Rade zu nabe und adtitarrablaMbstventpareh — 27 — α, 73. 7 7 * — — 7* re? vBermischtes. Fe In Noöoln ereignete sich am Freitag Mittag durch den Einsturz zweier Häuser auf dem Holz— markte ein großes Unglück. Fast sammtliche Be— wohner der beiden Häuser wurden unter den Trümmern begraben. Wie alsbald festgestellt, wohnten in einem der eingestürztenHäuser 69, im anderen 26 Personen. Davon wurden. nach Angabe von Augenzeugen 20 bis 25 unmittelbat nach der Katastrophe durch Rheinarbeiler derettet Bis Samstag Vormittag 10 Uhr waren 80 Ver⸗ letzte im Hospital aufgenommen. Die Kaiserir Augufta sandte für die Verunglückten 300 Mark Von allen Seiten treffen reiche Spenden ein. (Die Zahl der Todten stellte sich am Samstag Nach⸗ mittag auf 153 auch von den Verwundeten, deren Zahl sehr beträchtlich ist, sind noch manche in Todesgefahr.) Kobn⸗ 26 Juli⸗Henter früh⸗BGer· Uhr wurde der letzte Verschüttetete, der Schreiner Schulze, todt aus den Trümmern hervorgezogen. Die Be⸗— erdigung von 7 Todten fand heute um 9 Uhr unter großer Betheiligung statt. Die Gewissenhaftigleit, mit welcher unser Kaiser ungeachtet seines hohen Alters auch die tleinste seiner Pflichten erledigt, ist bekannt. Wir werden in den Stand gesetzt, dafür aus allerneuester Zeit ein Beispiel anzuführen. Von den betreffenden Zehörden war die Gewährung eines Ordens für einen oberelsässischen Lehrer erbeten, dessen fünfzig⸗ jähriges Dieustjubiläum bevorstand. Statt der er⸗ hofften Bewilligung kam jedoch aus dem Zivil⸗ labinet zu Ems ein Schreiben, in welchem es hieß. es sei Seiner Majestät auffallend, daß der be— treffende erst 64 Jahre alt sei, und bedürfe es naherer Erlaͤuterung darüber. Erfreulicherweise fand das Original · Ernennungsdekret sich noch vor, nach welchem einst der vierzehnjährige junge Mann zur Beihilfe für seinen Vater in aller Form als Lehrer wirklich angestellt worden; somit konnten die er⸗ hobenen Bedenken beseitigt werden. Der Orden gelangte denn auch, durch Eilboten befördert, noch rechtzertig in die Hande des Jubilars. 7 In dem unterfränkischen Städtchen Mell⸗ rich stadt mit 2800 Einwohnern haben sich inner. halb des letzten Monats nicht weniger als 5 Per⸗ sonen erhängt! Zwei andere, ein Mann und ein Madchen, wurden rechtzeitig durch Abschneiden noch gerettte. F Viele Geschäftsleute trommeln ihre Kunden zusammen, ein Bierbrauer aber in Königshofen an der Tauber läutet sie zusammen. So oft ein frisches Faßßchen angestochen wird,. zieht er ein Gldächen an seinem Hause, und alles eilt herbei, um die Konjunktur“ auszunuhen. Geisenfeld, 21. Juli. Eine gräaßliche Familientro⸗3die spielte sich gestern bei Holzleiten sD c ab. Der 38jährige Taglöhner Anton Lindel dahier arbeitete mit seiner 26jährigen Ehefrau Walburga auf einem Acker. Nachmittags geriethen Beide in rinen Wortwechsel, in Folge dessen Anton Lindel mit seiner Sense mehrere Hiebe gegen seine Ehe⸗ rau führte, welche dieselben in schredlicher Weise zerstümmelten. So war ihr u. A. der ganze Anterleib quer durchhauen, daß die Gedärme her— azushingen, am rechten Arm hatte ste eine furcht⸗ hare Wunde überhaupt soll sie elf Verletzungen erlitten haben, da ihr der rasende Ehemann noch verschiedene Stiche mit dem Messer beibrachte Um ie zu tödten. Ihre Bittie um Schonung verhallte ruchtlos. Als Lindel sah, daß seine Frau fich nicht mehr rührte, stieß er einen frohlockenden Schrei aus und kehrte dann das Messer gegen fich, indem er versuchte. sich einen Stich in die Bruͤfi »eizubringen. Als dies ticht gelingen wollte chnitt er sich den Hals ab, so daß er sofort todt war. Diei Kinder sind durch diese Unthat ihres Vaters ihrer Ernährer beraubt. Lindel war ein ahzorniger Geselle, der schon früher wegen Erstechens ines Burschen in Forchheim mit 7 Jahren Zucht⸗ haus bestraft worden war. r Eine soriginelle Bitte. Dieser Tage iangte bei einer Wiener Militärbehörde ein sichtlich nit besonderer Mühe und Zeitaufwand ausgefertig⸗ les Schriftstück eines Landgemeinde-Bärgermeisters ein, in welchem mit einer außerordentlich erheitern⸗ den, leider aber nicht druckfähigen Detail⸗Motivier⸗ ung die höchst originelle Bitte gestellt wird: das hochlöbliche Kommando wolle den in seine Heimaths⸗ gemeinde — den Ort des Beschwerdefuͤhrers — beurlaubten Josephh M. ehebaldigst wieder einbe⸗ rufen, weil derselbe, seitdem er bei „die Soldaten“ ist ... bei den Weibsleuten im Orte zu viel Un⸗ heil aurichte! Man kann fich die Heilerkeit vor⸗ stellen, welche diese Eingabe bei der betreffenden Militarbehoͤrde hervorrife. f Moskau, 24. Juli. Gestern fanden hier drei größere Schadenfeuer statt, bei welchen drei Personen leicht, eine schwer derletzt wurden. Der durch dieselben angerichtete Schaden wird auf eine halbe Million Rubel veranschlagt. J fStockholin, 24. Juli. Das Schif „Venus“ aus Rostock, Kapuan F. Bründel if in Folge der dicken Seeluft in den Schären von Kemi auf den Grund gerathen. Das Schiff ist wahrscheinlich wrack, die Mannschaft gerettet. f London, 22. Juli. Als heute nad Mitternacht das Rettungsboot Zephyhr“ aus Caister zei Yarmouth mit einer Bemannung von 15 Per' onen ausfuhr, um einer auf den Barber Sand zerathenen Brigantine Beistand zu bringen, stiei es auf ein gesunkenes Wrad und sank sast unver⸗ züglich. 7 Matrosen wurden von einem Fischer doot gerettet, aber 8 ertranken. Diese waren sawmtlich berheirathet, und hinterlassen“ zusammen 30 Kinder. I — r Kalkuttan 25. Juli. In Rungapur und Bengalen fanden drei heftige Erderschütterungen tatt, zug große Verheerungen verursacht wur den.“ Ein Vorf bei Nattore (GBengalen) ist dol. ständig vom Erdboden verschwunden. f Exlafsse keine Anzeigen mehr — Wenn alle Leute solche Gewohnheitsmenschen ge⸗ worden sind, daß sie in diesem Jahre jedenfalls a denselben Geschäften kaufen, wie im vorigen Jahr. Wenn in Deinem Fach keine jüngeren und klügeren Geschaftoͤleute mehr auftauchen. die den Leuten in den Zeitungen sagen, daß sie viel vortheilhafter liefern. Wenn niemand mehr glaubt, daß Ge— schäftisanzeigen Nutzen bringen. Wenn die Bebbl. kerung aufhört, sich zu vermehren und keine Ge⸗ schlechter mehr aufwachsen, die nie eiwas von Dir gehört · habru.Wenn jedermanun überzeugt sein wird, daß Du die besten Waaren zu den billigsten Preisen verkaufst. Wenn Du findest, daß Leute die niemals anzeigen, in der Regel ihre Genossen in demselben Artikel weit überholen.“ Wenn nie. mand mehr durch kluge Benutzung der Presse reich wird. Wenn Du lieber nach eigenen Ansichten zugrunde gehen, als durch den Rath anderer Erfolg haben willst. Wenn Du der Mühe enlhoben sein möchtest, Kunden zu bediieinnnn. Gemeinnuũtziges. d vn (Gegen Diarrhöe.) Ein Mann von mittleren Jahren hatte seit läängerer Zeit an Durchfall ge— litten, den die Aerzte mit Opium und anderen Arzneien vergebens behandelt hatien. Da rieth ihm ein alter, erfahrener Arzt, der jetzt noch mii achtzig Jahten seine sehr ausgedehnte Landprarxis zu Fuß besorgt, folgendes einfache Mittel an: Das Gelbe von einem Ei wird mit einer halben geriebenen Muskamuß und einem Stückchen Alaun zon der Größe einer Erbse sorgfältig derrührt und das Ganze auf einmal genommen. Die günstige Wirkung itrat schon in weniger als einer Stunde in und war eine dauernde. Dieses Mittel soll ich in zahlreichen Fällen stets vollkommen bewährt —XE Fur die Redaktion verantwortlich: F. X Demeß. — Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfet, Nordland“, Kapität Nickelz, welcher am 121. Juli von Antwerpen ab⸗ ging, ist am 22. Juli wohlbehalten in New ˖Yorb angelommen. 42— — Finladung zum Abonnoment auf: Gagnnicher ¶Ausverrauf von Kinderwagen, frine und ordinäre, sammtlich zu Fabrilpreisen Ee bei —„AXLXX als: Chlorkalk Carbolkal Carbolsäure —A empfichlt Malerialwaarenhandlung don P. Fery, ν Ludwigsstraße Nt. 586. S F b it t b ————— Diô Arbeitsstubé Zeitschrift fũr leiohte und geschmackvollo Handarbeiten mit farbigen Originalmustern für Oanerasstickerei, Application und Plattstieh, aowie zahlroichen ehwarzon Vorlagen für Hakel- Filet- Strick- und Stiekarbeiten allor Art.- — ——— Monothich ein Heft mit roich üllustrirtem Text, einer farbigen Tafèl mit fein eolorirten, etylgereehten Originalmustern und einor Unterhaitangsbeilage PDise Arbeitsstube bietot sowohl Mũttern als Lehrerinnen reiches Material in ihren Tõchtern und Schũlerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarbeit zu orwecken une ⁊n fordern. 17 59 Zur Anfortigung ron billigen u. aauberon aller n Buchdrucl und Litho· graphie rorxoa mν ον Gut erhaltene 4 — Ninige Urthele der Prenoar Vbeainehe Zeitung (Berun) Dor Far Rau Drecen). —, belbet vVerlag von F. 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Natürlieh fohlt s nicht an ein- tablreiches farbigen vnd aechvaraon ʒehenden Rrlarangen zur Ausführu Muster 2is aueh der erklärende Teat diacor achõnen Voriagen. ——* V7 nũtrlichen ournales sind rortreffich Aboe i- be4l⸗ —ã magen und Postimter, vowie die Verlagsbuchrandlurg F. Gobhardi in berlia, a. 62 entgegen; 2 Probehesto franco gegen Eingendung von 20 Pt. in AX — ri chn ert qeret o mahagoni Möbel find wegen Umzug nach außerhalb zu berlaufen: 1 Nleiderschrank, 1 Wasche⸗ schrank, 1 Komode, Spiegel, Tisch u Diban 3 bi O Stanuge, Kaiserstraße 44 Obersladt. Druckarbeiten empfiehlt aieh dio Bueh- und Steindruckerei F. X. Domotz Verlax deet.Iagborter Anacigec It. 1Pꝑber v. Alle Farben lrocken u. im Oel fertig zum Anftrich sowie Fußbodenöl und Lacke billigst bei VBV. Fern. — — Äoer0oòr'0ìe — aul ae .i — — — ö——— —— ——— —— — Druck und Verlaqg hvon F X. 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Amtsgerichts St. Inabert. — — —— — — 7—— 7 BZBää82— —⸗⸗ —B ů — — ————— ——— ,— — —————⏑—⏑— — ÇM —⏑— ——— der „St ˖ Ingberter Auzeiger“ erscheint wöͤchentlich fünfmalr Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaluungs⸗ latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.M 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen LAM 75 , einschließli d A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunst ertheilt, 13 A. Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. Dienstag, 28. Juli 1888.. 20. Jahrg. M 147. Bestellunge— auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate August und September verden von sämmilichen Postanstalten, den Aus- Tägern und der Expedition entgegengenommen. * Die offizielle Bestätigung der Nachricht, daß der Mahdie Ende Juni an den Blattern ge⸗ torben'sei, läßt noch immer auf sich warten, ybgleich man in London sich stellt, als ob man on der Richtigkeit dieser folgenschweren Mittheil⸗ ing vollkommen überzeugt waͤre. Da indessen die Pocken in den oberen Nillandern erwießenermaßen hisweilen: furchtbare Verheerungen anzurichten flegen, so wäre es immerhin nicht unwahrschein ˖ lich, daß ihnen auch der „falsche Prophet“, zum Opfer gefallen ist. Niederwürzbacher Mühle in Flammen. Ueber Ursache und Umfang des Brandes konnten wir Naheres noch nicht hören. (Soeben, bei Schluß des Blattes, hören wir, daß das Mühlengebäude mit seinem ganzen Inhalte vollständig niedergebranni ist. Die Loscharbeiten dauern noch foet. An den⸗ selben betheiligten sich u. A. auch die Feuerwehren bon hier und Blieskastel). St. Ingbert, 27. Juli. Das gestrige Fest des hiesigen Turnvereins verlief in schönster Weise. Das prächtige Wetter, der frische Garten⸗ platz, die Musik und vor allem die Erwartung eines frischfrohen Treibens hatte zahlreiche Besucher her⸗ beigeführt und — die Erwartung wurde nicht ge⸗ fäuscht. Beim Schauturnen führten fich die Riegen in wohlgefallenden Wandlungen vor. Knappheit und Gefälligkeit in der Ausführung der Freiüb⸗ ungen belohnten das bestimmtgegebene Kommando. Ebenso sind im Geräthturnen merkliche Fortschritte zu vermerken. Letzteres zeigte sich namentlich beim Verlauf des Preisturnens, in welchem die schwierig⸗ sten Uebungen großenteils wirklich elegant ausge⸗ führt wurden. Mögen einige den Schwierigkeiten dieser aufgegebenen Pflichtübungen, auch noch nicht ganz gewachsen sein: sie verdienen doch belobende Aner⸗ fennung, weil fie sich nicht scheuen, auch ohne Aus⸗ IIIIIR Muster öffentlich nachzuahmen. Muth steht Jedem gut, besonders dem Turner. Der großen Spann⸗ ung der bedeutenden Zuschauerschaft beim edlen Werspiel des Preisturnens folgie dann nach einer Pause die mit ebensoviel Teilnahme begleitete feier⸗ uͤche Verteilung der Preise, und jedem der waderen Kaäͤmpen mochte das Herz höher schlagen heim Em⸗ pfange dieser oͤffentlichen Anerkennung unter dem Beschmetter der Trompeten und dem frohen Zurufen des großen Zuschauerkreises. Nach den Anstreng⸗ ungen des Tages ließen sich die Turner im Freun⸗ des⸗ und Verwandtenkreise nieder, und Schreiber dieses hat eine so große Menschenmenge · — wohl 400 mochten in dem hellerleuchten Garten sitzend und herumgehend sich unterhalten — noch selten in einer so allgemein freudigen Stimmung gesehen, als an diesem Abend. Mochten aber auch Monden⸗ schein und Musik, und ein guter Trunk in der Abendkühle zu dieser Stimmung etwas beitragen, das Verdienst, durchweg ein schönes Fest gegeben zu haben, gebührt den Turnern und ihren Führern. Denn auch den Abend verschönten sie mit Schau⸗ stellungen bei bengalischem Licht und sogar mit einem Turnergesang wußten fie dem üÜberraschten Zuhdrer aufzuwarten. Den Schluß ihrer heutigen Thätigkeit aber bildete ihres I. Turnwarts lurze, aber schoͤne Ansprache über den patriotischen Zwed des Turnvereins, in welcher der Redner dann zu einem Toaste auf den hohen Beschützer der Turn⸗ kunst Uüberging, und das mächtige vielsfimmige drei⸗ malige „Gut Heil“ auf S. M. den Konig Ludwiq zeigte wie sehr die kernige Rede gezundet hatte. Noch einmal: Einen schönen Tag haben die Turner geschaffen, und heute wiederholen wir was am Samsiag noch gleichsam fragend an diesex Stelle gestanden. jetzt ohne alle Frage: Der Turnverein St. Ingbert darf mit Recht das Bewußtsein hegen, daß seine Leistungen sich auch vor größerem Kreise zeigen dürfen, und zum Schlusse rufen wir zu seinem Vorhaben, bei dem bevorstehenden Gau⸗ durnfest in Saarbrücken mit einer Musterriege in die Schranlen zu treten, ihm ein ermunterndes kräftiges „Gut Heil“ zu. — —— — Nach den mit den Wehrpflichtgen des Er— C VPolitische Uebersicht. * Wie nun ziemlich bestimmt feststeht, wird rdaiser Franz Josef bei seiner Begegnung nit Kaiser Wilhelm von der Kaiserin Elisabeth zegleitet und ist es auf diese Weise möglich ge⸗ vorden, dem greisen deutschen Monarchen die be⸗ chwerliche Fahrt von Gastein nach Ischl zu ersparen. dem Vernehmen nach werden die österreichischen Najestüten bereits in den ersten Tagen des Augufi n Gastein eintreffen und daselbst einen mehrtägigen nufenthalt nehmen. Gleichzeitig tauchen die Gerüchte ʒon einer Zusammenkunft zwischen dem oͤsterreichischen daiser und dem Kaiser von Rußland wieder mit roßer Bestimmtheit auf. Im kaiserlichen Lustschlosse u Reichstadt in Böhmen, das immer vorzugsweise ils Ori dieser Entrevue genannt worden ist, sollen zereitss große Vorbereitungen für den Empfang hoher Gäste getroffen und namentlich jene Zimmer Jänzend renovirt werden, welche bei der letzten Monarchen-⸗Begegnung benutzt worden sind. Eine Depesche des Generals Courcy von Zonnabend meldet, Thuyet, der sich bisher mit wa 1500 Mann in Camio befand, sei von einem Theile seiner Anhänger verlassen worden und habe sich nach dem in der Nähe von Camlo gelegenen Tamso zurückgezogen. Die durch das Gebirge führenden Wege würden französischerseits und zwaz zucch die Tirailleurs von Tongking bewacht, auch seien die erforderlichen Vorbereitungen zur Be— etzung der Provinz Thanhoa getroffen worden. —Austand. — Gastein, 27. Juli. Der Kaiser besuchte Jestern Mittag 3 Uhr die Fürstin Hohenlohe. Wegen des regnerischen Wetters fand keine Abendspazier⸗ zahrt siatt. Um 84 Ubr nahm der Kaiser seinen Thee bei der Gräfin Lehudorff. Heute promenirtt der hohe Herr auf dem Kaiserwege. Der Bot⸗ schafier Fuͤrst Hohenlohe nebst Gemahlin speisen heute beim Kaiser.Der Botschafter reist morgen nach Paris zurukk. 233346* Wien, 26. Juli. Fürst Chlodwig Hohenlohe⸗ Schillingsfürst ist gestern Abend in Gastein einge⸗ troffen und wird beute vom Kaiser empfangen werden. · cn I Mom, 27. Juli. Der Pap st präkonisirtke heute sechs Kardinäle, vollzog ferner die Ernennung mehrerer Bischöfe, darunter des Grafen Schönborn zum Erzbischof von Prag und Bischof von Budweis — Kardinal Nina ist gestorben. London, 27. Juli. Nach einer Petersburger Meldung der Daily News“ beantwortete Rußland den Vocschlag Salisbury's, die russischen Truppen sollten, um einen Konflikt zu vermeiden, die Pofi fionen in der Nähe Zulfikars räumen, günstig, stellte jedoch die Bedingung, daß die Afghanen diest Positionen nicht besetzen dürften. — Konstantinopel, 26. Jusi. Der Ferman, beireffend die eghptische, Neunmillionen ⸗Anleihe, iss am letzten Donnerstag an den Khedive abgesandt worden. * Der deutsche Kronprinz hat mit der Frau Kronprinzessin und den Prinzessinnen⸗ Toͤchtern am Freitag eine längere Reise nach Sud⸗ eutschland' und der Schweiz angetreten. Den ersten groͤßeren Aufenthalt gedenken die kronprinz⸗ lichen Herrschafien in Andermatt zu nehmen. *In nächster Zeit wird das Eintreffen des Fuürsten Bissmarck von Varzin in Berlin erwartet, da noch ein weiterer Kuraufenthalt für diesen Sommer in Aussicht genommen worden ist es heißt, dürfte Gastein wiederum bevorzugt verhen —— Die Czechen“ betreiben ihre Versuche,' in Dien immer festeren Fuß zu fassen,“ mit einer merlwürdigen Hartnädigleit. Nachdem ihnen die kerichtung zweier czechischer Volksschulen in der ferreichischen Hauptsiadt gelungen, haben fie nun wuch die Gründung eines czechischen Veteines im xutschen Wien durchgesetzt. Das Programm des⸗ elben ist vielversprechend und umfaßt folgende dauptpunkte: Errichtung czechischerVolksschulen Ind Volksbibliotheken in sämmtlichen Wiener bezitken, Erhebung der czechischen Sptache zur weiten Landessprache in Nieder⸗Oesterreich, Auf⸗ dellung czechischer Kandidaten bei Gemeinde- Land⸗ ags · und Reichstagswahlen in Wien u. s. w. Nan sieht, die Czechen lassen fich die Ausbeutung des vom Grafen Taaffe aufgestellten nationalen Gleichberechtigungspringips in hrem Sinne eifrigfi angtlegen sein; werden doch auch Städte in Böhmen don ausschließlich deutschem Charakter, wie Reichen⸗ berg. Dur, Brutx, zur Errigiung und ünterhaltumg dechischer Schulen gezwungen. Immerhin haben polche Vorgänge ebenfalls ihr Gutes, sie lassen auch deutsche Ausland mehr und mehr erkennen, aß der Kampf, welchen die Deutsch-Oesterreicher fübren. denn doch seine qute Berechtigung hat. Lokale und pfaͤlzische Nachrichten. *St. Ingbert, 28. Juli. In Betreff des m vor. Nummer an dieser Stelle mitgetheilten Anglücksfalles wird uns von wobhl informirter Seue unter Hervorhebung des eigenilichen That— heflandes berichtet, daß der Verunglücte allerdings einen Lagerzapfen zu beaufsichtigen hatte, sich in einer Zwischenpause deß Walzens jedoch von seinem Platze weg an das, das Schwungrad umgebende Helaͤnder begab. Hier kam er durch Vorneigen des Kopfes einer Schraube, welche die Arme des Schwungrades verbindet, zu nahe und wurde so inglücklicherweise verlezßht. *Sik. Ingbert, 28. Juli. wurde unsere Feuerwehr alarmirt. qdeht die Herrn Lonis Beer von atzjahres 1884188 vorgenommenen Prüfungen Jaben die Pfalz und Unterfranken je einen, Ober⸗ sranken drei, die Oberpfalz vier, die übrigen Pro⸗ inzen Bayerns deinen Rekruten mit mangelhafter Schulbisdung aufzuweisen. Lambrecht. 25. Juli.“ Die im Herbste d. J. stattgehabte Gemeinderathswahl vurde auf erhobene Reklamationen hin annullirt ind wenn keine Gegenbeschwerden erhoben werden ollten, wird auf höhere Anordnung eine Neuwahl daitfinden. — Herr Albert Werner, Bierbrauereibesitzer in Dürkheim, wurde in der Sitzung des dortigen Schoffengerichts am verflossenen Sanistag, wegen VBergehen gegen das Malzaufschlagsgesetz, zu einer Heldostrafe von 180 M. verurtheiit. — Frankenthal, 26. Juli. Gestern Vor⸗ mittag wurde beim Entleeren der Abtritigrube des Bahnhofes die Leiche eines neugeborenen Kin des mideat. Dieselbe war in eine alte Hose eir ge⸗ wicelt. (C. G.⸗Anz.) DwWie wir dem „Ludwigsh. Gen.Anz.“ ent⸗ nehmen, wurde kürzlich ein Brauer von Maudach vegen Anwendung von Couleur und am verflossenen Freitag ein Brauer von Oggersheim wegen Bei⸗ mischung von Siedesäure vom Schöffengericht Lud⸗ vigshafen zu empfindlichen Geldstrafen verurtheilt. Worth a. Rh., 24. Juli. Der 10jährige —XVDDO vorige Woche um Altcheine und wurde dabei von einer ziftigen Mücke gestochen Gleich darauf wurde er ant und starb heute an Blutvergiftung. Vermischtes. 71MOie uebertragbarkeit der »Ke— dourbitlets. Wie unsere Leser wissen, haben neuerdings die deutschen Eisenbahnverwaltungen lart, daß Retourbilieis ihre Giltigkeit verlieren, wenn sie an andere Personen, als die sie gelöft haben, übertragen werden. Ob dies Verbot zu⸗ jassig ist, haben im einzelnen Fall die Gerichte zu enischeiden. Die prinzipielle Rechtsfrage aber wird hon dem berühmten Juristen Ihering in Gottingen janz entschieden zu Ungunsten der Eisenbahnen mischieden; er sagt anknupsend an einen Fall, wo in letzter Instanz Freisprechung des Angeklagten rfolgie, u. A. Folgendes; „Der Wille der Partei ann' ein Rechtsinstüͤut nicht zu etwas Anderem nachen, als was es einmal ift — wer ein In—⸗ haberpapier ausgibt, muß fich die Konsequenzen. die mit demselben verbunden find, gefallen lassen. Nun lann der Satz, den wir bei dem bisherigen Slande des Rechts glauben ablehnen zu müssen, quf dem Wege der Gesetzgebung allerdings einge⸗ ührt werden, und es in zu erwarten. daß * Fisenbahnverwaltungen, wenn sier sich überzeugen, daß fie auf dem bisher eingeschlagenen Wege ihren Zwed nicht erreichen, es au Versuchen in dieser Richnung nicht werden fehlen lassen. Hoffentlich werden fie vergebliche sein; meiner Ueberzeugung nach wurde die Gefetzgebung einen schweren Miß⸗ zrifj begehen, wenn sie dem Drangen . nachgeben vosllte.. FForbach, 24. Juli. In der Nähe des Spicherer Schlachtfeldes in einem kleinen Waldchen wurde gestern die Leiche eines etwa 2jahrigen Madchens aufgefunden. Die amiliche Besichtigung ergab, daß das Madchen durch zwei Schüsse, einen in' die Brust, den andern in den Kopf. getödtet worden ist. Die Mordthat ist das traurige Ende nes tleinen Romans, einer „alten Geschichte“, wie sie jeden Tag pasfirt. Das Mädchen, eine Jarb ierertochter aus Saargemünd, hatte ihre Neig⸗ ung schon seit langerer Zeit einem jungen Manne geschenit. der vor den Augen der Eltern durchaus ine Gnade finden konnte. da er einen etwas leichtsfinnigen Lebenswandel füͤhrte, ohne feste Stel⸗ jung war ecc. Die Eltern des Madchens suchten as unliebsame Verhalmiß., dadurch zu lösen, daß sie ihre Tochter zur Verlobung mit einem von hnen bestimmten jungen Manne zu zwingen ver⸗ uchten. Infolge dessen verabredeten die jungen Ver⸗ ieblen zu fliehen, wurden jedoch in Saarbrücken wieder von dem Vater erreicht. riͤssen sich hier noch⸗ Fais lod und dann wurde der junge Mann der Morder seiner Geliebten. Ob er die That mit oder ohne Einwilligung des unglüchlichen Opfers ollbracht hat, konnie nicht mit Sicherheit festge⸗ Jeit werden; von ihm ist bis jetzt noch keine Spur ufgefunden. . pFrankfurta. M., 25. Juli. Wie hie⸗ glaͤner berichten, beschaftigt sich bereits die tql. ur Staatsanwaltschaft mit den Vorfällen am Mittwoch deren Schaupiatz unser Friedhof war, und zwar auf Antrag des kgl. Polizei⸗Präsidiums. — Wiesbaden, 26. Juli. »Der erste im Zurgarten mit einem Miniatur. Ballon aufgestiegene zuftschiffer Lattemann ist bei Hochheim glücklich jelandet. Er brauchte bis dahin 25 Minuten Fahrzeit. 7 Darmstadt, 24. Juli. Ein tragisches knde. Bor einigen Tagen erzählie man sich hier, der Kavallerielieuienant a. D. und Kammerherrt yrhr. v. A in Bensheim, habe an der Boͤrse in differenzgeschäflen nicht weniger als 600,000 M jerloren. Fand das Gerücht auf der einen Seite bielleicht weniger Glauben, so wurde es auf der andern wieder durch eine Thatsache, welche man sich ins Gedächtniß zurückrief, in seiner Glaubwür⸗ zigkeit unterstützt, durch die Thatsache nämlich, daß der emeritirte Kaballerie⸗Offizier dem Spiel so leidenschaftlich ergeben war. daß ex einmal an einem Abend So, 000 M. im Kartenspiel verloren hatte. das Leben des Freiherrn hat nunmehr das für olche und ähnliche Charaktere, wie es scheint, aatuͤrliche Ende gefunden: er hat fich, wie aus Hensheim verlautet, ehegestern erschossen. Der Ver⸗ lebte hinterläßt Familie, eine Frau und 4 Kinder. velche unter den obwaltenden Umständen der all⸗ Jemeinen Theilnahme wohl würdig erscheinen. Denn eð erhebt fich des weiteren das glaubhafte Gerücht. daß für die Hinterlassenen kaum etwas für ihren debensunterhalt aus dem unvermutheten fürchter⸗ ichen Zusammenbruch gerettet werden könnte. fDas dentsche Turnfest hat ein höchfl erfreuliches pekuniäres Resultat geliefert. Während das fünfte deutsche Turnfest in Frankfurt a. M. mit einem großen Defizit abschloß, zeigt das jetzige nicht allein kein Defizit, sondern, wie man hört. ogar einen Ueberschuß von etwa 10,000 M. So südieses nationale Fest nicht allein in politische deziehung höchst bedeutsam, sondern hat auch ein n hohem Grade erfreuliches finanzielles Ergebniß eliefert, besonders wenn man bedentt, wie gros ie Ausgaben waren, und daß man in keiner Weise jegeizt hat, das Fest mit all' jenem Luxus und ener Splendidität zu umgeben, die aller Welt so ehr imponirte. f In Leipzig kam das zweijahrige Söhn · hen eines Schriftgießers auf eine schreckliche Weise ims Leben. Der Mann stand im Begriff, auszu⸗ jehen und wollte das Kind mitnehmen. Um asselbe nicht allein die beschwerliche Treppe hinab⸗ jeigen zu lassen, wollte er es auf dem Rücken inuntertragenEr stellte das Kind deshalb in's Fenster und forderle es auf, seine Aermchen ihm im den Hals zu schlingen. Als der Kleine dieset Aufforderung nicht nachkam und auch sonst still lieb, drehte sich der Vater um und gewahrte nun u seinem Schrecken, daß das Kind nicht mehr astand — es war zum offenen Fenster rücklingẽ serabgestürzt und lag unten mit zerschmettertem „chadell. Nordenstandt, 28. Juli. Ein inier⸗ ssanles Fun d st i ck. Vor einiger Zeit fand die rau eines armen Maurers hier beim Futter ammeln im Chausseegraben ein kleines goldenes Medaillon. Zur Ermittelung des Eigenthlmers nahm die ehrliche Frau die Mitwitkung des Herrn 5. Lehrets a. D. in Anspruch und dieler zeigte ilsbald den niedlichen Schmuckgegenstand zur näherer Informierung einigen Kollegen. — Herr D. in W. durch die Aufschrift in rufsischen Lettern mit ʒen Zahlen eines unbekannten Todebtages“ auf · nertjam gemacht, öffnete das Medaillon und fand u feiner Ueberraschung links die Miniaturphoto⸗ sraphie von Kaiser Alexander V. und rechts unten hlas eine Locke von schwarzen mit grauen unter— nischten Haaren. Die Folgerung. daß das ge⸗ undene Nedaillon für den unbekannten Eigenthümer inen hohen ideellen Werth habe. iag nahe. Herr T. Abergab dasselbe an Ddas Konigl. Polizeipraft ium in Wiesbaden, durch dessen Vermittelung es vieder in die Hande der Eigenihümerin, der Fürstin Dolgorucy, der Gemahlin des verstorbenen Zaren, — eines der Kinder der hohen Frau hatte waͤhrend ʒeren jüngsten Aufenthalts in Wiesbaden auf inem Spazierganuge das Medaillon verloren —, ju deren großer Freude gelangt ist. Der ehrlichen —XV— neisterei eine Belohnung von 50 Mt. zustellen. (Rhein. Kur.) fEine Berlhliner Marktfszene vor Fericht. „Herr Jerichtshof, ick wollte Ihnen ehorsamst jebeten haben, mir nicht zu kompletliren Ick bin 'ne anständije Frau un blamire mir nich ern vor die Menschheit!“ So replizirte, wie der B. C. mittheilt, die Handelsfrau Ida Muerbel urzlich auf die Frage des Schoffenrichters, was sie auf die Anklage wegen Unfugs, Beleidigung um Erregung eines Auflaufs auf öffentlichem Markh zu sagen habe. Präs.: Womit handeln Sie denn zuf dem Markt? — Angekl.: Mit außerhalb'schel Fleesch, aber wissen Se, nich mit so'n Mumpiß. Fleesch, wie't so von drieben rieber hier so inje schmuggelt wird — o nee, nich in die la main Mit so wat jeben wir uns nich ·ab. Mein Fleesch is so zart und so weiß, wie det Hals von'n frisch sewaschenet Mädchen. — Präs.: Sie sind am 5. Mai auf dem Markt mit einer Dame in Konflikt gekommen; wie ist das zugegangen? — Angeil.: Fragen Se mir?! Wenn Eener mit de dollste Un⸗ dernünftigkeit eene Geschäftsfrau, als wie icke, mo— lestiren duht und denn noch 'ne große Lippe riskiren will, denn kann ick Ihnen sagen, denn is et mil meine Jeduld ooch man blos Essig. — Präs. Erzählen Sie doch mal den Vorfall.— Angekl.: Also ick hatte en Kälbeken an meine Bude üffe. häugt — een Kälbeken, sage idck Ihnen, det hieß Itto Bellmann. Dazu kamen denn noch een Paat cheene Hammelsripsken und een Dickeribbenstüd — so scheen wie Tafft mit joldene Franzen. — Präs.: Zählen Sie uns aber nicht Ihr ganzes Waarenlager her, sondern kommen Sie zur Sache. — Angekl.: Wie ick schon sagte, kommt da son spinöset Frauenzimmer an meine Bude, wat sich noch immer zu die „jungen“ rechnet und sich „ina diget Freilein“ schimpfen läßt, obschonst se schon ne Mandel Jahre aus den Schneider 'raus is. Herr Jerichtshof, ick kann Ihnen sagen, wenn Sie als 'ne olle anständige Jeschäftsftau von 5 Uhr an uff'n Marcht stehen und Nischt im Leibe haben, als een Paar Tässekens Lorcke und denn kommt so'ne olle Schrechschraube, die um 10 Uhr man ben erst aus de Posen jekrochen is und looft so Jerablassend wie 'ne Marquise mang de Buden zin — denn tann Ihnen voch schon der Iraul an⸗ sehen. — Präs.: Sie scheinen ꝛine recht angenehme Stimmung für das Marktpublilum zu haben. — Angekl.: Na von die Sorte, die so mit det Halb— seidene schon in alle Frühe rumlooft und mit 'n Züh wer weeß wie jroß, und mit 'n Hut, der wie n Thurmbau zu Babel über de Ponnys balan⸗ cirt, von die Sorte habe ick schon jenug, wenn ich se von weitem sehe. Und jerade die Sorte duht so, als verstände se wat vom Fleesch und vom Marcht und von de Wirthschaft. — Präf.: Hat Ihnen denn. die Käuferin, welcher Sie so dbose mitgespielt haben, etwas zu Leide gethan, oder Sie irgendwie gereizt? — Angell.: Nee, so Eene kann mer snich reigen, Also denlen Sie sich solche List— id haue eben ne Kalbsleule von Pfundener funfe ib, da sieht die olle Schachtel, die so aussah, wie en nei aͤnjestrichnet ollet Jerümpel und quagsel mit ihrer Juste immer über mein Fleesch. Mit de zene Hand hält se die Lorgnetie vor de Oogen, mit de andern talpscht se immer ans Fleesch rum. bis id zu ihr sage: Freilein, haben Se sich ooch de Hande hübsch reene jewaschen, sonst tonnten Se Im Wnde der Fleisch schmohig machen! Da hieht se mir denn an, vie de Kuh det neie Dohr und sagt un ihr Viadchen: , Nein, Auguste. das Fleisc onnen wir auch gat nicht kaufen, das ist ja gan, roden und gang diau, das ist gewiß vor einer Droschle alt geworden.“ Na nu aber raus, dachte und sagte Aooch zu ihr. Wissen Se. venn Ihr bislen Fleesch, wat Se sich da ins Jesichte minn Maurerpinsel uffladirt haben, blos een⸗ Je ringigkeit von den Saft hatte. denn würden St uif Jhre oulen Tage am Ende noch Eenen finden, der Sie im Finfiern vor'n scheenes Mächen halten sönnte. Aber so sehn Se ja aus wie n abae mabberter Kalbskopp, und sor so'ne dröge Jung irau verkoofe ick Uberhaupt leen Fleesch nich! die sras. Rah soiche iebenwücdiglesten dat sitnde dene cier Waßcsceinligten nach nicht geset lassen. — Angeil.. Nee, denken Se bdlos so nr in Sie bat mie denn noch een „olles jemer Frauenzimmer an den Kopf jeworfen, woruff det blos sagie, se lonnic schon Jift druff neyme Wppet ich ihr als Vogelscheuche an de einsame p 8 uffpflanzen würde. wenn ick nich besüuchun *8 den de Spaßen sich über so'n Jammergeste e * nachen. —Pras.: Ihre Schimpfereien hate dofuůr inen gewaltigen Auflauf verursacht ut nussen Sie in Strafe genommen werden. — ng tam so: Die Leite hatten jedacht, det Freilein —3— un da wollten se ihr blos de ieb⸗ *on bringen. — Aus der Beweisnahme sd. daß Frau Muerbel in der That durch gah ferin eiwas stark gereizt worden war, und — iehof verurtheilte sie deshalb nur zu fünf n rafe. u pr eisiicht beim Verkehr von Kindern “ anzuwenden ist, das zeigt wieder ein⸗ — uf das deutlichste ein Fall, der in der Sitz al — Bereins für innere Medizin zu Berlin aih wurde. Es handelte sich um einen w gnaben, der viel mit Hunden sich ab nn Iuehen housig sich lichkosen lien auf — Weise waren die Eier des Hundebandwurms, .Waisen Thieren so sehr verbreitet istin in des Knaben, von dort in den Magen anmn und schließlich in die Leber gelangt. — sich weiter entwickelten. Aeußerlich machte — Leiden durch eine Geschwulst bemerkbar, p der Lebergegend etwa die Größe eines halben geis einnahm. Die Krankheit wird jetzt mit m Erfolge auf operativem Wege geheilt. Bei m Fall, den vor einiger Zeit Professor Barde⸗ yn in seiner Klinik behandelte, hatten die einzelnen asserblasen. in denen die Köpfe des Wurmes m so bedeutenden Umfang angenommen, daß sum mit einer Hand zu fafsen waren. Wie bedeutend der Steuerausfall für chern durch die Anwendung von Bierkouleur ist, durch eine Aussage des Professor Dr. Käm⸗ r von Nürnberg, welcher bei dem letzten uerprozeß in Nürnberg als Sachverstandiger ihitie, erhellt. Auf die Frage hinsichtlich des wanges der Malzauffschlag⸗Defraudation durch ouleut bemerkte dieser Sachverständige, daß gerichtlich nachgewiesenen 50.000 Hektoliter in hern verbrauchter Bierkouleure einen Steueraus⸗ don 300,000 Mark für den Malzaufschlag uten. München, 26. Juli. (Milikärisches.) Die i zu formierenden Uebungs⸗Kavallerie⸗Divifionen, o. das Kavallerie⸗Korps, werden in der Art mmengesetzt, daß das 1. schwere Reiter⸗Regiment seinen 5 Eskadronen, das 2. schwere Reiter⸗ him, 2., 8. und 4. Chevaurlegers⸗Regiment it Zurücklassung ihrer 3. Eskadron“ das I. und lllanen⸗ und 1. Chevauxlegers⸗Regiment unter rüclafsung ihrer 4. Eskadron und das 6. Che⸗ glegers⸗Regiment unter Zurüclassung seiner 5. ladron mit 4 Estadronen in der durchschnittlichen ale don 180 Pferden per Eskadron, also zu⸗ ummen mit zirka 4900 Pferden, zu den Uebungen xüden. Hiezu kommen noch zwei? weitere Bat⸗ ien mit 12 Geschützen und 270 Pferden, sodaß un das Uebungskorps rund 5150 Pferde zählen Pasing, 23. Juli. Vergangenen Sonn⸗ XX utthate Zwischen den Tagelöhnern Andreas qlet von Königsbrunn und Jakob Neumaier a Obermaxfeld, Gerichts Neuburg a D., bestand u seit einem Jahr Feindschaft. Am Sonntag end begegneten sie sich im Aubiager Moos, Neu⸗ t rief dem Pregler zu Heute sind wir ein⸗ beisammen“ — zog ohne Writeres sein Messer vdetsetzte dem Pregler acht Stiche in die Brust, denen zwei den sofortigen Tod des Verletzten zolge hatten. Der Thater wurde verhaftet n die Angerfrohnfeste nach München verbracht. Die „Pass. Zig.“ berichtet über einen auf⸗ lenden Vorfall an der deutsch österreich n Grenze: Am 21. ds. Nachmittags ging die grige verheirathete Häuslerin Maria Scholz Keuschoͤnau mit noch einer Bewohnerin dieses w* in den Staatswald, um Gras zu holen. dei lamen sie auf einige Entfernung von der auf böhmisches Gediet, wo sie, noch ehe sie Arbeit degonnen halten, don osterreichischen guͤgern angehalten wurden. Anf den Haitcuf den blieb die Begleiterin slehen. während die otz des ihr nachgesandien Schretkschusses die dayerische Grenge entfloh. Von einem mwieu verfolgt, kam sie über die Grenze als ir Schuß krachte, welcher das Weib so un⸗ id in das Genick traf, daß es sofort lodt zu⸗ msturzte. Wie man sagt, soll der Jäger, als 3 derhüngnißvollen Schuß abgab, in der Nähe Inannten „blauen Säule“, auf bereits baye⸗ — gestanden sein und nur auf eine don zehn bis funfzehn Schritten ge⸗ —X f Einen Zeugen des Wirbelsturms, n welchem vermuthlich im Rothen Meere der ranzösische Kriegsdampfer „Renard“ zu Grunde jzegangen ist, hat man Lürzlich aus der See aufge⸗ ischt; es war dies der zweite Offizier des englischen dohlenschiffes „Speke Hall“, welches gleichfalls unter⸗ jegangen ist. Dieser Schiffsoffizier wurde ganz ufällig von Mannschaften des französischen Packet⸗ ootes „Pei⸗Ho“ in den Wellen entdeckt und ge⸗ ettet. Ein Pribatbrief vom Bord des „Pei Ho“ aeldet darüber dem „Petit Marseillais“: Wir atten Aden 11 Uhr Vormittags bei prächtigem Vetter und volllommen ruhiger Sesr verlassen. Nan beschäftigte sich nach Tisch damit, dem Spiel er Delphine zuzuschauen. „Seht“, rief einer der jahrgäste, „dort ist ein Delphin, der seinen Schwanz ber dem Wasser hält!“ Da rief ein anderer mit urchdringender Stimme: „Das ist ein Mann!“ IUsbald schrie Alles durcheinander: „Ein Mann n See!“ Unterdessen hatte sich unser Dampfer hon eine ganze Strecke von dem Unglücklichen atfernt. Schleunigst wurde nun gestoppt, Gegen⸗ ampf gegeben und ein Boot ausgesetzt. Dem Tode ahe wurde der unglückliche Schwimmer an Bord ebracht. Als er sich unter ärztlicher Pflege anderen kages genügend erholt hatte, erzählte er: „Ich eiße Kexsar, bin 35 Jahte alt und von Geburt engländer, zweiter Offizier des „Speke Hall“, delcher nach Bombay unterwegs war. In der Nacht um 3. wurde der „Spele Hall“, von einem Wirbel⸗ surm erfaßt und fürchterlich zugerichtet, bis er sank. lis ich wieder auftauchte, erfaßte ich zwei Holz⸗ tücke und mit ihnen und mit Hilfe meines Schwimm⸗ ürtels habe ich mich ohne Speise und Trank 3 zage und 2 Nächte über den Wogen gehalten.“ jortwährend von Haifischen bedroht, sah er keine settung mehr. 4 Schiffe fuhren an ihm vorüber, hne ihn zu bemerken, bis endlich der „Pei⸗Ho“ hn einholte. Vom „Renard“ wußte aber auch zieser Zeuge des furchtbaren Naturereignisses nichts u berichten. FParis, 22. Juli. Nach Berichten aus Madrid befindet sich der Ex Marschall Bazaine in iemlich schlechten Verhältnifsen. Er verkaufte vor inigen Tagen ein Bild für 2000 Franken, um die othwendigsten Ausgaben für den Unterhalt seiner Familie bestreiten zu kͤnnen. F Trotz der eindringlichsten Ermahnungen ist der deichtsinn bei dem Gebrauche von Petroleum nicht iuszurotten. In Küßnacht ist wieder ein Pe⸗ roleumungluck vorgekommen. Eine Köochin goß ßetroleum auf das Heerdfeuer. Die Blschflasche ersprang, die Kleider der Köchin fingen Feuer und ie Unglückliche verbrannte sich derart, daß sie nach wei Tagen unter entsetzlichen Schmerzen starb. F Die Cholera in Spanien hat nach mtlichen Berechnungen bisher die ungeheuere Summe jon 22 000 Meunschenleben als Opfer gefordert, ind noch wächst sie und wüthet mit steigender draft. Bedenklich für Frankreich und das übrige kuropa ist, daß sie jetzt ihren Weg nach Nordeu zimmt, anstatt, wie im vorigen Jahre die italienische Zeuche, sich nach Süden zu verlieren. Interessant st dieser ungewöhnliche Zickzackpeg des neuesten ẽpidemieenzuges im höchsten Grade; ebenso unheim⸗ ich aber auch. c F Florenz, 24. Juli. Die große Pulver⸗ nühle zwischen Sento und Calonnata ist dem „N. B. T.“ zufolge in die Luft geflo sen. Die Exr⸗— losion fand in der minleren Stampfe statt und Fflan te sich von Stampfe zu Stampfe fort. Der Irbeiter, weicher an dem Entstehnngsort der Ex⸗ nosion beschäftigt war, wurde 50 Meter weit fort⸗ eijchleuderr; in den underen Adtheilungen flogen ioch 13 andere Arbeiter in die Luft. Von dem ibrigen Fabrikpersonale wurden ebenfalls viele be⸗ chidigt und drei getödijet Man hat dis jetzt 12 Zerwundete aus den Trümmern hervorgezogen. Der Fabrildireltor wurde ebenfalls getödtet. Seine Frau jerschied unter furchtbaren Krämpfen, als sie von der entsetzlichen Katastrophe hörte. pLondon, 27. Juli. In Chatam brach gestern, als eine große Anzahl Vergnügungsreisender ich nach deim Dampfer degab, der bei der Landungs⸗ zrücke angerrgt hatte! ein Theil der Brücke ein. Hegen 80 Personen, meist Ftauen und Kinder, türzten in's Wass.ee. Wie viele dabei ihren Tod jefunden haben, ist noch unermittelt. F London, 25. Juli. In einem Leitartikel über die Vermählung der Prinzession Beattice mit )em Prinzen Heinrich von Battenberg richtet die Daily News“ an die Engländer die Mahnung, iich doch endlich ihres alten und eingewurzelten Borurtheils gegen Deutsche zu entledigen. Das Blatt des Herrn Gladstone schreibt u. a.: Wenn ine Frau von deutscher Geburt oder deutscher Ab⸗ tammung eine gute Konigin oder eine musterhafte Prinzessin abgeben kann, ist um so weniger ein ßrund dafür vorhanden, warum der gewöoͤhnliche eẽngländer irgend ein Vorurtheil gegen den gewöhn⸗ ichen Deutschen haben sollte. Niemand kann be— weifeln, daß die deutsche Günstlingswirthschaft der ersten Gesrge die Mehrheit des englischen Volkes ür lange Zeit in eine Haltung der Abneigung und des Mißtrauens gegen alle Deutsche und insbeson⸗ »ere gegen Hannoveraner versetzte; allein die Zu—⸗ tände, die in jener Zeit vorhanden waren, existieren nicht heutzutage und die Tendenz würde, wie wir vähnen, jetzt natürlicher Weise eine ganz entgegen⸗ gesetzte sen. Wir haben ausgezeichnete fremde Hatten und Gattinen in diesem Lande in unserer öniglichen Familie gehabt und die Wirkung davon ollte für etwas zählen in der Verminderung inter⸗ iationalen Mißtrauens und Abscheues. F Die größte Küche der Welt dürfte vohl die Liebigs Fleischextrakt Kompagnie in Frayh⸗ Bentos am Uruguay besitzen. Dieselbe umfaßt zicht weniger als 20,000 Quadratfuß. In einer jroßen dunklen Vorhalle, mit. Flurplatten gepflastert, vird das Fleisch abgewogen und dann in soge— jannten Digeratoren unter einem Dampfdrucke von 75 Pfund per Quadratzoll zersetzt. Jeder dieser nus Schmiedeeisen hergestellten Digeratoren faßt 12,000 Pfund Fleisch. Durch Rohren wird die o gewonnene Flüssigleit in Gefäße geleitet, wo ich das Fett absondert; aus diesen gelangt selbe: n Klärpfannen, woselbfi eine nochmalige Ausscheid⸗ ing sich vollzieht. Mittelst Dampfkraft heben ruftpumben die Flüssigkeit in Kühlschiffe, woselbst )er Filtrations⸗Prozeß vorgenommen wird, an welchen dann durch Verdunstungs⸗ Aparate die Ein⸗ dickung sich schließt.““ In großen Behältern wird nochmals dekrystalisiert und sodann in die Versand⸗ gefäße aufgefüllt. 150 Menschen find mit dem zerlegen des nöthigen Fleisches beschäftigt. 80 Stück Rindvieh werden von den Metzgern der Ge⸗ ellschaft per Stunde geschlachtet und zur Verwerth⸗ ung hergerichtet. F Der Kongo⸗Freistaat ist nach einem Brief. welchen der „Newyorker Herald“ veröffent⸗ icht, nichts als ein „großer Schwindel“. Nur ein Viertel der Gelder, sagt der Schreiber des Briefes, sei in legitimer Weise verausgabt worden; die Sterblichleit am Kongo sei erschrecend und die Beschwerden, welchen die Europäer sich zu unter⸗ verfen hätten, fürchterlich; die Aussichten seien ehr bedrohlich. Alles dies würde systematisch unterdrückt, während das Brüsseler Bureau für das Anternehmen fleißig Reklame mache. e »D»Se eeααO 4622 2 Gemeinnuͤtziges. uUm dem Schimmeln der Schinken n. Würfie porzubeugen, oder es zu beseitigen, ist nichts em⸗ ofehlenswerther, als gewöhnliches Kochsalz. Man ibergießt dasselbe in einem Teller nur mit so viel Wasser, daß eine breiartige Losung des Salzes er⸗ 'olgt. Wenn man schimmlige Wuͤrste mit diesem Zalzbrei dünn anstreicht, verschwindei der Schimmel ofort und nach einigen Tagen überziehen sich die Würste mit überaus feinen Krystallen, die jede Schimmelbildung verhindern. Sehr zu empfehlen ist auch dieses Verfahren, um den Schimmel, der zeitweilig in den Gelenken bei den Schinken eintritt, zu beseitigen. Rexuer Anstrich. Von Paris aus wird nach der „Bgw.J.“ folgender Anstrich empfohlen, welcher Pfaähle, Stiele und andere mit Erde um— jebene Hölzer erfolgreich gegen das Verfaulen chützen solla!. Man nimmt Bö Theile Horz. 40 Theile fein gestoßene Kreide, 500 Theile feinen veißen und scharfen Sand, 4 Theile Leinöl, 1 Theil natürliches rothes Kupferoryd und 1 Theil Echwefelsäure. Zuerst erhitzt man das Harz, die dreide, den Sand und das Leinsl in einem eisernen defsel. dann setzt man das Oxyd und mit Vorsicht die Schwefelsaͤure hinzu, mischt alles sehr sorgfältig und streicht dann mit der noch heißen Masse das Dolz mittelst eines starken Pinfels an. Zeigt fich die Mischung nicht flüssig genug, so verduͤnnt man fie mit eiwas Leinöl. Ist dieser Anstrich abgekühlt ind getrochnet, so bildet er einen steinharten Firniß, der keine Feuchtigkeit durchdringen läßt. Fleischbrůhe aufjubewahren. Man fülle die —X nit engem Hals und sorge, daß sich in letzterem ine nicht zu unbedeutende Fettschicht sammele. Die jollen Flaschen setzt man zwischen Stroh in einen nit Wasser gefüllten Kessel und kocht 15 bis 20 Minuten, je nach der Größe der Flaschen. Man nimmt alsdann die Flaschen heraus und schließt e entweder mit guten Pfropfen odet, was ganz ieselben Dienste ihut, mit einem loceren Flausch Bgaumwolle, den man einige Zoll lang in den Hals der Flasche schiebt. Die Flaschen müfsen an inem kühlen Ort aufbewahrt werden. ind von großer Geschmeidigkeit und leichtester Ver⸗ ragbarkeit, wie Vermischungsfähigkeit. Seine Ver⸗ vendung erstreckt sich auf medizinische (Salben), W&ʒ (Pomaden), technische und gewerbliche wecke. Waschbarer Kalkanstrich. Nach den „Ind. zl.“ wurde J. Resenschek in München ein Patent uf die Herstellung waschbaren Kalkanstriches ge⸗ jegeben. Die hierzu verwendete Anstrichmasse be⸗ deht aus drei Theilen Kiesel, drei Theilen Mar⸗ norbruch und Sandstein, zwei Theilen gebrannter horzellan· Erde und zwei Theilen gelöschten Kalkes. zeliebige mit Kalk verwendbare Farbstoffe werden eigesetzt; durch wiederholtes Begießen wird diese Nischung steinhart, ohne an Vorosität zu verlieren —— Ist lieben — und vergessen Von dem Geliebten sein. Der menschliche Korper. Paramentendere Bom schwachen Geschlecht. Was sollen wir ziehen? Mais⸗-Grahambrot. Wie ich in Headchen das Kochen beibringe. Gasbfen. n der Mann die Frau in Gegenwart Fremder 7 Warum sind alle Neger schwarz? — Begen das Aufliegen. Kaffee. Slutvergiftung der Küche. Wie ich alte Futtergaze da fprakuisches Kinderhünchen. Stahlf-deraufbemne —Zich selbst rupfender Papagai. Kanariendogei — ähmen. Blumensamen. Alkermes Beere. — ilie für das ganze Jahr zu ziehen. Feuchte Wan Sägespäne. Werkzeuggestell. Küchen⸗ und Jimmer ücher. Filtrirheber. Praltischer und billiger Jeo schluß für Einmacheglaser. Von der Sonne du— »rannte Hände weiß zu machen. Aprikosen i Büchsen einzumachen. Zinnhaltige Konsewen Trüb gebliebenen Johannisbeerwein zu ilete Tutti⸗ Frutti in Arac. Kraut⸗Strudel. Erdben aft. Küchenzettel für eine Woche im Juli. Roͤth el. Auflösung des Räthsels in Nr. 145. den precher. Echo. Briefkasten der Schriftleitun Anzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirhit mpfehlenswerthen und dabei überaus biligen Wochenschrift beträgt 80,000. Probenummet versendet jede Buchhandlung. sowie die Geschaft desle „Fürs Haus“ in Dresden gratis. Erhaltung der Eier. Frau Dr. Müller em⸗ pfiehlt die Anwendung von „Vasilin“. Die Eier werden durch Waschen gründlich gereinigt und dann nit Vasilin eingerieben. Beim Kochen trennt sich dasselbe leicht von der Schale. Will man ganz cher gehen, wiederhole man das Einreiben nach einigen Monaten, verwende auch Vasilin, worin 223 pCt. Salilylsaure durch Kochen aufgelöst ist. So aufbewahrte Eier sollen sich über ein Jahr gut erhalten und wie frische schmeden. Betreffs des Basilins, welches manchem der Leser unbekannt ein wird, theilen wir Folgendes mit: Vasilin iff ein Miniralfett, gewonnen durch Destillation aus den Rückständen des amerikanischen Petroleum, und ist dem Paraffin verwandt, welches aber einen öheren Schmelzpunkt hat. Das Vasilin zeichnet ich aus durch außerordentliche Haltbarkeit und zroße Indifferenz. Es ist absolut säurefrei, wird nie ranzig, iß vollstandig geruch⸗ und geschmacklos Geschäfts-Empfehlung. Einem geehrten hiesigen, wie aus⸗ wärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich vom 1. August an al nich hier etablieren werde u. empfehle nich als solche den geehrten Damen zestens, speziell für hier auch außer dem Hause zum Frisieren. Ebenso mpfehle ich mich in Aufertigung aller Haararbeiten, als Zopfe, Loden, Haar⸗ etten ꝛẽc. Anmeldungen bitte gefl. vorlaufig n meinem elierlichen Hause, Schafgasse, u machen. —18 Um geneigten Zuspruch bittend Hochachtungsvoll Elise Rangert. Baͤnzlicher Ausverkauf von Kinderwagen, seine und ordinäre, Stlich zu Fabrikpreisen FF l. Redel. nerite Demenz. Cane enorme erbreitung — vie kein anderes ähnliches Präparat sie nur annähernd er⸗ eichte, haben heute die bekannten Apotheker R. Brandt“ Schweiaerpillen gefunden. Es war dies nur möglich, weil ieselben durch ihre vorzügliche Wirkung bei Verdauungs⸗ drungen ete. sich rasch in fast jeder Familie festsetzen und ille anderen Mittel, wie Bitterwasser, Rhabarber, Tropfer te. verdrängten. Man versichere sich stets, daß jede Schachte' lUpotheker R. Brandt's Schweizerpillen (erhälilich à Schachte! Nk. 1 in den Apotheken) ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R. Brandt's trägt und weise lle anders verpackten zurüd. Kr. 147 des praktischen Wochenblattes für ille Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlid aur 1Mark) enthältt F —W Wochenspruch Doch bittrer noch und schweree Als selbst des Todes Pein, Auflage 331,000; das verbreitetste alle⸗ zeutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden! Sprachen. Die Modenwelt. AUuftririe Zeitung für vilette und Handar⸗ eiten. Alle 14 Tage ine Nummer. Preit aierteljäͤhrlich M. 1.252 75 Kr. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit —— etten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be⸗ schreibung, welche das janze Gebiet der Garderobe und Leibwäsch⸗ Aur Damen, Mädchen und Knaben, wie für »as zartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwäsche für Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ꝛtc, wie die Handarbeiten in ihrem zanzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern Ar alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Buntstickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. : Abonnements werden jederzeit angenommen hei allen Buchhandlungen und Postanstalten — Probe⸗Nummern gratis und franco durd ie Expedition, Berlin W, Potsdamer Sti 3. Wien J, Operngasse 8. Bierbrauerei Gebr. Becker (uen te r st a dt.. Kommenden Donnerstag, den 30. ds. Mts., dei günstiger Witterung, nachmittags von 25 Uhr ab 2 Grosseess Garton Concort, *7 K ausgeführt von der vollständigen, 40 Mann starken RKapelle des 80. Infanterie⸗Regiments aus Saarlouis, unter persönlicher Leitung des —XX ageea“ Herrn Reckzeh. I Entree à Person 50 Pfg. Familien ent⸗ sprechend billiger. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein — JFon. Veiĩrich. St. Inabert, den 28. Juli 18883. — —— F — — M 5*4 — —e— Tr —VPostdampfer der Etar Lĩͤneee zren von Antwerpen jeden Samstag direct nac ew⸗York u. Philadelphia. 26 aAsgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle Rlassen. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. 0 Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sichenn EHermann Lavuar, St. Ingbert. *Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und iß durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Ausland· uzu beziehen: 4. Die Klasstker der Philosophie. T Drn den frũhesen griechistzen deuern . is auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darsiellung ihrer Weltanschauung ner einet Auswahl aus ihren Schriften v Je e 3 bdon Dr Moritz Brasgh. 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Demetz in Ai. Ingbert. J O7 X * —ER0 J J ⁊ 73 *28 * I 28 9 ðl. Ingherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — * — BAEEZ5ZI —JFXA——————————., der ¶t. Jugberter Lnzeiger“ erscheint wbchenilich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungß⸗ Aatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat kostet vierteljahrlich A 60 H einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 78 Hn einschließli rd o ⸗tZustellungsgebuhr. Die Eiuruckungsgebuhr far die agespaltene Garmondieile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalt 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13. 8, Necelamen 80 . Bei maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. X 148. Donnerstag, 30. Juli 1888s. 20. Jahrg. Moossusunfonvelches in unlbsbarem Wider ruch zu allen wirth J Bestrafung Umgang zu nehmen und derselben hin⸗ Bestellungen A,n Voraussetzungen eo — 3 aqende ie Den der —8 . 46 ie Hand gegeben sind, was schon mancher zu auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate Ausland. —* 2 erst nach ee der —* August und September e, Wien, 29. Juli. Nach Meldungen hiesiger lärung erfahren hab Den don sammtlichen —XEVV Kaiserpaar zum Be⸗ A Sti. Ingbert, 30. Juli. Ein Kunst⸗ verden 3 b uche des dertjchen Kaiserz am 6. August Abends zen u ß sellener Uri steht uns Jür nächsten Sonn⸗ ragern und der Expedition entgegengenommen. BGastein ein und verweilt daselbst bis zum Abend ag bevor, — das Auftreten von Fräulein Jennie des 7. Augustt. Wuüller in einem Kirchenkonzert, welches nach⸗ RPetersburg, 29. Juli. Das ,„Journal de nitlags 4 Uhr in der prot. Kirche stattfinden wird. St. Petersbourg“ bezeichnet die „Daily News? Die Kunstlerin, einem lutherischen Pfarrhause N. ibet den angeblichen Inhalt der rufsischen Antwort Imerikas entsprossen, aber der Pfalz, der Heimat n der Zutfitarfrage als nicht gut untertichtet. Die hrer Eltern, und besonders unfeter Stadt durch zulfikarfrage schwebe noch und sei Gegenstand der ängeren Aufenthalt innig verbunden, hat eine drei— Rerhandlungen. Bevor die Regierung über den ährige Studienzeit am Hoch'schen Konserdatorium —A Mittheilung mache, in Frankfurt a. M. mi Auszeichnung vollendet. derde man gut thun, anderweitige bezügliche Mit. Wir sind ihr für die Bereitwilligkeit, mit. der sie *eilungen vorsichtig aufzunehmen. hre herrliche Gabe uns zur Verfügung stellt, zu hohem Danke verpflichtet und dürfen den Besuchern des Kirchenkonzert's einen hohen Genuß in Ausficht dellen. Für reiche Abwechslung ist durch Chore des prot. Kirchenchors und durch groͤßere Orgelvor⸗ rage mehrerer Lehrer gesorggtgg. J *St. Ingbert, 30. Juli.“ Dem uns vor⸗ iegenden Jahre be richte der kgl. Latein— qule dahier für das Studienahr 1884 85 ntnehmen wir, daß in der Anstalt im Laufe des Jdahres 70 Schuler inscribieri wurden. Am Schlusse waren noch 62 vorhanden, von denen 16 die l, 18 die V. 213 die. DI. 9 die IV. und 11 die V. Klasse besuchten. Ihrem Religionsbekenntnisse nach find es 48 Katholiken, 16Protestanten und 3 Israeliten. Im Lehrpersonal traten im Laufe des Schuljahres folgende Aenderungen ein: An AVVV ver⸗ setzten Studienlehrers Herrn Sie ber trat als Studienlehret dahier der geprufte Lehramtskandidat und Assistent an der Studienanstalt Speyer, Herr Draun. Als Feligionslehrer für die kath. Schüler vurde nach der Versetzung des Herrn Kaplans Becker nach Kalserslautern Herr Kaplan Haud ernannt. —Das neue Sdhuijahr deginnt am Montag den- 28.* September, an delchem Tage die ÄAnmeldung der Neueintretenden und die allgemeine Inskripnon stattfinden. Die Aufnahms⸗ und Nachprufungen werden am 29. i. 30. September abgehalten. —F St. In gbert, 29. Juli.“ In der letzten Straflammersitzung des kgl. Landgerichts Zweibruden jatten sich vier junge Burschen von hier wegen Diebstahls und Hehlerei. zu verantworten Ttotz )rer Jugend koͤnnen einige derselben schon auf eine iemlich lange Reihe Vorsirafen zurüdbliden. Dem auberen vierblatterigen Kleeblatte gehören an 4. Zeter Kennerknecht, geb. 1866 Tagner. b. Johannes Grell, geb. 1870, c. der im gleichen Alter stehende Heinrich Kennerknecht und'ä. Joh. Kennerknecht, geboren 1868. Dem Erfteren liegen nicht weniget denn sieben —X edoch. in wiederholtem Rucfalle zanfangs ds. Jrs zahier z. N. vderschiedener Personen verübte Dieb— tahle zur Last und wird derselbe auch deren über⸗ ührt erklärt.“ Johannes Grell ist überführt der heilnahme an zwei von dem Angekllagten Peier dennerinecht verübten Diebstählen sowie ferner der Aehlerei inbezug auf zwei durch denselben Ange⸗ llagten begangenen Diebstahlshandlungen. VDen veiteren Angellagten, Heinrich und Johann Lenner- necht, lag ein Vergehen der Hehlerei hinfichtlich iner der durch ihren Bruder, den vorgenannten Jeter Kennerknecht verübten Diebsfsäble ur Koß Politische Uebersicht. Die Ausführungen des zu dem franzöosischen eriegsministerium in engen Beziehungen fiehenden Temps“, wonach eine Vermehrung des aballeriest andes an den französischen st. und Südostgrenzen erforderlich sei, aben, der „K. Z.“ zufolge, in Berliner militär⸗ schen Kreisen große Aufmerksamkeit erregt. Man dort von der Schlußfolgernng, zu der das jariser Blatt kommt, um so meht überrascht, als *jelbst zugeben muß, daß Deutfchland nur zehn daballerie · Regimenter an der Westgrenze, Frankreich agegen deren elf an der Ostgrenze zuͤr Hand hat. erner ist zu beachten, daß diese eif franzoͤsischen degimenter fich beständig auf dem Kriegsfuße be⸗ inden, während die ihnen gegenüberstehenden zehn eutschen zu Kriegszwecken erst vervouflandigt wer⸗ en müßten. Diese Ueberlegenheit des franzoösischen daballeriestandes hat schon seit langerer Zeit unsere nilitärijchen Autoritaäien beschaftigt. / Es sind be⸗ annilich/ verschiedene Maßregeln angeregt und Ar⸗ vogen worden, vor allem die Vermehrung des tasenzstandes der Kavallerie · Regimenter und die zrganzung der! vier Friedensbatlerien der Feldar⸗ ilerie durch die zwer Kriegsbatterien im Vereiche es 18. Armeekorps; diese Fragen werden in jolge des Temps“. Aruels voraussichtlich von euem und mit erhöhtem Eifer behanden werden. Aus Kom wird der „Polit Korr.“ gemeldet, aß das italienische Ministerium des Aeußeren den ntwurf einer Kohvention mit England vrbereilet, welche der italienischen Flotte jene Ein⸗ wumungen gewaͤhren foll, weiche die englische Flotte n der Ueberwachunge des Rothen Meeres zum der Hintanhaltung des Sklavenhandeis enießt —— v 4 Die Bauernbede gunege in Oberitalien inmt, wie man dem „R. W. T.“ meldet, in esorgnißerregender Weise überhand.“ In Cornato aurden neuerlich 16 Bauern gefangen genommen, e das Schloß von Gorgonzola in Brand gefteckt atten. Drei Schwadronen Kadallerie wurden zur iuftechterhaliung der⸗Ordnung dahin heordert LEine Depesche des englischen Generals Grenfeld un Kaind meiben er habein en Nachricht er Inn weiche den Tod der Moahrn westatige. laif Abdue habe die Nescdsotnesach der Mahdi nqgetrefe W— Deutsches RNeich. J derlin, 28. Jin.. wird 100.000 Mt. fur Hebung der deutschen odseefischerei auswerfen. “ 4J— Serlin, 28. Jun Die Rorbdeutsche Aln eine Zeitung⸗ detont heute an leitender Stelle, Vdie neuesten Streils weit mehr aus agitator den als aut wirthschaftlichen Motiden entsprungen enz die Gleichben diesa eee dieselben werden jedoch,“ weil unter dem Drude ihres Bruders handelnd, von Strafe freigesprochen. Begen Peter Kennerknecht wird — unter Annahme bon Milderungsgründen — gegeben in seiner ver⸗ wahrlosten Erziehung, eine Gesammtigefangnißstrafe in der Dauer von zwei Jahren, gegen Grell eine solche von sechs Monaten, ausgesprochen, bezüglich beider mit emsprechender Kostenverfügung. e St. Ingbert. 80. Juli. Am· Dienstag zeigte unsere siadtische Feuerwehr,. welch' hohez Frad von Schlagfertigleit ihr innewohnt, wenn die Noth · ruftUm · 1 Ahr 10 Min. Mittags traf auf dem Bürgermeisteramte die Nachricht vom Brande der Wurzbacher Mühle ein, und schon mit dem um 11 Uhr 49 Min. abgehenden Zuge konnie eiwa die Hälfte der Mannschaft in völliget Ausrustung mit einer ESpritze zur Brandstätte ab⸗ fahren, während schon vorher eine andere Spritze mii Pferden dahin abgegangen war. Diese letztere sraf schon einige Minuten por Ankunft des Zuges in Würzbach ein und wurde don unserer Feuerwehr bereils in voller Thätigkeit angetroffen. Wir denken, dieses thatkraͤftige und prompte Verhalten unseren Feuerwehr verdient an dieser Stelle öffentlich an erkannt zu werden. NA Niederwürzbach, 29. Juli. Wie be⸗ reiis kurz in diesem Blatte erwähnt, ging gestern die hiesige Kunste und Dampfmuhle des Herrn“ Louis Beet von St. Ingbert in Flammmen auf.“ Der Brand entstand gegen o uUhr Vormittags im Müuhlenwerke. Er verbrei⸗ sete sich mit solch' rasender Schnelligkeit, daß balt darauf Wohnhaus und Mühlengebaude in hellen Flammen standen. Unsere hiefige Feuerwehr war alsbald zur Stelle; von Blieskasiel und St. Ing⸗ hert eilten die Feuerwehren zur Hilfe herbei; abei an ein Loschen des brennenden Gebaͤudes war nich mehr zu denken. Die Thatigkeit der Feuerwehrer mußte sich zunachst darauf beschrünken, Magazin und Delonomiegebaude vor der Wuth des entfesselter Flementes zu schüten, was auch vollkommen gelang Auch konnten aus dem Wohnhaufe die Mobel groß sentheils noch gerettet werden. Heute ist die Mühle, die der Besiger vor noch nicht langer Zeit den An⸗ forderungen der jetzigen Muhlenbaukunde neu hatte rinrichten lassen, ein großet Schutthaufen. Unte den Trümmern aber glimmt die Gluth immer noch fort. Der Schaden ist ein sehr betraͤchtlicher; man schätzt ihn auf 60 - 70000 Mark. Herr Beer hat zwar versichert, wie man uns ĩagt, jedoch unte dem wahren Werthe des zu Grunde gegangenen Materiais. Obwohl das Magazin, dank den Ar— beiten der vereinigten Feuerwehren, vom Feuer ver⸗ schont blieb, so soll doch die dari lagernde Fruch durch Hitze und Brandgeruch gelitten haben — Kirchheimbolanden, 20. Juli Gestern Abend kam· Herr Henry Billard (Hilgard) wvon Winnweiler⸗ über den Donnersberg⸗ zu Fuf hier an und kehrte im Hotel Bechtelsheimer ein. Es fummelte stch bald ein Kreis hiefiger Bewohner m den berühmien Landsmann. Heute früh futhr herr Villard nach Bolanden, woselbst bekanntlich in Großvater den Klosterhof besaß und derselbe hegraben eget...Pr vanda i, 29. Juli. Die seinerzeit mis einem Aktlenkapitai von 600, 000 Mt. gegründete durg Trifels · Altienbrauerei Annweiler zu Landau ging gestern durch Kauf in den Besitz des Herrn Weigmann, Großbierbrauer aus Fürth, über. Der Zaufpreis soll angeblich 110,000 Mk. betragen. worin jedoch die Wirthschaftslokalitäten am hiefiger dauptbahnhofe nicht inbegriffen sein sollen. Varienburg augefahren, um quer über den Struu nach ihrem Heimathdorf zu gelangen. Wie mar uns mittheilt, war das Faͤhrzeug ein sog. Dreibotd Am Samstag Nachmittag fließ auf der Deußer Seite ein Knabe den anderen in jugendlichem Ueher muth in den Rhein. Der jugendliche Taugenicht mußte⸗ zusehen, wie sein Kamerad ertrank. — 4 Fürstenftlodbrud, 26. Juli. Gestern Nacht erschoß. wie dem „B. Kur.“ gemeldet wird cin Mahlbursche der Odermuhle in Graßlfin⸗ Gemeinde Olching) den Diener des Militac Velerinärs der dortigen Remonte⸗ Anstalt aus Cifer⸗ sucht beim sogen. Kammetfensterln. Det Morder oachet heute frud in das hiefige Amtsgerichiegt— angniß eingeliefert wurde und der dem Getöodtelen schon etwa 8 Tage aufgelauert haben will, feuerh⸗ zwei Schüsse auf Jein Qpfer. welche dasselbe sofot iodt niederstreckten. pWien, 27. Juli. In Dehreczin fam henre rin Pistolenduell zwischen Oberst Czerlin und Major Kornai vom 15. Husarenregiment siatt Letzterer blieb todt auf dem Platze, Rom, 27. Juli. In Torrecajetani (Pro vinz Rom) fand am 28. d. M. ein großes Unglu dutch Blͤtzschlag statt; 386 —XRI wahrend eines sehr heftigen Gewitters in ein Haut auf dem Felde. Der Blitz schlug daselbst dreima ein, tödtete 13 und verletzte 23 Personen. F London;, 28. Juli. Sir Moses Monte fiore ist heute im Alter von 101 Jahren gestorben Montefiore ist bekannt durch seine aufopfernde un erfolgreiche Vertretung der Interessen seinet israe lilischen Glaubensgenossen.) fKonstantinopel, 28. Juli. Geslern wurde in Bellobar der Bau einer Eisenbahn zu Verbindung des türkischen Eisenbahnnetzes mit den europaischen feierlich begonnen. * pNew-York, 29. Juli. Die Beerdigun Brant's findei auf Wunsch der Familie nicht in Tentral · Park, sondern im Riverside⸗Park an dudson⸗Ufer statt. VBermischtes. * Geichsgerichtz⸗Erkenntniß.)“ Ein Arbeiter, welcher in den Arbeitsräumen seine? rbeitgebers das ihm zur Verarbeitung übergebendt Material fich aneignet, macht sich, nach einen Artheil des Reichsgerichts, dadurch nicht der Unter⸗ ichlagung, sondern des Diebstahls schuldig. 7 Koln, 27. Juli. Man pflegt zu sagen; Kein Unglück kommt allein.“ Diese sprichwört.; liche Redensart bewahrheitet sich leider XXV einmal hier. Kaum war geslern die letzte Leiche, weiche am Holzmarlkt unter den Trümmern des Finfiurzes begraben lag, hervorgezogen da ertranl m Hohenstaufenbad ein dem Arbeiterstand ange⸗ höriger junger Mann aus unserer Vorstadt Ehren⸗ jeld. Darauf ging in vergangenet Nacht mitten zuf dem Khein ein Nachen unter, in welchem fich eun Manner aus Poll befanden. Sieben retteten fich ducch Schwimmen an's Land. die beiden au⸗ heren, ein 25juhriger und ein 27jähriger. kamen in den Wellen um. Die Leute waren von der erger —XX en. Eonnuiag, den 2. Augut, von Rachmittags 3 Uhr ab Tanzmusik dei B.. Schweitzer, Wirth 12- 14 Ceutner ewiges Kleeheun ofort zu derlaufen. B.- Velten- Bäcker. Faur die Tede Aon verantwortlich: F. X. Demeß — — * Gẽnern wie auf dem Veccco Oberwũrzbach nach St. Insbert a Feuerwehrgürtel gefunden. Eigenthümer ĩann denselber gegen Inferlionsgebühren u. Finderloht dei Franz Rebmanus auf de Drahtseilbahn (neue Schmelz) entgegen nehmen. F wag Ausverkauf zuderwagen. feine und ordinaͤre, Fämmilich zu Fabrilpreisen XILGoI. Redel. .. Se phaelnn. —I Fij Nachmittags 4 Uhr ab ausgeführt von der ganzen Kapelle des 30. Jufanterie ˖ Regiments — — unter Leilung des Heren Neckzeh. —* , Eniree 50 Blo. e a Es ladet ergebenst ein 24 oe —XB Weine s— vorrathig; auch koͤnnen dieselben mit jedem beliebigen Eindruck ver⸗ sehen werden. P—— Ball- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der Buch⸗ und Steindrucerei St. Ingbert. Am billigsten˖ und zu Annoncen⸗Expedition 3 ⸗ Haasenstein & Vogler, Mannheim, O. 4. 52 Inserate fur fammiliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Originai hreifen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und ofteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Nattz in Insertionsangelegenheiten wird durch obie Fitma, geftugt auf die während des Z0jaͤhrigen Befteheus Niten gnaglen creichen Erfahrungen, gewissenhaft nnd kostenstt trtheilt. auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetnen Blaͤtte in Vorschlag gebracht. J Dn Zurfuͤhruche Zeitungskatalog pro 1835 steht jedem In serenten auf Wunsch gratis und franes zur Verfügung. asten besorgt die älteste — u3 —87 —— reerpen jeden Sam stag direct nad u. Philadelphia. 4 myofer mit vorzuglicher Einrichtung für Passagiere aller en. Deuische Bedienung und Aerzie auf jedem Schifsjhee. Wegen Passage und aherer Ausiunft wende man sich een. E Laur, St. Inabert. Freevtbriefe für gewöhnliches Gut „VFilgut u baben bei 95 D Druck and Beriau — — —8* —8* y7 —* demeß in 18 tIL 33535385555s53553853553 —S 3 33 3 —5 5—33325* 2555— —33SSS2588255383 58 z3333533 80 63883 3 A 5553 537 5 5573 55 — — 5—8883 85335 32853 5 5 63 —358 3233 333 — —— 288—838 * 2 52* 22 * 2 — z — 3773 63238 353 33 555328 3 —25252 2322 * * * 227 32 232—— 22 582 — — 232*7 8 —A 8 322 — 235 5828 —— 2** 35 — — 8 3233 235 5525 5388 352e8 ⁊* 22 57 — 295 232 — —— 236865 2*2* 2 3 —— — e 3z 57335 575732 8338 22 * 55855 25 32 — 25537 — 2 2 33353835 33—36 * 5—8388 283 755 3385—628 3 7— 3333238 3, — 335—30637553 . —253—7. —5B58 278 532 52523328 — — 223 — — 52— 53 22 * g S 2*— 2 — —A 33333 35* 253353553 253857 537 8 —2 — * 383833 33333 2 2 — p ũ 2* — * n 7 3 2— 3 83833 783 338 3 33383885375333—83855* —358322525 * —— 232522328 33 23 3 552 k3558 —5z325333337* —2c38 2835 —A —— 5 53885350 8338 333 8338* 38333 1336 2333833 52 7 — 8 3 — * —2 — F *5 —28 — *58 8 —— 33 3838 3 43 3 3 333 32 — 8 22 5 235 7 22 —EX 2 0 * — 5 — * 7 3 8 12235 333536 3338383 53333463—68* R 5 325 333333 —257533 — 853 — —— 33— 237 225 —733 2232 5338 325335—8* — 333336S66533*85 — ——— 3337537 3325353573233352 532367353 2428 — e * 8* * * 22 —— ———— z*8833 5755 57 5323 3388 * —53583S5S0— — 50 — — *7 J Z — —⸗— * * * 78*7238 2* 2* 25555* 53 2353535833 327 3 x3 5 —83 55 — — * 8 22 — —55 338 555335 555x555873 ——— J J— 355 — — 433* sS588 582383* 5 238 — z35* 32 55Ek 725353536 —* 2 * —2 — * —ꝰ 7 82 H 2 553853555 23856 225 age e * 2— vr —A 8 —e 28 1533537* —A JJ 2384 883 3325388 5338238 J 8 533353238 255 2553 52 33334 S—s8388 355 582 35 .. — c — 2* 5* * 523583 32358 8 — —A — —— 2* 5 —— —A 25 2252 32 —*8 — 5538 — 28 F A— — 22— 553335 55353338* —s —52 5 138 —5 ** 53525233 53 7 33E538 — — — 5223 345338 —A i2 — —*8 23353 — 5335553 —— 53322 55 33233588 35 —A 2 2 * ———— *5 — ẽ 8 533358 ——— . * 530 55 333858 * — — 3 3235 57*8 *58* ——— s382 ——— 7 533 24228 — — — *73 *2 3 ẽ7 * *5 — 83 55353 53 J—— W 2 * EX 7.5* 8 — 52F 23 E— —2 —2* —— r 37 — —* J 5 28 783683 s 3* 58 8 —555* z4 —323 —835485 ——— 3 —— — — 357 5235 8 J 233353 — Is58* 5z324 38238* 5532 55883 888 38 522Ec2 388 35* 23335* — 53335553 388338 33336 5* * 77 35 533 — — 232355 ä — —— — n — — z32233533 28 380 258 z222 288* —— —— — 23 528 525 — 3 8 5 —** 3* 22*58 5353235383 —8 325532 — 3253 7537 7 228 333383383 382 5 * 3 —— — 533382 —— 2 1*3 8 238 z33533538 * 555 57588 * 35337332358 25* 55577* — A 5252 — 4 — E—— 2 — ———— 8222358 24 ẽ 5533353 55388 3 353355338 8 2 538322* —353553353863 38 2222235 2 53 228253 5335652832 ——— 38 235355 —A 522 — 385 58258 2 2 8 * 22 2528 * 5—5 55 22 — — 5 2* 2 325333535385 53353833 — — —FJ . 23 —238 32825 —52 2 25323235 3 8 538 85 —A 237 z23238 — 838 55 33 —3 522 252 —A S2 4 * —284 52 — 55525 —— 322 538 ——AA — 2—529 885 325355—35255 520 5353558 J 58552 — 5z85 S *4 . 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Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. —* Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Conntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs- platt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.4 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließlio A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr sar die Agespaltene Garmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Autkunft ertheilt, 13.40, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. MX 1445. Sausstag, 1. August 1888. 290. Jahrg. o12 Bestellungen euf den „St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate August und September vwerden von sämmilichen Postanstalten, den Aus⸗ wägern und der Expedition entgegengenommen. — Politische Uebersicht. Der internationale Telegraphenkongreß n Berlin wird voraussichtlich am 10. August er⸗ yfnei. Den wichtigsten Punkt der Verhandlungen vird die Berathung eines Welttarifs bilden, der jamentlich von deutscher Seite aus erstrebt wird. Mittheilungen aus Paris zufolge ist die Cholera nächster Nähe der französischen Grenze, Torvella⸗ Nontgris (Gerona), ausgebrochen. Die Seucht ritt immer heftiger und bösartiger in Spanien wuf. Allein in der Provinz Saragossa sind inner⸗ salb 48 Stunden 1700 Personen erkrankt und 600 estorben. Einzelne Dörfer und Flecken sind total uusgestorben; an ein Bestaiten der Leichen wird ielerorts nicht mehr gedacht. In einigen Ortschaften errscht in Folge der Flucht der Behörden völlige Anarchie. Die Zusstände sind ganz trostlos. Vor Kurzem brachte die russische „St. Peters dutger Zeitung“ aus Konstantinopel sehr trübe Nachrichten über das Befinden des Sultans Abdul Hamid. Es hießdort, der Padischah befinde sichin hoffnungslosem Zustande“, und es werde am Goldenen Horn fast allgemein angenommen, daß Murad, welcher wieder vollkommen genesen sei, wahrscheinlich den Thron besteigen würde, falls Abdul damid's Zustand sich nichi bessern sollte. Hierzu erhalt der , Hamb. Corr.“ von durchaus glaub⸗ würdiger Seite folgende Mittheilungen: Die stark oerhreiteten und von gewisser Seite absichtlich ge⸗ ührten Gerüchte über einen bedenllichen“ Zustand ves türkischen Herrschers sind, wenn auch nicht voll⸗ sundig auß der Luft gegriffen, so doch jebenfalls mht siark übertrieben. “ Der Großherr leidet aller jngs, und zwar seit geraumer Zeit, was übrigens algemein bekannt ist, hier und da an Wahnvor— edungen, doch äußern sich dieselben niemals in dedenten exregender Weise, und beschranken sie sich cdiglich darauf, daß er die Furcht hegt, man könnte in dergiften. Der Padifchah ist desbalb sehr miß ruisch, im Uebrigen jedoch befindet er sich recht t. und gerade in der allerjüngsten Zeit besserie ih sein Zustand erheblich, so daß jene Furchian⸗ ulle sich immer selnener einftellen Weitergehende supuimgen sind derzeit wenigstens unbegründet, 9 die K. Z.7 dementirt die Nachricht von der rantheit des Sultans. —555 Deutsches Reich . Berlin, 29. Juli. Nach der „Kreuzzeitung“ eb definitiv fest, daß der Kaiser Franz Joseph . Kaiser Wilhelm in Gastein zu Anfang Augus Aden wird; ebendaselbst wird die Zusammenkunft ——— und Kalnoky stattfinden. ob jedoch Ait ist noch unbestimmt. Die- Enirevue ienden Staatsmänner wird vorzüglich handels⸗ ische Fragen behandeln. nOkklin 29. Juine Dem Vernehmen nach 9 zuch die Ernennung des Grafen Haßfeldt zum chafter in Londoen mnaske vonren 6 hesteht nach wie vor die Absicht, den bisherigen Inhaber dieses Postens, Grafen Münster, nach Paris zu versetzen. Dieser ist diesem Plane jedoch ibgeneigt und dürfte, da der Reichskanzler von diesen Dispositionen nicht Abstand nehmen will, den diplomatischen Dienst gänzlich quittiren. — Der Afrikareisende Robert Flegel wird in nächster Zeit seine große Exrpedition in das Innere von AÄfrika antreten. Augenblicklich befindet sich Herr Flegel noch in Braß an der Niger-Mündung (West⸗ Küste von Afrika) bei Herrn Townsend und ist mit den Vorbereitungen zu seiner Expedition be—⸗ schäftigt. GSFr. Zig.) Ausland. Paris, 29. Juli. Wie die Zeitungen de— haupien, wären von dem Zwölf⸗Millionen-Kredit für Madagaskar sieben Millionen bereits verbraucht. Die Blätter folgern daraus die Nothwendigkeit euer Kreditbewilligungen. NRom, 29. Juli. Die Allokution des Papstes yom Montag soll heute Abend deröffentlicht werden. die Allokution beklagt die religiösen Zustände Italiens und die Schwierigkeiten, welche auch in Frankreich und Deutschland der Aktion der Kirche entgegengestellt vurden, gibt jedoch der Hoffnung Ausdruck, daß eine Wiederherstellung des religiösen Friedens in Deutschland und Frankreich erreicht werden konne, und schließt mit der Mahnung, daß Eintracht und Finmüthigkeit in diesem Augenblicke besonders noth⸗ wendig sei. London, 30. Juli. Bei einem Banket in Mansonhouse hob Salisbury hervor, die Regierung vünsche lebhaft, auf den Wegen des Friedens und des Fortschritts vorzugehen und hoffe in nicht langer Zeit, Rußland und England, umgeben von Ver —ündeten, friedlich Seite an Seite zu sehen, beseelt son Gefühlen gegenseitiger Achtung. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 81. Juli. In Fortsetzung der in vor. Nummer gegebenen Erläuterungen anläß⸗ lich der gegenwärtigen Neuanlage der Steuern lassen vir heute noch das Nahere über Einkbommen⸗ und Gewerbesteuer folgen: LU. Die Ein—⸗ kommensteuer. Die Einkommensteuer zerfäll in drei Abtheilungen. Die 1. Abtheilung besteueri im allgemeinenen das Einkommen aus Lohnarbeit, den täglichen Verdienst der Taglöhner, Dienstboten, dohndiener, Handwerksgesellen, Gewerksgehilfen und Fabrikarbeiter, sowie den Verdienst anderer hierher zehöriger Personen, soferne deren Dienstverhältniß durch schriftlichen oder mündlichen Dienstvertrag nicht mindestens füt einen Monat gesichert ist. Die zweite Abtheilung besteuert besonders das Ein⸗ lomimen aus wissenschaftlicher oder —künstlerischet Beschaftigung, wie der Rechtsanwülte;, Notare, —XE nuch das Einkommen aus Eriheilung von Privat⸗ unterricht der Professoren und Lehrer, das Ein⸗ ommen der Musiklehrer, sodann der Verdienst der HJeometer, Gerichtsvollzieher ꝛc. ꝛc. “ Die 8. Ab⸗ cheilung endlich besteuert das Einkommen aus Be— oldungen und Dienstesemolumenten, Pensionen und Alimentationen der im Staats⸗;, Gemeinde⸗ und Stiftungsdienst angestellten Personen und ihrer Relikten, sowie von Privatbeamten und Bediensteten, deren Dienstverhaälmmiß vertragsmäßig für einen Moment oder länger gesichert ist, auch die Pensions⸗ c. Bezüge derselben und ihrer Relikten; ferner das Finkommen aus Wittumen. Praebenden. Austrägen und Leibrenten ꝛc., mit welchen Bezügen keine Ver⸗ pflichtung zur Dienstleistung verbunden ist. Sämtliche unter Abtheilung 1 fallenden Personen haben ihren yxts⸗ oder geschäfisüblichen Arbeitsverdienst eines Tages inkl. Naturalbezüge zu fatiren; blos den rigentlichen Dienstboten — Knechten und Magden — ist die Fassion gesetzlich erlassen, soferne ie einen Tagesberdienst inkl. Naturalbezügen von nicht über 1M. 80 Pf. beziehen, im Brole ihres Dienstherrn stehen und keine eigen e Wohnung zaben. Die unter Abtheilung 2 und 3 fallenden Zteuerpflichtigen haben den Jahresbetrag des Einkommens zu fattieren. Ist dasselbe ständiget Ratur, so ist einfach der Jahresbetrag zurzeit der Fasfion anzugeben, bei unständigem Einkommen ist »agegen der Jahresbetrag von 1883 und 1884 zesondert auf der Fassion anzugeben und der Durch⸗ chnittsbetrag zu ziehen. Iss eine Person in nehreren Abtheilungen steuerpflichtig, so ist dies unter Benennung der einzelnen Einkommensquellen. welche überhaupt spezifiziert werden müssen, auf der Fassionsliste in den dafür bestimmten Rubriken ersichtlich zu machen. Hervorzuheben ist noch, daß aicht nur das jährliche Einkommen im Baarbezuge, ondern auch das Einkommen aus geldwerihem stutzgenusse zu fatiren ist; z. B. Anschlag der reien Dienstwohnung, der Dienstländereien ꝛc. erner daß ebenso alle fortlaufenden Funktions— gebenbezüge, insbesondere Tantiomengenüsse ꝛc. zu atiren sind. Die auf den Erwerb nöthigen Aus— agen find auf der Fassion zu spezifiziren und dürfen am Brutto⸗Einlommen abgezogen werden. Es geht daher nicht an, bloß das Netto Cinkommen zu fatiren. Antraäge auf Sieuerbefreiung gemäß AÄrtikel 13 and Steuerbefreiungsgründe gemäß Art. 12 des Besetzes sind den Fassionen beizufügen. Mit Rüd—- icht auf die empfindlichen Strafbestimmungen und die auch bezüglich der Einkommensteuer der Steuer behörde zur Hand liegenden umfassenden Kontrol⸗ hehelfe erscheint eine rechtzeitige und gewissenhafte Fassion im Interesse der Steuerpflichtigen selbst Yboten. - III. Gewerbesteuer. Sämmtiliche Bewerbetreibenden mit Ausnahme jener, welche nach dem Hausiersteuergesete vom 10. März 1879 steuerpflichtig sind, haben innerhalb der in der durgermeisteramtlichen Aufforderung bestinimten Frisi ihre Steuererllarungen abzugeben; wird die Abgabe der Ertlarung auch nach speziell erfolgter Anmaͤhn— ung versaumt, so zieht sich der Steuerpflichtige eine Ordnungsstrafe bis zu 50 Mtk. zu und wird ohne weiteres vom Steuerausschusse eingesteuert. vei Abgabe der Steuererklärungen ist darauf zu achten, daß alle einzelnen Gewerbe, welche von dem Pflichtigen zurzeit der Erllarungsabgabe betrieben werden, speziell aufgeführt und die Betriebsmerk- male, ausgeschieden nach den Jahren 1888 und 1884 angegeben werden, wen nach dem Durch⸗ schnitte dieser beiden Jahre die Betriebsanlage be⸗ timmt wird. Die Normalanlagen fur die eimelnen Gewerbe sind durch den Gewerdsteuertarif festgesetzt und unveranderlich. Wer Erklärungen abgibt, die dem faktischen Geschäftsbetriebe nicht entsprechen und die Steuer zu verlürzen geeignet sind, derfällt in eine Strafe bis zum zehnfachen Betrage der⸗ jenigen Jahressteuer, deren beabsichtigie Hinlerzieh ang festgestellt wird. Es möge daher sedermann jeine Fassion so einrichten, daß dieselbe in voü— gandiger Weise alle zur Besteuerung erforderlichen Mo mente richtig enthält, um fich nicht der Gefahr er Bestrafung auszusetzen. Die zur Bemessung der Betriebsanlage dienenden Merkmale snn den einzelnen Gewerben verschieden. Es sind deß⸗ halb den Formularien zu den Steuererklaͤrungen erläuternde Bestimmungen vorgedruckt, welche ge⸗ nauestens zu heachten sind. Bei den gewoͤhnlichen dandwerkern und Danbelstreibenden ist die Anzahl der Gehilfen anzugeben; 3. B. 1888 — 8 Ge⸗ hilfen, 1884 2 ehilfen. Bierwirthe haben Biewerbrauchsquantum anzugeben z. B. 1883 z00 Hektoliter, 1884 — 900 Hektoliter ꝛtc. ꝛtc Jenen n beireihendemn deren Betriebsanlag nach Art. 7. des Gesehzes p.A nach dem Ge⸗ chaftseruicagnisse berechnet wird, steht es frei. das Erträgniß auf der Fassion, ausgeschieden. Nach den Jahren 1888 und 1884. anzugeben, verpflichtet find sie hiezu jedoch Richt. Bei fast allen Gewerbe reibenden liegen der Einsieuerungsbehötde genügende Anhattspunkte · zur Bemessung der Vollständigkeif und Richtigkeit der Fassionen vor, weßhalb eine bersuchte Hinterziehung taum ungeahndet bleiben durfte. * St. Ingbert 81, Juli. Soeben erhalten wir die fur die hiesige tkatholische: Kirchengemeinde höchst erfreuliche gtachticht, daß dem Gesuche des Fabrikraihes um Bewiligung zur Veranftaltung ne Geldgewinnlotterie behufs Aufbring⸗ ung der Mittel zur Erbauung einéèr zwei— ren kath. Karche dahier die ministerielle Gaͤnehmigung mit der Befugniß zum Loosabsatz im ganzen Konigreich zu theil wurde. Zu gleichem Zwecke wurde —XWX Fabrikrath Eden⸗ Toben eine Geldgewinnlotterie bewilligt. 7St.Ind bert, 31. Juli. Das gestern im Becker'schen Garten stattgehabte Konzert der Dreißiger aus Saarlouis unier Leitung ihres Kapell meisters Herrn Redzeh war, wie bei dem Renom⸗ mee der konzertierenden Kapelle nicht anders zu warten, techt gut besucht. Sammtliche Nummern des seht gut gewaͤhlten und reichhaltigen Programms wurden mit außerordentlicher Feinheit und Präzision um Vortrage gebracht und fanden den lebhaftesten Beifall der Zuhörerschaft. Besonders angesprochen haben die Nr. 4,In trauter Stunde“ von Rec— zeh, sowie die Diͤdermre zur Oper „Die lustigen Weiber“ von Nikolai, die Paraphrase üͤber Wagners Preislied, Jung Werner's Abschiedslied aus der Oper Der Trompeter von Saͤdingen“ und eine Fantasie aus der Oper „Die Hugenoikenꝰ. Bis zur Schlubpiece hielten die vortrefflichen Klaͤnge der meisterhaft geschulten Kapelle die Zuhodrer in Spannung und die meisten schieden in der Hoff · nung, daß der gelungene Veriauf des gestrigen Konzgertes Herrn Weirich Veranlafsung sein möge uns die Kapelle Reckzeh im Laufe des Sommere noch öfters hören zu rassen. ASt. Ingbe e zu. Juli. Das Pro⸗ aramum für das kommenden Sonntag nachmit · ags 4 Uhr in der prot. Kirche stattfindende — 1. Gemeinde · desang: Jehovah ete. 2. Orgelfantasie zu vier Handen von A, Hesse 3. „Mein glaäubig Herze, opranfolo aus der Pfingsteantate von Joh. Seb. Bach (Fil. Müller), 4. Atie; „Et weidet seine Heerde“ aus dent Messias von Händel für zwei Hiolinen und Orgel; 8. Kirchenchor: Trostet. röstet mein Volte36. Fesipruͤludium zu dem Thoral· Dit. vit, Jehovat von Fr. Baake; 7. Ich weiß, daß ein Erloͤser lebt“. Sopransolo aus dem Messiab, von Haͤndel Grl. Müller); 8. Ansprache; 9. Otgelfantasie aber Pf. 116 von Or. W. Volkmar; 10. Kirtpchor Wie heilig ist diese Siaite“ von Silchet . Vruchstuch aus der G dur · Romanze, von L, d, Beethoven für 2 Violinen u. Orgel; 12, Eñgel, ewig licht und tlar“, Sopran⸗ die aus Theodora von Handel (GIrl. Müller) 13. Orgelfantafie Uber Eine feste Burg“ don Thalberg; 14. Gemeindegefaug: Eine feste Burg. nen Thaͤren werden frewillige Gaben ent gegengenommen. dle fur einen guten Zweck Ver⸗ Dendung sinden sollen·5 9 1Sh. Ingbert 31. Juli. Wie wir ver⸗ nehmen. wird Herr Lehrer Schlaudeder mi seinen Musikschllleru om Somnag über 8 LTage. also am 9. August, Nuachmittags. ein Lonzert deranstalten. Es ist nicht das erstemal, daß Herr Schlaudeder mit seinen Musitichürrn vor die Saffenllichkeit tritt; ahnliche Konzerte von früher stehen noch bel vieien in angenehmer Erinnerung. Wir zweifeln darum nicht, daß auch sein naͤchstes tonzert ein zahlreiches Publikum angiehen wird. 3 Beleidigt ein Dienstbote seine Herrschaft durch Schimpfworte oder Thatlichkeiten, oder begehl I. I woelcb der Herrschaft das Recht zur sofortigen Dienstentlassung gibt, so tann die Herrschaft mit der sofortigen Dienstent⸗ lassung die Aufforderung verbinden, daß sich der diensibote aus ihrer Wohnung entferne. Leistet der ntlassene Dienstbote dieser Aufforderung keine Folge, so ist er nach einem Eckenniniß des Reichsgerichts vegen Hausfriedensbruchs zu bestrafen. Selbst das Berweilen des Dienstboten auf der an die Herr⸗ chaftswohnung anstoßenden Treppe, bezw. Hausflur, in welcher die Herrschaft zugleich mit anderen hausbewohnern ein⸗ Pilbenugungorecht hat. is inbefugt und strafbar, wenn die Aufforderung der Hertschaft zur· Entfernung · auch darauf sich ersire ar 8 Rohrbach, B0. Juͤli.“ (Anglücksfall.) der Fuhrinann Peter Allmannsberger von hdier gerieth gestern im benachbarten Elversberg inter seinen Wagen und wurde lo unglücklich berfahren, daß er nach wenigen Minuten rine deihe wat.“ .. In der iehten Strafkammersitzung des kgl. dandgerichts Zweibrücken wurde der 24 Jahre heschäftsmann Ludwig Schmitt von Pirmasens vegen je eines Vergehens des Betrugs und der Anlerschlagung zu einer Gefängnißftrafe von 6 Monaten verurtheilt. — pirmasens, 20. Juli. Mit der im Zeptember d, J. gele gentlich des Landwirthschaft⸗ ichen Bezirksfestes stattfindenden Aussteltbung andwirthschaftl. Geräthe und Produkte wird auch ine Verloosung von Rindvieh und landwirthschaftl. Naschinen und Geräthen verbunden. Es werden ju diesem Zwecke 6000 Loose à 50 Pfg. aus caeben. KAuf ie 20 Loose fällt ein Treffer. G. A.) — Kirchheimbolanden. Ein hiesiger unger und kräftiger Mann, der ein sehr eifriges Milglied des Turn Vereins ist, glaudte, verlodt don den in verschiedenen Zeitungen aufgetauchten Nachrichten, wonach junge Leute für nach Kamerun ils Polizeisoldaten fich melden könnten, daß auch vielleicht dazu berufen sei, seinen schwarzen Brüdern an der Westküste Afrika's Mores zu lehren. Doch von Kirchheimbolanden bis nach dorten ist ein weiter, weiter Weg. Die Schwierigkeiten, welche sich einem solch' Wanderlustigen entgegenstellen, sind chon von hier aus sehr groß, dies beweist die von hen verschiedenen Aemtern und hochgestellten Per⸗ sonen auf dessen diesbezügliches Ansuchen ertheilte Antwort. Zuerst wurde eine Eingabe an das Rteichstanzleramt vom 26. des Monats Juni do. Is. an denselben dahin zurückbeantwortet, daß sein Hesuch um freie Hinbefoörderung und Einsetzung in Amt und Würden an den Staatssekretär des aus⸗ partigen Amtes, kgl. Staatsministet Herrn Grafen datzfeld · Wildenbutg zur ressortmäßigen Verfügung ibersandt worden sei. Davon mache ihm das be⸗ reffende Amt Mittheilung. Einige Tage nachher, im 11. Juli d. J., erxhielt derselbe vom auswär⸗ igen Amt folgendes Schreiben, welches auf der datuon v. Bl, wie auch die anderen diesbezüug⸗ ichen Schriftstücke. eingesehen werden kann: Aus⸗ partiges Amt Auf die Eingabe voni 26 vor. M. id haen eroffnet, daß Ihtem Gesuch um loflen⸗ reie Beforderung nach Kamerun und eventuelle gerwendung daselbst von hier aus —X reten werden kann, Ihnen vielmehr überlassen derden muß, sich an das Syndikat für Weftafrika in Hamburg oder andere Kolonialvereine zu wenden. etlin, 10. Juli 1883.“ Nun wandte sich unser Turndruder an ein in der letzten Zeit vielgenann⸗ A. im fernen Afrika längst vertretenes Haus, per⸗ onlich an den Reichstagsabgeordneten für Hamburg, Herrn C. Woermann. Von diesem wurde ihm am Fi da. Mis. folgende Antwort zu Theil: „Ham⸗ butg 1888. In Erwiderung auf Ihr Schreiben heule ich Ihnen mit, daß ich Ihnen nicht rathen nn. nach der Westküste Afrika's auszuwandern, Zeil die dortigen Verhalinisse in jeder Hinsicht für Auswanderer ungeeignet finb. Ergebenst C. Woer—⸗ nann. Ich befördere überhaupt keine Auswanderer aach Afrila. Niemand aber kostenfrei. D. O.“ Nach solch' bitteren Erfahrungen, weiche für Man⸗ hen als Warnung dienen moͤgen, rufen wir unserm iich so seht nach Afrika's Küste sehnenden Lands ⸗ nanne das alte Sprichwort zu: Bleibe im Lande ind — — —*. J Mordpf. B.) — Dürkheim, 27. Juli. Der Geschafts- nann Ingermann wurde heute auf Antrag der kgl. Slaatsbehoͤrde wegen Urkundenfälschung und Unter⸗ chlagung durch die Gendarmerie verhaftet und in I nanit noch Frankenthal transportirt Die zei Ingermann hinterlegten Bücher und Akten wur. den unter Gerichtssiegel genommen. —Aus Speier, 28. Juli, theilt man der „Pf. Pr.“ folgende haarsträubende Geschichte mit Reun Lateinschüler der 8. Klafse der hiesgen Studienanstalt, fast sammtlich besserer Leute Kind Jatten sich zu einem Komplot verschworen, ihten mißliebigen Klassenlehrer — zu ermorden! Der gestrige Abend war zur Ausführung des Attentatß zestimmt. Ein scharf mit 6 Schussen geladener ebolber“ und zwei Dolche waren beschafft, die dollen waren vertheilt und gestern Abend, wo der zlassenordinarius gewöhnlich seinen Spaziergang im Domgarten zu machen pflegte, sollte das ausfuͤht. lich besprochene Attentat verübt werden. In der Iflen Slunde bekam ein jugendlicher Attentäter Reue und brachte den beabsichtigten Mord zur An⸗ seige. Zwei Schüler traten sofort aus, ein Haupt⸗ adelsfuührer wurde demittirt und die übrigen sechs jammt dem Kronzeugen kamen mit dem consilium abeundi davon.“ Speyer, 29. Juli.. Dem Jahresbericht der k. b. Lehre rbildungsanstalt Speyer und der ihr zugetheilten k. Praparandenschulen Blieskastel und dirchheimbolanden für das Schuljahr 188483 entnehmen wir folgendes: Die 5 Kurse umfassende Anstalt in Speher zählt am Schlufse des Schul⸗ jahtes 126 Zöglinge (58 Präparanden und 78 Saminaristen; der oberste (5. Kurs hatte 30 Zög⸗ inge. Die k. Praparandenschule Blieskastel zahlt mn' Schluß des Schuljahres im 1. Kurs 9, im2 1 imb im 3. 16, zusammen 39 Zöglinge, diel Praparandenschule Kirchheimbolanden im 1. Kurs 8 im 2. 8 und im 3.7, zusammen 33 Zoglinge. SDem Jahresbericht ist eine höchst lesenswerthe Abhandlung angehängt über „Gebotene —X in Geltendmachung des eigenen Standpunkltes den austretenden Zöglingen zur Erwägung und Zeachtung), verfaßt von Hrn. k. Seminarinspekior Dr. August Kittel. Vermißchtesß. St. Johann, 28. Juli. Der sogenannte Riesendamenplatz wird jetzi endlich die Haupistraße inserer Stadt nicht mehr langer verunzieren. Herr gauunternehmer Mertz hat denselben angelauft ind will große Gebaͤude hinstellen. Aeber den Preis des Bodens am hiesigen Plaztz ist es interes⸗ ant zu erfahren, daß nach der hiesigen „Vitg. ur die 82 Quadrat⸗Ruthen an der Straße je 000 Mi. für das dinterliegende Terrain, ca. 120 Mk. pro Ruthe bezahlt wurden. — 7Für das Jahr 1884 betrug die Zahl der Bewerbeanmeldungen in Buayern 46214. sene der Niederlegungen 35,394, so daß sich ein Ueberschuß don 10,820 Anmeldungen ergibt. Im Jahre 18883 betrug dagegen der Ueberschuß bei 17,305 Amnmeldungen ‚und 46,129 Niederlegungen 1176. Die weitaus größte Zahl der Anmeldungen —VVBe 20.060 der 48 Prozent, sohin mehr als ein Drittel der desammtanmeldungen. — Im Jahre 1884 waren Bahern Gast. und Schankwirthschaften im Ve⸗ riebe: Pfalz: 4413, Oberbahern: 6017, Riede hahern: 4108, Oberpfalz: 8446 Obecfrankens 3486, Mittelfranken: 8288 Unterfranken: 3667 ee hon in Summa: 34 10.5 almißmaßig meisten Gaft und — Daften bestehen in Mittelfranken dann folgen: Zderpfalz, Riederbahern, Pfalz. Oberbayern, Ober · ranken, Schwaben und Unterfranken. 7 Bvei den kgl. Rentämtern in Bahern inden sich gegewartig uber 200 — tanten, so daß der Bedarf auf lange Jahte 84 ist. was Interessenten zur Darnadachtuna dien noge. — FAugs2burg, 28. Juli. In aenin Berheigerung wurde gestern die igl Gesch Jießerei um den Preis hon gi doo M. n Herra Malzfabritanten Zint in Hetsburs αα voch bedarf der Abschluß noch der Genebmig der Regierung. ne zaen Frre burg, 28. Jut. Em humliches Ereigniß erhalt seit einigen Zagen esige Bevolkerung in bedeutender Aufte ung janz kurzer Zeit haben namlich —— ie zie zu Tausenden die Domt hürme bevduternn * iben mit einem Schlage verlassen. af⸗ vedenlt, daß dieselbe Erscheinung im Jaht iheß jor Eintritt der Cholera eintrat, ist dieh eint. mng feht erllarlich. Auqh in Munqen nsdeir n ck nicht io arasse, doch ahnliche a m den Dohlen der Frauenthürme bemerkbar u. In Karl sru he leben nicht weniger als hsn. d h. Selecpllichüse. wei ein ln und darüber versteuern. Dieselben gebieten *— über das hübsche Sümmchen von b 40 Asze F FHeid elberg, 28. Juli. Das allgeme ine zhesprüch ist Herr Dr. Schweninger und die Halanstalt. die er zu errichten gedenkt. Der des Reichskanzlers hat hoch oben auf dem * neben dem Schloßhotel ein Grundstück er⸗ —* und die Absicht, ein breites Stüch Land r ed zur Schlienhager Chaussee weiter anzu⸗ usm. VDie Unierhandlungen sind vorläufig noch gt perfekt, da der Besitzer des Grunditücks die Nfige Gelegenheit beim Schopf fassen will und n vemlich —D — pdrankfurt, 29. Juli. Ein Epilog zu m Prozeß Lieske spielte sich heute vor Gericht die hielbesprochene Affaire Stulz. Als Ver⸗ ndiger fungiren die Herren Rechtsanwälte Ebner d doldheim. Gegenstand der Anklage ist der jasuch det Beamtenbestechung. Im Mai machte In der Angellagten, der Schreiber des R.A. R Wilhelm Stulz, Friedrich Galsterer durch Mit. ralung seines Hausherrn, des Dienstmannes phann Notheis, den Versuch, einen Zettel an Ae gelangen zu lassen, welcher dieser avertiren e, daß Stulz ihn gratis vertheidigen wolle Nufseher der Konstabler Wache sei von Notheis wonnen worden, einen Beamten des Klapperfeldes Abgabe des Zettels zu veranlassen. Die drei gnannten stehen heute vor Gericht. Der Staats⸗ walt beantragt das Schuldig gegen alle Ange⸗ lugte und zwar gegen Stuiz 10 Wochen Gefäng egegen Galsterer b Wochen und gegen den Dienft. dunn i4 Tage. Die Vertheidiger treten für die uschuld ihrer Clienten ein. die nichts Unerlaubtes hen hatten. Dr. Holdheim hetont, daß kein iler Bestechungsversuch vorliege, Dr. Ebner will seiner von prächtigem Humor durchwehten Schutz · detes gar nicht gelten lassen, daß es überhaupt u Amtsvergehen gewesen sei, wozu der Beamte mochen werden sote. Die sstündige Verhandlung heßt mit der Freisprechung der Angeklagten. sar nimmt das Gericht au. daß der Beamte eine jichwidrigkeit begangen hätte, wenn er sich hätte saleiten laffen. Allein es fehle in subjektiver Hin⸗ qi.an dem Moment des Bewußtseins der Rechts⸗ vidtigkeit der Handlung. —WV V Bad Kreuznach, 29. Juli. Das hiesige ꝓui du Nord steht in hellen Flammen. Die athehung des Brandes ist noch unbekannt.“ In Efsen ist vor einigen Tagen ein Bries nit folgender poetischen Adresse auf die Post ge⸗ athen und bestellt worden: „Ihr lieben Stephans inger, Nehmt diesen Scherz nicht schief, Mein gieund, der nennt sich Alex, Ihm sendet diesen drief. Sein Vater, der heißt Lowenthal Und nade so heißt er, Drum waͤre wohl der Adressat zu finden gar nicht schwer, Wenn Sie den Wohn⸗ ut wüßten. Nun, der ist wohlbekannt, Er nenn⸗ id nämlich Hüsten und liegt im Sauerland.“ f Selbst das Nachsitzenbleiben in »der Schult linn Einem zum Heile gereichen Das erfuhr. wie egz Koln. Tagebte“ erzahlt vsrigen Freitag zu doln ein Junge aus einem der beiden eingestürz Hauser. Derselbe mußte des Morgens bie nach 12 Uhr sitzen bleiben. Und diesem Um— sande verdankt er wahrscheinlich sein Leben; denn grade, als er auf dem Holzmarkt war,erfolgte dt Einsturz der beiden Haͤuser. f Der Kaisser hat für die in Köln bei dem Aujereinsturz Berunglückten 1000 Mt. bewilligt fHamburg, 29. Juli. Den Dieben 14 vor kurzem der hiesigen Reichsbanlstelle 90.000 Mi. gestohlen haben, scheint man endlich uf der Spur zu sein. Wenigstens wurde ein wier Agent und noch zwei andere in unserer geschaftstreidende Personlichleiten verhaftet. — dringend verdächtig sind, mit den drei en in Verbindung zu stehen. Es wurde bei ein sehr belasteuder Briefwechsel gefunden, * em sich hoffentlich genauere Einzelheiten er n, so daß man die wicklichen Thäter ausfindig chen und ihrer habhaft werden kann. —5* Geschichte der Tournüre. 33 erliner Wespen“ erzahlen folgende lehrreiche 9* cherzigenswerthe Geschichten. Eine modern dete Dame ging neulich vom Bell⸗Alliance⸗ Platß die Friedriche Straße hinauf. An der Weiden⸗ dammer Brücke wendete sie sich um und bemerkte daß drei Studenten schon seit der Puttkamerstraßt hinter ihrem Rücken, und zwar auf dem Plateau ihrer Tournüre. Skat spielten. Entrüstet über diesen Mißbrauch ihres Kunstwulstes, rief sie einen Schutzmann herbei, der sie alsbald arretierte. Nun fieht sie ihrer Bestrafung wegen Gestattung eines oͤssentlichen Glückspieles entgegen.“ — „Bigsher war die Tournüre ein kahler Berg, nun aber soll sie Leben erhalten. Die Mode hat verschieden⸗ Neuheiten auf diesen Gebiete erfunden. Man pflanzt jetzt auf dem Cul Champignons oder bringf an seiner Spitze, da wo die Tournüre am höchsten ist, ein Feuerwerk an, das die Dame unbemerk anzündet, Sehr hübsch ist auch ein an derselben Stelle angebrachter Springbrunnen aus dem wohl riechende Wasser sprudeln.“ — „Ein entsetzliches Unglück wurde neulich durch einen günstigen Zufal noch rechtzeitig abgewendet. Die Pferde eines Om⸗ nibus waren nämlich bei dem Anblick eines Jäger⸗ ijaners in Gala scheu geworden und rasten unauf⸗ —XEED— nibus eine Dampfspritze, vier Kinder, zwei Spreng wagen und drei Bäume umgerissen, schon neigte er sich und drohte umzustürzen, schon ertönte von seinem Verdeck das markerschütternde Geschrei der Passa— giere, als die Deichselstange an die Tournüre einer Dame anprallte. Sofort blieben die Pferde stehen und zitterten wie vor einem Kameel ··· F Im Jahre 1884 fanden in Preußen 10,328 Zwangsversteigerungen von Grundstücken tait, gegen 13,573 im Jahre 1883, 16,197 im Jahre 1882 und 17,4783 im Jahre 1881. Es sat also eine dauernde Verminderung der Zwangs⸗ zersteigerungen im allgemeinen stattgefunden, und war insbesondere bei Grundstücken, welche haupt⸗ achlich zu Land⸗ und Forstwirthschaft dienen.“ —Vor kurzem ist der 2. Jahrgang einer im Reichs⸗Justizamte bearbeiteten deutschen Justi z⸗ Statistik erschienen. Aus demselben ergibt sich 1. a. die in wirthschaftlicher Beziehung nicht un—⸗ interefsante Thatsache. daß nach den statistischen krhebungen von 1881 - 1883 die Zahl der Wechselprozesse um 10,4 pPCta die der Arrestsachen um 22.4 pCt. und die der Konkurseroffnungen um 10,7 pCi. abgenommen hat. Vor sich h.nrTrohz der ausgiebigen Bewach⸗ ung ihrer Palais wurden — auch die Juwelen der kronprinzlichen Hertschaftenbet ihrer Abreise von Berlin in der Reichsbank deponirt. p Diebstatl. Nach einer an die Berliner Zriminalpolizei gerichteten Mittheilung“ sind dem zroßherzogl. badischen Kammersänger Hauser in helgoland am 26. d. M., Vormittags. waͤhrend der Badezeit —aus dem Badekarren auf der Dunz drei Ringe im Werthe von über 2000 Mk. ent vendet worden: Ein goldener Ring, à jour gefaßt. zdestehend aus 1. Rubin, 1 Diamant und 1 Smaragd, alle 3 Steine von gleicher Gtoͤße und reinstem Wasser, die Fassung zwischen den Steinen ist mit Brillantspitzen besetzt; ein goldener Ring zour gefaßt, a Karat mit gelbem Stich; ein Joidener Diamantring, e Karat, blütheweiß. fx Vortreffliches Mittel gegen Zahnweh. Man löst eine Messerspitze voll Borarsäure in varmem Wasser, nimmt es in den Mund und hat elten nothig, das Mittel zu wiederholen. Es ist zesonders wirksam, wenn die Schmeizen von dem Jeinfratß der Zahne herrühren. fGEin kurioses Testament.) Vor dem Tribunalezu Avignon‘ in Frankreich kommt dem ˖ zächst eine nen Frage zur. Entscheidung. Ein Heneralrath zu Vaucluse, Herr Heinrich Meynard, st in letzter Jein gestorben und hat sein ganzes ßermoͤgen ‚seiner sterblichen Hülle“ vermacht. Es seißt im Tejtam⸗nt:“ Ich vermache meiner sterb⸗ ichen Hülle meu Haus in Valreas. so wie jch es on den Erben der Herren Matius und Kar! Meynard am 30. Dezember 1880 gekauft habe. Ich wünsche, daß alles, was darin ist, in demselben Zustande bleide, wie es im Moment meines Ab ebens war. ohne eliwas daran zu ändern., und aß alle mir gebörigen Thiere bis zu ihrem Todẽ ort erhalten werden. Es soll in der Laterne der Halecie des Wohnhauses ein Monument von kleinen Dimensionen errichtet werden, in weichem mein Sarg in einer ausgehöhlten Gruft in einem Blod on bartem Stein deigesetzt werde, det mit einem ben solchen Siein bedeckt wecden muß, welcher dann mit Cement verkittet wird. Ich will ohnt Assistenz eines Geistlichen irgend eines Religions bekenntnisses beerdigt werden und wünsche, daß ich von meinem Todtenbett direkt in meine Gruft übee⸗ tragen werde.“ Das von Herrn Meynard „seiner sterblichen Hülle“ vermachte Haus hat einen Werth von mehr als 200,000 Fres. Es fragt sich nun, ob Jemand das Recht habe, sein Vermögen sich selbst zu legieren? FParis. Kürzlich stand ein Einbrecher von seltener Gemüthlichteit vor den Geschworenen. Dieses gelungene Exemplar heißt Blanchard und war angeklagt, etwa ein halbes Dutzend Laadhäuser in der Umgebung von Paris ausgeplündert zu haben. Wahrend der Behandlung entspann sich zwischen dem Gerichtspräsidenten und dem Ange— klagten folgende Wechselrede: Präsident: „Man hat bemerkt, daß Sie in der Villa Lebon gewisse Werthgegenstände liegen ließen. Weshalb haben A stück! Weil ich nicht konnte! Denken Sie sich an meine Stelle. Im Schubkarren hatte ich schon drei Stockuhren, sechs Paar silberne Armleuchter und ꝛinen Barometer. Unmoglich, noch mehr fortzu⸗ schleppen.“ „Sie schrieben auf die Thüre eines Ka⸗ binets: „Wenn ich Zeit hätte, würde ich auch noch diese Thüre aufmachen. Ich kneife aber lieber uus.“ Angeklagter: „Ganz richtig. Ich fürchtete Zudringliche.“ Prasident: „Sie trugen einen ge— ladenen Revolver bei sich? Angeklagter: „Ei frei⸗ lich, um mich gegen die Spitzbuben zu vertheidigen.“ Ein Kammerdiener, der als Zeuge vorgenommen wird, versichert, daß ihm ein Koffer voll Kleidungs⸗ stücke gestohlen worden ist. Angeklagter (sehr höflich: ‚Ich habe diesen Herrn nicht bestohlen; der Herr velieben fich zu täuschen!“ Zeuge (sehr zornig).: „Ich soll mich täuschen? Das ist zu arg. Der Rock, den Sie da anhaben, ist ja auch einer von meinen Röcken!“ Angeklagter: „Ei, ei, also Ihnen gehört er? Na, wenn Sie ihn erkennen, so ist nichts weiter dazu zu sagen.“ Der Gerichtshof war grausam genug, den gemüthlichen Gauner zu achtjahrigem schweren Kerker zu verurtheilen. MDer Einzug der Deuischen in Paris. Saßen da in einem Pariser Café zwei französische Bürger und unterhielten sich über den deutsch⸗französischn Krieg 187071. Nachdem man die verschiedenen „Siege“ Frankreichs durchgesprochen; 'am man auf den unerwarteten Schluß des Kriegs⸗ dramas, auf den Einzug der , Prussions“ in Paris. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob dieselben beim Einzug in Paris durch“ den Triumphbogen hin⸗ durch oder um denselben herummarschirt seien. Die Ansichten waren eben so getheilt, wie dies zwischen zwei Personen nur immer moͤglich ist. Eine Wette wurde entrirbe Wer sollte sie enischeiden ? An das französische Kriegsministerium sich wenden, war am Ende nicht schidlich. Außerdemgenießt dasselbe seit 1870 kein Vertrauen bei den Parisern. Man zeschloß an Viktor Hugo, den Verfasser des „furcht⸗ daren Jahres“, zu schreiben. Aber der franzosische Dlympier geruhte nicht zu antworten. Was nun ihuny Da tam der eine der Wettenden, Hert Telliet, auf den schlauen Gedauken fich an den preußischen Kriegsminister zu wenden. Und siehe da, in Bälde traf das nachstehende frankirte Schreiben ein;: Kriegoministerium. Berlin, den 16. April 1885. Auf die an S. E. den Herrn Kriegsminister gerichtete Eingabe vom 14. v. Mtis. wird Ihnen das Folgende ergebenst mitgetheilt: uieæ Nach Ausweis der Akten rückte am 1. Marz 1871 um 8 Uhr Morgens der zum Kommandanten don Paris ernannte General⸗Lieutenant v. Kamede mit der 1, Schwadron des 2. essischenHusaren⸗ Regiments Nc. 14 und dem L. Bataillon des 3. nassauijchen Infanterie ˖ Regiments Nr. B8 von der Brucke vor Neuilly aus in Paris ein. Der Ein⸗ narich g ichah völlig driegsmäbig, vorauf ein Zug Husaten; dann folgte die Schwadron unter Ritt- neister d. Colomd, der stommandant mit seinem Stabe und das Bataillon; am Schluß ein Zug dusaten. Derauf dem Wege liegende Arc de Triomphe ist für gewöhnlich durch Keetten abge⸗ perrt. Außerdem war damals unter demselben ein Geaben gezogen. Um die Bewegung uicht. aufzuhalten, marschirte muan zur Seite am Triumphdvogen dorbei. Ritt⸗ meister von Colomb ritt jedoch mit einigen Husaten detr Vorhut durch den Triumphbogen, Uber das pindernitßz hinweg. Um 1 Uhr Nachmittags er—⸗ dolgte der Einmarsch des 6, 11. und des 2. dayer. Armee⸗Korps mit Musik und fliegenden Fahnen, vobei der Triumphbogen ebenfalls umgangen wucrde Bei dem am 3. Morgens erfolgenden Abmarsch der Truppen aus Paris rückien das 2. bayerische ind das 6. Armee⸗Korps durch den zu diesem Zwecke wieder gangbar gemachten Aro de Triomphe, dei welchem der General von Kamecke den Vorbei⸗ marsch derselben abnahm. Konigl. Preuß. Kriegs-Ministerium. Allgemeines Kriegs⸗Departement. v. Janisch. o.. Goßler. herrn A. Tellier in Paris. frank! Nr. 633. 3. A. 1. Bismarcküber Grant. Der Pariser Korrespondent der „Times“ erzählt, daß Fürst Bismarck sich ihm gegenüber im Jahre 1878 wäh—⸗ rend des Berliner Kongresses über Grant folgender⸗ maßen ausgesprochen habe: Ich freute mich, Beneral Grant zu sehen. Die Zeitungen behaup⸗ seten, daß ich Lord Beagconsfield aufgesucht hätte, vährend ich in Wirklichkeit dem General Grant rinen Besuch gemacht hatte. Es war sehr natürlich, daß ich, als General Grant Berlin passierte, Eile eigte, ihn zu besuchen, denn ein Ex⸗Präfsdent der merikanischen Republit ist doch ein großes Thier. Ich glaubte einen ewwas aufgeblasenen Mann zu sinden und entdeckte an Stelle dessen einen anspruchs losen und eiwas scheuen Mann, welcher Fragen zu tellen liebte und sich zu unterrichten wünschte, sehr charf beobachtete, sehr geschickt sprach und genau meinem Ideal eines großen Bürgers, der sich vom Amie zurückgezogen hat, entsprach. Er fragte mich, ob ich ihm Einzelheiten über die Vorgänge auf dem dongreß mittheilen könnte und ich antwortete: „Lesen Sie die „Times“, was uns Beide lachen nußte. Er fühlte sich durch die von uns veran⸗ daltete Revue beengt. Sein Arzt hatte ihm das Reiten verboien und er mußte der Revue in einem eschlossenen Wagen und gut eingewickelt beiwohnen. Ddas genierte ihn sehr, allein ich sagte ihm: „Machen Sie sich darüber keinen Kummer. Unsere Soldaten wissen, wer Sie sind und wenn eines Nannes Name General Grant ist, so kann er auch iner Revue im Wagen beiwohnen, ohne seinem Rufe als eines großen Soldaten zu schaden.“ Ich ah, daß ihm dies Vergnügen bereitete F(Das Telephon als Lebensretter. In Aix rschienen am 21. ds. Mis. in der Wohnung des daufmanns B. zwei als Ladendiener gekleidete Nänner, welche eme kleine Kiste überbrachten. Sie „erlangten von Frau B., die allein zu Hause war. ine Empfangsbestätigung. Um diesem Verlangen zachzulommen, begab sich Frau B. ins Komptoir, emerkte jedoch, daß die Männer die Kiste öffneten ind aus derselben Stricke und Einbruchswerkzeuge ntnahmen. Frau B. stürzte, Böses ahnend, zum Signalapparate des Telephons, und kaum hatte sie zuf den Taster desselben gedrückt, als die Männer ie überfielen unpd zu erdrosseln versuchten. Der Jeamte der Centralstation eilte auf das gegebene zignal zum Apparate und hörte verworrene Hilfe⸗ ufe. Er verständigte hievon seine Kollegen, welche ofort zum Hause des B. eilten. Sie fanden die Vohnungsthür verschlossen, klopften mehreremale ind sahen plötzlich einen der Räuber vom zweiten -„tockwerke in den Hof springen, wo er besinnungs⸗ os liegen blieb. Der zweite Räuber öffnete plötz⸗ ich die Thür und wollte mit Gewalt durchbrechen, vurde jedoch festzenommen. Im Bureau fand man Frau B. mit Schnüren gedrosselt auf dem Boden iegen. Der Arzt, der sogleich zur Stelle war, onstatirte, daß, wenn sich nicht sofortige Hilfe ein⸗ jefunden hätte, Frau B. nach wenigen Minuten jestorben wäre. 7 Dr. Ferran hat in neuerer Zeit mit seinen holera⸗Impfungen Mißgeschick. Er mpfte in Valencia 20 Krankenschwestern, von denen 15 innerhalb weniger Stunden starben. Dr. Garcia Zola, Profefsor der Medizin in Granada, warnt irekt vor der großen Gefährlichkeit der Ferran'schen zImpfungen. FeHeuschrecken. Als sich am 11. c. ein rördlich fahrender Zug der Southern Pacific Fisenbahn der Station La Aura, im merikanischen« Ztaate Coahuila, naͤherte, begegnete derselbe einen ingeheuren Schwarm von Heuschrecken, welcher Sonne vollständig verdunkelte. Der Schwan velcher in westlicher Richtung zog, soll ungesch 15 Meilen lang und zwei Meilen breit —* sein. Alte Merxikaner behaupten, seit sün Jahren nicht so diele Heuschrecken in Coahun ehen zu haben. aca beriqhte. e Ensheim, 80. Juli. (Viltualienmarkt) X »er */3 Kilo 1M. 20 Pf., Eier per Dußend 70 p draut 15220 Pf. per Kopf, Kartoffeln per Kilos giel. 20 Zweibr ucken⸗ 80. Juti. (Fruchtmittelpreis uinhw ualienmarti.) Weizen O M. — Pf, Korn d m 3 berste zweireihige 0 M. — Pf., vierreihige O M.— spelz dO M. — Pf. Spelztern — M. — Pf. Dim — M. — Ehe Bihfrucht , M. J. ERi. Hafer v — Pf. Erbsen d M. — Pf., Wicken d R. g deu 8 M. Ff., Stroh J Qual. 2 M. 40 pf. il. Qui lM. 80 Pf. Kartoffeln 8 M.—.Pf., Weißbrod ün kil⸗ 8 Pf., Kornbrod 8 stilo 63 Pf. Gemischtbrod 5 gil⸗ 8 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 30 Pf. II. Qual 56 Pf. Kalbfleisch d0 Ps. Hamm leisch 60 Pf., Schweinefleisch 80 Pf., Wein JVLiter do pf. bier 1 Liter 24 Pf, Butter /2 Kilogr. O M. 85 pfe Homburg, 29. Juli. (Fruchtmittelpreis und Vistua⸗ jeninarlt.) Weizen O2R. F. Pin Forn 7Rao Spelzlern —M· — M Exelz . W. - Ff., Gul reihige O M. — Pf., Gecste Areihige d M.— basete7 m. So ph wehhsrucht d uue I, au — M. — ,Pf., Widen 0.M. — Vf., Bohnen 09 — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Kornbrodes6 Pfund 30 Pf. Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch * tin dfleisch 86 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 ÿ Schweinefleisch 50 Pf, Butter 1 Pfund 0 M. 90 w dartoffeln per Zeniner 4 M. — Pij. Kaiserslautern, 28. Juli (Fruchtmitlelpreis und Bittualienmarkt) Weizen 8 Mtk. 85 Pf., fKorn 8 — 5 Pf., Spelzlern — M. — Pf., Speiz6 M. 27 ð Berste 7. R. 80, Ph, Hafer 7, M. 66 Pf, Erbsen O s — Pf. Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee aamen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 06 ps. Pjd. 35 Pf., Gemischtbrod 8 Pfund 40 Pf. Vutier bu⸗ Pfd. O M. 90 Pf., Eier per Dizd. 66 Pf., Kartoffeln per Jentner 8 M. 50 Pf., Stroh J. Qual. 2 M. pf. I. Qual. 2 M. 50 Pf., Heu pro Ctr.2 M. 70 9. dleeheu d M. — Pf. OMe TA rie PoOn —D Gie wiume von der Internationalen Ausstellungꝗ aric ark 20 000, 10 000, 4 000 von Arbeiten aus eéedlen Metallen und Aar 3 000, 2000 Mark eic. Legirungen in DRBERG. »537 — 7 ——— 7 Viele von Tausend NMark. 4000 G0WVinne sGold. Silher, Diamanten etc. 5 —G.SWInne. νν ιι Verxa niss- _α ν αι Generaldebitairo doer Looso: Moritz Straus junior in Nurnberg und NMainz. Bebxarteemachung. Nachwahl eines Landtags⸗Abgeördneten — im Wablkreise Zweibrücken. ** Im. Hinblich auf 8 60 der Vollzugs. Vorschriften zu dem- Gesetze aben die Wahl der Landtags⸗Abgeordneten wird bekannt gegeben, daß der Wahlmann berr Obereinfahrer Kramer bei der vorzunehmenden Nachwahl eines Land⸗ ags⸗Abgeordneten im Wahlkreise Zweibrücken nicht mitwählen kann. . Nach Art. 835. des Landtagswahl · Gesetzes kann für diesen Abgang die Vornahme einer Nachwahl innerhalb der nächsten 8 Tage von mindestens 20. Urwählern des Wahlkreises beantragt werden, was hiermit mit dem Be⸗ nerken bekannt gemacht wird, daß die achttägige Frist am 1. August beginnt nit 8. Auguft -nächsthin endet und bezügliche Anträge auf eine Nachwabl später aicht mehr berüdsichtigt werden können. F St. Ingbert, den 31. Juli 1885. — Das Bürgermeisteramt ——— Heinrich. Cafe Oberhauser. Gaumicher Ausverkauf von Sonntag Evend von Nibt ab Kinderwagen, Tanzmusik. — feine und ordinäre, s ⁊ 5 AMi sämmtlich zu Fabrikpreisen —— ————— Agenten und Reisende verden fuür den Verkauf' von Kaffee in Private gegen Fixum und Pro⸗ bision gesucht. 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Diese sechs Beilagen werthvollster und gediegenster Art erhalten die Abonnenten der — — Becerliner 4* * d Neueste Nachrichten“ u Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu der Tagesblättern des deutschen Reichs. Sie derdanit diese fie s wachsende Anebreuung mud VBeliebtheit vor allem ihrer bewährten * vollkommen unparteiischen Haltung. Die Neuefte Rachrichten enthalten bei taͤglichem Erscheinen (außer Von⸗ tags): Ausfuhrliche poutische Miltheilungen, objektiv, nebenbei Wiedergabe i essanter Meinungsäußerungen aus der Prefse aller Parteien. Rachrichten r Theater, Musik, Kunst, Wissenschaft; Gerichtshalle; lolale Rachrichten. — nende Romane. — Sorgfältige Borsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollfländig Berliner Coursblatt. — Lotterielisten. — Amiliche Nachrichten. J der Von den oben bezeichneten 6 Gratis⸗Beilaͤgen in in Foruu und Inhalt helletristische Unterbaltungs⸗Blatt —X „Von Nah und Fern“ .on— mit werthvollen Illustrationen, novellestischen Beiträgen aus der Feder der An mirtesten deutschen Autoren, wißsenschaftlichen Effaisg und den manniafachen gaben zur Unterhaltung und Belehrung ⸗ — ein Familienblatt ersten —IJ; —— welches einen bleibenden Werth für den Kreis der Familie bestzt 74 Abonnement der „Neueste Rachrichten“ inclufive obige Beiblatter hin weul ege und September nur 2,17 Mk. aehmen c deuische Postanstalten entgegen. 2 5*8 be — Inserate haben bei e Verbreitung des Blaites die denl günstialte Mirkung. — —— Nur 3.17 2k. pro August und September. F5. *. Demetz in St. Ingabert. 5 . —— 71 7 AVVV— . . “ d V J 35 —. J —7 — — B r nere eeren Je 9J i pια — . ⸗ 324 νινRα * 4. 9 3 4 7. 9 88 9. “ Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — — — * —EEASSLLCCcC — — — — ha St. Iugberter Anzeiger? erscheint wochentlich fuufmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungt⸗ dlan und Sonntags mit gfeitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 78 ⸗, einschließlir dA Zuftellungügebuhr. Die Einrücknugsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗. bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 18 A. Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einruckung vird nur dreimalige berechnet. F 150. J 7177 9* Sonntag, 2. August 1885. “n hιι . e gedt Sd 20. Jahrg. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate August und September verden von sammtlichen Postanstalten, den Aus⸗ dagern und der Expedition entgegengenommen. Politische Uebersicht. Moch immer schwebt' ein gewifses Halbdunkel iher der Konferenzreise des Fürsten Fizmarck. Es heißt, daß volle Sicherheit über geselbe erst erlangt werden wird, wenn das Pro⸗ sramm für die der Begegnung zwischen dem Kaiser im Deutschland. und dem öͤsterreichischen Kaiser selgende Entrevue zwischen dem Zaren und Kaiser Franz Joseph festgestellt sein wird. Daß an der⸗ alben auch Kaiser Wilhelm theilnimmt, wird in gerlin für wahrscheinlich gehalten. Nur Gesund⸗ itsrucksichten kͤnnten den greisen Monarchen be⸗ immen, von diesem Vorhkben abzustehen, und mit füchicht darauf gewinnt die Nachricht an Wahr⸗ cheinlichkeit, daß auch der Zar Alexander III. nach gichl obder nach Gastein kommen werde. Wie verlautet, werden die handelspoli— ischen Fragen in den geplanten Konferenzen wischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen dalnolh einen Houptgegenstand der Verhandlumger zilden. Es ist immer der Wunsch des deutschen Reichs- lanzlers gewesen, mit Oesterreich Ungarn ein Arrange⸗ nent zu trefsen, bei dem sowohl die agrarischen Interessen der beiden befreundeten Monarchieen, wie die industriellen Interessen Deutschlands ihre Vechnung fanden. Als bei der Berathung der dolinobelle im Reichstage auf die von Oesterreich— —EXVVDV allärte Furst Bismard, daß bis zum Herbste, wo im Nachbarstaate diese Zölle in die Erscheinung treien sollten, noch Zeit zum Besinnen sei. Man halt es für nicht ausgeschlossen, daß er die poli— ische Welt durch ein Abkommen mit Oesterreich— ungarn in ähnlicher Weise überraschen wird, wie as vor Monaten durch die mit Spanien abge— ichlossene Konvention geschah. Ausland. London, 31. Juli. Die Morningpost meldet: diers versicherte dem englischen: Botschafter in delerbburg, Thornton, der Czat halte die schnelle hsung der afghanischen Frage wichiig fur sen Frieden, welch er ihm ebenso am Herzen liege, wie den übrigen europäischen Mächten, (Nach einem Nfizidsen Berliner Telegramm der „Köln. Zig.“ saͤt man in Berliner diplomatischen Kreisen eine nelle Losung des afghanischen Konfliktes nich iür wahrscheinlich, vielmehr ist man der Ansicht, daß trotz aller gegenseitigen Friedensbetheuerungen die Lage nur durch ein aufrichtiges Nachgeber kußlands in der in nifaroftäre gellöri werden könne. Lokale und pfälzische Nachrichten. — *St. Ingbext, 1. August, Durch Ver— umng der igl. Nreisregierung wurde, einem An⸗ tage der Stadtverwaltung enisprechend, der interi— distische Schulderweser Herr J. Leo pold dahier n seiner bitherigen Stelle vom 1. Juli ab defini— d angestellt. 4 * St. Ingbert, 1 August. Der Pferde⸗ zuchtverein der Pfalz veranstallet am 29. August in Kaiserzlautern ein Preishufbeschlagen, wobei 'olgende Bestimmungen maßgebend sind: Zur Theilnahme berechtigt Jo —— und Gesellen der Pfalz, mit Ausnahme der altiven Militaärschmiede. Gesellen müssen durch beglaubigte Zeugnisse nachweisen, daß sie drei Jahre im Huf⸗ zeschiag thätig sind und mindestens die letzten 6 Monaie bei pfalzischen Meistern beschlagen haben. Preise sind ausgesetzt: 1 100 Mark, 1à 60 Mark, 2 à 40 Mi. 3 à 20 Mi.; im ganzen 8300 Mark. Jedem Preise wird ein Ehrendiplom und ein Preisbuch hinzugefügt. — Auf Antrag des Preisgerichtz koͤnnen ferner noch Ehrendiplome und Preisbücher als Anerkennung zuertheilt werden. Schmiede, welche sich betheiligen wollen, haben sich bis längstens 20. August bei dem Vorstand des pfaͤlzischen Pferdezuchtvereins in Zweibrücen oder bei dem Vorstande des landwirtschaftlichen Bezirks⸗ omitees Kaiferslautern anzumelden, welche auch sede weitere Auskunft ertheilen und die speziellen Bedingungen auf Verlangen zusendeen. — 8 Sit. Ingbert; 1. August. Einen freu⸗ digen Wiederhall hat bei unserer Bevolkerung die Rachricht von der obrigkeitlichen Genehmigung der St. Jugberter Kirchenbaulotterie her⸗ vorgerufen. Damit kommt endlich in die Kirchen⸗ daufrage wieder neues Leben“ und blüht uns die Hoffnung baldigst ein zweites katholisches Gottes⸗ haus dahier, das schon lange noth thut, erstehen zu sehen? Es sollen nach dem von der kgl. Re⸗ zierung genehmigten Plane 2 Lotterien stattfinden. In jeder der beiden Lotterien sollen 180,000 Loose à 2 Mark ausgegeben werden. Von dem Erldse einer jeden müssen mindestens ge 100,000 Marl dem Kirchenbauzwecke zufließen, je 100,000 Marl aber fur Gewinnste verwendet werden. Es kann auf diele Weise dem Kirchenbaufonds in nicht all⸗ zuserner Zeit eine schöͤne Summe zugeführt werden, und ist die Freude unserer Bevölkerung über die Genehmigung der Lotierie darum gewiß eine sehr begründete. - um der Pensions⸗ und Unterstutzungslasse der pfalzischen Eisenbahnen aufzuhelfen, beantragi die Direktion angeblich Erhöhung des zur Zeit auf 50 Prozent der Mitgliederbeiträge bemessenen Zu⸗ schusses der Bahnverwaltung. Im Interesse des Personals der pfälzischen Eisenbahnen, welchem in jeder Hinsicht das Zeugniß pflichtgetreuer Dienst⸗ führung ausgestellt werden muß hofft man die Ge⸗ nehmigung dieses Antrages. Die Leistungen der meisten Bahngesellschaften für die Pensions-Anstal⸗ ten der Angestellten sind erheblich höher und andere Berwaltungen, z. B. die hessische Ludwigsbahn, zarantiren die Zahlungsfähigkeit der Pensionskasse in unbeschränkter Weise. Die dritte Schwurgerichtsperiode pro 1888 bei dem kgl. Landgerichte Jeibrücken beginnt am 21. September nächsthin. Zum Vorsitzenden wurde der kgl. Obetlandesgerichtsrath Er belding ernanni, als dessen Stellvertreter der kgl. Land gerichtsdireltor Herfeldit aufgestellt. — Zweibrücken, 31. Juli. Das 17 ind 18. Inf.Reg. treffen am 21. August mil Ertrazug hier ein und werden hier und in den imliegenden Ortschaften einquartiert. Auf dem zroßen Exerzierplatze werden beide Regimenter ihre stegimentsexerzitien abhalten. Die beiden Regiments nusiken sollen auch hierher zu liegen kommen, und wird es in diesen Tagen an Vergnugungen aller— seitz nicht fehlen. Zu Ehren des Geburtsiages Sr. Majestät des Koͤnigs findet am 285. August zroße Poarade nebst Feldgottesdientt jn unserer nachsten sahe sannn. 9 .Nach der „Reust. Ztg.“ jist Speyet der sozialdemokratische Geschäflsvorort für die Pfalz und doriselbst soll sich auch die Agitationskasse he⸗ finden. Dorthin, in die —5— im Besitze eines Schuhmachers G. St. befindiiche Sozialdemokraten ⸗ lasse soll auch die aus der neulichen Grillenberger⸗ schen Teller⸗ resp Schoppenglassammamg übrig zebliebene Restsammlung gewandert — Sollten ich diese Angaben des Neustadter Blattes bewahr⸗ jeiten, waß wir bezweifeln, da unsere Sozialdemo⸗ iraten sich hüten werden, so unborsichtig zu sein, einen Geschäftsvorort zu waͤhlen und eine Kasse zu unterhalten, sd. durfte die J. Reglerung den sozial⸗ demokratischen Passionen bald ein ungefäbrlicheß Ende hereiten. Rermischtes8s. . FLeutershausen, 29. Juli. In dem nahen Brunst stellte am Sonntag eine achtzig⸗ jahrige Frau in einem Zimmer zur Vergiftung der vielen Fliegen einen „Gifistein“ auf, der sehr ar⸗ senikhaltig war. Als sie auf lurze Zeit das ginm verließ, nahm das ihrer Obhut anvextraufte zwei⸗ jährige Kind den Stein und leckte daran. Alsbald tellten sich Erbrechungen ein und der hon hier ge⸗ rufene Arzt traf nur noch eine Leiche. 7 fcAichach, 29. Juli. Heute Nacht wurde im benachbarten Markte Altomunster die Sparkasse im Hause des Kaufmanns Arzberger erbrochen und Baargeld von 15,000 Mark gestohlen. Hievon wurden jeboch heute früh in einem Walde in der Nähe von Altomünster der Beirag von 9000 Mti. in Obligationen, welche die Diebe wahrscheinlich weggeworfen, wiedergefunden. F GBettler⸗Zeitung.) Unter den vielen eltsamen Zeitungs⸗Organen, deren Paris erfreut, derdient das Fachblaiut für Bettler, Jourpal dos Mendiants“ besondere Erwähnung. Dieses im Zinblick auf seinen Zweck vortrefflich redigierte Zlatt erscheint wöchentlich einmal. Es beschaftigt fich weder mit Politik noch mit KLiteratur. sondern widmet seine ganze Aufmerksamkeit ausschließlich den praltischen Interessen seiner Leser. Sein In⸗ halt besteht aus Ankündigungen' nach Art der fol⸗ genden: „Morgen Mittag findet in der Madeleine das Leichenbegüͤngnißeines sehr reichen Mannes statt.“ „Um 1 Uhr vornehme Trauung in der Trinité⸗Kirche.“ „Ein Blinder, der ewwas Flote spielt, wird gesucht. „Man wunscht in einem Seebade einen Krüppel zu engagieren. Gute Re⸗ ferenzen und eine kleine Kaution erforderlich.“ Diese letztere Anzeige ist durchaus kein Scherz. In den Seebädern wird die Ausbeutung der Gäste mit echt franzosischem Raffinement bis zum Aeußer⸗ sten getrieben. Man beraubt fie mit Hilfe theurer Zotelpreise, hoher Trinkgelder und kleiner Spiel⸗ höllen in den Kassinos. Aber das ist noch nicht genug. Die Hotelwirthe und Badestrandbesitzer nehmen ganz richtig an, daß die Badegäste geneigl sein würden, Almosen zu geben, wenn sich ihnen dazu Gelegenheit böte, und da sie selbst doch nicht zui das VBetteln beforgen Könnmen, so engagieren sie Berufsabettler, denen sie auf ihren. Grundstuücken das Bettelmonopol einräumen· und Ddie ihnen dafür die dalfte der täglichen Almosenernte zu geben haben Auf ein solches Geschäft bezieht sich die obige Annonce der Betiler⸗Zeitung.“ x Der Sulian von Bruni auf Borneo, Afdul Munim, ist im Alter von 114 Jahren ge⸗ Jorben. Derselbe war sicher der älteste Fürst der Welt. Abdul Munim bestieg seinen Thron im Jahre 1855 und starb ohne Kinder. chonern zu wollen. Die Kronung seiner Tugenden und seiner unvergeßlichen Thaten aber wird für ins immer darin bestehen, daß er uns noch eine Woche vor seinem Tode ein dreijähriges Abonne« nent auf den „Howler“ voraus bezahlte, und wir itien hiermit seine Erben, uns ihre Adresse zu chicken, denn wir glauben dem abgeschiedenen Geist ines solchen Ehrenmannes nicht besser gerecht derden zu können, als indem wir unsere Verpflich- ant gegen ihn aufs Getreueste zu erfüllen ge⸗ denten.gFremdling, gehe hin und thue desgleichen wie Billh Muckrow!“ Deutscher Sinn (Gedicht), Im neuen Hanse, Ein Verlobung mit Hindernissen, hum. Nobelle, di Schlacht am Hasenhühl. Das größte Eisenbadn Uniernehmen der Welt, Blätter und Blattehen Ins Merkbuch, Preisräthsel, u. s. w. Nr enthält: Gedächtnißtage, Der Ehrenwein Gedichh Fine Verlobung mit Hindernissen Gortsetzung zchreckenstage Gortsetzung), Die Schlachi dasenbühl (Fortsetzung), Ein kleines Erlebniß au— zroßer Zeit (Forisetzung), “ Rundschau im Pfalze dand, Blätter und Blatichen,“ Meer Pfalzer, Jug Merkbuch, Briefkasten. Nr. 42 enthält: Gedacht. nißtage, Vater und Sohn (Gedicht), Eine Verlob— ing mit Hindernissen (Fortsetzung), Schredensiege Foͤrtse zung), Die Schlacht am Hdasenbuhl (Fou ezungs, Cin kleines Erlebniß aus großer Zei Fortsehung). Rundschau im Pfälzer Land, Blate und Blatichen, Ins Merlkbuch, Briefkasten. Mr. 13 enthält: Landgraf, und Schmied Gedichh, Tine Verlobung mit Hindernissen Fortsetungh Schredenstage (Fortsetzung, Die Schlacht ann Zafenbuhl (Fortsetzung), Ein kleines Erlebniß au zroßer Zeit (Fortsetzung)? Rundschau im Pfalze dand, Der fidele Pfalzer, Blätter und Blanchen Ins Merkbuch, Briefkasten. f Ein Redalteur in Ariz ona widmet einem eben gestorbenen Mitbürger den nachstehenden Nekroiog: „Wir lassen eine Thrane aufs Papier jallen. indem wir? den Tod des armen Billy MNudrow verzeichnen. Seine liebenswürdige Per · sonlichleit und sein herzliches Lachen liehen den lesensten Schnapestuben unserer aufstrebenden Stadt einen Reiz, den dieselben bis dahin nicht Jehabt hatten. Wir sagen es ohne Furcht auf Hiderspruch zu stoßen: Billy war so gerade wie ine Kegelbahn, und so einfach, wie eine alte ein⸗ laufige dteiterpistole. Auch ließ er fich nie lumpen. Zon den drei Menschen, die er todtgeschossen, hatte F nur mit dem Einen einen Wortwechsel, der langer als funf Minuten gedauert hat. Niemals hat man eine Weigerung von ihm gehort, zu tgend einer Tages; oder Nachtzeit sich an der Jagd auf einen Pferdedieb zu betheiligen, und zu inem rechtschaffenen Poler haͤtte man ihn noch oon seinem Sterbebett fortholen Dnnen, wenn jerade Jemand auf den Gedanken gekommen wäare, ym seine leßten Augenblicke in dieser Weise ver⸗ ÆOOXO- KLiterarisches. Die im Verlage von A. Gotthold, Kaisers⸗ autern, erscheinende Wochenschrift Die Heimath“, pfalzisches Sonntagsblatt, hat sich seit ihrem Er⸗ cheinen zwar einen großen Leserlreis erworben, mmerhin ist aber dieses gediegene Blatt nicht in illen Kreisen vekannt, und doch verdient es bei einem gewählten Inhalt, der zumeift der pfalzi⸗ chen Geschichte und Literatur entnommen über⸗ jaupt die Vorgaänge im Leben der Pfalz in rster Linie behandeli, die weiteste Verbreitung. zum Beweise des reichen Inhalts der Heimath jeben wir nachfolgend das Inhaltsverzeichniß einiger uͤns vorliegenden Nummern: Vr. 40 enthält: — — — — — 77— uu Ommesgeum in der Wirthe4 stehendem zur Wahrung ihrer Rechte schaft don Andreas Lang, Wittwe, öffentlich in Kenntniß gesetzt. werden vor Philipp Kemmer, kgl. St. Ingbert, den 31. Juli 1885. zaher. Rotare im Amissize zu St. Der Verste igerungsbeamte: Ingbert, als hiezu ernannten Verstei⸗ Kemmer, k. Notar. erungsbeamten. — — — — 777— — rerung gegen Feuerwehr St. Ingbert. gie Eheleute Adam Gries, Schuh⸗ 1 — Montag, den 3. ds. Mis., nacher, Dr bei⸗ Abends 6 Uhr ammen früher in Ommersheim woh⸗ iend, jetzt ohne bekannten Wohn⸗ und u e b u nu g, ntden. aAbnneserd ˖Seldon bei welcher auch die sammt folgende, zu diesem Zwecke beschlag · sch Xu passive Mannschaft 3 ahmlen Liegenschaften offentlich zwangs⸗ erscheinen hat. —V veise zu Eigenshum versteigeri, näm ⸗ Aes ammands. ich: 1D 4 Steuergemeinde Ommersheim: 1. Plan Nr. 214, 9 a 70 qm und Plan Nr. 21498, 9 a 70 qm Acker in den Weiden; Plan Rr. 1993, 18 a 10 qm Acker in der krummen Ahnung auf der Powick; — Plan Nr. 3017, 13 a 60 qm Acker an der Schindklahm; Plan Nr. 92633, 12 Garten in den Neuwiesgärten. Die Versteigerungebedingungen kön⸗ jen bei dem Unterzeichneten eingesehen verden: Die Liegenschaften kommen einzeln um Ausgebote und es erfolgt der Zuschlag sogleich bei der Versteigerung. St. Ingbert, den 31. Juli 1885. Der Versteigerungsbeamte: Kemmer, k. Notar. Fur die Nedaltion verantwortlich: F. X. Deme —F Gůterversteigerung. Montag, den 10. August 1886, Nachmittags 4 Uhr, u St. Ingbert in der Wirthschaft on Daniel Baumann (Café Ober⸗ jauser) lassen Jacob Behr, Sattler, nd dessen gewerblose Ehefrau Maria huppert. deisammen in St. Ingbert bohnend, zu eigen versteigern: Steuergemeinde St. Ingbert: 89 Dez. Acker im Roit neben Valentin Schwarz und Wittwe ꝛihm; I5. Dez. Garten und Wiese in den Großwiesen neben Johann Josephh Weidmann und Johann Joseph Busch; — 18 Dez. Wiese allda neben Jo⸗ eph Fries und Johann Hofmann; 16 ine Dez. Acer in der großen Flur, erste Ahnung, neben Fabri⸗ jant Wehland und Kirchengut; 85 Dez. Ader in der rothen Flur, auf die Schneidemühle reckend, neben Winwe Lang; 18 Dez. Ader rechts der Kapelle ieben Peter Möollendick und Witwe Kastel; hr zu St. Ingbert neben Conrad pͤflug gelegenes Wohnhaus sammt Zubehoͤrden. Nemmer, k. Notar. 1000 Mark zahlen wir dem, der bein GQebrauch von us kaiser⸗ Zahnwaser à FlI. 60 Pf. und 106 Pf jemals wieder Zahnschmerzer bekommt. S. Goldmann Cie, Dresden. — Zu haber in 8t. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Ausiage 331, 000; das verbreitetste a deutschen Blatter uberhaupt; außerden et scheinen Uebersezungen in zwölf fremder Zprachen * Die Modenwelt. zIllustrirte Zeitung fiu Toilette und Handar Wene Alle 14 8 2242 eine Nummer. Preu 4-6 kräftige dierteljahrlich M. 182 * 75 Kr. Jaͤhrlich erscheinen J uU n F n 24 Nummern mit Toi⸗ letten und edenin enthaltend gegen nicht unter 14 Jahren. ende —— Gebruͤder Braun han oetet d be e * Gebrüder Braun. pan Gebiet der Garderobe und Leibwasth Jeht ist entschie den die deste Zeit mein⸗ ur Damen, Madchen und Knaben, wie su dee e Lechrigen — duag aartere Kindesalier umfassen, ebenso di ael, wen tratign fet Leibwasche fur Herren und die Vett- m im Gesange, per Post gzu bezichen Tischwasche ec., wie die Handarbeiten in ihrer gt ehereitar, anzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmusten zur alle Gegenftande der Garderobe und elw 100 Muster · Vorzeichnungen fllr Weiß⸗ und Buntftickerei, Namens⸗Chiffren tc. Abonnements werden jederzeit angenomme hei allen Buchhandlungen und Posianstalten * Probe⸗Nummern gratis und sranco durd die Frperinon verlin , Potsdamer Sn 8;: Wien J, Operngasse 8 l Cafe Oberhauser. Sonntag Abend von 8 Uhr Tanzmusik. Hierzu ladet höflichst ein Baumanun. Zannsag Tbend von 8 Uhhr al Tapnzmusik. pfvpersteigerung. —EV—3 den 10. August 1883, Nach⸗ nittags 3 Uhr, zu St. n gbert in der Wirth⸗ chaft der Wittwe Schmelzer in der Pfarrgasse. ä lassen die Witiwe, Kinder und Erben des in St. Ingbert verlebten Schmelz⸗ arbeilers Franz Kleumer öͤffentlich in Eigenthum versteiger:;: lan Nr. 33682, 2 a 10 qm Flache, Wohnhaus mit Stall und Hofraum und Plan Nr. 3363b, i2'a 20 qm Acker dabei, alles gelegen in der Stadt St. Ingbert nls in den Seyen. St. Ingbert, den J. August 1886. Kemmer, k. Notar. — — ⏑ — Versteigerungs⸗ Bekanntmachung. (Auszug.) Montag, den 19. Oliober 1886, Morgens 10 Uhr, ÿä»αααòA — — Deffentliche Zustellung. Montag, den 19. Oltober 1886, Morgens 10 Uhr, u Ommersheim in der Wirth— chaft von Andreas Lang, Wittwe, werden durch den enn tgl. Notar, als hiezu ernannten Versteiger⸗ ungsbeamten, gegen die nachgenannten Fheleute Gries, als Solidarschuldner, im Zwangswege zu eigen versteigert: Steuergemeinde Ommersheim: J. 5140 10 qm Ader in 3 Par⸗ zellen — X 8 h 2. 1a Garten in arzelle. In Vollziehung der vom kgl. Amts⸗ c eino gerichte St. Ingbert, als Vollstredungs⸗ für die Gemeindekrankenver gericht, getrofsenen Anordnung zur ficherung yfenilichen Zustellung, werden die find zu haben in der Druckerei rüher in Ommersheim wohnenden des „St. Ingborter Anzoiger.“ Fheleute Adam Gries, Schuhmacher, ind Adele Blaumeiser — deren Aufent⸗ —XVD Druck und Verlag von Hoͤflichst ladet ein Frau Julius Grewenig. Montag, den 3 August, Nachmitags von 4 Uhr ab Harmonie⸗-Musi. a Jak. Besi. —JJXILE Zur Anfertigung von billiĩgen u.sauberen alleꝛ in Buchdruck und Litho- graphie vorkommonden Druckarbeiten emplt aleh die Biuch- und Stenaruexrerei F. X. Domot2 GVeriaß ac·et. Iux berter Avaciger 8t. Ingbert. — B — 2* J 8 — 5 J J J I 4 æ ur J * 8 —* 7527 4 9* w 7 4 3 w 9 J I. L. be, 9 e J ß 9J * un —W — F 9 * ——— * — 1 oꝛ . 23 333 — 9 —D00 I. —⏑— — — ——— Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Et. gugrerter Anzeiger· criqheint vbhuq füufmal: Am Montag, Dienstag, Donnuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal b chenilich mit Unterhaltungt⸗ und Sonutags mi Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 786 , einschließli blatt A Zustellungkgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 A, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 A. Neclamen 80 4. Bel 4mäliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —D Bestellungen quf den „St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate August und September werden von sämmtlichen Postanstalten, den Aus- rägern und der Expedition entgegengenommen. Volitische Uebersicht. Noch immer schwebt ein gewifses Halbdunkel uiber der Konferenzreise des Fürsten gismarck. Es heißt, daß volle Sicherheit über dieselbe erst erlangt werden wird, wenn das Pro gramm für die der Begegnung zwischen dem Kaiser don Deutschland und dem österreichischen Kaiser solgende Entrevue zwischen dem Zaren und Kaiser Franz Joseph festgestellt sen wird. Daß an der⸗ selben auch Kaiser Wilhelm theilnimmt, wird in herlin fuür wahrscheinlich gehalten. Nur Gesund⸗ ritsrücksichten köͤnnten den greisen Monarchen be⸗ timmen, von diesem Vorhaben abzustehen, und mit kücficht darauf gewinnt die Nachricht an Wahr⸗ cheinlichkeit, daß auch der Zar Alexander III. nach Ischl oder nach Gastein kommen werde. Wie verlauiet, werden die handelspoli⸗ sischen Fragen in den geblanten Konferenzen wischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen talnolh einen Hauptgegenstand der Verhandlungen hilden. Es ist immer der Wunsch des deutschen Reichs⸗ lanzlers gewesen, mit Oesterreich ˖ Ungarn ein Arrange ⸗ nent zu treffen, bei dem sowohl die agrarischen Interessen der beiden befreundeten Monarchieen, wie die industriellen Interessen Deutschlands ihre kechnung fänden. Als bei der Berathung der Zollnobelle im Reichstage auf die von Oesterreich— Ungarn drohenden Retorsionszolle hingewiesen wurde, nllarte Furst Bismarck, daß bis zum Herbste, wo im Nachbarstaate diese Zölle in die Erscheinung geten sollten, noch Zeit zum Besinnen sei. Man jält eß für nicht ausgeschlossen, daß er die poli⸗ ische Welt durch ein Abkommen mit Oesterreich- Angarn in ähnlicher Weise überraschen wird, wie das vor Monaten durch die mit Svanien abge— dblossene Konvenlion geschah. 2 Ausland. „London, 31. Juli. Die Morningpost meldet: diers verficherte dem englischen Boischafter in dersburg —XX Wiung der afghanischen Fraͤge wichtig für yen Frieden, welch er ihm ebenso am Herzen liege, wie »en übtigen europäischen Mächten. (Nach einem ffiidsen Verliner Telegramm der „Koln. Ztg.“ sult man in Berliner diplomatischen Kreisen eine quelle Lösung des afghanischen Konfliktes nicht üt wahrscheinlich vielmehr isn man der Ansicht. auß troßz aller gegenseitigen Friedensbetheuerungen dage nur durch ein aufrichtiges Nachgeben vblanda in der Aifitarafire d⸗efläti werden öune.) Lokale und pfälzische Nachrichten. „„St. Ingbert, 1. August, Durch Ver- ügung der kgl. Kreisregierung wurde, einem An⸗ nage der Stadtverwaltung entsprechend, der interi⸗ mistische Schulverweser Herr J. Leo pold dahier d biner bisherigen Stelle vom 1. Juli ab defini⸗ d Andesess· — * St. Ingbert, 1. August. Der Pferde⸗ zuchtverein der Pfalz veranstaliet am 29. August in Kaiserslautern ein Preishufbeschlagen, wobei olgende Bestimmungen maßgebend sind: Zur Theilnahme berechtigt sind die Schmiedemeister und Besellen der Pfalz, mit Ausnahme der altiven Militärschmiede. Gesellen müssen durch beglaubigte Zeugnisse nachweisen, daß sie drei Jahre im Huf⸗ beschlag thätig find und mindestens die letzten 6 Monate bei pfälzischen Meistern beschlagen haben. Preise sind ausgesetzt: 1à 100 Mark, 12 60 Mark, 2 à 40 Mt., 3 à 20 Mk.; im ganzen 300 Mark. Jedem Preise wird ein Ehrendiplom und ꝛin Preisbuch hinzugefügt. — Auf Antrag des Preisgerichts löͤnnen ferner noch Ehrendiplome und Preisbücher als Anerkennung zuertheilt werden. Schmiede, welche sich betheiligen wollen, haben sich zis längstens 20. August bei dem Vorstand des pfälzischen Pferdezuchtvereins in Zweibrücken oder hei dem Vorstande des landwirtschaftlichen Bezirks⸗ omitees Kaiserslautern anzumelden, welche auch ede weitere Auskunft ertheilen und die speziellen Bedingungen auf Verlangen zusenden. 83 St. Ingbert, 4J. August. Einen freu⸗ digen Wiederhall hat bei unserer Bevoͤlkerung die Nachricht von der obrigkeitlichen Genehmigung der St. Ingberter Kirchenbaulotterie her⸗ horgerufen. Damit kommt endlich in die Kirchen⸗ haufrage wieder neues Leben und blüht uns die doffnung baldigst ein zweites katholisches Gottes⸗ Jaus dahier, das schon lange noth thut, ersiehen u sehen. Es sollen nach dem von der kgl. Re⸗ zierung genehmigten Plane 2 Lotterien stattfinden. In jeder der beiden Lotterien sollen 160,000 Loose à 2 Mark ausgegeben werden. Von dem Erlödse einer jeden müssen mindestens je 100,000 Marl dem Kirchenbauzwedcke zufließen, je 100,000 Marl aber für Gewinnste verwendet werden. Es kann auf diese Weise dem Kirchenbaufonds in nicht all⸗ zuferner Zeit eine schöne Summe zugeführt werden, und ist die Freude unserer Bevölkerung über die Henehmigung der Lotierie darum gewiß eine sehr hegründete. — Um der Pensions⸗ und Unterstützungskasse der pfalzischen Eisenbahnen aufzuhelfen, beantragi »ie Direktion angeblich Erhöhung des zur Zeit aus 50 Prozent der Mitgliederbeitrage bemessenen Zu⸗ chussezs der Bahnverwaltung. Im Interesse des HBersonals der pfälzischen Eisenbahnen, welchem in eder Hinsicht das Zeugniß pflichtgetreuer Dienst⸗ ührung ausgestellt werden muß. hofft man die Ge⸗ iehmigung dieses Antrages. Die Leistungen der neisten Bahngesellschaften für die PensionsAnstal⸗ len der Angestellten sind erheblich höher und andere Berwaltungen, z. B. die hessische Ludwigsbahn, garantiren die Zahlungsfähigkeit der Pensionskaise in unbeschränkter Weise. — Die dritte Schwurgerichtsperiode pro 1885 bei dem kgl. Landgerichte Zeibrücken beginnt am 21, September nächsthin. Zum Vorsitzenden wurde der kgl. Oberlandesgerichtsrath Et belding ernannt, als dessen Stellvertreter der kgl. Land⸗ gerichtsdirektor Herfeldt aufgestellt. n — Zweibrücken, 31. Juli. Das 17. und 18. Inf.Reg. treffen am 21. August mil Ertrazug hier ein und werden hier und in den umliegenden Ortschaften einquartiert. Auf dem großen Exerzierplatze werden beide Regimenter ihre Regimentsexerzitien abhalten. Die beiden Regiments⸗ nusiken sollen auch hierher zu liegen kommen, und vird es in diesen Tagen an Veranüaungen aller⸗ — Sr. Majestät des Königs findet am 25. August zroße Parade nebst Feldgottesdienst in unserer nachsten Nähe sattt. — Nach der „Neust. Ztig.“ ist Speyer der sozialdemokratische Geschäftsvorort für die Pfalz und dortselbst soll sich auch die Agitationskasse be⸗ iinden. Dorthin, in die angeblich im Besitze eines Schuhmachers G. St— defindliche Sozialdemokraten⸗ asse soll quch die aus der neulichen Grillenberger⸗ chen Teller⸗ resp. Schoppenglassammlung übrig zebliebene Restsammlung gewandert sein. Sollten ich diese Angaben des Neustadter Blattes bewahr⸗ jeiten, was wir bezweifeln, da unsere Sozialdemo⸗ raten sich hüten werden, so unvorsichtig zu sein, reinen Geschäftsvorort zu wählen und di zu unterhalten, so dürfte die k. Regierung den sozial⸗ demokratischeu Passionen bald ein ungefährliches Fnde hereiften Bermischtes. Leutershausen, 29. Juli. In dem nahen Brunst stellte am Sonntag eine achtzig⸗ ahrige Frau in einem Zimmer zur Vergiftung der zielen Fliegen einen „Giflstein? auf, der sehr ar⸗ enikhaltig war. Als sie auf kurze Zeit das Zimmer derließ, nahm das ihrer Obhut anvertraute zwei⸗ ahrige Kind den Siein und ledte daran. Alsbald tellten sich Erbrechungen ein und der von hier ge⸗ cufene Arzt fraf nur noch eine Leiche. 7 Aichach, 29. Juli. Heute Nacht wurde im benachbarten Markte Altomuünster die Sparkasse im Hause des Kaufmanns Arzberger erbrochen und Baargeld von 15,000 Mark gestohlen. Hievon wurden jedoch heute früh in einem Walde in der Nähe von Altomünster der Betrag von 9000 Mt. in Obligationen, welche die Diebe wahrscheinlich weggeworfen, wiedergefunden. — 7 Gettler⸗Zeitung.) Unter den vielen seltsamen Zeitungs⸗Organen, deren Paris erfreut, verdient das Fachblatt für Bettler, „Journal dos Mendiants“ besondere Erwähnung. Dieses im dinblick auf seinen Zwedk vortrefflich redigierte Blatt erscheint wöchentlich einmal.Es heschäftigt sich weder mit Politik noch mit Literatur, sondern widmet seine ganze Aufmerksamkeit ausschließlich den praktischen Interessen seiner Leser. Sein In⸗ halt besteht aus Ankündigungen nach Art der fol⸗ zenden: „Morgen Mittag findet in der Madeleine das Leichenbegaͤngniß eines sehr reichen Mannes tatt.“ „Um 1 Uhr vornehme Trauung in der Trinito⸗Kirche.“ Ein Blinder, der etwas Fldote pielt, wird gesucht.“ „Man wunscht in einem A erenzen und eine kleine Kaution erforderlich.“ Diese letztere Anzeige ist durchaus kein Scherz. In den Seebädern wird die Ausbeutung der Gäste nit echt französischem Raffinement bis zum Aeußer⸗ jen getrieben. Man beraubt fie mit Hilfr theurer dotelpreise, hoher Trinkgelder und kleiner Spiel⸗ yJöllen in den Kassinos. Aber das ist noch nicht zgenug. Die Hotelwirthe und Badestrandbesitzer nehmen ganz richtig an, daß die Badegäste geneigt sein würden, Almosen zu geben, wenn sich ihnen dazu Gelegenheit bote, und da sie selbst doch nicht zut das Betteln, besorgen können, so engagieren sie gerufsbettler, denen sie auf ihren Grundstüden das Zettelmonopol einräumen und die ihnen dafür die dälfte der täglichen Almosenernte zu geben haben luf ein solches Geschaft, bezieht sich die obia- Annonce der Bettler⸗Reitunnn Der Sulian von Bruni auf Borneo, Afdul Munim, ist im Alter von 114 Jahren ge⸗ zorben. Derselbe war ficher der alteste Fürst der Dell.“«Abdul Munim bestieg seinen Thron im Jahre 1838 und starb ohne Kinder. chonern zu wollen. Die Kroͤnung seiner Tugenden and seiner unvergeßlichen Thaten aber wird für ins immer darin bestehen, daß er uns noch eine Woche vor seinem Tode ein dreijahriges Abonne⸗ nent auf den „Howler“ voraus bezahlte, und wir zitten hiermit seine Erben, uns ihre Adresse zu chicen, denn wir glauben dem abgeschiedenen Geist ines solchen Ehrenmannes nicht besser gerecht verden zu können, als indem wir unsere Verpflich⸗ an gegen; ihn aufs Getreueste zu erfüllen ge⸗ denlen.Fremdling, gehe hin und thue de agleichen vie Billh Mudrow!“ Deutscher Sinn (Gedicht), Im neuen Hause, em Zerlobung mit Hindernissen, hum. Novelle, dð Schlacht am Hasenbühl. Das größte Eisenbahn. Aniernehmen der Welt, Blätter und Blattchen Ins Merkbuch, Preisräthsel, u. s. w. Nr.j thält: Gedächtnißtage, Der Etzrenwein (Gedichh rine Verlobung mit Hindernissen Gortsehung Schreckenstage (Fortsetzung), Die Schlacht n dasenbühl (Fortsetzung), Ein kleines Erlebniß au sroßer Zeit (Fortsetzung), Rundschau im Pfalze zand, Blätter und Blättchen,* Meer Pfälzer, Ju Merkbuch, Brieflasten.“ Nr. 42 enthätt: Gedaqi. nißtage, Vater und Sohn Gedicht), Eine Verlob— ing mit Hindernissen (Fortsetzung), Schredenstege Fortse zung). Die Schlacht am Hasenbühl (Fon ehung), Kin kleines Erlebniß aus großer Zei Fortsehung). Rundschau im Pfälzer Land, Blate ind Blattchen, Ins Merkbuch, Briefkasten. Mr 18 enthält: Landgraf, und Schmied (Gedichh, rine Verlobung mit Hindernissen (Fortsehung, Schreckenstage (Fortsetzungh, Die Schlacht an dasenbilhl (Fortsetzung), Ein kleines Srlebniß au roßer Zeit (Fortsetzung), Rundschau im Pfalze dand, Der fidele Pfälzer, Blätter und Blätichen Ins Merkbuch, Briefkasten. f Ein Redakleur in Ariz ona widmet einem ben gestorbenen Mitbürger den nachstehenden sekroiog: „Wir lassen eine Thrane aufs Papier allen, indem wir, den Tar des armen Billy Nudrow berzeichnen.“ Seine liebenswürdige Per⸗ sonlichleit und sein herzliches Lachen liehen den erlesenfiten Schnapsstuben unserer aufstrebenden Ziadt inen Keiß den dieselben bis dabin nicht gehabt hatten. Wir sagen es ohne Furcht auf Diderspruch zu stoßen: Billy war so gerade wie ine Kegelbahu, · und so einfach. wie eine alte ein⸗ Aufige Reiterpistole. Auch ließ er sich nie lumpen. don den drei Menschen, die er todtgeschossen, hatte x nur mi⸗ dem Einen —einen Wortwechsel. der langer als fünf Minuten gedauert hat. Niemals hat man eine Weigetung von ihm gehoͤrt, zu egend einer Tages⸗ oder Nachtzeit sich an der Jagd auf einen Pferdedieb zu betheiligen, und zu inem rechischaffenen Poler hatte man ihn noch on seinem Sierbebett fortholen khnnen, wenn jerade Jemand auf den Gedantken gekommen ware, ijm seine lezten Augenblice in dieser Weise ver⸗ .* Eiterarisches. Die:am Verlage von A. Gotthold, Kaisers- autern, erscheinende Wochenschrift,Die Heimath“, gfalzischez Sonntagsblatt, hat sich seit, ihrem Er⸗ cheinen zwar einen großen Leserkreiß erworben, nmerhin ist aber dieses gediegene Blait nicht in lUlen Kreisen bekannt, und doch verdient es bei inem gewählten Inhalt, der zumeist der pfalzi⸗ chen Geschichte und Literatur entnommen. über⸗ jaupt die Vorgänge im Leben der Pfalz in rster Linie behandelt, die weiteste Verbreitung. Zum Beweise des reichen Inhalis der Heimath jeben wir nachfolgend das Inhaltsverzeichniß einiger uns vorliegenden Nummern: Nr. 40 enthält: oOmmersheim in der Wirth⸗ stehendem zur Wahrung ihrer Rechte chaft von Andreas Lang, Wittwe, offentlich in Kenntniß gesetzt. werden vor Philipp Kemmer, kgl. St. Ingbert, den 81. Juli 1885. ‚ayer. Rotare im Amtssitze zu St. Der Verste igerungsbeamte: zngbert, als hiezu ernannten Verstei⸗ Kemmer, k. Notar. erungsbeamten. — — c —6 Feuerwehr St. Ingbert. ie Cheleute Adam Gries, Schuh—⸗ — Montag, den 3. ds. Mis., nacher, 8 enwenn bei⸗ Abends 6 Uhr ammen früher in Ommersheim woh⸗ jend, jetzt ohne bekannten Wohn; und in e b un g,— lufenihaltsgort abwesend, Solidar⸗ b —B in el welcher auch die sämmt⸗ J 243 * Mannschaft 3 folgende, zu diesem Zwecke beschlag- eschei ud paffive nahmien Liegenschaften bffentlich zwangs⸗ rscheinen hat. nast ge zu Eigenthum verfteigert, näm⸗ as Cowpeands. ichꝛ 4 Sieuergemeinde Ommersheim: . Plan Nr. 214, 94 70 qm und pᷣlan Nr. 214, 9 a 70 qm Acker in den Weiden; Plan Nr. 1998, 18 4 10 qm cder in der krummen Ahnung uuf der Powick; —P Plan Nr. 8617, 18 a 60 qm Acker an der Schindklahm; —XV in den Neuwiesgärten. Die Versteigerungsbedingungen kön⸗ ren bei dem Unterzeichneten eingesehen verden. Die Viegenschaften kommen einzeln um Ausgebote und es erfolgt der Zuschlag sogleich bei der Versteigerung. St. Ingbert, den 81. Juli 1885. der Versteigerungsbeamte: Qemmer, k. Notar. —3 — VF —— FFür die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Fuͤterver neigerung. Montag, den 10. August 1888, Rachmittags 124 Uhr, u Si. Ing bert in der Wirihschaft on Daniel Baumann (Café Ober⸗ auser) lassen Jacob Behr, Saittler, ind dessen gewerdlose Ehefrau Maria huppert, beisammen in St. Ingbert dohnend, zu eigen versteiger: Steuergemeinde St. Ingbert: 80 Dez. Acder im Ron neben Valentin Schwarz und Wittwe dihm;— — 15. Dez. Garten und Wiese in den Großwiesen neben Johann Josephh Weidmann und Dohann deleh vuhß— is Dez. Wiese allda neben Jo⸗ seph Fries und Johann Hofmann; 75 1d Dez. Acker in der großen Flur, erste Ahnung, neben dabri ⸗ am Weyland und Kirchengut; 65 Dez. Ader in der rothen Flur, auf die Schneidemühle greckend, neben Wittwe Lang; 18 Dej. Ader rechts der Kapelle RX Möollendick und Witne Kastel; »* hr zu St. Ingbert neben Conrad ßflug gelegenes Wohnhaus sammt Zubehͤrden. Kemmer, J. Noitar. 1000 Mark zahlen wir dem, der bem Gebrauech von Belde.auns kaiser⸗Zahnmastr FlI. 60 Pf. und 100 Pf. jemals wieder Zahnschmerzep bekommt. S. Goldmann Cie, Dres den. — 2Zu haben in 8t. Ingbert bei P. Fern, Droguenhandlung. auflage 831,000; das verbreitetste deutschen Blatter uberhaupt; außerdem er scheinen Uebersetzungen in uwdlf freuden —— — ——ESbvrachen. 328 Die Modenwelt. Ilustrirte Zeitung in koilette und Handar u Alle 14 8 2242 rine Nummer. Wreit 426 kräftige —— —— 9 75 Ar. Jaͤhrlich erscheinen J u n 0 n 24 Nummern mil do⸗ letten und eet enthaltend gegen nicht — 14 Jahren. ee reibung, welche J ebrüder Braun .hanze Gebiet der or —XRCI FJehl ist entschieden die deste Zen meir Ar Damen, Madchen und Lnaben, wie su drlut ich singenden vorahrigen as jartere Kindesalter umfafsen, ebenso di „JaAnarienvogel, weil krastig u. fe debwasche fur Herren und die Bett- un w gege 6 vost gu degiehen en * wie die Dandarbeiten in ihrer naschte, St. Andreasbercg, Har, lanzen, Um ange. ra. Har. Nt Vehehen mit etwa 200 Sqchalummusen ur alle Gegenftaände der Garderobe und — 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Buntstickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden sederzeil angenonmn ei allen Vuchhandlungen und Poslanfialten grobe⸗Nummern gratis und srane⸗ durt die Erpedition, Verlin W, Potsdamer Sn 8; Wien 1J, Operngaffe 3. 7⸗ j * a Cafe Oberhauser. Zonntag Abend von F Tanzmusik. Hierzu ladet hoflichst ein Baumann. cannlag Abend von 8 Uhr al Tanzmusik. eigerung. Montag,/ den 10. Agust 1885, Nach⸗ ttags 3 Uhr, zu St. n ob ert in der Wirth chaft der Witwe Schmelzer in der pPfarrgasse. .* lassen die Witiwe, Kinder und Erben des in St. Ingbert verlebten Schmelz⸗ arbeiters Frauz Klemmer öjfentlich n Eigenthum versteigern: pᷣlan Nr. 33682, 2 4 10 qm Flache, Wohnhaus mit Stall und Hofraum und Plan Nr. 3363 b, ĩs'a 20 qm Alder dabei, alles zelegen in der Stadt St. Ingbert ünls in den Seyen. St. Ingbert, den J. August 1888. QOemmer, l. Noiar. — — — — — — Verfsseerungs⸗ Bekanntmachung. — — — ——— — Deffentliche Zustellung. Montag, den 19. Oktober 18865, Morgens 10 Uhr, u Ommersheim in der Wirth⸗ chaft von Andteas Lang, Wittwe, werden durch den unterzeichneten kgl sotar, als hiezu ernannten Versteiger⸗ mgsbeamten, gegen die nachgenannten ẽheleute Gries, als Solidarschuldner, m Zwangswege zu eigen versteigert: Steuergemeinde Ommersheim: 1. BUnA' 10 qm Acker in 3 Par⸗ zelle;; 3 2. i a Garten in 1 Parzelle. In Vollziehung der vom kgl. Amts⸗ Jerichte St. Ingbert, als Vollstredungs⸗ fürn gericht, geiroffenen Anordnung zur üffenilichen Zustellung, werden die ruͤher in Ommersheim wohnenden cheleuie Adam Gries, Schuhmacher, ind Adele Blaumeiser — deren Aufent⸗ altsott unbelannt ist — von Vor⸗ Druck um Verlaqg hon 1 äàäαα Hoflichst ladet ein Frau Julius Grewenig. Dontiag, den 83 August, Nachmitags von 4 Uhr ab Harmonie-⸗Musi. hei Jak. Best. didlih * 9 neine Gemeindekrankenver⸗ sicherung end zu kaben in der Druckerei 12e „8t. Inuberter Anzoiqer.“ Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- zraphie vorxommenden Druckarbeiten * ernpt᷑ Nt sieh dio Buch- und Stenνινα8eres F. X. Demot? Verlag ac. di.ĩ ꝑberter anseicct 84 10bert. (CAucszug.. Montag, den 19. Sier 18868. orgens 10 Uhr, terzu„Illusirien nutags blatt Nr. 5. XX. dDemetz in St. Inabert. st. Iugherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. de St. Iugberter Anzeiger“ erjscheint wbchentlich fünfmalz: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ gian und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Posft bezogen 1.4 75 4, einschließli d 0 A Zustellunasgebühr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaliene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 4. Reclamen 80 . Bei 4maliger Ginrückung wird nur dreimalige berechnet. I 1511. Volitische Uebersicht. Ueber das Programm für die großen Herb st⸗ nanöver des 14. Armeekorps in Baden vor — früher bekannt gewordener Dispositionen dahin ge⸗ roffen worden, daß am 11. September die große Parade auf dem Forchheimer Exerzierplatz bei darlsruhe stattfinden sol.. Am 12. September st Korpsmanöver bei Ettlingen, und am 14., 15. uind 16. September werden die Feldmandver der divisionen gegen einander zwischen Karlsruhe und Pforßheim abgehalten werden. *Die Erxnennung des seitherigen deutschen botschafters in Paris, des Fürsten Hohenlohe zum Statthalter von Elsaß⸗Lothringen, hat u. A. auch die Frage in Fluß gebracht, wer sein Nach⸗ folger auf dem ebenso wichtigen wie schwierigen botschafterposten in Paris werden solle. Diese Frage ist nicht leicht zu entscheiden, da die Vertret⸗ ung des deutschen Reiches bei der französischen Re⸗ nublik einen Mann von großem Takt und feinem bersiaͤndniß für die obwaltenden Verhältnisse, dann wer auch von rechtzeitiger Energie und eingehender denntniß der politischen Situation zwischen den Kabineten von Paris und Berlin erfordert. Ju herlin nennt man bereits verschiedene Kandidaten sür den Pariser Posten, ohne daß man indessen mit Bestimmtheit zu sagen wüßte, welche von den in Aussicht genommenen Personlichkeiten die meisten Thancen hätle; in erster Reihe hört man jedoch den deutschen Botschafter in London, Grafen Mün—⸗ der, nennen und verlautet ferner, daß, im Falle dieser ablehnen follte, der deutsche Votschafter in betersburg, v. Schweinitz, zum Nachfolger des dürsten Hohenlohe ausersehen sein und daß alsdann ver Staatssekretär im Auswärtigen Amte, Gras hatzfeldt, den Botschafterposten in Petersburg über⸗ nehmen würde. Da ferner auch die Erwählung des Vertreters Deuschlands am Wiener Hofe, des hrinzen Reuß, zum Regenten von Braunschweig als sicher gilt, so würde sich auch die Neubesetzung des Wiener Boischafterpostens nothwendig mächen und stehen demnach eingreifende Veränderungen in der diplomatischen Veriretung Deutschlands im Iuslande in Aussicht. Der deutsche“ Botschafter in Paris, Für st Hohenlohe,, wird erst im Oktober Paris ver⸗ zum nach Straßburq. als Statthalter über⸗ n e eln. ——— 4 1 Vor kurzem durchlief die Blätter die Nachricht, v* die Differenzen zwischen Deufs chlandeund Anzib ar, auf diplomatischem Wege beglichen vrden, ohne daß es zu der beabsichtigten Flot⸗ endemonstra Pipn kaͤme. Letziere scheint nun ber doch stattzufinden, denn wie dem B.T.“ us Bremerhasen telegraphiert wird, ist die deutsche dorvenle „Stosch“, eines, der drei Kriegsschiffe, velche an die Küste bon Zanzibar kommandieri daren, bereits in Mauritius eingetroffen. Von a nach Zanzibar in nur eine Reise von wenigen egen. Mian glaubt, daß in den nächsten Tagen uitere Nachrichten über die Ankunfi deutscher —A in den ostafrikanischen Gewässern ein⸗ then. — * —e 9 —A Zur Frage der Uebertragbantei der Eisen⸗ k — Xontag, 3. August 183.z853ßc. 20. Jahrg. Ztg.“ geschrieben, daß die königlichen Eisenbahn⸗ Betriebsämter angewiefen seien, bei behinderter recht⸗ zeitiger Benutzung der Retourbillets zur Rückreise dem Inhaber denjenigen Betrag zurückzuerstatten, um den das Retourbillet theuerer ist, als der Fahr⸗ preis für die einfache Tour. Bestätigt sich diese Mittheilung, so würde in der dankenswerthen Kou⸗ lanz eines solchen Schrittes die geeignete Grundlage einer sachgemäßen Lösung der Angelegenheit sich finden. Ob indessen damit alle Schwierigkeiten ollständig behoben wären, müssen wir zunächsft noch zahingestellt sein lassen; wir weisen nur darauf hin, daß verwickelte rechtliche und thatsächliche Streitfragen in das Spiel kommen, die zunächst noch klar zu entscheiden wären. Nlung, aus allen Ständen und Konfessionen gemischt, allen Nummern des reichen Programm's. Die Vor⸗ träge des Kirchenchor's, durch Frische und Präzision ausgezeichnet, machten den Miigliedern und besonders dem unermüdlichen Dirigenten alle Ehre. Ebenso haben die Orgelvorträge, die dies königliche Inftrument in seiner ganzen, groß⸗ artigen Schönheit zur Geltung kommen ließen, sehr angesprochen. Dies alles bildete den würdigen Rahmen für die glanzvollen Leistungen von Frli. Jennie Müller. Wenn Haändel und Bach unerreicht dastehen! durch den seelenvollen Charakter ihrer einfach · schönen Musik, so gehörte zum rechten Verständniß derselben der seelen⸗ volle, tiefempfundene Vortrag unsrex Künstlerin. Wir bewunderten an der voll und sympathisch an⸗ sprechenden Stimme die exakte Schule, die sich in der kleinsten Nüance bemerkbar machte und das Banze zu einem Gebilde von ungetrübter Schönheit gestaltete. Wir werden diese glockenreinen Toͤne nicht so bald vergessen und begleiten Frl. Müller mit den besten Wünschen auf ihrer vielverheißenden Laufbahu. Moge auch ihr dieses ihr erstes Konzert eine freundliche Erinnerung bleiben! * Ein weiterer, uns von geschätzter Hand zu⸗ Jegangener Bericht; spricht sich über das gestrige —DX— „Das reichhaltige Programm, auf den ersten Blick twas zu nummerreich scheinend, war in Wirklich⸗ dennoch sehr sachlich zusammengestellt, indem Gesang⸗ tüche mit Orgelpioͤcen in richtigem Verhaäliniß im Wechsel vorgetragen wurden. Die Einzelnummern varen alle werthvoll, in Wahl und Ausführung. Das Hauptverdienst am Gelingen gebührt allerdings der verehrten Künsilerin, Fri. Jennie Muüller, die die Sangeskunst zu ihrem Beruf gewählt hat. Ehre gebührt ihr dafür; daß fie in großem Raum und vor einem so zahlreichen Publikum aufzutreten fich nicht gescheut. Nach dem, was wir gestern von ihr gehört, dürfen wir unsere Meinung dahin aussprechen, daß Frl. Müller auch in noch größeren Raumlichkeilen und vor jeder größeren Zuhorerschaft mit Zuversicht und vollem Selbstvertrauen auftreten kann. Zu diesem Urtheil berechtigen uns die Machtigkeit und Ausdehnung der gehörten Stimme und deren ansprechende Metallfarbe, die feine Auf⸗ fassung der Tonweise und die Eleganz des Vor⸗ trages, welches Alles zusammen die Saͤngerin un⸗ merklich über die Schwierigkeiten“ weggehen läßt und in der Brust auch des weniger musikalischen Hörers die Saiten des Kunstgefuͤhles, der tiefen Naturwahrheit, zum Mitllingen bewegt. Dank ihr, daß sie vor ihrer Rückreise in die neue Welt uns noch einenso schoönen reinen musikalischen Genuß geschaffen hat, wie er bei uns leider so selten geworden ist, und möge der Schöpfer ihr auf recht lange ge⸗ währen, ihre reiche Begabung der hehren Kunsi zu widmen, zu eigenem Genusse wie zur Erbauung ihrer Mitmenschen. Außer Frl. Müller haben noch mitgewirkt der Ktirchenchor und die Hetren Lehrer. Die schwierigen Instrumentalstücker wurden gui dorgetragen. Obschon das Konzert sehr kurz an⸗ beraumt war, und obgleich die sonst sehr zwed⸗ maßig angelegte Orgel fuͤr Händel'sche und Bach'sche Mufik eiwas zu maßig in dvrcheftreller Hinfich de⸗ dacht ist, so gelangten die klassischen Tonstücke unter den Händen der waderen Spieler dennoch zu ihrer entsprechenden Wirkung. Ein besonderes Wori der Anerkennung gebührt noch dem Kirchenchor. Er Herraschte uns durch zwei wohlgelungene Gesängqe. M blaelungen waren sie in jeder Hinsicht. Ein— *In Frankreich ist dem Kabinet Brisson roch kurz vor Schluß der parlamentarischen Session ein bedeutsames Verirauensvotum seitens der Kam⸗ ner zu Theil geworden, indem dieselbe am Donners⸗ ag den Zwölf⸗Millionen-⸗Kredit für Madagaskar mit großer Majoritat angenommen hat. Dieses sesultat der mehrtägigen Debatten der französischen Deputirtenkammer über die Kolonialpolitik ist um o mehr mit Genugthuung zu begrüßen, als dieselbe zon den meisten Rednern, namentlich aber von Tlemenceau, dem Führer der äußersten Linken, heftig ingegriffen worden war. Letzterem trat indessen im Donnerstag der Ministerpräsident Brisson selbs n einer sehr sachlichen Weise entgegen und unter )em Eindrucke dieser Ausführungen wurde denn chließlich der Madagaskar⸗Kredit bewilligt. Deutsches Reich. Berlin, 2. August. Mit allerhöchster Ge⸗ nehmigung wird die Eröffnungsfitzung des inter⸗ zationalen Telegraphenkongresses am Montag den 10. Augnst 12 Uhr Mittags“ im großen Hörsaal der Reichspostverwaltung,“ Artilleriestraße Nr. 44 stattfinden. Auslaud. Bruͤssel, 1. August. Die „Independance Belge“ veröffentlicht eine Protestnote des Präsiden— sen der Neuen Republik der Boern, Meyer, an die europaischen Machte und die Vereinigten Staaten bon Amerika gegen die Ansprüche Englands auf die Santa Lucia⸗Bay. Meher erklärt, die Bay sei der neuen Republick abgetreten worden, welche sie in Besitz genommen und als einen allen Nationen geöffneten Freihafen eingerichtet habe.. Simla, 317 Juli. Die indische Regierung beschloß die Errichtung eines befestigten Lagers im Pischinthale· General Macgregor geht nach Quet⸗ tah, um ein geeignetes Serrain qusanαι — Lorale und pfäln che Nachrichten *St. Ingbert, 8. August. Bei den gestern in Saarbrücken Kattgehabten II. Gauturn⸗ fest des Saar⸗ und Moselgaues betheiligte sich auch eine Musterriege des hiesigen Turnvereins und er— rang sich dei der Preisevertheilung ein Ehrendiplom Musterriegen oun von den 17 Vereinen, die sich betheiligten, 7 gestellt;: 5. davon erhielten Preis⸗ und 2 Ehrendiplome. IJ St. In gbert, 3. August. Das gestrige Zirchenkonzert nahm einen Verlauf, au den owohl die Mitwirkenden, wie die Zuhörer mit eicher. Befriedigung zurücdenken werden. Die dirche war in allen Theilen gefüllt, und mit un er AA.Ng folqte die zahlreiche Versamm⸗ solchen Grad von Fülle, *Reinheit, Frische und⸗ Schiagfertigkeit im Vortrag von gemischten Chören rifft man selten. Mogen die Herren welche uns durch den Vortrag der Instrumentalstücke erfreuten, sowie der Kirchenchor den eingeschlagenen Weg nicht verlassen! Sie werden, auch wenn wir nicht mehr das Gluck haben, eine begabte Fachkünstlerin mit⸗ wirken zu sehen, immer im Stande sein, durch Aufführung eines wohlgelungenen Konzertes in ernster Mufik eine zahlreiche Zuhdrerschaft zu fesseln.“ »6 —138 * “St. Ingbert, 2. August. Bezüglich der diesjührigen Uebungen der Ersahzreservisten 1. Klasse wurde vom t. Generdt⸗Kommando angeordnet, daß die erste (zehnwöchige) Uebung vom 27. August bis A Nedember, die zweite (vierwöchige) vom 8. Oitober bis 4. November vorzunehmen sei; zu rslerer sind 1.280, zu leßzterer 780 Mann einzu⸗ siehen; die zu einer dritten (vierzehniagigen) Ueb⸗ ung heranzuziehenden Mannschaften der Fuß—⸗ irillerie sind vom 24. September bis. T. AMober nach dem Lechfelde einzuberufen. Fur das nachste Jahr ist zum ersten Mal eine vierte (14tàgige) Uebung in Aussicht genommen.. An die k. Bezirksamter ist dieser Tage eine Entschließung des k. Staatisministeriums des Innern, Abtheilung für Landwirihschaft, Handel und Gewerbe gelangt, betreffend die Enquete iber Sonntagsgerbeit In der Entschließung st bemerlt, daß das gesammelte Material nebst einer gutachtlichen Aeußerung bis spätestens 15. Zeptember eingereicht sein muß. Von Seiten der Bezirksämter werden in den nächsten Tagen die näheren Schritte gethan werden, und werden wir auf die Sache alsdann nochmals zurückkommen. — pirmafens, 1. August. Durch die kgl. Gendarmerie wurde den hiesigen Bierwirthen m Auftrage des kgl. Amtsgerichts mitgetheilt, daß jach Ablauf von 14 Tagen der Bierausschank mit⸗ telst Pressionen eingestellt werden müsse. (P. A.) —A Dahn;, 81. Juli. Gestern Aben d wurde hei Bundenthal au einem; ledigen Burschen ein Kaubmord derübt. Der Thäter soll aus Bunden ⸗ thal sein. ne t P. Anz.) — AQaiserslautern, L. August. In der gestrigen Feriensitzung der Strafkammer des hiefigen Zandgerichtes kam die Anklage gegen Wilhelm Michel, Postexpeditor in Rockenhausen, zur Ver⸗ Jandlung. Zur Last gelegt wurden ihm drei Reate: i. In feinem Amte als Posterpeditor den Betrag on 2000 Mart welche er für die Post einge sommen, für fich behalten zu haben. 2. Als dassier des Vorschußbereins Rockenhausen 7000 Mk. die dem Vereine gehörten, im Jahre 1881 an fich genommen und für seine eigene Zwecke erwandt zu haben, und 8. die in seiner Eigen⸗ Hiehe warne Jedermann, meiner Frau, geb. Elisabetha Lehmaun, von Si. Ingbert gebürtig, weder was zu borgen, noch auf meinen stamen verabfolgen zu lassen, indem y von heute ab für nichts mehr ga⸗ antire. WGeorg Lindner, Ottweiler. uft als Agent der Lebensversicherungsgesellschaft Kosmos“ in den Monaten Januar und Februar 885 eingenommenen Pramiengelder ꝛtc⸗ in der Ibhe von 787,97 Mt« ebenfalls an fich genommen ind für sich verwandt zu haben. Nach 3/ stün⸗ iger Verhandlung nerklärt das Gericht den Ange⸗ lagten der drei Reate für überführt und erkannte iuf eine Gesammistrafe von drei Jahren Gefängniß. Als Einsatzstrafen waren für das erste Reat! Jahr 5 Mon., für das zweite 1.Jahr 8 Mon. indg für das dritte x Monate ausgesprochen wor⸗ ʒen)* Von Aberkennung der bürgerlichen Ehren ⸗ Lchte wurde abgesehen. (f. Vollsbl.). — Zu der auch von uns nach der „Pf. Pr.“ zebrachten Nachricht von der beabsichtigt gewesenen frmordnung eines Klassenlehrers an der Studien⸗ instalt in Speyer sagt die · „Sp. Ztg.“: Wer ickt solche Rarthelten im die Welt ? ¶ Derartigen dorrespondenten sosste man doch tüchtig Jquf die Finget klopfent zistorie vom Schneider Tomatschek hier in moa. ichster Kürze wiederholt. Es waren zwei —* Wilhelm und August, die in Berlin die Schneidere n ziemlich ausgedehnter Weise betrieben. Wilhelm der altere, hatie sein Leben zu Gunsten seinen zruders bei einer Lebensversicherungs ⸗Gesellschaft nit 10,000 Thaler versichert. Ein ganzes Jaht vurde die Pramie auch pünktlich bezahlt. Doa vurde der Versicherte plötzlich krank. Der Haus, irzt der Brüder kam täglich mehreremale vorge. ahren uͤnd machteein immer bedenklicheres Gesicht zugelassen zum Krauken wurde niemand, denn die drankheit sollte ansteckend sein. Nach sechs Wochen sieß es, Bruder Wilhelm sei tödt. Der Hausarzt lellte, den Todesschein aus und Wilhelm Tomatschel vurde begraben. Einen, Tag zuvor war ein Ab— gesandter der Versicherungsgesellschaft im Trauerhaus am. sich die Leiche anzusehen; doch der Sarg war chon geschlossen, denn die Leiche hatte einen so auligen Geruch, daß das kleine Leichengefolge“ fast hnmachtig wurde. Die Versicherungssumme.wurde )em überlebenden Bruder ohne Weiteres ausgezahlt, ind damit waren die Akten über Tomatschek ge⸗ chlossen. Ein Jahr später meldete sich ein Berliner kuchhändier beim Polizeipräsidenten und erklärte Folgendes: „Ich war mit zum Begräbniß des „chneider Tomaischek. Jahre lang habe ich mit ym in Geschäftsverbindung gestanden und kannte yn wie mich selbst. Vor einigen Wochen war ich n Kopenhagen. Da begegnete mir auf der Straße er Begrabene, wie er leibt und lebt, namentlich nacht ihn eine rothe Narbe quer über die Nase inderkennbat. Ueberrascht rufe ich ihn an: To⸗ natschek!Im ersten Augenblick war er wie ver⸗ leinert; doch bald ermannte er sich und sagte: Zie irren, mein Herr; ich heiße Danske; dann sing er eilig weiter. Ich beantrage, Herr Prufi⸗ zent, den betr. Sarg auf meine Kosten ausgraben u lafsen und den Inhalt zu untersuchen.“ Dem Wunsche des Kaufmannes wurde nachgegeben und er Sarg in aller Stille aus der Gruft geholt. Als man den Deckel abhob, was fand man: Ein nit Rinderkaldaune dick umwickeltes Plättbrett. hierzehn Tage später saß der angebliche Kopenhagener Ddanske mit Bruder August in der Stadivogtei. der Arzt, der um den Betrug wußte und der den Todtenschein um 500 Thaler ausgestellt hatte, nußte der Dritte zum Bunde — im Zuchthause machen. Die Frau des Todtengräbers. welche zei Oeffnung des Sarges zugegen war, schlug, als ie das Plaltbrett nebst Zubehör sah, die Haͤnde iber dem Kopfe zusammen und rief erstaunt: Jott, wie kann sich der Mensch verindern!“ Vermischtes. pMünchen, 31, Juli. Ein Freundschafts⸗ ienst. Ein Ausgeher eines größeren Geschäfts⸗ auses sollte gestern Abend einem Fremden noch inen Brief auf die Bahn nachtragen. In der dähe seines Hauses begegnete ihm sein Vorgänger, en er wohl oberflächlich kannte und nachdem dieser ie Kommission erfahren, sagte er, er wolle ihm en Gang ersparen, er kenne den Fremden recht jut und werde ihm den Brief wohl einhändigen. der Ausgeher war über den Freundschafts dienst janz froh, aber nicht der Prinzipal, denn der vorige lusgeher war wegen verschiedener Unregelmaßig⸗ eiten Intlassen worden und es war sehr zu befürchten, vaß der Brief, der außer 1000 Mark in Noten ine Anweisung an ein Augsburger Haus auf 2000 Mk. enihielt nicht in die Hande des Fremden am. Die telegraphische Verständigung ergab nun, aß der Brief wirklich nicht an die vermeinte dresse gelangte. Die 1000 Mt. sind nun mit em dienstfreundlichen Ausgeher fort und der dollege wird den Freundschaftsdienst theuer bezahlen nüssen. Als Kuriosum wird dem „L.⸗Anz.“ aus gurg bei Magdeburg mitgetheilt. daß vor einigen vochen daselbst der Schneider T omatschek, der ort lange Jahre unter dem Namen Müller gelebt ind sich als Flickschneidet ernährt hat, nun im Alter on 82 Jahren wirklich gestorben ist. Wir und vohl noch viele Andere hielten ihn längft für todt. Zein ersies Begräbniß in Berlin, vor etwa 35 Jahren, machte der Rebenumstände halber unge⸗ seures Aufsehen, und die tragischkomische Geschichte —XL I Sprachen. Dem üngeren Geschlechte zu Nutz und Lehr sei die Agenten und Reisende verden fur den Verkauf von Kaffee an Private gegen Fixum und Pro⸗, vision gesucht. J —. m. Carl Held⸗ VHamburg, Grimm 22. Dee Unterzeichnele halt fich im M lIl IILE Hemden · und Kleider⸗ 8cheine machen, in und außer dem Hause. . inem geehrten hiesigen Publikum für die Bemeindekrankenver zeftens empfohlenn. geeu vob siherung AM-A FelKo, finb zu haben in der Druckerei , in Snieschen haufe a d. Meß. Jdes „8t. —IIL — 25225ee—— Nsbp ud voielin, aart WeiIn-VBMisuetts vorrathig; auch loͤnnen dieselben mit jeden beliebigen Eindruck ver⸗ iehen werden. —— Ball- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der A *73 —Buch⸗ un“ Steindruckerei f. beme ————— St. Ingbert. MaIM shan ä A⏑ä⏑ - —— —⸗i æ— Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demes. —ü UOUUU— — 1 tix⸗ * AACSs oppel &tarke Anigorrabrixanth.daek. um aD.) v—Bewakrtestes d rollsstandig msehãdliches Starkrernittel — ꝛewãhrt grõsesto EXrlelehteruns im Platton u. eonthalt allo er raeriichon Zuaitro zur siohe n —————— ron blendend ——,————— nogenannter ——I ; IeBer2B9 —2 A 6 x. Am hilitlenn 8* 7 7 die alten⸗ Aunoucen⸗Expedition . *8 — — ** AHaasenstein & Vogler, —Mannheim, O. 4. 5 Inserate für sammtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Originan Freisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und aͤfteren Wiederholuͤngen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsangelegenheiten wird durch obia Firma, gestützt auf die während des 30jahrigen Bestehens der Liben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfre ertheilt, auch werden auf Wunsch der e die geeignetsten Blaͤtter in Vorschlag gebracht. J Der zusfuhrliche Zeitungskatalog pro 1835 steht jedem In zerenten auf Wunsch gratis und frauco zur Verfügung. e V — * 4 *22 — — — * — 282 — eA———— 5523 * 5555z533355335375 * 3258 5 8 — z335368 —— 8 55535— — 255383337 8 —55 5z325 3255 8* —— * 2332 2533855 —— — —— 3553 8 * — —22* * 1232 2 328 23 — * 5—2252 2538 8 — —S 2235358 5533332* 588 — 8 * —— * *5 —— — * — 5 25* 2 ** vwoa 4733553* — — 8 2 —“7— 572 2— j 2 — — 8 —8 2223* — 3* 233 3 2 8 8 — 5522 — 2* 28.3 5— 235533* — F — — 2 5 —— — * * 5838 J 3 3 3338 5 5585 — 885 a 3 — 33323 2 * 3 * ——— — J— 3s533235 32525 32833383 53373835533 333553 35 s ñ Sz3Ek — 3222 —— 55 22 58 — —— 8 * —* — 2* — — — — 2 —Zt * —— 3* * 222 * 3252 —* 538 — 5 — * — 8 3 33557537 —— Je 8353357 33682357 387 * 8 2 — —533 33 2 * —8 2* 53 325238333* 533233358* 35333855 3283—33* 2333782353 E 48375* 33 383 ss328 z3875383* —— 32 — 3 388535* —— 558555 5*85 38 —3 —— 385 *8325 — 3232 323853 85582 — 22 2 *53 — 55 2 —A —— 23532 2335535 s 52 * 522833 —A 338 * 2 — —8 58 8 32 m*2 33 332346685 —55 8— —8 2* — 3238 * — —— E823232 2532 3 * ð 8 5 22 3383332 3 533333—3655 —D— 52 23 55 25 2 857 —s3*825 383335 54325555 3233 —z335* 22 2353555 2533823 88* 53835368 12s8536z333253 — — 553 Ze 7 853303 3273 23 5258355 538 — — AIBZBSE 2832 232*5828 5 355256 — S ——A 5 2226 — 232 55332 2 555— 8685 37 — —5 —— 8 — —5* * 3 23325325 —A c 2 83 35 8* 26 .38 8 55 2 22 2 —— — 85c 5 322 —————— 551 28 S * 55 * 27 ——— 55* 6 —34 — 33 * 82*7 *6 43152395 »—252235 3258 5 — —— 5838 2288 3* 28 —— 5*53 52 — — 8333* 36 *8233 *57 —2 2 2*25338—3385 5 82 2—8 * 2 58232 5 —2 —— * 5 23,2 —2 —— 5— — * 2235 — — T 32 —22 —A F 82 — —S 2 * *255 3 3356575358 333528s5383 333 z 3453 —788 A 255 337 5s23535353538 „I3338 2333* 553838 38 — 77 —— 33323 387 3865388 238 —*8* 353 —8238 337 13553.38 5* 3333 3354 258 23253 — 8 338 383333 86 2553533 553382 J 538* 3358333833 —3527833353538 z 888 2255 0 8X* 58 — * 2 53238 SE5 — — 8 — 82 s — A — 2 * 26 —⸗ 2* ———A 28 253333208 57 3 — —328863 3 56 — —AãA 3533 z585333838 5323253 2568 4z23853338 38353* 735— 53853337 —5385853 2555 3533357353 38 233333655 38 3832385— 87 375783 8— 35 ——— ——— —A 32222 — 38 55323 2226 525 3 52528558 5356558 538 35 33 3573388 8325 282575 ——— — 2356852 5 5 —X — —— 2322* 2155 3 — — —8 2 8 333 3323320 — z3 3 3235 — 5 38328333638 383 — —— ——— 5 8 — — * R 52 * 53 — J —8 —6 — — ——— 535 53227*523338 2 355 * ——— ⏑ * 333325325 —— * ·c B — 232 —5 — —— 3 82 2 — 22* 55 — * 3 * — — 22 * 8 22 ——& 8* — —— — 333353288 s55335353 538* —— — 22 5* — 2* 25 22 25553237 37* — 222 5*282328 3238* 2555 5353554 2B5E 5 55558* 35353235 5252 28* — 258633 353353365 535 —A 5 2 2355 — — 7 —W 8 J 222 532 5222 3 2 33 5** — — —28 * 2* 38 538327 —————— *57 2*7 7* 325 2228 —22 — 2 — — * 322 — 2*84 326886 — 328 C 5 — *23 — a 2 — 523 3 2* ———— 3 — 25 J * 2272 383 22 S— — — T 5222 282 —257 Z 5* *3. d — C 22 22 — 338 5 22*83 83 ——— 755.57 5533235* 535 —Fe. 5* *5853 — 2*232 7 — * 5—88 — 233 2* A 2*8 D * 834 5337 32* — *F 527 —8 2 A — D 5* F 24 535258 51585 3 * 2 2 — 25 ã8 285 * 7 2* 1728 6 2 — 313533 3385 55 —W . * —— 2 — —— 4. 2*2 —* —— 12* 2*8* 2 8 *2* —2 55328* 7 2 5 2 253* *538 —5— 58 255 — 588 3 228 e 8 355 28 5.2— — — 275285 85 35323— * 5 3255* 333 56 228 382 A * * 5 5 * X 88 * S * — — 27 35733 ʒ B ⸗ “e ——— —853** 532323* —— 7F ——— 523* — 75 82 35 EkE 822788 * * —ãA— 38 322 *2 S* 555* 33587 535* 323583 55355—2 —„z5z858 533 ——s85 — 27 833 —8—228 —A —ãA— —— — 2 855 1352*35 * 2 — 22 —55 383587 33 5 —5 —2522 —33 522335 —8 8 * 3283332 255 7a 8 — 1 255 E 6 232 —m. —— ————— —3 833 356 57 378*83835 13355 2388 —252 28 8 ———— ——— 3—22 32 du * 8 32 — 355535 55 5—85 21 22 5* 52275 8 8 I58532 5538533885 z58 5337537 — —28 —— 5223 4 —— 2 — 52 2352 3383 22 22 *8 2* 2 * 88 — 2* —7 c 55 * 28 5 58 5 5 5 — 73 F ä F * 2 8 — — 225 357 — 53 — 235 —* — S8 — s8. eee 528 * *888 2233 *8 a 43 — — 8 22 522 —— — ß ——— 8 * ð · * —J 3 J 3 —2 * 53 42 — * z — —* *8 2* — 288 * ——— c I 35 ————— 3X. * 373335—2 533 —— *. 5832* z255 56225 23 c83 —A 328532 — 2x1— — 8 s 5355 —3* 38328 ——ã — — J 34 336 5 J 39 55 * 28 235 585 2 —8 7353 —*6 25.5 —ã —— — 5 530 SZc2 2 235 S —3 5 —32 223 25582288 5 235 2338 — 338 * * 5 z 3 —— — 23 o. 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Jugherter Amziger. Amtliches Odgan des königl Amtsgerichts St. Ingbert. eet. Ingberter Auzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wbochentlich mit Unterhaltungs⸗ Klau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatti kostet vierteljahrlich 1 A 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 —, einschließli d 24 Zustellungsgebuhr. Die Einruũckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außzerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 16 —, Aeclamen 30 —. Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. „M 1822. Dienstag, 4. August 1888. 20. Jahrg. gum Kaisertag in Gastein Dennoch sind es keine diplomatischen Erwäg⸗ ungen und rein poliliicher Gesichtspunkte, welche die beiden Kaiser auch heuer wieder in der hertr⸗ lichen Alpwelt Oesterreichs zusammenführen und vie sie wohl bei anderen Monarchen· Entrevuen hestimmend sind, uein, es ist eine spontane Herzens⸗ zegung, welche sie in Gastein vereinigt. Aber mii em herzlichen Bedürfniß engster persoͤnlicher Ver⸗ indung, welches den deutschen und osterreichischen daiser in Gastein wiederrum zusammenfüͤhrt, ist das Interesse der beiden maͤchtigsten Staaten im Herzen Furopas innig verknüpft und eine weise Politil Jat es verstanden, das wechselseitige Vertrauen, velches durch diese wiederholten fürstlichen Begeg⸗ aungen befestigt worden ift zu verwerthen, so daß aus der Freundschaft der Monarchen ein inniges holitisches Verhäliniß erwachsen ist, dessen Friedens⸗ raft sich seit Jahren auch unter höochst kritischen Amstanden segensreich bewährt hat. So darf man denn auch an die bevorstehende Kaiserbegegnung in Hastein die bestimmie Hoffnung knüpfen, daß sie ich zu einer neuen mächtigen Friedensbürgschafi Jestalten wird und daß die Voͤlker und Staaten —XXVD Zukunft; mit Zuversicht und Vertrauen entgegenblicken dürfen. dieser Gemeinschaft anzuschließen, indem man sich hrem Friedenoprogramme und ihrer Uebereinstimm⸗ ung anpaßt. Dem „Temps“ zufolge sind die französischen Truppen in Tongking von der Dysenterie und ösartigen Fie bern stark heimgesucht. Im Monat Mai starben 161 gegen 46 im Mai des Vorjahres; wvährend der ersten Junihälfte kamen täglich 12 Todesfälle vot. Der „Temps“ hölt es für un⸗ amgänglich nothwendig. Truppen, die seit gchtzehn Monaten in Tongking ständen, zurückzurufen. Wiederum findet in diesen Tagen auf öster⸗ teichischem Boden, am Fuße der salzburger Alpen, je Ktaditionell gewordene Begegnung zwischen Kaiser wilhelm und seinem erlauchten Freund und Ver⸗ ndelen, dem Kaiser Franz Josef, statt. Im Hegensatz zu früheren Jahren, wo die Zusammen⸗ umt beider Monarchen meist in Ischl, der Sommer⸗ eesidenz des österreichischen Kaiserpaares, stattfand, hollzieht sie sich diesmal in Gasiein selbst, dem herr⸗ ichen Wildbad des Salzkammergutes, wo nun Kaiser Wihelm zum dreiundzwanzigsten Male zum Kur—⸗ jehrauch weilt und von wo er hoffentlich auch dies⸗ Jal neu gestärkt und gekräftigt nach seinem Reiche — Koaiser Wilhelm hatte allerdings sen dringenden Wunsch geäußert, seinem kaiserlichen Freunde diesen herldmmlichen Besuch in Ischl ab⸗ jctten zu lönnen, aber dieser Wunsch ist von dem sterreichischen Monarchen selbst in einer Weise ge⸗ kreuzt worden, die von der zartesten Aufmerksamkeit hessüben für seinen greisen Freund spricht, abet auch von der Innigkeit des Verhältnisses zwischen den beiden Monarchen wiederum beredtes Zeuqniß blegt. Hicht nur die deutsche Nation und die Völker der habsburgischen Monarchie, sondern auch die Ratinen des übrigen Europas schauen mit freudiger Henugthuung auf den Kaisertag zu Gastein, der wie alle fruͤheren Begegnungen zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef, für alle Friedens⸗ sreunde ein neues werthvolles Unterpfand für die Festigkeit des deutjch⸗osterreichischen Bundnisset hildei. Zwar ist diese Begegnung in ihrer alljahr⸗ ichen Wiederholung zunächst-ein markantes Zeichen in das Land langjahriger personlicher Freundjchaft. welches die beiden Souveräne mit einander ver— nüpft und in der zugleich die zwischen den Kaiser— amilien Deutschlands und Oesterreichs bestehenden jegenseiligen herzlichen Beziehungen ihren entschie · jensten Ausdruck finden. Aber neben diesem per⸗ oͤnlichen Charakter, welche diese Zusammenkunfhe ragen, wohnt ihnen auch die schon oben angedeu⸗ ele hohe politische Bedeutung inne. daß durch sie uuch die polinische Freundschaft zwischen Deutschland und Oesterreich· Ungarn immer aufs Reue besiegell and hiermit auch die fernere Erhaltung des euro⸗ vischen Friedens immer wieder bestätigt wird. deiin unstreitig findet letzterer seine sicherste Grund⸗ age auf dem Einvernehmen der beiden mitteleuro⸗ hͤschen Kaiserreiche und dies lann auch gar nicht inders sein; man denke fich nur einmal, welcher dustand in Europa herrschte, wenn Deutschland und Oesterreich Ungarn, anstatt eng zusammenzu⸗ dehen, fich mit eifersüchtigen Augen beirachteten, wenn jedes von beiden Reichen bestrebt ware, die Bahnen des anderen bestaändig zu durchkreuzen, venn bei jeder Vetschiebung der politischen Ver⸗ hälinisse unseres Welitheiles die Frage von Ktrieg nd Frieden zwischen beiden Mächten liegen müßte. ẽs würde hierdurch ein ganz unhaltbarer Zustand reschaffen werden, der nalurgemäß von selbst au ine kriegerische Losung hindrangen ¶ müßte. So iher fiehi Europa den deutschen Kaiser“ und den Souverain Oesterreich Ungarns immer wieder Hand n Hand und zwar bdies jetzt ganz wöͤrtlich ge— nommen und hiermit kommt es der ganzen politi— * Welt immer aufs Neue zum Bewußtsein, daß Band, welches die beiden Herrscher und ihre eiche umschlingt. noch nicht das Geringste von seiner Qraf n Reständiak⸗it einaebüßt hot Die französische Regierung wird bei der Abgeordnetenkammer beantragen, noch vor dem Schluß der Sesfion über einen Kredit von 947. 000 Fr. für die Kolonien am Golf von Guinea, wovon 00,000 Fr. für die Entschadigungen der Afrikanj-⸗ chen Geselischaft bestimmt find. zu berathen. Nach einem Telegramm der „Daily Rews“ aus Zairo besagt eine dorthin von einem Araber aus Merawi gesandte Botschaft, daz Osman Digma in einer Schlacht nahe bei Kassala am 30. Juni Jetödiet worden sei. Die Streitkräfte des Mahdi seien überall durch innere Streitigkeiten demoralisirt uind weigerten den Emirs. den Gehorsam. Aus Retgina (Nordamerika) wird telegraphiert: das gerichtliche Verfahren gegen den Führer der anadischen Aufständischen Louis Riel, wegen Dochvertaths wurde vorgestern wiederum aufgenom⸗ nen. Zehn Zeugen, darunter General Middleton, purden vernommen. Eine große Menge hon Be— veisen gegen den Angeklagten war vorhanden, dar⸗ inter Schriftstüke in seiner eigenen Handschrift. Die Beweise für die Vertheidigung waren nur ürftig, sie stützten sich auf die Behauptung, daß Riel sersinnig sei, — ein Umstand, der zu einem Streit zwischen diesem und seinem Vertheidiger An⸗ aß gab. Riel straubte sich dagegen, als Wahn · inniger geschildert zu werden, und es kam jm Herichtshose zu einem Wortgefecht zwischen ihm, und jeinem Anwait, wobei der letztere drohte, von der Hertheidigung zurüczutreten. Der Gerichtshof ent ⸗ chied, daß der Anwalt in seiner Vertheidigungsrede ortfahren solle, und Riel hörje mit seinen Unter⸗ ʒrechungen auf. Die Jury sprach schließlich gegen Riel das Schuldig aus, empfahl denselben aber eichzeitig der richterlichen Milde. Der Gerichtshof derutiheilie Riel zum Tode durch den Strang. Niel bat die Appellation angemeldet. WPolitische Uebersicht. Der franzosische Botschafter in Berlin, Baron de Courcel, hat am Samstag Mittag Berlin mit dem Kolner Eilzuge verlassen, um lich zunächst zu einet Besprechung mit dem Minister der aus⸗ vartigen Angelegenheiten, Herrn de Freycinet, nach Paris zu begeben. Er wird erst im Herbst auf inen Beruner Posten zurüdlkehren. Waͤhrend einer Abwesenheit von Berlin wirlt der Botschafts· cath Raindre als Geschäftstrager. Dounherr Borowski in Frauenburg. Mit⸗ lied des Reichstags, joll auf Empfehlung des vrzbischofs Dr. Krementz als Nachfolger desselben zum Bischof in Ermland auserlehen sein. Nach einer Mittheilung der „Norddeutschen ullg. Zig.“ wurde der Afrikareisende Dr. Sqhnsßler, welcher von einem Europäer, wahr⸗ ceinlich Dr. Junce r, begleitet wurde. von dem Jatedi Stamme angegriffen, als sie den Versuch nachten, von Land aus die nordwestlich von Vik⸗ oria⸗Nyanza⸗ See gelegene Landjchaft Ungada zu rreichen. · Die Angreifer wurden zurückgeschlagen ind Schnitzler bezog ein festes Lager, von wo er zurch den König Ungada entsetzt zu werden hofft. dt. Rohlfs, der gewesene Generallonsul in Zanzibar, ist in Brindisi angelangt und kommt am Dienstag nach Berlin. — — — e Das offizisie, Journal de St. Petersbourg zemerll übher die Rede Lord Salibbury's im Mansionhouse: Salisbury habe nicht immer eine iche Sprache geführt. —Es geschehe dies erst, eitdem er sich über die Stimmunq Europas, über Kie rusfische Politik, über die Interessen des eigenen dandes und uͤber die geeigneisten Mittel, dieselben u schutzen, unterrichten konnte. Der Wunsch. Eng and in den Kreis der mit Rußland geschlossenen Allianzen aufgenommen zu sehen, scheine zu be⸗ eugen, daß, wenn man —XRbä— in Lon⸗ on gehabt habe, diese kontinentale Gemeinschaft zu Ruten Englands zu brechen, man jegt darauf ver⸗ n anvd ⸗a für vraktischer gebalten boh⸗ ũch — — — bꝛ Die Indianerunruhen in Nord- améerika bereilen den Regierungen der Vereinigten Staaten und von Kanada noch immer: manche Sotgen. Präsident Cleveland hat jetzt. mit Rud⸗ sicht auf die Thatfache, daß diest Unruhen in der Regel' nur dadurch entstehen, daß die Rothhaute zurch weiße Ansiedler betrogen werden. die Ver⸗ rügung erlassen, daß die Beschmerden und Klagen der Judianer genau angehört und untersucht werden Hllen und daß die lehteren in den Falüen, wo hnen Unrecht gethan worden ist, die entsprechenden intschadigungen zu erhalten haben. Es iln in der That zu wünschen. daß die Indianer,⸗melche ja hnehin auf den Aussietbeetat gesetzt sind, endlich inmal mii gleichem Maße gemessen werden, wie zie weißen Manner, die ihnen an Macht und risten lanast übetlegen find. ιν ο Deutsches Reich. Berlin, 3. August. Die Meldung süddeut— scher Zeitungen von einer Verwundung oder einem Unglüdsfall des deutschen Kronprinzen in Zürich stellt fich als unwahr herass. Angsland. Pest, 2. August. Gestern wurden hier zahl⸗ reiche Sozialissten verhaftet. Einer derselben, aus Chicago gekommen, leistete der Polizei heftigen Widerstand. .. Eondon, 3. August. Der „Standard“ meldet aus Kuchan vom 22. Juli. ein anderweitig noch unbestätigtes und unerwähntes Gerücht von einem husichafgbanischen Zusammenstoße unweit Merut⸗ ak. Simla, 2. August. Gutem Vernehmen nach ist der Plan, ein verschanztes Lager im Pitschin⸗ Thale zu errichten, nicht einer plötzlich eingetretenen Veranderung in dem Stande der englisch⸗russischen Unterhandlungen zuzuschreiben; derselbe bildet viel⸗ mehr einen Theil des allgemeinen Planes zum Schutze der Grenze. Z⸗rale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 3. August. Das königl. Eisenbahn⸗Betriebsamt Saarbrücken beabsichtigt, am nmächsteen Sonntag den 9. d. einen Ertra— Ju g von Volklingen ꝛc. bis Rüdesheim abzulassen wenn eine genügende Betheiligung an demselben ficher gestellt ist. Einfache Billets gelten für Hin. und Rügfahrt. Meldungen find spätestens bis Freitag Abend bei den beir. Billet-Expeditionen zu nachen. *Si. In gbert, 8. August. Eine seltene Ausnahme fuͤr die Bestimmung des Ostern ⸗Termines ritt im nächsten Jahre zutage. Wie es wohl be⸗ jannt sein dürfte, findet die Fesisetzung des erfien Dfterfeieriages nach der Bestimmung statt, daß hierzu allemal der Sonntag nach dem ersten Voll mond des Fcühlings gewählt wird. Dieser Sonn⸗ lag kann nur zwischen den 21. resp. 20. März incl. und 25. Äpril inch., als allerletztes Datum, fallen. Der erste Fall. 21. März, hat schon, wenn nuch nicht zu oft, so doch mehrere Male seit Christi Beburt, der zweite, 258. April, bis jetzt noch nie statigefunden. Im nächsten Jahre finden sich alle Momente ein, um den 1. Osterfeiertag auf das Letzte hinauszuschieben. Der Frühlingsanfang wird am Samstag, den 20. Mätz eintreten, —X wenige Minuten vorher der Vollmond stattgefunden hat. Wurde das Letztere eine kurze Zeit später eintreten, dann hätten wir wieder am 21. März Dstern. Nun müssen wir aber infolge dessen noch volle 8 Wochen auf Ostern warten. denn der nachste Vollmond trifft auch wieder so ungünstig ein, daß er erst lurz nach Mitternacht des Samstags den 17. Apri, also schon am Sonntag. den 18 Upril statifindet. Infolge dessen haben wir ersi am nächsten Sonntag, den 25. April Ostern. — Obiges Faltum ist aus allen schon erschienenen Nalendern zu ersehen und war auch schon im Anfange der z0er Jahre in den Zeitungen zu lesen. u wWie der „Homb. Anz.“ erfährt, wird am 16. de. Mis. in Homburg das erste pfalzische Nadfahrer · Wettrennen abgehalten. DdDie Apothele in Laͤndst uhl, welche der jetzige Besitzer vor etwa 10 Jahren um 50.000 Mart kaufie, ist jezt um 125,000 M. in den Befitz eines Apothelers aus Aalen übergegangen Ein recht gutes Geschäftchen das. J Am Donnersiag Abend wurde der ledige 2ojahrige Dauenhauer von Bunde nthal beim Nachhausefahren vom delde durch einen gewissen Maierhofer bon Schlettenbach, mit dem er verfeindet war, durch einen Steinwurf getödtet. Dauenhauer war dem S. W.“ zufolge ein allgemein beliebter junger Mann, welcher im Begriffe stand, sich dem nachst zu verheirathen. Er hinterlaͤßt eine arme alle Wutter, für die er bisher sorgete.. — Bezuͤgiich der Aus stellung von Brau⸗ gerse geiegentlich des diesjährigen Herbst⸗Saat · Jutmarkltes in Kaiserslautern macht das landwirth⸗ schaftliche Kreiskomite belannt: Um die nöthige Zeit zut chemischen Untersuchung und zur Keimprobe der auszustellenden Gerstensorien zu gewinnen, werden die Herren Producenten, welche beabsichtigen, die Ausstellung zu beschicken, ersucht, ihre Gersten⸗ proben à 5 Pfund bis laängstens 16. d. M. an die landwirthschaftliche Kreisversuchsstation Speher tinzusenden. Wuͤnschenswerth ist ea. daß möglichfi viele Proben vor dem oben angegebenen Termin einlaufen, da sonst die zuletzt eingehenden wegen Mangel an Zeit event. nicht mehr zur Untersuch⸗ ung gelangen könnten und deßhalb auch nicht an der Prämirung theilnehmen könnten.“ — In Kaiserslautern erhängte sich, wie die „Pf. P.“ berichtet, ein zehnjähriger Knabe, Namens Alfred Hupfer. Was das Kind zu diesem entsetzlichen Schritte trieb, konnte man nicht erfahren .— Neustadit, 3. August. Beim Ein— fahren des Zuges Nr. 23, weicher Abends 9 Uhr 35 hier ankommt, wurde am Samstag am Ueber⸗ zange in der Nähe der Correll'schen Mühle ein fcemder Mann, dessen Familienname und Wohnors bis jetzt noch nicht ermittelt werden konnten, von der Loklomotive erfaßt und derart am Kopf ver⸗ wundet, daß er sofort den Geist aufgab. (R. Bztg. — Dürkheim, —1. August. Die Fest kollekte bei dem kürzlich hier gefeierten Gustav Adolfsfeft ertrug M. 241. —; die beim Festmah von Herrn Divbisionspfarrer Büttel veranstaltet Sammlung für die Retscherkirche brachte M. 114. —. — Rheinzabern, 1. August. Heut Nacht um 12 Uhr brach ein furchtbarer Brand aus. die Schwarz'sche Malzfabritk sammt Scheuer und ODekonomiegebäuden, sowie auch die Scheune und Wirthschaftsgebäude des Herrn Dr. Kreichgauer vurden sammt allem Inhalt ein Raub der Flammen der Schaden wird sich auf viele Tausende von Mark belaufen. Ueber die Entstehung des Brandes veiß man nichts. — Speyer, 2. August. Die theologische Aufnahmsprüfung für die protestantischen Pfarr- amtskandidaten der vereinigten Kirche der Pfalz pro 1885 soll am Montag den 28. September nächst⸗ din beginnend dahier abgehalten werden. Derselben jaben sich außer den Studierenden der prot. Theo⸗ logie, welche ihre Studien vorschriftsmäßig vollendel haben, auch die im Vorjahre bedingt aufgenommenen zu unterziehen. Den ungesäumt einzureichenden Zesuchen um Zulassung find außer den Studien⸗ eugnissen der Geburtsschein und ein in lateinischer Z3prache abzufassender Lebenslauf beizufügen. -Die Probepredigten, für welche den Kandidaten der Terl nit der Zulassung bekannt gegeben wird, haben bis pätestens am 10. September bei der Kirchenbehörde n Vorlage zu kommen. Bezüglich der Prüfungs⸗ Irdnung besteht die Absicht, die Kandidaten nach yer schriftlichen Prüfung auf einige Tage in ihre dheimath zu entlassen, um sie nach erfolgter Censur hrer Arbeiten gruppenweise wieder zur mündlichen Brüfung einzuberufen. (Pf. Pr.) — Der „Pfalz. Pr.“ geht in Bezug auf die von genanntem Blatte gebrachte Nachricht üder ein Mordattentat mehrerer Lateinschüler auf ihren tlassenlehrer von authentischer Seite folgende Dar tellung des Vorganges zu: Speyer, 2. August cinem Schüler der hiesigen 3. Lateinklasse wurde von seinem Klassenlehrer wegen offenlundigen Betruges bei der Fertigung einer Schulaufgabe dit inschlägige Note herabgesetzt. Darüber ärgerlich zußerte er gegenüber mehreren Mitschülern, er wolle in den Ferien aus seinem Heimathsorte hierher reisen, um dem verreisten Lehret Fenster einzuwerfen einen ihm näher stehenden Kameraden lud er ein dabei „mitzuthun“. Hiefür wurde er durch Lehrer⸗ rathsbeschluß mit der Androhung der Dimissior bestraft. — Ludwigshafen, 30. Juli. Ein Gesetz, von dessen Existenz nicht Jedermann unter⸗ richtet sein dürfte, wurde gestern gegen den 48 Jahre alten Zigarrenmacher Friedrich Jaky von Oggersheim von der Strafkammer in Frankenthal — unseres Wissens zum ersten Male — in An⸗ vendung gebracht. Jaky hatte nämlich seit laängerer Zeit ein Quantum Schießbaumwolle in Besitz und nach Einführung des Sprengstoffgesetzes es unter⸗ assen, der Behoͤrde Anzeige zu machen, was nach ziesem Gesetze strenge geahndet wird. Er hatte ibrigens keine Verwendung für diesen Sprengstoff, nuch konnte ihm nicht nachgewiesen werden, daß er nit demselben die Ausführung eines Verbrechens zeabsichtigte, obwohl er — wie durch Zeugen be⸗ undet wird — zu verschiedenen Malen Drohnngen jegen Polizeikommissar Schäffer in Oggersheim und andere Personen ausstieß. Der Angeklagte vurde unter Zubilligung mildernder Umstande zu iner Gefänanißstrafe von 4 Monaten verurtheilt Vermischtes. fSt. Johann, 30. Juli. In origineller Weise führte am Sonntag Nachmittag, wie die „:St. Joh. Zig.“ erzählt, das Kindermädchen eir hier wohnenden Familie den Auftrag aus dem seiner Obhut anvertrauten Kinde einen —* zang zu machen. Es fuhr letzteres in e Zinderwagen zur Bahn, gab diesen als —2* zut nach Dudweiler auf, löste sich nach dae Station ein Bislet und fuhr mit dem —* zuter Laune dorthin. In Dudweiler nahm dat Mädchen den Wagen wieder in Empfang, fetzte da— rind hinein und fuhr nach einer Wirihschas Dort wurden Kind und und Wagen in ceincn Privatzimmer ·untergebracht; das Mädchen abe eilte zum Tanze und schwang sich gemüthlich mit den Bergknappen im Kreise herum. So— gan zlatt sollte die Vergnügungsreise aber nicht —8 Die im Glauben, ihr Kind gut behütet zu wissen befindichen Eltern Nerhielten Rachricht don des, eigenthümlichen Kinderwartung, kurzbesonnen fuhl der Vater an Ort und Stelle und holte sein Kind nach Hause zurück, wahrend das pflichtvergessen- Mädchen spaäter seinen Denkzettel erhielt. F Metz. Die Jünger St. Huberts dürfen fich freuen, denn die Aussichten auf die bevorstehend Jagdzeit sind ausgezeichnet. Das Rebhuhn isi au merkwürdige Weise gerathen. Man trifft allenb. halben zahlreiche Völker, deren Kopfzahl sich durch— schnittlich auf 16 stellt. Die letzten Gewitter haben dem Federwild keinen Schaden gebracht und man darf getrost auf eine brillante Zeit hoffen. FThailen, 830. Juii. Noch nie dage— wesen! Vor einigen Tagen, am frühen Morgen, stand auf einem freien Platze in unserem Dorft eine Riesendamenbude. Alles staunte: Wie kommi die hierher? Der Besitzer der Bude sitzt hinter Schloß und Riegel wegen einer Messeraffaire, welch vor einiger Zeit die Bechinger Gegend in Aufregung versetzte. Die Bude wartet auf ihren Besitzer. Di Geschäfte müssen hier schlecht gegangen sein, denn andern Tages ging das Bedienungs-Personal der Riesendame, welche sich nennt „Die Blume von Zroatien? fechten, um den Hunger ihrer schönen Athletin zu stillen. F Straßburg, 1. August. Heute Vormit lag lief durch Privatkreise die Mittheilung, der deutsche Kronprinz sei in Zürich schwer verwundel worden. In ihrem Nachmittagsblatte erwähnte die .Straßb. Post“ dieselbe Nachricht, selbstverständlich mit allem Vorbehalt. Auch in Basel soll das selt same Gerücht kurfirt haben. Bis heute Abend? Uhr lag eine Besiätigung nicht vor. Das Gerüch flang um so sonderbarer als das nächste Reiseziel der kronprinzlichen Familie, die bereits vor einigen Tagen den Bahnhof Basel passirt hat, Andermah war, und es undenkbar erscheinen mußte, daß si der Kronprinz von Andermatt nordwärts nad Zürich begeben hätte. Sollte dem Gerüchte über haupt irgend etwas Thatsachliches zugrunde liegen so dürfte es sich wahrscheinlich darauf beschränken, daß dem Kronprinzen bei irgend einer von Ander⸗ matt aus unternommenen Bergtour am Gotthatd oder an dessen Ausläufern ein kleiner Unfall zuge stoßen ist, dessen Kunde nach Zurich gebracht wurde und in vergrößerter Form. bis Straßbur— gedrungen ist. fGEin hübsches Einkommen.) E— dürfie von Inieresse sein, zu erfahren, daß z. 8. der Braumeister einer großen Privatbrauerei in Munchen jahrlich 13 000 Vit. festen Gehait bezieht 3000 Mk. Christgeschenk erhält und aus dem Ver tauf des sogen. Zeug (Hefe), der Hopfensäche u. w. zum mindesten ebenfals 20 000 Mt. etlöß sodaß sich sein jährliches Einlkommen auf 40 000 Nark belauft. Zu bem Kronprinzen Ludwig, spätet ab stonig don Bayern seines Namens der Erfte rat an einem Abend ein Wanderbursche mit de Ditie um Untersiuüzung. Hoho“, bemerlte der Prinz, „Sie sind nicht von hier. — Nein, id bin aus Sachsen“ — Wie lommt es, daß Ei betteln ?? — gJa, schaun's, gutes Herrchen, dara— ist eigentlich de Polizei schuld. Ich bin bereit⸗ musgeschiagene funf Dage in Munchen und de Polezei difirt mer mein Wanderbuch zur Weiterreist nicht. Se bestellt mer immer uf den folgender Dag And wird grob, wenn ich Vorstellungen mache. —Der Kronprinz schüttelte den Kopf, reichte d Sachsen einen Gulden und bestellte ihn zum sol Jenden Tag punktlich um 11 Uhr auf die Polnn ls der Handwerker in das Bureau eintreten klopft ihn sein Bekannter vom vorigen Tage die Schuiter nimmt ihm dad Wandecbuch ah,nn sagt, sich das Taschentuch vor das Gesicht halten dem vistrenden Beamten: „Nein Herr, ich t visitt sein, ich warte schon fünf Tage darauf, w seine Arbeit und kann nicht aus München . Ohne aufzusehen schreit der Beamte ihn bu ‚Halit Er's Maul. sonst wird Er —— ineg unterbricht ihn der Kronprinz. „Sehen yven Sie vor sich haben.“ Der Schreck des * war groß, als er nun Ludwig erkannte. darauf war er trotz aller Bitten mit zehn uspendirt. wdn nn Orte für die in diesem Sommer jeindenden allerlei Tage empfiehlt Sch. F.⸗“Bl. hnde: Für den Juristentag Streitberg oder Hen, für den Aerztetag Ruhrort oder Pest. für aoche Essen, für den Schornsteinfeger Kamin, rden Schützentag Treffurt oder Scheibenberg, s den Sängertag Quakenbrück. Gera, 1. August. Gestern Abend ertränkte q in sogenannten Erdwall ein Liebespaar, von in das Mädchen, eine iunge Näherin, kaum 16 pͤhte alt war. Der Jüngling, Sohn eines Mau⸗ eisters, ist 17 Jahre ait. pDresden. Von dem Turnfest wird noch Algendes ergötziiche Vorkommniß erzählt: Als der zug die Wilsdrufferstraße passirte erscholl vor n Laden, in dessen gänzlich ausgeräumtem Erker ie Anzahl junger Damen Platz genommen, um in Zug anzusehen, ein nicht endenwollendes „Gut —X Die Zuschauer konnten sich nicht erklären, ehalb gerade hier die Turner ihr „Gut Heil!“ hflerk ertoͤnen ließen, bis man endlich den Grund aldedte, worauf sich erst recht eine kolossale Heiter⸗ it det Menge bemächtigte. Der Laden war mlich ein 50-Pfennig⸗Bazar und beim Ausräumen ute man vergessen, die Plackate zu entfernen cud füt Stück nur 50 Pfennige.“ J Aachen, 29. Juli. Ueber einen neuen aunerkniff berichtet das „Echo d· G.“ Im Laufe vorigen Woche saß ein Herr in einer hiesigen rcdauration, trank sein Glas Bier und studirte je Feitung, unbekümmert um seinen neu hinzuge nmenen Tischnachbar. Als der betreffende Herr uch einigen Minuten wieder von dem Bier trinkt, inmt er einen sonderbaren Geschmack an demselben uhr; gleich nachher verspürt er Uebelkeiten, infolge acen er sich zur Retirade begiebt, wohin ihm sein hnachbar folgt, um ihm anscheinend beizustehen. uh lurzer JZeit war mit der Uebelkeit nicht nur in Portemonnaie, sondern auch der fremde Herr“ cichwunden. Es sei hiemit vor dieser Kunst“ warnt. sDer Riesen⸗Elefaut auf Coney Island, at den zur Zeit als man ihn noch projektierte, wel geschrieben wurde, ist nun fertig gestellt uden. Wie das Patent⸗ Bureau von Richard hers in Goͤrlitz mittheilt, hat man die ursprüng⸗ e Ider- denselben als Hotel einzurichten. auf⸗ den und werden die großen Säle im Innern SVhieres vielmehr zu Konzerten, das 180 Fufß he Kückenzelt aber zu astronomischen Beobachtungen dergleichen benutzt werden. Der Koloß wiegt Kleinigkeit von 2 Millionen Zentner. Ein d einhalb Millionen Quadratfuß Holz sind zum m betwendet worden und nicht weniger als 700 ist Kagel. Außerdem waren aber noch 140 uiner Schraubendolzen erforderlich und zur Be⸗ dung 388000 Quadratfuß Blech. Die Maßver Unise find so enorm, daß in jedem der Hinter un die bekanntlich die Treppen enthalten, der cle lebende Elefant bequem promenieren kann. weilen macht die Aklien Geseuschaft. die Eigen agetin des Kolossalbaues ist, gute Geschäfte mit — des Tier⸗Innern gegen angemessenes un ge Der theuerste Winkel in Deutsq⸗ Am 80. Juli Vormittags wurde auf dem use zu Bresla u ein Bietungstermin deierdetpachtung der ünks vom Cingange nad Shweidniter Keller neben der Treppe belegenen en Vertaufsftelle abgehalten.“ Bestbielender nit 5500 Mi. pro Jahr ver Wurstfabrikani unn. Das Ergebniß des Termins ist fuͤr die mmune ein ungunstiges, indem die Wurstchen⸗ — gegenwariig einen Pachtertrag von . aljo 1080 Mi. mehr ms nunmeht chefert. Die ¶Verloufssielle ist nut eine — in welcher eben ein Tischchen du gestelltem Wurstkessel Platz hat. * erste Gesellschafisreise nach Kamerun er .bon Karl Stangen in Berlin vor— e Dieselbe ist bereits vollstandig in ihren festgesett und sechs Theimehmrer haben siag auch schon gemeldet. Sobald noch eine gleiche An⸗ zahl sich der Fahrt anschließt, ist das Unternehmen psichert und die Abreise wird bekannt gemacht. Der Ausschiffungshafen wird Bremen sein und soll e einige Tage Station in Lissabon, Logas und diberia gemacht werden. Als Reisedauer hat man ieun Wochen in Aussicht genommen und der Be— heiligungspreis ist auf 2800 Mark fixirt. Der Plan bezwedt natuürlich, Interessenten eine günstige Helegenheit zu bieten, die neue Kolonie kennen zu lernen und die Anknüpfung von Handelsberbind- ungen zu erleichtern, von welchem Gesichtspunkte aus der Idee einer solchen Gesellschaftsreise die Anerkennung nicht versagt bleiben kann. x Dieser Tage wurde ein Spediteur aus Berlin, der bei dem Begräbnisse des Onkels einer Frau zu Leipzig sich hochst roh benommen, »em Todten in's Grab gespuckt und sogar ein Du Lump“ nachgerufen hatte, vom Leipziger randgericht zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt fF Eine Naturfreundin. „Sie kommen a aus den Prozessen gar nicht heraus!“ sagte der borsitzende des Berliner Gerichtshofes zu der An⸗ jeklagten, welche fich wegen Unterschlagung zu ver⸗ intworten hatte. „Ick werde mir so lange ver⸗ rozessiren, bis Se mir freijesprochen haben, wo ick nir bei meinem ausjebildeten Rechtsjefühl nich werde noblens knoblens verknaxen lassen,“ erwiderte die Angeklagte. — Vors.: Sie haiten in derselben An⸗ zelegenheit bereits mehrere Termine vor dem Civil⸗ gericht? — Angekl.: Wat kann ick vor de Bejriffs⸗ derwirrung von die Herrens. Bald rufen se mir nach de Judenstraße, bald muß ick mir nach Mo— abit bemühen; det is 'ne Unsicherheit in de recht⸗ lichen Zustände, über die ick jerichtlich beklage. — Vors.: Sie haben von einem Goldwaarenhändler eine goldene Uhr und zwei Ohrringe auf Leihkon⸗ trakt genommen und verpflichteten sich zu wöchent⸗ ichen Ratenzahlungen. Als Sie diese nicht leisteten, lagte der Händler auf Herausgabe der eninomme⸗ nen Waaren. Sie wurden hierauf vom Civilgericht ur Herausgabe der Uhr und der Ohrringe verur⸗ heilt. — Angekl.: Det stimmt Alles uffallend. — Vors.: Sie haben aber die Herausgabe der Uhr »erweigert. — Angekl.: Det wollsen wir nich so chroff hinstellen, Herr Jerichtshof, indem ick doch nich verweijern kann, wat ick nich habe. — Vors.: Was wollen Sie damit sagen? — Aungekl.: Ick jab' de Uhr verloren, wat mich von wejen den Leih⸗ fritzen in de Seele weh dhut, wo ick ihm den Scha⸗ »en nich ersetzen werde, indem ick mich de Iroschens nich selber modliren kann. — Vors.: Es wird Ihnen zur Last gelegt, daß Sie die Uhr noch immer besizen. Deshalb sind Sie jetzt wegen Unterschla⸗ zung angeklagt. — Angekl.: Na, brat mir Eener nen Storch! Icksoll die Uhr in meine Besitzung jaben, un ick hab' ihr doch uff de Pfingstreife in Verlust jebracht. — Vors.: Sie wollen also die Uhr auf der Pfingstreise verloren haben? — An⸗ gekl.: Det versichere ick mit meine anjeborene Je⸗ wifsenhaftigkeit. Se jlooben det nich? Det mag 'd uff den erschten Oogenblick komisch klingen, aberscht wenn Se Ihnen in meine dazumalige Lage voll Stimmung und Bravour rindenken. denn wer⸗ den Se de Unjlooblichkeit verlieren. Schonst lange jatte mich mein Gemuthsfreund 'nen Extrazug nach Freienwalde versprochen, aberscht niemals nich je⸗ zalten, denn warum? Jott behüte, det de Unter⸗ lassung aus Jefühlskälte don den Jungeken verur⸗ sacht is, wir sind blos von wejen dessen nich ge⸗ jahren, weil de verdammten Moneten merschtendeels n jroßer Mangelhaftigkeit sind, indem et 'ne trau⸗ riges Geschick is, det man mit det Bezahlen det nerschte Jeld ausjiebt. Aber doch endlich is det iebliche Pfingsten jekommen, wo wir de Romantit on de märkischen Schweiz jottvoll jenießen konnten. Ick schwarme vor de Natur un mein Heinrich ooch. — Vors.: Lassen Sie jetzt Ihre Schwaͤrmerei, und ommen Sie zur Uhr. — Aagekl.: Wo ig ihr ver ˖ oren habe, det lann ick Se in meenem jehabten Raturgenuß nich sagen. Ic weeß nur, dei se fort var un wie ich diese unanjenehme Bemerkung nachte, lamen mir jleich janz von unjeführ de Schmerzensdrahnen zwischen de Wimpern, aberschi nein Heinrich küßte mir un sagte, Herzelen, sagit r, ween' doch nich, bezahlt haste se ja aoch nich Jott sei Dank ooch, sag ich denn, der Handler vird de Uhr aber haben wollen. Ach wal, sagte nein Heinrich, zerbrech' Dir jetzt nich dem Uhren⸗ riten seinen Kopp, un det dhat ick denn ooch. — Da der Angellagten nicht das Gegentheil ihrer Angaben nachgewiesen werden konnte, so mußte sie von der Anklage der Unterschlagung freigesbrochen verden. * 2 .Ein medtenburgischet Papagei. der Rentier S. in Gustrow befaß einen sprechenden hapagei, der sich mit einem sehr gelehrigen Bolog⸗ ieser Hündchen in die Gunst seines Herrn theilte. Den letzteren pflegte sein Herr des Morgens damit u begauftragen, eiwas zum Kaffee zu holen. Er rief ihm alsdann zu: „Signora, gah taum Bäcker!“ ind wehbonam stellte sich der Hund mit einem Körb⸗ hen im Maul vor seinen Herrn, bis dieser entweder in Geldstück in den Korb warf oder dem Hund urief: „Ilp Pump!“ da der Bäcker duch auf Zredit verabfolgte. Der Hund macht sich auf den Weg, und, hatte er den Auftrag zur Zufriedenheit eines Herrn ausgeführt, so erhielt er als Belohn⸗ ing ein Stück Backwerk; war das nicht der Fall, zer Hund z. B. zu lange geblieben, so jagte ihn ein Herr mit einem energischen Wiste rut zur Thür hinaus. Seit einiger Zeit nun war es dem Rentier aufgefallen, daß die Rechnung des Bäckers nicht ganz stimmte, es kam ihm vor, als ob der selbe mit doppelter Kreide schtiebe. Die Losung des Räthsels fand er indeß, als et eines Morgens der Zeuge folgender Szene wurde. Signora, gah taum Bäcer!“ herrschte nämlich der Papagei den ruhig hinter den Ofen liegenden Bologneser an, und gehorsam fiellte sich dieser mit dem Korbchen im Maul vor seinen gefiederten Gebieter Up Pump!“ fuhr dieser fort, und Signora trollte sich, um pünbktlich mit dem Korbchen vou Backwerk wiede ju erscheinen. Statt die erwartete Belohnung zu erhalten, wurde er aber von seinem Auftraggeber nit einem kategorischen „Wiste rut!“ davongejagt und dieser machte fich gemüthlich übet das Gebag der. Der Erzähler verfichert der Volksztq.“, die Beschichte sei wahr. fBrüunm, 1. August. Zwischen Arbeitern und Arbeitgebern in Lomniß ist unler Mitwwirkung des Bezirkshauptmannes ein Uebereinkommen erzielt, vonach die Arbeiter eine Lohnerhöhung erhalten uind in der kommenden Woche die Arbeit wieder rufnehmen. tGastein, 2. August. Der Kaiser hat in Anerkennung der Verdienste des Hofschauspielers Berndal um die königlichen Schauspiele die Ueber⸗ ührung der Leiche desselben nach Berlin auf kaiser⸗ iche Koften verfuͤgt. F Triest, 8. August. Die —XXXC yxdnete für Probenienzen aus franzöfischen Mittel⸗ meerhaͤfen, deren mehrere choleraverdachtig find, so⸗ wie aus Algier, eine zehntägige Odsechalionste- serbeenn. f Die Durchbohrung des Siem plon geht ihrer Verwirklichung entgegen, nachdem die italien⸗ ische Regierung eine Unterstützung des Unternehmens zugesagt hat. Mit den Arbeiten wird voraussicht⸗ lich noch vor Jahresschluß begonnen. Die Bahn vird eine Länge von 51 Kilometer haben (wovon 12,000 Meter auf den eigentlichen Tunnel ent⸗ jallen), eine Arbeitsdauer von gehn Jahren und ein Baukapital von 80 Mill. Lire erfordern. Auf der scchweizerischen Seite wird die Tunnelmüundung in ꝛinet Seehöhe von 689 Meter, auf der italienischen n einer solchen von 627 Meter zu liegen kommen. Die Bohrarbeiten im Tunnel schaßt man auf 2222 Tage. FParis, 1. August. Rachdem gestern der portugießsche Konsul in Narseille, sowie der Polizei⸗ Inspeltor Charridre der Cholera exlegen sind. wi zjugegeben, daß dieselbe seit dem 11. Jull dort serrscht. Am 29. Juli starben 6, am 80. 14 Personen an der Cholera. Auch in Lyon kauen wei Todesfaͤlle vor. (Man scheint in Frankreich die Seuche wieder damit vertreiben zu wollen, daß nan die Existenz derfelben verheimlicht.) — t. Bei den vielbeschäftigten Arzt Dr. Morison n Paris erschien vor einigen Tagen ein Fremder and verlangte den Arzt zu sprechen. In das Zimmer deffelben gefuhrt. erliarte er. daß er lungentrant ei und man ihm als einziges Rettungsmittel den Benuß einer Menschenleber empfohlen habe. Etr volle mit Morison's Leber diese Kur versuchen. hach diesen Worten zog er ein Stilet. Der Arst vetlot die Geistesgegenwari nicht, ging scheinbar auf die Idee des Wahnsinnigen ein, bemerlte ihm aber, zaß er kein geeignetes Objekt, da er seit Jahren eberfrank sei. Er wolle ihn zu einem Kollegen Ahren, an dem sie den Versuch machen könnteen, der Irre stimmte ber und ließ Morison um Zimmer hinaus. Derselbe holte Polizisten, velche sich des Fremden bemächtigkten und das Irrenhaus führten. Sein Name ist Riehl, er ist aus Hannover gebürtig und soll in glänzen⸗ den Verhälinissen leben. Dr. Morison erlitt in der Racht nach dieser Ordinationsstunde einen Schlaganfall. Die zu Antwerpen erscheinende „Illustrirte Weltausstellungs· Zeitung! bringt in ihrer 6. Nummer rinen eingehenden Artikel über die Kollektiv— Ausstellhung der vereinigten Werke Neunkirchen, Halberg und Dillingen, dem wir folgende Daten cAnehinen: Werfen wir einen kurzen Rückblick auf die Enwickelung der Weltfirma Gebrüder Stumm, Neunkirchen. Die Familie Stumm betrieb Eisen⸗ hütten auf dem Hunsrücke seit Anfang des 18. Jahrhunderts. 1726 erbaute Joh. Nikolaus Stumm das noch jetzt stehende Wohnhaus auf dem Hammer Birkenfeid bei Kempfeld (Reg.«Bez. Trier) und er⸗ warb 1730 die Asbacherhütte. Sein Sohn Joh Heinrich Stumm, badischer Kommerzienrath, erwarb FDer daute die Abentheuerhütte, die Gräfenbacher⸗ hütte und den Weiprather Hammer. Bis zu seinem 1781 zu Abentheuerhütte erfolgten Tode besaß und betrieb er außer den obengenannten 5 Werken noch den Kotzenlocher Hammer. Seine 3 Söhne Frie⸗ —XV Ferdinand Stumm erwarben 1793 den Hammer Weitersbach. 1806 das Neunkirchener Eisenwerk, 1809 die Hälfte der Halberger⸗ und Fischbacherhütte. 1818 traten sie durch Änkauf einer namhaften Anzahl von Altien in die Gesellschaft der Dillingerhüttenwerke ein. Christian Stumm trat im Jahre 1828 von den Beschäften zurück, Ferdinand starb unverheirathet, so daß die Leitung der Stumm'schen Werke aus⸗ schließlich auf die Nachkommen des Herrn Friedrich Philipp Stumm, dessen Büste die Ausstellung der g bereinigten Werke ziert, überging. Seinem Sohne Karl Friedrich Stumm, geb. 1797, gest. 1848 verdanien dieselben die Anfäünge zu ihrer heutigen großartigen Entwickelung. Dessen Sohn wiederum, zuso der Urenkel des zuerst genannten Joh. Riko⸗ laus Stumm, der vch. Kommerzienrath Karl Ferd. Stumm, geb. 1836, Mitglied des preußischen Her⸗ renhauses, früher langjähriges Mitglied des deut⸗ schen Reichstages, ist heute der oberste Leiter der Stumm'schen Werke. Er ist Chef der Firma Gebr. Zumm in Neunkirchen, Haupteigenthümer der kommanditgesellschaft Rud. Böcking & Co. zu dalbergerhütte (deren Gerant und Miteigenthümer, Herr Rud. Böocking, gleichfalls ein Nachkomme des Herrn Friedrich Phil. Stumm ist) und Präsident der Aluen-Gesellschaft. der Dillinger Hüttenwerke. Diese 8 Werke, deren. Produbkte in einer Kollektiv⸗ Ausstellung vereinigt sind, haben zur Verhütung gegenseitiger Konkurrenz, das Ablommen getroffen, daß die Halbergerhütte nur Gußwaaren, Dillingen nur Bleche und Platten, Neunkirchen dagegen die übrigen Artikel der Eisenindustrie fabrizirt. Neun⸗ tirken fabrizirte bisher jahrlich circa 100,000 1 Roheisen und 75,000 T Stabeisen. Faconeisen, Achsen, Walzdraht, Eisenbahnschienen u. Schwellen c. aus Rohe, Fluß und Schweißeisen mit circa 3000 Arbeitern. Dillingen e:rca 25,000 T. Bleche linkl. Weißblech) und Panzerplatten aus Fluß⸗ u. Schweißeisen mit circa 2000 Arbeitern. Halberger hütte circa 20,0000 T Gußwaaren; namentlich Rtöhren aus Hochofen⸗ und Kupolofenguß mit ca. 1200 Arbeitern. Die Beirgleute sind in diesen Zahlen einbegriffen. Die übtigen obengenannten Sluͤmm'schen Werke befinden sich zwar theilweise noch im Besiß der Familie, sind aber sämmilich nicht mehr im Betriebe. Bevor wir nunmehr in die Einzelheiten der Kolossal ⸗Ausstellung eindringen, möchten wir den Leser bitten, sich mit uns an der einfach schönen, gediegenen und sinnigen Dekoration der Schlußwand zu erfreuen. Jedem der drei ausstellenden Werke ist ein gleich großes Feld auf dieser Fläche zugetheilt. Grundriß und eine Dar⸗ stellung des betreffenden Werkes in künstlerisch voll⸗ ndetem Oelbild schmücken jedes Feld; weite Säulen fassen die Felder ein und tragen das Gesimse, velches zwei Medaillons und ein allegorischet Mitielbind von Lorbeerkränzen eingerahmt, verzieren. Zwei Trophäen, schwarzweißes Schild, schwarz⸗ veiße Fahnen führen das Auge zum Schlußstück dem Reichsadler, von deutschen Standarten getragen. derrn Spatz, Direktor des Gewerbemuseums zu Faiserslautern, gebührt volle Anerkennung für diest deistung. Einfach, sinnig und schön, jeder Ueber⸗ ladung bar, paßt sich diese Dekoration der ernsten und sachverständigen Auffassung an, auf welche diese Kollektiv ⸗Ausstellung einen so berechtigten An⸗ pruch hat. New⸗PYork, 30. Juli. In Baker City, Dregon, braunte gestern ein Gefängniß nieder. Funf Sträflinge kamen in den Flammen um und mehrere andere trugen schwere Brandwunden davon. Gemeinnutziges. (GMeinigung der Bier⸗ und Weinslaschen Um vBier⸗ und Weinflaschen von den sich in “ bildenden Krusten, selbst wenn diese sehr — anhaften, zu befreien, empfiehlt es sich, die dusg mit einer Löosung von „übermangansaurem Ratren zu schwenken oder, wenn nöthig, die Lösung ku Zeit über der Kruste stehen zu lassen. Der des Ansatzes ist dann leicht mit einer Bürsten entfernen. Literarisches. Das pfalzische Sonntagsblatt „D ie Heimath Verlag von A. Gotthold, Kaiserslautern) enthel n Nr. 44: Gedächtnißtage, Im Walde Gedichh Fine Verlobung mit Hindernissen (homorisfische Ro velle), Schreckenstage (geschichtliche Erzählung), D Schlacht am Hasenbühl, Ein kleines Erlebniß au— zroßer Zeit, Hervorragende Pfalzer, Riehl übe unsern Schandein, Rundschau im Pfälzer Lant Blätter und Blättchen, In's Merkbuch, Briefkasten Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. — xα Seit Jahren derselbe Erfolg. Marienweiher (Bayern) Wohlgeborener hen Auf Ihre werthe Anfrage unter dem 14. dieses Monau db mir der bisherige Gebrauch Ihrer 3. Z. weit in de Welt verbreiteten Äpotheker R. Brandt's Schweizerpile wohl immer entsprochen, kann zur großen Freude Elerer Wohlgeboren keine andere Antwort erfolgen, als daß righ blob eine Wenigkeit, sondern auch Na heste hende und am⸗ dere bekannte Persoönlichkeiten über die siets sich gleic bleibende Wirkung besagter Pillen nach jeweiligem Gebrauch ihre volle Zufriedenheit aussprechen mussen. Gegenlbbe diesem erfreulichen Zeugnisse hört man öfter Stimmen welche diesen Pillen die bedachte Wirkung geradezu ab prechen; ja, sie sagen, der krankhafte Zustand werde durt Anwendung dieser Schweizerpillen nur noch mehr ver schlimmert. In solchem Falle läßt sich wahrlich nich Anderes denken, als daß solche das Gegentheil wirlerd Dillen gefalscht sein müssen; denn haben dieselben mir un dielen anderen Mitmenschen geholfen. dann muüssen sie aue sofern sie wirklich ächt sind — allen denen von Nugn sein, die zu diesen Pillen ihre Zuflucht nehmen. In alle dochachtung und Dankbarkeit zeichnet Euer Wohlgebott gebenst P. Albertin Schlegel, Vicarius O. S. Fr. Ra achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquen e wveißes Kreuz in roihem Grund und den Namenzug Brandt's trägt. Stadtrathsitzung J —e Mittwoch, den 5. dss. Mits. Abends um 5 Uhr. Tages -Ordnung:? 1. Erbauung eines Schlachthauses. 2. Schulwesen. Z. üunlerhaltung der Straßen⸗ und Verbindungswege. 4. Heimathsangelegenheiten. 5 Waldberechtigungsangelegenheiten G. Verschiedene Mitiheilungen. St. Ingbert am 8. August 18885 . Heinrich, BBurgermeister. Amerika Die Holländische Kaffee Brennere H. Disquẽ & Cie. Mannhein empfiehlt ihre unter der Marh „Elephanten Kaffee“ so beliebten hochfeine Qualitaten Jaba. Hiischung per Pd.kb 12 Westindischu 14 Hienado i. 160 f Bourbon M. 1.80 extra fein Mocca M. “ . u 2.00 gebrannt nach Dr. v⸗ Liebig Vorschrift u. neu verbesserter Vrennar wodurch das Verjlüchten des Art ma's absolut unmöglich. rüftge fein im Geschuas Große Ersparniß. Nur acht in Paaclen mit Squ pa „Ele p han — versehen on 1, 20 und 4 Pfund. .4 „Niederlage in St. Ingbert Frau Annag Treitz squchen Pondampfer der ed Star T ahren von Antwerpen jeden Samstag New-NYork u. Philadelphia. 8 Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller Klassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schifffe. 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WVilgut J. X. Demetz. noum Azgent — —*8* 3. adehn men· teczouu — zu haben bli 24 — erneht Aufnanme —X — 2TW⸗ Druck und Versag von F. X. Demetz in St. Inabert. D 9 1 —3 vt. Jugherter Anzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert BgBg822æ—— — ——— — — — —⸗— — »8Kü2 * St. Jugberter Auzeiger erscheint wbchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ gian und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich ) A 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75—,q, einschließlic Zastellungügebahr. Die Einruckuugsgebühr far die 48espaltene Garmondieile oder deren KRaum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A. Meclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berxechnet. M 153. Donnerstag, 6. Auquit 18885. 20.Jahrg. Politische Uebersicht. . * a 4 2* x An diesem Donnerstag begrüßen sich Kaiser Bil helm und Kaiser Franz Josef wiederum zuf osterreichischem Boden und zwar, wie bereits wahnt, in Wildbad Gastein, wo Kaiser Wilhelm seit nunmehr zwei Wochen weilt. Heute Abend Jegen 6 Uhr irifft, den bisherigen Bestimmungen ufolge, der osterreichische Herrscher, von seiner cudien Gemahlin begleitet von Ischl kommend, mf dem Straubinger pPᷣlatze in Gastein ein und vird darauf sofort die erste Begegnung und degrüßung der beiden Monarchen erfolgen. Dir osterreichischen Majestäten werden bis Freitag Abend in Gasiein weilen“ und setzt sodann Kaiser Franz Josef die Weiterreise nach Innsbruck zum Schützen⸗ seste fort, während sich Koaiserin Elijabeth nach Zell un See begibt. Kaiser Wilhelm selbst gedenkt Jegen den 10. oder 11. Auguft seine Gasteiner zur zu heendigen und dann eiwa am 13. d. M. in Berlin resp. Schloß Babelsberg wieder einzu⸗ wreffen. In der? Audienz .welche“ der preubische riegsminister General Bronsart v. Schellen⸗ vot i den ießien Tagen vet Kaiser Wilhel m in Gastein hatie, handelte es sich, wie jetzt ver⸗ aulet, um wichüge militärische Organisationsfragen, die schon seitn einiger· Zeit in der · Schwebe sind, aber noch des Abschlusses harren. — Die fuͤr das — Halbjahr vorliegende Sitaristik der deutsschen AuUzwanderung vefiätigt wiederuin die alte Erfahrung, daß die porzugsweise Landwirthschaft treibenden Gegenden und darunter wieder besonders diejenigen, in denen bon Aluers her der Großgrundbesitz dominirt, den darksten Antheil⸗ zu der Auswanderung stellen, sroßdem gerade sie“ die am wenigsten bevölkerten sind. Allen anderen Landern und Landestheilen boran stehen Pommern, Posen, Westpreußen,. wah ⸗ rend die am dichtesten bevölkerten und industrie⸗ reichen Landschaften, wie Rheinland, Westphalen, Konigreich und Provinz Sachsen, zuletzt in der Reihe erscheinen ·4*4 Aus Berlin. wird der Frlf. Ztg.“ gemeldet: In Maurhtirus, sind vier deutsche Kriegsschiffe mgekommen, naämlich „Elisabeih“, „Bismarck“, Gneisenau“, und Prinz Adalbert“. Die Be⸗ dimmung dertelben iln ohne Zweifel Sanfibar Die Wiener Presse“ bestätigt, daß die Zu⸗ ammenkunft des Kaisers, von Rußland und des Kaisers von Oessterre ich in der zweiten halfte des Monats September siattfinden werde der Ort por Qusamr.enkumftsei noch nicht festgestellt. Wieder eineeuropäsiscche Konferenz in Sicht! Dieselbe wird/ von Wien aus fignalisirt, indem die⸗, Pol. e den demnächst siattfin⸗ denden Zusammentritt einer Boschafter⸗Konferenz in Konstantinopel meldet, welche die Frage des von Bulgarien an die Ahere zu zahlenden Tributs be⸗ tathen soll. Es würde sich also nur um eine drage von untergeordneter Bedeutung handeln, und dürsie deßhalb die Konferennz wobl nicht sehr lana⸗ beisammen sein. 3 Die „Nordd. Allg. Zig.“ einen kalten Wossersftraüle nach Derselbe ist gegen den,Temps“ gerichtet, welcher bei gegenseitigem Uebereinkommen auf 10 Zentimes in einem Arlikel die Vermehrung der französischen herabgesetzt werden. — Zawallerie an der Südostgrenze empfohlen haiie Hamburg, 4. August. Doltor Jühlke er⸗ Die „Nordd. Allg. Zig.“ sagt nämlich: In dieser warb zu Anfang Juli fernere Gebiete für die ost⸗ hauvinistischen Agitation des „Temps“ liege ein afrikanische Gesellschaft; die Ländereien find um symptom, daß die friedliche Entwickelung nach-· den Berg Kilimandiaro gelegen. Der Konflikt mit atlicher Beziehungen Frankreichs, wie sie Deutsch, dem Sultanat von Zanzibar dauert fort.. and anstrebe, den Stimmungen der, Temps“⸗Leser nicht enispreche. Wir müssen uns gegen unsern Willen die Sorge aufdringen lassen, daß Frankreich nur auf die günstige Gelegenheit wartet, um alleir der im Bündniß mit einem andern über uns her⸗ ufallen. Auch im Auslande wird Niemand be— weifeln können, daß Deutschland unter keinen Amständen beabsichtigt, seinen Nachbar anzugreifen iber keiner wird sich der Besorgniß erwehren können zaß der von Frankreich ersehnte Revanchetag noch mmer das Mitiel bietet, womit jeder Parieimant Frankreichs seine Landsleute fortzureißen vermag Diese Moͤglichkeit kann einer friedliebenden Regie rung durch den Apell an die Revanche Schwierig eiten bereiten und läßt uns befürchten, daß der ranzösische Nachbar auf den Frieden mit Deutsch⸗ and keinen höheren Werth legt, als zu irgend einen Zeit seit 200 Jahren. — Das klingt allerding recht pessimistisch und ist um so bemerkenswerther ils diese Aeußerungen in einem mit Recht als yffiziöss geltenden Blaite, wie die „N. A. Z.“, zu inden sind; hoffenilich werden sich die leitenden Staatsmanner Frankreichs noch ferner durch zie sie in den, Fragen der hohen Polinik charakteri irende Klugheit und Maßigung auszeichnen. 7 68* — — α, Ax Deutsches Reich Berlin, 4. August. Die Rational · geitung zerdffentlicht die Vorschlage,“ welche. die deutsche Post⸗ und Telegraphen⸗ Verwaltung der internatio⸗ ialen? Telegraphen-⸗Konferenz unterbreiten wird: Internationaler Telegraphentarif; europaisches Netz. — ) Einheitssatz. Der Tarif der internationalen Telegramme im europaischen Verkehr besteht aus iner Grundtaxe von 50 Zentimes und einer Taxt »on 20 Zentimes pro Wort. 2) Zuschlagstaxe. Für die durch unterseeische Kabel befoͤrderten Tele. zramme kann eine Zuschlagstaxe erhoben werden, velche aber 10 Zentimes pro Wort nicht über⸗ chteiten darf. 3) Vertheilung. Jede Verwaltung erhält vollständig alle Taxen, welche für die in hrem Verwaltungsbezirle. behufs Absendung kom⸗ nenden Telegramme erhoben sind und bezahlt aus hrem Einkommen die eventuellen Ansprüche au em Transit zu Lande oder unter dem Meer. 4) Transittaxe. Die Transittaxe wird festgesezt: 4 ur Landielegramme: a. für Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemarl, Griechenland zuxemburg, Montenegro, Norwegen, Niederlande Portugal, Rumaänien, Serbien und die Schwei; zuf 2. Zentimes pro Wort; b. für Deutschland Desterreich · Ingarn, Spanien, Frankreich, Groß⸗ riannien Jialien, Rußland. Schweden und die Türkei auf 4 Zentimes pro Wort. Diese letztere Taxe lann für gewisse Tranfitlinien von der Ver⸗ valtung,“ welche diesen“ Tranfit bewirlt, auf 2 Zentimes herabgesetzt werden. B. Far Seeläbel⸗ Telegramme: 2a. fur Strecken bis 800 Seemeilen auf · ð Zentimes pro Wort; b. für großere Streden auf 10 Zentimes pro Wort. Die Transittaxen zu dande oder per Kabel durfen im leinem Falle di⸗ Hohe der gegenwärtig geltenden Taren überschreiten 5) Grenzlander ZIwischen zwei aneinander grenzen⸗ den Landern darf die Worttaxe von 20 Zentimes London, 4. August.“ „Standard“ jchreibt: Falls Rußland eine klare Feststellung der Grenze durch einen förmlichen Vertrag anerkennte, wäre der Verzicht des Emirs auf einige Forderungen, selbst in der Zulfikar⸗Frage, kein zu hoher Preis. Eng⸗ sand wolle keinen Krieg, und auch Rußland könne denselben durch prompie Zustimmung zu ehrenhafter Schlichtung der Streitpunkte vermeiden. Eondon, 5. August. Eine Reuter'sche Mel⸗ dung aus Teheran besagt,“nach Nachrichten aus Sarals soll die afghanische Garnison in Zulfikar verstärkt werden. Auch infolge von Gerüchten über die Konzentrirung von afghanischen Truppen bei ndwed wurden ruffische Truppen nach Pendscheh geschick.. le und pfalziche Nachrichten. *St. Ingbert, 6. August.“ Wie“ wir hoͤren, hat der Stadtrathein seiner gestrigen Siß— ung beschlossen. in Hinsicht auf Ddie schon vorgerückte Jahreszeit in diesem Jahre von der Erbauung des Schlachthauses abzusehen; es wurde aber dieselbe für das kommende Jaher in's Auge gefaßt. E. NRachsten Sonniag, den 9. pa. Wilg. findet das schon angezeigte⸗ Shürlerkonzettdvee Herrn Lehrers Schlaudedcer im Baumann'schen Saale dahier statt. Es betheiligen fich daran Schüler und Schülerinnen vom 6. bis zu reifeten Jahren. Zum Vortrage kommen Klabierpiecen, wei⸗ und vierhändig; ferner Piecen für eine und wei Violinen mit Klavierbegleitung. sowie einige Zithervorräge für drei⸗und sechs Zithern mi »blig. Klavierbegleitung. Das Programm gliederi fich in zwei Theile. Im ersten Theue werden sich Anfänger, im zweiten Theile die schon geübteren A—— Zutritt des Konzerts ermöglicht, wird zu einem dlen Zwedcke verwendet. Hoffen wir, daß dieses Konzert unter der altbewährten Leitung des Herrn Lehrers Schlaudeder zur allseitigen Befriedigung ausfallen möge α .α, — Aus dem der Staatsregierung zur Verfüg· ung vorbehaltenen Gewinn⸗Aniheil der Munchen⸗ Aachener Mobiliar · Feuerversicherungs - Ansialte für das Jahr 1884 erhalt die Pfalz zu Untersintungen 3700 Mark 3 777 — Zwefbrurcden;: 20 August.n Diezo Schuler des 6. Kurses der hiesigen Realschme, velche fich dem Absolutorium unterzogen,haben ämmtlich bestanden · — Det vor einigen Tagen in London wegen Ermardung seines Nebenbuhiers durch den Strang hingerichtete Heinrich Alt ist aus Pirmasenss gebürtig. Nachdem er bei Herra Rheinberger in Pirmasens das Bacergeschaft erlernt hatte begab er fich vor drei Jahren don dort auf die Wander⸗ schaft und hat jezt in so trauriger Weise geendel. Alt war erst 20 Jahre alt. — Dahn, 3. Auguft. Das Veloziped als Helfet im Geschaft. In unserem Städichen han das Veloziped eine praktische nachahmungswerihe Verwendung gefunden. Der Tüncher iene —... — ⸗ 4* ι — Walther don hier ist ein fleißiger und vielbeschin igter Arbeiter und seine- Kundschaft erstredt fich Aber den ganzen Kanton. Ist er nun auswärts beschaͤftigt, so hesteigt er und sein Geselle früh Morgens ein jeder Jein zweiraderiges Roß und mit Windesschnelle fliegen sie nach Bobenthal, Fischbach, Schönau ꝛtc. an ihre Arbeit. Sobald die Feier⸗ stunde herangekommen, folgt der Heimritt zu Mut⸗ lern. Hr. WaltheyFerspart— hierdurchbedeutende Ausgaben und genießt nebendei die Wohlthat, jeden Abend in. seiner Familie zubringen zu können. — Kaiserstautern,“430 August. Der Tagnet Iserang von hier war von Herrn Neumond gesisern auf die Suche nach einem Knechte geschickt worden. In der Nähe? von Duürlheim frug er einen Bauersmann, der mit seineni Sohne hierher quf den Markt fuhr und von Frankenthal kam, ob er Niemand, gesehen habe der — verkaufen wolle umde wie weit“es noch nach Mardorf sei. Auf diese Frage uhin schoß der Bauer ohne alle Veranlassung zweimal nach Iserang und traf ihn in's Bein.Der dritie Schuß ging fehl. Zum Glücke hestand die Ladung aus Schrot und war deshalb nicht lebensgefährlich. Der Verletzte lam gestern Abend zurüd und fand auch den Attentäter auf dem Markte hier. Der Unterofftzier —EDDDDD Zoologischer Garten sol demnächst Amts, wurde in der —52 — bei Veisect“in dein Münscheen gegründet werden. Die an Dorfe Chageh am 17. Januar 1871 von einer gaben des Unternehmens mit einer Baureserde von plahenden VGratate an der linken Schulter berwun. 29.000 M. helaufen sich auf 400,000 W. det. Die Wunde würde ausgewaschen und da keine fDie Berliner Universität beging dm weitere Verletzung bemerkt wurde, etwas mit Balsam Montag in solenner Weise das Jubiläum ihte eingerieben. Frey konnte auch sofort wieder Dienst 75jährigen Bestehens durch einen großen Fesun— thun, und fühlte keine weitere Belastigung,. Nach der Studeunten.Festaktus in der Aula der uůcn Beendigung des Kriegeg in die Heimath entlassen fität und Feülommers. und seinem Berufe als Landwirth nachgehend fühlte er bald eine Beschrankung im Gebrauche des linlken Armes, welches Uebel sich don Jahr zu Jahr steigerte. Jedes Frühjahr mußte er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.“ Dieses Jahr⸗ vor etwa 4 Wochen, entstand nahe an der verwundeten Stelle wiederholke eine Entzündung und Eiterung. Am letzten⸗ Freitag den; 24. Inli ds, Is., pffnete Dr Riesterer die entzundete Stelle, und siehe da, dies— mal kam mil dem Eiler ein kleines Granatsplilter⸗ chen hervor. Ueber 14 Jahre quälte und schmerzte dieses kleine Körperchen den Verwundeten; hoffent⸗ lich fieht er jetzt seiner vollständigen Genesung ent ⸗ gegen. ιι F Zur Verhandlung der Revision des Prozesses Ldieske ist Termin am 26. d. M. vor dem Feriensenak des Reichsgerichts in Leipzig angesetz worden. Als Vertheidiger des Lieske ist Rechtsan valt Herr Dr. Fels in Leipzig bestellt. Fo—7 — —fNirrnuberg, 4. August. Der Fabrikbe⸗ sitzer Ludwig Wer der, der Erfinder des Werder⸗ zewehres, ist heute Vormittag im Alter von 76 Jahren hier gestorben. Werder war hier lange Jahre Direktor der Kleti'schen Maschinenfabrik, zu⸗ letzt selbstständiger Fabrikant von Charnieren, kleinen Schlössern ꝛc. und erfand verschiedene finnreicht mechaniiche Einrichtungen und Maschinen . f Von Regensburg“ wird geschrieben, daf die oͤffentlichen Prüufungen an den Volksschulen in Wegfall kommen und daß künftighin nur noch die⸗ jenigen Kinder geprüft werden, welche ihrer fieben⸗ ahrigen Schulpflicht Genuge gethan haben. Diejt Austrittsprüfung wird aber auch mit Umgehung der Oeffentlichkeit stattfinden. Es ist diese Ein⸗ richtung als eine Verbesserung, deren der Bürger meister pon Stobaus im Schulwesen bereits mehrer⸗ anregte, zu begrüßen. .Ein wie derkaäuender Mengch it die nieüeste. Blüthe der Sautengurkenzeit. Vor einiger Zeit meldete ein Kopenhagener Blatt, daß sich der dänischen Hauptstadt ein Mensch befinde, welchei wiederlaue. Jetzt bexichten dien, Nieuws dan den Dag“. -daß ein junger Mann in Amsterdam sich der Redaktion vorgestellt und mitgetheilt habe, daß auch er ein wiederlauender Mensch sei. *Et se jetzt 27 Jahre alt und treibe die Wiederlauerei ses seiner frühesten Jugend. Er habe keinerlei Magen. beschwerden, sondern fühle fich seht wohl und hofs noch viele Jahie gesund und munter der Wieder. auerei obzuliegen. Ob er etwas zur Ptobe wiedergekaut habe, davon finden wir Nichts er wähnt — Wie die „Gegenw.“ erfährt, ist der am Samstag Abend auf dem Bahngeleise zwischen Neustadt und Schönthal überfahrene Maun mit der Person des seit etlichen Tagen vermißten Maurers J Janson don Edenkoben identischh. — Reustadt, 4. August. Gestern Abend ist das alte Schießhaus, jetzt Hotel, Vier Jahres zeiten“, total niedergebrannt. — ⏑—— — , ι. G ιιιια u o Vermischters. 4 Frankfurt. S Augusi. Heute Vormit iag bot an der Lederhalle ein nicht unsauber ge kleidetes Frauenzimmer ein etwa ——X sauber gekleidetes Kind, das in einem Korbwägel ⸗ chen saß, zum Kauf an. Es wurde darüber starler lünwille geäußert. Für das, arme Bubchen, fand fich weder ein Kaufer noch eine Kauferin. F Gin, Grauatiplitter pon 1871. Man schreibt der B.⸗Loszta.“ aus Waldaknt αι , Fee R* *4 9 *822 * ẽ inen venialien u 60n6er 65BR 86ie“—mnann. n i, * F Freitag Abend 8 Uhr in Cafs Seiter. — hi Apfol Wein Auna — — —— Viola. deiem Frhuz 593 wpr 55 mir in ErIJ. Bioline. Joseph Reichmanu, Clarinette und V, Violine. wig Reich⸗ empfehleude cr mann, Violoncello. Anton Reichmann, Baß ileber die Strate der Schophen as pfge RGGRMM Am Wittbslotalen — e Fis · Moll· Sonate A 33 2. Weirich. Fur Quintett arrangirt von X. Reichmann.) — — — 2) 8. Violin-Concertt 823. Auflage 331,000 das 3 voncert · Arie fur Soptan)33 Den dne abeveren r I Tema et Varintionen aus bem D⸗moll ⸗Ouarteit Zaneuxebersetunaen 8) Drei Lieder der Margaretha auus 5cheffels Trompeter“ (f. Sopran. 6) Souvenir de Bellini Fantafie brill. (für Clarinette) 7) Menuet3 9— 9 Hexentanz qet Violin)... 4 99y Fieb Kindlein qut Nacht (für Sopran). Entrée nach Schluß nach Be — — J Die Holländische Kaffee Brennere H. Disqu & Cie. 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In ihrer jüngsten Nummer bespricht die Kreuz⸗ etung“ die Gasteiner Monarchen zusam— renkunft und sagt in ihren Auslassungen be⸗ nerkenswerther Weise: „Die gemeinsame Friedens⸗ —E—— gundnisses bildet, hat nachgerade den Charatter jner Unwandelbarkeit erhalten, welche Befürcht⸗ ingen, wie sie sonst zeitweilig durch äußere Ereig— isse hervorgerufen worden, ausschließt und besonders eil der Erweiterung, welche die österreichisch⸗deutsche zllianz durch den Beitriit Rußlands erfahren, uernde Bürgschaften für die allgemeine Erhaltung ce europaischen Friedens bietet. Deshalb gewinnt —XXDO diesem Jahre, wie mit Sicherheit erwartet wer⸗ en darf, eine Begegnung der Monarchen Oester eichs und Rußlands folgen werde. Das Zusammen⸗ ꝛehen der drei eine so imposante Macht repräsen⸗ renden Staaten kann seine Anziehungskraft nicht erfehlen, und man wird es wohl als eine seiner richtigsten Wirkungen ansehen dürfen, daß auch zngland unter seiner neuen Regierung sich an⸗ hidt, dem Friedensprogramm der drei Kaisermächte ich anzuschließen und durch sein Vocgehen zu be⸗ unden, daß es den Prinzipien desselben aufrichtig uldigen wolle. War es zum großen Theil den küclwirklungen des deutsch⸗österreichisch⸗ russischen Zu⸗ ammenstehens zu danken, daß selbst unter dem ab⸗ rettetenen englischen Kabinete die einen Augenblid ang ernstlich aufgetauchten Besorgnisse wegen einer hedrohlichen Gestaltung des afghanischen Konflikts und seiner Konsequenzen dald geschwunden, so darf unter dem neuen englischen Kabineie, das das Feft salten an den Vertraͤgen auf seine Fahne geschrieben, un so ficherer erwariet werden. daß in Bälde auch ijt letzten Wolken, welche den außereuropaäischen dorizont trüben, schwinden werden. Wie sollten cher noch die Befürchtungen, daß dem Frieden von tgend einer Seite Gefahr drohe, aufkommen, wenn mn Verein mit den verbündeten Kaisermächten auch england entschlossen ist, die gleiche Friedenspolitik wie erstere zu verfolaen?“ —* Im englischen Oberhaufe erwiderte der Premier Salis bury“ auf die Anfrage ob keine Schritte Eschthen seien zum Schutze der defreundeten Stamme xs Sudans gemäß den nach dem Tagebuche Gor- „ns gemachten Versprechungen: Seitdem habe sich dieles derändert. er lönne nicht einmal versichern, ch die England befreundeten Stämme, welche den vchuß Englands verlangten, gegenwärtig noch nisfiren, es sei ihm vielmehr hekannt, daß zahlreiche — befreundet gewesenen Staͤmme vernichtet worden sind und es fei wahrscheinlich, daß diejeni⸗ ien Stämme, welche nicht aufgerieben worden ind— ufdehort haben. die Freunde der Englaänder zu n. Auch hätten England befreundete Stamme, nche infolge ihrer Haltung degenuder Tngiem in Gefahr befünden,. keine —AX and gerichtetDaß Englaud wegen seiner on im Sudan inbetreff der großen Masse der — eine Verantwortung irage, erkenne er handig an, er fürchte aber, daß die Zeit vor⸗ sr sei, wo ein solcher Schutz gewaährt werden nn. Was die Sudanfrageim allgemeinen an⸗ a so sei dies eine Augclegenheit welche ganz nders zu der Mission Wolff's gehöre. Augen - dich liege eß nicht im Imteresie des zseumiden Samstag, 8. Auaust 1888s5. 20. Jahrg. Dienstes, die Vorschläge mitzutheilen, welche die Regierung dem Sultan oder anderen Machthabern machen könne. — prinz Rudolf, sowie die beiderseitigen Minister deß Aeußeren und Graf Taffe bei. Tripolis, 4. August. Die türkischen Be⸗ hörden beschäftigen sich energisch mit den Verthei⸗ digungsmitteln dieses Ortes. Außerhalb des Hafens sind Torpedos versenkt worden, und alle ankommen⸗ den Schiffe haben Lootsen an Bord zu nehmen, um in den Hafen einlaufen zu köͤnnen. Finanzieller Zusammenbruch der Republiken Mexiko und Transvaal. In Mexiko war derselbe seit lange vorauszusehen. Jetzt ist ein Defizit von 25 Millionen Dollars da, das haupt ächlich von den hohen Unterstützungen herrührt welche den von nordamerikanischen Spekulanten ge⸗ bauten, zum Theil recht überflüssigen Eisenbahnen gewährt werden müssen. Der Präsident Porfiric Diaz will sich damit aus der Verlegenheit ziehen daß er 35 Millionen in neuen Staatsschuldscheinen zu niedrigerem Zinsfuße als bisher ausgibt und die Gehälter der Staatsbeamten um 10- 50 pCt. je nach ihrer Höhe beschneidet. — Ueberraschender ist der Krach der Boerenrepublik Transvaal. äber deren bevorstehende und jetzt zur Thatsache gewor⸗ dene Zahlungseinstellung dis in die jüngste Zeil nicht einmal Andeutungen vorlagen. Jetzt hörl man freilich, daß der Präsident Krüger schon im vorigen Jahre auf seiner europäischen Tour in ver⸗ chiedenen Hauptstädten vergeblich angeklopft habe. Die Boeren haben sich durch ihre Kämpfe mit den Zulus und Englandern ruinirt. In England cmnüpft man an die Katastrophe die Hoffnung, daß die Transvaalrepublik in ihrer Verlegenheit dite Hilfe Großbritanniens nachsuchen und unter den Jegenwärtigen Verhältnissen bald willig sein werde, ich in einen Bund aller südafrikanischen Staaten unter englischem Proteltorat einreihen zu lassen. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Inabert, 7. August. Vor einigen Tagen wollte dahier ein 12jähriger Knabe, der sich ohne Wissen seiner Eltern in den Besitz von Pulver gesetzt hatte, zum Zeitbertreib ein sogen. Spauz⸗ männchen losbrennen. Dabei wurde ein kleines Kind, das seinem größeren Bruder zur Beaufsich- tigung übergeben war, durch die Exploston des Pulvers an Gesicht und Händen nicht unerheblich berletzt. * St. Ingbert, 7. August. Wie bereits in vor. Nummer durch Inserat belannt gegeben, findet heute Abend im Cafs Seiter ein Konzert des Künstler⸗Quintetts Reichmann GVater, Tochter und 3 Söhne) aus Brüx fiatt. Den Kunstlern geht ein bedeutender Ruf voraus; schon in ver⸗ schiedenen pfälzischen Städten haben sie konzertiert und überall durch ihre hervorragenden Leistungen entzücht. So schreibt die „Kais. Zig.“ über das Auftreten derselben in Kaiserslautern u. A.: „Die hohen Leistungen der auf den Konservatorien zu Wien und München trefflich gebildeten Künstler stehen in technischer Beziehung auf der höchsten Stufe des Erreichbaren. Besondere Erwähnungen verdienen die Solo⸗Piecen des Geiger⸗Virtuofen, Herrn Robert Reich mann. Verselbe besitzi eine eminente, ebenso rapide als unfehlbare und bis auf den Grund klare Technik, einen kräftigen und zugleich maßvollen, aller Spielarten und dy⸗ namischen Schattierungen fähigen Ansatz und eine geläuterte, brillante Vortragsweise. Frl. Anna Reichmann bot in drei Piecen für Sopran v. Weber, Abt und Curschmann eine glänzende Leistung ihrer herrlichen, sehr umfangreichen und trefflich geschulten Sopranstimme. Als bemerkens⸗ werth ist noch hervorzuheben das prachtvolle Clarineit⸗ Solo des Herrn Joseph Reichmann, welcher in dem Vortrage der Bärmann'schrn Fantasie eine uugewöhnlich große Fertigleit in Bewaltigung der schwierigsten Koloraturen, außerordentliche Tonfülle und verständnißvolle Phrasirung seines hübschen Vortrages an den Tag legte. Kurzum das über⸗ aus feine Ensemble, das so selten gehoͤrte wunder⸗ volle Konzert verdient alle Anerlennuͤng und wurden die wackeren, anspruchslosen, bescheidenen Künstler mit lebhaftestem Beifall üüerschüttet. “ — Kaiserzlautern, 6. August. Der Geueralinspelior der bayerischen Armee, General- feldzeugmeister Prinz Luitpold von Bahern, wird am Sonntag, den 18. September, früh 7 Uht 55. Min. hier eintreffen und im Hotel Schwan Absteigequartier nehmen, um vom 14 bis 16. Sep⸗ ember den Manövern der 4. Division beizuwohnen. Der Prinz wird, außer anderem Gefolge, von seinem dersönlichen Adjutanten, Obersten Freyschlag von Freyenftein begleitet sein. Die Abreise Sr. Koͤnigl. Hoheit erfolgt am 17. früh. J — Kaiserslautern, 5. August. Das Ehrenmitglied des hiesigen Musikvereins, Herr J. Schwager in Ludwigshafen, wird zu Ehren des 7. »fälzischen Sangerfestes eine Festschrift erscheinen assen, deren Ertrag dem Sängerfesi zufließen wird Deutsches Reich. Berlin, 6. August. Die Meldungen der Wiener Blatier über die Zeit der Zusammenlunft des österreichischen und russischen Kaisers stimmen mit den bisher verlauteten Mittheilungen nicht über— ein und sind daher mit einiger Reserve aufzu⸗ nehmen. Berlin, 5. August. Die neueste Post brachte Alarmnachrichten aus Zan zibar. Auf den in Lamu wissenschaftiich deschäftigten Herrn Gustar Denhardt ist von Soldaten des Sultans geschlossen worden, so daß Denhardt nur noch unter Bedeckung und gut bewaffnet seine Wohnung verlassen kann. Neue Mißhelligleiten befürchtet man infolge weiterer Gebietserwerbungen, welche Dr. Jühlke für die deutsch⸗ ostafrilanische Gesellschaft in Nachbarsulta⸗ naten, namentlich am Kilima⸗Ndjaro, gemacht hat. Hamburg, 6. August. Der Direktor der Seewarte, Herr Geheimrath Neumaher, reiste als deutscher Delegitter des internationalen meteorolog ischen Komitöss nach Paris. Fulda, 5. August. Zur Theilnahme an der Bischofskonferenz sind der Fürstbischof von Breslau, der Bischof Krementz, die Bischöfe von dildesheim, Trier, Osnabrück, Münster und Lim⸗ —E horn uͤnd Culm sind durch Domlapitulare vertreten Die Konferenzen begannen heute früh und werden, wie es heißt, bis Freitag dauern. Ausland. Wien, 5. August. Die Begegnung des aisers von Rußland mit dem Kaiser von Oester⸗ reich findet den neuesten Anordnungen nach in Tremsier bei Olmütz am 24., 25. und 26. August stait. Der Zusammenkunft wohnen die heiden Kaiserinnen und wahrscheinlich auch Kron⸗ Dieselbe enthält im Vorwort die Entstehung und zie Weiterbildung des pfälz. Sängerbundes bis auf die heutige Zeit, ferner einen Fesigruß von Chr. Böhmer. Weiter enthält das Werkchen eine Be⸗ schreibung des 41. pfalz. Sängerfestes im Jahre 1860, der daselbst mitgewirkt habenden Vereine, das Festprogramm ꝛc., sowie den Verlauf des Festes. Auch wird die Festichrift den Text der „Velleda“ bon Professor Brambach, somie das Naähere über die am Montag, den 17. August im zweiten Foncerle miswirlenden Künstler enthalten. Es kann dieser Festschrifi nicht allein im Kreise der Mitglieder des pfalz. Sängerbundes, sonderu auch von jedem außerhalb diesem stehenden Musikfreund, mit Inter⸗ esse entgegengesehen werden. — Landau, 6. August. Die Absolutorial⸗ prüfung des hiesigen Gymnafiums ist vorgestern zu Ende gegangen. Es betheiligten sich daran 21 Stchuler der Dbectlasse und 2 Privatftudiren de. von den Ersteren wurde einer zur mündlichen Prüfung nicht zugelassen, während sämmiliche Uebrigen be⸗ standen haben. — Landau, 6. August. Zur Betreibung der Waller'schen Millionen .Erbschaft hatten fich im Auftrage der Erdlustigen zwei Herren von hier und don Speyer nach Holland begeben, von wo sie jetzt enttäuscht zurückgekehrt sind. Nach einer Notiz in der „Ggt.“ findet sich der Name Walter in den Archiven vor und der Stammbaum soll auch auf die Pfalz verweisen, jedoch ist laͤngst Verjährung eingetreten und es bliebe zur Erreichung des dazu noch nichts weniger als ficheren Zieles nur der kost⸗ pielige Prozeßweg übrig. Die höchste Wahrschein⸗ iichkeit spricht aber dafür, daß auch auf diesem Wege nichts zu erreichen sein wird und die Erblustigen werden es sich wohl überlegen müssen, ob sie unter diesen Umstanden ihr gutes Geld an schlechtes venden wollen. Bor fünfzehn Jahren. (Gur Erinnerung an den 6. August 1870.) Seit den ewig denkwürdigen Ereignissen des Jahres 1870 find nun schon 15 Jahre dahin ge⸗ gangen: eine neue Generation ist inzwischen fast herangewachsen und viele der Helden, die damals mit machtiger Hand das Schwert führten, sie haben hom Leben Abschied genommen, wir erinnern nur in die allerjüngsten schweren Verluste, die Deutsch⸗ and erlitten, an das Hinscheiden der Heerführer Brinz Friedrich Karl und Manteuffel. Wohl ziemt z sich, jener verhängniß ⸗ und entscheidungsreichen Tage von Neuem zu gedenken, da zwei Nationen zum Kampf auf Leben und Tod einander wohl Jerüftet gegenüber sianden und Schlachten geschlagen, Siege errungen wurden, wie deren wenige im Buch der Weltgeschichte verzeichnet stehen. — Für uns Deutsche muß es gerade jetzt von besonderem In⸗ leresse sein, jene Ereignisse aus dem Munde eines Nichtdeutschen erzahlt zu hören, und ertheilen wir in solgendem einem Englander das Wort, um uns über die Erstürmung der Spiche rer Obhen Bericht zu erstaten. us dem eine zusammenhängende Erzühlung des Krieges zwischen Deutschland und Frankreich bildenden WerkThe War Correspondende of the ,Daily News“ 1870 (die Kriegskorrespon⸗ denz der Daily News“) eninehmen wir, uns ge⸗ wissenhaft an den englischen Text haltend, folgende ungemein anschauliche Schilderung der glanzenden Waffenthat vom 6. August: Die Kunde don der Niederlage bei Weißenburg zrreichte Metz am 6. August und bestimmte den Kaiser, an den Kommandirenden des 2. Armee⸗ korps, General Frossard, den Befehl zu erlassen, die Truppen, welche am 2. August die Höhen vberholb Saarhbrücken besetzt hatten, zurtickzuziehen. dier dehnen sich hinter Saarbrücken Walder aus —XV Weißenburg, und in der Nacht vom 8. August stand Frossard's Korps in dem Thal, welches fich von Saarbrücken nach For⸗ hach erftreckt. Aber die Vorsicht, welche das 2. orps nur eine oder zwei Meilen vom Feind suruckzog, veranlaßte den Kaiser nicht, das 8. oder Armeekorps zur Unterstuͤtzung entgegen zu schicken. Am Morgen des 6. August langte die leitende sme leading) Division von der Armee des General Sleinmeß in Saarbrücken an und begann nach dem Feind zu spaͤhen. Die Schwaͤche dieset Ab⸗ heilung verieitele den General Frossard, die Besetz⸗ uing der Hoͤhen von Spichern anzuordnen, von wo tn auf die beranrückenden Deutschen ein heftiges Feuer eröffneten. Diese Hohen, in fasi senkrechter Sleile sich mehrere hundert Fuß hoch iber dem Thale aufthürmend, bilden eine natürliche Festung; die Hügel ragen in das Thal hinein wie benso viele Basteien und bilden für die Verthei⸗ digung die denkbar günstigsten Vortheile. — Mit der Ankunft der 14. preußischen Division vom dorps des General v. Göben wurde die Sache ernsi. Die Franzosen hielten die Hoͤhen von Zpichern. mit ihrer gesammten Macht besetzt; und vährend des Kampfes eilte eine Division vom orps Bazaine zur Unterstühung herbei. Die Preußen waren an Zahl weit geringer, aber General o. Kamecke wußte, daß andere Korps nachrückten ind zögerte keinen Augenblick mit dem Feind an⸗ binden. Er griff in der Front an und versuchte auch die linke Flanke der Franzosen bei Styring zu umgehen, wurde aber auf beiden Seiten abge⸗ wiesen. Um 3 Uhr standen alle Truppen seiner Division im Feuer und sein Unternehmen bekam ein ernstes Aussehen. Aber andere deutsche Truppen durch das Feuer angezogen, rückten nun heran Zuerst kamen zwei Batterien von der Division v. Zarnekow im Galopp heran, eiligst gefolgt von Infanterie und Cavallerie. Die fünfte Divifion unter General v. Stülpnagel hatte auch das Feuern zei Sulzbach gehört und marschirte vorwärts, einzig zeleitet vom Donner der Kanonen. Mit diesen kräften leitete General v. Göben, welcher nun das tommando übernommen hatte, einen kräftigen Vorstoß gegen die franzöfische Front, besonders gegen den bewaldeten Theil des Abhanges. Der Angriff war von Erfolg; der Wald wurde besetzt. Am südlichen Waldrande hielten die Franzosen stand und versuchten mit Infanterie, Artillerie und sKavallerie den Angriff abzuweisen. Aber die preu⸗ zische Infanterie war unerschütterlich. Bei diesem Zusammenstoß leiftete die Artillerie der 5. preußischen division gute Dienste und verrichtete eine seltene deldenthal. Zwei Batterien erkletterten buchstäblich zie Hügel von Spichern auf einem schmalen und Ahen Bergpfad und betheiligten sich am Zurücd⸗ verfen des Feindes. Frossard versuchte einen Seilenangriff auf den preußischen linken Flügel— aber vergebens. Ein letzter Ansturm, der dritte, seit die Preußen in den Wald eingedrungen waren, vurde nun von den Franzosen mit großter Hef⸗ igkeit versucht; aber die Preußen standen fest, und Zeneral Frossard, tinsehend, daß nichts mehr zu jewinnen war. ordnete den Rückzug an. Es war ine blutige Arbeit, siegreich für die Deuischen. 532 franzoͤsische Bataillone mit der Artillerie eines janzen Korps, aufgepflanzt in einer nahezu unan⸗ zreifbaren Stellung wurden geschlagen von 27 zreußischen Bataillonen mit der Artillerie von nur iner Division. Vor dieser Waffenthat hatte man noch sagen können, daß die Preußen nur den dampf aufnehmen, wenn sie den numerischen Vor heil hatten; die Schlacht bei Forbach bewies, daf ie Vertrauen besaßen auf ihre Fähigkeit, auch den iumerisch stärkeren Feind mit Erfolg anzugreifen, ind daß dieses Vertrauen gerechtfertigt war. Die Schlacht bei Worth wurde gekämpft nach einem voraus überlegten Plan; die von Forbach scheint nicht vorbedacht gewesen zu sein, sondern war das Resultat von Göben's Entschluß, eine dargeboten⸗ Belegenheit auszuuütßen. Der Erfolg hob nich nur das Ansehen der deutschen Infanterie und Artillerie — Kasballerie konnte bei dem schwierigen Terrain nicht zur Verwendung kommen — er zeigte auch die hohe taktische Ueberlegenheit der eutschen Heerführer, welche in tascher umfassender kinsicht und Benüßung aller Umftände zur Erreich⸗ ung des Sieges sich als weit überlegen erwiesen jegenüber den Mannern, welche der Kaiser Napo— eon au die Spitze seiner Armeekorps geitellt hatte. Vermißcates. Wahrend im Jahre 1830 auf der ganzen Erde nur 381 ;m Eisenbahnen im Betriebe danden, verfligte die Menschheit in den derschiedenen Erdtheilen, besonders in Europa und Amerika Ende 1883 über nahezu 450 000 4m Schienen⸗ wege, in welchen nach den Berechnungen Neumann⸗ Zpallarts ein Kapital von 9134 Milliarden Mark angelegt war. Europa hat für seine Eisenbahnen iber 52, Amerila über 8383 Milliarden Mark auf⸗ ewendet, und zwar in weniger als fünf Jahrzehnten. das sind nun allerdings ungeheure Kapitalien, illein sie verzinsen fich nicht nur rein finanzieli vfrachtet sondern si⸗e hahen mi⸗ zedermänn son—- äglich erfahren kann, so bedeutende wirthschaftui und soziale Ersparnisse, Vortheile und Annehmi eiten im Gefolge, daß gegen die Anlage so große Zapitalien in den Eisenbahnen von keiner Set her Widerspruch zu erwarten ist. Was die Eisen bahnen leisten, das hat jüngst Neumann · Spallau zu schätzen versucht. Mit Hülfe von 83 800 volo. motiven, 144 000 Personenwagen und 2 100 000 Güterwagen sollen im Jahre 1882 auf der Erde nach approximativem Anschlage Uberhaupt 2300 big 2400 Millionen Personen und 1150 bis 1200 metrische Tonnen Frachten defordert worden sein Im Durchschnitt sollen jeht kaglich nahezu 7 Min. onen Personen auf allen Schienenstraßen der Erde und täglich 3,3 Millionen Tonnen Güter an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Diese imposanten Zahlen markieren in Fraktur die gewaltige Be deutung des modernen Eisenbahnwesens fuͤr daz wirthschaftliche und soziale Leben der Menschhen f Von der Heydt, 4. August. Von der ungefähr 2900 Mann starken Belegschaft sowie deren Familienangehörigen wurden bei dem jüngs gefeierten Bergfest folgende riesige Massen Lebens. mittel und Getränke verzehrt. 35 Ctr. Rindfleisch 1412 Ctr. Schinken und zur Reissuppe 7 Ct. Reis. Getrunken wurden 87 Hektoliter Bier und an Brod 87 Etr. verabreicht. Auch kamen 116 isten Cigarren und 2900 Pakete Tabak zur Ver— theilung. Der Braten und die Suppe wurden in 39 riesigen Kesseln zubereitet. F Mainz, 3. August. Nach einer Mit⸗ heilung des Mainzer Journal“ ist der Krieg wischen den preußischen Bahnen und der hessischen dudwigsbahn auf's Neue ganz heftig entbrannt. Von dem 1. August ab werden nämlich von ämmilichen in Norddeutschland gelegenen Stationen der preußischen Staatsbahnen keine direkten Billete mehr nach Mainz, sondern nur noch bis Frankfurt verabfolgt; aus diesem Grunde müssen sämmliliche Reisende nach Mainz in Frankfurt umsteigen, wodurch die Reisenden stets mit bedeutenden Verspätungen hier eintreffen. Das Verfahren raft eine leicht be⸗ greifliche Erbitterung unter den Reisenden herbor, eine große Anzahl derselben versäumte heute Morgen in Folge dieser Anordnung die nach Koln fahrenden Schiffe! F Mainz, 4. August.(Ein unangenehmes Abenteuer.) Geßern meldeten hiesige Blätter, daß am Rheinufer ein Herrenanzug gefunden worden sei. Wie es fsich nunmehr herausgestellt hat ist dem Eigenthümer durchaus kein Unfal hdegegnet, auch hat derselbe sich niemals mit Zelbstmordgedanken getragen. Die Kleider gehoͤrten einem jungen Manne, welcher fich in jener Nacht am Rheinuͤfer badete. Als er indeß aus dem Wasser kam, fand er seine Kleider nicht mehr vor. Waß thun? Er konnte doch nicht so, wie er war, also hoͤllig nackt, nach Hause gehen. Er verkroch fich kurzer Hand in ein vor Anker liegendes Schiff und wartete darin die Ankunft der Schiffer ab, denen er seine verzweifelte Lage vorstellte. Nun wurde nach den Eltern des jungen Mannes um Kleider geschickt und damit haite das Abenteuer ein Ende. Der angeblich Ettrunkene holte heute Vormittag jeine anderen Kleider, die am Ufer gefunden worden waren, auf der Polizei ab. Frankfurt, 4. August. Ein Amerilaner hatte auf dem Abort des Panoramas seine Brief jasche mit 2000 Dollars liegen lassen. Den Ver⸗ lust gewahrte er erst, als er am Eingang des Palmengartens Entree begahlen wollte. Ganz be⸗ fürzt kehrte er nach dem Panorama zurüd, wo ihn schon am Eingang von dem Porlier die Briel⸗ tasche eingehändigt wurde Der Bau der FJahnradbahn Abßmannk hausen⸗Niederwald nimmt einen guter Forigang. Die Erdffnung des Betriebs diefe Strecke wird wohl längstens bis 15. Seplember d. J. moͤglich werden. F Darmstadt, 3. August. (Der Ehemann und die Broͤdchen) Eine junge Frau die zu w Erholung ins Bad reifte, dergaß beim Backer 3 Broͤdchen abzubestellen. Diese wurden iht uamuig seden Morgen um 6 Uhr, in einem Sädchen w bact, durch das Kellerloch in's Haus geliefert bas Hausthor zu so früher Stunde noch vescogu war. Ihr Gatte, der wahrend der Abwesenheit —* theuren Gattin bei seinen Eltern war, fand es zut, nach drei Wochen einmal seine Wohnung nspizieren. In seinen Keller gehend, um sich * Flaͤsche Wein zu holen, entdedte er bei de ,)5 ein⸗y ganz⸗en Haufen kleiner Sau Schon glaubte er einen gtoßen Schatz gefunden zu hben und offnete neugierig eines der besagten dden Sehr enttäuscht aber sah er, daß das⸗ sbe 8 verschimmelte Brödchen enthielt. Er öffnete eins und abermals zeigten sich ihm 8 alte Die Gesammtzahl der Säcchen betrug 21 J jes Brödchen, also zusammen 168 Stück gug lief er nun zum Bäcker um ihn darüber zu teftagen. Der aber sagte ihm, er moge sie sich becen lassen und ihm 5Mt. 4 Pf. gefälligß hundigen. Der Gatte bestellte sich alsdann einen hguriner und ließ aus den 168 Brodchen in Form uz großen Kranzes ein riesiges Will kommen an⸗ fertigen und brachte es damit auch fertig, seine uidkehrende Gattin in ganz außerordentliches Er⸗ unen zu setzen. V fUeber die Hoͤhe der jetzigen Prozeßg e⸗ ühren äußert sich die Kasseler Handelskammer plhendermaßen: Wir haben wiederholt auf die orme Höhe der Prozeßgebühren hingewiesen. Die dagen haben jedoch zu keinem Ziele geführt. Die —V— Vermeidung i Prozesse, in den Vergleichen. die der Kaufmann herall zu schließen bereu ist und in der Abneigung, in Rechtsangelegenheiten die an sich so wünschens- vetthe Hilfe des Rechtsanwalts anzurufen. Eine herminderung der Prozesse würde ja nur mit Ge— agthuung zu begrüßen sein, wenn sie nicht im intergrund hätte, daß öfters Jemand lieber eine rankung seiner Rechte sich gefallen läßt, als das sagniß einez übermäßig theueren Prozesses zu be⸗ zehen unternimmt. Erfreulich ist nur, daß die ver⸗ ninderten Konkurse auf diesem Gebiete eine ge⸗ ingere Thätigkeit der Rechispflege beanspruchen. Hr geben die Hoffnung nicht auf, daß die Reichs⸗ rgietung dem fast einmüthigen Begehren der Prollerung, welchem der Handelsstand in vollstem Neße sich anschließt, doch endlich nachkommen nd eine Rebision der Prozeßgebühren herbeiführen uitd. — fEin gräßliches Unglückhat fich kürz · ein Weinheim Gaden) ereignet. Ein drei⸗ hnjthriger Knabe wurde in den Weinberg geschickt, m Futter zu holen. Der Knabe stieq dort auf inen Baum, um sich einige Birnen zu brechen, d herunter und so uͤnglücklich in einenPfahl ch ihm dieser mit der Spitze durch den Ruͤcken neng und den Knaben förmlich aufspießte. Durch dun lange Ausbleiben beunruhigt, begab sich die uer des Knaben in den Weinberg um nach n zu sehen und fand denselben mit durchbohrlem her als blutige Leichee Der Unglückliche hatte nach einige Schritte fortzuschleppen dermochi. heihn der Tod von seinen grahlichen Schmergen Der Ortsgesundheitsrath in Karlsr uhe EX Bekanntmachung: Durch Zeitungs⸗ Aoncen und vermittels einer Broschüre preist die süna Mansfeld-Büllner und Lassen in Kopenhagen uer den Ramen Brama Tafel⸗Bitter, ein Heil⸗ nitel gegen die derschiedenfien Erkrankungen der dauungsorgane an Das Minel ist wissen · deftiche empfohlen von den hinlänglich bekannten hnshelfern des Geheimmitleischmindeis dem d Johannes Mülter in Berlin und dem „Dr.“ m daselbsi Ferner findet sich in der Broschure aehr empfehlendes Gutachten des „kaiserlich lihen Oberarztes De. med.“ A. Grohen in alin und des „Medizinalrathes und Kreisphysikus nCohler in Gotha, welche beiden medizinijchen Nitäten jedoch ausweislich der Mittheilungen neffenden Polizeibehorden weder cristiren, noch us cristicrt haben Sghon hieraus ist zu ent wen, daß mit der Apreisung und dem Verkauf —— Tafel⸗Bitter nur die Tauschung und cheutung des Publikums bezweckt wird. Aus Muünchen schreibt man dem „B. B. das Beispiel des Herzogs Dr. Karl Theodor wern findel im Hause Wittelsbach eine Nach⸗ aung. Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, Schwiegerfohn der Konigin Isabella von uen beschaftigt sich mil mebiinisehen Studien wurde vor Luna Jahren für eine bei der medi⸗ —AI hiesigen Universität einge⸗ æe Studie uͤber die Zunge don dieser Gelehrten · ation zum Doctor moedicinas honocis an — Dagegen untetließ es der Prim zu⸗ q n ahnlicher Weise wie sein herzoglicher Vede erworbenen Kenntnisse zu verwetthen. anga nun prattigirt der Prinz· Doltot im e zu Nymphenburg. wo er zur Zeit verweilt, fa täalich das Spilac umd leistet den Zpitalarzte bereits bei Opera tionen u. s. w. wesent⸗ iche Dienste. —E F.Ne, zu so was biete ich meine Hand nich! Uus Schwarzenberg in Sachsen wird der „Dresd. Ztg.“ geschrieben: „Ein sich hier aufhal⸗ eunder Sachse theilt folgendes ergötzliche Geschichtchen nit: Daß einem auf der Reise etwas passiren kann, was man nicht für möglich hielt, ersah ich aus folgendem kleinen Erlebniß. das Euch vorzuent⸗ halten mindestens ein schwetes Unrecht wäre. BZuckt' ich mir wieder einmal die hier ortsgebräuch⸗ lichen Bergo mit den üblichen Aussichtsthürmen und Merkzeichen an und dachte: „Kaufst dir eine Karte, damit du dich überall zurecht findest.“ Daher wandte ich mich an einen alten, hübschen, Ver⸗ rauen erweckenden Bürger mit der höflichsten Frage: Konnen Sie mir wohl sagen, wo hier ein Buch⸗ jändler wohnt? „E Buchhändler?“ antwortete er opfschüttelnd, „nee den ham mer hier nich, aber e Buchbinner; woll'n Se denn etwas bein einbinnen lassen ?“ „Das nun eben nich.“ entgegnete ich, „ich vollte mir nur eine Karte von Sch. bei ihm aufen.“ „Eine Karte von Sch.?“ und dabei jah er mich verständnißlos an, „enne Spielarte also nich?“ Ich machte ihm begreiflich, daß ich allein jier sei und für mich allein doch nicht gut spielen 'önne; das schien er einzusehen und examinirte veiter: „Zu waß woll'n Se denn so eene Karte ?“ „Na, um zu wissen, wie die Berge und Flüsse jeißen und wohin die Wege gehen.“ „Daderzu zrauchen Se doch keene Karte“, lachte er; „Se hrauchen ja blos de Leite zu fragen. die wissen Se alles.“ „Leider nicht“, mußte ich ihm entgegen⸗ jalten, „sie haben manchmal nicht gewußt, wie ein Berg heißt.“ „Aber mei guistes Herrichen,“ dabei rahm sein glatt rasirtes Gesicht eine recht überlegene Niene an, „wenn's de hiesigen nich wissen, uf der darte steht's da erscht recht nich, un 's wäre weg ⸗ jeschmißnes Geld, wollten Se so eene Karte koofen. ẽr sollte mir doch wenigstens den Buchbinder zeigen, jat ich ihn. „Ne“, swehrte er ab, zu so was ziete ich meine Hand nich; ums Geld will ich Se nich bringen.“ Und damit verließ er mich, jeden⸗ alls das beruhigende Gefühl mit sich nehmend, inen Unerfahrenen vor einer höchst unnützen Geld⸗ usgabe bewahrt zu haben ·· r. Annen, 5. August. Auf der Zeche Wien⸗ zahlsbanl sind gestern 10 Bergleute durch schla— jende Wetter zum Theil erheblich verletzt worden. 7Arbeiterfexrien“ Der Gewerbetat derbig als Generalinspektor des Zwickauer Bezirks machte kürzlich den Vorschlag, daß den Arbeitern waährend der Sommermonate eine kurze Erholungs⸗ zeit gegönnt werden möge. Dieser Vorschlag wurde von vielen Seiten sympathisch· aufgenommen· und die Firma Mey und Edlich sah sich zu der Mit⸗ heilung veraulaßt, daß bei ihr diese Einrichtung bereits existiere. In dem Statut der Privatkranken⸗ ind Anterstutzungslase der genannten Firma lautet ämlich 8: T., Jedes männliche Mitglied, der dasse erhält, sobald es ein volles Kalenderjahr, vom l. Januar bis 31. Dezember, im Betriebe der Firma beschäftigt worden ist, Anspruch auf einen Irlaub von jährlich 1 Woche. Die Urlaubswoche vird den Beurlaubten mit 60 Stunden Arbeitslohn aus der Kasse bezahlt. Derjenige Arbeiter oder Angestellte, welcher indeß von dem Urlaub keinen Bebrauch machen will, erhält am Sonnabend vor dem Weihnachtsheiligenabend den ihm für den Urlaub jugesicherten Betrag von 60 Arbeitsstunden ausge⸗ ahlt.“ fLangenhain, 2. August. Gestern Nach⸗ mittag gegen 3 Uhr geht ein 18jähriger Knabe von hier nach dem nahen Fauerbach v. d. H. daum hatte er diese Höhe Überschritten, hoöört er hinter sich ein starkes Brausen. Erschreckt eilt er den hohenRainhinauf, und oben angekommen erfaßt ihn eine Windhose, hebt ihn haushoch em ⸗ bor und trägt ihn ewa zehn Minuten weit seit⸗ warts über die Felder. Noch nicht ganz wieder zur Erde niedergelommen. wird er abermals in die Lüfte getragen und endlich durch einen starken Stoß auf die Erde niedergeworfen. Glücklicherweise zat ihm diese interessante Luftfahrt keinen weiteren Schaden als einen kurzen Schwindel und etwas Brechneigung zugefügt. So erzählte der Junge, und ein Fuhrmann hat die Luftfahrt mit angesehen. fEine Eifersuchtsszene vor Ge— richt. Mein Herz is doch keen Affe! Mir soll noch mal Eeener mit de Frauenzimmer kommen — d danke for Bachobst und sonfsige Hülfenfrüchte. Diese Versicherung agaß der Möobvbelpolirer Dehnert dem Schöffenrichter in Berlin, vor welchem er sich wegenstörperverletzung zu verantworten hatte. Seine deidensgeschichte ist eine neue Variation zu dem alten Liede „Zwei Knaben hatten ein Mädchen so lieb!“ — Präs.: Wie sind Sie dazu gekommen, mm Abend des 5. Mai den Schlächier Heppner so Jwaltsam zu mißhandeln? — Augekl.: Weil der derl mir janz rejulär belagert hat, don wegen det Fränlein Henschel, wat seine Braut is — det heeßt man blos vor de Leite, denn im Innern möcht' se hm am liebsten Olium mit Glasscherbeln zu drinken deben. — Präs.: Warum denn? — Angekl.: Zerr Jerichtshof, det is Ihnen een jrausam jlub⸗ scher Mensch und wenn een Mächen und se liebt den, denn muß se schon uff det letzte Loch pfeifen. — Pras.: Ist denn Fräulein Henschel ein anstan⸗ diges Mädchen? Angekl.: Ick kann ihr blos als pitfein estimiren.“ Des is jerade so'n rechtet nettet und adrettet Mächen, wie ick se jerne habe. — Präs.: Haben Sie denn ein Verhältniß mit ihr? — Angekl.: Wenn ick Ihnen bitten dürfte, möchte ick so 'ne ehrsame Jungfrau hier nich blosftellen. — Praͤs.: Nun, ich denke, Sie vergeben fich und dem Mädchen nichts, wenn Sie diese einfache Frage einfach beantworten. — Angekl. Wenn n mein Herz jreife und mir frage: Dehnert, würde Dir det Frauenzimmer woll importiren. denn habe ck bis dato noch keene Nettere jefunden. Det is hei ihr Allens wie aus eenen Juß, immer arbeet— jam un immer freindlich, dabei jar nich so uffje⸗ blasen wie de Andern, keene Spur von Turnüre, los uff de Stiebeln, da hält se een jroßet Siud. Na, ickh jehe ja ooch merschtens in Lackstiebeln, un »a passe ick jedenfalls for ihr besser, wie ihr Herr Zreitjam. Der hat ja nich den jeringsten Plü am Jeibe; aber natierlich: von' Ochsen kann man ja nich mehr verlangen, wie 'ne Stuͤck Rindfleesch. — Iras.: Sie wußten doch aber, daß Heppuer der Iräutigam der Dame ist; wie kamen Sie nun Nachts in der zwölften Stunde in die Suube des Mädchens? — Angekl.: Wenn id de Wahrheit reden soll, denn wollte ick ihr man blos de Kom— modo neu poliren, un die habe ick mir anjesehen. — Pras.: Um zwolf Uhr Nachts? Das reben Sie einem Andern vor. Sie sollen sich auch in einem eigenthümlichen Zustand befunden haben. — An— gell.: Ick war een Bisken delolletiri, weil ick sehr an's Asthma leide und mir der Dokier des Büen vderboten hat. — Präf.: Wie hat sich nun der Streit mit Ihrem Nebenbuhler entsponnen? — Angell.; Ick war mit des Freilein in de beste darmonie, da jiebts mit een Mal 'nen Krach jejen ve Diehre, de Füllung is doch jleich kurz und kerne und vor mir steht Heppner mit 'ne Fünfminuten⸗ Streichhotz · in de Hand un schreit? ¶ Also Du bist der Jemüthsmensch? Mensch, ick steche Dir det Messer in de Kaldaune “ Ick habe schon befur⸗ wortet, det es een sehr jlubscher Mensch is, und det ick dabei stille din un mir de Knochen eenzeln erbrechen lasse, können Se. am Ende doch nich berlangen. Ick habe et vorjezogen, ihm 'nen Nasen⸗ stüber mit den Hausschlüssel zu verabreichen. — Pras.: Sie scheinen aber seht grob gewesen zu sein, denn Heppner war über und uüͤber mit Blut besu⸗ delt. — Angekl.: Ick kann bejutachten, det ick ihm jöchstens een Bisken jeritzt habe, aber erst, als er mir mit seine zehn dicken Fingern Maß nehmen wollte zu 'ne Halsbinde. — Pras.: Für Ihr Gut⸗ achten wollen wir danken und lieber den Zeugen deppner hören. — Zeuge Heppner: Ick habes dit det Machen janz ehrlich jemeint und wollte ihr jeirathen.VIn de letzte Zeit da schmiß se mir aber zu ville, mit ihre Oogen un immer nach den An— geklagten hin. Id sah mir also in die Nothwen⸗ aigkeit, dajejen mein Recht zu wahren un habe aatürlichermang zu Dehnerten jefagt: Junge, machste nir Klumpatsch mit des Maächen. denn kannste wat rleben. Du kannst mir doch nich lummern⸗ Hras.:“ An jenem Abend waren Sie wohl besonders eifersüchtig, denn Sie haben das Haus ja foͤrmlich umstellen lassen? — Zeuge: Ickhatte son jewissen Animus, det bei meine Braut in'n Entresol nich Allens in Ordnung is, denn so um elf Uhr sah id noch Licht und merlte janz deutlich, wie de Schatten de Waände lang rennien. Ick jeh' also zu meinen Freind Willem und meinen Freind Aujust. die mußten det Fenster bewachen, wahrend· dem id ins Haus verdufte. Oben bei meine Braut 8 Allens stille. Id kloppe an — ja ptoste Mal⸗ zeit, es meldet sich Keener. Id wußte aber janz enau, deß ick keene Jespenster jesehen habe, iñ drück⸗ alss ei⸗en di⸗Thr rsnt m de Siubbe drin und da hatte ick denn die Be⸗ scheerung. — Präs.: Haben Sie den Angellagten nva zuerst angegriffen? — Zeuge: Aber ooch nich ne Idee. — Präs.: Haben Sie nach dem Schlage sehr geblutet? — Zeuge: Ick sah aus, als wenn ck eben Wurschtsuppe gelkocht hätte. Det Blut pritzte bis an de Dece, wo ja voch det aärztliche Attest da is, daß ick jenäht werden mußte un daß meine Nase vierzehn Tage lang ausjesehn hat wie n Löthkolben. — Durch die Zeugenaussagen und namenilich durch die Bekundung des doppelt um⸗ worbenen Fräulein Henschel, die noch nicht recht zu wissen schien, wem sie ihre Gunst eigentlich zu⸗ wenden sollte, wurde die Darstellung des Zeugen im Allgemeinen bestätigt und der Gerichtshof ver⸗ urtheilte deßhalb den Angeklagten zu sechs Wochen Gefangniß. Derselbe war darob sehr ungehalten und gab wiederholt die bündige Versicherung ab, daß er „nu aber keen Frauenzimmer mehr ankielt.“ Von den an der russischen Grenze herrschenden Zuständen entwirft die „Thorner Pr.“ in eigenthümliches Bild. So wurde vor Kurzem in der Nacht bei dem Gute Maciejewo ein russischer Grenzsoldat von zwei preußischen Grenzbeamten dabei ertappt, als er aus Polen 61 Kilogr. Roggen nach Preußen schmuggelte. Er wurde festgenommen, aber am nächsten Morgen durch Zahlung der De— fraudationsstrafe seitens seiner Vorgesetzten bei dem Zollamte ausgelöst und entlassen. — In der ver⸗ Jangenen Woche ging früh Morgens ein Schmugg⸗ ler mit einem großen Pack Kleiderstoffe auf dem Wege von der preußischen Grenze nach Sluszewo in Polen. Als er vorsichtig einen Hügel erstiegen hatte, sieht er einen russischen Grenzwächter vor sich, welcher — Mohrrüben aus einem Acker nimmt. Er ruft den Soldaten barsch an. der die Flucht ergreift, ohne umzusehen. Das wollte der Schmugg⸗ ler, der nun unangefochten mit seiner Waare nach Sluszewo zog. Recht gewissenhafte Beamte das! 4 Wien, 4. August. Die Gräfin Anna von Meran, Wittwwe des Erzherzogs Johann, darb heute früh in ihrem Geburtshause in Aufsee z2 Jahre alt. (Die Graäfin Anna von WMeran und Freiin von Brandofen hatte sich 1827 mit dem Erzherzog Johann, späteren Reichsverweser von Deuischland, vermählt. Anna Plochel — dies der Maädchenname der Graͤfin — war die Tochter des Postmeisters von Aussee. Erzherzog Johann starb schon 1859 und hinterließ aus seiner morganatischen Ehe einen Sohn, Franz Grafen von Meran und Freiherrn von Brandofen, geboren 1839, der Mit⸗ slied des österreichischen Herrenhauses wurde). Marseille, 4. August. Die Cholera⸗ Fpidemie herrscht vollstandig. Heute zählt man ichtundachtzig Todte. Neuerdings macht durch die Tagespresse die Nachricht die Runde, man suche nach den Erben einer in England mit Hinterlassung eines Ver⸗ mögens von fabelhafter Höhe verstorbenen Frau Rosa Levy, geb. Weil. Diese Notiz konnte nicht verfehlen, bei den in Deutschland und Amerika ahlreichen Trägern der genannten Namen lebhafte doffnungen zu erweden, und hat schon jetzt eine steihe von Personen zu erheblichen Geldopfern für Beschaffung von Stammbäumen, Anstellung von krmittelungen und dergleichen mehr veranlaßt, an⸗ cheinend auch bereits zu betrügerischen Manipula⸗ ionen die Handhabe geboten. Dem gegenüber wird 2s, wie die „Nordd. Allg. Ztg.“ offiziös ausführt, gjenügen, darauf hinzuweisen, daß die seitens des aiseriichen Generalkonsulats in London, auf Grund nehrfacher in dieser Angelegenheit an dasselbe ge⸗ richteter Anfragen, angestellten Ermittelungen völlig erfolglos geblieben sind. Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß es sich auch im vorliegen⸗ ʒen Falle um eine der bekannten, in Wirklichkeit zar nicht vorhandenen englischen Millionenerbschaften jandelt. 4 neber das räthselhafte Verschwinden deuischer Finwanderer meldet ein Telegramm aus Daven⸗ wort (Staat Jowa) vom 19. Juli die folgenden cinzelheiten: Auf räthselhafte Weise ist die Spur ‚on sechs deutschen Einwanderern verloren gegangen. Für die Auffindung derselben ist von dem vor 8 Nonaten aus Schleswig⸗Holstein hier eingewan⸗ erten Christian⸗Paulsen eine Belohnung von 200 Dollar geboten worden. Paulsen kaufte fich in der stähe von hier eine Farm, und es gefiel ihm so zut, daß er vor sechs Wochen seiner Braut, Niko⸗ ina Wacker, schrieb, sie möge sofort zu ihm kommen. Die Braut machte sich auch unverzüglich auf den Weg. Mit ihr kamen Peter Behrens, Johann Junge, Anna Roß, Anna Hansen, Marie Haß und Nargarethe Ellessen, sämmtlich junge Leute. Ende zuni landeten dieselben in Newyork, wo sie Fahr⸗ karten nach Davenport kauften. Am Montag des 2. Juli kamen sie in Chicago an, und zwar der Pitisburg und Fort Wayne Bahn. gen Bahnhofe engagirten sie Kutschen, um nach Bahnhofe der Rock Island-Bahn zu fahren welcher sie die Reise nach Davenport sohiset hatten. Behrens bestieg eine Kutsche, Jung — den funf Mädchen eine andere. Behrens an den Rod Island⸗Bahnhof, aber von seinen ad gefaͤhrten war nichts zu sehen. Er wartete eine geraume Weile, und als sie auch dann nicht ain trafen, trieb er sich in den Straßen herum, * ie zu suchen. Am Abend setzte er, ohne dieselben zefunden zu haben, allein die Reise nach Daden port fort, wo er auch wohlbehalten ankam. E iuchte sofort Paulsen auf und erzählte ihm du räthselhaften Vorfall. Paulsen wartete eine Wohe in der Hoffnung, daß die Vermißten doch noch auf. auchen würden. Als sie aber auch dann mi samen, sandte er einen der englischen Sprache maq tigen Bekannten nach Chicago, um dort nach den Vermißten, die sämmtlich kein Englisch verslehm zu forschen, und die Polizei von ihrem Verschwin— den in Kenntniß zu setzen. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, eine Spur von denselben zu finden Marktberichte. — e Ensheim, 6. Augnst. (Viktualienmarkt.) VButter ver 3/3 Kilo 1M. 15 Pf., Eier per Dutzend 70 9 Zraui 15—20 Pf. per Kopf, Kartoffeln per Kilo3 Mi. — g Zweibrücken, 6. August. (Fruchtmittelpreis und Vij ualienmartt.) Weizen 8 M. 50 Pf. Korn 7 M. 48 J Derste zweircihige dO M. — Pf., vierreihige O M. — *. Spelz 6 M. — pPf., Spelzlern — M. — Pji., Dine — Mi. — Pf. Mischfrucht 7 M. 50 Pf., Hafer 6 9 94 Pf. Erbsen O M. — Pfj, Wicden 0M. — P Heu 3 M. — Pf. Stroh JQual. 2 M. 40 Pf., I. Qual J M. 80 Pf., Kartoffeln ß3 M— Pf., Weißbrod I/, gill 50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kile 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual 80 pf., I. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Psf. Hammel⸗ fleisch 60 Pf, Schweinefleisch 80 Pf., Wein J Liter 8o vf. Bier J Liter 24 Pf., Butter 2/3 Kilogr. O M. 98 vj. Homburg, 5. August. (Fruchtmittelpreis und Viktus⸗ enmarkt.) Weizen O M. — Pij., Korn 7 M. Mgyj. Spelzlern — M. — Pf. Spelz O M. — FPf., Gerh dreihige O M. — Pf. Gerste, 4reihige O M. — Pj, dafer 7 M. 92 pf. Mischfrucht 0 M. — Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf. Bohnen 0M — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 532 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsenfleisch — 9. Rindfleisch 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 9f. Schweinefleisch 530 Pf, Butter 1 Pfund 0 M. 9d pi. dartoffeln per Zentner 4 M. anr die Redaimon verantwortlich: F. X Demeß Grosso Lotterie der Internationalen Ausstellung von Arbeiten aus eédlen Metallen und Legirungen in ADRMBERG. OOO GWViIDB FBin Loos eine Mark. wWinne von 00 Marie Coid, Silber. Diamanten ete. J —X —A —— n Goeépeéraldebitairo dor Looso: Moritz Straus junior in Nurnberg und Mainz. —X Mark 20 000, 10 000, 4 000 3000, 2 000 Mark ete. Viele von Tausend Mark. SOOO GeWVIiInne. PiDLO- einne Mare * 3 2—4Neuen Honig, ül x r k o u x n j. ausgeschleudert und in Waben bring in empfehlende Erinnerung J. Baron. ID— Haustho E und ein großes Ladenfenite⸗ verkauft Stcthreiner Wolf. St. Ingbert. Sonntag, den 9. ds. Mis. nachmittaͤgs von 224 Uhr ab gibt der Amerzeichnete mit seinen Musilschülern ein J — Konzer t, — wozu die Eltern und Angebörigen der Schüler, sowie Musikfreunde höflichf eingeladen werden. Erntroda Person 20 Psr. NB. Der eingehende Betrag wird hiesigen Atmen zugewendet. Achtungsvollst L. BSCHhIAVdGCLCT. ο * — E— Auflage 881, 000; das verbreitetste aller eutschen Blaͤtier überhaupt; außerdem er⸗ scheinen Uebersezungen in awölf fremden Sprach⸗e —— — Zur Anfertigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- graphie vorkon ⸗enden Die Modenwelt. llustrirte Zeitung für koilette und Handar⸗ ꝛeiten. Alle 14 Tage ine Nummer. Preit vierteljahrlich M. 1.25* 75 ar. Jaͤhrlich erscheinen 24 Rummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 e mit Be⸗ * schreibung, welche das WM E i V — B t i ¶ U E t 1 — zanze Gebiet der Garderobe und —X vorräthig; auch können dieselben mit iedem beliebigen Eindrnck * Da e eene gu sehen werden. IAee für Herren und bie Beu · und ischwäsche etc., wie die Handarbeiten in ihrem Ball- und Tanzkarten a 7 eilagen mit etwa nittmustern werden sofort angefertigt in der d alle der Garderobe und etwe F 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Buch und Steindruderei Juntftickerei, Ramens⸗Chiffren 1c. nt m — X. Demetz, ee jederzeit y 2 7 ei allen Buchhandlungen und Postanstalten. —— St. Inabert — — J3 und franes wye F Nie Erxpedition, Berlin Potsdamer Eir — —— Druck und Verlag von FX. X. Demetß in St. Inabert. — E Deuckarpeiten empfieslt sich dio Buch- un Steινναναrei F. X. Demet? — ——— at. Idebert. —— — — Hiezu für unfsere wosi⸗Abon * —, ια eäer— 88 — F n S F 33 5 43 — J J t *— —8 4 4 J 3 4 5 Ii 4 / * X — —* J J a h — X 1 — 1322 * * e— 2 2 3 —DV—0 pe — Anmtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. * St. Ingberter Anzeiter“ erscheint woͤchentlich füunfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit unterhaltungt · blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 78 —à, einschließlix —6 zustellungsgebuühhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auslunft ertheilt, 18 8, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. X 155. —1 Sonntag, 9. August 1888. J — 20. Jahrg· Politische Uebersicht. * der Kaiser von Oesterreich ist am yonnerstag Abend 6 Uhr in einem offenen vier⸗ zaͤnnigen Postwagen zum Besuche des Kaisers hilhelm in Gastein eingetroffen. Kaiser oseph trug die Uniform seines preußischen Kaiser⸗ zranz ⸗Garde⸗ Grenadier-Regiments Nr. 2 mit heneralgabzeichen, Band und Kette des Schwarzen⸗ Adlerordens, die Kaiserin einen grauen Reiseanzug nd schwarzen Hut. Eine dicht gedrängte Menge, vor welcher Feuerwehr und Bergleute Spalier bil deen, begrüßte die Ankommenden mit lauten Hoch— usen; die Musik spielte die österreichische Volks- ynne. Am Eingange des Straubinger'schen Gast⸗ aes begrüßte der Kardinal Fürst v. Fürstenberg zaz kaiserliche Paar. Darauf machte Graf Per⸗ honcher die Meldung; Kaiser und Kaiserin schritten Arm in Arm in das Badeschloß. Am Eingang npfing Kaiser Wilhelm in österreichischer Uniform ind mit dem Bande des Stephan ; Ordens geschmückt daß kaiserliche Paar, küßte der Kaiserin die Hand ind umarmie den Kaiser dreimal und führte so— dann die Kaiserin am Arme' hinauf. Nach etwa iner Viertelstunde verließ das kaiserliche Paar mer erneuten Hochrufen das Badeschloß und be⸗ — — ung des reich mit Flaggen, Kränzen und Laub— ewinden geschmückten Ortes wurde für den Abend zorbereitet. * In den innern Angelegenheiten Deutschlands mder am Mittwoch erfolgte Zusammentritt der donferenz der preußischen Bischöfe n der alten Bischofsstadt Fulda als das einzige emerkenswerthe Wochenereigniß zu verzeichnen. luf dem Gebiete der auswärtigen Politik traten nfolge der bekannten Artikel des Pariser , Temps“ ind der ,Nordd. Allg. Ztg.“ wieder einmal die deutschefranzösischer Beziehungen in den, Vorder— stund und konnte. man infolge der scharfen Aus— ofsungen des Berliner offiziösen Blattes in der cdhat glauben, das Verhältniß zwischen Deutschland und Frankreich sei plötzlich ein unsicheres, bedenk⸗ iches geworden; doch ist ein inzwischen nachgefolgter mderweitiger Artikel des ‚Temps“ geeignet, diese befürchtungen wieder zu zerstreuen und liegt auch villich kein Grund zu der Annahme vor, als ob ih in der letzten Zeit die Beziehungen zwischen eiden Staaten verschlechtert hätien. *In Oester reich wurde in der abgelaufenen Voche die politische Silualion nalüriich vollständig durchzdie Kaiserbegegnung in Gaftein beherrscht ind die Fragen der nineren Politik sind vor diesem vdeutungsvoflen Ereignisse einen Augenblick ver⸗ mnt,h:Selbst der leidige Nationalitätenzwist. et gerade in letzter Zeit durch die neuen czechischen jorderungen in der Bankfrage wieder mehr hervor⸗ wtrelen if, muß schweigen dor dem erhebenden uindruck den die in Gastein wiederum so markant tborgetretene persönliche Freundschaft der beiden zuiset von Oesterreich und Deutschland auf die reitesten Kreise der Bebölkerung des Kaiserstaates — und Czechen wie Polen, Slovenen und Awaten müssen es anerkennen, daß das Bündniß nit Deutschland, welches sich in der innigen Freund dast der deiden Monarchen am schönsten wider⸗ piegelt. es der habsburgischen Monarchie haupt⸗ win ermöglicht, ihr Gewicht im europäischen ionzert gehühtend zur Geltung'zu brinden. * Die lateinische Münz⸗Konferenz hat sich bis zum 1. Oktober vertagt, ohne zu einem Resultat gelangt zu sein. * In Spanien stock das politische Leben WRI zänzlich. Dieselbe hat sich jetzt so ziemlich über ganz Spanien verbreitet, auch in Madrid, wo sie zlsher in sehr milder Weise auftrat, hat die Seuche tötzlich einen bedrohlichen Charalter angenommen. Zönig Alfonso gedenkt demnächst eine abermalige steise nach den am meisten heimgesuchten Orten anzutreten und wird Saragossa als nächstes Reise⸗ iel genannt. — MÆ— * Das russische Kaiserpaar! bereißt Jegenwärtig Finnland, wo es von der Be— völkerung mit außerordentlichem Enthusiasmus em⸗ pfangen wird. Deutsches Reich. Berlin, 7. August. Kaiser Wilhelm wird n einigen Tagen seine Gasteiner Kur beenden und im 14. d. M. die Rückreise nach Berlin antreten. Lokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 8. August. Hatten wir uns auf Grund des den Künstlern vorausgegangenen Rufes durch das gestern Abend im Cafs6 Seiter tattgehäbte Konzert Reich mann einen seltenen nusikalischen Genuß versprochen, so müssen wir jeute gestehen, daß unsere hochgespannten Erwart⸗ ungen noch bedeutend übertroffen wurden. Der Vortrag des klassisch gewählten Programms war n allen Theilen ein so vorzüglicher, im höchsten Brade künstlerischer, wie wir solches zu hören hiet noch nicht Gelegenheit hatten. Da wurde jedes Instrument von Künstlerhand gespielt, für die es n technischer Beziehung keine Schwierigkeiten mehr ziht. Würdig wurde das Konzert mit der Cis⸗ Moll-Sonate von Beethoven, für Quintett arrangiert bon R. Reichmann eröffnet. Wir wollen nicht weiter auf den Vortrag der einzelnen Programm⸗ nummern eingehen, weisen vielmehr auf das in vor. Nummer an dieser Stelle wiedergegebene Ur— heil der „Kais. Ztg.“ über die Künstler hin mit dem Bemerken, daß wir dasselbe Wort für Wort unterschreibene Vollendeteres, sowohl. in dem wunderbar feinen Ensemble wie in den Solo⸗ Leistungen, wird selten zum Vortrage gebracht werden. Das war das einstimmige Urtheil sammt⸗ licher Zuhbrer, die ihre Anerkennung nach jeder Piéce durch reichen Beifall zum Ausdrucke brachten. Auf Verlangen werden die Künstler heute Abend n dem Lokale des Hrn. J. Weirich konzertiren. S. Ins.) — Der Pfalz · Saarbrücker Vezirksverein des Vereins deutsche Ingenieure veranstaltet am rächsten Sonntag den 9. d. einen Ausflug mit damen nach Münster a. St. und der Ebernburg. J Schnappach, 8. August. * Gestern Morgen ist auf der Grube Dudweiler wieder ein Brubenunglüd durch schlagende Wetter vorgelom⸗ men. Eine Anzahl Vergleute wurde dabei, die einigen nehr, die anderen weniger, verbrannt. Fünf da⸗ »on wurden in das Spital nach Sulzbach gebracht. ks wird aber an ihrem Auflommen stark gezweifelt. ꝙ Aus dem Bliesgau, 7. August. Einem Privatbriefe aus der Straubinger Gegend, der dornkammer Vayerns, entnehmen wir Folgendes: ,Die Ernte ist zur Hälfte eingebracht. Die Quan⸗ ität ist gut, die Qualität sehr qut. Auf sandigem Boden mit sonniger Lage stand jedoch nür wenig und sehr kurzes Getreide. Die Futternoth in der Umgegend ist groß. Herbstfutter wird eßs, wenn nicht bald ergiebiger Regen eintritt,: sehr wenig jeben. Es sind die trockenen Wiesen neben der Donau fast ganz ausgebrannt. Mit Bangen sehen »aher die Landleute einer Futternoth entgegen“. — Diese kurze Schilderung paßt so ziemlich auch auf ansere Verhaltnisse, hinzuzufügen wäre noch, daß ꝛs nach der reichen Blüthenpracht im Frühjahre, abgesehen von den Kirschen, eine nur spaäͤrliche Obst⸗ ernte gibt. Zwetschen fehlen günzlich. Von Aepfeln gedeihen nur spätere Sorten, besonders Siebenschläfer. MNBebelsheim, 7. August. Am Diens⸗ tag reiste Herr Weisang von Wittersheim, der zlückliche Gewinner des Haupitreffers der Kaisers⸗ auterer Lotterie, nebst 4 Verwandten und dem Agenten Diel nach München, um den Gewinn in Empfang zu nehmen: Dieselben kehrten gestern mit dem gewonnenen« Schatze innder ange⸗ nehmsten Stimmung zurück. 9*B æ 8 Habkirchew, 7. August. Zum Post⸗ expeditor hier wurde Herr Gastwirth Theobald ernannt und bereits beeidigt. Wie in Winersheim zeginnt auch hier der Dienft am 1. Otlober naͤchsthin. — Kaiserslautern, 7. Augufst. Zu den diesjeͤhrigen größeren Herbstübungen sei bemerkt, daß die Uebungen der 7. Jufanterie⸗Brigade in dem Terrain südöstlich von Kirchheimbolanden, auf dem Hungerberge und die Uebungen der 18. In⸗ fanterie⸗Brigade auf dem Galgenberg, bezw. der Schillezs⸗ und Truppacher Hoͤhe südlich Zweibrücken tattfinden. Für die fich hieranreihenden Detache⸗ mentsübungen wird die kombinirte 7. Brigade das Belande zwischen Rockenhausen⸗Altenglan und Katz⸗ weiler an der Lauter, die kombinirte 8. Brigade die Gegend zwischen Hornbach, Landstuhl und Waldfischbach benützen. Die Feldmandver der Division sollen zwischen Waldmohr, Katzweiler, Otterberg und Kaiserslautern, und das Mandver zegen den marlkirten Feind zwischen Otterberg und knkenbach ausgeführt werden. Jedes betheiligte Bürgermeisteramt hat soforf nach Anweisung der ustandigen Behörde in allen betheiligten Gemeinden ind Höfen bekannt machen zu lassen, daß die be⸗ eichneten Räume bis zum 21. August soweit nur rgend thunlich abgeerntet sein müssen. Die Ge⸗ neindeangehörigen sind zur Aberntung aufzufordern“ nit dem ausdrücklichen Beifügen, daß für verspä⸗ ete Einbringung der Ernte und dadurch entstehende Beschädigung der Frucht, wenn die Aberntung zu inem früheren Zeitpunkie möglich war, das Mili⸗ är · Aerar nicht aufkommen wird.' Die Wiederbe tellung muß ebenfalls entsprechend verschoben werden. — Aus Wien kommt die betrübende Nachricht, daß daselbst am 3d. M. unser berühmter Lands⸗ mann, der Professor an der dortigen Hochschule für Bodenkultur, Regierungsralh Dr. Philipp Zoller, im Alter von 82 Jahren gestorben ist. Zoller, jeboren 1833 zu Winnweiler, begann sein Ztudium an der Hochschule zu München. 1856 sabilitirte er sicht an deren staatswirthschaftlicher Fucultät; ein Jahr später wurde er Chemilker der andwirthschaftlichen Versuchsstation, als welcher er n nähere Beziehungen zu Liebig trat. 18600 vurde Zoller Adjunkt am pflanzenphysiologischen Institute, 1863 Professor an der Üniversitän, 1864 zrofessor der angewandten Chemie in Erlangen, 872 in Göttingen, 18783 außerordentlicher Pro⸗ essor der allgemeinen und Agriculturchemie an der rteugegaründeten Hochschnle für NMapnfulfur Wien. Zoller, der entschiedenste Vertreter der vissenschaftlichen Begründung der Bodenkultur im Sinne Liebigs, hat außer zahlreichen Abhandlungen in Zeitschriften mehrere Werle herausgegeben. gIn St. Alban wurde bei dem Wirth und Schneider Schäfer ein Einbruch derübt und eue Kleidungsftuücke und verschiedener Stoff zu solchen im Werih von 280 Mk. gestohlen. Von dem Thater ist bis jetzt noch keine Spur vorhanden. — gIn Landau wird übermorgen, Sonntag das neue Kriegerdenkmal enthüllt, werden.wobei die Geistlichen beider Konfessionen, sowie der frühere Vorftand des Vereins, jeßiger Ehrenpräsident des⸗ elben, Herr Landgerichtsrath H. Schneider, die Finweihung vollziehen werden. Reuftadti, 6. August. Das kgl. Mini⸗ sterium des Aeußern hat für die fich legitimirenden Theilnehmer an nachstehenden, im Monat August mattfindenden Versammlungen und Festen eine Ver⸗ sangerung der internen Relourbillele auf die bei⸗ Jesehte Zeit bewilligt; 1) Blindenlehrerkongreß in Amsterdam vom 1. bis 9. August; 2) General⸗ ersammlung des deutschen Geometervereins in Stungart vom 2. bis 12. August; 3) Regatta detß baherischen Ruderverbandes in Starnberg vom I3. bis 20. Angust und, 4) Katholikentag in Münster vom 80. August bis 6. September. SIn Neustadt haben saämmiliche 833, in Zweibrucken sammiliche 22 Gymnafialabiturienten, Vandau alle bis auf einen die Prüfung beftan⸗ den, ebenso in Speyer die vier Schüler, welche fich dem Abgangsexamen der k. Realschule unter⸗ sogen hatten. Jert f Der periodische Sternschnuppen⸗ fall des Monais August fällt in diesem Jahre auf die Nächte vom 7. auf 12. d. M. Die Um⸗ tande find zur Beobachtung desselben qünstia, da —e— 2 l Rachtwächterstelle in St. Ingbert. Fine der hiesigen Nachtwachterstellen st erledigt und soll bis 1. September zachsthin wieder beseßt werden. Sas Gehalt betraägt per Jahr 400 Mark.— Vewerbet haben ihre Gesuche bis zum 20. dso. Mis. dem unterf. Amte inzureichen. Su. Ingbert, den 8. August 1885. oxerueissterant: n rich. n 751 22 eyyig nach neuem patentiriem Systeme ber⸗ gestellt empfiehlt . Fery. Meinen dvorzuglichen Apfel-Wein erlaube ich mir, in empfehlende Er—⸗ — & bngeeh leber die Straße her Schoppen 16 Im Wirthslokale,18 pi —A E. Weirich. Meinen * 4* Tokayer Wein —V—— ei V. Fery. Agenten und Reisende verden für den Verkauf von Kaffee an Private gegen Firum und VPro⸗ pision gefucht. D J. M. Carl Held, hamburg, Grimm 22. Neue holländische Haàring an gros en detail M. der Mond am 7. August erst 2 Uhr Nachts und on da an jeden Abend um mehr als eine Stunde pater aufgeht. Die gänzliche Dunkelheit des Ost⸗ simmels wird uns daher von 10 Uhr Abends ab die Meteore hauptsächlich im östlichen Theil des dimmels erscheinen lassen. FVForbach, 3. August. Die Leiche des ungen Weber aus Saargemünd, der seine Geliebte m Spicherer Walde erschoß, wurde, nach einer Meldung des „Saarl. Journ.“, bei Saaralben aus ʒem Kanal gezogen, in welchem er den Tod ge⸗ ucht hat. — Mainz, 6. Augupst. Ein Taschendieb vurde gestern hier auf eine originelle Weise gefaßt. Schon seit mehreren Wochen nämlich wurden regel⸗ naßig auf dem Wochenmarkte Taschendiebstähle ver⸗ ibt, ohne daß es der Polizei trotz aller Bemüh⸗ ingen gelungen wäre, des Diebes habhaft zu wer⸗ en. Gestern sollte ex jedoch seinem Schichsale nich— ntgehen. Der Revier⸗Kommissarius der Markt⸗ olizei hatte angeordnet, daß der Marktplatz vom ritien Stochwerle mehrerer daran gelegenen Woh⸗ zungen durch mit — Operngläsern bewaffnete zchutzleute beobachtet werde, und in der That ge⸗ ang es dem Rottmeister, auf diese Weise wahrzu⸗ jehmen, wie ein 14jähriger Bursche einer Dame das Portemonnaie aus der Tasche eskamotirte. fVom Harz, 4. August. Am Donnerstag voriger Woche ist das Dorf Kussebode fast vollst indig niedergebrannt. Nach einer Mittheilung der „Kr.⸗ Ztg.“ sind im Ganzen 64 Gebäude zerstört. dnaben, die mit Streichhölzern spielten, sollen das Feuer veranlaßt haben. Stadt Wasserburg Gayern), 6. Aug. dier ist heute ein großer Brand ausgebrochen; 35 hauser sind bis jetzt habgebrannt. f Philadelphia, 4. August. In der Nähe hiefiger Stadt wüthete ein schrecklicher Wirbel⸗ turm über dem Flusse Delaware. Der obere The eines Vergnügungsdampfers wurde in den Fius geschleudert und der Lootse getödtet. Auch andere Fahrzeuge im Flusse erlitien Beschädigungen. Zahl. reiche Gebäude wurden hier und in Camben Rew Jersey, durch die Gewalt des Sturmes zerstört Der Sturm raste mit großer Heftigkeit an ver. schiedenen Punkten der Staaten New⸗Jersey, Penn⸗ ylvanien, Maryland und Deleware. So weit bie jetzt bekannt worden ist, haben 5 Personen dabei ihr )eben verloren, und etwa 100 andere wurden dei. letzt. Der angerichtete Schaden wird auf 1,000, 000 Dollars geschätzt. Fur die Redaltion verantwortlich: J. X. Demeß. * — * Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer „Waesland“, Kapitän eberweg, welcher am 25. Juli von Antwerpen abging, ist am 5. August wohlbehalten in New— HYork angekommen. eue Musik⸗ Zeitung““. Die neueß— Nummer dieses beliebten illustrirten Familienblatie Verlag von P. J. Tonger, Koln. Preis pr— Duartal 80 Pfg.) enthalt unter Anderem: „Hans hon Bülow“, Portrait und Biographie. — „Rein— nar der Fiedler“, Erzaͤhlung (Fr. Siking). — „Inkognito“, (Angelina Catalani), Skizze (C daas). — „Ein Stiefktind II“, (O. Neizel). — Christine Nilsson und die Königin von England' — „Dur und Moll“. — Aus dem Künstlerleben VBermischtes, Theater und Konzerte, Vakanzenlisten Briefkasten ꝛc. Gratisbeilagen: Franz Abt op. 615 Pr. 4 Der kluge Peter, „Der Peter saß im Sonnenschein“ Lied für 1 Singstimme und Klavier, und Leop Rietz, „Erinnerung an Temesbar', Salonstück füͤr Klavier. —XRXX erruy. Die Beleidigung, welche ich in der Beck'schen Wirthschaft gegen den Bergmamnn Adam Sommer gJemacht habe, nehme ich als unwahr zurück. Jons, Gehmidt. Landwehr-Verein. —AXX Sonntag 9. ds., Mittags *24 Uhr im Saale des Herrn Carl Horst SDer Vorstand. WSHeute Sounntag Vanilleo Lis. J. Rickel. Für Turner. —IILLLL das Vonr u e —38 TodesAnzeige. hei Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser liebes Kind Albert, Ziss Monate alt, heute Morgen 11 Uhr zu sich abzurufen. Si. Ingbert, den 7. August 1885. Die tieftrauernde Familie: Peter UnI. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. August nach der Vesper staft. Alle Farben trocken u. im Oel fertig zum Anstrich sowie Fußbodenöl und Lacke zilligst bei WP. FXern. 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von gerdt ranns kaiser⸗Zahnmasset à Fl. 60 Pf. und I00 pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann & Cie, Dres den. — Zu haben in 8t. Ingbert bei V. Fery, Droguenhandlung. Goncoert Réichmann. Auf Verlangen. D Heute Samstag, Abend 8 Uhr bei Herrn Joh. Weirich ꝛe Gecker'sche Brauerei Unterstadt.) Anna Reichmann, Concertsängetin und Viola. Robert Reichmann, Solo und Violine. Joseph Reichmaunn, Clarinette und II. Violine. Ludwig Reich ann Violoncells. Anton Reichmann. Baß. IJ 2 Neou. — Entrée nach Tchluß nach Belieben. iae⸗n vxar Schluk der 5. Piece nicht zu rauchen. Lederschmiere VB. eo eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thrau. Dieselbe erhält das Leder geschmei— dig, derhütet das Springen desselben sowie das Eindringen der Nasse. Au— herdem besigt die Schmiere die An— nehmlichkeit, daß man sofort darau wichsen ann.“I ppfo. Topf 80 Pf. ir Hfd. Topf 45 Pf. mePfd. Top 25 Pfg. in der Maleriaiwaarenhandlung P. Fery. und in der Verkaufsstelle für Schnapp⸗ hach bei Herru IJ. Lutz. rboöonzert. —— — — Sonntag, den 9. 53. Mis. nachmittags von *24 Uhr ab gibt der Anterzeichnete mit seinen icschülern im XVEXRVOXVRE — OnZTI —— wozu die Eltern und Angehörigen der Schüler, sowie Musikfreunde hoöflichs' eingeladen werden. Entrè A Person 20 Pfg. NB. Der eingehende Betrag wird hiesigen Armen zugewendet. Achtungsvollst L. BSCHIAVdT8ẽCKeT. dua e non F X. Demetz in Si Inqgb⸗ert —— —— Hierꝗu Iulustrirtes Zonntaaablatt Nr. 6. gt. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. derSt. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ an und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 & einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen L75 4, einschließli d ¶ Zustellanggebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalt 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrücung wird nur dreimalige berechnet. 155. Politische Uebersicht. der Kaiser von Oesterreich ist am nnerstag Abend 6 Uhr in einem offenen vier nigen Postwagen zum Besuche des Kaisers gilhselm in Gastein eingetroffen. Kaiser vseph wrug die Uniform seines preußischen Kaiser⸗ ranz ⸗ Garde⸗ Grenadier ⸗ Regiments Nr. 2 mit netaldabzeichen, Band und Kette des Schwarzen⸗ dlerordens, die Kaiserin einen grauen Reiseanzug ind schwarzen Hut. Eine dicht gedrängte Menge, or welcher Feuerwehr und Bergleute Spalier bil⸗ xeten, begrüßte die Ankommenden mit lauten Hoch⸗ ufen; die Musik spielte die österreichische Volks— inne. Am Eingange des Straubinger'schen Gaft⸗ wfes begrüßte der Kardinal Fürst v. Fürstenberg s kaiserliche Paar. Darauf machte Graf Per⸗ oncher die Meldung; Kaiser und Kaiserin schritten irm in Arm in das Badeschloß3. Am Eingang nnzfing Kaiser Wilhelm in österreichischer Uniform id mit dem Bande des Stephan ˖ Ordens geschmückt az kaiserliche Paar, küßte der Kaiserin die Hand ad umarmte den Kaiser dreimal und führte so⸗ ann die Kaiserin am Arme hinauf. Nach etwa iner Viertelstunde verließ das kaiserliche Paar tet etneuten Hochrufen das Badeschloß und be⸗ ab sich in den Gasthof. Eine großartige Beleuch⸗ ing des reich mit Flaggen, Kränzen und Laub⸗ wnden geschmückten Ortes wurde für den Abend vthereifet In den innern Angelegenheiten Deutschlands der am Mittwoch erfolgte Zusammentritt der onferenz der preußischen Bischöfe mder alten Bischofsstadt Fulda als das einzige vmerkenswerthe Wochenereigniß zu verzeichnen. luf dem Gebiete der auswärtigen Politik traten nsolge dec belannten Artikel des Pariser, Temps“ ind der „Nordd. Allg. Ztg.“ wieder einmal die eutschefranzösischen Beziehungen in den Vorder— und und konnte man infolge der scharfen Aus— jungen des Berliner offiziösen Blaites in der hat glauben, das Verhäliniß zwischen Deutschland nd Frankreich sei plötziich ein unsicheres, bedenk⸗ des geworden; doch ist ein inzwischen nachgefolgter wderweitiger Artikel des „Temps“ geeignei, diese dgürchtungen wieder zu zerstreuen und liegt auch uilich kein Grund zu der Annahme vor, als ot d in der lezten Zeit die Beziehungen zwischen xiden Staaten verschlechtert bällen In Oesterreich wurde in der abgelaufenen Loche die politische Siluation natüriich voll ständig und die Kaiserbegegnung in Gaftein behertschi nd die Fragen der inneren Politik sind vor diesem —X Ereignisse einen Augenblick ver— anmt. Selbst der leidige Nanonalitätenzwist, nerade in lehtet Zeit durch die neuen czechischen derungen in der Bankfrage wieder mehr hervor⸗ en is, muß schweigen vor dem erhebenden drud den die in Gasten wiederum so markani Worgetretene persönliche Freundschaft der beiden nise von Oesterreich und Deuischland auf die nieten Kreise der Bevölkerung des Kaiserstaates n und Czechen wie Polen, Slovenen und ren mussen eo anerkennen, daß das Bündniß Deutschland, welches sich in der innigen Freund⸗ t da beiden Monarchen am schönsten wider⸗ dr ies der habsburgischen Monarchie haupt · d ermsglicht, ihr Gewicht im europäischen X qgebübrend zur Geliung uu hringen Sonntag, 9. August 1885. 20. Jahrg. * Die lateinische Münz-Konferenz! hat fich bis zum 1. Oktober vertagt, ohne zu einem Resultat gelangt zu sein. Boden mit sonniger Lage stand jedoch nur wenig und sehr kurzes Getreide. Die Futternoth in der Umgegend ist groß. Herbstfutter wird eß, wenn nicht bald ergiebiger Regen eintritt, sehr wenig geben. Es find die trockenen Wiesen neben der Donau fafst ganz ausgebrannt. Mit Bangen sehen daher die Landleute einer Futternoth entgegen“. — Diese kurze Schilderung paßt so ziemlich auch auf unsere Verhältnisse, hinzuzufügen wäre noch, daß es nach der reichen Blüthenpracht im Frühjahre, abgesehen von den Kirschen, eine nur spärliche Obst⸗ ernte gibt. Zwetschen fehlen günzlich. Von Aepfeln gedeihen nur spätere Sorten, besonders Siebenschläfer. MNABebelsheim, 7. August. Am Diens⸗ tag reiste Herr Weisang von Wittersheim, der glückliche Gewinner des Haupitreffers der Kaisers⸗ lauterer Lotterie, nebst 4 Verwandten und dem Agenten Diel nach München, um den Gewinn in Empfang zu nehmen. Di eselben kehrten geftern mit dem gewonnenen Schatze in der ange⸗ nehmsten Stimmung zurück. 8 Habkirchen, 7. August. Zum Poft⸗ expeditor hier wurde Herr Gastwirth Theobald ernannt und bereits beeidigt. Wie in Wittereheim beginnt auch hier der Dienst am 1. Oktober nächsihin. — Kaiserslautern, 7. August. Zu den diesjaͤhrigen größeren Herbstübungen sei bemerkt, daß die Uebungen der 7. Infanterie⸗Brigade in dem Terrain südostlich von Kirchheimbolanden, auf dem Hungerberge und die Uebungen der 18. In⸗ anterie ⸗Brigade auf dem Galgenberg, bezw. der Schilles- und Truppacher Höhe südlich Zweibrücken ttattfinden. Für die sich hieranreihenden Detache⸗ mentsübungen wird die kombinirte 7. Brigade das Gelande zwischen Rockenhausen⸗Altenglan und Katz⸗ weiler an der Lauter, die kombinirie 8. Brigade die Gegend zwischen Hornbach, Landstuhl und Waldfischbach benützen. Die Feldmanöver der Division sollen zwischen Waldmohr, Kazweiler, Otterberg und Kaiserslautern und das Mandver gegen den markirten Feind zwischen Otterberg und Enkenbach ausgeführt werden. Jedes betheiligte Bürgermeisteramt hat sofort nach Anweisung der zustandigen Behörde in allen betheiligten Gemeinden und Höfen bekannt machen zu lassen, daß die be⸗ zeichnelen Räume bis zum 21. August soweit nur irgend thunlich abgeerntet sein müssen. Die Ge—⸗ meindeangehörigen sind zur Aberntung aufzufordern mit dem ausdrüclichen Beifügen, daß für verspä⸗ tete Einbringung der Ernte und dadurch entstehende Beschadigung der Frucht, wenn die Aberntung zu einem früheren Zeitpunkte moͤglich war, das MNiti⸗ lär⸗Aerar nicht auflommen wird. Die Wiederbe⸗ stellung muß ebenfalls entsprechend verschoben werden. — Aus Wien kommt die betrübende Nachrticht, daß daselbst am 3. d. M. unser berühmier Lands⸗ mann, der Professor an der dortigen Hochschule für Bodenkultur, Regierungsrath Dr. Philipp Zoller, im Alter von 52 Jahren gestorben ist. Zoller, geboren 1833 zu Winnweiler, begann sein Studium an der Hochschule zu München. 1856 Jabilitirte er sich an deren staatswirthschaftlicher Fucultät; ein Jahr später wurde er Chemiker der andwirthschaftlichen Versuchsstation, als welcher er nn nähere Beziehungen zu Liebig trat. 1860 vurde Zoͤller Adjunkt am pflanzenphysiologischen Institute, 1803 Professor an der Kniversität, 1864 Jrofessor der angewandten Chemie in Erlangen, 1872 in Göttingen, 1873 außerordentlicher Ptrro⸗ 'essor der allgemeinen und Agriculturchemie an de⸗ —XEE * In Spanien stockt das politische Leben uiter dem Einflusse der Cholera⸗-Epidemie fast Jänzlich. Dieselbe hat sich jetzt so ziemlich über janz Spanien verbreitet, auch in Madrid, wo sie zisher in sehr milder Weise auftrat, hat die Seuche olötzlich einen bedrohlichen Charakter angenommen donig Alfonso gedenkt demnächst eine abermalig Reise nach den am meisten heimgesuchten Orten mzutreten und wird Saragossa als nächstes Reise⸗ ziel genannt. o α«— —— *Das russische Kaiserpaar bereist gegenwärtig Finnland, wo es von der Be— dölkerung mit außerordentlichem Enthusiasmus em⸗ pfangen wird. Deutsches dieich. Berlin, 7. August. Kaiser Wilhelm wird in einigen Tagen seine Gasteiner Kur beenden und im 14. d. M. die Rückreise nach Berlin antreten Lokale und pfälzische Nachrichten. 2 St. Ingbert, 8. August. Hatten wir uns auf Grund des den Künstlern vorausgegangenen Rufes durch das gestern Abend im Café Seiter tattgehabte Konzert Reich mann einen seltenen musikalischen Genuß versprochen, so müssen wir heute gestehen, daß unsere hochgespannten Erwart— ungen noch bedeutend übertroffen wurden. Der Vortrag des klassisch gewaählten Programms war in allen Theilen ein so vorzüglicher, im höchsten Brade künstlerischer, wie wir solches zu hören hier zoch nicht Gelegenheit hatten. Da wurde jedes Instrument von Künstlerhand gespielt, für die es in technischer Beziehung keine Schwierigkeiten mehr siht. Würdig wurde das Konzert mit der Cis— Moll⸗Sonate von Beethoven, für Quintett arrangiert yon R. Reichmann eröffnet. Wir wollen nicht veiter auf den Vortrag der einzelnen Programm— uumnmern eingehen, weisen vielmehr auf das in vor. Nummer an dieser Stelle wiedergegebene Ur heil der „Kais. Ztg.“ über die Künstler hin mil dem Bemerken, daß wir dasselbe Wort für Wor' interschreiben. Vollendeteres, sowohl in dem wunderbar feinen Ensemble wie in den Solo⸗ Leistungen, wird selten zum Vortrage gebrach' werden. Das war das einstimmige Urtheil saͤmmt licher Zuhdrer, die ihre Anerlennung nach jeder Piéce durch reichen Beifall zum Ausdrucke brachten Auf Verlangen werden die Künstler heute Abend in dem Lokale des Hrn. J. Weirich konzertiren. S. Ins.) — Der Pfalz · Saarbrücker Vezirksverein des Vereins deutscher Ingenieure veranstaltet am nächsten Sonntag den 9. d. einen Ausflug mit Damen nach Münster a. St. und der Ebernburg [JI Schnappach, 8. August. Gestern Morgen ist auf der Grube Dudweiler wieder ein Grubenunglück durch schlagende Wetter vorgelom⸗ men. Eine Anzahl Bergleute wurde dabei, die einigen mehr, die anderen weniger, verbrannt. Fünf da— zon wurden in das Spital nach Sulzbach gebracht xs wird aber an ihrem Aufkommen siark gezweifelt. 2 Aus dem Bliesgau, 7. August. Einem Irivatbriefe aus der Straubinger Gegend, der dornkammer Bayerns, entnehmen wir Folgendes „Die Ernte ist zur Halfte eingebracht. Die Ouan ift b ant di⸗e Ounfliftat sohr auf Mub sandinen Wien. Zoller, der entschiedenste Vertreter der wissenschaftlichen Begründung der Bodenkultur im Sinne Viebigs, hat außer zahlreichen Abhandlungen in Zeitschriften mehrere Werke herausgegeben. In St. Alban wurde bei dem Wirth und Schneider Schäfer Rein Einbruch verübt und neue Kleidungsstücken und verschiedener. Stoff zu solchen im Werth von 250 Mt. gestohlen. Von dem Thäter ist bis jetzi noch keine Spur vorhanden. O'In Landan, wird übermorgen, Sonntag das neue Kriegerdenkmal enthüllte werden, wobe die Geistlichen beider Konfessionen, sowie der frühere Vorstand des Vereins,— jetziger⸗ Ehrenprasident des selben, Hert VLandgerichtoͤraih H. Schneider, die Einweihung vollziehen werden. DRoeustadt, 6. August: Das kgle Mini⸗ fterium des Aeußern hat für die sich legitimirenden Theilnehmer an nachstehenden, im Monat Auguff ftattfindenden Versammlungen und Festen eine Ver⸗ jangerung der internen Relourbillele auf die bei— desehle Zeit bewilligt 1) Blindenlehrerkongreß in Amfterdam vom 1. bis 9. August; 2) General⸗ bersammlung des deutschen Geometervereins in Stuttgart vom 2. bis 183. August; 3) Regatta deß bayerischen Ruderverbandes in Starnberg vom i3. vis 20. August und 4) Katholikentag in Münster vom 30. August bis 6. September. In Neustadt haben sämmtliche 33, in Zweibrücken sämmtliche 22 Gymnasialabiturienten, VLandau alle bis auf einen die Prüfung beftan ⸗ den, ebenso in Speyer die vier Schüler, welche iich dem Abgangsexamen der k. Realschule unter⸗ zogen hatten. vBermisc .Der periodische Sternschnuppen- fall des Monats August. fällt in diesem Jahre auf die Nächte vom 7. auf 12. d. M.“Die Um— qände sind zur Beobachtung desselben aünstie doa — 77 1 Nachtwächterstelle 2 * J in St. Ingbert. Eine der hiesigen Nachtiwöchtersteller st erledigt und soll bis 1. Septeinber nachsthin wieder besetzk werden. Das Gehalt bveträgt per Jahr 400 Mark. — Bewerber haben ihre Gesuche bis zjum 20. da. Mtis. dem unterf. Amte inzureichen. A St. Ingbert, den 8. August 1885 das Bürgermeissteramt: deinrich. der Mond am 7. August erst 2 Uhr Nachts und bon da an jeden Abend um mehr als eine Stunde päter aufgeht. Die gänzliche Dunkelheit des Ost⸗ immels wird uns daher von 10 Uhr Abends ab je Meteore hauptsächlich im östlichen Theil des dimmels erscheinen lassen. — 4 Forbach, 3. August. Die Leiche“ des ungen Weber aus Saargemuünd, der seine Geliebte m Spicherer Walde erschoß, wurde, nach einer Meldung des „Saarl, Journ-“, bei Saaralben aus dem Kanal. gezogen / »in welchem erden Tod ge⸗ sucht hat. — Mainz; 6. August. —EinTaschendieb vurde gestern hier auf eine originelle Weise gefaßt. 3. 77— 3*. — Schon seit mehreren Wochen nämlich wurden regel - vur die Revahien Werihe s. x. Dewe naßig auf dem Wochenmarkte Taschendiebstähle ver ⸗ Schiffsbericht der Red Star Line ibt, ohne daß es der Polizeitrotz aller Bemüh⸗Nitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. —* ungen gelungen wäre, des Diebes habhaft zu wer⸗ Der kgl. Postdampfer „Waesland“, Kapitän ʒen Gestern sollte er jedoch seinem Schicksale nicht leberweg, welcher am 25. Juli von Antwerper entgehen. Der Revier-Koinmissarius der Markt. ibging, ist am 5. Auaust woblbekalten in New— »olizei hatte angeordnet, daß det Markiplatz vom york ang m— dritien Stockwerie mehrerer daran gelegenen Woh—⸗ — 5 dDie neu nungen durch mit —, pernalasern brwaninete Rumtner dieses —2* Aunt han Schutzleute beobachtet werde, und in der That ge⸗ Verlag von P. J. Toner, Koim Preie lang es dem Rottmeister. auf diese Weise wahrzu · Zuartal 80 Pfgy enthalt unter Auderem, diꝑ nehmen, wie ein 14jähriger Bursche einer Dame Fon Bülow'; Muurau und viegraphi⸗ * m das Portemonnaie aus der Tasche eskamotirte, nar der dFiebler⸗, Erzahlung Ge inne ein⸗ f Vom H arz, 4. August. Am Donnerstag Inkognito“, (Angelina Catalani), Skizze (C voriger Woche ist das Dorf Kussebode fast vollst indig aas). — „Ein Stiefkind II“, (O. Neizzel). * niedergebrannt. Nach einer Mittheilung der „Kr. Christine Nilsson und die Königin von England', Ztg.“ sind im Ganzen 64 Gebäude zerstört. — „Dur und Moll“. — Aus dem Künstlerlehen Zaben, die mil Sireichholzern spielten, sollen das Vermifchtes, Thealer und Konzerte, Vakangenlifen— Feuer veranlaßt haben. — Zriefkasien ⁊c. F Stadt Wasserburg Gahyern), 6. Aug. Gratisbeilagen: Franz Abt op. 615 Pr. 4. Hier ist heute ein großer Brand ausgebrochen; 385. Der kluge Peter, „Der Peter saß im Sonnenschein“, Hauser sind bis jetzt habgebrannt. died füt 1 Singstimme und Klavier, und Leop 1 Phitadelphisa, 4. August. In der Rietz, „Erinnerung an Temesbar', Salonstück für Mähe hiefiger Stadt wüthete ein schrecklicher Wirbel⸗ Klavier. — Heute Sonntag Landwehr-Verein. 33 J turm über dem Flusse Delaware. Der obere Theu rines Vergnügungsdampfers wurde in den diu geschleudert und der Lootse getödtet. Auch ander Fahrzeuge im Flusse erlitten Beschädigungen. Zahl— reiche Gebäude wurden hier und in Camben Rebo. Jersey, durch die Gewalt des Sturmes zerstoöͤct. Der Sturm raste mit großer Heftigkeit an ver chiedenen Punkten der Staaten New⸗Jersey, Penn⸗ ylvanien, Maryland und Deleware. So weit biß setzt bekanut worden ist, haben 5 Personen dabei ihr rechen verloren, und etwa 100 andere wurden vei— etzit. Der angerichtete Schaden wird auf 1,000, 000 dollars geschätzt. Siderruf. Die Beleidigung, welche ich in der Beck'schen Wirthschaft gegen den Bergmann Adam Sommer Jemacht habe, nehme ich als unwahr zurück. .. n Jos. Sehmũdt. Generalversammlung Sonntag 9. ds., Mittags *24 Uhr. im Saale des Herrn Carl Horst. Der Vorstand. Für Turner. IILL JIIIIE — J. Rickel. — —— Todes-⸗Anzeige. hei Gott dem Allmächligen hat es gefallen, unser liebes Kind Alhert, Zijz Monate alt, heute Morgen 11 Uhr zu sich abzurufen. St. Ingbert, den 7. August 1888. Die tieftrauernde Familie: BPetec UhI. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. August nach der Vesper statt. Alle Farben srocken u. im Oel fertig zum Anstriv sowie Fußbodenöl und Lacke 3222 Wernefssig nach neuem patentirtem Systeme her— gestellt empfiehlt P. Fery. Neinen vorzuglichen Apfoel-Woein erläube ich mir, in empfehlende Er— innerung zu bringen.“ Ueber die Straße per Schoppen 16 Pfg Im Wirthslokalt185 E. Weirich. Meinen Tokayer Wein in Fl. à 78 pᷣfg., 1,60 Mk.u. 8 Mi Agenten und Reisende werden für den Verkauf von Kaffee an Private gegen Firum und Pro vision gesucht. M. Carl Held, oamurg gunn ee Neue holländische en gros & en detail Ip IXXVCE 1000 Mark zahlen wir dem, der beun Gebrauch von Holdmanns Kaiser⸗ Zahnmasset à FI. 60 Pf. und 100 Pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann 6 Cie, Dres den. — Zu haben in 8t. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. CGoncert Réichmann. ⸗S Auf Verlangen. Heute Samstag, Abend 8 Uhr bei Herrn Joh. Wei rich EGecder'sche Brauerei Unterstadt) Anna Reichmann, Concertsängetin und Viola. Robert Reichmann, Solo und —— Ludwig Reich maun. Violoncello. Anton Reichmann. Baß. FoFII. — Entrée nach Cclußß nach Belieben. Zird peßeten. vor E* der 6. Piece nicht zu rauchen. Lederschmiere NMNB.“ eigenes Fabrilkai bedeutend besser als Thranu. Dieselbe erhält das Leder geschmer zig, derhütet das Springen desselhen owie das Eindringen der Nässe. Au⸗ erdem besiht die Schmiere die An— zehmlichkeit, daß man sofort darauf vpichfen kann. i Pfd. Topf 80 PPh ijn Pfd. Topf 465 Pf., l Pfd. Top —A — — und in der Vertoufsstelle fur Schnapp⸗ bach bei Herrn J. Lutz. Sonntag, den Y. dẽ. Mis. nachmittags von 124 Uhr ab gibt der Anterzeichnete mit seinen Musikschülern im Raumennꝰ'saeenn Sanle eir 7 — Onzer — wozu die Eltern und Angehörigen der Schüler, sowie Musikfreunde höflich eingeladen werden. —1 Entrè à Person 20 Pig. NB. Der eingehende Betrag wird hiesigen Armen zugewendet. Achtuugsvollst L. SChIMVAdœÆOñACOæLæT. Druck und Rersan von F.X. Demetß in St. Inabert e—— geSHierzu „Illustrirtes Sonmaagsblau Rr. 6. xt. Junberter Amzeiger. Amiliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungb⸗ Aau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 ⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließli 04 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum vetragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außerpfälzischen und lolchen quf velche die Erpedinion Auskunft ertheilt, 13 8, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrncung wird nur dreimalige berechnet. Montag, 10. August 1888. — 20. Jahrg. 26 dhaand, und als der Wagen sich langsam in Be⸗ Politische Uebersicht. decgung sehte, reichte ihm die Kaiserin nochmals „J0 Nachdem nunmehr die Gastsiner Be⸗ die Hand, die der Kaiser abermals kußte. Als der nung Kaiser Wilhelms mit Kaiser Franz Wagen den Blicken des Kaisers entschwunden war, Hit wieder der Vergangenhen ongehoöͤrt. szieht die behrte Letzterer ins Badeschloß zurüd. Den Herren erstehende Zusam menkunf dwischen dem des österreichischen Gefolges find von Kaiser Wil⸗ serreichischen und dem r ussischen helm Auszeichnungen verliehen worden, die dieselben derrscher die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. zereits zu dem heuti jen Diner angelegt hatten. heseide findet beianntlich in der zweiten Hälfie Der gestrige Abendspaziergang des Kaisers unter⸗ ses Nonotz in dem mahrischen Landstädtchen lieb wegen starken Regens. Den Thee nahm der insice sau, welches somm durch das in seinen dohe Herr bei der Grafin Lehndorff ein. Auch en bevorftehende Ereignikß urpiotzuich aus seinem die heutige Morgenpromenade jetzte der Kaifer ssherigen stillen Dasein heraustritt. Bereits wer⸗ vwegen des andauernden Regenwelters aus. Zur nstremfier die ndihigen Vorbereitungen ge⸗ Tafel sind heute keine Einladungen ergangen .· roffen; die dortigen Hotels sind von einem Beamsen Berlin, 8. August. Die Meldungen der Wiener Obersthofmeister · Amtes fur die Zeit Repubi. Frangaise“ über ein angebliches englisch⸗ n Iz. dis zum 30. Auguft gemiethet und die Vinesisches Offenfiv und Defensivbündnißz werden jenobirungsarbeiten im dorligen fürstbischöflichen un unierrichteten Kreisen durchaus bezweifelt. zchlosse, wo jedenfalls die Besprechungen zwischen Berlin, 8. August. Der Komodore Iuey beiden Kaisern und den sie begleiltenden Mini. st am 7. August mit den Krenzerfregatten „Stosch“, n dor sich gehen werden, find nahezu vollendet -Gneisenau“. „Elisabeth“ Prinz Adalbert. so· doch im Laufe dieser Woche wird ein Infanterie · wie dem Tenderschiff Ehrenfeid? vor Zanzibar segiment in Kremsier erwartet und soll dasselbe in eingetroffen. sen Baulichkeiten der Reitschule einquartirt werden. da das rusfische Kaiserpaar für den 24. Augusi Kiew erwarlet wird, so durfte, die Zusanmen⸗ wnft in Kremsier noch einige Taͤge ·vor⸗ diesem Termine stattfinden. Czar Alexander, welcher zur zeit mit seiner Gemahlin in Finnland weilt, wird ich, wie man dernimmt, von Helfingfors zunächfl ach Warschan— und dannnach Kremsier begeben, on wo aus die russischen Majestaten die Weiter⸗ eise nach Südrußland und Kiew fortsetzen. Herr 1. Giers, der russische Minister des Auswäaͤrtigen, velcher in voriger Woche zur Kur in Franzensbad eingetroffen ist, sowie Graf Kalnoky, der Leiter der uugwärtigen Angelegenheiten Oesterreich -Ungarns, und Ministerpräsident Graf Taaffe werden nach den bisherigen Dispositionen in Kremfier mit anwesend ein und dieser Umstand allein deutet schon auf den zochpolitischen Charakier der Zusammenkunft zwischen daiser Franz Josef und Kaiser Alexander III. hin. afghanischen Frage. — „Daily News? erfährt, der Schriftwechsel über ein Schiedsgericht bezüglich Pendjehs sei seit dem Amtsantritt des Tory ˖ Cabi⸗ nets nicht fortgesetzt worden; im Auswaärtigen Amte werde die Angelegenheit durch die schweigende haliung der beiden Regierungen als fallen gelassen detrachtet. — Petersburg, 8. August. Das „Journal de St. Petersbourg“ schreibt: Die „Wiener Abend— post“ hat vollkommen recht, wenn fie die Regel— mäßigkeit und die gegenwärtige Wiederkehr der Begegnungen des deutschen Kaisers mit dem Kaiser von Oesterreich nicht nur als Beweis für die innigen Beziehungen beider Kaiserreiche zu einander, sondern auch als Anzeichen der Bürgschaft für den allge⸗ meinen Frieden feiert. Lokale und pfälzische Nachrichten. * Si. Ingbert, 10. August. Das am Samstag Abend im Lokale des Hrn. Joh. Weirich statitgehabte Konzert Reichmann war recht gut besucht. Auch hier bewiesen die Konzertierenden aufs Glänzendste ihre Künstlerschaft und fanden reichen Beifas, In ααt 0. Augun. Wies wir hören, wurden Herrn Maurermeister Pfleger von hier; seitensdej Firma Wohlgemutheu. Beer die Erd⸗ uͤnd Manrerarbeiten zu der von genannter Firma hier zu erbauenden stunstwollspinnerei übertragen. Es wird dieser Tage schon mit den Erdarbeiten begonnen werden. — Bekanntlich hat auch Herr Pfleger die Erd und Maurerarbeiten bei dem Baue der Spinnerei der Firma Schuleru. Schmid ͤbernommen und ist hier bereits fleißig mit den Fundamentarbeiten beschaftigt. In besonderer Gunsi Fortunas scheint der Schreinermeister Joh. Asst von Ensheim zu stehen. Derselbe hatte sich zum Verkaufe 40 Loose der Zaiserslauterer Kirchendaulotterie kommen lassen, und siehe da! sämmiliche Loose, nebst den 4 Freiloosen haben gewonnen; freilich keine Tausende, sondern nur Bettage von 8 bis 20 Mark. Aber auch das war den Besitzern schon genug und darf gewiß als Seltenheit angeführt werden. M Niederwürzbach, 9. August. Gestern Morgen früh 6 Uhr wurden die Bewohner unseres Ortes wieder einmal durch Feneralarm er⸗ jschrecht. Die mit Heu angefüllte Scheune des Herrn Joh. Degel stand in Flammen, und ist der Dach⸗ stuhl des Gebäudes auch gänzlich niedergebrannt. Wie der Brand entistanden ist, konnte bis jetzt nicht festgeflellt werden. Dem Vernehmen nach hat Degel versichert. — Sammtliche 22 Absolventen des Gymnasi⸗ uims zu Zweibrücdken haben die Absolütorial⸗ prüfung bestanden. Am Freitag Abend feierten dieselben im Zweibrücker⸗Hof⸗Saale ihren Abschieds⸗ kommers. — Kaiserslautern, 7. Aug. Im Laufe des gestrigen Tages wurde in der Wohnung des Herrn Prof. Winter an der Fruchthalle ein größerer Belddiebstahl entdeckt. Eine Kassetie mit Inhall etwa 1200 Mark) wurde aus einer offenen Schub⸗ ade entwendet. Eine Spur des Thaters ist nicht horhanden. — Albersweiler, 8. Augufst. Wie ein dauffeuer flog gestern Nachmittag die Kunde von einem furchtbaren Verbrechen durch unsern Ort. In einem Wingert in der unmittelbaren Nähe des Kirchhofes war die schrecklich vernümmelte Leich⸗ J Atzee Gaftein, 7. Augusi. Der Verlet en Kaiser Wilheum und dem osterreichischen Kalferpaaure ijt ein herzlicher und ungezwungener deute nach der Rüdkehr vom Spaziergange machte aiser Wilhelm dem österreichischen Kaiserpaare im Hotel Straubinger Besuch. Der Kaiser vor Desterreich trat dem deutschen Kaiser entgegen und begrüßte ihn herzlich mit den von den Umstehenden gehörten lauten Worten: Ich bin desparat, daß du dich zu mir herauf bemühst, ich war eben im Begriff. zu dir zu kommen.“ Die spatere Tafel war reich mit Schaustüceen aus der Berliner Silber⸗ tammer geschmüdt: die sogenannten Breslauer Silberschalen rugen reichen Blumenschmuck, in der Mitte prangt die Warwidvase aus getriebenem Silber. Man speiste von silbernem Tischgeräth waͤhrend der Tafel war Konzert und Kurmusik auf der Terrasse. — Gegen 58*/ Uhr erfolgte die Ab reise der oͤsterreichischen Majeßäten. Kaiser Wilhelm berabschiedete fich von denselben in der gleichen herzlichen Weise, in der gestern die erste Begrüßung tattgefunden hatte. F Innsbruck, 8. August. Der Kaiser Franz Joseph ist um Mitternacht hier eingetroffen. Bruͤfsel, 8. August. Die „Independanc⸗ Belge“ verdffentlicht eine Unterredung ihres Bericht erstatters mit De. Allard, Arzt der Internationalen Afsociation Congo, welcher nach dreijahrigem Aufenthalt am Congo nach Brüssel zuruͤdgekehr! ist. Allard bezeichnet in bestimmtester Weise die Rachrichten verschiedener Jeitungen über den Auf . stand der Eingeborenen am Congo und die Jer— doͤrung mehrerer Stationen der Affociation am Fongo als unrichtig. Die Niederlassungen befänder sich alle in blühendem Zustande. Ebenso stell: Allard in Abrede, daß unter den Europäͤern großt Sterblichkeit herrsche und das Klima unerträglich sei Haag, 8. Äugust. Der französisch⸗holländische handelsveritag ist heute ratifizirt worden und wird alsbald in Wirksamkeit gesetzt. Kopenhagen, 8. August. Der Konig und die Konigin sind heute Nachmittag nach Rumpen⸗ heim abgereist. London, 8. August. Die ‚Morning Post“ erfährt, die neuesten Depeschen dvon Giers seien höchft versöhnlich und erdffnen die Aussicht au cine moglicherweise unverzügliche Loͤsung der Die „Republique Française“ kündigt mit vielen einzelheiten an, daß England mit China die grundlage zu einem Schutz- und Truzzbündnisse jegen Rußland geordnet babe. Deutsches Reich. Berlin, 8. August. Aus Gastein wird —RVVVV gestern Nachmittag wenige Minuten vor 5 Uhr von der Hoftafel bei Kaiser Wilhelm zuzüch; Kaiser Franz Joseph die Kaiserin führend. Hofmarschall Btraf Perponcher begleitete dieselben bis an den zuß der von der Badeschloß⸗Terrasse herabführen ⸗ ven Treppe. Bald darauf kam Kaiser Wilhelm m oͤsterreichischer Uniform, gefolgt von der ge⸗ ammten Suite, die Treppe herab, schritt über den Straubinger Platz und begab sich in die Apparte⸗ dents der öͤsterreichischen Majestäten im Hotel Straubinger. Nach wenigen Minuten kam Kaiser Wilhelm, die Kaiserin Elisabeth am Arm führend, die Treppe des Hotels herunter, hinter ihnen Kaiser hranz Joseph in österreichischer Generalsuniform saiset Wilheim geleilete die Kaiserin bis an den Wogenschlag der bereit stehenden vierspaͤnnigen ioftlutsche. Beide Kaiser umarmten und kußien ddreimal hetzlich, wahrend die Bevölkerung und ue Badegaste wahrhaft begeisterte Hochrufe aus Rachten. Der Kaiserin küßte Kaiser Wilhelm die der Wittwe Scherr Jlaufgefunden worden und bald derbreitete sich die Nachricht, daß der eigene Sohn derselben den Mord begangen hatte. Ueber den Thatverhalt erfuhr ich Folgendes: Die Wittwe Scherr war mit einigen anderen Personen in ihrem Wingert beschaftigt; um die Mittagszeit gingen die letzteren nach Hause und Frau Scherr blieb allein dort zurück. Bald fand sich ihr Sohn, der seit längerer Zeit mit seiner Mutter nicht gut steht, dort ein und es entspann sich ein Wortwechsel, der schließlich in Thätlichkeiten überging. Scherr schlug mit einer Breithaue auf· seine ·Mutter los und brachte ihr damit. sowie mit einem Sesel schwere Hieb⸗ und Schnitiwunden so lange bei, bis die Frau todt war. Hierauf derfügte fich Scherr in sein Kosthaus und erzählte, daß er soeben seine Mutter umgebracht habe; dann zog er sich bessere Kleider an und verfügte sich nach Landau, um sich selbst dem Gerichte zu stellen. Scherr ist ein ziemlich brutaler Mensch; er hat früher schon den Grabstein seines eigenen Vaters demolitt. Ob er vollständig zurechnungsfähig ist, werden die Gerichtt zu untersuchen haben. Zur Aufnahme des That⸗ bestandes war gestern das Untersuchungsgericht von Annweiler hier. Mach einer Mittheilung der „Pf. Pr.“ über das gräßliche Verbrechen habe sich der Morder dem Gerichte in Landau unter Vor⸗ zeigung seiner von ihm selbst geschriebenen Biographie die die Ueberschrift truge „eine Seltenheit aber Thatfache“, gestellt.) — Dem „L. A.“ wird geschrieben:“ Nur noch eine Spanne Zeit und der Termin für die Anmel⸗ dung zur Pfälzer Kriegersterbekasse ohne ärzt⸗ liche Untersuchung, sowie ohne hohe Eintrittsgebühr und ein bestimmies Alter ist vorüber. Mit dem 15. August ist eine Aufnahmegebühr von 3 bis 10 Mte. festgesetzt und können Krieger von mehr als 45 Jahren nicht mehr Aufnahme finden. Da jedoch der Aufzunehmende dem Verband der Pfaäͤlzer Zampfgenossenschaft angehören muß, so wäre zru wünschen, daß sich die noch im Rücstande befind⸗ lichen Vereine dem großen Ganzen anschließen mögen damit den betreffenden Mitgliedern der Beitritt zur Sterbekasse ermoͤglicht ist und bei Todesfallen manche Thräne getrocknet werden kann. — Reustadt, 8. August. Infolge Miß⸗ helligkeiten, welche nach dem Schießhausbrande ent— ttanden sind, haben der Kommandant und die übrigen Fuͤhrer der hiesigen Feuerwehr ihre Stellen nieder gelegt. — Speyer, 6. Augufi. Sonntag, 16 August ertheilen Seine Bischöfliche Gnaden folgen⸗ den Herren Diakonen des Klerikalseminars dahier im Dom die hl. Priesterweihe: 1. Johannes Boh' nert aus Stockborn, 2. Jakob Didion aus Contwig 3. Heinrich Endres aus Speyer, 4. Leopold Her— mann aus Studernheim, 5. Nikolaus Jung aus St. Ingbert, 6. Franz Xaver Keßler aus harsberg, 7. Jalob Peter aus Landstuhl, 8. Au⸗ Iustin⸗Schn ei der aus St. Ju gbert,ns Fridolin Schuler aus Boruheim, 10.. Johannes Stutzinger us Landfluhl .·. Speyer, 7. August. Der Herr Bischos b. Ehrler ist gestern in bestem Wohlsein wieder hier eingetroffen. Bermischtes. FSaarbrücken, 7. August. In der heutigen vierten Ferien ⸗Sitzung der Strafkammer bes hiesigen Königl. Landgerichts wurde gegen 1) den“ penionirten Bergmann Nikolaus Hs, jetzt Kol⸗ horteur zu Elversberg. 2) den Redakteur der Saar⸗ jeitung Jakob Knzu Saarlouis und 3) den Re— hdakteut des Neunkircher Tageblatis, Johann Wr ju Neunkirchen, verhandelt, wegen der Beschuldigung, jegen Hs, daß er den ca. 3 Wochen nach dem ramphaufener Gruben ⸗Unglück in der Saarzeitung nthalienen Korrespondenz⸗ Artilel verfaßt habe vorin er Beamte und Verwaltung in Betreff des Brubenbetriebs angriff und schwer beleidigte durch den Vorwurf, daß sie nach einem falschen System den Betrieb leiteten, daß der Lohn der Bergleute ich auf täglich 180 Mi. bei 10stündiger Arbeit herechne, daß dieselben verhindert würden, ihre Be⸗ chwerden höheren Beamten vorzutragen, und der—⸗ sleichen mehr; gegen Kn, daß er wissentlich diesen aufregenden Artikel in dem von ihm aeleiteter Blatte als verantwortlicher Redalteur aufgenomm und gegen Wr, daß er ebenso denselben Neunlircher Tageblatt übernommen habe. —* 7stündiger Verhandlung erklärte der Geri— an ammtliche Angellagte dieser ihnen zur Last gele dandlungen für überführt, den ersteren jedoch n seine Verhältnisse am wenigsten strafbar, und un urtheilte ꝛc. Hs zu 6 Wochen, ꝛc. Kn. * Monaten und ꝛc. Wr zu 2 Monaten Gefaängniß und gab den angegriffenen Veamten die Befuann den-Tenor des Urtheils nach eingetretener Rechn kraft in der Saarbrücer- und Saar⸗ Zeitung song im Neunkircher Tageblatt publiziren zu lassen 7 München, 6. August. (Gofdienst.)gh Stelle des Herrn Hofsekretär Greßer soll S. Moa jestat den Schloßberwalter vom Schloß Herten. CThiemsee! hereits designirt haben, wie uns dis guter Quelle mitgetheilt wir. f* Die Cholera -Epidem ie in Spanien trägt einen ungemein heftigen Charakter, wovon di Jahl der taglichen Erkrankungen und Todesfall ein leider nur zu beredtes Zeugniß ablegt. S— wurden beispielsweise am 5. August 41183 Gr. krankungen und 1668 Todesfälle an Cholera offi⸗ ziell gemeldet; diese Ziffern umfassen aber nur 17 Probinzen, da aber die Epidemie fast das ganz Zönigreich ergriffen hat, fo stellt sich die Zahi de räglichen Erkrankungen und Todesfälle an der Tholera jedenfalls noch weit höher. Namentli chwer heimgesucht wird gegenwärtig die Provin, Harcelona, während in den Vrovinzen Murcia und Balengia die Seuche nahezu erloschen ist. Belgrad, 7. August. Der serbische De— putirte Jacowlevitz ist am 5. August in Berine Kreis Rudnik) von Räubern in bosnischer und mon enegrinischer Tracht überfallen und ermordet worden F GWirbelsturm.) Aus Newyork, 5. Auguf wird berichtet: Der durch den Wirbelsturm am Montag in Philadelphia und Camden angerichtet— A Sechs Personen kamen dabei um's Leben und 9 wurden verletzt. Axr Nedaktion verantwortlich: F. X. Demeß Fur urner. —II3„iIIIL das Paar zu 2,80 Marl bei Schubbandler ERaur. En gut erhaltenes Hausthor und ein großes Ladenfensfter verkauft Schreiner Molf. St. Ingbert. Turnerschube — . 36 TodesAnzeige. — Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser liebes Kind. Peterr 2 Jahre alt, heute Abend 11 Uhr zu sich abzurufen. St. Ingbert, den 8. August 1888. Die tieftrauerude Familie: P. Zimmermanm,- stüfer, J Maria Zimmermmamnamn, geb. Weis. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. Auaust, Mittags 3 Uhr statt. 2Mk. 50 Pfg. hei XXIXI 1000 Mark zahlen wir dem, der bein Gebrauch von Rolduanus kaiser Zahnwassen à Fi. 60 Ff. und 100 Pf jemals wieder Zahnschmerze bekommt. S. Goldmann — Cie, Dresdén. — Zu haber in ðt. Ingbert bei P. Fern, Droguenhandlung. Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung sind zu haben in der Druckerei des „St. lngherter Anzeiger.“ AZüÜü wSSS — — — —— — — — — Am billigften und zweckmäßigsten besorgt die ãlteste Annoncen⸗Erpedition J Haasenstoein & Vogler, Mannheim, O. 4. 5 Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original⸗ hreisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öfteren Wiederholuͤngen Bewilligung höchsten Rabatteess. Rath in Insertionsaugelegenheiten wird durch obige Firma, gestützt auf die während des Z0jährigen Bestehens der selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ettheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausfuhrliche Zeitungskatalog pro 1885 steht jedem In— serenten auf Wunsch gratis und kranco zur Verfügung. — — — Auflage 831,000; das verbreitetste alle deutschen Blatter uberhaupt; außerdem en cheinen Uebersetzungen in zwoͤlf fremde Sprach⸗ Zur Anfertigung ron billigen u. sauberen aller n Bnehdruck und Litho graphie vorbommen— Die Modenwelt gctririe Zeitung i Toiletie und Handat beiten. Alle 14 Ja ie Nummer. Prei⸗ tletjatruch M. 123 te Jahruch erscheinn 24 Nummern mit Lor letien und Zandarbeiten enthaltend gegen 2 — * Isqhreibung, welqh Pri Gebiet der Garderobe Eind — ur Damen, Mädchen und Znaben, wie su dpi zartere Kindesalter umfassen, benso * fur Herren und die veun⸗ un ischwasche etc. wie die Handarbeiten in ihren ganzen Umfange. u 12 Brilagen mit etwa 200 Sqhnittwuste w alle Gegenstände der Garderode und —2— 0 Nufier⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ un Vantfuiderei, Ramens⸗Chiffren ꝛx. Abonnements werden jederzeit angenemg dei allen Buchhandlungen und. Ponansialtn -VProbe⸗Rummern —— dypr e Erpedition Verlin W, Potsdamer ẽ wWien I. Operngafsfe — Druckarbeiten A— empfiehlt sieh die Buch- unc Steindruckerei F. X. Domotz Vorlag deadt. Ing borter Anroiger 338t. Ingbert. — — — — — — —— — 3 d er —— pιιααν cxrik. Krillaut · Glam · Starkr V Fritæ Sehulæ un Leinic. — — — — —A — —— Ius druck und Versag von F. Xx. Demer in Ss gnobern — MSMAMA 222 258 5588 22258 ——A 3 2 A—— 2353 523 922 285 52 —— 7 22—8 —A 2 —A—— 8333585355 33 z35 783 z738 —5335 F 2. 3831 53233 3355 22 5* * * — 33 — —33à.— —— —— 7* 23 2* — — — 2 2 25 — 7 7 2 * 25553 *25 25 8* S— 8 —— 83382— 303 855 ——2127755* —5088 2* 3 33780 358 — 33235 — 55 35 838 35382386 73 s5333* — 2 — — — 7 58 * — 2 2 385 3353 7255 3535 — ——32233835 23 23353 58 — 7 * 22 * 23 552728 27 * —* — 383s8 — 22322 3 3353 3 8. —— ⁊ 312 8 22 2222 «S * 5 5*2*7 25 —28383 2412 E7 223 322 * 2* 3 3 553 7 3 523 x 35* S ce —— — 355 7235 ——— 2 225 EkIä S— 2* 5 558 58 2—52 A 5 5 —33723585 533 .3 833 358— 3333838 25 22 2. 5. 8 5258* 232 5 25 — 38— 8 252 — 22 — 2 —53 * 283 — E * 8 2 — ——— 2* — 2 — — — 352 — 2352 * — —A — * 8 5* * 8 245— 23* 2255. 22 —ẽ * 233233* 8838 2 — 235—2 23352 — * * 2783338 2* —s * 8 7 23—3233 333,3355* & —— 33 72 32 —— 355 28 5 * . 2322 25359 863 00* —82853 3202 29 — 2382 23 2 * 2* 3 57.58* 5x* ———— 2 5 *59 82832 232338 25—35S 53 —A—— 75 * 3 — * 8528 — 2 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Inoheyfer Amzriger. 0 —TFSDCGC. 9 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. ven St. Jugberter Anzeiger“ erjcheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ —RX Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 75—, einschließlin 24 Zuflellungsgebuhr. Die Einrucknugsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunit ertheilt, 13 A. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrüuckung wird nur dreimalige berechnet. I33.. Dienstag, 11. August 18885.“ 20. Jahrg. C — E Der Wettbewerb in der Welt⸗ wirthschaft. Zu den interessantesten Erscheinungen auf dem hehiete der Weltwirthschaft gehören ohne Zweifel ie seit einer Reihe von Jahren sich sietig mehren⸗ in Anzeichen von der Abnahme der bkonomi⸗— hen Machtstellung Englands. Neu— nann ·Spallart, der verdienstvolle Statistiker der Deliwirihschaft, bringt zum Nachweise dieses Rück- jangs eine ganze Reihe schlagender Daten bei, von nen wir nach dem „H. C.“ nur die folgenden ʒichtigsten anführen: Waͤhrend der gesammte Welthandel von 1874785 is 1882 von 52,8 auf 67,5 Milliarden Mark zeftiegen ist, blieb der Außenhandel Englands auf z,17 Milliarden stehen, der Antheil Großbritanniens m dem Welthandel sank mithin in dieser verhält nißmäßig kurzen Zeit von 24 auf 1922 PCt., der Intheil der übrigen Länder stieg von 76 auf 80,5 Ct. Das Verhältniß hat sich 1882 sicher eher xrschlechtert als gebessert. wenigstens weist der Jußenhandel Englands im Jahre 1884 einen Rück⸗ jang auf 12,5 Milliarden Mark nach. Aber nicht iur der Antheil Englands an dem gesammien Welthandel, sondern auch derjenige an dem Außen⸗ jandel Europas dewegt sich rückwärts. Denn auch ꝛer Gesammtaußenhandel Europas stieg von 187475 juf 1882 von 39,5 auf 46,2 Milliarden Mark, et Antheil Großbritanniens sank mithin von 33,1 uuf 29 pCt., und die kontinentalen Länder weisen meiner Zeit, in welcher Englands Außenhandel inen vollständigen Stillstand zeigt, einen Zuwachs von 5,7 Milliarden Mark oder über 21 pCt. auf. hroßbritanniens Kohlenproduktion, welche 1868 och 33,6 pCt., also erheblich über die Hälfte der esammiproduktion aller Lander, 62,7, mithin nahezu zwei Drittel derjenigen Europas hetrug, helief sich 1883 nur auf 40,7 der Gesammipro⸗ zuktion der Erde, auf 55,3 pCt. derjenigen Euro⸗ as. 1856 —60 wurden von der gesammten nach xuropa gebrachten Baumwolle in England nicht veniger als 60,3 pCt. im Jahre 1882183 nur wch 52,8 pCt. verwendet. Diese Zahlen genügen vollauf,. um zu zeigen, aß weder Englands Handel, noch seine Industrie ene überwiegende Bedeutung zu behaupten vermögen, velche sie biß in die Hälfte des vorigen Jahrzehnts iemlich unverändert inne hatten, und daß sie, statt m der stetig zunehmenden Steigerung des Welt⸗ derlehrs enijprechend Theil zu nehmen, in einen —RW—— fückganges gerathen find. Insoweit dieser Stillftand in der Entwicklung et wirthschaftlichen Kraft Großbritanniens seinen lontinentalen Mitbewerbern, und insbesondere Deuisch⸗ and zu Gute kommt, kann er als erwünscht gelien. In der That haben ja auch, wie wir vorfiehend ahen, die —XI ner ihnen nicht an letzter Stelle Deutschland, in den leßten 7 Jahren einen erheblichen Vorsprung or Großbritannien gewonnen und haben ihren An⸗ heil an der Vermehrung des Weltverkehrs wenigstens ahezu zu erhalten vermocht. Deutschland hat seinen Intheil an der Gesammfeisenprodultion von 1324 im Jahre 1876 auf 18 pCt. im Jahre 883 zu steigern gewußt. Allein diese geschilderte entwidlung hat fuͤr die Lander Europas auch eine h zu unterschähende Schattenseite. Es ist dies ne wachsende Bedeutung der Vereinigten Staaten n dem Weltperkeßkt märdver die slefige Verminde⸗ rung ihrer Aufnahmefähigkeit für die Erzeugnisse der europäischen Inpustrie in Folge der Erstarkung uind Entwicklung der inländischen Produktion Hand in Hand geht. Die Gefahr liegt nahe, daß Europa — in ersier Linie zwar zunächst Großbritannien, emnächst aber auch die anderen Länder Westeuropas, velche zur Ernährung der Bevölkerung der Erzeug— nisse der amerikanischen Landwirthschaft bedürfen — eine Einfuhr von dort nicht durch eine entsprechende Ausfuhr von Industrie-⸗Erzeugnissen auszugleichen vermöge und daher den Vereinigten Staaten wirth⸗ chaftlich tributpflichtig werden dürfte. Der lebhafie Drang der kontinenialen westeuro⸗ aischen Vöiker nach siarker Entwickelung ihrer über⸗ eeischen Beziehungen, welcher in Deutschland zwar zuletzt, aber dann um so kräftiger hervorgetreten ist, erscheint daher durchaus naturgemäß, nicht als das Produkt der Launen oder der Willkür, sondern des Hefühls der Nothwendigkeit, dem Außenhandel neue hahnen, der heimischen Industrie neue Absatzgebiete zu öffnen, und damit sich die Möglichkeit zu er⸗ halten, den Bedarf an Nahrungsmitteln mit dem ẽkrlöse der ausgeführten Industrie Erzeugnisse zu decken. Zugleich ist die Kraft und Energie, mit welcher nsabes ondere Deuischland in die Bahnen der Kolo⸗ nialpolitikt, der Herstellung neuer leistungsfähiger Berbindungen mit den für unsere Industrie bedeut⸗ amsten überseeischen Ländern eingetreten ist, ein Zeichen dafür, daß wenigstens unser Vaterland von der Altersmüdigkeit noch weit entfernt ist, deren erste Spuren wir in Großbritanien wahrnehmen, daß bei uns das wirthschaftliche Leben in voller Jugendfrische und Manneskraft pulsirt und Kraft zenug besitzt, um Stochungen in der Welwirthschaft, die sie ohne Zweifel zur Zeit bestehen, erfolgreich u überwinden. Jene kraäftige Bewegung auf dem Gebiete der iberseeischen und insbesondere der Kolonialpolitik ist daher unter einem doppelten Gesichtspunkte so über⸗ aus erfreulich. Sie ist einerseits zugleich ein Zeichen »es erstarkenden Nationalbewußtseins und das wirk· ame Mittel zur weiteren Entwickelung und Kräf⸗ igung desselden, sie ist andererseits ein deutliches Symptom von wirthschaftlicher Spannkraft und knergie und zugleich der richtige Weg, um die virthschaftliche Entwickelung Deutschlands den Fortichtitten der Welwirthschaft entsprechend zu Irdern. National⸗ und wirthschaftspolitische Mo⸗ nente gewichtigster Art vereinigen sich daher, um den Eintritt Deutschlands in eine kräftige, plan⸗ mäßige überseeische und koloniale Politik zu einem der fruchtbarsten und bedeutsamsten Ereianisie der tetzten Zeit zu flemveln. sönlicher Ausdruck der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich. In Bezug zuf die bevorstehende Entrevue des österreichischen aisers und des Zaren in Kremsier bemerkt das⸗ selbe Blati, daß weder eine große Staatsaktion, noch eine schriftliche Fixierung politischer Thatsachen in Aussicht genommen seien; die Zusammenkunft in Kremsier werde nur bekunden, daß an dem bis⸗ herigen freundschaftlichen und vertrauensvollen Ver⸗ hältniß, welches in kurzer Frist zu durchaus glück— lichen Ergebnissen geführt habe, festgehalten wer⸗ den soll. Die framzösische Regierung hat nun endlich den Tag für die allgemeinen Deputirten⸗ vahlen festgeseßt; die Wahl fiel auf den 4. Ok- ober. Die noch in der letzten Zeit unternommenen Bemühungen, den Wahltermin schon im August »der Seplember anzusetzen, find also gescheitert. Den meisten Nutzen von einem Erfolg derselben Jjätten die Radikalen gehabt. Sie sind in den Wahlvorbereitungen allen anderen Parteien weit boran und haben die Wahlbewegung aus dem Reiche der internen Berathungen der Parteiführer und Abgeordneten schon längst ins Volk getragen. Die hervorragenden radikalen Deputirten, Clemenceau allen voran, bereisen das Land und suchen alle Orte auf, in welchen es gilt, den gegenwärtigen Besitzstand der Radikalen zu behaupten oder neue Mandate zu gewinnen. Die von Clemenceau und seinen Genossen in den Wahlversammlungen er⸗ zrterten Fragen sind die des bekannten radikalen JIrogramms: Trennung des Staates von der dirche, Aufhebung des Concordats!, Wahl der Richter ꝛc. Hierzu kommt noch die sterile, aller hdöheren Gesichtspunkte entbehrende Polemik gegen die Opportunisten. Man muß gestehen, daß dem aach sozialen Reformen und Besserung der wirth⸗ chaftlichen Verhaältnisse verlangenden Volke ein olches Programm Steine statt Brod anbietet. Auch nicht eine der von den Radikalen eroͤrterten Fragen zermag die Volksmassen zu erwärmen und fuür die zadikale Partei einzunehmen, und es ist deßhalb igentlich selbstverständlich, daß die radikale Wahl⸗ agitation trotz aller zur Schau getragenen Leiden⸗ chaftlichkeit matt verläuft. Im englischen Oberhause erkundigte sich Arthur Arnold, ob die Regierung irgend welche Information besitze über die in einem Berliner Telegramm der „Times“ gemeldeten Anexionen Deusschlands in der Nachbarschaft don Zanzibar. Er fügte hinzu, die Handelskammer von Manchester habe ihm ein Telegramm gesandt, worin Besorgniß uüber diese Meldung ausgedrückt werde. Der Unter⸗ staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Bourke, erwiderte. er könne die Frage nicht beanworten, da er keine Information über den Gegenstand hesñitze. Politi che Uebersicht. Nach den neuesten Anordnungen geht Kalnoky Anfang der nächsten Woche zum Besuche Bis⸗ mards nach Varzin und gedenkt daselbst zwei Tage zu verweilen. Man wird sich entsinnen, daß der Graf dieselbe Reise im vorigen Jahre am 14. Augufst antrat und am 15. in Varzin eintraf. Er wollte damals nur einen Tag dort bleiben, reiste aber troz des auf den 18. August fallenden Ge⸗ burtstags des Kaisers Franz Joseph erst am 19. iber Berlin und Dresden nach Wien zurück. Dat Wiener Fremdenblatt“ hebt in einem Artikel her— jor, daß diese bevorstehende Begegnung der beiden 5taatsmanner mit keiner konkreten Frage in Ver— indung stebe: dieselbe sei gewissermaßen ein ver— Das Leichenbegängniß des verstorbenen Generals Grant fand am 8. August zu Newyork in großartiger Weise stait. Der Leichenzug war fast sechs englische Meilen lang und unter den Theilnehmern befanden sich der Präsident Cleveland, der Vicepräsident Hendricks, die früheren Präsiden⸗ ten Hayes und Arthur, die Minister und Mitglieder des obersten Gerichtshofes, das diplomatische Korps, die Mitglieder des Kongresses und die Gouͤverneure der verschiedenen Staaten. Alle Geschäfte waren geschlossen. Deutsches Reich. Müuͤnchen, 1 0. August. Dem „Bahyer. —X dauptmannes Gres ser der bisherige Hauptkassier des Hoftheaters, Klug, zum Hoffekretär des dönigs ernann. Rürnuberg, 8. August. Eine der interes⸗ santesten und für den Geschäftsverkehr im Allge⸗ zemeinen, sowie mit Bezug auf die Verfälschung hon Nahrungsmitteln und für die Hygiene im Ve sonderen äußerst wichtige Zusammenkunft fand zJestern und heute, den 7. und 8. August, hierselbsi datt, nämlich die 4. Versammlung der freien Ver⸗ einigung bayerischer Vertreter der angewandten Themie. Wer da weiß, welche Ungewißheit und welche Schwankungen in den Bestimmungen über erlaubte und unerlanbte Zusätze zu den Nahrungs- und Genußmitteln zur Zeit noch herrschen, in Folge dessen das sonst so wichtige Gesetz über die Ver⸗ fäischung der Nahrungs⸗ und Genußmittel noch mmer zu den verschiedensten Auslegungen und Ge⸗ etzesübertretungen führen kann, wird eine derartige Versammlung nicht blos willkommen heißen, sondern ihren Verhandlungen und Beschlüssen größte Auf⸗ merksamkeit schenken. Unter Anderem umfaßt das Programm den Kommissionsbericht über Glycerin⸗ —XD missionsbericht über die Beurtheilung hefentrüber Biere. Es folgen die Referate Hilger (Erlangen) und Kayser (Nuͤrnberg) über die Bedeutung von Extrakt und Extraltresien bei der Beurtheilung der Weine. Eine äußerst wichtige Frage wird Vogel Memmingen) beantworten: Was soll in Zukunft dei der Bereitung des baherischen Bieres erlaubt sein? Ueber Essig⸗ und Honiguntersuchungen wollten Siockmeyer resp. Kayser (beide aus Nürnberg) re⸗ jeriren, über den Stärkemehlgehalt des Cacao (Vang⸗ haus · Fürth). — Von anderen wichtigen Referateu sollten am 8. August erstattet werden: über Schwe⸗ feln des Hopfens, über den Nachweis von Fuselol und Salizylsaure. Zur Pfefferuntersuchung liefert Röttger (Erlangen), über Wasseruntersuchungen Mayrhofer (Erlangen) Beiträge. Auch über Ver⸗ älschungen des Leders. sowie über Erfahrungen hdei der Milchuntersuchung (speziell mit der Soxhlel'- schen Methode) sollte Halenke (Speyer) reden, sowie iber eine Verfaälschung des Weinsteins von demselben derrn ein Vortrag gehalten werden. Schließlich sollte Herr Medikus ⸗Würzburg über einige im Handel vorkommende Weinfarben referiren. Bei der großen Zahl hervorragender praktischer Chemiker und Analy⸗ aüker, die fich zusammenfanden, und bei der sorg⸗ fältigen Auswahl der zur Berathung gelangten Begenstände ist wohl mit Sicherheit ein ersprieß⸗ icher Erfolg für Handel und Gewerbe zu erwarten. Berlin, 10. August. Herr van Eltvelte cheilt den Mächten mit, daß er zum Generalver⸗ valter der auswärtigen Angelegenheiten des Congo— taates ernannt sei; in einer zweiten Note erklärt er, daß der neue Staat den Neutralitätsverhältnissen. wie sie von der Berliner Konferenz festgestellt seien, äich unterstelle. Berlin, 10. August. Die internationale Telegraphenkonferenz wurde heute eröffnet. Nach iner längeren Ansprache Stephan's wurde dieser ‚zum Präsidenten, der Direktor im Reichspostamt Hake zum Vicepräsidenten gewählt. Nielsen Nor⸗ wegen warf einen Rückblick auf die Ergebnisse der disherigen, Konferenzen; Curchord⸗Bern besprach latistische Angelegenheiten, dann wurden Kom— missionen für ein Tarifwesen-Reglement gebildet. Berlin, 10. August. Der Gouverneur von samerun, Freiherr von Soden, ist mit dem Kanzler von Puttkamer in Kamerun eingetroffen. Berlin, 10. August. Die „Nationalzeitung“ deröffentlicht ein Schreiben des Würzburger Uni-⸗ oersitäts-Senates, wonach Doppel-Immatrikula⸗ tionen bei drei Kandidaten der katholischen Theo⸗ logie konstatirt sind. Ausland. Paris, 10. August. „Figaro“ bringt die übrigens sehr wahrscheinlich lautende Nachricht, Deulschland und Oesterreich hätten erklart, sich an der für 1889 beabsichtigten Weltausstellung anläß⸗ ich der Feier des Jubilaums der großen Revolution aicht betheiligen zu können und diesen Entschluß durch die Unmöglichkeit motivirt, eine Feier einer Rebolution mitzumachen, welche einen Königsmord s Hauptereigniß zu verzeichnen hat. Der offiziose „Temps“ berichtigt diese Nachricht dahin, es sei noch zar keine offizielle Einladung zur Betheiligung an »er Ausstellung ergangen, dagegen hätten offiziöst Unterhandlungen darüber stattgefunden, in welchen sich die vom „Figaro“ behnuptete Abneigung keines wegs bekundet habe.. Kopenhagen, 10. August. Für Provenienzen zus französischen Häfen des Mittelmeers, sowie aus allen spanischen Häfen ist Quarantäne angeordnet. Lokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 11. August. Durch Ver— ügung der kgl. Regierung wurde Herrn Pfarrer Ferckel dahier das Amt eines kgl. Distriktsschul⸗ nspektors für den Inspektionsbezirk —Blieskastel⸗ hornbach ⸗St. Ingbert übertragen. *. St. Ingbert, 11. Aug. Das am Sonntag achmittag im Baumann'schen Saale stattgefundene zchüler⸗ und Schülerinnen⸗Konzert, welches von derrn Lehrer Schlaudecker veranstaltet worden, var recht zahlreich besucht: ein sichtlicher Beweis on dem großen Interesse, welches dem Unternehmen eitens des Publikums entgegengebracht wurde. Der Berlauf war ein recht befriedigender. Die einzeinen Ziecen des reichhaltigen Programms, von denen inige schon recht schwierige Anforderungen an die ugendlichen Spieler stellten, wurden recht gut — mit⸗ inter sogar äußerst präcise — durchgeführt. Be—⸗ onders überraschend waren die Leistungen der leinen 6jährigen Klavierspieler, welche ihre netten stummern bei einem gesunden und kernigen An chlage recht wacer und unerschrocken durchführten. — Solch' treffliche Leistungen können nur faus inem echt systematischen Unterrichte, geleitet von roßem Lehrgeschick von Seiten des betreffenden herrn Lehrers hervorgehen, und dürfen wir ohne lebertreibung Herrn Lehrer Schlaudecker zurufen: „Das Werk lobt seinen Meister!“ P. St. Ingbert, 11. Aug. Allseitigem Verlangen ntsprechend hat Herr Wirth Weirich dahier die dapelle ,Reckzeh“ aus Saarlouis für diesen Sommer um zweitenmale engagirt. Nächsten Samstag, am reste Maria Himmelfahrt, wird die ‚so rühmlichst ekannte und bei uns in gutem Andenken stehende apelle „Reckzeh“ im Becker'schen Biergarten kon⸗ zerttieren. Hoffentlich wird Herr Weirich durch recht jahlreichen Besuch erfreut und für die hohen Ga— rantien, die er der Kapelle stellen mußte, einiger⸗ naßen entschädigt. — Vom Lande, 10. August. Dem Ver— iehmen nach ist von der Verwaltungs⸗-Kommission eine Erhöhung der Bezüge für dienstuntaugliche Lehrer in Vorschlag gebracht und von den Bevoll⸗ nächtigten begutachtet worden. Demnach erhalten die mit dem 1. Januar 1886 in Pension tretenden inen Höchstbezug von 600 Mk. (nebst 540 Mti Ztaatszuschuß) und die vorher in Ruhestand ver⸗ etzten 570 Mk. (nebst 540 Mk. Staatszuschuß). Is ergibt das eine Mehrung von 140 resp. 110 Mark. — Der Ausschuß des Gewerbebereins Zweibrücken bereitet der „Zw. 3.“ zufolge ine Versammlung sämmtlicher Gewerbetreibenden jor, wobei die Fragen zur Enquete über die Sonn⸗ agsarbeit einer eingehenden Verhandlung unterzogen verden sollen. — Pirmasens, 7. August. Infolge An— egung des Ausschusses des liberalen Wahlvbereins Zweibrücken, trat dieset Tage der engere Ausschuß )es lib. Wahlvereins Pirmasens zusammen, um jezüglich eines Vorschlags für die am 20. d. Mis tattfindende Ersatzwahl zum Landtage zu berathen. der hiefige engere Ausschuß als solcher glaubt an yer seinerzeit den Wählern des Bezirks Zweibrücken zemachten Zusage festhalten zu sollen, „imfalle einer Vakanz im Wahlbezirke Zweibrücken⸗Pirmasens in )er laufenden Wahlperiode für Herrn Gutsbesitzer Freudenberg zu stimmen.“ Hievon soll den Wahl⸗ nännern des Wahlbezirks Pirmasens Mittheilung —XL I — Nach der „Pf. Zig.“ wird der diesjährige derbstkommers der pfälzischen Mitglieder der kath. deutschen Studentenverbindungen am 26. Auguf nächsthin auf Station Kaltenbach abgehalten. Tags zarauf soll bei günstigem Wetter ein Ausflug in das 4xomauntische Dahner Thal stattfinden. Kaiserslautern 10. August. Die Aufnahmeprüfung an der k. Lehrerbildungsanstalt zahier hat heute Morgen unter dem Vorsitz des herrn kgl. Regierungsrathes Geib ihren Anfang genommen. An deiselben betheiligten sich 46 Präparanden aus 5 Schulen: 21 aus Kaisers« lautern, 4 aus Blieskastel, 3 aus Kirchheimbolanden 9 alus Kusel und 9 aus Edenkoben. Als Aufsatz thema wurde gegeben: „Die verschiedenen Zwed beim Reisen ·“·— — Kaiserslautern, 10. August. Insol ibermäßigen Branntweingenusses starb am e ag Abend Peter Klein, früher Steinhauer, zuleh Tagner dahier. — (Pfälzisches Gewerbemuseum, Durch die mechanische Baumwollspinnerei un Weberei Kaiserslautern zu Lampertsmühle wurde zelegentlich des diesjährigen Rechnungsabschlußse dem unangreifbaren Stammbermögen des Pfalzische Gewerbemuseums 500 Mark überwiesen. .— Kirchheimbolanden, 10. August Gestern Abend während des hiefigen Jahrmat, ist die Scheuer der Ziegelei Busch in Bischhein abgebrannt. Man vermuthet Brandstiftung durg umherstreunendes Gesindel. — Am Freitag Nacht kurz nach 12 Uhr er— fönten in Mutterstadt Alarmsignale. In de gemeinschaftlichen Scheuer der Herren Marko und Thristmann war Feuer ausgebrochen, das mit solcher Vehemenz um sich griff, daß auch die Wohnhaufe— der beiden oben Genannten sowie ein Stall von dem rasenden Elemente ergriffen und eingeäscherf vurden. 4 Ziegen verbrannten mit. Brandsuift ung darf dem „Ludw. Generalanzeiger“ zufolge all sicher angenommen werden, da einem der Betroffenen bereits vor acht Tagen ein Drohbrief des Inhaliz zuging, daß binnen kurzer Zeit sein Besitzthum an⸗ zesteckt würde. Das Motiv zu diesem Rachealt ih aus der letzten dortigen Gemeinderaths resp. Bürgermeisterwahl herzuleiten. Die Betroffenen, wei brave Männer, die ihren Unterhalt in Lud⸗ wigshafener Fabriken verdienen, haben leider nur heilweise versichert und erleiden großen Schaden. — Dem „L. A.“ schreibt man: Wie diele Unglüdsfälle find schon vorgekommen durch die in den untern Luftschichten der Keller, Brunnen ec. sich ansammelnde Kohlensäure! Mit welcher Schwierigkeit ist es verknüpft, solche Orte zu den⸗ tiliren, d. h. durch Ventilation die Luft dort wieder ju reinigen! Und doch gibt es ein unfehlbares eicht anwendbares Mittel; es ist dies ausgeglühte Holzkohle. In einem Kessel oder anderen Gefaße werden die Kohlen bis an die Oberfläche des Wassers im Brunnen oder bis zum trockenen Keller boden gelassen. Die ausgeglühten Holzkohlen be⸗ sitzen die Eigenschaft, binnen 24 Stunden das Z5fache ihres Umfanges an Kohlensäure aufzusaugen. Zur sicheren Probe kann man von Zeit zu Zeit eine brennende Kerze hinablassen. So lange die⸗ selbe noch erlischt, ist der Raum noch mit der ge—⸗ fährlichen Luft geschwängert und man muß dann stündlich frische glühende Kohlen hinablassen. — In dem industriellen Lambrecht gehi man mit dem Gedanken um, das elektrische Lich einzuführen. Es wurden von der Firma J. J. Marx auch bereits zwei Versuche angestellt und zwar in der Spinnerei der genannten Ficma und dem derselben gehörigen Oberender'schen Hotel. Die Versuche, ausgeführt von Herrn Techniker Richard Alker (ein Lambrechter Kind) Vertreter der Cann⸗ statter elektro technischen Fabrik, lieferten sehr zu⸗ friedenstellende Resultate. — Aus der Pfalz, 9. August. Die süd westdeutsche Konferenz für innere Mission findet dieses Jahr in Speyer statt, und zwar höchst wahr⸗ scheinlich am 22. und 23. September. Als Ver handlungsgegenstände kommen in Betracht: Di Dentschrft des Zentralausschusses für innere Miß ion: ,Die soziale Aufgabe der Kirche und ihrer nnern Mission mit besonderer Berückfichtigung der Sonntagsfrage“, ferner „Die Bewegung gegen die Truntsuchtund schließlich noch . Die oͤffentlich Sittlichkeit“. Das Referat über das letztgenannt Thema wird Mililäroberpfarrer Finaado aus Karls— ruhe erstatten. — Speyer, 8. August. Gestern Nachmit— tag murde beim Fundamentgraben an dem Feun der Herren Welleusic und Schall, 1 Meter“ Zentimeter tief, von dem Maurer Reeb bei c u. Ableiter eine Summe Geld von nahezu 5 Bulden gefunden. Dieselbe bestand aus 3* Stücken, preuß. Thalern, Kronenthalern und 2 Slucken.Dieselben sind noch wie neu, und borhandenen Anzeichen nach . im Jahre 1848 p— ihren jetzigen Platz verbracht. Die Herren We “ sick und Schalt wollen, wie es heißt, die Sum an die Maurer und an Arme vertheilen. 50 — Speyer, 10. August. Sanimtliche ben Abiturienten des humanistischen Gymnasiums ha glücklich bestanden. — Frankenthal, 10. Aug. Das Kartoffel⸗ geschaft hat einen ziemlich lebhaften Anfang ge— Hnmen. In der vergangenen Woche sind von rerschiedenen hiesigen Firmen bereits 12 Eisenbahn⸗ dagen mit Kartoffeln verladen und zum Versandt rbracht worden. Auch der Zwiebelbersandt hat onnen und wurden in der letzten Woche 2Eisen⸗ senwagen hier verladen. —— Vermischtes. — Die Stadt Mannheim wird, wie die „N. ged. Losztg.“ mittheilt, zur Bezahlung von Schul⸗ hauten, fuͤr die projektirte Wasserleitung sowie be— —P vermehrter Rückzahlung ihrer Schuld an den feichbinpalidenfonds eine Aaleihe von mindestens Millionen Mark aufzunehmen haben. xMünchen, 6. August. Vor einigen Tagen am in die Poliklinik ein junges Mädchen, dem das rechte Ohr zur Hälfte — abgebissen war. Wie die Schöne auf Befragen nach einigem Zogern ge⸗ dand, hat sie in einem aus Eifersucht entstandenen zireite mit einem anderen Frauenzimmer diese Ver⸗ ehzung a la Malchus davongetragen. FMünchen, 9. August. Der dvritte deutsche Neteorologentag eroffnete heute unter dem Vorsitz xes Direktors der deutschen Sternwarte, Professor Dr. leumayer, seine geschäftliche Sitzung zur Berathung her die Verschmelzung der oͤsterreichischen und eutschen meteorologischen Gesellschaft; der Beschluß vurde vertagt. — Eine soeben vom siatistischen hureau in München veröffentlichte Zusammenstellung jbet die Zwangsverkäufe des Grundbesißzes inner- jalb des bayerischen Gebietes zeigt die erfreuliche hatsache eines beständigen Rückganges in dem Zeit⸗ raume von 1880 — 1884. Während im Jahre 1800 noch 3739 Anwesen zwangsweise veräußerf wurden, gelangten im Jahre 1884 nur 1506 zur bersteigerung. Es wäre zu wünschen, bemerkt dazu die „K. Ztg.“, daß auch in den übrigen deutschen binzelstaaten ähnliche Zusammenstellungen gemacht und verbffentlicht würden. Man würde dann ein wirklich richtgges Bild von der gegenwärtigen Lage det deutschen Landwirthschaft erhalten. t Der bekannte Quellenfinder, Herr Jofeph zeraz von München, wird auf Verlangen mehrerer demeinden und Privatleute um die Mitte dieses Nonats in der Pfalz eintreffen und können Zu⸗ chriften wasserbedürftiger Bewerber bei Herrn F. Müller in Eisenberg hinterlegt werden. Aus einen nach Hunderten zählenden Erfolgen hat eine in Jahre 1881 unternommene Quellenerforschung mder Nähe von Meran in Südtyrol besonders lussehen erregt. Herr Beraz wurde damals von der Gemeindeverwaltung Algund bei Meran ersucht, dem bestehenden Wassermangel nach Möoglichkeii ab⸗ uühelfen. Am 19. November nach zweistündigem kundgange bezeichnete er auf einer kahien Felsplatte inen Platz, auf welchem sich eine unterirdische duelle mit einer Breitendimension von 12 Fuß be⸗ iden müsse, die in einer Tiefe von ca. 95 Fuß wder Richtung von Norden nach Süden im Felsen Aladenartig heruntersprudeln würde. Es wurde n Tunnel in den Betg gesprengt, welcher bei einer Ange von 472 Fuß mit der von Beraz bestimmten duelle hätte zusammentreffen müssen. Am 13. Hember wurde mit den Arbeilen begonnen und ulz der Tunnel die Länge von 469 Fuß erreicht sutte, brach am 26. September des folgenden Jahres dit einem Dynamitschuß plötzlich die Felswand X und das bezeichnete Bachlein stürzte kaskaden i in Form eines kleinen Wasserfalles aus dem dtooße des Berges hervor. Die Quelle speist hute 830 laufende Brunnen. Die Arbeiten des Arrn Beraz in der Pfalz werden zweifellos seinen währten Ruf bestätigen. „k Wasserburg, 8. August. Die am letzten —XC Nachmittag, wie gemeldet, zwischen 4 ud s Uhr dahier entstandene Feuersbrunst hat in n malerisch gelegenen Stadt arge Verheerungen erchtet und biete Famiten ins Ungag gedracht. di Entstehungsherd war im Osten der Stadt in un fdt Baustadel, und als Entstehungsursache and vermuthel deß Fohlassigten e n * tter Schuid sei. Die Flamme derzehrte nicht Wz den Baustadel, sondern auch ein gegenüber— egendes alles Bauwerk, die als Lagerräͤume ver⸗ letheten sogenannten Salzhoräden, wo die Flamm⸗ diel Nahrungsstoff fand. Vom Ostwind gegen die Stadt gejagt, flog das Feuer mit Windesschnellig⸗ leit in die Bäckerzelte, wo außer zweilgroßen Brau⸗ häufern eine Menge kleinere und größere Wohnhäuser, alle mit Schindeln gedeckt, bis auf den Grund niederbrannten. Ein Gang durch die verwüsteten Bassen macht einen grauenhaften Eindruck. Bei dreißig Anwesen mit ca. 40 Firsten liegen in Asche und merkwürdig, der Brand begann an der⸗ selben Stelle, wo jener vom Jahre 1874 inne dielt. Die Betroffenen sind gering versichert. Die Wasserburger und die fremden Feuerwehren leisteten zanz Erstaunliches. Das Kriegsministerium schickte auf telegraphisches Ansuchen 30 Mann Infanterie, welche seit Freitag Nachmittag auf der Brandstätte arbeiten. Ein Menschenleben hat der Brand nicht gekostet, auch ist trotz der vielen Einstürze und der Befährlichkeit der Löscharbeit kein Unfall zu beklagen. f Eisenach, 8. August. Am 6. September vird, dem „Hann. Cour.“ zufolge, hier ein großes Stenographenfest von den Stolzeanern Mitteldeutsch ands abgehalten werden. Die Festversammlung vird im Saale der „Erholung“ stattfinden und ein Ausflug in die reizvolle Umgegend unserer Stadt ich anschließen. Die Leitung des Festes, zu wel⸗ hem die zahlreiche Betheiligung der Freunde der Stolze'schen Sache erbeten und erhofft wird, hat der Präsident des Mitteldeutschen Stenographen⸗ bundes, Redakteur Schöppe in Naumburg a. d. S ibernommen. f Der „Pester Lloyd“ fügt einer Plauderei über darlsbader Badeverhältnisse einen Epilog über Schwenninger und dessen erste Begegnung mit dem Reichskanzler an. Der Gewährs— mann des ungarischen Blattes schreibt: „Interes⸗ ant ist, was mir ein Mann, in dessen Urtheil ich zroßes Vertrauen setze und der den Reichsdoktor? jehr genau kennt, über die Persönlichkeit des Letz teren sagte. Er schildert denselben als einen Mann von ungemein schroffen Manieren und einer oft an Impertinenz grenzenden Derbheit, aber als iberaus intelligenten Arzt, der seine ganze medi⸗ zinische Kunst auf den gesunden Menschenberstand, auf die Gesetze der Logik bassiert. „Was er mii dem Kranken spricht, ist eingentlich nur ein lautes Denken; er fragt zuerst nach allen möglichen De— ails, faßt dann das Gehörte in ein logisch geord⸗ netes Ganze zusammen, zieht daraus seine Schlüsse und das alles geschieht in so einfacher, auch dem daien verständlicher und einleuchtender Weise, daß man sich wundert, wie der eigene Arzt nicht längft auf Alles dies gekommen sei.“. Höchst originell war, wie mir erzählt wird, die erste Zusammen⸗ sunft Schwenningers mit dem Fürsten Bismarck. Ich weiß nicht, wie der Fürst überhaupt auf den Bedanken kam, Dr. Schwenninger zu konsultieren jenug an dem, er ließ denselben rufen. Dr. Schwenninger Nließ sich vom Reichskanzler dessen Leidensgeschichte erzählen. Als, der Fürst fertig war, begann Schwenninger zu fragen, Bismard antwortete anfangs bereitwillig, aber als das Fragen jar kein Ende nahm, stieg der Unmuth des Ge⸗ ragten von Sekunde zu Sekunde und machte 'sich ndlich in der barschen „Anschnauzung“ Luft: „Fragen Sie nicht so piel!“ Dr. Schwenninger, miwortete in festem, nichts weniger als debotem Tone: „Wie es Ihnen beliebt, Durchlaucht, aber venn sie kuriert sein wollen, ohne gefragt. zu verden, dann sollten Sie einen Vieharzt kommen lassen; der kuriert, ohne zu fragen.“ Der Fürst war sprachlos vor Entsetzen über diese Frechheit, er schleuderte dem Münchener Doktor einen ver— aichtenden Blick zu, vor welchem dieser jedoch hurchaus nicht zu erschrecken schien. Es trat eine iemlich lange Pause ein, dann sagte der Fürst in tuhigem Tone: „Wenn es denn sein muß, so ragen Sie in Gottes Namen weiter, aber ich er— warte dann, auch von Ihnen, daß Sie als Arzt ebenso großartiges leisten werden, wie als Gro— bian“ . .. Nach dem einhelligen Zeugnisse der Familie Bismarck soll Dr. Schwenninger diese Er— vartung des Fürsten in der That gerechtfertigt en Vu f Eine furchtbare Kur hat der Oberstlieut. ». S. in B. aushalten müssen. Derselbe war im Frühjahr bei Eisesglätte gefallen und hatte sich zas Bein gebrochen. Dasselbe war schlecht geheilt ind wurde daher die Wundstelle wiederhergestellt, und die gebrochenen Knochentheile bier Tage und zier Nächte in der richtigen Lage durch zwei Wärter mäßig aneinander gerieben, so daß auf diese Weise eine künstliche Entzundung herbeige ührt wurde. Infolge dessen nahm der Heilungs- drozeß einen normalen Verlauf. FGer Romanseiner Fürstin) Man chreibt aus Wien: Es war im Jahre 1878, zurzeit )er großen Weltausstellung, als in einem der erfien hotels in Wien die russische Fürstin Tomassoff ihr Quartier aufschlug. Die Russin entwickelte eine Jeradezu märchenhafte Verschwendung. In ihren luxuriösen Appartements folgte Fesi auf Fest, die klite der Wiener Lebewelt war mehrere male in der Woche stets vollzählig dort versammelt. Jene ikanten AbendUnterhaltungen sollen so ziemlich das Höchste“ geboten haben, was an „Pikanterie“ iberhaupt geleistet werden kann. Die überaus eichtsinnige Fürstin war damals von entzückender Schönheit und ihre Koketterie hatte einige blutige Duelle verschuldet. Der Aufenthalt der Fürstin, der ursprünglich nur für zwei Wochen fixirt worden, dehnte sich immer länger aus, die an Wahnsinn grenzende Verschwendung nahm kein Ende. Da plötzlich erschien eines morgens ein älterer Herr unangemeldet in den Gemächern der Fürftin. Diese ließ einen Schrei aus, als sie des Alten ansichtig vurde, warf sich vor ihm auf die Knie und rief „Verzeihung, mein Gemahl, Verzeihung.“ — Es folgte eine furchtbar erregte Szene, und wie die horchenden Stubenmädchen versicherten, wurde die schöne Fürstin von ihrem Gemahl tüchtig durchge prügelt. Die Hotelrechnung wurde am selben Tage beglichen, die Fürstin erhielt von ihrem Gemahl eine gröäßere Summe und wurde — zur Thüre hinausgejagt. — Die schöne Fürstin hatte das Geld nur zu bald durchgebracht und sank nun immer tiefer und tiefer. Unter verschiedenen Namen trat ie in Vergnügungslokalen als Sängerin und Tänzerin nuf. — — — — Seit wenigen“ Tagennun roduzirt sich auf einem Felde außerhalb von Wahring ꝛine Akrobaten⸗Gesellschaft. Der Stern der Truppe st „Miß Alice“;- welche als „Solotänzerin“ engagirt ist. Wer würrde wohl vermuthen, daß ich hinter diesem Pseudonym die hochgeborene und 'o tief gesunkene Fürstin Tomassoff verbirgt. Die⸗ elbe erzaͤhlt nach Schluß der Vorstellung, wenn sie hre kleine Tagesgage. in Empfang genommen, hmunzelnd im Wirthshause den siaunenden Zu⸗ sörern von ihrem glänzenden Leben bis zum Jahre 1873. Sollten sich unter diesen aber Unglaubige efinden, so produzirt die Taänzerin mit größter Seelenruhe ihre Dokumente, welche die Wahrheit hrer Angaben unzweifelhaft beweifen. f Warschau 7 August.“ Die Kreis⸗ und Fabrikstadt Kineschma, (Gouvernement Kostroma) st der „Voss. Ztg.“ zufolge vollstandig niederge⸗ rannt. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Rubel geschätzt. — f. Aus Patis wird der „Fr. Zig.“ ge⸗ chrieben: Bezugnehmend auf die augemeine Klage, daß der Fremdenverkehr hier sehr abgenommen habe, bemerkt der, Voltaire“ ganz richtig man duürf⸗ sich darüber nicht wundern, wenn man bedenke, wie die Fremden ausgebeutet würden. Der Droschken⸗ kutscher lasse sich, wenn er einen Unerfahrenen wittere, eine Fahrtemit 8 Fr. statt 1ise und eine Stunde mit 5 statt mit 2 Fr. bezahlen. Noch chlimmer trieben es die feinen Restaurants. Eines herselben habe gestern einem jungen Engländer, welcher mit einem Freunde speiste, folgende Rech— uung gemacht: 2 Kouverts 2 Fr., 1Flasche Medoc ö Fr., 2 Suppen 6 Fr., 2 Portionen Fisch 8 Fr., 2 mal Rostbeaf 6 Fri2 Portionen gruůne Bohnen 1Fr., Dessert 5 Fr., 2 Kaffee's 1Ft., 2 Cognac 2 Fr. 50, 2 Cigarren 2 Fre, zusammen 422 Fr. Der Berichterstatter des „Voltaire“ bemerkt, e habe darauf als Einheimischet in dem Jleichen Restau⸗ rant für ein gleiches Essen 17 Fr. bezaylt. Es muß indes bemerkt werden, daß derartige Prellerei nur in den feinen Gasthäusern moͤglich ist, da in den gewöhnlicheren die Preife auf den Sveisekarten demerkt sind Ein Roman in Briefaufschriften. Im Londonec Gerichtshof, wo die Breach of Pro— mnise (Eheversprechen) verhandelt werden, kommen eht oft die Liebesbriefe zur Vorlesung, natürlich tets zum größten Gaudium des Publikums. Vor einigen Tagen hatte eine Miß Ella Arden gegen einen noblen Lord geklagt, die Briefe schienen sehr kompromittirend zu sein — d. h. für beide Par⸗ eien, denn das Fräulein hatte sie zwar ihrem Ver⸗ heidiger zur Einfichtnahme gegeben, wollte ghe— durchaus nichts davon hören, daß sie laut verlesen würden. Aber ein schlauer Advolat weiß sich zu helfen. eine lurze Beraihung und darauf die Bitte an den Richter, einstweilen nur die Anrede, i. e. die Üeberschrift der Briefe verlesen zu dürfen. Es wurde geslattet und er las Nummer für Nummer: j) Geehries Fräulein Arden, 2) Liebes Fraulein, 3) Angebetete Ellen, 4) Meine fuße Ellh, 5) Mein Liebling, mein Abgott, 6) Mein einzig geliebtes Weib, 7), 8) und 9) Mein Engel, mein Alles — CPause), 10) Liebe Ellen, 11) Mein Fräu⸗ lein, 12) Dem Fräulein Ellen Arden, 13) Ma⸗ dame — — Der noble Lord wurde zu 100 Pfd. Slerl. Entschädigung verurtheilt. rathete eine Sohn des Dr. King eine Schwester der Frau des Dr. King. Nunmehr hat sich ein gruder der Frau Dr. Jing mit einer Tochter des Dr. King verlobt. Dr. King's Sohn wurde dem⸗ nach der Schwager seiner Stiefmuiter und Dr. ding's Tochter nach ihrer Verheiraihung die Schwägerin ihrer Stiefmutter. Dr. King wird zurch die Verheirathung seines Sohnes mit der Schwester seiner Gattin der Schwiegervater seiner -chwägerin und Frau Dr. King durch die Verhei⸗ athung ihrer Schwester mit ihrem Stiefsohn die Stief⸗Schwiegermutter ihrer eigenen Schwester. Dr. —XVD mit seiner Tochter verloͤbten Bruders seiner Gattin der Schwiegervater eines Schwagers und seiner Gattin die Stiefschwieger⸗ Der bekannten verwickelten Verwandischaft“ murter ihres eigenen Bruders. Soweit wäre alles erfreut sich ein Herr S. King aus Mott Havenn berhältnißmäßig klar, aber in Mott Haven zerbricht NRewyotk. Derselbe heirathete vor kurzem ein mau sich jetzt schon den Kopf darüber, auszufinden, Fraulein Morris. Kurz nach der Hochzeit hei⸗in welchem verwandischaftlichen Verhältniß die Kin⸗ 777 — 22 — Rachtwächterstelle Neuen Honig. ẽ ausgeschleudert und in Waben, bring in St. Ingbert. in empfehlende Erinnerung J. Baron. der aus diesen drei Ehen zu einander und zu den übrigen Mitgliedern der —* stehen werde Furwahr, eine Preisaufgabel! Fur die Redaktion verantworilich: J. X. Demez. Die Macht der Gewohnheit ist beim Menschen eine außerordentlich große, weshalb eß nur sehr schwer gelingt, dieselbe zu brechen. Troßdem rathen wir allen Denjenigen, welche gendthigt find, bei habitueller Verstopfung, Hamorrhoidalbeschwerden eie. erosf Fende Mittel anzuwenden, sich zu einem Versuch mit den hetannten Apothekler R. Brandt's Schweizerpillen zu eni— chließen, derselbe wird sicher zu aller Zufriedenhelt aus⸗ allen und beweisen, daß die Schweizerpillen das beste von en Abfuhrmitteln find. Man versichere fich steis, daß jede Schachiel Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen (erhaͤli- uch a Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) ein weißes Kreuj ijn rothem Feld und den Namenszug R. Brandt's traͤg und weise alle anders —XE Todes⸗Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser liebes Töchterchen riaa im Alter von 5 Jahren, heute Nacht J Uhr zu sich abzurufen. St. Ingbert, den 11. August 1885 J Die tlieftrauernde Familie: F. Zinmermann,- Küfer, Uaria Zimmermianm, geb. Weis. anserer beiden verstorbenen Kinder findet morgen 3 Uhr statt. Eine der hiesigen Nachtwächterstellen s erledigt und soll bis 1. September nächsthin wieder besetzt werden. Sas Gehalt beträgt ver Jahr 400 Mark. Bewerber haben ihre Gesuche bis zum 20. do. Mis. dem unterf. Amte inzureichen. St. Ingbert, den 8. August 1885 nas Kßürgermeisteramt: Heinrich. Auflage 331,000; das verbreitetste aller eutschen Blätter uberhaupt; außerdem er⸗ heinen Uebersetzungen in zwoͤlf fremden Sprachen — — — Die Modenwelt. zllufirirte Zeitung fün rToiletle und Handar eiten. Alle 14 Tag ine Nummer. Vrei Fierteljahrlich M. 1.25* 75 Kr. Jaͤhrlich erscheiner 21 Nummern mit Toi⸗ leiten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 aere schreibung, welche das * janze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche en Poftdamofer der 8* ir Damen, Mädchen und Knaben, wie für E Star Lãne das zartere Kindesalier umfassen, ebenso di ibwasche fur Herren und die Vell⸗ und ahren von Antwerpen jeden Samstag direct nas 8 mie die Handarbeiten in ihrem New⸗York u. Philadelphia. * vue it eiwa 200 Schnitimustern — Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für X aue in n e enee der Gorderobe und eiws lassen. Deuische Bedienung und Aerzie auf jedem Schiffe. 80 Ntuster⸗Vorzeichnungen fur Weiß- und Wegen Passage und näherer Auslunft wende man sich an Buntftickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛc. e LuÄ,: St. Ingbert. Abonnemenis werden jederzeit angenommen — hei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Probe⸗Nummern gratis und franco durch die Expedition, Berlin W, Potsdamer Sir 3. Wien J, Operngasse 83. zu verkaufen. Wo? sagt die 95 Au den Schwarz'⸗ und Beck'- schen Bauplatz in den Groß gärten ist fortwährend guter Vaugrund abzufahren. Zum Laden ist immer emand bereit. BP. Fischæeær- Maurermeister. Turnerschuho Fine Nnutz⸗ — AAGKS 82 oppel Starke NMoeinigerrabrixantlũ.Maebk, uim a D. BöBixrtæstes u. vollatandiß — XVXVXVA zew abrt grösste Erlelehterang SM- Fiaiten u. enthalt aBe er- Grãeruchen Zusatae 2ur eatene, oernug ron blendend —EE ote ifer nd aogenannter —XXX Ue bereæi α — Faα — . ——— —f Ad — I. A, . Iαανιgα M. Bul . E ——— Tuehaeh a —X is M. iI1. B ι—— αια L. hei 2 Mt. 50 Pfg. Georg Linn. Agenten und Reisende werden für den Verkauf von Kaffee an Private gegen Fixum und Pro⸗ —I J. M. Carl Held, Hamburg, Grimm 22. — e — — e — — 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von cen naus kaiser⸗Zahnwasser à Fl. 60 Pf. und 100 Pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann 8& sie, Dresden. — 7Z0 haben in 86. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Im Verlag von Greßner & Schr a mm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes zu bezichen: 0 J 4 40 7 Die Klassiker der B hilosophie. — —— — — Ven den früsesten grieckischen Benkern Fis anf die Gegenmart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebn einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendften Philosophen. Jede Lieferung enthält 8 Bogen 80. Band J1: „Das Alerihum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Vfennia. Widerruf. Die Beleidigung, welche ich in der Bed'schen Wirthschaft gegen den gergmann Adam Som mer gemaͤcht habe, nehme ich als unwahr zurück. Jos. Sechmidt. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut GEilgut — — — J zu haben bei F. x. Demetz. C2 J Grosue Lotierie der internationalen Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Texirungen in hntszEn. S00O0O GeWinnæe æar wne von— 7E6 TIATIc Glewiume von Mark 26 doo io 600o, *ooo 3000,2 000 Mark elc. Viele von Tausend Marb. 5000 eWwinno old. Silher hJismanten eto. — — — — r x. in Loos eine Nar-. IIàn an allen Orten- Dinboos eine 8 — — — — —— 22 AGo — — — — — SLSEMCA ——— — — — Feneraldobitairo der Loose: Moritz Straus junior in Nürnberg und Mainz. — — Drud und Verlag von F. X. Demet in St. Inabert, zt. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 5 St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalr Am Montag, Dieustag, Donuerstag, Samstag und Souutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ en und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.M 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 H, einschließli 4 gußellunasgebahr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4. Neclamen 30 —4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 158. — Politische Uebersicht. ⸗2Kaiser Wilhelm bat nunmehr seinen aroufenthalt auf österreichischem VBoden beendigt „d am Dienstag Nachmittag Wildbad Gastein jeder verlassen, um über Salzburg, Regensburg, vf, Leipzjig und Potsdam nach seiner Sommer⸗ sdenz Babelsberg zu reisen, wo der Kaiser heute donnerstag) Vormittag eingetroffen sein dürfte. Re Heilkraft der Gasteiner Quellen hat sich an em greisen Monarchen auch diesmal wieder in herraschender Weise bewährt. Während in den tfen Tagen seines Gasteiner Aufenthaltes sich er⸗ inen ließ, daß der Kaiser sein jüngstes Unwohl⸗ in, welches ihn im vergangenen Frühjahr befallen itle, trotz der Emser Kur noch immer nicht gänz⸗ d überwunden hatte, waren nach einer Woche uch die letzten Spuren desselben getilgt und jetzt itt Kaiser Wilhelm aus Gastein vollständig neu räftigt und im besten Wohlsein heim. Mit migster Genugthuung begrüßt daher das deutsche olk seinen Kaiser bei dessen Rückkehr auf dem eimathlichen Boden und allen Herzen entsteigt der ffrichtige Wunsch, daß die Wirkung der diesjäh⸗ gen Badereisen bei dem erhabenen Herrn recht nge nachhalten und ihm auch ferner gestatten möge, d mit ungeschwächten Kräften den Pflichten seines hen Amtes zu widmen. Unmittelbar vor seinem setlichen Vater ist auch der Kronprinz von seiner hweizer Reise nach Hause zurückgekehrt und am nwoch in Potsdam wieder eingetroffen, während e Ftau Kronprinzessin mit den Prinzessinnen chtern don Andermatt aus noch eine kurze Reise ach Italien zu unternehmen gedenkt. Kaiserin ugusta wird am Sonnabend von Homburg v. d. ͤhe in Potsdam zurückerwartet. Wie der „K. Z.“ von Berlin telegraphirt urd, gilt es in unterrichteten Kreisen als wahr⸗ reinlich, daß auf die Zusammenkunft der Kaifer vn Oesterreich und Rußland eine Zusammenkunft xr Kaiser von Deutschland und Rußland folgen verde. Man vermuthei, daß die Einzelheiten wäh⸗ end des Aufenthaltes des der Person des Kaisers dilhelm attachirten Fürsten Dolgorucki in Gafstein eteinbart worden seien. Auch von einer Reise xrussischen Kaiserpaares nach Kopenhagen ist irder die Rede. Die bevorstehenden RLandtags wahlen in teußen beginnen allmälich auf das Parteileben t Wirkung zu äußern. Am ersten sind die aionalliberalen auf dem Plane; dieselben haben em Varteitage in Hagen bereits einen zweiten in hele (Prodinz Sadhfen) folgen lassen; von Ver⸗ mmlungen anderer Parteien hört man dagegen och nichts. In den Kreisen des deutschen Marine⸗ unisteriums ist man nicht ohne Besorgniß sen des Schicksals der Kreuzer ·Korveite, Augusia“. ieselbe, mit den Ablosungskommandos für die sralische Station an Vord her in der Nacht in 1. zum 2. Juni die Insel Perim im Rothen deert berlassen, um nach Albany in Westaustralien ehen. Seitdem sind von dem Schiffe keine iatrichten in Berlin eingelanfen und da zu der dannten Zeit in jenen Gewässern ein Cyclone —8 fürchtet man, daß die „Augusta“ mit m Wirbelsturm in Berührung gekommen ist. Donnerstag, 13. August 1885. 20. Jahrg. * Die Befestigung und Verproviantirung von derat wird von Seiten der Afghanen mit einem kifer fortgesetzt, als stünde ein Vorstoß der Russen mbemittelbar bebor. So besagen Briefe aus Herat om 30. v. M., daß die Befestigungsarbeiten eifrigst ortgesetzt würden, 2000 Arbeiter seien daran be⸗ haftigt. Auch Getreidevorräthe würden angesam⸗ neli. Die englische Grenztommission befindet sich jeun Meilen westlich von Herat. Deutsches Reich. Berlin, 11. August. Der preußische Gefandte im Vatican, Herr v. Schlözer, ist gestern Mittag zach Varzin gereist. Berlin, 12. August. Graf Kalnoky, von zettionsrath Aehrenthal begleitet, ist heute früh sier eingetroffen und nach kurzem Aufenthalte nach harzin weitergereist. Berlin, 12. August. Die Nachricht, daß as deutsche Geschwader vor Zauzibar durch weitere driegsschiffe verstärkt werden wird, wird allseitig estäligt. Das Geschwader enthält bis jetzt 63 geschütze und 1636 Mann. Berlin, 12. August. Ein heutiges Tele⸗ ramm der „Times“ wird hier als Symptom be—⸗ rachtet, daß die öffentliche Meinung in England ie Berechtigung der deutschen Politik in Zanzibar merkennt. Das Londoner, Kabinet duürfte sein herhalten in der Zanzidar⸗Frage dementsprechend inrichten. Die Aufgabe des deutschen Geschwaders st, vollendete Thatsachen zu schaffen, auf Grund jeren die diplomatische Austragung der Frage er⸗ olgen kann. (Siehe Art. unter London.) * St. In gbert, 13. August. Am nächsten Dienstag wird in Schnappach an Stelle des zon dort verzogenen Obereinfahrers Herrn Kramer die Wahl eines Wahlmannes für die am 20. ds. tattfindende Abgeordnetenwahl vorgenommen werden. — Das kgl. statistische Bureau veröffentlicht oeben den Saatenbericht für den Monat Juli. Bezüglich unserer Pfalz heißt es: Eingebrachtes Hhetreide schön, und konstatirt: Pirmasens, Zwei⸗ rücken, Homburg, Kaiserslautern gedroschener Winterroggen sehr gut, zwölf Zentner per Morgen. klee und Futierpflanzen leiden überall durch Trockenheit. Hopfen zeigt in einigen Bezirken dupferbrand. Wein und Tabak entwickeln fich jut, aber Quantität weniger als im Vorjahre. — Der Jahresbericht der pfälzischen Handels- ind Gewerbekammer ist soeben zur Ausgabe gelangt. zIm allgemeinen Theil beschäftigt sich derselbe mit er Frage einer unter staatlicher Leitung stehenden Mobiliarversicherung. Nach Erwägung aller ein- chlägigen Verhältnisse gelangt der Bericht zu dem Schlusse, daß die Errichtung einer staatlich geleiteten Nobiliar⸗ Feuerversicherungsanstalt nicht nur kein Zedürfniß, sondern sogar zu vermeiden ist. Was uuf dem Gebiete des Hagelversicherungswesens ein rfreulicher Fortschritt sein mag, muß es nicht auch juf anderen Versicherungsgebieten sein und die jünstigen Ergebnisse der staatilichen Immobiliar⸗ Feuerversicherung sind kein Beweis, daß sie bei MNobiliar⸗ Feuerverficherung ähnlich ausfallen würden. stiemand kann z. B. hageln lassen, Niemand weiß, ob seine Grundstücke von Hagelschlag betroffen werden, er hat kein Juteresse an zu hoher Ver⸗ icherung im Hinblick auf einen vorausfichtlichen inberechtigten Vermögensvortheil, die Feststellung des Werthes der Ernte ist bei bekannten Durch— chnittsẽpreisen nicht schwierig, kurz, hier liegen die Berhältnisse so klar wie nur möglich, und es ist aher auch nicht schwierig, bei der Abwickelung der S„chäden, das Richtige, wenigstens annähernd, zu reffen. Bei Immobiliar ⸗Feuerversicherungen ist die Sachlage auch durchaus einfach, das Gebäude ist m seiner Bauweise bekannt und seine Wiederher⸗ tellungskosten find rechnungsmäßig sehr leicht fest⸗ ustellen. Anders bei der Mobiliar⸗Feuerversicher⸗ ing. Hier erscheint jeder Fall anders gelagert, Bieles entzieht sich der allgemeinen Kenntnitß. und Zetrügereien bezw. der Versuch zu solchen, sind nicht elten. Hier scheint das Gegenüberstellen privater znteressen als das beste Mittel, die richtige Mitte u finden, vorausgesetzt, daß gesetzliche Bestimm⸗ ingen das Uebergreifen des Slärkeren — hier unächst der Versicherungsgesellschaft — unmoͤglich nachen oder doch nach Thunlichkeit erschweren. — Zweibrücken, 11. August. Vor der Straffammer des k. Landgerichts dahier hatte gestern Berhandlung statt gegen Heinrich Reiß, 28 J. a., Schulverweser, zuletzt in Oberwürzbach, wegen Berübung unzüchtiger Handlungen an seinen Schul⸗ indern. Dieselbe endete mit Verurtheilung des Angeklagten zu 3 Jahren Zuchthaus nebst Aber⸗ ennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer on 5 Jahren. — Zweibrücken, 11. August. In der Frühe des gestrigen Tages wurde in die Wirth⸗ chafts· Lokalitaͤten der Buchheit'schen Brauerei ein⸗ jebrochen und daselbst die Kasse ihres Inhalts be⸗ raubt; doch sah sich der Dieb sehr enttäuscht,“ da x nur sogenannte Biermarken aus derselben mit⸗ iehmen konnte, deren er sich dann auch recht bald dieder entledigt haben muß, indem sich eine Anzab' Auslanud. J Wien, 11. August. Graf Kalnokh ist jeute Vormittag zum Besuch des Fürsten-Bis⸗ narck nach Varzin abgereist. — Wie die „Presse“ rfährt, wird der Reichsrath frühestens in der letzten Septemberwoche einberufen. Paris, 11. August. Der „Monde“ und der Univbers“ verdffentlichen ein Schreiben des Direk⸗ ors der auswärtigen Missionen. worin derselbe ine Depesche des apostolischen Vikars von Ost⸗ Tochinchina vom 8. d. M. mittheilt, welche lautet: Poirier, Guegan, Garin, Mace und Martin sind nit mehr als zehntausend Christen niedergemetzeli. Die Meuchelmorde und Brandstiftungen dauern ort, das Vikariat ist vernichtet. London, 12. August. Die „Times“ schreibt zezüglich Zanzibars: Wenn auch England nicht vuͤnschen bönne, die Unabhängigkeit Zanzibars be⸗ xoht oder die Zivilisation daselbst vernichtet zu ehen, so liege es andererseits weder im Interesse englands noch dessen Wunschen, neue Zivilisations rojekte zu hindern oder gar den Sultan von Janzibar aufzuwiegeln und die vagen Ansprüche esselben auf fern liegende Theile seiner nominellen gesitzungen aufrecht zu hbalten. Zokale und pfälzische Nachrichten. P. St. Ingbert, 183. August. Gestern, Nittwoch, den 12. ds. M. fand im untern, jeuen Schulhause die IV. und letzte diesjahrige esondere Konferenz unter der Leitung des Herrn dauptlehrerss Hagen bucher statt. Dieselbe auerte von morgens 8ÿ12 Uhr und mittags on 222 — 134 Uhr. Anwesend waren 20 Schul⸗ zerweser. Zur Behandlung kamen morgens Erzieh⸗ ingslehre und Geschichte der Pädagogik; mittags Weltgeschichte und eine Lehrprobe im Gesang. derselben bei Verfolgung d er Spuren des Diebes an der Holländer⸗Schleuße vorfand. — Im Stumm'schen Walde, unweit der zur Gemeinde Bruch muͤhlbach gehoͤrigen „Tausend⸗ mühle“ hat sich der ‚Landst. Z.“ zufolge der 1133 jahrige Sohn Hermann des Mühlenbesitzers Aug. Heintz erhängt. Der Junge war mit seinem jüngeren Bruder in den Wald gegangen, um Holz zu holen. Es wird angenommen, daß der Un⸗ glüdliche nicht die Absicht hatte, sich zu tödten, sondern daß er nur seinem Bruder Angst einflößen wollte. — Am Montag hat sich in der Nähe des FErnstweiler Hofes der 19jährige Karl Denzler, genannt Schmelz, von Ernstweiler erschossen. SIn Olterberg zerstörte ein großes Schadenfeuer die Oekonomiegebäude des Landwirthes sraus; auch die Nachbargebäude wurden noch be⸗ schädigi; doch verhütete das rasche Eingreifen der Feuerwehr ein weiteres Umsichgreifen des Feuers. Fraus soll nicht versichert haben. — Landau, 10. August. Dieser Tage er⸗ zing in der öffentlichen Sizung der Zivilkammer des“t. Landgerichts dahier eine für Bürgermeister resp. Standesbeamte wichtige Entscheidung. Es wurde nämlich ein Standesbeamter des Bezirks Landau wegen Zuwiderhandlung gegen das Per⸗ sonenstandsgesetz, weil er durch seinen Gemeinde⸗ schreiber außer seiner Gegenwart Standesakten auf⸗ nehmen ließ, zu einer Geldstrafe von 30 Mk. ver⸗ uriheilt, welche in die dortige Gemeindekasse zu ließen hat. Lagen Burbach an acht verschiedenen Stellen an⸗ vünden werde. Sehr wahrscheinlich laufen diese Zriefe auf einen dummen und schlechten Scherz zinaus, denn Gründe für ein solch frevelhaftes Beginnen lassen sich nicht finden. Man lasse fich zaher nicht unnöthig ängstigen, lasse aber aucd richt alle Vorsicht bei Seite. CGM. B. 3.) F Ein bemerkenswerther Rechisfall liegt jetzt dem Gerichte zur Entscheidung vor: Ein in Frankfurt a. M. kürzlich verstorbener reicher derr hat sein Vermögen testamentarisch verschiedenen Stiftungen und Gesellschaften hinterlassen; u. A. wuch 100,000 Mark der Sozialdemokratie, zu dänden eines bekannten Berliner Führers dieser Zartei. Derselbe ist auch zur Empfangnahme des Heldes nach Frankfurt gereist, hat es aber nicht exhalten, weil die Geschwister des Erblassers das Testament angegriffen und Einspruch gegen dasselbe erhoben haben. Der Verstorbene war nämlich aaluralisirter Schweizer Bürger und nach Schweizer Recht sind die Geschwister zu einem gewissen Theile erbberechtigt. Es fragt sich nun, ob das in Preußen ausgefertigte Testament des in Preußen Zerstorbenen, oder das Schweizer Recht des dortigen Bürgers zur Geltung kommen wird. In den be⸗ reffenden Kreisen ist man natürlich gespannt auf die kntscheidung. FGuristisches Staatsexamen.) In WVürzburg haben von 18 Rechtskandidaten 16, mn München von 79 Rechtskandidaten 67 die Prüfung bestanden. FReuwied, 10. August. Ein Bravour⸗ tück der Schwimmkunst lieferte der Gymnasiast J. 5. von hier, welcher die Strede von Koblenz bis steuwied ohne Unterbrechung in einer Tour herunter⸗ chwamm. F Ueber die muthmaßlichen Verüber des Raubes in der Reichsbank zu Hamburg weiß ein New⸗NYorker Blatt folgendes zu berichten: der zexüchtigte Bankräuber James Bowen, alias Boyle, llias Burns, alias Ashton, welcher vor etwa zwei Jahren vom Pulte des Brooklyner Hilfspostmeisters Morton eine Rolle Geldscheine im Betrage von 3000 Dollars stahl und deswegen verhaftet wurde, iber später aus dem Naymondstreetgefängnisse ent⸗ loh, hat seitdem viele der größeren Städte Eng⸗ ands, Frankreichs, der Schweiz und Deutschlands zeimgesucht. In Loadon traf er seine „Collegen“ Wmin. Backer, alias „Tom“ Langford, und W Flynn, aiias „Jim“ Conolly, die fich ihm chlossen. In Paris, wo sie als Tischdn perirten, wurden sie zweimal verhaftet, 8* edoch mangelnder Beweise halber wieder frei jeben werden. In der Schweiz saßen sie Nonate ab und erkoren darauf Deutschland x den Schauplatz ihrer ruchlosen Thätigkeit. Qut nach ihrer Ankunft in Hamburg verübten sie —* jenen ausnehmend frechen Bankraub, über den bereit⸗ mehrfach- ausführlich berichtet wurde und welcher überall kolossales Aufsehen erregte. Waähren nämlich Backer und Flynn den Direltor der Reichs. hank in Hamburg in ein Gespräch verwickelten var es vermuthlich Bowen, der den kühnen un erfolgreichen „Zug“ that und etwa 200,000 Mi rbeutete. Der deutsche Konsul in Boston. Ha —AD— Mackellar von Brooklyn die Einzelheiten des Raubes nit. Der vorliegenden Beschreibung nach scheinm aum ein Zweifel darüber obzuwalten, daß Bowen )er Thäter war. Es ist eine Belohnung von 2500 Doslars für seine Verhaftung ausgesetzt worden zoch dürfte er sich in diesem Lande vorerst schwerlich vieder blicken lassen, da die Anzahl seiner Bekannten vierselbst doch eine gar zu große ist. F Ein grobßbes Grubenunglüch er ignete fich am Montag in dem belgischen Kohlen⸗ zergwerk Paturages. Das Waosserbassin strömte iber und überschwemmte alle Gruben; 150 Arbeitet vurden aus dem Wasser gezogen, 13 werden dher⸗ nißt und sind offenbar ertrunken. tMadrid, 11. August. Der Erzbischos von Sevilla ist an der Cholera gestorben. r London, 11. August. Der „Times“ zu⸗ 'olge ist das Hotel Montezuma in Las Vegat Neu Mexiko) niedergebrannt, wobei 8 Gäste den Tod in den Flammen fanden. Der Schaden wird uuf 300,000 Dollars geschätt. Vermischtes. 4 Der Zusatz von Bierkouleur zu fertigem Bier behufs Verbesserung der Farbe des⸗ selben, ohne dadurch das Bier zu verschlechtern, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 3. Straf⸗ senats, vom 11. Juni 1885, als Nahrungsmittel⸗ Verfälschung zu bestrafen, wenn im Publikum die Annahme besteht, unter dem Namen „Bier“ ein lediglich aus Malz. Hopfen, Hefe und Wasser zu⸗ sammengesetztes Getraͤnk zu erhalten. Burbach, 12. August. Unsere Ein wohner⸗ schaft befindet sich seit gestern Mittag in nicht ge⸗ ringer Aufregung. Eine Anzahl Hausbefitzer, hauptsächlich Wirthe, erhielten nämlich geftern Griefe des Inhalts zugesandt, daß eine aus acht Mitaͤliedern bestehende Bande binnen wenigen Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. —B Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingben. Der kgl. Postdampfer „Westernland“, Kapitän standle, welcher am 1. August von Antwerpen ab⸗ ning, ist am 11. August wohlbehalten in New⸗dork angekommen. Ann- Für die vielfachen Beweise inniger Theilnahme, welche uns bei der Beer⸗ digung unserer unvergeßlichen beiden sinder von allen Seiten entgegengebracht wor⸗ den find, sowie für die zahlreichen Blumenspenden, sagen wir hiermit unsern tiefgefühltesten Dank. St. Ingbert, den 18. August 1885 —A Für Turner. Turnschuhe 35 Bierbrauerei Gebr. Becker (Guen ter st a di.) Samstag, Maria Himmelfahrtstag. — bei guͤnstiger Witterung — von Nachmittags 5 Uhr Grosses Garten-Concert, ausgeführt von der vollständigen, a4d Mann starken Kapelle des 30. Infanterie⸗Regiments aus Saarlouis, unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Reckzeh. Entree 50 Pfg. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein F Aoh. WVeiĩrich. . Ingbert, den 13. August 1885. Zur Anfertigung von billigen u. sauberon aller n Buchdruck und Litho- zraphie vorxommenden R DrueKarbeiten empfiehlt sieh dio Buch- und Steindruckerei F. X. Domotæ Vorlag deaßt. Ingbortor Anselgor 8t. Inæbert. mit Gummisohle, das Paar zu 2,80 Mark bei —EXL Turnorschuhoe Ui, Am 2Mk. 50 Pfg. dei Georga Liun. —LXILLE Scheine für die Gemeindekrankenver ficherung ind zu haben in der Zruderei des „FSt. lnahertor Anzeider. »—*— — Landwehr-Verein. 1000 Mark zahlen wir dem, doer beim Gebraueh von BFoldmaunus aiser⸗Zuwasser FI. G0O Pf. und 100 Pf. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann * Fie, Dres d e n. — Zu haben in ft. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Sonntag, den 16. ds., von Dittags 3 Uhr ab findet in ECIGEFSSChEM GFAPIGnBP (J. Weirich) ein — 4äortoules mit VOonoCOoEä -Des Maria Himmelsahrn estes wegen fällt die Sonnias⸗ minmer aus, das illustr. ——— Aatt wird mit der Sanfiagsnunmei nsgegeben. Dis Expedition- tatt. wozu die Mitglieder und deren Angehörigen freundl. eingeladen werden. Nichtmitglieder zahlen à Person 20 Pfg. Abmarsch Mittags 23 Uhr von der Wohnung des J. Vorstandes aus Der Vorstand. Drud und Verlag don F. X. Demetz in St. Inabert. 338535383 35833 3555* 25858 227 5535 255 — —A ——— * 2 — 6 — 58837 * 2222 53 32323 * — 5528 E * 3 5— —** —8 — 44 5 — 5322 55 6 o2XX D — * 3 22 58 —— 2*2 * 2 — — —2 3 55 52282 533* — 83 3 555 55 —2 * 6 2 *2 * — —— * —— —22 2 —X — —— 9 575 537 3z68 5588 57 — 23 352548 —— 5 — —— 80 8 525323328 5* 5585 88 634 Eä— 522* 538 228 * 25553835355 23 5 2 * 2 528 5*— —A — ẽ 5533355 — — — —* 22 * * * 38 2B5 9 320* 2 —53 3 —A —W — — 2 55 — 2*8 5305—3 23 3357334628* 5c* 5 2353 52,782 75 523238 — 6* ——— — — —E * —5535235 ——— 822 3 —28 2227 * —— — ——— o8 — 8 —— 522 538 * O s 2 — 22 i 3 —A — 5328 2 833228 2 * 3385 535735 25*5 *— 55528 * I12357535 ———— * 55 — 8 55735583 32 53338* —z— 338 55835535 —F 285 5523 55535 5 22 5—333868 55355 — 53 *2 ·* — 52535 — — — — 8 5 3233 337 358 35537 285558 —A — 2333358 ** sI333335 5 5 3583* 55688 285*8 38 ——— 3853328 35 — 58353357 32 —33 253 5 2B8 4 33333*77 * 53218322 35 — 57r— 53 *7 2—3 —⸗2 — 8 8 5 * 5* * * * 3.5 — 52 557 * 35* 585*283* — 3387755 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732 2 7— 2.2— —I — 7 22 — 22 2. — * R 25— * 3 J. 2 577* 2 * — 2*2.5 7 — va 128 7— * * * — —7 5838. 2* 2 7 532* 3,x 8 ʒSt Iugherter Azriger. Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchenilich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ zlanu und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 à einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen LAA 75 4, einschließli, d A Zustellungzgebahr. Die Einrückungsgebühr faur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 d, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 1599. Samstag, 15. August 1885. 20. Jahrg. Die freisinnigen, reichstreuen Wahlmänner des Wablkréises Zweibrũücken Pirmasens verden freundlichst ersucht, sih Mittwoch den 19. d. Mts., Abends 8 Uhr, zu einer Vorbesprechung über die Abgeordnetenwahl, und Donnerstag ꝛen . d. Mis., Morgens 7 Uhr, zur endgiltigen Aufstellung eines Abgeordneten unseres Wahlkreises in dem Tivoli⸗Saale dahier gefl. einfinden u wollen. Zweibrücken, den 13. August 1885. W va — * — Die 17 Wahlmänner der Stadt Zweibrücken: Christian Ambos, Geschäftsmann. Johann Baptist Wolff, Fabrikant. Luzian Gugenheim, Reniner. —— sarl Froölich, Banquier. Theodor Märcker, Bürgermeiste. Eduard Rofenberger, k. Rechtsanwalt. douis Brünisholz, Kaufmann. Ludwig Pasquay, k. Notar. 23 Max v. Hofenfels, Rentner. — Adam Kuhn, Fabrilant. n Dr. Johann Erbelding, prakt. Artz. Friedrich Gugel, k. Landgerichtsrath. Johann Jakob Heck, Fabrikant. F Julius Dingler, Fabrikant. Jakob Bender, Kaufmann. Heinrich Kohl. Geschäftsmann. Heinrich Joseph Henigst, Kenine. üßen, 2836 Tonnen Deplacement, 2500 e. und 104 Mann Besatzung, der etwas größeren Kreuzer⸗ regatte „Prinz Adalbert“ mit 12 Geschützen, 8925 Tonneun Deplacemeut, 4800 e. und 482 Mann zesatzung und der kleinsten Kreuzerfregatte „Elisa⸗ eth“ mit 19 Geschützen, 2508 Tonnen Deplace⸗ nent, 2400 e. und 386 Mann, denen no⸗ der gzremer Dampfer Ehrenfels“ zugetheilt rden st. Der Chef des Geschwaders, Commodore Paschen, nerfügt also, wie bereits in vor. Nummer erwähnt, ber 63 Geschütze und 1626 Mann; er hat seine Flagge an Bord der Kreuzerfregatte „Stosch“ ge⸗ ißt, die schon als Flaggschiff auf der afiatischen ind später auf der australischen Station gedient at. Ob die von verschiedenen Zeitungen verbreitete dachricht, das Geschwader würde noch durch 4 kreuzer und einen Tender verftärkt, sich bestätigen vird, ist noch nicht bessimmt. Das Erscheinen iner deutschen Kriegsmacht vor Zanzibar hat keines oegs den sofortigen Ausbruch von Feindseligleiten ur Folge. Vielmehr wird es sich zunächst darum jandeln, dem Sultan von Zanzibar klar zu machen, aß Deutschland unter Umständen nicht nur den Willen, sondern auch die Macht hat, die Anerkenn⸗ ing seiner berechtigten Interessen zu erzwingen. die toloniale Politik des Fürsten Bismardist zu ocsichtig und besonnen, als daß fie fich ohne wingende Gründe in ein Abenteuer stürzte, dessen Ausgang zum mindesten von zweifelhaftem Werthe für das Deutsche Reich wäre. Politische Ueberficht. Einer anderweitig nicht bestätigten Pester MNeldung zufolge soll in den nächsten Tagen König zudwig von Bayern inkognito zur Besich⸗ igung der ungarischen Landesausstellung in Pe st intreffen. „Aiach unserer Ansicht ist die irische Auswanderung ausgeartet zu einer blinden Flucht. Die Leute der— 'afsen in Hast ihre bisherigen Gründe und eilen )en neuen zu, die aus weiter Ferne als grüne Befilde erscheinen. Aber näher gekommen fuͤnden ie nur Noth und Hunger und wären glüdlich, vieder heimzukehren. So steht es in Wahrheit nit der i rischen Auswanderung nach Amerika. Es jibt jetzt thatsächlich mehr Leule in den Vereinigten Staaten, als Gelegenheit zu lohnender Beschäftig⸗ uing und wir wissen dem Bischof O'Connor Dank ür seine freimüthigen Darlegungen, durch welche er die Irländer zum Bleiben in ihrer schönen— jesunden Heimath zu bestimmen suchte.. Die „Chicago Tribüune“ pflichtei diesen Bemer⸗ ungen des ‚Citizen“ bei. „die amerikanischen Stadte“, sagte sie, „sind bis auf den letzten Piatz hesetzt. Die Fabriken sind überfüllt. Ver Eisen— Hahnbau ist ins Stocken gerathen und damit ein roßes Arbeitsfeld geschlossen. Alle Aemter und A Die Mitbewerbung billig arbeitender Italiener hat die Irläander vielfach »on der gewöhnlichen Straßenarbeit verdrängt. Für die einfachen Handarbeiter unter ihnen gibt es uchstäblich nichts zu thun. Unter diesen Umstän⸗ xen kann den Irländern in Irland nur der eine Kath ertheilt werden. daheim zu bleiben. Für Millionen ist noch Platz in Irland, und es laßt ich nicht absehen, warum nicht die Fluth der Aus⸗ vanderer schnell wieder nach Irland zurücströmen 'ollte, um an einer Wiederbefreiung Theil zu jaben. Wir wollen nicht untersuchen, inwieweit die Verhältnisse in Itland schon jetzt gümstiger liegen, als in Amerika. Bemerkenswerth und für den Ernst der VLage bezeichnend ist es jedenfalls, daß amerilanische Blätter nicht davor zurüdscheuen, den gegenwärtigen Verhältnissen in europäischen dandern vor denen in der neuen Welt den Vorzug ‚ju geben. Die Auswanderungslustigen in Deutsch- and aber mögen aus den angeführten Thatsachen eine um so dringendere Warnung entnehmen, als der deutsche Auswanderer in der Regel nicht ein⸗ mal die Landessprache der neuen Weli versteht und demgemaß dem Irlander gegenüber noch im Nach⸗ theil ist·. Auf der Berliner Admiralität theilt man die zesorgnisse nicht, die aus Anlaß der jüngsten Mit⸗ heilung im „Reichs⸗Anzeiger“ über das Schichsal er Kreuzerkorvette „Augusta“ vielfach ettschen. Man nimmt dort mit Bestimmtheit an, aß die „Augusta“, die nur einen geringen Kohlen⸗ orrath mit sich führte, schon die Insel Perim unter sintfaltung der Segel verlassen habe, und fügt inzu, daß unter diesen Umständen eine zwei⸗ bis reimonatliche Fahrt durch den weiten Indischen )zean durchaus nicht zu den Seltenheiten gehöre, Abst wenn besonders widrige Zwischenfälle nicht mtreten. Behufs Ausbildung der englischindischen rruppen soll, wie das Reuter'sche Büreau mel⸗ et, ein zur Unterbringung von eiwa 50,000 Mann eeignetes Lager voraussichtlich gegen Ende Dezem⸗ er bei Lahore gebildet werden. Die englische lrmee in Indien soll um etwa 6000 Mann ver⸗ järkt werden. Die Regierung beschäftigt sich üher⸗ aupt eifrig mit der Frage wegen der Reorgani⸗ ation der eingeborenen Truppen. Der Londoner Dailh News? wird aus Mesched telegraphiert: zin persischer Lieferant sagt aus, daß zwei Perser n rusfischen Diensten in Begleitung derschiedener Ufghanen sich nach Herat begeben haben. um nit den Anhängern Ejub Khan's zu verhandeln ind über die Lage des Landes zu berichten. heneral Komarow macht hänfige Reisen zwischen herw und Pendjdeh und die militärischen Rust agen werden ununterbrochen und eifrig betrieben. dach einem Telegramm des Standarde aus Me— hed haben die Äfghanen alle Gärten und Dörfer a der Umgebung von Herat, welche einer angrei. nden Macht Schutz gewähren könnten, zersört. die englische Regieruͤng entschädigt die Eigenthuͤmer üt die durch die Zersiörung erluͤtenen Verluffe, — Der Nothstand der arbeitenden Be— »ölkerung in den Bereinigten Staaten zat, wie alle zuverlässigen Berichte übereinstimmend estätigen, bisher eine Besserung nicht erfahren. zielmehr erheben sich, nachdem bereits der Erlaß ines allgemeinen Einwanderungsverbots in Anreg⸗ ing gebracht worden ist, in der amerilanischen Zresse nunmehr auch Stimmen, welche nur noch on einer Massenrückwanderung nach Europa eine zesserung der Lage erhoffen. In dieser Beziehung rhält die „Chicago Tribüne“ vom 15. v. Mis. inen beachtenswerthen Artikel, welcher fich speziell nit der Auswanderung von Irländern nach den gereinigten Staaten beschäftgt. Das Blatt beruft ich auf Aeußerungen des Erzbischofs Croke und des Bischofs O'Connor von Nebrasca, welche fich mit stücksicht auf die in Irland eingeleiteten Reformen jegen jede fernere Auswanderung von Irländern zussprechen, und citirt dazu eine zutreffende Aeußer⸗ ing des in Chicago erscheinenden „Citizen“. In »em betreffenden Citat heißt es unter Anderem Deutsches Reich. Berlin, 12. August. Der General v. Stülpnagel, früher kommandierender General des 13. (württembergischen) Armeekorps, ist gestern in storderney gestorben. Has jetzt vor Zanzibar ankernde deutsche eschwader unter Vefehl von Commodore Paschen eneht aus den beiden Kreuzerfregatten der Bismarck⸗ Alasse „Stosch, und „Gneisenau⸗ mi je 16 Ge. Berlin, 12. August.“ Dem heute zu Ehren! der internationalen Telegraphen· Konferenz im Hotel Zaiserhof statigehabten Diner wohnten 152 Per⸗ sonen bei, darunter die Minister Maybach und ducius, Bankprasident Dechend, Polizeipräsident Madai, General Graf Waldersee, Strubberg, Unter⸗ staatssekretär Lucanus. einige Mitglieder des diplo· matischen Korps, Verireter der Universität. und der flädtischen Behörden und mehrere Mitghieder Des Reichsẽtages und Landtages. Staatssekrelär Stephan hieß sammiliche. Delegirte. willkommen und hrachte sodann einen Toast auf sämmiliche Souveräne und Chefs der dertretenen Staaten aus. Alsdanu coastete der oͤsterreichische Bevollmächtigte Brunner auf den Kaiser Wilhelm. Der Saal war mit den Fahnen aller Konferenzstaaten auf das reichste · und geschmackvollste geschmückt. Berlin, 18. August. Der Termin für die Landtagswahlen ift noch nicht festgesetzt; die formalen Vorbereitungen haben aber schon begonnen. Der Wahlalt ducfna dicht vor Ende Oktober stattfinden. Pamburg, 18. Aug. Nach Privatnachrichten aus Zanzibar ist die Differenz mit dem Sultan beigelegt, welcher die deutsche Oberhoheit über die rworbenen Gebiete anerkannte und seine Truppen Juruczuziehen versprach . Ausland. Drewitz, 13. August. Kaiser Wilhelm ist deute Vormitiag 10 Uhr von Salzburg hier einge⸗ roffen. Der kaiserliche Extrazug wurde bom Prinzen Wilhelm,“ dem Erbgroßherzog⸗ und dem BZrinzen Ludwig von Baden, dem Prinzen Reuß Radziwill, Graf Waldersee, von Lindequist, dem nlelld, Landrath Stubbenrauch, der Grafin Perponchet ind deren Tochter erwartet. Bei der Anlkunfi jang der Derwitzer Kirchenchor das Lied: „Herr Deine Güte“; das kleine Tochterchen des Bahnhof⸗ vorstehers überreichte Sr. Majestät einen Rosenstrauß Prinz Wilhelm stieg in den Salonwagen und ver deille dort fünf Minuten. Se. Majestaät betrat hierauf das Perron, wo er mit jedem der Anwesen⸗ den einige Worte wechselte. Sein Aussehen ist durchaus rüstig. Um 10 Uhr⸗ 15 Minuten erfolgte die Weiterreise nach Babelsberg über Neuendorf und Nowaweß in offener Equipage. Unterwegs waren zahlreiche Ehrenpforien errichtet, die Krieger⸗ dereine und die Schuljugend bildeten Spalier, die dauser waren reich beflaggt und festlich dekoriert. London, 12. August. Beide Häuser des Parlaments nahmen einstimmig das beantragte Dankesbotum für die im Sudanfeldzuge vermende⸗ ten englischen Truppen an. Das Unterhaus ge⸗ nehmigte in dritter Lesung die Bill betr. Verbesser⸗ ung der Arbeiterwohnungen. — In politischen und gesellschaftlichen Kreisen herrscht det World“ zu⸗ folge große Entrüstung weil einer der zur Förderung der Privattugend hergestellten Vereine ein Korps von Delektiven organisirt hat. Seit Wochen wird bereits das private Thun und Lafsen und die Be⸗ wegungen jedes Mitgliedes der Legislatur strenge ͤberwacht. - Die neuesten Meldungen aus Han⸗ dels⸗ und Rhedereikreisen signalisiten ein so starkes Darniederliegen der englischen Frachtschifffahrts Verhälimisse, daß einzelne Rheder beschlossen haben einen Theil ihrer rückehrenden Schiffe abzutakeln. LZondon. 18. August. Reuter'3 Buüreau meldel aus Zanzibar vom Heutigen; Commodore Paschen. Befehlshaber des deutschen ostafrilanischen Geschwaders, übergab am 11. ds. dem Sultan von Zanzibar die vorlaufigen Forderungen Deutsch⸗ sandse und drohte im Falle des Nichtnachgebens mit dem Abbruch der freundlichen Unterhandlungen. Rach Ablauf von 24 Stunden, ohne daß eine Anwort einlief, nahmen die deuischen Schiffe Stel · lung dvor dem Palast des Sultans; dennoch wird eine schließliche gütige Erledigung dieser Frage erwariete... J Nairo, 11. August. Verschiedenen Berichten zufolge befindet sich Kordofan in einem Zustande Hollkommener Anarchie. Eine furchtbare Hungers⸗ noth wird erwartet. Selbst jetzi schon sind Massen don Menschen dem Verhungern nahe. LZoktale und pfaälzische RNachrichten. 8 Sli. Ingbert, 14. August. Am Miti woch wurde -in saͤmmtlichen Kantonen der Pfalz zie Wahl der Kanlonalrechner und der Ersahzleute ur den pfalzischen Lehrersierblasseberein, sowie die )er Abgeordneten zu der am 18. September in dandau stattfindenden Generalversammlung dieses VBereins, vorgenommen. Far den Kanton St. Mabert wurden folgende Herren gewählt: Lehren Drumm zum Kantonalrechner, wie seither, Haupi⸗ ehter Hagenbucher zum Ersatzmaun und dehrer Günnt her zum Delegierten, saͤmmtlich von hier. * — e Si. Ingbext, 14. August. Mit dem deutigen schließt für die hiesigen protestantischen dolksschulen das Sommersemester; der Unterrichl Jeginnt für dieselben wieder mit dem 1. Oktober. nde Jatholischen Volksschulen? unserer Stadt eginnen vie Herbstferren: mit dem 1September und schließen mit dem 15. Oktober. ß beart I4 Angust. Durch Ber- gung dere kgl. Regierung wurde die Erdffnung ——— Wachteln auj en 17. do. Mis, für Hasen auf den 17. Sep— ember festgeseizß.. — P SJuͤgbert, 14. August. Das bei dem -chulerkonzert· des Herrn Lehrers Schlaudecker im Sonnlag-eingegangene Geld wurde heute nach Abzug vexschiedener kleinen Unkosten an das Bürger⸗ neistcram zur. Vertheilung au hiesige Armen ab⸗ selefett Ehrend werdien erwähnt zu werden, daß herr Wirth Baumann, in Anbetracht des edlen weckes, Wenn Sagl ohne jede Entschädigung zur zerfügunge stellte nd auch Hert Demetz für In⸗ erationsgebühren einen anerlennenswerthen Rabatt gewährte. sett ueeret Si. Ingbert, 14. Augusit. Wie bereits zurch Inserat bekannt gegeben, findet bei günstiger Bitterung awrgen, Samsiag, Nachmitlag im Garten rBecer schen Brauerer in der Unterstadt? ein roßes Komzenrit statt, ausgeführt von der ganzen dapelle des 30. Inf.Regim. aus Saarlouis unter deilung des Kapellmeisters Herrn Reckzeh. Das yntree berägt nur 50 Pfg. Ein Wort zur Em⸗ fehlung hallen wir für überflüssig, da die Kapelle urch ihre vortrefflichen Leistungen sich bereits selbfl uf beste empfohlen hat. —Fur Sonniag Nach nitiag hat der Landwehr ⸗Verein in demselben Lo⸗ nle in Gartenfest mit Konzert artangiert. —— eine Eintritisgebühr von 20 Psfg. à Person moͤ zich gemacht. — St. In gbert, 14. August. Wie bekannt, riert der pfälzische Sängerbund am 15. 16. und 17. »s. Mis. (Eamstag, Sonntag u. Montag) in Zaisershautern gelegentlich des VII. pfälzi- chen Sängerfestes sein 25jähriges Jubiläum. Unter »en Bundesbereinen, die sich am Feste und zwar am Vortrage der Gesammichöre betheiligen, ist auch der hiesige Verein Gemüthlichkeit“. — Gus dem Jahresbericht der pfälzischen Handels⸗ und Gewerber a mmn e rh Gelegentlich der Vorlage des Dampfer⸗ Anterstützungs-Gesetzes der Reichsregierung an den Zeichstag eichtete die Handels - und Gewerbelammen ine Eingabe an den Reichstag, worin gebeten vurde,“ derselbe möge die Dampfer⸗Unterstützungs dorlage zinn Gesetz erheben und den in Aussicht enonimenen europäischen Häfen noch Rotterdam, zenindischen Calcutta beifügen. Angesichts vesallgemein fich regenden Interesses fin ine dtraftige, wenn auch sonst vorsichtige Kold nialpolitit uünd deren günstige Erfolge. welche unsete steichsregierung gegenüber den kleinlichen Intriguen inet: kurzfichiigen Auffaßzung der Sachlage in xĩngland zu verzeichnen gehabt, hat die Handel⸗⸗ ind Gewerbekammer geglaubt, auch dem Stand⸗ unktunseres Kreises Ausdruch geben zu sollen. if Grund eines diesbezüglich gesaßten Beschlusses vurde dem Reichssstage eine Eingabe überreicht, velcher sich außerdem etwa 1600 Personen. den reschäftlichen Kreisen unseres Kammerbezirks ange⸗ zorend, durch Namensunterschrift anschlossen. Der Fnhalt der Eingabe dürfte vielfach bekannt sein. Dieselbe schloß mit der Bitte: „Der Reichstag möge die Am Etat des auswärtigen Amtes vorge⸗ sehenen Forderungen der Reichsregierung zum Zwecke der Stärkung unserer Stellung in Afrika und den ostasiatischen Inselgruppen ungeschmälert bewilligen“. .Der Jahresbericht bemerlt ferner hinsichtlich des Berkehrswesens in der Pfalz, daß ein Gesuch der Handels⸗ und Gewerbekammer wegen einer zwischen ẽdenkoben und Geinsheim zu errichtenden Postom— nibus Verbindung günstigen Erfolg gehabt habe, in weileres Gesuch beit. Ersetzung der Cariolpost wischen Albersweiler und Ramberg durch einen Bostomnibus wegen zu geringer Frequenz dieser inie aber abgelehnt worden sei. Ferner werden n dem Jahresbericht die mißlichen Verhältnisse der ostalischen Einrichtungen in Pirmasens besprochen ind wird die Erweiterung der Dienststunden, die Eirrichtung eines zweiten Schalters und die Ver großerung des dem Publikum zur Verfügung —* den Raumes als dringend nothwendig bezeinene Fine weitere;, das allgemeine Interesse ledhaft in Anspruch nehmende postalische Einrichtung wird dann wie folgt besprochen: — Im allgemeinen möchten wir noch die Aufmerksamkeit der kgl Staatsregierung auf Einrichtungen lenken, J jolche die Reichshostverwaliung schon seit langer Zeil Besißzt Und die auch für die Verkehrsinteressen des bayerischen Postgebietes erwünscht wären. Es betrifft dies zunuchst- das Recht des Abholens don Päcereien. Wie es Uebung: an Geschaftsorten isi daß die Kaufleuteund; Induftriellen ihre Brieß. schaften abholen lassen, weil sie so früher in den Besitz derselben gelangen, als durch Zustellung durch Posiboten, ebenso hat eine große Zahl von Palen empfängern ein hervorragendes Interesse, thunlich rasch in Besitz erwarteter Päckereien zu gelangen und wird sich gerne dazu verstehen, dieselben ab—⸗ holen zu lassen. Weiter haben wir zu beklagen daß die Zusiellgebühr füt Postpackereien eine u hohe ist. Im— Reichstpostgebiete zahlt man fuͤr Pakete bis zu 5 Kilo 5 Pf. und für solche über 5 Kilo 10 Pf. Zustellgebühr, an großen Plätzen 10 und 15 Pf. Innechalb Bayerns, bezw. der Pfalz. beträgt die Zustellgebühr das Doppelte, nämüch 10 und 20 Pf. pro Stück, je nach Ge— wicht. Auch in dieser Richtung ersuchen wir, eine Gleichstellung. mit den-Bestimmungender Reichs postverwaltung herbeiführen zu wollen. — Wohl vissen wir, daß eine Berücksichtigung der vorstehend angeführten Wünsche eine Aenderung der zur Zeit vorhandenen Einrichtungen des gesammten Palet derkehrs erheischt. Allein diese Bestimmungen, welche den Postpackern eine außergewöhnliche Stel⸗ lung innerhalb der Postverwaltung anweisen und Senselben¶ das Recht zugestehen. nach eigenem Be— lieben Postboten anzustellen und zu bezahlen, ohnt daß dieselben Bedienstete- der Postverwaltung sind sönnen unseres Erachtens aus mehr dean einem Brund überhaupt nicht wohl aufrecht erhalten verden. Namentlich im Interesse einer besserer Bezahlung der Posiboten, denen die mühepollst Arbeit bei'm Päckereiverkehr zu bewältigen bleibt väre eine rechi baldige Erledigung dieses wunder Punktes sehr bald erwünscht. GGefährlichkeit der Obstpilze.) Zur Zeil des Obstessens sind im Interesse der Kinder alle dausfrauen darauf aufmerksam zu machen, keir bst mit schwarzen Punkten oder abwischbaren Flecen zu kaufen. Durch wissenschaftliche Untersuchun st festgestellt worden, daß letztere eine Art Pilz⸗ ind, die in der Luftröhre sich vermehren und Keuch husten veranlassen. Man genieße daher kein Obst ohne es zu schälen oder wenigstens die Schaler gehörig abzuwischen. — Zweibrüden, 11. August. Die Straf tammer Ndes gl. Landgerichts verurtheilte der Zürgermeister Josef Dillinget von Rodalben, wel her den Eintrag eines Sterbfalles in die Standes hister wissennch um zwei Tage fruther datirte zu 1. Monat Gefängniß. —3weibrugen, 14. August. Für dit Erfatzwahl zum Landtag in unserm Wahlkreis werden bis jetzt drei Namen genannt —und zwar die Herren Guͤtsbesitzer Freudenberg Blurgermeiste Bender don Wallhalben und Philiph Schneider vor der Steinalbmühle. wWie seht der Zweibrücker Fruchtmarl im Verlaufe der letzten fünf Jahre abgenommer hat, beweisen folgende Einnahme⸗Zahlen. * einem im Voranschlag vorgesehenen Satz von 7 Mk. wurden erzieli im Jahre 1880: 1387 be 98 Pfg., 1881: 1299 Mt. 87 Pf. 1882 rßze Vil, nd isba' nur 6690 z2 Pf. Vviejer erschreckend niedrige Satz due A. in der letzten Siadtrathssitzung Herrn — holz Veranlafsung gegeben, eine baldige Besprec der wichtigen Frage in Anregung zu bringen henn auch Hert Vurgermeistet Maerder in ba Aussicht gestellt hat. GGnige vorkommende Fälle über —5— Bestrafung der Schulkinder haben das kgl. Bez 5 amt Betg zabern veranlaßt. das folgende ho dehrern belkannt zu geben: h), Al⸗ rindet * zu gelten, daß Lehrer und Lehretinnen si shlen kuthe oder eines Stäbchens zur Bestrafung ul ve⸗ er Schüler nicht bedienen sollen. 3 An⸗ rafung solcher sollen nachsiehende Mitte “ dendung kommen: a. An⸗ und Ahman eh u Warnungen, Drohungen, e. Verweise, d. der außer der Schulbank, e. Versetzung auf eine ene Strafbank auf einige Zeit, f. Schularrest. gorperliche Züchtigung mit einer Ruthe oder em Siabchen ist jedoch ausnahmsweise gestattet: hei größeren Vergehen, welche Bosheit des Her⸗ nz zum Grunde haben,. b. bei anhaltender, durch dung obiger Munel nicht gebesserter Faulheit, und besonders c. bei Verführung anderer Schüler. ALudwigshafen, 12. August. Der Sieuerbote Tülpvon Mutterstadt wurde gestern Pend wegen Unterschlagung im Amte verhaftei ind in Untersuchungshaft abgeführt. Frankenthal, 12. August. Ein geisterseher und Zauberbanner, der 46 Jahre alte —* Johann Schmitt aus Speyer 3. Zt. in Inwigshafen, zierte heute die Anklagebank hiesiger ʒtrafkammer. Der Beschuldigie kehrte im Monat Iyril aus Amerika, „allwo er als Dr. Fertig vege⸗ jt und sonstigen edlen Metiers obgelegen haben q zurück und konzentrierte seine Thäligkeit auf gheher und Ludwigshafen allwo er verführten gugen Madchen ihre ungetreuen Galanen zurüd— hiachte oder es wenigstens durch Vergütung von hels und Goldsachen ꝛc. zu thun versprach, und iuch andere Leute u. a. den Bahnwart Machauer zurch schwindelhafte Manipulationen an ihrem heimdgen zu schädigen fuchte. ¶Wegen zweier Ver⸗ srechen des Betrugsversuchs und zweier Verbrechen eg vollendeten Betrugs erhält der „gelehrte Herr“ weil rückfällig — 3 Jahre 6 Monate Zucht⸗ haus, sowie wegen jeden Reats je 150 Mk. Geld⸗ jrafe, umgewandelt in 20 Tage Zuchthaus, ferne ind die Einziehung der Zaubergegenstände (versch hucher, Karten ꝛc) verfügt— und ihm die bürger. ichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. —Frankenthal, 13. August. Gestern gormittag starb der 8s jährige Sohn einer hiesigen Jamilie in Folge Starrkrampfs.“ Der bedanerns⸗ neiihe Knabe bekam einige Tage vorher eine Frucht · soppel in die hohle Hand und trotz Entfernung deselben durch ärztliche Hilfe trat obige Krankheit anz die bedauernswerthen Eltern sind über den Tor t —iren Sohnes untrastlich (Fktb. Tabl.) Vermischtes. *F 7 Zum Camphausener* Grubenun— zlück ist ein interessantes Moment anläßlich det in der Montags⸗Nummer d. Bl. erwähnten Gerichts⸗ vderhandlung in die Oeffentlichkeit gelangt, welches vielleicht Aufschluß über die Entstehung der Kata⸗ lrophe gibt. Der Wettersteiger Flegel und der dampenmann Schultheiß waren in Camphausen bei Zergung der Leichen diejenigen, welche immer vor⸗ mardeiteten, um zu den letzteren zu gelangen. Am weiten Tage nach dem Unglück kamen sie an' die⸗ enige Stelle im Ostfelde der Grube, von wo die jrplosion ausgegangen war. Beide richteten ihre janze Aufmerksamkeit darauf, um vielleicht irgeud in Merkmel zu erspähen, welches einen Anhalt für die Entstehungsursache der Explosion bieten könnte. da fanden sie nun, nach den eigenen Worten des Betlersteigers Flegel, „eine durch Menschenhand ge⸗ yffnete Sicherheitslampe, in mehrere Theile zerlegt, unversehrt am Boden liegen.““ Daß die Lampe eiwa durch die Explosion auseinander gerissen sein lönnte, wird von den beiden Fachmämsern,“ welch den Eindruck machen, als ob sie ihr Amt von Grund uus derstehen, durchaus bestritten, es wäre dem dempenmann Schultheiß sonst nicht möglich ge⸗ wesen, die Lampe ohne Mühe wieder zusammenzu⸗ rauben, wie er es gethan. Es kann ja wohl niemand einen Eid darauf ablegen, daß diese vffene dampe nun in der That die Erplosion direkt ver⸗ ursacht hat, aber die Wahrscheinuͤchkeit spricht dafür; -sind schlagende Wetter mit dem offenen Lichte n Verührung gekommen, so mußten sie angehen; * wäre alsdann diese Thatsache die genuͤgende —IXL fEine noble Hochzeit wurde kürzlich n Traunfeld (Oberpfalz) gehalten. , Nach Been⸗ ung der kirchlichen Feierlichkeiten begab sich das rautpaar mit den zwei Zeugen in eine Bierwirth⸗ —— um an dem Hochzeitsschmaus sich zu laben. Re Zeche machte 3 Mark 60 Pf.; davon erhielt r Brautigam um. 0 Pf. Kase, die Braut eine Sdussel voil Kaffee und die beiden Zeugen mußten n mit Bier und Brod begnügen. Der Bräutigam —— ein Vermögen von ewwa 6000 Mt. und die raut ein hübsches Bauernanwesen. de dEinefeine Magd. Wenn heutzutage * dertschaften oft genug Gelegenheit haben, über de weihlichen Diensibaten sich getäuscht zu füblen. so passirte dieser Tage einer Herrschaft in München, daß ihre Magd sie in eine, wenn auch nicht unan⸗ genehme Ueberraschung versetzte: Herr und Frau vparen abends ausgegangen und kamen erst gegen 10 Uhr nach Hause. Schon auf der Straße hörten fie aus ihrer Wohnung Klavierspiel und Singen. ZSie begaben sich leise in dieselbe und überraschten hre Magd wirklich am Klavier spielend und mit keiner schlechten Stimme aus einer Arie singend. Auf ein angestelltes Examen seitens des Hausherrn ergab sich, daß die einfache Magd sehr gut mufi⸗ alisch ist, geläufig frauzoösisch spricht und in der euischen Literatur sehr gut bewandert ist. Nach hrem Geständnisse sei sie aus einer sehr feinen Fa⸗ nilie und durch besondere Verhältnisse, die wohl hr Geheimniß sein mögen, momentan in der Lage, einen Posten als „Magd“ zu versehen. Ihre derrschaft behandelt natürlich seit dieser Entdeckung zas vielleicht seht unglückliche Mädchen nicht mehr so als gewöhnlichen Dienstboten⸗ F Zwei Söhne Albions geriethen in Köln nor einigen Tagen in aller Frühe am Koönigsdenkmal a nicht geringe Extase. Beide standen sich einige Schritie entfernt, lasen in ihrem Bädeker so ver⸗ ieft, daß sie, als sie vorwärts ttippelten, so heftig Jegen einander rannten, daß der eine nach rechts, zer audere nach links zaumelte.Sprachlos ent⸗ edigten sich die Engländer ihrer Röde und nahmen hoxer⸗Steliung. Erst als ein Sicherheitsbeamter er⸗ chien, verließen die Streithähne den Kampfplatz. 2 Auf einem Landkirchhofeeim Hannober' schen Findet sich die kuriose Grabschrift: 7 Mein guter Mann entschlief in Frieden, Sauft möge seine Asche xuh'n; Mit Leder handeli' er hienieden, Ich werd' hinfort ein Gleiches thun.“ .(Zur Fahnenweih⸗Manie.)Ein⸗charakter⸗ lisches Stückchen von der in dielen Vereinen herr— chenden Fahnenweih'⸗Sucht und der Vernachlassi⸗ jung des eigentlichen Vereinszweckes wird der „V. Z.“ aus Sachsen berichtet. Man schreibt: „Das rankenkassenwesen der sächsischen Kriegervereine cheint von diesen selbst recht eigenthümlich aufge⸗ faßt zu werden.So ist das in Dresden⸗ erschei⸗ nende Sächsische Wocheublatt“ in der Lage, eine darte zu vetoffentlichen, welche der Vorstand des — — Mitglied dieses Vereins gerichtet hat. Das Schrei⸗ ben lautet wörtlich: „Anbei folgt Ihr Kranlkenzettel! Sie werden, wenn auch in Neußlitz wohnend, wie seder andere kontrolirt werden. Die Kameraden jollten jetzt, wo wir's Geid zur Fahnenweihe brauchen, nicht gleich krank werden. Wenn ich wegen jeder dalsentzundung an den Verein gehen wollte, müßt der bald bankerott werden.“ Psch., Vorstand.“ pIn Fürstenwalde (in der Nahe von Frankfutt a. O.) hat eine Großmutter ihr zehn ẽenkel durch übermäßige Eingabe von Hoffmanns⸗ tropfen nach und nach zum Tode befoördert, um, vie sie aussagte, der Wartung und Pflege der dleinen überhoben zu sein.“*8 7 Der Metzer Lorrain“theilt eine „alte In⸗ schrift“ mil, die fich zu Oberemmel, Kreis Trier, finden soll und dem Jahre 1886 eine boͤse Borbedeukung anzuheften sucht. Die Inschrist lautet: Wird einn uns Ostern Markus bringen, Antonlus sein Lob den Pfingsten ingen. 41 Johannes das Frohnleichnams ⸗Rauchfaß schwingen. Zo wird die Welt von Weheschrei erklingen. Ein Blick in den nächstjährigen Kalender slellt in der That heraus, daß Ostern auf den Markus⸗ tag (25. April), Pfingsten auf den Tag des hl. Aatonius von Padua (13. Juni) und das Frohn⸗ seichnamsfest auf den 24. JuniJohannistag, fällt— Also — warten wir's mal ab! pStraßburg,“' 11, August. Die im nächsten Monat hierselbst tagende Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird der „Tägl. Rund⸗ chauꝰ zufolge aͤhre vorjdhrigen Verhandlungen Adet die Ursachen der Cholera wieder aufnehmen. Neben den rein wissenschaftlichen Erbrterungen werden auch oraktische Maßregeln herathen werden, durch welche der Cinschleppung der Cholera -nach! Deutschland am besten vorgebeugt werden kann. Den Bericht hierüber hat der bisherige Medizinaldezernent bei der reichsländischen Verwaltung, Ministerialrath Dr. Wasserfuhr, übernommen. f Aus den Gasteiner Kaisertagen vird folgende hübsche Episode erzählt: Als das sterreichische Kaiserpaat sich von Kaiser Wilhelm erabschiedete, bestand letzteret darauf, die Scheiden⸗ J ⸗e Steocke weit dubhegleifen Laiser Franz Josef bat seinen greisen Freund. sich zu schonen uind auf diesen Wunsch zu verzichten. Kaiser Wilhelm wollte nicht nachgeben, da rief Kaiser Franz Josef lächelnd: „Dann befehle ich Dir, zu bleiben!“ Der deutsche Kaiser trug die österreichische Obersten⸗Uniform. Kaiser Wilhelm richtete sich tramm empor, salutirte und erwiderte: „Da nuß ich freilich gehorchen“, und beide Monarchen ahmen in der herzlichsten Weise Abschied. . Der Wiener Arzt Dr. Emil Zsigmondy st, wie der „Frankf. Ztg.“ gemeldet wird, beim Hesteigen der Dauphineer Alpen in Frankreich Hautes⸗Alpes) abgestürzt und sofort todt geblieben. r. Zsigmondh hatte erst vor einem Monat ein sehr üchtiges für Bergsteiger wichtiges Buch heraus⸗ jegeben, welches die Aufschrift führte: „Die Ge— ahren der Alpen, praktische Winke für Bergsteiger.“ f Martyrium eines Arztes. In der „France möͤdicale“ wird folgender kaum glaublicher Vorfall deröffentlicht: In Puebla⸗Larga starb kürz⸗ lich ein Mann an der Cholera.“ Die Angehörigen herheimlichten den Todesfalle und erwarteten, in einem Vorraum des Sterbezimmers vereint, den äglichen Besuch des Arztes. Als dieser erschien, machte man ihm von dem Ableben keine Mittheilung, sondern führte ihn, wie immer, als ob nichts passirt wäre. in das Haus. Dort wurde er von der ganzen Familie umringt, die eine drohende daltung annahm. „So“, meinte Einer der Um⸗ stehenden, „Sie sollen keinen Kranken mehr retten!“ „Länger wollen wir Dein Mördergewerbe nicht mehr mitansehen; das ist der Dritte in acht Tagen, den Du gemordet hast,“ sagte ein Anderer. Während dieser Worte hielten Alle, Manner und Frauen, »em Arzte die Hand vor das Gesicht und die Wuth ind Verblendung stieg aufs Aeußerste. Plötzlich prang das Weib des Verstorbenen im Zimmer amher, nahm alle auf Gesims und Möbel herum—⸗ tehenden Medizinflaschen, Salben und Pillen zu⸗ ammen und schrie: „Hier, Mörder, nimm das, damit es doch dicht ganz verloren ist“ — Dem Arzt vurden die Hände gehalten, der Mund wurde mit Bewalt aufgesperrt, und das wie wahnsinnig sich jeberdende Weist goß nun den ganzen Inhalt aller Schachteln, Flaschen und Büchsen hinein. In holler Verzweiflung sucht der Arzt sich zu befreien. — „Mehr, mehr!“ brüllt- der Haufe und die Megäre stecht, was sie nur in den Winkeln des Zimmers findet, ihm in den Schlund. — Zwanzig Minuten währte diese Szene — nach einer Stunde zatte die Menschenliebe in der Person eines ihrer Berkündiger dem Bestialismus wieder ein Opfer Ringen müssen. — Nach zwei Tagen hatte auch der Vater des Arztes, von Schmerz überwöltigt, einen Geist aufgegeben.“ n Eine ergötzliche Geschichte wird aus Baris berichtet. Ein dortiger Hauseigenthümer, Namens Levoisier, hatte einen Miether, einen Wein⸗ jändler exmittiren lassen, weil derselbe ihm drei Quartale hindurch den Miethzins nicht bezahlt zatte. Mr. Levoisier hatie nun für seine Forder⸗ ungen den Wein⸗ und Liquervorrath seines Schuld⸗ ners zurückbehalten und mußte denselben. da er ihn nicht en bloe loswerden konnte, in eigener Persom hinter dem Ladentisch stehend, flaschen · und literweise verkaufen, um zu seinem Gelde zu koinmen. Eines Tages erschienen die Polizeibe⸗ amten in seinem Lager, prüften die dort ausge⸗ stellten Weinvorräthe und erwirlten gegen den armen Dauseigenthümer eine Anklage wegen Verkaufs — jewässerter, derfälschter Weine. Vergebens wies Mr. Levoisier vor dem strengen Polizeirichter nach, er sei gar klein Weinhändler und nur durch die Pethältnisse zu dem Verkaufe jenet zweifelhaften Flüssigkest gezwungen worden. Trotz seiner Rekla⸗ nationen wurde er zu 14 Tagen Gefaängniß ver⸗ artheilt und mußte überdles die Kosten des Ver⸗ ahrens dzragen. Wie es heißt, soll der exmittirte Weinhändler die Denunciation gegen Levoisier, er derkaufe gewässerte Weine, anhängig gemacht haben. Eine recht originelle Rache seinen Gläubiger für eine eigene Gesetzesübertretung büßen zu lassen. F. Aus Belgien. Ein tragischer Todesfoll ereignete sich dieser Tage in Peruwelz. Eine alte Frau, Wittwe Deptet, lebte daselbst einsam. Ihr einziges Kind, ein Sohn, war im Alter von 11 Jahren spurlos verschwunden und seitdem hatte sie nichts wieder bon ihm gehört., Jetzt nach 37 Jahren zringt ihr ein Brief aus —RW die frohe Kunde. daß ihr Sohn lebt, begütert ist und sie besuchen wird. Wenige Tage darauf kommt der Sohn in Peruwelr an und enftsendet inen Rahnbe seiner Muiter, um sie schonend vorzubereiten. Voll Glück eilt die Alte zum Bahnhof, dem Sohn ent ⸗ gegen, aber unterwegs wird sie von Freude so uberwaltigt, daß sie niedersinkk und ihren Geist aufgiebt. Der Sohn fand seine Mutter nur als Leiche wieder. 4 Der deutsche Seemann R. Borchmann, dessen Wohn⸗ und Geburtsort nicht zu ermitteln war, ist im Dienste des britischen Schiffes „Alumina“ am 22. Dezember 1882 im Alter von 25 Jahren er⸗ runken. Der Nachlaß des Verstorbenen besteht aus ungefähr 1160 Mark in baarem Gelde und einigen Effelten von geringerem Werthe. Etwaige Erban— sprüche an diesen Nachlaß find bei dem kaiserlichen GBeneratkonsulate in London geltend zu machen. f Ueber einen großartigen Betrug bei der russischen Reichsbank, der am 25. Juli (6. August neuen Stils) bei dem Petersburger Bankkomptoi entdeckt wurde, entnehmen wir den „Nowosti“ Nach stehendes: Am genannten Tage erschien der Obers B, welcher Werthpapiere im Betrage von 220,000 Rubel in der Neichsbank deponirt hatte, bei einem Beamten derselben, überreichte diesem ein formelles Schreiben, in welchem er die Rückgabe seiner Ein gabe verlangte und gleichzeitig die Nummern sämmt licher, von ihm deponirter Werthpapiere angab Nachdem die Eingabe die verschiedenen Instanzen der Buchhalterei passirt hatte und dem betreffenden Beamten zurückgegeben war, wandte dieser sich mit der erstaunten Frage an den Oberst B.:: „Wie Sie wollen also Ihre Einlage zum zweiten Male zurückerhalten ?“ „Wieso zum zweiten Mal? Ich habe noch nichts empfangen!“ entgegnete Oberst B. „Erinnern Sie sich! Ihre Einlage ist doch Ihrem Bevollmächtigten ausgezahlt worden!“ „Ich habe überhaupt keinen Bevollmächtigten und habe Nie— mand einen solchen Auftrag ertheilt.“ Hierauf legte Herr B. die Quittung der Bank über die einpsangene Einlage vor, wahrend in den —E der Bank dieselbe als an einen Herrn S. in Vollmeg des Herrn B. ausgehändigt figurirte und angesih war, daß die Vollmacht in vorgeschriebener Wi vom Notarius attestirt war und der Vorzeiger du selben glieichzeitig eine Bescheinigung über sͤp Person vorgelegt hatte. Bei genauerer —R erwiesen sich nun beide Dokumente alt gefälsch eriien — Homburg, 12. August. (Fruchtmittelpreis und Vitlu —*8 —* 9 M. 7 Pf., Korn 7WM. * 3 Spelzkern — M. — Pf. Spelz 0 M. — pPf., 8 dreihige O M. — Pf.Gecste 4reihige o0 M hafet 6 M. Z8 Pf. Wischfracht 7,. Ms3 üf, Er — M. —, Pf., Wicken 0 M. — Pf. Bohien d9 — Pf., Kleesanmen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfu 62 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 75 Pf., Ochsensleisch 2 Rindfleisch 586 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfeish 601 Schweinefleisch 50 Pf, Butter 1 Pfund O M. 90 96 dartoffeln per Zentner 4 M. — Vf. IAXedaltion verantwortlich; F. Tt — Gewinne von tee Mari 140000 Uari Legirungen in NUnNBERG. —X — — Bin Loo n⸗ — V V — ——— a MICGGD Ortæen- — Generaldebitairo dor Loose: Moritz Straus junior in Nürnberg und Mainz. Geminunae von Mark 20 000, 10 000, 4 00 3000, 2000 Mark ete Viele von Tausend Mark. S500)0 GeWinne. PVPinLoos eine NMNar, XXII Freiwillig gerichtliche Versteigerung. Diensiag, den 1. Septbr. nächsthin, Vormittags 9 Uhr zu Sanct⸗Ingbert in der Wirih⸗ schaft von Bürgermeister Johann Joseph deinrich wird durch den unterzeichneten, ge⸗ richtlich hiezu beauftragten k. Notar auf Grund homologirten Familienraths beschlusses des evidenten Nutzens halber offentlich in Eigenthum versteigert: Steuergemeinde Sanct˖ Ingbert: Aus Plan Nr. 28760: 4210 qm Acer und Garten am Sehen⸗ —X— auf den Eisenbahndamm stoßend Eigenthümer sind: Paul Peters, Bergmann und, dessen mit seiner verlebten Ehefrau Elisabetho Schmitt erzeugten Kinder, als: 1. Fatharina Peters, ledig, großjährig gewerblos und 2. Maria Peters sedig, minderjährig, gewerblos, welch ihren genannten Vater zum Hauptvor mund und den Heinrich Hoffmann Schmelzarbeiter in Oberwürzbach wohn haft, zum Nebenvorniund hat; Alle wo nicht anders gesagt, in Sanci Ingbert wohnhaft. St. Ingbert, den 14. August 1885 Kemmer, k. Notar. Verein Geduldig Samitag, den 15. August 1885 Conceert bei IAD Hæst. ner Bier vom Faß. 1 Entree 20 Rfig. Es ladet höflichsft ein Der Vorstand. Samflag und Sonntag Concert im Garten, woꝛn freundlichst einladet Fr. Heusser. — Entree 20 Pfg. “* —— —— — Bierbrauereéei Gebr. Becker (unterstadt.) Samtstag, Mariũ Himmelfahrtstag, bei günstiger Witterung, von Nachmittags 5 Uhr ab * Grossesss Garten-Concort, ausgeführt von der vollständigen, 40 Maun starken HKapelle des 30. Infanterie⸗Regiments aus Saarlouis, unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Reckzeh. Entree 50 Pfg. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein OI. Weiĩriceh. St. Ingbert, den 13. August 1888. 4— Tandwehr-Verein. Sonnutag, den —E von Mittags 3 Uhr a—ß findet in Berern Garten (J. Weirich) ein 4 Gartonfost uit Concort statt, wozu die Mitglieder und deren Angehörigen freundl. eingeladen werder Nichtmitglieder zahlen à Person 20 Pfg. JAubmarsch Mittags *13 Uhr von der Wohnung des J. Vorsiandes aus ber Vorstand. — — ⏑ ⏑ ⏑— DD DD—————————— WWen BDtiquetus vorräthig; auch können dieselben mit jedem beliebigen Eindruck ver sehen werden. J Ball- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der Buch⸗ und Steindruderei f. X. Demeis, St. Inabert. ο Hruck und Bersag von F. X. Demeß in Er. Jnoberi — 7 V Pxport Lagerbio bei Joh. Martiu. Turperschube hei 2Mkt. 503519. Georg Linn. 1000 Mark zahlen wir dem, der bein Gebrauch von Golde anns kaiser⸗Zahnwast à Fl. 60 Pf. und 100 Pt jemals wieder Zahnschmerzer bekommt. S. Goldmann* Cie, Dres den. — Za haber in 8t. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Zur Anfortigung von billigen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphĩie vorkommenden druckarbeiten empfiehlt sich dio Buch- uncd Steindrucserei F. X. Demet⁊ Verlag dest. Ingbortor Anxoiger St. Ingbert. uale Hierzu als Beilage, Alllgemeiner Anjeiget si röniarcich Bayern Ir 18 Des Maria Himmel ticsestes wege n ie Sonntag⸗ r —RX Illustrirte Ablaui⸗ Hir. 7. B i e —X cht St. Ingherter Amzriger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. — — — — — — 2 — — — — der ‚St. Jugberter Auzeiger“ erscheint woͤchentlich fünufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltung⸗ dlau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —XXX A Zuftellungsagebahr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. As 16b6. WMontag, 17. August 1888s. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. NUeber die Vorlagen der Staatsregierung an den nächsten bayerischen Landta'g erfährt ine Münchener Korrespondenz folgendes: Es fteht unmehr fest, daß seitens des Ninisteriums des Innern ein Artondierungsgesetz eingebracht wird, agegen ist die Absicht, eine Vorlage in Betreff der zrrichtung einer staatlich geleiteten Mobiliar⸗Feuer⸗ »ersicherungsanftalt zu machen, definitiv aufgegeben. Bezüglich des Malzaufschlaggeseßes schweben im Finanzministerium noch die Verhandlungen darüber, ob es möglich sein wird, eine Abgrenzung nach mten, abwärts von 1000 Hektoliter Malz ein⸗ reten zu lassen. Die Frage der Beamtengehalis nufbesserung wird aller Voraussicht nach in einer ebidierten Vorlage an die Kammer gebracht wer⸗ den, was die günstige Finanzlage gestattet. Aller⸗ dings stehen, namentlich im Kultusetat, einige er⸗ jebliche Mehrpostulate in Aussicht, darunter eines ür eine zoologische Station an der Universitäi Nünchen, namentlich aber ein solches für den Neu— au eines Kollegienhauses an der Universität Er⸗ angen, welcher Bau als unaufschiebbar bezeichnet vird. nachdem die jetzigen Räumlichkeiten ebenso mgesund als ungenügend sind. Keber die Frage ees Juftizpalastes in München ist zwischen Justiz · und krieasministerium noch keine Einigung erzie worden. Der Bundesrath gedenkt seine Arbeiten n etwa vierzehn Tagen wieder aufzunehmen, da die Vorarbeiten bezuͤglich der Einbringung des oriensteuergesekes im RKeichstage dies nöthig machen. lleber den Umschwung in der Stimmung des änischen Volkes zu Gunsten Deutschlands nacht das „Flensborg Avis“, wenn auch wider⸗ villig genug bemerkenswerthe Zugeständnisse. Das AMatt fiagt darüber, daß man in Dänemark das uhr 1864 beinahe „ins Buch des Vergessens ge⸗ chtieben“ habe. Bei denjenigen Danen, welche ene Zeit als Erwachsene erlebt, seien die damals mpfangenen Eindrücke sehr geschwächt und abge⸗ umpft, bei dem jungeren Geschlechte oft nahezu asgelöscht: „Hoörte man nicht die Klagen der Süd⸗ iten, so würde es für Manche bald eine bloße age sein, daß unser Landestheil dis zum lehlen riege ein Theil ves Reiches Dänemard gewesen *. . „Es ist bemerkenswerth,“ heißt es an nderer Stelle, daß es besonders Fürst Bismarck welcher von einem Theile des jüngeren Ge⸗ Jechts in Danemard verherrlicht wirb. Man laäßt h von dem preußischen Staatsgedanken imponiren, elcher ein so gutes Gedeihen bei dem Fürsten ismarch gefunden hat. Es ist nahe daran, daß awohl die Presse der Rechlen wie der Linkenpartei n dem strammen preußischen Regimente Geschmad u finden scheint. Hossentlich bleibt iese Wandlung in der oöffentlichen Meinung des inschen Voltez nicht ohn⸗ Wirkung auf den Wenannten Protesttheil der Bevolkerung. Nord⸗ chlesmwigsßs. 25 Hie diesjahrige Session des englischen arlamegi wurde. am Freitag geschlossen. leichzeitig ist auch die Gesetzgebungsperiode, welche iezmal eiwag über fünf Jabre wäbrie, abgelaufen. d Die Differenzen zwischen Den tschland Zanzibar sind, wie in der letzten Rummer wits kurz gemeldet, durch die Nachgiebigkeit des utans hon Zan hane dareatet deigelegt worden. Commodore Paschen, Komman⸗ dant des deutschen ostafrikanischen Geschwaders, ibergab am 11 d. M. dem Sultan die vorläufigen Forderungen Deutschlands und drohte im Falle des Nichtnachgebens mit dem Abbruche der Unterhand⸗ ungen. Als nach Ablauf von 24 Stunden noch eine Antwort eingelaufen war, nahmen die deut⸗ schen Schiffe Stellung vor dem Palaste des Sul⸗ ans; dennoch wurde eine schließliche gütliche Rege⸗ ung der Frage erwartet. Diese Erwartung hat )enn auch nicht getäuscht; Commodore Paschen elbst meldet hierüber: Der Sultan von Zanzibar at die Schutzherrschaft Sr. Majestat des Kaisers iber alle von Deutschen in Besiß genommenen Zebiete, einschließlich des Festlandgebietes Wilu hne Bedingung anerkannt. Die Truppen und Beamten von Zanzibar haben sich aus den ge⸗ jannten Gebieten zurückgezogen. Da ein Zusam⸗ nenstoß in Witu als nahe bevorstehend gemeldeit nar, so ist bereits der Befehl des Sultans an alle eine Behörden ergangen, Frieden zu halten. — Vahrend somit die Zanzibarfrage in guünstigster Weise ihre Erledigung gefunden hat, drohen plotz · ich wegen einer neuen deutschen Kolonialerwerbung Differenzen zwischen Deutschland und Spanien Wie nämlich die „Agence Havas“ meldet, seien die Infseln der Karolinen⸗Gruppe im Stillen Ozean von Deutschland besetzt worden und habe Spanien deshalb Vorstellungen bei der deutschen Regierung rhoben. Von Manila seien am 12. d. M. zwe panische Kriegsschiffe nach den Karolinen abge⸗ endet worden, um dort die spanischen Interessen u schützen. Da Deutschland bei seinen loloniaien krwerbungen bisher in wirklich peinlicher Weise »emüht gewesen ist, hierbei den Rechten anderer Staaten nicht zu nahe zu treten, so muß man an⸗ iehmen, daß es sich bei der Affaire von den Karo⸗ inen lediglich um ein hoffentlich bald aufgeklärtes Mißverstandniß handelt. Uebrigens beträgt der ge ammte Flacheninhalt des fraglichen Inselarchipeis, obwohl hierzu nicht weniger als 44 Inseln oder zesser Inselchen gehören, nur 6 Quadraimeilen und )iese koͤnnen doch wahrhaftig nicht zum Gegenstand ines ernsten Streites zwischen zwei noch überdieß o befreundeten Regierungen, wie es die deutsche ind die spanische Regierung doch find, werden. 777—777— F 3 Deutsches Reich. Berlin, 14. August. Von zuverlässiger Seite verlautet, daß Radowitz für den Pariser Botschafterposten in Aussicht genommen ist. J Aussslanud. J VParis, 13. August, Ein Telegramm des „Temps“ aus Hanoi sagt, die Choleraepidemie in haiphong nehme ab. die franzoͤsischen Truppen eien aus Haiphong nach Littoraie Alongbai dis⸗ loziert. — Der „Temps“ erklart ferner die Nach⸗ richten Uber die Niedermetzelung von Christen in Anam für stark übertrieben. Es scheine 447. aß die Zahl der Opfer einige hundert⸗ nicht UbeNJelae 2rle und pfaͤlzische aZIchrichten. M St. Ingbert, 17. August. Zum zweiten Male spielte am verflossenen Samstage die Kapelle Reckzeh in der Garitenwirthschaft der Herren Bebrüder Becket dahier. Daß das erste Konzer! erselhen noch in angenehmer Erinnerung war ʒewies das zahlreiche Erscheinen von Zuhörern. daß aber die Kapelle auch das zweite Mal durch hr meisterhaftes Spiel alle Erwariungen befriedigte a übertraf, zeigten die zufriedenen Gesichtet an Schlusse des Konzertes. Schon ein Blid auf das Programm mußte die Anwesenden überzeugen, daß Reckzeh nur durch gediegene Musik erfreuen will. Da standen: „Ouveriure zu .Wilhelm Tell“ v. Kossini; Morgenblätterr — Walzer von Strauß; Duverture zu „Tannhäuser“ v. Wagner; Ungarische Tänze v. Brahms. Gerade diese Nummern waren es aber auch, wesche mit großer Präzision und feiner Nuancierung zum Vortrage kamen. Jedoch nuch die übrigen Piecen befriedigten, und Reckzeh elbst hat in zwei Nummern; „Paraphase übetr Zeters Rheinliedd und An der Mosel grünem Strande“ (Tongemälde in Form eines Walzers) zezeigt, daß er es versteht, in Tönen zu malen. Müssen wir so der wadern Kapelle alle Anerkenn ung zollen, so dürfen wir nicht vergessen, auch den Bemühungen des Wirthes Weirich ein Wori des Dankes abzustatten. VDenn auch sein reichhaltiges Programm, sowie der gute Stoff aus der Becker'schen Brauerei trugen nicht wenig dazu bei, daß die S timmung am Schlusse eine recht animin war. —*GAus dem' Jahresberichte der Pfalzischen Handerz“ und Gewerbe—⸗ kammer.) Wir fahren mit unseren Augzügen aus dem Jahresberichie der Pfalzischen Handels⸗ und Gewerbekammer fort, indenm wir zunaͤchst an⸗ führen, was derselbe üͤber die Kohlenförder⸗ ung in der Pfalz pro 1884 sagt: Fur das Jahr 1884 ist in der Kohlenforderung ein Mehr on rund 7000 Tonnen zu berzeichnen. Von der zanzen Förderung entfallen auf die dem Staate jehörigen Gruben 180446 Tonnen gegen 72,912 Tonnen im Vorjahr, so daß die gesammte Zunahme und darüber auf diese Gruben entfällt, im Privatgrubenbetrieb mithin ein Rückgang einge⸗ reten ist. Der durchschnittiiche Verkaufspreis de⸗ rug 71.3 Pf. gegen 77.23377 pf. in 1883 und 75,5 Pf. in 1882. Die Hauptforderung stammt somit aus Kohlen dvierter Sorte. In Mittelbexbach losteten 100 Kilo Kohlen in der Zeit vom J. Januar bist 16. Marz ab Halde 90 Pf. und o9 Pf. ab Bahnhof, vom 17. Marz bis 13. Oltober 86 Pf. ab Halde und 90 Pf. ab Bahnhof, dom 14. Oktober bis Ende des Jahres ab Halde 80 Pf. und ab Bahnhof 99 pf. Durchschnittspreis 88 Pf. pro 100 Kilo. Die mitilere Belegschaft war in St. Ingbert 666 Mann, darunter 110 über Tag, ist somit trotz erhöhter Forderung geringer Jewesen als 1883. Der durchschnittliche Verdienst eines Arbeiters belief sich nach Abzug der Unkofien jur Oel, Pulber und Gezäch und der Beiträge zur Znappschaftskasse auf 8 Mt. 8160 Pf. fur die Schicht. 18833 Mt.7 Pf. Die Gruͤbenberwalt- ung Mittelberbach beschäftigie unter Tag 108 Mann, über Tag 21, deren Durchschnittsverdienfi nach Abzug aller Kosten 2 Mt. 66 pf. besrug, im Jahre 18832 Vt. 49 Pf. *An Braunkohlen wurden in einer Grube 1600 Tonnen gefoͤrdert, zum VFcsammtwerihe von 5600 Mt. Der Kohlenhandel war im Jahre 1884 zwar gut beschäftigt, aber angesichts einer starken Konkurrenz ohne nennens⸗ werthen Nutzen abzuwerfen. In Coaks war das Beschäft schleppend bei dringend anftretendem An— gebot. Der milde Winter that dann noch sein übriges, den Bedarf an Hausbrandkohlen bedeutend einzuschränken.“ — Hinsichtlich der Glasfabri⸗ kation bemerkt der Jahresbericht: „Die Fenster⸗ und Tafelglas⸗Fabrikaion hatte, wie seit Jahren, unter der empfindlichen Konkurrenz Belgiens zu eiden, während ihr die Ausfuhr nach Oesterreich⸗ Inaarn durch die zur Einführung gelanaten haß Zolle wesentlich erschwert worden ist. Nach bikigen Zualitäten war zumeist Nachfrage. Die Schweiz und Holland waren Abnehmer, jedoch zu sehr ge⸗ drückten, kaum Nutzen lassenden Preisen. Die Fabrikation von verzierten Glasern und Kirchen⸗ fensterglas war mit dem Gange ihres Geschäftes zufrieden. Die Zahl der Arbeiter und der Arbeits⸗ iöhne sind sich gegen das Vorjahr ziemlich gleich geblieben. — Die Flaschenglas · Fabrilation hai gegen 1883 einen Aufschwung nicht zu verzeichnen das Geschäft nach Frankreich konnte nicht wieder in Gang · gebracht werdenDabei machte sich noch die Komutrenz Belgiens und der Kuhr⸗ geltend. wose!bst wegen besserer Kohlen billiger fabrizirt werden kann. Die Zahl der Arbeiter betrug 128. die Löhne sind die gleichen wie 1883 geblieben.“ —7] Schnappa ch 170Anguft. Nachften Sonntag, den 28. do. Miis., wird die Kirchweihe zu Schnappach abgehalten. Gutes Wetter ist schon destellt. Goste mit giut geflillten Geldbenteln fitro herzlich willkommen. und konnen diese sicher sein, hon den Wirthen, welche für Küche und Keller schon gesorgt haben, auf das beste bedient zu werden. Fas Radfahrer-Wettrennen in Hhomburg findet nach dem dortigen Anz.“ erff In 23. ds Mis. stat. — Am Sonntag den 23. August nächsthin, 11 Uhr Vormittags beginnend, finden zu Kaisers⸗ ssautern die mehrfach erwähnteu öffentlichen Be⸗ rathungen der vom dortigen Gewerbeverein aus Arbeitgebern und Arbeimehmern gebildeten Kom⸗ mission für die Frage der Arbeiterschutzgesetzgebung staii. am Sonntag den 6. Sepiember wird sich sodann der Delegirtentag der pfälzischen Gewerbe⸗ hereine mit derselben Frage befassen. Beiden Ver⸗ sammlungen wird Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Buhll als Referent beiwohnen. man das fremde Blut, nachdem es von der ihm beigemengten freien Eiweißstvff. dem Fibrin, befteit war, unmittelbar in die eröffnete Zufuhr⸗ ader, die Vene (man wählte am liebsten die mittlere Zorderarmpene), einspritzte. Dies Verfahren war amständlich und unter Umstanden mit den größten Gejahren verbunden. Da'“ schlug Professor v Zremssen, der berühmte Munchener Kliniker, dor, das fremde, defibrinirte Blut nicht mehn ——— eberhaut· Zelb Jewebe einzuspritzen, geraͤds so, wie man manch inzneistoffe. z. B. Rorphiumlosungen, einflößt dec Versuch gelang über alles Erwarten uͤnd Pro— essor v. Ziemssen heilte auf diese Weise zu wieder—⸗ joiten Malen Fälle von schwerer Blutlosigleit, von ogenannter pernicibser Anämie“ Andere Aerzte ne diem Deispiele und die Beweise füt die Brauch⸗ zarleit · und die Angefahrlichter dieser Bluterneuer⸗ ingsmethode huuften ·fich And mehr. Die — ⏑——— wundernswerth rasche und sichere. Unter dem Zinflusse dieses eingespritzken fremden Blutes besserte ich die gesammte Blutmischung des erkranlter örpers. Alle Zufälle, mii denen die an Blut rmuth Leidenden geplagt werden, wie Ohnmachten. derzllopfen. Erbrechen. Ohrensausen hörten aus und Eßlust und Schlaf siellten I ind nach der Bluteinflößung werden die Betreffen⸗ den leicht massirt, um die Vertheilung des fremden hlutes zu deschleunigen. Die Bedeutung dieser Methode dürfte ebenso sehr von den Klinikern wie on den Chirurgen gewürdigt werden. 7Ein Famerun-⸗Euthusiast) Aus Broß⸗Lichterfelde, 18. August, schreibt man der N. A. 3.“: Als am Donnerstag der Ruf des Schaffners; Station Lichterfelde! ertoͤnte, stieg eine bdis au die Zahne bewaffnete jügendliche Gestalt in gruner Jagerjoppe aus . Sowohl er selbst, wie sein Infanleriegewehr nebst umhängender Vatronen⸗ lasche erregten dalde die allgemeine Aufmerksamkeit. Von einem Beamten der öffenllichen Sicherheit vurde er nach dem Zwed seiner Reise befragt, Er gahd an, daß er nach Kamerun gehen wolle, um dort durch Bertreibung der Wilden sich dem Vater⸗ lande nüglich zu machen. Man forschte weiter und erfuhr, daß er, ein Knabe von 15 Jahren, der Sohn eines höheren Beamten aus Halle war. Er holle fich mit ca. 60 M. Reisegeld und einem aroßen Borrath von Patronen versehen. Der Knabe wurd oerläufig in Gewahrsam genommen. Der Vatel Surde elegraphisch benachrichtigt und holte am Frei⸗ a2n sein abenteuerlustiges Soͤhnchen ab. (Moderne Dienstboten.) Im Wesitende ·8B. straße berichtet· die Franifurler „Al. Pr.“ wohnt ein vermögendes Ehepaar,“ wel— des einen wohlgefllllten Weinkeller besitzt und all⸗ jaͤhrlich eine Badereise macht — Wohnung und Zeller der Obhut eines Dienstmädchens überlassend, das für sehr otdentlich gilt. Vorige Woche reisten die Leute nach ihrem Badeaufenthalt ab. Kaum wvaren fsie abgedampft, so schrieb die Ibrawve⸗ düchenfee an mehrere ihrer „Freundinnen“ folgendt Postlarte. „Werde Freindin! Ich Win jetz Madanim darum gebe ich ein großes Fest. UÄlsoe iamme Morgen zu mirx wen deine Madamm e jaber nicht märkt wir drinken Schambannier und essen seer fein sage es aber deiner Madamm nicht sous wird ea peο_ε. Schorsch kommt auch „Ewig dir drei.... .“Die also Eingeladenen fanden sich auch ein und ließen es sich so wohl jchmecken, daß die eine „Freindin“ Nachts 2 Uhr in sehr angeheitertem Zustande zu ihrer in der St. .... siraße wohnenden Herrschaft zurück⸗ kehrte. Nur die vollständige Beichte über das Vot⸗ gefallene schützte sie vor dem Fortgejagtwerden, daß aber die „Gastgeberin“ noch weitere Feste beranstalten werde, möchte zu bezweifeln sein. 7Wnwetter in Amerika.) Aus New⸗ york, 18. August, wird berichtet: Eine neue Hiß woge, begleitet von Wirbelstürmen, zieht über das Land. In Norwood, im Norden des Staates Newyork, zerstörte ein Wirbelsturm viele Gebaude, ödtele 8 Personen und verletzte mehrere. Zu gleicher Zeit platzte line Regenwolke und spülte 500 Fuß der Newyhork Central Eisenbahn wesilich von Albant hinweg. Durch das Platzen einer Wasserhofe in Daltola ertranken 6 Personen. Vermischt · ⸗· 7 Ein zu⸗ Art Bluteinfü 8* in einen geschwachten end —5 ã — — wenwariia sehr dedeuiendes Aus y —e it e edaf Acero worilic: 7TX. Demeßg. sammten medi inischen Welt. i —— eg — —— wie unsern Lesern über duset ungenain ie liche 7, vor une — ——8 — Berfahren eine kurze Mittheilung nicht vorenthalt den erklaͤrt * e ee mollen. Fruher war es üblich, die Bluteinflöß jährigen Milita —* —— die Transfusion — —** vorzuneh sohen 8 * t u ereemng s Partatde —— — —— J mit derselben etzeuslen ch m:ꝰ — ict ation. — sahrigen sewerbloseneinder: 834 33 ò gewpesene. und verler n B k t — — Verenber gsb err genaunten Hein egee —— etann machung. stag. 1. Sien zum Neb envormunde i e des zu ie Urlisten der zum Schoͤffen- un— Rasinage 1 uühr haben Rohrdach wohnhaft gewesenen p en dueen der Dirihschaf ————— —* —*— — ptedet beeen In Johann Adam Bed Witiwe. adadgt. 9 aeli I. ILL. die Tocht werden durch den unterzeich neten Vt edeeeeen Wohn Ehe des 88 — — — e u Id gerichtlich dazu decustrogten . Rotae durch Carl Ludwig ee A eugt mi der gleichfalls ver· offen, f dem unterf. Amt. Ineeber an aigen de ee Gdiet — reir storbenen Magdalena Gehring, Si. Ingbert, den 14. 1 —X Sieutrgemeinde Si. Ingbert: autten —— epräsen · Ramens: Katharina Michaeli n Zẽratin s Vian Kir. 2022. 14 Flaͤche. agt n e ee ge Jewerblose Ehefrau von Peter Zarig das 6 ürgerntileraut: u ein Wohnhaus miin ee e 68 tzergmann, beide in Rohrbach wohn. Seinrich ·⸗ und hofraum, und Plan Nr —** — de vohnhaft, Venefieiarerbin am Rachlasse 30 10, Swopper e o pe —⏑ ear hres Vaters; IIl. die Kinder zweiten Silch A Ar gelegen zu St. Ingbert an Kicitatio 7 he der genannten Johann Michaeli 2 Vuacolaselerstraße neben Jakob . mit feinen dinterbliebenen Witiwe Eli⸗ tonnen taglich abgegeben werden — * n —5* — ne Adoi dSeas Hogc nhit. 38602. 6 3 Ader au den 7. Septenber 1886 12 Mann RMichaeli, bei VNni sphsfj iss Schiffelland. * if 4 Rachmittags 3 Uhr. — noch minderjahrig. 88 9 sß 8 chlgt V Eigenthümer find: ohrbaqh in der Wirthichal Muner jur gesetzlichen Vormunderin gegen guten Lohn finden dauernde v 4 ind . Jon Andreas Schwarz. und genannten⸗ Peter Henrich zun schaftigung. Nahere Auskunft erthei⸗ Die Ninder und Erben, bezw. Rechtz⸗werden durch den unierzeichneten Nebenvormunde haben · ꝑ Chr. Fichter, inhaber und Reprasentanten solcher gerichtlich diezu beauftragtenk. Rotar St. Ingbert, den 14 Auet St. Ingbert. der zu St. Iungbert wohnhaft ge⸗ ibtheilungshalber offentlich auf Eigen — de — Augug 1880 Ie —E Eheleute hum versteigert: B —— gemmer, . Reiat. ¶bp —IIL — einr en. lebend Bergmann Sieuergemeinde Ro rbach?! Fu Ilb und Caroline Schreck, als: t. Plan N. 1288, r n Garten Für Turner. —1 8 4 api agbalenaunvbehend 77. daseierpfad, neben Johand Turn s chuh Scheino gewerblose, nꝰ Guͤtern getrennte Ehe⸗ Jakoh; 77 e für die Gemeindekrankenve⸗ ——n Michael Hien/ pens pᷣlan N132, 90 —AII mit Gummisohle, — sicherung Zergmann, beisammen in Hasel wohn ⸗ it Wohnhsaus, Siall und Hofe das Paar zu 2,80 Mart find zu haben in der Zrucerei haft, als Rechls inhaberin ihres Che· um und Plan Ne. 183. 4 bei Schuhhandler E d iget e eettr. —J annes; 2. Philipp Hien, Berg 80 qm pflanzgarten, ein Ganzeẽ R — “ — dethannn d Zeuge e Rein. 3.33* AIadelsschule he Ehefrau bon Peter Schumacen. ach neben Johann Staut mit 6 Ll i i pens. Schmelzarbeiter; 4. Fee Peter I o u pnd jahrigen Xx e w 3 —8 —7— an Dien, Bergmann; 5. N kolaus Hian Nr. 85, 82 20 qm Acker jJahren an. — Programm ãr * — —ã Hien, Tagnet in Metz wohnend; Im Reichersbruch neben Wilheln —— —5 n ο aes a en Schwarz , Bergmann. Jakob; —B— .2 — a ailhaber an der zwischen ihm Eigenthümer sind: und seiner verlebten Ehefrau Elida⸗ J. Elisabetha I Wwetd 80 n on zu Zedermanns betha Hien bestandenen Gulerge os. in NRohrboch wohnhaft, gewesene Gebrauch meinschaft, und als Vormund seine; Wittwe erster Ehe des zu dzie dehehesind stets vorräthig in det Dru⸗⸗vei dea Si. Au cle ben F. X. Demes in St. Inabert. — * 52222 37 35335332336 3283385225 73— 5— 73838* 7555383 232333532353528 23555638 * 5 65535532 33 3—32723733525 3253332— —2844 55 385535 8 —— 83 3533553— * 22 * 88 ! 2 — 58 5335338 33835324 8883 2 32 *52 — 8 255 3B3B2—87 * 2 *. 2 52.2 — * — 5 2538387 288 525 56353835 S 35 77383. 388 — — 5* 5* —553 25 2338337 c 5533252*— 2*6 5—53355 A 20 255* 8 — —3 2 23* 228225 522 27 * * *6 2 —A — — 3 — 32 — 2 — 28 28222 —— 5 326589 3 3 —— —— 2 2 —X —5535358 23. ———— 2327533538* 22 8 z55 22535 — — 2382335 2* * 2 — 28 — 25 —22 3753233328 w» 3 528332* —— 2 533 —3— —2325 282 * * 8 ——A —— 2232132 28528 .* 223 63383238 535 8* 232 355* ——— 2* — 83 * z32538 5 —A—— — 253 — 222 22 2 — * — F 5 2 5 S 25335 333285363 2B583555 257 ——— 5z5223—* —23334 — — —— 5238 8 —34 535E2 — 2555 23823552332 — —— 5225 2 3235528638675 536 533325 5* — S* — — 2232 85352352 57835 3 —26*3338573 — 275553553568 — 5 5833833 3233232838 8 2535 58533 5383333333.2 32233285 52z5*8 8 2 * 22 * 5 2 —— 2— — *23 28 —22 * 3 7 522 3 25 55 8 8 58 3232 — 532 ———8552 52 52 28 3..83 —S 3532853 5 553—336 358 2278 237528385 —A — * * J J 23 * 7 8 — * — 323 * 2 82 α ? — 3253338 —A 2 583 32B8 2 23232 — — 275 2 5253 —E—— *5 S* 5z2282 22 3 —8 —52 F ———— 8 323 2333353 8238 — 2 * 2 5258 5 — —* 2 2 — 2 5 553 * 8 6 — 2 2 E — —52 s— 60 2. 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. r ‚St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz? Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ X d A Zustellungsgebuühr. Die Einrückuugsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15.8, Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. MW 16l. Dienstag, 18. August 1885. 20. Jahrg Politische Ueberficht. Von dem Geschwaderchef Paschen liegt nunmehr ae amtliche Meldung über seinen Erfolg in zanzibar im Auswärtigen Amte vor. Es darf brigens nicht außer Acht gelassen werden, daß die osung der Zanzibarfrage durch das Beigeben Said zargasch's gesichert se.. Man betont in Kenn⸗ ichnung der Sachlage, daß das bloße Versprechen es Sultans, seine Truppen aus den deutschen zchutzgebieten zurückzuziehen und die deutsche Ober⸗ oheit daselbst anzuerkennen, als genügend nicht nerkannt werden kann. Man wird deutscherseits eftimmte Garantieen verlangen, damit sich die zerwickelungen nicht wiederholen. Dazu ist der lbschluß eines förmlichen Vertrages mit dem zultan Bargasch⸗Ben Said erforderlich und erst jenn ein solcher Vertrag abgeschlossen sein wird, ürfte die Aufgabe des Geschwaders als erfüllt nzusehen sein. — Weiterungen zwischen dem erliner Auswärtigen Amte und der spanischen tegierung wegen der deutscherseits erfolgten Besetz⸗ ing der Karolineninseln werden in Berlin nicht efürchtet. Spanien hat schlechterdings nichts ge⸗ jan, um enisprechend den von der vorjährigen kongo· Konferenz gefaßten Beschlüssen seine ver—⸗ aeintlichen Rechtsansprüche auf diese Inselgruppe ar Geltung zu bringen. Es ist auch bekannt, aß die spanischen Ansprüche niemals von den ndern Mächten anerkannt worden sind. Die Ent⸗ ndung zweier spanischen Kriegsschiffe nach den arolinen dürfte nur den Zwech haben, den von deutschland nicht besetzten Theil dieser Inselgruppe ir Spanien zu sichern und dadurch zugleich die icht erregbare öffentliche Meinung in Spanien zu eruhigen. Nicht zutreffend ist es, wenn einige eutsche Blätter die Karolinen als werthlos hin⸗ ellen. Abgesehen von der üppigen Vegetation erselben, die besonders das Gedeihen der Kokos⸗ muß und der Brotbäume sehr begünstigt, würden ie Karolinen ⸗ Inseln ganz oder zum Theil als me vortrefflich geeignete Vorstation für Neu⸗Guinea men großen Werth für Deutschland besitzen. Auch ist die lerdings nur spärliche Bevölkerung dieser Inseln tht arbeitsam und könnte deßhalb für die Kulti⸗ serung von Neu⸗Guinea und Samoa von größtem dutzen sein. Deutsches Reich. Berlin, 17. August. Das Denkmal des onigs Friedrich Wilhelm J. wird morgen in dotsdam in Anwesenheit Kaiser Wilhelm's enthüllt verden. Die Feierlichkeit ist rein militärisch. Berlin, 17. August. Ein Gegenstand der arziner Verhandlungen bei der Zusammenkunft ismarck's mit Kalnoky soll nach der „Nat.Ztg.“ le Siellung Oesterreichs gegenüber den deutschen hetreidezöllein gewesen sein. Berlin, 17. August. In Kairo eingegan⸗ en Nachrichten zufolge soll der Nachfolger des Nahdi, Abdullah— gelegentlich eines Aufruhrs, der mn 26. Juli in Eharlum ftattgefunden, geltödtet orden sein Potsdam, 16. August. Se. K. u. K. »hert der Kronprinz traf mit dem Kurierzug von tankffurt heute um 11 Ühr Vormittags auf Sta⸗ Wildpart ein und fuhr direkt nach dem neuen leis. Prinz Wilhelm war zum Empfang auf ꝛition Wilddart anwesend. Der Zug hatte sich Neine Stunde verspätet. Bremen. 16. August. Heute Vormittag rrfolgte die feierliche Eröffnung des neuen Weser⸗ irms Durchstich der langen Bucht) zwischen Bre⸗ nen und Vegesack im Beisein der Mitglieder des Zenats, der Bürgerschaft, der Handelskammer, der Schifffahrtsbehörden und eines zahlreichen Publikums Straßburg i. E., 16. August, Herr G. tdothan, der bekannte französische Diplomat in disponibilität, gebürtig aus Wasselnheim im Elsaß, egenwärtig in Villegiatur auf seinem Gute bei zuttenbach im elsässischen Münsterthal, hat polizei⸗ cheu Befehl erhalten, bis Montag früh Deutsch⸗ ind zu verlassen. Rothan war vor etwa 20 jahren Gesandtschafts⸗Sekretär in Berlin, bei Aus⸗ ruch des Krieges General-Konsul in Hamburg, 871 Gesandter in Florenz und seither zur Dis⸗ osition. Er ist Verfasser eines Buches über Luxem⸗ zurg und von zwei Bänden Souvenirs diplomati- ues en Allemagne et ltalie. Auslanud. Paris, 17. August. Bei dem gestrigen Ban⸗ ette in Le Mans erklärte der Minister Allain⸗ Targé, die Ereignisse des Jahres 1870 lehrten owohl die Nothwendigkeit, militärische Vorbereit⸗ ingen, lediglich zur Sicherung der Landesvertheidi⸗ jung, zu treffen, wie die Nothwendigkeit freier In⸗ titutionen, um zu verhindern, daß das Land in Abenteuer gestürzt werde. Petersburg, 14. August. Die Abreise des daisers, der Kaiserin und des Thronfolgers nach dremsier erfolgt am 19. und 20. August. Von den Ministern folgen dem Kaiser Woronzow⸗Dasch⸗ sow und Wannowsky. Herr v. Giers soll, wie versichert wird, ebenfalls an der Kaiserbegegnung heilnehmen. In der großen Suite befinden sich: zie Generale Richter, Tscherewin und Danilewski, der deutsche Militär⸗Bevollmächtigte General Werder, hofmarschall Fürst Obolensti und der Leibarzt hRirsch. Ein längerer Aufenthalt ist nur in Kiew ind auf der Rückreise in Moskau in Aussicht ge⸗ rommen. Lokale und pfaälzische Nachrichten. St. Ingbert, 17. August. Dei hiesige dandwehr⸗Verein veranstaltete für die Mitglieder im gestrigen Tage ein Gartenfest, zu melchem auch sichtmitglieder gegen Entree Zutritt hatten. Eine roße Anzahl der Landwehr⸗Männer versammelte sich jegen 2 Uhr an der Wohnung des 1. Vorstandes derrn Jos Neymann, von wo aus sich der Zug uim 9583 Uhr in Bewegung setzte. Es war dies ein prächtiger Anblick. Mit Musik an der Spitze, der sodann der Vorstand und die Ausschuß⸗ nitglieder folgten, zog die Mannschaft gegen 180 m der Zahl. theilweise geschmückt mit Etrenzeichen, zurch die Kohlen⸗Ludwigs⸗ und Kaiserstraße in das hartenlokal der Herren Gebr. Becker, wo der Wirth derr Weirich mit bestem Stoffe die Mitglieder em⸗ „sing. Es hatten sich zu den Vereinsmitgliedern zeren Familienangehörige, viele fremden Gäste, sowie iesige Nichtmitglieder eingefunden, so daß der Garten n kurzer Zeit dicht vesetzt war. Das Fest verlief n der schönsten Weise; die Musik der hiesigen gergkapelle spielte ihre Piecen recht brav zur all⸗ jemeinen Befriedigung. Herr Weirich hatte für S„peisen und gute Getränke sein Möglichstes beige⸗ ragen. Jung und Alt unterhielt sich auf's Herz⸗ ichste, so daß das Fest einen wirklich volksfestlichen zharaltet trug. Gewiß wird diese erste gemüth- iche Gartenunterhaltung des Landwehr-Vereins »dem Theilnehmer in bester Erinnerung bleiben: wie denn auch das ganze Arrangement als ein ge⸗ ungenes bezeichnet werden muß. Der Verein hat zezeigt, daß er seinen Mitgliedern und deren An— gjehörigen die Freuden eines Waldfestes ohne Be⸗ chwerlichkeiten, ohne die Vereinskasse in Anspruch zu nehmen und ohne den Geldbeutel der Theil⸗ nehmer zu stark zu berühren, zu bieten wußte. Das musterhafte Verhalten der Vereinsmitglieder vird gewiß die stattliche Anzahl derselben (von 252 Mitgliedern) vermehren, so daß der Verein in kurzer Zeit als einer der größten auftreten kann. —* (Aus dem Jahresberichte der Pfälzischen Handels und Gewerbe— kammer.) Die Eisen- und Stahlfabrikation hat für das Berichtsjahr wenig Erfreuliches zu berichten, nur die Gießerei war, während des größeren Theiles des Jahres, befriedigend beschäftigt. Auch die Eisenkonstruktionswerkstätten waren zum Theil mit ihrem Geschäftsergebniß nicht unzufrieden, da sie doch Beschäftigung bei allerdings schlechten Preisen hatten. Geklagt wird über Abnahme des Absatßzes yon Spezialartikeln (Oefen ec.) nach dem Auslande, vegen zu hohen Zolles daselbst. Die Draht⸗ und Drahtstiftenfabrikation war im Berichtsjahre wohl jinlänglich beschäftigt, allein die Preise waren zußerst gedrüctt und ließen wenig Nutzen. Einiges zing nach Italien, dessen hohe Zölle auf die in Betracht kommenden Artikel das Geschäft übrigens ehr erschweren. Die Kleineisenzeugfabritation hatte ortgesetzt schlechtes Geschäft nach Menge und Werth hrer Erzeugnisse, so daß Betriebseinschränkungen ind Arbeiterentlassungen nothwendig wurden. Die desselschmieden sind ebenfalls nicht zufrieden mit hrem Geschaftsgang und war namentlich in der rsten Hälfte des Jahres nur wenig zu thun. Am zünstigsten hat offenbar auch im abgelaufenen Jahre die Fabrikation von Dampfmaschinen geardeitet, denn übereinstimmend lauten die Mittheilungen zünstig; zum Theil sind sogar Erweiterungen nothig zeworden, um den gestellten Anforderungen genügen zu können. Das Geschäft in landwirthschaftlichen, vie überhaupt in Arbeitsmaschinen, war dagegen wenig befriedigend. Der Schnellpressenbau war das Jahr über gut beschäftigt, doch erforderten die nach »em Auslande gelieferten Maschinen große Opfer, ungesichts der höhen Zölle. die daselbsi zur Erheb— ung gelangen. Die Fabrikation von Nähmaschinen var, soweit uns Mittheilungen darüber vorliegen, zut beschäftigt, was jedoch lediglich dem Umstande uzuschreiben sein soll, daß es sich um patentirte Neuerungen von erheblichem Werthe handelt. Der Berkauf gewöhnlicher Nähmaschinen ist gegenüber iner erheblichen Ueberproduktion nur schwer zu zewerkstelligen gewesen, bei obendrein langen Kredit⸗ risten. Die Zölle des Auslandes, namentlich auch Desterreichs, sind einem floiten Absatze dahin sehr zinderlich, wahrend die amerikanischen und englischen Maschinen in Deutschland nur einen verhältniß⸗ näßig geringen Zoll zu entrichten haben. Sollie die neuerdings geplante Zollerhöhung in Oesterreich⸗ Ungarn zur Wirklichkeit werden, so würde dadurch ein sehr bedeutendes Absatzgebiet in der empfind⸗ ichsten Weise geschmälert werden. Die Waggon⸗ abrikation hatle infolge größerer Bestellungen der eutschen Eisenbahn Verwaltungen — 10,000 gegen 000 in 1883 — eine Mehrproduktion von chwa 30 pCt.. bei allerdings sehr gedrückten Preifen. Der Handel in Roheisen und Fabrikateisen hatte, vie leicht verständlich, unter dem Druck iner übergroßen Produktion schwer zu lei⸗ den und konnte kaum mit Nuittzen arbeiten. Für Deuischland hat der Verbrauch an englischem uͤnd schonischem Roheisen sehr erheblich abgenommen, das Geschafi nach der Schweiz, das hier haupt⸗ sächlich in Betracht kommt, hat dagegen eine wesent⸗ iche Aenderung nicht zu verzeichnen gehabt.“ — In Bezug auf die ÿᷣulberfabrikation bemerlt der Jahresbericht: „Die Pulverfabrikation war aähnlich wie in 1888 beschäftigl, doch gegen das Ende des Jahres trat eine Stockung ein, die auf den ge⸗ ringeren Betrieb der Eisenerzgruben in Luxemburg und Lothringen zurüdzuführen ist. Auch die Kon⸗ kurrenz des Dynamits hat sich fuͤhlbar gemacht.“ — Zum Vorsitzenden der III. Sitzungs⸗Periode des Schhwurgerichts der Pfalz, deren Eröffnung am 21. September d. J. stattfinden wird, wurde der kgl. Oberlandesgerichtsrath Erbel⸗ ding in Zweibrücken ernannt und zu dessen Stell⸗ verireter der kgl. Vandgerichtsdirektor Herfeldt daselbst bestimmi. — (Gfäl zuger Awrereepuren⸗ Vereinn) Die Mitglieder und Freunde des Vereins werden zu der am 830. d. M. stattfindenden TIV. ordentlichen General⸗Versammlung eingeladen. Tagesordnung nach 8 60 der Statuten. — Zweibrücken, 14. August. Das Ernte⸗ Ergebniß, welches das kgl. statistische Bureau dieser Tage bezüglich der Bezirksämter Zweibrücken. Homburg, Pirmasens und Kaiserslautern bezw. des Westrich veröffentlicht hat, entspricht keineswegs den thatsächlichen Verhälimissen, da der Ernte⸗ Ertrag durchschniitlich pro Morgen nicht zu zwölf, sondern höchstens zu sieben Zeniner angenommen werden darf. (3. 3.) — Homburg, 185. August. In der Nacht vom 13.714. ds. Mis. erfroren auf hiesigem Banne strichweise die Kartoffelblaiter, Gurken und Bohnen. — Kaiserslautern, 14. August. Die Aufnahmsprüfung an der k. Lehrerbildungsanstalt dahier ist heute zu Ende gegangen. Von den 46 Praparanden, welche sich derselben unterzogen. wur. den 3 als nicht befähigt zurückgewiesen, die übrigen aufgenommen. Die Durchgefallenen vertheilen sich mit je 1 auf die Praparandenschulen Blieskastel, Edenkoben und Kusel. — Kaiserslautern, 17. August. Das VII. pfälzifche Sängerfest war außerordentlich stark von pfälzischen und außerpfälzischen Sünger⸗ schaaren, sowie von sonstigen Festtheilnehmern be⸗ jucht und von herrlichstem Weiter begünstigt. Am Samstag Nachmittag wurden die Saänger durch Herrn Bürgermeister Hohle in herzlichsten Worten begrüßt und bot der fich anschließende großartige Festzug einen imposanten Anblick; viele Fahnen uͤnd drei Musil⸗Kapellen befanden sich in demselben. Der Fruchthallsaal war sinnig dekorirt und der Schmuck der alten Barbarossasiadt ein allgemeiner. Das gestrige erste Fest Konzert unter Direktion von Dr. Farßet für den vokalen und Vierlung und Srambach für den instrumentalen Theil wird gewiß allen Zuhoͤrern in sieter schönster Erinnerung dleiben. Vierling's „Tragische Ouverture“ und Brambach's Velleda“ exrangen großartigsten Erfolg Die Gesammt⸗ und Halbchöre waren von packender Wirkung; der Chor „Wenn alle Brünnlein fließen mußte sogar auf allseitiges stürmisches Verlangen nochmals zum Vorirag gebracht werden. Der Bei⸗ fall war ein nicht endenwollender. Dieser gehobenen Stimmung gemaß verlief auch das sich Abends in dem Fruchthallsaale anschließende Banket; der Saal vermochte die große Zahl der Fefttheilnehmer kaum zu fassen. — Kaiserslautern, 17. August. Das finanzielle Ergebniß des Sangerfestes wird ein außer⸗ ordenilich günstiges werden und steht ein namhafter Ueberschuß zu erwarten, von dem ein Theil wohl auch auf das Konto der manchmal etwas zu weit getriebenen Sparsamkeit des Ausschusses in einzelnen Dingen gesetzt werden darf. (Pf. Pr.) gsarserstaute,rn, 17. August. Am Samstag Abend *7 Uhr flarb ein wohlbekannter Mitbuͤrger unserer Stadt, Herr Heinrich Janisch sen. im Alter von 74 Jahren. Durch seine uner⸗ mudliche Thatigkeit ein hervorragender Industrieller Naiserslauterns geworden, gehoͤrte er bis 1867 dem Siadtrathe an und erwarb sich durch seine seltene Thailraft die Achtung aller seiner Milbürger. Eine Tochter und 4 Söhne beweinen den Dahingeschiedenen — Kaiserslautern, 18. August. Einse heitere Episode, die nur den zunächst bethei— igten und zunächst flehenden Festgästen bemerkbar war, spielte fich im Laufe des Banketts im Frucht zalljaale ab. Der Liederkranz Franlenthal ist in Besitze einer Vereins⸗Schnupfdose“ von riesigen Dimensionen, (man muß sie gesehen haben)), die, vorsorglich in ein Lederfutteral verpodt, bei keinen roͤhlichen Sängerfahrt des Vereins fehlen darf Im Laufe des Abends nahte sich nun Herr Drescher der Tosenjunker“, dem gefeierten Festdirigenten herrn Dr. Faißt mit der riesigen Dose, ihm im Kamen des Liederkranzes eine Prise offerierend. Herr Dr. Faißt nahm die Ovbation freundlich auf und priste auf das Wohl des Liederkranzes. Auch an Herrn Vierling, einen geborenen Frankenthaler, wandie sich sodann Hert Drescher. Mit dem Aus⸗ rufe: „Was, die Frankenthaler, da muß ich gleich eine nehmen!“ griff Herr Vierling sofort zu. Die Frankenthaler Sangesbrüder sahen dem Vorgange hom Hintergrund aus eifrig zu und brachen in jubelnde Hochtufe aus. 5. 6Pf. Pr.) Zum pfaälzischen Preis⸗Hufbe⸗- schlagen in Karserslautern sind außer hen denn landw. Bezirks · Komitee Zweibrückenbe⸗ jstimmten 20 Mk. noch bewilligt worden: vom Zreis Komitee 50 Mk., von den Bezirks⸗Komitees: dandau 50 Mk., Kaiserslautern 50 Ml., Speyer 50 Mil., Bergzabern 40 Mi., Germersheim 30 Mark, Kusel 25 Mi. und Homburg 15 Mt. Daul dieser erfreulichen Unterstützung von Seiten des Kreis⸗ Hmilees und der Bezirks Komitees des landw. Ver⸗ eines ist der Pferdezucht · Verein in der Lage, das 1. pfälzische Preis · Hufbeschlagen in einer würdigen Weise abhalten zu können. Die Preise sind so bemessen und gieichfalls so zahlreich, daß es sich für einen Schmied wohl der Mühe lohnt, diese Belegenheit zu benützen. um zu zeigen, daß er eiwas tüchtiges kann. Die erfreuliche Unterstützung des Unternehmens von Seiten der landwirthschaft⸗ lichen Vereine ist aber zugleich ein Beweis dafür— wie allseitig der Wunsch besteht, daß die Huf. schmiede durch stets wiederkehrende Anregung und Aufmunterung in dem Bestreben bestärkt werden uöchten, ihre ganze Kraft einzuseten, um ihren Beruf dahin zu bringen, daß er den wesentlich er⸗ höhten Anforderungen. die man heutzutage an den⸗ jelben stelli, gerecht werden kann. In Annweiler und in Enkenbach wurden dieser Tage Turnvereine gegründet. gwom Rhein schreibt man dem „L. A.“ Ein drolliges Intermezzo ereignete sich dieser Tage in der Kirche eines am Rheinstrom malerisch ge⸗ legenen Dorfes. Ein Bäuerlein, von schwerer Landarbeit ermüdet, wurde während des Gottes⸗ dienstes vom Schlafe übetmannt. Die Worte der Predigt drangen nur verworren an das Ohr des Schlafers. Plößzlich erwachend, brach das Bauerlein, mit der Faust auf die Bank schlagend schlafttunken in die Worte aus: „Ich will emo! jehe, dob's noch immer ka Ruh' gibt!“ Man kann ach die Gesichter der Andaächtigen denken. Srgandau, 17. August. Der Tagnei Burger von hier wollte am Samstag Nachmittag auf einem Acker in der Nähe des Eußinger Brun⸗ neus eine Pistole probiren, wobei er aber so un⸗ geschickt verfuhr, daß fich der Daumen seiner linken dand vollstãndig von dieser trennte. Der Ver⸗ dundete befindet sich in seiner elterlichen Wohnung in arztliher Behandlung. J Reustadt, 16. August. Dem Beispielt der Städte Kaiserslautern und Ludwigshafen folgend rägt man sich hier mit dem Gedanken, einen fach⸗ mannisch gebildeten, städtischen Lokalschulien⸗ pettor anzustellen, dem zugleich die Leitung der radtischen höheren Töchterschule, welche einer Re⸗ yxganisation uͤnterworfen wird, übertragen würde S Sypey er, 15. August. Die Anstellungs drüfung für die im Pfaälzischen Schuldienste ver⸗ vendeten Schuldienstexspeltanten und Schuldienst xspeltantinnen für das Jahr 18885 beginnt in ihren driflichen Theile am Montag den 12. Okrober l. Is., Vormitiags 8 Uhr in ihrem mundlichen Theile Im datauffolgenden Freitag den 16. dess. Monats in derseldena haben sich alle jene Schuldienfter peltanten und Exspektantinnen zu betheiligen, welche fich im Jahre 1881 das Zeugniß der Reife zum leberirin in die Schulprazis erworben haben, so⸗ wie jene, welche sich in fruͤheren Jahren der Prüfung nicht unterziehen konnten und durften, oder sich derselben wiederholt zu unterziehen haben. Die Besuche um Zulassung zu dieser Prufung sind bei den beir. k. Distriktsschulinspektionen längfiens bis X durch die einschlägigen k. Bezirlzamter anher in Vorlage zu bringen. mutterstadtt, 17. August. Heute Nach im 1J Uhr brach hier abermals ein Brand aus der noch gewaltigere Verheerungen anrichtete, alz derjenige vor acht Tagen. Das Feuer entstand in der Scheuer der Wittwe Margaretha Renner um cheilte sich in der rapidesten Weise den Oekonomie zebäulichleiien der Herren Philipp Schornes hissinger, Aug. Fadensohn und Peter Magin mih Im Gonzeun brannten 5 Scheuern, 4 Staue, un noch etliche kleinere Gebäulichkeiten, wie Backhaus Schweinställe ꝛc. nieder. Nur dem raschen Ein— greifen der ganzen hiesigen Bürgerschaft im Verein mit der Feuerwehr ist es zu derdanken, daß nicht noch mehrere Immobilien von dem Elemenie er. griffen wurden. Leider haben die Betroffenen nicht alle versichert und erleidet namentlich der zuleht genannte Peter Magin, welcher nichts verfichec hatte, großen Verlust. Außerdem wurden noch mehrere Leute, welche Frucht in dessen Scheuer gesetzt hatten, bedeutend geschädigt. — Auch in doch dorf soll heute früh eine Scheuer abge— —XR Cudw. Gen. Anz.) — Frankenthal, 14. August. Die inder— nationale Jury der Antwerpener Weltausstellung hat der hiefigen Schulbankfabrik A. Licroth und Cie. für exponirte Schulbanle und Kinderpulte die filberne Medaille — den höchsten Preis in diese— Branche — zuerkannt. Saarbrüdcken, 14. August. Ein emnt setzlicher Unglüdsfall hat sich gestern hier in dem Fcthause an der neuen Brücke, in welchem sich das Reftaurant „Bavaria“ befindet, ereignet. Gegen uhr Nachmittags vernahm man einen starken Znali, einem Schusse ähnlich. Die Ursache war eine sehr traurige; hoch oben von der Treppe war das 7jährige Söhnchen eines dort wohnenden Bergaints -Sekretärs hinabgestürzt und lag mun inten in seinem Blute, mit völlig zerschmettertem Schaäͤdel; der Tod war auf der Stelle eingetreten. Nach dem „St. Joh.⸗Sbr. Anz.“ war der Knabe, der von lebhaftem Temperament war, wahrscheinlich auf dem Treppengeländer gerutscht oder hatte sich zu weit über dasselbe hinübergebeugt und den Hall verloren. Ottweiler, 14. August. Zwei auswär⸗ tige Reisende kamen in einem hiesigen Laden zu⸗ samnmen und geriethen beim Offertenmachen in Wortwechsel, den fie bis zur Bahnhofsstraße fort⸗ führten. Dort erreichte der Disput seinen Höhe⸗ huntt, die beiden wurden plötzlich handgemein undzer⸗ bläuten sich nun aus reinem Brodneid mit Schir⸗ men ⁊c. die Haut so jämmerlich, daß der Schirm des Einen in Trümmer ging. Nachdem sie so ihr Muthchen gekühlt, verließen die beiden wackeren tampen, blutige Zeichen des überstandenen Kampfes im Gesicht tragend, per Bahn unsere Stadt. (A usswanderung.) Im ersten Semesier d. J. find aus Bayern 5895 Versonen (4632 aus dem rechtsrheinischen Bayern, 1263 aus der Rhein · pfalz) ausgewandert. Aus der Uebersicht über den Kohlendert tehr Deutschlands ergibt fich, daß sich die Frwartungen auf eine Hebung der Kohlenausfuhr nach Italien infolge der Eroffnung der Gotthard⸗ bahn bis jetzt nicht erflullt haben. Es wurden da hin ausgeführt in dem erften Semester 1883 1431, 1884: 3420 und 1885: 3165 Tonnen Kohlen. Deuischland hat die Konkurren; englischer Zohle und Eisenfabrikate auf dem englischen Narkht bisher nicht zu besiegen vermocht. Die deutsche Regierung will nun durch Bahnlarifmahregeln Ib— zaue schaffen, findet aber bis jetzt noch Widerstand dei der Verwaltung der Gotthardbahn, die einel weitern Herabsetzung der Tarife widerstrebt. pKreuznach, 14. August. Der hiesn „General⸗Anz.“ enthält folgendes Inserat: junge Mädchen aus Kreuznach und dessen Umgegerd⸗ hie sich verabredet haben, kein Kißchen ode Zout nuͤre mehr zu tragen, weil sie sich nicht lange serunftallen wollen. biiten alle gleichgesinnten junx Damen, doch dieser Vereinigung beizutreten VYy die haßlichen Kihchen abzuschaffen. Die Verenn ung trägt den einfachen Namen Hinne eα und werden Beitritisanmeldungen unter g Chiffre unter Diskretion entgegengenonmmen. u nnen Damen jeden Aliers beitreten Re⸗ 4 Die im Prozeß Lieske eingelegte plisien suhte ich haudisuchtihz auf eine shc nworlung einer der den Geschworenen de Fragen. Dieselbe lautete eiwa: In deren lagie schuldig, den Mord allein oder in 8 schaft mit Anderen vorsätzlich ausgeführt zu ha Vermischtes. diese Doppelfrage wurde von den Geschworenen / ch mit „Ja beantwortet, während doch eine Erwägung eines jeden der beiden Fälle m fiaufinden müssen. I— „'Raiser Wilhelm führt folgende Titel: zutscher Kaiser, König von Preußen, Markgraf Hrandenburg, Burggraf zu Nürnberg, Graf zu henzollern. souveraner und oberster Herzog bon llesien wie auch der Grafschaft Glatz, Großherzog n Rtiederrhein und Posen, Herzog bvon Sachsen, asfalen und Engern, zu Pommern, Lüneburg, sfein und Schleswig zu Magdeburg, Bremen, ern, Cleve, Juͤlich und Berg. sowie auch der iden und Kassuben, zu Crossen, Lauenburg, lenburg, Landgraf zu Hessen und Thüringen, niraf der Ober⸗ und Niederlausitz, Prinz von ien, Fürst zu Rügen, zu Ostfriesland, zu derborn und Pyrmont, zu Halberstadt, Münster, den, Osnabrüch, Hildesheim, zu Verden, Cammin, da, Nassau und Mors, gefürsteter Graf zu neberg, Graf der Mark und zu Ravensberg, Zohenstein, Tecklenberg und Lingen, zu Mans— Sigmaringen und Veringen, Herr zu Frankfurt.“ Die Kartoffeln bei den Berlinern zweihundert Jahren. In einem in n an der Spree, 1682 durch Georg Schultzen cuckten hoch hinteressanten Werke des berühmten urforschers Johann Sigismund Elsholtz, betitelt naetiticon, das ist Newes Tisch⸗Buch“, findet auch der Kartoffel Erwähnung gethan. Es ihält namlich der stattliche Quarthand eine aus- siliche Beschreibung aller zurmenschlichen Nahr⸗ g dienenden Gegenstände: Pflanzen, Thiere, Ge⸗ inte, Gebäcke u. s. w. u. s. w., meistens auch it gar nicht so schlechten Abbildungen. Es ist z Buch auch schon um deshalb bemerkenswerth, xil es wohl das älteste derartige ist, welches in etlin in deutschet Sprache zum Zwecke der Ver⸗ ifung naturwissenschaftlicher Kenntnisse geschrieben id gedrudt worden ist. Um nun auf die Kar⸗ zeln zurückzukommen, so heißt es in dem Kapitel: hon den Küchenwurzeln“ unter Nunmmer XX: dattuffeln. Dieses ist gleichfalls in den alten reuterbüchern nicht zu finden, sondern ein newes ewechs aus Peru. Man muß aber allhier nicht eftehen die Erdmorcheln (es sind damit die echten crüffeln gemeint), ohne Stengel und Bleiter, als elche von den Welschen auch Tartuffeln genennet etden, sondern die jenigen, so ein vollkommen wechs sind, und unter das geschlecht der Nacht⸗ atten gehören. Hievon ist noch eine art vor⸗ nden, nemlich Tartuffeln mit weisen Blumen und tAhen Wurzeln: da an der ersten die blumen pur⸗ ut, und die Wurzeln roht sind.“ Ueber die igenschaften dieser neuen Nahrungspflanze wird itgetheiltz „daß sie in ihren Qualiteten ziemlich nperiret, und ob schon etwas blehafftig, doch sonst ine endre schedliche Eigenschaft bey fich habe, dem enschlichen Leib eine gute und geschwinde Nahr⸗ ig gebe.“ — Von besonderem Interesse ist aber ih, was Elsholtz von der Verwendung ber, Tar⸗ seln“ sagt: „Man isset sie theils zur! Luft nnd renderung, theils als eine nährende Speise, weil nunmehr ziemlich gemein bey uns worden. Ihre bereitung geschiehet fürnehmlich also, daß man erstlich in Wasser mürbe siedet, und wan sie er⸗ ltet, so ziehet ihnen die auswendige Haut ab: idan giesset Wein drüber, und lafsset sie mit atter, Saltz. Muskatenblumen und dergleichen würtz von newen kochen: so sind sie dereit. urnach kan man sie mit Hühner⸗, Rind⸗ oder alFleisch ⸗ Brühe kochen und abwürhen: oder sie uh an Rind- und Hammelfleisch hhun. Oder un schneidet die abgekochte Tartuffein in runde iben und bratet sie in der Pfanne. Oder man sueidet Zwiebeln un Essig daran, und lässet es so durchbraten·..Auifallend erscheint bitei die Bemerkung, daß schon vor mehr als dihundert Jahren die Kartoffeln in der Mark nandenburg (Elsholtz lebte und wirlte als kur⸗ mzlicher Leibmedikus in Verlin) ziemlich gemein disen sein sollen. Jedenfalls aber kann man ud den angeführten Kochrezepten darauf Iten. daß sie nur von den höheren Ständen Wwar als ein feines und neuartiges Gericht —XE Ein interessanter Prozeß ist kürzlich — is zwischen dem Homdopaten Dr. Anastafio unn und der Herzogin von Medina⸗Celi ent⸗ g. worden. Der Arzt hatte für eine kurze apn der Herzogin ein Honorar von 600, 000 verlangt und seinen Anspruch mit dem bhe⸗ 'annten unermeßlichen Reichthum der Patientin— »egründet. Die Herzogin hatte die Forderung et⸗ pas phantastisch gefunden und der Arzt war zur dlage geschritten. Der Gerichtshof erkannte dem dläger ein Honorar von 84,000 Franks zu und egte ihm auch die Prozeßlosten auf. Dieser Aus⸗ all wird für Dr. Alvarez um so ärgerlicher sein, ls die Herzogin von Medina⸗Celli, um dem Auf-. hen erregenden Prozesse zu entgehen, ihm ein be—⸗ »eutend höheres Honorar freiwillig angeboten hatte, ils ihm gerichtlich zugesprochen wurde. f In Lissabon ist die Nachricht von einer Nassenermordung von Weißen an der Westküste on Afrika eingegangen. Berichte aus St. Paul de Loando, datirt 16. Juli, besagen, daß der dönig von Coanhama Huilla plötzlich starb und »aß die Eingeborenen, welche das Hinscheiden des dönigs wie gewöhnlich der Zauberkraft der Weißen uschrieben, eine Metzelei veranstalteten. Sie über⸗ ielen die Europaer und tödteten 20 derselben, arunter drei Patres der Mission von Huilla. Mr. Biktor Gerard, ein Engländer, entkam mit seiner Tochter, aber zwei seiner Kinder wurden ermordet. 7 London, 15. August. Ueber Philadelphia wird der „Times“ gemeldet, daß in dem Vulkan Cotopaxi (der Vulkan liegt in den Anden von ZQuito, ist 17,700 Fuß hoch, hat einen Krater von 2800 Fuß Durchmesser und ist beständig in Thätig⸗ eit) am 23. Juli eine ernstliche Eruption stattge⸗ sunden hat. Lavaströme. Asche und Steine fielen iuf Chimbo und zerstörten Hunderte von Häusern. Giele Menschen kamen um, doch ist die Zahl der VHerunglückten noch nicht bekannt. Thüren und Fenster rasselten und die durch die Eruption her⸗ orgerufene Erschütterung wurde in Gayaquil, in iner Entfernung von 185 Kilometer, wahrge⸗ ommen. Das Geräusch glich einem ununter⸗ rochenen Artilleriefeuer. Schnee in Schottland. In den vestlichen Hochlanden von Schottland hat sich flarker S—chneefall eingestellt. Die Spitzen des Ben Nevis ind des Ben Lawers sind mit Schnee bedeckt. Die WBitterung ist so unwirthlich geworden, daß Tou⸗ risten massenhaft die Umgegend verlassen. 7 Der älteste aktive Turner der Welt »ürfte Herr Stoppel, in Amerika unter dem Namen Turnvater Stoppel“ allgemein bekannt, sein. Der⸗ elbe ist 1805 in Württemberg geboren, also ein deutscher von Geburt, und Begründer zahlreicher Turnvereine, welche heute noch aller Orten in deutschland blühen. Im Jahre 1850 wanderte renach Amerika aus, wo er der Turnerei allent salben Eingang zu verschaffen suchte und den ersten Unstoß zur Errichtung einer Turnschule in New⸗ hork gab. Aus diesen kleinen Anfängen ist die roße Masse turnerischer Vereinigungen in Amerika erborgegangen, deren Mitglieder auch bei dem etzten deutschen Turnfeste in Dresden zahlreich er⸗ chienen waren. Vater Stoppel, welcher trotz seines sohen Alters auch heute noch turnt, soll an Rüstig⸗ eit einem Burschen von zwanzig Jahren nicht nach⸗ tehen. (Ende eines Millionärs. In San Fran⸗ isco starb vor kurzem in tiefstetr Armuth Johann Skae, ein Mann, der vor 7 Jahren zehnfacher Nillionär gewesen. Skae kam sehr jung nach Ka⸗ ifornien und erlernte das Geschäft eines Telegra⸗ histen. Er arbeitete für die Kalofornia Telegraph dompagny, als die vier Bonanza⸗Könige — Flood, D'Brien, Mackah und Fair — die Hülfsquellen ser Silberminen von Virginien und Kalifornien ntwickelten. Mackay und Fair, welche die Opera⸗ jonen von Virginia City überwachten, waren in estaͤndigem telegraphischen Verkehr mit Flood und )'Brien in San Francisco, und da es wünschens⸗ vetth war, die wirllichen Zustände in den Minen seheim zu halten, bis die Spekulation zur Reife elangt sei, bedienten sich die vier Geschäftsfreunde iner Geheimchiffre in ihren Depeschen. Johann Zkae, der die Depeschen in Virginia City vom Drahte nahm, brachte es fertig, diese Chiffre zu erdoslmetschen, so daß er von jeder Bewegung in »en Minen unterrichtet war und von dem in Aus⸗ icht stehenden großen „boom“ mehrere Tage eher denntniß hatte, als das allgemeine Publilum. Ge⸗ tützt auf diese Kenntniß legte er all das baare Beld, welches er auftreiben konnte, in die Altien et zwei Minen an, und als das Mischen der darten beendet war und die Aufregung sich ein venig gelegt hatte, war Johann Skae im Befsitz ines Vermögens von 3 Millionen Dollars. Aber er Krach folagte Johannvy wurde Buchhalter in ꝛinem Blatteruhospital im Distrikt Kolumbus. Als⸗ )ann verschwand er aus dem öffentlichen Gesichis⸗ reise, bis ihn vor etwa einem Jahre ein Polizist in San Francisco hülflos berauscht auf der Straße 'and. Er wurde nach der Polizeistation gebracht, vo es sich herausstellte, daß der Mann, der vor 7 Jahren seinen Check für 10,000,000 Dollar interzeichnen donnte, nicht 5 Doll. besaß, um sich damit seine vorläufige Freilassung zu erkaufen. Ein Petroleumstrom.) Eines der außer⸗ Identlichsten Ereignisse, die je in den Jahrbüchern zes Oellandes (Pennsylvanien) verzeichnet wurden, reignete sich jungst in Titusbille. Der Armstrong unnen war durch eine sehr trockene Lage von Schieferstein getrieben worden, als seine Eigenthümer die Idee hatten, eine Sprengung in diesem Schacht zu versuchen, und 50 Quart Nitroglycerin darin »erbrannten. Augenblicklich antwortete der Schacht zuf die Explosion mit einer riesigen Oelsäule, die ich über die Böschung des Brunnens ergoß und einen ganzen Oelstrom bildete, der eine zeitlang nutßlos in den Sand floß. Bald aber dirigirte hu ein Bataillon von Arbeitern in Behälter, in zie er sich mit einem Erträgniß von 9000 Barrels er Tag ergießt, eine Quantität, welche das gün⸗ tigste bisher erzielte Erträgniß um 2300 Barrels iberschreitet. f Gemüttlich. Der Doktor, der Apotheker, der Forsimeister und der Gerichtsnotar sitzen um Lija Uhr noch beim Schoppen. Der Polizeidiener ommt zum zweitenmale mit strenger Amtsmiene serein: „Meine Herren, jetzt ijcht aber d' Polizei⸗ tund' ganz gewiß vorbei; — aber Se könnet no' net furt, s' regnet g'rad saumäßig!“ * Literarisches. Das pfälzische Sonntagsblatt „Die Heimath“ Verlag von Aug. Gotthold, Kaiserslautern) enthält n Nr. 46 (Fefl ⸗· Nummer): Dem Festdirigenten ‚or 255 Jahren und von heute. (Mit dem Bild⸗ nisse von Professor Dr. Faißt.) Willkommgruß ‚um Sängerfefste. (Festspiel. Die Braut vdom Musikfeste. (Ein pfälzer Geschichtchen aus dem Jahre 1860.) Das Sängerfest in Kaiserslautern 860 und 1874. Vom Badergesellen bis zum Ippellationsgerichts-Präsidenten. (Johannes von Hirnbaum.) Eine gefährliche Hochzeitsreise. Ein alentvoller Musiker. (Rudolf Drumm in Kaisers⸗ autern.) Die Festmedaille. „Der sidele Pfalzer“ Deklamationsbuch.) Rundschau im Pfaälzer Land. Zlätter und Blättchen. Ins Merkbuch. Räithsel und Festrebus. Gedächtnißtage. Briefkasten. Fur die Redaktion verantwortlich: F. XR. Demeß. Von bestem Erfolg gekrönt. Neustadt a. d. Haardt (Pfalz). Hochgeehrter Herr Ihrem Wunsche gemäß theile ich Ihnen mit daß ich Apo⸗ cheker R. Brandt's Schweizerpillen gegen Obstruction (VBer⸗ lopfung) und Schlaflosigkeit mit dem besten Erfolge ange⸗ vendet habe. Ich werde nicht ermangeln, fur Ihre Pillen n dem Kreise meiner Belannten Propaganba ju machen. dochachtungsvollst Becker, Profefsor. Man versichere fich stets, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich a Schachtel Mi. 1 in den Apothelen) ein weißes Kreuz in rothem Feld und en Ramenszug R. Brandt's trägt und weise alle anders erpackten zurück. Kalender⸗Literatur. Ran sagt nicht zu viel, wenn man behanptet, daß der m Berlage von J. H. Geiger (Moritz Schauenburg) in dahr erscheinende „Große Volkskalender des Lahrer Hin⸗ enden Boten“ an Gediegenheit und Mannigfaltigkeit des Inhaltz wie der Ausstattung allen andern Literatur⸗Gr. eugniffen gleicher Art fiegreich die Spitze bietet. Das be. veist wiederum der soeben erschienene Jahrgang 1886. In xraktischer Weise ist das überfichtlich zusammengefiellte und nit Notizen und Sprüchen derse hen⸗ Kalendarium mi utem Schreibpapier durchfchossen, so daß neben jedem Monai iwaige Vemerkungen an passender Stelle verzeichnet werden dnnen. Der unterhaltende und belehrende Teil, reich an „ortrefflichen Illustrationen namhafter Künftler, bietet eine 'ast überschwengliche Fulle des Guien und Schönen, und war alles Momente, die aus dem tiefen und ursprunglichen dorne des Vollslebens geschöpft find und nun in jener nur dem ‚Lahrer Hinkenden“ eigenen echt vollstumlichen Veife dargestellt werden, deren Ton so sehr zum Herjen ringt und das Gemüt ergreift und fesselt. Da finden wir leich anfangs eine prächtige, mit 7 Jüuftrationen verzierte krzählung Balduin Möllhausens, die uns ein interessanies Stück aus dem nordamerikanischen Anfiedlerleben dvorfuhrt. ferner außer vielen humoriftischen Skizzen eine alle rliebste odelle Nach 22 Jahren“, der eine ergötliche Humoresie Der geheimnißvolle Besuch im Pfarrhause“ von Albert jaenich mit 8 Bildern von W. Claudius folgt. Ganz vor⸗ refflich ist auch die Dorfbumoreßske aus dem Qc3. bogener Lande „Landliche Hagestolze“ von E. Meruen, die samt ihren trefflichen 6 Illustrationen von W. Claudius so lecht ais ein Griff in das volle Menschenleben bezeichnet werden kann und welche in launiger und dabei treuherziger Weise die Geschichte von den drei Brüdern erzählt, die nicht heiraten wollten und doch alle drei heiraten mußten. Sehr niedlich erzählt uns auch H. Willfried⸗Villinger eine lustige Historia von einem kleinen Ziegen⸗ und einem noch kleinern Gansehirten, „Kastor und Pollux“ betitelt. Und doch steckt unter dem heitern Gewande ein ernster. tieffittlicher Kern verborgen. Auch die folgenden Beiträge: „Am Schlacht⸗ age von Meikenbura“. (mit 5 Bildern von A. v. Rößler). — XZ—c—c————O⸗0—— Zwangsversteigerung. Eine geographische Verwechslung“, (Humoreske von V. x hᷣluth zen, mit 2 Bildern von Erdmann Wagner), „Die Rarren⸗Rofe“ (von H. Villinger, mit 4 Bildern von Karl Becker), „Was Kathrin erlebte. (Geschichte einer Bäuerin von Maihias Warnatz, mit 4 Bildern von Georg Hahn), „Pagenliebe“, (eine Ballade von Schulte von Bruhl) ꝛ⁊c. ꝛc. bieten durch ihre Lektüre in der That einen fefselnden und anregenden Genuß. Die Quintessenz aber find und bleiben die vom „Hinkenden“ erzählten und mit 16 Bildern von darl Becer illustrierien , Weltbegebenheiten.“ In solch eigenartig wißziger, derber, gemütlicher humorsprudelnder Shrache vermag eben nur der „Hinkende“ allein zu schreiben. * — meorjse Bemerki sei noch, daß dem Kalender als Gratis⸗Veil as vortreffliche von Laschs kunfiseriger vand nnge n e eeie hergesene Titebüde, aiediugewenun geben ist. Eine interefsante Schilderung der Chweh des ersten deutschen Reichswaisenhauses bei Lahr, sowi⸗ un⸗ Rechnungsnachweis des Reichswaisenhausfonds und der a raftische und originelle Redaltionsbrieflasten bilden? d Schluß des Buchs, zu dessen Empfehlung jedes weind Wort Uberflüssig ist. da es sich schon iängst durch sein * diegenheit zur Lieblingslektüre in ganz Deutschland und M darüber hinaus zu machen verstanden hat. ei Die Holländische Kaffee Brennere H. Disqué & Cie., Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten Kaffee“ so beliebten hochfeine Qualitäten ẽ. Java⸗Mischung per Pd. M 1.26 . Westindisch M. 1A .. Menado M. 3.60 f. Bourbon M. 1.80 extra fein Mocca Mi, 2.00 gebrannt nach Dr. v. Liebig' Vorschrift u. neu verbesserter Brennatt, wodurch das Verflüchten des Aro na's absolut unmöglich. Kräftig u. fein im Geschmad. Große Ersparniß. Nur ächt in Packeten mit Schuß— marke „Ele phant“ versehen von l, 13 und a Pfund. Niederlage in St. Ingbert be— Frau Anna Treitz. Freitag, den 21 August 1885 bormittags von 9 Uhr an zu Hecken⸗ dalheim vor der Wohnung der Ehe⸗ seute Andreas Mohr versteigere ich 1 Kuh, 1 Pferd, J voll⸗ ständigen Wagen, 1 Wind nühle, 1 Partie Dung, Hanf, sowie verschiedene Hausein— richtungsgegenstände u. folgen⸗ de Feldfrüchte: Vann Heckendalheim. Den Weizen von 1. ca. ð. Morgen Acker am Dahlberg. 2. ca. 1 Morgen Acker im Ztockfeld. 3. ca. 58 Dezi— malen Acker oben am Allment Den Hafer von: 4. ca. h. Morgen Acker an der Rutsch. . ca. . Morgen Acker am Maiersberg. 6. ca. 2 Morgen Acker an der Serr 7. ca. 13 Morgen Acker am hahn. Die Gerste von: 8. ca. 35 Morgen Acker am Flürchens klahm. 9. ca. ij3 Morgen Acker am Haidenhübel. Die Erbsen und Linsen von ca. 12 Morgen Acker an der Serr. BVann Ormesheim. Den Hafer von ca. 1 Morgen Acker auf Nußweiler. VI. Den Weizen von ca.t Morgen Acker daselbst. St. Ingbert, den 17. August 1885 gez.: Ke CIx- Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Fakßbender in St. Ingbert. vPostdampfer der a Star Lãüne ehren von Antwerpen jeden Samstag direct nach New⸗-VYork u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle klassen. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und naͤherer Auskunft wende man sich an IISMABVB LaAuu, St. Ingbert. Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: 3 Die Klassiker der Bhilosophie. Von den frühesten griechisten Deukern bis anf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Poriräts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. 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Das Blatt koftet vierteljahrlich 1 M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.A 75 4, einichließli d 34 gullellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfaltischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckuns wird nur dreimalige berechnet. 2 162. Volitische Uebersicht. 2Graf Kalnoky, der österreichische Mi⸗ nsfer des Auswärtigen, ist erst am Sonntag Abend hon Varzin wieder in Berlin eingetroffen, von wo ohne irgend einer offiziellen Persönlichkeit einen hesuch abzustatten, sich nach dreistündigem Aufent⸗ halte direkt nach Wien zurücbegab. Graf Kolnoky at demnach vier Tage auf dem pommer'schen zandguie des Fürsten Bismard zugebracht und Feser lange Besuch läßt darauf schließen, daß die giagen, welche den österreichischen Minister nach darzin geführt haben, zwischen ihm und dem lei— enden Staatsmann des deutschen Reiches sehr ein⸗ —V—— hu die Frage, welche Stellung Oesterreich⸗Ungarn den deutschen Getreidezöllen gegenüber einnehmen wird, den Hauptgegenstand der Verhandlungen ge⸗ tildet. Das innige politische Verhältniß, in welchem die oͤsterreichisch ⸗ ungarische Monarchie zu Deutsch⸗ land steht, hat schon längst den Gedanken nahe gelegt, beide Reiche auch in handelspolitischer Be⸗ sehung einander zu nähern und zumal jenseits der hwarzgelben Grenzpfähle hat man ganz ernstlich ein deutschedsterreichisches Zollbundniß vorgeschlagen; sreilich konnte man hierbei namentlich in ungarischen Blättern der versteckten Drohung begegnen, daß wenn Deutschland hierauf nicht eingehe, Oesterreich Ungarn den Zollkrieg gegen seinen politischen Ver⸗ bündeten proklamiren werde. Der Gedanke, das rein politische Bundniß zwischen Deutschland und Desterreich auch möglichst auf das Gebiet der Zoll⸗ und Handespolitik auszudehnen, hat allerdings manches für sich, anderseits stehen denn aber auch chwerwiegende Bedenken entgegen, die besonders in dem verschiedenen Zolle und Steuersystem beider Staalen wurzeln. Jedenfalls hat der Besuch des bsterreichischen Staatsmannes beim deutschen Reichs⸗ anzler den Hauptzweck gehabt, eine Einigung wischen den beiden Reichen auch in handelspoli⸗ ischer Beziehung anzubahnen und man kann nur soffen, daß jetzt in Varzin wenigstens der Anfang uu dieser Verständigung erreicht worden ˖ist. Im heiteren wird natuüͤrlich die gegenwärtige Gesammt⸗ age der europäischen Politik unter spezieller Bezug⸗ nahme auf die bevorstehende Monarchenbegegnung in Kremsier bei den Varziner Minifierkonferenzen mit zur Erdrterung gelangi sein; was aber hierbei die beiden Staatsmänner mit einander vereinbart aben mögen, muß vorläufig in das Gebiet müßiger kombinatsonen verwiesen werden *In Oesterreich richten sich die Blicke nehr und mehr auf die bevorstehende Begegnung wischen dem österreichischen und russischen Herrscher n Kremsier, durch welche das mährische Land—⸗ düdtchen, gleich Gastein, einen historischen Ramen thalten wird. Nachdem die Angaben über die Zeit der Zusammenkunft lange geschwankt, scheint un doch festzustehen, daß diefelbe am 24. August tcfolgt, so daß die ursprüngiichen Meldungen der Wiener Blatter hierüber ihre Bestätigung finden vürden. In Kremsier selbsi sind bereits alle Vor⸗ reitungen zu einem wuͤrdigen Empfange der beiden daiserpaare getroffen, ebenso haben alle Beamten auf en österreichischen Eisenbahnstationen, welche die ussis hen Majestaäten passiren werden, die ftriltesten berhaitungemaßregeln erbalten. Kaiser Franz — Donnerstag, 20. August 1888. — 20. Jahrg. Stunden vor den russischen Gasten in Kremsier erwartet. Berlin, 18. August. Die konservative Partei erläßt einen Rechenschaftsbericht über ihre Thätig- keit im Abgeordnetenhause; sie fieht mit Vertrauen in die Zukunft und erklärt zum Schluß sich be⸗ rufen und bereit, neben der Pflege der religibsen Büter die nationale, soziale und wirthschaftliche Wohlfahrt des Staates ohne Rücksicht auf Sonder⸗ interefsen weiter fordern zu helfen. Berlin, 18. August. Heute Vormitiag hielt die sechnische, Nachmittags die Tarifkommission der internationalen Telegraphenkonferenz eine laängere Sitzung. Die durch mehrere Zeitungen gehende Rachricht, daß die Vorschläge Deutschlands aus⸗ ichtslos seien, entspricht der Sachlage nicht. Berlin, 19. August. Man nimmt an, daß der Reichskanzler mit dem Ergebniß der mit dem Brafen Kalnoky gepflogenen Verhandlungen zufrieden ist. Der Kanzler wird Varzin vorläufig nicht ver⸗ laffen, was als Beweis dafür gilt, daß die allge⸗ neine politische Situation in der Bahn bisheriger normaler Entwickelung verharren dürfte. Wies baden, 18. August. Bei der gestrigen Keichsstagswahl im ersten Nassauischen Wahl⸗ reise (Homburg) wurde der deutschfreisinnige Kan⸗ »idat Körner mit zirka 7000 Stimmen gewählt, irka 3800 Stimmen fielen auf den Sozialdemo— raten Fleischmann. Der Pariser „Intransigeant“, das Brandorgan Kocheforts, erhebt seit mehreren Tagen ein maßloses Rachegeschrei gegen England wegen der „Er mor de ung Olivser Pains.“ Nachdem das Blatt zedroht hat, dem Prinzen v. Wales, wenn er wieder nach Paris komme, das Schicksal Olivier HZains zu bereiten (), wüthet es förmlich in seiner jeuesten Nummer gegen die „Mörder“ Pains. „Ganz Frankreich“, heißt es, „muß sich erheben und die Mörder zur großartigsten Genugthuung zwingen. Sollte das Ministerium Brisson sich zu⸗ fallig weigern, sie zu verlangen, dann sagen wir hm im Voraus, daß wir selbst sie uns verschaffen werden. () Wir können unmöglich von so nieder⸗ trächtigen Wesen, wie die Wolseley, Wood und zitschner, Zahlung für ihre Missethat fordern. Diese Elenden würden sich auf die erste Nachrich bon der Ankunft eines Franzosen, der sie suchte, um ihnen ins Gesicht zu speien, wie Kaninchen in ihre Löcher verkriechen. Aber sie find durch einen der Ihrigen vertreten, den Botschafter Lyons, dessen Hotel der Sitz der englischen Regierung in Paris ist. Von diesem Bevollmächtigten der Bande wverden wir Rechenschaft für das Verbrechen ver⸗ langen, welches von Denen begangen worden ist,. die ihn zu uns geschidt haben. Von heute an ist er unsere Geisel! er möge es nur wissen! Seine alte Haut ist das Pfand der Genugthuung, die nan uns schuldet und die wir nicht fahren lassen verden, bis solche uns in ihrem vollen Umfange ertheilt worden ist.“ Diese Ausfälle gegen Eng⸗ and machen in Paris großes Aufsehen. Viele ẽngländer schreiben sich auf der englischen Botschaft ein, welche von Polizeibeamten bewacht wird. Lokale und vfaszische Nacrichten. h St. Ingbert, 20. August. Dieser Tage feierte dahier der kalh. Stadipfarrer und Distriltsschulinspeltor Herr Dengel sein ßojähriges Priesterjubiläum. Sämmt⸗ liche noch lebende Kollegen desselben, die mit ihm bor 30 Jahren die Priesterweihe empfingen, hattien fich hier zur gemeinsamen Feier dieses Tages hereinigt. *St. Ingbert, 20. August. Bei der am Diensftag in Schnappach vorgenommenen Wahl eines Wahlmannes fur die heute stattfindende dandtags ⸗Abgeordnetenwahl wurde der kgl. Oberein⸗ jahrer Herr Hittenkofer gewählt. * Die Pfaälzisschen Eisenbahnen hatten in den 7 verflossenen Monaten des lauf. Jahres zegenüber dem gleichen Zeitraume im Vorjahre eine Mehr-Einnahme von 371,855 Mart 50 Ppf. *— Am naͤchsten Sonntag den 283. d. Mis. wird zu denselben Zeiten und unter den gleichen Bedingungen, wie am 9. d. Mis. ein Extra⸗Ver⸗ mmügungszug von Saarbrücken nach Binger⸗ brück abgelassen. Der Zug fährt um 5 Uhr 25 Min. fruh von Saarbrüden ab, hält an allen zroͤßeren Stationen an und trifft um 9 Uhr 10 Min. in Bingerbrück ein. Die Rückfahrt wird um 7 Uhr 10 Min. Abends angetreten. Ankunft in Saarbrücken um 11 Uhr 8 Min. Abends. Die Spezialfahrzeiten dieses Zuges koönnen an den Stationen eingesehen werden. Der Fahrpreis be⸗ rägt für alle Theilnehmer dieses Zuges den Be⸗ rag des einfachen Billets für Hin⸗ und Rückfahrt. Die Anmeldungen müssen bis Freitag den 21. d. Mts. erfolgt und der Betrag der zu lĩösenden Bil⸗ lets bei den betreffenden Expeditionen deponirt sein. — Mit dem 185. Sepiember d. J. verfallen die im Jahre 1874 zur Ausgabe gelangten Reichs⸗ lassenscheine von 100 Mt. — Kaiserslautern, 18. August. As datß an Se. Maj. den Koͤnig gelegentlich des Fest⸗ hanketis am Sängerfeste abgesandie Huldigungsb⸗ zelegramm ist nachstehende Antwort »ingelaufen Hinsichtlich des Vorgehens der deutschen Re⸗ gzierung in Betreff der Karolinen⸗Inseln wird jetzt mitgetheilt, daß eine förmliche Besitzer⸗ zreifung noch nicht stattgefunden. die Regierung dielmehr nur eine bezügliche Erllärung an die Mächte gerichtet habe. Gegen diese Erklärung be⸗ ibsichtigt die spanische Regierung Einspruch zu er heben und den Nachmeis zu liefern, daß diest Inseln seit ihrer Entdeckung im Jahre 1643 steis zu Spanien gehörten und der Besizz ein effektiver zewesen sei, da im Budget ds. Is. vom 29. Juli die Administration des Territoriums mit einer Jewissen Summe dotirt sei. Ein Seeoffizier ver⸗ walte von der Insel Yap aus unter dem Ober— hefehle des General ⸗Gouverneurs der Philippinen die Karolinengruppe und den Palaos-Archipel, welche von Zeit zu Zeit von den Kriegsschiffen San Quintin“ und „Manila“ besucht werden. diese Ansprüche zu begründen- ist nun Sache der panischen Regierung und deshalb ist ihr ja wohl die „Erklärung“ Deutschlands zugegangen. — D.eutsches Reich. d — — — XEWEVV zung des Denkmals Wilhelm J. fand jeute früh in Anwesenheit Kaiser Wilhelms stan. 5. Majestät erschien nach Aufstellung der Truppen zju Fuß und gab, vor dem Denkmale stehend, das Zeichen, auf welches die Hülle fies. Die Truppen alutierien und nach dreimaligem Hurrah erfolgt⸗ inter dem Donner der Geschütze der Parademarsch Die Feier war eine rein militärische „Herrn Grub, Vorsitzender des Sangerfestausschuges Aern⸗neim, 18. August. Herr E. Froelich zahlt ein Turner, oaß ihm ein Bwanzigmart in Kaiserslautern. Freudig berührt durch die dahier herbstet dieser Tage bereits seine Frühtrauben. velches er in der Westeniasche trug, wahceng patriotische Kundgebung der in Kaiserslautern ver⸗ — Maximiliansau, 16. August. Bei Nachmittags so zusammengeschmolzen, daß ee —8 sammelien pfälzischen Sänger und Sangesfreunde der hiesigen Posterpedition wurde ein falsches Ein- uur noch 8 Pfennige waren. nde jassen Se. Maj. der König die übermittelte Ver- marckstück mit der Jahreszahl 1875. verausgabt. . Ein Stiergefecht. Aus Madri icherung treuer Anhänglichkeit mit huldvollem Dasselbe hat einen matten Glanz und es fehlt ihn wird der „W. A. Zig.“ geschrieben: Troh Danke erwidern. Im allerh. Auftrage: Ministerial- uuch der rechte Klang. furchtbaren Krankheit, welche die Bevolkerung e rath v. Schneider. 7In Wachenheim wird am 25. Aug., miert, hat diese die Lust an aufregenden — — Kaiserslautern, 18. August. Der am Konigstage. die Einweihung des neuen pracht- ungen nicht verloren. In Viktoria fand ig dritie Tag des Jubelfestes des pfälzischen Sänger⸗ pollen Hospitals und die Uebergabe desselben an ersten Tagen dieses Monats ein Stiergefecht stai bundes brachte das sogen. Künstler⸗Konzert,- eine die Stadt vollzogen werden. Das Spital verdankt und dabei ereignete sich eine Szene bon —* bisher bei den Sangerfesten nicht gekannte Einrich die Stadt Herrn Hauder in München? und- dessen schauerlicher Art. Der erste Stier war erlegt, di⸗ sung. Der Saal war wiederum stark besetzt. so Hemahlin geb. Grohs. FJ gefallenen Thiere, Stier und einige Pferde, wurde daß der finanzielle Erfolg. des Felies außer Frage Bermischtes. (bcbcboorigeschafft und das reichlich verspritzte Blut war teht. Die Kapelle leistete in der Durchführung Munchen, 16. August. Geschenk. Für die mit frischem Sande bedeckt, als das Zeichen fur der Ouverture zu „Anakreon“ von Cherubini, wie Abgebrannten in Wasserburg hat der König 2000 Mt. den zwenen Stier erscholl. Das Thier erschien am in der Begleitung der Gesangsnummern Vortreffs bei der Kabinetskasse zur Auszahlung angewiesen. Singange, argwöhnisch die glühenden Augen rollent liches, der Cellovirtuose Hert Noebe entwickelte in 7Ampfing. 16. August. Gestern Nach- und brach dann beim Erblicken des Torero, ähn— zwei Stücken von Goltermann schönen Ton5 feines mittag 4Nhr entstand aus bis jetzt noch unbe⸗ lichet einem Tiger denn einem Stiere, mit einem Verständniß und meisterhafte Technik und der noch lannter Ursache, in dem eine Stunde entfernten furchtbaren Satze herbor und mit einem zweiten sehr jngendliche Violinist Hans Albert leistete, was heldenstein in“ dem Stadel' des Bauern Obinger gewaltigen Sprunge über die Schranke, mitlen im⸗ man vbisligerweife von ihm erwarten konnte; ein inBrand, wobei, nach einem Bericht des N. N.“, Vollsgedränge. Die ihm zunächt standen, zerttal fertiger Kunstler ist er allerdings noch nicht. Fräu. wei Frauenspersonen den Tod in den Flammen und zerstampfte er, während Andere in die Höhe lein Wieber und Herr Guggenbühler ernteten für anden und sämmiliche Erntevorräte ein Raub des dgeschleudert wurden. Ein furchtbares Jammern den Vorkrag mehrerer Lieder reichen Beifall und klementes wurden. Rur mit großer Mülhe konnten unter der Zuschauermenge brach los, während dad der hiesige Musikverein hatte sich gleicher Auszeich⸗ einige Personen vor dem Feuertode gerettet werden. vüthende Thier viele Männer, Weiber und Kinder nung fur den Vortrag der beiden Chöre von Bram- fTegernsee, 16. August. Echreclicher schwer verwundete. Eine Abtheilung der Stadi. dach „Am Rhein“ zu erfreuen. Den Schluß des Tod.) Die 26jährige Frau des Oekonomen Wied⸗ wache, welche, um die Ordnung beim Schauspiele onzettes bildete der Bacchus Chor aus „Antigone? nann, welche vorgestern gebar, hatte ihre künstlichen dufrecht zu erhalten, anwesend war, riß aus. Nun bon Mendelssohn, der unier Instrumentalbegleitung Zähne im Munde behalten; dieselben wurden wäh. dand der Stier in der Straße und hielt einen bon etwa 400 Sangern recht wacker vorgetragen rend der Geburt los und geriethen in den Hals, Augenblick inne, dabei warf er sein wildes Auge wurde. — Nach Beendigung des zweiten Konzertes wo sie stecken blieben. Die arme Frau mußte trotz urück auf die Arena, die gefüllt war von geängstig fand musikalischer Frühschopppen bei Wächter und ürztlicher Hilfe, welche sofort zur Stelle war, er. en Zuschauern; darauf rannte er auf die Prome— Stephany stait, dem sich die Sanger wie die Quar⸗ licken. Das Kind, ein Knabe, lebt und erfreut sade und jagte die Männer. Weiber und Kinder iergeber u. s. w. mit anerkennenswerthen Eifer ich der besten Gesundheit. Zwei Brüder der or sich her. Drei Schüsse von herbeieilenden hingaben. Den Beschluß des Festes wenigstens für Verunglücten find vor 83 Monalen mit 4 anderen Soldaten abgegeben, fällten endlich das rasende die Auswärtigen bildete das Waldfest im Tannen- Personen im See ertrunken. J Thier. und als wieder Sicherheit herrschte, brach garten. Ueberall herrschte fröhliches Leben und Grünberg (Gi Hessen), 18. August. Ein das Volk in Zischen, Pfeifen und Schimpfen über Treiben und nur zu bald schlug die Stunde, welche Amerikaner verliebte sich in die Tochler eines die Feigheit der Stadiwache und der Toreros aus.“ die Saͤngergaäste zwang, der Feststadt Lebewohl zu Tarousselbesitzers aus einem benachbarten Städichen , Ein Teufelsfisch (ephaloptera vam- sagen. Hoffentlich werden sie sich Alle auch später und hielt dei dem Vater um die Hand derselben Fyrus) ist kürzlich im Hafen von Galbeston, Ter. noch mir Befriedigung an das fiebente pfalzische m. Da dieser erklärte, seines Geschäftes wegen nittelst eines Schleppnetzes gefangen worden. Dat Sangerfest und an die Feststadt Kaiserslautern die Tochter nicht entbehren zu lͤnnen, bdot der Thier hat das Aussehen einer großen Fledermaus. zurückerinnen. 62 Verehrer als Entschädigung 4000 Mark, worauf dasselbe ist 14 Fuß lang, 16 Fuß breit und wiegi — Die Neustadter Kolonialwaarenhändler Vater und Tochter eingegangen sind. uber 4000 Pf. Das Maul ist vier Fuß breit haben in einer Versammlung beschlossen, ihre Ge-Geolossale Hitze auf dem Dresdener und im Unterkiefer befinden sich mehrere Reihen schafie an Werktagen um MuUhr, an Sonntagen Turnfest) Als Beleg für die große Hitze, Liher Zähne. um 8 Uhr Abends zu schließen. ——Wbelche auf dem Dresdener Turnfest geherrscht, er⸗ Ar die edeinen vera worg ——— —. ————————— öRXXAÆAAtsEEZXcVÆ5XTĩëeeeZcæcöc“,,e—— * 72 — —— — — Tonsum⸗Verein zu Mariannenthaler⸗Glashütte E. 8.gl Prãparandenschule eslkasse Heiilæanæ pro I8S4 Sx. — I . . Gesuche zur Aufnahme in hiesige Präparandenschule wollen, belegt mu AILIiva: den ererere Zeugnissen, als Taufschein, Impfschein, Gesundheits-. ten Bh dnwishgz saseiet ethttme pia zum id . Seytemde dued Mobihen und Verre 7 3300.01 Blieskaftel, den 15. August 1886. Caffa⸗Conto, Baarbestand— 284 Leibi r. it⸗ — 5 — 9, k. banpilehre — T1 TapitalConto, Geschaftsantheile. Mi. 686.00 Reservefonds⸗Conto, Uebertrag ...3600. 000 Gewinn⸗ und Verlust⸗Conto desgl. — 20.24 4286. 20 Gewinn .Mi. 1967.38 Der Verein zählt 106 Mitglieder. Mariannenthaler⸗Olashütte, den 19. August 18885. Der Voratauad. LC sowie WeinMtiquetts dorräthig; auch köͤnnen dieselben mit jedem beliebigen Eindruck ver sehen werden. Ball- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der SgchasppacBeF Firchwoibpo. »⸗Hysten Sonntag und Montag nan Nachmittags 154 Uhr ab er nee vs Buch⸗ vSteindruckerei Demet2, t. Ingbert. — —*4 ne⸗ 2 —— 4M·j— Entree zum Concert 30 Pfg., zum Ball Mk. 1,50. Es ladet ergebenst ein J. Eisel. ẽ —XRXB Scheine für die Gemeindekrankenver⸗ sicherung m ind zu haben in der Druckerei des „St. nobertor Anzoidger.“ JIüö B üchtut Aheh, egen guten Lohn finden dauernde de haäftigung. Nähere Auskunft ertheil Chr. Fichter, St. Ingbert. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „CEilgut uu haben bei — — Faoboenulo fur BSaehaon· · —— —XX Ve Aprii v. Ootobos. YI 32 XAXMI —E—— — 2— —— —A Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Inobert. 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Iugherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. a „St. Jugberter Anzeiger? er Jeint wochentlich fünfmalz: Am Monutag, Dienssstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ Jan und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 AM 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75, einschließli u dA Zulllellungsgebühr. Die Einrt ugsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfali 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , Neclamen 830 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. MW 163. Samstag, 22. August 18883. 20. Jahrg. l Die Aufgabe der deutschen Politische Ueberficht. Auf Herausgabe empfangener Parteidiäten find zom preußischen Fiskus mehrere Reichstagsabgeord⸗ nete der deutsch⸗freifinnigen und der sozialde⸗ nokratischen Pariei verllagt worden. Aus Madrid wird der „Daily News“ ge⸗ ueldet: „Die Artikel der deutschen Presse über die Besitzergreifung der Karolinen-— Inseln haben peinliches Aufsehen in Spanien erzeugt. Spanier aller Rangklassen fangen bereits in zu verstehen, daß Proteste und Vorstellungen iber diesen Gegenstand vergeblich sein werden. kmpfindlich und stolz finden sie ihre Lage um so kuter, weil hintereinanderfolgende Regierungen in „panien es zu einem hervorstechenden Charakter hrer auswärtigen Politik gemacht hatten, um die Freundschaft Deutschlands zu buhlen und diese Freundschaft gegen die franzoͤsische Republik spielen u lassen.“ Ein Madrider Telegramm des „Stand⸗ ard“ meldet: „Die spanischen Regierungsorgane hemühen sich, die öffentliche Meinung in Sachen her deutschen Annexion der Karolinen⸗Inseln zu heschwichtigen, da eingesehen wird, daß keine Aus— icht auf einen Rückzug Deutschlands vorhanden ist. In Madrid kurfieren Gerüchte, daß Senior Elduayen u demissionieren gedenke und das ihm jüngst von Deutschland verliehene Großkreuz zurückweisen werde; aß der spanische Gesandte in Berlin abberufen verden würde, weil er über die deutschen Pläne nicht besser unterrichtet gewesen, und daß Graf Solms, der deutsche Gesandte am spanischen Hofe, dereits einen markanten Wechsel in der Haltung des Hofes und der amtlichen Kreise gegen ihn vahrgenommen habe.“ — Die „Nat.⸗Ztg.“ führt in, daß bis jetzt in Berlin noch jede offizielle sachricht über die Befitzergreifung auf den Karo⸗ ineninseln fehle. Das widerspricht aber der aus Madrid gekommenen Meldung, daß dem spanischen MNinisterrath eine die Besitzergreifung ankündigende Feutsche Note vorgelegen habe. Aufklärung des Widerspruchs bleibt abzuwarten. demjenigen der unter englischem und holländischem Protektorat stehenden Länderstrecken im wefstlichen Theile der Südsee: unter englischem Schutze be— inden fich auf dem Festlande von Neuguinea inkl. »en vor dem Fly⸗Flusse liegenden Inseln 225,463 Quadratkilometer, auf den im Südosten liegenden Inseln 7575 Quadratkilometer, zusammen somit 233,038 Quadratkilomeier, während unter hollän⸗ dischem Schutze ein auf ein Neuguinea gelegenes Gebiet don 390,560 Quadratkilometer steht. Industrie. In immer weitere Kreise dringt die Ueberzeu⸗ aug, daß die wirthschaftlichen Fortschritte Deutsch⸗ inds vorzugsweise von der Stellung der deutschen ndustrie auf dem Weltmarkt abhängen. Eine ühende Industrie beschäftigt nicht nur lohnend zdillionen von Arbeitern, sondern sie ist auch, sei in der Fabrikation, sei es in der Versorgung t Arbeiter, die sicherste und zahlungsfähigste Käuferin et landwirthschaftlichen Produkte. Im Austausche er landwirthschaftlichen und industriellen Produkte egt dann aber auch der Hebel für den Handel und dlann eben nur eine blühende Industrie den irthschaftlichen Kreislauf recht günstig gestalten ud erhalten. Welche Mittel müssen nun aber vorzugsweise agewandt werden, um der deutschen Industrie den ebührenden Platz auf dem Weltmarkte zu geben? Wer hier mit einem Schlagworte ins Feld aden oder der Industrie durch gesetzliche Maßregeln uf die Beine helfen wollte, würde sich in einem toßen Irrihum befinden. Recht anerkennenswerth nd ja gesunde, ehrliche Urtheile über die deutsche ndustrie, auch wenn sie nicht immer deren Lob igen, hoch zu achten sind auch die Stützen, welche e deutsche Industrie an der geeinten Macht des aterlandes, an der Kriegs- und Handelsflotte be⸗ zt und dankend erkennt man auch in allen in⸗ isttiellen Kreisen die Fürsorge an, welche Regier⸗ agen und Parlamente ihrem Gedeihen widmen; er wahre Hebel für die Industrie liegt aber auf len diesen Gebieten nicht. Sehen wir uns nur auf dem Markte an, welche vaare siegt. Das Gute, das Dauerhafte, „das iöglichst vollkommene, das wirklich Schoöne wird ei angemessener Preisstellung doch immer die windelhafie, die billige und schlechte Waare aus em Felde schlagen und sich dauernde Kundschaft wwerben, von der allein der wirthschaftliche Erfolg dhängen kann. Die Qualität der Industriepro- ulte hangt nun aber offenbar in der Hauptsache ur von dem Fabrikanten ab, also sind die Fort⸗ qritte und Leistungsfähigkeit der Industrie auch at in die Selbsthuͤlfe der Fabrikanten zu legen. achdereine zur Hebung gemeinsamer Interessen iögen sich allerdings bilden, zumal können kost⸗ ielige Vertretungen im Auslande und Studien ausländischen Industrie⸗Verhaltnisse durch Ver⸗ ngung entfprechender Groß oder Klein⸗Industriellen altfinden, aber die Haupistütze lege jeder Industrielle die eigene Kraft. Jeder Einzelne suche auf mem Gebiete und mit seinen Mitleln und Kräften as moͤglichst Beste zu leisten, dann kommt der all⸗ meine Fortschriit auf industriellen Gebiete von lbst. Nur bor zwel Itrrthuͤmern wäre dabei noch warnen. Wer einen Fortschritt errungen hat, ite sein Erzeugniß nicht in eitier —A tdas Beste, sondern strebe immer nach weiterer wolllommnung. Desgleichen stelle aber auch emand, der eiwas Tüchtiges leistet, sein Lichi ater den Scheffel und produzire nur für enge 7* Das Ausland zumal muß ein starkerer hmer fur aute, deutsche Industrieprodukte werden wn Eroberung ausländischer Abnehmer dürfen eutschen Indusiriellen weder Mühen, noch nen scheuen *Achmet Mohammed, der von den Blattern ahingeraffte Führer der sudanesischen Rebellen, ruht aum einen Monat in seinem palmenumschatteten Brabe zu Chartum, und schon soll ihm auch der ieue Mahdi. Abdullah, in das Reich der Schatten nachgefolgt sein. Wie in Kairo eingegangene Nachrichten berichten, wäre Abdullah bei einem am 26. Juli in Chartum angeblich ftattgefundenen Auf⸗ tande getödtet worden. Falls fich diese Meldungen estätigen, so würden fie vor Allem beweisen, daß n Chartum und überhaupt im Sudan die voll⸗ jändigste Anarchie herrscht und daß darum vielleicht jerade jetzt der günstigste Augenblick ist, dieses ändergebiet dem Khedive und der Civilisation wieder zurückzugewinnen. Deutsches Reich. Berlin, 19. August. In der Tarifkommission der Telegraphenkonferenz ist der deutsche Vorschlag hezüglich Einführung telegraphischer Einheitstaren nit neun gegen sieben Stimmen abgelehni worden. Es scheint jedoch. daß man deutscherseits hofft, im Plenum der Konferenz noch eine Aenderung dieses Beschlusses herbeizuführen. Berlin, 20. August. Auf Grund des Sozialistengesetzes ist die Vereinigung der Metall- arbeiter Deutschlands mit dem Sitze in Mannheim don der badischen Behörde verboten. Ausland. Jschl, 19. August. Zur Beglückwünschung —A geftern der König von Danemark und der Koͤnig von Griechenland hier ein; dieselben nahmen aͤn dem Familiendiner beim Kaiser Theil und kehrten nach demselben nach Gmunden zurück. Kontre⸗Admiral Knorr ist mit Se. Maj. Kreuzerfregatte „Bismarck“ am 19. ds. Mts. hor Zanzibar eingetroffen. Einer Reuter'schen Depesche aus Zanzibar vom 18. d. zufolge ist dort gemeldet worden, daß Dr. Reichardt aus Kaiserslautern, der einzige Ueber— bende der deutschen internationalen Forschungsexpe »ition in einem Kampfe mit den Eingeborenen don Ugogo getödtet worden sei. Lokale und pfaälzische Nachrichten. *St. In gbert, 21. August. Am nächsten Sonntag feiert in der hiefigen kath. Pfarrkirche der Peopresbyter Herr Nikolaus Ju n g von hier seine rimiz. Sit. Ingbert, 21. August. Dem Ver⸗ jehmen nach ging das in der Ludwigsstraße gelegene Wohn und Wirthschaftsgebäude des Wirthes Herrn rudwig Weirich durch Kauf um die Summe von 14000 Mark in den Besitz des Bäckers Herrn dudwig Feger über. *St. Ingbert, 21. August. Das Aller⸗ höchfte Geburts· und Namensfesi wird von der hiesigen Knappschaft in der bisher üblichen feier⸗ ichen Weise begangen werden. Festessen und Ball indet für die Knappschaftsangehörigen bei den Wirthen Herrn Baumann und Herrn Horsi tatt. — Aus Limbach wird dem „Zw. Tgbl.“ derichtet: Die starken Fröste der letzten Nächte jaben in den Garten und auf dem Feide belrädt. sichen Schaden verursacht. In jenen haben Boh⸗ nen, Gurken u. dergl. Gewächse Noth gelitten und In einem Separatabdruck aus den „Mittheil⸗ ingen der Geographischen Gesellschaft in Hamburg“ eroffentlicht L. Friederichsen interessante Angaben iber den Umfang des unter Verwaltung der Neu— juinea⸗Kompagnie gestellten deutschen Schutz lebietes im wefstlichen Theile der Südsee diernach beträgt das gesammte, unter das Protel⸗ orat des Deutschen Reiches gestellte Gebiet im daiser Wilhelmsland und im Bismarch. Archipel 331,427, 48 Quadratkilometer oder 4203, 13 deutsche Zuadratmeilen. Hiervon entfallen auf das Kaiser⸗ Wilhelmsland 179,250 Quadratkilometer und auf „ie Inseln des BismarcdArchipels 52,177,48 Zuadratkilometer. Interefsant ist eine Vergleichung des Umfanges dieser deutschen Schutzgebiete mit auf diesem 'ist vielfach das Kartoffelkraut total er⸗ froren. Besonders bemerkbar zeigen sich an den dem Bliesthale nahe gelegenen Grundstücken und Härten die Spuren des Frostes. Ja es ist sogar an manchen Orten das Ohmet erfroren. * Bei der gestern in Zweibrücken stattgehab⸗ ten Landtags-Ersatz wahl für den verstor⸗ denen Abg. Herrn Höh wurde im zweiten Wahl⸗ Jange der Guisbesitztr Herr Otto Freudenberg zus“ Zweibrücken mit 110 Stimmen von 197 Abstimmenden gewählt. — Zweibrücken, 19. August. Der J. Staats- anwalt in Saarbrücken macht im „Regierungsamts⸗ blatt“ folgendes bekannt: „Aufgefundene Frauens- person. Am 29. Juli 1885 wurde zu Brebach ine an Epilepsie leidende Frauensperson aufgefunden und in dem Hospitale hierselbst pzrläufig untecge— zracht. Dieselbe gibt an, sie heiße Marie Schmidt, sei 18 Jahre alt, ledig, Tochter der Eheleute Nilol. Schmidt, Wirth, und Margaretha Jäger aus Zwei⸗ zrücken und in ihrem vierten Jahre von Zigeunern jeraubt worden.Nach —einer.Mittheilung des hurgermeisteramtes zu Zweibrücken ist dieselbe jedoch zort gänzlich unbekannt. Die Polizeibehörden werden zaher ersucht, nach der Herkunft und der Person⸗ ächteit der Unbekannten zu recherchiren und ebent. hre Resultate hierher mitzutheilen.“ — Pirmasens, 19. Auguft. Das bereits schon angekündigte „Landwirthschaftliche Bezirks⸗ fest““ ist nun definitiv auf den 19. 20. und den 21i. September l. Is. festgesetzt worden. — Kaiserlautern, 19. August. In der heutigen Sitzung des Schöffengerichtes kam u. a. lgender Fall zur Verhandlung: Johann Lauer III., Ackerer und Wirth von Bliesbolchen, (früher Adjunkh) hatte Privattklage erhoben gegen J. Widhl, Redakteur des dahier erscheinenden „Pf. Volksbl.“ wegen Beleidigung durch einen Artikel in Nr. 108 1885 des Volksblaties. In demselben war u. a. der Kläger besonders beschuldigt worden, er suche die beiden Lehrer in Bliesbolchen fortzubringen und anverheirathete Lehrer an deren Stelle heranzuziehen, damit er feine unverheiratheten Töchter an den Mann bringen könne. Der Inhalt des Ariikels var, wie Beklagter später sich zu überzeugen Ge⸗ iegenheit hatte, vollstandig unwahr. Beklagter uchte auch selbst den Kläger auf und machte ihm den Verfasser jenes Artikels namhaft. Auch in der heutigen Sitzung nannte er ihn und zwar in der Person des Schulverwesers Anton Fluhr von Blies mengen, nachdem vorher von der klägerischen Partei erklärt worden, daß gegen diesen nicht vorgegangen verde. Die Klage wurde, ohne daß zur Zeugen⸗ —EID— gleich beigciegt und zwar dahingehend, daß der Zeklagte in einer der nüchsten Nummern des „Pf. Volksbi.“ eine Erklärung abgibt, daß die in dem angezogenen Artilel enthaltenen Angaben auf Un⸗ wahrheit beruhen. Ferner verpflichtet sich Beklag⸗ ser Wickl, dem Klaͤger 100 Exemplare dieser Nummer zur beliebigen Verbreitung zuzusenden und Aißerdem sämmtliche Koften zu tragen. (Pf. Pr.) — Der „‚Pf. Pr.“ zufolge ergeht in den nächsten Tagen an die Arbeitnehmer, wie an die Vertreter der Industrie, des Handels und der Ge⸗ verbe Einladung zu einer ofFfentlichen Ver— sammlung, in welcher über die zur Zeit chwebende Enquete über die Sonntagsarbeit durch Herrnuk. Bezirksamtsassessor v. Besnard naͤhere Aufschlüsse gegeben und die einschlägigen Fragen jodann der allgemeinen Diskussion unterstellt wer⸗ den. Durch dieses Vorgehen ist die Moöͤglichkeit der vollen Betheiligung auch der Arbeiterkreise an den Ermittelungen gesichert und offenbar den In⸗ entionen des igl. Staatsministeriums entsprochen, welches mit besonderem Nachdrud verlangt, daß auch Arbeiter gehört werden und daß deren Ver⸗ nehmung in einer Weise erfolge, welche ein unbe⸗ fangenes und unbeeinflußtes Urtheil erziele. Die m allgemeinen zur Abgabe von Gutachten aufzu⸗ fordernden Koörperschaften sind die Handels und Bewerbelammern bezw. die Bezirksgremien, die Innungen, die freien Vereine von Industriellen ind Handwerkern ꝛc., also speziell sür Kaisers⸗ autern; der Gewerbeverein, der kaufmännische Berein, das Bezirksgremium der Handels und Vewerbekammer, die Fleischerinnung und der Me⸗ —E— ordnung für das ganze Reich erfolgt ist, lautet: gIst die Sonntafsarbeit in allen Vetrieben des Industriezweiges ublich oder nur in einem Theile ind in welchem? U. Findet die Sonntagsarbeit tatt: 1) regelmäßig und dauernd? 2) vorüber⸗ jehend und zwar periodisch oder unregelmäßig? U. Findet die Beschäftigung statt: 1) Für den Jesammten Betrieb oder für welche Theile Jesselben? 2) Für die gesammte Arbeiterschaft des geiriebes oder Betriebstheiles oder für welchen Theil desselben? 8) Findet bei theilweiser Beschäf⸗ igung der Arbeiter unter diesen ein Wechsel statt ind wie oft trifft jeden Arbeiter die Sonntags- irbeit? 4) Für den ganzen Sonntag oder für velche Stunden desselben ? J IV. Wird die Sonn⸗ agsarbeit veranlaßt: a. durch technische Eigen⸗ humlichteiten des. Betriebes und welche? b. Zurch velche wirthschaftliche vder sonstige Gründe? V. Zofern die Sonntagsarbeit nicht in allen Betrieben »es Gewerbszweigs üblich ist, auf welchen Gründen heruht der Unterschied? VI. Welche Folgen würde zas Verbot der Beschaftigung am Sonntag haben; ) Für die Untetnehmer: a. technische 2 b. wirth · chaftliche? 2) Für die Arbeiter, namentlich: a. velche Minderung des Jahres-Arbeitsberdienstes vurde unter der Voraussetzung eintreten, daß eine Steigerung des Lohnsatzes nicht einträte 4J b. würde ieser Nachtheil durch andere Vortheile aufge⸗ jewogen werden? durch welche? VU. Ist das Zerbot der Beschäftigung von Arbeitern am Sonn⸗ age durchführbar: 1) ohne Einschränkungen 7— 2) nit welchen Einschränkungen ? Wenn nicht 8) aus velchen Gründen ? — — Maikammer, 19. August. Heute wurde der hiefige Gemeindeschteiber Rud. Schäfer, der ualeich auch die Gemeindeschreiberei in Winzingen ind früher auch in Hambach versah, unter der Anschuldigung, zum Nachtheile des Staates gefälschte zisten oder dergl. früher in Hambach aufgestellt zu jaben, durch die Gensdarmerie verhaftet und nach Frankenthal verbracht. — Edenkoben, 19. August. Gestern Abend verbreitete sich hier die Nachricht, daß in )er Waldabtheilung Ameisenberg (Venninger Ge⸗ narkung) die Leiche eines guitgekleideten Mannes uufgefunden sei, der sich, wie der neben ihm liegende dedolver vermuthen lasse, wahrscheinlich „elbst er⸗ chossen habe. Diese Nachricht bestatigte 6 durch dinder war zufällig die von Gebüsch verdedte deiche gefunden worden. Da der vorgerückten Zeit negen eine gerichtliche Feststellung der That gestern uicht stattfinden konnte. so wurde für die Nacht ine Wache an den Ort des unheimlichen Fundes zestellt; heute Morgen begab sich die Gerichts⸗ dommission in Begleitung des Herrn Bezirksarztes »orthin und wurde konstatiert, daß die unheilvolle Thai schon vor mehreren Tagen geschehen sein nuß, da das Gesicht durch Raubthiere, wahrschein⸗ ich Füchse, stark angefressen und die Verwesung chon weit vorgeschritien. Der Unglückliche wurde ils der stud. arch. H. Vetsch aus Zürich, der zuf dem Polytechnikum in Stuttgart studierte, dentifiziertt. Ein Billet von Bern nach Rubigen n der Schweiz. die Photographie einer weiblichen erson mit dem Vornamen ‚Luise“, eine auf seinen amen lautende Quittung des „Polhltechniker Schweizer Klub' in Stuttgart und eine Haarlocke agen neben dem Todten, in dessen Taschen noch ine goldene Uhr und etwas Geld gefunden wurde. — Weyher, 19. August. Herr Adi. Ziegler on hier verkaufte seinen 1888er Gartenmost zu em respeltabeln Preise von M. 400 per Fuder 1000 Liter). — Enkenbach, 20. August. Gestern Abend brannte das Wohnhaus des zukt Zeit in Amerika weilenden Berger vollstandig nieder. — Der Stadtrath NReustadt beschloß die Anstellung eines akademisch gebildeten Lokal⸗ chulinspektors, zugleich Direltor der hoͤheren röchterschule mit 3000 Mi. Anfangsgehalt. Die Zztelle wird oͤssentlich ausgeschrieben und soll die krnennung für die beiden ersten Jahre eine pro⸗ isorische sein. — Ferner genehmigte der Stadtrath nuf Antrag des k. Rektorats der Realschule die Mittel zur Einführung der Stenographie als Un⸗ erichtsgegenstand in der genannten Anstalt. — tenehmigt wird ferner der Ankauf der Keller'schen Nühle zum Preise von 55,000 Mk. Der An⸗ aufspreis soll mittels eines Anlehens aufgebracht ind vor definitivem Abschluß des Kaufes daher uerst eine Gemeindebersammlung gehoͤrt werden, velche auf Sonntag, den 23. ds., halb 11 Uhr m den Burckhardt'schen Saal einberufen ist. —Wache nheim, 49. Augun. . Stadtrathssitzung wurde unter dem Vorsihe de hierzu delegirten Herrn Adjunkten Rettinger g d. H. Hauber aus München in Anerkennung seiner zielsachen Verdienste um hiesige Stadt zum Ehren. ürger von Wachenheim aufgenommen. — Die Nachricht von einer bevorstehenden Ver— egung des 17. Inf.Regiments von Germersheim rach Würzburg entbehrt anscheinend jeder Be— zründung. — Speyer, 19. August. Die pro 1885 tatifindende Prüfung für Lehrerinnen der Mußt in Fortbildungsschulen' und höheren weiblichen fẽrziehungs⸗ und Unterrichtsanstalten wird am 22 Dulober· I in den Räumen der kgl. Lehrerbild ingsanstalt in Speyer abgehalten werden. Gesuche uim Zulafsung zu dieser Prüfung find mit Zeug⸗ nissen und Nachweisen spätestens bis zum 15. September l. J. bei der kgl. Regiexung der Pfalz dammer des Innern einzureichen. —* Die Frankenthaler „Maschinen; und Armatur⸗Fabrik von Klein, Schanzlin u. Becker“ st auf der Weltausstellung in Antwerpen mit dem Ehrendiplom (höchste Auszeichnung) bedacht worden. — Frankenthal,' 19. August. Heute Mittag wurde im Studernheimer Busche ein Mann erhängt aufgefunden. Derselbe? war gut gekleidet und trug einen rothen Bart. Nähere Details über den Selbsimörder fehlen gänzlich, da sich von Pa— dieren ⁊tc. nichts vorfand. — Heute Vormittag nach d Uhr wurde eine Wormser Fischhändlerin von einem durchgegangenen Fuhrwerk üherfahren und ihr die Hirnschale zerschmettert. Wie wir nun hören, soll dieselbe heute Mittag im Spital, wohin nan sie gebracht hatte, ihren schrecklichen Verletz⸗ angen erlegen sein. — Mutterstadt, 18. August. Auf unserer hiesigen Gemeinde-Feldjagd wurden von den Jagd⸗ besitzern in zwei Tagen 175 Stück Feldhbühner geschossen. Vermischtes. t Eine Anzahl hervorragender Persönlichkeit. — generaldirektor Seebohm in Burbach, Geh. dommerzienrath Boch in Mettlach, Kommerzien⸗ ath Haldy in St. Johann, Bergrath Jordan in Saarbrüden, Landgerichts⸗Direktor Beseler nn Saarbrücken und viele andere — erlassen einen Aufruf zur Gründung eines Vereins für das preu— zische Saargebiet, welcher den Wucher bekämpfen — autern die erste Versammlung abgehalten werden. Nach den Statuten hat der Verein die Aufgabe; —X und Darlehnskassen eine Organisation exhalten, velche fie befähigt, den kleineren Leuten Darlehn gegen mäßigen Zinsfuß, unter Auferlegung einer jach den Verhäunissen des einzelnen Darlehens⸗ nehmers bemessene Amortisations⸗Pflicht zu gewaͤhren, owie Geldforderungen für erkaufte oder versteigerte Immobilien (sogenannte Protokolle) zu erwerben, D anderweite zur Erfüllung der vorstehend be⸗ jeichneten Aufgaben geeignete Darlehnskasse zu be⸗ Jründen, sobald sich zeigen sollte, daß diese Aufgabe zer bestehenden Spar⸗ und Darlehnskassen nicht ineingeschränkt überiragen werden kann; 3) dahin zu wirken, daß bei offenilichen Mobiliar Verldufen aur wenige und kurze Termine gestattet werden, zamit diese Protokolle ebenfalls durch die genaanten Zassen übernommen werden koͤnnen; 4) dem bei )en öffentlichen Versteigerungen üblichen sogenannten Weinkauf entgegen zu wirken; 5) die Mißbrauche dei dem Zwischenhandel mit Vieh und das Ver⸗ eihen von Vieh moglichst zu verdrängen; 6) dafl Zorge zu tragen, daß der geringer bemittelten Ve⸗ hͤllerung in Geschäften vorstehender Art geeigneter nath und sowen nothig ihatliche Hilfe zu theil wird Die Muglieder sind verpflichlet, bei der sich dat⸗ zietenden Gelegenheit die Aufgaben des Vereins nach Kräften zu fordern, namentlich aber dem 7— ißenden unverzüglich Kenntniß zu geben, soban 15.eine Bewucherung. 2) ein Weinlauf“ bei zffentlichen Versteigerungen, 3) eine iieberbortheiluns leinerer Leule bein Viehbandel und bei der 328 leihe, 4 ein auf den Geld⸗ oder Vĩrhverlehraestuti⸗ unbilliger Rechtsanspruch zu seiner Kenntniß 8 pFin Charakterbdilhd Sr. Majesiat * Aobnigs Ludwig I. von Bayern y Echorecs Famiienblan⸗. Die warmgeschtie Stizze gibt zunächst ein Bild König Ludwigs — — — . und gJeht dann auf die Wealen auf die poesievollen, von der Begeisterung alles Hohe und Schöne getragenen Bestrebungen seies Koͤnigs näher ein. Wir entnehmen dem 8 Theile des Aufsatzes einen Zug aus dem 7 des Königs, der von dem feinen Zartsinn ssiben nicht minder Zeugniß ablegt, wie von phaniasievollen Gedankenreichthum, der den * — auszeichnet. Es war an einem herr⸗ zn Sommerabend, als die Königin⸗Mutter atie, welche eben auf Schloß Hohenschwangau Gemacher bezogen hatte, ein Fenster ihres efgemaches öffnete und sinnend in die roman · jchöne Landschaft hinausblidte; ein prächtiger, ggewachsener Tannenbaum, der nur einige gritte vom Schloß entfernt, gerade gegenüber Fenster stand, fesselte besonders ihre Aufmerk— nteit. „Seht nur,“ sagte die Koͤnigin⸗Mutter hren Kammerfrauen, „wie herrtlich diese Tanne hier ausnimmi; wenn sie auf Weihnacht als cmückter Christbaum so dastände, was müßte g für einen wundervollen Anblick gewähren!“ — doch lange stand die Königin-Mutter an dem ge⸗ sueten Fenster, bis die eintretende Dunkelheit die gensicht und zuletzt auch den Tannenbaum ver⸗ lie. Die Königin-Mutter ging zur Ruhe und d war Alles vergessen. Zu Weihnacht erschien je hohe Frau wieder auf Schloß Hohenschwangau, m der König hatte sie eigens zum Weihnachts s hierher eingeladen. Der Abend war schon ties mdie Nacht vorgerückt, als der König seine geliebte sutter, die er etwas länger als gewöhnlich in inem Salon im freundlichsten Geplauder zurück⸗ chalten hatte, in ihre Gemächer geleitete; in dem wahnten Zimmer angekommen, führte er die hohe me an das Fenster, öffnete es und sagte: „Hier twdie Christbescherrung für meine liebe Mutter!“ die hohe Dame that einen Ausruf der höchsten derraschung. Vor ihrem Fenster draußen im zreien, in der stillen Dezembernacht, stand wie vnst der schöne majestätische Tannenbaum, aber ieoͤmal illuminirt von tausend Kerzen und geschmückt it ebenso vielen glänzenden und funkelnden Herr⸗ dleiten, als ein Christbaum, würdig einer Königin. In Dillingen sind heuer nicht weniger i2 Zöglinge beim Gymres e-utorium durch⸗ 11 Metz, 18. August. Vor einigen Tagen id bei der Untersuchung der Rebschulen in der mngegend durch die von der Landesverwaltung be⸗ lten Aufsichtsorgane an einigen Stellen auf zwei ader Nähe der früheren Reblausherde belegenen rundstücken Anzeichen vorgefunden worden, welche qz erneute Auftreten der Reblans daselbst in hohem ade wahrscheinlich erscheinen lassen. Entsprechende iherheitsmaßregeln sind sofort angeordnet und in oführung gesetzt worden. »Kafssel, Mitte August. Der Doppelselbst⸗ ird zweier Schwestern in unserer Vorstadi Wehl Aden beschäftigt die Gemüther in hohem Grade die Geschwister Bertha und Elisabeth Haines uten früher als Zofen in Diensten der Fürstin in Hanau, sie erhielten reichliche Pension und qhatten sich bei ihrem genügsamen Leben eine —I daletn. Seit einiger Zeit bemerkte man an den den, über 50 Jahre alten Mädchen Spuren atiger Gestörtheit, eine Art religiöser Schwärmerei v dildete sich die ältere Schwester, nachdem sie m Sonntag eine Predigt über die Zerstörung kiusalems angehört, ein, sie sei persoönlich dabei theiligt gewesen. Mittags schnitten sich beide it einem Federmesser die Pulsadern auf, um ge⸗ linsam zu sterben. Als man das Schiafzimmer irah, schwammen die Schwestern förmlich im . Troßzdem sofort ärztliche Hilfe zur Sielle, e ältere Schwester alsbald verstorben, und die «ete Schwester wird wobhl kaum am Leben Röln, 19. August. Der, Deuischen Wein⸗ schaft Duhr u. Ko.* hierselbst ist von der Jurh VdInternationalen Welt⸗Ausstellung in Antwerpen holdene Medaille für Weine zuerkannt worden. enso sind die Duhr'schen Punsch⸗Syrupe mit — Auszeichnung, der broncenen Medaille, üri an oln, 19. August. Vermittelst der lilbiine wiro morgen fruͤh in Bonn der Moͤrder drau Jufizrath Carsianjen in Koͤln bingerichtet on. Scharfrichter Lersch von hier ist heute V arausigen Instrument per Möbelwagen vonn gefahren. Dahlhausen, so heißt der BDerbrecher, qar seme ensseßliche rhau im Augusß des vergangenen Jahres vollbracht und wurde im Januar von dem Bonner Schwurgericht zum Tode jerurtheilt. Die That, mit welcher auch eine Be— aubung der Ermordeten verknüpft war, wurde in dem idyllischen Siebengebirge, dicht bei Oberkassel, ausgeführt und hat in jener Gegend lange Zeil sindurch auf den Fremdenbesuch schädigend einge— virkt. F Koͤln, 20. August. Vormittags 11 Uhr dürzten auf dem kleinen Griechenmarkt zwei Häuser in; die Einwohner, durch verdächtiges Knistern jewarnt, flüchteten rechtzeitig, sodaß außer der Zer⸗ rümmerung des Hausraths kein Schaden zu be— lagen ist. FHamburg. 20. August. Anfangs Sep⸗ ember richtet die Castle Mail Packets Company ine regelmäßige direkte Dampferlinie zwischen Ham« zurg und der Kongomündung ein. F Der Maurerstreik in Berlin wird nun zald ganz beendigt sein, da die Meister, wie in zer letzten Versammlung der Streikenden mitgetheill vurde, sich jetzt bereit erklärt haben, mit den Ge⸗ ellen zu verhandeln. Die Kreuzer⸗Korvette „Bismarck“ hat zie Ehre, die ersten Deutsch⸗Afrikaner als kaiserliche Soldaten eingestellt zu haben; am 1. Juli näm ich sind vier in Kamerun gebürtige Neger als jährige freiwillige Matrosen eingestellt und sofort ingekleidet worden. —A chlanke Menschen, die vielleicht selbst in Deutsch⸗ and Staat machen können. Bisher hatten die in damerun stationirten Kriegsschiffe ja auch wohl „chwarze an Bord, jedoch waren dieselben nur für den Aufenthalt an der afrikanischen Küste „geheuert“ ind wurden beim Weggange der Schiffe wieder entlassen. Diese von den Schiffen zeitweise ange⸗ lommenen Neger find, wie die „Hamb. Nachr.“ inem Privatbrief eines an Bord der „Bismarck“ ienenden jungen Darmstädters entnehmen, die an der ganzen westafrikanischen Küste anzutreffenden truneger, eine verachtete Menschenklasse der Schwar⸗ zen, und zwar deshalb verachtet, weil sie arbeiten und sich mit ihrer Hünde Arbeit ihr Brod ver⸗ dienen. Der freie Neger, welcher von Ratur ein Faullenzer ist, sieht auf diese Leute mit Verachtung jerab, denn für ihn ist Arbeit sozusagen eine Schande, dafür hat er seine Frauen und Sklaven; o ist es wenigstens im Kamerungebiete. Um so nehr ist es zu verwundern, daß Kamerunnegei ils Freiwillige eintraten, und es mag da woh! Jauptsächlich das durch humane Behandlung er⸗ vorbene große Zutrauen, das den Deutschen dort eitens der Eingeborenen entgegengebracht wird, hiel mit dazu beigetragen haben. FDie eisengepanzerten Schiffe Eu— ropas. Die effektive eisengepanzerte Flotte der Zeemächte Europas wird folgenderweise summari⸗ iert: England mit 329,520 6; Frankreich mitl 201,789 6; Rußland mit 83,621 t; Deutschland nit 74,007 t; Oesterreich mit 63. 110 t und Ita⸗ ien mit 59,905 56. 4 Ein Reise⸗Abenteuer ist an einem der letzten Tage einem österreichischen Rittmeister auf der Reise von Dux nach Prag passirt. In dem Koupe, welches der Rittmeister mit einem ele⸗ zanten Herrn in Civil theilte, war eine drückende Schwuͤle. Der Offizier bat seinen Reisegefährten um Entschuldigung. entledigte sich seines Waffen⸗ rocks und seiner hohen Stiefel, schlüpfte in Pan⸗ toffel und setzte eine Reisemütze auf. Bald darau schlummerte er ein. In der Station Herrnsdorf, wo der Zug spaͤt in der Nacht anhielt, verließ der Rittmeister auf einen Augenblick den Waggon, plötzlich erschol das „dritte Läuten“, hastig stürzte er auf den Zug los — verfehlte aber das Koupe und stieg in ein leeres ein. Der höfliche Reisege⸗ fährte aber, in der Meinung, der Offizier sei in der Station zurückgeblieben, warf Waffenrock, Mütze, Säbel und Stiefel sammt einem Handloffer eiligfl zum Fenster hinaus. Der Rittmeister, der in der nächsten Station das frühere Koupe wieder auf⸗ suchte, war begreiflicher Weise über den Liebesdienst, nicht gerade sehr erbaut. —A übrig, als auszusteigen und nach Herrensdorf zu telegraphieren, von wo die glücklich aufgefundenen Aniformstücke sammt Koffer mit dem nächsten Zugt nachgeschickt wurden. FSonnenschein⸗Registrator. Im Bernoullianum in Basel ist seit einigen Tagen ein Sonnenschein⸗Registrator aufgestellt, d. h. ein In trument, das selbstthätig auf Kartonstreifen ver—⸗ zrichnet, an welchen Tagen die Sonne schitii, une wann der Himmel bewölkt war. Dem WVolks⸗ reund“ zufolge besteht der Apparat in seiner Haupt⸗ ache aus einer feingeschliffenen Glaskugel, welche als Brennglas dient; beschreibt die Sonne am Zimmel ihren täglichen Kreislauf, so rückt der Brennpunkt natürlich gleichfalls vor, und es brennt sich auf einem entsprechend befestigten Papierstreifen eine feine Linie durch. Scheint die Sonne nicht, so zeigt die Brandlinie eine Unterbrechung, und da der Streifen gleich dem Zifferblatt einer Sonnen⸗ ahr in Stunden und Viertelstunden eingetheilt ist nur mit dem Unterschiede, daß nicht der Schatten, sondern der Brennpunkt darüber hinweggeht), so sieht man des Abends ganz genau, wie lange und zu welcher Tageszeit die Sonne unverhüllt schien. Jeden Tag muß selbstverständlich der Streifen er⸗ neuert werden. Die als Brennglas wirkende Kugel hat 10 em Durchmessrr und ist ein Meisterwerk des Glasschleifers Herrn E. Suter in Basel. fF Rom, 18. August. In der Via Emmanuele fiel von einem Wagen eine Pulverkiste herab, explodirte und setzte auch die übrigen Kisten in Brand. Fünfundzwanzig Personen wurden schwer verwundet, vier blieben todt. Die Häuser der Um⸗ gebung haben durch sdie Erplosion stark gelitten. f Marie, die „Tochter des Regiments“, hat eine gleichnamige Schicksalsschwester in Ru ßhand gefunden. Die russischen Soldaten gelten im west⸗ lichen Europa noch vielfach als vollkommene Bar— baren und man erzählt sich geradezu Schauergeschichten von ihrer Grausamkeit und Wildheit. Daß diese östlichen Krieger aber eben so gut ein Herz haben, wie die Truppen anderer Nationen, und eher weichmüthig veranlagt sind als roh, dafür liefert die nachstehend erzählte kleine Geschichte einen neuen Beweis. Das Regiment Kexholm, dessen Chef der Kaiser von Desterreich ist, rückte im Jahre 1877 in die Stadt oder vielmehr in die Rninen von Hermanly ein. Von beiden Seiten war mit außerordentlicher Er⸗ bitterung gekämpft, und durch die grausame Behand⸗ lung, welche die Türken den in ihre Hand ge⸗ fallenen Kindern und Weibern der Bulgaren ange⸗ deihen ließen, hatten sie die russischen Soldalen aufs äußerste gereizt. Ein Soldat des genannten Regiments bemerkte nun, als er in das ihm be⸗ timmte Quartier eintrat, daß dasselbe ganz ver⸗ lassen sei; kaum aber, da er sich niedergelegi, hörte er das Weinen eines kleinen Kindes in seiner Nähe. Er stand auf und fand denn auch in einer Ecke des Zimmers ein ganz kleines Mädchen von etwa vier bis fünf Jahren liegen, das ihn mit großen thränenerfüllten Augen ansah. Der gutmüthige Bursche nahm das Kind auf seinen Schooß und suchte es zu beruhigen. Das gelang ihm auch schnell, die Kleine schlief bald in seinen Armen ein. Am nächsten Morgen präsentirte er seinen Fund dem ganzen Regiment, und dieses beschloß auf den Vorschlag des Obersten einstimmig, die kleine Türkin als „Regimentstochter“ anzunehmen. Sie erhielt den Namen Marie Kerhalmskaia. Eine Sammlung wurde sofort zu ihren Gunsien vorgenommen und ergab 5000 Rubel, die für sie bei einer Bank hinterlegt wurden. Man nahm die Kleine nach Petersburg mit und brachte sie dann in eine feine Er— ziehungsanstalt Warschaus. Dieselbe, heute ein schönes Mädchen von 13 Jahren, soll nach dem Beschluß des Regiments später womöglich einen Offizier desselben heitathen. Bei dem vor kurzem statigehabten Jubiläum des Regiments sandte sie eine Depesche mit den Worten: „Die herzlichsten Glückwünsche meinen lieben Onkeln!“, welche von dem Regiment mit besonderer Freude aufgenommen wurde. — So wird die kleine Türkin jetzt zur eleganten Dame ausgebildet und dürfte in einigen Jahren, statt in einen Harem zu wandern, die Gattin eines russischen Offiziers werden. F Erfindung.) In Ryde fanden vor einigen Tagen Experimente mit einer neuen Er—⸗ findung für Lebensretiung auf hoher See statt. Diese Erfindung besteht aus einem aus Kork fabri⸗ zirten Stoffe, dessen Biegsamkeit so groß ist, daß er für die Anfertigung von Röcken, Paletots, Bade⸗ kostümen für Damen, Jacken u. s. w. verwendet werden kann. Drei in solche Kork ˖ Kostüme ge⸗ kleidete junge Männer wurden von dem Pier in Ryde in's Meer geworfen, und obwohl sie des Schwimmens unkundig waren, liefen sie keine Ge⸗ fahr, da das Fabrikat sie auf der Oberfläche des Wassers hielt. F Das Schlafen bei offenen Festern ist im Volke höchst unrechter Weise in Verruf gekommen und gilt es als gefährlich, sowie überhaupt die Nachuuft als schädlich. Die Luftströmungen zur Nachtzeit find aber nur in denjenigen Gegenden aachtheilig, in welchen Sumpfboden besteht, dessen frankmachende Aushauchungen sich gerade zur Nacht⸗ Jjeil in die Luft erheben. In Gegenden mit trocke⸗ dem Boden, wie auf unseren Bergen und in höheren Slockwerken ist umgekehrt die Nachtluft reiner und Jesunder, als die Luft des Tages. Um durch offene Fenster während der Schlafzeit diese Luft sich zu⸗ uführen, verfahre man so: Wer neben seinem Schlafzimmer über ein während der Nacht unbe⸗ vohntes Zimmer verfügt der öffne die Verbind— angsthüre zwischen beiden Zimmern und lasse einen der oberen Fensterflügel offen stehen. Wer dagegen nur ein Schlafzimmer ohne Nebenräume hat. der zffne einen der oberen (von seinem Bette moöglichst ntfernten) Fensterflügel so weit, daß der Querriegel zwischen Fenster und Fensterrahmen eingeschoben vird, oder er klemme einen Korkstopfen zwischen heide fest und binde mittelst einer Schnur die zeiden Fenstergriffe so aneinander, daß das geöff⸗ gete Fenster zur Nachtzeit sich nicht bewegen kann, ondern eine gleichmäßige Spalte offen bleibt. Hier⸗ nuf lasse man die Fensterrolle nieder. Dann wird während der ganzen Nacht ein Ausgleich der Luft tatifinden; man wird in kühler, reiner Luft viel æquickender schlafen und am anderen Tage weit nehr sich gestärkt und arbeitslustig fühlen, als im geschlossenen, mit schlechter Luft erfüllten Raume. Ebenso wird jeder an seiner Arbeitslust und Arbeits. sähigteit den Vortheil der zur Sommerszeit geöff jeien oberen Fenster spüren. Die Oeffnung der hberen Fensterflügel gewährt noch den Vortheil, daß nicht nur die Luft des Zimmers sich schneller reinigt, sondern, daß man auch weniger unange⸗ nehmen Zugwind zu befürchten hat. Vor Zugwind zraucht man nicht zu erschrecken, wenn man nich⸗ erhitzt ist. Derselbe ist nicht krankmachend und wird jesunden, nicht verweichlichten Personen keineswegs o schädlich, als die schlechte Luft des zugfreien Zimmers. Die Aengstlichkeit vor Zugwind ist grund⸗ oser Weise verbreitet und bei den meisten Personen geradezu lächerlich. pAusbruch eines Vulkans.) Ueber Bhiladelphia woird gemeldet, daß in dem großen Zulkan Cotopoxi in den Anden von Ouito, 17,700 Fuß hoch. am 28. Juli eine ernstliche Eruption jatigefunden hat. Lavaströme, Asche und Steine jelen auf Chimbo und zerstörten Hunderte von Z»äusern. Viele Menschen kamen um, doch ist die Zahl der Verunglückten noch nicht bekannt. 2— Marktberichte. Zweibrücken, 20. August. (Fruchtmiltelpreis und Vik ualiennartt.) Weizen 8 M. 85 Pf. Korn 7M. 86 5f derfie zweireihige d M. — Pf., vierreihige O M. — Vi. *)pelz ä M. 98 Pf., Spelzlern — M. — Bf., Dinkel wiꝛ. — Pf. Wischfrucht ¶ M. —, Pl., Hafer 6 M 9 Pf., Erbsen O M. — Pf, Widen M. — Pi deu o'M. — Pf., Stroh JQual. O M. Pf., II. Qual. 5'M. —pf., Kartoffelns M— Pf., Weißbrod 14 Kils *50 Pf., stornbrod 8 Kilo 60 Pf., Gemischtbrod 3 Kilo 75 ppf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 30 ppf,, il. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein! Liter 80 Pf., dier e1 vLiler 24 Pf., Butter !/ Kilogr. O M. 95 Pf. Homburg, 19. August. ( Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ ienmartt.) Weizen 8 M. 49 Pf., Korn 7WM. 20 Pf., Spelztern — M. — Pf., Speiz 0 M. — Pf., Gerste 2reihige O M. — Pf.,Gerste 4reihige d M. — ¶ dafet o M. zö pa Vehchfrucht 7 Ne 50 vh, erth, . ꝓf, Wiaen 6,WR. — Vi., vohnn deu — f., Kleesamen —R. , Ft Kornbrode6 pfug 80 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfteisch vj Rin dfleisch 86 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfeisch 60 d Schweinefleisch 50 Pf., Bulter 1Pfund 0 Mdd vy dartoffeln per Zentner 4— M. — PVf. Kaiserslautern, 20. August. (Fruchtmittelpreis un Vittualienmartt.) Weizen 0 Mtk. — Pf., Korn d We — pf. Spelzlern — M. — Pf. Svpelz om. — 9 Bersie d M. — Pf., Hafer O M. — Pf. Erbsen 0 g — ipf., Wicken O M. — Ppf., Linsen — M. — PPf, aic samen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund bß pf z Pfd. 83 Pf. Gemischibrod 3 Pfund 88 Pf. Butter pe, pfo. O M. 30 Pf., Eier per Dtzd. 60 Pf, Karloffeln e Zentner 2 M. 80 Pf., Stroh J. Qual. O M. — g J. Qual. O M. — Pf. Heu pro CEtr. O M. — pi dleeheu 0 M. — Pjf. Fut die Redaltion verantwortlich: F. X. Demet. — — — Jt — Technikum Mittweida in Sachsen, die älteste und deshalb besuchteste der— artige Fachschule beginnt Mitte Oktober den Winter kurs. Sie zerfällt a) in eine Maschinen · Ingeniem— Schule, zur Ausbildung von Ingenieuren u. Kon— trukteuren für Maschinen- und Mühlenbau, von ünftigen Fabrikanten aller Branchen, zu derep Betrieb maschinentechnische Kenntnisse nötig sind d) in eine Werkmeister⸗Schule, zur Ausbildung dor Werkmeistern, Zeichnern, Monteuren für Maschinen— ind Mühlenbau, sowie von künftigen Besizern leiner mechanischer Werkstätten, kleiner Mühlen zauschlossereien u. s. w. Die jährliche Frequen eträgt über 400 Schüler aus allen Weltteilen Programme erhält man jederzeit gratis durch D rektor K. Weitzel in Mittweida in Sachsen. Grosse Lotterie Gewinne von siget ,77 * der Internationalen Ausstellung 3 ark 20 000, —X von Arbeiten aus édlen NMetallen und MarlIc 7. 0 Marla 3000, 2000 Mark eic. 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Niederlage in St. Ingbert bei Frau Anna Treitz. —IJIXIIIIIIE Scheine üt die Gemeindekrankenver⸗ sicherung ind zu haben in der Druckerei des „St. lngbertor Anzeiger.“ rTechmcum Aeltoesato höere wittweida Fachsehule fiür — — —IIXV T Auuahms VVI gt Iughört 4 Kommenden Sonntag, den 23. et. AusUug nuach Forhaceh um 10jährigen Stiftungsfest des Kriegervereins dortselbst. Anireten dei Kamerad Baumann um 1053 Uhr. Abfahrt ver Leiter— vagen punkt 11 Uhr. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Ausschuß. Bekanntmachung. Nächsten Dienstag, den 25. und Mittwoch, den 26. August is sohlenverkauf des Bergfestes wegen geschlofsen. St. Inabert den 21. Auquft 1885. vs,Bereomt. Im Verlag von Greßner & Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: Die Klasstker der Rhilosophie. Van den frühesen griechischen deukern bis auf die Gegenmart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebsß einer Auswabl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 88. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferuna 50 Pfennia. zu Jedermanns Rechnupgen »33033 ãnd stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigere Druck und Versag von F. X. Demeß in St. Inabert 1000 Mark zahlen wir dem, der ben Gebrauch von Goldmanns Kaiser⸗Zahnmast à Fl. 60 Pf. und 100 P jemals wieder Zahnschmerzæe bekommt. S. Goldmann Cie, Dres den. — Zu habei in 8St. Ingbert bei P. Fern— Droguenhandlung. Zur Anfertigung von hilligen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorxkommenden — p u Drucxarbeiten empfiehlt sieh dio Buc⸗- uncd Steinaruckerei F. X. Domotꝝ Vorlag —E 8t. Ingbert. — B thsel ierdurctatepp AIn⸗ 8 —9 ⏑⏑ *56 — —e— — BSHiezʒu füt e Poft·Abo unsere Post⸗Abo Vnten „Jllustrirtes daspla— ʒt. Iugherter Ameiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonmtag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungt⸗ glaut und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Seilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.4 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 785 , einschließli d d A Zuflellungsgebuhr. Die Einruckungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfaliz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und folchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I5 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrücung wird nur dreimalige berechnet. 7 164. Sonntag, 23. August 188838. 290. Jahrg. Volitische Uebersicht. » Die verflossene Woche stand bezüglich der zroßen Politik unter recht günstigen Zeichen. Zuͤrzüch stattgehabte Ereignisse, wie die Kaiserbe⸗ egnung in Gastein und die Ministerkonferenz in darzin drückten der Fortdauer des deutschoͤslerreich⸗ schen Bundes wiederholt ihren Stempel auf und asen auch an eine dauernde friedliche Gestaltung er politischen Lage überhaupt glauben, zumal auch die gleichem Zwede dienende Annäherung an Ruß—⸗ iand durch die wahrscheinlich nüchsten Montag statt⸗ indende Begegnung der Kaiser von Oesterreich und qußland in Kremsier eine weitere Kräftigung er⸗ ihtt. Unter diesen Umftänden darf man ziemlich wwerfichtlich auf eine, wenn auch langsame friedliche Hsung der schwebenden Fragen in der großen helitiß zumal bezüglich der Angelegenheiten Egyp⸗ ens und Afqhanistans hoffen. eDie jetzt zu Tonferen zen ganz besonders geeignete friedliche und flille Zeit haben auch die Staaten benutzt, um in einer in Hamburg in diefer Woche zusammengetretenen Versammlung von Dele⸗ zicien uͤber den weiteren Ausbau des Völkerrechts ju berathen. Belanntlich bezieht sich das Völker⸗ recht in mehreren wichtigen Punkten auf das See⸗ recht und den Schifffahrisverlehr und hat die Ver⸗ sammlung mit der Berathung der hetreffenden Maͤngel begonnen. »In der braunschweigischen Erb— folgefrage gilt es so gut wie ausgemacht, daß wahrscheinlich noch in diesem Herbste der deutsche boischafter Prinz Reuß in Wien vom Kaiser Wil⸗ helm dem braunschweigischen Regentschaftsrathe als Regent Braunschweigs vorgeschlagen und daß dann det Regentschaftsrath mit dem Landtage den Vor chlag zu hetrathen haben wird. Nachdem nunmehr auch, wie in vor. Nr. ge⸗ neldet, die Kreuzerkorvette ‚Bismarchk“, mit dem dontreadmiral Knorr an Bord, vor Zan⸗ zibar eingetroffen ist, besteht das deutsche ostafri— lanische Geschwader aus den Kreuzerkorvetten „Vis—⸗ ward“, Stosch“, „Elisabeth“, „Prinz Adalbert“ und Gneisenau“, dem Kanonenboot ‚Möve“ und den Tendern „Adler“ und „Ehrenfels“. Die fünf ttftgenannten Kriegsschiffe sind etatsmäßig mit 84 —XO Ausland. Paris, 21. August. Der Erdffnung des ationalen Schutzenfestes in Vincennes, organisirt vn der Patriotenliga, wohnten der General Geri— uis als Vertreter des Kriegsministers und alle Ztabsoffiziere der Garnison von Vincennes bei. der Festplah war aber noch sehr unfertig, so daß ie Feier Leinen ziemlich kiäglichen Verlauf hatte. deim Festbanteite hatte Deroulède General Geritais eben sich; gegenüber saß Frau Edmond Adam, die belannie Patriotin, welche den größten Theil er Kosten zur Herstellung des Festplates zusam gengebracht hatte. Derouldde soastete zuerst auf rau Adam umd vertheidigte sodann die Patrioten⸗ a gegen die Anschuldigung. das Ausland zu noboziten. Es sei wahr, daß das Programm der ga die Restitution Elsaß ⸗Lothringens und die nion des Frankfurter Vertrages enthalte, aber estiuution baße dicht Roris⸗ IUnd Rossion nich Repture. Nach dieser friedlichen Versicherung toa⸗ stete er auf die französischen Frauen, welche für die Zefallenen die Rächer, für die unterdrückten Brüder die Befreier erziehen. Frau Adam hielt sodann eine schoͤne Rede, in welcher fie sich mit den tapferen Frauen der alten Gallier verglich, was großen Enthusiasmus erregte. Als aber nach auf⸗ dehobener Tafel Frau Adam die ersten Schüsse nach der Scheibe thun sollte, schoß sie sechsmal fehl, was allgemeine Heiterkeit hervorrief. Bombay, 20. August. Der neue britische Gesandte traf in Kabul am 9. August ein, wo er mit großem Pomp empfangen wurde. Kairo, 20. August. Nach eiuem Reuter'schen Telegramm traf bereits am 30. Juli die Garnison oon Kassala, da sie sich nicht mehr halten konnte, ein Abkommen mit den feindlichen Stämmen. Lokale und vpfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 21. August. Eine Spe—⸗ ialität in der Gravirkunst sind die beiden ogen. Münchener Hofbräuhausgraveure Haunz uind Hoffmann, wvelche gestern hier eingetroffen ind sich bereits schon in der Brauerei der Gebr. Becker Unterstadt) zum Erstaunen vor den Anwesenden produ⸗ irten; das Graviren von Namen in Taschenuhren, Dosen ꝛc. in hübscher gothischer Schrift wird in dem kaum glaubhaften Zeitraum von nur 8 Minuten so sauber nnd geschmackvoll ausgeführt, daß es als ein Unikum erscheint, durch Uebung zu solcher Zunstfertigkeit zu gelangen. Die beiden Herren fanden in allen größeren Städten großen Zuspruch, woran es ihnen auch hier, wie der gestrige Abend bewies, nicht mangelt. St. Ingbert, 22. August. Zu Ehren des Geburts- und Namensfestes Sr. Maj. des stönigs findet am Dienstag im „Hotel zur Post“ ein Festessen statt. Der Beginn desselben if auf 1 Uhr Mittags festgesetzt. * St. Ingberti, 28. August. Wie das kgl. Bergamt dahier bekannt gibt, ist am nächsten Diens⸗ tag und Mittwoch — 25. u. 26. ds. Mts. — der Kohlenverkauf auf der hiesigen Grube des Bergfestes wegen geschlossen. — Morgen, Sonntag, macht der Kriegerverein einen Ausflug nach Forbach, um an dem J0jährigen Stiftungsfeste des dortigen Kriegervereins theilzu⸗ nehmen. — Obermoschel, 20. August. Die Lehrer der Nordpfalz beabsichtigen, auch heuer wieder wie alljährlich auf dem durch seine wundervolle Aussicht bekannten Lemberge bei Feilbingert am 25. August Nachmitiags das Geburis- und Namensfest Sr. Majestät des Königs Ludwig von Bavern durch ein Schülerfest zu begehen. — Die fünf groͤßten Brauereien Speyers haben in dem Sudjahre vom 1. Juli 1884 bis dahin 1885 57, 187 Hektoliter Malz versotten und dafür 3483,122 Mt. an Malzaufschlag bezahlt. Der Malzverbrauch ist um 1167 Heltoliter gegen das vorhergehende Jahr gestiegen. *— DerStadtrafh inLudwigahafen jat in seiner letzten Sitzung die Errichtung einer 4kursigen Realschule für genannte Stadt vbeschlossen. Die kgl. Regierung hat zu diesew Zwecke einen Fundationszuschuß von 20,000 Mt aus Centralfonds als unverzinsliches, unangreif⸗ hares, für die Dauer des Bestehens der Anstalt inkündbares Darlehen in Aussicht gestellt. — Bleichzeitig hat dieselbe Stadtverwaltung den Be⸗ chluß gefaßt. entgegen dem bisher geltenden Orfs⸗ statut die Konzession zum Wirihschaftsbetrieb nicht nehr von dem „Beduͤrfniß', sondern von der ZQualifikation der betr. Persoͤnlichleiten und der ent⸗ sprechenden Beschaffenheit der Lokalitäten abhängig zu machen. — Ludwigshafen, 20. August. Der Bad. Anilin⸗ und Sodafabrik dahier ist von der Jury der International Indentions Erhibition in dondon für die dort ausgestellten Produkte die höchste Auszeichnung die goldene Medaille, zuerkannt worden. Zu gleicher Zeit wurde diesem Etablissement von der Scciety of arts für seine hervorragende Leistungen und Fortschritte auf dem Gebiete der Farbenindustrie die goldene Medaille verliehen. (GGen.“Anz.) — In Ludwigshafen wurde auf dem Wochenmarkte keiner Frau aus einer sogenannten Gretchentasche“ 11 Mark entwendet. — Diedesfeld, 20. August. Wie streng die Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der DistriktsfeuerldschOrdnung seitens der gericht⸗ lichen Organe behandelt werden, beweist der Um⸗ stand, daß einem Mitglied der hiesigen Feuerwehr, das unenischuldigt einer Feuerwehrübung nicht bei⸗ wohnte, dieser Tage ein Strafbefehl zugestellt vurde, wonach detselbe wegen der erwähnten Ver⸗ jehlung zu einer Haftfstrafe von 8 Tagen verurtheilt wurde. — Frankenthal, 20. August. Heute vurde dahier ein Pärchen getraut, das zusammen das gewiß respeltable Alter von 189 Jahren zählt. Der Bräutigam hat nämlich seine 78, die Braut hre 66 Sommer hinter sich. (Irkth. Tgbl.) Vermischtes8. Mannheim, 20. August. Wie die „N. B. L.“ hört, ist der „Fachverein deutscher Metall⸗ arbeiter“ auf Grund des Sozialistengesetzes aufgelöst vorden. »Dem Vorstand des hiesigen Ortsverbands st gestern die diesbezügliche Eröffnung seitens des Broßh. Bezirksamtes zugestellt worden und wurde gleichzeitig die Beschlagnahme der Geichaftsbücher und Papiere vollzogen. x Wie die „Pf. Pr.“ vernimmt, ist bei der in Wiesbaden wohnenden Familie Reichard bis jetzt weder von dem deutschen Generalkonsulate in Zanzibar, noch von anderer Seite eine Bestätigung der Nachricht von dem Tode des Afrikareisenden Paul Reichard eingelaufen. F (Auch ein Velozipe dist.) Der fruͤhere Buchbinder Regensburger in Langenzenn hat vor einigen Tagen mit seinem Veloziped Langenzenn verlassen, um eine Spazierfahrt zu machen, ist aber nicht wieder nach Hause zurückgekommen. Das Veioziped fand sich nach mehrtägigen Recherchen nach dem ‚Verunglückten“ in einer Wirihschaft in Fürth eingestellt. Regensburger ist aber bis jetzt verschwunden geblieben. Dagegen hat sich in der Fuhrung seines „Bankgeschäfts“, welches er betrieb, ein Manko von 100,000 Mk. gezeigt, mit welchem sich seine an ihn gläubigen Gläubiger nun zu beschäftigen haben werden. fKreuznach, 19. August. Heute Nacht kurz vor 12 Ühr erfolgte innerhalb des Vahnlörpers der hiesigen Station ein heftiger Zusammenstoß wischen einem von Munster a. St. ankommenden Buüterzuge und einem rangirenden leeren Personen⸗ uge. Die beiden Lokomotiven wurden stark be— chaͤdigt, und einige Personenwagen, sowie auch dohlenwagen des Güterzugs nahezu demolirt. Der Zugführer des Güterzugs wurde schwer verlönne das hiesige Hospital verbracht, ein Bremser, sowie ein Heizer erhielten leichte Contusionen. — Die sofort eingeleitete Untersuchung wird wohl heraus⸗ flellen, auf wessen Seite die Schuld dieses Unfalls zu suchen ist. F Kassel, 18. August. In einem hiesigen Basthofe erschoß sich heute Morgen ein Göttinger Student. Die Motive der That wie der Name des Unglücklichen find bis jetzt noch nicht belannt. fHalle, 18. August. Infolge zu starker (selbstbereitete) Morphiumeinspritzung sjarb, wie dem „Leipz. Tgbl.“ gemeldet wird der Affiftenzarzt an der Hallenser kgl. Klinik Zeller. Der junge Mann wurde gestern früh todt im Bette gefunden. fF Das groͤße Bankhaus Westphalens ist fallit. W. vom Born in Dortmund hat seine Zahl⸗ ungen eingestellt. Die Passiven sind einstweilen auf 11 - 12 Millionen berechnet worden, doch nimmt man an, daß diese Ziffer sfich bei aüherem Eingehen auf die Verhaältnisse erhöhen wird. In den geschäftlichen Kreisen Westphalens herrscht wegen dieses Ereignisses die groͤßte Betrübniß und befürchtet man eine weilere Verschlimmerung der ohnehin trau⸗ rigen Situation. Das Bedauerlichste bei der ganzen Sache ist, daß viele kleine Leute, Händler und Gewerbetreibende den Verlust ihcer sauer erwor⸗ benen Groschen zu beklagen haben werden; denn bei der bekannten Koulanz der als unerschütterlich geltenden Firma gaben dieser die kleinen Leute für die Anlegung ihres ersparten vielfach vor den Spar⸗ tassen den Vorzug. Man nimmt in unterrichteten greisen an, daß nicht für 20 pZt. der Pafsiven Deckung vorhanden sein werde. fBerlin, 21. August. Von dem Pflicht⸗ eifer unseres Kaisers gibt folgende Geschichte wieder⸗ um einen Beweis, die Prinz Wilhelm gestern bei der Uebung des Ersten Garde-Regiments erzählt jat. Das Wetter ist seit einigen Tagen hier em⸗ „findlich kühl und regnerisch. Der Leibarzt des Zaisers, Dr. Leuthold, hatte deshalb schon am Montag den Kaiser gebeten, von der Feier der knthüllung des Denkmals Friedrich Wilhelms J. ernzubleiben. Er richtete, um seiner Warnung zrößern Nachdruck zu geben, in diesem Sinne ein —Schreiben an den Monarchen; dieser aber schrieb infach an den Rand: „Dann sterbe ich wenigstens im Dienste.“ Trotzdem wiederholte am Morgen der Feier, da das Wetter sich nicht gebessert hatte, der Leibarzt dringend seine Bitte. Der Kaiser aber erwiderte: „Ein König von Preußen, der nich nehr zu seinen Soldaten gehen und den Verpflicht⸗ ungen seines Amtes walten kann, der ist kein König mehr und müßte die Regierung niederlegen!“ f Noveant, 17. August. Daß die fran⸗ osischen Revanchemänner keine sich irgend darbie⸗ ende Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne ihrem. zepreßten Herzen Luft zu machen, beweist wieder einmal zur Genüge die geslern in Mars⸗la⸗Tour veranstaltete Todtenfeier zu Ehren der im letzten driege gefallenen franzoͤsischen Soldaten. Die Feier ist eine alljährlich wiederkehrende, von der ranzoͤsischen Regierung angeordnete und somit offi⸗ zielle. Die gestrige Todtenfeier nun gestaltete sich in ihrem ganzen Verlaufe zu dem tollsten Revan⸗ hetaumel, welcher durch die unmittelbare Nähe der deutschen Grenze, durch die Mitwirkung des grand depute und Erzpatrioten Antoine ous Metz und die Anwesenheit von Hunderten von Deutschen eint Getragen von der Sunfe Janz besondere Wurze erhiett. Die Gedachtnißfeien des Publikums, —* e en wirkungb vor dem Denkmale für die Gefallenen, das auf dem zpuie Hanmiltel sind heute die in sas der prne Socel desselben erhobene Maädchen in elsässischer hältlichen Apotheker K. Brandu's Schweizerpillen. Wer an Tracht in den elsaß⸗lothringischen Farben, die un- Verstopfung, Ragendrücken, Blutandrang, Kopfschmerzen ei verblümte Rede des Prafelten don Nanch, in wel⸗ RA28 wDon — cher er unter dem Beifall der Menge darauf hine eden Apotheten) trägt als Eliguenn ein weißes aren in wies, daß die Verwirklichung des französischen rothem Feld und den Namengug R. Brandis ir einige Tage Ale zXarb n Schwarz, Metzger, e Far en . 2I hlxrocken u. in Oel fertig zum Anstrich sowie Fußbodensl und Lacke billigst bei P. Fery. Von heute an jeden Samsta⸗ Wurstsuppe nit allen Sorien Würsten bei . Mumnæinger. Lederschmiert Traumes nahe bevorstände, das Auftreten dei Thierarztez Antoine, welcher in längerm, aber den zunächststehenden Personen verstaͤndlichen Rede zerguß als Vertreter der verlorenen Provinzen widerte, die Anwesenheit des aus Nanch heruͤhe, gekommenen Schülerbataillons, welches wiederhol an die Stunde des Ernstes ermahnt wurde, di Hochrufe auf Elsaß · Lothringen, die förmliche Bal gerei um eine Nummer des in mehrern Tausend Exemplaren abgesetzten „Antiprüsfien“ — alles die war nichts als ein einziger Hinweis auf die nah⸗ bevorstehende „Stunde der Racher. In —R land wird vielfach solchen Kundgebungen nur — ringe Bedeutung zugemessen und das ganze aß ohn maͤchtige Wuthausdrücke einzelner politische Heißsporne hingestellt; wer je Augen- und Ohren zeuge einer solchen Wühlerei gewesen, denkt andern darüber. Wir können nicht genug dabor warnen. sie zu unterschätzen. Wie man der „Wiener Allg. Zig.“ aus London meldet, hat der Clown Brifé, wel cher vor acht Tagen seine Vermaͤhlung feierte, au Reue über diesen Schritt sein Leben in der Weis geendet, daß er sich in einem nur zum Vieriel ge⸗ füllten Wasserbottiche auf den Kopf stellte und so XE Das is in der That eine echte Clown⸗Idee, und noch im Tode hatte der arme Briss die Lacher auf seiner Seite Berannbienade nug. Der Distrikisrath des Kantons St. Ingbert hat zum Besuche der Kreis- baugewerkschule in Kaiserslautern für ärmere Schüler 4 Stipendien mit je 100 Mark bewilligt. Gesuche um Verleihung eines Stipendiums sind bis längstens Donnerstag den 10. September l. J. beim kgl. Bezirksamte Zwei brücken einzureichen. St. Ingbert, den 20. August 1888. Das Bürgermeisteramt: EHEEinricoh. 24 ANtmachung. Nächsten Dienstag, den 25. und Mittwoch, den 26. Augusi der Kohlenverkauf des Bergfestes wegen geschlofsen. St. Ingbert, den 21. Auguft 1885. Kgl. Bergamt. graviren wir Namen in Uhren zu 25 Pf., in goldene 40 Pf., in 3 Minuten, Na— men in Bestecke und Trinkgefäße, je nach Anzahl, billiger. Messingen Thürschilder mit emaillirter Schrift, Monogramme in alle Metalle und in Bein. Anfertigung von Amts- und Gerichtssiegeln, sowie Petschaften und Firmenstempeln in Stahl, Messing und dautschuk, selbstfärbende Medaillons⸗ und Westentaschenstempel, Schilder mil Namen für Regenschirme und andere Gegenstände. Saubere Arbeit wird garantirt. Achtungsvoll hHaunz Hoffmann, Graveure aus Mindelheim, Bayern. NMB. 1000 Mark bieten wir Demjenigen, welcher in so kurzer Zeit so genau und accurat Namen in Uhren iu. J. w. gravirt. D. O. eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thran. Dieselbe erhält das Leder geschmei⸗ dig, verhütet das Springen desselben sowie das Eindringen der Nässe. Au⸗ herdem besitzt die Schmiere die An— nehmlichkeit, daß man sofort daraul wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf. ua Pfd. Topf 45 Pf., a Pfd. Top 25 Pfg. in der Materialwaarenhandlung P. Fery und in der Verkaufsstelle für Schnapp bach bei Herrn J. Lutz. 5 Seri re Sonntaasblauit“ Nr. 8. Lribghorcbrhj gt Iughoört Zur Feier des Allerhöchsten Namens⸗ und Geburtsfestes Sr. Maiestãt des Königs findet am Vorabend — 16 im Lokale des Kameraden Jakob Best (alte Bahnhofflraße) ftatt, und werde die Mitglieder zu zahlreicher Betheiligung eingeladen. en um *68 Uhr, an der Wohnung des 2. Vorstandes Friedrich eder. Am billigsten und zweckmäßigsten besorgt die älteste Annoncen⸗Erpedition Der Aus1ch— * Haasenstein & Voglor, Mannheim, O. 4, 5 Wirkthschafts-Eröffnu eirem verehrlichen Publikum hiermit zur gefälligen Kenntnißnahn. ich heute, Samstag, Abend in meinem (früher Paulus'schen) Hause und an der Kohlenstraße bei gutem Sto e F — — die Wirthschaft eröffne. Geneigtem Zuspruche entgegensehend, ladet höflichst ein Carlil BOB. ten Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öfterer Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsangelegenheiten wird durch obig— Firma, geftützt auf die während des 30jährigen Bestehens der selben gemachten reichen Ersahrungen, dewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenlen die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 1835 steht jedem In⸗ derenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfügung. Real-Handelsschule mit 6 Rlassen, deren Absolvirung seit 12 Jahren 159 Zöglinge zum ein- ahrigen Militardienst berechtigte. - FPenatonat für Knaben von 1) Jahren an. — Programm dureh die Direlktion des Interna Mal⸗ ehrimetata in Rιι, Druck und Verlag von 53. 4. Oemetz in St. Inagqbert. ʒt. Jugherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 8 ndtttckchitetccedacdtcwonttgictomWölbett xr ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ sJun und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.4 60 O einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließli d 4 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondieile oder deren Naum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 3, Neclamen 80 B. Bei 4maliger Cinruckung wird nur dreimalige berechnet. X 164. Sonntag, 23. August 1888. 20. Jahrg. 113 Repture. Nach dieser friedlichen Versicherung toa⸗ Politische Uebersicht. sete er auf die franzofischen Frauen, welche du die Die verflossene Woche fland. bezüglich der Befallenen die Racher, für die unterdrückten Bruder roßen Politit unter recht günfüigen Feichen. die Befreier erziehen. Frau Adam hielt sodann urguch stattgehabte Ereignisse, wie die Kaiferbe, ine schone Rede, in welcher sie fich mii den srung in Gastein und die Ministerkonfereng in apferen Frauen der alten Gallier verglich, was in drückten der Forldauer des deutschserreich. droßen Enthusiasmus erregte. Als aber nach auf⸗ en Bundes wiederholt ihren Stempel auf und Jehobener Tafel Frau Adam die ersten Schüsse nach sen auch an eine dauernde friedliche Gestaltung der Scheibe thun sollte, schoß fie sechsinal fehl, politischen Lage überhaupt glauben, zumal auch vas allgemeine Heiterkeit hervorrief. F egleichem Zwede dienende Annaherung an Ruß⸗— Bombay, 20. August. Der neue britische ind durch die wabrscheinlich nächsten Montag statt⸗ Hesandte traf in Kabul am 9. August ein, wo er dende Begegnung der Kaiser von Ocsterreich und mit großem Pomp empfangen wurde. hland in Kremfier eine weitere Kräftigung er. Kairo, 20. August. Rach eiuem Reuter'schen hi unter diefen Umstanden darf man“ziemlich Telegramm traf bereiis am 80. Juli die Garnison betfichtlich auf eine, wenn auch langsame friedliche on Kaffala, da sie sich nicht mehr halten konnte, ung der schwebenden Fragen in der großen in Abkommen mit den feindlichen Siammen. zitik, zumal bezüglich der Angelegenheiten Eghp⸗ unz und Afghanistans hoffen. tatut die Konzession zum Wirihschaftsbetrieb nicht nehr von dem „Beduͤrfniß“, sondern von der Qualifikation der betr. Persönlichkeiten und der ent⸗ prechenden Beschaffenheit der Lokalitäten abhängig zu machen. — Ludwigshafen, 20. August. Der Bad. Anilin⸗ und Sodafabrik dahier ist von der Jury der International Inventions Erhibition in London für die dort ausgestellten Produkte die bochste Auszeichnung die goldene Medaille, zuerkannt worden. Zu gleicher Zeit wurde diesem Etablissement von der Sociem of arts für seine hervorragende Leistungen und Fortschritte auf dem Gebiete der Farbenindustrie die goldene Medaille verliehen. (Gen.Anz.) — In Ludwigshafen wurde auf dem Wochenmarkte keiner Frau aus einer sogenannten „Gretchentasche“ 11 Mark entwendet. — Diedesfeld, 20. August. Wie streng die Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der Distriktsfeuerlösch Ordnung seitens der gericht⸗ ichen Organe behandelt werden, beweist der Um⸗ tand, daß einem Mitglied der hiesigen Feuerwehr, das unentschuldigt einer Feuerwehrüdung nicht bei⸗ vohnte, dieser Tage ein Strafbefehi zugestellt vurde, wonach derselbe wegen der erwähnien Ver⸗ ehlung zu einer Haftstrafe von 8 Tagen verurtheilt vurde. — Frankenthal, 20. August. Heute wurde dahier ein Parchen getraut, das zusammen das gewiß respeltable Alter von 139 Jahren zählt. Der Bräutigam hat nämlich seine 78, die Braut ihre 66 Sommer hinter sich. (Frkth. Tgbl.) Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 21. August. Eine Spe⸗ ialität in de Gravirkunst sind die beiden ogen. Münchener Hofbraͤuhausgraveure Haunz und Hoffmann, vwelche gestern hier eingetroffen ind sich bereits schon in der Brauerei der Gebr. Becker Unterstadt) zum Erstaunen vor den Anwesenden produ⸗ irten; das Graviren von Namen in Taschenuhren, Dosen ꝛc. in hübscher gothischer Schrift wird in zem kaum glaubhaften Zeitraum von nur 3 Minuten o sauber nund geschmackvoll ausgeführt, daß es als in Unikum erscheint, durch üebung zu solcher kunstfertigkeit zu gelangen. Die beiden Herren anden in allen groͤßeren Städten großen Zuspruch, poran es ihnen auch hier, wie der gestrige Äbend zewies, nicht mangelt. St. Ingbert, 22. August. Zu Ehren »es Geburts· und Ramensfestes Sr. Maj. des ddnigs findet am Dienstag im „Hotel zur Post“ in Feste sseen statt. Der Beginn desselben ist auf 1 Uhr Nittags festgesetzt. *St. Ingberi, 28. August. Wie das kgl. Bergamt dahier bekannt gibt, ist am nächsten Dien 8 rag und Mittwoch — 25. u. 26. do. Mis. — der Kohlenverkauf auf der hiesigen Brube des Bergfestes wegen geschlossen. — Morgen. Sonntag, macht der Kriegerverein einen Lusflug nach Forbach, um an dem 10jährigen Stiftungsfeste des dortigen Kriegervereins theilzu⸗ nehmen. — Obermoschel, 20. August. Die Lehrer ver Nordpfalz beabsichtigen, auch heuer wieder wie islzährlich auf dem durch seine wundervolle Ausficht elannten Lemberge bei Feilbingert am 25. August Nachmittags das Geburis- und Namensfest Sr. Majestät des Königs Ludwig von Bayern durch in Schülerfest zu begehen. — Die fünf größten Brauereien Speyers haben in dem Sudjahre vom 1. Juli 1884 bi⸗ »ahin 18858 57, 187 Heltoliter Malz versotten und »afür 343, 122 Mt. an Malzaufschlag bezahlt. Der Malzverbrauch ist um 1167 Heltoliter gegen das vorhergehende Jahr gestiegen. *— Der Stadtrarh inLudwigshafen jat in seiner letzten Sitzung die Errichtung einer btlursigen Realschuhe für genannte Stadt »eschlossen. Die kgl. Regierung hat zu diesem Zweche einen Fundationszuschuß von 20.000 Me. nus Centralfonds als unvetzinsliches, unangreif⸗ ares, für die Dauer des Bestehens der Anstalt inkündbares Darlehen in Aussicht gestellt. — vleichzeitig hat dieselbe Stadtverwaitung den Be⸗ dluß gefaßt, entgegen dem bisher geltenden Orts⸗ Die jetzt zu Konferenzen ganz besonders aignete friedliche und stille Zeit haben auch die aaten benutzt, um in einer in Hamburg in diefer oche zusammengetretenen Versammlung von Dele⸗ tien über den weiteren Ausbau des Voölkerrechts betathen. Bekanntlich bezieht sich das Völker- dNin mehreren wichtigen Punkten auf das See⸗ ht und den Schifffahrisveriehr und hat die Ver⸗ Fumlung mit der Berathung der betreffenden Jüngel begonnen. In der braunschweigischen Erb— Agefrage gilt es so gut wie ausgemacht, daß ahrscheinlich noch in diesem Herbste der deutsche vishafter Prinz Reuß in Wien vom Kaiser Wi im dem braunschweigischen Regentschaftsrathe als egent Braunschweigs vorgeschlagen und daß dann ⁊ Kegentschaftsrath mit dem Landtage den Vor⸗ lag zu berathen haben wird. Vermißchtes. F FMannheim, 20. August. Wie die „N. B. L.“ hoͤrt, ist der Fachverein deutscher Meiall⸗ arbeiter“ auf Grund des Sozialistengesetzes aufgelofi worden. Dem Vorstand des hiesigen Ortsverbands ist gestern die diesbezügliche Erdffnung seitens des Großh. Bezirksamtes zugestellt worden und wurde Jleichzeitig die Beschlagnahme der Geschaftsbücher und Papiere vollzogen. iue —t Wie die „Pf. Pr.“ vernimmt, ist bei der in Wiesbaden wohnenden Familie Reichard bis etzt weder von dem deutschen Generalkonsulate in Zanzibar, noch von anderer Seite eine Bestätigung der Nachricht von dem Tode des Afrikareisenden Paul Reichard eingelaufen. F7.GAuch ein Velozipe dist.) Der frühere Buchbinder Regensburger in Langenzenn hat vor einigen Tagen mit seinem Veloziped Langenzenn berlassen, um eine Spazierfahrt zu machen, ist aber nicht wieder nach Hause zurückgekommen. Das Veloziped fand sich nach mehriägigen Recherchen aach dem „Verunglüdten“ in einer Wirthschaft in Fürth eingestellt. Regensburger ist aber bis jetzt verschwunden geblieben. Dagegen hat sich in der Führung seines ,Bankgeschafts“, welches er betrieb, ein Manko von 100,000 Mti. gezeigt, mii welchem fich seine an ihn glaäubigen Gläubiger nun zu beschäftigen haben werden. fKreuznach, 19. August. Heute Nacht kutz vor 12 Uhr erfolgte innerhalb des Sahnkdrper der hiesigen Station ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem von Munster a. St. ankommenden Büterzuge und einem rangirenden leeren Personen⸗ juge. Die beiden Lokomotiven wurden stark be⸗ hädigt, und einige Personenwagen, sowie auch dohlenwagen des Güterzugs nahezu demolirt. Der Zugführer des Güterzugs wurde schwer verleßt in cachdem nunmehr auch, wie in vor. Nr. ge⸗ det, die Kreuzerkorvette,Bismarck“, mit dem antreadmiral Knor'r an Bord, vor Zan⸗ w eingetroffen ist, besteht das deutsche ostafri⸗ nishe Geschwader aus den Kreuzerkorvetten Bis⸗ ute. Stosch“, „Elisabeih“Prinz Adaiberi d „Gneisenau“, dem Kanonenboot Move“ und Tendern „Adler“ und „Ehrenfels“. Die fünf wrannten Kriegsschiffe sind etatsmäßig mit 84 düten und 2187 Mann besetzt. Ausland. baris, 21. August. Der Erdffnung des alen Schützenfeftes in Vincennes, organisirt der Patriotenliga, wohnten der General Geri— Is Vertreter des Kriegsministers und alle fiztere der Garnison von Vincennes bei sthlaßz war aber noch sehr unferlig, so daß sier einen ziemlich kläglichen Verlauf hatte. Festbankette hatte Deroulede General Geritais nich; gegenuͤber sah Frau Tomond Adam, lannie Pariotin, welche den größten Theil woten zur Herstellung des Festplatzes zusam⸗ bracht hatte. Deroulode dasiete zuerst auf un Adam umd vertheidigte sodann die Patrioten⸗ ten die Anschuldigung. das Ausland ju ohuen. Es sei wahr dah das Programm der die Reftitution Elsaß ˖Lothringens und die non des Franfurter Vertrages enthalte, aber heiße nicht Reprife uind Redision nicht daz hiesige Hospital verbracht, ein Bremser, sowie in Heizer erhielten leichte Contusionen. — Die ofori eingeleitete Uniersuchung wird wohl heraus⸗ stellen, auf wessen Seite die Schuld dieses Unfalls zu suchen ist. Kafsel, 18. Auguft. In einem hiefigen Basthofe erschoß sich heute Morgen ein Göttinger Sludent. Die Motibe der That wie der Name des Unglüdlichen find bis jetzt noch nicht bekannt. t Halle, 18. August. Infolge zu starker selbstbereiteter) Morphiumeinspritzung jarb, wie dem „Leipz. Tgbl.“ gemeldet wird der Affistenzarzt an der Hallenser kagl. Klinik Zeller. Der junge Mann wurde gestern früh todt im Bette gefunden. 4Das groͤße Bankhaus Westphalens ist fallit. W. bom Born in Dortmund hat seine Zahl⸗ ungen eingestellt. Die Passiven sind einstweilen nuf 11 - 12 Millionen berechnet worden, doch nimmt man an, daß diese Ziffer fich bei näherem kingehen auf die Verhältnisse erhoͤhen wird. In den geschaftlichen Kreisen Westphalens herrscht wegen dieses Ereignisses die groößte Betrübniß und befürchtet man eine wenere Verschlimmerung der ohnehin trau⸗ tigen Situation. Das Bedauerlichste bei der ganzen Sache ist, daß viele kleine Leute, Handler und Fewerbeireibende den Verlust ihcer sauer erwor⸗ denen Groschen zu bellagen haben werden; denn zei der bekannten Koulanz der als unerschütterlich gelitenden Firma gaben dieser die kleinen Leute für die Anlegung ihres ersparten vielfach vor den Spar⸗ lassen den Vorzug. Man rimmt in unterrichteten Zreisen an, daß nicht für 20 pZt. der Passiven Deckung vorhanden sein werde. Berlin, 21. August. Von dem Pflicht⸗ ifer unseres Kaisers gibt folgende Geschichte wieder⸗ un einen Beweis, die Prinz Wilhelm gestern bei der nebung des Ersten Garde-Regiments erzüblt „at. Das Wetier ist seit einigen Tagen hier em⸗ Ffindlich kühl und regnerisch. Der Leibarzt des Zaisers, Dr. Leuthold, hatte deshalb schon am NRontag den Kaiser gebelen, von der Feier der 5Nthüllung des Denkmals Friedrich Wilhelms J. ernzubleiben. Er richtete, um seiner Warnung Iroßern Nachdruck zu geben, in diesem Sinne ein —Schreiben an den Monarchen; dieser aber schrieb infach an den Rand: „Dann sterbe ich wenigstens m Dienste.“ Trotzdem wiederholte am Morgen er Feier, da das Wetter fich nicht gebessert hatte, rer deibarzt dringend seine Bitte. Der Kaiser aber rwiderte: „Ein Konig von Preußen, der nicht nehr zu seinen Soldaten gehen und den Verpflicht⸗ ingen seines Amtes walten kann, der ist kein König meht und mußte die Regierung niederlegen !“ f Noveant, 17. Auguft. Daß die fran ⸗ dsischen Revanchemänner keine sich irgend darbie⸗ ende Gelegenheit vorübergehen lafsen, ohne ihrem epreßten Herzen Luft zu machen, beweist wieder inmal zur Genüge die geslern in Mars⸗la⸗ Tour eranstaltete Todtenfeiet zu Ehren der im letzten driege gefallenen franzöoͤsischen Soldaten. Die reier ist eine alljährlich wiederkehrende, von der ranzosischen Regierung angeordnete und somit offi⸗ jelle. Die gestrige Todtenfeier nun gestaltete fich n ihrem ganzen Verlaufe zu dem tollsten Revan⸗ Jetaumel, welcher durch die unmittelbare Nähe der eutschen Grenze, durch die Mitwirkung des grand lepute und Etzpatrioten Antoine dus Metz und ie Anwesenheit von Hunderten bon Deutschen eine janz besondere Würze erhielt. Die Gedächtnißfeier zor dem Dentmale für die Gefallenen, das auf dem zodel desselben erhobene Mädchen in elsässischer Tracht in den elsaß⸗lothringischen Farben, die un⸗ erblümte Rede des Prafekten von Nancy, in wel⸗ her er unter dem Beifall der Menge darauf hin⸗ wies, daß die Verwirklichung des fran⸗ vsischen Traumes nahe bevorstände, das Aufireten deh Thierarztes Antoine, welcher in längerm, —E en zunächststehenden Personen verständlichen Re xguß als Vertreter der verlorenen Probinzen er viderte, die Anwesenheit des aus Nancy herübet. jekommenen Schüulerbataillons, welches wiederholt in die Stunde des Ernstes ermahnt wurde, die »ochrufe auf Elsaß-Lothringen, die förmliche Val jerei um eine Nummer des in mehrern Tausen kxemplaren abgesetzten „Antiprüssien“ — alles die var nichts als ein einziger Hinweis auf die naht hevorstehende Stunde der Rache“. In Deutsqh— sand wird vielfach solchen Kundgebungen nur g. inge Bedeutung zugemessen und das ganze alß hnmachtige Wuthausdrücke einzelner politischer heißsporne hingestellt; wer je Augen⸗ und Ohren. euge einer solchen Wühlerei gewesen, denkt anden zarüber. Wir können nicht genug davor warnen. sie zu unterschätzen. Wie man der „Wiener Allg. Ztg.“ aus dondon meldet, hat der Clowi Brisé, wel her vor acht Tagen seine Vermahlung feierte, aud seue über diesen Schritt sein Leben in der Weise jeendet, daß er sich in einem nur zum Viertel ge⸗ üllten Wasserbottiche auf den Kopf stellte und so ange darin stehen blieb, bis er erstidte. Das ist in er That eine echte Clown⸗Idee, und noch im Tode zatte der arme Brisö die Lacher auf seiner Seite BEMEMäXMR — — — Fur die Redaltion verantwortlich: F. X. Demeß. oAAiltaib9łeftie&l“7ygee —— — Getragen von der Gunst zes Publikums, beliebt als das angenehmste und wirkung!⸗ zollfte Hausmittel sind heute die in fast jeder Apothele er⸗ dältlichen Apotheker R. 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SuInabert. den 21. Augusi 1885. Kal. Bergamt. ur eiuige Rage Ichwargz, Meztzer, a amnaä ê IUn. 2 graviren wir Namen in Uhren zu 26 Pf., in goldene 40 Pf., in 8 Minuten, Na⸗ men in Besiecke und Trinkgefäße, je nach Anzahl, billiger. Messingene Thüuͤrschilder mit emaillirter Schrift, Nonogramme in alle Metalle und in gein. Anfertigung von Amts- und Herichtssiegeln, sowie Petschaften und Firmenstempeln in Stahl, Messing und 7autschuk, selbstfärbende Medaillons⸗ und Westentaschenstempel, Schilder mit Namen für Regenschirme und andere gegenstande. Saubere Arbeit wird garantitrt. Achtungsvoll Haunz & Hoffmann, Graveure aus Mindelheim, Bayern. NB. 1000 Mark bielen wir demjenigen, welcher in so kurzer Zeit o genau und accurat Namen in Uhren i. s. w. gravirt. D. O. eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thrau Dieselbe erhält das Leder geschmei zig, verhütet das Springen desselber odie das Eindringen der Nässe. 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Vorstandes Friedrich eder. — 2 — Der Ausschruf Dir ihscha fls⸗Erõffnun⸗ nem verehrlichen Publikum hiermit zur gefälligen Kenntnißnahme, daß ch Seute, Samstag, Abend in meinem (früher Paulus' jchen) Hause und — w r Konlenstraße bei gutem Sto e die Wirthschaft eröffne. —atem Zuspruche entgegensehend, ladet hoͤflichst ein —EILIXXI Inserate für sämmiliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Origina zreisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öflerer Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsangelegenheiten wird, durch obid Firma, gestützt auf die wahrend des Z0jährigen Bestehens de elben . gemachten reichen Etfahrungen, gewissenhaft und fostenfre xtheilt, auch werde n auf Wunsch der Inserenlen die geelaneliten Blätter in Vorschlag gebracht. Der Zusfuhrliche Zeitungskatalog pro 1835 steht jedem In derenen züß Wulsch AIrauls unßd franco zur Verfügung. — —— — — — teso—J- Vandelsschule nit 6 Klassen, deren Absolvirung seit 12 Jahren 159 Zöglinge zum ein⸗ Ahrigen NMilitardienst berechtigte. - Penaionat für Knaben von 11 fanren an. — FProgramm dureh die Direktion des Interna —ö— in Pιαl. Frudk und Verlag bon 45 x. Demek in St. Inabert. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ glalt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.4M 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 78 40, einschließlin 0 ⸗Zuflellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 89, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 165. Montag, 24. August 1888. 20. Jahrg Die Erwerbung der Karolinen⸗ — Politische Uebersicht. zu liefern und die große Masse des russischen Volkes gleichgiltig zu lassen. Die Liberalen Ruß lands müßten mit geistigen Waffen kämpfen und die nihilistischen Ideen aus ihrem Ideenkreise ver⸗ hannen. Ob diese Mahnung an die noch vorhan⸗ denen Nihilisten etwas hilft, muß freilich abge⸗ wartet werden. Inseln durch Deutschland. * Das Befinden des Kaisers ist an— pauernd ein gutes und kann sich derselbe täglich den laufenden Regierungsgeschäften widmen. Am etzten Freitag hatte der türkische Botschafter Said hJascha die Ehre, von dem Kaiser in besonderer Zrivat Audienz zur Ueberreichung, eines Hand⸗ chreibens des Sultan empfangen und bald darauf zur kaiserlichen Tafel gezogen zu werden, zu welcher außerdem auch der türkische General Hobe Pascha der Staatssekretär des Aeußern Graf von Hazzfeldt, die Staatsminister Dr. Friedberg und Dr. Lucius, der deutsche Botschafter in London Graf Münster u. s. w. mit Einladungen beehrt worden sind. Man bringt diesen Vorgang vielleicht nicht mit Unrecht in Verbindung mit der egyptischen Frage, welche auf den Vorschlag Deutschlands durch ein gemeinsames Vorgehen der Türkei und Englands ihre Lösung finden soll. Als vor einigen Tagen die Nachricht bekannt purde, daß die deutsche Regierung. von den Karo⸗ linen · Inseln im Stillen Ocean Besizz ergriffen habe, wurde sofort von Madrid aus die Ansicht geltend gemacht, daß Spanien ältere Rechte auf die Inseln jabe. Bei der großen Umsicht, welche indessen der deutsche Reichskanzler in der Kolonialpolitik ent⸗ jaltet, mußte von vorn herein bezweifelt werden, daß diese Angabe Spaniens stichhaltig sei. Von panischen Zeitungen, zumal von solchen, welche der gegenwärtigen Regierung Spaniens feindlich zesinnt sind, wurden natürlich die Hetzereien gegen Deutschland wegen der angeblichen Verletzung panischer Rechte fortgesetzt, inzwischen hat aber die panische Regierung zugeben müssen, daß sie bis etzt eine thatsachliche Besitzergreifung der Karolinen⸗ Inseln nicht vollzogen, sondern nur versucht hat. )eutschland besitzt also sehr wohl das Recht, diese serrenlosen Inselchen des Stillen Oceans als sein kigenthum zu erklären. Den Spaniern kann wohl nachgerühmt werden, daß sie vor mehr als drei⸗ hundert Jahren, wahrscheinlich im Jahre 1526 die darolinen⸗Inseln entdeckt, aber sonst sich nicht weiter um dieselben bekümmert haben. Uebrigens ist auch nicht einmal die ganze Inselgruppe von den „paniern entdeckt und befahren worden, sondern dies geschah erst zu Anfang dieses Jahrhunderts durch den russischen Kapitän Lütke, aber auch die Russen haben sich auf den Karolinen-Inseln nicht estgesetzt. Die Karolinen⸗Inseln sind übrigens gar ücht besonders werthvoll, sie bestehen zwar aus ast fünfzig Inselgruppen, die Inselchen sind aber neistens kleine, geringwerthige Koralleninseln und zählen insgesammt nur 6 Quadratmeilen Flächen⸗ mhalt mit ungeführ 25,000 dem mikronesischen Menschenstamme an gehörenden Einwohnern. Einzelne Inseln sind allerdings werthvoll, zumal die fünf hoch⸗ elegenen Palau, Eap, Ruk, Ponape und Kusaie. Diese ind gut bewässert und haben eine herrliche Vege⸗ ation. Außerdem wären als größere Karolinen⸗ Inseln noch Mapia im Süden, Ulutsi im Norden und Tobi im Westen zu nennen. In Bezug auf Kolonie-Gründungen würden diese Inseln nun wohl nur nebensächlich in Frage ommen, wahrscheinlich hat die deuische Regierung aber die Absicht auf den Karolinen-Inseln bedeu— tende Schiffsstationen zu errichten, die für unseren Schifffahrtsverkehr mit den fernen östlichen Welt⸗ heilen von großer Wichtigkeit sind. Uebrigens soll auch der Fang von Fischen und Schildkroöten auf nigen Inseln der Karolinengruppe sehr lohnend in und sind dieselben auch eine beliebie Siation ür die Waldfischsanger. Die KarounenInseln wären daher auch nach der wirthschaftlichen Seite sin eine nicht gerade zu verachtende Erwerbung für den deutschen Unternehmungegeist. Die Vewohner ꝛer flachen Inseln sind zumeist zutraulich und steundlich und dahbei friedliebend, geschikt und be⸗ daht. Sie haben seit fast 100 Jahren einen un⸗ unterbrochenen Verkehr mit den Bewohnern der Jachbarinseln gefuhrt und sich sogar in neuester deit auf diesen niederzulassen angefangen. Dagegen gelten die Bewohner der hohen Inseln für unruhiger e kriegslutiger. Ihre Verbindungen mit den kuropäern datiren erst aus der neueren Zeit. *Die englische in der afghanischen Grenzfrage hartbedrängte Regierung kann erleichtert aufathmen, denn nicht nur Londoner sondern auch Petersburger Zeitungen melden, daß die russische Regierung nach Empfang einer an Ort und Stelle aufgenommenen Spezialkarte der afgha⸗ nischen Grenze sich entschlossen habe, auf die Ein— verleibung des Zulfikarpaßes zu verzichten. Damit wäre nun auch der letzte Zankapfel in der afgha⸗ nischen Frage beseitigt. Deutsches Reich. *In politischen Kreisen kursirt ein Gerücht, wonach der deutsche Reichskanzler Fürst Bi⸗marck, der russische Minister v. Giers und der englische Minister Marquis v. Salisbury eine Zu⸗ 'ammenkunft haben würden, um über die Regelung des afghanischen Grenzstreitcs eine endgiltige Ver⸗ einbarung. zu treffen. Der unerquicklichen Lage dieses Grenzstreites entsprechend dürfte man sich in London wie in Petersburg wohl micht ungern der Bermittelung Deutschlands bedienen, doch muß ersi noch die Bestätigung obiger Nachricht abgewartet werden. Berlin, 22. August. In der heutigen fünf— stündigen Plenarsitzung der Telegraphen ⸗Konferenz wurde, nachdem Fribourg (Frankreichj die ganzen sehr verwickelten Kommissionsverhandlungen mit großer Klarheit und Präcifion dargelegt, die An⸗ nahme des einheitlichen Tarifsystems beschlossen. Von 25 Staaten stimmten 21 mit Ja, 4 enthielten sich wegen noch nicht eingetroffener Instruklion der Abstimmung. Eine verneinende Stimme wurde überhaupt nicht abgegeben. Oesterreich ⸗Ungarn, Rußland, England, Frankreich,! überhaupt alle europäischen Staaten, ausgenommen obige vier A Deutschland. In etwa acht Tagen findet die zweite Lesung statt. Prinz Wilhelm von Preußen, welcher am 24. Sept. zum Besuche des österreichischen Kron⸗ prinzenpaares in Wien eintrifft, wird auch auf einige Tage in Begleitung des Kronprinzen Rudolf und der Kronprinzessin Stefani nach Eudapest gehen, um die ungarische Landesausstellung zu be— fichtigen. * Der Gesundheitszustand in Mar⸗ seille hat sich verschlimmert, es sterben dort täglich gegen 200 Menschen an der Cholera und trifft deßhalb die französische Regierung Maßregeln, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. 2* In gewissen Kreisen der spanischen Be⸗ völkerung haben unzufriedene Parteiführer wegen der angeblichen Wegnahme der Spanien zehörenden Karolinen-Inseln durch Deutschland eine Deutschenhetze angefacht, der man durch eine Volks— demonstration in Madrid die Krone aufsetzen will. Das Ziel dieser durchsichtigen Agitationen ist in⸗ dessen viel weniger gegen Deutschland als gegen die gegenwärtige spanische Regierung selbst gerichtet, die durch jene Affaire discredidirt werden soll. Hoffentlich bewahrt die spanische Regierung in dieser Angelegenheit kaltes Blut und zeigt weder aach oben, noch nach unten eine Schwäche, sonst koͤnnte ihr auf dem politisch unterminirten Boden Spaniens die Existenz sauer gemacht werden. Hin⸗ zugefügt darf werden, daß wegen der Karolinen⸗ Inseln zwischen Deutschland und Spanien von leinem Konflikte, sondern nur von einer Meinungs⸗ verschiedenheit die Rede sein kann. Auch hat Spanien zugestanden, daß es noch keine festen Be⸗ itztitel auf die Karolinen⸗Inseln bis jetzt besaß, Aso Deutschland dieselben wohl behalten wird. Ausland. Wien, 22. August. Laut offizieller Nachricht nehmen an der Kaiser-Entrevue in Kremsier das dsterrreichische Kaiserpaar, der Kronprinz, Erzherzog Karl Ludwig, Minister Kalnoky, Sektionsche Szogyenyi, zwei Hofsekretäre, Ministerpräsident Taaffe mit zwei Funktionären, Minister Orczy und Botschafter Wolkenstein Theil. MKairo, 28. August. Der egyptischen Re— gierung ist die telegraphische Nachricht zugegangen, daß es in Berber zu blutigen Zusammenfisßen ge⸗ lommen ist und daß die Vevölkerung, welche dem heftigsten Mangel an Lebensmitteln ausgesetzt ist, äch der öffentlichen Kassen bemächtigt habe. Lokale und pfälzische Nachrichten. *Sti. Ingbert, 24. August. Heute, Mon⸗ tag, Abend feiert der hiesige Kriegerverein das Allerhöchste Geburts · und Namensfest mil einer Reunion in dem Lokale des Wirthes Best in der alten Bahnhofsstraße. N St. Ingbert, 24. August. Gestern feierte der neugeweihte Priester Herr Nikolaus Jung in der hiesigen katholischen Pfarrkirche seine Primiz. In feierlicher Prozession, voran die ge⸗ jammte Schuljugend sowie die Bergkapelle, wurde der Primizient an seiner elterlichen Wohnung in der Nenweiler Straße abgeholt und zur Kirche ge⸗ leitet. Die Straßen, durch welche sich der Zug * Im russischen Reiche scheint die revo— jutionäre Propaganda der Nihilisten that— ächlich im Niedergauge begriffen zu sein. Eine Ktorrespondenz eines „Eingeweihten“ aus Zurich hetont dies ausdrücklich und erklärt, daß das anar⸗ histische Vorgehen der Nihilistensweiter keinen Zweck gehabt hätte, als einen Theil der die Freiheit sebenden russischen Jugend auf die Schlachtbank ö ⏑ zewegte, waren mit Kränzen, Bildern und Fahnen aufs festlichste geschmückt und an mehreren Stellen „on Ehrenpforten uͤberzogen. Vor der Wohnung Res Neopresbyters war ein Altar errichtet, an wel⸗ hem derselbe feierlich eingekleidet wurde. Die Be⸗ heiligung an der Feier des Meßopfers war eine so staͤtke daß die Kirche die Zahl der Andaͤchtigen kaum zu fassen vermochte. XSt. Ingbert, 24. August. Auch dieses Jahr hat sich die Schnappacher Kirchweihe eines ahireichen Besuches zu erfreuen. Am gestrigen ersten Kirchweihtage wogte auf der Straße eine soiche Menschenmenge, daß es schwer hiest, fich hindurch zu arbeiten. Das Thun und Treiben zlich aber auch förmlich dem eines Jahrmarktes. Mu lauter Suͤmme prisen die Besitzer von Bazaren den Vorübergehenden ihre Ware an. An mehreren Stellen waren Schießbuden aufgeschlagen, welche äch sämtlich eines starken Zuspruchs zu erfreuen halten. Durch drei Reitschulen war für die Be⸗ uustigung der Jugend gesorgt. Aber auch die rafiprobmaschinen und Lotterien hatten eine Menge von Zuschauern angezogen, welche dort ihre Kraft, hier ihr Glück erproben wollten. Waährend auf her Siraße mehrere Drehorgeln für den Ohrenschmaus sorgten, konnte man sich in dem Lokale des Herrn Fifel an höherem Kunstgenuß ergötzen. Denn hier spielie die rüͤhmlichst bekannte Kapelle Lindner Jus Allenwald. In demselben Lokale fand Abends Z Uhr auch ein Ball statt. P. St. Ingbert, 24. August. Bei der gestrigen Kirchweihe in Schnappach fielen mauchem Zesucher zwei armselige Maädchengestalten auf, die von Haus zu Haus wanderten und die Wohlthätig⸗ keit der Bürger in Anspruch nahmen. Sie sangen im Hausflur ein frommes Kirchenlied, und die mitleidigen Bewohner reichten ihnen dann Kuchen, Brot u. s. w. Später kam Schreiber dieser Zeilen m eine Wirthschaft und hörte im Flur abermals fingen; aber nicht etwa ein heiliges Kirchenlied, fondern, man staune, ein lüsternes Liebesliedchen. Und dies von Kindern von 8-v10 Jahren. Jetzt ragt man noch, warum die Jugend eben so ver⸗ dorben ist. Woher kommt es * Von der schlechten äuslichen Erziehung! Die Eltern haben doch die Zinder dazu angehalten, sie singen gelehrt und ihnen jesagt, wohin sie gehen sollen. Solche Eltern be⸗ zenken nicht. welches Unheil sie dadurch stiften. Hausplatz⸗ Versteigerung. wenn fie in die unschuldige Kindesseele so früt schon den Gifthauch des Bosen und Schlechten yflanzen. Was nützen da alle Ermahnungen von Zeiten der Lehrer und Geistlichen, wenn zuhause vieder ausgerissen wird, was in Schule und Kirche ꝛingepflanzt wurde! tichambritende Bankier durch die nur angelehnte Thür hören konnte. „Wie schlecht muß es in Eure Finanzen stehen“ — soll darauf der schlag⸗ ertige Berlinet Finanzier ausgerufen haben, ‚wenn man bei Euch schon Vuchstaben versetzt l F Oiebstahl im Turiner Waffen. Museum.) Wie italienische Blätter berichten vurde in einer der letzten Nächte im königl. Waffen. Museum in Turin ein mit großer Kühnheit ausge— führter großer Diebstahl begangen. Die Diebe drangen in das Museum ein, indem sie eine Fensterscheibe eindrüctten, und nahmen einen Kasten mit Münzen im Werthe von zwei Millionen Lir— und zwei Kronen aus massivem Golde, welche dem Zönige Viktor Einanuel geschenkt worden waren, mit sich. Auf dem Pflaster fand man Blutstropfen und am Fuße der Mauer eiserne Werkzeuge. GBon Eismassen erdrückt.) Au— San Franzisko eingetroffene Nachrichten besagen, daß die amerikaniiche Bark „Napoleon“ im noͤrd— ichen Polarmeer von ungeheuren Eismassen erdrüch vorden ist. Von der Mannschaft kamen zweiund, wanzig Personen ums Leben, der übrige Thei purde von dem Schooner „James A. Garfield' gerettet. — — —3 — — Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme z. Vermischtes. f Der Münchener Aktienbrauerei „Zum Löwenbräu“ wurde auf der Weltausstellung n Antwerpen die höchste Auszeichnung: Ehren⸗ diplom zuerklannt. fAus Baden, 20. August. Ein seltenes Beispiel von Leichtsinn kam in der Lochmühle, Ge⸗ nartung Gersbach, Amt Schopfheim, vor. Ein 16 Jahre alter Bursche, der die Sägemühle be⸗ wvachte, legte sich auf einen großen Baumstamm, der eben langsam durch die Suͤge gezogen wurde; r schlief ein und erwachte erst, als die Säge ihm inen bedenllichen Riß in den Arm gesägt, der nur angsam und schwer heilen wird. Das ist doch in non plus ultra von Leichtsinn! 4 Metz, 20. August. Der Bahnhof Peltre st gegenwärtig in ein mächtiges Artillerielager imgewandelt worden. Nicht weniger als 80 schwere drupp'sche Belagerungsgeschütze sind mit ihren Müundungen drohend auf Forl Queuleu gerichtet, jegen weiches vom 8. und 12. Regiment die Ttancheen gettieben werden. Munition verschiedener Art ist um den Artilleriepark aufgestapelt, darunter Zranaten von einem halben Meter Höhe. Der Anblick des kriegerischen Schauspiels ist ungemein nteressant und wird in nächster Woche noch groß ⸗ rtiger werden. F Eine recht hübsche Anekdote, dit alls sie nicht wahr sein sollte, jedenfalls als gut exfunden gellen kann, wird einem Berliner Bankier derrn Goldberger nacherzählt: Als jüngf zer finanzpolitische Vertreter einer fremden Regier⸗ ing, die sich iu permanenten Geld⸗Schwulitäter zefindet, zur Einleitung bvon Finanzoperationen in Zerlin weilte, sprach auch Herr Goldberger vor. der Geheimsekreiür meldete den Besuch seinem Vor⸗ jesetzten mit den Worten: „Herr Goldbergen vuͤnsche Excellenz zu sprechen.“ — „Goldberger?“ viederholte dieser mit Nachdruck — „‚wir können zzt nur einen Geldborger brauchen “ Diese Worte waren so laut gesprochen worden, daß sie der an⸗ Anerkennung! Der kath. Kirchenbau⸗Verein Kaiserslautern har die Generalagentur der ihm vom kgl. Staatsmini⸗ sterium gewährten drei Prämien.Kollekten zur Er— hauung einer zweiten kathol. Kirche in Kaiserslautern der Firtma Alb. Roesl in München übertragen. Wenn trotz der Ueberflutung des Marktes mil Loosen und kotz der Abneigung des Publikumẽ gegen die Lotterien ein schönes Resultat erzielt worden ist, so ist dies zuvörderst der rührigen unl überaus fachkundigen Thätigkeit der Firma Alb Roesl zu danken, die sich als sehr opferwillig, reel und ehrenhaft bewährt hat. Kaiserslautern, 12. August 1886. Das Barean des Jusschusses des Kirtchenban-Vertins H.Lorenz, Stadipfarrer. Baumann, k.Landger. Katl 8. Geiler, J. Vorstand, Carl Föcking, J. Schlabeck, Schriftführer, Hoffmann, Rechner Heiter, II. Vorstand. Nur einige Tage rich Schwarz, Metzge Tim mer Nr.2 Einladung ↄ2um Abonnoement auf: Dienstag, den 1. Septem ber 1885, Morgens 2410 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Fohann Joseph Heinrich, aͤßt Herr Johaun Hofmann sr., Privaimann allda, folgende zu Bau ⸗ zlätzen sich eignenden Grundftücke zu igen versteigern: Steuergemeinde St. Ingbert: .Plan Nr. 2791, 123160 Dez. Ackeer in der untersten Flur; 2. Plan Nr. 2793, 19*10 VDez. Acker allda, in 2 Parzellen. St. Inabert, den 24. August 1885. OQ⸗mmer, k. Notar. Zerctu: „Du kommst ja nicht.“ Miittwoch, den 26. August, Vormitags in der Wirthschaft von Joseph Quirim Leberknödel. Groaso Augabo: 4 b d t t b Noĩne Avegebo: 2 —7 Die Arboitsstubo.ii Seitschrift fũr leichts und gegchmackvolle Handarbeiten mit tarbigen Originalmustorn fũr Ganerasstickerei, Application und ↄlatistich. aovie zahlreichen sehwarzon Vorlagen für Hakol-, Filet-. dtriek- und Stickarbeiten aller Art. Monotlich ein Hoft mit reich illustrirtom Text, einer farbigen Tatel mit tein colorirten, tyilgerochten Originalmustern und einer Unterhaltungsbeilage. Dise Arbeitsstubo biotet 6owohbl Müttern als Lehrerinnen reiches Material, in ihren Töchtern und Schüölerinnen den Sinn und die Neigung zur Handarboit aun rrenkan und en färdern, * V graviren wir Namen in Uhren zu 25 Pf. un goldene 40 Pf., in 3 Minuten, Na⸗ Ren in Besiecke und Trinkgefäßze, j nach Anzahl, billiger. 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Iugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er „St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, —nerotag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ lan und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 AM 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I.M 75 —, einschließliw 4 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr sur die Agespaltene SGarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 138 4, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. ö—üü⏑ „F 166. Dienstag, 258. August 1888s5. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. In den politischen Kreisen Englands wird it einiger Bestimmtheit behauptet, daß es Lord zalisburny endlich gelungen sei, sich mit dem ursten Bismarck bezüglich der großen politischen ragen, die gegenwärtig in Schwebe sind, zu ver⸗ andigen. Selbstverständlich dürfe man nicht so deit gehen, an den Abschluß einer foörmlichen Alianz zu glauben; im Gegentheil seien schriftliche sbmachungen überhaupt noch nicht erfolgt; allein urch Gewährung von Konzessionen sei es Lord zalisbury im Gegensatze zu seinen Vorgängern eglückt, eine geeignete Basis für die Unterhand⸗ mgen der beiden Kabinete herzustellen. Es wird idessen von beiden Seiten anerkannt, daß es egenwärtig unmöglich sei, ein definitives Arrange⸗ jent zu treffen, da die Existenz des englischen abinetes von den im November stattfindenden dahlen abhängt; vorläufig kann daher nur von zourparlers und Vorbereitungen die Rede sein. sdan rechnet aber in englischen Regierungskreisen nit großer Bestimmtheit darauf, daß Deutschland je Misfion Sir Henry Drummond Wolff's in fkonstantinopel unterstützen werde und hofft — ielleich mit zu großem Optimismus — daß die zyptische Frage im Wesentlichen noch vor dem seginne der Wahlen gelöst sein werde. In Bezug us die afghanische Frage glaubt man nicht, daß )eutschland bei der Lösung derselben England be⸗ ilflich sem könnte. Uebrigens scheint eine solche iesmal wirklich nahe bevorzustehen. Sowohl eng⸗ sche wie russische Blätter, die ihre Mittheilungen us besten Quellen schöpfen, stimmen darin überein, aß Rußland nunmehr in eine Regelung der Zul⸗ arfrage im Sinne der englisch-afghanischen For⸗ erungen willige. Das anerkannte Organ des abinets Salisbury, die „Morning Post?, bringt ie Mittheilung, daß der englischen Regierung die ustimmung Rußlands zu der englischerseits vor ⸗ jchlagenen Lösung der Zulfikar⸗Frage zugegangen ei, und der Petersburger „Herold“, ein, wenn es h um russische Dinge von solcher Wichtigkeit mdelt, sehr vorsichtiges Blrtt, versichert, die rujsische egierung habe auf Grund der erhaltenen Detail⸗ aten die Ueberzeugung gewonnen, daß sie auf die ogenannte Zulfikarregion verzichten kͤnne; Ruß and werde nicht mehr auf der Einderleibung ieses Grenzgebietes bestehen. Damit wäre der zte Differenzpunkt beseitigt, welcher, in Betreff der zrenzregulirung noch in der Schwehe war. hlos um materielle Schädigungen handelt, die am und Frauen für die Ausübung und Verbesserung etzten Ende noch erträglich wären. Aber die Rechts- der Gesetze zur Unterdrückung von Verbrechen gegen icherheit selbst muß schließlich unter einem solchen die weibliche Ehre und der öffentlichen Unsittlichkeit. Berhältniß leiden und das Vertrauen, ohne welches Weitere Beschlüsse deuteten die Schritte an, welche der Verkehr nicht gedeihen kann. Man braucht, jzum Schutze junger Mädchen gegen Verführung um zu der Forderung der Ermäßigung der Gerichts? und Vergewaltigung ergriffen werden sollten. — losten zu kommen, nicht einmal so weit zu gehen, In Oldham verlaulet in Handelskreisen, daß die vie diejenigen, welche behaupten, daß es dem Staate Urbeiter, welchen von ihren Arbeitgebern Lohnre⸗ ustehe, die Rechtspflege umsonst zu üben, da die duktionen angekündigt wurden, in nicht wenigen Pflege des Rechtes im allgemeinsten öffentlichen Fällen nachgeben zu wollen scheinen. Eine große Interefse liege und der Staat die Versuchung nich! Firma, welche 500 -600 Personen beschäftigt ürfe entstehen lassen, daß Jemand Unrecht dulde, dürfte am Montag den Beirieb wiederum auf⸗ sdiehVihrune des Rechtes mit Kosten ver— n da sie die volle Zahl an Arbeitern erlangt nüpft ist. at, die sich mit der Lohnreduktion von 1 Berlin, 283. August. Wie der K. 8. — erklären. da d vot yjon zuverlässiger Seite telegraphirt wird, hat die London, 24. August. Die „Morning Post“ eutsche Regierung vorgeschlagen, die Streitfrage meldet: Das britische Kabinet empfing neue Wenh dee n diedsgericht russische Vorschläge, wonach der Zulfikarpaß Afgha— iner befreundeten Macht zu unterbreiten. nistan, und die Weideplütze Rußl blei Berlin, 24. August. Außer der Annahme s didhe Lohlond vortlelben ohen eines einheitlichen Tarifsystenns wurde in der Sitz⸗ ang der Telegraphen ⸗Konferenz am 22. Augusi inier Anderem beschlossen, daß künftighin die Be⸗ eichnung des Bestimmungsortes für ein Wort zu rechnen sei, auch wenn hegleitende Zusätze zur näheren Bezeichnung erforderlich wären. —AXV veneralversammbung der deutschen Eisenindustriellen zeschloß eine Dankadresse an den Reichskanzler, Fürsten Bismärck für die Förderung der Kolonial⸗ estrebungen, durch welche der internationale Ver⸗ sehr und Erxport gehoben werde. Auslaud. Peterßburg, 28. August. Der „Regier⸗ ingsbote“ mneldet die in der lezzten Nacht erfolgte Abreise des Kaisers und der Kaiserin, welche ich, begleitet von dem Thronfolger, dem Großfürsten Heorg Alexandrowitsch, sowie dem Großfürsten und er Großfürstin Wladimir Alexandrowitsch, zum gesuche des Kaisers von Oesterreich nach Kremsier egeben haben. Außerdem befanden sich im Ge⸗ olge ver Minister des kaiserlichen Hauses, Graf Worvnzow⸗Daschkow und mehrere Hofchargen. An der Grenze werden fich dem kaiserlichen Zuge an⸗ chließen: Der Minister des Auswärtigen v. Giers, der österreichische Militärattache, Oberstlieutenant dlepsch, der Kammerherr Graf Lambsdorf, der )ammerjunker v. Giers, der Kommandeur des dexholm'schen Garderegiments, Paniutin, und der dommandeur der ersten Kompagnie dieses Regiments. London, 23. August. Gestern Nachmittag fand m Hydepark zur Unierstützung der don der „Pall⸗ Mali· Gazetie“ angeregien und sodann von mehreren gischofen, Pairs, Deputirten und zahlreichen poli⸗ ischen Persönlichkeiten begünstigten Bewegung zum Schutze junger Mädchen eine öffentlide Versamm⸗ ung statt. Etwa 30,000 Personen waren an⸗ vesend. Von 11 Tribünen aus wurden zahlreiche RKeden gehalten und sodann Resolutionen ange ⸗ iommen, in welchen die Bürger aufgefordert werden,. ie Behörden bei der Ausführung des von dem Parlamente zum Schutze junger Madchen ange⸗ rommenen Gesetzes zu unterstützen. Am Tage orhet wurde in der St. James Hall unter dem Vorsitze des Parlameutsmitgliedes und königl. Kathes George Russell eine ziemlich zahlreich be⸗ uchte Konferenz zur Besprechung der gegenwärtigen Sittenzustände in London abgehalten. Unter den gefaßten Resolutionen befürwortet eine die Bildung ines nationalen Wachsamkeitsvereins von Männern Die Wädchen⸗Erziehung. Mehr als je zuvor reifen, fast könnte man sagen zrängen die gesellschaftlichen Zustände unserer Ge— genwart auf eine sorgsame Anlegung und Aus— autzung der Arbeitslräfte der einzelnen Personen. Dieser Richtung folgend, erkennt man immer deut⸗ iicher die Nothwendigleit, die weibliche Jugend der ürmeren und der ärmsten Klassen sich nicht mehr zanz selbst zu überlafsen, sondern für ihre Erziehung und Unlerweisung, sowohl in wirthschaftlicher, als auch in industrieller Beziehung das moͤglichste zu chun und, wenn es früher versäumt, spater noch einigermaßen nachzuholen. Wie wenig die Eltern armer Kinder für eine praktische Ausdildung nach den angegebenen Seiten hin thun oder zu thun im⸗ stande sind, ist hinlänglich bekannt. Die Haupt⸗ frage jedoch wird immer die bleiben: „Wie erhalien wir gute Hausfrauen und gute Mütter?“ Nach dieser Richtung hin muß entschieden Ab⸗ jilfe gebracht werden, und je eher diese kommt, desto eher wird der Segen, den diese Hilfe gebracht, der Nation zu gute kommen. Von besonderem Werthe zunächst erscheint spätere Nachhilfe dort geboten, wo Frauen und Kinder an in dustriellen Arbeiten theilzunehmen gezwungen sind. —AI fahrung bestätigt dies zur Genüge —, daß ein Mädchen, welches von Kindheit auf ein Drittel des Tages oder noch mehr auf Fabrikarbeit verwandte, selten eine gute Hausfrau oder Mutter und noch weniger ein guter Dienstbote ohne jede spätere Nach- hilfe zu werden verspricht. Dieselbe kann nun frei— lich wohl nur theilweisen Ersatz bringen filr das, was die erfahrene Mutterhand hätte erzielen können, immerhin aber wird bei taktvollem und kräftigem zu Werke Gehen viel Segensreiches und Gutes für die Schülerinnen zustande gebracht werden. Die falsche Mädchenerziehung hat nicht nur das eine Uebel an sich, nämlich geistige Untauglichkeit, sondern mit derselben gehen auch Hand in Hand körperliche Leiden, insbesondere Blutarmuth und Nervofität. Diese beiden schrecklichen Leiden unserer Zeit haben das Fundament, auf dem die schweren Aufgaben und Pflichten der Frau unerschütterbar ruhen müssen, die Gesundheit der Frauenwelt, so sehr geschädigt, daß kaum noch die geringsten An— forderungen an sie gestellt werden können. Auf welche Weise lassen sich aber diese Uebel abstellen? Deutsches Reisch. Berlin, 22. August. Daß die Gerichtskosten hohe sind, wird allmählig auch von konservativer nd offizioser Seite zugegeben. Die Queile dieser rlenntniß hat man im — — zu suchen, denn e Einnahmen des Justizetats zeuͤgen nichi blos in zteußen andauernd einen erheb uͤchen Rüdgang. die Abnahme in der Zahl der Izrozesse anu sich me ganz erfreuliche Erscheinung, srefulurt nicht aus mer Verminderung der Streitfälle, sondern aus er wachsenden Abneigung, bei dier Wahrung des ier Umständen zweifelhaften Rechtes ganz un⸗ weifelhaft große Ausgaben für dagz Prozeßverfahren bst zu wagen. Der Fiskus — kommt dabei, e gesagt, nicht gut fort. Seiine Einnahmen uͤrden bei mäßigeren Anforderungen ungleich er⸗ edlichere sein. Dazu kommt, daß e sich hier nicht Der geistigen Unfähigkeit und Unfertigkeit der Hausfrauen wird durch die in manchen Städten gegründeten Institute der weiblichen Fortbildungs⸗ schulen am besten abgeholfen. Hier wird neben der —X größter Werth auf die Hebung der Simichkeit gelegt. Es werden Voriräge und Unterhaltungen geboten, die Geist und Gemüth stärken und stählen für Zeiten der Sorgen und der Verführung.Gine Hauptaufgabe soscher Schulen wird es stets sein, die sungen Mäd. Hen mit den Arbeiten und Spielen der Kinder⸗ gärten bekannt zu machen, und endlich ist es drin⸗ gend nöthig, daß den aus den Volksschuͤlen ent⸗ lassenen Madchen zur Befestigung und Erweiterung des Erlernten, sowie zur Aneianung und Uebung der für das praktische Leben und die Erwerbsthã⸗ tigkeit nützlichen Kenntnisse und Fertigkeiten genü⸗ gend Gelegenheiten geboten werde. Der Unterricht in solchen weiblichen Fortbild ungsschulen gliedert fich in drei Hauptstufen: L. Deutich, insbere Pflege der Orthographie und ihrer Regeln. Diktate zur Foͤrderung einer richtigen und gefälligen Schrift. Geschäftsbriefe und Geschäftsaufsätze. —— 2. Rechnen. Mit benannten Zahlen. Dezi⸗ malsystem. Prozent⸗, Zins⸗, Rabatt⸗, Gesellschafts rechnung. Buchführung. 3. Handarbeit. Hand⸗ und Maschinennähen, Sticken, Zuschneiden von Wäsche und anderen Klei⸗ dungsstüden, Stricken und Stopfen (Kunststopferei.) Ist Zeit vorhanden. kann es nichts schaden, wenn neben den borgenannten Lehrfächern noch einiger Unterricht im Zeichnen ertheilt wird. Das wären die geeignetsten Maßregeln, der geistigen Unfähigkeit und Unfertigkeit derjenigen Hausfrauen, die den ärmsten Klassen entstiegen sind möglichst abzuhelfen. Mit der Hebung der Sitt⸗ lichkeit, mit dem Stärken im Selbstbewußtsein eigner Kraft und mit dem Mehrwissen und Können werden auch die köͤrperlichen Leiden der Hausfrau mehr und mehr schwinden, und das Familienleben der ärmeren Klassen wird zu einem solchen werden, wie es sein soll — glücklich und zufrieden. — Anders liegen nun die Verhältnisse der Mäd— chenerziehung bei den hoͤheren Ständen. Hier, wo man wissen sollte und könnte, was zu einer guten und vernünftigen Erziehung der Mädchen gehört, wo man sich wohl bewußt ist, welche Fehler iagtäglich gemacht werden, hier kümmert man fich noch weriger als beiden ärmeren Klassen darum, daß aus den heranwachsenden Mäd⸗ chen einst tüchtige Frauen werden sollen. Da giebt es Verkehitheilen ohne Ende, und es ist wohl nicht zu diel behauptet, wenn gesagt wird, daf Schule und Haus förmlich mit einander wetteifern. die Gesundhen der Maädchen zu untergraben. Dort werden sie in sauerstoffarmer Luft, ohne körperliche Bewegung auf Schulbanken oder am Pianoforte sitzend zu Grunde gerichtet, das Nervensystem wird bernichtet, und vielleicht ein paar Stunden später, mit engen Schnürleibern und Hackenschuhen ange⸗ than, bertanzen sie in heißen stäubgefüllten Räumen den Rest ihrer Gesundheit. Das letztere wird dann Erholung genannt. So werden in den besseren Kreisen die zu⸗ künfngen Hausfrauen herangezogen. Ob das Mad⸗ chen imstande ist, eine Hauswirihschaft zu führen, ob fie spater den Pflichten einer Mutter in jeder Beziehung genügen kann, datnach fragt niemand. Den jungen Dänchen wird selten gelehrt, wie eine ordeniliche Finanzwirthschaft des Haushaltes aus⸗ sehen muß, deren Kenntniß zu einer glücklichen Ehe ungeheuer viel beträgt. Am schwerwiegendsten aber sind die Folgen dieser verlehrten Erziehung für die Erziehung det eigenen Kinder, welche ja in der Hauptsache der Frau allein obliegt. Wenn auch der Mann die ẽrziehung direktid leitet, so fällt doch deren Aus⸗ führung, also die eigentliche Erziehung, der Frau zu ⸗ Wie aber soll nun eine Frau. die selbst nach allen nur moͤglichen und unmöglichen Verkehrtheiten erzogen worden ist, eine richtige Erziehung leiten können? Wie kann fie ihren Töchtern praktische Anleitung zur Führung von Küche und Haus geben, wenn sie selbst nichts versteht ? Ihre Bestre⸗ dungen haben nach ihrer Meinung ein anderes Ziel und' einen anderen Zweck. Ihr Hauptaugenmerk richtet sie darauf, daß sie die armen bleichsüchtig und nervös gewordenen Geschöpfe nach dem, Hafen der Ehe“ bugsiert, damit dann ein Mann sein Lebtag mit einem ungesunden und unvpvraktischen Wesen verbringen muß. Das sind die werthlosen krankhaften Resultate solch unnatürlicher Erziehungsweise. Wenn die höheren Töchterschulen dem theore⸗ ischen Theile ihrer Lehrfächer einen Haushaltungs⸗ unterricht aufreihten und den Mädchen Gelegenheit höten, in einem guten Haushalt die erworbenen Zenntnisse praktisch zu verwerthen, so würde viel zazu beigetragen werden, daß wieder gute und prak⸗ tische Hausfrauen erzogen: würden und nicht Mode—⸗ huppen, die von der Klavierseuche befallen sind. — bs in demnach hohe Zeihier Umtehr zu jalten. Sowohl bei den ärmeren, als bei den wohlsituirten Klassen müssen geeignete Maßregeln zur besseren Mädchenerziehung in wirthschaftlicher und gesundheitlicher Hinsicht ergriffen werden. Ge—⸗ chieht·dies nicht, Jo siecht die Nation dahin. Mens zana in corpore san. B. M. ale und vfälzische Nachrichten. P St. Ingbert, 25. August. Gestern Abend brachten die Sänger des Casinos und die )er Geuüthlichkeit, beide gesondert, ihrem Dirigen⸗ ten, dem Herrn Lehrer Schlaudecker zu einem heutigen Namenstage ein Ständchen. Herr dehrer Schlaudecker dankte für die ihm zu theil zewordene Ehre mit rührenden Worten. Herr Weirich, iI. Präsident der „Gemüthlichkeit“ zratulierte im Namen des Vereins und brachte ein Hoch aus auf den Herrn Dirigenten. Nach ieser Feier bersammelten sich die Gemüthlichen im Vereinslokale; um mit Gesang und Deklamationen das Geburts⸗ und Namensfest unseres allergnädig⸗ slen Königs Ludwig II. von Bayern einzuleiten. * St. Ingbert, 25. August. Das Halberger düttenwerk des Herrn Rud. Böcking & Co. in Brebach wurde für seine Kollektiv⸗Ausstellung in Antwerpen von der Jury mit der golde⸗ nen Medaiuille ausgezeichnet. Das Gehr. Stummsche Eisenwerk in Neuntkirchen erhielt die höchste Auszeichuung, das Ehrendiplhom, ebenso das Dil linger Hüttenwerk. — Landau, 22. August. Ein geborener dandauer, Herr Konrad Krez, der als Student sich m der achtundvierziger Bewegung betheiligte und dann nach Amerika flüchtete, ist vom Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Zolldireltor in Mil⸗ vaukee ernannt worden. — — Aus der Vorderpfalz. Bezüäglich hes vor einiger Zeit vom Bezirksamt Bergzabern hetannt gegebenen Zirkularerlasses über die Bestraf⸗ ung der Kinder in den Volksschulen schreibt das „Fr. Tgbl.“: „Durch die Bekanntmachung dieses Erlasses kann mancher Lehrer einen schweren Stand⸗ punkt unvernünftigen Eltern gegenüber erlangen ind es erscheint uns dieses Vorgehen einer Behörde nach dieser Seite hin für die Schule nicht als orderlich, besonders in unserer Zeit. Wir sind gewiß auch keine von denen, welche den Prügel⸗ helden in den Schulen das Wort reden wollen, allein mit einem sentimentalen Auftreten kommt rin Lehrer gewiß bei unartigen Buben auch nicht weit. Wir möchten außerdem bezweifeln, ob es in die Kompetenz eines Bezirksamtes gehört, einen solchen Erlaß zu geben. Hat ein Lehrer das Maß des Züchtigungsrechtes überschritten, so muß er dafür dem Strafrichter nach den bestehenden Gesetzen überwiesen und nach der Größe der Ueberschreitung von demselben behandelt werden. Gesetzten Falles aber, es besteht eine ältere Verordnung derart, so ist dieselbe nicht mehr passend für unsere etzigen Zeitverhältnisse und kann durch dieseibe und hre Publikation nur die Autorität der Lehrer den -„chülern und deren Eltern gegenüber untergraben verden. Die alttestamentliche Pädagogkk „Wer einen Sohn lieb hal, der stäupet ihn“, wird jeder Zeit ihre Geltung behaupten. — In Edesheim wurden einem armen Manne eine Anzahl Rebstöcke böswillig abgeschnitten. Der Gemeinderath hat demselben eine entsprechende Held⸗Unterstützung gewährt und auf die Namhaft⸗ machung des Uebelthäters eine Belohnung von 50 Mark ausgesetzt. — Neustadt, 28. August. Der am Mitt⸗ voch in Maikammer verhaftete Gemeindeschreiber R. Schäfer wurde auf Verwendung seines Schwiegervaters, des Herrn Bürgermeisters Mack dahier, gegen Stellung einer Kaution von fünfzig tausend Mark vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen. Die verbrecherischen Reate, welche dem Ungeklagten zur Last gelegt werden, sollen in der Form von Urkundenfälschung auf dem Bürger— neisterbureau zu Hambach, wo Schäfer bis Mitte März l. J. Gemeindeschreiber war, verübt worden sein. Zuletzt war derselbe noch Gemeindeschreihe zu. Maikammer, Winzingen und Haardt. — Neustadt, 24. August. Gestern Abend hrannte bej einem Einwohner in der Gemeind⸗ Mutterst adt ein Haus und eine Scheuer mieder Das Feuer scheint angelegt worden zu sein da em Betreffenden vor Ausführung der That ein Drohbrief zugegangen sein soll. Auch soll demselben in ganzer Ader mit Tabal ausgerupft und vernichtet worden sein. — In der nahe gelegenen Gemeinde Ddannstadi soll am selbigen Tage auch ein Schadenfeuer ausgebrochen sen. Speyex, 21. August. Auf Veranlas. jung des Kanal ·Komitoͤs Straßburg wurden durch erschiedene Herren · des hiesigen k. Straßen⸗ und Flußbauamtes seit Montag Vermessungen betr. des Straßburg⸗ Speyer · Ludwigshafener Kanals vorge. nommen und zwar« von hier nach Ludwigshafen. Während die Hälfte der Kommission den Rhein abgemessen hat, arbeitete die andere Hälfte auf dem Lande und soll Otterstadt und Waldsee auf die inke Seile des Kanals lommen. Die betreffende ommission hat ihre Arbeit nunmehr beendet. — Zur Aufbringung der erforderlichen Mitkel für die Erbauung einer Kirche in Speher zunm Bedächtnisse an die Protestation von 1592 wurde einer in sämmtlichen protestantischen Pfarreien Bayerns vorzunehmenden Sammlung die köonigliche Genehmigung ertheilt. Vermischtes. F Eine wichtige, aber verhältnißmäßig noqh zu wenig bekannte Versicherungs-⸗Anstalt ist die sei 1883 auch in Bayern bonzessionirte Deutsche Militärdienst-Versicherungs-Anstalt in Hannober. Der Zweck derselben ist, den Eltern bdon Söhnen die Sorge um deren Zukunft zu er— seichtern. Gegen die Entrichtung mäßiger Beiträge zahlt sie dem zur Erfüllung seiner Dienstpflicht in's Heer Eintretenden eine verhältnißmäßig große Summe. Die Ableistung der Militärdienstpflicht erfordert bekanntlich Geldopfer, deren sich die Eltern der dienenden jungen Männer nicht entziehen können. Junge Offiziere und Unteroffiziere bedürfen der eiterlichen Hülfe für Equipirungskosten und Zulagen. Einjaͤhrig Freiwillige können ihr Dienstjahr nicht ohne bedeutenden Kostenaufwand durchführen, auch die dreijährig Dienenden werden der Zuschüsse aus dem Elliernhause bedürfen. Durch den Beitritt zur Deutschen Militärdienst ⸗Versicherungs-Anstalt werden die Kosten der Dienstzeit auf eine Reihe von Jahren xertheilt. Der Besitz einer Police überhebt die Fltern der Unannehmlichkeit, den vorgeschriebenen Nachweis zu führen, daß sie in der Lage sind, die Zoften des einjährigen Dienstes des Sohnes zu be— Areiten. Denjenigen nach Tabelle B Versicherten, delche nicht zur Ginstellung gelangen, wird selbs ur diesen Fall durch Rüdgewähr der Prämien und Auskehtung der angesammelten Dividenden ein dapital sichergestellt. Der Invalidenfonds“ det Anstalt bezweckt die Unterstützung solcher Invaliden, velche bei der Anstalt versichert waren und infolge hres Militärdienstes ganz oder theilweise erwerbs· anfähig wurden bezw. die Unterstützung det Hinter⸗ hliebenen gefallener oder verstorbenet Soldaten. Jeder Versicherte, welcher als Ersazreservist erstet lasse zu 18wöchentlichen Uebungen eingezogen wird rThait 2. abzesehen von der Verpflichtung der An⸗ zalt zur Rüczahlung von Prämien bezw. Ausleht:· ing der Dioweinden — eine Entschädigung von I0 pCt. des Versicherungs⸗Kapitals. Nur Knaben bis zum 12. Lehensjahre konnen vhne Nachzahlung in dieser Anstalt, Ausnahme finden. Das Versicher⸗ uings Kapital darf fur den einzelnen Versicheunn nicht umer 100 Mk. und nicht über 6000 betragen. Die forwährend steigende —V hei dieser Anstalt spricht am Ueberzeugendsten « deren Zwecdmaßagkeit und Nothwendigkeit. borigen Mionate, detrug der Zugang 1402 Auln aber 1,661,770 M. Versicherungssumme. d Oberaufsicht über den Geschäftsbetrieb führt — Reichsregierung. Möchten alle Eltern bon — die im gufnahm'sfähigen Alter sind, die Anstanu nützen und derselben zur Erreichung ihter pan uüschen und hunanen Zwede im Interesse des gemeinwohles beehülflich sein! „rg befn- Mainz, 21. August. Gegenwärtig n den sich im Kaufhause die Mobiliargegenftndene 36 exmittirter Familien, welche nicht in dem * er ebeia Fad Rechnet man nun ae mittlich jede Familie zu 4 Personen, so e zusammen 144 Personen, welche ohne ohnung sind, d. h. kein Obdach besitzen. Für iller und Vagabunden werden Asyle gegründet, werden ganze Familien wie Parias behandelt. je Mädchen fallen dem Laster in die Arme, die zuben geben Vagabunden und wenn sie dies sind, nn erst versucht die moderne Gesellschaft diese —* durch Asyl⸗ und andere Häuser wieder auf u Weg der Besserung zu bringen. Süddeutsche Blatter erzählen— nachstehende zeschichte aus der diesjährigen Reisezeit: eine —V Herrentracht — sie hatte kurz hgeschnittenes Haar, trug einen Herrenhut, Kra— ie, Binde, Weste, Rock, genau wie ein Herr, iun die Bekleidung des Unterkörpers, den ein heiberrock bedeckte, unterschied sie von einem solchen war in Aschaffenburg in ein Damenkoupe ge⸗ jegen. Der Stationsbeamte ging an dem Koupe hrüber und vermuthete in der Engländerin einen errn. Er gab sofort dem Schaffner Befehl, den etrn aus dem Damenkoupe zu weisen, was dieser nn auch sofort that. Die Engländerin blieb rhig sitzen und lüchelte; der Schaffner, hierüber chosi, sprang nochmals hin, doch als er im Zorne e Thür aufriß, prallte er verblüfft zurück, denn tebemerkte nun zu seinem Schrecken, daß er eine yame vor sich hatte, die halb in Herrenkleidung, alb in Damenkleidung steckte. Mit einem der⸗ AMüfften ,Entschuldigen Sie, Herr Fräulein!“ eilte rvon dannen. —AV — Wiesbaden, 23. August. Heute Nacht 13 Uhr wurde der Schreinergeselle Reichardt auf em Michelsberge erstochen. Der Thöter ist ent⸗ W Frankfu rit, 21. August. Die jezzt im aztau fertiggestellte Fagade des von Rotschil d'⸗ yen Geburtshauses in der Börnestraße trägt nun isselbe alterthümliche Gepräge wieder wie früher, xleiht aber dem Bau ein vortheilhafteres Aus⸗ en, welches hauptsächlich durch die ins Auge llenden zahlreichen geschnitzten Fachhölzer erzeugt urd. Das alte Material war fast durchgehends och so gut erhalten, daß es wieder verwendet erden konnte. Nur der unterste Längsträger und e steinernen Thürbogen machten wegen ihrer dlechten Beschaffenheit eine Erneuerung nothwendig. -Der Wildpark des Herrn v. Rotschild in et Unterlinbau wurde heute Nacht wie der Gen.- inz. mittheilt, von unberufener Hand geöffnet, daß die Hirsche, Rehe!ec. in die wildleere Frank⸗ urter Gemarkung entlaufen konnten. Die Thiere ud zwar zahm, haben aber bis jetzt keine Neigung ezeigt, in den Siall zurückzukehren. — Ein Hri— ninalkommissaris srat gestern Mittag in xegleitung einer Anzahl Detektivss in das „Kafé isino“ ein, zog eine Photographie aus der Tasche nd verglich damit eine Gesellschaft von sechs an⸗ tblichen Engländern und einer Engländerin (Ame⸗ laner sollen es in der That sein) Auf die Be⸗ etlung fie sinds“ wurde zu deren Verhaftung nd Abführung in den Clesernhof geschritten. Die ischeinenden Gentlemen wollten zuerst ihre Rech⸗ Ing begleichen, was ihnen mit der Bemerkunges Alles in Ordnung? nicht gestattet wurde. Einer etselben rief nach dem englischen Generallkonful. nier den die Verhaftung ausführenden Beamten len fich, wie der Beob.“ erfährt, auch auswär⸗ xe Detektivs befunden haben. (Nach der neuesien mmer der „Frkf. Ztg.“ gehören die von dem bertretenden Generalfonsul Herrn Goldbed irr umlich arretiert gewesene Enqländer sämmtlich den dhatssen Famlien am) Koöoln, 20. August. Seit der Katastrophe m Holzmarkt kracht es in unserer Stadt an allen — und Enden, theils aber auch in Wirklichkeit. ne Anzahl Häuser sind auf ihre Baufälligkeit ursucht, manche davon in schleumige Reparatur eben, einige auch zum Abbruch bestimmt worden. ute haben wir wiederum einen Hauseinbruch, ticherweise ohne Verletzung von Menschen, zu richnen. Auf dem kleinen Griechenmarki stüͤrzte Morgen, wie bereits gemeldet, das Kellerge * des Hauses Nr. 49 ein, die Vrandmauer e und die Brandmauer zwischen den Häusern und 47 riß. Der diesen Häusern ge⸗ — Schornstein mußte von der herbeigeeilten Feuerwehr, welche auch die * abspertte, niedergelegt werden. Die Be⸗ ne des gefährdeten Hauses wurden auf der * ahn einer gegenuͤberliegenden Wirthschaft debracht; einige Wagebälsi⸗ rotteton sogar die MRobilien. Die unmittielbare Ursache des Vorganges st wohl darin zu suchen, daß man neben dem bau⸗ älligen Hause mit den Ausschachtungs-Arbeiten zu inem Neubaue beschäftigt war. F Köln, 21. August. Wie die „Köln. Ztg.“ zerichtet, langten gestern mit einem Schleppkahn her Kölner Dampfschleppschifffahrts⸗Gesellschaft auf »em Wege über Rotterdam zehn Fässer russi— ches Bier von Petersburg hier an. Das neu ingeführte Gebräu ist aus dem milden Newawafset sergestellt und soll von vorzüglichem Geschmack sein. Im Ganzen waren es zehn Hektoliter, die an fünf jiesige Restaurateure vertheilt wurden. F Köln, 22. August. Einen neuen Beitrag u den ebenso zahlreichen als erbaulichen Geschichten jon der Tournüre entnehmen wir der „Koͤlnischen zeitung“. Da heißt es: Gestern Nachmitag fuhr in Pferdebahnwagen durch die Komödienstraße. Der Kontroleur steigt auf den Hinterperron auf, vor ihm steht der Kondukteur, derselbe schaut forschend auf den Boden, bald links, bald rechts, dann guckt zr in seine Geldtasche und schüttelt bedenklich den Kopf. Plötzlich springt er mit einem Satz vom Wagen herunter und eilt einer Dame nach, welche oeben vom Wagen abgestiegen ist. Diese hat — auf ihrer gewaltigen Tournüre den Blechkasten nit den Fahrbillets hängen; sie hat denselben beim Absteigen, ohne es zu merken, mit ihrem Aufsatz zon der Ledertasche des Kondukteurs aufgehoben uind schreitet nun, den Apparat auf der Rückseite tragend, stolz davon. Nach kurzem Dauerlauf hat der Wagenbegleiter sie erreicht und ihr seine theuren ßillets abgehoben. Die Dame war nicht wenig rstaunt, als fie bemerkte, welchen Diebstahl aus Fahrläsfigkeit ihr Anhängsel begangen hatte. fHamburg, 21.5 August. Heute ist an ie hiesige Polizeibehörde aus Paris die Mittheilung jelangt, das daselbst drei männliche und eine weib— iche Perfon, welche in dringendem Verdacht stehen, in dem Reichsbankdiebstahl in Hamburg betheiligt u sein, verhaftet worden sind. Das Frauenzimmer vurde indessen bald nach seiner Festnahme wiedei ntlassen, da es seine Unschuld beweisen konnte. dagegen werden die übrigen in Paris Abgefaßten sierher gebracht werden. Man fand bei ihnen 30,000 Fr. und glaubt, daß fie auch ‚an dem etzten Bankdiebstahl in Zürich betheiligt gewesen ind. Dort wurden 26,000 Fr., bei der hiesigen keichsbankstelle bekanntlich 200,000 M. gestohlen. r Unter der Ueberschrift .Der Liebesroman ines Japaners in Berlin“ erzählt die ,National⸗ zeitung“ Ffolgende hübsche Geschichte: Aus dem stasiatischen Lande kam vor einer Reihe von Jahren —— influßreichin Mannes nach Europa. Der junge Japaner war als Soldat und Ingenieur bereits zu iner höheren Stellung gelangt und sollte nun der iplomatischen Laufbahn sich zuwenden. In Paris ind London eignete er sich schnell die Sprache jener raͤnder an; so schreibt und spricht er ein Fran öfisch, dessen kein europäischer Diplomat sich zu chämen brauchte. Seit 3 Jahren weilt der braune Sohn Japans in unserer Mitte, und hier hat ihn vott Amor mit seinem Pfeil getroffen. Es senkten die dunklen Augen des interessanten Fremdlings sich ief in die himmelblauen Sterne eines deulschen Mädchens, und bald fanden sich die Herzen der heiden jungen Leute in aufrichtiger Liebe. Der Japaner meinte es treu, und so schrieb er denn an einen Vater, er habe eine junge Deutsche von vor⸗ refflichen Eigenschaften liebgewonnen, wolle sich mit hr vereinen und bitte um den väterlichen Segen. Ils der Vater dieses Schreibrn erhielt, entbrannte er in hellem Zorn. Wenngleich das Mädchen eben⸗ alls von Adel ist und einer angesehenen Familie entstammt, so erschien dem alten starrköpfigen Manne, »er niemals über die Grenzen seines Heimathlandes sinausgekommen, dennoch eine derartige Verbindung ingeheuerlich, Der Vater intriguirte nun gegen einen eigenen Sohn, und es verging nicht lange zeit, da erhielt der junge Offizier und Diplomat on der japanischen Regierung den Befehl, nach einer Heimath zurückzukehren; im Falle des Unge⸗ jorsams würde des Kaisers ganzer Zorn ihn treffen. Aber die Liebe, die eine so harte Probe erlitt, gab hm Kraft und Muth; von seiner Braut wollte er nicht lassen, mochte da kommen, was es auch sei; nit kurzem Entschlusse entsagte er seiner Stellung ils Major und Attache und wandte sich in Berlin em kaufmännischen Fache zu. Durch seine Aus— auer gelang es ihm bald, alle Schwierigkeiten zu herpinden und seit Qurrom in or Buchhbalter in einem hiesigen großen und bekannten Etablissement, n welchem auch sein künftiger Schwager als Korre— pondent thätig ist. Die Hindernisse find nun voll⸗ tändig beseitigt, und so wird der treue Japaner emnächst mit seiner holden Braut vor einem deut⸗ chen Standesbeamten erscheinen. F Pest, 22. August. Gestern fand ein Säbelduell zwischen dem einarmigen Grafen Geza Zichh und dem Deputirten Kark Pulßky statt. Nach neun Gängen bei den schwersten Propositionen vurden beide verwundet. Der Anlaß zu der pein⸗ ichen Affaire war bei einem Ausflug der fran⸗ ᷣsischen Journalisten nach Bad Schmiecks vorge⸗ kommen. — Der Kassirer des Nationalkafinos, Johann Lengeyl, erschoß sich nach einer Defrau— dation von 18,000 Gulden. F Die schöne Marketenderin von Kufstein. Das „Innsbrucker Tageblatt“ berichtet: In den Reihen der Kufsteiner Schützen befand sich im Fest⸗ uge zum zweiten österreichischen Bundesschießen in Innsbruck auch „ein kreuzsaubas Diandl“, Frau⸗ ein Therese Zöttl, als Marketenderin. Das Mäd⸗ hen erregte auf dem Festplatze das Wohlgefallen Sr. Majestät des Kaisers, und nach dem Feste uhr auf erfolgten Allerhöchsten Befehl der Bezirks⸗ jauptmann am Donnerstag mit Fräulein Zöttl igens von Kufstein nach Innsbruck; hier wurde die schoöͤne Marketenderin“ von den Herren Sial- halter Baron Widmann, Hofrath Baron Puthon, Iberst und Regiments Kommandant Baron Eynatten ind von dem Bezirkshauptmann Grafen St. Julien um Photographen Scherner geführt,“ woselbst die Borträtaufnahme der sauberen Unter⸗Innthaler Marketenderin erfolgte. Dann wurde die Letztere on den genannten hohen Staatswürdenträgern zum Bahnhof geleitet, und schließlich erfolgte die Rück⸗ rahrt der hübschen Marketenderin im Wagen erster Klasse mit dem Herrn Bezirkshauptmann Grafen St. Julien. Das Bildniß wird natürlich nach Wien gesendet und bei Hof aufbewahrt. Fraulein Therese Zottl ist also infolge des Schüßzenfestes zur Berühmtheit gewöorden. „FParis, 22. August. Ein sensationeller Mord erregt seit einigen Tagen die Gemuther. Das twa 40jahrige Fräulein Menetret zu Villemomble bei Le Rainch' wurde von ihrer Wirthschafterin, kuphrasie Mercier, in der scheußlichsten Weise er⸗ mordet, der Leichnam verbrannt und die Ueberreste päter in eine Kalkgrube geworfen. Das Scheusal st bereits verhaftet und mit ihren Geschwistern, die der Theilnahme an der That derdächtig find, nac Baris verbracht. Lyon, 21. August. Die Arbeiterkrisis be⸗ zinnt von neuem; 4000 Weber verlangen drohend die Ausführung der neuen Tarife. Es herrscht zroße Aufregung. 4 F Die französischen Generale sorgen n ihrer kreien Zeit für Arbeitsentlastung unseres Beneralstabes. Sie befassen sich schon jetzt mit der Derausgabe der „Geschichte des nächsten Krieges“; — wir haben dann nur die ‚umgeänderte und vere hesserte“ Auflage zu besorgen. GKladderadatsch,) f Bei Gelegenheit des Besuches des russischen Kaiserpaares in Finn land wurde der Kaiserin ein eigenartiges Geschenk in Williamstrand von den innischen Damen zu Theil: Ein prachtoolles. in larelijschem Birkenholz ausgeführtes Boot mit gol⸗ ꝛenen Nageln, goldener Steuerkette, goldenen Ruder⸗ rampen und vrachtvollen Stickereien. Es ist zu Bootfahrten für die Kaiserlichen Kinder bestimmt, Es wurde der Kaiserin von neun Damen vorge⸗ ührt, von denen acht an den Rudern saßen und ine das Steuer führte. Die acht jungen under jeiralheten Damen waren in finnischer National« racht und speziell eine jede in der Tracht einet )er acht finnischen Provinzen, die von ihnen repra⸗ entirt wurden. Sie gehörten sammtlich den ersten Beschlechtenn des Landes an und zeichneten fich zurch Jugend und ge aus. Als die Kaiserin ich näherte, präsentirten sie nach Matrosenart das suder und brachten dieselbe, welche von der Yacht Marewo“ das Boot bestieg, mit geschultem, kräf⸗ igem Ruderschlag ans Ufer. — In dem wasser· eichen Finnland betheiligen sich nämlich auch die Damen lebhaft am Wassersport und entwickein in »emselben nicht geringe Geschicklichkeit. rAus Asien. Erst jetzt werden in bollem Umfange die Schrecknisse der Erdbeben bekannt, velche im Frühsommer Kaschmir heimgesucht haben. Die erste der Erderschütterungen trat am 30. Ma⸗ in Die Ponhälkorunn mierde am More. Tages durch wiederholte Erdstöße gewecht, welche iele Gebaude schädigten, ohne daß jedoch Verun⸗ zlückungen von Menschen zu beklagen waren. Seit m 306. Mai bis Ende Juni haben sich die Erd⸗ erschütterungen bald in stärkerem, bald in schwäche⸗ ein Grade wiederholt, einige größere Städte und viele Dörfer zu Schutthaufen gemacht, unter welchen Tausende von Menschen begraben wurden. Diese Flementar⸗Ereignisse hatten viele Bergstürze zur Folge, an vielen Stellen traten Spaltungen des Zodens von 4—8 Meter Weite und 20-60 Meter dänge ein, und stredenweise versanken ausgedehnte Felder. Der Mittelpunkt der Erdbeben war Gu—⸗ cais, das am Furchtbarsten verwüstet wurde; außer dieser Stadt wurden die Haupistadt von Kaschmir, Schrinagar, Sossur, Baramala, Kohala, Murri ind Pindi am Schwersten heimgesucht. In Schri⸗ nagar ist mehr als die Hälfte der Gebäude einge⸗ fürzt und es wurden an 600 Menschen getödtet. Sofiur und Baramala find nichts mehr als große Trümmerhaufen. Unter der überlebenden Bevölker⸗ ung der heimgesuchten Gegend herrscht unbeschreib⸗ iches Elend, namentlich in den von der Hauptstadt enifernten Orten. Die Getreide⸗Vorräthe sind ver⸗ chüttet oder verdorben, die Leute lagern im Freien, ind an vielen Punkten ist infolge der Verschüttung von Straßen, Flüssen und Brunnen ein Zurecht · inden unmöglich geworden. Nach amtlichen Aus⸗ veisen find an 6800 Menschen umgekommen, Beranutmachung. Vom 1. September 18385 an sind bei der b. Steinkohlengrube St Ingbert die Verkaufspreise der Forderkohlen im laufenden Verkau estgesetzt auf 1 9 9 3 2 18 Pfennig für die .Qualität pro 100 Kilogramm 94 — — —A II. 2 einschließlich Lad eld 2v p⸗ι— III. ⸗⸗ ilieh geld. St. Ingbert, den 24. Auontt 8 »oppelt so viel sind verwundet, ferner an 26,000 Schafe und 8000 Stück Vieh anderer Art getödtet vocden. Die Zahl der eingestürzten Gebäude be— iiffert sich auf 70,000. Geiteres vom Tage.)«In einem ʒaufe nahe einer Kaserne. Die Gnädige ist auf em Lande. Der Hausherr kommt unvermuthet n der Dammerung nach Hause und jsagt dem Stubenmädchen: Anna, nähen Sie mir rasch einen dnopf hinten an meinen Frack an. Ich bin zu inem Souper geladen! Anna bringt nach zwei Minuten den Frack. der Hausherr schlüpft hinein und eilt von dannen. — Beim Souper große deiterkeit. Man zischelt, lacht und betrachtet den dücken des Hausherrn mit unverhohlenem Ver⸗ mügen. Anna hatte sich nämlich in der Dunkel⸗ Jeit geeirt und einen Knopf des siebzehnten Jäger⸗ zataillons an den Frack genäht. f Monolog eines Kutschers,) Om das ist kurios. Der gestrenge Herr geht den gnsen lieben Tag herum und thut nix und gerad' son zring ich auch z'wegen. und da heißt's allweil wam »om Grafen d' Red' is: „Seine Excellenz lieben zie geistige Ruhe beschaulicher Zurückgezogenheit vann aber von mir d' Red' is, sagt ein —8* „Es gibt doch keinen fauleren Lump auf —8— ẽãTdboden als den Lohmann!“ o.äααäÑÊιααα Fur die Redalktion verantwortlich: F. X. Demet. Getragen von der Gunst zes Publikums, beliebt als das angenehmste und wirkungz zollste Hausmittel sind heute die in fast jeder Apothele n. hältlichen Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen. Wer ag Berstopfung, Magendrücken, Blutandrang, Kopfschmerzen eain eidet, sollie sich durch einen Versuch von der ausgezeichnein Wirkung überzeugen. Jede ächte Schachtel (erhältlich Rea in den Apotheken) trägt als Etiquett ein weißes Kreug othem Feld und den Namenzug R. Brandt's. (Gelegraphische Zärtlichkeit) Fin Ehemann, der kuͤrz nach seiner Hochzeit eine heschäftsreise antreten mußte, machte sich den elek· rischen Draht in origineller Weise dienstbar, —2 dem er an seine Gattin folgendes Improptu tele— zraphirte: Beim Reisen hat dein holdes Bild Entzückend mich umstrahlt. Wer ist wie Du, so hold, so mild ?? .. Rückantwort ist bezahlt. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingberr Der kgl. Postdampfer „Pennland“ Kapitan Weyer, welcher am 8. August von Antwerpen eb— zing, ist am 20. August wohlbehalten in New⸗Yon maekommen. οοο * sich. —ILI owie »-MBMtiquetts zorräthig; auch können dieselben mit jedem beliebigen Eindruck ve jehen werden. Ball- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der Buch⸗ und Steindruckerei f. D. Demet, St. Jugabert. —— auflage 831, 000; das verbreilele ale deutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen. e. raeit. Zur Feier des Geburis⸗ und Namensfestes Sr. Maje stät König Ludwig I1. von Bayern heute gaelshastthe Nbendunterhaltung ufru m geschmückten Vereinslokale. Hiezu werden die Altiven und —X 4 —F Familie freundlichst eingeladen. Junggesellenverein merike miue den 26. da. Mis. Nostd rede J L.u —BRLLL beim Hännes, behufs Bezahlung der ren von Antwerpen jeden Samstag direct nachsoinnoncen 9 wy·York u. Philadelphia. Das Komitee: rmpfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle Mach mer nur kee Kallwichkäte!“ en. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Pahjage und naͤherer Auskunft wende man sich an LA‚, St. Ingbert. Die Modenwelt. Jllustrirte Zeitung fn koilette und Handar— heiten. Alle 14 Tag eine Nummer. Prei pierteljährlich M. 1.25 75 Kr. 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Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondizeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 8, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. X 167. Politische Uebersicht. * UNeber die jüngsten Beschlüsse der Berliner nternationaln Telegraphen⸗Konferenz bird von offiziöser Seite geschrieben: Außer dem pichtigen Beschlusse der Konferenz in der Sitzung om 22., betreffend die Annahme des einheitlichen arifsystems für ganz Europa, find in derselben ʒitzung noch verschiedene Rebenfragen erledigt wor⸗ en. Unter denselben ist für das Publikum beson⸗ eers der Beschluß von Interesse, daß künftig die gezeichuung des Bestimmungsortes für e in Wort erechnet werden soll, auch wenn begleitende Zusätze ur näheren Bezeichnung erforderlich find. Danach bird z. B. Frankfurt an der Oder nicht mehr für sondern künftig nur für 1 Wort gerechnet gerden. — — — * Die Massenausweisungen russisch⸗pol⸗ rischer Unterthanen aus den öͤstlichen reußischen Prodinzen durften doch zu einem diplo⸗ natischen Schriftenwechsel zwischen Berlin und zetersburg führen. Der russische Generalkonsul n Danzig, Baron Wrangel, empfing ˖namlich eine deputation russischer Untertharen, der er u. A. rklaͤrte, die westpreußischen und posenschen Hilfs⸗ zmitee's für die Ausgewiesenen möchten ihm eine detition mit dem Nachweise sämmuicher Beschwerden er Ausgewiesenen übermitteln, er würde diese Peti⸗ jon in Petersburg mit allen Kraften unterftützen. * Einer der Veteranen der deuisch- liberalen hartei Oesterreich ˖ Ungarns, der Prasident des ober⸗ sen Gerichtshofes, Ritter Anton v. Schmer⸗ ing beging am Sonntag seinen 80. Geburtsiag. Jer Kaiser richtete aus diesem Anlaß ein Außerft erzliches Glückwunschstelrgramm an Herrn v. Schmerling nach Aufsee. Aeußerst zahlreich waren uch die Kundgebungen, welche dem Jubelgreis aus yen Kreisen der deutsch⸗osterreichischen Bevolkerung u seinem Ehrentage zugegangen sindd. *In der afghanischen Grenzfrage errschen jetzt die friedlichen Klänge entschieden vor. dem englischen Kabinet sind neue Vorschläge Ruß⸗ ands zugegangen, nach denen Rußland definitiv uuf den Zulficarpaß verzichtet und würde derselbe xmnach bei Afghanistan verbleiben. Nur die be⸗ jachbarten Weidegründe werden russischerseits bean⸗ prucht und da es England hauptsächlich nur darum u thun ist, daß der wichtige Paß von Zulficar ucht in die Hände der Russen fällt, so werden die jemeldeten ruͤssischen Vorschläge in London jeden⸗ alls auf eine guͤnstige Aufnahme zu rechnen haben. Im Uebrigen wird auch die afghanische Grenzfrage n der nächsten Zeit die englische Regierung weit deniger in Anspruch nehmen, als edied bezüglich er egyptischen Angelegenheiten der Fall sein wird. dinmai erfordert die Anwesenheit Sit Drummond Wolff's in Konstantinopel, welcher dort mit den naßgebenden Personlichkeiten behufs Förderung einer egyptischen Misfion konferirt, die Aufmerk⸗ amkeit des Londoner Kabinets, dann aber sind us dem Sudan wiederum schlimme Nachrichten ingetroffen. In Berber haben infolge Mangels m Lebensmitteln blutige Tumulte stattgefunden. geitet istaberdongola mit 42000, mit Geschutz versehenen dewischen besehe worden. Weder der Tod Achmei Nohammeds, noch auch derjenige; seines Rachfol - ets, des neuen Mahdi Abdullah — letztere Rach⸗ icht bedarf freilich noch immer der Bestatigung — ·27 Donnerstag, 27. August 1888. —— 20. Jahrg. haben demnach die aufftändische Bewegung im Sudan in ihrer Weiterverbreitung verhindern können und zach Kassala ist nun auch das wichtige Dongola n die Hände der Rebellen gefallen. Mit der Be⸗ etzung dieses Platzes sind aber letztere den Grenzen dberegyptens bedenklich näher gekommen und die ngliche Regierung wird sich nun doch wohl allen zrustes auf die Vertheidigung des eigentlichen xgyptens einrichten müssen. Weittragende Beschlüffe nach irgend einer Richtung scheint aber das eng⸗ ische Kabinet noch nicht fassen zu wollen, da der Pre— nier, Marquis Salisbury, nach einer Unterredung, zie er in London am Montag mit dem Botschafter Rußland's, Baron Stall, hatte, sich auf das Land zegeben hat. Ferner ist vom Kriegsdepartement die Demobilifirung der Armeereserve angeordnet vorden. — Die „Times? sagen, die Zulficarfrage dürfe bis auf einige die Tracirung der Grenzlinie zetreffende Details als geldst gelten.. schließen sich der gestrigen Kundgebung an. — In Spanien kamen gestern 5831 Erkrankungs⸗ und 1930 Todesfälle an Cholera vor. » TCC eer.IS- Lokale und pfälzische Nachrichten. N St. Ingbert, 27. August. Das Aller⸗ zöchste Geburts und Namensfest wurde dahier auch jeuer in recht feierlicher Weise begangen. Unsere Ztadt prangte zu Ehren desselben in vollem Fest⸗ chmucke. Schon Abends vorher wurde das Fest hurch Böllerschüsse und Zapfenstreich der Bergkapelle ingeleitet. Am Festtage selbst ertönten wieder in aller Frühe Böllerschüsse, und die Bergkapelle spielte die Tagreveille. Um 10 Uhr fand in beiden Zirchen Festgottesdienst statt, zu dem die gesammte nappschaft mit der Musik an der Spitze ausgerüdkt war. Mittags vereinigte die Bergleute mit ihren Beamten ein Festessen und Abends ein Ball in den Lokalitäten der Herren Baumann und Horst. —St. Ingbert. Eine große Zahl aktive und dassive Mitglieder der ‚Gemüthlichkeit“ hatten sich am Dienstag Abend im Vereinslokale bei Herrn Wirth Beirich eingefunden, um das Geburts⸗ und Namens fest unsers geliebten Königs zu feiern. Das Vereins⸗ iokal war, eingedenk der Worte unseres Landes⸗ daters „Man ehrt mich in meinen Farben“, nur in den bayerischen Landesfarben recht finnig ge⸗ schmüctt. Klavbier⸗ und Gesangpiecen wechselien in schoͤner Harmonie mit Deklamationen. Herr Lehrer Peill gedachte mit begeisterten Worten unseres erhabenen Landesvaters Sr. Majestät König Ludwig V. don Bayern und brachte den ftürmisch aufgenom⸗ menen Konigstoast aus, nach welchem die bayerische Nationalhymne stehend gesungen wurde. Herr Lehrer Schlaudeder danlte in ruührenden Worten für die ihm am Vorabend zu seinem Namensfeste dargebrachte Ovation und drachte ein Hoch aus. auf das fernere Gedeihen des Männergesangvereinẽ „Gemüthlichkeit“. Zu der annimierten Stimmung, n welche alle Anwesenden alshald versetzt wurden, rugen wesentlich mehrere ·gelungene komsche Couplei⸗ ver, welche · von Mitgliedern des Vereins zum Vor⸗ rage kamen. Erst in spater Stunde fand diese ccht patriotische Feier ihren Abschluß J ꝰ St. Ingbert, 26. Auguft. BGestern Abend hatte Der Turnwerein zu Ehren des GBehutte ind Namenssestes Sr. Majestat des Konigs udwig I. im Saale der Frau Wiw. Grewons eine Festineipe vetanstaltet. Toaste, Wes e und Musikstücke wechselten int Laufe * Abends nit einander ab und hielt die Turner in frohester Stimmung / bis zu später Stunde vereinigt. O. St. Ingbeert, 27. August. Roch ind die Konzerte der Kapelle Recheh in angenehner ẽrinnerung, und schon wicder sieht ein Fegtaennt venn auch anderer · Art in Aussicht Wieni nämlich aus zuverlässiger Quelle erfahre, will Herr Zapf, Dirigent Lines Zela anß zus Wiesbaden, am nächfien Sam ag un Bau— mannschen Saale dahier konzertieren. Dieses Quartett, das ssets nur Gediegenes zund Vorzug⸗ iched in hoͤchst aee p Vorteqge zringi, hatin lehler Zeil auch“n — ———— mit zrotzem Erfolge konzertiert. Gewiß sind auch hier jeine Leistungen vom vorigen Jahre noch in ange⸗ nehmer Erinnerung. Hoffen wir daher, daß das stonzert desselben sich auch dieses Jahr eines zahl⸗ reichen Besuches zu erfreuen hat. Auf dem Prada in Madrid hat am Sonntag anläßlich des Zwischenfalles mit Deutsch- and eine große Demonstration stattgefunden m welcher angeblich 1860,000 Personen mit 60 zahnen theilnahmen. Die Demonstranten zogen vor dem Minisierrathshotel vorüber: „Es lebe die Integritͤt Spaniens! Es lebe die Armee! Das hebaude der deutschen Gesandtschaft wurde indessen n einer Weise belaͤstigt, zumal da die Regierung um Schutze desselben ihre Vorkehrungen getroffen hatte. J Deutsches Reich. Muͤnchen, 24. August. Der deutsche Kron⸗ prinz trifft am 81. August zur Besichtigung der davallerie in Regensburg ein und verweilt bis zum J. September. Der Konig stellte dem Kronprinzen zas Schloß und den Marstalldienst zut Verfügung und orduneie den Obersthofmarschall Malsen zu jeiner Repräsentation ab. Ausland. 7 Zürich, 25. August. Heute fand die Ent⸗ jüllung des Zwingli⸗Monumentes bei prächtigem Wetter und unter Theilnahme der ganzen Bevol« lerung siatt. Das Monument übt eine schöne Wirkung aus. Paris, 25. August. Bel Toul finden bis 15. September wichtige Belagerungsmanodver statt. 10 Bataillone Infanterie, J Bataillone Artillerie ind 4 Kompagnien vom Geniekorps werden daran Theil nehmen, ebenso eine große Anzahl don Re⸗ erdeoffizieren und Offiziere von der Territorial⸗ armee. Madrid, 285. August. Der gestrige Minister⸗ rath unter dem Vorsitz des 5 beschäftigte sich nit den auf die Karolinen⸗ nseln bezüglichen diplo⸗ natischen Schriftstücken. Der Minister des Aus— värtigen theilte ein Telegtamm von Berlin mit, velches den zweiten Protest Spanjens hbeantwortet. Ddie deutsche Regierung tllart daß der Zwischenfall die guten Beziehungen Deutschlands zu Spanien aicht rriten könne; 3 denselben eine Wich⸗ iigkeil bei: sie betrachten die Karolinen bis zum Peweise des Gegentheils als Niemand angehoͤrig, denn Spanien habe dot keinerlei Behoͤrden einge⸗ setzt. Weitere Erklärungen wütden; durch: einen sourier erfolgen. aoaup⸗ 24. August. Im Marineministerium Jerrscht großé Thatigkeit; alle beurlaubten Marine. Offhrziete wurden einberufen. Die Provinz⸗ Journale *77— a —— [] Schnappach, 26. August. Unsere Airchweihe hat wieder gezeigt, daß Schnappach ein Anziehungspunkt für die ganze Umgegend ist Scharenweise zogen die Leute am Sonntag Nach⸗ mittag nach Schnappach um die Kirchweihe mitzu⸗ machen, und eine solche Menschenmenge wie in diesem Jahre war schon seit vielen Jahren hier nicht mehr zu sehen. 4000 Menschen können zum mindesten hier anwesend gewesen sein. Auch die Auzahl der Verkaufs- und Belustigungsbuden war eine sehr betraͤchtliche und glich das ganze Treiben dem eines großen Jahrmarktes. Auch am Montagt war der Zuzug von auswärts noch ein recht zahl⸗ reicher u. machten sämmtliche Budenbesitzer mitunter recht bedeutende Einnahmen. Auch die hiesigen Geschäftsleute zogen aus diesem starken Fremden⸗ verkehr ihren Nutzen, und waren namentlich sämmt liche Wirthslokalitäten an den beiden Tagen sehi dark besucht. Tanzmusik wurde nur in zwei Lokalen, bei Herrn Eisel und bei Herrn Schneider, abge⸗ halten, und waren beide Säle gut besetzt. Zur Aufrechthaltung der Ordnung war unsere hiesige Polizei noch durch einige Mann preußischer Poli— zisten verstärkt, und muß man staunen, daß bei einer solchen Menschenmenge alles in schönster Zuch; und in bester Ordnung verlief. — Zur Feier des Beburis- und Namensfestes Sr. Majestät des Königs Ludwig U. waren die kgl. Bergamts gebaude und auch mehrere Privathäuser dahier beflaggt — Aus Anlaß des Allerhöchsten Namens⸗ und Geburtsfestes erhielten dasKomthurkreuz des Michaels⸗ ordens Senatspräsident v. Zöller in Zweibrücken den Regierungsrathtitel Direktor La vale in Lud⸗ wigshafen. — Ein in der ganzen pfälz. Lehrerwelt hoch⸗ angesehener Mann, Herr Hofmann, zuletzt Lehrer in Alsenborn, ist der „Sp. Zig.“ zufolge am Samstag im hohen Alter von 84 Jahren in Speyer derschieden. Der Verstorbene war Inhaber der Fhrenmünze des Ludwigsordens für treugeleistete fünfzigjiührige Diense. — Speyer, 25. August. Herr Domdechan Franz Joseph Weiß hierselbst hat am 21. d. M sein diamantenes Priesterjubiläum gefeiert. Der jetzt dreiundachzigjährige Jubilar ist zu Offenbach bei Landau geboren, wurde 1825 zum Priester geweiht und 1837 zum Regens des Klerikalseminars ju Speyer ernannt, bis er 1842 zum Domkapitular abancirte. Dann wurde er 1863 zum Domdechanten befoͤrdert und ist in dieser Stellung unter füms Bischoͤfen thätig gewesen. — Am 28. September findet in Speyer die prot. theologische Aufnahmsprüfung statt. Ihr wird fich eine betcächtliche Zahl Studirender unter⸗ gellen, angeblich 285, zu denen noch drei bereits rezipirte Kandidaten kommen. Dem Theolsgen⸗ mangel in der prot. Pfalz wird damit gründlich a abgeholfen. Es wird von nun an nicht mehr noͤthig sein, mehrere Stellen, wie bisher geschehen mußte, durch einen Geistlichen versehen zu lassen. Bewöhnlich dauert die theologische Prüfung acht Tage. Dieses Mal wird sie aber längere Zeit in Anspruch nehmen, da es den Examinatoren un⸗ möglich sein wird, die schriftlichen Arbeiten der zxsten drei Tage so rasch zu kritisiren. Das kgl. Zonsistorium beabsichtigt darum, die Kandidaten nach beendigter schriftlicher Prüfung in ihre Hei⸗ math zu entlassen und sie später -zur mündlichen Prüfung wieder einzuberufen. Die Geprüften werden sofort Verwendung finden. Vermischte. F Aus München wird berichtet;, es sei den jämmilichen Bediensteten des Königs eröffnet worden, daß von nun an die Reisezulagen, welche zehn Prozent ihres Gehaltes betrugen und bei der oftmaligen Abwesenheit des Monarchen von der Refi⸗ denz einen beträchtlichen Zuwachs ihrer Bezüge bilde: ten, sistiert werden. Wie derlautet, sollen bei den Hof— chargen bedeutende Reduzierungen erfolgen und mehrere hohe Stellen in eine Hand vereinigt werden Die vorläufig projektierten Separatvorstellungen für den König sind gleichfalls sistiert. Desgleichen spricht man von einer umfassenden Verringerung des königlichen Marstalles. F Der Ruf des Herzogs Karl Theodor in Bayern als geschickter Augenarzt ist auch be reits über das Weltmeer gedrungen, wie aus fol⸗ zender, soeben die amerikanische Presse durchlaufender Notiz ersichtlich ist. Dieselbe lautet: „Ein Deut scher von Kichmond in Virginien, J. P. Gras berger, der fast ganz erblindet war, begab sich bor einiger Zeit nach Deutschland, um in Tegernset bei dem belannten Augenarzt Herzog Karl Theodo in Bayern Heilung zu suchen. Er ist jetzt bedeu⸗ tend besser sehend und mit der Hoffnung, durch das ihm von dem genannten Arzte verordnete Ver— fahren sein Augelicht wieder vollständig zu erlangen. —— von Deuischland zurückgekehrt.“ —— — 7 Die Prämien für die Ergreifung des ie seit Jahren durch ihre aus Gaote unerrei Mörders des Polizeirath Rumpff von —* Arere Srillant Slanz ·Starke beften 3— ekannte Firma Fritæ Schulz jun. in Leipzit m Betrage von Mk. 10,000 find nunmehr zur vringt jeht auch in eleganten Blechdosen, von denen jedean Bertheilung gelangt. Gensdarm Götz von Hocken- ZDarantiemarte sur ausgezeichneie Qualitat mu der Schuß jeim, welcher den Lieske anhielt und bei seiner warke „Slobus“ und Firma versehen ist, eine Universal Flucht einfing, erhielt Mk. 6000; der eine der etall ˖ Puszpomade in den Handel. welche sich vor der q — * vielen derartig bezeichneten Präparaten da durch auszeichnet beiden Rinkleff, von Hodenheim Mi. 1700 enen anßer gewoͤhnuiche ee * der Andere Mk. 1800. Mi. 1000 wurde ander absolnter Unschaͤdiichkeit verbindet und fich dehe , — — FWien, 25. August. Bei der Probeheizung an Fer des Triester Lloyddampfers „Argo“ explodirte der Mern o deepr * a ien de Kessel; dabei sind 13 Personen verletzt worden, neu vären d in ber vadurch hervorhebrachte Hochglan— wovon ⸗ westehen find. 8 boyg ee 3 f Zürich, 23. August. In ganz ungewöhn-⸗ 229 dies neue Produtt der Firma *8 licher Furchtbarleit wurde eine Bauernfamilie in d —RREä——— nn Glattfelden im nördlichen Theile des Kanton 1Kurmoaaken⸗ und dergl Handlungen. Zürich vom Blitze heimgesucht. Abends nacht Uhr eilte sie vor dem Gewitter nach Hause. d⸗ Vater folgte dem von der Magd gezogenen aime wagen, worin zwei kleine Kinder saßen. Noch el was mehr rückwärts ging die Mutter. Um do Marsch zu beschleunigen, schob der Vater mit einem Arm den Wagen, im andern hielt er über der Achsel die Sense. Plötzlich flammte ein Blit fuhr wahrscheinlich in die Sense durch den Köorper des Mannes in den Wagen, immer seinem Arm⸗ folgend. traf dort den Rüden des 4jährigen Kinde und entzündete dann sofort den Boden des Wagen Der Vater stürzte todt zusammen. die Magd flet betäubt zur Seite, nur die Mutter, obwohl eben falls zu Boden geschmettert, vermochte sich rasq wieder zu sammeln. Sie riß die Kinder aus den hrennenden Gefährt, eines als Leiche, das ander lebend, aber mit Brandwunden bedeckt. Die Magd scheint außer Gefahr, war aber noch stundenlang weder der Sprache noch der Bewegung ihre Glieder mächtig. Der Tod von Vater und Kint muß ein momentaner gewesen sein. .Paris, 25. August. Der „New ⸗Yor Herald“ meldet, eine Depression ziehe über NReu— fundland östlich und werde wahrscheinlich zwischen dem 26. und 28. August Großbritannien und Frankreich erreichen. Am Sonntag Morgen um 2 Uhr brach in dem Mühlenanwesen des Müllers Gayer in Ponat⸗ Chaussy, Annerxe von Kurzel, ein Feuer aus welches bald eine großartige Dimension annahm. Die ganze Mühle nebst Inhalt, Stallung und Futtervorrath ift, wie die Lothr. Ztg.“ hört, total biz auf die Mauern niedergebrannt. Der Schaden bon ca. 50,000 Mt. ist bei der Gesellschaft Rhein und Mosel versichert. F Bombay, 285. August. Ein Reutersche Telegramm meldet: Der englische Dampfer ‚Ban⸗ zalore“ litt im Golf von Aden gänzlich Schiffbruch An hundert Personen sind ertrunken. Bekanutmachunug. chutzwart e „Gl obus ennæeichnet sede Dose vor anæarkannt vorzügsicheten Metall Put Pomade von Fritz Sehulz sun., Leipzis Wirkung überraschond. versuet dodem anzuraihoñ. Qosenæ IO PGq. u. otõ ↄrore uheralivoccathig. In St. Ingadbert bei Jolef Beer. Vom 1. September 1885 an find bei der k. Siesntotlengrude St. Ingbert die Verkaufspreise der Förderkohlen im laufenden Verkaus festgesetzt auf 1153 Pfennig für die Dαα 94 —— 72 8 * — 77 St. Ingbert, der — MAE— 8 soe * X e — F — VYVA,— * 3 — —⏑ —c. X — Xx Avaæcs X * 8J — —34 —— —4 DRe 7 J o 3553 ——* u e n * Beęeitrag ad drhubin ete. 5 85 ags von Monatii e ———— 32965 — ——* 26 maren, Jen- rh ustrt * 8Wb.32 —XR gαανι ——⏑—— 58 i —D — — — F —— ODie Woehen- und ti — F * V —8 & ve vei nach ⸗ X * weiter. —— X 2 * — —9 — 7 ⏑ 2 chore mt. D Unterzeichnete beehrt fich andurch anzuzeigen, daß sie im dase derrn Friseur Weirich dah ier vom 1. Seplember ð J. ab eie Kleinfinder ⸗·erbeitsschulel errichhsreichen Anmeldungen sieht entgegen . αα gl. Präparandenschule Blieskastel. Gesuche zur Aufnahme in hiefige Präparandenschule wollen, belegt mi den vorgeschriebenen Zeugnissen, als Taufschein, Impfschein, Gesundheits- Schul ⸗ und Vermögenszeugnis, längftens bis zum 15. Setber bei dem Unterzeichneten eingereicht werden. Blie⸗ækaftel, den 15. August 1886. Leibig, A. zurrllehrer. Rechu incon u3— ederr 00 ung 0n Gebrauch ind stets vorräthig in der Druckeretr dea St. Inaun⸗ner eit F. X. Demetß in St. Ingner Druck und Berlag von 22— 33555353853S358z538885 — 532—* 5222 ———— 55 — 3—7— 585822335— — 583 A 3 285 53 — 335238 — * —5 555* 272 23 — 538 7 28 555 — * F 338 255 8 —B * —52838 38 ——— *5 7 52 —— — S· 5 * * — * 755 —— —23 z33788327887— 55 38.88 3as 355533323 5353838 355 53— 28 3335333 57* 2 ——J S *3. 22 24 —12 2* 8 37 58337 5 2. 8238 25 — —— 25 —2 — 528 — — — 22 533 * —A ——— 8 —I —, 537 * —2 * 2 29 2 8* —— 5 25 —X 5 5 253 * * 5 32 —— —— O 8* 28 556825 — —5*22 555 3 —A 25 8 —7— — * 5 2522 7 8 * 235352 — —— 583253335265 S8 3838 5638 —— * * —— — 2 — — — 2— — JF — 25 3328— — 538 —*5 — 583 553 5 —72 2S2* 8 ——— —E 53535533355555 — 535352 R ————— 553 55 2833 55 255 5388 —2— 555 235 ——z3383 7*68 332 33 5225 5288 — —A * 555533353 — 82536 A *8* — 225 862 56*5 53* * 3 5 3 3 5—385 z 335 325833733 5* Z * — * c8 —— — 25 525 —— 2 2* —8 2 3 3 — — —3 EEV * 2 75 — S s* —— 3323 6 22 α * 2—72 43 A 8 F * 3353833 3 7256* 752335 ——— 2 * —2 * * 3 3 38 z83 28 —6 —2 5c228 —35385255 8 S550 2 —5 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Ingberter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — —— — . — ————————— ——— — — — Mιια u ———— — — — — — z——— — — u St. Ingberter Anzeiger? erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donuerstag, Samstag und Sountag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ ut und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt tostet vierteljahrlich 14 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 78 H, einschließli v s Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondizeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und olchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 —, Reclamen 30 8. Bei 4maliger Einrückung wird mur dreimalige berechnet. 168. Samstag, 29. August 1885. 20. Jahrg. — I Deutsches Reich. Berlin, 25. August. Ein Kaufmann aus warschau, welcher in fkaufmännischen Geschäften ürztich in Posen ein traf, weiter nach Hamburg Bremen reiste und auf der Rückreise wieder n Posen eintraf, exhielt sofort die Aufforderung, jz spätestens zum 1. Oktober die preußischen Lande u verlassen. Dabei hat derselbe einen auf ein albes Jahr ausgestellten legalen Paß, welcher von In deutschen Konjul in Warschau visirt ist. So— „richtet die „Pos. Ztig.“ Zerlin, 26. August. Die Untersuchung be⸗ teffs der Beschäftigung der gew erblichen Uubeiter an Sonn- und Festlagen wird. wie jan der Nai.⸗Ztg.“ schreibt, mit der Ausfüllung ir Fragebogen seitens der Arbeitgeber und Arbeiter te Trledigung noch nicht finden, sondern es sollen uch noch anderweite mündliche Erklärungen der be· essenden Gewerbetreibenden provozirt werden. Die jegierungen sind veranlaßt worden, im amtlichen hege Versammlungen von Arbeitgebern und Ar⸗ ritern anzuberaumen, in welchen unter Leitung — upflegen sind: 1) in welchen Industrie und Er⸗ verbozweigen bezw. in welchem Umfange in den inzelnen eine Beschaäftigung der Arbeiter an Sonn⸗ ind Festtagen staitfindet, 2) welche Gründe die ʒonntagsarbeit veranlassen, 8) welche Folgen ein derbot derselben für die Arbeitgeber und Arbeiter saben würde und 4) ob ein solches durchführbar s. — Die Regierungen find beauftragt worden, gdit Hilfe ihrer amtlichen Organe die Arbeitgeber und Arbeiter zur möglichst regen Theilnahme an diesen Versammlungen herbeizuziehen. Die Ver—⸗ mmlungen werden eiwa Mitte September statt ⸗ inden. Berlin, 27. August. Der angebliche Wort⸗ aut des Telegramms des spanischen Gesandten in berlin an seine Regierung vom 24. August enthalt die Schlußworte: Fuür den Fall, daß die Prüfung nicht zu einem befriedigenden Ergebniß durch gegen⸗ eiüge Verständigung führen sollle, ist die deutsche gegierung geneigt, an die guten Dienste einer beiden dandern befreundeten Macht zu appelliren. Leipzig, 26. August. Vor dem Forum des Ferien · Straf⸗ Senais des Reichsgerichts gelangte deute die am 13. Januar d. Is. zu Frantfurt 1. M. erfolgte Ermordung des Polizeiraths Dr. dumbff zur Verhandlung. Bekannilich wurde am . Juli d. J. der Schuhmachergeselle Lieske von xm Schwurgericht zu Frankfurt a. M. nach einer wreitägigen Verhandung dieses Verbrechens für huldig erachtet und zum Tode und Verlust der uͤrgerlichen Ehrenrechte und außerdem wegen ver⸗ uchten Todtschlags, letzteres Verbrechen begangen gen den Gendarmen Gotz zu Hockenheim. zu 4 dahren Zuchthaus etc. verurtheuut. Gegen dag exstere Urtheil hat der Vertheidiger des Liesle, Kechtganwalt Dr. Fester (Frankfurta. M.) im Auf · ktagt des Angeklaglen das Rechtsmittel der Revi ⸗ ion eingelegt. Der Vertheidiger beantragt deßhalb as Urtheil des kgl. Schwurgerichts zu Frankfurt 1. M. aufzuheben und eine neue Verhandlung an⸗ uordnen. Das Reichsgericht verwarf nach längerer Kerhandlung die vom Vertheidiger Liesle's einge⸗ vendete Redision und zwar aus solgenden Gründen: die erste Beschwerde, wonach mehtere Zeugen aus vt Schweiz nicht persönlich abgehört und bereidigt vorden find, erscheint unbegründet, weil der Auf⸗ enthalt des einen Zeugen nicht zu ermitteln und ie Lodung der anderen Zeugen erfolglos war, in⸗ dem zwei derselben ihr Erscheinen von unzulassigen Bedingungen abhängig machten und einer sein Er—⸗ cheinen überhaupt ablehnte. Ein Zwang konnte Jegen diese Zeugen nicht geübt werden, weil sie im Iüslande wohnten. Die Verlesung der in der Schweiz erstatieten Zeugenaussagen war unter joschen Umständen zulässig. Der zweite geltend jemachte Revisionsgrund, daß die Schuldfrage den heschworenen nicht präzis genug gestellt worden sei, st ebenfalls nichtig; denn die Spezialisierung der Frage, ob der Angeklagte der Thäter oder ein Mit⸗ häter war, ist nach 8 298 der Strafprozeßordnung uͤcht erforderlich. Die gestellte Schuldfrage habe alle erforderlichen Merkmale und die in Betracht ommenden Umstände in sich aufgenommen. Das Reichsgericht habe auch in früheren Fällen solcht Altecnativfragen für zulässig erklärt. Ausland. Madrid, 25. August. Der Verhandlungen wischen Deutschland und Spanien über den Besit zer Karolinen⸗Inseln werden sich, wie der „Koöln. Zig.“ von hier gemeldet wird, noch einige Zeit hinziehen; von dem Verlauf derselben wird ez abhängen, wann der König nach La Granja zurücklehrr und ob die Kammern wieder einberufen verden. — Gestern sind in ganz Spanien 5088 Personen an der Cholera erkrankt und 1561 ge⸗ orben. Aus einigen Provinzen fehlen die Daten. In Barcelona und Almeria ist die Cholera neuer⸗ dings heftiger aufgetreten. Madrid, 26. August. Die ministerielle Presse spricht sich gegen die patriotischen, aber durchaus inopportunen Uebertreibungen aus, die in den letzten Tagen hervorgetreten find. Die Regie⸗ rung gebe sich der Hoffnung hin, mit Deutssch⸗ hand zu einer BVereinbarung zu gelangen. Dieselbe sei sehr beftriedigt von den freundschaft⸗ ichen und versöhnlichen Ddispositionen Deutschlands. Sie verurtheile daher durchaus die Uebertreibungen ines großen Theiles der übermätßzig erregten Presse. die Schnapsflasche und in der andern den Stöpsel haltend, aufgefunden und scheint in dieser Lage offenbar erstickt zu sein. e. Auch in En Sheim wurde das Geburis⸗ und Namensfest Sr. M. d. Königs in würdiger Weise begangen. Gegen 8 Uhr Abends trug der Musikverein, Arion“ auf dem freien Platze vor dem Hause des Herrn Adiunkten Fries einige pas⸗ sende Musikpiecen vor, deren Schluß die Königs⸗ hymne bildete. Alsdann ordnete sich die 96 Mann ühlende Feuerwehr in Parade - Uniform zu einem Fackelzug, welcher sich unter Vorantritt der Musik und begleitet von Jung und Alt, durch die Straßen des Ories bewegte. Nach der Rückkehr in den Fries'schen Saal fand eine gesellige Unterhaltung att, welche mit einem Hoch auf S. M. den Konig, roffnet wurde. Unmittelbar nach diesem Hoch wurde die b. Königshymne von sden Anwesenden tehend gesungen unter Begleitung der Musik. Bald darauf ertönte abermals ein brausendes Hoch. Es zalt dem deutschen Kaiser, dem unser erhabener Monarch vor 15 Jahren die deutsche Kaiserkrone aberreichte. Alsdann folgten noch verschiedene Toafte. Die zahlreiche Gesellschaft war bis zur späten Ubendstunde in der heitersten Stimmung. — Aus der Pfalz, 24. Aug. Vor 15 Jahren brachte uns in diesen Tagen die Zeitung aglich neue Kunde von den Siegen unserer tapferen Truppen in Frankreich und als am 2. September die Rachricht von der Gefangennahme des Kaisers Rapoleon zu Sedan kam, da war in ganz Deuisch⸗ and lauter Jubel, weil Jeder sah, daß dieser Tag die wichtigste Wendung der Geschicke Deutschlands brachte. Seit dieser Zeit wird in allen deutschen hauen der Sedan⸗Tag als ein Ehrentag der deutschen Truppen und des neuerrichteten und er⸗ tarlten Reiches mit Recht gefeiert und in den ersten Jahren wetteiferten Stadt und Land um die schönste Art der Feier dieses Tages. Seit einigen Jahren ist es jedoch mit der Feier dieses Tages mitunter hdie und da etwas sliller geworden. Wir reden seiner rauschenden Festlichkeit, verbunden mit einem zroßen Aufwande von Zeit und Geld, das Wort, ondern wir verlangen nur, daß irgend eine kleine Feier, ewwa Festgoltesdienst, Beflaggung. Glocken⸗ geläute, eine kleine Anrede an die Schuljugend ꝛc. attfinde, damit dieser Tag auch unserer Jugend in ftetem Angedenken bleibe und unsere Alten in der Frinnerung an die Tage, in welchen unsere Nation durch ihre Einigkeit nicht blos große Siege ertang, sondern auch als neu erstarkte, selbstbewußte und allgemein geachtete Nation hervorging, sich ftets neu erfreuen. Da nur noch wenige Tage uns bom Sedan⸗Tage trennen, so hoffen wir, daß diese —XXLLL Boden falle. C. A.) —A Breitfurt, 27. August. Gestern Nach⸗ mittag 3 Uhr geriet ein vor dem gepachteten Delonomiegebaude des Jakob Gentes S. v. Daniel. agernder Haufen Stroh, vom vorhergegangenen Maschinen Dreschen herrührend, in Brand und vurde das besagte Gebäude äußerst schnell von den Flammen erfaßt und brannte total nieder. Das unter gleichem Dache stehende Wohnhaus wurde mit zroßer Mühe gerettet. Gentes hat nur Weniges Jerfichert, da er unterließ die Früchte und das Fuiter von circa 42 Morgen Land, die er von zinem Schwager Schetting vor 133 Jahren ge⸗ jepachtet hat, zu verfichern. Hiedurch hat er einen khr bedeutenden Schaden zu tragen. Lotale und pfälzische Nachrichten. S Si. Ingbert, 38. August. Durch estrigen Beschluß des hiesfigen Stadtrates wurde ie Errichtung eines Realkurses an hiesiger Latein⸗ chule und somit die Anstellung eines Mathematik· professors einstimmig beschlossen. — In derselben Sitzung wurde der Schuhmacher J. Braun von hier zum Nachtwächter dahier gewählt. ASt. Ingöert, 28. August. Morgen Samsiag, den 29. Aug., findet im Saale des Herrn Zaum ann dahier das Kranzchen“ der Tanzschüler des Herrn Bäcker aus Zweibrücen statt. St. Ingberi, 28. August. Das im zestrigen Blatle avisierte FJapf sche Künstlher⸗ SBu ßrtert wird, da der Baumann'sche für diese Woche bereits anderweitig bergeben ist, erst nächste Woche an einem noch zu bestimmenden Tag hier onzertieren. e. Ensheim, 27. August. Gestern früh wischen 4 und 5 Uhr wurde an der Straße von Jier nach der Gassenmühle in einem Wiesengraben Hie Leiche des seit einiger Zeit hier wohnhaften Schuhmachers Johann Straßner aus Merzig auf⸗ zefunden. Derselbe war am 25. Abends spat noch a der Wirthschaft von Nik. Eich und zwar in be⸗ runkenem Zustande und scheint, während er sich noch mit einem Tröpfchen gütlich thun wollte, kopf⸗ iber in den Wiesengraben, in dem jedoch kein Wasser war, gestürzt zu sein; denn er wurde, das Zefichl dem Boden sugekehrt und in der einen Hand — Zweibrücken, 21. August. Die In— aber von Ersatzreservescheinen bezw. die— —8 Leute, welche im Jahre 1880 der Ersatz⸗ reserbe J. Klasse überwiesen wurden und derselben also fünf Jahre angehören, werden darauf auf⸗ merksam gemacht, rechtzeitig d. h. vor dem 1. Ok tober sich durch den k. Bezirksfeldwebel in die Er⸗ satzreserve II. Klasse überweisen zu lassen. — Contwig; 24. August. In der letzten Gemeinderathssitzung wurde der frührere Gemeinde⸗ schreiber in Schifferstadt, Heinrich Leiser, unter 7 Be⸗ werbern einstimmig als Lehrer der oberen katholischen Schule dahier in Vorschlag gebracht. S⸗ Kusel, 25. August. Die sogenannte „Walkmühle“ wurde am Freitag hier um 6000 Mark ersteigert. An diesem Anwesen gingen im Laufe eines Menschenalters etwa 100.000 Mark verloren. - Die Direktion der Pfälzischen Eisenbahnen gibt bekannt, daß am Sonntag den 80. August c. aͤus Anlaß des in Lampertssmähle stattfin⸗ denden Kirchweihfestes nachstehender Extrapersonen⸗ zug von Kaiserslautern nach Lampertsmühle und jzuruck gefahren wird: Kaiserslautern Südbahnhof ab 4 Uhr 45 Minuten Nachmittags, Westbahnhof an 4 Uhr 57 Minuten, Westbahnhof ab 5 Uhr. Lampertsmühle an 5 Uhr 15 Minuten. — Lam⸗ pertsmühle ab 10 Uhr Abends, Kaisersmühle ar 10 Uhr 10 Minuten, ab 10 Uhr 11 Minuten Kaiserslautern Westbahnhof an 10 Uhr 18 Min. ab 10 Uhr 23 Minuten, Südbahnhof an 10 Uhr 33 Minuten Abends. — Herr Oberförster Allbrecht auf Johannis— kreuz wird seine Wirthschaft aufgeben. Eine Aktiengesellschaft, meist Kaiserslauterer Herren, hat fich deshalb zur Erbauung eines Hotels auf Johan⸗ niskreuz gebildet. —dDer pfalzische Forstverein hült am 19. und 20. September d. J. in Kirchheimbolanden seine XI. Versammlung ab, wozu Einladung an alle Forstmänner und Freunde des Forstwesens ergeht — Am Westbahnhofe in Landau entstand, wie der ‚L. A.“ berichtet, am Dienstag Abend ruhestörender Lärm durch einen Soldaten der 1. Kompagnie des 18. Inf.Regts. Namens Johann Fröhler, welcher auf die Pferde einer den Bahn⸗ Uebergang überfahrenden Chaise eines dortigen Arztes mit dem Yatagan schlug und, als er von deren Besitzer zur Rede gestellt wurde, auch diesen angriff. Der Festnehmung durch den Bahnwärten und Oktroiaufseher widersetzte er sich aufs heftigste, und als es dem ersteren gelang. ihm den Yatagan zu entreißen und ins Bahnbüreau zu bringen, eilte er dahin nach und konnte nur mit Mühe bewältig werden. Der Ruhestörer hat schon einmal 1 Jaht auf der Militärstrafanstalt Oberhaus zugebracht. — Neustadk, 25. August. Heute Mittag fuhren einige hiesige Herren auf einer Spazierfahrt vom Schönthal nach Hause, als plötzlich das Pferd scheute. Einer der Insassen, Herr Kaufmann Heinrich Wolf, versuchte aus dem Gefährt zu springen, Kürzte aber dabei so unglücklich, daß er einen komplizitten Beinbruch erlitt. Telegraphisch angerufene Celebritäten der Heidelberger Universität sind leider auf Reisen. Auf Verlangen des Ver⸗ unglückten wird sein Jugendfreund, der in der Knochenheilkunde wohlerfahrene Reichstagsabgeordnete Dr. Groß aus Lambsheim. an das Krankenbet! gebeten. — Neustadt, 26. August. Wie die „N. Zig.“ vernimmt, wird Herr Bezirksarzt Dr. Reisch, eine unermüdliche ärztliche Kraft und allseitig be⸗ liebter Gesellschafter, seine Wirksamkeit als Arzt aufgeben und sich nach seiner Vaterstadt Kempten in den Ruhestand zurückziehen. Herr Dr. Reisch soll in seiner amtlichen Eigenschaft durch einen Wolfsteiner Arzt ersetzt werden. — Die Jahresversammlung der füdwest⸗ deutschen Konferenz für innere Mis— fion, welche am 22. und 23. September nächsthin in Speher stattfinden wird, veroͤffentlicht ihr Programm, aus dem wir Folgendes entnehmen. Am 22. des Morzens 10 Uhr wird eine Sitzung der vereinigten Ausschüsse abgehalten werden, wo⸗ bei Divisionspfarrer Dr. Rocholl aus Koln über den „Verein für christliche Vollsbildung in der Rheinprovinz“ das Referat erstattet. Um 8 Uhr wird im Wittelsbacherhof „die Frage der oͤffentlichen Sittlichkeit“ besprochen werden. Referenten find: Militär ⸗Oberpfarrer Fingado aus Karlsruhe und Bfarrer Stursbera aus Düsseldorf. Zu gleichen Zeit wird im Dialonissenhaus für Frauen eine Besprechung „üer die Rettungsarbeit an den ver— orenen Töchtern unseres Volks“ stattfinden. Abende b Uhr predigt Dekan Guth von Grünstadt in der hl. Geisttirche. Am 23. wird nach Erstattung der Jahresberichte um 10 Uhr in der hl. Geistlirche Dr. Rocholl „über die Aufgabe der inneren Mission in den wirthschaftlichen Kaͤmpfen der Gegenwarft mit Beziehung auf die Sonntagsfrage“ sprechen und hierauf Pfarrer Stursberg den Kampf gegen die Trunksucht“ behandeln. Um 3 Uhr ist gemein⸗ schaftliches Mittagsmahl im Wittelsbacher Hof. Vermisctes. St. Johann. Die „St. Joh. Ztg.“ berichtet: Ein lothringischer Jagdberechtigter hatte an einen Saarbrücker Wildprethändler 8 Hasen zeschickt, deren Erlegung, da die Schonzeit im dortigen Bezirk abgelaufen ist, nichts im Wege deht. Da nun der Adressat keine Hasen, sondern einen Rehbock bestellt hatte, verweigerte er die An⸗ rahme der Sendung. Nicht genug damit, fiel der dothringer noch weiter hinein: die Hasen wurden polizeilicherseits auf die Eilgut⸗Erpedition beschlag⸗ nahmt, da hier die Schonzeit noch andauert, und zjemäß einer uns allerdings nicht recht einleuchten⸗ den gesetzlichen Bestimmung zu Gunsten der Stadt tasse versteigert. F Nürnberg, 25. August. In der inter⸗ nationalen Edelmetall⸗Ausstellung erfolgte heute an önigs Namenstag durch das Preisgericht unter dem Vorsitze des Ehren⸗Präsidenten Regierungs— Prasidenten v. Hermann im Auftrage Sr. Maj. zes Königs die feierliche Preisvertheilung. Goldene Medaillen erhielten 25 Ausstellee, wovon auf Deusch land 9 entfielen. Silberne Medaillen wurden 151 vertheilt, wobon auf Deutschland 9 entfielen. Silberne Medaillen wurden 151 vertheilt, wovon auf Deutsch⸗ land 89 entfielen, Ehrendiplome sind 2 verliehen und zwar an die Kunstgewerbeschule Pforzheim und in Offterdinger ⸗Hanau. Ehrendiplome an Mitar⸗ hbeiter wurden 72 vertheilt. Nach der Preisver⸗ heilung brachte der Kommerzienrath Kugler einen Toast auf den König aus; später fand Festesser und Konzert statt, Abends Festbeleuchtung des Ausslellungsparks. F Als Kuriofum erwähnt das „Schw. T.“ daß ein Einwohner von Schweinfurt, welcher vor noch nicht langer Zeit die vierte Frau geheirathe hat, zum Vogelschießen die sümmtlichen vier Schwie⸗ germütter zum Besuch erhielt. fF Aus Württemberg, 22. August. Nach der „Soc.Korr.“ hat eine neue Armenindustrie, welche von Pfarrer Faulhaber in Lippoldsweiler dei Backnang begründet worden ist, bereits in sechs Ortschaften fich ausgebreitet und sehr wohlthätig zjewirlt. Es werden nämlich von armen 8⸗ bis 14.jährigen Kindern vernickelte Drathbeutelchen angefertigt, welche zu 50 —-80 Pfg. verkauft verden. Die Kinder spinnen den Drath, schneiden hn zu, stricken aus den Eisenringchen die Beutel zefestigen fie am Schlosse, helfen bhei der Vernicke⸗ ung und polieren die Waare. Die ersteren Ar—⸗ zeiten gehen in den verschiedenen Häusern vor sich die letzteren beiden in der Pfarrwohnung.“ Wich tiger noch als der Verdienst erscheint die den Kin⸗ dern zufließende Arbeitserziehung, denn bekanntlid erweist sich als ein großer sozialer Uebelstand, dal gerade die meisten unserer ärmsten Familien für ihre Kinder beides nicht finden können und diest darüber verlottern, während dort mittelst der Be— schaftigung eine Anzahl bisher fauler Tauchenichse zu arbeitswilligen, fleißigen anstelligen Arbeitern purden. Auch Sparsamkeit erwächst auf diesem Boden. Selbstverständlich wird streng darauf ge⸗ ehen, daß habsüchtige Eltern ihre Kleinen nich beranstrengen. fF Worms, 28. August. Das unheimliche Abenteuer, welches neulich eine hiesige Putzmacherin exlebt haben will, wird nach den juͤngsten polizei⸗ ichen Ermittelungen auf sehr unromantische Weise yor Gericht abschließen. Die angeblich mit ano⸗ aymen Briefen bedrohte Person, welche letzthin so⸗ jar von einem Unbekannten im Laden ein Betäub⸗ ungsmittel erhalten haben wollte und deren mystisches Fẽrlebniß das ganze Stadtquartier in Aufregung yersetzt hatte, ist, wie sich jezt ergeben, die phan⸗ rasiereiche Urheberin der obigen nebst noch vielen anderen in diesen Tagen an die Polizei abgeliefer⸗ ten anonymen Drohbriefen selbst. Um die Sach echt graufig zu machen, war einer der Briefe mit IAchsenblut besudelt und solches auch da und dor“ im Hofe vergossen. Dieser „besondere Saft“ ub ührte gerade auf die Spur der Verfasserin. Wo letztere mit ihren Albernheiten im Grunde bezweck weiß man nicht. fF Worms, 26. August. Die Polizei la gestern bedeutenden Diebstählen, welche an den m der Bahn beförderten Waaren verübt wurden, ar die Spur. Ganze Päcke Kleiderstoffe und Leine wurden bei dem Weichenwärter dahier in desse, Wohnung durch die Polizei gefunden. Der Thäh wurde verhaftet und soll bereits ein umfassende Geständniß abgelegt haben. Ein zweiter Bahnb, diensteter der ebenfalls betheiligt ist, wurde auf dingfest gemacht. Für die Bahnbehörden ist X Entdeckung wieder von besonderer Wichtigkeit, derartige Diebstähle fast ununterbrochen vorkommen ohne daß denselben Mittel zur Abwendung zu 9. bote standen. F Kleinblittersdorf, 25. August.) I große Aufregung wurde heute unser kleines Don bersetzt, da die Frau des Gendarmen Hühner mit theilte, daß sie ihren Mann seit Sonntag morgen vermisse. Hühner, ein überaus humaner, pfliqht— eifriger Mann, begab fich am Sonntag imn der Frühe auf Patrouille und kehrte bis jetzt noch nicht zuruck. Man vermuthet, daß derselbe den in hiesiger Gegend überhand nehmenden Wilderern zum Opfer gefallen ist. r7 Unterschreibe nicht mit Kopier tinte! Ein Frankfurter Chef erschrak nicht wenig, als ihm ein acceptirter Wechsel zum Zahlen vor⸗ gelegt wurde, von dessen Existenz er gar keine Ahnung hatte. Und doch war seine Unterschrift entschieden echt, wenn er sich auch nicht erinnerte, seinen Namen unter ein solches Schriftstück gesezzt zu haben. Er wollte gerade gute Miene zum bösen Spiel machen und zahlen, als er den Sachverhall aufgeklärt bekam. Man hatte, natürlich nur zum Spaß, seine eigene mit Kopiertinte vollzogene Unter⸗ schrift von einem anderen Schriftstück auf die Ko— piermasse eines Vervielfältigungsapparates über⸗ tragen und den Namen auf den Wechsel kopiert. Man wollte nur den Beweis liefern, wie mit Hilfe eines Vervielfältigungsapparates die größten Fälsche ungen vorzunehmen fsind. F Lerpzig, 24. August. Gestern ward hier die 1. ordentliche Genossenschaftsversammlung der Deutschen Buchdruckerberufsgenos— senschaft abgehalten, in der 83 Abgesandte an⸗ wesend waren. Der seitherige Genossenschaftsvor⸗ stand ward endgültig als Vorstand gewählt. Als Drt der nächstjaͤhrigen Versammlung ward Hamburg gewählt. — An die Versammlung schloß sich eint außerordentliche Generalversammlung des Deutschen Buchdrucerbvereins an, welche den Ent wurf des durchgesehenen Vereinsstatuts in Bausd und Bogen annahm. Auch dieser Buchdruckerverein vählte Hamburg zum Sitz seiner nächstjähriger Beneralversammlung. pIn Coblenz kam kürzlich das seltene Er— eigniß vor, daß Drillingsschwesiern ihren 70. Ge— hurtstag in voller Rüstigkeit feierten. pHamburg, 24. August. Endliqh sind die Bautdiebe, in deren Besiß noch 100,000 Ml gefunden wurden, am 21. ds. in Paris verhafte! und auf dem Transport nach hier begriffen. Zr ihrer Ermitlelung srug haupisachlich der Umstand bei, daß es dieselben Diebe sind, welche in Stot holm vor anderthalb Jahren einen Bankdiebstah berübt und deßhalb eine Reihe von Monaten Gefang niß dort verbüßt haben. Ich Stockholm kam die Polize. gleich auf den Verdacht, daß die Hamburger Bank⸗ Jebe mit den Siodhoimern identisch seien, und sandte deßhalb die Photographien der Leßteren an die Behorden der größeren europäischen Städte welche dann weiter recherchirten. Die Verhaftun des eines Diedes erfolgie, als derselbe in Paris au einen Chek einer Bant Geld erheben wollte. pBerlin. Die „Nordd. Allg. Ztg. “schreibt: Außerordentlich erfreulich ist die Wahrnehmung zaß der Reichsdeuische seine sommerlichen jreuden jetzt weit mehr im lieben schönen Vatetlan jucht als frühet. Es war einst als ob die nirgends erquickender sein konnten, die Berge nirgen erhabener, als in der Sweiz; jetzt haben wir 8 sehen, daß wir im herrlichen Baherlande v—e eigene Schweiz besitzen. und daß wir unter unsenn biederen liebenswürdigen Landsleuten besser a hoben find. als sonst irgendwo. Es ift be zugleich ein nationales Genügen, das uns in bayerischen Gebirge zu heistiger und lorb cher Erbolung führt.“ Der Kronbprinz und die Frau dronprinze sin sind von Andermatt wenig hzůdt abgereist; Rechnungen hat man ihnen im ‚viel geschrieben, so hoch, daß Graf Seckendorf sie le geändert hat, „denn solche Preise“, sollen feine horie gewesen sein, „ahle man nirgends.“ Für e Fahrt von Göschenen, die ca. 1 Stunde betragt, otten sie für 5 Wagen, dabei 2 Gepäckwagen, 00 Fr. zahlen müssen, während jedem andern Zierblichen der zweispännige Wagen mit 15 Fr. setechnet wird. Gie Machtder Zeitungsannoncen.) audolf Herzog, der bekannte Modewaarenhandler m Berlin, gibt für seine Geschäftsanzeigen in den Jeitungen jetzt alljährlich 400,000 Mark aus. Als ich nicht inserirte?, sagte er jüngst im Kreise ziner Freunde, „hatte ich so geringen Umsatz, daß q besser gethan hätte, das Geschäft zu schließen. dann begann ich zu inseriren. Ich wendete im tsen Jahre 1000 Mark daran, und mein Umsatz — 10,000 Mk. auf Inserate, mein Umsatz be⸗ fferte sich auf Hunderttausende, und jetzt beträgt Millionen und mein Gewinn steht im Verhäli— iß dazu. Alles, was ich habe, mein Weltname, rein Millionengeschäft verdanke ich nicht allein der deellitäät der Geschäftsführung, sondern zu 8troo yt Macht der Zeitungsanzeigen. Ich bin zu der zewißheit gekommen, daß heutzutage kein Geschäft ne die Macht der Zeitungsannocen in die Höohe mmen und gewinnbringend sein kann.“ »Prag, 26. August. Sechshundert Weber c Smichower Kattun · Manufaktur in Prag stellten Arbeit ein; sie fordern bei elfstündiger Arbeits⸗ denselben Lohn wie bei einer zwölfstündigen. Ein heiteres Hochzeitsmahl. Das Wiener Abdbl.“ erzauͤhlt: Am Samstag erschien dem Wirth Thomas Steiningen in Hernals eopoldsgasse, ein Pärchen, das sich als Braut und wutigam vorstellte und bei dem Wirth sein Hoch⸗ tzmahl bestellen wollte. Die Leutchen zeigten seht wählereisch, der Wirth ging aber auf alle te gedingungen, als da waren: frisches Aufwichsen z Vodens, Fensterputzen, Errichtung einer eigenen jarderabe, Bestellung von zwei eigenen Kelnern ind einet Garderobiere und vor allem eine vor⸗ refliche Musikkapelle auf das bereitwilligste ein, onauf das Brautpaar das Erscheinen von fünfzig oen in Ausficht stellte und den Wirth verließ. Uentag trafen die Gäste pünktlich ein und nicht n fünfzig, es waren ihrer hundert, und man dmauste und zechte und jubelte, schüeßlich tanzte nan auch noch dis spät nach Mitternacht — da inten plötzlich die Brautleute verschvunden. Das w andern Brautleuten nicht sehr erstaunliche Er⸗ wiß machte den Wirth doch sehr flutzig, denn nerst fiel dem Unglücklichen ein, das er weder umen noch Adresse des jungen Ehepaares kenne. i lopfte er leise bei den Hochzeitsgasten an, von un aber ihm keiner Auskunft zu geben wußte, dt Auslunft geben wollte. Wer zahlt die mhe rief der Wirth. Wir mi⸗, schal es im wius zurück und einige der muntern Gäste stürzen Nauch bereits auf die Garderobiere, um ihre heleider zu erhalien. Wahrend die Arme, welche Itegen die Ausfolgung der Garderobe ohne Be⸗ tlung der Aufbewahrungsgebühr heftig sträubte, hendelt wurde, sperrte der Wirthe die beiden unnge ab, worauf im Saal ein fürchterlicher nda anhob. Die Gafie ertruͤmmerlen Glaser w Flaschen, rissen die Luster vom Plafond, zer⸗ uen das Tischzeug und erzwangen fich den Aus— nur zwei dermochte der Wirth und sein hnecht zurückzuhalten, die fie an daß Kom wiat abliefetien. Das waren die beiden shhauergehilfen Leopold Frommer und Max shtaum Wenn man bnen glauben wollte, * sie da hinein, wie Pontius ins Credo, sie 7 im Vorübergehen Mufik gehoͤrt, lustige Leute b gesehen und waren in Steininger's Wirths⸗ g lineingegangen, dort Bier zu trinken. Von uden Gesellschaft, betheuerten fie, annten fi⸗ 9* e Einer der Beiden ist auf dem Kom— * aue zurückgehalten worden, doch hat men —T von ihm noch viel Aufschlüsse zu vr Die Untersuchung uber den höchst meck⸗ n Vorfall ist im Fuge. —2 Erzherzog Johann um die ß imeitereiogter eigentlich freite. Ueber min en etzien Tagen anlaßlich des Todes der n Veran wieder diel besprochene Frage ir in der .D. H. F. e zoit⸗fgj⸗ gende sehr interessante Notiz: „Gar viele Märchen und Erzählungen geben uns die Kunde, wie Erz⸗ herzog Johann dereinst um die schöne Postmeisters Tochter gefreit. Wahr ist, daß sie eines Tages einen Spaziergang nach Gössel, unweit ihrer Hei— math machte. Sie rasiete im Schatten einer staub⸗ dedeckten Linde, einen Strauß von Feldblumen in der Hand. Durch das Gezweig stahlen sich einige Sonnenstrahlen, die ihr goldiges Haar gieichsam mit einem Glorienschein umgaben und ihr schönes Antlitz verklärten. Da kam ein Gefaährt die iang⸗ gestreckte, weiße Landstraße entlang, die das Thaäl einsäumenden Berge antworteten mit heiterem Echo auf das laute Peitschengeknall und lustige Geschmetter des Posthornes. Das Mädchen blickte, sich schüch— tern in den Schatten der Linde zurückziehend, dem nahenden Wagen entgegen. Da erblickte der in demselben sitzende Herr das junge Mädchen, er ließ jalten — und erkundigte sich, wer sie sei. Dieser Moment war fuür ihr Leben entscheidend. Erzher⸗ jog Johann war vom Zauber der Liebe zu des Postmeisters schönem Töchterchen befangen; ihre doldseeligkeit und Anmuth, ihre Natürlichkeit und Würde vollendete, was der Reiz ihrer äußeren Er⸗ sccheinung bewirkt hatte. Ihrer eiufachen Jugend olgte ein ereignißreiches Leben, am bedeutendsten n jener großen Zeit unserer vaterländischen Ge— chichte, wo sie auf die reiche Kulturarbeit ihres ürstlichen Gatten einen viel größeren Einfluß geübt jat, als Fernstehende sich dies vorstellen können. gern erzählte sie selbst in schlichter Weise aus dem zahre 1848, wo sie erst als „deutsche Frau“ ge⸗ eiert, als die Gemahlin des Reichsverwesers De— jutationen empfing, und dann fliehen mußte. Zpäter war ihre Kraft und Liebe ganz der engeren deimath, d. h. der Steiermark gewidmet, wo sie des Guten that, so viel sie vermochte, unterstützt don ihrem Sohne, dem Grafen von Meran. Jedem Gebiete der Kultur brachte fie das höchste Interesse entgegen und prüfte unbefangen und klar die Er— scheinungen der neuen Zeit. Mehr als ein halbes Jahrhundert gehörte sie jedem Frauenverein der Steiermark an, stand noch im hohen Alter thätig an der Spitze vieler Anstalten, schenkie jedem Un— züück die größte Theilnahme und wies nie einen Bittenden zurück. In den Bergen, wo sie geboren, wollte fie sterben, so kehrte sie nach langen, langen Jahren in die Heimath zurück, — um ihre edle Seele auszuhauchen. Noch steht die Linde auf der leinen Hochebene von Gössel, wo sie den späteren Enkeln gezeigt werden wird — als die Stätte der diebe und des Glücks, — wo Posimeisters Annerle, das schlichte Kind des Volkes, den edlen Fürsten Erzherzog Johann durch Schönheit und Anmuth bezaubert hatte.“ fF Unter den Tausenden, die gelegentlich des Bundesschießens in Innabruck am Scheiben tande ihr Glück versuchten, war auch eine Schützt tus Gnadenwald, der Heimath des berühmten Speckbacher. Er schoß und traf — in's Centrum „Der Schuß ist jedenfalls zwei Zehner werth,“ neinte ein nebenbeistehender Landsmann des Cen—⸗ rumsschützen, worauf dieser, ohne erst abzuwarten bis im Abziehbureau der Treffer, den er gemacht, zenau angesagt werden konnte, entgegnete, um 15 Gulden gebe er ihm die Schußkarte. Der Handel war gleich fertig. Am letzten Diensiag nun, bei der Preisbertheilung, wurde unser Centrumschütze als einer der ersten Preisgewinner aufgerufen. Derselbe hatte aber seinen Schuß um 15 Gulden jerkauft! Der nunmehrige Besitzer der Schußkarte jolte den Preitz ab, für welchen ihm von einem Innsbruder Schützen 800 Gulden baar ausbezahlt vurden. Hiervon schenkte er 100 Gulden seinem dandsmanne, welcher ihm in übereilter Weise um 15 Gulden das Anrecht verkauft hatte fAniwerpen, 24. August. Wenn auch das Ergebniß der Pramien⸗Vertheilung zoch nicht amtlich bekannt geworden ist, stehen die Ziffern der auf die deutsche Abtheilung entfallenen Auszeichnungen fest, und diese find von über— raschend günstiger Hihe. Im Ganzen sind der deutschen Abtheilung also zugefallen: 50 Ehren⸗ diplome — außer 16 weileren Ehrendiplomen für FZollektiv ⸗Ausstellungen — 144 goldene Medaillen, 228 silberne Medaillen, 191 bronzene Medaillen und 121 ehrenvolle Anerkennungen. im Ganzen 734 Auszeichnungen für im Ganzen 742 Aus. teller. Glücklicherweise hat die Guͤte der ausge⸗ dellten Gegenstände den arößten Antheil an diesew 16Gn—G e F Kaum ist Pel, der unheimliche Frauen⸗ nörder, abgeurtheilt, so beschäftigt ein anderer Schauderroman die Pariser. In Villemomble, zinem Vororte in Paris, verschwand bereits im Mai 188 eine reiche Villenbesitzerin, die 52jahrige Frau Elodia Menetret. Sie hatte sich angeblich in ein luxemburgisches Kloster zurückgezogen. Ihre Wirthschafterin Euphrossia Mecier buͤeb zurück und dräsentierte eine Vollmacht, die Renten ihrer Herrin zu erheben und deren Besitzthum zu verwalten. Niemand argwohnte Uebles bis in den letzten Tagen, als die Mercier, bei der ein Bruder und wei Schwestern wohnten, Miene machte, die Villa selbst zu verkaufen. Anonyme Anzeigen liefen ein. Der Chef der Pariser Polizei selbst nahm die Ver⸗ haftung der Familie Mercier vor. Euphrosia wurde aufgefordert, den Aufenthaltsort ihrer Herrin zu nennen, erklärte aber, denselben nicht zu wissen. Anterdessen hatte man im Garien einen grausigeu Fund gemacht. Man grub ein Kalkbeet aus,in velchem sich ein menschliches, aber noch nicht ganz erstörtes weibliches Gerippe fand. Die ärztliche Unterfuchung ergab, daß Theile desselben zuvor in einem Ofen geglüht worden waren fLondon, 24. August. In der großen Geschütz· und Maschinenfabrik von Sir W. G. Armstrong, Mitchell u. Co in Elswick bei Newceastle werden heute 4000 Arbeiter kündigen, um nach Ablauf einer Woche zu striken, da ihre bisherigen Beschwerden über die harte und willkürliche Behand⸗ lung Seitens zweier Betriebs⸗ Direktoren erfolglos zeblieben sind. F (Ein Heixaths⸗Hinderniß. Der Bischof und seibst die geringeren Geistlichen haben in Irland das Recht, jedem Mädchen, das nicht esen kann, die eheliche Einsegnung zu verweigern. Die Liebe wird also dort wohl oft das ABC lehren. fHenry VBillard. Man spricht in New⸗ hork davon, daß man bei der nachsten Direktorwahl bei der Northern Pacific R. R. Henry Villard als Präfident wieder aufstellen will. F(Tod eines 48ers.) Dr. Fridolin Ihl, einer der bekanntesten und geachtetsten Bürger Rewarks (Staat New⸗Jerseyy und ein Arzt von Ruf, ist am 11. d. daselbst nach langem Leiden verstorben. Er war in Ueberlingen, Baden, 1821 geboren und promodirte in 1846 an der Univer⸗ sität zu Freiburg als Arzt. Seine ärztliche Karriere begann er in einem Irrenasyl und praktizirte spater in seinem Geburtsort. An der 18148er Revolution nahm er hervorragenden Antheil und gehörte zu der von den Revolutionären eingestetzten Zivilkom— mission. Er mußte schließlich flüchten, um der Gefangennahme und wahrscheinlicher langer Ein⸗ lerkerung zu entgehen, und wandte sich zuerst nach der Schweiz und von dort in 1831 nach Newark, wo er bald eine große Praxis gewann. Dr. Ill dand mit fast allen dortigen deutschen Vereinen in Verbindung und war einer der Gründer des deut⸗ schen Hospitals, des St. Peter⸗Waisenhauses, sowie der republikanischen Partei in Newart. Außer der Wittwe betrauern drei Söhne und vier Töchter jein Hinscheiden. fJames W. Marshall, der erste Entdecker des Boldes in California, starb am 11 August in Kelsey (Col.), 74 Jahre alt, gänzlich verarmt. f Als billigstes Räuchermittel find die Airsch⸗ und Pflaumenkerne anzusehen. Die fran— zͤsischen Hausfrauen sammeln diese Kerne schon seit Jahren und im Winter, wenn di⸗ offenen Kamin⸗ feuer brennen, werfen sie eine Hand voll davon auf die Kohlen. Diese Kerne krachen einen Augen⸗ blick, brennen hell auf und dann füllt sich das Zimmer mit einem köostlichen Geruch. JEAuch eine Werbung) Einem äußerst schüchternen Liebhaber machte der Heirathsanirag — fehlte ihm der Muth, den⸗ selben persönlich vorzubringen. Schließlich verfiel er auf folgendes Mittel. Er laufte einen Verlob— ungsring für die „Dame“, deren Fingerstärke er zenau kannte, und schioß in's Kaͤstchen, in welchem er ihn derselben überfandte, einen Streifen Papiet nit der kurzen Frage: Paßt er?“ Postwen⸗ end erhielt er die noch lakonerische, obgleich im Zilbenmaß längere Antwort Ausgezeichnet zuruck. GImmer modern) Lieutenant: Gnädiges Fräulein, dürfte ich vielleicht auf der Insel Ihres herzens meine Flagge aufhissen dJch danke, dieselbe teht bereits unter dem Vrotektorat meines 26 Marktberichte. Zweibrücken, 27. Auguft. (Fruchtminelpreiß und Vik- aanenmarti.) Weizen 8 M. 83 Pf. Korn 7M. 24 f. derste zweireihige d M. — Pf., vierreihige dO M. — Pf. spelz d M. — Pf. Spelzlern — M. — Pf., Dinkel . — pf. Mischfrucht 7. M. 28 Pf., Hafer 6 M 15 Pf., Erbsen O M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf., deu oM. — Pf., Stroh LQuaͤul. O M. — Pf. II. Qual. FM. — pf., Kartoffelns Me— Pl. Weißbrod 1!/ Kils z30 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 8 Kilo iz Ppf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 30 pf, i1. Qual 56 Pf. Kalbsleisch 530 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch s0 Pf. Wein 1 Liter 80 Pf., hier JLiler 24 Pf., Butter ?/2 Kiloar. 0 M. 95 Pi. zeil, die durch die Ferien in seinem Geschaft ein⸗ rat dazu benützen, daß er die in albis vom k. Zentralschulbücher⸗Verlage bezogenen Schulbücher inband. hiedurch fich und dem Gehilfen Verdienst ꝛerschaffend. Das änderte sich sehr zu seinen Un⸗ zunsien mit Einführung der schrankenlosen Gewerbe⸗ reiheit. Als hiedurch, pochend auf die freie Ge⸗ etzgebung, die Jedem gestattet, beliebig Handel zu reiben, wenn er“nur seine Steuer hiefür bezahlt, ie Schulangestellten, Lehrer wie Hausmeister, immer nehr den Handel mit den Schulartikeln selbst in ie Hand nahmen, um sich als angestellte Beamten nit einem gesicherten Auskommen, auf die Kosten ʒer steuerzahlenden Buchbinder noch einen Nebenver⸗ zienst zu verschaffen, sah sich der Buchbinder, immer neht dem Ruin entgegengetrieben. Gar mancher leine Meister auf dem Lande, der bisher durch sein Beschäft auf einen zgesicherten Nahrungsstand echnen konnte, sah sich bereits durch diese traurigen Berhältnisse gezwungen, sein Geschäft aufzugeben, uuf die Wanderschaft zu gehen und als Gehilfe vieder Verdienst zu suchen, um nicht vielleicht mit Veib und Kind elend zu Grunde zu gehen. Aber nicht durch den Entgang des Schulgeschäftes llein wird der Buchbinder an seinem Einkommen zeschädigt. Seit die Expedition des Zentral · Schul · zücher⸗Verlages neben ihrer Großbuchbinderei, mit ʒeren Erzeugnissen sie die Schulen direkt versorgt, —EE Firma einen Schreib⸗ naierialienhandel errichtet, dessen Artikel sie bei Hen Behörden Eingang zu verschaffen sucht, wird »em Buchbinder auch dort der Boden unter den Füßen weggezogen. Nun sollie man doch meinen, daß um dieser Ab man doqh meinen, * leidigen paar Pfennigen halber, um welche die crxpedition des t. Zentral ·Schulbücher· Verlages als Engroßgeschaft billiger verkaufen kann, die Sparsam. eil am unrechten Platze angebracht ist, und die Zemeinden moralisch verpflichtet sind, ihren Bedarf doch eher dem ortsangesessenen Buchbinder zuzuwenden Aß der Engros· Haudel treibenden Erpedition de k. Zentral · Schulbücher · Verlages! Mochten sich auch die loͤbl. Gemeindebehörden velchen doch auch das Schulwesen untersteht, dan Beispiel der Münchener Schulkommission vor Augen rühren, welche jeden Handel mit Schulartikeln in der Schule selbst auf das strengste verbietet. Liegt es ja doch in der Hand der Gemeinde⸗ ehörde, ob diese traurigen Verhältnisse, die mit dem Handel von Schulartikeln von Seite der Schul⸗ angestellten dem Buchbindergewerbe erwachsen, fort⸗ dauern sollen oder nicht. Dulden sie es weiter, —XX auf sich nehmen müssen, mitgeholfen zu haben, diesen ehrbaren Stand dem Ruine zu überliefern, und die Folge dabdon vird sein, daß die Angehörigen dieses Standes der Gemeinde dereinst zur Last fallen werden. Dieses aber moͤglichst zu verhüten, ist Pflicht jeder um ihr Gemeinwesen besorgten Gemeinde. Darum appelliren wir an den gesunden Sinn unserer bayerischen Gemeindebehörden, hier Remedur u schaffen. Möchten dieselben ihre Liberalität und Fumanitäl dadurch beweisen, daß sie nicht einen cheil ihrer Gemeindeglieder, die doch auch ihre Abgaben wie jeder Andere zahlen müssen, schutzlos Rem Messer ihrer Henker überliefern. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß Dienstesnachrichten. Der Studienlehrer Dr. Vogel in Zweibrücken vurde auf Ansuchen an die Studienanstalt Nürnberg zersetzt, der Assistent der Studienanstalt Ansbach, Michal, zum Studienlehrer in Zweibrücken ernannt (Eingesandt.) tin Nothschrei des Buchbinder⸗handwerks. Vorüber find jene anstrengenden Prüfungstage un den Mitiel- und Vollsschulen, die Ferien sind an ihre Stelle getrelen und erleichtert athmet nun dehret und Schüler auf! Nur Einer, der schon eit vielen Jahren stets in Berührung mit der Schule gestanden, der Buchbinder, er freut sich nicht mehr mit jener Zeit, gedrückt und kummervoll steht er da, im Geiste vergleichend seinen jetzigen Geschäfts⸗ gang mit dem früheren. Welch eine traurige Wandlung hauptfächlich in den kleineren Provinzialorten hat sich bei ihm voll⸗ jogen! Früher bot ihm die Schule einen gesicherten Nah rungsstand, er konnte im Sommer die ruhige ñit Grosse Lotterie der Internationalen Ausstellungꝗ von Arbeiten aus édlen Metallen und egirungen in ANURNBERG. 5000 Gre winne —— — — — Fin Loos eine Mark. Ver M—UIle en Qrten- I —— ———————————— — ⸗ j — — GeneralIdebitairo der Loose: NMoritz Straus junior in Nurnberg und NMainaz. Winpe von 990 MarlIc ewiiuame von Mark 20 000, 10 000, 4 000 3000, 2000 Mark ete. Viele rvon Tausend Mark. A Pin Loos Tne Mark Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich wiederholt Bestimmungen für die Gemeinde Zrankenversicherung in Erinnerung. 49. Die Arbeitgeber haben jede von ihnen beschäftigte versicherungspflichtige Person, für welche die Gemeinde⸗Krankenversicherung eintritt, spätestens am anen Tage nach Beginn der Beschäftigung anzumelden und spätestens am Fitlen Tage nach Beendigung des Arbeilsverhaltnisses wieder abzumelden. Die An⸗ und Abmeldungen haben auf d goegemegeiamie zu geschehen. O. Arbeitgeber, welche ihrer Anmeldepflicht nicht genügen, sind verpflichtet, ule Aufwendungen zu erstatten, welche die Gemeinde⸗Krankenversicherung zu Umerftützung einer vor der Anmeldurg erkranktten Person gemacht hat. 81. Wer den in Art. 49 erlassenen Bestimmungen zur Au⸗ und Abmeldun aicht nachkommt, wird mit Geldstrafe bis zu 20 Mt. bestraft. Das Polizeipersonal ist beauftragt genaue Controle zu führen und all Zuwiderhandelnde dem Gerichte zur Vestrafung zu beanzeigen. Si. Inabert, am 27. August 1885 F Das Bürgermeisteramt: HEeinrich. 8Beo — D sin in nnin WeinBDtiquetus vorräthig; auch können dieselben mit jedem beliebigen Eindruck ve' sehen werden. BallI- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der Buch⸗ und Steindruckerei f. X. Demete, St. Ingbert. σσσρσοσοοον Zonntag, den 80. Augusi 77 Tanzmusik Peter Schweitzer, Wirth. ei Zur Anfertigung von billigen u. aauboreon aller n Buchdruck und Litho- zraphie vorxommenden — — Warnung. Ich warne hiermit Jedermann meinem Zohne Jakob eiwas zu borgen oder zu ieihen, indem ich nichts mehr für enselben bezahle. deckendalheim, 28. August 1888. Andreas Hoffmann, Schmelzarbeiter. Im Verlag von Greßner & Scht amm in Leipzia erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu bezichen: 43X. Die Klassiker der Bhilosophie. Druckarbeiten 1 griechisthen Fenkern anuf die Gegenmart Fine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst Liner Auswahl aus ihren Schriften oon Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Hhilosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Wreis der Lieferuna 50 Pfennig. empfiohlt sich dio Buch- und Steinrucrerei F. X. Demetz —X deast. Ingbortor Anieiger 8t. Ingbert. — — — — —— Warnung. Ich warne hiermit Jedermann meiner Cochter Elisabetha auf meinen Namen elwas zu borgen oder zu leihen, indem ich keine Zahlung oder Garantie rür dieselbe leiste. Jeter Becker, Sohn don Joseph in Oberwürzbach. F. X. Demet in St. Inabert. ul pigu sur unse gost⸗Aro Hiezu ür un ere ost⸗ n 4 9 Illustrirtes onntaasbla— zuch und ⸗ erlag 30 a— —A —5 — - 9 5 A . u Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Iugberter Auzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungß Iait und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.4 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen A 75, einschließliv d A Zustelungünebuhzr. Die Eitzrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft eriheilt, 13 H. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. F — r tti— VF 160. SSonntag, 30. August 1888. — —8 20. Jahrg. Deutschland und Spanien. Man muß wirklich die Befürchtung aussprechen, uß der Ausbruch eines ernsten Zerwürfnisses zwi— chen Deutschland und Spanien wegen des Streites in die Karolinen-Inseln an einem Haare hängt. doch ist diese Gefahr für die guten Beziehungen deutschlands und Spaniens nicht etwa durch die altung einer der betheiligten Regierungen, sondern vurch die ganz maßlose und herausfordernd belei— igende Haltung der spanischen Nation, beziehent⸗ ich der panischen Presse herbeigeführt worden. In zpanien und zumal in der Hauptstadt Madrid reibt eine Hetzwuth gegen Deutschland Giftblüthen, vie man solche nur 1870 kurz vor Ausbruch des xmsch⸗französischen Krieges in Paris beobachten onnte. Volksversammlungen werden in Madrid ehalten, in denen Anklagen und Beschimpfungen d)eutschlands die stehenden Reden sind. Und die panische Presse zeigt sich dabei als eine bejammerns⸗ berihe Hüterin der öffentlichen Wohlfahrt. Ein zaar Tage hielten allerdings die regierungsfreund⸗ chen Zeitungen gegenüber den hirnverbrannten xzereien Stand, dann bliesen sie aber in dasselbe dorn und krakehlen nur noch von einer rohen Ver⸗ ewaltigung, die Deutschland an Spanien begehen volle. Was man sich in Bezug auf die Deutschen⸗ ehen in Spanien leistet, geht daraus hervor, daß iele spanischen Zeitungen die spanischen Offiziere uffordern, die deutschen Orden zurückzuschiden, daß ie spanischen Kaufleute ersucht werden, alle Han⸗ Asverbindungen mit Deutschland abzubrechen, daß panische Seefahrer den Vorschlag machen, alle panischen Handelsschiffe als Caperschiffe“ auszu⸗ nn und die deutsche Handelsflotte zu zerstören l. w. B Recht eigenthümlich ist es auch, daß einige hariser Zeitungen die aus dem Zerwürfniß mi kpanien drohenden Gefahren für Deutschland als urchtbare hinstellen und von einem bevorftehenden bunde Framkteichs und Spaniens reden. Nun, e Ernüchterung wird bald genug im Lande der ustenien einkehren, denn die Affalre der Karolinen. sheln wird von Deutschland sehr sachlich behandelt. die spanische Regierung hat auf Aufforderung des deutschen Reichskanzlers zu beweisen, ob sie ältere aehte als Deutschland auf die Karolinen. Infein m und gelingt ihr der Beweis nicht, so gehören e streitigen Inseln dem deutschen Reiche, daran yrden spanische Wuthausbrüche und französisches dangemachen· nichts ändern. Am allerwenigsten vird Deutschland von gehässigen Demonftratibnen urückweichen. Im Uebrigen muß auch herborgehoben werden, ih die Verhandlungen zwischen der deutschen und cnischen Regierung noch in der ruhigsten Weise der Angelegenhen ftaufinden und jeden Tag eine ffiedigende Loösung erzielt werden kann. Der auf mlnivtem Boden ehenden Regierung des Königs sonso bliebe es alsdann überlassen, mit der Hoch⸗ h leidenschaftlicher Demonstrativnen der Spaͤner ien Deutschland fertig zu werden. VPolitische Uebeisiht.. Die Karserzusammenkunft von rremsier drudte der zu Ende gegangenen Woche nhieden ihr politisches Siegel auf. In allen uatnngen, welche aͤber die in dem genannten uhrischen Staͤptchen stattgefundene Begegnung wischen dem österreichischen Kaiser und dem Be— herrscher“ des Czarenreiches angestellt worden sind und noch angestellt werden, herrscht die Ueberzeug⸗ ung vor, daß diesen Ereignifsen eine hochwichtige für den Weltfrieden günstige Bedeutung innewohn und in der That dokumentirt der Besuch, welchen der Czar, umgeben von den hervorragendsten Mit⸗ NIliedern⸗ der russischen Kaiserfamilie und den ersten Würdenträgern seines Reiches, dem österreichischen Faiser abgestattet hat, abermals die Annäherung Rußlands an den deuisch⸗österreichischen Friedens hund. Es hat allerdings nicht an Stimmen ge⸗ fehlt, welche in der Entrevue von Kremsier eine zegen Deutschland gerichtete Kundgebung erblicken wollten und machten dieselben für diese Behauptung bdesonders den Umstand geltend, daß der deutsche daiser der Zusammenkunft zwischen Kaiser Franz Josef und Kaiser Alexander nicht beigewohnt habe. Ueberflussig ist es indessen, einer solchen Anschauung noch besonders entgegentreten zu wollen und mů Recht betont das offiziöse ,Journal de St. Peters⸗ burg“ am Schlusse eines der Kaiserbegegnung von stremsier gewidmeten Artikels, daß die Äbwesenheit des Kaisers Wilhelm und des Fürsten Bismarck bei derselben keinerlei Abschwächung in den herzlichen Beziehungen bederten, welche in so glücklicher Weise wischen Deutschland und den beiden anderen Kaiser⸗ teichen bestehen. — Was im Uebrigen die Einzel⸗ jeiten der Kaisertage in Kremfier anbelangt, so timmen alle Telegramme und Schilderungen von yort darin überein, daß das fürstliche Rendez⸗vous in Kremfier ein überaus glänzendes und farben⸗ reiches Bild darbot; ebenso bekunden alle Berichte ibereinstimmend der herzlichen Verkehr zwischen dem sterreichischen Kaiserpaar und seinen russischen hästen. Eine besondere Auszeichnug erfuhr der ussische Thronfolger von Kaiser Franz Josef da⸗ durch, daß jener zum Inhaber eines österreichischen lanenregimentes ernannt wurde. Am Mittwoch internahmen die beiden Kaiser, Kronprinz Rudols und Großfürst Wladimir eine Jagd im Fürstenwald bei Kremsier; während dieser Zeit hatten Gras alnoky und der enssische Minister v. Giers eine ängere Unterredung. Am Mittwoch Abend reisten die russischen Gäste nach Gmunden weiter. — — * Aus Boöhmen wird wieder einmal ein Heldenstückchen der Czechen gemeldet. In der Stadi Koniginhof wurde ein deutsches Turnfest gefeiert, welches von dem czechischen Pobel in brutalster Weise eine Stöxung erlitt, indem 1500 Menschen in das Hotel einzudringen verfuchten, in welchem sich der Turnsaal befindet. Sie wurden von der Polizei und der Gensdarmerie allerdings zurückge⸗ wiesen, trotzdem nahm die Haltung der Volksmenge einen immer drohenderen Charakter an, so daß die Turner auf Ersuchen des Bezirkshauptmannes die Feier schlossen. Auf der Nachhausefahrt wurden als dam die fremden Theilnehmer von dem Pobel⸗ haufen mit Steinwuürfen angegriffen, welche zahl⸗ ceiche, zum Theil schwere Verletzungen verursachten. Hoffentlich gelingt es der eingeleiteten strengen Untersuchung, die Urheber dieses nichtswürdigen Erzesses zur vollen gerichtlichen Veranwortung zu ziehen. Deutsßches Reich. Berlin, 28. August. Das Gericht, daß in Kremsier Rußland in die Annexion Bosniens durch Desterreich gewillgt habe, wird, hier als tendenzis erfunden betrachte. Berlin, 28. August.Die Karolinen⸗Affaire zeigt heute entschieden ein berühigteres Aussehen. Das Madrider Kabinet schlägt einen verföhnlichen Ton an, um so mehr, als es gewichtige Gründe hat, der Oppositionsclique kräftig entgegen zu treten. Ausland. VParis, 27. August. Gestern hat“hier im Rivoli⸗Saale das von Henri Rochefort einbe⸗ zufene Meeting ftattgefunden, in welchem ein Pro⸗ left gegen „die Ermordüng““ Olivier Pain“s durch die Engländer beschlossen werden sollte. Der Andrang des Publikums war so groß, daß nicht einmal Rochefort in den Saal dringen konnte und sich datauf beschränken mußte, einige Worte auf der Straße zu sprechen. Die Manffestanten be⸗— mügten sich aber nicht damit, gegen die englische Regierung zu protestiren, sondern drückten auch der französischen Regierung ihr Mißfallen aus und nahmen eine Resolution an, durch welche die Ir⸗ laͤnder in ihrem Widerstande gegen England er— muthigt werden solln.. Lokale und p lzische Nachrichten. — Zweibrücken,“ 27. Mugust. Die bei der Aushebung pro 1885 für das igl. 18. Infant. Regt. ausgehobenen Schulamis ·Kandidalen haben erst im nächsten Jahre hei genanntem Regimente ihre sechswochige Uebung abzuleisten — Otterberg, 28. Auguft. Wie die „Pf. Pr.“ hört, sollen die Besitzer der neueu bald in Betrieb klommenden Otterberger Fabrik die Ab— sicht haben, eine größere Zahl Arbeiter, ca. 50, von ihren belgischen Etablissementz mitzubringen, um den neueintretenden Arbeitern die Fabrikalion anzulernen. Die Akbeiter jener Gegend sind meistens Wallonen, so daß sich nach Jahrhunderten der Zu— zug von Stammesgenossen nach der alten Wallonen⸗ tadt wiederholen würde. Davoraussichtlich die Einwanderer ihre Familien mitbringen, wird an die Stadtverwaltung die Frage herantreten, für die schulpflichtigen Kinder Sorge zu tragen. — Ein Bayer befindet sich bei der deutschen Besatzung in Kamerun, Ludwig Weißeren von Boo landen, Bruder des Zahlmeisters der Marine exsterer ebenfalls derselben angehörig. —. Hambach, 27. August. Ein wahlgeach— tetet hiefiger Bürger, der Winzer Joh. Hörner und eine Magd vom Spitalhofe bei Wiuzingen, wurden heute Mittag vom Blitze getödtet. In der Nähe der Eisenbahn waren beide auf dem Felde beschäf— tigt. Vor den ganz unbedeutenden Gewitterregen suchten sie mit einigen andern Personen unter einem Nußbaume Schutz Rund mußten diese Unborsichtig⸗ keit mit dem Leben bezahlen. Von den übrigen Versonen ist keine hetroffen. SGS Vermischtes. r Auf sammtlichen preußischen Stauts⸗ eisenbahnenwird demnächst laut der „Kobl. Ztg.“* ein neues einheitliches Billetsystem zur Ein⸗ ührung gelangen. Die Einzelreisebttlets unter— scheiden sich von den Doppelreisebillets im Wejent⸗ lichen dadurch, daß erstere in der Querrichtung be⸗ druckt werden. An beiden Billetsorten wird ein Abschnitt, welcher durch eine von links nach rechts laufende Linie vom Stammbillet geschieden ist,— an⸗ jebracht, um die Abtrennung dieses Abschnittes als Kinderbillet derwenden zu können. Die Doppelreise⸗ billets tragen an den beiden Längsseiten die Bna — sRüdesheim, 26. August. Im Rheine stt oberhalb unserer Stadt ein Frachischiff mit Schwefelsaure⸗Ladung gesunken und deßhalb polizei⸗ icherseiis das Baden im Rhein bis auf weiteres imersagt worden. Eine große Anzahl Fische ist zurch den Unfall zu Grunde gegangen und ans Ufer getrieben, darunter solche von beträchtlicher Broße. f Muülheim a. Rh., 27. August. Heute —XE— sonsumgebäude des Karlswerk von Felten und Vuilleaume ploͤtzlich ein, begrub die Maurer unter seinen Trummern; ein Theil derselben kam unver⸗ jeßt davon, hingegen wurden sechs theils schwer, cheils leichi verleßt hervorgeholt und ins Hospital geschafft. elbst vorgenommen. Aus einem Delirium erwachend, ühlte der Patient den eigenen Puls in der Wahn⸗ yorstellung, er stehe am Bette eines Kranken Weßhalb hat man mich nicht gerufen“, fragte er. „Es ist zu spat — hat man den Mann zur Ader jelassen “ Sein Arzt mußte es verneinen. „Dann st er ein todter Mann“, antwortete Cibrac, „er vird nicht mehr sechs Stunden leben.“ In der That starb er genau sechs Stunden später. Maestro Verdi ist nicht nur ein de⸗ uͤhmter Komponist, sondern auch ein großer Wohl. häter. So läßt er gegenwärtig in Villa No, »Arda ein großes Hospital bauen, welches seinmet Bollendung entgegengeht. Der Armen · Verwallung in Busseto hat er kürzlich die Summe von 16,009 Franks für eine Stiftung und von 6000 Frantß su wohlihätigen Zwecken anweisen lassen. Außer. Hem hat Verdi, der zugleich großer —X st, seinen sämmtlichen Pächtern wegen der dich aͤhrigen Mißernte 10 pCt. ihrer Pachtsummen erlassen. Eine neue Mode kommt aus den ameri⸗ anischen Seebädern, das Flaggenkostüm! Di⸗ Damen aller Nationen tragen blaue Serge ⸗ Kostüme deren Aufputz an Kragen, Schürzen, Aermeln um Draperien aus den betreffenden Flaggen behlehi »azu der Matrosenhut mit abgetont · gefarbtem See zras garnirt, welches fast den Effekt reicher Straußen: edern erzielt. Eine zweite Mode der Schönen Amerika's ist, anstatt der Schooßhündchen — leine Lammer am Band zu führen, die dann zu der Farbe des Kostüms der Dame passende Schabraden ragen. Paris, 26. August. Ein lenkbares Luft⸗ chiff, geleitet von den Hauptleuten Renard und drebs, wurde gestern Nachmittag 4 Uhr in die Idhe gelassen und trotz des entgegengesetzten Windes jach Versailles gebracht. Unterwegs führte der „Ballon“ — diese Bezeichnung ist eigentlich für zas horizontale zigarrenförmige Schiff unzuläsfig —mehrere Schwankungen und Volten aus. Die dandung erfolgie ohne Unfall. e NQöoln, 26. August. Gestern Mittag erschoß ich ein junger Handlungsgehilfe von 17 Jahren, ngeblich aus unglücklicher Liebe. Um das Ziel nicht zu verfehlen, stellte sich der junge Mensch vor den Spiegel und richtete den Lauf der toͤdtlichen Waffe gegen sein Herz. PV f Die deutsche Kronprinzessin, welche zekannilich mit dreien ihrer Tochter zu einem mehr⸗ wochigen Aufenthalte im „Hotel Belleville“ in Lu⸗ gand eingetroffen, schritt nach ihrer Aukunft suchend zurch die Gemächer. Der Wirth folgte unruhig den Blicken der hohen Frau; endlich gewann er den Muth, zu fragen, was denn seiner Aufmerk⸗ samkeit entgangen, welchen Gegenstand Ihre kaiser⸗ siche Hoheit vermisse. „Das wichtigste, das unent⸗ hehrlichste Glüd, Herr Wirth, in einer Behausung. in welcher drei junge Damen wohnen sollen.“ Der Wirth wies mil stummer Geberde auf die hohen Pfeilerspiegel; doch die hohe Frau sagte lächelnd: Spiegel sühten wir zur Noth in unseren Reise⸗ stecassaires mit uns; allein eine Nähmaschine müssen XV daß meine Tochter aus der Uebung gerathen.“ J 4 Den von Prof. Dr. Janger konzessionirten Fabrikanten von „Normalbekleidungsstücken“ wurde zuf der internationalen Weltausstellung in Ant⸗ werpen die höchste Augzeichnung, nämlich das Ehren⸗Diplom, zuerlannt. p Munchen, 27. August. Die Gemeinde⸗ Bebollmächtigten lehnten das Ortsstatut. das die donzession einer Wirthschaft von der Bejahung der Beduͤrfnißfrage abhängig macht, mit uͤberwiegender Majorität ab. Paris. Die letzter Diagnose hat der ver⸗ äorbene berühmte hiesige Arzt Dr. Cibrac an sich — — —— —7 F ——* 5* —JI— f London; 28. August. Im Dorfe Mulli— jadatt (Grafschaft Kilkennh) fanden gestern ernste igrarische Ruhestörungen statt. Hundert Polizei⸗ genten, welche einige Pachter, die ihr Pachtgeld uͤcht bezahlt, aus den Pachtgütern entfernen wollten, burden von einer Menge von etwa 2000 Personen mgegriffen. Die Polizei schritt mit Bajonnetten in; beiderseits kamen zahlreiche Verwundungen vor. Sterbefälle. Gestorben: in Neunkirchen Christian Eisen⸗ beis, 48 J. a.; in Ottweiler Heinrich Renn— vald, 33 J. a.; in Hambach Johannes doerner, 59 J. a.; in Neustadt Joh. Friedt Zzecker, 79 J. a. pLondon. Frau Pratt wandte sich vor iniger Zeit direkt an den Premierminister Salis⸗ —— efand ich mich in großer finanzieller Noth; die gerwandien meines Mannes wollten nichts von nir wissen, weil ich in seinem Hause als Dienst⸗ nädchen gedient und er mich wider den Willen einer Familie geheirathet hatte. Mein Mann starb m Jahre 1877, er hinterließ mir ein einziges dind; ich versuchte es einige Zeit, mich mit diesem u ernähren, und als dieses nicht anging, verkaufte ch bald mein kleines schönes Mädchen einer Seil⸗ inzerbande. Ich habe seitdem nichts von dem dinde gehört. aliein vor zwei Monaten ist mein —„chwager gestorben und hat meiner Ellen ein Ver⸗ nögen von 8,000,000 Mart hinterlassen; sie ist etzt 17 Jahre alt und ich möchte um jeden Preis vifsen, wo fie weilt.“ Auf Befehl des Premiers irbeitete die Polizei mit größter Eile und Aufmerk- nerksamkeit in dieser Angelegenheit, und es wurde estgestellt, daß die junge Erbin vor einigen Jahren, Assie sich mit ihrer Truppe auf einer Kunstreise n Mexiko befand, während sie ihr Miltagsmahl Arnahmn von einem jungen Manne erschossen wurde. Kümmel Liqueur per vViterti. .204 Pfeffermünz Liqueure, 8051 AInisette de Bordeauxe, 1.00, Doppel Künmel, 1.00, —XBD 1.00, Alter Schwede , 1.20, Boonekamp of Mage· — bitter,, 1.20, Zenedictinier 1.50, Lognac, Rum, Puusch-Essen; eempfiehlt J. Peters. St. Ingbert. Fuür die Redaktion —S — xX. Demeg. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, Si. Ingbert Der kgl. Postdampfer „Rhynland““ Kapitar Jamison, welcher am 15. August von Antwerper ibging ist am 26. August wohlbehalten in Rem— hork angekommen. Schifssbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Fearn Petters, Haupt⸗Passage⸗Agentur St. Ingbert. New⸗York, 26. August; der Postdampfer Rhynland“, Capt. Jamison, ist von Antwerden ingekommen. J Philadelphia, 26. August; der Pos—p— zampfer Nederland“, Capt. Griffin, ist nach An—— verpen abgegangen. Lyzard, 26. August; der Postdampfer „Waesland“, Capt. Ueberweg, passirte auf der Reise von New⸗York nach Antwerpen. 1000 Mark rahlen wir dem, der beiw Qebrauch von Koldre nus kaiser⸗ Zahnwastt Fi. G0 Ff. und I00 P. somals wieder Zahnschmerzen hekommt. S. Goldmann 4 Fie, Dresdéen. — Zu haben in 8t. Ingbert bei V. Fery, Drocuenhandlung. ermirtelsa den pracoouen posoampfes der Ked Star Jine, ünlnerpen, des Uorddentscheu Iloyd, ßreuen, er hamburg Amerik. Paketfahrt, hamburg, K der Cunard line, Lirerposl —— * — 1. 2. imd 3. Classe nach New-York, Boston, Philadelphia, uebec, Canada und Manitoba, New⸗-Orleans, Texas und Californien, Rio Faneiro, Bunenos ⸗Ayres und Süd⸗Amerika, Melbourne, Sidney und Ausftralien owie Eisenbahn⸗Billets in's Innere der Vereinigten Staaten und Canadaẽ zu billigsten Preisen. Alle Auskunft ertheilt gratis ν»s. Auflage 331,000; das verbreitetste alle: eutschen Blatter uüberhaupt; außerdem er— heinen Uebersetzungen in wolf fremdern Zprachen. 8* 4 —ñ te⸗) af — Die Modenwelt. II koilette und Handar⸗ eiten. Alle 14 Tagt ꝛine Nummer. Preit ierteljahrlich M. 1.25* 75 r. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ etten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be⸗ schreibung, welche daß lanze Gebiet der Garderobe und Leibwäschr fur Damen, Mädchen und Knaben, wie füe das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche fur Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche zc., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern ur alle Gegenstände der Garderobe und eiwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Buntftickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen ei allen Buchhandlungen und Posianstalten. — Probe⸗Nummern gratis und franco durch ze Erpedition, Berlin W, Potsdamer Str nien IL, Operngasse 3. ü. Demetz in St. Ingbert. S ιι ν „— 4 Zur Anfoertigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck and Litho graphie vorxommendon Im Verlag von . er Sgramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes 3 beziehen: Die Klassiker der Vhilosophie. 7 arieisscuen Aenkern — Gger wert Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebsi einer Auswahl aus ihren Schriften J von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennia Deuckarbeiten empfierit seh dio Buch- unc Stcöιναανrei F.X. Deomet⸗ Verlag desst. — St. Ingbert. Druck und Versaa von Aunlliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingberte „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmalz Am Montag, Dieustag, Donreretag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungb⸗ biatt und Sonntagß mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1)x 75 4, einschließlid so ¶ Zustellungkgebühhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 138 6, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 1609. — Sonntag, 30. August 18885. 20 Jahrg. »Deutschland und Spanien. herrscher des Czarenreiches angestellt worden sind und noch angestellt werden, herrscht die Ueberzeug⸗ ung vor, daß diesen Ereignissen eine hochwichtige, für den Weltfrieden günstige Bedeutung innewohni und in der That dokumentirt der Besuch, welchen der Czar, umgeben von den hervorragendsten Mit⸗ zliedern der russischen Kaiserfamilie und den ersten Würdenträgern seines Reiches, dem österreichischen daiser abgestattet hat, abermals die Annäherung Rußlands an den deuisch⸗österreichischen Friedens- hund. Es hat allerdings nicht an Stimmen ge⸗ jehlt, welche in der Entrevue von Kremfier eine gegen Deutschland gerichtete Kundgebung erblicken wollten und machten dieselben für diese Behauptung besonders den Umstand geltend, daß der deutsche Kaiser der Zusammenkunft zwischen Kaiser Franj Josef und Kaiser Alexander nicht beigewohnt habe. Ueberflüssig ist es indessen, einer solchen Anschauung noch besonders entgegentreten zu wollen und muͤ Recht betont das offiziöse, Journal de St. Peters⸗ zurg“ am Schlusse eines der Kaiserbegegnung von sremsier gewidmeten Artikels, daß die Äbwesenheit des Kaisers Wilhelm und des Fürsten Bismarck bei derselben keinerlei Abschwächung in den herzlichen Beziehungen bederten, welche in so glücklicher Weise wischen Deutschland und den beiden anderen Kaiser⸗ reichen bestehen. — Was im Uebrigen die Einzel⸗ heiten der Kaisertage in Kremfier anbelangt, so ttimmen alle Telegramme und Schilderungen von dort darin überein, daß das fürstliche Rendez⸗vous in Kremsier ein überaus glänzendes und farben⸗ reiches Bild darbot; ebenso bekunden alle Berichte uͤbereinstimmend der herzlichen Verkehr zwischen dem ysterreichischen Kaiserpaar und seinen ruüussischen Hästen. Eine besondere Auszeichnug erfuhr der cussische Thronfolger von Kaiser Franz Josef da⸗ durch, daß jener zum Inhaber eines ößserreichischen Ulanenregimentes ernannt wurde. Am Mittwoch unternahmen die beiden Kaiser, Kronprinz Rudolf und Großfürst Wladimir eine Jagd im Fürstenwald bei Kremsier; während dieser Zeit hatten Graf alnoky und der rnssische Minister v. Giers eine ängere Unterredung. Am Mittwoch Abend reisten die russischen Gäste nach Gmunden weiter. Berlin, 28. August. Die Karolinen⸗Affaire zeigt heute entschieden ein beruhigteres Aussehen. Das Madrider Kabinet schlagt einen versöhnlichen Ton an, um so mehr, als es gewichtige Gründe hat, der Oppositionscliaque kräftig entgegen zu treten Ausland. Paris, 27. August. Gestern hat hier im Rivoli⸗Saale das von Henri Rochefort einbe— rufene Meeting stattgefunden, in welchem ein Pro— test gegen „die Ermordung“ Olivier Pain's durch die Engländer beschlossen werden sollte. Der Andrang des Publikums war so groß, daß nicht einmal Rochefort in den Saal dringen konnte und sich darauf beschränken mußte, einige Worte auf der Straße zu sprechen. Die Manifestanten be— gnügten sich aber nicht damit, gegen die englische Regierung zu protestiren, sondern drückten auch der französischen Regierung ihr Mißfallen aus Kund nahmen eine Resolution an, durch welche die Ir— länder in ihrem Widerstande gegen Englaud er⸗ nuthigt werden sollen. MNan muß wirklich die Befürchtung aussprechen, aß der Ausbruch eines ernsten Zerwürfnisses zwi⸗ chen Deutschland und Spanien wegen des Streites im die Karolinen⸗eInseln an einem Haare hängt. doch ist diese Gefahr für die guten Beziehungen deuischlands und Spaniens nicht etwa durch die daltung einer der betheiligten Regierungen, sondern zurch die ganz maßlose und herausfordernd belei⸗ igende Haltung der spanischen Nation, beziehent⸗ ich der spanischen Presse herbeigeführt worden. In Spanien und zumal in der Hauptstadt Madrid reibt eine Hetzwuth gegen Deutschland Gifthlüthen, vie man solche nur 1870 kurz vor Ausbruch des eutsch⸗französischen Krieges in Paris beobachten ounte. Vollsversammlungen werden in Madrid ꝛehalten, in denen Anklagen und Beschimpfungen deutschlands die stehenden Reden sind. Und die panische Presse zeigt sich dabei als eine bejammerns⸗ werthe Hüterin der öffentlichen Wohlfahrt. Ein naar Tage hielten allerdings die regierungsfreund⸗ ichen Feitungen gegenüber den hirnverbrannten hehereien Stand, dann bliesen sie aber in dasselbe horn und krakehlen nur noch von einer rohen Ver⸗ ewaltigung, die Deutschland an Spanien begehen volle. Was man sich in Bezug auf die Deutschen⸗ heßen in Spanien leistet, geht daraus hervor, daß diele spanischen Zeitungen die spanischen Offiziere auffordern, die deutschen Orden zurückzuschicken, daß die spanischen Kaufleute ersucht werden, alle Han⸗ xlsverbindungen mit Deutschland abzubrechen, daß danische —AXVV danischen Handelsschiffe als „Caperschiffe“ auszu— * und die deutsche Handelsflotte zu zerstören . . v. Recht eigenthümlich ist es auch, daß einige dariser Zeitungen die aus dem Zerwürfniß mit kpanien drohenden Gefahren für Deutschland als jurchtbare hinstellen und von einem bevorstehenden dunde Frankreichs und Spaniens reden. Nun, die Ernüchterung wird bald genug im Lande der dasanien einkeßren, denn die Affalre der Karolinen Iuseln wird von Deutschland sehr sachlich behandelt. die spanische Regierung hat auf Aufforderung des deutschen Reichskanzlers zu beweisen, ob sie ältere Lechte als Deutschland auf die Karolinen Inseln set und gelingt ihr der Beweis nicht. so gehoren die streitigen Inseln dem deutschen Reiche, daran rerden spanische Wuthausbrüche und französisches dangemachen“ nichts andern. Am allerwenigsten dird Deutschland von gehässigen Demonstrationen utückweichen. Im Uebrigen muß auch hervorgehoben werden, uh die Verhandlungen zwischen der deutschen und danischen Regierung noch in der ruhigsten Weise der Angelegenheu ftanfinden und jeden Tag eine riedigende Lösung erzielt werden kaun. Der auf dteminirtem Boden sehenden Regierung des Koͤnigẽ nso bliebe es alsdann überlassen, mit der Hoch ih leidenschaftlicher Demonstratidnen der Shanier gen Deutschland fertig zu werden — Lole und protlzische Nachrichten. — Zweibrüden, 27. August. Die bei der Aushebung pro 1885 fur das kgl. 18. Infant. Regt. ausgehobenen Schulamts⸗Kandidaten haben erst im nächsten Jahre bei genanutem Regiment— ihre sechswöchige Uebung abzuleisten. — Otterberg, 28. August. Wie die „Pf. Pr.“ hört, sollen die Besitzer der neuen bald in Betrieb kommenden Otterberger Fabrik die Ab— sicht haben, eine größere Zahl Arbeiter,“ ca. 30, von ihren belgischen Etablissements mitzubringen, um den neueintretenden Arbeitern die Fabrikalion anzulernen. Die Arbeiter jener Gegend sind meistens Wallonen, so daß sich nach Jahrhunderten der Zu— zug von Stammesgenossen nach der alten Wallonen⸗ tadt wiederholen würde. Da voraussichtlich die Einwanderer ihre Familien mitdringen, wird an die Stadtverwaltung die Frage herantreten, für die schulpflichtigen Kinder Sorge zu tragen. — Ein Bayer befindet sich bei der deutschen Besatzung in Kamerun, Ludwig Weißer von Bo— landen, Bruder des Zahlmeisterz der Marine ersterer ebenfalls derselben angehörig. — Hambach, 27. August. Ein wohlgeach— teler hiesiger Bürger, der Winzer Joh. Hörner und eine Magd vom Spitalhofe bei Winzingen wurden heute Mittag vom Blitze getödtet. In der Nähe der Eisenbahn waren beide auf dem Felde beschäf⸗ tigi. Vor dem ganz unbedeutenden Gewitterregen suchten sie mit einigen andern Personen unter einem Nußbaume Schutz und mußten diese Unvorsichtig— keit mit dem Leben bezahlen. Von den übrigen Personen iff keine betroffen. * Aus Böhmen wird wieder einmal ein Heldenstückchen der Czechen gemeldet. In der Stadi döniginhof wurde ein deutsches Turnfest gefeiert, velches von dem czechischen Pobel in brutalster Weise eine Störung erlitt, indem 1500 Menschen in das Hotel einzudringen versuchten, in welchem 'ich der Turnsaal befindet. Sie wurden von der Polizei und der Gensdarmerie allerdings zurückge⸗ viesen, trotzdem nahm die Haltung der Volksmenge inen immer drohenderen Charakter an, so daß die Turner auf Ersuchen des Bezirkshauptmannes die Feier schlossen. Auf der Nachhausefahrt wurden als dann die fremden Theilnehmer von dem Poöbel⸗ haufen mit Steinwürfen angegriffen, welche zahl ⸗ reiche, zum Theil schwere Verleßzungen verursachten. doffentlich gelingt es der eingeleiteten strengen Untersuchung, die Urheber dieses nichtswürdigen Erzesses zur vollen gerichtlichen Verantwortung zu ziehen. Vermiscotes. 4 Auf sammtlichen preußische Staats— risenbahnen wird demnächst laut der „Kobl. Ztg.“ ein neues einheitliches Billetsystem zur Ein— ührung gelangen. Die Einzelreisebillets unter— scheiden sich von den Doppelreisebillets im Wesent— lichen dadurch, daß erstere in der Querrichtung be— druckt werden. An beiden Billetsorten wird ein Abschnitt, welcher durch eine von links nach rechts laufende Linie vom Stammbillei geschieden ist, an⸗ gebracht, um die Abtrennung dieses Äbschnittes als Kinderbillet verwenden zu können. Die Doppelreise billets tragen an den deiden Längsseiten die R. taß⸗y Vcvinfaßri baam 2α Volitische Uebersicht. „Sie Kaiserzusammenkunft von em sier druckte der zu Ende gegangenen Woche dieden ihr polilisches Siegel auf n llen erahiungen, welche über die in dem genannten iührischen Stadtchen stattgefundene Vegegnung wischen dem btecceschischen Zaiser ind Deutsches Neich. ———————— — Berlin, 28. August. Das Gericht, daß in Kremsier Rußland in die Annexion Bosniens durch Desterreich gewillgt habe, wird hier als tendenzid⸗ erfunden betrachtet pRudesheim, 26. August. Im Rheine ist oberhalb unserer Stadt ein Frachtschiff mit Schwefelsaure⸗ Ladung gesunken und deßhalb polizei⸗ licherseis das Baden im Rhein bis auf weiteres untersagt worden. Eine große Anzahl Fische ist durch den Unfall zu Grunde gegangen und ans Afer getrieben, darunter solche von beträchtlicher Broͤße. f Mülheim a. Rh., 27. August. Heute Vormitiag 1124 Uhr fluczte das im Bau begriffene onsumgebäude des Karlswerk von Felten umd duilleaume plotzlich ein, begrub die Maurer unter seinen Trümmern; ein Theil derselben kam unver⸗ letzt davon, hingegen wurden sechs theils schwer, theils leicht berlett hervorgeholt und ins Hospital geschafft. seibst vorgenommen. Aus einem Delirium erwachend, fühlte der Patient den eigenen Puls in der Wahn⸗ horstellung, er stehe am Bette eines Kranken. Weßhalb hat man mich nicht gerufen“, fragte er. Es ist zu spat — hat man den Mann zur Ader jelassen ?“ Sein Arzt mußte es verneinen. „Dann ster ein todter Mann“, antwortete Cibrac. „er vird nicht mehr sechs Stunden leben.“ In der That starb er genau sechs Stunden spüter. fMaeßro Verdi ist nicht nur ein de— rühmter Komponist, sondern auch ein großer Wohl. häter. So läßt er gegenwärtig in Villa Nobe d'Arda ein großes Hospital bauen, welches seiner Vollendung entgegengeht. Der Armen · Verwaltung in Busseto hat er kürzlich die Summe von 16, 000 Franks für eine Stiftung und von 6000 Frante zu wohlihätigen Zwecken anweisen lassen. Außer— dem hat Verdi, der zugleich großer Grundbefiher st, seinen summtlichen Pächtern wegen der dies ahrigen Mißernte, 10 pCt. ihrer Pachtsummen erlassen. F Eine neue Mode kommt aus den amerj— anischen Seebädern, das Flaggenkostüm! Die Damen aller Nationen tragen blaue Serge⸗Kostüme, deren Aufputz an Kragen, Schürzen, Aermeln und Draperien aus den betreffenden Flaggen besteht, azu der Matrosenhut mit abgetönt ⸗gefürbtem See— gras garnirt, welches fast den Effelt reicher Straußen⸗ edern erzielt. Eine zweite Mode der Schonen Amerikas ist, anstatt der Schooßhündchen leine Lämmer am Band zu führen, die dann zu der Farbe des Kostüms der Dame passende Schabracken ragen. J 4f Pari s 26. August. Ein Jenkbares Luft⸗ chiff, geleitet von den Hauptleuten Renard und Frebs, wurde gestern Nachmittag 4 Uhr in die Hohe gelassen und trotz des entgegengesetzten Windes ach Versailles gebracht. Unterwegs fuührte der Ballon“ — diese Bezeichnung ist eigentlich für ‚as horizontale zigarrenförmige Schiff unzulässig — mehrere Schwankungen und Volten aus. Die dandung erfolgie ohne Unfall. 2. London, 28. August. Im Dorfe Mulli— navatt (Grafschaft Kilkenny) fanden gestern ernste igrarische Ruhestörungen statt. Hundert Polizei⸗ igenten, welche einige Pachter, die ihr Pachtgeld ucht bezahlt, aus den Pachtgütern entfernen wollten, purden von einer Menge von etwa 2000 Personen mgegriffen. Die Polizei schritt mit Bajonnetten ein; beiderseits kamen zahlreiche Verwundungen vor p oln, 26. August. Gestern Mitag er choß fich ein junget Handlungsgehilfe von 17 Jahren. angeblich aus unglücklicher Liebe. Um das Ziel nicht zu verfehlen, stellte sich der junge Mensch vor den Spiegel und richtete den Lauf der üodilichen Waffe gegen sein Herz. pDie deutsche Kronprin zessin, welche belanntlich mit dreien ihrer Tochter zu einem mehr⸗ wochigen Aufenthalte im „Hotel Belleville“ in Lu⸗ gand ingetroffen, schritt nach ihrer Aukunft suchend durch die W * Wirth 8 unruhig den Bliden der hohen Frau; endlich gewann er 8. den Minh, zu fragen, was denn seiner Aufmer -· t London, Frau Pratt wandte sich vo samten enigengen, weichen Gegenstand Ihre iaiser · iniger Zeit direlt an den Premierminister Salis uche Hohein vermisse. „Das wichtigste, das unent⸗ hurd mi folgendem Anliegen · „Im Jahre 1870 behrlichfie Glüd, Hetr Wirth, in einer Behausung. zefand ich mich in großer finanzieller Nothe die in weicher drei junge Damen wohnen sollen.“ Der berwandten meines Mannes wollten michts von iee ee e hetene de hoten An wihen awril ig in seinen Hause als Dienst— „pfeilerspiegel; doch die hohe Frau sagte lächelnd: nadchen gedient und er mich wider den Willen Ede huͤhten wir zur Roth in unseren Reise. ine Familie geheirathet hatte. Mein Mann starb stecussaires mit uns; allein eine Nähmaschine müssen m Jahre 1877, er hinterließ mir ein einziges fie uns beistellen; ich wollte nicht, daß meine dind; ich versuchte es einige Zeit, mich mit diesem Tochter aus der Uebung gerathen.“ uu ernähren, und als dieses nicht anging, verkaufte 4Den von Prof. Dr. Jäger konzessionirten . bald mein kleines schoönes Madchen einer Seil— Fabrikanten von Normalbekleidungsstücken“ wurde prband ct * had⸗ sepen pr von dern auf der internationalen Weltausstellung in Ant⸗ inde gehört. allein vor zwei onaten ist mein d e ee eee czeichnung,na Nig da⸗ Schwager gestorben und hat meiner Ellen ein Ver⸗ hen Dplem elannt nbiun noögen von 3,000,000 Mark hinterlassen; fie ist „Zuet jetzt 17 Jahre alt und ich möchte um jeden Preis F Muünchen, 27. August. Die Gemeinde- vissen, wo sie weilt.“ Auf Befehl des Premiers Bedollmaͤchtigten lehnten das Ortssiatut, das die arbeitele die Polizei mit größter Eile und Aufmerk⸗ Zonzeffion einer Wirthschaft von der Bejahung der nerksamkeit in dieser Angelegenheit, und es wurde Beduͤrfnißfrage abhaängig macht, mit nberwiegender eestgestellt, daß die junge Erbin vor einigen Jahren, Majoritäͤt abd. als sie sich mit ihrer Truppe auf einer Kunstreise Paris. Die letzte Diagnose hat der der⸗ in Mexiko befand, während sie ihr Mittagsmah' florbene berühmte hiesige Arzt Dr. Cibrac an fich einnahm von einem jungen Manne erschossen wurde. —Tää — Sterbefälle. * Gestorben: in Neunkirchen Christian Eisen⸗ beis, 48 J. a.; in Otweiler Heinrich Renß wald, 33 J. a.; in Hambach Johannes Hoerner, 59 J. a.; in Neustadt Joh, Friedr. Zecker, 79 J. a. * — Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Vemes Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer Rhynland“ Kapitan Jamison, welcher am 15. August von Antwerpen ibging ist am 26. August woblbehalten in Rew⸗ York angekommen. ααä.ñôÆäαααÆ Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt⸗Paffage⸗Agentu St. Ingbett. New⸗York, 26. August; der Postdampfer Rhynland“, Capt. Jamison, ist von Antwerpen angekommen. Philadelphia, 26. August; der Post dampfer Nederland“, Capt. Griffin, ist nach Ant— werpen abgegangen. I Lyzard, 26.“ August; der Posidampfer „Waesland“, Capt. Ueberweg, passirte auf der Reis⸗ von New⸗Hork nach Antwerpen. Kümmel Liqueur per Literfl. .0 Pfeffermünz Liqueur, 80, Anisette de Bordeaure, 4.00, Doppel Kümmel ..1.00, damburger Tropfen, 1.00, Alter Schwede ,1.20, hoonekamp of Mage -· bitter, 1.20 Henedictiner 14.50, Coguac, Rum, Punsch-Essen; empfiehlt J— 3. Peters. St. Ingbert. Auflage 3831,000; das verbreitetste aller )eutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ Seen Uebersetzungen in awoͤlf fremden Sprach⸗ 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Freduanus Kaiser⸗Zahnwasser à P. 60 Ff. und 100 Pl. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann 6 Fie, Dresdeéemn. — Lu haben in 8t. Ingbert bei P. Fern, Droguenhandlung. Vermittelst den prachivolen Postdampfet der Red Star Jine, Auiwerpen, des Vorddentschen Iloyd, ßremen, der tzanburg Imerik. Paketfahrt, gamburg, & der Cunard Jine, Jirerpool ee L. 2. und 8. Classe nach New-VYork, Boston, Philadelphia nebec, Cauada und Manitoba, Rew⸗Orleans, Texas und Calisornien, Rio Fancirs, Buenos ⸗Ayres und Süd⸗Amerika, Melbourne, Sidney und Australien owie Eisenbahn⸗Billets in's Innere der Vereinigten Staaten und Canada⸗ ain billigsten Preisen. Alle Auskunft ertheilt gratis — —7 —XXVVXx IF Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung fur Toilette und Handar⸗ heiten. Alle 14 Tage ine Nummer. Preis vierteljaͤhrlich M. 1. 252* 735 Ar. Jaͤhrlich erscheinen 24 Nummern mit Toi etten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be—⸗ — schreibung, welche dat vanze Gebiet der Garderobe und Leibwäschr iur Damen, Mädchen und Knaben, wie füe das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche fuür Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ic., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen fuür Weiß⸗ und Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommer oei allen Buchhandlungen und Poftanstalten. -Probe⸗Nummern gratis und franco durch ie Expedition, Berlin W, Potsdamer Str Wien 1, Operngasse 3. c. Demetz in St. Inabert. —E Zur Anfortigung ron billigen u. sauberen aller n Buchdruck und Litho- Traphie vorkommoenden Im Verlag von Greßner &eS qhr a i c Lipsige erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes J zu beziehen. — Die Klassiker der Yhilosophie. 1 — — —— — —— — — — — re der suiten —XL lis auf die Gegeuwmart —J Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Aterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher mreig vor Nieferuna 50 Pfennie J DruecKarbeiten 6 X empfienlt vieh die Buch⸗ uncd Stãrucxkerei F. X. Domotz2 Vorlag a Ieberter Anzelgot) 84 Iurbert- der bedeutendsten Band J: „Das Reihenfolge. — 72722 — Aulu v ——— ] M α ——— — M· I4. ⸗4 4— 274 Amtliches Organ des königl. Amtsgerihts St. Ingber.. vTet. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungt⸗ un und Sonntage mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 M 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 , einschließliq gustellungzgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondieile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt, 15 4ñ. Reclamen 30 3. Bei 4maliger Einrückunq wird nur dreimalige berechnet. —— —— Montag, 31. August 1888. 20. Jahrg. A Politische Uebersicht. Die Mitglieder der internationalen Tebe⸗ raphen?zKonferenz sind Ende voriger Woche ihrem Ausfluge nach Bremen, Hamburg, isbede u. s. w. wieder nach Berlin zuruͤckgekehrt. zist den fremden Gästen auf dieser Fahrt so viel Schönen und Interessanten geboten worden d man ist ihnen überall mit solcher Liebenswür⸗ gleit entgegengekommen, daß sie den Ausflug nach deutschen Rord- und Ostseeküste gewiß mit zu ren angenehmsten Erinnerungen zählen werden. ch in voriger Woche haben auch die Kommissionen a Konferenz theilweise wieder ihre Sitzungen auf ommen; so hielt die Kommission U am Frei— ag eine Sitzung ab, in welcher verschiedene tech⸗ Iche und Reglementsfragen erledigt wurden. Deutsches Reich. Berlin, 29. August. Der Pariser Moni⸗ eur officiel du Commerce“ veröffentlicht einen Be⸗ icht des französischen Konsuls in Hamburg über en deutschen Handel nach Afrika, dessen gerfasser ein kurzes, aber übersichtliches Bild von em augenblicklichen Stande der diesbezüglichen ꝛeutschen Unternehmungen gibdt. So macht der konsul seine Landsleute darauf aufmerksam, daß uicht nur Hamburger Häuser ersten Ranges blühende Faktoreien an den Küsten des afrikanischen Konti⸗ jents besitzen, sondern daß außer diesen schon lange zestehenden Niederlassungen jetzt neue Unternehm⸗ ingen in Berlin, Frankfurt a. M. Siuttgart an⸗ gebahnt werden, an denen die Mitglieder der Ge⸗ ellschaften, welche seit zwei oder drei Jahren so ingemein viel zur Popularisirung der kol onialpoli⸗ ischen Bestrebungen in Deutschland beigetragen haben, jerborragend belheiligt seien. Diese neuen Handels · jesellschaften planten die Gründung von Faktoreien ind Anlage von Pflanzungen, um so der indu⸗ triellen Thatkraft Deutschlands neue Debonchés zu röffnen. Die meisten dieser Gesellschaften würden iothwendigerweise, wenn auch ihr Domizil, so doch venigstens eine Succursale in Hamburg haben. der Zweck dieses Berichtes ist offenbar der, die ranzosischen Interessenten möglichst frühzeitig auf as Erstarken der deutschen Konkurrenz in Afrika, vo Frankreich bekanntlich ausgedehnten Kolonial⸗ zesitz sein eigen nennt, hinzulenten, damit sie später nicht von den Thatsachen uͤberrascht werden. Aus den letzten Berichten über den Stand der Ein⸗ und Ausfuhr der französischen Kolonien Westafrikas er⸗ jellt übrigens, daß der deutsche Antheil an dem hortigen Gesammthandel fich seit den letzten Jahren n stetig aufsteigender Richtung bewegt hat. Ausland. Paris, 28. August. (Franzosische Hetze egen den reichsländischen Statthalter Hohenlohe.) die „Gazette Diplomatique“ (beilaufig ein Organ, as feinen Titel weder durch die Form noch durch en Inhalt seiner Mittheilungen rechtfertigt) laßt ich von Berlin melden, „der Fürst Hohenlohe verde sein Amt als Statthalter Elsaß⸗Lothringens nit der sofortigen Ausweisung aller in den Reichs anden wohnhaften Franzosen einweihen“. Die ziesigen Chauvinisten würden offenbar eine derartige Maßregel sehr gerne sehen, um durch dieselbe einen horwand zu erhalten, eine allgemeine Ausweisung der Deutschen aus Paris und ganz Frankreich zu erlangen. Welche Folgen aber, wenn es ihnen gelänge, einen derartigen Beschluß herbeizuführen, ʒerselbe für die deutsche Industrie haben würde. n man aus dem Umstande schließen, daß die deutschen Handelsvertreter in Paris allein jährlich iber 400 Millionen Franks deutschet Waare ver⸗ aufen, von welchen ein großer Theil der nach berseeischen Landern bestimmten über die deutschen Zafen verschifft wird. Die Nachricht der Gazette Hiplomatique“ ist also, so meint der Pariser Kor⸗ espondent dert „Elbf. Zig.“, jedenfalls mit Vor⸗ dehalt aufzunehmen. verbreiten, da dieselben vom vorigen und frühern Jahren her noch in guter Erinnerung find. daß Herr Zapf mit seiner Künstlergesellschaft nur Borzügliches und Gediegenes bietet und uns einen jenußreichen Abend verschafft, davon sind wir fest über⸗ eugt und hoffen und wunschen wir, daß durch lecht zahlreichen Besuch, sowohl Damen als Herren, iesem KünstlerConcert die gebührende Anerlenn⸗ uing zu Theil merden moͤge. 6) St. Ingbert. 31. August. Unterm deungen schließen die hiesigen katholischen Schulen zas Sommersemester. Die Ferien dauern bis zum 15. Oktober. — Wilgariswiesen, 27. August. Einem Restaurateur einer benachbarten Bahnstation wider⸗ uhr kürzlich folgendes Mißgeschick: Es hatten rämlich mehrere Extrazüge mit Soldaten die Station assirt, von welch' letzteren unter den Eßwaaren und dem Getränke des Restaurateurs ordentlich aufgeräumt worden war. Plotzlich wurde wieder ein Extrazug signalifirt und unser Restaurateur, der voraussetzte, daß derselbe wieder mit Soldaten besetzt sei, ließ eilends, da ihm sein eigener Vor⸗ rath nicht genügend schien, aus dem benachbarten Drie, Brod, Wurst und Schinken herbeischaffen. Eben waren diese Eßwaaren angelangt und wurden don dem Restaurateur auf den bereit stehenden Tischen ausgebreitet, als der Zug einfuhr, in dem sich außer dem Bremserpersonal nichts wie — Schafe befinden, die dem dienstbeflissen herbeieilen⸗ den Kochkünstler ihr „Mah“ entgegenbloͤkten. Das Besicht desselben soll in diesem Momente kein be⸗ sonders geistreiches gewesen sein. — Mutterstadt, 25. August. Einige derren aus der Champagne, die sich bei Gastwirth Bhorn hier einlogirt hatien und heute wieder nach Frankreich zurückgereist find, haben in Gemeinschaft der beiden Jagdinhaber (Graf v. Birailles und sKommerzienrath Lederle) vom 17. ds. bis heute an 600 Stück Feldhühner auf hiefiger Feldiaad seschossen. Das ,„Carolinenfieber“ scheint wenig⸗ ens in den offiziellen Madrider Kreisen was nachgelassen zu haben, da die Regierungs⸗ vsse nunmehr Beschwichtigungsartikel bringt. Es chi hieraus hervor, daß die spanische Regierung ich zu der Einsicht gelangt ist, Deutschland mdele in der Angelegenheit der Carolinen⸗Inseln urchaus korrekt und loyal, zumal da es auch seine reneigtheit ausgesprochen hat, die ganze Affaire mem Schiedsgerichte zu unterbreiten. Uebrigens iird jetzt bekannt, daß die deutsche Flaggenhifsung uf der Insel Babeldzuap erfolgt ist, die gar cht zu‘ der eigentlichen CarolinenGruppe, sondern u den ewwas westlich von, derselben gelegenen elew⸗ Inseln gehört. Weiter verlautet, daß die eutsche Regierung auch die Marschalls⸗Inseln, stüch von den Carolinen gelegen, unter ihr Pro⸗ ckiorat zu nehmen gedenke. Auf den Marschall⸗ suseln haben die deutsche Handels · und Plantagen⸗ Iesellschaft, sowie die Firma Hernsheim und Comp. naltoreien auf eigenem Grundbesitz. Außers diesen eiden deutsche Firmen kommt dort nur die eng⸗ p Firma Henderson und Me. Farlane in Be⸗ racht — WVermischtes. 4 Gerproviantirung don See—⸗ dampfern.) Nur wenige Personen haben einen Begriff von der Masse der Provisionen an Bord der großen Seedampfer. Jedes Schiff ist für die Bassagiere und Bemannung wie folgt verproviantirt: 3500 Pfund Butter, 3000 Schinken, 1600 Pfund zwieback, ausschließlich dessen, welcher der Mann⸗ chaft geliefert wird. 8000 Pfund Trauben, Man⸗ deln, Feigen und Dessertfrüchte, 1300 Pfund Muß und Gelees, 6000 Pfund eingemachtes Fleisch, 3000 Pfund getrodnete Bohnen, 8000 Pfund Reis, 5000 Pfund Zwiebeln, 40 Tonnen Kartoffeln, 300 Faß Mehl und 1200 Dutzend Eier. Frisches Bemüse, Fleisch, lebendige Ochsen, Schafe, Schweine, Banse, Truthühner, Enten, anderes Geflügel, Fische und Wildpret werden in jedem Hafen an Bord gebracht, so daß es schwierig ist, deren Zahl an⸗ nähernd anzugeben. 2 Dutzend Ochsen und 60 Schafe würden wahrscheinlich ein ziemlicher Durch⸗ ichnitt far die ganze Reise sein und der Rest mag im Verhältniß gefolgert werden. Während der Zommermonate, wenn das Schiff sein volles Duantum an Passagieren hat, werden oft 258 hühner zur Suppe für ein einziges Diner ver— draucht. Würzburg, 27. August. Spanische Firmen annullirten heute ihre einem hiesigen Erport— zqus gegebenen Ordres unk⸗er Berufung auf ißr— * Dem „Temps? wird aus Aden telegraphirt. cß ein englisches Kriegsschiff von dort abgegangen i, um Ambo und die Tadschutra⸗Bay vor An⸗ nfl der Franzosen zu besetzen, von denen die agländer vermuthen, daß sie dafelbst ihre Flagge ssen wolslen Waährend sich in der auswärtigen Politik inglands gegenwärtig eine gewisse Ruhe aus⸗ rückt, werden aus Irüand wieder einmal be⸗ tohliche Symptome der dort herrschenden Gährung meldet. In dem Dorfe Mullinavatt ist es an⸗ tlich der Exmitirung einiger aufsassigen Pächter u einem blutigen Konflikt zwischen der Polizei ind dem Volke gekommen, in welchem es auf —X Seiten zahlreiche Verwundete gab. Diese organge illustriren den Geist der Widerspenstigkeit, tt sich von der „grünen Insel“ nun einmal nicht mnen lassen will und es ist sehr leicht möglich, tß weitere Ausschreitungen der irischen Landbe⸗ dilterung den Entschluß des gegenwärtigen Tory ⸗ linisteriums, auf die Erneuerung des Zwangsge⸗ cdes für Irland zu verzichten. wieder wankend nachen werden. Lokele und pfalet he Ne—prichten. *St. Ingbert. 31. August. Im Ober⸗ zauser'schen Saale wird übermorgen (Mittwoch) bend das Zapf'sche Männerquartett aus Diesbaden ein Concert geben. Wir haben aicht noͤthig, über die vortrefflichen Leistungen des Mieifig tenomirten Quartens uns ausführlich 3 — Patriotismus rücksichtlich des Zwischenfalls mit den darolinen⸗ Insenn. FKonftanz., Die bekannte Mildthätigkeit inseres Großherzogs illustrirt sich durch folgenden Vorfall.“ Der Großherzog traf auf einer Ausfahrt im Walde einen an Krücken gehenden Mann und fragte denselben, wohin er wollte. Nach der Mainau war die Antwort, er möchte sich gern eine Spiel⸗ orgel kaufen und hoffe, dort einen Beitrag dazu zu erhalten. Der Großherzog gab dem Manne 20 Mark, mit dem Bemerken, er solle in das Wirths⸗ jaus nach Lützelftetten gehen und· dort warten. RNtach Umfluß einiger Stunden erschien ein Hoflakai und überbrachte dem Staunenden ein sehr schönes Spielwerk. Der Gelentrheumatismus, welcher jo viele im besten Alter stehende Leute nicht nur auf das Krankenlager wirft, sondern häusig für debenszeit verkrüppeln läßt, ist von einem Fuhr herrn in München auf vesondere Weise geheilt vorden.“ Der Mann haite die berühmtesten Aerzte gehabt, Ameisen⸗ Lohbäder, Salizylsäure, kurz alles gebraucht, aber ohne Erfolg. Er lag sechs Monale entsetzlich geschwollen und verkrümmt auf einer Stelle. Da wandte seine Frau auf den Rath einer Bekannten hin als Umschlag erwärmtes Koch⸗ jalz in großen Massen an. Rach acht Tagen fiel die Geschwulst, nach drei Tagen konnte der Mann äch rühren, und heute ist er ganz gesund. Der Bersuch mit dem angegebenen Mittel kann auf alle Fälle wenigstens nichts schaden. — Ein außergewoͤhnliches Jagdergebniß ist aus dem Gräfl. Stolberg-Wernigerode' schen Jagdreviere'“ zu verzeichnen. Vom 1. Mai 1884 bis 30. April 1885 wurden erlegt: 22 jagdbare Hirsche, 71 geringe Hirsche, 139 St. Altthiere, 101 St. Jungwild, 21 St. Schaufler, 25 St. Hirsche, 106 St. Damthiere. 85 St. Jung ⸗ wild, 28 St. Hauptschweine, 114 St. sonstige grobe Sauen, 186 Si. Ueberläufer und Frischlinge, i31 St. Rehwild, 1 St. Auerwild, 24 St. girkgeflügel,/ 7 St.“ Haselhühner, 8037 St Hasen, 286 St. Kaninchen, 1295 St. Rebhühner, — — — — 2 .8. St. Wachteln, 116 St. Enten, 71 S Schnepfen, J St. Bekassinen, 150 St. Füchse, 3 St. Wildkatzen, 10 Stück Kazen u. Hunde, 4 St. Fischotter, 25 St. Marder, 34 St. Altisse ind Wiesel, 8 St. Eichhörnchen, 16 St. Reiher, bSt. Eisvögel. 3 St. Adler u. Uhu, 208 St Falken u. Habichte, 140 St. Krähen und Elster. F(Ein Geschenk für König Dido.,) zm Schaufenster des Geschäftslokales der Neusilber⸗ vaaren⸗ Firma J. H. Peters u. Co. in Berlin ist ein Szepterausgestellt, welches die genannte Firma uuf Bestellung des Hauses C. Woermann hat an⸗ eriigen lassen. Dieses Szepter ist ein langer Stab aus farblosem, canellirtem Glase, dessen Spitze nit einem Beschlag aus Neusilber versehen ist, vährend das obere Ende einen aus gleichem Metall mgefertigten Knauf trägt, in welchen der Name des zukünftigen Besitzers, König Dido, eingravirt ist. Das Szepter ähnelt in seiner Totalität sehr vem Stabe unserer Regiments⸗Tambours. F Einer Berliner Heirathsvermittlerin ist üczlich durch die Mutter einer ihrer Klientinnen ein nicht übler Streich gespielt worden. Die 22 Jahre alte Tochter einer wohlhabenden Baumeisters⸗ Winwe in der B.⸗Straße, dem Weften Berlins, vollte in den heiligen Stand der Ehe treten und var zu diesem Behufe mit einer Heirathsvermittlerin n Beziehung getreten. Dieser Frau war es auch jelungen, für die heirathslustige junge Dame eine passende Partie“ jin der Person eines allerdings chhon älteren Fabrikanten zu finden, nachdem die unge Dame der Heirathsvermittlerin einen Provi⸗ ionsrevers in ansehnlicher Höhe ausgefertigt hatte. das von der Heirathsvermittlerin eingeleitete stendez⸗ vous der beiden Vermittelten, verlief zur ollen Zufriedenheit und schon dachte man an die Borbereitungen zur standesamtlichen Trauung. da ernte der Bräutigam die mit einem größeren Ver⸗ nbgen ausgestattete Mutter der jungen Dame ennen, eine noch hübsche, üppige Frau, und — zerliebte sich in fie derartig, daß er auf die Hand )er Tochter derzichtete und nun mit vollen Segeln in den Hafen der Ehe mit der Muttier steuert. Die — — — —— —— sucht einen braven Jungen(V IIl IElIIID uim das Polster⸗ und Tapezier⸗Geschaͤft 8 It 77* zu erlernen. ze triedyr. Stukmanu. oyno— neen für die Gemeindekrankenver er —* sicheruns e sazebina- Tocbairer sind zu haben in der Druckerei AEID Anfaahme: inee — ——— des „St. Ingherter Anzeiger. Tochter ist um ihren Bräutigam und die Heirath dermittlerin um ihre schöne Provision —** Newyork, 285. August. Einer Depesch uus Charlestown. Süd⸗Carolina, zufoige, hatt ꝛin schredlicher Wirbelsturm gehaust, durch d deftigkeit der vierte Theil der Häuser in der —*— ntdacht wurde. Der Schaden wird auf 1 Miln Dollars veranschlagt, doch gingen keine Menschen. leben verloren. 4 Anwetter in den Vereinigten Staaten. Ein furchtbarer Sturm, der in seinet derheerenden Macht einem Cyclon glich, hat über einen weiten Flachenraum der Vereinigten Staun ürchterliche Vernichtung verursacht. Am Montag vurde eine intenside Hitze verspürt, und die Hitze voge dehnte sich auf alle östlichen und füdüchen Staaten aus. Der Hitze folgte ein rascher Fah des Quedsilbers, und am Dienstag brach der Sturm in voller Wuth aus. Von allen Stationen längẽ der atlantischen Küste liegen Berichte über meht oder weniger erheblichen Schaden vor, aber di Telegramme aus Süd⸗Karolina, Georgia und Florida lassen ersehen, daß der Sturm am det. jeerendsten in dieser Richtung war. Eine Menge Schiffe wurden ans Gestade getrieben und haba pollständigen Schiffbruch erlitten, wobei viele Men. schenleben verloren gingen. Am Ufer wurden große hölzerne Hotels und Häuser in bloßgestellien Lagen völlig niedergeweht. Selbst die bis jeßl vorliegenden unvollständigen Berichte lassen ersehen daß Mafsen von Menschen umgekommen sind. Rad Meldungen aus Connecticut sind auch in diesen Staate ernste Verheerungen angerichtel worden Der der Tabaksernte zugefügte Schaden wird au Lij Millonen Dollars veranschlagt. Es ist ein kuriose Thatsache, daß, während in den Vereinigten Staaten die Hitze am Montag unerträglich war in Manitoba ein scharfer Frost herrschte. 20Des⸗Anʒeige. Nach Gottes heiligem Willen entschlief sanft und ruhig nach kurzem Leiden gestern Abend JUhr, versehen mit den Troͤstungen unserer hl. Religion, unser innigstgeliebter Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager un Prbi e æ ranz Röhl,— in seinem 73. Lebensjahre Um stille Theilnahme bitten St. Ingbert, Oberbexbach und Siegen, den 31. August 1885. zeng Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen: NKöohl, Lehrer. Die Beerdiauma findet Mittwoch, den 2. ds. Vormittaas 9 Uhr fiatt. — — — ——— ————— ————— —— — — — Einladung 20m Abonnement auf: Aroaso Ausgabo: 2* —J t —bp —— i j i iertoljuhrlieh e DieArbeitsstube.““ — — 7 — Zeitschrift für leichte und gecehmackvolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern fũr Canevasstickerei, Application und Plattstich, sowie zanlreichon schwarzen Vorlagen für Häkol-, Filet-, Strick- und Stickarbeiten aller Art. Monsatlich ein Hest mit reich illustrirtem Text, einer farbigen Tafel mit lein colorirten, stylgerechten Originalmustern und einer Unterhaitangsbeilage. Die Arbeitsstube bietet sowonl Mũttern als Lehrerinnen reiches Materiab in ihren Töchtern und Schulerinnen den Sinn und die Neigung aur Handarbeit A St. Inghert. * Mittwoch den 2. Septbr., ÄAbends 8 Uhr anfaugend, e geer n Oberhauser'schen Saole: — nnge — schen Vokal⸗Künstler⸗u 35* Aer⸗Quarteti) aus Wiesbaden. Entrséer 50 8. Programm an der Kasse. Atts Ambilligsten und zwedtmähßigsten besorgt die ältefte Annoncen⸗Expedition —— F Haasenstein & Voglor, Mannheim, O. 4, 5 Inserate für sammtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original- preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und oͤfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. NRath in Insertionsangelegenheiten wird durch obige Firma, geftützt auf die während des Z0jährigen Bestehens der selbene gemachten teichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 1835 steht jedem In⸗ zerenten auf Wunsch gratis und franeco zur Verfügung. Fimige UVrtheile der Presse: Vossiselio Zeitung (Berlin) Der FVuũrs Haus (Dresden). —Selbst Verlag von F. Gebphardi in Berlin ler faulste Backfisch wird Lust au bietet mit seiner Pũbsch ausgestatte dandarbeiton bekommen, schenkt das ten Arbeitsstube“* eine reiehe Fuülle Mütterlein inm die mit vielen Vorlagen von Vorlagen für leichte und geselmack· für leichto und gesehmackvolle Hand- rollo Habdarbeiton. Waa Alles nui arbeiten, sowie ciner grossen, Menge auf diesem Gobiete Gefalliges geleistet sarbiger Originalmuster fũr Caneras wordon kann, wird in sauber ausgo- ttiekérei versenene Zeitsehrift: „Die führten Mustern veranschaulicht. FEint Arbeitsstube“ — grosso Anzahl von bunten Original. Neuo Preussische (Kreus-) Zeitung mustern dient au Vorlagen ron dane- Berlin). „Pie dorgfalt, dis aut da⸗ rasstickerei, eine noch umfangreichere Intornehmen verwandt ist, verdient Menge schwarrer Muster füt Hätel- Anerkennung. Pilet-·, Stick· und Strickarbeiten aller Germania (Boerlin). — Sowohl die Art. 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Ingherter Amzeiger. der ‚St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag⸗ Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blaut kostet vierteljahrlich 1 M 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließliv A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 — bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expednion Auskunft ertheilt, 15 «, Aeclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M ITI. Dienstag, J. September 1885. 20. Jahrg. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für den Monat September werden von sämmilichen Postanstalten, den Aus- rägern und der Expedition entgegengenommen. zlaublich wollte im ersten Moment die Boischaft lingen, und doch meldete fie nur die einfache Wahrheit. „Welche Wendung durch Gottes Fü⸗ zung“ — das fühlte mit dem preußischen König das ganze Volk, — die schwarzen Raben flatterten nicht mehr um den Kyffhäuser, Barbarossa war er⸗ wacht, wiedererstanden zu alter Kraft das deutscht Reich, da mußie auch ein Kaiser sein. Wer war würdiger die Krone zu tragen, als der Sieger in so vielen Schlachten, als König Wilhelm von Preußen. Wer war würdiger, sie ihm im Namen Her deutschen Fürsten und Stämme anzubieten, als sein erster Bundesgenosse der Koönig von Bayern — diese Gedanken durchzitterten an jenem Tage das ganze deutsche Valk und machten die Hetzen schneller schlagen, d'rum ist in Wahrheit der heutige Tag als der Geburtstag des neuen deutschen Kaiserreiches zu feiern. Hies irae!“ „Tag des Zornes“, so hat für sein Vaterland den heutigen Tag mit Recht ein Franzose genannt. Und in Wirklichkeit, er war in Tag' des göͤttlichen Zorns, der historischen Wiedervergeltung, er war ein neuer blutiger Beweis für das Wort: „Die Weltgeschichte ist das Weli⸗ gericht.“ Aber der zweite September darf, wenn er richtig und würdig gefeiert werden soll, nicht nur als Tag der Erinnerung, sondern muß auch als Tag der Mahnung und Warnung gefeier! verden. Nicht im feindlichen, chauviniftischen Sinne, dem Ausland gegenüber, sondern im einigenden Sinne bezüglich unserer sammtlichen politischen Par⸗ eien. Im üÄlterthum gab es Heiligthümer, wohin sich der Flüchtling, ohne daß er ergriffen wurde, retten durflie. Der heutige Tag sei dem ganzen Volke 'olch ein Heiligthum. Hier mag fich heute, das zanze Parieigelriebe vergessend, Alles was deutsch heißt und deutsch denkt, zusammenfinden. Mögen heute die Waffen des Geistes ruhn, die gestern zlitzten und morgen wieder leuchten werden. der heutige Tag, der Sedantag, sei heilig jedem Vater⸗ andsfreunde. Der Streit ist der Vater allen Dinge“, sagt ein Philosoph des Alterthums. Und er hat Recht, aber nur der wirllich echte und rechie Streit der Parteien ist es. Darum laß für uns Alle den Sedantag ein Tag der Mahnung sein, fortan ihn so zu führen, wie er allein geführ! werden darf, — als Wettstreit, wie man dem Vaterlande am besten dienen kann. In diesem Sinne laßt uns den Sedantag begehen, dann wird er richtig und würdig begangen und in diesem Sinne laßt uns heuse allesammt, — wir können das ohne Unterschied der Partei — im Geiste ausrufen: Es lebe der Kaiser! Gott scütze das Reich! Berlin, 31. Augusi. Die Ausschüfse des Bundesrathes treten am Montag, den 7. September, zur Berathung der Ausführungsbestimmungen des BZörsensteuergesetzes zusammen. Die Vorlage ist ziemlich umfangreich, weil, um ein einheitliches Ganzes zu gewinnen, die Bestimmungen betreffend das alte noch in Kraft verbliebene Stempelgesetz darin Aufnahme finden mußten. Trotzdem ist zu hoffen, daß die Ausschüsse ihre Arbeiten bald be⸗ enden, da die Vorlage bereits vor längerer Zeit den Bundesregierungen mitgetheilt wurde, welche sich gutachtlich darüber geäußert haben. — Das Ple— dum des Bundesrathes tritt spätestens am 16. Sep⸗ tember zur definitiven Beschlußfassung zusammen. Berlin, 30. August. Die „Kreuzzeitung“ erfährt, daß die Kaiser von Rußland und Oester⸗ reich in ihrem gemeinsamen Telegramm an den Kaiser Wilhelm nicht blos das persönliche, sondern auch das politische Moment berührten, indem sie in demselben die Ueberzeugung ausdrückten, „daß zanz Europa in der Kremsierer Begegnung eine Bewähr für die dauernde Sicherung des Friedens erblicke“ Dem Vernehmen nach erhielt das Kom⸗ munalnothsiteuergesetz die königliche Unterschrift und wird demnächst publicirt. Die „Norddeutsche All⸗ gemeine“ bespricht die Stellung der „Germania“ in der Karolinenfrage. Gegenüber den Verdunkel⸗ ungen dieses Blattes stellt die „Norddeutsche“ die Veröffentlichung der darüber sprechenden Aktenstücke in Aussicht. — Gegenüber den Angriffen, welche besonders auch von der auswärtigen Presse, gegen die preuß⸗ ische Regierung wegen der Ausweisungen aus öste⸗ lichen Provinzen gerichtet werden, schreibt die Straß⸗ burger Post“: „Gewiß ist es hart, sehr hart, für die Betroffenen, plötzlich den Wanderstab weiter setzen zu müssen, nachdem sie kaum eine Ruhestätte gefunden. Aber das ausgewiesene Element tragt ein Gepräge, welches durchaus nicht harmlos ist. Die Zustände in den östlichen Grenzgebieten Preußens find allmählich so weit gediehen, daß die — man kann sagen — Jahrhunderie alte deutsche Kultur⸗ arbeit auf das ernstlichste bedroht ist. Von Ruß⸗ sand und Oesterreich her drängt die slavische Brandung mmer mächtiger heran; die einwandernden Massen erdrücken die an sich schon dünn gesäte deutsche Bevölkerung, da sie sich nicht dem deutschen Wesen mbequemen, sondern ihre Eigenschaft beibehalten und schroff zur Geltung bringen. Dadurch unter⸗ cheiden sich solche Einwanderungen ganz erheblich hon den Auswanderungen Deutscher in andere Länder. Der Deutsche bringt dem Volke, bei dem er sich niederläßt, seine beste Kraft, seine hervorragende Thätigkeit, seine „Kultur“ zur Morgengabe miit und geht sehr vald, schon nach einer Generation mehr oder weniger in dem fremden Volke auf. Nicht so der Slave und Romane, welche beide die oIben angedeutete entgegengesetzte Lebeeigenschaft haben. Soll nun der deutsche Staat — in diesem Falle Preußen — in dem Jahrhundert der natio⸗ nalen Zusammenschließung die Hande in den Schoß legen und ruhig zusehen, wie — was er ja nicht hindern kann — nicht nur die über die Grenze hinüberströmende Volkskraft unwiderruflich verloren zeht, sondern auch namentlich die zurückleibende durch das Einströmen fremder Volksktaft erdrück wird? Letzteres zu verlangen ist einfach unsinnig Die Auswanderer können wir nicht halten, aber die Einwanderer dürfen wir uns, angefichts der ausgesprochenen Schwäche unseres Volkscharakterẽ inhetrefj nationaler Halthbatrkeit, doch wmobl genos Zum zweiten September. So flammst Du wieder auf Tag deuischen Ruhmes in dem zerbarst des Meineids Hochaltaxrx. An dem des übermüth'gen Frankenthumes Standarten beugten sich dem deutschen Aar, d'rum laßt Kanonendonner weithin schallen, Berkünden, daß die Sedansonne scheint, daßt von den Thürmen laut die Glocken hallen, denn heute mußti vor Gott der Götze fallen. Hebt auf, hebt Alle auf die Händ' und Herzen zu ihm, der schon von Ewigkeit regiert, laßt den Dank in tausend Siegeskerzen Ihm leuchten, der's so gut hinausgeführt: denn heute wa's, als fest den fränk'schen Geyer In seinen Krallen hielt der deutsche Aar, d'rum was Euch trennt, an dieses Festes Feier verhüllt's der Freude dichtgewebter Schleier. Und was Euch trennt!“O daß doch auch die Stunde zald Deutschland schlüge, da kein Hader mehr, dein eitles Wortgezänk von Mund zu Munde zuch schied bei jedes Festes Wiederkehr, Ddaß, wie Ihr's einig seht nach Außen ragen, Im Innern Deutschlands nicht, vergeßt es heut, Heut trennt Euch nichts, könnt Ihr ja alle sagen 'Es war mein Volk, das heut die Schlacht geschlagen!“ Und hat auch mitgeholfen diese Feier. — daß endlich bricht der dunklen Schaaren Macht, daß Ihr des Aberglaubens dichten Schleier bom Auge reißt, dem neues Leben lacht: dann laßt Kanonendonner weithin schallen, berkünden, daß der Wahrheit Sonne scheint, Laßt von den Thürmen laut die Glocken hallen, dann muß vor Gott der letzte voge fallen. Hans Waldmeister. Der Sedantag. Zwei Punkte sind es, in denen sich alle Deut— chen eins wissen und fühlen, im Norden und Süden, im Osten und Westen des Vaterlandes, — in der Liebe zum Kaiser und in der diebe zum Reich, ein Tag ist es, an dem sie Alle, ob sonst auch ihre politische Gesinnung sie rennt, gemeinsam dieses Gefühl zum Ausdrud dringen können, — der heutige, der Sedantag Und weshalb? Weil er gewissermaßen der Geburts⸗ lag des in neuer Herrlichkeit wiedererstandenen deutschen Reiches ist. Große, gewaltige Siege sind ja in jenem, von welscher Tücke so freventlich herauf— beschworenen Kriege, vor dem zweiten Septembe, und nach ihm von deutscher Seile erfochten worden der Sedantag aber ist, wie er der blutigste war io der bedeutungsvoliste für das gesammte Heer, veil an seinem Ruhm die sammilichen ein zelnen deutschen Stämme Antheil haben, für das ganze deutsche Vaterland der wichtigste, weil er mit mem Schlage ihm das Selbstbewußtsein seiner draft gab. Man' dente doch nur zuruck an jene 5 als der Draht meldete: „Der Kaise— apoleon mit seinem Heer gefangen!“ Schier unr Deutsches Reich. Berlin, 31. August. Der Staatsminister b. Botticher iritt in diesen Tagen eine Reise nach Westphalen und Hessen⸗Nassau an, um theils über die Lage der Indusirien, theils über die Ausführ⸗ ung des Krankenkassengeseßes sich zu informiren Berlin, 29. August. Nach der „Germania eht eine Rebision der Maigesetze za erwarten. Die Andeutungen des Blattes stellen eine besonders be⸗ deutsame Kirchenpolitische Kampagne in Aussicht. — Einer der Mitunterzeichner des Protestes der Welfen gegen die Ausschließung Cumberlands, Gras Zrote in Schwerin, ist durch das Kriegsgericht zu inem Jahr und einem Monat Festung und zur ẽntlassuncg aus dem Herresverband verurtheilt worden — mgesehen und ihnen, wie sie unsicher erscheinen, indere Wege weisen. Darin liegt der Kernpunkt Jer unerquicdlichen Ausweisungsfrage, die uns auf⸗ gedrungen ist·· Berlin, 30. August. Der spanische General Salamanca hat, die Zurücsendung des rothen lcrordens mit folgenden Worten begleitet; „Auf meiner Brust wird nun ein leerer Platz sein; aber ich rechne darauf, ihn bald wieder auszufüllen —XX wohlberdiente Dekoration, die ich mir bei der Vertheidigung meines Vaterlandes er⸗ ringen werde“. Diese Worie sind patriotisch und laͤcherlich zugleich. Potsdam, 28. August. Heute Nachmittag fand seitens des Offizierskorps des 1. Garde⸗ Regiments ein Schießen nach dem Adler statt. Der Zaiser, die Kaiserin, der Kronprinz. Prinz Wil⸗ helm und der Erbgroßherzog von Baden wohnten demselben bei. Der Kaiser gab drei Schüsse ab, wobei jedesmal der Adler getroffen wurde, und lehrle dann um 6* uhr nach Babelsberg zurück. Wiesbaden, 81. August. Von dem Afrika⸗ reisenden Paul Reichard ist heute hier folgendes Telegramm eingetroffen: 20. August. In Zanzi⸗ zar ist die ganze Karawane angekommen; ich bleibe 14 Tage hier. Friedberg i. H., 31. August. Am 30. d. tagte in der Hainmuͤhle bei Kaichen (Muͤhle am Waldsaum an der Naumburg) eine geheime Ver⸗ ammlung von Sozialisten aus den Orien Frank⸗ furt, Friedberg, Großkarben, Burg: Gräfenrode, aichen, Heldenbergen und Oftheim. Zufällig an⸗ wesende Polizei und sonstige Güste störten jedoch das Vorhaben und gingen die Sozialisten zum Theil alsbald des Abends auseinander. Danzig, 28. Auguft. Sämmiliche hiesigen Russen, die Kurländer ausgenommen, sowie die zalizischen Polen find angewiesen, zum 1. Oktober Hreuͤßen zu verlafsen. Wien, 30. August. Die Wiener liberalen Blaͤtter konstatiren die wachsende Gahrung in den deutschen Theilen Boͤhmens und richten an die deutsche Bevoölkerung daselbst die dringende Auffor⸗ derung, sich durch das czechische Beispiel nicht zur Nachahmung verleiten zu lassen. Gerade angesichts der offiziösen Drohung mit der Suspension frei⸗ Jeitlicher Rechte müßten die Deutschen Geduld und Entsagung zu üben wissen. Uebereinstimmend er⸗ saren“ die Neue Freie Presse“ und das „Neue Wiener Tageblatt“, daß der legale Rechtsboden der einzige Besitz der deutschen Opposition ist, dessen sie sich um keinen Preis entäußern darf. Paris, 30. August. Der „France“ wird uus Petersburg telegraphirt: Am Vorabend zer Anlunft des Czaren, als man im bischöflichen Zchlosse zu Kremsier die letzten Vorbereitungen für die Herrichtung des Theatersaales vollendete, fiel ein Stein durch eines der Spiegelfenster, gerade auf den Ehrenplatz, welchen Kaiser Alexander bei der Galavorstellung einnehmen sollte. Der Stein jatte die Größe einer Birne und war in Papier gewickelt, auf welchem in großen Lettern stand: Tod dem Tyrannen!“ Alle Recherchen haben zu seinem Resultat geführt. Obwohl man annimmt, daß es sich um einen traurigen Scherz handelt, verden die Untersuchungen dennoch fortgesetzt. (Die Zeschichte klingt sehr unwahrscheinlich.) Ausland. Lokale und vcclaische Nachrichten. *St. Ingbert, 1. Sept. Die hiesige tatholische Firhenbaulotterie wurde, wie ums migetheilt wird, dem Bank· Agentur ⸗Geschäfte Albert Rösl in München uͤbertragen; der Vertrieb wird in gleicher Weise wie bei der Kaiserslauterer dollerie bewerkstelligt, in den jenseitigen bayerischen reisen durch Herrn Rosl selbst, in der Pfalz durch ʒessen Haupiagenten Herrn Julius Goldschmit in Ludwigshafen. Die Loose gelangen noch heuer zur Ausgabe und dürften dieselben gewiß — schon us dem Grunde, weil jeweils nur 150,000 Stück z2 Mark — guten Absatz finden. »GS. Ingbert, 1, Sept. Morgen, Mitt⸗ woch, Abend findet, wie bereits gestern durch In⸗ erai bekannt gegeben, im Oberhauser'schen Saale, das Zapp'sche KünstlerConcert statt vorauf wir wiederholt aufmerksam machen. Vom Hornbache, 28. August wird der ,‚Pf. Pr.“ geschrieben: Sicherem Vernehmen nach I vVerhandlungen über die Erbauung einer Fisenbahn von Zweibrücken über Horn⸗ zach nach Bitsch als gescheitert zu betrachten, indem der Chef des Reichsamtes für die Verwal⸗ tung der Reichs⸗Eisenbahnen, Herr Staatsminister Mahbach, den früher vertretenen Standpunkt fest⸗ jält und es ablehnt, der Herstellung genannter dinie aus Reichüfonds auch für den Fall der Be⸗ villigung von Zuschüssen aus Landesmitteln und onstigen Fonds näher zu treten. Auch erklärte zerselbe, weder etwaige Anträge auf Gewährung ines Zuschusses zum Baue der Bahn aus Reichs⸗ onds für den Fall der Herstellung derfelben aus dandes⸗Mitteln, noch auch die Uebernahme des Betriebes für Rechnung des Reiches befürworten zu koönnen. — Bruchmühlbach, 28. August. In Miesau verschwaund in der Nacht vom 27. auf den 28. August die Frau des Ackerers J. Wagner. Bis jetzt sind noch leine weiteren Spuren von der⸗ elben wahrgenommen worden. Dieselbe litt schon seit längerer Zeit an Geisteskrankheit, infolge derer ie sich oft schreckliche Leiden verursacht hat. (Pf. Vz.) — Kaiserslautern, 29. Aug. Der dies— ährige Herbst-Saatgutmarkt ist mit Proben reich neschickt worden. Sowohl die Oualität als auch zie Quantität der angemeldeten Waaren steht hinter einem der früheren Herbst ⸗Saatgutmärkte zurück und st für jeden Kaufliebhaber Gelegenheit geboten, einen Bedarf nach Wunsch zu befriedigen. Roggen st heuer in großen Quantitäten ausgestellt, ebenso Heizen und Spelz aus verschiedenen Gegenden. Die⸗ enigen Oekonomen, welche den in neuerer Zeit mehr eliebten Wechsel ihrer Saatfrucht vorzunehmen jedenken, finden auf dem Saatgutmarkte die billigste ind bequemste Gelegenheit. Möge daher der nächste S:aatgutmarkt am 1. und 2. September in Kaisers⸗ autern sich guten Besuches erfreuen! — Oberlustadt, 28. August. Gegenwärtig ampirt hier eine Bande Zigeuner unter dem chühenden Laubdache der Nußbäume. Ein weib⸗ icher Sprosse dieser Freiherrn von Habenichts be⸗ zluͤckte nun ihren Eheherrn mit einem jungen, braun⸗ hywarzen Sproͤßlinge. Darob natürlich große eude in der Versammlung bräunfugiger Geftalten. der kleine Erdenbürger sollte jetzt getauft werden. Am Gevatterleute machte man fich keine Sorgen. In zärtlicher Liebe trug die Mutter ihr erst anderthalb Tage altes Kind selber zur irche und ließ es taufen. Nach vollzogenem Akte jegab sich die Mutter mit ihrem Kinde zu ihren *lammesgenossen in eine Wirthschaft, allwo die Nutter sich ein Glas Wein ersichtlich schmecken ieß. Man sieht, wie weit man es mit einer na⸗ urgemäßen Abhärtung bringen kann. — — Spey?r, 209. August. In einer gestern inter dem Vorsitze des Herrn Bezirksamtsassessors Wagner abgehaltene Versammlung hiefiger zewerbetreibender wurde über die Untersuchung be⸗ reffs der Sonntagsarbeit verhandelt. Von ber⸗ chiedenen Seiten wurde konstatirt, daß Sonntags⸗ irbeit ausnahmsweijse in allen Geschäften vorkomme, iine Ausbeutung der Arbeiter auf diesem Wege EV zegenwärtig bestehenden Gesetze zum Schutze der ürbeiter für ausreichend, eine Aenderung der be—⸗ üglichen Bestimmungen der Gewerbeordnung daber ür überflüssig. — Zum Leben zurückgekehrt ist der in Folge übermäßigen Branntweingenusses in Ludwigs- Jafen als todt nach der dortigen Leichenhalle erbrachte Tüuncher B. Der Auferstandene begab ich sofort nach seiner Wohnung. Vermischtes. t. Neunkirchen, 29. August. Das Neunlkircher Tageblatt“ hat mit dem heutigen zu erscheinen aufgehört. Der seitherige Redakteur der in Saarlouis erscheinenden Saarzeitung, Herr Klein, jat die betr. Druckerei geklauft und gibt eine Zeitung nit dem Titel Neunkircher Volkszeitung“ vom J. Zept. ab heraus. (S.⸗ u. Bl.⸗Ztg.) F* Metzz, 29. Aug. Am leztzten Vienstag varen der Gasthausbesitzer Kohn und der Kaufmann August Baudouin von hier mit zwei eingeladenen hästen, den Herren Nicolas aus Briey und Felix Deriveaux, Steuerbeamter in Elain, bei Vigh auf »er Jagd. Als sie über ein Kartoffelstück gingen, intlud sich das Gewehr, warscheinlich in Unvor⸗ ichtigkeit des Letzteren, und der mit grobem Schrot eladenene Schuß verletzte die Herren Kobhn und Nicolas. Ersterer war noch transportfähig und wurde nach Metz gebracht, während an dem Auf. ommen des Nicolas gezweifelt wird. 4 Mannheim, 29. August. Gestern Vor. nittag wurden die beiden Inhaber der Firma Gedr dlein (Haute- und Fellhandlung), Dellhein unior und senior gefänglich eingezogen, da sie de Beseitigung von Geschäftsbüchern in Folge eines ʒꝛevorstehenden Bankerutts eingezogen sind. (R Bad. Landesztg.. fF Mainz, 28. August. Die Nachforschung iach den fehlenden Körpertheilen des ermordeten Mannes hat bis jetzt kein Resultat ergeben. In )er Abtrittsgrube des Hauses, woselbst die ANh. chlachtung geschah, fanden sich dieselben nicht dot Die aͤrztliche Besichtigung der Leiche ergab, daß her Ermordete ein Mann von 28 bis 30 Jahren var und eine blendendweiße, reine Haut haͤtte In der Lunge will man Kohlenstäubchen entded „aben. Das Zimmer, woselbst der Doppelmord zeschah, bot ein greuliches Bild der Zerstörung her Fußboden war über und über mit Blut beden, pas auch an den Wänden verspritzt war; es fanden ich verschiedene mit Blut befleckte Schusterwerkzeuge, owie ein mit Blut gefülltes Nachtgeschirr. In etzterem hatten die Mordgesellen jedenfalls das dei der Zerlegung des Mannes abfließende Blut auf zefangen. Die ermordete Frau Wothe lag todt im Bett, dieselbe ist offenbar im Bett ermordet worden und zwar nicht gleichzeitig mit dem Manne. Merkwürdiger Weise fehlen die Kleider des Mannes Wothe, was die Annahme, er sei der Ermordete, inigermaßen erschüttert. Es kann aber der Fall ein, daß in diese Kleider die fehlenden Gliedmaßen jerpackt und weggeschafft sind. Von Mitbewohnern »es Hauses, woselbst der Mord geschah, wird aus—⸗ jesagt, daß sie in der Nacht einmal „Hilfe und Feuer“ schreien? gehört, darauf aber keinen Werth jelegt hätten, da die Eheleute Wothe in Unfrieden ebten und Scenen, sowie Mißhandlungen nicht elten waren. Dagegen wird von Anderen ausge⸗ agt, daß der Schuhmacher Herbst Nachts um 29 Uhr nach Hause gekommen sei. In der Wohnung des Herbst, in dem Nachbarhause von Wothe. anden sich, als ihm gehörig rekognoszirte Kleidungs⸗ tücke eine Lederhose, eine Weste und ein Hemd, Alles viel mit Blut befleckt. Herbst, der im Juni ius dem Landeszuchthaus Marienschloß entlassen vurde, woselbst er eine zehnjährige Strafe wegen chweren Einbruchs verbüßt hatte, leugnet die Thaten, deren man ihn beschuldigt, befindet sich aber in großer Aufregung. In Laubenheim, wo⸗ elbst er gestern Abend Nachtquartier suchte, hat er ich höchst verdächtig benommen und wurde deshalb jestgenommen. Der Zimmerkollege des Herbst will don diesem und seinem Thun gar nichts wissen, aicht einmal dessen Namen kennen. Er ist mit⸗ berhaftet. Nach einer der „Pf. Pr.“ zugegangenen Privat⸗ nittheilung ist der Ermordete ein Schiffsmann, velcher 600 Mt. Geld bei sich hatte. Er wurde von den zwei Louis Herbst und Wothe in einem hverüchtigten Hause ermordet; der eine der Moͤrder vurde in Oppenheim, der andere in Laubenheim erhaftet. Frau Wothe soll Mitwisserin bei dem MNorde gewesen und von Herbst und Wothe ermordet vorden sein, damit sie nichts verrathe. Mainz, 28. August. Wahrend die ztaatsanwalischaft und Polizei in fieberhafter Auf egung nach dem Thäter des heute Morgen ent⸗ eckten Verbrechens fahndet, durcheilt soeben die stachricht don einem zweiten hier entdeckten Mord die Stadt. In der Nähe des, Fürstenbergerhofes iahmen die Umwohner gegen Mittag mehrere Blut⸗ puren wahr, die Veranlassung gaben, die Staats⸗ mnwaltschaft aufmertsam zu machen. Im Verfolg er Blutspuren fand man in dem ersten Stock von glut üͤderstromt die Leiche der Frau eines Schuh⸗ nachers Namens Wothe, eine übelbeleumundete Per— on, die sich erst dor einigen Wochen mit ihrem ruheren Zuhaltet verheirathet hat. In einem an⸗ zrenzenden von einem zweiten Schuhmacher, cinn jewissen Herbst, einem erst vor kurzer Zeit un zerbüͤßung einer mehrjährigen Haftstrafe aus zJuchthause entlassenen Individuum bewohn zimmer fand man blutige Kleider und ein blutia⸗ hresser. Da Herbst vier bei Wothe verlehrte be nuthet man, daß er an dem Verbrechen nen st. Derbst und Wothe sind seit heute Fruh 9 chwunden. Der Schlafgenosse von —7 — * Aasobner Nranches won Vier ist einstweilen berba otden. Das ist der Thatbestand, wie er durch Behörde festgestellt wurde. Weitere Anhalts- * fehlen noch, doch vermuthet man einen Zu⸗ enhang mit dem heute Fruh entdedten Ver⸗ chen ankfurt, 30. August. Die durch fast glaͤtter gegangene Nachricht, daß die von der nigl. Staatsregierung für die Ergreifung des cders des Polizeirathes Dr. Rumpff im Betrage 10,000 Mt. ausgesetzte Prämie bereits ver⸗ in worden sei, ist, wie das „Ir. J.“ mittheilt, hegründet. Bis jetzt hat weder eine Vertheilung vramie stattgefunden, noch ist auch nur Be— nmung über 3 Personen der Empfänger und Antheile erfolgt. un a ch ein Feiertag.) Der allgemeine utsche Handwerkertag, welcher in den letzten Tagen Koöͤln beisammen war, hat auch die Frage der ntagsruhe berathen. Bei dieser Gelegenheit scie der wackere Schneidermeister Möller von Frimund aus, wie der Türke als Feiertag den reitag, der Israelit den Samstag, der Christ den onniag habe und nur der „Lump“ den Montag. as „Kasseler Journal“ meint, das sei drastisch er wahr“. Wahr auf jeden Fall! Eben darum at auch das Sprüchwort vom „blauen Montag“: Blauer Montag — dvolle Kröpfe, deere Beutel — tolle Köpfe! oblenz, Eine höchst originelle Erfindung acht gegenwärtig schon ziemlich häufig in unserem ag⸗ und tanzlustigen Rheinlande auf, nämlich ewirkliche Dampfmusik, die man früher wohl erzhaft prophezeite. Aus Wirthshäusern und nmerfrischen ertönen die freundlichen Weisen her Spielwerke besonderer Art, die des theuern erbetriebes nicht mehr bedürfen und dafür billig id mit einer Anzahl Walzen zum Wechsel der elsdien versehen sind. Besonders Abends macht 3 ejinen wirklich freundlichen Eindruck auf emde und Einheimische. Originell ist dabei, daß eselbe Petroleumlampe, die zum Erleuchten des mmers mitwirkt, die treibende dampf⸗ und dadurch usikerzeugende Kraft ist, welche fich unter einem fenen, niedlich kleinen „Heinrici“⸗Motor befindet, x nur die Kraft von Nio Pferd besitzt und darum rade genügt, um mittelst eines Riemens die urbel des Musikwerkes zu drehen. Die gleichzeitig uchtende Lampe, deren Cylinder, die nöthige Hitze zeugt, bedarf pro Stunde, wie uns Wirthe ver⸗ jern, nur etwa 160 Gr. Petroleum, in zehn nnden, also für 40 Pfg. Manche Wirthsfrauen iben Tags über mit dem gleichen Maschinchen t Nähmaschine oder einen Gartenspringbrunnen d sehen Abends die Musik in Gang, die jetzt weniger kostet als die Feder⸗Insirumente, so die Differenz allein schon mehr ausmacht, als rx Motor kostei. Das ganze Dampfmusikwerk it 13 flotten Tänzen, also der volle Ersatz flͤr — soll nur höchstens 400 —500 osten FKoblenz, 29. August. Wegen vorge⸗ tittener Traubenreife werden die Weinberge ir Swrint vom 1. September an für ge⸗ ohen erklärt. Stuttgart, 28. August. Von der atzanwaltschaft in Heilbronn wird auf die Er⸗ uns des Mörders der Rosine Keller von ĩͤüngen ein Preis von 300 Mk. ausgeschrieben, da sn 30 d Unschuld des zweiten Verbaf⸗ ausgestellt hat. Die ärzliche Welt Deutschlands darf sich jetzt be zwei hochgeborene Fürstenkinder zu ihren en zu zählen. Bekanntlich hat sich det 3 medicinas und praktische Arzt Herzog Karl * in Bahern sowohl durch seine wissen⸗ 6 en Arbeiten wie durch seine erfolgreiche Aische Thatigteit, namentuich auf dem Gedbiele Alngenheiltunde, einen wohl renommirten ärzt⸗ n NRamen erworben. Jeht ist auch Prinz Lud⸗ Ferdinand von Bayern, der älteste Sohn des benen Prinzen Adalberr und Kousin des igs Ludwig II, diesem edlen Beispiele gefolgt. pu rits absolvirten medizinischen Studien zum or medieinas promovirt worden und hat sich mphenburg „niedergelassen“ — wie der offi— ß sPundni lautet. Dr. Prinz Ludwig Ferdi⸗ * eht gegenwärtig im 26. Lebensjahre und ist n 2. April 1883 mit der Prinzessin Maria Pai, Infantin von Spanien, vermählt. —x bayerischen Wald, im August. aee Schatz. In Zell soll ein Maurer ruch eines Kamins eine Kassette gefunden aben, welche er mit nach seiner Behausung nahm. zeim Oeffnen hätten sich glänzende runde Kügel— hen, sowie blitzende Steine darin befunden. Die kügelchen habe man den Kindern als „Murmeln“ um Spielen gegeben; aber dem Finder kam doch »er Gedanke, es könnte schade sein, wenn die dugeln von den Kindern verworfen würden, und abe das Ganze nach Deggendorf gebracht. Dort rhielt er, wie der „Waldbote“ berichtet, für seinen Fund sogleich 2000 Mark. Der Schatz soll sich auf eine Million Werth beziffetn, denn die Kugeln ind Sieine seien Perlen und Diamanten. Ers zurch den verhältnißmäßig auffallenden Aufwand. zer bei dem betreffenden Maurer gemacht wurde, ei die Schatzgeschichte entdeckt worden. F Glogau, 29. August. Beim Kugel— uchen auf dem Schießplatze bei Lerchenberg sind ʒ Mann vom S5. posenschen Fußartillerie⸗Regimente chhwer verletzt worden. Der darüber eingegangene Bericht lautet: „Nachdem gestern Nachmittag auf »em Schießplatze bei Lerchenberg das Schießen des Posen'schen FußartillerieRegiments Nr. 5 beendet var, wurden wie üblich Mannschaften zum Kugel⸗ uchen kommandici. Ein Theil dieser Leute stieß habei auf eine nicht krepirte Granate, deren Fort⸗ haffung, wenn man dabei instruktionsmäßig vor⸗ jegangen wäre, Niemanden Schaden gebracht hätte, eider aber ließ einer der Artilleristen alle Vorsicht ius den Augen, er schütte die Pulverladung aus »em Geschoß heraus und setzte erstere durch einen S„chwamm oder eine Cigarre in Brand. Bei ieser gefährlichen Spielerei explodirte die Granate ind brachte 6 Soldaten zum Theil schwere Ver⸗ etzungen bei. Einem derselben ist bereits der rechte horderarm amputirt worden, ein zweiter wurde benfalls an einem Arm schwer verwundet, ein ritter erhielt eine lebensgefährliche Kontusion am interleib und die übrigen Mannschaften werden benfalls langere Zeit an den Folgen der ihnen ugefügten Verwundungen zu leiden haben. F Eine Braut gesucht nach dem Gewicht. Die Angeniertheit in den sog. Heirathsannoncen steigert ich von Tag zu Tag. Unter den ‚„reellen Hei⸗ rathsgesuchen“, die ein Berliner Blatt am 20. ). M. brachte, sigurirte ein recht fettgedrucktes, vorin ein „Direktor eines alten Institutes u. s. w. von angenehmem Aeußern eine hübsche respektable Ddame (auch Wittwe) recht kraftig (Gewicht 75 bis 35 Kilo), aber schöner Figur u. s. w. als Lebens⸗ jefährtin sucht“. Der Betreffende heiratbet also nach dem Gewicht. fFHerrmannsstadt EGiebenbürgen), 27. August. In der Reitschulcantine der großen Ar— illerie-Kaserne kam es gestern Abend zwischen einer Zatrouille der Reservisten des 51. Infant.⸗Regm. ind Zeugshausartilleristen zu einem großen Erxzeß, vobei die Schußwaffen gebraucht wurden. Man pricht von siebzehn Verwundeten und einem Todten. die Stadtbevölkerung ist sehr aufgeregt. FParis, 27. August. Sehr „empfehlens⸗ verth“ ist ein neues Produkt, welches ein Handler von Vaugirard für das Pariser Publikum erfunden jat. Es ist ein „Wein für die Haushaltung“, velcher nicht blos zum Trinken, sondern auch zum seinigen von Kupfergeschirt und Kleidern, zur Tintenbereitung, als Fliegen- und Wanzentod und ur Vergiftung der Ratten dient. Der Prospektus yersichert, dieser Wein sei ganz unschädlich für den⸗ enigen, der ihn trinke, und erfreue, wie kein an⸗ erer Wein, des Menschen Herz. Wohl bekommsl F Die Franzosen, wie sie sich selber chil dern, das ist die sicherste Quelle, aus der nan das nöthige Material zur Erkenntniß des cranzösischen Charalter schöpfen kann. Dieses Mal andelt es sich um die Pariser Bevolkerung, wie ie in der Umgegend von Paris auf dem Lande ebt. Maxime Boucheron erzählt uns in dem Echo de Paris“, dem Blatte Aurelien Scholls, olgende lehrreiche Geschichte: Die Sicherheit der Jariser auf dem Lande fängt an illusorisch zu verden. Bekanntlich haben neulich Einbrecher ver⸗ ucht, das Landhaus des Abgeordneten Guillet in Naison Laffite, wo er mit seiner Familie wohnt, n seiner Abwesenheit nächtlicher Weile zu plündern. die Abwesenheit des Hausherrn muß der Räuber⸗ ande — denn mit solcher haben wir es, wie wir leich sehen werden, wenige Kilometer von Paris uu thun — ebenso wie die Lokalität bekannt ge⸗ vesen sein. Nachdem die Banditen in den Garken ingestiegen waren, haben sie eine Hartnäckigkeit, ine wilde Erbitterung in ihrem Angriffe auf das daus entwickelt. die aller Beschreihung spottet Vier Stunden lang, von 1193 Uhr des Abends bis 3 Uhr des Morgens, haben Madame Guillot und ihr altester Sohn, ein tapferer Junge von 13 Jahren, eine vollständige Belagerung ausge⸗ jalten. fortwährend auf die unermüdlichen Feinde feuernd, während ein junges Kindermädchen halb— odt vor Angst sich mit den vier kleinen, bor Furcht veinenden und schreienden Kindern in einem fest⸗ zerschlossenen Zimmer hielt. Auf ⸗ die herzzerreißen⸗ den Rufe der armen Mutter griff eine Rachbarin nit ihrem Revolver von ihrem Hause aus in das Hefecht ein. Trotzdem 60, sage sechzig in der Ztille der Nacht weithintönende Schüsse abgegeben vurden, trotz des Geschreies der zum Tode ge⸗ ungstigten Frauen zeigte sich nicht ein männliches Wesen der umliegenden Villen. Erst beim an⸗ drechenden Morgen gaben die Räuber ihr Altentat auf die Guillotsche Besitzung auf. Daß keine holizei zur Stelle war, dersieht sich von selbst. — Man kann sicherlich nichts, so schließt Boucheron einen Bericht, gegen den Egoismus und die Feig⸗ jeit der Leute thun, die sich keiner Gefahr aussetzen vollen, um ihres Gleichen zu helfen. Doch muß nan die Straflosigkeit beklagen, die den bei solchen Verbrechen betheiligten Missethätern dank der Sorg⸗ osigleit der vorstädtischen Behörden gesichert scheint. Dieser Akt des „Egoismus und der Feigheit“ ist eine überraschend neue Enthüllung im Charakter des Parisers. Bayhard, hänge Dich! feUeber den Orkan im Golfe von Aden am 2. Juni bringt die „Weser⸗Ztg.“ einen Aus— zug aus den meteorologischen Aufzeichnungen des peutschen Dampfers „Donar“. Nach den Notizen »es Kapitäns war der Sturm einer der furcht⸗ arsten, welchen dieses Schiff jemals überstanden jatte. Nachmittags 6 Uht wehte es entsetzlich; das om Orkan emporgepeitschte Wasser verdunkelte die duft dermaßen, daß ein Ausgud völlig zwecklos var und Luft und See eine ineinanderlaufende zraue Masse bildeten, dichter als der dichteste debel. Von 8-10 Uhr Nachm. wehte der Orkan im stärksten. Der Wind holte für kurze Zeit von O. auf N., ging bis 10 Uhr Nachm. auf ONO., urück und dann langsam weiter bis OSO.. ohne in Starke zu verlieren. Bis gegen 12 Uhr Nachm. eränderte sich die Richtung des Windes nach SO., wobei die Stärke deffelben allmählig ge⸗ inger wurde. Während der ganzen Zeit lief eine ürchterliche wilde See die von allen Seiten über das Schiff hereinbrach und es überfluthete. Grelle Blitze erleuchteten die Luft, doch war kein Donner zu hören, weil das Gebrüll des Orkans alles Andere übertönte. Es war ein Wetter, als wenn dimmel und Erde vergehen wollte. Nachdem etwa zegen 10 Uhr Nachmiltag das Centrum des Ortans assirt war — der niedrigste beobachtete Luftdruck »on 740,2 mm ereignete sich um 9 Uhr Nachm. *nahmen Wind und See allmählig ab, so daß vir um 12 Uhr Nachm. im Stande waren, die Zerstoörungen, welche die fürchterliche See ange⸗ ichtet hatte, zu übersehen und die erüttenen Schäden vieder auszubessern. Hierzu hemerkt die „Weser 3tg.“: „Aus diesem erften verläßlichen Bericht über ziesen Orkan, welcher sicher auch das deutsche driegsschiff „Augusta“ erreicht hat, ergibt sich die janze Gewalt und Zerstörtungsiraft desselben. Die „Augusta“, welche Zeitungsbetichten zufolge Perim nn der Nacht vom J. auf den 2. Juni, also etwa 24 Stunden nach dem „Donar“ passirt haben soll, vird, da sie dem tiefbeladenen Frachtdampfer an S-chnelligkeit doch gewiß bedeutend überlegen war, yen Orkan wahrscheinkich in der Nacht vom 2. nuf den 8. Juni, in einer vielleicht hundert und unfzig Seelmeilen östlich von Perim gelegenen hosition angetroffen haben. Wäre das Kriegs⸗ chiff in demselben entmastet und zugleich des gebrauches seiner Maschine beraubt worden, so würde nan nach dem Orkan zweifellos versucht haben, ach Aden als nächstgelegenen Hafen zurückzukehren. da dieses nicht geschehen ist, läßt allein die Au— ahme noch Hofsnung auf Erhallung des Schiffes u, daß ‚Augustas“ Maschine in dem Ockane war unbrauchbar geworden. ihre Segelfähigkeit iber unbeschädigt geblieben sei, und daß der Kem— nandant im Bertrauen auf letztere den Versuch internommen hat. die Reise under Segel zu voh inden. Ist dieses geschehen, so würde die Reise⸗ »auer zwar auch schon eine ungewöhnlich lange ein. Erwägt man aber, daß nach dem Journale ꝛes „Donar“ auf den Orkan langere Zeit anhal⸗ end schwache Ostwinde folgten, bei denen es einem Zegelschiffe schmer geworden Fain 535 Golf von Aden zu verlassen, und daß später auch die Ueberschreitung des zwischen den beiden Passat⸗ zebieten liegenden Stillengürtels längere Zeit er⸗ jordert haben wird, so scheint zum Aufgeben aller hoffnung noch gar kein Grund vorhanden zu sein.“ F Wie wir den Hiogo News“ vom 9. Juli entnehmen, hat in Osaga Fu (Nipon) Ende Juni eine furchtbare Ueberschwemmung in Folge ununterbrochener Regengüsse stattgefunden, wobei 15,000 (2) Menschen ertrunken sein sollen und ein Schaden von mehr als 10 Millionen Dollars verursacht worden ist. 13 Dörfer nord⸗ östlich der Stadt sind vollständig verschwunden. In einem weiterliegenden Dorfe steht von 500 Häusern nur ein einziges Haus. Die armen Leute flüchteten auf die Bäume und befanden sich dort in Gesellschaft großer Schlangen und Kröten. Auch die Fremden mußten ihr Quartier, die soge⸗ nannte Konzession, verlassen und erhielten allen. nur nöthigen Beistand seitens der japanesischen Be⸗ hörden. Ueberhaupt zeigte sich bei dem gräßlichen Unglück die Mildthätigkeit und Freundlichkeit der Japanesen gegeneinander in schönstem Lichte. (Sonderbarer Vergleich.) Ein amerikanisches Organ bringt folgenden drastischen Bergleich: „Das moderne Staatsleben ist ein Or— zelspiel. Die Minister spielen auf, das Parlament macht den Wind dazu, und die Völker sind die Bälge, die getreten werden.“ Gemeinnütziges. Wird Gurkensalat einige Zeit gesalzen, dum— — behandi so gibt derselbe für die meisten Konsumenten ga aß zu Verdauungsbeschwerden, Aufstoßen, Ragn⸗ drücken und dergleichen. Behandelt man aber die geschnittene Gurke in der Art, daß man fie zubot lt und dann erst mit Salz, Pfeffer und os versetzt. so wird man nicht leicht Magenbeschweten rhalten, und die sammtlichen kühlenden Vestam— heilen der Gurken bleiben in ihren natürlichen Herhaltnissen. was sich beim vorherigen Salzen in Ausdröcken in keiner Weise behaupten läßt. — Wie viel eine Million ist, hat sich mancher noch nicht klar gemacht. Legt man eine Million Fünfmarkscheine aufeinander, so erhält man einen Pack von 250 Fuß, und doch ist dabei angenom nen, daß 100 Fünfmarkscheine nur ein Päckchen »on « Zoll ergeben; 1000 Stück würden 2* Zoll auftragen, 100,000 Stück 25 Fuß. 1.000, 000 Stück 250 Fuß. Aber man nehme an, ein Mensch hätte jede Stunde seines Lebens, von seiner Geburt in, Tag und Nacht gleich durchgerechnet, einen Tbaler zu verzehren, so würde dieser Mensch, wenn er das seltene Alter von 100 Jahren erreichte, be weitem keine Million in dieser langen Zeit ver ˖ zraucht haben, 1 Stunde 1 Thaler, 1 Tag 24 Thaler, 1 Jahr 8760 Thaler. 100 Jahre 876.0900 Thaler. Einem Liebling zleich, der überall Eroberungen macht, findet man heute p ast jeder Familie, bei Arm und Reich, die Aptut ZBrandt's Schweizerpillen, welche durch ihre äußerst ange tehme sichere und unschädliche Wirkung bei Leber ß hallenleiden, Hämorrhoiden etc. alle anderen Mitlel vet⸗ drängt haben. Man fordere in den Apotheken fieis ech⸗ Apotheker Brandt's Schweizerpillen (a Schachtel Mi mit dem weißer Kreuz in rothem Felde und deim Namens zug R. Brandt. Fur die Redaktion verantwortlich: &. xX. Demeß — Urosse Lotterie der Internationalen Ausstellungꝗ von Arbeiten aus édlen. Metallen und Legirungen in NURNBERG. 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Das Blatt koftet vierteljahrlich 14 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 78 4, einschließliv d4 Zuftelungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Gxpedition Auskunft ertheilt, 13 0. Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. F 172. Donnerstag, 3. September 1885. 20. Jahrg. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für den Monat September derden von sämmilichen Postanstalten, den Aus⸗ rͤgern und der Expedition entgegengenommen. a⸗ Politische Uebersicht. ⸗Der deutsche Kronprinz begab sich, wie nes schon früher angekündigt wurde, am Sonntag lbhend nach Regensburg behufs Inspizirung er baherischen Kavallerie; bekanntlich gehört die aherische Armee mit zum Bezirke der 4. Armee⸗ jnspettion, die unter dem deutschen Kronprinzen eht. Der hohe Heer traf am Montag früh in et 8. Stunde, von einer zahlreichen Volksmenge in Bahnhofe lebhaft begrüßt, in Regensburg ein ind nahm in der königlichen Villa Absteigequartier. dach kurzem Aufenthalte fuhr der Kronprinz mitels zxtrazug nach Moosham zur Besichtigung der rsten und zweiten Kavallerie⸗Division; ein Gleiches eschah auch am folgenden Tage; an beiden Tagen hrte er Mittags nach Regensburg zurück. Am Renstag Nachmittag reiste der Kronprinz weiter nach Nurnberg, von wo aus er nach dreistündigem lufenthalte Abends 7 Uhr die Rückreise nach Ber⸗ in antrat. — *Ueber den Stand der deutsch-spanischen interhandlhungen in der Karolinenfrage ist uuch heute etwas Positives noch nicht zu verzeichnen. Indessen koursiren mancherlei Gerüchte, denen zu⸗ olge eine baldige gütliche Beilegung der Streit⸗ ffaire wegen der Karolinen⸗Inseln zu erwarten väre. Eines dieser Gerüchte will wissen. Spanien verde den Vorschlag machen, daß Deutschland zur znischädigung für die Karolinen⸗Inseln die östlich on denselben gelegenen Gilberte und Marschall⸗ Inseln besetzen solle; auf letzteren befinden sich benfallz deutsche Handelsftationen und eine der Narschall ⸗Inseln, Jalnit, ist sogar deutsche Kohlen⸗ sation und Sitz eines deutschen konsularischen Hertreters. Ein anderes Gerücht besagt, der König on Spanien habe einen Brief an den deutschen kronprinzen gerichtet, worin gebeten werde, Se. aiserl. Hoheil möge seine Bemühungen mit denen ꝛes Königs vereinigen, um den Zwischenfall aus xet Welt zu schaffen, damit die guten Beziehungen eider Länder, die er, der König, erhalten zu sehen oünsche, nicht gestört würden. Von einer Geneigt⸗ eit der spanischen Regierung selbst, auf den Vor⸗ hlag eines Schiedsgerichts einzugehen, ist indessen och nichtz bekannt, es erscheinen daher vorläufig le Erörterungen darüber, wer das Schiedsrichter-⸗ umt zwischen Deutschland und Spanien über⸗ ꝛehmen solle, als überflüssig. Uebrigens dauert enseits der Pyrenäen die gereizte Stimmung gegen deutschland, trotz der neuerlichen Beschwichtigungs⸗ ntikel der Madrider offiziösen Blatter, unvermin⸗ ert fort und es werden noch immer die lächerlich⸗ en Demonstrationen gemeldet, wobei nur bedenklich rscheint. daß auch die Armee an diesen antideute⸗ hen Kundgebungen theilnimmt. U. A. ist in yetselben eine Substkription eroöffnet worden, um ime neue Fregatte zu beschaffen; ferner haben die RNfiziere der Garnifon dvon Valencia öffentlich er⸗ lart. sie würden sich nach den Karolinen oder dhilippinen, kurz überall hin begeben, wohin sie ne Ehre Spanien's rufen sollte. ohne eine andere kintlohnung zu begehren, als ihren Sold, dagegen st es schon mehr eine Büberei, wenn im Hippo⸗ rom der Stadi Vigo die deutsche Fahne, welche zott neben den Flaggen aller anderen größeren Nationen aufgehängt worden war, heruntergerissen ind in den Staub getreten worden ist. Falls sich derartige chauvinistische Heldenßücklein noch öfters viederholen, so kann leicht die Sprache Deutschlands der spanischen Regierung gegenüber eine ernstere werden. Deutsches Reich. Regensburg, 1. Sept. Die Feuerwehr, die Turn⸗ und Kriegervereine brachten gestern Abend dem Kronprinzen vor der Königsvilla einen glän⸗ enden Fackelzug dar. Bei der Serenade wirkten ämmtliche Mannergesangvereine mit. Von dem zlänzend beleuchteten Dampfboote aus richtete Dr. derster eine Huldigungsansprache an den Kron⸗ zrinzen. In das Hoch auf den Kronprinzen tinmte die dicht gedrängte Menschenmasse, welche hven ganzen Plazz füllte, begeistert ein. Berlin, 31. August. Einem Telegramm der „K. Zig.“ zufolge haben hervorragende kauf ⸗ nännische Häuser eine Eingabe an das Reichs⸗ anzleramt gerichtet. in welcher sie dieses bitten, ei der spanischen Regierung zu erwirken, daß die Ztadt Madrid den deutschen Inhabern von Com⸗ nunalwerthen und ihren sonstigen Zahlungsver⸗ zindlichkeiten gegen deutsche Unterthanen gerecht verde. Berlin, 1. Sept. Die Konvention deutscher Walzwerke gilt, trotzdem sich einige Werke ablehnend zerhalten, fuͤr gefichert; am 14. September findet ine Generalversammlung in Düsseldorf statt, wo ine die Hauptzweige umfassende Konvention zum Abschluß gelangen soll. Berlin, 1. Sept. Wiener Blättermeldungen gegenüber, wonach die innere Politik Oesterreichs nit der Kaiserentrevue in Kremsier in Zusammen⸗ jang gebracht wird, bezeichnet das „Fremdenblatt“ als selbstverständlich, daß, sowenig Oesterreich sich im innere Verhältnisse Rußlands kümmere, sich nuch dieses um die innere Politik Oesterreichs zu dekümmern habe. Das „Fremdenblatt“ konstatirt, daß in Kremsier von innerer Politik gar keine Rede war. Berlin, 2. Sept. Die „Kolonialpolitische orrespondenz“ schreibt über die deutschen Stationen Ostafrikas, daß die Oftafrika⸗ aische Gesellschaft 4600 Quadratmeilen üppigen, zurchaus gesunden Landesgebiets centraler Lage unter die deutsche Flagge gebracht habe. Der Veriuch mit iner Faktorei und einer ersten landwirthschaftlichen Station Usagara sei gemacht. Die Gesellschaft be⸗ ibsichtigt, die Anlage von zunächst fünf Militär— tationen auf landwirthschaftlicher Grundlage und nit Heranbildung von Negern zu Defensivmann⸗ chaften durch anwesende tüchtige Offiziere und den Betrieb des Plantagenbaues mit einheimischer. oder ssiatischen Arbeitern. Zur Vertheidigung hat Krupp neu konstruirte Geschütze geliefert. Die Stationen 'ollen der Mittelpunkt für die Arbeiten der Gesell⸗ chaft und des Privatkapitals sein, welches sein In⸗ seresse in Ost⸗Afrika zu finden glaubt. Straßburg, 2. Sept. Fürst Hohenlohe ist jeute Morgen mit dem Expreß Orientzug hier an⸗ jelommen und bleibt zwei Tage hier. Heute Abend ist Diner bei dem Staatssekretär Hoffmann. Ausland. Paris, 31. August. Gestern Abend machten, vie der „K. Ztg.“ von hier gemeldet wird, 600 „panier in Bordeaux vor dem spanischen Consulate iine Kundgebung mit spanischen und französischen Fahnen mit der Inschrift: „Hoch lebe Spanien ind die Karolinen, Frankreich und Elsaß⸗Lothringen!“ die Spanier in Paris schickten an Canovas eine elegraphische Depesche, in welcher sie sich „den Hefühlen des Madrider Volkes anschließen, und ich ohne Bedingung in den Dienst des Vaterlandes tellen.“ Madrid, 1. Sept. In Puccerda, Sevilla, Valencia, Saragossa und Barcelona fanden gestern deutschfeindliche Demonstrationen statt; angesichts des ruhigen Verhaltens Deutschlands gewinnt die Meinung Oberhand, daß die spanischen Offiziösen die Bewegung schüren, um die wachsende Opposition gegen das Ministerium abzulenken. — — nud pforelttoe Nachrichten. St. Ingbert, 3. Sept. Das gestern Abend im Oberhauser'schen Saale stattgehabte Konzert des Zapf'schen Vokal⸗Künstler Quar⸗ setis aus Wiesbaden war leider nur sehr schwach hesucht. Die Leistungen des Quartetts waren ganz uusgezeichnet und verdient das Quartett wirklich ein „Muster⸗Quartett“ genannt zu werden. Das Programm umfaßte neun Nummern, Vieder ernsten und heitern Charakters. Mit besonderer Borliebe und Sorgfalt pflegt Herr Zapf mit seinen Sängern das Volkslied, ein Streben, das auch hier die lebhafteste Anerlennung der Zuhdrer fand, was der reiche Applaus bewies, der dem Vortrage der rinzelnen Volkslieder in erhöhtem Maße zu theil wurde. Schade war nur, daß die Lieder nicht von vollbesetzten Hause gehört wurden. *St. Ingbert, 3. Sept. Der Sedan⸗ dag ging hier ziemlich unvermerlt vorüber. Nur zanz wenig Privathäuser und der Viadukt über zie Kaiserstraße waren zur Feier dieses welthistor⸗ ischen Tages beflaggt. *St. Ingbert. Wie wir hören, beabsich⸗ igen die Turnvereine in St. Johann und Saar⸗ brücken am nächsten Sonntag Ausflüge, ersterer wahrscheinlich auf direktem Wege, letzterer über Dudweiler x., nach hier zu machen. — Kaiserslautern, 31. August. Das Ergebniß der Hufbeschlag. Konkurrenz ist folgendes 1. Weihl Jakob (Meister), Kusel, 1. Preis 100 Mark. 2. Herold Jakob (Meister), Därkheim, 2. Preis 60 Mk. 3. Schwarz Heinrich (Meister), daiserslautern, 2. Preis 60 Mkt. 4. Bender dorenz (Meister), Kallstadt, 3. Preis 40 Mi. 5. Bernhard Franz (Meister), Haßloch, 3. Preis 40 Mark. 6. Lotß Jalkob (Geselle), Landau, 4. Preis 20 Ml. 7. Fuchs Theobald, Zweibrücken, 4. ßreis 20 Mk. 8. Wurm Christian (Meister), Fußgönnheim. 4. Preis 20 Mk. — Ehrendiplome rhalten: 89. Huy Valentin (Ges.), St. Alban, 10. Doll Jakob (Ges.), Rutsweiler, 11. Scheib dudwig (Meist.), Großlarlbach, 12. Rothaar Friedt. Meist.), Jagersburg, 13. Pfirrmann Jakob, (Meist.), MNoörzheim, 14. Hößler Daniel, Altstadt, 13. Schwab Friedrich (Ges.), Dammheim, 16. Haas Valentin, Meist), Ransweiler, 17. Knecht Peter, (Ges.), Zweibrücken, 18. Blind Otto (Gef.) Biedershausen, 19. Paul Jakob (Meist.). Edenkoben, 20. Theis Zeinrich Ges.), Otterberg, 21. Roos Heinrich Meist.), Landstuhl, 22. Bechthold Josef (Ges.), ẽdesheim. 23. Kurz Christian (Meist.), Sfeln— wenden, 24. Willens Friedrich (Meist.), Speher, 25. Eugelhard 2. Philipp (Meist.), Kindenheim, 26. Deubig Nikolaus (Meist.), Hochstein. 5 — Kaiserslautern, 1. Sept.“ Der fälzische Herbstsaatgutmarkt hat in der Brauerei Schwarz heute früh dahier begonnen. Der Ver— auf ist ziemlich gut.“ Bis 10 Uhr waren 80 Zentner der verschiedenen Fruchtgattungen abgesetzt. die Anmeldungen betragen für Weizen 772,80 Zentner (9 Mark bis12 Mark), Roggen 1802 Zentner (8 Mark bis 50 Pfg. bis 11 Mark 50 pfg.) Gerste 25 Zentner, (10 Mark) und Spelz 23 Zentner (7 bis 9 Mark). Die Ausstellung ist von Morgens 8 bis 12 und Nachmittags 2 zis 6 Uhr geöffnet. g. — Prinz Luitpold. von Bahern, General⸗ Inspekteur der Armee, trifft. am Morgen des 13. September in Kaiserslautern ein. Derselbe wird am 14. und 15. September den Feldmanö— vern der 4. Divisionin zwei Abtheilungen gegen »inander) zwischen Hirschhorn, Waldmohr und fOllerberg und am 16. September denjenigen bei Fukenbach (ganze Division gegen einen markirten Feind) beiwohnen. — Die diesjährige Uebungsreise des General⸗ tabs des k. b. Ii. Armeekorps wird unter Leitung des Generalstabschefs, Herrn Obersten von Staudt, „on Dürkheim aus in der Zeit vom 17. bis ein⸗ cchließlich 30. September innerhalb der Bezirks⸗ imter Reustadt, Frankenthal, Kirchheimbolanden ind Kaiserslautern stattsindenn. — Von den Manövern. J. Die Detache⸗ nenisübungen der 7. Brigade unter Leitung des Herrn Generalmajors Ritter von Angstwurm, finden der Zeit vom 4. bis inkl. 8. Septbr. zwischen Wolfstein und Rockenhausen statt. Innerhalb Sieser Zeit finden 3 Vorposten-Vivouaks statt und war: 1) vom 3. zum 4. September, 2) vom 4. sum 5., 8) vom 7. zum 8. September. II. Die Detachemenisübungen der 8. Brigade, unter Leit- ung des Herrn Generalmajors Eppler, finden in der Zeit vom 8. bis inkl. 8. September auf dem Terrain zwischen Zweibrücken und Landstuhl statt. Während dieser Detachemeutsübungen finden eben⸗ falls 3 Vorposten-Vivouaks statt und zwar: 1) ‚om 3. zum 4. September, 2) vom 4. zum 5., 3) vom 7. zum 8. Sept. III. Die Feldmanöver der 4. Dinifion finden in der Zeit vom 10. bis inkl. 16. September in dem Terrain nördlich von Kaiserslautern, bezw. Landstuhl, statt. Vom 10. bis inkl. 15. September manbviren zwei Brigaden gegeneinander. Die Vorposten bivouktiren vom 9. sum 10. September, vom 10. bis 11., vom 11. um 12., vom 14. bis 15. September. Den —Schluß der Manöver bildet das am 16. September tattfindende Feldmanöver der ganzen 4. Division zegen einen markirten Gegner bei Miesenbach, wo⸗ Fei der Gegner vom 2.Jägerbataillon markirt vird. — Am gleichen Tage irifft das 18. Inf. Reg. und am folgenden Tage wreffen die übrigen Abtheilungen wieder in ihren Garnifonen ein. — Speyer, 30. August. Der Kreisaus- schuß des Bayerischen Frauenvereins hat eines einer tüchtigsten Mitglieder verloren. “*Premier⸗ ieutenant a. D. Riegler ist ausgeschieden und zieht ius Anlaß seiner Verheirathung nach Weyher. An derrn Riegler's Stelle hat Herr Professor Güm⸗ del dahier das Sekretarigt des pfälz. Frauenvereins übernommen. Berlin, 1. Sept. Zwischen Gnesen un— posen,,‚etwa 12 Kilometer vor letztgenannter Station. in, der Höhe des kleinen Fleckens Robe— int, ist bergangene Nacht der Warschau⸗Berliner durierzug in Folge Radreifenbruchs an einem Per— onenwagen entgleist. Dieser sowie der ihm folgende Wagen wurden umgestürzt. Der erstere fing neben hei Feuer. Vier in diesem Wagen beiindliche Damen wurden schwer verletzt, ein Schaffner, der als Bremser im Thurm fuhr, aus diesem herab— geschleudert, so daß er einen Beinbruch erlitt. Die ßassagiere trafen, statt um 5 Uhr 48 Min früh erst umm 12 Uhr Mittags. auf denm Bahnhof Frick richstraße hier ein. Eine Felsensprengung. Ein Steinmetzmeister in St. Veit im Kärnten hat dieser Tage in einem Steinbruche für feine Werke eine große Felsensprengung vornehmen lassen. Ein halbes Jahr lang wurde an der Herstellung des 26 Meter angen Bohrkanals gearbeitet; das Innere desselben vurde der ganzen Längen nach mit einem wasser dichten Sacke ausgekleidet und, mit 22 Meterzent:— er Sprengpulver gefüllt. Dje Seitenstollen vurden hierauf mit Zement sorgfältig vermauert. Die Entzündung geschahr auf-elektrischem Wege. Roch bevor der Knall des Sprengschusses vernom— nen wurde, begann die kolossale Felswand zu panken, dann hörte man das dumpfe donnerähn⸗ iche Grollen des Schusses, der Boden vihirirte und die Wand stürzte nieder. Ueber ihr loderte die reigewordene Pulbermasse als mächtige Feuersäule joch über dem Berge, der einem Vulkan ähnlich ah.. Nachdem sich die Pulverwolken verzogen, bot ich den Zuschauern das Sprengungsresultat. Rie— ige Felsblöcke, bei 6000 Kubikmeter, darunter Blöcke von 400 Kubikmetern Masse, waren herab⸗ zestürzt. Das Materidl soll zu Monumentalbauten Zerarbeitet werden. Die Sprengung hatte einen Zostenaufwand von mehr als 3000 fl. erfordert. Das seltene und interessante Schauspiel hatte ein ahlreiches Publikum aus der Stadt und Umgebunag herbeigelock.. — Aus Neapel wird dem „Diritto“ gemeldet, zaß in Trivio (Provinz Caserta) die Cholera aus— Jebrochen sei, nachdem im Laufe der letzten zwei Wochen bereits einige verdächtige Fälle beobachtet vorden waren.“ Zwei Todesfälle seien konstatiert xür die Redatlran verantwortlich· F. X. Demeß Kautschuckstempel Vermischtes. F Gersweiler, 30. August. Das Einstürzen der Häuser, schreibt die „St. Joh. Ztg.“, scheint an der Tagesordnung zu sein. In vergangener Racht brach hier in einem einstöckigen Hause das janze Dachwerk nebst den Giebelspitzen zusammen. Da Niemand auf dem Speicher schlief, so kamen die Einwohner des Hauses mit dem Schrecken da— von. Der Hausvater, ein Hüttenarbeiter, war auf einer Arbeit. Frau und Kinder waren also allein u Hause. V—— 7 Würzburg, 28. August. Unglaublich iber wahr ist die Thatsache, daß ein in der Sem- nelstraße wohnender Bäcker während der sogen. Zwiebelkuchenkirchweih am vorigen Sonntag und Montag nahezu sieben Zentner Zwiebeln zum Auf⸗ treuen auf die Kuchen verbrauchte. (Welche Ströme von Thränen müssen beim Aufschneiden dieser Zwiebeln geflossen sein!!) F Wasserburg, 29. August. Die Unter⸗ uchung wegen der Brandstiftung nimmt größeren Umfang an. Bereits sind 46 Personen dem Ver⸗ hör unterzogen worden. Bei einem Bräuer, der beim Brande es unterlassen hatte, den Löschmann— schaften Bier unentgeltlich zu verabreichen, wurde in den letzten Tagen ein Brandbrief gelegt. Ziehung nächste Woche, donnerstag den 10. Septbr. Einem verehrlichen Publilum von hier und Umdeqend. die ergebene Mitthei— uung, daß ich unter'm heutigen Dato meine — —AA rus der Kohlenstraße an die Hauptstraße in das Haus des Herrn Johanne Schmitt vis à vis zur Post verlegt habe. J Auch bei meinem neuen Unternehmen werde ich nicht versäumen, dem Wunsch meiner berehrlichen Kunden gerecht zu werden. Mit Achtung GõOHn COIIiSiC. * Ameri aller Art, in guter Ausführung, fiefert billigst B. SCHIoss, Saar- rrücken, Neugeländstr. 3. Ebenso liefere chöne Siegelmarken (Patkelver⸗ chlüsse) zu billigen Preisen. —— — — — II fur die Wittwen und Waison les bayerisohen Voterapen-, Xrioger- und Kampfgenossen -Bundes. 14255 Geldgewinne im Betrage von 125000 Mark. 1 Haupttreffer zu Mk. 24000. 3 53 156000 2 4 53000 2 Gewinne a,3000. . 12000. 100. x J 210090. 5 a 500 10 * 2 2090 503 1100. 10011 2 50. 175 an, 20. 400 7 3 10. 18500 43 3. Ziehung unwiderruflich in Manchen ant 10. September 1885. — Loose à 1 Mark. — Zzu haben bei allen bekannten Ver⸗ saufsstellen und zu beziehen durch Alb. stoesl, Generalagentur in Munehon sowie d. Jal. foldschmit, Haupt- Z.. Sontar, Indvigahafen und in St, Ingbert beiJ Weirich u. Frz. Woll. 91 Zur Anfertigung ron hilligen u. gauberen aller in Buchdruck und Litho⸗ graphie vorkommenden —— hren von Autwerpen jeden Samstaa direct nas cew-York u. Philadelphia. Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere alle Klassen. Deuische Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Wegen Passage und näherer Auskunft wende man sich an IISMmABM TAV“, St. Ingbert. Vostdampfer der — 171 Druckarbeiten Am billigsten und zweckmäßigsten beiorat die alteite Annoncen-Erpedition empfiehlt sich dio Buch- unc Steindruckerei F. X. Domota Vorlag ãosst. Tugborter Anzoiger) 8t. Ingbert. Haasenstein & Voglor, Mannheim. 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Jugherter Amzriger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit um,aim glatt und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L 75 , einschließli ( AZustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 8, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. X 17858. Samstag, 5. September75. 1 20. Jahrg. nin Deutsches Reich. München, 2. Sept. Se. Maj. der König st heute früh vom Schachen zu einem— mehr⸗ agigen Aufenthalt auf Schloß Berg eingetroffen. Der kgl. bayerische Geschäftsträger, in Paris, Baron v. Reither, traf gestern Abend mit Ge— nahlin hier ein und nahm im Hotel „Bellevue“ Wohnung. — Der Kriegsminister v. Heinleth st heute Vormittag von den Manönern bei Regens— zurg wieder hier eingetroffen. 76 München, 31. August. Der Landtag vird sicherem Vernehmen nach auf Montag, den 8. Sept. einberufen werden. WV Regensburg, 2. Sept. Der deutsche kronprinz, besichtigte gestern unter Führung des Domkapitulars Jakob und des Bauamtmanns Ziegler den Dom und mit Archivrath Dr. Will und Registrator Schratz die Pforte Prätoria und nahm dann vom historischen Verein eine Photo⸗ graphie des alten Baudenkmals entgegen. Abends reiste der Prinz, von lebhaften Zurufen begleitet, vieder nach dem Norden ab. 48 Berlin, 2. Sept. Die Parade des tardekorps vor dem Kaiser auf dem Tempel- jofer Felde ist bei prachtvollem Wetter glänzend verlaufen. Die Truppen, in zwei Treffen (Infan⸗ ierie im ersten, Kavallerie, Artillerie, Train im weiten,) aufgestellt, wurden von General v. Papa ommandiert. Der Kaiser, von General Lehndorf vegleitet, gefolgt von der Kaiserin im Sechsspänner, dem Kronprinzen, Großfürst Michael, dem Erbgroß⸗ jerzog von Weimar, dem Prinzen Arnulf von hayern und den fremden Militärbevollmächtigten, uhr zunächst die Front beider Treffen entlang und ieß dann sämmtliche Truppen in zweimaligem Vor⸗ beimarsch vorüberdefilieren. Die persische außer⸗ otdentliche Gesandtschaft, der türkische Botschafter uind Minister Puttkamer wohnten der Parade in der Nähe des Kaisers bei. Die Kaiserin, der Kron⸗ xxinz und Prinz Wilhelm, welcher die Fahnen⸗ ompanie bei dem Hin⸗ und Rückmarsche führte, vutden von den Menschenmassen mit enthusiastischen hoch⸗ und Hurrahrufen begrüßt. Der Jubel, wo⸗ mit die Menschenmassen in den Straßen, aus Fen⸗ ttern und von Balkonen den Kaiser bei der Hin⸗ und Herfahrt empfingen, spottet jeder Beschreibung. Seitwärts vom Paradefelde wurden während der Parade von einem Ballon captiy aus Beobacht⸗ angen vorgenommen. Berlin, 3. Sepi. Der Volkszählung wegen ällt am 1. Dezember der Unterricht in allen Schulen aus. Der Kultusminister erwattet, daß die Lehrer am Zählgeschäft sich betheiligen, dagegen ollen die Schuler nicht herangezogen werden. Berlin, 3. Sept. Nach Pariser Mittheil- ingen dauern die deuischfeindlichen Kundgebungen n Spanien forh; besonders scheinen die Republi⸗ aner ihre Hoffnuͤngen auf Serrano zu lkonzentiren. Demnachst werden die die Karolinen- jrage beruhrenden diplomatischen Aktenstücke von ZSeiten der deutschen Regierung veröffentlicht werden, . z., wie es scheint, abweichend von dem bisher anegehaltenen Usus, schon vor dem Zusammentritt ꝛes Reichstags. Es wird sich aus denselben un⸗ weifelhaft ergeben, daß die deutsche Politik mit ꝛer gleichen Vorsicht und beinahe ängstlichen Scho⸗ ung fremder Rechte, die sie in Betreff Samoas, den- Guineas, Westafrilas bewiesen hat auch hin ichtlich der arolinen vorgegangen ist. Auch wer⸗ den wir aus denselben wohl Näheres über die Wischen der deufschen und enalischen Regierung getroffenen Abmachungen in Betreff der Südsee- inseln erfahren, Abmachungen, welche mit Bezug auf die gegenwärtige deutsch-spanische Frage von zanz besonderer Bedeutung sein dürften, da sie den Spaniern beweisen, daß das Vorgehen der deutschen Regierung nicht etwa ein einseitiges ist, sondern in vollem Einverständniß mit der englischen Regierung sich befindet. Uebrigens wird noch gemeldet, daß Spanien auch hei England versucht habe, seine be— kannte Stellung zu rechtfertigen.“ Es soll indessen von London aus betoni worden sein, daß die eng⸗ lische Regierung unverrückt an dem vor 10 Jahren in Uebereinstimmung mit Deutschland einge— nommenen Standpunkt festhalte, wonach jene Ansprüche Spaniens einfach zurückgewiesen wären. Berlin, 3. Sept. Die „Norddeutsche Allg Ztg.“ dementirt kategorisch die Mittheilung über die Absicht Rumäniens, in Berlin eine Anleihe von 155 Millionen im Hinblick auf die Eventu⸗ alität kriegerischer Verwickelungen im Orient auf⸗ zunehmen. Straßburg, 81. August. Das „Els. Journal? erfährt, daß der Amisantritt des Fürsten von Hohenlohe als Statthalter von Elsaß— Lothringen auf den 1. Oktober festgesetzt ist. Der Statthalter wird zu dieser Zeit einen Urlaub von etwa zwei Wochen nehmen und somit nicht vor dem 15. Oktober seine neue Stellung antreten. Ausssland. Madrid, 3. Sept. Die im „Figaro“ ent⸗ haltene Veröffentlichung über die Ansicht Cano⸗ pa's bezüglich der Reise des Königs nach Deutsch⸗ land im Jahre 1883, ist, wie die gesammte Hal—⸗ ung der französischen Presse in der jetzigen Frage zeweist, von dem Wunsche geleitet, die Beziehungen wischen Spanien und Deutschland zu tompliziren. Man hofft hier, daß Deutschland diese Tendenz richtig würdigen werde. Kein hiesiget Blatt erhielt, wie zuverlässig behauptet werden kann igendwelche offizielle Anregung, die Rüchsichten zegen Deutschland außer Acht zu lassen. Die Re— zierung zählte stets auf die versöhnlichen und freund⸗ schaftlichen Gesinnungen der deutschen Regierung und der deutschen Nation.Die Regietung ver⸗ hinderte Straßenercesse durch vorbeugende Maß⸗ regeln; sie mißbilligt ebenso die Excesse der Presse obgleich sie dieselben mit den bestehenden Gesetzen nicht zu verbindern verme— Lokale und vflzische Nachrichten. * St. Ingbert, 4. Sept. Unter der Be— jatzung des vermuthlich verunglückten deut— schen Kriegsschiffes „Augusta“. befindet sich auch in Kind unserer Stadt' namens Adolf Pan-— zerbieter, Sohn des früher dahier wohnhaft gewesenen Kaufmannes Fritz Panzerbieter. — Ein anderer St. Ingberter, namens Karl Thum, dient auf der Fregatte „Gneisenau“, die wie be— kannt, dem vor Zanzibar stationierten deutschen Beschwader angehört. — Ein pfaälzischer Gerichtsvollzieher⸗ Kandidat hatte vorschriftsmäßig die Lateinschule absolvirt und das rheinpfälzische Gerichtsboten⸗ examen bestanden, war bereits Verweser einer Huis—⸗ stelle in der Pfalz, 31 Jahre alt, verheirathrt und Vater eines Kindes. Von jeher schon von einem gewissen wissenschaftlichen Drange erfüllt, bezog er duf einmal 1869 mit Frau und Kind troz heftigen Protestes der ihm Näherstehenden die Universitä' Frlangen und erhielt mit Mühe, nachdem ihm das Gewagte seines Vorhabens allenthalben zu bedenken gegeben worden war, Zulassung als Hospitant zu den Vorlesungen. Er warf sich auf's Studium der philosophischen und medizinischen Disziplinen und genoß nebenbei Unterricht im Latein und Griechischen. In Jahresfrist, nachdem sich das Ministerium mit knapper Noth dazu verstanden, machte er die Prüfung mit und errang sich sogar mit guter Note das Absolutorium. Was aber das Merkwürdigste ist, nach drei weiteren Jahren hatte er auch sein medizinisches Fach vollständig absolvirt, hatte in Erlangen promovirt und befindet sich seit 1874 als vielbeschäftigter Arzt in Rheinhessen. — Die Kreisversammlung des landwirihschaft⸗ lichen Vereins der Pfalz findet am 19. September in Pirmasens statt. Als Verhandlungsgegen— tände wurden bestimmt: 1) Ein Bericht des Vor— tandes der landwirthschaftlichen Kreisversuchsstation, Dr. Halenke, über künstliche Dünger, event. auch über Kraftfuttermittel. 2) Bericht des kgl. Kreis thierarztes Groß über: Die für den Westrich geeignete Rindviehzucht mit besonderer Rücksicht auf den Be⸗ zirk Pirmasens. — Auf ein Gesuch des Bezirks⸗ komites Germersheim um ein Stipendium zum Be— juche der Obst- und Weinbauschule in Kicchheim⸗ bolanden wurden vom Kreiskomite 100 M. be— willigt unter der Bedinguung, daß der Stipendiat sich verpflichtet, nach Verlassen der Obst- und Wein—⸗ bauschule fünf Jahr in der Pfalz praktisch thätig zu sein. Die Münchener „N. NM.“ bringen folgende Mittheilung, welche in den interessirien Kreisen tiefen Kummer verursachen wird; Die Lieb⸗ haber eines guten „Stoffes“ werden mit Betrübniß die Kunde vernehmen, daß im Provinzial-Kapitel des Franziskaner Ordens in Bayern auf Antrag des General⸗Definitors der Beschiuß gefaßt wurde, saͤmmtliche Bräuhäuser in den Franziskaner⸗Klöstern aufzuheben. Diese Nachricht wird namentlich die Patrioten“ tief erschüttern, denn aus ihrer Zahl rekrutiren sich ja zumeist die Stammgäste der Kloster⸗ dräuftübeln, in denen gar manchmal der Schlachten⸗ plan für die bevorstehenden Wahlen gemacht wurde. An manchen Orten, wie in Tolz, gaben sie im Kloster förmliche Gesellschaftsabende, zu denen nur die konstatirte Abgabe eines schwarzen Zettels bei der letzten Wahl den Eintritt verschaffte. Die kloͤsterliche Stille dücfte allerdings durch den obiden Beschluß gefördert werden — Pirmasens, 2. Sept. Wie bedeutend sich in hiesiger Stadt die Industrie der Schuhfa— brikation entfaltet hat, dürfte daraus zu ersehen sein, daß sich ca. 40 Schuhfabriken hier befinden. Das hierzu nöthige Leder bereiten 18 Gerbereien, welche den Bedarf an Gerbstoff von 2 Ouebracho⸗ Mühlen beziehen. Für die Schuhfabriken selbsi arbeiten zu Hause 860 Personen, welche hier wohnen und wöchentlich ihre Ablieferung machen. In den Fabriken sind Aber 2000 Leute beschäftigt. und alle werden sie gut bezahlt — Rheinzabern, 1. Sept. Die „Sp. Ztg.“ schreibt: Wir wollen nicht verfehlen, zu Nut und Frommen der leidenden Menschheit fol- gendes probate Mittel gegen Rheumatismus mitzu— theilen: Den leidenden Theil in der Nähe des geheizten Ofens mit Petroleum eingerieben, und zwar tüchtig, verscheucht sofort alle Schmerzen. „Probatum dste“ nach. Mittheilung des Herrn Malafabrikanten Schwarz dahier. — Der Wurstmarkt in Dürkheim « wird am 27.. 28. und 29. Sept. abgehalten. — Ludwigshafen, 2. Sept. Auf der Spitze des Kleterbaumes auf dem Turnplatz Hems· jof prangte heute Morgen an einer Stange befestigt ine rothe Fahne, die in vergangener Nacht dorthin geschafft wurde. Dieselbe trug auf einer Seite mit jroßer Schrift und weißer Farbe die Inschrift: Hoch Sozialdemokratie“, auf der anderen Seite Hoch Sozialstaat“. Die Polizei hat diese Fahne erabgenommen und beschlagnahmt. (G..A.) Die Eisenbahmen haben neuerdings die Benutzung der Rückfahrkarten für die Rückfahrt von eiten anderer Personen als des urs prünglichen Fahrgastes untersagt. und die Frage, ob sie rechtlich ʒazu befugt seien, ist Gegenstand richterlicher Ent⸗ cheidung geworden. Das Gericht hatte in zwei Instanzen die Benutzung der Rückfahrkarten als Zeirug erklärt und die betreffenden Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. In der Re⸗ bisions⸗Instanz wurde jedoch das Urtheil aufgehoben. Die Veriheidigung führte aus, daß eine bloße In⸗ ttrultion der Vahnverwaltung der gekauften Rück⸗ jahrkarte ihr Wesen als Inhaberpapier nicht rauben sönne; jeder Inhaber habe das Recht, dasselbe zu derkaufen, und der Erwerber einen zivilrechtlichen Anspruch auf Beförderung. Der berühmte Jurist Ihering tritt dieser Auffafsung vollkommen bei. Aus seiner eingehenden, sachgemäßen Ausführung vollen wir nur folgende Sätze hervorheben, da ein veileres Eingehen auf dieselbe uns zu weit führen vdürde. Ein Inhaberpapier, daß es nur in gewissen Richtungen sein soll, in andern nicht, ist eine oon- adictio in adjecto. Hält die Eisenbahnverwalt⸗ ung es einmal aus guten Gründen für angemessen, tait der Personenbillets, wie fie hei der Post allgemein aͤblich sind, Inhaberbillets auszugeben, so kann sie das daran für den Erwerber sich knüpfende Recht aicht willkürlich wieder beschränken. Es ist eine schnöde Mißachtung des Rechts, wenn einem Fahr⸗ Jast, der ein Retourbillet vorweist, die Benutzung besselben für die Rüdfahrt aus dem Grunde ver⸗ agt wird. weil er dasselbe von einem andern er⸗ tanden hat. Rechtlich war er dazu vollkommen defugt, sein Recht ist das nämliche wie das des arsprünglichen Erwerbers, und wie dieser wegen grundlos verweigerter Mitfahrt die actio injuriarum hat, ebenso er. Ihering führt dann weiter aus, baß auch ein entsprechender Vermerk auf der Fahr⸗ jarle die Sache nicht anders gestalten könne. Denn das objektive Recht setzt der Autonomie der Par⸗ scien Grenzen. Neben solchen Bestimmungen. welche sie durch Vertrag ausschließen koönnen, gibt es auch solche, welche das Recht mit gewissem Vorbedacht. um der Ausnutzung der Abhängigkeit, der Nothlage der einen Partei durch die andere, der kontralllichen Erpressung. loönnte man sagen. vorzubeugen, zu absoluten Rormen des Vertrags erhoben hat. Es steht den Parteien frei, den Vertrag abzuschließen oder nicht, aber wollen sie g inmal, so muß es in dieser Gestalt geschehen. Es sind dies Bestimmungen, welche das Gesetz sozusagen im oͤbervormundschaftlichen Interesse für den Verkehr erlassen hat, um fich des Schwachen gegen den UÜebermächtigen anzunehmen, und gerade im Eisenbahnverlehr ist bei dem ungeheueren Lebergewicht, welches die Verwaltung über die Privaten hat, diese obervormundschaftliche Fürsorge der Gesetzgebung mehr als irgendwo als erforder⸗ lich angezeigt. Eine Beschränkung, wie die Eisen⸗ zahnberwaltung fie dem Kaufer einer Rückfahrts⸗ jarle aufzuerlegen versucht, verträgt sich einfach anicht mit dem Wesen eines Inhaberpapiers, fie viberspricht der Bestimmung, die dasselbe hat und jaben soll. Der Wille der Parteien kann ein stechtsinstitut nicht zu etwas Anderem machen, als was es einmal ist; wer ein Inhaberpapier aus⸗ zibt, muß sich die Folgen. die mit demselben ver⸗ zunden sind, gefallen lassen. Etwas Gegentheiliges nn allerdings auf dem Wege der Gesetzgebung ꝛingeführt werden, und es ist zu erwarten, daß die cisenbahnverwaltungen, wenn fie fich überzeugen, daß fie auf dem bisher eingeschlagenen Wege ihren Zwed nicht erreichen, es an Versuchen in dieser Richtung nicht werden fehlen lassen. 4 Durch einen vor etwas über Jahresfrist er⸗ zangenen kaiserlichen Erlaß soll den Mitkampfern zer Feldzüge von 1870 und 1871, welche eine nnere Koͤrperbeschadigung erlitten haben. also nicht „erwundet oder äußerlich verletzt find, erforderlichen⸗ —XVV — den kaiserlichen Herfügungsmitteln zu Huͤlfe gelommen werden. ob· Vermischte⸗ wohl sie die Frist zur Geltendmachung ihrer An⸗ iprüche haben verstreichen lassen. Darnach können, vie in Erinnerung zu bringen ist, auch alle die in kede stehenden Mannschaften, welche nach dem 20. Mai 1875 Invalidenansprüche erhoben haben, nit diesen aber abgewiesen find, nachträglich ein juterstützungsgesuch einreichen. Dasselbe nimmt er Bezirksfeldwebel auch in einer Verhandlung zuf, und es sind zur Begründung die Militärpa⸗ iere, die früher erhaltenen Bescheide und das Zeugniß über den Besitz der Kriegsdenkmünze für dämpfer vorzulegen. 'Forbach, 31. August. Letzte Woche fand, vie man der „Lothr. Ztg.“ berichtet, unter einem Theile der Kleinrosselner Steinkohlengruben ⸗Arbeiter in eigenthümlicher Streil statt. Man weiß nicht jenau, von wannen dieser Wind weht. Angeblich oll eine Sybilla von Altglashütte ein Grudenun⸗ lück zu Camphausen und Dudweiler laͤngere Zeit jorhergesagt und in neuester Zeit nun auch ein Unglück prophezeit haben, das am dergangenen dienstag oder Mittwoch in der Kleinrosselner Grube atle ftattfinden sollen. Viele Bergleute von For⸗ ach, Ludweiler und Rosseln ließen sich, wie man ehauptet, durch diese Prophezeiung abhalten, ihre zchicht anzutreien, so daß für dieselben ein bedeu⸗ ender Gesammtlohnausfall zu verzeichnen ist. Die —XV—— denn iicht der geringste Unfall ist zu beklagen. Ein Verlierer gesucht! Die Polizei-⸗ direttion zu Straßburg i. E. forscht gegen⸗ värtig nach dem Aufenthalte eines Direktors G. hünther, um demselben ein in einem dortigen dotel zurückgelassenes Portefeuille mit 1500 Mark u behändigen. Aus dem Fremdenbuche des dort im Pariserstaden belegenen Hotels geht hervor, daß d. im Jahre 1836 geboren, in Berlin heimaths⸗ erechtigt, aus Karlsruhe kommend, vom 16. bis 18. Juni d. J. dort logirt hat und angeblich nach ʒreiburg in Baden abgereist ist. Trier, 2. Sept. Im Bureau der Firma zack Söhne hierselbst hat in diesen Tagen ein selt⸗ amer Vorfall statigefunden. Von Donnerstag dachmittag an bis Montag hoͤrte man von Zeit u Zeit in der Ofenroͤhre, die in der geraden kichiung in den Schornstein führt, ein leises Ge⸗ äusch, welches herabfallendem Ruß zugeschrieben purde. Schließlich vernahm man aber über dem —chieber die Bewegung eines lebenden Wesens. Als hierauf der Schieber und die am untern Ende er Roͤhre befindliche Büchse weggenommen wurden, iel — eine fast ganz verhungerte Taube heraus, velche nach sorgfältiger Reinigung sich bald wieder rhoit/hat. Bei näherer Untersuchung sah man, zaß sich an ihrem linken Beine ein anscheinend ilberner Ring befindet, auf welchem die Jahres⸗ ahl 1885 und die Nummer 128 gravirt find. diese Taube, aschgrau, ist so vertraulich, daß fie hrem Verpfleger das Futier aus der Hand nimmt. HNan muß annehmen, daß sie ihrem Eigenthümer der vielmehr ihrer Eigenthümerin entflogen und — wahrscheinlich von einem Raubvogel verfolgt — in ben Schornstein flüchtete, durch welchen zerab sie in die Ofenröhre gefallen itt. 7 Zu den Mainzer Morden. Wie zie „N. B. L⸗Ztg.“ in Erfahrung bringt, wurde on der Mannheimer Kriminalschußmannschaft ein Mann ermittelt, welcher Augenzeuge eines der Morde gewesen sein soll. Derselde wurde in Ver⸗ jaftung genommen und an die Mainzer Staats-⸗ mwaltschaft abgeliefert. Mainz, 1. Sept. Auf dem Bureau der ztaatsanwaltschaft hat sich gestern Nachmittag ein ier fremder, dem Arbeiterstand angehöriger Mann ingestellt und erklärt, er si Mitwisser und vehilfe bei den Mordthaten. Er habe, sagt er, herbst am Abend im Wirthshaus getroffen und ei von demselben in den Plan eingeweiht worden. dierauf habe er während der That und bei dem herbringen der Leiche nach dem Rhein den Auf—⸗ vasser gemacht. Die ganze Persoͤnlichkeit, wie auch die Aussage des Betreffenden ließen unschwer er⸗ iennen, daß man es mit einent Geisteskranken zu hun hatte und es wurde derselbe einflweilen in em Spital untergebracht. Zwei in der Nacht auf inem Floß in Kastel als sehr verdächtig verhaftete Zurschen wurden alsbald wieder freigelassen, da sie hr Alibi in bestimmtester Form nachweisen konnten. da von Wothe immer noch keinerlei Spur gefun⸗ en ist, nimmt man jetzt allgemein an, daß die efundene Leiche mit ihm indentisch ist und daß derbit beide Morde ausgeführt hat. Zu den Mainzer Morden. Dem Zecnehmen nach hat die Staatsanwaltschaft einen Taucher engagiert, um von demselben das Rhein— zett von Laubenheim abwärts nach den fehlenden krtremitäten absuchen zu lassen. In Laubenheim vird nach einem Mädchen recherchiert, welches während Herbst in Laubenheim war, mehrmais nach diesem gefragt haben soll. * Man schreibt dem Frankf. Journ. aus ßadenBaden: Der frühere Arrangeur und reiter der hiesigen Feste und Rennen. Herr André, zründete in gegenwärtiger Saison mit Erlaubniß — velcher jedenfalls ohne Wissen der Polizei »der des Staates hauptsächlich dem Spiel⸗ „astex fröhnt. Allnächtlich werden jetzt dort un⸗ geheure Summen gewonnen und verloren. Ez jedeutet dieses Tripot den Ruin von Baden⸗Baden; zurch die Thätigkeit dieses „Cercles“ wird auch das Zustandekommen der nächftjährigen Rennen und Feste in Frage gestellt, da in Folge der kursitenden HZerüchte uͤber diese Spielhölle das Direktorium des Iternationalen Klubs, worunter der Prinz Hermann hon Sachsen ⸗Weimar, Graf Festetic, Herzog von damilton und andere hohe Herren sich befinden, —ED zurch werden die Interessen unserer Mitbürger ge— ährdet, da solche immer auf zahlreiche Fremde während der Rennen und Feste rechnen; falls diese nun ausbleiben, wird die Existenz von Baden⸗ Hhaden geradezu in Frage gestellt werden. — Wie ez im „Cercle“ zu Baden⸗Baden zugeht, zeigen 'olgende Beispiele, welche wir aus Gründen der Schicklichkeit und des Anstandes allerdings nicht in hrer drastischen Thatsache wiedergeben konnen. Hei der letzten Réͤunion saß die berüchtigte Miß doward (früher Blumenmädchen, dann Maitresse Herschiedener reicher Personlichkeiten, welche sie sümmt⸗ iich zu Grunde gerichtet, in einer nicht gut be⸗ chriebenen Situation bei einem jungen Franzosen, als die Prinzessin von SolmsBraunfels mit dem Fürsten Bibesco eintrat. Die fürstlichen Damen varen entrüstet über das Gebahren der genannten Miß und zogen fich zurück, nicht ohne zuvor den Direktot, Besitzer genannten .Cercles“, um Auf · lärung zu ersuchen, woraufhin Herr Andtoͤ die xẽrtlärung abgab, daß Miß Howard und der junge Tavalier ein „soeben verheirathetes Ehepaar“ sei, welches in den ersten Tagen der Flitterwochen sich hefande. — Am Montage wurden im „LCercke nartirte Spiellarten entdecht; darauf begab sich derr Androͤ persönlich zu einem russischen Cabalier, Hraf d. S., in das Viktoria⸗Hotel. beschuldigte zen Russen, welcher lezthin 55, 000 Mk. gewonnen zatte, die Karten in den ‚Cercle“ geschmuggelt zu Jjaben und rieth ihm, sofort abzureisen. Der Russe rklärte hierauf, die Karten nicht zu kennen. und vandie fich — wahrscheinlich behufs Beschwerde. uhrung an den eussischen Konsul. Es wird ziese Affaire daher wohl noch vor den Gerichtshof selangen. — Aus diesen zwei Beispielen dürfte jenügend hervorgehen, daß, soll Baden · Baden ernechin unter den anständigen Kurplätzen figu iren, die Schliehung eines derartigen „Cercles die erfte Bedingung ist. p In Waldülders heim (kreis Oppenheim purde am verflossenen Sonntag ein grauenhaftes Berbrechen veruͤbt, das auf religiodsen Fanatiomus urückzuführen ist. Eine aus 7 Personen bestehende, her Mennonitengemeinde angehörende Fawilie. Stallmann mit Namen, hat nämlich in einem ihret Angehörigen, einem Madchen von 24 Jahren, Teufel erblickt und um letzteren auszurotten do Nadchen ermordet und den Leichnahm in hfuhlgrube geworfen. Als fie spater die da ‚erscharren wollten, wurde die That entdedt. u ie g. Wormser Z.“ und die „Landeskt. wd st die ganze Familie in das Irrenbaus aepbra vorden. soeist p. Dasseldorf, 831. Auguft. d Morgen 6 Uhr wurde Gottfried Peters aus Me Giaddach in hisigen Arrashause enntnn Beters hatte am 29. Marz ds. Is. zwei αα m Alter von 8—-10 Jahren in der unmen den Weise ermordet. pasltn, 1. Sebt. Drei Madchen und eit Znaben schenite am Sonntag die Ehefrau d Berufs · Feuerwehrmannes N. Adolph hier — nal ihrem eben nicht mit zeitlichen Gluczaunn gesegneten Ehemann. Die Wochnerin is vollstn- Jig wohl: eins der Mädchen ist gestorben. Peoletarier⸗Elend. „Ich bitte Sie ded Himmelswillen, nehmen Sie mein Kind, n Wochen alt, katholisch, auf den Namen Josef Afn auf. Ich zahle Kost und Ziehtosten gerne der zurück, wenn mirs wieder besser geht. Ein el mit vorstehenden Worten beschrieben, steckte am Kissen, in welchem das Kind gewickelt war d in dem es das Personal der Nürnberger vppenanstalt vor der Thür liegend fand. Die use Noth hatte die Mutter des armen Würm⸗ ng zu diesem verzweifelten Schritte getrieben. naber ja bald Hilfe herbeizuführen, hatte die hutter, nachdem sie das Kind niedergelegt hatte, d an der Klingel gezogen und eine Stunde Iher jah sie sich auf dem Platze wieder um, ob leine Wesen auch bereits aufgenommen sei. das Kind geimpft werden sollte, kam die Sache Tageslicht. Die Mutter wurde wegen Aus⸗ ung“ ihres Kindes in Untersuchung genommen. Jdandgericht aber, in Rüchicht, daß sie „alle gliche Vorsicht gebrauchte, das Kind gleich wieder pflege zu bringen.“ freigesprochen. Wäre es ne gewissenlose Mutter gewesen, die ihr Kind in mutz und Elend zuhause verhungern hätte lassen, sn hätte fich natürlich niemand darum gekümmert, zesie aber „um des Himmels willen“ an die amherzigkeit ihrer Mitmenschen appellirte, und, ihrem Säugling den bei ihr ficheren Hunger⸗ u ersparen, die Krippenanstalt in die Zwang⸗ ge versetzte, das Kind aufnehmen zu müssen, das achte fie auf die Anklagebank. München, 1. Sept. Eine Gesellschaft n mehren gewaltigen Jägern befand sich vor⸗ dern im Sendlinger Oberfeld auf x Hühnerjagd. Dieselben gaben gleichzeitig Fartine Keite Rebhühner Feuer und trafen at kein Huhn, wohl aber erhielten drei iger je einen Schuß, so daß einer schwer verletzt a Krankenbaus geschafft werden mußte. (Ein Hosenknopf als Verräther.) der Verhaftung der Hamburger Bankdiebe hat n Hosenknopf eine gar nicht unwichtige Rolle ge⸗ eli. Durch denselben wurde nämlich die Pariser irma ermitielt, bei der fich die Diebe ihre Kleider achen zu lassen pflegten; zwar konnte der Befitzer nürlich nicht angeben, wem er jenen Knopf ge⸗ gett; aber unter den ihm vorgelegten Photo⸗ raphien erkannte er einen seiner Kunden, der fogar cttvor Kurzem einen Anzug bestellt hatte, und ieser Kunde wurde arretirt und entpuppte fich icllich alz der gesuchte Dieb. Ohne diesen Knopf zͤte die Polizei vielleicht nicht so rasch darauf wallen, daß die Verbrecher ihren Wohnsitz in Paris nommen hatten. Man scheint übrigens mit den rhafteten einen sehr wichtigen Fang gemacht zu den. Jahrelang schon haben diese Herren, nach⸗ m sie in Amerika beträchtliche Freiheitsstrafen xerstanden, Europa unsicher gemacht. Außer den mldiebstählen in Kopenhagen und Hamburg find auch beträchtlicher Gelddiebstähle in der Schweiz ingend verdächtig. Sie werden demnächst an entschland ausgeliefert werden. »Billiges Leben. Wie man in Berlin xn kann, vielleicht billiger als irgendwo, zeigt hhslehende Thatfache: Äm Neuen Markt befindet Jin einem Keller eine stark besuchte Speise⸗ ufalt, in der man für 25 Pfennig zu Mittag eisen kann. Dafür gibt es zunächst eine Bouillon, un in mehrfacher Auswahl ein Haupigericht, z. : Wirfingkohl mit Rindfleisch, Rinderherz mit sinensauce u. dgl. Wer luxuriös sein will, be⸗ mmt für 30 Pfg. Gaänsebraten, Schellfisch und idst Rehleule. Für 5 Pfg. gibt es dann noch ne Mehlspeise, wie Griespudding mit Kirschsauce. ind dabei ist Niemand verpflichtet, etwas zu trinken. in warmes Abendessen hat denselben Preis, so th Jemand in Berlin für 60 Pfa. zwei Mal alich warm speisen lan. , Wie die Nat. Zig. erfährt, ist Für st Bis sard in der letzten Zeit in den Befsitzz des tuhles gelangi, auf welchen Napoleon III. dem Weberhäuschen bei Doncherh saß. Der uhl. dessen Authentizitat unbezweifelbar feststeht, dereits durch eine Reihe von Handen gegangen, ar unter anderem als Schaustück gezeigt worden, ein Verehrer des Reichslanzlers von der Ver— uflichkeit der Reliquie Kenntniß erhielt und den duhl dem Fürsten Bismarck widmete; derselbe ist amin uübeereicht worden, und hat Fürst Bis— seinen lebhaften Dank für das interefsante eichent zu etkennen dedeben 4 Infolge einer frivolen Wette — es handelte ich um einen Liter Nordhäuser — hat kürzlich ein -chieferdeckergeselle in Seehausen in der Alt⸗ nark folgendes Wagestück unternommen: Er stieg, nit der Reparatur des Schieferdaches einer der dirchthurmspitzen beschäftigt, von dem Thurmknopfe uus an der den Blitzableiter und die Wetterfahne ragenden Stange in die Höhe, setzle sich auf letz⸗ ere und gab sich einen Schwung, wobei sich die Fahne zweimal um sich selbst drehte. Ohne Unfall selangte der tollkühne Mensch dann wieder auf einem Fahrstuhl an. Was die Russen ihr Kaiserhaus so stet, kann man aus folgender Zusammenstellung exsehen: 1) die Personen männlichen Geschlechtes rhalten bis zu ihrer Volljährigkeit einen Jahres- jehalt in Geld, vom Tage der Volljährigkeits-Er⸗ slarung ab und für ihr ganzes Leben jährliche Heldeinkünfte oder eine Apanage. Die Söhne ines Kaisers erhalten bis zu ihrer Volljährigkeit aͤhrlich 100,000 Rubel (1 Rubel—zum mindesten »Mt)), von der Volljährigkeit ab jährlich 500,000 Rubel, ihre Gemahlinnen 60,000 Rol.; die Enfel: —V ährigkeit ab je 500,000 Rubel; die Urenkel: bis ur Volljährigkeit je 30,000 Rubel, von der Voll. ährigkeit ab je 480,000 Rubel; die Ur⸗Urenkel: rft nach der Volljährigkeit je 100,000 Rubel jähr⸗ ich; die Fürsten kaiserlichen Blutes erst von der golijährigkeit ab je 50,000 Rubel jährlich. 2) die Personen weiblichen Geschlechts erhalten bis n ihrer Verheirathung einen Jahresgehalt und bei hrer Verheirathung ein für allemal eine Mitgift us der Staaiskasse, und zwar erhalten die Töchter ind Enkelinnen des Kaisers je eine Million Rubel, ie Urenkelinnen und Ur˖Urenkelinnen je 300,000 dubel. die weiteren absteigenden Nachkommen weib⸗ ichen Geschlechtes je 100,000 Rubel. 3) Die ver⸗ bittweten Kaiferinnen, Großfürstinnen und Fürst- nnen kaiserlichen Blutes erhalten eine lebensläng⸗ iche Geldpension. Die Kaiserin bezieht als Wittwe euselben Jahresbetrag, wie zu Lebzeiten des Kaisers, hres Gemahls: 600,000 Rubel jährlich und den interhalt ihres Hofes; wenn sie ins Ausland reist, ie Hälfte. Die verwittwete Gemahlin des Thron⸗ olgers erhält jährlich 300,000 Rubel und den inlerhalt des Hofes; wenn sie Rußland verläßt, ꝛeziehi sie die Hälfte. Die Gemahlinnen der Soͤhne und Enkel erhalten 60,000 Rubel Pension. er Urenkel 30,000 Rubel, der Ur⸗Urenkel 15,000 Rubel, der Prinzen kaiserlichen Blutes 10,000 R.; die Wittwen von Großfürften und Prinzen kaiser⸗ ichen Blutes erhalten, wenn sie Rußland verlassen zur einen Dritteltheil ihrer Pension, und wenn sie ine neue Ehe eingehen, verlieren fie dieselbe ganz. zine weitere Versorgung der Angehörigen des daiserhauies hängt von dem Ermessen des Kaisers ind dem Stande der Apanagen ab. Durch die jeue Rangordnung sollen nun einige der Herr⸗ chaften in ihren Einnabmen etwas beschränkt werden. pAus Monaco wird gemeldet: Der hiesige Rotar Victor Clerico, italienischer Konsul und Ver heidiger bei dem Gerichtshofe des Fürstenthums Nonaco, ist wegen Unterschlagung ihm anvertrauter Fonds verhaftet worden. Das Defizit beziffert sich iuf 280,000 Frants. fLondon, 3. Sept. 5000 Arbeiter der zroßen Maschinenfabrik von William Armstrong Elswick ssellien die Arbeit ein, weil sie mit dem herfahren gewisser höherer Angestellten der Fabrik inzufrieden waren. Eine Kreuzigung im 19. Jahrhun⸗ der i. Ein Deutscher Namens Albrecht Unruh, welcher erst vor Kurzem nach Amerika auswanderte, st im Indianergebiete regelrecht gekreuzigt worden. Nachdem die Schurken ihn seiner Habe beraubt, nagelten sie die Hande und Füße des Unglücklichen in einen dicken Vaum und überließen ihn dann einem Schicksal. Erst vor Kurzem wurde die zeiche desselben, schon Istark in Verwesung überge. zangen, aufgefunden. In einem seiner Stiefel zefanden sich noch 500 Dollars in Banknoten, velche den Augen der Raubmoͤrder entgangen varen. (GAmerikanisches Mehl.) Als jüngste rrrungenschaft wird in den Adirandods im Staate stewhork in dielen Milhlen aus weichen Holzarten, amentlich Pappelholz, ein Holzmehl hergestellt. velches zur Verfälschung des Getreidemehls Ver— vendung finden soll. Die Stämme werden durch iden iierförmigen Schaber der Länge nach erß zerrieben, die Spähne dann gebleicht und schließlich wie Getreide vermahlen. Das gewonnene Mehl ist dem Aussehen und Gefühle nach nicht vom Weizenmehle zu unterscheiden, ist vollständig ge⸗ schmacklos und kann dem Getreidemehle leicht un⸗ ierschoben oder beigemischt werden. Angeblich wird es zu technischen Zwecken verkauft und nur den Mehllieferungen fuͤr die Indianer und die Armee () hinzugefügt. Die Holzberwüstung findet in dieser schoͤnen neuen Industrie ein neues lohnendes Feld! —. 4 (Erfolg einer Zeitungsnotiz bei unsern Damen.) Dem kiügsten Wort der Bibel glauben zehn, dem dümsten Wort der Zeitung zehnmal hundert — das hat aber manchmal recht zute Folgen. So war in einer Stadt zu beob⸗ achten. daß die meisten jungen Damen gar nicht auf ihre Körperhaltung sahen, sondern — und das ieht doch gerade nicht hübsch aus — den Ober—⸗ ötper vorwärtsgebeugt trugen. Da war denn ines Tages in der Lokalzeitung jener Stadt in inem Artikel über das Leben auf der Promenade der Passus zu lesen: „Das hübscheste Mädchen in unserer Stadt hält sich auf der Promenade leider nicht genug aufcecht“ — und siehe da, am aächsten Tage schon gingen alle Mädchen der Stadt erzengerade, und jedes Mädchen sagte „Die ab—⸗ cheuliche Zeitung! Mama, gehe ich nicht gerade?“ Gem⸗enunüriges. Salz als Heilmittel. Ein halber Theeldffel voll gewöhnliches Küchensalz in ein wenig kaltem Wasser aufgelöst und getrunken, wird sogleich Sod⸗ hrennen oder andere Magenbeschwerden erleichtern. Wird die Quantität nach und nach bis auf einen janzen Theelöffel vermehrt und das Wasser bis auf isa Liter, so wird es jeden gewöhnlichen Fall von Anverdaulichkeit heilen, wenn diese Dosis jeden Morgen vor dem Frühstück genommen und zugleich Diät beobachtet wird. Es gibt auch kein besseres Mittel als das vorstehende gegen Stuhlverstopfung. Zum Gurgeln bei Halsentzündung ist es ebenso zut als Chlorkalium und vollkommen unschädlich. Wenn man davon jedes Mal und so oft man will ein wenig verschluckt, so wird es den Hals gründ⸗ lich reinigen und nach und nach den Reiz mildern. Es ist ein ausgezeichnetes Mittel bei Bissen und Stichen von Insekten. Es ist ferner werthvoll zum Ztillen von Blutungen, besonders nach dem Zahn⸗ usziehen. In Gaben von 1 bis 4 Theelöffel voll in ma bis *3 Liter warmen Wassers gelöst, wirkt es in Vergiftungsfällen rasch als Brechmittel und ist stets zur Hand zu haben. Rauchfreie Kesselfeuerung. „System Hempel“. Bei den bisher gebräuchlichen Feuerungen ist der dauptgrund des starken Rauches darin zu suchen, zaß die im ersten Stadium der Verbrennung be—⸗ zriffene Flamme sich an den Wänden und der Decke des Feuerraumes stößt und abkühlt, wobei der Verbrennungsprozeß unterbrochen wird; man jalte z. B. in eine Gasflamme einen Gegenstand, uind die Flamme wird jofort anfangen zu rußen, nach Entfernung des Gegenstandes aber wieder hell ind rußfrei brennen. Mit dem Heinrich Hempel, deipzig, Katharinenstraße 12. patentierten Feuer⸗ ingssystem soll ein freies Eniwickeln der Flamme m ersten Stadium des Verbrennungsprozesses bei Feuerungen für feste Brennmaterialien erreicht werden, derart, daß die Rauchentwickelung auf ein Minimum beschränkt und der vorhandene Rauch durch geeignete Mittel“ vollständig verbrannt wird. Dasselbe läßt fich an Kesseln mit Unters oder Vor⸗ euerung, mit Plan⸗ oder Treppenroften, fowie an sesseln mit Innenfeuerung (Cornwalllkesseln) an⸗ wenden, ohne daß der Betrieb resp. die Bedienung durch den Heizer besondere Aufmerksamkeit erfordert. Es gestattet ferner die Verwendung beliebigen Brennmaterials. Die meisten Einrichtungen zum Berhüten des entstehenden Rauches bei Feuerungen erreichen diesen Zweck, indem theils durch große Rostflächen. theils durch besondere Kanäle über⸗ chüssige Luft zugeführt wird. wodurch aber die Zuge und der zu heizende Kessel derart abgekühlt werden, daß in fast allen Fällen die Rauchvermin⸗ derung mit vergroßertem Brennmaterialkonsum ver⸗ dunden ist. Dieser Uebelstand soll bei dem Hempel⸗ schen System vollständig vermieden sein. Der Rost ist zweitheilig; der vordere Theil dient zur Auf—⸗ rahme des frischen Brennmaterials, der hintere Theil ist stets mit glühender Kohle bedeckt. und vefindet sich über diesem der eigentliche Verbrenn⸗ ingsraum. Die auf dem vorderen Roste aufgelegte rohle destilliert durch die strahlende Hitze des Re— flektorgewolbes ab, die Verbrennungsprodukte streichen dicht über die auf dem hinteren Rosse besindlichen zlühenden Kohlen hinweg, werden daselbst entzündet und bilden Flamme. Die zur Verbrennung nöthige Luft wird ausschließlich durch den Rost eingeführt, ist also gezwungen, die glühenden Kohlen zu durch⸗ treichen, und mischt sich innig mit den vom vor—⸗ zeren Roste kommenden Gasen, wodurch deren voll⸗ tändigste Verbrennung gesichert ist. Bei Kesseln nit Unterfeuerung wird das Kesselblech durch An⸗ ordnung eines passenden Chamottenkörpers vor der irekten Einwirkung der Flamme geschützt. Centr.⸗Bl. f. Text.Ind. —s—s * 4 Homburg, 2. Septbr. (Fruchtmittelpreis und Viktua ienmarkt. Weizen 8 M. 40 Pf., Korn 7M. 18 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 5 M. 64 Pf., Gerste zreihige O M. — Pf., Gecste 4reihige d M. — Pf. dafer 6 M. 0O6 Pf., Mischfrucht 7 M. 86 Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf. Bohnen 9 M—. — Pj., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleisch — Vs tindfleisch 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch 60 Pf Schweinefleisch 530 Pf, Butter 1Pfund 0 M. 90 Vf. dartoffeln per Zentner 8 M.— wi — Rir die Redaft:am ver48 F. Demetz. Die Frage, ob rinem unschuldig Verurtheilten, iachdem sich seine Unschuld herauszestellt hat, eine ẽntschädigung zu geben ist und wie dieselbe ihm u gewähren sei, hat schon oflmals die Gesetzgebung zeschäftigt und der kürzlich in Ungarn definitiv rledigte Fall eines Unschuldigen, der, unter dem Verdachte, seine Frau ermordet zu haben, neun zahre lang im Kerker geschmachtet hat, bringt diese Frage wieder zur allgemeinen Beachtung. In höchst populärer Weise ist diese Angelege Jeit in dem in großer Auflage verdreiteten trirten Familien⸗Kalender pro 1886 Weughn A. H. Payne, Leipzig) unter dem Tite un chuldig verurtheilt behandelt worden. Dies ctalender bringt überhaupt eine solche Fülle Interessanten und Belehrenden, daß es Hade nerkwürdig erscheint, wie der Verleger das de ur 80 Pfg. geben kann. Das dem Kalender da gegebene Panorama vom Rhein mit 43 Illusste. ionen ist allein das Geid werth. Eine Unterstützung für Unbemittette Wie haufig bringen Krankheiten Sorgen und Foth i ie Familie derjenigen, die mit ihrer Haͤnde⸗Arbeit aglichen Unterhalt herbeischaffen müssen. Es ist 9* zewiß anerkennenswerth, daß Herr Apotheker R. —8 n Zurich schon seit Jahren an Unbemittelte, welche Nagen⸗, Leber⸗ Gallenleiden, Hämorrhoiden etc. —* eins rühmlichst bekannten Schweizerpillen gratis —c—— ind wolle man sich behufs Erlangung derselben nur din in den Genannten wenden. Marktberichte. e Ensheim, 83. Septbr. (Vitktualienmarkt.) Butter, jer ?/3 Kilo 1M. 10 Pf., Eier per Dutzend 765 Pf. draut 15—23 Pf per stopf. Kartoffeln per Kilo3 Mk. — Pf. — Groxse Lotterie *4 6Gewinope von . der Internationalen Ausstellung ——— von Arbeiten aus edlen Metallen und F IXæVI 7O O Marlc J Legirungen in NODRNBERG. — 4 J SOOG Gewinnd Gold, Silber. Diamanten etc. —E Win Loos aine Marxk. P VETAAñ—VMSSCEITGM.AMq a aIen OT. tẽæ. — 7 — — ⏑⏑—⏑ — — —— Geneéraldehitaire der Looso: Moritz Straus junior in Nurnberg und Mainz. Gevnnne von Mark 20 000, 10 000, 4 000 3000, 2000 Mark ete. Viele von Tausend Mark. BROGGG GGWVWiIING. PDinLooseine Nark PII. 787bihl Auflage 331,000; das verbreitetste allet ꝛeutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in uwblf fremden Sprachen Zweibrücker Tageblatt, tark verbreitet in Stadt und Bezirk Zweibrücken sowie in den Bezirken Homburg und Pirmasens rscheint GMal wöchentlich mit 4 Unterhaltungsblättern, wo— eunter ein 8 Seiten umfassendes illustrirtes, zum Vierteljahrspreis on 1Mk. 40 Pfg., durch die Post bezogen 1 Mk. 75 Pfg. (ohne Hestellgebühr. V 354 EOrgan zur wirksamen Verbreitung von Anzeigen in der Westpfalz, besonders in der Stadt Zweibrücken nebst Umgegend, wo das Tageblatt in fast jedem Haufe gelesen wird. Zum gefl. Abonnement für das bevorstehende. IV. Quartal 13835 ladet ergebenst ein Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ zeiten. Alle 14 Tage eine Nummer. Vreis bierteljahrlich M. 1.25 75Kr. Jährlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be⸗ schreibung, welche daß anze Gebiet der Garderobe und Leibwoͤscht ur Damen, Mädchen und Knaben, wie füe das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett⸗- und —— zc., wie die Handarbeiten in ibren zanzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnitimuftern ur alle Gegenstände der Garderobe und eiwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Zuntstickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Pofianftalten. probe⸗Nummern gratis und franco durch zie Erpedition, Berlin W, Potsdamer Ehr 3: Wien J. Operngafie 8. — — — V — St. er t. 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In St. Ingbert bei Josef Beer. Druck und Versag von F. X. Demetz in St. Inabert. * — BHiezu für unsere Post⸗Abon Fer ten, Illustrirtes —— J 3 B Rs —2 J —* 9 E Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. her St. Jugberter Anzeiger · ersqeint wdchentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Conntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungt⸗ zut und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 —, einschließlia do gustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 8, Reclamen 80 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 2 174. J Deutsches Reich. Muͤnchen, 8. Sept. Dem zurückgetretenen zwogeordneten Regierungspräsidenten v. Hörmann id durch die Abgeordneten des Wahlkreises zenpten eine von sämmtlichen Wahlmaännern merzeichnete Adresse überreicht werden. — Bei ia Landtagsersatzwahl in Bamberg wurde Pri— ier Schurr von Herzogenaurach (ultramontan) um Abgeordneten gewählt. Kempten, 2. Sept. Bei der Landtags⸗ vnahl dahier haben die Liberalen gefiegt; Privatier zhmidt von Memmingen wurde mit 127 Stim— den gewählt. Der ultramontane Gegenkandida hubet erhielt 100 Stimmen. Berlin, 3. Sept. Die Telegraphen⸗Kon⸗ uenz genehmgte heute den Beschluß über Einführung jueß einheitlichen Tarifsystems in zweiter Lesung inderüůndert. Von Vertretern von vier Verwalti⸗ ingen, welche bei der ersten Lesung ohne Instruk nen waren, stimmten drei für den Beschluß, jner behielt sich das Protokoll offen. Hierauf fand ine umsassende Diskusion über die Anwendung der erabredeten Sprache und sogenannten Codes im niernationalen, namentlich überseeischen, Verkehr alt. Die Kommissionen für die Reglements;Taxen tsatieten ihre Berichee. Berlin, 4. Sept. Die Kommission für Aus⸗ tbeilung eines bürgerlichen Gesetzbuches hat gestern hte regelmähßigen Sitzungen wieder aufgenommen; ie hofst die Gesammtarbeiten binnen zwei Jahren um Äbschluß zu bringen. Ausland. ⸗ Madrid, 4. Sept. Von“ liberaler Seite rird, falls zwischen Deutschland und Spanien in et Karolinenfrage keine gütliche Einigung herbei⸗ zführt werden sollte, die Einberufung der Kortes xtlangt werden. IJ Petersburg, 4. Sept. Das Kaiserpaar ist eern in Peterhosf angelangt. Der Kaiser empfing tsern den englischen Botschafter Thornton, welcher ein Abberufungsschreiben überreichte. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Zweibrücen. Die Vertheilung der munterungspreise für hervorragende Leistungen uf dem Gebiete der Pferdezucht an die Eigen ⸗ ümer der als preiswürdig erkannten Pferde wird iüt das laufende Jahr am 27. d. M. dahier statt⸗ uden. Die Musterung und Auswahl der zur sreisbewerbung gelangten Pferde wird am vorher⸗ henden Tag, den 26. d. M., ebendaselbst vorge⸗ vommen werden. Zur Vertheilung gelangen: I. O Preise fur 412 jährige Stuten, welche zum ersten Jal' don einem gesehlich zulässigen Beschäler, nam⸗ ch entweder von Linem Gesiütshengst oder von mem angekörten Privatbeschäler, oder von einem em Stuienbesitzer selbst gehörigen Hengste trächtig then, im Gesammibetrag von 1190 MR; IU. 106 dreise für Munerstuten, welche mit einem Fohlen geführt werden, das von einem gesetzlich zulaͤssigen dengst abstammt und die auch von solchen Hengsten dieder belegt find, im Gesammtbetrag von 1065 lack; IN. 15 Preise fur Stutfohlen im Alier F I bis 393. Jahren im Gesammtbetrage von — M. IV. 5 Preise für Hengstfohlen im Alter 14 bis 312 Jahren: i. Preis 300 Mark n dahne. 2. Preis 90 M. nebst Fahne, 8. 50 M. nebst Fahne, 4. Preis 80 M. nebst bahne 5. Preis 20 M. nebst Fahne; V. Weii—⸗ teise im Betrau bis zu 13 Mptro Vferd können Sonntag, 6. September 1888s. 20. Jahrg. nach dem Ermessen der Prämiirungs⸗Kommission an solche Pferdezüchter ausbezahlt werden, welche iber 830 Kilometer von hier entfernt find. — Kaiferslautern, 8. Sept. Wie vor⸗ ichtig man beim Aufdrücken oder Aufstechen von Furunkeln, Mitessern u. dgl. sein muß, beweis 'olgender traurige Vorfall. Eine junge Frau in Anlersulzbach bei Olsbrücken, die erst seit 3 Mo— naten verheirathet war, hatte im Gesicht ein sog. Zglutschwürchen. Der Ehemann ließ sich herbei, dasselbe mit den Fingernägeln aufzudrücken. Die Fyolge davon war, daß das Gesicht anschwoll und das junge Weib vor etwa 5 Tagen an Blutver⸗ giftung starb. — Auf 6. Oki. sind 121 Wehrpflichtige vor die Straflammer des k. Landgerichtes Kaiserslautern zjeladen. Sie find sämmtlich dermalen „ohne be⸗ sannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort“, was wohl oviel sagen soll, als fie sind nach Amerika ausge⸗ wandert. — Der Cartellverband deutscher akademischer Hesangvereine ladet seine Herren Philislser und Akliven zu einer auf der Postmühle zu Neustad!t 1. H. am 12. September stattfindenden Ferien⸗ Zusammenkunft einn. — Speyer, 2. Sept. Der naͤchste an der igl. Hufbeschlag⸗Lehranstalt zu Würzburg abzuhal⸗ sende Lehrkurs für Hufbeschlag wird am Donners⸗ gag den 1. Oktober ifd. Irs. beginnen und eint Zeitdauer von 4 Monaten umfassen. Wer in diesen Lehrkurs aufgenommen werden will, hat längstens bis zum 15. d. M. ein Gesuch mit den nöthigen Zeugnissen bei der k. Regierung von Unterfranken, Kammer des Inneren, in Würzburg einzureichen. — Grünstadt, 3. Sept. Vor einer Wocht ttarb hier im Waisenhause, woselbst sie schon seil etwa 10 Jahren aufgenommen wurde, eine 71. ährige Frau Alexandra Magdalena Meklolai, dite hier „die Russelene“ genannt wurde. Der Lebens— auf derselben ist ein eigenthümlicher. Sie wurde in Grünstadt im Jahre 1818 als die Tochter ines russischen Offiziers, der hier einquartiert war, jeboren und von ihren Eltern nach Frankreich mit⸗ jenommen, von wo aus sie mittellos in vorgerüchk em Alter hierher in das Waisenhaus nach langen Anterhandlungen aufgenommen werden mußte. Sehr merkwürdig ist, daß, wie allgemein hier er— ahit wurde, die Mutter ihren Gatten, den Haupt⸗ nann, im Feldzuge in männlicher Bekleidung als Bedienter begleitet hatte und es hier nicht wenig Aufsehen damals erregte, als dieselbe von der be— sprochenen Tochter entbunden wurde. Es zeugt dies Kreuz vom Todesschrecken, Der frohe Menschen jäh betroffen Zeugt aber auch vom Auferwecken Und einem christlich frommen Hoffen! 7 Zu den Mainzer Morden. Im Berhör dor dem Untersuchungsrichter fragte Herbst dieser Tage plötzlich den Beamten: „Nun, Herr Untersuchungsrichter, was würden Sie denn auf diese Frage antworten, wenn Sie Jemand gemörde! haben sollten ? — Die Taucherarbeiten werden mit großem Eifer fortgesetzt, obwohl bis jetzt nur un⸗ bedeutende, keinesfalls mit dem Morde zusammen⸗ hängende Gegenstände gefunden wurden, so z. B. der Theil einer Nähmaschine, ein Schlüssel, ein Ring, eine alte Münze ꝛc. Bei diesen Arbeiten IIRDDI Memel ihre Heimath haben und vornehmlich bei Taucherarbeiten in der Ostsee beschäftigt sind. Bis zu ihrer Hierherkunft waren fie in der Mosel thätig gewesen, wo eine Anzahl Felsen gesprengt wurden. Sie tauchen jeden Tag sechs Stiunden, drei Stunden des Vor⸗ und drei Stunden des Nachmittags. 7 Frankfurt.“ 1. Septe Und er soll Dein Herr sein, aber nicht Dein „Mädchen für alles“, mochte ein hiefiger Einwohner denken, als ihm seine Frau den Zuber brachte und ihn lkate⸗ gorisch aufforderte, die Stube- zu putzen.“ Er weigerte sich ganz entschieden, dies zu thun, worauf er von seiner, wie es scheint?* sehr energischen Gattin sofort an den Haaren gepackt und in der Stube herumgezerrt wurde. Vergeblich suchte sich der Mann zu befreien, der Zuber stürzte um und sein Inhalt überschwemmte das Zimmer, allein die Frau ließ ihre Beute- nicht fahren und nur dem Umstande, daß beide Theile in ihrem Kreislaufe der Treppe zu nahe kamen und wie zwei Mehlsäcke diese hinabkollerten, hat es der Mann zu verdanken, daß ihm ein Theil seines Skalps erhalten blieb. Befreit von den Krallen, die sich in sein Haar derfangen hatten, suchte er sich nunmehr zu revan⸗ chiren, aber die flinke Gattin retirirte in die Küche und forderte das Dienstmädchen zum Beistande auf. Als diese denselben verweigerte, ergriff die Herrin den Besen und vermöbelte sowohl die Dienstmagd wie den Hetrn des Hauses mit dieser Waffe, in ihrem Eifer: das sich flüchtende Mädchen bis auf die Straße verfolgend. Der Gaite hatte inzwischen das Schlachtfeld geraumt und so blieb die Ama⸗ zone aus der Allegasse unbestritten Siegerin.“ FHeppenheim a. B. 81. August. Heute starb dahier wohl der älteste Lehrer des Groß—⸗ herzogthums, nämlich Joseph Roos, im 92. Lebens⸗ jahre. 7 Der Wirthschaftsbesitzet Andreas Freitag in Sepring Gahern), ein riesenstarker Mann mit einem wacketen Stiernacken, weltete kürzlich im Wirthshause mit einem Bauer Namens Joseph Stern, daß dessen Pferd nicht im Stande sei, ihn dom Platze wegzuziehen, wenn er sich innerhalb der ffenen Thür mit Händen und Füßen“ gegen die Thürposten stemme.“ Als Preis wurde ein halber kimer Wein stipulirk, und man machte sich sofort daran, die Wette auszufechten. Freitag legte einen Strick um den Nacen und dieser wurde an das „Wagendrittel“ am Pferdegeschirr befestigt. Beim ersten Male riß der Strick. Man brachte einen qärketen, und der Kampf begann aufs neue. An⸗ fangs widerstand Freitag eine Weile, als aber end⸗ lich das Pferd durch Peitschenhiebe angetrieben wurde, da stieß er plötzlich einen lauten Schrel aus. qürzte nach vormärtßs und wurde han dv — vVarmischtes. FWorms, 3. Sept. Während der Sedan⸗ zeier wurde auf dem Festplatze gestern Mittag durch die Schutzmannschaft ein Kellner (7) aus Böhmen in dem Augenblicke abgefaßt, als er in dem Ge⸗ )ränge einen Taschendiebstaht ausführen wollte. Bleich darnach wurden noch drei weitere Personen uus Paris, Posen und Schlesien, die ebenfalls nur zu gleichem Zwecdee hierhergereist waren, fesigenom⸗ nen, wodurch weiteren Diebstählen vorgebeugt vurde. Fur deren Ausführung bot sich demnach in hiesiger Stadt kein günstiges Feld. F Freiburg. 2. Sept. Das Kreuz auf der Unglücksstätte bei Hugstetten ist aufgestellt und wird morgen, am Jahrestag der Katastrophe ein zeweibt. Auf dem Soclel steht die Inschrift: Pferde eine Strede weit geschleift. Als man Frei- hunkt einer für die Dampfschifffahrt neuen Aera ag aufhob, war er todt. Durch Zerreißung meh⸗ bildet, hat sich letzten Freitag hier ereignet. Es rerer Ruͤdgratswirbel war sein Ende herbeigeführt sandelt sich um die Ersetzung der Kohle durch worden. I detroleum oder vielmehr durch die Abgänge des FWien, 3. Sept. Im Lager bei Pilsen Jetroleums für die Verdampfung des Wassers in entstand zwischen Soldaten des 78. (Egerer) und den Kesseln. Die Ehre der neuen Entdecung oder des 785. (eines czechischen) Regiments aus natio- esser gesagt des neuen Verfahrens, welches die naler Antipathie ein großer Exzesk, wobei zehn deizung der Dampfkessel an Bord durch Petroleum Deutsche verwundet wurden. n Anwendung bringt, fällt Herrn von Allest, FParis, 1. Sept. Mehr als 25,000 Per⸗ Fhef⸗eIngenieur hiesiger Kompanie Fraissinet zu. sonen sind der Cholera wegen- aus Toulon ge- die Versuche wurden mit dem Steamer „Aude? Jduchtet. — Bei einem Wettrennen in Vannes jemacht, der, mit den neuen Apparaten versehen, dürzte die Tribüne der Jury zusammen. Es gab unf Stunden Fahrt unter ausgezeichneten Beding⸗ iele schwere Verwundungen. ingen bezüglich Schnelligkeit und Regelmäßigkeit pWESqhwere Funktion) Aus Paris jemacht hat. Die Erfindung des Herrn Allest schreibt man der ‚W. A. Z.“: „Der Zahnarzt nacht die Heizer nahezu entbehrlich, da die Speis⸗ Duncan, ein Amerilaner, der sich vor Kurzem in ing mit Petroleum sich durch die Oeffnung eines er RKue Riboli etablitte, klagte seinen Bedienten dahnens vollzieht. Herr Marine⸗Ingenieur Guil⸗ Prosper Vaugan, weil derselbe nach wenigen Tagen, aume, sowie die Ingenieure unserer bedeutenderen zhne zu kuündigen, seine Sachen gepadt und aus dompanien wohnten dem Versuche bei und es sind dem Hause entiwichen war, an. Der Bediente, ein die Resultate derart, daß die Anwendung des jemlich pfiffig aussehender Bursche aus der Bre- geuen Systems an Bord anderer Schiffe kaum auf agne, sagie zu seiner Entschuldigung Folgendes: ich warten lassen dürfte. ** Herr Kommissr, es ist die ganze Zeit, die ich F New⸗PYork, 4. Sept. Die Einstellung bei ihm verbrachte, kein Patient gekommen; mich hinesischer Arbeiter an Stelle der streikenden ber noͤthigite er, vom Morgen bis zum Abend Veißen, in den Kohlengruben von Rocksprings, deim Fenfter jammerlich zu schreien, damit die Vyoming, veranlaßte blutige Scenen. Mit deute Vauf der Straße glauben sollten, er reiße Zewehren bewaffnete Weiße griffen die Chinesen nindestens täglich tausend Zähne. Wenn ich einen un, tödteten 15 derselben, brannten 80 Hauser Augenblick schwieg, weil mir der Hals schon rauh ieder und trieben ca. 500 Chinesen in die Berge, wat rief er sofori: Schrei' Kerl, oder du be- do sie Noth leiden. Man sendet ihnen Leb⸗ensmittel. w — R8 F e v Sur die Teda““ o»n vercwortlich: F. X. Demeß achtli mt über die Aussage seines Dienetss Sqmmffabericht der ed Ssar Line. und der Richter sagte ihm noch spoͤttisch: AUnter ee e 9 n Peters, Haupt⸗Pafsage⸗Agentur diesen Umstünden kann ich die Flucht Ihres Dieners Si. Ingber. 5 vohl begreifen, er mußte besorgen, Sie könnten Antwerpen, 28. August; der Postdampfer zie Tauschung noch weiter treiben, und ihm in „Waesland“, Kapt. Ueberweg, ist von New⸗NYork der That auch einige Zähne ziehen ingekommen. Marseirle, 81. Aug. Ein Vorgang, Antwerpen, 29. August; der Postdampfer ʒer in den Kreisen der Schifffahrt großes Auf- Belgenland“, Kapt. Beynon, ist nach New⸗Nork ehen erreaen wird und der viesleicht den Aufgangs⸗ abgegangen. I Verlag dieses Blattes erscheint Anfang des Monates September d. 2.: Saarbrücker Bergmannskalender für das Jahr 1886, J herausgegeben vom Bergmannsfreund. zum vierzehnten Male wiederkehrend, enthält er außer dem Kalendarium, genea⸗ ogische Notizen über die Regentenfamilien des Deutschen Reiches, 6 Bilder aus er Teufe, Bergleute bei ihrer Beschäftigung in der Grube darstellend, nach en Tschentscher'schen Original⸗Photographien zu den plastischen Gruppen des hergwerkes auf der Hygiene⸗Ausstellung zu Verlin 18883 gefertigt, nebst er⸗ auterndem Text, ferner 9 bergmännische Gedichte von F. Schenk; 4Original⸗ Erzählungen aus der Feder des beliebten, volksthümlichen Schriftstellers Dr. W. Fischer und eine reiche Auswahl nützlicher Hausmittel, deutscher Sprüch. Anekdoten, Räthsel u. s. w. Daran schließt sich ein vollständige? Verzeichnis aller bei dem siskalischen Saarbrüche gergbauwirkenden Staate⸗-und Werks-Beamten, sowie sotizen über den Deutschen, Preußischen und Saarbrücker Bergbau im Jahre 884 bezw. 1884/85. Den Schluß bildet das Jahrmarktsverzeichniß für die stegierungsbezirke Trier, Aachen, Koblenz, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden, das Reichsland Eisaß-Lothringen, Fürstenthum Birkenfeld und die Bayerische Pfalz. Auf dem Umschlage sind die Zahltage der Saardrücker Gruben für das Jahr 1886 angegeben. I Bei Entnahme von mindestens 12 Exemplaren kostet das Stück 25 Pfennig, m einzelnen 30 Pfennig und durfte der Kalender der billigste aller Volks⸗ alender sein. Bestellungen nehmen Gebr. Hofer in Saarbrücken (Erpedition der Saar⸗ zrücker Zeitung und des Bergmannsfreund) sowie alle Buhhandlungen entgegen Auf den Saarbrücker Gruben werden die bekannten Stellen, welche Auf räge für den Bergmannsfreund annehmen, auch den Kalender vorräthig halten New«York, 20. August; der Posid „Pennland“, Kapt. Weyer, ist üean ibgegangen. Antwerpen, 1. September; der Pos »ampfer „Westernland'), Kapt. Randle, ist e Rew⸗York angekommen. Antwerpen, 2. September; der Pos⸗ »ampfer „Switzerland“ Kapt. Buschmann, ist naß Philadelphia abgegangen. New⸗York, 2. September; der —X „Noordland', Kapt. Nichels, ist von Antwerpe mgekommen. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingien Der kgl. Postdampfer „Noordland“, Kapiiar stickels, welcher am 22. August von Antwerhe ibging, isft am 2. September wohlbehalten New⸗NYork angekommen. Die beiden letzten Nummern (16 u. 17) de steuen Musik⸗Zeifung (Verlag von P. J. Tonger döln. Preis pro Quart. 80 Pfg.) enthalten ame den neuesten Berichten aus dem Kunstler⸗ und Theaterleben: Ein musikalischer Charalterbop Friedr. Wieck, Lebenssktizze. — Reinmar * rFiedler, Erzählung von F. Siking. — Der Vur. ier von Sevilla, Zeichnung von Herm. Kaulbah Text von Karl Stieler. — Die Zwoͤlf Goldharimn öpfe, Aus Bachs Jugendzeit. — Altdeuische 3prüche. — Deutsche Musik in Paris, von Atth. Mennell. — Eine Pfarrhausidylle (Wilhelmin⸗ Schröder⸗Devrient) von M. Ger. — Negueste risztiana aus Weimar. — Fanchon das Leyer— nädchen von E. Pasquo. — Orcchestermusiker in Imerika ꝛc., ꝛc. Unsern Lesern sei dieses wirklich interessanle Familienblatt bestens empfohlen. — Probe⸗Rum⸗ mern gibt jede Buch⸗ und Musikalien ⸗Handlung garatis ab —1 — 7 Billigor Bazar St. lngbert Hauptstraße. Haupistraße Wegen Einkaufsreise bleibt nein ELaden von Mittwoch Mittag 9. 10. und 11. September rteschlosßen. J eunng. »⸗⸗ Commando. xhmiere eigenes Fubritaj bedeutend besser als Thran. Dieselbe erhält das Leder geschmei⸗ »ig / verhütet das Springen desselben owie das Eindringen der Nässe. Au⸗ zerdem besitzt die Schmiere die An⸗ aehmlichkeit, daß man sofort darauf vichsen lann. 1 Pfd. Topf 80 Pf. Pfd. Topf 45 Pf., “a Pfd. Tovf 25. 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Der ausführliche Zeitungskatalog pro 1883 steht jedem In⸗ serenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfüqunga. 4eudd PBIIG Scheine fur die Gemeindekrankenver sicherung J sind zu haben in der Srucerei des „Ft. lnqbortor Anzoiqger Hierzu „Il ustrirtes Sonn⸗ e tt Nr. I10. Druck und Versag von F. X. Demeßk in St. Jnabert. sf Jugherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fuufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wbochentlich mit Unterhaltungt⸗ zlatt und Sonntags mit S8seitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich ĩ A 60 Oeinschließlich Tragerlohn; durch die Pos bezogen 1 75 4, einschließli o AZuftellungkgebuhr. Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betrãgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 ñ, Neclamen 80 4. Bei Amaliger Einrackung wird nur dreimalige berechnet. 174. Deutsches Reich. 3— München, 3. Sept. Dem zurückgetretenen Abgeordneten Regierungspräsidenten v. Hörmann vind durch die Abgeordneten des Wahlkreises empten eine von saämmtlichen Wahlmännern interzeichnete Adresse überreicht werden. — Bei der Landtagsersatzwahl in Bamberg wurde Pri— ratier Schürr von Herzogenaurach (ultramonian) um Abgeordneten gewählt. Kempten, 2. Sept. Bei der Landtags⸗ vahl dahier haben die Liberalen gesiegt; Privatier Schmidt von Memmingen wurde mit 127 Stim⸗ nen gewählt. Der ultramontane Gegenkandidat huber erhielt 100 Stimmen. Berlin, 83. Sept. Die Telegraphen⸗Kon⸗ renz genehmgte heute den Beschluß über Einführung ines einheitlichen Tarifsystems in zweiter Lesung mberändert. Von Vertretern von vier Verwali⸗ ugen, welche bei der ersten Lesung ohne Instruk— jonen waren, stimmten drei für den Beschluß, iner behielt sich das Protokoll offen. Hierauf fand ine umfassende Diskusion über die Anwendung der erabredelten Sprache und sogenannten Codes im nlernationalen, namentlich überseeischen, Verkehr ut. Die Kommissionen für die Reglements⸗Taxen atieten ihre Berichte. Berlin, 4. Sept. Die Kommission für Aus⸗ ndeilung eines bürgerlichen Gesetzbuches hat gestern hre regelmäßigen Sitzungen wirder aufgenonimen; e hofft die Gesammiarbeiten binnen zwei Jahren um Abschluß zu bringen. Ausland. Madrid, 4. Sept. Von liberaler Seite dicd, falls zwischen Deutschland und Spanien in det Karolinenfrage keine gütliche Einigung herbei⸗ reführt werden sollte, die Einberufung der Korles tlangt werden. Petersburg, 4. Sept. Das Kaiserpaar ist elern in Peterhof angelangt. Der Kaiser empfing estern den englischen Botschafter Thornton, welcher ein Abberufungsschreiben üherreichte kokale und pfalzische Nachrichten. „F Zweibrücken. Die Vertheilung der amunterungspreise für hervortagende Leistungen dem Gebiete der Pferdezucht an die Eigen. suͤnet der alz preiswürdig erkannten Pferde wird v das laufende Jahr am 27. d. M. dahier statt den. Die Mußfierung und Auswahl der jur eigbewerbung gelangien Pferde wird am vorher⸗ henden Tag den 20. d. M., ebendaselbst vorge⸗ nmen werden. Zur Vertheilung gelangen: i. Preise fuͤr 412 jährige Stuten, welche zum ersten lal von einem gesetzlich zulässigen Beschäler, nuͤm⸗ entweder don inem Gefiüishengst oder von amn angeldrten Privatbeschäler, oder von einem nStulenbesitzer selbft gehörigen Hengste trächtig —X tise für Mutterstuten, welche mit einem Fohlen wefühet werden, dag don einem gesetzlich zulässigen Aobstammt und die auch von solchen Hengsien et belegt sind, im Gesammibetrag von 1065 8 UII. 15 Preise für Stutfohlen im Aliet it bis 321 Jahren im Gefammtbetrage bon q —V — 5 Preise für Hengstfohlen im Alter i bis 8312 Jahren: 1. Hreis 800 Marl — 2. Preis 90 M. nebst Fahne, 8. * 9 M. nebst Fahne, 4. Preis 80 M. nebsi r. 5. Preis 20 M. nebst Fahne, V. Wein im Betracu dis zu in n 5“tern kßznnen S oe Sonntag, 6. September 1888. 20. Jahrg. nach dem Ermessen der Prämiirungs⸗Kommission an solche Pferdezüchter ausbezahlt werden, welche über 30 Kilometer von hier enifernt sind. — Kaiserslautern, 3. Sept. Wie vor⸗ fichtig man beim Aufdrücken oder Aufstechen von Furunkeln, Mitessern u. dgl. sein muß, beweist olgender traurige Vorfall. Eine junge Frau in Antersulzbach bei Olsbrücken, die erst seit 3 Mo⸗ naten verheirathet war, hatte im Gesicht ein sog Blutschwürchen. Der Ehemann ließ sich herbei dasselbe mit den Fingernägeln aufzudrücken. Die Folge davon war, daß das Gesicht anschwoll und das junge Weib vor etwa 5 Tagen an Blutver⸗ ziftung starb. — Auf 6. Oklt. sind 121 Wehrpflichtige vor die Straftammer des k. Landgerichtes Kaiserslautern geladen. Sie sind sämmtlich dermalen „ohne be⸗ lannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort“, was wohl soviel sagen soll, als sie sind nach Amerika ausge⸗ wandert. — Der Cartellverband deutscher alademischer Gesangvereine ladet seine Herren Philister und Altiven zu einer auf der Postmühle zu Neustadt a. H. am 12. September staitfindenden Ferien⸗ Zusammenkunft ein. —W — Speyer, 2. Sept. Der nächste an der zgl. Hufbeschlag⸗ Lehranstalt zu Würzburg abzuhal tende Lehrkurs für Hufbeschlag wird am Donners— hag den 1. Oktober Ifd. Irs. beginnen und ein Zeitdauer von 4 Monaten umsassen. Wer in diesen Lehrkurs aufgenommen werden will, hal angstens bis zum 15. d. M. ein Gesuch mit den aöthigen Zeugnissen bei der k. Regierung von Anterfranken, Kammer des Inneren. in Wurzburg ꝛinaureichen. — Grünstadt, 3. Sept. Vor einer Woche tarb hier im Waisenhause, woseldst sie schon seit etwa 10 Jahren aufgenommen wurde, eine 71. ahrige Frau Alexandra Magdalena Mekolai, die hdier „die Russelene“ genannt wurde. Der Lebens⸗ lauf derselben ist ein eigenthümlicher. Sie wurde in Grünstadt im Jahre 1813 als die Tochter eines russischen Offiziers, der hier einquartiert war, geboren und von ihren Eltern nach Frankreich mit. genommen, von wo aus sie mittellos in vorgerück⸗ lem Alter hierher in das Waisenhaus nach iangen Unterhandlungen aufgenommen werden mußte— Sehr merlkwürdig ist, daß, wie allgemein hier er⸗ zählt wurde, die Mutter ihren Gatien, den Haupt⸗ nmann, im Feldzuge in männlicher Bekleidung als Bedienter begleitet hatte und es hier nicht wenig Aufsehen damals erregte, als dieselbe von der be⸗ prochenen Tochter enibunden wurde Es zeugt dies Kreuz vom Todesschrecken, Der frohe Menschen jah betroffen; Zeugt aber auch vom AÄuferwecken Und einem christlich frommen Hoffen! F Zu den Mainzer Morden. Im Verhör vor dem Untersuchungsrichter fragte Herbst dieser Tage plötzlich den Beamten: Nun, Herr Untersuchungsrichter, was würden Sie denn auf diese Frage antworten, wenn Sie Jemand gemordei haben sollten? — Die Taucherarbeiten werden mit großem Eifer fortgesetzt, obwohl bis jezt nur un⸗ bedeutende, keinesfails mit dem Morde zusammen⸗ hängende Gegenstände gefunden wurden, so z. B. der Theil einer Nähmaschine, ein Schlüssel, ein Ring, eine alte Münze ꝛc. Bei diesen Arbeiten find zwei Taucher beschäftigt, welche in Stettin und Memel ihre Heimath haben und vornehmlich bei Taucherarbeiten in der Osisee beschaftigt sind. Bis zu ihrer Hierherkunft waren sie in der Mosel thatig Jewesen, wo eine Anzahl Felsen gesprengt wurden. Sie tauchen jeden Tag sechs Stunden, drei Stunden des Vor und drei Stunden des Nachmittags. 55 Frankfurt, 1. Sept. „Und er soll Dein Herr sein, aber nicht Dein ,Mädchen für alles“, mochte ein hiesiger Einwohner denken, als ihm seine Frau den Zuder brachte und ihn late⸗ zorisch aufforderte, die Stube zu putzen. Er weigerte sich ganz entschieden, dies zu ihun, worau er von seiner, wie es scheint, fehr energischen Gattin sofort an den Haaren gepackt und in der —A fich der Mann zu befreien, der Zuber stürzte um und sein Inhalt überschwemmte das Zimmer, allein die Frau ließ ihre Beute nicht fahren und nur dem Umstande, daß beide Theile in ihrem Kreislaufe der Treppe zu nahe kamen und wie zwei Mehlsaͤd— diese hinablollerten, hat es der Mann zu verdanken, daß ihm ein Theil seines Skalps erhalten blieb. Befreit von den Krallen, die sich in sein Haar verfangen hatten, suchte er fich nunmehr zu redan⸗ chiren, aber die flinke Gattin retirirte in die Kuche und forderte das Dienstmädchen zum Beistande auf. Als diese denselben verweigerte, ergriff die Herrin den Besen und vermöbelte sowohl die Dienstmagd wie den Herrn des Hauses mit dieser Waffe, in ihrem Eifer das sich fluchtende Mädchen bis auf die Stiaße berfolgend. Der Gatte hatle inzwischen das Schlachtfeld geräumt und so blieb die Ama— zone aus der Altegasse unbestritten Siegerin. Heppenheim a. B. 81. August. Heute starb dahier wohl der ältesie Lehrer des Groß⸗ herzogthums, naͤmlich Joseph Roos. im 92 Lebens⸗ ahre. Der Wirihschaftsbesitzer Andreas Freitag in —A— einem wackeren Stiernacken, wetiete kurzlich im Wirthshause mit einem Bauer Namens Joseph Stern, daß dessen Pferd nicht im Stande sei, ihu vom Platze wegzuziehen, wenn er sich innerhalb der offenen Thür mit Haänden und Fuüßen gegen die Thürposten stemme. Als Preis wurde kin hal ber Eimer Wein stipulirt, und man machte sich so fort daran, die Wette auszufechten. Freitag legte einen Strick um den Naden und dieser wurde an das „Wagendrittel“? am Pferdegeschirt befestigt. Beim ersten Male riß der Strick. Man brachte einen stärleren, und der Kampf begann aufs neue. An— fangs widerstand Freitag eine Weile, als aber end⸗ lich das Pferd' durch Peitschenhiebe angetrieben wurde, da stiieß er plötzlich einen lauten Schr⸗ ꝛiu jö armücieae im meß—,— ⸗ß-⸗ Vermischtes. Worms, 8. Sept. Während der Sedan⸗ jeier wurde auf dem Festplate gesiern Mittag durch die Schutzmannschaft ein Kellner (7k) aus üöhmen in dem Augenblicke abgefaßt, als er in dem Ge⸗ dränge einen Taschendiebstahl ausführen wollte. Gleich darnach wurden noch drei weilere Personen aus Paris, Posen und Schlesien, die ebenfalls nur zu gleichem Zwede hierhergereist waren, fesigenom⸗ men, wodurch weiteren Diebstählen dorgebeug wurde. Für deren Ausführung bot sich demnach in hiesiger Stadt klein günstiges Feld. Freiburg, 2.Sepf. Das AKreüz auf der Unglücksstätte bei Hugstetten ist aufgesteüüt und wird morgen, am Jahrestag der Katasirophe ein— gem⸗iht Merf dem Söocköt Eeht di⸗e Rnichrite — — — — — Pferde eine Strecke weit geschleift. Als man Frei. punkt einer für die Dampfschifffahrt neuen Aera jag aufhob, war er todt. Durch Zerreißung meh⸗ bildet, hat fich letzten Freitag hier ereignet. Es terer Rüͤckgratswirbel war sein Ende herbeigeführ: handelt sich um die Ersetzung der Kohle durch worden. Hetroleum oder vielmehr durch die Abgänge des Wien, 3. Seßt. Im Lager bei Pilsen Petroleums für die Verdampfung des Wassers in enistand zwischen Soldaten des 73. Egerer) und den Kesseln. Die Ehre der neuen Entdeckung oder des 75. (eines czechischen) Regiments aus natio besser gesagt des neuen Verfahrens, welches die naler Antipathie ein großer Erzeß, wobei zehr heizung der Dampfkessel an Bord durch Petroleum Deutsche verwundet wurden. Anwendung bringt, fallt Herrn von Allest Paris, 1. Sept. Mehr als 25,000 Per⸗ Chef⸗Ingenieur hiefiger Kompanie Fraissinet zu— sonen sind der Cholera wegen aus Toulon ge- Die Versuche wurden mit dem Steamer „Aude“ flüchtet. — Bei einem Wellirennen in Vannes gemacht, der, mit den neuen Apparaten versehen, türzte die Tribüne der Jury zusammen. Es gab iunf Stunden Fahrt unter ausgezeichneten Beding⸗ diele schwere Verwundungen. —. ungen bezüglich Schnelligkeit und Regelmäßigkeit F6GGchwere Funktion.) Aus Paris gemacht hat. Die Erfindung des Herrn Allesi schreibt man der „W. A. 3.“: „Der Zahnarzt macht die Heizer nahezu entbehrlich, da die Speis⸗ Duncan, ein Amerikaner, der fich vor Kurzem in ung mit Petroleum sich durch die Oeffnung eine⸗ der Ruͤe Rivoli etablirte, klagte seinen Bedienten dahnens vollzieht. Herr Marine⸗Ingenieur Guil—⸗ Prosper Vaugan, weil derselbe nach wenigen Tagen, aume, sowie die Ingenieure unserer bedeutenderen ohne zu kuündigen, seine Sachen gepackt und aus Zompanien wohnten dem Versuche bei und es sind dem Hause enlwichen war, n ger Bediente, ein die Resultate derart, daß die Anwendung des ziemlich pfiffig aussehender Bursche aus der Bree geuen Syftems an Bord anderer Schiffe kaum auf jagne, sagte zu seiner Enischuldigung Folgendes sich warten lassen dürfte. „Herr Kommissär, es ist die ganze Zeit, die ich FNew⸗Pork, 4. Sepi. Die Einstellung he ihm verbrachte, kein Patient gekommen; mich hinesischer Arbeiter an Stelle der streikenden aber nöthigte er, vom Morgen bis zum Abend Weißen in den Kohlengrüben von Rochsprings beim Fenstier jämmerlich zu schreien, damit die Wyoming, veranlaßte blutige Scenen. Mit Leule auf der Straße glauben sollten, er reiße Bewehren bewaffnete Weiße griffen die Chinesen mindestens täglich tausend Zaähne. Wenn ich einen an, odleten 185 derselben. brannten 80 Häuser Augenblick schwieg. weil mir der Hals schon rauh nieder und trieben ca. 500 Chinesen in die Berge war, rief er sofort: Schrei? Kerl, oder du bee vy sie Noth leiden. Man sendet ihnen Lebensmittel. ommst ein paar Ohrfeigen! Dr. Duncan war Fur die Redaktion verantwortlich: F. xXSexnet. sichtlich beschämt über die Aussage seines Dieners, —eee — c—c— ne er Ricgier jagie ihm noch spöttisch: Anter Mitgeiheil von Je a n Pedters, Daupt- Pahsage -Agentur diesen Umständen kann ich die Flucht Ihres Dieners St. Ingbert. wohl begreifen, er mußte besorgen, Sie könnten Antwerpen, 28. Äugust; der Postdampfer hie Tauschung noch weiter treiben, ind ihm in „Waesland', Kapt. Ueberweg, ist von New⸗ Yort der That auch einige Zähne ziehen“!! — angekommen. Marseille, 81. Aug. Ein Vorgang. Antwerpen, 29. August; der Postdampfer der in den Kreisen der Schifffahrt großes Auf. ‚Belgenland“, Kapt. Beynon, ist nach New· York sehen erregen wird und der vielleicht den Aufgangs—. abgegangen. ⏑ ä⏑ — J ———— — —— — — — ⸗— In Verlag dieses Blattes erscheint Anfang des Nonates Sep. er b. Saarbrücker Bergmannskalender für das Jahr 1836, herausgegeben vom Bergmannsfreund. Zum vierzehnten Male wiederkehrend, enthaält er außer dem Kalendarium, genea logische Notizen über die Regenienfamilien des Deutschen Reiches, 6 Bilder aus der Teufe, Bergleute bei ihrer Beschäftigung in der Grube darstellend, nach den Tschentscher'schen Original-Photographien zu den plastischen Gruppen der Bergwerkes auf der Hygiene⸗ Ausstellung zu Berlin 1883 gefertigt, nebst er auterndem Text, ferner 9 bergmännische Gedichte von F. Schenk; 4Original FErzaͤhlungen; aus der Feder des beliebten, volksthümlichen Schriftstellers Dr W Fischer und eine reiche Auswahl nützlicher Hausmittel, deutscher Sprüch Aneldolen, Räthsel u. s. w. Daran schließt sich ein vollständige? Verzeichnis aller bei dem fistalischen Saarbrücden Bergbauwirkenden Staats-— und Werks-⸗Beamten, sowi NRotizen über den Deutschen, Preußischen und Saarbrücker Bergbau im Jahr 1884 bezw. 1884/858. Den Schluß bildet das Jahrmarktsverzeichniß für die Regierungsbezirke Trier, Aachen, Koblenz, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden, dat Reichsland Elsaß⸗Lothringen, Fürstenthum Birkenfeld und die Bayerische Pfalz Auf dem Umschlage sind die Zahltage der Saarbrücker Gruben für da Jahr 1886 angegeben. te en Bei Eninahme von mindestens 12 Exemplaren kostet das Siück 25 Pfennig, im einzelnen 80 Pfennig und dürfte der Kalender der billigste aller Volks⸗ kalender sein. Besiellungen nehmen Gebr. Hofer in Saarbrücken (Expedition der Saar— brücker Zeitung und des Bergmannsfreund) sowie alle Bughandlungen entgegen Auf den Saarbrücker Gruben werden die bekannten Stellen, welche Auf räge für den Bergmannsfreund annehmen, auch den Kalender vorräthig halten New⸗-York, 29. August; der Postdampf Pennland“, Kapt. Weyer, ist ———— abgegangen. Aniwerpen, 1. September; der Post dampfer „Westernland', Kapt. Randle, ist x& NewYork angekommen. 39 n Antwerpen, 2. September; der Poft dampfer „Switzerland“ Kapt. Buschmann, ist nac Philadelphia abgegangen. New-York, 2. September; der Postdambfer „Noordland“, Kapt. Nickels, ist von Antwerpen angekommen. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Postdampfer „Noordland“, Kapitaär Nickels, welcher am 22 August von Antwerpen abging, ist am 2. September wohlbehalten jp New⸗York angekommen. Die beiden letzten Nummern (I16 u. 17) de Reuen Musil. geitung Verlag von P. J. Tonger Koln. Preis pro Quart. 80 Ppfg.) enthalten ame den neuesten Berichten aus dem Künstler⸗ und Theaterleben: Ein musikalischer Charakterlopf Friedtr. Wieck, Lebensstizze. — Reinmar da Fiedler, Erzählung von F. Siking. — Der Bar— bier von Sevilla, Zeichnung von Herm. Kaulbach Text von Karl Stieler. — Die Zwolf Goldharin. öpfe, Aus Bachs Jugendzeit. — Altdeutsqh Sprüche. — Deutsche Musik in Paris, von Arth. Mennell. — Eine Pfarrhausidylle (Wilhelmine Schröder⸗Devrient) von M. Ger. — Neguesi disztiana aus Weimar. — Fanchon das Leher— mädchen von E. Pasqu. — Orcchestermusiker in Amerika ⁊c. ꝛ⁊c. J Unsern Lesern sei dieses wirklich interessantt Familienblatt bestens empfohlen. — Probe ⸗Num mern gibt jede Buch⸗ und Musikalien-Handlunt aratis ab. — »ouerwehr! Montag, den 7. Sepi hdends präcis 26 Uhr bung. Commando. LSeveeschmiere eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thran. Dieselbe erhält das Leder geschmei dig, verhütet das Springen desselben sowie das Eindringen der Nässe. Au⸗ zerdem besitzt die Schmiere die An— nehmlichkeit, daß man sofort darau wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf. ia Pfd. Topf 45 Pf., “a Pfd. Top —A J Materialwaarenhandlung P. Fery. und in der Verkaufsstelle fürs chnapp⸗ bach bei Herrn J. Lutz. 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Der ueführuche Zeitungskatalog pro 1885 fteht jedem In⸗ serenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfüqung. —JXIIIE Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung find zu haben in der Sruderei des „St. ingberter Anzeiger Hierzu „Juusrirtes SEont rafnsblatt““ Nr. 10. Hruck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabeci. S3t. Iugberfer Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.A 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli 0 ⸗ Zustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 158, NReclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. A 175. Politische Uebersicht. J * Von der internationalen Telegraphen— Kkonferenz in Berlin ist ein neuer erfreu⸗ licher Erfolg zu berichten, indem dieselbe die in erster Lesung gefaßten Beschlüsse bezüglich Herstell⸗ ung eines einheitlichen Tarifsystems unverändert und einstimmig in zweiter Lesung genehmigt hat. »Die interessanten Mansver der deutschen Flotte bei Wilhelmshafen, bei denen die Torpedoboote eine hervorragende Rolle pielen, nehmen ihren Fortgang und legen in mar⸗ santer Weise Zeugniß davon ab, wie kräftig sich insere verhältnißmäßig noch so junge Kriegsmarine n jeder Beziehung weiterentwickelt. ⸗Zum deutsche⸗spanischen Kon— uunkte wegen der Karolinen-Inseln liegt eine teuerliche offizidͤse Mittheilung aus Madrid vor, velche deutlich das Bestreben der spanischen Regier⸗ ing beweist, wieder „abzuwiegeln“ und die freund⸗ chaftlichen Beziehungen zu Deuitschland nicht erschüttert zu sehen. In dieser Mittheilung war uuch darauf hingewiesen worden, wie fehr die anti⸗ xutsche Agitation in Spanien von der franzoͤfischen epublikanischen Presse inspirirt uvnd geschürt worden ei. Dies hat lebhafte Proteste verschiedener her⸗ vorragender Preßorgane in Paris veranlaßt, in denen behauptet wird, daß man in Paris die darolinen · Frage mit absoluter Gleichgüitigkeit be⸗ tachte, eine Versicherung, die angesichts der anti⸗ )eutschen Hetzereien, in denen sich ein Theil der ranzoͤsischen Presse gefallen hat, mindestens lächer⸗ üch erscheint. Im Uebrigen liegt zur Karolinen⸗ Frage auch heute etwas positiv Reues nicht vor wenn man als solches nicht die dem Londoner aus⸗ wärtigen Amte zugegangene Bestätigung der Nach— ticht auffassen will, daß Deutschland in der That bereit sei, die ganze Affaire einem schiedsrichterlichen Urtheile zu uniserbreiten. Die Nachricht, daß die Krönung des Kaisers llerander von Kuß land zum Kaiser in Mittel— fien für nächstes Jahr zu erwarten sei, verursacht m England Besorgnisse. Man weiß ja dort gur zu gut, wie große politische Bedeutung jene Imbolische Handlung hat und worauf diefe neue Zestigung des russischen Ansehens in Mitiel⸗Afien nauslduft. Die englische, St. James Gazeite“ ꝛemerlt hierzu: „Es mag nichts weiter als ein Jusammentreffen von Umstanden sein, daß die Be— egnung in Kremsier kaum vorüber ist und es noglich wird, das Datum für die Krönung des zaren als Kaiser von Mittel⸗Asien endgültig an⸗ uberaumen. Doch das Zusammentreffen ist nicht hne Interesse. Was die Kronung selbst betrifft wo ist dies vielleicht kaum eine Sache, woruber nan mit behaglicher Nichtachtung weggehen kann. die feierliche Handlung in Samarkanm'wird der debbilerung Asiens und der Militar⸗Partei in kußland als Anzeichen dienen, daß die mosko⸗ ditische Bewegung nach dem Indus nicht aufge⸗ then worden in. Die Feier wird mit der Ferug dung der Eisenbahn nach Merw zusammenfallen; ind wenn damit eine pidßzliche Wiederaufnahme et rufsischen Thätigkeit an der afg hanischen Grenze hunden sein würde, dann dürfte es in dec That manden überraschen. der seine Augen offen Montag, 7. September 1885. 20. Jahrg Deutsches Reich. Berlin, 5. Sept. Die „Nationalzeitung“ deröffentlicht folgende Londoner Depesche: Nach hier aus Madrid eingetroffenen Nachrichten erreich— ten die spanischen Kriegsschiffe die Insel Yap am AV Besitz zu nehmen; ein deutsches Kanonenboot traf am Abend des 24. August ein, landete sofort Marine⸗Soldaten und Matrosen und hißte die deutsche Flagge auf. Die Spanier protestirten und telegraphirten nach Madrid um Instruktion. Ausf Yap wurde ein Zusammenstoß befürchtet. — In Madrid ist der Ministerrath zusammenberufen; der Zonig trifft morgen dort ein. Die Nachrichten verursachten in Madrid große Aufregung; der wüthende Poͤbel griff das deutsche Gesandtschafts hotel an, riß das Wappen herunter und verbrannte dasselbe vor dem Hotel des Ministers des Innern unter dem Rufe: Nieder mit Deutschland! Die Menge zog dann vor die französische Gesandtschaft und brachte dieser eine Ovation dar; es wurden Truppen aufgeboten um die Straßen zu räumen; Die Menge zog sich langsam zurück. Die Situa⸗ tion ist sehr ernst. in der Nacht noch verhaftet und in das hiesige Gefängniß gebracht. — Kirchheimbolanden, 4. Sept. Die gestern von hier abmarschirten Truppen traf unter— wegs ein Unfall, indem dem Bediensteten des Herrn General Ritter von Angstwurm hinterm Bastenhaus das Pferd scheute und in die 8. Kompagnie des 5. Inf.Regiments hineinsauste, wobei 4 Mann von demselben zu Boden geworfen wurden. Einer der Betreffenden wurde hierbei am Kopfe schwer verwundet, doch soll keine Gefahr für dessen Leben vorhanden sein. Die Uebrigen wurden leicht verletzt. — Kirchheimbolanden, 4. Sept. Bei dem gestrigen Marsche von hier nach Rockenhausen mußte ein Soldat, der plötzlich unwohl wurde, auf Bastenhaus zurücktransportirt werden, woselsst er auch starb. — Speyer, 4. Sept. Der ständige Aus—⸗ schuß der Generalsynode wird auf Montag, den 21. September ds. Is., hierher einberufen werden f Mainz, 4. Sept. In der Untersuchung Jegen den beschuldigten Herbst treten jetzt immet mehr Personen auf, die den letzteren bei verschie⸗ denen Gelegenheiten gesehen haben; IJo ist ein hiefiger Dachdeder vor Gericht geladen, welcher den Herbst genau kannte und der angab, an dem Tage, an welchem der Mord geschehen ist, den Herbst in einem Bierhause gesehen zu haben, daß Herbst sehr aufgeregt war und eine schwer bepacke Reisetasche getragen hat. Ein Gartnerjunge aus Laubenheim will den Herbst ebenfalls in dem Besitz der Reise- tasche gesehen haben und zwar in der Nahe der sog. Wassermaschinen, woselbst der Verhaftete seine Dande in dem Wasser des dortigen Grabens ge— waschen habe. Der Bursche wird als Zeuge ver⸗ nommen. Herbst gibt sein Leugnen nicht auf, trotz aller gegen ihn vorliegenden Indizien und trägi bei allen Verhören eine Frechheit zur Schau, die Jedermann empören muß. Er findet es ganz un⸗ begreiflich, daß man ihm eine solche Mordthat zu⸗ trauen könne. F In Kreuz nach hat sich kürzlich ein Verein junger Mädchen unker dem Namen,Hine fescht“ gebildet. dessen Mitglieder sich verpflichtet haben, keine Tournüre zu nagen. Gegen die Bestrebungen dieses Vereins wird jetzt mit folgenden Versen protestirt: Ausland. Wien, 6. Sept. Den Versuchen einzelner cussischer Blätter, namentlich der „Petersburger Zeitung“ gegenüber, der Monarchenzusammenkunft in Kremsier eine feindliche Spitze gegen eine einzelne Macht zu importiren, erklärt das hiesige, Fremden— blatt“: Die Argumentation des gedachten Blattes sei eine dollständig unbegründete, das Drei⸗Kaiser⸗ Verhältniß sei klein Complott gegen irgend eine dritte Papt. sondern ein Bündniß, das den Frieder wolle. Madrid, 5. Sept. Der deutsche Gesandte welcher sich in La Granja aufhielt, ist heute Vor⸗ mittag hierher zurückgekehrt und wurde bis zum Gesandtschaftshotel von Mitgliedern der Zivilbe⸗ hörden mit starker Escorte begleitet. Volksdemon⸗ rationen fanden nicht statt. Die Minister machten gestern dem König in La Granja die telephonische Mittheilung von den Vorgängen in Yap. Der stonig wird heute dem Ministerrathe präsidiren. Madrid, 5. Sept. Gestern Abend um 10 Uhr wurde auf die Nachricht von der Aufhifsung der deutschen Flagge auf der Insel Yap die deutsche Gesandtschaft angegriffen, die Fenster eingeworfen und das Wappen zerstört. Die Polizei war zu schwach; dieselbe mußte einen Gefangenen wieder herausgeben. Der Offizier, welcher den Gefangenen freiließ, wurde seines Amtes entsetzt. Gegen Morgen war der Tumult vorüber; es wurden ver⸗ schiedene Personen verhaftet. Madrid, 6. Sept. Gestern Abend fand vor dem koͤniglichen Palaste eine Kundgebung stati unter den Rufen: Es lebe Spanien! Es lebt sönig Alfons!“* Die Haltung der an der Mani— sestation theilnehmenden Menge war eine ruhigere London, 5. Sept. England hat die russi⸗ schen Vorschlage bezüglich des Zulfikarpasses ange⸗ nommen und weitere Propositionen behufs Herbei⸗ führung einer Stabilität in Zentralafien gemacht. Ein Kißchen in Ehren kann Niemand verwehren, Die Majoritat der Ausgestopften. 7Karlsruhe, 2Sept. Die Willionen der Ott'schen Erbschaft, welche vor zwei Jahren weit über Baden hinaus so viel Aufsehen erregte, sind vertheilt, und es ist immerhin interessant, zu erfahren, wie es den Erbnehmern derzeit ergangen. Einer derselben, der das artige Suͤnunchen von 132,000 fl. erhielt, war bis dahin im Armenhause. Jetzt lebt er als Rentier behaglich in seinem Hei— mathsort, während seine Tochter, die damals als Magd diente und, so lange sie arm war, von keinem Burschen beachtet wurde, jetzt als reiche Erbin nur die Wahl hat, aber Wahl macht Quai; ein anderer ist jetzt noch Bahnwart in Gamburg, er erhielt 28,000 fl. und lebt immer noch von seinem Bahnwartsdienst. Das Geld ist in der Sparkasse, und die Zinsen werden alljährlich zum Kapital geschlagen. Am Eingang in das voꝛi Wittighausen ist ein prachtvoller Neubau, großartige Hofraithe mit drei Scheuern und Siallen ane Lokele und prel - Êͥqhhten. AI brannten in dem benachbarten Alschbach zwei Scheunen und ein Wohnhaus der Witwe Jakob Kreutßz und dem Ackerer Adam Heß ge⸗ Jörig total nieder. Ein Sohn des Letzteren wurd⸗ chönstem weißem Kornstein, der Marmor gleicht. Es ist die Besitzung des Landwirths Fuchs, auf vessen Theil 450,000 fl. entfielen. Eine gleiche dofraithe inmitten des Dorfes gehört dem Bruder desselben, der ebenfalls diese Summe erhielt. In Dchsenfurth am Markiplatz erhebt sich ein Neubau, prachtvolle Wirthschaft und Restauration. Auch dieser Besitzer hat sein Vermoögen von der Erbschaft her, ebenfalls ein Gastwirth in Würzburg, der die 240,000 Mk., die ihn sein Anwesen kostele, baat nus der Erbschaft erlegen konnte. Mit wenigen Ausnahmen haben sämmtliche Erben ihr Vermögen zut angelegt und lassen fich kein graues Haar über die foriwährend noch anhängig gemachten Processe don engeblich näher Berechtigten wachsen. r Muünchen, 4. Sept. Gestern Nachmittag fand in der Rähe von Pullach zwischen zwei Stu⸗ direnden der Medizin ein Pistolen-Duell statt. Beim zweiten Kugelwechsel erhielt der eine, Kandi⸗ dat Beisler aus Neuburg a. D., einen Schuß in den Unterleib und starb nach Verlauf einer Stunde. Der Thäter, ein Württemberger, hat sich bei derk. Polizeidirektion selbst gestellt. f Leipzig, 2. Sept. Die Wittwe von Schulze⸗Delitzsch ist nunmehr durch gerichtliches Er⸗ enntniß auf Grund eines Gutachtens des Dr. Iggler für geisteskrank erkllart und entmündigt worden. Frau Schulze hatte schon zu Lebzeiten hres Mannes nach dem Verluste eines Kindes viederholt Anstalten für Gemüthskranke besucht. Broße, zwecklose und kostspielige Ankaufe der Frau Schulze, worüber die Zeitungen seinerzeit näheres berichteten, hatten nach dem Tode ihres Mannes das ererbte erhebliche Vermögen so rasch erschöpft, daß, wie dieses seinerzeit die Zeitungen mitgetheilt jaben, der Konkurs erklärt werden mußte. FLeipzig, 3. Sept. Ein schredliches Er⸗ eigniß ist gestern Abend während der Fahrt des um 6 Uhr aus Dresden nach Riesa abgehenden Zuges vorgefallen. Ein Menageriebesitzer, welcher nach dem Siadtchen Lommatsch fahren wollte, hatte in Dresden seinen Menageriewagen auf eine offene dowry laden lassen. Er selbst war alsdann mit jeinem Sohne in den Menageriewagen eingestiegen und hatte fich, da er kränküch ist, in das in diesem Wagen stehende Bett gelegt. Die Fahrt ging An⸗ angs ruhig von Siatten; da pldtzlich zwischen Toswig und Priestewitz macht sich ein Geräusch Lo bis 20 gute Maurer toönnen bei Unterzeichnetem bis nächsten Montag, den 14. Sept. auf der siederwürzbacher Mühle gegen hohen Lohn in Arotit ein⸗ relen. * Joh. Jos. Hellenthal, Maurermeister. —TDAIL sowie neuer Merettig st eingetroffen bei Nikolaus Bruckmann. n jemerkbar. Kaum, daß man es hört, so stürzt sich iuch schon ein Wolf, welcher aus einem Kafig des Bagens ausgebrochen war, auf den schlafenden Nann los und beißt ihm die Kehle durch. Der Sohn rettet sich gerade noch auf die Lowry, ein Schaffner bemerkt es, läßt augenblicklich den Zug jalten, und man bemerkt mit Entsetzen, daß sich zie wüthende Bestie fest verbissen hat. Ein Zufall ügte es, daß ein Gendarm in der Nähe war, velcher das Thier erschoöß. F Gera, 3. Sept. In dem benachbarten Stadtchen Zeulenroda wurde in vergangener Nacht in gräßlicher Mord verübt. Als der Oekonom zranke Nachts gegen 1 Uhr nach Hanse kam, fand r seine Frau durch tödtliche Beilhiebe verwundet n ihrem Bette im Blut schwimmend. Auf das heschrei des Mannes eilten Hausgenossen und achbarn hinzu. Der Verdacht fiel auf den Knecht rranke's, der sich in der Scheune verbarrikcdirt satte. Die Menge erstürmte die Scheune und nachte den Knecht dingfest, welcher auch seine Thäterschaft gestand. Der Beweggrund des Mor⸗ es war, Rache an seinem Dienstherrn zu nehmen. die Frau, äußerte er bei seiner Festnahme, dauere hn, seinem Herrn aber gönne er es. FMarseille, 4. Sept. Heute kanmen hiet 1 Cholera⸗Todesfälle vor. (GDoppelmord durch Vergiftung.) die Aufregung über das Verbrechen von Ville⸗ nomble hat sich noch nicht gelegt und schon be—⸗ chaftigt man sich wieder lebhaft mit einer muth⸗ naßlichen Vergiftung eines greisen Ehepaares. leber die letztere verlautet bisher Folgendes: Der zaron und die Baronin von Martres bewohnten m Winter eine sehr reich ausgestattete Wohnung im Boulevard Maillot; den Sommer verbrachten ie Eheleute, die ein jährliches Einkommen von 30,000 Franken hatten, auf ihrem Schlosse in Indillon bei Paris. Vor drei Jahren lernte die höchs —X ür verheirathet ausgab und Spiritismus übte. herr und Frau de Martres, welche Beide phanta- lisch angelegte Naturen waren, ließen sich nach und rach von Thouars und dessen Maitresse, Frau LTharpitet, ganz beeinflussen, so daß diese bald in »em Hause, in dem' man ihnen Gastfreundschaft zewährie, nach Belieben schalteten und walteten. Am 27. Dezember 1883 starb der Baron plötzlich ind hinterließ ein Testament, in welchem er seine Frau zur Universalerbin einsetzte. Die Spiriuisten varen nunmehr unumschränkte Gebieter, hielten ille alten Freunde fern und suchten sich bei der dandbevölkerung. von Andillon durch Vertheilung jon Wein, Lebensmitteln und Arzneien beliebt zů nachen. Am 8. ds. Is. erlag nun Frau de Martres einer überaus kurzen Krankheil und in der Gegend fing man bereits üher einige auffällige Anzeichen des raschen Todes der heiden Eheleute zu sprechen an, was sich erhöhte, als man erfuhr, Thouars und Frau Charpilet vären zu Universalerben der Baronin eingesehi vorden. Die Gerichtsbehörde leitete damals eine Antersuchung ein, die vorläufig zu keinem Resullal ührte. Nunmehr scheinen sich aber die Verdachts nomente gemehrt zu haben, denn gestern wurden ie Leichen des Barons und der Baronin von Martres aus deren Gruft am Friedhofe Montpar- iasse ausgegraben, um einer gerichtlichen Autopsie interzogen zu werden. Der Bericht über dieselbe »ürfte ziemlich lange auf fich warten lassen und aum vor Ablauf eines Monats abgegeben werden. Zur Desinfizirung des Mundes zei hohlen Zähnen ꝛc. ist Borax ein gutes Mitiel ind nicht unangenehm. Eine starke Prise des Zulvers wird auf die Zunge genommen und, wenn ie aufgelöst is, im Munde hin⸗ und herbewegt, zis alle Theile davon berührt find. F Ein gräßliches Unglück ereignete fich am Sonnabend in Daw lish an der Küste von Süd⸗ Ddevon (England). Eine junge Dame, Frl. Watis, zatte mit zwei jungen Kindern im Alter von 9 esp. 4 Jahren und deren Bonnen auf einem S„paziergange am Meeresgestade unter einem Felsen⸗ iff Platz genommen, um ein wenig zu rasten, als lötzlich 30 oder 40 Tonnen Sandstein auf die im Boden Sitzenden herabstürzten. Ein H9jähriges Nädchen und die beiden Bonnen wurden völlig ꝛerschüttet und wahrscheinlich auf der Stelle ge— ödtet, während Frl. Watts und der qjährige dnabe schwere Verletzungen davontrugen. Die Ver⸗ chütteten wurden nach müheseliger Arbeit als schrec⸗ ich verstümmelte Leichen aus den Trümmern her⸗ orgezogen. Fur die Redakion verantwortlich: F. X. Deme j. — — — — 2——— Z Ziehung nachste Woche, annerstag den 10. Septbr. Warnung. Ich warne hiermit Jedermann meiner Tochter Elisabetha auf meinen Namen etwas zu borgen oder zu leihen, ndem ich keine Zahlung oder Garantie ür dieselbe leiste. Beter Becker, Sohn von Joseph in Oherwürzbach. Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disquò & Cie. Hannheim empfiehlt ihre unter der Marle „Elephanten— Kaffee“ io beliebten hochfeine Qualitäten: Java⸗Mischung per Pd. IL.20, Westindisch M. 1.40, Menado M.41.60, .Bourboun M. 41.80, extra fein Mocca M. 2.00. gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschrift u. neu verbesserter Brennart. wodurch das Verflüchten des Are⸗ ma's absolut unmöglich. Kräftig u. fein im Geschmack. Große Ersparniß. Nur acht in Packeten mit Schut marle „Eiephant! versehen von i, 5 und 4 Pfund. 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Amtsgerichts St. Inabert. — — — — — àÛap ’ ä der St. Ingberter Anzeiger? erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienotagt, Donnerstag, Samstag und Sounmtag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlid 1 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 , einschließli v A Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungogebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 &, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 13 A. Neclamen 30. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. —5 176. Dienstag, 8. September 18885. 20. Jahrg. ⁊Neue Gebiete für Handel und Industrie * Will das deuische Volk sene Sletung behaup⸗ en, so muß auch der deutsche Unternehmungsgeist mit demjenigen der unternehmendsten Nationen wetteifern. zür Ausführung dieses Strebens befinden wir uns eßt in einer der denkbar günstigsten Perioden, denn er Weltfriede ist gesichet und an der Spitze deutschlands steht eine ebenso energische, als weit⸗ lickende Regierung, die auf wirthschaftlichem Ge⸗ ziete für die deutschen Unternehmer in zehn Jahren nehr thun kann, als frühere Regierungen in zwei zahrhunderten. Wer hätte noch vor fünf Jahren zaran gedacht, daß das deutsche Reich in so kurzer zrist Kolonien erwerben und mit solcher Ausdauer ind Zähigkeit sich an der Eroberung Afrikas für ie Kultur betheiligen würde? Ein Blick auf den Fongo⸗Staat. Kamerun, Angra⸗Pequena u. s. w. eigen in den wenigen Jahren ganz erstaunliche jortschritte für das kolonialpolitische Vorgehen deutschlands. Es sind nun mancherlei Zweifel über die wirth⸗ haftliche Rentabilität dieser Kolonialunternehmungen nufgetaucht, es verdient deßhalb hervorgehoben zu verden, wie die Engländer, ein Bolk, das seinen stoßen Wohlstand vorzugsweise den Kolonien ver⸗ pankt, über das Vorgehen Deutschlands in Afrika irtheilen. Nachdem die politische Nebenbuhlerschaft eInglands in den Kolonialfragen durch die Festigkeit er dcutschen Regierung beseitigt worden ist, kommt eßt nur noch der wirthschaftliche Wettkampf in Ufrika zwischen England und Deutschland in Frage. ẽs ist nun dabei im höchsten Grade bezeichnend, wie mnglische Fachblätter für Industrie und Handel iußerst ängstlich das Vorgehen der Deutschen in Ufrika beobachten und verrathen, England möge, venn irgend möglich, in vielen Gegenden Zentral⸗ ifrilas den Deutschen zuvorlommen. So schreibt r „Iromnonger“: „Sicher befinden sich zwischen em „Congo⸗Staate“ und den deutschen Besitzungen a Afrika noch bedeutende Gebiete, reich an Gold ind Elfenbein und bewohnt von einer zahlreichen Iebolkerung, welche englische Manufakturen kauft.“ -Ferner erzählt ein englischer Reisender, Mr. dowell, daß die Negervölker Zentral⸗Afrikas schon uuf einer gewissen Kulturstufe siehen, daß sie gern hte schlechten Waffen, Aexte und landwirthschaft⸗ ichen Geräthe mit europäischen vertauschen, gern Zleiderstoffe kaufen, daß sie Dörfer und stadtähnliche iederlassungen befitzen, daß oft Wasserstraßen nach hren Gebiesen führen und ein Verkehr verhältniß⸗ naßig leicht mit ihnen einzurichten sei. Aus damerun lommt auch die Nachticht, daß fich zwei eit einiger Zeit dort eingewanderie Schweden durch Louschhandel mit den Eingeborenen einen Wohlstand Worben haben und daß daraufhin noch fünf junge Schweden über Hamburg nach Kamerun gereist sind, im dort ihr Glück zu machen. Sollten diese Fingerzeuge micht auch in Deutschland Beachtung inden, denn Kamerun ist doch eine deutsche Kolonie ẽ gleiß, Ausdauer, unerschrocene Selbsthüfe und ein beines Kapital müssen frellich die Kolonisten be⸗ den, denn dort find gar mannichfache Hindernisse zu XEX VPolitische Uebersicht. „„ Frankreich haben die Ereignisse in ladrid das Interesse an der Wahlbewegung mo—⸗ mentan zurückgedrängt und die Wogen der politi⸗ schen Erregung gehen wieder hoch in der franzö⸗ sischen Hauptstadt. Die Empfindlichkeit für die Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien hat sich seit 1870 nicht vermindert, allein in seinem wahren Wesen hat der französische Chauvinismus trotz aller deutschfeindlichen Demonstrationen, trotz Deroulöde und Patriotenliga — daos beweist die Sprache der tonangebenden republikanischen Jour⸗ nale anläßlich der gegenwärtigen Krisis — doch eine beträchtliche Abtühlung erfahren. Die Einsicht, daß Frankreich in dem deutsch⸗spanischen Konflikt bei aller Sympathie für Spanien neutral bleiben müsse, tritt sehr stark hervor. So findet denn auch die entschlossene Haltung der Regierung, welche deutschfeindliche Kundgebungen der besonders im AVV Zpanier nicht duldet, bei allen ruhig denkenden Franzosen Billigung. Die leidenschaftlichen Aus— orüche der radikalen Blätter, welche eine energische Unterstützung der repulikanischen Bewegung in Spanien verlangen, verdienen eine nur untergeord⸗ nete Beachtung. Jeder vernünftig urtheilende Po⸗ litiker weiß, daß daran, soweit das offizielle Frank⸗ reich in Betracht kommt, nicht zu denken ist und daß die nichtoffiziellen politischen Kreise gegenwärtig durch die Wahlbewegung in Anspruch genommen sind. In einer von der offiziösen „Agence Havas“ bersendeten Note heißt es sogar, daß die überwäl⸗ tigende Mehrheit dec öffentlichen Meinung in Frankreich das Ende des Konfliktes. der nur Schwierigkeiten an beiden Grenzen herbeiführen tönne, lebhaft wünscht. Im Grunde geht der Jjanze koloniale Konflikt, der an und für sich die Juteressen Frankreichs gar nicht berührt, dasselbe auch nichts an, und nur die Lage Frankreichs zwischen den beiden in Streit gerathenen Mächten macht vom internationalen Standpunkte aus eine etwas wachsamere Haltung der Regierung noth⸗ wendig. Aus Madrid wird gemeldet, daß der Kolo⸗ aialminister die Aufnahme einer Anleihe von 100 Millionen Pesetas für Cuba beabsich⸗ tigte. Da neuerdings nichts von Unruhen auf dieser Insel verlautet hat, so ließe sich die erwähnte Nachricht nur dadurch erklären, daß die spanische Regierung durch die Aufnahme einer immerhin so zedeutenden Anleihe bezweckt, bessere wirthschaftliche Verhältnifse in dieser wichtigsten ihrer Kolonien zu chaffen. Oder sollte Cuba nur der vorgeschobene Name für die Karolinen sein? Ueber den Konflikt zwischen England und XX GBrenzfrage schreibt die „Times“: „Unsere Differenzen mit Rußland sind thatsächlich beigelegt. und unser Bündniß mit dem Emir — dessen Loya⸗ tität und Treue der Staatssekretair für Indien einen hohen Tribut zollte — verbleibt ungestört. Aber Lord Randolph Churchill erinnerte uns in Worten, gegen die kein englischer Staatsmann Ein⸗ vendungen erheben kann, daß die Besorgnisse der leßten paat Monate uns eine Lehre ertheilt haben, die wir niemals vergessen dürfen. Die Feststellung der Grenzen zwischen dem afghanischen und dem russischen Gediet kann jetzt ohne weitere Hindernisse oder Verzug vervollständigt werden und die Ehr⸗ lichlkeit des Emirs mag völlig unanfechtbar sein; aber diese Umstände, befriedigend wie sie an sich elbst sind, bilden keine hinreichende Bürgschaft für die Sicherheit unserer indischen Vesitzungen. Dies ist, wir wiederholen es, eine Sache, die gänzlich in unseren eigenen Händen verbleiben muß. Beide Parteien stimmen über die zu ergreifenden noth— wendigen Maßregeln praktisch überein, und beide sind überzeugt von der Fähigkeit des Vicekönigs Lord Dufferin, dieselben, wie Lord R. Churchill sagte, „klug und vorsichtig, ohne Belästigung, aber gleichzeitig wirkuugsvoll auszuführen. Deutiches Reich. Muͤnchen, 5. Sept. Se. Maj. der König hat die von dem Komite zur Feier des 70. Ge⸗ buristages des Reichskanzler Fürssten v. Bis⸗ marck in Bamberg aus freiwilligen Beiträgen mit einem Kapital von 6177,87 Mk. begründete Wohlthätigkeitsstiftung zu Gunsten dürftiger Hand⸗ werker⸗ und Arbeiterfamilien unter dem Namen „Fürst Otto v. Bismarck-Stiftung? bestätigt. Muünchen, 5. Sept. Das heute Abend aus⸗ gegebene Gesetz und Verordnungsblatt publizirt die AÄllerh. Verordnung, inhaltlich welcher der Landtag auf Dienstag den 29. d. M. einberufen wird. Berlin, 7. Sept. Am Mitwoch treten im Reichsschatzamte die Kommissionen wegen Feststellung des definitiven amtlichen Waaren⸗Verzeichnisses zu⸗ ammen. Berlin, 7. Sept. Von den funf Theilen, aus welchen das neue bürgerliche Gesetzbuch be⸗ slehen wird, sind bereits drei, und zwar der all⸗ gemeine Theil, das Recht der Schuldverhältnisse und das Sachenrecht, vollendet; die Berathung des Familienrechts ist erheblich vorgeschritten und wird in nächster Zeit beendet werden, so daß nur noch der Entwurf des Erbrechts aufzustellen sein wird. KMölu, 6. Sept. Der Kölnischen Zeitung wird Jochoffiziös aus Berlin geschrieben: Der Angriff bes Madrider Pobelhaufens auf die deutsche Ge— sandtschaft mußie um so mehr überraschen, als an⸗ sccheinend eine ruhigere Stimmung eingetreten und der Ausbruch der Volksleidenschaft in keiner Weise begründet gewesen jei. Die Hissung der deutschen Flagge auf der Insel Yap wäre eine vorlaufige Maßregel, welche der endgiltigen Regelung durchaus nicht vorgreife. Solche Fragen würden nicht durch Schiffskapitane, aber auch nicht durch Pöbelrevolten nusgeglichen, sondern durch die Regierungen. Deutsch⸗ sand werde durch den Madrider Volksauflauf um so weniger berührt, je weniger die spanische Re⸗ gierung in der Lage sei, des Tumultes Herr zu werden. Paris, 6. Sept. Sechstausend Personen xwarteten gestern den König Alflonso an der Puerta del Sol, um die Wiedernahme der Insel Yap mit Gewalt zu fordern. Die spanischen Schiffe vor Yap waren ungenügend armirt und vermochten den Kampf mit dem deutschen Kano⸗ nenboot nicht aufzunehmen. Der Marquis Campos stellt seine iransallantische Dampfergesellschaft, deren Flotte aus 40 Dampfern besteht, behufs Atmirung dem Staat zur Verfügung. In der spanischen Nolonie zu Paris glaubt man. ein neues Ministe⸗ rium der Landesvertheidigung unter Dominqguez und Vivenne werde alle monarchischen Parteien zu einer einzigen Patiei vereinen. Die Partei Sa⸗ gasta, welche wahrscheinlich ans Ruder kommt, habe beschlossen, den Krieg an Deutschland zu er⸗ klären. Die republikanischen Führer Spaniens ammeln sich in Paris. Zorilla wird erwartet. Die spanische Botschaft ist ohne Nachricht über die Madrider Vorgänge. Die Königin Isabella be⸗ findet sich noch in Paris. Nachdem alle französi⸗ schen Blaͤtter zuerst gehetzt, mahnen sie jetzt zu trikter Neutralitat. Die Republique francaise“ schreibt in hochoffiziöser Form, Frankreich dürfe uich weder durch Sentimentalitäten, noch durch die Zeidenschaft fortreißen lassen. Von Seiten der französischen Regierung sei man der Besonnenheit sicher; auch die verschiedenen politischen Parteien Frankreichs seien zuverlässig. Sie begriffen alle die Nothwendigkeit des Friedens und daher einer trikten ehrlichen Neutralität. Nur die Presse und gewisse Gesellschaftsschichten seien zu fürchten. Der Patriotismus fordere von ihnen einen Verzicht auf ille Sympathiebeweise für Spanien. So schließt: „Soyons Prangais, rien quo Frangais! Wenn Fraukreich die Vermittlerrolle von Deutschland an⸗ geboten würde, so würde es diese nur mit Zustimm⸗ ing der übrigen Mächte übernehmen und nie allein handeln. — Älle Welt ist hier der Ansicht, daß irgend welche Konzession seitens des Königs Alfonso zleichbedeutend sei mit dem Sturz der Dynastie. Madrid, 7. Sept. Auch geßftern war die Aufregung noch groß. Tausende durchzogen die Straßen mit dem Rufe: „Tod den Deutschen!“ Dann ging es vor das Palais des MinisterPräsi- denten, von dem die Menge verlangte, daß er Deutsch⸗ land sofort den Krieg erkläre. London, 7. Sept. Die Morgenblätter prechen sich in dem Zwischenfalle mit Spanien durchweg zu Gunsten Deutschlands aus, empfehlen eine schiedsrichterliche Entscheidung der Streitfrage und betonen, Spanien schulde Deutschland vollste Benugthuung. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 8. Sept. Gestern Nach⸗ mittag wurde das Zjährige Kind des Arbeiters P. W. von einem mit Sand beladenen Wagen über⸗ fahren. Die Räder gingen dem armen Kinde über Beine und Hand und brachten ihm eine nicht un⸗ bedeutende Verletzung bei, so daß sofort aͤrztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Dieser hedauernswerthe Unglücksfall mahnt wieder Eltern zaran, kleine Kinder nicht ohne Aufficht zu lassen. *St. Ingbert, 8. Sept. Als Selten⸗ heit sei erwähnt, daß Herr Oekonom Carl Besck in einem Rübenacker auf dem Hobels eine Wein ß⸗ rübe im Gewichte von 12 — sage mit Worten zwölf — Pfund erntete. Das Riesenge⸗ vächs hat einen Umfang von 75 ctm. und ist 33 etm. lang. — Ferner theilt uns ein Leser ds. Blattes mit, daß in seinem Garten ein im ver⸗ Jossenen Frühjahre bersetztes Apfelbäumchen mehrere Büschel schön entwickelter Blüthen getrieben hat. Bewiß auch eine ungewöhnliche Erscheinung zur etzigen Jahreszeit. — Landstuhl, 5. Sept. Am 183. d. M. findet hier ein Delegirtentag der pfälzischen Zonfum⸗Vereine statt und wird anläßlich desselben Hert Reichstagsabgeordneter Dr. A. Buhl ein Re⸗ serat über die Unfällversicherung der landwirthschaft⸗ icher Arbeiter halten. — Pirmasens, 7. Sept. Am Samftag Abend nach 11 Uhr trieben einige Schusserburschen in der Pfarrgasse groben Unfug, indem fie mit Schusterineipen herumfuchtelten und einige Passanten erschreckten. Einen die Straße daher ommenden taubstummen Drechslergesellen, namens Max Pelsch, rempelten sie gleichfalls an und stach ihn der eine der Unholde durch den Unterarm. Der eifrigen Thästigkeit der Polizei gelang es, troß der jehr unvollkommenen Angaben des Taubstummen nach mehrstündigem Bemühen, noch in detr näm ⸗ lichen Nacht die Messerhelden zu etmitteln. Es iind dies der 20jährige Schustet Adam Weber don Walshausen, welcher den Stich füͤhrte, und der i9jährige Schuster Christ. Daniel von hier. GG. a) — Der wissentschaftliche Predigerverein der Pfalz wird seine Jahresversammlung Montag, 21. September nachsthin, zu Neust a di im Saal⸗ zau abhalten. Den Vortrag fülr dieselbe hat Hert Stadtpfarrer Kankele in Kaiserslautern über⸗ ommen und zwar über das Thema: „Die Päda⸗ jogik des alten Testamnensss.— — dDas pfalzische Apotheker⸗Gre- mium ist auf den 11. d. M. zu einer Genetal⸗ dersammlung nach Spbeyer einberufen. Dĩe Heimath, pfaͤlzisches Sonntaqs⸗ 4JJ hlatt. Nr. 49 enthält: Gedächtnißtage. Sonst und jetzt. Eine Verlobung mit Hindernissen. Schreckenstage. Die Patriotin von Lautern. Die Schlacht am Hasenbühl. Vom Badergesellen bis zum Appellationsgerichts-Präsidenten. Das Haus am Walde. Rundschau im Pfälzer Land. In's Merkbuch. Vom Büchertisch. Briefkasten. Inserate. Vermiĩchtes. F. Spiesen, 4. Sept. Diese Nacht brannte zie mitten im Dorfe gelegene Wirthschaft des Herrn dohler nieder, deren Saal fast bis zur letzen Stunde )er Ort vieler lustiger Kirmestünzer war. Die Nachbarshäuser, selbst die anschließenden Oekonomie— jebäude, welche mit Stroh und Heu vollgepfropft ind, wurden dank der aufopfernden Thätigkeit der siesigen freiwilligen Feuerwehr, von den Flammen nicht ergriffen, so daß nur Haus und Möbel den— elben zur Beute fielen. Dem Vernehmen nach schreibt der „St. Foh.⸗Sbr. Anz.“ launig, hat der hiesige Geflügel⸗ uchtverein beschlossen, die in Ottweiler stattfin⸗ »ende Geflügelausstellung nicht mit Spaniern zu heschicken, weil andernfalls ein Kampf derselben mi dem deutschen Hühnergeflügel voraussichtlich sich entspinnen würde. — Einer der Hühnerologen hai eine Spanier bereits abgemurkst. f Metz, 5. Sept. Die elsässischen Nationali— äts⸗Verhältnisse. Ein vor Kurzem erschienenes tatistisches Handbuch für ElsaßLothringen gibt olgende Auskunft über die elsässischen Nationali⸗ ats· Verhältnisse. In ganz Elsaß⸗Lothringen ge⸗ hören von den Gemeinden 72 pCt. dem deuisch.n, 22 pCt. dem französischen und 4 pCt. dem ge⸗ mischten Sprachgebiete an. Ein wesentlich ver⸗ ichiedenes Verhältniß ergibt sich, wenn wir die einzelnen Bezirke ins Auge fassen; denn während n Unter⸗Elsaß 95 pCt. und in Ober⸗Elsaß 85 Ct. der Gemeinden auf das deutsche Sprachgebiet entfallen, erreichen in Lothringen die deutschen Ge— meinden nicht ganz die Häfte; es find nur etwas iber 49 pCt., gegenüber 45 pCt. französischen und pCt. gemischten. Wesentlich gür.stiger gestalte! ich das Verhältniß, wenn wir nicht die Gemeinden elbst, sondern die Civilbevölkerung berüchsichtigen; son diesem Gesichtspunke aus haben wir auch in dothringen nicht nur Gleichgewicht, sondern ein leines Ueberwiegen der deutschen: es sind deren 52 »Ct. gegenüber 28, resp. 18 pCt., die dem franzö⸗ ischen, resp. dem gemischten Sprachgebiete ange⸗ rören. Die Zahl der Gemeinden endlich, die auf grund des Gesetzes vom 31. Mai 1872 vom Ge⸗ rauche der deutschen Sprache als Geschäftssprache isspensirt waren, betrug am 1. Januar, 1884 noch 417 bei einer Gesammtzahl von 1668. fF Metz, 7. Sept. Ein der letzten Nummern des „Petet⸗Journal“ wurde mit Beschlag belegt und durfte nicht ausgegeben werde. Veranlassung hierzu dürfte ein Artikel desselben „La falsisfication illemando“ sein, welcher sagt, daß in Deutschland alle Lebensmittel, als Brod, Bier, Wein, Brannt⸗ wein, mit Ausnahme des Futters für die Kanonen oxcept la chair à canon) verfalscht würden. F Mainz, 6. Sept. Zu dem hier vollführten Doppelmord wird gemeldet: Mehrere Umstände drängen zu der Ansicht, daß Herbst und Wothe zemeinschaftlich vielleicht noch mit einem Dritten inen bei der prostituirten Ehefrau Wothe gewesenen, zis jetzt unbektannten Fremden beraubt und umge⸗ yracht, dann auch die Wothe selbst als lästige Zeugin jetödtet haben und daß der Mitschuldige Wothe das Weite gesucht habe. FKreuznach, 7. Sept. Die Trauben sind schön in den Wein gegangen und versprechen bdei günstigem Wetter eine gute Crescenz. Schade ist aber, daß die Ernte nur eine kleine wird, eiwa in gutes Drittel so groß, wie im vorigen Jahre. Ztödke tragen gar keine oder nur sehr wenige Trauben, der Riesling nur zeigt durchweg einen ziel befseren Stand. F Frankfurt a. M., 4. Sept. Das „In⸗ telligenzblatt“ berichtet: Ein junges Madchen hatte die Belanntschaft eines hiesigen Bankiers gemacht und dessen Versicherungen von Liebe und Treue rollen Glauben geschentt. Nach einer kurzen Ab⸗ vesenheit von Frankfurt kehrte sie vorgestern wie⸗ der hierher zurück und scheint nun Dinge erfahren zu haben, die ihr eine bittere Enttäͤuschung berei⸗ eten. Sie schrieb sofort an den Geliebten einen HZrief, in welchem fie ihm drohte, ihm zu ködten wenn er fie nicht mehr liebe und verlassen wollte Der Bankier meinte die Drohung ernst und beeilt⸗ sich, ihr ein vorläufiges Schmerzensgeld von 10,000 Mark zu übermitteln. Das Mãdchen fand darin eine „Unverschämtheit“ und theilte ihr⸗ Entrüstung darüber in keineswegs schmeichelhaflen Ausdrücken einigen Bekannten des Bankiers mit. Dieser ließ nun die ehemalige Geliebte vor di Schiedsmann laden,wo nach längerer erregter Ver handlung ein Vergleich dahin zu Stande kam, daß das Mädchen sofortige Bezahlung von 40, 000 Rark auf alle weiteren Ansprüche verzichtet und Schweigen gelobt. Frankfurt, 4. Sept. In einem Herren— Barderobegeschaft an der neuen Kräme kaufte gestern ein Fremder einen vollständigen guten Kammgarn. anzug mit Ueberzieher und bat den Geschäftein— jaber, ihm diese Waaren mit quittierter Rechnung in seine Wohnung, ein Hotel dritten Ranges zringen zu lassen; diesem Wunsche wurde ent— Prochen, und als der Ausläuser mit den Sachen im Zimmer des Kaufers erschien, wurde er von )emselben in sehr freundlichen Worten gebeten, ihm einen sehr eiligen Einschreibebrief zur nahen Post anstalt zu besorgen. Der Ausläufer ging nichl auf diesen Leim, erklärte sich aber bereit, ihm seinen Wunsch auf dem Rückwege zu erfüllen, was dem Fremden indeß nicht in seinen Kram paßte; und da der vorsichtige Ausläufer selbst auf dessen reundlichste Bitte bei seinem Entschluß behartte, vurde er von dem Fremden mit den Worten zum Zimmer hinausgejagt: „Na, dann machen Sie haß Sie 'naus kommen!“ Dieser kurzen Abfertig ang folgten die Kleidungsstücke als Beigabe, welcht aus dem Zimmer hinausgeschleudert wurden. Der Ausläufer erhielt von seinem Prinzipal für seine Vorsicht ein gutes Trinkgeld. FHeidelberg, 5. Sept. In den Stein⸗ brüchen in der Nähe des Wolfsbrunnen wurd heute Morgen die Leiche eines Studenten auf gefunden, der sich durch einen Revolverschuß ent leibt hatte. Der Verlebte, der sich in sehr guten Verhältnifsen befand, dürfte in einem Anfalle von Melancholie den Tod gesucht haben. 4 Münster. Die auf der hier tagenden Katholiken-Versammlunng gefaßten sozial politischen Resolutionen haben folgenden Wortlaut „1) Die 32. Generalversammlung erklärt es für eine Pflicht der christlichen Obrigkeit, den abhängigen Arbeitern das Recht auf Sonntagsruhe und Sonn⸗ tagsheiligung, welches durch ein göttliches Gebol zeheiligt ist, durch Gesetz zu sichern. 2) Die 32 Beneralversammlung fordert die Arbeiter und Arbeit⸗ zeber auf, für den christlichen Sonntag mit aller draft einzutreten, mit der Ueberzeugung, daß die Erfüllung der religiösen Pflicht, die Pflege des Familienlebens, die Erholung für Koörper und Geist am Sonntag auch die Entwickelung der nationalen Industrie auf die Dauer nur fördern kann. 8) Die 32. Generalbversammlung giebt gleichzeitig der Forderung Ausdruck, daß neben der Fürsorge für den kranken und invaliden Arbeiter auch der ge⸗ sunde Arbeiter gegen eine übermäßige die Gesund— heit vnd das Familienleben schädigende Arbeitszeit durch Geset geschützt werde, daß dor Allem durch Beschranlung, beziehungsweise Verbot der Kinder⸗ arbeit und der Beschäftigung verheiratheter Frauen in der Fabrik der drohenden Auflssung des Fami⸗ lienlebens gesteuert werde. — Ferner wurde de⸗ schlossen: „Die 32. Generalversammlung erkenn! gegenüber den zersetzenden Wirkungen der Gewerbe— freiheit und der freien Konkurrenz die Nothwendig⸗ keit eines gesetzlichen Schutzes für den Handwerker⸗ stand in der Form des Befähigungsnachweises— sowie durch Verleihung wirkungsvoller Vorrechte an orporative Handwerlerverbaͤnde (Junungen) an. um den für den Staatsorganismus unentbehrlichen zewerblichen Mittelstand vor vollständigem Versal Ju bewahren. Die 32. Generalbersammlung richtet in Anknüpfung an den Beschluß der Generalver⸗ sammlung in Ddüsseldorf an alle Katholiken Deutsch ands, insbesondere an die christlichen Vereine, die dringende Bitte, der wachsenden Ueberhandnahm⸗ der übertriebenen Vergnügungssucht entgegenzu— treten.“ fLampertheim, 3. Sept. Die Staals- anwaltschaft ließ hier ein großeres Ouantum Wein“ mit Beschiag belegen, welches keinen Tropfen Rebensaft enthalten und aus Essenzen Jergestellt worden sein soll, die aus Baden bezogen vpurden. Düsß eldoxf, 4. Sept. Heute Mittag e ein Knabe einen in einer Karre stehenden aschon lange genedt, ohne daß das Thier seinem iger was gethan hätte; dadurch wurde der be immer dreister, bis auf einmal der Esel den en faßte, hoch in die Höhe hob, dann nieder⸗ und ganz schrecklich zerbiß. Nur mit Mühe ng es, das Thier von dem Knaben loszubringen, nr solche Bißwunden hatte, daß sofort ein Arzt urt werden mußte. München, 5. Sept. Der im Duell zullach gefallene Studierende ist. der Kandi⸗ er Medizin Hermann Beißler, Sohn herrn Bezirlsamtmannes Hermann Beißler in uurg a. d. D. Die Leiche, welche vorerst im genhaufe in Solln aufgebahrt wurde, ist auf gzusch des Vaters nach München überführt worden. Thäter heißt Alfred Denk; er ist Kandidat medizin und aus Tuttlingen in Württemberg uuruqj in „Dienstjubiläum“ eigener Art feierte migen Tagen ein junger Kaufmann in der anderstraße in Berlin. Seine thenre Ehe— ise, mil welcher er erst 313 Jahre verheirathet mwechselte zum 25sten Male ihr Dienstmädchen. Iit Hausherr hatte aus diesem Anlaß eine Anzahl zeunde geladen, um das Ereigniß in würdiger zase zu feiern. In einer „galgenhumoristischen“ — machte er auf die hohe Bedeutung des ihes aufmerksam und führte das „Jubiläums— —0 feierlichst in seine Stellung ein. Die neue ussee mag wohl geahnt haben, was für ein zdidsal ihr in diesem Hause bevorstand, denn sie w dem Feste eine besonders interessante Wendung durch, daß sie auf die Jubiläumsstellung verzich⸗ »und mit ihren Siebensachen still von dannen Bernau, 4. Sept. Eine hiesige Familie ene am Donnerstag an eine hier durchziehende eiltänzerGesellschaft zwef Kinder -Mädchen im Alter! von 5 und 8 Jahren — rkauft. — Es machte auf Augenzeugen einen idetlichen Eindruck, als die laut weinenden Kinder dem Wagen, begleitet von einer großen Kinder⸗ jar fortgeführt wurden. Glücklicher Weise kam Gesellschaft mit den Kindern nicht weit, denn hiesige Polizeibehörde erhielt von dem Vorfall d stenntniß und veranlaßte die Gesellschaft zur kederherausgabe der Kinder. Der Vorfall hat hier der ganzen Gegend gerechnete Entrüstung hervor⸗ f·* Aus Frankreich. Im letzten deutsch⸗ mnzösischen Kriege waren mehrere verwundete und jungene deutsche Offiziere und Soldaten in dem dlosse einer französischen adeligen Dame unterge⸗ ucht worden. Die Besitzerin des Schlosses, eine ihrte Wittwe, ließ ihren Gästen nicht nur durch z Untergebenen die liebevollste Pflege angedeihen, dern überzeugte sich häufig selbst von dem ge⸗ en Vollzuge ihrer Anordnungen, reichte ihnen it Speise, Trank und andere Gaben, tröstete ihren Besuchen die der französischen Sprache üttigen durch beruhigende Worte, die Sprachun⸗ udigen durch freundliche Blicke und Geberden, und urtzog fich auch selbst manchen beschwerlichen Ver⸗ ungen am Krankenlager. Die Gefangenen der—⸗ gen sie wie eine zweite Mufter. Gin junger Nger, welcher ein eigenes Zimmer erhalten haite, AIte fie einst, nachdem fie einen neuen Verband neine Wunde gelegt hatte, mit unverkennbaret ihtung: „Warum, gnädige Frau. überhäufen gerade die Feinde ihres Vaderlandes mit so Güte und Wohlthaten ?“* Die Gefragie ant- hen wehmüthig: · „Mein Sohn ist franzosischer ziet, wurde leicht derwundet uͤnd gerieth in Loefangenschaft. Da erbarmte sich seiner eine sche Mutter. Den Verwundeten pflegte sie mit odfetung, den Gefangenen nahmfie“ unter ihr Dach auf, nicht dur fur kurze Zeit sondern ie Dauer seiner Gefangenschaft. Durch die se Schouung, durch die aufmerksamste Behand⸗ milderte sie sein hartes Loos, fern vom Vater⸗ — fern von der Munter leben zu müssen. Ich “ ur naqch dem Vorbilde dieser draden deutschen 5 Thranen glanzten in den Augen der Adeden. Der junge Offizier schwieg, seine en entführten ihn in seine wraute Heimath —8 guten Mutter, für welche er auch im * Lande liebebollen Ersatz gefunden hatte a cin Diener ein und überreichte der Dame u dres Diese schaute flüchtig auf die Adresse e hastig daa Siegel. Gonlebse gief 6 freudig erregt, „meine und meines Sohnes Wohl⸗ häterin hat meine Bitte erfüllt und mir ihre Photographie gesandt.“ Der Offizier hatte kaum einen Blick auf das Bild geworfen, als er in die Worte ausbrach: „Das Portrait meiner Mutter!“ „Ihrer Mutter?“ wiederholte die Dame mit zittern⸗ der Stimme. Dann sank sie auf ihre Kniee und betete: „Gott, Du hast mir den Sohn meiner Wohlthäterin anvertraut — ich danke Dir aus tiefster Seele!“ FParis, 2. Sept. Am vorigen Montag ertrank der Ingenieur Couche, Direktor des Pariser Wasserdienstes, an der Küste von Jersey bei dem Versuch, seinen 15jährigen Sohn zu retten. Auch letzterer, ein hoffnungsvoller Knabe, ertrank. Am Ufer waren Frau Couche und ihre Tochter Zeugen des Unglücks. .7(GEranzösische Turner) Mit jedem Tage werden die Anzüge der französischen Turner auffallender und malerischer und man trägt sie nicht aur bei Turnfesten und Uebungen, sondern schon lediglich als Sonntagsstaai. Letzten Sonntag sat ich, so schreibt der Pariser Korrespondent der „K. Ztg.“, einen Tucner auf den Boulevards in einer Tracht, die nicht der Vergessenheit anheimfallen ollte: weiße Hose mit hoher rother Gamasche rothe Blouse mit goldener Schnur an den Auf— schläge, am untern Rand der Blouse eine etwo dier Centimeter breite goldene Borte mit ebenso langen goldenen Troddeln, auf dem Kopfe einen rothegoldenen Stürmer und zur Ergänzung der Nationalfarben eine riesenhafte blaue Schärpe, in die man vier Säuglinge hätte bequem einwickeln können. Hier war das Kunstreiter- und Akroba⸗ senmäßige auf den höchsten Gipfel getrieben, wäh—⸗ rend sonst zugestanden sein soll, daß die Turnber⸗ eine ihre Mitglieder, wenn auch durchweg höchst auffallend, so doch auch oft recht geschmackvoll kleiden. Die Kunstsschlecht zu schwimmen. In Abbaziq erzählt man sich nachstehendes pikante⸗ Histörchen, dessen Glaubwürdigkeit uns verbürgt wird. Vor circa vier Wochen langte eine junge Französin Madame Jannette D. in Abbazia an, die bald, obschon sie sich stets sehr einfach kleidete und sehr zurückgezogen lebte, Aufsehen erregte. Im Uebrigen wußte man herauszubringen, daß sie eine reiche Wittwe sei. Die Szenerie änderte sich, da etwa acht Tage später Graf M. in dem Bade ein⸗ traf. Als die Französin ihn das erste Mal sah. ward sie dunkelroth; sie mußte sich an einer Banf festhalten, um nicht umzusinken. Auf den Arm hrer Zofe gestüzt, wankte sie nach Hause. Am solgenden Tage hatte sie die Trauertleider abge⸗ egt und erschien strahlender, schöner als je an der Table d'hote. Auch Graf M. war zugegen; er that, als sehe er sie nicht und doch wußte bereits die ganze Badegesellschaft — vermuthlich durch die zeschwätzige Zofe — daß Graf M. ein ehemaliger Anbeter der schönen Frau sei, den sie aber aus Wunsch der Eltern abweisen mußte, als der reich— russische Großindustrielle D. ihre Hand erbat Man langweilte sich jetzt nicht mehr in den Palmen⸗ und Lorbeerhainen Abbazias, sondern hatte tage⸗ und wochenlang genug damit zu thun, das inter⸗ efsanlse Paar zu beobachten. Indessen fand zwi chen den beiden keine Annäͤherung statt, wie sehl die junge Franzöfin dieselbe auch zu wünschen schien Braf M. seinerzeit gerierte sich seinen Intimen Jjegenüber als Weiberfeind und machte kein Heht zdaraus, daß ihm vor zwei Jahren ein Mädchen has er glühend liebte, den Laufpaß gegeben, weil ein Anderer ihr größere Brillanten, eine Villa xẽquipage und Pferde, er aber nur eine jahrliche Repenue von' 4000 ft. habe bieten lͤnnen. Seil zieser Zeit verachte er die Weiber ... Auch diest Aeußerung kam der jungen Franzöfin zu Ohren Sie wußte nun, daß all' ihre schmachtenden Blicke einen Eindruck machen würden, und faßte einen anderen Plan. Obschon des Schwimmens kundig — sie war in dem zum Touristen⸗Hotel gehörigen Bade als geschickte Schwimmerin gekannt — stellte fie sich, als sie jetzt ihre Bäder just zu der Zeit da Graf M, badete, dor dem Hotel Guarnero nahm ils sei sie Anfängerin, ungemein ängstlich und au— dilfe angewiesen, Sie ging nie ohne ihre Zofe ins Wasser hinab, lenkte durch ihre sflets scheitern⸗ »en Schwimmversuche die Aufmerksamkeit auf fich vies aber jeden, der ihr hilfreich nahen wollte, nergisch zurück. Zu gewählter Stunde, da eben Braf M. allein im HertenBassin war, stieg unser⸗ Tzne in reizendem Vadeanzuge die Stiege, die in die blaugrüne Fluth führte, hinub; Graf M. sich abwendend, schien sie nicht zu bemerken, er sieht nicht, wie die junge Französin kopfüber sich einer Welle entgegenstürzt, hört aber alsbald einen markerschütternden Schrei, und als er nach dem Damen ⸗Bassin hinüberblickt, gewahrt er nur die Zofe. die handeringend, fassungslos auf jene Stelle weist, an der ihre Herrin verschwunden. Graf M., ohne einen Moment zu zaudern, schwimmt hinüber, taucht auf und nieder, blickt um sich, ob nicht irgendwo der ihm nur zu wohl bekannte Kopf auftaucht, Verzweiflung scheint sich seiner zu hemächtigen, sein Blick irrt vergeblich umher! — „Jeanette, pour Pamour de Dieu!“ ruft er angst- erfüllt; nochmals tauchte er unter, lange Sekunden dergehen, da endlich gewahrt man in weiter Ferne einen weiblichen Kopf, zwei weiße Arme theilen die schäumenden Fluten. Cest ello!“ ruft er äberglücklich, und auf sie zuschwimmend, seiner Sinne kaum mächtig, umschlingt er die Wiederge⸗ fundene mit beiden Armen, trägt sie ans Ufer be— deckt sie mit seinen Küssen. — Vergessen sind all' die Ereignisse der letzten zwei Jahre; sie ruht wie⸗ der an seiner Brust, hochklopfenden Herzens hört sie, wie er das Glück im Unglüdk preist, das ge⸗ tade ihn zu ihrem Retter erkoren. Am anderen Tage sah man die junge Französin glückstrahlend am Arme des Grafen, Abends gab es in der Villa R. ein französisches Verlobungsfest und als die Thampagnerkorken knallten und der echte Dalma⸗ tiner das Blut feuriger durch die Adern fließen machte, da trat auch unserer glücklichen Braut das derz auf die Zunge und fie erzühlte dem Geliebten, wie sie nur, um ihn zurückzuführen, Komödie ge⸗ spielt. Thatsächlich wird die schöne Französin in wenigen Wochen Gräfin M. und bringt ihrem Gatten im Austausche für die neunzackige Krone ꝛine Mitgift von nahezu 193 Mill. Rubel, die ihr der großmüthige Russe, dem sie zwei Jahre hin⸗ durch in seiner Krankheit eine aufopfernde Pflegerin gewesen, vermacht. .GieFranzosensindnichtimmer g alant. Mögen sie auch im Leben den Frauen gern Galanterien sagen, ihre Schriftsteller schmeicheln denselben durchaus nicht. Hoören wir einige dieser ungalanten Herren an. Champfort sagt: Die Liebe gefällt mehr als die Ehe, wie auch Romane unter⸗ haltender sind als Geschichte. Marivaux meint: et gibt viele Frauen, die sehr liebenswürdig wären, wenn sie ein wenig vergessen könnten, daß fie es sind. »Sehr malitiös sagt Charles Nordier, man habe die Bemerkung gemacht, daß von allen Thieren die Katzen, die Muͤden und die Frauen am meisten Zeit auf ihre Toilette derwenden. Ebenso ungalant sagt Alphonse Karr: eine Frau, welche anderthalb Stunden in einer Kirche zugebracht und dabei die Augen nicht von ihrem Gebetbuch erhoben, hat, it im Stande die Toilette von 223006 Frauen, du mit ihr in der Kirche waren, auf das genauesie anzugeben, ohne auch nur die geringste Kleinigkeit zu vergessen. Und derselbe Alphonse Karr riskirt noch einen kühneren Ausspruch: die Freundschaft zweier Frauen ist immer ein Komploit gegen eine dritte. f Kairo, 6. Sept. Auf dem Transport von der Bahnstation Assuit nach der Stadt wuͤrde heute ein Geldbetrag von 4000 Pfund Sterling durch eine Räuberbande geraubt. Von den dem Transport zum Schutze deigegebenen Personen sind mehrere verwundt.. xOonoré de Balzac lag einmal Nachts in seinem Bette ohne zu schlafen. Ein Geräusch an einem Schlosse erwecktt seine Aufmerksamkeit; er wendet den Kopf um und fieht beim Lichte seiner Nachtlampe einen Dieb, der seinen Sekretar auf⸗ dricht. —Es warrein kritischer Augenblick, Balzac aber lachte laut auf. Der Spitzbube glaubte sich entdedt und hielt mit seiner Ärbeit inne. Der Dichter lachte immer lauter. Worüber lachen Sie f fragte endlich unwirsch der Dieb. — ,Worüber ich lache Darüber“ daß Sie, duf die Gefahr hin, ins Bagno geschidt zu werden, fich bei Nacht mit einem falschen Schluͤssel hierher schleichen und in einem Möbel Geld suchen, in welchem ich, bei hellem lichten Tage. und mit dem richtigen Schlüssel be⸗ waffnet, keines inde Dienflesuachrichten. Durch Regierungtentschließung vom 18. August 1885 wurde der kaĩ. Distrikizschulinspetior ue.. distrilt Kirchheimbolandem Gollheim geistliche Rat.! Dekan und Pfarrer Georg Mettz ger in Kirchheim⸗ olanden von der Funktion eines katholischen Di⸗ trittsschulinspektors der kgl. Praparandenschule zu sirchheimbolanden enthoben und mit Wahrnehmung dieser Funktionen der kgl. katholische Distrittsschul⸗ nspeltor für den Distrikt Rockenhausen · Obermoschel, Pfarrer Matthäus Damm in Obermoschel, in nterimistischer Weise betraut. — Ernannt wurde: er interim Verweser Karl Baum in Hördt zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Johann Keller in Göllheim zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Jakob Leopold n St. Ingbert zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Heinrich Jung in Konken zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Beorg Gebhardi in Eppstein zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Wilhelm Göddel n Callbach zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Friedrich Bickel in Mimbach zum Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Franz Hofmann in Contwig zum Schulverweser aselbst. Der interim Verweser Philippheckmann n Dannenfels zum Schulverweser daselbst. Der nterim. Verweser Karl Hofmann in Albersweiler „um Schulverweser daselbst. Der interim. Verweser Hugo Eckstein in Altrip zum Schulverweser da⸗ selbst. Der interim. Verweser Max Bötsch in Wiesbach zum Schulverweser in Albersweiler. Der nterim. Verweser Jakob Mork von Hilst zum dehrer daselbst. Der Schulverweser Alois Moser in Busenberg zum Schulverweser in Merzalben. Dder Schulverweser Heinrich Lehmann in Alsen⸗ »orn zum Schulverweser in Blieskastel. Der Schul⸗ verweser Karl May in Altleiningen zum Schul⸗ berweser in Frankenstein. Der Schulverweser Julius Flörchinger in Münchweiler zum Lehrer in Trulben. Der interim. Verweser K. Maupai n Kindsbach zum Schulberweser daselbst. Der nterim. Verweser August Lepplha in Hornbach zum Schulvberweser in Edenkoben. Der Schulber⸗ wveser Ludwig Dausch in Eschbach zum Lehrer in Waldrohrbach. Der Lehrer Adam Jung in Steinbach zum Lehrer in Winnweiler. — In den zleibenden Ruhestand wurden versetzt: Der prot. Lehrer Peter Fischer zu Dreihenthalerhof. Lehrer Johann Jakob Mäller in Langenbach. — Aus— jetreten aus dem pfälzischen Schuldienste: Der zrot. Schullehrer Philipp Wiehe in Kusel, behufs Jebertritts zum Einnehmereidienste. Der interim. Schulverweser Max Demeter in Alsterweiler. Der interim. Verweser Peter Spindler in Burgalben. Schulderweser Joseph Reicherzer n Steinfeld. abreiben. Stillsitzen lernen. Düngen von Vler pflanzen. Verschönerung irdener —E Ein kluger Papagei. Sind die Schwalben oder schädlich? Augengeschwulst bei Pntn Zephyt. Carmen Shlva-Anzug. Leinwaeen Shirting? Metalldruckkanten. Uebermaßige * zunkelung der Wohnzimmer. Alte grau —æ ragestrichene Fußböden (Dielen) weiß zu * Rasches Auffinden eines Gegenstandes in —* chubladen. Wärmflasche. Trittleiter. En daschmirkleider. Goldkäferlack zum Färben ah r nutzter Eisen und Holzwaaren Kitten der —5* ringe an Gaslampen. Tomaten. Saicen Beschmack der Butter. Reisauflauf. Markkiöhche Butter aufzubewahren. Vanillerzviquer. Küchen zettel. Rätsel. Auflösung des Rätsels in Nr. 151 Fernsprecher. Echo. Brieftasten der Schriftleitun⸗ Anzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirk— lich empfehlenswerten und dabei überaus billigen Wochenschrist beträgt 80. 000. Probenummern da. endet jede Vuchhandlung, sowie die Geschäftsstel⸗ Fürs Haus“ in Dresden gratis. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Nr. 153 des praktischen Wochenblattes für ille Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlich rur 1 Mark) enthält“ — ——— Wochenspruch: Warte auf des Fleißes Früchte, Warte auf der Liebe Saat, Warte anf des Segens Spuren, Warte nicht mit guter That. Bist Du glücklich? Die Vorratskammer. Der neueste Schwindel Die Kinderstube. Dämpfen »es Obstes. Aus Ostindien. Pflege der Zähne. Bilze. Wie Röschen die Kinderkleider anfertigen ernte. Hauswirthschaftlicher Kalender für den Monat September. Doktor der Philosophie. Per⸗ enessenz. Kindergedanken. Rote Sonnenschirme. kdindersparkassen. Kochsalz. Kindernahrung. Kalt Aus der Mfalz. Gönnheim bei Neustadt (Pfalz). Ew. Wohlze zoren! Es freut mich, daß Sie nach meinem Befinven ragen. Ich habe öfters Kopfschmerzen gehabt nund keinen Appetit zum Essen. Ich habe gelesen, daß die Apothelen k. Brandt's Schweizerpillen gut sein sollen für Kopfschmerzen nan auch mehr Appetit zum Essen bekommt. Seit ich n Schweizerpillen gebrauche, habe keine Kopfschmerzen, auch nehr Appetit zum Essen und so lasse ich diese Schweizer illen nicht ausgehen und gebrauche sie öfters. Vefster Dank für die vorzüglichen Schweizerpillen (erhältlich Schachtel Mk. 1 in den Apotheken). Achtunqevoll Frau Pilhelm Eichinger. —TDDI 7 4— A Königliche Lateinschule dt. Inghert. Die Inskription für die Neueintretenden wird Montag, den 28. d. Mits »on 9—11 Uhr vorgenommen, von 11-12 Uhr findet die allgemeine In⸗ kription statt. Die Neueintretenden haben Geburts- u. Impfschein, sowie ihre Schul⸗ resp. Studienzeugnisse vorzulegen. Die Aufnahms⸗u. Nachprüfungen werden am 29. und 30. I. Mis ab zehalten. Sit. Ingbert, den 7. September 1886. Königliches Subrektorat ERAMVIII. fowie. neuer Merettig F 4 n * 4 eingetroffen bei Nikolaus Bruckmaun. Auflage 344,000; das verbreitetste aller ꝛeutschen Blatter überhaupt; außerdem er⸗ cheinen Uebersetzungen in zwölf fremden 3prachen 49/ — — , 2 Die Modenwelt. zUustririe Zeitung für Toilette und. Handar⸗ eiten. Monailich zwei Kummern. Preis vier⸗ deljäͤhrlich M. 1.25 — 75Kr. Jährlich erscheinen: 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, rnthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Ve— chreibung, welche das zanze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche ur Damen, Mädchen und Knaben, wie für as zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ꝛc., wie die Handarbeiten in ihrem nanzen Umfange: 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern Ur alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Huntsticherei, Ramens⸗Chiffren ꝛ c. Abonnemenis werden jederzeit angenommen ei allen Buchhandlungen und Posianstalten. — Probe⸗Nummern gratis und franco durch zie Expedition, Berlin W, Potsdamer Sir. z8: Wien J—, Operngasse 8. ntqrauebt v. et. ompfohl. v. unter Leitung Hrn. Goheimr. v.Pottonko for hend. hygien. natit. UMunohen, Irn. Obermedi- inalrath Dr. v. Irachons telnor Unchon, 0w. v i. Dr. B. Lopaius doc. a. Sencken · orgianum in anktfurt a. M. reis pr. Fl. inel. 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Hamburg.! * J 82 αα 2 J ve ——S . 8 eben erschien — 4 X SAIGB-AAMASAVS. — —8 Obt. Form. von Beho ro * Fama iIIoIaAöt. — Das erste 9. J — Hest beginn wic aue·. 8 s vo ter senbruen. *&. e Aeman ves rhubin eic. . * 87 ——84. J * ih “uchen — Vongee 77 7— 2 Dr. Eh- ie —8 — — ch Jen⸗ — X J 2 6ceen, Mauth- ⸗tarkemla⸗ 8 * ne ẽ bier. Freis 8 1 ciein. i- — — F Die Wochen- vnd Hestausgaben & * —8 in Quart erscheinen nach · — vie vor weiter. —8* ———— p0 — 8* zα Gore“ den den frühesen griechisthen Denkern kis auf die Gegeunari Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Westanschauung nebs 5 einer Auswahl aus ihren Schriften von nr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Portrats der bedeutendu Philosophen. Jede Lieferung enthält 8 Bogen 80. Band 1: „Da Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihzenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfenniq —— — —— — — ——— druc umd Verlaqg von emeß in Ot. Indeert. t. Jugberter Anzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ca „St. Inaberter Anzeiger“? erscheint wochentlich fünfmal Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungs— Elatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich 1.4 60 — einschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließli. A Zuftellunasgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 4, Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnei. — 177. Donnerstag, 10. September 1888s8. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. * Der regierende Großherzog von Meck⸗ tenburg⸗Strelitz, Friedrich Wilhelm, be— jing am Montag fein 25jähriges Regierungsjubi⸗ Kum unter allgemeiner Theilnahme des Landes. bon fast allen deutschen Höfen wurden dem er— auchten Jubiliar durch beglaubigte Vertreter oder besondere Abgesandte Glückwünsche dargebracht. Die jüngst gemeldeten Beschlüsse der Berliner miernationalen Telegraphen-Konferenz, welche in der in zweiter Lesung erfolgten Annahme des einheitlichen Tarifsystems für Europa gipfeln, saben durch definitiven Beitritt Schwedens die ver⸗ ragsmäßig nothwendige Stimmeneinheit erhalten. japan und Brasilien haben erklärt, unter gewissen bedingungen ihre Tarifs um 2500 ermäßigen zu wollen. Dagegen flehen die endgültigen Erklär⸗ ungen der Kabelgesellschaften für den großen ozea⸗ nischen Verkehr, welche im Vornherein Widersacher des einheitlichen Tarifsystems waren, im Wesent⸗ ichen noch aus. Die Ausweisungen russischer und österreichischer *staatsangehöriger haupfisächlich polnischer dationalität aus den östlichen Provinzen Preußens dauern in unvermindertem Umfonge fort. Die Naßregel hat schon zu zahlreichen Klagen der Be—⸗ roffenen nicht nur bei den zusiändigen preußischen hehörden, sondern auch bei den Regierungen in detersburg und Wien geführt, ohne daß diefe Re⸗ timinationen, vielleicht von einzelnen Fällen abge⸗ chen, irgendwie Aussicht auf Erfolg dätten. Die Iusweisungen sind von der höheren Staatsraison pittirt und der gegenüber müssen alle anderen Ar— jumente schweigen. Diese Maßregel wird von volnischer Seite natürlich gehörig gegen die prev⸗ hische Regierung ausgebeutet und hierbei stark auf das Mitleid des Auslandes spekulirt; eine Aender ung in den Entschüssen der Reichsregierung werden auch die polnischen Machinationen nicht be⸗ virken — —.« —E— Deutsches Reich. München, 8. Sept. Zur Reorcanisatior en igl. Verkehrsanstalten wird uns mitgetheilt ah Se. Excellenz Staaisminister von Crailsheim m nächsten Landtag eine diesbezügliche Vorlage ur Genehmigung unterbreiten wicd. Aus dem brunde wurden auch die für den nächsten Monat mngesezten Prüfungen wieder aufgehoben, da ohne⸗ sin die neuen das Qualifikationswesen, die Auf⸗ ahme und die Beförderung des Beamtenpersonals an Verkehrsanstalten regeinden Rormen voraus. ihtlich vom 1. Januar 1886 ab in Kraft ireten werden. Die mu großter Sorgfalt ausgearbeitete dotlage erstredt sich auf alle Kategorien und beruht uf der vom Minnster don Crausheim im lehlen ndtag bekanni gegebenen Darstellung über die berwendung der einzelnen Kategorien, deren Be⸗ —A Regelung der Gehaltsbezüge. die Prufungen. wie fie berens im letzten Jahre nrdijorisch abgehalten wurden. werden gieidfalis vibehalien. Berlin, 7. Sept. Dem Praͤsidenten des —— Hrn. v. Wedell-Piesdorf,, ist vom n von Spanien das Großkreuz des Ordens ahelas der Katholischen deruchen worhene r Prasident wird das Großkreuz doch nicht am nde wieder zurucschiden Berlin, 9. Sept. Wie wir zuverlässig hören, ziegt bisher weder eine Antwort Spaniens auf die deutschen Vorschläge vor, noch hat die spanische Regierung bisher irgend welche Genugthuung füͤr die der deutschen Gesandtschaft zugefügie Beleidig ung angeboten. Karlsruhe, 8. Sept. Das schwedische Kronprinzenpaar traf um 4 Uhr hier ein, em⸗ pfangen vom Großherzog und der Großherzogin den Behörden und der Generalität. Von der Be⸗ bölkerung wurde dasselbe lebhaft begrüßt. Ausland. Paris, 8. Sept. „Figaro“ und „Gaulois“ halten in Folge der beruhigenden Erklärungen der deutschen Regierung rüchsichtlich der Insel Jap den tonflikt in der Hauptsache für beseitigt. Das „Journal des Debats“ ist weniger opuͤmstisch. — Die Exkönigin Isabella sprach einem franzöfischen Journalisten gegenüber, allerdings indem sie ein räumte ohne spezielle Nachricht zu sein,, die Hoff aung auf eine friedliche Beilegung aus und ist der Ansicht, daß die Bewegung zum großen Theile das Werk der spanischen Republikaner sei. — Zorilla glaubt ebenfalls an einen friedlichen Ausgleich würde aber eine kriegerische Akltion Spaniens mit Freudt begrüßen; er bleibt in London. — Herr Andrée Solis, der aus dem Gefängniß entwichene Be⸗ itzer des republikanischen Progreso“, der Zorilla aufsuchte, behauptet, die Bewegung sei ausschließ lich der Ausdruck der Mißstimmung gegen den tönig, der seit seiner deutschen Reise und wegen einer Sucht, privatim Geld bei Seite zu bringen, benso gehaßt werde, wie die als hochmüthige Desterreicherin verschrieene Königin. — Charakteri⸗ tisch für die eitle Hoffnung der Madrider Bevöl⸗ erung auf Frankreichs Beistand ist, daß die Tu⸗ multuanten nach dem Angriff auf das deutsche Botschaftsgebäude in Madrid über dem Portal der französischen Gesandischaft die über einander ge⸗ kreuzten französischen und spanischen Fahnen be⸗ festigten. e Paris, 8. Sept. Eine gestern Abend hier abgehaltene allgemeine Delegirtenversammlung der Monarchisten nahm ein Parteiprogramm an, wel⸗ ches eine ständige starke Staatsgewalt fordert, welch⸗ durch die Wiederherstellung des religiösen Friedens durch vorsichtige auswärtige Politik Frankreicht Gedeihen befördern solle. Das Programm stellt nicht die Frage, ob Republik oder Monaxchie, son⸗ dern verlangt nur die Wiederhellung des Artikels 8 der Verfassung, welcher gestattet, die Regierungs⸗ form überhaupt zu discutitre. London, 9. Sept. Einer Meldung des „Standard“ aus Petersburg zufolge acceptirte das britische Kabinet formell die russischen Vorschläge hezüglich des Zulfikarpasses. Lokale und pfäl⸗ische Nachrichten. *St. Ingbert, 10. Sept. Wie wir sernehmen, hält der hiesige Turnverein am Sonntag im Oberhauser'schen Saale einen Ball ab. Nur Eingeladene haben Zutrit. — Blieskastel, 8. Sepi. Die Kirchweih ist zu Ende. Noch nie waren so viel Buden mit Sehenswürdigkeiten aufgeschlagen, wie in diesem Jahre. Sicher hätten die Leute ein gutes Geschäft gemacht, wenn uns der Himmel mit besserem Wetter dedacht hätte, da sehr viel Landleute hier waren kinige Taschendiebstahle mit Summen von 40 und 20 Mark sind ebenfalls zu verzeichnen. Die Stad hat dieses Jahr für Standgeld schöne Beträge auf—⸗ zuweisen. So zahlte z. B. der Reitschulbesitzer für seinen Platz 88 Mark und ein Menageriebesitzer 56 Mark für denselben. — Thalfröoöschen, 6. Sept. Heute Nach⸗ mitiag fiel die Ehefrau des Weichensiellers Kacl Müller dahier, indem die Stückhölzer durchbrachen von dem Speicher in den Hausgang. wobei Schuti und Gerölle nachfolgte. Am Kopfe und an den Armen erlitt die Bedauernswerthe bedeutende Ver— letzungen. — Neustadt, 7. Sept. Die heute im Theatersacle des Saalbaues abgehaltene Weinber⸗ steigerung des Herrn Gg. Schiffer dahier war sehr gut besucht, aber im Verlaufe sehr mati; es konnten nur wenige Nummern zum Zuschlage —X werden. Nachdem es sich gezeigt, daß ein Animo nicht aufkommen wollte wurde die Versteigerung aufgehoben. — Speyer, 8. Sept. Wie der „Pf. K.“ von bestunterrichteter Seite vernimmt, wird Se. kgl. Hoheit der Prinz Luitpold einer Messe im Dom beiwohnen. J —BVom Rhein. Die ,Preußische Lehrerztg.“ bespricht in einer ihrer Lletzten Nummern die Nis— nahmestellung, welche der Stand der Volksschullehrer hinsichtlich seiner Vorbildung leider heute noch ein⸗ nimmt, und kommt zum Schlusse, daß das einzig Richtige zur Herstellung eines den gerechten Wun schen des Lehrerstandes wie ider allgemeinen Voltks- bildung gemäßen Zustandes die Aufhebung der Präparandenanstalten sei. Der Erreichung dieses Zieles stehe aber ein Hinderniß im Wege, dessen Beseitigung auch den Kühnsten in einige Verlegen⸗ heit setzen könne: Die traurige Gewißheit nämlich, daß sich Niemand dazu verstehen wird, sich in eine Stellung zu begeben, die ihm neben einer jammer⸗ bollen Besoldung noch eine Menge von Verhältnissen bietet, die nichts weniger als verlockend sind. Der erste Schritt zur Beseitigung dieses Hindernisses dürfte mit einer durchgreifenden Regelung der Pensions und Dotationsverhältnisse der Volksschul⸗ lehrer gemacht sein. Während die Verhältnisse in solcher Weise geregelt, dann dürfe man erwarten, daß junge Männer mit abgeschlosseuer Gymnasial⸗ oder Realschulvorbildung in das Lehrerseminar ein⸗ treten. — Glücklicherweise sind diese Voraussetzungen in unserm näheren Vaterlande Bahern, inbesondere der Pfalz. bereits, wenn auch in bescheidenem Maße, gegeben. und es bedarf nur der Bestimmung, daß die Vorbildung der künftigen Lehrer, wie für alle gebildeten Staͤnde überhaupt, in dem huma⸗ nistischen oder realistischen Lehransialten zu geschehen habe, die nöthigen mufikalischen Kenntnisse voraus- gesetzt. Durch diese Veränderung würde aber der Staat bedeutende Koften ersparen, indem die Unter haltung der Praparandenschulen mit dem erzielten Nutzen derselben in einem schreienden Mißverhalt⸗ niß steht. Dieselben müßten aufgehoben oder in Realschulen, vorerst in vierklassige, verwandelt wer— den. Es ist auffallend, daß auch in dem zahlenden Bürgerstande selbst der Wunsch oder das Verlangen noch nicht zum Ausdrud gekommen ist, die Volks⸗ schule, wenigstens in den größeren Orten, in eine organische Verbindung mit der Realschule zu bringen, die eigentlich an die Stelle der nur Wenigen nüßzen⸗ den Lateinschulen zu treten hätte. Denn das Lehr⸗ ziel der gehobenen Volksschule stimmt mit dem der 4. Realschulklasse, mit Ausnahme der franzosischen Sprache, nabezu überein. Eine solche Simidn 1 väre der Anfang der allgemeinen Bürgerschule, reren Nothwendigkeit bald klar erkannt werden wird ind deren Einführung nur eine Fraae der Zeit ist zrauch machen wird, selbst wenn der Verurtheilte ein Gnadengesuch einreichen sollte, wird erst in einigen Wochen erfolgen. Falls es zur Vollstreck⸗ ung des Urtheils kommt, wird die Enthauptung in dem neuen Wehlheidener Gefängnisse erfolgen. pBonn, 7. Sept. Der hiesige letzte Veteran her Freiheitskriege 1813/15, der pensionirte Steuer— Aufseher Joh. Gottl. Ohm— ist, wie die „B. Ztg.“ chreibt, aus dem Leben abberufen worden. Ohm sanle die Schlacht bei Leipzig als junger Kanonier nitgemacht und war später zu den Blücher⸗ Husaren verfetzt worden. Noch vor wenigen Jahren tonnte nan den alten Veteranen im Verein mit seinem gerufsgenossen Ohligs, ebenfalls ein Mitkämpfer ʒer Freiheirskriege, welcher ihm verflossenes Jahr — eines Amtes als Steuer-Aufseher walten sehen. Dhm erreichte das Alter von 92 Jahren 1 . NUnrrmn barge 6. Sept. Der Handwerker⸗ ag nahm, wie die „N. N.“ melden, heute Nach⸗ nittag eine von Schild (Aibling) empfohlene Reso⸗ ution an, in welcher die Konsumvereine, welcht ich mit Handwerkerartikeln befassen, als gemein⸗ chädlich bezeichnet werden und beseitigt werden nüssen wenn sie diese Arlikel nicht aufgeben. F Goggingen, 6. Sept. Waährend dit gauers Eheeute Häfele von hier fich heute in der dirche befanden, hat der kaum vier Jahre alte Zohn derselben das Anwesen seiner Eltern ange ündet; der Schaden beträgt, nach den „N. N.“ aͤber 14,000 Mark. In einem Berliner —X jat eine Gas⸗Erplosion stattgefunden, durch velche eine Anzahl von Personen schwer verletze vorden ist. Man schreibt aus Wien: Ein Feenschloß im Ztile der phantasievoll ausgeführten Baulichkeiten, die Könia Ludwig von Bavern aufführen läßt, sol Zii Dʒꝛ untere Stock meines Hauses ist zu vermiethen und zugleich be⸗ ziehbar. 9J Johaun König. 232 32 * Sn einem hies. Manufaktur⸗, Zum Empfange Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Vaurg eSpeiereiWaaren Luispold von Bayern in Zweibrückeu vewaste fur einen jungen Mann im Sonntag, den 13. ds., Nachmittags 81 Uhr werden die Mitgliede nin gier Schulbildung eye hiermit eingeladen und zu zahlreicher Betheiligung aufgefordert. Tehrlingsslelle —*3 um Uhr * Nin r Leuß des J. Vorstandes, Herrn afen er und Abmarsch zum Zuge 11 Uhr 42 Min. mit Fahne, Trommeln J 4 nd Signalisten. Sammiliche Orden sind anzulegen. J u SDer Aussichutß. Emn brauner Rattenfänger ist mir vor 8 Tagen zugelaufen. Derselbe kann von dem Eigenthümer gegen Bezahlung des Futtergeldes und der Inferationsgebühr bel Herrn Aug. Hager, Metzger in St. Ingbert in xrImpfana genommen werden. das Jagdschloß werden, welches für die Kaiseriy bon Oesterreich gegenwärtig im Bau begriffen iñ ind im nächsten Jahre vollendet sein wird Nut venigen Sterblichen ist es bislang beschieden ge. vesen. einen Rundgang durch dieses Schloß zu nachen, welches mit fabelhaftem Luxus eingerichie werden soll. Die Kaiserin selbst hat dem Archi— teklken, dem genialen Baron Hasenauer, eine Anzahl von Ideen gegeben, von denen die eine und die andere schwer genug auszuführen ist. Da aber Baron Hasenauer plein pouvoir besitzt, so stehen ihm ernste Schwierigkeiten nicht im Wege. AÄuf den speziellen Wunsch der Kaiserin wurde in dem, in aligothischem Stil. delorirten Speisesaale ein Felsengroite angebracht, die sich ganz wunderhübsqh dusnimmt. Der Kaiser übergibt seiner Gemahlin das Schloß als Geschenk und es wird dasselbe auch in das Grundbuch auf den Namen „Kaiserin Elisa beth von Oesterreich“ eingetcragen werden, um aus—. Frucklich zu konstatireme daß die Kaiferin für all Zeiten freie Verfüugung über, das Schloß besitt Der Kaiser und die anderen Mitglieder der Kaiser⸗ familie lassen keine Gelegenheit vorübergehen, ohne der Kaiserin für das neue Schloß bestimmte Ge— schenke zu machen. So hat der Kaiser seiner Ge— mahlin zu Weihnachten vorigen Jahres ein kom— pleies Service aus altem Silber für dreißig Per— sonen übergeben, dessen Anschaffungswerth rund 95,000 Gulden betrug. pNew-PYork, 8. Sept. General Prestan der Führer der Aufständischen, welcher Aspinwal wahrend des jüngsten Aufstandes in den Vereinigien Slaaten von Columbia in Brand gesteckt, wurde zum Tode durch den Strang verurtheilt. Das Ur eil wurde sofort vollstreckt. Vermis. tes. Met, 6. Sept. Am vorigen Dienstag so erzählt det „Messin“, hatte sich ein Einwohner hon Lorry bei Metz in den Wald zum Haselnuß⸗ oflücken begeben. Sein Sohn begleitete ihn. Plötz⸗ lich bemerkie er eine Kreuzotter.“ Inder Angf hob der Mann einen Stein auf und warf· nach derselben. Unglücklicherweise sprang die Viper auf ihn zu und biß ihm in den Finger. Vollständig erwirrt, versuchte nun der Beklagenswerthe die Wunde mit der Flamme von Streichhölzchen aus⸗ zubrennen und lief dann eilends nach Hause, wo man ihm Alkali gab, jedoch zu spät. Am folgen⸗ den Tage starb er unter den schredlichsten Schmerzen. FMNainz, 7. Sept. Ende voriger Woche sind etwa. 80 Personen eiste junge räftige deute aus der Pfalz und Baden — aus Amerika zurückkehrend, hier durchgereist. Sie waren fämmit⸗ lich 223 Jahre in Amerika und klagten bittet uüͤber die dort herrschende Arbeitslosigkeit und wie schwer es für den Neuangekommenen sei, Arbeit zu finden, zumal für den, welcher der englischen Sprache nicht mächtig sei. —Tausende litten die biitersse Noth und sehnten sich nach der Heimath zurück; alle würden zurückkehren, wenn sie das nothwendige Reisegeld zusammen hätten. Eine Warnung flͤr Auswandererr .Kafsel, 5. Sept. Gestern wurde dem in Wehlheiden befindlichen Julius Lieske von Zossen das Urtheil des Reichsgerichts zugestellt, welches die „on ihm eingesetzte Revision verwirft. Eine be⸗ jondere Erregung des nunmehr rechtskräftig verur⸗ heilten Moͤrders des Polizeiraths Dr. Rumpff soll aicht vernehmbar gewesen sein. Die Entscheidung, ob der Kaiser von seinem Beanadigunasrecht Ge⸗ * die Redaltion verantwortlich: F. X. Demeß. S—hEEZIZE ustage 344, 000; das verbreitetste alle deutschen Blatter überhaupt; außerdem er— scheinen Uebersetzungen in zwolf fremder Sprach⸗· n Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung fün Toilette und Handar⸗ beiten. Monatlich zwei Nummern. Preis vier⸗ teljährlich M. 1.25 * 75 Ar. Jährlich erscheinen: 24 Numinern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Ve⸗ schreibung, welche dat ganze Gebiet der Garderobe und —XC ir Damen, Madchen und Knaben, wie fin has sartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwasche für Herren und die Bett⸗ und Tischwasche etc., wie die Handarbeiten in ihrer ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmufter für alle Gegenstaͤnde der Garderobe und etue 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Huntstickerei, Namens⸗Chiffren ec. Abonnements werden jederzeit angenommer ei alen Buchhandlungen und Pofianstalber robe⸗Nuinmern gratis und franco —X die Expedition, Berlin W, Potsdamer — 88. Wien J, Overnaafse 3. v . LKIA—I——n‚. Da es nicht moͤglich war bis zum ursprünglich angesetzten Ziehungs⸗ ermine, 10. September a. c. sammtliche Vereinbarungen zu erfüllen um den Vorschriften des k. Staais-Ministeriums vollstandig zu genügen, wird siemit die vefinitive und endgültige Ziehung unserer Wohlthãtig⸗ eits. Lotterie für Wittwen und Waisen auf »Donnerstag, den 15. Oktober im noͤrdlichen Schrannenpavillon, Vormittags 9 fesigesett. Murnchen, 10. September 1885. * —— 18x. i i J να, -Âαg—“ Krieger⸗ und Kampfgenosen⸗Bundes. — M— An Gode Frachtbriefe für gewöhnliches Gut Eilgut muu haben bei F. X. Demetz Am billigsten und zweckmähßigkten besorgt die älteste Annoncen⸗Expedition VVV00— 4 Haasenssstoin & Vogloer, Mannheim. O. 4 5 Inserate für sämmiliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original⸗ breisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öoͤfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. 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Demeß in St. Ingoeri * * — * — * 2 28 —A 2 2222 5—55235 5 * — — — 33353 33558 355355 5385 6 —3883338 5z355 3 35 z5z57325 5322531 —— —5588 5532255 ẽ —— — — 8 322 — * —— 228 825 353zcz83 3 5—3 35833 8 338385 3 2 — — — 8* * * —— 5 * * 55 * 3.2 58 * 25 7 5358 — — *. 5 — — — 0⏑3 ——35238—38 D 9 25 *— 55 * 555 — — 2 2* 5532 533353 52 33.. 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Ingherter Atzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich funfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungs zlatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließlit 90 4 Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 1Iß 8, Neclamen 830 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 175s8s. Deutsches Reich. Berlin, 8. Sept. Mehrere franzoͤsische Of⸗ izuere haben in Civilkleidung und ohne Erlaubniß yer deutschen Militärbehörde den Mandövern des hardekorps bei Buch an der Stettiner Bahn bei⸗ vohnen wollen. Man hat sie indessen bald als dffiziere erlannt und sie mit höflicher Entschieden⸗ sjeit eingeladen, ihr Bedürfniß nach frischer Lufi inderswo zu befriedigen. Die Episode wird in mieren militärischen Kreisen vielfach besprochen. Berlin, 9. Sept. Bezüglich der Erhebungen wer die Sonntagsarbeit ist man in Regierungs⸗ reisen überrascht und von namentlich in der letzten Jeit erfolgten Zunahme der ablehnenden Gutachten. danz besonders bestehen die Händler von Lebens⸗ nitteln dringend auf der Belassung der jetzigen gestimmungen. Berlin, 10. Sept. Von der Absicht, die andtagswahlen in der zweiten Hälfte des Oktober tattfinden zu lassen, ist die Regierung zurückge⸗ ommen; es verlautet vielmehr jetzt, daß die Wahlen ast nach Schluß ;der Generalsynode vorgenommen verden sollen, was Anfangs November seir. würde. damit ist die Berufung des Landtages in diesem herbste sehr unwahrscheinlich geworden. Es gilt agegen als sicher, daß der Reichstag zusammen⸗ erufen wird. Berlin, 9. Sepi. Der Kaiser, der Kronprinz, die Prinzen Wilhelm und Heinrich mit dem Prinzen Arnulf von Bayern und großem Gefolge sind Abends m 10 Uhr 20 Min. nach Karlsruhe abgereisft. starlsruhe, 10. Sept. Der Kaiser traf m 12 Uhr hier ein und wurde empfangen von em Großherzog und der Großherzogin, den Prinzen, yet Generalität, den Ministern und Behörden. Die infahrt fand trotz des Regens in offenen Wagen ait. Der Kaiser fuhr mit der Großherzogin, der dronprinz und dem Großherzog unter ssürmischew Iubel der Bevoölkerung in die Stadt. Bei dem criumphbogen hielt der Oberbürgermeister eine An⸗ prache. Die Stadt ist prächtig dekorirt. Das hetter ist wechselnd und wird von häufigen Regen⸗ chauern unterbrochen. Das Aussehen des Kansert sblübend 7 Auslaud. Madrid, 9. Sept. Das hiesige Organ der regierung, die „Epoca“, sucht nach Wegen, um B Verhaltniß zu Deutschland wieder freund dher zu gestalten und der Berliner Regierung die aumganglich nothige Genugthuung zu gewähren. das offizisse Blait schlagt dor, daß die spanischt gierung das Wappen an dem deutschen Gesandi daftshoiel freiwillig unter dem bei uͤhnlichen An⸗ Hen üblichen Ceremoniell wieder anbringen lasse. die Garnison von Madrid wird noch quf Ordre ammengehalten, auch dauern die polizeilichen orichismaßregeln noch an. —. Madrid, 10. Sept. Der „Correspondencia“ solge sollte im heutigen Ministerrathe unter dem borsih des Konigs über die Form der Deutschland u gebenden Genugthuung beschlossen werden. — ——“ kakale und pfälzische X St. Ingbert, 11. Sept. Wie man uns mheilt, has Herr Oekdnom Kari Bec neuerdings seinem Rubenader auf dem Hobels Weiß⸗ üͤben geerntet, welche an Gewicht die als Selten⸗ ritin der Dienssaus Ne ds. Bl. rihni 1 Samstag, 12. September 1885. 20. Jahrg. Weißrübe noch übertreffen, indem dieselbem bei einem Umfange vnn 60 bis 62 cm. und einer Längẽ pon 40 bis 42 cim. eine Schwere von 13 resp. 14 Pfund haben. Fur Ungläubige und sonstige Interessenten hat Herr Beck diese Riesen von Weiß— rüben in seinem Hause zur Ansicht ausgestellt. — 3 weibrücken, 10. Sept. Zum Empfang des Prinzen Luitpoldaif folgendes Telegramm aufgesiellt: Empfang Sr— Z. Hoh. am Bahnhof durch die Beamten und das Empfangs⸗Komite. Kriegervereine und Kampfge⸗ nossenvereine bilden mit Deputationen der Groß⸗ Industrie Spalier bis zur Ehrenpforte an dem Zingange zur Fruchtmarktstraße. Begrüßung durch den Stadtrath. Die Ehrenwache geben Feuer— wehr, Turner und Vereine aus Stadt und Bezirk. Einfahrt in die Haupistraße, Befichtigung des Rath⸗ hauses, dann der Alexanderskirche. Halt vor dew Max⸗Josefs-Monument auf dem Max⸗Josefs⸗Platze vor dem Justizgebäude (Schloß). Aufstellung ver— schiedener Vereine vnd der Schuljugend mit Faͤhnchen die sich in der Schillerallee zum Zuge sammelt. Besichtigung des Schlosses, der kathoüschen Kirche und des Land⸗Gestüts. Fahrt durch die Linden⸗, Herzogs·, Bismard⸗, Schiller⸗ Haupt⸗ Löwen⸗ und Karlsstraße zur Synagoge. Von hier durch die Pfarre, Haupt˖ Lamm⸗, Landauer⸗, Ixheimer und Obere Wallstraße zurück an den Bahnhof. — Pirmasens, 8. Sept. Als ein Zeichen eltener Ueppigkeit im Pflanzenwuchs wurde ins heute ein im Garten des Hotels Breith ge⸗ vachsener gelber echter Melonen⸗Riesen⸗Kürbis über⸗ racht, der bei einem Gewicht von 47 Pfund einen Umfang von 1,45 Meter hat. (P. A.) — Kaiserslautern, 9. Sept. Der De legirtentang der pfälz. Gewerbevereine, welcher am Sonntag dahier unter Vorsitz des Herrn Real⸗ schuldirektors Rohe im Beisein des Reichstagsabge— ordneten Herrn Dr. Buhl abgehalten wurde, war von 13 Vereinen mit ungefähr 40 Delegirten be⸗ sucht und bezwecte, die don den verschiedenen Par⸗ teien des Reichstags gestellten Auträge behufs Ab anderung der Gewerbeordnung einer eingehender Berathung zu unterziehen. Herr Dr. Buhl er⸗ ftattete über die einzelnen Fragen Bericht, an welchen fich, dann die Debatten in durchaus ernster und sachlicher Weise anknüpfen. Zut Frage! Zinderarbeit: Sind Kinder zwischen 12 und 14 Jahren von der Beschäftigung in gewerblichen Be— rieben auszuschließen, dezp. mit welchen Aus—⸗ nahmen soll dies geschehen? wurde folgende Erklär⸗ ung abgegeben: „Der Delegirlentag erklärt sich zegen die Beschäftigung schulpflichtiger Kinder in sewerblichen Betrieben, haͤlt jedoch das Verbot der Beschaftigung vor vollendetem 14 Lebensjahre nicht geboten, da nicht abgesehen werden kann. warum die aus der Schule enilassenen Kinder einen neuen Beschäftigung nicht zugeführt werden kdonnen Besonders bedenllich wäre es für das Handwerk wenn die Kinder nicht unmittelbar nach Vollendunç der Schule in die Lehre eintreten dürften.“ Frage 8 Nachtarbeit: 1) In welchem Umfange bestehl Nacht⸗ abeit in Ihrem Bezirke? 2) Kann ohne Schadi—⸗ gung der Industrie die Rachtarbeit überhaupt auf ⸗ gehoben werden? 8) In wie weit kann bei der zu⸗ gelafsenen Nachtarbeit die Beschäftigung von Arbei⸗ lerinnen derboten werden?: Nachtarbeit kann im Prinzip nicht verboten werden. Es sollen Erheb⸗ ungen gepflogen werden, welche Betriebe der Nacht arbeit nicht entbehren köͤnnen und wie weit die Beschäftiaung von Arheiterinnen bei z3ulässiger Nachtarbeit nothwendig erscheint. Das Ergebniß der Erhebungen soll dem Verbandstage als ünter⸗ lage zu weiteren Beschlüssen dienen“ Frage 3 Maximalarbeitstag: Erscheint die Festsetzung einer Maximalarbeitszeit für erwachsene mannliche Ärbeiter in gewerblichen Betrieben geboten? „Die gesetzliche Einführung eines Marimalarbeitstages erscheint für die Pfalz nicht geboten, kann auch weder im Interesse der Arbeiter noch Arbeitgeber empfohlen werden“ Frage 4 Arbeitskammern: Welche Stellung nehmen die Gewerbevbereine zur Bildung von Arbeitskammern, in welchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl vertreten sind und aus welchen die Schiedsge⸗ richte zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Betriebsunternehmern und ihren Arbeitern hervor⸗ gehen sollen?: „Die Frage, in wie weit die Bildung und Einrichtung von Arbeitskammern zweckmäßig erscheint, besonders auch nach der Richtung hin, daß fie geeignet erscheinen, als weiteres Moment der Versöhnung zwischen Arbeiter und Arbeitgeber zu dienen, soll der Verbandstag weiter erdriern. Banz entschieden spricht man sich jedoch gegen die Festsetzung von Marximallohnen aus.“ Frage 5 Die Beschränkung der Sonntagsarbeit (Fragen sind durch die kgl. Regierung aufgestellt) wird von der Tagesordnung abgesetzt, da die einzelnen Vereine zurch ihre Berichte an die kgl. Bezirksämter bereils Stellung genommen haben. Frage 6 Befähigungs· nachweis: Halten es die Gewerbe⸗Vereine für ge⸗ boten, von Betriebsunternehmern, welche Lehrlinge nusbilden wollen, den Befähigungsnachweis zu ver⸗ angen 7?: „Der Delegirientag spricht sich für eine tüchtige theoretische und prakusche Ausbildung der Lehrlinge aus, hält aber fest am Prinzipe der Ge⸗ werbefreiheit und verwirft jede Einschränkung und jeden Zwang, wie z. B. den Befaͤhigungsnachweis.“ Frage 6 Gefängnißarbeit: Findei eine Schädig⸗ ung des Gewerbebetriebes der Pfalz durch die Ge⸗ fängnißarbeit statt, und welche Mittel koͤnnen zur Behebung jener Schädigung vorgeschlagen werden, ohne die Beschäftigung der Gefangenen zu beein⸗ trächtigen ?: Es ist dahin zu streben, daß die Arbeitskräfte oder die fertigen Erzeugnisse wenigstens annähernd zu den gleichen Preisen derabfolgt wer· den. wie dies durch die gleichartigen freien Betriebe geschieht.“ Vorstehende Beschlüsse wurden mi wenigen Ausnahmen einstimmig gefaßt. — Kübelberg, 8 Sept. Recht gemuth⸗ ——— oft an der Kirchweih der Fall ist, haben diele junge Leute mit zwei Tagen nicht genug, und der soge⸗ nannte Kirchweih ;Dienstag müß dauch noch rech lebhaft gefeiert werden. So waren auch noch heute Mittag 8 Uhr viele junge Leute in der Wirlhschafi von Mohrbach beisanmimen und geriethen endlich in Streit. Peter Rummler — ein derheiratheter junger Mann von hier — erstach einen braven, hoffnungsvollen Burschen, den Michael Rummler, Bergmann von hier. Der Tod trat nach Berlau von einer Stunde ein. Der Thater wollte sofori aus dem Orte entfliehen, wurde jedoch noch recht⸗ zeitig, nicht weit vom Orte entfetnt, ergriffen und berbaftet. (Pf. V.) — Jodgrim, 6. Sept. (Pf. 3) Gegen Joseph Fenrich, seiner Zeit Fabrikrathsbrasiden⸗ und jetzt noch Mitglied des Armenpflegschaftsrathes. sowie gegen Jakob Metz, zur Zeit Mitglied des Bemeinde⸗ und Fabrikrathes, wurde stlage wegen Meineides verhängt, weßhalb gestern don 10 Uhnr Vormittags bis 8 Uhr Nachmittags das Untersuch ungsgericht von Vandanu hies ißAiig mar Ge dies scheints zusammen mit dem Prozesse gegen darrn Pfarrer Streuff dahier. — Fur Augenleidende dürfte die Mit⸗ heilung von Interesse sein, daß am Sonntag, 13. September, während des ganzen Tages in dem weiten Stock der Restauration von Herrn Siener neben dem Hauptbahnhof in Landau durch Herrn Dr. Röder, Vorstand der Augenklinik in Straßburg, wieder unentgeltliche Sprechstunden für Augenkranke abgehalten werden. Herr Dr. Röder wird schon Samstag, 12. Sept. Nachmittags, in dem gleichen dotal privatim zu sprechen sein. — Dürkheim, 10. Sept. (Wein⸗Ver⸗ teigerung.) Im Saale bei Haäußling brachten gestern die Herren König u. Herf von Oggers⸗ Jeim und Gg. Sch ust er von hier etwa 100 Stuͤck 1881er, 1882er, 1888er und 1884er Weine — Kallstadt, Ungstein. Freinsheim, Gerolsheim und Meckenheim, zum Ausgebot. Die Versteigerung war gut besucht; die Kauflust ließ dagegen zu wünschen übrig. Wegen Mindergebots wurden deßhalb von den 47 Num⸗ mern des Katalogs ca. 20 zurückgezogen. Für 1000 diler wurden bezahlt: 1882er: Ungsteiner 220 Mtk. 1883er: Ellerstadter 300, 295, 270, 305, 305, Dürtheimer Spielberg 800 Mt. 1881er: Ellerstadter 5385, 625, 615, Gerolsheimer Riesling 250, 220, 280 Mtk. 1884er: Ellerstadter 360, Dürkheimer Feuerberg 555, Feuerberg Riesling 530. Feuerberg Traminer 580, Kallstadter 630, Ungsteiner 640, Dürkheimer 655, Kallstadter Horn 32 Mk. Roihweine: 18883er: Ellerstadter 555, 550, 658, 775, Kallstadter 688 Mk. (D. A.) Namenbveränderung. Dem Rechts⸗ zraktikanten Georg Schwein aus Rheinzabern, zur Zeit in Speier, wurde gestattet, unbeschadet der Rechte Dritter, den Familiennamen „Stein“ an⸗ nehmen und führen zu dürfen. J — Der Empfang des Prinzen Luitpold, welcher zu den Truppenmanövern in der Pfalz am nächsten Sonntag in Speyer eintreffen wird, ver⸗ pricht ein großartiger zu werden. In Spehyer, Reustadt, Kaiserslautern und Zweibrücken werden nisprechende Feierlichkeiten vorbereitet. Triumph⸗ egn errichtet, Illuminationen in Scene gesetzt u. . . In der in Stuttgart abgehaltenen Ver⸗ jammlung der süddeutschen Textil⸗Berufs⸗ genossenschaft wurde aus der Pfalz in den Henossenschafts⸗Vorstand Herr Direltor Dietz aus Oggersheim gewählt. rankenthal, 8. Sept. Das Kar⸗ toffelverladungsgeschäft steht heuer wie⸗ der in voller Blüthe; wenn auch der diesjährige Frport hinter dem der Vorjahre zuͤrückbleiben dürfte. so kann man doch zufrieden sein. Die Qualität der Kartoffeln ist eine durchschnittlich gute und hält ich der Preis zwischen M. 3.50 - 3,75 per Doppel⸗ zentner. —W Vermischtes. pReichsgerichtsErkenntniß. Istbei einem Darlehn an die Nichtzahlung der Zinsen die Befugniß des Gläubigers zur Aufkündigung des Zapitals geknüpft, so tritt nach einem Urtheil des Reichsgerichts diese Folge nicht ein, wenn der Schuld⸗ ner die Zinsen deshalb nichi gezahlt hat, weil ihm zine kompensationsfühige Gegenforderung in gleicher Höhe gegen Gläubiger zustehi, auch wenn er seine Hegenforderung zum Zweck der Aufrechnung erß der Kiage auf Zahlung der Zinsen gegenüber gel⸗ lend macht. J 7 Ortweiler, 6. Sept. In den Tagen bom 19. bis 21. September cr. findet hier gele⸗ gentlich des landwirthschaftlichen Festes eine Gee flügel Ausßellung statt. Die Ausstellung umfaßt: Hühner, Enten, Ganse, Tauben, Zierge⸗ flügel, Kanarien⸗ und auslandische Vögel, lebendes und gemastetes Geflügel; Geräthschaften, als Käfige, Brutapparate, Leg⸗ und Ristkastchen, Futter ⸗Proben etc. Anmeidungen müssen langstens bis zum 12. Sep⸗ ember bei Herrn Lehrer Stoll dahier geschehen und die Ausstellungsobjekie bis spätestens 18. Septem⸗ ber c. dahier eintreffen. FForbach, 8. Sept. Zwei Knaben, Thristian Biber, 7 Jahre alt und Nilo— saus Biber, 12 Jahre alt — sind am 22. August n Saargemund ihren auf der Heimreise aus Frank⸗ eich nach dem Elsaß befindlichen Eltern verschwun⸗ den. Wie der arme Vater der Kinder, der seitdem ortwährend auf der Suche gewesen ist und bald in diesem Orte, bald in jenem nachgefragt hat, in Frfahrung gebracht hat, sind die Kleinen am 27. Auguͤst in Großtanchen gesehen worden; von za ab fehlt jede Spur. Sollte Jemand über den Verbleib der Kinder Auskunft geben können, so vird er gebeten, dem Herrn Bürgermeister in Alt⸗ veiler bei Saarunion Mittheilung davon zu nachen. (Fb. Ztg.) 7 Merzig, 7. Sept. Vor einigen Tagen purde das Kind des Maurers Zimmer von hier on einer Fliege gestochen. Anfangs nahm man venig Notiz hiervon, Man gelangte aber später u der Ueberzeugung, daß der Stich von einer gif⸗ igen Fliege herrühre und als man ärztliche Hilfe oͤlte war es bereiis zu spät, das Kind war todt. . 8.) p Bliesse nzy 7. Sept. Vor einigen-Tagen, o erzählte mir gestern ein Ackersmann aus Stein⸗ herg im Fürstenthum Birkenfeld wurde mir hinter neinem Pfluge ganz schwindelig; alle Korper er⸗ chienen mir in bedeutend vergrößerten Umrissen. xs fiellie sich Erbrechen ein, ich taumelte umher. Ilsbald klagte die Magd ebenfalls über Schwindel Bir wankten nach Hause und ein Fremder mußte inser Vieh in einen Stall bringen. Aber o -zchreck! Auch alle meine Familienmitglieder klagten ber Schwindel und eines lag hier, das andere zort und mußte sich übergeben. Der Genuß von jeißer süßer Milch brachte nun etwas Linderung. Fine arme Frau, die ein Stück von unserm frisch ebackenen Brot gegessen, fühlte bald darauf die⸗ elben Beschwerden. Um mich vollends zu verge⸗ dissern, ob dies Brot die Ursache der Kranlheits- rscheinungen sei, gab ich meinen Schweinen von emselben zu fressen, auch sie erkrankten. Ich fragte un unsern Müller, ob irgend ein Giftstoff in inser Brolmehl gekommen sein könne Eeine Kiste Ztreichhölzer war mit dem Mehle, auf letzterem iegend, hierher gefahren worden). worauf derselbe rklärte, in meiner Frucht sei so viel Schmutz — kollkorn gewesen. Da aber das Mehl eine gelb⸗ iche Farbe hat und in diesem Jahre fast kein Tollkorn gewachsen ist, so schicte ich ein kleines Zuantum von diesem Mehle nebst einer Schnitte jon dem verdächtigen Brote einem tüchtigen Che⸗ niker zur Analyse, deren Ergebniß noch außsteht. eke* (S. u. Bl.⸗Zig.) pKobhenz, 7. Sept. Der hiesigen Ma⸗ chinen⸗Fabrik von Schaubach u. Grämer ist der Iuftrag zutheil geworden, für unsern neuen Kolo⸗ nalbesiz in Kamerun ein eisernes zwei— fockiges Wohnhaus ünd ein eisernes Lager⸗ aus nach einigen Entwürfen der Fabril zu fertigen. die Bauien werden so koustruirt, daß dieselben mit deichtigkeit auch von ungeschulten Leuten aufgestellt verden können. FEisenach, 8. Sept. Heute wurde die 39. Haupiversammlung des Gustav⸗Ado lf⸗ Vereins, zu welcher sich jetzt schon über 1200 Theilnehmer eingefunden haben, eröffnet. pWarnung vor Schwindel. Der darlsruher Orisgesundheitsrath erläßt folgende Varnung: „Durch Zeitungs⸗Annoncen und Cirku— are erbietet sich die „Deutsche Gesundheits-Kom⸗ jagnie“ in Beilin, Kranken verschiedenster Art Rath ind Arzneien zu vermitteln. Die „Deuische Ge⸗ undheitskompagnie“ besteht aus dem belannten durpfuscher. Richard Mohrmann und dem Schrift⸗ jeller Bernhardi, dem angeblichen Verfasser des Jugendspiegels“. Vor Richard Mohrmann haben vir schon verschiedentlich gewarnt. Derselbe war rüher Uhrmacher, dann Photographengehilfe; bis or Kurzem Uoͤte er sein Gewerbe als Bandwurm⸗ oktor im Umherziehen aus und betreibt, seitdem etzteres durch die Gewerbeordnung verboten worden, as Geschaft auf brieflichem Wege. Die von Mohr⸗ nann gegen Bandwurm verabfolgten Mittel wurden rüher in der Apotheke zu Nossen zu 1,20 M. zu⸗ ereitet und durch Mohrmann für 10 M. verkauft. die Broschüte, der Jugendspiegel“, verheißt Hilfe egen Schwächezustände u. dergl. Ihtr offenbarer Zweck ist, solche, die sich durch Ausschweifung die hesundheit zerrüttet haben, in Angst zu dersetzen, im sie zur geldlichen Ausbeutung vorzubereiten. stach Capann⸗Carlowa (Medizinische Spezialitaten) ind Witistein (Taschenbuch der Geheimmittel⸗Lehre) esteht daß Bernhardi'sche Mittel aus 2 Flaschen »onigwasser im Werthe von 80 Pfg. Der Preis eträgt 60 Mk. Einer Persoönlichkezt. die sich von sier aus an die „Deutsche Gesundheitskompagnie“ im Rath wandte, wurde dieser unter der Bedingung zugesagt, daß sich der Patient zuvor zur Za zeines Honorars von 100 M. ens 3 warnen vor dieser nichtswürdigen Schwindelei darlsruhe, den J. August 1885. Der Ortsgesund. heitsrath Schnetzler. Schumacher.“ pWürzburg, 9. Sept. Der Bankier Jo— seph Scheidt ist flüchtig, nachdem er zahl— reiche Depots angegriffen hatte, und Ultimo⸗Tratten protestirt worden waren. Betheiligt sind hien meistens Private aus ersten Gesellschaftskreisen. — Gr. Z. FKronach, 9. Sept. Der Seie den Frhrl. v. Swaine'schen Steinkohlenbergwerken zu Stockheim ist nunmehr beendigt, indem Baron d. Swaine vom 7. September an die letzten 27 reit jüngster Zeit nicht beschäftigten Arbeiter wieder aufgenommen hat. Eine Aufbesserung der Löhne st gleichfalls erfolgt, indem den Häuern für die Tagesschicht von 8 Stunden 1 Mk. 20 Pfg. be— ahlt wird. In einer Wirthschaft in der Vorstadt Wöhrd Nürnberg) hat der Pinselmacher Stauber beim Spielen mit einem Revolver den verheiratheten Arbeiter Schindler erschossen. * In Nürnberg war der Luftschiffer Koch iufgestiegen und bei Oedenberg nach etwa halb⸗ tündiger Fahrt gelandet. Sofort eilten ihm die jerade aus Germersheim eingetroffenen, an den Manoͤdern der dritten Division theilnehmenden Mannschaften der 4. Kompagnie des 2. Pionier⸗ gataillons herbei und halfen gemeinsam mit den Ortsbewohnern den Ballon niederziehen. Das Gas entströmte nun, nachdem das Ventil ganz geöffnet var, in großer Menge. Kaum ertoönte der War— nungsruf eines der anwesenden Pionier-Offiziere die brennenden Pfeifen und Cigarren zu entfernen als im selben Momente eine brennende Lohe haus⸗ hoch zum Himmel emporflammte. Der brennende Ballon erhob sich noch zwanzig Meter in die Höhe ind stürzte dann zusammen. Wie sich später her⸗ zusstellte, hat ein Bewohner der Umgegend seine Pfeife angezündet und war hiedurch, ohne es zu ihnen, der Verursacher des Unglückes. FWallhalben, 8. Sept. Bei den gestern in unserer Umgebung abgehaltenen Manövern hatten sich eine Menge Zuschauer eingefunden, und es hoten diese Uebungen auch manches interessante Bild. deider haben wir einen kleinen Unfall zu verzeichnen. Hherr Burgermeister Bender wurde von einem Che⸗ bauxlegers· Unteroffizier überritten. Zum Glücke am er mit dem Schrecken und einigen kleinen Ver⸗ letzungen davon. F4Mänchen, 9. Sept. Die ploͤßliche Et⸗ kraniung der unter dem Kommando der 8. Infan- jerie⸗Vri gade (Generalmajor Otto v. Parsevah) stehenden beiden Kommandeure des 8. und 12. Inf.Regts. gibt in militärischen Kreisen zu allerlei Zedenken Veranlassung, zumal dieselbe gleichzeitig nit der Designirung des Generalmajors Moriz Orff von Ingolstadt zur Uebernahme des Komman⸗ os der 3. InfanterieBrigade fuͤr den in Italien veilenden Kommandeur von Parseval für die Dauet der Uebungen zusammenfällt. In Offizierskreisen pricht man davon, daß hier ein Befehl oder Wunsq zes lommandirenden Generals im Spiele sei, und zaß die erkrantien Obersten Ferdinand d. Parseval und Lindhammer, von denen der erste an der Tour zur Beforderung zum Generalmajor seht, un Hensionirung nachsuchen werden. Während der debungen wird das 12. Inf.⸗Regt. durch einer Major“ kommandirt, was vielleicht noch nicht da⸗ chen; Mejor Ruß ift übrigens der Dienstaltent keiner Charge. 7 Munchen, 8. Sept. In der Drudkere der Gedruder Obpach er dahier gerieth gehtern ine etwa 18jahrige Arbeiterin in die Schnelbreffe Die Unglückliche war binnen wenigen Selunden eine Leiche.. ur f pPrien, 8. Sept. Gestern Abend 75 zing über den Chiemsee ein furchtbares & wirter mit Hagelschlag nieder, das an Getun ꝑr Feldetn und Baͤumen große Zerftorung anrich Fon bielen Gebauden, namentlich in und um g wunden die Dacher abgehoben und 3040 37 weit geltagen, fast sämmtliche Fenster gegen purden in Prien eingeschlagen; die —— * niegen heute Oiittag noch seilenweise 222803 hod auf Feld unbe Siraße, viele Hunder 3* wogel liegen erschlagen umher, zwischen Zuen m rẽĩndorf sind mehrere Telegraphenstangen * vorfen und das Obst wurde fast gänzlich —98— Hhaumen geschlagen. Es scheint auch, daß me umdungen vorkamen, im hiesigen Bahnhofe nan namlich einige Damen und dede d denen Gesichtern und Händen. GBo m bayerischen Wald.) Der moampf der Czechen meldet auch an der baher⸗ en Grenze sich an und ruft muthwillig Erbitter⸗ hewor. Wer moͤchte es glauben: in Böhmisch⸗ sustein, wo eine deutsche Schule für 80 Kinder —* beantragt ein Zollaufseher, der mit noch Hiar Familien vier Schullinder zusammenbringt, fufstelung eines eigenen böhmischen Lehrers. Zffa hat der Alpenverein vergebens eine Tafel aret; die feindseligen Nachbarn zerschlugen sie ae. Am Arber mußte das Fremdenbuch ahezogen werden, weil übermüthige Czechen, Hsen höchsten Punkt des Baherwaldes bestiegen, zin Invectiben gegen die Deutschen, insbesondere — ——— hen Haus hier herum reich begütert ist. Das-— geschah im Zwiesel-Waldhaus, in der Mein⸗ von den zahlreichen Sommergästen verstehe Deutscher slavisch; aber die eingetragenen In⸗ nuen wurden sofort übersetzt, und um Reibungen den übermüthigen Gästen zu vermeiden, wurde a aufliegende Buch gleichfalls entfernt. Und ch finden viele hundert Czechen auf bayerischem Aben Arbeit und Unterhalt. Man wundert sich her die Ohnmacht der Nachbar ˖ Regierung, solchen zindseligkeiten zu steuern, aber in Oesterreich re⸗ ett eben der Niemand; man hat den deutsch⸗ indlichen Nationen gegenüber alle Macht zur miyrache aus der Hand gegeben. I GODas Ferkel in der Wiege.) Ja, ‚die Saksen sein helle!“ Das hat kürzlich jeder einmal ein biedres Bäuerlein an der sächfisch- ohmischen Grenze bewiesen. Der Mann hatte drüben“ zwei Ferkel gekauft, aber nur für eines en gesetzlichen Eingangszoll bezahlt. Da meldet m ein guter Freund, die Zollbeamten kämen auf in Haus zu, um aller Wahrscheinlichkeit nach da⸗ hst eine Durchsuchung vorzunehmen. Unser Mann ue natürlich, wem der Besuch galt und war in ht geringer Verlegenheit, wohin er in aller Eile z eine Ferkel verstecken solle. Doch die Noth ucht erfinderisch. Rasch entschlossen nimmt er ien der kleinen Grunzer, legt ihn in die Wiege nd zieht die Gardinen vor. Als die Zollbeamten ireten, finden sie den Bauer die Wiege haukelnd und ein Ammenliedchen dazu brummend. zie sordern ihn auf bei der Haussuchung zu gen zu sein, er aber schaukelt fort und jammert tx sein armes krankes Kleines das er uht verlassen dürfe. Da erbietet fich denn mer der ZJollbeamten gutmüthig dazu, seine Stelle nwverlreten. Der Bauer ist damit einverstanden, daber dem menschenfreundlichen Mann dringend acz Herz, ja recht leise zu schauleln und vor allen üngen nicht die Gardinen zurüchkzuziehen, denn yenn das kranke Kleine ein fremdes Gesicht sähe, a bönne sein Tod sein. Der Zollbeamte beruhigt en aͤngstlichen Vater, setzt sich an die Wiege, saukell leise und singt dazu die alte Weise „chlaf' sudchen schlaf', dein Vater hüt' die Schaf',waäh ⸗ und seine Kollegen eifrig — natürlich vergebens das Haus durchsuchen. Der Bauer hat sich ier, wie „Schorers Fmm.Bl.“ weiter mittheilt, er⸗ antlich erwiesen, indem er dem humanen Zollbe⸗ ien ein paar Tage darauf eine Wurst von dem liebreich in Schlaf gelullten Kleinen“ sandte. tsleuten, 2 arsa men Geschäf e saden 8 Gden gehörig vhen sen, weiß die Magdeburger ; — chahlen. Ein talentvoller Regen⸗ r Ie irmfabrllant der Vorstadt hat folgende in Fenster gehangft /· hus Verkauf von —— an— Fin noch sparsamerer Weinhändler kündig mal blos an I Jane. Diesen beiden Beispielen gewerblicher Syeem aus Magdeburg können wir noch ein drittes a ntlin hinzufügen, das nicht minder interessan d treffend ist. Ein steller⸗Industrieller⸗ im tndosten der Stadt, welcher allerhand vedteg bfuͤr sogenannte kleine Leute feilhält, empfiehl gjeinem Firmaschiide u. Mgute Fur. toffeln. Berlin,. 9. Sept. Die Hoffnung, daß die „Augusta“ noch erhalten sein könne, wird schwächer und schwächer, schon durch die sich täglich mehrenden Unfälle, welche aus dem rothen Meere gemeldet werden. Der Dampfer „Donar,, Kapitän Kuhn, welcher den furchtbaren Cyhclon, der vom 2. zum 8. Juni am Eingange des rothen Meeres wüthete, überstanden hat, hat verschiedene Nachrichten gesam⸗ melt. Danach muͤß in jener Schreckensnacht eine sroße Anzahl von Schiffen, darunter auch mehrere Ddampfer, untergegangen sein. Der Kapitaän des Dampfers „Duke of Devonhhire“ berichtet ebenfalls iber den entsetzlichen Otkan, daß er unterwegs ein inderes Schiff gesprochen habe, welches ihm mit⸗ heilte, daß es eine Menge Wrackstücke aufgefischt. Der Kapitän des „Duke“ hat zwei große Dampfer inken sehen. Von den Offizieren an Bord der „Auqufta“ ist nur ein einziger verheirathet. Berlin, 9. Sept. Laut einer Meldung nus Kiel ist das Torpedoboot Nr. 3 in Folge dollision mit dem Torpedoboot Nr. 8 im Lange⸗ and Belt gesunken und der Maschinistenmaat Dor⸗ zitz errunken. „Blücher“ und „Ulan“ find mit Praehmen von Kiel abgegangen, um Hebeversuche vorzunehmen. Berlin, 9. Sept. Die Deuzer Firma hander Zypen und Charlier hat in Rumänien bei der Konkurrenz mit deutschen, belgi— schen, österreichischen, französischen und Schweizer Fabriken den Sieg davongetragen und die Lieferung bon 212 diversen Personen- und Güterwaggons erhalten. Wie der Zar reist! Nach und nach verden über die Route, welche der rusfische Kaiser auf der Neise nach Kremsier genommen hat, sowie über die zu seiner Sicherheit getroffenen Vorsichts⸗ naßregeln immer mehr Einzelnheiten bekannt. Der Zar benutzte auf der Reise durch Polen sechs ver— chiedene Bahnen; Warschau wurde von dem Hof—⸗ zuge nicht berührt. Die Züge, welche dem Hofzuge Jälten begegnen können, wurden auf den Zwischen⸗ tationen oder sogar auf freiem Felde stundenlang uufgehalten; so hielt ein Zug bei Brzesc 2 Stun⸗ den, bei Jedlnia 8 Stunden, bei Kielce sogar 5*/2 Stunden. Die Reisenden durften die Koupes nich zerlassen; bei Jedlnia wurde der Zug sogar aul zas entlegenste Geleise überführt und ringsum von Militär besetzt, so daß vor jedem Fenster ein Posten tand. Selbst einem russischen General in Uniform wurde auf freiem Felde bei Brzesc nicht gestattet, den Wagen zu verlassen. — Der offizielle Tele⸗ zraph berichtet dabei in einem fort über enthusiasti⸗ schen Empfang des Zaren von Seiten seiner ge⸗ liebten Unterthanen.“ Paris. Mr. Waterford, Sohn des Par⸗ lamentsmitgliedes gleichen Namens, kehrte vor einigen Tagen im „Hotel Continental“ ein. Um z Uhr Morgens erhob er sich aus seinem Bette ind die wenigen Leute, die noch auf der Straße varen, sahen zu ihrem Entsetzen einen Mann im demde, ein brennendes Licht in der Hand, auf den Fenster Gerüsten in das zweite Stockwerk hinauf⸗ lettern und dort bedächtig von einer Höhe von 15 Fuß herabspringen. Der Fall hatte dem Manne nicht den geringsten Schaden zugefügt; »as noch immer brennende Licht in der Hand, chritt er langsam durch die Straßen, bis er von einer Polizei⸗Patrouille auf die Wachtstube gebracht wurde. Bei der mangelhaften Toilette war es un⸗ nöglich, irgend ein Kennzeichen für die Persönlich- keit des immer in tieferen Schlaf versinkenden jungen Mannes zu konstatiren; im Hotel machte man je⸗ doch am frühen Morgen die Anzeige, da Mr. Waterford daselbst eine prächtige Uhr sammt einer dette und eine größere Summe Geldes zurückge—- assen hatte. 7 Waterfreuden.) In Marseille sind vor inigen Tagen vier Söhne des Königs von Siam, Znaben im Alter pon fünf und zehn Jahren, unter der Aufsicht des Hofwürdenträgers Mon⸗ Tschau Form und des Hofarztes Doktor Jowan eingetroffen, um in Paris erzogen zu werden. Aber rozdem, daß vier Söhne von ihm jetzt in der Fremde weilen, dürfte eß dem Könige von Siam in seinem Palaste nicht langweilig werden, da ihm noch an zweihundertundfünfzig Knaben und Mäd— hen, von denen sich vierzig noch an der Brus— hefinden, zucückgeblieben sind. Thiers war während seiner ganzen Stu⸗ dienzeit in Aix, im Alter von 20 Jahren, in eine unge Dame verliebt, in deren Familie ex gast⸗ reundliche Aufnahme fand. Liebesschwüre wurden uusgetauscht und ein förmliches Heirathsversprechen vurde gegeben. Thiers ging dann nach Paris, aber sein Ehrgeiz verscheuchte bald alle Liebesträume, außerdem entdedte er durch die Korrespondenz viele unangenehmen Seiten im Charakter seiner Ge⸗ iebten. Er schrieb seiner schönen Provencalin zdald nur noch kurze kalte Zeilen, dann gar nicht mehr. Aber der Vater seiner Schönen ließ ihn nicht so ohne Weiteres fahren — eines schönen Morgens sprech er mit einem ganzen Arsenal Waffen bei Thiers vor und ließ ihm die Wahl wischen seiner Tochter oder einem Kampf auf Pistolen. „Gut,“ sagte Thiers, ich ziehe vor, ein »aar Minuten lang einer Waffe gegenüberzustehen, die ich nicht kenne, als ein ganzes langes Leben einer Frau gegenüber, die ich nur zu gut kenne.“ Das Duell fand statt — Mignot, der bekannte historiker der großen Revolution, war Thiers' Se⸗ undant — er feuerte in die Luft. Aber der ver⸗ hmãhte Schwiegervater spielte um Kopf und Kragen. Die Kugel ging durch Thiers hohen Cylinderhut — Thiers besah sich den Hut kaltblütig und setzte ihn wieder auf. Dann schoß er zum zweiten Mal in die Luft, während der Provencale wüthend seine weite und letzte Kugel noch einmal durch seines Begners hohen Hut schoß, dicht über den Rand traf sie. Thiers zog artig den Hut, als er sich entfernte. Dieser Hut hing lang über seinem Bett und verschwand erst vor seiner Hochzeit. Prud⸗ homme bemerkt dazu. „Wäre Thiers nicht so klein zewesen — so wäre er nicht dazu gekommen, so zroß zu werden.“ 7Newyork, 10. Sept. In einigen Di⸗ trikten des Staates Ohio richtete ein heftiger Syclon große Verheerungen an. Das Dorf Bloomingburg ist zerstört, ebenso 400 Gebäude in Washington und Courthouse, eine Stadt von 4000 rinwohnern. Bisher sind 5 Todte und 300 Ver⸗ vundete aufgefunden. Der Gesammischaden wird auf 1,000,000 Doll. geschätzt. fFWarnung für Eltern. Der Unfitte des Verschluckens von Pflaumenkernern ist am Sams⸗ ag das Kind eines Arztes in der Friedrichsstraße nn Berlin zum Opfer gefallen. Dasselbe starb an Unterleibsentzündung. F Nach dem Schnürschen. „Haben Sie einen postlagernden Brief für Herrn M...?“ — „Haben Sie eine Bescheinigung von Herrn M., daß Sie einen Brief für ihn in Empfang nehmen können?“ — „Nein.“ — „So holen Sie sich erst eine. — MMach einer Stunde) „Hier ist die Bescheinigung.“ — „Gut. Zeigen Sie sie mir. Sieht nach.) Nein, für Ihren Herrn ist kein Brief eingelaufen“ Marktberichte. 327 Homburg, 9. Septbr. (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ ienmarkt., Weizen 8 M. 39 Pf., Korn 7 M. 15 Pf., Spelzlern — M. — Pf. Speiz o M. — Pf., Gerfie dreihige O M. — Pf., Gecste 4reihige d M. — Pf., Hafer 6 M. 07 Pf. Mischfrucht 7 M. 31 ppf., Erbsen — M. — Pf., Wicden 0 M. — Pf. Bohnen 0 M. — pPf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 60 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleisch — Pf. Rindfleisch 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfteisch 60 Pf. Schweinefleisch 50 Pf., VButter 1 Pfund 0O M. 86 Pf., Zartoffeln per Zentner 8 M. — Pi. Kaiserslautern, 8. Septbr. (Frucktmittelpreis und Bittualienmartt.) Weizen 7 Mk. 983 Pf., Korn 7 M. 23 Pf., Spelzlern — M. — Pf., Speli 5 M. 86 pf. Bersie 7 M. 78 Pf., Hafer 6 M. 27 Pf. Erbsen O M. — Pf. Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Klee⸗ samen — M. — Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 66 Pf., z Pfd. 38 Pf., Gemischtbrod 83 Pfund 88 Pf., Butter pro Bfo. O M. 95 Pf., Eier per Dtzd. 78 Pf., Kartoffeln per Zentner 2 M. 60 Pf., Stroh J. Qual. 2 M. 78 Ppf., J. Qual. 2 M. 50 Pf., Heu pro Ctr. 3 M. — pf. dleeheu 0 M. — Pf. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme z. Lotterien. Die Ziehung der Lotterie für Wittwen und Waisen des Bayer. Veteran⸗Krieger⸗ und Kampfgenossenbundes ist auf 15. Oktober end⸗ zültig verlegt worden. — Gleichzeitig vernehmen wir, daß dem Verein zur Förderung der Pferde⸗ ucht in Bayern die allerhöchste Bewilligung zur Abhaltung des IV. internationalen Pferdemarties und der damit vorbundenen Lotterie ertheilt wurde, »eren Loose à 1 Mt. im Laufe des kunftigen Mo— tats durch die General ⸗Agentur Alb; Roesläzur AJusqabe gelangen werden Grosse Lotterie der Internationalen Ausstellung von Arbeiten aus edlen Metallen und Legirungen. in NURNBERG. S VOCC) GWViIVBE J Fin Loos oine VerkaUyAEn n Uen Ortenn.... Generaldebitairo dor Looso: Moritz Straus junior in Nürnberg und NMainz. dewinne von Marla 140000 MIarI Giewvinane von —A 3000, 2 000 Marxk eio Viele von Tausend Narß. SCCO GroWwinne. Pin Loos eine Mar P ro ramm V. Weitpreise im Betrage bis zu 15 Mark pro Pferd koͤnnen nach de⸗ g9 — *F Ermessen der Prämiirungskommission an solche Pferdezüchter ausbezahlt werde⸗ iür die Vertheilung von FErmunterungspreisen beim kgl. Landgestüte derswelche über 80 Kilometer vom Prämiürungsorte entfernt' wohnen unneee Pfalz in Zweibrücken. Pferde anderweitige Preise nicht erhalten haben. Die Vertheilung der Ermunterungspreise für herborragende Leistungen auf Ebenso können Medaitlen, Ehrendiplome und Fahnen aui dem Gebiete der Pferdezucht an die Eigenthümer der als preiswürdig erkanntensan solche Pferdezüchter vertheilt werden, welche durch ihre vorgeführten Pferd Pferde wird für das laufende Juhr am Sonntag den 27. Septembersimmerhin noch verdiensiliche Leisiungen in der Pferdezucht an den Tag dele⸗ 13835, Vormittags 11 Uhr, im Gesltütshofe zu Zweibräcken stattfinden haben. Die Musterung und Auswahl der zur Preisbewerbung gebrachten Pferde Geht ein mit einem höheren Preise prämiirtes Pferd ohne Verschulden der vird am vorhergehenden Tage. Samstag den 26. September, Vor Besitzers im Laufe des Jahres zu Grunde, so wird die rücknandige Prame mittags 8 Uhr, ebendaselbst durch die hiezu ernannte Kommission vorgt Zesiher ganz ausbezahlt. aommen werden. An die zu prämiirenden Pferde werden folgende Anforderungen geftellt Zur Vertheilung sollen nachverzeichnete Preise gelangen: Die Pferde müssen von Fehlern im Gebäude und Gang, welche sich go 10 Preise für 4123 jährige Stuten, welche zum ersten Mal vonserkannter Maßen forterben, sowen dies möglich ist, frei sein. sie mussen fern⸗ einem gesetzlich zulässigen Beschäler, nämlich entweder von einem Gestüts sgesund und gut gepflegt erscheinen. jengste oder von einem angekörten Privatbeschäler, oder von einem dem Sie sollen ihrem Gebrauchszwecke entsprechende gute Körperformen un' Stutenbesitzer selbst gehörigen Hengste, trächtig gehen. .„regelmäßige fördernde Gänge besitzen und volle Zuchttauglichkeit in Aussi Mit Annahme eines dieser 6 Preise verpflichtetsstellen. Die Hufe mussen gut gepflegt sein und wenn Pferde beschlagen vorhe l. Preis 300 Mk. nebst Fahne fich der Besitzer resp. der Eigenthümer des präfführt werden, müssen die Hufe mit einem vollkommen eutsprechenven Beschln miirten Pferdes, dasselbe auch im nächsten Jahrespersehen sein. von einem gesetzlich zulässigen Hengste belegen Pferde, welche Spuren übermäßiger Arbeit, wie Geschirrdrücke u. seh zu lassen und die Stute sammt dem dazugehsrigenszeigen, sollen nomentlich dann, wenn die Thiere noch nicht 3 Jahre alt in Füllen der Prämiirungskommission bei der nächste für gewöhnlich nicht mit Preifen bedacht werven. Dasselde gilt von pfebe— Landgestüts. Preisevertheilung wieder vorzuführen welche bei der Musterung aus irgend einem Grunde lahm gehen, vorausgeseß Von dem zuerkannten Geldpreise werden daß die Kommission sich nicht mit aller Bestimmtheit davon überzeugen kann jofort, *3 bei der nächstjährigen Vorführung sdaß die Ursache des Hinkens ouf vorübergehende die Zuchttauglichkeit nichl oferne der Nachweis der erfüllten Bedingunger beeinträchtigende, bald zu beseitigende Störungen zurückzuführen ist. erbracht ist, ausbezahlt. Kann dieser Nachweis Von den zut Konkurrenz angemeldeten Pferden muß durch ein Zeugnij nicht geliefert werden, so unterbleibt die Aus sdes Bürgermeisteramteb nachgewiesen werden, daß sie ansässigen Personen in de jahlung der zurückgehalienen »s der Prämie. Pfalz gehören und wenn der Besitzer dieselben nicht selbst gezogen hat, mindesten seit 11 Monate im Befsitze des Bewerbers sich befinden. Ferner muß der Nachweis über Bezahlung des Füllengeldes für das lon kurrirende Pferd nach Maßgabe des Ausschreibens der kgl. Regierung der Pfah Kammer des Innern, vom 2. März 1885 — Kreisamisblati Nr. 6 vom. März 1885 Seite 27 und 28, „Abänderung der Bestimmungen über Ertheilung »on Ermunterungspreisen für die Pferdezüchter der Pfalz, hier Erhebung bor Füllengelder betr.“ erbracht werden. Speyer, den 21. August 1885. 1— käniglich Banerische Kegierung der Pfalz, Kammer des Innern. In Vertretung: Graf Fugger, kgl. Regierungs⸗Direktor. Die evaungelische Diakonissenanstalt Karlsruhe wird ih Jahresfest Mittwoch, den 16. September, nachm. 2 Uhr, in der großen Stadtkirche in Karlsruhe mit Einsegnung mehrerer Schwestern abhalten und werden bei demselben Stadtpfarrer Eisenloher von Gernsbach, Pfarrer Chi Blumhardt von Bad Boll und Pfarrer Peter von Spöck mitwirken u Freunde der Diakonissensache sind herzlich eingeladen. 5 2442 3 er Nermaltunasrat der even-⸗ir caer dialanistuau talt darlatse auchklub. ↄgen Abend praͤcis 8 Uhr eim gemütsfkischen VReter. 7. 50, 8. 40,. Die Auszahlung dieser Preise erfolgt sofort 9. 30 Bedingungen werden nicht daran geknüpft. 10. * 20 t⸗ * II. 10 Preise für Mutterstuten, welche mit einem Fohlen vorgefüh— werden, das von einem gesetzlich zulässigen Hengste abstammt, und dd auch von solchen Hengsten wieder belegt sind: L. Preis 240 Mk. nebst Fahne 2.3 210 3. 180, 4., 13530 5., 120, b. 20 7. 30. 8., 20 9. 10.. 10 .... i. ün Preise' für Stutfohlen im Alter von 195 bis 33 Jahren. Die Belsitzer verpflichten sich, die Pferde im aächsten Jahre der Prämiirungskommission wieder oorzuführen. Hinsichtlich der 3)2jährigen Stuten übernehmen die Besitzer ferner noch die Verpflich— fung, sie im nächsten Jahre von einem gesetzlich zulässigen Hengste decken zu lassen. Die Auszahlung dieser Preise ist die gleiche wie bei Ziffer 1. 8 1000 Mark ꝛahlen wir dem, der bein Gebrauch von x kaiser⸗Zahnnasstt aà FL. eo F. und IOoo Pi jemals wieder Zahnschmwerzer bekommt. S. Goldmann6 Cie, Dresden. — Zu haber in 8t. Ingbhert bei P. Fery, Droguenhapdlung. /. 307, 3. 30, 9. 20 10. 20, I1.. 15 12. — 15 — — * 13. 10, 14. 10 15. 10 — * 1V. 6 Preise für Hengstfohlen im Alter von 1 dis 326 Jahren. 4. Preis 300 Ml. nebst Fahne. Dieser Preis wird nur fur einen soichen jungen Hengst ausgegeben, welcher sich zur Aufstellung als Beschaälhengst zu eignen derspricht. Erhält diesen Preis ein 19 oder 213jähriger Hengst, so muß sich dessen Besitzer verpflichten, denselben im nächsten Jahre der Prämiirungskom mission wieder vorzuführen. Erhält ein Zjahriger Hengft den Preis, so über⸗ nimmt der Besitzer die Verpflichtung, den Hengst, wenn er nicht vom pfälzischen Landgestüte angekauft wird, bei der nächsten Körung vorzuführen und nach Er⸗ angung einesKorscheines, denselben zurZucht zu verwenden oder derwenden zu lafsen. Die Art der Auszahlung ist wie bei Ziffer 1. 2. Preis 90 Mk. nebst Fahne 3. 590 Die Auszahlung dieser Preise erfolgt sofort 4. 3 2 Bedingungen werden nicht daran geknuͤpft. 5. — — ⸗ * Die Auszahlung dieser Preise erfolgt sofort; Bedingungen werden nicht daran geknupft. ars nelit u. ompfobũl. v er Leitang 2. Geheimr. ottoabko fo 2d. hygion. VNunenean Oberc edi- u Pr. v a r. 33 or 1 .M ne . 1.80 —— Scheine ftͤr die Gemeindekrandbenver sicherung ind zu haben in der —R ,St. Ingberter Ae — XAα ι er⸗ vosst- — ιισια. Nr. 10 281 neas aa⸗ —XXVC αÇα Erste Preisreda ile: 2 zerlin. Franuf urt a. M. Hamhburq Druck und Versaa von F. x. e etz in St. Znopert Amitliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — —R — ——— — — — — —— — 5 St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhalimmgb an und Sonntags mit Gseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 73 —, elnschließli h gulellungtgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei auberpfaluschen und solchen! auf welche die Expeduion Auskunft ertheilt, 13 d, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. — 24 — F — 9 c —* Sonntag, 13. September 188s88s5. 20.Jahrg. —I—— Volitische Uebersicht. jatten nur ein Schiff bei Pap, die Spanier deren wei. Der für die Karolinen ernannte spanische Vouverneur wollte die zwei spanische Kommandan⸗ en bestimmen, sich in eine Aktion einzulassen, was diese verweigerten. Die spanischen Blätter, selbst ie der Regierung gerathen in Wuthausbrüche gegen diese beiden Offiziere, welche übrigens sofort tele⸗ zraphisch abgeseßi wurden und vor ein Kriegsge- acht gestellt. werden. Wenn es uns erlaubt ist, n einer so heiklen Angelegenheit einen Rath zu zeben, so würden wir die spanische Regierung er⸗ uchen, den beiden Offizieren zu danken, welche in zöliiger Unkenntniß der Vorgange in Europa ge⸗ ögert haben, ihr Land in ein großes Abenteuer u verwickeln, und lieber Instruktionen abwarteten. Hätte man auf den Karolinen Kanonenschüsse ge— dechselt, so wäre dies ernster gewesen als die Tu⸗ nunlie in Madrid, und die augenblicklich zwischen den beiden Regierungen begonnenen friedlichen Unterhandlungen wären weitaus schwieriger gewesen.“ ks ist nicht zu verwundern, daß das Bekanntwer⸗ en dieser und ähnlicher Details der Vorgänge zu ensationellen Meldungen benutzt wird, um so mehr As etwas Thatsächliches an der Sache zu sein scheint. Beiertheim, 11. Sept. Die Kaiferparade —XV— hegleiter von dem Großherzog, dem Kronprinzen, deñ badischen und preußischen Prinzen und riesiger Zuite, und fuhr saͤmmtliche Treffen entlang. Wäh⸗ rend des Defilirens blieb der Kaiser über eine Stunde im Wagen stehend. Der Großherzog und die badischen Prinzen führten ihre Regimenter per⸗ znlich vor. Schließlich fuhr der Kaiser langsaut ie Front der badischen Kriegervereine entlang. Die Zaiserin wohnte im Wagen an, die Großherzogin ind die Kronprinzessin Viktoria erschienen zu Pfetde. der Erbgroßherzog führte das erste Bataillon der deibgrenadiere. Prinz Ludwig war in dem gleichen Regiment eingetreten. Das Wetter war anfangs rünstig, später trat Regen mit Surm ein. Die zegrüßung des Kaisers von der tausendköpfigen Menge war stürmisch. Ausland. I Wien, 9. Sept. Aus Bohmen liegt wieder in Schlachtenbericht vor. Abermals find es Deutsche, welche bei Iserthal, in der Naähe von seichenberg, von Czechen aus dem Hinterhalte iberfallen und mit Steinwürfen traltirt wurden. die Mahnungen der czechischen Führer scheinen sonach wenig zu fruchten; die jahrelange Agitation, velche don dieserSeite gegen die Deuischen syste⸗ matisch beirieben und genährt wurde, hat den Haß und die Leidenschaften gegen das Deutschthum auf⸗ zestachelt, und vielleicht hat auch der tzechische Pobel in hinreichend feines Verßändniß, um die gewun⸗ denen Beschwichtigungsversuche nicht allzu ernst zu rahmen. »Den Brennpunkt der gesammten poli⸗ gen Diskussion bildete in der abgelaufenen Woche Erdrierung des deutsch⸗spanischen reitfalles, wieer fich nach der Besetzung Insel Yap und den Pbbelerxzessen in Madrid mel hat. In allen deutschen Blättern spiegelt die Zuverficht wieder, daß es den so versoͤhn⸗ hen Dispofitionen der Reichsregierung gelingen We, den Konflikt mit Spanien wegen der Karo⸗ zwe Inseln in gütlicher Weise beizulegen und auch mswartige Presse ist des Lobes uber die über⸗ besonnene und maßvolle Haltung voll, welche m maßgebenden Orts in BVerlin trotz der Provo⸗ onen der spanischen Nation und ungeachtet der igsten Zwischenfälle in der ganzen Affaire fort iagt einnimmt.“ Jenseits der Pyrenäen selbst inen sich die hochgehenden Wogen der Nationalen waz geglättet zu haben und steht zu hoffen, daß der Knergie, welche die Regierung des Königs fonso jeht entwickelt, gelingen werde, weitere nüdeutsche Kundgebungen zu unterdrücken. Einiges efremden hat es allerdings exregt, daß Deuisch⸗ nd noch · immer keine ofsizielle Genugthuung seitens tr spanischen Regierung für die Beschimpfung der uschen Flagge in Madrid zu Theil geworden ist. ddessen irügt die deutsche Regierung der überaus wierigen Lage, in welcher⸗ sich König Alfonso id sein Ministerium befinden, volle Rechnung und neriäßt es einstweilen, auf Gewährung dieser Ge⸗ agthuung zu dringen; es wird wohl Niemand gen, dieses Verhalten der Reichsregierung als ne Schwäche aufzufassen. Im Uebrigen liegt ute zur starolinen⸗Affaire nichts Neues von Be⸗ ufung vor; auch über die ferneren Vorgänge fder Insel Yap ist absolut nichts bekannt. Die ichticht, daß die deutschen Konsuln in Barcelona d Saragossa ermordet worden seien, wird als —IeOeet ossa überhaupt gar keine konsularische Vertretung 3 deutschen Reiches existirt. In Madrid war nem Telezramm des „Temps“ zufolge die Gar⸗ ijon noch immer in den Kasernen konsignirt und querten die polizeilichen Vorsichtsmaßregeln fort; je Kuhe soll nicht weiter gestöri worden sein. Als in Zeichen der beginnenden Ernüchterung jenseits a Pyrenden ist auch der Vorschlag des angesehenen dadrider Journals Epoca“ anzusehen, das Wap⸗ m am deutschen Gesandtschaftsgebaude freiwillig ieder anzubringen. —— — *Die offizielle Bekanntgebung des Term ins für die Neuwahlen zur französischen Deputirtenkammer, die demnach am 4. Oktober latifinden werden, hat fast unmittelbar zwei be⸗ nerlenswerthe: Kundgebungen nach fich gezogen. die eine derselben besteht in einer Wahlrede, welche der Ministerpräfident Brisson auf einem Banket zu Zaris gehalten hat und in der er das Programm ꝛer Regierung entwickelle. Als Hauptpunkte dieses Zrogrammes erscheinen die Steuerreform, Befolg⸗ — —E zeckt sich sonach das Programm der Regierung m Allgeineinen mit demjenigen der Opportunisten. Ddie andere Kundgebung aus der französischen Wahlbewegung biidet eine am Dienstag Abend in Jaris statigefundene allgemeine Delegirten⸗Versamm⸗ ung der NMonarchisten. Auf derselben wurde ein Zarteiprogramm angenommen, in welchem nach darlegung der Beschwerden gegen die Republik eine taͤndige starke Staatsgewalt gefordert wird, die zurch Wiederherstellung des religidsen Friedens und zurch Handhabung einer vorschauenden auswärtigen Zolitil Frankreichs Gedeihen befördere. Das Pro⸗ ramm stellt nicht die Frage Republik oder Monarchie, ondern verlangt nur die Wiederherstellung des Artikels 8 der Verfaffung, welcher gestattete, Ddie Kegierungsform zu diskutiten. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 12. Sept.Wie uns mit⸗ zetheilt wird, wurde gestern in der hiesigen Grube Jer Bergmann Jakob Schmidt durch schlagende Wetter derart an Kopf und Händen verbrannt, daß er in's Spital verbracht werden mußte. —*Aus voller Ueberzeugung empfehlen wir dem schdnen Geschlecht nachdrücklich das in Dresden erscheinende prakbtische Wochen⸗ »latt für alle Hausfrauen Fürs daus““. Das Blatt hat in der kurzen Zeit seines 8— bereits eine notariell beglaubigte Auflage bdon 80.000 Eremplaren erreicht, — der beste Beweis ür die Vorzüglichkeit seines Inhaltes. Allerdings jat hierzu gewiß auch der auffällige billige Abon⸗ aementspreis beigetragen, welcher vierteljährlis nur 1 Mark betragt. — Am-⸗ 1. Dezember als am Tage der allge⸗ neinen Volkszählung fällt nach ministerieller Anordnung der Schulimterricht gus — Zweibrücken, 10. Sept. Vom 1. Dktober an werden in den beiden Orten Witters⸗ seim und Habkirchen k. Postexpeditionen. erxrichtet. Der Postbeftellbezirl Witsersheim umfaßtr Bebels⸗ sjeim, Neuhof, Ehlingen, Ehlingermühle. Zum Bestellbezirk Habkirchen gehören: Bliesmengen,. Zolchen, Grafenthal, Uhrigsmühle, Habkirchen und dabkirchermühle. — Die Nachricht, daß; bei den Mandvern in der Nordpfalz zwei Soldaten von Pferden getreten worden und daran gestorben feien,, bestätigt sich erfreulicherweise nicht. — Edesheim. Heute kommt durch den Weinkommissionär Herrn Jean Fischer der erste NReue Wein zum Versandt. Der Most wurde zekauft 830 Liter zu 11 Mk. 50 Pfg., Mostgewicht Furchschninlich 70 bis 75 Grad nach Oechsle. Es hal ·den Anschein, als würde der de u t sch⸗ sanische Konfläkt, trotz der würdevbollen nd ruhigen Haltung der deutschen Regierung und oß der energischen Bemühungen des Konigs Al⸗ ns, es nicht zu einer ernsten Verwicklung lommen lassen⸗ noch gefahrvolie Klippen zu passiren hen, ehe er in das friedliche Fahrwasser völlig ulicher, von aller Gereiztheit freier diplomatischer terhandlungen einläuft. Schon das Bekannt⸗ rden der Vorgänge, die sich unmittelbar vor oder d der Aufhissung der deutschen Flagge auf Yap piellen, dürfte die herrschende Aufregung in hanien eher vermehren ais vermindern. Wie ihe gerüdt in der That die Gefahr eines blutigen usammenstoßesbei diesem Vorfall war, ersieht un auz folgender Darfellung des Verlaussz der egnung des deutschen Kanonenbootes „Iltis“ iden spanischen Kriegsschiffen, die John Lemoinne m ,Journ. des Deßaige uwirft; .Die Deuischen * Aus der Schweizt werden neue Aus⸗ veisungen von Anarchisten, 4 Oesterreicher ind eines Bayern, gemeldet. Man kann es nur ankbar anerkennen, daß der Schweizer Bundesrath ortgefetzt so energisch gegen die internationale Um⸗ urzpartei vorgeht und deren Mitgliedern mehr ind mehr die Anschauung benimmt, als sei der Zoden der Eidgenossenschaft eine Heimstätte für die marchistische Gesellschaft. Deutsches Reich. J Berlin, 11. Sept. Wie neuerdings ver⸗ erlautet, werden die preußischen Landtagswahlen vahrscheinlich im ersten Drittel des November vor »nommen werden. — Freinsheim, g. Sept. Der Versandt in Portugieser⸗Trauben ist hier ein anhaltend lebhafter. Der Preis ist gegenwärtig 13 3 Zeniner. Ballen vom Lande und 900 Ballen per Bahn zu⸗ geführt und wurden hauptsächlich unter reger Be— theiligung von Exporteurs ca. 1200 Ballen um— gesetzt, doch haben die Preise im Allgemeinen eine Aenderung nicht erfahren. Die Stimmung ist etwas animirter und notiren heute: Markthopfen Mk. 42 -55, Württemberger 50 — 64 Mark, Ba⸗ dische Mk. 50 - 58. Hallertauer 50—62, Aisch e Mk. 50 —56. In Auswahl um 5 Mt. öher. f Muünchen. Die Zusammensetzung der sdammer der Abgeordneten bei ihrem nmuaͤchsten Wiederzusammentritt ist nach der Standesangehörig⸗ keit der 139 Abgeordneten folgende: Die Fammer besteht aus 28 Standesbeamten, 2. Rechtsanwälten 3 städt. Beamten, 21 Angehörigen der Industrie und des Handels, 14 Gewerbetreibenden, 59 Land⸗ wirihen, 16 Priesterr. und 13 Privatleuten. fx Das „Schweidn. Tgbl.“ schreibt: Am Sonn⸗ ag herrschte freudig bewegtes Leben im Schlosse Treisau. Hauptmann von Moltle II., Adjutant des General· Feldmarschalls Grafen von Moltke, ließ seine am 18. August geborene Tochter taufen. veradezu rührend war es anzuschauen, als der zreise Feldmarschall dem Täufling, welchen er wahrend der heiligen Handlung sorgsam auf den Armen wiegte, immer wieder freundlich lächelnd zunickte. Als das Gespräch später auf die Ereig⸗ niffe in Madrid kam, sagte Molike nur: „Mir thut der König von Spanien leid.“ * Am 286. Oktober d. J. feiert unser großer »eutscher, von der ganzen Nation hochgefeierter Stratege und Schlachtendenker Generalfeldmarschall Braf Moltke seinen 83. Geburtstag. F Berlhin, 9. Sept. Eine zahlreich besuchte Versammlung junger Kaufleute (Kommis) nahm in Bezug auf die Sonntagsruhe eine Resolution an, worin verlangt wird, daß die Geschäfte an Sonntagen nur während fünf Stunden geöffnet sein dürfen und spätestens Nachmittags 1 Uhr ge⸗ chloffen sein müssen. — f Berlin, 11. Sept. Ueber den Zusammen⸗ doß deutschen Avisodampfers „Elitz“ mit dem eng lischen „Aulland“ liegt aus Frederikshaven folgende weitere telegraphische Meldung vor: Der Zusammen ⸗ stoß des deutschen Avisos „Blitz“ mit dem eng ⸗ lischen Dampfer „Aukland“ erfolgte nördlich von der Insel Laesoe, 8,8 Seemeilen südwestlich vom Hurch recton uber,ce. chen ezug yet —X vorruonent· erein. Colonialwaaren, Delicatessen, Fischo v er Post porto- u. zollirol dort:/ Ko. Am. und bei hekannt roollstor Bedienung im. in Sädbchen zu 21/5 u. 40/4 Ko. notto, rongebr. GOaviaxbrima Etb pr. ko. 8.00 ege 8 feurig 5 3 —X ———— —* 6.38 Nonado braun, großbohnigst, edell 0 1.85 (0llheringe neue Holländ. 28 Postfaß 2.80 Ceylon Perl hochfeinst, kraftig. 08 1.30 etthoringo neue große 30 „82.80 nnetenen schön. zꝛ 7 oetthoringo neue *5 q 3 Cuha ff. blaugrün, lräftig, schön 0. echte beste reife ko. 2. X3 ie 5 Brab. dSardellen —,, lava golb großbohnig mildkräftig 0.95 J. 10 Fottheringe ff. neue marinirte 830pr. F. 8.00 Perlimocca ausgiebig, feintraftig 7.90 1. 05 duss. kronsardinon neue feine l20 2.80 lava grun ganz vorzüglich ...0.851 1. 00 jollmops ff. pitant, o. Grät. 40 3.25 gantos ff. grün, kräftig, —— 0O. 80 2. 235s Ciol. Buecxkl. greße ca. 40 Postkist. 8.25 Santos f. ausgiebig, kräftig..0.700.90 BSZaft. M. 6.00 p. 1.11.00 Campinos feinst. kräftig rͤn 0.75 0.86 Golose-Aal dicker i/3 gᷓ. M. 3. 50 p. Posif. 6.00 Tafol-·stois extraff. O 30, ff. O 285 fein 0. 20 anchovis echte /2 F. M. 2.00, /. Faß 8.50 perl· Taplaco·Sago echt oftindisch. 0.82 ztearinkorzen ff. Ir, zr, 6r, p. i0 Pad. b. Oh dultan⸗sRosinon ohne Kerne... 0.40 Familionthoe extraff. schwarz. ko. 7 u, 8.00 Nandeln süße, befte, grͤßte 0.85 Vanills ff. 8 gr. Stg. 0O.60 pr. 12 Stg. 200 oigoncaffoo u. Carlsbador Cafsssgovurz eigener Fabrit p. Carton . Ko. nur 30 pPiqe. Irogeren Xne smcca A andiera migsst. Bohsstandige Preislisten gratlis und franes E. I. Schuiz in AItona b. Uamihurt. Etablirt 1864. Vor Nachahmer gewarnt Altona-Hamburger Dammf. Cassee-Brennerei und — Zwangsversteigerung 4Rar dellen, Dienstag, den 155 September —E9 naichsthin, Vormitlagz id uhru echten Burgunder. deckendalheim vor der Wohnung MWein- ESSig es Andreas Mohr versteigere ich: emdfiehlt Kuh, 1 Pferd, 1vollstän⸗ * * — J. Peters · duen en 1 383 AA vis 20 gute artie ung, ansf un verschiedene Hauseinrichtungs⸗ M a u r e r n gegenstände, sowie eine grͤ— nnen bei Unterzeihnetem dis nachste Montag, den 14. Sept. auf der here Partie Weizen, Hafer, 1 Muͤhle 6 NRiederwürzbacher duh Gerste, Erbsen u. Linsen ꝛe egen hohen Lohn in Arbeit äin⸗ zwangsweise gegen Baarzahlung. rͤen.“ St. 8 den 12. Sept. 1885 Joh. Jos. nihal— eck, Gerichtsvollz.Stellv. Maurermeister. Der Tururat. — der ðe fam ⸗· ofege νν BVaurge SEpeserei Wanren⸗ unserer heutigen Nummet Dae —AVXX — ist für einen jungen Mann liegt eine Probenummer des Pralshen ist zu vermiethen und zuglesch be⸗smit guter Schulbildung eine Wbochenblattes für alle Haus stauen imba Lebrlingsstesse Fuͤrs Haus“ bei, — Jabann König. Beachtung aller Hausfrauen na oifen Rei wem saat die Frynd Bl. lich empfehlen. Feuerschiff bei Trindeln, in Folge eines fal Mansövers des „Aukland“, der sofort sank. e der 17 Mann starken Besatzung des —RX onnten nur drei (der Kapitär, der Steuerman⸗ Papier und der Bootsmann Baity) gerelle ne Der Aviso .Slitze blieb völlig wnbe schaditehe nand seiner Besatzung wurde verlehie Nie— . Pest, 8. Sept, Graf Paul Festetich der Bemahl der in Wien bekannten Frau discher su derte aus Gründen privater Natur den Sohn deg Präsidenten des ungar. Abgeordnetenhauses Joses Pechh auf Pistolen und tödtete seinen Gegne beim ersten Gang. 7Paris, 8. Sept. Mimi Lepreux, der zefährlichste Taschendieb Frankreichs, ist gestorben Man schatzte sein Jahreseinkommen auf —2*8— Franks. Mimi hinterläßt eine schöne junge Frau die Tochter eines englischen Kollegen. Sa bezicht ꝛine Rente von 4000 Franks, denn Monsieur de preux war ein guter Ehemann und Vater, der be Zeiten seine Familie ficher stellte. Er win alz ein sehr stattlicher und eleganter Mann geschilden der eine vielseitige Bildung besaß. Sein bad stinder sind von seltener Schönheit. J r VLEin schrecklichs Unglück zur Seee wird zemeldet. Der Dampfer „Wills“ ging am Som— ag Abend von Genua nach Malaga in See, ulß er in Folge eines plötzlichen Sturmes im Stbe don Savona unterging. Ein Boot mit 15 Per⸗ jonen der Bemannung, die sich in einem bedauer⸗ lichen Zustande befanden, erreichte am Dienstag srüh Genua, und ohne Verzug wurden Dampfer entsandt, in der Hoffnung, einige Passagiere zu retten, aber man befürchtet, daß 40 Personen en Wellengrab gefunden haben. Eine neue Krankheit) Bauer lin der Zeitung lesendd: „Um Gotteswille, was heut se Daag for ˖ Krankheete gebt, do steht, daß de vor jemeeschter zu Frankfort an der Oder gestorb' es F „Mann, bleib' heut' derham, 's gibt e' Ge⸗ witter, und ich fercht mer so;“ — , G'rad deß⸗ wegen geh' ich heut' in's Werthöhaus, — q ercht mer aach!““ Vermischtes. fMainz, 10. Sept. Ein berüchtigtes hiesiges Subjell, ein Floößer Namens Peter Wenzel, ist in Koblenz wegen des Verbrechens des Todt⸗ schlags, verübt an einem anderen Flößer, verhaftet worden. n — Eisenach 10. Sept. In der heutigen Haupidersammlung des Gustad⸗Adolf⸗Ver⸗ rins wurde über die große Liebesgabe dou eiwa 18,000 Mk. Beschluß gefaßt. Vorgeschlagen waren Ciele⸗Fielonea in Polen, Nippes bei Köln und Mittelberbach in der Pfalz. — Die beiden letzteren sind durchgefallen. Ciele⸗Zielonca erhielt mit 94 Stimmen die Gabe, nachdem Superinten⸗ dent Dr. Teutsch über die Gemeinden berichtet hatte. Bei dem gestrigen Festmahle, welchem etwa 800 Theilnehmer beiwohnten, brachte der Vorfitzende einen begeistert aufgenommenen Toast auf den deut ⸗ schen Kaiser und auf den Großherzog von Sachsen aus und beschloß die Versammlung, folgendes Telegramm an den Kaiser abzusenden: „Die am Fuße der Wartburg in der Lutherstadt Eisenach auf heiligem, durch reformatorische Erinnerung geweihtem Boden vereinte 39. Hauptversammlung des evangelischen Vereins der Gustad⸗Adolf⸗Stiftung hat soeben in begeisterter Einmüthigkeit ihrer Verehrung und diede, wie für den erlauchten Fürsten dieses Landes, so für ihren allgeliebten, von Gottes Gnade uns bewahrten Kaiser, den huldvollen Protektor unseres Vereins, Ausdruck gegeben und hat ihr Gebet dor Gott gebracht, daß er Ew. Majestät noch lange uns wahre und stärke zum Segen unseres ganzen, durch Ew. Majestät geeinten und groß gewordenen Vaterlandes.“ Auch an den Großherzog von Sachsen wurde ein kelegraphischer Gruß gesandt. FNurnberg, 8. Sept. Die rückgängige Tendenz, welche in den letzten Tagen im Hopfen⸗ geschäfte herrschte, hat fich mit Beginn dieser Woche fortgefetzt und mußten Preise gestern abermals etliche Mark nachgeben; krotzdem wurde die Zufuhr, welche ca. 800 Bll. betrug, bis auf 200 Säcke erainmt. Dem heutigen Markte wurden ca. 600 Zum Empfange Sr. Königl. Hoheit des Prinze Luitpold von Bayern in Zweibrücken am Sonntag, den 13. ds., Nachmittags 315 Uhr werden die Mitglied hiermit eingeladen und zu zahlreicher Betheiligung aufgefordert. Aufstellung um 11 Uhr 15 Min. am Hause des J. Vorstandes, Herr Fischer und Abmarsch zum Zuge 11 Uhr 42 Min mit Fahne, Trommel und Signalisten. Sammiliche Orden sind anzulegen. Der Aussch u tz. 77— Bierbrauorei Gobr. Bockor. ** VLVoehteines Wilsener. Vurnhvoroin J —9 24 ——7—* * — imn XEEIAX Nur Eingeladene und Mitglieder haben Zutritt. —— —— Hierzu Illustrirtes Sonn⸗ taaëblatt“ Nr. I. Jugherter Atzeiger. Amtliches Organ des köͤnigl. Amtsgerichts St. Ingbert J — αασαατασιααOασαισααα rrar⸗ — — — — — — er „St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wochentlich fünufmal: Am Montag, Dieustag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ Jalt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blati kostet vierteljiährlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 76 —, einschließli d d A Zustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondieile oder deren Naum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solche⸗ auf welche die Expedition Auskunft ertbeilt, 1Iß A. Neclamen 80 ⸗. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnel. X 179. Politische Uebersicht. *Den Brennpunkt der gesammten poli⸗ schen Diskussion bildete in der abgelaufenen Woche e Erdrierung des deutsch⸗spanischen ztreitfalles, wie er fich nach der Befetzung er Insel Yap und den Pobelexzessen in Madrid faltet hat. In allen deutschen Blättern spiegelt ddie Zuversicht wieder, daß es den so versöhn⸗ hen Dispositionen der Reichsregierung gelingen erde, den Konflikt mit Spanien wegen der Kato— nen⸗Inseln in gütlicher Weise beizulegen und auch e auswaͤrtige Presse ist des Lobes über die über⸗ 5 besonnene und maßvolle Haltung voll, welche an maßgebenden Orts in Berlin trotz der Provo⸗ ionen der spanischen Nation und ungeachiet der ngsten Zwischenfälle in der ganzen Affaire fort- segt einniimmt. Jenseits der Pyhrenden selbst heinen sich die hochgehenden Wogen der Nationalen was geglätiet zu haben und steht zu hoffen, daß der Energie, welche die Regierung des Konigẽ fonso jetzt entwickelt, gelingen werde, weitere itideutsche Kundgebungen zu unterdrücken. Einiges efremden hat es allerdings erregt, daß Deutsch⸗ nd noch immer keine offizielle Genugthuung seitens tr spanischen Regierung für die Beschimpfung der utschen Flagge in Madrid zu Theil geworden ist. dessen trägt die deutsche Regierung der überaus wierigen Lage, in welcher sich König Alfonso d sein Ministerium befinden, volle Rechnung und uerlaßt es einstweilen, auf Gewaährung dieser Ge— gthuung zu dringen; es wird wohl Niemand egen, dieses Verhalten der Reichsregierung als re Schwäche aufzufassen. Im UÜebrigen liegt ue zur Karolinen⸗Affaire nichts Neues von Be— iung vor; auch über die ferneren Vorgänge der Insel Yapist absolut nichis bekannt Die ahticht, daß die deutschen Konsuln in Barcelona d Saragossa ermordet worden seien, wird als Jch unbegründet bezeichnet, zumal da in Sara— a überhaupt gar keine konsularische Vertretung deutschen Reiches existirt. In Madrid war m Tele zyramm des „Temps“ zufolge die Gar— n noch immer in den Kasernen konsignirt und »ten die polizeilichen Vorsichtsmaßregeln fort; duhe soll nicht weiter gefibri worden sein. Als deichen der beginnenden Ernüchterung jenseits yrenden ist auch der Vorschlag des angefehenen drider Journals ¶ Epoca“ angusehen, dag Wap⸗ am deutschen Gesaudtschaftsgebäude freiwillia der anzubringen. * hat den Anschein, als würde der deut sch⸗ unische Konflilte sroß der würdebollen nuhigen Haltung der deutschen Regierung und der energischen Bemühungen des Konigs Al⸗ ðnicht zu einer ernsten Verwicklung kͤmmen Asen, noch gefahrvolle Klippen zu pafssiren m ehe er in das friedliche Fahrwaͤsset voöllig —X Gereiztheit freier diplomatischer thandlungen einlaͤuft. Schon das Bekannt⸗ den der Vorgange, vie sich unmittelbar vor oder der Aufhissung der deuschen Flagge auf Yap eien, düͤrfte. die hertsehende Nuftegung “in nnien eher dermehren ais vdermindernWi⸗ erückt in der That die Gefahr eines blutigen nmenftoßesbei diesem Vorfall war, ersieht us folgender Darsteͤung des Verlaufs da ung des deutschen Kanonenbootez Ilis“ den spanischen Kriegsschiffen, die John Lemoinne Journ. des Debats“ entwirft: Die Deuischen 4 Sonntag, 13. September 1888. V 20. Jahrg. jatten nur ein Schiff bei Yap, die Spanier deren wei. Der für die Karolinen ernannte spanische Bouverneur wollte die zwei spanische Kommandan— ten bestimmen, sich in eine Aktion einzulassen, was diese verweigerten. Die spanischen Biätter, selbst die der Regierung gerathen in Wuthausbrüche gegen diese beiden Offziere, welche übrigens sosort tele⸗ zraphisch abgesetzt wurden und vor ein Kriegsge⸗ richt gestellt werden. Wenn es uns erlaubi ist, n einer so heillen Angelegenheit einen Rath zu jeben, so würden wir die spanische Regierung er⸗ uchen, den beiden Offizieren zu danken, welche in »ölliger Unlenntniß der Vorgänge in Europa ge- zögert haben, ihr Land in ein großes Abenteüer iu verwickeln, und lieber Instruklionen abwarteten. Zätte man auf den Karolinen Kanonenschüsse ge⸗ vechselt, so wäre dies ernster gewesen als die Tu⸗ nnlte in Madrid, und die augenblicklich zwischen den beiden Regierungen begonnenen friedlichen Anterhandlungen wären weitaus schwieriger gewesen.“ Es ist nicht zu verwundern, daß das Bekanniwer⸗ en dieser und ähnlicher Details der Vorgänge zu ensationellen Meldungen benutzt wird, um so mehr als etwas Thatsächliches an der Sache zu sein scheint. Beiertheim, 11. Sept. Die Kaiserparade derlief glanzend. Der Kaiser traf um 10 Uhr ein, begleitet von dem Großherzog, dem Kronprinzen, den badischen und preußischen Prinzen und riesiger Suite, und fuhr sammtüche Treffen entlang. Waͤh⸗ rend des Defilirens blieb der Kaiser über eine Stunde im Wagen stehend. Der Großherzog und zie badischen Prinzen führten ihre Regimenter per⸗ oͤnlich vor. Schließlich fuhr der Kaiser langsau ie Front der badischen Kriegervereine entlang. Die daiserin wohnte im Wagen an, die Großherzogin ind die Kronprinzessin Viltoria erschienen zu Pferde. Der Erbgroßherzog führte das ersie Baiaillon ver deibgrenadiere. Prinz Ludwig war in dem gleichen Regiment eingetreten. Das Wetter war anfangs zünstig, später trat Regen mit Surm ein. die degrüßung des Kaisers von der tausendkopfigen Menge war stürmisch. Ausland. Wien, 9. Sept. Aus Bohmen liegt wieder iin Schlachtenbericht vor. Abermals find es Deutsche, welche bei Iserthal, in der Naähe von seichenberg, von Czechen aus dem Hinterhalte iberfallen und mit Sieinwürfen tralktirt wurden. Die Mahnungen der cjechischen Führer scheinen onach wenig zu fruchten; die jahrelange Agitation, velche von dieser Seite gegen die Deutschen syste⸗ natisch beirieben und genährt wurde, hat den Haß ind die Leidenschaften gegen das Deutschthum auf⸗ nestachelt, und vielleicht hat auch der czechische Pobel in hinreichend feines Verfandniß, um die gewun⸗ denen Beschwichtigunssversuche nicht allzu ernst zu rehmen. * Die offizielle Bekanntgebung des Termiins für die Reuwahlen zur franzöofischen Deputirtenkammer, die demnach am 41. Oktober jattfinden werden, hat fast unmittelbar zwei be⸗ gerkenswerthe Kundgebungen nach sich gezogen. die eine derselben besteht in einer Wahlrede, welche »er Ministerpräsident Brisson auf einem Banket zu Zaris gehalten hat und in der er das Programm er Regierung entwickelte. Als Hauptpuntte dieses Zrogrammes erscheinen die Steuerreform, Befolg⸗ ng einer friedlichen, aber würdigen Politik nach AUAußen und Abschluß der kolonialen Aktion und )eckt sich sonach das Programm der Regierung m Allgemeinen mit demjenigen der Opportunisten. Die andere Kundgebung aus der franzoͤsischen Wahlbewegung bildet eine am Dienstag Abend in Baris stattgefundene allgemeine Delegirten · Ver samm · ung der Monarchisten. Auf derselben wurde ein barteiprogramm angenommen, in welchem nach Darlegung der Beschwerden gegen die Republik eine tändige starke Staatsgewalt gefordert wird, die hurch Wiederherstellung des religiösen Friedens und urch Handhabung einer vorschauenden auswärtigen ßolitik Frankreichs Gedeihen befördere. Das Pro⸗ zramm stellt nicht die Frage Republik oder Monarchie, ondern verlangt nur die Wiederherstellung des Urtikels 8 der Verfaffung, welcher gesiattete, die Keqierunasform zu diskuiren. Bcrred Aaische Nachrichten. *St. Ingbert, 12. Sept. Wie uns mit · zetheill wird, wurde gestern in der hiesigen Grube »et Bergmann Jalob Schmidt durch schlagende Wetter derart an Kopf und Händen verbrannt, daß ex in's Spital verbracht werden mußle. ä —Aus voller Ueberzeugung empfehlen wir dem schönen Geschlech nachdrücklich das in Dresden erscheinende praktische Wochen⸗ blatt für alle Hausfrauen Färz Haus““. Das Blatt hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits eine notariell beglaubigie Auflage oon 80 400 Eremplaren erreicht. der beste Veweis für die Vorzüglichkeit seines Inhaltes. Allerdings hat hierzu gewiß auch der auffallige billige Abon⸗ nementspreis beigetragen, welcher vierteljahrlid nur 1 Mark deirägt. — — Am 1. Dezember als am Tage der allge⸗ neinen Volkszahlung fällt nach mlnisterieller Anordnung der Schulunterricht aus. W — Zweibrücken, 10. Seph. Vom 14. Oltober an werden in den beiden Orten Wuͤters— jeim und Habkirchen k. Postexpeditionen errichtet. Der Posibestellbezirk Wittersheim umfaßt? Bebels⸗ Jeim, Neuhof, Ehlingen, Ehlingermuͤhle. Zum Bestellbezirk Hablirchen gehören: Bliesmengen, Bolchen, Grafenthal, Uhrigsmäble, Habkirchen um dablirchermühle. — Die Nachricht, daß bei den Mandvern in der Nordpfalz zwei Soldaten von Pferden getreten worden und daran gestorben seien, bestätigt sich erfreulicherweise nicht. — Edesheim. Heute kommt durch den Weinkommissionär Herrn Jean Fischer der erste Neue Wein zum Versandt. Der Most wurde Jekauft 50 Liter zu 11 Ml. 50 Pfg., Mostgewich durchschnittlich 70 hig 75 Grad noch Oemal, * Aus der Schweiz werden neue Aus⸗ weissuugen von Anarchisten, 4 Oesterreicher uind eines Bayern, gemeldet. Man kann es nur ankbar anetlennen, daß der Schweizer Bundesrath ortgesetzt so energisch gegen die internationale Um— durzpartei vorgeht und deren Mitgliedern mehr und mehr die Anschauung benimmt, als sei der Boden der Eidgenossenschaff eine Heimstätte fuͤr die marchistische Gesellschaft. Dentsches Reich. Berlin, 11. Sept. Wie neuerdings ver⸗ erlautet, werden die preußischen Landtagswahlen pahrscheinlich im ersten Driltel des November vor zenommen werden. — Freinsheim, V. Sept. Der Versandt in Portugiefer⸗Trauben ist hier ein anhaltend lebhafter. der Preis ist gegenwärtig 15 5, “ Zentner. (D. A. Ballen vom Lande und 900 Ballen per Bahn zu⸗ geführt und wurden hauptsächlich unter reger Be⸗ sheiligung von Exporteurs ca. 1200 Ballen um⸗ gesetzi, doch haben die Preise im Allgemeinen eine Fenderung nicht erfahren. Die Stimmung ist was ammirter und notiren heute: Markthopfen MNk. 42 - 85, Wuͤrttemberger. 80 —64 Mark, Ba⸗ ische Ml. 50 - 568, Hallertauer 50- 62, Aisch ade Mt. 30 56. In Auswahl um 5 Ml. zöher. —BV —— 7 Munchen.Die Zusammensetzung der daͤmmer der Abgeordneten bei ihrem nächsten Wiederzusammentrit. ist nach der Standesangehörige rit der 189 Abgeordneten jolgende Die Kammet besteht aus 28 Sitandesbeamten, 2 Rechtsanwälten, s städt. Beamten, 21 Angehoörigen der Industrie und des Handels 14 Gewerbetreibenden, 50 Land⸗ wirthen, 16 Priesterr und 18 Privatleuten: Das „Schweidn. Tgbl.“ schreibt: Am Sonn⸗ ag herrschte freudig bewegtes Leben im Schlosse Treisau. Hauptmann von Mokike H.,Adjutant des General⸗ Feldmarschalls Grafen von Moltke, ieß feine am 18. August geborene Tochter taufen. Beradezu rührend war es anzuschauen,als der zreise Feldmarschall dem Taäufling, welchen er dahrend der heiligen Handlung sorgsam auf den Armen wiegte, immer wieder freundlich lächelnd zunickte. Als das Gespräch später auf die Ereig⸗ nisse in Madrid kam, sagte Moltle nur. „Mir thut der dnig von Spanien leid.“ Am 286. Olktober d. J feiert unser großer „eutscher, / von der ganzen Nation hochgefeierten Stratege und Schlachtendenker Generalfeldmarschals Braf Moltke seinen 85. Geburtstag. 7 Berbin, 9. Sept. Eine zahlreich besuchte Versammlung junger Kaufleute (Kommis) nahm in Bezug auf die Sonntagsruhe eine Resolution in, worin verlangt wird, daß die Geschafte an Sonntagen nur während fünf Stunden geöffnet ein dürfen und spätestens Nachmiltags 1. Uhr ge⸗ chlossen sein müssen . Berlin, 11. Sept. Ueber den Zusammen · doß deutschen Äbisodanpfers „Vlitz mit dem eng⸗ ischen „Aulland“ liegt aus Frederikshaven folgende veitere telegraphische Meldung vor: Der Zusammen⸗ stoß des deutschen Avisos „Blitz“ mit dem eng⸗ iischen Dampfer „Aukland“ erfolgte noͤrdlich von her' Insel Laefde, 8,8 Seemeilen südwestlich vom Feuerschiff bei Trindeln, in Folge eines falscher Manbbers des „Aukland“, der sofort sank. * der 17 Mann starken Besatzung des Aukland“ —X stapier und der Bootsmann Batty) gerettet werden Der Aviso „Blitz“ blieb völlig unbeschädigt, Nie— mand seiner Besatzung wurde verletzt. 7 Pest, 8. Sept. Graf Paul Festetich, der Bemahl der in Wien bekannten Frau Fischer, for. derle aus Gründen privater Natur den Sohn des Prasidenten des ungar. Abgeordnetenhauses Joseph Hechy auf Pistolen und tödiete seinen Gegner beim ersten Gang · pParis, 8. Sept. Miml Lepreur,den zefährlichfie Taschendieb Frankreichs, ist gesiorben. Man schätzte sein Jahreseinkommen auf 18,000 Franks. Mimi hinterläßt eine schoͤne junge Frau die Tochter eines englischen Kollegen. Sie begehi ꝛine Rente von 4000 Franks, denn Monsieur Le⸗ )reux war ein guter Ebemann und Vater, der bei Zeiten seine Familie sicher stellte. Er wird als ein sehr stattlicher und eleganter Mann geschildert, der eine vielseitige Bildung besaß. Seine beiden Kinder sind von seltener Schönheit. x Ein schreckliche Un glück zur Seee wird Jemeldet. Der Dampfer „Wills“ ging am Sonn ag Ab⸗end von Genuag nach Malaga in See, als ꝛrin Folge eines ploötzlichen Sturmes im Studen »on Savonga unterging. “Ein Boot mit 15 Per— sonen der Bemannung, die sich in einem bedauer⸗ ichen Zustande befanden, erreichte am Diendtag fruͤh Genua, und ohne Verzug wurden Dampfe entsandt, in der Hoffnung, einige Pafssagiere u retien, aber man befürchtet, daß 40 Personen ein Wellengrab gefunden haben. Eine neue Kraänkheit),“ Bauer lin der Zeitung lesendd: „Um Gotteswille, was heut se Daag for Krankheete gebl, do steht, daß de Bor— emeeschier zu Frankfort an der Oder gestorb' es.“ 7 „Mann, bleib' heu' derham, 's gibt e' Ge⸗ witter, und ich fercht mer so; — „„G'rad deß· —E— fexcht mer aach!“ Vermischtes. Mainz, 10.. Sept. Ein berüchtigies ziesiges Subjekt, ein Flößer Namens Peter Wenzel, st in Koblenz wegen des Verhrechens des Todt⸗ chlags, verübt an nem añderen F Iloßer verhaftet vorden. Eifena qh. O.Sept.. In der heutigen Hauptdersammlung ades GwstapeAdolfe Ver⸗ In ¶wurde über die große Viebesgaben don etwa 18,000 Mnk. Beschlußn gefaßt.“ Vorgeschlagen⸗ waren Tiele⸗Zielonca in Polen, Nippes bei Koln und Nirrelberbäch in der Pfalz. Die beiden letzteren find durchgefallen. Ciele⸗ Zielonca erhielt mi 94 Stinmmen die Gabe, nachdem Superinten⸗ ent Or. Teutsch Uber“ die Gemeinden berichtet jatte. Bei dem gestrigen Festmahle, welchem / etwa 00 Theilnehmer beiwohnien, brachte der Vorsitzende einen begeistert aufgenommenen Toast auf den deut · schen Kaiser und auf den Großherzog von Sachsen aus ind beschloß die Versammlung, folgendes Telegramm in den Keiser abzusenden: Die am Fuße der Wartburg in der Lutherstadt Eisenach auf heiligem, durch reformatorische Erinnerung geweihtem Boden creinte 39. Hauptversammlung des evangelischen Vereins der Gustab · Adolf⸗Stiftung hat soeben in begeisterter Einmuthigkeit· ihrer Verehrung und diebe, wie für den rlauchten Fürslen dieses Landes, o für ihren allgeliebien, von Gottes Gnade uns Hewahrien Kaiser, den huldvollen Proteltor unseres Hereius, Ausdrudh gegeben; und hat ihr Gebet vor Foil gebracht, daß er Ew. Majeftät moch lange ins wahre und stärle zum Segen unseres ganzen, durch Ew. Majestät geeinten und groß gewardenen Vaterlandes.“ Auch an den⸗ Großherzog von Sachsen wurde · ein telegraphischer Gruß gesandt. FNürnberg-s. Sept. Die rüchgängige Tendenz, welche in den letzten Tagen im Hopfen⸗ geschafte herrschte, hat sich mit Beginn dieser Woche sortgesetzt und mußten Preise gestexn abermals lliche Mark nachgeben; xrotzdem wurde die Zufuhr, velche ca. 800 Bll. betrug, bis auf 200 Säcke eräumt. Dem heutigen Markte wurden ca. 600 —BvvüMm — 8vc6 2 — 5* ——— — — — — — — M— Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Aurcz vn octon uberseeischen Bezug vullasi neuester Erme vorzügliensts — 74 Colcaivuaren, Desicatessen, Fischo er Post porto- u. zollfrol dort /a Ko. lam. und bei bokannt reellstor Vedienung n Saͤdchen zu 2i/1 u. 404 Ko. netio, ron obr arl prima Eib pr. Ko. 8.00 Noeca extraff. ee erne 110 —* Nouer ——— Ural 6.25 denzao draun, großbohnigst, edel .10 185 ollheringe neue Holländ. 25 Postfaß 280 icoylon· Perl hochfeinst, kraftig. Gose 130 Fottheringo neue große 30 ꝑ.80 :lantagon · Ceylon brillant, schon; 1.00 9 rotthoringo neue ihe, Waͤ Cuba ff. blaugrun träftig, schön 0.2511. echte beste reife Ko. 2. Joid.lava iehnig sen 153)1. Brab. dardellon he 300 java gold großbohnig mildkräftig oige 2.10 fottheringe ff. neue marinirte zopr. g. 8.00 porimoeca ausgiebig, feinkräftig, d.90) 1. 05 nuss. xronsardinon neue feine 120 280 7 p ganz Wi 8 79 Nollmops ff. pilant, — ei 8 sus amtos fj. grun, kräftig, schön 0.800. z große ca. 45 Postlist. 5. sen — 6700.90 Kiol. 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Peters. digen Wagen, 1 Windmühle — 151 bis 20 guie — 1 Partie Dung, danf und M a ur —X verschiedene Hauseinrichtungs⸗ Z nachsen gegenstände, sowie eine grö⸗ tönnen bei Unterzeichnetem bis nare 3 en12. Sept. aufd ßere Partie Weizen, Hafer —B — RNuhl! Gerste, Erbsen u. Linsen ꝛc gegen hohen Lohn in Arbeit ein⸗ wangsweise gegen Baarzahlung lreten. al St. Ingbert, den 12. Sept. 1885 Joh. Joh. Hellentha a Keck, Gerichtsvollz. Stellb. Diaurermeistetr · —FF hies. Manufaktur⸗, Der ðesamt ⸗Nusan BVaurz⸗ &Spezerei⸗Waaren ⸗ inserer heutigen ne BGehchäft ist für einen jungen Mann iegt eine Probenummer —R mit guter Schulbildung eine Wochenblautes für alle — ð 0 0 * “ ,4 en Fuͤrs Haus“ bei we il Lehrlinasstelle Feachtung aller Hausfrauen nachdt renn Mermem saot ch empfeblen. Krieger Verein. Zum Empfange Sr. Königl. Hoheit des Prinzei Lnisnpold von Bayern in Zweibrücken am Sonntag, den 13. ds., Nachmitlags Z3ija Uhr werden die Mitgliede hiermit eingeladen und zu zahlreicher Betheitigung aufgefordert. Aufstellung um 11 Uhr. 16 Minenam Hause des J. Vorstandes. Herr Fischer und Abmarsch zum Zuge 11 Uhr 42 Min) mit Fahne, Trommel und Signaliften.! Sämmiliche Orden sind anzulegen. 5D rAn 4ich u . Pierbrauorei Gobr. Becker. 22 e . AUoehfeines „sener.“ Turnver“ ot. Ingbert. im n ι&. Nur Eingeladene und Milglieder haben Zutritt. a⸗ DJer Turnrat. ⸗ — — — ——— — — Dierzu Ilustrirtes Sonun ⸗ ageblaͤtt“ Nr. 11. Dz nuntere Stod meines Haufe ist zu dermiethen und zugleich b tehbar. Johann kKönig. zf. Ingherter Amzeiger. 21 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. v ESt. Ingberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich fünfmalre AUm Montag, Dienstag, Donnerstag, Gamstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs — Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1IA 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Poft bezogen 1.4 754, einschließli 3ustellungugebuhr. Die Einrückungsgebühr sur die Agespaltene Garmondzeilt oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Autkunft ertheilt, 18 . Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. vV 180. Deutsches Reich. gerliu, 12. Sept. Meldungen aus Karls ee zusolge ist das Befinden Se. Maj. des Kaisers der mit der gestrigen Parade verbundenen mrengungen, ein sehr befriedigendes. Wegen des unsigen Wetters ist das auf heute angesetzte —E auf Montag verlegt worden. Eines der drei Feldmandver fällt nunmehr aus. So⸗ ät bis jetzt dekannt, wird der Kaiser bis zum 16. n Baden bleiben und sich dann zu den Manðvern ah Stuttgart begeben. Spater wird, wie all⸗ Mulich ein kurzer Aufenthalt der kaiserlichen Maje⸗ in in Baden -Baden folgen, wo auch in diesem siste wieder der Geburtstag der Kaiserin im reise der großherzoglich· badischen Familie be⸗ agen wrd.. gerlin, 12. Sept. Der Reichslanzler kommt der nächsten Woche nach Berlin und geht da nn ach Friedrichsruhe. AnuslIauddd. Nadrid, 12. Sept. Die monarchischen „utnale schreiben, die Würde Spaniens erheische sielerisch Deutschland für die angethane Beleidig⸗ q Genugthunng zu geben; die Spanier moͤchten in einer ihrer Vorfahren würdigen Weise be⸗ omen, um nicht die Achtung anderer Nationen verlieren, Die Journale wünschen. daß über⸗ uht ein endgiltiges Urtheil susbendirt werde, bis Antersuchung uͤber das Verhalten der spanischen diffe vot Hap gegenüber dem deutschen Kanonen⸗ vabgeschlossen sei. dondon, 12. Sept. Indem die „Times“ ote des Fürsten Bismard an den Grafen olms vom 81. August in völlig zustimmender rist bespricht, sagt sie: Wenn Spanien behaupte, ch Deuischland unbestrittene spanische Rechte an⸗ oftet habe, so sei dies eine Anmaßung, welche szanien fallen lassen müsse, ehe wieder herzliche ziehungen zu Deuischland angeknüpft werden nten. Spanien müsse seine hochfahrenden Prä nionen mäßigen, wenn der Zwischenfall befrie⸗ gend abgeschloßsen werden solle. dokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert, 14. Sept. Zum Empfange .Kgl. Hoheit des Prinzen Luitpold Zwerkaen hatte fich auch der „Krieger ⸗Verein Ingbert“ in der Stärke von 50 Mann mit hne und Trommeln dorthin begeben und waren Ganzen 20 Vereine mit ungefähr“ 800 Mit- icdern und 16 Fahnen anwesend. Der Extra⸗ d. mit welchem Seine Kql. Hotzeent fuhr, traf i dor 4 Uhr ein. Auf dem Perron des Bahn⸗ fes waren der Verein deutscher Kampfgenossen und Kriegerverein, beide von Zweibrücken, in Front Estelt und im prachtvoll dekorirten Wartesaal dasse die sammtüchen Beamten und Geiftlichen Zweibrüden versammelt, um den Prinzen mit vr Begleitung zu empfangen; einige weiß und gelleide e Damen überre chlen dem erlauchten Gaste Vouquet mit entsprechender Anrede, worauf die wesenden Herren von Herten Bezirksamtmann Schlagintweit vorgestellt wurden. Hierauf u fich Seine Kgl. Hoheit nach dem Ausgange Vahnhoft nach der Stadiseite, wo ihn ein gehender Empfang erwartelte. Die sammt⸗ Ju Krieger, zu beiden Seiten der Straße vom phefse an bis zum Eingange der Fruchtmarkt- udee in der öMäh⸗ der Syndaoge Wvalierbisdend Montag, 14. September 1888. 20. Jahrg. ind mit den Fahnen auf der Bahnhofstreppe, timmten in das vom J. Vorstande des hiesigen kriegerbereins, Herrn Fischer auf den hohen zaft ausgebrachte Zfache Hoch unter Mützenschwenken egeistert ein. Den Rapport über die Kriegerver⸗ ine überreichte Herr Bezirksebmann Bach mann, vofür Se. Kgl. Hoheit freundlichst dankte. Stati u Wagen begab sich nun der Prinz mit der ge⸗ ummten Begieitung zu Fuß durch die Reihen der krieger von Verein zu Verein, sich nach der Groöße erselben erkundigend, und mit vielen freundliche Vorte wechselnd. An der Ehrenpforte an der fruchtmarktftraße empfing den hohen Gast der ?tadtraih von Zweibrüden mit einer Ansprache es Herrn Burgermeisters Märcker, worauf die derren die nachgefolgten Wagen bestiegen und durch ie programmmäßig bezeichneten Straßen fuhren. ur Befichtiguug der Synagoge, des Gymnasiums, er Alexanderkirche ꝛc. Vor dem Schlosse, dem etzigen Justizgebaude waren die Kriegervereine noch⸗ nals aufgestet, sowie die Zweibrücker Schuljugend nit Fahnchen und wurden hier speziell die Vereins⸗ orstaͤnde und die besonders Dekorirten vorgeftellt, nit welchen sich der Prinz äußerst freundlich unterhielt. Die jolgende Besichtigung des ehemaligen herzog⸗ chen Schlosses der kath. Kirche, des Kgl. Gestüts ildeten den Schluß des Programmes und fuhren ie Gäste hierauf durch die Allee, die Haupistraße ⁊tc. vieder nach dem Bahnhofe wo die Feuerwehr und zweibrücher Vereine nochmals aufgestellt waren. achdem die Kgl. Hoheit dem Herrn Bezirksamt⸗ nann und den begleitenden Herren Beamten, gurgermeister und Stadträthen ihren Dank für den erzuͤchen Empfang ausgesprochen hatte, bestieg die ⸗ elbe mit den in ihrem Gesolge sich befindenden Herren generölen von Orff und von Freiberg, em Adjutanten, dem Herrn Regierungsprasidenten rzrzellenj von Braun und dem Kgl. Kaͤmmerer — ẽrirazuges, welcher sich sofort in Bewegung setzte. dem scheidenden hohen Gaste rief die dichtgedrängte MNenge auf dem Perron unter Mützen und Hüte⸗ chwenken zu, wofuͤr er nach allen Seiten grüßend, ichtlich erfreut danlte. Das freundliche leutselige Zenehmen des Prinzen gewann ihm alle Herzen md lehrte gewiß jeder Besucher mit dem Bewußt⸗ cein heim, durch die Begrüßung des Witielsbacher Prinzen die Bande, welche die Pfalz und Bayern imnschlingen. aufs neue befestigt au baben. — Die Jahresversammlung der Bienenzüchter der Pfal z. wird am 16. und 17. d. M. in Spey er stattfinden. — Der Sitadtrath Ludwigshafen beschloß in seiner letzten Sitzung u. a. einen Bauplat für ein in nicht allzuferner Zeit nöthig werdendes neues Schulhaus zu ermitteln. Mit 1. Nop. sollen ferner ünf weitere Polizeidiener mit einem Gehalt von e 1200 Mk. pro Jahr und ein Polizeiwachtmeifter mit dem Gehalt von 1600 Mk. (der eventuell bis zu 1800 Me. steigen soll) und 100 Mk. Montur⸗ zeld, ferner ein weiterer Stadtdiener mit 1000 Mark Jahresgehalt und 80 Mk. Monturgeld an⸗ gestellt werden. — Frankenthal, 10. Sept. Ein hiefiger Witzvogel sandte dem spanischen General Salamanca, welcher bekanntlich den rothen Adlerorden mit einem zrahlerischen Briefe zurückgeschidt hatte, eine Samm⸗ ung deutscher Soldatenbilder. nermißchtes. Belobung. Bei dem in der Nacht vom 17. auf den 18. März auf der Grube Camp- zausen vorgekommenen Unglüdsfall und bei den darauf folgenden schwierigen Arbeiten — bei velchen alle zur Hilfe herbeigeeilten Bergarbeiter 'o muthig und so unverdrossen mit ihrer ganzen draft eingetreten sfind — haben sich: der Steiger Johann Rink zu Herrensohr, der Bergmann Ma⸗ hias Bell 8 zu Fischbach, der Bergmann Georg Bell zu Fischbach, der Bergmann Nikolaus Arens u Dudweiler, der Bergmann Johann Pitz 3 zu Dudweiler, der Bergmann Nikolaus Kloster 2 zu dimbach, der Bergmann Jakob Kiefer 8 zu Herren⸗ sohr, der Bergmann Heinrich Ott 2 zu Holz, der Bergmann Johann Bläsius zu Herrensohr. der Bergmann Johann Mann zu Dudweiler, der Berg⸗ nann Heinrich Tiefensee zu Dudweiler, der Berg⸗ nann Wilhelm Kipper zu Fischbach, der Bergmann Friedt. Schneider 7 zu Neuweiler, der Bergmann Bustad Franz zu Dudweiler, der Bergmann Lud⸗ vig Holzer 2 zu Dudweiler in besonderer Weise derborgethan. Solches wird im Auftrage der herren Minister der oͤffentlichen Arbeiten und des Innern in belobigender Anerkennung hierdurch zur Kenntniß der Belegschaft gebracht. Saarbrücken, den 10. September 1885. Königliche Bergwerksdirektion. Die Uebergabe der Allerhöchst verliehenen Ehren⸗ zeichen und die Ertheilung der Belobigung an die vorstehend genannten Bergleute und Beamten fand m feierlichen Alt am 10. Septembet ds. Is. auf Brube Camphausen statt. Außerdem ist die Ver⸗ leihung des Verdienst⸗Ehrenzeichens für Rettung aus Gefahr Allerhoͤchst erbeten worden für den Bergmann Andreas Rink von Herrensohr, dem die derliehene Dekoration noch nicht übergeben werden donnte, weil die durch die Verhältnisse seiner Zeit gewordene Mitwirkung der vorgesetzten Militärbe⸗ börden eine Verzögerung herbeigeführt hat. Condelermühle bei Beckingen, 9. Sep⸗ tember. Das „Saarlouiser Journal“ brachte vor einigen Tagen eine Notiz aus Schiffweiler, wonach in dem Garten des Herrn Burgermeisters Bettingen dortselbst Kartoffeln von 550 bis 750 Gramm gewachsen sind. Von hier kann gemeldet werden, daß auf einem Aderstücke des Herrn Forsters Al— peter Kartoffeln gewachsen sind, welche bis zu 880 Gramm wiegen, und 2 bis 83 solcher Eremplare an einem Strauch gewachsen find. Die Kartoffeln mufhmoklich Richters imperial« ) Fnd trat - — — VDer vom lgl. statistischen Bureau veroͤffent⸗ ichte Saatenbericht für August aus der gfalz lautet: Ernte in saͤmmtlichen Bezirlen gut ingebracht. Funterrüben mittelmäßig. Klee gut. Wein mittelmaßig. Hopfen schreibt Germersheim. dandel, Bergzabern, Landau, Edenloben sehr gut; er in einzelnen Hopfenpflanzungen im letzten Monat beginnende Kupferbrand macht keine weiteren Forischritie, und der letzte Regen kommt dem Spat · Fobfen fugute Tabak'ift ebenfalls aut ausgefallen — Speher; 12. Sepi. Der hiefige stadtische Jolizeikommissar, Herr A. Beringer, welcher bislang ugleich als Amtsanwalt am kgl. Amtsgericht hier⸗ elost ihatig war, ist, wie die „Sp. Zig.“ ver⸗ miimmti, mit dem 1. Okt. d. J. von letterer ihm iIs Gemeinde⸗Verwaltiungsbeamten nur ausnahms- veise, wenn auch schon seit laͤngerer Zeit, über⸗ ragenen Funktion enthoben worden. Die Stellung ines lgl. Amtsanwaltes soll nunmehr, wie aller⸗ sis, auch hier durch einen geprüften Rechtsprakti⸗ onten besent werdven mormen Groͤße, von vorzüglichem Geschmacke und um so mehr zum Anbau zu empfehlen, als sie aicht blos in trockenen Jahren reiche Erträge geben, ondern auch der Nässe widerstehen und weniger zur Fäulniß geneigt sind, als andere Sorten FMalnz. 12. Sept. Neueren Feststellungen zufolge ist es als sicher anzunehmen, daß der ermordete Mann der Schuhmacher Wothe war und vor seiner Frau umgebracht wurde, die spater ebenfalls das Opfer Herbst's ward. sFrankfurt a. M. Das“ hiesige konigliche Polizeiprasidium erläßt nachstehende Bekanntmachung: Der Gärtner Karl Meher aus Linz a. Rh. ist eit Donnerstag, den 27. August d. I.Nachmit⸗ jags 3 Uhr spurlos verschwunden. —A unter denen er verschwand, machen es wahrschein⸗ lich, daß ihm in Frankfurt a. M. oder dessen Um ⸗ gebung ein Unfall zugestoßen ist. Demjenigen, delcher Angaben macht, die zur Auffindung des Verschwundenen führen, wird eine Belohnung von 1000. Mark zugesichert. Signalement des Mayer: 22 Jahre alt, 1.62 Meter groß, kräftig, breites Geficht, gesunde Gefichtsfarbe, schwarze Haare, kleiner schwarzer Schnurrbart; trägt schwarzen Hut, hraunen Anzug mit weißen Punkten — wahr⸗ scheinlich ohne Weste, weißes Hemd, vermuthlich . A. oder K. M. roth gezeichnet und mit dem Fabrikstempel Joseph Hirsch, Linz a. Rh.; filberne Taschenuhr. An Geld durfte Meyer ca. 50 Mark zesessen haben.“ pNeu⸗Ulm, 7. Sept. Ein Knecht im jungen Hafen“ zu Ulm hat bei der Gewinnzieh- ung der öͤsterr. 100 fl.⸗Loose den Haupttreffet mit 255,000 fl. gewonnen. FDer Tirolerhut mit goldener Schnur ind Quaste ist die neueste Damenmode in Berlin. Bereits zeigte sich das erste Exemplar Unter den Ldinden. Vald wird Berlin von „imitirten Tiroler⸗ innen“ wimmeln. 4In aͤrztlichen Kreisen wird gegenwärtig eine aAllgemein interessirende Sache lebͤhaft besprochen, die gerade jetzt zur Zeit der Rückkehr aus den Bädern und Sommerfrischenevon der allergrößten — — 5 Vrimaa Rabpäbàas Bedeutung ist. In diesem Jahre sowohl, wie aut in den Vorjahren hat man nämlich die Thatsache hielfach beobachtet, daß in den aus den Sommer⸗ frischen zurückgekehrten Familien der Typhus zum Ausbruch kam. Die Schuld an der Krankheit ward ann gewöhnlich auf die letzten rauhen oder feuchten uind nebeligen Tage, die man an der See oder m Gebirge zu bestehen hatte, geschoben; jetzt nun st man einer ganz anderen Ursache auf die Spur jekommen, und hat letzthin ein Krankheitsfall in — DD erbeigeführt. Wahrend der Abwesenheit der Herr⸗ chaften werden nämlich die herrschaftlichen Aborte zielfach nicht benutzt und es verdunstet in der Zeit das Wasser, welches zum Absperren der Gase in zem Knie der Leitungsröhren stagnirt, da frisches Wasser nicht zugelassen wird. Dieses Wasser ist iber mit den giftigen Dünsten sehr- reichlich ge⸗ chwängert andererfeits steigen Aus den Roͤhren ortgesetzt⸗ neue Gase eempor. Die unheilvollen rüfte, die sich durchaus nicht immer durch einen „enetranken Geruch zu verrathen brauchen; erfüller den Raum des Closets nicht nur, sondern nach ind nach auch die Korridore und Zimmer ꝛc. und etzen sich (dies ist das Schlimmste) in Tapeten, ßorhängen ⁊c. fest, so daß eine gewöhnliche Reinig— ing, die bei der Rückkehr der Herrschaften vorge— nommen wird und welche durchaus gründlich sein ann, keineswegs zur radikalen Vertilgung dieser ückischen Gase hinreicht. Hier nun liegt der Grund der öfteren Fälle von Typhus gerade in herrschaft⸗ ichen Wohnungen bei der Rückkehr aus den Zommerfrischen. — F Die Nachricht von einer schrecklichen Tragödie ommt aus Montgomeryh, Ala., 24. August. Aus Talladega wird gemeldet, daß am letzten Frei⸗ ag der dort wohnhafte J. N. McGowan ein Schwein schlachtete und dasselbe für ein, Barbecue“ jecrichtete. MeGowan's drei Kinder, im Alter von I1, 9 und 4 Jahren, sahen dem Vater bei der Arbeit zu, und als derselbe am Samstag von Zause fortging, und fie allein zurückließ, befchlossen se „Schweineschlachten?“ zu spielen. Da kein Schwein bei der Hand war, so entschlossen sa beiden älteren Kinder kurz, ihr ? —5 Schwesterchen abzuschlachten. Sie schnitten F kleinen Mädchen den Hals ab, und hängien — wie der Vater dies mit dem Schwein gethaͤu hati⸗ an einem Hacken an den Füßen auf.“ Sie gerade im Begriff, dem Kinde den Leib auf hneiden, als die Mutter herbeikam, und die an an der weiteren Verstümmlung der kleinen Leich— verhinderte. Dienstesnachrichten. —N Ernannt wurden: — Pfarrer Friedr. Sta be von Schaidt als Pfarrer nach Reinheim; efernet Pfarrverweser Trauth in Schwanheim als solcher nach Oberlustadt; Kaplan Werner von Oberiu. tadt als Kaplan nach Bellheim; Kaplan Becker von Kaiferstautern als Pfarrverweser nach Schwan heim; Neopresbyter Schneider dvon Sst— In⸗ bert als Kaplan nach Kaiserslautern. ** Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß * 423. „Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt · Passage · Agentu St. Ingbert. Antwerpen, 5. September; der Pofldampfer Waesland“, Kapt. Ueberweg ist nach New⸗York abgegangen. New⸗PYork, 5. September; der Postdampfet Rhyn⸗ land“, Kapt. Jamison, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen. N. September; der Pofidampfer „Rederland“, Kapt. Griffin, ist von Philadelphia angetomen Antwerpen, 10. September; der XX Pennland“, Kapt. Weyer, ist von Rew· York angekommen Rew⸗PYork, 10. September; der Postdampfer Belgenland“, Kapt. Beynon, ist von Aniweryen angekommen Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Lau r St. Ingber Der Igl. Postdampfer „Belgenland“, Kapitän Vehnon welcher am 29. August von Antwerpen abging, ist am id September wohlbehalten in New⸗NYork angekommen. —— —B Zeitung Doutsopi —E 2 70 Tausend Abonnenten!“ ——————— — — Auflage 344, 000; das verbreitetfie allel deutschen Blätter überhaupt; außerdem er— scheinen Uebersetzungen in 3wölf fremden A F Die Modenweit. zllustririe Zeitung fur Toilette und Handar— beiten. Monailich zwei Nummern. Preis vier⸗ etjahruich Mi128 54r. Jahrlich erscheinen: 24 Rummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Ve⸗ Aschreibung, welche dab ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche fur Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfafsen, ebenso die Leibwasche fur Herren und die Bett⸗ und Tischwasche ec., wie die Handarbeiten in ihren gaanzen Umfange. I2 Beilagen mit etwa 200 Schnittmusterr fur alle Gegenstände der Garderobe und elw⸗ 400 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ un Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛ⁊ c. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Pofianstalten — Probe⸗NRummern gratis und franco dura die Expedition, Verlin W, Potsdamer She a8· Wien J. Ovberngaßse 4 wieder eingetroffen bei 23. Chandon ir. la. Schwarzwälder Kirschen- Wasser dz garautirt rein Ag yer Liter Mork 2.50 empfiehlt J. Petera, St. Ingbert. — Anem hies. Manufaktur⸗, Aurz⸗ ESpezerei⸗Waaren⸗ Beschäft ist fur einen jungen Nann nit guͤter Schulbildung eine Lehrlingsslelle ffen. — wem sagt die Exp. d. Bl. — —— —úï Berliner Tageblatt J nebst seinen werthvollen 4 Separat⸗Beiblättern: Illusir. Witz blatt I ILAILXSCS, in erweitertem Umfange, Belletrist. Sonntagsblat Feuilleton. Beiblatt ⸗⸗Deutiche Lesehalle“, „Der Zeitgeist“ „Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenbau u. Hauswirthschaft“, wurde in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit u. Gediegenheit seines Inhaltes die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlauds. Die Vorzuge des „Berliner Tageblatt“ sind: Zäglich zwein aligesb Erscheinen als Abend⸗ und Morgenblatt. — Gaänzlich unabhängige, freisinnige politische Hal⸗ ung. — Spezial⸗Korrespondenten an allen wichtigen Pläten und daler rascheste und zuverläffige Nachrichten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial⸗Telegramme. —. Ausfuhrliche Kammerberichte des Abgeordneien⸗ und Herrenhausez, sowie des Keichsstags. — Umfassende Handelszeitung und Courszettel der Berliner Börse. — Bollständige Ziehungslifsen der Preußischen Lotterie, sowie Ausloosung der wichiigsten doospapiere. — Groͤphische Wetterkarte nach telegraphischen Mittheilungen der deut⸗ chen Seewarte. — Militärische und Sport⸗Nachrichten. — Persfonalveränderungen der Civil- und Militar⸗Beamten. — Ordens⸗Verleihungen. — Reichhaltige und wohlgefichtete Tages⸗Neuigkeiten aus der Reichshaup stadt und den Provinzen. — Iniereffante Gerichts⸗Verhandlungen. Theater, Litteratur, Kunst und Wissenschaft werden im Feuilleton des ‚B. T.“ in ausgedehntem Maße gepftegt, außerdem er⸗ scheinen in demselben Romane unserer ersten Autoren. — Das «. Quattal bringt eine neue interefssante Novelle von 7 8 Max KRing: „Julie Eberhard“ bierauf ein höchst spannender Roman aus ver Jetztzeit von J Hermann FHei berg: „Esther's Ehe⸗“ Der — auf das „Verliner Tageblatt“ bergg sinde riehahe tbr., Novbre ür alle fünf und Dezbr. nur 5 MKk. 25 Pf. Blaͤtter — Man aAbonmirt bei allen Wocßalten des Deuttchen Mae⸗6 1000 Mark rahlen wir dem, der bem Gebrauch von e us kaiser Jahnnasstn a Fi. Go PI. und 100 PFf jemals wieder Zahnschmerze hercmnt. S. Goldmann cie, Dresden. — Zu habor in 6t. Ingbert boi P. Ferv— Droguenhandlung. Zur Ansfortigung von billigen u. sauberen allor n Buchdruck und ILätho- graphie rorxommenden — Durch ein eigenes parlamentar. Bureaun ist das „B I.⸗ Sein der Lage fortan den auswärtigen Abonnenten die ausführlichen PBarlamentsberichte bereits mit der Abend⸗Rummer Tprpeg zu lassen so daß dieselben am nächsten ——— in den A resp. Empfanuasorten eintreffen FPDrobenummer aratis e druckarbeiten empßiohlt cich dio BucA- und Steindruckerei F. X. Domotz Verlag deaũt. Ingbortor haseiger 8t. Ipebart. ʒchutzmarl e Globus -eνιαινοet lede Dose dJer cnerkannt voræzügqlicheten Metau- Putz Pomade vron Fritz Sehulz jun. Leipzis irkunq überrasehend. versues dadtem anzuraih o. 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Das Blatt kostet vierteljährlich 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließli d O A⸗Zultellungsgebühr. Die Einrückungsgebühtr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum betrãgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solche⸗ auf welche die Exvedition Auskunft ertheilt, 13 3, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet.“ Dienstag, 138. September 1888. 29) Jahrg. Politische Uebersicht. *Ueber die parlamentarischen Dis— sofsitivnen für die kommende Winter— ession des Reichstages und des neu zu wählen⸗ en preußischen Abgeordnetenhauses lautet noch wenig zestimmtes. Nur soviel soll feststehen, daß der deichstag im November und noch vor dem preußi⸗ hen Landtage einberufen werden wird; bis zu iesem Zeitpunkte hofft man, daß der Bundesrath, essen betreffende Ausschüsse fich gegenwärtig mit er Berathung des Börsensteuergesetzentwurfes be⸗ haftigen, die noöthigen parlamentarischen Vorarbeiten rledigt haben wird. Was der Termin für die xreußischen Landtagswahlen anbelangt, so ist der⸗ elbe offiziell noch immer nicht bekannt gegeben und cscheint diese Verzöͤgerung in der That auffällig; ielleicht, daß die Bekannimachung des Termins ndlich im Laufe dieser Woche erfolgt. — Eine jrage, welche geraume Zeit hindurch die innere eutsche Politik fast vollständig beherrschte, dann her wieder etwas in den Hintergrund trat, wird a den nächsten Wochen die öffentliche Meinung edenfalls wieder lebhaft beschäftigen — die raunschweigische Regentschafts tage. Am kommenden 18. Oltober, dem Tage, n welchem vor einem Jahre der letzte Herzog von raunschweigs aus dem Leben schied, läuft das egentschaftsgesetz ab und hiermit erloͤschen die Funk⸗ onen des für Braonschweig eingesetzten Regent⸗ haftsrathes. Betanntlich sollte dann ein Regent, er aus der Mitte der nicht regierenden Mitglieder er deutschen Fürstenhäuser zu wählen sei, an die zpietze des verwaisten Landes treten und dasselbe is zur definitiven Einsetzung einer neuen Herrscher. milie regieren. Allgemein bezeichnete man auch hon den deutschen Botschafter in Wien, Prinzen teuß, als den künftigen Regenten Braunschweigs, a wurde, wie erinnerlich, dor einiger Zeit von serlin aus eine ofsiziöse Notiz in die Oeffentlichkeit meirt, welche zu Aller Ueberraschung besagte, daß infichtlich der Regentschaftsfrage vorläufig noch keine nticheidung zu erwarten sei und daße auch alle littheilungen über die Person des kunftigen Re— enten von Braunschweig auf willkürlichen Combi⸗ ationen beruhten. In der Thau ist auch hierüber is jegt von zuständiger Seite nichts weiter be⸗ mint geworden, obwohl kaum noch fünf, Wochen wischen heute und dem Tage liegen. an welchem as Resentschaftsgesetz abläuft; man könnte danach ist auf die Vermuthung kommen, als ob eine Ver. mgerung des Regentschaftsgesetzes deabsichtigt sei. ber eine Fortdauer des gegenwärtigen probisori⸗ den Zustandes dürfte bei der braunschweigischen vollerung wohl schwerlich auf · große Shmbuihien arechnen haben. Bekannilich erstrebt die Sozialdemotra tie uter Beseitigung des Privatkapitals eine Kollektip oduktion, bei welcher jedem Arbeiter der volle attag seiner Arbeit gewährt werden soll. um — ie Bebel sich in seiner Broschüre: Unsere Ziele usdrickt — „dpvie ökonomische Ungleichheit“ aus x Welt zu schaffen; alsdann heihe es „Mehr enuß, weniger Arbeit!“ und man solle sich nuͤr ber die Verkheiluug des Einkommens ne Kopfschmerzen machen. da sie sich auch ohne ngriffen einer höheren Gewalt machen lasse; die eiheilung mache der Sozialdemokratie nicht den Aingsten Kummer, wenn es nur erst diwas zu nheilen gebe rofessor Schaffle juůhrt dagegen nus, daß die Formel des „gerechten“ Einkommens iberhaupt unauffindbar sei, da durch eine Verthei⸗ ung nach Maßgaben der aufgewendeten Arbeitszeit edenfalls die Tüchtigen verkürzt und die Lumpen egünstigt würden, zumal dem industriellen Prole— ariat jede Achtung vor der Autoritat — auch vor er demokratischen Regierung — abgehe. Die Sozialdemokratie scheint es nunmehr neuerdingeẽ örmlich darauf angelegt zu haben, den praktischen Zeweis hierfür zu liefern; denn wir sehen in ihrem sager nirgends die wahre „Brüderlichkeit“, sondern ielmehr bald im Inland die Herren Frohme und Zebel, bald im Ausland die Most und Peukert sich efehden, überall der Streit um den maßgebenden Finfluß und die Macht. Die vormaligen Ärbeiter, velche, wie z. B. die Stadtverordneten Görcki und ẽwald, den Arbeiterstand aufgegeben und sich zu 7Zaufleuten erhoben“ haben, werden um deswillen hon ihren „Genossen“ angefeindet und des Ver caths beschuldigt. Aber auch den Vorwurf der Belderveruntreuung erspart man sich gegenseitig aicht, so daß zu Berlin die Lohnkommission der Tischler und die Streikkommission der Maurer in Folge solcher Anschuldigungen schon unter die Kon⸗ role einer Untersuchungskommission gestellt worden ind. In den letzten Tagen beschuldigt nun auch ver sozialdemokratische Abgeordnete L. Viereck seinen „Genossen“, den Redakteur Schönlank öffentlich der alschen Rethnungsstellung und ehrloser Betrügereien. Venn indessen am „grünen Holze“ der Führer olche Erscheinungen zu Tage ireten, so fragt man ich unwillkürlich: Wie würde es wohl unter so ewandten Verhältnissen im sozialdemokratischen Zukunftsstaat aussehen wenn es sich für die große Arbeitermasse um die Vertheilung des Einkommens jandelte? Sollte es da wirklich ohne Prügel und olgeweise — um mit Bebel zu reden — ohne „Kopfschmerzen“ abgehen? Wir möchten es auf Brund solcher Erfahrungen lebhaft bezweifeln? In der Angelegenheit der AUusweisungen von Polen aus den östlichen Provinzen Preußens ist eine Aeußerung der österreichischen Boischaft in Berlin zu verzeichnen. Dieselbe war! von einer Anzahl ausgewiesener galizischer Polen um ihre Vermittelung angegangen worden, die Botschaft hat indessen den Petenten den Bescheid ertheilt, sich an die preußischen Verwaltungsbehörden zu wenden, sie ielbst könne in der Angelegenheit nichts weiter ihun. — — * *.Der englisch⸗russische Vertrag wegen' des Zulficar⸗Passes ist durch die von den Ver⸗ retern beider Mächte in voriger Woche vollzogene Unterzeichnung des betreffenden Protolollsperfelt jeworden. Die Pall Mall Gazetle,“ welche diese erfreuliche Nachricht bringt, fügt hinzu, daß von dem kleinen unfruchtbaren Landstriche, welcher den Gegenstand des Streites gebildet hat, die eine Hälfte an Rußland, die andere an Afghanistan übergehe Die Grenzabstechungskommission werde im Nobember zusammentreten. Lessan werde in diesen Tagen nach Petersburg abreisen, da seine Mission beendigt sei. — — — 1 2 Der Londoner „Morning“ Post“ wird aus Madrid gemeldet: „Die deutshen Konsuln n Carthagena und Linares, die spanische üntet. hanen sind, haben ihre Posten nieder ge⸗ egt. Das spanische Kasino in Havang hat der Kegierung Mannschaften und Geld zur Bekämpfunq bon Deutschland angeboten. In den Provinzen dauern die anti⸗deutschen Kundgebungen fort.“ Deutsches Reich. —— Berlin 11. Sept. Gon der franzö— fischen Ostgrenze.) Als vor einiger Zeit die franzoͤsische Presse in aufreizender Äbsicht den Glauben zu erregen suchte, als ob· deutscherseits ein „aggressives militärisches Uebergewicht“ — so lautete die bezügliche Phrase — in den Reichslau— den geplant sei, worauf dann der bekannte ab— kühlende offiziöse Artilel der „Norddeutschen Allge⸗ meinen“ folgte, sprachen wir die Anficht aus. daß der ganze Lärm französischerseits nur erhoben worden sei, um eine dort geplanie noch flärkere Besetzung der Ostgrenze zu bemäntelm Diese Vermuthung hat sich nunmehr vollkommen beflätigt. Noch im Laufe dieses Jahres wird das Kommando der 4. Kavallerie⸗Division, welches fich seither in Meauxr bei Paris befand, nach Chalons s. M. also in den Bereich des 6. Armeekorps, dem die östliche Grenz ⸗ wache zufällt, verlegt werden. Außerdem wird die 4. Dragoner⸗Beigade (22. und 28. Dragoner · Re⸗ ziment), welche bislang in Provins und Meauxr Jarnisonirte, in die Naͤhe der deutsch ˖ franzofischen Brenze und zwar nach Vouziers und St. Mene⸗ hould rücken. Ebenso haben bereits am 1. Augufl die beiden reitenden Batterien Nr. 11 des 8. uns 25. Artillerie Regimens ihre alten Garnisonen ver⸗ lassen, um solche in Stenay — also ebenfalls an der Ostgrenze — zu beziehen. Pit diesen Dis⸗ locirungen ist nunmehr auch die ganze 4. Kavallerie⸗ Division nebst zugehöriger Artillerie im östlichen Grenzgebiete vereinigt, so daß unter Hinzurechnung der bereits dort befindlichen Kavallerie⸗Dibifion und der Divisions-Kavballerie nicht weniger als 14 fran · zösische Kavallerie ⸗Regimenter im deutsch⸗französischen Grenzgebiete versammelt sind, denen auf entsprechend gleichem Raum nur acht deutsche Reiterregimenter gegenüberstehen. Es geht hieraus von Neuem her⸗ vor, daß jenes „aggressive militärische Uebergewicht“, von dem die Franzosen fortwährend faseln, daß es auf Seiten des bösen Deutschland liege, gan, im Gegentheil eine Herzenssache Frankreichs ist.In den maßgebenden Kreisen Deutschlande war man wohl schon seit langer Zeit über diese Sachlage nicht im Unklaren, aber jeht sprechen auch die offenkundigen Thatsachen eine zu deutliche Sprache, um die oͤffent⸗ liche Meinung auch außechalb Deutschlands langer daran zweifeln zu lassen, von wem die halbversteckten striegshoffnungen foriwährend durch entsprechende militärische Maßnahmen genährt werden Trifft dann schließlich die deuische Heeresleitung, durch die ranzösischen. Maßnahmen dazu gezwungen, ent⸗ Pprechende Gegenmahregeln, so schreit natürlich Frankreich und seine sämmtlichen Freunde mit ihm, daß Deutschlande, Angriffstendenzen verfolge. Na⸗ türlich schreibt das eigene böͤse Gewifsen dann dem verhaßten deutschen Nachbar Pläne zu. deren Er⸗ füllung man felbit mit ailen Mitleln anstrebt! Berlin, 14. Sept. Die Note der spanischen Regierung ist hiet eingelroffen und durch den spanischen Gesandten, Graf Benomar, im Aus wartigen Amte soeben überreicht worden. Berlin, 14. Sept. Der Ausschuß des Ver⸗ eins zuxr Wahrung gemeinsamet wirthschaftlichen Juteressen für Rheinland und Westphalen hat sich zegen ein generelles Verbot der Sonntagsarbeit ausgesprochen;, die bestehenden Vorschriften sei⸗ ausreichend Karlsruhe, 14. Sept. Das Korpsmandver bei Palmbach derlief aufs glänzendfte bei präch tigem Wetter. Der Kaiser verfolgte die Vorgange mt regstem Interesse von seinem Wagen aus. Die Stadt Durlach bereitete dem Kaifer bei der Durch⸗ jahrt einen festlichen Embfang. Ausland. Wie es in MParis jetztaussaieht, wie besonders die Frem den, welchen Paris doch Jauptsachlich seinen Wohlstand zu danken hab. gegen⸗ wartig in der durch unermüdliche nationale Hetzereien uͤberreizten franzoösischen Metropole behandelt werden, erfieht man aus jolgendem, von einem fich gegen⸗ waͤrtig in Paris aushaltenden Engländer nach der deimath gesandten Privathrief, welchen die „Koln. zeitung“ veröffentlicht: Sie sollten alle Ihre Freunde warnen. jetzt nach Paris zu gehen; ich war gestern Zeuge, einer Szene, deren sich sogar eine irische Stadt- während der Wahlzeit schämen ude Cine anglische. Dame, ging mit, ihren zwei Töchtern nahe bei dem Arc de Triomphe spazieren. Plötzlich begannen drei oder vier Pariser Bummler aut zu rusen: „Nieder mit den englischen Mördern, nieder mit der Gesandtschaft der Mörder, es lebe Rochefort, Tod den Möordern des Olivier Pain!“ die drei Damen wurden nach allen Regeln der unst angejohlt und verfolgt. Zwar waren einige anständig aussehende Franzosen zur Stelle, wenig ⸗ stens solche, die man ihrem Aeußern nach als Bentlemen bezeichnen könnte. aber keiner von ihnen rührte auch nur die Hand. um den armen Frauen zu Hilfe zu kommen, welche augenscheinlich zu Tode irschredt. waren. Zwei bewaffnete Polizeisergeanten jahen ebenfalls dem Schauspiele zu, aber thaten aichts. um die Frauen gegen die Unbill zu schützen. Ich that mein möglichstes, ebenso zwei andere Zandsleute, die sich zufällig zur Stelle fanden; aber was vermochten wir drei gegen eine große Menge! stur mit der größten Schwierigkeit und lediglich durch das Versprechen eines reichen Geldgeschenkes gelang es uns, einen Fiaker zu gewinnen, der uns zufnahm und fortfühtte. Drei oder vier Kutscher herweigerten ausdrücklich, uns aufzunehmen. Paris ist jezt kein Platz füt Englander, und am aller⸗ wenigsten sollien englische Frauen jetzt dahin kom⸗ nen. Roch efort.geht offenbar darauf aus, es zu emer neuen Revolu'tion zu bringen und er hofft noch immer Praäsident der Kommune zu werben.' Die bestehenden Behörden und vorzugs· weise die Polizei haben Angst vor dem Mob.“ Man wird ficherlich der Bemerkung des genannten Blatles, daß Paris anfüngt. für Fremde ein recht ungemüthlicher Aufenthaltsort zu werden, unter diesen Umstünden nur beistimmen lönnen. Petersburg, 13. Sept. Die „Nowoje Wremja“ lenkt die Aufmerksamkeit des russischen Publikums auf die angebliche Ueberfluthung der baltischen Provinzen durch deutsche, namentlich preußische Einwanderung. welche die Ortsbevollker ung in ihrem Verdienst beeintrachtige. — Heute erfolgt die feierliche Eroffnung der von der Regier⸗ ung gegründeten Adelsagrarbank. Petersburg, 183. Sept. Gegenüber ander⸗ veitigen Meldungen mehrerer Blaͤtier über politische Trandattionen, welche zwischen Rußland und Korea abgeschlossen sein jollen, lann das Journal de St. Peiersbourg versichern, daß dieselben abĩolut unrichtig nd. Kußland habe mit Korea nichts anderes als eine Handelskonvention abgeschlossen, welche in suͤmmt ⸗ uüchen Punkten analog denjenigen sei, wie fie andete Mächte z. B. England und Deutschland er⸗ langt hätten. — — LZofele nud pruzte ve DNachrichten. *Sit. Ingbert, 15. Sepi. Als Ge⸗ hworene zu der am 21. ds. Mis. beginnen ⸗ den 8. pfälzischen Schwurgerichtssession wurden ausgelost: aus dem Kanton St. Ingbert: hert Johann Fiak, Direltor der hiefigen Aktien⸗ Flashütte; aus dem Kanton Bliesskastel: hert Jakob Höoh, Oekonom auf Breitenhof, Ge⸗ meinde Laugtirchen und Hert Friedrich Jalob Wendel, Buürgermeister in Niederwilrzbach. nNr. 50 von Die Heimath', Pfalzi⸗ sches Sonntagsblatt, enthält: Gedachtnißtage. Fester Sinn zu allen Zeiten. Eine Verlobung mit Hin⸗ dernissen. Schreckenstage. Die Patriotin von dautern. Die Schtacht am Hasenbühl. Das Haus am Walde. Rundschau im Pfalzer Land. Ins Merkbuch. Vom Büͤchertisch. Briefkasten. Inserate. Am 19. und 20. da. Mis. halt der pfaͤlzische Forstverein in Kirchheimbolanden seine 11 Jahtesversammlung ab. Anmeldungen ꝛc. sind an Herrn Oberfoörster Luther dortselbst einzureichen. unser Landsmann, Herr Marinezahlmeister⸗ Applifant L. Weißer aus Bolanden, be⸗ indet sich doch nicht, wie neulich mitgetheilt/ an Bord der „Hyane“, sondern an Bord des Kreu⸗ sers „Habicht.“ Er schreibt der „Pf. Pr.“ nam⸗ iich aus Kamerun vom 11. August, daß der „Ha— bicht“ schon seit 1. April dortselbst vor Anker liegt ind 'wird es besonders did Bolander Mitbürger des derrn Weißer interessiren zu vernehmen, daß die⸗ eAbe fast taͤglich mit den Königen Bell Acqua und Piso berkehrt und häufig Vergnügungsfahrten in'⸗ Innere des. Landes macht. — Speyer 12. Sept. Wie der „Evd. Zirchb.“ meldet, wird am Mittwoch den 7. Oltober ʒas Jahresfest der evang. Diatouissenanstalt hier elbst gefeiert werden. Die Feslpredigt hat Herꝛ Pfarrer Jung in Waldmohr übernommen S perne rSαρR. - Gemaß 8. 43 der Allerhöchsten Verordnung vom 26. April 1880 Gesehz und Verordnungsblatt Seite 261) wird die weite (praklische) Prufung fur den höheren Justiz ind Verwaltungsdienst pro 1888 dahier am Diens ag den 1 Dezember 1885, Vormittags 8 Uhr roͤffnet werden. — — Den sich legitimirenden Mitgliedern de⸗ fälzischen Bienenzuchter⸗Vereins wird us dnlaß der am 16. und 17. d. M. in Speyer jattfiundendrn 28. Hauptversammlung für den dies⸗ eitigen Lokalverkehr eine Fahrtax ⸗· Ermäßigung in ꝛer Weise bewilligt, daß die am 16. und 17. d. R. gelösten einfachen Fahrbillette nach Speyer durch lufdtuck des Stempels der Ausgabeßation zur reien Rückfahrt bis einschließlich 18. d. M. Gül⸗ igkeit erhalten. Aus der Pfalz. Noch hat der k. Distrikts. chulinspeltor und Pfarrer Haas von Bellheim. zer kürzlich zum Pfarrer von Munzingen in Baden rnannt worden ist, die Pfalz nicht verlassen und chon wieder meldet die Zeitung von der Selz einen nderen, nahe beborstehenden Äustritt seines Geift⸗ ichen aus dem Dienste der pfälzischen Kirche. Die zahnenflucht der pfälzischen Geistlichen scheint nach⸗ jerade einen epidemischen Charakter annehmen zu Voslen. Es ift überflüssig, dem Grunde dieser be— rübenden Erscheinung nachzuforschen. Jedermann veiß. daß die geringe Besoldung der pfalz. Geist. ichen das Molid ist, das sie zwingt, außer Landes nderweitig Stellung zu suchen. Wird hier keine Abhilfe geschaffen, so gehen der Kirche die besten räfte verloren. Männer, die durch Talent und Rednergabe sich hervorthun, werden im Ausland nit offenen Armen aufgenommen. nHermischtes. Metzz. Auf Grund des hier noch geltenden ranzosischen Preßgesetzes ist durch Verfügung des Staatsselreiärs det in Nanch und bhier erscheinende Fourier de la Moselle“ verboten worden. Der Courier“ war das Haupiblan der Protestparte ind wurde don derselben unterstüßlt. Karlsrahe, 11. Sept. Gestern Mittag reignete fich im hiefigen Hauptbahnhof ein gräͤß⸗ icher Unglüasfall, welcher diejenigen, dit zeugen davon waren, aufs Schmerzlichste berührte. die Familie des Kaufmanns Therth aus Mann yeim kam mit dem Zug hier an, wahrscheinlich der zevorstehende Festlichleisen wegen. Auf dem Perron jant der Mann plößlich um und war eine Leiche. — Bei dem heute von Karlsiuhe nach Mannheim ibgehende Frühzug ent gleisste bei Eggenstein in Versonen⸗Wagen, ohne daß irgend ein Schaden ntstand. (M. A.) 7 Mainz, 10. Sept. Raubanfall auf der Langgasse. Es ist geradezu beängstigend, vie die Unsicherheit in unserer Stadt zunimmt und vie, gleichsam unter den Augen der Polizei, auf ffener Straße Raubanfälle und thätliche Angriffe rusgeführt werden. Am Sonntag Abend gegen 1 Uhr wurde der Rentier Sp. auf der Langgasse on zwei Mannern, den später ermittelten Arbeitern B. uno S. angehalten. Der Herr suchte sich mit dem Regenschirm die Strolche vom Leibe zu halten, ezterer aber wurde ihm entrissen und S. wollte ben mit einem schweren Hammer den alten Herrn u Boden schagen, als ein Passant der Straße zu dilfe eilte. Ein Wachtmann kam auch noch dazu, ind so wurden die beiden Sudjelkte verhaftet. G st bereitz acht Mal, S. zehn Mal wegen ähnlicher gZergehen bestraft. fF Mainz, 13. Sept. In der Untersuchun— gegen den des Doppelmordes beschuldigten Sqhuh acher Herbst ist wieder ein weiteres sehr wichige Beweissiuck der Untersuchungsbehörde; unterbreuc vorden““ Wie ich Ihnen mittheilte. wurde in der Zelle in Laubenheim auch ein Siegelring vorge. cunden; dieser Ring ist nunmehr durch eine Reih bon Zeugen als das Eigenthum des verschwundenen Schuhmachers Wothe erkannt worden; weiter hat sich bet der Burgermeisterei Laubenheim ein dortiger Buͤrger gemeldet, welcher an dem Tage. an welchem Herbstin Laubenheim verhaftet wurde, vor der ürrestzelle des Herbst einen Trauring gefunden hat hen e dem Burgermeister einhändigie Die hiefge Untersuchungsbehörde hat nun festgestellt, daß dieser Trauring ebenfalls Eigenthum des Wothe gewesen st, und wurde dies sogar von dem Goldarbeiter zer diesen Ring an Wothe verkauft hatte, konsialiri Durch dieses Veweismaterial ist nun so weit sicher achgewiesen, daß Herbst auch der Mörder des Wothe war. und daß der aufgefundene menschlicht kumpf mit dem Korper des Wothe idennisch ist. derbst hat die Leiche der Ringe beraubt, da aber eine Verhaftung so rasch erfolgte, so warf er einen der Ringe hinweg, den andern versteckte er in seiner Zelle; er hatte wahrscheinlich nicht gehofft, daß Alles so bald an das Tageslicht komme. 4 Am Sonntag unternahm der rühmlichst be— annie Luftschiffer Herr Sekrurius vom Zoolo⸗ zischen Garten in Frankfurt aus seine 291 AJuffahrt in Begleitung seiner Frau Gemahlin. Der Ballon, den Herr Securius benutzte, ist 18 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 11 Meier ind 668 Kubikmeter Inhalt. Trotzdem die Witter⸗ ing nicht fonderlich günstig war, hatte sich doqh ine recht siattliche Menschenmenge im Zoologischen Harten versammeit, um dem interessanten Schauspiel uzuschauen. Nachdem von der Direktion dees Hhartens der Frau Securius ein hübsches Bouquet werreicht war, fand um 5 Uhr 10 Minuten die Auffahrt stant. Die höchste erreichte Höhe hetrug 19350 Meter.“ Der Balion passirte verschiedene Male Wollenschichten und kam Abends dicht vor Zdem Dorfe Langendiebach bei Bruchhovel ohne Schaden nieder. Von hier mußten dann die kühnen duftschiffer mit einem Leiterwagen nach Frankfurt zurückkehren, wo fie Nachts um 12 Uhr wieder inkamen. Frankfurt a. M., 12. Sept. Unserer Primadonna, Frau Schröder⸗Hanfstängl, ist gestern ein Unfall passiert, der bezeichnend ih für die Unver — jrorenheit, mit der sich eine ge⸗ wisse reisende Menschenklasse mitunter benimmt. Frau Hanfftangt hatte gestern Abend die Rofine im „Barbier“ zu fingen und fuhr von Oberursel aus mit dem Homburger Mittagszuge nach Frank· furt. Als fie in Oberursel, begleitet von einet ihret Schuͤlerinnen, in's Koups stieg, fand: sie samt · tiche Sitze mit Reisegepäck belegt und ersuchte die Dame, die sich in dem Koups befand, Platz zu machen. Als diese dem Ersuchen nicht nachtam, schor die Künstlerin selbst einige Sachen zurfeite. Kaum batte fie damit begonnen, so sprang die Be⸗ fiterin des Gepäckes auf, hob dit Hand und gab Frau Hanfstängl einen Schlag ins Gesicht, der so wuchtig war, daß selbst das Ohrgehange berbogen wurde. Frau Hanfftangl ließ in Rödelheim wo det Zug diell, den Stalionschef rufen und dieser elegrabhirte an die hiesige Polizei. Auf dem Frantfurter Bahnhofe erwartete denn aud Herr poligeirath v. Hake in Begleitung eines Schutzmann⸗ zen Zug und die tabiale Dame wurde in Haft enommen. Sie iegitimierte sich als Frl. Smith— Vonne des Generals Greville, aus Lon don, der mit seiner Familie in einem Koupyẽ erstet Nlasse desselben Fuges nach Frankfur fuhr gin Lause des gestrigen Nachmittags wurden die detheiligten Personen bereits polizeilich vernonm⸗ ind die tapfere Tochter Großbritanniens wird ver gerechten Strafe wohl nicht entgehen dun Schroͤder· Hanfftangl sang troß der —— des Nachmitiags am Abend in gewohnter 2 fStuttgart, 10. Seht. Ueber d jahri eines Eisenbahnzuges auf der Strecke nadt· Geißlingen zum Zwed der —— etirishen Veleuchiung erfahrt man heute 3 u Danach handelt es fich um ein neues —2 welches die eleltrotechnische Fabrik in an usammen mit der Eßlinger Waschinenfabtu 9 salen hauen hat. Dos eletische Ldtn h padwagen, wo eine 4uadratmeter große Dy sown ee Regulctor und Accumnlatoren mschalteapparaten aufgestellt ist, erzeugt. Der nieb der Maschine erfolgt von der Achse des gens aus. Die Dynamomaschine hat bei einer sawindigleit des Zuges von 30—- 70 Kilometer er Stunde eine sich gleich bleibende Drehge⸗ windigkeit, während unter 30 und über 70 Kilo ⸗ er Zuggeschwindigkeit sich automatisch ein ccumulatorstrom einschaltet, welcher auch bei ligem Stillstande des Zuges das Licht liefert. —— sühlampen versehen, welche das Lesen in allen zeilen der bekanntlich sehr langen würtembergischen igen gestatteten. Die Lampen in den Wagen n eine Stärke von 10 Kerzen; oben auf den ntformen der Wagen von 5 Kerzen. Der Ver ist so befriedigend ausgefallen, daß die Ein⸗ tung auf der Strecke StuttgartEmendingen be⸗ ßz langeret Erprobung regelmaßig eingeführt wird. ꝙᷣ ist die Aussicht vorhanden, daß die würtem⸗ ergischen Züge, welche bisher von allen deutschen dnen am mangelhaftesten beleuchtet sind, in der lcuchtung — mit Ueberspringung des Gaslichtes, igz nur ganz beschränkte Aufnahme in unseren Hagen fand — einmal die erste Stelle einnehmen. Die „Kl. Pr.“ erzählt folgende hübsche und q glaubwürdige Wett-Geschichte: Ein Maurer⸗ nling, welcher neben seinem Handwerk noch aller⸗ brodlose Künste treibt und — wie man zu gen pflegt — ein wahrer Teufelsjunge, im Ueb⸗ gen aber eine grundehrliche Haut ist, ging mit dem Backsteinfabrikanten eine Wette ein, welche zten Sonntag zum Austrag gebracht wurde. Der unge hatte näͤmlich behauptet, daß jeder Hund, Ibfi der bösartigste, vor ihm die Flucht ergriffe, ich wenn sein Herr denselben auf ihn hetze. Nun alie er der Wette zufolge der sehr bissigen Dogge 5 Backsteinbauern gegenüber diese Probe bestehen. der Hund wurde von seinem Herrn von der Kette zgemacht und auf den in einiger Entfernung henden Maurerlehrlig gehetzt. Derselbeblieb ihig stehen und ließ den Hund auf etwa zwanzig oAthtitte an sich herankommen; da flogen plötzlich ie Beine des Burschen in die Höhe, die Hände uf dem Erdboden und mit der Mütze im Munde ing er in dieser Stellung auf den Hund los. Reser stutzte einen Moment, nicht wissend, wo er inen Gegner nach dessen Umwandlung anzugreifen cbeꝝ als derselbe noch ferner auf ihn zuging, nachte der Hund Kehrt und eilte zu seiner Hütte, us der er nur wieder mit vieler Mühe herauszu⸗ angen war. Sobald er aber des unheimlichen zastes ansichtig wurde, verschwand er in seine Hütte id wen nicht zue dewegen, noch einen Angriff auf enselben zu unternehmen, sodaß der Lehrling seine hette, die um einen Hektolitet Bier ging, glänzend ewonnen hatte. J »Warzburg, 10. Sept. Einer Mittheil⸗ mg des K. v. u. f. D.“ zufolge, wurde der sJanlier Scheidt in Lübeck aufgegriffen. Die Frau ez Scheidt liegt schwer krank darnieder. fBamberg, 8. Sept. Man exzählt sich ier einen Scherz, der jüngst in einer Jagdgesell⸗ haft ausgeführt warden. aber schlecht ausgefallen in soll. Mehrere Jagdfreunde saßen Ende ver⸗ angenen Monats bei zwei frisch geschossenen Prä⸗ uenhäschen und hatten dazu zwei Bekannte ein⸗ tladen. Nach dem froͤhlichen Mahle entfernte sich er der Nimrade und kam nach kurzer Zeit mit inem Katzendelze zurück, dabei die beiden einge⸗ denen Herren „rikend,“ daß fie eben eine Katze e einen Hasen verspeist. während die übrigen ischgenossen den wirklichen · Hasen verzehtt hatten. Ar eine der Katzenvertiiger gab sofort den ge⸗ usenen Braten auf nicht ungewoͤhnlichem Wege ieder, der andere aber liegt seit jener Zeit an mem gaftrichen Fieber darnieder. Anknupfend an das in Munchen vor vrzem vorgelommene Pistolen⸗Duell mit dem annten blutigen Ausgang, läßt ein Vater, der lbst zwei Söhne auf der Universität hat, Worte ter Warnung und Mahnung dernehmen. Der⸗ be schildert die Angst, in weicher die Eltern von udirenden fortwährend schweben, in ergreifender reise und spricht die Erwartung aus, daß das uell durch die Sitie, wie es in England zur ade geworden ist, schließlich auch bei uns p werde. In dem Artikel heißt es dann ich: Ich weiß, es wäre eine Thorheit, mit —— — die Beseitigung des Duelles zu e obwohl ich fest davon übetzeugt bin, auch 4 eutsche werden dahin kommen, daß wir en Rest des Faustrechtes zum übrigen Rüstzeug des Mittelalters werfen. Aber Eines waͤre jetzt schon möglich und 'lleicht durchführbar. Wenn denn schon zwei Männer mit den Waffen in der dand sich gegenüberstehen müssen, so treffe man och Vorkehrungen, daß wenigstens der schlimmste Fall nach Menschengedenken nicht eintreten kann. MNan vermeide es, die Forderung mit so scharfen Jestimmungen zu stellen, daß der Tod der wahr⸗ cheinliche Ausgang ist. Wir lesen in neuerer Zeit so überaus viel von Pistolenduellen, von zweikämpfen mit dreimaligem und öfterem Kugel⸗ vechsel, ja uns ist einer in Erinnerung, wo 18 »der 20 Mal geschossen werden sollte. Wie wei ind solche Duelle noch vom vorbedachten Mord entfernt? Und wie weit Diejenigen, welche diese Beftimmungen treffen oder zu ihrer Ausführung Borschub leisten, noch von Mördern? Ein ver⸗ vernünftiger Zusammenhang zwischen der Schwere der Beleidigung und der Gefährlichkeit des Duells läßt sich ja doch nicht entdeden; sonst müßte man sa schließiich zu noch ganz anderen Arten des Iweilampfes kommen, wie sie jetzt üblich. Es er⸗ cheint uns als eine gebieterische Pflicht wahrer Fhre für alle Diejenigen, welche bei so traurigem dandel betheiligt find, mit aller Kraft darauf zu zringen, daß der Ausgang des Duelles nicht ein Menschenleben physisch, ein anderes moralisch ver⸗ nichte und ganze Familien in den trostlosesten Jainmer versetze. Welch entsetzliches Bewußtsein muß es sein, die Hand dazu geboten zu haben, »ein Menschenleben zu zerftören! Wird über solche Schuld einen Mann von Herz und Gewissen der illige Gedanke trösten, nach den Regeln eines xͤhrenkoder gehendelt zu haben, dessen Fundamente uur auf dem Sandboden landläufiger Meinungen nufgebaut sind? Und hier liegt für uns die Ge— vißheit, daß es einst anders kommen muß! Der gesunde Sinn unserer Jugend wird fich durch— cingen zu der Erkenntniß, daß die Ehre des Mannes nicht ein Gut ist, das ein leichtfertiges Wort oder die thätliche Beschimpfung eines An—⸗ zeren ihm rauben kann: die Mannesehre ruht so est in der eigenen Brust, daß nur er selbst sie jerabwürdigen und vernichten kann. Diese Er⸗ enntniß zu verbreiten und zu befestigen ist eine vichtige Äufgabe der Erziehung, zu deren Erfüll ing Eltern und Lehrer fich einmüthig die Hand reichen sollen. Bis diese Reife der Anschauung ꝛber Gemeingut geworden, müssen wir uns, sollen nicht wir Eliern mit Furcht und Zagen unsere Zöhne aus der Hut unseres Hauses treten sehen neines Erachtens damit begnügen, daß wenigstens ine Milderung des Duells durchgesetzt, daß das Ppistolenduell grundsatzlich auzgeschlossen wird. If as erreicht, so hoffen pa werden die weiteren Schritte zum Eüdziel: der hänzlichen Beseitigung des Duells. nachfolgen! z — CGEin ungehenresBernmbgen.) Nach iner Mittheilung der „Brest. Morgen⸗Ztg.“ soll ich herausgestellt haben, daß der kürzlich in Bre s⸗ au detstorbene Großgrundbesitzet Graf d. Burg jauß ein Baarvermögen vons 50 Millionen Mark ind darüber hinterlassen habe, während man nur 3 Mill. Mark vorzufinden etwartete. — fOppeln, sOo Sept.“ Beti der am 6. d. M. zaltgefundenen Exercit 8 der gemischten Teuppengattungen zwischen ¶ Salrau und Czarno⸗ — heili, ein Mann' des Schlef. Ulanen Regiments sier. 2 so unglücklich vom Pferde, daß ihm die zanze in die Bruft eindrang und zum Rücken hin⸗ obtam.“ Der Unglückliche gab noch während des Tranaportes nach dem Czarnowanzer „Heinrichs⸗ tift seinen Geist auf. —W Pirna a. d. Elbe, 10. Sept. Eine im zenachbarten Dorfe abgehaltener Leichen⸗Gotte s⸗ zienst hatte sein Ende gefunden und eben waren zie Leidtragenden daran, das Gotleshaus wieder zu erlassen, als plötzlich ein furchtbarer Donnerschlag erdröhnte. Der Bliß hatte in die Kirche geschlagen ind zwar derart, daß die ganze Decke des Kirchen⸗ chiffes durchlochert wurde. Die Verwirrung unter )en Anwesenden — in Folge des heftigen Regens var erst der kleinere Theil der Leidtragenden außer⸗ alb der Kirche — nahm unbeschreibliche Dimen⸗ ionen an. Der Gutsbesitzer Scheumann aus Wilsch⸗ orf, sowie der Wirthschaftsbesitzer Roch au⸗ S„chmiedefeld wurden auf der Stelle getödtet, wäh reud von den übrigen Personen 10 schwer und gegen 20 leichter verletzt resp. betäubt waren Anter den Schwerverletten befinden sich die Gattin des Pastors, sowie der Lehrer des Ortes und der Butsbesitzer Rußig. Das Pfarrhaus, wo die Ver⸗ etzten zuerst hingebracht wurden, glich einem Lazareth. 27 Berlhin, 12. Sept. Bevor man die Zreuzerkorvetie, Augusta“ amtlich als unterge⸗ gangen erklärt,“ sollen noch die erbetenen Draht⸗ nachrichten von den südlich von Ceylon belegeneu Inseln abgewartet werden. Die Aussicht, daß das Schiff erhalten geblieben, ist leider nur eine geringeee.. fBerssin. Die Tournure als — Geld⸗ schrank ist das Neueste auf dem Gebiete der Mode. In dem Cül emer vor Kurzem in der Scharnhorststraße vorstorbenen Dame fand man inerwarteterweise — deren gesammte Hinterlassen⸗ schaft, bestehend in baarem Gelde, Werthpapieren und Pretiosen sorgfältig vetwahrt. Endlich einmal — wie man sieht — eine praktische Verwendung des unschönen Auswuchses an der modernen Da⸗ mentoilette! f Berlin, 12. Sept.“ Wie der „Reichsan⸗ eiger“ berichtet, ist der für untergegangen erklaͤrte damerundampfer „Nachtigal“ im Hafen von Fal⸗ mouth angekommen.·... Von Gustav Nachtigal, dem so früh derstorbenen Vorkämpfer der Afrikaforschung, wird uns aus kompetenter Quelle folgendes Bonmot mit⸗ getheilt. Der derühmte Reisende gerieth einst, als er sich vorübergehend in Deutschland aufhielt, mit einem Bekannten in ein Gespräch, worin dieser vehauptete, daß doch eigentlich die Europäer mit hren wissenschaftlichen Theorien und ihrer Ver—⸗ tandsklügelei so recht geeignet seieu, den Pessimismus zroß zu ziehen, während in Afrika die Menschen in Hinblick auf die einfache Größe der unverfälschten statur Optimisten werden müßten. „Glauben Sie das nicht.“ erwiederte Nachtigal lachend, „gerade unter den Negern ist jeder Einzelne Pessimist, denn wenn die Eingeborenen sich gegenseitig ansehen, dann werden sie ja unwillkürlich — Schwarz⸗ seher!“ Auf Grund des Sozialiffengesetzes hat das königliche Polizei-Präsidium in Berlin die unter dem Titel: „Pimmel, Herrgott, Sakra— ment, oder: Fort mit den Gespensternl von Julian Apostata Popengisel, Pfarrer, im Selbst⸗ zerlage des Verfafsers,“ ohne Angabe des Drucd⸗ zxtes in gelbem Umschlage erschienene 26 Oktav⸗ Druckseiten umfassende Broschüre verboten. FEine Oase im Czechenland ist die Salzmann'sche Bierstube in Pil sen. In ihr wird das beste Puͤsener Vrdugeschanktur d Deuische und Czechen sind Stammgaste und vertragen sich unweigerlich, denn in diesen heil'gen Hallen dars bei Strafe des Ausschlussege⸗pon Politik nicht ge⸗ sprochen werden, und über, den, der den Frieden des Hauses stoͤri, wird ein Jahr lang das Bier verbot berhängt · und das risliert keinetr. An bem Stammtisch der Pilsener Philister sitzen seit ben Mandödern abends nach der Hoftafel die öster⸗ reichtschen Offiziere und ihre vornehmen Gaste und elbss der Kaiser läßt sich manches Glas holen zum Nacutrunk. — Züxich, 9. Sept. Laut den Mittheilungen vom heuͤtigen Missionskest kommen in Afrika auf auf Finen Missionaͤr 18 getaufte Heiden, in China 418 in Indien nicht einmal 2. obwohl der Auftdand an Geld und Menschenkraft für Indien der —9— ist. Das Kastenwesen stellt in Indien den Missiondren w die aur. sachuchsten ¶ Hinderniff eutgegen/ auch nyre Bekehrte in jeder Hinsicht ein Nusgeftoßener, d n damili⸗ und Eigenthum verzichten und froh sein muß, wem er im Anschluß an hie Missiondre seines Lebens sicher ist. Es habe ungeheuces Aufsehen gemacht, erzählten die heute yredigenden Basler Missionsleiter. daß jungst ein früherer Polizeimeister. ein Muster von Stolz und Selbstsucht, Christ geworden und als solcher den Verfolgungen trotzend in seiner Heimath geblijeben sei. Die Basler Heidenbekehrer dauen darauf ihre Hoffnungen betreffs Indien, welches ihnen durch seine Hartnäcigkeit zu einem Defizit von 80,000 Fr. im Basler Missionshaus verholfen hatrLetzteret ist heute jinz 71. Jahr feiner Vereinsthätigkeit ein⸗ zetreten und nimmt natürlich Veranlassung, die Bläubigen um ein Geburtstags⸗Geschenl für Dech ung des indischen Defizits“ amugehen. Wie außerst gefährlich es ist, mit ausländ⸗ schen Lebensdersicherungs. Gesellschaften in Bezieh⸗ ung zu treten, beweist deutlich der schmähliche Zusammenbruch einer der größten franzö— fischen Lebens und RentenversicherungsGesell ichaften, des Credit viagor. Tros der in Frank⸗ reich sehr weitgehenden Staatsaufsicht hat Gewissen⸗ lofigkeit und schlechte Aufsicht es dahin gebracht, diese große Kompagnie vollig zu ruiniren. Die Re— erben, welche 25 Millihnen Franken betragen sollen, stehen rein auf dem Papier, da baare Mittel durchaus nicht verhanden sind. Tausende don kleinen Rentnern, Wittwen und Waisen kommen im ihre Ersparnisse; der segensreichen Einrichtung der Lebensversicheruiig wird durch dieses Vortomm⸗ niß in Frankreich eine unheilbare Wunde ge— schlagen. Glücklicherweise ist diese Gesellschaft in Deutjchland nicht vertreten gewesen; der Vorfall jjt aber eine Mahnung, ausländischen Gesellschaften fern zu bleiben, deren Verhältnisse hier kein Mensch mit Sicherheit zu beurtheilen vermnag. 7 Daß die Krinoline, die sich jetzt in so drobender Weise entfaltet, bereits gegen Ende der ünfziger Jahre ihre Tyrannis ausübte, ist bekannt — schreibt man doch sogar der Kaiserin Eugenie die Erfindung dieses Ungethüms zu. Wie irrig diese Anschauung aber ist, beweist, daß bereits im Jahre 1619 die Behörden von Aix in der Provence fich veranlaßt sahen, ein Verbot gegen die allzu umfangreich gewardenen Reifröcke zu erlassen. Auch dei den Bauern einzelner Gegenden sollen Reifröcke zur ortsüblichen Tracht gehören. Wenn ich heute uübrigens die Männerwelt ebenso energisch gegen die Krinoline erklärt, wie vor 25 Jahren, so ist das nach einer Aeußerung, die eine geistreiche Dame kürzlich in einer Gesellschaft that, leicht zu erklären Die Manner wollen eben — so meinte sie — stets nach Kräften verhindern, daß die Frauen in der Welt — mehr Plaß einnehmen, als sie. Gie Cholecatin Spanien.), Die panischen? Medizinischen Blätter, bringen eine iffernmäßige Darstellung über die Verheerungen, welsche die Cholera in Spanien angerichtet hat. Die Epidemie, welche im Monat Juni zum Aus— pruch kam. raffte bereits im ersten Monate nahezu sechstausend Menschen hin. Waährend des Juli war in dem Fortgange der Seuche eine fortwäh⸗ tende Zunahme der Sterblichkeit zu bemerklen. Bis gegen das Ende des Monates waren, nachdem die Zahl der täglichen Todesfälle: Tausend weit über⸗ schritien hatte, nach der offiziellen Statistikefünf undzwanzigtaufend Menschenleben der verhee renden Zrankheit zum Opfer gefallen. Im Monate August, der durch seine sengende Hitze der Verbreitung der Krankheit Vorschub leistete, exreichte die Epidemie ihren Höhepunkt. Bis zum 22. August starben in — J Knochenmeh peru⸗Guano ESubperphosphat empfiehlt Vgacob Fries. J einem hies. Manufaktur⸗, Nutrz⸗ K Spezerei⸗WMaaren⸗ Beschaãft ist füt einen jungen Mann mit guter Schulbildung einie ehrlinagsstelle offen. 3 Bei wem sagi die Ervp. d. Bl.. ener Zeit fiebzehn⸗ bis neunzehnhundert Personen äglich. Hierauf erfolgte die Abnahme der Epi⸗ demie. In ganz Spanien starben während des Monats August fünfzigtausend Menschen an der Tholera. Während der drei Monate sind also im hanzen nach den offiziellen Berichten 81,000 Nenschen der Seuche eriegen und leider ist man erechtigt, anzunehmen, daß diese Ziffer noch nicht »en wahren Verlust an Menschen ausdrückt. — Begenwärtig ist die tägliche Todtenziffer bereits vieder ziemlich unter 100 herabgesunken, eine Zesserung, die hoffentlich auhalten wird. Am 8. Zeptember starben in ganz Spanien 630 Personen. 7 Ueber den Bau dex strategischen Bahn in Mittelasien wird gemeldet: Bei dem Bau der Eisenbahn vom Kaspischen Meere nach Osten segen Sarrakhs und Merw hin wird plötzlich rößere Thätigkeit entwickelt. 3000 Arbeiter sind ereits in Kizil Arvat angekommen, d. h. bei dem Junkte, wo die eigentliche Wüstenreise vom Kaspi⸗ chen Meere endet, und die verhältnißmäßig furcht⸗ aren Ländereien der Akhal⸗ und Tekke-Turkmenen »eginnen. Von Kizil Arvat östlich ist die Strecke auf eine Entfernung von 7 Werst gelegt, und dar⸗ äber hinaus wird sie in Sektionen bis nach Bami zebaut. Ueber das Mississippi-Wasser, velches die New⸗Orleanser gegenwärtig zu trinken ekommen, schreibt die dortige, Deutsche Zeitung“: Der Sioff, den die Wasserwerk⸗Kompanie seit mehr Als vierzehn Tagen liefert, ist die niederträchtigste Zrühe, die je einem menschlichen Wesen, den Eng⸗ ändern im Sudan ausgenommen, zum Trinken ingeboten worden ist; das Zeug stinkt, als ob inige Meilen oberhalb zehntausend Nigger im ylusse ersäuft worden wären — ein richtiges Drei⸗ nänner-Wasser — Einer trinkt und die beiden Undern halten ihm die Nase zu. “ F Die Mormonen, denen es in den Ver. Staaten nachgerade doch zu ungemüthlich zu wer⸗ en scheint, haben, wie jetzt mit Bestimmtheit ge⸗ neldet wird, in den mexikanischen Staaten Sonora ind Chihuahua einen großen Landbezirk angekauft, der sich der amerikanischen Grenze bis auf 50 Neilen aähert und etwa eine Million Acres um⸗ aßt. Er liegt zum Theil in derjenigen Abtheil⸗ ing der Sierra Madre, die so lange den schlimmsten zer Apaches zu Schlupfwinkeln gedient haben. 7 Galantes und ungalantes Echo. Wie lange bleibt iuns ein Frauenzimmer? Echo: Immer. Welches ist das wirksamste Mittel diebeawehe A Echo: Ehe . Wodurch so inen Frav Liebe erproben? Echo: Roben. Echo qb heine Anmworien Ironie d Echo Onie ! vo, find fAuch eine Beschäftigung. In daß Fremdenbuch eines Hotels schreibt dieser Tagen Fräulein unter die Rubrik ,Beschäftigung! Wort — „Braut.“ Lae Gemeinnütziges. Anm der Butter den Beigeschmack zu benehmen wvelchen sie leicht annimmt, wenn die Kühe siari nit Rüben, Kohl oder dergleichen gefüttert werden oll es genügen, wenn man dreißig Gramm Sol.— deter in einem Liter Brunnenwasser auflöst und diese Mischung über die Milch gießt. Dazu sollen 30 Gramm Salpeter für 300 Liter Müch aus reichen. Borsäure als Mittel gegen das Sauerwer— den der Milch. Milch, welche mit Borsäure ver— etzt wird — 1 Gramm auf 2 Liter frische Misch Angestellte Proben zeigten nach 20 Tagen noch eine Gerinnung der Milch, während die mu »oppeltkohlsaurem Natron versetzten Milchsorten ge⸗ ronnen waren, einen Geruch nach Milch- und Buttersäure besaßen und mit Schimmelpilzen sid redeckt hatten. Sterbefãlle. Gestorben: in Neustadt Frau Katharinq Förster, geb. Knochel; in Einsiedlerhof Adam Müller, 54 J. alt; in Kaiserslautern Freau Wittwe Hellriegel, 82 J. alt; in Landuv Ernst, Z3 J. alt, Sohn von Albert Sarodnich n Kirchheimbolanden Karoline Mart, 23J.alt n Hermersberg Fräulein Marie Kettering. fur die Redaltivn deranwenus F x. Demez. — Eine Untersftützung für Unbemittelte Wie häufig bringen Krankheiten Sorgen und Noth in die Familie derjenigen, dte mit ihrer Hande⸗Arbeit ihrer äglichen Unterhalt herbeischaffen müssen. Es ist daher gzewiß anerkennenswerih, daß Herr Apoiheker R. Brandt in Zürich schon seit Jahren an Unbemittelte, welche an Magen⸗, Leber⸗ Gallenleiden, Hämorrhoiden etc. leider, eine rühmlichst bekannten Schweizerpillen gratis überläß und wolle man sich behufs Erlangung derselben nur direh an den Genannten wenden. Ûοäαα QAur 3,25 Mk. pro Quartas. „Von Nau und Fern,“ Familienblatt mit werthvollen Kunstblättern von 16 Druckseiten wöchentl. „N. Berl. Fliegende Blätter“ ein reich illustr. humor. Wochenbl. wöchenn Eine „Modenzeitung““, mit Schnittmuster⸗Beilagen, monatlich. Eine „Zeitung f Laudwirthschaft u. Gartenbau⸗, 2 mal monatlich. Eine Deeeee i. Belehrung u. Unterhaltg., 4 mal monätlich. Eine, exloosuugoblatt, beireffend Staalspapiere, Priorit. Anlehens⸗Loose R ꝛc. woͤchentlich. Diese sechs Beilagen werthvollster und gediegenster Art 37* erhalten die Abonnenten der 000 Berliner . N ich v Meueste Nachrichten gratis.“ Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfijährigem Bestehen bereits ju der .7 gelesenften Tagesblättern des deutschen Neichesks 1.7Site verdankt diese stets wachsende Ausbreitung und. Beliebtheit vor ollen ol bewahrten 9 33.* J * . vollkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachrichten enthalten bei täglichem Erscheinen (außer Mon⸗ Jtags): Aussuhrliche politische Mittheilungen, objektiv, nebenbei Wiedergabe inler⸗ Jeßsanter Meinungsäußerungen aus der Prefse aller Parteien. Nachrichten über Theater, Musik, Kunst, Wifsenschaft; Gerichtshalle; lokale Nachrichten. — Span⸗ nende Romane. Soͤrgfällige Boͤrsen⸗ imd Handeisnachrichten. — Vollflandiaes Berliner Coursblatt. Lotterielisten. — Amtliche Rachrichte.. F Von den oben bezeichneten6 Gratis⸗Beilagen ist in Foru und Inhali belleiristische Unterhaltungs⸗Blatt J —— — BVon Nah und Fern ⸗ mit werthvollen Illuftrationen, novellestischen Beiträgen aus der Feder der nin mirteften deutschen Autoren, wissenschaftlichen Essaiß und den mannigfachen gaben zur Unterhaltung und Belehrun .ein Familienblatt ersten Raugess welches einen bleibenden Werth für den Kreis der Familie besitt. Abonnement det „Neueste Nachrichten“ inclusive obige 6 —A J pro undSeptember nur 2,17 Ml. nehmen alle deutsche Postanstalten entgegen. aie w Inserate haben bei der großen Verbreitung des Blattes die denlbar gunftigste Wirkung. . e* . 6 —— Z — — —— — — . Nut 3.25 2uk. pro Ouartas. J ranoht u. emnpfohbl. v ater Lei tung Len. Gohsimr. r.v.Pottonlo for 4hoDd. hy gien. —XXX Irn. Obermaedi- XRV RXX acbon, sov. v Dr. M.Lopoiue öRRXXX urgianum in nxkxtart a. M. oia pr. FL inel Ilas Nx. 1. 60. —Arhodeaus 4 — 4 E 3 — — — Ba — 1000 Mark zahlen wir Jem,! der beim ebrauech von BesdneaSaiser⸗ ZJahnnasset à FI GO Pf. und 100 Pf. jemals wieder Zahnschmerzen hetommt' S. Goldmann & cie, Prés de n. - Zu haben in 8t. Ingbert boi P. Fery, Droguem andiung. 7 —XXX os Flrs ten vead veli e e . II Frete Preismodaille⸗ us Feanb urt a. M. Hamhurg. —5 D ai von Antwerpen jeden Samstag direct nach w⸗York u. Philadelphi.. gezeichnere — ampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere aller! Hlassen. Deutsche Bedienung und Aerzte auf jedem Schiffe. Weagen Passage und naherer Auskunft wende man sich an IIBRFAMT IAV- St. Ingabert. Druck und Verlag von F. X. Demetß in St. Ingoberf. St. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. xr „St. Ingberter Auzeiger?“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs Jatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljäahrlich 1 A 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließli d o A Zuftellungsgebuhr. Die Eiurückungsgebührr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 135 6, Neclamen 830 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 182.. Politische Uebersicht. »Der Bundesrath hat am Dienstag eine lenarsitzung abgehalten, in denen er sich mit den seschlüssen seiner Ausschüsse bezüglich der Aus—⸗ jrungsbestimmungen zum Börsensteuergesetze be⸗ üftigte. Ob das Plenum diesen Beschlüssen in len Punkten beistimmen wird, gilt noch nicht als mnz feststehend, da einzelne Regierungen die Mög⸗ hleit voraussetzen sollen, im Plenum noch erheb⸗ che Abänderungen zu beschließen. Hiermit bringt jan auch den Umstand in Verbindung. daß Be⸗ ollmächtigte einzelner Bundesregierungen, die be⸗ eits in die Heimaih zurückgereist waren, sich zu er Dienstagssitzung wieder einfinden wollten. Zur Karolinen-⸗Angelegenheit egt als neueste Meldung die vom Eintreffen eines anischen Kabinets ⸗Kouriers in Berlin vor. Der⸗ lte hat die Antwortnote seiner Regierung auf en bekannten Erlaß des Reichskanzlers vom 831. ugust überbracht und ist diese Note am Montag achmittag im Auswärtigen Amte durch den spa⸗ ijschen Gesandten in Berlin, Grafen Benomar, berreicht worden. Ueber den Inhalt der spanischen ntwort ist bis zur Stunde noch nichts in weitere treise gedrungen, es heißt aber, daß derselbe dem zerliner Auswärtigen Amte vom spanischen Kabinet ereits vorher im Wesentlichen auf telegraphischem dege übermittelt worden sei. Hoffentlich mipricht die spanische Antwort den versöhnlichen Intentionen der deutschen Regierung. Die Karolinen⸗Frage scheint eine über⸗ schende und weniger beruhigende Wendung, als nn nach den Ereignissen der letzten acht Tage xtmuthen durfte, annehmen zu sollen. In Berlin wdie Note eingetroffen, mit welcher die spanische fegierung die im Reichsanzeiger“ publiziert ge⸗ desene deutsche Note beantwortet und zugleich be⸗ üglich der Genugthuungsaffaire die muündlichen llarungen ihres Gesandien dervollständigt. Ueber e Note gehen allerlei Gerüchte um, die nicht er⸗ reulich sind. Wenn man will, kann man die eßtegein, welche unsere Marinederwaltung ge⸗ wofen hat, als eine vorweg genommene Antwort iuf die liebenswürdige Unverschämtheit betrachten, nit welcher man uns in Madrid regalieren zu dunen glaubt. Die ungewöhnliche Hinausschiebung vs Termins für die Enilassung der Marinereserven, wie die Bildung eines siarlen, nach dem atlan⸗ shen Ozean bestimmten und mit sechsmonatlichem tobiant derse henen sogenannten Schuigeshwaders nd ohne Zweifel die ernstesten Incdenzpunkle, e sih in der ganzen Frage, soweit die deufsch niticive in Betracht kommi, bisher ergeben haben. n leitenden Stellen rechnet man erfichilich mit der erwünschten Moglichkeii unangenehmerer Verwick⸗ ungen. Man beginnt, sich davon zu überzeugen, * der König Aifons nicht stark genug isne um dum Kriege drängenden Tendenzen Herr zu n, und man sieht sich hier durch die beklagens⸗ n Nachgiebigkeit des personlich befreundeten r gegenüber den Republikanern gezwungen, in isher versuchte Scheidung unter den spanischen sn fallen zu lassen. Es ist klar, daß die b menfrage unter einen gänzlich veranderten apuntte mit dem Augenblide ruct, wo Schickjal der spanischen Nonaichie den Leitern Donnerstag, 17. September 1888s. 20. Jahrg. der deutschen Politik gleichgiltig zu werden anfängt. Ddehrere überaus beachtenswerthe Stimmen deuten zereits auf einen solchen Umschwung hin. So polemisiert eine hochoffiziöse Berliner Korrespondenz der Koln. Ztg.“ aufs heftigste gegen die fran⸗ oͤsische Prefse, namentlich gegen die Agentur Havas, eren offiziöser Charakter verrathe, daß trotz der Friedensliebe der Rebublik in der Regierung einzelne klemente existieren, welche unkontrolierbar einen ntgegengesetzten Einfluß ausüben. Man werfe deutschland vor, es beabsichtige den französischen kinfluß in Spanien zu unterdrücken, das sei un⸗ ichtig. Deutschland würde sogar gegen eine fran⸗ ösisch⸗panische Fusion nie Einspruch erheben. Man ehe aber Deroulede's Bestrebungen hatten Wurzel jeschlagen und die Regierung sei nicht mehr im „tande, dem Strom der Revanche Einhalt zu ge⸗ zdieten. Das sei im Interesse des dauernden Frie⸗ deus wenig trostreich, und allmaählich dränge sich illen die Ueberzeugung auf, daß die jahrelangen Bemühungen der deutschen Politik, auf die Bahn »er Versöhnung einzulenken, verlorene Mühe waren. Die Spanier scheinen ein natürliches Interesse darin zu finden, Verwirrung zu ftiften. Ein Schachzug, den sie soeben thun, indem sie England weitgehende dandelsvoriheile in Aussicht stellen, mag von diplo⸗ natischem Standpunkte aus so plump wie nur noͤglich sein, seine Wirkung völlig verfehlen wird er aber darum doch nicht. Jedenfalls sind sich die Spanier klar darüber, daß sie Deutschland nicht chwerer treffen koönnen, als indem sie unsern dandel schädigen. Zum Glück ist die Meistbegünftig⸗ ingsklausel vorhanden, um uns vor den gröbstten Benachtheiligungen zu bewahren, aber man soll ich nicht darüber täuschen, daß Spanien auch indere Mittel hat, um uns in handelspolitischer Beziehung seine Feindschaft fühlbar zu machen. Sssbkale und pfalzische Nachrichten. — Vom Empfang des Prinzen Luitpold in domburg berichtet man der Zw. Zig.“ eine interessante Episode: „Herr Bezirksamtmann Spöhrer stellte bei den kgl. Beamten zuerst den Quartiergeber des kgl. Prinzen im Jahre 1870, den kgl. Notär Bartels vor. In herzlicher Weise reichte Se. kgl. Hoheit letzterem die Rechte und nach dem Wechsel freundlicher Worte verab⸗ chiedete er sich bei wiederholtem Händedruck mit einem Gruß an die Familie. Nach Verabschiedung des Hrn. Notärs mit Sr. kgl. Hoheit stellte sich derselbe Sr. Excellenz dem kgl. Regierungsprasidenten Hrn. v. Biaun vor, nach welcher Vorstellung es fich im Laufe der Unterhaltung ergab, daß unser Notär im Jahre 1841 in Würzburg als Rhenanen⸗ fuchs seine erste Mensur mit der Excellenz als Mainländer machte, die ihm die Reception ins Zorps der Rhenanen eintrug. Beide Herren jchlofsen bei Handedruck Freundschaft und Frieden!“ — Kaiserslautern, 16. Sept. Am Donnerstag verläßt Se. Kgl. Hoheit Prinz Luit⸗ pold unsere Stadt mit Extrazug. Derselbe geht 3Uhr 10 Min. Vormittags hier ab, fährt 8 ühr 48 Minuten langsam in Reuftadt durch und trifft in Ludwigshafen 9 Uhr 20 Minuten ein. — In Landau hat sich ein seit einigen Jahren dort wohnender alterer vermöglicher Herr anscheinend in einem krankhaften Anfalle erschossen. hkAus dem Siebeldinger Thal, 16. Sept. Unsere Weinberge erfreuen sich heuer eines besonders guten Standes. Obwohl die doffnungen zu Anfang des Jahres mitunter groß waren auf eine reiche Crescenz. so ist man jetzi Algemein zu der Ansicht gelommen, daß es kaͤum inen Viertel⸗Herbst geben dürfte. Die Ursache zjievon ist zunächst zu suchen in dem anhaltenden Kegenwetter der letzten Tage, durch welches die Faulniß der Trauben in so hohem Maße begunstigt vurde, daß vollstaäͤndig faule Trauben keine Selien⸗ jeit mehr sind. Auch der Hagel hat seine verderb⸗ üchen Wirkungen gezeigt, wiewohl nur strichweise. Quantitat und Qualitat des diesjährigen Weines find somit wenig versprechend und ist es darum auch sehr zu wundern, daß der 1884er immer noch nicht im Preise steigt. Für die westpfälzischen Wirte ware gerade in unserm Thale Gelegenheit zeboten, fich einen preiswuürdigen und dabei guten Wein anzulegen. WM — Bergzabern, 14. Sept. In der Umgegend wurden verschiedene Hopfen · Verkdufe zu 15 Mark pro Zenmer abgeschlossen. — Speyer, 15. Sepi. In der gestern auf hem Peterskeller dahier abgehaltenen Volksversamm⸗ ung mit der Tagesordnung Arbeiterschutz und S„onntagsruhere, in welcher an Stelle des Astzlich derhinderten Herrn Aug. Dreesbach Herr Ehrhart von Ludwigshafen referirte, wurde folgende Resolution gefaßt: Die heutige Versammlung er⸗ klärt sich mit den Ausführungen des Referenten posllommen einverstanden und beauftragt das Bu⸗ reau, an maßgebender Stelle kund zu thun, daß wir mit den von den sozialdemokratischen Abge⸗ ordneten eingebrachten Arbeiterschutzgeseße, einder⸗ tanden sind undb es als den einzig realisirbaren Weg betrachten, den heutigen anarchischen Zuständen inserer gesellschaftlichen Verhältnisse einigermaßen ein Paroli zu bieten. Gleichzeitig erblicken wir jierin den Weg. auf welchem eine gesunde Soziol reform angebabnt werden kann* * Aus Italien ist nunmehr das erste offi⸗ ielle Cholerabulletin eingegangen. Dem selben zu⸗ olge find vom 6. August bis zum 12. September n Italien im Ganzen 146 Choleraerkrankungen ind 86 Choleratodesfälle vorgekommen. In Pa— ermo wurden am Sonntag eine Choleraerkrankung und 4 Choleratodesfalle konstatirt, in der Prodinz Barma 17 Erkrankungen und 5 Todesfälle. Sÿää ààXää Deutsches Reich. Berlin, 16. Sept. Die Kommission für Antersuchung und Prüfung von Sicherheitsmaß⸗ egeln gegen jchlagende Wetter ist soeben mit dem Abschluß ihrer Arbeiten beschäftigt, über welche dem dandtag berichtet werden wird. Berlin, 16. Sept. Der deutsche Minister⸗ resident in Maroceo, Testa, hat sich nach Varzin bdegeben. Karlsruhe, 16. Sept. Der Kaiser wohnte uch dem heutigen, glänzend verlaufenen Manöver ei. Waährend der Hinfahrt sowohl wie Rückahrt and eine ftürmische Begrüßung von Seiten des JZublikums statt. Bei der Durchfahrt in Ettlingen vurde ihm rin festlicher Empfang bereitet. Das Wetter ist wundervoll. 2 47 Ausland. Paris, 16. Sept. Nachrichten aus Saigun dom 15. September zufolge herrschte in Kambod⸗ cchn Ruhe. In Folge der Massacres in Annam ind mehrere Tausend Christen nach Saigun ge⸗ lüchtet. — Otterstadt, 14. Sept. Heute fruh wurde im Rheine am sog. Otterstadter Durchstich die Leiche einer bis jetzt noch unbekannten Mannes- person geländet. Dieselbe ist bekleidet mit blauem Arbeitsanzug und Rohrstiefeln . erftadt, 168. Sepi. Durch ein grausiges Ereigniß wurde unsere Einwohnerschaft in keine geringe Aufregung versetzt. Gestern Vor⸗ mittag gegen 10 Uhr wurde der 66 Jahre alte Bäcket Sirohmayer von hier am Rheinufer, etwa eine Stunde von dem Orte entfernt als Leiche — erstochen — aufgefunden. Heute ist deshalb das Amtsgericht von Speyer und das Unlersuchungs· gericht von Frankenthal hier anwesend. Dem Thater soll man auf der Spur sein. Ludwigshafen a. Rh.. 14. Sept. In einer Wirthschaft. in der Nähe. der Kunstwoll fabrik dahier war heute Nachmittag eine großt Schlägerei, bei welcher zwei Männer infolge Messer⸗ stiches erheblich verwunden und mehrere andere der anwesenden Gäste, welche theils zur Abwehr her⸗ beigeeilt waren, mit wuchtigen Schlägen traktiert wurden. Der Gastwirih hatte sich nach mehr maliger Warnung allen Ernstes die Streiterei ver heten, worauf die beiden etwas angetruntenen Gäste den Wirth hinter der Einschenke hervorzogen. auf einen Tisch warfen und trotz aller Gegenwehr schandlich herrichteten. Der entstandene Larm hatk hald die Nachbarschaft aufmerksam gemacht, worau Hilfe herbeieilte, aber nur um die noch hefliger Jewordene Schlagerei anstatt erdrücken zu können noch vermehren zu helfen, und selbst mit Prügeln allet Art bedacht zu werden. Die schließlich her⸗ beigerufene Polizei konnte nur sobiel bezwecken, daß die Sache von ihr zu Protokoll genommen Purde und die Schuldigen dem Arme der strafen⸗ den Gerechtigkeit übermittelt werden. Neunkirchen, 18. Sept. Gestern Vor mittag verunglückte auf der Grube Dechen der 25jahrige unverheirathete Bergmann Neuß von Tholey. Derselbe erlitt einen schweren Schädel ⸗ bruch und blieb sofort todt. F Mainz, 185. Sept. Ein Raubanfall um 30 Pfennige. Zwischen Castel und Erbenheim wurde in der verflossenen Nacht ein älterer Arbeiter aus Bretzenheim von einem unbekannten jungen Manne überfallen und so furchtbar mißhandelt, daß derselbe besinnungslos auf der Straße liegen blieb; in diesem Zustande wurde der Mißhandelte seiner geringen Baarschaft von 80 Pfg. beraubt Der Unglüdliche, der gegen Morgen aus feiner Ohnmacht erwachte, schleppte sich mühsam nach Castel, woselbst er verbunden und dann in das Hhospital nach Mainz gebracht wurde. J fOberhausen, 9. Sept. Heute Vormit⸗ tag hatte die Frau eines hiesigen Metzgermeisters veim Reinigen. des Spiegels das Unglüch, vom Stuhle und über einen Eimer zu fallen. Der Spiegel folgte nach und während des Sturzes drang der armen Frau ein großer Splitter desselben so in den Leib, daß sie an dieser Verletzung inner halb 10 Minuten starb. Kreuznach, 14. Sept. Hinne fescht! Auf dem Wege nach Bretzenheim, unterhalb der Roihley, bemerkten vorgestern Nachmittag zwei Feld⸗ deamte, daß ein fein aufgetakeltes Fräulein dami— deschäftigt war, Aepfel und Birnen, welche auf der Chaussee unter den Bäumen lagen, aufzulesen und in einer großen, hinten angebrachten Kleider⸗ tasche verschwinden zu lassen, so daß die Takellage mmer größere Dimensionen annahm. Auf Ersuchen der Becinten, welche das Fräulein anhielten, mußte dieselbe zum größten Gaudium der Vorübergehenden die Riesentournüre wieder leeren. fStuttgart, 13. Sept. Der auch im westlichen Europa vorgestern herrschende Sturm iß hier zu Lande mit andauernder Gewalt fast den ganzen Tag über aufgetreten. Unsere eingehegte Thalstadt hat weniger darunter zu leiden gehabi als das flache, höhere Landgebiet. Besonders in Oberschwaben scheint er schlimm gehaust zu haben Er hat überall Bäume entwurzelt und stellenweist fast alles Obst zu Boden geschüttelt. Man dar— in der nächsten Woche einem starken Angebo billigen Obstes auf den Marlkten entgegensehen Hhier waren über die Dauer des Siurmwindes die oniglichen Anlagen gesperrt. Ueber Unglücdsfälle in Menschen hört man zum Glüch bis jetzt aus den Berichten nichts. Lüttich, 12. Sept. Heute Morgen ent prang aus der seit kurzem dahier befindlichen Menagerie ein großer Panther, ohne daß das Menageriepersonal etwas davon gemerkt hatte. Die vilde Bestie erschien ploͤtzlich in einer der belebtesten Straßen Lüttichs, in der gerade zahlreiche Menschen sich befanden. Alles stob in wilder Flucht aus— einander. Der Panther stürzte sich auf ein Brauer⸗ knecht, der ahnungslos aus einem Laden herausge— treten war, und zerriß denselben. Ein achtjähriges ind theilte? dasselbe Schickjal. Ein allgemeiner Schrei des Entsetzens folgte dieser Schreckensszene. dierdurch offenbar erschreckt, flüchtete der Panther auf das Dach eines Hauses, auf dem er eine halbe Stunde lang herumklenterte, ehe es gelang, ihm durch einen wohlgezielten Schuß den Garaus zu machen. Hier herrscht ob des schredlichen Ereig⸗ nisses die großte Aufregung. F Paris, 18. Sept. Ueber den fürchterlichen Zturm, welcher vor zwei Tagen in Westfrankreich wüthete, reffen don allen Punkten der Kuste uber zinstimmende Hiobsbotschaften ein. Namentlich am stanal erreichte er eine Heftigkeit. wie man sich seit dielen Jahren keiner ähnlichen erinnert. In Trou⸗ dille, Deanville und den anderen Badeorten riß die Brandung die verschiedenen Badeanstalten und was mn leichteren Bauten in ihrem Bereiche lag, mil sich fort; in Havre wurden mehrere Schiffe zer— chmettert, Matrosen von den Verdeden wegge⸗ chwemmt und Quaibauten zerstört. Im Innern »es Landes richtete der Sturmwind auf andert Weise Schaden an, indem er das Obst von den Bäumen und Spalieren schüttelte und die Hoff⸗ aungen der Bauern der Normandie und Bretagne auf ein gutes Apfelwein ⸗Jahr dereitelte. f London, 10. Sept. Ein schreckliches Unglück wird aus Lisdoonvarna (Grafschaft Clare) gemeldet. Dort waren zwei junge Mädchen, die Schwestern Anna und Mary Conell, mit dem Finsammeln von Seegras beschäftigt. Um einiges entfernter stehendes Gras zu erreichen, ließ eines der Mädchen das andere an einer um deren Körper vefstigten Leine über den Klippenabhang wobei bald das Gewicht des unten hängenden Müdchen— für das oben gebliebene zu schwer wurde; lezteres wurde gleichfalls über den Rand der Klippe ge— zogen, und am Fukße derselben fand man später die verstümmelten Leichen der beiden Schwestern. PRew-HYork, 18. Sept. Zahlreiche Eisen— werke Vennsylvaniens, die eine lange Zeit gefeier hatten, nahmen ihre Arbeit wieder auf. Fr die Redaktion verantwortlich: æ X Demeb Vermischtes. Das in Anwerpen zusammengetretene Preis⸗ gericht hat die von Ihrer Maj. der Kaiserin und Konigin ausgeseßten und durch die 3. internationale Konferenz der Gesellschaften vom Rothen Kreuz in Genf für die besten Modelle einer trans⸗ portablen Lazarettbarackhe bestimmten Preise nach zehntaͤgiger Berathung in folgender Weise vertheilt. Es erhielt den 1. Preis (goldene Mabaille und 5000 Fr.) Christoph u. Unmack in stopenhagen, den 8. Preis (goldene Medaille) Societs de conatructions in Paris, den 3 Preis (silberne Medaille) erhielten * Bewerber. darunter Bebrie der Adtem Fordach. 15 5113 nite 0 Durch den Bezug der Hüte im Großen bin ich im Siande, sämmtliche Sorten schutzmarl eSlobus xenxιοt α ε α_ erannt vorzüglicheten Moetail· Vus Pomade von Fritz Sehulz qun., Leipzię virscung uüberraschent. versuch dedom anzurathañ. — ——— St. Inabert bei Joßef Be⸗er. 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. r St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag,⸗ Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungb⸗ hatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 AM 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließlia 4 gustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren KRaum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei aukßerpfälzischen und solcher quf velche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 4, Neclamen 80 —. Bei 4maliger Einruckuna wird nur dreimalige berechnet. F 183. Samstag, 19. September 1888. 290. Jahrg. zinladung zum Abonnement. Fur das mit dem J. Oktober nächsthin beginnende y. Quartal erlauben wir uns hiermit, ergebenst zum sbonnement auf den wöchentlich 5mal — zweimal zit Unterhaltungsblatt und Sonntags mit illustrirter, ZKeitiger Beilage — erscheinenden „St. Ingberter Anzeiger“, miliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert, mzuladen. Der Allonnementspreis bleibt erselbe wie bisher. Der „St. Ingberter Anzeiger“ wird nach wie or über die politischen Ereignisse möglichst rasch ud rein objektid, unter Ausschluß allen Parteige⸗ inkes, berichten und daneben den lokalen und robinziellen Verhältnissen ganz besondere Beachtung henken. Für die Unterhaltung bringt er in seinem aterhaltungsblatte und in der illustrirten Sonn⸗ agsbeilage eine reiche Fülle spannenden und an⸗ genden Lesestoffes. Neubestell ungen sowie die Erneuerung es Abonnements bitten wir gefälligst bald ewirken zu wollen, damit in der Zustellung des zlatles keine lästige Unterbrechung eintritt. Alle I. Postanstalten und Posiboten nehmen Bestell⸗ ingen entgegen. sowie ferner die Expedition des latießs und die Austräger desselben. Bemerkt sei och, daß alle Abonnenten, die das Blatt durch nsere Austräger zugestellt erhalten, dasselbe auch meneuen Quartale fortgeliefert wird, sofern nicht or Schluß dieses Monats Abbestellung erfolgt. Indem wir noch den „St. Ingberter Anzeiger“ is wirksames Inserationsorgan für hier und Um⸗ egend in empfehlende Erinnerung bringen, zeichnen Hochachtung svoll st Redabtion a. Exzedilien des „St. Ingberter Auzeiger.“ Politische Uebersicht. Der Abtretung der Marokko tributpflichtigen ase Figuig an Frankreich legt man in zerliner Regierungskreisen eine besonders hohe Be⸗ eutung bei. Fürst Bismarck, der die Wichtigkeit ieses Zwischenfalles für die gegenwärtige deutsch⸗ banische Krise in gewohnter genialer Weise sofort clannte, berief den deutschen Minifsterresidenten esta von Konstantinopel zu sich nach Varzin, m sich mit ihm über die marokkanische Frage aus- nanderzusetzen. Frankreich dersichert Spanien einer ewigen Freundschaft und schiebt inzwischen eine Nordwestgrenze in Algier immer weiter, bis mes schöͤnen Tages die dortigen spanischen wie narolkanischen Ansprüche unter Frankreichs glor⸗ eichem Banner — begraben sein werden. Was nun die Oase Figuig seibst anbe⸗ angt, so liegt dieselbe unter dem 32. Gr. nörd⸗ icher Breite und dem 1. Gr. westlicher Lange von Zreenwich. Die Oase ist Stationsort der Kara⸗ bdanen nach Timbuktu und Mekka und deshalb hon von Wichtigkeit. Fuͤr Frankreich kommt aber och ein anderes Moment hinzu, weiche ihm den hesiß der Oase wünschenswerth machen muß. Fi⸗ uig gewährte, Dank seiner Lage zwischen den anzoͤsischen Besitzungen und dem Kaiserreich Ma⸗ olko und wegen des nahen Zuflucht bietenden nlasgebirges, allen Frankreich feindlichen Araber⸗ Ammen einen geeigneten Versammlungsplatz und ztützpunkt für Unternehmungen gegen die franzö⸗ che Herrschaft. Das zeigte sich namentlich wah⸗ eund des Aufstandes in Algier 1881, bei welchem ι die Oase den Franzosen viel Unbequemlichkeit ver⸗ arsachte. Damals schon trug sich Frankreich mit der Äbsicht, Figuig in Befiß zu nehmen, stand aber wegen des Unmuthes, der sich in Spanien darüber geltend machte, wieder davon ab. Wenn ruch die amtliche Bestätigung der Nachricht über die Abtretung der Oase an Frankreich bisher noch nicht eingetroffen ist, so hat es doch viel Wahr⸗ cheinlichteit, daß Frankreich den günstigen Augen ⸗ zlick, in dem die Augen Spaniens auf die fernen darolineninseln gerichitet sind und die Stimmung so franzosenfreundlich wie möglich ist, benutzt hat. um den früheren Plan zur Ausführung zu bringen In Chicago waren dieser Tage Delegirte rerschiedener bayerisch ⸗ landsmannschaftlicher Vereine versammelt und dieselben beschlossen, einen Bayer. schen Nationalverein von Nordamerika zu gründen. Zweck desselben ist. durch gegenseitige Lebensver ⸗ icherung den Hinterbliebenen eines verstorbenen Huͤtgliedes Unterstützung zu gewähren und die zeistige Ausbildung anzuregen. Deutjsches Reich. Muͤnchen, 16. Sept. Der Staatsminifter Freiherr v. Feilitzsch ist aus dem Urlaub zurückge- sehrt und hai die Leitung der Geschafte des Mini⸗ teriums des Innern wieder übernommen. Berlin, 16. Sept. AUebereinstimmend wird hente von einem Eingreifen Englands in den deutsch ⸗ panischen Konflikt berichtet. In Madrid wollte nan vorgestern schon wissen, „die spanische Re⸗ nierung habe Grund zu der Annahme, daß das zritische Kabinet den Text von Sir Henry Layard's stote vom März 1875, in welcher erllärt wird, aß England das spanische Hoheitsrecht über die darolinen⸗Inseln nicht anerkenne, aufrechterhalte.“ hestern sodann sprach der Times“Corresponden! ʒon der Eristens einer englischen Note, die angeblich ie deutschen Ansprüche unterstütze und auf einer chiedsrichlerlichen Enischeidung bestehe, und heute ann derfelbe Correspondent bestätigen, daß England mn seinem Protest vom Marz 18785 festhalte. aber jegen die schiedsrichterliche Erledigung der Frage, bem die Karolinen gehoͤren sollen, nichts einzu⸗ —ER ierung fich an England gewendet und vielleicht jefragt, ob dasselbe den Standpunkt von 1875 noch esthalte, wohl in der stillen Hoffnung, England verde seinen Protest für abgethan erkläären, was ur Spanien in seinen Verhandlungen mit Deutsch⸗ and don großem Vortheil gewesen wäre. England at indeß dießer Versuchung wiederstanden, es hat einen Protest bestätigt und fich damit rückhaltlos uuf die Seite Deutschlands gestellt. Wir können ins daher sein Eingreifen wohl gefallen lassen. Wenn England trotz seines Protestes gegen ein Schiedsgericht nichts einwenden will. so ist auch dies eine Ftreundlichkeit gegen Deutschland, welches as Schiedsgericht zuerst vorgeschlagen hat und sogar der Berufung einer Konferenz nicht abgeneigt ist, venn diese den Spaniern annehmbarer erscheinen ollte als das Schiedsgericht. Uebrigens finden vir in der „Times“ heute einen Vorschlag verzeich⸗ net, der die spanischen Ansprüche wieder merklich zu ntkraften geeignet it. In einem Briefe an die Times“ wird nämlich von einem Schiffskapitän in das Faktum erinnert, daß im Jahre 1882 ein rritisches Geschwader nach den Palau⸗Inseln — etanntlich auch eine „Besitzung“ Spaniens, die in zpanien selbst zu den Karolinen gerechnet wird — gesendet wurde, um die Bewohner derselben für die Mißhandlungder Mannschaft eines britischen Schiffes, das zwei Jahr zuvor dort strandete, zu züchtigen. Fine kleine Brigade landete, die Hauptdörfer wurden eingenommen, vier Tage lang besetzt und die öffent⸗ lichen Gebäude verbrannt. Obgleich kein Blut »ergossen wurde, kann man sich eine direltere Ver⸗ etzüng von etwaigen Oberhoheitsrechten nicht denken, aber es fiel den Spaniern nicht ein, diese Ober⸗ hoheit geltend zu machen; sie protestirten nicht einmal, und das englische Schiff, das die Züchtig⸗ ing vollzog, konnte unbehelligt auf seiner Rückehr nach Hongkong in Manila ankehren. Es gab freilich auf sämmtlichen Inseln nicht einen einzigen Spanier, der hätte protestiren können, denn der einzige Europäer, der sich dort befindet, ist englischer Handelsmann, und die Einwohner hätten, so ver⸗ sichert der Briefschreiber, schon längst die englische Schutzherrschaft verlangt, damit den ewigen Kriegen der eingeborenen Häuptlinge ein Ende gemacht werde. Bezüglich Yap's konstatirt derselbe Kapitän, daß die Bewohner schon seit vier Jahren 'durch eine Bande gewissenloser Engländer mißhandelt und ausgeplundert würden, ohne daß die Spanier sich darum kümmerten. Man kann sich denken, daß unter diesen Umständen die Engländer ihren Protest bom März 1875 gegen die Ansprüche Spaniens aufrecht erhalten. (F. Z3.) Berlin, 17. Sept. Wie wir hoͤren, ist die spanische Note in ihrer Gesammtheit dem Kaiser vorgelegt, und ehe nicht die kaiserliche Entjchließung hierüber vorliegt, dürfte über den Inhalt derselben Authentisches nicht verlauten und auch die Verhand⸗ lungen mit Spanien ruhen. KKölu, 16. Sept. In Folge Restripts der tönigl. Regierung hat die Kölner Handelskammer an 88 dortige Firmen Fragebogen wegen der Zonntagsfeier gerichtet, welche in gestriger öffent⸗ licher Verhandlung der Handelskammer zur Ver⸗ lesung gelangten. Von den 68 Firmen erklären 20 die Sonntagsarbeit entbehren zu loönnen, wäh⸗ rend 22 dieselbe theilweise in Anspruch nehmen zu müssen erklären. Die übrigen 26 aber halten die Sonntagsarbeit in ihren Etablissements aus tech⸗ nischen Gründen für geboten, machen auch geltend, daß im Allgemeinen der Arbeiter wegen der höheren Sonntagslöhne sehr zur Arbeit geneigt sei. Ausland. Wien, 16. Sept. Der bohmische Krieg nimmt seinen Fortgang. So werden aus Iserthal in Südböhmen neue ganz unprovozirte Ueberfälle bon Deutschen durch Czechen gemeldet. Als Sonn⸗ lag Abends um 8 Uhr der Fabrikbeamte Wawra bon Semil nach Iserthal ging, wurde er auf dem Wege von drei czechischen Burschen angegriffen. Einer derselben hieb ihn unter dem Rufe: Sakra- mensky nemec!“ (Gerfluchter Deutscher!“) mit einem Knüttel derart über den Kopf. daß er zu⸗ sammenstürzte. Als Wawra sich wieder erhob, erhielt er einen zweiten Hieb und blieb bewußtlos liegen. An demselben Abende wurden andere Deutsche aus Iserthal aus einem Hinterhalte mit Steinen beworfen. Die gerichtliche Untersuchung ist bereits eingeleitet. Gestern wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Madrid, 17. Sept. Das Journal „Epoca“ beglückwünscht den Kaiser Wilhelm anläßlich seiner Ansprache an das Karlsruher freiwillige Kranken— trägerkorps. Lokale und pfälzische Nachrichten. — St.Ingbert, 18. Sept. Die dies— jahrige Hauptversammlung des hiesigen Turn⸗ zereins behufs Rechnungsablage und Neuwahl )es Turnraths fand am 16. ds. Mtis. statt. — Der Kassenbericht weist einen kleinen Ueberschuß nach, gegenüber dem vorigjährigen Abschluß ein recht günstiges Resultat. Mitglieder zählt der Verein jetzt insgesammt 83 nämlich: 47 aktive ainschließlich 6 von der Mannerriege, 18 passive und 21 Zoͤglinge. Den Turnrath bilden die Herren: Chr. Lonis, H. Lempert, Joh. Rickel, Jul. Rickel, Jak. Meyer, H. Reiß, H. Schwarz und J. Knerr. — Beim GCintritt in das neue Geschäftsjahr spricht der Verein den Wunsch aus, daß die Turnsache in hiesiger Stadt immer mehr Anhänger finden möge. — Zweibrücdcen, 16. Sept. Bei der am Montag den 21. September beginnenden und bis Samstag den 83. Oltober dauernden 3 Session des Schwurgerichts der Pfalz werden folgende Fälle jur Verhandlung kommen: 1) Montag den 21. September, vormittags 8 Uhr, Verhandlung gegen Friedrich Voß, 81 Jahre alt, Emaillirarbeiter ind Fabrikauffeher von Edenkoben wegen Noth zuchtsbersuchs. Vertreter der k. Staatsbihörde Herr i. 2. Staaisanwalt Wagner, Vertheidiger Herr Rechtspraktikant Gustav Herb. 2) Am gleichen Tage. nachmittags 3 Uhr, Anklage gegen Daniel Lebeck, 18 Jahre alt, Schreibgehilfe von Kusel, wvegen Nothzuchtsversuchs. Vertreter der k. Staats⸗ behörde Hert k. 2. Staatsanwalt Wagner, Ver—⸗ theidiger Herr Rechtspraktikant Friedr. Karl Weber. 3) Dienstag den 22. September, vormittags 8 Uhr, Verhandlung gegen Albert Leber 24 Jahre alt, Fisenbahnarbeiter von Kaiserslautern wegen Mein⸗ eids. Vertreter der k. Staatsbehörde Herr 8. Staatsanwalt Wild, Vertheidiger Herr Rechtsprak ⸗ ikant Robert Seel. 4) An demselben Tage, nach⸗ nittags 8 Uhr, Verhandlung gegen Elisabetha daus, 75 Jahre alt, Wittwe von Mathias Schwarzweller J von Diedesfeld, wegen Meineids. Vettreter der k. Stabtsbehörde Herr k. 8. Staats- anwalt Wild, Vertheidiger Herr Rechtspraktikant Fritz Becke.. 5) Mittwoch den 23. September, vormittags 8 Uhr, Anklage gegen Philipp Ge r⸗ linger, 25 Jahre alt, Tagelöhner und Bachstein⸗ macher von Duttweiler wegen Brandstiftung. Ver⸗ reter der k. Staatsbehörde Herrek. 2. Staatsan⸗ valt Wagner, Vertheidiger Herr Rechtspraktikant Dr. Stern. 6) Donnerstag den 24. September, nachmittags 8 Uhr, Anklage gegen Julius Adam Ernst, 20 Jahre alt, Winzer von Maikammer wegen vorsätzlicher mittelst geführlichen Werkzeugẽ derübten Körperverlezung mit nachgefolgtem Tode. Vertteter der k. Staatsbehörde Herrek. 2. Staats⸗ inwalt Wagner, Vertheidiger Herr Rechtspraktikant Karl Blum. 7) Freitag den 25. September, vor⸗ mittags 8 Uhr, Verhandliung gegen Adam Weber, 24 Jahre alt, Schneider von Billigheim. wegen Noihzucht. Vertreter der k. Staatsbehörde Herr k. 3. Siaatsanwalt Wild, Vertheidiger Herr Rechts⸗ praktikant Gottfried Weber. 8) Samstag den 26. September, vormittags 8 Uhr, Verhandlung gegen arl Mich el, 45 Jahre alt, Gerichtsvollzieher in Landau, wegen Verbrechen im Amte. Vertreter der k. Staaisbehörde Herr k. 1. Staatsanwalt Scherer, Vertheidiger Herr Rechtsanwalt Rosen⸗ berger. 9) Montag den 28. September, vormittage 3 Uhr, Anklage gegen Mathäus Ettweiler, 87 Jahre alt, Ackerer in Rödersheim, wegen Noth⸗ zuchtsversuchs und Mords. Vertreter der k. Staats⸗ hehörde Herr k. 1. Staatsanwalt Scherer, Verthei⸗ diger Herr Rechtsanwalt Trier. 10) Dienstag den 29. September, vormittags 8 Uhr, Anklage gegen Josehh Meyerhöfer, 21 Jahre alt, Ackerer in Niederschlettenbach, wegen Körperverletzung mit aachgefolgtem Tode. Vertretet der k. Staatsbe⸗ zörde Herrek. 3. Staatsanwalt' Wild. Vertheidiger Herr Rechtsanwalt Loew. 11) Mittwoch den 80. A Adam Scherrer, 84 Jahre alt, Ackerer von Albersweiler, wegen Todschlags. Vertreter der k. Staatsbehörde Herr k. 1. Staatsanwalt Scherer, Vertheidiger Herr Rechtzanwalt König. 12) Don⸗ nerstag den J. Oktober, vormittags 8 Uhr. Ver—⸗ handlung gegen Andreas Kloot, 29 Jahre alt, Zimmermann von Insheim, wegen Mordversuchs. Vertreter der l. Staatsbehörde Herrek. 2. Staats⸗ pwon Wagner, Vertheidiger Hert Rechtsanwalt ebbart. — In den Tagen vom 25. bis 27. September findet in Kaiserslautern die Hauptversamm⸗ ung des Vereins für Gesundheitstechnik tatt. Die Verhandlungsgegenstände sind durchweg von großer Wichtigkeiit. — In Frankfurt a. M. fand die zweite Ge⸗ iossenschafts⸗Versammlung der süddeutschen Eissen⸗ md Stahl-Berufsgenossenschaft unter dem Vorsitze des Herrn Reichsrathes Ritter v. Maffeie statt. In den Genossenschafts-Vorstand wurden aus der Pfal z Herr Direltor Euler, zu Ersatzmännern die Herren Ugé und L. v. Gienanth, sämmtliche aus Kaiserslautern. gewählt. — Maikammer, 17. Sept. Von einem Butedelstock an einem Hause dahier wurden aus 540 Trauben 80 Liter Most geherbstet. — Mußbach, 17. Sept. Gestern Abend zassirte einem fremden Weinfuhrmanne dahier mitten m Dorfe das Malheur, daß an seinem mit zwei Pferden bespannten und anscheinend Wein be— adenen Wagen das ein? Hinterrad zusammenbrach. Das hintere Stückfaß kam dadurch in eine schiefe zage und es tropfelte aus dem Spund desselben ẽtswas von der Flüssigkeit heraus. Neugierig, vie die Leute nun einmal sind, versuchten sie mit en Fingern den Inhalt und fanden, daß es Zucker⸗ vasser oder Syrup sein müsse. Hierüber in großen inmuth gerathen, sammelten sich unter keineswegs chmeichelhaften Aeußerungen immer mehr Leute an, ind Niemand wollte Hilfe leisten, weil man allge⸗ nein annahm, der Inhalt werde zur Weinfabrikation erwendet. Erst nach Verlauf einiger Stunden jatte man durch Einsetzung eines Rades den Wagen vi eder transportabel gemacht, so daß er seine Reise, pie man sagt nach Edenkoben, fortsetzen konnte. däheres dürfte wohl bei dem Fuhrmann S. von ori zu erfahren sein. Die Fässer waren mit G. D. gezeichnet. N. B.3.). — Speher, 16. Sept. Die Frage der uiffentlichen Sittlichkeit hat sich in den letzten Jahren nehr und mehr in den Vordergrund öffentlicher gesprechung gedrängt. Staatliche Behörden, Ge⸗ neindevorstände, Vereine und Private wenden ihre Iufmerksamkeit mit wachsendem Interesse den trau⸗ rigen Zuständen fittlicher Verwilderung zu, welche die Jugend unseres Volkes körperlich und moralisch u entkräften droht. Seit Jahren sfind die Vereine ind Konferenzen der inneren Mission bemüht ge⸗ vesen, das öffentliche Gewissen wachzurufen gegen duldung der Verführung in Wort und Schrift, jegen die staatliche Zulassung von Einrichtungen, zie vielmehr geeignet scheinen, die Jugend vor den chlimmen Folgen der Ausschweifungen sicher zu machen, als sie davor zurückzuschrecken. Nicht minder nahm man sich durch Gründung von Asylen ind Rettungsvereinen der unglücklichen Opfer der Berführung an. Neuerdings hat nun eine inter⸗ ationale Förderation, deren Mitgliederzahl und Thatigkeit alle europäischen Staaten umfaßt, den dampf gegen die traurigen Zustände aufgenommen ind das öffentliche Interesse darauf gelentt. Wenn nuch das deutsche Gefühl bei der Behandlung ieses düsteren Gebiets vielleicht eine größere Scho⸗ nung und ein taltvolleres Vorgehen als anderwäris derlangt, und über das erreichbare Ziel (zur mög⸗ tichsten Einschränkung der Prostitution), noch schwie⸗ zige Fragen zu erledigen und tiefgehende Mein⸗ ungsverschiedenheiten zu überwinden sind, so sind voch alle Bestrebungen, die zur Auftlärung über ie bestehenden Mißstande, zur Erkenntniß des großen Uebels und seiner Folgen, zur Heilung und stetiung, sowie zur Verhütung des Falles dienen hunen, qufs wärmste zu begrüßen. Wir freuen uns daher, daß die südwestdeutsche Konferenz für nnere Misfion in ihrer diesjährigen Versammlung sam 22. und 23. September in Speyer) die Frage —A jesetzt hat. Manner wie Oberpfarrer Fingado in darlisruhe, der an der Gründung eines Asyls für ntlafsene weibliche Strafgefangene arbeitet und Pastor Stursberg (Gefängnißgeiftlicher und Sekre⸗ ar des Gefangnißvereins in Rheinland ; Westphalen ju Duüsseldorf), werden hier (am 22. September, ) Uhr, Wittelsbacher Hof) ihre Anschauungen und krfahrungen darlegen. Zu gleicher Zeit soll im „aale des Diakonissenhauses zu Speyer eine Frauen⸗ zersammlung gehalten werden, welche der Vorsteher des zrankfurter Magdalenen⸗Asyls, Pfarrer G. Schlosser, eiten und in welcher die hochverdiente Vorkümpferin m Rettungswerk an den Gefallenen, Baronin v. düdt in Gernsbach aus ihrer Arbeit berichten wird. dreunde des Volkes, die sich berufen fühlen, an der Besserung und Heilung der öffentlichen Zustän mitzuwirken, Beamte, Geistliche, Lehrer, aber zie Angehörigen aller anderen Stände, sofern ein Herz für das Volk haben, werden ** Bewinn vom Besuch dieser wie der anderen ammlungen der Konferenz haben. (Eintrittskarten werden gratis an beiden Bahnhöfen und auf dem Büreau der Konferenz im Wittelsbacher Hof aus gegeben.) — Wachenheim, 16. Sept. (Wein⸗Ver. eigerung.) Die Herren Carl Heinrich Wolf u. Söhme ließen heute dahier im „Dalherger Hofe“ ca. 180 Stück 1882er und 1888er Weine ius hiefigen, Forster, Deidesheimer und Rupperts. yerger Lagen versteigern. Es war eine präachnige Zollektion von 1883er Edelgewächsen, die dabe um Ausgebot gelangte; aber auch unter den 1882ern befanden sich recht schöne Sachen, welche nfolge dessen zum Theil noch über Eignertaxe be— ‚ahlt wurden. Regstes Animo herrschte natürlich hei den ausgezeichneten 1883ern, die vielfach be. deutend mehr erzielten, als die Taxe der Herren Eigner veranschlagte. Das gesammte Quantum fand bei koulantem Zuschlage bis auf nur wenige NRummern bereitwilligst Nehmer, trotzdem anet⸗ kanntermaßen zur Zeit die Lage des Weinhandels zine nicht eben günstige ist. Die letzten Nummern der 1883er umfaßten feinste Marken und wurde besonders die „Forster Auslese“ allseitig als herr⸗ liches Hochedelgewächs anerkannt. Pro 1000 Liter erzielten: 1882er: Wachenheimer 2800, 280, 270, 285, Odinsthal 375, 380, Rothen Thurm 425 Traminer 455, Luginsland 630, Böhlig 565, Ruppertsberger 355, Garten 400, Pfortestück 585, Geisböhl 440, 435, 430, Kreuz 455, Hohburg 320, Deidesheimer Kisselberg 866, 865, Forster Neunmorgen 560, Pechstein 700 Mk. 1883er: Wachenheimer 480, 640, 630, 715, 725, 718, daidweg 650, Speyererweg 720, 700, Odinsthal 1000, 1060, Feuerberg 1080, Rothen Thurm 1020, Letten 1290, Hellholz 1150, Garten 1230, Altenburg 1250, Luginsland 1320, Kochen 1480, Rächbächel 2010, Belz 2000, Gerümpel 2400, Ruppertsberger 790, 800, 800, 915, 910, Mühl⸗ veg 780, 770, Linsenbusch 820, Goldschmidt 9506, Traminer 940, Mandelgarten 1340, 1320, Quelle 1220, 1210, Pfortestück 1010, Traminer 1680, Hohburg 1800, Kreuz 1550, Deidesheimer 710, Herrgotisacker 1310, Rennpfad 2070, Kisselberg 2090, Forster Neunmorgen 1220, 1210, Pechsiein 1390, Musenhang 1560, Mühlweg 1760, Boländer 2120. Langenacker 23850,. Auslese 3800 M. — Nach der Versteigerung wurde noch Diverjes zus der Hand verkauft; z. B. Nr. 64 , Wachen. zjeimer Gerümpel⸗Bächel“ zu Mk. 2150, der Rest on Nr. 26 zu Mt. 660 und Nr. 18 zu Mt. vöb xro 1000 Liter. (D. A.) — Ungstein, 17. Sept. Dahier wurde »ro Logel (40 Liter) Portugieser für Besseres M. 12 bis 183 geboten, jedoch nicht abgegeben; an⸗ veres dagegen zu Mk. 10 verkauft. Vermisc es. sManntHeim, 16. Sept. Fdur die hefi · sche Strede der Straßenbahn von Mann eim über Käferlhal und Viernheim nach Wein⸗ eim hat die hessische Regierung eine Subben⸗ ron von 183,000 Mart pro Kilometer bewilligh. — Wie verlautet, wird demnächst mit den Dra⸗ jonern ein Garnisonwechsel (7) stattfinden, indem zas hiefige Regiment nach Karlsruhe und das dort arnisonirende Regiment Nr. 22 (ogenannte jchwarze Dragoner, welches früher schon hier war) Jierher verlegt werden soll. Als Kommandeur des iesigen CLeid. Dragoner· Regiments Nr. 20) ist 6. d. H. der Erbgroßherzog exsehen. während der isherige Kommandeur Herr Oberst v. Frankenbeth⸗ Proschutz zum General avancirt. Gad. Vvollsz.) t In der Untersuchung des Malnzer Dop elm ordes in der Thatbeftand, soweit ihn de utersuchung bis jeht fesigesteüt hot, folgenden derbsi, der muthmaßliche Moͤrder, hat am Abend ʒer That zwischen 8 und 9 Uhr allein die Wothe che Wohnung betreten, und men hat bald darauf anen heftigen Schrei aus derselben gehort; Ftau Woihe befeand fich in der kritischen Zeit außer Haufe. Als sie zuruckkehrte, wurde sie von Hausge —— Mann und Herbst, in Wirklichkeit aber nur * deßiere auf sie wartete und ein verkrautes Gepun⸗ m Flusterione mit ihr fuhrte, dessen Inhalt b neeeeeteen sCien. dierauf veilit ie Wothe die Wirihschaft in Gesellschaft des Herbst ind begab sich mit ihm nach Hause. Ueber den itt der Ermordung steht soviel fest, daß der Mann, Bette liegend, zuerst ermordet und dann im immer zerschnitten worden ist, wobei die Wothe Wholfen hat, welche ihrerseits in den Kleidern und ßer Bett, und zwar durch einen wuchtigen Hieb uf den Hinterkopf getödtet und dann erst auf das jelt gelegt worden ist. — 4Ein Enkel des verstorbenen letzten Kurfürsten on Hessen, der älteste Sohn des Fürsten iedtich von Hanau ist in Zürich als Rekrut für e schweizerische Armee ausgehoben worden. (Amerikamüde.) Aus Leipzig greibt man, daß gegenwärtig eine große Anzahl zwanderer aus Amerika nach Sachsen zurück⸗ hren. Alle diese Leute geben mehr oder minder uͤbe Beschreibungen von den Entbehrungen und ttäuschungen, die sie in der neuen Welt erlebt saben. Viele unter ihnen haben trotz aller Be⸗ sühungen absolut keine Arbeit finden können, und id herzlich froh, wieder den heimathlichen Boden teicht zu haben, den sie allerdings auch in sehr jelen Fällen ohne alle Aussicht auf Arbeit in fernen anden und lediglich auf's Geradewohl hin verließen. Barmen. 14. Sept.' Die belannte Violin⸗ zriuosin Für stin Dolgoruckinhat ihre Con⸗ artreise unterbrechen müssen, da sie in Dortniund —DDD jaz Bett hütet. Eine hier bei ihr versuchte Pfän⸗ ung hatte keinen Erfolg. Die Künstlerin befindet ih in einer um so schlimmeren Lage, als ihr mpresario dieser Tage in Kreuznach verhaftet zurde. Eine dort zur Kur weilende Dame gannte in ihm einen Dieb, der ihr vor Z Jahren men Brillanten im Werth von 1600 Megestohlen. fStuttgart, 15. Sept. Gestern slarb mer unserer patriotischen Veteranen. der Rechts⸗ nwalt K. A. Fetzeer. Derselbe machte die bur⸗ henschaftliche Bewegung mit, war Mitglied der der Nationalversammlung und später der württem⸗ ergischen Kammer. In letzter Zeit hat er fich am zatteileben nicht mehr betheiligt, sondern der Wissen⸗ haft gelebt. Man rühmt ihn als einen der geilt⸗ vollsten, bravsten Charaktere. F Die Brauerei zum Münchener Kindl sat einen Gewinn⸗Ueberschuß von za. 145,000 Nark, über dessen Verwendung urd Vertheilung in yt nächsten Sitzung des Aufsichtsrathes Beschluß efaßt werden soll. Berchtesgaden, 14. Sept. Prinz Luit⸗ vold wird Anfangs Oktober zur Fortsetzung der ofiagden im Berchtesgadner Lande eintreffen. Aus Schlesien, 11. Sept. In Breslau wie sich jetzt bei einer gerichtlichen Untersuchung rausgestellt hat, die Abdeckerei seit Jahren der leischmarkt für eine große Menge von Kaufern i der armeren Bevölkerungsklasse gewesen. Nament⸗ qheist auch das Fleisch von finnigen und trichi⸗ dsen Schweinen, die dem Abdecker mit Petroleum xgossen auf Polizeiliche Anweisung überwiesen saren, verkauft und — gegessen. Ein⸗ Anzahl n Erkrankungen und Todesfällen an Trichinose die Folge davon gewesen. Bei dem Verkauf t8 Fleisches wat die Form beobachtet, daß das lbe als Hundefutter dezeichnet wurde, trotzdem wann der Gerichtshof die Uebezeugung, daß ein issentlicher Verlauf verdorbener Nahrungsmittel utgefunden hat und er verurtheilte den Abdeckerei⸗ istzet und seine beiden Leute, die an dem Verkaufe theiligt waren, mit Rucssicht auf die Gemein⸗ ödlichleit des Treibens zu je neun Monaten Ge⸗ agniß. Der Staatsanwalt hatte zweijährige vchthausstrafe beantragt. Wien, 16. Sept. Hauptmann Baron ter wurde vom Militär⸗Obergerichte wegen erbrechens der Hintansetzung von Dienstworschriften urch Mittheilung geheim zu haltender Vorkehrungen n Personen, die dadon keine Kenntniß haben sollen, ebsi Entsezung don der bekleideten Offizierscharge neinjährigem verschärften Kerler verurtheilt. (Fr. Z.) »Aus Kroatien. Im Dorfe Sigetec ein Sturm die Aepfel von dem zwischen zwei itten siehenden Apfelbaume eines Bauern in den ten eines andern geschleudert Der unverhoffte en bewog die Besiherin des Garten, die Früchte nhuusen und in ihr Haus zu tragen, wogegen i Eigenthumerin derselben in handgreiflicher v protestirte. In den Streit mischten sich h u⸗ auch die Gatten der Weiber, und als ine nahe daran war, den Kürzeren zu ziehen, e ihm seine Gattin ein Taschenmesser mit den Worten: „Stich den Hund nieder!“ Der Bauer olgte, stieß zu und zwar so, daß er seinen Wider⸗ acher mitten in's Herz traf, was den sofortigen Tod des Getroffenen zur Folge hatte. — Der Dampfer „Villa de Malaga* mit 60 Passagieren und 28 Mann Equipage ist auf der steise nach Nizzaa in der Nahe von Savona ersunken. Sechszehn Passagiere ertranken. Die Tatastrophe wurde durch Ueberladen des bereits sehr alten Schiffes herbeigeführt. f Madrid, 16. Sept. Die Regierung läßt die Chaffarinen-Inseln an der marokkani⸗ chen Küste befestigen. — Nach einem Telegramm zus San Sebastian wurde der Kommandant Gui—⸗ zuzcoa beordert, die Arbeiten an den Festungs⸗ verken, welche die Hafeneinfahrten beherrschen. zu deschleunigen. F Aus Italien. Man schreibt aus Aquila: Ddie Bewohner des Dorfes Castedieri wurden vor inigen Tagen in nicht geringen Schrecken versetzt. Um hellen Mittage verfinsterte sich plötzlich der dimmel, ein Ungewitter brach los, Blitze zuckten und Donner grollten und Wassermassen stürmten ind wogten durch den Ort. Plötzlich kamen in⸗ nitten des Tumultes auf den Fluten Särge, Skelette, Menschenbeine dahergeschwommen und nit den Worten: „Das jüngste Gericht!“ fielen die entsetzten Leute auf die Kniee. Erst als sich has Unwetter gelegt, entdeckte man, daß Sturm ind Regen den ganzen Friedhof zerstört, das Erd⸗ eich gelockert und die Todten aus ihren Behausungen — F London, 14. Sept.“ Ein von bedauerlichen Folgen begleiteter Un fall ereignete sich am Zamstag auf der mit Dampf betriebenen Straßen⸗ vahn in Bradford. Aus irgend einer noch nicht ufgeklärten Ursuche wurde ploͤtzlich eine Straßen— otomotive förmlich wild und ging durch; sie ver⸗ ieß den Schuppen in Wibsey bank⸗foot, ungefähr 2 Meilen von Bradford, und begab sich in rasen⸗ der Eile auf der dort sehr abschüssigen Manchester⸗ oad auf den Weg zur Stadt. Die Maschine ertrümmerte zuerst einen Wagen und tödtete dessen Insassen und das Pferd auf dec Stelle, während ein Mann in der Nähe so arg verletzt wurde. daß er am Sonntag starb. Dann setzte die Lokomotive viederum ihren wilden Lauf fort und verursachte in der stark belebten Straße die größte Unruhe. kin zweites Pferd wurde zermalmt und ein Lampen⸗ ofosten, sowie ein eiserner Pfeiler wurden gleichfalls uimgerannt, und schließlich fuhr die Maschine am Trottoir fest, wo sie in einer Entfernung von nur 1 Fuß vor einem großen Schaufester Halt machte. Mehrere Straßenbahnwagen mit Passagieren ent⸗ amen nur mit genauer Noth einem Zusammenstoße nit dem wild gewordenen Ungethüm. 7 Gelungen'übersetzt. Lehrer: „So, Mylord, bevor wir heute mit dem 5 Alt von Wil⸗ hem Tell beginnen, lesen Sie gefälligst nochmals den Schluß des vierten.“ — Mylord: „Barmherzige Brüder! Rasch tritt der Tod den Menschen an; es ist ihm keine Frist gegeben u. s. w.* — Lehrer: „Necht gut, Mylord. Ihre Aussprache bessert sich ehr. Haben Sie auch verstanden, was Sie ge⸗ esen haben?“ — Mylord: O yes, 'ich haben ver tanden sehr gut: Das Mensch muß sterben rasch, wvenn ihm nicht gegeben wird, was es frißt!— —7 (Eine neue Wage.) Eine für den leinverkehr sehr interessante ameribanische Maschine ist in der in London ftaltfindenden Aus⸗ dellung für neue Erfindungenausgeftellt, nämlich ine automatische Abwägungs- und“ Verpackungs⸗ naschine, welche für das Abwägen kleiner Mengen »enutzt werden kann. Man hatte bis jett solche Maschinen, welche ganz selbstständig eine bestimmte Menge eines Stoffes in ein Sammelgefäß auf— iehmen und dann dieses Quantum enstundis in den zur Verpackung bestimmten Sad entleeren, nur für Abwägung von Mengen von 100 Kilo⸗ sramm, und werden solche Maschinen' besonders in den großen Getreidelagerhausern zur Fertigmachung des Getreides, resp. ähnlicher Stoffe, zum Verfandi zenutzt. Jetzt nun hat man in Amerika solche Maschinen auch für den Kleinverlehr zur Abwägung on 1 Kilogramm resp. *3 Kilogramm angefertigt, ind können solche für große Materialwaarengeschäfte ‚on Wichtigkeit werden. Die Maschine kann zum Abwägen von Kaffee, Zucker, Salz, Hülsenfrüchten u. dergl. verwandt werden; man braucht nur oben n das Einfallrohr die Waare zu schütten, um unten zie fertigen Tüten mit dem genau abgewogenen Zuantum herausfallen zu sehen. Die Maschine soll in einer Stunde 3600 Packete fertig machen; selbst wenn die Leistungsfähigteit nur 83000 Packete ist, so könnte ein Geschaft welches bedeutenden Versandt in solchen Waaren hat an einem Tag 30- 40 000 Packete von J resp. Kilogramm Bewicht gleichmäßig verpackt, und mit einer Ge— nauigkeit abgewogen, wie sie durch die bisherige Art des Abwägens nur mit sehr großem Zeitauf- wand zu erreichen sein würde, fertigstellen. Die Karslinen⸗Inseln gehsren zu dem nordöstlich von Australien liegenden Inselbe⸗ reich, das man mit dem Gesammtnamen Mikronesien bezeichnet. Zu Mikronesien gehoͤren außer den Karolinen noch die Marianen-⸗, die Palau⸗,die Marschall- und die Gilbert-Inseln. Die Karolinen, auch Neu-Philippinen genannt, sind etwa 500 Inseln an Zahl, vertheilt unter 48 einzelnen Bruppen; sie zählen zusammen nur 1450 Dua- dratkilometer mit 25,000 Einwohnern, die der malahisch⸗polynesischen Race angehören. Die größten der Inseln, Yap und Kussaie, sind Konigreiche“; der Hauptort von Yap, das nunmehr von den Deutschen besetzt ist, hat eine gut gepflasterte Straße. Ueber die Bedeutung der Karolinen hat der deutsche Konsul in Apia, Dr. Stübel, in einer Denkschrift vom 2. Sept. 1883 eingehend berichtet. Die eigentlichen Handelsbetheiligten sind die Deuische dandels. und Plantagen⸗Gesellschaft und die Firma Zernsheim u. Komp. sowie ein paar englische Zauser. Die deutsche Handels- und Planiagen- Gesellschaft besitzt auf den Karolinen Niederlassungen und Stationen auf neun Inseln, darunter Yap und Ponape; die Firma Hernsheim u. Komp. seit 1876 zwei Faktoreien mit eigenem Grundbesitz auf Ponape, ferner ein paar Faktoreien und Grundbesitz auf einigen anderen Inseln. Handelsgegenstand ist einzig Copra, für das den Eingeborenen, die im Uebrigen als Wilde nicht viel Bedürfnisse haben, europäische und amerikanische Waaren ausgeiauscht werden. Die Gesamnmiproduktion der Inseln beläuft iich auf 1300 Tonnen Copra, von denen auf den d»eutschen Handel 1000, auf den englischen 300 Tonnen kommen. An dem deutschen Handel ist die Deutsche Handels- und Plantagen⸗Gesellschaft mit 800, die Firma Hernsheim u. Komp. mit 200 Tonnen betheiligt. Die Produktion soll an⸗ zeblich noch einer großen Steigerung fähig sein. Die Inseln sfind mit wenig Ausnahmen niedrige oder Lagunen⸗Inseln, wo nur die Copra⸗Palme gut gedeiht; das bewohnbare Land ist von ge⸗ tingem Umfang. Die Karolinen gehören zu dem Bezirk des deutschen Konsulats von Jaluit, einer der Marschalls⸗Inseln, wo fich seit 1878 auch eine Kohlenstation befindei. Die Karolinen haben ihren Namen von Karl II., dem zu Ehren der spanische Schiffer Lescano 16861 eine der Inseln, die er entdedte, benannte, und non der sich der Name auf die übrigen ausbreitete. Die ersien Nachrichten dammen indessen von einem Portugiesen, der einige dieser Inseln 1525 sah und sie Sequeira⸗Inseln taufte.“ Von Manila aus, der Hauptstadt der Philippinen, suchten die Jesuiten die Bewohner der Karolinen zum Christenthum zu belehren; die erste Expedition 17100 mißlang die anderen eben falls, und im Jahre 1788 wurde der Missionär VPater Cantoda ermordet. Von da ab wurden eine Versuche!mehr· unternommen. Auf diesen Amstand, die Entdecung durch Spanier und die⸗ hristianisirungs · Versuche durch spanische Jesuiten, tützen die Spanier ihre Rechisanspruͤche auf die arolinen. Der einzige Versuch den · Spanien ge. macht hat, um den Besitz wirklich zu rellamiren, st 1875 von Deutschland und Englaͤnd gleichzeitig urücggewiesen worden. Auf die Erklarung beide Machte. daß sie die Anspruche Spaniens micht an— erkennen, hat Spanien keine Antwort gegeben. Im bdorigen Jahre nun ffellte die Deutsche Handels⸗ und Plantagen ⸗Gesellschaft bei der Reichsregierung den Aatrag, die Inseln möchten mi Rüchsicht auf die dortigen Handeisansiedelungen unter deutschen Schutz gestellt werden. Die Reichsregierung beschloß. diesam Antrage Folge zu geben, nachdem sie beteits in der Nachbarschaft, auf Neu⸗Guined und den an⸗ Jrenzenden Inselgruppen, ein Schutzgediet degrunder jatte, und nachdem fie mit England übereinge⸗ kommen war, daß die Karolinen mehr in die zeutsche, die Ellice und Gilbert · Inseln mehr in die nglische Maqttsphäre fallen. Die Reichsregierun eigte ihren Entschluß auch in Madrid an, und —A zu sollen. iber man kam zu spät. rut die i ai — — — Gronse Lotterie d er Intornationalen Ausstellunꝗ von Arbeiten aus edlen Meétallen und Legirungen in NDORNBERG. — Fin Loos eine Marx. .. qewinne von Uarla 14—000 Marle Glew inn uane vom Mark 20 000, 10 000, 4 000 3000, 2 000 Mark ete. Viele von Tausend Mark. SO(O GoWinne. Pip Loos saina Marf— Gold. 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Inobert —A V *2 .t * * gh 27 RXVXRR — 7 —XX —XRV — —RX ter see der * 2 al ã 7 — * Lou Hiezu für unsere vost n — Zonutagsbla Nre· 12 E xt Jugherter Amziger. — — Amiliches Organ des königl Amtsgerichts St. Ingbert. r ‚St. Ingberter Anzeiger“ erschelnt wbchenilich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Souutag; 2mal wbchentlich mit Unterhaltungt an und Sonntags mit Sseitiger AUlustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.4 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Poß bezogen 14 75 /, einschließlic Zuftellungügebühr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltent Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bel außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1ß 4, Neclamen 80 . Bei Amaliger Cinrücung wird nur dreimalige berechnet. 183838— Deutjches Reich. Muünchen, 17,. Sept. Prinz Luitpold wird eute 11 Uhr Nachts aus der Rheinpfalz über zürzburg in Nürnberg eintreffen, Freitag dort je Netallarbeiten⸗ Ausstellung besuchen und dann a diesem Tage um 4 Uhr Nachmittags die Rüd⸗ ise nach München antreten. — Berlin, 18. Sept. Der Herzog von amberlanud erhebt Anspruch auf die Kunst⸗ atze des Museums in Braunschweig: er weigert q die Erbschaftssteuer zu zahlen, weil er souveräner err in Braunschweig sei. Das Ministerium hat phalb 280,000 Mark aus dem Nachlaß des erzogs von Braunschweig, welche dem Herzog von Jumberland gehörig sind, mit Beschlag belegt. Nach der „Kreuzztg.“ verlieh der Kaiser dem jeneral Obernitz den Schwarzen Adlerorden, Prinz dilhelm ist zum Obersten und Kommandeur des arde⸗ Husaren · Regiments, General Heuduck (an zielle Manteuffels) zum kommandirenden General ch fünfzehnten Armeekorps ernannt, General jotiberg erhielt die Kavallerie⸗Division des fünf nten Armeekorps und Oberst Schlieffen die acht ˖ jnte Kavalleriebrigade. Letzterer wurde gleichzeitig im General à la suito des Kaisers ernannt. Der ommandeur der Garde⸗Husaren, Below, erbielt aß Garde ⸗du⸗Korps⸗Regiment. dem „Berl. Tagebl.“ zufolge erhielt die cotvette „Olga“ Befehl, sich sogleich für eine ingere Epedition nach Kamerun bereit zu halten. Ddie Fristen für Einsendung der Ergebnisse der etmitlelungen über die Beschäftigung gewerblicher libeiter an Sonn⸗ und Feiertagen sind on den preußischen Ministern für Handel und des jnnern bis zum Ablauf dieses Jahres verlaäͤngert vorden, weil auf Vollständigkeit und Gründlichkeit ieser Ermittelungen besonderer Werth gelegt wird. In Preußen eine Neuordnung betreffs er Heranziehung der Konsum⸗, der Vorschuß⸗ und tediwereine, der Vollsbanken und sonstigen Kre⸗ itgenossenschaften zur Gewerbe euer geschaffen orden, welche mit dem 1. Aprilek. J. ins Leben teten soll. Die“ Konsumvbereine“, welche eine xnn auch angeblich nur für die Mitglieder offene erkaufsstatte unterhalten, sind fortan regelmäßig in Gewerbesteuer in der dem Geschäftsumfange uisdrechenden Handelssteuerklasse heranzuziehen, gleichen wird wenn mehrere, solche Verkaufs⸗ üsten von demselben Verein unterhalten werden, e Steuer von jeder einzelnen erhoben. Der bis⸗ r erforderten vorgaängigen Beweisfühtung, daß in em betreffenden Raum auch Waaren Nichtmitglie⸗ ern verabfolgt werden, bedarf es nicht mehr. ejenigen Konsumvereine, welche nach ihren Ver⸗ iinissen nur den niedrigsten Steuersatz der Klasse entrichten, können wie andere Gewerbetteibende ieser Kiasse von der Steuer befreit werden. Des ⸗ eichen find die andern genannten Vereine und enossenschaften fortan regelmäßig gewerbesteuer⸗ fchüg. Die Befreimmg von der Sieuerpflicht ist ur solchen Kreditgenossenschaften zuzugestehen, velche ihrerseiiß den Nachweis führen, daß der wec des Gewerbs bel ihrem Geschaftsbetriebe un⸗ dingt ausgeschlossen bleidt. Dies wird insbeson · tre dann anzunehmen sein, wenn der Verein sich mauf beschräntt, seinen Mitgliedern die ihrem kreditbedurfnifse enisprechenden Mittel zuzuführen und den erzielten Geschaftsuberschuß ausschließlich enjenigen, welche die Kreditgewährung in Anspruch nommen haben, nach Maßgabe dieses Anspruchs gieder zuwendet. Di⸗ Brroßlaaunasbeborden find Sonntag, 20. September 1888s. 20. Jahrg. danach mit Anweisung zu versehen, damit überall zleichmäßig verfahren werde. Von der nachträg⸗ ichen Heranziehung der nach vorstehenden Bestim⸗ nungen steuerpflichtigen. aber nicht veranlagten hereine u. s. w. ist für das laufende Jahr abzu⸗ sehen, mit dem Anfange des nächsten Rechnungs⸗ ahres jedoch die Veranlagung allgemein vorzu⸗ nehmen. .* J Karlsruhe, 18. Sept. Der Kaiser, der Kronprinz und die Prinzen reisten um 11 Uhr nach Stuttgart ab. Die Stadt ist festlich eschmückt; die Schulen und Vereine bildeten zpalier; eine riesige Menschenmenge begrüßte die herrschaften enthusiastisch. Auf dem Bahnhof fand zie Verabschiedung von den großherzoglich badischen und schwedischen Fürstlichkeiten, der Generalität, den dofstaaten, Ministern und Behörden slatt. Stuttgart, 18. Sept. Soeben sind der zeuische Kaiser, der deutsche Kronprinz und Prinz Wilhelm unter dem tausendstimmigen Jubel der Bevölkerung ins Residenzschloß eingefahren; auf »em Bahnhof erfolgte die Begrüßung durch den dönig Karl und die württembergischen Prinzen, m Schlosse durch die Königin. Die Bevölkerung tand Spalier vom Bahnhof bis zum Schlosse. Auf dem Bahnhof und im Schloßhofe waren Ehrenkompagnien aufqestellt. Ausland. Sehr bemerkenswerth ist, daß sich in maßgeben⸗ ꝛen Kreisen in Madrid immer mehr die Meinung ꝛefestigt — sorgfältige Nachforschungen geben dazu inen guten Grund — daß ein großer Theil der Sztraßenkundgebungen auf Rechnung der in Sp a⸗ nien befindlichn Franzosen zu setzzen ist. S„chon bei der ersten Madrider Kundgebung vom 6G. August sind Franzosen betheiligt gewesen, welche. venn auch gering an Zahl, doch desto mehr Lärm nachten; auch lassen die eingeholten Erkundigungen arauf schließen, daß zu den Ausschreitungen vor der deuischen Gesandischaft von den Franzosen auf gereizt wurde, welche in dem Cafsͤ Suizo ver— ammelt waren. Sie haben sich selbst vorfichtiger⸗ Peise von dem Schauplatz des Tumultes fernge⸗ salten, so daß Niemand von ihnen gefaßt werden onnte. In Barcelona ist es ganz unzweifelhaft, aß die Haupianstifter aller Unruhen Franzosen ewesen sind. Dieser Einfluß der franzöͤlischen Iresse und Kolonie hat denn auch nicht verfehlt, die Spanier glauben zu machen, daß sie in Frank⸗ reich eine kräftige Unterstützung finden werden, und Zagasta selbst hat fich dahin ausgesprochen, daß zr mit Bestimmtheit auf die Hilfe Frankreichs ge rechnet habe. Nun die Enttäuschung wird nicht ausbleiben. Am Freitag — den 17. ds. — sollte wieder in Ministerrath unter Vorsitz des Konigs tattfinden. Wegen Unwohlseins Alfonsos mußt? ieselbe indessen auf heute verschoben werden. — Dder Dampfer „San Quintin“ ist mit dem Militär⸗ souverneur von Jap, Capriles, an Bord in Nanilla eingetroffen. —. brüden an 10 U. 46 M. Die Ruacdfahrt erfolgt mit den fahrplanmäßigen Zugen. Weitere Er⸗ trazünge gehen an demselben Tage und dus derselben Veranlassung von Neunkirchen nach Zweibrücken Meunkirchen ab 9 Uhr Vormittags, Zweibrücken an 10 Uhr.); von Zweibrücken nach Neunkirchen Zweibrucken ab 8 U. 48 M. Abends, Reunkirchen an 9 U. 44 M., Saarbrücken an 101. 22 M.), von Zweibrücken nach Saargemünv (Zweibrücken ab 9 U. Abends, Saargemünd an 10 U. 26 M); von Homburg nach Kaiserslautern (weibrücken ad 8 Uhr 45 M. Abends, Homburg an 9 U. 6 M., Hom⸗ burg ab 9 U. 40 M., Kaiserslautern an 10 Uhr 10 M) —'‘Die Extrazüge halten auf allen Zwischenstationen an. ⸗⸗ *St. Ingbert, 19. Sept. Heute Abend findet im Saale des Café Oberhauser ein Tanz⸗ schüler⸗Ball statt. Nur Eingeladene haben Zutritt. — Morgen Abend hält der Kriege r⸗ verein in demselben Lokale zur Feier seiner elfjahrigen Stiftungsfestes ebenfalls einen Ball ab. NKaiserblautern, 15. Sept.“ Ihre Majestät die Deutsche Kaiserin hatte sich an der letzten Lotterie des hiesigen Kirchenbaubereins durch Abnahme von 160 Loosen huldvollst betheiligt. Nun hat Ihre Majestät dem Zwecke des Kirchen⸗ bauvereins eine neue Anerkennung zu Theil werden lassen, indem Allerhöchstdieselbe auch die auf jene Loose enifallenen 11 Gewinne dem Vereine geschenkt hat. — Bayerfeld, 14. Sebt. Vor Kurzem wurde zu Bayerfeld der, Koͤnig der Steine“ zu Tage gefbr⸗ dert. Im dortigen Steinbruch wurde ein Stein von 216 Zentner gebrochen, der für den Kaiserpalast in Straßburg bestimmt ist. Um das Monstrum aus seinem langjährigen Lager hervorzuholen, wurde ein großer Wagen von 300 Zir. Tragkraft aus Lauter⸗ ecken geholt. Der Stein hat die Form eines Kata⸗ jalls und erregte bei der hiefigen Bevoöllerung un⸗ gemeines Aufsehen. Der Steinbruchbesitzer Franz Stauder hat bereits neue Aufträge, für ähnliche Steinkolosse erhalten. J F — Landau, 18. Sept. Bei der gestern dattgehabten Versteigerung wurde die in der Ost⸗ dahnstraße gelegene Bierhalle der Altienbrauerei Annweiler nicht zugeschlagen, weil nur 15,000 Mark darauf geboten wurden. J -· Dag den Erben von M. L. Clauß in Landau gehdrige Wohnhaus in der unteren Marktstraße wurde um 32,500 Markan Heren Maler Jakob Schmidt daselbst verlauftf. — Zur Kichenbau⸗Lotterie der kath. Gemeinde Edenkoben ist, nach der Gegenw.“ eine höchste Entscheidung eingetroffen, welche ge⸗ stattet, daß die bewilligte Lotterie von 800,000 Loosen in zwei Theile zerlegt und die Pramien in zwei Ziehungen mit je 150,000 Loosen gezogen werden. — In Edenkoben findet vom 20.-22. Sepiember naͤchsthin eine Obstausstellung satt. — Eine Frau don Eßweiler, Wittwe mit mehreren Kindern, hat sich am Sonnlag er⸗ hängt. Was sie in den Tod getrieben, ist uner⸗ findlich, Nahrungssorgen waren es aber nicht. — Im Gemeindewalde von Kandel wurde der Ganshirte erhängt aufgefunden. — Speyer, 16. Sept. Heuie fruh eteignete sich hier ein Unglücksfall. Ein etwa zwei Jahre altes Knaäblein stieg in einem unbewachten Augeu⸗ hlickh in der Scheuer eine Leiter binauf, konnse n4 Lokale und pfälzischhe Rechrichten. eSit. Ingbert, 19. Sept. Aus Anlaß des in Zweibrüden stattfindenden Pferde—⸗ Kennens fährt am Sonntag, den 27. ds. Mis. on hier nach Zweibrücken ein Extta⸗ zu g. Derselbe geht ab hier 10 Uhr Vormittags. dassel 10 u. 10 M, Niederwürzbach 0 U. 18 M., Lautzkirchen 10u. 280 M. Zierbach 10 U. 35 M. und kommt in Zwei⸗ nicht mehr halten und stürzte so unglüclich her- unier, daß es sofort seinen Geist aufgab . — Speyer, 17. Sept. Im Nebenzimmer der Bahnhofresiauration fand gestern Abend die Ausschußfitzung des Pfalzischen Bienenzüchtervereins tatt. Dieselbe war von eiwa 60 Mitgliedern aus züen Gegenden der Pfalz besucht. Der Verein zählt eben 1800 Mitglieder (gegen 1600 im Vor⸗ ahre). Fur die diesjahrige Verloosung wurden S80 Mart stipulirt. Der Antrag des zweiten Vor standes, Herrn Pfarrer Graf, auch den Vorständen der Zweigvereine die Reisebaarauslagen aus der daupilasse zu vergüten, wurde angenommen. Heute KZormittag 8Uhr wurde die Ausstellung sowie der Honigmarkt in dem schön dekorirten Pelerskeller er⸗ zgffnei. Dieselbe ist sehr zahlreich sowohl mit Honig at mit Bienengeräthen beschidi. Der jahrliche Bereinsbeitrag beträgt nur 1 Mlk., wofür die Mit⸗ glieder das Zereinsblatt gratis erhalten und auch n ven Verloosungen theilnehmen. Die Leistungen zes Vereins müssen daher als sehr bedeutende be⸗ eichnet werden und sollte deßhald kein Bienen⸗ üchter versäumen, fich dem Vereine anzuschließen. VBVermischtes. 8 Mannheim, 18. Sept. Heute fand de⸗ Prozeß gegen die Firma Volßz⸗Lichtenr derger“in Ludwigshafen, welche im Laufe des Monats März eine Anzahl Säckchen mit Spreng⸗ toff unter der Deklaration Waldsamen“ nach Temesbar sandte, wo ein Theil derselben im Post⸗ diale explodirie und mehrere Posibeamte verletzte, daln. Friedrich Lichtenberger und Voltz wurden vegen fahrlässiger Körperverletzung zu je 200, ge Lichlenberger zu 100 Mari Geldstrafe verur⸗ cheilt cc·. Dem Oberst Arndi. dem Kommandeur des Mannheimer Infanterie Regiments, bekanntlich ein Fntel des bekannten deutschen Professors in Bonn ind Dichters Ernst Morxiz Arndt, wurde vom aiser der Adel verliehen. FMunchen, 17. Sept. In dem heute vieder eröffneten Hofbräuhaus kostet der Liter Bier 22 pfg. — VBetreffs der durch Beschluß des letzten Drdenskapitels der Auflassung zu unterstellenden hausbrauereien der Franziskanerilöster wird eine zeue Verfügung des Ordensgenerals erwartet, nach · em von mehreren Klosterverwaltungen eine ein⸗ gehende Darlegung der Verhaältnisse nach Rom ge⸗ andt wurde. 7 Ein angenehmes Gedenlen einer Franzosin an die blausen. Teufel wird aus Münch en be— tichtet: Ein französische Gräfin, auf deren Schloß vahrend des 70er Feldzuges verwundete deutsche ⸗ Bekanntmachung e chung . Jrieoe Wegen der Saatzeit. sind die Jeld /·. Lrieg Cꝑ · auben eingeschlossen zu halten und) war: dom 20. Sepiember bis 2 J — stobember nächsthiinin. Zur Feier des elfjährigen Stiftungsfeftes wird am Sonn— St. Ingbert, den 19. Sept. 1885 tag den 20. ds., Abendz von 8 Uhr ab im Oberhauser'schen Saale Das Polizeikommissariatt B J L L J n. Irn —— Aä —B — abgehalten, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden. Mützen und Orden sind, zu tragen. “ Einführungen sind nicht gestattet. — PDer Aussei uas. Fronen⸗Quelle 3 zu Obersalzbrunn i. Schl. uird arztlicherseits enpfohlen gegen Nieren und Blasenleiden, Gries und Steinbeschwerden, die derschiedenen Formen der Gicht, sowie Gelenkrheuma⸗ ismus. Ferner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkopfes und der zungen, gegen Magen⸗; und Darmkatarrhe. — — In den ersten 4 Versand ahren wurden verschikt I J 881. 12623fl., 1882: 55 761fl., 188: 61808fl. 1884 143234 fl. Die Kronenquelle ist durch alle Mineralwasserhandlungen und Avbotbeken zu beziehen. —8 Broschilren mit Gedrauchsanweisung versendet auf Wunsch gratis und franco nije inisralien der Krauen-Quelle, Obersaljrnun i. 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Sept.“ Was Ruhe in der Bienenzucht vermag, beweist ein hier auf einer Imkerversammlung erzähltes Beispiel: Ein etwo Ojahr ger Knabe stand bloskopfig und in Hemd⸗ irmein nahe bei einem Bienenstande, als eben ein Schwarm auszog. Nach einigem Hin⸗ und Her liegen nahm die Königin ihren Sitz auf dem Kopfe zes Knaben und rasch folgten Tausende von Bienen. Dder Vater des Knaben, die Sachlage sofort er⸗ ennend, rief demselben, der schon oͤfter beim Schwarmfassen zugesehen hatte, nur in aller Eile zu:,Ruhr' dich nicht, Hansl! mach' den Mund ind die Auͤgen zu und jchnauf durch die Nase, ch werde den Schwarm gleich taufen und einfassen. Richtig gehorchte der Knabe, der Vater aber goß übjch Wasser über den von Bienen eingehüllten Zopf des Knaben, bog letzteren eiwas nach vorn md strich mit einem Federwisch die ganze Gesell⸗ chaft in einen untergehaltenen Strohlorb. Der dnabe hatte keinen Stich erhaltenn Marktberichte. Ensheim, 17. Septbr. Giltualienmarli.) Butter xer diid 1 M. 10 pf, Eier per Dutzend 80 Pr kraut 10 15 VPf. per Kopf, Kartoffeln per Kilos Ml. — Zweibrücken, 17. Sepibr. (Fruchtmittelpreis und S ualenmartt.) Weizen 8 M. 52 Pf. Korn 7 WM. 19 P derfie weireihige d M. — Pf., vierreihige C M. 8 Spelz o M. — pf. Spelziern — M. — Pf., Dinke wWie. — pf. Mischfrucht d M. — Pf., Hafer 6 M —A — Pf. deu d M. — Pf., Stroh J Qual. O M.— Pf., II. Qual. oͤ M. — Pf. Kartoffeln 1 Me90 Pf. Weißbrod 12/3 Kilo 50 pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kilo 15 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 30 Pf., i1. Qual 856 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf, Sqhweinefleisch vd Pl, Wein JWiter 80 Pf., gier 1 Liter 24 Pf., Butter /2 Slogr. 0 M. 95 VB. Sterbefõlle. Gestorben: in Neustadt Kath. Schollen;« ze Ser, geb. Leuchsenring; in Ensheim Peter g stelüer, 84 J. a.; in Friedelsheim Joh. B. 7 II., 49 J. a. 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T.“Sin der Lage, fortan den auswärtigen Abonnenten die ausführlichen Parlamentsberichte bereits mit der Abeud⸗Nummer zugehen zu lassen, so daß dieselben am nächsten Vormiltag in den resp. Empfangs orten eintreffen. Umfassende Handelszeitung und Kurszettel der Berliner Börse. Reichhaltige und wohlgesichtete Tagesneuigkeiten aus der Reichshaupt⸗ tadt und den Provinzen. Theater, Musik und unst, Litteratur und Wissenschaft werden im Feuilleton des „B. T.“ in ausgedehntem Maße Jepflegt; außerdem erscheinen in demselben Romane ind Robellen der ersten Autoren. Das Roman⸗ Feuilleton des nächsten Quartals bringt eine neue nieressante Novelle von Mar Ring: „Julie Eber⸗ hard“, hierauf folgt ein höchst spannender Roman bon Hermann Heiberg: „Esther's Ehe“. 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Amtsgerichts St. Ingbert.. a St. Jugberter Anzeiger· erscheint wbchentlich funfmal: Am Mountag, Dienstag, Donnerstag, Tamstag und Sonntag; 2mal wochentlich it Unterhaltungt⸗ zu und Sonmags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1.n 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 78 4, eiuschließli4 Zullelungzgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespallene XVV außeryfalnischen uud solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 13 4, Neeclamen 30 . Vei 4maliger Einrackung wird nur dreimalige berechnet. ———— — F — — — — Sonntag, 20. September 1888. 20. Jahrg. 13844.. Deutsches Reich. 7 München, 17. Sept. Prinz Luitpold wird te 11 Uhr Nachts aus der Rheinpfalz über uͤrzbuurg in Nürnberg eintreffen, Freitag dort Metallarbeiten⸗Ausstellung besuchen und dann diesen Tage um 4 Uhr Nachmittags die Rück- ise nach München antreten. Berlin, 18. Sept. Der Herzog von umberland erhebt Anspruch auf die Kunst⸗ he des Museums in Braunschweig: er weigert die Erbschaftssteuer zu zahlen, weil er souveräner rt in Braunschweig sei. Das Ministerium hat zhalb 280,000 Mark aus dem Rachlaß des etzogs von Braunschweig, welche dem Herzog von umberland gehörig sind, mit Beschlag belegt. Rach der „Kreuzztg.“ verlieh der Kaiser dem eneral Obernitz den Schwarzen Adlerorden, Prinz gilhelm ist zum Obersten und stommandeur des ude⸗Husaren · Regimenis, General Heuduck (an elle Manteuffels) zum kommandirenden General fünfzehnten Armeekorps ernannt, General ꝛitbberg erhielt die Kavallerie⸗Division des fünf⸗ uten Armeeckorps und Oberst Schlieffen die acht⸗ ute Kavalleriebrigade. Letzterer wurde gleichzeitig mn General à la suito des Kaisers ernannt. Der mmandeur der Garde⸗Husaren, Below, erhielt Garde ⸗du ⸗Korps⸗Regiment. dem „Berl. Tagebl.“ zufolge erhielt die vxbdette „Olga“ Befehl, sich sogleich für eine maere Epedition nach Kamerun bereit zu halten. die Fristen für Einsendung der Ergebnisse der wwittelungen üher die Beschäftigung gewerblicher iheiter an Sonn⸗ und Feiertagen find on den preußischen Ministern für Handel und des gnern bis zum Ablauf dieses Jahres verlangert iorden, weil auf Vollständigkeit und Gründlichkeit er Ermittelungen besonderer Werth gelegt wird. n Preußen ist eine Neuordnung betreffs et Heranziehung der Konsum⸗, der Vorschuß⸗ und reditbereine, der Volksbanken und sonstigen Kre⸗ genofssenschaften zur Gewerbesteuer geschaffen uꝛden, welche mit dem 1. Aprilek. J. ins Leben ten soll. Die „Konsumvereine“,“ welche eine inn auch angeblich nur für die Mitglieder offene eclaufsstätte unterhalten, sind fortan regelmäßig i Gewerbesteuer in der dem Geschäftsumfange sdrechenden Handelssteuerklasse heranzuziehen, öhleichen wird, wenn mehrere solche Verkaufs⸗ ten · von demselben Verein unterhalten werden, Steuer von jeder einzelnen erhoben. Der bis⸗ erforderten vorgängigen Beweisführung, daß in n hetreffenden Raum auch Waaren Nichtmitglie⸗ ã verabfolgt werden, bedarf es nicht mehr. ynigen Konsumvereine, welche nach ihren Ver— nissen nur den niedrigsten Steuersatz der Klasse entrichten, loͤnnen wie andere Gewerbetreibende r Klasse von der Steuer befreit werden: Des ⸗ ichen find die andern genannten Vereine und ossenschaften fortan regelmäßig gewerbesteuer ⸗ nchtig. Die Befreiung von der Sieuerpflicht ist solchen Kreditgenossenschaften zuzugestehen, iche ihrerseits den Nachweis führen, daß der det des Gewerbs bei ihrem Geschaftsbetriebe un⸗ dingt ausgeschlossen dleibt. Dies wird insbeson⸗ e dann anzunehmen sein, wenn der Verein sich auf beschränktt, seinen Mitgliedern die ihrem icditbedurfnisse entsprechenden Mittel zuzuführen dden etgielten Gefchafisubers huß ausschliehüch unigen, welche die Kreditgewäͤhrung in Auspruch onmen haben, nach Maßgabe dieses Anspruchs er zumendet NMi- Mranfsanneeahehörhen sind anach mit Anweisung zu versehen, damit überall leichmäßig verfahren werde. Von der nachträg⸗ ichen Heranziehung der nach vorstehenden Bestim⸗ nungen steuerpflichtigen, aber nicht veranlagten Bereine u. s. w. ist für das laufende Jahr abzu⸗ ehen, mit dem Anfange des nächsten Rechnungs⸗ ahres jedoch die Veranlagung allgemein vorzu⸗ rehmen. Karlsruhe, 18. Sept. Der Kaiser, zer Kronprinz und die Prinzen reisten um 11 Uhr nach Stuttgart ab. Die Stadt ist festlich jeschmückt; die Schulen und Vereine bildeten zpalier; eine riesige Menschenmenge begrüßte die derrschaften enthusiastisch. Auf dem Bahnhof fand ie Verabschiedung von den großherzoglich badischen ind schwedischen Fürstlichkeiten, der Generalität, den dofstaaten, Ministern und Behörden slatt. Stuttgart, 18. Sept. Soeben sind der eutsche Kaiser, der deutsche Kronprinz und Prinz PBilhelm unter dem tausendstimmigen Jubel der Zevölkerung ins Residenzschloß eingefahren; auf dem Bahnhof erfolgte die Begrüßung durch den dönig Karl und die württembergischen Prinzen, m Schlosse durch die Konigin. Die Bevölkerung tand Spalier vom Bahnhof bis zum Schlosse. Auf dem Bahnhof und im Schloßhofe waren xͤbrenkompagnien aufgestellt. — Ausland. Sehr bemerkenswerth ist, daß sich in maßgeben⸗ »en Kreisen in Madrid immer mehr die Meinung zefestigt — sorgfältige Nachforschungen geben dazu inen guten Grund — daß ein großer Theil der Straßenkundgebungen auf Rechnung der in Spa⸗ nien befindlichn Franzosen zu setzen ist. „chon bei der ersten Madrider Kundgebung vom 6. August sind Franzosen betheiligt gewesen, welche. venn auch gering an Zahl, doch desto mehr Lärm nachten; auch lassen die eingeholten Erkundigungen arauf schließen, daß zu den Ausschreitungen vor er deuischen Gesandtschaft von den Franzosen auf- ereizt wurde, welche in dem Cafͤ Suizo ver⸗ ammelt waren. Sie haben sich selbst vorsichtiger⸗ Veise von dem Schauplatz, des Tumultes fernge⸗ jalten, so daß Niemand von ihnen gefaßt werden onnte. In Barcelona ist es ganz unzweifelhaft, aß die Hauptanstifter aller Unruhen Franzosen ewesen sind. Dieser Einfluß der franzoͤsischen Zresse und Kolonie hat denn auch nicht verfehlt, zie Spanier glauben zu machen, daß sie in Frank⸗ eich eine kräftige Unterstützung finden werden, und Z„agasta selbst hat fich dahin ausgesprochen, daß r mit Bestimmtheit auf die Hilfe Franlkreichs ge echnet habe. Nun die Enttäuschung: wird nicht wusbleiben. Am Freitag — den 17. ds. — sollte wieder in Ministerrath unter Vorsiß des Königs tattfinden. Wegen Unwohlseins Alfonsos mußte ieselbe indessen auf heute verschoben werden. — der Dampfer „San Quintin“ ist mit dem Militär⸗ ouverneur von Yap, Capriles, an Bord in Nanisla eingetroffen. brüden an 10 U. 46 M. Die Raucfahrt erfolgt mit den fahrplanmäßigen Zügen. Weitere Er⸗ tra zünge gehen an demselben Tage und aus derselben Veranlafsung von Neunkirchen nach Zweibrüscken (Meunkirchen ab 9 Uhr Vormittags, Zweibrücken an 10 Uhr.); von Zweibrücken nach Neunkirchen Zweibrücken ab 8 U. 45 M. Abends, Neunkirchen an 9 U. 44 M., Saarbrücken an 10u. 22 M.), von Zweibrücken nach Saargemünd Zweibrücken ab 9 U. Abends. Saargemünd an id U. 26 M); von Homburg nmnach daiserzshautern (Zweibrücken ab 8 Uhr 145 M. Abends, Homburg an 9 U. 6 M., Hom⸗ hurg ab 9 U. 40 M., Kaiserslautern an 10 Uhr 10 M) — dDie Extrazüge halten auf allen Zzwischenstationen an. — * St. Ingbert, 19. Sept. Heute Abend findet im Saale des Café Oberhauser ein Tan z⸗ schüler⸗Ball statt. Nur Eingeladene haben Zutritt. — Morgen Abend hält der Krieger⸗ perein in demselben Lokale zur Feier seineß elfijährigen Stiftungsfestes ebenfalls einen Ball ab. — Kaiserlautern, 15. Sept. Ihre Majestät die Deutsche Kaiserin? hatte sich an der letzten Lotterie des hiesigen Kirchenbauvereins durch Abnahme von 150 Loosen huldvollst betheiligt. Nun hat Ihre Majestät dem Zwede des Keirchen⸗ »auvereins eine neue Anerkennung zu Theil werden assen, indem Allerhöchstdieselbe auch die auf jene Loose entfallenen 11 Gewinne dem Vereine geschenkt hat. — Bayerfeld, 14. Sept. Vor Kurzem wurde zu Bayherfeld der „Koͤnig der Steine“ zu Tage gefoör⸗ dert. Im dortigen Steinbruch wurde ein Stein von A Straßburg bestimmt ist. Um das Monstrum aus einem langjaährigen Lager hervorzuholen, wurde ein zroßer Wagen von 300 Zir. Tragkraft aus Lauter⸗ ecken geholt. Der Stein hat die Form eines Kata⸗ 'alks und erregte bei der hiefigen Bevollerung un⸗ gemeines Aufsehen. Der Steinbruchbefitzer Franz Stauder hat bereits neue Aufträge für ähnliche Steinkolosse erhalen. — Landau, 18. Sept. Bel der gestern latigehabten Versteigerung wurde die in der Ost⸗ ahnstraße gelegene Bierhalle der Altienbrauerei Annweiler nicht zugeschlagen, weil nur 15.000 Mark darauf geboten wurden. -· Das den Erben von M. L. Clauß in Ldandau gehoöͤrige Wohnhaus in der unteren Marktstraße wurde um 32,500 Mark an Hercn Maler Jakob Schmidt daselbst verlauft. — Zur Kichenbau⸗Lotterie der kath. Bemeinde Edenkoben ist, nach der „Gegenw.“ ine höchste Entscheidung eingetroffen, welche ge⸗ tattet, daß die bewilligte Lotterie von 800,000 doosen in zwei Theile zerlegt und die Pramien in zwei Ziehungen mit je 150.000 Loosen gezogen verden. — In Edenkoben sfindet vom 20. - 22. September naͤchsthin eine Obstnusstellung statt. — Eine Frau von Eßweiler, Wittwe mit mehreren Kindern, hat sich am Sonntag er⸗ hängt. Was sie in den Tod geitrieben, ist uner⸗ tindlich, Nahrungssorgen waren es aber nicht. — Im Gemeindewalde von Kandel wurde der Banshirte erhaͤngt aufgefunden. J — Speyer, 16. Sept. Heute früh ereignete ich hier ein Unglücsfall. Ein etwa zwei Jahre alies Knäblein stieg in einem unbewachten Augen⸗ hlick in der Scheuer eine Leiter hinauf; konnte 6* Lokcle nad vfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 19. Sept. Aus Anlaß des in Zweibrüden statifindenden Pferdee⸗ sennens fährt am Sonntag, den 27. ds. Mts. on hier nach Zweibzücken ein Extra⸗ ug. Derselbe geht ab hier 10 Uhr Vormittags. dafssel 10 U. 10 M, Nie der würzbach 10 U. 18 M., Lautzkirchen 10U. 29 M., Ri- rbhbach 10 U 35 M und kommt in WWwei⸗ — nicht mehr halten und stürzte so unglücklich her⸗ unier, daß es sofort seinen Geist aufgab. “ * Speyer, 17. Sept. Im Nebenzimmer der Bahnhofrestauration fand gestern Abend die Ausschußsitzung des Pfalzischen Bienenzüchtervereins statt. Dieselbe war von eiwa 60 Mitgliedern aus alen Gegenden der Pfalz besucht. Der Verein zählt eben 1800 Mitglieder (gegen 1600 im Vor⸗ jahre). Fuür die diesjährige Verloosung wurden 180 Mart ftipulirt. Her oAnttag des zweiten Vor⸗ IR Pfarrer Graf, auch den Vorständen der Zweigvereine die Reisebaarauslagen aus der Haupikasse zu bergüten, wurde angenoinmen. Heute Rormitiag 8Uhr awurde die Ausstellung sowie der Honigmarlt in dem schön dekorirten Pelerskeller er⸗ offnei. Dieselbe ist sehr zahlreich sowohl mit Honig altz mit Bienengeräthen beschickt. Der jahrliche Vereinsbeitrag betruͤgt nur 1 Ml. wofur die Mit⸗ glieder das Vereinsblatt gratis erhalten und auch I Pvewnr Verloosungen theuüͤnehmen.Die Leistungen des Vereins müssen daher als sehr bedeutende be⸗ zeichnet werden und jollte deßhald kein Bienen⸗ zuchter versaumen, fich dem Vereine anzuschließen. Bermischtes. FMannheim, 18. Sept. Heute fand de⸗ Prozeß gegen die Firma VolßeLichtenr berger in Vudwigshafen, welche im Laufe des Monaͤts Marz eine Anzahl Säckchen mit Spreng⸗ toff unter der Deklaration „Waldsamen“ nach Temesvar sandie, wo ein Theil derselben im Post · lolale explodirte und mehrere Postbeamte verletzte, stati. Friedrich Lichtenberger und Voltz wurden wegen fahrlassiger Korperverletzung zu je 200, Lichtenberger zu 100 Mark Geldstrafe verur⸗ theilt. — 4 Dem Oberst Arndt, dem Kommandeur des Mannheimer Infanterie Regiments, bekanntlich ein cnlel des belannten deutschen Professors in Bonn und Dichters Ernst Moritz Arndt, wurde vom daiser der Adel verlieheen.. —4Munchen, 17. Sept. In dem heute wieder eroͤffneten Hofbräuhaus kostet der Liter Bier Pig. — Beneffs der durch Beschluß des letzten Drdenstapitels der Auflassung zu unterstellenden hausbrauereien der Franziskaneriloster wird eine neue Verfügung des Ordensgenerals erwartet. nach dem bon mehreren Klosterverwaltungen eine ein⸗ gehende Darlegung der Verhaltnisse nach Rom ge⸗ sandt wurde J GCEin angenehmes Gedenken einer Franzosin imn die blausen Teufel wird aus Munchen be— richtet: Ein französische Grafin, auf deren Schlof wahrend des 70er Feldzuges verwundete deutsche Bekanntmachung. Wegen der Saatzeit sind die Feld jauben eingeschlossen zu halten und war: vom 20. September bis 2 November nächsthin. Am St. Ingberi, den 19. Sept. 1888 Das Palizeikommissariat: wderlein. F — *7 nute. Soldaten, darunter mehrere Bayern, untergebracht waren, verweilte kürzlich einige Tage hier und ver⸗ ließ Munchen nicht, ohne vorher mehrere ehemalige Soldaten, die sie damals persönlich als Schwer⸗ verwundeie gepflegt hatte, auszukundschaften und vieder gesehen zu haben, wobei sie an einen ihr aus dieser Zeit bekannten, nunmehrigen Lohndiener dahier eine Karte schrieb mit der Bitte, sie zu be⸗ suchen und Adressen der „andere Bavarisch Mili⸗ ara zu besorgen. Dieselben wurden wirklich auch ausgetundschaftet unde besuchten auf spezielle Ein- ladung hin die Gräfin, wobei die Freude auf bei⸗ den Seiten eine große war. FRudolstadte 16. Sept. Was Ruhe in der Bienenzucht vermag, beweist ein hier auf einer Imkerversammlung erzähltes Beispiel: Ein etwa — srmein nahe bei einem Bienenstande, als eben ein Schwarm: auszog. Rach einigem Hin⸗ und Her ⸗ liegen nahm die Konigin ihren Sitz auf dem Kopfe des Knaben und rasch folgten Tausende von Bienen. Der Vater des Knaben, die Sachlage sofort er⸗ jennend, rief demselben, der schon dfter beim Schwarmfassen zugesehen hatte, nur in aller Eile zu: „Ruhr' dich nicht, Hansh! mach' den Mund uind die Auͤgen zu und schnauf durch die Nase, ch werde den Schwarm gleich taufen und einfassen.“ Richtig gehorchte der Knabe, der Vater aber goß übsch Wasser über den von Bienen eingehüllten dopf des Knaben, bog letzteren etwas nach vorn und strich mit einem Federwisch die ganze Gesell⸗ chaft in einen untergehaltenen Strohlorb. Der 2nabe hatte keinen Stich erhalten! Marktberichte. Ensheim, 17. Septbr. (Viltualienmarkt.) Butter der 4 Kilo 1 M. 10 Pf., Eier per Dutzend 80 P'F draui 10 18 Pffper Kopf, Kartoffeln per Kilos Mi.-4 Zweibrücken, 17. Sepibr. (Fruchtmittelpreis und Vi ualienmarti) Weizen 8 M. 52 Pf. Korn 7 W. 19 Derste zweireihige d M. — Pf. vierreihige M.— Ps Spenn o M. — pf. Spelztern — M. — Pf., Dinkel SwM. — pf. Mischfruchht d M. — Pf., Hafer 6 M 28 Pf., Erbsen d R. — Pf., Widen d M. — Pf. deu d M. — Pf., Stroh J Qual. M. — Pf., U. Qual. M. — Pf., Kartoffeln 1 Me90 Pf., Weißbrod 12/3 Kilo 50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf., Gemischtbrod 8 Kilo 15 vif., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 30 ** iI. Qual 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ de 7 Pf, Schweinefleisch 50 Pf., Wein! Liter 80 Pf., bie Liter 21 Vf. Butter 2/2 Kilogr. O M. 95 Pl. Sterbeflle. Aaesorben: in Neustadte Kath. Schollen⸗ Leuchsenring; in Ensheim Peter , 84 J. a.; in Friedelsheim Joh. I., 49 J. d — — Die interessanteste und anregendste Zei dektüre bietet unzweifelhaft das —S ian hinsichttich der Reighaltigteit, Monnt eit und Gediegenheit seines Inhalts. In * )essen vermochte es sich einen festen Stamm 70.000 Abonnenten zu erwerben und sich gig eitig zu der gelesensten und verbreitetsten Zanm Deusschlands emporzuschwingen. Durch un weimaliges Erscheinen ist das „B. T.“ in da dage/ alle Nachrichten steis 10 Stunden früher als jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung su zringen. Das „B. T.“ beobachtet eine gaͤnzlich unabhängige, freisinnige politische Haltung um unterhält Spezial ⸗ Korrespondenten an allen wiqh tigen Plätzen, daher rascheste und zuverlässigsie Nachrichten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial · Teiegramme. Das „B. T.“ bringt ans⸗ ührliche Kammerberichte des Abgeordneten- und herrenhauses, sowie des Reichstages. Durch em ignes parlamentar. Bureau ist das „B. T.“ in der Lage, fortan den auswärtigen Abonnenten dit ausführlichen Parlamentsberichte bereits mit der Ibend⸗ Nummer zugehen zu lassen, so daß dieselben im nächsten Vormiltag in den resp. Empfangs »xten eintreffen. Umfassende Handelszeitung und urszettel der Berliner Börse. Reichhaltige und wohlgesichtete Tagesneuigleiten aus der Reichshaupi— tadt und den Provinzen. Theater, Musik und Zunst, Litteratut und Wissenschaft werden im Feuilleton des „B. T.“ in ausgedehntem Maße jepflegt; außerdem erscheinen in demselben Romant ind Robellen der ersten Autoren. Das Roman⸗ Feuilleton des nächsten Quartals bringt eine neue nteressante Novelle von Max Ring: „Julie Eber⸗ Jard“, hierauf folgt ein höchst spannender Roman ‚on Hermann Heiberg: „Esther's Ehe“, Außer- »em empfangen die Abonnenten des ‚Berliner Tageblatt“ vier werthvolle Separat⸗Beiblätter: das ustrirte Witzblatt ULK“, das belletristische Sonntagsblait“, Deutsche Lesehalle“, das feuilleto— nistische Beiblatt, Der Zeilgeist“ und die Mit⸗ heilungen über Landwirthschaft, Gartendau und dauswirthschaft· zu dem enorm billigen Abonne ⸗ nentspreife von nur 5 Mark 25 Plf. fuür daß Bierteljahr. Man beliebe das Abonnement bei dem naͤchsigelegenen Postamt schleunigst anzumelden. damit die Zusendung des Blattes vom 1J. Oktober ab pünktlich erfolge. VLrieger- Verein. Zur Feier des elfijährigen Stiftungsfestes wird am Sonn—⸗ tag ven 20. ds., Abends von 8 Uhr ab uͤn Obedhauser'schen Saale abgehalten, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden .. Mutzen und Orden find, zu tragen. » Einführungen sind nicht gestattet. Der Aussseh uas. Rronen⸗Quelle UU zu Obersalzbrunn i. Schl. vird ärztlicherseits empfohlen gegen Nieren; und Blasenleiden, Gries und ZSteinbeschwerden, die verschiedenen Formen der Gicht, sowie Gelenkrheuma⸗ igmus.Ferner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkopfes und der Jungen, gegen Magen⸗ und Darmlatarrhe. — — In den ersten 4 Versand⸗ ahren wurden verschickt: — —8 861: 12623fl. 55 761fl., 1883 61808fl., 184: 143234 fl. Die Kronenquelle ist durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken zu beziehe. Broschüren mit Gebrauchsanweisung verseudet auf Wunsch gratis und franco. ie Awinitresien der Kronen Onelle, Obtrsalsprunu j. Sthl. 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MNauinuin ninnun —S— — — — — Aufnahme: — 7841 Aprii u. Oot⸗ bor. E Schwar wãlder —IIICO Unserer heutigen Numme liegt eine Erira⸗ Beilag der Firma Mehy & Edlich, pᷣlagwis Leipsig dei, worauf, wir Ansere Leser och ganzbejonders aufmerlsam machen. Dierin surrirtes ẽZonn lagsblatt“ Nr. 12. .. — empfiehlt IJ. Peters. Ein lunge Mädchen füt Nachmittags gesucht. F. Sieinfeld. d garautirt rein per Liter Mark 2.50 empfiehlt J. ðSl. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingber. hder ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungk⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich A 60 einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließtu d A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfalzischen und solchen I auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 d, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird mir dreimalige berechnet. 185. Deutsches Reich. Berlin, 19. Sept. Auch England hat nun⸗ uegr der spanischen Regierung erklärt, es mache die Anerlennung der Oberhoheit Spaniens auf die darolinen ⸗Inseln von der Entscheidung eines -chiedsgerichts abhängig. Berlin, 19. Sept. An Zöllen sind seit dem April 1881 bis zum 831. Augusi d. J. 92,118,818 MNark, und zwar an Tabaksteuer 2,782,357, Salz⸗ jeuer 13,912,753,* Brannweinsteuer 9.010,701, Brausteuer 8,148, 646, Spielkartenstempel 311,080, Bechselstempelfleuer 2,768,632. Stempelabgaben ür Werthpapiere, Schlußnoten ꝛc. 4,471,210 Marht ingegangen. Die Rübensteuer hat einen Ausfall don 12,087,007 Mark gebracht. In verschiedenen Blättern wird neuerdings wieder Graf Herbert Bismarckals moͤglicher lachfolger des Fürsten Hohenlohe auf dem Pa⸗ riser Botschafterposten angegeben. Gleichzeitig meldet man aus dem Elsaß, daß Graf Wilhelhm hismarck, sobald er sich zu Hanau in die andraths⸗Geschaäfte eingearbeitet haben wird. dazu usersehen sei, den Posten eines Unterstaatssekretärs in der Abtheilung des Innern in Straßburg zu bernehmen. Beide Nachrichten haben Manches für ich — wenn man die personlichen Beziehungen der ugendlichen Staatsmanner in Betracht zieht. Jeden⸗ als scheint Herr d. Radowitzz, der eine Zeit⸗ ang als der begünstigte Kandidat für den Pariser hoften galt, mit seiner Bewerbung in den Hinter⸗ srund gedrängt zu sein. Anfang Oktober dürfte ibtigens das Hangen und Bangen in schwebender hein, welches zur Zeit die gesammte diplomatische Belt des Reiches gefangen hält, sein Ende finden, enn dann soll jn die große Verschiebung im Bot⸗ chafter⸗ und Gesandten⸗Personal endgiltig werden, von der nun schon seit Monaten geflüstert und ge⸗ XXX Ausland. . Paris, 18. Sept⸗Die Pariser Journale egen einem kurzen Ausfluge des deutschen Bot⸗ chafters Für sten Hohenlohe, eine besondere zolitische Bedeutung bei, während in Wirklichkeit det Botschafter am Mitiwoch Abend nach Straß⸗ zurg gereist ist, um dort mit seiner von München ommenden Gemahlin zusammenzutreffen. Nach besichtigung der in dem Palais des Statthalters wgenblicklich vorgenommenen Einrichtungen haben er Fürst und die Fürstin Hohenlohe ihre zukünf⸗ ige Residenz wieder verlassen und sind heute Norgen in Paris eingetroffen. Die Fürstin ist ierher gekommen, um die Uebersiedelung des Haus⸗ jandes nach Straßburg anzuordnen und sich von hren Pariser Bekannten zu verabschieden. Dem banket, welches die deutsche Kolonie morgen zu Ehren des scheidenden Botschafters im Palais Royal deranstaltet ¶ werden auch die von den franzoͤsischen Mandvdern zuruckgekehrten deutschen Offiziere, Gene⸗ rallieutenant von Albensleben und Oberstlieutenant vvn Lutcken beiwohnen. —- Heute zirkuliren wieder veniger günstige Berichte uͤber den Stand des eutsch · spanischen Konfliktes. Paris, 19. Sept. Ein Telegramm aus Sofia von heute meldei: Ein Ukas des Fürsten befiehlt die Mobilmachung der Armee und beruft ie Kammer auf den 22. d. M. noch Sofia ein. duf Aufforderuug der probisorischen Kegierung mnd der rumelischen Armee hat der Fürst Varno unlasen und begibt sich in Begleitung des Prasidenten ies Ministerraihs nach Philippopei. Montag, 21. September 7725. Madrid, 20 Sept. Der Kriegsminister hat dem General Salamanca wiederholt seine Miß⸗ zilligung deßhalb zu erkennen gegeben, weil dieser nuf der Zurücksendung seines deutschen Ordens jartnäckig besteht. Gegen diejenigen Offiziere, velche seinem Beispiel folgten, sind disciplinarische Maßregeln ergriffen. Die Offiziere, die im Militär⸗ tasino den Antrag gestellt haben, die deutschen Prinzen und Offiziere aus der Liste der Ehrenmit⸗ jlieder zu streichen, haben Ordre erhalten. binnen 24. Stunden ihren Wohnsiztz nach entfernten Pro⸗ dinzialstädten zu verlegen. — Die Presse fährt fort, lebhaft gegen eine schiedsrichterliche Entscheidung und eine europäische Konferenz zu protestiren. — Braf Benomar hat aus Berlin günstige Auffassung der Lage telegraphirt, und man glaubt in offiziellen streisen, daß die Grundlage eines Arrangements bilden werden: die Anerkennung der Rechte Spaniens auf die Karolinen und für Deutschland die Handels⸗ und Schifffahrtsfreiheit, unter Theilnahme Eng-⸗ lands an den kommerziellen Vortheilen. Madrid, 20. Sept. Die Antwort Deutsch⸗ ands wird nicht vor Ende nächster Woche erwartet. kin Erlaß des Gouverneurs von Madrid beschraänkt den Zeitungsverkauf auf den Straßen. Nur groß⸗ jährige und mit einer Autorisation versehene Ver⸗ äufer werden zugelassen. Erst gestern wurde gegen sechs Journale gerichtlich eingeschritten. Damit sleigt die Zahl der dis jetzt verfolgten Blättet auf 70 und ebenso hoch beläuft sich die Zahl der wäh⸗ rend der letzten 14 Tage verfolgten Provinzialblätter. Sofia, 189. Sept. Nachrichten aus Philip⸗ popel zufolge nahmen die Aufftändischen den Ge⸗ veralgouverneur Cristic⸗Pascha gefangen. Lerele und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 21. Sept. Eine erschüt⸗ lernde Trauerkunde durchlief gestern Abend unsere Stadt. Herr Hüttenwerksbesitzer Gusst a v don Krämer, Reichsrath der Krone Bayern, wurde unerwartet nach kurzem Unwohlsein durch einen raschen Tod in Folge eines Ge⸗— hirnschlages im Alter von 57 Jahren dahin⸗ Jerafft. Mitten in rästigster Manneskraft, in hatkraftigstem Wirken unterbrach hier der jahe Tod ein Leben, dessen Verlust man nicht blos im engen reise unserer Stadt und unserer heimathlichen Provinz, sondern weit darüber hinaus schmerzlich mpfindet. Die Armen kannten den Verblichenen ils warmherzigen, allzeit zum Helfen bereiten Wohl⸗ häter. An der Spitze des hiefigen Eisenwerls lehend war er seinen zahlreichen Arbeitern in guten ind schlimmen Zeiten ein fürsorglichetr, humaner Arbeitgeber. Die Stadtgemeinde, in deren Verwal⸗ ung er mit Einstimmigkeit von der Bevölkerung jewählt worden war, verliert in ihm einen warmen, influßreichen Fürsprecher. Jahrelang wirkte er als Diitglied des pfalzischen Landrathes, als Verwaltungs rath der pfaͤlzischen Eisendahnen, des Gewerbe⸗ nuseums u. s. w. für das Wohl unserer heimath⸗ ichen Probinz. In Anerkennung seiner großen Berdienste berief ihn S. Maj. der Koͤnig unter Berleihung des personlichen Adels auf Lebenszeit n den Reichsrath des Königreichs Bayern, um hier in jervorragender · Stellung im Dienste des Vater⸗ andes mit Rath und That zu wirken.So floß as Leben des Verstorbenen dahin reich an Ehren, aber auch reich an Arbeit und edlem Wirken, und zie Theilnahme, die das plötzliche Ableben des derrn von Kramer in allen Schichten der hiefigen Zevölkerung hervorrief, ist darum eben fo zahlreich, vie aufrichtig und herzlich. 20. Jahrg. 4 — Ludwigshafen, 17. Sept. In den „Allgemeinen Bestimmungen“ zum Hauptverzeichniß der Koupons für kombinirbare Rundreisebillete im Zebiete des Vereins Deutscher Eisenbahnverwalt⸗ ungen sind nachstehende Aenderungen in Kraft ge⸗ reten: 1) Der erste Satz der Ziffer 8 ist wie olgt zu ändern: „Die kombinirbaren Rundreise⸗ illete werden während des ganzen Jahres ausges jegeben“; 2) Ziffer 4 ist wie folgt abzuandern: „Die kombinirten Rundreisebillete haben eine Gil⸗ tigleitsdauer von 45 und bei Rundreisen von über 2000 Km. von 60 aufeinander folgenden Tagen, den Tag der Abstempelung mitgerechnet. Vermischtes. x Bei dem Parisser Geschworenengericht er⸗ zignete sich am 16. September der seltsame Fall, daß die Sitzung um drei Uhr Nachmittags noch nicht eröffnet werden konnte, da es an Geschworenen ehlte. Von den 40 ausgeloosten Geschworenen ür die Schwurgerichtspeciode der zweiten Hälfte des September waren 17 am Sitzen verhindert aus den verschiedensten Gründen: J todt, 1 verschwun⸗ den, 4 krank, 1 schreib⸗ und leseunkundig u. s. w. 25 Ergänzungsgeschworene wurden darauf frisch nusgeloost, und die Gendarmen sezten sich nach illen Richtungen in Bewegung, um die neuen Beschworenen herbeizuholen. FGeschenk an den General Sala— manca. Der spanische General Salamanca, von dessen Existenz zwar bis jetzt außerhalb Spaniens vohl Niemand etwas gewußt hat, der aber offen⸗ zar, wie seine heldenhafte That, die Zurücksendung eines preußischen Ordens, zeigt, eine ebenso durch nilitärischen Takt wie politisches Verständniß her⸗ orragende Persoͤnlichkeit ist, wird voraussichtlich vohl kaum Gelegenheit haben, mit seiner Drohung, ich anstatt des preußischen Ordens im Kriege gegen die derhaßten Deuschen einen andern zu verdienen, krnst zu machen. Das hat bei einigen lustigen sürnbergern recht großes Mitleid erregt. Und um ihm Gelegenheit zu geben, seine Tapferkeit jegenüber deutschen Soldaten zu erproben, haben ie in feierlicher Sißzung den Beschluß gefaßt, dem Beneral eine Sendung wirkliches deutsches Militär irelt nach Madrid zu senden, Infanterie, —XXC Artillerie, sogar die Pioniere und der Train sollen nicht fehlen — freilich Alles nur in Blei. Die Sendung ist bereits abgegangen und wird mittler veile wohl in des Deutschen fressenden Generals Ddande gelangt sein. Vielleicht har er die armen Beschöpfe bereits sammt und sonders massakrirt. *ar die Redaltion verantwortlis: F. X Demeß. F Schiffe bericht ⸗er Red Dar ues. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt · Pafsage · Agentur St. Ingbert. Antwerpen, 12. September; der Postdampfer Wefternland“, Capt. Randle, ift nach New⸗ York a bgegangen. RewePYork, 12. September; der Postdampfer Noordland“, Capt. Nickels, ist nach Antwerpen abge⸗ angen. J ja ———* erpen, 16. September; der Postdampfer „Nhynland“, Capt. Jamison, ist von New⸗ Vork ange⸗ ommen. Philadelphia, 17. September; der Vostdampfer Switzerland', Capt. Buschmann, ist von Rew⸗Port an- Jelommen. J * RBew-⸗PYort, 18. Septembet; der Postdampfer Waesland“, Capt. Ueberweg, ist don Antwerpen ange⸗ ommen. Schisssbericht der Red Star LSine leitget heilt von dem Agenten Hermann La nr, St. Ingbert. Der kgl. Postdampfer, Waesland“, Kapitän Ueberweg, velcher am 5. September von Antwerpen abging, ist am 7. September wohlbehalten in New⸗York angelommen. Bekanntmachung. Für das Studienjahr 188586 haben sich auf dem unterfertigten Subrek. orate anzumelden: a. am 28. September vormittags von 9-2.11 Uhr diejenigen Schüler welche aus der Volksschule, dem Privatunterricht oder einer anderen An—. stalt in die hiesige Lateinschule eintreten wollen. Dabei ist Geburts- und Impfschein, sowie das letzte Schul⸗ resp. Studienzeugnis vorzulegen. h. am gleichen Tage von 11212 alle übrigen Schüler. Die Nachprüfen⸗ den haben ihr letztes Jahreszeugnis beizubringen. Wer in die untersie Klasse eintreten wil, muß das 9. Lebensjahr voll endet haben und sich über ein genügendes Maß von Kenntnissen in der * gion, im Deutschen und in der Arishmetik ausweisen. Die Aufnahms—- ig Nachprüfungen werden am 29. u. 30. September abgehalten. Vorbehaltlig der Genehmigung höchster Stelle wird mit Beginn des Studienjahres neben der IV. u. V. Klasse der Lateinschule hergehend ein Realkursus errichtet in welchem die vom griechischen Unterricht dispensierten Schüler zur erhohten Teilnahme am arithmetischen resp. französischen, Zeichnen u. naturgeschichtlichen Unterricht herangezogen werden. Das Absolutorium der 2 Abteilungen dieses Weauuurses gewaͤhrt nicht nur die für das praktische Berufsleben notwendigen allgemeinen Kennmiisse, sondern ermöglicht auch den Eintritt in den III. Qurt des Realghmnasiums. St. Ingbert, den 20. September 1888. U Königliches Subrectorat Rarmni e IL. ) 2 —2 Kagl. Kreisbaugewerkschule Kaiserslautern. Gestern Abend 6 Ubr verschied plötzlieh in Folge bi nes Schlaganfalles berr Gustav v. Kraemer., Reiohsrath der Krone Bayern, im Alter von 57 Jahren. — Im Namen der Familie Oscar Krgemee. St. Ingberter Fisenwerk, 21. September 1885. Die Beéerdigung findet morgon Nachmittas 4 Uhr vom Sterbehause aus statt. Todes-Anzeige. Theilnehmenden Verwandten und Freunden bringen wir die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Christian Oberkircher sen. zeute Nachmittag 123 Uhr im 75. Lebensjahre durch einen sanften Tod erlöst wurde. St. Ingbert, den 20. September 1885. Für die tieftrauernd Hinterbliebenen: SCHhSIMSEiSCtGV, Schwiegersohn. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. September, Nachmittags 2 Uhr statt. Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbtreibender im Bau⸗ und Kunstge— werbe. Beginn des Unterricht 188586 Montag den 2. November im Gebäude des Pfälz. Gewerbe⸗Museums in 5 mit Werkstätten verbundenen Fach— abtheilungen; Dauer von November bis Ende März. Als Bauschule für Maurer, Steinhauer. Zimmerleute, Dach⸗ und Schieferdecker, Mosaik- und Cementarbeiter; als Modellirschule für Modelleure, Stuccateure, Sandstein- und Marmorbild⸗ — Töpfer u. dergl.; als Schule für Holzarbeiter, für Dreher, Bau⸗- und dinder der Cheleute Preßmann als Kunstschreiner, Holze und Elfenbeinschnitzer; als Schule für Metallarbeiter fin ẽrben ihres Vaters. Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler und Metallschläger, Gold; und Silber— Ilj. Tapitalauftündigung vom 17 sarbeiter, Eisen. und Gelbgießer; als Malschule für Zimmer⸗ und Decorations ieses Monats, wonach die Schuldnersmaler, Porzellan- und Glasmaler, Stoff · und Mufsterzeichner, Lithographen u. mufgefordert werden, das Capital binnensdergl. Der Unterricht ist soweit nöthig theoretisch, sonst vorzugsweise praktisch — Zeichnen und Entwerfen, auch in der kunst⸗ und stilgerechten iber sofort zu bezahlen. Ausführung unterrichtet wird. Im Sommer Fortsetzung desselben, wenn der St. Ingbert, den 19. Sept. 1883 Schüler als Lehrling oder Arbeiter in die Lehrwerkfstätten des Pfälz. Gewerbe— Der Gerichtsschreiber museums tritt. Vorgeschriebenes Alter 15 Jahre, Dispens nur mit spezieller des königl. Amtsgerichts: Benehmigung. Inscription unter Vorlage amtlich beglaubigter Schul⸗, Lehr— Krieger, kESekretär. und Leumundszeugnisse Samstag den 31. Oktober von 9 bis 12 Uhr Vor— ——— mittags und 4 bis 6 Uhr Nachmittags. Schulgeldbetrag 20 Ml. nebst 10 Mk Einladnng. LEehrgeld gelegentlich der Inscription zu entrichien. Befreiung auf Grund 26 434 ines Dürftigkeitszeugnifses. Lehrprogramm und Statuten bez'ehbar durch di— Die Mitglieder der städtischen Tascher'sche Buchhandlung Kaiserslauiern gegen portofreie Einsendung von 40 Pf FZeuerwehr, des Krieger⸗ un *A&gl. Rettorat: des Landwehrvereins G verden hiermit eingeladen, sich a— — — deichenbeganiße des Herrn — 5 In Awoibruoker Pferderennen. T de , Rorgen, Dienstag Nachmittag 4 Uhr Pfer e⸗ ar u betheiligen. m . Antreten um 3 Uhr: der Feuerwehr am Stadthause des Kriegervereins an der Wohnun des J. Vorstandes des Landwehrvereines am Stadt⸗ hause. das Commando der feuerwen Die Vorstände dos kKrieger-u Landwehrvereines. J. Neymann. H. — Landwehr-Verein. Heute Abend 8 Uhr außeror⸗ dentliche i Versammlung bei Wittwe Mayer. Um zahlreiches Erscheinen wird ge⸗ beten. Deffentliche Zustellung. Auf Anstehen von Philipp Gott⸗ mann junior, Kaufmann in St Ingbert, werden hiermit der Anna Preßmann, ledig, groß⸗ ährig, gewerblos, früher in St. Ing⸗ hert, jeßt angeblich in Paris wohn⸗ haft, Tochter des zu St. Ingbert vohnhaft gewesenen und verlebten Bergmannes Rikolaus Preßmann und dessen zur Zeit in Metz wohnenden Wittwe Catharina Grund — als Mit⸗ erbin am Nachlaß ihres Vaters folgeude Aktenstücke öffentlich zugestellt. J. Obligation mit Hypothel, errich⸗ et vor demnk. Notar Horn zu St. Ingbert am 10. Januar 1870 zwischen dem Requirenten als Gläubiger und den Eheleuten Nikolaus Preßmann als Solidarschuldner, inhaltlich weicher Urkunde Eheleute Preßmann an Gott⸗ mann 200 Gulden, verzinslich zu 50, inter solidarischer Haftung zu schulden zekennen, Zahlung nach vierteljähriger Zündigung versprechen, folgende Liegen⸗ schaften verpfaͤnden, naͤmlich: 1. Plan Nr. 172, 1 Dezimale Fläche, enthaltend ein Wohnhaus jebst Hofraum und allem Zube⸗ jör, gelegen zu St. Ingbert im dirtened neben Heinrich Reidel⸗ fiürz und Jacob Ochs Wittwe, dann Plan Nr. 4015, 48 Dezßi⸗ malen Acker hinter Hobels, VBann —AV Ehrhardi ⸗Jochum und Georg Sieinfels; Ehefrau Preßmann endlich den Glaͤubiger in die ihr gegen ihren Ehemann zustehende Legalhypothek subrogirt. iJ. Vollstrecungstlausel, ertheilt dem Bläubiger durch den k. Notar Kemmer sier, am 23. Juni l. Is. gegen die 7 — — Obstausstelung mit Obstmarkt. J Vom 26. bis 29. September 13835 findet die diesjahrige Obsi⸗ 5 An ämmtli en alzi en Ba n ationen ndet die Ausgab⸗ aussiellung, verbunden mit Obstmarkt, in der stadtischen Judiheuehon ermäßigten a nnne Dee e 8 zum Rennen u A Dei sowie die Verlanstpeehen sind bis mu eee e e enee ieselden Ginakeit zut Das auszuftellende ie die Verkaufsproben find bis längstens reien Rückfahrt bis einschließli — Freitaa ven 25. September im Ausstellungslokale einzuliefern. g seset du einschtiehtich ah. Swlember Deuckk und Nersago yan und .22 Preise-Vertheilung am kgl. Landgestüte. den 24. September 1886, Morgens 8 Uhr: Preise— Donnerstag Vertheilung und Stutenmusterung für den Remonte— Zuchtbezirk Homburg · Zweibrücken · Pirmasens. it den 25. September 1888. Morgens 8 Uhr: Militär⸗Remoni— reitag die vet e me 2 den 26. September 1885 erde⸗Mar Morg Samstag um 8 Uhr: Mußsierung der Pferde fuͤr die Landgestüts— Preise⸗Vertheilung. » 4 Samstag Nachmittag halb 8 Uhr: Versteigerung von Gefun pferden; Ankauf von Pferden zur Verloosung. Abends 8 Uhr: Reunion im Saale des Zweibrücker Hofes. z hofe: 8 wmiliahe 3 den 27. September 18853. Im Gestütshofe: Vo Sonntag 10 Uhr: Vorführung der Beschäler des kgl. — der Pfalz.“ Vormutags 11 Uhr: Preise⸗Vertheilung de⸗ gu Landgeftuͤtz. 12 Uhr: Umzug der pramiirten Pferde. Reagminags 8un Pferde⸗Nennen auf dem Exerzierplatze. NB. Nach dem Aene wird die vollstandige Musik des kgl. bayer. 18. Inf.Reg. von balb 8 in den Tivoli⸗Lokalitäten concertiren. sech — fenllch den 28. September 1885, Nachmittags hr: Oe Montag Verloosung von Pserden, landwirthichaftlichen und anderen Gegenstanden. — — 2532 — J— 23255 * . —— 2 2 — 2. 87 2. 8 —— 238 5 — * 5253535 55258* 378— 77 — — 235 8 — 7522 72* 23288 252 —F — — — 523 87* — — — —E ——— 35325 — 225 ——— —X 38 3883 ————— 87 7 2 * — — 2133 2837 —8 325 —8 33 * 558 2082 2 82 * 558583* ;—5—28 —— * —— 63 23 * 2 ß5 — 2. . — 8 * * — —28 3 5288 — — * —A z25225 —— —— 3588 —— 23 52. 3 — 35 24 73 328 358 325 * 3535344 — —555 — 2 — —— 387 25 2 335338 “338 —z — — ——— 223 3 28 3225 — M ——— D E .2 —— 2 * ——— * 8 — 2* 2 2 T —S— 55* — 2 25 338335* — 3 2 XX * — 25 —— 8 5335337 — * 3 — —— — ——— s — 25 * 523 2 25328 — 5* — S 225 5* 5* 353357 833* * * — —— — * z25 2 —3 3—383 3B 2535 — —X 57 5 — A 35. 252 —* — 389 — * — 5 * 22 * ** * —“* 8 — 3 8 3 —— 2 2 5* —— — 7355 ** —3 —58 55 ——— 55 32 32 8 ies7 2 — 258 2837 5333 —— —— 8 3 2 —D — 5538588 * 753 * * 25335 * — —— — — 8538 2B5 S — 3 — 22 — —— — 2 S * — 7 28* — 32*5 2 — 2 * 5 39 — 8 — * 254 E 0** 2* 333333 — 2* 5 z333 — 382583 — ?— 3 A * käͤ— ——— * 7* — 5353 58 ——— 33835 z—58 3 5— 33 2 5*—8 2 55— — 8 z258288* S —* —8 *355 223 — 8 58 * 75— 8 588 288 55533* —A —— 36 83 555 ——— — * 5 —e 38 58 358 2555 — 3 ——— — 5 5* — 232 — 533353 8 — — 2 2 55* 33538 — —— 35535 5228 e — 38 e S —* — 5* 7 33355828 432 — 13338 —X— —— 85 2 33 588 28325 272 * —53 ** 588 2 23835* — 2355 222 S * 388 — * 3 228* 8 825 32 —533 5335 58 *52 — 5 558 e 53 22 — — 3 — —A * 556 * 28 2 523 2 —z228 5 ——— —A —5 J 53352 2 — ——— — 25 288 2857 ——— 5* — 5z25 — 5 5 28 — ———— 8 328 A —s32 * 5 8 —A— 8 —m5583 3* —9 z *5 * A 23 25 933 5 — —A — ——— 2 23 — *ẽ 22 33335 —E 52 82 — —xX —A— 58.8 o —833 333. 2 * 333 —— ——— * 2 2 25 —— — 2 6 2 52552 32238 532358 8 0* 28 —— ——— 5577 3 — ——— ——— V S * 5 3 8 —— — 527 25538 323* — * — 7 — 23 535 3337 25345 2 —— 5332*5 — 332 —— * —A 8 22 —— E * * — — 22 5 * 8 X3 — 2 27 2 * 2* *i —T * 2 —A —* — —— — — 3 — — — W 22 z55 E — — 55 2 — — 25 5357 8 — 53 p 22 — — ** * 2. * * 5 —2 — — 5 S.. —— 255325 55 —— 548 — 58 3235* eta * A —* 823* 35 — ——* 3 5 * 3 35335* —* 35558 * —— 5 2 * 52 — 2 3 237 2 — 388 E * 553355 — — — 2 S 8* 2 —A— 2 — 28 2 * 7528 —— s323553 — 2 58 * 353 2 *58 J 522 O — 3353258 235 — 5228 5 55 * —7 125 * 5* — * — — —W—— 5*8 —— — 58 — 2* 55538338 ——— 53 —— — *388 738 28 —— * 5385 2 5 27 28 5 —A — * 2 353 52 * 255 558 O 53555 — —2 25 22388* ——— 32535 — ——— 4 5 232 5525 — — 5 2 7 23 — — *2 22 52* F —— — *8 — 2* m 24 53 * 22 72 — 253 2287 * * 3533 9 — 2 — — — ** —— 2538 * 2* — * ã 8564 83 57 * * 5.2 — —8 *—38 —588 2 7 * —*:⁊ 336583 5 — —— 2 — — 2 222 * e 522 2 s53 — 2 ——— *25 2 2 223.52 — 35 222 2 8 * 8. 23—58 —* — 28 2.5 — 32228 ** *55 558 — 78 5 22 33*358* * * —* — — — * 2 * W 75552* 23 2 2* 2* 5* 38 —2 * —*5 — 2 * »2 * — * 5 2 — 2 m * * 8 5 — —* — ———— —— ag 2 8 — 8* 2 — — — — c̃ — 2* * 2* 2 * —— 23 —— * 2 — *25 A *z35* 52* 3 * 255 ⸗ 332 33 — 5 —— 53833 —— 78 *3 2 22 — —— *5*—* — * O. 235 5858 222 z24 8 3 5 8 — I z8 — S—24 55 255 — — Z 52226 3 —— — 8 27 25788 28 2 253 — —— — 2887 528 335— 2607 25* —274 5 ẽ 3 — 2 ——237 535 58 5323 35 323 28 * 8 32558 32 * 5 5* 4638 3; 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Intherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ Jan und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 4 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 75 H, einschließliv d A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 , Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrüclung wird nur dreimalige berechnet. Dienstag, 22. September 1888s. 20. Jahrg. —* J nen und dem englischen Botschafter. Auch Serbien zinladung zum Abonnement. vird je ncg der Haltung der Pforte sein Militär nuür das mit dem 1. Oktober nächsthin beginnende onzentriren. J. Quartal erlauben wir uns hiermit, ergebenst zum bonnement auf den wöchentlich 3mal — zweimal zit Unterhaltungsblatt und Sonntags mit illustrirter, jeitiger Beilage -— erscheinende „St. Ingberter Anzeiger“, miliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert, mzuladen. Der Abonnementspreis bleibt erselbe wie bisher. Der „St. Ingberter Anzeiger“ wird nach wie or über die politischen Ereignisse möglichst rasch nd rein objektiv, unter Ausschluß allen Parteige⸗ inkes, berichten und daneben den lokalen und rovinziellen Verhältnissen ganz besondere Beachtung denken. Für die Unterhaltung bringt er in seinem nterhaltungsblatte und in der illustrirten Sonn⸗ gsbeilage eine teiche Fülle spannenden und an⸗ genden Lesestoffes. Neubestellungen sowie die Erneuernng es Abonnements bitten wir gefälligst? bald wirken zu wollen, damit in der Zustellung des lattes keine lästige Unterbrechung eintritt. Alle l. Postanstalten und Postboten nehmen Bestell⸗ ugen entgegen, sowie ferner die Expedition des lattes und die Austräger desselben. Bemerkt sei och, daß allen Abonnenten, die das Blatt durch qhere Austräger zugestellt erhalten, dasselbe auch a neuen Quartale fortgeliefert wird, sofern nicht r Schluß dieses Monats Abbestellung erfolgt. zIndem wir noch den „St. Ingberter Anzeiger“ „ wirksames Inserationsorgan für hier und Um⸗ egend in empfehlende Erinnerung bringen, zeichnen Hochachtungsvollst Redaklien a. —A es „Dt. Ingberter Anzeiger.“ Ausland. Wien, 20. Sept. Der bisherige Gouverneur Ost⸗Rumeliens, Gavril Pascha, wurde von der previsorischen Regierung, an deren Spitze ein Herr Namens Stransky steht, in Gewahrsam genommen. Wien, 20. Sept. Die gesammte Wiener Bresse beschäftigt sich heute mit den bulgarischen horgängen und drückt einstimmig ihre große Ueber⸗ aschung, aber auch ihre Besorgnisse wegen der veiteren möglichen Konsequenzen aus. Daß die Pforte mit Waffengewalt Ostrumelien zurückzuneh⸗ nen versuchen sollte, wird nicht geglaubt. weil dann die europäischen Mächte ihr gewiß in die Arme fallen würden. Uebrigens liegt noch keine Meldung darüber vor, welche Haltung die Pforte inzunehinen gedenkt. Mehrere Blätter verweisen auf Bosnien, andere auf Macedonien und Griechen⸗ land, und besorgen eine Rückwirkung auf diese Länder. Während Einige vermuthen, die Revolution sei in Kremsier vereinbart oder doch als statthaft hezeichnet worden, glauben Andere, keine Groß⸗ naͤcht, auch Rußland nicht, habe die Hand im Spiele gehabt, sondern die Vereinigung beider Bulgarien sei einsach in Sofia und in Philippopel hon nationaler Seite vorbereitet und durchgeführt vorden. Von letzterer Annahme scheint man in imtlichen Kreisen zu wünschen, daß sie geglaubt verde, denn Berichte von guter Seite melden, Fürst Alexander sei vor die Wahl gestellt gewesen, ent⸗ veder sich unverweilt an die Spitze der Bewegung zu stellen oder sofort abzudanken. Wie geschickt zas Ereigniß inscenirt war, beweist die Thatsache, zaß die Erhebung vorgestern gleichzeitig in ganz Dftrumelien zum Ausbdruch kam und überall im »orhinein Männer zur Uebernahme der Leitung der Beschaäfte defignirt waren, und somit auf ein ge⸗ Jegebenes Zeichen allenthalben in gleichem Moment n Aktion treten konnten. In Bulgarien selbst var gerade die Miliz zur Waffenübung versammelt. also zur Hand. Als die Seele des Unternehmens vird der dulgarische Minister Karawelow bezeichnet. der ostrumeusche Gouverneur Gavril (Christi) hascha war seit Wochen in Konstantiopel. Wäh⸗ end seiner Anwesenheit wurden in Philippopel die letzten Vorbereitungen getroffen. J wWien, 21. Sepi. Aufsehen erregte hier ein Artikel des in Sofia erscheinenden Blattes „La Poix de la Macedoine“ über angeblich von Moha⸗ nedanern verübte Greuelthaten. Das Blatt ver— angt die Vefreiung der mecedonischen Bulgaren nit Hilfe der „freien“ Bulgaren, eine Forderung. deren Erfüllung einen neuen Krieg auf der Balkan⸗ jalbinsel entzünden werde. Petersburg, 20. Sept. Die gesammte Residenzpresse bezeichnet die Vereinigung Ostru⸗ neliens mit Bulgarien als längst unvermeidlich zeworden. Dieselbe jubelt, daß nunmehr endlich zies Ereigniß geschehen und deutet an, daß der Fall wohl schon in Kremsier in Betracht gezogen vorden sei. Von der formalen Seite sei wahr⸗ cheinlich, daß zwischen Rußland einerseits und Desterreich⸗Deutschland andererseits ein Einverneh⸗ nen bestanden habe, wonach die Vereinigung Ru— neliens mit Bulgarien das Gleichgewicht abgeben olle für eine Einverleibung Bosniens und der Herzego⸗ vina in Oesterreich. Die „Nowoje Wremja“ wirft sierbei die Frage auf, ob diese ins Rollen gekom⸗ nene Lawine an den Grenzen Macedoniens stehen — Deutiches Reich. Munchen, 20. Sept. Wie wir hören, ist nan im Finanzministerium von der Absicht, mit mem veränderten Malzaufschlaggesetz vor je Kammer zu treten, abgekommen, und kann nun⸗ uhr als feststehend mitgetheilt werden. daß der inanzminister im Finanzgesetz den Antrag auf otterhebung des Malzaufschlags in der bisherigen dhe einbringen wird mit der gleichzeitigen Forder⸗ ng einer Siabilisierung derselben. — Die Mehr⸗ rderungen dür Universitätszwecke werden nicht un⸗ hebliche sein; nebea dem Postulat für ein Kol⸗ dienhaus in Erlangen wird eine der Ziffer nach ervorragende Rolle das Postulat für Erbauung mes physikalischen Instiuis in München bilden, ulcher Bau die Voraussetzung für die Berufung ner ausgezeichneten Lehrkraft sein würde. Berlin, 21. Sept. Der Reichskanzler hatte use Nachmittag eine Besprechung mit dem anischen Gesandten, Grafen Benomar. Außer gland hat jetzt auch Italien der spanischen egierung die Annahme eines Schiedsgerichts upfohlen; es verlautet übrigens, daß die fran⸗ ische Regierung ein Gleiches gethan habe. Die uwesenheit des Reichskanzlers in Berlin ist nchaus nicht in Folge der Karolinenfrage veranlaßt; ut Hierherkunst stand schon lange, ehe diese age auftauchte, fest. Bismarcd gedenkt sich Mitte er Woche nach Friedrichsruhe zu begeben. Berlin, 21.“ Sept. Einer Privatdepesche Borsen⸗Koutiers“ aus Wien zufolge, konferirte erbische Konig gestern in Wien lange mit dem ner des Aeußersi. Kolnoky. mit dem russischen * bleiben werde. Wenn nicht, so erhebe sich für Rußland die große Frage betreffs des Schickals von Konstantinopel. Die Annahme ist hier allge⸗ nein, daß sich die Vereinigung mit vollster Zu⸗ timmung der Großmächte vollzogen habe, und dem⸗ gemäß die Gefahr schwinde, daß die Türkei ihre zisherigen Rechte mit Waffengewalt wiederherzu⸗ tellen versuchen werde. Fürst Alexander habe icherlich nicht umsonst seine jüngste Reise gemacht und den russischen Minister von Giers noch in Franzensbad besucht. Petersburg, 20. Sept. Das „Journal de St. Petersburg“ schreibt: Dank einer kühn an⸗ gelegten und geschickt geleiteten Verschwörung ist das General⸗Gouvernement von Ost⸗Rumelien ge⸗ stürzt worden. Wir haben in diesem Augenblicke nur eine Bemerkung zu machen: Bei der Wichtig⸗ keit des Ereignisses erscheint es angezeigt daran zu zrinnern, daß die politische Organisation, an wel⸗ her die friedliche Revolution von Philippopel so⸗ eben gerührt hat, das Werk des Berliner Kongresses, das heißt der Mächte ist. An diesen also ist es, die entsprechenden Erwägungen eintreten zu lassen. Madrid, 20. Sept. Nachrichten aus Manila zufolge hat der Kreuzer „Aragon“ auf den Palaos- Inseln spanische Garnisonen installirt; bei der Insel Yap befänden sich zwei spanische Dampfer. — —— Lokale und pfälzische Nachrichten. — Gegenwärtig treibt fich in der Pfalz, vie die „Pf. Ztg.“ berichtet, besonders in Pfarr⸗ säusern, ein Schwindler umher, der sich bald als daufmann, bald als Student u. s. w. vorstellt ind auch für verschiedene Fälle verschiedene Papiere hesitzt. Alter: 20 Jahre. Höhe: mittelgroß. Aeußeres: grauer Anzug und kleines Hütchen. — Besonders beachtenswerth für Land- vehrmänner erscheint folgende reichsgerichtliche kntscheidung: Landwehrmannschaften, welche zum Dienste einberufen sind, stehen an dem ganzen Tag, in welchem ihre Entlassung erfolgt, unter den Militärgesetzen, so auch ber Kontrolversammlungen. Hervorgerufen wurde die Entscheidung dadurch, daß ein Landwehrmann auf der Nachhausefahrt von der tontrolversammlung sich im Eisenbahnwagen ab⸗ fällig über die ihm dabei zu Theil gewordene Be⸗ dandlung äußerte, wodurch sich der betreffende Offi⸗ zier beleidigt fühlte und die Bestrafung des Land⸗ wehrmannes beantragte. — „Die Heimath', (pfälzisches Sonntags⸗ dblati). Nr. 51 enthalt: Gedächtnißtage. Einst. Eine Verlobung mit Hindernissen. Schreckenstage. Die Schlacht am Hasenbühl. Hervorragende Pfälzer. — Rundschau im Pfälzer Land. Blätter und Blättchen. In's Merkbuch. Brieflasten. — Der seit dem 8. August wegen Verdachts der Brandstiftung in seinem Elternhause verhaftete Heß don Alschbach ist aus der Untersuchungshaft wieder entlassen worden. — Zweibrücken, 18. Sept. Unsere dies⸗ jährigen Pferderennen versprechen wieder recht in⸗ eressant zu werden, denn die Nennungen sind ganz besonders zahlreich eingelaufen. Zum Eröffnungs⸗ rennen find bis jetzt 5, zum Ofsiziers Hürdenrennen 10, zum Jagdreiten 9,. zum Offiziers⸗Jagdreiten 13 und zur Stéeple chase 14 Pferde angemeldet. — Rodalben;, 17. Sept. Es ist nicht selten der Fall, daß junge Leute aus Eifersucht in AVVV endiat. Bei unsecer Kirchweibe war es jedoch anders, es rauften sich drei Mädchen um einen ungen Mann; für den betr. Burschen muß es ein chwieriger Standpunkt gewesen sein, welcher von en holden Kampferinnen er seine Gunst zuwenden woslle. 6G. A.) — Herr Oekonom Schmidt auf dem Deutsch⸗ hjo fe vertaufte vor. Woche 3 Zir. Hopfen zu 50 Mark per Zentner nebst 10 Mark Trinkgeld. — In Mannheim wurden für Primawaare 60. Se⸗ Umda 45, Tertia 37 Mtk. bezahlt. Speyer,17. Sept. Dem ESchiffer August Kief ist heute früh 10 Uhr auf dem Rheine rin großes Unglück zugestoßen· Derselbe wollie eine Ladung Sieine aus der Gundschen Ziegel⸗ fabrik hier nach Worms transportieren. Bei Al⸗ ripp kam ihm ein Dampfboot der Gesellschaft Tifch aus Mainz nach, welches, trotz strompolizei⸗ licher Vorschrift, so stark fuhr, daß Kief mit seinem Nachen perschlagen wurde und sofort sank. Die Maunschaft, bestehend aus 4 Personen, konnte sich sur mit der großten Lebensgefahr retten.“ Der Nachen mit Geschirr, ohne Steine, ist im Werthe bon ungefähr 1000 Mt. und wird die Gesellschaft Tisch dafür auflommen müssen. 2 Grünstadt, 17. Sept. Gelegenilich des letzte Woche siatigehabten israel. Neujahrsfestes wurden von der Post hier sehr viele Einwohner hon hier bei Empfang von Graͤtulationskarten mit Strafporto bedacht; es waren nämlich diese Karten, welche mit Dreipfennigmarken beklebt waren, von den Absendern beispielsweise Herr und Frau N. N. mit Familie beschrieben worden. Diesen letzteren Zusaß nun fand die hiefige Post für unstatthaft ind velegte die Empfänger dieser Karten theils mit õpfq. Strafe und solche in Kouverts aber offen mit 17 Pfg. Ein hiesiger Bürger, der Gewißheit haben wollte, sandie seine Karten an das k. Ober⸗ postamt Speyer und erhielt den Bescheid zurück. daß fragl. Strafporto nicht zu erheben und von der Post wieder zurückzuer statten sei; in Folge dessen werden hier sehr viele Empfänger solcher Karten bei der Post um Rückhzahlung von Strafporto vor⸗ stellig werden. Ludwigshafen, 19. Sept. Seine tönigl. Hoheit Prinz Luitpold haben Seine Excellenz den kgl. Regierungsprasidenten der Pfalz, Herrn Staaisrath d. Braun gebeten, —XXVB für den freundlichen Empfang in der Pfalz allen Hetheiligten auszusprechen. Se. Excellenz haben in folgendem Erlaß den erfreulichen Auftrag erfüllt: Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold von Bayern waren von der begeisterten Aufnahme waährend Höchst Ihren jüngsten Aufenthaltes in der Pfalz und von den aͤllenthalben so warm und herzlich dargebrachten Beweisen rührender Anhäng- uͤchieit und wahrer Loyalitat tief ergriffen. Die er⸗ hebenden Kundgebungen sowohl in den Stäadten Speyer, Kaiserslautern, Zweibrücken und Ludwigs⸗ hafen, als auch in den von Sr. Koͤnigl. Hoheit nur durch einen kürzeren Aufenthalt beehrten oder Jüchtig berührten übrigen Orten haben Höoͤchst Dieselben als ein beredtes Zeugniß der treuen und ergebenen Gefinnung der Pfalzer Bevolkerung hoch rfreut. Mit bewegten Worten haben mir der Prinz bei Hoͤchst ihrem Scheiden aus der Pfalz ju eriennen gegeben, wie wohlthuend diese Bethatig⸗ ang echt patriotischen Sinnes gewesen und wie Sr. Kgl. Hoheit die schönen, in der treuen Pfalz verlebien Tage unvergeßiich bleiben werden. Se. Kgl. Hoheit haben mich zugleich beauftragt, Allen den innigsten Dank auszusprechen. — — — — paleinrosseln, 15. Sept. EKin Berg ibeiter der hiefigen Grubengesellschast hat sich auf die leichtsinnigste Weise heute wahrscheinlich um sein Augenlicht gebracht. Ihm verfagte ein Spreng⸗ chuß und sollte er deshalb ein neues Loch bohren ndladen. Wahrscheinlich war ihm dieses zu viel, veshalb er das alte Loch wieder zu einer neuen dadung herrichten wollte. Der in dem Bohrloche hefindliche Schuß ging aber los und beschädigte die beiden Augen des Unglüclichen so, daß er wahrscheinlich dlind werden wird. Er ist zwar ogieich in die Augenllinik des Herrn Dr. Hoͤderath nach Saarbrüdcen verbracht worden, allein man hat venig Hoffnung, dem Verunglüdten die Sehkraft u erhalten oder ihm wieder zu verschaffen. FIn eine nicht geringe Aufregung wurde or einigen Tagen ein Wachtmeister vom Dragoner⸗ Kegiment Nr. Y versetzt, als ihm ein Dragroner Bermischtes. zeiner Eskadron in aller Frühe meldete, sein Pferd ei aus dem verschlossenen Stalle verschwunden. die sofort angestellten Nachforschungen blieben er⸗ olglos; schließlich wurde der Stall, in dem das gferd gestanden, nochmals einer genauen Revision interzogen und machte dabei der Wachtmeister die 5nideckung, daß die Vorderbeine eines Pferdes durch ie über dem Stalle befindliche Bodendielung her⸗ orragten. Auf dem Boden angekommen, fand nan das Pferd in einer sitzenden Stellung, mit en Vorderbeinen durch die durchbrochene Dielung leckend. Wie jetzt das Pferd herunterschaffen ?* ragte der Wachtmeister die inzwischen herbeige⸗ ilten Unteroffigiere und Dragoner, da ein Herab— assen des Pferdes wegen der eng aneinander lie⸗ jenden Balkenlage nicht ausführbar war. — Rath⸗ os standen sie da, keiner wußte einen guten Aus⸗ beg. Plotzlich tönte es aus der Mitte von einem Dragoner: „Dach abdecken.“ Im Nu war auch in Theil des Daches abgeriffen, das Pferd wurde ebunden und⸗ mit Obergurten und Stricken au einer Zeitenwand heruntergelassen, bis es ohne Verletzung ind wohlbehalten auf dem Erdboden anlangte. Das gferd hatte sich in der Nacht vom Halfterstrick los⸗ erissen, in auf der vom Stalle aus nach dem zutlerboden führenden 16 Fuß hohen, steilen, chmalen Treppe heraufgeklettert und hat fich dort in dem daselbst lagernden losen Hafer gütlich gethan. dassen wir den Vorfall als Beweis dafür gelten, peich hohen Grad die Ausbildung unserer Cavallerie⸗ Bferde im Klettern erlangt haa. Saargemund, 20. Sept. Der Lehrer gauer in Keskastel hat in diesem Jahrgange von 0 Bienenstöcken 15 Centner reinen Schleuderhonig sewonnen. Der Ernteertrag hätte noch gesteigert berden koͤnnen, wenn die Zahl der Bienenbevölke⸗ ung nicht von 50 auf 80 gebracht worden wäre. 7 Metz, 18. Sepi. Auf dem Lothringer Fisenwetken in Ars ist der Betrieb fast gänz ich eingestellt. Während im Anfange des Jahres —E— ind 24 Puddelöfen in Beiriebe standen, und nach »er ersten Kündigung vor 6 Wochen noch 12 Oefen n Thatigkeit blieben, ist jetzt der Betrieb auf 4 Zuddelöfen reducirt. Von den 3 Hochöfen der Verke ist nur noch einer, von den 14 Schweiß⸗ fen nur noch 2 in Betrieb. Die Gießerei St Jenoit ist seil vorgestern geschlossen. Die Gesammt⸗ ahl der auf dem Werk verbleibenden Arbeiter be⸗— rägt 150, nachdem 250 Arbeiter und 10 Ober—⸗ neister durch die gestrige Kündigung zunächst brod⸗ os geworden sind. Die Kündigung wäre nicht ollzogen worden, hätte die Geschäftslage für die zächste Zukunft Besserung verfprochen. In welch! eigenthümlicher Weise manche Leute hr Geld aufzubewahren pflegen, dabon ein Beispiel. im Mittwoch Abend wollte in einem Karls⸗ duher Kaffee ein, dem Gefolge des Kaisers an⸗ ehörender Herr sich entfernen, konnte aber seinen dut nirgends finden, weßhalb er schließlich ge⸗ wungen war, einen fremden Hut mitzunehmen. Als er denselben am anderen Morgen des Nahern esichtigte, schaute ein Papier unter dem Schweiß⸗ eder hervor und waren unter diesem bei naherer Antersuchung — wer beschreibt das Erstaunen des xroviforischen Hutinhabers — zwei 50. Markscheine »erborgen. Bis jetzt konnte der wirkliche Eigen⸗ hümer des inhalischweren Hutes, allem Anschein nach ein Fremder, noch nicht ermittelt werden. FHalle, 19. Sept. Der im Hochverraths- zrozeß gegen Reinsdorff und Genossen mitverur⸗ heüte Schuhmacher Holzhauer erhängte fich in der siesigen Strafanstalt. 7 Bamberg, 15. Sept. Se. Maj. der dönig hat das Begnadigungsgesuch der im Ott'schen Nillionenprozeß zu drei Jahren Zuchthaus verur— irtheilten Gräfin v. Baudisffin abschlägig beschieden. Munchen, 17. Sept. Ein von den Ma⸗ obern nun zurückgekehrter Offizier hat mit Hilfe es Schrittzaͤhlers herausgefunden, daß er von Be— inn der diesjaͤhrigen Herbstübungen bis zum Hiedereintreffen in der Garnison rund 630 000 zchritte gemacht, also einen Weg don 500 Kilo⸗ neiern zuruckgelegt hat; es treffen auf den Tag m Durchschnitte 40 Kilometer; hiebei ist das hehen bei ileineren Dier stverrichtungen im Kanton ⸗ jement nicht in Ansatz genommen. pMunchen, 18. Sept. Se. Maj. der doͤnig hat genehmigt. daß fortan zur Feldausrlist⸗ ing aller Offiziere ein Revolver und zur Ausrüst⸗ ing der Offiziere der Stäbe sowie der fechtenden Truppen der Feldarmee ein Doppelfernrohr gehoͤren soll und daß ferner den Offizieren gestattet ist zußer dem Armee-Revolver M83 auch Revboldez mderen Modells zu führen und die Wahl d— Modells für das Doppelfernrohr sowie einer de nimmten Trageweise für beide Stücke freigegeben leitlt. fGoch ein Vermißter von 1870) Bor einigen Tagen wurde der Militärbehörde —A »em Ausbruche des Krieges gegen Frankreich im Jahre 1870 dort in Garnison stand. Er gehörie einer Zeit der ersten sechspfündigen Vatterie an Bei dieser machte er den Feldzug gegen Franlreich nit. In Frankreich geflel es ihm so gut, daß er ahnenflüchtig wurde. Er blieb in einem Orte be dijon und nahm hier Arbeit. Selbstverstänblich nußte er in den Reihen seiner Kameraden, welche eine Ahnung von der Flucht hatten, als vermißt zelten. Ob die Sehnsucht nach der Heimath ihn urückgeführt hat, oder — wie verlautet — er außz Frankreich ausgewiesen worden ist, wird die gegen hjn eingeleitete Untersuchung wohl feststellen. * 7 Bremen, 16. Sept. Der betreffende Dffizier, welcher beschuldigt wird, die Rettung eines in der Militär⸗Badeanstalt ertrunkenen Soldaten interlassen zu haben, trotzdem ihm dies, wie be⸗ jauptet wird, ein Leichtes gewesen wäre, muß fich dieser Tage deßhalb vor dem Kriegsgerichte veranb worten. Er hat übrigens bereits seine Entlassung Jenommen. Der Ertrunkene wat der einzige Sobr iner armen Wittwe in Stade. Audreas Acheubach, bekanntlich einet unserer großten Marinemaler und auch als Land⸗ schafter ausgezeichnet, soll der „B. B.-Ztg.“ zu⸗ 'olge bei der demnächst stattfindenden Feier seines fiebzigsten Geburtstages in den Adelsstand erhoben verden. Diese Art der Auszeichnung wird in ungster Zeit Künstlern und Gelehrten häufiger zu Theil. als es vordem der Fall war. Man erinner⸗ sich nur an Camphausen, Frerichs, Helmholz. Eameruner Spazierstöcke.) 20,000 Morgen Land hat eine Berliner Firma für 8000 MNk. in stamerun gekauft. Sie will dort Oliven inpflanzen, die zur Verfertigung von Stoͤcken be⸗ timmt sind. ꝓ Eine hübsche Scene aus der Kinder tube erzählte, wie die „T. R.“ berichtet, kürzlih ßrinz Wilhelm bei seinem Besuche des Kloster⸗ deiligengrabe im Kreise der Stiftsdamen. Der zreijährige Erstgeborene des prinzlichen Ehehaares, Prinz Friedrich Wilhelm, pflegte bis vor Kurzem allabendlich seine Puppe als Schlafkameraden mi in sein Bettchen zu nehmen. Eines Abends frag F die Wärtetin, welche ihn zu Bette bringt: Haben die Soldaten auch Puppen?“ — Nein, zie haben keine Puppen mehr.“ — „Was haben sie aber dann?“ — „Die Soldaten haben ein Bewehr!“ — „Danm will ich auch ein Gewehr haden.“. Mit diesen Worten warf der kloine Prinj hie Puppe verächtuch zur Erde, so daß sie zerbraqh Et schlaͤft seildem siets mit seinem Gewehr in Arm. Was ein Haten werden will.krümmt fih bei Zeiten J Man schreibt dem „Berl. Tgbl.“: Ihre It 36 beirachtet es als den Gipfel der —X wenn lachende Erben in eine Weinstube gehen stach meiner Ansicht gibt es noch viel absurder: Dinge. Z. B.: Denn ein Eskimo ein römisches Bad nimmt, ode. Wenn ein Rheinländer Walzer tanzt, oder Wenn der Kaiser Konigskuchen ißt, oder Denn ein Bagfisch einen Rabendater hat, oder Denn kin Frieche mit seinem datein zu Ende in oder Wenn Einer zweifelt, oder Denn ein Zimnmermann im Freien arbeitet, oder wenn ein dramose die engusche Krantheit hat, odn Denn Jemand einem entfernten Verwandien die Hand reicht, oder Wenn dine Muner ihre Tochter underwandt en blickt, odde n Wenn ein Bildhauer einem nichts abschlagen lan oder son Wenn ein Portraitmaler ohne Ansehen der Perso malt, oder uhre Wenn ich bie Leser noch weiter ad absurdum 8 4(heherrlich) In einer großen ve ainzialstadi stieg kürzlich eine Frau die a chweren Marktkorb trug, in einen Wagen ßferdebahn, in welchem alle Siztze been rin Herr stand auf, um der Frau seinen 8 uͤbieten, als sich ein anderer sehr dicker vordrangte und den freigewordenen Sitz einnahm. gIch bin der Dame zuliebe, aber nicht Ihretwegen nestanden“, sagte der erste Herr. Der Dide huͤch ruhig siten und erwiederte phlegmatisch ESchon recht, die Dame ist meine Fraus“ Die Kossten, die der dreißigstündige Aufent⸗ halt in Kremsier dem Wiener Hofe verursacht det, sind keine kleinen! Das ungeheure Schloß Futde gereinigt, neu möblirt und neu dokorirt, so⸗ pen dies alle zu benutzenden Räume bettaf. Die Hhatten wurden alle in jeder Weise in Stand ge⸗ ezt; der ungehenre Schloßhof in einen Garten mgewandelt. Von Wien aus wurden 500 voll⸗ jandige Betten, 60 Hofequipagen, 150 Pferde, sooo Teppiche aller Art, 400 Fach Gardinen nach zeemsier befördert. Außerdem 300 vollständige nůhstücks · Service , 7000 Paar silberne Vesser, Fabel und Loffel, 400 silberne und andere Kaffee⸗ sannen, 800 silberne und andere Theekannen, 10.000 Weingläser, 10,000 Teller, 1500 Fla⸗ schen der feinsten Rheinweine, 2500 Flaschen Roth⸗ pein, 3000 Flaschen Champagner, 8300 Flaschen verschiedene Liqueure, 200 Uhren200 pfd. Kaffee, 50 Pfd. Thee, 3 Zentner Zucker, 300 Pfd. Wachslichte, und dazu noch ganze Wagen⸗ ladungen voll Möbel aller Art, Bilder, Gemälde, Silbergeschirr, Porzellan und Küchengeschirr! Das anze Gefolge umfaßte beinahe 800 Personen —5* waren eine Feuerwehr und, wie bekannt, drei Musikkorps und die Mitglieder des Hofburg⸗ heaters (last not least) auf der Szene erschienen. fHaag, 17. Sept. Vor dem hiesigen Ge⸗ richtshofe gelangte heute der Prozeß der Jeanne Marie Lorette aus Brüssel, die angeklagt ist, den jopanesischen Geschäftstrager ermordet zu haben, zur herhandlung. Die Angeklagte legt ein vollständiges Gestäͤndniß ab, leugnet aber, mit Vorbedacht ge⸗ handelt zu haben. Eine große Anzahl Zeugen wird verhört. Das wichtigste Zeugniß ist das des Arztes Dr. Piepers, welcher der Meinung ist, daß die Angeklagte für ihre Handlungen nicht verant⸗ wortlich sei, da fie an Epilepsie und an ererbter Hysterie leide. Professor Donkersloot gibt die er⸗ erbie Hysterie zu, ist aber weniger pofitiv in seiner Meinung bezüglich der Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten. Morgen Fortsetzung des Verhörs und Plaidohers. Man glaubt allgemein, daß die Vrr 777775it ausgeschlossen wird. — f Paris, 17. Sept. Der „Temps? bringt heuie unter dem Titel: „Ein Ausflug nach Straß⸗ durg“ eine interefssante Beschreibung der Stadt, wie sie unter der deuischen Herrschaft vergrößert und verschönert worden ist, und widmet namentlich den Universitäts⸗Einrichtungen eine anerkennungsvolle Schilderung, ohne jedoch die militärischen und bür⸗ gerlichen Verhältnifse unbeachtet zu lassen. Die deutsche Artillerie scheint dem Verfasser, Herrn Ch. Rismer, nicht so gut als die französische zu sein, singegen erllärt er als verwegen, bezüglich der In⸗ janterie und Kavallerie einen Vergleich anstellen zu wollen. Von besonderem Interesse sind folgende Stellen: „Die Beziehungen zwischen den Straß⸗ durgern und den Deuischen beschränken sich auf das Unentbehrliche. Jeder lebt nach seiner Seite in. Die Offiziere haben ihre Kasino, die Sol—⸗ daten, Studenten und Civilisten haben besondere Vierwirthschaften, von ihren Landsleuten gehalten, wo man zu essen erhält, wie in den Bouillons duval, nur daß es statt der leinenen Servietten solche aus Seidenpapier gibt. Offiziere und Sol ⸗ daten sind sehr höflich gegenüber den Einwohnern und überlassen ihnen gern dus Trottoir. Die Be⸗ jörde zeigt sich streng, wenn sie einschreitet; im llgemeinen ist sie ziemlich toierant. Ich sah den deweis im Eden, einen Concertgarten, wo man die dummen Refrains unserer Concertlaffees singt. kine Frau sang, ich weiß nicht was; nach jedem douplet Beifall, Herausruf, Ueberreichung eines srachtvollen Kranzes, an welchem dreifarbige Bänder sdingen, Alles ohne Einmischung der Polizei. Mi⸗ itärs in Uniform wohnten diesem Schauspiel vollig unbeweglich bei.“ Herr Mismer bemerkt, daß die rreffliche Einrichtung der Padetpost, die den Ein⸗ ewanderten es ermögliche, sich Alles aus der deimath kommen zu lassen, den Kleinhandel schädige. »Auf den Straßen reden die Straßenbürger, welche ranzofisch spcechen koͤnnen, niemals Deutsch. Da⸗ durch zeigen sie ihre Anhänglichkeit an Frankreich. Auch ist gleich nach der Eroberung das Studium oes Franzosischen in den Schulen auf zwei Stunden wöchentlich herabgesetzt worden, und die jungen Leute unter 20 Jahren verstehen kaum französisch und prechen es gar nicht mehr. Dafür müssen die dinder deutsche Lieder singen, die das deutsche Baterland verherrlichen und Haß gegen⸗Frankreich uhmen ... Wer Ohren hat zu hören, und Augen, zu sehen, kann aus einer Reise nach Straßburg ziel Nutzen ziehen und mehr als ein Thor wird lug von dort zurückkommen.“ fF London, 16. Sept. In Dublin hat sich emand einen dummen Spaß erlaubt. Am Mon⸗ ag erschien nämlich in einem dortigen Journal die aachstehende Annonce: „Katzen. Unverzüglich. kin Herr, der nach Auckland zurücktehrt und mit der Eiufuhr einer Anzahl Katzen beauftragt isl, bdietet 2 Sh. für jede ausgewachsene Katze und 1 5h. für Kätzchen, die in kleinen Körden — für velche“ Vergütung geleistet werden wird — im Billetperkaufsbureau, Carlisle Pier, zwischen 69 und 7 Uhr heute Abend abgeliefert werden. Nach Mr. Weston zu fragen.“ Zwischen 5 und 6 Uhr Abends waren infolge dessen auf dem Charlisle⸗ zier, Kingstown, bereits 150 Menschen zusammen. zrauen, Mädchen und Knaben, mit Kisten, Kasten, törben und Hutschachteln, und in jedem Behälter zefand sich eine Katze oder auch deren zwei, und in einigen Körben sogar ein ganzer Wurf. Man vartete lange, ehe man sich erkundigte; aber zum zroßen Schrecken der Katzenlieferanten war von ꝛinem Mr. Weston nichts zu sehen oder zu hören, is es endlich jedermann klar wurde, daß nur ein chlechter Spaß beabsichtigt worden war. Eine Anzahl von Straßenjungen hatte infolge det An⸗ nonce schon seit dem frühen Morgen dem sonsi nicht sehr rentabeln Geschäft des Katzenstehlens ob⸗ zelegen, wozu der gute Markt die Verlockung bot, und viele setzten ihren Raub wiederum in Freiheit. F(Für Engländer.) Es ist bekannt, daß reisende Engländer dem deutschen Rhein nicht gerade zur Zier gereichen, sondern im Gegentheil überall, wo sie sich niederlassin — wenn man ihre Art, sich hinzuräckeln ein Niederlafsen nennen kann — jöchst unangenehm auffallen. Dennoch sollen sie, jofern sie sich nur friedfertig betragen, auch ferner am Rhein gelitten werden, weil fie ja auch, was nicht verkannt werden soll, durch Füllung der Ddotels und Abtrinken von Tischweinen einigen Nutzen stiften. Wenn sie aber so weit fich ver⸗ zjessen, daß ihre Damen in geschlossenen Koupees deutschen. Künstlerinnen ins Gesicht schlagen, so wird es doch nöthig sein, ihnen entweder den Rhein ganz zu verbieten oder dafür zu sorgen, daß auf allen Stationen eigene Eisenbahnwagen mit der Aufschrift: „Für Engländer“ vorhanden sind. CGEEladd.) F Neapel, 11. Sept. Schon wieder istein entsetzliches Schiffsunglück zu verzeich⸗ nen, das einen französischen Dampfer, der aber überwiegend Italiener an Bord hatte, bet heiterem Zimmel in den italienischen Gewässern betroffen hat. die „Ville de Malage“, Küstendampfer der Gesell⸗ schaft Morelli, früher Valerhy, don 1000 Tonnen, fuhr am Sonntag Abend von Genua nach Marseille ab. An Bord war eine Bemannung von 28 Ma⸗ trosen, 66 Passagiere, vorwiegend unteritalienische Arbeitsuchende, darunter 10 calabresische Knaben, die als Kaminfeger, Drehorgelspieler u. dergl. in der Provence ihr Brod suchen wollten. Im Schiffs⸗ raum befanden sich übet 100 Ochsen, die nicht an⸗ gekettet waren. Es scheint, daß diese lebendige dast durch eine Bewegung des Schiffes plötzlich auf eine Seite gerieth. Eine Welle legte den Dampfer auf die Seite und er erhob sich nicht wieder. Die folgenden Wellen spülten über das Deck, schwemmten die zehn Knaben fort und füllten langsam alle Räume mit Wasser. Das Entisetzen der Passagiere und die Finsterniß der Nacht erschwerten die Rett⸗ ungsmaßregeln. Zwar gelang es, zwei Boote ins Meer zu lassen; aber nur 35 Personen fanden in dem einen, 14 in dem anderen Platz. Vergebens versuchte der Kapitän, der bis zuletzt an Bord blieb, den Ballast wieder ins Gleichsewicht zu bringen. Welle auf Welle schlug in das auf der Seite lie⸗ zende Fahrzeug. Man mußte es seinem Schichsale Aberlassen und mit ihm die Unglücklichen, die im Meere umheririeben oder verzweifelt, nach Hilft rufend, sich an die Flanken anklammerten. Am an⸗ deren Morgen traf eine Barkle in Genua, die an⸗ dere in Savona ein. Von den Insassen waren nehrere durch den Schreck und den Anblick des Unterganges der Ihrigen halb bloöͤdsinnig geworden. Aus beiden Häfen wurden sofort Fahrzeuge abge— endet, um etwa Ueberlebende zu reiten. Sit anden nichts mehr zu thun. Das Meer hatte Alles verschlungen. Die Blätter messen dem Ka⸗ ditän die Schuld an dem Unglück bei, da er im hinblick auf die Kürze der Fahrt und das gute Wetter den Warnungen zum Trotz es nicht für aöthig gehalten hatte, die Ochsen anzuketten. Die Mannschaft scheint vollständig gerettet zu sein. Die 15 Umgekommenen sind also solche, die, den Krank⸗ heitsgefahren trotzend, in der Fremde ihr Brod er⸗ werben wollten. Ihre Namen sind noch nicht fesigestellt. F.„Was für eine St'elbe wünschen Sie?“ tragt der Stellen⸗Vermittlungs-Agent. — Oh, rgend eine Dienerstelle; am liebsten in einer Bade⸗ Anstalt.“ — „Wissen Sie den aber auch mit den Apparaten und dem Wasser umzugehen ?“ — „Ja. ehr gut, da ich sehr lange in einem Weingeschäft var“ Gemeinnuͤtziges. Kartoffelkonserven. Es ist vielfach darauf hingewiesen worden, wie exsprießlich es wäre, ähn⸗ lich wie anderes Gemüse so auch Kartoffeln in eine verdichtete und haltbare Form zu bringen, in der je geeignet, zur Versorgung der Schiffe, zue Aus⸗ uhr in überseeische Länder. wohl quch abwechsel⸗ ingsweise zur Bespeisung“ von Truppen im Felde zu dienen. Diese Aufgabe scheint nunmehr durch das patentirte Verfahren von Brückner in Klaus⸗ mühle bei Meißen (mitgetheilt in „Neueste Erfind. und Erfahr.“) in einfacher Weise gelöst zu sein. Die Kartoffeln werden geschält, in Scheiben von 547 Millim. Dicke geschnitten, auf ein weitmaschiges Sieb geschüttet und mit diesem 4 Minuten in siedendes Wasser getaucht und hierauf sofort auf die Darrhorden gebracht, auf welchen sie 90,110 Minuten lang einem 90/1000 0. heißen Luftstrome ausgesetzt bleiben. Die Scheiben behalten die jelblich weiße Farbe, werden durchscheinend und »erlieren etwa 65 pCt. ihres Gewichtes und etwa 50 pCt. ihres Volumens, lassen sich also viel ieichter und billiger auch auf weite Entfernungen jerschicken, als frische Kartoffeln. Sollen diese Scheiben zu Speisen verwendet werden, so genügt es, dieselben einfach aufzukochen, um darans Suppe, Bemüse oder Kartoffelmus herzustellen; dieselben 'erhalten sich dabei angeblich genau so wie frische dartoffeln. Fur die Kcel. n ver· A Sonte bene Hause Jehsen. Homburg, Pfalz. Auf Ihre gefl. Anfrage erlaube ich nir Ihnen höflichst mitzutheilen. daß ich Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen gegen Magenkatarrh, Kopfweh, Appetitslosigkeit und gegen unregelmaäßigen Stuhlgang ver⸗ vende. Wem ich die Pillen morgens nehme, so fühle ich nich den ganzen Tag wohl und kann meinen dienfilichen Berrichtungen punltlich nachkommen, sobald ich aber einmal irca 8 Tage aussetze, dann fehlt mir der Appetit und be⸗ omme Schlaf. Ich bin sehr zufrieden mit den Schweizer⸗ illen (erhältlich a Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) und affe dieselben in meinem Hause auch nicht mehr ausgehen. dochachtungsvoll Martin Krauter, Hilfsportier. Man achte enau darauf, daß jede Schachtel als Etiqueit ein weißes — in rothem Grund und den Namenszug R. Brandt's rãot Der ächte Hebelkalender für 1886 ist eingetrossen! Verlag von J. Lang in Tauberbischofsheim.) Der stheinländische Hausfreund zeichnet fich wieder aus durch originellen, volksthämlichen Inhalt. Romane renommierter Schriftsteller mit ausgezeich⸗ ieten litterarischen Produkten zieren denselben, wie Anzengruber, Rosegger, Geres, Barack u. A. Die Ausftattung ist eine vorzügliche. Ueber 50 Bilder chmücken denselben bei einem Umfang von 108 Quartseiten. Kein anderer deutscher Kalender bietet zei dem Preise von nur 30 Pfennig eine solche Fülle interessanten Unterhaltungsstoffes. — Als „Stadtebilder aus. dem Mittelalter“ find diesem Zalender beigegeben das in neuerer Zeit vielbesuchte Rothenburg an der Tauber, sowie Werthbeim. Fine besondere Zierde dieses schönen Kalenders dilden fetnet die wohlgelungenen Bildniffe des Erdgroßherzogs Friedrich Wilhelm von Baden mit jeiner Gemahlin der Prinzessin Hilda von Nassau. Der Deutsche Landeskalender (gleichfalls Ver⸗ lag von J. Lang in Tauberbischofsheim, Preis 20 Pfennig) ist in Begleitung des ächten Hebelkalenders ingetroffen. Derselbe enthält neben anderem inter⸗ ssanten. Inhalt zwei prächtige Erzaählungen von Rosegger, zwei witzsprüͤhende Humoresken von Barack. sowie die wohlgetroffenen Bildnisse des krbgroßherzogs Friedrich Wilhelm von Baden und einer Gemahlin der Prinzessin Hilda von Nassau. —Solch dedenfende Leistungen für nur 20 pfg. Verkaufspreis des Kalenders) sind eben nur Sei iner sehr großen Auflage möglich. Einer beson⸗ deren Empfehlung bedarf auch dieser Kalender nicht. 8wangs⸗ Versteigerung. Montag, den 28. Septembexr nächsthin Nachmittags 4 Uhr zu St. Ingbert in dem Fabrikanwesen der Firma: J. J. Weiland versteigere ich einen F Dampfkessel. System Fielt, zwangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, 21. September 1885. Keck, Gerichtsvollz.⸗Stelld. A 2 Scheine für die Gemeindekrankenver⸗ siicherung find zu haben in der Druckerei des „St. ingherter Anzoiger.“ * 2 e Billiger Bazar St. Ingbart. Neu eingetroffen? 9 derren⸗ Socken, wollen gestrict, von 35 Pfg. ar stinder ˖ Strünpfee 25 Damen · Strümpfe 50 -ichlipse wollene 15, derren⸗· Unterhosen 50 imschlagtüche 935, halbseidene und seidene Tücher 4 n u 20 v Herren· Unterjacen 100 Damen Unterhosen , 100 Forsetten 100, Ein weißer Jagdhund mit braunem Kopf und Ohren ist mir por ca. 14 Tagen zugelaufen. d rechtmäßige Eigenthümer kann denselben bdel Nikolaus Roschlock in Rohrbach gjegen Bezahlung des Futtergeldes und Inserationsgebühren, in Empfang aehmen. EReaI-FIandelssehule mit 6 Klassen, deren Absolvirung zum einjährigen Militärdienst be rechtigt: die drei letzten Jahre sind aü a mtlbehe 58 vorgeschlagener Abiturienten bestanden. FPeusionat füũt Knaben von 11 Jabren an Programm durch die Direcetlon des International-Lehrimsti. futa in Rrucehsnal. Nur 3,25 2,k. pro Quartas. — — — — — — —— — „Von Nah und Fern,“ Familienblatt mit werthvollen Kunsiblättern von 16 Druckseiten wöochentl. „N. Berl. Fliegende Blätter“ ein reich illustr. humor. Wochenbl. wöchent Eine „Modenzeitung““, mit Schnittmuster-Beilagen, monatlich. Eine „Zeitung f. Laͤudwirthschaft u. Gartenbau⸗“, 2 mal monatlich. Eine Daer ee z. Belehrung u. Unterhaltg., 4 mal monalliqh Ein „Verloosungsblatt““, betreffend Staatspapiere, Priorit., Unlehens⸗Loos 25 7c. wochentlich. Diese sechs Beilagen werthvollster und gediegenster Art erhalten die Abonnenten der Berliner 3— 4 „Neueste Nachrichten E F * 5Sratis. Die Zeitung selbst zählt nach erst fünfjährigem Bestehen bereits zu der gelesensten Tagesblättern des deutschen Neichs. 7 Sie verdankt diese stels wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allen 2 hrer bewährten 8 —M 3) vollkommen unparteiischen Haltung. Die Neueste Nachribten enthalten bei täglichem Erscheinen (außer Mon— 9 tags): Ausfuhrliche politische Mittheilungen objeltiv, nebenbei Wiedergabe inter— v effanter Meinungsäußerungen aus der Presse aller Parteien. Nachrichten über Theater, Musik, Kunft, Wissenschaft; Gerichtshalle; lokale Rachrichten. — Span— nende KRomane. — Sorgfältige Börsen⸗ und Handelsnachrichten. — Vollsländiget Berliner Coursblatt. — Lotterielisten. — Amtliche Nachrichten. Von den oben bezeichne en 6 Gratis⸗Beilaagen ist in Foru und Inhalt dor belletristische Unterhaltungs⸗Blatt “ „Von Nah und Fern“ mit werthvollen Illuftrationen, novellestischen Beiträgen aus der Feder der renom mirieften deuischen Autoren, wissenschaftlichen Essais und den mannigfachen Bei gaben zur Unterhaltung und Belehrung * ein Familienblatt ersten Rauges, welches einen bleibenden Werth für den Kreis der Familie besitzt. Abonnement der „Neuefie Nachrichten“? inclusive obige 6 Beiblätter pro August undSeptember nur 2,17 Mt. nehmen alle deutsche Postanstalien entgegen. I Inserate haben bei der großen Verbreitung des Blattes die denkbar günfstigste Wirkung. — Bekanntmachung. Für das Studienjahr 1885 86 haben sich auf, dem unterfertitzten Subrek torate anzumelden: a. am 28. September vormittags von 9-5-11 Uhr diejenigen Schüler, welche aus der Volksschule, dem Privatunterricht oder einer anderen An⸗ stalt in die hiesige Lateinschule eintreten wollen. Dabei ist Geburts⸗ und Impfschein. sowie das letzte Schul- resp. Studienzeugnis vorzulegen. h. am gleichen Tage von 11-12 alle übrigen Schüler. Die Nachprüfen⸗ den haben ihr letztes Jahreszeugnis beizubringen. J Wer in die untersie Klasse eintrelen will. muß das 9. Lebensjahr voll⸗ endet haben und sich über ein genügendes Maß von Kenntnissen in der Reli— gion, im Deutschen und in der Ariihmetik ausweisen. Die Aufnahms., und Rachprüfungen werden am 29. u. 30. September abgehalten. Vorbehaltlich der Genehmigung höchster Stelle wird mit Beginn des Studienjahres neben der IV. u. V. Klasse der Lateinschule hergehend ein Realkursus errichtet, in welchem die vom griechischen Unterricht dispensierten Schüler zur erhöhten Teilnahme am arithmelischen resp. französischen, Zeichnen- u. naturgeschichtlichen Unierricht herangezogen werden. Das Absolutorium der 2 Abteilungen dieses Realkurses gewährt nicht nur die für das praktische Berufsleben notwendigen allgemeinen Kenninisse, sondern ermöglicht auch den Eintritt in den 1II. Kure des Realgymnasiums. St. Ingbert, den 20. September 1885. Königliches Subrectorat Barnikel. — * Obstausstellung mit Obstmarkt. Vom 26. bis 29. September 1885 findern die diesjährige Obst ausftellunug, verbunden mit Obstmarkt, n der städtischen Fruchtball⸗ zu Zweibrücken fsiatt. Das auszustellende Obst, sowie die Verkaufsproben find bis längsten Freitaa den 25. Septemher im Ausftellunaslokale einzuliefern. —⸗ Aur 3.25 2uh. pto Marc — Finladung zum Abonnoment auf: Grosse —A bp h jt t Pp sieipe Aoegade —X8 A —*2 vey 5 ien 10 7 01 88 u 6. 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Gebhardi in Bersin W. 6 entgegen; 2 Lrobeheste franco gegen Finsendung von 20 Pf in NFrefmarten. —722— — — —.. „»— I 55 utzmarke „Gl obus rennæeienne IJ sede Nose i —να 2* — Meta — un oma e „Pfälzisches Volksblatt / Metan Puy pomade, kostet mit „Unterbaltungsblatt“ (interessante Reisebeschreibung des Hrn. Stadt- Wirkung ubereaschend. Vers uch dedom e Pfarrers Lorenz) und Zustellgebühr 2 Mt. 40 Pf. Die Poftanstalten Bosena I Piq. Acossere erall —DV — nehmen Befe ancen enteecen. In St. Inabert bei Josel Beer. — I— —⏑——— — — ʒt. Ingherter Atzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Inugberter Anzeiger erscheint wbchentlich fuufmal: Am Moutag, Dienstag, Donnerstag, Camstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhauungs⸗ glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 , einschließlin d A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfälzischen und solcher auf welche die Expeduion Auskunft ertheilt, 1ß , Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. X 187. Donnerstag, 24. September 1888s8. 20. Jahrg. —II3„teAII »St. Ingbert, 24. Sept. Am Dienstag dachmittag wurde dahier unter der Beiheiligung inet nach vielen Tausenden zählenden Trauer⸗ ersammlung der am Sonntag so jah vom Tode eroffene Reichsrath und Hüttenwerksbesitzer Herr hustav von Kraemer zu Grabe geleitet. In ihrer Großartigkeit bot diese Trauerfeier den euchtendsten Beweis von der Liebe und Verehrung, welche der Verblichene in den weitesten Schichten ich erworben hatte. Die ganze Stadt trauerte um hren edlen Mitbürger, welcher im Laufe seines ebens so zahlreiche und gläänzende Proben wahren hemeinsinns abgelegt hatte, und die ganze Stadt rug das Verlangen, ihre Dankbarkeit zu bekunden zurch die Erzeigung der letzten Ehre. Und von nah und fern hatten sich Diejenigen eingefunden. velche dem Hingeschiedenen nahegestanden. durch reundschaftliche oder geschaäftliche Bande mit ihm erlnüpft gewesen waren. So hatte sich der Trauer⸗ ondukt wohl zu dem imposantesten gestaltet, den insere Stadt, ja, wie der „Pfälz. Kurier“ aus⸗ hricht, den die Pfalz je gesehen haben dürfte. 5. Exceslenz, der kal. Regierungspräsident der Pfalz, err Staatsrath von Braun, begleitet von den MNitgliedern des Regierungskollegiums, Herr Reichs⸗ zath v. Boöoͤcking, als Prasident des Verwaltungs⸗ uthes der Pfälzischen Eisenbahnen, sowie mehrere Nitglieder des leteren, der Direltor der Pfalzischen tisenbahnen, Herr Regierungsrath Lavale, mit den Oberbeamten, der Vorstand des Bezirksamtes, zert Bezirksammtmann Dr. Schlagintweit, varen zu den Trauerfeierlichkeiten erschienen. das. Pfälzische Gewerbemuseum war durch einen Ausschuß, unter Führung des Herkn Meringenieurs Opfermann vertreten. Die kgl. —X mit Herrn Geheimrath Eilert an der Spize, intsendet, um ihrer Theilnahme Ausdrud zu geben. die tgl. preußische Eisenbahndirektion vertrat Herr kegierungsrath Bormann. Die Großinouftriellen der Pfalz und des benachbarten Rheinpreußer.s waren hierher geeilt, um sich dem Leichenkondukte mzuschließen; wir nennen aus ihrer Reihe nur die Herren Karl Rochling und Geheimrath *tümm. Es fehlte nicht der langjährige, treue steund des Kraemerschen Hauses, Herr Freiherr datl d. Gienanth. Es war herbeigeeilt der tühere langjährige Pfarrer dahier und jetzige Dekan herr Krieger aus Kirchheimbolanden. F Vor dem Trauerhause hatten 1500 Mann unserer dabpschaft, fast sammtliche Vereine unserer Stadt wir nennen den Kriegerverein, den Landwehr⸗ erein, die Feuerwehr der Stadt und des Eisen⸗ verts. den Turnberein, das Casino — Bürger⸗ neister, Adjunkten und Stadträthe unserer Gemeinde, owie die rauernden Arbeiter des Hüttenwerks Auf kellung genommen. Den letzteren war es gesiattet, das Zimmer, in dem der Sarg aufgebahrt stand, uu desuchen, und Keiner war, der es sich versagen vollte, seinem deliebten Herrn noch einmal im Lrrübergehen einen ffummen Gruß in sein letztes, nles Haus nachzusenden. In der Wohnung des Ver⸗ —* empfingen der Reichstagsabgeordnete Herr star Kraem er und Hert Heinrich Krae mer wdie Leidtragenden. S. Excellenz Herr Regier⸗ ueprasdent von Brauns sprach in herzlichen otten seine tiefe Trauer über den schweren Ver⸗ saus, den nicht nur die Familie, sondern die janze Pfalz erlitsten babe. Herr Reichsrath von Böoding betonte im Namen der Verwaltung der pfalzischen Eisenbahnen in seiner Ansprache die johen Verdienste des Hingeschiedenen um dieses Justitut, dessen Verwaltungsrath Herr Reichsrath Jon Kraemer volle 18 Jahre angehört hat. Herr Oberingenieur Opfermann sprach im Namen des Pfalzischen Gewerbemuseums, welches in dem Verblichenen einen seiner eifrigsten Foͤrderer erlor. Herr Bezirksdamtmann Dr. Schlagint⸗ veit legte auf den Sarg des Toten namens des distriktes einen Kranz mit Widmung nieder. Auch mnjere Stadtgemeinde ehrte ihren verstorbenen Mit zürger und Berather mit einem prachtvollen Kranze stachdem noch Herr Pfarrer und Distriktsschulin⸗ petior Ferce warme Worte des Trostes ge⸗ pendet hatte, wurde der reichgeschmückte Sarg auf den Leichenwagen gehoben. Unter Vorantritt der Znappschaftskapelle setzte sich der großartige Trauer⸗ zug nach den feierlichen Klängen eines Trauer- narsches in Bewegung., Den Leichenwagen um⸗ jaben Feuerwehrleute mit brennenden Fackeln und veißgekleidete Mädchen, welche Kraänze und Palmen⸗ weige in den Handen trugen. Den staatlichen ind städtischen Behörden hatte sich eine unüberseh⸗ are Menge von Condolenten angeschlossen. Gegen zundert Equipagen folgten dem Zuge. Das die Trauer eine aufrichtige und herzliche war, demerkte nan an dem tiefen Ernst der Männer, an den Thranen der Frauen. Von den Thürmen der dirchen beider Confessionen ichallten feierliche hlodenklänge herab. Sämmiliche Gaslaternen der Straßen, durch welche sich der Trauerzug bewegte, vparen angezuͤndet und strahlten fahl herab ʒem Verewigten auf seinen letzten Gang. Die neisten Geschaftslokale hatten ihre Laden geschlossen. An der Gruft stimmte die Musik einen Choral m, alsdann erfolgte die Einsegnung der Leiche zurch Herrn Pfarter Ferdel. Darauf sang der Sangerchor der „Gemuüthlichkeit“, verstärlt durch die hiefigen Lehrer und andere Hetren, ein Grab⸗ tied, und dann wurde langsam der Sarg hinabge⸗ jentt. Als letzter Gruß folgten von den Verwandten und Freunden drei Hünde voll Erde dem theuern Toten in's Grab. Und nun begab sich die Trauer⸗ dersammlung zur protestantischen Kirche, woselbsit ur den Verdlichenen der Trauergottesdienst statt⸗ and. Obwohl die meisten Auswärtigen der orgerückten Zeit wegen demselben nicht beiwohnen onuten, so vermochten doch die weiten Hallen des Jotteshauses die große Menge der Andaͤchtigen nicht zu fafsen. Im Anschlusse an das Textwort: Herr, bieibe dei uns, denn es will Abend werden uind der Tag hat fich geneiget — entwarf Herr —QXRRRV—— Rede das Lebens⸗ Jild des nun im Tode Ruhenden. — .Das Andenken des Gerechten bleibt im Segen,“ agt die Bibel. An dem Entschlafenen wird sich dieses Schrifwort bewähren. Ist auch sein nie afiender, immer thätiger Geist von hinnen geschie⸗ zen, ist auch seine zum Wohlthun immer geoͤffnete dand im Tode erschlafft, sein reiner und edler charakter, seines Herzens Werle sichern ihm auf mmer in Vieler Seelen eine auf Liebe und Ver⸗ hrung sich stützende Erinnerung. Ja. sein Andenken Aeibt bei uns in Segen! Deutsches 6h. BGerlin, 22. Sepi. Auf Grund bester In⸗ ormationen onnen wir versichern, daß ebenso wie n Wien und Berlin, so auch die leitenden Kreife n Petersburg von dem bulgarischen Aufstand über⸗ Ascht wurden; wenn die VBulagaren bescheiden find und sich mit der Vereinigung Ostrumeliens begnügen werden die Signaturmächte des Berliner Vertrags viel⸗ leicht zustimmen; wenn sie aber die Bewegung nach Macedonien verpflanzen, dann ist kaum auf ihre Zustimmung zu rechnen, da sie nicht gewillt, von ven Bulgaren die orientalische Frage wieder auf⸗ rollen zu lafssen. Berlin, 23. Sept. De Brazza soll Gou⸗ »erneur des französischen Kongogebietes werden. Berlin, 22. Sept. Nicht nur England und Italien, sondern auch Frankreich, Oesterreich⸗ Ungarn ind Rußland haben der spanischen Regierung dringend. die Annahme des deutschen Vorschlags wegen eines Schiedsgerichts empfohlen. Auslaud. Paris, 28. Sept. Nach einer Meldung der „Agence Havas“ sollen in Djakowa (Albanien) uufständische Bewegungen vorgekommen sein. Paris, 28. Sept. Offizielle Depeschen aus donsiantinopel melden den Abmarsch ürkischer Truppen unter Mukhtar Paschas Oberbefehl nach —X Konstantinopel, 23. Sept. Die Pforte richtete an die Vertragsmächte ein Rundschreiben, vorin sie gegen das Verhalten des Fürsten von Zulgarien und die Verletzung des Vertrages pro⸗ estirt, und mittheilt, daß der Sultan beschlossen sabe, die ihm laut Artikcl 16 des Vertrages zu⸗ Jehenden Rechte auszuüben. Athen, 23. Sept. Die Regierung beschloß ine abwartende Haltung einzunehmen, ordnete aber leichwohl die Einberufung aller Beurlaubten im deere und in der Marine an. Athen, 28. Sept. Es werden Proteste gegen die bulgarische Bewegung vorbreitet und find alle Maßregeln getroffen, um die Armee, wenn notb⸗ vendig, mobil zu machen. Lokle uud p edrichten. Zweibrücken, 19. Sept. Die Eisen⸗ zahnmaschinenwerkstätte Zweibrücken, wird dem Ver⸗ nehmen nach am 1. Okt. aufgehoben bezw. mit der Maschinenwerkstätte Kaiserslautern verschmolzen. *Die Englaͤnderin Miß Smith, welche die Primadonna, Frau SchröderHanfstängl n das Geficht schlug,. als dieselbe von Oberursel us mit dem Homburger Mittagszuge nach Frank⸗ urt fuhr, woruüͤber wir in Nr. 181 dieses Blattes rutzführlicher berichteten, wurde gestern von dem „choffengerich in Homburg zu 8 Tagen Ge⸗ angniß verurtheilt. In den Urtheilsgründen wurde nusgeführt, daß Miß Smith Frau Schröder⸗Hanf⸗ fängl absichtlich, ohne jede Provokation seitens der etzteren, ins Gesicht geschlagen und in unmäßiger Weise beschimpft habe. Ein solches rüdes Verhal⸗ en könne nicht Geld, sondern müfse mit Gefängniß gesühnt werden. — PpPirmasens, 23. Sept. Ein eigen⸗ hümlicher Unfall ereignete sich heute Vormuͤtag im Anwesen des Herrn Wirthes Chr. Jung. Zwei za. e jahrige Füllen, die im Hofe frei herumliefen, geriethen durch die offenstehende Hofthüre ins Haus, erkllommen beide die Stiege zum oberen Stodwerke und sprangen von dort zum offenen Fenster hinaus auf die Straße. Dem ersten, kleineren Thiere lückte der verwegene Sprung und es lief munter havon, das zweite, größere, brach ein Bein und mußte getodtei werden. — In der H. Ruf'schen Zagemühle dahier ereignete sich heute ein trauriger Anglücksfall. Ein an ver Rundsäge beschaftigter AIrheiter, namenz Mossert, schnitt fich den Zeigen⸗ finger der rechten Hand ab, und rannte dann, ohne zu merken, daß der Finger gänzlich abge⸗ trennt sei, ins Freie, während das abgelöfte Glied auf dem Sägetische lag. 6P. A.) — In Eden ko ben wurden, wie die „Ggw.“ neldet, dieser Tage polizeilich aus den Kellern eines dortigen Weinproduzenten und Weinhändlers Proben eninommen, in denen man gesetzwidrige heimischung vermuthet. * Die ursprünglich auf 300. 000 Loose festge⸗ jetzte Edenkobener Kirchenbau-Votterie wurde mit — 150,000 doose umgewandelt und deren Durchführung der Firma Asu. B. Schu ler in München übertragen. Vermischtes. München, 28. Sept. Am Morgen des 22. September starb hier nach Meldung der „Allg. Ztg.“ im Alter von 41 Jahren der Oberarzt Dr. Franz Schweninger, pralktischer Arzt und rivatdocent an hiesiger Universitat, einer der eif⸗ cigsten und verdienstvollsten Leiter des großen tädtischen Krankenhauses r. J. Vor drei Tagen stellte sich bei dem Dahingeschiedenen ein Herzleiden mit soicher Vehemenz ein, daß die Bemuͤhungen ines aus acht der besten hiesigen Aerzte bestehenden Konsiliums erfolglos blieben. Der Verstorbene ist ültere Bruder des Leibarztes des Reichskanzlers. Der flüchtig gegangene Notariatsgehilfe Zinsberger aus Mainz, der durch? seine Defraudationen so viele Familien ins Elend ge⸗ zracht, ist laut in Mainz eingetroffenen Nachrichten us Rewyork dortselbst mit seiner Frau gesehen horden. Dem Mainzer Staatsanwalt ist entsprechende Anzeige hiervon gemacht worden und es bleibt nun abzuwarten, ob amtlicherseits Schritte zur Aus— ijeferung des Betrügers gethan werden können. Fand in der stillen Gruft ein frühes Ziel Dem Kreise seiner Lieben rasch entrissen Seh'n wir den Mann, der treu für uns geleht Der seine Kräfte und sein reiches Wisfen Dem Vaterland zu weihen, stets bestrebt! e Berru Estar voun Kräuer, yHüttenwerksbesitzer und Reichsrath der AKrone Bayern. Am 2: September 1885. en Grabe Das große Feld, das Gott ihm angewiesen Er hat mit Treu' und Sorgfalt es gepflegt Den Segensquell der Arbeit zu erschließen, War hier sein Ziel, erstrebt' er unentwegt! kr ist nicht mehr ! Dumpf rolli die Erdenscholle Auf seinen Sarg, und Frieden ist sein Hort! Das Angedenken doch, das liebevolle, debt dankbar slets in unsern Herzen fort! Gleich einem Baum in voller Kraft und Füulle, Umringt von neuem arbeitsreichen Feld, Auf dem die Saaten reiften schön und stille, So war der Edle unter uns gestellt! Mit Frenden konnt' ex auf sein Streben schauen, Zu holden Früchten reifte auf die Saat, die er gestreut mit Kraft und Selbstvectrauen Für unser Wohl durch Beispiel, Wort und Rathl Dahin! Dahin! Doch nur die ird'sche Hülle Sinkt in den Staub, woher sie kam, zurück! Der edle Geist schwang sich embor zur Fülle Des ew'gen Lichtes und zum ew'gen Glück! Doch ob der Gruft, auf die den Blick wir senken, Schwebt hoch der Menschenliebe Genius; Er hat geweiht des Todten Angedenken Und gibt ihm segnend seines dhedent Kuß! J ..MÆ. Da plötzlich achl trübt sich des Himmels Bogen And Trauer zog in unser Friedensthal, Hleich einem Sturm kam's über uns gezogen Zernichtend wie des Blitzes greller Strahl! Es sank die Eiche unter deren Schatten Wir uns des Erdenlebens konnten freu'n! Es brach ein Herz, das ohne zu ermatten Bemüht hier war nur Blumen auszustreu'n! Xur di⸗ Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Das neue Schuljahr am International⸗Lehr institut zu Bruchsal beginnt am Dienstag, 29. September. Die Absolvirung der VI. Klasse be— rechtigt zum einjährigen Militärdienst: die drei etzten Jahre sind sämmtlich e 833 vorgeschlage— nen Abiturienten bestanden. Dahin! Dahin! Ein thatenreiches Leben! EIs fiel der schöne Baum dem Sturm zum Spiel; Fin Adlerflug, gehemmt in seinem Strieben, Licitation. Zwangßhz⸗ Versteigerung. XX— zächsthin Nachmittags 4 Uhr zu St. Ingbert in dem Fabrithofe der Firma: J. J. Weiland versteigere ch auf deren Betreiben eiin Dampfkessel. System Fielt, — wangsweise gegen Baarzahlung. St. Ingbert, den 22. September 1888 —Neck, —A Faßbender in St. Ingbert. Vorschusbverein St. Ingbert Montag, den 12. Oktober 18385. Morgens 10 Uhr, zu Stt. Ingberiin der Wirthschaft von Friedrich Friedei ch. wird durch den unterzeichneten, gerichtlich hiezu beauf · ragten kgl. Notar, der Abtheilung halder zu eigen versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 2863 ijas, (Ouo Dez.) z a 20 qm Fläche, worauf ein Wohnhaus mi Stall. Hof und Garichen auf der Meß neben Christian Kling. Die Eigenthümer sind die Kinder ind Erben der zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen und verstorbenen Eheleute Carl Thiery und Eli⸗ sabetha Eich, bezw. die Repräsen⸗ amen soicher, ais: I. die Kinder und Reprasentanten der verlebten Tochter Zarbara Thiery, gewesene Ehe⸗ rau von Johann Quiring, Bedienter, n St. Ingbert wohnend, Namens: Sophie, Eusabetha, Johann und Ca⸗ tharina Quiring, vertreten durch ihren Vater, genannten Johann Quiring, als gesetzlichen Vormund, und nachge⸗ nanmen Georg Steinfeltz, als Neben⸗ botmund;, 2Jacob Thiery, Schmelzarbeiter in St. Ingbert woh⸗ nend; 3. Carl, 4. Hein rich Thiery, diese beiden früher Schmelz ⸗ arbeiser allda, jetzt ohne bekanntes Vewerbe in Pittsburgh, Staat Penn⸗ sylvanien, in Nordamerila wohnend; FEGußabetha Thiery, gewerb ⸗ sose Ehefrau von. Georg Steinfeltz, —XX in St. Ing⸗ ert' wohnend; 6. Anna Thiery edig, großjährig, Büglerin, daselbst vohnhaft. Ei. Inabert, den 23. September 1885. Qo⸗wmer—, k. Notar. Feuerwehr St. Inqbert. MNontag, den 28. d. Mis. vagmittaga um 4 Uhr erwehr⸗ Uebung, die sammtliche Mann it (active und passwe) zu scheinen hat. St. Inabert am 22. September 1885. Das Corma m aro. Die Mitglieder weräden hiermit zu der am n Ueontag, den 28. deptember 19865. Abends 8S UVIhr— in der Witiwe Jul. G re * e 4 i g'schen Wirthschaf stattfinden 9— W Geneéral-Versammlung seingetragene Genossenschafth. ⸗.—⸗ñ I. Vorlago des Geschafisbericuts pro I. demester 18865. II. Bericht uber den am 18. und 19. Juni abgehaltenen pfal⸗ aischen Genossenschaftstag zu Edenkoben. .8 8I1. INGBERT, den 30. August 1888. vonntag den 27. Septemher, — J * B. 8 ã rιιανιν — — Nachmittags 3 Uhr —— R im grohen Oberhauser'schen Saaleee Bebanntmachung. —W vird die ordentliche 7 ür das Etudienjahr 1885186 haben sich auf dem unterfertigten Subrel· HeneralVersammlunc rate anzumelden: I halten. 7 2. am 28. September vormittags von 911 Uhr diejenigen 3 Ages⸗Ordunn welche aus der Volksschule, dem Privatunterricht oder einer anderen An⸗ 1.) — n »8 8: ftalt in die hiesige Lateinschule eintreten wollen. Dabei ist Geburts· und —AR 7. * Impfschein. jowie das letzte Schul⸗ resp. Studienzeugnis vorzulegen. 34 Reuwahl — — d. am gleichen Tage von 11— 12 alle übrigen Schüler. Die Nachzuprufen⸗ den haben ihr letztes Jahreszeugnis beizubringen. A ———— — Wer in die pe Klasse eintreten will, muß das 9. ——— J ndet haben und sich über ein genügendes Maß von Kenntnissen in der el Billiger Bazar jon, im Deutschen und in der Arithmetik ausweisen. Die Aufnahms · und Si. Ingbert. dachprüfungen werden am 29. u. 30. September abgehalten. Zordehauun Neu eingetroffen: der Genehmigung höchster Stelle wird mit Beginn des Studienjahres — Zerten⸗Soden, wollene der IV. u. V. Klasse der Lateinschule hergehend ein Realkursus w jestrick; oon 38 Pfg. an in welchem die vom griechischen Unterricht dispenfierten Schüler zur erhoh dinder · Strümpfe 25 5 Teilnahme am arithmetischen resp. mathemalischen, franzdsischen, Zeichnen un damen · Strümpfe 50 naturgeschichtlichen Unterricht herangezogen werden. Das Absolutorium * Nuff/ 3 23 Abteilungen dieses Realkurses gewährt nicht nur die für das praktische 737 cchipse wollene , 15 , „ ‚eben notwendigen allgemeinen Nennmisse, sondern ermoqlicht auch den hin Aen Umerhosen 60 „lin den III. Kurs des Realghmnaftums. imschlagtücher 35 Sit. Ingbert, den 20. September 1888s. albseidene und seidene Königliches Subrectorat Tücher v 20 v * 3 * w m MILIXC;I. —— 100 — — — — — damen⸗ Unterhosen 100 32.6 —R 333 Obstausstellung wit Obstmarkt. lirte an derz Vom 26. bis 29. September 18833 findet die dietjahrige 7 —— Ditohesaus stellung⸗ derbunven un Obflimarki. in der sadtischen Ftu in zu vermiethen. u Zweibruͤcken siatt. iz langsten⸗ W⸗ faai die Ervedition d. Bl. Das auszustellende Obst, sowie die Verkaufsproben find bis Freitog den 25. September im Ausstellungslokale einzuliefern. — Druck und Berlag von F. xX. 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Amtsgerichts St. Ingbert. e „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Tamstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ latt und Sonntagt mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljaͤhrlich 1 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 &, einschließlie, Zustellungsgebuhr. Die Einruückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solches auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 5, Meclamen 80 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. F 188. Saustag, 26. September 18885. — 20. Jahrg Deutsches Reich. Berlin, 24. Sept. Eine neue Phase in der agarischen Frage ist bis jetzt noch nicht u verzeichnen. Die Mächte scheinen darin einig. enn die jetzige Bewegung lokalisirt bleibt, die ulgarische „Union“ mit der Pforte als souzerän estehen zu lassen. Der Urheber des gegenwartigen zruchs des Berliner Konferenzvertrages werde jeden⸗ alls die Folgen tragen müssen. starlsruhe, 24. Sept. Prinz Nikolas en Nassau traf heute, von Münchrn kommend, jer ein und wurde vom Großherzog im Bahn⸗ ofsgebäude empfangen. Der Erbprinz von Nassau ird ebenfalls hier erwartet. Ztuttgart, 23. Sept. Der Kaiser wohnte ule Vormittag wieder dem Manöver des ganzen rmeekorps gegen einen markirten Feind bei Münch⸗ igen an. Nachmittags reisten der Kaiser und die tinzen unter überaus herzlicher Verabschiedung om König und den Mitgliedern der Königsfamilie d, der Kaiser nach Baden⸗Baden, der deutsche kronprinz vorerft nach Homburg, dann zu den reierlichkeiten nach Karlsruhe, von da auf zwei zage in den badischen Schwarzwald, später, nach talien zum Besuch der Kronprinzessin. Seitens eider Monarchen haben zahlreiche Ordensverleih⸗ agen anläßlich der Manöver stattgefunden. Stuttgart, 24. Sept. Der Kaiser verlieh eim kommandirenden General des 13. Armeelkorps, heneral der Infanterie v. Schachtmeyer, das 34. mianterie·Regiment. Auslaud. Bukarest, 24. Sept. Bis jeßzt noch unbe⸗ uigte Nachrichten melden: Die Türken begannen ettern, die an der ostrumelischen Grenze zerstoöͤrte Nustapha⸗Brücke zu reparieren, wobei ein Zusam⸗ ienstoß mit der bulgarischen Miliz erfolgte. — lus Sofia ging eine Deputation an den Zaren, vlcher belanntlich zur Zeit am danischen Hofe reilt, nach Kopenhagen ab. Diese Deputation soll e Hilfe des Kaisers von Rußland anrufen. Aus hilippopel begab sich einer Reutermeldung zufolge eichfalls eine Abordnung auf eine Rundreise bei en Mächten, welche um baldmoͤglichste Anerkennung e bulgarischen Union angegangen werden sollen. Sofia, 18. Sept. Die heute hier verbreitete achricht, türkische Truppen hätten die Grenze strumeliens überschritten und ein rumelisches Dorf seyt, rief große Aufregung hervor, da man darin men Beweis erblickt, daß die Pforte es auf Blut⸗ atgießen ankommen lassen will, doch gibt man sich it Hoffnung hin, daß eine Vermittlung der euro⸗ ischen Machte die Pforte veranlassen werde, den iedlichen Absichten des Fürsten Alexander ihre ufiimmung zu ertheilen. Die Regierung ist be⸗ nüht, jede Manifestation von seiten Macedoniens d derhindern. Die (auf Eefehl aus Petersburg solgte) Abdankung des Kriegsministers Canta jen macht einen aͤußerst entmuthigenden Eindruck ie inzwischen zusammengetreiene bulgarische ammer genehmigte alle Anträge des Ministeriums id ftimmte den getroffenen Maßregeln zu. Die anmer nahm eine Adresse an den Zaren an, Sin dieser gebeten wird, den Eintritt rufsischer ffiere in die bulgarische Armee zu gestatten und nehmigte einen Kredit von 5 Millionen als Nenfuelle Kriegskoften. okale und pfäl.! che Nachrichten. ASt. Ingbert, 25. Sept. Im Falle umtliche Vorbereitungen getroffen werden können. heginnt der Gesangverein „Gemüthlichkeit“ am aächsten Sonntag mit seinen musikalisch-theatralischen Abendunterhaltungen. Als Theaterstück ist in lebung,Der Hausschlüssel“ oder „Kalt gestellt“. Neben Chörgesängen werden einige Solovorträge, sowie das komische Terzett „Die drei Vögel“ viel zjur Unterhaltung und Erheiterung des Publikums heitragen. * Von den Empfangsfeierlich- keiten Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Luit⸗ wold in Zweibrücken wird uns von einem Augen⸗ ind Ohrenzeugen nachträglich noch folgende Episode erichtet: Als Se. Kgl. Hoheit die zur Spalier— ildung vor dem Bahnhofe aufgestellten Corporationen ibschrilt, beehrte Sie auch den Flügelmann des dampfgenossenbereins von Kirktl⸗Neuhausel mit iner Änrede und zwar mit der Frage, wer er sei ind bei welchem Regiment er gedient habe. Die Antwort war kurz: Ich bin Herzog Ludwig von Kirkel und diente bei dem 7. Infanterie⸗ regiment. Prinz Luitpold salutierte freundlich vor zem hohen Herrn und schritt weiter zum nächsten Verein. Es war dies der Kriegerverein von tirkel⸗Neuhäusel. Auch hier beehrte er ein Mitglied nit der Frage nach dem Namen und dem Regimente ind sollte zufällig einen noch größern Herrn finden, vie vorher. Denn die Anwort lautete stramm Ich bin Kaiser Jakob von Kirkel? iente bei keinem Regiment, sondern bei dem 2. zägerbattaillon, das 1849 die Düppeler Schanzen rstürmen half. Und freundlich lächelnd salutierte der Brinz auch vor diesem hohen Potentaten. — Zweibrücken, 21. Sept. Von den zu den Schwurgerichtssitzungen des III. Quartals pro 1885 eingerufenen 30 Geschworenen waren zu Beginn dieser Session 28 erschienen. Dispensiert purden für die ganze Dauer der Session Herr rudwig Neumaher aus Frankenthal, für den heutigen Tag Herr Joh. Val. Berg von Dreisen. Der Schwurgerichtshof besteht aus den Herren igl. Oberlandesgerichtsrath Erbelding, Vorsitzender, )en kgl. Landgerichtsräthen Bauer und Schneider zeisitzende Richter und dem kgl. Sekretär Groß. Berichtsschreiber. 1) Verhandlung gegen Voß Friedrich, 31 J alt, Emaillierarbeiter und Fabrikaufseher in Eden⸗ oben wegen Nothzuchtsversuchs. Vertreter der kgl. Ztaatsbehörde: Herr 2. St.A. Wagner, Ver— heidiger Herr Rechtsanwalt Schuler. Dem Ange⸗ lagten ist zur Last gelegt ein Verbrechen in Ge maßheit des 3177 in Verbindung mit 8 48 R. Str.G., begangen am 20. Juli 1888. Abends wischen O und 10 Uhr in der Nähe von Eden⸗ joben. Auf Antrag der kgl. Staatsbehörde wurde in Uebereinstimmung mit der Vertheidigung in Bemaäßheit des 85178 G. V. G. durch Gerichts⸗ deschluß die Oeffentlichkeit dis zur Urtheilsverkün⸗ digung ausgeschiossen und entziehen sich sonach dii aaheren Einzelheiten der öffentlichen Berichterstattung. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten unter Annahme mildernder Umstände, für schuldig vorauf der Gerichtshof denselben zu einer Gefänq⸗ aißstrafe von 1 Jahr verurtheilt. 2) Verhandlung gegen Daniel Lebeck. 18 Jahre alt, Schteibgehüfe von Kusel, wegen Nothzuchts- bersuch. Der Angeklagte ist beschuldigt, am Morgen des 22. Juni l. J. in Kusel sich eines Verbrechens gemäß 8 177 ejto. 48 des R.St.«G. schuldig ge⸗ macht zu haben. Durch Gerichtsbeschluß wurde auf Grund des 8 173 des G.⸗V.«G. der Ausschluf der Oeffentlichkeit bis zur Urtheilsverkündung ver⸗ fügt. Es entziehen sich daher wiederum die näheren Details der öffentlichen Berichterstattung. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Zweibrücken, 22. Sept. Die heutige Verhandlung des Schwurgerichts gegen den Eisen⸗ bdahnarbeiter Leber von Kaiserslautern wegen Mein⸗ eids endete mit der Verurtheilung des Angeklagten zu 1 Jahr Gefängniß. — Zweibrücken, 28. Sept. Verhandlung gegen Elisabetha Hans, 75 Jahre alt, Wittwe von Mathias Schwarzweller J. in Diedesfeld, vegen Meineid. Vertreter der kgl. Staatsbehörde Herr 8. Staatsanwalt Wildt; Vertheidiger Herr stechtsanwalt Becker. Die Angeklagte, welche selbst ohne jedes Ver— nögen ist, heirathete im Jahre 1865 den verwitt⸗ veten Ackerer M. Schwarzweller J. von Diedesfeld. Demselben blieb nach dem Arrangement mit den indern erster Ehe ein noch immer erhebliches Ver⸗ nögen. Am 7. Mai 1885 starb der Ehemann Schwarzweller, und da abwesende Erben vorhanden waren, legte der Oberamtsrichter Kuby von Eden⸗ koben im Beisein des Stiefsohnes der Angeklagten, Jak. Schwarzweller, alles unter Siegel. Auf Ver— anlassung des letzteren forschte der amtirende Ober— umtsrichter nach vorhandenem baaren Gelde, worauf die Angeklagte erwiderte, die von Bankier Dacqué in Neustadt geholten 500 Mark seien bis auf Weniges verausgabt. Den ihr auferlegten Offen⸗ zarungseid leistete sie und blieb auch nachher bei hrer vorigen Behauptung, daß sie vollständig nittellos sei. Die durch den erwähnten Stiefsohn angestellten Nachforschungen ergaben aber, daß die Ungeklagte am Sterbetage ihres Mannes bei einem Verwandten Namens M. Schwarzweller II. die Summe von 385 Mlk. geholt habe, welche sich demnach zu bewußter Zeit in ihrem Besitze befand. Kurz nach der Eidesleistung erklärte sie einem Ver- wandten gegenüber, sie habe leichtfertig geschworen, kein Geld mehr zu haben, er solle ihre Angaben für wahr erllären, wenn er vernommen würde. Die Anklage behauptet ferner, daß noch eine Restsumme bon 50 Mt. ausstehe von einem Schuldschein des Schreiners Clade von Diedesfeld, was die Ange⸗ klagte bestrin, da die Schuld bereits abgetragen sei. Die kgl. Staatsbehoͤrde hält die Ankiage in allen Punkten aufrecht. Die Angeklagte habe mit dewußtsein und Ueberlegung gehandelt und dem Beamten auf ihren Eid hin falsche und unwahre Angaben gemacht. Die Art und Weise, wie sie das gethan habe, weise darauf hin, daß Habsucht und Geldgier die treibenden Motive gewesen seien. Was den verheimlichten Schuldschein anbelange, so sei ein strilter Beweis nicht erbracht. Die heutige Verhandlung habe ergeben, daß die Angeklagte in vollem Bewußtsein der Konsequenzen der That ge⸗ handelt habe, daß sit gewußt habe, daß die ver⸗ heimlichten Gelder zum Nachlasse gehörten und so— mit ein fahrlässiges Handeln unter allen Umständen ausgeschlossen sei. Die Vertheidigung gab zu, daß der Thatbestand des Meineids in objektiver Hinsicht erfülli sei, daß die Angeklagte beschworen habe, kein Baarvermögen im Hause zu haben, was unwahr gewesen sei, der Beweis sei aber nicht erbracht, daß sfie mit festem Willen falsch geschworen habe. Um die Angellagte vor späteren Nahrungsforgen sicher zu stellen, habe hr Ehemann jedenfalls die Absicht gehabt, ihr nach jeinem Tode so diel als möglich zuzuwenden, so daß sie hierdurch beeinflußt, in dem Glauben ge⸗ handelt habe, ais ob sie keine unrechte Handluß⸗— begehe. Es hätte ihr jedenfalls das klare Bewußt⸗ sein gefehlt. Es fehle somit der subjektive That⸗ — E sei die Angeklagte von der Anschuldigung des Meineids reizusprechen. Man könne höchstens annehmen, daß sie im Augenblick der Eidesleistung die Un⸗ wahrheit ihrer Aussagen nicht kannte, wahrend fie bei überlegtem Handeln zur Erlenntniß hätte tommen müͤssen, daß ihre Angabe der Wahrheit widerspricht. i,. — Die Geschworenen verneinten die auf Meineid gerichtete Frage unter gleichzeitiger Bejahung der zuf fahrlafsigen Falscheid lautendenn. worauf der Berichtshof die Angeklagte unter Berücksichtigung hres bisherigen guten Rufes und ihres hohen Älters in eine Gefängnißstrafe von vier Monaten heruriheilt··· SBedesbach, 22. Sept. Heute wurde zier von dem Bergingenieur, Herrn v. Rosenthal aus Hofheim bei Franlfurt a. M. und dem Gruben⸗ berwalter Heiderich aus Darmstadt ein Steinkohlen⸗ flötz von über 4 Fuß Mächtigkeit und von vor⸗ züglicher Beschaffenheit erschürft. Für unsere Gegend ind speziell für die Bewohner des Glanthals dürfte dieser reiche Fund von hoher Bedeutung werden. — Kaiserslqgutern, 22. Sept. Gestern feierten dahier 18 pfälzische Lehrer, welche im Jahre 1860 die hiesige protestantische Lehrer⸗ bildungsanstalt absolvirten, ihr 28jähriges Jubi⸗ läum durch Festessen im Hotel Schwan und gesel⸗ lige Zusammentunft in der alten Pfalz. — Heute sind IG6 pfälzische Lehrer hier zusammengetroffen, welche 44 Jahren ihre Studien an der Anstalt hollendeten. SKaiserslautern, 24. Sept. Wie erlautet, wird das Organ der pfälzischen Konser⸗ zativen, die „Pfälz. Post“, bisher einer Aktienge— sellschaft gehörig, vom 1. Oktober ab in den all⸗ einigen Befitz des seitherigen Geschäftsführers, Herrn Mich. Blenk, übergehen. — Die „Kaisers⸗ sauterer Zeitung“ mit der J. Kayser'schen Druderei“ hat vor einigen Tagen Herr H. Zim— mermann aus Waldshut (Baden) käuflich erworben. Herr F. Slieinkirchner, der seitherige Redakteur und Zesitzet derselben, wird demnächft wieder nach Muͤnchen übersiedeln und in die Redaktion des Reuen Münchener Tagblattes“ eintreten. — Laumersheim', 23. Sept. Soeben, Vormittag 9 Uhr, bringt die Trauerkunde durch unser Dorf, daß Herr Bürgermeistet Rausch dahier im Gerolsheimer Weg von einer Leiter nicht so sehr hoch herabfiel und den Hals einstürzte. Aunnweiler, 22. Sept. Die Viltualien⸗ händlerin Sophie Schild', Wittwe von Philipp dudwig, welche sich schon vor einigen Tagen von zu Hause entfernte, wurde heute Morgen mm dem Queichbache in der Rahe von Queichhambach todt aufgefunden. 9 gKaüdringen, 24. Sept. In den befsern Lagen der hiesigen Gemarkung wurde geftern mit Jem Vorherbft begonnen und ist man mit dem Ergebniß, welches sowohl in qualitativer als auch n quanlitativer Hinsicht ein außerst günstiges ge⸗ qannt werden kann, sehr zufriedenn Speyer, 28. Sept. Die 21. Jahresder fammlung der südwestdeutschen Konferenz für innere Mission hat ihre Berathung gestern be— donnen. Herr Divisionspfarrer Dr. Rocholl ent⸗ warf zunächs ein Bild der Entstehung und der Entwidelung des Vereins seit seiner im Jahre 1881 erfolgten Gtündung. Die Zahl der Vereinsmit. glieder betragt gegenwärtig ca. 6000; der Verein fucht durch öffentche Versammlungen, Verbreitung bon Flugschriften, Versorgung von Kranken⸗, Armen⸗ und Versorgungshaäusern mit religiösen Schriften u. s. w. zu wirken. Der sehr umfassende Geschaftsbericht nahm den ganzen Vormittag in Unspruch. In der Nachmittagssitzung erslattete derr Militaroberpfarrer Fingado das Referat über die Frage der öffentlichen —A rent schloß sich wesentlich an die Denlschrift an, welche der Centralausschuß füͤr innere Mission im Jahre 1869 an den norddeutschen Reichstag richtete und beleuchtete deren Hauptpunkte, dit gegenwärtige Lage der Prostitution und die Aufgabe der Gesetz⸗ gebung den Behörden und der Kirchengemeinde degenuͤber diesem Krebsschaden der Gesellschaft, sowie auch die Aufgabe der freien christlichen Liebesthä⸗ sigkeit in dieser Richtung. Referent berlangt die gaͤnzliche Aufhebung der Prostitution und Bestrafung derselben durch die staatliche Gesetzgebung. Der ie rüri⸗ nicht ein Laster beaünstigen und ala legal erscheinen lassen, das gegen die Moral und das göttliche Gebot verstoße. Referent schloß mit dem Wunsche: Es möge wieder lebendig werden m Bewußtsein des ganzen Volkes: Dieser Sünde zu dienen, ist eine Süunde vor Gott und eine Schande vor den Menschen. Wir wollen nur kurz jerborheben, daß Redner die Aufhebung der Profti⸗ ution durch die polizeiliche Anordnung der Einzel⸗ taaten erwartet, nachdem der Regierungskommissär veĩ. einer diesbezüglichen Petition im Reichstage erklärt habe, daß die Polizei Sache der einzelnen Landesregierungen sei. Daher habe man auch in inzelnen Bezirken den Versuch gemacht, zu welchem das Gesetz die Handhabe diete, nämlich die Schlie⸗ zung der öffentlichen Häuser, wie z. B. in Colmar ind im Regierungsbezirk Düsseldorf; diesem Bei⸗ piele sollten die uͤbrigen Staaten folgen. Der orreferent schließt sich zwar im Allgemeinen den Anfichten des Vorredners an, daß gewerbsmäßig⸗ Anzucht zu bestrafen sei, will aber dies durch das Reichsstrafgesetzbuch erreichen. Eine längere Dis— ussion, an welcher die beiden Referenten, sowie zer Vorsitzende, ferner die Herren Oberpfarrer Schmidt bon Stuttgart, Pastor Droß von Berlin sPfarrer Baul aus Neuhäusel, Petersen aus Wim— ffen, Major Kammerer aus Freiburg und Stadt⸗ yfarrer Lyncker aus Mainz sich betheiligten, brachte noch reiches Material. Die Anschauung der Ver⸗ ammlung soll durch Beschluß ciner Resolution musgedrückt werden, zu deren Redaktion eine dommission voß 5 Mitglieder gewählt wurde Dieselbe lautet: „Die 21. Jahresversammlung der Südwest⸗ deutschenKonferenz beauftragt ihren geschaftsführenden Ausschuß, durch eine Petition beim Reichstag dahir. vorstellig zu werden, daß die bestehenden strafgesetz⸗ iichen Bestimmungen dahin geandert werden, die Jewerbsmäßige Prostitution als solche unter Strafe u stellen, wobei auf die Zulässigkeit einer polizei⸗ iichen Aufsicht zur Sicherung der Gesundheit, der yffentlichen Ordnung und des öffentlichen Anstandes erkannt werden kann. Die Versammlung erachtet zur Bekämpfung der Prostitution auch die Ausdehnung einer polizeilichen Aufsscht auf die schuldigen Männer für nothwendig. Die Konferenz erkannte es als dringende Pflicht, in dem Werke der Rettung der verlorenen Töchter unseres Volles mitzuarbeiten und alle Einrichtungen zu fördern, welche vor dem Verderben der Unzucht hewahren können“ — Dürkheim, 22. Sept. Am Sonntag gewogener Kallstadter Most hatte nach Oechsle 88 und vorige Woche geherbsteter Gartenmost 950 die Wurstmarksbesucher dürfen sich also getrost au' einen kecht guten „Neuen“ vorbereiten. — Gsöͤllheim, 22. Sept. Diesen Morgen reiste eine Deputation, bestehend aus den Herren Bürgermeister Foohs und Apotheker Sorge nach Ludwigshafen zu dem Landtagsabgeordneten herrn Dr. Clemm betr. Errichtung des Amts⸗ zerichts Göllheim. — Ludwigshafen, 24. Sept. Im ver⸗ lofsenen Frühjahr wurde der Schlosser Jakob Willig von Mannheim vor dem Schwurgericht in darlsruhe zu einer Geldstrafe von 8300 Mk. ver⸗ urtheilt wegen Herausgabe eines Flugblattes ge— egentlich der letzten Reichstagswahl. Dasselbe war jetitelt: „Auf zur Reichstagswahl, Organ für das irbeitende Volk: Kleinbauern, Gewerbetreibende, handwerker und Arbeiter“, als Erscheinungszeil var angegeben: „Erscheint alle drei Jahr, drei Tage vor der Reichstagswahl“, als Abonnements⸗ zreis: „die Stimme für die Sozialdemokratie.“ Die incriminirten Stellen des Flugblattes befaßten ich in scharfer Weise mit dem Sozialistengesetz und nit der Zollgesetzgebung. Dieses Flugblatt, wel, hes in der Dietz'schen Druckerei in Stuttgart her⸗ gestellt war, fand in verschiedenen Wahlkreisen Ver— vendung und war auch im Kreise Speyer⸗Franken⸗ hal verbreitet worden. Wie ich vernehme, ist nun nuch gegen den diel genannten Tapezierer Ehrhardt hjier Untersuchung wegen Verbreitung dieses Flug⸗ Uäattes eingeleitet worden. die Zamilie des Battenbergers. Da der Battenberger sich zu einem möglicher⸗ veife so folgenschweren Streich gegen die Türkei jebrauchen läßt, so werden die nachstehenden Daten nicht uninteressant sen. Vor ungefähr 60 Jahren beschäftigte derselbe Zraf Brühl, welcher unsere Museen organifirte, iuf seinem Stommaoute Seifershorf hei Dresden —— einen Schreibgehilfen, welcher landwirthschaftlich Bücher kührte, Briefe kopirte und dergleichen unter⸗ geordneten Beschäftigungen mehr oblag. Dieser Schreiber, Namens Hauck, wurde von einem Verwandten nach Warschau gezogen, wo e obschon unstudirt und wenig gebildet, sich zu Er— richtung einer Prefse“ für Provinzialregimente— für befähigt hielt. „In dieser Eigenschaft gewann er durch einen Zufall die Gunst des damaligen Statthalters Großfürsten Konstantin, welcher seinen bereits als erwachsener junger Mann aus Sachsen mit eingewanderten Sohn in die Armee nahm und in fliegender Eile Oberst und Graf werden ließ Der erfte Feind, welchen der von dem excen⸗ —ää waren die polnischen Insurgenten, die ihn 1830 in dem Augenblick, in welchem er aus seinem Haust auf die Straße krat nlederschossen. Um ihn fin diese Aufopferung noch nach dem Tode zu ehren wurde seine Tochter auf Staatskosten in einem Peterg. burger Fräuleinstift erzogen. Dort machke das schönr und begabte Mädchen die, Bekanntschaft des Prinzer Alexander von Hessen, des Bruders der verstorbenen Zaiserin von Rußland, welcher sie heirathete und ob dieser unstandesgemäßen Ehe seine russische Karriore aufzugeben und nach Deutschland zurüd zukehren hatet. In Darmstadt erhielt die Dame den Namer einer Fürstin Battenberg und gebar drei Söhne don denen der eine heut Fürst beider Bulgarien der andere Schwiegersohn der Königin von Eng land und der dritte Schwiegersohn des Großherzoge don Hessen ist! J 8 Aller dreier Ur⸗Großvater ist der Seifersdorfer Schreibgehilfe. Eine rasche Familienentwidlung in der That! — 24*85 Ver mischtes. FSt. Johann, 21. Sept. Nach der offiziellen Liste hat auf der Antwerpener Weltaus⸗ tellung die Firma Georg Heckel dahier außer der joldenen auch die silberne Medaille erhalten; alt ‚weimal mit der fsilbernen Medaille prämiirt finden wir die Firma Fr. Papst dahie. — 7 Aus dem badischen Oberland schreib man der „N. A. 8.“: Seit Menschengedenlen haben wir im badischen Oberland keinen so großen derbstertrag aus unseren Reben erhalten wie dieses Fahr. Die Fässer reichen kaum aus, das koflliche Naß zu beherbergen. Die Qualität wird ditejenig der drei beften Weinjahre, d. h. von 1865, 188 uind 1811, vollständig erreichen. Der Preis dieset ausgezeichneten Weins ist zwischen 80 —40 Mar für 15h3 Hektoliter, so daß es sich gewiß mehr alt ohnen wuͤrde, denfelben in Wagenladungen in di⸗ entferntesten Plätze Deutschlands zu bringen. Mainz; 283. Sept. Etwa hundert Aus vanderer aus der hessischen und bayerischen Pfal. passierten heule Vormittag Mainz auf der Reis hach Amerika. — Ein schändlicher Rache.Akt wurd heule früh bei dem Wirthe Neve, Goldene Luft ausgeführi. 16 Harzer Kanarienvögel find dem— jelben durch Hafergift getödtet worden — en Schaden von 400 Mtk. — 7 Der in Kreuznach erscheinende „Generan Unzeiger fur Stadt und Land“ enthält im Inhe atentheil seiner neuesten Rummer jolgende Ver— üffentlichung des Vereins ., Hinne fescht“: Es sind zwei weitere Vereine, einer in Altona und einer ir Rijtöping (Schweden) hinzugetreten. Miiglieden des schwedischen Vereines derpflichten, mit beouller oder bekrinolinten Damen nicht zu tanzen, noch u plaudern oder gar mit solchen sich zu verloben oder zu verheirathen. Ehemünner dürfen die Schneider echnung fuͤr die Krinoünen nicht bezahlen; hat di Frau kroßdem den verpönten Reifrod, so hat der chemann desßsen Skelett vor dem Hause ausn Angen — Wir dinen um weitere, recht —5 Anmeldungen! Freie Vereinigung „Hinne sech a r zraäankfurt, 24. Sept. Eine wette. Ein hiesiger Doktor machte sich im en seiner Bekannten anheischig, 40 gekochte Eier iner Mahlzeit zu verzehren, ohne sich dadurch Appetit zu verderben. Die Wette wurde We nommen. Gestern Abend verzehrte er in emn Zeitraum von 25 Minuten die hartgesetten⸗n * und frank hierzu 5 Tassen Thee. Er han⸗ g bie Eier klein uind fein gehacht, goß Essig un arüber, wodurch dieselben zu einem ziemlich Haufchen zusammengeschmolzen waren. t Fruntfurt, 20. Sept. Am 13. 3 nerschlugte ein Herr aus Versehen —V aesigen groͤßeren Cafe ein Zehnmarkstück. 3. reinlichster Angst ließ er sich nach Hause fahren Ind einen Arzt rufen. dem er 300 Mt. versprach, henn er ihn wieder; von dem Goldstücke befreie. xxs gelang dies auch gestern und sofort wurde das — Versprechen erfüllt.. In Rheydt wurde dieser Tage — am zchoffengericht über eine Milchfälschungssache ver⸗ sandeit. Der Amtsanwalt beantragte 1000 Mark Heldstrafe und 6 Wochen Gefängniß; das Urtheil agte dem Angeklagten eine Geldstrafe von 600 Nark auf. v a *2 * 2*4 pIn Duisbuͤrg wurde der Sohn eines Netzgers, der den Gesellen mit einem Messer arg ugerichtet, zu zwei Monaten Gefängniß und zur zahlung von 5000 Mt. Schadenersatz an den Ge⸗ llen verurtheilt. *Sachsenhagen, 16. Sept. „Alter cqützt vor — Liebe nicht!“ kann man mit Recht hon einer Eheverbindung sagen, die vor Kurzem hier geschlossen wurde. Es zählen nämlich die seiden Neuvermählten 142 Jahre zusammen, wovon auf den glücklichen Bräutigam 78 Jahre kommen, während die junge Braut 64 Jahre alt war, als je ihrem Geliebten zum Traualtar folgte, um dem⸗ elben ewige Liebe und Treue bis zum Tode zu qwören. Mayen, 21, Sept. Gestern Nachmittag vurde im Hofe des Herrn Karl Henrici dahier in hiesiger Schusterjunge beim Wasserpumpen oon einem dem amerikanischen Circus angehörigen Ele⸗ zhanten mit dem Rüssel am Kopfe gefaßt und vider die Mauer gedrückt, so daß der Junge starke dautabschürfungen im. Gesichte und eine große deule am Hinterkopfe davongetragen hat, ihm auch einige Zähne lss sind. . — Von demselben Ele⸗ hanten wurde kurz darauf ein fremder Mann er⸗ igßzt und zu Boden geworfen; —derselbe blieb be— innungslos liegen und wurde aus dem Stalle ge⸗ ragen. Düsseldorf, 21. Sept. „Mancher tritt sein Glück mit Füßen!“ sagte diesen Morgen eine dehrfrau, da hob sie vor dem Hause eines Kauf⸗ mannes einen Brief auf, der allerdings von einem Bvackerjungen mit Füßen getreten war. Der Brief, den ein Kaufmannslehrling‘ auf dem Wege zur Post verloren hatte, enthielt eine bedeutende Summe Feldes. Die Frau brachte den Brief dem Eigen⸗ hümer und erhielt nicht allein von diesem, sondern uuch von dem Lehrling, der inzwischen dampfend jeimgelaufen kam, eine Belohnung alle drei hatten Freude. Der Lehrling nahm seinen⸗Vexweis demüthig eaen. tg f Nürnberg, 22. Sept. Heute wurden hon der Strafkammer des Vandgerichts wegen Ver⸗ vendung von Surrogaten 15 Brauer aus Altdorf. Feucht, Allersberg und Heideck zu Geldstrafen, die wischen 50 und 500 Mark schwanken, verurtheilt. kin mitangeklagter Bierbrauer aus Altdorf wurde reigesproͤchen. Am̃ nãchsten Montag hat sich wieder eine Anzahl Brauer aus dem hiesigen dandgerichtssprengel zu verantworten. 7Berlin. Ein neuer Fall von Blunt⸗ ve'rgiftung mahnt wiederum zur größien Vor⸗ icht bei Hühneraugen⸗Operationen. Derselbe betraf den hier wohnhaft gewesenen Rittmeister a. D. ». Zastrow. Derselbe hatte eigenhändig ein Hühner⸗ nuge an einem Zeh des rechten Fußes beschmnitten, vpobei er diesen Zeh mit dem Messer etwas verletzte, jo daß er blutete. Die anfänglich unbeachtet ge⸗ »liebene Wunde 'verschlimmerte sich derartig, daß irztliche Hilfe zugezogen und der verletzte Feh am⸗ zutirt werden mußte. Da die festgestellte Blutver⸗ ziftung bereits groößere Dimensionen annahm, so hielt nunmehr der Arzt die Amputution des ganzen Fußes für erforderlich. Herr y. Zastrow wider⸗ prach einer solchen Amputation, welche deshalb interblieb. Einige Tage darauf starb Herr von Zastrow an den Folgen der. Blutvergiftung. fF Bräsfsel, 21. Sept. Der Lüutticher Bankier Isla ertränkte sich heute nach Veruntreuung einer zalben Million. 87 ' Cinz 21. Sept. Vorgestern? Abend brach m Markte Windischgarsten? in einem Gasthause Feuer aus, wodurch 30 Häuser abbrannten. Sechs Personen werden vermißt. F Ein schauderhafter Fall von Lynchjustiz vird aus Amerika gemeldet. Zwei Brüder, Namens Polk, waren im Gefängniß des Comitats Pike, in MNurfrensborough, Arkansas, eingesperrt unter der Anklage, einen Hausirer, Namens Williams, ermordet zu haben., Der Ortspöbel beschloß, die Gefangenen zu lynchen und machte mehrere Bersuche, sich der⸗ elben zu bemächtigen. Da die Wüthenden nicht dermochten, die Zelle zu erbrechen, bedienten, sie ich Dynamits and verursachten mehrere Explofsionen, die, obwohl sie dem Gebäude ungeheueren Schaden zufügten, die Zelle unversehrt ließen. In der Nacht am Sonntag, den 6. Septembet, schritt der Pöbel zum Aeußersten. Holzmassen wurden um die Zelle herum aufgeschichtet, mit Petroleum getränkt und angezündet. Das Resultat war, daß die Ge⸗ angenen in der Zelle lebendig verbrannten. Der vouverneur scheint sich geweigert zun haben, die Schlüssel herzugeben, obwohl er mit Schußwaffen »edroht wurde; sonst war er 'aber außer Stande, die Wuth des Pöbels zu besänftigen. crtbericht. Zweibrücken, 24. Sepibr. (Fruchtmittelbrets und Vik⸗ ualienmarktt.) Weizen 8 M. 55 Pf. Korn 7 M. 28 Pf. Berste zweireihige (.M. Pf. pierreihige O M. — VPfi Spelz dõ M. — Pf. Spelziern — M, — pPf., Dinkel' — M. — Pf., Mischfrucht d M. — Pf., Hafer 6 M. Iz Pf. Erbsen 0O M. — Pfe, Widen 0O M. — Pf. deu d M.Hyf. Siroh ĩ. Quai. d M. — ppf. II. Qual jM. — Pf., Kartoffeln 3.M. 80 Pfy Weißbrod A!/ Kilo 50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 58 Pf., Gemischtbrod 3 Kilo 73 Pf., paar Weck 90 Gr 6 Pfr., Rindfleisch J. Qual. 30 Pf., II Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ Jeisch 60 Pf. Schweinefleisch 50 Pf. Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf. Butter 3 Kilogr.0 M. 95 P. — — ——— — — — — Dienstesnachrichten. Domkaplan Henrich in Speyer wurde zum Pfarrverweser in Hördt, Kaplan Schermer in Edes⸗ heim zum Pfarrverweser in Schaidt, Kaplau Brenner in Kusel zum Kaplan in St. Ing⸗ dert, Kaplan-Hil denbrand in St. Ing⸗ bdert zum Domkaplan in Speyer, Kaplan Zchäfer in Kirrweiler Zum Kaplan in Kusel, Kaplan Anselmann, zurzeit wegen Krankheit Heurlaubt, zum Kaplanin Edesheim, Neopres⸗ »yter Didion zum Kaplane in Neustadt ernannt: GBerichtigung.) In vor. Nr. wolle in dem Bedichte „Am frühen Grabe des Herrn Gustav v. traemer“ Strophe 1, Zeile, 2 „gelesen werden ꝛin em — statt — Gur die Redalti n veran vortlich⸗ FeA. Deme. — eben erschienene Rr. 18 des benebien Ja⸗ nilienblattes „Neue Musil⸗Zeitung“ (Verlag von B. J. Tonger. Köln, 80 Pfg. pro erie bringt außer, den neuesten Berichten aus dem Theater⸗ ind Künstlerleben: Julius Schulhoff, Portrait ind Biographie. letztete von Fritz Wallerstein. — Wagneriana. — Ein komisches Sextett bei Friedrich l., von C. Haaß. *3 Neue Lisztiana.—Musit ind Muttersprache, von H. Simon. — AusV. Zpohr's Leben, von A. Lesimple. — Dur und Moll. ꝛe.“ Als Gratisbeilagen:. Jul. Schulhoff, Feuille d'album für Klavier,« Franz Schubert Minnelied“ Holder klingt der Vogelgefang“ für 1 Singstimme und Klavier (bisher ungedruck). — Jos. Stranßkh, Andante für Cello oder Violine und Klavier. Jede Buch⸗ und Musikalien⸗Handlung gibt Probe ⸗Nummern gratis ab. —3 6IBAMSTGO ELOiLVMBS Deuschiands: ** 70 Tausend Abonnenten! 31 Berliner Tageblatt —AX „Von Nahj und Fern,“ Familienblatt mit · werthvollen: Kunstblättern von 16 Hruckseiten wöchentt. — .. „N. Berl. Fliegende Blätter“ ein reich illustr. humor. Wochenbl. wöchenil. Fine „Modenzeitung““, mit Schnittmuster-Beilagen, monatlich. Eine Zeitung f. Laudwirthschaft u. Gartenbau“, 2 mal monatlich. Fine erauen Zritung 3. Belehrung u. Unterhaltg., 4 mal monatlich. Ein „Verloosungsblatt⸗, be Seespapiexe PrioritAnlehens · Loose rc. wöchentlich. — Diese sechs Beilagen werthvollster und gediegenster Art erhalten die Abonnenten der Berliner 82 Neueste Nachrichten Neueste Nachrichten gratis. Die Zeitung selbst zählt nach erst fümfighrigem Beftetzen bereits zu den gelesensten Tagesblättern des deutschen Reichs. ESie verdankt diese stets wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem brer bewährten —VV ——— voslkommen unperteiischen Haltung. . Die Neueste Nachrichten enthaltenn bei käglichem Erscheinen (außer Mon⸗ tags): Ausführliche politische Mittheilungen, objektiv, nebenbei Wiedergabe inter⸗ essanter Meinungsäußerungen aus der Presser aller Parteien.‘ Nachrichten über The ater, Musik, Kunst, Wissenschaft; Gerichtshalle; Jokale Nachrichen. — Span⸗ nende Romane. —-Sorgfältige Borsen⸗ und Handelsnachrichten, —, Vollsländiges Bexliner Coursblatt. — Lotterielisten. — Amtliche Nachrichten. Von den oben bezeichneien 6 Gratis⸗Beilagen ist in Foru und Inhalt das belletristische Unterhaltungs · Blatt * Von Nah und Fern mit twwerthvollen Illuftralionen, novellestischen Beiträgen aus der Feder der renom⸗ mirtesten deutschen Autoren, wissenschaftlichen Essaiß und den mannißfachen Bei— gaben zur Unterhaltung und Belehrung in4 — —— ein Familienblatt ersten Rauges, . welches einen bleibenden Werth für den Kreis der Familie befitzt. Abonnement der,Neueste Nachrichten? inclufive obige 6 Beiblatter pro August imdEeptember nur 2,17 M.— nehmen alle deutsche Postanstalten enigegen.“ —33 Inserate haben bei der großen Verbreitung des Blattes die den kbar günstigste Wirkung. 55 . 2 nebst feinen werthvollen 4 Erparat⸗Beiblättern: Illustr. Witz blait ¶ LAVIXSC, in erweitertem Umfauge, Belletrist. Sonntagsblatt 265. Feuilleton. Beiblatt „Deutsche Lesehalle⸗„Der Zeitgeist „Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenbau u. Hauswirthschaft“, wurde in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit u. Gediegenheit seines Inhaltes die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlauds. Die Vorzüge des „Berliner Tageblatt“ sind: Täglich zwein aliges Erscheinen als Abend⸗ und Morgenblatt. — Gänzlich unabhängige, freisinnige politische Hal⸗ tung. — Spezial⸗Korrespondenten an allen wichtigen Pläßen und daher rascheste und zuverlässige Nachrichten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial⸗Telegramme. — Ausführliche Kammerberichte deß Abgeordneten⸗ und Herrenhauses, sowie des Reichsstags. — Umfassende Handelszeitung und Courszettel der Berliner Börse. — Lollstandige Ziehungslissen der Preußischen Lotterie, sowie Ausloosung der wichtigsten doospapiere. — Graͤphische Wetterkarte nach telegraphischen Mittheilungen der deut⸗ chen Seewarte. — Militarische und Spori⸗Nochrichten. — Personalveränderungen ver Civil- und Militär⸗Beamten. — Ordens⸗Verleihungen. — Reichhaltige und wohlgesichtete Tages⸗Neuigkeiten aus der Reichshaupstadt und den Provinzen — Inieressante Gerichts⸗Verhandlungen. — Theater, Litteratur, Kunst und Wissenschaft werden im Feuilleton des ‚B. T.“ in ausgedehntem Maße gepflegt, außerdem er⸗ cheinen in demselben Romane unserer ersten Autoren. — Das 4. Quartal brinat eine neue interefsante Novelle vvon ——— Max Ring: „Julie Eberhard“ 34 hierauf ein höchst spannender Roman aus der Jetztzeit von EHerMAnn HAeibergg: „Esther's Ehe. Der reeze auf das „Berliner Tageblait“ beiie 8 Vpehehe tbr., Novbr⸗ * Für alle fünf und Dezbr. nur 5 MKk. 25 pPf. Blätter zusammen. Man abounirt bei allen Postanstalten des Deutischen Reiches 2 ** p Durch ein eigenet parlamentar. Rureau ist das „B. T.“ Se in der Lage fortan den cuswartigen beonnenten die ausführlechen Parlamentsberichte bereits mit der Abend⸗Run.mer — zu lassen, so daß dieselben am nächsten orree, in den In rep. Empfangsorten eintreffen Probenummer gratis Nur 3.25 2uñ. pro Quartaf. — Grosse Lottierie Jewinne von— * ark — der Inte rnationalen Ausstellung * 1.58 Nar 64000 von Arbeiten aus odlen Metallen und Marlc 140000 HMarl —11 3 000, 2000 Mark ete. Legirungen in bundngtüns. i Viele von Tausend NMark. S000 Ge winne Gold. Silhber, Diamanten ete. 5000 Ge Wwinne. in' Lésos eine ark. òV — ⏑ ⏑⏑——— PinLoos eine Mark Goneraldebitairo der Loose: Moritz Straus junior in Nurnberg und Maingg. — W— Bekanntmachung. Für das Studienjahr 188586 haben sich auf dem unterferticten Subrek. orate anzumelden: a. am 28. September! vormittags von 9--11. Uhr diejenigen Schüler, welche aus der Volksschule, dem Privatunterricht oder einer anderen An— stalt in die hiesige Lateinschule eintreten wollen. Dabei ist Gehburts. und Iuwpfschein. sowie das letzte Schul⸗ resp. Studienzeugnis vorzulegen. b. am gleichen Tage von 11-12 alle übrigen Schüler. Die Nachzuprüfen. den haben ihr letztes Jahreszeugnis beizubringen. Wer in die untersie Klasse eintreien will, muß das 89. Lebensjahr voll— endet haben und sich über ein genügendes Maß von Kenntnissen in der Reli— zion, im Deutschen und in der Arithmetik ausweisen. Die Aufnahms: und dachprüfungen werden am 29. u. 30. September abgehalten. Vorbehaltlich der Genehmigung höchster Stelle wird mit Beginn des Studienjahres neben der IV. u. V. Klasse der Lateinschule hergehend ein Realkurjus errichtet, in welchem die vom griechischen Unterricht dispensierten Schüler zur erhöhten Teilnahme am arithmetischen resp. mathematischen, französischen, Zeichnen⸗ und aaturgeschichtlichen Unterricht herangezogen werden. Das Absolutorium der2 Abteilungen dieses Realkurses gewährt nicht nur die für das praktische Berufs— eben notwendigen allgemeinen Kenntnisse, sondern ermöglicht auch den Eintrit in den 1I1. Kurs des Realgymnasiums. * St. Ingbert, den 20. September 1885. Königliches Subrectorat Rarmni ce —L. 1 Obstausstellung mit Obstmarkt. Vom 26. bis 29. September 18385 finden die diesjährige Obst— ausfstellung, verbunden mit Obstmarkt, in der städtischen Fruchthalle zu Zweibrücken statt. Das auszustellende Obst, sowie die Verkaufssproben sind bis längstens Freitag den 25. September im Ausstellungslokale einzuliefern. J r4ortein? Neueste Ersindung. Mortein! 6cxo— Rennen Das Hodurek'sche Mortein wird allseitig anerkannt und als das beste bisher a dagewesene Vertilgungsmittel gegen alle Insekten bezeichnet. Bruchal 18 8. 83. Otto Heck; dasselbe weltberühmt, iß anerkannt der ficherste Schut zegen Mottenfraß und den so großen Schaden verursachenden Holzwurm; ver nichtet ferner Wanzen, Schwaben, Flöhe, Fliegen, Russen, Ameisen, Raupen, Vogeb— nilben; Wirkung überraschend, mit anderem Pulver nicht zu verwechseln. Pac i0. 20, 50 Pf St. Ingbert: P. Fery; Ensheim: P. Dissel. Danksagung. Für die freundiichen Blumenspenden owie für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, besonders aber für die rostreiche Leichenrede des Herrn Pfarrer Fercken bei dem Leichenbegängnifse neines nun in Gott ruhenden Schwie⸗ ervaters Herrn . F dhristian Oberkircher sen. age ich hiermit meinen innigst gefühlten Dank Im Namen der Familie — Ph. Scheimeister, kgl. Steiger. Auflage 344, 000; das verbreiteiste oser eutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ scheinen Uebersetzungen in zwolf fremden Sprachen. Zum Kronprinzen billiger und güter Mittagstisch nebst feinen Geträntken wozu freundlichsft einladet Deggendorfer Loon àa 2 Marlic mit Geldgewinnen von ev. 120,00 Mark, 70,000 Mt.. 50,000 Mt 20,000 Mk. ꝛ⁊c. Günstigite aller Lotterien. Gen. Ag. A. & B. Schuler, München. doose bei den bekannten Verkaufs— steMlslen. Organ fü weibrücker T 3 ——————— ageblatt, —EA aer dntnunger E tors ee alt ark virbreitet in St euvauei gl. Forii⸗ An et d erscheint G airtza aoer ei J al wöch urg rücken sowi e Ihruͤcherchei * runter ein 8B Seit entlich mit 1 und Pir sowie in 21 Numm erscheinen: don en umfassendes i Unte masens den LXXCAS —E — — —— p, ——— Lr quj ost bezogen 1 — Gebiet der — —— ve 4 sg. Sur Damen, arderebe ur he das gegee Zar wirtsamen Verbreit —— —— gegend a 3/ beso d * un ri flur Het m assen, — 3 Zum gefl. A „wo das Ta nders in d g —S — — ——— —8* o die gefl. Abon Tageblatt der Sia aa vie di ie Bett⸗ ladet ergebenst ein iueitent für das —E eh in *8 —28 . j e V O n wird. t alle Gegenst etwa⸗200 Echni NQu 400 änd chnitim Di X — — te Exvpediti eee * eiß⸗ und on. ei 8 V Venonmien n * n, Berlin franco dur ee Demeß ”—ee damer Sir in Ei. In * rt. —8 Tanzschüler⸗ Ball will emen Dame ein von schwarzem Eisgarn Jehäkeltes Tuch mangeln. Sollt mand irrihumlich im Besiß desselben ein, so bittet man, es an den Unter⸗ seichneten abzugeben. Auch kann ein urückgebliebener Fächer in Empfano Jenommen werden. M 6. Ch. kKarser. — — Eine gesunde Schenkamme gesucht. Wo, sagt die Exbed. d Hiezu für unsere Poie nten „Illustrirtes Sonntaas jcre i13. X Id ʒ3t. Iugherter Amzeiger. Amtliches Organ des köͤnigl. Amtsgerichts St. Ingbert. St. Ingberter Anzeiter“ erscheint wochentlich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungt⸗ sun und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 3, einschließlan 4 Zuftellungtgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespallene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei auherpfaltischen und solche⸗ auf welche die Erpedilion Auskunft ertheilt, 13 , Neclamen 80 8. Bei 4maliger Einrkckung wird nur dreimalige berechnet. — 1839. gZur Lage auf der Balkan-⸗ halbinsel. I Der Staatstreich des Fürsten von Bulgarien, usgeübt durch Ausdehnung der bulgarischen Re⸗ etung auch auf Ostrumelien hat zwar einen Riß den Berliner Vertrag gebracht, allenthalben auf er Balkanhalbinsel gährt es auch wieder, aber man immt doch an, daß auch dort nichts so heiß ge⸗ sesen werden dürfte, als es gekocht ist. Zur rich⸗ gen Beurtheilung der Sachlage fehlen allerdings aupisächlich noch die Urtheile der Großmächte in eer plötzlich acut gewordenen bulgarischen Frage, her die Großmächte werden wohl ihre ganze Halt⸗ ing danach einrichten, daß ein neuer Kriegsbrand uuf der Balkanhalbinsel möglichst verhindert oder poch eingeschräntit wird. Die Türkei hat nun zwar zaß vertragsmäßige Recht, in Rumelien Truppen einrücken zu lassen und die Bulgaren dort zu ver⸗ agen, richtig ist auch, daß die Türkei unter Mukh— ar Pascha ein Armeekorps nach Rumelien marschiren aßt, aber diese Truppen werden wohl vorläufig mm der Grenze Aufstellung nehmen und auf weitere Vefehle harren. Auch hält man die Rachrichten qus · Serhien, Griechenland und Albanien, über dotlige Unruhen und Rüstungen für übertrieben, richtig mag aber sein, daß man sich in den Bal⸗ lanstaaten auf einen neuen Türkenkrieg gefaß! macht, bis die Großmächte einen Dämpfer aufsetzen. die Großmächte wollen die Orientfrage nur all⸗ maͤhlig gelöst wifsen und unter Fernhaltung eines allgemeinen europäischen Krieges und dieses Streben ürfte die bulgarische Affaire nicht zur europäischen dalamität anwachsen lassen. In wenigen Tagen werden die Vertragsmächte des Berliner Traktats wahrscheinlich fich geeinigt haben, was in der bül⸗ zarischen Frage geschehen soll und der Sultan Ubdul Hamid wie der Fürst Alexander von Bul—⸗ jarien werden sich den Wünschen der Großmächtt ugen müssen. Bemerlenswerth bleibt der Umstand, daß die bereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien bis jetzt uhne jedes Blutvergießen vor sich ging und auch in Oftrumelien- und Bulgarien vollständige Ruhe und Ordnung herrscht. Dadurch würde allerdings ewiesen, daß die Bevöllerung Bulgariens und ARrumeliens vollständig mit der Vereinigung beider dander einverstanden ist. Der Bericht eines Ameri⸗ aners aus Konftantinopel stellt den Bulgaren auch in gutes Zeugniß aus. Das Streben der Nord · and Sudbulgaren nach einer Einigung sei sowohl d politischer als wirthschaftlicher Beziehung ein iaturliches und koͤnne nicht unterdrücht werden. Die inionistische Srömung entspringe keineswegs blos »em Nationalgefühl, auch nicht dem Hasse gegen ie Türken, sondern in erster Reihe den materiellen jnteressen beider Lander. Eine doppelte Regierung ei für jene Lander zu theuer, und außerdem werde hre Industrie dadurch ruinirt, daß die Türkei dar⸗ zuf bestehe, Ostrumelien durch die türkische Zoll⸗ Renze von Bulgarien abzuschließen. Volitische Uebersicht. In der Karolinen⸗Affaire mehren h die Aussichten auf eine gutliche Verständigung wischen Deutschland und Spanien, vornehmlich nsolge der versöhnlichen Haltung der deutschen Re— zerung. Letztere soll durch ihren Ver treter in Radtid ihre Bereitwilligkeit erllart haben, auf die dosel DYap verzichten zu wollen, wenn Spanien afür dem deutichen Handel und der Deutschen Sonntag, 27. September 18885. 229. Jahrg. Schifffahrt vollständige Freiheit auf den Inseln )es Karolinenarchipels gewähre. Ferner wird über Paris gemeldet, daß Spanien bereit sei, eine Insel der Karolinengruppe, sowie eine der Mariannen⸗ Inseln als Schiffs- und Kohlenstation an Deuisch⸗ and abzutreten, während die Marschall- und BilbertInseln den Gegenstand mehrerer Verein⸗ harungen bilden sollen. Die vorstehende Beant⸗ vortung der jüngsten spanischen Note durch das Berlinetr Kabinet wird jedenfalls wesentlich mit ur Klärung der Karolinenfrage beitragen. Konstantinopel, 25. Sept. Die Türken zesetzten zur Wahrung ihrer Rechte ein rumelisches Dorf unweit der Grenze, beabsichtigen aber, nicht yor Verständigung mit den Mächten in Rumelien veiter vorzugehen. e nuud pr sche Arichten. *St. Ingbert, 26. Sept. General⸗ zersammlungen.) Morgen, Sonntag, Nach⸗ nitiag 3Uhr finder im großen Sacle des Cas Dberhauser eine Generalversammlung des Krieger⸗ »ESEreins statt. Auf der Taägesordnung der⸗ elben stehen: 1. Aufnahme, 2. Rechnungsablage. 3. Neuwahl. — Auf nächsten Montag, Abends 8 Uhr, hat der Vorschußverein im Lokale der zrau Wiw. Julius Grewenig eine Generalver⸗ ammlung anberaumt behufs Vorlage des Geschäfts⸗ erichtes pro 1. Semester 1885 und Berichterstattung über den letzten pfälzischen Genossenschaftstag. *St. Ingberi, 26. Sept. (Ertrazug.) Wir machen darauf aufmerksam, daß morgen, Sonntag Vormitttag anläßlich deß Pferbve⸗ deinnenis in Zweibrütken von hier nach Zweibrücken ein Erträzung fährt. Derselbe geht hier 10 Uhr Vorm. ab, kommt in Zweibrücken i0 Uhr 46 Min. an und hält auf allen Zwischen⸗ dationen. Dit Rücfahrtl hat mit den jsahrplan⸗ maäßigen Zügen zu erfolgen. (Siehe Nr. 184 dieses Blattes, — Zweibrücken, 24. Sept. Heute fand die Muflerung der Stuten füͤr den Remonie⸗Zucht⸗ bezirk ZweibrückenHomburg ⸗Pirmasens ftatt. Es varen etwa 60 Thiere beigebracht. Das Ergebniß — tehendes: —*2 Zuchtfüllen wurden vorge⸗ ührt 12; davon prämiirt die Eigenthümer mit je 30 Mk.: 1) Geitner Truppach, 2) Woll⸗Schauer⸗ hderg, 3) Müller Nik.Gerhardsbrunn, 4) Höh darl ˖ Gerhardsbrunn, 5) Burchardt Anton · Contwig; 1iz jährige Zuchtfülien wurden vorgefühtt 32; da— on wurden prämiirt, mit je 60 Mi: 1) Geitner⸗ Truppach, 2) Stalter Vl.-Ernstweilethof, 9) Schneider Vah.⸗Langwieden, 4) Blinn Adam⸗ Nartinshöhe, 5) Geitner⸗Truppach, 6) Frentel ß.⸗Seyweiler, 7) Wilh. Ad.Martinshöhe, 8) Schneider Aug. Obernheim, 9) Schneider Ludwig⸗ dangwieden, 10) Agne Chr.Webenheim; mit je 40 Mk.: 11) Vollmar Hrch. U.Käshofen, 12) Jakob Urban, Burgermeister in Rohrbach, 18) ꝛang Hrch.Zweibrücken. 14) Schneider Val.Lang⸗ wieden. 8. 2..2 DObermoschel, 28. Sepi. Geflern.er· sängte sich die Tochter des Oekonomen Jalob Reber »om Weidelbacher ⸗Hof bei Mannweiler. Dieselbe var verlobt und sollte fich in einigen Tagen ver⸗ jeirathen. * Sungstein, 24. Gept. Das Herbsten )es Porltugieser⸗Trauben beginnt dahier am nächsten Mittwoch, den 30. d. M. — St. Martin, 24. Sept. Vom Ge⸗ neinderathe wurde zum Herbsten der schwarzen Trauben der 28. und 29. September und der 8. Altober festgeseßt. *Auf der Apenninen-⸗Halbinsel vird die Theilnahme an den politischen Vorgängen nner⸗ und außerhalb Italiens durch die Chober a⸗ pidemie fast gänzlich in den Hintergrund Jedraͤngt. Besonders auf Sicilien hat die Seuche rebolutionair zu nennende Zustände geschaffen, velche die Entsendung von Truppen nach der Insel rothwendig gemacht haben. Jede Stadt sperrt sich Jegen die andere ab, die Aerzte werden von dem infäluügen Pöbel bedroht und verfolgt. Man er⸗ vartet in diesen Tagen den König auf Sicilien uind die Anwesenheit desselben wird vielleicht meht us diejenige der Truppen dazu beitragen, die auf⸗ gzeregten Gemüther wiedet zu beruhigen. * Eine der zentralamerikanischen Repuslik scheint wieder zu ihrem normalen Zustande, das heißt zum Bürgerkriege zurückkehren zu wollen. Eine Depesche aus Guatemala meldet, daß eine Revolution in diesem Lande aus⸗ Jjebrochen ist. Es wurde der Belagerungszustand rklärt, während die Regierung zugleich mehrere jervorragende Offiziere verhaflen ließ und zwei hemalige Minister verbannte. Die Regierung chmeichelt sich mit der Hoffnung daß sie der Be⸗ wegung baldigst Herr werden könne. Ueber die Ursachen derselben ist noch nichts Näheres bekannt. Deutsches Reich. Berlin, 25. Sept. Der hiesigen serbischen Zesandischaft ist der Befehl zugegangen, alle in deutschland befindlichen, der ständigen Armee und hem zweiten Aufgebot angehörenden Serben zur ofortigen Stellung bei ihren Kommandanten auf ⸗ fordern, widrigenfalls sie als Deserteure bebandelt verden. Karlsruhe, 25. Sept. Die Prinzessin Wilhelm von Preußen traf Nachmittags hier ein. Der Kronprinz kommt heute Abend von Hom⸗ hurg, der Erbprinz von Nassau Morgen fräh hier an. Die Vorbereilungen in der Stadt sind groß⸗ artig; das Wetter ist leider sehr schlecht. Auslanud. Wien, 26. Sept. Der Fürst von Bulgarien telegraphirte an den Zaren, daß, wenn die Abbe⸗ rufung der russischen Offiziere gegen ihn gerichtet ei, er für das Wohl der bulgarischen Nation zereit sei, die Krone zu opfern. wenn Rußkland die Uuion schütze. Madrid, 25. Sept. Wie die „Agence havas“ meldet, hat Spanien die von Deutschland vorgeschlagene Mediafion des Papstes in der Karo⸗ inenfrage angenommen. London, 25. Sept. Der „Standard“ meldet aus Athen, vom 24: d. M.: Die Regierung heschloß. die Kammern einzuberufen und die Re⸗ erve zu mobilisiren. — Die „Times“ meldet aus donstantinopel: Kiamil Pascha wurde an Stelle Said Vaschas zum Großbezier ernonnt. fSeardrüden, 26. Sept. In der nuf Morgen Nachmittag anberaumten Versammlung )er nationalliberalen Partei wird Herr Dr. Jeru⸗ alem aus Berlin sprechen. F Trarbach, 25. Sept. Hier wüthet ein urchtbarer Brand. Um 12 Uhr begann das Feuer n einem Hause in her Mitte der Stadt und ⸗r⸗ faßte die Nebengebäude. Um 3 Uhr waren bereits 12 Häuser niedergebrannt und die Flamme greift aoch wüthend um sich. Von nah und fern kommen Spritzen, koͤnnen aber nicht mehr viel helfen, da ein ganzer Stadttheil bald niedergebrannt istund die Flamme dann nicht weiter um sich greifen kann. Das neueste „Zeichen der Zeit“ sind weib— liche Geschäftsreisende. Ein Kaufmann in Süd— deutschland hat seit einigen Monaten Damen ingestellt, um Geschäftt zu machen und an Gehalt, Spesen ꝛc. zu sparen. Ist das nicht ein Zeichen »er Zeit? In G. hat dieser Tage, wie die Dorf-⸗ zeitung erzählt, ein Geschäftsreisender mit —einem weiblichen „Zeichen der Zeit“ und zwölf männ⸗ lichen Kollegen im Gasthaus gesessen und gegessen und untet AÄllen hatte das jungfräuliche,Zeichen der Zeit“ die besten Geschäfte gemacht. Warum zuch nicht? Sieht man doch ein junges hübsches Maädchen immer gern und kauft ihr folglich auch twas ab. Für Konfektionsartikel namentlich sind Damen, denen vom Wickellissen an der Putz im dopf stedt, wie geboren, und an Geläufigleit der Zunge, dem Haupterforderniß eines Reisenden, ehlt's, wie allbekannt, J Damen auch nicht. Das yetreffende Haus hat bereits fünf Damen als Rei- Auf der Waterloo⸗Brücke fing die Fremde plotzui sende angestellt und soll sich sehr gut dabei stehen. zaut zu singen an; ein Polizist, der in iht Den männlichen Reisenden wünscht der Entdecker lüderliche Dirne erkannte, brachte sie zur Poli n des ersten weiblichen Kollegen nur, daß der Erfin- die arme Nähexin mit ihr. Dort sperrte man d der ein hundertjühriges Patent auf seine weiblichen Beiden, trotz des bitterlichen Weinens der Cumminge steisenden genommen hat, damit es kein Konkurrent bis zum Morgen in den Frauenarrest, woief jachahmen kann, sonst sind wird Alle — perdu] eine große Anzahl trunkener und verworfener Weibe 7Hagen, 17. Sept. Ein Reisender, wel- anwesend waren. Von den unfläthigen Reden um her die weiblichen Insassen seines Koupoͤs durch Gesängen flüchtete sich die Näherin in eine finfiet⸗ inanständische Redensarien belästigt hatte, wurde Ecke und am Morgen, als man sie vor den Richter eitens des koönigl. Eisenbahn-Betriebsamis zur führen wollte, fand man sie todt; sie hatte sich au— Anzeige gebracht. Das hiesige Schöffengericht ver- Verzweiflung mit ihrem Halstuche erwürgt. artheilte deaselben zu vier Wochen Gefängniß. f Riessige Sonnenfleche. Auf der 7 Haag, 24. Sept.; Das heule gefällile Sonnenoberfläche zeigen sich seit einigen Tagen Artheil gegen Jeanne Marie Lorette, die am lolossale Fleckengruppen. Die größte derselben da 66. Marz d. J. den japanischen Geschäftsträger nach oberflächlicher Messung eine Breit von 6000 Zakurada durch einen Revolverschuß getödtet hatte, bis 7000 geographischen Meilen bei einer Läng⸗ sautet auf drei Jahre Gefängniß. von ca. 20,000 Meilen — eine Fläche, auf welche London. Die Kleidermacherin Marie ungefähr 50 Erdkugeln nebeneinander Plaztz finde Fumming;, einm höchst anständiges junges Mäd- könnten. Der dunkelste Theil dieser Gruppe, di hen, ging neulich spüt Abends von einer Kund- sich jetzt etwas rechts an der Sonnenscheibe befindel chaft nach Hause. Unterwegs begegnete ihr ein kann mit Hilfe eines berußten Glases mit bloßen rauenzimmer, das sie, unter dem Vorwande, sie Auge wahrgenommen werden.— sei unwohl, ersuchte, sie ein Stüück zu begleiten. Futr die Redaktion errerg r * ⸗ 8 — — ————— —— — 0 * — j Gemiüthlichkeit. Sonutag, deu 27. d. Mts. Abends 8 UUr immn EHEHROTSTSChen Rial c d theatralische und musikalische Abend- Unterhaltung. — Mitglieder haben Zutritt. 3 —Fremde dürfen eingeführt werden. t. Ingbert, den 16. September. Baher, dvorhtand. Wegen vorgerückter Saison verkaufe meine Vorschuscverein ðt. Inghert (deingetragene Genossenschaft). Die Mitglieder werden hiermit zu der am J — Montag, den 28. ptem ber 108886. Abends 8UVh5x-.. in der Wittwe Dul. G o en i g'schen Wirthschaft stattfindenddonn General Versammlung — I. Vorlage des Geschaftsberichts pro IJ. Semester 18885. N.. Bericht über den am 18. und 19. Juni abgehaltenen pfal- zischon Genossenschaftstag 2u Edenkobhen. J SꝑP. INGBERI, den 30. August 18883. 3 J i O. B. Murtim, Vorsiteender. Allgemeine Versorgungs- Anstalt im Großh Baden zu Karlsßruhe. cebens-Verstcherung und Alters-Versorgung. ree — Verunn u her Gegenseitigkeit. Erweitert 1864 dapital ⸗Vermogen Endel884 42, 169,8868M1. icherles Rapital .. 160,391,619 Mi —————— 28* — —s— tal 825.375 MNi Reiner Zuwachs der letzten 10 Jahre: 122,978,240 Mk. versichertes Kapita! Aller Gewinn wird an die Mitglieder abgegeben. *8 vBertheilungsmaaßstab: Der jährlich wachsende Werth der Versicherungen. Folge davon: Stetig wachsende Dividende und daher Verminderung der Ver⸗ . : 25. Tsicherungskosten von Jahr zu Jahr. 55 Divende pro 1882, 1888 und 1884 je 40/0 des Versicherungswerths (Deckungskapitals) vder —3 für die Jahrgänge 1880. 79 78 77 76 75 74 183 72 71 70 68 67 66 65 64 4 — isss — neIge 160 181 20 24 26ůεοια_8νσ84ιε7τααοàαg—4»αα 35 ——æzc— — WVolle Dividende nicht nur bei der gewöhnlichen einfachen, sondern auch bei de abgelürzten Versicherung. Auszahlung der Versicherungskapitalien ohne Abzug sofort nach deren Fälligkei Bei Erloschen der Versicherung durch Nichtzahlung der Prämien gleich hohe i! Abfindung wie bei Kündigung. a. Rechenschaftsberichte, Prospelte und jede weitete Auskunft unentgeltlich be ʒem Vertreter der Anftalt: Fr. Hagenbucher, Lehrer in Si. Ingbert Seute von 4 Uhr ab 6* opzen⸗ — non Zoseph Sedel⸗ ver Schoppen 20 eingeladen. Kinderwagen zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Empfehle ferner Reiseschließkörbe, feine Damenkörbchen alideutsch und dunkelfarbig aus Litzen und Rohr Blu mentische, Rohrsessel 2wie alle einsechlägige Artilcel. T. J. IXX * —XXXEXX nit 6 RKlassen, deren Absolvirung zum einjührigen Militärdienst be rechtigt: die drei letzten Jahre sind Sümtlüeine 53 vorgeschlagener Abiturienten bestanden.“ Pensionat für Knaben von 11 Jahren an ↄrogramm dureh die Direcetion des Iuternational-Lehrinsti uts in Frerueneal. n J Shwingmehl yr pfo. Io pso 10 Pfd. Mk. 1.50, Blummehl pe. Pfd. 18 Pfgq., 10 Pfd. Mk. 1.70, Kornmehl 25 Pfd. Mt. 2.85 Kornkleien 25 Pfd. Mi. 1,56 empfiehlt — Jos. Hellenthal. Dachpappe und Holztheer empfiehlt P. Feih. sa Schwarzwälder IjbPLA 3* vonntag den 27. September, MNachmittags 3 Uhr im großen Oberhauser'schen Saale vird die ordentliche Heneral Versammlung »gehalten. Tages⸗Ordnung? 1.) Aufnahme. 2.) Rechnungsablage. J 3.) Neuwahl. Der Ausschuß. Orangge — Citronen Feigen Sultaninrosinen — in ganz frischer Waare —— empfiehlt * —A— Kirschen-WMasse“ deF garantirt rein Ac per Liter Mark 2.60 empfiehlt B3. reters, St. Jugbu. 3 moͤblirte Zimmer an der Hauptstraße sind vom J. Olloben an zu vermiethen. Wo fagt die Erxpedition d. Bl. Saatkorn Hhortehnen robsteier — ——— „Justrirtes Sonn⸗ tagsblatt“ Nr. 13. z7 111. ej Igenten und Reisende zum Verkauf von Alle Farben affee, Thee, Reis u. Hamburger czgarren an Private gegen ein Fixum snoden u. in On eun zum Anstrich von 300 Mark und gute Provision. t 5 amburg.34. —* w c Fußbodenöl und Lacke billigst bei P. Fery. Druck und Versag von F. X. Demeß in St. Inabert. Gefucht ets fria edrich n St Ingbert. zt. Ingherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingber.. yt St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ satt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 M 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli DA Zustellungzgebuühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche⸗ auf welche die Expedition Auskunft eriheilt, 13 4. Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. is8. *Zur Lage auf der Balkan⸗ halbinsel. Der Staatstreich des Fürsten von Bulgarien, usgeübt durch Ausdehnung der bulgarischen Re⸗ rung auch auf Ostrumelien hat zwar einen Riß den Berliner Vertrag gebracht, allenthalben auf ꝛ Balkanhalbinsel gährt es auch wieder, aber man immt doch an, daß auch dort nichts so heiß ge⸗ sen werden dürfte, als es gekocht ist. Zur rich⸗ en Beurtheilung der Sachlage fehlen allerdings uptsächlich noch die Urtheile der Großmächte in r ploͤtzlich acut gewordenen bulgarischen Frage, er die Großmächte werden wohl ihre ganze Halt⸗ ag danach einrichten, daß ein neuer Kriegsbrand der Balkanhalbinsel möglichst verhindert oder och eingeschränkt wird. Die Türkei hat nun zwar aß vertragsmäßige Recht, in Rumelien Truppen grücken zu lassen und die Bulgaren dort zu ver⸗ gen, richtig ist auch, daß die Türkei unter Mukh⸗ x Pascha ein Armeekorps nach Rumelien marschiren zt, aber diese Truppen werden wohl vorläufig n der Grenze Aufstellung nehmen und auf weitere efehle harren. Auch hält man die Nachrichten us Serbien, Griechenland und Albanien über xtige Unruhen und Rüstungen für übertrieben, chtig mag aber sein, daß man sich in den Bal⸗ mstaaten auf einen neuen Türkenkrieg gefaßt jacht, bis die Großmächte einen Dämpfer aufsetzen. die Großmächte wollen die Orientfrage nur all⸗ ahlig gelöst wissen und unter Fernhaltung eines ugemeinen europäischen Krieges und dieses Streben irfte die bulgarische Affaire nicht zur europäischen alamität anwachsen lassen. In wenigen Tagen erden die Vertragsmächte des Berliner Traktats hehrscheinlich sich geeinigt haben, was in der bul⸗ xischen Frage geschehen soll und der Sultan sbdul Hamid wie der Fürst Alexander von Bul⸗ tien werden sich den Wünschen der Großmächte ien müsffee. — bemerkenswerth bleibt der Umstand, daß die temigung Ostrumeliens mit Bulgarien bis jetzt me jedes Blutvergießen vor sich ging und auch Ditrumelien und Bulgarien vollsiändige Ruhe id Ordnung herrscht. Dadurch würde allerdings wiesen, daß die Bevölkerung Bulgariens und ftrumeliens vollständig mit der Vereinigung beider indet einverstanden ist. Der Bericht eines Ameri⸗ gers aus Konstantinopel stellt den Bulgaren auch n gutes Zeugniß aus. Das Streben der Nord⸗ d Südbulgaren nach einer Einigung sei sowohl politischer. als wirthschaftlicher Beziehung ein arliches und könne nicht unterdrückt werden. Die onistische Strömung entspringe keineswegs blos n Rationalgefühl, auch nicht dem Hasse gegen cürken, sondern in erster Reihe den materiellen eressen beider Länder. Eine doppelte Regierung ur jene Länder zu theuer, und außerdem werde Industrie dadurch ruinirt, daß die Türkei dar— bestehe, Ostrumelien durch die türkische Zoll⸗ non Bulagrien abzuschließen. Politische Uebersicht. In der Karolinen-Affaire mehren ne Aussichten auf eine gütliche Verständigung uschen Deutschland und Spanien, vornehmlich olge der versoͤhnlichen Haltung der deutschen Re— ung. Letztere soll durch ihren Ver ireter in idrid ihre Bereitwilligkeit erllatt haben, auf die el Yap verzichten zu wollen, wenn Spanien dem deutschen Handel und der Deultschen — — Sonntag, 27. September 1888. 20. Jahrg. Schifffahrt vollständige Freiheit auf den Inseln des Karolinenarchipels gewähre. Ferner wird über Paris gemeldet, daß Spanien bereit sei, eine Insel der Karolinengruppe, sowie eine der Mariannen⸗ Inseln als Schiffs- und Kohlenstation an Deutsch⸗ and abzutreten, während die Marschall- und Bilbert Inseln den Gegenstand mehrerer Verein⸗ zarungen bilden sollen. Die vorstehende Beant⸗ vortung der jüngsten spanischen Note durch das Zerliner Kabinet wird jedenfalls wesentlich mit zur Klärung der Karolinenfrage beitragen. Konstantinopel, 25. Sept. Die Türken besetzten zur Wahrung ihrer Rechte ein rumelisches Dorf unweit der Grenze, beabsichtigen aber, nicht vor Verständigung mit den Mächten in Rumelien weiter vorzugeben. PRokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 26. Sept. General—⸗ versammlungen.) Morgen, Sonntag, Nach⸗ mittag 8 Uhr findet im großen Saale des Cafoö Oberhauser eine Generalversammlung des Krieger⸗ vereins statt. Auf der Tagesordnung der⸗ elben stehen: 1. Aufnahme, 2. Rechnungsablage. 3. Neuwahl. — Auf nächsten Montag, Abends 8 Uhr, hat der Vorschußverein im Lolale der Frau Wiw. Julius Grewenig eine Generalver⸗ ammlung anberaumt behufs Vorlage des Geschäfts⸗ zerichtes pro 1. Semester 1885 und Berichterstattung über den letzten pfaälzischen Genossenschaftstag. *St. Ingbert; 26. Sept. (Ertrazug.) Bir machen darauf aufmerksam, daß morgen, Sonntag Vormitttag anläßlich des Pferde⸗ dennens in Zweibrüden von hier nach Zweibrücken ein Ertrazug faͤhrt. Derselbe geht hier 10 Uhr Vorm. ab, kommi in Zweibrücken 10 Uhr 46 Min. an und hält auf allen Zwischen⸗ ttationen. Die Rückfahrt hat mit den sahrplan⸗ mäßigen Zügen zu erfolgen. (Siehe Nr. 184 dieses Blattes. — Zweibrücken, 24. Sept. Heute fand die Muslerung der Stuten für den Remonte⸗Zucht⸗ bezirk Zweibrücken Homburg ;Pirmasens statt. Es waren etwa 60 Thiere beigebracht. Das Ergebniß der Prämiirvng ist dem „Zw. T.“ zufolge nach- stehendes: 292jährige Zuchtfüllen wuürden vorge⸗ führt 12; davon prämiirt die Eigenthümer mit je 530 Mk.: 1) Geitner Truppach, 2) Woll⸗Schauer⸗ berg, 83) Müller Nik.Gerhardsbrunn, 4) Hoh arl · Gerhardsbrunn, 5) Burckhardt Anton · Contwig; Lua jährige Zuchtfüllen wurden vorgeführt 32; da— von wurden prämiirt, mit je 60 Mk: 1) Geitmner⸗ Truppach, 2) Stalter Ol. Ernstweilerhof, 3) Schneider Val.⸗Langwieden, 4) Blinn Adam- Martinshöhe, 5) Geitner⸗Truppach, 6) Frentzel P.⸗Seyweiler, 7) Wilh. Ad.Martinshöhe, 8) Schneider Aug. Obernheim, 9) Schneider Ludwig- vangwieden, 10) Agne Chr.Webenheim; mit je 40 Mti.: 11) Vollmar Hrch. U.Kashofen, 18) Jakob Urban, Bürgermeister in Rohrbach, 18) Lang Hrch.Zweibrücken. 14) Schneider Val.Lang wieden. — Obermoschel; 23. Sept. Geftern er⸗ hängte sich die Tochter des Oelonomen Jakob Reber yom Weidelbacher⸗Hof bei Mannweiler. Dieselbe war verlobt und jollte sich in einigen Tagen ver⸗ heirathen. — Ungstein, 24. Sept. Das Herbsten des Portugieser⸗Trauben beginnt dahier am nachsten Mittwoch, den 30. d. M. — St. Martin, 24. Sept. Vom Ge— meinderathe wurde zum Herbsten der schwarzen Trauben der 28. und 29. September und der 8 Oltober festgesetzt. Vermischtes. fSaarbrücden, 286. Sept. In der auf Morgen Nachmittag anberaumten Versammlung der nationalliberalen Partei wird Herr Dr. Jeru⸗ jalem aus Berlin sprechen. FTrarbach, 25. Sept. Hier wüthet ein urchtbarer Brand. Um 12 Uhr begann das Feue⸗ n einem Haufe in der Mitte der Staht und * Auf der Apenninen-Halbinsel vird die Theilnahme an den politischen Vorgängen inner⸗ und außerhalb Italiens durch die Cholera⸗ »pidemie fast gänzlich in den Hintergrund Jedrängt. Besonders auf Sicilien hat die Seuche debolutionair zu nennende Zustände geschaffen, velche die Entsendung von Truppen nach der Jnsel nothwendig gemacht haben. Jede Stadt sperrt sich zegen die andere ab, die Aerzte werden von dem iinfältigen Pöbel bedroht und verfolgt. Man er⸗ vartet in diesen Tagen den König auf Sicilien ind die Anwesenheit desselben wird vielleicht mehr ils diejenige der Truppen dazu beitragen, die auf⸗ geregten Gemüther wieder zu beruhigen. * Eine der zentralamerikanischen stepusltik scheint wieder zu ihrem normalen Zustande, das heißt zum Bürgerkriege zurückkehren u wollen. Eine Depesche aus Guatemala meldet, daß eine Revolution in diesem Lande aus⸗ jebrochen ist. Es wurde der Belagerungszustand rklärt, während die Regierung zugleich mehrere jervorragende Offiziere verhaften ließ und zwei hemalige Minister verbannte. Die Regierung chmeichelt sich mit der Hoffnung daß sie der Be⸗ vegung baldigst Herr werden könne. Ueber die Ursachen derselben ist nach nichts Näheres bekannt. Deutsches Reich. Berlin, 25. Sept. Der hiesigen serbischen Besandtschaft ist der Befehl zugegangen, alle in Deutschland befindlichen. der ständigen Armee und dem zweiten Aufgebot angehörenden Serben zur ofortigen Stellung bei ihren Kommandanten auf ⸗ 'ordern, widrigenfalls sie als Deserteure behandelt verden. Karlsruhe, 25. Sept. Die Prinzessin Wilhelm von Preußen traf Nachmittags hier ꝛin. Der Kronprinz kommt heute Abend von Hom⸗ »urg, der Erbprinz von Nassau Morgen fruh hier im. Die Vorbereilungen in der Stadt sind groß⸗ artig; das Wetter ist leider sehr schlecht. Wien, 285. Sept. Der Fürst von Bulgarien elegraphirte an den Zaren, daß, wenn die Abbe⸗ ufung der russischen Offiziere gegen ihn gerichtet ei, er für das Wohl der bulgarischen Nation bereit sei, die Krone zu opfern, wenn Rußland die Union schiltze. Madrid, 25. Sept. Wie die „Agence davas“ meldet, hat Spanien die von Deufsschland orgeschlagene Mediafion des Papstes in der Karo⸗ inenfrage angenommen. London, 25. Sept. Der „Standard“ neldet aus Athen, vom 24. d. M.: Die Regierung beschloß, die Kammern einzuberufen und die Re— erve zu mobilisiten. — Die „Times“ meldet aus donstantinopel: Kiamil Pascha wurde an Stell⸗ 2aid Paschas zum Großvezier ernannt faßte die Nebengebäude. Um 3 Uhr waren bereits betreffende Haus hat bereits fünf Damen als Rei⸗ i Hauser niedergebrannt und die Flamme greift dende angestellt und soll sich sehr gut dabei stehen. noch wülhend um sich. Von nah und fern onmmen Den maunlichen Reisenden wuüͤnscht der Entdeder Spritzen, konnen aber nicht mehr viel helfen, da des ersten weiblichen Kollegen nur, daß der Ersin⸗ in ganzer Staditheil bald niedergebrannt istjund die der ein hundertjähriges Patent auf seine weiblichen Flamme dann nicht weiter um sich greifen kann. keisenden genommen hat, damit es kein Konkurrent — Das neueste „Zeichen der Zeit“ —RV Alle — perdu! liche Geschäftsreisende. Ein Kaufmann in Süd 4H agen, 17. Sept. Ein Reisender, wel⸗ zeutschland hat seit einigen Monaten Damen her die weiblichen Insassen seines Koupoͤs durch angesiellt, um Geschäfte zu machen und an Gehalt, inanständische Redensarien belastigt hatte, wurde. Spesen ec. zu sparen.' Ist das nicht ein Zeichen eitens des königl. Eisenbahn ⸗Betriebsamis zur der Zeit? In G. hat dieser Tage, wie die Dorf- UAnzeige gebracht. Das hiesige Schöffengericht ver⸗ leitung erzählt, ein Geschäftsreisender mit einem urtheilte denselben zu vier Wochen Gefaängniß. veiblichen „Zeichen der Zeit“ und zwoöͤlf maͤnn⸗ FHaag, 24. Sept. Das heute gefällte ichen Kollegen jm Gasthaus gesessen und gegessen. Artheil gegen Jeanne Marie Lorette, die am ind unter Allen hatte, das jungfräuliche „Zeichen 6. Marz d. J. den japanischen Geschäftsträger zer Zeit“ die besten Geschäfte gemacht. Warum —akurada durch einen Revolverschuß getödtet hatte, zuch nicht? Sieht man doch ein juuges hübsches autet auf drei Jahre Gefängniß. Madchen immer gern und kauft ihr folglich auch London.Die Kleidermacherin Ma rie Awaß ab. Für Konfektionsartilel namentlich sind Tummings—, ein höchst anständiges junges Mad⸗ HDamen, denen vom Wickellissen an der Putz im hen, ging neulich spat Abends von einer Kund⸗ dopf stedt, wie geboren, und an Geläufigkeii⸗: der chaft nach Hause. Unterwegs begegnete ihr ein Zunge, dem Haupterforderniß eines Keisenden, Frauenzimmer, das sie, unter dem Vorwande. sie 7 hius, wie allbekannt, Damen auch nicht. Das dei unwohl, ersuchte, sie ein Stück zu beagleiten. 0 Vorschusbverein ðSt. Inghert Auf der Waterloo⸗Brücke fing die Fremde plotzü aut zu fingen an; ein Polizist, der in ihr n uderliche Dirne erkannte, brachte sie zur doligei ie arme Näherin mit ihr. Dort sperrte mar die Beiden, trotz des bitterlichen Weinens der Cumminge dis zum Morgen in den Frauenarrest, woieds ꝛine große Anzahl trunkener und verworfener Weiber anwesend waren. Von den unfläthigen Reden und Besängen flüchtete sich die Näherin in eine finstere Ecke und am Morgen, als man sie vor den Richter rühren wollte, fand man sie todt; sie halte sich aus Berzweiflung mit ihrem Halstuche erwürgt. FuRiefige Sonneunflede. Auf der Sonnenoberfläche zeigen sich seit einigen Tagen tolossale Fleckengruppen. Die gröoßte derselben hal zach oberflächlicher Messung eine Breit von 6000 bis 7000 geographischen Meilen bei einer Lange bon ca. 20000 Meilen — eine Flache, auf welcher ungefähr 50 Erdkugeln nebeneinander Platz finden könnten. Der dunkelste Theil dieser Gruppe, die sich jetzt etwas rechts an der Sommnenscheibe befindet kann mit Hilfe eines berußten Glases mit bloßem Auge wahrgenommen werden Fur die Redattivn verar me — I — ——57 — — Gemüthlichkeit. Sountag, den 27. d. Mis., Abends 8 Uhr iIHEHLOTäSTT,?SCMQMDBOSn SAMAIC 1 * d * heatralische und musikalische Abend-Unterhaltung. — Mitglieder haben Zutritt. Fremde dürfen eingeführt werden. Ingbert, den 16. Sebtembeer. Baher, vorstand. Wegen vorgerückter Saison verkaufe meine Kinderwagen zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Empfehle ferner Reiseschließzkörbe, seine Damenkorbchen mAdeutsch und dumkelfatbig aus Litzen und Robt Blumentische, Rohrsessel vme alle einsehlägige Artikel. . J. Hiacl xIr. eal-Inanédelsschule nit 6 RKlassen, deren Absolvirung zum einjährigen Militardienst be ęigt: dié drei letzten Jahre sind rtlieine 533 vorgeschlagenen Apiturienten bestauden. Pensionat für Knaben von 11 Jabren an. »rogramm durch die Direcetion des International-I-ehrinsii.- mits in Rrucehsal. (eingetragene Genossenschaft). Die Mitglieder werden hbiermit zu der am iontag, den 28. deptember 188856. R — Abonds 8Unh- in der Wiltus Jul Grewenig'schen Wirthschaft stattfindenden — Goneral-Versammlung — —⸗— —ñ— 7TAGBES-OGRDNVNSGCS: I. Vorlago des Geschâftsherichts pro J. Somester 18885. . Bericũt uber den am 18. und 19. Joni abgehaltenen pfal· ischon Genossenschaftstag zu Edenkoben. — 8Ih. INGOBERT, den 30. August 1886. J. B. Murtinm, Vorsiteender. Allgemeine Versorgunge eustat im Großh Baden zu Karlsruhe. Lebens⸗Berstcherung und Alters-Versorgung. sresre Fepuht an teiner Gegenseitigkeit. Erweitert 1864 ZapitalVermbgen Enden884 42, 169,8081k. gersichertes Kapital. 160301,610 Dl deeee ——— —2—— —— Reiner Zuwacbs der letzten 10 Jahre: 122,978,240 Mt. versichertes Kapital Aller Gewinn wird an die Mitglieder abgegeben. Veriheilungsmaoßstab: Der jährlich wachsende Werth der Versicherungen. Folge davon: Sietig wochsende Dividende und daher Verminderung der Ver⸗l Jxsicherungskosten von Jahr zu Jahr. Divende pro 1882, 1888 und 1884 je 4/0 des Versiche rungswerihs (Deckungskavitals) ode für die Jahrgänge? ⸗ 1880 79 78 77 76 65 74 78 72 71, 70 9 68 q7 66 65 64 — — ibeö IIäãg αιäειεοαιν αανιεαgιαgαοναεαα —4 n n — —B—— Äolle Dididende nicht nur bei der gewöhnlichen einfachen, sondern auch bei de abgekürzten Versicherung Auszahlung der Versicherungslapitalien ohne Abzug sofort nach deren Fälligkei⸗ Bei Erldschen der Versicherung durch Nichtzahlung der Prämien gleich hohe Abfindung wie bei Kündigung. Rechenschaftsberichte, Prospekte und jede weitere Auskunft unentgeltlich be dem Verlireter der Anftait: Fr. Hagenbucher, Lehrer in St. Ingbert. Heute ven 4 Uhr ab 75 Füshe aa 623 4 rürzen— von doseph Sedelr ver Schoppen 20 — gingeladen. — win..ehl vr pfo. I16 Via jo Pfd. Mtk. 1.50. Blummehl pe. Pfd. 18 Pfg. 10 Pfd. Mk. 1.70, Kornmehl 28 Pfd. Mt. 2.85 aornticien 20 Pfd. Ml. 1250 empfiehlt Jos. Hellenthal Dachpappe und KSolztheer empfiehlt * Feg la. Schwarzwãlder Kirschen-Wasse I' 81811. sonntag den 27. Septomber, .. Nachmittags 3 Uhr im großen Oberhauser'schen Saale bird die ordentlich HeneralVersammlung gehalten. Tages⸗Ordnung:? 1.) Aufnahme. 2.) Rechnungsablage. 3.) Nenwahl. — — Der Ausschuß. Drangen Citronen Feigen Sultaninrosinen — din ganz frischer Waare —— empfiehlt P. Dery. garautirt rein F per Liter Mark 2.50 empfiehlt . reters⸗ St gubut 3 msbñrie immer u Hauptstraße sind vom J. Ollobe an zu vermiethen. Wo sagt die Erpedition d. Bl. Saatkorn Bertehnen Vrobsteier . Wies, Burdlan Lustrirtes Sonn tagsblatt“ Nr. 13. J * I. —9— Gesucht * 47 — 3 — vW— Fig zum — Alle Farben daffee, Thee, Reis u. Hamburger Figarren an Private gegen ein Fixum trocen u. in Si in zum Anstrich, ‚on 300 Mark und qute Provision. hambura.3. Stuler l Fußbodenöl und Lacke ʒiostbei P. Fery. Demetz in St. Inaberi. 4 in Ste Inabert. — — vSt. Ingberter Amzeiger. »..... 722 nJ 2* 8 J 327 —E h t z Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Ec. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalr Am Moutag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 1 60 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 , einschließli v O A Zustelrungsssgebuhhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inferaten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 135 H, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Montag, 28. September 1888s. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. eDie diesjahrigen Herbstmandver in Süsd⸗ deutschland, bei denen die Truppen des adischen und württembergischen Armeekorps unter en Augen des Kaisers ihre militärische Thätigkeit u erproben hatten, sind nun vorüber und der aiserliche Herr erholt sich zur Zeit in dem idylli⸗ hen Baden⸗Baden von den Anstrengungen, welche wohl die Manöverlage als auch die dazwischen egenden Festlichkeiten für den greisen Monarchen nit sich brachten. Gleichwie die Leistungen des adischen Armeerkorps die entschiedenste Anerkennung es obersten Kriegsherrn gefunden haben, so gilt niees auch von denen der württembergischen Truppen ind in einem Handschreiben an König Karl, sowie a einem solchen an den kommandirenden General es württembergischen Armeekorps, v. Schachtmeyer, at der Kaiser diese seine unumwundene Aner⸗ ennung ausgesprochen. Die Ernennung des Generals . Schachtmeyer zum Chef eines preußischen Infan⸗ erieregiments — des in Stettin garnisonirenden zeugt gleichfalls von der kaiserlichen Zufrieden⸗ eit mit den Leistungen der württembergischen truppen. Am · Sonnabend wohnte der Kaiser - dessen Befinden fortgesetzt ein vortreffliches ist — nebst der Kaiserin und dem deutschen Kron⸗ inzen dem Einzuge des neuvermählten erbgroß⸗ jerzoglichen Paares in Karlsruhe bei. Wie lange eer Herbstaufenthalt der kaiserlichen Majestäten in Zaden⸗Baden dauern wird, ist noch unbekannt. »Die Karolinenfrage, welche infolge yer Ereignisse auf der Balkanhalbinsel nur noch auf ein kleines Winkelchen in den Spalten der yolitischer Tagespresse beschränkt war, erweckt durch ine sensationelle Meldung plötzlich wieder allsei⸗ iges Interesse. Wie die „Agence Havas“ zu nelden weiß, soll Spanien die von Deutschland an Stelle eines Schiedsgerichts in der Karolinenfrage vrgeschlagene Vermittelung des Papsite 8 ange⸗ ommen haben. Das Interessanteste an dieser Mit⸗ heilung — deren Bestätigung von kompetenter zeite allerdings noch abzuwarten bleibt; — ist denfalls der Umstand, daß der Vorschlag. den apst zum Vermittler in der deutsch spanischen Ztreitsache zu wählen, von Deutschland ausgegangen 1. Daß das protestantische Kaiserreich gerade das Iberhaupt der römisch-katholischen Kirche als Mit⸗ lsperson vorschlägt, ist als ein Alt entgegenkom ⸗ iendster Kourtoisie seitens der deutschen Regierung tgenüber⸗ dem katholischer Spanien aufzufassen, bie er anderseits auch darauf hinweist. daß gegen— zärtig trotz aller entgegengesetzten Mittheilungen ehr freundliche Beziehungen zwischen dem Berl iner dabinet und dem Valitan herrschen müssen. Man sarf wohl annehmen, daß mana sich deutscherseits vrhet darüber vergewifsert hat, ob der heilige Vater uch geneigt ist, das delikate Amt eines Vermittlers wischen Spanien und Deutschland anzunehmen ind darf man nur hoffen, daß diese Friedensmission, velche Leo XIII. übernommen bat, auch vom besten irfolge begleitet sein werde. Das Kriegsgericht in Nadrid ver⸗ ttheilte aus Anlaß der vor 14 Tagen in der Nadrider Kaserne vorgekommenen Vorgänge wegen ingehorsam und Meuterei den Corporal zum Tode. ie Soldaten zu Zwangsarbeit Deutsches Reich. F Berlin, 26. Sept. Der Papst hat die ihm ingebotene Vermittelung zwischen Deutschland und Spanien angenommen, falls die zwischen beiden Kegierungen schwebenden Verhandlungen zu einer Berständigung nicht führen sollten. Vorläufig verden diese Verhandlungen fortgesetzt und es ist zurchaus nicht ausgeschlossen, daß die Regierungen zurch direkte Beziehungen zu einer Einigung ge⸗ angen. Ausland. * Paris, 27. Sept. Auch die „Agence Havas“ neldet nunmehr in einem Telegramm aus Peters⸗ —X u dem Zusammentritt der Boischafter⸗Konferenz nn Konstantinopel in der ostrumelischen Angelegen⸗ jeit gegeben haben. Der bezügliche Vorschlag sei »on Rußland gemacht worden. Nach einem donstantinopeler Telegramm derselben „Agence“ hat er dortige französische Botschafter, Marquis de stoailles, seine Instruktion betreffs Theilnahme an der Konferenz bereits erhalten. Petersburg, 26. Sept. Der Botschafter Braf Paul Schuwaloff ist heute nach Berlin abgereist. Petersburg, 26. Sept. Das „Pet. Journal“ meldet, es seien vertrauliche loyale Pour⸗ jarlers der Mächte im Gange in der bulgarischen Angelegenheit ihre Aktion in beruhigendem Sinne gemeinsam vorzunehmen. Belgrad, 27. Sept. Von der macedonischen Brenze wird ein Zusammenstoß türkischer Nizams ind Arnauten bei Borani gemeldet, wobei die Nizams über hundert Tode verloren; der Verlus' der Albanesen ist beträchtlich. sonstautinopel, 26. Sept. Die hiesigen Botschafter der Mächte treten demnächst zu einer onferenz wegen des ostrumelischen Staatsstreiches usammen. . Die Zusammensetzung des neuen türkischen Ministeriums wird in Petersburg günstig beurtheilt ind gleichsam als Bürgschaft genommen für das ernere freundschaftliche Einvernehmen der Pfarte nit Rußland, Deutschland und Oesterreich; der Ministerwechsel wird somit im Sinne einer fried⸗ ichen Loͤsung der bulgarischen Frage gedeutet. Daß die Großbulgaren es fuͤr angebracht zalten, für sich allseitig Stimmung zu machen, ist vohl erklärlich. Wenn jedoch eine offizielle Depesche us Sofia zu berichten weiß, daß „ein türkisches Blatt“ die Partei des Battenbergers gegen den Sultan ergreift, so erblicken wir darin den Beweis, zaß es auch dort schon Offiziöse von ganz sonder⸗ harer Farbe gibt. Die besagte Devesche aus Sofie neldet: „Das türkische Blatt „Hilal“ erkennt den Fürsien von Bulgarien als Souverän an und lobt ʒessen Haltung gegenüber den Mohamedanern; es appelliri an den Sultan, die Union zu sanktioniren. Die Mohamedaner betheiligen sich fortgesetzt an den HDuldigungen für den Fürsten.“ J Serbien macht von allen übrigen Balkan⸗ taaten vorläufig am meisten von sich reden. Der Appetit scheint dort außerordentlich groß zu sein, vas einigermaßen Wunder nehmen muß, wenn nan bedenlt, daß Milan Obrenowitsch selbst nie⸗ nals so recht warm in seinem Nest geworden ist. Die erhitzte Phantasie der Wiener hat schon das Herücht von einem Attentat auf den serbischen Konig in die Welt gesetzt; doch hat der Oberstadt⸗ hauptmann Török von Belagrad sich beeilt, di—⸗ Nachricht von der Ermordung Milans für eine pure Erfindung zn erklären. In Mountenegro waächst die Begehrlichkeit gleichfalls mit Macht; bald wird es so weit auf der Balkanhalbinsel sein, daß kein Einziger dem Andern traut. Der Kampf Aller gegen Alle droht nuszubrechen. Da mag heute jeder kleine Fürft oder Adlige das Haupt erheben und denken, daß er sich morgen selber in den Sattel schwingen könne, wenn er auch noch den Bügel hält. Eine Depesche aus Cattaro meldet: „Nach hier eingegangenen Berichten aus Mon⸗ lenegro werden daselbst Vorkehrungen für eine eventuelle Mobilisirung getroffen·“ Griechenland lann natüriich nicht zurück⸗ bleiben, wo alle Nachbarn wettrennen, um bei der Sequestration des kranken Mannes vom goldenen dorn ein Stückchen zu erwerben. Die „Agence davas“ berichtet aus Athen: „Der Minister⸗Präsident Delyannis reist heute Abend zum Könige, der in Korinth angekommen ist und dort eine zweitägige Ouarantäne bestehen muß. Er wird demselben die Verfügung zur Ein⸗ berufung der Kammer unterbreiten, die demnächst zusammentreten soll.“ * In Macedonien wollen die „bulgarischen Brüder“ nicht die einzigen sein, die unter dem „türkischen' Joch“ verbleiben. Die Gährung hat dort ihren Höhepunkt erreicht und bedarf offenbar nur eines schwachen Anstoßes, um mit aller Macht auszubrechen. Eine diesbezügliche Depesche lautet: „Aus Macedounien werden heftige Agitationen zum Zweck einer Erhebung gegen die Herrschaft der Pforte gemeldet. Berichte aus Prizrend signali⸗ siren einen allgemeinen Aufstand Albaniens, welches größtentheils von Truppen entblößt sei und von Arnautenbanden terrorisirt werde. Diese Alarm⸗ nachrichten dürften vor der Hand wohl eiwas ühertrieben sein.“ Lnd e ANachrichten. St. Ingbert, 128. Sept. Dem uns vorliegenden Rechenschaftsberichte des hiesigen Borschußvereins pro 1. Halb— ahr 1885 entnehmen wir, daß die Zahl der Mit— glieder in dem genannten Zeitraume von 646 auf 672 stieg. Das StammantheilConto betrug am Schlusse des Halbjahrs 231,357 Mt. 33 Pf. das RefervefondConto 86,920 Mark, das Sparkassen⸗Con'to 549,289 Mark 55 Pf. das Conbto⸗CorrentConto 793,278 Mk. 31 Pf. Der Gefammtum— schlag belief sich auf 3,615,7389 Mi. 79 Pf. und der erzielte Reingewinn auf 9846 Mt. 94 Pf. *2 2*2* ——A * St. Ingbert, 28. Sept. Am 1. Ok⸗ ober tritt der Winterfahrplan, auf den deutschen disenbahnen in Kaaft. * St. Ingbert, 28. Sept. Wir wollen nicht verfehlen, die Ersazreservisten I. Klasse, welche in dieser Woche, am 1. Oktober, nach fünf⸗ jähriger Dauer der Ersatzreserde I1. Klasse über— wiesen werden, hiermit nochmals darauf aufmerksam zu machen, ihren Ersatzreserveschein behufs Vermerk der Uebertragung bei dem kgl. Bezirksfeldwebel inzureichen, da sie sonst leicht in der Liste der Ersatzreserve J. Klasse weitergeführt werden könnten. — Rheingoͤnheim, 25. Sept. Der draltische Arzt, Herr Scharff, welcher vor nicht langen Zeit von Meckenheim hierher seinen Wohnsitz verlegte hat sich gestern Nachmifstag wohl in einem Anfos bdon Geisiesstörung die Pulsadern an den Handen und sodann die Schlagadern des Halses durch⸗ chnitien, so daß nach turzer Zeit der Tod einge⸗ reten ist. Der Verstorbene ist circa 30 Jahre alt und unverehelicht. — Rheinzabern, 24. Sept. Einen zuten Ertrag lieferten heuer unsere Nußbäume, on denen man zur Biüthezeit wenig oder gar nichts erhoffte. Die Nüsse fsind sehr ausgebildet und haben kräftige gesunde Kerne; man findet selten taube“ darunter.““ Der Zentner wird verkauft zu 3Mk. bis 8,168 Mk. Wir wogen gestern eine Nuß (sogen. Welschnuß) ohne Schale, welche das tespekiable Gewicht von 31 Gramm ergab. — Aepfel werden hier verkauft zu 230-2,50 Mk. Zweischen zu 425 -4,50 Mt. per Zentner. Der MNost des gepreßten Obstes wird heuer besonders zier gerühmt wegen seiner außerordentlichen Süßig⸗ eit. AnserleseneKartoffeln werden an der Bahn berladen zu ,80Ml. AMierx in St. Ingbert —W Mk. 2,50 für den Zentner Kartoffeln, die nicht immer auserlesene find.) — Die Gemeinde⸗ waage wurde heute ersteigert um 255 Mk. vorher wurden 801 Mi. erlöst. Die Gemeinde erzielte mmerhin noch einen schönen Preis, wenn man in Betracht zieht, daß heuer weniger Tabak verwogen wird, als im vorigen Jahre. (L. T.) — In Lambrecht kam am vergangenen Sonntag der gewiß seltene Fall vor, daß ein Mu⸗ Jamedaner durch Taufakt in die protestantische Kirche aufgenommen wurde. Derselbe ist Sattler uind steht seit dreiviertel Jahren in der Papierfabrik H. Goßler in Frankened in Arbeit. — Der Agent Karl Becher in Ludwigs⸗ hafen wurde nach dem dortigen „Anz.“ am Freitag morgen, als der Wechselfaͤlschung derdäch · sig, verhafteee. Vermischtes. ind mit einer Schusterschürze umwickelt in den Schornstein versteckt worden. pMunchen, 25. Sept. Einen Schwaben⸗ —X hiesige Kochin, die nit einer auf dem Frühstückstische der Herrschaft iegenden Obligation ihren Marktkorb austapezierte, vozu ihr das glatte, kraftige Vapier ganz geeignet chuͤn. Als der Herr den Weg ins Geschäft an⸗ relen und dabei die zum Umwechseln bestimmte Obligation mitnehmen wollte, war diese nirgends u finden. Das ganze Haus wurde in Bewegung jesetzt, bis die Köchin vom Markte heimkehrte und niler dem frischen Fleische. garniert mit Kraut ind Rüben, das schwer vermißte Wertstück zu all⸗ zemeiner Freude wieder zum Vorschein kam. pMunchen, 24. Sept. Herr Villard, benjo bekannt durch seine großen Eisenbahngeschäfte — ande, der Pfalz, ist hier eingetroffen. Hamburg, 25. Sept. Aus Corunna dird unter dem heutigen gemeldet: Der Hamburgec dampfer „Alert“, auf der Reise vom Mittelmeer rach Hamburg begriffen, ging bei Kap Finisterre erloren. Der Kapilan ig ertrunken. Ein Stücchen Kampf um die Karolinen⸗ Infjeln sollte sich in ein Kouplet der Operette Don Cesar“ verirren, die im Berliner Wal⸗ jalla⸗Theater zur Aufführung kam — die Zensur zing aber in ihrer Sorge, die Empfindlichkeit Spaniens zu schonen. soweit, die Strophe zu ver⸗ zieten. In einem Kouplet mit dem Refrajin „Hat jar keinen Werth“ sollte Herr Link folgende Strophe singen:: „Ich hab ganz echt spanische Weine im Blut, Auch bin ich ein Riese, komm ich mal in Wuth, Raubt man mir Karolinen, schrei ich „ei weih!“ nd breche selbst Fahnen und Wappen entzwei, Doch sonderbar, wenn mal die Fauft ich geballt Dann werden mir immer die Beine gleich kalt. Fin spanisches Eisbein, so hab ich gehört. dat gar keinen Werth Die Strophe wurde gestrichen und damit sicher⸗ lich nicht das Allergeringste verloren. f Aus der Schweiz, 24. Sept. Daß Dorf Fettan bei Chur wurde gestern durch ein⸗ Feuersbrunst fast vollständig zerstoört. — In Zurich jarb der bekannte Padagog und Jugendschriffstellet Ferdinand Zehender. Kierl, 25. Sept. Wie die „Kieler Ztg.“ neldet, wird die Entlassung der ausgedienten, an zdand oder an Bord von Schiffen in heimischen Zewässern befindlichen Mannschaften sammtlicher Marinetheile bis Ende des Monats erfolgt sein. Dienstesnachrichten. — Regierungsaccessist v. Krafft in Speyer wurde zum gezirksamtsassessor in Kulmbach, Accessist Luzzen⸗ »erger aus Germersheim zum Bezirksamtsassessor in Pfarrkirchen ernannt ⸗ Folgende Oberförster wurden zu Forstmeistern hbefördert: Niederreuther in Germersheim, Jaeckel n Kaiserslautern, Sailer in Zweibrücken, Nachti⸗ jall in Neidenfels. Budler in Neustadt a. H. Marzall in Frankenstein. — Sterbefälle. Gestorben: in Rodenbach Jakob Emrich, 70J. ilt, in Landau Frau Katharina Ruth, geb. Bol⸗ inger in Nanch die Ordensschwester von St. Charles Amalie Koch aus Pirmasens. —— * X. F Schiffsbericht der Loed Star Line. Mitgetheili von Jean Peters, Haupt⸗Passage⸗Agentur St. Ingbert. Antwerpen, 19. September; der Postdampfer Pennland“, Capt. Weyer, ist nach New⸗York abgegangen. New⸗PYork, 198. September; der, Postdampfer Belgenland“, Capt. Beynon, ist nach Antwerpen abge⸗ angen. P.w⸗Yort, 283. September; der Postdampfer Westernland“, Capt. Randle, ist von Antwerpen ange⸗ ommene erpen, 28. September; der Vostdampfer Noordland“, Capt. Nickels, in von Nem⸗-Nork ange⸗ ommen. — Schiffsbericht der Red Star Line. Nitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer ,Westernland“, Kapitän Randle, welcher am 12. September von Antwerpen abging, ist am 23. September wohlbehalten in New⸗York angekommen. * * Billiger Bazar * St. Ingbart. Neu eingetroffen: Herren⸗Socken, wollene nestrickt, von 35 Pfg. an dinder ˖ Strümpfe 25 Damen ⸗Strümpfe 50 MNuff 508, Schlipse wollene 15, derren· Unterhoseen 50 Umschlagtücher 835 halbseidene und seidene Tücher .20 Hderren⸗ Unterjacken „100, Damen⸗-Unterhosen „100, Corsetten 100 sgl — Mainz 25. Sept. In der Behausung des ermordeten Wothe wurden dessen Kleider auf⸗ gefunden. Sie waren in einem Bündel verpackt Bekanntmachung. Das Fällen der Pappeln an der Straße von St. Ingbert nach Rohrbach, wird am Miltwoch, den 30. d. Mts. Nachmittags um 2 Uhr oöffentlich an den Wenigstnehmenden, auf dem Bürgermeisteramte St. Ing⸗ bert vergeben. — Zugleich wird bekannt gemacht, daß mit dem Fällen der Bäume sofort begonnen wird. St. Ingbert, 28. Sept. 18865 Der kirchenbauverein; Vraffienn. J. Präsident. — egen Nbreise verkaufe meine Waene —E Haus⸗ und Kuͤchengerathe. Ueben, Pfarrgaffe, Bäcker Reubäusel. itreßß soruiß schüs * Schwardemagen und Blutschwardemagen beiAugust Hager, Mezzger, Oberstadt. S. Danieol st. Wendel embfieblt sein reich assortirtes Lager in. NManufactur und Modeéwaaren, besonders sein großes Lager in neu aindennoenn n MWinter- und Regenmantel. Payne's illustrirter F *8 Pamilien-Kalonder 18860 Wand⸗Kalender Portemonnai⸗Kalender Nartefeuille⸗Kalender iilitst bereits erschienen —1 1.*. und in der Exbedition dieses Blattes zu haben. Preis 50 8.. 6009000000n00 Zur Anfortigung von billigon u. sauboron aller in Buchdruch und Litho- graphie vorkommenden J Druckarbeiten ιι 2 —3 A — —XR J 142 mye ð t tãr — — gorra brixantll ack,Uim a/D.) Bowũhrtæaatos u. vollatàndis dehñdliches Starxomsttol — ahrt grõeato Erleiehnterung im Plũtton u. enthalt allo er- rderlichen naatxe xur rieue- BLoersteung ron blondend Aer, gleleumãenig etelsfer —XEXIIECCILAIX bæAII —2 veW DartoND n i X. empsiehlt aien dio Bucen- und Steindrucxkerei F. X. Domotz —I———— At. Inghert. as Betreten der Baustelle hon Herrn Schuler ⸗Schmid jowie von Herrn Beer und Wohlgemuth ist an Sonn⸗ und Feiertagen Jedermann untersagt, da an solchen Tagen deis Unfug und Schweinerei verüb' und fertige Arbeiten ruinirt wurden. Zuwiderhandelnde werden protokollirt. —;EEECV Rechnungen 323 g Gebrauch ind deis vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. —— —— — tda to boberd Faohachulo fur — zchinea· Teczaixel. erunterrieht —— 8* APFI . Oασ— — — — — — —— — Fruc umd Gersag von F. X. Demeß in St. Inabert. — 2 7 * 2 3 —7 22 22 2* 2, 2 2 35555555 61BsS 555—5 555 33638555 5533553 3225553355555 2582323585 53 5357 33—55— 8 —— — 5E878* —88 336 —833 8 877 2732— 333572338 ie 22 —— * —2 —— ——— —& — —23535 5 823538 83532 82355 53 22223 — 7 2 — —2852 3 2⸗ 52 —329 * 2 — 2 23* —5. 2* 2255 23 — 2 555 225 —— 2 52 S 2 * * —— — 5 38 — ⸗ — — 2 d& — 82 —* *—* — 5532556 * 53583 53 53538 335* — 233558365533 * — —* 22 2 — «ga —8 —82 ——25 273235 5 z 33 8 83383 3*—— 2232 22. 23 552 2238386 S25 37 —55 55582—35357 —553—32355382 — — 25 8S272 —3 8 —— 53k888385 533 53355 ——55 7288S33—3 —6323 3 —38 2 522 3 * 25 —558 37 — 228 *25326 —— ? 2 — —— 2 355 — * 2328 * —7 —2322372 c 22523532 2 —1553 23.23—883—83 ———25. 32334——— 2 — 32 A 42883 522 —35 5 55*55 —52—5 55*3 — — 5 2 8333 38 323863565 3555238338 2 32323223 — —— — — 33 — 2 * 25*235 2 3 5*233* 5 — —02 — —885* 22832 522 3 3385333 5 55 —3—8— ——3 — — 5 235—5 536G6 — 53—55 —58358 333333 3853 5 3 2385 3 3253533538 8383 —— 2 — 6—2* — 3 — 8* — ⁊ — 228 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Der Verstorbene ist circa 30 Jahre alt und unverehelicht. — Rheinzabern, 24. Sept. Einin guten Ertrag lieferten heuer unsere Nußbäͤume, don denen man zur Biüthezeit wenig oder gar nichts erhoffte. Die Nüsse sind sehr ausgebildet und haben kräftige gesunde Kerne, man findet selten iaube“ darunter.“' Der Zentner wird verkauft zu 8 Mtk. bis 3,158 Mk. Wir wogen gestern eine Nuß (sogen. Welschnuß) ohne Schale, welche das respektable Gewicht von 31 Gramm ergab. — Aepfel werden hier verkauft zu 2330 -2,50 Mk. Zwetschen zu 425 -4,50 Mt. per Zenmer. Der Most des gepreßten Obstes wird heuer besonders hier gerühmt wegen seiner außerordentlichen Süßig leit. Auserlesene · Kartoffeln werden an der Bahr berladen zu⸗ i, 80 Ml. (OHier in St. Ingbers zahlen wir Mk. 2,50 für den Zeniner Kartoffeln die nicht immer auserlesene find.) —: Die Gemeinde⸗ waage wurde heute erfteigert um 255 Mk. vorher wurden 801 Mtk. erlöst. Die Gemeinde erzielte immerhin noch einen schönen Preis, wenn man in Belracht zieht, daß heuer weniger Tabak verwogen wird, als im vorigen Jahre. (L. T. In Lambrecht“ kam am vergangenen Sonntag der gewiß seltene Fall vor, daß ein Mu⸗ hamedaner durch Taufakt in die protestantische Kirche aufgenommen wurde. Derselbe ist Sattler und steht feit dreiviertel Jahren in der Papierfabri H. Goßler in Frankened in Arbeit. J5 Der Agent Karl Becher in Ludwig⸗⸗ hafen wurde nach dem dortigen „Anz.“ am Freitag morgen, als der Wechselfaͤlschung verdäch · tig, verhaftee. und mit einer Schusterschürze umwickelt in den Schornstein versteckt worden. München, 28. Sept. Einen Schwaben⸗ streich eigener Art lieferte eine hiesige Köchin, die mit einer auf dem Frühstücstische der Herrschaft iegenden Obligation ihren Marktkorb austapezierte wozu ihr das glatte, kraftige Vapier ganz geeignei ichien. Als der Herr den Weg ins Geschäft an⸗ reten und dabei die zum Umwechseln bestimmte Obligation mitnehmen wollte, war diese nirgends zu finden. Das ganze Haus wurde in Bewegung Jesetzt, bis die Köchin vom Markte heimkehrte und Inter dem frischen Fleische. garniert mit Kraut ind Rüben, das schwer vermißte Wertstück zu all— gemeiner Freude wieder zum Vorschein kam. Mäünchen, 24. Sept. Herr Villard, benfo bekannt durch seine großen Eisenbahngeschäfte As vdurch seine Wohlthängkeitsakte in feinem Vater ande, der Pfalz, ist hier eingetrofffen. 7Hamburg, 26. Sept. Aus Corunna dird unter dem heutigen gemeldet: Der Hamburget Dampfer „Alert“, auf der Reise vom Mittelmeer aach Hamburg begriffen, ging bei Kap Finisterre verloren. Der Kapilan ig ertrunken. 4 Ein Stüdchen Kampf um die Karolinen⸗ Injelln sollte sich in ein Kouplet der Operette Don Cesar“ verirren, die im Berliner Wal— Jalla⸗Theater zur Aufführung kam — die Zensut zing aber in ihrer Sorge, die Empfindlichkeit Spaniens zu schonen, soweil, die Strophe zu ver⸗ dieten. In einem Kouplet mit dem Refrain „Hal zar keinen Werth“ sollte Herr Link folgend Strophe singen — „Ich hab ganz echt spanische Weine im Blut, Juch bin ich ein Riese, komm ich mal in Wuth, Raubt man mir Karolinen, schrei ich ei weih!“ Und breche selbst Fahnen und Wappen entzwei Doch sonderbar, wenn mal die Faust ich geballt Dann werden mir immer die Beine gleich kalt Ein spanisches Eisbein, so hab ich gehört. Hat gar keinen Werth Die Strophe wurde gestrichen und damit sicher— lich nicht das Allergeringste verloren. pAus der Schweiz, 24. Sept. Da Dorf Fettan bei Chur wurde gestern durch ein Feuersbrunst fast vollständig zerstört. — In Zuürich farb der bekannte Padagog und Jugendschrifstelle Ferdinand Zehender. —7 8giel, 25. Sebt. Wie die „Kieler Zig. meldet, wird die Entlassung der ausgedienten, an Land oder an Bord von Schiffen in heimischen Gewässern befindlichen Mannschaften sämmtlicher Marinetheile bis Ende des Monats erfolgt sein. —ienstesnachrichten. — Regierungsaccessist v. Krafft in Speyer wurde zum Bezirksamtsassessor in Kulmbach, Accessist Luzzen⸗ berger aus Germersheim zum Bezirksamtsassesson in Pfarrkirchen ernannt ··... Folgende Oberförster wurden zu Forstmeistern befoördert: Niederreuther in Germersheim, Jaeckel in Kaiferelautern, Sailer in Zweibrücken, Nachti gall in Neidenfels, Bucler in Neustadt a. H. Marzall in Frankenstein. J ESterbefãlle. Gestorben: in Rodenbach Jakob Emrich, 703 alt, in Landau Frau Katharina Ruth, geb. Bole linger in Nanch die Ordensschwester von St. Charlet Amalie Koch aus Pirmasens. FRnt die Reda on ree rtsich: —emerr Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgeiheilt von Jean Peters, Haupt⸗Passage ⸗Agentur St. Ingbert. Antwerpen, 19. September; der Postdampfer „Pennland'“, Capt. Weyer, ist nach New⸗PYork abgegangen New⸗PYork, 19. September; der Postdampfer „Belgenland', Capt. Beynon, ist nach Antwerpen abge⸗ angen. ·— g N.w⸗Hort, 23. September; der Postdampfer Westernland“, Capt. Randle, ist von Antwerpen ange⸗ dommen. Antwerpen, 28. September; der Postdampfer Noordland“, Capt. Nickels, ist von New⸗-Nork ange kommen. Schitoheret der Ked Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingber Der kgl. Poftdampfer ,Westernland“, Kapitän Randle welcher am 12. September von Antwerpen abging, ist an 23. September wohlbehalten in New-PYork angekommen. Billiger Bazar St. Ingbert. Neu eingetroffen: Herren⸗Soden, wollene J gestrickt, von 85 Pfg. an Kinder ˖ Strümpfe 25 Damen⸗Strümpfe 50 Muff 508, Schlipse wollene 158 Herren⸗· Unterhosen 50, Umschlagtücher 35 halbseidene und seidene Tücher .208 Herren⸗· Unterjacken „1001, Damen⸗Unterhosen 100, Corsetten 100, ——. J — — — Mainz, 28. Sept. In der Behausung des ermordeten Wothe wurden dessen Kleider auf⸗ gefunden. Sie waren in einem Bündel verpackt Bekanntmachung. Das Fäallen der Pappeln an der Straße von St. Ingbert nach Rohrbach, wird am Mutwoch, den 30. d. Mis. Nachmittags um 2 Uhr oöͤffentlich an den Wenigstnehmenden, auf dem Burgermeisteramte St. Ing · bert vergeben. — Zugleich wird bekannt gemacht daß mit dem Fällen der Bäum ⸗ sofort begonnen wird. V St. Ingbert, 28. Sept. 18865 Der kirchenbauverein; Graffien. J. Präsident. Wæe Abreise veridufe meine saͤmmtlichen Mobilien, Haus⸗ und Küchengeräthe. nNeben, Pfarrgaffe, bei Bäcker Reuhdusel Vermischtes. S. Vanieol st. Wendel — embfichlt fein reich assortirtes Lager in: Manufactur und Modewaaren. besonders sein großes Lager in neu aingenoenen J Winter- und Regenmäntel. — E Payne's illustrirter * v Pamilien-Kalender 18860 BÆÆ Wand⸗Kalender Portemonnai⸗Kalender Portefeuille⸗Kalender ist bereits erschienen W und in der Expedition dieses Blattes zu haben. Preois 50 Tö. 00600000 0 Zur Anfortigung von billigon u.saauboron allor in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden m ee rrima u macher —IIIIR Schwardemagen Blutschwardemagen dei Augusft Hager, Mezger Oberstadt. J Druckarbeiten ur r⸗ * . — — —2 oue &tarke 22 Anigerr̃ a brixant Mach, Uln aD.) -Bæevũbrtæctes u. rollatandig Apchãdlienoa Starxemtttol - evanrt grõeste Erlelehbteruug oim FPlãtten u. enthalt allo er- rorderlichon Znaatæo xur richo- vä Berttellung ron blendend ·aer, glelemeαι eαν—ιεον roenannter OGlIanxriacho. —AVI IIA X. empsiehlt aieh dio Buen- und Steindrucxkerei F. X. Domotz Verlag doest. Ingbortor Anselger 8t. Ingbert. — as Betreten der Baustelle von Herrn Schuler⸗ Schmid sowie von Herrn Beer und Wohlgemuth ist an Sonn⸗ und Feiertagen Jedermant unte rsagt, da an solchen Tagen stets Unfug und Schweinerei verüb ind fertige Arbeiten ruinitt wurden Zuwiderhandelnde werden protokollirt Ancob PfHerer. —E—— — —c— ncon zu zedermenns econungen 3333 änd stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. AItoa to ꝰ ner Faoheahnlo str surh —IXX —XX vroruntorricelut — roe Auinauuu — Druc und Versag von F. X. Demeß in St. Ingbert. ——— 8 35555553 73555 —— —A — 2282 —5832 — 22 ———25 8238 5522 222222 823888 s—3 533585 833 3333355 — 58 2 * * 24 — 9 283328 z53335 —833 7837* — —— — 25 ——5— 2 — 2 —⏑, 523 —E— *2588 2 S2 3 72 3 —A—— 22 52 — — — 55 25 — — 25 55— 2556* ——— 5523 553 3535 553823* 32—S0 *2552355 — 8 2 5387335* 353*2385 3535323 8535383 — 32328 * — — 2 8 2 — —252 —A — — — 5 5z255 25SE5 22 53537 52 2220 * 57 22 2 —A 52 2 — —— 588 1353—53 58823 —5333530323 5 23 * 78 * * F7 * s23533 328 33835 355 788 57535 —* —— — — ——— 7* 25 2 8 —8 — 225 * 225532 85538355 —355 3385388 238 —— A— 23288 8 8 —35 * ** —* — — — F 222 35333585 3 2288 1353338553 383 555* 53335 32 83537375— 5—325 — — * J —— — D 2 —— ä 2 * 332535557 A ———— 337733555 5333* —— — — 23 38—53—22333353 5 — 5 8 222 2 ——2835 25 2* 8—3 8 83*82 * 522 25 523 32 24 2555 2525* 5237 52* 55 — 55— 5.55258 2 2 — 33 ——— 555* 538 —— — — —z3— —0 5 C 82 28 2 9 —A z5I — —A— 72 A 2— 528 QB282 2 1 — 8 2 d 8 8 * 2* 22 2 —— —2 2* —2 —DVE — — — 88 —— — * 2O ——2——728 — 3! —E—— 28 3—8533 5535 33368 253375333337 —— 2522555 23323 2 2522*2 —5222 357 2 5555355 2* 535335* —A 2* * * z222.2 —A — 22 35 4 * 252 — — 7T4— 25 * 532 *3 6487 22*22 523* 28585 — 2 —c 3 2* 58 — — * 85* * * 8 SF * — 2 — 3* 2 . 5 38 33 58533 88 5 5 7333537358 — 2* —— 2 53 6 222 —AA —— *82. 3 523335* 5283 538335 538 —85835 — — z3523 5223 — —— — — 33533852 *28553355 25535733 3355 — ß —23 7 25 * —72—*— * *4 2 2 —2 2 5 — 253655 3 58 7 375 7*5* 2 —— — 8 5328— 8 28 52 6 x 28 2S27 * 2 ——— 22 7 * * 23285. * 7 — :3—5 —3353 — 52822 2 * 6** 20 —5 *5 55 —3553553S55 535 2952 4 —282 SEIESS 5S 35 —A —§/ —32232325 — —* —57 32 —A— — 32 — — 338 835 —* 28 —8 — — — 8* 25223 ——— 2s353223 257 —J— 5* 523 — — 555 —2 235825 * * —z38B58—— —ES e ————— — 55 —— 3 53 5 * * — —* — — —ẽ 5 S 2* 5ñ8* E 2* —— —57 — 5 —— 5 se 85 2 53 28 — —— —A— * 5 —— 53 * 3 28 52 82* — 53522 20 8 25 —— A — 9* 7* 7 »*3 2 2 — 3 25—2 —A z 22 2 m8* 2582 — —V —58 7 — —2 — —— 2 2 —́ùÄY r 77 — 3 8 * — 8 *3 *2 —2 2 * — 53* — 28 8—752 z3 8—28 8 — — 5 — 252 ——— z55*328 z8383—323* 22353 526822 3328 —— — 757 3—3 3.—3 332* ——— 528—25 — —V — —— —825 —A 3252 E 532 —83527 — — —“ 72 282 75 75 5— * 83 —A 223 522 — 325 273 5 52238* ü — * 5235 255 5 24 —7 8 8* —5383583 —— 238 2358 522 5— 78 —c—3 2354. 553 —585 —z533356 EIES8 22 —— — 53 25333338 355 3 887 —A— »28 7c — 22 37 2* 53* — 88 *272 . — 5538 — 2 — *87 2835355 — . * * —E — J 22835646 2 —2*555 *38 ES 5* — — — — 52 23 358 53*83 35 —— ——— — — 7 * —5—2— 7— 5852 „2782 7— 2—3833 83335355 ——3— — —A 72 3555 — 2xR* 3 ——— SE55———3 553* 35 53 5 —SW—— 223553 *88— 58 —— — — 2523832 *8 28 553352 335 322 22 s 55— 325 * —0 *2 —5225 — 323 — ——— 28 z3 —35375538 33 8 75 —5823338* 32 2 38 —— —* 3— 3 2 23 — ——— 5 *53 s6* 53853* 53355533838 3 2333288328 285 228 —— ——z3353 5—822 * 375—333 —A— — 5525 655 33 53553 — 5 5— 853335535225583 55 — — .. 27232 ——— — — 22 5E8 S —2585 — 53525 — 55 22 3 — —5 5 —82 55 — —28 —3885 —m. 585 23553 —z— 838355 3 — —A—— — 3 —A— 5* 223 5225 —558862* 5232353 Ss 2 5 2 , —— 3 —5 — 2 28 2* —12 —22 3 2—*— 323455335 5E —728* 553324 * 5 555 5* 35 E EE 25 3 2533 353 7* 38 — 5368836 — — — —3423525* J— 23255 2533355 * 5 ——— 5533555 88 383838* 32 ——— J *8 2 83* — — —A z8 — 5982 * * — 5 2 F 22 — ——— 487 35* — — * 3555 * 183 7 33235533 — —8 5225 — * 358* 9 235 * 25 532235 2 2382 52 —228 F * 2 —— — 22 5*5 287 22— 43 J — — 757 38 * 285338 5 2323388 80 8 —A 2 * * — 22 —— 535557 —— 2. 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Drircliienstag, 29. September 1888. 20. Jahrg. — xinladung zum Abonnement. Fur das mit dem 1. Oltober nächsthin beginnende VDuartal erlauben wir uns hiermit, ergebenst zum sbonnement auf den wöchentlich 53mal — zweimal nu Unterhaltungsblatt und Sonntags mit illustrirter, seitiger Beilage — erscheinenden — St. Ingberter Anzeiger“ miliches Organ des kgl. Amisgerichts St. Ingbert, mzuladen. Der Abonnementspreis bleibt erfelbe wie bisher. Der „St. Ingberter Anzeiger“ wird nach wie —0— moglichst rasch nd rein objektib, unter Ausschluß allen Parteige- inkes, berichten und daneben den lokalen und robinziellen Verhältnissen ganz besondere Beachtung henken. Für die Unterhaltung bringt er in seinem merhaltungsblatte und in der illustrirten Sonn⸗ agabeilage eine reiche Fülle spannenden und an⸗ egenden Lesestoffes. Neubestellungen sowie die Erneuere ng es Abonnements bitten wir gefalligst bald ewirken zu wollen, damit in der Zustellung des Jatles keine lästige Unterbrechung eintritt. Alle gl. Postanstalten und Postboten nehmen Bestell⸗ ingen entgegen, sowie ferner die Expedition des Iattes und die Austräger desselben. Bemerkt sei och, daß allen Abonnenten, die das Blatt durch insere Austräger zugestellt erhalten, dasselbe auch m'neuen Quartale fortgeliefert wird, sofern nicht or Schluß dieses Monats Abbestellung erfolgt. Indem wir noch den „St. Ingberter Anzeiger“ is wirksames Inserationsorgan für hier und Um⸗ egend in empfehlende Erinnerung bringen, zeichnen Hochachtungsvollst Rtrdaßklion u. Egedian ddes „St. Ingberter Anzeiger.“ als Suühne für seinen Vertragsbruch und als ab⸗1 chreckendes Beispiel für andere kleine Orientpoten⸗ aten dienen soll, beginnt ernstlicher als bisher in xkrwägung gezogen zu werden. Allerdings ist sie noch nicht beschlossen und stößt sie natürlich auch nuf mehrfachen Widerstand, weil nachher erst recht iefgehende Wirren in Bulgarien und Rumelien esorgt werden. Inzwischen erweckt Serbiens Hal⸗ ung Beunruhigung. Obgleich die Mächte in Bel⸗ rad energisch zur Ruhe mahnen, besteht dort der 5ntschluß, in Alt Serbien einzurücken, sobald die Union Bulgariens von Europa in irgend welcher Form sanktionirt wird. Serbien will auf Aktion iur dann verzichten, wenn ihm Europa einen Ge⸗ ietszuwachs gewährt. Dieser Anspruch Serbiens indei. übrigens an gewissen Orten Unterstützung ind hauptsächlich hierin liegt der Grund, warum —XXX— Wien, 28. Sept. 200 in Sofia einge⸗ troffene bewaffnete Macedonier wurden sofort an die Grenze auf denWeg nach Ostrumelien dirigirt. Petersburg, 27. September. Nunmehr hat auch der „Kuß“, das Organ Atsakows, ge⸗ prochen. Dasselbe ermahnt Rußland zu energischem kingreifen und zu möglichst schneller Besetzung einer esten strategischen Position auf der Balkanhalb⸗ nsel und am Bosporus. Der Aruikel ist zwar euhig gehalten, aber man liest zwischen den Zeilen die Freude, welche Atsakow empfindet, daß der Berliner Traktat durchlöchert wurde. Die von sier aus verbreiteten Meldungen über Geldsamm⸗ ungen, die in Petersburg für die Bulgaren ꝛc. tatifünden, sind falsch, ebenso weiß Niemand etwas ‚on der Abreise russischer Freiwilliger von hier nach Bulgarien. Ein Telegramm der „Nowosti“ us Sophia meldet als Kuriosum von einer da⸗ elbst errichteten Drushina (Bataillon) junger Bul— zarinnen. anderseits, um mit saurer Miene sein unter den Berliner Vertrag gesetztes Giro einzulösen, sich mit den übrigen Mächten an den grünen Tisch sezzt, ain dem über die eigenmächtige Handlung des Battenbergers das Urtheil gefällt werden soll. Lerale und pfälzesche Nachrichten. d St. Ingbert, 29. Sept. Gestern fand die Schlußübung der hiesigen Feuerwehr statt. Als Brandobjekt war das Wirthschaftsgebäude der Herren Gebrüder Becker in der Hauptstraße bestimmt. In kürzefter Frist war die Feuerwehr in diese Stätte geeilt; bald waren die Rettungs⸗ vorrichtungen getroffen und die drei Feuersprietzen in voller Thätigkeit. Die hiesige Feuerwehr hat bei dieser Gelegenheit wieder gezeigt, daß bei ihr die größte Ordnung und Pünkilichkeit herrscht. Aber auch in anderer Weise hat sich dieselbe in letzter Zeit rühmlich ausgezeichnnte. Es war vei der Leichenfeier des verstorbenen Reichsrathes Herrn Bustav v. Kraemer, bei welcher Gelegenheit sie ein solch musterhaftes Verhalten beobachtete, daß der Bezirksammmann Herr Dr. Schlagintweit, jowie der kgl. Regierungspräsident Seine Excellenz o. Braun offen ihre Anerkennnng aussprachen. Im Namen der genannten Herren dankte bei der gestrigen Uebung Herr Bürgermeister Heinrisch der Feuerwehr und hofft derselbe, daß sie, falls fie auf der betretenen Bahn fortschreite, bald zu den besten der Pfalz gezählt werden müsse. WLSt. Ingbert, 29. Sept. Die am Sonntag flattgehabte Generalbversammlung des striegervereins, welche ziemlich stark besucht war, wählte den ganzen bisherigen Ausschuß wieder mit großer Majorität. Die per Acclamation gewählte Com⸗ mission zur Prüfung der Cassenbelege fand alles in bester Ordnung und sprach dem Rechner für die musterhafte Fuͤhrung des Cassenbuches den Dank der Versammlung aus. Ein Antrag zur Gründung einer besonderen Unterftützungscasse, welche wei mehr als den doppelten Betrag als bisher zu Unterstützungszwecken in Aussicht stellt, wurde mit Freuden begrüßt, mußte jedoch des vielen vorliegen⸗ den Geschäftsmaterials wegen auf die nächste Beneralversammlung am 19. Oktober verschoben werden. Vor Beginn der Verhandlungen verlas der J1. Vorstand ein Circular — Dantkschreiben des k. Regierungspräsidenten, Herrn von Braun, velches am Samstag dem Vereine zuging, worin der Dank Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Luit⸗ pold von Bayern fur die begeisterte Aufnahme in der Pfalz von Seiten der Bedvölkerung und der angetretenen Vereine übermittelt war. Das Circu⸗ 'ar soll eingerahmt und dem Vereinsarchive ein⸗ perleibt werden. Ein Hoch auf Bayern und die Pfalz, König Ludwig und Prinz Luitpold wurde von den Anwesenden begeistert erwiedert. *St. Ingbert, 29. Sept. Gestern fand in der kgl. Lateinschule dahier die Inscription der Schüler statt. Die Aufnahms⸗ und Nachprüfungen werden heute und morgen abgehalten. Der regel⸗ mäßige Unterricht nimmt am nächsten Donnerstag wieder seinen Anfang. *St. Ingbert, 29. Sept. Am nächsten Donnerstag, den 1Okt., beginnt in den proteftan⸗ lischen Schulen unserer Stadt der Unterricht für das Wintersemester. — Zweibrücken, 28. Sept. Vorm. 8 Uhr Verhandlung gegen Philipp Gerlinger, 28 J. a., Taglöhner und Backsteinmacher von Dutt— weiler. Anklagesache: Brandstiftung. Vertreter Deutsches Reich. Berlin, 26. Sept. Der „Reichsanzeiger“ ublicirt eine kaiserliche Verordnung, wonach das infallgesetz in vollem Umfange am 1. Oktober in kraft tritt. Berlin, 27. Sept. Fürst Bismarck ist »ute Nachmittag gegen 5 Uhr vom Lehrter Bahn⸗ rof aus nach Friedrichsruh abgereist. Berlin, 28. Sept. Herr v. Giers wird Fürsten Bismarck in Friedrichsruh besuchen. Berlin, 28. Sept. Die Mission Dr. Drum⸗ »ond Wolff's in Konstantinopel gilt nunmehr als efinitiv gescheitert. Die Anregung zur Botschafter⸗ konferenz in Konstantinopel ist von der Pforte usgegangen, welche angefichts der gefahrdrohenden Siluatrion auf die Vermittelung der Großmächte hon in ihrer ersten Zirkularnote hinwies. Der weck der Konferenz soll darin bestehen, daß auf iese Weise etwaige Unebenheiten in der Ueberein⸗ immung der Mächte rascher als auf dem Wege iplomauscher Verhandlungen von Kabinet zu Kabinet usgeglichen werden koͤnnen. Berlin, 28. Sept. Serbien hat seitens der großmächchte die Andeutung erhalten, jeden Schritt unterlassen, der zu Wirrnissen auf dem Balkan ihren könnte. Rußland hat seit Jahren auf der Balkan⸗ jalbinsel mit viel Eifer, Geld und Geduld eine Igitanon betrieben, deren Ziel schwerlich darin vesteht, durch Erfüllung der Herzenswünsche der inzelnen dort seßhaften slavischen Stämme dauernde Zustande zu schaffen. Die Gründung der verschie— denen kleinen Balkanstaaten, denen Niemand im Ernste eine lange Lebensfähigkeit zumessen wird, ist insofern nur Mittel zum Zweck, als von der langsamen Zerftückelung der Türkei bis zur Erricht⸗ ung einer großen südslavischen Probinz Rußland mit der Hauptstadt Konstantinopel ein Uebergangs⸗ stadium geschaffen werden soll. Die darauf hin⸗ ielende panslaviftische Agitation, ist einer Kette mit diversen Gliedern zu vergleichen. Aus dieser ette ist das „Großbulgarien“ genannte Glied plötzlich ohne Rußlands Zuthun herausgerissen worden, und es ist damit das russisch ˖panslavistische Programm in einer Weise gestört worden, die in den panslavistischen Kreisen selbst Uneinigkeit her vorgzurufen geeignet ist. Die Vereinigung beider Zuigarien in diesem Augenblick, ohne äußeren An⸗ laß und ohne direkten Vortheil für Rußland, das iich die Sache schon sobiel Geld hat kosten lassen, ist einmal danach angethan, der russischen Autorität einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Sie wingt aber außerdem den Czaren, sich in Gegensaß zu Millionen seiner Unterthanen zu setzen, welche nicht verfehlen werden, ihn einen Verräther an der banslavistischen Sache zu nennen, wenn er einmal, im aähnlichen Eingriffen in sein südosteuropäisches Brogramm für die Zukunft vorzubeugen, und Ausland. Wien, 27. September. Das Schickhsal des wursten Alexander soll nach der neuesten Wendung et diplomatischen Pulsfühlung keineswegs außer zweifel ftehen. Seine Absetzung, die gleichzeitig der kgl. Staatsbehörde: Herr 2. St.A. Wagner. Bertheidiger: Herr Rechtspraktikant Dr. Siern. — Gerlinger ist angeklagt. mehrere Brände in Fischlingen, Geinsheim und Lachen verursacht zu haben, und wurde zu 6 Jahren Zuchthaus, sowie Aberkennnng der bürgerlichen Ehrenrechte auf die zleiche Dauer und zur Stellung unter Polizeiarf⸗ acht verurtheilt. — Zweibrücden, 24. Sept., Nachm. 3 Uhr, Verhandlung“ gegen Julius Adam Ernst, 20 J.a., Winzer von Maikammer. Anklagesache: örperverlezung mite nachgefolgtem Tode. Ver—- reter der k. Staatsbehörde: Herr 2. St.⸗A. Wagner. Vertheidiger Rechtspraktikant Karl Blum. Der Angeklagte, ein äußerst jähzorniger Mensch, »erletzte am 18. Juli. abhin seinen Vater am Anterleib mit einer Sense derart, daß am 23. Juli der Tod eintrat. Das Urtheil lautet auf 2 Jahr 8 Monate Gefängniß. Zweibrücken, 25. Sept. Vorm. ð Unr. Verhandiung gegen Adam Weber, 24 Jahre alt, Schneider von Billigheim, wegen Verbrechens der Nothzucht. Vorfitzender: Herr k. Oberlandesgerichts· rath Erbelding; beisitzende Richter:“ die Herren k. Landgerichtsräthe Bauer und Schneider. Gerichts⸗ schreider: Herr Rechtspraktikant Gustav Herb Hertreter der kgl. Staatsbehörde: Herr kgl. III. Staatsanwalt Wildt. Vertheidiger: Herr Rechts⸗ anwalt Schuler. Dem Angellagten liegt zur Laft ein Verbrechen gemäß 8177 R.St.G.B. begangen in der Frühe des 15. Juni abhin, in der Nähe von Ingenheim. Die Geschworenen bejahten die Frage auf Nothzucht, sowie die Frage nach mildernden Umständen, wo⸗ rauf der Gerichtshof den Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe in die Dauer von 1 Jahr und 6 Monaten verurtheilte. — Zweibrücken, 26. Sept. Verhandlung gegen Karl Michel, 45 Jahre alt, Gerichtsvoll⸗ eher in Landau, wegen Verbrechens im, Amte. Zelreter der kgl. Staatsbehörde: Herr kgl. 1. Staatsanwalt Scherer. Vertheidiger: Herr Rechts⸗ anwalt Rosenberger. Zur heutigen Verhandlung sind 14 Belastungs⸗ ind 12 Entlastungszeugen geladen. Dem Ange⸗ ilagten wird zur Laf gelegt: 1) Am 26. Februar 1888 im Protokolle übec eine gegen einen Schuster Jakob Croneis in Leinsweiler vorgenommenen Mo⸗ diliarpfandung die Dauer der verwendeten Zeit mnuf 31. Stunden angegeben und darnach auch die Hebühren bemessen zu haben, während in Wirklich⸗ reit nur * bis *4 Stunde zur Vornahme der fraglichen Pfändung erforderlich gewesen war. 2 dAm 31. Dezember 1883 bei Pfändung eines sogen. Butscheins auf dem Bureau- des Rechtsanwalts Sieben in Landau im bezüglichen Protokolle statt Fer verbrauchten 2 Stunden deren 20 zum Zwede er Gebührenbemessung fälschlich eingetragen zu haben. 5) Am 26.Juni 1888 gelegentlich einer Pfändung bon Früchten auf dem Halm in Oberlustadt in wii Fällen die Zeit, die zutr Vornahme der Pfändung hothwendig gewesen, auf je 8*)4 Stunden bemessen zu haben, ährend sie sicher von kürzerer Dauer Jewesen, indem nachgewiesener Maßen der Ange⸗ lagte um etwwa 9 Udhr erst in Landau wegfuht und einige Minuten nach 12 Uhr schon wieder den Heimweg antrat; in beiden Füllen auch das Pro⸗ otoll so abgefaßt zu haben, als habe er selbst die pfandung an Ort und Stelle vorgenommen wãh⸗ rend in Wirklichkeit der Pfändungsakt in der Wohnung des Schuldners errichtet und die Pfand zeichen vom Feldhüter an den betreffenden Grund⸗ ftüden angebracht wurden. Verbrechen beziehungs⸗ deise Vergehen gemäß 8 348, 8349. 352 R.St. B.B. Der Angeklagte gibt an. er habe in den ge— nannten Faͤllen die verbrauchte Zeit richtig angegeben ind die Gebühren nicht zu hoch bemessen. Vei den Mobiliarpfändungen sei ihm don Seiten der Schuldner Widerfland entgegengesetzt worden und habe er durch gütliches Zureden und langes Ver⸗ handeln, theils auch durch Inanspruchnahme des Bürgermeisteramts erst sich die Möglichkeit ver⸗ schaffen müssen, seines Amtes walten zu können. Bei“ der Pfändung des Gutscheins habe er erst inen umfangreichen Akt durchsehen und später ein⸗ Jehende Gesctzesstudien machen müssen, da er sich icht klar darüber gewesen sei, ob eine solche Pfaͤndung gesetzlich zulassig sei. Bezüglich der pfändung von Früchten auf dem Halm habe er ucht gewußt und sei dies auch im Gesjetze nirgends orgeschrieben. daß die Pfändung an Ort und Stelle vollzogen werden müsse; es sei vielmehr all⸗ zemein Brauch, daß die Pfändung in der Wohnung des Schuldners oder auf dem Gemeindehause vor⸗ genommen und die Pfandzeichen sodann durch den Feldhüter an den betreffenden Grundstücken ange⸗ hracht würden. Die Vorgesetzten des Angeklagten childern denselben als einen pflichteifrigen Beamten, der sich im allgemeinen gut geführt habe; Unregel⸗ mäßigkeiten seien selten porgekommen und nur in zwei Fällen sei ein allzuhoher Gebührenansatz zu rügen gewesen, dies sei aber zu einer Zeit geschehen, vo der Angeklagte in Urlaub— und —durch einen Amtsverweser vertreten war. Die Belastungszeugen childern die Vorgänge im 'allgemeinen so, wie sie »on der Anklage dargestellt werden. Die Verhand⸗ lung vurde um 12 Uhr bis zum Nachmittag aus- zeseßzt. Nach längerer Replik ünd Duplik seitens er igl. Staatsbehörde und der Vertheidiguñg, worin reide ihre vorherigen Ausführungen aufrecht erhielten ind an der Hand der gesetzlichen Bestimmungen ihren klar gelegten Standpunkt behaupteten, zogen sich die Geschworenen zurück und verkündeten nach einstündiger Berathung den Wahrspruch dahin, daj ämmtliche Schuldfragen verneint wurden, worau der Gerichtshof ein freisprechendes Erkennt⸗ niß fällte. — —Die Abrechnung der Brandversiche⸗ rudgs⸗Anstalt der Pfalz für das Jahr 1884 wird im „Kreisblatt veröffentlicht. Der Be⸗ rag für Brand⸗Entschädigungen in sämmtlichen Bezitksämtern war 620,679.24 Mark, wovon 567,207. 32 M. ausbezahlt wurden, so daß ein Rest von 53. 471.92 M. verblieb. Die Abschätz- ungsgebühren beliefen sich auf 12,123. 14 M. In den einzelnen Bezirksämteru wurden folgende Bei— räge wirklich ausbezahlt: Kaiserslaulern 74,585. 29 M., Kirchheimbolanden 99,281. 21 M., Bergzabern 38,176.27 M, Frankenthal 56,744. 21 M., Ger⸗ mersheim 15,236.20 M., Homburg 20,832. 19 M., Zusel 19,709. 48 M., Landau 835,708.92 M., Reustadt 45,738. 61 M., Pirmasens 21,288. 16 M. Zpeyer 100,257. 66 M., Zweibrücken 89,649. 17 M. — Kaiferslautern; 28. September. Gestern Nachmittag wurde durch die drei 1120 und L2jährigen Früchtchen Ludwig Herzhauser, Peter tlug und Friedr. Hupp das zum Aufbewahren don Sprengpulver dienende Häuschen des Maurer⸗ meisters Hocke im Pfeiferthälchen erbrochen; nachdem der Deckel der Kiste, in der das Pulver aufbewahr' vird, mittelst einer Winde abgesprengt war, füllten ich die drei Bürschchen ihre Taschen mit Pulver, singen dann aufs Feld, machten von dem Pulver og. Spauzteufel und zündeten sich auch ein Feuer in. Das in den Taschen derselben vorhandene Pulver entzündete fich — wahrschtinlich kamen sie »em Feuer zu nahe — und verbrannte denselben ie Kleidungsstücke; auch erlitten sie derartigt Bgrandwunden, daß sie fast ganz nackt ins Hospital serbracht werden mußten und sogar an dem Auf-⸗ ommen des einen — Hupp — gezweifelt wird. — Die Heimath', pfälzisches Sonntags⸗ »latt. Nr. 52 enthält: Gedächtnißtage. Irene kine Verlobung mit Hindernissen. Schreckenstage Die Schlacht am Hasenbühl Hervorragende Pfälzer. stundschau im Pfälzer Land. Blätter und Blätt hen. Der Bauernfreund für 1866. In's Merk huch. Raäthsel. Briefkasten. ⸗Ein erschütternder Un glücks fall pas irte der Familie des Herrn Bürgermeisters Franz WBagner von Hermersberg. Sein fünfjähriges Söhnchen kletterte am Kartoffelwagen am— Rade auf, die Pferde zogen an, das Kind stürzte, das stad ging über dasselbe und sofart war das arm dind eine Leiche. — GPf. 3. — Deidesheim, 27. Sept. Gestern Rach nittag passirte dem Portier Becker vom Bahnhoft »ahier das Unglück, beim Rangiren eines Güter⸗ uges zwischen die Puffer zweier zusammenstoßenden hüterwagen zu gerathen: und dabei bedeutend Quetschungen zu erleiden, deren Folgen sich augen⸗ zlicklich noch nicht ermessen lassen, da innerliche Berletzungen vorzuliegen scheinen. Becker wird hier illgemein bedauert, denn es war derselbe jederzei ꝛin gewissenhafter, dienstwilliger und gefälliger Be— imter. — Haßloch. Der Distriktösrath hat zur Bründung eines vor der pfälzischen Foh— enhofes, zu welchem die alte Fohlenweide ahier ausersehen ist, und zu Rennzwecken die Summe von je 500 Mk. auf die Dauer von fünf Jahren bewilligt. Der hiesige Gemeinderath hal n voller Würdigung der Sachlage den Platz un⸗ entgeltlich, sowie ebenfalls die Summe von 500 M zu Rennzwecken zur Verfügung gestellt. — Speyer, 24. Sept. Das Areisblat Nr. 46 bringt folgendes Ausschreiben: „Um g messen zu können, ob die Abhaltung einer zweiten Prüfung für Hufschmiede im Laufe des Jahres noch angezeigt erscheint, werden hiermit alle jen Hufschmiede, welche sich einer solchen Prüfung unter⸗ ziehen wollen, aufgefordert, ihre Gesuche bis zum 15,. Oktober nüchsihin bei der kgl. Regierung der Pfalz, Kammer des Innern, unter Anfügung der vorgeschriebenen Nachweise einzureichen.“ Die „Pfälzische Lehrerzeitung“ schreibt: „Der in Ludwigshafen zum städtischen Lo. kalschulinspektor gewählter Dr. Geistbesck aus München hat, wie wir hören, im Jahre 1870 da Seminar in Freising absolviert und auch 1874 seine Prüfung els Schuldienstexspektant bestanden Er war Lehrer an der Seminarübungsschule zu Freising, besuchte später die polytechnische Schul in München und erwarb sich auch den. Doktoriite, zur Zeit ist er Hauptlehrer an der städtischen Han— delsschule in Munchen. Dr. Geistbeck ist demnaq in ordnungsgemäßer Weise zum Volksschuldiensu vorgebildet und hat auch die vorgeschriebene Dienst prüfung abgelegt; seine fachmännische Vorbildung kann somit nicht angezweifelt werden. Was den pfälzischen Volksschullehrerstand aber noch immei kränken muß, ist das Ausschreiben der Stadt Lud wigshafen, die einen Mann suchte, der an einer „hoͤheren“ Anstalt mit Erfolg gewirkt habe, und dadurch den im Volksschuldienste stehenden Lehrern die Bewerbung vollständig abschnitt. Ebenso sehr wie auf die fachmännische theoretische Ausbeldung mus doch auch Gewicht gelegt werden auf die praktische Er⸗ fahrung, und dann war das Vorgehen Ludwigshafent vieder nur zu sehr geeignet, das gegen den Volksschul lehrerstand im allgemeinen noch vorhandene ungerecht⸗ Vorurtheil neu zu bestärken. Dem Volksschullehrer als solchem ist keine Aussicht auf Avancement er— oͤffnet/.. Vermischtes. fFHeusweiler, 26. Sept. Zur Geschicht— der weiblichen Reisenden. Damit dir Süddeuischen nicht etwa glauben sollen, sie hätter allein weibliche commis-voyageurs beeile ich mich nitzutheilen, daß ich vor ca. drei Wochen das Ver— aunügen haite, ein derartiges hübsches Exemplar zr sehen. Nicht wenig erstaunt, hörte ich ihre Vor— stellung „mein Name ist ...... und Vertreter der Firma L... in St.... kann ich Ihner aufwarten in Wintersachen — o gewiß haben Si etwas nothwendig, wenn es nur eine Kleinigkei ist und dabei uuspielt ein liebenswürdiges Lächeln das reizende Mündchen — natürlich wie anders —. wer kann einem solchen Zauber widerstehen — und die Besiellung auf diese und jene Kleinigkei! wird gemacht; mil einem zufriedenen Lächeln ver— abschiedet sie sich — sie ist mit dem gemachter Geschäfte zufrieden. Sonach ists gar keine üblt Idee und wird recht bald Nachahmung finden. Aber unsere Süddeutschen haben gewiß die zwei Punkte welche dem Erfinder der genialen Idee vorgeschwebt, nicht errathen ? Der Erfinder erhälte, Palent“ auf die Einrichtung. Er will nämlich 1) die Einricht⸗ ung der Tournilre sich zu Nutzen machen. Die maännlichen Reisenden muͤssen gleich einen Wagen haben, wenn ihnen ein Koffer eiwas schwer erscheint, anders bei den neuen Reisenden, sie befestigen an dem Koffer einen Riemen, ähnlich wie bei Dreh— orgeln, ftellen den Koffer oder das Gepäch hinten auf die Tournure legen den Riemen am Halse über die Schultern fest und fort gehts in die weite Welt, ohne Wagen —, welche Ersparniß von Spesen —; Fur den Fall der Müdigkeit und da mit die Reisenden überall ruhen lönnen, nehinen sie eine Urt Jagdstuhl mit, welcher in der Gegend, der Tournuce befeftigt vnd an der beliebten Ruhepunkten untergestellt. wird und st als Stützpunki dient und L). will er dem — stande des so ungesunden „Sitzenbleibens a heifen, indem er den heiralhslustigen Reisenden des zarten Geschlechts genügende Gelegenheit — will, sich unter ihren mannichen Kollegen etwa— Haltbares, Solides herauszusuchen, dessen Schluf vom Liedchen sei, Entflieh min mir und sei mein Associs.“ 7 .Wieute— FStraßburg, 26. Sept. Generallien nant v. Alvensleben, welcher im Auftrage * aisers in Frankreich den Mandvern der rn chen Truppen beigewohnt hal, kam, der „Sttatzb. — ⸗ — —— zufolge, gestern Abend von Paris bezw.“ Eminenz der Kardinal Hergenroöͤther, welcher feit as hier an. Derselbe fuhr zum Kaiser nach längerer Zeit zu seiner Erholung hier weilt und en⸗Baden. — Gestern Morgen berief der Di⸗ fich in der That jetzt des besten Besindens erfreute, sior des Lyceums die Schüler der Klassen so daß auf den 29. d. M. seine Rückreise nach Tertia aufwärts in den als Aula dem Lyceum Rom festgesetzt war, wurde gestern Vormittag aber- enden Musiksaal, am denselben die Mittheilung mals von einem Schlaganfalle gerührt.“ — Die machen, daß der Abitnrient Otto Fisscher vom uüngst abgehaltene Prüfung für Postadjunkten⸗ iser wegen der am Neujahrstage dieses Jahres Adspiranten haben von 82 Theilnehmern 81 be⸗ uf dem Eise mit eigener Lebensgefahr vorgenom⸗ tanden. F VV — nen Lebensrettung eines Mitschülers mit der (Freundliches Anerbieten.) Die stungsmedaille am Bande ausgezeichnet worden Empfehlungskarte des Dampfmühlenbesitzers B. in Dnueo Fischer, der Sohn des Direktors der N. lautet: „Den geehrten Ackerbürgern und den dtischen höheren Töchterschule, ist am 22. Mai herumliegenden Landleuten empfehle ich als z66 geboren und wird demnächst Jura studiren. vorzügliches Düngemittel aus meiner neu eingerich⸗ Von der Stuttgarter Kaiserparade er -· eten Dampfknochenmühle feinstes Knochenmehl. hit die „Str. P.“ einen hübschen Zwischenfall. Auch bin ich gegen eine geringe Vergütung bereit, hr Berichterstatter schreibt: Einen xrührenden ↄen Herrn Landwirthen, falls diesen es lieber ist, zindruck machte es, als der Kaiser in den Reihen ihreeigenen Knochen zu mahlen.“ er Kriegervbereine einen 92jährigen Helden aus F Für die Hiuterbliebenen der auf der ver— m Befreiungskriege bemerkte, einen weißbärtigen schollenen Kriegskorvette „Augusta“ S befindlichen eltembergischen Major a. D., der, die Brust voll Hannschaften wird über die Vorsorge hinaus, die iden, das Haupt mit einer breitschirmigen Militär- das Gesez jetzt schon für solche Fälle gewährleistet, utze bededt, in einem Wagen saß. Der Kaiser dem Vernehmen nach noch besonders gesorgt werden j sofort halten, stieg aus und näherte sich dem ind zwar sollen dazu schon die einleitenden Schritte denhaften Urgreife, der, von Freude fast über- zeschehen sein. Man erwartet außerdem im Reichs annt, aus dem Wagen steigen wollte, um seinen age eine Darlegung über die ganze Angelegenheit. iserlichen Herrn zu begrüßen. Der Kaiser aber Venn auch Unglücksfälle auf hoher See nicht zu emerkte huldreich: „Bitte, bleiben Sie nur ruhig »ermeiden sind, so hat doch die Volksvertretung die zen, Sie sind ja viel älter als ich!“ und unter⸗ Uflicht, sich darüber zu vergewissern, ob von Seiten uelt sich dann einige Zeit lebhaft und bewegt mit der Verwaltung alles geschehen ist, was geeigne em alten Herra, der diese Erinnerung an die rscheint, derartige Unglücksfälle zu vermindern. uld seines Kaisers wohl als den letzten goldenen Jedenfalls wird die Admiralität selbst ein Interesse onnenstrahl in seinem vielbewegten Leben hegen daran haben. niemanden darüber im Unklaren zu ud pflegen wird. assen, daß die Marineverwaltung sich von jeder fWürzburg, 25. Sept. Bekanntlich fand Verschuldung frei weiß. ar einiger Zeit zwischen zwei hiesigen Studenten F(Gremdenbücher.) An besuchten Orten Pikolen⸗Duell statt, das einen sehr unglücklichen Fremdenbücher auszulegen, so schreibt Schorer's usgang nahm, in dem der Eine der Kämpfer Fam.Blatt“, ist ein schon lange bestehender odt auf dem Platze blieb. Der Ueberlebende nahm Brauch, und jedenfalls ist es eine ganz amüsante ch die Sache so zu Herzen. daß er sich gestern in Inierhaltung, nach einem anstrengenden Marsch irich, wo er sich seit längerer Zeit aufhielt (er iuszuruhen, fich ein Glas Bier munden zu lassen var nach der Schiveiz geflohen) erschossen hat. “ ind in dem dicken Buch umherzublättern und zu Augsburg, 26. September. (Unschuldig.) uchen, ob man nicht bekannte Namen unter den et Metgergefelle · Werner Gum von Westheim ingetragenen findel. Nicht minder interessant is uͤrde an 10. Juli 1888 wegen Jagdfrevels ver⸗ 8— die vielen poetischen Niederschriften. oder noch dei und trog der Betheuerung seiner Unschuld esser die Erganzungen zu poetischen Niederschriften der Voruntersuchung nicht mů dem angeblichen u lesen. Bekannt, aber auch witzig ist die Be⸗ atzeugen konfromirt? Die heute vor dem Land. nerkung, welche sich im Fremdenbuch des Kuhstalls nchte gegen denselben gepflogene Verhandlung »er sachsischen Schweiz findt:: wnun ergeben, daß Gum nicht die entfernteste „Ich hab' ihn gesehen, ich hab' ihn geseh'n, hulichkeit mit dem Jagdfrebler habe; nach dieser Ich habe den göttlichen Kuhstall geseh'n.“ nstatirung wurde Gum natürlich sofort aus der Darunter finden sich die Worte:. aft entlassen, nachdem er über, 22 Monate Ich hab' es gelesen, ich hab' es gelesen, mlich schuldlos verhaftet warx. Es ist ein Ochs im Kuhstall gewesen.“ fMünchen, 23. Sept. Anläßlich einer In einem andern Fremdenbuche stand von ewrachtung über“ die Stutigarter Kaifermanover Damenhand geschrieben: ot Dr. Sigl's „Baherisches Vaterland“ folgende „Unter diesen schatt'gen Baumen aralteristische Probe seines Patriotismus zum Möcht' mein Dasein ich verträumen.“ esten: Prinz Arnulf, der sich bereits fast vier J Auguste. hochen in Preußen und bezw. im Gefolge des Ein Anderer hatte darunter geschtieben: zaisers befindet, hat sich im kaiserlichen Gefolge J Unsinn Augustet on Baden nun auch nach Stuttgart begeben. Der Heirathen mußt del sc·.. inz kann übrigens bei der Gelegenheit durch Weiter fanden sich in einem Fremdeuduche des gene Anschauung die Ausdauer und den Eifer Inselberges in Thüringen die Zeien. es 88jährigen Kaisers in Erfüllung dessen, was „Hier oben ist Fräulein Amalie gewesen wfür seine Fürstenpflicht hält, dennen lernen. Und hat verbot'ne Romane gelesen.“ denn die Witlelsbacher früherer Jahrhunderte Von der Hand eines lustigen Berliners ver⸗ venso fleißig und arbeitsam gewesen wären wie aßt, fanden sich folgende riginelle Worte dar— e Hohenzoüern. so wären die Hohenzollern wohl unter vor: ,3 »ute noch nicht biel mehr als kaiserliche Burg⸗ Warum thut se denn det so koch? afen von Nürnberg und die Wittelsbacher deutsche Det konnte se doch unten ooch“!“! aiser und hätten auch Brandenburg noch, das F Die Tournüren! Ein Mitglied der faule Weiberjäger Ludwig, Kaiser Ludwig's Wiener Finanzwache, an einer sehr frequenten Zoll⸗ es Bayern liederlicher Herr Sohn, so schmählich inie dationirt, plaudert arg aus der Schule, indem derloren hat. Es wär' recht schön gewesen, r einem Wiener Blatte schreibt: „Schon lange wer — es hat nicht sollen sein!“ J ah ich mit Mißtrauen solche Damen an, die, wie xMünchen, 28. Sept. In Sachen „Auf- s jetzt Mode ist, unterhalb der Taille, eückwärts, ebung der Klosterbrauereien“ bringt der „Bayr. dis ins Ungeheure umfangreich erscheinen.“ Und kut.“ folgende Erklärung: „Da sich in der Presse vie gerechtfertigt dieses Mißtrauen war, hatte ich och gegenwärtig die Debatte über die Anschuldig- viederholt erfahren müssen. Es war bei Regen⸗ ag fortspinnt, als ob der Hochwürdigste Herr vetter pergangenen Sonnabend. Eine recht ischof dvon Regensburg durch seine Einwirkung dübsche, noch junge, sonst diftinguirt ausfehende e Schuld trage an der vom letzten Provinzial- Dame, welche ich schon oft wegen ihres riesigen pitel dekretierten Schließung der Braustätten der Amfanges an der genannten Stelle bewunderte, herischen Franziskanerprovinz, so sieht sich der geht durch die Zoll Linie herein und hälk mit beiden aterzeichnete zut Erklarung veranlaßt, daß Se. dänden (ihrer Meinung nach) ihr Kleid nach rüch⸗ ischöflichen Gnaden sich nie in unsere internen därts in die Höhe — in Wirklichkeit aber nur ngelegenheiten gemischt und auch - dem besagten den faltenreichen Stoff, welchen die Damen noch eschlusse durchaus fern gestanden sei. München, über dem Kleide rückwärts angehängt tragen, mit, en 24. Sept. 1885. P. Leo Seidl, Franzis- wie es mir schien, noch einem schweren Gegenstand nerprovinzial.“ — Der „Allg. Ztg.“ wird aus nn die Höhe. Bei dieser Gelegenheit gewahrte ich ibling vom 24. Septeniber geschtieben: „Se. imnterhalb des erwähnten Faltenwurfes einen Stof von anderer Farbe als das Kleid, der eben der schweren Gegenstand enthielt. Ich trat auf die Dame zu mit der höflichen Frage, was sie denn da hinten in dem einem Faltensack ähnlichen Beutel trage?“ — Fast sprachlos und, entrüstet gab fie zur Antwort: „Was geht sie unsere Mode an?“ Nach längerem Beharren meinerseits auf Lösung dieser Frage und einem Entrüstetthun von Seiten der Dame machte ich einen raschen Griff nach dem Beutel, und hierbei— fühlte ich Federn und den Kopf und den Schnabel eines Vogels. — Nun nützte kein Wiederstrebenz —die Dame, die sich als die Gattin eines höheren Beamten auswies, mußte ins Inspektionszimmer. Das Resultat waren drei Paar Rebhühner. Seit jenem Augenblicke sind an unserer Zoll⸗Limie bis Sonntag Abend nicht weniger als 48 Damen in dieser Weise angehalten worden und fanden sich hievon bei fünf Damen noch eben⸗ falls Rebhühner, bei sieben Damen junge Tauben und anderes Geflügel und bei-acht Damen andere Viktualien ꝛc. Bei Vielen waren es auch nur mit deu. alten Kleidungs oder Wäscheftücken gefüllte Beutel; bei noch anderen wieder ein einem Vogel⸗ haus ähnliches Draähtgeflecht. “ F(efangenerHaifisch.! Auf eine ebenso originelle wie zufällige Weise wurde bei Triest ein riesiger Haifisch gefangen. In der Nähe von Santa Croce waren einige Fischer mit Thunfischfang beschäftigt. Die Jagd auf diesen iußerst scheuen und listigen Fisch geschieht in der Art, daß ein großes Netz in der Nähe des Ufers am Meeresgrunde ausgebreitet wird; am Ufer liegt auf einem eiwa zwei Meter hohen, aus drei Stangen und einer kleinen Platitform gebildeten Gerüste ein Peann ausgestreckt am Bauche, der das Herannahen zes Fisches beobachtet, und wenn er eine genügende Anzahl derselben im Bereiche des Netzes sieht, durch einen Ruf das Schließen desselben anordnet. Der nit diesem Geschäfte betraute Mann erblickte plötz- lich einen riesigen Fisch, den er für einen kolos⸗ jalen Thun ansah. Die Fischer waren nicht wenig erstaunt, als sie im Netze einen Haifisch erblickten, der wüthend um sich schlug; es kostete keine geringe Mühe, das Ungeheuer an's Land zu ziehen und zu tödten. Das gefangene Unthier, ein Weibchen, hat eine Länge von 5 Metern, einen Leibesumpfang von 2,5 Metern, sein Gewicht beträgt 8,5 Zentner; bei der Ausweidung wurde außer der ungewöhnlich entwickelten Leber, die allein 150 Kilogramm wiegt, nichts Bemeckenswerthes gefunden. 7 Eine solch humoristisch⸗poetische Polizei, wie sie der Kanton Luzerm besitzt, dürfte kaum irgend⸗ wo existiren. Sie erläßt nämlich im Kontonsblatt Vaterland“ folgende amtliche Anzeige: „Ein Telephon ist nagelneu — Nun auf der Kan⸗ . tonspolizei Zur Benützung hergestellt — Jetzo alles angemeld, Was da in der Leuchtenstadt — Neues sich begeben hat! Wird betrogen und gestohlen — Rufe man uns auf — 7. die Sohien. Nur nie, wo sich Weiber zanken — Doch in Hotels und auf Banten Machen wir zum guten Fang — Gerne einen 8 — —rraͤschen Gang Und auch sonst zu jeder Zeit — Ist zu Diensten gern bereit: Die Kantonspolizei f Als Zeichen der Zeit wird der, Eisf. Ztg.“ mitgetheilt, daß zur Fahnenweihe in Schwarzen⸗ brunn »die Ehrenstelle als Festjungfrau an die Meistgebende vergeben worden sei und das Meist⸗ aebot 13 Mark 30 Pfennig betragen habe. — — — — — — Fur die Redaktion veraniwortlich: 3 3— — emeß. —XX Eine Broschüre, welche in allen Kreisen der Be⸗ völkerung gewiß die größte Aufmerksamkeit findet, hat der Apotheker R. Brandt in Zurich veroffentlicht. Dieselbe enthalt auf 24 Seiten die Gutachten der ersten medizini— schen Autoritäten Europa's, einer großen Anzahl praktischer Aerzte ꝛe. über die bekannten Schweizerpillen und darf es nicht Wunder nehmen, daß auf Grund solcher Empfehl— ungen das Praparat eine so große Verbreitung und An— wendung gefunden hat. Die Broschüre kann gratis von den Apotheken oder Apotheler R. 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J F H — ⸗ — — —ZZö—sR der ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltung- zlau und Sonntagt mit Sseitiger illufstrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1 A G60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 «, einschließli v d ⸗ Zuflellungegebahr. Die Einrückungsgebühr fuar die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solche⸗ auf welche die Grpedition Auskunft ertheilt, 18 6, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. X 192. Donnerstag, 1. Oktober 1888s8. 220. Jahrg. Bestellungen auf dn z „St. Ingberter Anzeiger“ für das V. Quartii verden von sämmtlichen Postanstalten, den Aus⸗ rägern und der Expedition entgegengenommen. Deutsches Reich. Muͤnchen, 30. Sept. In dem heute eröff⸗ aeten Landtage legte der Finanzminister den Bud⸗ getenwwurf für das Jaht 188586 vor, welcher tinen Ueberschuß von 7,051,952 Mark aufweist. der Minister schlägt die Stabilisirung des Malz⸗ aufschlags vor unter Anstrebung der Gewichtssteuer⸗ derechnung, und kündigt eine neue Subhastations⸗ zdnung an, sowie die Wiedereinbringung eines Besetzentwurfes. betreffend die Beamtenaufbesserung Berlinu, 29. Sept. Der Entwurf der Ant⸗ wort auf die spanische Note liegt dem Kaiser zur henehmigung vor und dürfte Ende der Woche nach Madrid abgeher. Berlin, 30. Sepi. Der Stab der Kaval⸗ leriedivifion des 15. Armeekorps ist von Straßburg ach Meß verlegt worden. — Berlin, 30. Sept. Von den Nationalitaten der Balkanhalbinsel geberden sich die Serben noch sehr abenteuerlustig, doch dürften fie kaum Anlaß zu ernsten Schritien haben. Es scheint, daß zwischen den Mächten ein Ausgleich vereinbart wird, der den Wünschen der Bulgaren Rechnung traͤgt, die Integrität der Türkei, wie der Berliner Vertrag fie dnipulirte, aufrecht hält und das Gleichgewicht auf der Balkanhalbinsel nicht stört; es würde Ostru⸗ melien in eine Art von Personal⸗Union zu Bul⸗ zarien treten, der Fürst von Bulgarien würde Generalgouverneur Ostrumeliens sein. J Auslaud. Wien, 29. Sept. Die neuesten Nachrichten uus Athen und Belgrad lauten Besorgniß erregend. Un beiden Punkten ist die nationale Erregung wachsend. Ein aktives Eingreifen des Einen würde unfehlbar für den Anderen das Signal zur Nach⸗ ahmung bilden. Der Konig Milan soll den nach Nisch abreisenden Mitgliedern der Skupschtina ge⸗ jagt haben, die Union von Ostrumelien und Bul⸗ zarien sei als Thatsache anzusehen und in diesem dalle sei es eine Lebensfrage für Serbien, die alte Stellung in Altserbien wiederzugewinnen. Ueber die Geruchte neuer Kampfe in Albanien fehlt bis⸗ er die Bestätigung ernsterer Quellen.“ Buka reft, 30. Sept. Der Dampfer, Hilde⸗ urde“ landete gestern mit Truppen in Rustschuk. der Bahnverkehr zwischen Rustschuk und Bajard⸗ it Geide Orie liegen in Buigarien) ist aus⸗ cbließlich für Militäriransporte reserdirt. J Belgrad, 30. Sept. Drei Nizam ⸗Tabors rsezten Djalowa (Albanien). Die aufftändische dewegung der Arnauten dauern fort. . Philippopel, 29. Sept. Alle Manner »vn 18-32 Jahren sollen erforderlichenfalls sich ͤr den Freiwilligendienst bereithalten. Aus den sehildeten Klafsen wird ein Spezialkorps zur Er⸗ saltung der Ordnung während der Nachtzeit in en Stadten gebildei. Der Furst entsandie eine deputation an den Sullan, um demfelben zu der— dn daß Ordnung und Frieden in der Provinz — LEondon, 30. Sept. Der „Standard“ meldet aus Konstantinopel: In Folge eines Irade, velcher die Kouzentrirung von Truppen an der rumelischen Grenze bei Salonichi anordnet, erhielt die Orientbahn die Weisung, eine Anzahl Waggons für Truppen⸗Transporte vorzubereiten. Lokale und **13ische Nachrichten. i Aus dem Kohlenredier. Vor un⸗ gefähr zwei Monaten bereiste ein sich Schitz unter⸗ seichnender Herr die Pfalz und besuchte, wie er ich ausdrückte, nur Geistliche, Lehrer und gutsitu ⸗ rie Leute. Sein Musterkoffer barg „ein im Dun— seln leuchtendes Crucifix, neu und entzückend schön.“ Nachdem das Zimmer verdunkelt und das leuch⸗ tende Crucifix bewundert war, präsentirte der Herr ein Preis-Courant der Firma O. Antoni, Berlin W. 35 Potsdamerstr. 97, aus welchem man er⸗ rehen konnte, zu welchem Spottpreise man diese iberraschende Neuheit haben kann — Haͤngekreuze bon 1 Mark bis 7,50 Mk. und Stehkreuze von 4.bis 12. Mark, bei sofortiger Baarzahlung franco Zusendung. Billiger kann man's nicht haben, achte Mancher und ging auf den Leim. ⸗Auch Schreiber dieser Zeilen zahlte Herrn Schitz Marl 5,50. die dieser mit der Bemerkung einstrich, in angsiens 14 Tagen sei das Bestellte an Ort und Stelle eingetroffen. Nachdem er sich noch in ver— zindlichster Weise nach dem nächsten Wege zur Bahn erkundigt und derselbe ihm bereitwilligst ge⸗ zeigt war, empfahl er sich wie ein alter Bekannter und — ich warte noch heute auf mein im Dunkeln euchtendes Crucifix. Eine an die Firma O. Antoni m Berlin gerichtete Anfrage blieb ohne Erfolg. Wenn ich nun den im Dunkeln abgeschlossenen handel bei Licht betrachte, kommt mir das Ganze zunkel vor und ich möchte den Leser ditten, bei Ab⸗ chluß derartiger Geschäfte nicht blos die Läden, ondern auch Augen und Ohren offen zu halten ind vor Allem die Tugend nicht außer Acht zu afsen, die man die Mutter der Weisheit nenni. Blieskastel, 80. Sept. In die hiefige Praparandenschule haben fich 14 Zöglinge zur Auf⸗ nahme in den ersten Kurs gemeldet. Fuür die daieinschule haben von 10 Schüler 7 die Prüfung ür die erste Klasse bestanden. — Zweibrücken, 28. Sept. Verhandlung gegen Matthäus Ettmüller aus Röodersheim vdegen Nothzuchtsversuchs und Mords. — Der An⸗ zetĩagte wurde zu 12 Jahren Zuchthausstrafe ver⸗ urtheinn. (Ausführlicher Bericht folgt.) — Zweibrücen, 29. Sept. Der Besuch des diesshrigen Rennfeftes kann gegenüber dem des Vorjahres keinen Vergleich aushalten. Wie derlautei, ist ein Ausfall von 1700 Mk. an Ein— rittsgeldern zu verzeichnen. — Zweibrücken, 29. Sept.“ Bei der Jestrigen Verlosung von Pferden u. s. w. fiel aus oigende Nummern je 1 Pferd: Nr. 2616 2824 5891 1999 10305 5767 6751 8147 7114 1478. — Dürkheim, 28. Sept. Se. Erlaucht Herr Emich von Leiningen ist zur Cur hier einge⸗ troffen. — Därkheim, 29. Sept. Unser Wurst⸗ markt bot heuer durch das fortwährende Regnen ein trauriges Bild. Wohl hatte sich eine große Anzahl ftaͤndiger Besucher eingefunden, aber es war kein Vergleich zu den früheren Jahren, denn nur in den Schau⸗ und Wirthschaftsbuden war es inigermaßen belebt. — Neustadt, 26. Sept. Heute sind wir in der Lage, über eine in der Wassertechnik geradezu sensationelle Erfindung Mittheilung zu machen. Bekanntlich hat der Rentner Herr Eugen Dacque am Nordabhange der Stadt eine überaus stilbolle Villa erbauen lassen, zu welcher indessen, weil zu hoch gelegen (60 Meter),die städtische Wasserleit⸗ ung nicht hinaufgeleitet werden konnte. Ein Neu⸗ tadter, durch seine Geschicklichkeit weit und breit dekannter Mechaniker, Herr J. A. Hillenbrand, er⸗ bot sich nun zu bescheidenen Bedingungen gleich⸗ wohl die städtische Wasserleitung in die Villa hin⸗ aufzuleiten und zwar derart, daß der Wasserdrud dec gleiche ist, wie bei uns unten in der Stadt. herr Hillenbrand hat in der That das Unglaus⸗ liche fertig gebracht, indem er eine Maschine kon⸗ truirte, welche das Wasser für den häuslichen Be⸗ darf (40 —-50 Liter pro Minute) in die 300 Meter entfernte und 60 Meter hoch gelegene Villa hebt, wobei die Möõglichkeit gegeben ist, bei eventuellem Feuerausbruch die Villa bis zur Dachspitze zu be⸗ pritzen. Die Maschine,“ auf welche der Erfinder ein Patent demnächst nimmt, ist überaus finnreich onstruirt, indem sie durch den Druck der städtischen Wasserleitung, welcher etwa zwei Atmosphären be⸗ rägt, jederzeit selbstthätig in Betrieb gesetzt wird, sobald oben in der Villa ein Wasserhahnen geöffnei vird. Die Maschine ist seit acht Tagen in einem unter dem Karlsberg erbauten Gewölbe am Stroh⸗ markt ˖ aufgestellt und in Betrieb, funktionirt ohne ede Bedienung, das An⸗ und Abstellen ist selbst⸗ hätig und richtet sich von selbst ganz nach dem Wasserkonsum; beim Schließen des auf der Villa zeöffneten Zapfhahnens steht die Maschine sofort ill. Der Erfinder hat die Maschine nach eigenem Entwurfe und eigener Zeichnung bauen lassen und damit einen epochemachenden Forsschritt in der modernen Wassertechnik ange bahnt. Insbesondere ür hochgelegene Gemeinden ist die Erfindung von weittragendster Bedeunng leteαL — Der Selbstmord des prakt. Arztes Dr. Scharff in Rheingönheim hat, wie man der Neust. Ztg.“ aus Meckenheim schreibt, auch vort aufrichtige Trauer wachgerufen. Der Ver— torbene hatte daselbst einige Zeit praktiziert und var verlobt mit einer Tochter des Häfners und Wirthes Herrn Joh. Wolf. Im Spaͤtjahre sollie die Verheirathung stattfinden. — Speyer, 28. Sept:. Nach Beendigung der Generalstabsreise in det Pfalz ist Se. Exzellen der kommandirende General des zweiten Armeckorps, dr. Generallieutenant v. Orff. hier eingetroffen und weilt als Gast bei Se. Exzellenz dem Herrn Regierungspräsidenten v. Brau. — Speyer, 28. Sept. Heute Nacht spielte sich im sog. Hasenpfuhl dahier eine Rauferei ab, hdei welcher leider wieder einmal das Messer eine dauptrolle spielte. Die bekannten Firmen Heinrich zchlemp und G. Brech waren dabei engagirt und aben verschiedene Burschen glücklicher Weise wenig Jefährliche Stiche dadon getragen, mit Ausnahme zes hier in Arbeit stehenden Schustergesellen Wil⸗ jelm Hublitz aus Obermoschel, welcher schwer und janz bedenklich verletzt heute Nacht in Hospital erbracht werden mußit. G. Brech wurde deßhalb erhaftet. fF Straßburg, 27. Sept. Die hier leben⸗ den Bayern wollen Sammlungen zur Beschaffung einer Bronzebüste des verstorbenen Königs Ludwig wv .von Bayern bewerkstelligen. Die Büste soll an der in der Nähe des Generalkommando⸗Gebaäudes, in welchem dieser Monarch geboren wurde, aufge⸗ stellt werden, und zwar am 100jähr. Geburtstag desselben, 25. August 1886s. —* 7 Koln, 28. Sept. Mit dem 1. Oltober d. J. tritt für unsere Stadt die zum Schutze des Publikums erlassene Polizeiverordnung inbetreff des Milchhandels in Kraft. Es muß von da ab der Verkäͤufer seine Milchgefäße je nach derenInhalt mit der Aufschrift⸗ «Volle Milch“. .Abgerahmte Milch“ oder „Magere Milch“ bezeichnen. Die Bezeichnung „Verdünnte Milch“ welche in letzter Zeit beliebt wurde, ist polizeilicherseits nicht gestattet. Koln, 28. Sept. In einem Bau der Neustadt brach gestern plötzlich das Treppenhaus zusammen. Zwei Maurer, die mif dem Verput der Wände beschäftigt waren, wurden von den Trummern verschuttet. Der eine, ein verheiratheter Mann von Braunsfeld, Vater von fünf Kindern, blieb todt der andere erlitt eine Verletzung im Rücken; er wurde aus dem Trümmerhaufen befreit und nach dem Hospital geschafft. — Von der Bau— stommission find bis jetzt 1400 Häauser als nicht den Forderungen der Baupolizei entsprechend be⸗ zeichnet worden. Die groͤßere Mehrzahl derselben dürfte im Laufe der Zeit niedergelegt werden. — Koln dürfte demnach ein FPldorado für die Herren Mauret werden. . Berlin, 28. Sept.- Die Berliner Turner begingen gestern den 100. Geburtstag Friedrich Friesenes, des edlen Jünglings, dem Jahn ein so beredtes Denkmal gesetzt, und welcher in den Freiheitskriegen fiel. Am Nachmittag zogen etwo 5006 Turner mit 50 Trommelkorps und 22 Fahnen nach dem Friesenhügel in der Hafenheide wo Friesen mit Sang und Rede als das Idea der deutschen Jugend gefeiert wurde. Dann zog die Schar über das Tempelhofer Feld zu dem historischen Baum, unter dem der Kaiser bei den Paraden zu halten pflegt. Hier wurden die Fahnen zusammengestellt und turnerische Spiele veranstaltet bis der Abend hereinbrach 4 Meran, 29. Sept. Der Himmel hat sich heute wieder aufgehellt; das Hochwasser hat s. verlaufen. Der Eisenbahnverkehr nach Norden ip ohne Unterbrechung offen. 7 Triest, 294 Sept. Gestern Abend ha ein furchtbarer Südwesisturm sämmtliche Ufer und umliegenden Straßen überschwemmt. Ein öster— reichisches Barkschiff ist gesunken, die Mannschaft geret tet. F In Zürich hat sich vorige Woche Dr. cand. med. Lennig (Amerikaner) durch einen Pistolen⸗ schuß getödtet. Lennig hatte bekanntlich vor 2 Jahren den Pfälzer cand. jur. Mosschel im Duell Jetödtet. und entzog sich der gerichtlichen Ver⸗ olgung durch die Flucht in die Schweiz, wo r durch Gewissensbissen gefoltert dem Wahnsinn verfiel und seinem Leben in der angegebenen Weise selbst ein Ende machte. * — 7 83rich 28 Sept. — Seit zwölf Stunden jerrscht ein ununterbrochener, noch fortdauernder Schneefall in der ganzen Nordschweiz. Bis jetzi jat verselbe besonders an den BäumenSchaden angerichtet. Wenn Nachtfrost eintritt, sind die Reben ruinirt. Die Telegraphenderbindung ift tellenweise unterbrochen. ⸗ Bern, 29. Sept. Das Rheinthal im Zanton St. Gallen ist theilweise überschwemmt; die Eisenbahn zwischen St. Margarethen und Rheined ist unterbrochen. 4 Große Unterschlagung.) Sämmtliche Zeifungen Sevillas melden, daß bei der dortigen dilfsanstalt der Banco de Fspana eine Unter⸗ chlagung von 16 Millionen Realen entdeckt worden sei. Ein besonderer Richter sei für diesen Fall nach Sevilla geschickt und sammtliche Beamten einst weilen entsetzt worden. F Kaltutta, 29. Sept. Ein Orkan zer⸗ ftörte Falsepoint in Bengalen und insbesondere die für die Schifffahrt bestimmten Anlagen mit Aus— nahme des Leuchtthurmes. An 300 Personen find umgekommen. Ruseff zu Gehrweiler und Th. Bernh. Purpu zu Heltersberg. Tauc die Nedaiien veraniooilich: B einer er vesten der alljährlich in ziemliche Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Inu—. crirte Bayerische Familien ⸗Kalender, derselbe mas bereits für 1886 ein. Doch nicht ällein einer de besten, ganz entschieden auch der reichhaltigste is er und für 1886 scheint er gar alles bereits Da. zewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka— sendarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Israelcten noch der Hundertjaäͤhrige Kalender, JZauernregeln, Himmelserscheinungen, baherischt Messe und Märkte, Genealogie der baherischen Standesherren, KardinalsKollegium, Verzeichniß der im Königreich Bayern funktionirenden auswär. tigen Konsular· Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich hübsche Erzählungen und viele Humoresken, im wahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu strirt, hunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und heiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. Besonders hervorzuheben if ein Artikel über die Deilung der miasmatischen Krankheiten (Masern Scharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera Blattern tc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Denm folgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por— träis und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich ein erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe von Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun Gebiet und Neu⸗Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einen Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, sämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe noch ein schoͤnes Oeldruckbild , Mutterglück“ und ein 1 Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen— timeter breites RheinPanorama, mit 44 Jullustra tionen in roth, blau und schwarz gedruckt. Um dies Alles kostet nur 50 Pfennig. d Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs lektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustrirter Bayerischen Familien⸗Kalender unseren Lesern hier mit bestens empfehlen. a Zu beziehen durch die Expedition ds. Blatten Ddiens snachrichten. Zu Foͤrstern neuer Ordnung wurden ernannt: die Foͤrsster H. K. Vogel zu Neuhemsbach. Ludwig 2727N* Beranntutau ung. Die Waͤhlerlisten für die Wahlen der Landtags⸗Abgeordneten liegen bis einschließlich 15. Oktober l. J. aus dem Bürgermeisteramte zu Jedermanns Einficht offfe. St. Ingbert, 1. Oltober 18858. Das Bürgermeisteramt: Heinrich. Ein nenautes hat zu verkaufen 38 Jacob FPHeger. Schwingmehl —7 pfd. 16 pfg. j0 Pfo. Mk. 1.580. Blummehl pe. Pfd. 18 Pfg.. 10 Pfd. Mk. 1.70. Nornumehl 28 Pfd. Mk. 2.88, Korukleien 25 Pfd. Mk. 1.50 emyfiehltt Zos. Hellenthal. Billiger Bazar St. Iugbert. Nenu eingetroffen: Herren⸗ Socken, wollene gestrikk...bvon 28 Pfg. an dinder· Strümpfe2858 Damen ⸗Strüumpfe50 Muff 50 . 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Band J: „Das Alterthum“', ca. 16 Lieferungen, erscheint in rascher Reiheufolge. Preis der Lieferung 30 Pfennig. * 7 —— 2* Zur Anfertigung con billigen u. sauberen aller u Buchdruck und Litho- graphie rorxommenden dyrvcxkarbeiten — — EX Bucn- und Steenaruckerei F. X. Domotz Veelag doũt. Iagbortor Anlgee S8t. Ingbert. — r * E.. 8 mextarkt A2 hbr tos tes u rollatandig XXXXEEEERC tov ahrt grẽsato Rrlolanterang vorö FIZItien u. enthalt aUes or ordorliebon Zuadtte rur väεο HLorviellung von blondenc aaor, glala ium ãacig ctoifor —RG Veberallrorrat—gd Ar 3— m J 7 cum eltesateo —X vitlweida . emona — — MAazediner- Tochuitu. — 77 aufnahmo Arwi. A ril u. Octobot. 22 —XA uen —XRXÿ oννι οα — * —X αοαιι Do ααν αα, Tονααν α ι ιαν Tννονιο . I1. —— —XX Irud und Verlag von J. x. 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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ESt. Ingberrer Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz Um Moutag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ att und Sonntags mit Tseitiger illuftrirter Seilage. Das Blatt koftet vierteliährlich 1 4 G60 einichließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen L)A 75 4, einschließli d ⸗ Zustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr fur die A4geipaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inferaten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 A. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. X 193. * Samstag, 3. Oktober 1888585. 20. Jahrg. 8 IVVs 5 wals eine bloße Spiegelfechterei bezeichnen. Andere Bestellungen * Stimmen betonen, daß wenn wirklich zur Zeit eine auf den . n vorhanden sei, die russische Macht früher 8 der später mit Bulgarien wenig Federlesens machen „St. Inaberter Anzeiger nnd das Wort sprechen werde: Folgst Du nicht zür desess —villig, so brauch ich Gewalt. RKumanien wird V. Quartal edenfalls durch die neuesten Ereignisse ernster be⸗ verden von sämnmtlichen Postanstalten, den Aus- ührt, als die kleinen slavischen Staaten, die einen ragern und der Expedition entgegengenommen. Anspruch auf ihre Vergrößerung aus der Erweite ⸗ — ung Bulgariens herleiten. Bratiane wird daher n Wien eine Sicherstellung Rumäniens angeregt aben, und Oesterreich hat das größte Interesse. uuf die Erhaltung jenes Landes bedacht zu sein, »a mit keinem anderen Staate am Balkan ein ꝛerläßliches Bündniß zu schließen ist. Serbien ält sich zwar gegenwärtig freundlich zu Oesterreich, llein für die Dauer dieser Beziehungen fehlt jede hewähr. Die Serben sind Slawen, die Partei stistic, welche für Rußland und den Panslawismus chwärmt, kann unversehenes wieder ans Ruder ommen. Rumänien hat nach seiner geographischen zage keinen Anlaß, territorialen Zuwachs zu wünschen. rzreilich wünscht es, Bessarabien zurückzuerhalten, as ihm sein Verbündeter von 187778 entrissen jat, aber die Russen geben nicht wieder heraus, vas sie geborgen haben. Es kann sein, daß Oester⸗ reich mit Rumänien einen Garantievertrag abschließt, enn Rumänien hat für Oesterreich eine ähnliche Zosition wie Afghanistan für England. Schwerlich vird sich aber Rumänien dazu verstehen, einem olchen Vertrage zu Liebe sich Beschrankungen, zamenilich in militarischer Beziehung, zu Gunsten Desterreichs aufzuerlegen. Ganz unglaubwürdig ind die Nachrichten von einem österreichisch⸗serbischen dertrage, durch welchen angeblich Oesterreich den Serben eim Stück von Altserbien zusichern soll für ꝛen Fall, daß die Vereinigung der beiden Bulgarien on den Mächten gutgeheißen würde. Selbstver⸗ dändlich läßt sich Oesterreich auf eine solche Aben⸗ euer⸗Politik nicht ein. — Wir bezweifeln, daß der Zar sie empfangen wrrd. — Die Rüstungen am Zalkan nehmen raschen Fortgang und wenn sie roch eine Weile andauern, so werden einige der riegslustigen Staaten ihre Zahlungen einstellen nüfsen. Griechenland ist dem Bankerott so nahe vie die Türkei, und Serbien steht nicht viel besser. Es kann nur bei sehr vorsichtiger und sparsamer LBerwaltung die Bilanz retten, die Schlappe durch Bontoux ist noch lange nicht überwunden, eine Mobilmachung schlägt aber den Staatsfinanzen richt minder tiefe Wunden, als jener Krach ge⸗ han hat. Politische Uebersicht. Mit dem gestrigen Tage (1j. Oktober) trat das nfallversicherungsgesetz, der zweite coße Akt sozialreformatorischer Gesetzgebung, auf rundlage der kaiserlichen Botschaft vom 17. Novp. 881 in praktische Wirksamkeit. Der seit dem 1. dezember v. J. durchgeführten Krankenversicherung eiht sich von diesem Tage an die Unfallbersicher⸗ ing an und zwar nicht nur im ganzen Umfange es Gesetzes vom 6. Juli 1884, sondern auch für e wichtigften derzeitigen Betriebe, für welche erst arch das Gesetz vom 26. Mai d. J. die Ver⸗ yerungspflicht gegen Unfälle eingeführt ist, die isenbahnbetriebe, die Heeres-⸗ Marine⸗ und Post⸗ erwaltung. Dem weitaus überwiegenden Theile ller in Staats- und Privatbetrieben beschäftigten Arbeiter, welche einer erheblichen Unfallsgefahr nterliegen, ist damit für alle durch Unfall ihnen igefügten Schäden eine ausreichende völlig sichere ntichädigung. ihren Hinterbliebenen eine ange⸗ lessene Versorgung gefichert, ohne daß sie, wie ach dem Haftyflichtgesetze, zur Verwirklichung ihres dechtz den Prozeßweg zu beschreiten genöthigt sind. dit geben der Zuversicht Ausdruck, daß unsere irbeiterbevdͤllerung trotz der ablehnenden Haltung er Sozialdemokratie den Segen erkennen und wür⸗ igen wird, welcher ihnen aus der Besserung und zicherstellung ihrer wirthschaftlichen Lage durch die infallversicherung erwächst. Wie dieser Erfolg urch das Zusammenwirken von Staat und Arbeit⸗ ebern erreicht ist, so haben auch die Arbeuer alle rsache, durch Aufgeben eines grundsätzlichen Miß⸗ zauens zu einer Besserung ihres Verhältnifses zu en Arbeitgebern die Hand zu bieten und die giolpolitischen Bestrebungen, welche die Regierung Uebereinstimmung mit den gemäßigten Parteien erfolgt, zu unterstuͤtzen. dei der besonnenen Haltung, welche in den Wirren n Balkan Rumänien beobachtet hat, verdient e jezige Anwesenheit des rumänischen Minister⸗ —EXX hr mit dem Grafen Kallnoty Beachtung. Die age Rumaniens wird bedenklich erschwert durch die zergrößerung Bulgariens, weil Rumänien, von dußland schon mit keineswegs freundlichen Augen mgesehen, do es dort als ein in die slavische Welt mngetriebener Keil betrachtet wird, gewissermaßen wischen zwei flavische Feuer geräth, eine Gefahr, e bisher bei der Schwäche Bulgariens nicht in detracht kam. Die Lage isi aber eine unmittelbar tohende. wenn die bulgarische Bewegung sich als ne Seitenströmang der russisch⸗panstavistischen ent⸗ ppt. In Rumanien fehlt es nicht an Stimmen, unter Hinweis auf die kurz vor dem Ausbruche t Revolution zwischen dem Fuͤrsten Alexander und em russischen Minister v. Giers abgehaltene fieben⸗ indige Konferenz, bei welcher der Telegraph nach ien Richtungen gespielt hat, das Zerwürfniß zwi⸗ nen dem Filesten von Bulgarien und dem Czaren Deutsches Reich. Müuͤnchen, 1. Olt. (Candtag.) Abgeord⸗ ieter Dr. Kurz hat krankheitshalber die Stelle des Bizepraͤsidenten niedergelegt, und findet daher heute »ie Neuwahl eines Vizepräsidenten statt. Rittler st aus der Fraktion der Rechten ausgetreten. Es )eißt, Abg. Ruppert, (Vorsitzender des Finanzaus⸗ chusses) werde trotzdem Herrn Ritller das Kultus⸗ eferat uͤbertragen. Berlin, 1. Oktober. Der österreichisch⸗un⸗ arische Botschafter Graf Szechenyi, welcher vor⸗ jestern hier eingetroffen ist, hat sich heute Nachmit⸗ ag zu Bismarck nach Friedrichsruh begeben. Berlin, 1. Oktober. Nach allen Berichten deigert sich die kriegerische Erregung Serbiens. Die Mächte sind bestrebt, der serbischen Regierung lar zu machen, daß ein Nutzen für das Land auf iesem Wege nicht erreicht werde. .... Berlin, 1. Oktober. Der „Reichsanzeiger“ vublizirt heute eine Mittheilung Caprivi's, wonach ille Nachforschungen über den Verbleib der Corvette Augusta“ resultatlos geblieben und daß keine yoffnung mehr vorhanden, daß die Corvetite noch hwimmt und die Besatzung noch am Leben ist. lus dem Verzeichniß der an Bord gewesenen Per—⸗ onen ergibt sich, daß 223 brave Maänner in den WBellen ihren Tod gefunden. Berlin, 1. Okltober. Die Botschafter der zrei Kaisermächte sollen in Konstantinopel nach zleichlautenden Instruktionen handeln. Ausssland. — Paris, 1. Olktober. Der Botschafter Deutsch⸗ ands in London, Graf von Münster, ist orgestern, von Hannover kommend, hier eingetroffen ind gedenkt heute seine Rückreise nach London fort⸗ usetzen. Gestern dinirte Graf Munster bei dem Fürsten Hohenlohe, als dessen Nachfolger er be⸗ anntlich designirt ist. — Der zweite Militär Attacho »er deutschen Botschaft, Generalstabs⸗Hauptmann ». Schwarzkoppen, ist zum Militar⸗Gouver⸗ ieur des Erbgroßherzogs von Hessen er—⸗ iannt worden und hat Paris bereits gestern Abend erlassen. Der Nachfolger des Haupimanns von -„chwarzkoppen bei der hiesigen Botschaft ist der dauptmann v. Groß, gen. v. Schwarzhoff, Sohn )es verstorbenen Generals und Kommandeurs des 3. Armeekorps. London, 1. Olt. Nach Meldungen hiesiger Blätter aus Kopenhagen hat der Zar es abgelehnt, die bulgarische Deputation zu empfangen. Petersburg, 1. Oktober. Das „Petersb. Fournal“. sagt: Angesichts der fortdauernden Rüstungen in Sofia, Belgrad und Athen sei eine Uktion der Mächte mehr als je erforderlich, welche illein eine ernstere Krisis verhindern bonne. Konstantinopel, 1. Otiober. Der deutsche zotschafter v. Rado wir ist hier eingetroffen. vee le uud pfal sche Nachrichten. *St. Ingbert, 2. Oltober. Heute Vor⸗ mittags halb zehn Uhr eröffnete Herr Bezirkzamte nannn Dr. Schlagint weit eine außerordent⸗ iche Sißung des Districtsrates des Cantons St. Ingbert. Bevor zur eigentlichen Tagesordnung geschritten vurde, erhob sich Herr Bezirkdamimann Dr. Schlagintweit, und widmete, sichtlich tief ergriffen, inen warmen Nachruf dem so früh und so plötz⸗ ich dahin geschiedenen langjährigen Districtsaus⸗ chußmitgliede Herrn Gustab bon Kramer. Zum Schluß verlas der Herr Vorsitzende eine Mitteilung des königl. Notars Kemmer, wonach der tief betrauerte Herr von Kramer die Summe— von Mk. 30,000 dem Distrilue Si. Ingbert zu zemeinnützigen und wohltätigen Zweden vermacht jabe, eine Summe fügte Herr Bezirksamimam zinzu wie sie in der Pfalz, ja auch nicht in ganz dayern, je zu solch edlem Zwecke vermacht worden. Einer Aufforderung folgend, erhoben sich sammt⸗ iche Anwesenden von ihren Sitzen, dadurch das Andenken ihres dahingeschiedenen distinguirten Col⸗ egen ehren.. Hierauf wurde zur ordentlichen Tagesordnung ibergegangen. Neu eingetreten in den Districtsrath ist der dönigliche Bergmeister Herr Emil Günther, als Bertreter des königlichen Grubenärars. Gewählt wurden die Herren W. Kahn und Volter alz Mitglieder der Steuerausschüsse — sowie die Herren Grewenigund Buchheidt als Ersatzleute. Der St. Johannis · Verein — ein Institut, welches nach langjährigem Schlafe, vom Herrn Bezirksamt ⸗ mann Dr. Sqhlagintweit zu frischem Leben erweckt worden — halte einen Capitalstock von Mark 435 3,70, welcher geteilt wurde, und wovon Mark 2507,67 auf den Canton St. Ingbert entfielen. Dem Herrn Vorsitzenden wurde füͤr seine aner⸗ kennenswerthen Bemühungen auf dem Gebiete der Wohltatigkeit der Dank der Versammlung ausge⸗ sprochen, was um so gerechtfertigter ist, weil es gerade den Bemühungen des Herrn Bezirksamt⸗ mannes zu danken ist, daß die Schnappacher leinkinderbewahranstalt, aus Centralfonds des St. Johannis ⸗Vereins die ansehnliche Unterstütz⸗ ung von Mk. 300 erhielt; es wäre zu wünschen, venn noch recht Viele dem Verein beitreten würden. Als Cantonal · Ausschußmitglieder wurden erwählt: deinrich, Dengel, Ferdel. Jacob und Buchheidt. * Hierauf schloß die außerordentliche Sitzung des Districisraies, und trat der Districtsausschuß zu⸗ ammen, behufs Entwurfs des ordentlichen Budgets oro 1886, welches im Laufe des Herbstes dem Districtßzrate vorgelegt werden wird. — Seit: 1. Oklober werden keine unfrankirten Packete mit oder ohne Werthangabe mehr nach Frankreich angenommen, sondern es müssen diese Sendungen oͤhne Ausnahme vom Absender frank ⸗ rt sein. — — Zweibrücen, 28. Sept. Vorm. 8 Uhr. Berhandiung gegen Math. Ettmüller, 37 J. alt, Ackerer von Rödersheim, wegen Nothzuchtsver⸗ such und Mord. Vertreter der kgl. Staatsbehörde detr 1. Staatsanwalt Scherrer, Vertheidiger Herr —X J Am 4. Juli abhin, Vormittags gegen 8 Uhr, zing der Angeklagte von zu Hause weg, gegen die hoqchdorfer Straße zu, um in den Weinbergen seines zu Roßweiler wohnenden Bruders einen Ab⸗ weisestein richtig zu stellen. Unterwegs bemerkte er die Barbara Ostermayher von Rodersheim seitwärts grasend. Derseibe ging jedoch in die oben besagten Weinberge, wo er sich nur kurze Zeit zu thun machte und kehrte dann an den Grasrain zurück, in dem die Ofiermayer beschäftigt war, die er ver⸗ mlaßte, mit ihm auf den in der Nahe gelegenen Acker seines Bruders zu gehen, wo er ihr Kirschen Jeben wollte. Ahnungslos folgte die als sehr zutmüthige Natur geschilderte Ostermaher dem An⸗ geklagten und nachdem dieselben ewa 150 Schritte Jegangen waren, gelangten fie zu dem oben er⸗ wahnien Udker. Daselbsi suchte nun der Angeklagte jeinen Plan zu verwirklichen, stieß jedoch auf großen Widerstand Seitens der Oslermayer, die sich mit aller Macht zur Wehr setzte und drohte, ihn zur Anzeige zu bringen. Dies letztere brachte an dem Angeliagien eine Wandlung hervor der nunmehr seinen früheren Vorsatz offenbar aufgab und fich zu zer scheußlichen That hinreißen ließ, lediglich um die Zeugin seines Verbrechens. aus der Welt zu schassen und so der gerechten Strafe zu entgehen. Mit einer Rohheit sondergleichen stach er auf ein Opfer zu, zuerst in den Hals und als sich die Betroffene zur Wehre setzte, in die Hände und Arme, und als dies nicht zum Ziele führte, ergriff er eine Siegel und hieb nun auf die wehrlos Da⸗ iegende ein, kniete fich dann auf dieselbe und trieb ni Gewalt die Spitze in die rechte Halsseite. Den Leichnam der Ermordeten schleppte er dann ns Korn und ging ohne Erregung von dannen. Am Nachmittag stahl er sich noch einmal zu der Stelle und bedeckte die entbloöͤßten Glieder mit einem Sachke. Ohne eine besondere Unruhe zu zeigen, erlebte er den Rest des Tages und schlief die Nacht ruhig. Anderen Tages detheiligte er sich ogar an der angeordneten Streife und war der Ecste, welcher die Leiche auffend. Den hinzuge tommenen Personen zeigte er die rechte Halsseite mit den Worten: „Das sind die Haupiftiche.“ Alsbald lenkte sich der Verdacht der Bewohner von Rödersheim auf den Angeklagten. Der Umstand, daß er zuerst die Leiche aufgefunden, in Verbind⸗ ung mit den von ihm gemachten verdächtigen heußerungen bezüglich der vorhandenen Fußspuren, nsbesondere aber die Bemerkung über eine an der Innenseite seiner rechten Hand ersichtliche Verletzung. zie da lautete: „Da könne man meinen, er sei er Thater!“ führten zu seiner Verhaftung. Nach mfanglichem Leugnen gestand er am Morgen des z uli den Tod de Offermader verursacht zu jaben. Eine Spur von besonderer Erregtheit war dei dem Angeklagten nicht zu finden. Kalt und lefaßt findet er für seine Unthat keine Worie, als: Es ist geschehen!“ Ja, seine thierische Natur rat bei ihm sogar in dem Grade hervor, daß er vährend der Sektion fich im Nebenzimmer das xssen gut schmecken ließ. » Die Sektion ergab, daß der Kehlkopf durch 2 Stiche durchschnitten war und sich weitere 22 Haut⸗ erletzungen vorfanden. Die beiden Halswunden varen offenbar mit einem Messer beigebracht. wäh⸗ end die übrigen Verletzungen von der Sichel her⸗ ührten. Der Tod der Ostermayer ward dadurch Jerbeigeführt, daß sich nach Trennung des Schid⸗ norpels Blut in den Kehlkopf und die Bronchien ergossen, in Folge dessen eine Erstickung dem Leben derselben ein Ende machte. In dieser Thathandlung erblickt die Anklage ein Verbrechen des Mordes gemäß 8 211 des R.Str. B.⸗B. in realer Konkurrenz mit einem Verbrechen des Nothzuchtsversuches in Gemäßheit der 88 177 und 73 loc. cit. J Der Angeklagte gesteht die That zu, will jedoch mn höchsten Grade der Erregung und ohne Ueber⸗ egung gehandelt haben. Durch die Beweisaufnahme vurde derselbe als verschlossener Mensch charakterisirt, velcher jeden Verkehr mit der Außenwelt stets mied. Das ärztliche Gutachten über den Geisteszustand rgab, daß keine Veranlafsung vorliege, anzunehmen, aß der Angeklagte in einem Anfalle oon Geistes⸗ jörung die That vollbracht habe. Derselbe sei zwar ein unter dem Niveau der gewöhnlichen Bildung dehender Mensch und sei es wahrscheinlich, daß er zei Ausführung der That mit Ueberlegung nicht gehandelt haben loͤnne. Die k. Staatsbehörde hält die Anklage in ihrem ollen Umfange aufrecht und betont als Hauptbe⸗ veismittel der dem Angeklagten zur Last gelegten Zerbrechen dessen unumwundenes Geständniß. Hin⸗ ichtlich des Verbrechens des Nothzuchtsversuchs eien außerdem am Thatorte Spuren ersichtlich, velche auf einen stattgehabten harten Kampf schließen ießen. Die Hauptstrafthat indessen, mit deren Zeurtheilung fich die Geschworenen heute zu befassen sätten, sei das dem Angeklagten zur Last gelegte Berbrechen des Mordes. Als Erfordernisse hiefür erlange der 3211 des R.⸗Str.G.B. die Tödtung ines Menschen mit Vorsatßz und Ueberlegung. Die Vertheidigung findet es unerfindlich, wie nan auf Grund des erbrachten Beweises hin das Berbrechen des Mordes konstruiren köͤnne. Der Angellagte habe damals einen gefaßten Entschluß ealisiren wollen, sei aber auf heftigen Widerstand Jestoßen und schließlich sei ihm noch gedroht worden, zaß er beanzeigt werden solle. Jetzt habe ihn die S„trafe übecmannt, er habe das Messer gezogen ind der Ostermaher eine Anzahl Stiche versezt. Daß er die Absicht gehabt habe, fie zu toͤdten, onne nicht bestritten werden, aber er habe sich eineswegs gefragt, wie er am besiten diesen Ent⸗ chluß zur That reifen lasse. Unter diesen Um⸗ taͤnden koͤnne doch wahrlich von Ueberlegung nicht ie Rede sein. In Anbetracht der geringen geistigen xkᷣntwiclung des Angeklagten, sowie des Keumüthigen Bestandnisses und der straffreien Vergangenheit des⸗ elben seien Milderungsgründe vorhanden. .* Die Geschworenen bejahten von den sechs an ie gerichteten Fragen die auf Nothzuchtversuch und Todischlag lautenden, verneinten hingegen die nach nildernden Umständen, worauf der Gerichtshof den Angeklagten (wie bereits in vor. Nr. gemeldet), zu einer Gesammtzuchthausstrafe von 12 Jahren erurtheilte unter Aberkennung der bürgerlichen Fhrenrechte in die Dauer von 10 Jahren. Fuür zas Verbrechen des Nothzuchtsversuchs war auf eine Zuchthausstrafe von 3, für das des Todtschlags zuf eine solche von 10 Jahren erlannt. — Zweibrücken, 29. September, Vormit⸗ ags 8 Uhr. Verhandlung gegen Jofeph Neyerhöffer, 21 Jahre alt, Ackerer in Nie⸗ ersch lettenbach, wegen Koͤrperverletzung mit nach⸗ jefolgtem Tode. Vorfitßender Herrek, Oberlandes⸗ erichtsrath Erbelding; beisitzende Richter die Herren Il. Landgerichtsräthe Bauer und Mohr; Gerichts⸗ vreiber Herr k. Sekretär Groß; Vertreter der k. ztaatsbehoͤrde Herr 3. Staatsanwalt Wildt; Ver⸗ heidiger Herr Rechtsanwalt Löͤw. Am Abend des 30. Juli abhin gegen 9 Uhr kamen mehrere Mäd⸗ hen und Burschen auf ihrer Heimkehr aus dem deichslande, wo sie in Arbeit standen, durch den Irt Niederschlettenbach und hielten vor der Greb'⸗ hen Wirthschaft daselbst an. Hier gerieth nur ein gewifser Klein aus Bundenthal mit dem Acder wendel drohiich von da in Disput, der joge anglich ohne weitere Folgen verlief, da Adjunt ßrießmer die Burschen zur Ruhe verwies. Der Skandal loctte einige Burschen von Niederschletien hach herbei, die von der Treppe der besagten Wirth⸗ chaft aus die Streitenden beobachteten. Fuhrmann Burkard, auf dessen Wagen die Bundenthaler Burschen Aufnahme gefunden, fuhr auf Veran— assung des Schneiders Walker, der mit seiner Tochter und zwei anderen Mädchen, sowie dem nun— nehr verstorbenen Tagner Friedrich Dauenhauer von Bundenthal auf dem Wagen geblieben war, nach Zundenthal weg, waͤhrend die übrigen Burschen on da fich zu Fuß auf den Heimweg machien. Es soll nunmehr, wie die Niederschlettenbachet Burschen behaupten, seitens der sich entfernenden gzundenthaler Schimpfworte gefallen sein, mit der Aufforderung, „fie sollten nur einmal herkommen, venn fie etwas wollten.“ Hingegen stellten die stiederschlettenbacher auf, jene seien ihnen, als fn jon dec Greb'schen Wirthschaft weggegangen, ge⸗ 'olgt und hätten mit Prügeln nach ihnen geworfen. Nachdem nunmehr die Bundenthaler Burschen ihren orausfahrenden Wagen ereicht hatten, wurde die doosung zum Halten ausgegeben und bemerbkten jierbei einige, sie drauchten sich doch von den stiederschlettenbacher nicht todtwerfen zu lassen. Sofort ging man nun von Seite Ersterer aus der either gewahrten Defensivstellung in die Offensibe iber. Unter der Führung des Joseph Klein, welchet nit einem Sensenwurf bewaffnet war und des Friedrich Dauenhauer waren die Verfolger erreicht. dlein rannte mit seinem Sensenwurf gegen einen »er Niederschletienbacher und will der Angeklagte s gewesen sein, der von diesem Stoße auf die grust getroffen worden sei. Kapm hatte nun dauenhauer, der Nichts in der Hand hielt, gerufen: Was wollt Ihr denn,“ als er auch schon von »em Angeklagten einen Schlag mit einem Prügel iuf den Kopf erhielt, wodurch er sofort bewußtlos u Boden flürzte. Die infolge des mit kolossaler Wucht geführten Schlages hervorgerufenen schweren Berletzungen verursachten noch in der nämlichen Racht den Tod des Dauenhauer, der nicht mehr um Bewußtsein zurückgekommen war. Hienadhh hat sich der Angeklagte eines Verbrechens gemäß z223 und 226 des R.⸗St.G. schuldig gemaqt ind steht heute zur Verantwortung seiner That vor en Geschworenen. Der Angeklagte giebt zu, den õdtlichen Streich nach dem Dauenhauer mit einem rrinesdicken Prügel geführt zu haben, behauptet iber, fie seien züuvor seitens der Burschen von Hundenthal mit Steinwürfen traktitt worden; ihm Jabe ein gewisser Klein von da einen Stoß verseht nit einem Sensenwurfe. Dies habe ihn zum Draufschlagen veranlaßt, wobei er zufälliger Weise den Dauenhauer getroffen habe. Der Angeklagit vird durch die Zeugen im Allgemeinen als ein zrader Bursche geschildert, der sich nur hie und da twas vorwißig zeige. Die Section der Leiche des dauenhauer ergab, daß der Tod infolge der Ver · etzungen eintreten mußte. Die Geschworenen be· ahten sowohl die Schuldfrage, als auch die Frage ach mildernden Umftanden, worauf der Gerichtshof ʒen Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe in der Dauer von drei Jahren verurtheilte. Imsbach, 28. Sebi. Jagerpech (nigt Zatein) st es gewiß, wenn fiatt einem Hasen die stase äines bieberen Landmannes zum Sthweißen zebracht wird. So geschehen in unserer Nahe. (Pf. B) Otterberg, 30. Sept. Nächsten Sonn⸗ ag, den 4. Oltober, Nachmittags 4 Uhr, findet it feierliche Einweihung des Pfarrer Reiffelschen hzrab⸗ Dentmals statt. vasselbe ist von den Herren hebr. Menges in Kaisersiautern ausgeführt und rird vorausfichtlich die schonste Zierde Unseres Fried- sofes bilden. — Sreinfeld, 20. Sept. Deute Reh ourden Herrn Kaufmann A. Hundemer Ler sier mittelft Einsteigens aus seinem verschstnn Fomptoir 600 M. gestohlen. Der Thater ist no nicht ermittelt. icch — Neupifotz, 27. Sept. Herr Gaswin Salomon dahier hat von einem seiner Birnban — 70 Koͤrbe voll Birnen geerntet, welche zermah j ind ausgepreßt 700 Liser Most ergaben. in uberzus lohnendes Ergebniß von einem einzs Baume! Möge man darum aller Orts den schoͤn Denkspruch nicht vergessen: Ft .Auf leeren Raum Pflanz' einen Baum Und pflege seinnn. Er bringt Dir's ein!“ (Pf. 3.) Neustadt, 30. Sept. Der Ausschuß pfaälz. ebang. Kirchen⸗Chors war gestern in ustadt beisammen, um über die nächste General⸗ sammlung zu berathen, welche zu Speyer am nachsten Monats. zusammenkommen wird. Diese tird nun das Propramm festfetzen fur das zweite sgemeine pfalzische Kirchenchor ˖ Gesangefest, das im nͤsten Jahr zu Speyer stattfindtte.— Speyer, 25. Sept. Aussteuer⸗Anstalt. hr einigen Jahren hat Se. Erz. Herr Staatsrath d Regierungspräsident d. Braun in seiner uner⸗ idlichen, schöpferigen Fürsorge für unsere Pfalz e Anstalt von hochwichtiger Bedeutung ins Leben rufen. Es hat sich nämlich unter seinem Pro⸗ Norate eine Genossenschaft „Pfälz. Aussteuer⸗ instalt“ gebildet, welche fich, nach der „Sp. Zig.“, Aufgabe gestellt hat, die von den Mitgliedern erhebenden Beiträge alljührlich in Gewinntheilen 300 Mark als Aussteuer zu verloosen, die ogenen Gewinnste jedoch erst bei Verheirathung ur mit Ablauf des 40. Lebensjahres auszube⸗ ahen, bis dahin aber auf den Namen der Ge⸗ nnenden verzinslich anzulegen. An der Anstalt oͤnnen alle Unverheiratheten beiderlei Geschlechter, velche noch nicht 40 Jahre alt find, Theil nehmen der Beitrag für ein Jahr beträgt 3 Mk. Diese Anstalt ist aber noch zu wenig bekannt, als daß aine große Betheiligung bis jetzt hätte erwartet rerden köͤnnen. Es untierliegt auch keinem Zweifel, saß bei näherer Bekanntschaft des Publikums mit xm Wesen und Zweck der Anstalt, dieselbe sich uld einen dauernden Boden in der Pfalz erringen urd, wie dies auch der Fall gewesen ist, wo der⸗ eichen Anstalten früher bereits gegründet worden ad. Ein Beispiel der Verbreitung und Beliebt⸗ eit, welche fich dergleichen Anstalten zu erringen emoͤgen, bietet die Nürnberger Anstalt, welche auf anz aͤhnlichen Grundsätzen beruht, wie die pfälz⸗ che, schon seit etwa 80 Jahren dort wirksam if ind gegenwärtig ungefähr 14,000 Mitglieder zählt. da am 15. November lJ. J. die Eintrittsfrist für ieseß Jahr zu Ende geht, werden Lusttragende ierauf aufmerksam gemacht, ihren Beitritt recht⸗ eitig noch erklären zu wollen. * Vermischtes. Großblittersdorf, 29. Sept. Ein edeutender und frecher Diebstahl wurde in unserer hemeinde verübt; Am 27. d. M., Abends zwischen jn und 7 Uhr, zu einer Zeit, wo die Leute zum Rachtgebet“ in der Kirche waren, wurden dem ldeter P. Dahlem nicht weniger als 2400 Mark a Gold — 15 Zwanzigfrankenßücke, das übrige xutsches Gold — gesiohlen. Der Dieb muß tdenfalls bedeutende Fertigkeit im Einbrechen und ithrechen von Behältnifsen besitzen, sonst würde der diebstahl innerhaib der halbstuͤndigen Abwesenheit xs Dahlem nicht geglückt sein, denn eine“ ver⸗ dlossene Nebenthür, ein verschlossener Schrank und ine in dem letzteten ebenfalls abgesperrte Schub⸗ lde bildeten die Hindernisse. Der Verdacht fallt, die man der „Str. P.“ meldet, auf einen kleinen, untersetzten Mann, eiwa 30 Jahre alt, ohne Bart, helleidet mit schwarzer Joppe und schwarzem, brei⸗ emm Hut. Die Uniersuchung ist eingeleitet. Saargemünd, 26. September. Ein vorgestern in der Blies in der Nahe der Mündung nit der Angel gefangener Hecht hatte das ansehn⸗ ihe Gewicht von 18 Pfund; gewiß ein sellener jang in unseren heimischen Gewaͤssern. uf Metz, 29. Sept. Eelbsimord.) Breit upt, Hauptmann eines Fuß⸗Art.⸗Regts., hat sich eute Morgen in seiner Wohnung erschossen. B. var schon einige Jeit krant und duͤrfte den Selbfi ord in einem Anfall von Geistesstörung ausge⸗ ihrt haben. Koln, 29. Sept. Auf dem Centralbahn⸗ pfe mußle gestern eine Modehandlerin von Berlin & Steuerumgehung 900 M. bezahlen. Die ame kam mit Finkäufen von Paris e Foln 20. Sept. Die Eisendahntarif en tritt am 8. Oktober hier zu einer nar gung zusammen. Auf der Tagesordnung windin sich Antrage auf anderweitige Tarifirung Rohkupfer, frischen Häringen, Kakaoschalen, lons Saureharzen, Pflugscharen, Kochherdplatten, sdefuttertuchen und don Rubenfraut. Am 7. Ie findet ebenfalls hier eine Sitzung des Aus⸗ usses der Verkehrsinteressen statt. rRoetgen, 29 Sept. Im lezßzten Winter vurden auf der Forstakademie Eberswalde Versuche iber die Leistungsfähigkeit der transportabeln Wald⸗ isenbahnen angestellt, welche sich auf die Fortbe⸗ vegung von Baͤumen und Klafterholz unter den nerschiedensten Bodenberhaltnissen erstreckten. Wie nan dem Berl. Akt. mittheilt, soll nunmehr für die königliche Oberförsterei Mulartshütte (Station Kötgen der Bahn Rote Erde Montjoie) die Liefer⸗ ing von 1500 Metern transportabeln Schienenge⸗ eises nebst dem erforderlichen Fuhrpark im Verding⸗ ingswege vergeben werden. Die Versuche scheinen ziernach befriedigt zu haben. Baden⸗Baden, 27. Sept. Heute Morgen st der Cercle de Bade“ polizeilich geschlossen vorden. Der Antrag auf Schließung ist seitens der Staatsanwaltschaft auf Geheiß des Staatsmi⸗ nisteriums geschehen. Der vor einiger Zeit gegen den Cerclo in verschiedenen süddeutschen Blättern erschienene Artikel soll aus der Feder eines Herrn M. in Dresden, eines der bedeutendsten Finanziers don Elbflorenz, geflossen sein, dessen Sohn 100,000 M. im Corele verloren hat. FSchneefall in Schwaben. Am 28 September hat es in Kempten so stark geschneit, daß man den Anblick einer vollkommenen Winter⸗ andschaft hat. Die Gesträuche“ in den Gärten »eugen fich unter der Last des Schnees und die etzten Blumen sind zu Boden gedrückt. Auch die Zäume haben durch Schneedruck Schaden gelitten. Im Gebirge liegen kolofsale Massen von Schnee aind es herrscht eine große Kalamität, da die Alpen noch betrieben sind. Auch in Kaufbeuren hat das Wetter einen vollständig winterlichen Charakter an⸗ zenommen und die Dächer sins dicht mit Schuee »edect. F Die bayerischen Mitrailleusen, die zekanntlich nach dem französischen Kriege ein be⸗ chauliches Dasein im Augsburger Zeughaus führten ind vor einigen Jatzren verkauft wurden, haben hren Weg bis auf die Karolineninseln gefunden. Dr. O. Flinsch schreibt der „Gartenlaube“, daß einige dieser Geschütze durch unternehmende Kauf⸗ leute auf der Insel Yap eingeführt und an ein »aar dort herrschende und häufig unter einander m Kampfe liegenden kleinen Konige“ verkauft worden sind. 7 Ueber die Bierausfuhr aus Beuktsch⸗ land enthalten die soeben erschienenen Tabellen des hamburgischen Handels interessante Auskunft. Danach ist die Bierausfuhr über Hamburg von 351,000 Doppelzentnern (zu 100 6) brutto im Jahre 1882 auf 408,000 im Jahre 1884 ge⸗ tiegen. Der Hauptabsatz findet nach folgenden dändern statt: Broßbritammien 52,000 Doppelzentner. Brafilien 10.0002 Argentinien — 32,000 3 77 Thile .. 28,000 Australien. 6.000 Peru .. 22.000 Fhina .. 20,000 Benezuela 20,.000 Tolumbia. 19,000 —XVX 11,000 9— Auffallend gering ist die Ausfuhr nach den Ver⸗ inigten Staaten 6000 Doppelzentner, Spanien 1000 Doppelzentner, der Türkei 243 Doppelzent⸗ ner, Aeghpten 280 Doppelzentner, während Mittel⸗ und Süd⸗Amerika, bis zu dem 1000 Doppelzentner mportierenden Patagonien herab, werthvolle Ab⸗ atzgebiete deutschen Bieres bilden. fxBerlin, 30. Sept. Im Werder'schen Bymnasium erschoß sich heute Vormittag der sechs⸗ zehnjährige Tertianer Sal o mon im Klassenzimmer vor seinem Lehrer und seinen Mitschülern, weil er nicht versetzt wurde. —F Die Bleirohren bei einer Wasser⸗ heitung haben sich, wie die „Bgwk.Ztg.“ be⸗ tichtet, nach den Untersuchungen des hygienischen Instituts in Pest als eminent gesun dsgefährlich er⸗ viesen. Waährend die dem menschlichen Organis⸗ nus unschaädliche Bleimenge im Maximum 0,7 mg pro Liter beträgt, wurde im Liter Wasser nach reichlichem Auslaufen unter langsamen Stromen hereits 1,04 mg gefunden, während im Wasser, das 24 Stunden in der Rohre gestanden, bereits 224 mg gefunden wurde, das sich bei längerem Stehen bis 4,7 mg seigerte. Unschädlich erschien as Wasser nur, wenn es nach reichlichem Aus— aufen in raschem Strome der Leitung entnommen yar. — Gnteressante Operation) Der dazaret⸗Inspektor Schumann in Treuenbrietzen vputde am 11. Januar 1871 in der Schlacht bei Lde Mans durch eine Kugel am Arme schwer ver vundet.⸗Die Wunde vernarbte zwar mit der Zeit, zeigte aber eine stete Feuchtigkeit und verursachte hisher große stechende Schmerzen. Vor acht Tagen zemerkte Hert Schuhmann an der Hauftfläche einen Begenstand. Er machte den Dr. Brüning darauf ufmerksam und dieser förderte ein bedeutendes Stück Blei zutage, das 14 Jahre im Korper des Berwundeten verkapselt war. Seit dieser Operation zefindet sich Hert Schumann wieder vollst indig wohl. New⸗PYork, 27. Sept. Durch ausgedehnte Feuer sind Tausende von Acres Weizemand in Dakota verwüsten und auf vielen großen Farmen ind sämmtliche Gebäude vernichtet worden. Diese Feuersbrünste haben zwei Wochen lang Hunderte yon Meilen längs der nördlichen Pacific⸗ Eifenbahn, bon Brainard westlich über Bismard hinaus, ge⸗ vüthet. Jetzt ist man indeß nahezu fämmtlicher Feuer Herr geworden. GAufbewahrung von Obsst.) Wenn nan Aepfel und Birnen in gefiebte, auf einer geißen Platte getrodnete Asche einlegt, so sollen ie fich ein ganzes Jahr lang halten. Ob aber der Beschmack der Früchte dadurch nicht beeinträchtigt vird ist eine andere Frage. In Amerika bewahrt man das Obst in Fässern auf, deren Zwischenräume nit gebranntem Gyps ausgefüllt sind. Das Ver. ahren wird sehr gerühmt, ob es aber nicht denselben Fehler hat, wie die Asche, vermögen wir nicht zu mischeidden. Eisen vor Rost zu schüttzen. Bisher war man allgemein der Meinung, daß das Eisen nur durch Anstrich, durch Verkupferung oder Ver— inkung vor Rost geschützt werden könne, jetzt wird von kompetenter Seite vorgeschlagen, das Eisen osten zu lassen, damit es vor Rofst geschützt werde. Das klingt paradorx, aber die Losung liegt in dem Berhalten des Eisens gegen den Sauerstoff. Die geringste Rostung. die erste Orydationsstufe ist venig beständig und geht leicht in die lehle über. Diese, mit Wasser chemisch verbunden, ist der ge⸗ vöhnliche braune Roft, der hochst gefährliche Eigen⸗ schaften besitzt. Kommt er mit nicht gerostetem Eisen zusammen (also wie an den Raͤndern oder am Grunde jedes Rostfleckens), so gibt er etwas Sauerstoff ab an das nicht gerostete Eisen, bildet die erste Oxydationsstufe, die dann, wie gesagt, schnell in die letzte übergeht. So wirkt der Rost wie ein Ansteckungsstoff, der immer mehr metalli⸗ sches Eisen vernichtet und in dem vernichteten, in dem Rost einen Bundesgenossen zu gleicher Arbeit indet. Aber es gibt zwischen der ersten und letzten Dxydationsstufe des Eisens noch eine mittlere, das Fisenoxyduloxyd. Dies ist wahrscheinlich wasserfrei, und wenn es sich einmal gebildet hat, so rostet es nicht weiter. verwandelt sich in die letzte Oxyda⸗ lionsstufe des Eisens, greift auch metallisches Eisen nicht an. Ein Stück Eisen, welches mit diesem Rost überzogen ist, ist am sicherften gegen das Berrosten geschützt. Deiselbe bildet sich aber nicht unter gewoͤhnlichen Verhältnissen, wohl aber, wenn nan Eisen in Wasser von 80 bis 1000 taucht, und dies ware demnach das einfachste Mittel. Eisen vor Rost zu schützen. e — Zweibrücken, 1. Oltober. Fruchtmittelpreis und Vir⸗ Ralienmartt.) Weiren 8 M. Pf. aorn . “u gf. derste zweireihige d M. — Pf. vierreihige O e. ÿf. Spelz O M. — Pf. Spelziern MR. — pf. Diniei F R. —XEf. Rischfruht 0 M. — pf. Hafer 6 M. 21 8f. Erbsen 0 M. — pf. Wicen O R. Pf., — 1M. 80 Pf., Kartoffeln ¶ M. 80 Pf. Weißbrod 117 Ailo 80 Pf. Kornbrod 8 Kilo 58 Pf. Gemischtbrod 8 eil⸗ 73 I5. paar Wed 80 Gr 6 pPf, Rindfleisch J. Qual. Oua pf Salosteisch d p rn leisch 60 Pf. Schweinefleisch 50 Pf., Wein 1Viter 80 Pf. Bier 1 Liter 20 Vf., Vutier /1 Lilogt M. 05 Bf. Fur die XE verantwortlich: F. X. Deme 3. * Woplthätigkeits-Lotterie. Wer ein gutes Werk thun und zugleich die Anwaltschaft auf einen resp. —XX namhafte Treffer erwerben will, der laufe fich für 1 Mark ein Loos der Lotierie fuͤr Wittwen und Waisen des bahyer. Veteranen⸗ Ktrieger· und tampfgenossen ⸗ Bundes. deren Ziehung unwider ruflich am 15, Oktober a. c. stattfindei. Haupttreffer zu 24,000, 10,000, 3000, 8000 Mark ꝛc. Güterversteigerung. Freiwillig gerichtliche W — —53* Zamullag, den 17. Oklober 1885, V er st en g erung. Nachm inege 4 uhr, zu Hasel in der Dienftas, den 30. Ortober Dirteiha von Moihias Vohner ih. 885, Morgens 10 Uhr, zu Eus— laffen die Eheleute Georg Michel deim in der Wirihschaft don Heinrich eter und Magdaleua Hager, beidesöries, werden durch den unterzeich— 'Kohrbach wohnend, die nach neten. gerichtlich hiezu beauftragten k. beschriebenen Liegenschaften im Bann⸗ Notar, offentlich zu Eigen versteigert: zaei eaich in Eigenthums, Steuergemeinde Ensheim, oersteigern als: V 1.) Plan Vr. 3342, 6 a 50 qm Plan Rr. 7385, 6 4 10 qmj,Acer beim Nahbrunnen; Wiese ünts am Si. Ingberter) 2. Plan Nr. 4707, 138 2 80 4m Weg ;— Ader am Ormesberg. diat' Nr. 810. 4 2 80 a Eigenthümer sind: J. Maria Wiese. in der kurzen Vorhaide atharinua Zimmermann, ge⸗ arben Christian Haberer; werblos, in Ensheim wohnend, Plan Rr. 218. 8 450 qm Wittwe des allda verlebten Fabrikar— Dise im Sidaweiher neben Joh sbeiters Anudreas Flein; 11 ebler deren mit dee 258, 114 10 qm manne erzeugten minder In Dell zweite An Kinder, als: 1) Theodor, 2. Johann neben Johann Weiland Wittwe; Peter. 8) Margaretha, 9 Isidor und Pian Rir. 47—. i a 60 q 5) Anna Maria Klein, welche sjämmt⸗ Ader auf der Haide neben Joh lich ihre —XX Mutter zur gesetz⸗ weiland Winw, lichen Vormünderin, und Heinrich Plan Kr. 572. 114 10 qn Adt, Fabrikarbeiter, in Ens heim Ader auf Kahlenberg zweite Ahn wohnend, zum Nebenvormunde haben. ung neben Josef Würz; St. Ingbert, den 2. Oktober 1885. Plan Nr. 874. 74 70'qm Ader Kemmer, allda neben Daniel August; ——. Notar · Plan Nr. 783, 12 a 60 qm M Adcker im Stodfeld obere Ahnung— Obst· u Gartenbau neben Michael Hien; Nerein. Plon Nr. 1178 24 4 50 53 Mittwoch, den 7 Ottober 18885, Acker im Steffenthal neben JakoblAbends 28 Uhr im Lokale des Hrn. en Winme: 90 aumann Plan Nr. 1136. 114 90 qm, — Acker in der kleinen Dell neben, Vereinsabend, Peter Baumgarten; verbunden mit Ausstellung von Obst Plan Nr. 66312, 13 a 60 qm sorten und Gartenerzeugnissen. Ader und Wiese im ** St. Ingbert, den 2. Oit. 18885. thälchen neben Christian Haberer; Der Borstand. Plan Nr. 1289, 8 a Acker in — — — der Saupferchdell neben Joh. Peter 3 Unbehend 3. Plan Nr. 4682, 183 2 Acker auf der Haide neben Michael hien. 14 Plan Nr. 690, 6a 10 qm Acker m Stockfeld obere Ahnung oder am Eicherisbruch — ungetheilt emeinschaftlich zwischen Jatob Unbehend Wittwe und Erben — qgievon die ungetheilte Hälfte; Plan Nr. 11856, 29 a4 90 qn- Acker im Steffenthal neben Pete Blum. St. Ingbert, den 28. Sept. 1888 Kemmer, t. Notar. 5 empfehlt sieh dio Bch- und Steindrucxerei PF. X. Demetz Verlag dest. Ingberter Anaeiger) 8t. Ingbert. Die Hoandische Kaffee Brennerei IH. Disqué & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Eephanten— 77— Kaffee“ 'd beliebien hochfeine Qualitaten: Java⸗Mischung per Pd.M. 1.20, Weftindisch Mw. „1.40, Menado M. 41.60, . Bourbon M.,„IL.B0, extra fein Moeca M..„2.00. gebrannt nach Dr. v. 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Roesl in Rünchen und allen bekannten Verkaufstellen Muuͤnchen, den 24, September 18858. Das Präsidium des bayer. Veteranen- krieger- und kampfgenossen-Bundes — — — — — Bitte zu lesen Das Hoduretk'sche Mortein wirkt unglaublich schnell und radikal gegen al Insekten, womit ich Proben anstellte und werde zur Verbreitung des Mortein noe Zräften beitragen. Ilterow, 20. 7. 885. W. Meinecke; dasselbe wellbe rühmt, ist anerkannt der sicherste Schutz gegen Mottenfraß und den so großen Schaden verursachenden Holzwurm; vernichtet ferner Wanzen, Schwaben, Flohe Fliegen, Russen Ameisen, Raupen, Vogelmilben; Wirkung überraschend, m anderem Pulver nicht zu verwechseln. Pack. 10, 20. 50 Pf. St. Ingbert P. Fery; Ensheim: P. Dissel. w. . LRæese ⏑—. Da es nicht möglich war bis zum ursprünglich angesetzten Ziehunos termine, 10. September a. c., sämmtliche Vereinbarungen zu erfüllen u den Vorschriften des k. Staats⸗Ministeriums vollständig zu genügen. wir— jiemit die desfinitive und endgültige Ziehung unserer Wohlthätie keits Lotterie für Wittwen und Waisen auf »Donnerstag, den 15. Oktober 5M im nördlichen Schrannenbavillon, Vormitiags 9 Uhr festgesetzt. München, 10. September 1885. das Jräsidinn —des bhaner. Veterauen⸗, Krieger- und kampfgenssen⸗Bundes —D Padyne's illustrirter Familien Kalender 1886 mit 3 Beilagen! Wand⸗Kalen der Portemonngai⸗Kalender MWo rtefeuille⸗Ktalen der ist bereits erschienen und in der Expedition dieses Blattes zu haben. 7Tcæ. 7 uflage 8344,000; das verdbreitetste alle deutschen Blaͤtter Aberhaupt; außerdem er heinen Uebersetzungen in pwolf fremden Sprachen. —ILL Ziehung am I0. Novhr. 10700 Geldgewinne von 25,000 Mark abwärts zusammen 75,000 Mtk. Die Modenwelt. Mustririe Zeitung fluu Toileite und Handan beiten. Monailich zwe Rummern. Preit vier. teljahrlich M. 1.25* qB ar. 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Hamburger Cigarren an Private gegen ein Fixum bon 300 Mark und gute Provision. amburg. J. Stiller Co. ODemek in St. Ingbert. — — E Jugherter Anzein Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert, 2. — 1 —R— 2 — — sdtpαäXXÑXÊäXæOä ä ꝰO O äαα Û&)ôαοσOäS& äXα OXÑ äαäαXXα 3 ORäYOààιãäαYαοôσι(αÆ πιëοοäXα- * ——— J — her ‚St. Jugberter Snzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalr Am Wontag, Dienstag, Heocrerstag, Samstag und Sonuntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungt⸗ An und Sonntagt wil Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1A. 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Posß bezogen 1A 75 A, eiuschließlich N delungegebahr. Die Einrückungsgebühr sur die Agespaltene Saxmondzeile oder deren Raum beträgt bej Inseralen aus der Pfalz 10 4, bei außerpfältischen und solchen auf welche die Crpedition Auskunft ertheilt, 13, Neclamen 80 A. Bei 4mnaliger Einrickung wird nur dreimalige berechnet. V194. Bestellungen auf den — ‚Zt. Ingberter Anzeiger“ ur das 75 IV. Quartal werden von sämmtlichen Postanstalten, den Aus⸗ nͤgern und der Expedition entgegengenommen. Deutsches Reich. Müuünchen, 80. Sepi. Der Landtag wurde m 1093 Uhr durch den Präsidenten, Freiherrn Ow, eroffnet. Die Abgeordneten waren nahezu llzahlig anwesend, 153 sind im Bureau ange⸗ neldel. Entschuldigt wegen Krankheit sind von zlauffenberg und Grohe. Auf der Tribüne drang ih ein sehr zahlreiches Publikum. Am Minister⸗ iche sind anwesend Luß. Riedel, Faäustle, Crails- rim, Feilitsch, Heinleih. Nach der Begrüßung urch den Prafidenten erstattete der Finanzminister diedel Bericht über das Finanzgesetz. Das Budgeit halancirt mit Mk. 241,584,781 in Einnahme und duzgabhe. Das Finanzjahr 1884 weist einen Attibresft von über Ml. 7,000, 000 auf, ein Ein⸗ ahme · Plus von Mk. 4,300,000 und ein Aus aben⸗ Minus von Mk. 2,500, 000.... Der Etat Forstberwaltung“ ergab ein Mehr von Mark 150, 000, die Pfaͤlzer Bahnen in Minus von Dl. 180,000. Die Finanzverwaltung hat die flen 8 Jahre stets mit Ueberschüssen theils bit l. 17,000, 000 gearbeitet. Untet den Vorlagen damentlich bemerkenswerth eine weitere Erleich⸗ mung des landwirthschaftlichen Brennereibetriebes. die Steuerfreiheit, soll danach von 12 auf 100 selloliter ausgedehnt werden. Der Bericht des jnanzministers findet allerseits Beifall. Um 12 ihr schließt der Präsident die Sitzung mit der Inlündigung, daß, wenn das Haus nicht wider⸗ hdreche, um 6 Uhr eine Abendsitzung stattfinden vderde. Dieselbe wird acceptirtrt. München, 30. Sept. An Stelle des ppellationsgerichtspräsidenten Kurz (Aschaffenburg), velchet aus Gesundheitsrüchsichten das Amt des iten Vizepräsidenten niederlegte, wählte die Ab⸗ tordnetenlammer am 1. Oktober den Abgeordneten phert (München) mit 76 Stimmen. Die Libe⸗ ulen gaben unbeschriebene Zettel ab (62)3. Berlin, 12. Okltober. Der „Reichsanzeiger“ tbffentlicht folgende Ordensverleihungen an louiglich therische Offiziere. Es wurden verliehen: der nigliche Kroneu⸗Orden erster Klasse: dem Kriegs⸗ inister, General ˖ Lieutenant von Heinleth; der mmigliche Kronen · Orden zweiter Klasse; dem Obersten keiheren v. Horn, Kommandeur des 2. Chevaux⸗ hert. Regiments Taxis, und dem Obersten Frei⸗ den von Steinling, Kommandeur des 2 wuen Reiter ⸗Regimenis Kronprinz Erzherzog ae von Oesterreich; der konigliche Kronen ⸗ den dritter Klasse: dem Major Bogel, à la uite des Generalstabes, Kommandeur der Equi⸗ nions Anstalt dem Major Freiherrn von Branca Im Infanierie Leib ⸗ Regiment, und dem Major Her⸗ 8 vom 3. Feld · Artillerie⸗-Regiment Konigin⸗ iter; der Rothe Adler · Orden vierler Klasse: dem ir Lieutenaut Freiherrn von Perfali, à la a des 3. Chevaulegers⸗Regiments Herzog Maxi⸗ n— personlicher Adjutant Sr. Königl. Hoheit des Aen Leopold von Bayern; sowie der loͤnigliche onen Orden vierter Klasse: dem Seconde⸗Lieute— Freiherrn bon Gebsathtel vom 1. Ulanen⸗ 34 — Sonntag, 4. Oktober 18885. 20. Jahrg. — Regiment Kronprinz Friedrich Wilhelm des Deutschen Adjutanten und dem Chef des Gendarmerie⸗Kom, Reiches und don Preußen. F mandos der Pfalz, Herrn Hauptmann Bausewein Berlin, 2. Oltober. Herr Bratianu begibt zur Inspizirung der großeren Gendarmeriestationen fich nach Friedrichsruh, er soll eine Rückgaängig⸗ der Pfalz von hierab.. machung der Bereinigung Bulgariens für unthun⸗ — Ludwigshafen, 1L. Oltober. Die lich. dagegen eine Kompensation Serbiens aus den Kosten für das zur Zeit der vorigen Reichstags⸗ aliserbischen Gebietstheilen Bulgariens für geboten wahl nach Ludwigshafen entsendete militärische erachten. “ Sicherheits lommando (man befürchtete damals Ruhe⸗ torungen seitens der Sozialdemokraten) sind endlich sjedeckt, nachdem es lange Zeit fraglich, ob der Staat oder die Stadt Ludwigshafen dafür auf⸗ ommen müsse. Die Staatskasse hat, der F. 83. ufolge, nunmehr die Dechung übernommen und die betreffenden Gelder dem Bürgermeisteramt in Lud⸗ wigshafen übermacht, so daß die nunmehr beinahe ꝛin Jahr ausstehenden Forderungen der Wirthe und sonstigen Lieferanten endlich Befriedigung finden. Auslaud. Nom, 1. Oltober. Der Verkehr zwischen dem preußischen Gesandten v. Schloͤzer und dem Vatikan ist wieder eröffnet. Der Papst em ⸗ ofing namlich heute Herrn v. Schloͤzer, nachdem dieser vorher den Kardinal Jacobini besucht hatte. Herr d, Keudell wurde auch vom König Humbert zor dessen Abreise nach Monza in längerer Audien; empfangen. London, 2. Oktober. Eine Timesa“⸗Dee⸗ pesche aus Paris meldet, daß nach der jüngsten Unterredung des Ministers Giers mit Bismard in Friedrichsßruh, Rußland auf die Enttrohnung deß Zulgarenfürsten verzichte. ermit tes. Gemeinhin wird die Mit gift, welche der Vater seiner Tochter gibt, als ein Geschenk desselben aufgefaßt, wenn dasselbe auch dereinst bei der Erbschaft in Antechnung zu bringen ist. Die veradredete Mitgift kann aber auch die Eigenschaft eines Vertragsablommens zwischen Brautvater und Bräutigam annehmen.“ Füuͤr einen solchen Fall jat das Reichsgericht VI. C. S. U. v. 21. V. 1885 ausgesprochen: Die von dem Vater der Braut bei Abgabe seines Mitgiftversprechens dem Braͤutigam gegenuber ausgesprochene Vorausseßung, vaß derselbe ein eigenes Vermögen bestimmter Hohe jabe, Sist die Voraussetzung —einer Eigenschaft der Person des Bräutigams im Sinne des A. L. R. 248 77. *. Ein Irrthum über dieses Vermoͤgen, velches ausdrücklich vorausgesetzt wurde, macht die Zusage des Schwiegerbaters underbindlich, wenn der Irrtham auch nicht durch eine Täuschung des Brautigams hervorgerufen is. Merzkirch, 29. Sepi. Daß unser letzt⸗ ähriger Obermoseler auch Kraft hat, weiß mit Bestimmtheit eine junge Frau von Trassem. Die⸗ jelbe kam letzten Sonntag gegen Abend von Esinger, wo sie dem 84er zur Feier der Nachkirmes wahr⸗ scheinlich, gut zugesprochen, über Dittlingen per Chaise, die sie selbst kutschirte, hier an. Infolge des 84er muß sich bei ihr die Welt in rasender Beschwindigkeit gedreht haben, denn denselben Weg, den sie in unser kleines Dorf einfuhr, fuhr sie auch wieder heraus, kam wieder nach Dittlingen zuruck und wer weiß, wohin sie noch kutschirt waͤre, wenn nicht einige Bauern von dort, denen ihr sonderbares Gebahren aufgefallen? dieselbe fesige⸗ halien und nach Trassem hätten eslortiren lassen. Wie der jungen Frau der Rausch weiter bekommen. ist uns bis jetzt nicht belannt. Kolmn.“ Vor einigen Tagen hat sich in kalk ein Fall zugetragen, welcher wieder einmal den Beweis lieferl, daß die Dummen nicht alle“ verden. Gewohnheitamaßig empfaͤngt eine dort vohnende Ehefrau allwochentlich eine Kartenschlägerin; diese prophezeit der leichtgläutigen Landbewohnerin die glückverheißendste Zulunft, Neuerdings kundigte ein „schwarzer Stern“ in den Karien einer der janzen Welt bisher verborgen gebliebenen, in den Räumen der Frau vergrabenen Schaß, eine Geld⸗ rassete, an, zu deren Hebung die Letztere der dartenschlägerin 6 Mark zu entrichten hat. Die Frau geht auf den Leim, — der Schatz liegt im deller verborgen und hat fie ziu desffen AÄuffindung nit einem Licht in der Hand rückwärts die Keller⸗ reppe hinunterzusteigen, alsdann rückwärts weiter e Maechr Iten. C St. Inabert, 2. Olktober. Unter all⸗ emeinster Teilnahme wurde am Dienstag vor acht Tagen die irdische Hülle des leider zu früh ver torbenen Reichsssrates Herrn Gustav d. Kraͤmen )er Erde übergeben. Nicht allein unsere Stadt, die ganze Pfalz fühlte und betrauerle tief den Ver lust. Die Verdienste, welche sich der Verewigte al⸗ Beschäftsleiter und Arbeitgeber, als Beamter, Bürger ind Mensch erworben hafte, wutden in den Blattern iller Richtungen mit der gebührenden Anerlennung jervorgehoben. Das Recht des Heimgegangenen iber auf unsere Thränen verdoppelt sich, nachdem vir von den Verfügungen über seine Hinterlassen⸗ chaft Kenntnis haben. „Der Distriktsgemeinde St. Ingbert überweise ich schenlweise zur Ver⸗ wendung für gemeinnuͤtzige oder wohltätige Zwech die Summe von 30,000 Mtk.“ Dies ist der Wort aut, mit welchem Herr v, Krämer in seinem am 3. Maärz 1878 errichteten und vor einigen Tagen zröffneten Testamente seines heimatlichen Bezirke? Jedachte. Nachdem er bei Lebzeiten, wenn es dit Förderung der materiellen,“ geistigen und sittlicher Wohlfahrt des Volkes galt, reiche Summen spen⸗ dete, fiets ein offenes Herz und eine offene Hand dvem Unglücke darbot, Üüberraschte er nach seinem Tode seine Mitbürger mit einem so großartiger Bermächtnis. Wohlgetan überlebt den Tod. Dieses Sprichwort findet auf den Verewigten volle Un⸗ vendung. Er hat sich mit dieser Schenkung das choͤnste Denkmal errichtet, bleibender denn Erz zas weder Zeit noch Wetier zerstören kann, — die ebendige Erinnerung in den dankbaren Herzen vieler Tausende.. — Pirmafens, 2 Oktober. Heute Abend ereigneie sich in der Nahe des Zweidrückerthores ein trauriger Unglücksfall. Das Sjährige Söhnchen des Gerbertagners Leonhard wurde von dem datrinenwagen des Herxrn G. Fischer überfahren, ifolge dessen alsbald der Tod eintrat. Od ein Verschulden des Führers des Wagens vorliegt, onnten wir nicht bestimmt erfahren. (P. A.) — Speyer, 30. Sept. Gestern Abend ift —XRXVX der Pfalz Herr Oberst v. Hellingrath, Chef des Bendarmerie⸗Korps, hier eingeiroffen. Nach der eutigen Befichtigung des hiesigen Brigadefißes reiste stachmittags Herr Oberst d. Hellingrath mit seinem zu dringen, und dort,“* wo fich ein Hinderniß ihr entgegenstelle, sei das Geld zu finden. Eines Abends sieht man die Frau, mit einer brennenden dampe in der Hand, rücwärts die Kellertreppe hinuntersteigen, bald darauf aber mit zerbrochenem dichte und zerschundenem Arme bei Anlunft ihres Mannes am Boden liegen.“ Die Frau war auf der Treppe ausgeglitten und hinabgestürzt, glück⸗ licherweise ohne sich gefährlich zu verlezen. Die Auszahlung der Wahrsagerin sowohl wie die Doppel⸗ theilung der Frau wird nun wohl. der Mann selbs hesorgen. —FMainz, 1. Oklt. In der Untersuchungs- sache wegen des oft erwahnten Doppelmordes wurde der Schaͤdel der Ehefrau Wothe scalpirt, um bei Bericht produzirt ˖ zu werden. Die hintere Schädel⸗ —X— schlagen. Von den fehlenden Extremitäten des ermordeten Mannes hat fich bis jetzt nichts ge⸗ funden, doch kann es nach allen Indizien keinem Zweifei meht unterliegen, daß der Hingeschlachtele der Schuhmachermeister Wothe und daß der Dop⸗ pelmorder der Schuhmachergeselle Herbsi ist. Wotht hatte fich am 20. Juli verheirathet und wurde in der Nacht vom 26. auf 27. August umgebracht Ign der Zwischenzeit hatte er sich vergeblich bemüht Eseine Frau von der Sittenkontrole los zu belommen. caannF Die Verhandlungen im Chemnitzer Sszialistenproz esse find am Miitwoch nach 2 dreitagiger Dauer geschlossen worden, die Verlündig ⸗ ung des Urtheils selbst wird aber erst nächsten Miltwoch, den 5. Oltober, erfolgen. Der letzte Verhandiungstag wurde durch die Plaidoyers der Vertheidiger und durch das Refum des Staatsan ⸗ waltes ausgefüllt. In fünfpiertelstündiger Rede wies der Ober ⸗Staaisanwalt Schwabe darauf hin, daß es sich nicht um einen politischen Tendenz⸗ prozeß, sondern einfach darum handele, ob inner⸗ halb der Sozialdemokratie eine Verbindung bestehe auf welche die 88 128 und 129 des Reichs Siraf · geseßbuches Anwendung finden lönnen. Eine solche jei aber unzweifelhaft vorhanden, auch nach dem Frlaß des Sozialistengesetzes. Rechtsanwalt Frey⸗ tag bestritt die Existenz einer Verbindung in der soñaldemokratischen Partei, dieselbe sei durch das Sozialistengesetz gesprengt, nur die Pariei sei ge⸗ lieben. Rachdem sich noch der zweite Vertheidiger, echtsanwalt Munckel. in ähnlichem Sinne qde—⸗ wußzert, verzichtele der Staatsanwalt auf die Replik, benso Bebel Namens der Angeklagten auf das Wort, da sie durch die Vertheidiger auf's Beste ertreten gewesen wären. * 4 Muüncqchen, 29. Sept. Auf der Theresien⸗ wviese verlor eine elegant gekleidete Dame ihre Tournüre, welche von einigen Herrren aufgehoben und mit der Etiquette, Gefunden“ an einem Stocke befestigt herumgetragen wurde. Schließlich wurden mehrere Gasballons gelauft und die Tournüre an senselben hefestigt, welche unter; dem Halloh der Zuschcuer dieselbe in die Lufte entführten. Die Zame selbst aber verlor sich roth vor Scham und Zorn eiligst in der Menge, ihren Pfeudo⸗Unaus⸗ prechlichen treulos im Stiche lassend. 4 r Eine Hühnersuppe für 200 Mark wurde rürzlich einem Regierungsbaumeister in der Zieten ⸗ traße in Berkin vorgesetzt. Derselbe kam mit einer Familie von einer Reise zurück und wollte ich des Essens freuen. welches das Dienstmädchen ur Ankunft der Herrschaft zubereitet hatte. Eine uhnersuppe hatte den Beifall der Herrschaft, nur and man das Hühnerfleisch eiwas zähe. Auf die Borhaltungen hierüber erwiderte Minna: „Gnadige Frau, de Hühner up de Wochen⸗Moarlkt fin jetzi ill so düer und slicht und da hebb ik unse beeden Ollschen nahmen.“ — Die „beeden Ollschen“ aber wvaren zwei seltene ostindische Hühner im Werthe von 200 Mi., die der Hausherr bei der Verloos⸗ ing in der Geflügelausstellung der Cypria gewonnen ind mit groͤßter Sorgfalt gepflegt hatte. fF London, 29. Sept. In einer Morgen⸗ ausgabe der „Pall Mall Gazette“ veröffentlicht Mr. Stead, der Redakteur des Blattes, denjenigen Abschnitt seiner Vertheidigungsrede, dessen Verles⸗ ung ihm von dem Polizeirichter Vaughan in der Zz„chlußberhandlung am letzten Sonnabend nicht jesiattet wurde. Siead frischt darin seine belannten kẽnthüllungen über den Mädchenhandel im moder⸗ jen Babylon auf und erwähnt u. a., daß der donig der Belgier eirer der beslen Kunden der herüchtigten Bordellwirihin und Kupplerin Frau Jeffties in Chelsea (London) war. Diese Kupp⸗ erin wurde im Frühling d. J. verhaftet und vor vericht gestellt, weil sie den Export von jungen nglischen Madchen nach dem Auslande fuür un⸗ noralische Zwede systematisch betrieb. Det Prozeß wurde indeß vertuscht, weil Frau Jeffries einfluß⸗ reiche Gonner hatte. Prinzen und Herzoge Stead, Kabinetminister und Poriamentteen, »efanden sich, wie man sagt, unter ihren a — — den —— —— — Septenber 1885 wurden geboren: Am 4. Johann Hermann S. v. Joh. Sick Blasm acher. Um 4. Katharina T. v. — Schmelzarb. Am 5. Friederika T. v. Jakob Schaleg din and Franziska T. v. Ludwig Sigwardt, Pevbei. dn BB— — Johann S. v. Christoph Jantzer, Schneider, und Mahh ena T. v. Heinrich Ammann, Bergmann. Amsv9. *9 Elisabetha T. v. Michael Lißmann, Schuster, umt d ð. v.Zaiob HBrutsch Siroßenwarier. un ie den o. Joh. Georg Obert, Weichensieller in Haffsel. Am 18. Ma Mathilde Tev. Franz Hautmann, Bergeleve, und —* rina T. v. Paul Woll, Schmelzarbeiter. Am 14 ve retha T. v. Peter Klaus, Glasschürer. Am 153 —*— T. v. Wendel Schmitt, Bergmann, und Friedrich o 5. v. Peter Unbehend in Hassel. Am 17. Joseph 6 Jacob Blatt, Bergmann, und Ernst S. v. Peter —— Jewerblos. Am 18. Johann S. v. Johann —*— Schmelzarbeiter. Am 19. Wilhelm“ S. v. Peler vᷣ⸗ Bahnarbeiter, und Elifabetha T. v. Peter Weirich —R mann, in Hassel. Am 20. Jacob S. v. Carl Klein, Verg nann. Am 21. Karolina T. v. Johann Becker — arbeiter, und Magdalena T. v. Joseph Bidel, Schmel arbeiter. Am 22. Wargeretha T. v. Peter —2 Bergmann. Am 23. Anna T. v. Carl Klein, Schmeige eiter. Am 24. Georg, E. v. Franz Bleif, Vergmenn und Robert Erich Jacob S. v. Carl Sehyb. n Friedrich S. v. Franz Busch, Maurer. Am 28. pae S. v. Michael Altmayer, Glassmahher, und Charlotie ag dalena T. v. Jacob Staub von Hassel. Ani 30. Ludne S. v. Johann Joseph Quirin, Bergmann. Gestorben sind im Septenber 18853: — Am 1. Maria Zengerle ledig, 63 Jahre alt. Am? Joseph Filipowitz, 2 Jahre alt. Am 5. Elsabetha Prieser, 2 WMonaie alt. Am 8. Carl Danzer, 7 Jahre all. In J. Gertraude Nothof, 2 Jahre alt. Am 10. Margartiha BZrund, 4 Jahre alt. Am 17. Katharina Maurer geborene, Ringle, 70 Jahre ali. Am 18. Karolina Scholl geborent Nicola, 82 Jahre alt. Am 20. Guftav Adolf von Kreamen 57 Jahre alt, und Christian Oberkircher, 74 Jahre all Am 21. Anna Maria Elisabetha Berndt geborene Deth 85 Jahre alt, und Gertraude Seel geborene Theobald, Jahre alt. Am 25. Adolf Stubenrauch, 5 Monaie al Am 80. Katharina Schmitt, 1 Jahr alt. Getraut wurden im September 18853 Am 9. Jacob König, Taglöoͤhner mit Anna Maria Jung-h leisch. Am 10. Mathias Bohnerth, Bäcker mit Katharind dauct (Hafsel). Am 23. Andreas Koch, Hufschmied mit Naria Wurtz. Am 26. Friedrich Georg Kraus, Steuus zufseher mit Barbara geb. Kraus (in München). Am 25. Fakob Kiefer, Drahtzieher mit Maria Spohn und Johann hucher, Sandformer mit Katharina 8 zur die Redaklion verantwortlich: F. X. Demeß. Musißkverein Jidelia. orgen, Sonntag, Abendn 710 Uhr mbre J8— *5 tralische Unterhaltun Zaale des Hrn. P. Schweißzer Diohung endgültig auf Donnerstaq 15. Oktobor LLIEXLEEEXXXEVC 8S. Daniol. gt. Wendel —LII J —— für dis ittwen und Waisen des bayer. Veteranen-⸗, Krieger- und KRampigenossen-Bundes. 14255 Geldgewinne im Betratge von —„—X Haupitrefjer zu Mark 24000. V 5 ⸗ — 10000. * * * 5000. Gewimte 3000. D ⸗⸗ 2000. 8 — —V 1800. Pruie peν 716000. — — 800. 10 5. 200. 503— 210e. 100 ..36. 175 20. 400 10. 135300 a1 3. Ziehung im nordl. Schrannenpapillon muu MuUnchen J am 15. Oktober 1885. Loose à 1IMarkKk. Zu haben bei allen bekannten Verlauf⸗ ftellen und zu beziehen durch Jul. Goldschmitt, Hauptagentur, Ludwigshafen a A. 30 E Angbert bei . Molrich u. Frz. Vol. — CI.— J— empfiehlt sein reich assortirles Lager in: — NManufactur und Modewearen. * * rusten, Heiserkeit, Hals-, und Lungenleidende et 3. esouders sein aiobes Lager in neu eingelroffenen —* Winter- und Regenmäntel. ⁊ —9 keyte. 30nhen. Ioem Zufis ven 9 57 Dortmundoer Bioer. Cafsé Oberhauser. — — — — 2* best' vewahrtes, angenehinstes Haus and Genußmittel für Erwachfene und stinde. Prospecte mit Geb. Anw. u. vielen Altesten bei jeder Flasche. Niederlage in St. Ingbert bei J. Frie⸗ drich, Haupistraße, in Si. Johann F PDudenhofer und —. Maginot, in Blieslaftelbei Abben heker Diedenbofer Am billigsten und Mwedmähigtten besorat die aältelte Anunoneen⸗Expeditin — J — — V — . * 2 BHaasenstoin & Voglor, . . Mannheim. 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Quartal berden von sämmtlichen Postanstalien, den Aus⸗ gern und der Expedition entgegengenommen. — — Muͤnchen, 30. Sept. Der Landiag wurde 1092 Uhr durch den Präsidenten, Freiherrin Ow, eroffnet. Die Abgeordneten waren nahezu Azahlig anwesend, 153 sind im Bureau ange⸗ uldelt. Entschuldigt wegen Krankheit sind von diauffenberg und Grohe. Auf der Tribüne drangt sch ein sehr zahlreiches Publikum. Am Minister⸗ ische find anwesend Lußz, Riedel, Fäuftle, Crails- eim, Feilitzsch, Heinleth. Nach der Begrüßung adurch den Präsidenten erstattete der Finanzminister — Bericht über das Finanzgesetz. Das Budget helancirt mii Mk. 241, 384,78 1 in Einnahme und 8* Das Finanzjahr 1884 weist einen Attidreft von über Mi. 7.000,000 auf, ein Ein⸗ uhme · Plus von Mt. 4 500,000 und ein Aus⸗ gaben ⸗· Rinus von Mlk. 2,500,000. Der Etat xt Forstverwaltung ergab ein Mehr von Mark 12180,. 000. die Pfälzer Bahnen ein Minus von Nl. 180,000. Die Finanzverwaltung hat die acflen 8 Jahre stets mit Ueberschüssen theils bis il 17,000,000 gearbeitel. Unter den Vorlagen i namentlich bemerkenswerth eine weitere Erleich⸗ aung des landwirthschaftlichen Brennereibetriebes. die Steuerfreiheit soll danach von 12 auf 100 xltoliter ausgedehnt werden. Der Bericht des —X it schließt der Präsident die Sitzung mit der nlündigung, daß, wenn das Haus nicht wider⸗ dieche, um 6 Uhr eine Abendfitzung statifinden xrde. Dieselbe wird acceptirt. Muünchen, 30. Sept. An Stelle des —IVVV velcher aus Gesundheitsrücksichten das Amt des en Vizeprasidenten niederlegte, wählte die Ab⸗ vrdnetenkammer am 1. Oltober den Abgeordneten iuppett (München) mit 760 Stimmen. Die Libe⸗ m gaben unbeschriebene Zetiel ab (82)3. Berlin, J. Oktober. Der Reichsanzeiger“ toͤffentlicht folgende Ordensderteihungen an loniglich merische Offiziere. Es wurden verliehen: der inigliche Kronen · Orden erster Klasse: dem Kriegs⸗ iinistet. General ⸗·Lieutenant von Heinleth; der nigliche Kronen · Orden zweiter Klasse; dem Oberslen teiherrn v. Hoten, Kommandeur des 2. Chevaur ers. Regiments Taxis, und dem Obersten Frei— um von Steinling, Kommandeur des 2. weren Reiter ⸗Regimenis Kronprinz Erzherzog Wuf von Oesterreich; der koͤnigliche Kronen⸗ iden drittet Klasse: dem Major Vogel, à la rite des Generalstabez, Kommandeut der Equi⸗ tions . Anstalt, dem Major Freiherrn von Branca m Insanerie · Leib · Regiment, und dem Major He r⸗ ann vom 3. FeldArtillerie-Kegiment Koͤnigin⸗ lutter; der Roihe Adler · Orden vierter Klasse: dem amiet · Lieutenant Freiherrn von Perfali, à la uite des 3. Chebaulegers ⸗Regiments Herzog Mari⸗ lan, personlicher Adjutant Sr. Köaigl. Hoheit des mnjen Leopold von Bayern; sowie der konigliche men · Orden viertet Klafse: dem Seconde⸗Lieute— Freiherrtn von Gebsattel vom 1. Ulanen⸗ 44 Regiment Kronprinz Friedrich Wilhelm des Deutschen / Adjutanten und dem Chef des GendarmerieKom, JReiches und von Preußen. nandos der Pfalz, Herrn Hauptmann Bausewein Berlin, 2. Oktober. Herr Bratianu begibt ur Inspizirung der großeren Gendarmeriestationen sich nach Friedrichsruh, er soll eine Rücgängig- der Pfalz von hier ab. machung der Bereinigung Bulgariens für unthun⸗ — Ludwigshafen, 1.Oktober. Die lich. dagegen eine Kompensation Serbiens aus den dosten für das zur Zeit der vorigen Reichstags⸗ altserbischen Gebietstheilen Bulgariens für geboten wahl nach Ludwigshafen“ entsendete militärische erachten. Sicherheits kommando (man befürchtete damals Ruhe⸗ Ausland. jörungen seitens der Sozialdemokraten) sind endlich Nom, 1. Oktober. Der Verkehr zwischen sedeckt, nachdem es lange Zeit fraglich, ob der »em preußischen Gesandten v. Schlözer und Staat oder die Stadt Ludwigshafen dafür auf⸗ »em Vatikan ist wieder eroöffnetl. Der Papst em- ommen müsse. Die Staatskasse hait, der F. 83.“ pfing namlich heute Herrn v. Schlozer, nachdem ufolge, nunmehr die Deckung übernommen und die dieser vorher den Kardinal Jacobini besucht hatte. etreffenden Gelder dem Bürgermeisteramt in Lud⸗ Herr v, Keudell wurde auch vom Koͤnig Humbett vwigshafen übermacht, so daß die nunmehr beinahe »or dessen Abreise nach Monza in langerer Audienz ein Jahr ausstehenden Forderungen der Wirthe empfangen. und sonstigen Lieferanten endlich Befriedigung finden. London, 2. Oltober. Eine „Times“⸗De⸗ — pesche aus Paris meldet, daß nach der jüngsten Unterredung des Ministers Giers mit Bismard in Friedrichsruh, Rußland auf die Entirohnung detß Bulgarenfürsten verzichte.. Perm ... Gemeinhin wird die Mitgift, welche der Vater seiner Tochter gibt, als ein Geschenl desselben aufgefaßt, wenn dasselbe auch dereinst bei der Erbschaft in Anxechnung zu bringen ist. Die verabredete Mitgift kann aber auch die Eigenschaft rines Vertragsabkommens zwischen Brautvater und Braͤutigam annehmen. Fuͤr einen solchen Fall hat das Reichsgericht VI. C. S. U. v. 21. V. 1885 ausgesprochen: Die von dem Vater der HBraut bei Abgabe seines Mitgiftversprechens dem Brautigam gegenüber ausgesprochene Voraussetzung, daß derselbe ein eigenes Vermogen bestimmter Hohe habe, ist die Voraussetzung einer Eigenschaft der Person des Bräutigams im Sinne des A. L. R. 14877. Ein Irrthum über dieses Vermoögen, welches ausdrücktich vorausgesetzt wurde, macht die Zusage des Schwiegervaters unverbindlich, wenn der Irrtham auch nicht durch eine Täuschung des Bräutigams hervorgerufen ist. fMerzkirch, 29. Sept. Daß unser letzt⸗ ahriger Obermoseler auch Kraft hat, weiß mit Bestimmtheit eine junge Frau von Trassem. Die⸗ selbe dam leßzten Sonntag gegen Abend von Esinger, wo sie dem 84er zur Feier der Nachkirmes wahr⸗ cheinlich gut zugesprochen, über Dittlingen per Chaise, die sie selbst kutschirte, hier an. Infolge des 8ker muß sich bei ihr die Welt in rasender Beschwindigleit gedreht haben, denn denselben Weg, den fie in unser kleines Dorf einfuhr, fuhr sie auch wieder heraus, kam wieder nach Dittlingen zurück und wer weiß, wohin sie noch lutschirt waͤre, wenn nicht einige Bauern von dort, denen ihr sonderbares Gebahren aufgefallen, dieselbe festge ⸗ halten uund nach Trassem hätten eslorliren lassen. Wie der jungen Frau der Rausch weiter belommen, ist uns biß jeßzt nicht bekannt. Koln.'“ Vor einigen Tagen hal fich in dalk ein Fall zugetragen, welcher wieder einmal den Beweis liefert, daß die Dummen nicht alle“ werden. Gewohnheitsmaͤßig empfängt eine dort wohnende Ehefrau allwochentlich eine Kartenschlägerin; diese prophezeit der leichtgläubigen Landbewohnerin die glückverheißendste Zukunft. Reuerdings kündigte in „schwarzer Stern“ in den Karten einer der zanzen Welt bisher verborgen gebliebenen, in den Raumen der Frau vergrabenen Schatz, eine Geld⸗ assete, an, zu deren Hebung die Leßlere der Zartenschlagerin 6 Mark zu entrichten hat. Die Frau geht auf den Leim, — der Schaz liegt im eller verborgen und hat sie zu dessen Auffindung ni einem Licht in der Hand rückwärts die Keller⸗ reppe hinunterzusteigen. alsdann rückwärts weiter e Pod eri ten. C St. Ingdert, 2. Oktober. Unter all— semeinster Teilnahme wurde am Dienstag vor ach Tagen die irdische Hülle des leider zu früh ver⸗ torbenen Reichsrates Herrn Gustav v. Krämen der Erde übergeben. Nicht allein unsere Stadt, zie ganze Pfalz fühlte und betrauerte tief den Ver⸗ lust. Die Verdienste, welche sich der Verewigte als Beschäftsleiter und Arbeitgeber, als Beamter, Bürger und Mensch erworben hafte, wurden in den Blättern aller Richtungen mit der gebührenden Anerlennung jervorgehoben. Das Recht des Heimgegangenen aber auf unsere Thränen verdoppelt sich, nachdem wir von den Verfüzungen über seine Hinierlassen⸗ schaft Kenntnis haben. „Der Distriktsgemeinde St. Ingbert überweise ich schentweise zur Ver⸗ wendung für gemeinnützige oder wohltätige Zwechke die Summe von 830,000 Mk.“ Dies ist der Wort⸗ aut, mit welchem Herr v. Krämer in seinem am 3. Maͤrz 1878 errichteten und vor einigen Tagen eroffneten Testamente seines heimatlichen Bezirkes jedachte. Nachdem er bei Lebjzeilen, wenn es die Forderung der materiellen,“ geistigen und fittlichen Wohlfahrt des Volkes galt, reiche Summen spen⸗ ete, steis ein offenes Herz und eine offene Hand dem Unglücke darbot, überraschte er nach seinem Tode seine Mitbürger mit einem so großartigen Bermächtnis. Wohlgetan überlebt den Tod. Dieses Sprichwort findet auf den Verewigten volle An⸗ vendung. Er hat fich mit dieser Schenlung das chonste Denkmal errichtet, bleibender denn Erz, as weder Zeit noch Wetter zerstörer kann, — dite ebendige Erinnerung in den danlkbaren Herzen zieler Tausende. — Pirmafens, 2. Oktober. Heule Abend ereignete sich in der Nahe des Zweibrücerthores ein trauriger Unglücksfall. Das bjährige Soöhnchen des Gerbertagners Leonhard wurde von dem datrinenwagen des Herrn G. Fischer überfahren, nfolge dessen alsbald der Tod eintrat. Odb ein Verschulden des Führers des Wagens vorliegt, onnten wir nicht bestimmt erfahren. (P. A.) — Speyer, 30. Sept. Gestern Abend ist ur erstmaligen Juspizirung der Gendarmerie⸗Brigade der Pfalz Herr Oberst v. Hellingrath, Chef des hendarmerie ⸗Korps, hier eingetroffen. Nach der eutigen Besichtigung des hiesigen Brigadesiztzes reiste dachmittags Herr Oberst v. Hellingrath mit seinem zu dringen, und dort, wo sich ein Hinderniß ih. entgegenstelle, sei das Geld zu finden. Eines Abends sieht man die Frau, mit einer brennenden dampe in der Hand, rückwärts die Kellertreppe sinuntersteigen, dald darauf aber mit zerbrochenem dichte und zerschundenem Arme bei Ankunft ihres Mannes am Boden liegen. Die Fraus war auf der Treppe ausgeglitten und hinabgestürzt, glüch⸗ licherweise ohne sich gefährlich zu verletzen. Die Auszahlung der Wahrsagerin sowohl wie die Doppel⸗ heilung der Frau, wird nun wohl der. Mann selds besorgen. FFMainz, LOlt. In der Untersuchungs⸗ sache wegen des oft erwähnten Doppelmordes wurde der Schadel der Ehefrau Wothe scalpirt, um bei Bericht produzirt zu werden. Die hintere Schädel⸗ wand ift von dem Mordwerkzeug vollständig durch⸗ schlagen. WBon den fehlenden Extremitäten des ermordeten Mannes hat sich bis ietzt nichts ge⸗ funden, doch kann es nach allen Indizien keinem Zweifei mehr unterliegen, daß der Hingeschlachtete der Schuhmachermeister Wothe und daß der Dop⸗ pelmoörder der Schuhmachergeselle Herbst ist. Wothe hatte sich am 29. Juli verheirathet und wurde in zer Nacht vom 26. auf 27. August umgebracht. In der Zwischenzeit hatte er sich vergeblich bemüht, seine Frau von der Sittenlontrole los zu belommen. Ddie Berhandlungen im Chemniztzzer Sozialistenprozesse sind am Mittwoch nach dreitaͤgiger Dauer geschloffen worden, die Verkündig ung des Urtheils selbst wird aber erst nächsten Muͤtwoch, den 5. Oliober, erfolgen. Der letzte Verhandiungstag wurde durch die Plaidohers der Bertheidiger und durch das Resumè des Siaatsan⸗ waltes ausgefüllt. In fünfpviertelstündiger Rede wies der Ober⸗Staatsanwalt Schwabe darauf hin, daß es sich nicht um einen politischen Tendenz⸗ prozeß, sondern einfach darum haudele, ob innet⸗ halb der Sozialdemokratie eine Verbindung bestehe zuf welche die 88 128 und 120 des Reichs Straf ⸗ gesetzbuches Anwendung finden können. Eine solche sei aber unzweifelhaft vorhanden, auch nach dem Etlaßz des Sozialistengesetzes. Rechtsanwalt Freh⸗ ag bestritt die Existenz einer Verbindung in der sojialdemokratischen Partei, dieselbe sei durch das Sozialistengeseß gesprengt, nur die Pariei sei ge⸗ lieben. Rachdem sich noch der zweite Vertheidiger, dectsanwalt Mundel. in äbnlichem Sinne age⸗ ußert, verzichtete der Staatsanwalt auf die Replik, ebenso Bebel Namens der Angeklagten auf das Wort, da sie durch die Vertheidiger auf's Beste hertreten gewesen wären. 4 Munchen, 29. Sept. Auf der Theresien⸗ wiese verlor eine elegant gekleidete Dame ihre Tournüre, welche von einigen Herrren aufgehoben und mit der Etiquette, Gefunden“ an einem Stocke efestigt herumgetragen wurde. Schließlich wurden nehrere Gasballons gelauft und die Tournüre an enselben befestigt, welche unter“ dem Halloh der Zuscheuer dieselde in die Lufte entführten. Die dame selbst aber verlor sich roth vor Scham und dorn eiligst in der Menge, ihren Pfeudo⸗Ungaus⸗ prechlichen treulos im Stiche lassend. 4Eine Hühnersuppe für 200 Mark wurde ürzlich einem Regierungsbaumeister in der Zieten⸗ wraße in Ber khin vorgefetzt. Derselbe kam mif seiner Familie von riner Reise zurück und wollte sich des Essens freuen, welches das Dienstmädchen ur Ankunft der Herrsfchaft zubereitet hatte. Eine düuhnersuppe hatte den Beifall der Herrschaft, nur and man das Hühnerfleisch etwas zähe. Auf die hJorhaltungen hierüber erwiderte Minna: „Gnädige Fran, de Hühner up de Wochen-Moarkt sin jetzt all so düer und slicht und da hebb ik unse beeden Ollijchen nahmen.“ — Die „beeden Ollschen“ aber waren zwei seltene ostindische Huhner im Werthe von 200 Mi., die der Hausherr bei der Verloos⸗ ang in der Geflügelausstellung der Cypria gewonnen und mit größter Sorgfalt gepflegt hatte. fLondon, 29. Sept. In einer Morgen⸗ usgabe der ‚Pall Mall Gajzette“ veröffenilicht Mr. Stead, der Redalteur des Blattes, denjenigen Abschnitt seiner Vertheidigungsrede, dessen Verles⸗ ung ihm von dem Polizeirichter Vaughan in der Zchlußverhandlung am letzten Sonnabend nicht jefiattet wurde. Stead frischt darin seine bekannten ẽnthüllungen über den Mädchenhandel im moder⸗ nen Babylon auf und erwähnt u. a. daß der 2onig der Belgier eirrer der beflen Kunden der verüchtigten Bordellwirthin und Kupplerin Frau Jeffries in Chelsea (Kondon) war. Diese Kupp⸗ erin wurde im Frühling d. J. verhaftet und vor vericht gestellt, weil sie den Export von, junger nglischen Madchen nach dem Auslande für un⸗ noralische Zwede systematisch betrieb. Der Prozeß wurde indeß vertuscht, weil Frau Jeffries einfluß⸗ reiche Gonner hatte. Prinzen und Herzdqe Stead, Kabineisminister und Parlamensomig hefanden sich, wie man sagt, unter ihren au —— Nbren Kurn 2. gbert. september 1888 wurden geboren Sohann Hermann S. v. Joh. Glazm acher. m 4. Katharina T. v. dede Schmelzarb. Am 5. Friederika T. v. Jakob Schales W en und Franziska T. d. Ludwig Sigwardi, vedeh dn Joseph S. v. Christian Kellmeier, Schmeizarb an Johann S. v. Torissoph Janven Schneldernd gir ena T. v. Heinrich Ammann, Bergmann. Um 9. 9 Elisabetha T. v. Michael Lißmanñn, Schufter, nt 3 S. v. Jalob Brutsch, Straßenwärter. Am 12 — v. Joh. Georg Obert, Weichensteller in Hafsel. Am 13 *— Mathilde T. v. Franz Hautmann, Bergeleve, umd ech rina T. v. Paul Woll, Schmelzarbeiter. Am 14 Mah retha T. v. Peter Klaus Glasschuürer. Am 185. 9 J. v. Wendei Schmitt, Bergmann, und Friedrich d S. v. Peter Unbehend in Hassel. Am 17. Josephe Jacob Blatt, Bergmann, und Ernst S. v. Peter Gr gewerblos. Am 18. Johann Se v. Johann Ko Schmelzarbeiter. Am 19. Wilhelm S. d. Peler va dahnerbeuer und Clisabetho T.v. weler igeng mann, in Hassel. Am 20. Jacob S. v. Carl Klein, v mann. Am 21. Karolina T. v. Johann Vecker, Echn arbeiter, »und Magdalena T. v. Joseph Bigel, — arbeiter. Am 22. Margeretha T. v. Peter Sqrn Bergmann. Am 23. Anna T. p. Carl Klein, —2 deiter. Um 24. Georg S. v Franz Bleif, Vergun— und Robert Erich Jacob S. v. Carl Seyho.“ An Friedrich S. v. Franz Busch, Maurer. Am 28. Pelt S. v. Michael Altmayer, Glassmacher, und Charlotte Mag dalena T. v. Jacob Staub von Hafsel. Am 80. Ludn S5. v. Johann Joseph Quirin, Bergmann. Gestorben sind im Septemnber 1885: Am 1. Maria Zengerle ledig, 63 Jahre alt. Am Joseph Filipowitz, 2 Jahre alt, Am 5. Elsabetha Pri 2 Monate alt. Am 8. Carl Danzer, 7 Jahre all. I J. Gertraude Nothof, 2 Jahre alt. Am 10. Margaren Brund, 4* Jahre all. Am 17. Katharina Maurer geboe Ringle, 76 Jahre all. Am 18. Karolina Scholl gebort Nicola, 32 Jahre alt. Am 20. Gustav Adolf von a 57 Jahre alt, und Chriftian Oberkircher, 74 Jahre a Am 21. Unna Maria Elisabetha Berndt geborent De— 85 Jahre alt, und Gertraude Seel geborene Theobald, Jahre alt. Am 25. Adolf Stubenrauch, 5 Monodie al Am 80. statharina Schmitt, 1J Jahr all. Getraut wurden im September 1883: Am O. Jacob Konig, Taglohner mit Anna Maria Jun deisch. Am 10. Mathias Bohnerth, Backer mit Kathati dauck (Hafsel). Am 23. Andreas Koch, Hufschmied n MNaria Wurtz. Am 26. Friedrich Georg Kraus, Sieu zufseher mit Barbara geb. Kraus (in Munchen). Am Jakob Kiefer, Drahtzieher mit Maria Spohn und Job⸗ Bucher, Sandformer mit Katkarina ed Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß — — — —1— MNustkverein Jidelia. oergen, Sonntag, Abe Uhr J zatralische Unterhaltu Sool⸗ des Hen. P. Schweis . Tiehung endgültig auf Donnerssstag 15. Oktobor XICLXIVXEE 8S. Danioel. 8t. Wendoel ua 4 —III für dis Vthven und Waisen des bayer. Veteranen-, Krieger- und Kampigenossen-Bundes. 14255 Geldgewinne im Betrage von 1285,000 Mark. XR 24000. 10000. —— 5000. Sewinut 80000. 2553 59 2000. 33 — 1500. t 7 1000. 233 —* e 258 — 3 30. i368 350.: 400 10. 13600 8. Ziehung im nubordl. Schrannenpadillon .. zu Munchen AJ am 15. Oktober 188353. Loosne à LAMAarkia. 2haben bei allen bekannten Verlaus⸗ stellen und beziehen durch Aul Goldschmitt, Hauptagentur, Ludwigshafen a M. aghbert bei 1. Wolrich v. Frz. Woll. ur S Gν. s enppfieblt sein reich assortirtes Lager in Manufactur und Modewearen. J Unsten, Heiserkeit, Hals- . —22 1nleidende u besonders sein moßes Lager in neu eingetroffenen Winter- und Regenmäntel. *8* * 2 2 beuit, sansag. Abenz —Wo 7 J V Dortmunder Bior. B Café Oberhauser. Ant I — — 8 hest bewahrtes, angenehinstes Hau⸗ und Genußmittel für Erwachlen und stinder. Prospecie mit Geb.Anw. u. vielt Attesten bei jeder Flasche. Niederlag in St. Ingbert bei J. Frie drich, Haupistraße, in Si. Johan dei F. P. 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Jahrg. ——— U Bestellungen 4 auf den— „St. Ingberter Anzeiger“ füt ddeesssss ilV. Quartall werden von sämmtlichen Postanstalten, den Aus— trägern und der Expedition enigegengenommen. Volitische Uebersicht. Eines der bedeutungsvollsten Ge— reze,“ welches aus den Berathungender letzten Keichstagssession gereift hervorgegangen ist, das Unfallversicherungsgesetz, ist bekanntlich im 1. Olkltober in seinem vollen Umfange in Krafi setreien. Wenn wir dieses Gesetz „gereift“ nennen, o wollen wir hiermit nicht gerade die Meinung uussprechen, als ob dasselbe keine erkennbaren Nangel an sich hätte. Aber gegenüber den eben⸗ alls die Unfallverficherung der Arbeiter betreffenden Vorlagen früherer Reichstagssessionen hat das vom Reichstage in seiner letzten Session mit nicht un⸗ dedeutender Majoritat gutgeheißene Gesetz doch ge⸗ waltige Fortschritte gegenüber den friheren Ent⸗ vürfen aufzuweisen und braucht man hierbei blos die Einbeziehung der in der Forst und Landwirth⸗ chaft, in den Transportgewerben u. s. w. beschäf⸗ aigten Arbeiter unter die Wirkungen des Gesetzes zu erwähnen. Es steht sicherlich zu erwarten, daß die dem Gesetze noch anhaftenden Maͤngel noch beseitigt werden, wenn man nur erst Gelegenheit gehabt haben wird, die praktische Wirkung desselden eine Zeit lang zu beobachten. Auf alle Falle hat nunmehr eine ztoße humane, arbeiterfreundliche Reform ihre Uebertragung und Anwendung auf das praktische deben gefunden und darf man nur hoffen und wünschen, daß die Unfallversicherung endlich auf derjenigen Seite, wo man alle Ursache hat, diese o wohlthatige Institution mit Freuden zu begrüßen, nämlich auf Seiten der Arbeiter selbst, die ihr jebührende Anerlennung finden möge. *Den Untergang der Kreuzercorvette „August a“ mit ihrer gesammten Besatzung muß man nunmehr als eine leider feststehende Thatsache betrachten. Eine offizielle Bekanntmachung im Reichsanzeiger“, welche vom Chef der Admiralität ausgeht, macht auch den letzten Hoffnungen, daß die Augusta“ noch existiren üönne, ein entschiedenes Ende. Älle Rachfragen nach dem Schiffe, die von der Reichsregierung angestelit worden sind, haben sich als vergeblich erwiesen, auch die Erwarlung. die „Augusta“ werde auf irgend einer Insel des Stillen oder des Indischen Oceans etwaige Be— hadigungen ausbessern, hat fich nicht erfllllt eͤndlich ist sie auch in Älbany in Australien, wo⸗ gin die Corvette die Ersatzmannschaften für die auftralische Station bringen sollte, eingetroffen, ob⸗ wohl vier volle Monate vergangen find, seit das Schiff Perim am Rothen Meere veriassen hat und in dieser Zeit haätte seine Ankunft in Albany be⸗ limmi ersolgen müssen. selbst wenn das Schiff nur uf seine Segel angewieien gewesen wäre. Man uß also mit Gewißheit annehmen, daß die Augufta“ dem furchibaren Ciclone,welcher in r Nacht vom 1. zum 2. Juni im Golf von Iden wuͤthete, zum Opfer gefallen ist. Mit ihr uhen die 223 brabe Manner, welche die Besahung us Schifses hildeten. auf dem Grunde des Meeres und es bleibt dem Vaterlande nur die Ehrenpflicht übrig, für die Hinterbliebenen der in ihrem Berufe derunglückten Seeleute zu sorgen. Es ist anzu⸗ aehmen, daß dem Reichstage in seiner nächsien Session eine bezügliche Vorlage zugehen wird, aber immerhin ist zu wünschen, daß die Regierung in diesem Liebeswerke von der privaten Mildthatigkeit unterstützt wird. Mit Genugthuung kann die Mittheilung verzeichnet werden, daß sich in Berlin unter dem Vorfitze des Oberbürgermeisters ein domité aus Reichstagsabgeordneten, Fabrikanten Zaufleuten und Bantiers gebildet hat, um einen Fonds zur Unterstützung der Hinterbliebenen der Augusta“ anzusammeln. S⸗rttcoes Re München, 2. Oktober. GBayerischer Land— ag.) Der Finanzausschuß ist in vollstandiger Ver⸗ chiebung begriffen. Als erster Vorsitzender wurde n der gestrigen Abendsitzung an Hexrn Rupperts Stelle Herr Walter gewählt. Das Kultusreferat rhalt Herr Dr. Daller; den Etat über das Fi—⸗ anzministerium Herr Luthardt; den Militär⸗Etat herr Dr. Frankenburger. Die vollstandige Ver⸗ heilung der Referate erfolgt heute durch den 1. Vorsitzenden. Die erste Sizung des Finanzaus⸗ chusses wird schwerlich vor Dienstag über acht Tage tattfinden koönnen, da Herr Dr. Frankenburger zur Bearbeitung des Militäretats vorausichtlich die nachste Woche brauchen wird. Am Montag den 12. ds. Maximilian, sind die Herren Miinister yerhindert, einer Sitzung anwohnen zu koͤnnen, zaher wohl am Dienstag den 13. ds. der Finanz⸗ ausschuß seine Berathungen beginnen wird. — derr Abg. Schmelcher ist aus der patriotischen Fraktion ausgetreetien. Munchen. Speziell für die Pfalz sind im Boranschlag des Finanzministeriums folgende For⸗ derungen vorgesehen: Beitrag aus Staatsfonds zur Erhaltung des Gymnasiums in Neustadt a. d. H. 10,000 Mk. In Maßweiler soll eine Kaplanei— in Ludwigshafen eine zweite protestantische Pfarrei, in Kaiserslautern ein zweites Stadwikariat und in Kusel ein ständiges Vilariat errichtet werden. Für rine Kaserne in Speyer wird als erfte Rate 33,500 Mk. verlangt. Für das Amäiggerichtsge⸗ jängniß in Ludwigshafen 26,700 Mtu, für jenes in Speyer 18,400 Mi., in Kaiserslautern 27,800 Rark gefordert. 2 Für Homburg ist der Neubau »ines Bezirksamtsgebaͤudes in Aussicht genommen. Berlin, 3. Oktober. Der Kaiser hat den Inhalt der deutschen Antwortnote auf das Ent⸗ chuldigungsschreiben der spanischen Regierung ge⸗ aehmigt. Dieselbe geht morgen ab und wird Mitte der Woche in Madrid überreicht werden. Alle Nachrichten betreffend Einzelnheiten des Inhalts der RPote,“ Details über das Material, welches dem Papst überreicht waͤre, sowie über die Beilegung des Konflilts haben auf Authenticität durdaus keinen Anspruch. Berlin, 3. Oktober. Said Pascha, bisher ürlischer Botschafter in Berlin, ist nach Baden⸗ Baden gereist, um fich von den kaiserlichen Maie⸗ nauten zu verabschieden. AUAnsland. Wien, 3 Oktober. Gestern iß die Prin⸗ zeshin Wilhelm von Preußen hier ein⸗ zetroffen. Dieselbe wurde am Bahnhofe von dem ronprinzen Rudolf, dem deutschen Botschafter Prinzen Reuß und jammilichen Mitgliedern der Zotschaft empfangen. Ihr Gemabl. Prinz Wildvelm. J ä 3 * * 4 J—— nimmt an den Jagden des Hofes in Steiermark heil. — Der Unterrichtsminister lud die ausländi⸗ chen Regierungen zu einer internationalen Konferenz in Wien für Ende Oktober ein zur Bewinnung eines einheitlichen musitalischen Normal⸗ tones. Solale und po che Nachrichten. *St. Ingbert, 5. Olt. Die Jiehungs— list e der Zweibrücker Pferde⸗rc. Lotterie kann don Interessenten in der Expedition dieses Blattes ein⸗ gesehen werden. — In der Verlustliste der verschollenen, Augußa“, deren Bemannung 223 Personen stark war. finden wir außer dem bereits im St. Ingb. Anzeiger er⸗ wahnten Adolf Konrad Panzerbieter von hier noch einen Pfalzet, Josef Schmalz aus Stein⸗ feld bei Speyer, aufgeführt. Das Pfalz. Kursbuch fur den Winter⸗ dienst, ca. 200 Seiten umfassend, ist eben neu exschienen, enthält die Fahrpläne der pfälz. Eisen⸗ hahnen. der Bahnen in Baden, Bayern, Elsaß⸗ dothringen, Hessen, Nassau, Rheinpreußen, Würt⸗ emberg. der Schweiz und anschließender Verkehrs⸗ inien nebst Kursplan der Rhein⸗ und Bodensee⸗ Dampfboote. den pfälzischen Postverbindungen, Bestimmungen über den Post- und Telegraphen⸗ derkehr ꝛc. Dasselbe hat seiner Zwedmaßigkeit halber auch außerhalb der Pfalz eine große Verbreitung gefunden, so daß dessen jährlicher Ab— at 15.000 Exemplare beträgt, wodurch es moglich st, das Kursbuch wieder zu dem billigen Preise »on 40 Pfg. zu erlassen. Dasselbe kann bei den Bhahneinnehmereien wie auf dem Buchhändlerwege ofort bezogen werden. *Bei der leten Austellungs⸗Prufung für Poft⸗ adspiranten haben sich die Pfalzijschen Candidalen unter 82 folgende Platze erworben: J. Ottokar Deppisch 8. 2. Konrad Fritz 28. 3. Gustav Hopp 40. 4. Karl On— nann 45. 5. Heinrich Graß 50. 6. Karl sarst 65. 7. Karl Stark 74. 8. Adolf Müller 82. —Kaiserslautern, 3. Okiober. In der gestrigen Sitzung des hiesigen Schöffengerichies wurde Herr Bierbrauereibesitzer Schuck wegen Be⸗ eidigung des Herrn Bürgermeisters Hohle gelegent⸗ lich der Enkenbacher Kirchweihe zu einer Strafe pon 80 Marl und in die Kosten verurtheilt. Der Amtsanwalt hatte 100 Mark Geldstrafe beantragt. die Vertheidigung führte Herr Anwait Neumayer ir. Die Klage wurde von der Staatsbehörde be⸗ zrieben. —2 F —— sRKaiserslautern, 4. Oktober. Heute Nacht um 11 Uhr erscholl Feuersignal. In der Rauchkammer des Herrn Mezßger Fischer war Feuer ausgebrochen, das aber durch die rasch herbeigeeilte Feuerwehr im Keime erstickt wurde. —BDie Weinese beginnt in Landau, Al⸗ bersweiler, St. Martin, Maikammer, Kirrweiler, Walsheim, Alsterweiler, Leistadt und Bergzabern am 5., in Siebeldingen und Niederhorbach am 6. in Heuchelheim, Arzheim und Diedesfeld am 7., in Ilbesheim, Virkweiler und Leinsweiler am 8. 8 Mis. W2 Beem f Von der Saar, 1. Olktober. Ein überaus beachtenswerthes Ergebniß der Grube Koͤnig“ bei Reunkirchen verdient als Anregung zur weiteren Irprobung bei der Kohlengewinnung die allgemeinste Aufmerksamkeit. Hert Galloway hatte kürzlich den Bedanken zur Ausfübrung gebracht. Doönamisichüs — 4 — mit Wasser zu besetzen und damit das erfreuliche manche Biersorten um eine Nummer hoͤher ode Frgebniß gehabt, daß auch bei gleichzeitiger An⸗ niedriger klassifiziert wurden. Nur die Firmer vesenheit von Schlagwettern und Kohlensiaub die Loöwenbräu ⸗Müunchen und Eichbaum (Feldschloßchen Flammenerscheinung aufhörte. In Verfolg davon in Mannheim konnten mit Bestimmtheit als gleich aind nun, wie die Zeitschrift „Glück auf“ meldet, werthig beurtheilt werden, so daß diese in erster auf Grube „Konig!? einige Proben mit Wasserbe⸗ Linie mit der höchsten Auszeichnung (goldene jatz, in Schweins⸗Darmen eingeschlossen, gemacht Medaille) prämiiert werden müssen; diesen folgt woͤrden, welche eigaben, daß ein Pulverschuß bei nun der Beurtheilung gemäß die Attien⸗Lagerbier⸗ 3 pCt. Grubengas und 10 Meter Kohlenstaub ⸗ Brauerei zu Schloß Chemnitz in Chemnihz und die Streuung keine Flammen · Erscheinung seigte, wah⸗ roͤwendrauerei in Dortmund. · rend ein gleicher Schuß ohne den Wasserbesatz die sFidele Baumeister', die Erbauer des heftigste Explosion hervorrief. Es wurde auch Zorauet Gymnasiums. haben den amtlichen Schrift⸗ nachgewiesen, daß die auf diese Weise besetzten tücken, welche mit dem Grundstein vermauert Schuͤsse durchaus wirksam sind. indem ein schwerer vurden, ein Fünfzigpfennigstück beigefügt, mit einer Sandstein⸗Black vollstandig zertrümmert wurde. Hebrauchsanweisung an den künftigen Kollegen, Deutz, 1. Oktober. Dieser ITage wurde der den Stein hebt. Darin heißt es: „Dieweil hierselbst ein Landstreicher aufgegriffen, der 900 ve Baumeister don je — Peim Trunk viel Geld Matk Geld bei sich führte. Derselde gab an, er chon ha'n vermuddelt, — Drum haben wir dem jei aus Kierdorf bei Bidburg gebüctig. Als man derrn Colle — Ga diefen Fünfzger mit verbuddelt, ihn jedoch einem Herrn“ aus Kierdorf gegerüber — HedstDu dereinftmals diesen Stein, — so stellte, erwiesen sich a lle seine Aussagen alis Un- änd wir lange schon vergessen. — Gezt leben wahrheit. Ueber den Erwerb des Geldes konnte vir ohn' große Pein, — gehis doch zum feuchten er sich nicht ausweisen. Hrundsteinessen. — Bist Du ein Mann frisch, 234 Eine Begutachtung deutscher Biere froh, wie wir, — und freust Dich schaffend Deiner hat kürzlich auf der Antwerpener Weltausstellung Werke, — dann trink auf uns »nen Schoppen stattgefunden. Herr Karl Michler, der Direltor Bier — Auch zwei, wenn's Dir nicht fehlt an der Münchener pralt. Brauerschule, hat als Miz- Stärke. Wir rufen Dir beim Nektartrank — ein glied der Bier⸗Jury ein Gutachten abgegeben, in jerzlich Schmollis dann hinunter — und wünschen, delchem er erklärte, daß das Resultat ergeben daß Dein Leben lang — Du schwingst den Humpen Jabe, daß die ausgeftellten Biere mit Ausnahme iroh und munter.“ /inzelner, welche durch besondere Umstände Schaden FBerlin, 2. Oklober. Die Auswanderung gelitten haben in Bezug auf Güte ziemlich gleich deutscher Unterthanen über deutsche Häfen und ‚eurtheilt werden konnten, so daß nur durch in⸗ Untwerpen betrug in den ersten 8 Monaten des aividuelle Anschauung einzelner Jurymitglieder Jahres 1885 im Ganzen 79,.933 Personen gegen 23 2 — Kal. Mreisbaugewerkschule sleuer Gesundheitskaffee. ⸗ 9 Weil aus meinem großen Palienten⸗ Kaiserslautern. reist immer umd diel üder die meisten Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbtreibender im Bau⸗ und Kunstge eeiu d tahit werbe. Beginn des Unterricht l88586 Montag den 2. November cawage 3. Pafen in Saarbrůtten Hebaude des Pfälz. Gewerbe⸗Museums in 5 mit Werkstätten verbundenen Fach S — (St. Johann, Bickelmanns⸗Mühle) btheilungen; Dauer von November bis Ende März. Als Bauschule für Maurer hernommen, einen neuen, unüber— Steinhvuer, Zimmerleute, Dache und Schieferdecker. Mosaik · und Cementarbeiter sroffenen Ahen Is Modellirschule für Modelleure, Stuccateute, Sandstein⸗ und Marmorbild⸗ * „verbefserten hauer, Toͤpfer u. dergl.; als Schule für Holzarbeiter, für Dreher. Bau⸗ und zomös athifchen —X ilskaffte⸗ dunstschreiner, Holz⸗ und Elfenbeinschnitzer; als Schule für Metallarbeiler fü pait u Slosser, Schmiede, Ciseleure, Spenglet und Metallichlager, Gold⸗ und Silber ⸗ uͤnter meiner speziellen Aufficht unt Aur Essen und Gelbgießer als Malschule für Zimmer⸗ und Decorations nur aus den allerbesten Fruchtsorten iee Perzelan- und Glasmaler, Stoff · uͤnd Muflerzeichner, Lithographen u (ach meinem Recepte) bittig zu be ergl. Der Unterricht ist foweit nothig theotetisch, sonst vorzugsweise praktisch reiten, füt dessen Reinheit. Gute und daß außer im Feichnen und Entwerfen, auch in der kunst und stilgerechten Mahrrkraft ich jederzeit garautire · Ausfuhrung unterrichtet wird. Im Sommer Fortsetung desselben, wenn d⸗ Da es keine besseren Zuthaten gibt i i Lehrling oder Arbeitet in die Lehrwerlsiaiten des Pfatz. Gewerde als wie sie biet verwandt werden e Acums trim. Vorgeschriebenes Alter 15 Jahre, Dispens nur mit spegiellerftann ⸗ auch keinen besseren Gesunde — amilich beglaubigter Schul⸗, Lehr ˖ heitslaffee geben. als diesen. weil nur n ee ezeugnisse Samslag den 81. Oltober von 9 bis 12 uhr Vor⸗ aturgemaßes icts Lunstuiches. nicta nittags und 4 bis ueeue Seebeteeg Lo Dt nerse ig Vin shemichen.natn Verdorbenes) dozr dehrgesd gelegentlich der Inscription zu entrichten. Befreiung auf Grundsgenommen wird. V ne Dufůgteits zeugnifses. Lehrprogramm und Statuten begziehbar durh die So lann ich demnach diesen ver ˖ Taschet sche Buchhaudlung Kaiserslautern gegen portofreie Einsendung von 40 Pf beserten homdopathischen Gesundbeits —* J Re tt * kaffee“ mit bestem Gewissen empfehlen g l. o ral: imd hat ihn fuür St. Ingbert und — — O. SPatc--· 3 o e 35 deur n .Ingber Ludwig Arnold 8 E tablissement Qohlenstraße) immer vorrathig. worau⸗ für Färberei und chemische Reinigung in Nürnberg.4 bieit Gesunde und Kranle Furberei fur Damen⸗ und Herren · Gardetobe jeder Art in zerttennteinen iwerlsam maqhe. pi. 188 und ungertrenntem Zufiande; ferner fur Mobelstofse, Viusge SZaarbrücken, den 30. Sept. 1885 Bardinen, Seide, Sammt., dtdern Handschuhe ꝛc. J IP. HMHoser, von Damen · und Herren ˖ Garderobe 2. ChemischeReinigung jeglichem Besatze, sowie 8 —— — Teppichen, Möbelstoffen, Gardinen, Handschuhen, Federn, Decken, Sammtjadets etc Fin neuerbautes Vtusterkarte neuester Farben und Fnnoßmestelle dei Frau Ww. Frz. Foos —A Wohnhaus 11,253 Personen im gleichen Zeitraume des Vor⸗ ahres. 7 — FAus Bengalen. Die Kataftrophe ber False⸗Point erweist sich als schrecklicher als man Infänglich glaubte. Die Sturmwoge fegte den Or ast ganziich vom Erdboden und 8000 Menschen hüßten ihr Leben ein. Zahlreiche Schiffe gingen mil Mann und Maus zu Grunde; andere wurden erheblich beschädigt und ihrer Masten beraubt. Rewyhork, 2. Oktober. Das Feuer, wel⸗ hes am Dienstag Abend im Hauptviertel von Jqui— que ausbrach, hat fast das gesammte Handelsquar. Zer zerstört. Die Verluste betragen mindestens 2 Millionen Dollars. Man zählt nur wenige Han— delshäuser, welche dem Bankerott entgehen werden. Bom „Hotel zur Post“ ist nur die nach dem Wasser A Velegene Façade verichont geblieben. Dienftesnachrichteu. Ernennturden: Domkaplan. Joh. Ril. Dengel zum Pfarrverweser in Harthausen, staplan Diehl- in Deidesheim zum Kaplan in Blieskastel, Kaplan Scharding in Blieskastel zum aplan in Deidesheim. Neobresbyter F. X. Keßler sum, Kapian in Herrheim.; Kaplan Ohligschlager in Herxheim zum Domkaplan in Speyer. xir die Redaktian verantwortlich: J. X. Deme ß. Schiffsbericht der Ned Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der Agl:Postdampfer · Pennland Kapitan Weyer, welcher am 19. September von Antwerpen abging, ist am 1. Oktober L Vork angekommen ast· u. Gartenbau⸗ Verein. Mittwoch, den 7. Oktober 18865 Abends 28 Uhr im Lokale des Hrn Baunmann — Vereinsabend, derbunden mit Ausstellung von Obh sorten und Gartenerzeugnissen. St. Ingbert, den 2. Okt. 1886 er Vorstand. Aser Pastillen in plombirten Schachteln. mser Catarrh· Pasten runden Blechdosen m. un' Firma werden aus den echten Salzen inferer Quellen dargestellt und sind in bewahrtes Mittel gegen Husten heiserkeii, Verschleimung. Magen chwäche und Verdauungsstörung. Borraäthig in St. Ingbert be Peter Fery und Albr. Zorn Apotheker. Zön Wiltelms · Felsenauellen Gu⸗ Zwei eiserne Daͤchfenster find zu verkaufen. Wo? sagt die Er dedition ds Bl. Zur Anfortigung rondilligen u.sauberen aller in Buchdruck und Litho- eraphie rorxommenden * — — — — »24 —— * * Wesuch⸗ Druckarbeiten 1 su sofortigem Eintritt ZJamilienblatt. 39 wie Wopie bei der naͤchsten Buch⸗, Musikalien“ ...unc ostanstalt U n g60 M. enummern gratis“ ahvñfson. ne V ö und Musikalienhandlungen bodeidh — òXCAMAIAMSSS in StAInab⸗ri empfiehlt sien dio Buch- —— — —»«»à F. X. 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Ingherter Amzeiger. vt. 81 — Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — —AZg————»⏑“—⏑ e4—— ———— ——— — — „———— — — — ——1[— V —— — — — — her St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalt Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2Zmal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ Zlat und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blat kostet vierteljährlich 1 M 60 4 einichließlich Tragerlohn; durch die Voß bezogen 1. 754, einschließli 40 4 Zustellungzgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfaltischen und solche auf welche die Erpeduion Auskunft ertheilt, 1I3 3, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. A 1996. —— Dienstag, 6. Oktober 188858. 20. Jahrg. * 1 Bestellungen auf den 7 St. Inaberter Anzeiger“ für das * IV. Quarta werden von sämmtlichen Postanstalten, den Aus⸗ rägern und der Expedition entgegengenommen. Soutiches Reich. München. Gayerischer Landtag.) n den Einlauf der Kammer der Abgeordneten ind gelangt: Bitte des Fabrikcathes der kath. Zirche zu Edesheim. Staatszuschuß, zum Gehalt eines Kaplans betr. — Ritte des' kath. Fabrik⸗ rathes von Rohrbach (St. Ingbert) um Er⸗ richtung und Dotirung einer kath. Pfarrei. — Bitie des Stadtrathes von Hornbach um Abhaltung von Gerichtstagen in Hornbach. — Bitte des Fabrikrathes der kath. Kultusgemeinde Contwig um dewilligung eines Staatsbeitrages zum Neubau einer Pfarrkirche. Der neue Vorsitzzende des Finanzausschusses, Abg. Walter, hat die Vertheilung der Budget⸗ Keferate vorgenommen und zugenommen und zugewiesen: das Kultusreferat Dr. Daller, Kor⸗ reserent Dr. v. Schauß, das Justizreferat Dr. Orterer, Korreferent Dr. Frankenburger, die Ftats der Staatseisenbahnen, Post- und Tele⸗ zraphenanstalt, des Zinszuschusses für die Pfälzischen cisenbahnen Dr. Frhr v. Stauffenberg, korreferent Geiger, die Etats des kgl. Hauses und hofes und Staatsministeriums des Aeußeren, sowie die Etats der Staatsschuld, des Staatsrathes und der Laundtagsversammlung Dr. Frankenburger, des :taatsministeriunms des Innern Dr. E. Buhl, dorreferent Dr. Rittler, des Staatsministeriums xer Finanzen Abg. Luthardt, den Forstelat Keßler, dorreferent Dr. A. Clemm, der direkten Steuern, Jölle ꝛc. v. Craemer, den Etai des Bedarfes der Vohnungsgeldzuschüsse für die pragmatischen Be⸗ amten Keßler, Korreferent Dr. Frankenburger, der Bergwerks⸗, Hüttengefälle ꝛc. Dr. A. Clemm, Kor⸗ referent Dr. Rittler ꝛc. M Aus den verschiedenen Etats heben wir unter Anderem folgendes hervor: Die Etats der Bergwertks⸗ Huütten⸗ und Salzweris⸗Gefalle für ein Jahr der 18. Jinanzperiode setzen an in Einnahmen 6,486, 849 Nart gegen 7,229,919 Mark und Ausgaben 5,6610,611 Mark gegen 6,154,284 Mtk. in der vorigen Periode. — Der Etat der Bergwerks⸗Ge⸗ jälle veranschlagt eine Gesammt ˖ Einnahme vor 2,091,571 Mt. gegen 2,125,991 Mi. (17. Per.) eine Gesammt⸗Ausgabe von 1,855,949 Mk. gegen 1.872,005 Mt. (17. Per.) Die einzelnen pfäl⸗ ischen Werke vertheilen ihre Einnahmen wie folgt St. Ingbert: 1,135, 110 Mt. und Mittel erbach: 146,614 Mk., ihre Ausgaben: St. dorrt 974. 292 Mt. und Mitlelberbach 143.400 ark. Berlin, 4. Okltober. Wie dem „Standard anaetheilt wird, hat der Papft die' Absicht aus- eprochen, über die seiner Vermittlung unterbreitett darolinenfrage das Gutachten der römischen Lechtsgelehrten Geozzini, Dedomincis und Giordano inzuholen. Ausland. Wien, 4. Ottobet. Parallel mil den Bot⸗ chafter⸗ Berathungen in Konktantinovel werden die Verhandlungen zwischen den Großmächten fortgesetzt. wie gerüchtweise verlautet, demnächst zur Truppen⸗ Legtere sind bisher darüber einig, daß die Union besichtigung nach Thessalien begeben. 2* Bulgariens nicht mehr rückgängig zu machen sei, Auhhen, 5. Oltober. (Havasmeldung.) Der tonnten jedoch über die Form der Neugestaltung Ministerrath beschloß die Mobilisirung der noch keine Verständigung erzielen. Neben denn Marine und die Einberufung zweier Klassen der Projett, die einfache Personalunion zwischen Bul- Marinereserbe. Die militärischen Rüstun⸗ garien und Ostrumelien herzustellen, werden noch gen dauern ununterbrochen forrr. berschiedene andere Kombinationen erörtert. Da—⸗ Nisch, 5. Oltober. Die Skupschtina wurde chwierichste Problem aber bildet die Frage, wie die gestern geschlossen, nachdem die Anleihe und die anderen Balkanstaaten zu behandeln seien. Serbien Kustungsvorlagen einstimmig und ohne Diskusfion und Griechenland versprachen neuerdings formell, bewilligt und eine kriegerische Adresse erlassen worden keine eigenmächtige Aktion vorzunehmer, bevon war. Der König und der Kriegsminister bleiben Furopas Entscheidung gefällt jei. Rumänien und n Nisch. MNontenegro warien ebenfalls; erstere zwei verlanger Dle und ssche Nachrichten. jedoch unter allen Umständen Kompensationen. Oester *St. Ingbert, 6. Ollober. Auf nächsten ceich und England wollen solche gewähren, alle Donnerstag Rachminag hat die Gesellschaft .Har⸗ übrigen Großmächte aber sind dafür noch nicht gen monie“ für ihre Mitglieder im Baumann'schen Lo- vonnen. Inzwischen behaupten Belgrader Nachrichter kale ein Konzert veranstaltet, dem am Abend geuerdings, König Milan werde ungeachtet seiner eine Tanzunterhaltung folgen sol. Zusagen den Mächten gegenüber schon in nächste b Si. Ingbert, 8. Oktober. Guten Zeit zur Aktion gedrängt werden. Der türklisch Appetit! Ein hiesiger junger Mann, der sich Besandte in Belgrad ist nach Wien abgereist. Er eines recht gesunden Appetites zu erfreuen scheint, vird hier mit ¶dem aus Berlin kommenden Sait zing dieser Tage mit andern jungen Leuten, die Pascha, dem neuen Minister des Aeußern der Pforte don seiner Leistungsfähigkeit nach dieset Seite zusammentressen. Der österreichische Konsul Lippich vweniger überzeugt nd, die Wette ein, 4 Pfund st mit einer Spezialmission nach Cettinje argegangen. Schinken nebst Brod und Bier innerhalb 2 Stunden Paris, 5. Oklober. Bisher ist die Wahl zu verzehren, wenn fie solches zahlen würden. Er don 183 Monarchisten bekannt. Unter den verpflichtete sich, falls er die Wette verlieren sollte, Republikanern herrscht große Aufregung. 10 Pfund Schinken und 15 Liter Bier dagegen Paris, 5. Ollober. In der Mehrzahl der zu bezahlen. Am Sonntag Abend soll die Wette vestuͤchen und nördlichen Departements siegten die n einem bereits bestimmten Wirthslolale zum Aus- donserbativen, ebenso scheinen sie in sieben andern ktrage gebracht werden. Departements siegreich zu sein; in der Mehrzah — Zweibruden, 830. Sept. Verbandlung llet übrigen Departements siegten die Opportunisten egen Adam Scherger, 34 J. a., Aderet von iegen die Raditalen es sind aber diele Stich⸗ Albersweiler. wegen Todischlag. dahlen noihwendige Auch ist ed noch ungewiß. vbDer Angellagte, dem seit lange schon jede Ach- ie andibaten der äußersten Rechten und Linten ung und Liebe zu seinen Eltern geschwunden ist, icht den Opportunisten das Gleichgewicht halten. dat durch sein rohes und brutates Benehmen Ferrh ist im Vogesen-⸗Departement wiedergewähl⸗ viederholt zu den unwuürdigsten Scenen in seinem horden. Die Poriser Wahlen sind zur Jeñ noch Elternhause Anlaß gegeben. Derhfelde fuhlte sich nicht übersesbar. en venzenund e nen 73 e ständige Klage darüber, daß ihm die Eltern Zondon, 4. Oltober. Von einem angeblich ucht genug Geid derabreichten. Viese jhauen ce dertrauenswerthen Korrespondenten erhalt der Daily zuich unausgesezten Fleiß und die großte Spar⸗ Telegrapkz· von Bularest die sensationelle Mitthei ameit ju einem ansehnlichen Vermöͤgen gebragt. ung, daß 6000 Russen sich über di Dongdu gin Jahre 1884 derstarb der alle Scherrer und nach Bul gar ie n begeben hatten. Das vierte herheiraihete sich nun in jener Zeit der Angeklagte umanische Armeee Korp⸗ werde demnächst an der nit einer dewiffen Veher⸗dorfer, welhem Eheschiuß Donau zwischen Focsani und Galatz und das erste doch bald darauf die gerichiliche Trennung foigte Armee⸗Korps in der NRäse von Guirgewo augesen Nunmehr lebte jener ohne jegliche Veschäftigung und verden. Am 18. September seien bulgarische jauste in einer Art und Weise mit seinem nicht banknoten im Werthe von 11 Millionen Fres 5534 — donen diee mbedeutenden Vermögen, daß er in kurzer Zeit —A Rustsschul eingetroffen. Win haus und Aecker verdußerte und den Erlös hieraus zeben diese Nachrichten wieder, bemerker jedoch, wie Zurchbrachte. Vorwurse seiner Mutter über diese iwahrscheinlich es ist. daß so viele Russen durch eichtferlige Bewirihschaftung riefen haufig die be— kumanien sollten reisen kͤnnen, ohne auch von vaucernswurdigsen Seenen dervot, wobei“ fich der inderen Leuten als vom Korrespondenten des „D. Angellagie im den crohesten Sqhimpfworten uber T.“ bemerkt zu werden. Die? rumanische Regierung 2si . demern zu srung seine Mutter. selbst in Gegenwari dritter, ausließ. zat überdies bisher entschieden geleugnet, daß sie Am Morgen des 7. Augun d. J. nun kehrte der Zruvpen zusammenzuziehen beabfichtige. Angellagte, der wegen hochgradiger Verstimmung Athen, 3. Oktober. Zwei hoͤhere Offiziere ind nervöser Aufregung, die wohl eine Folge seines ind nach Ungarn abgegangen, um 'die von der ortwährenden Aergers war, ganze Nachte im Freien Regierung dort angeiauften Pferde in Empfang umbherstreifte, gegen 4 Uhr in seine Miethwohnung zu nehmen. Heute wurden an die mazedonischen dei dem Fuhrmann Fr. Winter zurüch und entfernte Freiwilligen, sowie an die Studirenden, welche mit ich, nachdem er wenige Stunden geschlafen, gegen militärischen Uebungen beginnen, Waffen ausgehandigt. J Uhr wieder. Rachdem er sich laͤngere Zeit auf Die Rekrunrungsbureaus wurden angewiesen, die der Straße umhergetrieben, schlug er gegen 12 Uhr Cadres der Reserve aus Mannschaften vom 28. big den nach dem Kirchhof führenden Weg ein und 81. Lebensjahre zu vervollstaändigen. In den De- vurde kurz darauf von dem Warter auf dem Kirch⸗ partements des Krieges und der Marine sind cn- doje selbst erblidt. Von da begab er sich, wie er ehnliche Kredite angewiesen Der Koöniag wird sich elost angibt. in den neben dem Kirchhofe liegenden seiner Mutter gehötigen Weinberg, in welchem diese vahrend des Morgens mit Laubausschneiden be⸗ chaftigt war. Die sie bei der Arbeit unterstützenden Johannes und Michael Fix waren um 12 Uhr nach Hause gegangen, waͤhrend Wittwe Scherrer, vie öfters, uüber Miittag in dem Weinberge verblieb. Der Angetlagte will hier mit seiner Mutter in Disput gerathen sein, wobei sie ihm die bittersten Borwürfe darüber gemacht habe, daß er müßig nheriaufe, wahrend sie sich Tag und Nächt ab⸗ quälen müsse. Er sei durch diese Vorwürfe so in Zorn gerathen, daß er die am Boden liegende Hacke erfaßt und seine Mutter damit auf den stopf ger ichlagen habe, so daß sie auf der Stelle zu Boden gestürzt sei, Der ruhig Daliegenden habe er noch mehrere Schläge versetzt und fie dann im Wein⸗ berne liegen lassen. So schildert mit kaltem Blute der Angellagte den Vorfall. Gegen 241 Uhr am besagten Tage kam er in seine Wohnung zurüch, og seime besseren Kleider ·au⸗ und, Autzerte. gegenüber der Frau Winter, die ihn zum Minagessen auf⸗ forderte, er habe seine Mutter sdeben todtgeschlagen und gehe nunmehr weg, um fich dem Gerichte zu dellen. In Wirklichkeit begab fich derselbei Jofori jach Landau und erzählte auf der dortigen Gen⸗ emerie⸗Station den Vorgang, wie eben geschildert. die Miethsleute des Angeklagten eilten auf dessen Aeußerung hin sofort an den Thatort und fanden die Leiche außerhalb der Wingerisfurche, zwischen zieser und. dem Kirchhofzaune, am Boden liegend. Dieselbe zeigte am Kopfe, im Gesicht. an der rechten Schulter und dem rechten Arme bedeutende Ver⸗ ietzungen. Neben der Leiche lag eine schmale Wingertshacke und das der Wi iwe Scherrer gehörige Sesel; beide kießen deutliche Blutspuren an sich erkennen. E Der Angeklagte gesteht die ihm zur Last gelegte That im wejentlichen zu, erklärt jedoch, nicht die Abficht gehabt zu haben, seine Mutter zu toͤdten, ondern sie nur korperlich zu verletzen. Er habe, durch die Vorwürfe seitens jener zum höchsten Zorn zereizt, die am Boden liegende Hacke ergriffen und zuf jeine Mutter losgeschlagen. Die vernommenen Zeugen schilderten den Angeklagten als einen ruhigen, harmlosen Burschen, der nie zu Streitereien Anlaß gab, hingegen in ewigem Hader und Zwist mit Linen Eutern lebte. Daß die Erziehung seitens der eßteren eine mit Recht mangelhafte war, steht nach den direlten Aeußerungen mehrerer Zeugen in dieser dinsicht außer allem Zweifel. Im Verlauf der Zeweizaufnahme siellte fich auch heraus, daß der Angeklagte vor mehreren Jahren seinen Vater in nck Adn und Weise mißhandelte, daß die auf den dilferuf desselben herbeieilenden Personen den alten Scherrer als todt vom Plate trugen. Das Schwurgericht erlannte gegen den der Worperverlezuͤng mit nachgefolgtem Tode unter Aus⸗ schluß mildernder Umstände fur schuldig gesprochenen Angeklagten auf eine Zuchthausstrafe in der Dauer don 9 Jahren und sproch ihn zugleich der bürger⸗ ichen Ehrenrechte in der Dauert von 10 Jahren fuͤr verlustig. j — Zweibrüden, 1. Oktiober. Verhand⸗ lung gegen Andreas Kloot. 28 J. alt, Zimmer⸗ mahn von Insheim wegen Mordversuches. Wieder ein Fall, wo ein Sohn nach““ dem Leben seines Baters irachtet! Der Angeklagte fleht seit laͤngerer Zeit in gespanntem Verhaͤltniß mit seinem Vater, Zoran übrigens das Verhalten des letztern die Schuld tragen soll. Et drohte ofters, seinen Vater zu erschießen, und da er hoͤrle, leßterer wolle ihn ind seine Muner umbringen, beschloß er, sein Vor⸗ hjaben am 20. Juli auszuflihren·Et stellte fich nit einer geladenen Flinle em einet Brüucke auf, vo sein Vater aus dem Wirihshaus voruber mußte ind schoß richtig einem Andern, dem Wirth Jakob dutz, saͤmmtliche Schrote in das Gesicht und den haĩs, so daß dieser beinahe gestorben wäre. X deschworenen verneinten den Mordversuch. nahmen Todischlagsdersuch an, worauf der Angekllagte mit Jahren Zuchthaus wegkam. — Zweibrücken; 2. Oktober. Verhand⸗ ung gegen Peter Rummler, 22 Jahre alt, ver⸗ heiratheter Maurer von Kubelberg, wegen Koͤrper⸗ derletzung mit nachgefolgtem Tode. Vertreter der igl. Staaisbehoͤrde: Hert 2. Staatsanwalt Wagner; Zertheidiger: Herr Rechtsptattikant Blum. Am Rachmittag des 8. September abhin waren n der Wirthschaft von 8x Mohrbacher in Zubelberg verschiedene Petsonen zur Nachfeier det den beiden vorhergehenden Tagen stattgehabten ꝛirchweib versammelt, wobei es awischen Ange⸗ hoͤrigen der Familie Muninger und solchen der Familie Rummler zu Streitigkeiten kam, die in ine gegenseitige Schlägerei ausarteten. Hierbei Jatten sich sowohl der Angeklagte als auch der ver⸗ orbene Michael Rummler betheiligt. Nachdem un der Streit zu Ende war, stelte sich der An⸗ Jeklagte vor das gegen die Straße zugehende Eck⸗ enster und rief mit geöffnetem Messer in der Hand in zorniger Weise: „Was haben mich die Ham⸗ micheln unschuldig und hart geschlagen.“ Hierunter hatie er die Brüder Joseph uud. Michael Rummlet zerstanden. Durch die Aeußerung beleidigt, ging ꝛer genannte Michael Rummler,. unter den Worten: was! sind wir Hammicheln!“ auf den —XE os, hieit, indem er den einen Fuß auf die Bank etzte, drohend die Hand gegen letzteren, worauf zieser mit seinem geöffnetem Taschenmesser nach einem bermuthlichen Angreifer schlug und ihm so den verhängnißvollen Stich beibrachte. In Folge der Verwundung entstromte das Blute in raschem daufe aus dem Korper des Getroffenen und war zerselbe nach noch nicht ganz einer Stunde eine deiche. Da nun nach dem Gutachten des Herrn Sachverstandigen der eingetretene Tod in unbeding⸗ em Kausalzusammenhang mit der so beschriebenen Berletzung steht, so hat sich der Angeklagte heute vegen des Verbrechens der Koörperverletzung mit nachgefolgtem Tode zu verantworten. dDer Angeklagte gibt die Moglichkeit zu, daß er die ihm jur Last gelegte That verübt. will je⸗ hoch zur kritischen Zeit betrunken gewesen sein, daß er ich der Einzelheiten nicht erinnere. J 7 Die k. Staatsbehörde hob in ihren Ausführ ⸗ ingen hervor, daß die dem Angeklagten zur Last gelegte That durch die Beweisaufnahme in heutiger Sitzung zweifellos im Sinne der Anklage erwiesen sei. Die schwere Verletzung an und für fich unter Ren obwalienden Verhäunissen gebe keineswegs der Annahme Raum, daß der Angellagte aus Fahr⸗ affigkeit gehandeli habe. Auch könne von Noth⸗ veht“ nicht die Rede sein. da ein rechtswidriger Angriff entschieden nicht vorgelegen. Die Veriheidigung, die vor Beginn des Plai⸗ zoyers die Hinzufügung einer weiteren, auf „fahr⸗ assige“ · Todtung gerichteten Frage veranlaßte, stellte unachst auf, der Angeklagte sei bei Verübung der khat in so trunkenem Zustande gewesen, daß feine Pillensfreiheit völlig ausgeschlossen gewesen und nusse mit Kücksicht auf 8 51 R.St.-G. Freisprech⸗ ang eintreten, zum mindesten sei anzunehmen, daß r die nothwendige Vorsicht nicht habe beobachten Innen und so lediglich aus Fahrlassigkeit gehandelt jabe. Mildernde Umstände „seien jedenfalls mit Küchssicht auf die Trunlenheit des Angeklagten, sewie zie demselben vor der That zugefügten Mißhand⸗ ungen, die ihn in die hochgradige Erregtheit ver⸗ etzt. sowie dessen straffreie Vergangenheit am Platze Die Geschworenen bejahten die auf Korperver⸗ etzung mit nachgefolgtem Tode gerichtete Frage owie diejenige nach mildernden Umstanden, wotaus er Gerichtshof den Angeklagten in eine Gefäng⸗ aißstrafe von 4 Jahren verurtheilte. Mit dieser Verhandlung schloß das IIĩ. Quartal dro 1888. Der Vorfißende des Schwurgerichts nitließ die Herten Geschworenen, indem er ihnen edeutete, fie seien nunmehr am Schlusse ihrer emeinsamen Thatigkeit angelangt und erüdhrige hm noch, ihnen für ihre Ausdauer und tteue hflichterfuͤllung wahrend der verflossenen Sesfion zen gebuͤhrenden Dank auszusprechen. wobei er den Wunfch äußerte, fie moöchten glücklichlzu den Ihrigen uruckkehren. — Aus der Pfalz, 3. Oltober. In der zevorstehenden Herbsikonferenz wird in einem katho⸗ ischen Dekanate des Bisthums Speyer folgender Anitag gestellt werden: Die Konferenz wolle be⸗ chließen, es sei in der Eingabe der kath. Pfarrer der Pfalz an die hohe Kammer der Abgeordneten in Maͤnchen betreffs Verbefserung ihres Gehaltes vie folgt, zu erbitten: 1. Das Pfarreinlommen. nsoweit es aus der staatlichen Kongura fließt, möge nach dem Dienstalter regulirt werden, anfangend nit 1200 fl. in den Städien ec. und mit 1000 fl. zuf dem Lande, bis zu 1500 fl. dort und da. 2 Falls dieses System, das vernunftigste und billigste son allen, nicht deliebt würde, möge das Einkommen er Pfarrer in den Stadten ꝛc. um 100 fl., da⸗ zegen der Pfatrer in den großen Landgemeinden im 400 fl. und das der Pfarrer in den kleineren dandgemeinden um 200 fl. erhoͤht werden. Goaulheim, 2. Oltobet. Morgen gehlt ine Petition des Gemeinderathes von hier und der Vertreter sammtlicher Gemeinden des Kantonẽ in die Kammer der Abgeordneten nach Muünchen ib, betreffs Errichtung eines Amtsgerichts, eventuel Finführung von Amtstagen zu Goöllheim. Der Jiesige Gemeinderath verpflichtet sich, die entsprechen ʒen Räumlichkeiten sammt zugehörigem Mobel und ille sonstigen nothwendigen Einrichtungen und Uten ilien auf Kosten der Gemeinde unentgeltlich zu tellen, sowie für Heizung, Reinigung, Beleuchiung ind für entsprechende Bedienung Sorge zu tragen Wunschen wir den Bittstellern den besten Erfcig. GPf. Pofi.) — Edenkoben. Herr Sommer, der Her⸗ ausgeber des in franzosischer, italienischer und eng⸗ ischer Sprache erscheinenden Blattes „Interpret gedentt seinen Wohnsitz. nach Leipzig zu verlegen. nsere Stadt verliert dadurch ein Unternehmen, das ihren Namen in allen Weltgegenden verbreitele. — Neustadt, 3. Oktober. Heute früh vurde hierselbst Paul Haag, Sohn des Wirthes daag im Lindenberg, an der Achatmühle⸗ ertrankt aufgefunden. . ..MR. B.) — Edesheim, JOltober. AUnlangst siarb zier eine Wittwe, in deren Vermogen sich lachende kErhen theilen. Weil ein Erbe aber minderjährig var, Io wurde Siegel angelegt, bei welcher Ge— egenheit der Herr Oberamtsrichter in Edenlkoben nich das Baarvermögen der Verstorbenen, das über 300 Mark betragen sollte, aufnehmen wollte. Nach hren eigenen Angaben hatte die Verstorbene ihr held im Schrank, wo der Gerichtsbeamte nur 6 gzfennig sand. Darob großer Schrecken unter den xẽrben. Sofort hieß es, der N. N. oder die N. N. nussen, daß fie kurz vor eingetretenem Tode allein im Schranke waren, das Geld genommen haben. Fortan hatte ein Erbe den andern als Dieb in zerdacht. Heute endlich bei der Versteigerung des Mobiliars klärte sich die Sache zur allgemeinen zufriedenheit auf. Als nämlich eine alte Kist hres Iuhaltes, bestehend in Tüchern, beraubi vurde, fand sich eine zugebundene Pappschachtel, die man wegwerfen wollte. Ein Erbe aber öffneie e im Beisein der andern, fand hier den Geldbe:ttel nit 3 Hundert ˖ Markscheinen und 2 Goldftücken im Betrag von 830 Mk. Wie athmeten jetzt die be⸗ onders im Verdacht gestandenen Erben auf! Die Freude strahlte aus Aller Augen. — Röͤdesheim, 3. Oktober. Der vor inigen Tagen in Folge Milzbrandansteckung schwer erkranklte hiesige Einwohner ist durch rechtzeitige Dilfe dem sicheren Tode entrissen worden und he⸗ aändet sich auf dem Wege der Besserung. — Haßloch, 3. Oktober. Auch hier ist in dieser Woche ein einzelner Fall von Milzbrand zurch den Herrn Bezirksthierarzt Louis aus Reu⸗ zadt konstatirt worden. Noch am Abend wurd die betreffende Kuh gemolken und die Milch ver— vwandt — und am nächsten Morgen fand die Be— figerin das Thier verendet im Siall vor. Leider Jat dieser Fall wieder einmal die Unvernunft vieler deute in grelles Licht gesetzt, indem dem an dem jefährlichen und ansteckenden Milzbrand krepirten Thiere troz aller Warnung und gesetzlichen Straf indrohung· heimlich die Haut abgezogen wurde Die Rachsuche nach der gestohlenen Haut bliet bislang erfolglos und ist die Gensdarmerie mit weiteten Recherchen betraut worden. Wenn man dedenkt. bemerki die „R. Zig.“ sehr richtig, wu ahlreiche Menschenleben durch die Berührung mil bicher infigitten Haut gefahrdet werden konnen so st die Habgier einzelner Leute geradezu unbegieiflich hoffentũch gelingt es übrigens dem Diebe auf die Spur zu kommen. 7 * Eisenberg, 4. Oktober. Im hiesigen hahnhofe wurde heute Nacht die Schalterkasse sewalisam erbrochen. Der Dieb druckte die Fenster⸗ heibe ein, stieg ein und entnahm Ml. 41.830 in M.Goldanten und aroben Geldstücken. (—. 1) Vermischtes. f Aus Saarb urg schreibt man der Ir Zig.“: Es durfte nicht allgemein bekannt sein, wer suerst im Kriege 18798 71 von deunscher Seit jefallen ist. — Es war am 30 Juli 1870, morgen⸗ Jegen 8 Uhr, als der Oberst des 7. Nsanenregimentt n Saarbrüden einige Mann der 4 Ezkadron zun Patrouillenreiten nach dem etwa 1 Stunde oberhalb Saarbrüden gelegenen Dorfe St. Arnual komman⸗ ꝛirte · Die beireffenden Reiter hatten zur linken Seite die Saat, zur rechten einen mit vuschwen ʒewachsenen Abhang. Ungefaͤhr eine Vierteisiund / iegsests St. Arnual erbieiten unsere Ulanen aus wie zu einem Hinterhalt geschaffenen Gebüsch wobei der Ulan Nilolaus Müller aus Tem⸗ Hunch den Hals geschossen wurde. Die qu. r machten kehrt zwei nahmen den schwer wundeten in die Mitte und geleiteten denselben Saarbrücken zurück, wo er nach 10 Minuten polge des Blutverlustes starb. Sollte es sich m Ipfehlen. durch eine Gedenktafel an dem Aichen Hause des erwähnten Nikolaus Müller Andenken an das ersse Opfer des blutigen ges den Nachkommen zu überliefer Trier, 8. Oktober. Gestern wurden nach „AIt. Zig.“ in Niedermendig den Geschwistern niler drei fette Schweine gestohlen. Nach der gabe eines dem Diebe begegneten Mannes trug nlbe einen laugen Kittel. In den Fußtapfen felben unterschied er im äußersten Rägelkranze Zim innern auf der einen Seite 12, auf der — hat man Sputen des Diebes verfolgt und wird es atlich der Polizei, welcher Kenntniß von der de gemacht wurde, bald gelingen, denselben aus⸗ d zu machen. * Oppenheim, 5. Oktober Die trübe aerung· stimmt auch die Gemüther der Wein⸗ — und Winzer düster. Wir haben, greibt das „Mainzer Tgbl.“, die große Sommer⸗ ige umsonst ertragen; wir würden froh sein, wenn einen Wein erzielten, der dem 1884er nahe ue. In den Gemarkungen jenseits des Berges guden dieselben Klagen laut. Die Reife der sauben ist dort noch mehr zurück als hier am zhein, und in Bezug auf Quantitäat wird es kaum en halben Herbst geber. 13 AFrankfurt'a. M., 2. Oktober. Eine xgen ihrer Liebenswürdigkeit in Gesellschaften be⸗ te Dame mißhandelte —wie die Kl. Presse nehlt — vor mehreren Wochen ihre Kochin wegen er geringfügigen Ursache derartz daß I auf m linken Ohre, wie der Arzt konstatirt hat, taub worden ist. Der Vater des Madchens perlangte on der Herrschaft eine Entschädigung und zwar t 20 Jahre eine Rente von 500 M. jährlich da sich die Herrschaft zu einer solchen Entschädigung iht verstehen wollte, so übergab“ der Vater die zuche einem Adbokaten, welcher einen Ausgleichver⸗ —XVO— ir Baron, der Brodherr des Mädchens, sich zu net einmaligen Zahlung von 3000 M. und zur raqung der Kosten verstand. Am Bodensee stieß man-bei Arbon egen vier Fuß unter der Oberfläche (bei der alten hleiche) auf einen höchst interessanten Pfahlbau, velcher der Steinzeit angehött. Bis jetzt wurden retessante Funde in Stein, Holz und Knochen cuacht; ebenso kommen Reste von Ur, Bison, duh, Hirsch u. s. w. zum Vorschein. Ein feitener Treffer.)Im Jahre 849 berichteie· ein⸗suddeutsches Blatt über die urgebnisse einer Bauernjagd bei Kellerburg, daß Ziegen, 1 Ziegenbod, 3 Füchse, 2 Hasen. 11 )ennen, 2 Katzen, 14 Tauben, 8 Dachshunde,.8 ahme Enten, Grenzsaule und 2 Oristafeln er- egt, dagegen ein Fleischergeselle. 1 Bahnwärter, Diensijungen und 1 Gemeindediener nur ange⸗ hoffen seien. Daß es heutzutage noch Jeschicktere Schützen gibt, bewies ein Jagdpachter in Rothwasser n der Goͤrlizer Haide dieser Tage. der auf einen vcuß. den er in ein Volk Rebhühner abfeuerte, kinen Hund, seinen Bruder und seinen Mitpüchter dej. Am besten kamen die Rebhühner deim Schufse fort, denn ihnen geschah nichts. Stuttgart, 8. Oltober. Der Schwäbische Nerkut“ beging heute in ebenso großartiger wie imiger imd gemüthvoller Weise sein 100jahriges ubilaum. An der Festtafel nahmen neben sammt⸗ hen Angestellten des Blattes- die Vertreter der rntembergischen Presse und viele hervorragende wonlich · tan des Landes Theil. Die Fomilie ben machte eine Jubilaumsstiftung von 40, 000 Mark fur die Hinterbliebenen und AÄrbeitsunfähigen htet Arbeiter. Den Redacteuren Dr. Lang und lommel, die gleichzeilig ihr 26jahriges Dienst⸗ nhilaum feiern wurden ansehnliche Ehrengaben zu sheil, ebenso weiteren Angeftellten. Dem Chef el Hauses Dr. Otio Elben, wurde vom Konig vn Württemberg die guoße goldene Medaille für tunst und Wifsenschaft am Bande des Kronen⸗ sdens vom Fuͤrsten von Hohenzollern das Ehren In des Hohenzollern'schen Hausordens verliehen ie Stadt Stutigart gratulirte ebenfalls. Ein enmahl vereinigte alle Theilnehmer der Feier. deren Schluß die Aufführung von lebenden Bildern u. s. w, bildete. 8. rGeach Kamerun.) Von den Ulmer Dra⸗ jonern werden in den nächsten Tagen drei Unter⸗ ffiziere nach Kamerun als Instruktoren abgehen Dieselben erhalten bei freier Fahrt und Verpflegung 1000 Mtk. bar, nach 2 Jahren 2000 Mt. rFMünchen.“ Das „Amisblatt des gl. Staatsministeriums des Innern“ Nr. 20 veroffent⸗ licht die Ministerial ˖ Entschließung vom 24. Sept. d. J. die Volkszählumg am 1. Dezember betreffend. Durch die Volkszählung ist die orts anwesende Bevölkerung zu ermitteln. Dieselbe be— steht aus der Gesammtzahl der zur Zählungszeit innerhalb der Grenzen des Königreichs anwesenden Personen. Als ortsanwesend werden in den ein⸗· zelnen Orten diejenigen Personen betrachtet, welche daselbst in der Nacht vom 80. Nobember auf den 1. Dezember sich aufhalten. Die während dieser Nacht auf Reisen oder soust unterwegs befindlichen Personen werden da als anwesend verzeichnet, wo iie am Vormittag des 1. Dezember anlangen. Personen an Bord von Schiffen,die auf bayerischem Gebiete verweilen, werden, der ortsanwesenden Be⸗ olterung zugerechnet. In Betreff der auf der Fahrt befindlichen Schiffe findet die Bestimmung »es 8 2 Abs. 2 enlisprechende Anwendung.“ Die zahlung dient ferner zur Ermittelung der sämmt ˖ iichen Gebäude, Baulichkeiten und Aufenthaltsorte. 7 Münch en, 1.Oltober. Die Obst⸗, Gerste⸗ und Hopfenausstellung im Glaspalast ist großartig Besonders die pfälzischen Odst⸗Kolleltionen über— ragen alle anderen bei weitem. In Hopfen und Berste steht die Pfalz allerdings den übrigen Kreisen Jegenüber sehr im Hintergrunde, was Reichhaltig jeil anbelangt. Im Glaspalast herrscht reges Leben und ein riesiges Durcheinander. Im linken Flüge! des Gebäudes ist eine japanesische Ausstellung eta⸗ lirt, deren Musik von Morgens bis Abends nich! chweigt und einen fortlaufen machen könnte. Das zntree für die landwirthschaftliche Ausstellung be rigt 20 Pfg. die Person und bezahlt der General⸗ iniernehmer der japanesischen Ausstellung für das Recht, auch das Entree für die landwirthschaftliche Ausstellung heben zu dürfen, 12,000 Mt. — 7 Muͤnchen. 8. Oitober. Der Redabteur goshart der „N. N.“ wurde heute, nachdem er zerweigert, den Verfasser eines Ariikels über die taatlich geleitete Hagelversicherung zu nennen, nach Absatz 2, 8 609 der Strafgesetzordnung sofort ver⸗ haftei und in Begleitung eines Detektives vom Zureau des Richters nach der Frohnveste abgeführi. 7 München, 4. Okltober. Das Oktober⸗ rest verlief bei herrlichem Wetter unter ungeheurer Betheiligung des stadtischen Publikums und starken Besuͤche der Landwirthe. Vom koniglichen Hause dat niemand anwesend. Vom RMinisterium die derren ·d. Pfeuffer und v. Freilizsch. Die Preis⸗ zertheilung währte 1hz Stunden. Irgend eine ennenswerthe Stoͤrung käm nicht vor. * 4 (Ein muthiger Greis.) Der pensionirte Stuhlrichter · Amtsdiener Andreas Galambofstki, iner der, wenigen noch am Leben befindlichen Hheteranen, welche die Leipziger Voͤlkerschlacht mit nachten und der in Folge dessen seiner Zeit mit ʒem Kanonenkreuze decorirt wurde, hat am 16. v. M. in Leutschau troß seiner 96 Jahre, wie der Zipfer Bote“ mittheilt,. den Ehebund mit einer Wittwe hon beiläufig 80 Jahren geschlossen. p Ein Jagdkuriosum, für dessen Wahr ⸗ heit ausnahmsweise eingestanden wird, erzaählt man der „W. Ztg.“: Ein Forster zu Broich hatte am stott dicht nebeneinder drei schwere Tellereisen ge⸗ egt, um wo moͤglich eine wilde Sau, die dort chon seit einiger Zeit gesputt wird, zu fangen. Al er Morgens die Eisen nachsah, fand er in dem einen einen Hasen und in dem anderen, dicht da⸗ neben liegenden — einen Fuchs: Der Hase hatte ich augenscheinlich zuerst gefangen, und auf sein Zlagen schlich sich Freund Reinece heran, in der hoffnung, einen willlommenen Fang zu thun. Wie nag er erschroden sein, als ihn dicht vor dem zanz sicher geglaubten Braten auf einmal selbff das tuͤckische Cisen umllammerte. f Der unter dem Verdacht eines Juwel en⸗ Diebstahls in Untersuchungshaft befindliche Ge— chaftsführer der Furstin Dolgorudi ist aus der Zaft entlassen worden, da er sein Alibi unzweifel⸗ aft nachweisen koöͤnnte. Er hat namlich zu der Zeit, als sich der Diebstahl ereignete, im Gefangniß Jesessn — mehr kann man nicht verlangen! F Einsentsetzliches Unqulück hat sich gestern Abend ereignct. Ein Schlosserlehrling Ramens L., welcher mit Reparaturen am Kirch-⸗ thurme zu St. Mathias beschäftigt war, verlor das Bleichgewicht und stürzte in die Tiefe herab, wo er mit zerschmetterten Gliedern aufgehoben wurde. F Bern, 2. Oktober. In den Alpen des dantons Freiburg sind 40 Kuhherden mit etwa 2000 Stück eingeschneit, so daß man ihnen ent⸗ weder mit Futter zu Hülfe eilen oder einen Weg bergab bahnen muß, ungeachtet aller wegen der Maul-und Kleuenseuche erlassenen Absperrungs vorschriften. . Oieneueste Mode.) Russische Mützen. aus feinem dünnen Seidensammt und aus weichem glänzenden Peluche bilden heuer die große Herbst⸗ und Wintermode als Ersatz für Damenhüte. Die Weichheit dieser Seidenstoffe ist eben geeignet, die Facon durch viele Falten abzurunden und sich jedem Damentopf. und jeder Frijut anzuschmiegen; es rxistiren deine Stoffe, welche zu jeglichen Toilletten o vortheilhaft passen würden, als Peluche und Zammt, sie bleiben die elegantesten und verjüngen bei richtiger Farbenwahl das Aussehen jeder Dame. Petersburg, 4. Oltober.Der reiche Moskauer Silberfabrikant Chlebnikow, welcher auf der Tour von Petersburg nach Moskau in einem Separatlupee erster Klasse plößlich verstorben ist. osl, wiedie Obdultion annehmen läßt, ermordet man sagt erwürgt) worden sein. Er führte am Tage zuvor eine bedeutende Baarsumme bei sich, auf der Reise fand man nur noch hundert Rubeil in seinem Besitz. Irgead welcher Anhalt über den Mörder Ffehlt bis zur Stunde. r (Abte Toninstrumente.) In Assyrien und Egypten, namentlich in Memphis, sollen kützlich einige 3000 Jahre alte Harfen ausgegraben worden sein. Auch Floten, Trompeten, Trommeln und Glocken wurden gefunden, aber keine unseren Beigen aͤhnliche Streichinstrumente. 7 Newyork, 2. Oktober. In den Solar Itonworks in Pittsburg xxplodirten heute Nach⸗ nittag sechs Dampflessel. Die Fabrik wurde in inen Trümmerhaufen verwandelt und 17 Arbeiter vurden schwer derletzt. Zwei derselben find seitdem hren Wunden erlegen. ⸗ FEin Amerikaner hat fich der höchst zützlichen · Arbeit unterzogen, das Gewicht der Stubenfliegen festzustellen. Er hat gefunden, daß 18,000 Stück auf ein Pfund gehen. Und da nachen oft Leute Lärm, wenn sie einer Cotelette aur 4 mitgebratene Fliegen finden. 7 In einer Gesellschaft wurde über das Ver⸗ zäliniß der geistigen Qualität beider Geschlechter zestritten. Lange schwankte das Für und Wider. Die Mehrrzahl neigte der landläufigen Ansicht zu, die Manner seien, der Natur nach, klüger, denn die Frauen. Da tritt Schopenhauer der schneidige Denker, in die Gesellschaft und wird stürmisch um eine Meinung, als ein die Sache entscheidendes Urtheil, gefragt. „Die Frauen sind die Klügeren, ohne Zweifel,“ entschied zum Erstaunen Aller der Befragte, „denn — sie heirathen Manner,“ setzte er erklaärend hinzu. N2t8. (Ueberwinterung von Speiselkartoffeln.) Um Kartoffelknollen den Winter über frisch zu erhalten, läßt man fie auf der Stelle, auf der sie gewachsen iind, stehen. Haben fie Anfangs Okober ihre Reife xlangt, so schneidet man das Kraut ab, behaufelt ie tief und bededt den Boden, Furchen und Kämme, nit Laub, Moos, Kraut, Rasen, Torfmülle, Sage⸗ panen oder aähnlichen Stoffen. Diese Bedeckung muß aber dick sein und so fest getreten werden, daß der Frost nicht bis zu den Knollen gelangen tann. Unter dieser Dece dleiben dieselben dis zum nhchsten Frühjahre, ja, lann man das Land ent⸗ behren, bis tief in den Sommer hinein, so frisch und wohlschmeckend, wie sie zur Zeit der Ernte zu sein pflegen. Für die RNedaktion verantwortlich; 7 De⸗weng. Gegen Kopfschmerzen. Ludwigshafen oq. Rh., Grafenau. Geehrter Herr! Auf die mir von Ihnen zugegangene Rachricht muß ich erwidern, daß ich Ihre Apotheker dt. Brandt's Schweizerpillen schon angere Zeit gegen Kopfweh angewendet habe und zwar nit dem besten Erfolg und spreche ich Ihnen hiermit meinen verbindlichsten Dank aus. Ergebenst W. Hofmann. Man verfichere fich stets, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen a Schachtel M.1 in den Apotheken) ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R. Brandt's trägt und weise alle anders rpackten zurück. Vorschuss-Verein 8ðt. Inghert. Todes⸗Anzeige. — Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unsern lieben Gatten Vater, Großvater, Schwiegerbater und Brudgerr — J— J 3 h Peter Schweitzer, im 64. Lebensjahre heute morgen 6 Uhr, versehen mit den hl. Sterb⸗ akramenten, nach langem Kranksein zu sich abzurufen. Ste Ingbert, den 6. Oklober 1885. Um stille Theilnahme bitte 3 *7 Die tieftrauernde Familie. Die Beerdigung findet Donnerstag morgen um *49 Uhr, vom Sterbehause im Mühleneck aus, statt. (Eingetragene Genossenschaft) e Bilanz am 30. September 1888 6 Cassa-Conto vechsel⸗Conto Darlehen Conto Donto- Corrent-Conto ffecten⸗Conto Mobilien-Conto mmobilien-Conto Stammantheil-Conto Reservefond-Conto Delcredero·Conto Tratten⸗Conto Sparkassen-Conto Qanken- und Voreéine Conto Dividenden-Conto Gewinn- und Verlust- Conto dg ⏑——— AIBS-— Mituliederæchl 689. Der Vorstand. 233195 8 371000 2674164 51564 546380 80 — isn 12433 — Einem geehrten Publikum hiermit zur gefälligen Rachricht, daß ich von Donnerstag ab in meinem Hause an der Kohlenstratze die Bäckerei mit Mehl- und Kleienverkauf zetreibe 7919120 H ochachtungsvollstt — o t. natssSchvriyy * d J — —— — ꝙ Soeben erschien J —E F SLOB-Aagade — —8 Gut.Form. von Sehoroc — XEX— Heft beginnt mit: Humeo des oetJö. ————— etec... 5. — Roman von Schubin eic. — —— e ce Seiten Teat, 2 * — 4,haolxæ, Roseg- reich ilustre. 2 4 —— We 5 mar —8 att 2* 8 u —— 9 * per, Eꝙk- pier. Preis F 8 stein. Wil- nur 2ñ PI. 88 * Die Wochen- und Heftausgaben —8 —8R J —X in Quart erscheinen nach ⸗ IX — æ rvor veiter. B .* —7 & ——* A — 9 — — .* J zßα Gchore“ —5— J Die J Damen-Maäanbtel Fabrit Therese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johanu Bahnhoffstr. 87 empfiehlt für die Herbstsaison eine große Auswahl Regenmäntel, Zaauets und Umhänge von den einfachsten bis elegantesten Genres. Steis großes Lager in PriICOtaiIIen, schwarzen Kleidercachemirs und Schürzen. Aeußerst billige aber feste Preise bei streug reeller Bedienuna. U Anfertigung nach Maß unter Garantie für guten Sitz ohne Preiserh shuna. —* Veuer Gesundheitskaffee. Weil aus meinem großen Patienten⸗ rreise immer und viel über die meisten Sorten Gefundheitskaffee ge— llagt wurde, so hat es nun mein Schwager J. Pafen in Saarbrücken (St. Johann, Bickelmanns⸗Mühle) aübernommen, einen neuen. unüher⸗ roffenen reinen „verbesserten jJomöspathischen Gesundheitskaffet“ inter meiner speziellen Aufsicht und nr aus den allerbesten Fruchtsorten mach meinem Recepte) billig zu be⸗ zeiten, für dessen Reinheit, Güte und Nahrkraft ich jederzeit garantire. Da es keine besseren Zuthaten gibt, als wie sie hier verwandt werden, so kann es auch keinen besseren Gesund⸗ heitslaffee geben. als diesen, weil nur Raturgemäßes (nichts Künstliches, nichts Chemisches, nichts Verdorbenes) dazu genommen wird. So kann ich demnach diesen „ver⸗ besserten homsopathischen Gesundheits⸗ affee“ mit bestem Gewissen empfehlen und hat ihn für St. Ingdert und Umgegend Herr Frauz Jacob Henrich in St. Ingbert Kohlenstraße) immer vorräthig, worauf ch hiermit Alle, Gesunde und Kranke. zufmerksam mache. Zßaarbrücken, den 30. Sept. 1885. J— ne pir. 2.* Auflage 344,000; das verbreitetste aller veutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ heinen Uebersezungen in zwolf fremder Sprachen Die Modenwelt. zillustrirte Zeitung für roilette und Handar⸗ eiten. Monatlich zwei dummern. Preis vier⸗ ——⏑— ʒKr Jahrlich ersche inen: 24 Nummern mit Toi letten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Ee⸗ schreibung, welche das janze Gebiet der Garderobe und Leibwasche * und Knaben, für »as zartere Kindesalter umfassen, ebenso die 17 deibwasche für Herren und die Bett⸗ und 41 TBP — I Handarbeiten in ihrew hren von Autwerpen jeden Samstag dirett nat 12 Beilagen mit etwa 200 Schnitimusterr Rew· Yort n. Philadelphia. zere alle ur alle Gegenstiände der Garderobe und eiwa Ausgezeichnete Dampfer mit vorzüglicher Einrichtung für Passagiere al o00.RXuster· Borzeichnungen für Weiß⸗ undsTZlassen. Deuische Bedienung und Aerzie auf jedem Schiffe. e Wegen Vassage und näherer Auskunft wende man sich an ꝛei 83 eene und Pofianstalten / — — Hermam n Lsvur-St. Ingbert. —Brobe⸗Rummern gratis und france dur — ⸗ — — — — — 200 ie Expedition, Verlin W, Potedamer & 2 — — 33; Wien J. Operngafie 8 —B 7 — — J * * Papvne's illustrirter 3. FPamilien-Kalender 1886 IDPIMAVIM8bg —XV 10700 Geldgewinne von 25,900 Mark abwarfns. zusammen 75.000 Mr Wand⸗Kalender Portem onnai⸗Kalender Vortefenille⸗Kal ender ist bereits erschinen und in der Exvedition dieses Blattes zu haben. HbLbreis . Deggendorfer Loose a 2 Marui mit Geldgewinnen von eb. 120,000 Mart, 70,000 Mtk.. 30,000 Mk., 20,000 Mt. ꝛc. Günftigste aller Lotterien. Sen.Ag. A. & B. Schuler, München. vooie bei den bekannten Verkaufs ltellen. — Druck und Verlog von F. x. Eine Wohnung m oberen Stock meines Hauses neden Fafé Oberhauser ist, sofort beziehbar. zu vermiethen. M. Thiern. echnupgen Gebzrauch nd stets vorräthig in der ——AX de⸗n St. —XX Angeiaer⸗ Demeß in E Mote. yp 13 I. Amtliches Organ des könial. Amtsgerichts St. ARgberf òXECCCCCS2.CCS — — — — — — — — — — — —— — der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlic fünfmal: Am Mountag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ blalt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 4 einschließlich Traͤgerlohn; durch die Pofst bezogen 14 75 &, einschließli 4 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Exvedition Auzkunft ertheilt, 18 . Meclamen 30 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimaliage berechnet. A 197. Donnerstag, 8. Oktober 1885. 290. Jahrg. 1 Deutsches Reich. München, 4. Oktober. Präsident Dr. vchmitt, der zur Zeit als dayerisches Mitglied bei der Zivilgesetzgebungs . Kommissfion in Berlin weilt, hot sein Referat (Erbrecht) nahezu beendet. In Folge dessen bespricht man in Juristenkreisen dessen Berufung auf den erledigten Posten eines Präsi⸗ denten des Oberlandesgerichts München. München, 5. Oktober. Die Kammer der Keichsräthe wählte zu ihrem zweiten Präsidenten Hen. v. Pfretzschner. Nächste Sitzung unbestimmt. München, 5. Oktober. Der Stand der „Allgemeinen Staatsschuld'“ war am 31. August 1888: 232, 0656,116 Mark 78 Pfg., der Eisen⸗ bahnschuld 953,527, 085 Mk. 84 Pfg. der Grund tenten· Ablösungsschuld 160,939,981 Mt. 91 Pfg and der Landeskultur⸗Rentenschuld 95,000 Mark. Müuͤnchen, 6. Oktober. Aus den Motiven s Entwurfes zum bayerischen Malzaufschlags— ieseß heben wir hervor, daß die Regierung auch eßt noch auf die Erhöhung des Malzaufschlags uicht verzichten kann, da bei dem hierdurch ent⸗ lehenden Ausfall von 98,4. Millionen eine Erhoöh— ing der direkten Steuern um 85,4 pCt. erforder⸗ ich würde. Es wird überhaupt nicht mehr nöglich sein, die Erhöhung des Malzaufschlags hhne ernstliche Gefährdung der geregelten Fortführ— mng des Staatshaushaltes zu beseitigen; deßhalb rhlt bei den Bestimmungen des neuen Gesetzes uch die Bestimmung der früheren, daß die Er— shung nur für zwei Jahre zu gelten habe; der kaß von 6 Mk. soll eben dauernd eingeführt wer— en. Daß derselbe das Brauereigewerbe nicht über— adßig belastet, dafür liefert die Thatsache den Bet deis, daß 1883—84 nur bei 6 Brauereien von 9, welche den Betrieb einstellten, die Steuererhöh⸗ ing als Mitursache der Einstellung angegeben wird Der Verbrauch an Braumalz betrug 1881 3342 765 Hektoliter, 1882 5,242,840 Hektoliter, 1888 5,841,094 Hektoliter, 1884 5303, 110 deltoliter. Die Gesammtbiererzeugung hat 1884 en das Vorjahr um 343,021 Heltoliter zuge⸗ ummen. Der durchschnittliche Bierverbrauch de⸗ „Anet sich im Jahre 1884 auf 216 Liter fuͤr den vopf. im rechtsrheinischen Bayern allein auf 230 iet. — Uedergehend zu den Petitidnen und den aschlägen, welche die Uebermacht des Großbe ithes bezwecken, bemerkt die Begründung des Ge— yenwurfes, daß dieselben sich bei näherer Prüfung undurchführbar erwiesen hatten. Die Abftufung Einheitssteuersatzes noch verschieden besnimmten Ariebsabzweigungen ist undurchführhar, weil es ugen der großen Verschiedenheit der Einzelbetriebe woglich erscheint, eine nur einigermaßgen gerechte nenge für die Abstufung zu finden. Auch die Erhebung Nalzaufschlagsgebuhren nach dem Gewichte stalt ddem Maße isi undurchführbar, weil dadurch die dorhandenen Malzmeßapparate nahezu völlig ent⸗ het würden. Doch ware die Frage in Erwag⸗ zu nehmen, wenn ein in jeder Veziehung ver— ger Waͤgeapparat an Sielle des Meßapparates nt zu werden dermag. Diese Bedingung ist zur Zeit nicht erfut. Uebrigensist die nauur⸗gierung im Begriffe, eingehende Versuche die Zuverlaffigkeit Sicherhet und Dauen dleit derschiedener Wageapparate anstellen zu kassen in der Zeit von der fünften bis zur drei— zehnten Woche nach dem Unfall zu leistenden, seitens des Betriebsunternehmers zu erstatienden Mehrbe—⸗ trag an Krankengeld. Berlin, 7. Oktober. Nach der „National⸗ zeitung“ verlautet neuerdings mit wachsender Be— timmtheit, daß die Ernennung des Grafen Münster um Botschafter in Varis in hohem Grade wahr⸗ cheinlich sei aber nicht zu viel gewagt, bhat der Erfolg des gestrigen Abends bewiesen. Sowohl die Fülle des Bebotenen, als auch die edlen Sorten und schönen Qualitäten übertrafen alle Erwartungen und er— regte das Erstaunen der zahlreich erschienen Mit— zlieder. Die reichsten Obstfortimente waren von Hherrn Apotheker Weigand und Herrn Fabrikani J. B. Martin ausgestellt; von ersterem u. A. die köstliche Pastorenbirne und eine Duchesse I' Angouleêème im Gewicht von 525 Gr.; von letz⸗ terem eine große Auswahl von Winterbergamotten und Aepfeln. Von hervorragenden Sorten nennen pir noch die Reineéttes d'Orlébans des Herrn Thierarzt Weigand, den Kaiser⸗Alexander⸗Apfel )es Herrn Gasmeisters Heck, den gelben Edelapfel des Herrn Gartner Ungewitter, die gelbe Butterbirne des Herrn Joh. Köni g, die Muscat⸗ and Ananas-Reinetten des Herrn Joh. Fries (v. Topfbäumchen), die deurte magnisique und Birnquitte des Herrn Adt, die sehr schönen Reinetten des Herrn F. J. Henrich und die Braßanne- und Esping-Bergamotte des Herrn Pfr. Ferckel. Besonderes Aufsehen erregten durch Büte und Schönheit die von Herrn A. Betzz und Herrn Schneidermeister Jo st ausgestellten Trauben, anter letzteren Exemplare von 350 Gr. Gewicht uind 29 Em. Länge. Im Ganzen waren 47 ver⸗ chiedene Sorten Birnen und 22 verschiedene Sorten Aepfel ausgestellt. Würdig reihte sich denselben eine prachtvolle Follection von Gartenerzeugnissen an. Herr Dr. Bartholoma hatte Kohlrabi von 514 und 5* Pfd. sowie zweipfündigen rothschaligen Herbstrettig, Herr Einnehmer Wehrbein schönes Rothkraut und Speisekürbis von 182 Pfd. geliefert. Zwie— beln, Rothkraut, Bleichsellerie, Endiviensalaf von 284 Pfd., Alles in seitener Größe und Schönheit hat Herr Kirchner aus dem Garlen des Herrn O. Krämer, Herr Fischer einen Wirsing von 6 Pfd. und einen Weißkrautkopf von 10113 Pfd. Herr Ungewitter ausgestellt Die Ausstellung wird einige Tage im Saale des Herrn Baumann verbleiben und steht ko m— menden Sonntag nachmitiags 224 Uhr Jedermann' der Zutrifffrei. Möge dieser kleine und doch schöne Anfang die Bestrebungen des Obste und Garlenbauvereins jördern, die Zahl seiner Freunde mehren und vielen »in Beweis sein, daß auch hier Obste und Gatten. rultur keineswegs aussichtslos sind. 4 — Am Dienstag wurde die Malzfabrik des Herrn M. Syffert in Blieskastel Zum Preise von 50,000 Mt. an Herrn Cbr. Bart'h aqus Gersheim verkauft. — Aus Alsenz, 3. Oktober, wird der „Nordpf. B.“ geschrieben: Einer mit zugehenden Vachricht zufolge, hat fich die Wittwe Wenz von Oberndorf in der Nacht vom 3. zum 4. Öltober in der Alsenz ertränkt. Bereits am Samstag Abend uchte man nach ihr, ohne sie zu finden. Erst am Sonntag Morgen fand man sie in der Nähe der Oberndorfer Untermühle, wohin sie vom Wasser getrieben war. Als Ursache gibt man an, daß die Frau schon 7 Jahre geiffeskrank sei und wiederholt verfucht habe, die That auszuführen, jedoch immer durch treue Pflege und Bewachung daraͤn verhindert werden konnte. Endlich ist es der alten Greisin, die hoch in den siebenziger Jahren steht. doch ge⸗ lungen: Es ift doch sehr hart, daß in unserem Kanton Obermoschel in der Zeit von 10 Jaden drei Soelbstmorde veschehen kongrn Auslband. Wien, 6. Okt. Es wird ein Artilel im Abenoblatt des „Pester Lloyd“' telegraphisch hierher ignalisirr, welcher sehr kriegerisch lautei und wo— iach ein Theil unserer Flotte bis zum 20. d. M riegstüchtig gemacht werden soll. Paris, 6. Oktober. Die ganze Nacht errschte hochste Aufregung wegen des zu erwar— enden Wahler gebnisses. Die Ergänzungs- »lätter folgten einander und wurden reißend ver— auft. Um 10 Uhr gab es großen Larm vor dem Bureau des „Gaulois“ und auf dem italienischen Zoulevard, wo die von Lilien und dem gallischen Hahne eingefaßte Inschrift prangte: 172 monarchischt Deputierte sind gewählt! Frankreich hoch! Ju— wischen der Hochrufe auf den Kaiser und auf den Zoönig wurden Scheiben eingeworfen, dabei 14 LBersonen, darunter 2 Grafen verhaftet. Die Polizei hat heute wiederum Vorsichtsmaßregeln ge⸗ roffen. In den Ministerien herrscht Verwirrung. Legrand und Hervés Magnon,j der Handels und der Ackerbauminister haben sofort ihre Ent— assung eingereicht, wogegen Allain⸗Targé als Entschildigung der Niederlage verbreitete, die Krisis in dem Ackerbau und die republikanische Zwietracht eien Schuld. Laut Clomenceaus „Jußslice“ ist Jules Ferry an allem schuld. Clémenceau ruft alle Republikaner auf, bei der engeren Wahl iberall zusammenzuhalten, wo die Reaktion gefährlich werde. Die opportunistische Presse schiebt alles auf Ineinigkeit im republikanischen Lager. Das „Jour— aal des Débats“ fragt, ob soich Ministerium veiter bestehen könne. Das „XIX. Siècle“ be eichnet Clé menceau als den Uebelthäter. Der „Intransigent“ klagt Brisson an, der die Republik nuthwillig zu Grunde gerichtet habe, weil er die ilte Mehrheit zurückerlangen wollte, um Prasident ver Republik zu werden. Der menarchistische „Soleil“ befürchtet, daß die Konservativen die Mehrheit erlangen könnten. — Das Wahlergebniß in der Provinz außtzer ßaris und Algerien stellt sich jeßt so: Reaklionäre 180, Republikaner 187, wovon 88 Raditale, engere Wahlen 230. Bei den engeren Wahlen haben Aussicht, ihre Leute durchzubringen die Reaktionaren dei 31 Wahlen und die Radikalen bei 104. Eine zenaue Stimmzählung in Paris iß vor Maraen nicht vollsiändig zu erwarten. Suakin, 7. Oktober. Reuter's Bureau neldet: Ein Telegramm des Beys Markopoli aus Asmara vom 29. Sept. an Oberst Chermside be— tätigt den Sieg der Abyssinier über die Rebellen inter Osman Digma, welche 8000 Todte und VBerwundete auf dem Schlachifelde ließen. Digma vurde unter den Todten identifizitrt. Die Abysfinier erlitten schwere Verluste derlin, 6. Oktober. Der „Reichsanzeiger“ d heute eine Bekanntmachung des Reichs— erungsamtes, betreffeund den vod den HRanten. Lokale und ps e Nachrichten. F. St. Ingbert, 8. Oktober. Eine O b st⸗ russtellung in St. Ingbert, —« dies schien gewiß vielen ein gewagtes Uüternehmen. Daß wir — In Albisheim a. Pfr. verunglückte am Sonntag der 26 Jahre alte Ludwig Göhring, der bei seinem Vater im Geschaft ist, beim Schießen nach einer Scheibe mittelst eines Rebolvers, daß die Kugel zurückprallte und ihm in die Schläfe drang. A Sleinfeld, 5. Oktober. Kürzlich wurde dem Kaufmann Hundemer eine Summe von einigen Hundert Mark gestohlen. Als die Diebe wurden einige Schulknaben ermittelt, bei denen der ganze Geldͤbetrag sich vorfand. Der Bestohlene hat na⸗— türlich sein Eigenthum sofort zurückerhalten. — Dem Dürkheimer Wurstmarkt fielen 2 Ochsen, 8 Fassel, 5 Stiere, 7 Kühe, 34 Rinder, 53 Galher und 114 Schweine, zusammen 218 Stück zum Opfer. Dazu kommen ungezählte Enten, Gänse, Hahnen, Hühner, Fische u. s. w. Fetrunken sollen sein 3900 Liter Federweißen, 23.437 Liter alten Weins und 45.168 Tasffen Kaffee. — Marximiliansau, 4. Oklober. Heute wurde in der Nähe des benachbarten badischen Städtchens Mühlburg der Polytechniker Ernft Vogler todt aufgefunden. Am Kopfe befand sich eine Schußwunde. Die Arme waren zusammen⸗ gebunden und die Taschen leer. — Ludwigshafen, 5. Oktober. Heute Abend kurz nach Eintritt der Dunkelheit ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Einige Jungen spielten in der Mundenheimerstraße in der Nähe des Eisenbahnviaduktes, als eine Chaise des Weges kam und einen der Jungen überfuhr und zwar so unglücklich, daß derselbe starb, noch ehe er ins Krankenhaus verbracht werden konnte. Wie ich vernehme, heißt der bedauernswerthe Junge Altig, ist 9 Jahre alt und erst seit einigen Tagen hier bei seiner Mutter, um in hiesiger Stadt die Schule zu besuchen, während sein Vater sich auswärts aufhält. Die Chaise, Lohnkutsche Nr. 36 des Herrn Lenz aus Mannheim, fuhr in der Richtung don Mundenheim nach Maunheim und hatte 8 Insassen. Ob den Kutscher eine direkte Schuld I vem Unalück trifft. konnte ich noch nicht erfahren. Ver mischtes. Saarbrücken, 5. Oktober. Gestern Nachmittag hatte ein auf dem alten Hahnen woh⸗ ender Maͤschinenführer eines hiesigen Geschäfts inen kleinen Disput mit seiner Frau und entfernte iich in sehr aufgeregtem Zustande aus dem Hause. Die Frau, schlimmes ahnend, schickte die Kinder aus, den Vater zu suchen. Sie fanden ihn auch im Garten an einem Baume hängend. Nach Hause eilend, erzählten sie es der Mutter und diese machte sich auf den Weg und schnitt ihren Maun, der noch Zebenszeichen von sich gab, ab. Sofort wurden Rettungsversuche gemacht und konstatirt, daß der debensmüde schwer betrunken war und in einem Anfall des Diliriums die That begangen hatte. Er iegt jetzt nach dem „St. Joh.Sbr. Anz.“ schwer trank darnieder. f Trier, 5. Oktober. Der Schweinedieb dessen Spur von Niedermendig bei Conz bis Si. garbara verfolgt wurde, ist nach „S. u. M. Ztg.“ der Nähe des Dorfes Gilzem bei Bittburg, als r eben die gestohlenen Thiere für einen Spottpreis deräußern wollte, festgenommen worden. Derselbe ammt aus Mannebach und heißt Markus Wenzel. Wegen Kuhdiebstahls wurde er bereits früher mit 2 Jahren Gefaängniß bestraft. p'Bochum, 2. Oltober. Unsere Stadt ist vorgestern der Schauplatz eines furchtbaren Ver⸗ brechens gewesen. Zwei zwölfjährige Jungen haben inen neunjahrigen Knaben in einen dortigen Neu⸗ hau hineingelockt, ihm Hände und Füße mit Stricken verschnürt, Nase, Mund und Ohren mil Frde und Steinen verstopft und dem armen, völlig wehrlosen Kinde mit einem Messer einen Stich heim Ohre beigebracht, so daß die Klinge am Munde wieder herauskam. Das arme Opfer wurde erst nach mehreren Stunden zufällig aufgefunden und ist bereits gestern Nachmitkag an den Folgen der erhaltenen Verletzungen gestorben. p Ein sonderbares Vergnügen hat sich ein Müller in Meisenheim gemacht. In die Mühle desselben kam öfters ein 15jaͤhriger Junge, der sich durch einen unreinen Kopf auszeichnete. Unter — — S — — — — Geschau fich A — —- Neuer —XXWd᷑tAL! Einem geehrten Publikum hiermit zur gefälligen Nachricht, daß ich von! Weil aus meinem großen Patienten⸗ Donnerstag ab in meinem Hause an der Kohlenstraße die kreise mmer eph v F oene 2* — 15334 z Sorten Gesundheitskaffee ger Raderei mit Mehl- und Kleienverkau' n betreihe Schwager J. Pafen in Saarbrücken Hochachtungsvollst! (St. Johann, Bickelmanns⸗Mühle) 6. 8 O N M. ubernommen, einen neuen, unüber— — — — — — troffenen reinen 8* rwerbeserten 4 —Xx homöopathifien Gesundheitskaffte. n f 9J n 0 unter meiner speziellen Aufsicht und ĩ qur aus den allerbesten Fruchtsorten 4 (nach meinem Recxpte) billig zu be⸗ st TeF jeden Freitag V o, und bittet um gefl. Benutzun 7— de enen Suie und * rkraft ich jederzeit garantire. —— Da es keine besseren Zuchaten gibt, 53 60 000000000 als wie sie hier verwandt werden, so —e— 0 0 —* es auch keinen besseren Gesund⸗ 234 J heitskaffee geben, als diesen, weil nur Panne's illustrirter ee its gunstuiches, nichi⸗ Chemisches, nichts Verdorbenes) dazu Jenommen wird. So kann ich demnach diesen „ver—⸗ hesserten homöopathischen Gesundheits. kaffee“ mit bestem Gewissen empfehlen und hat ihn für St. Ingbert und mgegend Herr Franz Jacob denrich in St. Ingbert Kohlenstraße) immer vorräthig, worau⸗ ich hiermit Alle, Gesunde und Kranke uͤfmerksam mache. Saarbrücken, den 30. Sept. 1886 J. P. Moser. Alleestraße Nr. 2. Assistenz einer anderen Person faßte ihn der Mülle neulich, seifte ihm den Kopf gründlich ein * rasirte ihn vollstandig glatt. Diese Verunzierung ihres Sprößlings ging aber den Eltern doch übe den Spaß, sie reichten Klage gegen den Müller ein nnd wurde letzterer vom Schöffengericht Meisenheim wegen „Mißhandsung“ zu einer Woche Gefängniß herurtheilt. Der Muͤller legte gegen dieses Urtheil Berufung ein, die in der letzten Sitzung der Straf. ammer des königl. Landgerichts zu Koblenz am 8. . Mts. verhandelt wurde. Die Strafkammer faßte denn auch die Sache milder auf und verfügte über ‚en Angeklagten nur eine Geldstrafe von 15 Mt Jedenfaus wird der Müller sobald Kopfe nicht vieder rasiren. — In der letzten hiesigen Schöffen⸗ gerichtssitzung wurde ein Händler aus St. Johann der Bröschüren über das Kamphausener Gruͤben. unglück verkaufte, wegen Betrugs zu 1 Mona Zefängniß verurtheilt, da er fälschlich vorgab, ein Theil des Erlöses sei zum Besten der Hinterbliebener zestimmt. Außerdem traf ihn noch eine Gewerbe— teuer⸗ Kontravention, da er zum Verkauf vor druckschriften im Regierungsbezirk Koblenz die be— zördliche Genehmigung nicht besaß. Chemnißtz,7. Oktober. Im Sozialisten Prozeß ist heute das Urtheil verkündet. Sämmtlich Angeklagte sind freigesprochen. Die Kosten sinr auf die Staatskasse übernommen. Sedan, 6. Oktober. Gestern fand au⸗ der belgischen Grenze ein Duell auf Degen stat wischen einem franzoösischen Kavallerie Offizier und inem Herrn aus Chäteaurour. Das Motiv zr dem Zweikampf war ein höchst delikater Liebes handei. Beim zweiten Gange erhielt der Civilis ine Brustwunde, welche den sofortigen Tod zu Folge hatte. Als Zeugen fungirten einige Offiziert Zeamte und ein Deputirter. paAthen, 6. Oktober. Auf der jüngst er öffneten Eisenbahnstrecke Corinth Liata hat sich eit schweres Unglück ereignet. Etwa 50 Personer wurden getödtet und verletzt. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß gut assortirtes Lager —RL Pinzenez in feinstem Stahl und Nickelfassunge Opt. Artikel ⁊tc. ⁊c. Einschleifen pon Gläsfern in allen Graden Reparaturen jeder Art J. Zeitlinger. Zur Anfortigung vonbilligen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- grabhie vorroewmenden Dreue Karbeiten empfionlt sich dio Buch- und Steinaruckerei F. X. Domotz Verlag dest. Ingbortor Anzoiß er) 86 1I0bert. 00o0o00o0o0ooooo⸗ hutzmarl⸗ Globus ααονe fede Dose der Aheærkannt vorzüglithten etail hutz Pomade von Fritz Sehul- Jim. Leipzig Mirscung überraschend. versues dedem anzuratheñ. Dosen PIsꝗG. ScOsSSece uᷣberalvoccathid· In St. Inobert bei Josef Beer. Rechnungen u Getzrauch and steis vorräthia in der Druẽerei des St. Ingberter Anzeigers — — 2— — —JVIIE Scheine für die Gemeindekrankenv⸗ sicherung sind zu haben in der Srudere des „St. lnaberter Anzoiget — Wasserdichte —IIIALILLI meziehẽ ich mit einem Rabatt. der es ecmöglicht, dieselben zu Fabrikpreisen vieder zu verkaufen. I L. J. Fiack jr. 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Das Blatt' kostet vierteliahrlich A BGO A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 12 75 4, einschließl A AA Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 40espaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inferaten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solcbe auf welche die Expedition Auskunft ertheilt!5 A,. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnei. M 198. Samstag, 10. Oktober 1885. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. — von seiner beabsichtigten Versetzung nach Paris, so scheint daraus der Schluß auf einen Mangel an geeigneten Persönlichkeiten für die höheren diplo⸗ natischen Stellen überhaupt nahe gelegt zu sein. Es bestätigt sich auch, daß der jetzige Staatssekre⸗ tär Graf Hatzfeld den bisherigen Botschafter am »nglischen Hofe ersetzen wird. Auch diese Nachricht ritt mit allgemein gehegten Erwartungen in Biderspruch. Man glaubte, daß der Reichskanzler ich von seinem jetzigen Stellvertreter ohne die wingendsten Gründe und namentlich ohne die Möglichkeit seiner Ersetzung durch einen ihm per—⸗ önlich ganz nahe stehenden Nachfolger nicht trennen vürde. Endlich überrascht es, daß Graf Hatzfeldt gerade nach London geschickt wird, wo der Bot⸗ chafter persönlich bedeutende Geldopfer bringen muß, die für den neuen Inhaber des Poflens benso unerschwinglich sind, wie sie dem Grafen Münster gleichgiltig waren. Die Polizei drängte die Menge in die benachbarten Straßen zurüct und untersagte jedes Verweilen vor dem „Gaulois“. Konstantinopel, 8. Oltober. Die Pforte »erlangt eine Beschleunigung der Konferenzarbeit, da sie außer Stande ist, den militärischen Vorbes reitungen Serbiens und Griechenlands gegenüber zurch unbestimmte Zeit gleichgiltig zu bleiben. Philippopel, 8. Oktober. Soeben wird durch Mauer⸗Anschläge bekannt, daß der Sultan auf den von den Botschaftern kundgegebenen Wunsch die Personalunion Rumeliens mit Bulgarien unter dvem Fürsten Alexander angenommen habe. Orsowa, 8. Oktober. Meldungen von tür⸗ lischer Seite zufolge sind 40,000 Redifs von Is⸗ miel und der Marmaraküste her im Anmarsch, wobon 17,000 nach Adrianopel dirigirt werden. Aus Karlsruhe wird dem „B. Tgbl.“ ge⸗ chrieben: Wie man weiß, erfreuen sich die Lehrer⸗ age keiner besonderen Beliebtheit bei den herr⸗ chenden Kreisen in Berlin. Die Artikel, welche „as Kanzlerblatt gegen eine Lehrerversammlung in darmstadt und deren Beschlüsse richtete, sind noch n Aller Gedächtniß. Was wird nun die „Nordd. Allg. Ztg.“ dazu sagen, wenn sie erfährt daß der ßroßherzog von Baden einer Sitzung des 8. Feutschen Seminarlehrertages in Karlsruhe in eigener hrson beigewohnt hat? Als nämlich in einer Haupt⸗ lersammlung des 8. deutschen Seminarlehrertages in Herr Schuhmann aus Triest einen Vortrag nelt, trat plötzlich der Großherzog ein. Er unter⸗ ‚ielt fich längere Zeit mit dem Vorsitzenden und job dabei hervor, ein wie großes Interesse er den Arbeiten des Seminarlehrertages entgegenbringe. Alsdann begann Herr Schuhmann seinen Vortrag on Neuem und fand in dem Großherzog einen wfmerksamen Hörer. Es ist jedenfalls erfreulich, wenn der Herrscher eines Landes den Erziehern des Volkes Sympathie entgegenbringt und persönlich an den Versammlungen der Männer theilnimmt, auf deren segensreichem Wirken nicht zuletzt die Macht des deutschen Vaterlandes beruht. Die Nachricht des „Standard“, daß Belgien veschlossen habe, vom 1. Januar 1887 ab aus der lateinischen Münzkonvention auszutreten, wird von bestunterrichteter Seite auf das Bestimmteste für unbegründet erklärt. Zutreffender würde es wohl sein, die Nachricht für verfrüht zu erklären. Lokale und pfälzische Nachrichten. MN St. Ingbert, 9. Oktober. Das von dem Vereine „Yarmon ie“ auf gestern Nachmittag inberaumte Konzert der Kapelle ‚K—echze h hatie den ichönsten Verlauf. Das 10 Nummern um—⸗ fafsende Programm zeigte neben bekannten Piecen auch klassische Tonstücke auf, unter denen in erster dinie die Jubelouvertüre von Bach zu nennen ist. Mit gewohnter Präzision kamen sämmtliche Num— nern zum Vortrag. Nach dem Konzert folgte ein Ball, der ebenfalls aufs angenehmste verlief. — Uebung der Ersatz-Reservisten. Zu einer zweiten (vierwöchigen) Uebung sind auf den 8. Oktober für jedes Armeekorps 750 Ersatzreser⸗ disten 1. Klasse einberufen, davon 600 der In⸗ 'anterie, 30 der Jäger, 70 der Fuß-Artillerie uUnd 30 der Pioniere; bei der Infanterie und den Jägern ist auf die Ausbilsdung des einzelnen Mannes im Terrain und im Schießen von vorn⸗ herein ein besonderer Nachdruck zu legen und sind zur Beschießung der Entfernungen don 100 'bis 500 Meter 40 Patronen zu verbrauchen; zu Führern der aus diesen Mannschaften zu bildenden Kom— dagnieen sind Premierlieutenants zu kommandiren, Für das Jahr 1886 ist eine vierte (vierzehntägige) lebung der Ersatzreservisten in Aussicht genommen. — In Rimschweiler bei Zweibruüͤcken einem Dorfe mit nahezu 700 Einwohnern, ist, wie man dem „Z. T.“ schreibt, seit einem Jahre kein Sterb— tall vorgekommen. — Landstuhl, 7. Oltober. Wie die Landst. Ztg. meldet, ist der hiefige Dachdecker Schober uit Hinterlassung seiner Familie und einer Anzahl Bläubiger, deren Forderungen sich von 4500 MNi. in abwärts belaufen, verschwunden. Noch in letzter Zeit soll S. verschiedene „Pumversuche“ mit uͤnd »hne Erfolg gemacht haben. Man ist in Landstuhl urchweg überrascht über die Handlungsweise dieses Mannes, von dem man solche Betrügereien nicht erwartete. — Landau, 7. Oktober. Wie deprimirend das ungünstige Herbstwetter aus die Unternehmungs⸗ tust unserer Winzec einwirkt, beweisen die gestern in Arzheim abgehaltenen Trau benversteiger— ungen, bei welchen wahre Spottpreise geboten vurden. In einem Falle wurden für drei Viertel 12 Mt. geboten und dafür auch zugeschlagen. Sachverstandige werden sich leicht herausrechneñ dnnen, wie viel der glückliche Wingertsbesitzer auf die Baukosten daraufzulegen hat. 6(6 Voraussichtlich wird in Braunschweig zald nach dem Antritte der Regentschaft durch den ßrinzen Albrecht von Preußen die Aenderung der berfassung des Herzogthums in der Weise bewirkt werden, daß das Land zu Preußen in Personal⸗ anion tritt, oder daß es Reichsland und der Regent Statthalter im Namen des Kaisers wird. In diesen Sinne scheinen feste Abmachungen zu be—⸗ tehen. Nach einer dem „B. T.“ aus militärschen dreisen zugegangenen Mittheilung würde Prinz Albrecht von Preußen, falls seine Wahl zum Kegenten von Braunschweig durch die zum 19. d. M. einberufene Landesversammlung erfolgen ollte, das von ihm seit laͤnger denn zehn Jahren eführte Generalkommando des 10. Armeekorps hannover) niederlegen und die vom Vrinzen friedrich Karl bis zu seinem Tode geführte dritte Urmee· Inspektion erhalten, welche das 7. 8., 10. und 12. Armeekorps umfaßt. Auf diese Weise würde seine Stellung als Regent eines deutschen bundesstaates mit seiner militärischen Dienstleistung n Einklang gebracht werden. Das Braunschweigische dontigent würde, wie z. B. das Oldenburgische, ndgiltig in den Rahmen des preußischen Armee—⸗ derbandes eingeschlossen werden. — Gegen die Bermania“ ist wegen Beleidigung des Braun⸗ hweigischen Ministers Grafen Görtz⸗Wris— »erq die strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Der russische Minister von Giers befindet sich wieder bei dem Fürsten Bismarck in Fried⸗ ichssruh. Die neueste „Kolonialpolitische Korrespondenz“ chreibt: —„Ein Telegramm aus Zanzibar meldet, daß Lieutenant Schmidt die Landschaft Usaramo —X— ellschaft erworben und die deutsche Flagge daselbst gehißt hat. Damit ist die wichtige Küstenlandschaft üdlich von Useguha ebenfalls deutsch und der janze Lauf des Rufidji im Besiztz der Gesellschaft. Der vorzügliche Hafen Dar⸗EsSalam, der beste an der gesammten Ostküste von Zentral⸗Afrika ge⸗ hört dieser Landschaft an. Wie weit der Sultan don Zanzibar Anrechte an einen oder den anderen Küstenpunkt von Usaramo hat. wird zu untersuchen sein. Durch die Schmidt'sche Erwerbung dieser Provinz, welche 4 bis 500 deutsche Quadratmeilen umfaßt, gewinnt die Erwerbung von Chutu erst ihren vollen Werih, da nunmehr der unmittelbare Anschluß an die Küste auch von dort aus erreicht ist.“ Deutsches Reich. Berlin, 7. Oktober. Der Kronprinz und seine Familie treffen am 16 ds. Mtis. aus Italien in Potsdam ein, wo am 18. d. Mtis. der Beburtstag des Kronprinzen gefeiert wird. Berlin, 8. Oktober. Der russische Minister des Aeußern, Giers, ist von seinem zweiten Be⸗ iuche beim Fürsten Bismarck gestern Abend spät eingetroffen und verweilt tagüber hier. Er reist Abends nach Petersburg ab. Ausssland. Ddie Ernennung des Grafen Münster zum dachfolger des Fürsten Hohenlohe in Paris wird nehrfach bestatigt. Graf Münster galt bisher jetade für den Londoner Posten vermöge seiner ygen Beziehungen zur höheren englischen Gesell⸗ haft als vorzugzweife geeignet, und man bezweifelte rüher, daß er überhaupt in die Diplomatie einge⸗ teten sein würde, wenn er nicht die Mission nach ondon erhalten hätte. Bestätigt sich die Nachricht Paris, 7. Oktober. Präsident Gréͤph, welcher gestern im Elysée eintraf, hat dem Ver—⸗ nehmen nach die Absicht ausgesprochen, nicht als —X0 Republik aufzutreten. Nachrichten aus den Pro⸗ zinzen lassen weitere Siege der Konservativen vor ⸗ Jersehen. Paris, 8. Oktober. Gestern Abend fanden vieder Ansammlungen vor dem „Gaulois“ tdatt; es ertönten dieselben Rufe wie vorgestern. — Billigheim, 8. Okt. Der Gallusmarkt pird am Sonntiag, Montag und Dienstag den 18. 9. und 20. Okti. abgehalten. Am 3. Tage ist das berühmte Purzelfest auf den Reitwiesen. Vor⸗ nittags 10 Uhr Festzug auf die Festwiese, woselbst Pferderennen u. dgl. stattfindet. Germersheim, 6. Oktober. Der Obst⸗ bauverein Germersheim erhielt für seine Obst⸗ Kollektivausstellung beim diesjährigen Münchener Zentrallandwirthschaftsfeste die große silberne Medaille. — Speyer, 6. Oktober. Die großartige Messeraffaire, welche sich inder Nacht des 28. vor. Pets dahier unter Hasenpfuhlern in der Gilgen⸗ raße abgespielt, hat heute ein weiteres Nachspiel erhalten und zu einer weiteten Verhaftung Veran⸗ lassung gegeben. Der berüchtigte und gefürchtete Raͤufbold Heincich Schlemp von hier hat fünf ver— schiedenen Burschen bei dieser Raufecei Messerstiche hbeigebracht und wurde von weiteren Exzessen nur dadurch abgehalten, daß dessen Messerklinge bei dieser Arbeit abbrach. Derselhe wurde heute früh verhaftet und nach Frankenthal in Untersuchungs⸗ zaft abgeführt. — Speyer, 7. Oktober. Wie uns mitge⸗ theilt wurde, erhielt die Firma C. F. Velten dahier für ihre landwirthschaftliche Ausstellung in Muünchen einen Ehrenpreis von Ihrer kgl. Hoheit Prinzessin Ludwig. und die goldene Medaille. Mutterstadt, 6. Oktober. Ein hie⸗ siger Postbote wurde vor einiger Zeit wegen eines Vergehens außerhalb des Amtes auf eine andere pfälzische Poststelle versetzt. Derselbe, Vater von wei Kindern, hat nun im Laufe der vorigen Woche nit einer hiesigen Siebzehnjährigen Reißaus ge⸗ ommen und seiner Frau das Nachsehen hinter⸗ assen. Sein Nachfolger an hiesiger Stelle versah ꝛeinige Tage seine Funktion als Postbote und wußte dann, wie man der „Pf. Vztg.“ berichtet, nichts esseres zu thun, als ebenfalls das Weite zu suchen, und soll denselben ein Vergehen im Amte veran⸗ laßt haben. — e“ — — Vermiĩichtes. 4Der Jahresbericht für 1884 über die auf Selbsthülfe gegründeten deutschen Erwerbs— und WirthschaftsGenossenschaften erstattet bom Anwalt F. Schenck weist wiederum einen Fortschritt des deutschen Genossenschaftswesens, so⸗ vohl hinsichtlich seiner inneren Entwickelung, als nuch nach seiner äußeren Ausdehnung auf. Wäh—⸗ eno der Jahresbericht für 1883 3688 Genossen⸗ schaften nachwies, finden wir im vorliegenden Be⸗ richt 3822 Genossenschaften verzeichnet, nämlich: 1965 Kreditgenossenschaften, 1146 Genossenschaften in einzelnen Gewerbszweilzen, 678 Konsumvereine. 33 Baͤugenossenschaften. Die Gesammtzahl der im deutschen Reiche bestehenden Genossenschaften nach em System von Schuͤlze-Delitzsch wird danach auf mindestens 3900 veranschlagt werden können, ihre Mitgliederzahl auf 1,500,000, ihre geschaftlichen deistungen auf 3000 Millionen Mt., das Betriebs⸗ dapital auf 800 Millionen Mark, wovon 300 Millionen Mark eigenes und 500 Millionen Mark remdes Kapital sind. Die sogenannten Raiffeisen⸗ cchen Darlehnskassen sind in diesen Angaben nicht nbegriffen. Der Jahreshericht betont die Erfolge, melche das Genossenschaftswesen im Jahre 1884 - 35 besonders auf dem landwirthschaftlichen Gebiete aufzuweisen hatte. Der Vereinigung deutscher landwirthschaftlicher Genossenschaften gehören zur Zeit 342 Genossenschaften an. Die Einrichtung der Verbandsrevision ist in 31 Unterverbänden (von 33) des Allgemeinen deutschen Genossenschafts⸗ derbandes zur Durchführung gelangt. Der Bericht despricht ferner die Resultate der Vorschuß⸗ und rediwereine, von denen 879 ihre Abschlüsse ein⸗ sandt haben (gegen 922 für 1883). —X Jatten Ende 1884 451,779 Mitglieder (466,875 Ende 1883) und gewährten in 1884 1,516 952,618 Mark Kredite (1,513,617,272 M. in 1883), das ergidt auf das einzelne Mitglied einen Durchschnitt ben 3358 M. (gegen 38244 M. in 1883). Das Beiriebskopital dieser 879 Vereine beläuft sich auf 26,518,084 M. an eigenem Kapital. — Geschäfts⸗ mtheile und Reserben — (gegen 124,801,050 N. Fnde 1883) und 393,166.540 M. an fremdem sapital — aufgenommene Anlehen — (gegen 389,359, 279 M. Ende 1883). Das Betriebs⸗ apiial hat sich um 5*3 Millionen M. gegen 1883, um'3 Millionen Mark gegen 1882 erhöht. Das Verhältniß des eigenen zum fremden Kapital beträgt 1214 564 2o G3M Iim nG 12664 90n⸗n das Vorjahr erhöht. Der Bruttoertrag (Einnahmen an Zinfen ꝛtc.) beträgt 5, 83 pCt. des Betriebskapitals gegen 5,82 pCt. 1883); 1878 betrug derselbe ioch 6,57 pCt.; es beweist dieser Rückgang, der ich von Jahr zu Jahr vollzog, daß die Vereint nestrebt waren, ihren Mitgliedern möglichst billige Darlehen zu gewähren. Für gemeinnützige, beson⸗ ers für Volksbilduugszwecke wurden 45,694 Mt aufgewendet. Geht aus den betr. Verhältnißzahlen chon die Betheiligung der einzelnen Berufskassen an die Vorschuß- und Kreditvereine hervor, so bietet der Jahresbericht bezüglich der Betheiligung der Landwirthe an dieser Gattung der Genossen⸗ chaften noch besonderes Material. Er enthält eine Tabelle, zu welcher 559 Vereine Angaben gemacht saben; diese Angaben beziehen sich auf die den Ve— ufslandwirthen gewährten Kredite u. s. w. Dit 559 berichtenden Vereine. hatten eine Gesammt: mitgliederzahl vor. 267 009; davon waren 67,287 — 25,2 PCt. Berufslandwirth; 40,550 Mit— zlieder — 15,1 pCt. betrieben die Landwirthschaf! ils Nebenerwerb. An die Berufslandwirthe wur— den 98,682,094 M. Kredite gewährt; auf einen Landwirth kommen danach im Durchschnitt 1466 Mark. — Das Verhältniß der an die Berufsland⸗ virthe gewährten Kredite zu den überhaupt ge— vährten Crediten wird auf 10 pCt. angenommen. — Das sind Zahlen, aus denen in überzeugender Weise hervorgeht, daß die Vorschuß⸗ und Kredit⸗ »ereine nach dem System von Schulze⸗Delitzsch m vollstem Maße das Kreditbedürfniß der Land— virthe zu befriedigen vermͤgen und daß diese deistungsfähigkeit Seitens der Landwirthe in eben diesem Maße erkannt wird. — Die Konsumvereiné jaben um drei zugenommen. Der „Forb. Zig.“ schreibt man aus Schönecken: Wer sich von den ungeheuren Berheerungen einen Begriff machen will, welche leine Raupen im Stande sind, anzurichten, der nache jetzt eine Fußtour von Schönecken nach Zaarbrücken durch den Wald. Gleich oberhalb des Schönecker Feldes im Saarbrücker Walde stehen aus iner viele Hektar großen Strecke alle Bäume da, ahl wie Besenreis; nur die Nadelbaume blieben verschont. Tausende von behaarten gestreiften Raupen sitzen auf jedem Baume. Wer aus dem etzt noch dunkeln Walde in diese lichte Stelle tritt, leibt unwillkürlich stehen. O weh! Wenn sich ieses gefräßige Heer einige Hundert Meter weiter jeruntergelagert, es wäre waährhaflig. von ganz —chönecken keine grüne Spitze mehr übrig geblieben. hoffentlich wird der erste strenge Frost diesem Ge— indel den Garaus machen. FKreuznach, 6. Oktober. Seitens des Horstandes des nationalliberalen Wahlvereins für »en Wahlkreis Kreuznach Simmern ist für die be— vorstehenden Landtagswahlen die Wiederwahl der eiden bisherigen Abgeordneten, Landrath Knrobel⸗ Merzig und Prosessor Dr. Gneist«Berlin in lusficht genommen. Die beiden Herren werden in iner am Sonntag, den 11. d. M. im hiesigen xEinglischen Hofe abzuhaltenden Versammlung sprechen. Die Früchte des deutschen Kolo— rialhandels werden von unseren Pharma— euten bereits ausgebeutet. Eine einzelne Coblenzer rirma, welche eine Faktorei im Dahome-Gebiet in kentral⸗Afrika angelegt hat, führt unter anderen zon dort eine Anzahl Droguenwaaren ein, von enen einige wegen ihrer für Heilzweicke wichtigen xigenschafien bemerkenswerth sind. Da ist zunächst ine Bohneun⸗-Art erwähnenswerth, von den Einge⸗ orenen Mamona genannt, aus welcher ricinus rtiges Oel gewonnen werden kann, das alle nedicinischen Eigenschaften dieses ziemlich theuren Dels befißt. Sodann ist eine Art Negerkaffe zu emerken, eine Theĩn enthaltene Linsenfrucht, deren nagenstärkende Eigenschaften besonders gerühmt bvorden; ferner ein in der Medizin zu verwendendes gflanzenfett, das von den Eingeborenen mit gutem xẽrfolge zum Einnehmen und Einreiben bei Ver— enkungen, Geschwulsten und Katarrhen verwendet ind mit dem Namen Aiommeh bezeichnet wird; veiter ein von den Schwarzen gegen Dyssenterie ingewendetes Heilmittel, Agbana. Von einem inderen Medicament „Ecke“, welches die Schwarzer als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden benugen. st medicinisch festgestellt, daß es Eiweiß auflöst agegen bleiben die Wirkungen eines anderen Arz jeimittels „Njimo“, das bei den Eingeborenen in johem Ansehen steht, noch genauer festzustellen; n Wasser ausgezogen und verdampft, ergiebt sich s diefer Dengaue ein oeshrauner hitterschmecken⸗ der Balsam, ähnlich dem gewürzigen Perubalsam — Wenn dieser Arznei-Import so fortgehi so dürfte die Pharmakopoea bald eine gänzhich bern änderte Gestalt erhalten. Koln, 6. Oktober. Auf dem Wege nach Nippes fand man heute einen schwerverwundeten Einwohner des letzgenannten Ortes, der in bewußt. losem Zustand nach Köln ins Hospital geschafft wurde. Zu sich gekommen, erzählte der Verwundete ein des Weges kommender Soldat habe eine Frau mit schmutzigen Worten angeredet. Er habe dem Soldaten dies verwiesen; dieser hätte alsdann das Zeitengewehr gezogen und ihm einen Stich in die Brust gegeben. Die Aerzte hegen keine Hoffnung für das Wiederaufkommen des Unglücklichen. In wieweit die Aussagen des Verwundeten auf Wahr heit beruhen, wird die Untersuchung wohl bahd eststellen. Würzburg, 3. Oktober. (Mißbraugs der Dienstgewalt.) Wilhelm Lauer aus Hombur in der Pfalz, Bataillonstampbour im 4. Inf.-Reg in Metz, stand am Freitag vor dem hiesigen Mili— ärbezirksgericht wegen Verbrechens des Mißbrauches der Dienstgewalt durch körperliche Mißhandlung ines Untergebenen. Lauer hatte bei einer gemein chaftlichen Uebung der Spielleute in Metz einen Tambour, welcher das Kommando nicht verstand ind eiwas Anderes trommelte, mit seinem Major— tabe zwei Schläge in das Gesicht versetzt, so das der Tambour 2 Tage lang Schmerzen verspürte. Lauer erhielt 21 Tage Mittelartest. F München, 6. Oktober. Verwaltungs⸗ gerichtshof.) Die Jagdpächter Ignaz Keßler und Zeorg Valdenaire zu Schifferstadt waren durch chöffengerichtliches Urtheil vom 21. Februar lauf. Irs. in eine Geldstrafe von 20 beziehungsweise 30 Mark verurtheilt worden, weil sie in ihrem allzugroßen Waidmannseifer Rehgaisen aufs Korn genommen hatten. Das k. Bezirksamt Speher ver⸗ rdnete hierauf durch Beschluß vom 10. Mät; jemäß 87 der pfälzischen Jagdverordnung die kinziehung der den beiden Herren für 1885 aus— Jestellten Jagdkarten, welcher Beschluß von der kreisregierung auf eingelegle Berufung durch Be— cheid vom 4. Juli einfach bestätigt wurde. Die iergegen erhobene Beschwerde wurde in heutiger Zitzung des Verwaltungsgerichtshofes, in welcher ss sich zunächst um Eutscheidung der Zuständig— eitsfrage handelte, von Rechtsanwalt Kraußold zertreten, der die Zuständigkeit für gegeben erach— tete. Oberstaatsanwalt Dr. Hauck verwies dageger auf die Entscheidung des Gerichtshofes vom 14 März 1882, wonach eine Ermessensfrage vorliegt welche von den Verwaltungsbehörden zu entscheider st. Der Gerichtshof entschied auf kostenfällige Ab⸗ veisung der Beschwerde wegen mangelnder Zustän · »igkeit. Ueber das in der Beschwerdebegründung —ERVD kann der Gerichtshof nur dann entscheiden, wenn er in der Hauptsache kompetent ist, was jedoch hier nicht ver Fall ist. Letzte Justanz ist demnach in Be⸗ chwerden wegen Jagdkartenentziehung das könial. Staatsministeriums des Innern. 4F München, 7. Oltober. Heute begeben sich die Privatdocenten Dr. Rud. Emerich (aus Hutterstadi, Pfalz, gebürtig) und Dr. Hans Bucher nach Palermo. Die Reise geschieht im Auftrag det . Staatsregierung behufs Weiterführrung der Unter⸗ ruchungen uͤber die AÄetiologie der Cholera. Wie rinnerlich, fanden die Untersuchungen Emerichs ir Neapel von manchen Forschern Widerspruch; es iß »eshalb die Reise des genannten Forschers eint Noihwendigkeit, damit die früheren Angaben Emerichs ihre Bestätigung oder eine Modifikation finden. F'OHilfprich, 3. Oktober. Von einen nuthwilligen Ringkampf mit schlimmem Ausgan⸗ aß die F. Zu berichten: Der G6ljabrn Winwer Mathias Odwa, Acderer in Morsorann Annexe von Hilsprich, war mit seinem einzigen Sohne und mehreren Taglöhnern auf einem x offelacker. Gegen 3 Uhr wurde eine Pause * nacht und etwas gegessen. Da die Ernte re zroß ausfiel, war der Odwa voller Freude. ich dadurch äußerte, daß er einen seiner Zaonr eranlaßte, mit ihm zu ringen. Der I ein Junge von 17 Jahren, warf auch seinen * herrn zur Erde, kam unversehens mit dem re * xẽslenbogen auf die linke Brustseite deß wen h hmellerte dessen Brusiknochen, zerbrach ihm ma stippen, und statt eines Wagens Kartoffeln * e, deweisler Mann nach Hau Schnellstens wurde ärztliche Hilfe yervei. Zu essen⸗ sragte er ven FKeuner. Der yle en, aber nach genauer Untersuchung erklärte heeilte sich, die Bestandtheile eines guten Diners Arit, daß menschliche Hilfe vergebens sei und Jerzusagen;, und begann ganz arglos? „‚Delitate n schnellstens den. Hrn. Pfarrer zu rufen habe. dühnersuppe — —.“ „Hühnersuppe?“ schrie mit Die, Beleuchtung der Kohlengru; dildem Blick der Lieutenant, ein Satz zur Thür durch elettrisches Licht macht in und er verschwand. Dem Kellner blieb vor Er— gland Forischritte. So sind neuerdings wieder Fraunen die ganze ubrige Speisekarte in der Kehle raben in Backworth und Ashington init Glühe stechen. —? Am anderen Tage hat der Lieutenant nn nach dem System MarximesWeston versehen deim Marsch die Geschichte ajnem Fametaden er iden. Früher wurden bereits die Bergwerke in zählt, und wenn der ihn jetzt ärgerlich machen will geBank Cornsay und Burxadon mit elektrischem so braucht er bloß zu sagen: „Brillante Hühner⸗ cie desselben Systems versehen, welches nach Aus suppe heute gehabt. der Sachverständigen sehr befriedigende Resul⸗ F LustspielSzene. Ein höchst sonder⸗ x ergeben hat. Auüßer der besseren Beleuchtung barer Vorfall wird in Rom viel besprochen. Der d das elektrische Glüͤhlicht den großen Vortheil Sohn des dortigen Millisnärs Bellar will demnachst geringeren Feuergefahr. Wenn die Maschine eine Reise um die Welt antreten. Die Mutter, her Tage arbeitet und die Isolirung eine sorge dief besorgt um ihr einziges Kind, war nun darauf Jüge is, so kommen weder Wetter noch Kohlen- »edacht, den jungen Mann zum wenigsten mit einem mit irgend welcher Wärmequelle in Berührung, ichern Reisebegleiter zu versorgen. So erschienen Eine schwimmende Ausstellung) deun durch einige Tage Annoncen in den öͤffent⸗ Fugland wird eine große Erfindungen · Ausstell· lichen Journalen, welche junge Leute, die den er— in Bord großer Schiffe von über 4000 To. wahnten Posten anzunehmen wünschen, aufforderten, ungkraft geplant. Nach dem Schlufse der gegene äch an Ort und Stelle einzufinden. Von den Frügen Ausstellung in Süd-Kensingion sollen die zahllosen Bewerbern gelangten drei in die engere bigegenstande derselhen an Bord von elegant Wahl, und diese Drei lud Signora Bellar am ngestatteten und für diesen Zwick eigens herger 25. September zu einem Diner ein, angeblich, um hhteten Dampfern untergebracht werden, worauf das Nähere zu besprechen. Als man nach fröhlicher schwimmende Ausstellung Dublin, Glasgow, Tafel beim Dessert angelangt, warf sich die Frau derpool, Cardiff und alle'anderen großen Häfen om Hause plötßlich vor ihrem Gatten auf die a vereinigten Königreichs besuchen wird. An Bord Kniee 'und schrie: „Ich bin eine Elende, die Ver— Dampfer soll auch für Erfrischungen, Musit weiflung hat mich zur Mörderin gemacht, die uid andere Attraktionen gesorgt werden. Das Unanas-Creme war vecgiftet: Ihr müßt Alle Hjekt ist bereits soweit gediehen, daß die Abfahrt terben!“ Eiuer der jungen Herrn fing sofort laut Schiffe von den Millwall-Docks in London für im sein Leben zu heulen an, der zweite blieb vor n I. Dezember anberaumt ist. J Schreck versteinert, regungslos auf seinem Stuhle Ein Manöver-Abenteuer erzählt itzen, der dritte rannte zur Thür, indem er rief: . Hoyar „Wochenblatt“ wie folgt: Es war im „Für jedes Gift gibt es ein Gegengift, ich eile zu en Manöver. Einquartierung gabs überall, inem Arzte.“ An der Schwelle hielt ihn Signora mer anderem lag in den Dörfern und Flecken urück und sagte: „Die Geschichte war erfunden nes Nachbarkreises auch viel Infanterie. Einen ch sehe Sie haben Geistesgegenwart. Sie werden atenant verwies sein Quartierbillet auf den Hof nein geliebtes Kind begleiten!“ nes Anbauern weit abseits vom Dorfe. Müde Newyork, 4. Oktober. Am naͤchsten ind hungrich kehtte er auf dem Hofe ein und Mittwoch, zur Fluihzeit, soll der Felsen in der Hell zattele begierig der Dinge, die man ihm zum Essen Bate Einfahrt zum Newyorker Hafen von Long tingen würde. Die Frau trug eine dampfende Island Souud durch Dyunamit fortgeschafft werden chüssel auf und begierig sog unser Lieutenant den Seit neun Jahren werden Kammern in den Felser nnen Fieischduft ein. Ah, famos, Hühner⸗ jetrieben und ess find daselbst 45, 000 Dynamit⸗ uppe, auf Ehre, famos, ganzes Huhn drin, pyra- vatronen seit dem Juli 1884 vertheilt worden, mdal. Großartig!“ Sprachs, füllte seinen Teller wozu man 275,000 Pfund Dynamit verbraucht doll und löffelte wacker drauf los. Als er aber hat. Die Explosion wird durch Elektrizität vom dunn an das Zerlegen des Huhnes ging, setzte dande aus hervorgerufen und man erwartet, daß aselbe seinen Tranchirkünsten einen so hartnäckigen der ganze Felsen durch die Explosion pulverisirt Biderstand entgegen, daß er nur mit Mühe einige vird, ohne das Wasser sehr in Bewegung zu setzen dtücke herunterzerren konnte. Eben quälte sich der der weiter als auf 1000 Fuß eine Wirkung aus⸗ jeutenant noch mit den Resten der ehrwü digen zuüben. Die pulverisitte Masse soll dann spätre ucde da trat die Hausfrau ein. — „Na, wo entfernt und ein 26 Fuß tiefet Kanal — bei Ebbe mat' Se dat?“ —Ah, superbe, aber. sagen — hergestellt werden. Die Felsmasse, welche zer⸗ Sie mal, liebenswürdigste aller Wirthinnen, watum kört werden soll, bedeckt neun Acres. Bis jetzt siben Sie denn so ein altes Huhn geschlachtet, auf ind zur Verbesserung der Schifffahrt durch Hell osre, elpas hart. Konnte noch viel Eier legen.“ Gate 3 Millionen Dollars verausgabt worden. Die — „Ja“, war die Antwort, „'t was man krank!“ AÄrbeiten leitet der Ver. Staaten Ingenieur General — r irank?“ stammelte der Lieutenant. Newton. Abominabel, scheußlich,“ sprang auf den Hof, Gedernach seinem Stand.) Schreiner- eugte sich über den Zuun — und der Resi ist meister (zu seinem Buben, der aus der Menagerie zchweigen — — Blaß und angegriffen trat er kommm): „No, Karlche, haschte a de Loeb gesihn ?“ me Slunde später in das Hotel des Fleckens, wo — Karlche: „Jia, Vatter, e groß' geel Dier mit Fammeraben anwesend waren Was hahenarig viel Howwelspähn uf'm Kopp!“ Inses seger 5. Plan —— 72 a vo qm uͤterver steigerung. Acker auf der Haide neben Joh. Weiland Wittwe; Ptan Nr. 572, 114 40 qm Acker auf Kahlenberg zweite Ahn ⸗ ung neben Josef Würz; Plan Ne. 574. 7 a 70qm Acker allda neben Daniel August; Plan Nr. 783, 12 2 60 qm cker im Stockfeld untere Ahnung neben Michael Hien; Pltan Nr. 1172, 24 a 50 qm Acker im Steffenthal neben Jakob Weiland Wittwe; Plan Nr. 1136, 114 90 qwm Acker in der kleinen Dell neben Peter Baumgarten; Plan Nr. 6632, 13 a 60 qm Acker und Wiese im Jungfern⸗ thälchen neben Cyhristian Haberer; Plan Nr. 1289, 8 a Acker in der Saupferchdell neben Joh. Peter Unbehend; Plan Nr. 4684. 13 a Acker DBienstesnachrichten. Unter Wiederaufnahme in den pfälzischen Schuldienst wurde Gemeindeschreiber Heinrich Leiser zum Lehrer in Contwig ernannt. Ernannt wurden: der interim. Schulverweser Joseph Sattel in Winnweiler zum Schulverweser; der Schuldienst⸗ xspektant Matthäus Jacobi in Dornbach zum Schulverweser daselbst; der Lehrer Karl Wirth in Föckelherg zum Lehrer an der oberen prot. Schule u Hertlingshausen; der interim. Verweser Heinrich Dillhöfer in Dunzweiler, Otto Wagner zu Otters⸗ heiun, Karle Müller in Obermoschei, Friedrich Daniel Vogelgesang in Wattweiler, Karl Schönung zu Jockgrim, Emil Gassenmeyer in Heltersberg zu —Schulverwesern; der Lehrer Jakob Mühlhan von stusel zum Lehrer an der oberen konfessionell ge— nischten Knabenschule daselbst und der Lehrer Joh. Simon in Kusel zum Lehrer der Mittelschule da— ielbst; der Schulderweser Daniel Knieriemen in Mackenbach zum Schulverweser in Dörrenbach; »er interim. Schulverweser Joseph Huber in Blies— astel zum Lehrer daselbst, vorerst in provisorischer Figenschaft; der Lehrer Christophh Morck zu dirchenarnbach zum Lehrer in Utweiler. Sterbefalle. Gestorben: in Pirmasens Frau Wittwe Bögele geb. Geenen, 70 J. a.; in Nünschweiler herr Johaunes Schöpf, kgl. prot. Pfarrer; in Mühlhausen Els. Georg Daniel Dümmler, k. Postexbeditor in Obermoschel, 79 J. .. Marktberichte. e Ensheim, 8. Oktober. (Viktualienmarkt.) Butter er /2 Kilo 1 M. 10 Pf., Eier per Dutzend 90 Pf. tartoffeln per Kilo 2 Mt. 50 Pf. Zweibrucken, 8. Oktober. (Fruchtmittelpreis und Vik— ualienmarkt.) Weizen 8 M. 67 Pf. Korn 7 M. 40 Ppf. Berste zweireihige O M. — Pf. vierreihige O M. — pf. Spelz 5 M. 79 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Dinkel — Wi. — Pf., Mischfrucht 7 M. 54 Pf., Hafer 6 M. 31 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken 0 M. — Pjf., Heu 8 M. — Pf., Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. IM. 80 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf., Weißbrod 12/ Kilo 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 58 Pf., Gemischtbrod 83 Kilo 73 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch 1. Qual. 60 Pf., 11 Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 30 Pf., Hammel⸗ Jeisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf., Wein J Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf., Butter */2 Kilogr. 1 M. 06 Pij. Homburg, 7. Oktober (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ ienmartt) Weizen 8 M. 80 Pf., Korn 7 M. 29 Ppf., Spelzktern — M. — Pf., Spelz 5 M. 60 Pf., Gerste dreihige O M. — Pf., Geeste 4reihige 0 M. — Pf., dafer 6 M. 23 Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen M. —. Pf., Wicken O M. — Pf. Bohnen 0 M. — Pf. Kleesamen — M. — pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleisch — Pf. Rindfleisch 36 Pf. Kalbfleisch 50 Pf., Hammelfeisch 60 Pf. Schweinefleisch 50 Pf, VButlter 1 Pfund 1 M. — pf. Zartoffeln per Zentner O M. — Pjif. Fur die Redaktion verantwortlich F. xX. Demen. Für Wenig Viel zu erreichen ist die Losung unserer Zeit und als treffendes Beispiel ver⸗ weisen wir auf die bekannten und allgemein beliebten Apo—⸗ theker R. Brandt's Schweizerpillen. Mit einer fäglichen Ausgabe von 6 Pfennigen kann man seinen Körper auf angenehme, fichere und unschädliche Weise reinigen und so nem Heer von Krankheiten vorbeugen. auf der Haide neben Michael Hien. 14 Plan Nr. 690, 64 10 qm Acker im Siockfeld obere Ahnung oder am Eicherlsbruch — ungetheilt gemeinschaftuich zwischen Jakob Unbehend Wistwe und Erben — hievon die ungetheilte Hälfte; Plan Nr. 1188, 29 a 90 qm Acker im Steffenthal neben Peter Blum. Plan Nr 826, 5a 40 qm und Pan Ne. 827, 5 4 40 qm Wiese in der Stocwiese. St. Ingbert, den 28. Sept. 1885 Kemmer, k. Notar. zamflag, den 17. Oklober 1885, dachmitiags 4 Uhr, zu Hasel in der Virthschasi von Mathias Bohnerth, asen die Eheleute Georg Michel, Ldrer und Magdalena Hager, beide nRohrbach wohnend, die nach; eschtiebenen Liegenschaften im Banne son Hasel öffentlich in Eigenthum ytsteigern als: Plan Nr. 735, 6 4 10 qm Wiese lints am St. Ingberter Weg; die'Nr. 810. 4 4 80 4m Wiese in der kurzen Vorhaide; neben Heinrich Laterner; Plan Rir. 213, 8 a 50 qm Wiese im Stockweiher neben Joh. Keßler; Plan Nr. 258, 112 10 qm Ucker in der Dell zweite Ahnung ieben Johann Weiland Wittiwe; TIEAIIE Ziehung am 10. Novhr. 10700 Geldgewinne von 25,000 Mart abwärts, zusammen 75,000 Mt Deggendorfer Loose a 2 Maruk mit Geldgewinnen von eb. 120,000 Mark, 70,000 Mt.. 50.000 Mt., —A Günstigste aller Lotterien. Gen⸗Ag. A. & B. Schuler, München. Loose bei den bekannten Verkaufs- steslen A⸗b dem Wege von der Altenwal der Kohlenhalde nach St. Ing bert ging heute dae Werk einer Re peturuhr (ohne das außzere Gehäus) ver— loren. Der redliche Finder wolle dieselb jegen eine Belohnung in er Wirth chaft des Herrn Burgermeisters Joh dJos. Heinrich bhier abgeben. J Duta. F⸗e —X RAX2ùP)aCA * — M αινν vι— . . Iι. Lισαν—αα M. SI. αια — —** Dordoen α, Tu νανανα . XXX — ε Erbffnung at Straßen⸗Ecke. der Straßen⸗Ecke. 1 3244 3 85 Herbst-& Winlerlaison 18 Strickwolle, Strickgarn, großer Strang 25 Pfs. & 60 Strumpfwaaren und Tricotagen. Damenhemden in Halbleinen von 1,40 Mk. an 4000 Paar wollene und gestrictte Kinderstrumpfe von 20 —9 bis 75 Pf. 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Manilla⸗, Hanf⸗, Leinen⸗ und rothe Tuch⸗Tischdecken von 1,40 -8,50 Mt. äsche, Weißwaaren. Hakeldecken für Commode, Tisch und Sopha von 25 Pf. bis 8,80 Mi. Ainderhemden mit und ohne Besatz von 25 Pf. an Waffeldecken schwer und groß mit Franzen von 1 Mt. an Madchenhemden mit Besat von 60 Pf. an bis 1,80 Pt. Waffelbettdecken größte Sorie mit Franzen von 1,90 bis 4,50 Mk a nabenhemden. beite Quatität. von 75 Pf. bis 1,50 Mt. J. Betiücher in Halbleinen, 8 Ellen breit und 8/4 Ellen lang, von 2.25 Mk. an * r* Wiederverkäufer und Hausirer erhalten ertra billigere Preise. Aufträge von Answärts werden gewissenhaft und schnell ausgeführt. * St. Johann St. Johann Bahnhof⸗ und Victoria⸗ 0 8 6 n 4 Bahnhof⸗ und Victori— Straßen-Gcke. Straßen⸗Ecke — ⸗— — — F Neuer Gesundheitskaffee. lid hiermit 2.lle, Gesunde und Kranke. Weil aus meinem großen Patienten⸗ wiswertipn che kreise immer und viel über die meisten Saarbrũcken, den 830. Sept. 1885. Sotten Gesundheitskaffee ge— W JICCC klagt wurde, so hat es nun my'in — —— N 2 Schwager J. Pafen in Saarbrücken r. * (St. Johann, Bickelmanns⸗-Mühle] übernommen, einen neuen, unüber troffenen reinen „verbesserten —IL unter meiner speziellen Aufsicht und nur aus den allerbesten Fruchtsorten (nach meinem Recepte) billig zu be— reiten, für dessen Reinheit. Güte und Näbrkraft ich jederzeit garantire. Da es keine besseren Zuthaten gibt, als wie sie hier verwandt werden, so tann es auch keinen besseren Gesund⸗ hritskaffee geben, als diesen, weil nur HRaturgemäßes (nichts Künstliches, nichts Chrmisches, nichts Verdorbenes) dazu genommen wird. So kann ich demnach diesen „ver besserten homöopathischen Gesundheits— kaffee“ mit destem Gewissen mpfehlen und hat ihn für St. Ingbert und Umgegend Herr Franz Jacob Henrich in St. JInugber“ Quohtenstraẽed immer nee “a worau Md hpPésDDeß Scheine TBMXEE teate fü di G i d r r v 7 ir die Geendantenver —7 —— sind zu haben in der Druckerei cœ des „St. Ingberter Anzeiqger.“ OOOOCODOOCOCOOOOOOOOOOOOMC Payne's illustrirter Pamilien-Kalender 1886 it 3 B il — end ortemonnai⸗Kalender mi et agen Portefeuille⸗Ralender ist bereits erschienen und in der Expedition diescs Blattes zu haben. DF æ. 30000000000000000oooooo0o »Hiezu für unsere Post⸗-Abonnenten „Illustrirtes SonntagsblattNr.“ Druck und Verlan von F X. Pemek in St WMinhoört —II auf Donnorstag 15. Oktobe— vom Bundasbrisgidium ftasigesetzt VVIdihretz It für die Mttwoen und Waise des bayer. Voteranen-, Krieger und Kampfgenossen-Bundes. 14255 Geldgewinne im Betrage vo 126,000 Mark. 1 Haupitreffer zu Marl 24000 J * 1 10000 2 3000 2 Gewinne 3000 2355 200 2 150 * n 6 rogs 5 o0 10 26 50 — a 19 100 25 5 175 — a * 400 536 13300 35 Ziebung im“ nordl. Schrannenvavillo zu Munchen * am 15. Oklober 1885. Loose à 1 Mar˖. Zu haben bei allen bekannten Verlauf ftellen und zu begiehen durch Jul. Goldfchnttt, Hauptagentur Ludwigshafen a N — ——— — F r anre —ã— — * — — ⸗ Ingberte Anzriger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ al und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 14 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen LAMN 75 à, einschließlic Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondrzeile oder deren KRaum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen anßf welche die Erveduion Auckunft ertheilt, I3z 4, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. V 199. Sonntag, 11. Oktober 1888. —— 20. Jahrg. Politische Uebersicht. »Zwei bedeutsame Ereignisse heben amer den Vorgängen auf dem Gebiete der „wärtigen Politik in dieser Woche besonders ab: je Anerkennung der Personalunion ufgariens mit OstRumelien unter dem zürsten Alexkander durch den Sultan und die ranzösischen Wahlen. Erstere Nachricht ingt die „Agence Havas“ aus Philippopel, wo us Stadthaupt die auf die Vorstellungen der hotschafter hin erfolgte Anerkennung der bulgarischen hion seitens des tuͤrkischen Herrschers durch öffent⸗ ihen Anschlag bekannt gemacht hat. Hiermit ist je unter den Vorgängen auf der Balkan⸗Halbinsel ißz jetzt am meisten hervorgetretene Frage: Wie ich die Pforte zum ostrumelischen Aufstande stellen vderde? in einfachster Weise gelöst worden. Abdul hamid beugt sich den vollzogenen Thatsachen und tennt die Vereinigung Bulgariens mit Ost ˖ Ru⸗ nelien unter dem Bulçgarenfürsten als ein Faktum m und somit wird wenigstens das Blulvergießen m der bulgarisch⸗ türkischen, oder vielmehr rumelisch⸗ irlischen Grenze verhindert. Aber freilich — jermit ist die Ruhe auf der Balkanhalbinsel noch uücht wieder hergestellt, denn gerade jetzt, wo die zulgaren am Ziel ihrer Wünsche angelangt sind, verden Griechenland und Serbien ihre Ansprüche uf „Kompensation“ stärker erheben. Jenes refleh⸗ itrt belanntlich auf türkische Gebietstheile an der äechischen Grenze und auf Ktreta und Serbien lamirt Alt⸗Serbien für sich. Beide Länder sind vllkommen bereit zum Losschlagen und vielleicht ibt die Vereinigung Bulgariens mit Ost⸗Rumelien ierzu das Stichwort. Die diplomatischen Bemüh⸗ mgen der Mächte in Athen und Belgrad zur Ver⸗ üfung eines kriegerischen Vorgehens der Griechen und Serben haben bis jetzt anscheinend nur einen jeht geringen Erfolg aufzuweisen und unter solchen Umstäͤnden spielt denn auch die Botschafter⸗· Kon erenz in Konstantinopel eine ziemlich klägliche Rolle. Ob die österreichischen und russischen driegsschiffe, deren Ankunft in den griechischen Ge⸗ dassern signalisitt wird, den Eintritt ernster Er⸗ aiignisse verhindern werden, muß man noch abwarten. — Was nun die Neuwahlen zur französischen depulirtenkammer anbelangt, so erregt ihtr Ausgang ast noch mehr Interesse, als die Balkankrise. Das chatalteristilum der dießsmaligen Wahlen in Frank⸗ rich ist der glänzende Wahlsieg der vereinigten Nonarchissen, welche gleich im ersten Wahlgange 174 Kandidaten durchgebracht haben, während im danzen nur etwa 145 Republikaner gewählt wur⸗ en. Falls die Monarchisten bei den am nächsten Sonniage stattfindenden Stichwahlen noch etliche erjolge erringen —- und daran ist kaum zu zweifeln — wird ihre Zahl in der neuen Kammer zum Nindesten 200 betragen. Wahrscheinlich werden ie alsdann im Stande sein, init den Radikalen ine - wenn auch unnatürliche — Majorität zu ilden und wie sich dann ein Kabinet lange halten oll, ist unerfindiich; jedenfalls ist für Frankreich nurch die Wahlerfolge der monarchistischen Parteien ine ernste innere Krisis hereingebrochen. Daß die hkepublilaner durch ihre Uneinigkeit, besonders aber vurch ihre Mißwirihschaft ihre Niederlage selbsl xtschuldet haben, liegt auf der Hand, offendar geht heute ein siarker monarchistischer Zug durch Frankreich und imit gerechter Besorgniß moͤgen die Nanner, welche heute an der Spize der französischen kepublii stehen, den kommenden Ereignissen ent⸗ degensehen Unter den Begebenheiten in den inneren? Angelegenheiten stehen diesmal die gerichtlichen Er⸗ enntnisse in zwei bekannten Prozessen voran. An ꝛin⸗ und demselben Tage. am Mitwoch, ist in Berlin das Urtheii im Prozesse Gräf und in Lhemnitz im Sozialistenprozesse ge⸗ prochen worden. Dasselbe lautete in beiden Fallen reisprechend für simmtliche Angeklagte. Einen dommentar zu beiden Prozessen, von denen der⸗ enige gegen den Professor Gräf ein eigenthümliches Bild don gewissen sozialen Zuständen in Berlin entrollte, müssen wir uns hier versagen. Nur insichtlich des Chemnitzer Sozialistenpiozesses sei hemerkt, daß sich die Freisprechung darauf gründet, daß keiner der bier zur Verurtheilung gemäß der Anklage unumgänglich nothwendigen Thatbestands⸗ momente als durch die Ergebnisse der Beweisauf⸗ nahme erbracht anzusehen sei. Ausland. Wien, 8. Oktober. Die Regierung scheint ich angesichts der immer trostloser werdenden Zu⸗ tände in Böhmen doch ermannen zu wollen. Die zechische Gemeindevertretung von Koͤniginhof wurde rämlich durch Statthaltereierlaß aufgelöst und ein Zwölfer ˖ Ausschuß ernannt. Die Gendarmerie vurde verstärkt und unter den Befehl eines Offi⸗ iers gestellt. In der benachbarten Festung Joseph ⸗ tadt war für den Fall von Ausschreitungen ein Bataillon Infanterie in Bereitschaft gestellt und ein Sonderzug geheizt. Paris, 8. Oktober. Die Aufregung in Baris dauert fort. In den revolutionären und adikalen Kreisen ist man ernstlich für die Repu⸗ zlik besorgt, da ein Theil der gemäßigten Republi— aner, wie Barthölemy St. Hilaire, Léon Say und die übrigen „Républicains de raison“ Miene nachen, sich den Prinzen von Orleans anzuschließen deren Freunde sie waren, ehe Thiers sie im Jahre 1871 bestimmte, sich für die Republik als die ein⸗ zig mögliche Regierungsform zu erklären. Paris, 9. Oktober. Der „Temps“ meldet, —X nicht zu unterstützen. Oesterreich räth nunmeht Serbien ab, die beabsichtigten Schritte zu thun Die Diplomatie wolle die Sache solange hinziehen his die kürkischen Rüstungen vollendet sind Lole und pfäl⸗ische Nachrichten. * Sst. Ingbert, 10. Oktober. Die dies ährigen Herbst-Kontrolversammlungen ür den Kompagniebezirk BRlieskastel finden tait: in St. Ingbert am Dienstag den 10. November, Vormittags 9 Uhr; in Blieskaste! am Miliwoch, den 11. November, ebenfalls Vor⸗ mittags 9 Uhr. Das nähere ist aus den amtlichen Bekannimachungen des kal. Landwehr⸗Bezirks⸗Kom mandos zu ersehen. Si. Ingbert, 10. Oktober. Wir er⸗ nnern daran, daß die von unserem Obst⸗ und Gartenbauverein im Saale des Café Oberhauser beranstaltete Ausstellung von Obst ˖ und Gartener jeugnissen morgen, Sonntag Nachmittag von 2bis 4ühr Jedermann zum Besuche offen steht. In der letzten Strafkammersitzung des lkgl. Landgerichts Kaiserslautern wurden 122 Angellagten wegen Entziehung der Wehrpflicht zu einer Geldstrafe von je 300 Mark, event. 60 Tade Befängniß verurtheilt. — Kaiserslautern. Der Verein „Her— wrqe zur Heimoih“ hier erbielt von dem Zenlral— kapitel des St. Johannisvereins in München die schöne Gabe von Mk. 800. — Die größten Kartoffeln haben bis jetzt die Oberotterbacher aufzuweisen; während von Dürkheim über die Einerntung einer Kartoffel von 1125 Gramm und von anderer Seite über eine jolche von 1200 Gramm Gewicht berichtet wird, kann Herr Adam in Oberotterbach mit einer Kar⸗ soffel im kolossalen Gewicht von 1600 Gramm aufwarten. — Neustadet, 8. Oktober. (Eine Selten⸗ heit.) Heute schlachteten die Metzger Lösch und dederle eine junge Kuh im Gewicht von 1400 Pfund, die von Herrn Mechtersheimer aus Lachen zekauft war. (N. B.⸗Z3.) — Prinzessin Ludwig übeisendete dem derrn Vehten aus Speyer, welcher auf so jroßartige Weise die Landes ⸗Obstausstellung beschickte, inen besonderen Ehrenpreis bestehend aus einem ilbernen Tafelaufsatz mit Kristallschale. — Speyer, 8. Oktober. »Seit letztem Samstag, Vormittags 11 Uhr, wird in Altlußheim die ältefte Tochter des dort ansäßigen Ackereck Johann Ballreich, Anna Maria Ballreich vermißt. Das einundzwanzigjährige Madchen entfernte sich um diese Zeit aus dem ebenfalls in Altlußheim gelegenen Hause ihrer Tante und ist von andern deuien auf dem Wege nach Speyer zu gesehen worden. Da bisher alle Nachforschungen vergeblich geblieben sind, nimmt man an, daß das junge Mädchen, bei dem früher Spuren von Gemüths⸗ krankheit zu Tage getreten waren, den Tod in den Wellen des Rheins gesucht und gefunden habe. Der tiefbekummerte Vater hat eine Belohnung von 50 Mark ausgesetzt demjenigen, welcher über den Verbleib seines Kindes Auskunft zu geben vermag. Hoffentlich gelingt es, eine Spur der Unglüdlichen u finden, denn die traurige Gewißbeit ist minder chrecklich, als Ungewißheit. Vermischteu — Mühlheim a. Rh., 5. Okltober. Jüngst wurde eine Frau aus dem hiesigen Krankenhaus entlassen. welche daselbst 4050 Tage gelegen hat. Pro Tag 2 Mktk. gerechnet, ergeben sich nicht weniger als 8100 Mark Kosien, welche dem Ver⸗ nehmen nach der Orts-Armenlasse zur Last fallen. Sechzig Züchtlinge, die an der Fisenbahn, die jetzt im Comitat Angelina in Texas angelegt wird, arbeiten, meuterten vorigen Sonn⸗ abend und versuchten nach dem benachbarten Walde zu entkommen. Die Wachen gaben sofort Feuer auf die Meuterer, wodurch 25 derselben getödtet y»dee verwundet wurden. Die übrigen entkamen. Dienftesnachrichten. Ernannt wurden: der interim. Verweser Georg Baldauf zu Beeden zum Schulverweser an der neuerrichteien Schulverweserstelle zu Diedesfeild; die interim. Verweser Konrad Reiter in Hergersweiler uind Jakob Fehlhammer in Altleiningen zu Schul⸗ erwesern; der Lehrer an der oberen Schule zu Queidersbach, Michael Conrad, zum Lehrer an der nittleren Schule in Niederwürzbach; der Schul⸗ erweser Georg Schanz in Heuchelheim zum Lehrer n Dirmstein. — Xur die Nedaltion veranwortlich: F. X. Demeß. — — — ν--« — — —— r J Das Confoctionsnaus MAM PELDI St. Johann a. d. Saar Bahnhofstrasseo G88 empfiehlt als besonders preiswerth und in großzer Auswahl am Lager habend: Complete Anzüge von Mk. 12 an·· Damenregenmäntel von Mk. 6 an. Herbst⸗ u. Winker⸗-Paletots von Mk. 12 an. Damenwintermäntel von Mk. ß8 an. Einzelne Joppen u. Säcke von Mk. 7 an. Herbstjaquets u. 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Da es keine besseren Zuthaten gibt. als wie sie hier verwandt werden, so ann es auch keinen besseren Gesund⸗ Jeitskaffee geben, als diesen, weil nur Naturgemäßes (nichts Künstliches, nicht Themisches, nichts Verdorbenes) dazu genommen wird. So kann ich demnach diesen „vber⸗ zesserlen homdopathischen Gesundheits⸗ iafsee“ mil bestem Gewissen empfehlen ind hat ihn fuür St. Ingbert Umgegend Herr Franz Jaco denrich in ESt. Ingbe Kohlenstraße) immer vorräaͤthig, wpont cch hiermit Alle, Gesunde und Kranle, aufmerksam mache. Saerhrücken, den 30. Sept. 1886. .Moter- —A —— ——0—— * 7 Obst- u. Gartenbauverein St. Ingbert Die Obetsorten u. darten·Traeugnisse der Mitglieder sind im Saale des Hrn Baumann ausgestellt und ist der Saal zu Jeder manns Eintritt F Sonntag Nachmittag von 224 Uhr geöffnet. Si. Jugbert, den 10. Oktober 1885. Der Vorstand. Wegen vorgerückter Saison verkaufe meine Kinderwagen zu bedeutend herabgesetzten Preisen. 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Amtsgerichts St. Ingbert. e ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint XX fünufmal: Tm ontag, Vienstag, Don-erstag, Gamstag und Oountag; 2mal Abchemich mit unseet · iung· nutt und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14M. 60 à einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 754, einschließlld Zufiellungsgebühr. Die Eiunrückuugsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1b , Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Ingher; VF 1994.. Sonntag, 11. Oktober 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. *Zwei bedeutsame Ereignisse heben q unter den Vorgangen auf dem Gebiete der zwartigen Politik in dieser Woche besonders ab: de Anerkennung der Personalunion zulgariens mit OstRumelien unter dem zürsten Alexkander durch den Sultan und die ranzösischen Wahlen. Erstere Nachricht xingt die „Agence Habas“ aus Philippopel, wo zaß Stadthaupt die auf die Vorstellungen der zotschafter hin erfolgte Anerkennung der bulgarischen lion seitens des türkischen Herrschers durch öffent⸗ ichen Anschlag bekannt gemacht hat. Hiermit ist ie unter den Vorgängen auf der Balkan⸗Halbinsel his jetzt am meisten hervorgetretene Frage: Wie ich die Pforte zum ostrumelischen Aufstande stellen verde? in einfachster Weise gelöst worden. Abdul zamid beugt fich den vollzogenen Thatsachen und tlennt die Vereinigung Bulgariens mit Ost ˖ Ru⸗ nelien unter dem Bulçarenfürsten als ein Faktum m und somit wird wenigstens das Blutvergießen m der bulgarisch⸗türlischen, oder vielmehr rumelisch⸗ uͤtlischen Grenze verhindert. Aber freilich — iermit ist die Ruhe auf der Balkanhalbinsel noch icht wieder hergestellt, denn gerade jetzt, wo die dulgaren am Ziel ihrer Wünsche angelangt sind, verden Griechenland und Serbien ihre Ansprüche uf Kompensation“ stärker erheben. Jenes reflek⸗ itt belanntlich auf türkische Gebietstheile an der uechischen Grenze und auf Kreta und Serbien ellamitt Alt⸗Serbien für fich. Beide Länder sind olllommen bereit zum Losschlagen und vielleicht idt die Vereinigung Bulgariens mit Ost⸗Rumelien ierzu das Stichwort. Die diplomatischen Bemüh⸗ ingen der Maächte in Athen und Belgrad zur Ver⸗ uütung eines kriegerischen Vorgehens der Griechen ind Serben haben bis jetzt anscheinend nur einen ehr geringen Erfolg aufzuweisen und unter solchen nstaͤnden spielt denn auch die Votschafter ⸗Kon etenz in Konftantinopel eine ziemlich klägliche dolle. Ob die österreichischen und russischen diiegsschiffe, deren Ankunft in den griechischen Ge⸗ vässern signalisirt wird, den Eintritt ernster Er⸗ ägnisse verhindern werden, muß man noch abwarten. — Was nun die Neuwahlen zur französischen putirtenkammer anbelangt, so erregt ihr Ausgang af noch mehr Interesse, als die Balkankrise. Das haralteristilum der diesmaligen Wahlen in Frank⸗ ich it der glänzende Wahlsieg der vereinigten sonarchisten, welche gleich im ersten Wahlgange 74 Kandidaten durchgebracht haben, während im anzen nur etwa 145 Republikaner gewählt wur⸗ en. Falls die Monarchisten bei den am nächsten nntage stattfindenden Stichwahlen noch etliche tolge ertingen — und daran ist kaum zu zweifeln — wird ihre Zahl in der neuen Kammer zum lindesten 200 betragen. Wahrscheinlich werden alsdann im Stande sein, mit den Radikalen je -· wenn auch unnatürliche — Majorität zu den und wie sich dann ein Kabinet lange halten l.ist unerfindlich; jedenfalls ist sür Frantreich uch die Wahlerfolge der monarchistischen Parteien ne ernste innere Krisis hereingebrochen. Daß die dublikaner durch ihre Uneinigkeit, besonders aber uch ihre Mißwirthschaft ihre Niederlage selbst wischuldet haben. liegt auf der Hand, offenbat tht heute ein siarker monarchistischer Zug durch anlreich und mit gerechter Besorgniß moͤgen die mnner. —X republik stehen, den kommenden Ereignissen ent⸗ xult her Unter den Begebenheiten in den inneren1 Angelegenheiten stehen diesmal die gerichtlichen Er⸗ kenntnisse in zwei bekannten Prozessen voran. An ein- und demselben Tage, am Mittwoch, ist in Berlin das Urtheil im Prozesse Gräf und in Lhemnitz im Sozialistenprozesse ge⸗ prochen worden. Dasselbe lautete in beiden Fällen reisprechend für sammtliche Angeklagte. Einen dommeniar zu beiden Prozessen, von denen der⸗ enige gegen den Professor Gräf ein eigenthümliches Bild von, gewissen sozialen Zuständen in Berlin entrollte, müssen wir uns hier versagen. Nur zinsichtlich des Chemnitzer Sozialistenprozesses sei zemerkt, daß sich die Freisprechung darauf gründet, daß keiner der vier zur Verurtheilung gemäß der Anklage unumgänglich nothwendigen Thatbestands⸗ momente als durch die Ergebnisse der Beweisauf⸗ nahme erbracht anzusehen se. Auslaud. Wien, 8. Oktober. Die Regierung scheint äich angefichts der immer trostloser werdenden Zu⸗ tände in Böhmen doch ermannen zu wollen. Die zechische Gemeindevertretung von Koöniginhof wurde jämlich durch Statthaltereierlaß aufgelöst und ein Zwölfer Ausschuß ernannt. Die Gendarmerie vurde verstärkt und unter den Befehl eines Offi⸗ iers gestellt. In der benachbarten Festung Joseph⸗ tadt war für den Fall von Ausschreitungen ein Bataillon Infanterie in Bereitschaft gestellt und ein Sonderzug geheizt. Paris, 8. Oltober. Die Aufregung in Paris dauert fort. In den revolutionären und adikalen Kreisen ist man ernstlich für die Repu⸗ zlik besorgt, da ein Theil der gemäßigten Republi⸗ laner, wie Barthölemy St. Hilaire, Léͤon Say and die übrigen „Républicains de“ raisgon“ Miene nachen, sich den Prinzen von Orleans anzuschließen, deren Freunde sie waren, ehe Thiers sie im Jahre 1871 bestimmte, sich für die Republik als die ein⸗ zig mogliche Regierungsform zu erklaären. Paris, 9. Oktober. Der „Temps“ meldet, Bismarch rieth Oesterreich, die serbischen Prätensionen nicht zu unterstützen. Oesterreich räth nunmehr Serbien ab, die beabsichtigten Schritte zu thun. Die Diplomatie wolle die Sache solange hinziehen, is die kürkischen Rüstungen vollendet sind. e und puercische Nachrichten. *Sit. Ingbert, 10. Oktober. Die dies⸗ ährigen Herbst-Kontrolversammlungen ür den Kompagniebezirk Blieskastel finden tait: in St. Ingbertt am Dienstag den 10. stovember, Vormittags 9 Uhr; in Blieskastel aim Miltwoch, den 11. November, ebenfalls Vor⸗ mittags 9 Uhr. Das nähere ist aus den amtlichen Bekanntmachungen des kgl. Landwehr⸗Bezirks⸗Kom⸗ nandos zu ersehen. Si. Ingbert, 10. Oktober. Wir er⸗ innern daran, daß die von unserem Obst⸗ und Bartenbauverein im Saale des Café Oberhauser beranstallete Ausstellung von Obst; und Gartener⸗ jeugnissen morgen, Sonntag Nachmittag von 2bis 4Uhr Jedermann zum Besuche offen steht. In der letzten Strafkammersitzung des kgl. Landgerichts Kaiserslautern wurden 122 Augeklagten wegen Entziehung der Wehrpflicht zu einer Geldstrafe von je 300 Mark, event. 60 Tage Befängniß verurtheilt. — Kaiserslautern. Der Verein „Her⸗ derge zur Heimath“ hier erhielt von dem Zentral⸗ Lo tapitel des St. Johannisvereins in München die ichone Gabe von Mk. 800. — Die größten Kartoffeln haben bis jetzt die Aberotterbacher aufzuweisen; während von Dürkheim über die Einerntung einer Kartoffel von .125 Gramm und von anderer Seite über eine olche von 1200 Gramm Gewicht berichtet wird, ann Herr Adam in Oberotterbach mit einer Kar⸗ offel im kolossalen Gewicht von 1600 Gramm ufwarten. — Neustadt, 8. Oltober. (Eine Selten⸗ Jeit.) Heute schlachteten die Metzger Lösch und Lederle eine junge Kuh im Gewicht von 1400 pfund, die von Herrn Mechtersheimer aus Lachen zekauft war. (N. B.⸗Z.) — Prinzessin Ludwig übeisendete dem herrn Velten aus Speyer, welcher auf so zroßartige Weise die LandesObstausstellung beschickte, einen besonderen Ehrenpreis bestehend aus einem ilbernen Tafelaufsatz mit Kristallschale. — Speyer, 8. Oktober. Seit letztem Samstag, Vormittags 11 Uhr, wird in Altlußheim zie älteste Tochter des dort ansäßigen Ackerers Johann Ballreich, Anna Maria Ballreich vermißl. Das einundzwanzigjährige Mädchen entfernte fich um diese Zeit aus dem ebenfalls in Altlußheim gelegenen Hause ihrer Tante und ist von andern deusen auf dem Wege nach Speyer' zu gesehen vorden. Da bisher alle Nachforschungen vergeblich jeblieben sind, nimmt man an, daß das junge Mädchen, bei dem früher Spuren von Gemüths⸗ trankheit zu Tage getreten waren, den Tod in den Wellen des Rheins gesucht und gefunden habe. Der tiefbekümmerte Vater hat eine Belohnung von 50 Mark ausgesetzt demjenigen, welcher über den Verbleib seines Kindes Auskunft zu geben vermag. doffentlich gelingt es, eine Spur der Unglücklichen u finden, denn die traurig Gewißheit ist minder chrecklich, als Ungewißheit. Vermischtes. F Muühlheim a. Rh., 5. Oltober. Jüngst vurde eine Frau aus dem hiesigen Krankenhaus entlassen, welche daselbst 4050 Tage gelegen hat. Pro Tag 2 Mke. gerechnet, ergeben sich nicht weniger als 8100 Mark Kosten, welche dem Ver⸗ iehmen nach der Oris⸗Armenkasse zur Last fallen. Sechzig Züchtlinge, die an der TFisenbahn, die jetzt im Comitat Angelina in Texas ingelegt wird, arbeiten, meuterten vorigen Sonn⸗ abend und versuchten nach dem benachbarten Walde zu entlommen. Die Wachen gaben sofort Feuer nuf die Meuterer, wodurch 25 derselben getödtet der verwundet wurden. Die übrigen entkamen. 2 Ernannt wurden: der interim. Verweser Georg Baldauf zu Beeden zum Schulverweser an der neuerrichteten Schulverweserstelle zu Diedesfeld; die nterim. Verweser Konrad Reiter in Hergersweiler ind Jakod Fehlhammer in Altleiningen zu Schul⸗ erwesern; der Lehrer an der oberen Schule zu ZQueidersbach, Michael Conrad, zum Lehrer an der nittleren Schule in Niederwürzbach; der Schul⸗ erweser Georg Schanz in Heuchelheim zum Lehrer n Dirmstein. DJDienstesnachrichten. ——2—————f—„—] — FFiür die Redaktion verantwortlich: J. X Demeß. ö——— Das Confectionsnaus UAX PELI St. Johann a. d. Saar Bahnhofstrasse 68 empfiehlt als besonders preiswerth und in großer Auswahl am Lager habend: Complete Anzüge von Mk. 12 an. Damenregenmäntel von Mk. 6 an. Herbst⸗ u. Winier⸗Paletots von Mk. 12 an. Damenwintermäntel von Mk. 8 an. inzelne Joppen u. Säcke von Mk. Jan. Herbstjaquets u. Visites von Mk. 10 an. Einzelne Hosen in reiner Wolle von Mk. 6 an. Tricottaillen in großer Auswahl. knabenanzüge, Knabenpaletots, Pelz⸗ und wattirte Räder, Abendmäntel. Wafferdichte Regenpaletots, Reisemäntel und Winter- und Regenmäntel für Mädchen Schlafröcke für Herren. in allen Größen. J Hie Ie verstehen si ausnahmslos ohne Jeden Abzug uund siud auf jeden Kleiduree ⁊ Arnuschrift vernerkt. Auswahlsendungen stehen portofrei zu Diensten. 55 οο“ Hct 57 αα XOXXOXx — Herbst. & Winter-daison. r Widwig pdeen Lambr. 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Weil aus meinem großen Patienten⸗ icher Theilnahme bei dem Leichenbe⸗ reise immer und viel über die meisten Nagnisse unseres unvergeblichen Gatten, vorten Gesundheitskaffee ge adee Großbateis. Schwiegerdalers lagt wurde, o hat es uun ind Bruders —388 Rafen in Senee Si. Johann, Bickelmanns ;Mühle Veter Schweitzer. een einen neuen, unüber— agen wir unsern liefgefühlten Dank. roenen reinen St. Ingbert, 10. Oktober 1885. „verbesserten Die tieftranernde Familie. —X Gesundheilskasser unter meiner speziellen Aufsicht unr nur aus den allerbesten Fruchtsorten (nach meinem Recepte) billig zu be⸗ reiten, für dessen Reinheit, Güle und Nährkraft ich jederzeit garantire. Da es keine besseren Zuthaten gibt. als wie sie bier verwandt werden, se aun es guch keinen besseren Gesunde heitskaffee geben, als diesen, weil nu Naturgemäßes (nichts Künstliches, nicht⸗ Themisches, nichts Verdorbenes) dazn zenommen wird. So tann ich demnach diesen „ vesserten homöopathischen Gesundhein affee“ mit bestem Gewissen empfehlen ind hat ihn sur St. Ingbert J Umgegend Hert Franz J0— Zenrich in St. Ingber Kohlenstraße) immer vorraͤthig, pen ch hiermit Alle, Gesunde und Krane mifmerksam mache. I daarbrüũcken, den 30. Sept. 1885 TOSer- ⸗estrole Nr. 2. m. 8 —* x —VLL bell —3061b/. vilsener. X Obit- u. Gartenbauverein St. Ingbert Obstsorten u. arten-Erzeugnisse der Mitglieder sind im Saale des Hrn. Baumann ausgestellt und ist der Saul zu Jeder manns Eintritt Sonntag Nachmittag von 224 Uhr geöffnet. St. Jugbert. den 10. ktober 1888. Der Vorstaund. Die⸗ zedeutend besser als Thrau. Dieselbe erhält das Leder geschmei⸗ ig, berhütet das Springen desselben owie das Eindringen der Nässe. Au—⸗ erdem besitzt die Schmiere die An⸗— jehmlichkeit, daß man sofort darauf ichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf. ijx Pfd. Topf 45 Pf., “la Pfd. Topf 25 Pfg. in der Materialwaarenhandlung P. 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Die Einrückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, beil außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheili. I53.4, Neclamen 3014. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Wbę 200.. Montag, 12. Oktober 18883. 20. Jahrg. Volitische Uebersicht. »Man kann wohl schon jetzt den Prinzen 11ubrecht von Preußen als Regenten Braun⸗ chweigs begrüßen. Ueber die Regentschafts- und rtbfolgefrage verlautet nämlich von unterrichteter Zeite aus Berlin, es gelte für wahrscheinlich, daß Zraunschweig in eine Art Personai⸗Union mit Jreußen komme oder, genauer, daß die Verwaltung es Herzogthums an den Kaiser übergehe. Dies würde nach allen Seiten hin als die beste Loöͤsung mzusehen sein. Nach allen Anzeichen zu urtheilen, fann es daher kaum noch zweifelhaft sein, daß Prinz Albrecht von Preußen der braunschweigischen zandesversammlung bei ihrem in nächster Woche rfolgenden Wiederzusammentritte als Regent vor⸗ eschlagen werden wird. Nach Einsetzung der kegentschaft soll auf eine Abänderung des Regent⸗ chaftsgesetzes in der Weise hingewirkt werden, daß )er Kaiser die Souverainetäat zunächst ausübt, im Ramen und Auftrag des Kaisers würde dann ßrinz Albrecht als Regent, Statthalter oder Ver⸗ weser, je nachdem, im Herzogthum walten. »Die Ungewißheit der Lage im Ariente charakterisirt sich dadurch mit, daß alle zaikanstaaten — die Türkei-mit einbegriffen — hre militärischen Vorkehrungen eifrigst fortsetzen Auch die Friedensnachricht von der Anerkennung der bulgarischen Union durch den Sultan wird etzt wieder dementirt, wenigstens versichert die „Neue Fr. Pr.“ von kompetenter Seite die Mit⸗ theilung erhalten zu haben, daß jene Nachricht vollstandig unbegründet sei. Anderseits veröffent⸗ nchte freilich dasselbe Blatt eine Depesche aus Philippopel vom 8. Oktober, welche lautet: „Die Meldung, daß die türkische Regierunz die bulgarische Union mit dem Fürsten Alexander im Prinzip icceptire, wurde vom fürstlichen Kommissar Dr. Ztransty offiziell mitgetheilt.“ Wo liegt da ie Wahrheit? Indessen ist der freundliche Em⸗ jang, den die vom Fürsten Alexander nach Kon⸗ lantinopel entsendete bulgarische Deputation beim hroßvezier und den übrigen kürkischen Ministern jefunden hat, eine Andeutung, daß die bulgarische Ftage doch noch eine friedliche Losung erhalten lann. In einer Besprechung der bulgarischen An⸗ jelegenheit hebt das „Journal de St. Petersbourg“ Jervor, daß bisher offiziell nur festgestellt sei, daß der Empfang der bulgarischen Deputalion in Kon⸗ dantinopel stattgefunden habe. daß aber die Ant- vort der Minister auf die Forderungen der Depu⸗ tation noch nicht bekannt sei. Es bleibe daher nur übrig, nochmals daran zu erinnern, daß jede Lös⸗ ung der Frage zur Kompetenz der Großmächte gehöre, an die sich die Pforte zum Ueherfluß noch gewendet habe. Mittlerweile verwickeln sich die Dinge nament⸗ iich zwischen der Türkei und Griechenland. Der nurlische Gesandte in Athen forderte eine Erllärung wegen der Konzentrirung der Truppen an der Brenze und theilie mit, die Pfotte werde ebenfalls Truppen an die Grenze dirigiren, wenn die Send⸗ ung griechischer Truppen nicht, aufhöre. Darauf hin hat die griechische Regierung vorerst eine indirekte, ber troßdem deutliche Antwort gegeben, indem ein ktlaß aulen Regimentern Quartiere in den Grenz⸗ todinzen anweist; die Truppen werden also nicht urückgezogen. * In Paris sind Locroy, Floquet und De⸗ 'orge, alle drei radikal, mit 272, 000 bis 215,000 Stimmen gewählt worden. Es haben demnach in Paris 35 Stichwahlen stattzufinden. Die „Evening Post“ von Newyork enthält einen uus Boston. dem Sitze der amerikanischen Missions— hatigkeit, datirten langeren Artikel, worin ausge⸗ ührt wird, daß protestautische Missionare aus Kordamerika auf den Karolineninseln seit anger Zeit eine ausgedehnte Wirksamkeit entfaltet sätten. Einer der Leiter derselben habe dem ameri⸗ anischen Staatssekretär Bayard eine Karte der Inseln vorgelegt, auf welcher 40 kirchliche Stationen zieser Mission verzeichnet waren; er habe Herrn hayard auseinandergesetzt, daß die Spanier sich niemals um die Inseln bekümmert hätten, daß iber die erste Folge der Anerkennung ihrer Sou⸗ Jeränetät über dieselben die Zerstörung der prote— tantischen Missionen sein würde; die amerikanischen Missionäre wünschten in erster Reihe, daß die znseln unabhängig blieben, würden aber, wenn zies nicht zu erreichen sein sollte, die deutsche derrschaft bei weitem der spanischen vorziehen. Der Staatssekretär Bayard versprach, durch den merikanischen Gesandten in Berlin die ihm mit⸗ zetheilten Thatsachen zur Kennmiß der deutschen Regierung bringen und dutch denselben nach Mög⸗ ichkeit darauf hinwirken zu lassen, daß bei dem Abkommen mit Spanien die Rechte der amerika nischen Missionäre wahrgenommen würden. Deutsches Reich. Berlin, 9. Oltober. Im Verkehrsministerium wird gegenwärtig der Plan für ein Regierungs⸗ und Wohngebäude des Gouverneurs von Kamerun estgestellt. Dasselbe soll ein massiver Steinbau, nicht, wie Anfangs geplant, aus Eisenkonstruktion hergestellt werden. Die Baumaterialien werden von Hamburg aus nach Kamerun geschafft werden. Berlin, 10. Oktober. Der „Reichsanzeiger“ publizirt die Abberufung des deutschen Botschafters, Fürsten Hohenlohe, von Paris unter gleichzeitiger krnennung desselben zum Statthalter von Elsaß⸗ Lothringen. 5 — Berlin, 10.Oktober. Die besonders kriegerische Stimmung in Serbien wird darauf zurückgeführt, daß zwischen Serbien und Griechen⸗ land ein Pact bestehen soll, wonach letzteres ver⸗ pflichtet ist, wenn Serbien zu den Waffen greift. das Gleiche zu thun. Anusland. Paris, 9. Oktober. Aus Schloß Eu wird zemeldet, daß die Kaiserin von Rußland der Gräfin zon Paris Folgendes telegraphirte: „Meine Glück⸗ vünsche zu den Wahlen. Ich hoffe beim Eimtritte der theueren Marie in unsere Familie in Eurer IIXX Paris, 11. Oktober. Einer Meldung des „Temps“ zufolge sei das Resultat der Konferenz zes russischen Ministers Giers mit Bismarck, daß Rußland die Aufrechthaltung des Berliner Vertrags, die Absetzung;« Alexanders und nöthigenfalls die Oceupation Rumeliens durch die Türkei verlangen werde. Nach der Absetzung des Fürsten Alexander werde Rußland in die Personalunion einwilligen. Man glaubt in Paris an die Erhaltung des Friedens. Konstantinopel, 10. Oktober. Die Softas erklären die Proklamirung des heiligen Krieges als inziges Rettungsmittel der Türkei Konstantinopel, 10. Oktober. Gavril Pascha ist hier eingetroffen. — Wie der „Agence Havas“ versichert wird, steht die Herstell⸗ ung eines Einvernehmens zwischen der Pforte und Ddrummond Wolff unmittelbar bevor, und zwar auf der Grundlage der Entsendung englisch⸗türkischer stommissare nach Eghpten. Belgrad, 10. Oktober. Das hart an der hrenze gelegene Dorf Jassenchac gegenüber dem erbischen Dorf Brusnik im Knjacevacer Kreise vurde gestern von bulgarischen Truppen beseßt. und pfaälzische Nachrichten. F. St. Ingbert, 12. Oktober. Die Aus⸗ stellung vonObst- und Gartenerzeug— nissen zog gestern eine große Anzahl von Be— juchern an, die zu Zeiten den Baumann'schen Saal »ollständig füllten und reges Interesse an den Tag legten. Besonders durch Felde und Gartenfrüchte, die Herr Joh. Fries, Herr K. Pflug, Herr Greß u. A. nachträglich eingesandt hatten, war das Bild, das sich dem Beschauer darbot, ein reicheres und mannichfaltigeres geworden. Von ausgestelltem Obst nennen wir noch nachträglich die St. Germain- Birne des Herrn Weyland, die Chaumontel des herrn Em rich, die Regentin des Herrn Schlosser Ah, Alles edles Winterobst, das zum Anbau zu empfehlen ist. St. Ingberk; 12. Oktober! Am Frei⸗ iag holten 2 Mezgerburschen von hier in Bexbach ine Kuh und zahlten dafür den ausbedungenen Zaufpreis im Betrage von 315 Mark.Doch damit ramen sie bei dem Verkäufer schön an. Derselbe fing mit den Burschen den größten Streit an, er⸗ llärte, er habe seine Kuh für 105 Thaler verkauft, hilliger gebe er fie nicht und sei viel zu gescheidt, um sich betrügen zu lassen. Der heftige Wort⸗ wechsel haite endlich alle Leute des Dorfes herbei⸗ zelockt. Schließlich nahm der gute Mann. der janz aus dem Häuschen gekommen war, so viel Ruhe an, um sich von einigen Leuten, die besser rechnen können wie er, aber alle ihre Ueberzeug⸗ ungskraft zu Hilfe nehmen mußten, erklären zu lassen, daß 315 Mark gleich 1085 Thaler sind. Jetzt erst trat er sein Hornvbieh an die beiden Burschen ab. — Das neue Schuljahr brachte der kgl. Kreis⸗ realschule in Kaiserslautern eine freudige Ueberraschung. Ein früherer Schüler derselben, detr Emil Schandein aus Landstuhl, der im Jahre 1852 -583 die Anstalt besuchte und jetzt Besitzer einer der größten Brauereien Amerikas in Wil— waukee (Wisc.) ist, wendete der Schule eine Stift⸗ ung im Betrage von 4000 Mi. zu mit der Be—⸗ dimmung, daß die Zinsen hieraus zu Stipendien für würdige arme Schüler verwendet werden; auch den Lehrlingswerkstätten des Gewerbemuseums wur— den zu gleichem Zweck 1000 Mf. überwiesen. Vermißctes —f Vonzwei Wettermachern schreibt nan der „T. R.“: Der Ehevertrag zwischen dem Erbgroßherzog von Baden und der Prinzessin Hilda on Nassau wurde bekanntlich ven dem Präfidenten Regenauer von badischer Seite, mit einem johen Beamten des Nassauer Fürstenhauses in deidelberg, abgeschlossen. Als nun jüngst in darlsruhe fast all die schönen Festtage verregneten, intstand dort das gelungene Witzwort: „Wie kann s auch anders sein, wenn Regenauer mit einem ꝰassauer den Vertrag nicht!“ Das Urtheil gegen den Meuchelmörder Julius Lieske aus Zossen ist immer noch nicht rechtskräftig geworden, indem sein Vertheidiger, Herr Dr. jur. Fester, gegen den Beschluß der Frank⸗ urter Strafkammer, die Wiederaufnahme des Be⸗ weisverfahrens abzulehnen, bei der kompetenten Instanz remonstrirt hat. Die Angelegenheit kann sich auf diese Weise noch ziemlich lange hinaus⸗ ziehen. Stuttgart, 7. Oktober. Die Ernennung des Obersten Graf Zeppelin zum württembergischen Militärbevollmächtigten in Berlin erinnert an jenen lühnen Rekognoszirungsritt, den Zeppelin als Haupimann im Generalstabe im Jahre]1 870 gleich Jach der Kriegserklärung mit 4 badischen Kavallerie- ffizieren in's Elsaß machte. Die kleine Reiter ⸗ schaar ritt durch Lauterburg. hieb eine Lanciers⸗ Patrouille nieder und hielt auf dem Scheidhof bei Niederbronn Rast. Hier kam ihnen eine französische Husareneskadron über den Hals und nur dem Graf · Zeppelin gelaug es. sich durchzuschlagen. während drei von den übrigen Offizieren gefangen Jenommen und der vierte, Winslow, getödtet wurde. München. Der Gesetzentwurf über den Branntwein-Aufschlag, welchen die Staats⸗ regierung dem Landtag vorgelegt hat, bezweckt eine Frleichterung des Betriebs der landwirthschaftlichen Brennereien und sagt in seiner Begründung im Besenilichen Folgendes: Nach Ablauf der fünf⸗ — wirthschaftlichen Mittel- und Klein⸗Brennereien Steuerermäßigungen gewährt wurden, schlägt die Regierung, getreu einem früheren Versprechen, die Verlängerung fraglicher Steuerermäßigungen vor, Ihne jedoch eine bestimmte Zeitdauer für diese Ver⸗ längerung in Aussicht zu nehmen; eine spätere anderweitige Regelung oder gänzliche Beseitigung der Steuererleichterungen wird vorbehalten. In Be⸗ hätigung ihrer Fürsorge für die Landwirthschaft regt die Regierung- übec ihre Zusage hinaus an, einerseits den Kreis der an den Steuermäßigungen Theil nehmenden Brennereien und andererseits das Maß der Erleichterungen nicht unerheblich zu er⸗ weitern. Demnach wird beantragt, den Aufschlag don sämmtlichen Abfindungs-Brennereien mehliget Stofse und von den an einem Tage bis zu 1025 Hettoliter Bottichtaum bemaischenden landwirth chaftlichen Brennereien mit *n0 (anstatt wie seit⸗ Verpachtung. Mittwoch, den 21. Oktober 1885, Nachmittags 2 Uhr, zu St. Inghert im CafoSeiter, laßt die Fiima Gebrüder Krämer zahier, ihre F J sämmtlichen Waldländereien hiefsigen Bannes, auf 6 Jahre oͤffent⸗ sich verpachten. St. Ingbert, den 11. Oltober 1885. Kemmer, k. Notar. —— — ——— ypsteu. Gartenbauverein. her mit “6), dann von den an einem Tage wischen 1092 und 15 Hektoliter Bottichraum be⸗ rützenden landwirthschaftlichen Brennereien mit Aro anstatt wie bisher mit d6) und endlich von den an einem Tage zwischen 155 und 30 Hektoliter Bottichraum bemaischenden landwirthschaftlichen Brennereien, welche einen Nachlaß an der Steuen either überhaupt“ nicht genossen hatten, mit 840 des vollen Steuersatzes einzuheben. Der Ausfall nus der Maischsteueuer durch diese Erleichterung vird auf 10,000 Mk. geschätzt und: es sollen daher indere Brennereien zu einer höheren Steuer heran⸗ jezogen werden und zwar sollen die von ihren Zesitzern nicht wegen der Landwirthschaft, fondern ein gewerbsmäßig betriebenen, demFabrikat-Aufschlag bligatorisch unterworfen werden. Weiter ist bean⸗ ragi, den für die in der Brennerei entstehende Iltoholversuste bestimmten Abzug von 5 pCt. auf O pCt. zu erhöhen, sowie für die strafbaren Ueber⸗ retungen an Stelle der Strafe von 800 Mk., einen ztrafrahmen von 10 300 Mk. einzuführen. End⸗ ich beantragt die Staatsregierung eine Ermäßigung der Gewerbesteuer für Brennereien im landwirth⸗ chaftlichen Nebenbetriebe. lauch in seinen Bereich gebracht, bis er durch ihten Geruch vollständig betäubt wird. Newyorkt 10. Oktober. Nach den biz jetzt vorliegenden Nachrichten scheint die Sprengun des Felsens in der Hellgate⸗Einfahrt — ** gelungen zu sein. Die Explosion wurde an deg Ufern nur leicht wahrgenommen. Dagegen wurde die Erschütterung überall in NewNYork und in der Enfernung von mehreren Meilen empfunden. Im Augenblick der Explosion war das Wasser sehr be— vegt. Eine ungeheuere. Menge Wasser mit Steinen und Holz wurde 150 bis 200 Fuß in die Höhe geschleudert. Irgend welcher Schaden ist nicht angerichtet. — Die Ufer waren von Schaulustigen dicht besedßt. Fur die Redaktion verantwortlich: F. XR. Demeh. Im Gemeindewirthshaus. Schwaigbauer: „No, Bürgermeister, wos gibt Reues inder Stadt Bürgermeister: „Neues is nit viel los; abe was Neues hab' i mit'hracht.“ Alle Gäste: „Heraus damit!“ Buürgermeister: „Lotterieloose von der Wohl— thätigkeitslotterie für Wittwen und Waisen de— bayer. Veteranen⸗ Krieger -· und Kampfgenossen⸗ Bundes.“ Zahiffsbericht der Red Star Tine. Mitget heilt von Jean Peters, Haupt⸗Passage-Agentur St. Ingberi Antwerpen, 8 Oktober; der Postdampfer „Noord⸗ land“, Kapitän Nickels, ist nach New⸗York abgegangen. New⸗PYork, 8. Oliober; der Posidampfer „Western- sand“, Kapitan Randle, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 7. Oktober; der Posidampfer „Nederland“ Kapitän Griffin, ist nach Philadelphia abgegangen. Scilly, 8. Oktober; der Postdampfer „Waesland“ Napitän Ueberweg, paffirte auf der Reise von New⸗Nor nach Antwerpen. (in Antwerpen erwartet 10. Oltober.) New⸗York, 8. Oktober; der Postdampfer „Rhynland Kapitän Jamison, ist von Antwerpen angelommen. Antwerpen, 9. Oktober; der Poftdampfer „Switzer— 8. Kapiiän Buschmann, ist von Philadelphia anae— mmen f(egen den Biß toller Hunde.) Immer wieder taucht in medizinischen Zeitschriften die Heilkraft des Knoblauchs gegen die Wirkungen zes Bisses toller Hunde, also Hundswuth auf. Ein Arzt in Spanien hatte Gelegenheit im Jahre 1882 leichzeitig an neun Individuen vergleichende Ver— uche anzustellen und wurden Alle, welche mil dnoblauch behandelt, geheilt entlafsen, während die Anderen, welche kauterisirt, oder deren Wunden mit lühenden Eisen behandelt wurden, elendiglich zu ßrunde gingen. Nach der Vorschrift des Arztes 'oll die Bißwunde mit reinem Wasser gut ausge⸗ vaschen und dann mit gestoßenen Knoblauchknollen zut eingerieben werden, worauf die letzteren einige Zeit auf der Wunde liegen bleiben. Während der nächsten acht Tage muß der Gebissene täglich zwei dnodlen Knoblauch mit Brod genießen und mußerdem während des Tages 60 Gramm eines Dekoltes einnehmen. weiches mit 720 Gramm Wasser auf einen Knoblauchknollen gemacht und bis auf 500 Gramm unigekocht wurde. Während den, bei der Behandlung allenfallig auftretenden Wuthansbrüchen werden so lange Bündel von stnob⸗ r 38 5 — — —— Neuer bGesundheitskaffee. Weil aus meinem großen Patienten⸗ Mä —IIOD APIIIIIIIIMV reise immer und viel über die meisten Zorten Gesundheitskaffee ge⸗ lagt wurde, so hat es nun mein —„chwager J. Pafen in Saarbaütken Sit. Johann, Bickelmanns⸗Mühle) bernommen, einen neuen, unüber⸗ roffenen reinen „verbesserten Jomöopathischen Gesundheilskaffet“ inter meiner speziellen Aufsicht und zur aus den allerbesten Fruchtsorten nach meinem Recepte) billig zu be⸗ eiten, für dessen Reinheit, Güte und Nährkraft ich jederzeit garantire. Da es keine besseren Zuthaten gibt. ils wie sie hier verwandt werden, so ann es auch keinen besseren Gesund⸗ Jeitslaffee geben, als diesen, weil nur staturgemäßes (nichts Künstliches, nichts Fhemisches, nichts Verdorbenes) dazu jenommen wird. So kann ich demnach diesen „ver—⸗ ʒesserten hombopathischen Gesundheits- affee“ mit bestem Gewissen empfehlen ind hat ihn für St. Ingbert und Amgegend Herr Franz Jacob denrich in St. Ingbert Kohlenstraße) immer vorräthig, worauf ch hiermit Alle, Gesunde und Kranle, rufmerksam mache. ν den 30. Sept. 1885. REP. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheili von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer „Rhynland“, Kapitän Jamison, welcher am 26. September von Antwerpen abging, ist am 8. Oktober wohlbekan in New PYork angekommen. Das iaueendlach erprodte Aausmillel „der eehte 52 2 2 — 7 mit Ankeré“ * solito ln kolnom Hause fohten! Preis 60 Pfæ o— —XXjEA —** —* . 4. —EXR —22 — — 7 —— * XEXXAREEEEO ü — —⏑—— VPin Mark-Loose. Die ausgestellten Erzeugnisse mögen morgen vormittags wieder abgeholt werden. Der Vorstand. Um Irrungen vorzubeugen, erklären wir hiemit, daß die Jithuu mserer lolterie für Wittwen und Waisen die nächste aller lLotterien ist und bestimmt am Donnerstag den 15. Oktober Vormittags 9 Uhr dahier im nördlichen Schrannen · Pavillon stattfindet. Loose sind, solange der Vorrath reicht. zu haben bei der Cenerel Igentur Alb. Roesl in München und allen bekannten Verkaufstellen Muüunchen, den 24. September 1885. Das Präsidium des baver. Veteranen- kKrieger- und Kampfgenossen-Bundes The6è- Import. Souchong extra fein Mk. 1.55 ⸗ sehr sein, 1.30 fein. 1.05 Songo fein.. 0.80 per Dose 4 125 Gramm empfiehlt J. Perovrg. St. Ingbert. Wasserdichte ACLIS vretarxbe ntar niεννννννα. Mον, Uν a/0.) — — — ————— chadανναν tarεν—tol — pWahri grõcate EXrIeiehtorans im PIAtin u. enthalt allo or rderliehen Zusatzo zur alcho — — vwer, gloleum asg atoiter a0genanntær —IV— Vebera ll —— — — 6— deziehe ich mit einem Rabatt, der es etmöglicht, dieselben zu Fabrikpreisen wieder zu verkaufen. J. B. Fiach ir . J Mr 9 —XRXCXC —XREX * 6— Sachsen·· —A —— te ufnahme: Voruatatrient API MV. 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. —— — — — — — — — Ingberter Anzeiger erscheint wdchentlich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ gun und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 4 60 ⸗ einschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 14 —X Zuflellunasgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die a4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betraͤgt bei Inseraten aus ver Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solche ¶af welche die Erpedition Auskunft ertheilt. 15 — Aeclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 201. Dienstag, 13. Oktober 1885. 20. Jahrg. Deutiches Reich. Muͤnchen, 9. Oktober. Einlauf der Kam⸗ ger: Bitte der lath. Pfarrgeistlichkeit des Dekanates Reustadt a. H. um Verbesserung der Gehalte der buih. Geistlichen det Pfalz. — Bitte von 30 Post⸗ andienersgehilfen von Ludwigshafen, Landau, duiserslautern, Augsburg, Regensburg, Bamberg iud Hof um raschere Beförderung in die Kategorie VII. München, 10. Oltober. Die nächste Ple— arsizung der bayerischen Abgeordnetenkammer de am Mittwoch, Vormittags 10 Uhr statt; in atselben wird Berathung gepflogen über die for⸗ ele Behandlung des Gesetzentwurfes, betrt. die drannweinsteuer. Der Abgeordnete Frankenburger an sein Referat über den bayerischen Militäretat it das Etatsjahr 1888— 86 an den Finanzaus huß bereits fertiggestellt und zur Druckelegung ogeliefert. Der „Ir. Kurier“ meldet: „Wir —X wie nunmehr esssteht, dem Landtage von der Staatsregierung ine Vorlage betreffs der köoniglichen Civilliste merbreitet werden wird.“ Professor Dr. Daller uingt nach einer Würzburger Korrespondenz der Reichsztg.“ sein Amt als Kultusreferent damit in, daß er sich nach persönlicher Einsicht in Würz⸗ zutg von der Nothwendigkeit der Neupostulate für ie dortige Universität nicht überzeugen kann. München, 10. Oktober. Gestern Vormittag cahrend der Behörden⸗Bureguzeit erschien bei Hrn. zoshart in der Frohnfeste ein Angestellter der Hagel⸗ ersicherungsa astalt, um zu versuchen, denselben zur dennung des Verfassers des vielbesprochenen Ar⸗ ilkels zu bewegen. Herr Direkior v. Jodlbauer et nämlich einenUkas erlaͤssen, worin er einem Dutzend Jerren die Entlassung ankundigt, wenn bis zum 5. Oktober das Forschen nach dem angeblichen Verräther“ kein Resullat ergibt. Der Vorstand et Brandversicherungskammer läßt also zuerst einen ledalteur der „N. N.“ brummen für das, was in Anderer geihan haben soll, und dafür, daß er um öffentlichen Wohle die Wahrheit an der. Tag gebracht, und will nun, echt paschamäßig, eine ganze Anzahl Familienväter bestrafen, weil Herr Bosharl einer Pflicht gemäß auf dem Redaktionsgeheimniß veharrt und er selber sammt Staatsanwalt und intersuchungsrichter den vermeintlichen Schuldigen nicht herauskriegen kann. Um das Betreten des düctzugs zu erlachtern, sichert der Utas dem Thäter tzt. nochdem ein Unschuldiger bereits acht Tage zt, völlige Straflosigkeit zu; eine schöne bureau- ratische Blüthe. Herr Boshart lehnte es jedoch ab h in seinem Entschlusse unverbrüchlichen Schweigens ichüttern zu lassen. Berlin, 12. Oktober. Zur Zeit bildel die Baͤhrungsfrage den Gegenstand lebhafter Erörter⸗ ingen zwischen den Bimetallisten Deutschlands, einglands, Frankreichs und Amerikas, welche darauf bzielen, eine internationale Konferenz amtlichen charaklers zu Wege zu bringen, welcher erweiterte Aufgaben ais der Pariser Konferenz gestellt werden ollen. Es scheint, daß eine internationale Enguete angestrebt wird. 25,000 Militärmäntel, 25,000 Uniformröcke, 25 000 Pantalons, 30.000 Winterdecken, 4000 Zelte, 20,000 Garnituren Kochgeschirr, groke Quan⸗ itäten Wäsche. Bewerber waren österreichische, ingarische, englische und französische Firmen. Ver⸗ räge für Patronen und 3500 Pferde wurden ab⸗ geschlossen. Wien, 11. Oktober. Ungeachtet der Fort⸗ dauer der kritischen Situation auf der Balkanhalb⸗ insel wollen hiesige diplomatische Kreise an kriege⸗ rische Ereignijsennicht glauben. Erst wenn rnste Gegensäße zwischen den Großmächten ent⸗ tanden seien, würde die Gefahr wachsen. Gegen⸗ wärtig jedoch seien, trotz vielfacher gegentheiliger Behaupiungen, grundsätzliche Differenzen nicht vor⸗ handen und ewaige Meinungsverschiedenheiten be⸗ jüglich der Losungsform vorhandener Wirren dürften durch die fortdauernden Verhandlungen ansgeglichen werden. Paris, 11. Oktober. Am 4. Oktober sind zach den jetzt vorliegenden vollständigen Feststellungen ci den Waͤhlen für die Deputirtenkammer 127 re— „ublikanische und 177 konservative Kandidaten ge⸗ vählt worden. Außerdem sind 270 Stichwahlen erforderlich. Eine Thatsache, welche man vergeblich zu erheimlichen sucht, setzt neuerdings die Art und Weise in ein helles Licht. mit der man in Frank— reich Fragen der militärischen Ocganisation zu be⸗ andeln beliebt. Der General de la Jaille, der Präsident der sogenannten. gemischten Eisenbahn⸗ ommission suchte sich zu vergewissern, ob alle die Maßregeln vorgesehen seien, welche zur schnellen Ausfuhrung der im Kriegsfalle erforderlichen Ope⸗ anionen noͤthwendig erscheinen. Der Generai machte ‚abei die merkwürdige Entdeckung, daß zwar die derschiedenen Instruktionen seit Laugem ausgearbeitet und sauber gedruckt sind, aber in den Bureaux der Eisenbahngesellschaften sorgsam unter Schloß und Riegel gehalten werden. Nicht eine einzige der verschiedenen Eisenbahngesellschaften hatte für die Vertheilung dieser Instruktionen Sorge getragen ind nach Ansicht einiger Blätter wären im Falle eines Krieges mindestens 8 Wochen nothwendig gewesen; um diese Instruktionen zu vertheilen und die Beamten nur einigermaßen darauf einz nüben Paris, 12. Okltober. Der „Newyork Herald“ aßt sich melden, daß die Türkei fieberhafte Rüst⸗ ingen betreibe; 126,900 Mann seien bereits voll⸗ tändig ausgeruͤstet. Die Pforte überreichte gestern den Mächten eine Note, daß, wenn dieselben keine Garantien gegen serbisch griechische Angriffe über⸗ nehmen wollten, die Piorte sofort mit Waffengewali einschreiten werde. London, 12. Oktober. Deutschland pro⸗ ponirt nter Zustimmung Oesterreichs. Rußlands ind Englands, der Berliner Vertrag solle moglichsi venig verändert werden; die Forderungen Griechen⸗ inde und Serbiens sollen zurückgewiesen werden die Türkei solle gehalten sein, nöthigenfalls Waffen; Jewalt anzuwenden. insofern Griechenland oder Ser⸗ hien etwa fremde Gebiete besetzen sollten. Einer Personalunion wird zugestimmt, falls Fürst Aler⸗ ander die Tributpflicht gegenüber der Pforte und die Souveränetät des Sultans anerkennt. Belgrad, 12. Oktober. In Folge neuer Truppenbeförderung wurde der Personenverkehr auf den serbischen Bahnen neuerdings vertagt. Konstantinopel, 12. Oktober. Die Grund— age für eine Verständigung zwischen England und der Juͤtkei betrefis Reformen in Caypten ist ge— wonnen. Dieselbe schließt die Sendung rürkischer Truppen nach Egypten aus und geht von dem Prinzipe der baldmöglichsten Zurückziehung der hritischen Truppen aus. — Ein neues Circular der Pforte thut die Nothwendigkeit der Rüstungen dar, infolge der Haltung Serbiens und Griechen⸗ lands und sagt, die Pforte warte nur die Mitthei⸗ ung über die Absichten der Mächte ab, um dem Zerliner Vertrage Geltung zu verschaffen. — Es erlautet, in Haskine hätten die bulgarischen Bauern die Waffen weggeworfen und wollten in ihre Hei⸗ math zurückkehren. Achen, 12. Oltober. Das Amisblatt ver— oͤffentlicht die königliche Mobilmachungsordre behufs Qoͤmpleiirung des Eifektivbestandes der Armee. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Die Oktoberfestkommission zur Bestimmung der empfehlenswerthesten Aepfel- und Birnen⸗ Sorten für die einzelnen Regierungsbezirke nennt folgende Namen; 1) Aepfel: Rother Herbstcalvisle, Parker's Pepping, Pleißkner Rambour. Baumann's steinette, goldgelbe Sommer-Reinette, Champagner⸗ Reinette, Danziger Kantapfel, Brauner Matapfel, großer Kasseler, großer Bohnapfel, rother Eiserapfel, deißer Winter⸗Haffet⸗Apfel, Ribston's Pepping, Reinette von Damason, englische Wintergoldparmäne, »urpurrother Cousinot und Canada ⸗Reinette. 2) girnen: Napoleon's Butterbirne, Besi Chaumontel, Diel's Butterbirne, Liegel's Winterbutterbirne, Jroßer Katzenkopf. Pastorenbirne, Colmas Herdbst ⸗ ;utlerbirne, rothgraue Dechantsbirne, holzfarbige Butterbirne, Josebhhine von Mecheln und rothe Bergamotte. — In der Landesausstellung zu München wurden folgende Pfalzer ausgezeichnet: I. Die goldene Medaille: Baumschul .Besitzer Velten aus Speyer für seine großartige, in allen Fächern hervorragende Gesammtleistung. IIJ. Die große silberne Medaille: 1) landwirthschaftliches Bezirkscomitéé und Dbstbauvercin Germersheim; 2) Obsthauverein, Bezirk Grünstadt; 3)Obstbauverein Dürlheim; 4) Dbstbaumschule Kirchheimbolanden; 5) Obstbau⸗ verein Bezirk Landau; 6) Obst und Gartenbau⸗ Jerein Edenkoben. III. Die kleine silberne Medaille: Jacomine de Malespine, Zweibrücken. IV. Diplome erhielten: 1) Ludwig Chr. Theobald Gutsbesitzer, pirmasens; 2) Philipp Gärtner, Steinbach; 3) Obstbauverein Lambsheim; 4) Dr. Jos. Habermehl, yrakt. Arz, Edesheim; 5) Gemeinde Homburg; 6) Theobald, Gartner, Steinbach am Donnersberg. — Herr Anwalt Mahla in Landau erhielt in der dandes · Hopfenausstellung zu Manchen für Hopfen der Ernte 1885 ein Ehrendiplom. — Kaiserrlautern, 10. Ott. Auf dem hiesigen Postbureau wurde ein Geldpacket mit 5000 Mark entwendet. Untersuchung ist eingeleitet. Gf. Post.) — Füuür die Eröoffnung der diesjahrigen Deneral⸗Synode für den Consislorialbezirk Speyer ist der 1. Adventsonntag — 29. Rovember nächsthin — in Aussicht genommen. Die Verhand— lungen derselben würden etwa 14 Tage in Anspruch nehmen. W18Il14nd. Vermischtes. 4Straßburg, 10. Okt. (Amtliches.) Der Notariats-Kandidat Schlich in Straßburg ist zum kais. Notar im Landgerichtsbezirk Saarge— münd mit Anweisung des Wohnsitzes in Puttlingen „rxnannt worden. — Der Amiäisgerichtsraltb a. D. Wien, 11. Oktober. Die serbisch bulgarischen »nehungen erregen immer mehr die Aufmerksam— eit der diplomatischen Welt. Die „Montagsrevue“ meldet aus Belgrad: Gestern fand dort die Offert⸗ derbandlung über nachstehende Kriegsartikel ftatt Rohmer in Schleitstadk ist zum ersten Ergän⸗ zungsrichter bei dem Amtsgericht in Schlettstadt. und der Amisgerichtsschreibet a. D. Binder in Münster zum Ergänzungsrichter bei dem Amtsge⸗ richt in Münster ernannt worden. — Dem Notar Wanten, früher in, Faargemünd, z. Z. in Kö— nigswinter, ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Amte als zweiter Ergänzungsrichter hei dem Amts- gerichte in Saargemünd ertheilt worden. Kreuznach, 7. Oktober. Zwei Kinder von hier, Katharina Barth, ein Mädchen von 11 Jahren, und ihr Bruder Peter, ein Knabe von 9 Jahren, haben ohne jede Begleitung von hier aus die Reise über den Ozean zu ihrem in Pori Washington in den Vereinigten Staaten wohnenden Oheim unternommen. Nachdem die Eltern der Kinder hier vor Kurzem gestorben, theilte der Oheim, Besitzer einer Schuhwaarenfabrik in Port Wajshington, den hiesigen Behörden mit, daß er die beiden Waisen an Kindesstatt annehmen möchte; man möge ihm dieselben schicken. Gleichzeitig übersandte der brabe Mann das Geld für die Reise Den Kleinen wurde nun hier ein Zettel auf die Kleider genäht, worauf in großen Buchstaben das Reiseziel der beiden Kinder geschrieben stand. Am 6. August landeten dieselben in New York. Die Vorsteher des Auswandereramtes widmeten den Kleinen die größte Sorge, bevor sie dieselben in den Zug nach Ohio steigen ließen, gaben fie ihnen ein großes Packet mit Lebensmitteln. Katharina die eine gute Hausfrau zu werden verspricht, be⸗ mächtigte sich alsbald des Packets, „ich muß das Packet gut verwahren,“ sagte sie, „sonst wird der kleine Peter bald alles aufgegessen haben und krank sein.“ Ein Brief aus Port Washington zeigt an— daß die kleinen Reisenden in bester Gesundheit bei ihrem Oheim angekommen sind. FKreuznach, 8. Oktober. Das Projekt einer dirckten Eisenbahn von Brüssel nach Mainz tritt in Belgien, wo es bereits öfter die Kammer beschäftigt, jetzt wieder in den Vorder⸗ grund. Nunmehr hat auch der Gemeinderath von Brüssel in seiner Sitzung vom 5. dos. einstimmig beschlossen, auf Ausführung der genannten Linmie zu dringen. Der Bau dieser Eisenbahn würde für unsere Gegend, sagt das „Krzu. Tgbl.“ von großer Bedeutung sein, da dieselbe über den Hundsrücken geführt und bei Langenlonsheim die Nahe über— schreiten soll, um bei Ingolheim in die Bahnlinie Bingen⸗Mainz einzumünden. F Mannheim, 9. Oktober. In 5 Bezirken siegten bei den Landtagswahlen die Nationallibe⸗ rxalen; in einem die Demokraten, in zweien muß wegen Stimmengleichheit zwischen Nationalliberalen und Demokraten das Loos entscheiden und in einem fiegten die Sozialdemokraten. 4 Mannheim, 11.Okt. Die kürzlich ober⸗ halb der Rheinbrücke gefundenen Kleider, in denen sich ein Brief vorfand, sollen dem Kaufmann Gustav Hirsch von Deidesheim gehdren, der sich wegen Geldverluft durch eine Bürgschaft von M. 20,000 an seinen in Konkurs gerathenen Bruder wahrscheinlich ertränkt hat. fF Ein schreckliches Unglück hat sich in Mannz zugetragen. Am Freitag Abend sandte ein in der Augustinergasse wohnender Kolonial⸗ und Materialienwaarenhändler seinen Hausburschen in den Keller, um Spiritus zu holen. Plözlich erdröhnte eine laute Detonation und eine kolossale Flamme, die den Kellerhals vollständig ausfüllte, schlug auf die Straße. In der Mitte der Flamme sprang der Hausbursche, einer Feuersäule gleichend. markerschütterndem Geschrei die Stiege herauf; be⸗ herzte Männer zogen ihre Röcke aus und warfen sie dem Unglücklichen über; vergeblich, die Flammen schlugen wieder an andern Stellen empor; erst als ein gegenüber wohnender Sattlermeister einige Pferdedecken herbeischaffte, die den Brennenden voll⸗ fländig umhüllten, ward man des Feuers Heir. Der Anblick des Verbrannten war gräßiich, die Kleider waren gänzlich vom Koͤrper herunter ge⸗ fallen, das Fleisch theils verkohlt, theils in Stücken von den Knochen abgefallen; trotzdem lebte der Mann noch und ward so in das Hospital gebracht, die Nacht wird er nicht überleben. Der Mann isl erst vor kurzem Vater von Zwillingen geworden und erst seit 1122 Jahren verheirathet. Das Un⸗ glück ist wahrscheinlich dadurch entstanden, daß sich der Spiritus im Faße entzündet und exrplodirte, das Feuer im Keller ward erst nach einer Stund⸗ durch die Feuerwehr bewältigt. 7 Vor drei Jahren vergriff sich eine bei Au⸗ verwandten in Frankfurt a. M. in Erziehungç gewesene Amerikanerin thätlich an ihrer Tante Sie schlug ihr die Ofenthür derart auf den Kopf daß eine mehrmonatliche Krankheit die Folge war. In der Angst, bestraft zu werden, reiste das Mäd— chen so schnell als möglich nach Amerika zurück bon wo sie am 28. September auf die Nachricht pom Tode der kinderlosen Tante wieder nach Frankfurt kam, um die Erbschaft zu erheben. Wie sehr war fie jedoch erstaunt, als ihr das von der Tante hinterlassene Testament vorgelegt wurde, in welchem ihr statt Geld, das sie nach Amerika hätte mitnehmen können, nur die Ofenthür, mit welcher sie seiner Zeit der Tante eine schwere Kopfwunde beigebracht hatte, als Erbtheil vermacht worden war FFrankfurt, 10. Oktober. Ein junger Mann (Ingenieur bei der Frankfurter Wasserleitung) war von einem Mädchen, mit dem er verlobt ge⸗ vesen, auf Etfüllung des gegebenen Eheversprechens »der auf angemessene Entschädigung verklagt wor⸗ den. Nachdem das Mädchen geschworen, daß der Beklagte ihr in der That die Ehe versprochen, vurde der Ingenieur verurtheilt, die Klägerin hinnen zwei Monaten zu heirathen oder sie schad⸗ los zu halten. In diesem Falle soll die Höhe der Entschadigung nach dem Vermögen des Verurtheilten bemessen werden. fAßmannshausen, 10. Olktober. Heute wurde die Zahnradbahn Aßmannshausen ˖ Niederwald eierlich eröffnet. Unter Musikbegleitung und Böllerschüssen erfolgte die Abfahrt des geschmückten Zuges zur Station Jagdschloß. Die Zeit der Auffahrt betrug 10 Minuten, die Zurückkunft er⸗ olgte in gleicher Weise. Die Bahn bleibt bis Ende Oktober im Betrieb. F Meisenheim, 9. Okt. Hier erhängte iich der dreizehnjährige Sohn der Wittwe Schl. aus Kallbach an einem Baume. Derselbe hatte fahr⸗ lässiger Weise einen Kameraden beim Obsftabwerfen mit einem Steine verletzt und scheint er dadurch, daß man ihm damit Angst machte, er müsse die Kosten der Heilung des übrigens nur wenig ver⸗ letzten tragen, zu dem verzweifelten Schritte getrieben worden zu sein. F Aus Karlsruhe wird der „N. B. L.3.“ zeschrieben: „Die Firma K. Retelsdorf, Dampf— taffeebrennerei und Rohkaffee-Lager en-gros in Hamburg, empfiehlt durch gedruckte Circulare, welche in zahlreiche hiesige Adressen versandt werden, ver⸗ chiedene Sorten rohen und gebrannten Kaffees Die Zusendung geschieht bei Abnahme von 4*4 Kilc zollfrei und franko gegen Nachname. Da die billigen Sätze des Preisverzeichnisses Bedenken bezüglich der Reellitat der Waare wachrufen mußten, so ließ der hiesige Ortsgesundheitsrath durch eine Mittelsperson Bestellungen machen, um die Waare untersuchen zu können. Dabei ergab sich folgendes Resultat. Statt des bestellten Perl · Ceylon wurde zu Mk. 1.05 das Pfund Westindischer Perl (en-gros⸗Preis 85 Pf das Pfund) geliefert; statt des bestellten Plantagen⸗ Ceylon zu 1 M. das Pfund gleichfalls ein West⸗ indischer Kaffee (en-gros . Preis 85 Pf.), statt des bestellten Mocca⸗Kaffees zu 1I M. das Pfund ein mit Eisenocker künstlich gefärbter Brasilkaffee (en- gros.Preis ca. 66 Pf.) In keinem Falle wurde also die bestellte in der Preisliste bezeichnete Kaffee sorte geliefert, sondern jedesmal eine andere, minderwerthige. Der Preis der wirklich gelieferten —A joliden hiesigen Geschäfte bei Detail⸗Verkauf ge⸗ fordert wird. Dem Ortsgesundheitsrath gebührt daher Dank, daß er das Publikum auf die obige Firma in gebührender Weise hingewiesen hat.“ f Essen, 10. Oktober. In der Zeitschrift des Vereins deutscher Eisenhütienleute „Stahl und kisen“ berechnet ein rheinischer Industrieller in dem soeben ausgegebenen Oktoberheft den effeltiven Schaden an Arbeitslohn. welcher der Arbeiterbe⸗ ↄölkerung aus einer gänzlichen Einstellung der Arbeit an Sonntagen erwachsen müßte. Bis her wurden an Sonntagen Ausbesserungen ar Puddel· Schweiß⸗ und Wärmesfen, Revisionen »ezw. Reparaturen an sämmtlichen Maschinen Dampfhämmern und Walzenstraßen, das Reinigen der Dampflessel, das Aufräumen in der Hülte, sowie auf dem Platz und das Entladen der am Sonntag, bezw. Feiertag zugestellten Eisenbahn⸗ waggons ausgeführt. Wird die Ausführung solcher Arbeiten an Sonn- und Feiertagen untersagt, so nuß nothwendigerweise eine weitere Kürzung der virklichen Betriebstage erfolgen, so daß im ganzen nur 216 wirkliche Betriebstage verbleiben würd Für die Arbeiter würde das nach der ingeheen Berechnung des rheinischen Fachmannes, da s Aufstellung die Verhältnisse eines Kessciplaenteh werks mit einer Arbeiterzahl von 878 Mann Grunde legt, einen Ausfall an Arbeitslohn 190 Mk. pro Mann und Jahr ausmachen. * Grund dieser Zahlen ergibt sich fur die de theinischewe tfälischen Hütten · und Walgwbetlsheen zenossenschaft angehörenden 80,000 Ärbeiler eir ahrlicher Verlust an Arbeitslohn von dot. Willionen Mt. Solche Zchlenwollen doch der Regelung dieser Frage beruüdfichtigt werden. Letmathe, 7. Olktober. Entdedtet Verbrechen.). Vor 6 Jahren (am 20. Oklobe 1879) fand man in dem hiesigen Lehmentschen AX Grothe mi Namen, todt vor und nahm man an, daß derselt— vom Felsen in die Dunkelheit hinabgestürzt sei un so seinen Tod gefunden habe. Kürzlich ha un ein in Graudenz inUntersuchung befindliche Schreinergeselle seinen Mitgefangenen —XX daß er den alten Mann getoödtet, nach der Klipp zetragen und von da hinabgestürzt habe; er hab agar ruhig am nächsten Tage die gerichtliche Be sichtigung des „Verunglückten“ mit angefehen. Di— hierselbst nun neuerdings angestellten Erhebungen lassen nahezu keinen Zweifel mehr an der Wahrhen des Geständnisses. F In Schweinfurt wurde ein Schüler det dortigen Gymnasiums gleich zu Beginn des Schul— jahres mit einer vierstündigen strengen Carcerstrafe empfangen, weil er bei einem Ferienaufenthalt in Weimar sich ein Stückchen Holz vom Sarge seines Lieblingsdichters Schiller zum Andenken abgeschnitten hatte. Die eifrigen Recherchen der Weimaraner nach dem Thäter führten diese Bestrafung herbei. Ein⸗ Warnung zugleich für alle Reliquien⸗Liebhaber. fF München, 7. Oktober. Die Herausfor⸗ derung des Gemeindebevollmächtigten Seyboth durch Rechtsanwalt Graf Arco zum Duell hat bereit sein erstes Nachspiel gehabt; Graf Arco wurde wegen Herausforderung zum Zweikampf nach 8 201 des St.⸗“G.B verhört. F München, 9. Oktober. Vorgestern wurde ꝛin junger Mann aus Pradl bei Innsbruck ber⸗ jaft, welcher sich hier schon seit zwei Jahren damit hbefaßte, junge Mädchen die Ehe zu versprechen, förmliche Verlobungen zu feiern, ihnen den größten Theil ihres Vermögens abzulocken und wenn das Geld verbraucht war, die Verbindung zu lösen und neue Opfer zu suchen. Auf diese Weise hat der Verhaftete mehrere tausend Mark einkassirt und eir flottes Leben geführt. Bald trat er als Sprach lehrer, bald als prot. Theologe auf und wußte sich namentlich in angesehenen Familien Eingang zu verschaffen. Strafrechtliches Verfahren ist veranlaßt. fGera, 9. Oktober. Vergangene Nacht er⸗ eignete sich in unmittelbarer Nähe der Stadt ein exschütternder Unglüchks fall. Der Referendar Sorger kehrte Abends mil einem bei ihm zum Be⸗ suche anwesenden Freunde dem Studiosus H. aus Gießen, von einem Spaziergang und einer gemüth— lichen Kneiperei in dem Dorfe Giblach zurück. In der Nähe des Dorfes fielen fie in einen Steinbruch Der Student aus Gießen war sofort todt. Sorget wurde schwer verletzt erst heute morgen von nach der Stadt gehenden Landleuten gefunden. Ob er mit dem Leben davonkommt ist fraglich. F Gewegung der Bevolkerung der Stadt Bersin.) In der Woche vom 20. bis 26. September fanden 307 Eheschließungen statt. Lebendgeboren wurden 896 Kinder, darunter 97 außerehelich; todtgeboren waren 831 mit 9 außer⸗ rhelichen. Die Zahl der Sterbefälle betrug 4097. Von den Gestorbenen erlagen an Masern 2, Schat⸗ ach 18, Pocken 1. Diphiherie 883, Bräune 2. deuchhusten 6, Kindbettfieber 2, Tyhphus 3, Ruhrt 2, Altersschwäche 14, Gehirnschlag 24, Lungen⸗ entzündung 82, Lungenschwindsucht 55, Durchfal 16, Brechdurchfall 18, Magendarmkatarrh 83. Durch Vergiftung kamen 2 Personen um, 1 durch Selbst⸗ mord, 1durch Alloholvergiftung (del. trem.) Eines gewaltsamen Todes starben 12 Personen, durch Ueberfahren 1, Sturz oder Schlag 5. Er· schießen 1, Erhängen 2, Ertrinken 2, Schnitwunn 1. Durch Selbstmord wurden 6 Aneeise herbeigeführt. Es wurden 2898 Zugezogene, 18 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bevölkerung einschließlich der nachträglich gemeldeten geterane um 1244 vermehrt hat. Die vevoikerungszahl Betlin heziffert sich sonach am Schlusse der Berichtswoch be auf 1,284.916. In der Woche vom 27. Sept. bis 3. Oktober wurden solgende JInfektionserkrank⸗ ungsfälle gemeldet: an Typhus 33, Pocken 1, Scharlach 70, Diphtheritis 157, Kindbettfieber 3. f Zum Kapitel von der „Findigkeit der ßost“ diene nachstehender Fall, in welchem die gerlihmte postalische Findigkeit sich wieder in vollem Maße bewährt hat, indem sie einen Brief mit der folgenden, zwar „poetischen“, im Uehbrigen aber sehr problematischen Adresse an die richtige Stelle ditigirte. Die Aufschrift lautete nämlich wie folgt: An das Fräulein R. Colin In der großen Stadt Verlin. Steglitzer Straße Nummer..... Wird sie wohl zu finden sein. Groß ist sie nicht, doch zart und nett, Im schwarzen Kleide ganz adrett; Und wenn sie spricht, so hoͤrt man's gleich, Daß sie nicht stammt aus'm deutschen Reich“ Drum, liebe Post, hab' Schneid und spende Ihr dieses Brieflein in die Hände! Wien. Wieder einmal hat das Glück einen zzeweis für seine Blindheit erbracht. Der Haupt⸗ reffer in der letzten Ziehung der hiesigen Commu⸗ nalioose ist nämlich auf ein im Besitze des Baron dothschild dahier befindliches Loos gefallen. Es jandelt sich um das nicht ganz zu verachtende Zümmchen von 200,000 fl. p(Für Briefmarkensammler.) Die dongo⸗Regierung hat jetzt die neuen Briefmarken für ihren Staat in den belgischen Staatswerkstätten in Mecheln anfertigen lassen. Sie sind nach An⸗ sehen, Format und Größe den belgischen ähnlich. In der Mitte die Büste des Königs, darüber im Kreisbogen: Unabhängiger Kongostaat, darunter der Werth der Briefmarke in Centimes. Paris. Vor dem Zuchthauspolizeigericht dand neulich ein Lahmer und ein Blinder, die sich wegen einträglichen Postens für den Straßenbettel so erbärmlich geprügelt hatten, daß die herbeigeeilte Polizei urtheilte, die Blindheit des Einen wie die dahmheit des Anderen müsse eine Erfindung sein. In der That ergab es sich, daß Beide rüstig, Beide Jäuserbesitzet in Batignolles sind und dort von ihten Miethern und Nachbarn für Ministerialbeamte ehalten werden! Sie ziehen nämlich jeden Morgen u gutem Anzuge aus, verkleiden sich unterwegs mn eigens dazu gemietheten Kammern als Bettler und wiederholen diese Operation nach verrichtetem Tagewert. Der Blinde und der Lahme wurden ezu 6 Tagen Gefängniß wegen öffentlichen Jergernisses verurtheilt. f Einer der hletzten Veteranen aus der jeit des ersten Kaiserreiches ist dieser Tage, neun⸗ ig Jahre alt, gestorben. Er gehörte zu jener Schaar alter Krieger, die das Privilegium hatten, m Garten des Schlosses zu Malmaison, zu Füßen der Göttin Hebe eine Blätterkrone niederzulegen und so das Andenken der einst vergötterten Kaiserin Josefine zu ehren. Mehr als siebzig Jahre fand ie getreue Schaar mit ihrer Krone sich ein, Jahr t Jahr lichteten sich die Reihen der greisen umpfer, die in der zweiten Hälfte unseres Jahr⸗ wunderts nur noch wie Märchengestalten, mit den oßen Federn auf ihren monumentalen Kalpacks aschienen. Im Jahre 1883 waren es nur noch wrei alte Helden, die vom Schnee des Alters be— vect, einer Jugenderinnerung huldigten, 1883 omen nur zwei und begrüßten sich schluchzend. Im Jahre 1885 lebte nur noch einer von den dehr als Getreuen der Kaiserin. Er legte seine drone, die er wie eine schwere Bürde schleppte, ueder, seufzte, betete und sah traurig wie zum hten Abschied umher. Und wenn der erste Juni ieder mit Sonnenschein und Rosenduft im Garten Malmaison anbricht, da wird er wohl Hebe, erewig jugendliche Göttin, noch finden, aber anen alten Kaisersoldaten mehr, denn der letzte erselben, Jean Baptiste Guillaume Mangest, ge⸗ ten zu Rueil am 29. Pluviose iII. (17. Februar 795) ist in seiner Heimalth am Moniag, den 28. edtember, gestorben. Man hat ihm sein Schwert nd seinen federgeschmückten Hut mit in die Gruft igeben und eine Salve über das Grab gefeueri. e Republikaner haßten wohl das zweite Kaiser⸗ ich, le bas Empiré, aber sie haben Respekt vor der adition des ersten Kaisers und ehrten im Leben id Tode die Etinnerungen an ihn, auch wenn sie men in der barocken Form altmodischer Helden erliefert wurden. In einer Pariser Wahlversammlung wird m Kandidaten von verschiedenen Wählern der horwurf gemacht, daß er zu klerikal sei. — Wie, hh klerikal!“ so ruft er, „das ist eine infame Ver. eumdungl..... 43ch bin kirchlich nicht jetraut, keins meiner Kinder ist getauft! ....* — „Das ist vielleicht wahr,“ rufen einige. „aber —AII fF Das Wetter und die Cholera. Der »erühmte französische Astronom Delaunay behauptet, die Sterblichkeit bei der Cholera stehe in innigstem 2usammenhang mit den atmosphärischen Evolutionen. ZSie wächst und fällt genau so wie das Barometer ind ist ganz erheblich hoch, wenn das Barometer ehr gestiegen ist. Aber noch exheblicher ist der Ein⸗ luß thermometrischer Veränderungen. Besonders »erhängnißvoll wirken die Südwinde, während die storde und Westwinde die Sterblichkeit eher ber— nindern. Ein wolkenloser Hinimel soll dieselbe ingeblich vergrößern. Regenwetter dagegen trägt Janz wesentlich zur Verminderung der Sterblichkeit hei. Was die Nebel anbelangt, so üben sie keinen Einfluß aus. fF Erdbeben.) Dem „Fanfulla? wird unter dem 3. Oktober aus Catania geschrieben: Zwei furchtbare Erdstöße haben die Gemeinde Ni— colosi volslständig zerstört. Der Schaden ist unbe—⸗ rechenbar, da der ganze Ort zusammengestürzt ist. Die Verwüstung ist grenzenlos; die Ueberlebenden ind trostlos. Zwei Kompagnien Genie⸗Soldaten iind abgegangen, um für die Unglücklichen, welche ohne Obdach geblieben, Holzbaracken zu bauen. Der Abgeordnete Giuseppe Bonaiuto und der Bürgermeister von Catania sind zur Hülfsleistung benfalls hingegangen. Die Zahl der Opfer ifi zoch nicht bekannt, doch ist zu fürchten, daß sie zeträchtlich is. Man besorgt einen Ausbruch des Aetna. F Der geheimnißvolle Selbstmord⸗ dersuch einer jungen deutschen Dame im Central⸗ Park zu New-York hält gegenwärtig das Pu⸗ »likum wie die Detektives in New-VYork in der zrößten Spannung und Aufregung. Jung, schön ind anscheinend von reicher Familie, wurde die Anglückliche in einem Gebüsch versteckt gefunden. mit einer Kugel durch die linke Brust, aber noch am Leben und bei Bewußtsein. So hatte sie seit 2 Stunden gelegen, den Tod abwartend. Es war nach Mitternacht, so wird dem „B. B. C.“ über diese Sache geschrieben, als der Parkbeamte bei seiner Runde durch eine der unheimlichsten Stellen vom Centralpark sie auffand. Derfelbe sah in der Dunkelheit eine weibliche Figur auf einer Bank itzend, die durch überhängende Zweige halb ver⸗ teckt is. Das Weib saß still wie eine Statue und lößte dem Beamten Verdacht ein. Was machen Sie hier, fragte er näher tretend. Ich bin ge⸗ chossen — antwortete eine sanfte, zitternde Stimme. Wo? —-Hier! — antwortete die Fremde, indem ie mit schwacher Hand nach ihrer linken Brust jeigte. Der Beamte zündete ein Streichholz an ind leuchtete. Ein junges Weib saß vor ihm, das daupt auf die Hand gestützt, das vildschöne Gesicht hlaß und schmerzverzogen. Ihr Kleid war in Un—⸗ »rdnung und der Busen offen. Unter ihrer Hand, zie sie an die nackte Brust preßte, tropfte lan jsam hr Lebensblut dahin. Die nächste Frage des Mannes war nach dem Thäter. Ich selbsi, er⸗ viderte sie und deutete auf den im Lichtschein zlitzernden Revolver auf der Bank neben ihr. Warum? — O, ich war lebensmüde. Schon seit neinem sechsten Lebensjahre hatte ich den Wunsch, zu sterben. Da der Tod nicht von selber kam, cief ich ihn. O, warum mußte ich je geboren werden! — Natürlich unglückliche Liebe, murrte der Beamte, gewiß ist auch ein Mann betheiligt .... Nichts dergleichen! Denken Sie nur das nicht! - Ihr Name? — Soll nicht über meine Lippen. Ich bin zu Ende. Sie erfahren nichts veiter. — Der Beamte eilte nun, Hilfe herbeiju⸗ schaffen. Es dauerte ziemlich lange, bis eine Saufte »om Presbyterian⸗Hospital erschien und die Unglück⸗ iche aufnahm. Bei ihrer Ankunft im Hospital var sie bereits bewußtlos und vor Blutverluͤst und dilte starr. Die Kugel, die dicht unter dem Hetzen n die Brust gedrungen war, konnte der Arzi nicht inden. Der Zustand des Mädchens wurde höchst zedenklich. Gegen Mittag des nächsten Tages kam sie wieder zu sich und der Arzt bersuchte sie zum Reden zu bewegen, um etwas über ihre Angehörigen uu erfahren. Sie gab endlich nach und sagte, ihr Name sei Marie Burg, sie sei im Elsaß gebürtig ind Jüdin. Weitere Auskunft über ihre Familie rerweigerte sie hartnäckia. Sie sei zuleßt von Chi— ago nach Newyork gekommen und mit der Absicht, ich zu erschießen, nach dem Central ˖ Park gegangen. Narie Burg ist eine Brünette von außergewöhnlicher Schönheit und feinsten Manieren. Ihr Anzug var höchst elegent. Ihre Hände waren äußers zart und an mehreren Fingern trug sie Brillant ringe. Auch trug fie eine goldene Uhr und schwere zoldene Kette. und in ihrem Portemonnaie fanden ich außer kleinem Gelde drei Funf⸗Dollars Bant— aioten. Sie hatte weder Schirm noch Handtasche jei sich. Eben so wenig fand man irgend welche Papiere oder Visitenkarten bei iht. Der Arzt hofft ie am Leben zu erhalten, wenn es ihm gelingt, zie Kugel zu finden. Noch ist der Schleier des Beheimnisses, der die Unbekannte umgibt, nicht ge⸗ üftet, trotz aller Anstrengungen, die gemacht werden. Kiemand kennt sie, Niemand weiß von ihr, und es st nicht ausgeschlossen, daß sie erst kürzlich von deutschland eingewandert ist, trozdem sie ein vor⸗ ügliches Englisch spricht. fGolirte Damen.) Wenn die fashionable damenwelt New⸗Yorks große Toilette macht, im auf einem Balle oder bei ähnlichem Aulaß zu »aradiren, werden vorher Arme und Büste „polirt“. der Modus operandi des Polirens ist folgender: zuerst werden Arme und Büste mit Rosenwasser jewaschen und nachdem dies recht gründlich ge⸗ chehen, mit Goid⸗ Cream eingerieben, das eiwa 15 Dinuten darauf liegen bleibt. Nach dieser Zeit vird letzteres mit einem ganz feinen Flanelllappen vieder abgerieben und Arme wie Büste mit „Baby⸗ Puder“ bestreut, der wieder gründlichst eingerieben vird. Ist dies geschehen, so sieht die Hand polir⸗ em Marmor ähnlich und scheint von wunderbar keiner Struktur. fGur für Zeitungsborger.) So nancher Abonnent einer Zeitung ärgert sich, wenn der Nachbar, der zu geizig isit, die Zeitung zu halten, aber doch wissen möchte, was in derselben tteht, öfter und sogar regelmäßig zu ihm schickt nit schönem Gruße und man möge so gütig sein, hm auf einen Augenblick die Zeitung zu leihen. Aus Gutmüthigkeit, aus Geschaäftsrücsichten und um sich mit dem freundlichen Nachbar nicht zu verfeinden, willfahrt man seinem höflichen Ersuchen mmerfort, wenn auch mit geheimem Grimme über die fortwährende Unverfrorenheit des Herrn Nach⸗ bars. Für solche Fälle bringt die,Papierzeitung“ folgendes praktische Rezept: Man schueide sorg⸗ ältig eine beliebige Notiz aus der Zeituug, ehe nan sie weitergibt. Kurz nachdem sie verliehen st, wird ein Bote des Borgers fortrennon, um in Frxemplar derselben zu kaufen. Die Leserinnen; inter denen das geliehene Blatt zirkulirt, werden benfalls, jede für sich, ein Exemplar kaufen; keine derselben kann ruhig schlafen, ehe sie weiß, was die ausgeschnittene Stelie enthält. Man wiederholt »as Erpeciment die nächsten Tage mit gleichem erfolg, in hartnäckigen Füllen noch einige Male — ann wird es aber, besonders bei weiblichen Borgern, nicht mehr nöthig sein. F (Ein Entlafsungsgrund.) Stuben⸗ nädchen: Hier sind meine Zeugnisse, gnädige Frau. — Frau: Bei wem haben Sie zuletzt gedient? — 5tubenmädchen: Bei dec Frau Baronin X. — r5rau: Ah! Das ist die kleine Dame mit dem raunen Teint und den kohlschwarzen Haaren? — —AX Frau: Und weßhalb vurden Sie dort entlassen? — Stubenmadchen verlegen): Weil ... weil ich nicht rafiren kann. Gemeinnũtziges. Meuer schmerzstillender Zahnkitt. Die Zu⸗ ammensetzung diefes Mittels, welches in Paris zu inem enormen Preise flotten Absatz findet, gidt Zaudet nach mehrfacher sorgfältiger Analyse Wwie 'olgt an: 2 g bester Thränenmastix werden in7g Thloroform gelöst und dann g Perubalsam zuge⸗ nischt. Nach zwölf bis fünfzehn Stunden ist die Flüssigkeit in Flaschchen abzufüllen. Bei der An⸗ vendung werden 2 bis 8 Tropfen davon auf einem leinen Stückchen Watte in die Zahnhöhlung einge⸗ führt, und soll die Wirkung dieses Specificums, vie allseitig versichert wird, eine sehr gute sein. (Meerrettig aufzubewahren.) Wenn man Meer⸗ dettigwurzeln, welche eigentlich nur dom Herbste bis zjum Frühjahr genießbat sind, auch im Sommer ssen will, so verfährt man damit folgendermaßen: Man zerschneidet die Wurzeln im Frühjahr, trodnet ie schnell auf einem Ofen, stoßt sie zu Pulver und erwahrt dieses in wohlyerstopften Flaschen Resn Gebrauch feuchtet man eine Portion davon mit frischem Wasser an und läßt sie einige Minuten stehen, wodurch sie dann die ganze Stärke des Meerrettigs wieder bekommt. (Kräuteressig. Einen ausgezeichneten aroma⸗ tischen Krauteressig stellt man sich dadurch leicht her, daß man ein Gemisch von Rosmarinbläitern, Esdragon, Beifuß. Melisse, Salbei, Basilikum mit Lavendelblüthen, grobgeschnittenen Citronen⸗ und Orangenschalen in ein Gefäß schüttet, in dem sich starker Weinessig befindet. Nachdem noch etwas Zimmet, Pfeffer und Muskatblume dazu gegeben ist, bindet man das Gesäß zu und läßt dasselbe zwei bis drei Wochen hindurch der vollen Sonne ausgesetzt stehen. Nach dieser Zeit wird der Essig fliltrirt und in fest verkorkten nicht zu großen Flaschen aufbewahrt. Briefkasten der Redaktion. Preisräthsel beitr. Wir machen darauf aufmerksam, daß Lösungen des in Nr. J unseres islustrierten Sonntagsblattes enthaltenen Preisräthsels bis längstens nächsten Freitag Vormittag in unseren Händen sein müssen. Später einlaufende Lösungen finden keine Berücksichtigung. Für die Redaktion verearieuñ48 X. Demeß. das wir unsere Leser schon wiederholt aufmerksam Jemacht haben, ichreiten nun rasch seiner Vollend⸗ uing entgegen. In den uns heute vorliegenden neuesten Lieferungen des 3. Bandes finden wir Fichie, Schlegel und Krause vertreten. Auch hier jt wieder mit einer eingehenden Würdigung der Zedeutung jedes einzelnen der genannten Philo⸗ ophen eine Auswahl aus seinen Werken geboten, vie sie dem Zwecke des Werkes, weitere Kreise zum Studium unserer philosophischen Klassiker anzu⸗ egen, entspricht. Der Verfasser ist seiner schwie⸗ igen Aufgabe in vollem Sinne gerecht worden und jat nicht nur bei der Auswahl der Probestücke ein eines Verständniß gezeigt, sondern auch sich als in vortrefflicher Führer für Jeden erwiesen, der ich mit den größten Denkern aller Zeiten vertraut nachen will. Unter seiner erfahrenen Leitung wird Z niemandem schwer werden, tiefer in eine Wissen⸗ scchaft einzdringen. welche man immer noch als die nusschließliche Domäne eng begrenzter Kreise anzu— ehen gewöhnt ist. Daß auch die Philosophie zu iner populären Darstellung geeignet ist, das ist durch das Werk von Dr. Moritz Brasch glänzend »ewiesen. Wir empfehlen dasselbe unseren Lesern nochmals auf das wärmste. „Neue Musikzeitung““, Verlag von P. 5 Tonger, Köln. Preis pro Quartal 80 Pfg. Die ben erschienene Nr. 19. beweist wiederum wie ieses Blait seinen Lesern nur das Beite und In⸗ eressanteste bietet. Wir begegnen da einem wohigetroffenen Portrait des Tenorhelden Emil Götze nebst Lebenskizze, der „reisgekrönten Novelle „Unmusikalisch“ von Alexan⸗ her Baron von Roberts, einer reizenden Erzählung „Händels erste Liebe“ von C. Carl, der hübschen duͤmoreske „Musikalische Mikroben“ von Julian Veiß. Ferner unter Dur und Moll Anekdaten von Teresina Tua, Anton Rubinstein, Schroöder⸗ Devrient, sowie das Neueste aus dem Theater und tünstlerleben. Als Gratis⸗Beilagen: Paul Lorberg „Die Zonne sank“, Lied für 1 Singstimme und Klavier. Fwmil Gkegewidmet. und E. Ascher Jögerlied“ für Klavier. — Probe -Nummern gibt jede Buch— oder Musikalienhandlung gratis ab. * Einer der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu— trirte Bayerische Familien⸗Kalender. derselbe traf ereits füt 1886 ein. Doch nicht allein einer der esten. ganz entschieden auch der reichhaltigste ist er und für 1886 scheint er gar alles bereits Da zewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka— sendarium für Katholiken, Protestanten, Rusfsen und Israelciten noch der Hundertjährige Kalender Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bahyerische Messe und Märkte, Genealogie der boaherischen Standesherren, Kardinals ˖ Kollegium, Verzeichniß der im Königreich Bayern funktionirenden auswär— igen Konsular-Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich uͤbsche Erzählungen und viele Humoresken im vahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu— trirt, bunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und heiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern HBesonders hervorzuheben ist ein Artikel über di Heilung der miasmatischen Krankheiten (WMasern. Scharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, Blaͤttern etc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem 'olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por— räis und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich ein erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe »on Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun— Bebiet und Neu-Guinea besonderes Interesse ir Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, aämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe roch ein schönes Oeldruckbild „Mutterglück“ und in 1 Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen⸗ imeter breites Rhein; Panorama, mit 44 Jullustra⸗ jonen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und dies Alles kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs ektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustrirten Bayerischen Familien⸗Kalender unseren Lesern hier⸗ nit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch di Arvedition d8 Rlattes Krankheiten verhüten ist besser als heilen in unstreitig der wichtigsite Glaubenssaz in der Medizin— Er sagt uns, daß wir Stbrungen im Organismus nich unbeachtet lafsen sollen und besonders gilt dies bei Ver⸗ stopfung, Magen-, Leber⸗ und Gallenleiden ett. Mar nehme einige Tage Apotheker R. Brandt's Schweizerpiller und weitere Krankheiten werden in der Regel verhütet Man versichere sich stets, daß jede Schachtel Apotheker R Brandt's Schweizerpillen (erhältlich a Schachtel Mk. 1 in den Apotheken) ein weißes Kreuz in rothen Feld und den Namenszug R. Brandt's trägt und weise alle anders ver⸗ vackten zurück Die Klassiker der Philosophie von den frühesten griechischen Denkern bis auf die Gegenwart. Eine gemeinfaßliche Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften. Von Dr. Moritz Brasch. Leipzig, Geeßner u. Schramm. — Dieses schöne, dankenswerthe Unternehmen, auf Empfehle mein gut assortirtes Lager: —IIID Pinzenez in feinstem Stahl und Nickelfassungen. Opt. Artikel ꝛc. ꝛc. Einschleifen von Gläsern in allen Graden. Reparaturen jeder Art. J. Zeitlinger. Eine Wohnung im oberen Stock meines Hauses neben Café Oberhauser ist, sofort beziehbar zu vermiethen. Mp, zen Sar Lime ihren von Antwerpen jeden Samstag direct nad New⸗York u. Philadelphia. 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Nrois der Lieferung 530 Mfennia 2 —EEEE——— — Aur Richters 3X — —— —8 ———— —2 mit unter“ * ist echt und das Präparat, durch welchet die bekanuten überra scheuden Heilungen von Gicht und Rheuma— sismus erzielt worden sind. Dies alte bewũuhrrte Hauemittel ist zum Preise von bo Pig. und 1 Martk in den meisten Apotheten“ vorräthig SF. Ad. Richter & Cie. W udnit Thüringen. JurI Marb glbhs Ziehung am 10. Novbr. 10700 Geldgewinne pon 25,000 Mark abwärfs. zuiammen 75.000 Mef Deggendorfer Loose X mit Geldgewinnen von eb. 120,000 Mark. 70,000 Mk.. 50,000 Mt., 20,000 Mk. ꝛc. Günstigste aller Lotterien. Gen⸗Ag. A. & B. Schuler, München. Loose bei den bekannten Verkauf⸗— — — Ver der Oberstadt bis zum Laden des Billigen Bazar wurde gesterr Abend ein seid. Halstuch verloren. De redliche Finder wolle dasselbe gege Belohnung in der Expedition d 160ebhen — Nittweida. ae nohule itr gShensen.- MNaschipen- Techeirer Vorunterricut Aufnahme: — 72 — —I—⏑—⏑—⏑»—— 000000 OokIOOOOOOOCC WVanymne's illustrirter Pamilien-Talender 1886 au- J *1I10 8 Wand⸗Kalender Domel Starke Porlemonnai⸗Kalender — Hortefeuille-Kalender eanr i * * 4 — ist bereits erschienen 5 und in der Expedition dieses Blattes zu haben. e —* 2 3 38 —— — at⸗ ĩseor —— OIS ãn O PPsęg. and aogenannter Glanzwascheo. E UebBẽCALLYXOäIIAMIiSD 00 TbDer r —— . 1— ι V—οοοοοοοο — k* nid Nn van T Dometß in Eft Inahert ðSt. Indberter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der Et. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich füufmal: Am Rontag, Dieustag, Donuerstag, Camstag und Vonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ Olalit und Sonniags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich IAM 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 —A, einschließli— 40 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 &, bei außerpfälzischen und solche anuf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15.4. Reclamen 30 . Bei 4maliger Finrückung wird nur dreimalige berechnet. M 20. Donmerstag, 13. Oltober 18.88s8. 20. Jahrg. *Der neue Statthalter von Elsaß⸗Lothringen. Beéanntlich hat der Kaiser an Stelle des ver⸗ ewigten Generalfeldmarschalls von Manxeuffel den zisherigen deutschen Botschafter in Paris, den Fürsten von Hohenlohe, zum Statthalter von ẽlsaß· Lothringen berufen und man darf wohl agen, daß für diesen wichtigen Posten kaum ein zefähigterer Staatsmann gefunden werden konnte. Fürst Hohenlohe hat im langjährigen Botschafter⸗ dienste in der sehr delikaten Stellung zu Paris )as Verirauen des Kaisers und des Reichskanzlers m hohen Maße gerechtfertigt und mit allen ein⸗ ichlägigen politischen Verhättnissen bekannt, mußte sich für die den Franzosen entrissenen Reichslande Elsaß⸗ Lothuringen Fürst Hohzenlohe ganz besonders als Statthalter eignen. Fürst Hohenlohe äst eben was vielleicht noch nicht genügend bekannt ist, Diplomat amd Staatsmann zugleich, und diese Eigenschaften dürften ihn ganz besonders befkhigen die bald diploratische Geschmeidigkekt, bald staats⸗ männische Streuge erfordernde Regierung Elsaß Lothringens zu leiten. Ganz besonders muß auch in dem Fürsten Hohenlohe dessen hohe nationalt Hesinnung bewundert werden. die vielleicht einer der Faktoren gewesen ist, die bei seiner Ernennung zuum Statthalter Elsaß⸗Lothringens den Ausschlag jaben. Die ganze politische Vergangenheit des Fürsten bezeugt, daß sein Leben und Streben im ohen Maße dem nationalen Fortschritte und dem MWiederaufblühen des deutschen Reiches geweiht war Im Jahre 1819 als Sohn des Fuͤrsten Fran; zosef von Hohenlohe⸗Schillingsfürst geboren, wid⸗ aete sich Fürst Chlodwig Karl Victor von Hohen⸗ ohe⸗Schillingsfürst nach beendigten Studien der reußischen Verwaltungslaufbahn, übernahm aber rinige Jahre später die Verwaltung seiner Standes— jerrschaft Schillingsfürst. Wegen seines Grund— vesitzes in Bayern wurde der Fuͤrst erblicher Reichs rath in den bayerischen Kammern und vertrat als olcher sehr energisch die nationale und liberale tichtung. In der schweren politischen Krisis des zdahres 1866 hielt Fürst Hohenlohe im bayerischen keichsrathe eine berühmte Rede, in welcher er die Zutunft Bayerns durch einen engen Anschluß an einen deutschen Nationalstaat gesichert wissen wollte ind wurde darauf noch in demselben Jahre als Nachfolger des Ministers v. d. Pfordten baherischer Ministerpräsident. Was der Fuͤrst von Hohenlohe nn diceser hohen Stellung während der kritischen Jahre 1866 bis 1870 für den Aufbau des deut⸗ chen Reiches und den Anschluß des Südens an »en Norden gethan hat, fichert ihm ein unvergäng · iches Denkmal in der Geschichte der deuischen dation zu. Auch an dem AÄusbaue der Reichs »erfasfung und deren Annahme durch Bayern im jahte 1871 hatte Fürst Hohenlohe, obwohl er damals von den Klerikalen und Particularisten in Bayern zum Rüdtritte von seinem Ministerposten Rranlaßt wurde, hohen Antheil. Fürst Hohenlohe annte aber auch später seine Stellung. Er wurde teichstagsabgeordneter für Forchheim und Mitglied der Reichspartei und des ersten Reichstags erster bicepräsident, und Reichstagsabgeordneter blieb der Fürst auch dann, als ihn das Vertrauen des kaisers im Jahre 1874 zum Botschafter in Paris »erufen hatte, als die Entlassung des Grafen Arnim inglückseligen Angedenkens notywendig geworden var. Einem solchen Staatsmann folgt nun auch »as volle Vertrauen der ganzen Nation auf den 9 verantwortungsvollen Statthalterposten in Elsaß⸗ j ablehne. Spaniens Souveränetät über die Gruppe Lothringen, wo noch manche schwierige Frage ge⸗ j der Karolinen und Palaos anzuerkennen; daß regelt werden muß. Deutschland ferner erkläre, daß die Offerte der Handels und Schifffahrsfreiheit wie der Errichtung einer Küstenstation mit Kohlenniederlage ihm nicht annehmbar und nicht genügend erscheine. Nonstantinopel, 12. Oktober. Die Pforte etzt ihre Kriegsrüstungen gegen Serbien und Grie— henland fort. — Athen, 14. Oktober. Es verlautet, dem striegsministerium seien 11 Millionen zum Ankauf von Kriegsmaterial überwiesen. Der Ausgang der Orientkrisis ist nach wie vor äußerst ungewiß, ja, es wiegen heute die kriegerischen Töne vor. Griechenland setzt seine militärischen Rüstungen fort und verfügt eine könig⸗ liche Mobilisirungsordre die Kompletirung des Effektipbestandes der Armee. Die Soldaten, welche die Dienstzeit jetzt beendigen, müssen bei den Fah⸗ nen bleiben und sind außerdem drei andere Klassen der Reserven einberufen, so daß im Ganzen fünf lafsen innerhalb⸗ acht Tagen. zur Armee stoßen sollen. Die Türkei ihrerseits ist auch nicht müßig und hat ihre Rüstungen so weit beendigt, daß sie jeden Tag den Bestimmungen des Berliner Vertrags Beltung verschaffen kann, wie man wenigstens in ꝰonstantinopel behauptet. — Das Serbische Vor⸗ schußgeschäft mit der Laänderbank und dem Comptoir d'Escompie ist am Montag Abend unterzeichnet worden und hiermit hat sich Serbien auch in finanzieller Beziehung auf einen Krieg gerüstet. Deutiches Reich. Munchen, 11. Oktober. Se. Maj. der dönig haben geruht, die Eröffnung der Landiaths⸗ Versammlungen für das Jahr 1886 auf Montag den 9. November an den Sitzen der Kreisregier⸗ ingen festzusetzen. Berlin, 11. Oktober. Die ‚Reueste Nachr.“ zier schreiben: Den Aufrufen an die allgemein Wohlthätigleit sollten engere Kreise gezogen werden als es bis jetzt der Fall ist. Nur zu oft wirt has Witleid der Bevölkerung angerufen in Fillen, vo der Staat von Rechts- und Billigkeitswegen intreten sollte, und die Wohlthätigkeit soll also achholen, was der Staat versaumt. Das ist aber ein falsches Verhältniß, denn nicht blos fällt da⸗ zurch ein schlechtes Licht auf den Staat, sondern 5 werdeun auch die Mittel, welche der Bürger zur hebung von Nothständen, die täglich in hunders Formen in der nächsten Umgebung ihm entgegen— reten, gebrauchen würde, dem Nächstliegenden durch die andere Verwendung entzogen. Der Kollekte jaftet immer etwas Entwürdigendes an, welche auch zurch die größte Bereitwilligkeit, die dem Aufruf antwortet, nicht ganz beseitigt wird. Deshalb em⸗ „fiehlt es sich, daß der Staat mindestens innerhalb »es Kreises derjenigen, die ihm dienen, für allt Fälle Vorsorge trifft und nicht diese oder ihre An⸗ gehörigen darauf verweist, statt der gesetzlichen Hilfe die freiwillige des Publikums anzurufen. Wie speziell das Unglück das die „Augusta“ betroffen hat, diesen Gedanken nahe legt, so müssen wir auch direkt auf Schiffsunfälle und deren Folgen hin—⸗ veisen. Gegenwärtig wird die Ausdehnung der Anfallversicherung auf die Seeleute verbereitet. So ange dieselbe nicht Gesetz ist, müßte unser;s Er⸗ achtens der Staat in einem Einzelnfalle wie dem der Augusta“ durch die Vorlegung eines Spezial⸗ gesetzes diejenige Hülfe herbeiführen, welche wir etzt durch öffentliche Aufrufe vom Publikum in Anspruch nehmen sehen. Wir führen ader diesen Fall, der ja den vorstehenden Bemerkungen den Anstoß gibt, nur als Brispiel an. Seeunfälle er— chöpfen nicht das Gebiet, auf welchem über Mangel an staatlicher Vorsorge zu klagen ist. Das Gebiei aber, auf welchem der Staat nicht helfen kann, welches ganz der Privathülfe überlassen werden muß, ifl ein ungemein großes, jede Ableitung der den⸗ elben naturgemäß sich zuwendenden Hülfsbereit⸗ chaft ist daher zu beklagen. Ausland. Paris, 183. Oltober. Dem „Temps“ wird aus Madrid gemeldet: Der spanische Kommandani don Fernando Po unternahm eine Erpedition an den Küsten Guineas, fuhr die Flüsse Urini und Na hinauf und schloß mit den Häuptlingen der kFingeborenen Verträge ab. e Paris, 14. Oktober. Der heutige, Temps“ vidmet dem neuen Statthalter von Elsaß⸗Lothriugen, Fürsten Chlodwig Hohenlohe-«Sfchillings⸗ ürst, einen langen Artikel, in welchem die politischen Funktionen, das Vorleben, die religiösen Anschau⸗ ungen, die persönlichen Verhältnisse des Fürsten, mit umstandlichen Daten belegt, in streng sachlicher und unparteiischer Darstellung einer eingehenden Besprechung unterzogen werden. Madrid, 18. Ottober. Die Informationen des „El Liberal“ bestätigen. daß Deutschland es — Hakale und pfälzische Nachrichten. Si. Ingbert, 14. Oktober. Die Aus⸗ stellung von Obst⸗ u. Gartenerzeugnissen im Ober⸗ hauser'jchen Saale am verflossenen Sonntage hat viele Neugierige herangezogen. Viele Stunden hin⸗ durch war der Saal mit Menschen angefüllt. Jedermann war überrascht, sowohl über die herr⸗ lichen Obstsorten, als über die prächtigen Garten⸗ ꝛrzeugnifse. Schreiber dieses hörte selbst die Aus— rufe: „Wächst hier ein solches Obst?!“ In aller herzen schwand der bisher gehegte Gedanken: Hier gedeiht kein Obst. Freilich wohl, wo kein Baum steht, wächst auch kein Obst. Moöge diese kleine Aus— stellung dem Obstbauvrrein viele Mitglieder zu⸗ fahren, zum Glück und Segen der hiesigen Be— wohner. 2* Auf den kleinsten Raum Pflanz einen Baum. St. Ingbert, 15. Oktober. Morgen, Freitag, beginnt in den hiesigen katholischen Voiks⸗ schulen der Unterricht für das Wintersemester. b. Hassel, 15. Oktober. Eine seltene Ver⸗— wendung hatte in dem benachbarten Rohrbach unlängst der Kataster eines Bergmannes ge— funden. Der Besiher war desselben eines Tages denothigt; zu seinem großen Erstaunen fand er hn aber nicht an dem gewöhnlichen Aufenthalts⸗ orte. Er durchsuchte nun ärgerlich alle Ecken und Winkel. alle Kisten und Kasten seines Hauses, allein der Kataster blieb unauffinddar. Endlich entdeckte er auf dem Speicher einen papiernen Drachen und daran — die Fragmente seines ver⸗ mißten Katasters. Sein Söhnchen Schorschel hatte das Kunststück fertig gebracht und unter Zuhilfe⸗ nahme von Scheere und Nadel einen recht hübschen Drachen aus dem Kataster verfertigt. Daß der Bater jedoch eine besondere Freude daran hatte und sein kluges Söhnchen ob seines Geniestreiches helobte. darüber sei Schweigen meine Sache — Unter den pfälzischen Latein; schulen nimmt bezüglich der Schülerzahl Lud⸗ wigshafen mit 180 Schülern den ersten Rang ein. Dann folgen Pirmasens mit 127, Grünstadt 125, Frankenthal 94, Germersheim 92, Dürkheim 85, Edenkoben 83, St. Ingbert 71, Kusel 65, Berg⸗ zabern 61, Kirchheimbolanden 61, Winnweiler 53, Homburg 48, Landfstuhl 47, Annweiler 44 und Zlieskastel mit 33 Schülern. — Pensionen. Nach dem den Kammern vorgelegten Eiat deziffern sich die bayetischen Pen⸗ sionen per Jahr wie folgt: 1) Pensionen und Sustentationen der Staatsdiener x. 5αισ R., 2) die für deren Relikten 2,787,251 Mt 38) für Unterstützungen an Staatsdiener ꝛc.“ und veren Relikien 323,5300 Mk. In Summa'8,857,878 Mark. Hiezu die Militärpensionen ꝛc mit der Gesammtsumme von 3875,874 Mt. Entziffer⸗ fich eine Gesammisumme von 12,788,758 Mark welche die Pensionen und Anneren derselben bedürfen. — Zweibrücken, 18. Oktober. Dem Vernehmen nach hat Herr Theodor Marder sein Ehrenamt als Bürgermeister unserer Stadt nieder⸗ gelegt. 2Pirmasens 9. Oktober. Heute Nach mittag wurde der Gerber Karl Hartmuth von hier wegen Verdachts des betrügerischen Bankeroits ver⸗ hafiet und in das Gefängniß dahier · eingeliefert. Gw. T.) — Auf dem Baune von Rehborn stieß der Glan eine weibliche Leiche aus; man vermuthet, es sei jene der Frau des Barbiers Weiland aus Breitenheim, Kreis Meisenheim, die seit April ver⸗ mißt wird. - Speyer, 12. Okt. Die Anstellungẽ prüfung der Schuldiensterspektanten und Schul⸗ dienstexspektantinnen für das Jahr 1885 begann heute unter dem Vorsitze des Kreisschulreferenten. igl. Regierungsrathes Herrn Geib. Wie man ver⸗ nimmt, sollen über 100 Kandidaten sich derselben unterziehen, eine ungewohute Zahl,“ die wohl in dem Umstande ihren Grund finden wird, daß heuer der erste Zuzug junger Lehrkräfte aus dem jensei tigen Bayern, meistens aus Schwaben, bei der Prüfung betheiligt ist. — Der in New-NYork domizilirte Kraftturner Botrtig; ein Mutterst ad ter Kind, wird sich nchstend in Mainz produziren.Vielleicht kommt derselbe ein zweiter Simson, auch in unsere Pfalz: Man gibt dem alten Bier, sogen. Brummer“ die Schuld an diesen Exzessfsen. —7München, 12. Oktober. Die: Drell⸗ Affaire Denk⸗Beisler wird am 27. Olktober vor dem Schwurgericht zur Verhandlung kommen. Denk, für den sein Bruder 10,000 Mk. Kaution gestellt hat, befindet sich auf freien Fuß. Auf dem Saalfelder Bahnhof stießen dreißig Büterwagen mit einem Personenzug zusammen, wobei fünf Personen verletzt wurden. 7 GEine weiße Lerche, eine höoͤchst seltene Naturspielart, ist dieser Tage von einem Jagdlieb— haber in der Nahe von Reu⸗Ruppin ( Brandenburg) geschossen worden. 57 »FBismarckk und Cleveland. Der Praͤsident der Vereinigien Staaten von Amerika, Mt. Cleveland, hat am 28. September eine elegan eingerahmte Photographie des Fürsten Bismard »mpfangen — ein Geschenk des Fürsten selbst mil dessen Autograph. Das Bild — Bismard ist in Uniform“ dargestelli — wird in dem Zimmer des Präsidenten aufgehängt. —Wahrscheinlich wird Mr. ẽleveland seine Photographie in ähnlicher Umrahm— ung dem Fürsten Bismarck übersenden. .7 Das berühmte Cello, welches m Befitz der zwei Cellisten Servais, Vater und Sohn war, ist jetzt zu verkaufen. Hier wird berichtet. daß Herr ñ. Medelssohn bereits 60.000 Frenks für dasselbe geboten hat, aber daß Frau Witwäe Servais in Brüssel es nicht für weniger, als 100,000 Franks hergeben will. — Vermischtes. J —Ec IO.ꝰ Okltober. Ein Deserteur, welcher nach Siraßburg kransporlitt werden sollte prang bei Stolberg im Tunnel aus dem Zuge, yhne Schaden zu nehmen, und entkam. — Vom hiesigen Schwurgerichte wurde gestern ein Ersatz⸗ Seschworener zu einer Geldstrafe · von 50 Mark wegen Nichterscheinens derurtheilt. Heute stellte ich indeß heraus, daß er triftige Gründe zu dieser Zäumiglkeit gehabt hatte — er ist nämlich seit wa5 Monaten todt. Bayreuth, 12. Oktober. Gemüthlich.) Bei der gestrigen Kirchweihe in Gesees haben Hummelbauern“ das Wirthshaus demolirt und dem Wirth mehrere Löcher in den Kopf geschlagen. Am Wirthshaus ist keine Fensterscheibe mehr ganz. I Fur die Redalktion verantwortlich F. X. Deme tz. — — 77 Landwehr-Verein St. Ingbert. Sonntag, den 18. Oktober, Abends 28 Uhr, im Saale des Herrn EBau maran Musikalisch-theatralische Unterhaltung, wozu die Mitglieder mit ihren Angehörigen eingeladen sfind. Die Muͤglieder haben in Mütze zu erscheinen, da dieselbe zum Eintent lin den Saal berechtigt. Kleine Kinder werden abgewiesen. HMr MoOdes-A nze,⏑. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nach⸗ richt, daß unsere liebe Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwãgerin J Sophie Nagel, geb. Schwarz, im Alter von 87 Jahren und 83 Monaten gestern Abend 4 Uhr nach langem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. St. Ingbert, Webenheim, Mittelbexbach und Odenbach, 15. Oktober 188.z.—. Die trauernd Hinterbliebenen. findet morgen, Freitag, Nachmittag um 8 Uhr statt —X Die Beerdigung Damen-Maäanbtel Fabrik. Therese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johann Bahnhofstr. 87 beehrt sih den Eingang sämmtlicher für die Herbst⸗ und Wintersaison erschienenen XMeUnEtben von den einfachsten bis zu den elegantesten Geures erge⸗ benst anzuzeigen. vpei FAnl—⸗ Kal. Kreisbaugewerkschule 4 Kaiserslauterun. Anstalt zur Ausbildung junger Gewerbtreibender im Bau⸗ und Kunstge⸗ werbe. Beginn des Unterricht 1885180 Montag den 2. November im Gebäude des Pfalz. Gewerbe⸗Museums in 5 mit Werkstätten verbundenen Fach⸗ abtheilungen; Dauer von November bis Ende Mäcz. Als Bauschule für Maurer, Steinhvuer, Zimmerleute, Dach⸗ und Schieferdecker. Mosaik· und Cementarbeiter; als Modellirschule füt Modelleure, Stuccateure, Sandstein- und Marmorbild⸗ hauer, Toͤpfer u. dergl.; als Schule für Holzarbeiter, für Dreher, Bau- und Qunstschreiner, Holze und Elfenbeinschnitzer; als Schule für Metallarbeiter für Schlosser, Schmiede, Ciseleure, Spengler und Metallschlaäger, Gold⸗ und Silber⸗ arbeiter, Eisen und Gelbgießer; als Malschule für Zimmer⸗ und Decorations⸗ maler, Porzellan- und Glasmaler, Stoff uͤnd Musterzeichner, Lithographen u. dergl. Der Unterricht ist soweit noͤthig theoretisch, sonst vorzugsweise praktisch, so daß außer im Zeichnen und Entwerfen, auch in der kunst⸗ und stilgerechten Ausführung unterrichtet wird. Im Sommer Fortsetzung desselben, wenn der Schuͤler als Lehrling oder Arbeiter in die Lehrwerkstätten des Pfälz. Gewerbe⸗ museums tritt. Vorgeschriebenes Alter 15 Jahre, Dispens nur mit spezieller Genehmigung. Inscription unter Vorlage amllich beglaubigter Schul⸗, Lehr ⸗ und eumundszengnige Samstag den 81. Oktober von 9 bis 12 Uhr Vor— miltags und 4 bis 6 Uhr Nachmittags. Schulgeldbetrag 20 Mk. nebst 10 Mk. Lehrgeld gelegentlich der Inscription zu entrichten. Befreiung auf Grund ines Dürftigleits zeugnifses. Lehtprogramm und Statuten bez'ehbar durch di Tascher'sche Buchhandlung Kaiserslautern gegen portofreie Einsendung von 40 Pf Kgl. Rektorat: — — Frachtbriefe für gewähnliches Gut Ei zu haben be . Demetz. Rechnungen 3gen Gebrauch sind fets vorräthig in det Druckerei des St. Ingberter Anzeigers — — — — Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert. Großes Lager in Tricottaillen, schwarzen Kleidercachmirs und Schürzen. Preiße bei streng reeller Bedienung äaußerst billig. Therese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johann Bahnhofstr. 87 4* Euͤßer Most X Ein braver leißiger Arbeiter findet gege gulen Lohn dauernde Be— schaftigung in der Schusterei von Johann Leonhard achermeister⸗ Hiezu als Beilage il gemeiner Anzeig jür das aonigreid Bayern Nr. 195. * 2 2 —FI — 3225 8 —2—— 32 253 55555 353 38 55—835557 2532 8 D 2 — BS55 22225 — — —A —* — 2* 3B 35555 —2 53837 353* 2278 *55225 53557757 —5882857 5 —3 B — 58—2 —2 3 ——A — — — J 2 —27 257 2 —— — 32235 552 2323558 F 5 633 — 8233 8 — 3 33 33—— 5 28553 8335 535—3— 58— 33 — — 3— *3 233835 3352 28583 53552 — —— 533555 38 8* — — — — — 8 — —— — 2 2 2 —A— * — — 751 —AV 5 — 23 —S —* — — — —* 52 5 8 —25355563 — HV —— 3 5 —2 —5—3E * —* 733 238 333 23 2 3 — * 3 27222 3 43 3325 12 * —— 2 —*5—2228 — 8* * J 2 22 — — 88 WO x 2 3 3 — —8⏑ 3 —— AJ52 5z254 —z35 ⏑ 8 ———— 2 5—5533582— 27r —5 232325 —— — 2 2 — ach 8* 2E B— 325 — 0 —532 —33—5—33538 33 —3— 3 —3 33—2 5258 5—2225 5 85* 288358* 55383 5* 3 32 I88 5 — 3 55858 — 3* * — 22 3635 3235358—2 538 323332 535 51 20z8 *5545— 58357 — —* —9 — 3 2 2 2 * * * 38 6333338 3533333 3 73 8537 R 2 —8 T * * 2 — 2 *38 — 53 52325 88 823 2553255 52* 532355 5255 2 2225 *229 s33383 6 35 3 —3 3 335 5225 3. — *2*8 55 — — — —— ——— 87 52858 — — ————— 8 —5—23—82332 8 252 —— 2 223255 5353 52— —2 327 — —n32— 5385 *27 53523 — 58 25 —— 5—582 — —— 25 83.2275* 2 3358 —523238 229 * —A 5 58 2 53* 2* —A 8 * 32 5 — — —— * 34 2* * 5 * 22 *—5 —383 323 *— 7 25583 3722* —2 3 5352 53535 ——— A — 25 232,5 F 224 — — 3 5* — — 535288* 5 25 22 5—5——538 555 — 50 323. ——— * 203* 853 ——3555 „55 35 252 575 533835375 5358252 — 33 36* 958* G E 23555 — 692528c5 — 32 — 22 553332 * — 8 ——— 2 * 3838 2 — — 2 — 4 2. 7—*5 — ——— —— 5535 52 **8* 5573223738. 775 3:2 8 24 —— 328 37 2 — 22 2 ð 35533 582857 — 2.2 — — 8 8352 557 5 —V — 8 — 2* — 22 32 —A — ———— 8 — — ⸗ 5S —3— 2 5 38 3 — — — 2 5 * 22 25 258* 2535 — — 22 55—553* — ——— *2* 23 28225 53335836 323 * 33385 253z53883 — 22 * —— * 2 —— *2562 5325 — — 2535 35555528 3222 28 — — 222—0—— —— — ——⏑⏑ 22 55* * 232 — 2 5 — 8 2 — 2 —E — — 22 23353 —255823 2535522 z33 — 355555 2 ** — —58 — 3 — 2 —5 —3 —55—— 28 —— 2 Z5322 — —* — — 2 122 2232 * —5—— * —32232 — 2 33*553 53328 3555 — —7—2555 22 382 58868 — — —,— 232323 * * — 8 SAÆ. 5/81 4 — 2 5 * — 25 8 — J — 22 — *2 28 2— * « * 3 5232— 525 2 * 25, 959242 532 25 55557 12* — — * * * — — 3 35 * 2558 — — —538 2522536 128 2526 23258 —A 85S582 — * EMA— * 2 z2358 — 35 37556*. 2323 O 323255 333 83 33 3533 — — ——— — — 3 52538—8—2 — 22 8 * — 5 22328 355 S *2c—— — 2 » — 8 53*— * 2* Iñ —— z58535532 ——— —— — 232*2 —5 3 w 2853 53555 335 553382585 —8335887 — 882538 — —— 53 522 22 Sc S52 38 —35 — 25* * 5*8 2235 55 155 —A 1358555 3555 330 —35325553 — 232 — 523 3 52538 32355352 —— — 52 2 82 22 —I8 2 2 2 32 — ⸗ ——6355 —*53522 3 5*5 2 * —2 ——— 2 275 2 2 — 2 2 —2 — — 34 —— 7 2* —AA—— 2O — — — —SS 2 — — — * —2— * 8—33 A— —— z 28632 — 852 —3333675 —A—— m 228 ———— —A—— —2 — 225 — — 28 8223 7 2223 —32. 88 523 5—323235 —222358 22397 5* — —— * — ——— 5335235 2— 52553255255 55 288 25 —8 2 — 2 22 — — 552— — 5 —3338 55855 58c 335228 — 2825 2 — — 2565 — 52 — 33 7 ; 555 5—55 382 — 6—555 5 63 2 2 7 * —A 538558 83538358 535 —æs5 2638 38 *767 25355533338 5 3 5— 5 5 22 357 — 825 —J—— 223252—52 52 853285 5 335 27 —FID 52* —— — 37538253 * 3 222222 —— ẽ * — 335 2— —5 38 723 7358 232353—333 338 * 2 3 * 3 ———— — * 55—553 —5 5 O *25 53285 — —— 2586—33337 2 * —2 — h! 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Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.4 60 ¶ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließli d ⸗Zustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr fuar die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 A, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. A 203. Samstag- 17. Oktober 18883. 20 Jahrg Deutiches Reich. München, 14. Oktober. GBayerischer zandtag.) Die Kammer verwies in ihrer heu⸗ igen Sitzung das Brennerei⸗Aufschlag; Gesetz an ine Kommission von 14 Mitgliedern. Dieselben berden auf Antrag Alwens durch Alklamation ge— vählt. Nächste Sitzung Dienstag 20. Oktober. Einlauf der Kammer der Abgeordneten: Bitte er Fabrikräthe der katholischen Pfarrgemeind Dahn nd der Filialgemeinde Erfweiler um definitive zrrichtung bezw. Dotirung der Kaplanei Dahn us Staatsmitteln. — Bitte von 18 Wagen— chiebern im Bahnhofe Nürnberg um Aufbesserung drer Lage. Aus München wird einem Berliner Blatte ingeblich von „wohlunterrichteter Seite“ mitgetheilt, oaß in Betreff der Schwierigkeiten, in welchen sich ie königliche Privat⸗ Schatulle befindet, in aller õtille ein Abkommen getroffen worden sei, wonach ortan jährlich 2 Millivnen Mact von der königl. Fivilliste einbehalten werden sollen, bis die etwa 8 Millionen Mark betragenden Schulden getilgt oorden sind.“ — Nach eingezogenen Erkundigungen tfahren die „N. N.“, daß auch diese Mittheilung u dem vielen Unverständigen gehört, das seit ge- aumer Zeit die auswärtige Presse in Sachen der Brivat· Schatulle“ liefert. Aus Erlangen wird geschrieben: „Der Fall zodlbauer gegen Boshart und die damit in ursaäch⸗ ichen Zusammenhange stehende Androhung der daßregelung von Unterbeamten der Hagelbersicher- ugsanstalt erregt das peinlichste Aufsehen selbst in olchen Kreisen, die sich sonst wenig um politische dinge zu kümmern pflegen. Theilen wir auch nicht ie Meinung Jener, die in dem Vorgehen des direktors genannter Anstalt ein Symptom erblicken urch welches sich das Wiederaufleben einer reaktio⸗ ren Bureautratie ankündigt (es kann glücklicher deise dafüt gesorgt werden, daß die Bäume nicht den Himmel wachsen), so liegt doch die Gefahr ahe, daß durch Maßregeln, wie sie der Herr Nirektor v. Jodlbauer deliebt, eine Demoralisation ater den niederen Beamten großgezogen wird, die hwerlich ohne die übelste Rückwirkung für unser esammtes öffentliches Leben bleibt. Das korrette erhalten des Redakteurs Boshart findet allerseits weit wir Das zu beurtheilen vermögen, vollste merkennung.“ Berlin, 14. Oktober. In militarischen retsen plant man zur Feier des fü n fund⸗ wanzigjährigen Regierugsjubi— rzums des Kaisers und Königs Bilhelm eine besonders großattige Huldigußg. * sollen sich nämlich soweit als irgend thuͤnlich litkämpfer der Kriege von 1813, 1864 1866 ad 187071 hier versammeln und in einem großen nstzuge sich nach dem königlichen Palais degeben, mm dort durch eine Abordnung den Kaiser- beglück. unschen zu lassen. Die Einleitungen zu dieser undgebung sind bereits getroffen und lassen trotz ancher Schwierigkeiten, die zewor zu überwinden nd. eine glänzende Ausführung erwarten. Als ungefährer Tag der Reichstagser⸗- fnung witd der“ ,„N. L. C.“ der 20. No⸗ mber bezeichnet. Berlin, 14. Ottober. Die serbischen Rüst⸗ gen richten sich, wie der „Frkf. Z.“ gemeldet und zunächst nicht gegen die Tuͤrkei, sondern gegen ulgarien Das scheint jetzt festzustehen und soll d anf diplomatischem Wege den Machten mitge⸗ heilt worden sein. Dadurch erleidet möglicherweise nie Absicht der Mächte, die ostrumelisch bulgarische Inion zuzulassen, einen Stoß; denn der Gedanke iegt nahe, durch die Wiederherstellung des gtatus suo den Serben die Grundlage eines Vorgehens jegen Bulgarien zu entziehen. Allerdings würde ann der Konflikt zwischen den Bulgaren und der rürkei ausbrechen, sobald diese zur Wiederherstel⸗ ung des früheren Zustandes schritte. Ein Konflikt silt daher auch für unmeidlich und man ist hier tündlich auf die Nachricht gefaßt, daß er ausge— rochen sei. Berlin, 15. Oltober. Das Reichsversicher⸗ ingsamt hat den Berufsgenossenschaften die An— veisung über den Modus der durch die Postämter orschußweise zu leistenden Auszahlungen der Ent⸗ chädigungen zukommen lassen. Ausland. Wien, 15. Oktober. Die „Neue freie Presse“ neldet aus Berlin, die Verhandlungen Oesterreichs nit Rußland haben eine Verständigung in der bul⸗ arischen Frage herbeigeführt. Paris, 18. Oktober. Wenn die Stichwahlen nicht sehr nachtheilig für die Monarchisten ausfallen, o wird es allem Anscheine nach nicht blos zur lusweisung der Orleans und Bonapartes, sondern uch zu einer heftigen Präfektenverfolgung kommen. die Auslegung der Anreden von Lockroy und zloquet in der „Republique“ läßt darüber keinen weifel mehr, was die Opportunisten vorhaben. luch „XIX. Sidecle“ ruft Brisson zu, man aͤußere iberall in Stadt und Land: „Man gebe uns doch denigstens Beamte, die der Republik ergeben sind! diese Preffelten, deren Absetzung bevorsteht, sind eicht zu finden. Bei den 304 endgültigen Wahlen, ie 177 Monarchisten und nur 127 Republikaner rgaben, haben nur 14 Departements gänzlich re—⸗ ;ublikanische, dagegen 20 Departements gänzlich eaktionäre Deputierte gewählt. Im Tarn wurde ine gemischte Vertretung gewählt. Von den 27 Departements, in denen Stichwahlen vorkommen, jaben 16 blos republikanische Deputierte, 8 dagegen los fonservative oder was dasselbe, reakltionaͤre, ilso Mouarchisten gewählt, drei dagegen eine gemischte Vertretung gewählt. In den übrigen Departements, vo die Stichwahl sämmtlichen Deputierten gilt, steht über 166 Sitze am 18. Oktober die Entscheidung bevor. Paris, 15. Oktober. Der ‚Temps“ meldet, hiers beantragte bei Bismarck die Herstellung des Status quo. Bismarck unterbreitete den Untrag Oesterreich, welches denselben von Deutsch- ands Zustimmung abhangig machte. Athen, 15. Oktober. Die hiesigen Abend⸗ eitungen bringen die wichtige Nachricht: „Die kretenser proklamirten die Union mit Griechenland.“ Fine offizielle Bestätigung dieser Neuigkeit, welche »en Ausbruch des Krieges zwischen Griechenland ind der Türkei bedeuten würde, liegt noch nicht vor. Nisch, 14. Oktober. Von vier in Koestendil jelagerten bulgarischen Infanterien-Regimentern, edes 3200 Mann stark, sind gestern zwei Regi⸗ nenter nach Sofia abmarschiert behufs Okkupierung »es Drayomar ⸗ Passes. Vessel Pascha ist ist Skoplye ingetroffen, um über die via Salonicht kommen—⸗ den Truppen zu disponieren. Lokale und pfäl⸗zißksche Nachrichten. — Aus der Pfalz schreibt man der „Augsb. Pbdz.“: Der neue Gesetzentwurf zum Maischraum⸗ — teuergesetz hat bei uns grobe Befürchtungen her⸗ vorgerufen und mit Recht. Derselbe begünsügt land— virthschaftliche Brennereien bis zu 3000 Ltr. Maisch⸗ aum; für den Ausfall an Steuer, die dem Staate adurch erwächst, werden die gewerblichön Brenne⸗ eien in einer Weise nach dem neuen Gesetzentwurf zesteuert, daß ihre Existenz unmöglich gemacht vird. Es wird also die Brennerei⸗Industrie, die nurch die Einführung des Maischraumsteuergesetzes ich entwickelte in Bayern, todt gemacht. Die Er— söhung der Steuer beträgt bei einer Ausbeute von Proz. des Maischraums für ein Fuder Brannt⸗ vein, nach Abzug des im Gesetzentwurf vorgesehenen Alkoholverlustes, 37 M. Seil zwei Jahren haben ie Breanereibesitzer Bayerns nichts mehr verdient. der Spirituspreis sinkt täg lich, von wäs soll denn er Brenner die höhere Steuer bezahlen? Soll ieser Gesetzentwurf nicht unberechenbaren Schaden er Landwirthschaft zufügen, die doch wahrhaftig grund hat zu bitten, nicht- noch mehr in ihcer dothlage bedrängt zu werden, so muß der Begriff landwirthschaftliche Brennerei“ erweitert werden. dach 8 833 der Instruktion zum Maischraumsteuer⸗ jesetz erfordert der Charakter der Zaudwirthschaft⸗ ichteit einer Brennerei, daß der Erntegewinn aus »er eigenen Ackerwirthschaft in der Regel für den zedarf der Brennerei ausreicht und daß der Bren⸗ iereibetrieb zum Zwedee der Unterhaltung des für ie Landwirthschaft erforderlichen Viehstandes ftatt⸗ indet. Daß eine Brennerei unter jetzigen Verhält⸗ nissen überhaupt nur, um Futter in den Wiunter⸗ nonaten zu schaffen, in Betrieb gesetzt wird, ist icher. Der Zukauf aber fremder Materialien ge⸗ jört den landwirthschaftlichen Brennereien freige⸗ jeben; nur dann ist es überhaupt noch moͤglich, u brennen, falls der neue Gesetzentwurf zur An⸗ nahme gelangt. So wie jetzt der Begriff „land⸗ vrithschaftliche Brennerei“ genommen wird, wäre »on nun an Der begünstigt, der in Folge seines niten Kartoffelbodens den Kartoffelbau so weit aus— dehnen kann, daß er der Brennerei im Winter ge⸗ nügend eigene Produkte zuführen kann. Wer ader in Folge schweren Bodens sich mehr dem Getreide dau zuwenden muß, muß eben daß Getreide ver— aufen und für einen Theil des Erlöses andere Kohmaterialien zum Brennereibetrieb einkaufen. Beht nun der Brennerei dieses Landwirthes der —XX Landwirthschaftlichkeit verloren, so nuß er nach dem neuen Gesetzentwurf jetzt den zranntweinfabrikat⸗Aufschlag eñtrichten, und das ann er nicht: er ist also gezwungen, die Brennerei u schließen. Wir hoffen deshalb, daß man im andtag, sollte der neue Entwurf zur Aufnahme zelangen, den Begriff einer lendwirthschaftlichen zrennerei dahin faßt: Eine landwirthschaftliche zrennerei ist eine solche, die weder Futter noch dünger verkauft, sondern ersteres nur für eigenes Bieh und letzteren nur für die eigenen Felder ver⸗ verthet. Das Gesetz in seiner neuca Fassung vürde seinen Schatten auch noch auf die kleinere randwirthe bei uns werfen, welche jetzt jährlich — )enn schon seit vier Jahren ist der Kartoffelexport n der Pfalz ein sehr geringer — den größeren. Brennereien ihre Kartoffeln bringen. Allein in den Zezirken Zweibrücken, Pirmasens, Homburg werden ährlich 50, 000 Zentner für größere Brennereien ingekauft. Wer soll aber daun dem Bauer seine dartoffel abnehmen, wenn uns der Beitieb der Brennerei nicht mehr möglich ist? Es gibt umge⸗ ehrt auch Jahre in der Pfalz, wo es unrentabel st, Kactoffeln zu brennen, weil diese nach Belgien. Holland und England exportirt werden zu hohen Preisen. Dann verkauft auch der groößere Land⸗ wirih seine Kartoffeln und verwendet Mais zuu VTrennen. Ich glaube, daß nicht nur in der Pfalz, sondern auch im jenseitigen Bayern dieser Gesetz⸗ entwurf nicht als ein Nutzen, sondern als ein Scha⸗ den für die Ldandwirthschaft angesehen werden muß. * (GBerwaltungsgerichtshof.) Gegen den Bescheid der pfaͤlzischen Kreisregierung vom 6. Juni, betr. die Kur⸗ und Verpflegungs⸗ kosten für den Maurergesellen Franz Schmitt von Dahn, hat der Armenpflegschaftsrath Ober⸗ hochstadt Beschwerde eingetegt, die am 13. d. Mis. am Verwaltungsgerichtshof zu Munchen zur Ver⸗ handlung und Entscheidung kam. Das Bezirksamt Pirmasens hatte die Heimathgemeinde des Schmitt sür ersatzpilichtig erklärt, da Schmitt dei seiner Erkrankung nur dorübergehend bei Maurer ⸗ meister Konrad Markel zu Oberhochstadt in Dienst gestanden sei, wogegen die Kreisregierung von der Voraussetzung ausging, daß ein ständiges Dienst verhaltniß nach Art. i des Armengesetzes vorliege und deßhalb die Arbeitsgemeinde die Kosten zu tragen habe. Die Beschwerde wurde, wie man der „Pf. Pr.“ meldet, heute kostenfallig abgewiesen. — dDer Materialbedarf für den Betrieb der Pfalzischen Eisenbahnen pro 1886 soll im Wege allgemeiner Lieferung vergeden werden. Die Gegenstandsverzeichnisse und Bedingnißhefte liegen bdei den Bahnhos⸗Verwaltungen Ludwigs · hafen, Frankenthal, Speyher, Germersheim, Neu⸗ stadt, Landau, Dürkheim, Kaiserslautern, Homburg uͤnd Zweibrücken, sowie in der Direktionskanzlei zur Einsficht offen und können auch von letzterer zum Preise von 30 Pfg. pro Exemplar bezogen derden. Die Submissionen find bis zum 5. Nov. d. J. bei der Direktion versiegelt und mit der Be⸗ zeichnung: Submission für Lieferung von Mate⸗ rialien pro 1886* franco einzureichen. Die Sub⸗ mittenten bleiben bis einschließlich 31. Dezember d. J. an ihr Angebot gebunden. gHerr Bürgermeister Märcker in Zwei⸗ brüchen ist, wie das „Zw. T.“ vernimmt, von seinem Ehrenamte zurückgetreten. Die Veranlassung zu diesem Schritte soll eine Interpellation in der letzten Stadtrathssitzung gegeben haben.“ Herr Sladtrath Roseufeld fragte namlich an, ob es wahr sei, daß Herr Burgermeister keine Einquartirung erhalten habe, worauf ihm die Antwort wurde, daß die Einquartirungskommission einem alten Herklommen gemaß dem Bürgermeister allerdings keine Einquartirung zugewiesen habe. Herr Rosen⸗ feld hielt dem entgegen, daß keine gesetzliche Be⸗ stimmung diese Befreiung rechtfertige, worauf Hert Marcer ertlärte, daß er darauf keinerlei Anspruch mache. Der Zwischenfall scheint also damit nicht erledigt gewesen zu sein. Mach einer spateren Mittheilung der „Z. 3.“ ist der Zwischenfall aber doch erledigt und zwar hat sich Herr Märcer ent⸗ schlossen, im Amte zu verbleiben.) wBurrweiler, 183. Oktober. Fur Most werden hier je nach Lage 7—8 Mk. (40 L.) be⸗ zahlt. Das Fuder besserer Qualität gilt ca. 240 Mart. Der Gehalt des Mostes wechselt sebr stark, geht aber dis zu 70-80. vVom Gebirg 10. Okt. Unsere höheren Schulen sind wiederum eroͤffnet. Hiebei fordert ein eigenthümlicher Umstand die Betrachtung her⸗ aus. Von sämmtlichen Siudienanstalten der Pfalz erfahren wir, daß von den Prüflingen für die erste Klasse der Lateinschule ein ganz erklecklicher Prozentsatz wieder zurückgewiesen wurde. Nur die Studienanstalt Neustadt soll eine Ausnahme machen Wie man uns mittheilt, wurden von den 34 Pruf · lingen, die sich zur Aufnahme in die erste Klasse der Lateinschule meldeten, 34 als tauglich befunden Fs wäre interessant, besonders in Ruͤksicht darauf, daß der Staat jetzt 10,000 Mark für das Gym⸗ nasium in Neustadt zuschießen soll, übec dieses üͤberaus glänzende Prufungsresultat, das wohl einzig dasiehen dürfte. Authentisches zu erfahren. Gf. 3.) . Frankenthal, 14. Oktober. In der gestrigen Sitzung des kgl. Landgerichts wurde Bier⸗ brauer Heinrich Schwarz von Speyer wegen Zusatz don Bieckouleur zu dem von ihm gebrauten Biere zu 200 Mk. Geldstrafe und die Gebr. Veit, welche die Kouleur geliefert hatten, zu je 30 Mk. verur⸗ theilt. In derselben Sitzung wurde aus gleicher Ursache gegen den Direllor der Altienbrauerei Frankenthal, gegen die Aktienbrauerei selbst und M νν verhandelst und murdo der Direltor zu 150, die Aktienbrauerei zu 180 und Runz zu 20 Mk. Geldstrafe und die Gebr. Veit, welche auch in diesem Falle die Lieferanten der Kouleur waren, zu je 50 Mk. verurtheilt. Vermischtes. Metz, 13. Oltober. Heute Nacht rief ein —XE eine am Festungswall entlang schleichende Person drei⸗ mal vorschriftsmäßig an. Als der Angerufene nicht hörte, sondern Miene machte sich zu entfernen, zab der Wachtposten Feuer und tödtete denselben auf der Stelle. In der Leiche erkannte man einen Unteroffizier des 9. Dragonerregiments. pMetz, 14. Ott. Vorgestern fand die landespolizeiliche Abnahme der von der Steinkohlen⸗ zrubengesellschaft zu Stieringen exrbauten Eisendahn hon Klein⸗Rosseln nach Kochern durch eine zu dem Zwecke gebildeie Kommission statt, welche aus dem Herrn Vaurat Kecker als Vertreter der General⸗ direllion der Eisenbahnen Elsaß ˖Lothringens, sowie Regierungs- und Baurath Angele als Vertreter des Bezirkspruͤsidenten zusammengesetzt war. Außerdem wohnten der Kreisdirektor von Forbach, der Kreis⸗ Ingenieur und der Kultur⸗Ingenieur Freiherr d. Richthofen der Abnahme bei. Die Kommission dersammelte sich in Kochern, wo sich auch die Ver⸗ reter der obengenannten Gesellschaft, Herren de Wendel und Varon de Gargan eingefunden hatten. Die Gesellschaft fuhr per Extrazug nach Klein⸗ Rosseln. Die Prüfung der Bahnstrecke hinfichtlich hres Ober⸗ und Unterbaues mit den übrigen An⸗ agen wurde als den bestehenden allgemeinen Vor⸗ chriften entsprechend anerkannt, sodaß die Bahn zeute dem Verkehr übergeben werden konnte. Fin in Klein Rosseln gegebenes Mahl vereinigte die Theilnehmer, wobei Herr Baron von Gargan rinen Toast auf die Verwaltung ausbrachte, welcher bom Herrn Baurath Kecker mit einem Hoch auf die Gefellschaft erwiedert wurde. — Da die Kaiser⸗ iche General · Direltion gegenwärtig in Kochern einen in großkem Maßstabe ausgeführten Bahnhof erbauen aßi, so wird der Verkehr in Forbach und Stieringen »emnächst nachlassen, in welcher Voraussetzung auch chon die Beamten zum Theil nach Kochern ver⸗ etzt find. Cothr. Z3.) FOberlahnstein, 12. Oktober. Wit von Reisenden dem „Landst. A.“ mitgetheilt wurde, st seit heute Morgen 7 Uhr der Bergabhang zwi⸗ chen Welmich und Ehrenthal in Folge des anhal⸗ enden Regens im Rutschen begriffen, und sind dereits Arbeilet aus den benachbarten Orten dorbin dirigirt vorden. 4 Mainz, 18. Oktober. Der Staatsanwalt ⸗ chaft ist in Bezug auf den Wot he'schen Mord eine nicht unwichtige Mittheilung zugekommen. Als nämlich gestern Nachmittag jener Fund in der „Stadt Mainz“ bekannt wurde, erinnerte sich der in der Emmeransstraße wohnende Backermeister St., daß in der Nacht vom 26. auf den 27. August imnd zwar gegen Morgen ein schmaler blasser Nann zu ihm in die Backerei gekommen sei mit der Bitte. zb er nicht die Freundlichkeit haben wolle, ihn auf einen Abort zu lassen. Der Unbekannte gab sich für einen Landmann aus. Ob der Mann eine Reisetasche oder sonstiges Gepuck getragen habe, vußte sich Hert St. nicht mehr zu erinnern. Als hmm der verhaftete Herbst vorgestellt wurde. glaubte in diesem mit ziemlicher Gewißheit den Mann zu erkennen, welcher in jener Nacht bei ihm ge⸗ vesen sei. Heute Nachmittag wird nunmehr unter polizeilicher Äufsicht die Latrinengrube im Hauft des Bäckermeisters untersucht werden. pEin Waterlo-Veteran, Oberstlieute⸗ jant Müller in Wiesbaden, geboren am 14. Febr. 794, ist dortselbsi am 12. d. M. im 92. Lebens⸗ ahre gestorben. Uls nassauischer Offizier hat er m danischen Feldzuge am 85. April 1849 mii einer Sechspfünderbatterie das dänische Kriegsschiff Christian VIII.“ in Brand geschossen. jso daß es n die Luft flog, und sodann das danische Kriegs⸗ chiff Gefion“ durch Zerstörung des Steuerruders ampfunfahig gemacht. Herzog Adolf von Nassau, »er damals in Holstein eine Infanterie⸗Division ommandirte, haite dem Vorstorbenen für diese zlänzende Waffenthat einen Ehrensäbel in veraol⸗ deter Scheide verliehen. pAÆöln, 12. Oktober. Vor einigen Tagen jat der Prozeß Tillmann Hans noch ein trauriges Nachspiel gesunden. Im Hause der ermordeten Stodhausen wohnte ein Schriftsetzer der „Kölnischen ie Fr mar es doer heim Nachbhausekommen zuerst im dunklen Flur über die beiden Leichen tolperte. Seit jenem schrecllichen Momente war der Mann tiefsinnig und erlag jetzt den Folgen einer Gehirnerweichung. Aus Bayern, 13. Oktober. Belanntlich ind die Franziskaner⸗Klosterbrauereien aufgehoben worden. Der Landtagsabgeordnete Pfarrer Dr. Frant. dessen Verdiensite um die arme Spessatiet Zevölkerung bekannt sind, hat nun den Plan an⸗ geregt, in einer Spefsartgemeinde eine große Aktien⸗ srauerei- zu bauen, in welcher Bier genau nach dem Franziskanerrezept erzeugt werden soll; der Braumeister ist schon gewonnen. Nürnberg.“ Die berühmte St. Se⸗ haldskirche hier, droht, wie verlautet, jetzt der⸗ attig zu verfallen, daß der herrliche Bau nur noch zurch einen Wiederherstellungsbau, dessen Kosten auf etwa 800,000 Mt. geschätzt sind, gerettet werden tann. Zur Aufbringung dieser Summe hat sich in Nürnberg ein Verein gebildet, der um die Geneh⸗ migung zu einer Lotterie nachzusuchen, und das Inieresse weitester Kreise für das schöne Denkmal mittelaiterlicher Kunst wachzurufen gedenkt. München, 10. Oktober. (Zur ernsten Prüfung.) Im Februar l. J. wurde bei Pro- essor Ziemssen dahier eingebrochen und ein Silber⸗ eiüg im Werthe von 2000 Mark gestohlen, die diebe wurden vor einiger Zeit ermittelt, dingfest Jemacht, es wurden bei ihnen die gestohlenen ẽffekten gefunden, fie wurden gestern schuldig ge- prochen und jeder von den drei gefährlichen hurschen zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Der Zerdacht, den Diebstahl begangen zu haben, fie— uerst auf den Bedienten des Professors Ziemssen, amens Wolfgang Unglauber; er wurde sofort in daft genommen und saß 5, sage fünf Monate in Iniersuchungshaft. Fünf Monate war der Mann uinschuldig der Freiheit beraubt, seine Ehre ge— randmarkt. — und welch' sonstiger Schaden wird hm zugegangen sein?! Dieser grelle Fall, meint die „F. Zig.“, ist wieder eine ernste Mahnung an die gefetzgebenden Faktoren, endlich einmal dafür zu sorgen, daß die unschuldig verurtheilten oder inschuldig in Untersuchungshaft genommenen, über⸗ Jaupt unschuldig der Freiheit beraubten hierfür vom Staate entschädigt werden. München, 14. Oktober. Das Ober⸗ andesgericht hat die Beschwerde des Redakteur⸗ Boshart abgewiesen. In Gotha wird demnächst der Injurien richter darüber zu befinden haben, ob es einen Mann beleidigt, wenn ein Mädchen ihn ohne seinen Willen küßt. Ein dortiger Rentner ist beim Skat neulich in die Lage gerathen, daß eine Kellnerin hm einen Kuß auf die Wange gab. Obwohl all⸗ seitig die Sache als ein harmloser Scherz aufgefaßt vurde, so hat der biedere Rentner doch in Anbe⸗ racht der Szene, die ihm seine bessere Hälfte zu Hause machte, als sie von der Geschichte erfuhr, die Beleidigungsklage gegen die küßlustige Hebe angestrengt. 43000 M. Belohnung!, Ein Berliner Raffeegeschäft hat eine echt amerilanische Reklame ausgesonnen. Dasselbe schickte auf die Straßen eae VBedienstete ihres Hauses. welche auf dem Rücken einen Tornister trugen, auf dem in großen Lettern zu lesen war. daß 3000 Mark Beloͤhnung demjenigen zugesichert werden, der ein horzüglicheres Getrunk nachweist u. s. w. Ein und ein halbes Jahr im Wasser. Am Montag verstarb in der Berliner Tharite ein Buchbinder Eugen Schulz. Der Aermfte iitt seit 13 Jahren an einer Darmentzündung ind mußte waͤhrend der ganzen Zeit Tag und Racht permanent im Wasser siten, also auch im wasser essen, trinken, schlafen ꝛc. Der Kranke war edoch unheilbar und hatte seinen Tod schon längere Zeit vorausgesehen. Ein hervorragender Waidman“ Brinz Joseph v. Rohan, wirft die Frage auf, on in fachmannischen Kreisen etwas davon bekannt aß ver Blißz niemals in eine Weißbuch — der ob dies nur eine in den Jägerkreisen Slavonien herrschende unverbürgte Sage ist. v elbst hat häufig beobachtet, daß bei — sehe sich ihren Standplatz nur unter Weißhu e vählen. Da jährlich immerhin eine Anzahl de etfonen im Walde vom Bliz direlt oder d sischlagen wird, da auch Landleute und —— ehr haäufig im Walde von Gewittern b Iecden nn dann meist nicht wissen. wie sie t am besten vermeiden,“ scheint uns die An⸗ dieser Frage immerhin gerathen. —1 — g. dW. jand in Paris die eheliche udung des Prinzen Max Anton starl pon ode Oehringen, dem fünften Sohm des Hugo von Hohenlohe, mit der Graͤfin . Imecourt siatt. Damit ist ein Roman ioschluß gebracht, der vor einigen Jahren in nd London nicht geringes Aufsehen erregte. nnus Bey, ein junger, durch männliche Schön⸗ worragender Grieche, Sohn des türkischen adten in London, hatte zu Anfang des Jahres das damals tkaum Löjährige Fräulein v. utt, das er in den Pariser Salons kennen bewogen, sich mit ihm heimlich nach Lon⸗ begeben. wo sich das Paar durch einen anischen Geistlichen trauen ließ. Auf Zureden ßewandten kehrte die junge Frau nach Zeit nach Frankreich zurück, um nachträglich rex Mutter die Erlaubniß zu ihrer Verbind⸗ erbitten. Doch die Gräfin Imecourt, eine ner des bekannten Generals Gallifet, des s Gambetta's, ließ ihre Tochter kurzer Hand Kloster bringen, und reichte zugleich die auf Ungulligkeitserkllarung der wider ihren n geschlossenen Ehe ein. Musurus Behy klagte Maerseits auf Herausgabe feiner Frau, deren mthaltsort er nicht einmal in Erfahrung bringen icund am 15. Oktober 1881 begannen vor Pariser Gericht die Verhandlungen, die u. A. Thatsache zur Sprache brachten, daß der Grieche Ddas geringste Vermoͤgen besaß, wahrend Marie Imecourt zu den reichsten Erbinnen zählt, und n seiner Zeit das junge Mädchen mit Hülft früheren Gouvernante zur Flucht beredet hatte. zrozeß endigte mit der Ungüůltigkeitserklürung che; seitens der Kirche war schon vorher der⸗ Spruch ergangen. Musurus Bey verschwand atis, nachdem alle seine Anstrengungen, den nenthalt seiner Frau zu erfahren, vergeblich ge— Ien waren, und man hörte lange nichts von n bis im Juni 1884 die englischen Zeitungen aichteten, daß er sich in Alexandrien mit einem lein Amoniades, der ebenso schönen wie reichen ahter eines griechischen Kaufmannes, verlobt habe. dese wird er inzwischen wohl heimgeführt haben. sing Max von Hohenlohe, der jetzige Gemahl der miesse Imecourt, ist am 2. März 1860 auf zhbloß Slawentzitz bei Kosel geboren. Paris, 15. Oktober. Von Bordeaux d gemeldet, daß der Wechselagent Stolberg mit merlassung eines Defizits von 800,000 Fres. ong gegangen ist. Er wird steckbrieflich verfolgt. »Eme internationale Fälscherbande, norwiegend spanische, italienische und franzoͤsi⸗ Werthpapiere nachahmt, ist in Marseille von x französischen Polizei dingfest gemacht worden. iitet den Verhafteten befinden sich zwei Deutsche id ferner auch mehrere „Damen.“ Leider war bisher noch nicht möglich, die Werkstatt der hesellschaft“ zu ermitteln. Es ist jedoch festge⸗ It daß diesclbe an vielen großen europäischen bläten besoudere Agenten besitzt. welche das alschte Geld an den Mann bringen Sie fälscht nicht allein Banknoten sondern auch Münzen, die sie zuf galvanoplastischem Wege vergoldet, so daß fie ʒen Goldstücken täuschend ähnlich sind. Die dazu denutze Metalllegirung ist sehr kunstreich zusammen⸗ gesetzt. Der Klang ist fast ebenso hell, wie bei Fem echten Metall. Namentlich die französische und die spanische Bauk sind durch diese Fälscherbande chwer geschädigt worden. (Das neueste Ehehinderniß. Der Portratmaler Penali in Lyon hatte sich vor kurzem nit einer reichen, schönen Fabrikantentochter, Mlle. Minnie Bernard, verlobt. Die Hochzeitstoiletten Zaren bereits bestellt, der Tag fuͤr die Trauung estgesetzt. Vor einigen Tagen sagte Penali zu iner Braut: „Ich hoffe, Du bist meiner Dir ctannten Antipathie entgegengekommen und hast all' die Kleider ohne Tournüre bestellt.“ Fräulein Bernard lachte und sagte: „Ehe ich ein Braut ˖ leid ohne Tournüre trage, lege ich es lieber gar aicht an“. Der Künstler machte darauf eine kleine Szene, in der er der Braut die Wahl zwischen einer Liebe und der Tournüre ließ, und als sich die junge Dame für die leßtere entschied, trat er aoch am selben Abende eine Reise nach Egypten an. Madrid, 14. Oktober. Die Cholera tritt jo verheerend im Irrenhause von Sambadella bei Harcelona auf, daß die Beamten, Aerzte und Irren efallen wurden. Zu Jaen kamen gestern 58 Tholerafälle, darunter 25 Todesfälle vor. Rom, 14. Okt. Gestern sind in der Provinz Balermo 50, davon in der Stadt Palermo 42 Per⸗ onen an der Cholera gestorben. Newyork, 11. Oktiober. Die Ingenieure velche die Sprengung des Flood⸗Felsens im Hell⸗ Zate ⸗Kanal des Newyorker Hafens vorhereitel jaben, behaupten, daß das gewünschte Resultat ‚ollständig erreicht sei. Augenblicklich ist von dem Felsen mehr zu sehen als vorher, weil die ge— prengten Felsstücke, jedes einige Tons im Gewicht, iber einander liegen. Taufende von Menschen jatten sich gestern Morgen längs der Ufer verfam⸗ delt und alle Dächer der Häuser, von welchen nan die Szene überschauen konnte, waren von Zzuschauern beseßzt. Inder Stadt wartete Jeder⸗ nann auf den Stoß, diele in Aufregung wegen waiger schlimmer Folgen. Um 11 Uhr 13 Min. )rückte die elfjährige Tochter des Generals Newton uuf den Knopf des elektrischen Drahtes, durch velchen von dem Gestade von Long Island die Minen entzündet wurden. Man sah. daß fich eine Wassermasse im Umfange von 1200 Quadratfuß wie ein 200 Fuß hoher Eisberg erhod und daß sich dann nach dem Fall des Wassers eine Menge Wirbel bildeten, wähtend Wolken gelblicher Gas⸗ ür einen Augenblick die Sonne verdunkelten. Die enigen, welche dem Felsen am nächsten standen — dis auf 1000 Fuß durfte man sich demselben nähern — füdhlten ein leichtes Zinern des Erd⸗ hodens, allein in den oberen Stockwerken der Häuser in der Nachbarschaft war der Stoß bemerkbarer. In Poichogne, 760Klm. entfernt, wollen verschie dene Beobachter ein Erzittern der Erde, 21 Se⸗ fuünden nach der Explosion, bemerkt haben, allein auf diese Beobachtungen aist nicht viel zu geben dat doch ein gelehrter Professot einen ausführlichen Hericht veröffentlicht über seine Erfindungen eine Minute nach der fur die Explosion bestimmten Zeit Sd. h. 12 Minuten früher als dieselbe in Wirk⸗ ichtkeit siattfand! Das Geräusch war nicht seht zark und glich entferntem Donner. Alles war in iner halben Minute vorbei. Die Entfernung der abgesprengten Felsstücke wird wahrscheinlich eine hasbe Million Dollars kosten und noch zwei Jahre Zeit beanspruchen.“ Dann erst wird der Kanal 200 Fuß breit (statt 600 wie jetz) und 26 Fuß sef sein, so daß Ozeandampfer bei jedem Wasser⸗ tande einlaufen können. Man spricht schon jetzt abon. daß dann auch die europäischen Dompfer durch Hell Gate anstait bei Sandy Hook einfahren verden. Als Explosionsstoff wurden 315,000 Pfund verwandt, nämlich 75.000 Pfund Nr. 1 Dynamit und 240,000 Pfund Rackaroch, eine Mischung von Pottasche und Nitro Benzel. Die 2315 Kilometer große Felsfläche, welche gesprengt werden sollte, war durch 6 Kilometer unterirdische Hallerien durchschnitten, mit Wänden von 10 - 24 Fuß Dicke und getragen von 467 Felssäulen im ümfange von 15 Quadratfuß. In diesen Gallerien waren 14 000 Oeffnungen von 9 JFuß Tiefe an⸗ gebracht, in deren jede eine Gpfündige Rackarock⸗ Patrone und eine Zpfündige Dynamitpatrone gesteckt paren. Narktberichte. — e Ensheim, 15. Oktober. (Viktualienmarkt.) Butter per !/3 Kilo 1M. 20 Pf., Eier per Dutzend 100 Pf. Kartoffeln per Kilo O Mk. — Pf. Zweibrücken, 15. Oktober. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗ uacuenmartie) Weizen 9 M. 16 Pf. Korn O M. — 5f Derste zweireihige d M. — Pi., vierreihige d M.— Ppij. Spelz o M. — pPf. Spelzlern — M. — Bt: Dinkel mn. — Ppf., Mischfrucht d M. — Pf. Hafer 6 M. 10 Ps., Erbsen O M. — Pf., Wicken O M. —. Pi- deun 3 M. — Pf., Stroh I.Quai. 2 M. 40 Pf., II. Qual. M. 80 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf. Weißbrod 1/2 Kilo 56 Pf., Kornbrod 8 Kilo 58 Pj. Gemischtbrod 8 Kilo 73 pjf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf., i1 Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ fleisch 60 Pf. Schweinefleisch 0 Pf,, Wein Liter 80 Pf. hier jviler 21 Pf., Vutiere! / 3 Kilogr. ! M. — Pi. Fiur die Nedakti⸗n verantwortlich: F. X. Deme . Ohne geregelte Verdauung keine Gesundheit. Landau'(Pfalz.) Geehrtester Herr! Ihrem Wunch zemaͤß theile ich Ihnen mit, daß mein College Herr Käm⸗ erer und ich die Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen beide benutzten und zwar mein College gegen häufige Schwindelanfälle, ich selbst aber gegen periodisch wieder⸗ lehrende Verstopfung, welche beide Uebel bei unserem Be⸗ rufe als Sriftsetzer bei Vernachläffigung schlimme Folgen haben koͤnnen. Mit der Wirkung der Schweizerpillen (er⸗ hältlich a Schachtel Mk. 1 in den Apothelen) waren wir beide vollstündig zufrieden und werden sie auch ferner be⸗ nuten, sowie wir sie auch bereits schon verschiedenen Be⸗ samnien empfohlen haben. Diese Pillen werden überhaupt in hiesiger Gegend ziemlich stark benutzt. Mit aller Hoch⸗ achtumg zeichnel H. Bai, Schriftjetzer. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz reoshem Grund und den Namens⸗ug WRrandi's träat XEC Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disqué & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elevphanten⸗ Kaffee“ so beliebten hochseine Qualitäten: z. Java⸗Mischung per Pd.M L.20, Wefstindisch M. 41.40, f. Menado M. 41.60, f Bourbon M. „ 1.80, extra fein Mocca Mi.. 2.00. gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschriftu. neu verbesserter Brennart, wodurch das Verflüchten des Ars ma's absolut unmöglich. Kräftig un. fein im Geschmack. Große Ersparniß. Nur ächt in Packeten mit Schutz- marke „Eklephant“ versehen von l, Us und !ha Pfund. Niederlage in St. Ingbert bei Frau Anna Treitz. drieger⸗ 7erein. MV — nntag den 18. Oktober von 4 Uhr ab Generalversammlung m Oberhausersehen Sanle. Tages⸗Ordnung: geschlufassung über die Unter· hungsfrage, I Dier Abanderung der Statuten. Der Nusschuß. Heute verschied nach längerem Leiden unsere liebe Tochter. Ur⸗ großmutter. Großmutter, Mutier, Schwägerin und Tant⸗ Frau Mendel Beer jr. m 68. Lebensjahre, was Freunden und Bekannten hierdurch mitteilen Die Beerdiqung findet Sonntag Morgen 10 Uhr statt. Die trauernd Hinterbliebenen. Sit. In gbert, Spiesen, Homburg,. Kirchheimbolanden. Neustadt Darmitadt. Nem⸗Nork. den 16. Oktoher 1885 1000 Mark anlen wir dem, der beim Gebrauch von Aesdre⸗vne Kaiser ⸗Zehumasser FL. 60 Pft und 100 Pf. semals wieder Zahnschmerzen dekommt. S. Goldmann & Cie, Dres den. — Zu haben 8t. Ingbert bei P. Fery, roguenhbapdlung. Ich übernehme jederzeit für die Lohn-Spinnerei Schornreute zu Ravensburg FIahs, Hant und Abwerg um Spinnen- Weben und Bleichen. Länge des Schnellers 1228 Meter. Bahnfracht hin und zurück auf Kosten der Spinnerei. Reellsu und billigste Bedienung bei vorzüglicher Qualitat. Der Agent: in St. Inobert J. FRIEDRIGH. 3 — —— — — 32— ⸗ 2— — — —— — — — — — J— Das Confectionsnaus MAX PELI St. Johann a. d. 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Oklober fermann —— zächsthin, vorm. 9 Uhr die Reihenfolge, in welcher die für das Jahr anma Fx— 1886 gewählten Hauptschöffen des Amtsgerichtsbezirks St. Ingber⸗ ———— dileen 8 in den einzelnen ordentlichen Sißzungen des Jahres 1886 Theil zw Anisette de Bordeauten 9 sehmen haben, durch Ausloosung festgestellt wird. Doppel Küummel 1000 St. Ingbert, 16. Oktober 1885. — Tropfen,, 1.00, Bbe Zerantsrichter. —E— 120 Landwehr-Verein St. Ingbert. . 19 Sonntag, den 18. Oktober, Abend⸗ 28 Uhr, im Saale des Connac. Rum Vunsch⸗Essen Herrn Ea u mæean r e⸗⸗ M f lisch th t lisch empfiehlt usikalisch- theatralische 3. Peters. St. Ingbert u n t er 4 ũl — zruiee aller vozu die Mitglieder mit ihren Angehörigen eingeladen sfind. 8 en — awn imn Die Mitglieder haben in Muͤtze zu erscheinen. do dieselhe zum Eintrit nen, Ueberjetungen in zwbtf fremder u den Saal berechtigt. Qleine Kinder werden abgewiesen. Dieustag, den 3. November rächsthin Vormittags 11 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Johann Adam Beit Wittwe werden ruf Grund homologirten Familienraths zeschlusses durch den unterzeichneten zerichtlich hiezu beauftraaten k. Notar jer adssoluten Nothwendigkeit halber iffentlich zu Eigen versteigert: Zteuergemeinde Sankt. Ingbert: Plan Nr. 392718: 54 40 qm Fläche mit Wohnhaus, Stall und Pflanzgarten in der Au an der Blieskasteler Straße. Plan Nr. 3964: 10 a 20 qm Acker in den einspännigen Rödern. Plan Nr. 3967: 16 4 40 qm Acker allda. Plan Nr. 3968: 10 a 90 qm Acker allda. Plan Nr. 3699: 7 a 830 4n Wiese in den Potaschwiesen. Plan Nr. 97723: 12 a 10 qn Acker in der Kling. Eigenthümer sind: 1. Johann Friedrich Gehring, vensionirter Bergmann in Sanct Ingbert wohnhaft; il. dessen mit ieiner verlebten Ehe⸗ jran Katharina Feichtner er⸗ zeugten Kinder als: 1. Johann, 2. Jakob, 3. Peter und 4 Friebrich Gehring, alle ledig, minderjährig und gewerblos. vertreten durch ihren ge— jannten Vater als Hauptvormund, bei dem sie auch domicilirt sind, und durch Peter Feichtner. Schmelzarbeiter in A St. Ingbert, den 15 Oktober 1885. mo⸗ MPaitnar IJ Amuel dvonspg Die Modenwelt. zllustrirte Zeitung fuüb Toilette und Handar— heiten. Monatlich zwe Nummern. Vreis vier— teljährlich M. 1.25 * 75 Kr. Jährlich erscheinen 24 Nummern mit Toi letten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 eerern reibung, welche da ganze Gebiet der Garderobe —— für Damen, Mädchen und Knaben, wie fth das zartere Kindesalter umfassen, ebenso di Zeibwäsche für Herren und die Bett- und Tischwäsche ec., wie die Handarbeiten in ibrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern ür alle Gegenstände der Garderobe und etwe 00 Muster· Vorzeichnungen fur Weiß- und Buntstickerei, Ramens⸗Chiffren ꝛtc. Abonnenients werden jederzeit angenommen hei allen Buchhandlungen und Pofianstalten — Probe⸗ Nummern gratis und franco durch die Erpedition Verlin W, Potsdamer Slr 33: Wien J, Operngasse 83. — Hiegu fur unsere Bost⸗Abonnen ten e Zonntaasblatt Nr. 3. Aiteinsecsts pherr — w IIILE Ziehung am IO. Novbr. 10700 Geldgewinne von 25,000 Mart abwärts., zusammen 75.000 Mti. Deggendorfer Loose a 2 Mar mit Geldgewinnen von ev. 120,0900 Mark. 70,000 Mt.. 530,000 Mt., 20,000 Nik. ꝛ⁊c. Günstigste aller Lotterien. Gen-Ag. A. & B. Schuler, München. doose bei den bekannten Verkaufs— telsen Aeuititem dei Ppruchtvollenn Pondampfer der Ked Star sine, Anlmerpen, des Uorddeutschen Floyd, Bremen, —A Hamburg, & der Cuuard Fine, Jiverpoel assage⸗Villets 1. 2. siind 3. Classe nach New-PYork, Boston. Philadelphia, Auebec, Canada und Manitoba, New-Orleans, Texas und Californien, Rio— zaneiro. Bnenos⸗Ayres und Süd-Amerika, Melbourne, Sidney und Anstralien owie Eisenbahn-Billets in's Jnncre der Vereinigten Staaten und Canada⸗ zu billigsten Preisen Alle Auskunft uhcii gratis Dat un lers, St. Inghert. drud und Versad pon F. J. Demenk TRMVT ug Is —9 m ** — 2419 J 8 76 445 CV T F * Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 12 * 1 da ‚Et. Jugberter Anzeiger“ erscheint wdcherie fünfmelz Am Gontag, Aeunc, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ datt und Sonntagt mi birne illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen ) 78 —, einschließlir Zultellungtgebühr. Die Einrücknugsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 o, bei außerpfalzischen und solche auf wmelche die Expedition Auskunft ertheilt, 153 8, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 200.. Deutsches Reich. XR 4.) Die zur Vertheilung gekommene Sitzordnung Abgeordneten mit beigefügter Parteibezeichnung zist 77 Abgeordnete von der Fraktion der Rechten, 9 Liberale, 4 Konserdative und 9 „Wilde“ darunter 1 Agrarier) auf. Es sind also doch voch Einige (früher der damaligen äußersten Rechten mgehörig), aus der Fraktion der Rechten ausge⸗ ieden. Die Gesammtzahl der Abgeordneten be⸗ gigt 139, die absolute Mehrheit berechnet sich auf , eine Zahl, welche von der Fraktion der Rech⸗ en für sich allein also nicht mehr erreicht wird. Der Reichsskanzler Fürst Bismarck eidet seit einigen Tagen wieder an seinem alten lehel, an rheumatischen Gesichtszügen. — Aus ztraßburg wird zur Uebernahme des Statt⸗ Alerpostens durch den Fürsten Hohenlohe offiziell meldet, daß derselbe die landesherrlichen Befug⸗ se vom 16. d. M. ab wahrnehme. Bezüglich übrigen Geschäfte wird der neue Statthalter ahrend seines bis Ende Oktober reichenden Ur— uhes durch Staatssekretär v. Hofmann vertreten sein. Anusland. Bien, 16. Oltober. Ein Theil der naͤchst sch konzentrirten serbischen Armee hat gestern chmittag die Grenze (7) überschritten. Serbien vtestirte gegen die Beschlüsse der Botschafter — die in Berana befindlichen turkischen Bataillone urden in Eilmärschen nach Pristina dirigirt. Wien, 16. Oltober. Eine Monturlieferung zehntausend Mann wurde von Serbien mit der inderbank abgeschlossen. *An diesem Sonnabend oder Sonntag wird auigzzar aus Dänemarcdckhin Petersburg rückerwariet und die Idylle von Fredensborg er⸗ icht hiermit ihr Ende. Ueber das geheimnißvolle Attentat“, welches angeblich im Parke von Fredens⸗ Ag gegen den russischen Herrscher versucht worden hist keine Aufklärung erjolgt. Vermuthlich wird aber nicht sehr ernster Natur gewesen sein, denn mandern Falle würde Alexander III. bei seiner xlannten mißtrauischen Natur schwerlich noch so aue nach dem Vorfalle in Fredensborg geweilt hen Loker⸗und pfal⸗ische Nadqridten. ) Schnappach. Sicherem Vernehmen ach soll Herr Direktor Weyrich einen Kürbis be⸗ sen, der bei 1,48 Mir. Umfang nicht weniger 480 Pfund wiege. Gewiß ein Kuriosum, das hi der Sl. Ingberter Fruchtausstellung auch hätte iinen Platz behaupten können. — Der Münchener „N. Nachr.“ wird aus eustadi geschrieben: Daß Undank der Welt ehn ist, mußie der auch in Munchen wohlbekannte adenieur Hauber erfahren, und zwar ist in diesem ale der Undank um so kränkender, weil er ge⸗ tden wurde fur großartige Wohlthätigkeitsspenden id von den engeten Landsleuten des Spenders. ihenieur ¶ Hauber, aus der Nordpfalz gebürtig, auht bekannslich von dem großen Vermoͤgen, das — die Verheirathung mit der Wittwe des nh grundbesihers Heinrich Wolf aus Wachenheim warb, den schönstän Gebrauch, indem er im Ver— Sonntag, 18. Oktober 18883. 20. Jahrg. zg mit seiner gleich Sbehnaben Gattin seinen Schiftsbericht 77 Ned Star Line. ächsten Gutes thut. So hat er u. A. in Wachen⸗ itgetheilt von Jeim eine Roiffeisen'sche Dariehenskaffe gegrundet Jearn Peert rs, Haupt, Passage-Agentur St. e ind das Geld hiezu dorgeschossen; dieselbe gedeiht Der Po stdampfec „Noordland. welcher rireffuͤch / Weners han cemit Aufwand von Qltobet von Antwerben direlt abging. ist am 15. 28 000 Mt. ein Spiial gebaut und es der Stadi Oktober wohlbebalten in New-⸗Nork angelommen. Wachenheim geschenkt. Dahier bauten die Gatten ine große Wohlthätigkeitsanstalt, legten mit Auf⸗ vand von mindestens 50,000 Mk. am Abhang des Nollenberges eine große Kunststraße an, welche für insere Stadt einen herrlichen Spaziergang bildet. dazu wollten die Hauber'schen Ehegatten den anzen Abhang des Nollenberges in eine großartige Ibstanlage nur nach den besten Mustern umwan⸗ deln, wosür eiwa 50,000 Mk. in Aussficht ge⸗ rwmmen waren. Das letztere Projekt bleibt leider anausgeführt, weil es die beiden Wohlthäter der Pfalz endlich dech verdroß, für all' das Gute nur Undank in der abscheulichsten Form zu ernten. Jede Schöpfung des Hauber'schen Ehepaares wurde aämlich von giftigen Lokalgrößen und klatschfüchtigen Fraubasen dazu benützt, die Stifter in der nied⸗ cigsten Weise anzugreifen, ja man entblödete sich nicht, die Frau Hauber in pzrsontihd Weis zu »erunglimpfen. Wer will es da den beĩden edlen Menschen verargen, wenn sie sich zurückziehen ?“ — Frankenthal, 15. Oktober. Vor dem hiesigen Landgericht kam folgender Fall zur Verhandlung: Magdalena Koenig, 24 Jahre alt, edige Büglerin aus Speher, war angeklagt des kErpressungsversuchs, verübt durch zwei an Dr. Welz, pralt. Arzt in Speyer gerichtete Briefe. Der Sachverhalt ist nach Ergebniß der Beweisaufnahme 'olgender: Herr Dr. Welz unterhielt mit der damals 19 Jahre alten Koenig, die bei ihrer Tante — an der Schwimmschule bezw. Bleiche — domicilirt war, ein intimes Verhältniß das — nach bestimmtee Angabe der Angeklagten — nicht ohne Folgen geblieben sei. Bei ihrer Niederkunft, die in Heidelberg erfolgte, zahlte Herr Dr. Welz alle Kosten und will, trotzdem er sich dazu durch⸗ aus nicht verpflichtet fühlte, ca. 4000 Mk. an die Angeklagte gehängt haben. Dieselbe wurde, nach— dem sie eine Reise nach Amerika angetreten und wieder zurückgekehrt war, mit ihren Geldforderungen mer dreister und frechet, die Sache kam der Familie des Herrn Doktor W. zu Ohren, was diesen veranlaßte, die zwei letzten Briefe, mit denen Erpressungen versucht wurden, dem Staatsanwalt zur weileren Amtshandlung zu übergeben. — Ur⸗ thein: 4 Monaie Gefängniß, (davon gehen jedoch ca. 3 Monate Untersuchungshaft ab) und Kosten. Die Allgemeine Versorgungs⸗-Anstalt zu starlsruhe, unter den deutschen Lebensversicherungs⸗ Anstalten nunmehr hinsichtlich der versicherten Summe die 5., während sie nach ihrem Alter die 22. ist, hat soeben ihren Rechenschaftsbericht für 1884 ausgegeben. Die Geschäftsergebnisse waren ibermals sehr günstig, Das Kapitalvermögen hat um 3,948,596 Mt. zugenommen und beträgt nun⸗ mehr 42, 169,838 Mi. Bei der Hauptabtheilung ver Anstalt d. i. beider Leben Sversicherung janden statt 59060 neue Anmeldungen mit 13,563,656 Mk. Kapital, wovon 4925 Personen mit 19,476,338 Mk. Kabitab Aufnahme fanden. Der reine Zuwachs an Versicherungen betrug 3734 mit 15,0883,377 Mtk. Kapital.“ Hiernach sieht die Bersorgungs-Anstalt bezüglich des reinen Zugangs in der ersten Reihe der Deutschen Lebens⸗ sicherungs-⸗Anstalten. Der Gesammtversicherungs⸗ Bestanrd — erreicht in 20 Jahren — stellt sich nunmehr auf 389,234 Versicherungen mit 157,492, 219 Mk., wovon auf die letzten 10 Jahre allein 122,978,240 Mtk. entfallen. Die Sterblich⸗ eit verlief sehr günstig. Nach den der Rechnung zu Grunde liegenden Sterblichkeitstafeln sollten 407 Personen mit 1,713,325 Mt. Kapital sterben; in Wirklichkeit starben aber nur 803 Personen mit 1,183,820 Mk. Kapital; sonach 104 Personen mit 579,505 Mlk. Kapital weniger. Der statutarische Dedungsfonds beträgt 17, 9006,271 Mt.; der reine Ueberschuß ergab 1,806,002 Mk., wovon 578,941 Mark als Dividende an die Versicherten vertheilt werden; nach deren Vertheilung besteht die Reserve, welche im Falle einer, bei der Versorgungs⸗Anstalt edoch noch die eingetretenen Ueberslerblichkeit Zu⸗ chusse gewährt und sonst zur Sicherstellung der Dividenden dient, noch in 3,238,903 Mtk. d. i. in nahezu 3facher Höhe des statutarischen Maxi—⸗ mums. Die im Dividendenbezug stehenden Jahr⸗ zänge (1864 — 1880) erhalten wie in den 2 letzten Jahren eine Dividende von 406 ihrer Deckungs⸗ kapitalien; umgerechnet auf die Prämie der ein⸗ 'achen Lebensversicherung ergibt dieser Satz durch⸗ chnifilich 55— 12 04. f*Stuttgart, 15. Oktober. Generallieute⸗ nant a. D. v. Reitzenstein, Führer der Württem⸗ zerger bei Champigny, ist gestorben. FMünchen, 12. Oktober. Der Gemeine darl Schneid des 3. bayer. Inf.Regts. vergriff sich in der Trunkenheit thätlich an einem ihn zur Rede stellenden Unteroffizier, indem er demselben mehrere Schläge und Stiche mit seinem Yatagan beibrachte, die jedoch keine erheblichen Folgen hatten. Der Thater wurde vom hiesigen Militärbezirkagerich! zu 5 Jahren 7 Monaten Gefängniß verurlheilt. Vermischtes. Viele Personenklagen darüber beim Aufstehen von Husten, Rauheit und Druck im Halse und auf der Brust beläftigt zu werden. Dieses rührt daher, daß sich während der Nacht die Schleim⸗ drüsen der Luftroͤhre fullen und die meist zähe Masse nur mit großer Anstrengung, welche sich oft bis zum Erbrechen steigert, zu entfernen ist. Als außerordentlich losend und erleichternd erweist sich dier einziger Schluck des ächten rheinischen Trauben⸗ Brust Honigs von W. H. Zickenheimer in Mainz. Dieses Traubenpräparat ist nicht allein als das hbequemste und wirksamste anerkannt, sondern zeichnet iich auch aus durch koͤstlichen Geschmack und if 'owobl Erwachsenen wie Kindern aleich diens: stur die Nedaktion veranwortlich: F. AX. Demeß. —òX—————————————————————————————— Freiwillig gerichtliche Versteigerung. Dienstag, den 3. Novem ber rächsthin, Vormittags 11 Uhr zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Johann Adam Be Wittwe werden auf Grund homologirten Familienraths⸗ zeschlussezs durch den unterzeichneten gerichtlich hiezu beauftragten k. Notar ʒer adsoluten Nothwendigkeit halber uffentlich zu Eigen versteigert: — Sankt Ingbert: 1. Plan Nr. 39278: 5 a 40 qm Fläche mit Wohnhaus, Stall und pflanzgarten in der Au an der Blieskasteler Straße. Plan Nr. 3964: 10 a 20 qm Acker in den einspännigen Rödern. Plan Nr. 3967: 16 4 40 qm Acker allda. Plan Nr. 3968: 10 a 90 qm Acker allda. Plan Nr. 3699: 7 4 80 qm Wiese in den Potaschwiesen. Plan Nr. 977023: 12 4 10 qm Acker in der Kling. Eigenthümer sind: 1. Johann Friedrich Gehring, pensionirter hergmann in Sanct Ingbert wohnhaft; i. dessen mit seiner verlebten Ehe⸗ srau Katharina Feichtner er⸗ zeugten Kinder als: 1. Johann, 2. Jakob, 8. Peter und 4. Friedrich BZehring, alle ledig, minderjährig und gewerblos, vertreten durch ihren ge⸗ naannten Vater als Hauptvormund, bei dem sie auch domicilirt sind, und durch Peter Feichtner, Schmelzarbeiter in Sankt Ingtert wohnhaft, als Neben⸗ ormund. St. Ingbert, den 15. Oltober 1885 Kemmer, kgl. Notar. 2282 n — Licitation. Montag, den 9. November 1835, Nachmittags 2 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft »on Damel Baumann (Café Ober⸗ Jauser), werden durch den unterzeich ˖ neten, gerichtlich hiezu beauftragten kgl. Notar der Abtheilung halber zu Eigen nersteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 88, (31 Dez.) 10 a 50 qm Flache, worauf ein Wohn⸗ zaus mit Brennhaus, Stall, Zrauhaus, Schweinstall, Kegel⸗ bahn, Gartenhaus und Hofraum, uind Plan Nr. 89, (82 Dez.) 27 a4 90 qm Pflanz⸗ und Brasgarten, zusammen ein Ganzes bisldend, gelegen zu St. Ingbert in der Oberstadt neben Peter Buhmann und Wilhelm Weiler; Plan Nr. 792, (23 Dez.) 7 4 30 qm, Plan Nr. 793, (83 Dez.) 11 4 20 qm, und Plan set. 794, (18 Dez.) 6 410 qm Wiese in den Großwiesen am Gallbrunnen; Plan Nr. 418912, (s8 Dez) 8Ba 80 qm Acker auf der dobelsahnnng nebst dabei befind⸗ lichem Bierkeller. Figenthümer sind die dinder und Erben der zu St. Ing⸗ bert wohnhaft gewesenen und ver— storbenen Eheleute Wilhelm Chan⸗ don, früher Bürgermeisier und zuletzt Privatier, und Kouise Schaller, ʒezw. die Repräsentanten solcher, als: l. Cäcilie Schaller, ohne Ge⸗ werbe, in Niederwürzbach vohnhaft, Wittwe des verlebten Beschäftsagenten Ludwig Bechthold, m Leben zu St. Ingbert; — einzige Repräsentantin der verlebten Tochter Louise Chandon, gewesenen khefrau des ohne Gewerbe zu Niederwürz bach wohnhaften Joseph Schaller; 2. Wil— elin Chandon, Reniner, in ßaden⸗Baden wohnhaft; 83. Elisabetha Chandon, ledig rroßjährig, ohne Gewerbe, in St. ngbert wohnhaft; 4. Marie josephine Chandon, gewerblose hefrau von Emil Heuser, Fabrilinspektor, in Speyer wohnhaft .Joseph Chandon, Opern⸗ anger, in Köln wohnhaft; 6. Ju⸗ ie Chandon, ledig, großjährig, ohne Gewerbe, in Frankfurt am Main wohnhaft; 7. Olga Frau⸗ iska Wilhelmine Nuß, min⸗ zerjähriges Kind und einzige Erbin der »erlebten Tochter Wilhelmine! Fhandon, gewesenen Ehefrau von Ernst Nußz, Gaswerksdirektor, in Lörach in Vaden wohnhaft, vertreten X ie auch domicilirt ist, als Hauptvor⸗ nund, und Dr. August Huber, Apo⸗ heker in Lörach wohnhaft, als Neben⸗ ormund. St. Ingbert, den 17. Oktober 1885 Kemmer, k. Notar. In der Post! Borzũglichen ijüßen iederweißen IBRB. Herbst- & Winter-daiso —A inter·Saison. Lambr. Tuche und Buckskins, Lamas „ wollene und halbwollene, Iemcden-FIaneIIe, wollene und vaumm. Kleiderstoffe, EBettfedern, ganz billige und keine, X Regenschirme, —Leinen und Salbleinen, F moßthlt Ph. Gottmann. Allgemeine Versorgungs-Anstalt im Großh Braden zu Karlsruhe.. cebens-Versicherung und Alters-Versorgung. sen —3 Beruht auf er Gegeuse itigkeit. Erweitert 1864 apital⸗Vermbgen Endel884 42, 169,888Mk. ries Kapital.. 160,801, 619 —— —— seiner Zuwachs der letzten 10 Jahre: 122,978,240 Mt. versichertes Kapital Alller Gewinn wird an die Mitglieder abgegeben. Vertheilungsmaaßstab: Der jährlich wachsende Werih der Versicherungen. Folge davon: Stetig wachsende Dividende und daher Verminderung der Ver⸗ sicherungskosten von Jahr zu Jahr. Divende pro 1882, 1883 und 1884 je 40/0 des Verficherungswerths (Deckungskapitals) oder für die Jahrgänge 1880 79 78 77 76 76 74 78 72 71 70 69 68 67 66 68 64 —D———— — —— —3 ——— —V 3ojahrigen. holle Dividende nicht nur bei der gewöhnlichen einfachen, sondern auch bei der abgekürzten Versicherung. n Auszahlung der Versicherungslapitalien ohne Abzug sofort nach deren Fälligkeit Bei Erlöschen der Versicherung durch Nichtzahlung der Prämien gleich hohe Abfindung wie bei Kündigung. J Rechenschaftsberichte, Prospekte und jede weitere Auskunft unentgelilich bei em Vertreter der Anstalt: Fr. Hagenbucher, Lehrer in St. Ingabert. dDonrad. Billiger Bazar EHEMAVP3StASUY9ueo & Neu eingetroffen: Wollene Slipse von 18Pf. an. Halstücher von 10 pf. an. Caputzen von 40 Pf. an. Wollene Strümpfe gestrikt von 20, 25. 30, 85, 40, 45, 50, 55, 60 Pf. bis Mk. 1.00. Gefichtskappen von a5 Pf. an. Caffee-⸗ u. Thee⸗ ——— nn W. Meinecke, hanburg versendet in Säcchen von 5 Ko. an ranco Zoll u. Porto gegen Nachnahme rohen hochf. Ceylon Caffee!aKo. 100Pf. „ „Java grün u. gelbe, 100pf. „ff. Perlcaffee „100Pf . f. Guatemala 95Pf f. Costarico 90f reinschmeckendenSantos, 80Pf Thee Peccoblüthen Mt. 3.60, Souchong 2.50, Congo 2.40, jochf. Pecco Melange 8. — per a Ko. Thee auch als Beipackung in beliebigen Quantitäten. Agenten und Reisende gegen rixum und Vrovision gesucht. Gesucht: raft- Anerkannt best' bewährtes, höchst an⸗ — Genus- —E genehmes Haus- und Genußmittel bei Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Hals⸗, Brust und Lungenleiden, Husten der Zinder ꝛc. Durch seine blutregenerirende Eigenschaften und seine eminente Nähr⸗ kraft ist dieses Traubenpräparat dei Blutarmuth, Kräfteverfall. Körperschwäche ah daezoditle Ssba itenatk· ¶ und Reconvalescenz ein Vähr- und Kraftmittel ersten Ranges. 7 Daher erklärt sich auch die Thatsache, daß Brust· und Lungenleidende, z welche dieses Präparat einige Zeit regelmäßig gebrauchen, auffallend an Korperfülle zunehmen. En gros-Lager Leipzig: „Engel⸗Apothele“ — zMünchen: „Maximilian-Apotheke“ —- Stettin: „Kgl. Hof⸗ und Garnison⸗ Apotheke“?. Niederlage in Si. Ingbert bei J. Friedrich, Haupft- straße; in St. Johann bei F. P. Diedenhöfer und N. Maainot; in! Blieskastel bei Apotheker Diedenhofer. — ura⸗ —— 7 IMGXS Doppe:tarke XXXXIXKXI Bæwãhr tes tes u. vollatandis IXVEXVXRXRAR lovwahrt grõsate Xrlolentoruug —XERIXAR— orderlchen Zusatee rur aicho- en Hertenung von blondend eisaor, gleleimeι etαι—αrν EEIEA ebera —282 4 —— 1. Prima Zwiebeln' Wasserdichte ver enser —9 mit Sack — * r billige —V— — August Werle, beziehe ich mit einem Rabatt. der Saarbrücken. eindolicht, dieselben zu Fabrikpreisen wieder zu verkaufen. J. J. Fiack jr. Ein zuverlässiges Dienstmädchen für Hausarbeit, oelches waschen kann und etwas vom ochen versteht. Räheres in der Exped. d. Bl. Ein Knecht gesucht J 22 unserer heutigen Nummer liegt eine Ertra⸗Beilage »er gitma Mey & Edlich, Plagwit· Zeipsig dei, worauf wir unsere Leset och ganz besonders aufmerksam machen. onders aumiuu Hierzu JIliustrirtes Conn⸗ aasblatt⸗ Nr· ß J Michel Fries. —LOqgis jat zu vermieten rod umß Masanßn von F X. Demek in St Inabert. in St Inabert. Zugbherter Amziger. 4 J ‚St. Ingberter Vnzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ jut und Sountags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 Ho einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 7B , einschließli 4 Zustelungkgebühr. Die Einrückungsgebührr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solche auf welche die Crpeduion Auskunft ertheilt, 138 , Neclamen 830 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 204. Sonntag, 18. Oktober 188588s. 20.. Jahrg. Deutsches Reich. ein mit seiner gleich gesinnten Gattin seinen Schiffsbericht der Red Star Line. Nächsten Gutes thut. So hat er u. A. in Wachen⸗ Mitgetheilt von Jeim eine Raiffeisen'sche Darlehenskasse gegründet Jeam Veerter Daupt- Pafsage Agentur St. Insbert. ind das Geld hiezu vorgeschossen; dieselbe gedeiht Der Po stdampfer Noordland. welcher am J oelreffuͤh Weiterz haneremit Aufwand von Oktober von Antwerpen direlt abging, ist am 15. 28 000 Mt. Lin Spital gebaut und es der Siadi Oktober wohlbehalten in New⸗Mork angekommen. Pachenheim geschenkt. Dahier bauten die Gatten —7 ine große Wohlthätigkeitsanstalt, legten mit Auf⸗ zand voa mindestens 50,000 Mik. am Abhang des dollenberges eine große Kunststraße an, welche für insere Stadt einen herrlichen Spaziergang bildet. dazu wollten die Hauber'schen Ehegatten den anzen Abhang des Nollenberges in eine großartige Obstanlage nur nach den besten Mustern umwan⸗ deln, wosür eiwa 50,000 Mk. in Aussicht ge⸗ nommen waren. Das letztere Projekt bleibt leider mausgeführt, weil es die beiden Wohlthäter der Pfalz endlich doch verdroß, für all' das Gute nur Andank in der abscheulichsten Form zu ernten. Jede Schöpfung des Hauber'schen Ehepaares wurde aämlich von giftigen Lokalgrößen und klatschsüchtigen Fraubasen dazu benützt, die Stifter in der nied⸗ rigsten Weise anzugreifen, ja man entblödete fich aicht, die Frau Hauber in persoönlicher Weise zu berunglimpfen. Wer will es da den beiden edlen Menschen verargen, wenn sie sich zurückziehen? — Frankenthal, 15. Oktober. Vor dem hiesigen Landgericht kem folgender Fall zur Verhandlung: Magdalena Koenig, 24 Jahre alt, edige Büglerin aus Speyer, war angeklagt des erpressungsversuchs, verübt durch zwei an Dr. Welz, prakt. Arzt in Speyer gerichtete Briefe. Der Z„achverhalt ist nach Ergebniß der Beweisaufnahme olgender: Herr Dr. Welz unterhielt mit der „amals 19 Jahre alten Koenig, die bei ihrer Tante — an der Schwimmschule bezw. Bleiche — domicilirt war, ein intimes Verhältniß das — jach bestimmtec Angabe der Angeklagten — nicht hne Folgen geblieben sei. Bei ihrer Niederkunft, zie in Heidelberg erfolgte, zahlte Herr Dr. Welz ille Kosten und will, trotzzdem er sich dazu durch⸗ ius nicht verpflichtet fühlte, ca. 4000 Mk. an die Angeklagte gehüngt haben. Dieselbe wurde, nach⸗ zem sie eine Reise nach Amerika angetreten und vieder zurückgekehrt war, mit ihren Geldforderungen mmer dreister und frecher, die Sache kam der Familie des Herrn Doktor W. zu Ohren, was ziesen veranlaßte, die zwei letzten Briefe, mit denen Erpressungen versucht wurden, dem Staatsanwalt zur weiteren Amtshandlung zu übergeben. — Ur⸗ heil: 4 Monaie Gesängniß, (davon gehen jedoch a. 3 Monate Untersuchungshaft ab) und Kosten. Muͤnchen, 15. Oltober. GBayerischer Land⸗ „Die zur Vertheilung gekommene Sitzordnung Abgeordneten mit beigefügter Parteibezeichnung ist 77 Abgeordnete von der Fraltion der Rechten, 9 Liberale, 4 Konservative und 9 ‚Wilde“ unter 1 Agrarier) auf. Es sind also doch och Einige (früher der damaligen äußersten Rechten igehörig) aus der Fraltion der Rechten ausge⸗ seden. Die Gesammtzahl der Abgeordneten be⸗ igt 159, die absolute Mehrheit berechnet sich auf M, eine Zahl, welche von der Fraktion der Rech⸗ m für sich allein alse nicht mehr erreicht wird. Der Reichsskanzler Fürst Bismarck det seit einigen Tagen wieder an seinem alten ibtl, an rheumatischen Gesichtszügen. — Aus itraßburg wird zur Uebernahme des Statt⸗ ilterpostens durch den Fürsten Hohenlohe offiziell meldet, daß derselbe die landesherrlichen Befug⸗ se vom 16. d. M. ab wahrnehme. Bezüglich r übrigen Geschüfte wird der neue Statthalter aͤhrend seines bis Ende Oktober reichenden Ur⸗ ubes durch Staatssekretär v. Hofmann vertreten sein. Ausßland. Die Allgemeine Versorgungs⸗Anstalt zu karlsruhe, unter den deutschen Lebensversicherungs⸗ Anstalten nunmehr hinfichtlich der versicherten zumme die 53., während sie nach ihrem Alter die 32. ist, hat soeben ihren Rechenschaftsbericht für 884 ausgegeben. Die Geschaäftsergebnisse waren ibermals sehr günstig. Das Kapitalvermögen hat im 3,948,596 Mk. zugenommen und beträgt nun⸗ nehr 42, 109,8538 Mt. Bei der Hauptabtheilung er Anstalt d. i. beider Leben Sversicherung anden statt 5906 neue Anmeldungen mit 23,563, 656 Mk. Kapital, wovon 4925 Personen nit 19,476,338 Mk. Kapital Aufnahme fanden. Der reine Zuwachs an Versicherungen betrug 3734 nit 15,083,377 Mk. Kapital. Hiernach stieht die bersorgungs-Anstalt bezüglich des reinen zugangs in der ersten Reihe der Deutschen Lebens⸗ icherungs⸗Anstalten. Der Gesammtversicherungs⸗ Bestand — erreicht in 20 Jahren — stellt fich iunmehr auf 39,284 Versicherungen mit 157,492,219 Mk., wovon auf die letzten 10 Jahre islein 122,978,240 Mk. entfallen. Die Sterblich⸗ eit verlief sehr günstig. Nach den der Rechnung u Grunde liegenden Sterblichkeitstafeln sollten 407 Bersonen mit 1,713,325 Mt. Kapitali sterben; in Wirklichkeit starben aber nur 303 Personen mit 1,133,820 Mk. Kapital; sonach 104 Personen nit 579,505 Mk. Kapital weniger. Der statutarische Deckungsfonds beträgt 17, 9006,271 Mk.; der reine Leberschuß ergab 1,306,002 Mk., wovon 578,941 Mark als Dividende an die Versicherten vertheilt verden; nach deren Vertheilung besteht die Reserve, velche im Falle einer, bei der Versorgungs⸗Anstalt edoch noch die eingetretenen Uebersterblichkeit Zu⸗ chusse gewährt und sonst zur Sicherstellung der Dividenden dient, noch in 3,288,903 Mt. d. i. in nahezu Zfacher Höhe des statutarischen Maxi⸗ nums. Die im Dividendenbezug stehenden Jahr⸗ zänge (1864 — 1880) erhalten wie in den 2 letzten Jahren eine Dividende von 496 ihrer Deckungs⸗ apitalien; umgerechnet auf die Prämie der ein⸗ achen Lebensversicherung ergibt dieser Satz durch⸗ “nittlich 55 — 12 04 Wien, 16. Okltober. Ein Theil der nächst ich konzentrirten serbischen Armee hat gestern chmittag die Grenze (2) überschritten. Serbien Restirte gegen die Beschlüsse der Botschafter — ie in Berana befindlichen fürkischen Bataillone erden in Eilmärschen nach Pristina dirigirt. Wien, 16. Oltober. Eine Monturlieferung zehntausend Mann wurde von Serbien mit der inderhank abgeschlossen. An diesem Sonnabend oder Sonntag wird er zar aus Dänemarckin Petersburg rückerwartet und die Idylle von Fredensborg er⸗ icht hiermit ihr Ende. Ueber das geheimnißvolle Aitentat“, welches angeblich im Parke von Fredens⸗ arg gegen den russischen Herrscher versucht worden ist lkeine Auftklärung erfolgt. Vermuthlich wird waber nicht sehr ernfter Natur gewesen sein, denn aandern Falle würde Alexander III. bei seiner lannten mißtrauischen Natur schwerlich noch so nach dem Vorfalle in Fredensborg geweilt Uen —X— O Schnappach. Sicherem Vernehmen ach soll Herr Direltor Weyrich einen Kürbis be⸗ jen, der bei 1,43 Mir. Umfang nicht weniger 48 Pfund wiege. Gewiß ein Kuriosum, das ni der Si. Ingberter Fruchtausftellung auch hätte einen Platz behaupten koönnen. Der Münchener „N. Nachr.“ wird aus eustadt geschrieben: Daß Undank der Welt hn ist, mußle der auch in München wohlbekannte agenieut Hauber erfahren, und zwar ist in diesem Ale der Undank um so kränkender, weil er ge⸗ den wurde für großartige Wohlthätigkeitsspenden d don den engeten Landsleuten des Spenders. ugenieur ¶ Hauber, aus der Rordpfalz geburtig. sacht belannilich von dem großen Vermoͤgen, das durch die Verheirathung mit der Wittwe des toß grumdbefiherd Heinrich Wolj aus Wachenheim warb. den scöönsten Gebrauch indem er im Ver⸗ Vermischtes. J f Stuttgart, 15. Oktober. Generallieute⸗ jant a. D. v. Reitzenstein, Führer der Württem⸗ erger bei Champigny, ist gestorben. FMünchen, 12. Oktober. Der Gemeine darl Schneid des 3. bayer. Inf.Regis. vergriff ich in der Trunkenheit thätlich an einem ihn zur stede stellenden Unteroffizier, indem er demselben nehrere Schlage und Stiche mit seinem Yatagan eibrachte, die jedoch keine erheblichen Folgen hatten. der Thäter wurde vom hiefigen Militärbezirksgericht u 5 Jahren 7 Monaten Gefängniß verurtheilt. Viele Personenklagen darüber beim AUufstehen von Husten, Rauheit und Druck im Halse und auf der Brust belästigt zu werden. Dieses rührt daher, daß sich während der Nacht die Schleim⸗ drüsen der Luftroöhre füllen und die meist zähe Masse nur mit großer Anstrengung, welche sich oft bis zum Erbrechen steigert, zu entfernen ist. Als außerordentlich losend und erleichternd erweist sich hier einziger Schluck des ächten rheinischen Trauben⸗ Brust⸗Honigs von W. H. Zickenheimer in Mainz. Dieses Traubenpräparat ist nicht allein als das »equemste und wirksamste anerkannt, sondern zeichnet sich auch aus durch koöstlichen Geschmack und ist owohl Erwachsenen wie Kindern qleich dienlich. r die Nedaktion verantwortlich: F. X. Demeg. ———————— Freiwillig gerichtliche Versteigerung Dienstag, den 3. Novem bet nächsthin, Vormittags 11 Uhr zu St. Jugbert in der Wirthschaft von Johann Adam Bed Wittwe werden auf Grund homologirten Familienraths⸗ beschlusses durch den unterzeichneten gerichtlich hiezu beauftragten k. Rotar der adsoluten Nothwendigkeit halber zffentlich zu Eigen versteigert: o e Sankt Ingbert: . Plan Nr. 39276: 6 a 40 qm Fläche mit Wohnhaus, Stall und Pflanzgarten in der Au an der Blieskasteler Straße. Plan Nr. 3964: 10 a 20 qw Acker in den einspäͤnnigen Rödern. Plan Nr. 3967: 16 4 40 qm Acker allda. Plan Nr. 3968: 10 a 90 qn Acker allda. Plan Nr. 3699: 7 4 80 qm Wiese in den Potaschwiesen. Plan Nr. 97713: 12 a4 10 qm Acker in der Kling. tB Eigenthümer sind: 1. Johann Friedrich Gehring, pensionirte Bergmann in Sanct Ingbert wohnhaft U. dessen mit seiner verlebten Ehe⸗ frau Katharina Feichtner er zeugten Kinder als: 1. Johann, 2 Jakob, 8. Peter und 4. Friedrich Gehring, alle ledig, minderjährig und gewerblos, vertreien durch ihren ge⸗ nannten Vater als Hauptvormund, be dem sie auch domicilirt find, und durch Peter Feichtner, Schmelzarbeiter ir Sankt Ingbert wohnhaft, als Neben vormund. St. Ingbert, den 15. Oktober 1885 Kemmer, lal. Notar. * * Licitation. Montag, den 9. November 18385, Nachmittags 2 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft von Damel Baumann (Café Ober hauser), werden durch den unterzeich neten, gerichtlich hiezu beauftragten kgl Notar der Abtheilung halber zu Eigen versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 88, (661 Dez.) 10 2 60 qm Flache, worauf ein Wehn haus mit Brennhaus, Stall Brauhaus, Schweinstall, Kegel— bahn, Gartenhaus und Hofraum und Plan Nr. 89, (82 Dez. 27 a 90 qm Ppflanz⸗ und Grasgarten, zusammen ein Ganzes bildend, gelegen zu St. Ingberr in der Oberstadt neben Peter Buhmann und Wilhelm Weiler; Plan Nr. 792, (23 Dez.) 7 2 80 qm, Plan Nr. 793, (38 Dez.) 11 4 20 qm, und Plan Mr. 794, (18 Dez.) 6 410 qm Wiese in den Großwiesen am Gallbrunnen; Plan Nr. 418913, (68 Dez id a 80 qm Acker auf der Hobelsahnung nebst dabei befind⸗ lichem Bierkeller. Eigenthümer sind die NKinder und Erben der zu St. Ing bert wohnhaft gewesenen und ver storbenen Eheleute Wilhelm Chan— don, früher Bürgermeister und zuletz! Privatier, und Louise Schaller, bezw. die Repräsentanten solcher, als 1. Cäcilie Schaller, ohne Ge⸗ werbe, in Niederwürzbach wohnhaft, Wittwe des verlebten Geschäftbagenten Ludwig Bechthold im Leben zu St. Ingbert; — einzige Repräsentantin der verlebten Tochter! AAX Ehefrau des ohne Gewerbe zu Niederwürzbach wohnhaften Joseph Schaller; 2. Wil—⸗ helm Chandon, Reniner, in Baden⸗Baden wohnhaft; 8. Elisabetha Chandon, ledig rroßjährig, ohne Gewerbe, in St. Ingbert wohnhaft; 4. Marie Fosephine Chandon, gewerblost ẽhefrau von Emil Heuser, Fabrikinspektor, in Speyer wohnhaft 5. Joseph Chandon, Opern⸗ saänger, in Köln wohnhaft; 6. Ju⸗ lie Chandon, ledig, großjährig ohne Gewerbe, in Frankfurt am Main wohnhaft; 7. Olga Frau ziska Wilhelmine Nuß, min derjähriges Kind und einzige Erbin der berlebten Tochter Wilhelmine Chandon, gewesenen Ehefrau von Ernst Nufßßz, Gaswerlksdireltor, in körach in Vaden wohnhaft, vertreten durch ihren genannten Vater, bei den sie auch domicilirt ist, als Hauptvor mund, und Dr. August Huber, Apo cheker in Lörach wohnhaft, als Neben⸗ vormund. St. Ingbert, den 17. Oktober 1885 HSemmer, k. Notar. In cder Post! Herbst. & Winter-daison Lambr. Tuche und Buckskins, Lamas „wollene und halbwollene, IECiIMélen-IAnIIG, wollene und baumn Kleiderstoffe, BBettfedern, ganz billige und fseine, 2 Regenschirme,- Leinen und Halbleinen/ I ambfehit DPh. Gottmann. Allgemeine Versorgungs -Anstalt im Großh Broaden zu Karlsruhe. CEcebens-Verstcherung und Alters-Versorgung. arifuet * J Ferust auf gisger Gegense itigkeitErweitert 1864 apital⸗Vermögen Ende1884 42, 169, 808 Mtk. Versichertes Kapital.. 160,891,619 Reiner Zuwachs der letzten 10 Jahre: 122,978,240 Mt. versichertes Kapita Aller Gewinn wird an die Mitglieder abgegeben.“ 8 Vertheilungsmaaßstab: Der jährlich wachsende Werth der Versicherungen. Folge davon: Stetig wachsende Dividende und daher Verminderung der Ver ficherungskosten von Jahr zu Jahr. Divende pro 1882, 1883 und 1884 je 40/0 des Versicherungswerths (Deckungslapitals) od⸗ für die Jahrgänge 1880 79 78 77 76 76 74 78 72 77 70 69 68 67 66 68 64 vro 1882 ii1 1i38 16 18681εινιααν ιεαν‘——εg37α 4οναg* 4ßν ον] recont der IBsss - 116 Iigs 16018. 20 24 26εοαg8ιg8ιεg7⸗αοαg8 »—α— — —B8** — VV Volle Dividende nicht nur bei der gewöhnlichen einfachen, sondern auch bei de abgekürzten Versicherung. Auszahlung der Versicherungskapitalien ohne Abzug sofort nach deren Fälligleir Bei Erlöschen der Versicherung durch Nichtzahlung der Prämien gleich hohe Abfindung wie bei Kündigung. Rechenschaftsberichte, Prospekte und jede weitere Auskunft unentgeltlich be dem Vertreter der Anstal· Ry RaA⸗renbucher. Lehrer in St. Ingbert Borzüglichen sũßen federmeißen —8161 Conrad. Williger Vazar EIMVPt3tStrASSSC q Neu eingetroffen: Wollene Slipsevon 1sPpf. an. Halstücher von 10 Pf. an. Caputz en von 40 pf. an. Wollene Strümpfe gehrrikt von 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 55, 60 Pf. bis Mk. 1.00. Gesichtskappen bon a5 Pf. au Caffee⸗ u. Thee⸗ rhort descis oun W. Meinecke, hauburt versendet in Säckchen von 5 Ko. an ranco Zoll u. Porto gegen Nachnahme ohen hochf. Ceylon Caffre!a2Ko. 100Pf „ „Java grün u.gelbe, 100P „ff. Perlcaffee 100P „. Guatemala 95pj „f. Costarico 990P „reinschmeckendenSantos, 80Pf Thee Peccoblüthen Ml. 3.60, Souchong 2.50, Congo 2.40, hochf. Pecco Melange 3.— per Ko. Thbee auch als Beipackung in beliebigen Quantitãten. Agenten und Reisende gegen Fixum vund Provision gesucht. 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F xt ‚St. Jugberter Anzeiger“ erjcheint wochentlich fünfmalz Am Tontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und ontag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich A G60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Pos bezogen 14 76 , einschließli A Zustellungzgebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, Iß H, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 205. Montag, 19. Oktober 1888. 20. Jahrg. Politische Uebersicht. die Berufsgenossenschaften sind, achdem das Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 884 laut kaiserlicher Verordnung vom 25. Sep⸗ mber d. J. mit dem 1. Oktober d. J. in Kraft etteten ist, zur Zeit mit ihrer Organisation voll⸗ uf beschäftigt. Dabei stellte sich heraus, wie uns on betheiligter Seite mitgetheilt wird, daß viele amentlich klleinere Betriebe noch gar nicht zur meldung gelangt sind, wahrscheinlich, weil sich e betreffenden Inhaber nicht für versicherungs⸗ flichig halten. Wir möchten deshalb darauf fmerksam machen, daß unter die Bestimm⸗ agen des Unfallversicherungsgesetzes alle Betriebe llen, in denen mindestens zehn Arbeiter, wenn ich mit Handbetrieb, regelmäßig beschäftigt wer⸗ en, sowie ferner alle Betriebe ohne Rücksicht auf je Zahl der beschäftigten Personen, in welchen sampfmaschinen“ oder andere Motoren zur Ver⸗ endung kommen. Das Reichs⸗Versicherungsamt rdert in Nr. 23 seiner „Amtlichen Nachrichten“ om 1. Oktober d. J. nochmals auf, zur Vermeid⸗ g einer Ordnungsstrafe bis zu dreihundert Mark och nicht gemeldete Betriebe den zuständigen un⸗ ren Verwaltungsbehörden schleunigst zur Anzeige bringen, und es ist allen Betheiligten im eigenen nteresse zu rathen. dem nachzukommen. Der deutsche Kronprinz beging essern, Sonntag, den 18. Oktober, die Feier seines 4. Geburtstages im engsten Familienkreise. Die erzlichsten Glückwünsche der Nation begleiten den itterlichen Erben des deutschen Kaiserthrones bei jnem Eintritte in ein neues Lebensiahr. »In Spanien scheinen die antideutschen )emonstrationen aufgehört zu haben, weni sstens mnichts mehr hierüber bekannt geworden. Dagegen reibt in den spanischen Kolonien eine deutschfeind⸗ iche Clique noch ungestört ihr Wesen, wie dies „B. auf der Insel Cuba der Fall ist. In der Jauptftadt Havanna wird von der dortigen Presse -selbst das Organ des Gouverneurs schließt sich ezeichnender Weise diesem Preßfeldzuge an — der dtieg gegen Deutschland geradezu gepredigt und die unsinnige Hetze gegen alles, was deuisch heißt, wempörender Weise fortgesetzt. Es fehlt dabei ineswegs an Angriffen auf die Monarchie in panien und es wird die Lage so dargestellt, als b Spanien bereits so herabgekommen sei, daß es nut aus einem Kriege Vortiheil erlangen könnte. luch scheuen sich Havanaser Bläiter nicht, die hubaner aufzuhetzen, daß sie von den Deutschen ichts mehr kaufen sollen, und manche Journale tmahnen sogar das Publikum, nur dann von deutschen zu kaufen, wenn hiermit von vornherein ie Absicht verbunden werde, die entnommenen daaren nur auf Credit zu nehmen und — nicht u bezahlen!“ In dieser höchst ehrenhaften Weise lauben die neuspanischen Patrioten zur Ehre ihres ndes den deutschen Handel schadigen zu können ind doppelt erfreulich ist es darum, daß sich die eutsche Regierung, mit dem Madrider Kabinet segen der Karolinenfrage zu einem freundschaftlichen dlommen zu gelangen, durch ein solches ihörichtes jehahren nicht im mundeften beeinflufsen läßt. Auslaud. Wien, 17. Oktober. Der Temps“ meldet: in der Umgebung des Koönigs Milan spricht man ion Abdankung. Man ist hetreffs Oesterreichs ent⸗ äuscht. Wenn der König fällt, sei die Anarchie; zie Folge und Oesterreichs Einfluß werde dann tark geschädigt. Die Militärkreise Belgrads drängen ur Aktion, die Truppen sind daher in ihrer Po⸗ ition bereits angelangt. Wien, 18. Oktober. Die bulgarischen Truppen in Ostrumelien haben Befehl erhalten, nach Bulgarien zurückzu gehen. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 19. Oktober. Die gestern Abend im Baumann'schen großen Saale stattge⸗ jabte musikalisch⸗theatralische Unterhaltung des Land⸗ vehrvereins war außerordentlich zahlreich besucht. Wie wir hören, waren die Theilnehmer von dem jelungenen Verlaufe derselben sehr befriedigt. [*1 Schnappach, 17. Oktober. Gestern Morgen ereignete sich auf der Straße zwischen A yon sechs Eichen folgender Unglücksfall. Die in —öA vollte mit einem Wagen Kartoffeln nach Sulzbach uuf den Wochenmarkt fahren. Auf der Bergseite nach Schnappach idste sich der Mechanismus am Wagen los. Dieser kam zu sehr in Schuß. Die Frau gerieth unter ihren Wagen und wurden ihr zie Unterschenkel überfahren. Auf einem andern Wagen wurde sie dann nach St. Ingbert und in hre Behausung gebracht. — die Jandwirthschaftlichen Be— riebe vertheilen sich in der Pfalz mit Bezug auf hren Umfang wie folgt: Nur ein Eigenthümer efitzt über 500 Hektaren Grundstücke, dagen 37 I00- 500, 5679 10 - 100, 11,552 5- 10, 443385 1-5 und 45,470 nur bis 1 Hektar. Insgesammt 107,124 Betriebe mit 142,598 Haus- Jaltungen. Das pfälzische Getreideland beziffert sich auf 123,482 Hektaren. Gegenüber den an⸗ deren bayerischen Kreisen ist der Grund und Boden in der Pfalz am meisten zersplittert; die land— virthschaftlichen Betriebe unter einem Hektar Grund⸗ besitz betragen 42,44 pCt. und diejenigen von 1 dis 5 Hektaren 41,43 pCt. sämmtlicher Betriebe zer Pfalz. *— die landwirthschaftliche Bezirks— schule Zweibrücken beginnt ihren Unterricht ür das Jahr 1885 86 am 3. November nächsthin. — In Zweibrücken stürzte nach dem Zw. T.“ ein Lehrling aus dem 4. Stocke des sohrbacher'schen Neubaues und fiel in eine soge⸗ annte Mörtelpfanne. Der Junge, welcher gerade ein Vesperbrod verzehrte, ließ sich durch diesen Fall nicht im Mindesten verblüffen, sondern aß zachdem er aus der Pfanne herausgekrochen war, ein in den Handen behaltenes Brod in aller Ge—⸗ müthsruhe zu Ende. — Der Landtags⸗ und Reichstagsabgeordnete derr Dr. Groß in Lambsheim ist nach den Münch. N. N.“ von einer schweren Rippenfell⸗ ntzündung befallen, — Die Irrenanstalt Klingenmünster hloß das Jahr 1884 mit einem Stand von 566 Ifleglingen gegen 579 am Anfange des Jahres. 27 wurden entlassen, 48 starben. Die Gesammt⸗ innahme beziffert sich auf 312,2385 Mk.. die Aus⸗ gaben auf 300,892 Mk. Der Kostenaufwand für inen Pflegling betrug im Durchschnitt der ver⸗ hiedenen Verpflegungsklassen 508 Mk. Das In⸗ entar nebst Immobilien hat einen Werth von 27059921 Mkt Die Kreis⸗Armens und Kranken⸗Anstalt der Pfalz zu Frankenthal schloß das Jahr mit Stand von 631 Pfleglingen (19 Blinde, 77 Taubst. 19 Wahns., 217 Blöds., 86 Fallsücht., 2 Hyst. 129 Gebrechl. und 82 Kranke anderer Art.) Die Gesammtzahl im Laufe des Jahres betrug 246,893, die Durchschnittsziffer für den Tag 676, 81 wurden entlassen, 82 starben. Die Einnahmen betragen 212,194, die Ausgaben 202,311 Mtk. Der jährliche Aufwand für Pflege ines Kranken betrug durchschnittlich 67 Mk. Das Inventar nebst Immobilien stellt einen Gesammt⸗ verth vor von 491,887 Mt. 7 — In einigen Orten am Rhein wurde aus⸗ geschellt, daß Kartoffeln an die Bahn geliefert verden könnten, per Zentner 1 Mark. Das ist en Leuten denn doch zu wenig, allein viel höher rauchen die Handelsleute nicht zu gehen. Vermischtes. 7 Die Witwe des unglücklichen Kai⸗— sers Maximilian, die wahnsinnige Kaiserin Charlotte, ist schwer erkrankt. 7 —Ein Wucherprozeß.) Auf Antrag der dortigen Staatsanwaltschaft beschäftigt fich die Berliner Kriminalpolizei seit etlichen Tagen mit einer großen Wucher-Affaire. Angeschuldigt find nicht weniger als fünfzehn, der bekanutesten Berliner „Geldleutes; darunter' befindet sich ein Amerikaner. welcher dergleichen „Geschäfte“ nach überseeischer Manier betrieben zu haben scheint. Der betreffende Strafantrag ging nicht von Privat⸗ personen aus, sondern von einem Ministerium, dessen Beamte zum Theil von den Angeschuldigten auf geradezu unerhörte Weise „geschröpft“ worden ind. Ein Wechsel, der ursprünglich auf 300 Mk. autete, ist beispielsweise binnen zwei Jahren durch Prolongirungen ⁊c. auf 1800 Mk. gebracht worden. Aus Tyrol kommen wiederum betrübende Nachrichten über Verheerungen, welche durch aus⸗ zetretene Flüsse, namentlich durch die Etsch, ange⸗ richtet worden sind. Offenbar trägt die Waldver⸗ vüstung, die man in diesem Alpenlande überall »eobachten kann, mit die Hauptschuld an den gerade für Tyrol so charakieristischen Ueberschwemm⸗ ungen. Innsbrud, 17. Oktober. Folgende Nachrichten über Hochwasser und Ueberschwemm⸗ ingen liegen vor: Die Etsch bei Verona ist im Steigen, mehrere Straßen sind dereits über⸗ chwemmt. Aus der Provinz Belluno wird das Wach⸗ en des Piave⸗Flusses gemeldet. — Durch das Austre⸗ en der Etsch und ihrer Nebenflüsse sind in den Be⸗ irken Roveredo. Tione, Riba und Cles viele Zäuser weggerissen und Straßen, Brücken und —A »en aus mehreren Bezirken das Sinken der Ge—⸗ vässer und eine Verminderung der Gefahr. — Aus mehreren Theilen Oberkärnthens wird von reuerlichen Ueberschwemmungsschäden berichtet. — Uteran ist von dem Hochwasser nicht betroffen vorden, der Wagenverkehr vor Landeck und Brixen st. ungestört offen, die Unterbrechung der Südbahn bei Waidbruck und Brixen dürfte vorau sichlich bald behoben sein. 7 Der Kurjer Warsze“ berichtet über ein in— eressantes Duell zwischen einem Hertn und einer Dame. Ein gewisser A. hatte einen Groll auf ine junge Dame, weil seine Heirathsanträge von hr abgewiesen worden waren und verbreitete ehren⸗ uhrige Gerüchte über dieselbe. Von derschiedenen Seiten wurden der Dame ritterliche Anerbietungen gemacht, mit dem Verleumder abzurechnen, sie nahm dieselben aber nicht an, indem sie versicherte, sich selbst vertheidigen zu wollen. Sie sandte Herrn A. eine Herausforderung. Er nahm dieselbe an und in“der Umgegend von Warschau standen sich bald die Parteien gegenüber. Beide verfehlten das Ziel. Die Dame verlangte einen zweiten Gang. doch wurde die Fortsetzung des Duells durch Ein⸗ spruch der Selundanten verhindert. Hert Anthat förmliche Abbitte. — FAD α h dch ste. Schor n st ei n derr Welt.) ». Auf der Bleihütte des Mechernicher Bergwerksaktienvereins ist am 19. September ein Schornstein fertig gestellt worden, der 184,6 Meter hoch ist. Da nun der beruühmte Schornstein der chemischen Fabrik St. Rollox zu Glasgow eine Gesammthöhe von 132,5 Meter hat, so dürftr die Ehre des Besitzes des höchsten Schornsteins nun⸗ mehr Deulschland zufaleenn. 7 In Bombah ftürzte im dortigen Bazar am 16. d. ein Haus ein, wodurch 16 Personen getödtet und 11 schwer verletzt wurden. Aus Amerika. Zur Geschäftslage in den Vereinigten Staaten schreibt die „New⸗ Yorker Handelsztg.“: Von Woche zu Woche tritt deut⸗ uͤcher hervor, daß unsere Geschaftsverhältnisse alle Bedingungen für eine Rückehr einer gesunden Ent⸗ wickelung in sich tragen. Die Ernte hat theils schon begonnen, theils steht sie dor der Thür, und das Minderergebniß an Weizen wird durch die Erwartung eines vorzüglichen Ertrages an Mais und Baumwolle mehr als wettgemacht; die Waaren⸗ lager sind fast durchgängig seit geraumer Zeit auf dem niedrigsten, nur gerade zur Befriedigung des nächstliegenden Bedarfs ausreichenden Standpunkte gehalten worden, und zugleich mit dem Erwachen größeren Begehrs gewährleistet der niedrige Preis⸗ jand — der·meisten Artikel ein Heraustreten der Villiger Vazar EMAVPtStrASSe —5XX Zwischen⸗ und Kleinhändler aus der ihnen fast schon zur Gewohnheit gewordenen Zurückhaltung deim Einkauf. Halten wir uns hierbei nur von Ueberstürzung frei und lassen die Gesundung lana⸗ jam vor sich gehen!“ — x* (GEin Riesen⸗Meteord. Die Ein— vohner von Pittsburg in Pennsylvanien wurden am 26. September bei hellem Tage durch ein unge— zxeures Gedonner und Gekrach in nicht geringen Schrecken versetzt. Anfangs, war man der Meinung daß dasselbe durch einen Erdstoß hervorgerufen worden, doch stellte sich schließlich heraus. daß ein kolossales Meteor in der Luft zerplatzt und nieder⸗ gefallen sei. Einzelne Fragmente des Meteor⸗ wurden von Arbeitern auf dem Felde gefunden und sollen zur Begutachtung dem-Professor der Geologie am Alleghant Cokege in Meadville, Ziegler eingesandt werden. Bis auf dreißig Mejlen im Umkreis von Pittsburg konnte man das donner⸗ ühnliche Geräusch deutlich vernehmen. FGerwechslung.) In X. besteht eine »lühende Weinhandlung, deren Inhaber die nich ganz ungewöhnlichen Namen „Fischer und Müller“ ühren. Bei eincm Festessen, zu welchem sie den Wein geliefert hatten und welches sie durch ihre hegenwart beehrten, erhob fich, nachdem die offi— ziellen Toaste abgethan waren, ein schon rechlt jeiterer Theilnehmer und brachte in schwungvollen Worten den Herren, aus deren Keller ein großer Theil“ der allgemeinen Fröhlichteit ftammte“ein hoch aus. Aber,sei es die Güte des Stoffes sei es ein wenig unschuldige Bosheit, genug, er hertauschte die Anfangsbuchstaben und rief: Unsere geachteten Mitbürger, die Herren Mischer und Füller. leben hoch!“ Sechstel Salzsäure. Man reinige die zu beschrei. bende Stelle mit Oel und bedede sie mit einen leberzuge von geschmolzenem Bienenwachs, schreib mit einem spitzigen Instrumente in das Wachs und ahre dann mit einem feinen Pinselchen, in oben. vesagte. Säuremischung getaucht, der Schrift nach. Wenn das Geschriebene ganz mit der Sauremisch. ung gefüllt ist, läßt man die Arbeit etwa fünf Minuten stehen und taucht den Artikel dann in Wasser. um der weiteren Entwickelung der Säurep Einhalt zu thun. —. Entfernung von Tinter⸗ und Rostflecken aus Geweben u. s. w. Das gebrauchlichste Verfahren. diese Flecke aus Leinensachen sowohl, wie von den Händen zu entfernen, besteht in der Anwendung von gelöster Oxalsäure, doch ist dabei die Gefahr nicht ausgeschloffen, die Gewebe zu zer stören. Ein besseres Verfahren bietet nach den „Ind.“Bl.“ die Benutzung von zwei Theilen Eremo Tartari und einem Theile Oxalsaure, beide Bestand⸗ theile fein pulpersiert und gut vermischt. Dieses Pulver wird mit einem trockenen Zeugflecken auf den angefeuchteten Fleck gerieben, und wenn der selbe dann verschwunden ist, wird die Stelle gründ⸗ rich ausgewaschen. — Briefkasten der Redaktion. (Preisrebus betreffend.) Da keine detr ein gelaufenen Lösungen vollständig richtig war so muß die Ausloosung des Preises unterdleiber und wird der Preis im nächsten Quartale nochmal⸗ zur Bewerbung ausgesetzt werden. Füur die Redaltion vercmortih F. x. 2 Cotterien. Die Loose der zum Bau einer zweiten kathol. Kirche in St. Ingbert allerhöchst. bewilligten Geld-Prämien⸗Collectt werden von der General⸗Agentur Alb. Roesl in München demnächst zur Ausgabe gelangen. Banyerische * Bergmannsmützen in elegantester Ausführung mit ver goldeten Abzeichen liefert in Düffel zu Mark 2.50 in Tuch, 2.30 Heremann fischere emce unre tziges. Um auf Stahl zu schreiben, mischt iman einen Theil Salpeteriäure mit etwa einem 6 J —Jeder maun— wird dringend ersucht, bei Ankauf von dem Illuftrirten Bayerischen Fa⸗ milien⸗Kalender für 1886 darauf zu achten. daß für den Preis von 50 Pffg. alle vier Beilagen, nämlich: a) ein Wandkalender, b) ein Portemon⸗ naie⸗Kalender, und außerdem noch das Oeldruckbild c) „Mutterglück“ und I) ein Rhein⸗;Panorama darin enthalten sind, da die Verlagshandlung zu jedem Exemplar des so reich ausgestatteten Kalenders dieselben liefert. Man lasse sich daher nicht bereden, einen minderwerthigen Kalender zu kaufen, da keiner auch nur annähernd das im Stande ist, was der Illu⸗ strirte Vayerische Familien⸗Kalender bietet. Zu beziehen durch die Fepedition des „St. Ingberter Anzeiger“. Meu eingetroffen: Wollene Slipseron 15Pf. an Halstücher von 10 pf. an. Caputzen von 40 Pf. an. Wollene Strümpfe grhrikt ο 30 38. 16. 48, 80. 55, 60 Pf. bis Mt. 1.00. Gesich vnen von 485 Pf. an. Auflage 344,000; das verbreitetste alle: deutschen Blätter überhaupt; außerdem er— scheinen Uebersetzungen in zwolf fremdern Sprache Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung fur Toilette und Handar beiten. Monatlich zwei Nummern. Preis vier— teljährlich M. 1.25 * 75 Ar. Jährlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten enthallend gegen 2000 J Abbildungen mit Be—⸗ Aschreibung, welche dad zanze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche Ar Damen, Madchen und Knaben, wie fun das zartere Kindesalter umfassen, ebenso di⸗ Leibwasche fur Herren und die Beti⸗ unl Tischwäsche ec., wie die Handarbeiten in ibrer ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmusterr fur alle Gegenstände der Garderobe und etw 100 Muster ⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ unt Buntftickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. 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Rath in Insertionsangelegenheiten wird durch obige Firma, gestützt auf die während des ZOojährigen Bestehens der⸗ selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 18835 steht jedem In⸗ ßserenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfügung. VDI vurvx⸗ — oppel Starbe u binigerFabrixant Maek, Uim a M.) - Beoewãahrtos tos u. vollatandig auehãdlsehea Etarremittel — owihrt grõrate Erlelehterang eim FPlãtton u. enthalt alle er- oↄrderlichon Zuniteo zur aicho- vn e von blendend or, xlelelmee eαι_νον IXX AII —2 Der rton vron R Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung sind zu haben in der Srucerei des „St. lnqherter Anzoiger —A Zwei eiserne IXIAE—— ee Fachsehule für Nittaeida. raecinendectutn *— n. Vornoterricat —VV—— Frachtbriefe für gewöhnliches Gut Eilgut FFF. X. Demetz Druck und Versag von F. X. Demeß in St. Inobert Dachfenstor sind zu verkaufen. Wo, sagt dirt Frped. d. Bl au haben bei 2 9— 3— 55358322— 28 53553855583365 22 — —A —— 553—8 —3355535535 223 R 52253 23225530* —55535—3885 222 35335738857 53383 292 2353527 855 — 22 —55555355— ——858 — 553358 82 A— 33 J 35338236535 ———— 3232 5 8553853 — 83 53 53833 6 557 3225* 22— ——c —5555 328 82 253 836 —— 5533335535 — — — 53 23538 256 2 S — 388 D9 — — ——75 5—3335533235 3233 28 b 3753 7—5 3358 ——— —8 7383383 550 —52 ẽ — 3 3338525 ** 45s8 5 353 55355 * *22 —— —— —— 222 j 25 5753 3 — 5— —E —— — 35 5* 2 * S * 5 3 —J— 8s28355 A *522 —X 7 2 52 * 2232 5 2 53 3 —— 59 — 2 8 228 — 32 —A 3 252 5522 —3384 3 E — — 55883 A— — 335538 — 57573535338 —A 532 235632 23185 5—22* 258383 —A— 5222 2* 5* — — 5 —* 22 55* — —— 22 —5 * 5 2.2 3 2*7 2232 22 — * — 52 T —A * 2 —— 6 kIB35 38223 — 253553 527323355 —E 23532 55 5585 ẽ5332 755338 23383338* 53 3353775583 235353 8585 * — —*X * — X J —— 253 6835 35288 ——— 5*8 3 z383 3533 55 F 3333* 88 5 22 2 ——* — —8— 2 —— 53550 S83 3 583233 335 335 5 5388* i 275ẽ 3 22 3 —— z325854* 5 — 281523 — — 53—22338 585 AL 22 2822 833 ——— 5m3 2855 5835283 —— * ——— — 27 —A— *22 — 52 — —— —— 28 A J—— 3 58 3333 8 3 35 3233555 583355533553 2333 3127 3 5 63353 5233388 358 3 S* * * —22 * 2 — —7835*332* —* 272 5325537 * 2555 — z355398 5585 —3228 * —5753—55 2225 583 225* 5*5 523 8 7 s 232 3 55323 738 2S6s s353333335555 335 36368 ——— 253328 252358* g —9 82 232333 8 S20 28 355 5 3383557 3533 5 8 *8 2* — 53 32*2530—* 2 555533 — — 3825 573385 3 32* — * 585 — ——3 5553 — 2222 —9 5577 535583s6G683 ——— 3— 2* — — 373278 — * — —— — 15375 c3558 525 53222 52323 * 2 8 55 55 4 2 * 55557* *73 383 2 5 7 72338 558 33 35 * 3353353557 22 — —V 427 * — — — F * — 3 2233 35 2538375355367 —— 2532 235 3835353 52 53835 — —23835*53 2232 535— 323328 — — — 28 — ——— 28 s 22E5 AA 2 5 —A * — 374— S· * J — 523 — —— — *— 5 87 53853535 — 2— T3,3357 23 — 225 —A 5523872 — * F 2. — 222 —— — * — 528 338 333577 5 5338 3535*38 — — * 35355 *2 528 2 5 —333 *3352 —— ——— 357. — 335 53538 2558* — * — — * 8* 8 332 — 333 52 —s428 — 53 ——535* 88 5 * * 2— 3— 2 8 — — —A — .8 — S * —A 8 7 522583 532— 3z85238325 *8— —* 325383833258* — 8 55 222 5 5c2 5 3 —— 3* —A—— * 5 2 52* 52 32 3 I8 * * . 2 55 83 2* 533733 *333 535833545 33 32 4 —74 5 5332335 —E 55352 s 87 5228 2 7q7 —2322 5 3 3575 z338385*3 333 33* 7 7 2 0 * — * * . 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F& j 57 322 3532—3239 72— —3 5—5533325353 —7 77 * — — 40 — Sl. Indberter Amzeiger. 7 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. er ‚St. Ingberter Anzeiger“ ericheint wochentlich fünfmal: Um Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ att und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blat kostet vierteljahrlich 1 M 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 M 75 4, einschließlid o A Zuflellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gefpaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfälzischen und solche auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 —., Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. A 20. Dienstag, 20. Oktober 1888. 20. Jahrg. Berlin, 19. Oktober. Die Frage der Be⸗ Deutsches Reich. nufung einer Konferenz in der bulgarischen Ange⸗ egenheit wird binnen Kurzem gelöst sein, da die Berlin, 18. Oktober. Die energische Zurüd- Jerhandlungen der Mächte über die Grundlage für ꝛeisung der Vergrößerungsausprüche der Balkan⸗ as Konferenzprogramm einen guünstigen Verlauf santen durch eine gemeinsame Aktion der ehmen und gehofft werden darf, daß die noch erliner Signatarmächte, wird von der „Nordd. estehenden Meinungsverschiedenheiten baldigst aus⸗ ullg. Ztg.“ in nachstehender Weise erläutert: eeglichen werden. Die Vorgänge, welche uns über die von den Berlin, 19. Oktober. Die Regentenwahl in zotschaftern der Berliner Signatarmächte in Kon- Zraunschweig wird voraussichtlich morgen Mitwoch, anlinopel unternommenen Schritte berichtet werden, rfolgen. Prinz Heinrich von Preußen, welcher eben in erfreulicher Weife dem Entschluß dieser azu in Aussicht genommen gewesen, bat, von seiner Nächte, den unter ihnen beslehenden Friedenszustand Wahl abzusehen, da er bei der Marine bleiben will. ufrecht zu erhalten, einen unzweifelhaften Ausdruck. Berlin. 19. Oktober. Gegenüber den un⸗ die Beschlüsse der Botschafter find von der gemein⸗ vahren Mittheilungen über ein bereits erzieltes imen Gesinnung der Mächte getragen, daͤß die Ablommen zwischen Deutschland und Spanien ist hwerwiegende Frage über Krieg und Frieden nicht arauf hinzuweisen, daß in Spanien keine besondere an einem Stimmungswechsel auf der Balkanhalb⸗ GBefriedigung über den Inhalt der letzten deutschen nfel abhängig sein kann. In dem Memorandum dole herrscht; man hatte dort faktisch geglaubt, rilaͤrt der für die Aufrechterhaltung des Friedens Deutschland habe sich ohne Weiteres — vermuthlich d der Wohlfahrt der Völker allein verantwort⸗ veil ihm die Straßenszenen so sehr imponirt — che europaische Areopag in ebenso bestimmter wie u jeder Konzession bereit gefunden. Das spanische serlicher Weise. daß dem berechtigten und unbe— Ninisterium will noch in dieser Woche die deutsche echtigien Ehrgeiz einzelner Stämme auf der Bal⸗- Note beantworten. anhaibinsel nicht die Befugniß zugestanden werden Berlin, 19. Oktober. Die landesherrliche znne, den Frieden der großen Mächte nach ihrem UAnerkennung Krementz's als Erzbischof von Koln Zelieben in Gefahr zu bringen, indem sie unter⸗ st minelst allerhöchster Urkrunde vom 16. Oktober nander oder mit der Türkei Händel anfangen und exrfolgt. abei, entweder absichtlich oder unabsichtlich, außer Stuttgart, 19. Oktober. Erzherzog Albrecht zucksicht lassen, daß die Folgen ihrer theiis selbst⸗ son Oesterreich ist zum Besuch der köoͤniglichen uchtigen, theils kurzsichtigen Politik die Großmächte Familie hier eingetroffen. othigen koͤnnten, in den Streit einzugreifen und hren sonst so sorgsam behüteten Frieden zu stören. tin solches Unterfangen der kleinen Balkanstaaten auß mii Recht die ernsteste Zurückweisung durch anz Europa erfahren. An dem Frieden der Froßmächte sind deren sämmtliche Angehörigen in iner Zahl von mehr als 800 Millionen betheiligt, dährend Griechenland. Serbien und Bulgarien jebst Ostrumelien zusammen höchstens 6 Millionen zinwohner besitzen, von denen in jedem einzelnen ieser Staatsgebilde sicherlich der zehnte Theil nicht nmal der herrschenden Nationalität angehört. Es t jedenfalls eine unbillige Zumuthnng, daß 300 islionen Europäer sich der Gefahr aussetzen sollen, uf die Wohlthat eines nach dem Stande ihrer zivilisation berechtigten Friedens verzichten zu müssen, Zeail drei kleine Balkanstaaten von kaum 6 Milli⸗ nen Bewohnern plößtzlich auf den Gedanken kommen, aß ihr lokales ,Gleichgewicht“, das heißt ihr par⸗ ckularistischer Ehrgeiz in Frage gestellt sei.“ Die letzten Nachrichten bestäligen die fichere erwartung, daß der Einfluß der Großmächte stark zenug ist, um ein Aufrollen der orientalischen Frage für jetzt zn verhindern. —XV Republikaner und 21 Konservative gewählt. Nach dem vorausfichtlichen Ergebniß der noch ausstehen⸗ den Wahlen wird die Kammer 200 Konservative und 384 Opportunisten und Radikalen zählen. Eokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 20. Oltober. Gestern erunglückte in der hiesigen Grube der zergmann Feichtner von hier, indem ihm vährend der Arbeit ein Stück Felsen auf den dopf stürzte, wodurch er augenblicklich getötet vurde. Der Verunglückte ist 30 Jahre alt und sinterläßt eine Wittwe mit 4 kleinen Kindern. — Seitens des Kultusministeriums ist der dammer eine Zusammenftellung derjenigen Gesuche im Bewilligung fakultativer Staatsbeiträge u Kultus⸗ und Unterrichtsbauten zugegangen, welche ine Berücksichtigung im Etat nicht finden konnten. Von der Pfalz sind Gesuche eingelaufen für den Neubau katholischer Kirchen aus Arzheim, Boben⸗ seim, Breitenbach, Contwig, Fehrbach, Kirchenarn⸗ Jach, Kusel, Leistadt, Martinshöhe, Münchweiler Bezirksamt Pirmasens), Münchweiler (Bezirksamt Zomburg), Nunschweiler, Otterbach, Ramstein, Wattenheim; ferner für den Neubau protestantischer dirchen aus Nünschweiler, Olsbrücken, Ludwigs⸗ winkel; die übrigen Petitionen betreffen Repara- uren bezw. Erweiterung von Kirchen. Neubau von Pfarrhäusern und Schulhäusern. Die Zahl der Hesuche aus der Pfalz beläuft sich auf 55. — Lehrer-Waisenstift. Nach dem für 1885 verfügbaren Mitteln des Lehrer⸗Waisenstifts verden bedacht: 1. Klasse 115 à 48 M. 2. Klasse 1190 à 32 M.., 3. Klasse nichts, 4. Klasse 12 16 M., 5. Klasse 33 à 12 M., 6. Klasse 156 8 M., in Summa 1495 Waisen mit 45,260 M. — Pirmasens, 15. Oktober. Der Stadt⸗ rath behandelte die Bierpressionsfrage und raf eine Entscheidung, welche auch weitere Kreise nteressiren dürfte. Bekanntlich verwarf der Ge⸗ undheitsrath früher alle Pressionen ohne Ausnahme, ind dieser Beschluß rief stürmische Erregung bei illen Wirthen hervor, die sich der Pressionen be⸗ zienen; dieser Beschluß wurde nun gestern dahin nodificirt, daß für alle Zukunft nur solche Pres⸗ ionen zulässig sein sollen, welche die Luft aus dem zreien schöpfen und das Bier nicht erst durch S„chläuche treiben, sondern direkt auf das in der kinschenke stehende Faß wirken und welche gestatten, »aß das Bier vom Hahnen gezapft werden kann, vie beim gewöhnlichen Zapfen vom Faß. Auch olche Pressionen sind verboten, in welchen das Bier zurch Kohlensäure aus dem Fasse getrieben wird, veil man nicht kontroliren kann, ob der betreffende Wirth sich zur Darstellung der Kohlensäure gerei⸗ nigter Salzsaure bedient, unreine aber entschieden gesundheitsschädlich se. Die Ausführung dieser Bestimmungen ist polizeilicher Kontrole unterworfen. (Pf. Vʒtg.) — Weidenthal, 15. Oktober. Vor Kur⸗ em gebar eine hiesige Frau ein Kind männlichen Heschlechts, das an der rechten Hand eine natürliche datzenpfote besitzt. Dasselbe ist recht wohl und nunter. S Neustadt, 17. Oktober. (Pfalzische reisfechtschule,) Auf Sonntag d. 25. d. M. ist )er Verwaltungsrath nach Neustadt aH. zusammen⸗ zerufen. Die sehr wichtigen Verhandlungen be— sinnen Vormittags 10 Uhr im Kaisersaale des Wien, 17. Oktober. Bulgarien hat Serbien ine Grenzberichtigung durch Abtretung des Grenz⸗ ebietes einschließlich Widdin vorgeschlagen. Es ist bahrscheinlich, daß Serbien den Vorschlag annimmt. — Gerüchtweise verlautet, daß die montenegrinische Armee Marschbefehl erhalten hat. Wien, 17. Ottober. Rach einer Timesmel⸗ ung empfehlen die Kaisermächte der Pforte, eine donferenz zu veranstalten auf der Basis des Ber⸗ iner Vertrages. Ein Delegirter der Konferenz soll u Fürst Alexander gesendet werden, und diesen ategorisch auffordern, seine Truppen aus Ostrume⸗ jen zurückzuziehen. Falls er sich weigert, wird der zforie die militärische Altion freigestellt, will sie ‚iese nicht, wird ihre Zustimmung zur bulgarischen Union vorgeschlagen. Wien, 19. Oktober. Der „Pester Lloyd“ neldet: Es sei gewiß, daß der Einmarsch der Zerben in Bulgarien unmittelbar bevorstehe. Es ei anscheinend zwischen der Türkei und Serbien in Einverständniß erzielt, demgemaß Serbien seine Aftion auf das bulgarische Gebiet beschränkt und Rie Türkei diese Aktion nicht hindert. Wien, 19. Ollober. Das serbische Haupt⸗ juartier wurde nach Leskovac veriegt; nur zwei stegimenter verbleiben in Nisch. Dreizehn Infan⸗ ercRegimenter, dazu Kavallerie und Artillerie, ind an die Grenze vorgerückt. Den Kosiakpaß an er bulgarischen Grenze, der theilweise türkisches Hebiet ist, besetzten serbischen Truppen. Paris, 17. Oktober. Ein dem Anivers“ iber die Christenverfolgungen in Annam on dem Missionar Martin zugegangenes Telegramm us Saigun meldet, daß der Missionär Chatelet, owie 10 eingeborene christliche Priester und gegen 7000 Christen niedergemacht worden seien. Paris, 19. Oliober. Die Stichwahlen außer den Devariements der Seine, in Corsica und den Berlin, 18. Oktober. Nach einer der Pol. zkorr.“ aus Berlin zugehenden Meldung bestreitet ie letzte de ut sche an Spanien gerichtete Note jon neuem die spanische Souveränetät über die darblinen-Inseln, geht auf die Frage der Besitzergreifung der Insel Yap wegen Mangel uthentischer Aufklarungen über die dortigen Vor⸗ zänge nicht näher ein und stellt in der Voraussicht⸗ aß Spanien sich zu den Anschauungen Deutsch⸗ ands uͤbet die bisherige Herrealosigkeit der Insel, sruppe nicht bekehren dürfte. dem spanischen Kabinet nheim, nunmehr die Vermittelung des Papstes n Anspruch zu nehmen. — Das ist eine offiziose zestätigung des bisher über den Inhalt der deut⸗ chen Rote Mitgetheilten. Saalbaues. Sämmtliche Fechtmeister und Fecht⸗ meisterinnen haben (ohne Stimmrecht) Zutritt. Zu Ehren der auswärtigen Delegitten und fremden Baste gidt der Verbdand Neustadt nach beendeter Versammlung ein Fest im großen Saale des Saal⸗ haues, welches ohne Zweifel fich recht glänzend ge. stalten wird. Ausgezeichnete Kräfte, von da und auswärts, haben ihre Miwirkung bereitwilligst zu⸗ gesagt. Zum Feste haben auch Nichtmitglieder Damen und Herren) gegen mäßigen Pteis Zutritt. Der Reingewinn fließt in die Kasse der Kreisfecht schule ist in Anbetracht des jo wohlthätigen Zweckes zahlreichster Besuch sehr zu wünschen.. — Nach einer Bekanntmachung des Polizei⸗ kommissoriats Dürkheim tursiren dort falsche Einmarkstücke. Dieselben sind aus Blei verfertigt und mit der Jahreszaht 1881 verfehen.. — Speyer, 17. Oktober. Wie Se. Exc. Herr Resierungspräsident v. Braun, so ist auch der Direktor der Pfälzischen Eisenbahnen, Herr Regierungsrath Lavale, von Sr. Koniglichen Hoheit dem Prinzen Luitpold von Bayern durch Zusendung Höchstseines Bildnisses ausgezeichnet worden. Dem Herfonal der von dem hohen Herrn während seines Aufenthaltes in der Pfalz benützten Züge hatte Höchstderselbe schon bei seiner Abreise unter Aner⸗ ennung der guien Haltung und des pünktlichen Betriebsdienstes reiche Geldgeschenke überreichen lassen. — Speyer, 17. Oktober. Die diesjährige Kollekte zur Unterstützung von protestantischen Stu⸗ direnden der Theologie aus der Pfalz, durch Tisch⸗ stipendien, wird am Sonntag, den 1. November cr., als am diesjährigen Reformationsfest, in sämmt ⸗ ichen protest. Kirchen der Pfalz zu erheben sein. Da, wo an diesem Tage das heilige Abendmahl gefeiert wird, ist die Erhebung auf den folgenden Sonntag zu verschieben. Der ganze Kollekten⸗ Ertrag darf zu keinem anderen als dem bestimmten Zwecke verwendet und muß daher vollständig abge— uͤefert werden. Die vorjährige Kollekte hat 2048 Mark 70 Pfg. ertragen. Im abgelaufenen Jahre wurden 24 Stipendien vertheilt, wovon 8 zu je 100 Mk.3 zu je 90 Mk., 8 zu je 80 Ml. und 3 zu je 70 Mik. macht zusammen 2100 Mark. Das Vermögen des Tisch-Stipendien⸗-Fonds beträgt nach der am 1. Oktober ds. Irs. abgeschlossenen Rechnung 3482 Mt. 36 Pfg. Da die Zahl der deduͤrftigen Theologie ⸗Studirenden eine große ist, o ist zu wünschen, daß die Kollekte einen guten Erfolg haben möge! — Speyer, 16. Oktober. Endlich ist es gelungen, über das Schichsal der längere Zeit ver⸗ mißtein Auna Maria Ballreich aus Altlußheim Bewißheit zu erhalten. Deren Leiche ist nämlich borgesiern in Worms geländet worden. (Sp. 3.) — Frankenthal, 16. Oltober. Der kgl. Bergassessor a. D. Emil Til mann in Dortmund Jat auf die Eisenerzbergwerke 1) Paula bei Tiefenthal, 9) Bertha bei Wattenheim, 3) Wilhelm bei Watten⸗ Jeim, 4) Stolzenfels bei Neuleiningen, 5) Adolph zei Tiefenthal, 6) Robert bei Wattenheim, je 200 Hettar Grubenfeld enthaltend und in den bezeich⸗ deten Gemeinden gelegen, seinen freiwilligen Verzicht eklärt. (Ps. K) Vermischtes. Herrensohr, 17. Oktober. Gestern Nachmittag 4 Uhr flürzte eine dem Gastwirth Brasser gehörige, noch im Bau begriffene Scheune, die jedoch bis zum Giebel fertig stand, in sich zu sammen, die daran arbeitenden Maurer, welche oben am Giebel beschäftigt waren, mit sich in die Tiefe r.ißend. Ein Maurer wurde schwer, zwei andere dagegen nur leicht verletzt, doch glaubt man, daß auch der Schwerverletzte mit dem Leben davon tommt. Was jedoch am bedauerlichsten bei der ganzen Sache ist, ist das, daß, als man obige drei Männer aus den Trümmern hervorholte, man dabei ein kleines Kind des Wirthes als Leiche auf⸗ fand. Die Eltern selbst hatten keine Ahnung, daß hr Kind in die Scheune gelaufen war und dort jeinen Tod gefunden hatte. Saarlouis, 15. Oktober. Man schreibt der „N. V.“: Heute passirte hier ein schrecklicher Unglücksfall. Der pensionirte Zeughausbüchsen macher Asmus, ein Mann von über 70 Jahren, wollte ein Glas Wein trinken, ergriff jedoch irrthüm⸗ lich ein Glas mit Karbolsaäaure, aus welchem er einen ordentlichen Schluck nahm. Mit keinem chrecklichen Schrei stürzte er au Boden. Nerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, eine Magenpumpe wurde angesetzt, jedoch erfolglos — nach 8 Stunden zualvollsten Leidens erlag er der Vergiftung. F Metz, 16. Ottober. Der hiesige Krieger⸗ Verein berichtet über den diesjährigen Akt der Schmückung der Kriegergräber des 14. bis 18. August 1870. Von dem für diesen Zweck durch auswärtige Kriegervereine eingesandten Betrag von Mark 1198,28 erübrigen für das nächste Jahr Mark 572711.. 37 7 Köoln, 15. Oktober. Der Kaiser hal nun )ennoch. entgegen dem Beschluß des Staatsmini⸗ teriums weitere Lotterien für den Kölner Dom »ehufs dessen weiterer Freilegung genehmigt und vird die nächste Ziehung wohl schon im Januar nächsten Jahres stattfinden. Wie es freilich jetzt mit dem inzwischen neue entstandenen Dom Hotel werden wird, das läßt Ach zur Zeit noch nicht ab⸗ sehen. Das imposante Gebäude müßte dem Erd—⸗ doden gleich gemacht werden. fF Dortmund, 14. Oktober. Dieser Tage waren zwei Pferdehändler aus der Umgegend von —A — aden. Gegen Mittag verspürten die beiden MNanner großen Hunger, weßhalb sie, ohne sich jeim aufwarienden Gerichtsboten zu melden, weg— zingen und zu Mittag speisten. Inzwischen wurde ie betreffende Anklagesache aufgerufen, und da ehlten denn die Zeugen, ohne welche nicht ver⸗ jandelt werden konnte. Der Gerichtshof verur⸗ heilte die beiden Zeugen zu je 80 Mark Strafe uind die Kosten des Termins. Da die beiden nun auch keine Reisebergütung bekommen. so dürfte das Mittagessen einen jeden der Beiden etwa 50 Mt. zekostet haben. Etwas theuer! F* Würzburg, 16. Oktober. Von dem interfrankischen Schwurgerichte wurde heute der zeichnende Redakteur des, Fränk. Volksbl.“, Schrift⸗ etzer Stumpf, wegen Beleidigung des deutschen ttaisers zu 2 Monaten 15 Tagen Gefängniß ver⸗ urtheilt. München, 17. Oktober. Vor einigen Tagen ging durch die Blätter eine Notiz. wonach hier eine 14jährige Gärtnerstochter spurlos ver⸗ schwunden sei. Hieran waren allerlei Kombina⸗ ionen geknüpft worden. Die ganze Geschichte hat ich dahin aufgeklärt, daß das Mädchen seinen Eltern davon gelaufen war und bei einer hiesigen Tagelöhnerin Aufnahme gefunden hatte. f Aus der Schule. In dem preußischen Irte H. feierte der Lehrer P. seinen siebzigsten Beburtstag, zu dem ihm drei ehemalige dankbare —„chüler ihre Glünwünsche darbrachten. Der ein ieser Schüler wurde Schreiber, Assistent, Regier⸗ ingsselkretär und ist jetzt Landrentmeister mit 4500 Mark Gehalt; der andere wurde Soldat, diente elf Jahre, erhielt dann den Zivilversorgungeschein und ist jetzt Eisenbahnsekreiär mit 3600 Marl Behalt, und der dritte wurde Schlosser und ist jetzt Lokomotivführer mit 2200 Mark Gehalt. Und vie viel Gehalt hat der Lehrer dieser Männer nach z0jähriger Dienstzeit? Man höre! — 900 Mari und keinen Pfennig mehr. — Lehrer Philipp Reis, dem Erfinder des Telephons, wurde in Geln⸗ hausen, seiner Vaterstadt, ein Denkmal errichtet und ist dasselbe unter entsprechenden Feierlichkeiten kürz⸗ lich enthüllt worden. Berlin. Auf leises Anklopfen an ihre düchenthür oͤffnete kürzlich in der Dunkelstunde die Theftau des Schlossermeisters Z., als sie sich plötzlich nit irgend einem Schmeichelnamen angeredet hoöͤrte on zwei kräftigen Armen umfaßt wurde und eben 'o plötzlich einen herzhaften Kuß bekam. Als die unge Frau zu erfahren wünschte, von wem ihr ziese liebenswürdige Begrüßung zu Theil wurde, nachte sich der Ftemde schleunigst davon, wurde aber auf die lauten Zurufe der jungen Frau verfolgt und von herbeigeeilten Hausbewohnern im Hofe estgehalten und unter großem Halloh zur Wache zebracht; die ganze Stadtgegend war in lurzer Zeit voll von dem Gerücht eines versuchten Einbruchee iebst versuchtem Todtschlage und anderen entsetzlichen VerbrechensVersuchen. Auf der Wache freilich tellte sich die Sache sehr harmlos heraus. Ein Nähmaschinen -Arbeiter hatte die kürzlich verzogene FKöchin der Z. besuchen wollen und in der Dunkel⸗ heit diese für jene gehalten und behandelt. Seine Angaben wurden durch die verzogene und chnell herbeicitirte Kochin durchaus bestätigt, deren ieuen Aufenthalt auf diese Weise der irre gegangene diebhaber erfuhr. Wegen des an die unrechte Adresse gerathenen Kusses entschuldigate sich der abendliche Besucher und meinte, er habe bei dem. selben glelch gemerkt, daß er keine Köchin vor si habe. Die junge Schlosserfrau wird mit diesen stompliment ·-ein solches soll es doch wohl fein — als Genugthuung zufrieden sein müssen; denn den Kuß für ihre frühere Köchin hat sie nup 'mal weg! fFHamburg, 18. Okltober. Das Landgerich derurtheilte heute Herrn Hermann Petersen Direktor der Transatlantischen Handelsgesellschaft zu 8 Millionen Mark Geldstrafe wegen Ausgabe von 800,000 Mark unverzinslicher Schuldscheine, FvLübeck, 16. Oktober. In Folge da ZStürme der letzten Tage ging eine Anzahl Schiffe in der Ostsee derloren, darunter der Stettiner Dampfer „Melida“, der Lübecker Dampfer —R and“, die Lübecker Brigg „Schwanen“, die deutscht Schaluppe „Marie“, wovon 2 Personen gerettet wurden, und das Schiff „Gretjelina“. rEin fehlender Punkt.) Bei einer höheren Postbehörde lief vor einiger Zeit die Be— schwerde eines nach Annaberg versetzten Referendar⸗ ꝛin. An denselben war namlich, als er bereit ins Gebirge versetzt war, noch nach seinem früheren Wohnort ein Brief eingelaufen, auf welchem behufs Weiterbeförderung der Briefträger bemerkt hatte: „Adressat ist jetzt in Annaberg Hausknecht.“ Der Referendat fand sich in seiner Würde schwer ge⸗ kränkt, daß man ihn zum Hausknecht gemacht hatte, und ersuchte um Bestrafung des Briefträgers. Die Sache löste sich jedoch in allgemeines Wohlgefallen auf, denn es wurde ermittelt, daß der Briefträger der den Vermerk auf dem Briefumschlag angebrach hatte, selber Hausknecht hieß. Er hatie nur ver— gessen, zwischen dem Vermerk und seinem Namen einen Punkt anzubringen. Es sollte heißen „Adressat ist jetzt in Annaberg. Hausknechi.“ f In Wien ist am vorigen Samftag die dickste Frau gestorben. Die in vielen Bezieh⸗ ungen interessante Frau, welche ein Alter von 46 Jahren erreichte, war ihres Zeichens Wildpret⸗ zändlerin und hieß Anna Scheidl. Ihr Gewicht zetrug 200 Kilogramm und ihre Mittenweite 180 Tentimeter. Frau Scheidl, die sich ihrer Herzens⸗ güte wegen großer Beliebtheit erfreute, war auch eine eifrige Besucherin des Rudolphsheimer Theaters, woselbst sie auf der linken Seite ihren eigenen „Doppelsitz“ hatte. Tramway oder Stellwagen konnte Frau Scheidl nicht benützen, da fie ihres Körperumfanges wegen nicht in das Innere dieser Behikel gelangen konnte. UÜeber ein Jahr verbrachte die Aermste Tag und Nacht in einem eigens für sie konstruirten Schlafsessel, bis sie endlich der Tod erloͤste. fF(Gas Herz auf der rechten Seite.) Der BékésCssabaer (Ungarn) Schuhmacher Karl Rokai verübte vor einigen Tagen ein Mordattentat auf seine Frau, die er mit einem Schusse verwun⸗ dete; hierauf jagte er sich eine Kugel in die Brust. Bei der gerichtärztlichen Obduktion seines Leich⸗ nams wurde der seltene Fall konstatirt, daß er das Herz auf der rechten Seite hatte. fF GEine freigesprochene Vitrio— lbeusse.) Aus Bordeaux wird geschrieben: Mile. Mary Blanc, eine junge Chanosetten⸗Sängerin, die jum Beginn der heurigen Saison in unserem ersten Café chantant debutiren sollte, bestellte zu diesem Behuf im Kleider⸗Salon Bardousse drei Sensations⸗ Toiletten, wozu ihr ein Maler die Entwürfe an⸗ gefertigt. Am Debut⸗Abend erwartete Frl. Blanc zerzweiflungsvoll ihre Toiletten, doch dieselben angien nicht an, erst um Mitternacht erfuhr die Sängerin, daß ihre Rivalin, Madame Courbet, in ziesen Roben aufgetreten sei und riesigen Erfolg errungen habe. Am nächsten Morgen fuhr Mlle. Blanc in den Salon und schleuderte der Inhaberin mit den Worten: „Sie haben meine Zukunft zer⸗ tört, ich thue das Gleiche mit der Ihren,“ eine Flasche Vitriol ins Gesicht. Mme. Bardousse vurde nur leicht verletzt. Der Mlle. Blanc wurde der Prozeß gemacht. Der Staatsanwalt konnte nicht umhin. ihre Aufregung, sowie die Entrüstung zerecht zu finden, mit welcher sie die unreelle Hand⸗ lungsweise ihrer Konkurrentin und der Schneiderin erfüllen mußte. Frl. Blanc wurde freigesprochen und das Auditorium brach in ein Beifallstohen aus, als hätte sie eben eines ihrer prächtigsten Kouplets zum Besten gegeben. d f. Politik als Scheidungsgrun Aus Paris wird geschrieben: „Ein hiesiger tae Fabrikant, Herr Vardonet, hat kürzlich bei den richten die Scheidunasklage gegen seine 2aiahrig — Vl e de 9 m un. h⸗ No 1Bu⸗ zattin, Alice Bardonet eingereicht, weil diese mit Tauen, wie Hubertine Auclerc und deren Gefähr⸗ anen, politischen Umgang gepflogen und über⸗ upt die Absicht ausgesprochen. hat, sich als De⸗ nrte wählen zu lassen. Herr Bardonet meint seiner Klage elegisch: Wenu diese politischen heiber wenigstens jung und hübsch gewesen wären aber fo empfing mich das Stubenmädchen täg⸗ d mit den Worten: Monsieur, es ist schon wieder J altes Scheusal gekommen, und alldiese alten cheusale wurden mir von meiner Gemahlin siets s „große politische Freundinnen“ vorgestellt.“ Ueber die Empfindungen des Hängens oecr „Pall Mall Gazette“ von einem Mitgliede er Art von „Selbstmorde-Klub“, das sich neulich Gegenwart mehrerer Freunde theilweise hängte, ne interessante Schilderung zu. Der Korrespon⸗ ent schreibt: „Ein guter starker Strik war be—⸗ zafft worden. Derselbe wurde an den Balken des ches einer Scheune befestigt. Ich zog an dem iricee mit meinen Händen, um mich zu verge⸗ issern, daß er nicht zerreißen würde. Dann ließ 'mir die Augen verbinden und bestieg einen uhl. Für den Augenblick, ich gestehe es, war schwach genug, zu erbleichen und zu zittern. ch erlangte indeß meine Geistesgegenwart bald ieder. Ich steckte den Kopf durch die Schlinge ind gab das Signat: Ich fühlte, wie der Stuhl ater mir weggezogen wurde. Einastarker Ruck ud ich empfand einen heftigen Schmerz in meinem alse, als ob meine Cravatte plötzlich zu eng ge⸗ „otden sei. Nun kommt der seltsamste Theil einer Erfahrung. Nach dem ersten Schmerze, r, ich gestehe es, entschieden heftig war, verlor das Bewußtsein. Es schien mir, daß ich in u neue Welt versetzt sei. die viel schöner war s irgend etwas, was sich die Dichter gedacht. ch schwamm, so dünkte mir, in einem Oelmeere. as Gefühl war überaus köstlich. Leicht und ohne ustrengung durch die flüssige Masse schwimmend, wahrte ich in weiter Ferne eine reizende smaragd⸗ üne Insel. Diese zu erreichen war mein Wunsch. ch scwamm gemächlich und zufrieden dahin. Das deer wechselte jeden Augenblick seine Farbe; ein⸗ nal war es eine Goldmasse, als ob die Sonne arauf glänzend schiene. Im nächsten Augenblick dar es lebhaft blutroth; aber diese Farbe bot ichts Fürchterliches oder Ekelerregendes dar. Das deer nahm thatsächlich alle Farben des Regen⸗ gens an; gelb und roth waren die hervor⸗ echendsten Farben. Ich kdam der Insel näher ind näher. Im Annähern sprang plötzlich aus em Boden Line Anzahl seltsam verklärter Personen etvor, deren Gesichter mir bekannt vorkamen. udlich erreichte ich das Land. Ein prächtiger gor von Stimmen, menschlicher und der von ogeln, ließ sich vernehmen. Ich schloß entzückt ie Augen. Ich schwamm gemächlich bis zum jestade und lag wie ein Kind in seiner Wiege, was geschwächt, wie ich vermuthe, durch die ent⸗ exrvende Wirkung der öligen Masse in der ich ge⸗ wommen. Endlich öffnete ich meine Augen. er bezaubernde Reiz war sofort verschwunden. ie göttliche Harmonie verstummte. Die Gesichter trachteten mich noch immer mit einem Ausdruck dhafter Neugierde, aber ich wurde gewahr, daß eden Mitgliedern unseres Vereines angehoͤrten. er Schmerz in meinem Nacken war groß. Ich un jetzt im völligen Besitz meiner Sinne. Meine deunde hatten mich glücklicherweise rechtzeitig los⸗ schnitten. Ich war noch immer schwach — zu wach, um die Neugierde meiner Freunde sofort befriedigen. Als ich im Stande war zu sprechen, sahlte ich ihnen meine Erfahrungen. Obwohi jeine reizende Schilderung von dem Entzücken, as ich empfunden, wollte keiner derselben ein⸗ Aligen, mein Experiment zu versuchen. Sie alle eihneten mein Verhalten als heldenmüthig, aber lehnten es absolut ab, meinem Beispiel zu gen. Sie sagten, ich sah so leichenblau aus.“ oweit das englische Blatt. Das Experiment ist abstoßend. widerwärtig, daß man beinahe nschen möchte, es hätlte mißglücken sollen. Dann dhe es allerdings einen verrückten Engländer wiger auf dieser Welt, in der es sich unseres jachtens auch ohne soiche sportlich spleenige Albern⸗ unen ganz gut leben läßt. Elektrischer Stock für Thier⸗ norger.) Eine der neuesten Elektrizitätsan⸗ ungen ist im Interesse von Loͤwenbandigern uug, und zwar mit einem Stocke von etwa 1 Neter Länge. Der Erfinder, Rauspach, selbst ein owenbändiger machte damit Versuche an den Be⸗ vohnern der Käfige seiner Menagerie und theilt die Wirkungen auf die verschiedenen Thiert mit. Drei seiner Löwen zeigten nach einem Schlage mit dem Stocke den größten Schrecken; sie zitterten und zrüllten sprungbereit. Der Tiger war ruhiger, er⸗ chrack und kroch in eine Ecke des Käfigs. Der zär war gegen die Elektrizität unempfindlicher und chien sie gar nicht zu fühlen. Er wollte brummen und vies seine Zühne, wurde aber mit wiederholten Schlaä⸗ en bezwungen. Die größte Wirkung war an einer oa constriector wahrzunehmen. Als diese 20 rzuß lange Schlange aus Cayenne einen Schlag rhielt, wurdé sie sofort gelähmt? und blieb sechs „tunden lang bewegungslos. Als sie fich wieder rholt hatte, zeigte sie sich drei Tage lang unbe⸗ silflich. Als endlich der Elephant an der Spitze eines Rüssels mit dem Stocke berührt worden war, ließ er mehrmals wildes Geschrei aus und wurde o außerordentlich wild, daß der Bändiger fürchtete, erselbe werde seine schwere Eisenkette zerbrechen. Gemeinnuͤtziges. * (Petroleumflecke) entfernen fich, wenn man die elben mit einem Gemisch von Ammoniak und Terpentinöl auswäscht. Dies Fleckenwasser entfernt uch Fett- und Kaffeeflecke. (Wollstoffe zu waschen) Die zum Waschen enutzten Laugenflüssigkeit muß sehr heiß sein. Die⸗ elbe besteht aus Seifenlauge mit Salmiakgeist. Zei guten Wollsachen trennt man weiße und bunte, ereitet zu letztere r eine Lauge aus etwa 8 Liter stegenwasser und einem halben Pfund bester gelber rlainseife.Diese über Feuer aufgelöste und ge— sörig durchrührte Lauge, deren Zusammensetzung, e nachdem die Sachen mehr oder minder schmutzig ind, natürlich veränderlich, vertheile man gleich⸗ näßig in zwei Gefäße und nehme zu deren einen auf Liter Lauge einen kleinen Theelöffel— voll Sal⸗ niakgeist. Wenn man die Wollsachen hineinbringt, vas allmählig geschehen muß, so soll die Lauge o- heiß sein, daß man mit der Hand nicht sineingreifen kann, sondern mit einem Paar einen hölzernen Löffeln die Sache drücken, um⸗ venden und bearbeiten muß. Letztere werden dann nöglichst ausgedrückt und darnach in der zweiten zdauge ohne Salmiakgeist bearbeitet. Diese muß sich ndeß schon so weit abgekühlt haben, daß man die Begenstände fest ausdrücken kann, wobei aber nie⸗ nals die drehende Bewegung des Ausringens statt⸗ inden darf. Soll das Einlaufen gänzlich ver⸗ nieden werden, so muß das schnellste Trocknen der Wollsachen vorbereitet werden, indem man sie viederholt zwischen weichen Drelltüchern trocken zrückt. In keinem Falle dürfen wollene Sachen n der Sonne trocknen, sonst werden sie dicht und jart, am besten in mäßigem Luftzuge; im Winter rocknet maen im warmen Zimmer in der Nähe es Ofens. (Kidleder), wenn es roth wird, kann meist durch Inwendung von ein wenig Oel wieder hergestellt perden. Reicht das nicht aus, so wird Wichse ingewendet und nach der Glanzgebung etwas Oel. Zolches Leder, wenn es sich gut erhalten soll, ver⸗ angt von Zeit zu Zeit ewas gutes Fett. (Gegen die üble Gewohnheit des Schielens) vird nachstehendes höchst einfache Mittel in Vor⸗ chlag gebracht, welches sich in vielen Fällen schon xxaktisch bewährt haben soll. Man verbinde eines er Augen und wechsele auf diese Weise alltäglich ib. Nach einiger Ausdauer bei diesem Verfahren vird man wahrnehmen, daß die Sterne der Augen ehr bald ihre naturgemäße Stellung gewinnen. (Alaun als Schutzmittel gegen Ungeziefer). die Wanzen verschwinden sofort, wenn man die Vände, Bettstellen u. s. w., worin sie nisten, mit iner kochenden Alaunlösung bestreicht, und kehren iie mehr an diese Orte zurüt. Wenn man zimmerwände oder Zimmerdecken mit Kalk weißt ind setzt dem Kalk vor dem Gebrauch etwas Alaun u, so halten sich die Fliegen ebenfalls nicht in den Zimmern auf. Die Anwendung des Alauns kann nall diesen Fällen der Gesundheit nicht den min⸗ esten Schaden zufügen. Das Verfahren ist bereits n vielen Departements in Frankreich bekannt und iberall mit einem erstaunlichen Erfolg angewandt vorden. Dienstesnachrichten. Ernannt wurden: Die interim. Verweser Chri- tian Ott in Rodenbach, Karl Trauth zu Freisbach, Max Wilkling in Mittelbach. Johann Distler in Iberwiesen, Vudwig Lickteig in Trulben zu Schul⸗ »erwesern; „der interim. Verweser Karl Jungin Behrweiler sum Schulverweser in Hornbach; Lehrer Peter Becker zu Friedelsheim zum Lehrer in Freis⸗ ach; der interim. Verweser Wilhelm Rothermel in dertlingshausen zum Schutverweser in Alsenborn; »er intexim. Verweser Georg Müller in Oberweilet Th.zum Lehrer daselbst; der Schutverweser Bilheln Schmidt zu Altbreitenfelderhof, Gemeinde zägershurg zum Schulverweser in Schmalenberg; Schulverweser Philipp Born in Langmühle zum Schulverweser in Lemberg; der interim. V.rweser »er protestantischen Lehrerstelle zu Weltersbach, Philipp Creutz, zum Schulverweser zu Herschweiler⸗ Bettersheim; der Lehrer Johann Strack in Jägers⸗ zurg zum Lehrer in Ommersheim; in den bleiben⸗ »en Ruhestand wurden versetzt: der Schullehrer dakob Schwitzgebel in Martinshöhe, der Lehrer Jakob Kullmer in Großbockenheim, unter Anerkenn⸗ ung seiner kangjahrigen treuen Dienste. der protest. Schullehcer Bernh. Wilh. Purpus in Mechtersheim, der katholische Schullehrer Sebastiau Fuchs in Bermersheim und der Lehrer Georg Bumb zu Freckenfeld vorläufig vom 16. Oltober 1885 bis J. Januar 1886 in dem zeitlichen Ruhestand be⸗ jassen; die Lehretr Karl Lehmann von Heimkirchen und Karl Dexheimer in Mörsfeld bis zum 1. Januar 1886 vorläufig im zeitlichen Ruhestand belassen; der Schulverweser Johannes Widemann iu Contwig wurde auf die Dauer eines weiteren zalben Jahres in zeitlichem Ruhestand belassen. xẽintlassen wurde: der ehemalige Schulverweser deinrich Reiß zu Oberwürzbach und der interim. Svchulverweser Georg Geiger in Schweigen; der kehrer Jakob Bossung in Schweisweiler vom 1. September 1885 bis zum 1. Januar 1886 vorerst n dem zeitlichen Rubestand belassen. vTIcceac II— Burch haden w jeißt ein altes Sprichwort und dies sollte allen Denjenigen sur Warnung dienen, welche sich bewegen lassen, an Stelle »er ächten, von ersten Männern der Wissenschafi geprüften Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen, welche bei Stiorungen der Unterleibsorgane so vorzügliche Dienste leisten, ein anderes Präparat zu nehmen. Man verlange stets Apo⸗ heker R. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich à M. J in den Apotheken) und überzeuge fich, daß fie als Etiquett ein veißes Kreuz in rothem Feld und den Namenszug R. Yrandt's tragen, nur dann wird man vor Schaben be— vahrt bleiben. —— ——— Einer der besten der alljaäͤhrlich in ziemsicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu⸗ trirte Bayerische Familien⸗Kalender, derselbe traf »ereits füt 1886 ein. Doch nicht allein einer der »esten, ganz entschieden auch der reichhaltigste ist x und für 1886 scheint er gar alles bereits Da⸗ ewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka⸗ endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Isfraellsen noch der Hundertjährige Kolender, Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bayerische Messe und Märkte, Genealogie der bahyerischen Standesherren, Kardinals-Kollegium, Verzeichniß er im Königreich Bayern funktionirenden auswär—⸗ igen KonsularBeamten ꝛc. Dem folgen wirklich übsche Erzählungen und viele Humoresken im vahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu⸗ trirt, bunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und eiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. zesonders hervorzuheben ist ein Artikel über die deilung der miasmatischen Krankheiten (Masern, Scharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, Aattern ⁊c.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por⸗ räts und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich in erschöͤpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe von Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun⸗ hebiet und Neu Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Vandkalender, und einem Portemonnaiekalender, ämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe noch ein schönes Oeldrudbild „Mutterglück“ und in bMeter 55 Centimeter langes und 24 Cen⸗ imeter breites Rhein Panorama, mit 44 Jullustra⸗ ionen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und ies Alles kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs⸗ ektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustrirten Bayerischen Familien⸗Kalender unseren Lesern hier⸗ nit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch die Frxpedition ds. Blattes Danksagung. Fur die vielen Veweise herzlicher! —A Verluste unserer lieben Mutter Frau Mendel Beer jr. agen innigsten Dant Die trauernd Hinterbliebenen. 100 Topfpilanzen. darunter 2 Gummybäume, 1 qroßer Sleander in Kübel, 2 Kübel mit Farrenkraut, 24 feine Blattpflanzen, Heranien und Fuchsien in verschiedenen Sorten ⁊c. ⁊c. Naͤheres durch die Exped. d. Bl. 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Demetz Zu haben in der Si In ber — Expedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ 060 —— O — Druck und Verlag von iy. x. Semet in St. Inabert. nus diue ↄt Jugherter Amzriger. 1 Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ —X Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koflet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 75 , einschliekli ⸗Zullelungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondjeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13. 8. Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnei. M 207. — Donnerstag, 22. Oktober 1888 20. Jahrg, Deutsches Reich. l München, 20. Oktober. Den Landtagsab⸗ oroneten ist eine Denkschrift, die Abstufung des halzaufschlages für Klein- und Mittelbrauer einer⸗ eitz und Großbrauer andererseits betr. zugegangen, velche vermuthlich den Abgeordneten Ponschab zum zerfasser hat. Ebenderselbe hat bekanntlich schon m vorigen Landtage ohne Erfolg auf eine Abstuf⸗ — 0 isetatsreferent Abg. Dr. Daller hat heute mit den orreferenten Abg. Dr. v. Schauß unter Führ⸗ ag des königlichen Ministerialrathes Dr. v. Jiegler eine Besichtigung der wissenschaftlichen In— itute der Universität, sowie des Gebäudes der kgl. tademie der Wissenschaften vorgenommen. Das it den Umbau des letzteren gesiellte Postulat von 5, 000 Mk. wird, wie schon jetzt mit Sicherheit erlautet, bewilligt werden. München, 21. Okltober. Abgeordnetenhaus. der Antrag Gabler, welcher den Militärdienst der Cheologen verkürzen will, wird bei namentlicher Ubstimmung mit 86 gegen 54 Stimmen ange⸗ ommen. Staatsminister Feilitzsch erklärte, es andle sich hier um eine Frage, die vor das Frrum es Reiches gehöre, die Regierung werde indeß die etressenden Bestimmungen auch weiterhin mit bohlwollen handhaben. Berlin, 21. Oktober. Die Verhandlungen nit Spanien nehmen einen langsamen Fortgang, veil sie nur auf schriftlichem Wege geführt werden znnen, wobei im Monat höchstens zwei Noten uurch die Courire ausgewechselt werden können. die Erfahrungen, welche in Betreff mündlischer bmachungen mit dem auswärtigen Minister zpaniens. Herrn Elduayen gemacht sind, lassen iesen Modus der Verhandlung, wie er von Deutsch· and auch festgehalten wird, sehr geboten erscheinen. Braunschweig. 21. Ottober. Der Land⸗ oahlte einstimmig den Prinzen Albrecht von Preußen ils Regenten. Sämmtliche Mitglieder des Regent⸗ haftsraths und des Landtags waren anwesend. Ausland. Athen, 20. Oktober. Gutem Vernehmen ach soll sich, die kretensische Bevölkerung gegen rhehung zu Gunsten der Vereinigung Kretas mit hriechenland ablehnend verhalten, so lange Grie⸗ »nland nicht den Krieg erklärt hat. Philippopel, 21. Oktober. Die serbische rriegserktlärung wird jeden Augenblick erwartet. der Fürst Alexander übernimmt den Oberbefehl oer die butgarische Armee. — kotale und pfälzische Nachrichten. Rohrbach, 20. Oktober. Gestern Abend cannte das Wohnhaus des Wirtes Müller, Scheuer ind Stallung des Bergmannes Würz vollständig und das Wohnhaus des leztzteren teilweise nieder. ntstehungsursache ist unbekannt. Die Beschädigten aben bersichert. -— Freunden des Obst⸗ und jartenbaues dürfte es vielleicht von Interesse sein, lerfahren, daß der Bergmann Bachmann von ier von feinem Weinstocke (Gutedel) am Hause Liter Wein kelterte. Die Trauben waren voll⸗ ommen, zum weitaus größten Teile vollständig ceif und keine Spur von Fäulnis zu bemerken. — Unser pfälzischer Landsmann, der frikareisende Paul Keichardt, hat sich am 29. ?eptember in Zanzibar eingeschifft, um nach Deutschland zurüdzukehren. — pirmasens, 20. Ottober. Am Sams⸗ ag Abend wurde am Hause der armen Franziska— erinnen heftig die Thuͤrklingel gezogen. Als eine Schwester öffnete, wurde ihr von einem unbekann⸗ len Frauenzimmer rasch ein Korb zugeschoben, wo⸗ zauf dasselbe entfloh. Beim Nachsehen fand sich in dem Korbe ein männliches Kind im Alter von ingefahr 4 Wochen. In dem Korbe befand sich roch ein Zettel, auf welchem der Geburistag des dindes, 28. September, angegeben und die Bitte nthalten war, das Kind aufzunehmen und zu ver⸗ flegen. Die Pförtnerin machte von diesem Falle ofort Herrn k. Dekan Huth Mittheilung, worauf Inzeige bei der Polizei erfolgte. Die Person, welche vor dem Pirmasen⸗ er Kloster ihr einige Wochen altes Kind aussetzte, ann nach Zweibrücken fuhr und dort festgenommen purde. isi die 20 J. a. Margaretha Hermann aus steunkirchen (Rheinpreußen). — Kaiserslautern, 20. Oltober. Am Zamstag gerieth dem 4* jährigen Töchterchen des Mälzers Sch. von hier eine Bohne, mit der es im Munde spielte, in die Luftröhre. Troz sofortiger arztlicher Hülfe machte sich eine Operation noth⸗ wendig, an der das Kind gestern starb. Niederhochstadt, 18. Oktober. Als die beiden Kinder des Maurers Jacob Nutz hier gestern früh allein im Wohnzimmer waren. wah⸗ end ihre Eltern der Arbeit nachgingen, kam der 7 Jahte alte Knabe durch Unvorsichtigkeit der hrennenden Stehlampe auf dem Tische zu nahe und warf sie um Der brennende Inhalt seztzte zie Kleider des Knaben in Brand und verbrannte hn derart, daß sich die Haut am ganzen Korper oslöste und das Fleisch ganz schwarz wurde; schon Mittags ist er seinen qualvollen Schmerzen erlegen. derbeieilende Nachbarn retteten das andere, durch zen entstandenen Rauch dem Ersticken nahe Kind yor dem Tode. — Neustadt; 20. Oktober. Sonntag, den 5. November, Vorminags 10 Uhr findet im —X außerordentlicher Turn⸗ ag des zehnten Kreises statt. — Speyer, 20. Okltober. Dem Vernehmen —E ⸗uht, daß den Postboten, welche eine 25jährige adellose Dienstzeit zurüdgelegt haben, ein äußeres Zeichen der Anerkennung in der Weise zutheil herde, daß denselben an Stelle des von ihnen als diensiabzeichen zu tragenden versilberten Brustschildes in solches in Vergoldung gewährt werde. — Ludwigshafen, 20. Oktober. Der dauptgegenstand der Tagesordnung der General⸗ ersammlung pfälzischer Gewerbevereine, welche be⸗ anntlich am Sonniag den 15. Nov. hier abge⸗ alten wird, sind die auf dem letzten Delegirtentagt u Kaiserslauiern besprochenen Punlte des Arbeiter⸗ chutz⸗ Gesetzes. Der Landtags⸗ und Reichstags⸗ loͤgeordneie Dr. A. Buhl wird sich an diesen derhandlungen betheiligen, wie er schon auf dem Delegirtentage dieses Thema sehr eingehend erörtert sat.“ Auch betreffs der Sonntagsruhe, welcher Junkt damals aus dem Grunde nicht näher be— prochen wurde, weil sich die Regierung gleichzeitig nit diesbezüglichen Erhebungen befaßte, welche emnächst zum Abschluß gelangen werden, wird nuf diesem Verbandstage die Ansicht der 15 Ver⸗ ine des pfälzischen Gewerbe-⸗Vereins-Verbandes ingebört und ausführlich beleuchtet werden. ahnlich wie in den Vorjahren bei den öffentlichen stassen und denjenigen der bedeutenderen Privatin⸗ ttitute im Reiche auf Veranlassung des Reichskanz⸗ lers der Bestand an Reichsgoldmünzen, Einthaler⸗ ttücken, Reichssilbermünzen und Reichskassenscheinen mnicht Reichsbanknoten), nach diesen vier Rubriken getrennt, festgestellt werden. — Vor kurzem hat, wie das ‚Leipz. Tagebl.“ nittheilt, der J Strafsenat des Reichsgerichts eine für das gesammte biertrinkende Publikum hoch⸗ vichtige Entscheidung gefällt. Die Inhaberin eines berkehrslokals in einer Leipzig benachbarten Stadt jatte bei Gelegenheit von Festtichkeiten, welche in hrem Lokale stattfanden, den Gästen Bier verab⸗ olgen lassen, welches mit dem bei früheren Gelegen⸗ jeiten in den Gläsern als Neige stehen gebliebenen ibgestandenen Biere verschnititen war. Das Neigen⸗ hier war am Schlusse der früheren Festlichkeiten ic. auf Anordnung der Wirihin auf Flaschen ge⸗ üllt. Die Strafkammer hatte hierin eine Bierver⸗ älschung erblickt und die Gastwirthin freigesprochen. das Reichsgericht hat aber das freisprechende Ur⸗ heil aufgehoben, indem es aussprach, daß eine Berfälschung im Sinne des 8 10 des Reichs⸗ stahrungsmittelgesetzes auch dann vorliegt, wenn eine Verschlechterung der normalen Beschaffenheit eines Nahrungs⸗ und Genußmittels durch Beimeng⸗ ing verdorbener oder in unzulässiger Weise minder⸗ verthiger Stoffe gleicher Art bewirkt wird. FSaargemünd. Die von dem Handels— mann Marx Hirsch in St. Avold gegen das Urtheil der hiesigen Strafkammer, wegen Wuchers auf vier Monate Gefängniß und 1500 Mk. Geld⸗ strafe lautend, beim Reichsgericht eingelegte Revision ist verworfen worden. F St. Wendel, 19. Oktober. Der Schuh⸗ machermeister B. in Reitscheid verwundete gestern wie die „N. u. Bl. Zig.“ schreibt, seinen Gesellen miitelst eines Flintenschusses lebensgefährlich, so daß dessen Aufnahme im hiesigen Hospital erfolgen mußte. Die Verhaftung des B. konnte leider nicht gleich erfolgen, da derselbe sich „durch die Reiser“ nachte. Der Grund zu der unglücklichen That 'oll darin zu suchen sein, daß der Geselle seinem Meister gegenüber die Drohung ausgestoßen haben oll, er werde bezüglich des letzten Brandes „aus der Schule“ sprechen, wenn ihm nicht der Betrag von Mk. 1,30 bezahlt würde. F Das kriegsgerichtliche Erkenntniß zegen den Oberstabsarzt Dr. Hennecke in Mainz, wegen gesetzwidriger Befreiung Militäarpflichtiger, autet auf neun Jahre Zuchthaus und Ausstoßung nus dem Offizierstande. Der Verurtheilte ist nach Wehlheiden gebracht. Mainz, 20. Oktober. In dem Abort der Brauerei zum ,‚Tannenbaum“ fand man so⸗ ben den Kopf und die weiteren Körpertheile des rmordeten Wothe. München, 18. Oktober. Aus dem Ge⸗ zirge trafen gestern und heute sehr schlimme Nach— ichten ein. Ein heftiger Fönwind hat in Tegernsee, dreuth, Oberammergau, Graswang, Grainau, dartenkirchen und ganz besonders in Garmisch ürchterliche Zerstörungen angerichtet, die herrlichsten Waldungen an ganzen Berghöhen entlang zerstört, yon Villen und Kirchen schwere Dächer abgeworfen. elbst den Thurm der alten Kirche schwer beschä digt, die Bäume der Straßenalleen völlig entwur— jselt. Die Bewohner einzelner Bergdörfer verließen tüchtend ihre Häuser; Post und Telegraph können zicht verkehren, weil die Leitungen gebrochen und Vermischtes. Um ein Urtheil über die Zusammensetzung »es deutschen Geldumlaufs zu gewinnen, vird, wie die „Fr. Zig.“ erfährt, am 31. d. M. die Straßen unwegsam geworden sind. Sieben AI erliche Orlan. Der Verlust an Holz und der Schaden an Gebäuden ist noch unübersehbar; doch icheinen, soweit bis jetzt verlautet, Menschenleben nicht zum Opfer gefallen zu sein. München, 19.“ Oktober. In einem Branntweinladen an der Zweibrückenstraße hatte sich gestern ein Schuhmachers⸗Ehepaar mit ge⸗ brannten Wässern derärt angetrunken, daß auf der Straße beide zusammensanken und nur mit Mühe in ihre Wohnung gebracht werden konnten. Man glaubte anfänglich, die zwei Leutchen wollten sich aus Anlaß des Kirchweihsonntags gütlich thun, dem war aber anders. Die beiden hatten so aus⸗ giebig getrunken, um den Schmerz und die Trauer über den am Morgen desselben Tags erfolgten Tod ihrer Tochter zu vergessen. FSchwyz, 21. Oktober. Gestern Nach⸗ mittag fand auf der Arth⸗Rigi⸗Bahn die Entgleis⸗ ung eines Zuges statt. Der Locomotivführer wurde getödtet, der Heizer schwer verwundet. Unter 20 Passagieren wurden vier schwer verletzt, meist Schenkelbrüche. Alle Pafsagiere waren Schweizer. fuUeber Palermo ist am Freitag ein Orkan zinweggegangen, der mit Erderschütterungen ver⸗ unden war und große Verheerungen anrichtete. Mehrere Häuser sind eingestürzt und drei Personen jetödtet, mehrere andere verletzt worden. — In Livorno ist am Freitag Nacht ein großer Theil des Polizeigefängnifses durch Dynamit zerstört worden. Blücklicher Weise wurde Niemand verletzt. Die ZJolizei glaubt den Schuldigen auf der Spur zu ein. — als Assistent an die Industrieschule Kaiserslautern und Lehramtskandidat Müller in Frankenthal * Asfistent an dieKtreis⸗RealschuleKaiserzlautern berufen dur die vde mon vere verma 7 —X— Jum Ten — mit den Loosen! Das ist der Ausdruck eines Jeden der vielleicht schon jahrelang spielte und bie jehi noch nichts gewonnen hat. — Moͤge sich * xteiner abschreclen lassen der bisher Lotterien füͤ wohlthätige Zwecke unterstützte, auch fernerhin dur VLoosentnahme sein Glück zu versuchen. Es bietet ja die Ziehung am 10. November des Renten⸗ und Unterstützungs ˖ Vereins für bedürftige Frauen und Mädchen so herrliche Gelegenheit hiezu. Preis des Looses nur 1 Mark. 10,700 Geldgewinn mit baar 75,000 Mt. 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Apotheler, in Lörack den durch den unterzeichneten gericht. vohnhaft, als Nebenvormund. — 35 b. 23 lich hiezu beauftragten kgl. Notar a Ingbert, den 21. Oltober 18800geilungehalber zu Tigen versteigert: Kemmer, k. Notar. Steuergemeinde Ommerheim: 1. Plan Nr. 1291 1 Dez. — 34 qm Fläche worauf ein Wohnhaus —58 — Zubehörden, gelegen zu Ommersheim im Orte neben Nicolaus Wahrheit und Christoph ienstag, den 10. r ——— —c 8 1885 Plan Nr. 41302, 39 Dez. — — I dd am Acuer bei der Leh von Ludwig Poller, werden durch den buch. Fi d: interzeichneten, gerichtlich hiezu beauf Die Kind igenthümer in O ragten igl. Notar zu Eigen 3 — ie Kinder und Erben der zu Om für Herren, Knaben u. Kinder Steuergemeinde St Ingberten mer s heim wohnhaft gewesenen und den allerbilligsten Preisen zu ver 1. Plan Rir 18866. 8418 qn ee —*8w8 y hanunu Zufen. achall, Sohn von Franz * aen dedg —535 Ahnung in —* —8* — a zen — 8 at dede eweant in allen Weiter Jals: 1. Georg Wachall, melz i — plan e Hls p arbeiter, in Ommersheim woh⸗ ermonn — er Rischbach; nend; 2. Andreas Wachall L. Hutlager en gros und en detail. hian Ne 1866 8 a 18 qn Zcmelzatbeiter. all da wohnend; 3. Bayerische Ider alba; Elisabetha Wachall, gewerblose B ram annsmü en Plan Nr. iaesi⸗ 3 a 62 qm Ehefrau von Peter Kiefer, Berg⸗ eẽ g ilcker im Schafweiher; mann, beisammen in Erfweiler- n elegantester Ausführung mit ver Plan Nr. 1893 d'a 71 qn. Ehlingen wohnend; 4 Andreas Hldelen Abzeichen liefert üder in der langen Ahnungen Wachau a. Schwelzarbeiter in Düffel zu Bark 2.50 der Rischbach; in Hasel wohnhaft; 5. Mathias in Tuch F 2.30 iebon die Hafte Wachall, Schmelzarbeiter, früher in —E Plan Nr. 887, 1 a 02 qn Ommersheim, zur Zeit ohne be⸗ —2* — hflanzgarten in den Großgärten annten Wohzn⸗ und Aufenthaltsor A hlan Her. 142864dm An e deerid dswhoner Handschrift finder * 7 er sein Vermögen, Johann Wannen⸗ 5 u Hofraum und Plan Nr. 1828 13 b sin Ommers heim wohnhaft. B uredu Ina 70 qm pflanzengarten, so“ St. Inabert, den 21. Oltober 1885. I. Fstz dahiet die Plan gir. Ae5 emmerk. Notar. ldes Geschäftsmannes Fitz dahiet freier Platz dabei, zusammen eir Banzes bildend, gelegen zu St Ingbert im Josephsthal. Eigenthümer sind: Die Wittwe, Kinder und Erben des u St. Ingbert wohnhaft gewesenen ind verlebten Bergmannes Jacob Selzer, als: J. Dessen Wittwe Magdalena Grewenig, ohne sßewerbe; II. Dessen Kinder und Erben jus der Ehe mit seiner Wittwe, näm ich: 1. Ma ria Selzer, gewerblose Bittwe von Heinrich Jung, weiland zergmann; 2. Katharina Selzer, ewerblose Ehefrau von Heinrich Leon sart, Bergmann; 3. Gertraude Selzer, gewerblose Ehefrau von Jo sann Schmitt, Bergmann; 4. Mag—⸗ »alena; 5. Maria und 6. Bar⸗ bara Selzer, diese drei minder⸗ ährig, vertreten durch ihre Mutter als Vormünderin und genannten Heinrich Leonhart als Nebenvormund; Alle ir 5t. Ingbert wohnhaft. St. Ingbert, den 22. Oltober 1885 Kemmer, kigl. Notear.. Me ν Morlar, han æ — c —— —M —— 9 Licitation. zamstag, den 7. RPorenber 18085, Nachmittags 2 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft „on Daniel Baumann (Café Ober⸗ zauser), werden durch den unterzeich⸗ geten, gerichtlich hiezu beauftragten kgl. Notar der Abtheilung halber zu Figen versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 88, (31 Dez.) 10 a 60 qm und Plan Rr. 89, (82 Dez.) 27 a 90 qm Fläche, worauf ein zweistöckiges Wohnhaus, enthaltend 10 Zimmer, 2 Küchen, 2 Speicher, 4 Kammern, Wasch⸗ füche, Brennhaus mit Brennkessel, 3 Stallungen, 2 Remisen, Oecco⸗ nomiegebäude, Scheuer, Bier⸗ hbrauerei mit vollständiger Ein⸗ richtung und etwa 60 großen dagerfässern und 120 Transport⸗ ässern; Ziergarten, Pflanzgarten mit Anlage, Haus- und Garten⸗ keller, sowie sonstige Zubehörden, —X— gelegen zu St. Ingbert in der Oberftadt neben Peter Buhmann und Wilhelm Weiler; Plan Nr. 792, (23 Dez.) 7 a 80 qm, Plan Nr. 793, 33 Dez.) 11 4 20 qm, und Plan Nr. 794, (18 Dez.) 6 4 10 qm Wiese in den Großwiesen am Ballbrunnen; Plan Nr. 41893, 68 Dezʒ.) 19 a 80 qm Acker auf der Ho⸗ delsahnung, nebst dabei befind⸗ ichem Bierkeller. Eigenthümer sind: Die Kinder und Erben der zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen und verstorbenen Eheleute Wilhelm Chandon, früher Bürgermeister und zuletzt Privatier, und Louise Schaller, bezw. die Repräsentanten olcher, als: 1. Cäcilie Schaller, hne Gewerbe, in Niederwürzbach wohnhaft, Wittwe des verstorbenen Geschäftsagenten Ludwig Bechthold, im Leben zu St. Ingbert; — einzige Repräsentantin der verlebten Tochter Louise Chandon, gewesenen Ehe⸗ frau des ohne Gewerbe zu Nieder⸗ würzbach wohnbaften Joseph Schaller; 2. Wilhelm Chan⸗ don, Rentner, in Baden⸗Baden wohnhaft; 8. Elisabetha Chan⸗ don, ledig, großjahrig, ohne Gewerbe, in St. Ingbert wohnhaft; 4. Marie Josephine Chandon, Jewerblose Ehefrau von Emil Ddeußer, königl. Fabrilinspector, in Speyer wohnhaft; 5. Joseph Chandon, Opernsanger, in Koln wohnhaft; 6. Julie Chandon, ledig, großjährig. ohne Gewerbe, in Frantkfurt am Main wohnhaft; J. Olga Franziska Wilhel⸗ mine Nuk., minderijähriges Kind 3358 d 582322 F 2222282 58 V X V 253533356 2535 38 — —53253 —— — —FA —5553 —A * 13— 3235 2 252 — 2 3 *3 2 — 28 222 5328 2 2*2 5 75 * —A 5332 22—835 * — — 2 2* — 58—2 288 — 7* O 5 —s253 — 2587 535s5553355 555 555 23 —*558 255 355533555 28738 —58223 — 2 — ?“ — —* 225538 —— 5 —228 * D 53* 32 2 —2 — * — * — — * 2*6 75* 8 — 22 5 — — 28 2 8 * —X & — —— 2 2 22 28 * — — oB258 —Z 2222 2 222 52 5 s5 2555 S — 5 8 — 2 —53* 32 * 53 535 5 2 — * 9 255* c — 25528 5 — 83 9— —32 — 55255 *3 * 5223 * — C 58 —A———— 2* * 3358 — —F 5 8 — 2REE 353 2 F 22 —2 2 —— — * —— 2 8 — 8224— 9 2 ⁊* 2 —8 —3 — 2 D 2 — A— — 32 2* 532,3 —A *5228 2 — * —⸗ 24 15 5 2 *22 2 5 * * »1 3 — 23.* — 522 28 — — 25 5229 — — — — 5220 5355 52 —2225 2 52 20 — — 38 —* *» 2 — 555 753 55823* —— 8 2. * 23* 2338* * * 234 25 5553k5823 2 ! 2 337 — 8 — * 8 4 575 ——— 28 —*53233 258s*»5338 83 255338 — 53 3* ————— z37 * 23 — — 9 225 — — F —2 3 — 22 — * * 5525 5 2532 —Æ * 53255 2 2 — *23 — 7 5 * 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Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er St. Jugberter Enzeiger“ erscheint wbchentlich funfmalz Am Montag, Dienstag, Donnuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ lau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 , einschließli d A Zustelungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —,, bei außerpfälzischen und solch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. AMs 208s8. anmftag, 24. Oktober 1888. 20. Jahrg. 12sdbkale und pfalzische Rachrichten. Deutiches Reich. 781 Juhbert. 28 Ollober.Gossiß⸗ Berlin, 22. Oktober. Der Kaiser hat den vechsel) Dem Vernehmen nach ging das in der lbschied des Polizeipräsidenten v. Madai bewilligt udwigsstraße neben den Herren Jung und H. ind denselben zum Rath erster Klasse mit dem aur gelegene Peters'sche Haus mit Garten und titel Exzellenz ernannt. zadeanstalt durch Kauf um die Summe von 16000 Berlin, 21. Oktober. Ein spanisches Blatt Nark in den Besitz des Steigers Herrn Karl ull wissen, daß das deutsche Kanonenboot „Iltis“ Poller dahier über. or setiner Ankunft in Yap auf 11 Inseln der — Aus der Pfalz, 21. Oktober. Die darolinengruppe die deutsche Flagge gehißt habe. kechnungsresultate der allgemeinen protestantischen die Post von den Philippinen wird in Madrid Ffarrwittwen- und Waisen⸗Anstatt der Pfalz pro nit großer Spannung erwartet. 884 gelangen soeben zur Veröffentlichung. Den⸗ elben ist folgendes zu entnehmen: Die Einnahmen Ausland. —* 335 *. 35 Pf., die Ausgaben Paris, 22. Oktober. Nach der Feststellung 169,882 M. 54 Pf., sohin Einnahmen⸗Ueberschuß er Zahlungskommission im Seinedepartement sind don 13,033 M. 81 Pf.; das Aktiv-Vermögen be⸗ Vinister des Innern Allain-Targée mit 289,000 rug Ende 1884 791,335 M. 56 Pf., gegen *timmen als erster, Clemenceau mit 883 eine Mehrung von 19,158 Mk. 62 Pig. 84,000 Stimmen als zweiundzwanzigster und der Vorrath an Räligionsbüchern Ende 1884 hatie dochefort mit 249,000 Stimmen als letzter ine Verkaufswerth von 13,004 M. 26 Pf. Im er republikanischen Liste gewählt. Das Waähl- Jahre 1884 erhielten 90 Pfarrerwittwen, dann 71 esultat des Seinedepartements, wonach die Kandi- insache Waisen und 11 Doppelwaisen die festge⸗ aten der republikanischen Partei als gewählt er⸗ tzzien Pensionen und Erziehungsbeiträge im Betrage heinen, wurde heute von der Zählunastommission on 74,2202 M. 88 Pf.; außerdem erhielten 16 mtlich proklamirt. zfarrerswittwen, sowie 7 Relikten und Pfarrers- Petersburg, 22. Oktober. Das „Journal öchter besondere Unterstützungen von 2420 Mark St. Petersbourg“ bedauert die serbischen und ind 14 Theologie studirende Pfarrerssohne Stipen⸗ criechischen Rüstungen. Die bulgarische Bewegung dien im Betrage von 2800 M. leibe ein höchst tadelnswerther Att. Die Mächte — Kusel, 20. Oktober. In dem Orte Reh—⸗ ien einig, die Rückkehr zum status quo als eine veiler brannte in der Nacht vom Sonntag auf ges Mittel zur Wiederherstellnng der Ruhe anzu- Nontag ein Wohnhaus sammt Stall und Scheuer kennen. Trotz mannigfacher Schwierigkeiten lasse otal ab, ebenso brannte gestern in dem Orte as Einvernehmen der Mächte eine befriedigende dammelsbach der Dachstuhl an dem Hause des vsung erhoffen. Zzteinbrucharbeiters Jakob Graß nieder. Entsteh⸗ Konstantinopel, 22. Oltober. Die Pforte ingsursache in beiden Fällen unbekannt. qhtete eit Rundschreiben an die Mächte, welches — Kaiserlautern, 20. Oktober. Der en Zusammentritt der Konferenz, die sich nur mit Bericht des Pfäl z. Gewerbemuseums für er ostrumelischen Frage befassen solle, in Konstan- »as Jahr 1884 verbreitet sich über die Thätigkeit nopel beantragt. Der Vertreter Bulgariens lenkte des Museums und deren Erfolge, führt die Samm⸗ ie Aufmerksamkeit der Botschafter und der Pforte ungen auf, welche. und zwar speziell die Samm⸗ uf die serbischen Rüstungen gegen Bulgarien und ungen kunstgewerblich⸗interefsanter Gegenstande und dies demgegenüber auf die Mittheilung des Fürsten RKeproduktionen, zu Ende des Jahres 1884 2160 on Bulgarien hin, sich dem Beschlusse der Mächte Inventar⸗Nummern im Gesammtbetrage von 140,412 nterwerfen zu wollen. N. 42 Pf. umfaßten. Die Vorbildersammlung Belgrad, 22. ltober. Heute versammelten präsentirt einen Werth von 4717 M. 15 Pfg. y die hiesigen Vertreter der Großmächte, ausge- die Bibliothek enthält 464 verschiedene Werke im ommen desjenigen der Türkei. Wie es heißt, Wecthe von 23,104 M. 15 Pf. Der Bericht des llte eine gemeinsame Erklärung festgestellt werden, derrn Direktors Spatz geht alsdann auf die Er— ahingehend, Serbien von weiteren Kriegsrüsiungen dolge des Gewerbemuseums detreffs des Auskunfts- bzuwehren »ureaus und der Patentschriften, der permanenten Aus Rom wird unterm 20. ds. gemeldet: Ausstellung, der Ateliers über, schildert die Ein⸗ Die Persönlichkeiten, die vom Papste ernannt heilung und Ergebnisse des Fachunterrichts, sowie urden, ihm in der Karolinenfrage behilf, die Vorträge und Wanderausstellungen. In einem h zu sein, haben ein Dokument entworfen, welches chwungvollen Schlußworte heißt es, daß die Zahl ne bei der Lösung der Frage zu adoptirende Basis ber Goönner und Freunde der Anstalt zusehends erlörbert. Diese Basis ist zut Kenntniß der Ree vachse, und wird der Wunsch ausgesprochen, das nerungen Spaniens und Deutschlands gebracht don ihr beglückte Land möge immec herrlicher er⸗ orden, und wenn sie deren Zustimmung findet, lühen und gedeihen und aus ihres Füllhorns berden die Arbeiten des Papstes als Vermitiler in eichem Schatze ein hochentwickeltes industriell⸗ enigen Tage zum Abschuß gebracht werden.“ ewerbliches Leben dauernd sich entfalten zum Von der Italienischen Polizei ist, der dutzen und Segen unseres pfalzischen Heimath⸗ nassegna“ zufolge, eine große Anarchisten⸗ andes. Der Nebersicht des Vermögens und Schul⸗ unde in Masca Carrara aufgehoben. Fünfzehn denstandes des Gewerbemusenms entnehmen wir, narchisten. darunter 2 Franzosen und J Oester- daß die Aktiva 257,785 M. 9 Pf., die Paffiva icher, befinden sich hinter Schloß und Riegel. 35,600 M betragen, mithin ein Reft von surch die Straßen der Stadt bewegen sich Pa- 192,325 M. 9 Pf. verbleibt, ein Mehrung von ouillen, welche den Vigilanz-Dienst versehen. Man 24,597 M. 14 Pf. gegen das Vorjahr. Das ind eine Liste von Mordanschlägen, welche dieses Budget für 1885 balancirt in Einnahmen und 5 Konsortium zu begehen beabsichtigte. Das- Uuspaben mit 834,823 M. 28 Pf. wbe sosl sich über die gunge Halbinfel 'erstreden, — Kaiserslautern, 20. Oktober. Der derall Anhänger und Agenten basitzen Polksverein beschäftigte sich gestern Abend mit der Hanauer Generalversammlung und faßte fol⸗ gende Resolution: „Der Volksverein Kaiserslautern teht auf dem Standpunkt, daß in der Generalver⸗ ammlung zu Hanau eine Ausgleichung der vor⸗ jandenen Gegensätze herbeizuführen sei, ohne daß »adurch von dem Prinzip, daß die Ausbreitung der demokratischen Partei über ganz Deutschland mit Freuden zu begrüßen sei, abgegangen werde. Auch pricht sich der Verein für Uebertragung des Vororts nach Frankfurt auass .— Pf. K. F.S. Neustadt, 22. Oktober. Un— ängst brachten wir die Nachricht, daß der hiesige dokalverband der Pfälzischen Kreisfechtschule am ächsten Sonntag, den 25. d. Mis. im Saalbaue jier ein Fest gebe und dasselbe sich wohl glänzend estalten werde. — Es freut uns, jene Nachricht zeute mit der feststehenden Thatsache belegen zu önnen, daß das Fest wirklich brillant werden wird. ßon auswärtigen Künstlerinnen und Künstlern virken vestimmt mit: 1) Fri. Hanna v. Rothen⸗ erg, großherzogliche Hofschauspielerin in Mannheim, ) Irl. Anna Haudk (Sopran) aus Dürkheim, 8) herr Heinrich Schilling, großherzoglicher Hofschau⸗ pieler in Karlsruhe, 4) Herr Buscher (Tenor) aus deidesheim, 5) Herr Musikdirektor Weiske aus dürkheim, 6) Herr Konzertmeister Paul Dahlen uus Frankfurt am Main, 7) Herr Wilfried Wagner Viola) aus Mannheim. Die Mitwirkung weiterer dünstler steht noch in Aussicht; ebenso jene eines er vorzüglichsten Gesangvereine Pfalz-Vadens. Das Fest beginnt Abends 7 Uhr (nach Beendigung der in diesem Tage statthabenden Verwaltungsroths⸗ itzung) und können fremde Festgäste, die hier nicht ibernachten wollen, die letzten Abendzüge zur Heim⸗ eise benützen. Um auch den Minderbemittelten den Besuch zu ermöglichen, ist der Eintrittspreis auf 50 Pfg. festgesetzt worden. Allen Gönnern der guten Sache rufen wir zu: „Auf nach Neu⸗ tadt am nächsten Sonntag!“ — Speier, 21. Oktober. Der katholischen Kirchengemeinde Maßweiler, Bezirksamts Zweibrücken, wurde zur Aufbringung der Mittel für den Neubau eines Pfarrhauses eine Kollekte in sämmtlichen katholischen Kirchen der Pfalz bewilligt und zur Vornahme dieser Kollekte das Fest Allerheiligen (I. November) 1885 bestimmt. — Dürkheim, 22. Oktober. Gestern er—⸗ eignete sich dahier in der Lauf'schen Muͤhle ein chwerer Unglücksfall Ein junger Mann, Namens Martin Resch aus Forst, machte sich daselbst in eichtfertige. Weise trotz Verwarnungen an der Transmission zu schaffen; wurde hierbei vom Treib⸗ ciemen erfaßt und schrecklich zugerichtet, so daß )essen Tod alsbald nach dem Transport in's Ho— pital erfolgte. Ein Arm und Bein wurde dem Inglücklichen sofort herausgerissen und das andere Zein mehrfach gebrochen, ebenso wurden die Rippen c. schwer verletzt; der Körper wurde an den Pla—⸗ 'onds geschleudert, das Ganze waär das Werk veniger Augenblicke. Moöge dieser entsetzliche Une all zur eindringlichen Warnung und Vorsicht nahnen! (D. A) — Ludwigshafen. 21. Oltober. Die stechnungs⸗Ergebnisse und des Vermögensstand der S—chullehrer· Pensions ·Kreisr Anstalt der Pfalz pro 885 weisen folgende Zahlen auf: Die Einnahmen etragen 223,598 M. 27 Pf., die Gesammtaus- jaben 2161834 M. 44 Pf, bleibt Einnahme⸗ leberschuß von 6763 M. 83 Pf. Der Vermögens⸗ uustand am 1. Januar 1885 betrug 662, 457 M. 4 Pf. und hatte im Jahre 1884 eine Mehrung don 39,078 M. 42 Ppf. Im Jahre; 1884 bezogen 207 Lehrer, Verweser und Verweserinnen Pensionen im Gesammibetrage von 149,054 Mi. 70 Pfg. Pensionirt wurden 39 Lehrer, gestorben sind 30 und realtivirt wurden 8. gudpwigshafen, 21. Oktober. Wie man erfährt, ist seitens der kgl. bayr. Staats⸗ ministeriums an die Handelsgremien und einschlä⸗ gigen Behorden die Aufforderung ergangen, sich über die 3 in Frage kommenden Linien des, Straß—⸗ burgLudwigshafener. Kanals gutachtlich zu äußern. Zwei der Linien nehmen als Endpunkt Ludwigshafen an, wahrend eine dritte Liniedie Ausmuͤndung schon bei Speyer im Auge hat. Die eine Trace geht parallel des Rheines über Ger⸗ mersheim und mündet bei Speyer, die zweite eben⸗ falls dem Rheine eutlang, in Ludwigshafen mündend die dritie nahert sich dem Gebirge, berührt Landau Fdenkoben (unterhalb der Bahn) und erreicht, zwi ⸗ schen Böhl und Multerstadt die Bahn nehmend, Luͤdwigshafen. Letztere Linie ist natürlich die uns am meisten interessirende, zugleich aber auch die, welche thatsaͤchlich den Bedürfnissen der Bevolkerung enispricht. — Ludwigshafen, 22. Oktober. Am Rheinvorland wurde heute früh ein fich schon längere Zeit dahier aufhaltender sehr verdächtiger Siromer durch die Polizei verhaftet. Bei dessen Visitation im Verwahrungslokal wurde ein Terzerol und ein Brecheisen zu Tage gefördert. G. A.) —Frankenthal, 21. Okltober. Die kaum 16. Jahre alte Elise Clausmann von hier, welche am 27. August v. J. ihr Kind gleich nach der Geburt getödtet und theilweise im Ofen —XV hat, ist in der gestrigen Sitzung der hiesigen Straf⸗ Ammer unter Annahme mildernder Umstände in —V——— Alters und ihrer ver⸗ wahrlosten Erziehung zii iner Gefängnißstrafe von 1 Jaht und 6 Monaten derurtheilt worden. Die Angeklagte war dollkommen geständig. Dermischtes. St. Wendel, 21 Ottober. Heute früh würde ein Mann aus Hammerstein ins hiesige Hospital gebracht, welcher geern Abend auf dem Bahnhofe Oberstein überfahren worden ist. Dem⸗ selben müssen beide Beine und die linke Hand am⸗ putirt werden. Der Verletzte, ein Achatschleifer, ging unerlaubter Weise über die Bahn und wurde don dem letzten von Saarbrücken nach Oberstein gehenden Zuge erfaßt. An dem Unglücke trägt also niemand Schuld. Der Verunglückte ist der Sohn einer armen Wittwe in Hammerstein, deren Stütze er war. (N.⸗ u. Bl.Z.) 7 Straßburg, 20. Okltober. Der Herbst hat quantitativ durchweg ein geradezu unerwartet reiches Ergebniß gelieferl. Ich hörte gestern auf der Bahn von hier nach Colmar —X die Ohm für 18, 158, sogar 10 Mt. verkauft wird, da es den Leuten an der nöthigen , Fassung“ mangelt. (Auch a Würitemberg und Baden hat der Herbstertrag die gehegten Erwartungen über⸗ troffen. Hierin dürsie der Hauptgrund für die schwache Nachfrage nach Neuem von der pfälzischen oberen Haardt zu suchen sein.) f Mainz, 0 Ollober. Wie bereits ge⸗ meldet, wurde heute Mittag in dem Abort des Brauhauses zum Tannenbaum“, in welch' leßzterem der muthmaßliche Mörder Herbst am Tage nach der Ermordung des Wothe gesehen worden ist, ein menschlicher Kopf und ein flnker Oberschenkel ge⸗ funden — ein wichtiger Fund! Von Personen, die Wothe gelannt hatten, wurde der Kopf sofort als derjenige des eben Genannten erkannt. Ob⸗ gleich der Kopf stark angeschwollen war, ließen fich die Züge noch sehr gut erkennen; die Nase ist platt zůsammengedrüdt, offenbar durch die Schnur, mit welcher das Tuch, bestehend aus Theilen von Hosen, um den Kopf festgebunden war. Die Zunge war zwischen den Zähnen zusammengeklemmt, wo⸗ durch nach Angabe des Hrn. Dr. Hellwig lonsta⸗ sirt wird. daß der Ermordete erwürgt worden ist. Die vollständige Entleerung des Abortes brachte don den nun noch fehlenden beiden Armen und Füßen nichts mehr zu Tage. Die heute gefundenen örpertheile wurden auf den Friedhof gebracht, wohin alsbald auch Herbst geflihrt wurde, dem man dieselben dort zeigte. Der Anblick derselben brachte auf Herbst nicht den geringlften Eindruck hervor, vielmehr beharrte dieser nach wie vor bei seinem Leugnen. Das Oberlandesgericht Celle hat in der jelpentilirten Frage der Veraußerlichkeit o orn Eisenbahnretourbillets ein interes⸗ 'antes Urtheil gefällt. Die beiden erstinstanzlichen Richter hatten den Verkäufer des Billets für schul⸗ zig erklärt, welches Urtheil indessen vom Ober⸗ andesgericht aufgehoben wurde. In den Eut⸗ cheidungsgründen ist ausgesprochen: „Die Eisen⸗ ahnbillets haben den Charatter eines Inhaberpapieres. Dieser Charakter kann ihnen nicht dadurch genom⸗ nen werden, daß die Eisenbahnverwaltung auf die⸗ iben den Vermerk „Nicht übertragbar“ drucken aßt. Es hatte demnach das fragliche, noch nicht ibgelaufene und zur Fahrt voa Bremen nach heestemünde noch nicht benutzte Retourbillet zu olcher Fahrt für den Kaufer volle Giltigkeit, Mithin ist weder ein Irrthum in dem Kaufer er⸗ negt, noch hat der Eisenbahnfiskus, da er rechtlich rerpflichtet war, jeden Inhaber des Billets zu be⸗ ördern, ane Vermögensschädigung erlitten.“. Her⸗ vorgehoben zu werden verdient im Anschlusse hieran roch, daß die Eisenbahnverwaltung selbst bei Re⸗ dubilleis betanntlich ebenso wie bei eiufachen Hillets immer nur die Thatsache des Besitzes, nie⸗ nals die Erwerbsart oder die Identität des Be itzers mit dem ursprünglichen Erwerber feststellen ind jeden in Besitz Befindlichen als berechtigten Fahrgast befördern, hierdurch aber beide Arten von hilleis, die Retourbillets insbesondere auch bei der kückfahrt, als Inhaberpapiere ohne irgend welche teschränkung und den damit unvereinbaren Vermerl Nicht uübertragbar“ als bedeutungslos behandeln läßt. J Koln 20. Oktober. Der feierliche Einzug Res Erzbischofs Dr. Kremen tz von Köln in die aupisiadt seiner Diozefe wird voraussichtlich im chsten Monat vor sich gehen. Selbstverftändlich bird von Dibzesanen alles aufgeboten werden, den Jeuen Oberhirlen würdig zu empfangen. F Einem Priester in Köhn wurden in der Beichte 20,000 Mark eingehändigt, die aus einem Diebstahl herrührten. Der Priester konnte dieselben in den Bestohlenen zurückgeben. — Ueber ein fürchterliches Verbrechen hat das Schwurgericht zu Meiningen verhandelt. Es tand der zur Zeit in der ganzen deutschen Presse rwähnte Dietharzer Mord zur Verhandlung. In )er Kollner'schen Mühle bei Dietharz, in der Nähe jon Ohrdruf, waren in der Nacht vom 14. zum 5. Januar ds. Irs. der Mühlenbesitzer Kollner, dessen Ehefrau und ein 7jahriges Tochterchen auf entsetzliche Weise ermordet und auf ein Söhnchen derseiben ein Mordversuch ausgeführt worden Zämmtliche Ermordete waren in ihrem gemein⸗ amen Schlafzimmer überfallen und durch fürchter⸗ iche Beilhiebe getödtet. Der auch noch wegen Raubs Angeklagte ist der vielfach schon vorbestrafte Hartenarbeiter Thaldorf, 24 Jahre alt, aus Erfurt. derselbe gesteht die vorher begangenen Diebstaͤhle an, leugnet aber die Mordthaten; sein Alibibeweis⸗ versuch mißlingt ihm vollständig; er wird durch Zeugen⸗ und Sachverstandigen⸗Aussagen so über⸗ ührt, daß jeder Zweifel ausgeschlossen ist. Er wird siernach, füt schuldig erklärt, zum Tode, zu zwoͤlf⸗ ahrigem Zuchthaus und Ehrverlust verurtheilt. F Folgende gereimte Berichtigung bringt das „Thür. Tagebl.“: In vielen Blättern groß und klein. Verkündet ward die Maär, Und wandert nun, tagaus, tagein Durch's Deutsche Reich umher: In einer Kneipe Gothas hätt' Wußt' ich nur, welche 's ist) Die Kellnerin, fesch und lokeit, nen Skatgasft abgeküßt. Ich hab' nun an der besten Quell' Mit Inbrust recherchirt; Nicht schiedsamtlich, nicht kriminell Ist „Etwas“ avisirt. Das Eine nur erwiesen ist, Und das sei stolz gesagt: Noch Keiner, den ein Mädchen küßt, Hat hier sich drob beklagt. pAugsburg, 19. Ollober. Der kaum 20 Jahre alte Diensiknecht Alois Mahyer, von Zarres, Bezirlshaupimannschaft Imst in Tirol, ein in seiner Heimath als rauf⸗ und rachsüchtiger Trunkenboild bekannter Mensch, wurde heute vom Schwurgericht wegen Raubmordes zum Tode ver⸗ urtheilt. Mayer hat am 24. Mai 1885 — am pfingstsonntag — Nachmittags, als die Familie eines Herrn. des Bauern Anton Wegmann in Ermengerst bei Kempten, fich in die Kirche nach dem eine halbe Stunde entfernten Orte Wiggens— zach begeben hatten, seinen Dienstherrn mit der doizaxt überfallen und nach äußerst energischem zampfe durch etwa 70 Hiebe und Verlehungen ermordet, einer Baarschaft von 120 Mk. beraubs und den zur Unkenntlichkeit entstellten Leichnam in die Odelgrube geworfen. Ein Geldbetrag von 500 M. welcher sich in der rechten Hosentasche seines Opfers befand, entging dem Mörder. Nach der That wusch er die Blutspuren auf und begab sich zur Kirche, um dort, wie er angibt, den „Frommen“ zu spielen. Von der Kirche zurückge fehrt, war auch er derjenige, welcher den Ermordelen zuerst durch Zufall aufgefunden haben woollte. Wegen verschiedener Verdachtsmomente am 14. Juli 1883 verhaftet, legte er sein erstes Geständniß einem ebenfalls wegen Raubmordes verhafteten Zellengenossen gegenuͤber ab. Wie er ohne irgend welche Erregung dem Laufe der Verhandlung gesolgt war, nahm er auch höchst gleichgiltig das Todes- urtheil hin. FMünchen, 19. Oktober. Das heute aus gegebene Verordnungsblatt des Kriegsministerium⸗ enlhält Folgendes: Es ist zur Sprache gekommen, daß die von den Truppentheilen als untauglich abgewiesenen Einjährig⸗-Freiwilligen vielfach unter⸗ lassen, ihrer durch Z 94,7 der Ersatzordnung vor⸗ zeschriebenen Verpflichtung nachzukommen, sich nnerhalb vier Wochen beim Civilvorsitzenden der xẽrsatz⸗ RAommission itres Aufenthaltsorts zu melden. Im für die Folge den hieraus für die Ersazbe— jörden sich ergebenden Kontrolschwierigkeiten und Weiterungen vorzubeugen, wird hierdurch festgesetzt, daß in Fällen der in Rede stehenden Art die Be— rechtigungsscheine, nachdem dieselben mit der in 8 4,5 2. Abs. a. a. O. vorgeschriebenen Bescheinig⸗ ung versehen worden, seitens der Truppentheile nicht, wie bisher, den Inhabern selbst, sondern den hetteffenden Zivilvorsitzenden der Ersatzkommissionen behufs Aushändigung an letztere zu übermitteln sind. Zu diesem ZIweck werden die Einjährig- Freiwilligen bei Abnahme der Berechtigungsscheine hren dauernden Aufenthaltsort anzugeben bezw. inzuzeigen haben, wo sie innerhalb der nächsten 1 Wochen solchen zu nehmen gedenken. Sind die⸗ elben zur Zeit der Abweisung ausnahmsweise ziezu nicht im Stande, so ist ihnen unter einst⸗ veiliger Zurückhaltung ihres Berechtigungsscheines nufzugeben, dies dem Truppentheil, bei welchem die Äbweisung erfolgt ist, innerhalb der vier— vöchentiliche Frist schriftlich anzuzeigen. München. Richt nur die bayerische staat⸗ iche Hagelversicherungsanstalt auf Gegenseitigkeit, ondern fast sämmtliche Hagelversicherungsanftalten jaben in diesem Jahre unguͤnstige Ergebnisse. Die ei der bayerischen Hagelversicherungsanstalt ver⸗ icherten Beschädigten können daher mit 80 pCt. er Schadenssumme wohl zufrieden sein, und die zayerischen Landwirthe geben beinahe einstimmig »em System der Kürzung der Entschädigung vor enem der Nachzahlungen weitaus den Vorzug. f (GEin Irtthum.) Ein schlichtes Bäuetlein am vergangene Woche nach Münmnsche n. Zu— alliger Weise führt ihn sein Weg an einem Ver⸗ teigerungslokale vorbei und neugierig writt er ein. Fin feiner Damenmantel. den er für eine Manns⸗ sacke hiell, erregte seine Sehnsucht und tapfer stei Jerte er drauf ios, bis ihm derselbe auch wirllich bleibt. Groß war seine Enttäuschung, als er feinen Irrthum merkte, allein alles Protestiren nützte Nichts und so mußte er zur Heilerkeit der Anoesenden mit seinem theuer erstandenen Schatze abziehen. Tol z, 18. Oktober. In dem benachbarten Orte Ellbach spielte fich gestern Mittag ein blutiges Drama ab. Der dortige Wirth, ein noch junget hrann, sam mit den deiden Sohnen aus erster khe seiner Frau, Burschen im Alter von 17 und i9 Jahren, fters in Streit, der am Freitag einen angewöhnlich heftigen Charakter annahm. Gesn og nun der Wirth seine Feiertagskleider an 9 schoß mittel eines Revolvers auf seine am —* mit Kirchweihnudelbaden beschaftigte Frau un seinen 19jährigen Stiefsohn. Lehterer wurde n die Stirn getroffen und starb nach wenigen em den, während die Frau nur leicht an der . gestreift wurde. NRach der That eilte der n den benachdarten Wald und erschoß sig Neben seiner Leiche wurden zahlreiche Rebolv zatronen gefunden. p Ueber ein Reiterstüchchen, d Zeiten eines Seidlitz gemahnt und gegenwa Did nilitärischen Kreise in Hannober umsomehr e zugendliche Wagehaise, sondern gereifte mer die Helden desselben sind, meldet das ge „Tageblatt“ folgendes; Bei einer vom rlorps der königlichen Reitschule veranstalte⸗ varforcejagd betheiligten sich nämlich die Gene⸗ Krosigk und v. Versen, und zwar ritten die eiwa dreistündige Jagd ohne Sattel, und Decke auf dem blanken Pferderücken. ver da weiß, welche Hindernisse an Gräben decen bei einem solchen Reiten zu nehmen st im Stande, die Große dieser Leistung ganz hersehen und kann den Jubel verstehen, unter die genannten Herren nach ohne Unfall be⸗ er Jagd sich vom Pferde schwangen. Wo Je Vorbilder leuchten, da muß naturgemäß ein er flotter Reitersinn gedeihen. p. Alle politischen Parieien“ alle religiösen un, alle Berufszweige und alle Stände haben n ihre Zeitungen oder Fachblatt. Nur einem vwichtigen Stande hat bis jetzt ein Blatt ge⸗ dem Brautstand. Diesem längst gefühlten urfnisse abzuhelfen, erscheint deshalb vom 1. d. in Berlin eine „Deutsche Brautzeitung.“ „elbe wird gratis an alle Bräute versandt. deren bungen in den Zeitungen ·veröffentlicht werden. rInseratentheil ist speziell für Geschäfte bestimmt, he Ausstattungsartikel liefern . — AWilhelmshafen, 19. Oktober. Ein meines Aufsehen erregt hier eine Massenver⸗ nung, wie sie vielleicht noch nicht zu verzeichnen vesen ist. Die Weserzeitung meldet darüber: In der kaiserlichen Werft gehörender eiserner ßwasserprahm, welcher längere Zeit im Dienst wesen war, wurde behufs Reinigung des Bodens at. An demselben hatte sich im Laufe der eine bedeutende Menge der hier als Fein⸗ smeckerei unter der arbeitenden Klasse geschätzten uen Miesmuschel (Mytilos edulis) angesetzt, relche von den Arbeitern als willkommene Speise it hach Hause genommen wurden. Der Genuß set in Wasser gekochten Muscheln stellte sich voch in wenigen Stunden als äußerst gefährlich aus, indem bis jetzt 17 Vergiftungsfülle zu tzeichnen sind, von denen 4 nach lkurzer Zeit Tod herbeiführten, 4 wenig Hoffnung auf enesung lassen, die übrigen mehr oder weniger cdenklich sind. Die Wirkung des Giftes war so daß ein Arbeiter schon 1)2 Stunden nach mn Genusse starb. Der einzige Ueberlebende der „Pu gust a“ iunschaft, ein 22 Jahre alter Matrose, ist winemünde geboren, wo seine Eltern noch leben. whatte bereits sechs Jahre auf Kauffahrteischiffen jahten und drei Strandungen mitgemacht, wobei mnmer glücklich gerettet wurde; das erste Mal ader mexikanischen Küste, wo das Schiff verloren ag und er acht Wochen lang am Lande ver ˖ eiden mußte, bevor er in seine Heimath zurüchk⸗ ren konnte. Am 1. Februar d. J. wurde er t Marine ausgehoben und der Besatzung der lugusta“ zugetheilt; später wurde er Steward af derselben. Als die „Augusta“ auf der Fahrt ach Westafrika bei Gibraltar angelangtzwar, wurde von einem Offizier beauftragt, noch einige —X—— w letzte Boot, mit welchem er an Land fuhr. tachdem er den Auftrag ausgeführt hatte, ging er ach der Landungsstelle des Boots, legte die ge⸗ uuften Sachen zu den von dem Koch, welcher mit Im zusammen gefahren war und einen gleichen suftrag erhalten haite, bereits angekauften Gegen⸗ inden hinzu und kehrte wieder nach der Stadt im den Koch, welchen er nicht antraf zu suchen. is et nach einiger Zeit — es war bereits Abend wieder bei der Anlegestelle anlam. wurde er a seinem Schrecken gewahr. daß das Boot bereits nach der „Augusta“ abgefahren war. Nun suchte ein Boot und einen Bootsfahrer zu erlangen, ihn nach dem Schiffe rudern sollte, er konnte der eines solchen nicht habhaft werden und irrte e ganze Nacht danach vergeblich umhder. Als er andern Morgen sich nach der „Augusta“ um⸗ ch, hatte dieselbe bereits die Anker gelichtet und ar fortgesegelt. Unter diesen Umstanden blieb m weiter nichts übrig, als zu dem deutschen Kon⸗ l zu gehen und ihm mitzutheilen, wie es ihm er⸗ angen sei. Dieser sorgte dafür, daß er mit der 8 Gelegenheit nach Wilhelmshafen befördert aurde. Cuch nicht übel.) Vor einigen Tagen fand F rag die Vermaählung des Prinzen Alain Rohan nit der Prinzessin Jobanna Auersberg statt. Nach 4 zem Hochzeitsschmaus reiste das junge Ehepaar mit SZeparatzug nach Sichtow. Der Taufname des zräutigams „Alain“, der den Telegraphistinnen hon manches Kopfzerbrechen bereitete, gab auch iesmal zu einer launigen Depeschen⸗Verstümmelung geranlassung. Von der Endstation der Fahrt des fhepaares langte nämlich noch Abends folgendes Telegramm an: „Glücklich angekommen,. Johanna ÄUtlein.“ Man kann sich vorstellen, wie heiter as stimmte! p Noch nich dagewesen. Aus Pest —X unge, hübsche Blondine in unserer Stadt auf einem Zebiete produziren, auf welchem sie keine Vorgän⸗ erin anzuerkennen braucht. Dieses Gebiet wird ich nämlich unter der Erde befinden, wo sie mehrere „tunden lang in einem von einem Stuttgarter Nechaniker konstruirten „Sicherheitssarge gegen —„cheintod zubringen wird. Das Probebegräbniß dird wahrscheinlich im Thiergarten stattfinden und vill die junge Dame die Probe schon vierzehnmal nit dem besten Erfolge bestanden haben. FElf Arbeiter verbrannten in Folge ines Feuers, welches am Dienstag im Kohlenberg⸗ verk von Bois Duluc bei Brüssel ausbrach. FKopenhagen, 21. Oktober. Als der Ministerpräsident Estrunp heute Nachmittag gegen 3 Uhr nach seiner Wohnung zurückkehrte, feuerte m Thorwege ein junger Mann, angeblich ein guchdrucker, einen Schuß auf ihn ab, der jedoch richt traf. Der Thäter wurde fofort verhaftet. FNewyork 19. Oktober. In Folge des iugenblicklich herrschenden starken Nebels haben in en letzten Tagen drei Eisenbahnzusammenstöße hattgefunden. F Aus Amerika. Einen Selbstwmord eigen⸗ hümlicher Art hat dieser Tage in der pennsylva⸗ uͤschen Stadt Bradford der nur fünfjährige Willie dorf begangen. Einige Tage vorher war sein Zchwesterchen gestorben und der Kleine fragte seine Nutter, ob er dasselbe wieder sehen werde, wenn er n den Himmel komme. Bald darauf fragte er, sb man ihn wohl in den Himmel zum Schwester⸗ hen einlassen wuͤrde, wenn er stürbe. Die Mutter ejahte es, nichts ahnend; sie sagte, er sei gut ge⸗ ug für's Himmelreich. Bald darauf hörte die Muütter einen Schuß, sie eilte in das andere Zimmer ind fand, daß das Kind sich erschossen hatte. 7 Unweit Jersey⸗City in Nordamerika tießen zwei Bahnzüge zusammen, von denen der ine mit deutschen Auswanderern voll besetzt war. Icht Einwanderer wurden getödtet und zehn verletzt. 4 Ein alter Achtundvierziger ist dieser Tage in zatterson (Rew⸗J.) gestorben. Es war dies dr. Franz H. Daeumer aus Böhmen, welcher nit Karl Schurz zusammen studirt, an der badischen stebolution unter Hecker Theil genommen hatte und vegen Hochverraths zum Tode verurtheilt, aber inmitteibar vor der Exekution nebst einem anderen u Festungshaft „begnadigt“ worden war. Beide uchlen dem schweren und erniedrigenden Dienste in er Festung zu entfliehen, allein Daeumer wurde zurch einen Bajonetistich verwundet und sein Ge⸗ nosse durch einen Schuß getödtet. Daeumer wurde jierauf zu lebenslänglicher Einzelhaft verurtheilt, jon welcher er 4 Jahre in Raftatt, Ehrenbreitstein, Hinden und Jülich verbrachte, bis es ihm gelang. nit Hilfe eines alten Schulkameraden aus dem razareth zu entfliehen und als Matrose verkleidet nach London zu gelangen. Hier heirathete er eine kingländerin, allein die Ehe war keine glückliche. ind Daeumer wanderte 1857 nach den Vereinigten Ztaaten aus, wo er sich in Vatterson als Arzt uniederließ. Abschied von der Kanzel. Ein Zrediger in einem kleinen Orte von Wayne County Mich (Nordamerika) nahm in folgenden Worten yvon seiner Gemeinde Abschied: „Meine Vielge⸗ iebten! Unsere Trennung von einander schmerzt uich nicht besonders und zwar aus drei Gründen: ghr liebt mich nicht, Ihr liebet einander nicht und der HZerr liebt Euch nicht. Wenn Ihr mich liebtet, vürdet Ihr meinen Gehalt für die letzten zwei zJahre bezahlt haben. Ihr liebt einander nicht. onst würde ich mehr Trauungen zu vollziehen jaben, und der Herr liebt Euch nicht, sonst würde r mehr von Euch zu sich rufen und ich würde mehr zeichenbegängnisse und Trauergottesdienste haben.“ die Gemeinde nöthigte ihn nicht, zu bleiben. Heilkraft des echten Bienen⸗Honigs. Interessant ist, wie medicinische Autoritäten über hen Werth des echten Bienenhonigs urtheilen. Der inlängst verstorbene Professor und Medizinalrath Dr. Kruckenberg behauptete, der reine, echte Bienen⸗ jonig sei eine wahre Naturarznei. Jede Familie sollte auch heute immer ein Glas einen Bienenhonig im Hause haben, um sofort jach Ertältung und Affektion davon Gebrauch nachen zu können. Manches kostbare Menschenleben vürde dadurch erhalten bleiben. Der Honig ist in wahrer Segen der Menschheit. Die alten dulturväter haben der Biene Altäre gebaut und hr Opfer dargebracht, gewiß aus richtig erkannten Hründen. J Der Honig dient z. B. als Heilmittel: Rekonvaleszenten, d. h. von schwerer Krankheit henesenden, hilft folgendes Getränk bald auf die geine und zu frischer Kraft: Man koche einige röffel Honig mit Gerste und lasse den Patienten äglich etwa J Liter von diesem Krafttrunk trinken. Schwächlichen Kindern gebe man täglich s Liter Nilch, worin 2—3 Löffel voll Honig gekocht wurden, Morgens und Abends die Hälfte getrunken; sie rholen sich bald. Alte eutkräftete Leute stärklt der Honig, wenn ie denselben täglich zum Butterbrod genießen. Blutarme und bleichsüchtige Persönen stärkt und fträftigt Honig mit Roggenbrod oder Grahambrod —X Freien machen Gegen Halsleiden fiede täglich 1—-2 Eßlöffel joll Honig in einem 1 Liter Wasset und nehme tfündlich 2244 Löffel voll davon ein. Gegen Diphtheritis, Halsbraune, gebrauche bei den ersten Anzeichen Honig⸗Einreibungen am Halse ind Umschläge von Honig auf Fließpapier zestrichen. Bei Halsentzündung thue das gleiche. 7 Honig und Gerste in Wasser gekocht und fleißig »avon getrunken ist auch ein gutes Mittel gegen Zusten und Schnupfen. — Oder?: Gegen Husten koche 1 Liter Wasser, treue etwas Roggenmehl darauf und gieße 2—23 röffel Honig dazu, lasse es wieder aufkochen und rinke täglich 1 Liter. Gegen Katarrhalhusten und Seitenstechen hilft donig in Kaffee getruuken. Gegen Blutspeien mit Husten: Honig mit Fenchel in Wasser gesotlen und getrunken. Desgleichen wird Honig mit Knoblauch und Zflaumen (Zwetschen) vermischt, gesotten und ge— runken, große Linderung verschaffen. Wer Gift verschlucke, genieße schnell 4-6 Loöffel »onig, es wird ein wirksames Gegenmittel sein. Für Magenleidende: J Löffel Honig mit *4 Löffel doriander in * Liter Wasser gekocht und stündlich inen Löffel voll eingenommen. Blutreinigendes Abführmittel Honig mit Ziegen⸗ milch gekocht und eingenommen, wirkt gelinde ab⸗ führend. Und so ließe sich noch eine ganze Litanei an⸗ ühren von Krankheitsfällen, in denen der Honig jeilt oder doch lindernd wirkt, denn kurz gesagt ist zer Honig: das erste Nahrungsmitel, die beste Arznei bei Beginn vieler Krankheiten. Der Honig zehört in jeder Hanshaltung, ob reich, ob arm, aglich auf den Tisch! Marktberichte. e Ensheim, 22. Oltober. (Viltualienmarkt.) Butter er /3 Kilo 1 M. 20 Pf., Eier per Dutzend 100 pf. dartoffeln per Kilo O Mk. — Pf. Kraut ver Hundert 0 Mark. Zweibrücken, 22. Oltober. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗ ualienmarkt.) Weizen 9 M. Os Pf., Korn 7 M. 53 f. verste zweireihige d M. — Pf. vierreihige O M. — Pf. s*pelz O M. — Pf., Spelzlern — M. — Ppf., Dinkel . — pf., Mijchfructe7 M. 51 Pf., Hafer 6 W. 8 Pf. Erbsen O M. — Pf. Wicken O M. — Pf., deu 3 M. — Pf., Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. M. 80 Pf., Kartoffeln 1I M. 80 Pf., Weißbrod I/ Kilo 0 Pf., Kornbrod 8 Kilo 538 Pf. Gemischtbrod 3 Kilo 3 Pf., paar Weck 90 GEr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 30 Pf. II Qual. 556 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein J Liter 80 Pf. gier 1 Liter 24 Pf., Butter /2 Kiloar. — pi. zur die Kedenen ⏑—3— TA. Mit sechẽ Pfenngen l ee en e⸗ ründliche Reinigung seines Körpers herbeiführen und hier⸗ urch einem Heer von Krankheiten vorbeugen, welche durch Ztörungen im Ernahrungs⸗ und Verdauungsleben (Ver⸗ topfung. Magen⸗, Leber⸗ und Galleileiden, Hämorrhoidal⸗ eschwerden, Blutandrang, Appetitlofigkeit ꝛc.) hervorgerufen oerden. Wir meinen die Anwendung der Apotheler R. Zzrandt's Schweizerpillen erhältlich à Schachtel Mark 1. — n den Apotheken. Man achte genau darauf, daß jede —„chachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund and den Namenszug R. Brandt's träat 8 J Möbeß F Versteigerung. vamstag. den 7. Uorenmber 1885, Morgens 9 Uhr, zu St. Ingbert in ihrem Wohnhause, lassen die Kinder und Erben der zu St. Ir gbert verstorbenen Eheleute Wilhelm Chandon, früher Bür⸗ germeister und zuletzt noch Privatier, umd Louise Schaller oͤffentlich auf Credit versteigern: 1 Brauerei- und J Brennerei⸗ Einrichtung, bestehend in Kesseln, Gerstenweiche u. 13 Maischbütten, sowie etwa 60 große Lagerfässer, 120 Transportfässer, 1 zwei⸗ spännigen Fuhrwagen, Pflüge, Eggen ?⁊c. St. Ingbert. den 24. Oktober 1885. — Kemmerek. Notar. —— —— — —— — — Das vorschriftzmadige Formular zu Unfall-Anzeigen an die Ortspolizeibehsrden ist vorrättigein4 der Buchdruckerei von B. X. Dęmete. οιοιιααα scll- IDd Gpeige Tute/l Wein-BDitiquetts n aerch können dieselben mit jedem beliebigen Eindruck be. Ball- und Tanzkarten werden sofort angefertigt in der Buch⸗ und Steindruckerei f. X. Demetz, St. Ingbert. ιιιιισσ [— — — Das Confectionsnaus MAX PELI St. Johann a. d. Saar Bahnhofetrasse 668 empfiehlt als besonders preiswerth und in großer Auswahl am Lager habend: Complete Anzüge von Mk. 12 an. Damenregenmäntel von Mk. 6 an. Herbst⸗ u. Winter-Paletots von Mk. 12 an.“ Damenwintermäntel von Mk. 8 an. Einzelne Joppen u. Säcke von Mk. 7 an. Herbstjaquets u. Visites von Mk. 10 an. Einzelne Hosen in reiner Wolle von Mk. 6 an. Tricottaillen in großer Auswahl. Knabenanzüge, Knabenpaletotg. Pelz- und wattirte Räder, Abendmäntel. Wasserdichte Regenpaletots, Reisemäntel und Winter- und Regenmäntel für Mädchen Schlafröcke für Herren. in allen Größen. J Hie Preist verstehen ich ausnahmslos ohne Jeden Abzug nuud fsind auf jedem Sleidungsftüch in druß— “er Iruckschrift vermerkt. IJ z. 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Jeder Kaufer erhält außer einem prachtvollen Oeldruckbild: —8 „ntterglück“ — Zwei Beilagen: 2) Wand⸗Kalender, d) Portemonnaie⸗Kalender welche in ihrer reizend geschmackvollen und prattischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein BPanorama des Rheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illustrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang, 24 Centimeteter breit. Preis des Kalenders mit obigen Unur wei Beilagen, 32 sowie 8 und Rhein⸗ 50 P f cCnnI g! Panorama n j Empfehle mein. gut assortirtes Lager: Ldhbebpover BPIGI, Minzenez in feinstem Stahl und Nickelfassungen. Opt. Artikel ꝛc. ꝛc. Einschleifen von Gläsern in allen Graden. Reparaturen jeder Art. J. Zeitlinger. Illustrirtes Sonntagsblatt Nr. 4. Oruck und Berlag von F. X. Demeß in E Inoben. J Zu haben in der Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ 2002020002000020050000005 Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „Eilgut F. X. Demetz. p Hiezu für unsere Post-Abonnenten basz daeczoodsaen erprohle Lausnlilel dor eente * ⸗ zu haben bei mit Anuer““ conte in roinem nause tedien —Preis bo0 Pfg - ⸗ — Ic J J J — 41* * J B ve * 22 Judgberter Anzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — n 6 84 un ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint ubchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ ut und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1 A.60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Poß bezogen 1.A 754, einschließli v Zustelungsgebuhr. Die Einrückungstebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseralen aus der Pfalz 10 4, bei außerpfaͤlzischen und solch n auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 18 d, Neelamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. v 200. U Deutsches Reina. Berlin, 22. Oltober. Der General' der qanterie z. D. d. Prittwitz und Graffon, wohl ner der altesten preußischen Offi ziere, ist gestern iltag hierselbst im Alter von 91 Jahren gestorben. war als Freiwi lliger 1813 ins preußische Heer getreten und gehörte demselben in altiver Siell⸗ im Ingenieurkorpz 850 Jahre an. 77 gerlin, 28. Oltober.“ Der Kaiser ist wohl⸗ uen wieder hier eingetroffen 32 Berlin,“ 28. Oktober. Die Angabei daß Konferenz am 26. Oktober zusammentritt, wird x für verfrliht gehalten. Noch sind nämlich cht sammtliche Meinungsvperschiedenheiten ausge⸗ ichen. Die Kaisermächte wollen die strikte Wie⸗ rherstellung des gtatas quo ante. England will zeblich Bulgarien Konzessionen machen. Braunschweig, 22. Okltober. Zu Ehren Wahl des Prinzen Albrecht hatten jern bereits viele. Ortschaften Flaggenschmuck, fzüge und Festlichkeiten. Das „Berl. Tagebl.“ lätt sich in der Lage, die Nachricht, der Prinz ide die Regentschaft nicht von hier, sondern von mnobver aus führen, für durchaus unbegründet reichnen zu koͤnnen. J w5 Aunusland. — Radrid, 22. Oltober. „El Liberal“ sagt, man in den spanischen offiziellen Kreisen höchst zufrieden sei mu dem Gebahren des des deuischen ichtlanzleramts, welches, entgegen den diploma⸗ fen Gebrauchen, den Text seiner Note der chenslichleit übergeben habe, bevor noch die Ver⸗ adlungen zu Ende geführt worden seien. Diese ndlungsweise Deuischlands hat die Regierung immt, so viel als irgend moöglich für eine Ver⸗ idigung ihrer · Rolonien im aͤußersten Often zu tgen und den Ankauf von Schiffen und, See⸗ lerial fortzusetznn. Vetersburg, 28. Ollober.“ Das „Journal St. Petersbourg“ dementirt die Wiener lemps. Depesche, wonach die beiden nordischen aisermachte sich über eine territoriale Kompen⸗ tion fur Serbien geeinigt hätten und fügt hinzu, NRachte einigten sich uder eine Aklionsbasiß des Ang quo, wodurch jede derarlige Kompensation —XL 328 Konstantinopel, 23. Oktober.Die thrzahl der Maächte hat der Konferenz zuge⸗ nnt. deren Arbeiten wahrscheinlich am' 26. b. beginnen. * Belgrad, 23. Oltober. Gesiern fand eine athung der Vertreter der Mächte hehufs For⸗ lirung ziner Kellettüpnote au Serbien falt, um nAusbruch der Feindfeligkeiten zu verhindern, d Serbien zu empfehlen, die Resultate der Kon⸗ az abzuwarten. Die Gerüchte von der Demo⸗ uung der serbischen Armeer sind indeß unde— ndet dieselbe solle theilweise erfolgen, wenn Mächte eine „Compensanon“ wenigstens an⸗ ind feststellten. okale und pfalzische Rachrichten. Auch auß Zweibrüden werden Ein diebstahle gemeldet; eine Restauration und onditorei erhielten solch unerwuͤnschten Besuch. vierer begnuͤgte sich der Gast jedoch nicht mi Suhigleiten, sondern nahm auc 60 Vi mit. Pirsen 22 Oklober. Ein eigen. itz Dautel fur Konurrenten wollie ein hiestger daftamann· in Anwendung bringen; derselde AD — 290. Jahrg. hot nämlich einem seiner Arbeiter die ansehnliche Belohnung von 100 Mark, wenn er den betreffen⸗ den Konkurrenten zur Nachtzeit bei'm Nachhause⸗ gehen überfalle und ihn durchprügele. Der Ar⸗ deiter jedoch, welcher früher auch schon bei dem Zeschaftsmann, welchen er auf so zuvorkommende Att und Weise der wohlmeinenden Gesinnungen eines jetzigen Arbeitgebers zu so gelegener Stunde yersichern sollte, beschäftigt gewesen war, verzichtete nuf diese Besoldung und setzte das auserlesene Opfer von dem erhaltenen Auftrag in Kenntniß, von welchem er für entgangenen Verdienst eine angemessene Entschädigung erhielt. — Der Verein Deutscher Ingenieure jält morgen, Sonntag, den 25. Oktober, Vormit⸗ ags 9 Uhr im Gebäude der Industrieschule zu daisersslautern Leine Versammlung mit fol⸗ jender Tagesordnung: 1) Geschäftliche Mittheil⸗ ingen; 2) Bericht über die diesjährige Hauptver⸗ ammlung: Herr Fr. Müller; 8) Ueber Luftwider⸗ jand, Vortrag mit Demonstration: Herr Prof. Dr. dednagel; 4) Mittheilungen aus der Praxis; 5) zesichtigung der neuen Synagoge unter Führung zes Heren Architekten Leuvh. Um 2 Uhr findet ein pmeinschaftliches Mittagessen im „Schwan“ statt. — Die Reihe der Bierprozesse scheint nun an zie pfälzischen Gerichte gekommen. Nachdem kürz⸗ ich zu Frankenthal einige Verurtheilungen statige⸗ unden, sollen nun Auch vor die Sirafkammer daiserblautern zum 10. November mehrere Hierbrauer geladen sein. — Ebertsheim, 21. Oktober. (Neuer gfarrer.) In der heutigen Sitzung des verstärkten vesammipresbyteriums von Ebertsheim, in welcher s sich um Besetzung der erledigten protestantischen gfarrei dortselbfi handelte, vereinigien sich nach der „Pf. Post“ alle Stümmen auf Herrn Pfarrer und Inspektor Guümbel zu Hirschberg. — Zu Oberlustadt wurde am Sonntag in Greis von 75 Jahren in seinem Kämmerlein rhängt aufgefunden. Furcht vor dem Armenhause, »em er überwiesen werden sollte, scheint ihn in zꝛen Tod getrieben zu haben. — Eine durstige Kehle machte dem Weinkeller iner Witiwe zu Hagenbach einen geheimen gesuch. Von 58 Leistungsfähigkeit legten die jeleerten Weinflaschen Zeugniß ab. Sgdließlich nuß der Wein doch wohl seine Kraft, ausgeubt aben, denn der Dieb entfernte sich, ohne den ge⸗ ffneten Hahn eines Weinfäßchens wieder zuzu⸗ rehen, so daß das edle Naß den Boden traͤnkte. der Dieb ist noch nicht entdeckt. * —Neustadt, 17. Oltober. Man theilte der „N. Z.“ Nachfolgendes mit: Gestern sahen vir im hiesigen Schlachthause einen ca. 1j Jahre ilten Stier, der so hochgradig mit Tuberkulose vehaftet war, daß Lunge, Herz, Leber, die ganzen kingeweidy und inneren Fleischtheile von nußgroßen Tuberlelgeschwüren dicht besetzt und zerstört waren. Die im Schlachthause anwesenden Metzger sprachen ich alle übereinstimmend dahin aus, daß ein solch vochgradiger Fall von Tuberkulose in so vorge⸗ chrittener, elelerregender Weise hier noch nichi vorgekommen sei. Trotz dieser Thatsache wurde »em Besitzer, die Erlaubniß ertheilt, die beiden Hinterviertel des kranken Thieres auf der Freibank zuszuhauen, während alles Uebrige vergraben wer⸗ ven muß. Im Interesse der öffentlichen Gesund⸗ deitspflege nehmen wir hiermit Akt von diesem Borfalle, ung eines jeden Commentars enthaltend. — Friesenheim, 21. Oktober. Den 1. Treffer der bayer. Veteranen⸗Lotterie mit 24,000 Mart (Nr. 52,980) gewann Joh. Baumgartner, hens. Eisenbahnbediensteter, dahier. Vermischtes. f Malstatt⸗Burbach, 22. Oktober. Die Berwaltung der Burbacherhütte hat trotz der un⸗ Jjünstigen Zeitverhältnisse auch in diesem Jahre n hochherziger Weise mehrere treue Arbeiter, welche n diesem Jahre 25 Jahre ununterbrochen auf dem Werke beschaftigt waren, reichlich bedacht. Der Jubilare waren es diesmal 12, welche aus Meistern ind Arbeitern bestanden. Jedem derselben über⸗ reichte Herr Generaldirektor Seebohm nach einer herzlichen Ansprache eine prachtvolle Remonioiruhr mit der · Inschrift: 1860 85. Fur 28jahrige reue Dienste in dankbarer Anerkennung. Die Verwaltung der Burbacherhütte.“ Die Uhren be⸗ anden sich in Etuis, welche auf dem Deckel die stamen der Beschenkten tragen. Merzig, 20. Oktober. In einem hie⸗ igen Garten steht laut der „Mz. Zig.“ ein Apfel⸗ äumchen in voller Blüthe. Nippes (heinprovinz), 19. Oktober. Ein kisenbahnbeamter von hier, welcher unlängst auf der Neußerstraße von einem Soldaten, den er wegen seines Betragens gegen eine Frauensperson jur Rede stellte, durch einen Stich mit dem Säbel chwer verwundet wurde, ist heute im hiesigen Ho⸗ pital au den Folgen der erlittenen Verletzungen gestorben. fF Unweit Munstereifel wurde in ver⸗ jangener Woche ein Arbeiter, der beim Holzfällen zeschaftigt war, von einem niederfallenden Baum erschla gen. Als seine Frau die Trauerkunde ver⸗ nahm, hatte sie nichts anderes zum Ausdruck ihrer Betrübniß zu sagen, als die Worte: „Da möchte cch doch gern wissen, wie der Esel sich wieder an⸗ gestellt hat.“ Wittlich, 20. Oktober. In seinem ꝛigenen Verkaufslolal von einem Kunden — zründlich durchgeprügelt zu werden, dieser etwas angewöhnliche Fall pasfirte gestern dem hiesigen Schuhwaarenhändler J. Vor wenigen Tagen ‚atte ein Bauersmann von Neuerburg bei 4J. ein Paar Arbeitsschuhe gekauft. Gestern wollte r nun die Schuhe gegen ein Paar andere umge⸗ auscht haben. Als J. nicht auf den Tausch ein⸗ ehen wollte, wurde der Bauer wüthend und chlug dem verblüfften Händler mit einem genagelten Schuh derart auf den Kopf, daß das Blut hervor⸗ trömte. Damit nicht genug, bearbeitete der rasende Bauer sein Opfer mit einem derben Knüppel. Als J. sich soweit ermannt hatte, daß er um Hilfe chreien konnte, ergriff der tapfere Bauer schleunigst das Hasenpanier, pon dem Schuhwaarenhändier mnd einigen sich anschließenden Nachbarn desselben erfolgt. Nach kurzer Jagd war das schlagfertige Bauerlein ergriffen und wurde im Triumph auf das Polizeiamt geführt 4* PEin Ungküchsmensch. zu Wasser war der Sohn des Oberkriegraths v. Habermaas in Z„tuttgart. Er ging zur ‚deutschen“ Marine cettete sich, als 1878 der „Große Kurfürst“ unter⸗ zing. durch Schwimmen, wäre mit dem Schiff Leipzig“ 1882 beinahe umgestülpt worden, das chließlich ein gewaltiges Loch bekam, wobei er mit Rühe gerettet wurde, worauf er, einen dienstfreien Tag benutzzend, auf die „Sophie“ ging, um die Mannöver zu besichtigen, bei welcher Gelegenheis zie „Sophie“ beinahe in den Grund gebohrt wurd⸗ und dann kam er als Lieutenant auf die „Au⸗ zusta“, mit der er jetzt richtig ertrunken ist. FIn Berlin sind in den letzten Tagen Aufsehen erregende Selbstmorde in erschreckend großer Zahl vorgekommen. Ein Fall jagt den anderen; noch hat man fich von dem Staunen über die neueste That nicht erholt,“ so folgt die aller⸗ neueste. Den Anfang machte ein Schüler, der seine Nichtversetzung nicht überwinden konnte und sich Angesichts der Lehrer in der Aula der Schule rschoß Ihm folgte bald ein anderer Knabe, den ine Rüge des Valers und die Verweigerung von Taschengeld verdrießt. Ein Bankier — scheidet aus dem Leben, angeblich aus Lebensüberdruß; ein Beamter, weil er fich gewaltige Veruntreuungen hat zu Schulden kommen lassen; ein Kaufmann zlaubt fich von unheilbarem Leiden befallen; ein Ingenieur trauert um die Trennung von seiner Frau; und indem wir diese Zeilen schreiben, drängt iich schon wieder die Nachricht zu uns, von einem Referendar, der aus Furcht vor dem Eramen frei⸗ willig aus dem Leben geschieden ist. So ver⸗ schiedenartig anch die Motive zu den unseligen Thaten sindv, zwei Dinge find all' diesen Fällen Jemein:. in allen Fällen haben die Unglücklichen ju einem Revolver gegriffen, und in allen Fällen hefanden fich die Selbstmörder in guten Verhältnissen. 4Berlin. Im Konlordia-Theater zeigt sich gegenwärlig ein Tyroler von wahrhaft erstaunlicher kdrperlange. Derselbe mißt genau 2,278 Meter, st also um eine ganze Elle langer als die son⸗ iigen Durchschnitismenschen. —A Paris, 20. Oktober. Der Ballon „Mo⸗ art“, der gestern Nachmittag von La Villete ufstieg, ist, nachdem er ungeführ 100 Km. weit on einem heftigen Nordostwind getrieben war, bei Fhartres jählings aus einer Höhe von 800 Mir. erabgestürzt. Die im Nachen befindlichen Luft⸗ chiffer Valez und Monate wurden leicht verletzt. 7Gom Seile gestürzi) Bei einer Zeiliänzerproduktion in Protivin riß das Seil, und jer auf dem Seile befindliche Seiltänzer. sammt einem vierjahrigen Kinde ftürzte aus der Hohe jerab auf den Rücken. Das massenhast versam⸗ nelte Publikum wurde von panischem Schrecken egriffen und laute Hilfeschreie ertonten, doch ent⸗ fand glücklicherweise im Zuschauerraume keine Pani⸗ zue. Der Seiltänzer sowie das Kind haben lebens⸗ gefährliche Verlehungen erlitten. 6Glluminirte Grenze) Die Brwach ing der russischen Grenze wird immer origineller. cch einer Neldung des „Oberschl. Anz.“ wird * eytG in finsteren Nachten die ganze Linie. aͤhnlich Schiffsbericht der Red Star Line. die die Bahnhoöfe mit Laternen beleuchtet, so daß Mitgetheili von dem Agenten Hermann Lau ri, St. Ingbmn ‚on einem Posten zum andern das erhellte Terrain Der kgl. Postdampfer Belgenland“, Kapin ibersehen werden kan. WBeynon, welcher am 10. Oktober von Antwerpm Grau, theurer Freund, ist alle abging, ist am —A Theorie.) Die folgende hübsche Anekdote ausyork angekommen. dem Gebiete der „praktischen Mathematik“ etzaͤhl in englo⸗amerikanisches Blatt. Der Lehret hat einen Schülern eben klar gemacht, daß man Gleicht nur zu Gleichem addiren könne, daß zum Beispi 2 Kuͤhe und 2 Pferde zusammen nicht eiwan Zuhe oder 4 Pferde ausmachen. „Aber, Het— Zehrer,“ rief der kleine Sohn eines Milchhändien 2 Quart Milch und 2 Quart Wasser geben doe usammen 4 Quart Milch.“ Der Lehrer muß— ich gefangen geben. — Sterbefäalle. Gestorben: in Ensheim Joh. Wollenschneider ju 79 J. 9 M. alt. in Grünstadt- Frau Franzil⸗ Schulz, geb. Lüttich, in Kaiserslautern Em. Frosh 18 J. alt, in Neustadt a. H. Albin Koch, 404 alt, in Ludwigshafen a. Rh. Karl Schlichier, 50ů J.'alt, in Friesenheim Frau Katharing Kroaut Witiwe, geb. Schmitt, 78 J. alt, in Malßen gurbach Anton Jung, 44 J. all,in Großblütten arf Z0uis Grosz. 70 J. alt. B5 der Allustrirle Peyeristhre 4 232 2 Familien-Kalender — für 1888 ifi erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporten zu beziehen. Der Kalender ist diesmal desonders reich ausgestattet. Ge⸗ müthvolle Erzählungen, prächtige Humoresten, meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den Kaleuder zu einer billigen Leklüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erhoͤl außet einem prachtvollen Oeldruckbild: 7 qνιιν αι— — * —L —— J MWhe Beilagen: 4 a) Wand⸗stalender, h) Portemonnaie Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und praltischen Ausführung w V Jedermann unentbehrlich find Ferner enthält jeder Kalender eiin Panorama des Rheinnsss in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illustrationen. —1 Meter 55 Centimeter lang. 24 Centimeteter breit. * Preis des Kalenders 83 w ehen n Rur wei Beilagen, 245 ——38 sowie Deldruckbild und Rhein ⸗ 50 PFe 1118 Panorama .. Zu haben in der A Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ 200002002ä— 7. 577 29000 IIOÄ3„X In d4 or P og Todes⸗Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern guten Vater, Hroßvater, Onkel, Schwager und Schwiegervater —Peter Schwarz, früher Metager- — n einem Alter von 79 Jahren, versehen mit den hl. Sterbsakramenten Jeute Morgen 2 Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. . Die Beerdigung findet morgen, Sonntag Nachmittag um 143 Uht statt. Unm stille Theilnahme bisten 6 St. In g.ber i, den 24. Oktober 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Gemüthlichkeil. Am Sonutag, den 25. de. Mis, Abends s Uhr- theatralische und musikalische Abendunterhalture i S a VIG VON Nichtmitglieder haben keinen Zutrit. Sit. Ingb ert, den 24. Oktober 1888. ver Ae VWinter-daison erbet inter·aison. Porstand: Eaver. Zonntag den 25. Oktober, im Schweitzer'schen Saale Mustkalisch⸗theatralische Unterhaltung j Anfang792 Uht. A Der Vorstand. Ein Acker in der Lehmkam neben AThiery ca. 213 Morgen zu perkaufen. Von wem? sagt die Expedition ds. glattes. PüChb edermeißen Meuel noch süß nn besten Siehin onrad. Bayerische Bergmannsmütze in elegantester Ausführung mit Joldeten Abzeichen liefert ———— in u 3, ercanc Fische Lambr. Tuche und Buckskins, —Lamas, wollene und halbwollene, — IIemeéden-Flanelle, wollene und baumw. — 74&teiderstoffe, 7Bettfedern, ganz billige und feine, —» H Fegenschirme,- — inen und Halbleinen, 71 Ph. Gottmann. 221 . — Filzhüte iF Durch den Bezug der Hüte im Broßen bin ich im Stande, saäammt⸗ liche Sorten —2* g e Hüte ür Herren, Knaben u Kinder zu den allerbilligsten Preisen zu ver⸗ aufen. Groͤßte Auzwahl in allen Weiten tbets auf Lager. Hermonm Piscltier, ↄ»utlager en gros und en detail demeß in Si. Inabert. empf 1 iele Tausende aben fich nach Durxchsicht —V ——— — ⏑ ⏑⏑—⏑————— e ne insege —— — ⏑⏑— — — ranter ieichviei an welder xrent dee darneder negt versaumen en vug von nichter? öet⸗ e men zu iassen. Sean grei * e ubä Aolat ohne Loften. Des versacumahige dormulor iu R Unfall—Anzeigen m an die Ortspolizeibehorden Dmetæ. XVAL U vzrites zer Buchdruckerei von F'. AX. a⸗ —86 Mar. os Druck und Verlaga von F * x. Jugherter Amzriger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. —A der St. Jugberter Anzeiger? erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ glatt und Sonntags min Sseitiger ilustrirter Beilage. Das Blati kostet vierteljährlich J A 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen .4 75 —, einschließlis 0 ⸗ Zuß⸗ellvngsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 130 H, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Deutiches Reich. Berlin,/ 22. Oltober. Der General der Infanterie z. D. v. Prittwitz und Graffon, wohl iiner der ältesten preußischen Offi ziere, ist gestern Miltag hierselbst im Alter von 91 Jahren gestorben. zr war als Freiwi lliger 1813 ins preußische Heer angetreten und gehörle demselben in altiver Stell⸗ ng im Ingenieurkorps 30 Jahre an. Ber lin, 23. Oktober. Der Kaiser ist wohl⸗ Jalten wieder hier eingetroffen·— —Jñ. Berliu, 28. Oktober. Die Angabe, daß die Konferenz am 26. Oktober zusammentriti, wird hier für derfrüht gehalten. Noch sind nämlich nicht sämmtliche Meinungsverschiedenheiten ausge— glichen. Die Kaisermächte wollen die striklte Wie⸗ derherstellung des 8tatas quo ante. England will angeblich Bulgarien Konzessionen machen. Braunschweig, 22. Oltober. Zu Ehren det Wahl des Prinzen Albrecht hatten gestern bereits viele Ortschaften Flaggenschmuck. zestzuge und Festlichlkeiten. Das „Berl. Tagebl.“ arllaͤti sich in der Läge, die Nachricht, der Prinz werde die Regentschaft nicht von hier, sondern von dannover aus führen, für durchaus unbegründet ezeichnen zu köͤnnen. Auslaud. Madrid, 22. Oktober. „El Liberal“ sagt, aß man in den spanischen offiziellen Kreisen höchst inzufrieden sei mit dem Gebahren des des deutschen teichskanzleramts, welches, entgegen den diploma⸗ ischen Gebräuchen, den Text seiner Note der Zeffennlichkeit üubergeben habe, bevor noch die Ver⸗ andlungen zu Ende geführt worden seien. Diese dandlungsweise Deusschlands hat die Regierung zestimmt, so viel als irgend moͤglich für eine Ver⸗ heidigung ihrer Kolonien im äußersten Osten zu sorgen und den Ankauf von Schiffen und See⸗ malerial fortzusetzen. NMeteraburg. 28. Duiobet. VDas „Journal e St. Petersbourg“ dementirt die Wiener Temps“.Depesche, wonach die beiden nordischen daisermächte sich über eine territoriale Kompen⸗ ation für Serbien geeinigt hätten und fügt hinzu, die Mächte einigten sich über eine Aktionsbasis des dtatus quo, wodurch jede derartige Kompensation misgeschlofsen sei. 1. Konsftantinopel, 23. Oktober. Die Mehrzahl der Machte hat der Konferenz zuge⸗ limmi,“ deren Arbeiten wahrscheinlich am 26. d. Nid, beginnen. Belgrad, 23. Oltober. Gestern fand eine berathung der Vertreter der Mächte hehufs For⸗ nulirung einer Kollektivnote an Serbien statt, um den Ausbruch der Feindseligkeiten zu verhindern, ind Serbien zu empfehlen, die Resultate der Kon⸗ erenz abzuwarten. Die Gerüchte von der Demo⸗ ailisirung der serbischen Armee sind indeß unbe⸗ crundet; dieselbe solle theilweise erfolgen, wenn die Mächte eine „Compensation“ wenigstens an⸗ ähernd Festfstellten. Zokale und pfaälzische Rachrichten. — Auch aus Zweibrücken werden Ein⸗ wuchsdiebstähle gemeldet; eine Restaurativn und w Conditorei erhielten solch unerwünschten Besuch. »m letzterer begnügte sich der Gast jedoch nicht mit den Sußigkeiten, sondern nahm auch 60 Mt. mit. Pirmasens. 22 Oltober. Ein eigen⸗ auiges Mittel fur Konlurrenten wollte ein hiesiger Veschaftsmann. in Anwendung bringen; derselbe Sonntaa, 25. Oktober 1885. qot nämlich einem seiner Arbeiter die ansehnliche gelohnung von 100 Mark, wenn er den betreffen⸗ den Konkurrenten zur Nachtzeit bei'm Nachhause⸗ gehen überfalle und ihn durchprügele. Der Ar⸗ heiter jedoch, welcher früher auch schon bei dem Beschäftsmann, welchen er auf so zuvorkommende Art und Weise der wohlmeinenden Gefinnungen eines jetzigen Arbeitgebers zu so gelegener Stunde gzersichern sollte, beschäftigt gewesen war, verzichtete nuf diese Besoldung und setzte das auserlesent Dpfer von dem erhaltenen Auftrag in Kenntniß, von welchem er für entgangenen Verdienst eine angemessene Entschädigung erhielt. — Der Verein Deutscher Ingenieure zält morgen, Sonntag, den 25. Oktober, Vormit⸗ 'ags 94 Uhr im Gebäude der Industrieschule zu daiserslautern eine Versammlung mit fol⸗ gender Tagesordnung: 1) Geschaftliche Mittheil⸗ ungen; 2) Bericht über die diesjährige Hauptver⸗ ammlung: Herr Fr. Müller; 3) Ueber Luftwider⸗ tand, Vortrag mit Demonstration: Herr Prof. Dr. Recknagel; 4) Mittheilungen aus der Praxis; 5, Besichtigung der neuen Synagoge unter Führung des Heren Architekten Levy. Um 2 Uhr findet ein pmeinschaftliches Mittagessen im „Schwan“ statt. — die Reihe der Bierprozesse scheint nun an die pfälzischen Gerichte gekommen. Nachdem kürz⸗ lich zu Frankenthal einige Verurtheilungen stattge⸗ zunden, sollen nun auch vor die Strafkammer daiserßlautern zum 10. November mehrere Bierbrauer geladen sein. — Ebertsheim, 21. Oltober. Meuer Pfarrer.) In der heutigen Sitzung des verstärkten Sesammtpresbyteriums von Ebertsheim, in welcher ;s sich um Besetzung der erledigten protestantischen gfarrei dortselbst handelte, vereinigten sich nach der „Pf. Post“ alle Stimmen auf Herrn Pfarrer und Inspektor Gümbel zu Hirschberg. — Zu Oberlustadt wurde am Sonntag in Greis von 75 Jahren in seinem Kämmerlein zrhängt aufgefunden. Furcht vor dem Armenhause, dem er überwiesen werden sollte, scheint ihn in den Tod getrieben zu haben. — Eine durstige Kehle machte dem Weinkeller einer Wittwe zu Hagenbach einen geheimen Besuch. Von seiner Leistungsfähigkeit legten die geleerien Weinflaschen Zeugniß ad. Schließlich nuß der Wein doch wohl seine Kraft ausgeübt saben, denn der Dieb entfernte sich, ohne den ge⸗ jffneten Hahn eines Weinfäßchens wieder zuzu⸗ »rehen, so daß das edle Naß den Boden tränkte. Der Dieb ist noch nicht entdect. — Neustadt, 17. Okltober. Man theilte der „N. *5 Nachfolgendes mit: Gestern sahen vir im hiesigen Schlachthause einen ca. 13 Jahre alten Stier, der so hochgradig mit Tuberlulose »ehaftet war, daß Lunge. Herz, Leder. die ganzen Tingeweide und inneren Fleischtheile von nußgroßen Tuberkelgeschwüren dicht besetzt und zerstoͤrt waren. die im Schlachthause anwesenden Metzger sprachen ich alle übereinstimmend dahin aus, daß ein solch Jochgradiger Fall von Tuberkulose in so vorge⸗ chrittener, ekelerregender Weise hier noch nicht hyorgekommen sei. Trotz dieser Thatsache wurde em Besitzer die Erlaubniß ertheilt. die beiden dinterviertel des kranken Thieres auf der Freibank uszuhauen, während alles Uebrige vergraben wer⸗ »en muß. Im Interesse der öffentlichen Gesund⸗ seitspflege nehmen wir hiermit Akt von diesem —XV — Friesenheim, 21. Oktober. Den 1. 20. Jahrg. Treffer der bayer. Veteranen⸗Lotterie mit 24,000 Mark (Nr. 52,980) gewann Joh. Baumgäriner, vens. Eisenbahnbediensteter, dahier. o⸗Ait Bermischtes. 4Malstatt⸗Burbach, 22. Oktober. Die Verwaltung der Burbacherhütte hat trotz der un⸗ günstigen Zeitverhältnisse auch in diesem Jahre in hochherziger Weise mehrere treue Arbeiter, welche in diesem Jahre 25 Jahre ununterbrochen auf dem Werke beschäftigt waren, reichlich bedacht. Der Jubilare waren es diesmal 12, welche aus Meistern und Arbeitern bestanden. Jedem derselben über⸗ reichte Herr Generaldirekior Seebohm nach einer herzlichen Ansprache eine prachtvolle Remontoiruhr mit der Inschrift: „1860 -85. Füur 265jährige reue Dienste in dankbarer Anerkennung. Die Berwaltung der Burbacherhütte.“ Die Uhren be⸗ janden sich in Etuis, welche auf dem Deckel die Namen der Beschenkten tragen. Merzig, 20. Oktober. In einem hie⸗ aigen Garten steht laut der „Mz. Zig.“ ein Apfel⸗ däumchen in voller Blüthe. F Nippes (Kheinprovinz), 19. Oktober. Ein Fisenbahnbeamter von hier, welcher unlängst auf der Neußerstraße von einem Soldaten, den er vegen seines Betragens gegen eine Frauensperson zur Rede stellte, durch einen Stich mit dem Säbel chwer verwundet wurde, ist heute im hiesigen Ho⸗ pital an den Folgen der erlittenen Verletzungen gestorben. f Unweit Münstereifel wurde in ver⸗ jangener Woche ein Arbeiter, der beim Holzfällen deschaäftigt war, von einem niederfallenden Baum ecschla gen. Als seine Frau die Trauerlunde ver⸗ ahm, hatte sie nichts anderes zum Ausdruck ihrer Betrübniß zu sagen, als die Worte: „Da moöchte ich doch gern wissen, wie der Esel sich wieder an⸗ zestellt hat.“ F Wittlich, 20. Oktober. In seinem eigenen Verkaufslokal von einem Kunden — zründlich durchgeprügelt zu werden, dieser etwas ingewoͤhnliche Fall passirte gestern dem hiesigen Z„chuhwaarenhändler J. Vor wenigen Tagen jatte ein Bauersmann von Neuerburg bei J. ein Paar Arbeitsschuhe gekauft. Gestern wollte r nun die Schuhe gegen ein Paar andere umge⸗ auscht haben. Als J. nicht auf den Tausch ein⸗ gehen wollte, wurde der Bauer wüthend und chlug dem verblüfften Händler mit einem genagelten Schuh derart auf den Kopf, daß das Blut hervor⸗ trömte. Damit nicht genug, bearbeitete der rasende Bauer sein Opfer mit einem derben Knüppel. Als z. sich soweit ermannt hatie, daß er um Hilfe chreien konnte, ergriff der tapfere Bauer schleunigst das Hasenpanier, von dem Schuhwaarenhändler ind einigen sich anschließenden Nachbarn desselben jerfolgt. Nach kurzer Jagd war das schlagfertige Bäuerlein ergriffen und wurde im Triumph auf das Polizeiamt geführt. Ein Ungkücksmensch zu Wasser war der Sohn des Oberkriegraths v. Habermaas in Stuttgart. Er ging zur ‚deutschen“ Marine rettete sich, als 1878 der „Große Kurfürst“ unter⸗ zing. durch Schwimmen, wäre mit dem Schiff ‚Leipzig“ 1882 beinahe umgestülpt worden, das chließlich ein gewaltiges Loch bekam, wobei er mit Muühe gerettet wurde, worauf er, einen dienstfreien Tag benutzend, auf die „Sophie“ ging. um die Mannöver zu besichtigen, bei welcher Gelegenheit die „Sophie“ beinahe in den Grund gebohrt wurde und dann kam er als Lieutenant auf die „Au⸗ qusta“, mit der er jetzt richtig ertrunken ist. FIn Berlhin sind in den letzten Tagen Aufsehen erregende Selbstmorde in erschreckend gzroßer Zahl vorgekommen. Ein Fall jagt den anderen; noch hat man fich von dem Staunen über die neueste That nicht erholt, so folgt die aller⸗ neueste. Den Anfang machte ein Schüler, der seine Nichtversetzung nicht überwinden konnte und sich Angesichts der Lehrer iin der Aula der Schule erschoß. Ihm folgie-bald ein anderer. Knabe, den eine Rüge des Vaters und die Verweigerung von Taschengeld verdrießt. Ein Bankier scheidet aus dem Leben, angeblich aus Lebensüberdruß; ein Beamter, weil er fich gewaltige Veruntreuungen hat zu Schulden kommen lassen; ein Kaufmann glaubt sich von unheilbarem Leiden befallen; ein Ingenieur trauert um die Trennung von seiner Frau; und indem wir diese Zeilen schreiben, dräng “u schon wieder die Nachricht zu uns von einem eferendar, der aus Furcht vor dem Examen frei— willig, aus dem Leben geschieden ist. So ver— schiedenartig auch die Motive zu den unseligen Thaten sind, zwei Dinge sind all' diesen Fällen gemein: in allen Fällen haben die Unglückichen zu einem Revolver gegriffen, und in allen Fäller befanden sich die Selbstmörder in guten Verhältnissen. 7 Berlin. Im Konlordia⸗Theater zeigt sich gegenwärtig ein Tyroler von wahrhaft erstaunlicher Koͤrperlange. Derselbe mißt genau 2,278 Meter ist also um eine ganze Elle langer als die son—⸗ stigen Durchschittsmenschen. 7 Paris, 20. Oktober. Der Ballon „Mo— jart“, der gestern Nachmittag von La Villete aufstieg, ist, nachdem er ungefahr 100 Km. wei von einem heftigen Nordostwind getrieben war, bei Thartres jählings aus einer Höhe von 800 Mtr herabgestürzt. Die im Nachen befindlichen Luft chiffer Valez und Monate wurdeu leicht verletzt 37GBam Seile gestürzt) Beieiner Seiliänzerprodnktion in Protivin riß das Seil, und der auf dem Seile. befindliche Seiltänzer sammt seinem vierjährigen Kinde ftürzten aus der Höhe herab auf den Rücken. Das massenhast versam⸗ melte Publikum wurde von panischem Schrecken ergriffen und laute Hilfeschreie ertönten, doch ent⸗ stand glücklicherwelse im Zuschauerraume keine Pani— que. Der Seiltanzer sowie-das Kind haben lebens⸗ zefährliche Verletzungen erlittn. 2* Glluminirte Grenze) Die Brwach⸗ ung der russischen Grenze wird immer origineller. Fur die Redaltion verantwortlich: F. äX. Demes. Nach einer Meldung des „Oberschl. Anz.“ wird — 2 — jetzt in finsteren Nachten die ganze Linie, ähnlich Schiffsbericht der Red Star Line. wie die Bahnhofe mit Laternen beleuchtel, so daß Mitgetheilt von dem Agenten Hermann Laur, St. Ingben bon einem Posten zum andern das erhellte Terrain Det lgl. Postdampfet Belgenland“, —Kapitän übersehen werden lan.. Beynon, welcher am 10. Oltober von Antwerper FcGrau theurer Freund, ist alle abging, ist am 21. Oktober wohlbehalten in! New— Theworie.) Die folgende hübsche Anekdote aus j york angekommenn. ————— — — —RXL — J 22 * J 1 Familien-Kalender für 188868 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colpotteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge⸗ müthvolle Erzählungen, prächtige Humoreslen; meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den Kalender zu einer billigen Leklüre ersten Ranges. Jeder Kaͤufer erhält außer einem prachtvollen Oeldrudbildd α „Mutterglükke —— Z3Zwei Beilagen;— a) Wand⸗Kalender, b) Portemonnaie Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und praltischen Ausführung fur 8. Jedermann unentbehrlich find Ferner enthält jeder Kalender ein . . 51 RPanorama des Rheinss in roth, blau und schwarz gedrucht, mit 44 Illustrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang, 24 Centimeteter breit. Preis des Kalenders ——— * wan An — wei Beilagen, J 2 sowie Oeldruckbild und Rhein⸗ 50 P f 0 IM 18 Panorama .. ZZu haben in der Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ 2222 7SDS.. XCOC Musilverein idelia. , 7B d or P 0 gt — F — dem Gebiete der „praltischen Mathematik“ erzahi. zin englo⸗amerikanisches Blatt. Der Lehrer a einen Schülern eben klar gemacht, daß man Gleiches nur zu Gleichem addiren koͤnne, daß zum Beispi— 2 Kühe und 2 Pferde zusammen nicht ewaä Kühe oder 4 Pferde ausmachen. „Aber, Herr Lehrer.“ rief der lleine Sohn eines Milchhändien „2 Quart Milch und 2 Quart Wasser geben dog zusammen 4 Quart Milch.“ Der Lehrer mußn ich gefangen gebn. — Sterbefälle. Gestorben: in Ensheim Joh. Wollenschneider jr. 79 J. 9 M. alt, in Grünftadt Frau Franzil⸗ Schulz, geb. Lüttich, in Kaiserslantern Em. Frosch 18 J. alt, in Neustadt a. H. Albin Koch, 10 J alt, ini Ludwigshafen a. Rh. Karl Schlichier, 509 J. alt, in Friesenheim“ Frau Katharina Krau Wittwe, geb. Schmitt, 78 J. alt. in Malstatn. Burbach Anton Jung, 44 J. allt in Großblillerz vorf Louis Grosz, 70 J. alt. — c EF 424 — —* Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern guten Vater, Großvater, Onkel, Schwager und Schwiegervater —Peber Schwarz;, I früher Metzger- in einem Alter von 79 Jahren, versehen mit den hl. Sterbsakramenten heute Morgen 2 Uhr zu sich in die Ewigkeit abzurufen. .* Die Beerdigung findet morgen, Sonntag Nachmittag um 1633 Uhr statt. Um ftille Theilnahme bitften Si. Ingeber t, den 24. Oltober 1888. Die trauernden Hinterbliebenen. —Gemülhhlichkeit. Am Sonntag, den 25. do. Nts. Abends 8 Uhr, theatralische und musikalische Abendunterhaltun im 8B 10VOnm ILOI Nichtmitglieder haben keinen Zutritt. St. Ingbert, den 24. Oktober 1885. Der Sonntag . Ottober, im Schweitzer'schen Saale Musißalisch⸗theatralische XUnterhaltung. Lambr. Tuche und Buckstin — — ambr. Tuche und Buckskins, — Lamas , wollene und halbwollene En ——— tb I w verkaufen. IIXRIR lan —X wollene und baumw.Von wem? sagt die Erpedition ds. IJ Kleiderstoffe,— dlattes. ET Bettfedern, ganz billige und feine erenschir , rinen und Salbleinen, 5 Ph. Gottmann. 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Ban schreibe einfo⸗ eine Nosttarte and die Zusendung erfolat ohne LAosten. erau Uustrirtes nn⸗ 10 prarte vart. 454 43. »u Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des koͤnigl. Amtsgerichts St. Ingbert. r ‚St. Jugberter Anzeiger“ ersqheint wbchentlich füufmal: Um Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ un und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 4 60 H einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen PJc 754, einschließli JA Zuftellunggebuhr. Die Einrückungsgebührr far die 4gespaltene Sarmondieile vder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —0, bei außerpfälzischen und solaun auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 136. Neclamen 80 6. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 210. Montag, 26. Oktober 18.8. 20. Jahrg. Seutsches eich. Se. Maj. der König von Bay ern verweilt ne nächste Zeit am Linderhof und soll gegen Ende ez Monats auf drei Wochen die Münchener Re⸗ denz beziehen. München, 22. Oktober. Die Frage einer atlichen Mobitiarversicherung ist noch nicht abge⸗ lossen. Die Regierung holt sich noch weiteres aterial ein und wird dann im Ministerium des mern eine Kommission tagen welche einen an e Kammer zu bringenden Gesetzentwurf aus⸗ rbeiten soll. Hinter den Koulissen wird allerdings on seiten der privaten Versicherungsgesellschaften les aufgeboten, um das Projekt einer staatlichen dobiliarbersicherung hintanzuhalten, es wird auch ie Zengnißzwangsaffaire des Redalteurs Boshart iefür ausgenützt und die Stellung des Direktors er Brandversicherungskammer, Hrn v. Jodelbauer, er als ein Freund der staatlichen Mobiliarver⸗ cherung gilt, zu erschüttern versucht, aber trotzdem ürften alle die Praktiken mißlingen. Die Regie⸗ ing muß den so laut und dringend geäußerten dünschen der landwirthschaftlichen Kreise nachgeben und eine Vorlage bringen. Munchen, 240 Oklober. (Abgeordneten ⸗ mmer.) Bei Berathung der Abänderungen zum zesetze über die Branntweinbesteuerung spricht der eferent, Graf, Preysing, den Dank der Landwirth⸗ chaft für die erleichternden Regierungsvorschläge us. Der Finanzminister erklärt gegenüber den dbgg. Weiß und Wagner eine etwaige Rückkehr uut Malzbesteuerung für den größten Fehler; wei— etre Erleichterungen verbiete die Rücksicht auf die lebergangsabgaben. Ein Vermittelungsantrag des Abg. Lindenfels mit Riedel's Beistimmung wurde ingenommen, wonach die gewerblichen Brennereien is zum 1. Mai 1888 einem Maischraumaufschlag nterliegen, wofern sie unter 150 Hektoliter Raum⸗ ihalt bemaischen. Das ganze Gesetz wurde schliek⸗ d einstimmig augenommen.. BSerlin, 24. Oktober. In einem die Ab⸗ ordnetenwahlen behandelnden Artikel sagt die dorddeutsche Allgemeine Zeitung“:: Jene Par-⸗ ren nun, welche die Regierung unterstützen und it ihr gemeinsam an den großen Aufgaben des taatslebens atbeiten wollen, welche die monar⸗ ischen Traditionen des preußischen Staates er⸗ uten, den christlichen Geist pflegen. welche auf⸗ auen und nicht stürzen wollen, sind: Konservative und ationalliberale. Diese Par teien sind unbeschadet ex bestehenden Meinungsver schiedenheiten im ein⸗ einen bereit, sich der positiven erhaltenden und eformirenden Arbeit in dem Geisie zu unterziehen, er die Politik unseres glorreichen Kaisers und donigs stets beseelt hat Den Urwählern also, elche Frieden im Lande haben und welche bei⸗ tagen wollen, daß Preußens und damit Deutsch⸗ nds Größe und Kraft nach Innen und Außen achse und gedeihe, kann die Entscheidung, wen zu wählen haben, nicht schwer fallen. Am chersten werden sie auch diese Entscheidung treffen, venn sie dei Erfüllung ihrer Wahlpflicht den dahlspruch jedes Patrioten im Herzen tragen: Nit Gott für König und Vaterland! Mit Gott r Kaiser und Reich! Nachdem der franzdsische Botschafter von ciedrichsruh nach Berlin zurückgekehrt war, at auch der Italienische Botschafter den Reichs⸗ miler besucht. Nach der „Kreuzz.“ soll die Altersund Invaliditätzversicherung der Arbeiter « nicht auf Genossenschaftsbeiträge, sondern auf S„teuern basirt werden, und soll u. A. eine Abän⸗ »erung der Besteuerung des Spiritus zu diesem Zzwecke ins Auge gefaßt sen. Bisherigen Meldungen entgegen wird es, der Kreuzzig.“ zufolge, jetzt in Bundesrathskreisen ür nicht wahrscheinlich gehalten, daß dem Reichs⸗ age in seiner bevorstehenden Session der Entwurf um Bau des NordostseeKanals zugeht. In Baden haben bei den Landtags⸗ vahlen die Nationalliberalen bedeutende Erfolge uf Kosten der Klerikalen errungen. Bisher sind 22 nationalliberale und 5 klerikale Abgeordnete, owie ein demokratischer Abgeordneter gewählt, in wei Wahlbrezirken ist das Ergebniß noch nicht be— timmt festgestellt. die Rabenmutter, welche in einer der an dem Schwarzbach liegenden Ortschaften zu suchen sein zürfte, zu ermitteln. — Kaiserslautern;, 23. Oktober. Das „Pf. Vol.“ schreibt: Herr Emil Thieme und Herr S„chwuchow, Redakteur der „Neust. Ztg“, liegen sich immer noch in den Haaren, und da beide derren an Fr—eimüthigkeit einander nichts nach⸗ jeben wollen, sind sie bereits bei der Titulation Flegel angelangt. Herr Thieme nun, der eine ganz eigenthümliche Manier, fich zu vertheidigen, und der sofort nach dem Polizeistock ruft, wenn er sich veleidigt glaubt, sendet uns folgenden Schreibebrief: „In der heutigen Nr. der „Neust. Ztg.“ befindet ich eine Briefkastennotiz, ich sei gelegentlich des iationalliberalen Parteitages in Neustadt aus dem Breßbureau hinausgewiesen worden. Das ist un⸗ vahr und werde ich gegen die „Neust. Ztg.“ kla- gend vorgehen, was ich Ihnen fär den Fall mit⸗ theile. daß Sie von dem Artikel der „Neust. Ztg.“ in Ihrem Blatte Notiz nehmen. Achtungsvoll! Thieme.“ GVorsicht ist die Mutter der Weisheit.) — Am 15. November d. J. wird der Ver⸗ bandstag des Pfäl zischen Gewerbever— zin⸗Verbandes in Ludwigshafen abgehalten verden. Den Haupigegenstand der Tagesordnung vird die Arbeiterschutzgesetzgebung bilden, die schon nuf dem Delegirtentage zu Kirchheimbolanden zu ebhaften Debaten Anlaß gegeben hat. Auch der Ldandtags⸗ und Reichstagsabgeordnete Dr. A. Buhl vird den Verhandlungen beiwohnen. Ferner wird nuf dem Verbandstage die Frage der Sonntagsruhe ur Erörterung gelangen. Dem Pfaäalzischen Ge⸗ verbevereins⸗Verbande gehören z. Z. 15 Vereine an. Anuslanud. Paris, 23. Oktober. Gerüchtweise verlautet, ofori nach Zusammentritt der Kammer werde der Antrag auf Ausweisung der Prinzen eingebracht verden. Die Regierung solle dem Antrage günstig ein. Die Prinzen seien auf diesen Fall gefaßt and hätten bereits ihre Maßregeln getroffen. Sosia, 285. Oktober. Wie gemeldet wird, iberschritten serbische Truppen gestern Abend die hvie Grenze' bei Klisoura in der Richtung nach Trin. Nähere amiliche Berichte liegen nicht vor. Konstauntinopel, 25. Oktober. Die neisten Botschaster haben bereits ihre Instruktionen erhalten. die Instruktionen für den englischen Bot⸗ chafter sind noch nicht eingetroffen. Dem Ver—⸗ rehmen nach soll der französische Botschafter stoailles instruirt sein, in dem Falle, daß die donferenz beschließen würde,“ eine Somation an )en Fürsten Alexander, zu richten, gewisse Vorbe⸗ jalte zu machen, da dies Sache der Pforte und nicht der Konferenz sei. Graf Corti erwartet tleichfalls für diesen Fall noch Instruktionen. Vermisßchtes. F Straßburg, 24. Oktober. Fürst dohenbohe wird am 31. Oktober zu defini⸗ ivem Aufenthalt hier eintreffen. fFEuskirchen, 24. Oktober. Die Weber'sche Tuchfabrik, eine der größten hiesigen Fabriken, st ein Raub der Flammen und dadurch sind nach dem „Bonner Tabl.“ über 100 Arbeiter brotlos zeworden. fFFrankfurt, 22. Oktober. Im Jahre 1877 starb dahier ein wohlhabender Herr, der eine Wittwe und eine Tochter hinterließ. Unlängst tarb die Wittwe und setzte vor ihrem Ende ihre Tochter zum alleinigen Erben ein. Bei Eröffnung des Testaments stellte es sich heraus, daß die beiden Verstorbenen nur die Pflegeeltern des jungen Madchens gewesen waren. Das Mädchen war neugierig. zu erfahren, wer eigentlich ihre Eltern seien, und durchstöberte alle Briefe und Papiere, velche sich in der Hinterlassenschaft vorfanden. Auf dem Papier. das die Jahreszahl 1861 itrug, var zu lesen, daß der Baron E. und die Baronin R. den verstotbenen Eheleuten 15,000 Franken jür Erziehung ihres Kindes, welches in Homburg y. d. H. geboren worden war, gezahlt hatten. Das Mädchen machte alles, was verkaufbar war, zu Geld und begab sich mit einem Baarvermögen von 47,000 Mk. nach Lyon, woselbst, wie aus den vorgefundenen Papieren hervorging, seine wahren Eltern im Jahre 1861 ansassig gewesen varen. Das Maͤdchen erkundigte sich in Lyon ind erfuhr, daß die Gesuchten im Jahre 1870 jach Paris übergesiedelt seien, worauf es sich nach Zaris verfügte. Nach langem Hin; und Herfragen jei den dortigen Behörden erfuhr das Maädchen, daß sein Vater im Jahßre 1871 in einem Gefechte Lokale und pfälzische Nachrichten. A St. Ingbert, 26. Oktober. Die mu— ikalisch-theatralische Unterhaltung, velche der Verein „Gemüthlichkeit“ gestern Abend m Horst'schen Saale dahier veraastaltete, war von den Mitgliedern des Vereins sehr zahlreich besucht ind hatte den schoͤnsten Verlauf. Unter den Nummern des Programms war es zunächst das Duett „Der Tauberer“ für Sopran und Tenor, welches allgemeine heiterkeit hervorrief und die in obengenanntem Vereine ibliche „Gemüthlichkeit“ anbahnte. Bei Aufführung er Posse: „Freiwillige Feuerwehr“ leisteten die Z„pielenden ihr Moͤglichstes; besonders wurde der achtwächter Krummfuß seiner Aufgabe gerecht. toch verdienen die Männerchöre rühmlicher Er— ähnung. indem sämmtliche mit entsprechender Prä⸗ ision zum Vortrag kamen. — Zum Schlusse der Unterhaltung fand ein Ball statt, welcher die üngeren Mitglieder des Vereins bis zu früher Z„tunde vereinigte. — Zweibrücken, 24. Oltober. (Kinds⸗ nord?) Gestern Nachmittag sah die mit Waschen zeschäftigte Frau König bei der Dümmler'schen Herberei eine männliche Kindsleiche im Schwarzbach reiben. Das Kleine, welches leichte, wohl von »en Mühlrädern herrührende Verletzungen an der inen Schulter hatte und allem Anscheine nach. hon längere Zeit im Wasser lag, wurde sofort zeländet. Hoffentlich gelingt es unserer Polizei, mit den Deutschen erschossen, worden sei die Mutter lebe jedoch noch und wohne in einer der feinsten Straßen von Paris. Das Maädchen suchte nun die Dame auf, und wurde auch, nachdem konstatiert war, daß diese seine Mutter sei, aufs herzlichste aufgenommen. Seit vierzehn Tagen fährt nun das Mädchen an. der⸗Seite seiner Mutter als Fräulein von E. in Paris spazieren. Den armen Verwandtem der ehemaͤligen Pftegeeltert -so schließt das Int.⸗Bl.“ seine Eczaͤhlung — sandie die eutter des Madchens einige Tausend Frank als Geschent. J F München, 23. Oktober. Die Einnahme der bayerischen Staaisbahnen des laufenden Jahres bis Ende September beziffert sich auf 59,484,208 Mark, gegen die gleiche Zeitperiode des Vorjahres weniger um 1,437. 819 Mark. —7 Ein Grabdenkmal für Gustav Nach⸗ tigal Eine Anzahl von geographischen und derwandten Gesellschaften Deutschlands hat beschlossen, die Ruhestätte Gustav Nachtigal's, der bekanntlich am 20. April d. J. an Bord des Kreuzers, Möve“ verschied und auf Kap Palmas bestattet wurde durch ein Grabdenkmal zu schmücken. Zur Aus— führung dieses Vorhabens wenden sich die Gesell⸗ schaften, im Hinblick auf die Bedeutung Nachtigal's und auf die allgemeine Trauer um seinen Verlust, an alle Deutschen mit der Bitte um Beiträge, welche im Bureau der „Gesellschaft für Erdkunde.“ Berlin W., Friedrichstraße 191, entgegengenommen werden. 7 Die Antwerpener Polizeibehörde macht bekannt, daß sie während der Dauer der Ausstell⸗ ung im Ganzen 577 Taschendiebe verhaftet hat, die nach ihrer Nationalität 211 Deutsche, 117 Belgier, 63 Holländer, 35 Engländer und 19 Franzosen waren. Padtriotische Tröster wollen wissen, daß nur deßhalb so wenig Franzosen und Engländer gefangen wurden, weil die franzöfischen und englischen Spitzduben geriebener wären und sich nicht so leicht fangen lieken. Von dem Prospekt einer Riesenbrücke über die Straße von Messina berichten jetzt 7Thee-Imhort. Souchong extra fein Mt. 1. 55 sehr sein , 1.30 . fein . 1.05 Congo fein..., 0.80 per Dose aä 125 Gramm empfiehlt DJ. Poters, St. Ingbert. Ein Acker in der Lehmkaut neben Thiery ca. 22 Morgen zu verkaufen. Von wem? sagt die Expedition ds Blattes. Szilianische Blaͤstet mit dem —A daß der umfassende Plan bereits dem Ministerium *der öffentlichen Arbeiten unterbreitet sei. Die Brücke würde zwischen Ganzivi und der Punta del Pizzo konstruirt werden⸗ wo das Meer *eine Breite von 4 Kilometer und eine Tiefe von 100 Meter hat Nach dem Plan joll die Brücke aus Stahl herge stellt werden und soll aus drei mittleren Bogen vot ge SOO. Meter Lange destehen. In der, Mitte sollen zwei Eisenbahngeleisen-gelegk werden. Das bis auf zwanzig Meter Entfernung an das Meeres niveau reichende Fundament will man aus Granit massen herstellen.. Auf dieser Basis sollen sich dann die Pfeiler aufbauen, welche aus durch hy⸗ draulischen Mörtel verbundenen Granitsteinen kon struirt werden und 10 Melterüber den-Meeres piegel hervorragen sollen. Die Mauerarheit unter dem Wasser muß untker Benutzunge von Senkkästen geschehen, *int⸗ weiche· komprimirte· Luftgepump· wird. Die mittleren Bogen werden eine freie Weite von 340 Meter und eine Scheitelhöhe von 100 Meter haben. Die Breite der Brücke soll an den Pfeilern 60 Meter, in der Mitte, zwischen den Pfeilern 20 Meter betragen. Nach dieser Be⸗ ichreibung würde das neue Riesenbauwerk alle bis jetzt existitenden. Bogenbrücken an Großartigkeit übertreffen. FM. Stuard Kumberland, der wohl⸗ bekannte Gedankenleser, experimentirtgegenwärtig im Pyramidenlande vor dem Khedive, der sich ihn zleich nach seiner Ankunft vom Baron Malorie zorstellen ließ. Nach mehreren überaus interessan— ten Experimenten bat Kumberland den Khedive, ich doch mehrere arabische Wörter denken zu wollen, damit er dieselben nachher geschrieben wiedergebe, obgleich er (der Künstler) von dieser Sprache auch nicht das Mindeste verstände. Der Vizekönig wählte zuerst das Wort Aziz, dann Abbas die Kumberland zum Staunen des anwesender Hofes bei verbundenen Augen, ohne? zu zoͤgern mit festen arabischen Schriftzeichen fehlerlos nieder chrieb. BGemeinniüntziges. Eteinlohlenasche.) Der Winter steht dor de Thüre. Der Verbrauch an Steinkohien — benso mehren sich auch die Rückstande von — Steinkohlenasche aber ist bei Vielen Sein fehr her. achteter Gegenstand, der — vermeintlich werthloe — in den meisten Füllen bisher noch wenig vendet,oft sogar perschleudert wird. Und trotzdem gat die Steinkohlenasche rinen bedeutenden Werth In nassen und schweren Gartenböden bringt fien durch einen Drahtfieb geworfen — einen unberechen, baren Vortheil. Mit dem Spaten, gehörig unfer. gebracht,macht sie, Die Erde locker, bewirkt ein besseres Eindringen-Dere äußeren Atmosphäre und befördert. das Wachsthum. Alle Gattungen gedeihen in dieser Erde vortrefflich, besonders Hülsenfrüchte Ein zweiter Nutzen ist die Vertilgung der · nachten Gartenschnecke und der Regenwürmer; durch? dar Aufftreuen der Asche auf die Beete. Auch der Oekonomie bringt die Steinkohlenasche großer Nutzen. Nicht mur wird sie der Komposterd beigemischt, sondern sie macht auch jeden tiefen undurchlässigen, sauren Boden kulturfähiger. Daß Nämliche gilt bei nassen und sauren Wiesen, wenr sie etwa 42—25 Centimeter hoch mit dieser Asch. übecführt werden. Schon bald ist der gute Erfoi— wahrnehmbar: Moos und saure Graser berschwinden nach und nach und an ihre Stelle tritt der weiß Wiesenkllee, welcher sich dicht stellt und ein quies reichliches Futter bietet. Fur die Redaktion veranwortlich: F. X Demeß schiffs bericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt⸗Paffage-Agentur St. Ingbei. New Vork, 17. Oltober; der Postdamp fer „Rhynland stapitän Jamison, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 18. Oktober; der Vostdampfer Waesland' Kapitän Ueberweg, ist nach NewPYork abgegangen. Lizard, 21. Oktober; der Postdampfer Pennland Kapitan Weyer, passirte auf der Reise von New⸗Pork nat Aniwerpen. (in Anwerpen 23. Oktober erwarte) Philadelphia, 22. Oktober; der Postdampfer „Neder land“, Kapitän Griffin, ist von Antwerpen angekommen. New⸗PYork, 22. Oltober; der Postdampfer „Belgenland Kapitän Beynon, ist von Antwerpen angekommen. e v sche * 2 fen⸗Kalender— —W für 1886 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge⸗ müthvolle Erzählungen, prächtige Humores?en, meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und delehrende Artikel gestalten den Kalender zu einer billigen Lektüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erhält außer einem prachtvollen Oeldruckbild: „Muntterglück“ Zwei Beilagen: ) Wand⸗Kalender, d) Portemonnaie Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und prattischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Fernec enthält jeder Kalender ein— WPanorama des Rheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illustrationen. I Meter 55 Centimeter lang. 24 Centimeleter breit. Vreis des Kalenders 5. mit obige Aur Zwei Beilagen, ⸗ sowie Oeldruckbild und Rhein- 50 P r OCIII g! Panorama . Zu haben in der Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ TTD DOOOCG OCCOOOO.. 2) Die Holländische Kaffee Brennere H. Disquéẽ & Cie. Mannhein empfiehlt ihre unter der Marlke „Elephanten Kaffee“ so beliebten hochfeine Qualitäten x. Java⸗Mischung per Pd.A 1.20 . WestindischM. 1.406 j. Menado M.„l.bb f Bourbon Mw. 1.80 extra fein Mocca M..„2.00 gebrannt nach Dr. v. Liebig“ Vorschrift u. neu verbesserter Brennari wodurch das Verflüchten des Ars ma's absolut unmöglich. 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Demeß in St. Ingberr ..1 * * . 222 5 33 32585 348 2 2323 —2 αα — — 22 237 *2* * 8 —z —z 3 353 25 * 2222 5225 — 2585 2258 —A —— — 55858 35653 —326355 2353245387 357523 2 — —222 — 2 * 532222 33 338353733* 35533855 “ F * * * 3353553* 34 333 73828 25853 23338383353 5853858 . —— è 35 2 2 8 5 38 * * 8 253358 3 —32 0 2 —— — Z 523 233 3583 32 23537 32z2*2 *2 55327 2 8 25 3 233 5 2 2 — 88 — — 27 8 2537 252 538 —5 2 —5—88— * — 25532 255 —A 238—2305* ICMÆS 5228 5253553838— —8 5524 235332E5 8 — 5753253537 * 28 32 ⸗ 523 38 — 558 5 8 5758 —— ——3 —* 522 — — —S— 5 23.522 2 — 22 528* 22 23228 33633 33382832365* 35535 7532353 2 5* — F 2 — —A * — * 2 5 S 2 7 3223 —— — 2 52 ——— 2 5** 285 z552223 * —— 22 — * 2 2 5323 2 * 2 2 —E— 35 * 52 23 — 22 3232 — 23 3222 35* —— — 3552325 525 * —— 22 2356 8 O 3 3 * 5 55223— — —— 2 72532.25 —ÄY 2—25 ——— — — S 5828 8 25337 5— 3 —5535 355335* 232 8252 3288 5 522 I7 23 5—355535 523523235 83 5 A—— 5355 538382 - 2* X * —2 2 2 3 * * 52 2. 2 * — — 3585 — 238 37385 3 5 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Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solch n auf welche die Crpedition Auskunft ertheilt, I8 H, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrackung wird nur dreimali ze berechnet. 211. Dienstag, 27. Oktober 188835. 20. Jahrg. DSeutsches Reichchh. Berlin, 25. Oktober. Der diesseitige Ge⸗ andte in außerordentlicher Mission am däanischen hofe, Legationsrath Stumm, hat sich nach mehr⸗ aͤgigem Aufenthalte heute früh von hier auf seinen dosten nach Kopenhagen zurückbegeben. Berlin, 26. Oktober. Das Reichsversicher⸗ uigsamt hat mittelst Rundschreiben den Vorständen er Berufsgenossenschaften mitgetheilt, daß als entralbehörde in Preußen im Sinne des Unfall⸗ ersicherungsgesetzes das Handelsministerium zu etrachten, und alle Mittheilungen an den Minister ir Handel und Gewerbe, Fürsten v. Bismarck, u richten sind. Da einzelne Agenten bestehender Irivat⸗ Unfallversicherungsgesellschaften noch immer ersuchen, die Leiter versicherungspflichtiger Betriebe ur Fortführung der pribaten Unfallversicherung u bewegen, werden die Betriebsleiter gewarnt, da ur dieselben aus dem Fortbestehen der Doppel⸗ ersicherung unnütze Kosten erwachsen. Kamenz, 24. Okltober. (Der Regent von zruunschweig.) Prinz Albrecht von Preußen em⸗ sing die Abordnung der braunschweigischen Landes⸗ ersammlung und erklärte, nachdem ihm von der⸗ elben die Regentschaftswürde angetragen worden dar, daß er die auf ihn gefallene Wahl annehme. - Eine Versammlung sammtlicher Krieger⸗ andwehrvereine Braunschweigs zur Feier der Wahl jes Prinzen Albrecht sandte dem neuen Regenten n Begrüßungs⸗Telegramm. Köln, 25. Okltober. Offiziös bestätigt die olnische Zeitung, daß der amerikanische zeschäftsträger in Madrid der spanischen degierung eine Note überreicht habe, in welcher ie dereinigten Staaten schon jetzt die Zusicherung on Spanien verlangen, daß, falls die Ober⸗ wheit über die Karolineninseln Spanien uerkannt werde, die dort befindliche amerikanisch⸗ rotestantische Mission beschützt und von hanischer Seite keine die freie Religionzübung be⸗ hränkende Maßregeln getroffen würden. Hanau, 25. Oktober. Die heute hier abge⸗ altene Generalversammlung der deutschen Volks- artei (Demokraten) wählte aus der Pfalz in den lusschuß: Kobelt (Kirchheimbolanden). Der nächste barteitag findet in Fürth statt. Ausland. Wien, 25. Oktober. Bis Mittag 12 Uhr ig im hiesigen auswärtigen Amte noch keine offi⸗ ielle Bestätigung jener Meldungen vor, welche die ingebliche Ueberschreitung der bulgarischen zrenze und den Vormarsch der serbischen Truppen etgen „Trin“ signalisirten. Wien, 26. Oktober. England nahm die tonferenz an. Die letzten bulgarischen Regimenter burden nach Sofia berufen, um das Lager bei tivnitza mit den nöthigsten Truppen zu versehen. die serbische Armee nahm gegenüber Zaribrod (die cste bulgatische Stadt auf der Strecke Priot⸗Sofia) me derartige Position ein, daß sie jeden Augenblick le Aktion eröffnen kann. — Die „Times“ meldet us Nisch, die Türkei und Rußland würden die abische Aktion in Bulgarien nicht beanstanden. Die Zeitung „El Imparcial“ veröffentlichl ein ciegtamm aus Rom, nach welchem Papst »ed XIII. in seiner Eigenschaft als „Vermitt⸗ »“ einen Brief an die Regierungen in Madrid utd Berlin gesandt habe, in welchem er angeblich arlegt. daß gemäß den Urkunden der Mission Spanien während zweier Jahrhunderte die Ober⸗ joheit über die Karolinen- und PalaosInseln aus⸗ Jgeübt habe; der Papst werde aber seine Entscheid⸗ ang erst nach nochmaliger Prüfung der Urkunden reffen. Das wird auch sehr nöthig sein, denn —— dissen, als die spanische Regierung selbst, welche a diese Oberhoheit erst im August ds. Irs. hatte wusrufen lassen wollen. London, 22. Oktober. Den Iren kommen vieder Wahlgelder aus Amerika zu Hilfe. Vor—⸗ jestern ist in Newyork eine Versammlung abge⸗ alten worden, in deren Verlauf an Parnell eine depesche abgelassen wurde, daß eine Anweisung von 400,000 Mk. an ihn abgesandt worden sei. Konstantinopel, 24. Oktober. Die Kan⸗ erenz dürfte frühestens Mittwoch zusammen⸗ reten. Die Verhandlungen zwischen den Mächten auern fort. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Der Bezirksbauschaffner Adolf Stumpf aus dusel ist zum städtischen Baurath in Würzburg ewählt worden und wird in allernächster Zeit sein lImt antreten. — Pirmasens, 24. Oktober. Gestern zurde der verheirathete, zur Zeit von seiner Ehe⸗ rau getrennt lebende, 52 Jahre alte Schuster zebhard Bauer von hier wegen Diebstahls (er ignete sich nämlich einen Regenschirm an) in das Holizei⸗Verwahrungslokal verbracht. Als eine Veile darauf der Polizeidiener das Lokal betrat, uim denselben zum Verhör abzuführen, bot sich ihm in keineswegs erfreuender Anblick dar. Der Ver⸗ aftete hatte nämlich sein Taschentuch in einzelne Ztreifen zerschnitten, dieselben zusammengeknüpft ind an der so gebildeten Schnur sich erhängt. — Kaiserslautern, 24. Oktt. In der ßebr. Kayser'schen Nähmaschinenfabrik dahier st dieser Tage eine Maschine vollendet worden, pelche für die jungvermählte Prinzessin Beatrice zestimmt ist. Es ist eine Familienmaschine mit knopfloch⸗ Apparat und es wird dieselbe durch einen Motor getrieben. Knopfloch-Apparat und Motor ind Erfindung des Herrn John Kayser, sie sind das Vollkommenste, was hierin bis jetzt geschaffen vurde. Das Möbel der Maschine, welches zugleich inen Schreibtisch bildet, ist eine Kunstarbeit aus der Werkstätte der Gebr. Andre und ist in deren Schaufenster ausgestellt. — Landau, 24. Oktober. In der guten ilten Zeit, vor etwa 15 Jahren, betrug die Ge— ammisteuer nach dem „A.“ der hiesigen Bevölker ung ca. 48,000 Mk. — und jetzt 180,000 Mt. — Wenn nun ein Statistiker aus dieser Steigerung der Steuern die üblichen Schlüsse auf gleiche Zunahme der Steverkraft, der Wohlhabenheit u. s. w. ziehen wollte!! — Neustadt, 24. Oktober. (Schriftensuche.) deute fanden an verschiedenen Stellen dahier chtzehn Haussuchungen nach verschiedenen (Ezial⸗ stischen) Druckschriften statt. Auffallend dabei ist, aß, wie man der „N. Ztg.“ versichert, die hie⸗ igen Sozialisten schon zwei Tage vorher davon interrichtet waren!! — Speyer, 24. Oktober. In der „Allg. Zrauer⸗ und Hopfenzeitung“ veröffentlich Herr Dr. zmil Pott, eine bekannte Autorität auf diesem ßzediete, eine längere kritische Abhandlung über die tzthin stattgefundene Hopfens und Gerste⸗Ausstellung m Münchener Glaspalast. Ds freut uns, daß auch bei dieser Gelegenheit wiederum unserer Pfalz ühmend gedacht wurde. „Sehr klein, aber mit im besten und jedenfalls am lehrreichsten hat die Kheinpfalz exponirt“ — so schreibt Dr. Pott — indem man mit den durchaus sehr guten Gersten⸗ zxoben deren chemische Analysen vorführte.“ Wir soffen und wünschen, daß dieses Lob, das von be⸗ onderem Werthe scheint, nur anregend und för⸗ ernd auf die so überaus wichtige Gerstenkultur in inserer Provinz wirken möchte. — Ludwigshafen, 23. Oltober. Heute st der 40 Jahre alte Schwimmlehrer Vögele hier m Rhein ertrunken. — Ludwigshafen, 23. Oktober. Heute stacht wurde in der Wirthschaft zum „Prinz Lud⸗ vig“ eingebrochen und sind folgende Gegenstände »ntwendet: im Wirthslokal 200 Cigarren, 15 Pfd. Frankfurter Wurst. 3 Pfund Schwartenmagen, 2 diter Wein und eine Flasche Schnaps; im Keller 12 Limburgerkäse, 82v10 Liter Schnaps; ferner vurden ca. 30 Liter Schnaps und eiwa 40 — 50 diter Wein auslaufen gelassen. Der Schaden be— uuft sich auf 80—90 Mark. Die Spitzbuben erunreinigten vor ihrem Abschied das Lokal in niserabler Weise. Unserer rührigen Polizei ist es noch im Laufe des Tages gelungen, die Einbrecher u erwischen; es sind zwei Bursche im Alter von twa 20 Jahren, mit Namen Jakob Bappert und zranz Stuck. Dieselben hatten unter der Frucht⸗ alle der Pfälzischen Eisenbahnen in der Nähe des hafens ihr Lager aufgeschlagen. Die beiden Bur⸗ chen sollten demnächst zum Militär einrücken und volslten sich vermuthlich noch Vorräthe an Viktu⸗ nien und Geld zusammenholen. — Das Frankenthaler Polizeikommissa⸗ iat hat folgenden Erlaß veröffentlicht: „Den hie⸗ igen Tanzlehrern wird bekannt gegeben, daß auf söhere Anordnung der Tanzunterricht nicht mehr vie bisher mit Herren und Damen beisammen er⸗ heilt werden darf, sondern getrennt, Herren allein ind Damen allein. Wenn am Schlusse die Herren Tanzlehrer ihre Schüler zusammen tanzen lassen vollen, so haben sie der Polizei hier Anzeige zu rstatten. Diese Bekanntmachung haben saämmtliche Herren Tanzlehrer zu unterschreiben“. Das wird ja mnorm vergnüglich werden, namentlich wenn die Herrn mit einander tanzen. Vermischtes. fOstern 1886 fällt auf den 25. April. Solche späte Oflern sind nicht seit 1734 dagewesen und fie werden sich erst im Jahre 1948 wiederholen. fStraßburg, 24. Oktober. Die hiesige Tabaksmanufaktur hatte in diesem Jahre ersaumt, ihr Markenzeichen — eine schwarze Hand — im Markenschutzregister zu erneuern, und hatte die Firma „Schaller u Bergmann“ diese Marke ür ihre Waaren eingetragen. Auf erhobene Ein⸗ prache stand heute Gerichtstermin an. Der Ver— reter der Tabaksmanufaktur bezüglich der „schwar⸗ zen Hand? stützte sein Recht darauf, daß neben dem Markenschutzgesetz der Artikel 1382 des Code rivil bestehe, durch welchen nach französischer Juris⸗ drudenz der illoyalen Konkurrenz, wie sie in der Handlungsweise der Beklagten sich dekumentire, mit Erfolg entgegengetreten werden kann. Die Vertreter der Firma Schaller und Bergmann be— zründeten das Recht derselben mit dem formellen Recht, des Markenschutzgesetzes und bestritten, gestützl uuf ein Urtheil des Reichsgerichts. neben dem Markenschutzgesetz die Anwendbarkeit des obener⸗ wähnten Artikels. Die Publikation des Urtheils findet in acht Tagen statt. Ars 'a. d. M., 24. Oktober. Der Ge⸗ schäfisbericht der Lothringischen Eisen⸗ werke für 1884 -85 entrollt ein trübes Bild von der Lage des Unternehmens. Dasselbe hat im abgelausenen Rechnungsjahre mit einem Verlusi von 483,186 Mt. gearbeitet; im Vorjahre betrug der Verlust 333.777 Mk. Der Aufsichtsrath be⸗ merkt, daß die Reorganisation der Werke jetzt so vollkommen durchgeführt sei, wie dies unter den obwaltenden Umständen möglich war. Die Gesell⸗ schaft befinde sich indeß, wie die meisten Eisen⸗ werke, in einer Zwickmühle: um billig zu produ⸗ ziren, müssen sie möglichst viel produziren. obwohl jede Produktion ein Nachtheil sei, so lange die Verkaufspreise Verlust ergeben. Wenn die Pro⸗ duktion, wie dies logischerweise geschehen sollte uͤberhaupt sistirt würde, so würden die General. kosten wohl verringert, der Werth der Anlage gleichzeitig aber außerordentlich geschädigt werden. Zis jetzt habe sich die Gesellschaft mit theilweisen Einstellungen geholfen, ob sie zu noch weitergehen⸗ den Maßregeln werde schreiten müssen, vermöge der Aufsichtsrath noch nicht zu sagen. p'Mannheim, 24. Oktober. Ueber einen schrecklichen Unglücksfall berichtet heute die . B. L.“: In der Nähe der Mannheimer Lager⸗ hausgesellschaft ist man seit einiger Zeit mit der Herstellung der Wasserpfeiler zu einer daselbst zu errichtenden neuen großen Drehbrücke über den dortigen Arm des Hafenkanals heschäftigt. Zu diesem Behufe wird ein neues Verfahren in An⸗ wendung gebracht, indem Arbeiter in einem großen eisernen luftdichten Behälter unter Wasser die Funda⸗ mentarbeiten ausfühten. Auf einem Gerüste über Wasser ist eine Maschine aufgestellt, die dem Be— hälter die nöthige Luft zuführt und zugleich das Wasser von demselben abhält. Heute Mittag nun, zwischen 1.und 2 Uhr waren wieder 6 Arbeiter in den Kasten eingelassen worden, als auf einmal der Verschlußdeckel des Luftzuleitungsrohres, welches von der Maschine die Luft zuführt, platzte, die Luft hierdurch abgeschnitten war und zugleich das Wasser in die Oeffnung einströmte. 4 Ardeiter waren sich sofort der Situation bewußt und konnten sich, da fie zunächst der Oeffnung waren, retten, während drei andern ihrer Kollegen dies nicht gelang, da sie die Oeffnung, wenigstens zwei derselben, nicht mehr erreichen konnten. Die zwei Arbeiter (Italiener) Namens Karlo Mörlo aus Guggiano und Antonio Chirello aus Padua erlitten den Erstickungstod, waͤhrend der dritte mit Namen Serbi betäubt her⸗ ausgezogen und nach dem Allgemeinen Kranken⸗ hause verbracht wurde. Untersuchung ist eingeleitet. 4 GEin neiter Gejellschafter. Ein junger Mann, dem man besondere Talente nachrühmte, war vor einigen Tagen, eben seines unterhaltenden Wesens wegen, in einer Frankfurter Familie des Abends eingeladen. Als er mit der Ausübung seiner Tanzkunst beschäftigt war und mit der Tochter des Hauses sich in allerlei graziösen Bewegungen im Zimmer hin und her wiegte, sprangen einige vorwitzige goldne Desserilöffel, welche eigentlich der Hausfrau gehörten, aus seiner hinteren Rodtasche. Ehe sich die Gesellschaft noch von ihrem Erstaunen erholen konnte, hatte der beliebte Gesellschafter seinen Ueberzieher geholt und war verschwunden. 4 Bafsen heim (Kheinprovinz). Frau Ba— ronin A. v. Oppenheim auf Schloß Bassenheim hat der hiesigen Gemeinde die Mittel zur Erbau— uͤng und Erhaltung eines bedeutenden Hospitale für Arme, Kranke und Gebrechliche der Gemeinde, eventuell auch der Umgegend, geschenkt. Die edle Beberin hat zum Bau und zur Erhaltung des Hospitals ein Kapital von 400,000 Mark zur Verfügung gestellt, außerdem den Bauplatz und Land zu Garten-Anlagen dazu gegeben. 4Köoln, 24. Oktober. Durch kciserliches Reskript ist die Dombau-Lotterie für 4 Jahre, von 1885— 1888 inkl., genehmigt worden, also 4 Prämienkollekten, deren Ertrag nur für die weitere Freilegung des Domes verwandt werden darf. Die erste Ziehung wird spätestens am J. Maisk. J. stattfinden. Der Vereinsvorstand hat dem Kaiser und der Kaiserin den Dank für die huldbolle Entscheidung in dem Schreiben zum Aus⸗ druck gebracht. — Zur Inthronisation des Erz⸗ bischofs Dr. Kremenz hat der Domkapellmeister Professor Koenen ein neues Te Dedeum und ein Ecce sacerdes magnus komponirt. 7 Stuttgart, 22. Oktober. Ein Deutsch⸗ EE—— her gekommen ist, wollte sich gestern in der Wein⸗ saune den Spaß machen, sich beim stoͤnig yon Burttemberg einzuführen. Er begehrte zu diesem Zweck Einlaß am Portal des Schlosses und gerieth mit der Wache in Streit. Er wurde aufs Polizei⸗ amt geführt, wo er selbst angab, daß der neut Wein an seinem ungebührlichen Einfall schuld sei, der auf der Stelle durch eine Geldstrafe geahndet wurde, worauf man ihn laufen ließ. — Den „Beobachter“ berichtet ein Reutlinger Fabrikant, welcher wollene Puppen u, a. nach Kolmar im Elsaß verkauft, Folgendes: Der Kolmarer Kauf⸗ mann meldet dem Lieferanten, er möge doch künftig seine wollenen „Schwobemädle“ nicht mehr mi Roth und Blau schmücken, da dieselben in seinem Schaufenfter die Aufmerksamkeit der Polizei erreg⸗ en, welche die Ausstellung derselben wegen dieser Hauptfarben der Trikolore verboten habe. Würzburg, 23. Olt. Das Militärbe zirksgericht verurtheilte in heutiger Sitzung den Befreiten Peter Leibig vom 4. Inf.⸗Kgt. in Metß vegen Mißbrauchs der Dienstgewalt zu 5 Tagen Muͤtelarrest. Leibig hatte dem Gemeinen Marz her ihn beim Gewehrputzen reizte, drei Ohrfeigen dersetzt, so daß ihm bei letzterem eine zeitweilige Perforation des linken Trommelfelles bemerkbar nachte. Die Geschworenen nahmen an, Marz habt ein Schmerzgefühl gehabt und die Verletzung des Trommelfalles sei nicht eine Folge der Schläge. — SZoldat 2. Classe Friedrich Zimmermann vom 2 Pionier⸗Bataillon zu Speyer, der seinen Feldwebel, 8. Praller, im angetrunkenen Zustande beschimpfft und mit dem Seitengewehr auf ihn eingedrungen war, erhielt 7 Jahre 1 Monat Zuchthaus und vird aus dem Heere entferrn.— München, 23. Oktober. Bei Aufstellung des Budgets für das k. Hofbrauhaus wurden die Ausgaben für Hopfen wegen des siarken Sinkens der Hopfenpreise um 12.000 Mark vermindert. Man kann daraus entnehmen, welche schöne Sum⸗ men durch diese Preisermäßigung in die Taschen unserer Großbräuer fließen, die ja zum groößten Theil bedeutend mehr Bier als das Hofbrauhaus herstellen. F München. Die schon erwähnte Bittschrift bon 24 Bierbrauern aus Bamberg und Umgebung »ehufs Abstufung des Malze-Aufschlages macht olgende Vorschläge: 1) für Klein⸗ und Mittel⸗ zrauereien bis zum Verbrauche von 3000 Hektl. Malz 5 Mk. vom Hektl., 2) für 3000- 10,000 dettl. 5,50 Mk., für die ersten 1000 ge blos 5 Mi. vom Hektl.,, 3) für 10.000 bis 30,000 Hektl. 6 Mk., für die ersten 3000 Hektl. blos 2,50 Mk. vom Hektlh., 4) für 30,000 bis 60,000 Hettl. 6,25 Mk., für die ersten 10,000 Hektoliter »los 6 Mk. vom Hektl., 5) für 60,000 bis 100,000 Hektl. 650 Mk., für die ersten 20,000 Hektl. blos 6,25 Mk. vom Heltl., 6) für 100,000 Zektl. und darüber 7 Mk., für die ersten 50,000 Dektoliter blos 6,50 Mk. vom Hektl. (GRichard Wagner und König Ludwig.) Im ‚Berl. Tagbl.“ finden wir von A. Kohut folgenden Brief mitgetheilt, den Richard Wagner am 10. Sept. 1865 an seinen Schwager zerichtet ha.. Hier finden wir einen wahrhasl enthusiastischen Ausbruch der Verehrung Richard Wagners für König Ludwig II. von Bayern. Die zetreffende Stelle lautet wörtlich: „... Ich soffe, eine Zeit lang durch stille Arbeit mich wie— der zu kräftigen. Dies macht mir die Liebe eines unbegreiflich schöͤnen und tiefsinnigen Wesens noöglich: ein so wunderbar begabter und für mich zeborener Mensch wie dieser junge König von Bayern mußte es sein! Was er mir ist, kann Niemand fassen: mein Beschützer und Begeisterer In seiner Liebe ruhe ich mich aus und stärke mich meine Aufgabe zu vollbringen.“ F Die Weigerung, sich an einem kühlen Sommer— tage zum Baden zu entkleiden, hat einer größeren Anzahl von Königsgrenadieren in Liegnitz schwere Strafen gebracht. Der Rädelsführer is zu fünfjähriger Festungsstrafe, ein Einjähriger zum Verlust des Rechts, einjährig zu dienen und 7monatlicher Festungshaft, zweiundzwanzig Ge meine sind zu längeren Freibeitsstrafen verurtheilt F Ein Glasermeister aus AltLandsberg nerpflichtete sich in Folge einer Wette, die 254 Fensterscheiben auf einem Bau in Friedrichshagen in 6 Stunden tadelfrei einzusetzen. Die Zeir wurde so bestimmt, daß derselbe Morgens um 6 Uhr beginnen und Mittags um 12 Uhr sein Riesenpenfum vollendet haben sollte. Der Meisie hat nun die Wette, so gewaltig, wie jeder Fach. nann weiß, die Arbeit auch war, dennoch glängent zewonnen, da schon um 11 Uhr 41 Minuten da letzte Scheibe eingesetzt war, mithin hatte er sein— deistungsfähigkeit noch um 19 Minuten unterschatzt Roch ist dabei als nicht unwesentlich zu bemerken daß er auch die Scheiben gerade zu schneiden hatie 2fWien, 24. Oktober. Das Kreisgericht Bozen veröffentlicht einen Erlaß, womit über Frau Fanny Baronin Worms, geborene Baronin Todesco wegen Verschwendung Curatel verhängt wird. die die Baronin, welche in Obermais im Schlosst Trautmannsdorff wehnte, wird Heinrich Pollitzer, Procurist des Bankhauses Hermann Todesco uͤnd Sohn, als Curator bestellt. Frau Baronin Worms ist die Gattin des englischen Parlamentsmitgliedes Harry. Worms und eine Tochter des Wiener Banquiers Baron Eduard Todesco. F Wien 24. Okltober. Die Kaisserin von Desterreich befindet sich auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem. Sie langte am Freitag, 16. Oktober mit ihrer Yacht „Miramar“ im strengsten Inkog⸗ nito in Smyrna an und machte einen kurzen Be— such in der Stadt. Dann sollte die „Miramar“ nach Salonichi fahren, in Wirklichkeit ist sie aber iüber Rhodus und Jaffa gefahren, von wo die Kaiserin nach Jerusalem pilgern will. In Jeru⸗ salem ist der Besuch bereits sigualisirt. FSchweizer Blätter berichten über den Weinsegen, welcher dieses Jahr der Schweiz zu Theil geworden sei. Es heißt da unter anderem Seit Beginn der Weinlese bis zum 14. d. M hat die Westbahn im ganzen 3,668,208 Liter neuen Wein befördert. Davon fallen 1,770,957 diter auf den Kanton Wallis, 1,515,895 aus den Kanton Waadt, 378,186 auf den Kanton Neuen⸗ burg, 3700 auf den Kanton Freiburg und 980 auf den Kanton Genf. In Beftracht ist dabei zu ziehen, daß am 14. Oktober in manchen Gegenden der Waad die Weinlese erst begonnen hatte. FParis, 23. Oktober. Im Justizpalaste hatte gestern der Geschäftsagent Golas den Verkauf eines kleinen Hauses zu leiten, das einer stark verschuldeten Arbeiterin von Montreuil, Frau Laisier gehört. Die Gläubiger waren vollzählig erschienen und die Versteigerung hatte begonnen als Frau Laisier rasch an Golas herantrat, aut einem Korbe ein Fläschchen zgg und ihm den Inhalt desselben — es war Vitriol — ius Ge— icht warf. Der Mann stieß ein fürchterliches geschrei aus und fiel den ihn umstehenden Per— onen in die Arme. Sein Gesicht ist ganz ver⸗ zrannt, es bildet nur noch eine entsetzliche Wunde, zas rechte Auge ist verloren, das linke schwet ge— ährdet. Der Anwalt Duclos, der neben Golas tand, kommt mit einem verbrannten Ohr davon ꝛinige der Gläubiger und Kauflustigen konnter roh sein daß nur ihre Kleider Schaden litten Der Verwundete wurde nach dem Hotel⸗-Dieu ge— bracht, wo er eine sehr schlechte Nacht gehabt haber soll, und Frau Laisier verhaftet. In ihrem Korbe fand man noch einen mit sechs Kugeln geladenen Revolver, mit dem sie angeblich ihrem eigenen Leben ein Ende bereiten wollte. Paris, 26. Oktober. Die Steinbrüch von Chancelade bei Perigueux sind eingestürzt Das auf dem Hügel erbaute Dorf wurde mit fortgerissen und zwei vorübergehende Personen getödtet. Acht Arbeiter und viele Einwobhner des Dorfes sind verschüttet. Remilly, 22. Oktober. Auf dem hiesiger Bahnhofe wurde gestern ein Fremder verhaftet welcher nichts Geringeres zu sein dorgab, als Gra! Chambord, der bekanntlich längst in kühler Erde ruht. Seine Papiere, die natürlich ebense falsch sind wie seine mündlichen Aussagen, lauten wirklich auf den Ramen Chambrod. Ferner gat der Fremde an, er wäre der Erbe großer Güter und es sei ihm recht, daß man ihn verhafte; se werde er denn doch endlich zu seinem Rechte kommen. Ob man es mit einem frechen Betrüger oder einen Wahnsinnigen zu thun hat, werden die Getit entscheiden. Vorläufig wird der Pseudo-Graf woh üher die Grenze transportirt werden. (Forb. 3) F Prasident Cleveland hat kürzlich, wie aus ReweNork gemeldet wird, einen eigenartigen Besuch erhanten, den Besuch eines merkwürdigen Neders, Ramens Shadrock Nugent aus Wahhington— ugent ist weder durch Rang noch durch Reichthum gezeichnet. weder ein Poliniker, noch ein Finan⸗ noch Künstler, und doch wurde er mit den glen Ehrenbezeigungen im Weißen Hause em⸗ shen, denn ex besitzt etrhas. was vielleicht kein isch in der ganzen Welt ihm streitig machen n den Anspruch auf das höchste menschliche usalter. Mr. Nugent ist 125 Jahre alt. Er alle Präsidenten der Vereinigten Staaten ge⸗ u und gesehen, von Georg Washington bis auf deland; er sah die Geburt der Republik und gZeuge ihrer Entwickelung und ihrer Geschichte auf den heutigen Tag. Präsident Cleveland ahielt sich mit dem ehrwürdigen Alten auf das gehen dste und ließ sich von ihm Vieles auf Person, dessen Verhältnisse und Erlebnisse zͤgliches eczählen. Eine der seltsamsten Eigen⸗ n des alten Mannes ist, daß er kein Begrabniß tet versäumt, vorausgesetzt, daß sein Gesundheits jund es erlaubt und die · Entfernung nicht zu Fist, die nachst ihm Anspruch auf das höchste r machen koönnen. So hatte er wenige Tage zuvor Beerdigung einer farbigen Frau, der Mes. rah Juniper, in Washington beigewahnt, dieselbe ⁊ 112 Jahre alt geworden und war ursprüng⸗ eine Sklavin, hatte aber “ vor dreißig Jahren Freiheit erlangt. Als der Prasident über einen güchen Itrthum des Alten scherzte und ihn qate, ob er sich nicht bei der Berechnung seines chen Alters um ein paar Jährchen verzählt hätte, alte ihm der alte Nugent mit, daß General P. Whittaker in Washington vor zehn Jahren die „zansprüche Nugent's geprüft und durch amt⸗ je Dokumente bestätigt habe, daß seine Angaben crelt und daß er wirklich im Jahre 1760 auf die it gelommen sei. Präsident Cleveland erkundigte nun in der liebenswürdigsten Weise nach dem gemeinbefinden und den Lebensgewohnheiten des en und erfuhr, daß derselbe, wie er ja auch ist bemerken konnte, im Vollbesiztze seiner geistigen d lörperlichen Kraft wäre. Sein Auge sei noch urf und untrüglich wie ehedem; er sei selten int, und noch bis auf kurze Zeit vorher habe er t nöthig gehabt, sich eines Krückstockes zu be⸗ nen. Jetzt freilich plage ihn das Gliederweh, ad er würde wohl nicht mehr lange leben. Prä⸗ »nt Cleveland würde wohl der letzte Präsident a, dem er die Hand schütteln könne. Zum Schluß ahlte der Alte noch, daß seine Hauptbeschäftigung Beobachtung des Wetters sei und daß er des⸗ ab weit und breit als der beste Wetterpropheit . Beim Abschied geleitete der Präsident den en schwarzen Gesellen, dessen Haupt kaum och eine vereinzelte Silberlocke schmückte, bis vor Thür, schüttelte ihm die Hand und sprach die offnung aus, daß auch seinem Nachfolger auf mn Präsidentenstuhl der gleiche seltene Besuch ver⸗ mnt sein möchte. (Funfzig Dollars — oder ich schreie) In ßarrensowe, einem Städtchen an der Mis—⸗ urie ⸗Pazifik ⸗· Vahn soll sich Folgendes zugetragen ben: Eine Dame beglückt einen Gasthof mit er Gegenwart. Sie läßt den Gasthofsbesitzer sich auf ihr Zimmer bitten, und es entspinnt folgende Unterhaltung, nachdem die Dame die rüre vorsichtig verschlossen und den Schlüssel in Tasche gesteckt hat: „Herr M., Sie sind ein cheiratheter Mann, nicht wahr? Sie haben er⸗ achsene Kinder.“ — „Jawohl, allerdings.“ — hut. wenn Sie irgend welche Achtung für Ihre amilꝛe hegen, so werden Sie mir sofort fünfzig cdllars zahlen, oder ich — schreie!“ Der Gast⸗ ibesißer zahlie nach kutzer Ueberlegung; die Dame richtigte prompt ihte Rechnung und reiste weiter. Eine Dame besuchte ihre Putzmacherin, um dei derselben über den Charakter eines neu ugestellten Dienstmädchens zu erkundigen, das bis hin bei der Modistin gedient hatte. „Sie ist ig und ordnungsliebend,“ erwiderte die Befragte. w dieser Hinsicht hatte ich nicht zu klagen.“ — ist sie aber auch ehrlich?“ fuhr die Dame fort. MDarüber bin ich im Zweifel,“ antwortete die tzmacherin, „ich habe sie letzthin mit meiner Hnung zu Ihnen gesandt und sie hat mir bis ule noch kein Geld abgegeben.“ Einschlaues Mittel. „Sagen Sie mal, junger Freund, wie kommt das? Ich gebe m Stubenmädchen eine Mark Trinkgeld, und sie doch immer ein unfreundliches Gesicht, sie iaum, wohingegen sie bei Ihnen alleweile Wie viel geben Sie ihr denn?“ —- „Jar nichts, Herr Jeheimrath. Ick litzlen se man: bloẽ in de Hand.⸗ α Fur die Redaltion verantwortle vOecneß. voj eme J.. (Eine Auerkennung!) Kirrweiler bei Landau Pjalz). Sehr geehrter Herr! Ich habe Apotheker R. Zrandt's Schweizerpillen gegen Kopfweh,“ Schwindel und ückschmerzen angewendet, und zwar mit so günstigem Er⸗ olg, daß ich dieselben bereits allen meinen Freunden, zerwandten und Bekannten auf's Wärmste empfohlen habe; rnuch werde ich fernerhin bestrebt sein, diesem ebenso sicher ils schmerzlos wirkenden Heilmittel die möglichst weiteste Lerbreitung zu verschaffen. Mit aller Hochschätzung B. Aleiter, pensionirter Pfarrer. * Man versichere sich stets, daß jede Schachtel Apotheker st. Brandt's Schweizerpillen (erhältlich à Schachtel Mark 1 in den Apotheken) ein weißes Kreuz in rothem Feld und »en Namenszug R. Brandt's trägt und weise alle anders erpackten zurück Aien Für jeden Musiker und Musikfreund dürfte die ben erschienene Nr. 20 der „Neuen Musik⸗ Zeitung“ von ganz besonderem Juteresse sein; ieselbe widmet sich in erster Linie der von E. Zasqué und Ferd. Langer neubearbeiteten Weber'schen Iper Silvana, welche augenblicklich die Runde über zie bedeutendsten Bühnen Deutschlands macht und ringt unter Anderem: Die Oper Silvana in ihren erschiedenen Gestaltungen erzähit von E. Pasqué. — Die Portraits von C. M. von Weber, Ernst Jasqué und Ferd. Langer. — Webers erste Sil⸗ ana und letzte Liebe. — Eine Wiedererstandene on O. Neitzel. — Meister Rameau und Made— noiselle Mirés. — Geschichte der Blechinstrumente Hörner, Trompete und Posanne) mit 20 Zeich⸗ uungen. Abbildung eines Konzertes unter Mari-⸗ nilian J. (1512) die damaligen Instrumente und dostüme darstellend. Allen Musikliebenden sei dieses llustrirte Familienblatt (Preis pro Quartal nur 80 Pfennig) bestens empfohlen. — Probe ˖ Nummern in jeder Buch⸗ und Musika⸗ ienhandlung gratis. s. Der Kaffee⸗Schwindel. Wohl zu keiner Zeit ist ein größerer Schwindel jetrieben worden, als in den letzten Jahren mit daffee und namentlich in Süddeutschland. — Hun⸗ derte von Annoncen erscheinen täglich in den Zei⸗ ungen und laden zum Bezug von Kaffee durch die Zost ein. Die Summen, welche diese sog. „Ver⸗ andt⸗Geschäfte“* für Reklamen, Drucksachen, Pro⸗ isionen ꝛc. ausgeben, sind ganz enorm und müssen ille, nebst dem sehr bedeutenden, nicht kontrollir⸗ zaren Nutzen, den der Versender in die Tasche teckt, von dem beziehenden Publikum getragen verden. Diese Versandt⸗Geschäfte, meistens Firmen min⸗ deren, oft zweifelhaften Ranges, versenden jedoch iur unter Nachnahme. Der Kaäufer muß, wenn er as Paquet erhält, den Betrag zuvor bezahlen, he er es öffnen und die Waare prüfen kann. Ddiese Vertrauensseligkeit des Publikums nützten iun die Versender in einer Weise aus, daß die Zeprellten sich hüten, ein zweites Mal auf den zauber hereinzufallen. In Norddeutschland hat diese Methode nie recht verfangen und aach in Süd⸗ eutschland, wo das Geschäft einige Zeit brillant zsing, will die Sache nicht mehr ziehen. Es mußten eshalb andere Hebel in Bewegung gesetzt werden, im dem Publikum das Geld aus der Tasche zu ocken. Man sucht nun Agenten zum Virkauf von Kaffee an Private, selbst auf kleinen Plätzen, jsegen festes Gehalt von 300 -1000 Mark und iner Provision von 10 Prozent vom Verkauf. — Zeamte, Geistliche, Lehrer, überhaupt Leute in ein⸗ lußreicher Stellung erhalten den Vorzug. Es soll chou vorgekommen sein, daß ganze Ballen daffee in der Schule ausgewogen und den dindern 122 Pfund mitgegeben wurden, mit der Lufforderung, am anderen Tage das Geld dafür nitzubringen. Vorgesetzte treten an Untergebene, um ihnen einen Vortheil zukommen zu lassen,“ inige Pfund Kaffee ab. am Wirthstisch, im Kasino, uuf der Kegelbahn sucht der Freund dem Freund in Pöstchen — Kaffee zu verkaufen — ja in iner Kaffeegesellschaft stellte es sich herans, daß on acht anwesenden Damen bloß sieben Agentinnen ür Kaffee waren, jede wollte der anderen verkaufen ind behauptete die beste Vertretung zu haben. Selbst ein bayerischer Post-Sekretär (7) scheut ich nicht, unter seinem Namen ein Flugblatt her⸗ uszugeben, in welchem der ganze reelle Handels⸗ and heruntergerissen und nur eine einzige Firma a Emmerich als fähig bezeichnet wird, den Haus⸗ rauen Kaffee zu diefern⸗ Welche Provision der betr.“ Post Sekretär für die Hergabe seines Namens und Titels zu dieser Reklame erhält. wird nan wohl nie erfahren. Klappern gehört zum dandwerk, und wer es recht versteht, der wird mmer Opfer finden, an denen sich etwas verdienen läßt.“ Wohl aber-muß die Frage aufgeworfen werden, ob eine solche Thätigkeit, sich mit derjenigen zines Mannes in öffentlicher Stellung vereinbaren äßt, ob nicht das Vertrauen in die Unabhängigkeit olcher öffentlichen Diner ganz schwinden muß. Allerdings sagen diese Herren. daß es ihnen nur »arum zu thun, ihren Mitmenschen etwas Besseres und Billigeres zulommen zu lassen, als sie sonst bekämen, aber man betrachte das hohe Gehalt und die Provisionen, die diese Leute beziehen, was doch alles auf den Preis der Waare geschlagen wird! Bei Kaffee zu 1 Mark das Pfund bekommt der Agent 10 Pf., die Post 613 Pf., also zu⸗ ammen 1612 Pfennig pro Pfd, alsdann muß er Versender noch das Gehalt des Agenten be— ahlen, und will selbst auch noch verdienen, so daß er auf jedes Pfund 830-35 Pf. Nutzen nehmen nuß. Durch genaue Vergleichung haben wir ge⸗ unden, daß Kaffee's, für welche sich diese Schwin⸗ elfirnen 1 M. bis 1 M. 20 Pfennig bezahlen assen, bei jedem Kramer zu 80—90 Pfennig pfundweise erhältlich sind. Feinere Sorten, die man in besseren Läden zu 1M. 20 Pf. bis 1 Mark 60 Pf. kauft, werden von diesen Versandt⸗ geschäften fast gar nicht geliefert. Bei Kaffee zu M. 50 Pf. per Pfund, würde sich Provision und Porto schon auf 2133 Pf. belaufen; es liegt auuf der Hand, daß diese Versender 50 Prozent auf den Ankaufspreis schlagen müssen, um heraus⸗ zukommen. Wenn in dem Publikum nicht ein riesiges Vorurtheil für das Fremde, weither Kom⸗ nende vorhanden wäre, welches diese Reklamen⸗ macher nebst ihren Agenten geschickt zu nähren ver⸗ tehen, wäre es kaum möglich, daß so viele Leute, die sonst so vorsichtig sind und auf jeden Pfennig ehen, auf solchen Schwindel hereinfallen. Kaffee ist eben sehr schwer zu taxiren, schwerer als alle andern Artikel. Warum beglücken uns iese Versandt-Geschäfte nicht auch mit billigerem zZucker, Reis, Gerste ꝛc.? Einfach deßhalb, weil dei diesen Artikeln eine Täuschung des Publikums »ezüglich der Qualitat und des Preises nicht so eicht möglich ist. — Möge deßhalb jeder, der von ffenen oder verkappten Agenten angegangen wird, daffee zu kaufen. bedenken, daß dieselben nur einen zweck im Auge haben, nämlich den: eine fette Zrovision auf seine Kosten zu verdienen, indem sie hm eine Waare aufschwatzen, die er im nächsten Laden viel billiger bekommt. Gegen denselben Schwindel richtet fich eine von dem Orts-Gesundheitsrath in Karlsruhe vor einigen Tagen erlassene Bekanntmachung: „Die Firma C. Retelsdorf, Dampf⸗Kaffeebren⸗ nerei und Rohkaffeelagerei en gros, in Hamburg, mpfiehlt durch gedruckte Cirkulare, welche an zahl⸗ reihe hiesige Adressen versandt werden, verschiedene Sorten rohen und gebrannten Kaff?ees. Die Zu⸗ endung geschieht bei Abnahme von 43 4 Kg zoll- rei und franko gegen Nachuahme. Da die billigen Sätze des Preisverzeichnisses Bedenken bezüglich der tdeellität der Waare wachrufen mußten, so ließen vir durch eine Mittelsperson Bestellungen machen, im die Waare untersuchen zu können. Dabei er— zab sich folgendes Resultat: Statt des bestellten derl · Ceylon wurde zu 1 Mt. 5 Pf. das Pfund, vestindischer Perl (en gros-Preis 85 Pfg. das Ifund) geliefert; statt des bestellten Plantagen⸗ Feylon zu 1 Mt. das Pfund, gleichfalls ein west⸗ ndischer Kaffee (en gros-Preis 72 Pf.); statt des jestellten Mocca⸗Kaffees zu 1 Mk das Pfund, ein zusgesiebter mittele oder südamerikanischer Kaffee en gros-Preis 72 Pf.); statt des bestelllen Gold⸗ Java⸗-Kaffees zu 96 Pf. das Pfund, ein mit Eisen⸗ scker künstlich gefärbter Brasilkaffee (en gros-Preis :a. 65 Pf.) In keinem Falle wurde also die »estellte, in der Preisliste bezeichnete Kaffeesorte ge— iefert, sondern jedesmal ein andere, minderwerthige; ner Preis der wirklich gelieferten Sorten war in lien Fällen höher, als der in jedem soliden hiesigen eschüfte beim Detailverkauf gefordert wird, Wir jalten uns für verpflichtet, das Publikum auf obiges aufmerksam zu machen und demselben Vor— icht bezüglich der von unbekannten auswärtigen dirmen ausgehenden Reklamen zu empfehlen“ — — — —— — — — — — — — ——— — ——— — — ——— —— — — — — — — — — —2 25—2— 7— J Das Confectionsnlaus UAX PELDM St. Johann a. d. Saar Bahnhofstrasse 63 Damenregenmäntel von Mk. 6ß an. Damenwintermäntel von Mk. 8 an. Herbstjaquets u. Visites von Mk. 10 an. Tricottaillen in großer Auswahl. Pelz⸗ und wattirte Räder, Abendmäntel. Winter- und Regenmäntel für Mädchen in allen Größen. F gher Deenhuzsh ausnahmslos ohne Jeden Abeug uund sind auf jedem kleidungsstück in dent ES Auswahlsendungen stehen portofrei zu Diensten. 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Amtsgerichts St. Ingbert. a St. Ingberter Auzeiger“ erscheint ubqenilich fünfmale Am sAntag, Dienstag, Donnerstag, amstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ IXVR Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 H, einschließli Zustellungttgebuhr. Die Einurückuugsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solchm auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 135 , Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalije berechnet. * M 212.. — Abonnements auf den St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate November und Dezember ehmen fortwährend an die Postanstalten, die Posi⸗ oten, die Austräger und Die Expedition. Deutsches Reich. München, 27. Oktober. In der gestrigen ibendsitzung des Finanzausschusses wurde der Ar⸗ tel 1des Malzaufschlag⸗Gesetzentwurfes mit 8 egen 6 Stimmen abgelehnt. Die Minorität be⸗ and aus den Liberalen und Dr. Rittler. Der ntrag auf Fortbestand des Provisoriums wurde ngenommen. Rittler hielt eine heftige Rede gegen je Lebensmittelfälscher. Man solle nicht nur gegen ie Brauer. sondern auch gegen jene christlichen mmilien strengstens vorgehen. die Morgens zur ommunion gehen, vorher aber noch Milch pantschen. jeim Ostbahnhof stehe eine Fabrik (Kunstbutter), zelche er (Redner) am liebsten in die Luft sprengen ndchte. (Heiterkeit.) Die Lebensmittelfälscher urden früher lebendig begraben, ihnen die Ohren bgeschnitten, heute müsse man alle Strenge des Gesetzes nwenden und sollte Dynamit unter gewisse Fa⸗ rilen legen. Der Abg. Geiger weist Rittler zu⸗ iick. Das Schicksal der Malzaufschlag⸗Vorlage im lenum der Kammer ist nicht vorauszusehen. Der jnanzminister ließ eine Aeußerung von einem rachfolger fallen, die allgemeines Aufsehen erregte. ltramontane Blätter glossiren bereits diese An⸗ rutung. Pf. Pr) München, 27. Oktober. Der dem Land⸗ ige zugegangene Geseßentwurf wegen Ausführung 3 Reichsgesetzes über die Ausdehnung der Unfall⸗ ind Krankenversicherung anf die Betriebe der Post⸗, elegraphen · und Eisenbahnverwaltungen ⁊c, sowie je Transportgewerbe bestimmt, daß bezüglich der rankenversicherung hier das bayerische Ausführungs⸗ setz zur Reichskrankenversicherung der Arbeiter vom 5. Juni 1883 Anwendung finden soll. — In er Abgeordneten ⸗Kammer ist u. A. eingelaufen: zitte des Präsidiums des bayerischen Handwerker⸗ undes um Abänderung der Subhastationsordnung ezüglich des Vorzugsrechts der Bauhandwerker für sre Forderungen an Neubauten vor den Hypotheken. Berlin, 28. Oltober. Der „Reichsanzeiger“ uüblizirt die Berufung des Reichstags auf den 19. ovember. Berlin, 28. Oktober. Der Etat der Eisen⸗ ahnverwaltung des Reiches pro 188687 weist uf: 47,891,700 Mt. Einnahme, 29.544,300 Nark Ausgabe, mithin 17,847,400 Mark Ueber⸗ huß. Die Einnahme ist um 918,000 Mk. höher, »e Ausgabe um 173,900 Mke, der Ueberschuß endlich um 774,100 Mt. höher, als im Etat des aufenden Jahres veranschlagt. Die Erwerbskosten t Reichsbahnen verzinsen sich mit 3,6 pCt., die Inlagekosten mit 44 pei. Wie wir hoören, wird der Einzug des inzregenten Albrecht in Braunschweig mm nächsten Sonutag stattfinden. Erzbischof Kremen tz wicd am 4. November aller Stille in Köln eintreffen. Auch wird keine fentuiche Feier, sondern nur die herkömmliche In⸗ ronisation im Dom stattfinden. Donnerstag, 29. Oktober 18883. 20. Jahrg. Berlin, 27. Okltober. General Sala⸗.n manca ist aus der Liste der Ritter des rothenei Adlerordens gestrichen worden. ð Der Badische Landtag, in welchem jetzt 48 Piitglieder unter 63 nationalliberal sind, während die übrigen Stimmen unter Klerikalen und Demo⸗ traten sich theilen, wird am 12. November von dem Großherzog persönlich eröffnet werden. Wien, 28. Oktober. Den Belgrader Zeit⸗ ungen zufolge versicherte Serbien auf die Kollektiv⸗ zote der Botschafter, daß es den Berliner Vertrag jeilig halte und alles zur Wahrung des Friedens iufbieten werde. Serbien hoffe, daß die Groß⸗ nächte seiner loyalen Haltung Rechnung trügen. Nisch, 27. Oktober. Hier betrachtet man die donferenz bereits als resultatlos, denn wenn Alexander selbst Rumelien verlassen sollte, so wür— den die Bulgaren, unterstützt von dem russisch⸗ zanslavistischen Komité, dies nicht ohne verzweifel⸗ en Widerstand thun. Die russischen Offiziere assen die bulgarische Freiwilligen⸗Korps einreihen. dier hält man den status quo ante für unaus- ührbar und darum rücken die Serben der bulga⸗ ischen Grenze näher. In Paris wird für die Wiederwahl Grevy'k zeworben. Seine Freunde rechnen auf eine große Mehrheit der Stimmen im Kongresse, da unter den 584 Stimmen der Deputirtenkammer 382, uinter den 300 des Senats 230 republikanische Stimmen seien, welchen nur 275 konservative gegen⸗ überständen. Es fragt fich nur, wie viele von den 312 republikanischen Stimmen für Grevy abge— zeben werden. Auf jeden Fall ist seine etwaige Wiederwahl nur ein Verlegenheitsresultat. seinem Leben durch einen Schuß in den Kopf ein Ende gemacht. — Dürkheim, 27. Oktober. Heute früh warde der Tuchfabrikant Adam Kimmel, 68 Jahre alt, von Lambrecht auf einem Acker unweit Fallstadt bewußtlos aufgefunden und nach letzterem Orte verbracht, woselbst er alsbald seinen Geist ufgab. Verletzungen, die auf ein Verbrechen deuten könnten, trug der Verlebie nicht an sich, ind da er auch noch im Besitze seiner Uhr und Baarschaft war, scheint nur ein Unglücksfall vor⸗ zuliegen. — Ludwigshafen, 27. Oktober. Das kgl. Staatsministeriun des Innern hat unterm Bestrigen mit den Kammern ein Nachtragspostulat im Gesammtbetrage von jährlich 13,1658 Mark für die Errichtung eines Bezirksamtes in Ludwigshafen eingebracht. In den Motiven wird ausgeführt, daß das Bezirksamt Speyer mit einer Bevölkerung don etwa 80,000 Seelen den Anforderungen des Dienstes nicht mehr gerecht zu werden dermag. Die Geschäftsüberbürdung dortselbst sei nachgerade zu einem Nothstand geworden und insbesondere eien die Verhältnisse der Stadt Ludwigshafen ganz abnorm; Ludwigshafen, das nach der Boikszählung don 1867 erst 4849 Einwohner zählt. habe heute deren 20,000 und in seiner unmittelbaren Nahe hefänden sich die Ortschaften Oggersheim, Friesen⸗ jeim und Mundenheim mit im Ganzen wohl 12,000 kinwohnern. Bei der großen Entfernung von Speyer eien in der Verwaltung und in der Polizei Verzöger⸗ ungen unumgaͤnglich, welche zu vielfachen Unzukͤmm⸗ ich keiten führen. Das Bezirksamt soll besetzt werden mit einem Bezirksamtmann, einem Assessor, drei Amisschreibern und einem Amtsdiener. An die Bemeinde Ludwigshafen, welche für die Amislokali— äten nebst Dienstwohnung zu sorgen hätte, wären pro Jahr 2000 Mark Miethe zu bezahlen. 6G. A.) Lokale und pfälzische Nachrichten. 9 Erfweiler, 27. Oktober. Ein Unglücks⸗ all versetzte die hiesige Gemeinde in nicht geringen Schreden. Herr Maurermeister Braun, Fab⸗ rikrathspräsident hier, wollte mit seiner Familie aach Blieskastel fahren. Schon in Erfweiler wur⸗ den die Pferde scheu, schleuderten den Knecht zur Seite. und im schnellsten Tempo sausten sie nach Ehlingen, wo an der Brücke der Wagen stürzte ind Herr Braun mit Frau und zwei Töchtern auf zie Straßenböschung geworfen ward. H. Braun rug bedeutende Verletzungen davon, ebenso die eine Tochter, während die anderen mit dem Schrecken »avon kamen. Eine Frau. die mit einer Kuh nuuf die Seite gehen wollte, brach den Arm. Aerzi⸗ liche Hilfe war alsbald zur Stelle. Erfweiler, 27. Oktober. Herr Schul⸗ »erweser Allgeier von Niederwürzbach wurde »om hiesigen Gemeinderate einstimmig H. K. Re⸗ zierung zum Schulverweser der hiesigen Vorbereit⸗ ingsschule in Vorschlag gebracht. sa Kaiserslautern, 28. Oktober. Som⸗ mer und Winter haben sich von gestern Abend auf jeute Morgen die Hand gereicht, vielleicht für mmer in diesem Jahre. Während wir nämlich jestern Abend um zirka 8 Uhr ein Gewitter hatten, ielen heute Morgen die ersten Schneeflocken, mit Regen vermischt. — Landau, 27. Oktober. Gestern Vor⸗ nittag gegen 11 Uhr hat der 48 Jahre alte ledige Friß Stephan von hier, früher Buchhalter in inem Bantkgeschäft, der sich öfter lebensüberdrüssig zeäußert hat, auf einer Bank in den Anlagen Bermischtes. f'In Püftlhingen Cothringen) ftieß ein sunger Mann in einem Wirthshause beim Aufstehen an eine Hungelampe; dieselbe wurde zertrümmert, die Kleider des jungen Mannes fingen Feuer, und derselbe wurde derart derbrannt, daß er bald den Heist aufgab. J fKsln, 27. Oltober. Das Veloziped ist etzt anch für die städtische Verwaltung dienstbar jemacht worden. Der Rivisionsbeamte der städt⸗ schen Feuerwehr benutzt für die zwei Mal wöchent⸗ ich erfolgende Kontrolle der 58 Feuer⸗Meldestellen eit kurzem ein Dreirad und kann vamit in sechs Ztunde seine Aufgabe vollständig vollführen. F Duüren, 23. Oktober. Gestern feierte ein dehrer der hiesigen Volksschule den Tag, an wel⸗ hem er vor 25 Jahren sein hiesiges Lehramt an⸗ rat. Eine schöne Schulfeier wurde ihm veran⸗ taltet. Als Ehrengabe wurde ihm die Summe don 15,000 Mark überreicht und außerdem wurde hm eine Erhöhung seines Gehaltes zu Theil. .Ruhrort, 26. Oktober. In der Nacht von Freitag auf Samstag ereignete sich auf dem A —— gräß⸗ iches Unglück. Es war an dem Deckel des Kon— derters etwas nicht in Ordnung, infolge dessen wei Arbeiter hinaufstiegen, um eine Schraube in demselben anzutreiben. Leider hatten sich aber noch nehrere Schrauben gelöst, so daß der glühende 5„tahl hinausfloß und sich über die beiden Arbeilet ergoß. Einer derselben blieb auf der Stelle todt der audere starb tags darauf z.— 7Gine Wette.)Ein junger Englaänder Sohn eines Londoner Bankiers, wettete in Frank furt mit zwei Freunden, daß er von der Main— Neckarbahn ⸗Brücke bis nach Schwanheim in vollen kleidung schwimmen werde. Letzten Freitag Morgen wurde die Weite zum Austrage gebracht. Den junge Mann verließ an genannter Brücke das Boot, in welchem seine Freunde ihm folgten, und schwamm dem festgesetzten Ziele zu. Die Wetite ging jedoch für ihn verloren, da ex kurz unterhalb des Rothen Hamms nicht weiter zu schwimmen imstande war und von seinen Freunden ins Boot aufgenommen werden mußte. Er war derart fteif geworden, daß er sich kaum noch bewegen konnte. Der Spaß soll ihn über 6000. Mart gekostet haben c⸗c··ß FHeidelberg, 27. Oktober. Das Be⸗ finden des bekanntlich bei den Mainzer Frühjahrs⸗ XXXX— Lieutenants v. Chelius ist trostlos, Trotz der sorgfaltigsten Pflege und der Kunst“ ber berühm⸗ testen Aerzte ist für das Wiederaufkommen des wackeren Offiziers Hoffnung nicht vorhanden. F(Unfallversicherung in Bayern.) Nach den bis Beginn d. Mts. bekannten Anmeld⸗ ungen zu den Unfallversicherungsgenossenschaften find in Bayern im ganzen 24,841 unfallversicher⸗ ungspflichtige Betriebe mit 192,865 Arbeitern vor⸗ handen, welche zu 30 Berufsgenossenschaften Kon⸗ tingente stellen. fBayreuth. (usliges Jägerlatein,) Die „Oberfr. Zig.“ erzählt folgenden merkwürdigen Ausgang einer glücklichen Jagd; Ein kühner Jäger hatte einem saftigen Lampe eines an die Löffel geblasen, daß der Lampe mausetodt dalag. Natürlich hebt man ihn mit Jägerstolz auf und bringt ihn schließlich ins Wirthshaus; der Wirth segt den Hasen in einen Speiseschrank in den Hausflur, um ihn des andern Tags auszuziehen. Der Wirth macht den Schrank auf und Freund Lampe springt neubelebt frohsam davon lOffen⸗ bar hatte ihn nur ein Schrot beiäubt .. Als man weiter nachsah, hatte das boshafte Thier einen halben Brodlaib ausgehöhlt und einen Bachksteinkä— bis auf die Rinde gefressen. Das ist die Geschichte »om scheintodten Hasen hinter Bayreuth. 7 Braunschweig. Ein schreckliches Unglüd reignete sich kürziich in der Nacht im Orte Gon⸗ delheim an der Oberweser. Ein Arbeiter stürzte beim Oeffnen einer Thür am Ofen der dortigen Portland⸗Cement⸗Fabrik in die Gluth. Der Aermste war von der furchtbaren Gluth nicht nur augen⸗ blicklich getödtet, sondern se vollständig aufgezehrt, daß nach kurzer Zeit auch nicht ein Atom mehr von ihm zu sehen war. . Paris,25. Ollober. Aus Lyon wird dem „Gaulois“ telegraphirt: „Die Lage der Arbeiter ist äußerst ernst geworden. Alle Weber haben Befehl erhalten, ihre Werkstätten zu schließen. Die Fabrikation ist eingestellt. Der Präfekt hat zwei Kaufleute gewarnt, daß sie (von den Arbeitern) zum Tode verurtheild seien und ⸗sich iu Acht nehmen sollten. Eine Emeute scheint wahrscheinlich.“ Leiden auf See Zwei Mann von der Besatzung des verunglückten englischen Dampfers Lady Frances“ sind soeben mit dem Dampfer „Malaga“ von Alexandrien in Liverpool ange⸗ ommen. Die „Lady Frances“, von Shiels mi Zohlen nach Alexandrien bestimmt, stieß am 17 September, als sie noch etwa 174 Meilen vom Bestimmungsort entfernt war, auf einen Felsen, legte sich auf die Seite und sank am naächsten Tage. Als das Schiff stieß, wurden Vorkehrungen zur Retiung der Mannschaft getroffen. Man ließ vier Böte zu Wasser, von denen zwei unter Führ⸗ ing des Steuermanns noch am selben Tage vom S-—chiffe abstießen, während die anderen beiden inter Leitung des Kapitäns bis zum nächsten Morgen bei dem Wrack blieben. Der Kapitän jatte ein Lifeboot und eine Gig und plazirte7 Mann in das erstere und 3 in das letztere. Die Böte steuerten an der Küste entlang. Am dritten Tage setzte stürmisches Wetter ein und die Gig mußte verlassen werden, nachdem die drei Insassen vom Lifeboote aufgenommen worden waren. Am nächsten Morgen kenterte das letztere, so daß du Schiffbruchigen mit den Wellen um ihr ehe ringen mußten. Acht von ihnen gelang es, sid auf den Boden des genannten Bootes zu retlen und am Kiel feftzullammern; der erfie uͤnd den Maschinist · wurden aber nicht wiedergesehen. Di Schiffbrüchigen hatten sehr viel auszustehen um tranken schließlich Seewasser. Kapitän Hendersor wurde wahnsinnig und glaubte ans Land gehen gi tönnen · SEr verlietz das Boot, indem er sage er wolle seine Kleider wechseln, und ertrant. zu vom Dilirium befallene Matrosen und ein Heizer sprangen mit der Absicht, ans Land zu schwimma ins Wasser und verschwanden in den Weilen da Steward, der ebenfalls wahnsinnig wurde, fordech mehrmals ein Messer und sprang schließlich übe Bord und ertrank. Zuletzt blieben nur noch zwe Ueberlebende, nachdem der zweite Offizier gleichsall verunglückt war. Während der· Nachtzeit legien die Aermflen⸗ ihren Korper mit Ausnahmede⸗ Kopfes unter Wasser, da letzteres wärmer als die Luft war. Am 18. September, also 7 Tage naqh dem Schiffbruch, wurden die Unglücklichen don einem Schlepper aufgenommen und nach Alexan. drien gebracht, wo man sie ins Hospital schiete Die Bote des Steuermanns, deren Insassen eben. falls wegen Wassermangels schwer zu leiden hatten, waren 5 Tage in See. Am fünften Tage ken— terte das Lifeboot bei einem Landungsversuche, wobei ein Mann ertrank. Die Uebrigen kamen sicher ans Land und wurden von einer Bande Araber aufgenommen, die ihnen Alles stahlen mmd sie dann auf Kameelen nach Alexandrien brachten. Sie gaben den Schiffbrüchigen nichts zu essen, der⸗ orgten fie aber mit Wasser. Von der aus neun⸗ jehn Personen bestehenden Besatzung des Dampfers „Lady Frances“ erreichten nur 10 das Land. SJ Wer wicht wagt, gewinnt nicht! 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Man lasse sich daher nicht bereden, einen minderwerthigen Kalender zu kaufen, da keiner auch nur aunähernd das zu bieten im Stande ist, wie der Illustrirte Bayerische Familien-Kalender. Zu beziehen durch die Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger“. zu haben bei Gebr. BReclker. Preisgekrönte Novelle von Aler. Baron v. Roberts Siehe Neue Musik⸗Zeitung IV. Quartal. Preis bei der g0 Il nächsten Postanstalt, Buch⸗ o. Musikalienhandlung nuu 7 VWVVUDDAe— Nur 5 Mark! 300 Dßd. Teppiehe in reizendsten türkischen, schott. und buntfarbigen Mustern. —A breit, müssen schleunigst geräumt werden sund kosten pro Stück nur 5 Marl egen Einsendung oder Nachnahme Bettvorlagen dazu passend, Paat 3 Mark. Idolf Somme rseld., Dresden Wiederverkäufern sehr empfohlen. Demetz in St. Inabert. as vorschrift-—gige Formular 3 Uunfall-Anzeigen an die Ortspolizeibehörden it vorräthig in ver Buchdruckerei von P. X. Dometæ- Druck und Versag bvon F. Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung ind zu haben in der Sruckerei des „St. Inghberter Anzoide' 3 * 222 28* 2 2 2 * 285 3535 56—55 23 3381853 — 2 2 25232322 ss 32383558557 —X 55555555338 * 38 538 — 2,—32 228 * 5*23 222* 25 5 52358 3 525 [ 2 2⸗ 522 — * ** eαι — — 22 —5 2222 586. — 53358* 283288 88 — 53 53 — 2 23338888 72 55332835 —28 s 8 23 55 .5 25283 — —— —2 ———— *28 28 2* * ——— S 38 s8338585 3333* 222 3381338 45 52525 23 — 88* ———— 582 322 —2 —A —— 222 8 58* ——— 2 —— 2 22 2 * 23 53 2 22 — —— 22 —— x * — — —2 S2 — 3 2* — ——— [ 3373 788 * Sẽ 283033 28 — 335*8 * B5 33232 E 38 3z238*8* ẽ 258835* 23538332538 —A — 835362235 585*55 — E2EISS 6 325255 —— — 20 2 —A 3 * — — 2 255 —23275 —3— — —AVVV— 522 —— —28 6 53 2552 832 52 2 * 5*25 * * 2 — 390 2 vyg —5 5 * —2 25355 —— — 38 — 5 E 5355* —A —2 3 5*2 3533228 2 8 228 25 z25334 — 8 — — 3 — 2562 22* —83 2 52 2* 22 *7 258 222 53853 — S — 2—2 52 820 5 23 8 5 22 — 525 8 * 222 25 5*—52 23 28 28532 — 2322 — 527 2 —22 —* 32*5 222 S52 3283 325 33555 25 5* 22 3 2 s5238 — 53*55 225283 3—3— —N—— N 2 5.52 * 5228 283 2 522 — 3z328 ———— 523 2* 2 252* ———— — 55*3 2 22*2 25 — 5360 — —— 2553 * 5553 2528* 555823 — * 253272 — 55 e 2553523535338 555052 33 8 —* * — —22353 2 4 22255 20 3 525 5532338 v —8 52 735 8 —& — 5 5 * ——— 5335 * 535* — — * — 2 S 52 35855 —32 2 —3 — 0 2228* — c 25 5 22 2 —— * 22 2 8*522 * 325 —* 2 2 — 523232* 54 — —S s— 2 42 82 2 5533833 — 53 22 — 222 557 5557 ——3532 s——587 c 28235.5 55 323 2225 335 ——— —— — — 526538 5282 —A ——— 2533 5 2238228 8 5533 3535 2z233538 527 8 —XAE 52585 * * 5*3237 — — 52 ——— S—2825 —* * 255 — ——— 2233 — 8 — 53382 ——A 58 2 — 222 S7 —2 — —»533323535 2 2283353 5555355 828 2335 5 —— —X 53*325 258 — 83— 52525.235 —— 25 2353 —A 775 3—z5323 5 — 252 — — 2. — 23532328 ——— 2 22 352785 30 —AR—— 5 5* 55322 —— 28 8 — — 3 4 28 — — 33 2 — 228 5 — 533 555 E 2 2322 77 —— — — ——— 2 234 X. 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Jugherter Amzeiger. A Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — MX— de ,St. Jusdccter nzeiger · erscheint mbahentlich fünfmale amn HSontag ⸗ Dienstag, Donuerstag, Sautstag und Sountag:z 204al wbqhenilich mit Unterhauunẽẽ. latt und Sonntags ui Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 4, einschließlun d A Zuftellunabgebühr. Die Einrückungsgebühr sur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 , bei außerpfalzischen und solden auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 , NReclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. Samstag, 31. Oktober 1888. 290. Jahrg. W213. 784 7 Schützen, die Schuljugend ꝛc. — Der Prinz wird Abonnements das Kommando über das 10. Armeekorps vorlaufig auf den —nwoch behalten,“ jedoch nur io lange, bis die kaiser— 342 iiche Entscheidung über einen Nachfolger erfolgt ist. St. Ingberter Anʒzeiger Der Prinz soll sodann die dritte Armee⸗Inspektien für die Monat erhalten, welche durch den Tod des Prinzen Fried- November und Dezember ich Karl werledigt ist. Diese Inspektion umfaß! cymen fortwährend an: die Poftanstalten, die Poft- zelanntlich das 7.,8. und 10. Armeekorpsv. oien, die Austraͤger und Die Expedition. scheidung vorbehalten. Der Gang der Geschäfte hat sich rasch abgewicelt. Leo XIiII. hat sogar den allerkürzesten Weg eingeschlagen, da Fürst Bis⸗ narck den Wunsch hegte, diese Frage solle in kür—⸗ gester Frist abgeschlossen sein. Der Papst hat dieser Aufforderung völlig Rechnunggetragen. Es muß her⸗ vorgehoben werden, daß in, dieser hochbedeutsamen An⸗ zelegenheit Deutschland eine gewisse „Courtoisie hevaleresquè“ (ritterliche Höflichkeit) dem Vatikan gegenüber an den Tag gelegt hat. Nach den letzten Informationen ist man im Vatikan wie in den zwei Kanzleien Preußens und Spaniens hoch⸗ erfreut über den baldigen Ausgang des so ver⸗ wickelten Streites. Die Franzosen sehen nun auch in Marokko deutsche Gespenster, sie fürchten, daß Fürst Bis— narck ihnen dort ihre Pläne kreuzt. Das Journal des Débats“ bringt folgende Korrespon⸗ denz aus Konstantinopel, 20. Oktober. Es gilt, die Augen nach der Seite von Ma— rotks hin offen zu halten. Es bereiten sich dort gesta Germanorum vor. Es ist ein Handelsver⸗ rag zwischen Deutschland und Marokko abgeschlossen vorden, und man hat Herrn Testa als Gesandten zach Fez geschickt. Namentlich diese Ernennung Testa's, den wir kennen, hat die Bedeutung eines vichtigen Ereignisses (lVimportance d'un événement de premier ordre). Herr Testa, ein Levantiner bdon Geburt, war der erste Drogoman der hiesigen deutschen Botschaft, und der Reichskanzler hat ihn iich von hier kommen lassen, um ihn zum Ge⸗— 'andten in Marokko zu machen. In der Thal ennt Herr Testa die orientalischen Dinge, wie kein Anderer. Er spricht und schreibt vollendet das Arabische und ist ein Mann von überlegenem Ver⸗ tande. Man kann sich also nicht wundern, daß derr Testa, bevor er sich auf seinen Posten begab eine Woche in Varzin zugebracht hat, wo sich der Reichsskanzler über viele Dinge von ihm hat unter— richten lassen. Welche Pläne hat man in Bezug auf Marokko gesponnen?“ Man kann das natür⸗ iich nicht wissen. Aber davon kann man überzeug ein. daß sich aus dieser Ernennung und dieser Besprechang etwas Wichtiges ergeben wird. Politische Uebersicht. In der Bayerischen Kammer der Abgeord⸗ eten erklärte auf eine Anfrage Brandenburgs hegen des Gesetzentwurfs über den obersten Rech · ungshof der Finanzminister, die Regierung habe aichtigere Aufgaben zu erledigen. Uebrigens würde et Enwurf sehr ernste andere Fragen mit sich ihren, es waäͤre besser, dieselben nicht in das Haus neinzutragen. So lange er Finanzminister sei, ien soiche Fragen glücklich vermieden worden; die ꝛache hange außerdem mit der Reichsgesetzgebung jammen und die Umwandelung des Rechnungs⸗ ofes würde jedenfalls Mehrausgaben erfordern. die Abgeordneten Frankenburger und Schauß alten die Urgirung der Frage momentan für nicht ngezeigt, wahren sich indessen das Recht der Nach⸗ rage über den Stand der Angelegenheit nach zwei sahren. Der Etat des Finanzministeriums wurde dließlich genehmigt. Die preuß. Regierung will nach offiziöser Mit⸗ —X vosenoch nicht die Initiative ergreifen, die Rolle verschamter Bereitschaft“ wird fortgesezt, es wird ctlaärt: Spricht fich die öffertliche Meinung in er That mit solcher Bestimmtheit für die Vermehr⸗ ing der Lotterieloose aus, wie behauptet wird, so bird es Sache der Freunde dieser Maßregel sein, jeses durch einen entsprechenden Beschluß der indesvertreiung zum Ausdrud zu bringen. Die egierung würde wahrscheinlich dann nicht ver⸗ hlen, einem etwaigen Beschlusse der gesetzgebenden rörperschaften in der Richtung der Vermehrung er Loiterieloose die gebührende Berüchsichtigung zu cheil werden zu lassen. Bekanntlich waren die Neinungen der Abgeordneten bisher sehr getheilt. kritt nun das neue Haus mit einer Mehrheit von inigen Stimmen für die Vermehrung der Loose m. dann — stimmt die Regietung zu. Zwischen den deutschen und spanischen Sozial⸗ isten hat in Betreff der Kärolinenfrage ein Briefwechsel stattgefunden, über den der Hamb. orr.“ Einiges mittheilt. Die spanischen Sozialiften haben an die Reichstagsabgeordneten Liebknecht und Bebel geschrieben: Die spanische Bourgeoifie, verbunden mit einem Theil der Arbeiterklasse, ist jetzt in lebhafter Bewegung anlaßlich des. ...welchen die Regierung Ihrer (der deutschen) Nation an den arolinen verübt hat. Die sozialistische Partei Spaniens kann sich den Manifestationen gegen Ihr Land nicht anschließen, welche zum Zweck haben, einen Kampf herbeizuführen, der von den Proletariern beider Länder zum Vortheil der Bourgeois beider Länder geführt werden müßte. Indeß mit Rück— sicht auf die Haltung, welche der zwischen beiden Ländern ausgebrochene Konflikt uns anzunehmen zwingen wird, bitten wir Sie, uns zu sagen, welche Haltung Sie in dieser Frage zu beobachten gedenken, und wie Sie über diesen neuesten Konflitt denken.“ Hierauf erging von Seiten der deutschen Sozialisten eine Antwort, in der es heißt: „Mit großer Freude haben wir die Bestätig⸗ ung der Thatsache vernommen, von der wir vom ersten Moment an überzeugt waren, nämlich daß unsere fpanischen Gensssen nichts mit denen gemein hatten, die in Eurem Lande mit Gewall zum sriege drängen . .. Wie unsere Abgeordneten offen im Reichstage erklärt haben, ist die Sozial⸗ demokratie Gegnerin der ganzen heutigen Kolonial- politik, denn sie sieht in derselben nur Anstreng⸗ ungen, das Gebiet der kapitalistischen Ausbeutungen zu erweitern, die Herrschaft der bestehenden Unge⸗ techtigkeiten auf Kosten wilder Völkerschaften zu erlangern, die man unter dem Vorwande, sie zu ivilisiren, physisch und moralisch zu Grunde richtet. Unversöhnliche Gegnerin aller Kriege, bekämpft sie aamentlich die „Kolonialkriege“ betitelten Raub— riege. Und jedesmal, wo die Herrschenden eines dandes einen solchen proboziren. werden sich die Sozialisten der betreffenden Nationen zu einem gemeinsamen Proteste vereinigen“. Mit der angeblichen Gegnerschaft der deutschen Sozialdemokratie gegen die Kolonialpolitik stimmi die Thatsache nicht überein, daß ein Theil der ozialistischen Fraktion im Reichstage für die Dampfervorlage, also für eine sehr wirksame Unter⸗ tützung der Kolonialpolitik, gestimmt hat. Ueber die Erfolglosigkeit des anarchistischen Treibens in der Union spricht sich Johann Most elbst in seinem Organ aus, indem er die „Ge— nossen“ vor eine Auswanderung nach Amerika varnt. Er schreibt: NUeber die Vermittelung des Papstes in der darolinenfrage wird der „Germania“ aus stom gemeldet, daß das päpstliche Staatssekretariat im 22. Oktober den offiziellen Bericht über die Bermittelungsfrage definitiv abgeschlossen habe. Dieses Dokument, das auf Grundlage der Missions⸗ derichte und der Dossiers der beiden Regierungen nit überraschender Schnelligkeit ausgestellt wurde, vird nach einer höheren Diskussion und nach dem versönlichen endgiltigen Spruche Leos XIII. in Form zinet diplomatischen Note den zwei Regierungen in venigen Tagen übermittelt werden. Es verlautet, zaß dieses Schriftstück sehr kurz gehalten ist. In johen kirchlichen Kreise herrscht die Ueberzeugung, zaß der Spruch des Papstes zur beiderseitigen Ge⸗ augthuung ausgefallen ist, da die endgiltige Lösung nuthmaßlich nicht ohne vorherige Rüchsprache mit derrn d. Molins und Herrn v. Schlözer und mit esonderer Rücksicht auf ihre offiziellen Instruk. truktionen zu Stande gekommen ist. Obschon der yffizielle Bericht weder bekannt, noch versandt wor⸗ den ist, so glaubt der Gewährsmann des ultra⸗ nontanen Blattes doch nicht fehl zu gehen in der Mittheilung, daß das päpstliche Gutachten zugleich en historischen Prärogativen Spaniens und den Wunschen Deutschlands in genugthuender Weise kechnung trägt. Wie man sieht, hat der Papst hne Kommissionsapparat und ohne lange Berath⸗ ing der Kongregationen diese Frage von so ein⸗ hneidender Bedeutung sich zur persönlichen Ent⸗ zum festlichen Empfang des Prinzen Albrecht ad in Braunschweig seitens der Vereine e Vorbereitungen in vollem Gange. Wir haben jon mitgetheilt, daß der Einzug des Prinzregen⸗ n am Sonntag erwartet werde. Oberbürger⸗ neister Pockels iheilte in der Stadiverordnetenver⸗ mmlung mit, daß Prinz Albrecht seinen Einzug ir den 2. oder 8. November zugesagt habe. In er Nachmittags abgehaltenen Sitzung der Vereins⸗ orstände und Korporationen wurde Näheres über je Einzugsfeierlichteiten beschlossen. Der Festzug t vom Bahnhofe aus, woselbst der Empfang urch die Landesbehörden stattfindet. Auf dem riedrichs · Wilhelmsplatz erfolgt die Begrüßung durch e städtischen Behörden. Spalier werden bilden: mmtliche Gesangvereine, Kriegervereine, Turn⸗ rreme, Feuerwehren, der Bürgerverein, die Handels⸗ mmmer, die kaufmännischen Vereine, Innungen, „Wer erhofft, Freude am Amerikanischen Par⸗ teileben zu haben, dem sel es hiermit gesagt, daß er auch in dieser Hinsicht eitel hofft. Da die ganze revolutionaͤre Bewegung immer noch wesent ⸗ ůch von Fremden getragen und betrieben wird, und da dieselten großtentheils aus gemaßregelten, derbitterten Elementen aus allen Winkeln der Erde, beseelt von den verschiedenartigsten Ansichten, be— stehen, so kann es nicht vermieden werden, daß Krakehl, Stänlereien, gegenseitiger Kampf und innerer Hader aller Art auch noch diesen kleine Stroͤmung bis zum Ekel trüben und die recht⸗ schaffensten, zähesten Clemente mit pessimistischen Anwandlungen infiziren ¶ Jeder, der nach Amerika geht, ist durchschnitilich fur die Bewegung in Eu⸗ ropa verloren, und in Amerika ist das Resultat seiner Agitation vorläufig gleich Null.“ Deutsches dteich. Muͤnchen, 29. Oltober. Die Abgeordneten⸗ kammer nahm einstimmig den Gesetzentwurf betreffs Ausführung des Reichsgesetzes über die Ausdehnung der Unfall⸗ und Krankenversicherung an. sowie ferner mit großer Majoritat das provisorische Fort⸗ vestehen des bisherigen Malzaufschlags; die Kammer verwarf dagegen die von der Regierung beantragte Fixirung desselben. ꝛ Berlin, 29. Oktober. Die Resultate der Wahlmännerwahlen find bereits größtentheils be⸗ kannt. Freisinnige Wahlmänner wurden im erften Wahlkreise 588, im zweiten 799, im dritten 712, im vierten 5753; konservative im ersten Wahlkreise 248, im zweiten 160, im dritten 838. im vierten 206; nationalliberale im ersten Wahlkreise 59, im zweiten 35, im dritten 40, im vierten 15 gewählt. Von 550 Urwahlbezirken ist das Resultat aus einigen Dreißig noch unbekannt. Ausland. Wien, 29. Oktober. Bulgarische Patrouiller, die sich auf serbisches Gebiet verirrten, wurden fest⸗ genommen. Italien wird, wenn die Kaisermächte der Konferenz eine Intervention der Türkei vor⸗ schlagen, nicht mitstimmen. Von guter Seite tauchen wieder Gerüchte auf, nach welchen Kalnocy's Siellung durch die Bulgarenfrage erschüttert sei. Sein Ruͤdtrin sei nach Schluß der Delegation vor⸗ ausfichtlich; man nannte Kallay als Nachfolger. Nisch, 29. Okltober. Da voraussichtlich der ztatus quo nicht hetzustellen ist, so werden Vorbe⸗ reitungen getroffen, um allen Eventualitäten zu hegegnen. Liihen, 20. Olt. Die Kammer nahm die Finanzgeseße in zweiter Lesung an. Es wurde ein Gesetzentwurf eingebracht. wonach alle Beamtenge⸗ hälter und sonstige Zahlungen der Staaiskasse während der Mobilisirung um 5 Prozent gekürz werden sollen. — Es werden weitere Marine; Reserven einberufen. Lokale und pfaälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 29. Olktober. Die kgl. Regierung der Pfalz hat aus den ihr zur Verfüg— ung stehenden Mitteln aus den Mobiliar⸗Versicher⸗ ungsbeiträgen zur Forderung des Feuer⸗ löschwesens pro 1885 an eine größere An⸗ zahl Gemeinden die Gesammtsumme von 19,507 Mark vertheilt. Im Bezirksamt Zweibrücken er⸗ hielten davon: Ensheim 300, Biesingen, Blidweiler, Bubenhausen, Ernftweiler je 200, Bierbach, Blieskastel, Heckendalheim je 100, Rubenheim 70, Eschringen 60, Ballweiler, Knopp, Lautzkirchen, Oberauerbach, Rohrbach., Stamdach ie 50. Wöorschweiler 47 Mark. Kaisers laut ern, 28. Oltober. Unser Mitbürger, der berühmte Afrikaforscher Herr Paul Reichard, schreibt am 28. September aus Zanzibar, daß die Aerzte auf den deutschen Kriegs⸗ schiffen ihm von dem mit einer sofortigen und un⸗ un terbrochenen Rückreise verbundenen schroffen Klima⸗ wechsel abgerathen haben; und daß er deßhalb miit dem Dampfer ,Malakka,“ einem Schiffe des Sultans bon Zanzibar, nach Bombayh gehen, in Indien bis zum Abgange des nächsten Lloyddampfers ver ⸗ bleiben wolle, sich dann auf der Rückreise in Egypten noch 3-210 Tage aufzuhalten gedenke und bor Weihnachten bestimmt zu Hause zu sein hoffe — Mußbach, 28. Oklober. In unserer Orischaft breitet sich mit besorgnißetregender Schnellig⸗ ie Ine zöeartiage Tuphusevidemie mehr und mehr aus! Zur Zeit liegen 17 Patienten am Sryphus schwer darnieder und find bereits mehrere Todes⸗ älle zu verzeichnen. Die Entstehungsursachen der schlimmen Krankheit sind noch nicht eruirt. Eine Untersuchung des Trinkwassers förderte michts Ver⸗ dächtiges zu Tge. — Konigsbach, 28. Oltober. Gestern Nach⸗ miitag ereigneie sich hierselbst ein schweres Unglüch der frühere Kuhhirt von hier war beim Verkauf eines bieher als ziemlich harmlos geltenden Zucht⸗ fassels mitthätig und war gerade dabei, das Thier abzubursten,/ als dasselbe, wohl eingedenk eines ani rihen Morgen erhaltenen Schlages den Kopf senkte und mit einer blitzschnellen Bewegung den unglück⸗ lichen Hirten in weitem Bogen in die Luft schleu⸗ derte. Der Bedauernswerthe war bom Horn an der Innenseite des linken Oberschenkels getroffen ind erhielt eine 5 Centimeter tieft und fast 20 Fentimeter lange. klaffende Wunde, welche bis auf den Schenkelknochen ging.n: Zum Glück bei allem Unglück var die Schlagader underletzt geblieben, und der herbeigerufene Arzt Herr Dr. Lyncker konnte alsbald die gräßliche Wunde reinigen und vernühen. Wenn die Wunde auch nicht sabsolut lebensgefährlich ist, so hängt doch von dem glatten Verlauf der Heilung as Leben des Verwundeten ab. J — Bei der diesjahrigen chemischen Prüfung in München wurde die Siegespalme einem Pfälzer zuerkannt. Herr Franz Kugler aus Königs⸗ oach lieferte nämlich das glänzendste Examen. das zielleicht seit einem Jahrzehnt gemacht wurde, und erwarb sich die erste Note mit Auszeichnung. Der zlückliche Kandidat wird sich nun demnächst an eine ausländische Universität begeben, an weicher aner⸗ tannte Autoritäten wirken, um sich dort einen schönen Doktorhut zu holen. — Die Berufung des Reichstagsabgeordneten Dr. Armand Buhl zu Deidesheim zum ebenslänglichen Reichsrath der Krone Bayern hat in der Pfalz allseitig freudig berührt. Denn ganz abgesehen von des so hoch Ausgezeichneten verdienst⸗ bosler politischer Thätigkeit im Reichstage hat sich Reichsrath Dr. Buhl besonders um die Pfalz große Berdienste als Mitglied und Präsident des Land⸗ rathes der Pfalz, sowie auf dem Gebiete der Land⸗ wirthschaft, der Vereinsthätigkeit u. s. w. erworben, daß König Ludwig II. gewiß so leicht keine geeig⸗ netere Personlichkeit an Stelle des verewigten Gustav d. Krämer in die hohe Kammer der Reichsräthe zum Rathhelfer der Krone berufen konnte. Auch vir gratuliren dem verdienstvollen Reichsrathe zu einer ehrenvollen Berufung! Vermischtes. F In einem Gasthause einer kleinen Stadt Zurhessens kehrten unlängst fünf Handlungs⸗ Reisende ein, unter welchen sich auch ein stets zu zuten oder schlechten Witzen geneigter Fcankfurter hefand. Als die Herren Abends am runden Tisch —X chäfte unterhielten, frug sie der Wirth, welcher der derren morgen früh rasirt zu werden wünsche. Es meldeten sich alle Funf und die Sache war ꝛxledigt. Anderen Morgens, es hatte kaum sechs zeschlagen, wurde der Erste schon von dem Barbier jerausgeklopft und gehörig eingeseift. Nachdem dies geschehen, erklärte derselbe, er habe sein Messer vergessen, der Herr möge sich einen Augenblick ge⸗ dulden, bis er es geholt habe. Der Barbier velcher Niemand anders war, als unser zu schlech en Witzen aufgelegter, wohlverkleideter Frankfurter nachte es den übrigen Reisenden wie dem ersten eifte sich dann selbst ein, nachdem er seine Ver— tleidung abgelegt, erschien auf der Schwelle seines Zimmers und erhob einen solchen Lärm, daß die bier eingeseiften in den Unterhosen an den Thüren erschienen. „Der Strolch von Barbier hat mich eingeseift und kommt nicht wieder!“ rief er und auch die Anderen. Unglücklicher Weise kam in diesem Augenblicke der wirkliche Barbier, und do nan glaubte, er habe sich einen Witz machen wollen io fielen die Vier über ihn her und prügelten ihn vurch. Nur mit Mühe befreite sich der arme Teufel aus den Händen seiner Widersacher, wäh—⸗ zend der boshafte Uhrheber dieses Ulks dabei stand und beinahe sterben wollte vor Lachen. Bei der Pable d'hôte gab er sich zu erkennen, worüber sich die geuzten Kollegen so sehr ärgerten, daß sie das Essen schlecht und den Wein nicht genießbar fanden. Stopfenheim (Mittelfranken), 20. Okt. Bestern wurde in der Filiale Dorsbrunn die Frau Barbhara Rambach beerdigt, welche wie die .,N N.“ berichten, 1060 Jahre und 9 Monate alt ge- worden war. Groͤßte Armuth war der —*8 der Verstorbenen von ihrer Wiege in einer langsi verschwundenen Waldhütte bis zu ihrem Sterbelager im Armenhause. Zu ihrer Armuth gesellten sich in ihren letzten Lebensjahren vollständige Erblindung und Taubhert.“ Sie brauchte wegen Krantheit fas nie das Bett zu hüten, selbstn nicht an—ihren Todestage. — 7 fPistolen⸗Duell. Waährend vorgestern der Schwurgerichtshof, in München sich mit der bekanntet Duell⸗Affaire Denk⸗ Veisler befaßte, hat wie das „Fremdenblait“ meldet, im Wäldchen be Harlaching ein Pistolen⸗ Duell zwischen 2 Medizinern tattgefunden, Wwobei einer des Duellanten durch einen Schuß in den Unterleibr schwer verwundel wurde. Der Verletzte ist sofort zu Wagen in seine Heimath verbracht worden. rTMünschen, 28. Ollober Das lk. pro⸗ testantische Ober Konsistorium hat folgenden Erlaß an die prot. Konsistorien Ansbach und Beyreuth gerichtet? Es ist vergekommen? daß⸗ Kandidaten der Theologie, nachdem sie bereits ordiniert waren, die Ableistung ihrer militärischen: Dienstpflicht an— zutreten hatten. Wie wenig angemessen dies ist, euchtet von selbft ein. Wir werden deshalb die Ertheilung der Ordination an Kandidaten,welche nicht bereits für dauernd untauglich erkläri, oder qzur Ersatzresexve überwiesen sind, erst dann geneh⸗ nigen, wenn dieselben der gesetzlichen aktiven Mili⸗ ardienstpflicht genügt haben. Jedem Gesuch um Irdination ist hierüber der entsprechende Nachweis eizufügen. 25Ein Lesi pziger Bürger, Hermann Ziliak, vurde jetzt von seiner Frau mit dem 29. Kind, einem Maädchen, beschenktt. 7In Plauen i. V. sind von den ehemals nehr als 4000 Handwebestühlen nur noch etwa 200 im Gebrauch. Gegenwärtig wird auf einem — jergestellt, der bald in den feinen Salons der damenwelt Aufsehen erregen dürfte. Es ist dies in aus Zwirn bestehender Stoff mit reicher Gold⸗ urchwirkung. Während man Anfangs nur weißen Zwirn (Ketle und Schluß) verwendete, verarbeitet nan jetzt auch schon bunten Zwirn. f Für und gegen die Tournüre. In Oidenburg haben sich nicht weniger als 80 weibliche Champions für die entsetzlichste Mode⸗ Erfindung der Neuzeit, die Tournüre, gefunden. Im „General⸗Anzeiget für Kreuznach Stadt und dand“ nämlich finden wir folgendes JInserat: Der Zuriosität halber theilen wir unseren Mitgliedern nit, daß 30 Oldenburger Damen einen Verein zum ZSchutze des „eul“ gebildet haben. Dieselben dver⸗ zffenilichen in der Oldenburger Zeitung“ folgende Frklärung: „Dem Wilhelmshafener Herrenklub, der ie geschmahle Tournüre aus der Welt schaffen vill antwotten 80 junge Damen hierdurch, daß zuch sie einen Verein zum Schutze und zur Sicher: tellung der ebenso kleidsamen als zweckmäßigen Tournure gegründet haben. Wenn den Männern »er Anblick einer niedlichen Tournüre so zuwider, d ralhen wir allen betreffenden Herrchen, getroß nach Kamerun zu gehen, da die dortigen schwarzen z„chönen wohl noch nicht diesen franzosischen Mode⸗ ninitel lennen. Wir wurden solche hoffnungsvollen Jünglinge garnicht entbehren, da auch wir uns eierlich verschworen haben, lieber ehelos zu bleiben. ils einem Tournürenderächter die Hand zu reichen. Die Damen werden der gesammten vernünf/ igen Männerwelt mit diesem letzteren Entschluß nus dem Herzen gesprochen haben. Uebrigen⸗ wird das Mißbehagen über die Sache wesentuich Jedämpft durch folgende Mittheilung aus Paris: „Die Stunde des Sattelkissens (vulgo Tournüre) jat geschlagen. Die Abwerfung des Auswuqhse⸗ eht wiedecum von Paris aus. Bei der jetzt n xFu stattgehabten Dänisch-Orleanistischen Hochen Aschienen die Braut wie alie anderen Damen ohne w innatürliche Anhängsel. Die vornehme Welt n ich jetzt beeilen, das Sattelkissen abzuwerfen, welhes nunmehr nur noch von Dienstmädchen, p frauen und Näherinnen, außerdem natürlich m ‚on gewissen Nachtwandlerinnen getragen w vird. Mit der von einigen Spekulanten genahen doffnung, das Sattelkissen werde sich wiederum zu Fehkorb entwickeln, ist (s nunmehr vordei. mm⸗ p (Ein kostbates Fundstück.) In einem * schriebenen Briefe, der aus Göttingen —7 'and ein Postbote in Berhin einen Geld nit 3400 Mark Werthaugabe, welcher sich ꝓy g u t he J ie n m ei aut qu NR der J o N 7. ou⸗ 50 nie oe S 94. E n ag des eingeschriebenen Briefes versteckt hatte. Fotüngen war schon eine peinliche Untersuch⸗ eingeleitet · und ein Postbeamter in den Ver ⸗ des Diebstahls gekommen.. Graf Moltke.) Wie, der Mailändische riere“ meldet urbeitet der bekannte lombard⸗ ünstler Rofat an einer Büste des großen achtenlenkers Moltke. Der betreffende Auftrag vom Koönig von Italien ertheilt worden.⸗ Der sler eniwirft das Bildwerk nach einer überaus gelungenen Photographie. Die Büste soll im cinal im königlichen Arbeitskabinet aufgestellt In der Schweiz fand am Sonntag eine zabstimmung über eine Vorlage wegen höherer astung des Alkohols statt. Die bezügliche Aen⸗ ung der Bundesverfassung wurde mit 215,000 en 136,.000 Stimmen angenommen. Kartoffelzucker. Es soll nach Pariser alüttern einem Lyoner Fabrikanten gelungen auf elektrischem Wege, und zwar sehr wohl⸗ lrystallisierten. eßbaren Zucker aus Kartoffeln izustellen. Diese nützliche Knollenfrucht hat zher nur Stärke⸗Zucker, d. h. einen Zucker ge⸗ iert, der zwar in der Industrie Verwendung det, im Haushalt indessen, weil er nicht krystal⸗ ti, nicht zu verwenden ist. Allerdings erscheint Lyoner Erfindung, da die Runkelrübe allein on mehr Zucker liefert, als Europa verbraucht, »enblicklich etwas zwecklos, und wenn die Kar⸗ fel bauenden Gutsbesitzer anfangen, ihr Produkt, uit als Nahrungsmittel? zu verlaufen oder auf viritus zu verarbeiten, in Zucker zu verwandeln, würden sie nur die jetzige Kaͤlamität ins Große agern. Man kann aber nicht wissen, ob sich cht die Verhältnisse ändern. Vielleicht erachten wenn der Franzose Recht behält, die jetzigen enbauer dereinst für vortheilhafter, ihre Felder t Kartoffeln zu bestellen, und gewinnen, weil andern erst Zuckerfabriken in der Nähe anlegen nißten, einen Vorsprung, der sie vor den Folgen r sonst eintretenden Ueberproduktion bewahrt. Ein neuer Skandalprozeß hat in Peters⸗ .g begonnen, der die Besiechlichkeit russischer »amten hell illustrirt. Der Hauptangeklagte Go⸗ natschew hat neun Jahre hindurch, von 1872 1881, als Polizeimeister von Kronstadt wie m Alp auf dieser Stadt gelegen. Sozusagen ter den Augen der höchsten russischen Behörden t er den genannten Zeitraum hindurch wie ein impyr an dem Marke der Einwohner gesogen. an glaubt seinen Augen nicht zu trauen, wenn man Anklageschrift liest, eine solche Fülle von Schmutz, ibgier, Gesetz und Rechtlosigkeit enthalt sie. 150 eugen hat das Gericht vorgerufen, hunderte von mbrecherischen Handsungen koönnen dem Angeklagten ihgewiesen werden, und nach tausenden mögen Fälle zählen. die nicht zur Sprache gekommen 10 Ein vereitelte DynamitAttentat. omische Blaͤtter melden, daß der Kardinal Dome⸗ aco Bartolina ein anonymes Schreiben empfing üt der Aufforderung, dem Absender, der sich in iner Behausung prasentiren würde, 15,000 Lire 483zuhändigen, widrigenfalls würde er das Haus urch eine Dynamitpatrone in die Luft sprengen. die bedrohte Eminenz verständigte die Polizei, welche en Attentäter, einen Barbier, festnahm. In seiner kasche fand man thatsächlich eine Dynamilpatrone. »Kaiserin Eugenie häödlt fich jetzt in enedig auf. „La Venezia' schreibt über die un⸗ uüͤckliche Fürstin: Die Kaiserin ist, wie wir auf t Piazetta, wo sie am Arm des Deputirten unnani Moretto spazieren ging, konstatiren konnten, agemein gealtert, so daß eine kühne Phantasie uVu gehört, sich in ihr die einstige gefeierteste hönheit des Kontinents vorzustellen. Das kasta⸗ enbraune Haar ist von vielen Silberfäden durch⸗ gen und deckt nur noch spärlich die eingefallenen chiafen. Das leuchtende Auge hat seinen ehe⸗ aligen lanz absolut eingebüßt. Man merkt, daß Erkaiserin schlimme Tage durchlebt hat. »Das neueste Ballet „Amor“ von Man—⸗ iun, dem Erfinder und Choreographen des „Ex⸗ sior“, besteht aus vierzehn großen Bildern: 1) s Chaos, 2) die Erschaffung der Welt, 8) der densch, 4) die ersten Arbeilen des Menschen, 5) w Niedersteigen der Genien auf den Parnaß, 6) s Pantheon in Griechenland, 7) der Triumph ulius Cäsars, 8) Rom im Verfall, 9) der Venus— mpel, 10 das Hereinbrechen der Barbaren aus en Alpen, 11) die Verschwörung Vontidas. 12) 14 ne Schlacht von Legnano, 13) der Triumph der! Liebe. Das pierzehnte Bild soll sich jedesmal der Ztadt anpassen, in welcher das Ballet zur Auf⸗ ührung kommt, und wird z. B. in Mailand die ieuen Quartiere auf der Piazza d'Armi Darsiellen in Berlin vielleicht die nrue Kaiser-Wilhelmstraße der Unter den Linden 2); dazu hat Manzotti 250 Figurinen zeichnen lassen und eßs werden 2300 erschiedene Kostüms nöthig sein.. Auf der. Bühne elbst werden eine Menge Thiere vorkommen. u. A. in Elephant, vierzehn Pferde,“ sehr viele Hunde, velche abgerichtet und auch als Affen und Bären fuftreten werden. Direktor Scherenberg wird selbst⸗ yerständlich der ersten Aufführung des „Amor“ in Mailand beiwohnen. Marjshall u. Co. in Leeds, die groͤßte Flachs⸗ pinnerei ⸗· Firma · in Eurspa, gedenkt ihre Fabrik in ʒ Monaten zu schließen. Früher beschäftigte die Firma 3000 Arneiter, welche Zahl während der etzten Jahre auf 1000 zusammengeschmolzen ist. die Handeleflauheit, die lebhafte Konkurrenz und er geringe Nutzen werden als Gründe für das Nufgeben des Geschäfts bezeichnet. 7 Ueber den jüngsien Wirbelsturm an der Rrissa-Küste in Indien gehen allmälig veitere Einzelnheiten ein. Der Verlust an Leben ind Eigenthum scheint schrecklich gewesen zu sein. Man veranschlagt, daß ein Flächenrauum von etwa 00 Quadratmeilen Reislandereien mit Seewafsser »edeckt watr. Die ganze Ernte und sämmtliche Ortschaften wurden vernichtet. Der Kommissär Neicalfe, welcher die verheerte Gegend besucht hat, agt in seinem amilichen Berichte, daß ungeheure zZaͤume entwurzelt und blattlos, mit dem Aussehen; ils ob sie versengt wären, umherliegen; Häuser ind in eine unkennbare Masse zermolmt, und der zerwesungsgeruch ist schrecklich. Der Verwalter iner großen Besitzung berichtet auf Grund ihm ugegangner Mitheilungen, daß 700 Doͤrfer in kexara uad Kaldepp dem Erdboden gleichgemacht purden, wobei drei Viertel der Bebölkerung ihren Tod fanden. Ueber die Wirkung der Sturmwoge sinter den Sathyabadi Sandhügeln ist bis jetzt richts bekannt, und man nimmt an, daß diese hügel die Woge brachen und so das Land retteten. das Ereigniß hat in dieser Generation nicht seines sleichen und übertrifft in seinen Schreckissen selbst zie Zersiörung der Fluthwoge des Cyklons in 1864 in Hooghly. Sit. Jo hn, Meu⸗Fundland) 26. Oktober. kin verheerender Sturm hat in Labrador sehr chwere Vetluste verursacht. Schon jetzt weiß man, daß ie 6 Schiffe Augusia, Kenmore, Guiding Star, Sophie, Snowdrop und Brundrif an der Ostküste on Labrador gescheitert sind. CEines der größten Eisenbahn-Projekte.) Es vird versucht, in Newyorl ein Syndikat von Zapitalisten zusammenzubringen, um ein Eisenbahn⸗ Netz herzustellen, welches nach dem Vorschlage der hinesischen Regierung sich über das ganze chine- ische Reich erstrecken soll Die russische Regierung oll zu Gunsten dieses Projektes und willens sein, hr Eisenbahnnetz in solcher Weise auszudehnen, —ö ische anschließt. Das Projekt, wohl das groß⸗ irtigste in neuerer Zeit, nimmt eine Auslage von 90,000,000 Doll. in Anspruch. Kommt das —Syndikat zu Stande, so fällt auch der ganze Bau, ille Betriebsmittel ꝛc. Amerika zu besorgen und zu iefern anheim. σσσα Sterbefälle. — Gestorben: in Lambrecht Katharina Barb. Amling, 36 Jahre alt: in Landau Heinrich Iwig. 85 Jahre alt. Marktberichte. Zweibrücken, 29. Oltober. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗ aalienmartt.) Weizen 9 M. 04 Pf. Korn 7M. 53 3 herste zweireihige d M. — Pf., vierreihige 0 M. — Pf. zpeiz oœM. — pf., Spelziern — M. — Pl., Dinkel M. — Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Hafer 6 M. 30 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken 0 M. — Pf. deu 3 M. — Pf., Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. M. 80 pf., Kartoffeln 1 M. 60 Pf., Weißbrod !/ Kilo 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 58 Pf. Gemischtbrod 8 Kilo 3 f., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual 30 pj., j1 Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf., Hammel⸗ leisch 60 Pf., Schweinefleisch 30 Pf., Wein l Liter 80 Pf. zierJ Liter 24 VPf., Butter /3 Kilogr. O M. 95 Pi. Homburg, 28. Oktober. (Fruchtmittelpreis und Viktua⸗ eninarkt) Weizen 8 M. 68 Vf., Korn 7 M. 49 Pf. zpelztern — M. — Pf., Spelz O M. — Pf., Gerste reihige O M. — Wf. . Gerste 4reihige O M. — Pf., hafer 6 M. 72 Pf. Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf., Bohnen 9 M. — Pfer Kleesamen — Mi— Pf. Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleisch — Pf. Rindfleisch 56 Pf. Kalbfleisch 50 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch 416 Pf.,, Butter 1 Pfund 1 M. os pf. dartoffeln per Zentner I M. 60 Ri.— gur die Redatti⸗on — — —A leber den Werth der Apotheker N. Brandt'« 7 Schweizerpillen * st seit kurzem eine VBroschure erschienen, welche gratis in en Apotheken erhaltlich ist und auf 24 Seiten die Gut⸗ ichten der ersten medizinischen Autoritäten, einer sehr roßen Anzahl praktischer Aerzie ec. enthält. Diese Broschüre bird gewiß in allen Kreisen der Bevoͤllerung die größte Beachtung finden und darfte besonders allen Denjeni en mpfohlen jein, welche bisher noch Zweifel aüber den hohen Werth der Apotheter R. Brandus Schweizerpillen? bei Magen⸗, Leber⸗ und Gallenleiden hatten. — — sÆ Wir glauben dielen unserer verehrten Leserinnen einen Dienst zu erweisen, wenn wir sie hiermit auf ine praktische Neuerung hinweisen, durch welche das Stärken und Plätten von Kragen, Manschetten, hemden eic. in hohem Grade vereinfacht und ex— eichtert wird; wir meinen die Verwendung von Mack's Doppel⸗Stärke, welche ihrer vorzüglichen kigenschaft halber überraschend schnell überall Auf⸗ iahme gefunden hat. Die einfache Reisstärke allein zenügt bekanntlich den Anforderungen längst nicht nehr, welche gegenwärtig von dem größten Theile des Publikums an eine schöne Wäsche gestellt werden. Man bedient sich daher;“ um die Wäsche schöner uind steifer herzustellen, schon lange der verschie— ensten Stärkezusatze, wie Borax Wachs, Traganth ec.; ie Anwendung derselben ist aber zeitraubend und chwierig, bei unrichtiger Mischung beeinträchtigt sie ucht selten die Schönheit der Wäsche. Die Ulmer steisstärkeFabrik von Hch. Mack in Ulm beschäftigt ich seit vielen Jahren mit der Aufgabe, dem Pu⸗ likum ein vollständig fertiges Stärkemittel zu iefern, dessen Zusammensetzung auf Grund der Erfahrungen der renommirten Plätterinnen des In⸗ ind Auslandes erfolgt ist und hat nun nach lang⸗ ähriger, praktischer, fotrschender Thätigkeit unter dem Namen Mack's Doppel Stärke ein Fa⸗ rikat in den Handel gebracht, welches nicht nur die Mängel und Nachtheile der bisherigen Stärkesorten vollstandig beseitigt, sondern sogar neue bedeutende Borzüge eniwickelt: Das Plätten wird in hohem Zrade erleichtert, die Arbeit vereinfacht und die Wäsche sehr geschont. Macd's Doppel⸗Stärke ent⸗ zält alle nöthigen Zusätze in vorzüglicher, bewährter Mischung und liefert ein überraschend schönes Resultat. — Einer der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu⸗ trirte Bayerische Familien Kalender. derselbe traf zereits für 1886 ein. Doch nicht allein einer der zesten. ganz entschieden auch der reichhaltigste ist ex und für 1886 scheint er gar alles bereits Da— Jewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka⸗ endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Israelcten noch der Hundertjährige Kalender, Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bayerische Messe und Märkte, Genealogie der bahyerischen Standesherren, Kardinals⸗Kollegium, Verzeichniß )er im Königreich Bayern funktionirenden auswär⸗ igen Konsular· Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich sübsche Erzählungen und viele Humoresken im pahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu⸗ trirt, bunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und heiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. Zesonders hervorzuheben ist ein Artikel über die )eilung der miasmatischen Krankheiten (Masern, Scharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, Blattern ꝛc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por-⸗ räts und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich ein erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe non Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun⸗ Bebiet und Neu⸗Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, ämmilich prächtig ausgestattet, enthält derselbe noch ein schönes Oeldruckbild „Mutterglück“ und in 1 Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen⸗ imeter breites RheinPanorama, mit 44 Jullustra⸗ ionen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und ies Alles kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs— ektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustrirten Bayerischen Familien Kalender unseren Lesern hier⸗ nit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch die Fxrpedition ds Blattes J — e ) 8 — AA— —A — *498 —WF— . * 2 — * z a v— — — — — —EXXX — —ö..—— 9— 34' —460— J3 7* —— J— — J —V. Das Confectionsnaus UAX PPL ιöt. Johann a. d. 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September 1885 die Beschlagnahme der nachbezeichneten Hrundstüche als: .Plan Nr. 172, 34 qm Fläche mit Wohnhaus und Hof, gelegen zu St. Ingbert im Hirteneck an der Hobelsstraße, Haus Nr. 69 J und Plan Nr. 4015, 14 4 70 qm Acker hinter Hodels, beide Liegen⸗ chaften in der Steuergemeinde St. Ingbert gelegen — zum Zwecke der Zwangsvollstreduug dei dem k. Amtsgericht St. Ingbert zeantragt. welches durch Beschluß vom 16. d. M., eingetragen in die Register des k Hypothekenaites zu Zweibtücken im 19. Oktober, darauf die Beschlag⸗ ahme der vorbezeichneten Liegenschaften zum Zwecke der Zwangsbversteigerung bderfügte und den k. Notar Kemmen dahier als Versteigerungsbeamten er nannte. Der abwesenden Tochter der Ehe eute Preßzmiann, namens Anna Preßmann, ledig, großjahrig, ge werblos, angeblich in Paris wohnhaft, wird hiemit in ihrer Eigenschaft als Miterbin am Nachlaß ihres verlebte Vaters, Gesuch und Beschlagnahmebe⸗ chluß in vorstehendem Auszuge öffent ich zugestellt, mir dem Bemerken, doß das Nähere aus den an der Gerichts afel angehefteten Abschriften ersichtlich st und daß gegen den erwähnten Be chluß Beschwerde ohne aufschiebende Wirkung binnen einer Notfrist von wei Wochen, beginnend nach Ahlauf don zwei Wöchen vom Erscheinen dieses Blattes ab, zulässig ist. St. Ingbert, den 28. Oktober 1885 kgl. Amtsgerichisschreiberei A. Acer Rechtspraktikant als Gerichtsschreiber Ein-Mark-Loose zer zweiten Collecte des Renten 1. Unterstützungs Vereines für pedürftige Frauen und Mädchen. Deffentl. Ziehung 10. Rov. 1885. Niur Glielgewinnune: Hauptgewinn. . M. 25000 . Me. 8000 — — .. M. 2000 2 Gewinne à M. 500 1000 5 F a M. 300 — 1500 07 Hdn. 200 — 2000 0 a M. 100 — 1000 ꝛd, 4M. 580 — 1000 iud noch viele Gewinne mehr. 0,700 Gew. mit 75,000 M. haar Anzahl der Loose: 225,000. dieGen.“Agent. A. & B. Schuler, in München. oose 4 1Mt. sind zu haben bei )er Hauptagentur für die bayr. Pfalz: Peter Rixius in Ludwigshafen am Rhein, sowie bei dessen Agen⸗ en: Joh. Weyrich, Frz. Woll und Ga. Adt allein St Inabert. Jedermaunun— wird dringend ersucht, bei Ankauf von dem Illustrirten Bayerischen Fa⸗ nilien Kalender für 1886 darauf zu achten, daß für den Preis von 50 Pfg. alle vier Beilagen, nämlich: a) ein Wandkalender, b) ein Portemon⸗ iaie·Kalender, und außerdem noch das Oeldruckbild c) „Mutterglück“ und 1) ein Rhein⸗Panorama darin enthalten sind, da die Verlagshandlung zu jedem Exemplar des so reich ausgestatteten Kalenders dieselben liefert. Man lasse sich daher nicht bereden, einen minderwerthigen Kalender zu zaufen, da keiner auch nur aunähernd das zu bieten im Stande ist, wie der Illustrirte Bayerische Familien⸗Kalender. Zu beziehen durch die 3 Erpedition des „St. Inaberter Anzeiger“. Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „Eilgut F. X. Demeßk. n u haben bei Die Holländische Kaffee Brennerei H. Disquéẽ & Cie, Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten— Kaffee“ so beliebten hochfeine Qualitäten: . Java⸗Mischung per Pd.A I.20, „ Westindisch M. „1.40, . Menado M. ,„IL.b0, f Bourbon M. „„I.80., extra fein Mocca M.i, „2.00. gebrannt nach Dr. v. Liebig's Vorschriftu. neu verbesserter Brennart, vodurch das Verflüchten des Ars— na's absolut unmöglich. sträftig u. fein im Geschmack. Große Ersparniß. Nurächt in Packeten mit Schutz- narke „Elephant“ versehen von 4, 123 und Pfund. Niederlage in St. Ingbert bei Frau Anna Treitz. 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Amtsgerichts St. Ingbert —N0PF —X aee —BA—O»OC—— —ů—[ůüůůüx——çççcC»——[—]—[——“—“— 2* — — — da St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ sin und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich J M 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 , einschließli d A Zufelunaßgebühr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei auberpfältischen und solch u auf welche die Grpedition Auskunft eriheilt, I3 4, Neclamen 30 . Bei 4mnaliger Einrückung wird nur dreimalige berecmet , Deutsches Reich. x Nüünchen, 29. Oktober. Se. Maj. der »nig trifft in det Nacht vom Freitag auf Sams⸗ q.aus der Hinterriß klommend in hiesiger Resi⸗ ein. Se. Majestät ließ der Gemahlin des rwankten Grafen Urco⸗Finneberg durch seinen „binetssekretͤr das lebhafte Bedauern ausdrücken ad sich unter den besien Wünschen für eine recht aidige Genesung nach dem Befinden des Kranken ndigen. 2.1 266 zerlin, 28. Oltober. Der bahyherische Ge⸗ ote Graf v. Lerchenfeld⸗Köfering ist vom Urlaub ruckgekehrt und hat die Geschafte der Gelandt⸗ si wieder übernommen. Berliu, 29. Oltober. Das Berl. Tagebl.“ authet, daß es sich bei den bevorstehenden Mehr⸗ cderungen im Militäretat um eine andere For⸗ nion der Artillerie, Einführung verbesserter Ge⸗ iize und neue Einrichtung der Feldpost handele. iese Vermuthung dürfte das Richtige nicht treffen, elinehr derlautet aus militärischen Kreisen, daß aaptsäͤchlich die Einführuug eines vervollkommneten zhießgewehres und Umänderungen im Proviant- esen beabsichtigt seien, die erheblich auf den Etat awirken werden. Bei der Proviantfrage handelt sich nicht eiwa nur um die Erhohung der Fut⸗ wprese. sondern wohl um Pergrößerung der sFenenen nuslande z Belgrade 30 Oltober.nnd Aus Bulgarien wuewiesene Saba vberichten, daß die Bulgaren e Serben versolgen und mißhandeln. Die Ge⸗ *itheit seĩ beispiellos; gan der dutgarisch serbischen renze sei jeder Verkehr abgesperrt. Im Ultions⸗ AUe wird hus zweite Aufgebot einberufen. Mon⸗ negro beabsichtigt die Grenze gegen Grahova usherremn J isch 80r Otlober. Offiziell. Die Bulgaren errten überall die Grenze ab und ordneten an, den von Serbien aus die Grenze Ueberschreiten⸗ n zu tödten. Die serbischen Truppen sind gewiesen, in entschiedener Weise ohne spziellen ehl auf ein derartiges Verhalten! mit den ofen zu antworten. Die dulgarischen Frei genschaaren begannen, serbische Grenzorte mit dderjallen zu beunruhigen uskale und pfalzische Rachrichten. Der Verein pfäl zischer Brannt⸗ tinbrenner wird am Donnersiag' den6. vdember, Nachmittags 2 Uhr in Zweibrücken der, Restauration zum Kronprinzen“ eine Haupt⸗ ammlung abhalten, in welcher u Ha. eine sdrechung des neuen Gesetzentwurfs beit. den anntweinaufschlag auf der Tagesordnung steht. —Kaiferslautern, 28. Oktober. Heute korgen wurden auf dem Ader des Latrinen ⸗ einigers Ludwig Horneff dahier elf Hundertmark · seine gefunden,“ welche sümmtlich· in der Mitte utchgerissen waren. Dieselben befanden fich ohne weisel an Abort der“ Rothen Laterne“, welcher setn/ gereinigt wurde. Diürfte dieser Fund diel ⸗ icht mit dem Postdiebstahle zusammenhängen ? — Beim Steinaufziehen, an einem Neubau der Alleestraße zu Kaiserslautie ven fiel Maurer Schick sammt dem aufzuzichenden eine vom zweiten Stochwerk herunter und der ?tein ihm auf den Rücken. Schid mußte schwer anlezt vom Platze gebracht werden. 9 — Zu Hin zweiler stürzte ein Giebel der g* Pfarrhause gehdrigen Scheuer ein; die Magd us Pfarters verlior dabei ihr Leben. 0 — Einem Wirth zu Schweiswéiler! Sonntag, 1. November“ F wurden 960 Mt. gestohlen, angeblich von einem Handwerlsburschenn. . — Hundheim, 27. Oklober. Von hier ist ein armer Musikant als Gehilfe voriges Jahr nach England mitgezogen, sein Gewerbe daselbst uuszuüben,“ um Gelde zu verdienen. Er xr ist der brave Sohn einer armen Wittwe. Er nachte keine schlechten Geschäfte, indem er sich als zraus eine Fabrikantentochter mitbringt, welche 10, 000 Mk.jahrliche Rente zu verzehren hat. Wir vürschen sehr viel Glückh“ I ——Aus Neustadt war eine Petition an zie bayerische Abgeordnetenkammer gelangt, worin im Aufhebung des pfalzischen Einnehmerei⸗Insti⸗ utes nachgesucht wurde. Der „N, Z.“ gegenüber var der Verdacht geäußert worden, es sei diese janze Petition⸗mit den angefügten Unterschriften jefälscht. Die Redaltion dieses Blattes wandte ich deßhalb an den Herrn Landtagsabgeordneten Müller von Haardt und erhielt darauf folgende Antwori:“ .... Die fragliche Petition mit velcher sich der PetitionsAusschuß sicher und mög⸗ icher Weife auch das Plenum beschäftigen wird, st datirt Neustadt a. H., 1. Okltober 1888, und nit folgenden Namen unterzeichnet: „Friedrich Maier, C. Schneider, F. Wolff, Dürr, Guggen⸗ jeimer, Reinhardt, Müller und Schmitt“. Es sind —X Ramen wehe meines Wissens alle in Neu⸗ tadt porkommen. und dürfte die Unterstellung einer zälschung der Petition und der Unterschriften nicht o ohne Weiteres hehauptet werden. Die Petenten ühren aus, es sei eine unbillige Härte und im hegensaße zu den sseben diesrheinischen“ Kreisen aur in der Pfalz die Einrichtung und zwar aus er französischen“ Zeit her fortbestehend, daß der zfulzische Steugrzahler. neben seiner Steuerpflicht m · den Staat e weltere 4 pCt. Extrasteuer an zie Steuerctinnehmer aus seiner Tasche phen nüsse.“ Gilb.) — Rheingoönheim, 27. Oktober.“ (Un⸗ lücksfall.) In Mannheim verunglückte gestern, der on Rheingoͤnheim gebürtige Arbeiter Bernhard Lecker, welcher in dem Zigarrengeschäft von Jacoby hätig war. Derselbe war am Aufzug beschäftigt, lürzie aus bis jetzt unbelännten Ursachen vom 4. Stochwerk auf die Straße und beschäpigte fich der⸗ irt, daß er nach mehreren Stunden' schmerzlichen eidens im hiefigen Hospital seinen Geist aufgab. Vermischtes. 4 In Burbach —8 — sich am Dienstag Abend am Krinzelsberg éin Seillünstler. Der Jlatz war mit mehreren aufgehängten Petroleums · ampen beleuchtet, von denen eine herunterfiel und war unglüclicherweise auf einen dreizehnjährigen Jungen. Mit brennendem Petroleum übergossen, janden im Nu des Unglüdlichen Kleider m hellen zlammen. Man brachte den Knabin in einen in —RVä rennenden Kleider; die Verletzungen, welche der rme Knabe erlitten, sollen aber sehr bedenklich ein. Der Seiltänzer hielt es gerathen, nach diesem Borfall seine Preduktionen einzustellen und weiter u wandern. ä 5F. Saarburg, 28. Oktober. Gestern Abend raf die Nachricht hjer ein, daß am 25. ds. Mis. zer 22jährige Johann Schneider von Ehnen im zuremburgischen von einem Gensdarm erschossen vorden sei. Ueber den Hergang wird folgendes erichtet: Schneider und noch zwei junge Leute »on Helfant (Kreib Saarburgh lamen gegen 10 Uhr in etwas angeheitertem Zustande aus einer — — 7 — e — —7 — ⸗ ,e,“ — 1252* 20. Jahrg. Wirthschaft · und wollten in ihr Quartier gehen, wo fie als Taglöhner bei der Traubenlese aus⸗ helfen follten. An der Mojel ustellien sie sich auf, um ein Liedchen zu fingen, Da erschienen zwei Bensdarmen und geboten Ruhe. Es kam zuerst zum Wormwechsel und schließlich machten die Gens⸗ zarmen von ihren Revoivern Gehrauch. Schneider erhielt einen Schuß in das Bein worduf er fiel ind sich jammernd auf dem Boden wälzte. Der ine Gensdarm itriun heranuergreift Wen Unglüd⸗ ichen und schießt ihn gegen die Stirn. Schneider var sofort eine Leiche. i: , Triex, 24. Oltober. Wie weit die Ver⸗ vilderung und Verrohung der Jugend in manchen dreisen gestiegen ist, zeigt folgender Vorfall. Zwei dnaben einer hiesigen Pfarrschule“ gingen anstatt in den Unterricht ihren losen Streichen nach. Der⸗ veilen beriethen sie sich auch darüber, wenn der dehrer ihnen beim Wiederbesuche des Unterrichts Vorstellungen machen sollte, wie sie mit ihm fertig verden wollten. Als sie nun in die Schule kamen ind der Lehrer dieselben zur Rechenschafteziehen vollte, fielen sie, der , Trier. Landesztg.“ zufolge, iber denselben her und vergriffen sich an ihm. 7 Lebach, 26. Oltober. Gestern gerieth der Fuhrman C. Altmeyervon hier mit seinem, mit einem Pferde bespannten Wagen obechalb der Brimsweilerbrücke in den hoch angeschwollenen und in dieser Stelle sehr reißenden Primsfluß. Alt⸗ neyer konnte sich nur durch Schwimmen retten, vährend, sein Pferd mit dem Vordertheil des Wagens von dem Müller Scherz aus Primsweiler, nus seiner verhängnißvollen Lage befreit wurde. 7Bonn, 20. Oktober. Gestern Abend ahen zwei Studenten die auf dem Heimwege be⸗ zriffen waren, in einer Küche ein hübsches Küchen⸗ nädchen sinnend am Herde stehen. Aus Ull lopften sie ans Fenfter. Doch sofort veränderte ich die Lage. Wie der Blitz schnellte das Mäd⸗ hen empor, eilte zum Schranke Sund reichte einen Schinkenknochen heraus. Da die Frau des Hauses ben in die Küche kam, so wurde das Fenster vieder geschlossen und, „Das ist heut ein Gaudium“ ingend, traten die Studenten einige Schritte zurück. Im selben Augenblick kam ein Soldat und tupfte in das Fenster. Dasselbe wurde wiederum ge⸗ ziffnet; doch einen Schinkenknochen lonnte derselbe nicht mehr erhalten, da der letzte vergriffen war. Berkin,;, 28. Okiober (Renn⸗Unglüd.) Bei der gestrigen koͤniglichen Parforce Jagd, an velcher der Kronprinz, die Kronprinzessin und die Zrinzessin Viktoria, achtzig Rothröcke unde zwel damen zu Pferde theilnahmen und die in höchst lottem Tempo eine Stunde und zwanzig; Minuten zauerte, stürzte der: GeneralVientenant v. Bredow, dWla snite der 16. Ulanen,⸗schlug dabei mit dem dopf an einen Baum und mußte in eines der nächstgelegenen Häuser gebtacht werden. Soweit nan hört, sind die Verletzungen, die er am Kopfe davongetragen, nicht lebensgefährlich. Auf den französischenMinisterprasidenten Freycineit ist am Donnerstag Morgen 1184 Ihr ein Attentat unternommen worden. Ein Individuum schoß auf den Minister einen Revolver ab, ohne ihn zu verwunden,“ Der Attenläter ver⸗ veigerte jede Auskunft über seine Person wie über die Motive zu seiner That. Wahrscheinlich ˖hat mnan es mit einem überspannten Kommunisten zu hun, der seiner Partel mit der Beseitigung Frey⸗ cineis einen Dienst zu erweisen glaubte. — zur die Aedal son veraneci br 4 Möbel Versteigerung. zaiuflat, den 7. AJoveuber 1885 Morgens 9 Uhr., zu St. Ingberi in ihrem Wohnhause, jafsen die Kinder und Erben der zu St. Ingbert verstorbenen; Eheleute Wilhelm Chandon, früher Bür— zermeister und zuletzt noch Privatier. ind Lonuisße Schaller oͤffentlich auf Fredit versteigern: ů v 1Brauerei⸗ und 1Brennerei⸗ Finrichtung, bestehend R Kesseln, Gerstenweiche u. 13 Maischbütten, sowie etwa 40 große Lagerfässer, 120 Transportfässer, 1Wwei⸗ spännigen Fuhrwagen, Pflüge, Eggen .— St. Ingberi, den 24. Oltober 1885. Kemme'r, k. Notar. 78 8 * Licitation. zZamflag, den 7. Povenber 1885, Nachmittiags 2 Uhr. zu St. Ingbert in der Wirthschaft ‚on Daniel Baumann (Café Ober⸗ auser), werden durch den unterzeich geten, gerichtlich hiezu beauftragten gl. Notar der Abtheilung halber zu rigen versteigert:: Steuergemeinde St. Ingbert: — s0 qm und Plan Kr. 89, (82 Dez.) 27 a 90 qm Flaͤche, worauf ein weistsckiges Wohnhaus, enthaliend 10 Zimmer, 2 Küchen, 2. Speicher, 4 Kammern, Wasch⸗ tüche, Brennhaus mit Brennkessel, 3 Siallungen, 2 Remisen, Oeco⸗ nomiegebäude, Scheuer, Bier⸗ drauerei mit vollständiger Ein⸗ richtung und etwa 60 gtoßen Lagerfässern und 120 Transport . assern; Ziergarten, Pflanzgarten mit Anlage, Haus- und Garten⸗ keller, jowie sonstige Zubehörden, zusammen ein Ganzes bildend zjelegen zu St. Ingbert in der Oberstadt neben Peter Buhmann und Wilhelm Weiler; J Plan Nr. 792, (23 Dez.) 7 4 60 qm, plan Nr. 798, (38 Dez.) 114 20 qm, und Plan Rr. 794, (18 Dez.) 6 a 10 qm Wiese in den Großwiesen am Ballbrunnen; Plan Nr. 4189 2, (68 Dez.) igs a 80 qm Acder auf der Ho⸗ belsahnung, nebst dabei befind⸗ lichem Bierkleller. Eigenthümer sind: Die Kinder und Erben der zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen — xrsiorbenen· Eheleute Wilhelm Fhandon, früher Bürgermeister und ulegt Privatier, und Louijse Zqchaller, bezw. die Repräsentanten oicher, als: 1. Cäcilie Schaller, ohne Gewerbe, in Riederwürzbach vohnhaft, Witwe des veistorbenen Beschaftsagenten Ludwig Bechthold, im deben zu St. Ingbert; — einzige Keprasentantin der verlebten Tochter Zonise Chaudon, gewesenen Ehe⸗ srau des ohne Gewerbe zu Nieder⸗ vurzbach wohnhaften Joseph Schaller; 2. Wilhelm Chan⸗ don, Reniner, ir Baden⸗Baden vohnhaft; 8. Elisabetha Chan don/ ledig, großjährig, ohne Gewetbe. n St. Ingbert wohnhaft; 4. Marie Josephine Chandon, sewerblose Ehefrau von Emil denser, bnigl. Fabrikinspeltor, in pener wohnhaft; 5. Joseph na⸗⸗39 0631* vohnhaft; 6. Julie Chandon, edig, großjährig, ohne Gewerbe, 49 Frankfurt am Main wohnhaft; Olga Franziska Wilhel⸗ mine Nuß, minderjähriges Kind ind einzige Erbin der verlebten Tochter Wilhelmine Chandon, gewese⸗ sen Ehefrau von Ernst Nußz haswerksdirector, in Eörach in Baden vohnhaft, · vertreten durch ihren ge⸗ anntien Vater, bei dem fie auch do⸗ nicilirt ist, als Hauptvormund, und dr. August Huber, Apotheker in Lorach vohnhaft, als Nebenvormund. St, Ingbert, den 21. Oltober 1885. Kemmer,k. Notar. Hausversteigerung. Zaustag, den 7. Uerember 1888 Nachmitiags 8 Uhr u St. Ingbert in der Wirthschaft on Daniel Baumann (Café Ober⸗ auser) lassen Herr Hanus Reichen⸗ erger, kgl. Hauptzollamtsassistent, ind Juliane Peters, Cheleute zu dandau, ihr von Jacob Rohe, zergmann da hiser, erworbenes, auf em Höfchen gelegenes Wohnhaus ammi Garten und sonstigen Zubehörden u Eigen versteigenr. — St. Ingbert. den 31. Oltober 1885. Hemmer, lk. Notar. Zchwingmchl vr. Pfd. 16 Pfg. d pio. Mit. i.80, Blummehl pr. Pfd. 18 Pfg., T io vᷣso. Mit. 170. Korumehl 25 Pfd. Mt. 2.90, Fornkleien 25 Pfd. Mi. 1.50 empfiehlt —— Jos. HéelIlent hal. Neue Mandeln mit und ohne Schaalen, Feigen in, Schachteln 1 Pfd. 88. Pfs- Citronen, Apfelsinen Sultanin-⸗ und Elemirosinen, owie Tafelrosinen, einste Bourbon-Vanille Titronat u. Orangeat, empfiehlt Nnaterialvwnaronhéll. PP. ery. Herr Eevi Rosenbaum, Rent⸗ ner in Zweibrücken, verlauft seine von Philipp, gen. Ferdinand S„traß von hier erworbenen —VV 2 Wiesen m Allment, Bann St. Inabert, anter günstigen Bedingungen.“ Näbheres bei A. Woeber,- Naariatsgehilfe. mser Pastillen in plombirten Schachteln. emser Catarrh·Pasten n runden Blechdosen m. uns. Firma verden aus den echten Salzen inserer Quellen dargestellt und sind in bewährtes Mittel gegen Husten, zeiserkeii, Verschleimung. Magen⸗ chwäche und Verdauungsstörung. Forräthig in St. Ingbert bei ßeter Fery und Albr. Zorn, Wotheker. rdnig Wilhelm's Felsenquellen Ems. Dachpappe und Kaolzkheer —— 8 9 4J Mòôbelmagazin! 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Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 H, einschließli d Zustelungtkgebühr. Die Einruckungsgebühr sur die 4gelpaltene Garmondzelle oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfaltischen und solch u Nauf melche die Grpedition Auskunft ertheilt, 18 —, Neclamen 80 . Bei 4maliger Einrackung wird nur dreimalige berechnet. —“ Zonuntag, 1. November 1888s. 20. Jahrg. Deutsches Reich. vurden 9600 Mk. gestohlen, angeblich von einem Wirthschaft und wollten in ihr Quartiet gehen, Aunchen, 29. Okltober. Se. Maj. der dandwerlsburschen.. ooo sie als Taglöhner bei der Traubenlese aus⸗ ag trifft in der Nacht vom Freitag auf Sams⸗ — Hundheim, 27. Oktober. Von hier ist hjelfen sollten. An der Mosel stellten sie sich auf, raus der Hinterriß kommend in hiesiger Resi⸗ in armet Musikant als Gehilfe voriges Jahr mm ein Liedchen zu fingen. Da erschienen zwei eein. Se. Mojestät ließ der Gemahlin des ach England mitgezogen, sein Gewerde daselbst Hensdarmen und geboten Ruhe. Es lam zuerst —0—— seinen uszuüben, um Gelde zu verdienen. Er zum Wortwechsel und schließlich machten die Gens⸗ pineisseklretar das lebhafte Bedauern qdusdrücen xr ist der brave Sohn einer armen Witiwe. Er darmen von ihren Revoivern Gebrauch. Schneider d sich unler den besten Wunschen für eine recht nachte keine schlechten Geschäfte, indem er sich als erhielt einen Schuß in das Bein, worauf er fiel dige Genesung nach dem Befinden des Kranken Frau eine Fabrikantentochter mitbringt, welche und fich jammernd auf dem Boden walzte. Der jndigen. — , 0,000 Mk. jährliche Rente zu verzehren hat. Wir ine Gensdarm' tritt heran, v ergreift den Unglück⸗ Zerlin, 28. Okiober. Der bayerische Ge⸗ vür.schen sehr viel Glück! 7** ichen und schießt ihn gegen die Stirn. Schneider idte Graf v. Lerchenfeld⸗Kofering ist bom Urlaubß —Aus Neustadt war eine Petition an var sofort eine Leiche. ragekehrt und hat die Geschaͤfte der Gesandt⸗ die baherische Abgeordnetenkammer gelangt, worin Trier, 24. Oktober. Wie weit die Ver⸗ ut wieder ühernommen. im Aufhebung des pfalzischen Einnehmerei-Insti · vilderung und Verrohung der Jugend in manchen gerliun, 9. Ollober. Das „Berl. Tagebl.“ utes nachgesucht wurde Der N, Z. gegenüber dreisen gestiegen ist, zeigt folgender Vorfall. Zwer muthet, daß es fich bei den bevorstehenden Mehr⸗ var der Verdacht geäußert worden, es sei diese Znaben einer hiesigen Pfarrschule gingen anstatt derungen· im Miliiaretat um eine andere For⸗ janze Petition mit den angefügten Unterschriften n den Unterricht ihren iosen Streichen nach. Der⸗ mion der Arlillerie, Einführung verbesserter Ge⸗ zefälscht. Die Redaltion dieses Blattes wandie veilen beriethen fie sich auch darüber, wenn der dhe und neue Einrichtung der Feldpost handele. ich deßhalb an den Herrn Landtagsabgeordneten dehrer ihnen beim Wiederbesuche des Unterrichts ese Vermuthung dürfte das Richtige nicht treffen, Muüller von Haardt und erhielt darauf folgende vVorsiellungen machen sollte, wie sie mit ihm fertig imehr derlaute aus militärischen Kreisen, daß Antwort: . ... Die fragliche Petition mit verden wollten. Als sie nun in die Schule kamen wpisachlich die Einführuug eines vervollkommneten velcher sich der Petitions-Ausschuß sicher und möͤg⸗ und der Lehrer dieselben zur Rechenschaft ziehen hiehgewehres und Umänderungen im Proviant- sicher Weise auch das Plenum beschäftigen wird, vollte, fielen sie, der „Trier. Landesztg.“ zufolge, tsen —*8 seien, die erheblich auf den Etat ist datirt Neustadt a. H., 1. Oktober 1888, und iber denselben her und vergriffen sich an ihm. wirlen werden. Bei der Proviantfrage handelt nit folgenden Namen unterzeichnet: „Friedrtich 7 Lebach,/ 26. Oktober. Gestern gerieth fich nicht etwa nur um die Erhöhung der Fut⸗ Maier, C. Schneider, F. Wolff, Dürr. Guggen⸗ der Fuhrman C. Altmeyer von hier mit seinem, wvreisc. sondern wohl um Vergrößerung der Kationen Jeimer, Reinhardt, Muülser und Schmitt“. Es sind nit einem Pferde bespannten Wagen oberhalb der —Xä Fies Ram⸗n,welche meines Wissens alle in Neu⸗ Primsweilerbrücke in den hoch angeschwollenen und Beigrade 80 Oktober. Aus Bulgariey dadt vorkommen. und dürfte die Unterstellung einer an dieser Stelle sehr reißenden Primsfluß. Alt⸗ ewiesenẽ Serden derichten, daß die Buigaren Fälschung der Petition und der Unterschriften nicht meyer konnte sich nur durch Schwimmen retten, «Serben versolgen und mißhandeln. Die Ge- o ohne Weiteres behauptet werden. Die Petenten pährend sein Pferd mit dem Vordertheil des jei beispiellos;' an der bulgarisch⸗jerbischen ühren aus, es sei eine unbillige Hürte und im Wagens von dem Müller Scherz aus Primsweiler, teuge sei jeder Vertehr abgesperrt. Im Aktions⸗ Hegensatze zu den sieben diesrheinischen Kreisen aus seiner verhängnißvollen Lage befreit wurde. ile wird das zweite Auigebot einberufen. Mon⸗ uur in der Pfalz die Einrichuung und zwar auss 7 Bo nn. 20. Oklobder. Gestern Abend negro beabsichtigt die Grenzen gegen Grahova der französischen Zeit her fortbestehend, daß der lahen zwei Studenten die auf dem Heimwege be⸗ ujperrenmn ffäalzische Steuerzahler neben seiner Steuerpflicht griffen waren, in einer Küche ein hübsches Küchen⸗ Risch, 20. Dtiober. Offiziell. n Die' Bultaren mne den Staat noch weitere 4 pCt. Extrasteuer an nädchen sinnend am Herde stehen. Aus Ulk ertien überall die Grenze ab und ordneten an, die Steuercinnehmer aus seiner Tasche. bezahlen lopfien sie ans Fenster. Doch sofort veränderte den don Serbien aus die Grenze Ueberschreiten · nüsse.“ CGilb.) iich die Lage. Wie der Blitz jchnellte das Mad · cn zu todten. Die serbischen Truppen find Rheingabnheim, 27. Oktober. (An⸗ hen empor, eilte zum Schranke und reichte einen ngewiesen, in entschiedener Weise ohne spziellen lücsfall.) In Mannheim herunglückte gestern der Schinkenknochen heraus. Da die Frau des Hauses zefehl auf ein derartiges Verhalten mit den son Rheingönheim gebürtige Arbeiter Bernhard ben in die Küche kam, so wurde das Fenster bassen, zu antworten. Die bulgarischen Frei-⸗ Leckeer, welcher in dem Zigarrengeschäft von Jacoby vieder geschlossen und, „Das ist heut ein Gaudium illigenschaaren begannen, ferbische Grenzorte mit hatig war. Derselbe war am Aufzug beschaftight, ingend, traten die Studenten einige Schritte zurück. eberfällen zu beunruhigen. fürzie aus bis jetzt unbekannten Ursachen vom 4. Im selben Augenblick kam ein Soldat und wupfte Trale u iqge Nachrichten. Siodwert auf die Straße und beschädigte fich der · in das Fenster. Dasselbe wurde wiederum ge⸗ Der Verein pfalzischer Brannt⸗unt, daß er nach mehreren Stunden schmerzlichen offnet; doch einen Schinkenknochen konnte derseibe einhreumnet wird am Donnerstag den 5. Ledens im hiesigen Hospital seinen Geist aufgab. nicht mehr erhalten, da der letzte vergriffen war. odember, Rachmittags 2 Uhr in Zweibrücen Bermischtes. 4Berlhin, 28. Okiober. (RennUnglüd.) nder „Restauration zum Kronprinzen? eine Haupt⸗ In Bur bach produzierte sich am Dienstag Bei der gestrigen königlichen Parforce · Jagd, an xsammlung abhalten, in welcher u. a. eine Abend am Krinzelsberg ein Seillünstler. Der velcher der Kronprinz, die Kronprinzessin und die esprechung des neuen Gesetzentwurfs beir. den Blatz war mit mehreren aufgehängten Petroleums · LBrinzeisin Viltoria, achtzig Rothroͤcke unde zwei⸗ zranntweinaufschlag auf der Tagesordnung steht. ampen beleuchtet, von denen eine terunterfiel und damen zu Pferde theilnahmen und die in höchst gKNaiserslautern, 28. Ollober. Heute war unglücklicherweise auf einen dreizehnjährigen lottem Tempo eine Stunde und zwanzig Minuten Norgen wurden · auf dem Ader debeLatrinen⸗ zungen. Mit brennendem Petroleum Übergossen, »anerte, stürzte der General⸗ Lieutenant v. Bredow, einigers Ludwig Horneff dahier elf Hunderimark · danden im Nu des Ungluͤcklichen Kleider in hellen dla vuite der 16. Ulanen;“ schlug dabei mit dem einẽ gefunden, welche sämmilich in der Mille Flammen. Man brachte den Knaben in einen in dopf an einen Baum und mußte in eines der achgerissen waren. Dieselben befanden fich ohne der Nähe befindlichen Wassertrog und löschte die naächstgelegenen Häuser gebracht werden. Soweit weisel im Adort der“ „Rothen Laterne“, welchert srennenden Kleider; die Verletzungen, welche. der man hört, sind die Verletzungen, die er am Kopfe eslern gereinigt wurde. Dürfte dieser Fund viel⸗ rme Knabe erlitien, sollen aber sehr bedenklich davongetragen, nicht lebensgefährlich. iicht mit dem Postdiebsiahle zusammenhangen? ein. Der Seiltänzer hielt es geraihen, nach diesem Aus den französischen“ Ministerprasidenten — Beint Sieinaufziehen an einem Neubau Borfall seine Produktionen einzustelien und weiter Freycinet ist am Donnerstag Morgen 1194 n der· Alleeftraße zu Kaiserslauttern fiel zu wandern. uihr ein Attentar, unternommen worden. Ein et Maurer Schid sammt dem aufzuzichenden Saarburg, 28. Oktober. Gestern Abend Judividuum schoß auf den Minister einen Revolber eine vom zweiten Slocwerk herunter und der raf die Nachricht hier ein. daß am 28. ds. Mis. ab, ohne ihn zu verwunden. Der Attentater ver⸗ ztein ihm auf den Rücken. Schich mußte schwer der 22jahrige Johann Schneidet von Ehnen im weigerte jede Auskunft über seine Person wie über erlezt vom Platze gebracht werden.⸗ duremburgischen von einem Gensdarm erschossen die Motive zu seiner That. Wuahrscheinlich hat — Zu Hin zweiler ftürzte ein Giebel der worden sei. Ueber den Hergang wird folgendes man es mit einem überspannten Kommuniften zu a Pfarrhause gehörigen Scheuer ein; die Magd berichtet: Schneider und noch zwei junge Leute hun, der seinet Partei mit der Beseitigung Frey⸗ x Pfarrers verlor dabei ihr Leben. 1 don Helfant (Kreis Saarburgh kamen gegen 10 inets einen Dienst zu erweisen glaubte. Einem Wirth zu Schweisssweiler ühr in eiwas angeheiteriem Zustande aus einet dur die Redamnon veranc . 826* 1375 5 7 Möbel Versteigerung. banllag, den 7. AJovenber 1885 Morgens˖ 9 Uhr, zu St. Ingbert in ihrem Wohnhause, afsen die Kinder und Erben der zu St. Ingbert verstorbenenEheleute Wilhelm Chandon, früher Bür⸗ zermeister und zuletzt noch Privatier ind Eonise Schaller oͤffenilich aus Tredit versteigen :;:;:c::. Brauerei⸗ und 1 Brennerei⸗ Finrichtung, bestehend in desseln, Gerstenweiche u. 13 Maischbütten, sowie etwa 30. große Lagerfässer, 120 Transportfässer, 1 zwei⸗ spännigen Fuhrwagen, Pflüge, Eggen ꝛcẽ. St. Ingbert, den 24. Oltober 18858 NKemmer, k. Notar. 221211t Licitation. Zamflag, den 7. Uovember 1885. Nachmittags 2 Uhr. 2 u St. Jngbert in der Wirthschaft bon Daniel Baumann (Café Ober⸗ hauser), werden durch den unterzeich ⸗ neten, gerichtlich hiezu beauftragten gl. Notar der Abtheilung halber zu tigen versteigerz: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 88, (681 Dez.) 10 a 80 qm und Plan Nr. 89, (82 Dez.) 27 a 90 qm Fläche, worauf ein zweistöckiges Wohnhaus, enthaltend 10 Zimmer, 2 Küchen, 2 Speicher, 4 Kammern, Wasch⸗ üche, Brennhaus mit Brennkessel, 3 Stallungen, 2 Remisen, Oeco⸗ aomiegebäude, Scheuer, Bier⸗ »rauerei mit vollstandiger Ein⸗ richtung und etwa 60 großen Lagerfässern und 120 Trausport. fässern; Ziergarten, Pflanzgarten mit Anlage, Haus⸗ und Garten ⸗ eller, sowie sonstige Zubehörden, zusammen ein Ganzes bildend zelegen zu St. Ingbert in der Oberstadt neben Peter Buhmann und Wilhelm Weiler; Plan Rr. 792, (23 Dez.)7 80 qm, Plan NRr. 793, (38 Dez.) 11 4 20 qm, und Plan Nr. 794, (18 Dez.) 6 a 10 qm Wiese in den Großwiesen am Ballbrunnen; Plan Nr. 418914, (568 Dezʒ.) 19 aà 80 qm Acker auf der Ho⸗ belsahnung, nebst dabei befind⸗ ichem Bierkelle. Eigenthümer sind: Dir Kinder und Erben der zu Si. Jugbert wohnhaft gewesenen und ʒe rsiorbenen Eheleute Wilhelm Fhandon, früher Bürgermeister und zuletzt Privatier, und Louise Schaller, bezw. die Repräsentanten solcher, als: 1. Cäcilie Schaller, ohne Gewerbe, in Niederwürzbach dvohnhaft, Wittwe des veistorbenen Beschaftsagenten Ludwig Bechthold, im deben zu St. Ingbert; — einzige Repräsentantin der verlebten Tochter —XGCPCCAXXXI rau des ohne Gewerbe zu Nieder⸗ vürzbach wohnhaften Joseph Schaller; 2. Wilhelm Chan⸗ don, Rentner, in Baden⸗VBaden vohnhaft; 3. Elisabetha Chan⸗ don, ledig, großjährig, ohne Gewerbe n St. Ingbert wohnhaft; 4. Marie Josephine Chandon, jewerblose Ehefrau von Emil Heuser, koͤnigl. Fabrikinspektor, in Ekpeyer wohnhaft; 5. Joseph Fhandon, Opernsänger, in Qöln wohnhaft; 6. Julie Chandon, edig, großjährig, ohne Gewerbe, in Frankfurt am Main wohnhaft; J. Olga Franziska Wilhel⸗ nine Nuß, minderjähriges Kind ind einzige Erbin der verlebten Tochter Wilhelmine Chandon, gewese⸗ ien Ehefrau von Ernst Nuß, Zaswerksdirector, in Lörach in Baden vohnhaft, verneten durch ihren ge⸗ jannten Vater, bei dem sie auch do⸗ nicilirt ist, als Hauptvormund, und dr. August Huber, Apotheker in Lörach vohnhaft, als Nebenvormund. St Ingbert, den 21. Oltober 1885. emmer, k. Notar. 8 —IXVX Dem geehrten hiefigen und auswartiqen Publikum empfehlen v. hiermu gein wohlassortirtes Lager in: . 47 Chiffoniers, Secretairs, Bettladen mit und ohne Watratzen, Kommode, Wasch⸗u. Nachttische, Kanapecs, Ule Sorten Rohrstühle, Spiegel, große und kleine dleiderschränke, Pfeiler⸗ Bücher⸗— u. Küchenschränte, serner Schirmständer, Schlüfselhalter und Fenster⸗ — * * * gallerien. J * Ian ca⸗ —F ve —E —— —28 *a einschlagende *Hhtungsvoll t ohuster Nnudwinaftyabe Nr. 156 1 Hausversteigerung. zamstag, den 7. Jovember 1885 Nachmitags 8 Uhr u St. Ingbert in der Wirthschaft on Daniel Baumann (Cafoͤ Ober⸗ jauser) lassen Herr Hans Reichen⸗ perger, kgl. Hauptzollamtsassistent, ind Juliane Peters, Eheleute zu dandau, ihr von Jacob Rohe, bergmann da hiser, erworbenes, auf em Höfchen gelegenes Wohnhaus ammt Garten und sonstigen Zubehörden u Eigen versteigen. St. Ingbert, den 31. Oltober 1885. Kemmer, k. Notar. Hwingtr yl pr. Pfd. 16 Pfg., 1IO Ppfd. Mi. 1.86hß, Blummehl pr. Pfd. 18 Pfg., id Ppfo. Mi 170. sKorumehl 25 Pfd. Mti. 2.90, dornkleien 25 Pfd. Mt. 1.50 empfietit TJIoun. AIIẽænIIhaJ. 2 —— Ebenso hm —.54 casch ünd dromot zu —BR D—— Herbst· KWinter“Saison. Lambr.' 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Dachpappe und Holathere —8. Ferun . M HM—— . X 7T Brust⸗ und Lungenleidende ind solche Personen, welche an Zusten, Katarrh Heiserkeit, Verschleimung ꝛc. leiden, seien ziermit wiederholt auf die seit 20 Jahren bewährte Vorzüglichkeit des ichten rheinischen Traußen-Brust-Honigs als das reinste, edelste Nund noasurnichste, fuͤr * ZNeErwachsene wie Kinder * Saleich angenehmste und Va Nnutraglichste Mittel, velches überhaupt ge⸗ hoten werden lann, aufmerksam gemacht. Zu haben in 3 Flaschengrößen a Mk. 3, 121 und 1, nebst Prospekt ISt. Ingbert beiJ. Friedrich, haupistraße; in St. Johann bei F. P. Dudenhöfer und N. Maginot; in Blieskastel bei Apotheler Dieden⸗ hofer. eigenes Fabrilat bedeutend besser als Thrau— Dieselbe erhält das Leder geschmen ig, derhütet das Springen desselben owie das Eindringen der Nässe. Au— zerdem besißt die Schmiere die An— nehmlichkeit/ daß man sofort darau wichsen kann. ĩ Pfd. Topf 80 Pf. Pfd. Topf 45 Pf., “« Pfd. Top 25 Pfg. in d ee Materialwaarenhandlung P. Fern und in der Verkaufsstelle für Schnabp bach bei Herrn J. Lutz. 1000 Mark ꝛahlen wir dem, der beim GGebrauch von 77 uiser⸗Ic unasser FI. 60 P und 100 Pf. emals wieder Zahnschmerten berommt. S. Goldmann ⸗ Cie, Dresden. Za haben in 86. ingbert bei P. Fern, Droguenhandlung. iele Nausende haben sich nach Durchsicht unt An⸗ eitung bes Schrütchens Der Kran⸗ denfreund“ durch einjache eeaeee elbst geheilt. Es soldite baher kein eranker, gleichviel an welcher Krank⸗ heit er darnieder liegt, versäumen sich datß kleine 2 von ichters Ber⸗ lagt⸗Anstalt tin e kom⸗ nen zu lassen. Man schreibe einfach ine Kostkarte und die Zusendung alat 468⸗ S— oieriu Illustrirtes Sonn anes blatt Rr. 5. F ———— St. Jugberter Arzeiger. Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ⸗⸗— — —ZAZAAABSBl gll rly r r.éò α — so S der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich funfnalz? Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Tamsetag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ Blatt und Soncciags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljahrlich 1 A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4M 75 —, einschließli i0 4 Zuftellungszebuhr. Die Einrückungsgebühhr für die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 104, bei außerpfälzischen und solgen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A. Neclamen 30 . Bei 4maliger Siurbckung wird nur dreimalige berechnet. X 215. ene Abonnements auf den — „St. Ingberter Anzeiger“ jür die Monate November und Dezenber gehmen fortwährend an: die Poftanstalten, die Bo⸗ doten, die Austräger und Die Erpedition. Deutsches Reich. Munchen, 31. Oktober. Die Reichsräthe nahmen den Gesetzentwurf betreffend die Brannt— weinsteuer in der Fassung des Abgeordnetenhauses mit der einzigen Abanderung an, daß das Gesetz im Tage der Verkündigung in Kraft tritt. Das Besetz betr. die Abänderung des Gewerbesteuer⸗ Tarifs für die Brennereien wurde debattelss ge⸗ iehmigt. Muünchen, 31. Oktober. In der Abgeord⸗ etenkammer brachte der Abgeordnete Freiherr von Soden den Antrag auf Errichtung einer staatlich zeleiteten Mobiliarbrandversicherung ein. Das Gesetz osl auch auf die Pfalz ausgedehnt werden. Berlin, 31. Oktiober. Der auf 21,650,075 Pt. veranschlagte Etat des allgemeinen Pensions- onds bedarf pro 188687 für die Verwaltung des Reichsheeres 20,658, 470 Mk., davon entfallen auf Preußen 18,716,700,. Sachsen 1,086,600, Württemberg 855,170 Mk. Preußen hat zur Zeit in Pension 45 Generale, 159 Generallieute⸗ nants, 210 Generalmajors. Sachsen 15 General⸗ lieutenants. 11 Generalmajors, Württemberg 2 Generallieutenants, 7 Generalmajorss. Berlin, 31. Oktober. Von 52 Mandaten sind den „Deuisch ˖Freisinnigen“ bisher 37 gesichert, 7 dagegen definitiv verloren. Das Zentrum hat bisher 4 Sitze verloren. 1I gewonnen. Die Stärk⸗ ung der Nationalliberalen iß in den Fällen der Bildung einer Majorität von großem Belang. Die Beziehungen zwischen Deutsch⸗ land und Spanien sind in neuerer Zeit wieder recht gespannte geworden, wie aus dem an⸗ maßenden und beleidigenden Ton der Madrider ffiziösen Presse deutlich hervorgeht. Allem An⸗ cheine nach gedenkt die spanische Regierung der Entjcheidung des Papstes sich nur insoweit zu sügen, als sie ihr in den Kram paßt und neuer⸗ dings verlautet, sie werde die maßvollen Noten Deutschlands in schroffer Weise beantworten. Unter diesen Umständen erscheint die Meldung der Times“ nicht gerade unwahrscheinlich, daß man n Berlin der Affaire nunmehr ohne Rüchsicht auf den König Alfonso ihren Lauf lassen wird. Wenn nan in Spanien unterdessen fortfahrt, mit dem Sabel zu rasseln, so ist es einfach lächerlich und s geschieht wohl auch nur deßhalb, um die innere Bahrung dahinier zu verbergen.“ Verlässige Be⸗ richte aus Spanien versichern, daß wenn das gegenwärtige Ministerium nicht bald zurücktrete, der Ausbruch einer Revolution und der Sturr der Panarchie unvermeidlich würde. Straßburg, 31. Ottober. Nach Meldung ner „Landeszeitung“ trifft der Stathalter hier im 5. November Mittags ein. Ausland. Wien, J. Nov. Die „N. fr. Presse“ sagt, Graf Kalnoky's Erklärungen erschüttern zwar nich! die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens cher geben dem Gedanken Raum daß die Mächte Mountag, 2. November 1888. * 20. Jahrg. das Einverständniß nicht ohne österreichische Opfer erzielt haben. — Eine Petersburger Korrespondenz des „Rord“ sagt, das dortige auswärtige Amt müßte das Mißlingen der Konferenz als Signal zum Ausbruch eines allgemeinen Krieges erblicken, deßhalb erfolgte der Zusammentritt erst nach der Einigung in allen Punkten. Paris, 31. Oktober. Hiesigen offizidsen In⸗ ormationen zufolge ist das Einvernehmen der Botschafter in Konstantinopel jetzt ein vollständiges und wäre es zweifellos, daß die rumelische Ange⸗ legenheit baldigst eine befriedigende Losung finden vird. — Die konservativen Organe suchen das Attentat gegen Herrn v. Freycinet ins Lächer⸗ iche zu ziehen oder insinuiren gar. daß der Mi⸗ nister dasselbe habe insceniren lassen, um dadurch eine Popularität zu erhöhen. Bis gestern Abend Jatte der Atteutäter sich beharrlich geweigert, irgend⸗ wvelche Auskunft über seine Person und über die Wotide seiner verbrecherischen That zu geben und es war der Polizei auch noch nicht gelungen, seine ddentitat festzusselluen. Paris, 1. Nob. Das „Journal offiziel“ eroöͤffentlicht ein Dekret, auf welches die Deputirten⸗ ktammer zum 10. Novpvember einberufen wird. den Privat- und Wirthshäusern Besuch abgestattet. Durch die bekannte Unverschämtheit kam es zwischen den Gästen und den Zigeunern in einem der Wirths⸗ häuser zum Streite und wurden letztere mit Stühlen zum Lokale hinausgeschlagen. Da sich aber einige jon der Bande auf Seite der Gäste stellten und um Hinauswerfen sich betheiligten, so setzte sich der Streit im Lager unter denselben fort, so daß die Bolizei gezwungen war, per Telegraphh die Gen⸗ zarmerie von Landstuhl kommen zu lassen, welche nuch mit dem 10 Uhr Zuge eintraf nund mit Hilfe der hiesigen Polizei und Bürgern 11 der Rädels⸗ ührer verhaftete, und geschlossen oder mit Stricken jebunden nach Landstuhl abführte. Bei dem Kampfe vurde ein Gaul ecschlagen und währte der Lärm m Lager die ganze Nacht hindurch. Wie ich so⸗ ben hörte, haben die Zigeuner schon in Bruch— nühlbach zwei Männer mißhandelt. — Herxheim a. Bg., 30. Oktober. Dahier rntete Herr H. Faßbender Dickrüben im Kolossal⸗ jewicht von 25—227 Pfund pro Exemplar. — Walsheim, 29. Oktober. Herr Lehrer Abel wird, wie man dem ‚L. A.“ aus Esfingen chreibt, in nächster Zeit sein 580jähriges Dienst⸗ ubildum feiern. Vom 3. November 1835 datirt eine erste Anstellung zum Schuldienste. Fast diese janze 50jährige Dienstzeit hat er in Walsheim zu⸗ gebracht, wo er zugleich auch Gemeindeschreiber war. — Däarmstein; 29. Oktober. Die Neben⸗ jebäude des hiesigen alten Schlosses sind gestern »oslständig niedergebrannt. Der erst vor einem Ronat aufgezogene neue Pächter erleidet schweren Schaden, da er noch nicht versichert ist. Das Schloß selbst war im Jahre 1689 von den Fran⸗ sosen niedergebrannt, in den Jahren 1699 — 1708 unter Kurfürst Wilhelm wieder aufgebaut und 1705 mit dem Gesammigebiet von Dirmstein an den Bischof von Worms gegen Ladenburg an der Bergstraße umgetauscht worden. — In Großfischlingen fiel das vier⸗ ährige Mädchen des Ackerers Johann Borkel in ochendes Wasser, welches die Magd unvorfichtiger Weise in den Hausgang gestellt hatte, und vber— brannte sich derart, daß es seinen Schmerzen erlag. WM. B.Z.) — Speyer, 30. Oltober. Bei der nunmehr »eendeten protest. theologischen Aufnahmeprüfung haben sämmtliche Kandidalen glücklich bestanden. 7 Speyer, 80. Oktober. Bei dem Her— annahen der Weihnachtszeit, wo jeder Familien⸗ dater mit sich zu Rathe geht, wie er seinen Ange⸗ hörigen eine unverhoffie Freude bereiten kann, halten wir es für unsere Pflicht, das Publikum auf die Pfalzische Aussteuer-Anstalt aufmerksam zu machen. Diese Anstalt, welche vor mehreren Jahren durch Herrn Regierungspräsidenten und Staatsrath von Braun ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Zweck gesetzt, die Verheirathung und Gründung einer selbstständigen Existenz für Mädchen und unge Manner dadurch zu begünstigen, daß sie den Theilhabern auf dem Wege einer alljährlich zu ʒeranstaltenden Verloosung für den Fali der Ver— zeirathung ein kleines Kapital von 800 Mt. zur Berfügung stellt. Dies soll in folgender Weise erreicht werden: Jedes Mitglied zahlt jahrlich tinen Beitrag von 3, Mk. Aus sämmtlichen Bei— trägen werden nach Abzug der unbedeutenden Verwaltungskosten Gewinne von je 800 Mart gemacht, so daß auf je 100 Theilnehmer durch⸗ chnittlich ein Gewinn von 300 Mk. trifft. Um edoch den Zweck, welchen die Anstalt sich gesetzt Sokale und pfälzische Nachrichten. St. Ingbert,2. Nop. Aller⸗ —DVO mdere Zeit im Jahre der Erinnerung an verstorbene heuere Verwandten und Freunde geweiht. Und 8 ist eine schoͤne Sine unserer Bevölkerung, der Ldiebe · und Verehrung für die Eutschlafenen auch iußerlich durch das Schmücen ihrer Gräber einen innigen Ausdruck zu geben. An beiden Tagen varen die sonst so ruhigen Räume des Gottesackers elebt von zahlreichen Besuchern, die Kränze und Ilumen an den Ruhestätten ihrer Lieben nieder⸗ egten und ihrer mit Thränen in einem hillen Bebete gedachten. p Sit. Ingbert, 2. Nov. Wie wir hören, heabsichtigen mehrere Herren in hiefiger Stadt einen EiSklub“. zu gründen. Gewiß wird RNesem Unternehmen allgemeines Interesse entgegen⸗ zebracht werden, und hoffen wir, daß dasselbe nicht loß zahlreiche Theilnehmer finde, sondern daß ihm auch der Winter seine Gunst nicht versage. — Zweibrücken, 80. Oltober. Heute rüh wurde die Witwe- des Bierbrauers Auguft -„chmidt, die ehemalige Besitzerin der Parkbrauerei odt in ihrem Bette gefunden. Die Dame klagte sestern über Unwohlsein. Vermuthlich hat ein Herzschlag ihrem Leben ein Ende gemacht. — Irheim, 31. Oktober. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern Abend in unserem Dorfe. Der von der Arbeit heimkehrende Ketten⸗ chmied J. Georg Ebersold von hier wurde von dem Medelsheimer Poftomnibus, der eben im Trabe durch's Dorf fuhr, erfaßt und erhielt von dem Vorderende der Deichsel einen so wuchtigen Stoß gegen die linke Brustseite,! daß er“ sofort zurüd⸗ juürzte und die Pferde mit dem Wagen über ihn weggingen. Der unglückliche Mann war in Folge der durch den Stos erhaltenen inneren schweren berletzungen nach wenigen Augenblicken eine Leiche. Er stand in den 80er Jahren und ist Vater von 5, zum Theil schon erwachsenen Kindern. — Hauptstuhl, 29. Oktober. Gestern Abend gegen 7 Uhr langte eine Zigeunerbande von a. 530 Kopfen hier an. Dieselben schlugen ihr Lager ganz nabhe am Orte auf. und sofort wurde hat, auch wirklich zu erreichen, zahlt sie diese Ge⸗ winne nicht sofort aus, sondern deponiri sie bei einer oöͤffentiichen Sparkasse mit Zins und Zinses⸗ zins, dis die Person, welche den Gewinn gemacht at, sich verheirathet oder das 40. Lebensjahr er⸗ reicht. Es können also alle Unverheirathete, welche noch nicht 40 Jahre alt find, an der Anstali Theil nehmen. Die Verloosung der Gewinne findet an Weihnachten statt. — Ludwigshafen.-28. Oktobek. Das hiefige Schöffengericht verurtheilte ein hepaar wegen Funddiebstahls zu 1 Tag Haft. Ein aus⸗ värtiger Mezgermeister hatte hier sein Cigarrenetui derloren und solches in dem hiesigen Lokalblatt ceklamirt. Trotzdem gaben die Verurtheilten den Fund nicht heraus. Die Strafe wurde wegen quten Leumunds so nieder bemessen .. — Ludwigswinkel, 29. Oktober. Heute früh fuhr der Wirth und Spezereihändler Herr Hatzfeid nach Dahn, woselbst er sich als Beisitzender im Steuerausschuß zu beiheiligen hatte. Jedoch zei seiner Rückfahrt verspürte er in Rumbach Un⸗ wohlsein, das immer heftiger wurde, und als er am sogen. Brettelhof zwischen Rumbach und Fisch⸗ zach ankam, fiel er todt vom Wagen. Man ver⸗ muthet einen Schlaganfall. und Dienstbotenarbeit vorgebildet. Dieselben neh⸗ nen jederzeit gut empfohlene Mädchen im Alter »on 14418 Jahren auf und ist zur Meldung erforderlich: 1. ein Zeugniß des Orisgeistlichen ind Schullehrers; 2. Konfirmationsschein; 3. irztliches Zeugniß. Die Entschadigung ist billig erechnet. Meldungen“ erwünscht.“ Nätzeeres bei pfarrer Walter in Karlsruhe. Aus Karlsruhe wird der „N. B. 3.“ bexichtet: —Einige Wirthe hier haben beschlosfen, zaß⸗ wer 80 Pfennige bezahlt, eins Stunde lang ieuen Wein trinken darf und zwar so viel er will. stun· ist uber einer der Wirthe insoferne — reinge⸗ allen“, als ein Schuhmachermeister, Herr St. hier, 5 Viertel Liter“ neuen Wein in einer Stunde mertilgte.“ Bemerkt muß werden, daß das Viertel iter Neuen zu 10 Pfennige verzapft wird. -Aus Bayhyern, 27. Oktober. Der Lehrer⸗ nangel dürfte nunmehr in ganz Bayern mehr als ededt · seinꝭ an dexdiesjãhrigen Anse· llur⸗·sprufung theiligten sich in München 111 Schuldienst⸗ xẽxspektanten (männlich und weiblich), in Lands⸗ qut deren 70, Speyer 102, Regensburg 75, Bay⸗ euth 64, Ansbach 92, Würzburg 90, Augsburg 38, zusammen nahezu 700, eine Zahl, die bisher noch niemals erreicht wurde. Da ein jährlicher Zugang von 50 Kandidaten wohl für jeden Kreis iusreichen möchte, wird sich binnen weniger Jahre m Volksschulfache eine fühlbare Stockung im Avancement zum wirklichen Lehrer, wie in der Er⸗ angung einer Verwendung überhaupt geltend machen. München. Eine hiesige Gesellschafl hatte zei der letzten Veteranen⸗Lotterie nicht weniger wie 210 Loose gekauft, mit dieser großen Anzahl aber nicht einen einzigen Treffer gemacht. a— München, 30. Oktober. Die am 8B. Dezember vor. Irs. stattgehabte Gemeinderathswahl u Eppenbrunn wurde angefochten, die Anfechtung ndeß sowohl vom Bezirksamt Pirmasens, als vom k. Verwaltungs⸗Gerichtshof verworfen. f Pest, 30. Oktober. Eine amtliche Depesche meldet, daß eine Explofion schlagender Weiter in ꝛer Reschitzaer Kohlengrube der österreichischen Staatsbahn stattgefunden hat. 13 Personen sind odt, 12 Personen verbrannt und beschädigt, dar⸗ unter 2 ftark verbrannt. Auf dem Schauplatze des Ungluͤcks spielten sich herzzereißende Scenen ab, als die Todten und Merwundeten emvor gebracht ind von ihren Familien in Empfang genommen wurden. — W r Amsterdam, 27. Oktober. Heuie Nach brannte in der Warmoes ⸗Straat ein Haus. worin ein Kurzwaarengeschäft war, gänzlich ab. Dag Feuer griff in kurzer Zeit so schnell um sich, daß es der Hausfrau mit ihren drei Kindern unmöglich var, sich zu retten.- Der Herr des Hauses war ibwesend. Auch die schleunigst herbeigeeilte Feuer⸗ vehr war nicht mehr im Stande den Unglücklichen zilfe zu leisten. Ein Unbelaunter drang durch die Menge in's Haus und kehrte nicht mehr zurüc. Nachdem das Feuer durch Dampf ˖ und Hausspritzen endlich gelöscht war, fand man *die Leichen. det Mutter mit ihren drei Kindern und den Leichnam hvon dem nicht wieder Ju erlennenden hilfsbereiten Anbekannten.“ Nur das Dienstmädchen soll gerettet rein, ist aber bis jetzt noch nicht aufgefunden. Von »en benachbarten Häusern wurden mehrere gleichfalls »eschädig. 245 Franzoͤsische Blälter, welche nicht der Oppo⸗ ition angehören, erzählen folgende kaum glaubliche Heschichte: Die französische Regierung ⸗miethete einen Transportdampfer, der von Brest aus Algier an⸗ aufen. sollte, unm 600 Mann. nach Tonkin zu »ringen: Man hatte ' nun aber dergessen, die Truppen in Algier zu benachrichtigen, so daß der Ddampfer daselbsi Niemand antraf und deßhalb ohne zie 600 Mann seine Reise um die halbe Welt intrat. Da für den Mann auf 400 Mk. Trans⸗ vortkosten akkordirt war, so kostete die Vergnüqungs⸗ eise der Bo OàXοο αα erboeelle. Gestorben: in Wachenheim a Pf. Frau M. sRupprecht Wittwe, geb. Hellwig, in Aldbisheim Jakob Gräßer, 84 J. a., in Edenkoben Johann Böckler, 78 J. a., in Frankenthal Frau Barbara Süß. geb. Nagel, 60 J. a., in Neustadt Elise öbert, 26 J. a., ebendaselbst C. J. Weyland 11 J. a., in Zweibrücken Frau Jettchen Wenz. jeb. Emich, 23 J. 9 M. a. D VT ——— 2 Demes Schisssbericht der Red Star Line. MNitgetheill von dem Agenten Hermann La ur, St. Ingbert Der kgl. Postdampfer „Waesland“, Kapitär lleberweg, welcher am 17. Oltober von Antwerpen abging, ist am 29. Oktober wohlbebalten in New⸗ Nork angekommen. Jermikchtes. F Straßburg i. E. 30. Oktober. In Sachen der Tabakmanufaktur gegen Schaller und Bergmann ist der Klage der ersteren auf Nichtge⸗ brauch der schwarzen Hand stattgegeben worden. Die Entscheidungsgründe führen aus, daß das Recht der Manufaktur allerdings auf Grund des Markenschutzgesetzes erloschen sei, daß aber auf Brund des Ärtikels 1832 des Code ecivil, welcher neben dem Markenschutzgesetz bestehe, der deloyalen onkurrenz wirksam entgegen getreten werden kann. kFine solche delohale Konkurrenz läge aber vor, da die Beklagten wußten, daß die schwarze Hand seit änger als 10 Jahre Schutzmarke der Klagerin sei. Das ergangene Urtheil erregt in juristischen Kreisen allgemeines Aufsehen. Vorausfichtlich wird Beruf⸗ ung gegen dasselbe eingelegt werden. 2 FKarlsruhe. 28. Oktober. Die beiden unter Leitung der Evang. Diakonissenanstalt stehen⸗ den Marthaschulen haben im Laufe des letzten Jahres mehr denn 30 Mädchen zur Hausbaltund Versteigerung. vorschuss-Verein St. Ing . eisgoetragene Genossenschaft. W ACFIVA... Bilanz? am 31. Oldober 1885. PASSIVA. er In 8 Tagen Zgiehung der II. Collecte des Renten- und Unter— stützungs-Vereines kür bedürftige Zrauen und Mädchen. 10. November unwiderruflich. Jaupttreffer 25.000 M. Montag, den 23. Rorenber 1885. Nachmittags 2 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft bon Daniel Baumann (Café Ober⸗ hauser) lassen die Kinder und Erben der daselbst verlebten Eheleute Frauz Jacob Ehrhardt, lebend zuerst Zaufmann, zuletzt Privatier, und Ka⸗ harina Jochum zu Eigen ver⸗ eigern: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 1516, (8510 Dez.) 29 a Fläche, worauf eine Glas⸗ hütte, Streckhütte, Waaren⸗ Magazin, Erdhaus, Comptioir und dofraum, Plan Nr. 1517, (78 Dez.) 26 a 60 qm Pflanzgarten und Acker, Plan Nr. 1518, (33 Dez.) 11 4 20 qm Ader, und Plan Nr. 15154, (9610 Dez.) 32 a 80 qm Acker auf'm großen Flur, gelegen zu St. Ingbert an der Neuweilerstraße (alten Glas⸗ hütterweg.) St. Inqbert, den 2. November 1885. NKemmer, k. Notar. Donto-Corrent-Conto 784855 700 Sparkassen-Conto 54474945 Wechsel Conto 51763 37 Stammantheil-Conto 286727 04 darlehen⸗Conto 15956 62 Tratten-Conto 6788751 assa⸗Conto 14003 39 Delecredere-Conto 267464 sobilien-Conto. 294 67 Dividenden-Conto 8223 fecton·Conto. 3546024 Reservefond-Conto 37210 mmobilien-Conto —*& Banken- u. Vereine-Conto 1444371 — 4 aewinn- u. Verlust·Conto 694216 777575 2 — 4 ** aar e 77 —— c— fanea. Loose à 1 Mark zu haben bei der Beneral · AgenturA. &eB.Schuler München, sowie bei der Hauptagen tur für die bayer. Pfalz: Peten Rixius in Ludwigshafen am Rh. und bei dessen Agenten: Joh Weirich, Frz. Woll und Gg Adt, alle in Si. Ingbert. JJeder maun— wird dringend erfucht, bei Ankauf von dem Illustrirten Bayerischen Fa⸗ nilien Kalender für 1886 darauf zu achten. daß für den Preis von 50 Pfg. alle vier Beilagen, nämlich: a) ein Wandkalender, b) ein Portemon ⸗ aie⸗Kalender, und außerdem noch das Oeldruckbild c) „Mutterglück“ und i) ein Rhein⸗Panorama darin enthalten sind, da die Verlagshandlung zu edem Exemplar des so reich ausgestatteten Kalenders dieselben lieferi. Man lasse sich daher nicht bereden, einen minderwerthigen Kalender zu 'aufen, da keiner auch nur annähernd das zu bieten im Stande ist, wie der Illustrirte Bayerische Familien⸗Kalender. — Zu beziehen durch die Eepedition des „St. Inaberter Anzeiger“. — Vicrgen (Dienstaa) Aben »n 9.7 Ubr ab Großes IVIDVILVt Kesselschmiede — — — — — — — — la. Pederweisser. Zu zahlreichem Besuche ladet freund ichst in Toh. Veirich⸗ —LX — gesucht * auf. dauerude Arbeit yon der Diĩnugler“schen Maschinenfabrik AWeoi DrũucCKRGn. ʒchutzwarl e „Globus ennæeichnet ede Dose ver anerkannt vorzüglicheten Aetall Jut Pomade von Fritz Schulz sun. Leipzis irkunq; überraschent. versuesi dedem anzurathoñ. — O in St. Inabert bei Joßbef Beer. e Lauswittel ———— An V 2 in Aoinom Hause fepien 84 5 dru I —7 3 FX. Pom⸗h Sft Angkö⸗rj ss5s853575535535353525— 2 522 1585 53355255535353332335* 222 ag 3 28528—8 2835— — 2* A 6 — 2 ———— — * —5—S888 ——— 5—8238 15——2 5387 223583 3 z252 53233 253383—3385* — —„ s828 * 32268 5 — — 5352—3— — — 52* 2 62 ** 7 28 32255583 — — 585 52 5238 F 58355* —* P; 338 —* 22590 2 —— 228 5585* ẽ 553* 5558 3z35323 82 309. 2558* 535282 2535 —2 —*— 2* —224 25222 B3 5 277— 528 22 653 — 8 —A — — 5 285532*8 2 ——c —— »5 — e d — 42 .324 2837 3s8z22538 3230 72 38233355 — — — 283 556580 — —— 25533 3532332* 2* 2335353233 — — —38 383 728 5 58 e 37 358333 38 — 588 1*53322 —— 552* 52225 602 — 5*— 35 — 222 8325—3 2535 53 2* 2*28 23753 —509 —S 5232 *5 525 4 2537 * 58115*87 25383253 —2685 38 — — 23 — 2552 5 3 —22z235383 75* S 2 —53535330 58 533535233523 — 383 37 3558 — 553.* 535383653 58 —555525323328 5ñ z2555 —X —2532* 3333—— 553 S 3 * s8 888 3 333333 5573383383 7854 3 3355224 555335—23858 2858252523 — — 5—3 526 —35553235223353 52223868 —32 — —3323 3 — —5* 33 — — 833333 353553552338 2686 * ⸗ 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Jugherter Amzeiger vt. Iungherter Amztiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. ——cttwçwt———„———————ü—0—2—2—— — — — &A—— der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbcheutlich füunfmalr Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungß⸗ hlaut und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Beilage: Das Blatt koftet vierteljährlich 1A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4 einschließli A Zuftellungägebahe. Die Einrücknugsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —d, bei außerpfälzischen und lolch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 3. Neclamen 30 . Bei 4maliaer Einrdima wird nur dreimalige berechnet. — MAe 2133.— Dienstag, 3. November 188855383. — 20. Jahrg. 7 Abonnements auf den St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate Nodember und Dezember rehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Post- oten, die Austräger und Die Expedition. aufnehmen könne, denn es sei beiderseits konstatirt vorden, daß der Wunsch nach wirthschaftlicher Finigung auf beiden Seiten im Prinzip noch immer fortbestehe. — Petersburg, J. Nos. Das „Journal de Si. Pétersbourg“ sagt: Angesichts der befremden⸗ den Polemik zwischen Sofsa und Belgrad sei es von Dringlichkeit, daß die autorisirte Stimme Furopas sich vor dem Ausbruche eines blutigen donflitts vernehmen lasse, der ein Schimpf für die Menschheit sein würde und dessen Urheber sich gegen⸗ eitig die Verantwortung zuschieben würden, ohne n der Lage zu sein, die Folgen allein zu tragen Das Journal tritt der Meinung des „Pester Aloyd“ bei, welcher die Konferenz beschwört, sich hne Verzug an die Arbeit zu machen. Die Wiederherstellung des status quo sei um so noth⸗ vendiger, als Fürst Alexander sein Versprechen uicht gehalten habe und durch seine Handlungen dezwecke, die Union effektiv zu machen, indem er den Bevölkerungen den wahren Zustand der Dinge verberge und das Land terrorisire. Brüssel, 31. Oktober. Heute liegt näheres iber den Schiedsrichterspruch des Papstes vor. Nach einer Depesche der „Indep. belge“ aus Rom empfiehlt der Papst in seinem Vermittlungsspruch ie Anerkennung der spanischen Souverainetät über die Karolinen⸗ und Paula⸗Inseln, und zwar auf hrund der historischen Präzedenz wie der Priorität —— and die Vorschläge der spanischen Note vom 10. September (Handels⸗ und Schifffahrtfreiheit sowie ẽrlaubniß zur Gründung von Marine- und Kohlen⸗ Stationen) annehmen. Deutschland, heißt es in der Depesche weiter, werde sich binen lassen, aber chließlich doch nachgeben; die Verhandlungen auern fort. Paris, 1. Nop. Der Mann, welcher das ttentat auf den Minister Freycinet verübte, ist ein Fotse Namens Pietro Mariotti; derselbe gibt als hrund des Attentats an: er sei im Jahre 1880 hei den Arbeiten für den PanamaKanal beschäftigt jewesen; dort sei seine Tochter durch einen Agenten her Kompagnie entehrt worden und in Folge er— ittener Gewaltthätigkeiten gestorben. Er sei deß jalb verzweifelt nach Frankreich zurückgekehrt, habe zier aber vergebens gerichtliche Hilfe verlangt. In Folge dessen habe er durch einen Gewaltftreich die Aufmerksamkeit auf sich lenken, aber den Minister Freycinet nicht iödten wollen; er habe deßhalb den Revolver nur gegen den Boden und nicht gegen zen Minister gerichtet abgeftuert. Die Richtigkeit )er von Mariotti in Bezug auf seine Tochter ge— nachten Angaben ist von der Panama⸗Kanal⸗ hesellschaft bestätigt worden. Wie verlautet, beab— ichtigt Freycinet, die Freilassung Mariotti's in nRücksicht auf das Schicksal seiner Tochter zu bean— ragen, ist. So ist im Bezirksamt Homburg ein katholisches Pfarrhaus, das nach Innen und Außen ruinös ist, das Dachwerk ist angefault und droht dem Einsturz, die Waschküche ist für die Wäscherinnen lebensge⸗ ährlich, der Stall kann jeden Tag im Innern zu⸗ ammenfallen! Es könne nicht schaden, in der Zeitung auf das Pfarrhaus in Kirrberg aufmerk⸗ am zu machen, damit man nicht einmal von ähn⸗ lichem Unalück daselbst wie in Hinzweiler berichten muß. — Imsbach, 20. Oktober. (Unglücksfall.) Der Ackerer Ehrhardt von hier ging am letzten Montag Abend von Alsenbrück aus heim und vurde, nach Aussage des Arztes, unterwegs von einem Blitzschlag getroffen, welcher während des jerrschenden Sturmes niedergegangen sein müßte. Der Mann wurde, wie man der „Nordpf. Brgzig.“ neldet, erst gestern auf dem Feldwege liegend ge— unden und Abends, nachdem das Gericht von Winnweiler den Thatbestand aufgenommen hatte, noch nach Imsheim gebracht und daselbst beerdigt. — Winzingen, 31. Oktober. (Anglücks- 'all.) Gestern Nachmittag stürzte der hiesige Mau— ꝛer Peter Kurz von Mußbach von dem Dache des Wohnhauses von Herrn Wingerter herab. Nach der „N. Z.“ verschied der Verunglückte heute an den erhaltenen Verletzungen. — Neustadt, 31. Oktober. Die Einnahme des neulichen Kreis⸗Fechtschul⸗Konzerts dahier be—⸗ ifferte sich auf Mk. 871, die Ausgabe auf Mark 350. Der Vereinskasse bleibt sonach ein Reinge⸗ vinn von Mark 521. — Kaufmann Gustadv Hirsch aus Deides⸗ heim, dessen Ueberzieher bei Mannheim gefunden vurde, soll sich nicht im Rheine ertränkt haben, jondern nach Amerika verduftet sein. Auch aus usel ist ein in Gant befindlicher Kaufmann seit zinigen Tagen abgängig, von dem man annimmt, daß er auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege unliebsamen Erörterungen ausgewichen sei. — Speyer, 1. Nov. Die diesjährige dauptversammlung des Pfaälzischen Sängerdundes iindet am Sonntag den 15. November, Vormittags 11 Uhr, wie herkommlich, in der Bauer'schen Wirthschaft zu Haardt statt. Die Tagesordnung zählt folgende Punkte auf: 1) Entgegennahme des Jahresberichts. 2) Besprechung betr. die Abhaltung von Bezirks⸗-Sängerfesten. 3) Bescheidung der Rechnungen.“ 4) Feststellung des Voranschlags. 5) Neuwahl des Ausschusses und des musikalischen tomites. Nach dem soeben erschienenen Jahres⸗ ericht für 1884853 gehörten dem Bunde 125 Vereine mit 3613 aktiven Mitgliedern an. Der Bericht konstatirt den glänzenden Verlauf des VII. ofälzischen Sängerfestes in Kaiserslautern. Die Finnahmen bei demselben beziffern sich auf 7446 Mark 80 Pfg, die Ausgaben auf 6096 Mtk. 80 Pfennig. so daß für den festgebenden Verein ein leberschuß von 1350 Mlk. verbleibt. Die Bundes⸗ rechnung für 1884 85 weist in Einnahme von 2420 Mark 36 Pfg., in Ausgabe 2407 Mk. 71 Pfg. auf. Die Verlagsrechnung beträgt in Einnahme 11471 Mtk. 63 Pfg, in Ausgabe 11316 Mark 537 Pfg. Der Voranschlag für 188586 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit 527 Mk. 65 Pfg. — Hirschthal, 28. Oktober. Am 186. ds. Mis. fiel das 7jahrige Kind der Cath. Serbine don hier in den hoch angeschwollenen Sauerbach. Die beherzte Lehrersfrau Bathelmae rettete dasselbe oom Tode des Ertrinkens. Dadurch hat sich ihr Deutsches Reich. — Berliu, 1. Nov. Das 25jährige Regier⸗ ingsjubiläum des Kaisers als Koͤnig von Preußen 2. Januar 1866) wird voraussichtlich bei Hofe ncht begangen werden. Der Kaiser wird keine deputationen empfangen und auch keinerlei heschenke entgegennehmen „Kaiser Wilhelm — o wird den „Hamb. Nachr.“ geschrieben — liebt zetanntlich keine rein persönlichen Ovationen, und leichwie es in Preußen nicht üblich ist, 25jährige —X diesem Falle — er betrachtet sich, wie fein großer horfahr Friedrich II., als erster Win des Staates — ein leuchtendes Beispiel wieder darbieten. die Bevölkerung mag aus sich selbst heraus den dag des Regierungsautritts ihres Konigs feiern, nd sie hat gewiß allen Grund dazu'u“ Berlin, 2. Nop. In der Frage der zulassung katholischer Missionen in die deutschen olonien erklart die ‚Nordd. Allg. Ztg.“: Soweit odieselben jesuitisch und französisch sind, seien sie unmöglich; im Sonstigen seien sie gleichberechtigt nit den Evangelischen im Reich wie in den dolonien. Braunschweig, 2. Nop. Der Prinz und ne Prinzessin Albrecht sind Nachmittags 1294 Uhr hier eingetroffen und wurden von der dandesversammlung, den städtischen Behörden, der Ztadtgeistlichkeit, sowie einer Deputation aus dem zanzen Lande empfangen und hielten bei prächtigem Weiter unter lebhaften Cundgebungen der Bevölkerung fSinzug in die reich geschmückte Stadt. Ausland. Wien, 1. Nov. In der gestrigen Sitzung »ungarischen Delegations-Aus— chusses für auswärtige Angelegenheiten ant⸗ vortete Graf Kal noky auf die Frage des Dele⸗ irten Gall in Betreff der deuischen Zollethöhung, ib kein besseres Zollverhältniß mit Deutschland zu rrhoffen sei, folgendes: Es seien diesbezüglich offi⸗ ielle Schritte bei der deutschen Regierung deshalb ücht gethan worden, weil ein Erfolg jetzt nicht zu erwarten stand. Die deutsche Zollerhöhung wurde m Reichstage nach vieljährigen vergeblichen An⸗ ttrebungen erst im diesem Jahre durchgesetzt, et sonnte daher nicht vorausgesetzt werden, daß die deutsche Regierung ein so muͤhevoll und mit so gielen Schwierigkeiten erreichtes Resultat sobald vieder fallen lassen werde, welches dem Staats- chatz auch eine beträchtliche Einnahme sichere. Ddennoch habe in dieser Angelegenheit ein vertrau⸗ icher Meinungsaustausch statigefunden, wobei sich serausstellte, daß vorlaufig nock so große Schwierig⸗ eiten zu überwinden seien, daß von einem Ein⸗ treten in Verhandlungen kein Erfolg zu erwarten sei; somit erübrige nichts, als die praktischen Re— ultate der deutschen Zollerhöhungen abzuwarten. Unzweifelhaft werde ein Zeitpunkt kommen, wo man diese Frage unter auünstigeren Verhältnissen wieder⸗ Lokale und pfälzißche Nachrichten. — Vom Höcherberg, 30. Oktober. Dro⸗ dende Gefahr! In der gestrigen Nummer der „Pf. Zeitung“ ist die Notiz enthalten, es sei in Hdinzweiler durch den Einsturz einer Giebelwand des Pfarrhauses die Dienstmagd des Pfarrers er⸗ hlagen worden. Dieser beklagenswerthe Vorfall seigt, daß es in Bezug auf den baulichen Zustand der Pfarrhäuser nicht immer auf das hefte bestellt bisheriges Leiden verschlimmert, so daß fie das Bett jetzt hüten muß. — — Frankenthal, 30. Oktober. Gegen⸗ värtig ist hier eine Untersuchung gegen etliche 80 onntagsschulpflichtige Madchen im Gange wegen Besuchs offentlicher Tanzböden gelegentlich der in ziesiger Gegend stattgehabten Kirchweihen. Da dieses Vergehen in der Regel“ mit. 1 Tage Haft zeahndet wird, so werden für die Betheiligten hränenreiche Tage bevorstehen. * vermtichteeee — 4Metz, 29. Oktober. Generale- Lieutenant d. Conrady, Gouverneur von Metz, wird Ende dieses Monats seinen Abschied einreichen. Hier durch berichtigen sich die verschiedentlich erfolgten Mitiheilungen, dak der genannte General bereits wirklich um den Abschied eingekommen sei. Als ein Nachfolger gilt der General Lieutenant v. Berken, Kommandeur der 29. Divifion (Freiburg.) Bezüuüglich des Straßburg - Ludwigshafener Zanals schreibt man der „Allg. Ztg.“ aus Straßburg: „Mit großem Interesse verfolgt man hier die Bewegung in der Pfalz. Das Gut⸗ achten des Handelsgremiums von Neustadt ˖ Dürkheim wird hier viel besprochen. Wenn auch hier unter illen Umständen der Rheinlinie Straßburg ˖ Lauter⸗ zurg⸗ Germers heim⸗ Speyer ⸗Ludwigshafen den Vor⸗ zug gegeben wird, so verkennt man doch nicht, daß auch die Haardtlinie Straßburg-Schleithal ⸗Landau⸗ Neustadt Ludwigshafen, oder die mittlere Linie Straßburg · Scheibenhard⸗ Schifferstadt · Ludwigshafen jedenfalls weitere Kreise in's Interesse ziehen und so das Gelingen des Ganzen um so wahrschein⸗ icher machen würde. Wie sehr unser Handel durch diese Fragen in Theilnahme gezogen ist, mag der Umstand beweisen, daß die Herstellung einer Schienen⸗Verbindung zwischen dem Bahnhof Lau⸗ terburg und dem dortigen Rheinhafen genügt hat, um dort eine bedeutende Waarenbewegung zu ver⸗ ursachen. Eine hiefige Kohlenfirma hat bereits dort einen Lagerplatz errichtet; weitere Firmen haben ich schon gemeldet, und die Angebote für Lager⸗ plaͤtze sind rasch von 8 auf 20 Pfg. pro Quadrat⸗ meter gestiegen; die Gemeinde hofft durch öffent⸗ iche Versteigeung noch mehr zu erzielen. Die ersten Schiffe, welche rheinaufwärts kamen, um in Lanterburg umzuladen. sind von der dortigen Be⸗ völkerung mit Jubel begrüßt worden. Wenn diese lleine Erleichterung schon genügt, neue Handels⸗ bahnen zu schaffen, so läßt sich nur Günstiges von der Herstellung des Kanals selbst erwarten.“ fBaumholder, 2. Nob. In der Nacht oom verflossenen Samstag aus Sonntag gegen 12 Uhr stürzte bei der Aufstellung von Bogen zur Woölbung des Obersteiner Tunnels ein Theil des Arbeitsgerüstes zusammen, so daß 11 Arbeiter be⸗ chadigt wurden. Von diesen sind 4schwer verletzt. Das hiesige Amtsgericht war zur Aufnahme des Thatbestandes bereits an Ort und Stelle. (S.⸗ u. Bl.83.) Koͤln, 1. Nob. Mit dem Zuge 11 Uhr 16 Min. trafen gestern, von Paris kommend, ein derr und eine Dame hier ein. Diefelben ver⸗ jeinten auf Befragen des Steuerbeamten, daß sie teuerpflichtige Gegenstande bei sich führten. Bei der darauf vorgenommenen Durchsuchung ihrer Reise⸗Effelten wurden eine Menge Seide und neue Nleider vorgefunden. Außer dem Verlust der Sachen hatle das Paar noch 2770 Mk. zu zahlen. Da der Zug 12 Uhr inzwischen abgefahren war, nußten sie beide bis zum Abend 8 Uhr in dem hnen verhängnißvoll gewordenen Köln bleiben, um Aber die kostspielige Schmuggelei nachzudenken. Der Rhein steigt seit eirigen Tagen in jolch' rapider Weise, daß es wirklich besorgnißer⸗ regend wird. Hoffentlich werden fich die Witter⸗ ungsverhaltnisse günstiger gestalten und nicht Veronlafsung zur Zufübrung weiterer Wassermassen geben. 4Bielefeld, 29. Oltober. Die Straf⸗ kammer unseres Landgerichts hatte sich gestern mit einer romantischen Entführungsgeschichte zu be⸗ chaftigen. Ein hiesiger Kommis knüpfte nach der Elb. Ztg.“ mit einem aus Halle herstammenden ungen Dienstmädchen ein Verhältniß an und ver⸗ sprach ihr die Heirath. Die Eltern verboten dem Nadchen den ferneren Umgang. Als dieselbe nun m August mit der Herrschaft nach Rittershausen deiste, wußte sie ihr Liebhaber auch dort aufzufinden ind beredete sie, sich mit ihm nach Hamburg zu zegeben. Dort wohnte das Liebespaar mehrere — — — Tage lang, bis ploͤtzlich der Vater des Mädchens erschien und dem glücklichen Leben ein trauriges Ende machte, Der Kommis wurde verhaftet und zestern wegen Entführung zu drei Monaten Ge—⸗ fängniß verurtheiit.... FVom Hochwald, 28. Okt. Gestern Morgen und heute fiel der erste Schnee, welcher edoch bald wieder verschwand. Die Kartoffelernte, »egünstigt durch das gute Wetter voriger Woche, st als beendet zu betrachten. Die Keller sind allenthalben dis oben angefüllt, leider find, die Zreise sehr gering. Auch für den Hafer sind die Zreise sehr gesunken. Es wird hierorts schöner dafer zu 556.Mt. pro Centner perkauft. F. AuUs Nassau, 26. Olt. Ein Handels⸗ nann eines kleinen Landfleckens, erzählt die Kob⸗ enzer Ztg.“, war von einem witzigen Photographen aufgenommen worden, während er in charalkteristi⸗ cher Stellung in einem offentlichen Lokale eben ein Mittagsschläfchen hielt, und dieses Bild war mehrmals vervielfältigt und verkauft worden. Um hen Neckereien, denen der also VPhotographirte aus⸗ jesetzt war, zu entgehen, strengte er eine Klage segen den Photographen an, woraufhin dieser vom „choffengericht für schuldig befunden und in eine heldstrafe und die Kosten, in Summa von nahezu .00 Mt. verurtheilt wurde. P, An F Die erste deutsche Wein-Aus stellung n Frankfurt a. M. die vom „Deutschen Hastwirth⸗Verband“ für das nächste Jahr projektirt st, nimmt von Tag zu Tag greifbarere Gestalt in. Bereits hahen sich über Hundert der bedeu⸗ endsten Produzenten und Großhändler zur Theil⸗ jahme gemeldet, und mit vielen anderen schweben die Unterhandlungen. Aber auch aus anderen Bewerbekreisen, welche mit dem Weinbau, Handel ind Vertrieb in Verbindung stehen, äußert sich das ungetheilte Interesse an diesem Unternehmen, o daß das Anfangs mißirauisch betrachtete Projekt ich nicht nur Bahn bricht, sondern auch als ein esichertes in jeder Beziehung betrachtet werden ann. Ganz besonders aber ist hervorzuheben, daß ich die Behörden der Sache nicht nur wohlwollend, ondern auch fördernd gegenüberstellen, und deßhalb ewinnt dieselbe auch an kommerzieller Bedeutung. Verthvolle Preise find bereits gestiftet und nuch von Staatswegen werden solche wohl icher vergeben, da es sich um die Foͤrderung der jeimischen Industrie, um die Hebung eines wichtigen vewerbes handelt. Als Lokal, in dem die Aus⸗ tellung abgehalten werden soll, ist dem Vernehmen aach die dazu sehr geeignete landwirthschaftliche dalle ausersehen. Der Architelt Kaiser wurde mit jer Ausarbeitung des Planes betraut und wurden dessen Vorlagen auch vom provisorischen Ausschuß icceptirt. Demzufolge würde die Herrichtung der roßen Halle ca. 100,000 Mt. kosten, wobei noch u erwähnen ist, daß außer der Halle bedeutende UInnexbauten errichtet werden sollen. Es ergibt ich hieraus zur Genüge, daß es sich bei dem Ar⸗ angement der Ausstellung nicht um ein lokales AInternehmen im kleinen Maßstabe handelt, sondern im etwas Vollständiges in seiner Art. Es wäre aher zu wünschen, daß sich die deutschen Wein⸗ nroduzenten und Weinhändler allgemein daran be⸗ heiligten, da doch zweifellos ihrem Produkte nie⸗ nals mehr Interesse zugewandt werden kann, als jerade bei Gelegenheit einer solchen Spezialaus⸗ dellung. Nellen der kommerziellen Bedeutung jerkörpert sich aber auch darin ein ausgeprägter iationaler Sinn, den zu äußern sich wohl Nimand ntziehen wird. feFrankfurt a. M.. 1. Nov. Heute rüh stürzte sich eine kranke Frau aus dem zweiten Stocke des Bürgerspitals auf die Straße und blieb nuf der Stelle todt. Die Unglückliche litt am Magenkrebs; sie hatte schon wiederholt geäußert, aß es wohl am Besten sein würde, ihrem schweren deiden durch Selbstmord ein Ende zu machen. f In Karls ru he hat eine Verfüngung des Jezirksamts gegen die Studirenden der technischen hochschule, wonach dieselben in Zulunft auch von edem Schutzmann arretirt werden können, böses Blut gemacht. Gegen hundert Polhtechniker sollen chon damit gedroht haben, Karlsruhe zu verlassen, venn die Verfügung nicht rückgängig werde. Am Sonntag wollen die Studirenden in einer allge⸗ neinen Versammlung gegen die bezirksamtliche Än⸗ dnung Pro test erheben. f.Nurnberg, 80. Olt. Das Schwurge⸗ icht beschäftigt sich heute und morgen mit dem staubmord. der vor 12 Jahren. am 23. De—⸗ ember 1873, auf der Straße von Neukirchen nach Wolfshöhe an dem mit seinem Fuhrwerke neg Schnaittach fahrenden Mühlknecht Friedrich Paulu mit Messer und Prügel verübt wurde. Angellagt ist der 31jährige verheirathete Drechslergehilfe Geon Bundel von Lauf, der die That im Verein mi⸗ dem inzwischen verstorbenen Zimmergesellen Paui Meier von Lauf verübt baben soll. Dem im Schlafe überfallenen Mühlknecht war der ganze Schäde ertrümmert und die Schadeldecke durchstochen, sowir ꝛein Geldbetrag von 30 fl. geraubt worden. Gumdel ind Meier waren schon früher verhaftet, jedoch vieder außer Verfolgung gesetzt worden, bis Gundel, pegen Diebstahl neuerlich verhaftet, verdächtige Aeußerungen gegenüber einem Mitgefangenen machte Er leugnet eine Betheiligung an dem Morde um vill von Meier, der den Paulus erschlagen habe nur einen Thaler geschenkt bekommen haben. Es ind 59 Zeugen geladen... xRemontirung der Armee. Um das Mögliche zur Hebuag der Pferdezucht in Bayern jeizutragen; wurden von der Militarverwaltung die Preise für die im Königreiche zu erwerbenden drei— ährigen und zur Einstellung in die Remonte-Depots zestimmten Pferde in der Art festgestellt, daß für in solches Reitpferd 800 Mark und für ein Ar— illeriezughferd 900 Mark bezahlt werden, während der Durchschnittzpreis im Auslande um 100 Mt. riedriger genommen ist; der Ankauf der Remonten ür die Equitationsanstalt soll nunmehr auch in —L im 100 Mark, namlich von 1100 Mark auf 1000 Nark herabgesetzt. Ebenfalls im Interesse der ayerischen Pferdezucht sollen fernerhin alljährlich 35 edle Zuchtstuten angekauft werden, welche an Mitglieder der Remontezuchtbezirke bedeutend unter dem Beschaffungspreise abgegeben werden. f München, 30. Oktober. Der diesjährige Staatskonkurs für das Lehromt der klassischen Philologie hat ein sehr ungünsliges Resultat er⸗ jeben. Von den 40 zum Examen zugelassenen dandidaten haben nur 19 bestanden, von welchen einer die J. 8 die II. und 10 die III. Note er⸗ zielten. Mehr als die Hälfte der Kanditaten ist purchgefallen oder während des Examens zurück⸗ getreten. F München, 30. Oktober. Der Zuwachs der Bevölkerung des deutschen Reiches seit der letzten Volkszählung wird nach der „Magdeb. Zig.“ in nilitarischen Kreisen zu rund zwei und eine halbe Nillion angenommen und dementsprechend bei einer Zemessung des Heeresstandes zu einem Prozent der Bevölkerung der Zuwachs, welchen die stehende Armee bei Feststellung des nächsten Septennats erfahren müßte. zu etwa 25000 Mann berechnet. Begenüber diesem Thatbeftande wirft das genannte Blatt die Frage auf, ob der bisherige Rechnungs⸗ nodus nicht nur in Rüchssicht auf die Finanzkraft )es Landes, sondern auch im Hinblick auf den Rahmen der gegenwärtigen Armeeorganisation auf die Dauer wird aufrecht erhalten werden lönnen? Schon mit 1888 würde, die vorangeführten Zahlen ils richtig angenommen, die Armeestärke auf rund 170000 Mann anwachsen, mit den nächsten 50 Jahren aber den Stand von 600000 Mann über⸗ schreiten. Bereits mit dem Erreichen eines Frie⸗ densstandes von 300000 Mann könnten jedoch alle nilitärischerseits noch erhobenen Forderungen, die zollstandigt Kompletirung des 158., wie des 18. ind 14. Armeekorps, eine Steigerung der Feld⸗ irtillerie · Stärke, die Trennung der Pionierwaffe in Feld. und Festungs⸗Pioniere und die dadurch be⸗ ingte Verdoppelung der Pionier⸗Bataillone und die enkbar größte Verstärkung der Spezialtruppen durch xrrichtung noch mehrerer Eisenbahnregimenter, einet Lelegraphen · und Ballontruppe etc. nicht nur be⸗ riedigt werden, sondern es würde dieser Heeres⸗ tand wahrscheinlich auch noch weitere Neufoꝛma⸗ cionen in sich aufzunehmen im Stande sein. fBerlin. Der Aufzug der Kampfgenossen, der für das 25jährige Regierungs⸗Jubildum des daisers geplant wird, scheint großartige Formen inzunehmen; denn dieser Festzug der Mitkampfet er drei letzten Kriege von 1864, 1866 und 187071 wird nach den getroffenen Vorbereitungen »iele Tausend Theilnehmer aus allen Theilen des deutschen Reiches nach Berlin führen. Die Sonde⸗ rung des Zuges soll dabei, wie die Magdeburger Zeitung mittheilt, nach den einzelnen Provinzen und Bundesländern erfolgen, und werden, in Wagen vorauffahrend. die noch lehenden Beteranen Zefreiungskriege denselben eröffnen. Schon einmal. 17. März 1868, dem funfzigjährigen Gedächt · dage der Errichtung der Landwehr, hat in Berlin ahnlicher Festzug stattgefunden.“ zu dem sich nalz noch etwa 4000 Mitkämpfer der Feldzüge n 1813 bis 1815 eingestellt⸗ hatten, wogegen en Zahl diesmal schwerlich noch einige Hunderi verschreiten dürfte. Es ist entschieden der ruhm⸗ Afte Zeitabschnitt der preußischen und deutschen schichte, der in dem Vierteljahrhundert, das dies gierungsjubilaum umfaßt, sich abgerollt hat, und afelsohne wird die Feier desselben sich, außer esem Festzuge, auch noch auf die Armee, die sdem ihatsächlich erst geschaffene deutsche Kriegs ⸗ e und die weitesten Gesellschaftskreisen ausdehnen, ozu die Veranstalter bereits in eifriger Vorbereitung Fiffen sein sollen. Ein verheiratheter Primaner e in unserer emanzipationslustigen Zeit noch ut dagewesen sein. Berlin besaß in diesem einmer einen solchen.“ Der Primaner H. einer tigen Ober⸗Realschule, der Sohn reicher Eltern Frankfurt a. M., lernte auf dem Balle eine ehme Engländerin kennen und verliebte sich rolich in dieselbe. Er fand Gegenliebe und die den jugendlichen Liebenden beschlossen, zu hei⸗ chen. Doch die Eltern des Primaner ˖ Bräutigams uͤten begreiflicherweise auf keinen Fall ihre Ein⸗ lligung geben. Kurz entschlossen, reiste das archen nach England, wo die beide rechtsgültig reint wurden.Der junge⸗ Ehemann kehrte zu Bänken der Prima zurück, aber die Ehe war men- Studien nicht sonderlich förderlich.“ Zu eichaelis fiel er mit Glanz durch das Abiturien⸗ Examen. Er verließ die Schule, um an der eite seiner Gattin praktische Landwirthschaft zu diren. Halleluja-Kadeett. . Im neuesten riegsruf“ (Organ der Heilsarmee) berichtet ein wisser Schläfflin, Halleluja⸗-Kadett“?: „‚Gott sei b und Preis in alle Ewigkeit, daß ich als Berner⸗ ch in das Netz der überall verleumdeten Heils- cmee fallen durfte. Wenn mich der Herr jetzt at: Schläffli, wo bist Du? so fürchte ich mich ct mehr und kann sagen: Herr, hier bin ich!“ Der gewaltige Fortschritt, der sich auf dem ediete der Chirurgie im letzten Dezennium merkbar gemacht, bildet den Stoff eines inter⸗ inten Vortrages, den vergangenen Montag Abends of. Albert im medizinischen Doktorenkollegium in nen abhielt. Jeder Laie ist sich im Klaren rüber, wie unter allen Gebieten der Medizin nnders in der Chirurgie wahrhaft epochemachende euerungen vor sich gegangen sind; mit Staunen id Grausen hört man hie und da von großartigen roch nie dagewesenen“ Operationen, die Kranken, elche bis dahin als hoffnungslos aufgegeben waren, erwartete Rettung Lringen. Und doch ist es onders eine Neuerung, die sich gleichsam wie ein aher Faden durch die ganze moderne Chirurgie edt, welcher diese unerwarteten Erfolge zu ver⸗ mlen sind; es ist dies die sogenannte antiseptische bundbehandlung, durch welche die schädliche zitkung der Mikro⸗-Organismen auf die Wund⸗ ange, d. h. also die Fäulniß der Wunde verhütet id. Jetzt find es gerade zehn Jahre, daß die tiseptische Wundbehandlung, die nun in Oefster⸗ h und Deutschland allgemein angewendet wird, Aag und gäbe ist. Von welch wohlthätigen Folgen ese Neuerung begleitet war, geht beispielsweise is dem Umstande hervor, daß die Mortalität bei moutationen zurzeit Dumreichers 50 Prozent er der antiseptischen Wundbehandlung 14 Prozent ad heute auf der Klinik des Prof. Albert, wo, herdiens die operierten Kranken durch Separierung ot jeder Insektion geschützt find, nur 2 Prozent trägt. — Der alte Chirurge hatte eine begründende cheu vor der Eröffnung don Körperhöhlen; diese iccht existiert nicht mehr, da in Bezug auf diesen inkt die neuere Chirurgie einen ungeahnten Auf ⸗ wung genommen hat. Die Operationen in der uchhöhle, die Magenresektionen sind kolossale Er⸗ ngenschaften, die allerdings an praktischem Werth durch etwas einbüßen, daß fie nur in besonders nstigen Fällen Anwendung finden können. — wf. Albert gelangte zu dem Schlusse, daß die rurgie ungeheure Fortschritte gemacht habe und ßz für die Zukunft eine programmmäßige Bear⸗ itung des im letzten Dezennium gewonnenen riesigen denschastlichen Materials zu erwarten sei. Wien, 1. Novb. In Folgze außergewöhn⸗ arken, Schneefalls und furchtbaren rmwinds sind die telegraphischen Berbindungen „on Lemberg unterbrochen. Auf der Czernowiztzer Bahn mußte der Verkehr eingestellt werden. fOesterreichische Matrosen von Regern gefangen. Am vergangenen 10. Juni afsirte das vom Mittelmeer kommende österreichisch⸗ ingarische Schiff „Epireo“, Kapitän Nibkoliks, Monrovia (Republit Liberia) unde: nahm seinen durs südwärts. Am andern Tage brach ein hef⸗ iger Sturm los, der das Schiff zwang, seinen zauf gänzlich zu ändern und es dann gegen die Tüste hintrieb, die von Krus, Bassas und anderen stegervölklern bewohnt ist. Das Schiff fuhr hier aaf einen Felsen auf, erhielt einen Leck und dlieb dann zwischen den Klippen sitzen. Der Kapitän ieß nun etliche Matrosen als Wächter auf dem Wrack zurück, während er mit dem Reste der Mann⸗ chaft die Schiffsbarke bestieg und nach Monrovia zurückkehrte, um hier Hilfe zu suchen. Unterdessen hatten die Wilden das Wrack geplündert und zwei der Marosen gefangen mit sich fortgeschleppt. Ein eutsches Schiff, das bald nachher. die Stelle passirte, efreite die Gefangenen und brachte sie gleichfalle iach Monrovia. —7 Gerhängnißvoller Mißgriff.) kine junge, sehr hübsche, Doktorin“, die eine un⸗ eschreibliche Angst vor Taschendieben hatte, fuhr ines Abends in einem Wagen der Petersburger Bgferdebahn. Plötzlich verlosch das Licht in der aterne in Folge eines heftigen Windstoßes und leich darauf“* fühlte die Dame, daß eine fremde dand in ihre Tafche fuhr. »Sie ließ sofort ihre dand ebenfalls- in die Tasche gleiten und var höchst erfreut, als sie thatsächlich eine dand erfaßte. Sie hielt dieselbe krampfhaft est und war nicht wenig erstaunt über die Frechheit, mit welcher der vermuthliche Taschen⸗ zieb sich erlaubte, ihr Händchen ganz zärtlich zu rücken. Endlich brachte der Kondukteur Licht; ntrüstet wandte die Dame sich an ihren Nebenmann. Wie wagen Sie es, mein Herr, sich in fremden Taschen eiwas zu schaffen zu machen?“ „Ent— chuldigen Sie, meine Gnädige“, lautete die Ant⸗ vort, „es scheint mir, als irrten Sie sich.“ Hier⸗ zei rückte der Herr etwas weiter und es erwies ich zum nicht gelinden Schrecken der Dame, daß je in der Dunkelheit ihre Hand in die Tasche hres Nebenmannes gesteckt hatte und dort seine hand festhielt. Mit einigen verwirrten Entschuldig⸗ ingen schloß die Szene unter schallendem Gelächter er Anwesenden. pLondon, 28. Oktober. Der Riesen⸗ ampfer „Great Eastern“ wurde heute bei Lloyds ür 524 000 Mk. dem Meistbietenden zugeschlagen. 7 (Zum Tode erschreckt.) Aus London chreibt man der „W. A. Ztg.“: „Der hekannte Sportmann Mr. Lowe kaufte vor einigen Tagen im den Preis von 735 Pfund Sterling ein hof . ‚ares Vollblut. Auf dem Wege nach Aldershot egegnete dem Pferde und seinem Führer ein großer xlephant einer wandernden Menagerie, das Pferd egann bei diesem Anblicke am ganzen Leibe zu itlern, stolperte einige Schritte vorwäris und fiel, nit Schweiß bedeckt, todt zu Boden. Ueber das Fallen eines Meteorsteins n Jefferson Township, Pennsylvanien, zahe der Grenze von Westvirginien, auf der Farm on Buckland, macht eine Augenzeuge, der Postbote ẽ?O0lis Jones der Amerikanischen Korrespondenz die olgenden Aussagen: Er sah, wie eine feurige Masse hoch am Himmel dahin schoß. Der Anblick var ein überwälfigender. Das Pferd des Post⸗ zoten blieb plötzlich stehen und Jones hörte ein Heräusch, als ob ein starker Wind mit großer Schnelligkeit an ihm vorüberpfiffe. Hoch über ihm log mit unglaublicher Schnelligkeit die gewaltige Masse vorwärts, welche nach Jone's Beschreibung iner riesigen feurigen Kohle,. so groß wie eine Z„cheune, glich; an der Masse hing eine riesenhafte Flamme. Dann auf einmal verstummte das be⸗ zleitende Geräusch, das feurige Aussehen der Masse herschwaud; ebenso die anhängende Flamme und der schwarze Schweif; anstatt dessen nahm der Meteorstein eine weißblaue Farbe an, die er bei⸗ jehielt bis zu seinem Verschwinden. Als der Stein, etwa eine Meile von Jones euntfernt, zur Erde fiel, zerbrach er in drei Stücke. Das großte „Ztück hat einen Umfang von mehr als 30 Fuß m Geviert; es ist von graulicher Farbe. New⸗York, 14. Oktober. (Ein Pfälzer unter der Anklage des Mordes). John Kollmaier, nus Kaiserslautern gebürtig, hatte gestern hor Richter Barrett seine Prozessirung auf die Anklage dez „Mordes im ersten Grade“ zu bestehen. Es wurde ihm zur Last gelegt, am 22. Februar d. J. seine Frau Kate bei einem in seiner Wohn⸗ ung im Hause Rr. 212 Mulberry Str. gehabten Streite durch den Wurf mit einem Buͤgeleisen getödtet zu haben. Die Thatsache der Toödtung einer Fraus wurde von dem Angeklagten nicht in Abrede gestellt, jedoch überaus starke Provotation und Nothwehr,: geltend gemacht. Der Mann er⸗ Jzählte eine traurige Geschichte seiner. durch die Trunksucht seiner Gattin, veranlaßten ehelichen deiden. Andere Zeugen bestätigten seine Angaben, und Hülfs⸗Distriktsanwalt Fellows ließ unter diesen Amständen die auf Mord lautende Anklage fallen und forderte nur die Verurtheilung wegen Todt⸗ ichlags. Nach kurzer Berathung brachte die Jury ein auf'„Todtschlag im zweiten Grade“ lautendes Verdikt ein, und auf Antrag des Hülfs-Distrikts⸗ Anwalts, welcher in warmen Worten für eine nilde Strafe plaidirte, verurtheilte der Richter den kdollmaier mit Rücksicht auf die jahrelange Provo⸗ 'ation durch seine Gattin nur zu 2 Jahren und 3 Monate Zuchthaus. FNew-York, 289. Oktober. Eine Depesche Dst · Saginaw (Michigan) meldet, daß, während zestern eine Menschenmenge auf einer dortigen Brücke stand und rin unten auf dem Fluß drennendes Zoot beobachtete, die Brücke zusammenbrach und 30 Personen in's Wasser stürzten. Viele Leute vurden übel zugerichtet, und 13 Personen werden nermißt. Letztere dürften umgekommen sein. r7 Ein europäischer Philanthrop inspizirt unter Leitung eines freundlichen Cicerone die Räumlichkeiten einer Newyorker Blindenanstalt. In einem Saale des weiten Etablissements fieht ex eine Anzahl Knaben und Mädchen beschäftigt, die verschiedenartigsten Münzen durch ihre Finger leiden zu lassen und emsig zu betasten, wobei sie ein Lehrer stets aufmerksam macht, wenn sie eine aliche in die Hand bekommen. Der erstaunte Khilanthrop erkundigt sich nach dem Zweck dieses Fxerzitiums. „O,“ antwortet man ihm geheimniß⸗ voll, „das ist nur ein Spezialkurs für diejenigen unserer Zöglinge, welche — den Bettlerberuf zu rgreifen gedenken.“ xijr die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Für Alle, welche auf dem Lande wohnen, 'ann nicht dringend genug empfohlen werden, stets eine Schachtel Apotheler R. Brandt's Schweizerpillen in Hause ju haben, um bei plötzlich eintretenden Störungen (Ver⸗ topfung, Blähungen, Blutandrang, Leber⸗ und Gaäͤllen⸗ eiden ec) dieses sichere und schmerzlose Haus⸗ und Heil⸗ nittel (erhältlich à Schachtel Mark 1 in den Apotheken) mnzuwenden. Man achte genau darauf, daß jede Schachtel als Etiquett ein weißes Kreuz in rothem Grund und den Vamensaus M. Brandt's träot Nr. 161 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus“ (ovierteljährlich aur 1 Marh) enthält: Wochenspruch: Dem Menschen selten pflegt der Mensch Sich ehrlich zu verbinden, Drum läßt sich auf den Ausdruck: Mensch Der Reim so schwer auch finden. Lasset die Linke nicht wissen, was die Rechte hut. Am Abend vor Allerseelen. Das Stopfen der Gänse. Die Stärke. Buchführung in der Wirtschaft. Namenstickerei. Hühnerzucht. Klöppel⸗ unterricht. Teppichknüpferei oder Smyrna⸗Arbeit. Puppenverfertigerinnen. Ausfallen der Augenwim⸗ zern. Blutreinigungsßthe. Wunde Mundwinkel. BZettnässen. Chronischer Rachen⸗Katarrh. Einfaches dostümhütchen für junge Frauen und Mödchen. Pianino in ungeheiztem Zimmer. Blühender Flieder m Zimmer. Niederlegen der Rosenbäumchen. Rosenbäumchen zu überwintern. Keine Vögel auf den Hüten. Wintermäntel. Muß man die Mode nitmachen? Fächer als Wandverzierung. Sparen veim Heizen. Adam'sche Patentseuerungsanlage. Bennsylvanischer Zimmerschmuck. 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Pevenber 1885 Nachmittaas 2 Uhr. zu St. Ingbert in der Wirthschaf— von Michael Paul, wird gegen Peter Jung, früher Wirth in St. Ingbert, jetzt ohne bekanntes Gewerbe und ohne bekannteu Wohn⸗ und Aufenthaltsort abwesend, vertreten durch seinen Be— vollmächtigten Philipp Fitz, Geschäfts mann in St. Ingbert, wegen Nicht bezahlung des Erwerbspreises vertrags mäßig wiederversteiget“: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 3504, 114a 20 qm, Plan Nr. 3505, 11 a 60 qm und Plan Nr. 3506, 112 20 qm Acker in der dritten Pfuhl wieserahnung. St. Ingbert, den 3. November 1885 Kemmer, k Notar. XEEXV — reiner süßer 42 TApfelwein & ein per Liter 25 Pfq. hei HD. FEry. - 720 -- —- — —-— — cr Illustrirte Baterische F Familien-Kalender für 1888 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteu zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. 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Der „St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich füufmalt Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ Blatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A 60 A einscqhließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 4, einschließli i0 ñ Zustellungtgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Bfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solch n auf welche die Exvedition Auskunft ertheilt, I5 A. Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrickung wird nur dreimalige berechnet. M217 Donnerstag, 5. November 1888.— 20 Jahrg m Abonnements EX e h t StoIngbert, 4. Nov. Gestern (Diens⸗ tag) Nachmittag gegen 5 Uhr wurden die Bewshner der Pfarrgasse durch ein heftiges Krachen erschreckt. Fin Theil des neuerbauten Fabrikgebäudes der Zunstwollspinnerei von Beer und Wohlgemuth war durch das Ausbrechen der äußeren Mauer auf eine dange von 15 bis 20 Meter plötzlich eingestürzt. deider sollte dabei ein Menschenleben zu Grunde zehen. Ein Arbeiter, welcher zur Zeit des Ein⸗ furzes im Gebäude beschäftigt war, wurde ver⸗ chüttet. Nach längerer mühseliger Arbeit wurde r als Leiche unter den Trümmern hervorgebracht. Der Verunglückte, aus dem nahen Rentrisch gebürtigt jeißt Johann Berrang und ist 19 Jahre ait. Beinahe wäre auch ein Bruder desselben von dem zleichen traurigen Schicksale ereilt worcden. Das Hebäude hatte erst in den letzten Tagen den Dach⸗ ttuhl erhalten, und man vermuthet, daß das Mauer⸗ werk in Folge der nassen Witterung gelitten bat und eingeffürzt ist. .St. Ingberter Anzeiger“ für die Monate November und Dezember aehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Post⸗ boten, die Austräger und Die Exvpedition. Deutiches Reich. München, 1. Nob. Infolge der Ernennung des Gutsbesitzers Dr. Armand Buhl zum lebens⸗ länglichen Reichsrath ist der seltene Fall eingetreten, daß ein Landrathsmitglied wegen Berufung in die erste Kammer des Landtages nach Maßgabe des Artikels 9 des Gesetzes vom 28. Mai 1852, die Landräthe betr, aus der Landrathsversammlung auszutreten hat, bezw. der Mitgliedschaft derselben verlustig geworden ist. Dr. Armand Buhl war bekanntlich bisher Präsident der Landrathsversamm⸗ lung der Pfalzz.— Berlin, 3. Nop. Der Bundesrath hat be⸗ schlossen, für die bei der Disziplinarkammer in stolmar erle digte Stelle eines Oberlandesgerichts⸗ rathes den Oberlandesgerichtsrath Lacmann in Kolmar, für die bei der Disziplinarkammer in Met erledigte Sielle eines Landesgerichtsrathes den Landesgerichtsrath Oberle zu wählen. Straßburg, 2. Nov. Der Statthalter mifft Donnerstag 124 Uhr über Kehl hier ein. Abends findet Fackelzug und eine Serenade von Vereinen statt. Freitag Vormittag ist Empfang der Beamten, Nachmittags Auffahrt der Studenten⸗ chaft und Abends Festkommers. Braunschweig, 2. Novb. Ein interessanter Zufall war es, daß die Maschine des Extrazuges, welche den Prinzen Albrecht hierher brachte, den NRamen „Bismarck“ trug. Morgen wird das Re⸗ nerungspatent erscheinen. Hamburg, 4. Novb. Da auf den Karo⸗ inen ein Amerikaner Namens Holcombe von den Fingeborenen ermordet wurde, so dürfte ein ameri⸗ ianisches Kriegsschiff dort erscheinen. e Ensheim, 2. Nov. Gestern Abend gegen 3 Uhr wurde die hiesige Feuerwehr allarmirt. Es var nämlich im Hause des Fabrikarbeiters Franz dager dahier, wie von vermutet, durch unvor⸗ ichtigen Gebrauch eines offenen Lichtes. Feuer aus zebrochen, das jedoch durch die rasch an der Brand⸗ tätte erschienene Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht var und deßhalb keinen bedeutenden Schaden an⸗ achtete. Ware die Feuerwehr nur einige Minuten pater eingetroffen, so hätten die bereils in den deuspeicher hinüberzüngelnden Flammen jedenfalls mehrere angrenzende Hauser, die alle mit Heu und Hrummet angefüllt waren, ergriffen und zerstört. — Die Einstellung der diesjährigen: Rekruten uus dem Landwehrbezirk Zweibrücken jfindet im 6. und 7. November statt und zwar die für zas jenseitige Bayern bestimmten Rekruten am 6. stobember, die für Pfälzer Garnisonen am 7. Nov. Wer keine Gestellungsordre erhalten hat, muß zu der auf seinem Rekrutenpaß angegebenen Stunde zünktlich einrücken. Alle Rekruten müssen sich beim Bezirksfeldwebel abmelden. — Kaiserslautern. ‚Der Beobachier“, Anzeiger für die Pfalz. heißt ein von jetzt ab vöchentlich einmal hier erscheinendes Blatt. Re— vakteur ift der Schriftsteller Ed. Jost. Anssland. Wien, 4. Nov. Maßgebenden Ortes wird mngenommen, daß die Konferen z unvberrichteter Sache auseinandergehen wird. Paris, 4. Nov. Das Gerücht von der berlobung einer Tochter des Grafen von Laris mit einem Bruder des Kaisers von Rußland wird von mehreren Morgenblättern für unbegründet bezeichnet. —* Sofia, 8. Nov. Eine offizielle Mittheilung des Ministers des Aeußeren besagt, die Regierung habe mit gutem Grunde das Einrücken der Serben wuf bulgarisches Gebiet als vollendete Thatsache betrachten koͤnnen, denn die Serben besetzten in der Nacht vom 24. Oltoher einen Theil des bulgurischen Dorfes Klissura und zogen sich erst am 25. Ot—⸗ ober Morgens wieder auf serbisches Gebiet zurück St. Thomas, 83. Novb. Infolge des un⸗ gebührlichen Verhaltens der Regierung von Haiti gegenüber den dort wohnenden Ausländern haben ich die Vertreter Frankreichs und Englands an hre Regierungen mit dem Ersuchen um AÄbsenduno non Schiffen gewandt — In Cincinnati ist am 5. Oktober ein ofälzischer Achtundvierziger, der Lehrer Karl Graf. zestorben. Er wurde 1828 in Kaiserslautern in der Rheinpfalz geboren, —absolbirte in jener Stadt das Gymnasium und das Schullehrer⸗Se⸗ minar und wirkte einige Zeit als Lehrer. Bei Ausbruch der Rebolution von 1849 trat er in die Reihen der Freiheitslümpfer und mußte später nach Amerika auswandern. Er wandie sich nach Cin— cinnati und wurde bald einer der thätigsten Kämpfer für die Anerkennung und Gleichberechtigung der Deutsch⸗Ameritkaner. Nach vielen Mühen gelang es ihm, eine Anstellung als Lehrer an den öffent lichen Schulen zu erhalten. In den letzten 15 Jahren bekleidete er die Stelle eines deutschen Oberlehrers an der vierten Bezirksschule. Er war ein Schullehrer von echtem deutschen Schlage, mit üchtigen Kennmissen und peinlicher Pflichttreue, )abei als liebenswürdiger Gesellschafter unter allen einen Freunden und Kellegen hochgeachtet und heli⸗ebt 7 Frankenstein, 2. Nob. Heute war der Portier am hiesigen Bahnhof. Scherr, eben veschäftigt, mittelst eines Hebels zwei Wagen zum Stehen zu bringen, als der 1215. Uhr· Zug ankam, vahrscheinlich den Hebel streifte und Scherr zwischen zie Räder der zwei Wagen schleuderte. Der Un— zlückliche, dem eine Witiwe und fünf Kinder nach⸗ weinen, war sofort todt. .. — Bei einer Rauferei in Hambach am Sonntagabend erhielt einer zweir Schüsse in den Oberschenkel. Drei Betheiligle wurden andern Tags verhaftet. —D —— — Gestern, Mittwoch, früh 4 Uhr wurde bei herrn Uhrmacher Maurman-in Ludwigs hafen eingebrochen und 14 goldene Uhren im Werthe von nahezu 1000 Mark entwendet Vermischtes. —W 7St. Johann, 1. Nov. Bei Auswölbung des Tunnels bei Heimbach (Rhein⸗Nahebahn) stürzte in voriger NRacht der Unterbau zusammen. Drei Arbeiter hlieben todt, acht wucden schwer verletzt ins Krankenhaus St. Wenvel gebrach. rKlein⸗Rosseln, 1 Nov. Gestern er⸗ äitt im Schachte St.Charles der Heuer Hoffmann aus Aschbach durch Absturz von Dachgebirge an seiner Arbeitsstelle, so erhebliche Verletzungen, daß er, nach dem Krankenhause gebracht bald daselbfi berstarb. FeUnfalle Bei den Entwässerungsarbeiten in Karlsruhe stürzte ein Schacht ein, wodurch, wie die IFrkf. Ztg.“ meldet, 2 Arbeiter getödtet wurden. F Menschlich. Rektor: „Sie haben nach iner mir zugekommenen Anzeige zwei Nacht⸗ vächter durchprügelt. Was⸗ hat Sie dazu veran⸗ aßt?“ — Student: „Meine Menschlichkeit, denn ür einen Nachtwächter wären die Prugel doch u viel gewesen!“ fGut qualifizirt. Metzger: „Also, das ist Ihr Sohn, und den wollen Sie: mir in die Lehre geben!⸗Wird er sich denn auch eignen jum Schweinemetzger?“ — Freu N. Ob er ich eignet? Schau'n Sie'n blos an. Bei der lleinsten. Gelegenheit wird der Ihnen agleich saugrob!“ Dienstesnachrichten. Revisor Stenglein beint. Regierung der Pfalz wurde zum Verwalter der Kreisirrenansialt sklingenmünfter ernannt. Regierungs-⸗Funktionär Reidenba ch in Speyer wurde zum Kanzlist beim protest. Konsi⸗ torium Speyer ernannt, die protest. Pfarrstelle in —R Brion in Ingenheim verliehen. Lehramtskandidat Schloßst e in in Annweilet zum Assistenten an der Realschule Lindau ernannt. — — — —— Fur die Redaktion verantwortlich: x * Deme . 25,000 Mark baar! lann Jeder gewinnen, der sich an der 1.Mk. dotterie für bedürftige Frauen u. Mädchen be⸗ tbeiligt. Ziehung Jienstag den 10. Jorember, Freiwillig gerichtliche Versteigerung Samftag, den 28. Novembe nachsihin Rachmittags 3 Uhr zu Hase in der Wirthschaft von Mathia« Bohnert werden durch den unter⸗ Jeichneten gerichtlich hiezu beauftragten . Notar auf Grund' homologirten Familienrathsbeschlusses des evidenter Rutzens halber öffentlich zu Eigen versteigert: F Steuergemeinde Hasel: J 1. Plan Nr. 598: 17 2 Acker am Kahlenberg vierte· Ahuung neben Christian Haberer und Nikolaus Thomas Witwe. 2. Plan Mr. 5192 22 a 80 qm Acker am Kahlenberg sechste Ahnung neben Jatob Lukas und Johann Liez. Plan Nre. 587: 22 a 80 qm Acker am Kahlenberg neben Michae Lukas und Johann Liez. Eigenthümer find: J. Philipp Gehring, penfionirter Bergmann und Polizeidiener; II. Dessen mit seiner verlebten Ehefrau Elisfa⸗ betha Becker, erzeugten Kinder, als 1. Jakob Gehring, Bergmann 2. Maria Gehring, gewerblose Ehefrau von Michael Schein, Bergmann, beisammen in St. Ing vert wohnhaft; diese 3 großjährig 3. Philipp Gehring, *. Jo⸗ hann Gehring, 5. Heinrich Gehring und 6. Elisabetha Gehring, die vier Letzteren ledig, mind erjährig, gewerblos, vertreten durch ihren genannten Vater als Hauplvormund, bei dem fie auch do⸗ micilirt sind, und durch Peter Gehring JII., Bergmann, als Neben⸗ vormund; alle, wo nicht anders gesagt in Hasel wohnhaft. Si. Ingbert, den 5. November 1885 Kemmer, k. Notar. Unwiderruflich Dienstag den 10. November also in 5 Tagen bereits Ziehuung der LMark Lotterie für bedürftige Zrauen und Waädchen. Geldgewine ohne jeden Abzug 75 000 Mark. Loose nur noch wenige zu haben bei der General⸗Agentur A. E B. Schuler. München, sowie bei der Hauptagentur für die bayer. Pfalz: Petex Ririus in Ludwigshafen am Rh. und bei dessen Agenten: Joh. Weirich, Frz. Woll und Gg. Adt, alle in Si. Inabert. Neker; Suͤßer. 21 irchweihe rn3thaler —X 3 t dei eignes Gewachs Rest. 12* 25 7 — 5 E eine ordentiche Naheres in oer Kedattion. chlaf*?eile T 9. Plan Nr. 2008, 59 a Acder Versteigerunggs -⸗ l * Ir, e. do. v V Bekanntma ung. i0. dr Nr. 2991, 68 a 80 qm De Acker in der Lehmtaut; 11. Plan Nr. 20051, 20a 40 qn (Juszugh. Alcder im Rocenthalh;; Die Liegenschaften kommen einzeln nhi Dtzeuter 1885, um Ausgeboie und es erfolgt der gs 2 Uhr, zu⸗Si. Jadeeee An Ver Wirth Zuhcdlag sogleig dri der Berstengeru chaft von Daniel Baumann. (Cafe Die nahere Beschreibung der Ver —RE Jeigerungsgegenstände und die Ver werden vor Philipp Kemmer,kgl teigerungsbedingungen können bei den Baher. Rotare im Amtssihe zu St Anterzeichneten eingesehen werden. Ingbert, als hiezu ernanntem Ver St. Ingbert. den 31. Oltober 1885 jeigerungsbeamten · Der Versteigerungsbeamte; gegen IJ Kemmer, Notar. TFrfedrich Michael, Jo erseinerungs—5 derhine e und 3. Wil⸗ * Versteigerungs helmine Reymann, minder⸗ ch ahrige Kinder 8 Friedrich Neymann Bekanntma ung. Fuhrmann, früher in St. Ingbert, — itzi in Amerika; vertreien durch ihren Auszug.) e n ne chal Nermann Schmeig Montag, den 28. Dezember 1885 rbeiter, in St. Ingbert wohnhaft Morgens 11 Uhr, Z„chuldner, 1* zu St. Ingbert in der Wirthschaf die folgenden, zu diesem Zwedce von Johann Adam Beck Witwe. veschlagnahmten Liegenschaften öffent· werden vor Philipp Kemmer, kgl. lich zwangsweise in Eigenthum ver dayer. Notare im Amtssitze zu St tteigert, namlich: Ingbert, als hiezu ernannten Ver⸗ Steuergemeinde St. Ingbert, steigerungsbeamten. — Besitz Ar. 2119: gegen —B 1. Plan Nr. 2126, 46 a 70 4n l. Katharina Grund, ohne Acker techts der Kapelle; Gewerbe, früher zu St. Ingbert, jetzt 2. Plan Nr. 2005, 20 4 40 qn in Meßt wohnhaft, Wittwe des zu St. Ader im Rockenthal, vordert Ingbert wohnhaft gewesenen und daselbf Ahnung; 8 berlebten Bergmannes Nicolaus Pian Rir. 2006, 10 4 90 qm Preßmann, in eigenem Namen Ader im Rodenthal, vordert als solidarische Mitschuldnerin und Ahnung; — Theilhaberin an der zwischen ihr und Plan Rir. 2007, 10 a 20 qm dem Verlebien bestandenen Güterge⸗ Acker allda; meinschaft, sowie als gesetzliche Bor⸗ Plan Nr. 1959, 26 4 60 qm münderin ihres mit demselben erzeugten, Acer allda, hintere Ahnung; noch minderjährigen, bei ihr domicilirten Plan Nr. 1860, 12 a 90 qm Kindes Valentin Preßmann, dieser als Ader allda; Miterbe am Nachlasse seines genannt' Plan Nr. 2013, 24 a 20 qm verlebten Vaters, vertreten durch Peter Ader im Rockenthal, vordere Preßmann, Bergmann, zu St. Ingber⸗ Ahnung; wohnhaft. als Nebenvormund; II. Die Plan Rir. 193703, 15 a Acker übrigen Kinder und Miterden des ge— —V Preß— — — — Qur Feier der hiesigen Kirchweife — ιο. den S. Novbr. ůGO; Vl T 5 ALA utag von Abends 8 Uhr c Troimusik. 7 Fur gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt und ladet hiezu höflichst ein Raumann. Srehweih Sonntag von 7 Ahe ab Fanzmusik 4 4a von 3 bis 7 Uhr — *7 ZEIE n M - —* Nnne —XVXD — —ι Lebeth'aehen Kappelle aus Bshmen. Freundlichst ladet ein dJung & PBorst. — — ⸗ as vors r. ünf— Formular zu 9 1-Anzeigen an die Ortspolizeibehörden ist vorräthig i der Buchdruclerei von B. X. Demotæ- Druck und Berlag von GF. X. Demeg in St. Moderi. mann, als: 1. Joseph Preßmann Bergmann, in St. Ingbert wohnhaft 2. Barbara Preßmann, ledig, groß jahrig und ohne Gewerbe, in Meh wohnhaft; 8. Anna Preßmann, ledig großjahrig und ohne Gewerbe, angeb lich in Paris wohnend, Schuldner. die folgenden, zu diesem Zweckt beschlagnahmten Liegenschaften öffentlich zwangsweise zu Eigenthum versteigert nämlich: 22— Steuergemeinde St. Ingbert: a. Plan Nr. 172, 34 qm Flächt mit. Wohnhaus und Hofraum, gelegen zu St. Ingbert imhirtened an der Hobelsstraße nehen Wittwe Heinrich Reidelstürz und Wittwe Joseph Hilpel, Haus Nr 69 I. b. Plan Nr. 4015,: 144 70 qm w Acker. hinter Hobels —E — Die Liegenschaften kommen einzeln zum Ausgebote und es ersolgt der Zuschlag sogleich bei der Rersteigerung Die Versieigerungsbedingungen kön— nen bei dem, Versteigerungsbeamten eingesehen werden. 5 St. Ingbert, den 2. November 1885 e 2 Kemm'er, k. Notar. Vorstehende Einrüdung LX öffentliche Zustellung der besagten Versteigerungsbekannt machung an die darin genannte, an geblich zu Paris wohnende Annag Preßmaun gelten. St. Ingbert, den 2. November 1885 Der Versteigerungsbeamte: Kemmer, k. Notar. — — Bekanntmachung. Die am J. November letthin been— digte Taubensperre wird, da nod jmmer Früchte gesäet werden. bis 1 Dezember nächsthin verlängert. St. Ingberi, den 4. November 1885 Das Polizei⸗Commissariat: Echerle in. Hüte und Mützer in groher Auswahl i zu den allerbilligsten Preisen. Wilh. Stleß. Hut⸗ und Mützen⸗Lager düüesn Ielhl Pbjl sowie guten Federweißen empfiehlt Frau Heufser. III Zur Anfertigung ron billigen u. sauberen aller in Buchdrueck und Litho- graphie rorxommenden u Druckarbeiten empsehilt aieh dio Buch- und Steindruckerei F. X. Domotz Verlag desst.Ingbortor Apnsoiger 8t. 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SEuamstag- 7. November 18885.. 20. Jahrg. Nordamerika und Deutschland in Ostasien. (Berliner Tageblanu) In den Vereinigten Staaten steht man der eutschen Kolonialpolitik bekanntlich in hohem Grade indlich gegenüber. Das Wort Bismarcks: „Ein )eutscher der sein Vaterland abwirft, wie ein altes dleid, ist für mich kein Deutscher mehr“ — ge— rügt den Nordamerikanern und unter ihnen unseren veziellen Landsleuten insbesondere, zu der Annahme, aß Deutschlands koloniale Bestrebungen sich aus— hließlich gegen Nordamerika richten, wo man es enn auch liebt, unserer Kolonialpolitik höhnisch en nom de guerre ,Auswanderungspolitik“ bei⸗ uegen. Anfänglich gab man sich deshalb jenseits es großen Wassers nur zu gerne der Hoffnung in, daß unsere „Kolonialbegeisterung“ verrauchen yerde, ohne wirkliche Spuren zurückzulassen Denn elbst die geschichtlichen Thatsachen der Einigung )eutschlands und der Begründung einer deutschen ⸗*eemacht hatten kaum etwas an jener allgemein erbreiteten Auffassung zu ändern vermocht, welcher as Verhältniß Deutschlands zur Kolonialpolitik in em bekannten Gedichte „die Theilung der Erde“ ar alle Zeiten symbolisiert erschien. U Seitdem aber thatsächlich das deutsche Volk ein erborragender Vertreter der modernen Kolonial⸗ »olitik, d. h. des systematischen Erwerbes übersee⸗ cher Lander, geworden ist, hat man auch in Nord⸗ merika aufgehoört, über uns zu spotten und zu ichen; und dies um so mehr, nachdem man gesehen at, mit welcher Energie und Geschicklichkeit und last not least — mit welchem Gluͤck unsere teichsregierung auch in jenen überseeischen Ländern, vo es — vorläufig wenigstens — nichts zu er⸗ Jerben oder unter Protektorat zu stellen gibt, mit eem Abschluß von Handelsverträgen u. s. w. vor⸗ eht Aber diese Erfolge imponierten nicht nur den ordamerikanern, sie jagten ihnen auch Angst und ichtecken vor der deutschen Konkurrenz ein, was lerdings bei den eminent praktischen, unterneh⸗ ungslustigeu und thatkräftigen Yankees nur die ne Folge hatte, daß sie schleunigst an den ver⸗ diedenen Orten, wo der deutsche Kcufmann sich stsetzte. Anstalten trafen, uns den Rang abzulaufen. Die Nachricht, daß an Stelle unseres hochver⸗ enten Landsmannes, des Herrn von Möllendorff, erade ein Amerikaner, Mr. Denny, der Jahre ing als amerikanischer Konsul in mehreren chine⸗ schen Hafenstädten gewirkt hat, Präsident des luswärligen Amtes in Korea geworden ist, legt eute diese Betrachtungen nahe und zeigt uns zu⸗ leich, wo naturgemäß der amerikanische Einfluß ind die kolonialpolitischen Bestrebungen Nordamerikas denn solche sind es, die sich geltend machen — os am gefährlichsten zu werden drohen. die Entfernung zur See regelt den Markt am ande. Die Vereinigen Staaten sind, quer durch en Stillen Ozean, dem fernen Orient, der Ostküste siens, weit näher als sämmiliche handeltreibende atioren Europas. Das sollte uns ernstlich zu en geben. China, Japan, Korea und die Sandwichs⸗ neln liegen den Nordamerikanern gewissermaßen n der Nase und können nut zu leicht für diese elbe Quelle des Reichthums, dasselbe ungeheure —RR für Handels- und industrielle Unter⸗ ꝛbmimgen werdent wie Oflindien für die Eng⸗— länder, Java, Borneo und Sumatra für die Hol⸗ änder sind.“ Hier in China, Japan, Korea gilt s für uns Deutsche auf, dem Posten zu sein, daß uns bei dem bevorstehenden Wettrennen der Rang nicht abgelaufen werde. Hie Rhodus, hic salta! heißt es hier für deutsche Kaufleute und Unter⸗ nehmer. Freilich nur die friedlichen Errungen⸗ chaften der Neuzeit können uns ans Ziel bringen, dampfer, Telegraphen, Eisenbahnen, dann gegen⸗ eitige Handelsverträge, endlich Ehrlichkeit im Handel, zerechtigkeit bei der Schlichtung unausbleiblicher Differenzen. . Bangkok, Peking, Korea, Tokio und Honolulu ind seit Jahren in gewisser Hinsicht, ähnlich wie kdonstantinopel, für die Vertreier der fremden Na⸗ ionen Schauplätze unablässigen Ringens um den eitenden Einfluß in politischer wie kommerzieller geziehung. Bisher waren deutsche und englische ranzösische und russische Diplomaten und Kaufleute zie einzigen Konkurrenten. In Peling und Tokio var in den letzten Jahren der deutsche Einfluß am erfolgreichsten. Soweit werden auch die amerika⸗ nischen Bestrebungen in der nächsten Zukunft sich in erster Linie gegen uns wenden. Die bevorstehende, vom König Kalakaua selbst zewünschte Anektirung der Sandwichs⸗Inseln durch zie Vereinigten Staaten wird die erste Etappe der stordamerikaner auf dem Wege nach Osfsasien sein. Es gilt für Private wie für die Regierung, alle Anstrengungen zu machen, daß der deutsche Einfluß in China, Japan, Korea dermaßen gefestigt werde, daß uns die nordamerikanische Konkurrenz, welche für die Zukunft gefährlicher werden wird, als die englische, französische und russische zusammen ge- iommen, nicht von dort verdränge, wo wir jetzt züücklich sesten Fuß gefaßt haben. Die deutsche Reichsregierung wird sich den ein⸗ chlägigen Erwagungen sicherlich nicht verschließen. Mögen aber unsere Worte auch bei denjenigen inter unseren politischen Freunden ein Echo finden, velsche die Wichtigkeit unserer Beziehungen zu Ost⸗ asien hisher nicht hinreichend gewurdigt haben. 2 Deutsches Reich. Muünchen, 83. Nov. Se. Majestät der Koͤnig zeabsichtigt erst bis 10. d. M. hierher zu kommen. Muͤnchen, 4. Nowo. Die Abgeordneten⸗ stammer genehmigte in heutiger Sitzung eine Reihe von Nachweisungen und kleinere Etats. Bei der Berathung des Antrages Sellner und Genossen, etr. Revision der Gebühren⸗Ordnung, erklärte herr Finanzminister v. Riedel, die Regierung habe diese Frage stets im Auge behalten und die Vorlage rines Entwurfes nur deshalb verzögert, weil auch das Arrondirungsgesetz und die Novelle der Sub⸗ hastations Ordnung diese Materie berühren. Er verde jedoch unter allen Umständen diesem Landtag noch einen Gesetzentwurf in der gewünschten Rich— ung vorlegen. Abg. Kopp beantragte infolge der Erllarung des Ministers die Absetzung des Antrage? Sellner von der Tagesordnung. Die Abgg. Dr. o. Schauß, Dr. Frankenburger und der Antrag⸗ fleller Sellner bekämpften den Antrag Kopp. Der Antrag Kopp wurde schließlich in namentlicher Ab⸗ timmung mit 65 gegen 58 Stimmen angenommen. — Nachste Sitzung Freitag. Tagesordnung: Arrondirungsgesettz. Muünchen, 4. Nop. Der Statthalter bvon ẽlsaß· Lothringen Fürst v. Hohenlohe⸗Schillingsfürst st heute von Aussee hier eingetroffen und alsbald rach Straßburg weitergereist. Berlin, 8. Novd. Von sehr gut unterrichte⸗ ser Seite wird der „Voss. Ztg.“ aus Madrid be⸗ ichtet: Der Konig ist, woran die in regelmäßigen Iwischenräume erscheinenden bezüglichen offiziellen der offiziösen Dementis nichts ändern können, ernsttich krank, leidet an Durchfall und einem ückischen Fieber, das beinahe keinen Tag ausbleibt. Das Ministerium schwimmt im unsichersten Fahr⸗ vasser. und selbst die Konservativen halten seine Tage für gezählt. Und um den Dingen die Krone aufzusetzen, ist man der Armee so wenig ficher, daß täglich eine Revolution in Dderen Reihen he— ürchtet wird. Berlin, 5. Nov. Der heutigen Bundesraths⸗ Sitzung liegt ein Antrag Preußens vor über Ab⸗ inderung des 8 22 des Preßgesetzes, betr. die berlangerung der sechsmonatllichen Verjahrungsfrist »ei Preßbergehen in besonderen Fällen. Auf der Tagesordnung steht ferner die Vorlage über den Kordostseekanal. Dem Vernehmen nach soll der Beitrag des Reichs von 106 Mill. durch eine Anleite, bezw. durch Schatzanweisungen aufgebracht werden. Braunschweig, 4. Norp. In dem heute peröffentlichten Dankschreiben des Regenten vom 3. November spricht derselbe Allen, welche fich an dem ihm und der Prinzessin ˖ Gemahlin bereneten herrlichen Empfange betheiligten, seinen wärmsten und aufrichtigsten Dank aus. Ferner wird eine Bekanntmachung des Staatsministers Goertz-Wris⸗ berg vom 2. November veröffentlicht, worin dieser im Auftrag des Regenten für die vielen. dem Prinzen brieflich und telegraphisch zugegangenen HBlückwünsche anläßlich seiner Wahl zum Regenten einen tiefgefühlten Dant öffentlich ausspricht. — Bei dem gestrigen Galadiner toastete Goertz⸗ Wris⸗ jerg auf das Regentenpasr. Der Prinz erwiderte nit einem Toast auf das Wohl des Braunschweiger Landes, dessen Wohlfahrt sein einziges Ziel sei. GCoblenz, 8. Rovember. Das Befinden der taiserin Augustanist in stetiger Besserung begriffen und hat namentlich die. Bewegungsfahigken der hohen Frau seit dem Frühling entschiedene Fortschritte gemacht. Auslaud. — Petersburg, 5. Nod. Ein kaiserlicher Befehl streicht den Fürsten Alexander von Bul⸗ zarien in sämmtlichen Liften der russischen Armee, vorin er als Generallieutenant à Ia suite· geführt vurde. (Laut brieflichen Meldungen aus Konstan⸗ inopel hätte Fürst Alexander in der vorigen Woche den Botschaftern mittheilen lassen, daß er die Verantwortung für allfällige weitere Ereignifse in Rumelien ablehne. Anderweitige Berichte be⸗ haupten, der Fürst sei von dem Enischluß, sich Europa zu unterwerfen. wieder abgekommen und wolle „va banque“ spielen. Im allgemeinen vird momentan die Situation ungünstiger aufgefaßt. Insbesondere wird England mehrfach beschuldigt, den Fürsten Alexander zum Widerstand aufzu⸗ muntern/; Paris, 5. Nov. Die feierliche Anffahrt des ieuen deutsschen Botschafters, Grafen su Münster Ladenburg, zur Ueberreichung einer Beglaubigungsschreiben erfolgt heute Nach⸗ nittag 2923 Uhr. Der Introdukteuür des Ambassa⸗ deurs, Herr Holland, wird den Botschafter und die Mitglieder der Botschaft in drei Gala⸗Equipagen der Präsidentschaft von dem Botschaftshotei der Rue de Lille nach dem Elyséepalaste geleiien. Der Botschafter wird durch ein Detachemeni Qürassiere escortirt werden. Daß die bei dieser Gelegenheit auszutauschenden Reden sehr freundlich lauten wer⸗ den, ist bei den guten Beziehungen der beiden Re— gierungen selbstverständlich. Durch einen merk⸗ würdigen Zufall findet heute hier die Ueberreichung der Accreditive durch den neuen Botschafter. Grafen zu Münster, und gleichzeitig in Straßburg der inzug des ehemaligen Botschafters und neuen kaiserlichen Statthalters statt. In den Vereinigten Staaten⸗ scheint man dem Unfug des Morm'onesmus endlich nachdrüc lich zu Leibe gehen zu wollen. Einige zwanzig der Heitigen des jungsten Tages“ find dereits zu Gefangnißstrafen veruriheilt worden, gegen achtzig andere, zumeist Bischöfe und Apostel, ist das ge⸗ richtliche Verfahren eingelekket. Im Folge defsen herrscht in der Haupistadt dieser sonderbaren Heiligen eine große Panik; drei Präsidenten halten uͤch versteckt, um nicht verhaftet zu werden und 50 Bischöfe, und Apostel. sind ploötzlich „abberufen worden das heißt wohi durchgebrannt. Man wird den Vereinigten Staaten nur Glück dazu wünschen wenn diesem Unfug bald ein Ende gemacht wird. Sokale und pfälzische Nachrichten. — Vom 1. Dezember l. J. ab gelangen neben den bisher ausgegebenen gestempelten Streifbändern in schmaler Bandform solche in Form eines Oltab⸗ blailes zur Ausgabe. Die neuen Formulare sind jedoch vorläufig nur zur Ausgabe durch die Post⸗ anstalten in Städten bdestimmt, in welchen erfahr⸗ ungsgemäß der Haupiverkehr mit Druchsachen statt, findei, soweit vorzugsweise ein Bedürfniß nach jolchen Laändern als gegeben erachtet und in Folge dessen Nachfrage und Abnahme derselben erwarte! werden kann. Der Preis für die neuen Streif- bänder beträgt 34 Pf. für je 10 Stück. — Zweibrücken, 4. Nov. Herr Ober- landesgerichtsrath Schuler ist heute Vormittag ge⸗ storben. — Birkweiler, 3. Nob. Im Verkauf des Neuen herrscht noch immer tiefe Stille, was einen poetisch veranlagten Winzer zu folgender zeitgemäßen Variation des bekannten Gedichtes veranlaßte hat In unserm Weingeschäft Ist Ruh', —J In unserm ganzen „Heft“ Siehst Du Kaum einen Schwob. Der Neue liegt im Keller; Wird er erst heller J Kommt auch sein Lob. Man hofft namlich darauf, daß der Neue nach dem ersten Ablassen von sich wird sagen können: Ich din besser als mein Ruf!“ und daß dann wieder Leben ins Weingeschäft und damit Geld ins Dorj kommen wird, das manche Winzer recht gut brauchen könnten. C. E.) —Neustadt, 4. Nov. Herr Bürgermeister Mack wurde an Stelle des zum Reichsrath er⸗ nannten Herrn Dr. Armand Buͤhl in den Landrath berufen. Speyer, 4. Nov. Zu der Prüfung für den Einjährig-Freiwilligen⸗Dienst hatten sich 12 junge Leuie angemeldet, von denen aber nur 4 zum Examen zugelasseen wurden; von den letzteren ist einet nicht erschienen. Die drei Zugelassenen sind Zöglinge der Dürkheimer Handelsschule. Vermischtes. Trier, 2. Nob. Heute Vormittag kurz vor 12 Uhr stürzte die nördliche Giebel⸗ mauer eines noch nicht ganz im Rohbau fertigen Wohnhauses in der Petrusstraße ein und begrub unter ihren Trümmern zwei Arbeiter, welche nich! unbedeutende Verletzungen davontrugen. Da dem ganzen Bau der Einsturz droht, so wurde polizei ⸗ uͤchetseits die betreffende Strede der Peirusstraße geschlossen. — Aus der Eifel kommt die Nach⸗ — einigen Tagen schon fußhoher Schnee liegt. (S.⸗ u. M.⸗Z3.) Aus dem Elsaß. Einer ähnlichen Cala mität, wie sie in diesem Jahre im Hopfenhandel herrscht, können sich selbst die altesten Pflanzer nich⸗ erinnern. Die Preise sind fortwährend im Rück⸗ zang; bezahlt wird für gute Waare zwischen 8 und 20 Mk., für rothen Hopfen 4 Mk. pro Ctr und in Brumath wurde sogar eine Parthie zu Mark 80 60) per Centner verlauft. f Metz. Einem Schutzmann in der Roͤmer— straße fiel gestern ein Vorübergehender auf, dessen Dickleibigkeit in keinem Verhältniß siand zu dem übrigen Aussehen des Mannes. Er hielt denselber an und, wohl oder übel mußte der Fremde gestehen daß er sich zwei Hasen um den Leib geschnür⸗ hatte, um die Octroigebühren zu ersparen. Die Hasen waren dazu in einer Schlinge gefangen worden. 7 Heidelberg, 24 Nov. „Alt Heidelberg die Feine“, rüstet sich schon jezt, um im nächsten Jahre das 500jährige Jubilaum der Gründung der⸗ Universilät in würdiger Weise zu —begehen Die Sammlungen in der hiesigen Stadt haben dit Summe von 80,000 Mk. ergeben, die wohl haupt⸗ sächlich für den projektirten Festzug Verwendung finden werden. Während' der Ferien wurde an dem Umbau des AUniversitätsgebäudes am Ludwigs platze gearbeitet. Dasselbe wird im Innern einer vollständigen Restauration unterworfen und einen neuen Thutm erhalten. Desgleichen wurde das archäologische Institut nea hergerichtet. Der Fest⸗ gottesdienst wird in der Heiliggeistkirche abgehalter werden. also an derselben Stelle, an welcher vor einem halben Jahrtausend, im Jahre 1386, in der „Kapelle zum heil. Geist“ die kirchliche Feier zur Eröffnung der Universität abgehalten wurde. Die Scheidemauer, welche den evangelischen vom latho⸗ lischen Theil der Kirche rrennte, wurde dieser Tage entfernt, und es wurde dadurch ein imposanter Raum geschaffen, der jedenfalls im Stande ist die große Zahl der am Gottesdienst theilnehmender offiziellen Persönlichkeiten und einen Theil der fremden Gäste zu fassen. Die Nothleine. Auf der Fahrt von Dortmund nach Barop flog einem Schlossergeselle der hut zum Fenster hinaus. Sofort zog er die Noth⸗ eine, worauf der Zug bald stillstand. Der Geselle holte seinen Hut und meinte, nun könne es weiter⸗ zehen. Es ging aber noch weiter, als er dachte denn wegen unbefugten Gebrauchs der Nothleine hat er ein Strafmandat von 80 M. erhalten. Euüssen der Kinder!) Ein Düssel⸗ dorfer Arzt schreibt: „Es ist eine schauderhaft Unsitte, Kinder auf den Mund zu küssen. Ich gebrauche absichtlich den Ausdruck „schauderhaft weil ich mich zart ausdrücken will und die Bezeich nung „mörderisch“ mir schon auf der Zunge chwebte. Ja wohl, gnädige Frau, „mörderisch“ Besinnen Sie sich vielleicht noch darauf, als Sie vor etwa vierzehn Tagen mit einem großen Shaw um den Hals einen Besuch bei Frau S. machten! Und als der kleine Hans ins Zimmer gesprungen kam, griffen Sie nicht den Kleinen mit anscheinend uͤberstromender Zärtlichkeit auf, nannten ihn „mein reizendes Kerlchen? und küßten ihn nach Herzens⸗ lust? Dann fingen Sie an zu erzählen, was für einen schrecklich entzündeten Hals Sie hätten, daß Sie sogar am Tage vorher eine Einladung zum onzert hätten ablehnen müssen, weil Sie so ver⸗ schwollen seien? Sie hatten keine Absichten auf das Leben des Kindes, und doch tödteten Sie dieses so sicher, als wenn Sie ihm statt Ihres zaͤrtlichen Kusses Strychnin oder Arsenik gegeben hätten. Ihre Zärtlichkeit wurde verhängmißvoll. Zwei oder drei Tage darauf fing „mein reizendes Kerlchen“ an, über einen entzündeten Hals zu klagen, und als der Arzt kam, genügte das Eine Wort ‚„Diphtheritis“, um Alles klar zu machen. Heute ist ein kleiner, frisch geschmückter Hügel aus dem Friedhofe die einzige Erinnerung an Ihren Besuch. Die Mutter hat natürlich nicht den ge— ringsten Verdacht auf Sie; sie hängt ihren herben Verlust der Vorsehung an. Der Arzt that nichts, um diesen Glauben zu zerstören, denn das duürfte ebenso unklug als grausam sein; aber hier will ich es sagen, daß allein Ihre schauderhafte Dummheit, gnädige Frau, an dem Tode des kleinen Hans Schuld ist. Es läßt fich schwer beurtheilen, wie ein großer Theil der grafsirenden Diphtheritisfälle auf solche Gedankenlosigkeit zu schieben ist; das teht jedoch fest, daß Erwachsene die Diphiheritis oft in so geringem Grade haben, daß fie dieselbt für eine einfache Erkältung nehmen, und da die Erkaͤltung nicht ansteckend ist, so finden fie auch aichts Boses darin, Andere ihrem Athem auszusetzen. Da aber die Diptheritis in den meisten Fällen durch direkte Uebertragung der bösartigen Keime, welche die Krankheit verursachen, dor sich geht, da es ferner kein geeigneteres Mittel zur Uebertragung zibt, als das Küssen, und da endlich das Küssen bei allen Gelegenheiten Sitte geworden ist so ist es gewiß nicht auffallend, daß die⸗ Krankheit fo leicht epidemisch wird, wenn gdus hiemit nicht gesagt sein soll, daß alle Diphtheritig fälle vom Küssen herrühren. Das Eine aber if zu beherzigeu: man gehe in dieser Bezie hung weniger zärtlich mit den Kindern um!“ FODeggendorf, 29. Oktober. Der der— heiratlete 80jährige Bahnwärter Adam Lipper don Wühn sagte am 24. Juli im dortigen Wirihs— hauste „Wir brauchen keinen Konig und keinen Kaiser. wir brauchen auch nicht das Heer von Beamten, mit einem Prasidenten hätten wir aug genug· Er · wurde deswegen angezeigt und der Staatsanwalt erblickte auch in dieser Hinsicht ein⸗ derabwürdigung der: Majestät unde des Beamten shums. Der Gerichtshof dagegen sprach aus. »da Lippert durch die gemachten Aeußerungen eine Kriti der herrschenden Staatseinrichtungen ausgesprochen und seinen demokratischen Anschauungen Ausdrus verliehen habe, nach welchem ihm die republikanisch Staatsform der monarchischen vorzuziehen zu fein scheine und durch diefe Kundgabe seines poli— tischen Bekenntnisses eine Beleidigung Sr. Majesta nicht gegeben seinhe Raubmord. Der „Frankf. Ztg.“ wirn aus Berlin telegraphiert: Am Dienstag Nachmittag wurde die in der Bandelstraße in Moabit wohn⸗ hafte Frau des Geheimsekretärs Paepke in ihre. Wohnung mit gespaltenem Schädel ermordet vor gefunden. Es handelt sich um einen Raubmord da Geld und Schmucksachen vermißt werden. 7 Berlin, 31. Olt. Interessant dürften die Resultate von Versuchen sein, welche über das Gewicht des von einem Fabrikschornstein ausge— worfenen Rußes kürzlich angestellt worden sind Wie die „Wochenschrift für Spinnerei uud Weberei berichtet, wurde kürzlich der Schornstein der Schöppenstedter Zuckerfabrik mit einem Schomburg schen Rußfänger versehen. Als der aufgefangen Ruß entfernt wurde, fand man, daß sich in sech Tagen 68 Etr. Ruß angesammelt hatten. Eir jolcher Fabrikschornstein speit, wie herausgerechne st, während der Zeit im Jahre, wo die Fabrik in Thätigkeit ist, gegen 4000 Etr. Ruß aus, Berlin. Ein fünfjähriges Mäd— hen mit einer Perrücke ist gewiß eine eigen⸗ thümliche Ericheinung und sogar in phisiologischer Beziehung eine interessante Merkwürdigkeit. Es if dies das einzige Töchterchen eines Kassenboten. Das Zind, sonst körperlich ganz normal gebaut unb entwickelt, hatte schon in dem Alter, wo Ander naturgemäß Haare bekommen, keine Spur davboi und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben so daß die Eltern sich entschließen mußten, den stinde, um das Auffällige der ganzen Erscheinun— zu vermeiden, eine Perrücke zu laufen. Newyork, 4. Nonr. Aus Texas wird der Beginn des Arbeiterstrikes gemeldet, der alle Arbeitsgebiete zu berühren droht. Weiße Arbeiten hatten eine Lohnerhöhung gefordert und waren in Folg dessen durch Neger ersetzt worden; darauf legte 1600 weiße Arbeiter die Arbeit nieder. Icrrtberi de. Zweibrücken, 4. November. (Fruchtmittelpreis und Bu walienmarti.) Weizen 9 M. O5 Pf. Korn 7 M. 817 Berste zweireihige 0 M. — Pf., vierreihige O M. — 3 Spelz d M. — pf., Spelzkern — M. — Pf., Dint Dmr. — Pf., Mischfrucht O M. — Pf. Hafer 69 72 8f., Erbsen R. — Pf. Wicden 0 M. — Pf Ddeu 8 M. — Pf., Stroh J.Ouai. 2 M. 40 Pf., II. Qua M. 80 Pf., Kartoffeln M. 60 Pf., Weißbrod IVs Lil 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf.Gemischtbrod 8 Kil 75 vs., paar Weck 80 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qua 60 Pf., i1 Qual. 56 Pf., Kalbfleisch 50 Pf. Dammel Jeisch 60 Pf. Schweinefleisch 80 Pf. Wein 1iter 80 V hier J Viter 24 Pf., Butier /2 Kilogr. 1 M. — Pf. —— — —— *4 ** *.ron ι F. X. Demenß. — — Dem Beruf erhalten. Appenhofen Gfai. Seu drei Jahren heb ich Magenleiden, Dichein in der Magengegend, Herzllopfen Stuhlverstopfung und Apetitlosigkeit, so daß es mir schw fiel, meine Geschafte zu erledigen. Ich nahm alle — diise in Anspruch, jedoch ohne Erfoig. Da empfahl mei mit die Apoiheter RBreandis Sqhweizerpillen und sqco nach Gebrauch der ersten Dofe hatte ich bereits Linderern und bin heute Gott sei Dank so ziemlich hergeftellt. 3 durch die Schweizerpillen war es mir möglich, wene Dienst als Feldschütz mit meinen anderen Arbeiten e— regelmaßig versehen zu können, sodaß ich jedem i in dedenden die Schweizerbillen empfehlen kann. Fr. 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(Tenor) Mk. 1,50. F —eA 8 33 Nr. 4. Lied ieh zog vit meinen Ur iue t. Wie ein r. in Gariten dirn erzagr“. Gopr. w. Ten) se 5. Quartett. R— Nr. 12. Scene mitPrauenchor., Schlafo —F Alt, Tenor u. Bass) sanft“. (Mezrposopran) Mk. 2, -. 73 Vr. 13.*8) Balletmusik fũr Klavier. — — — Nr. 6. Recitatix n. Arie. „Nein, nein, —W x — geht“. GBass) Mx. 1,50. Nr.14**) Fi Burgmüller. Melodien- 09 69 4 —2— Nr. 7. Trink-u. Tanzlied., Es war'n atrâuschen (Potpuri) fũr Kla- 2 einst“ꝰ. (Bariton) Mk. 1,-.. vier MKk. 1. * Xr. 8. Ballade. „Vergönnt demNr. 15. Gust. Lange op. 351. Bril- mein e dedge gud auswürtigen Publitum empfehle ich * Sanger euer ourꝰ Meꝛzꝛo- lante Fantasie ũber NMotive —— sopran) Mk. l.830. aus Silvana fũr Klavier Mk. 2. Chiffoniers, Secretairs, Bettladen mit und ohne )Mit groisem Erfolge wiederholt aufgofũhrt in: Hamburg (Stadtth.) Matratzen, Kommode, Wasch- u. Nachttische, Kanapees, eipaig Guaattn Tabeck (Staatth.) Mannbeim (Hofth.) 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Die Einrücknugsgebühr far die 4Agespaltene Sarmondzeile oder deren KRaum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solch? auf welche die Exvedition Auskunft ertheilt, 135 8, Neclamen 80 A. Bei 4maliger Einruckunq wird nur dreimalige berechnet. 55 219. —386 Sonntag. 8. November 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berlin, 5. Nov. Der Kaiser hatte gestern ine langere Besprechung mit dem Botschafter Zrafen Hatzfeldt, der heute nach London abreist. Berlin, 54 Nob. In der Karolinen— frage soll die Spannung zwischen Madrid und Zerlin in steter Zunahme sein. Verschiedene offi⸗ iöst Aeußerungen lassen schließen, daß man hier anfängt, die Geduld zu verlieren. Der „Nat. zig.“ wird in dieser Frage geschrieben: Es ver⸗ autet von einer erneuten Korrespondenz zwischen Berlin und Madrid, welche nicht mehr die freund⸗ caftlichen Ausgleichsbestrebungen. zeigt, sondern vorin in sehr bestimmter und strenger Weise der deutsche ·Standpunlt gegenüber dem spanischen Ver⸗ jalten betont wird. Die bis jetzt hier gejzeigte angmuth scheint nachgerade erschöpft uͤnd es cicheint nicht vnglaubhaft, wenn versichert wird, ie Dinge seien so weit gekommen, daß bereits mit vem Abbruch der diplomatischen Beziehungen ge⸗ chnet werde. Es ist kaum zu bezweifeln, daß nan im Vatikan Kenntniß von dieser Lage der dinge hat. Man vermuthet hier. daß in Folge en der Papst seine Vermittler⸗Thätigkeit verzögert. Die Streichung des Fürsten Äülexander us den Listen der russifchen Armee wird von aͤmmtlichen hiesigen Blätterr als eine Demon⸗ tration von großer Tragweite und von übler Vor⸗ edeulung für die eben zusammentretende Konferenz ufgefaßt. Man erblickt darin die Absicht, den rürsten in der schärfsten Form als möglich zu ennzeichnen. Es verdient Beachlung. daß eine iesige offiziose Stimme andeutet, daß man in exlin und Wien mit diesem Alt, der die schärfste xsabouierung der bulgarischen Revolution bedeute, nderstanden sei. Feindseligkeiten wahrscheinlich. Die Bulgaren sind während die Pferde, scheinbar unverletzt, nachdem dadurch ermuthigt und nehmen eine drohende Halt · sie ausgeschirri waren, vom Schauplatz ihrer Nieder⸗ ung ein. Der Kriegsausbruch dürfte die Konferenz age weggeführt wurden. Zu verwundern ist, daß unterbrechen. Andere Blätter konstatiren auch dei der BVelebtheit der Straße kein weiteres Unglück Meinungsdifferenz zwischen Oesterreich und Ruß⸗ vorgekommen ist. F and, sowie zwischen England und Rußland. Die 7Großlänchea'*8. Nob.* Der 80jahrige donferenz dürfte vermuthlich nutzlos verlaufen. Taglöhner Franz Remier hierselbst hatte geftern Der deutsche Kaiser beschwor den Fürsten Alexander Abend etwas flark getrunken und sich dann zur und den König Milan brieflich, den Frieden nicht Ruhe begeben. Wahrscheinlich hatte er im trun— zu stören. In Bultgarien und Oftrumelien wird enen Zustande fahrläfsiger Weise sein Beit in versucht, einen Aufstand gegen den Fürsten Zrand gesteckt — am Morgen fand man?“ seinen Alexan der zu erregen. . deichnam unter den Ueberbleibselndes verbrannten Petersburg, 6. Rob. Hier werden die Beles verkohlt vrrrrr. 4 Folgen des Armee⸗Ausschlusses AÄlexander's als 7 Ahrweiler, 831. Ollober. Heute wur⸗ unberechenbar angesehen. „Swijet“ erblickt darin den auf einem Felde „In der Ellig“ Ueberreste ein systematisches Vorgehen der Diplomatie. iiner aiten Wasserleitung ausgegraben. Dieselben Philippopel, 6. Rod. Der russische Mili- deuten auf xömischen Uhrsprung hin. är · Attachs wurde definitiv abberufen. Straßburg 5. Nob. Der Statthatter Lokole und pfaͤlzische Nachrichlten. datte sich jeden offiziellen Empfang verbeten. Troß⸗ — Edenkoben, 5. Nod. Gestern ver. dem waren am Bahnhofe die Spitzen der Cibilbe⸗ zachtete Frau Gastwirthin Witiwe Volcker dahier »örden anwesend, ebenso der kommandirende General hre Wirthschaft „zum Pfälzer Hof“ auf sechs Jahre 2. Heuduck. In der Bahnhofshallee und auf dem um den jäbrlichen Pachtpreis von 2000 Mi. an Bahnhafsplatz warteten piele Tausende Zuschauer. die Bieraktiengesellschaft, zum Storchen“ in Speher. Mit dem um 2 Uhr einlaufenden Schneuzuge kam — Im Kreisamtsblatt wird der Ehefrau des der Fürft Hohenlohe an. Den Staatssekretar und Lehrers Bartelma in Schõnau seitens der Kreis- die sonstigen hohen Beamten freundlichst begrüßend, regierung üffentliche Anerkennung dafür ausge-lehnte er die Einladung, Jin das Kaiserzimmer zu ireten hrochen, daß fie am 13. Oktober d. J. die 7jährige ab und schritt gleich auf den Wagen zu, um nach Zath. Serbine aus dem stark angeschwollenen dem Palafte zu fahren.“ Die Menge auf dem Sauerbach vom Ertrinkungstode rettete. Bahnhofsplatz brachte ihm ein donnerndes Hoch, — Germersheim, 4. Nov. Die Frau der Fuͤrst, herzlich nach allen Seiten dankend, fuhr des Lehrers Phil. Wolf in Rülzheim, verübergehend langsam zum Palast. Die Stadt ist fesllich be— hier auf Besuch bei ihren Verwandten, ging auf laggt. Mit Ausnahme der militärischen und aller den Speicher ihres Hauses, um einen Ofen zu dienstgebäude der Landesberwaltung⸗ und der Jolen. Auf der Treppe angelangt, verlor fie das —„tadtgemeinde weisen, auch viele Privathauser Bleichgewicht. sturzte kopfüber herunter. und war flagaenschmuck auf.“ Das Weiter ist requerifch. ofort eine Leick — — — — — e Armt tes. In die Redalion novte-nich: S. X. Deme f Ottweiler, 4. Nop. Gestern Abend 4 J zjegen 6 Uhr war ein Handelsmann von Illingen Lihissoberl der Siar vime m Begriff, mit seinem Kaälberwagen die steile Jean Peters, Dant Pasage⸗Agentut St. Ingbert Zaßlingstraße hinauf zu fahren, als ein mit einem Philadelphia, 80. Pueber Pesdampfer eren Pferde bespanntes Fuhrwerk des hiesigen Brauerei⸗ Ano“, Kapt. Griffin ist nach Antwerpen — * besitzers Fr. ohne Führer in schnelister Gangart Rew- York. 831 Oltober; der Postdampfer Velgenland“, von oben herab gesaust kam. Beide Pferde platz⸗ Lapt. Behnon, ist nach Autwerpen abgegangen New VYork. 4. Novb.; der Postdampfer „Westernland“, ten mit Wucht auf einander, bäumten sich kerzen⸗ apt Ranble in vnnee 73 , gekommen. zerade in die Hoͤhe und stürzten dann nieder. Der Antwerpen, 5. Nov.; der Postdampfer „Nordland“ Wagen des Handelsmannes ging in Trümmer, l Kapt. Nideis, ist von Nemw Yorl anaelommen. — — —— ——— ———— — — s 2 *7 —————— — — eilerstraße (alten Glas⸗ 38 3144 i i —53 strahe (alten G Nũte und Mütren! Rirehweinsonntag und Montag St. Jngbert, den 2. Nobember 1885. 7 ANIMUBSIK ——Kemmer, k. Motar. e Am Mitiwoch 11. ds. Vts., nachm. 2 Uhr, werden die Pappeln, welche oberhalb der Stadt bis zur Banngrenze von Rohrbach gefällt sind, im Stadthause dahier versteigeri. St. Ingbert, 6. November 1885. Der Kirchenbauverein. sieber die Kirchweihe SEüßer Alsenzthaler DB0 — Ausland. Wien, 6. Nor. Die „Neue Freie Presse“ aeidet aus Belgrad, daß der strategische Aufmarsch m der dulgarischen Grenze beendet uͤnd das Haupt ⸗ uartier nach Pirot vorgeschoben sei. In einzelnen dreisen ist bereits das zweite Aufgebot einberufen. ehrere Personen wurden wegen einer unter den ahangern Karageorgievich's entdedten Verschwör⸗ gegen das Leben Milans verhaftet. Wien, 6. Nod. Die Meldung der Times“ wr die Haltung Englands macht die Situation ft gefahrlich und einen baldigen Ausbruch der HR5 . Versteigerung. tat, den 23. Aurenber 1885, Nachmittags 2 Uhr, St. In gbert in der Wirthschaft n Daniel“ Baumann (Cafs Ober⸗ nuser) lassen die Kinder und Erben ddaselbst verlebten Eheleute Franz sacob Ehrhardt, lebend zuersi Aufmann, zuletzt Privatier, und Ka⸗ arina Jochum ju Eigen ver⸗ inz 1 Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 1516, (8/6 Dez.) 29 a Flache, worauf eine Glas⸗ ütte, Strechütte ,“ Waaren⸗ Nagazin, Erdhaus, Comploir und dofraum. Plan Nr. 1517, (78 dez.) 26 aà 60 qm Pflanzgarten ind Acker, Plan Ne. 1518, (38 dez.) 11'a20 qm Ader, und Plan Nr. 13161 (06 910 Dez 32 a 80 qm Ader auf'm großen flur, gelegen zu St. Juabert an Uebermorgen unwiderruflich * I — —— der Einmark-Lotterie für bedürftige Frauen und, Mädchen. dur Geldgewinne ohne Abjng Haupttreffer 25000 Mt. oose a 1 Mark zu haben bei der General⸗Agentur A. F B. Schuler, München, sowie bei der Hauptagentur für die bayer. Pfalz Peter Rixaius in Ludwigshafen am Rh.“ und bei dessen Agenten: Joh. Weir ich, Frz. Woll und Ha. 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Heidélber: Bei Mund-, Rachen«, ee ß zrust-Katarrhen urxtlieh empfohlen, um lie Trockenheit der laidenden Theile und hre Empfindliehkeit gegen ünssero Kin- luaae mogliehst zu he ban. den Sehleim zu tjsen Df leicht ontfernhar n machen. — bPreis per Schachtel 26 Psennis. — Emil Roesler, Conditoreiwauren Fabrik, Heidelberg. Zu haben bei: J. Riekel, Conditor in St. Ingbert. J. Luts in Schnappach. n Drus mit Reao non g —E —Bekannrmachung. Nächsten Montag den 9. und Dienstag den 10. sdovember ist der Kohlenverkauf geschlossen. Su Inabern en A. November 1885. I —æmt. 8 Neben dem Hause des Hrn. Gerber Müller an der Großbach: P.I- —R— ae's— —— UM. Das größte Geschäft der Neuzeit! 2 87* enthält unter Anderen— ethnologisch-plastische und mechan. Figuren— jede ein Kunstwerk darstellend. Das größte Meisterwerk der Neuzeit He. Heiligkeit Vapst Rius IX. (mechanisch wie lebend dargestellh in dem Augenblid, wo er Tausende von Pilgern mit innerer Ruhr⸗ ung segnet. Die täuschende Aehnlichkeit, der erhabene Blick, der durch innere Gefühle dem Auge den schönen Ausdruck gibt, die naiürliche Bewegung sowie die passende Dekoration wird den Zuschauer unbe⸗ zingt fesseln. — V ———— neut mneute Der Kampf der deutichen Marine in Kamerun. Das Nahere besagen die Zettel. V ZZu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein 7 hahimann“i necö. Zeige biermit ergebenst an. daß ich zur St. Jnaberter Kirchweihe nit meinem —V—— — Großen Volks-Museum 3 angelommen bdin und dasselbe auf dem Max-Platz (Muͤhlenech aufgestellt habe · Diefes Museum bringt meistens Ereignisse der Neuzeit, zur Anschauuns „Das furchtbare Grubenunglück zu Camphausen“, naturgetreu dargestellt, sowie I „Die fünffachen Mädchen⸗Mörder Hugo Schenk uünd Karl Schlossarech. welche in Lebensgröße und in Wachs dargestellt sind. Zu zahlreichem Besuche ladet, hoͤfl. ein— ppilipp Lauck, vornals voden. iciu Funsiriries Sonntaasbiaii⸗ Nr. 6. ATTArm⸗a in —— —— — Annbherte Mo xewuue Amtliches —an des konigl. Amtsgerichts S 4 Ingbert. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Um Montag,⸗ Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungk⸗ u ind Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 4 604 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 78 , einschließlit ↄvllellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4espaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —0 bei außerpfalnischen und solch ⸗ auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 1I3 A. Neelamen 830 8. Bei A4Amoliger Surudung vird nur dreimalige berechnet. 2199. Se n 121 NN 4 20. Jahrg. Deutsches Reich. Feindseligkeiten wahrscheinlich. Die Bulgaren sind wahrend die Pferde, scheinbar unverletzt, nachdem Berlin, 8. Nob. Der Kaiser hatte gestern adurch ermuthigt und nehmen eine drohende Halt ˖ ie ausgeschirrt waren, vom Schauplatz ihrer Nieder⸗ e langere Besprechung mit dem Botschafter ung ein. Der Kriegsausbruch dürfte die Konferenz age weggeführt wurden. Zu verwundern ist, daß nafen Hatzfeldt, der heute nach London abreist. anterbrechen. Andere Blatter konftatiren auch hei der Velebiheit der Straße kein weiteres Unglüd Zerlin, 5. Nob. In der Karolinen⸗ Meinungsdifferenz zwijchen Oesterreich und Ruß⸗ vorgekommen ist. v* It foll die Spannung wischen Madrid und and, sowie zwischen England und Rußland. Die F Großtänchen, 3. Nov. Der 80jährige Adne in sieter ZJunahme sein. Verschiedene offi⸗ donferenz durfte vermuthlich nuglos verlaufen. Taglöhner Franz Remier hierselbst hatte gestern Aeußerungen laffen schließen, daß man hier Der deuische Kaiser beschwor den Fürsten Alexander Abend etwas siark getrunken und sich dann zur angtdie Geduld zu verlieren. Der Nat. und den Konig Milan brieflich. den Frieden nicht Ktuhe begeben. Wahrscheinlich hatte er im trun⸗ Nwird in dieser Frage geschrieben: „Es ver⸗ zu stoͤren. In Bulgarien und Ostrumelien wird enen Zustande fahrlässiger Weise sein Bett in utet bon einer erneuten Korrespondenz. zwischen dersucht, einen Aufstand gegen den Fürsten Brand gesteckt — am Morgen fand man seinen ün und Madrid, welche nicht mehr die freund⸗ Alexander zu erregen. .14 F Zeichnam unter den Ueberbleibseln des verbrannten daftlichen Ausgleichsbestrebungen zeigt, sondern Petersburg, 6. Rop. Hier werden die Beties verkohlt vor. — 24 din in sehr bessimmter und strenger Weise der Folgen des Armee ⸗Ausschlusses Alexander's als Ahrweiler, 81. Oltober. Heute wur⸗ uifche Standpunkt gegenüber dem spanischen Ver ⸗ inberechenbat angesehen. „Swjet“ erblidt darin den auf einem Felde „In der Ellig“ Ueberreste ien belon wird.Sie bis jetzt hier gezeigte in systemalisches Vorgehen der Diplomatie· ꝛiner alten Wasserleitung ausgegraben. - Dieselben angmuth scheint nachgerade erschöpft und es Philippopel, 6. Nor. Der russische Mili. deuten auf römischen Uhrsprung hin ·— achint nicht vnglaubhaft, wenn versichert wird, at · Attachẽ wurde definitin abberufen.. — 7. Siraßtzburgeis, Nov. Der Statthatter die Dinge seien so weit gekommen, daß bereits mit —— Vane iq eden offigienen Empfang verbeten Trotz hn Aboruch der diplomatischen Beziehungen ge— — Foentoben, 5. Nov. Gestern ver· dem waren am Bahnhofe die Spitzen der Civilbe⸗ nchnet werde. Es ist kaum zu bezweifeln, daß pachtele Frau Gastwirthin Wittwe Voölder. dahier borden anwesend, ebenso der kommandirende General imn Venitan Keuniniß von dieser Lage der hre Wirthschaft „zum fälzer Hof“ auf sechs Jahre 5 Heuduck. In der Bahnhofshalle und auf dem dinge hat. Man vermuthet hier. daß in Folge um den jaährlichen Pachtpreis von 2000 Mt. an Zahnhofsplatz warteten viele Tausende Zuschauer. semder Papst seine Vermittler⸗Thatigleit verzögert. die Bierakliengefellschafte, zum Storchen“ in Speyer. Nin dem um 2 Uhr einlaufenden Schnellzuge kam Die Streichung des Fürsten Alerxander 52, 7 Im Kreisamisblait wird der Ehefrau des der Furst Hohenlohe an. Den Staatssekretar und inn den Listen der rufsischen Armee wird von Lehrers Varicetma in Schoönau seitens der Kreis- die sonstigen hohen Beamten freundlichst begrüßend, mnichenhiesigen Blattern als eine Demon- regierung offenlliche Anerkennung dafür ausge⸗ sehnle er die Einladung. Jin das Kaiserzimmer zu treten silion don großer Tragweite und von übler Vor · Prochen, daß sie am 18. Oltober d. J. die 7jahrige ab und schritt gleich auf den Wagen zu, um nach menung fur die eben zusammentretende Konferenz dath. Serbineaus dem fiark angeschwollenen dem Palaste zu fahren. Die Menge auf dem misgefahr Man erblickt darin die Ablicht, den Sauerbach vom Ertrinkungstode rettete. Bahnhofsplatz brachte ihm ein donnerndes Hoch, Füͤsten in der schärfsten Form als möglich zu — Germersheim, 4. Nov. Die Frau der Furft. herzlich nach allen Seiten dankend, fuhr nnzeichnen. Es verdient Beachlung, daß eine des Lehrers Phil. Wolf in Rülzheim, verübergehend langsam zum Palast. Die Stadt ist festlich be⸗ sisde offizidse Stimme andeutet, daß man in hier auf Besuch bei ihren Verwandten, ging auf aggt. Mit Ausnahnie der militärischen und aller hahn und Wien mit diesem Ali, der die schärfste den Speicher ihres Hauses, um einen Ofen zu dienstgebäude der Landesverwaltung- und der dedabonierung der bulgarischen Revolution bedeute, Jolen. Auf der Treppe angelangt, verlor sie das Sladtgemeinde. weisen auch viele Privathäufer imerstanden sei. J Hleichgewicht, sturzte lopfüber herunter und war Flaggenschmuck auf. Das Wetter ist regnerisch. Ausland. ofort eine Leiche. J — — ————— 7c Wien, 6. Nob. Die „Neue Freie Presse“ Bermischtes. —— en e ortlic F. x. Demen neldet aus Belgrad, daß der strategische Aufmarsch FOttweiler, 4. Nod. Gestern Abend vich in der een Grenze beendet und das Haupt- jegen 6 Uhr war ein edee von Illingen Sahisisbericht ver n Slar Dine nattier nach Pirot vorgeschoben sei. In einzelnen im Begriff, mit seinem Kaälberwagen die steile — 33 dreisen ist bereits das zweite Aufgebot einbetufen. Bäßlingstraße hinauf zu fahren, als ein mit einem Je e 9 F ee ne Nehrere Personen wurden wegen einer unter den ferde bespanntes Fuhrwerk des hiesigen Brauerei⸗ and“, K irg iffini A ever and“, Kapt. Griffin, ist nach Antwerpen abgegangen. Anhangern Karageorgievich's entdeckten Verschwör⸗ belitzers Fr. ohne Führer in schnellster Gangari New Hort, 81. Ditober; der Postdampfer „Belgenland“, mq gegen das Leben Milans verhaftet. —,,,oo — Zapi. Behnon, ist nach Antwerpen abgegangen. Sien, 8. Roo Die Meldung der Timez! eun mil Wucht auf einander, bäumten sich kerzen⸗ e— ber die Haliung Englands macht die Siluation jgerade in die Höhe und stürzten dann nieder. Der Aninerpen, 5. Rov.; der Postdampfer Rordland“ oͤchst gefährlich und einen baldigen Ausbruch der Wagen des Handelsmonnes ging in Trüm n, ——⏑⏑——— von *4wHort cenmen FJ 2 — 8* 3 J Versteigerung. 3 Glten Gd Nüute und Mützen! irehweinsonntag und NMontagꝗ Uaniag, den 23. Levember 1885, St Ingbert, den 2. November 1885 in großer Auswahl 7 IV Nachminags 2 uhr,/ GKemwmer, k. Notar. zu den Hallerbilligsten Preisen, ce Inren u St. Ingbert in der Wirthschaft Pappelhol * ——E Wilk. Stief. 3 peter mweibker. on den Baumann (Café Ober⸗ 3 Hut: und Mützen-Vager, auser) lassen die Kinder und Erben, st a n n Versteigerung. Anfrage. IJ raeob Ehrhardt, lebend zuerst Am Mittwoch, 11. dso. VDts., Warum ißl der L. F. leine Quoͤllkar ufmann, zuleht Privalier, und Ka⸗ aachm. 2 Uhr, werden die Pappeln, offeln, bat er vielleicht keine? rinag Jochuin zu Eigen ver velche oberhald der Stadt bis zur ganngrenze von Rohrbach gefällt find m Siadthause dahier versteigert. St. Ingbert, 6. Novembet 1885 r Oxauverein · leber die Kirchweihe Süßer Alsenzthaler eianes Gewächs — 56. Rest. Uebermorgen unwiderruflich Ziehung Zer Einmark-Lotterie für bedürftige! Frauen und Mädchen. dur Eeldgewinne ohne Abing Haupttreffer 285000 MRtk. Loose a 1 Mark zu haben bei der' General⸗Agentur A.«e * Schuler, Munchen, sowie bei der Hauptagentur für die dayer. Pfalz Ferer Rirfus in Ludwigshafen' am Rh. und bei dessen Agenten: Joh. Weir ich, Frz. Woll und Ga. Adt, alle in St. Ingbert. J Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Nr. 1516, (85 40 Dez.) 29 a Fläche, worauf eine Glas⸗ Jütte, Strechhütte, Waaren ⸗ Magazin, Erdhaus, Comptoir und doftaum. Plan Nr. 1517, (78 Dez.) 26 a 60 qm Pflanzgarten und Acker, Plan Nr. 1518, (38 Dez.) 11 4 20 qm Acker, und Plan Nr. 13154, (96 10 Dez.) 32 a 80 qm Ackeer auf'm großen Xsur gelegen zu St Inqhbert an Ja; Bierbrauerei Gobrücdor Becker. 4 a28 — boeoienss — —J .74 B—— 434—— α ,«. 3 Een Dite i e. We zee he Wdehenher n31 * — und vorzügliches Lagerbier. — Herbst-& Winter Saison. Lambr. Tuche und Buckslinß Lamas, wollene und halbwollene, A Gemden⸗Flanelle, wollene und baumw. — Kleiderstoffe Bettfedern, ganz billige und feine, * — Regenschime — Leinen bleinen, empfieht ... ——— 2Bh. Gottmann. 7 Bekanntmachung. Nächsten Montag den 9. und Dienstag den 16 November ist der Kohlenverkauf geschlossen. St. Inge— VDowember 1888. oͤt. Neben dem Hause des Hrn. Eerber Müller an der Großbaq omann's — CVUMI. Das größte Geschäft der Neuzeit eenthält unter Anderem 387 ethnologisch-plastische und mechan. Figuren jede ein Kunstwerk darstellend. SPι'—. er der hiesigen Kirchweihe 4 MNovbr. Abendæ & VMir ALBL —X oe von Abends 8 shr ab ⸗ 32 — 4 reimusik. — „F Fur gute Speisen und Getrünke ist bestens gesorgt und ladet hiezu oich em. — Raumann. MNirchweih Sonntag von 7 nhr ab — Zanzmustt 7*820 von 8 bis 7 Uht n 7 —* In O m 51 Das größte Meisterwerk der Neuzeit! He. Heiligkeit Papst Rius IX. (mechanisch wie lebend dargestellthd in dem Augenblid, wo er Tausende von Pilgern mit innerer Rühr⸗ ung segnet. Die täͤuschende Aehnlichkeit, der erhabene Blid, der durch innere Gefühle dem Auge den schönen Ausdruck gibt, die natürliche Bewegung sowie die passende Dekoration wird den Zuschauer unbe⸗ bingt fessen. es — 0 kenu MWen! Der Kampf der deutschen Marine in Kamerun. Das Nähere vesagen die Zettel. Zu recht jahlreichem Besuch⸗ adet ergebenst ein J Dahlmann.“ 4 I2. —* AZC⏑. Mec. Zeige hiermit' ergebenst an, daß ich zur St. Ingberter Kirchweihe neonm Lebethꝰsehen —XX meinem — W öohmen. * J E on gmg & Korst Großen Volks Museun — — ung & Horst. angekommen bin und dasselbe auf dem Max-Platz (Mühlenech aufgestellt habe· Wirksamo ittel für Brust- und Hustenseidende. 5 —5 ug en a zur ee 227* z 7 aunsen“ Roeslor's Gummi-Brustbor o »Das furchtbare — degutachtet von Hetrn Dr. In. Saena. Vor- * *3* — k —— „Die fünffachen Mädchen-Möärder Hugo Schen — und KCarl Schlofsareck, J V — —— in denegzote und in Wachs dargestellt sind. . Fre α ιααια ,—,,—.... Zu zohlreichem Besuche * ug *8 M Pmil Roesler, Conditoreiwaaren-Fabrik, Heidelberg. Aulipp Laucx, vormals dordan Zu haben bei: J. RiIeKel, Conditor in St. Ingbert, Ioi s blain⸗ RNr. 6. 1214 * gee 9 er diubelvie⸗ Sonntagsblait“ Nr — Druck und Versag von F. X. Demeß in E Inobes —— xt. Jugherter Amzeiger. Aumtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — — 6 — — —— MBeææe»fer——— — der ‚St. Jugberter Anzeiger“ erjscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ blatt und Sonntags mit Sseitiger illufstrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljaährlich 1 A 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 H, einschließli A Zufttellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzelle oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗ bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auckunft ertheilt, 181⸗, Neclamen 30 B. Bei 4maliger Einrudung wird nur dreimalige berechnet. M 2208. Deutsches Reich. München, 6. Nop. In den Einlauf der tammer der Abgeordneten gelangt ist eine Bitte deßs Pferdezuchtvere ins der Pfal z um gewilligung der Mittel zur Errichtung einer Huf⸗ veschlagschuie in der Pfalz, sowie eine Bitte der aihol. Kirchenfabrikrathe in Leimersheim und Neupfotz in der Pfalz um Bewilligung der Mittel zur Errichtung einer Kaplanei bei— der kathol. hfarrei Leimershein. Muͤnchen, 6. Nov. Der Finanz⸗Ausschuß ar den Rechnungs⸗Nachweisungen zum Etat des onigl. Hauses pro 1883 auf Antrag des Refe⸗ renten Frankenburger ohne Debatte die Anerkenn⸗ ing ertheilt und den Etat des koöͤniglichen Hauses mit 5,.340 576 Mk. auf Antrag desselben Refe— renten ohne Diskussion bewilligt. Damit dürften alle Gerüchte von angeblichen Mehrforderungen für die königl. Civilliste endgiltig beseitigt sein. Muͤnchen, 6. Norb. Die Kammer der Ab⸗ geordneten verwies das Gesetz, betreffend die Flur⸗ hereinigung, an eine Kommission von 21 Mitglie⸗ dern und nahm ferner nach längerer Debatte den Gesezentwurf, — betr. Bahnbau Passau⸗Freyung in erster Lesung an. Nächste Sitzung am 10. No⸗ bember. J — Aus Bayern, 4. Nov. Das Ministerium ꝛes Innern gibi betreffs der Abgaben für Wander⸗ zewerbescheine bekannt, daß in den Fällen, in welchen es sich um einen Gewerbebetrieb im Um— herziehen in mehreren in verschiedene Verwaltungs⸗ hezirke gehörigen Orten oder in mehreren zu ver⸗ chiedenen Regierungsbezirken gehörigen Verwal⸗ mungsbezirken handelt, die hiefür festgesetzten be—⸗ sonderen Abgaben zur Behebung zu bringen sind ohne Rücksicht darauf, daß der Gewerbebetrieb nur nuf einen Theil des Gebietes der in Beiracht ommenden Verwaltungs- bezw. Regierungsbezirke erftrekt werden soll. Ausnahmsweise wird jedoch geftatiet, daß denjenigen Personen, welche im nachstvorangegangenen Kalenderjahre Wanderge⸗ verbescheine in den in Rede stehenden Fällen jegen eine besondere Abgabe von 9 bezw. 18 M. ausgestellt erhalten haben,“ diese ermäßigte Abgabe uuch ferner bewilligt werde, wenn deren Gewerbe⸗ xetrieb nur in einer geringen Anzahl von Orten rerschiedener Verwaltungsbezirke bezw. in höchstens 3 zu verschiedenen Regierungsbezirlen gehörigen berwaltungsbezirken stattfindet. Berlin, 7. Nov. Die „Kreuzzeitung“ erhält in Telegramm aus Rom, wonach Deutschland in jer Karolinen-Angelegenheit einen Gegenvorschlag jemacht habe. ma Berlin, 6. Nov. Es sind nunmehr sämmt-⸗ ache 433 Wahlen zum Landiage bekannt. Gewähit ind im Ganzen: 141 Konservative, 60 Freilon⸗ ervative, 99 Klerikale, 70 Nationalliberale, 44 Frei⸗ innige, 14 Polen, 2 Dänen und 3 Welfen. Ausland. 7 Wien, 7. Nov. Die Londoner Diplomaten⸗ reise halten die Konferenz für aussichtslos und lauben, daß nur mehr eine Sitzung stattfinden werde. Paris, 7. Nov. Prasident Grevy hat das xkntlassungsgesuch des Ministerinms abgelehnt; dasselbe wird daher vot den Kammern erscheinen. London, 7. Nov. Rußland fordert von den wroßmächten die Absetzung des Fürsten Atexander von Bulgarien. Belgrad, 7. Nod. Der strategische Auf⸗ nacsch der Armee ist vollendet mit 100,000 Mann. Anfangs nächster Woche erfolgt die Ueberschreitung Montag, 9. November 1888. — 20. Jahrg. der Grenze, da Bulgarien die Acceptirung des status quo verweigert. Konstantinopel, 7. Nowo. Die heutige —AVVVV0 21 Stunden. Ueber den Verlauf derselben ist noch nichts hekannt. Augenblick krachte der Schuß und der Unglückliche wurde durch losgesprengte Felsstücke schwer. jedoch nicht lebensg fährlich verletzt. Durch die Fürsorge des Herrn Verwalters Naumann dahier wurde er alsbald im Lazareth zu St. Wendel untergebracht. — Kaiferslautern, 6. Nov. Klingen⸗ den Dankesausdruck erhielt Hert Theodor Seitz von hier, welcher seinerzeit einen Scheidegruß an Se. igl. Hoheit den Prinzen Luitpold gerichtet hatte. derrn Seitz wurde nicht nur der Dantk schriftlich zusgesprochen, sondern auch ein namhaftes Geldge⸗ schent durch das Hofsecretariat Sr. Hoheit zugestellt. — Ein Berliner Ballet wird — wie bereins gemeldet — demnächst in der Pfalz gastiren. Herr Theaterdirektor Bittler in Speyer hat, wie die „Sp. Ztg.“ berichtet, die Balletgesellschaft des Friedrich ⸗Wilhelmstädtischen Theaters in Berlin zu — Jagiert. Das genannte Theater legt in den letzten Jahren ein Hauptgewicht auf die Kultivierung des Ballets und macht sogar der Berliner Hofoper er⸗ iolgreiche Konkurrenz. An der Gastspiel⸗Tournöe zetheiligen sich 16 Personen und zwar: als Prima Ballerina FIrl. Qualiz von dem Skalatheater in Mailand, wie versichert wird, eine Künstlerin ersten Ranges. Sodann zwei weitere Solotänzerinnen, ein Balletmeister und Solotänzer umd zwölf Balleteusen. Herr Bittler hat mit den Gästen, die zwischen den Tänzen kleinere Lustspiele auf⸗ führen, zunächst zwei Vorstellungen in Aussicht genommen. Lokale und pfalzische Nachrichten. *St. Ingbert, 9. Nov. Unser gestriger Zirchweihsonntag war vom Wetter so ziemlich be⸗ rünstigt und hatte sich unsere Stadt eines rech! ebhaften Besuches von auswärts zu erfreuen. Aus den Straßen herrschte reges Leben und Treiben und Schau⸗, Glücks- und Verkaufsbudenbesitzer machten gute Geschäfte. Die Reitschulen waren on der lieben Jugend immer stark besetzt. Auch die Wirthschaften waren des Tags über bis spät 'n die Nacht gut besucht und sowohl der Ballsaal hei Baumann wie auch die übrigen Tanzmusiken jatten sich seitens der Tanzlustigen eines starken Zudranges zu erfreuen. Hoffentlich macht die Witterung heute keinen Strich durch die Kirchweih · reuden. *Sit. Ingbert, 9. Nov. Wie wir hören, st wegen des Einsturzes des Fabrikgebäudes von Zeer und Wohlgemuth und des in Folge desselben ‚orgekommenen Unglüdsfalles gerichtliche Untersuchung eingeleitet und waren dieser Tage schon der kgl. Staatsanwalt wie der kgl. Bauamtmann zur Fest⸗ lellung des Thatbestandes hier anwesend. *unter den vielen aufgestellten Vergnügungs⸗ Schaubuden heben wir besonders das Da hlmann'⸗ che Panoptikum und das Lau 'sche Volks museum hervor. Letzteres bringt neben vielen chönen Kunst- und Wunderwerken das vor nicht janger Zeit in unserer Umgegend vorgekommene urchtbare Grubenunglück auf Camphausen zur Anschauung. In einem Nebenkabinet werden die etannten Mädchenmörder Schlossareck und Huge Schenk in Wachs und zwar mit gradezu erstaun⸗ licher Aehnlichkeit nachgebildet, gezeigt. Der Besuch des Museums das des Interessanten viel bietet st nicht allein für Kinder, sondern auch füt Erwach ene, wirklich anzurathen, und hoffen wir, daß Herr Zauck noch recht zahireichen Zuspruch haben wird. Am Freitag Morgen gerieth das vierjahrige Soͤhnchen des Kalkbrenners Joh. Adam Hart in Ommersheim so unglücklich in das Goͤpelwer! der in Betrieb befindlichen Dreschmaschine, daf eine Amputation des einen Beinchens erforderlich wurde und noch weitere Verletzungen das Wieder⸗ auftommen des tief zu bedauernden Kindes zweifel⸗ haft erscheinen lassen. J — Z3weibrücken, 6. No. Ein „ge⸗ wvichtiges Schwein“ fand gestern dahier in der Metzgerei des Herrn Moschel den Opfertod. Das 720() Pfund wiegende Thier stammt vom Trup⸗ pacherhof. —BW — Zweibrücken, 7. Nop. Das Frank' eche Haus am Hallplatz ist bei seiner gestrigen Zwangsversteigerung um den Preis von 31,100 M. durch Herrn Bankier Oskar Henigst dahbier er⸗ standen worden. 8 Breitenbach, 3. Nov. Gestern Vor— nittag verunglücte in der Grube Labach (Eigen⸗ humer HH. Banlier Froͤhlich u. Comp) ein in HParth wohnhafter älterer Bergmann, ein Familien⸗ bater durch Unvorfichtigkeit. Derselbe hatte einen Felsen mii Pulver zu sprengen. Da die Ladung sange nicht losgehen wollte, ging er näher hinzu, um'nach der Ursache zu schauen. In demselben Vermischtes. 7 St. Avold, 4. Novd. Gestern hatte Herr Steuerempfänger Zimmermann von hier ein auch sonst von St. Hubertus begünstigter Jäger, das Glück, in seiner Jagd im Kammerer Wald einen kapitalen Wolf zu erlegen. Ein zweiter, im Treiben vorher angetroffener ging leider in zu großer Entfernung durch. Frankfurt a. M. In Bockenheim wurde ein seit 1868 daselbst von einem Sonder⸗ ling hinterlegtes Testament eroͤffnet. Derselbe be⸗ dachte seine alte Dienerin mit 12,000 Mk.; außer⸗ dem wurden in seiner Wohnung hier in Lappen ꝛc. eingewickelt im Bett, Schrank, Commode⸗Ecken versteckt, noch 11,055 Mk. gefunden. Die Werth⸗ papiere zu zählen brauchte das Gericht vier volle Stunden. Das etwa eine Million betragende Ver⸗ mögen geht an lachende Erben nach Auswärts. 7 In Chemnitz Gachsen) tauchte kürzlich ein fünfjähriger Wunderknabe auf, der, ohne eine Note zu kennen, Alles, was ihm vorgesungen wird, meisterhaft auf dem Klavier nachspielt. Der Knabe, Sohn eines armen Maschinenarbeiters, hat schon jetzt die Aufmerksamkeit kunstverständiger Personen in hohem Grade erregt. Die Königin Carola von Sachsen, auf das Kind aufmerksam gemacht, hat beschlossen, für seine fernere musikalische Ausbildung zu sorgen. f Aachen. Ueber drei Opfer des Schnaps⸗ seufels berichtet der ‚„Aach. Anz.“: Am vorletzten Samstag wurden zwei hiesige Kaufleute von vier kckenstehern angesprochen, etwas zu traktieren. Die zanze Gesellschaft begab sich hierauf in eine Wirth⸗ chaft der Alexanderstraße, und die Vier fingen dort an, den Fusel sogen. „Aachener Wachholder“, aus zeeichten Zweizehntel Litergläsern, in denen sonst Bier verzapft wird, zu trinken. Gegen Mittag 'amen noch zwei Bummler und sprachen den her⸗ umgehenden Gläasern stark zu. Ein und eine halbe Stunde später wurde einer von den beiden zuletzt zekommenen bereits todt in der Hinzengasse aufge⸗ unden, der andere sollte kurze Zeit darauf ins Spital geschafft werden, starb jedoch auf dem Wege dahin. Von den vier Eckenstehern erlag einer am Sonntag Vormittag halb 11 Uhr der Alkohol⸗ Vergiftung in seiner Wohnung, einem elenden Dach⸗Stübchen in der Skandaulstraße, das als gesammtes Meublement nur ein Bund Stroh und eine Decde aufwies. Alle drei Leichen wurden nach dem Leichenhause geschafft und dort obduziert. Die Behörde hat die Sache in die Hand genommen. 7 Eine sehr praktische Maßregel hat der Brüsseler Kommunalrath für Mädchenschulen zetroffen. Derselbe hat beschlossen, daß fortan das Kochen als obligatorischer Unterrichtsgegenstand in allen Kommunalschulen für Mädchen eingeführt wird ein theoretischer und praktischer Kursus gelehrtz insbesondere soll die Kunst, einzukaufen, die Kennt⸗ niß der verschiedenen Fleischsorten, die häusliche Rechnungsführung für Marktrund Küche grimdlich erörtecrt werden. Derselbe Unterricht wird gleich⸗ zeitig für die höheren Töchterschulen eingeführt; in diesen sollen auch die „feineren“ Gerichte gelehrt verden. f Zwei vornehme Damen in einer Stadt Frankreichs sind kürzlich eine Wette darüber eingegangen, welche von ihnen in der angegebenen Zeit die meisten Worte sprechen könne. Beide lasen Manufskripte ab. Die eine drachte es in 8 Stunden auf 208,560, die andere, noch zugenfertigere, gar auf 296,311 Worte. F Aus Paris meldet man folgende drollige Beschichte: „Auf dem Wege von Prag nach den Vereinigten Staaten langte vor einigen Tagen Minnie Hauck in Paris an. Am 26. Oltober zab es einen intimen Thee bei der Primadonna, hre Gäste waren Ambroise Thomas, Leo Delibes und Massenet. Nachdem der Thee vorüber, sprang die noch immer jugendlich schelmische Sängerin auf und rief: „Ein plötzlicher Gedanke kommt mir, Niemand mehr soll aus den Tassen trinken, aus welchen die Herren, die heute meine Gaste sind, den Thee geschlürft.“ Sprach's und warf sämmt⸗ liche Schalen zu Boden. Lachend sagte Delibes: .Auch ich habe eine plötzliche Idee!“ Hierauf erhob er sich, klingelte und sagte dem Stubenmädchen der Künstlerm: „Bringen Sie mir noch so eine Tasse“. — — — 57 Großes Volks⸗Musenm gedauernd meinte die Zofe: „Unmöglich, Monsieur, Madame sagte heute Vormittags:: „Ich kaufe vier ordinäre Tassen für einen Scherz, den ich ersonnen, die fünfle huben wir gar nicht.“ Als sich einen Tag spater Minnie Hauck in Hadre auf dem Dampfer „Hammonia“ einschiffte, reichte man ihr, ils fie an Bord kam, eine versiegelte Schachtel mit der Aufschrift: „Material für improvisirte Späße.“ Der Inhalt derselben bestand in Holzgeschirr.“ 7 Nach der „Lombardia“ heabsichtigt man in Ftaläsen die Todesstrafe wieder einzuführen. Es ommen jahrlich zka. 5000 Falle von Mord und Todtschlag vor und vermehren sich die Verbrechen zjegen das Leben von Tag zu Tag, so daß dieser Entschluß uur zu sehr begreiflich erscheint. Wie ich die Leser erinnern werden, war im Koͤnigreich Ireußen die Todesstrafe mehrere Jahre, wenn auch uicht gesetzlich abgeschafft ader thatsächlich aufge⸗ joben, indem der Konig stets Begnadigung eintreten ieß. Auch dort⸗ muß man · böose Erfahrungen ge⸗ nacht haben, denn es lonimt seit oder 3 Jahren nur selten vor, daß der Kaiser von seinem Begna⸗ digungsdrechte Gebrauch macht. f Herr Quistorp hat in London eine Aus⸗ vanderungsagenturfür Paraguay in Süd⸗Amerika errichtet, die große Versprechungen macht, auf welche denn auch ein Deutscher zlücklich reingefallen ist. Der Aermste ist in Süd⸗ Amerita in die größte Noth gerathenund warnt Ver⸗ rauensselige dringend, den Quistor p'schen Worten zu glauben. F Eine nächthiche Firmen-⸗Meta— morphose) In der Cummurija-Gasse in Serajewo befindet sich seit einigen Tagen über einer Thür ein Schild, auf welchem zu lesen ist: ,8. ʒchoönberger's SCEMLAVS-RALIE:“. Ein bis etzt noch unbekannter Spaßvogel machte fich nun in einer der letzten Nächte den Scherz, das,SCH“ und „He auf der Firmatafel mit schwarzem Pa—⸗ pier zu überkleben und letzteren Buchstaben durch ein „Ft zu ersetzen, so daß das Publikum am indern Morgen lesen konnte: „S. Schöneberger's MAUS-FALLF. Ob S. Schoͤneberger's Schmaushalle wirklich eine Mausfalle ist, wird uns aicht mitgetheilt. — In ähnlicher Weise wurde vor nehreren Jahren in Berlin das Firmaschild einer dneipe umgeändert, deren Inhaber aus dem letzten Loche pfiff. Mit Riesenlettern prangte über dem — J —MEXfũÆ. Fin anständiges R440, en, welches gut nähen und ebenso alle häus⸗ ichen Arbeiten verrichten fann, sucht lin einem guten Hause eine Stelle als Zimmermädchen. Näheres in der Exbed. d. Bl. fsingang: „BIFRHALIE und CAFFFBRADg- Nachtlicher Weile wurden aus dem Schilde di, eiden H entfernt und es hieß somit: „BiExß CLLE und CAFFEE AUSss“, * f7Aus Toronlo, kanadische Dominion, zerichtet die „Ny. Assoc. Pressen: Als die Frau es in der Nähe des Dorfes St. Vincent de Paul nsässigen Farmers Jean Baptiste Romilly, von hrem zweijährigen Kinde begleitet, ihr Geflügel ütterte, schoß plötzlich ein großer Adler herab, der »as Kind erfaßte und dadontrug Das Kind schrie ind streckte die Hände nach der Mutter aus, die iber völlig machtlos war. Sie schlug jedoch Lärm, vorauf einige Nachbarn, mit Flinten bewaffnet, Jugd auf den Adler machten. Sie feuerten meh. ere Schüsse ab, die jedoch lediglich zur Folge alten, daß der Adler seinen Flug beschleunigfe. Schließlich ließ sich der Adler auf einem Scheunen »ach nieder, wo man ihn mehrmals mit dem Schnabel nach dem Kopfe des Kindes hacken sah Seinen Verfolgern, die inzwischen, nahe gekommen waren, gelang es, den Vogel zu verscheuchen, aber das Kind fand man nur als Leiche. Der Adler zatte ein Loch in den Schädel des Kindes gehackt und einen Theil des Gehirns verzehrt. fF Newyork, 2. Nov. Nach einer Mitthei⸗ lung des „Bureau Reuter“ ist das der Hudson⸗ Bay Kompagnie gehörende Schiff „Princeß Royal“ in der Hudson⸗Bah mit einer Fracht von ‚Pelzen m Werthe von Lit. 1,000,000 gescheitert. Die Mannschaften wurden gerettet. F Aus Südbrasilien kommt die erfreu⸗ liche Nachricht, daß es unseren dortigen Landsleuten zjelungen isft, den Anbau von Tabak auf eine ichtunggebietende Höhe, sowohl der Menge als der Büte nach, zu bringen. Alle Marken haben deutsche Namen erhalten. Die Deutschen sind nicht wenig tolz auf diesen Erfolg, denn die ganze Tabakkul⸗ ur in den Kolonien ist deutsche Errungenschaft. Der Exportwerth der diesjährigen Ernte beträgt 114 Mill. Mark. Den besten Kaufer bildet — die ẽranzösische Tabakregie. Man beabsichtigt gegen⸗ wärtig, Tabakmuster nach Deutschland zu schicken und hofft, da die Sorten gut sind, daselbst der davana mit Erfolg Konkurrenz zu machen. Fur die Redaktion verantwortlich: F. A. Demeß. Pappelholz⸗ Versteigerung. Am Mittwoch 11. ds. MRis. nachm. 2 Uhr, werden die Pappeln —;— welche oberhalb der Stadt bis zur uittweida. .α . Banngrenze von Rohrbach gefällt sind cð —— im Sliadthause dahier versteigeri. ——e— Aaepres; St. Ingbert, 6. November 18853 pru α. Der Kirchenbauverein. „Die Schlacht bei Wörth“, F naturgetreu dargestellt, sowie „Die fünffachen Mädchen-Mörder Hugo Schenk und Karl Schlofsareck, welche in Lebensgröße in Wachs dargestellt sind. Zu zahlreichem Besuche ladet höfl. ein — philipp Laucxk. vormals Jordan. zen:! Am billigsten und zweckmähßigsten besorgt die älteste Annoncen⸗Erpedition ber Illustrirte Banerische — Familien-Kalender fũür 188 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reichausgest attet. Ge⸗ müthvolle Erzählungen, prächtige Humoresten, meist mit Illustrationen ersehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Ariikel gestalten den Kalender zu einer billigen Lektüre ersten Ranges. Jeder Kaäufer erhält oaußer einem prachtvollen Oeldruckbild: „Muktterglück“ Zwei Beilagen: a) Wand⸗stalender, b) Portemonnaie Kalender welche in ihrer reizend geschmackvollen und praltischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein Panorama des Rheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illustrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang, 24 Centimeteter breit. Preis des Kalenders 3 we obigen Aur wei Beilagen, sowie Oeldruckbild und Rhein⸗ 50 P f 6CIM igl Panorama . Zu haben in der Exrpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ òDCOCOOCOOCOOOOOOOOC. Haasenstein & Vogler, Mannheim. O. 4. 5 Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original⸗ preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und oͤfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsangelegenheiten wird durch obige Firma, gestützt auf die während des Z0jährigen Bestehens der-⸗ selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 18835 steht jedem In⸗ serenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfüqung. Schutzmarke „Gl ob us Lennæzeichnet ede Dose vden snerkcannt voræüglicheten metall Putz Nomade ron Fritz Sehulz jun., Leipzis sirkung überraschend. Versurs dJoedem anzuratheñ. Ooseñ æ IO Pfq. ꝗtoõssere uherall voctdthig. St. Inabert bei Josef Beer. F Druck und Berlag von F eß in St. Inpberi. 228 5 7 — 233535553 5* — 23332 — 535 55553233 12538 535 22 3555533 62 53 863 2* 335* 353 5533287 5 35 55. 8 37 438 3 3523 475 * .—.X —— 252c6 28 55 — 325 2532 382337 F5 5*3 5 S2 357 Ta 5 J——— 3228 z58 52533 2 —— 2 * 2*88 22 — —32 E — 2 2. 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Die Einrückuugsgebühr far die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —q, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Crpedition Auskunft ertheilt. 15 4. Neclamen 30 . Bei 4maliger Cinrückung wird nur dreimalige berechnet. 221. — Dienstag, 10. November 1888. Deutsches Reich. 2 München, 8. Noßd (Ginlauf der Kemmer der Abgeordneten.) Petition der Kreisfeuerwehr⸗ wertreter der sieben diesrheinischen Kreise, die Er⸗ ichtung einer staatlich geleiteten Mobiliar Brand⸗ ersicherungsanstalt betreffend. — Petition der mmmilichen prot. Pfarrer der Pfalz um Aufbesse⸗ cung ihrer Gehaltsbezüge. — Petiition der kath. dekanate der Pfalz um Neurcgulirung der Gehalts⸗ derhältnisse der kath. Pfarrer der Pfalz. — Peti⸗ ion des Präsidiums des bayer. Handwerkerbundes im Beseitigung resp. Verringerung des Gewerbe⸗ etriebes in den Strafanstalten. 7 München, 8. Nov. Wie den „N. N.“ von rohlunterrichteter Seite geschrieben wird, wird das triegsministerium dem Landtage eine weitere Kredit- orlage betreffs umfassender Neubauten auf dem Narsfelde zugehen lassen; dieselbe wird sich ins⸗ esondere mit der Verlegung des Kadettenkorps und er sämmtlichen Militär⸗Bildungs-⸗Anstalten nach nanntem Platze befafsen, wodurch das bisherige adetlenkorps⸗Gebäude ꝛc., wofür 22,000 Mark hiethe bezahlt werden muß, frei wird. Vor einigen zahren wollte die Militärverwaltung den sogenann⸗ en Herzogen Garten vom Sekundo⸗-Genitur⸗Fidei⸗ ommisse erwerben, auf Antrag des damaligen deferenten Dr. Frankenburger beschloß der Landtag ider den Ankauf des sehr werthvollen Objektes für )en Staat, so daß nun die Civilverwaltung den iang gesuchten Platz für das Justiz Gebäude hat, zu dessen Erbauung ein Theil des Komplexes ver⸗ wendet werden soll. Aus dem Elsaß berichtet man der Berliner Post“, daß die großen und noch immer andauern⸗ jen Verluste, welche die franzöfischen Trnppen in conting erleiden, bei den dortigen Franzosenfreunden me sehr heilsam ahkühlende Wirkung ausüben. zekanntlich dienen viele Elsässer in der Fremden⸗ egion und gerade diese, welche ja von jeher als danonenfutter benutzt wird, soll sehr beirächtliche detluste aufweisen. Jedenfolls ist dieser Umstand ehr geeignet, die Zahl derienigen, welche sich der deutschen Wehrpflicht entziehen. noch mehr zu ver tingern und die Lust, in französische Dienste zu teten, aufs nachhaltigfle abzukühlen. J Auslaud. Wien, 8. Nopv. Die ofjfiziöse, Montags⸗ ievue“ führt aus, Fürst Alexander von dulgarien dürfte sich nicht verhehlen, daß die frage der Unterwerfung beziehungsweise der Auf⸗ chnung gegen die Sommation der Mächte zugleich e Frag seiner fürstlichen Existenz in sich schließt. die Streichung aus den Listen der russischen Armer meine absichtliche Beschimpfung nicht nur des ulgarischen Fürsten, sondern der ganzen bulgarischen ation. Die Streichung erfolgle, weil die maß⸗ gebenden Kreise Rußlands von, dem Standpunkte usgehen, daß Fürst Alexander sich nicht nur einen druch der Verträge, sondern auch einen Bruch emer persönlichen Verpflichtungen gegen den Czaren eind die russische Regierung zu Schulden kommen . Allerdings sei diese Auffassung eine indivi— nelle und insbesondere sei England nicht geneigt, zugeben, daß praktische Konsequenzen aus der— ulhen gezogen würden,. Aber selhst dem Ministe⸗ num Salisbury würde es schwer fallen, seinen et zu Gunsten der Erhaltung des Fürsten crander auf dem Thron geltend zu machen, wenn der den Konferenzbeschlüssen keine Waffengewalt rgegensetzen würde. Nur absolute Unterwerfung sönne noch Einiges für die Bulgaren retten. Jede Auflehnung gegen die Kouferenz oder gegen die Pforte würde in den Untergang aller nationalen Wünsche der Bulgaren auch den Untergang des Fürsten Alexander himeinziehen. P Paris, 8. Nob. Ein Artikel des „Journal des Debats“ tadelt die Politik Lord Salisbury's ebhaft, welcher den Krieg im Orient zu entfesseln vage, und glaubt. daß die Wiederherstellung des ztatus qno ante, wie Rußland vorgeschlagen, das einzige Mittel sei. um Komplikationen vorzu⸗ deugen. London, 9. Nov. Die englische Regierung hjat den Krieg an Birma erklärt. London, 9. Nov. In Folge der feindseligen Antwort des Königs von Birma auf das Ultima⸗ tum werden englische Truppen möglichst bald die Grenze überschreiten; vier Regimenter fahren bereits den Irawaddy hinauf. Konstantinopel, 9. Nov. Die erste Kon⸗ ferenzsitzung verlief bedeutuungslos. Said Pascha detonte das Vertrauen der Türkei auf die Bemüh- ungen der Mächte zur Erhaltung des Friedens. Zine Berständigung über die wesentlichste Punkte ist vorher nicht erfolgt. Zwischen den beiden Nordmächten herrscht Einverständniß, dagegen desteht eine Meinungsdifferenz mit England, ein Erfolg der Konferenz ist daher zweifelhaft. Konstantinopel, 9. Noo. In der Sam⸗ stags⸗Sitzung der Konferenz wurden bezüglich der an geregten Wiederherstellung des status quo als Berathungsbasis allgemeine Ansichten ausgetauscht und wurde anerkannt, daß es vorzuziehen sei, die Berathungen nicht einzuschränken. Es gilt als wahrscheinlich, daß die Konferenz sich für den stbatus Juo ausspricht. Zwangsmaßregeln wurden noch nicht diskutirt. Lokale und pfälzische Rachrichten. GO.St. Ingbert, 10. Nop. Durch Hohe önigliche Regierungsverfügung wurde der Haupt⸗ ehrer für den Bezirk St. Ingbert — Blieskastel dert Lehrer Franz Hagenbucher auch zum tellvertretenden Hauptlehrer für den Bezirk Zwei⸗ hrücken — Hornbach ernannt. * St. Ingbert, 10. Nov. Wie wir hoͤren, sstt unsere Stadtverwaltung an zuständiger Stelle im die Errichtung eines kgl. Rentamtes am hiesigen Platze eingekommen. * Bekamntlich trägt man sich hier vielseitig mit der Hoffnung, den Kanton St. Ingbert durch die Zutheilung der Orte Kirke! und Neuhäusel dergrößert zu sehen. Die Sache scheint jedoch ihr däckchen zu haben, wie aus dem folgenden Artikel des Zweibr. Tgbl.“. der die Anlegenheit bespricht, herborgeht: „Die Gemeinde KirkelNReuhäusel, welche früher zur Bürgermeisterei Liem bach und zum Postbezirke Homburg gehörte, seit ca. 4 Monaten aber ein eigenes Bürgermeisteramt hat und dem Postbezirke Lautzkirchen zugetheilt ist, hegt neuerdings die Absicht, nunmehr auch die Uusscheidung aus dem Kantone Walo—⸗ mohr bei kompetenter Stelle zu beantragen, um uUsdann St. Ingbert zugetheilt zu werden. Sicherem Vernehmen nach kommt man auch seitens »er St. Ingberter Stadtverwaltung sympathisch entgegen. indem dieselbe gemeinsam oder wenigstens zleichzeitig diesbezüglichen Antrag stellen will. Dabei wird mancher denken: dieses Kirkel⸗Neuhäuseler Waldvoölkchen ist aber auch gar nicht zufrieden zu tellen; heute eine eigene Bürgermeisterei, morgen 20. Jahrg Lostrennung vom früheren Vostbezirk und nun noch zar Austritt aus dem seitherigen Kanton und was illes noch weiter kommen möchte. Aber wahrlich, wenn irgend ein Wunsch, so ist doch der gerechi— jertigt, von dem Kantone Waldmohr ausgeschieden zu werden. VLiegt doch Kirkel ⸗Neuhäusel im füd⸗ ichsten Winkel des sich wie ein langer Streifen in der Westgrenze des Verwaltungsbezirkes Homburg jinziehenden genannten Kantons, eine halbe Meile von Biieskastel, eine Meile von Homburg, eiwas weniger weit von St. Ingbert, hingegen 11 Meilen veit von Waldmohr entfernt, wohin auch von dirkel Neuhäusel aus nicht der geringste Verkehr herricht. In regster Verkehrsverbindung steht aber diese Gemeinde mit St. In gbert, theils durch die Beschäftigung von Arbeitern auf Grube und düttenwerk daselbst, theils durch den Besuch des allwöchentlich zweimal stattfindenden Wochenmarktes, owie endlich durch die vielen Kohlen· und holzfuhrwerke. Nichtsdestoweniger dürfte die Rea— isirung der geplanten Bestrebungen zweifelhaft er— cheinen. Warum wohl? Kirkel⸗Neuhäusel gehort nicht allein zum Kantone Waldmohr, sondern, wie bekannt, auch zum Verwaltungsbezirke Homburg, wahrend St. Ingbert aach Zweibrücken gehöri. Fine Ausscheidung aus dem Kantone hätte darum auch jedenfalls eine solche aus dem Amisbezirke zur Folge. Hiedurch würde darum auf allen damit zusammenhängenden Aemtern und Bureaur eine namhafte Störung hervorgerufen, die sich längere Zeit hinauszöge. — Auch erhielt die Gemeinde Kirkel⸗Neuhäusel Ende der 70et Jahre einen Distriktsstraßenneuhau über Eschweilerhof dis zur preuß. Grenze, welcher aus Distriktskasse einen Beitrag von über 80,000 Mark erforderte. Wenn nun diese Gemeinde von dem Kantone losgetrennt würde, so ware selbstredend der Distrikt Waldmohr insofern im Nachtheil, als die Beiträge jener Ge meinde in die Distriktskasse in keinem Verhältniß zur angegebenen Bausumme stehen, weßhalb auch darauf bestanden werden wird, daß die bezügliche Differenz durch das Partizipiren der Gemeinde dirkeleNeuhäusel an zukünftigen anderweitigen Straßenbaulasten der Distriktsgemeinde Waldmohr mit der Zeit allmälig ausgeglichen werde. Also auch nach dieser Seite hin ein Hinderniß.“ * St. Ingbert 10. Rovb. Auch der gestrige Kirchweihmontag war vom Weller recht begünftigt und herrschte den ganzen Tag über auf den Straßen ein lebhaftes, fröhliches Treiben. Der Kirchweihmarkt hatte eine Ausdehnung gewonnen, vie noch selten und die Verkänfer mochten auch, nach ihren lächelnden Mienen zu schließen keine chlechten Geschäfte machen. Ausnehmen davon nüssen wir freilich eine Frau, der eine Gesellschaft angfingeriger Jungen allerhand Dinge, von einem Besammiwerte von gegen 40 Mark. wegstibitzten. Auch die Schaubuden u. s. w. waren gestern wieder tart besucht; in gleicher Weise hatten sich auch die Reitschulen eines lebhaften Zuspruches seitens junger und alter Kinder zu erfreuen. Im Ganzen verlief )Rie heurige Kirchweih in der schönsten Weise, ohne »ak Ausschreitungen gröberer Art vorgekommen vären. — Aus der Südpfalz. Die Pelition am Aufhedung des Einnehmer Instituts in der ßfalz erregt allgemein heftigen Unwillen und großes Aufsehen. Wohl befürchtet man nicht, daß ein olches Gesuch irgend welche Folgen haͤben könnte; iber man ist, so schreibt der „L. A.“, unwillig zarüber, daß an pfaälzischen Inftituten. welche sich so gut bewährt und im Volksleben sich so gut ein⸗ gebůrgert haben, immer und immer gerüttelt wer⸗ den solle. Der Hinweis auf die Zustände in den rechtsrheinischen Kreisen kann doch wohl nicht als Grund gelten, um eine bessere Einrichtung zu entfernen oder zu andern. Wer nur einigermaßen in einigen rechtsrheinischen Kreisen bekannt ist, wird erfahren haben. daß die dortige Einrichtung bei Erhebung der Steuern und Gemeindeumlagen bei weitem nicht so praltisch und für das Voll so vereinfacht und bequem ist, wie dies in der Pfalz der Fall ist. Eben deßhalb hört man, drüben“ häufig den Wunsch nach Einführung des Instituts der Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einnehmerei aussprechen. Und aus welchem Grunde soll eine Aenderung an diesem Institute vorgenommen werden? Die Rüch⸗ sichten auf Ersparniß können doch nicht maßgebend sein, da faltisch michts erspart würde. Das Per⸗ sonal auf den Rentämtern müßte vermehrt werden; für die Erhebung der Gemeinde Gelder wären be— sondere Beamten nöthig, und die Erhebungskosten, welche jetzt die Einnehmer erhalten, würden als⸗ dann diese neuen Erhebungs-Beamten erhalten. Der Steuerzahler jedoch, der jetzt nach seiner Be⸗ quemlichkeit jeden Monat im Orte selbst seine Steuern zahlen kann, müßte jährlich mehrere Gange zum Reniamte machen — und Zeitversäumniß Vermehrung der Kosten wären die nächsten Folgen von einer solchen Aenderung. Auch der Einwand, die Erhebungskosten auf die Staatskassen zu über⸗ nehmen, ist ein sehr hinfälliger, da selbstverständlich die Steuern um so viel, als die Hebegebühren be⸗ tragen, erhöht werden müßten. Möge man also künftig an diesem Institute nicht ohne Ursache rütteln; das Volk will nirgends von einer Aender⸗ ung hierin etwas wisseu, weil dasselbe weiß, daß nichts besseres geschaffen würde. — Aus dem Zetterthal. Einem der Schützen unseres Thales, einen leidenschaftlichen Jäger, soll das Unglück passiert sein, dieser Tage, während er einen Hasen erlegen wollte, den die Schußlinie kreuzenden Personenzug nach Marnheim zu Lreffen und etliche Insassen desselben zu ver⸗ wunden. — Dirmstein, 5. Nov. Wie gefährlich es werden kann, sogenannte Blutblasen an den Fingern oder an deren Korpertheilen aufzustechen oder aufzukneipen, beweist nachstehender Vorfall, der sich dieser Tage in hiesiger Gemeinde ereignet hat. Der Ackerer K. hatte sich durch Quetschung eine Blutblase an einem Finger zugezogen. Da ihn dieselbe bei der Arbeit ewas genirte, so wollte er sie mit einer Nadel aufstechen, um das gesammelte Blut zu entfernen, was ihm aber nicht gelingen wollte. Hierauf versuchte er es mit einer Scheere, und fiehe — Blut und Wasser flaß aus, und der Mann ging seiner Beschäftigung nach. Aber noch im Laufe des Tages stellte sich an der Hand eine Geschwulst ein, die in kurzer Zeit den ganzen Arm ergriff und denselben unter fürchterlichen Schmerzen in eine fast unförmliche Masse verwandelte. Der herbeigerufene Arzt glaubte das Schlimmste be⸗ fürchten zu müssen, indem außer Erkältung eine Blutvergiftung bei Entstehung des Vorfalls ver⸗ muthet wird. Den Bemühungen des Arztes sol es indeß bis heute gelungen sein, die Hauptgefahr qu beseitigen. — Speyer, 9. Nov. Heute wird in der Aula der kgl. Studien ˖ Anstalt die diesjährige Land⸗ raths ⸗Session durch Se. Exellenz den kgl. Regier⸗ ungspräsidenten der Pfalz Herrn Staatsrath v. Braun eröffnet. — Speyer, 6. Nov. Das alte Diakonissen⸗ Anstalt⸗Gebäude ging um den Preis 80,100 Mi in den Besitz des Spenglermeisters Fritz Bernaß über. — Auf der Bahnstrecke Ludwigshafen— Neustadt wurden am Freitag zwei Probefahrten mit Lokomotiven ausgeführt, welche mit kontinuir⸗ lichen Luftdruckbremsen ausgerüstet waren. Die Versuche sollen sehr befriedigend ausgefallen sein. An der Probefahrt nahmen Bahnbeamte aus Darm⸗ stadt, Mainz. München, Berlin, Straßburg, Dresden und einige Vertreter der pfalzischen Bahnen Theil. Vermischtes. — Saarbrücken wird demnächst das Vergnügen haben, eine größere Berhliner Balletgesell⸗ sch aft zu bewundern. Das Gesachmtballet des Friedrich· Wilhelmstaädtischen Thealers unter Leitung —AVVV begrisfen, in einigen Tagen auch hier in ber Ton · jafle Vorstellungen geben. Die Urtheile auswär—⸗ tiger Blätter über die Gesellschaft lauten außer- ordentlich günstig. So schreibt die „Westphalische Post“ über das Auftreten der Tänzerinnen in Hagen: 7 Ein seltener Genuß, wie wir ihn seit Jahren in unserer Stadt nicht gehabt, wurde uns gestern Abend im Theater geboten, in welchem das erste Bastspiel des Friedrich · Wilhelmftädtischen Ballets bdor einem fast ausberkauften Hause stattfand. Das große erste Divertissement: „Les colombes de ßan Marco“ wurde von allen Damen (15 an der Zahl) getanzt..In diesem hübsche arrangierten Ballet erschienen die Damen als Tauben, und stand hnen das knappe“ Kostüm— der defiederten Be vohner des Markusplatzes recht gut. Unter ihnen zagte besonders Fräulein Qualitzz (die Prima Bal⸗ lerina) hervor, die für ihre graziösen Tänze den stürmischen Beifall des Publikums erntete. Auch don den übrigen beflügelten Täubchen wurde das Divertissement recht niedlich und exakt durchgeführt. Dden Schluß der Tänze bildete ein einaktiges Ballet Italienisches Fest.) Die Darstellerinnen erschienen n italienischem National⸗Kostüme. Die Eröffnungs⸗ scene zeigte eine Trauung, bei der ein alter, ehr⸗ vürdiger Priester dem blühenden Brautpaar, um⸗ zeben von den Hochzeitsgästen, den Segen ertheilte. Dieser ersten Szene folgte als Hochzeitstanz die Araponaise, welche von den Damen Neumann, Rosch, Papel und Müller in anmuthiger Weise getanzt wurde; auch die übrigen Damen, welch die Tarantella tanzten, ernteten großen Beifall hierauf tanzte Fräulein Qualitz die „Canchuka“ mit vieler Sicherheit und Grazie. Daß der brau—⸗ ende Beifall ihr gebührte, schien sich die Künstlerin wohl bewußt zu sein. Das buntbewegte Finale aller Damen schloß das Ballet. CDies ist dieselbe Balletgeselljschaft, welche, wie schon mitgetheilt, herr Bittler zu einer Tournoͤe durch die Psalz enga giert hat.) F Aus Oettingen geht der „Lothr. Ztg.“ folgender Bericht zu über die Eisenindustrie in Lothringen und Luxemburg. Der Winter steht vor der Thüre, und noch immer ist keine Besserung in der Eisenindustrie bemerlbar. Die Preise des Rol,⸗ gusses sind vor etwa vier Wochen von 34 auf 30 Mark pro Tonne gesunken. Der Guß, welcher gegenwärtig für den oben erwähnten Preis abge⸗ setzt wird, häuft sich trotz des niedrigen Preises von Tag zu Tag auf den Hüttenwerken mehr an. — Die Folgen von diesen traurigen Zeiten sind, daß auch hierzulande Etablissements, wenn auch nicht ganz so doch theilweise eingestellt werden müssen. Nur größere Hüttenwerke und mit bdedeu⸗ tendem flüssigen Kapital können sich halten, wenn auch mit wenig Reingewinn. Die Glanzperiode, welche —XDX aiahm und im Jahre 1873 ihren Höohepunkt er reicht hatte, ist vorüber. In jenen guten Zeiten nerkaufte man weißstrahligen Guß zum Preise von 130 bis 170 Fr. per Tonne; dies dauerte bie ende 1874, um welche Zeit bereits eine Abnahme m Absatz bemerkbar wurde. Die Tonne Guß velche vier Jahre vorher für 170 Fr. verkaufi wurde, fand jetzt Absatz zu 40 und 45 Fr. Aup diese Weise schwankte die Industrie bis zum Jahr 1881 und eine zweite unheilvolle Krisis, mit der vir heute noch zu kämpfen haben, trat ein. Um dem Druck, der auf den Preisen lastete entgegen zu wirken, traten sämmtliche Hüttenwerksbesitzer zusammen und bildeten ein Syndicat, welches die Preise der verschiedenen Sorten Gußeisen fest⸗ setzte. Heute beträgt der Syndicats-Preis 40 bis 12 Fr. Mannheim, 6. Nov. Einen eigenthüm⸗ lichen Betrug beim Wettrennen hatte sich der Land⸗ wirth Georg Schröder zu Schulden kommen lassen Am letzten Maimarkt hatte fich derselbe an einem Rennen mit einem Pferde betheiligt, das angeblich rin Pfalzer Pferd sein sollte, in der That aber ein Elsässer war, während nach den Bestimmungen nur Pferde aus Baden, Rheinhessen und der Pfalz sich am Rennen betheiligen konnten. Schröder, der damals den ersten Preik errang, wurde heute wegen Betrugs zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt F Ein Frankfurter Bürger dekam von jeinem Arzte die Weisung, daß er, wenn er von seinem Uebel genesen wolle, sich zu Bett zu legen ind in demselben mehrere Wochen ruhig zu halten habe; nur auf diese Weise könne er einen Erfolg don der Kur erwarten. Der Patient, so erzählt das „Intell.Blatt“, versprach es auch, legte sich ruhig zu Bett und schoß sich, als er allein war eine Kugel durch den Kopf. Der Tod trat augen⸗ blicklich ein. f.Babenhaufen. Der Seiltänzer Knie sen. fiel vom Seil und brach den Arm. Del 72jahrige Mann wird allgemein bedauert und sucht man durch eine reiche Spende seine Lage einiger maßen zu lindern. I FDortmund, 8. Nov. Der Gefängniß wärter Kohn, welcher dem verhafteten Rosenberg zur Flucht verhalf, ist zu 2 Jahren 5 Monaten Zuchthaus verurtheilt worden. Der Lohn, den der Sohn des Rosenberg ihm für die Befreiung seinet Vaters auszahlte, betrug nur 100 Mark. — Mühlheim a. Rh. 4. Nov. Ein hiesiger Fischer nimmt gewöhnlich bei seinen Fahrten auf dem Rheine stinen Spitz mit. Vor mehreren Tagen fing der Mann einen großen Aal und wars denselben nach seiner Gewohnheit in den Nachen, wo der Hund sich mit dem Glatthäuter zu schaffen machte. Auf einmal hörte der Fischer seinen reuen Begleiter kläglich winseln, er sah nach der Ursache um und war nicht wenig überrascht. Der Aal hatte sich, wie die „Elbf. Zig.“ berichtet, dem Spitz vollständig um den Leib gerollt und würde diesen erdrückt haben, wenn der Eigenthümer nich zeitig genug eingegriffen und den Hund befreit hätte. Arnsberg, 8. Nod. Der Bankkassirer Z„chwoboda aus Siegen wurde wegen Unterschlagung von 160,000 Mk. und Fälschung von Belägen zu 4 Jahren Gefängniß verurtheilt. Der Angeklagte hat das unbegrenzte Vertrauen des Bankdirektors hdesessen, der ihm die Schlüssel zum Tresor über⸗ lassen hat, und der Revisor muß ihm gleiches Vertrauen entgegen getragen haben, denn sonst ist es unbegreiflich, wie die grobe Manipulation faf acht Jahre lang unbemerkt bleiben konnte. F Aus Regen Gahyern) meldet die „Fr. 3.“ eine noch kaum dagewesene Kurpfuscherei: Ein Boͤhme Namens Dallié, der sich sonst mit Aus bessern alter Regenschirme befaßt, hat in voriger Woche einer verheiratheten Gütlerin in Unternagel⸗ bach, welche an einem Unterleibsleiden litt und welcher er versicherte, er könne sie ebensogut wit ein Parasol repariren, unter Assistenz seiner Frau mit einem Rasirmesser buchstählich den Leib aufge⸗ schnitten, ein angeblich vorgefundenes Geschwür beseitigt, den Leib wieder zugenäht und die wunde Stelle mit Medikamenten eingerieben. Der, Doktor“ erhielt für seine Kur 46 M. Der Zustand der also operirten Gütlerin hat sich inzwischen ver— schlimmert, der Kurpfuscher wurde sammt seinem Weibe verhaftet und eine Gerichtskommission von Regen hat sich am letzten Samstag nach dem Thatorte begeben. Die Frau ist jetzt in beste Hhände genommen, und wenn nicht unvorhergesehene Verschlimmerung eintritt, soll Hoffnung auf ihrt Rettung bestehen. Hamburg, 8. Nob. Der „Hamburg ischen Börsenhalle“ wird aus Hoganes (Südschwe den) telegraphirt, daß der Hambueger Dampfer „Vilola“, welcher am 5. d. Mis. von Hamburqg nach Gefle abging, heute Vormittag bei Kullenlöc gestrandet ist. F Berlin. Die fürstlichen Leib— kutscher find besondere Vertrauenspersonen und stehen mit ihren Herrschaften sehr intim. Bekann ist Friedrich des Großen grober Kutscher Pfund der zum Mauleselfahren in Sanssouci degradirt dem Koönig sagte: Ob ich Ew. Majestät fahrt oder Mist, ist mir ganz egal.“ „Nun, wenn Ihn das egal ist,“ erwiderte der König, „so fahre er nur wieder mich!“ Als der deutsche Kronprinj neulich vor der französischen Kirche vorfuhr, sagte er zu den ihn empfangenden Herren: „Ich habe mich mit meinem Kutscher gestritten, vor welchem Portal er vorfahren solle. Ich meinte, vor dem nordlichen, er vor dem westlichen. Er hat doch Recht gehabi!“ Daß der Kronprinz sich mit seinem auijcher streitet,“ läßt ebenfalls auf ein recht gemüthliches Verhältniß schließen. f Die Zaunkönige vom Balkan ha Furst Bismarck in einem Gespräch mit eine hoch Jestellten Diplomaten sehr richtig charakterisiert Auf des Diplomaten Frage, warum Deutschland sieber Oeflerreich als Thuͤchüter vor Konstantinobel hinstelle, statt der befreiten Balkanvöller, an twortete Hismarck: „Weil diese leßteren nicht einig unter einander sind! Wenn sie ilug genug wären, sich in berbünden, würden sie diesemn Zweck am besten Jenügen: aber sie sehen ja, wie fie gern einander im Kragen packen möchten, und wie abhängig ihr Fuͤrsten und Hofe find Dadurch werden Sit — den * ij 91 zahig über die Thore Konstantinopels zu wachen. nn Furst Bismard die Möoglichkeit einer Kon⸗ ation der unteren Donauländer sehen würde, ware er auf Seite einer solchen. Dieselbe sollte machen lassen, da alle bezüglichen Völker in⸗ igent sind ind durch das Unglück gehärtet wurden. sind mehr werth als die Emigranten, welche gaufe eines Jahrhunderts nach den Vereinigten ten ausgewandert sind. ‚Aber“, sagte Fürst marck,“ Sie sehen ja, daß König Milan dem issen Alexander nicht den geringsten Vortheil un den dieser vor ihm voraus haben könnte; d der König von Griechenland ist voll Eifer⸗ . Diese Fürsten gleichen den Gräfinnen von mont und Horn, welche sich zehn Jahre über Vortritt am Hofe Karls V. zankten, und nach Jder Kaiser entschieden hatte, daß sie Arm in n eintreten sollten, abermals Händel mit ein Ir anfingen, weil die Thür zum Empfangssaal eng war, um beide gleichzeitig eintreten zu Der glüdliche Briefträger aus der Baruther⸗ ae in Berlin, welcher 210 des großen Loses Zachsischen Lotterie gewonnen hat, begad sich ils nach Dresden, um die auf ihn entfallende mme von über 42,000 Mt. schon jetzt bei dem aptkollekteur in Empfang zu nehmen. Trotz 7 namenlosen Glücks hatte der Mann doch q, denn er verkaufte vor ungefähr vier Wochen a zweites Zehniel derselben Glücksnummer, 4825, zr die ganzen Klassen hindurch gespielt hatte. x nun mit einem Schlage zur Wohlhahenheit angte Postbeamte war nur Hülfsbriefträger und zog ein Gehalt von monatlich 60 Mark, seine u betreibt ein Michgeschaft. Bei der vorletzten ehung der 5. Klasse der Sächsischen Lotterie ge⸗ aun ein Berliner Postunterbeamter, ein Postillon, renfalls ein Zehntel des großen Loses; derselbe ttt nunmehr ein flottes Fuhrgeschäft. esseberplosion,) Nach der „W. ist in dem Staädichen Proszknw bei Warschau vor anderthalb Jahren errichtete Nadelfabrik Herren Likiernil undh Bartolomy durch eine Hosion eines Dampfkessels in einen Schutthanfen cwandelt worden. 14 Personen wurden getöͤdtet, runter 6 Deutsche. Charkow, 1. Nov. Die Beraubung von agieren auf russischen Eisenbahnzügen kommt immer häufiger vor. So wurde einem Passa⸗ t der Charkow⸗Nikolajew'schen Eisenbahn ein idchen mit 12,000 Rubel. welches er auf der rust trug, geraubt. Die Raäuber müssen wohl nntniß don dem Gelde gehabt haben; wähtend aselbe schlief, schnitten sie ihm den Rock, die seste und sogar das Hemd auf, entnahmen den ohlverwahrien Schatz und verschwanden spurlos. eberhaupt, so fügt ein russisches Blatt dieser eldung bei, ist den Passagieren erster und zweiter lasse der Eisenbahnzüge größte Vorsicht auf der eise anzurathen. f(Geuersbrunst.) In Luxemburg zer⸗ atte in der Nacht zum Freitag eine Feuersbrunst a Gebäude der „Luxemburger Tuchfabriken“, wotin sich die Tricoterie befand. Der Schaden ird auf 200,000 Fres. veranschlagt. 300 Ar⸗ eiter sind arbeitslos geworden. Man weiß nicht, nodurch das Feuer enistanden ist. — (Simplon⸗Tunnel.) Behufs Durch⸗ uhs des Simplon hat sich in Paris eine große apitalistengesellschaft zusammengethan. Der Durch⸗ id soll in beträchtlicher Höhe erfolgen. Die allerie würde etwa 4800 Meter lang sein. »(Ein Kaiser auf der Brautschau.) er Sohn des Himmels, Kaiser Quang ⸗su, hat im tgangenen Juli sein fünfzehntes Lebensjahr nach nesischer Zeitrechnung erreicht und muß daher, ie chinesische Hoffitie es erfordert, jetzt anfangen, dnach einer Braut umzuschauen. Mit sechszehn ehren wird er dann großjährig erklärt und hierauf KRegierung aus den Handen der Kaiserin⸗Regentin u: Ann übernehmen und mit achzehn Jahren wird ich verheirathen. Nach den Heirathsgesetzen am linger Hofe muß sich der Kaiser jedoch seine bimaßige Gemahlin und seine anderen Frauen, en er sich eine unbeschränkte Anzahl halten kann, den Mandschu (Tataren) wählen, welcher Nation nntlich die jetzt in China herrschende Dynastie Tezing angehört. Der Vater der Braut darf xr keiuesfalls einen geringeren als den fünften nd oas dem deutschen Baron entspricht) in der mesischen Aristokratie einnebmen. Seit neuester zeit pflegen die Kaiser auch einige mongolische zrinzefsinnen in ihren Harem aufzunehmen. FFerdinand Wachtel gewinnt in New⸗ hork mit seiner Kunst viel Lorbeeren uͤnd noch nehr Dollars. In New PYork sind nun in letzter Zeit zwei Damen der Aristoktatie Gattinnen eines dutschers geworden, durch die amerikanischen Blätter aufen neben dieser Notiz ziemlich boshafte Bemer⸗ lungen her, z. B. daß die Damen besser gefahren vären, wenn »fie einen Gentlemen und keinen Zutscher geheirathet hätten, daß ihr „Verfahren“ richt zu dilligen sei und so fort. „Puck“ aber chießt den Vogel ab, wenn er Wachtel junior zu einem Debut als „Postillon von Lonjumeau“ mit zen folgenden Versen begrüßt: »at Dir auch nicht der Stimme Zauberschall zum Gastspiel mitgegeben der Papa, So hilft allein schon seiner Peitsche Knall Dir zum Erfolge in Amerika. denn wisse, Freund, viel mäch'ger als die Kunst Virkt einer Peitsche Knall in diesem Land. die Kutscher stehen hier in hoher Gunst, rrobern reicher Damen Herz und Hand. Aus New-York schreibt man: Auf inen hochromantischen und ereignißvollen Lebens⸗ auf kann die Chicagoer Schauspielerin Belle Boyd urückblicken, welche gegenwärtig die allgemeine lufmerlsamkeit durch eine eigenartige Beleidigungs⸗ lage auf sich zieht, welche sie gegen die „Tribune“ inhängig gemacht hat. Diese Zeitung veroöffent⸗ ichte naͤmlich die pikante Nachricht, daß die Schau⸗ pielerin Belle Bohd, die berüchtigte Ex Spionin der Conföderirten, einem Hötelwirth in St. Louis inter Zurücklassung ihres Koffers durchgegangen ei. Der Hotelier habe sich nun wegen seiner nicht inbeträchtlichen Forderung an den Inhalt des doffers halten wollen, nach Oeffnung desselben iber zu seinem Schrecken die Entdeckung gemacht, aß derselbe nichts weiter enthielt als eins jener n Amerika gebräuchlichen Zimmer-Mottos mit der Inschrift: „Gott segne unser Heim!“ Belle Boyd var dei Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges 'ünfzehn Jahre alt und eine der enragirtesten Par⸗ eigaͤngerinnen des Südens. Sie that Spionen⸗ zienste für ihr Heimathland. Sehr bald gerieth sie in Gefangenschaft, sie sollte erschossen werden, hoch man erbarmie sich ihrer Jugend und Schön⸗ heit und tauschte sie gegen einen nordländischen — Iberst aus, der sich in Gefangenschaft der Con⸗ oderirten befand. Sie erwarb sich nun als Zpionin bdald einen solchen Ruf, daß die Regier⸗ ing des Südens sie auf dem Dampfer „Greyhound“ nit wichtigen Depeschen nach England fendete. Allein der Dampfer wurde vom Nordischen Kriegs⸗ chiff „Connecticut· bombardirt und gecapert. dapitän des letzteren war Leutenant Harding. Dieser machte mit seiner Prise eine doppelte Er⸗ berung, denn er nahm nicht nur die Person, son— dern auch das Herz der gefährlichen Spionin ge— angen: die junge Patriotin verfiel dem Geschicke der Jungfrau von Orleans — sie verliebte sich in hren „Feind“. Aber auch dieser faßte eine heftige deidenschaft für Belle Byod, und ihr zu Liebe ließ r den Kapitän des „Greyhound“ durchschlüpfen. FJür diesen Verrath wurde Harding nach seiner ückkehr nach Washington vor ein Kriegsgericht estellt und wäre erschossen worden, wenn es ihm nicht rechtzeiiig gelungen wäre, nach England zu ntiommen. Dort wurden Harding und Belle goyd, über deren Vaterlandsliebe die Liebe zum Feinde“ den Sieg davongetragen, ein glückliches daar und zwar in demselben Jahre, in welchem zuch die respeltiven Vaterländer der Beiden, Nord ind Süd, fich wieder vereinigten. Drei Jahre piter starb Lieutenant Harding. Die junge Witiwe ehrte nun nach Amerika zurück und — ging zur Züͤhne, auf der sie dann ebenso große Triumphe xrang, wie einst auf dem Krieqs⸗Theater. Gemeinnüũukiges. — Das vorzüglichste Düngungs⸗ nittel für alle Arten Obstbäume ist Jauche mit twas Viehsalz und dann Kali⸗-Ammonialk⸗Super⸗ hosphat. Es ist aber nicht hinreichend. jene Flüssigkeit und diesen Kunstdünger ohne weiteres m Umfange der Baumkrone auf die Oberfläche »es Bodens zu bringen, sondern man muß trachten, zaß dieselben tief in die Erde, wenn möglich den Vurzeln nahe kommen. Je großer der Baum, esto weiter vom Stamme weag und desto tiefer nuß der Dünger eingebracht werden. Zu diesem Zzwecke stoßt man mit einem Hebe oder Hopfeneisen ei jungen Baumen etwa ein Fuß vom Stämmchen undum vier ein Fuß kliefe und bei größeren gäumen zwei bis drei Meter vom Stamme weg undum 15 —20 zwei bis drei Fuß tiefe Löcher n den Boden. In jedes bringt man eine Hand voll (etwa 60 Gramm) des trockenen Düngers und üllt die Löcher mit Jauche. nach einigen Tagen nit Wasser voll. Bei kranken oder schwächlichen tzäumen kann man noch einmal Kunstdünger ein⸗ egen und dieses Begießen wiederholen. Man darf. dei jungen Bäumen 1—2, bei mittelgroßen 3 —24 und bei älteren, besonders Kernobstbäumen, 6210 Bießkannen Jauche und ebensoviel Wasser anwenden ind zwar desto mehr, je schwerer oder bündiger der Boden ist. — — — Fuür die Redaktion veranwortlich: F. X. Demez. — JMX Neue Musikzeitung“, Berlag von P. J. Tonger, Köen. Preis pro Quartal 80 Pfg. Die soeben erschienene Nre. 21 beginnt mit einer öchst interessanten biographischen Skizze eines der rößten Cello⸗Virtuosen Jules de Swert nebst wohl⸗ etroffenem Portrait desselben. Dann folgt der Schluß der preisgekrönten Novelle „Unmusitalisch“ von Alexander Baron von Roberts, Stammbaum der Familie Bach mit erläuternden Bemerkungen von Louise Adolpha Le Beau, für Freunde der Musikgeschichte zvon ganz besonderem Interesse. kinen Glanzpunkt litterarischer Unterhaltung bildet ine reich illustrierte von Geist und Witz sprudelnde krzählung von Ernst Pasqué: Der verhängnißvolle veigenkasten, ein Abenteuer aus den Lehrjahren Faques Offenbachs. Ferner wird in dieser Rummer noch geboten: C. M. v. Weber im Humor, das Wissenswerteste aus dem Künstlerleben, Interessantes iber Theater und Konzerte, unter Dur und Moll Anekdoten von Friedrich dem Großen etc. Dieses Blatt zu sehen und zu lesen. darf daher Niemand dersäummen. Probe⸗Nummern in jeder Buch⸗- und Musika⸗ tien handlung gratis. Einer der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu⸗ trirte Bayerische Familien⸗Kalender. derselbe traf zereits füt 1886 ein. Doch nicht allein einer der jesten. ganz entschieden auch der reichhaltigste ist er und für 1886 scheint er gar alles bereits Da⸗ Jewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka⸗ endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Israelciten noch der Hundertjährige Kalender, Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bayerische Messe und Märkte, Genealogie der bayerischen S„tandesherren, Kardinals ˖ Kollegium, Verzeichniß der im Königreich Bayern funktionirenden auswär⸗ igen Konsular Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich zübsche Erzählungen und viele Humoresken im wahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu⸗ strirt, bunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und heiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. Besonders hervorzuheben ist ein Artikel über die deilung der miasmatischen Krankheiten (Masern, Zcharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, Blattern ⁊c.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por⸗ räts und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich ein erschöpfender Artilel vor, welcher durch Beigabe von Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun-⸗ Bebiet und Neu⸗Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, ammtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe noch ein schönes Oeldruckbild „Mutterglück“ und in l Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen⸗ imeter breites RheinPanorama, mit 44 Jullustra⸗ sionen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und dies Ales kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs- ektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustririen Zayerischen Familien ˖Kalender unseren Lesern hier⸗ nit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch die Frpedition ds. 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Panorama Zu haben in der Erxpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ öOOO OCO CC. CCC.CMAOCA 0j)î[;00 Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original— preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsangelegenheiten wird durch obige Firma, gestützt auf die während des 30jährigen Bestehens der⸗ selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 18835 steht jedem In⸗ serenten auf Wunsch gratis und franco zur Verfügung. Im Verlag von Greßnerr & Schranm em iu Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu bezichen: 2 3 4 ⸗ 50 —R Die Klasstker der Rhilosophie. Hon den frühesten griechischen Denkern bis auf die Grgenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihret Weltanschanung nebss einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 82. Band J: „Dus Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfennig. 8 * —E 9 e 9. *48 perstarke ænigærFabrsxantli Mack, Ulm 2/0.) Bewahrteates u. vollatandig aehadllehen Btãrremittel — grõsate Erlelchterung eim Platten o. enthãlt alle er- torderltohen Zusatzo zur alehe ren HFerstellung von blendend ⸗olanar, gleicamãenig ate ifor d aogenannter GIanzwvüsche. UDeberI 46 der — ⏑ÊXC X. econungen ücgrn— 6 8g Gebrauch ind stets oorrathig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers ——7—7—7——7— Oruck und Vertog von F. X— e für gewö J öhnliches 858 ses Gut F. F. Xx. Demetz. zu haben bei Demeß imn EIneben Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. —8* * der ‚St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich füͤnfmalt Am Montag, Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilagge. Das Blatt kostet vierteljaͤhrlich LAM Gd A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen LAM 75 A, einschliesli 0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungstzebrhr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solden auf welche die Erpedition Auekuntt ertheilt. 15 A, Neclamen 30 4. Bei 4maliger Cinruckung wird nur dreimalige berechnet. M 222.. Politische Uebersicht. Aum Balkan hate das Schießen begonnen der Worte sind genug gewechselt, die Thaten hehen m. Eine Abtheilung serbischer Soldaten in der ztärke von 530 Mann hat am Sonntag die bul⸗ arische Grenze bei Rakita, im Bezirt Trun, über⸗ hritten und den dort befindlichen bulgarischen Josten angegriffen. Der Posten erwiederte das Feuer und tödtete einen serbischen Soldaten. Ein weiteres feindseliges Aufireten der Serben wird aus dem Distrikt von Kustendsche gemeldet, Es ist fest⸗ gestellt worden, daß seit zwei Tagen an verschie⸗ denen Punkten die serbischen Posten auf bulgärischem hebiete stehen. Man wird vermuthlich Bulgaren ind Serben ein wenig raufen lassen, bevor die oforte ihre Truppen in Marsch setzt. Die Mein⸗ ing des Grafen Kalnoky, daß. wenn auch lokale donflilte zum Austrag kamen, der allgemeine Friede icher nicht gestört werden würde, ist nichts als ine persönliche Hoffnung, welche natürlich jeder zreund des Friedens gern theilen wird, deren Er ˖ üllung aber angesichts des wüsten Auftretens der Russen nicht durchaus sicher erscheint. In russischen tzlättern tritt neuerdings die Befürchtung hervor, aß England, nachdem es Konstantinopel seinen zinfluß gefichert und in Egypten seine Position zeseftigt habe, auch in Centralasien die Balkan- Zituation für sich ausnützen und, während die dussen gegen den Fürsten von Bulgarien dekla⸗ niren, an der Grenze Anfghanistans Thatsachen chaffen könnte. Nach den Erklärungen Lord Salis nury's herrscht aber zwischen Engländern und dussen in Asien die schönste Eintracht. Der Eng⸗ sche Premier hat sich bei dem in Guildhall am Nontag gehaltenen Banket über seine auswärtige zotitik wie folgt ausgesprochen. Zunachst ertlärt r, daß die afghanischen Grenzschwierigkeiten bei— zelegt seien. Gegenwärtig bestehe ein durchaus reundschaftlichez Zusammenwirken zwischen Eng⸗ and und Rußland. Er könne nur die Worte Zeaconfield's wiederholen, daß in Asien für Ruß—⸗ and und England Raum sei. Der Redner spricht ie Hoffnung aus, daß das gegenwärtige Vorgehen Birma, welches einen Weg für zivilisatorischen zudelsverlehr schaffen solle,“ keine Veränderungen jervorrufen werde, welche nicht mit den Interessen der Bevölkerung und den Bedürfnissen des Reiches itträglich seien. Die Regierung handle im freund⸗ chafllichen Einverständniß mit China. Bezüglich igyptens meinte Lord Solisbuty, daß es mit sorgfalt und Geduld gelingen werde, Egypten in inigen Jahren die Prosperität wiederzugeben, die 8 dor fünf Jahren besessen habe. Bei Vesprech⸗ ung der Vorgänge in Ostrunelien und Bulgarien iußerte sich der Redner dahin, daß England kein Rirektes Interesse an dieser Frage habe, und daher ein Grund vorhanden sei, die Rothwendigkeit einer nateriellen Intervention Englands zu fürchten. ldach den Ausführungen des Redners entspringe nas Haupthindernißß für die Vereinigung Ostru⸗ neliens mit Bulgarien nicht aus der Atlion der temden Mächte oder Pforte, sondern aus dem von Briechenland und Serbdien aufgestellten Grundsatzt, aß ihre Gebiete vergrößert werden müßten, wenn nie Union aufrecht erhalten werde. Salisburh ist )er bestimmten Linsicht, daß ein politisches Gebäude, velches gegen den Willen der dabei interessirten ꝛvöolkerung errichtet werde, nicht lange destehen onne. Salisbury meint, daß die Bulgaren, weun ne Union nicht anerkannt werde, sich mit Serhen Donnerstag, 12. November 188.88. 20. Jahrg. und Griechen verbinden würden, und daß die nächste Bewegung gegen die Türkei demnach eine solche von drei kleinen Staaten an Stelle eines sein werde. Die englische Regierung erwarte zu— nächst, daß die Kraft des türkischen Reiches unver⸗ nindert erhalten werde, sodann daß jedes von Furopa zu treffende Arrangement so beschaffen sein werde, daß es die dabei interessirte Bevölkerung befriedige und von jedem Eingriff in die Integrität des türtischen Reichs, welche England als wesent⸗ lich für Europa erachte, abschrece. * Deutsches Reich. Berlin, 11. Nov. Durch allerhöchste Nabinetsordre ist für den Fall, daß der oon Preutzen mit Hessen in Aussicht genommene Staatsvertrag ber den Bau einer festen Mainbrücke bei Offenbach, sowie der mit der Firma Holzmann u. Co. in Frankfurt vereinbarte Entreprise-Vertrag in kraft treten, der genannten Firma das Enteig— aungsrecht auf preußischem Gebiete verliehen worden Berlin, 11. Nov. Der „Reichsanzeiger“ publizirt eine Verordnung des Arbeitsministers Maybach, betreffend die Wahl von Arbeiter⸗Vertretern vei der Knappschafts⸗Berufsgenossenschaft. außerdem Glycerin, Sprit; Weinsteinsäure, Mussir⸗ pulver zugesetzt und doppelschwefelsaurem Kalk in Anwendung gebracht zu haben. Das Urtheil wird nächsten Dienstag verkündet. — Kindsbach, 9. Noo. Am gestrigen Tage ertränkte sich in einem der Weiher im soge⸗ nannten Bärenloche in einem Anfall von Geistes⸗ störung die Ehefrau des Ackermannes Kaufmann vom Schleichhofe bei Mittelbrunn. Dieselbe hinter laßt 9 Kinder. — In Hagenbach erhängte sich der Ackerer Andreas Vesper, 46 Jahre alt. Derselbe hinter⸗ läßt zwei Kinder im Alter von 11 und 16 Jahren; er lebte in den besten Vermögens-Verhältnissen. Ein Grund zu diesem unglüchseligen Schritte ist unbekannt. — Der Sitz des königl. Forstamtes Neidenfels wird nach Lambrecht verlegt und dasselbe künftig „kgl. Forstamt Lambrecht' benannt. — Spehyer, 10. Rov. Die diesjährige dandrathssession wurde gestern Mittag 12 Uhr im Lyceumssaale dahier durch Se. Exc Herrxn konigl. Regierungspräsident Staatsrath v. Braun mit einer angeren Ansprache eröffnet, in welcher er die An⸗ vesenden herzlich willkommen hieß und in warmen Worten der in Folge der Wahl zum Landtags ⸗ abgeordneten resp. Ernennung zum Reichsrathe der Zrone Bayern ausgeschiedenen Herren Rentner O. Freudenberg von Zweibrücken und Gutsbesitzer Dr. Armand Buhl von Deidesheim gedachte. An Stelle der Ausgeschiedenen waren einberufen die Ersatz⸗ männer Frhr. v. Hofenfels von Zweibrücken und Hr. Bürgermeister Mack von Neustadt. Nach der Vtreidigung dieser Herren gab Se. Excellenz der Versammlung Kenniniß · von den wichtigsten Vor⸗ lagen und theilte des weiteren mit, daß das Land⸗ ralhsmitglied Herr Hüttenwerksbesitzer He inrich Kraämer wegen Familienangelegenheiten für die Dauer der garzen Landrathssession um Urlaub nachgesucht habe und schloß mit einem Hoch auf Se. Maj. König Ludwig U. — Von den den dandrath beschäftigenden Vorlagen heben wir hervor: 1I. Nach dem Voranschlag berechnen sich die Kreis⸗ umlagen pro 1886 auf 42,83 pCt. gegen 38,8 »Ct. des Vorjahres; 2. Erhöhuung des Kredits zur Deckung der Kosten für die Jahresschlußprüfungen an den Volksschulen; 83. Gesuche unvemittelter Hemeinden um Zuschüsse aus Mitteln der Kreis⸗ chuldotation zur leichteren Aufbringung des Schul⸗ dedarfs; 4. Antrag der Verwaltungskommission und Lehrerbevollmächtigten des Vereines für Unter⸗ stützung dienstuntauglicher Schulleh rer in der Pfalz auf abetmalige ansehnliche Erhöhung der Lehrer⸗ pensionen vom 1. Januar 18860; 5. Forderung der Mittel um Anstellung eines weiteren Hilfs⸗ lehrers an der Kreis-⸗Taubstummen⸗-Anstalt; 6. Ge⸗ such der Stadt Ludwigshafen um Unterstützung seitens der Kreisregierung zur Errichtung einer oierkursigen Realschule; 7. Wahl eines Ausschuß- mitgliedes und zweier Ersatzmänner zum Ausschusse der am 1. Januar Ulfd. Irs. in⸗Kraft getretenen Hagelversicherungsanstalt; 8. Gewährung eines Zuschusses von 750 M. an den „Kreis-Fischerei— Berein“ zum Zwecke der Hebung der Fischzucht in der Pfalz; 9. Wiederbesetzung der Stelle eines Hausarztes der Kreis-Armen- und Kranken⸗Anstalt Frankenthal und Regulirung des damit verbundenen Behalts; 10. Reorganisation der Pfälz. Immobiliar— Feuerversicherungsanstall; '11. Abhör der Berichte uͤber die Thätigkeit der Kreis-Anstalten und Abhör der Rechnungen derselben; 12. Bericht über die Auuslaud. Radtid, 41. Nov. Es verlautet, die Ein— zerufung des Kortes sei auf den 27. Dezember in Ausficht genemmen. —Der Sultan von Marrokko rtheilie einem Spanier die Genehmigung zurErrichtung iner Telegraphenleitung im Innern von Marroklo. Sofia, 11. Rov. Am Montag Abend suchten 300 Serben an der Grenze bei Trn 25 Bulgaren einzuschließen. Den Bulgaren gelang es. sich zu⸗ udzuziehen, sie wurden aber von den Serben eine —Ztrecke weit auf bulgarischem Gebiet verfolgt. r d ee e iten. — Zweibrücken, 10. Nop. Zur Abur—⸗ theilung in der am 7. Dezember beginnenden 4. Schwurgerichtssession der Pfalz werden etwa 8 bis 10 Fälle gelangen. 75 — Kaiserzhautern, 9. Nov. Die Haus neisterstelle am hiesigen Schullehrerseminar ist er edigt; aber“ nur Militätanwärter? mit dem Zivil⸗ versorgungsschein koönnen darauf Anspruch machen — In Bochum ist es bereits so weit gekommen. daß die Stadtverwaltung auch zur Besetzung der Siellen eines atademisch gebildeten Ingenieurs, velcher bei der Leitung des Wasserwerkes Verwend⸗ ung finden soll, eines geprüften Maurer⸗ und Zimmermeister, der zur Vertretung des Stadtbau⸗ meisters geeignet sein soll, und eines der doppelten Buchführung kundigen und im Rechnungswesen er— ahrenen Buchhaliers zivilversorgungsberechtigte Militaranwarter sucht. — Kaiserslautern, 9. Nov. Privat nittheilungen zufolge ist der Afrikareisende Paul steichard in Paris angekommen. — Kaiserslautern, 10. Nov. Vor der S„traftammer des hiesigen kgl. Landgerichts wurde seute gegen die Bierbrauer Johann Kültz. Georg dültz uünd Heinrich Greiner von Vauterecken, Carl und Jean Bläsy von Odernheim, Friedrich Liebe« rich, Carl Ludwig Pitthan, Albert Beenen, Brau— neister, Adolf Walter, Buchhalter in der Altien zrauerei und Moritz Rutschmann, Leiter der Köhl⸗ chen Brauerei wegen Uebertretung des Malzauf. chlaggesetzes verhandelt. Diesetben sind deschuldigt, em Viere Salicylsäure und Biercouteur, Greinen Arbeiten zur Erhoͤhung und Verstärkung der Rhein⸗ dämme.. — D Speyer, 10. Nob. (Zweite Sißung.) Anwesend sämmtliche Mitglieder des Landrathes wie in der vorigen Sitzung. sodann als Regierungs⸗ lommissär der k. Regierungsdirektor Graf Fugger von Kirchberg und Weißenborn. Dem Mitgliede Herrn Kramer wird auf die Dauer der diesjährigen Session der erbetene Urlaub bewilligt. Die Bild⸗ ung der Ausschüsse wird in folgender Weise vor⸗ zenommen: 1i. Ausschuß (Kreisfonds): Janson Zartz, v. Hofenfels. Frenzel, Mayher, Mad. Schmitt, Spieß,Stöpel — 2.-Ausschuß (Kreisau⸗ talten): Maher, Benzino, Görg. Höh, Janson, Konig. Krieger,Stalter, Zumstein. 8. Ausschuß (Straßen · und Rheindämme): Frentzel, Barztz, Zenzino, Brunck, v. Hofenfels, Höh, Kin, Schmitt, onig, Zumstein. 4. Aueschuß (Schulwesen): Zrieger, Brunck, Görg. Hundemer, Huth, Kitt, Schmitt, Schneider, Spies. 5. Ausschuß (Beson⸗ dere Wünsche und Ankräge):“ Huth, Görg. Hunde⸗ mer, Kiti, Schmidt, Stalter, Stoͤpel, Zumstein, Mack. 6. Besonderer Ausschuß zur Vorberathung der Verhandlungen über die Reorganisation der Immobiliar⸗Feuerversicherungs⸗Anstalt, bestehend aus dem ständigen Landrathsausschuß unter Zuziehung des Herrn Schmidt. Die an erster Stelle Ge⸗ nannien find die von den Ausschässen gewählten Vorsitzenden. Nächste Sitzung Morgen Nachmittag 4 Uhr. Berathungsgegenstände: Abhör verschie⸗ dener tleiner Rechnungen. I — Ludwigshafen, 9. Nov. Die Ein⸗ bruchsdiebstähle mehren fich in hiesiger Stadt in bedenklicher Weise. Kaum hat sich die Aufregung iber den Maurmann'schen Uhrendiebstahl etwas gelegt und schon wieder haben wir über einen der⸗ artigen äußerst raffinirten Einbruch zu berichten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde nämlich in der Werkstätite des Herrn Handschuh⸗ machers Eckert eingebrochen und aus einem Sekre⸗ sar 30 Mk. und etliche Stempel⸗ und andere Marken entwendet. Der Dieb scheint ein mit den Räumlichkeiten sebr befkanntes Indinidum au sein. Tagebl.“ zufolge Dieben zum Opfer gefallen, velche in die auf der Victoriastraße gelegene Be⸗ jausung des Kassirers Herrn J. Neuhaus ein⸗ drangen. — rFIn Alzey wurde am 9. ds. Mis, der erste Verwundete bei dem Gefecht bei Kirchheime zolanden am 14. Juni 1849, Herrn Jean Koch, —XC Verschiedene Vereine mit umhüllten Fahnen gaben dem Verstorbenen das letzte Geleite. fFMainz, 9. Nov. Beim 88. Inf. Rgt. hient soeben ein Soldat seine drei Jahre ab, welcher us Indien gekommen ist, um seiner Militärpflicht henüge zu leisten. Der Vater des jungen Mannes st ein Kurhesse, welcher in Indien ein bedeutendes kxportgeschäft besitzt. Er ist ein so guter deuischer datriot, daß er seinen Sohn veranlaßte, seinem zaterlande in Wehr und Waffen zu dienen. Ein iefiger Bankier ist beauftragt, die Kasse des jungen Nannes stets ausreichend zu versorgen. FKötr,“ 9. Nod. Das Polizeipräsidium zringt die Bestimmungen;⸗betr· SBie Polizeistunde, n Erinnerung. Feierabend tritt darnach im all⸗ semeinen un 11 Uhr in Kraft und soll auch für ranntweinschenken strilte innegehalten werden. die Bierhäuser müssen um 12 Uhr, die Cafes, velche früher die ganze Nacht offen bleiben konnten, um 2 Udhr geschlossen seiin. F Koöln, 10. Nov. Die große Zahl der hier inter der Fitmma ‚Johann Maria Farina gegen⸗ iber (irgend einem wirklichen oder fingirten) Platz“ zestehenden EBau de Cologne-Fabriken mehrt sich noch fort und fort. In den letzten Wochen tauchte m Firmenregister die neue Fabrik Johann Maria Farina gegenüber dem Georgsplatz, wenige Tage nachher die Firma Johann Maria Farina gegen⸗ iber dem Friesenplatz auf. Das Neueste ist eine Firma Johann Maria Farina gegenüber keinem dlatʒ fF München, 9. Nov. Herr Kommerzien⸗ rath Johann Sedlmayr hat die Stelle des baye⸗ rischen (nicht deutschen) Brauerbundes niedergelegt. An dessen Stelle wird Herr Georg Pschorr den Borsitz übernehmen. FMünchen, 6. Nov. Der seitherige Flügel⸗ nann im k. Infanterie ˖LeibeReg. hat eine Größe von 1,94 Meter und wiegt 214 Pfund. Durch zie heurige Rekruteneinstellung kommt er um den Ruhm, der Größte im Regimente zu sein, denn der groͤßie Rekrut, der dem Regimente zugelheil ist, ein Bursche aus dem Aichacher Gericht, miß aicht weniger wie 2,04 Meter.— EStellt wahrheitsgetreue Zeugnisse aus y Zine Liegnitzer Herrschaft miethete am 1Juli u Dienstmädchen, welches bis dahin in Breslau ge. dient hatte und von ihrer dortigen Herrschaft ain Zeuguniß dahin erhalten hatte, daß sie zuverlassig treu und ehrlich sei Nun kamen aber bei d diegnitzer Herrschaft seit dem Antritte jenes Mud. hens wiederholt Diehstähle vor, und es gelang denn auch nach kurzer Zeit,“ das Mädchen dieset Diebstähle zu überfühhren. Nunmehr wurde dir zestohlene Herrschaft, gegen. die Breslauer auß Schadenersatßz klagbar und letztere ist auch zu Tragung desselben verurtheilt worden. Wiederum eine Mahnung, wahrheitsgetreue Zeugnisse auszu tellea. —— fGegen deu Schnupfen empfiehlt ein alter, in Berlin seht bekannter und an Erfahrungen icher· Sanitatsrath öfters im Vaufe des Tages ꝛinige wenige Tropfen Leberthran durch die Nast orfichtig in die Höhe zu ziehen, wodurch alshbald Jroße Erleichterung und auch Heilung herbeigeführt werde. Das beste Vorbeugungsmittel gegen den Schnupfen sei die Abhärtung der Nasenschleimhäut⸗ zurch das vorsichtige Emporziehen von Anfang auem und nach und nach kalterem, resp. kaltem Wasser durch die Nasenflügel, welches man morgen; ind abends vornehmen solle. — Die großen belgischen Spinnereie, vollen, um ihre großen Lieferungen nach Deuisch and, die durch die neuen deutschen Zoͤlle bedroh ind, nicht einzubüßen. wie den „Hamb. Nachr. jemeldet wird, in Pommern und in der Rhein⸗— zrovinz Filialen errichten oder selbstständige Fa— zriken erbauen, einen Theil ihrer belgischen Arbeiler »ahin entsenden und durch diese den deutschen Bedarf decken lassen. Es sind hierzu bereits all⸗ Botarbeiten getroffen. F Paris, 9. Nob. „Cri du peuple“ publi⸗ iirt einen angeblichen Brief Lieske's an seinen Bruder in Varis, worin er seine Unschuld betheuert su icotes. F Kreuznach, V. Nobs. Der Kassenbestand der hiefigen Orts⸗Krankenkasse (ca. 800 Mark in vaar) ist in der veraangenen Nocht dem Krzn. Fuür die Redaktion verantwortlich: J. X. Demenß. Sie Hollaändische Kaffee Brennerei H. Disquò 4 Cie. Mannheim empfieblt ihre unter der Marke „Elephanten— Kaffee“ 'o beliebten hochfeine Qualiiäten: Java⸗Mischung per Pd.M 1.20, Westindisch M. 41.40, J. Menado M.41.60, Bourbon M.„41.80., extra fein Mocca M.,. 2.00. gebrannt nach Dr. v. Liebig's Borschriftu. neu verbesserter Brennart, wodurch das Vhrflüchten des Ars⸗ ma's absolut unmöglich. 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Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge⸗ müthvolle Erzaͤhlungen, prächtige Humoreskten, meist mit Illustrationen dersehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den stalender zu einer billigen Leklüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erhält baußer einem prachtvoslsen Oeldruckbild: „Mutterglük“ Zwei Beilagen:— a) Wand⸗stalender, b) Portemonnaie⸗Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und praltischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein Panorama des Rheins in roth. blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illustrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang, 24 Centimeteter breit. Preis des Kalenders we obigen Aur Zwei Beilagen, ⸗ sowie Deldrucbild Rhein⸗ 50 P f —AV — 18 Panorama .. Zu haben in der Exvedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ — Druck und Versag nan F. X. Demek in St. Inaberi. 2. — * 2 7aclachule für vittwei⸗·⸗ — 2* — RNenite Bach⸗on. - J * — Zur Anfortigung ron billigen u. saubeoren aller in Buchdruck und Litho- graphie rorommenden * 7 Die garantirt ——— ge bra nan ten Java-BKalfée's aus der Dampf · Caffee · Brennereid din on —IIIIILL Rind in Originalverpackungen von 3 22, a und s Kilo zu haben in St. Inabert bei — Ruhu, NA. Jung und P. Zepp. — Druckarbeiten — 1717 empf. lt sieh dio Buch- und Steindrucxe rei F. X. Domotz Varlax doeũt. 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Amtsgerichts St. Ingbert. a ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint vbchentlich fünfmalz Am Wontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wdchenilich mit Unterhaltungs⸗ n und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteliahrlich A 60 ⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 Aq, einschließl ⸗ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der VPfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A, Neclamen 30 . Bei Amaliger Einruckung wird nur dreimalige berechneit. — M 223. Samstag, 14. November 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. — München, 11. Nop. Die Abgeordneten- umer erörterte die Revision der Gebührenordnung. ert Finanzminister v. Riedel versprach noch dem genwärtigen Landtag eine neue Vorlage. Die ichte nahm darauf gegen die Stimmen der Linken n auf Uebergang zur Tagesordnung basirenden ntrag des Abg. Luthardt an. — Nächste Sitzung onnerstog: Etatssachen. Berlin, 11. Nov. Das wichtigste Handels⸗ oiet für den Export Deutschlands nach den füd⸗ hen und östlichen Balkanländern ist und wird ich in der Zukunft, namentlich nach dem Ausbau eet Orientbahnen, Serbien sein, welches den Ver—⸗ nigungspunkt der orientalischen Bahnlinien und it seinen vortheilhaft situirten Stapelplätzen das intrum des Handels im Jnnern der Balkanhalb⸗ ssel bildet. Unter den Artikeln, welche in Serbien nen von Jahr zu Jahr wachsenden und lohnenden osatz finden, nehmen die Erzeugnisse der Moutan⸗ id Eisenindustrie den ersten Rang ein Der erbrauch dieser Actikel ist ein bedeutender, sowohl itens der blühenden gewerblichen Industrie, die inahe in jedem Dorfe durch Huf⸗, Sensen⸗ und gaffenschmiede vertreten ist, als auch für agrikole id technische Zwecke. Von Eisen und Eisenwaaren at Serbien im vergangenen Jahre 52,283 Meter ntner (1 Meterzentner gleich 100 Kilogramm) aportirt und zwar aus Oesterreich-Ungarn zirka 9.000 Meterzentner und den Rest von za. 22,000 deterzentnern aus dem deutschen Reiche. Obgleich e höhere Ziffer für Oesterreich Ungar zu sprechen seint. so muß im Gegentheil konstatirt werden, aß die deutsche Industrie trotz der größecen Ent mung von den serbischen Absatzgebieten und der eniger günstigen Fachverhältnisse allmälig die )berhand gewinnt und manche österreichische Fa⸗ ikate dieser Branche von den serbischen Märkten erdrängt. Vor zwei Jahren bereits wurden Vaschinen, Maschinenbestandtheile, Lokomotiven und jaggons vorwiegend aus Deutschland bezogen und edeutsche Industrie lieferte österreichischen Liefe- mten, welche Lieferungsverträge mit der serbischen cgierung abgeschlossen hatten, die Schienen fur e serbischen Bahaen. Seit Erdffnung der Eisen⸗ ahn Belgrad⸗Nisch hat das Uebergewicht Deutsch- inds im serbischen Handel noch an Intensit it ge— onnen. Auf den Märkten des kräftig empor⸗ ebenden Königreiches findet außer den Erzeugnissen t deutschen Maschinen⸗ Industrie auch Stahl · und senwaaren aus Iserlohn, Pflüge aus Berlin und ipzig, Blechwaaren aus Nuͤrnberg u s. w. amentlich in Konstruktionseisen ist die deutsche nturrenz in Serbien geradezu dominirend; sie fert zu billigeren Preisen als Oesterreich Ungarn eine Erscheinung, die um so auffallender ist, enn noch in Erwägung gezogen wird, daß nach m zwischen Oesterreich Ungarn und Serbien ab— chlossenen Handelsverirage Eisen- und Eisenwaaren der Einfuhr in Serbien aus der österreichischen sonarchie einem Zolle von 4 pCt. ad valorem. mwjener aus Deuischland aber einem Werthzolle en 8 pCt. unterli⸗gen. Der Ausnahmetarif für n Transport von Eisen und Stahl, Eisen⸗ und sahlwaaren, landwirthschaftlichen Maschinen und eräthen, zwischen Stationen der hervorragendsten erreichisch ungarischen Produktionsgebiete der ontan-, Eisen; und Maschinen-Industrie und raga loco und transsito ist am 15. Aug. d. J. xctsamkeit getreten und eine entsprechende «ung der hohen Lokaltarife der serbischen —Staatsbahn steht in Aussicht; beide Momente wer⸗ den aber wahrscheinlich nicht ausreichen, um das deutsche Fabcikat aus einem Absatzgebiete zu ver⸗— drängen, wo es sich durch seine Güte, Billigkeit ind zweckentsprechende Ausführung schon fast ein⸗ Jebürgert hat. Auch die westeuropäische Konkur— enz, welche den Vortheil des billigeren Seetrans⸗ joris für sich hat, wird auch nach der Eröffnung »es Kanals von Korinth und nach dem Ausbau zer südlichen Orientbahnen nicht viel mehr Chancen jaben, da einerseits die hohen Frachtsätze der Drientbahnen für den Lokalverkehr ein weites Vor⸗ ringen von den Häfen des Aegäischen Meeres us nach dem Innern der Balkanstaaten kaum er⸗ nöglichen werden, und da andererseits Deutschland in Zukunft mittelst der billigen Flußschifffahrt Jleichfalls seinen Weg über die Nordseehäfen nach den nordöstlichen Seeplätzen des Mittelmeeres suchen önnte. Berlin, 11. Nov. Als die deutsche ost⸗ iffrikanische Gesellschaft im Hinterlande von Sansibar esten Fuß faßte und mit großen Landerwerbungen yorging in der vollen Ueberzeugung, daß Herren des von ihr besetzten Landes nur die Häupilinge eien, die ihren Vertretern die Hoheitsrechte ver⸗ ragsmäßig abgetreten hatten, da trat der Sultan Zaid Bargasch dagegen auf und erhob seinerseits aie weitgehendsten Oberhoheitsansprüche. Es stellte ich bald heraus, daß er nicht blos die ganze Küste von Warscheich bis zum Kap Delgado der portu⸗ gsiesischen Grenze für sich beanspruche, sondern nicht ninder das ganze Hinterland bis zu den großen Zeen. Bei näherer Beleuchtung dieser Ansprüche vurde aber sehr schnell ermittelt, daß sie zum sroßen Theil haltlos und unbegründet seien. Das raf insbesondere für das Usagara-Gebiet der Ost⸗ frikanischen Gesellschaft zu; und demgemäß trug ie deutsche Regierung kein Bedenken, die dort von er Gesellschaft erworbenen Gebiete unter deutschen Schutz zu stellen. Es war aber vorauszusehen, afß bei jeder weiteren Gebietsausdehnung der Zultan ueue Schwierigkeiten machen würde, und as bestätigte sich sehr bald, als deutscherseits die Erwerbung der Gebiete von Witu und am Kili— nandjaro in Frage kam. Da hat sich denn, wie die „Köln. Ztg.“ berichtet, der Reichskanzler an zie beiden meistbetheiligten Großmächte, England ind Frankreich, gewandt, ihnen die Sachlage und »ie Ansprüche des Sultans Said Bargasch vorge⸗ ragen und ihnen vorgeschlagen, eine gemeinsame Kegelung des Gebietes dieses Sultans auf dem ifrikanischen Festlande unter genauer Prüfung seiner dechte vorzunehmen, und dadurch jede Möglichkeit bzuschneiden, die bei weiteren kolonisatorischen fortschritten seitens einer der Mächte zu krieger⸗ schen Verwickelungen führen könnte. Zu dem inde schlug der Fuͤrst vor, jede Macht möge einen esonderen Bevollmächtigten an Ort und Stelle ntsenden, um auf der ganzen in Frage stehenden iber 12 Grad sich ausdehnenden Küste und deren dinterland die Rechte des Sultans zu prüfen, und ie unbestreitbaren Grenzen seines Gehiets festzu— tellen. England und Frankreich haben sofort diesen eutschen Vorschlag angenommen; der franzöoͤsische zevollmächtigte ist bereits in Sansibar eingetroffen, er deutsche wird binnen Kurzem dort erwartet, ind der englische, der bekannte Oberstlieutenant ditchener, ist dieser Tage aus London abgereist ind wird etwa am 30. November in Sansibar inden, so daß zu Anfang des nächsten Monats ne Kommission ihre nicht leichte, sehr ausgedehnte Arbeit wird beginnen können. Daß es sich hier⸗ zei selbstverständlich nicht auch noch um eine nach⸗ rägliche Grenzfeststellung des bereits unter deutschen Schutz gestellten Gebietes handelt, bedarf keiner Bersicherung. Die Rechtsfragen sind mit Bezug uuf dieses Gebiet von deutscher Seite vor der Schutzerklärung so gründlich untersucht worden, aß über die jetzige Rechtsgültigkeit der dortigen Zrenzen kein Zweifel besteht. Aufgabe der Kom⸗ nission ist vielmehr nur, von den übrigen vom Zultan Said Bargasch beanspruchten Ländern die—- enigen auszuscheiden, auf die ihm ein wirkliches Iberhoheitsrecht zusteht. Die übrigen dortigen Bebiete würden dagegen ohne seine Zustimmung ür die frühere oder spätere Kolonisation seitens zuropaischer Mächte freistehen. Berlin, 12. Nov. Es ist neuerdings ange— zrdnet worden, daß nur völlig tadelfreie Reichs— tassenscheine von den öffentlichen Kassen iu den LBerkehr gebracht werden dürfen. Auslaud. Paris, 12. Nov. Nach hier eingegangenen sachrichten zeigte die bulgarische Regierung an, daß sie Befehl ertheilt habe, die 300 Mann ser⸗ hischer Truppen, welche sich noch in der Umgegend hon Irn befinden, als Räuber zu behandeln. Madrid, 11. Nob. Wie der „Imparcial“ wissen will, hat Fürst Bis marsh der spanischen Regierung einen Gegenvorschlag gemacht, der von dem des Papstes wenig abweicht, der aber der Ausdehnung der Oberhoheit Spaniens auf das zjanze Gebiet der Karolineninseln neue Ansprüche entgegenstellt. Die Regierung hoffe indessen, daß die Verhandlungen zu einem günstigen Ergebniß ühren würde; sie wollen den Papst bitten, seine Ansicht so bald als möglich zu veröffentlichen. London, 12. Nopb. Die „Times“ meldet aus Rangoon: Der Oberkommissar Bernhard er⸗ hielt Abschrift einer Proklamation des Königs Thibau, worin dieser befiehlt, die Engländer amzubringen. Man befürchtet, daß alle Europäer in Mandaley getödtet worden sind. Belgrad, 12. Nod. Sämmtliche Donau⸗ jahrzeuge von Radujewatzz sind im Timok bei Bregora zum Brückenschlag concentrirt. Von Nisch st eine Pionier⸗Abiheilung zum Brückenschlag dort⸗ sin abgegangen. Philipopel, 12. Nov. Das an der Grenze tehende Heer legte während der Anwesenheit Alerx⸗ anders den Eid ab, der Fahne der vereinigten Bulgarien treu zu bleiben. Landrath der Pfalz. Speyer, 10. Nov. (Dritte Sitzung.) An— vesend als Regierungskommissiär: der kgl. Regier- uings⸗Direktor Graf Fugger von Kirchberg und Weisenhorn, kgl. Regierungsrath Freiherr Löffelholz o. Colberg und kgl. Regierungsassessor H. Graef. Die Protokolle der ersten und zweiten Sitzung vurden nach Verlesung genehmigt, Herr Landrath Mayer bringt einen Antrag ein betr.: Uebernahme »er Ausgaben für die mit Gymnasien verbundenen dreis Lateinschulen Landau und Kaiserslautern auf Staatsfonds. Herr Landrath Schneider stellt den Antrag, den Stammzuchtbezirk Pirmasens an dem aus Kreismitteln zur Bildung von Stammzuchtbe⸗ irken bewilligten Betrage partizipiren zu lassen, vent. diese Position entsprechend zu erhöhen. Der rste Autrag wird dem IV., der zweite Antrag dem 7 Ausschusse zur Bequtachtung überwiesen. Nach dem referirte Herr Stopel über die Rechnung des Prinz Carl⸗Fonds pro 1884. Die Einnahmen zetragen 3376 M., die Ausgaben 3375,62 Mk., hleibt ein Ueberschuß von 38 Pf. Der Vermögens⸗ fiand Ende 1884 beträgt 84,425 M. 18 Pf. Mehrung gegen das Vorjahr bon 1M. 30 Pf. — Herr Frenßzel referirte über die Rechnung der Zreishilfstasse pro 1884. Einnahmen 54,948 M. 34 Pf. Ausgaben 53,654 M. 2 Pf., bleibt leberschuß 1294 M. 82 Pf. Vermoögensstand Fnde 1884: 130,748 M. 15 Pf. Mehrung jegen 1888: 3169 M. 96 Pf. — Hr. v. Hofen- els berichtet über die Rechnung der Brandversiche⸗ ungsanstalt der Pfalz pro 1884. Einnahmen 788,147 M. 42 Pf., Ausgaben 748,739 M. 19 Pf. Demnach Einnahme⸗Uederschuß: 89,407 M. 93 Pf. Siand des Reserbvefonds 1884: 120,318 M. 90 Pf. — Herr Schmidt berichtet iber die Rechnungen der Waisenhäuser Blieskastel ind Homburg pro 1884. 1) Blieskastel: Ein⸗ nahmen: 18,683 M. 25 Pf. Ausgaben: 18,165 M. 92 Pf., bleibt Pasfiorest 467 M. 33 Pf., Bermögensstand Ende 1884: 123, 313 M. 42 Pf. 2) Hoinburg: Einnahmen: 18,296 Mk. 31 Pf., Ausgaben: 11,391 M. 51 Pf. Vermögensstand xeẽInde 18834: 179,386 M. 58 Pf. Mehrung gegen das Vorjahr: 5360 M. 28 Pf. — Herr Spies berichtet über die Rechuung des Maxima⸗ lians⸗Getreidefonds pro 1884. Die Einnahmen betragen: 62,436 Mk. 2 Pf. die Ausgaben 32,428 M. 17 Pf., Aktivrest 7 M. 85 Pf. VBermögensstand Ende 1884: 391,707 M. 78 Pf. — Herr Mack referirt über die Pensionskafse für pfälz. Zreisbediensteie und deren Relicten. Die Einnahmen hetragen: 10.075 M. 77 Pf., die Ausgaben 955 M. 88 Pf., Mehreinnahme: 119 M. 89 Pf., Bermögensstand: 16,119 Mk. 89 Pf., Mehrung zegen das Vorjahr 7663 M. 45 Pf. — Herr Zartz referirt ͤber die Rechnung des pfälzischen Dienstbotenstiftes pro 1884. Einnahmen: 5054 M. 60 Pf., Ausgaben: 8054 M. 60 Pf., Ueber⸗ schuß: 2000 M. Sämmiliche Rechnungen wurden zom Landrathe genehmigt. Nächste Sitzung morgen Nachmittag 4 Ühr. Togesordnung: Lateinschulen. Rechnung über die Hilgard'sche Kreisstipendienstif⸗ ung. Rechnung über den Fond“ für Gemeinde⸗ zwecke. — Lokale und pfälzische Nachrichten. — Die auf den 10. Novembor anberaumt ge⸗ vesene Ziehung der Unterstützungs⸗Lotterie ist zis auf den 10. Dezember verschoben worden. — Nach den Statuten für das pfälzische Ddienstbotenstift werden aus den Zinsen des dapitaistockes zur Belohnung braver Dienstbolen der Pfalz alljährlich in der ersten Woche des Januar Preise vergeben: 1) Um einen Aufmun⸗ erungspreis können jene Dienstboten sich bewerben, welche fich durch mindestens fünfjährige bei ein und derselben Herrschaft geleistete treue und eifrige Dienste bei stets tadelloser Aufführung ausgezeichnet haben und Kost und Lohn beziehend mit der Herrschaft im Familienverbande leben. 2) Die sünf Dienstjahre müssen mit dem 80. November, als dem äußersten Bewerbungstermine vollendet sein; fie werden vom vollendeten 16. Lebensjahre des männlichen und 14. des weiblichen Dienstboten an Jerechnei. Wer einen Preis erhalten, kann nach je weiteren fünf Dienstjahren der eben bezeichneten Art wieder einen solchen beanspruchen. Dienstboten, welche bei einer und derselben Herrschaft ihren 2. 3. Preis u. s. w. erworben haben, erhalten auf entsprechende Bewerbung erhöhte Geldbelohnungen und bei ihrer Verheirathung eine Aussteuer⸗ Prämie. Soweit daher die vorhandenen Mittel reichen, öonnen jene Dienstboten auf eine Geldbelohnung Unspruch erheben, welche eine mindestens zehnjährige adellose Dienstzeit bei derselben Herrschaft nachzu⸗ veisen vermögen. Präbenden können solchen Dienst⸗ hoten verliehen werden, welche bei langer treuer Dienstzeit nach Erfüllung der Vorausseßungen für wei AÄufmunterungspreise billigen Anspruch auf ein uhiges und vor Mangel geschütztes Alter haben oder im Dienste verunglücten. 8) Bewerbungs⸗ Jesuche, welche im Laufe des Monats November ind — bei Vermeidung des Ausschlusses — spä⸗ lestens bis zum 30. November bei dem Bezitks- unte des Dienstortes einzureichen sind, haben zu nthalten: a) Vor⸗ und Zunamen, dann Geburts- Jafium des Diensthoten- ) MNamen. Stand und Wohnort der Dienstherrschaft; e) Eigenschaft, in velcher der Dienstbote verwendet ist; d) Angabe des Diensteintrittes mit der vom Bürgermeisteramte des Dienstortes zu destätigenden Schilderung der inunterbrochenen ireuen, mit stets tadelloser Auf⸗ ührung vom Dienstanfange bis zum Tage der ʒesuchstellung bethätigten Dienstleistung, welche Zchilderung durch ein Zeugniß der Dienstherrschaft u geschehen hat; e) Erwähnung etwaiger beson⸗ erer mit persönlicher Gefahr verbundener Dienst⸗ eistung, z. B. Rettung der Dienstherrschaft oder hrer Angehörigen aus Feuersgefahr, treue Pflege ind Wartung bei ansteckenden oder langwierigen trankheiten u. s.w. — Bekanntlich wurden im Jahre 1869 in illen Kantonen der Pfalz Volksbiblio— hecken errichtet. Dieselben sollten zur Hebung der Volksbildung beitragen. und namentlich auf em Lande dazu dienen, die in der Schule ge⸗ ponnenen Kenntnisse zu bewahren und für Zwecke er Fortbildung zu dienen. Diese Bibliotheken vurden in jedem Kantonshauptorte aufgestellt und ollte ihre Benützung der Bevölkerung des Kantons inentgeltlich gefiattet sein. In der ersten Zeit vurden diese Bibliotheken auch recht fleißig benützt ind, besonders im Wintier wurden deren Werke echt fleißig gelesen. Seit dem letzten Jahre ist s jedoch auffallend still darüber geworden. Sehr diele Bürger haben gar keine Ahnung von der rristenz der Bibliothek, noch weniger wissen sie, aß fie berechtigt sind, unentgeltlich sie zu benützen. 56 wäre doch schade, wenn eine solche Sache, die ür die allgemeine Volksbildung von größter Wich⸗ igkeit ist, in Vergessenheit gerathen würde. Durch gertheilung von Katalogen, Bekanntmachungen in ffentlichen Blättern oder in den Gemeinden wäre em Volke; von Zeit zu Zeit von dem Bestehen ind dem jeweiligen Stand der Volksbibliotheken denntniß zu geben. Ebenso müßten die Gemeinde⸗ Jerwaltungen angegangen werden alljährlich einen, denn auch nur kleinen Beitrag zur Erhaltung und ẽrweiterung der Bibliothek beizutragen. Wir lauben sicher, daß eine Menge Leute diese Gelegen⸗ eit, von welcher sie vielleicht gar keine Kenntniß saben, mit Freuden benützen würden, um die angen Winterabende mit dem Lesen eines Buches u berkürzen. Da auch nach der gegebenen Ver— ügung die Post diese Bücher überall hin befördert, o sind für die Abholung und die Rücksendung der zücher gar keine Schwierigkeiten vorhanden. Der zweck dieser Zeilen ist, im allgemeinen Interesse iese Sache wieder an⸗ bezw. aufzuregen und hoffen vir, daß dieser Zweck hiermit erreicht wird. — Zweibrücken, 10. Nod. Heute Vor⸗ nittag um 9 Uhr hat sich in seiner am Viktualien⸗ narkt gelegenen Wohnung Herr Herold, der frühere Theilhaber der Firma Henigst und Herold, erschossen. Dder Verlebte war unverheirathet und soll den zrößten Theil seines bedeutenden Vermögens zu vohlthätigen Zwecken bestimmt haben. So hat er, vie man hoͤrt, der Stadt sein geraäumiges Wohn⸗ jaus, der prot. Kirchenschaffnei eine Summe von 00,000 M. und den Armen der Stadt einen rheblichen Geldbetrag testamentarisch zugewendet. leber die Motive des unglückseligen Schrittes herrscht ur Zeit noch tiefe Ungewißheit. — Kaiserslautern, 11, Nov. Außer zegen die gestern erwähnten Bierbrauer wurde arich jegen Frhrn. v. Gienanth. Brauereibesitzer, dessen Zraumeister Mayer und den kaufmännischen Leiter darl v. Fleischbein, sämmtlich in Winnweiler, vegen Uebertretetung des Malzaufschlagsgesetzes »erhandelt. Hier handelt es sich hauptsächlich um zie Verwendung von Salichl und Couleur. Inter⸗ ssant war die Angabe eines Zeugen, wie in dieser Brauerei der Bock hergestellt wurde: Man nahm infach gewöhnliches Bier, setzte Couleur hinzu und der Bock war fertig. Die kgl. Staatsanwaltschaft »eantragte für diese Manipulation eine besondere Beldstrafe von 500 Mlk. gegen Herrn v. Gienanth ind von 3 Wochen Gefängniß gegen den Brau⸗ neister Mayer. — Ein Handwerksbursche, der sich für einen August Qu alibo aus Delton ausgibt, treibt eit einiger Zeit mit gefälschten Pfandscheinen sein auberes Handwerk. So verkaufte er am 31. v. Mis. einem Arbeiter in Kaiferslautern einen Pfand⸗ cchein zu 6 Mk. lautend auf eine silberne Anker⸗ ihr und ein schwarzer Ueberzieher taxiert zusammen u 50 Mk. Der Schein ist ausgestellt: Spehyer, en 1. Juli 1885. Paul Ahn, Hundegasse Nr. 14 NRar wma 2FIqmen pherkanfft⸗e nun derselhe in Oeh mneine Frau einen gleichen Schein mit denselben gfandobjekten, ausgestellt: Paul Ahn, Kaisers— autern, Mühlstraße Nr. 18. Die Frau sandie einen Brief mit dem Schein zur Einlösung an baul Ahn, Kaiserslautern, Mühlstraße 18, derselb. zing jedoch, da die Adresse hier unbekannt, wieder cetour. Nun war die Geschichte als Schwindel entlarvt. Es wäre deshalb zu wünschen, wenn dem Schwindeler sein Handwerk gelegt und habhaft jemacht werden könne. Derselbe ist etwa 27 —26 Jahre alt, groß und schmal. —“ NRünschweiler, 10. Nop. In der etzten Nacht hat ein Wolf der hiesigen Schafherde eine Besuch gemacht. Die um ihr Leben bangen— den und erschreckten Thiere brachen aus dem Pferch und zerstreuten fich. Mehrere jedoch fielen dem nordlustigen und blutgierigen Raubthiere zum Opfer. Eines fand man Morgens mit herausge. issener Gurgel, zur Hälfte aufgefressen, weit fott⸗ eschleift, sechs andere blos durch einen scharfen Biß in den Hals getödtet, bald da, dald dort zer⸗ treut umherliegen. Die Spuren der Verfolgung assen .deutlich erkennen, daß Isegrimm seine xlüchtlinge 10 — 15 Male umkreiste, um dann von Zeit zu Zeit immer eines der besten Lämmlein zu rhaschen. Als die meisten Thiere der Herde, velche sich in die nahe gelegenen Kaltkstein⸗ zrüche geflüchtet, ihres sie suchenden Hirten ansich- ig wurden, eilten sie, Schutz suchend, diesem ent⸗ jegen und umringten ihn so, daß es ihm eine Zeit lang unmöglich war, von der Stelle zu kommen. — Haardt. Pfarrer Dr. Th. Welsch wurde ils Vertreter für das Dekanat Obermoschel in die Zeneralsynode berufen. -Die an den Landrath gerichtete Petition im Errichtung eines Fohlenhofes zu Haßloch rägt bereits 1300 Unterschriften. — Vom Rhein, 10. Nov. Bekannklich vird gegenwärtig auf Veranlassung der Elsaß⸗ dothringischen und der Reichsregierung ein Projekt ür einen größeren schiffbaren Kanal von Straßbutg nach dem Mittelrhein ausgearbeitet. Für die Pfalz wurde diese Arbeit dem Straßen und Fluß »auamte Speyer übertragen. Dieses hat dem Ver⸗ aehmen nach zwei Linien geprüft, eine in der sthein⸗Niederung und eine links des Haardgebirges. WBie man ferner vernimmt, sind beide Projekte so veit ausgearbeitet, als es für die Bildung eines illgemeinen Urtheils überhaupt nothwendig ist. — Frankenthal, 10. Nob. EEine unga⸗ ante Polizei.) Viel Staub wirbelt in unserer Ztadt die Thatsache auf, daß durch Strafbefehl — ergangen auf Grund des bayerischen Polizen trafgesetzbuches — mehr als vierzig hiesige junge Maädchen, darunter verschiedene „höhere Töchter“, vegen unerlaubten Besuchs von Tanzbelustigungen zu je einem Tag Haft verurtheilt wurden. Darob nach der „F. Z.“ natürlich groß Jammern und Wehklagen unter den Betroffenen! — Die pfälzischen Eisenbahnen. deren älteste Linie (Ludwigshafen⸗Neustadt ·Speyer) im 11. Juni 1847 eröffnet worden ist, haben jeute eine Gesammt⸗Betriebslänge von 667 Kilo⸗ meter. Das Altienkapital beträgt rund 50 Mill, zas Prioritatskapital 98 Millionen Mark. Die Anzahl der Bahnhofs;, Stations⸗Personen und Büler geschieht durch 168 Lokomotiven und 6 Zrückenmaschinen mit 393 Personenwagen und 3765 Güter und Kohlenwagen. Die Zahl der gZeamten und Bediensteten beträgt über 4600. ievon kommen auf 1) die inneren Dienstesstellen: »auptkasse, Kanzlei, Kontrollbureau ꝛc. 166, 2) Stations⸗Personal: Verwalter, Einnehmer, Expedi⸗ ore, Gehilfen und Diätare 324, Portiers und Ibmänner 125, Stationsmeister, Rangiermeister, Rangicrer, Bahnhof ˖ Aufseher ꝛc. 62, Güterboden⸗ arbesler, funki. Rangierer, funkt. Portiets c. 550, 3) Fahrdienst -Personal: Zugrebi⸗ dren Zugfüͤhrer und Schaffner 178, Lolo⸗ notivführer und Lehrlinge 146, Heizer, Bremset ind Wagenwarter 387 4Jagenieur⸗Perso jal und Bahnbewachung: Ingenieure, Assisten en und Diätare 44, Bahnmeister 33, Vorardeiber 239, Bahnwärter (inkl. Ersatzleute) 944, Brüden⸗ wvärier 24, Weichensteller (inkl. Ersatzleute) 1220 5) Werkstätte⸗Personal: Maschinenmeister, Werl⸗ neister, Rechner, Gehilfen, Portiers ꝛc. 835, Wagen isiteure. Tenderwächter, Werlftätte ⸗Arbeiter 221. Die Pensions und Unterstützungskasse ingestellten Personals zählt 2654 Mitgliedert unn a inen Vrrmogensstande von 2.814 300 Mart. Vermischtessss. Hochzeitsreisen betreffend giebt chorer's Familienblatt? einige Winke: „Die „hrzahl der Hochzeitsreisenden kehrt adgespannt nd unbefriedigt hein. Sie mögen es sich nur qt eingestehen, daß — ja daß es ihuen oft bei Aler Liebe und aller Zerstreuung und all' dem held, das die Reise gekostet, herzlich langweilig ewesen. Also nun, eingekehrt in des Hauses reilige Haslen, nun wollen sie erst anfangen im herein mit guten Freunden, die an ihrem Wohl— tgehen Antheil nehmen, glücklich zu sein. Eine anndere Frage mag hier nur andeuiungsweise be— hrt sein, die namlich, ob nicht auch nach all' ren selten ausbleibenden Aufregungen, welche die rautzeit, die Beschaffung der Aussteuer, die Ein— ichtung der neuen Häuslichkeit u. s. w. mit fich rachten, in sanitärer Beziehung der jungen Frau hduhe, wie sie nur das einzige Heim zu geben ver⸗ ag, dienlicher ist als das Reisen. Bergsteigen, dleitern, Partieen machen, erhitzt und erschöpft von usflügen heimkehren, sich keine Ruhe gönnen, Tag uuf Tag neue Fernsichten seher wollen, neue Stra— tzen auf sich nehhmen, das Alles ist wenig geeignet ir die Neuvermählte, die oft von ihrer Pflicht, ch schonen zu müssen, keine blasse Idee hat, fich ajenige Kräftigung zu geben, die ihr noth thut. Zache gewisserhafter Aerzte wäre es, der herrschen⸗ sen Unfitte, daß durchaus gereist werden muß, ntgegenzutreten. Man wußte ehedem nichts von hochzeitsreisen und war sehr glücklich miteinander, —VX geschlosse⸗ lem Ehebündniß damit anfängt, Freuden außer⸗ halb des Hauses zu suchen, auf Ruhe und Komfort u verzichten, sich zu strapeziren; dieser Anfang ist ein guter und sollte von allen richtig Denkenden zemieden werden.“ Wiesbaden, 11. Nov. Der Afrikareisende gaul Reichard ist heute bei seinen Angehörigen dierselbst eingetroffen. Wie der „Am. Korresp.“ von dort geschrieben wird, gedenkt sich derselbe da⸗ jelbft nur wenige Tage auszuruhen, denn am Freitag bereits folgt Herr Reichard einer Einladung iach Kaiserslautern, wo ihm die Arbeiter der Fabril eines Vaters einen großartigen Empfang zugedacht saben, und reist dann Anfangs nächster Woche zach der deutschen Reichsshauptstadt, deren Zeographenkreise sich zu einer Bewilllommnung des fühnen Reisenden rüsten. pMaunz, 22. No. Zum Doppelmorde Wothe ist ein neuer Belastungszeuge gegen Herbsi zefunden worden in der Person einer Verkäuferin bon Messerwaaren in der Herbstmesse. Die Tochter der Verläuferin erkannte Herbst sofort wieder als denjenigen, welcher am letzten Meßtage einen außergewöhnlich großen Dolch kaufen wollte, aber den Berkaufsstand verließ mit den Worten, alle vborgezeigte Dolchmesser seien für seinen Zweck zu lurz, er bedürfe für seine Ardeit eines langen dolches. Tübingen, 7. Nob. An einer Blutver— zutung, die er sich durch eine Sektion zugezogen jatte, starb gestern Cand. med. Joh. Süllwold aus blasum in Osifriesland. — Ein seltenes Jubilhäam beging im abgelaufenen Monate der in den weitesten Kreisen xlannte Augenarzt Dr. Baͤuerlein in Würzburg, das Jubiläum seiner 500. Staar-Operation, welche noch dadurch besonders an Interesse gewann, daß ie an einem 83jährigen Greise ausgeführt wurde, der nach glücklich wieder erlangtem Sehvermögen danz allein die Heimreise antreten konnte. In dem Prozesse wegen der am 28. Auguf dei dem Turnfeste in Königinhof vorgekom⸗ nenen Ausschreitungen der Czechen gegen die deutschen Turner ist vor dem Kreisgericht zu ßöniggräß das Urtheil publizirt. Angeklagt waren 51 Personen, von denen fünf der deutschen Nation- nität angehören. Der Prozeß begann am 26. Oltober, hat also mehrere Wochen gedauert. Es wurden verurtheilt: wegen des Verbrechens der fentlichen Gewoltthatiglet. Mandl ¶Deutscher) orenz Halbich zu je 6 Monaten schweren Kerkers, er czechische Bürgermeister Sip und Gemeindeaus⸗ hußmiiglied Stucheick zu je 83 Monaten, Franke, Deutscher) und Hein zu je 4 und je 7 Monaten hweren Kerlers. Ferner erhielten Müller, Deutscher) 5 Monate, Endt 7 Monate und Wa— Rak 2 Monate schweren Kerkers zuerkannt. Wegen tipressung wurden Insolimek zu 18 Monaten, daumann und Jurek zu je 14 Monaten, Kittner u 13 Monaten schwerer Kerkerstrafe verurtheilt. zegen 17 Angeklagte wurde wegen Auflaufs auf strengen Arrest in der Dauer von 3 Tagen bis drei Wochen, gegen die drei Brüder Ruzicka, sowie gegen Anderle und Wik wurde wegen Steinwerfens auf schweren Kerker in der Dauer von 8 bis 13 Monaten erkannt. Die übrigen Angeklagten (13, darunter der Deutsche Baudisch, welcher beschutdigt war, provozirt zu haben), find freigesprochen worden. 4 Wieviel kostet der europäische Friede? Die „Bresl. Zig.“ bringt nach dem „Goth. Hofkalender“ folgende Zusammenstellung der Summen, welche die europäischen Mächte ährlich für ihre Armeen und Marinen ausgeben: Deutschland .. 470,830,303 Mk Belgien (1Frank—0,80 Mk. ger.) 36,859,040, Dänemark (IKrone-1,25M. ger.) 17,983,222. Frankreich( IFrant—0, 80Mk. ger.) 637,044,984, Hriechenland (1Drach.O, 8S0M ger.) 19,595 429, Broßbritanien(1Pf.St.20M. ger.) 577,382,140, Italien (1 Lire — 0, 80 M. ger.) 248,412,7383, stiederlande(1Gulden⸗1,70M. ger.) 54,561,3581, Desterreich Ungarn (1G1d.-2M. ger. 271,251,75652, Zortugal(1Pilreis 4, 45M. ger.) 31,604,544, Rumänien(1IFrank—0, 80M. ger.) 24,440. 970, Rußland(1Rubel—3,26 M. ger. 782,800,980, Schweden(I Krone 1,25 M. ger.) 29, 478.375, Norwegen(1Krone—1,25 M. ger.) 14,270,625, Schweiz (1 Frank 0,80 M. ger.) 12,080.389, Serbien (1 Frank —0, 80 M. ger.) 8,308,241, Spanien (1 Pesa — 0,80 M. ger.)134,863, 388, Türkei. * 111,142, 859, Europa braucht also 3183, 011. 820t. jährlich zur Unterhaltung seiner Armeen und Kriegs⸗ flotten. Die „Bresl. Ztg.“ rechnet dazu noch den Jahresaufwand für die europäischen Staatsschulden, da dieselben direkt oder indirekt ausschließlich durch die Ausgaben für die Streitkräfte der Staaten entstanden seien. Dies ergibt jährlich 4,.015, 198, 688 Mark. Die baaren Jahreskosten des Friedens be⸗ trügen demnach die ungeheure Summe von nahezu 712 Milliarden. fGeine gelernten Heizer.) In einem Vortrag im Berliner Verein für öffentliche Gesund⸗ deitspflege wies ein Herr Weinlig auf den Uebel⸗ tand hin, daß wir in Deuitschland fast nirgends einen eigentlichen Heizerstand, keine berufsmäßigen Heizer hätten, und dadurch flögen dann viele Ka⸗ ditalien zum Schornstein hinaus. „Das Heizen, trozdem es eine Menge Kenntniß und Erfahrung verlangt, wird geradezu nebenbei, oft nur aus— hilfsweise betrieben. Während die Eisenbahnen und die Marine längst erkannt und durch metho⸗ dischen, theoretischen und praktischen Unterricht und nindestens einjährige Dienstzeit als Lehrling zum zroßen finanziellen Vortheil und zur großen För⸗ derung der Sicherheit die Uebelstände beseitig! haben, gibt es für die Industrie nichts Aehnliches Industrie und Gewerbe müssen sich beliebige Leut herausgreifen nnd an der Anlage selbst heraus⸗ bilden. Man ist froh, einen Oberheizer oder einen Maschinisten zu haben, der wenigflens etwas von der Sacht verstehi.“ Die neue Heizerschule ist hierin wahrhaft segenbringend gewesen: Im An—⸗ 'ange verdampft der Neuling, der schon wo anders zeheizt hat, 1 K Braunkohle 1K Wosser, und der Schornstein qualmt nach Leibeskräften; nach 8-ÿ14 Tagen ist er so weit, daß er mit 1 X Kohle 2- 211 k Wasser verdampft und daß die Feuerung rast rauchlos von statten geht. Geradezu erdrückend varen die Unterschiede der Leistungen, bei dem in 5lberfeld angestellten Wettheizversuch unter solchen Zeizern, welche sich gewachsen hielten, den Versuch überhaupt zu machen. Die Zeitung „Der Dampf“ ttellt diese Resultate zusammen: Der eine öffnete die Feuerthür 122 mal, der andere 300 mal. be— chickte das Feuer 78 mal, der andere 188 mal— schürte das Feuer 17 mal, der andere 106 mai, dehrte die Kohle um 2 mal, der andere 28 mal, schlackte ab 1 mal, der andere 14 mal, uud dämpfte und regulirte den Zug 3 mal, der andere 64 mal, alles dieses in 22 Stunden; der eine verdampte daher auf 1K Kohle 6,07, der andere 7,50 k Wasser, der Effekt war also um 2500 verschieden. Man schaffe sich also erfahrene und gelernte Heizer in den Gewerben an. F Auf Borneo ist eine ungeheure Kandis zuckerMine enideckt worden, wahrscheinlich entstanden durch gewaltige Zuckerrohr-Walder, die in früherer Zeit bei gewissen Erdumwälzungen intergegangen sind. Der Zucker findet sich in der döhlung des Gebirges, deren Wände er mi— nächtigen, bis zu einem Zentner schweren Kryo— stallen bedeckt. Aufmerksam auf diese bis jetzt einzige Erscheinungsfform des Zuckers ward man durch eine süße Quelle, welche aus dem Gebirge entspringt, und deren Wasser von den Eingeborenen seit der ältesten Zeit durch Einkochen zu einem wohlschmeckenden Syrup verarbeitet wird. Die Wunder der Natur sind unerschöpflich! fF(GBohren von Glas.) Glas kann man ganz gut durchbohren, wenn man sich eines gehär⸗ teten Stahlbohrers, mit Terpeninöl befeuchtet, be⸗ dient. Man schleift den Bohrer mit einer langen Spitze und hinreichend leeren Zwischenräumen. Das Bohren geht schneller von statten, wenn das Ter— )entinöl mit Kampfer gesättigt ist. Mit einem jarten Werkzeug kann auf solche Weise eingeöltes Blas selbst mit kleinen Löchern von etwa *16 Zoll o schnell durchbohrt werden wie Gußeisen. Man ann sich dabei eines Brustbohrers bedienen, wobei nan nur darauf achten muß, daß der Stoc stetig oleibt, damit der Bohrer nicht bricht. Glas zu eilen, nimmt man eine 12 zöllige Mill⸗Feile, einfach gehauen und mit der oben angegedenen dösung mit Kampfer gesättigt, befeuchtet, und man ann dann dem Material eine beliebige Form gjeben, wie Messing. Um Glas in der Drehbank zu drechseln, stecke man eine Feile in den Werk⸗ eugstock und befeuchte sie mit Terpentinöl und dampfer, wie vorher. Um Glasrohren einzuwin⸗ ꝛeln, bringe man selbe in eine Drehbankfpindel von hartem Holze, die man mit einer Eisenstange mit Centren durch einen Block von Kirschbaumhoiz oder weichem Ahoin herstellen kann, und gebrauche die Fläche einer einfoch gehauenen Feile in dem Werkzeugstock, angefeuchtet wie vorher, wobei man aber langsam zu Werke gehen muß. Große Löcher können schnell von einem röhrenförmigen Stahl⸗ werkzeug geschnitten werden, welches am Ende wie eine Feile oder mit feinen Zähnen geschnitten ist, wobei natürlich große Sorgfalt anzuwenden ist. Die Rücksseite des Glases ist gut mit Bleiplatten oder auf andere Weise zu versehen, um jedem Brecheu durch ungleichen Druck borzubeugen. Dies Werkzeug hält aber keine zu schnelle Bewegung aus. Befeuchtet, wie angegeben, kann Glas auf solche einfache Weise ganz gut gebohrt und zuge⸗ richtet werden. FEGie Dauer von Dampfkesseln.) Man hat berechnet, daß ein Lokomotiv . Dampfkessel so lange aushält, bis die Maschine selber 350,000 Meilen gelaufen ist. Auf manchen Bahnen jedoch hält der Kessel unter günstigen Umständen, besonders venn er vergleichsmäßig mit reinem Wasser gespeist worden ist, wohl auch 400,000 - 500, 000 Meilen nus, ehe er dienstuntauglich wird. Wenn man naun annimmt, daß die Dauer der Leistungs— Fähigkeit von der des Kessels abhängig ist und letzterer unter günstigen Verhältnissen bei 500,000 Meilen aushält, muß der Feuerlasten wenigstens dreimal erneuert, müssen die Räder fünf⸗oder —R die Röhren des Kessels fieben⸗ bis zehnmal ersetzt werden. F(Nodernes Spielzeug.) Der kleine Fritz hat als Geschenk ein Eisenbahnspiel erhalten. Er nimmt jedes Stück aus der Schachtel und setzt es auf: Lokomotive, Waggons u. s. w. Die Schachtel ist bereits leer, er sucht immer noch. — Die Mama: „Aber Fritz, was suchst Du denn noch?“ — „Die Unfälle.“ Marktberichte. o Ensheim, 12. November. (Viktualienmarkt.) Butter »er/2 Kilo 1,M. 20 Pf., Eier per Dutzend 100 Pf. Zartoffeln per Kilo O Mi. — Pf. raut ver Dundert ß Mark. Zweibrücken, 12. November. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualienmartt.) Weizen 8 M. 63 Pf., Korn 7? M. 31 5f, Berfte zweireihige O M. — Pf., vierreihige d M. — pÿf.. Spelz 0 M. — Pf., Spelzlern — M. — pPf., Dinkel — M. — Pf. Mischsrucht O M. — Pf., Hafer 6 M. 56 Pf. Erbsen d M. — Pf. Wicden 0 M. — Pf., Heu 3 M. — Pf. Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Quat. 1 M. 80 Pf., Kartoffeln M. 60 Pf., Weißbrod 1!h Kilo 50 Pf. Kornbrod 8 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kilo 15 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 pf. Rindfleisch J. Qual. 30 ps, il Oual. 53 Pf. Kalbfleisch dd Ph. Hanmei. leisch 60 Pf. Schweinefleisch 5d9 Pf., Wein MViter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf., Butter /3 Kilogar. 1I M. — vVjf. Fur die Redaktion verantwortlich: F. K Demez. ——OQDOQÜQ — 5— Das Confectionsnaus UAX PELIM St. Johann a. d. Saar Bahnhofetrasse 63 empfiehlt als besonders preiswerth und in großer Auswahl am Lager habend. Complete Anzüge von Mk. 12 an. Damenregenmäntel von Mk. 6 an. Herbst⸗ u. Winter⸗Paletots von Mk. 12 an. Damenwintermäntel von Mk. 8 an. Finzelne Joppen u. Säcke von Mk. an. Herbstjaquets u. Visites von Mk. 10 an. Finzelne Hosen in reiner Wolle von Mk. 6 an. 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Notar Zeel, im Amtesitze zu Blieskastel biheilungshaiher öffentlich auf Eigen- als Repräsentant; — Alle, wo nichts hum versteigert: inderes gesagt, in St. Ingbert wohn⸗ Steuergemeinde St. Ingbert: daft. — Plan“Rr. 657 und 658, 2470 —71. Ingbert, den 11 November 1885 qm Fläche, worauf ein zweistöck Kemmerk. Notar. ges Wohnhaus mit Hofraum, *39 —7 Hinterbau und —*88 Vertragsmäßige Plan Nr. 1474, 17 4 70 qm orsto —0 Wiederversteigerung. Im, beides Ackerland, alles ein Ganzes bildend, gelegen zu St Ingbert an der Kohlenstraße; Plan Nr. 916, ß3a 75 qm Harten in den Großgärten neben Jacob Baron. Eigenthümer sind: Die Collateralerben der zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen und aAlda verstorbenen Catharina Gan⸗ ster, lebend gewerblose Wittwe von Peter Schmitt, weiland Puddler, daselbst wohnhaft gewesen. nämlich deren Geschwister, hezw. Nachkommen bon solchen, als: J. die Kinder und Repräsentanten des verlebten Bruders Franz Ganster, im Leben —*28 zu St. Ingbert, als: 4a. aus dessen Ehe mit seiner verstorvenen ersten Ehe⸗ srau Elisabatha Buttermann, Namens: 1) Elisabetha Gan— ster, ledig, großjährig, gewerblos 2) Franz Ganster, minderjährig. velchet den Johann Butter mann, Schmied, zum Hauptvormund, ind nachgeuannten Wilhelm Ganster zum Nebenvormund hat; b. aus dessen She mit seiner hinterbliebenen Wittw Barbara Wahrheit, gewerblos. tzt Ehefrau von Joseph Schwarz, Bergmann, Namens: Maria Gan— ster, minderjährig, gewerblos, welche hre Mutter zur gesetzlichen Vormün derin, deren jetzigen Ehemann zum Mitvormund und nachgenannten An— dreas Ganstet zum Nebenvormund hat. Il. Wilhelm Ganster, Puddler III. Die Känder und Repräsentanten Rs verlebten Bruders Anton Ganster, erzeugt in der Ehe mit ber gleichfalls voerlebten Margaretha Schmitt, als: 1. Andreas unc 2. Jacob Gausfter, beide minder ahrig, gewerblos, vertreten durch ihren dauptromund Georg Schmitt, pp puoh AVesPuo. ermitterm den prachtbvollen Posdauipfe der Red Star line, Antwerpen, des Uorddentschen Liond, Hremen, er Hamburg Amerik. Paketfahrt, Hamburg, Kder Conard fine, Liverpoel Vassage-Billets 1.. 2. und 3. Classe nach New-York, Boston, Philadelphia Zuebec. Canada und Manitoba, New-Oricans, Texas uno Californien, Rio Janeiro. Buenos Ayres und Süd⸗Amerika. Melbourue. Sidney und Australien owie Eisenbahn-Billets in's Junere der Vereinigten Staaten und Canadas zu billigsten Preisen Alle Auskunfiserthilt gratis XX dümmel Liqueur per Literfl. 70 Zfeffermunz Liqueur, 80 lnisette de Bordeauxy,, 1.00, doppel Kümmel .1.00, damburger Tropfen, „1.00, ‚Alter Schwede 1429 Boonekamp of Mage— bitter , 120, —— 1.50, — — *22 3 —A Lounut, Kun, JFunsthegen; Pfälzer Kartoffeln ver Etr. 1,20 Mt. Peters. St. Ingbert. IJacoh Fries. Druck und Berlag von F. X. Demer EFoben dex Hiezu fur uunsere Post⸗Abon genrtogt „Juͤnitrirte; Zouẽtaasblatt Ar 7. 7 —8 N 24 * Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚Et. Ingberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs— Aatt und Sonntagt mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 73 4, einschließ 0 ⸗ Zuftellungzgebuhr. Die Einrücknugsgebühr far die 1gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solden auf welche die Exvedition Auskunft ertheilt, 18 Z, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. 224. Sonntag, 15. November 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berlin, 183. Oltober. Es wird allseitig esätigt, daß die Konferenz eine Einigkeit erziell jabe durch die Wiederherstellung des status quo inte. Es sei in Vorschlag gebracht, dem Fürsten Alexander durch die Pforte von diesem Entschluß Zenniniß zu geben. Ueber die Maßregeln, welche u ergreifen sind, wenn der Fürst diesem Beschluß eine Folge gibt, schweben Verhandlungen, die noch veit von einem befriedigenden Abschlusse sein rürften. 3 wider die Sittlichkeit bei St. Johann⸗Saarbrücken! schuldig gemacht haben. — Die Schwindler, welche in Neustadt ihr Unwesen mit gefälschten Pfandscheinen trieben und zuch in Kaiserslautern trotz der Warnung in der Presse ihr sauberes Gewerde erfolgreich ausüben konnten, sind in Kehl festgenommen worden. — Speyer, 12. Nov. Nächsten Dienstag deu 17. November findet am 9 Uhr in der Dom⸗ iirche ein feierliches Jahrgedächtniß statt für die zeiden großen Wohlthater des Domes, die Konig Ludwig J. und Marimilian U. von Bayern. Führer hat eines Abends ihren vier Kindern im Alter von 10- 18 Jahren (A Söhnen, 2 Töchtern) vergifteten Meerrettigbrei zum Abendessen vorgesetzt und davon auch selbst gegessen, worauf sich sämmt⸗ liche fünf zur Ruhe begaben. Als anderen Tages rüh Todesstille in der Wohnung herrschte und ein Schlosser die Thüre öffnen mußte, sind die 18 Jahre alte Tochter todt und die anderen vier Per⸗ sonen in Zuckungen und sprachlos vorgefunden vorden. Die letzteren wurden sofort ins Kranken⸗ zaus geschafft, woselbst die aus dem Magen aus⸗ zepumpte Speise sich als vergiftet erwies und nach der Entfernung derselben sich vollste Aussicht auf Erhaltung sämmtlicher vier Patienten ergab. Die Mutter verweigerte jede Angabe über die That, indeß ist über die Motive zu der letzteren ermitteli worden, daß die Mutter vor kurzer Zeit im Gram über die Verführung ihrer ältesten Tochter die Drohung ausgestoßen hat, sich und saͤmmiliche Kinder umbringen zu wollen, und daß dieser Gram die Veranlassung zu der That gewesen ist. t.Winnipeg, 10. Nod. Der Passagier⸗ dampfer „Algoma“, der Canadischen Pacific⸗ Eisen⸗ hahngesellschaft gehörig, ist am Samftag fruh während eines furchtbaren Schneesturmes auf dem dake Superior in der Ndhe von Port Arthur 194 km vom Ufer, gescheitert und 48 Perfonen sind ertrunken. Gas alphabetische Musterweib.) Tin gutes Weib soll sein: anmuthig, bescheiden, harakterstarl, demüthig, ehrbar, fleißig, gefühlvoll häuslich, innig, keusch, liebenswürdig, mitleidig, nachgiebig, ordnungsliebend, pflichttreu, quellfrisch reinlich, sparsam, ireu, ungekünsteit, verschwiegen. wirthschaftlich, xantippenunäbnlich, zuverlässig. J Aussland. Wien, 18. Nov. Die ‚Neue Freie Presse“ aridet aus Belgrad, daß daselbst große Aufregung nn Erwartung der Konferenzbeschlüsse herrsche, und zaß der Konig, falls eine neuerliche Hinausschieb⸗ ing der Entscheidung Platz greife, zum Abwarten ich nicht verpflichtet erachte. Alle Minister find elegraphisch zum Koͤnig berufen; noch gestern fand WRinisterrath statt. Der Regierung nahestehende dreise halten die Altion für undermeidlich, falls ie Meldung von einer Grenzverletzung seitens qulgariens sich bewahrheitet. Petersburg, 18. Nob. Nowoje Wremja“ neidet aus Sofia, daß sich um Draganzankow die uussenfreundlichen Bulgaren gruppiren und die AXlupation seitens Rußlands anstreben. Vermischtes. f Nierstein, 11. Nov. Unsere Lese ist zu Inde und können wir, wenn auch nicht mit der —RWI jein; in Bezug auf letztere wurden die Erwariungen sogar übertroffen. Die Erscheinung wurde indeffen wahrgenommen, daß Diejenigen sehr gut gethan haben, die zuletzt mit der Lese begomien. Die Qualität des Mostes der zuletzt gelesenen Trauben übertrifft bei Weitem die erste Lese an Güte. Bodenheim, 11. Nov. In einigen Tagen wird es mit der Weinlese zu Ende gehen, ndem gegenwärtig nur noch zwei Großgrundbesitzer nit dem Einherbsten beschäftigt sind. Von großen Verkäufen verlautet augenblidlich nicht viel, obwohl immer kleinere Posten abgehen. Die Preise für neuen Wein stellen sich 425 — 600 Mt. per Stuͤck e nach der Lage und der Qualität des Mostes — In dem benachbarten Lörzweiler wurde dieser Tage „Heuriger“ zu dem fabelhaft billigen Preis pon 230 Mark per Stülck verkauft. fF Thann, 11. Nov. Die Cheleute Gg Ritsch und Regina Koos und der Tagner F Brasser thaten sich nach gemeinsamer Tagesarbeit in der Wohnung der ersteren an Branntwein gütlich, aber auch wahrscheinlich des Guten zu viel. Sie schliefen jedenfalls ein, ohne die Lampe zu loöͤschen und leßtere wurde dann wahrscheinlich um⸗ zestoßen und dadurch gerieth das Hauschen in Brand, wobei die drei elendiglich mitverbrannten, da sie den Ausgang im Rausche nicht mehr ju finden vermochten. fKönigsberq, 10. Nov. Ueber ein er⸗ chütterndes Familiendrama wird Folgendes bekannt. Die im rüstiasten Lehensalter stehende Maurerwittwer MartFirum Agenten f. Caffee a. un s. Emil ESchmidt Co., Hamburg. 3 Blasen- ottnãssen e cont. d'urinse ete.) beseitigt un⸗ fehlbar durch dewährte Mittel Apoth. Dr. Werner, Endersbach Witbg.) Preis M. 2.75 Posteinzah⸗ lung. Danktsagung: „Ich haitte diefe Mittel meinem Sohne nach Amerika gesandt und schreibt er, daß sich Ihre „Medikamente gut bewährt haben ꝛc. „P Seel, Tiefengruben““ Eokale nund pfoeltische Nachrichten. St. Ingbert, 14. Nov. Heute Vor— attag ereignete sich in der hiesigen Grube ein ehr bellagenswerther Unglüchzfall. Der hgergmann Peter Kreischer von hier, 33 Jahr⸗ ilt, wurde während der Arbeit von herabfallendem besteine so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf erstarb. Der Verungluͤckte war seit etwa einem jalben Jahre zum zweitenmale verheirathet und ein brader, fleißiger Mann. — Das NKomite zur Errichtung eines Hutten⸗ Sictingen · Denlmals auf der Ebernburg er⸗ jäßt einen Aufruf an die deutsche Nation um Bei—⸗ rage zu besagtem Zwecke. — Pirmasens, 12. Nov. Heute Vor—⸗ mititag wurde der Zimmermann Friedrich Wollen⸗ weber aus Irheim, Familienvater von 8 Kindern xlcher dahier beschäftigt war. verhaftet. Ge⸗ annter soll sich im vorigen Jahre eines Nereobhen- Weimarische Loose, Hauptgewinn im Werthe von 20,000 Mark, Ziehung schon am 10. Dezember, sind, das Loos zu 1 Mark, in der Expedition des „St. Ingberter Anzeiger“ zu haben. Fur die Rere renwortus: F. x. Deme * F — nsor Pastillen in plombirten Schachteln. cmser Catarrh.Pasien in runden Blechdosen m. uns. 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Er hofft, Bayern habe iese Gelegenheit, seine Souveränetät zu beweisen, icht dorübergehen lassen. Der Minister erwidert, ine offizielle Pression würde nur geschadet haben. zahern habe in Rom private Vorstellungen machen isen; dieselben seien, wie das von der ital. Regie⸗ ung vorgelegte Gesetz beweise, nicht erfolglos ge⸗ vesen. Das Haus bewilligt den Etat des Mini-⸗ teriums, ferner die Rechnungsnachweisungen und Ftats der Bodensee⸗Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft, AXs Donau-Main⸗ und Frankenthaler Kanals nach n Ausschußanträgen. — Die Kammer ist heute nit dem russischen Auslieferungsvertrag einmal in as Fahrwasser der höheren Politik hineingekommen. Vir hören. daß morgen die braunschweigische Erb⸗ olgeangelegenheit zur Sprache gebracht werden soll. ierauf bezog sich wohl auch bereits die heutige eußerung des Abgeordneten Kopp, daß er sich zundere, daß der Minister⸗Präsident Dr. Frhr. v. utz iu heutiger Sitzung nicht anwesend sei. Viel · eicht ist er morgen dvon Fraktionswegen geladen; as Prasidium selbst kann ihn nicht laden, da ediglich Gegenstande auf der Tagesordnung stehen, velche zum Ressort des Ministers des Aeutzern ge⸗ ören. Berlin, 12. Nop. Das Komitee der deut⸗ cen Gesellschaft fuür Sudamerika wird demnächst ur Zeichnung des Aktienkapitals von einer Million Martf in tausend Aktien à 1000 Mark auffordern, veiches zum Ankauf eines Landkomplexes in der üdbrasilischen Probinz Rio grande do Sul und Parzellierung desselben an deutsche Auswanderer, Zeschaffung von Baumaterial zu Wohnungen und Wirihschafisinbeniar verwendet werden soll. Die dandiose werden theils gegen bar, theils auf Kre⸗ dit vertauft. In gleicher Weise soll auch in den Provinzen Katharina und Parana vorgegangen verden. Brrlin, 14. Nov. Auf der kaiserlichen Werft in Kiel herrscht gegenwärtig eine überaus ebhafte Thatigkeit. Es handelt sich darum, die mmilichen Panzerschiffe der Sachsenklasse (.Sach ⸗ en“, „Bayern“, „Württemberg“ und „Baden“) ind den Aviso „Ziethen“, soweit auszurüsten, daß e nöthigenfalls binnen kürzester Frist in Dienst estelli werden könnten. Das schon im Dienst be⸗ ndliche Panzerschiff Bayern“ dient als Stamm⸗ hiff. d. h. es hat die speziell für den Dienst auf anzern ausgebildeten Besatzungsstämme der übrigen chiffe dieses „Reservegeschwaders“ an Bord. »asselbe würde, sobald es in Dienst gestellt, über 527 Mann und außer den Torpedos und den dordenfeldt'schen Rebvolverlanonen — über 28 heschütze zumeist schwersten Kalibers verfügen. zammliliche Schiffe werden mit Deckhäusern für die wannschaften (einer Neueinrichtung in unserer Narine) versehen, auch trifft man Bord alle Vor⸗ hrungen für den Winter, durch Anbringung von Nefen und von Dampfheizung, durch Einsetzen von Hoppelfenstern, die Revision der Fensterverkuttungen Sollte das deutfche Reich genöthigt sein, in den rachsten Monaten irgendwo im Auslande mit kriegsschiffen aufzutreten, so würde es schon im nen Augenblick üder ein schlagfertiges Panzer⸗ achwader verfügen. Ausland. Wien, 15. Nov. Die „N. Fr. Pr.“ meldet us Philippopel, 14. Nop.: Fürst Alexander erständigie sofort den Sultan und den Großvezier on der Kriegserklärung, hinzufügend, die von dönig Milan angegebenen Motive seien falsch und zie Hoffnung aussprechend, der Sultan werde ge⸗ neinschaftlich mit Fürst Alexander Bulgarien hutzen. — In dem Manifest an das Volk zeiht zürft Alexander die Regierung König Milan's des zrudermordes. — Die Konferenz duürfte unver⸗ ichtet auseinandergegangen sein. Ein Theil der ordbulgarischen Truppen wird den Serben ent⸗ egengesendet. — Die .N. Fr. Pr.“ meldet ferner us Petersburg: Anscheinend wird Rußland auf er Absetzung des Fürsten Alexander nicht bestehen. Ddie Patronenfabrik Tula erhielt die nach der ost⸗ umelischen Umwälzung eutzogene Erlaubniß, Bul⸗ jarien Patronen zu lie fern. Sosftia, 14. Nov. Die Serben rüdten heute rüh mit einem Bataillon. 3 Schwadronen und 5 Geschützen in bulgarisches Gebiet und setten hren Marsch in der Richtung nach Placinizza fort. Nonstantinopel, 14. Nov. Der serbische hesjandte Gruic notifizirte der Pforte, daß Serbien n Folge der Proklamationen der Bulgaren und hres Angriffs auf die serbische Armee in Hlassina Bulgarien den Krieg erklart habe. Der Ministerrath trat sofort zusammen. Europäer der ostaftikanischen Expedition, ist, wie ereits gemeldet, hier zum Besuche seiner Familie ein⸗ zetroffen. Nach einer Mittheilung des Rh. C.“ er lärt derselbe die vor nicht langer Zeit aufgetauchte Nachricht von seinem Tode folgendermaßen: Auf dem Wege von dem Tanganika ⸗See nach der Küste hat der deisende nämlich kurz vor dem Eintritte in das zeuische Gebiet von Usagara einen mörderischen dampf mit den Eingeborenen zu bestehen gehabt, er wahrscheinlich, da auf beiden Seiten Todte ind Verwundete blieben, das nach Sansibar ge⸗ rungene Gerücht von der Ermordung Reichard's ur Folge hatte. Es war in dem Gebiete von Igago, als Reichard, nachdem er mit seiner Kara⸗ vane von Mlundukli aufgebrochen war, auf ein zebra stieß und auf dasselde einige Schüsse abgab. die Eingedorenen jener Gegend, die Wagogo und ie kriegerischen Wahumpa, glaubten, daß diese Schüsse ihnen gelten sollten und schritten zum Angriffe auf die Karawane, in welchem fie außer⸗ em einen weiter einwärts wohnenden Stamm ver⸗ nutheten, mit dem sie cuf Kriegsfuß standen. Hergeblich suchte Reichard durch Zusammenziehen einer hintereinander marschirenden Leute dem dampfe Einhalt zu thun; mit dem gellenden driegsrufe „Uih!“, dem Schrei der Hyäne nach- jebiidet, stützten sich die Wahumpas auf die Kara⸗ vane und der Kampf war unvermeidlich. Da es den Angreifern gelang, die Leute Reichard's in einen Hdinterhalt zu locken, fielen 14 derselben und 4 vurden verwundet. Die eintretende Dunkelheit erleichteree den fluchtartigen Rückzug Reichard's, der übrigens in derselben Nacht auch von den Angreifern angetreten wurde. Später erfuhr Reichard, daß letztere 39 Tode und 8 Verwundete hatten. Darmstadt, 10. Nov. Der Cul de Paris uus der Schule verbannt. Den Schulerinnen der siesigen höheren Töchterschule „Viktoria“ ist vor durzem seitens der Lehrerinnen der dringende „Wunsch“ zu erkennen gegeben worden. von nun in ohne Tournüre in der Schule zu erscheinen. Zeit diesem Tage haben sämmtliche Schülerinnen »er genannten Schule das höchst überflüssige An⸗ sängsel weder mehr in der Schute noch auf der Straße getragen. Verdient Nachahmung! fFrankfurt a. M., 14. Nov. Fräulein Schmidt, welche der Frau Opernsängerin Schröder⸗ »anfstängl im Eisenbahnwagen die bekannte Ohr⸗ eige gegeben und deswegen zu 8 Tagen Gefäng—⸗ niß verurtheilt worden war, wurde vom Kaiser egnadigt. Die Gefängnißstrafe ist in eine Geld⸗ zuße von 100 Mt. umgewandelt worden. f Heidelberg, 12. Nov. Vorgestern er⸗ choß sich hier in seiner Wohnung ein Student damens Heyderich aus Siade in Hannover. Der 5chuß verhallte ungehört, so daß man ersft gestern Lbend die Leiche vorfand. Der Grund des Selbst⸗ nordes ist unbelkannt. 4 Aus Mittelfranken, 10. Novb. Jor wenigen Tagen wurde in den Steinbrüchen zei Solenhofen abermals ein Archdopteryx aufge⸗ unden. Das Skelett dieses versteinerten Thieres iegt fast unversehrt auf einer 46 Ctm. langen ind 38 Eim. breiten Platte, welche gleich nach der Auffindung von Professor Siemens um 20,000 Mark angekauft und dem Berliner Museum über⸗ assen wurde. (Dieser vorsündfluthliche Archäop⸗ eryr, von welchem nun 3 oder 4 fossile Exem⸗ plare in den Steinbrüchen von Solenhofen ge⸗ XEII M St. Ingbert, 16. Nop. Der Eisklub jat sich nunmehr endgiltig konstituiert und zwar burden folgende Herren in den Ausschuß desselben ewählt: Kgl. Subreltor Barnikel E. Vorstand), zeiil (II. Vorstand), Leopold Echriftführer), deinrich Reidiger (Rechner); die Herren —chlick, Bayer und Schindler als Bei⸗ tzet. — Die Äpuswahl des Terrains wurde den Jerren Hausser, Reidiger sen. und Karl zecker übertragen. — Zweibrücken, 14. Nop. Der Wolf, zer bisher die Gegend von Nünschweiler unsicher nachte, scheint sein Jagdgebiet in unsere nächste Aimgebung verlegt zu haben. Wie man uns heute rzahlt, hat der Wolf sich in vorverflossener Nacht n der Rähe eines Schaf⸗Pferchs zwischen dem stosenhof und Einöd gezeigt. Die angstlichen „chafe, welche die Bestie witterten, sammelten sich hutzsuchend um ihren Hirten, der sie noch Nachts uUhr nach Einöd zurudbrachte. Es ist demnach ohe Zeit, daß unsere Jäger sich anschicken, dem efäͤhrlichen Thiere den Garaus zu machen. 3.3) — Hettenleidelheim, 12. Nop. In er Thongrube des Herrn Joh. Schwab VIII. zste sich heute eine mehrere Zenmer schwere Erd⸗ nasse und traf den Erdgräber Nik. Ul rich so mnglücklich, daß ihm, das rechte Schienbein zwei⸗ nal gebrochen wurde. Evbdenkoben, 12. Nov. Ueber das Ver⸗ nögen des Handelsmannes Isaak Drehyfus VI. on Gommershrim wurde unterm Heutigen der donkurs verhängt, als Masseverwalter Geschäfts rann Acer bestellt und als Schlußtag fuür die Anmeldungen der 14. Dezember festgesetzt. I Vermifaotes. Wiesbaden, 12 Nov. Der Afrika⸗ eyende Vaul Reichard, der einzige überlebende funden wurden, ist ein Mittelding zwischen Vogel und EidechseJ) .. * fFHamburg, 12. Nov. Der Senat er⸗ mäßigte Hermann Petersen's Strafe wegen Aus⸗ gabe unverzinslicher Schuldscheine von acht Mill. auf 5000 Mark. — 00 —— f Die ganze Familie der Herren von Bat⸗ tenberg wird von der russischen Regierungspresse mit einem komisch wirkenden Hasse verfolgt. Fürst Alexander von Bulgarien soll seinen Thron ver⸗ lieren, sein Bruder, der Prinz Franz von Baiten⸗ berg. welcher bisher Selkonde⸗Lieutenant im preu⸗ zischen J. Garderegiment zu Fuß war, soll nach dem Wunsche jener Presse aus der deutschen Armee exmittierl werden. und zum Schluß „erwartet, man bon dem Vater des Fürsten von Bulgarien, dem Prinzen Alexander von Hessen daß erx seinen Ab⸗ schied aus der russischen Armee nehmen werde. Es sst zu befürchten, Ddaß sich die Rache des Zaren bis ins dritte nd vdierte Glied der Herren von Battenberg erstreckt. J F (Böhmische Zustände in Posenh Zur Sprachenfrage wird der „Pos. Ztg.“ neuer⸗ dings aus Gnesen die verbürgte Thatsache mitge⸗ getheilt, daß der Reundant der dortigen Genossen⸗ schaft „Darlehnsverein der Stadt Gnesen und Umgegend“ kürzlich eine in deutscher Sprache aus⸗ gestellte Rechnung mit dem Bedeuten zurückgewiesen hat: „deutsche Rechnungen bezahle er nicht, er derlange polnische.. Der Herr führt den echt bolnischen Namen „Theurich‘“. Das erinnert un⸗ villtürlich an die Czechenbrüder, welche alle deut⸗ schen Briefe mit Rechnungen uneröffnet der Poft zu rückgeben. FParis, 9. Nov. Eine vierfitzige, ein⸗ schließlich der 4 Passagiere, des Kutschers, Kohlen⸗ und Wasservorraths nur 1800 Kilo wiegende Dampfkutsche durchfährt seit einigen Tagen die Straßen von Passy und das Bois de Boulogne mit einex Geschwindigkeit von 30 Km.“ in der Stunde. Dieser vom Grafen Dion und den HH. Bouton und Trepardoux erbaute Wagen, dessen Abbildung und Beschreibung die „Nature“ gibt, hat eine lenkbare Vorderaxe und kann Kurven von 2 Mtr. Durchmesser beschreiben. Der Kessel sammt Aschkasten, Esse und allem Zubehör wiegt 400 e. Die Maschine besteht aus 2 oszillirenden Cylindern bdon 10 Em. Durchmesser'und 10 Em. Ganglange. Der Wagen hangt in Kutschenfedern. Der Vet⸗ »rauch von Kohle soll nur 1Kg. für 192 Km. detragen. (7) Ein Madrider hat sich bereits einen gleichen Dampf⸗Phaeton beflellt. F Vor dem Lord Oberrichter Ellenborough er schien ein Maurer als Zeuge in seiner Arbeits⸗ tracht. Als er vereidet werden sollte, außerte Ellenborough. daß er einen besseren Anzug hatte wählen können, wenn er dor Gericht erscheine. Der Arbeiter zuckte die Schulter.' „Ich denke,“ versetzte er, „daß ich ebenso anständig wie Eure Herrlichkeit bin.“ — „Wie?“ rief der Lord Ober⸗ richtet. „Eure und meine Kleidung! das ist doch wohl ein Unterschied.“ — Nicht doch; Sie— sind hier in Ihren Arbeilslleidern, ich in den meinigen. F Galveston, 14. Nop. Nach naäheren Ermittelungen der Durch die Feuersbrunst angerich⸗ seten Zerstörungen find dieselben nicht ganz so be— deutend, wie in der ersten Aufregung,“ ehe der Schaden ganz übersehbar gewesen, gemeldet wurde. 32 Hauserkomplexe mit 800 hölzernen Hausern ind niedergebrannt und 500 Familien obdachlos. Abgesehen von einigen kleineren Magazinen waren ille zerstörten Häuser Wohngebaude. Der Schaden vird auf 1,300, 000 Dollars geschätzt FNew-⸗NYort,A10. Nov. Die canadische Pacific · Eisenbahn ist am verflossenen Samstag ollendet worden, indem decr letzte Zapfen in der stähe von Farwell (Britisch Columbien) eingetrieben vpurde; die Bahn ist jetzt von Quebec dis zum Ztillen Meere ununterbrochen. Der erste durch⸗ zehende Zug ist am 8. von Montreal in Vancon⸗ der angekommen. Die Reise wird als eine erfolg⸗ eiche bezeichnet und es war die durchschnitiliche Fahrgeschwindigkeit, einschließlich gewöhnlichen Auf-⸗ enthaltes auf Zwischenstationen, 24 englische Meilen n der Stunde. Sterbekeͤ ne. Gestorben: in⸗ Zweibrücken Karl Kaul. Schreiner; in Oderotterbach Josef Volkmann, ath. Pfarrer; in Leinsweiler Hrinrich Links, 18 J. a.; zu Zeiskam Elisab. Helwerih geb. Forneille 51 J. a.; in Neustadt Frau Katharina Mieg, geb. Schmeißer. Christian Dawo. AmI1. Glisabeih Tochter von a Betz. am 11. Jacob Sohn von Georg Altmaier Joseph Sohn von Veter Zimmermann, am i1. Nal Tochter von Peter Fery. Am 12. Ludwig Sohn p Johann Heib von Haffel. Am 13. Gduard Sohn * Jacob Frisch. Am 16. Richard Sohn von Johann —* iher, ani 16. Glisabetha Tochter von Tarl Kopp. Amr Anna Tochter von Jacob Selgrad. Am 18. Ludwig Soh von Ludwig Wol. Am 19. Heinrich Sohn von Bestzʒ am 19. Helena Tochter von Ricolaus Huy —* 20. Wendelin Sohn von Johann Stalter. Am 22. Elisa. betha Tochter von Heinrich Morlo. Am 23. Peter Sohr deinrich Schmelzer, am 28. Magdalena Tochter von dug wig Steinfeid. Am 26. Elisabeth Tochter von Vvhiip⸗ Christ, am 25. Maria Magdalena Tochter von —RR Seiler· Am 27. Johann Sohn von Johann Vehmann n Hassel. Am 28. Elisabeth Tochter von Johann Kneib, an 28. Wilhelm Sohn von Conrad Bender in Hassel. An 29. Wilhelm Sohn von Johann Hoffmann, am 29. K harina Tochter von Franz: Kißling. Am 80. Wuis⸗ Tochter · von Magdalena Kayser, am 80. Peter Sohn der Johann Inng. Am⸗81. Maria⸗Tochter von Joseph Guͤnther. Im Oltober 1885 sind gestorben: Am 1. Maria Tochter von Philipp Bosche. An 4 douise Schmitt Wwe. Scherer, am 6. Peter Schweißer dens. Bergmann, am 6. Magdakena Steinfeld, Ehefrau od Franz Wagner. Am 7. Friedrich Sohn von Friedriä Imschweiler. Am 8. Katharina Schmitt Wwe. Schaub Am 11. Johann Sohn von Jacab Luckas. Am 13. Jo jann Joseph Betz, pens. Bergmann, am 18. Joseph Sohr on Franz Jacob Heinrich, am 183. Jacob Sohn von Kar dlein, am 13. Elisabetha Tochter von Adam Grünfelder Am 14. Sophia Schwarz, Ehefrau von Jacob Nagel. Am 16. Georg Sohn von Franz Bleif, am 16. Henriette Lion Wwe. von Mendel Beer. Am 19. Jacob Feichtner, Berg mann. Am 20. Peter Ansel, Tagner in Hassel. Am 21 Johann Joseph Sohn von Mathias Krill. Am 24. Pete Schwarz, fruher Megger, am 24. Friedrich Stegmann Tagner, am 24. Amalie Tochter von Georg Theobald, an 24. Wilhelmina Tochter von Georg Jung. Am 25. Gertraud Tochter von Josehh Wagner. am 26. Katharin⸗ Ganster, Wwe. von Peter Schmitt. Verehelicht haben sich im Oktober 1883. Am Ss. Oktober Peter Ochs mit Maria Maurer. A O. Valentin Wagner mit Charlotta Fuchs. Am 1 Johann Gebhardt mit Louisa Keßler von Hafsel. Am NRicolaus Treinen uit Katharina Steinfelz. Am 29 Alexander Bernhard Wilhelm Lindner mit GElisabeth— Bunther. αα . Ingberrt. Im Monat Oktober 1885 wurden geboren: Am 1., Johann Sohn von Carl Wagner, am 1. Jo. zann Ludwig Sohn von Ludwig Weinspach. Um 2. Matic Tochter von Adam Bauer von Hafsel. AUm 8 Franz Ubert Sohn von Franz Battberg, am 8. Carl Sohn von Tarl Hüther. Am 4. Philippina Tochter von Johann Feicderi. Am 5. Rosa Tochter von Jacob Schanne. Am z. Jacob Sohn von Jacob Fuchs, am 6. Emma Erne. lina Tochter vou Paul Brunn. Am 7. Sophia Tochter on Georg Keßler von Haffel, am 7. Julius Sohn von heodor Neunniger. Am 8. Maria ee von Joseph Jest, am 8. Julianna Tochter von Carl Undehend in Hassel. Im 9. Avina Tochter von Katharina Forell. am 9. Natia c. d. Johann Jung. Am 10. Anna Eiisabelh Tochter don— Weimarische Loose, Hauptgewinn im Werthe von 20,000 Mar— Ziehung schon am 10. Dezember, uind, das Loos zu. 1. Mark, in der Expedition ddeee— „St. lIngherter Anzeigor“ zu haben. Fur die Redaktien veranwwortuich F. X. Demeß αα — — —— — —— — — — 7 — — — — Todes⸗ Anzeige. BVerwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigstgeliebie Tochter, Schwester, Tante und Schwägerin * * * * Margaretha Weiland. Näherin, 21 Jahre alt, gestein Morgen frühe halb 3 Uhr nach längerem Leiden in ein besseres Jenseits zu sich abzurufen. St. Ingbert, JII6. November 1885. Namens der tieftrauernden Familie: Johann Weiland, Vater. Die Beerdigung findet Dienstag Morgen um 9 Uhr statt. oer Ihlustririe Bererische * 2268 FamilienKaͤlender E saur 1888 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteut zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge müthvolle Erzählungen, prächtige Humores?en, miist mit Jilustrationen versehen, sowie zahireiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den Kalender zu einer billigen Lektüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erhält außer einem prachtvollen Oeldrucbbildd: F „AMultterglück“ —XD 43) Wand⸗Kalender, b) Portemonnaie Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und praltischen Ausführung für . Jedermann unentbehrlich sinddc Fernet enthält jeder Kalender ein — BPanorama des RNheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illastrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang. 24 Centimeter breit. VPreis des Kalenders 8 Re obigen v*F Au r wei Beilagen. ⸗ sowie Oeldruckbild und Rhein⸗ 50 P f —AAVV — — ! Panorama . Zu haben in de F Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger. ö000 00000—*2000 22 Billiger Bazar Drei eiserne Dachfonstor St. Inghert. 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Demes n E Imnoberi — — 28 2222 *28 — 22235 53753323355 525 8523 3 52 532523553 —z553 33520 8 ——— 3 33——8 5— 5372332728 8 555. 33 52—2 3523222 3238 55 — 2 23* F 8 8383323536* * 3 3 38 —33 8 38 333378335* 2325 —3 —53 3 3 333235—38 75. 3 2⏑ 2——22—4 ——— ———3 —383353 238353 2833328353288 83253 —55 23333 3838 233 85333 — 5 5— — 6 335333 — — — — 8 J. — — 323238 32 72 35332 35 252 578 3* 2 —E 5— 2283 55 2227 * — 2322 z232— — 12 52B. 0 5 — —— ———— 52385 2 —z5*3ss⏑ —.3858* 252z23553 5357 z3255 383—53 * 553235 3 22 5 535—2—355 —8 —23522 7883 33553 3 3 J 2 58 2355358 25228 3533553353733533 2325 8223 253833333838 7 * *232 33352 B323 A 3* 2 2 2.2 15 82 ** * — 25k2320 —3 —53 352—82322838 32 53 M —3 * 52 — 2 232 8 —8— 8823 55 3828 5 532 —5 2532326 355 5—528530 5*3 —— 7 —260 b — e — * 32 —355528*23 22 2 5—2 38422 2552—232 5253 * 538 —2 3 833 —33 3 3 8 ——385 332— — 3 8 ——— — — 22— 5322 5323 — — ———— 2— 2 — ——— 2 5 25515 —— ——— — 2 83 — z2325532 28 6— 333835235 5537535 13272 385 3122253* 3535 5 —35537323 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Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalt Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ n und Sonntags mit Bseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Voß bezogen 1M 75 —, einschliekl ¶ Zustellungtgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondielle oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfältischen und solch v auf welche die Srpedition Auskunft eriheilt, 13 H, Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimallge berechnet. 12 WV226 Dienstag, 17. November 1888. I 20. Jahrg. Deutsches Reich. 17 Munchen, 183. Nov. Sicherem Vernehmen zach steht die Ausweisung einiger an hiesiger Uni⸗ veriiät studirender Russen die nihilistischer Umtriebe verdächtig sein sollen, devor. Berlin, 16. Nov. Die Mächte sind ange—⸗ his des serbisch bulgarischen Krieges bemüht, die bermalige Aufwallung der gesammten orientalischen grage zu verhindern. Hier glaubt man, daß troß jer bisher nicht in Einklang zu bringenden Anschau⸗ mgen Rußland und Englands doch noch ein Aus- leich gfunden und der Friede Europas gewahrt derden wird. Die Schußmächte in Griechenland oersuchen inzwischen in Athen ihren speziellen Ein— iuß zu Gunsten des Friedens geltend zu machen. eine derartige Verletzung desselben verübt, daß die Unionsbestrebungen des Fürsten Alexander dagegen erbleichen. „Es ist keine Uebertreibung“, schreibt „Nowoje Wremja“, „zu behaupten, daß Serbien die Unabhängigkeit Bulgariens ausgesprochen hat. Nur so kann man sich die Kriegserklärung zurecht- egen! Was wird die Türkei thun? Es ist mmerhin nicht unmöglich. daß sie mit Bulgarien semeinsame Sache macht!“ — Durch alle Ge⸗ präche schon gestern Abend, wie in den heutigen ürtikeln, zieht sich gleich einem rothen Faden der Vorwurf: Alles hätte vermieden werden können, venn die Mächte sofort rasch gehandelt hätten. Jetzt aber müsse entschieden dem empörenden Skandal SerbienBulgarien ein schnelles Ende ge⸗ macht werden. Soll Rußland Alles ruhig mit ansehen? Serbiens Handlungen beeinflusse Oester⸗ reich. Hinter Bulgarien agire England. Es sei Zeit, daß Rußland sich seiner eigenen bedeutenden Interessen auf der Balkanhalbinsel erinnere, anstatt fernerhin die Rolle des uneigennützigen Wächters eines Traktats zu spielen, den alle anderen Mächte verletzen. — Durch alle russischen Blatter geht die lage, daß die slavischen Brüder sich nun unter einander zerfleischen wollen. Paris, 16. Nov. Die Boͤrse ist beruhigter. Die Kammer nahm die ministerielle Erklärung mit eisiger Kalte auf. Eine Ministerkrisis ist unzwei felhaft, ein Kabinet Freycinet wahrscheinlich. Philippopel, 15. Novp. Die bulgarisch Zriegsproklamation hat folgenden Wortlaut: „Wir Alexander J., durch Gottes Gnad und durch den Willen des Volkes Fürit von Bul garien, thun hiermit kund und zu wissen: Die Regierung des benachbarten serbischen Volkes, geleitet von persönlichen und egoistischen Motiven und wünschend, daß sich auflöse das zeilige Werk der Vereinigung des bulgarischen Volkes in ein Reich. hat heute ohne jegliches Besetz und ohne rechtlichen Grund unserem Reiche den Krieg erklärt und ihrer Armee befoblen. in inser Land einzurücken. Mit großem Kummer hörten wir diese Nach⸗ cicht, weil wir niemals geglaubt hatten, daß unsere ffammverwandten und durch das Band der Religion mit uns verbundenen Brüder gegen ins die Hand erheben und einen brudermörder⸗ schen Krieg in so schweren Zeiten veginnen vürden — einen Krieg, welcher die lleinen Balkanstaaten außerordentlich schwächen muß, der mit unmenschlicher Grausamkeit und ohne jeden Grund gegen einen Nachbarn begonnen vurde, welcher seinerseits Niemandem nahetre⸗ end, für ein edles, gerechtes und löbliches Werf arbeitete und kämpfte. Indem wir der serbischen Regierung die volle Herantwortlichkeit lassen für diesen brudermörder⸗ schen Kampf zwischen zwei Brüdervölkern und ür alle Folgen, welche den beiden kämpfenden Staaten erwachsen werden, verkünden wir un— erem geliebten Volke, daß wir die serbische Zriegserklarung angenommen und unseret apferen, heldenmüthigen Armee befohlen haben, die Feindseligkeiten mit Serbien zu beginnen ind unser heimathliches Land und die Freiheil des bulgarischen Volkes mannhaft zu schirmen. Unser Werk ist heilig; wir hoffen, daß es Hott unter seinen Schirm nehmen und uns die nöthige Kraft verleihen wird, daß wir siegreich jexvorgehen aus dem Kampf um unsere heiligsten Huüter. für die wir uns zu opfern bereit sind, Auch hegen wir das feste Vertrauen, daß unser geliebtes Voll zusammeneilen und daß Mann für Mann bei dem schweren, aber heiligen Werke der Vertheidigung des Vaterlandes gegen die Feinde mithelfen wird. Und wir erwarten, daß seder Bulgare, der Waffen tragen kann, herbei⸗ eilt, daß er streite für sein Vaterlond und für die Freiheit. Wir rufen den Allerhöchsten an, daß er die Bulgaren in seinen Schutz nimmi und sie schirmt, daß er uns helfe in muͤhsamer und schwerer Zeit!“ Sofia, 16. Rov. Nachrichten über ein Ge— echt bei Tzaribrod besagen, daß der Verlust der Bulgaren 34 Todte und Verwundete betragen habe. der Verlust der Serben war erheblicher. Ser—⸗ bischerseits waren sechs Bataillone, 2 Schwadronen und zwei Batterien im Gefecht; bulgarischerseits ein Bataillon Reguläre und ein Bataillon Milizen. Tzaribrod wurde von den Serben beseßzt. Sofia, 16. Nob. Gestern morgen wurde die zeste Position bei Dragoman von starken serb— ischen Streitkräften, die von Zaribrod vorrüdten. angegriffen. Es entfpann sich ein lebhaftes Ar⸗ tilleriegefecht, welches bis in die Nacht andauerte und den bulgarischen Truppen wenig Schaden zu—⸗ jügte. Ein anderes serbisches Korps, das die Position von Dragoman zu umgehen suchte, wurde zurückgeworfen. Heute wird ein erneuter Angriff erwartet. Bei Trn fand ebenfclls ein Gefecht statt. Details fehlen noch. Soffia, 16. Rov. Die Serben haben nach erbittertem Kampfe die Position bei Trn umgangen. Dragoman ist definitiv aufgegeben. Die Bulgaren sind bei Slionitza concentrirt. Konstantinopel, 16. Nov. Serbien ver⸗ sicherte der Pforte bei Rotifikation der Kriegserklär⸗ uing, daß es nicht blos auf Wiederherstellung, son⸗ dern auch auf Befestigung der Autorität des Sultans in den Balkanländern hedacht sei. Belgrad, 16. Nov. Die serbische Donau⸗ Division steht bei Tzaribrod; die Morava⸗Division zegenüber Trn; die Schumadja⸗- Dibvision in der Richtung gegen Sosia; die Kavallerie⸗ Dipision bei Odorobci. Dieselben rücken mit Um jehung des Dragomanpasses concentrisch gegen Sofia vor. Der Köonig ist bei dem rechten Flügel der Timok⸗Armee. Oberbefehlshaber General Leschjanin hatte in dem Abendgefechte bei Tzaribrod nicht unbedeutende Verlufte. Belgrad, 16. Nov. Offiziell. Die Serben machten vorgestern in Zaribrod 200 Gefangene. Die Timot⸗Armee erlitt bei der Einnahme von Adlie (Kula) einen Gesammtverlust von 150 Mann. Die Serben haben seit dem Beginn des Krieges 50 Todte und 200 Verwundete derloren. Der Vor⸗ marsch dauert an allen Punkten fort. Ausssland Wien, 15. Nov. Ich erfahre authentisch. die Pfarte absolut abgeneigt ist, in den ser isch bulgarischen Konflikt militärisch einzugreifen. die umlaufenden Gerüchte, daß die Delegationen zorgen vertagt werden sollen, werden amtlicherseits sritten. Wien, 15. Nov. Die gesammte Wiener e erörtert in Leitartikeln den serbisch-bulgari⸗ den Krieg. Nur wenige Blätter drücken die desorgniß aus, der Bruderkrieg auf der Balkan⸗ zalbinsel könnte einen feindseligen Gegensatz zwischen desterreich und Rußland hervortreten lassen. Die brigen rechnen auf eine kurze Dauer des Kampfes, indem sie die Annahme aufstellen, daß die Groß⸗ nächte schon früher bereits mit der Eventuaglität dieses Krieges gerechnet hätten. Die Lokalisirung ieb Brandes sei demnach durchaus wahrscheinlich. tuch durch offiziöse Kundgebungen wird die Zu⸗ rersicht auf Bewahrung des Friedens zwischen den droßmächten ausgedrückt. Daß die Konferenz vor er Hand ihre Berathungen mindestens unterbrechen nüsse, gilt allgemein als wahrscheinlich, wenngleich nan in diplomatischen Kreisen die Meinung aus⸗ prechen hört, daß die Konferenz, da sie lediglich ie ostrumelische Frage zu herathen habe, ruhig orttagen könnte. — Berichte aus Konstantinopel zestätigen, daß Fürst Alexander von Bulgarien die dilse des Sultans gegen Serbien nachgesucht habe, zoch sollen mehrere Mächte ihren Einfluß geltend emacht haben, um den Sultan von der Gewähr⸗ ung der Bitte seines Lehnsvbasallen abzuhalten. Inmerhin hat die Pfocte in dieser Beziehung noch nicht ihren letzten Beschluß gefaßt. Auf das Athener Kabinet wird ein starker Druck ausgeübt, um Griechenland von eiger Aktion zurückzuhalten, ob mit Erfolg, bleibt abzuwarten. Wien, 16. Noo. Wie die „Neue Freie otesser aus Philippopel meldet, empfing Fürst ilexander eiue türkische Deputation, welche erklärte, e Mohamedaner seien bereit, freiwillig gegen die Serben zu kämpfen. Fürst Alexander nahm ihre Dienste an. Der Fürf zeigte der Pforte an, daß twan die bulgarische Grenze hineile, damit aber auch die türkischen Grenzen vertheidige. Er hoffe, daß die Pforte den Angtiff der Serben gegen Bul⸗ rien als eine Verletzung der türkischen Grenzen msehen werde. Die Pforte wies den Grenzkom— nandant an, gegen jede Eventualität einer serbischen ünvasion in türkisches Gebict Acht zu haben. Petersburg, 15. Nor. Das Vorgehen verbiens wird ausnahmslos aufs Entschiedenste ver⸗ e Der Zorn richtet sich speziell gegen König 9— welcher — jungit noch ein ungebetener ertheidiger des Berliner Traktais — nunmehr Lokale und pfalzische Nachrichten. — Aus der Pfalz. Seitens der königl. Regierung der Pfalz wurde den Subrektoraten der dateinschulen eröffuet, daß die an den Lateinschulen angestellten Lehrer, sowohl Haupt; als Nebenlehrer, von Entrichtung des Schulgeldes für ihre betreffende Anstalt besuchenden Söhne befreit sind. *51Schnappach, 16. Nov. Mit dem heutigen Tage ist ein Jahr vergangen, daß der irchhof dahier eingeweiht worden ist. Während dieses Jahr starben dahier 21 Personen und zwar ß erwachsene Personen (2 männlichen und 4 weib— lichen Geschlechts) und 15 Kinder (7 männlichen und 8 weiblichen Geschlechts.) Es ergibt dies für das verwichene Jahr eine Sterblichkeit der Bevöl ⸗ kerung (1400 Einw.) von 193 *0. Von den Beerdigungen fanden 12 nach katholischem und d nach protestantischem Ritus fiat. Dgdinzweiler, 18. Novb. Gestern Morgen 3 Uhr licßen sich die Eheleute Wak von hier mit ihrem Fuhrwerke nach der Eisenbahnstation Stöck⸗ weiler fahren, um mit dem Fünfuhrzuge nach Faiserslautern und Neustadt zu reisen. Nachdem sie ihr Gepäck spedirt und sich nach ihrem Fuhr⸗ werk umsehen wollten, waren Pferd und Wagen verschwunden. Eheleute Wak mußten unterdefsen mit dem eingetroffenen Zuge fort. Nach mehr-⸗ fündigem Suchen fand, wie die „Pf. V.Ztg.“ berichiet, der Fuhrmann Pferd und Wagen wohl⸗ behaiten · in dem nach entgegengesetzter Richtung liegenden Hohenöllen, wo dortige Einwohner das herrenlose Gefährt in Gewahr nahmen und es dem ingstlich Suchenden übergaben. Nadiserslautern, 14. Nob. Der HDauptbahnhof bildete heute Mittag das Ziel von Taufenden. Alles rilte, um einen Sohn unserer Sladt, den Afrika⸗Reisenden Herrn Paul Reichard, hei seiner Rückkehr in das Vaterhaus willkommen zu heißen. Beim Empfange hatten fich eingefun⸗ den die Herren Bürgermeister Hohle, Studienrektor Dr. Simon, Heister und eine große Anzahl Ge—⸗ ladener, darunier die früheren Lehrer des Gefeierten. derr Hohle begrüßte Herrn Reichard mit folgender Ansprache: „Mein lieber Herr Reichard! Herzlich Willkommen in der Heimath! Tausende rufen Ihnen denselben Willkommensgruß zu und freuen fich Ihrer glüclichen Heimkehr in das Vaterhaus. Auch Sie kampfien Jahre lang wie ein tapferer Soldat; aber nicht Menschenblut war Ihre Loosung. Sie waren ein Pionier der Wissenschaft und als solcher haben Sie sich hoch verdient gemacht um die Wissenschaft und um unser theueres Vaterland. Ich glaube aus dem Herzen Aller zu rufen, wenn ich zu dem Willkommensruf anrege: Hoch lebe unser Paul Reichard, der Afrika- Reisende! Bewegt und freudigen Herzens stimmte Alles in diesen Ruf ein. — In einer Konkurrenz für Entwürfe zu einer Villa (Kuͤnstlerheim) in München erhielten die Architekten Littmann und Lincke in Dresden den ersten Preis für die meistentsprechende architektonische Loͤsung, wahtend dem Architekten O. Dedreux (ge⸗ boren ju Kaiserslautern) der zweite Preis für das sich am meisten durch künstlerisch ˖ dekorative Geftaltung der Innenräume fich auszeichnende Projekt zuertheilt wurde. — Winnweiler, 14. Nop. Das vier Jahre alte Kind des Ackerers Welker von Falken⸗ siein war mit einem größeten Knaben auf der Weide, um das Vieh zu hüten. Wie dies von Zindern in ähnlichen Fallen so vielfach geschieht, machte der altere Knabe ein Feuer an und ging auf andere Felder, um Holz u. s. w. zu lesen den kleinen Knaben allein bei dem Feuer lassend. Das Kind kam dem Feuer zu nahe, seine Kleider⸗ Hen fingen in heller Flamme an zu brennen und ehe noch Hilfe kommen konnte, war es derart am ganzen Korper verbrannt, daß es am Tage darauf fiarbo. — In Alsenbrück brannte gestern Abend das Wohnhaus und Siallgebäude, sowie die Schmiede des Herrn Karl Frank bis auf die Mauern nieder. — DAnaus der Ebene, 183. Nov. Als suriosum theilen wir Ihnen mit, daß bei einer dieser Tage vorgenommenen Versteigerung ein arbßerer Grundbesiher den Namen seiner verlebten Fhefrau nicht angeben konnte, so daß man zum Frgoͤzen des Publikums die Gemeindeakten zu hiife nehmen mußte. Gewiß noch selten dagewesen! — Waͤhrend in der Pfalz und in den mittel⸗ rheinischen Weingegenden die Zuftiedenheit über den Herbst gering ist, hat es in Württemberg und VBaden Wein in Hülle und Fülle gegeben. „Wer heuer nicht trinkt, ist zu faul zum Schlucken“ heißt es dort. SvVom oberen Gebirge, 13. Nod. Der neue Wein scheint im Fasse besser zu werden, als man vor einigen Wochen glaubte; jedoch Kaufer lassen sich nirgends sehen. Es ist hierin vollstän⸗ dig still, da auch zu niedrigen Preisen keine Käufer borhanden find; die alten Weine hingegen sind eswas beliebter und haben im Preise angezogen. — Landau, 14. Novb. Ueber einen am Donnerstag Nachmittag dem um 4 Uhr von hier nach Zweibrücken abgehenden Schnellzug zugestoßenen Unfäll ward folgende amtliche Mittheilung: Anuweiler, 12. Nod. Bei Einfahrt des Zuges Nr. 260 von Landau nach Zweibrücken entgleisten )eute die der Saarbrücker Bahn gehörige Lolomo⸗ side, der Pack ˖ und ein Personenwagen, ohne daß irgend welche Verwundungen vorkamen. Die Bescha⸗ digungen der entgleisten Fahrzeuge sind unerheblich. Ddie Entgleisung fand an einer Weiche statt und en durch falsche Stellung derselben herbeigeführt u sein. n — Gexmersheim, 15. Nop. Dem Studirenden der Rechtswissenschaft K. Osthelder zon hierwurde von Beginn des Studienjahres 1885186 an die Aufnahme in das königl. Mari⸗ nilianeum bewilligt. at — Speyer, 13. Nob. Am 30d8. Mis. wird die Jäger'sche Buchdrucerei mit dem Verlags⸗ recht der Pfalzer Zeitung, des Westricher Volks- hlattes, Rheinischen Volksblattes und der Bliesgau⸗ Zeitung abtheilungshalber versteigert. Zuerst wird die Druͤckerei und dann das Verlagsrecht der vier Blätter, schließlich das Ganze zusammen ausgeboten. — Ludwigshafen. 18. Nov. Mittelst zohen Regierungsrestriptes vom 30. Oktober 1885 vpurde der Hauptlehrer für Realien an der städti⸗ chen Handelsschule in München, Hr. Dr. Aloys Beisfbeck, auf den Vorschlag des hiesigen Stadt⸗ cathes zum Lokalschulinspektor an der konfessionell- emischien Volksschule dahier ernannt. Derselbe ritt am 1. Januar 1886 sein Amt an, von welchem Zeitpunkte ab die Funktionen des katholischen und zes protestantischen Lokalschulinspektors dahicr in Beziehung auf die hiesigen Volksschulen beendet sind. — Ludwigshafen, 15. Nov. Der Berbandstag des Pfälz. Gewerbe⸗Vereins Zerbandes, welcher heute in den festlich ge⸗ schmüchten Räumen des Gesellschaftshauses da hier zattfand, nahm einen der Wichtigkeit der Tages⸗ rdnung entsprechenden würdigen Verlauf. War zie Beschickung seitens der auswärtigen Vereine jon welchen nur der Gewerbeverein Edenkoben nicht jertretea war, eine entsprechend zahlreiche. so hatte zuch der hiesige Verein und der übrige Theil des hiefigen Gewerbestandes ein recht zahlreiches Kon ingent gestellt, so daß der Gartensaal des Gesell chaftshauses hinsichtlich seiner Dekoration und seines gesuches ein sehr erfrenliches Bild darbot. Auf zie einzelnen Details der von 11 Uhr vormittags zis 3 Uhr nachmittags andauernden Versammlung inzugehen, gestattet uns die Kürze Der Zeit heute nicht und müssen wir uns deßhalb heute auf die Haupt⸗ ache beschränken. — Außer den offiziellen Dele⸗ sirien der Gewerbevereine waren erschienen: Hecr tzezirlsamtmann v. Moer a⸗Speyer, Herr Reichs- ath Dr. Armand Buhl, Reichstagsabgeordneter. Deidesheim, Herr Selretär der pfälz. Handels und hewerbe · Kammer Füg en⸗Ludwigshafen, und ver⸗ chiedene Andere. Der Verbands ⸗Vorstand, Herr Ktealschul⸗Rektor RohoKaiserslautern, eröffnete hräzis 11 Uhr vormittags die Verhandlungen vorauf Herr Bürgermeister Kutter er⸗Ludwigs⸗ jafen Namens der hiefigen Stadt für die derselben rwiesene Ehre den Dank aussprach, die Herren Dr. Buhl und Bezirksamtmann v. Moers sowie ammiliche Erschienenen herzlichst begrüßte und den Berhandlungen ein glückliches Gedeihen wünschte. In gleicher Weise begrüßte der Vorsitzende des diesigen Gewerbevereins, Herr Th. Gengler, die VBersammlung mit der Bitte, Hand in Hand zu zjehen, um die schwierige Aufgab des Verbands⸗ ages gemeinschaftlich lösen zu köͤnnen. Seitens des Vororts des pfälz. Gewerbevereins⸗Verbandes prach Herr Nektor Rohs ebenfalls einige Worte herzlicher Begrüßzung und wies auf die Nothwen⸗ digkeit des gegenseitigen Entgegenkommens bei den einzelnen Puntten der Verhandlungen hin, worauf er noch die Vorstellung einzlner Ehrengäste vor⸗ nahm. — Sodann wurde die Präsenzliste der Delegirten der Verbandsmitglieder festgestellt. — Bei der Wahl des Bureaur wurde Herr Roh« zum ersten, Herr Andres. Zweibrücken zum zweiten Vorsißzenden und Herr Perro n⸗Franken⸗ hal zum Schriftführer gewählt, neben Herr Jun g⸗ Zaiserslautern, dem offiziellen Verbands⸗Sekretär Aus dem Rechenschaftsberichte erwähnen wir heute aur die Einnahmen mit Mk. 706,23 und den Kassenüberschuß mit Mt. 459, 11. Zu Revisoren vurden die Herren Rudol f⸗Zweibrücken und Ni⸗ do la i⸗Neustadt gewählt (wie bisher). — Für die anspruchsvollen Leistungen der schriftlichen Arbeiten wurden dem Verbands⸗Sekretär eine Gratifikatior von Mk. 100 einstimmig zuerkannt. Bei der eingeheno und oft mit lebhafter Debatte besprochenen Tages ordnung wurden folgende Resolutionen gefaßt sinderarbeit; „Der Verbandstag erklärt si, gegen die Beschäftigung schulpflichtiger Kinders Fabriken und gewerblichen Betrieben, hält jedod das Verbot der Beschäftigung vor vollendetemn 14 Lebensjahre für die pfälz. Verhältnisse sehr gefäht— lich, da es unabkömmlich erscheint, daß die aus ver Schule entlassenen Kinder in eine Beschäftigung eintreten können. Besonders bedenklich wäre es fur das Handwerk, wenn die Kinder nicht unmittelbat nach Vollendung ihrer Schulpflicht in die Lehte eintreten könnten.“ Bei dem zweiten Punkte der Tagesorduung: Nachtarbeit, entspann sih eine besonders lebhafte Diskussion, welche, schließ. lich mit folgender Resolution endete: „Da Miß⸗ dräuche hinsichtlich der Nachtarbeit bei den von den Vereinen gepflogenen Erhebungen nicht bekannt ge— worden sind, so ist ein Bedürfniß zur Verstärkung der bestehenden diesbezüglichen Gesetze nicht geboten Bei Puntt 83 Normalarbeitstag, wurde au der Resolution des Delegirtentages festgehalten, welche die Einführung eines Marimal-Ardeitstaget für die Pfalz als nicht geboten erachtet und der entgegenstehenden wirthschaftlichen Bedenken wegen veder im Interesse der Arbeitgeber noch der Arbrit— nehmer empfiehlt. (G. A.) Bermischtes. 7 Metz, 16. Nopb. Der Statthalter Fürft Hohenlohe ist heute Nachmittag eingetroffen. Er vurde empfangen vom Bezirkspräsidenten Hammer⸗ tein, Stadtkreisdireltor Hahn, Landkreisdirektor Sittel und Stadtkommandant General Laue. Stadt⸗ und Civilgebaude sind reichlich beflaggt. Elberfeld, 10. Novb. Welche schreckichen Folgen ein nicht schlimm gemeinter Streich haben ann, zeigt folgender, von dem „Tgl. Anz.“ mit⸗ zetheilter Vorfall: Vor etwa acht Tagen besuchte in siebenzehn Jahre alter Schüler noch am späten Abend seinen in der Gesundheitsstraße wohnenden Freund. Als er bald darauf sich heimbegeben vollte, fand er, daß die bei seinem Freunde be— indlichen jungen Leute den Schlüssel zu der Zimmet⸗ hür abgebrochen hatten. Um nach Haus zurüdh⸗ ehren zu können, knüpfte er nun mehrere Fäden dordel zusammen, um sich daran herahzulassen. daum hatte er aber das Fenster verlassen, als die dordel am Knoten sich löste und der junge Mann aus beträchtlicher Höhe auf das Steinpflaster des dofes stützte. Um nicht Aufsehen zu machen, ver⸗ dumten die im Zimmer zurückgebliebenen jungen dente, die sich wohl den Fall ihres Genossen nich o schwer gedacht hatten, dem Unglücklichen Hilfe zu bringen. Erst am Morgen fanden Knechte den Verunglückten besinnungslos auf dem Hofe licgen. der junge Mann hat eine Gehirnerschütterung und einen Rippeubruch davongetragen und es ist sein Bewußtsein bis jetzt noch nicht zurückgekehrt. 'Bonn, i6. Nob. Vor etwa 2 Jahren erhielt eine Frau aus einem benachbarten Dorfe durch Bisse eines Huhnes eine kleine Wunde ad der Nase. Aus der Wunde ist allmählich, da Frau sie für unbedeutend hielt und nicht frühzeut —X die Frau, laut dem „K. Tgbl.“ im evangelischen Dospital. Der Krebs hat iich über das ganze Ge⸗ ach verbreitet. Ein Auge ist schon verloren, so dah die Frau wohl in kurzer Zeit durch den Ted don ihren Leiden erlöst wird. p'Die Lieferung der eisernen Muff' röhren für die im Bau begriffene Wasser leitungen Mannheim in 13 Sorten (on 30 bis 750 mm Lichtweite) wurde vom dortigen Stadtrathe den beiden Firmen: Friedrichs· Wilhelms⸗ Huͤlte in Mühlheim an der Ruͤhr und Rudo zöcing u. Cie. zu Halberger Hütte im Sub · missionswege vergeben. t In Heidelberg wurde am 183. do Burgerausschuß nach langer Debatte die Einfum ung des Ottrois mit 61 gegen 49 Stimmen ge nehmigt. Der Oberbürgermeister drohte mit De⸗ misfion im Falle der Ablehnung. Die Frantfurt a. M.. 13. Nov. Frankfurter Gasgesellschaft errichtel, wie wir horen in dem Müller'schen Hause in der großen —XDD wbeschanen äten definden, eine Centralstation für —5 Zeleuchtung. Die nothigen Vorkehrungen hereits im Gange; die dynamo⸗elektrischen Maschi Ilt srejssen demnächst ein. Nachdem ihr vom Magistrate u die Erlaubniß ertheilt worden ist, wird sie achst die große Eschenheimerstraße auf ihre osten elektrisch beleuchten, auch soll bexeits der luschluß einzelner größerer Objelte vorgesehen sein. Frankfurta. M. 15. Nov. In der engen Lehranstalt wurden nach Mittheilung 8 Ink.Bl. während des Unterrichts mehrere chüler beim Kartenspiel en abgefaßt. Das Ffort angeflellte Verhör soll ergeben haben, daß um Geld spielten, und daß einer der Schüler, in Ausländer, bereits 270 Mt., ein anderer 7 Mt. Spielschulden hatte. Bei drei Schülern hurden über 100 Mi. Geld vorgefunden. Zwei on ihnen wollten das Geld angeblich gewonnen aben, während der dritte eingestand, daß er es einen Eltern entwendet hatie. NMassau—, 12. Nov. Vor nicht sehr langer zeit fand ein Bahnbediensteter dahier ein Porte⸗ nille mit etwa 14,000 Mark in Banknoten ꝛc., anzunehmen war, daß der Fund einem Herrn us Ems gehbre, wurde dieser auf telegraphischem Wege hiervon in Kenntniß gesetzt, woraufhin der⸗ elbe umgehend hierher kam und sich als den zigenthümer des verlorenen Geldes legitimirte. dem redlichen Finder soll seine Ehrlichkeit mit inem Trinkgelde von — 20 Pfennig — belohnt vorden sein. 7 Wegen professionsmäßige Bierpant- chereii ist eine Wirthin — Gattin des Inhabers mes größeren Konzert-und Tanzlokals — in »alle a. S. zu 100 Mk. Geldbuße verurtheilt. Auf daß nichts umkomme“, hatte die Biederfrau emeint, und die von den Gästen des Lokals briggelassenen Bierneigen zusammengeschüttet. Der Natsch wurde dann auf Flaschen gefüllt und bei achster Gelegenheit unter Zuschüttung von frischem zier als gutes Bier verwendet. —Marienfeld bei Much, 9. Nop. Eine mjetzliche, fast unglaublich klingende Geschichte hat J vorige Woche hierselbst zugetragen. Eine bei ren Eltern lebende Frauensperson erkrankte plötz⸗ ch und starb nach kaum zweitägigem Leiden. Es hien wenigssens, als wenn das Mädchen wirklich estorben wäre. Demgemäß wurde der Leichnam m Begräbnißtage in den Sarg gelegt und von en trauernden Eltern und einer großen Menschen⸗ nenge nach dem Kirchhof begleitet. Der Geistliche yerrichtete seine Funktionen, unterhrach sich jedoch Aötzlich, von einem Geräusch gestört, welches aus em Sarge zu kommen schien. Man achtete an⸗ angs nicht darauf, und schon war das Grab theil⸗ veise mit Erde gefüllt, da vernahm man wieder mes eigenthümliche Geräusch. Entsetzen faßte die Menge, schreckenerregend schaute man sich an: da rmannten sich plößlich einige muthige Männer, ruben das Grab wieder auf und erbrachen den zarg. Es stellte sich nun heraus, daß das Mäd⸗ zen scheintodt gewesen, lebendig begraben wurde ind erstickt war. Daß die Bedauernswerthe im Hrabe wieder zu sich gekommen, geht daraus her⸗ yor, daß der Körper in anderer Stellung war, die dände krampfhaft geballt waren und eine Haar⸗ lechte abgerissen war. Man mag sich den Schmerz und das Entsetzen der armen Eltern vorstellen! fKarlsruhe. In einex kleinen badischen stadt nahe an der elsässischen Grenze, wo die Weinlese ein überaus reichliches Resultat ergeben jat, ist ein Wirth, wie dem „Els. Anz.“ aus St. rudwig geschrieben wird, auf den originellen Ge⸗ vanken gekommen, sich die Zeit bezahlen zu lassen, velche seine Gäste bei ihm zubringen, und zwar 1 Mark für die erste und 50 Pfg. für die zweite „tunde. Wer sich giücklich durch die erste Stunde hurchgetrunken hat und nüchtern geblieben ist, dem vird auf Wunsch ein feines Ragout gratis servirt. Der weitere Weinkonsum in der dritten und fer⸗ neren Stunde ist unentgeltlich. In den anderen Lokalen kostet der Liter 50 Pfg. Bis die ersten wei Stunden vorüber sind und man die ersten Liter getrunken hat, dürfte wohl auch bei den Meisten die Lust zum weiteren Zechen vergangen ein. Vorläufig ist die Wirthschaft allabendlich yon Neugierigen gedrüngt voll, und der Wirth cheint dabei ein recht gutes Geschäft zu machen. f Der Hauptausschuß des bayerischen Bolksschullehrervereins hat sich an den Landtag mit iner Petition um materielle Besserstellung der ktiden und emeritirten Vollsschullehrer gewendet. Hiese Petition bezweckt für die altiven Lehrer fol ⸗ sende Abstufung der Dienstalterszulagen: Nach Ojahriger Dienstzeit 90 M., nach 18jähriger 180 Nark, nach 16jähriger 270 M., nach 20jähriger 360 M., nach 25jähriger 4350 M., nach 36jähriger 340 M.nach 88jähriger 630 M., nach 40jähriger 20 M., nach 45jähriger 810 M. nach 50jähriger )00 M. Für die emeritirten Lehrer wird verlangt, zaß, falls die Petitionen der oberpfälzischen Schul⸗ eteranen und des Lehrers Hochreiter um Belassung ines Theiles der Dienstalterszulagen nicht stattge⸗ eben werden kann, mit billiger Rüchsichtnahme auf ie Würdigkeit und Dürftigkeit der dienstunfähigen dehrer zur Verbesserung ihrer trostlosen Lage der ährliche Zuschuß aus Centralfonds an die Kreis⸗ onds jeden Pensionisten doch wenigstens von 540 uf 600 Mark erhöht werde. Der in lezterer zeziehung erforderliche Mehraufwand wird auf 5 600 Mark berechnet. »35* Eine wahre „Preisfragefüran⸗ rehende Jurist en“ enistand unlängst infolge ines schnurrigen Vorfalls an der Gasthaustafel in I. Ein Gutsbesitzer logirte dort im Hotel, und vährend des Diners stand sein großer Hund neben einem Sitz. Ein Herr, der dem Gutsbesitzer egenüber Platz genommen, wollte zahlen und dem dellner einen Fünfzig⸗Markschein reichen, ließ aber as Werthpapier in eine Saucenschüssel fallen. zin neben dem Gutsbefitzer sitzender Herr ergriff en Schein, um ihn, mit Sauce überzogen, dem dellner zu reichen zꝛin diesem Augenblick aber prang der Hund herzu und verschluckte den Schein. zine Tödtung des Hundes, um den Schein zu etten, lehnte der Eigenthümer des Thieres ab, da zer Hund sehr werthvolle war. Es entsteht nun ie im Wege des Prozesses zu entscheidende Frage: Wer hat den Schein zu erseßen? *Braunschweig. 14. Nov. Der Prozeß es hiefigen Waisenhauses gegen den Herzog von Fumberland und den König von Sachsen vegen des Gutes Hedwigsburg ist durch Vergleich rledigt worden. Die genannten Fürsten zahlen eder 75,000 M. an das Waisenhaus. 7 Eine Bilanz, wie sie einfacher nicht ge⸗ acht werden kann, wenn sie auch für die Aktionäre nicht befriedigend sein mag, veröffentlicht die „Ber⸗ iner Baugesellschaft Cottage“. Auf der Seite der Iktiva steht als einziger Posten; „Per Aktien⸗ dapital-Konto eingezahltes Aktien -Kapital ,500,000 Mk.“, auf der Seite der Passiva heißt s ebenso kurz und büundig: „An Gewinn⸗ und Herlust · Konto, Verlust 1,500.000 Mark. 4* Gfiffig.) Im belgischen Theater zu Hand hat infolge stürmischer Auftritte die Polizei as Auspfeifen der Schauspieler verboten. Was hut das Publikum? Es hat kleine Kautschukblasen inter den Absätzen der Stiefel angebracht und zringt dadurch ausgiebige Pfiffe hervor. F Paris. Ein Ehemann als Hauptgewinn. Jus Lyon berichtet man folgende kuriose Geschichte: Der Geldwechsler Mathieu kündigte seit Mo—⸗ zaten in allen Bläitern an, daß bei ihm eirt zotterie deranstaltet werde, wobei dec Haupttreffer rotorisch jährlich 6000 Fr. ins Haus bringe. Da n Frankreich Lotteriespiele äußerst selten, gingen ie Loose reißend ad. Am 27. v. M. fand die Ziehung statt, die Gewinnerin war eines der choͤnsten Mädchen der Stadt, Leonie Malot und er Haupttreffer entpuppte sich als der — Neffe »es Geldwechslers, ein junger schöner Mann, stamens Stephen Bordonne, der bei ihm mit einem Hehalt von 600 Fr. jährlich angestellt ist. Stephen ubelte hoch auf, als er hörte, wem er zugefallen ei, doch das junge Mädchen, welches durch z3lummenmachen sein Brod verdient, erklärte kate⸗ jorisch, daß es einen Mann, welcher sich zu solchem Spiele hergebe, nicht heirathen könne und verzichtete nuf ihre Rechte zu Gunsten der alten, häßlichen Portierin, die in demselben Hause wohnte.“ f Buchloe, 10. Nov. Der ‚„Lampelwirth“ Beiger zu Waal mußte auf obrigkeitlichen Befehl ine baufällige Giebelmauer abbrechen. Hiebei anden sich 3000 flnin Kronenthalern und zwei Ibligationen im Werthe von 1000 fl. vermauert vor. Eine Warnung dor der AUswanderung jach Californien erläßt der Agent der „All⸗ emeinen Deutlschen Unterstützungs-Gesellschaft“ in zan Franzisko. Es steht schlecht, sehr schlecht m Leute, schreibt derselbe, die jetzt nach Californien ommen in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden Seit Jahren ist nicht ein solcher Ueberfluß an Arbeitern gewesen, und weiß Gott, was daraus noch spaͤter im Winter werden wird. Es sind hier u viele stellen⸗ und erwerbslose-Arbeiter, und die Aussicht. daß sich die Nachfrage nach Arbeitern teigern koönnte. ist nicht vorhanden. Ich halte es ür einen unerhörten Leichtsinn von mittellosen deuten, nach Californien zu lommen. in der Hoff⸗ ung, hier lohnende Arbeit zu finden. Leuten, ie, von Mitteln eutblößt, für ihren Lebensunter⸗ jalt auf die Arbeit ihrer Hände angewiesen sind, ist die Auswanderung nach Californien entschieden abzurathen.“ fF(Die Behandlung des Saäuglings). die Knochen kleiner Kinder sind weich und bieg⸗ am, und gerade sün haft ist es, solch ein armes leines Ding aufrecht in ein Stühlchen zu setzen, »der es sitzend auf dem Arme zu tragen, anflatt es auf den Rücken auf einen im Zimmer ausge⸗ hreiteten Teppich zu legen, damit es die Glieder träftigt, indem es mit den Beinchen stößt und um⸗ jer kriecht. Man will dem Kinde recht früh eine aufrechte Haltung geben, bedenkt jedoch nicht, daß krumme Beine, wenn nicht gar eine Verkrümmung )es Rückgrats sehr häufig die Folge dieses thörich⸗ en Besirebens sind. Man lasse das Kind umher riechen, und sobald es sich stark genug fühlt, wird s aus eignem Antriebe sich an irgend einem Begenstand festhalten und sich an demselben auf⸗ richten. Dies ist die einzige sichere und naturge- näße Weise, ein Kind stehen zu lehren. Bald vird es nun. durch ein Gefühl der Kraft ermu⸗ higt, den ersten Schritt wagen. — Man lasse ilso das Kind umher kriechen, und wenn es laufen nöchte und fallt bei diesen Versuchen hin, so chadet dies nicht. Will man das Kind zu einem inselbstständigen Idioten machen, so eile man hin⸗ zu und hebe es auf. Kinder find nicht spröde ind zerbrechlich wie Glas; schon- in frühester Jugend sollten sie lernen auf die eigene Kraft ver⸗ rauen, mit welcher die Nalur sie ausgerüstet hat. Weimarische Loose, dauptgewinn im Werthe von 20,000 Mark. Ziehung schon am 10. Dezember, ind, das Loos zu 1 Marl, nn der Expedition des „St. lnghertor Anzeiger“ uu haben. Fur die Redaktion veranwortlich: F. X Demeß. 3 Nr. 163 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlich aur 1 Markh) enthält: Wochenspruch: Grauer Himmel, kalter Wind, Und die schwere Brust voll Sorgen! Wohl den Herzen, die geborgen An vertrauter Stätte sind. Sonntagsheiligung. Erziehung eines boshaften dindes. Der Hausgarten im November. Alte Jungfern. Da mach' ich mir's lieber allein! Am Schweidewege. Stickerin. Landwirtschaftliche Fort⸗ bildungsschulen. Chronischer Rachenkatarrh. Fett⸗ eibigkeit. Papierpuppen. Sprigarbeiten. Zeich⸗ aungen auf Papier, Holz u. s. w. zu übertragen. steue Spiegelderzierung. Auffrischen von Gemälden. Moos zu färben. Teppich aus Zeugstreifen. Reise- der Schlafdecke. Strickschürze. Geflügel zu mästen. Strumpfbander an der Seite zu befestigen. Klapp⸗ jüte für Damen. Der Selbflentwickler oder Liebig- che Gaskrug. Bohnermasse. Kalkwasser. Vorzüg icher Biscuit-Bund. Nicht ganz frische Eier rauchbar zu machen. Chaud-froid von Fasanen. dastanien · Gefrorenes. Wodhlfeiles nahrhaftes und vohlschmeckendes Brot. Küchenzettel. Rätsel. Fernsprecher. Echo. Briefkasten der Schriftleitung. Unzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirklich mpfehlenswerten und dabei überaus billigen Wochen chrift beträgt 100.000. Probenummetn versendet ede Buchhandlung, sowie die Geschäftsstelle, Fürs daus“ in Dresden gratis. Bekanntmachung. pfalisches Dienbotentift. Dienustboten, welche in diesem zahre durch Erfüllung einer djähri ven Dienstzeit dei einer Herrschaft, Anspruch zuf eine Belohnung aus dem pfälz. Dienstbotenstift machen wollen, haben hre Gesuche bis läugstens 30. d. Mis. hieramts einzureichen. St. Ingberi, den 17. Novd. 1885. Das Bürgermeisteramt Hein rich. Am billigsten und zwedmäßigften besernn alieite — —53 Haasenstein & Vogler, Mannheim. O. 4. 5 7TAuf wievielLoosel Trefferꝰ —TC fauf * hM—— —E — — 22500 Geldgewinne 106000 M am ohne Abzug. d Haupttreffer: 40000, 100004 6IOOO, 125500 ꝛc. Ciehung 15. Derember 1885 Loose bei den bekannten Ver⸗ kaufsstellen. auptagenturlul.soldsehmit in Ludwigshafen a. Rhein, nm Si. Ingbdert bei Joh. Wei dich, Friseur, u. Frz. Woll. Buchhandlung. Nr. 431.. Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original— preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen und öfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabattes. Rath in Insertionsangelegenheiten wiro durch obige Firma, geftützt auf die während des 30jährigen Beftehens der selben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kostenfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenten die geeignefsteu Wlätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 1833 steht jedenn In— serenten auf Wunsch gratis und franuco zur Verfügnna. Ae⁊. und letzte Hehung unserer Lolitere findet Faunwiderruflich Ac am IO. Dezem Pbper im nordlichen Schrannenbavillon— zu München statt. Fur Sinhaltung des Ziehungstages' arantirt der Renten⸗ u. Untersiuße, ngs· Verein für Frauen a. Maͤdchen. Loose nur wenige vorräthig bei, der General⸗Agentur A. & B. Schuler,“ München, sowie bei der Hauptagentur für die bayer. falz: Peter Rixius in, Ludwigshafen am Rh. sowie bei defsen' Agenten: Joh. Weirieh, Fra. Woll und GEg. Adt, Jalle in St. Ingbe rt. Frische Fische, Stocksische, Große Haslen, verkauft morgen. Mittwoch, auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert. J tieaer's Aisch· & Mildsandlung J 1000 MarkFirum. R 8g Nu Jedermanns Agenten f. Caffee Fifum ocnnun on Getzrauch Emil ESqymidt Co. Hamburgfind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers — — — — — ——————— —— Das Confectionsnaus UAX PELI J St. Johann a. d. Saar Bahnhofstrasse 63 empfiehlt als besonders preiswerth und in grotzer Auswahl am Lager habend: Complete Anzüge von Mk. 12 an. ee Winter⸗Paletots von Mk. 12 an. Sinzelne Joppen u. Säcke von Mk. Tan Finzelne Hosen in reiner Wolle von Mk. 6 an. Knabenanzüge, Knabenpaletotgz, Wasserdichte Regenpaletots, Reisemäntel und Schlafröcke für Herren. Srei elerne Dachfenstor Damenregenmäntel von Mk. 6 an. Damenwintermäntel von Mk. 8 an. Herbstjaquets u. Visites von Mk. 10 an. Tricottaillen in großer Auswahl. beg und wattirte Räder, Abendmäntel. inter- und Regenmäntel für Mädchen in allen Größen. ausnahmssos ohne Jeden Abzug nuud fsind auf jedem Kleidnugsstükkß in dent⸗ Die Preise verstehen sich er Drnüsthrift vermerkt. 2lust se st zluswahlsendungen stehen portofrei zu Diensten. — E —— 2⏑ ⏑0 —— Fer Illnllrirte Banerische Familien-Kalender iür 1886 - ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Col zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich —D—— — Humoresten, meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den aͤl⸗ndet zu einer dilligen Lekiüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erhält außer einem prachwollen Oeldruckbild: „Mutterglücß“ Zwei Beilagen:; a) Wand⸗Kalender, b) Portemonnait Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und praltischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein I BPanorama des Rheins 2 in roth, blau und schwarz gedrucht, mit 44 Ill«astrationen. 1 Meeter 55 Centimeter lang, 24 Centimeter breit. Preis des Kalenders mit obigen— UAur Zwei Beilagen. ) sowie Oeldruckbild und Rhein⸗ 50 P f —A ig! 9 Panorama Zu haben in der; Erpvedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ O000OO00000000022000 Druck und Beisag von F. X. X — Inm Verlag von Greßner K& Schramm in Leipzig erscheint und ist durch alle Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes zu beziehen: * ⸗ 3 4 d 0 40 v Die Klassißer der Rhilosophie. Von den früheden griechischen Deunbern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebst einer Auswahl aus ihren Schriften von Vr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 89). Band J: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Lieferung 50 Pfenniag. Dos vorschriftsmaßiae Formular zu Unfss11-Anzeigen an die Ortspolizeibehörden ist vorräthig m der Buchdruckerei von P. X. Demetæ. xt. Jugherter Amzriger. der ‚St. Iugberter Anzeiger“ erscheint vbchentlich fünfmalz Am —ontag, Dienstag, Nnnerstag, Sarstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungt⸗ IX&XRXX& Beilage. VDas Blatt koftet vierteljahrlich 1 A 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Volt bezogen 14 75 H, einschließlu⸗ O ⸗Zustellungsgebuhr. Die Einrücknugsggebühr fur die 4gespaltene Garmondzelle oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 —0, Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — Deutiches Reich. .* Munchen, 17. Nos. Der Landtag er⸗ rdigte verschiedene Rechnungs⸗Nachweisungen ohne debatte. Der Antrag Burger, beim Etat der ndirekten Steuern die Rückhvergütung für ausge⸗ sührtes Bier um 20 Pf. pro Hektoliter herabzu⸗ — Finanzministets aus volks⸗ virthschaftlichen und allgemeinen Gründen bekämpft. die Debatte wird um 841 Uhr, nachdem noch duhl, Walter und Marcer gesprochen, auf morgen deriagt. — Die „N. N.“ dementiren das Gerücht der „Fr. Z.“, wonach russische Studenten wegen nihilistischer Umtrieber aus München ausgewiesen werden sollten. F München, 18. Nov. Die Abgeordneten⸗ ammer erledigte heute den Zolletat. Der Antrag der Klerikalen auf Herabsetzung der Bierexportver⸗ uütung um 20 Pfennig per Hektoliter wurde nach weitagiger lebhafter Debaite bei der namentlichen lbstimmung mit 77 gegen 76 Stimmen abgelehnt. der Minisier bekampfte den Antrag wiederholt. Berlin, 17. Nov. Der Bundesrath ertheilte einer heutigen Sitzung den Etats des Reichs- jeeres, des Reichs⸗Indalidenfonds, des Auswärtigen Amts, des Reichsschatzamts, des Reichsamts des zunein, der Reichsschuld sowie dem Entwurf eines heseßes betreffend die Fesistellung des Reichshaus- jalisetat pro 1886187, endlich dem Gesetzentwur hbetreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zweck des Reichsheeres, der Marine und der Reichseisen⸗ vahnen seine Zustimmunga. Ausland. Wien, 17. Nov. Nach Berichten aus Phi⸗ popel sind dort sämmtliche Lehrer und Beamte ur Armee einberufen worden. — In Rom spricht das Militärblatt „Esercito“ die Besorgniß aus, daß Desterreich sich Albaniens bemächtige, wo Klerus und Agenten in diesem Sinne vorgearbeit hätten. Valona würde demnächst ein österreichischer Hafen sein, was Italien Venedigs wegen nicht dulden dürfe. „Esercito“ fordert die Regierung auf, ihre Blicke nach Osten zu richten; denn von dort drohe die Gefahr. (Fr. Z3.) Lemberg, 18. Nod. „Przeglond“ meldet mus Petersburg Gerüchte, nach welchen der Rücktritt Giers und Abberufung des russischen Gesandten aus Belgrad bevorstehend seien. Ignatieff wurde vom Zaren empfangen. Man glaubt, er gehe in einer außerordentlichen Mission nach Wien, Berlin, Paris und London, Andere behaupten nach Bugarien. Sofiia, 17. Nopb. Die Serben griffen deute Sliwenitzz a von rechts und links mit zahl⸗ teichen Streitkräften an. Die Bulgaren schlugen den Angriff ab, gingen darauf zur Offensive über und verfolgten die Serben fünf Kilometer weit. Die Serben hatten große Verluste. Belgrad, 17. Nov. Das serbische Haupt⸗ wuartier wurde nach Zaribrod verlegt. Die von den Serben angegriffene Stellung bei Dragoman wurde am 15. d., Abends, von den Bulgaren ver⸗ jassen. Die Verschanzungen bei Trn wurden am 10. d. genommen und die Bulgaren gänzlich ge— chlagen. Trn wurde besetzt und hierbei viele Ge jangene gemacht. Ein ganzes bulgarisches Bataillon ttreckte die Waffen; zwei Geschütze wurden genommen. Um Timot hat ein Bataillen bulgarischer Frei⸗ »liger gleichfalls die Waffen gestreckt. Belgrad, 17. Nov. General Leschjanin schlug ettern die Bulgaren zwischen Kula und Widdin. Donnerstag, 19. November 1888.— 20. Jahrg. Die bulgarischen Truppen wurden zerstreut und — jeßen ihre Todten und Verwundeten auf dem Schlachtfelde. Die Serben machten 1000 Gefan⸗ gene. Ihre Verluste sind verhältnißmäßig gering. Belgrad, 18. Nov. (ffiziell.) Die Serben sückten gestern in Bresnik ein. Die Bulgaren sießen 8 Geschütze zurück. Die bulgarischen Trup den bei Widdin find als vollständig desorganisirt und zersprengt anzusehen. London, 18. Nov. Morgen findet die letzte Konferenz statt. germeister Mäircker, Rentner J. Bender, Dr. Erbel⸗ ding, Hospitalschaffner Ph. Trier und Rechtsanwalt Schmidt, gegen den früheren Redakteur des „Pf. Voiksblattes“, Hru. Johann Wickl, zur Verhand⸗ lung. Gegenfland der Klage sind mehrere Artikel des Blattes über das angebliche Verhalten der Fläger gegenüber der Einquartirung während der Manöbverzeit — (Cin amerikanischer Pfälzer P— Fugen Lievre, einer der äliesten eingewanderten Deutschen, der seiner Zeit als Hotelwirth einer broßen Anzahl der aus Deutschland gekommenen i848er als Helfer in der Noth erschien, ist Sonn⸗ tag Nacht zu Hoboken gestorben. Herr Lieore wurde, wie die „N.⸗Yy. Staais⸗Ztg.“ mittheilt, im Jahre 1817 zu Kirchheimbolanden in der bayerischen Pfalz geboren, erlernte in Mainz die Buchbinderei und lam Ende der dreißiger Jahre nach New⸗NYork, wo er Gastwirth wurde. Beim Ausbruch des Krieges ging er als Marketender des 20. New-NYorker Freiwilligen ⸗Regiments mit in's Feld. αι Lokale nund pfälzische Nachrichten. — Zweibrücken, 16. Nov. Herrn Bür—⸗ germeister Ma ercker wurde die hohe Auszeichnung u Theil, von Sr. kgl. Hoheit dem Prinzen Luit- pold in München gestern zur Tafel geladen zu werden. Diese außergewöhnliche Aufmerksamkeit ist zugleich ein Beweis der wohlwollenden Aner- kennung für unsere Stadt über den herzlichen Em⸗ pfang, welcher Sr. kal. Hoheit hier von Seiten der ganzen Bevölkerung entgegengebracht gʒ — Contwig, 18. Nov. Gestern stürzte eine hiesige Frau bei einem Gang in den Keller mit der Petroleumlampe, welche ihr als Leuchte diente, so unglücklich, daß die Lampe zersprang ind sie erheblich verbrannte. Die Verunglückte ifl dereits gestern ihren Brandwunden erlegen. — Kusel, 15 Nov. Die Hafnerswittwe Casparowitz, deren Mann voriges Jahr in dem dochwasser des Glau bei Offenbach ertrank, hatte Jegen die Gemeinde Offenbach eine Entschadigungs: lage von 12,800 Martk erhoben, weil eine falsche Fährte nicht geschlossen wäre, wodurch ihr Mann den Tod gefunden habe. Dieselbe ist in Saar— zrücken mit ihrer Klage abgewiesen worden. — Pirmasens, 17. Nov. Schon wieder st ein Selbstmord dahier zu verzeichnen. Der wa 530jährige verheirathete Schuster Georg Schmidt »on hier erhängte sich heute in der Nähe des stauschenbrunnens. Traurige Familienverhaltnisse ollen die Veranlassung zu der unseligen That ge—⸗ vesen sein. — Kaiserblauztern, 17. Nopd. (Cand⸗ gericht.) Urtheilsverkündigung in dem Bierver— sälschungsprozesse. 1) Pittihan, Karl Ludwig Bierbrauereibesitzer hier. Gesammistrafe Mk. 800 ep. 50 Tage Haft. 2) 2) Kiltz, Johann, Bier— zrauereibesiher in Lauterecken, Mt. 270 ev. 72 Tage Haft; d) Kiltz, Georg, Bierbrauer allda. Mk. 300 b. 30 Tage Haft; e) Greiner, Hrch, Bierbrauen allda, Mk. 1380 eb. 138 Tage Haft; 83) a) Vee nen, Heinrich Albert, Braumeister, früher hier, M. 100 eb. 10 Tage Haft; b) Walter, Adolf, Buch halter hier, Mi. 400 ev. 40 Tage Haft. 4) dieberich, Friedrich, Bierbrauer hier, Mt. 200 ev 20 Tage Haft. 5) a) Karl Freiher von Gienanth Bierbrauereibesizer in Winnweiler, Mk. 600 ev. 50 Tage Haft; b) Karl von Fleischbein, Bureau⸗ chef allda, Mk. 150 ev. 15 Tage Haft; e) Georg Meyer, Braumeister allda, Mt. 150 ev. 15 Tage Haft. 6) Rutschmann, Gotthelf Moritz, Bierbrauer diet, Mk. 600 ev. 60 Tage Haft. Die Anklage gegen Jean und Karl Blaesy von Odernheim wurde auf den 15. Dez. vertagt. — Vor dem Amtsgericht Kaiserslautern fommt am Freitag, den 27. ds. die Klage der Mitglieder des Ausschusses der nationalliberalen Bariei in Zweibrücken, Herren J. B. Wolff, Bur⸗ — Schweisweiler, 16. Nov. Ein gräß- liches Unglücck hat sich am vorigen Donnerstag in dem nahegelegenen Falkenstein zugetragen. Als einige größere Kinder dort beim Viehweiden Feuer anzuͤndeten, kam ein Bübchen von 4 Jahren dem⸗ selben zu nahe, und fingen dessen Kleidchen Feuer. Ein großeres Mädchen, das in der Nähe war, eilte herbei, um Hilfe zu leisten; allein vergebens, das⸗ selbe trug vielmehr selbst einige Brandwunden davon. Der arme Knabe aber war dermaßen verbrannt, daß er Tags nachher unter den größten Schmerzen seinen Geist aufgab. Vermischtes. — In dem Keller eines Hauses der Viktoria⸗ straße in St. Johann wurde am Montag ein wahrscheinlich von seiner Mutter ausgesetztes vier⸗ zehntägiges Kind aufgefunden. FSt. Johann, 14. Nov. Die Gasfabrik St. Johann hat der Stadt, falls diese ihr den demnächst ablaufenden Kontrakt auf 10 Jahre ver⸗ langert, folgende Gegenleistungen angeboten: 1. verpflichtet sie sich, den jetzigen Gaspreis von 17 Pfennigen pro Kubikmeter auf 15 Pfennige zu ermäßigen. 2. verpflichtet sie sich. für jeden ver⸗ auften Kubikmeter Gas eine Abgabe an die Stadt zu zahlen, die sich, nach dem heutigen Konsum be—⸗ zechnet, auf circa 11,000 Mark per Jahr stellt. Schließlich 3. geht das Gaswerk mit Wohnhaus und allem sonstigen Zubehoör kostenlos in den Befitz der Stadt nach Ablauf der 10 Jahre über. St. Johann, 17. Novb. Ein reicher Fund war es, den dieser Tage hier eine Fran machte, ein Portemonnaie, in welchem sich 1500 Mark in Banknoten und wohl gegen tausend Marlk in Gold befanden. Die Frau lieferte den Schatz auf dem Polizeiamte ab. Bald meldete und legi⸗ timirte sich dort der Eigenthümer, suchte dann die Finderin auf, griff dann in's Portemonnaie und legte — einen Fünfmarkschein hin! Darauf war er im Nu aus der Thür. Der ehrlichen Finderin kam nach der gesetzlichen Bestimmung der zehnte Theil zu und einer solchen Undankbarkeit geger— über wäre es am Platze gewesen, darauf zu be—⸗ tehen. P(uür Kamerun.)“ Wie die Fachzeitung Ledermarkt“ mittheilt, hat der Pantoffelfabrikant J. Hoͤlzle in Adelsloe eine bedeutende Lieferung don Pantoffeln für unsere neuen Landsleute in Kamerun fertiggestellt. Die blauen und rothen Farben des Obertheils, sowie die weiße des Holz⸗ untertheils sind charakteristisch für den Geschmack der schwarzen Deutschen im fernen Afrika. An diese Lieferung werden sich bald neue anschließen. F Der Möorder des Polizeirathes Rumpff in Frankfurt a. M. Julius Lieske, wurde gestern früh 9 Uhr im Hofe des Zuchthauses zu Welheiden bei Kassel mittelsi Beiles hin gert h det. Sehne lezten Worte waren: „Ich bin unschuldig!“ 7 Dangolfing, 16. Nov. Der dahier stationirie Gendarm Hilftner' wurde gestern auf · dem Patrouislengang von einem norddeutschen Dandwerksburschen, den er kontrolirte, durch einen Rtevolverschuß getödtet. Der Mörder wird eifrig verfolge 'München, 17. Nov. Zur Zeit weilen in München mehrere braunschweigische Offiziere, welche aus Anlaß der Einsetzung des Prinzen Albrecht bon Vreußen als Regenten von Braunschweig ihren Dienst quittirten und in österreichische Dienste über⸗ treten werden. Eiiner der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu⸗ strirte Bayerische Familien⸗Kalender, derselbe traf bereits für 1886 ein. Doch nicht allein einer der besten, ganz entschieden auch der reichhaltigste ist er und für 1886 scheint er gar alles bereits Da zewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka⸗ endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Israelcten noch der Hundertjährige Kalender, Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bayerische Messe und Märkte, Genealogie der hayerischen Standesherren, Kardinals⸗Kollegium, Verzeichniß der im Königreich Bayern funktionirenden auswär sigen Konsular Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich hiebsche Erzählungen und viele Humoresken im wahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu⸗ strirt, bunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und Jeiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. Befonders hervorzuheben ist ein Artikel über die dZeilung der miasmatischen Krankheiten· (Masern, Scharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, Blattern ꝛc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem folgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por⸗ dräts und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich ein erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe von Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun⸗ Gebiet und Neu⸗Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender jämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselb noch ein schoͤnes Oeldruckbild „Mutterglück“ w ein 1 Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen— timeter breites Rhein Panorama, mit 44 Jullustra⸗ tionen in roth, blau und schwarz gedruckt. ün dies Alles kostet nur 50 Pfennig. .ůÄPI. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs. ektüre ersten Ranges. weßhalb wir den Illustririen Bayerischen Familien ⸗Kalender unseren Lesern hier. mit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch di— Expedition ds. Blattes. Schifisbericht der Ned Star Line. 42335 Mitgetheilt von Jean Petesns, Haupi⸗RPassage -Agentur St. Ingbert Antwerpen, 4. Rovember; der Postdampfer Swiger⸗ land“, Kapitän Buschmann, ist nach Philadelphia abge⸗ gangen. Antwerpen, 7. November; der Postdampfer „Rhyn⸗ länd“, Kapitän Jamison, ist nach New-Nyork abgeganhen New⸗York, 7. November; der Postdampfer Waͤet land, Kapitän Ueberweg, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 18. November; der Postdampfer, velgen. land“, Kapitän Beynon, ist von New⸗York angekommen. Antwerpen, 14. November; der Postdampfer „Noord land“, Kapitän Nickels, ist nach New-York abgegangen. Mew⸗PYork, 14. Rovember; der Postdampfer, Western land“, Kapitän Randle, ist nach Antwerpen abgegangen. New⸗PYork, 14. November; der Postdampfer „„Penn⸗ land“, Kapitän Weyer, ist von Antwerpen angekommen — — 5255* —— 1 Sonntag, den 22. ⸗2tovember, Nachmittags n—liĩ —XRX 4 — — Musßik und Gesang, Fur die Nedaktisn veramwortlich: F. F. Demen. Landwehr-⸗Verein vg Sen euen Wiesengrund find 88 Wo sagt die Erbed. ESonntag 22. ds. Mittags 34 Uhr, in der Wirthschaft von J. Maxyer, Kohlenstr. C Eausserordentliche⸗ sFolbralerzel DDe. Der Ausschuß. Die garantirt reinschmeckenden ge PrS Anten — * 9 Java-Lalfoe's aus der Dampf · Caffee⸗ Brennerei . vn Vinand delitz in bou am RPhéll dnd in Originalverpackungen von 42. 1uj4 und s Kilo zu haben, in St. Ingbert bei Joser N Kunhnmn, N. Jung und EF. Zepp. 0 wozu hösl. einlaber Jacob Wagnep. NB. Gutes Jenisch's Bier wird vom Faß verzapft. zchutzwart e „Gl obus ceνLelchnet sede Nose ger snerkannt vorzüglicheten * tal Putz Pomade von Fritz Sehulz jun. Leipzig wirkung überraschend. versuef doecdem anzuratheñ. ——— In St. Ingbert bei Josef Beer. J 2 — r Ʒunbtrirke Zayeristhe ——Familien-Kalender 48 für 1888 4 mwist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge⸗ müthvolle Erzählungen, prächtige Humores?en, meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den Kalender zu einer billigen Leklüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erbält außer einem prachtvollen Oeldruckbild: „Mutterglück“ Zwei Beilagen:; a) Wand⸗salender, b) Portemonnaie Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und prattischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein Panorama des Rheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illustrationen. 1 Meter 55 Centimeter lanq. 24 Centimeter hreit. XP Preis des Kalenders 8 mit obigen Aur wei Beilagen, ⸗ sowie Oeldruckbild und Rhein⸗ 50 P f —A g! Panorama F Zu haben in der Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ 2000 Rechnungen uegen— Gebzrauch sind stets vorrätbig in der Dencerei des St. Ingberter Anzeiger— Drei eißerne Billiger Bazar BStlt. Inghert. 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Jährlich erscheinen: 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be⸗ schreibung. welche dat zanze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche jur Damen, Mädchen und Knaben, wie für bas zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett⸗ und Tischwäsche ꝛc., wie die Handarbeiten in ibrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmusterr für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen für Weiß⸗ und Buntstickerei, RNamens⸗Chiffren ꝛc. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. — Probe⸗Nummern gratis und franco durch die Expedition, Berlin W, Potsdamer Sir. 83; Wien J, Operngasse 8. 1000 MarkFirum Agenten f. Caffee o. nn l Fmil Schmidt Go., Hambur Zur Anfertigung ron hilligen u. sauberen aller n Buchdruck und Läitho- graphie rorkommenden Druckarbeiten empfiehlt sich dio Buch- uncd Steindrucxrerei F. X. Demotz Verlag deadt. Ingborter Anzoiger 8t. Ingbert. — Scheine für die Gemeindekranbenver⸗ sicherung ind zu haben in der Druckerei des „St. Inqherter Anzeiqer“. ind zu verkaufen. Wo, sagt Fryed. d. Ri ILRXRAIXA — Mæbtær ααννιαν νι, i. — — ter Tuchbaonlo M. — 35* —XX ιιαιαοι αι Fαοννν . ⏑ — αι vα αα ι G. En,ιαινσ Lι Deid d MorIang non EeC.cum Asltoste nohors Mittwei Fachsehulo fur un ei —EC Vorunterrient Anfnahme: 4—roi Aprii u. 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Ingherter Amztiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. J — —————— — —e —— — l ü — — She — ZBZMBe2222 — der St. Ingberter Auzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhauungs⸗ glat und Sonntags mit Sseitiger illnftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli N4 Zustelungtgebuhr. Die Einrücknugsgebühr fur die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solch n auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 15 H, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrückhung wird nur dreimalige berechnet. 3 esee M 228. Samstag, 20. November 1888. 20. Jahrg. Eröõffnung des Reichstages. Berlin, 19. Noo. Die Eröffnung Reichstages fand heute Nachmittag Ahr durch den Staattsekretaäͤr von Bötticher zt mit nachstehende Thronrede: Geehrte Herren! Seine Majestät der Kaiser un mir den Auftrag zu ertheilen geruht, Sie in anem und der verbündeten Regierungen Namen eim Wiederbeginn Ihrer Arheiten zu begrüßen, her Eutwurf zum Reichshaushalts ˖ Etat wird Ihnen isbald zugehen. Die Sorge für die Sicherheit es Reichs und für die Befestigung und Entwicke— ug seiner Einrichtungen veranlaßt die verbündeten tegierungen, auf dem Gebiete des Heerwesens, der criegsmarine und der Fürsorge für bisher unver oxgte Invaliden leider eine Erhöhung der bisherigen Leistungen bei Ihnen in Antrag zu bringen. In ien erheblich gesteigerten Ueberweisungen aus den nanziellen Ergebnissen unseres verbesserten Zolltarifs ind des Gesetzes über die Reichestempelabgaben verden die Bundesstaaten die Mittel zur Deckung arer Mehrleistung an das Reich finden. in Folge der Nothwendigkeit, die vom Reich adcihrten Mittel wiederum zu den Zwecken des teichs zu verwenden, bleiben aber eigene Bedürf- qse der Bundesstaaten unbefriedigt, und es liegt em Reich die Aufgabe ob, auf dem nur ihm zu⸗ anglichen Gehiete der indirekten Verbrauchsbesteue— ung weitere Einnahmequellen zu eröffnen. Dem⸗ emäß ist die baldige Einbringung eines Gesetzes ur Reform der Zuckerbesteuerung in Aussicht ge— ommen, da die Schwierigkeiten, welche während xer letzten Sessson dieser als dringlich erkannten seform mit Rücksicht auf die Lage der betheiligten dustrie und Landwirthschaft entgegenstanden, iht mehr in derselben Starke vorliegen und durch ne Verzögerung der Reform eher wieder ver⸗ airft werden köͤnnten. Auch in Betreff der »nntweinsteuer sind zu gleichem Zweck Vorlagen Vorbereitung, über welche zunächst die beretfändigung unter den verbündeten Regierungen rrzustellen ist. In Uebereinstimmung mit den wiederholt und nerlichen kundgegebenen Absichten Sr. Maj. des daisers rechnen die verbündeten Regierungen auch iesmal auf Ihre Mitwirkung für die schrittweise heinerführung des in Angriff genommenen sozialen deformwerks. Dank dem verstaͤndnißvollen Ent⸗ gekommen der betheiligten Kreise ist es möglich wesen, das Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 8804 und zum Theil auch die Novelle vom 28 Rai d. J. nach Abschluß der organisatorischen orarbeiten bereits am 1. Oklober d'J. in Wirtk. amkeit treten zu lassen; in planmäßiger Rerfolgung vs beschrittenen Weges wird Ihnen der in der wigen Session unerledigt gebliebene Entwurf eines shes über die Ausdehnung der Unfall⸗ hersicherung auf die Arbeiter der Land und vorstwirthschaft mit einigen Aenderungen wie. .borgelegt werden, durch welche einer An—⸗ J von Vorschlägen ihrer zur Vorberathung Entwurfs gewaͤhlten Kommission Rechnung nagen wird. Schon bei der Berathung des asallversicherungsgesehes wurde die Nothwendigkeit horgehoben, auch die Unfallfürsorge für die Be— men und für Personen des Soldatenstandes ent⸗ dend zu regeln. Es wird Ihnen ein Gesetz urf zugehen, welcher diese Aufgabe, soweit die nsgesetzgebung fie zu lösen hat, gerecht zu werden estimmteh Die von fünf zu fünf Jahren gesetzlich vorge⸗ ehene Revision des Servistarifes und der Klassen⸗ eintheilung der Orte ist der Gegenstand eingehender Vorberathungen gewesen. Ueber das Ergebniß herselben wird Ihnen eine entsprechende Vorlage Jemacht werden. Im Interesse der wirksamen Vertheidigung der deutschen Küsten durch unsere Marine ist die Herstellung eines Schifffahrtskanals »on der Elbmündung nach der Kieler Bucht in Aussicht genommen, ein Unternehmen, welches zu⸗ gleich wirthschaftlichen Interessen dienen wird. Das zur Verwirklichung des Planes erforderliche Reichs— zesetz wir ihrer verfassungsmäßigen Beschlußfassung unterliegen. Die Rechtspflege in den unter den Schutz des Reiches gestellten überseeischen Gebieten bedarf der Regelung, ·behufs deren Ihnen die erforderliche Vorlage gemacht werden wird. Ueber die Aus— dehnung, in welcher deutsche Unternehmungen und Erwerbungen in fremden Welttheilen ferner in den inmittelbaren Schutz und unter die Aufsicht des Reiches zu nehmen sein werden, sind Verhandlungen nit den Regierungen von England, Spanien Frankreich, Portugal und mit dem Sultan von Sansibar gepflogen worden, deren Ergebnisse Ihnen auf Befebl Seiner Majestät des Kaisers mitgetheil verden sollen, sobald sie feststehen. Lethzteres iss kngland gegenüber im Wesentlichen schon jetzt der Fall, und die Verhandlungen mit Spanien lassen, in Folge der Vermittelung seiner Heiligkeit des Papstes, die den freundschaftlichen Beziehungen beider Länder entsprechende vergleichsweise Beileg— ung ihrer Meinungsverschiedenheiten über die Prio⸗ rität der Besitzergreifung der Karolinen-Inseln in sturzem erwarten. F Das Deutsche Reich erfreut sich friedlicher und freundschaftlicher Beziehungen zu allen auswärtigen Regierungen. Seine Majestät der Kaiser hegt die zuversichtliche Hoffnung, daß die Kämpfe der Bal⸗ kanstaaten untereinander den Frieden der europä— schen Mächte nicht stören werden, und daß es den Mächten, welche den für jede von ihnen gleich verthvollen Frieden Europas vor sieben Jahren zurch ihre Verträge besiegelt haben, auch gelingen werde, diesen Verträgen die Achtung der durch sie zur Selbstständigkeit berufenen Volksstämme im Balkangebiete zu sichern. Seine Majestät der Taiser ist von dem Vertrauen beseelt, daß Gottes Segen den bisher erfolgreichen Bestrebungen unserer Politik zur Erhaltung des europäischen Friedens nuch in Zukunft nicht fehlen werde. Berlin, 19. Nop. Der Reichsanzeiger. publizirt eine Bekanntmachung, betreffend die in Berlin 1886 stattfindende große akademische Jubi⸗ läumsKunst⸗Ausstellung. Auszustellende Kunstwerke sind vom 1. März bis zum i. April 1886 abzu⸗ liefern. Die Ausstellung soll umfassen: Wate lebender Künstler des In und Auslandes, Werte aus den Gebieten der Malerei, Bildhauerei, Bau— kunst, graphische Künste, dekorative Kunst, ferner Werke, welche einen Ueberblick über die vaterlän— dische Kunstentwickelung seit der Zeit Friedrich's des Großen bietet. . Berlin, 19. Nov. Die Annahine des Ver— nittelungsentwurfs des Papftes in der Karolinen⸗ rage seitens Deutschlands und Spaniens bestätigt sich; dieser Spruch des Papstes wird zur Basis dienen für die ferneren direkten Schlußverhandlungen wischen Deutschland und Spanien. Metz, 18. Nov. Der Statthalter, Fürst dohenlohe, besichtigte gestern die oͤffentlichen Gebäude und Anstalten und empfing die Generalität. An dem um 5 Uhr Nachmittags im Europuiischen Hof tattgehabten Galodiner nahmen die Spitzen der Behörden, sowie mehrere Gemeinderäthe und Mil. Jieder des Bezirksrathes Theil. Bei dem Diner hielt der Statthalter, Fürst Hohenlohe, folgende Rede: „Mein Amtsvorgänger, der verstorbene Feld marschall Freiherr von Manteuffel, hat einmal ge⸗ 'agt, er begreife, daß man in Elsaß Lothringen die Zusammengehörigkeit mit Frankreich noch nicht ver⸗ gessen habe, man könne — so lauteten seine Worte — nicht seine Gefühle wechseln wie ein Rock. Das war ein gerechtes und humanes Wort. Ich gehe aber weiter, ich sage, ich begreife, daß die Bewoh ⸗ ner dieses Landes, als fie vor zwei Jahrhunderten von Deutschland getrennt und mit Frankreich ver⸗ einigt wurden, diese Aenderung nicht allzuschwer empfanden, weil Deutschland damals ein zerrissenes dand war, das weder seine Angehsrigen schutzen, noch deren Wohlfahrt fördern lonnte, waͤhrend Frankreich nahezu auf der Höhe seiner jetzigen ma— ceriellen Entwickelung stand; da konnte die Trenn⸗ ung von Deutschland leicht verschmerzt werden Wenn ich aber so der historischen That gerecht werde, darf ich nun auch auf die Gegenwari ver— weisen. Aus dem machtlosen, zerrissenen Deutsch⸗ land ist ein mächtiges Reich geworden; und wie die Einigung zu Wiedergewinnung verlorener Landes⸗ theile geführt hatte, so hat sie uns auch die Macht zegeben, das Wiedergewonnene festzuhalten und die Angehörigen zu schützen, ihnen die Bedingungen geistigen und materiellen Gedeihens zu bieten Ja— mit schwindet ein Motiv mehr, das die Bewohner des Landes auf Frankreich blicken läßt. So gebe ich mich der Erwartung hin, daß Elsaß · Lothringen mehr und mehr erkennen werde, daß die Trennung von Frankreich kein Unglück, die Wiedervereinigung mit Deutschland die Gewähr für eine glückliche gu— lunft ist. In dieser Hoffnung erhebe ich das Gias und trinke auf das Wohl des Landes und der Stadt Metz.“ Deutsches Reich. München, 19. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der Antrag Soden's auf Errichtung einer staatlichen Mobiliar— Brand-Versicherung erörtert. Gegenüber Soden's Begründung erklärte der Minister des Innern, der ẽntwurf errege Hoffnungen, die größtentheils un⸗ rfüllbar seien. Die Regierung veranstaltete eine ẽnquete und behalte sich ihre Entschließung vor Der Antrag beunruhige weite Erwerbskreise. Die dertreter aller in Bayern zugelassenen Gesellschaften oären gleichzeitig heute versammelt, und erklärten ich zu etwa gewünschten Erleichterungen bereit. Hört! Hört!) Der Minister des Innern schließt nit Hervorhebung aller Bedenken, die bei der so imfangreichen Staatsanstalt zu Tage treten würden. Auf Marquardsen's Antrag wurde der Gegenstand mit Sodens's Einwilligung einstweilen vertagt. Ausland. Wien, 19. Nob. Die „Presse“ meldet, daß Widdin kapitulirte und die Garnison gefangen wurde. Die Serben besetzten Radomit. Die vereinigten Divisionen marschirten auf Sofia, welches die Vor— Jjut der Serben wahrscheinlich noch heute erreicht. Die bulgarische Armee ist sodann umzingelt. — Die Mächte werden die Serben auffordern, zum tatus quo ante zurückzulehren und ihre endgiltigen Irrangements abzuwarien. Wien, 19. Nopb. Dem „Tageblatt“ wird aus Belgrad gemeldet: Der serbische Gesandte in Petersburg soll dem Fürsten Milan ein Hand⸗ chreiben des Zaren uͤberbringen. Seit gestern Hüorgen wird um den Besitz Slidnitzas, der letzten Bulgaren⸗Position vor Sofia, gekämpft. Es herrscht Schneefall, die Gesundheit der Truppen ist zorireiflich, die Stimmung der Armee begeistert. Das „Journal de St. Petersbourg“ räth dem Fürsten Alexander, sich dem Bescheide. welchen er on der Tuckei auf sein erstes Ersuchen bezüglich der Vertheidigung gegen die serbische Aktion erhalten habe, zu fügen, namentlich möge er Rumelien räumen nd den rechtmaäßigen Zustand wieder herstellen. Auf diese Weise werde er Serbien den einzigen Horwand des Angriffes nehmen und die Pforte in die Lage setzen, dem Koͤnig Milan gegenüber eine prononzirtere Haltung einzunehmen. Wenn die riegerische Akltion dann trotzdem fortdauere, so sei das zwar hart, man habe aber kein Recht, ein chlecht begonnenes und noch schlechter vorbereitetes Werk in die Lange zu ziehen; da nun das gesammte Furopa eine derartige Nachgiebigkeit verlange, so Hnne es nicht erniedrigend für ein junges und merfahrenes Volk sein, seine Geschicke den Mächten anzuvertrauen und auf Pläne zu verzichten, welche s zu einem guten Ende zu fuͤhren nicht in der Lage sei. Seit einiger Zeit steht in der französischen dauptstadt ein trautiges Kapitel zur Diskussion: der Kückgang von Paris. Dieser Rückgang st ein allseitiger, er betrifft die Einwohnerzahl, das jeistige Leben und die wirthschaftliche Lage. Der Economiste français“ kommt auf Grund der Nach⸗ weisungen im amtlichen Statistischen Jahrbuch zu der Uederzeugung, daß die Bevoölkerungszahl der Hauptstadt in den letzten Jahren beträchtlich abge⸗ jommen hat, und berechnet, daß dieser Ausfall seit dem Jahre 1882 schon 150,000 Seelen beträgçt; ollte dieser Rückgang der Bevölkerungsziffer im selben Verhältnisse fortdanern, so würde die nächste Bolkszählung für die Stadt Paris nur noch 2,100,000 Seelen aufzuführen haben. Gleichen Schritt mit zer Abnahme der Bevolkerungsziffer hält naturgemäß auch die fortschreitende Entwerihung des unbeweg⸗ ichen Eigenthums. In den reicheren Stadtvierteln, d besonders in det Nähe der Champs Elysees, deht eine Unzahl von prächtigen Wohnhäusern und chön, zeingerichteten Miethwohnungen andauernd rer, da sich keine Miether finden; ein gleiches gilt r die bürgerlichen Wohnungen in den Geschäfts⸗ erteln und hauptsächlich in den neugebauten —A Festungswerken. Der Rück. zang der Miethpreise ist ein allgemeiner und kann nichl aufgehalten werden, so lange, wie beispiels- weise im Stadttheil des Parc Monceau. fast alle däuser gewisser Straßen leer stehen. Soweit die Auslassungen des Economiste“ über die materielle Zeite. In ähnlicher Weise klagt Albert Wolff im Figaro“, indem er ein Bild des gegenwärtigen zeiftigen Lebens der Hauptstadt entwirft. Der Fetannte Feuilletonist faäßt am Schlusse seine Be⸗ rachtungen in die folgenden Worte zusammen: Das UÜebel, an dem die Großstadt leidet, ift chlimmer, als man denkt, und es ist durchaus nicht icher, ob es so bald gehoben sein wird. Das Pariser Leben erlischt mehr und mehr; die so stolze ind schöne Stadt, um welche uns Europa gewiß nit Recht beneiden konnte, verliert nach und nach hr fröhliches, sorgloses und heiteres Wesen. Die däden auf den Boulevards werden so frühzeitig geschlossen, wie irgend in der Pariser Straße einer provinzialstadt. Die Kaufleute klagen, die Industrie —V Boͤrse ist leblos und alle Geschäfte tehen still; überall Mißbehagen in der Bürgerschaft, ind in 'den Vorstaädten wird das Elend immer größer“ In Irland werden die Agrar-Verbrechen ortgesetzt. Am 13. d8. Mis. griff eine Bande Mondscheinler“ das Haus des Farmers John Furtin zu Castle Farm in der Nähe von Eastleis⸗ and an und forderte Geld und Waffen. Curtin Rerweigerte das Verlangte, erschien mit der Flinte m der Treppe, worauf die Einbrecher anlegten; Furtin feuerte zuerst, verwundete einen der Angreifer, vurde aber gleichzeitig, von einer Kugel in die Brust getroffen, entseelt niedergestreckt. Die Dienst⸗ ute verfolgten die Mondscheinler und ergriffen drei hderselben, von denen einer den Stutzen eines Po— nizisten besaß, der vor einiger Zeit in der Nähe 330isarnen destobhlen worden London, 19. Nob. Die „Times“ meldet: die Türkeiund Serbien kamen dahin über⸗ in, daß nach Besetzung Sofias Serbien nicht mit dem Fürsten von Bulgarien, sondern mit der Bforte Frieden schließen solle, da die Pforte gleich⸗ iltig gegen eine Zerstückelung Bulgariens sei und in statkes Serbien einem mächtigen Bulgarien orziehe. Belgrad, 18. Novb. Nach der Einnahme er Befestigungen bei Jsvor rückte die Morawa⸗ Dibifion unter Oberst Topalovic gegen Radomir, vohin sich die Bulgaren zurückgezogen, vor. Dor! oll heute ein heftiges Gefecht stattgefun den haben. Ferner wird gemeldet, Radomir sei heute Abend jenommen worden und die Vereinigung mit der Schumadja⸗ Divifion werde bald stattfinden. Belgrad, 19. Nov. „Belgradstki Dnewnik“ neldet: Gestern Nachmittag erfoigte die Ciunahme Widdins. Konstantinopel 19. Nop. Der Groß ezier beantwortete die erneute Bitte Zanoff's um zilfe für Bulgarien mit dem Hinweis auf die dem rzürsten Alexander seitens der Pforte ertheilten intwort. — Aus Damaskus sollen 25, 000 Mann uͤrkische Truppen unverweilt nach Kreta und dem Fhirus abgehen. XÆÊæÑÊ, Lokale uund pfalaische Nachrichten. — In Deidesheim hat der bekannte Zuellensucher Bera z aus Munchen am östlichen qande des Gebirges, im sog. „Gemminger“, Herrn gassermann · Jordan gehörend, eine mächtige Quelle einer Tiese van ca. 18 Meter, von 8-4 Meter greite und 2ia —3 Zoll Mächtigkeit gefunden, die iach Aussage des Herrn Beraz mehrere öffentliche —XD Dürtkheim, 17. Nov. Die gestern statt⸗ jehabte Weinversteigerung des Herrn daufmann Pohl y aus Mannheim war gut be⸗ ucht, doch im Verlaufe etwas schleppend; einige Nummern, meistens bessere Sachen, wurden zurück⸗ jezogen, andere kamen jedoch über die Taxe. Es puͤrden erzielt: 1880er Deidesheimer 950 Mark, Ssger Durkheimer 430, 500, 510, Benn 530, dalsberg 540, Frohnhof und Probelstein 620 dallstadter 330, hinterer Steinacker 530, vorderer dessel 530. Ungsteiner 550, Osterberg 570, Dur⸗ ach 560, Kreuzmorgen 630, Rüssel 590; 1884er dürkheimer 530, 520, Feuerberg 870, Golsmauer 90 Benn 5380, Haidfeld 610, Forsi 600. Frohn⸗ jof 660, Probelstein 670, Forst 700, Meß 710, 500; Ungsteiner 610, Kreuz und Kobnert 850. Forsier Kränzler 1420; Rothwein: Dürkheimer 300, 700 M., alles per Fuder (1000 Liter.) sticht unerwähnt wollen wir lassen, daß nach Been⸗ zigung der Versteigerung noch mehrere der zurück⸗ zestellien Weine zu annehmbaren Vreisen verkaufit vwpurden. — Speher, 17. Rov. Zur jweiten (prak⸗ ischen Prüfung für den höheren Justiz⸗ und Ver⸗ valtungsdienst im Jahre 1885, welche anfangs Dezember nächsthin bei der k. Kreisregierung dahier ibgehalten wird, finb folgende 22 Rechtspraktikanten ugelassen worden: Acker Otto von Rülzheim, Bach huͤstab von Frankweiler, Breith August von Pir⸗ nafens, Escales Alfred von Zweibrücken, Eßlinger FJacob von Dürkheim, Franß Friedrich Theodor ‚on Angenheim, Franzreb Jakob von Rockenhausen, Frenckel Michael von Kaiserslautern, Grill August son Hundheim, Hauber Ludwig Heinrich von rulenbis, Kammerer Friedrich Karl Wilhem von daiserslautern, Mahla Friedrich von Landau, Dr. Mayr Max von Waldmohr, Muck Ferdinand von randstuhl, Müller Gustav Adolf von Landau, Nüller Philipp von Heuchelheim (Bezirksamts Frankenthal), Noessel Gustav von Speyer, Stempel zudwig von Rhodt Dr. Stern Isaak von Ober⸗ noschei, Straub Heinrich von Laumersheim, Syffert kudolf von Frankenthal. Weber Gotifried von NRNermiesau. Vermischtes. — Die Muitter des Kindes, welches wie vor⸗ gestern gemeldet, in einem Keller der Viktoriastraße n St. Johann ausgesetzt aufgefunden worden ft, wurde ermittelt. Es ist ein 22jähriges Frauen⸗ immer von Walpershofen, namens Louise Sander, velches zuletzt in Falkenberg in Lothringen sich iufgehalten und am 25. Oktober in Etzenhofen ei ihrer Schwester ein Mädchen geboren hat, mit Jeschem sie sich hor einigen Tagen unter dem Nor— gehen, wieder nach Falkenberg gehen zu wollen znifernt hat. Das Kind, welches bei einer Heb imme in St. Johann in Pflege gegeben war vurde nebst den Kleidungsstücken bestimmt von der Schwester als dadjenige der Louise Sander relog aosziert. Die Sander selbst konnte dis heute nich istiert werden. EG.Z. In der letzten Vorstandssitzung der Suͤdweßi lichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und —AV der gemeinsamen wirthschaftlichen Interessen der Zaarindustrie wurde als Tag der Hauptversammlung »es Eisenbereins und des wirthschaftlichen Verein⸗ der 28. November bestimmt. Die Generalver— ammlungen sollen wie bisher im Kasino zu Saar— »rücken abgehalten werden. In der Generalver- ammlung werden u. a. verhandelt: Die Frage »er Sonntagsarbeit, Normalarbeitstag und die Wahrungsfrage. Ueber letztere brennende Frage vird Herr Generalsekretär Bueck aus Düsseldor! prechen. Forbach, 18. Nov. Zu der heute Morgen exfolgfen Beerdigung eines Mitgliedes des Zriegervereins war der Kriegerverein mit seiner Fahne angetreten. Der Herr Erzpriester erklärte sedoch, das kirchliche Begräbniß nur in dem Fall- Jewähren zu können, daß keine Fahne mitze. uhrt werde, und es wurde demzufolge, wie die Forb. Z.“ berichtet, die Vereinsfahne von dem Zammelplatze wieder zurückgebracht. FHundlingen, 18. Nov. Eine gestern m Pridatwald des Herrn Guich ard veranstaltete Jagd hatte ein glänzendes Ergebniß: es wurden [95 Hasen. 1 Sau, 2 Rehe, 2 Schnepfen und 1 Hafelhuhn erlegt. Dabei waren im ganzen nur 1410 Schuß abgegeben worden! — Am Tage vorher varen nach der „Forb. Z.“ hei einer Jagd au dem Wintringer Hof, die gleich der oben erwähnter von Herrn Jaunez veranstaltet war, 173 Haser zeschossen worden. fStraßburg, 17. Nob. Zur Theilnahm an den diesjährigen Herbstprüfungen für den ein— ahrig⸗freiwilligen Militärdienst hatten sich ir Ztraßburg 20, in Colmar 21. und in Metze Aspiranten eingefunden. Von diesen bestanden ir Straßburg 12, in Colmar 7 und in Metz 1 di ßrüfung, von den übrigen wurden 3 wegen unge nügenden Ausfalls der schriftlichen Arbeiten vor her mündlichen Prüfnng ausgeschlossen und 2 estanden die Prüfung nicht. Ein Kandidat wurd zuf Grund hervorragender Leistungen als mechan scher Arbeiter nur in den Elementarfächern geprüf ind hat den Berechtigungsschein erhalten. Koln. In letztet Zeit sind vielfach unehelich dinder als eheliche in die Standesamtsregister einge ragen worden, und zwar infolge einer nicht präzisen Fragestellung von Seiten der betreffenden Beamten die Staatsanwaltschaft hat infolge dessen der Ztandesbeamten zur Pflicht gemacht, bei Entgegen⸗ iahme der Erklärungen zur Eintragung von Neu jeborenen in die Geburtsregister an den Vater de indes nicht mehr die Ftage zu richten: „Wi Jeißt Ihre Frau?“ sondern: „Sind Sie mit de Mutter des Kindes verheirathet?“ Mannheim, 17. Nov. Gestern Aben' vurden im hiesigen Hoftheater während der Voꝛr teslung zwei stecbrieflich verfolgte Hochstapler, fran osischer Nationalität, oerhaftet. Einer derselben sab sich fur einen Schauspieler aus und wußte sic als solcher freies Entree ins hiesige Hoftheater ‚erschaffen. Anscheinend reisten Beide mit falschet hässen und durfte die eingeleitete Untersuchung woh dlarheit über die beiden „Herren“ schaffen. Mannheim, 18. Nov. In der neuer yffneten altbayerischen Bierhalle wurden an der deiden Eröffnungstagen, Samstag und Sonntag aicht weniger ais 1479 Knödel und 2460 vn Bier vertilgt. der verschiedenen sonstigen, ebersal n großer Menge verzehrten Speisen gar nicht jedenkten. Und da klage noch Einer über schledr Zeiten! pRKoblenz. 17. Nov. Der rheinische Kar nevai scheint aller Vorausficht nach, in dem kom nenden Winter eine Glanzzeit zu bekommen, g jon überall, selbst aus kleinen Orten, wo dnn seit langen Jahren ruhte, kommen Nachrichten heue Vereine und in Koln, Koblenz und Don haben fich ordnungsmäßig am 11. im 11. Rona die Vorstünde einer ganzen Reihe von dans jellschaften neu konstituirt. Diesen Winter ha u* arnedal 13 Sonn- und Feiertage für sich an ve oene beil Oftean sehr spat iallt. f Ein seltenes Wild erlegie dieser Tage der Foͤrstet Medow zu War zenbach am Burg⸗ de. nämlich im Forstorte Wallenberg einen neeweißen Fuchs mit feuerrothen Lichtern und ustandig weißen Branden. — — NAus Bayern? Im „Amperboten“ findet ¶ solgende ergötzliche Redaktionserklaärung: „In areff des Inserates in Nr. 90 des „Amperboten“, ß in Unterweikertshofen ein Dresch⸗Cylinder zu sen sei, welcher auch als Feuerspritze verwendet Iden könne, erhalten wir vom Bürgermeister siater in Unterweikertshofen folgende Berichtig- ngs⸗Zuschrift; .Derjenige, welcher bekannt macht. z hierorts ein Dresch⸗Cylinder, welcher auch zur uerspritze verwendet werden kann,“ zur Einsicht st, ist ein Lügner oder gar noch viel mehr, soll auch so rußig und schwarz wie der T.... sbet sein, da das Inserat nur ein Hohn auf ein ersehen ist, welches der hiesigen Feuerwehr beim zten Brande in Migersbach passirte, indem die⸗ be in der Eile statt der Feuerspritze einen Wagen it einem daraufliegenden Dreschmaschinen⸗Cylinder aspannte und eine Strecke weit fuhr, ehe der Irr⸗ uum wahrgenommen wurde.“ Wir bedauern, daß ir den Schelm, der uns das Inserat einsandte, ist nach dieser Zuschrift erkannten. Wir hielten z leider im Jahrhundert der Neuerungen und rfindungen für nicht unmöglich, daß man Dresch⸗ ylinder, die zu gleicher Zeit als Feuerspritze zu etwenden wären, fabriziren köͤnne und verlierea uun noch obendrein 2 Mt. 20 Pf. Inseratengebühr. zo geht es, wenn man den Erfindungen der Neu⸗ eit gar zu großes Vertrauen schenkt.“ Auf der Grabstätte eines Ehepaares im lumer Friedhofe steht ein Kreuz mit folgender Inschrift: Hier liegt ein Ehepaar Das lang beisammen war. Nun gönnen sie einander Ruh', Im Leben kam es nie dazu. -(Auf der Flucht gefangen.) Wie et „Bayer. Kur.“ meldet, ist der russische Kol- egienrath Greffen, welcher aus dem Wiener Ge⸗ angniß entspcungen, an der bayerischen Grenze urch den Gemeindediener eines kleinen Ortes ver⸗ aftet worden, der sofort die Anzeige darüber hier⸗ er erstattet hat. Die 3000 Rubel, welche für en Gefangenen⸗Aufseher, der Greffen zur Flucht erholfen hat, deponirt worden war, sind vom herichte bereits mit Beschlag belegt. Das Geld var von der in Frankreich lebenden Schwester des ztüchtigen gekommen. und Greffen war eben auf er Flucht nach Frankreich begriffen. FMünchen, 16. Nob. Se lgl. Hoheit )x. Herzog Karl in Bayern wird gegen Weih achten aus Wien zurückkehren und von Neujahr in seine augenärztliche Praxis in Tegernsee fort⸗ zen. Wie man uns von zuverlassiger Seite mit⸗- heilt, werden bis dahin wieder Anmeldungen von luhenkranken zur Aufnahme in das Tegernseer lugenspital Berücksichtigung finden können. Braunschweig, 18. Nov. Die Nachricht aes Münchener Blattes, daß mehrere braunschwei⸗ asche Offiziere anläßlich der Einsetzung des Prin⸗ en Albrecht zum Regenten den Dienst quittiert ätten, um in österreichische Dienste überzutreten, st, wie das „Braunschweigische Tageblatt“ auf zrund bester Informationen versichert, völlig aus et Luft gegriffen. Berlin, 18. Nov. Freiherr von der ‚ʒoltz gibt in seinem Buche „Das Voll in Waffen“ on der Größe der deutschen Armee folgendes zild: Das ganze deutsche Heer der Gegenwart, als me eng aufgeschlossene Marschkolonne gedacht, wäre o lang, daß, wenn seine Spitze in Mainz ein⸗ uͤdte, das letzte Glied eben erst Eydtkuhnen an er russischen Genzt zu verlassen im Stande wäre. Wenn'es unaufhörlich Tag und Nacht durch ein Thor marschirte, so würde es zum Durchgange mes vollen Monats bedürfen. Zu seiner Unter⸗ unft sind, auch wenn Ort bei Ort mit Truppen nelegt wird, 200 Geviertmeilen Landes nothwendig. die heutige franz. Armee ergäbe in ziemlich enger nelung eine Front, die von Verdun bis Epinal eicht. f6800 Kilometer auf dem Bicyclhe ist in nesem Jahre der Geschäftsreisende der Berliner Niederlage der Howe Machine Co. Limided, Mr. z. M. dumstreh, der zugleich die Stellung des jahrwarts des Deutschen Radfahrer⸗Bundes ein⸗ immt, gefahren. Mr. Dumstrey bereist ganz )eutschland nur mit dem Zweirad und hierdurch ist es ihm möglich, auch solche Ortschaften bequem zu erreichen, welche keine Eisenbahnverbindungen haben. Er befindet sich oft Wochen und Monate⸗ lang hinter einander auf der Tour und führt die Bedürfnisse für die Reise in einer an das Velociped geschnallten Ledertasche bei sich. 4 Der Riese Franz Winkelmeyer, der gegenwärtig in Berlin auftritt, hat sich einen neuen Anzug bestellt. Die Armlänge beträgt 114 Centi- meter, die Seitenlänge der Hose 170 Centimeter, ilse die vollstandige Größe eines gut ausgewach⸗ enen Menschen. X Was zur Volkszählung gehört!) das Statistische Amt in Berlin hat zur Volks- ahlung in Preußen anfertigen lassen: 85,250,000 zählkarten; 7,500, 000 Haushaltungslisten, 300, 000 Anleitungen und Umschläge, 255,000 inweisungen fütr die Zähler, 510, 000 Zählerkon⸗ rosllisien, 95, 000 Ortslisten, 95,000 Ortslisten Muster) und 95,000 Anweisungen für die Be⸗ jörden. Die Druchsachen kosten 109,178 Mart ind wiegen nahezu 3505 Zentner. Wien, 18. Nov. Oberst Kropatschek, der xẽẽtfinder des bekannten Repetirgewehres, wurde seistebkrank in die Gräfenberger Heilanstalt gebracht. Derselbe soll außer sich darüber gewesen sein, daß eine Erfindung durch eine neuere überflügelt wor den ist. F Von Christine Nilsson erzählt der „Pest. Aoyd“ ein ganzes Häuflein von Apekdoten. Vor Fahren, in Amerika, als Christine Nilsson drüben zie kleinen Fußspuren Adelinas etwas breiter aus⸗ cat, saß sie eines Abends in einem glänzenden Zalon, dessen Mittelpunkt sie war. Plötzlich öffnete ich die Thur, und ein Mann trat herein, den Nie⸗ nand geladen hatte. Der Unbekannte eilte mit der Sicherheit eines Yaukee auf die Diva los, schloß je in seine Arme und küßte sie leidenschaftlich auf zen Mund. Vor Schrech erstarrt, standen die Gäste imher, wie bei einem Natureigniß, gegen das man ich ohnehin nicht wehren kann. Nur Cbristine and fich alsbald wieder. Mit ihren beiden Recken ⸗ rmen ergriff sie den Eindringling, hob ihn in die zuft wie ein Kind und trug ihn aus dem Saale inaus durch das Vorzimmer bis auf die Treppe, uf deren oberste Stufe sie ihn auffallend un⸗ auft niederstellte. Ruhig, als wäre nichts geschehen, ehrte sie dann zur Gesellschaft zurück. Als man päter nachforschte, was für eine Art Mensch jener Zerwegene eigentlich gewesen, stellte es sich heraus, aß er irrsinnig war und in Orphelien eine holde Unglücksgefährtin liebte . .. Ein andermal, in Bien, bemerkte sie wiederholt, daß ihr bei ihren zpaziergangen auf der Ringstraße ein unbequemer -chatten foigte. Ein Schatten in elegantem Pelz ind von zudringlichsten Manieren. Eine Weile uldete sie es, als aber der Verfolger galant zu berden begann, wandte sie sich plötzlich zu ihm, lug' in AÄuge, zeigte ihm den sogenannten Biceps⸗ Nuskel an ihrem Oberarm und sagte in ihrem ge— rochenen Deutsch: „Was wollen Sie? Glauben Sie etwa, daß eine Frau mit einem solchen Arm ch nicht selbst vertheidigen kann ?“ Alsbald ver⸗ hywand der Schatten, wie vom Pflaster verschlungen. zin anderes Kraftstück aus dem Konzert, das sie um Besten der Pariser Blinden im Trocadero⸗ Palast gab. Sie sang ihre erste Acie und es er⸗ job sich ein Beifallssturm, ein allgemeines „bis“, zas sich gar nicht legen wollte. Sie mußte sich ogleich entschließen, an dieser Stelle eine Zugabe inzuschieben. Es war ein Lied, das sie selbst auf em Klavier zu begleiten gedachte. Sie seßt sich m den Flügel und beginnt ihre bis an die Schulter sinaufreichenden Handschuhe aufzuknöpfen. Eine angwierige Arbeit, an jedem Arme ein paar Ddutzend Knöpfe zu lösen. Sie fühlt das Komische ines solchen ledernen, zugeknöpften Intermezzos ind hat kaum einige Knöpfe freigemacht, als sie jen ganzen Handschuh ergreift, sich ihn mit einem räftigen Riß, daß die Knöpfe wie Graupenhagel im sie herprasseln. vom Arm reißt und hinweg ⸗ chhleuderi. Das Alles sah so inprovisirt aus, ge— chah mit so eigenthümlichem Chic und sie lachte so inbefangen troßzig dazu, daß das Publikum neuer⸗ zings in einen Sturm von Beifall ausbrach. Ihrem inermüdlichen Impresario Alfred Fischhof sagte sie inst, weil er ihr statt 3000 Francs für den Abend ucht 6000 bewilligen wollte („Wenn ich 5000 verth bin, bin ich auch 6000 werth; wenn ich 3000 nicht werth bin, bin ich gar nichts werth“, ies war die Gegenmeinung) — sie sagte ihm also achend: „Aber, mein Freund, Sie sind ja ein interessario.“ 5000 Francs den Abend, das ist 'ein gewöhnliches Honorar, besonders da alle Speser rür sie und die drei Personen ihrer Begleitung nod zinzukommen. In ihren Vertragsbriefen sind diese Dinge immer höchst genau festgestellt, es fehlt z. B. niemals die Equipage,. „mit zwei Pferden“ darin, o daß sie niemals in die Verlegenheit kommen kann. twa einspännig fahren: zu müssen. Ihr früherer Anternehmer, der alte Strakosch in Amerika, hat nit diesen „Spesen“ manche herbe Erfahrung gemacht. kines Tages fand er in die Wochenrechnung des dotels das Sümmchen von 400 Franks für — erdbeeren eingestellt, welche sie (es war im Winter) nnerhalb acht Tagen verspeist hatte. Nicht einmal der letzte Mohikaner hat sich jemals dergleichen er⸗ aubt. Dieser Erdbeer Verbrauch bewog ihn, das Verhältniß so bald als möglich in weniger dehn— jyare Form eines Pauschale zu kleiden, worauf in Erdbeeren und Champagner sogleich ein gewaltiger Rückgang eintrat. f(GWas Trinkgelder einbringen!) In der Restauration Gruber zu Antwerpen, die wvährend der Ausstellung geöffnet war. waren 14 ellner angestellt. Sie kamen überein, alle Trink⸗ gelder, mit Ausnahme der bei außergewöhnlichen Anlässen gegebenen, in eine verschlossene Büchse zu thun und nach Schluß der Ausstellung unter sich u gleichen Theilen zu vertheilen. Jett hat der Wirth die Büchse geöffnet und er fand — 43,000 Fr., so daß jeder Kellner über 3000 Fr. erhalten Jat. Uebrigens hat der Wirth selbst ein sehr gutes Beschaft gemacht, nämlich gegen 400.000 Fr. verdient. Ein Riesenprozeß.) Letzten Freitag hegaun in Pudua die Schwurgerichtsverhandlung wegen Betrugs⸗Reate zum Nachtheil der venetia⸗ nischen Bank. Die Untersuchung dauerte über zwei Jahre und die Akten darüber wuchsen zu nahezu 50 Bänden an. Die 12 Angeklagten, von denen aber nur 10 anwesend find, werden durch Crispi und andere berühmte Advokaten, vertheidigt, die 238 Zeugen wurden aus Paris, Manchester, Lon⸗ don, Alexandria und Nizza zitiert; die den Ge⸗ ichworenen, von denen zwei nicht erschienen und deßhalb zu je 600 Lire Strafe verurteeilt wurden, porzulegenden Fragen sind ungefähr 1300. Wenn eine Zwischenfälle eintreten, hofft das Gericht diesen Prozeß in etwa fünf Monaten bewältigen zu können. F Die Armeeleitung Englands hat — echt englisch⸗militärisch — vergessen, dem gegen Birma marschirenden Heere Puhver mitzu—⸗ geben! So wird der Kriegsbeginn vertagt, bis das Pulver auf dem Schauplatz der Ereignisse ge⸗ langt. Die Scene, eine Zukunfts ⸗Operetie, in velcher der General „Feuer!“ kommandirt und die Beschütze versagen, weil sie „Mangels an Pulver“ aicht geladen sind, wird einen arandiosen Effekt nachen! 4 (Alte Leute) Umweit Newry starb im 5. November ein Farmer Namens William Brant in dem hohen Alter von 107 Jahren. Zwei Monate vor seinem Tode hatte er noch auf freiem Felde gearbeitet. — Am 12. November starb im dädtischen Versorgungshause in Graz die gewesene stöchin Maria Schwerdl im Alter von 104 Jahren an Altersschwäche. Sie war am 12. September 1781 in Landshut im Königreiche Bavern geboren. Marktberichte. Zweibrücken, 19. November. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualiennartt.) Weizen 8 M. 62 Pf. Korn 7 M. 37 Pf, Herste zweireihige O M. — Pf., vierreihige d M. — pf., S5pelz 0O M. — Pf., Spelzlern — M. — Pf., Dinkel Ma. — Pf., Mischfrucht d M. — Pf. Hafer 8 M. 13 Pf., Erbsen O M. — Pf. Wicken 0 M. — Pf., Hheu 3 M. — Pf., Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. 1M. 80 Pf., Kartoffeln 1¶ M. 60 Pf., Weißbrod 1/ Kilo 50 Pf., Kornbrod 8 Kilo 60 Pf., Gemischtibrod 8 Kilo 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 pfi, ijJ Qual. 56 Pf., Kalbfleisch g0 Pf Hammel- Jeisch 60 Pf. Schweinefle sch 80 Pf., Wein 1 viter kö Pf. Bier 1 Liter 24 Pf., Butter */3 Kilogr. 1 M. — vpi. Homburg, 18. November. (Fruchtmittelpreis und Vik⸗ ualienmartt) Weizen 8 M. 63 Pf., storn 7 M. 40 Pf., Spelzlern — M. — Pf. Spelz 0O M. — Pf., Gersie dreihige d M. — Pf., Gecste 4reihige 0 M. — Pi., dafer 6 M. 47 Pf., Mischfrucht 7 M. 50 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken 0O M. — Pf. Bohnen 0 M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Kornbrod 6 Pfund 30 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 72 Pf, Ochsenfleisch — Pfj. stindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 530 Pf. Hammelfeisch — Pf Schweinefleisch 530 Pf, Butter 1 Pfund 1M. 00 pf. dartoffeln per Zentner 1J M. 70 Pf. Für die Redaktion verantwortlich: F. X. Demes. —— Vie garantirt reinschmeckenden V B8eDFAMBBTOB F Java-LKaffée'g. aus der Dampf · Caffee · Brennereið vron 1 Fiuepddehmit, in bonn u Pen Slind in Originalverpackungen von Sn, 4 und is Kilo zu haben? J. St. Inabert bei Joser J Kuhn, X. Jung und * P. enpp. ů TTodes⸗Anzeige. — Gott dem Allmächtigen hat es gefallen“, unsere innigst geliebte Tochter und Schwester Elise Bender, im Alter von 17 Jahren 10 Monaten ⸗ nach längerem schmerzlichen Krankenlager zu sich in ein besseres Jen⸗ jeits abzurufen. Um stilles Beileid bittet Hassel im November 1885. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Die Beerdiguug findet Sonntag Nachmittäg um 3 Uhr statt. Nimm 's Loos bei Zeit, »s Glück blüht heut! ⸗ * Ein-Mark⸗-Loose des Renten⸗ und Unterstützungs Vereins für Frauen u. Mädchen Haupttreffer 25,000 Mtk. Ziehungl0. De— Für Einbaltung des Ziehungs tages garantirt der Verein. Loose nur wenige vorranhig be Ider General⸗Agentur A. & B. Schuler Munchen, sowie bei der Hauptagentut »für die bayer. Ufalz: Peter Rixius in udwigs hafen am Rh., sowie bei dessen Agenten: Joh. Weirich, Fra. Woll zund Gg. Adt, alle in St. Ingbert Auflage 344,000; das verbreitetste alle deutschen Blätter überhuupt; außerdem er scheinen Uebersetzungen in zwolf fremder Sprachen EFisslub betr. Herr Oarl ERecer siellte für kommen den Sonntag de Miütgliedern des Eisklubs seinen Eisweiher gütigst zur Verfüqgung. LPO A,. Die Modenweilt. Illustrirte Zeitung Toilette und Handa beiten. Monatlich zwe Nummern. Vreis vier. teljährlich M. 1.255 75 Kr. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 13 49. Neclamen 30 . Bel 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 229. SSonntag, 22. November 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berlin, 19. Nov. Die Besserung in dem inden des Kaisers schreitet in der erfreulichsten geise andauernd fort. Se. Majestät hörte heute ormittag verschitdene Vorträge, hatte dann eine ngere Konferenz mit dem Kriegsminister Bronsart Schellendorf und arbeitete Nachmittags mit dem hef des Militärkabinets v. Albedyll. Berlin, 20. Nopb. Der Reich stag nahm eue die Präsidentenwahl vor. Es werden 249 timmzettel abgegeben; davon sind 835 unbeschrieben, ijo 214 giltig. Hiervon lauten 2083 auf Herrn „. Wedell⸗Piesdorff, 3 auf Freiherrn zu Frankenstein, e 2. auf Langwerth v. Simmern und Professor dc. Häuel, je 1 auf Freiherrn v. Maltzahn⸗Gültz, debel, Braun, Utz. Herr d. WedellPies- dorff nimmt die Wiederwahl dankend an. Agenten dem Feuerwehr⸗Kommandanten Herrn kang wegen der raschen und energischen Hülfe, welche die Feuetwehr bei dem Bär'schen Mühlen⸗ hrande geleistet hat, 50 Mk. für die Feuerwehr⸗ asse einhändigen. Wäre zur Nachahmung zu em⸗ ofehlen! — Aus Mittelbexbach, 20 Nov., wird der „Zw. Zig.“ geschrieben: (Ein Wort der An⸗ rkennung.) Gestern schied aus unserer Mitte, aus ꝛiner ihm ergebenen und wohlgesinnten Gemeinde )err Vikar Weyland. Derselbe ist laut lkgl. intschließung als Pfarrer nach Alsenbrück, Station angmeil, versetzt d. h. befördert. Allgemein wird ein Weggang von hier ungern gesehen, war doch derselbe ein seltener Charakter. Mit Willenskraft, adelloser Strenge und wahrem Gerechtigkeitsgefühl egenüber der Oeffentlichkeit und seinen Unter- ebenen verband er zugeich die größte Leutseligkeit n seinem gesellschaftlichen Umgange mit Personen dweden Standes. Freigebigkeit gegen die Armen, reundliches unzwungenes Schalten und Walten als eelsorger in seiner Gemeinde hatten ihm in den Herzen aller liebevolle Aufnahme gesichert. Möge „err Pfarrer Weyland in seinem neuen Heim eine benso seiner würdigen Gemeinde finden, möge sein Wirken und Schaffen in Alsenbrück von dem näm⸗ ichen schoͤnen Erfolg gekront sein, wie hier. Leben Sie wohl und halten Sie das schwarze Californien n treuem Angedenken! — Landstuhl, 18. Nov. Der hiesige Stadtrath hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, »en Gehalt der Lehrer von 1100 M. auf 1200 Mark pro Jahr zu erhöhen. — Von einer Reise nach Landau erzählt in der „Kaisersl. Ztg.“ ein Augen⸗ und Ohren⸗ euge folgenden hübschen Zwischenfall: In Bieber⸗ nühle stiegen vier Herren ein, zwei Offiziere und wei katholische Geistliche. Bald begann das Ge⸗ hlänkel der ersteren, indem fie von der „Verdum⸗ nung des Volkes“ u. s. w. sprachen, wobei einer die Aeußerung machte, das „Volk“ sei noch so umm, an Wunder zu glauben. Die beiden Geist⸗ ichen, denen dies alles zu Gehör geredet wurde, chwiegen Anfangs; auf jene Aeußerung hin wandie ich jedoch der eine an die Offiziere und sagte: „Entschuldigen Sie, meine Herren, daß ich Sie in Ihrer offen geführten Unterhaltung störe. Wenn Sie mir gütig erlauben, will ich Ihnen jedoch be⸗ weisen, daß es selbst heutzutage noch Wunder zibt.“ „Wunder?“ riefen die Offiziere lachend rus, „das machen Sie uns nicht weiß. „Hören Sie netr“ fuhr der Geistliche fort: „Vor einigen Tagen war ich in Trier. Währenddem ich den Dom bewunderte, gingen zwei Offiziere an mir ‚orüber. Der eine zog sein Taschentuch aus der Rocktasche, wobei ihm ein Papier zu Boden fiel. Ich hob es auf, um es seinem Eigenthümer zu⸗ zustellen, blickte aber voll Neugierde hinein und vas war es? Einet quittirte Rechnung. Nun agen Sie selbst, daß es kein Wunder mehr gibt.“ die beiden Offiziere lachten aus voller Brust und a sie wohl merkten, wen sie vor sich hatten, so var dieser Krieg im Frieden schnell beendet und er Friedeusschluß wurde gemeinschaftlich in Lan— dau beim „Neuen“ gefeiert. -Das kgl. Landgericht Landau verhandelte am Donnerstag gegen den Weinhändler Jul. Haas von da vegen Betrugs. Dex Staatsanwalt beantragte 4 Nonate Gefaängniß und M. 1200. — Geldstrafe, vent. umgewandelt in 120 Tage Gefängniß. Die ZJertheidigung, geführt durch Herrn Anwalt Kugler. beantragte Freisprechung. Der als Zeuge in dieser Sache vernommene Weinkommissionär H. Flach bon Edenkoben wurde während der Sitzung wegen dringenden Verdachtes, einen Meineid geschworen ju haben, verhaftet. — Oberlustadt, 18. Nob. Der Tagner Johannes Emnet von hier ging heute in den Wald, im sich einen Schiebkarren dürres Holz zu holen. kin herabstürzender abgerissener Ast traf ihn so inglücklich in's Genick, daß er nach wenigen Stun⸗ den seinen Geist aufgab. — Speyer, 20. Nov. Bei Herrn Regie⸗ rungs⸗Präsidenten v. Braun fand gestern ein offi⸗ ielles Souper statt, zu welchem außer sämmtlichen derren Ländräthen auch die Kollegialmitglieder der ammer des Innern geladen waren. Ausland. Wien, 20. Nov. Die „Neue Freie Presse“ netdet aus Kalafat, die Cernirung Widdins durch ie Serben sei aufgegeben, und General Leschjanin ei mit dem Timokkorps gegen Slivnitza abgegangen. Für die freundschaftlichen Gesinnungen Ru ß⸗ uinds gegen die beiden ihm verbündeten Kaiser⸗ zuchte liegen zwei charakteristische Nachrichten vor. dach der einen, welche amtlich ist, wurde der zenator Manassein, der durch seine Revisionen den Ostsetprovinzen sich als fanatischer Feind es Deutschthums gezeigt und die unheilvollen achritte gegen die Deutschen in jenen Landen durch me Bexichte eingeleitet hat, zum Justizminister in ußland ernannt. Die andere, noch nicht beglaubigte tachricht berührt in erster Reihe Oesterreich, indirekt eutschland. Hiernach würde der Minister von ziers entlassen und durch den berüchtigten zgnatieff, den Führer der Panslavisten und sprich⸗ ortlichen „Vater der Lüge“, ersetzt werden. Sofia, 19. Nov. Die Serben griffen heute vormittag den rechten Flügel der Bulgaren an, zurden aber zurückgeworfen. Sie griffen sodann viederholt das Centrum und den linken Flügel der ulgarischen Aufst⸗llung an, bis der Einbruch der Dun⸗ elheit den Kampf beendete. Sofia, 19. Nov. Der Kampf um Slivnitza vurde gestern Morgen um 7 Uhr wieder aufge⸗ ommem. Der rechte Flügel der Bulgaren griff ie Feinde an, welche auf drei Anhoͤhen festgesetzt aren, und vertrieb dieselben nach mörderischem ampfe. Zugleich eröffnete das Centrum der bul⸗ wischen Aufstellung, welches Verschanzungen bei lidnitza besetzt hielt, ein heftiges Feuer gegen die erben. In der Ebene gingen alsbald zwei Ba⸗ None und zwei Batterien zum vereinigten Angriff it dem rechten Flügel vor. Die Setben wider⸗ inden anfangs muthig, mußten jedoch gegen Mit⸗ ig zurückgehen, wandten sich hierauf gegen, den nken Flügel der Bulgaren, wobei es ihnen durch zwischen eingetroffene Verstärkungen gelang, den ingriff der Bulgaren zum stehen zu bringen. Die derlusie find beiderseits beträchtlich, die Bulgaren achten 300 Gefangene. Belgrad, 20. Nov. Die Kaämpfe bei Iwnitza dauern fort und blieben bis jetzt ohne nischeidung. Minister Garaschanin wurde zum loͤnige berüfen. Vermischtes. FSaarbrücken, 19. Nov. Unter den Pferden des 7. Dragoner⸗Regiments ist wie der St. Joh.⸗Sbr. Anz.“ mittheilt, die Rotzkrankheit rusgebrochen und sind bis jetzt 7 Pferde von dieser ergriffen worden. Es sind hinlänglich Vorkehrungen jetroffen, daß die Seuche nicht weiter um sich greift. fAachen, 19. Nov. Aus Anlaß der hier stattfindenden Versammlung des Berg; und Hütten⸗ nännischen Vereins sind die Herren Geh. Bergrath Fabricius und Oberbergrath Follenius aus Bonn hier anwesend, um an den Berathungen wegen der Anwendung der Grundsätze der Schlagwetter⸗ dommission auf die Steinkohlengruben des hiesigen Reviers theilzunehmen. F Darmstadt. Ein provisorisches Komite erlaͤßt in der „Darmstädter Zeitung“ einen Aufruf zur Spendung von Kleidungsstücken und Geld fuür die bulgarische Armee. Die Haupt ˖ Annahmestelle isst das Palais des Prinzen Alexander. Ein Arbeiter der Frankfurter Magarin⸗ zutter⸗Fabrik wurde wegen des in Bornheim statt- zefundenen Mordes verhaftet, mit Ketten geschlossen ind so am hellen Tage über die Zeil in das Ge⸗ ängniß geführt. Es stellte sich bald unzweifelhaft jeraus, daß der Verhaftete, ein braver RNann und ein guter Freund des Ermordeten, gar nicht der Moͤrder sein konnte. Nach zwei Tagen wurde er hne irgend welches Bedauern entlassen; ja, von »em Gelde, das man ihm abgenommen, wurden Mark 1,30 für die im Gefängniß empfangene Kost urückbehalten. Außerdem hat der Mann den:; At⸗ »eitslohn von den zwei im Gefängniß zugebrachten Tagen eingebüßt. F Wie verlautet, soll das große holländische kxporthaus van der Heck in Rotterdam mit wei Millonen Gulden Passiva fallirt sein. fFParis, 11. Nov. Die Franzosen haben hre Milliarden für Sperrforts und verschanzte Lager zum Fenster hinausgeworfen! Die Roͤpu zlique Francçaise berichtet heute UÜber Eugone⸗ Bodards „Dynamiteuse des Airs“, die zum Aus⸗ 'orschen und Beschießen fester Plätze gleich gut sei, 3000 Meter, den zehnfachen Umfang der militär⸗ schen gefesselten Ballons von Calais⸗Mendon habe, mehrere Geschütze führen kann u. s. w. Godard zersichere, daß es fortan keinen Kriegsplatz, so fest er auch sei, gebe, der der Beschießung einer nach Modell der „Dynamiteuse“ gebauten Luftflotte, die nehrere tausend Kilogramm Wurfgeschosse und jede indere Zerstörungsmaschine tragen könne, zu wie⸗ verstehen vermoöchte“ Lokale und pfalzische Rachrichten. roerwarzobach. Die Magdeburger aer Versicherungs⸗Gesellschaft ließ durch ihren fF Die Deutschen Sofias gründen ein deutsches Hospital, um den Zielen des Rothen Kreuzes entsprechend nach Kräften zur Lin⸗ derung der Kriegsleiden beizutragen, die im Kriege unvermeidlich sind. Aus Rücksicht auf den edlen Zweck und zu vollem Gelingen ist die Mitwirkung der Deutschen im Reiche höchst erwünscht, weshalb die dringende Bitte an alle Deutsche ergeht, Geld und Verbandzeug, letzteres mittelst Postpackets, über Bukarest-Rustschuk nach Sofia zu schicken Tochter eines russischen Obersten, ist nicht nur die chönste Frau der slabischen Länder, sondern auch, vie Alle, die sie kennen, versichern, die sanfteste und beste. Im Kriege, der soeben begonnen“, so chließt Nicot, „setzt der Koönig von Serbien seine unge Krone auf's Spiel. Verliert er sie, so werden wir ihn wahrscheinlich in Paris wiedersehen, vwvo er die Masse enthrohnter Herrscher vergrößern vird, welche im Schatten der verabscheuten Re⸗ publik Frieden und Ruhe zu suchen kommen.“ Großartige wissenschaftliche Schenkung Nach einer telegraphischen Meldung der „Times“ aus Philadelphia hat der Senator Stanford zur Frrichtung einer kalifornischen Universität in Polc Alto, 45 Kilometer von San Franzisko, Ländereien m Werthe von 5 Millionen Dollars und 15 Mill dollars baar hergegeben. fF Eine „Ausstellung mönnlicher Schönheiten“ — das ist das neueste, was dem Chicagoer Bublikum zur Zeit in einem dortigen „Dime⸗ Museum“ (Dime — 10 Cents) geboten wird. Wir lesen darüber in der „Am. Korr.““ Von den ausgestellten Exemplaren sind zwei, nämlich „Nr. 12“ und „Nr. 9“ Deutsche. Nr. 12 sieht nan sofort an, daß er eine gefallene Größe sein muß. Er ist ein großer, schöner Mann mit dunkelblondem, großem Vollbart, der in seinem Besellschaftsanzuge wirklich elegant aussieht. Nähere Erkundigungen ergeben, daß er ein deutscher Edel⸗ nann aus Hannover ist. Es ist ein Baron Ludwig yon Flegge, und nur die äußerste Noth hat ihn zezwungen, sich auszustellen. Der „Manager“ rklärt, der Baron sei der „Gentleman“ unter den „Dudes“, und er befürchte, daß der Baron dado laufen werde, noch ehe die Woche vorbei * vwürde, denn er glaube kaum, daß er sich * Neckereien des Publikums gefallen lassen —* Im Uehrigen würde es ihn sehr freuen, wenn Nr 18 in Folge seiner Ausstellung eine gute Siel—, erhalten würde. Nr. 9 ist ein deutscher stellenlose— Commis, Namens Ramsdorf. Der arme Kir wurde, als das Publikum zuerst in die Hall⸗ türzte, von einem so starken Koulissenfieber be— fallen, daß ihn Nr. 10 und 11 festhalten mußten sonst wäre er davongelaufen. t. Unlängst hatten zwei zehnjährige Schüle aus Unvorsichtigkeit eine Fensterscheibe des Schu hauses eingeworfen. Die Kosten derselben betrugen 60 Pf., und der Lehrer entschied deßhalb, — jeder Junge 80 Pf. herbeizuschaffen habe.“ Du erschien dem ärmeren Knaben bei der Dürftigke seiner Eltern unausführbar. Aus Furcht bo Strafe seitens des Lehrers faßte er daher den ver weifelten Entschluß, seinem Leben durch Erhänger ein Ende zu machen, und führte denselben leide auch aus. J fF König Milan von Serbien brachte einen Theil seiner Jugend vom zehnten bis zum pierzehnten Altersjahre, in Paris zu. Er besuchte als Externe das Lyceum Louis⸗le⸗Grand. Einer seiner damaligen Klassengenossen, Lucien Nicot, er⸗ zählt der „France“, der junge Serbe sei als Faulpelz erster Sorte bei den Professoren verhaßt gewesen, aber auch die Kameraden hätten ihn nicht —V zänkischen Wesens. Die in dem Lyceum ziemlich zahlreichen jungen Rumänen, mit denen sich die einheimische Jugend sehr gut vertrug, pflegten ganz besonders Milan's Zorn zu erregen. Eines schönen Tages, als die Klasse eben mit einer Rede im Livius gelangweilt wurde, ließ der Professor den Schüler Milan Obrenowitsch herausrufen, und am Abend erfuhren die Mitschüler, daß er nach Bel⸗ gzrad abgereist sei, um seinem ermordeten Vetter Michael auf dem serbischen Thron nachzufolgen. „Als König“, so meint Nicot, „entbehrt Milan Intelligenz und Würde. Das Beste, was er seit den 17 Jahren seiner Herrschaft gethan hat, ist eine Heirath; seine Frau, Natalie v. Keschko, die Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt⸗Passage⸗Agentur St. Ingber Der Postdampfer „Rhynland“, welcher am7 November von Antwerpen direkt abging, ist am 18. Norember wohlbehalten in New⸗ York anqge kommen. Feinere gkinreste Todes⸗Anzeige. * Verwandten, Freunden und Belkannten die schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Gatltin, Mutter, Tochter. Schwester, Schwägerin und Tante Maria Schwarz, geb. Wagner, 34 Jahre alt, nach ganz kurzem Leiden heute Nacht um 12 Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ist. J J Rohrbach, den 21. Nobbr. 1885. Namens der Familie der tieftrauernde Gatte: Andreas Schwarz, Virth. Die Beerdigung findet Montag Morgen um 9 Uhr stait. für einzelne Anzüge, Hosen ꝛc. in den neuesten Desfins geben billig ab Gebriider Mattil, i Bukskinfabrik, Lambrecht. Neones den 23. vfs. von Mhends Garten- und Obstbau 7 Uhr ab Verein. Dienstag den 24. Nov. 1885, Abends 138 Uhr, in dem Lokale der Frau Witw Joh. Adam Bed Vereinsabend. DSDer Vorstand. Empfehle Mittagstisch von 50 Pfennig an Georg Klein goldnen Stern wozu höflichst einladete, hünues Weirich (Bierbrauerei Gb. Bedcer Ausgezeichnete T V Eßkartoffeln mpfiehlt Michel Frits. Fiu Logis im dritten Stock haf A zu vermiethen, auch können ein⸗ elne möblirte Zimmer abge⸗ eben werden; ebenso können 8-10 Mann dost und Logis erhalten im goldnen Stern. Neue italienische Hassol Nũsso Herbst.· & Winter-Saison. Lambr. Tuche und Buckskins, F Lamas, wollene und halbwollene, A Hemden-Flanelle, wollene und baumw., Kleiderstoffe— Bettfedern, ganz billige und feine, — Regenschirne — Lei nem unmd Ealbléeinen, empfiehlt. F Ph. Gottmann. vr Viele Tausende haben sich nach Durchsicht und An⸗ leitung des Schriftchens Der Kran⸗ kenfreunde durch einfache Hausmittel elbst geheilt. Es sollte daher kein Zranker, gleichviel an welcher Krank⸗ heit er darnieder liegt, versäumen, sfich das kleine Buch von 8 Ver⸗ lags⸗Anstalt in Leipzig kom⸗ men zu lassen. Man schreibe einfach eine Postkarte und die Zusendung erfolgt ohne Koften. mpfiehlt Eine gute Violine mit Kasten t bisllig zu verkaufen. Näheres in der Xxped. ds. Blaittes. 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Die Schmerzen verschwinden gewöhnlich schon nach der ersien Ein⸗ reibung. Preis b0 Pfg. und 1 Mt.; ee in ben meisten Apotheken.“ z. ud. Richter à Cie. Rudolstadt in Thüringen. 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Goldmanns kaiser⸗Zahnwasset à FI. 60 Ff. und 100 pl. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann 6 Cie, Dresden. — Zu haben in 8t. Ingbert bei P. Fery, Droguenhandlung. Das vorschriftsmäßige Formular zu Unfall-Anzeigen an die Ortspolizeibehörden ist vorräthig in per Buchdruckerei von 1. X. Demetæ- Druck und Versag von F. X. Demeß in EInobert. Aelteste höhere — Fachsehule für ——— — ——— ufnahme: Wonret April u. Octoboer. Hierzu „Illustrirtes Sonn tagsblatt“ Nr. .28 F v St. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. xr ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ ati und Sonntags mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 14 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli d ⸗Bustellungügebühr. Die Einrücknugsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solch u auf welche die Erpeduion Auxdkunft ertheilt, 18 8, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 229. J J Deutsches Reich. Berlin, 19. Nov. Die Besserung in dem resinden des Kaisers schreitet in der erfreulichsten heise andauernd fort. Se. Majestät hörte heute ormittag verschiedene Vorträge, hatte dann eine ngere Konferenz mit dem Kriegsminister Bronsart Schellendorf und arbeitete Nachmittags mit dem jhef des Militärkabinets v. Albedysl. Berlin, 20. Nob. Der Reich stag nahm eute die Präsidentenwahl vor. Es werden 249 ztimmzettel abgegeben; davon find 85 unbeschrieben, isso 214 giltig. Hiervon lauten 203 auf Herrn . Wedell⸗Piesdorff, 3 auf Freiherrn zu Frankenstein, 2 auf Langwerih v. Simmern und Professor )x Haänel, je 1 auf Freiherrn v. Maltzahn⸗-Gültz, Jebel, Braun, Utzz Herr v. Wedell⸗Pies⸗ rorff nimmt die Wiederwahl dankend an. Auslanud. F Wien, 20. Nov. Die „Neue Freie Presse“ neidet aus Kalafat, die Cernirung Widdins durch ie Serben sei aufgegeben, und General Leschjanin ei mit dem Timokkorps gegen Slivnitza abgegangen. Für die freundschaftlichen Gesinnungen Rusß⸗ ands gegen die beiden ihm verbündeten Kaiser⸗ naͤchte liegen zwei charakteristische Nachrichten vor. dach der einen, welche amtlich ist, wurde der Senator Manassein, der durch seine Revisionen a den Ostsetprovinzen sich als fanatischer Feind es Deutschthums gezeigt und die unheilvollen ochritte gegen die Deutschen in jenen Landen durch eine Berichte eingeleitet hat, zum Justizminister in tußland ernannt. Die andere, noch nicht beglaubigte dachricht berührt in erster Reihe Oesterreich, indirekt )eutschland. Hiernach würde der Minister von ßZiers entlassen und durch den berüchtigten ignalieff, den Führer der Panslavisten und sprich⸗ rörtlichen „Vater der Lüge“, ersetzt werden. Sofia, 19. Nov. Die Serben griffen heute jzormittag den rechten Flügel der Bulgaren an, durden aber zurückgeworfen. Sie griffen sodann iederholt das Centrum und den linken Flügel der uulgarischen Aufstellung an, bis der Einbruch der Dun⸗ elheit den Kampf beendete. Sofia, 19. Nob. Der Kampf um Slivnißa vurde gestern Morgen um 7 Uhr wieder aufge— ommen. Der rechte Flügel der Bulgaren griff ie Feinde an, welche auf drei Anhöhen festgesetzt naren, und vertrieb dieselben nach mörderischem ampfe. Zugleich eröffnete das Centrum der bul⸗ nischen Aufstellung, welches Verschanzungen bei livnitza besehzt hielt, ein heftiges Feuer gegen die erben. In der Ebene gingen alsbald zwei Ba⸗ ꝛillnne und zwei Batterien zum vereinigten Angriff iit dem rechten Flügel vor. Die Serben wider⸗ inden anfangs muthig, mußten jedoch gegen Mit⸗ g zurüdgehen, wandten sich hierauf gegen den nken Flügel der Bulgaren, wobei es ihnen durch wischen eingetroffene Verstarkungen gelang, den ngriff der Bulgaren zum stehen zu bringen. Die herluste sind beiderseits beträchllich, die Bulgaren nachten 300 Gefangene. Belgrad, 20. Nopv. Die Kampfe bei ölivnitza dauern fort und blieben bis jetzt ohne nischeidung. Minister Garaschanin wurde zum todnige heruͤfen. Lokale und pfälzische Rachrichten. reodecwüczobdach. Die Magdeburger curr Bernchetungs⸗Gesellschaft ließ durch ihren c Sonntag, 22. November 1885. 20. Jahrg. Agenten dem Feuerwehr⸗-Kommandanten Herrn dang wegen der raschen und energischen Hülfe, velche die Feuetwehr bei dem Bär'schen Mühlen⸗ zrande geleistet hat, 50 Mk. für die Feuerwehr⸗ asse einhändigen. Wäre zur Nachahmung zu em⸗ ofehlen! — Aus Mittelberbach, 20 Nov., wird der „Zw. Ztg.“ geschrieben: (Ein Wort der An⸗ rtennung.) Gestern schied aus unserer Mitte, aus einer ihm ergebenen und wohlgesinnten Gemeinde derr Vilar Weyland. Derselbe ist laut kgl. zntschließung als Pfarrer nach Alsenbrück, Station angmeil, versetzt d. h. befördert. Allgemein wird ein Weggang von hier ungern gesehen, war doc serselbe ein seltener Charakter. Mit Willenskraft, adelloser Strenge und wahrem Gerechtigkeitsgefühl jegenüber der Oeffentlichkeit und seinen Unter- jebenen verband er zugeich die größte Leuiseligkeit n seinem gesellschaftlichen Umgange mit Personen edweden Standes. Freigebigkeit gegen die Armen, reundliches unzwungenes Schalten und Walten als Zeelsorger in seiner Gemeinde hatten ihm in den derzen aller liebevolle Aufnahme gesichert. Möge derr Pfarrer Weyland in seinem neuen Heim eine benso seiner würdigen Gemeinde finden, möge sein Wirken und Schaffen in Alsenbrück von dem näm⸗ ichen schönen Erfolg gekrönt sein, wie hier. Leben Sie wohl und halten Sie das schwarze Californien n treuem Angedenken! — Landstuhl, 18. Nov. Der hiesige Stadtrath hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Gehalt der Lehrer von 1100 M. auf 1200 Mark pro Jahr zu erhoͤhen. — Von einer Reise nach Landau erzählt in der ‚Kaisersl. Zig.“ ein Augen⸗ und Ohren⸗ euge folgenden hübschen Zwischenfall: In Bieber⸗ nühle stiegen vier Herren ein, zwei Offiziere und wei katholische Geistliche. Bald begann das Ge⸗ änkel der ersteren, indem sie von der „Verdum⸗ nung des Volkes“ u. s. w. sprachen, wobei einer die Aeußerung machte, das „Volk“ sei noch so dumm, an Wunder zu glauben. Die beiden Geiss⸗ ichen, denen dies alles zu Gehör geredet wurde, chwiegen Anfangs; auf jene Aeußerung hin wandte ich jedoch der eine an die Offiziere und sagte: „Enischuldigen Sie, meine Herren, daß ich Sie in Ihrer offen geführten Unterhaltung störe. Wenn Sie mir gütig erlauben, will ich Ihnen jedoch be⸗ veisen, daß es selbst heutzutage noch Wunder zibt.“ „Wunder?“ riefen die Offiziere lachend jus, „das machen Sie uns nicht weiß. „Hören Sie nur“, fuhr der Geistliche fort: „Vor einigen Tagen war ich in Trier. Währenddem ich den Dom bewunderte, gingen zwei Offiziere an mir borüber. Der eine zog sein Taschentuch aus der Rocktasche, wobei ihm ein Papier zu Boden fiel. Ich hob es auf, um es seinem Eigenthümer zu⸗ ustellen, blickte aber voll Neugierde hinein und vas war es? Eine' quittirte Rechnung. Nun agen Sie selbst, daß es kein Wunder mehr gibt.“ Die beiden Offiziere lachten aus voller Brust und za sie wohl merkten, wen sie vor sich hatten, so var dieser Krieg im Frieden schuell beendet und her Friedensschluß wurde gemeinschaftlich in Lan⸗ dau deim „Neuen? gefeiert. Das kgl. Landgericht Landau verhandelte am Donnerstag gegen den Weinhändler Jul. Haas von da vegen Betrugs. Der Staatsanwalt beantragte 4 Monate Gefängniß und M. 1200. — Geldstrafe, vent. umgewandelt in 120 Tage Gefängniß. Die Zertheidigung, geführt durch Herrn Anwalt Kugler zeantragte Freisprechung. Der als Zeuge in dieser Sache, vernommene Weinkommissionär H. Flach von Edenkoben wurde während der Sitzung wegen dringenden Verdachtes, einen Meineid geschworen zu haben, verhaftet. — Oberlustadt, 18. Nov. Der Tagner Johannes Emnet von hier ging heute in den Wald, um sich einen Schiebkarren därres Holz zu holen. kFin herabstürzender abgerissener Ast traf ihn so anglücklich in's Genick, daß er nach wenigen Stun⸗ den seinen Geist aufgab. — Speyer, 20. Nov. Bei Herrn Regie⸗ rungs⸗Präsidenten v. Braun fand gestern ein offi— ielles Souper statt, zu welchem außer sämmtlichen derren Ländräthen auch die Kollegialmitglieder der dammer des Innern geladen waren. VBermischtes. FSaarbrücken, 19. Nov. Unter den Pferden des 7. Dragoner ;Regiments ist wie der „St. Joh.“Sbr. Anz.“ mittheilt, die Rozkrankheit nusgebrochen und sind bis jetzt 7 Pferde von dieser ergriffen worden. Es sind hinlänglich Vorkehrungen zetroffen, daß die Seuche nicht weiter um sich greift. fAachen, 19. Nov. Aus Anlaß der hier tattfindenden Versammlung des Berg⸗ und Hütten⸗ männischen Vereins sind die Herren Geh. Bergrath Fabricius und Oberbergrath Follenius aus Bonn hier anwesend, um an den Berathungen wegen der Anwendung der Grundsätze der Schlagwetter⸗ dommission auf die Steinkohlengruben des hiesigen steviers theilzunehmen. F Darmstadt. Ein provisorisches Komite xlaßt in der „Darmstädter Zeitung“ einen Auftuf zur Spendung von Kleidungsstücken und Geld für die bulgarische Armet. Die Haupt ⸗Unnahmestelle sst das Palais des Prinzen Alexander. Ein Arbeiter der Frankfurt er Magarin⸗ hutter Fabrik wurde wegen des in Bornheim stait- Jefundenen Mordes verhaftet, mit Ketten geschlossen und so am hellen Tage über die Zeil in das Ge⸗ —XDO heraus, daß der Verhaflete, ein braver Mann und ein guter Freund des Ermordeten, gar nicht der Moͤrder sein kannte. Nach zwei Tagen wurde er ohne irgend welches Bedauern entlassen; ja, von dem Gelde, das man ihm abgenommen, wurden Mark 1,30 für die im Gefängniß empfangene Kost zurückbehalten. Außerdem hat der Mann den Ar⸗ eitslohn von den zwei im Gefängniß zugebrachten Tagen eingebüßt. F Wie verlautet, soll das große holländische Erxporthaus van der Heck in Rotterdam mit zwei Millonen Gulden Passiva fallirt sein. FParis, 11. Nov. Die Franzosen haben ihre Milliarden für Sperrforts und verschanzte Lager zum Fenster hinausgeworfen! Die Ropu⸗ »lique Française berichtet heute über Eugene Bodards „Dynamiteuse des Airs“, die zum Aus-⸗ jorschen und Beschießen fester Plätze gleich gut sei, 5000 Meter, den zehnfachen Umfang der militär⸗ schen gefesselten Ballons von Calais-Mendon habe, mehrere Geschütze führen kann u. s. w. Godard versichere, daß es fortan keinen Kriegsplatz, so fest er auch sei, gebe, der der Beschießung einer nach Nodell der „Dynamiteuse“ gebauten Luftflotte, die nehrere tausend Kilogramm Wurfgeschosse und jede indere Zerstörungsmaschine tragen könne, zu wie⸗ serstehen vermöchte.“ f Die Deutschen Sofias gründen ein deutsches Hospital, um den Zielen des Rothen Kreuzes entsprechend nach Kräften zur Lin⸗ derung der Kriegsleiden beizutragen, die im Kriege unvermeidlich sind. Aus Rücksicht auf den edlen Zweck und zu vollem Gelingen ist die Mitwirkung der Deutschen im Reiche höchst erwünscht, weshalb die dringende Bitte an alle Deutsche ergeht, Geld und Verbandzeug, letzteres mittelst Postpackets, über Bukareft-Rustschuk nach Sofia zu schicken fF König Milan von Serbien brachte einen Theil seiner Jugend vom zehnten bis zum vierzehnten Altersjahre, in Paris zu. Er besuchte als Externe das Lyceum Louis-le-Grand. kiner seiner damaligen Klassengenossen, Lucien Nicot, er⸗ zählt der „France“, der junge Serbe sei als Faulpelz erster Sorte bei den Professoren verhaßt gewesen, aber auch die Kameraden hätten ihn nicht leiden können wegen seines hochmüthigen und zänkischen Wesens. Die in dem Lyceum ziemlich zahlreichen jungen Rumänen, mit denen sich die einheimische Jugend sehr gut vertrug, pflegten ganz besonders Milan's Zorn zu erregen. Eines schoͤnen Tages, als die Klasse eben mit einer Rede im Livius gelangweilt wurde, ließ der Professor den Schüler Milan Obrenowitsch herausrufen, und am Abend erfuhren die Mitschüler, daß er nach Bel⸗ grad abgereist sei, um seinem ermordeten Vetter Michael auf dem serbischen Thron nachzufolgen. „Als König“, so meint Nicot, „entbehrt Milan Intelligenz und Würde. Das Besie, was er seit den 17 Jahren seiner Herrschaft gethan hat, ist seine Heirath; seine Frau, Natalie v. Keschko, die Tochter eines russischen Obersten, ist nicht nur die schönste Frau der slabischen Länder, sondern auch, wie Alle, die sie kennen, versichern, die sanfteste und beste. Im Kriege, der soeben begonnen“, so schließt Nicot, „setzt der König von Serbien seine junge Krone auf's Spiel. Verliert er sie, so werden wir ihn wahrscheinlich in Paris wiedersehen, wo er die Masse enthrohnter Herrscher vergrößern wird, welche im Schatten der verabscheuten Re— publik Frieden und Ruhe zu suchen kommen.“ 7* Großartige wissenschaftliche Schenkung Nach einer telegraphischen Meldung der „Times“ aus Philadelphia hat der Senator Stanford zur Errichtung einer kalifornischen Universität in Polo Alto, 45 Kilometer von San Franzisko, Landereien im Werthe von 5 Millionen Dollars und 15 Mill Dollars baar hergegeben. „Dudes“, und er befürchte, daß der Baron davon laufen werde, noch ehe die Woche vorbe * würde, denn er glaube kaum, daß er sich di Neckereien des Publikums gefallen lassen —* Im Uebrigen würde es ihn sehr freuen, wenn Ni 12 in Folge seiner Ausstellung eine gute Siel erhalten würde. Nr. 9 ist ein deutscher stellenlose Commis, Namens Ramsdorf. Der arme —X wurde, als das Publikum zuerst in die Hall⸗ stürzte, von einem so starken Koulissenfieber be fallen, daß ihn Nr. 10 und II festhalten mußten sonst wäre er davongelaufen f. Unlängst hatten zwei zehnjährige Schül⸗ aus Unvorsichtigkeit eine Fensterscheibe des Schu⸗ hauses eingeworfen. Die Kosten derselben betruge 60 Pf., und der Lehrer entschied deßhalb, das ieder Junge 80 Pf. herbeizuschaffen habꝛ. D erschien dem ärmeren Knaben bei der Dürftigkei seiner Eltern unausführbar. Aus Furcht do Strafe seitens des Lehrers faßte er daher den ver zweifelten Entschluß. seinem Leben durch Erhängen ein Ende zu machen, und führte denselben le auch aus. F Eine „Ausstellung mönnlicher Schönheiten“ — das ist das neueste, was dem Chicagoer Publikum zur Zeit in einem dortigen „Dime Museum“ (Dime — 10 Cents) geboten wird. Wir lesen darüber in der „Am. Korr.““ Von den ausgestellten Exemplaren sind zwei, nämlich „Nr. 12“ und „Nr. 9“ Deutsche. Nr. 182 sieht man sofort an, daß er eine gefallene Größe sein muß. Er ist ein großer, schöner Mann mit dunkelblondem, großem Rollbart, der in seinem Gesellschaftsanzuge wirklich elegant aussieht. Nähere Erkundigungen ergeben, daß er ein deutscher Edel⸗ mann aus Hannover ist. Es ist ein Baron Ludwig yon Flegge, und nur die äußerste Noth hat ihn jezwungen, sich auszustellen. Der „Manager“ erklärt, der Baron sei der „Gentleman“ unter den— Fur die Redaktion veranmtwortlich: F. X. Demeß Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt-Paffage-Agentur St. Ingber Der Postdampfer „Rhynland“, welcher am November von Antwerpen direkt abging, ist ar 18. Norember wohlbehalten in New- Hork and⸗ kommen Todes⸗Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht daß 8 liebe Gatlin, Mutter, Tochter, Schwester. Schwägerin und Tante AMaria Schwarz, geb. Wagner. 34 Jahre alt, nach ganz kurzem Leiden heute Nacht um 12 Uhr sanft in dem Herrn entschlafen ist. Rohrbach, den 21. Novbr. 1888.— Namens der Familie der tieftrauernde Gatte: Andreas Schwarz, Wirth. Die Beerdigung findet Montag Morqen um 9 Uhr stait. Feinere inreste für einzelne Anzüge, Hosen ꝛc. in den neuesten Dessins geben billig ab HAebrücder Mattil., Bur⸗Rinfabrik, Lambrecht. Agnag den 23. dss. von Ahents , Garten- und Obsthau— 27 naα 2 — Verein. Dienstag den 24. Nov. 1885 Abends 138 Uhr, in dem Lokale der Frau Witiuw Joh. Adam Beck Jereinsabend. —Der Vorettand. Empfehle — 4 Mittagstisch von 50 Pfennig aun Georg Klein goldnen Ster— wozu höflichst einladet, Hhünnes Weirich (Bierbrauerei Gb. Becker. RAusgezeichnete A Eßkartoffeln mpfiehlt Herbst- & Dinter-Saison. Lambr. Tuche und Buckstins, — Lamaßs, wollene und halbwollene, A Hemden-Flanelle, wollene und baumwm, Kleiderstoffe— Bettfedern, ganz hillige und feine, — hirme, — Leinen IbICinen, ünt Ph. Cottmann. Michel Fries. Ein Logis im dritten Stock hat zu vermiethen, auch können ein— zelne möblirte Zimmer abge— geben werden; ebenso können 8-10 Mann Kost und Eogis erhalten im goldnen S5tern. Neue italienische Hassol-NMuũsso Viele Tausende haben sich nach Durchsicht und An⸗ leitung des Schruͤtchens Der Lran⸗ lenfreünd“ durch einfache Hausmittel selbst gehetlt. Er sollte daher kein Kranker, gleichviel an welcher Krank⸗ heit er darnieder liegt, versaͤumen, fich das kleine Buch von dichters ver⸗ lagb⸗Anstalt in Leipzig kom⸗ men zu lassen. Man schreibe einfach eine Postkarte und die Zusendung erfolat obne qasten. mpfiehlt Line gute Violine mit Kasten st billig zu verkaufen. Naheres in de Fxrped. ds. Blattes. Wirksamstes Mittel für Brust-und Hustenleidende. 7 Roeslers Gummi-Brustbonbons hegutachtet von Herrn Dr. Ih. Sachs, Vor- vtnncd. stidt. Laboratoriums i. 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Nichter — T— —42323 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gehbrauch von Goldmanus kaiser⸗Zahnwasset à FI. 60 Pf. und I00 Pl. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann 6 Cie, Dresden. — Zu haben in St. Ingbhert bei P. Fery, Droguenhandlung. Ddas vorschriftsmäßige Formular zu Unfall-Anzeigen an die Ortspolizeibehörden ist vorräthig in der Buchdruckerei von PP. X. sechmcum tSαWeà ε8rα) 7 Fachsehule fur —« Mchinen Tecaniker Anfnahme: e d Demet2- dru unß Periag ßhon Hierzu „Illustrirtes Sonn tagsblatt⸗“ Nr. .8 x. Demeztz in eTa.. ———— a a e ⸗ r 1 vt. Ingherter Amziger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ Jatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 BGoO A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 754, einschließlt d A Zuflellumassgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 104, bei außerpfälzischen und solch u aus welche die Expeduion Auskunft ertheilt. I5 — Meclamen 30 . Bei 4maliger Einröckung wird nur dreimalige berechnet. M 230. Montag, 23. November 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. s München, 19. Nod. Die vom Ministerium e8 Innern der Kammer vorgelegte Denkschrift über ie Enquete in Betreff der Mobiliarfeuerversicher⸗ nng umfaßt 97 geschriebene Seiten in Großquart. Reselbe wird vom Präsidium in Druck gelegt und den nächsten Tagen vertheilt werden. Für die nächste Boche dürfte die Frage der Mobiliarfeuerversicher⸗ ing vor der Kammer nicht mehr zur Verhandlung ommen. Die von dem Minister in seinen heutigen zrklärungen erwähnte Konferenz der Vertreter der in Bayern zugelassenen Gesellschaften tagt in diesen Tagen in Berlin. Berlin, 19. Nos. Gutem Vernehmen nach »ird das Uebereinkommen mit Spanien bezüglich er Karslineninseln darin bestehen, daß Spanien ur die Insel Yap und eine zweite, mit deren säuptling es einen Vertrag abgeschlossen hat, deuischland dagegen die übrigen Inseln zugesprochen rhält. Berlin, 20. Nod. In Bezug auf die am . Januar stattfindende Regierungs-Jubiläumsfeier inseres Kaisers wird jetzt bekannt, daß Kaiser wWilhelm gewünscht hat, allenfallsige Feste follen es Sonniags wegen auf den folgenden Tag ver⸗ egt werden. Oeffentliche Aufzüge in Berlin könne er Kaiser nicht entgegennehmen, ebenso ist die darbringung persönlicher Geschenke nicht erwünscht ind werden keine Abordnungen empfangen. Berlin, 22. Nov. Die „Nordd. Allg. Zlg.“ zeilt mit, daß der Papst durch Herrn v. Schloezer em Kaiser und Bismarck zwei Exemplare der En⸗ yklica in geschmackvoller Ausstattung überreichen jeß und für Bismarck noch das neue Bändchen einer gesommelten lateinischen Gedichte beifügte, eren üassische Formvollendung die .Nordd. Alla. tq.“ preist. Dem „Berl. Tagebl.“ telegraphirt man aus Bien: Das serbische zweite Aufgebot vurde einberufen. Widdinsist nicht einge— X—— agerung der Festung aufgegeben. General Lesch- min ist mit seinem Korps aufgebrochen, um zur zilfe des Königs vor Slivnitza zu eilen, wo die zerben dringend Verstärkungen brauchen. Die erbischen Verluste vor Slivnitza sollen enorme sein ind die offiziell angegebenen Zahlen dreifach über⸗ eigen. Von dem Fürsten Alexander erzählen ver⸗ undete serbische Offiziere, er sei überall in erster jeuerlinie gesehen worden und habe eine große rollkühnheit bewiesen. In Wien nennt man zlivnitza bereits ein Miniaturplewna und erkennt ie Bravour des Fürsten an, dessen militärische irfolge und seine Unterwerfung unter die Pforte eine Stellung entschieden befestigen und die in den tzten Tagen aufgetauchten Zweifel, ob er sich auf em bulgarischen Throne werde halten können. voll⸗ andig beseitigen. Darmstadt, 20. Nos. Eine in Sofia, dachts 10 Uhr, vom Prinzen Franz Joseph von jattenberg aufgegebene Depesche an den Prinzen llerander von Hessen meldet über die gestrigen ucklichen Kämpfe der Bulgaren kurz, daß die Serben zurückgeworfen sind' und Fürst Alexander inverwundet ist. eral Jovanobic wird vorschon Wildschaden an den auf freiem Felde ge⸗ daee A J am 18. November etzten Obbst bä um en im Gefolge gehabt. Vielfach ine andere Offensive ohne Befehl ausführte und ieht man an denselben die Spuren von den Zähnen adurch die Dragomanschlappe herbeiführte. Die ener unersättlichen Nager, denen so viele junge Neue Freie Presse“ meldet aus Sofia: Die bei- Zäume zum Opfer fallen, 7 der Hasen. Der erseitigen Kampfunfahigen werden auf viertausend Ausschuß des Obstbcuverein's hat daher beschlossen, Nann JHesch itzt, darunter viele höhere Bulgarene ümmiliche von seinen Mitgliedern gemachten An- Iffiziere. Die Bulgaren eroberten zwölf serbische flanzungen durch einen Anstrich —A und zeschütze. — Aus Belgrad meldet dasselbe Blati: Falk gegen weitere Gefährdung snien zu lassen. der Hauptangriff auf Slivnitza dürfie am Donners· J —. Kaiserkhautern, 19. adel ß ag stattfinden. Die Staatskasse enthalt 23 Nann von Odenbach ist dadurch verunglückt, daß Millionen, womit die Armee bis zum 27. verpflegt er beim Weidenschneiden das Uebergewicht verlor vird. Die Mißerfolge bei Slivnitza waren eine und kopfüber in den Glan stürzte. Da er zwischen oͤrmliche Niederlage der Donaudivision, die auf den Weiden hängen leb mußte er ertrinlen, zroße Fahrlässigkeit in der Handhabung des Vor- vährend. die untere Hälfte des Körpers völlig trocken ostendienstes zurückgeführt wird. Die Serben var, als man ihn auffand. G6G. 3.) vurden unter dem Kommando Alexander's über⸗ — Kaiserslautern. Unter der Firma Ampelt und zersprengt. Nähmafchinenfabrik Kaiserslautern vormals König London, 21. Nov. In den Verhandlungen 1. Co., ist die Nähmaschinenfabrik König u. Co. er Größmächte wurde die Erawingung der Waffen- dahier in eine Altiengesell schaft umgewandelt werden, uͤhe deschloisen. a F Kapitat 400,000 M. in vollbezahlten Aktien ad, 20. Novd. Nachrichten vom Kriegs - deträgt. — badnarad ep 8 beiderseitigen 7.Ein, Conditorgehülfe Namens Jos. Schmitt Armeen nach dreitägigen verlustreichen Kampfen ihre don Edenkoben kam auf seiner Wanderschaft iesprunguchen Stelungen. iber Moskau auch nach Konstantinopel, wo er bei Belgrad, 22. Rov. Der gestrige Angriff inem Aufzuge des Sultans von diesem bemerkt er Bulgaren auf die von Süden anrückende ver vurde und als wohlbestallter Serail -Zuckerbäcker inigte Rorawa- und Schumadja.Division wurde dauerndes Engagement fand. ac hefligem Kampfe zurutgewiefen und die Stell- — Neustadt, 19. Nov. Die Versammlung ing der Serben in der Richtung nach Slivnitza der Centrumspartei, welche am 23. d. hier statt⸗ ind Sofia weiter vorgeschoben. inden sollte, ist wegen besonderer Verhältnisse Konstantinopel, 22. Nop. Die Pforte euerdings verschoben worden und wird jetzt wahr⸗ jat den Fürsten von Bulgarien wegen seiner klugen deni Leontag den 14. Dezember dahier abge⸗ ⸗ ückvünscht. alten ind achiunasvollen Haltung dealiͤcwünsch 2. Neustadt, 20. Now. Zur Vorstadter zirchweihe hatte ein in der Metzgergasse wohnender leiner Knabe irgend einen auf vielleicht 10 Pfg. jewertheten Gegenstand gestohlen. Der Vater des dnaben hatte bei einem früheren ähnlichen Vorfalle dem Sohne die fürchterlichsten Strafen angedroht ind gerieth bei dieser wiederholten Abirrung vom echten Wege in den maßlosesten Jorn. Er ergriff ein Kind, zwang es, die Hand auf einen Hautlotz u legen — und hieb ihm mit einem Schlage das eine Daumenglied ab. (M. 3.) — Nevstadt. Das Saalbau-Hoiel mit Zahnhof Restauration ist infolge Ablebens des seit⸗ jerigen Pächters zur Wiederverpachtung vom 1. Ittober 1886 ab ausgeschrieben. — Rheinzabern, 20. Nov. Heute Nacht rschoß sich dahier in seinem Zimmer ein junger Bierbrauer-VPraktikant F. F. aus Ludwiqshafen. kokale und vfalzische Nachrichten. —1I. Es ist gewiß von allgemeinem Interesse, pas der Distriktsrath unseres Kantons in einer jüngsten Sitzung wegen Verlegung der 5chnappacher Straße beschlossen hat. Statt ines kostbaren und doch nur theilweise die schlimmen Zzteigungsverhälnisse beseitigenden stellenweisen Um⸗ aues der vorhandenen Straße fand das Projekt lnnahme, durch die Kapellenstraße über Schürer zütte und Ruhbachthal eine neue Straße anzulegen, ie nur auf kurze Strecken geringe Steigung von jöchstens 4 Prozent erfordern würde. Für diesen Zlan fiel noch besonders schwer in die Wagschale as hochherzige Entgegenkommen der Familie Krämer, ꝛie alles für die Straße erforderliche Terrain ohne —A abzugeben sich verpflichtete. — Auch iber die Schen kung des Herrn Reichsrath 9. o. Krämer hatte der Distriktsrath zu verfügen. xẽ6 soll das Vermächtniß, sobald das Kapital durch zuschlag der größeren Hälfte der jährlichen Zinsen ntsprechend vermehrt sein wird, zur Begründung, iner den Namen des Stifters verewigenden wohl⸗ hätigen Anstalt Verwendung finden. — Auch onnte der Vorsitzende über einen erfreulichen Stand er vor Jahresfrist begründeten Distriktsspar— asse berichten, deren Einlagen die Summe von Nark 18,000 erreicht haben und in Obligationen, darlehen und Cessionen angelegt sind. Diese nach em Markenfystem eingerichtete Sparkasse verdient in rhöhtem Maßnahme die Teilnahme und Förderung on seiten unserer Bevölkerung. Herr Einnehmer Icker, dessen Verdienste um dieselbe rühmend an⸗ rtannt wurden, ist zu jeder Auskunft gerne bereit. O. B. V. Die wenigen Wintertage, welche der hobember gebracht hat, haben, wie sich jetzt zeigt, Vermischtes. Darmstadt, 20. Nopd. Für die Bul— garen regt sich hier die Wohlthätigkeit aus nahe⸗ iegenden Gründen in hohem Grade. Gestern sind, vie dem „Mainz. Tagedl.“ geschrieben wird, außer inem großen Quantum Kleidungsstücken ꝛc. an 7000 Mark baares Geld eingegangen. Letzteres vird besonders dringlich von Sofia aus verlangt. Für die nächsten Tage sind mehrere Konzerte zu em genannten Zwecke in Aussicht genommen. FSiegburg, 18. Nor. Eine schöne Ein— ichtung haben viele Jäger in der hiesigen Gegend jetroffen, indem jeder Jäger für einen Fehlschuß 25 Pfennige bezahlen muß, und diese werden den Armen geschenlt. In der vorigen Woche gelang nun bei der Abhaltung einer Jagd, über 2000 Fehlschüsse abzufeuern, so daß der Ertrag von über 0 Mark den Armen überwiesen werden bonme. Ausland. Wien, 21. Nob. Die „Allgemeine Zeitung“ neidet aus Bukarest: Die Berufung Garaschanin's u Milan wird als Erwägung des Waffenstill⸗ andes gedeutet. Aus Belgrad wird demselben Diese Einrichtung verdient in weiteren Kreisen be⸗ kannt zu werden und kann zur Nachahmung bestens empfohlen werden. Wie der „Nahe⸗ Bl.⸗Ztg.“ mitgetheilt wird, soll die Eisenbahn von Hermeskeil schon jetzt bis Metnich geführt werden, weßhalb mit den interessierten Ortschaften dieserhalb schon Verhand⸗ lungen eingeleitet sind. Da die Vermessungsarbeiten von Trier bis Hermeskeil beendigt sind, werden die eigentlichen Bauarbeiten wohl mit nächstem Frühjahr beginnen. Gum Post⸗Assistenten nicht brauchbar.) Nach Köln, der hohen Schule der Postbeamten, war vor langen Jahren ein junger Postassistent — Postschreiber hießen sie damals — Jeschickt worden, den der dortige Oberpostdirektor ür absolut ungecignet erklärte. Als der General⸗ oosimeister Nagler einst durch Köln auf der Reise nach London zum Abschlusse eines Postvertrages kam und einen sprachkundigen Sekretär wünschte, zab ihm der Oberpostdireltor den „unbrauchbaren“ Assistenten bereitwillig mit. Der Generalpostmeister war jedoch anderer Ansicht, er behielt den jungen Mann bei sich und nahm ihn mit in sein Bureau nach Berlin. Heute ist derselbe Staatssekretär der Reichspost und sein Name, als der des Schöpfers des Weltpostvereins, auf der ganzen Erde gefeiert. München. Die Statuten des Unlerfstütz- ungs- und Pensions-Vereins der NotariatsGehülfen Baherns haben die staatliche Genehmigung erhalten. Der Anmeldetermin für Grüudungsmitglieder, welche eine ermäßigte Aufnahmegebühr zu entrichten haben, endigt am 28. d. M. Im Interesse eines jeden Notariats-Gehülfen dürfte es gelegen sein, diesen Termin nicht unbenutzt vorübergehen zu lassen und war um so weniger,, da von einigen Notariats⸗ sammern die Herren Notare bereits veranlaßt wur⸗ den, bei Erledigungen nur solche Gehülfen in Dienst zu nehmen, welche sich alz Mitglieder des Pensions⸗ vereins auszuweisen vermögen. F (Russisch.) Bei dem Dorfrichter eines russischen Nestes erschien jüngst eine als Trinkerin bekannte Wittwe, und legte drei blutige Finger nuf den Tisch und wollte sich entfernen. „Ha, Eugrafia, woher hast Du diese Finger?“ Ich habe sie gefunden, Porfiri Kusmitsch.“ „Gesunden? Wo denn?“ „In meinem Munde.“ „Wer hat sie dort verloren?“ „Pafnuti Jewgrafitsch, mit Ver⸗ aub zu sagen. Als ich für meinen letzten Zehner Brannwein holte, überfiel er mich und würgte mich o schrecklich, daß ich laut schrie. Da hielt er mir nit den Fingern den Mund zu, und als er zu tief zriff, schlossen sich meine Zahne zusammen. Da⸗ zauf lief er davon, mit Verlaub zu sagen, ich aber og diese drei Finger aus dem Munde.“ „Ha ha ja, vortrefflich! Und ich soll ihm die Stummel »a geben, wenn er sie abholt?“ „Ich bitt' Euch zarum, Porfiri Kusmitsch.“ Die drei Finger liegen noch immer auf dem Amte, denn Pafnutti Jew⸗ grafitsch hat sie noch nicht abgeholt. Gemeinnuͤtziges. (Gegen Frostbeulen) gibt es diel Mittel. Eines der besten ist guter Tischlerleim varm aufgestrichen oder auch auf dickes Papier ge. drichen und in Streifen umgewickelt und aufgelegt. Wenn es roth ist, sehr schmerzhaft, bei jeder Ve— wegung schlimmer, hilft Fischthrau oder Schmalz, worin ein Haͤring geröstet worden ist, oder Härings. milch. Wenn es weit verbreitet worden ist, über ganze Hände und Füße, besonders aber im Gesicht 's mache man Spechsalbe, indem man ein Stuͤg zuten Speck wie eine Kerze schneidet, es anzündet and schief hält, daß es tropft. Man lasse die Tropfen auf ein großes dickes Stück Eis fallen, so daß sich darin ein Salbe bildet, die man an— wendet. Ein gutes Mittel ist auch Unguentum oxygenatum aus der Apotheke, auf Leinwand ge— strichen und aufgelegt. Diese Salbe läßt sich auch bei manchen anderen äußeren Schäden, bei Ge— schwulsten. Furunkeln, Geschwüren ꝛc., oft mit Vor— heil anwenden. Dieses Mittel ist wohlfeil und eines der besten. Gaifische als Wächter.) Man ollte nicht glauben, daß man nach Allem, was iber die Gefräßigkeit und Gefährlichkeit der Hai⸗ ische bekannt ist, dieselben füttert und unterhält, im sie an gewissen Stellen festzuhalten. Und doch st das in französischen Kolonien der Fall, so in Zorto, Novo, der Nachbarkolonie des deutschen dongolandes. Der König von Porto⸗Novo nament⸗ ich, obgleich er vom französischen Hause de Régis in Marseille einen Tribnt erhält, der in ein paar Wagenladungen Muscheln besteht, hat troßdem nicht die Macht, seine Schützlinge vor räuberischen leberfällen ganz ficherzustellen. Die Fattorei iegt nicht am Strande, sondern etwas land⸗ inwärts, und wird zum Theil von einer Lagune imschlossen. Hier nun werden die Haifische mit Fleisch und Küchenabfällen gefüttert, um sie festzu—⸗ jalten, denn kein Neger würde wagen, hindurch u schwimmen, und die Faktorei, obgleich fie einen nicht allzu kleinen Posten für Fütterung der selt amen Wächter ausgibt, hat sich keines Angriffes yon dieser Seite zu erwehren gehabt. Auch in Martinique. wird den Haifischen Futter geworfen, aber dort verfolgt man den Zweck, die eine Zeit ang sehr stark eingerissene Desertion von den dort auf Station liegenden Schiffen zu hindern, und die Theerjacken bedachten sich es zweimal, ehe sie ins Wasser sprangen, da sie wußten, daß ihre Thance, von einem Haifisch gefressen zu werden, zrößer war, als das Ufer zu erreichen. Im Volks- nunde dort hießen die Haifische lange Zeit gerade⸗ uu die „Wächter“. Dienstesnachrichten. Das k. Konsistorium hat vom 21. November an dem Pfarrer Vogt in Glanmünchweiler den Pfarramtskandidaten J. Bohlender aus Schwegen deim, dem k. Dekan Henn in Homburg den der eitigen Privatvikar in Germersheim. A. Mun inger, dem Pfarrer Fabricius in Germersheim den Pfarramtskandidaten J. Gerhard aus Bubach, dem farrer Berckmann in Rheingönnheim den Kandi zaten H. F. Knecht aus Wattweiler und den Pfarrer Hoͤpffner in Neuburg a. Rh. den Kandt zaten J. Dreßler von Höheinöd als Privatvikart zugewiesen und vom 1. Dezember an das ständige Pitariat Ensheim dem Pfarrverweser Th— Stübinger in Kusel, die Verwesung de Pfarrei Dorrmoschel dem dermaligen ständigen Vikare Ph. J. O-Klag in Ensheim und die Ver wesung der Pfarrei Lamsborn dem derzeitigen Pfarrverweser in Dörrmoschel, L. Rothhaus, über— tragen. VUVVDDD Eine gute Violine mit Kasten st billig zu verkaufen. Näheres in der 5xped. ds. Blattes. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser theurer Galte, Vater, Großvater, Schwiegersohn, Schwiegervater. Bruder, Schwaçer und Onkel is B Herr Louis Booer, Scheine ine die Gemeindekranbenver sicherung sind zu haben in der Druckerei des „St. lngherter Anzeiger“. Mäller, Ic uli mit LAaIb Erstling) steht zu verkaufen bei Gg. Michaeli, Rohrbach. J nach langem Leiden im 60. Lebensjahre sanft verschieden ist. Si. Ingbert, Frankenthal, Pirmasens und Brüssel, den 22 November 1885. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. ds., Morgens 10 Uhr, vom Sterbehause aus, statt. cor dpantosel * ·— — — — —— αιανοL Lαι— — —— — 2 Der Illustrirte Bayerische * * Familien-Kalender * für 1886 .9 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge müthvolle Erzählungen, prächtige Humoresten, meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den Kalender zu einer billigen Lektüre ersten Ranges. 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IngborterAnzoiger) 8t. Ipgbert. lac. 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Amtsgerichts St. Ingbert. —— — — — — — — — 2æz— A— ————æü28BSæ —— der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhauungs latt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blitt tkostet viertelijährlich 1 A 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 L, einschliekli Zuktellungsgebnhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondieile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfali 10 —, bei außerpialzischen und solch u auf welche die Erpeduion Auskunft ertheilt. 15 , Reclamen 30 4. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnei. W 231. Dienstag, 24. November 1885. Bestellun en Berlin, 22. Nov. Von einer Wiederein⸗ g ringung der Justizgesetze Rovelle war be⸗ auf den annilich in der Thronrede keine Erwähnung ge— chehen. Es wird jetzt als feststehend erachtet, daß St. Inaberter Anzeiger nan nicht e die Vorlage in dieser Session u wiederholen, damit vielmehr so lange warten vill, bis sich aus der Praxis ein wirkliches Be— ürfniß herausgestellt und ein Verlangen danach in zer öfsenilichen Meinung sich geltend macht. Diese ehr berechtigte Etwägung scheint auch noch dadurch interstützt zu sein, daß die übrigen Bundesstaaten eine Nagung zeigen, wegen der Mängel, ẽ die ediglich in Preußen hervorgetreten sind, die Re— ision in die Hand zu nehmen. — Ueber die Erhöhung der Branntweinsteuer hat sich, vie die „Nat.Ztg.“ erfährt, Fürst Bismarck in seiner Privatunterhaltung dahin geäußert, daß ex mit einer Verdoppelung der jetzigen Steuer ein- erstanden sei, daß jedoch die Schenkwirthe die jetz! anbillig viel verdienten, einen Theil der Steuerer⸗ öhung tragen müßten. Der Reichskanzler hätte ein Bedauern darüber ausgesprochen, daß seiner Zeit das Schanhksteuergeseß nicht zu Stande gekommen sei. ür den Monat Dezember ehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Pofst- oten, die Austräger und Die Expedition⸗ Deutsches Reich. Berlin, 21. Nov. (Reichstag.) Zwei —chreiben des Reichskanzlers hetr. der Genehmigung es Reichstags zu strafrechtlicher Verfolgung zweier edakteutre wegen Beleidigung des Reichs—⸗ ag 8 gehen an die Geschäftsordnungskommission. Es solgt die erste Lesung der Uebersicht der innahmen und Ausgaben pro 188485. Rickert eantragte Verweisung an die Rechnungskommssion; enaueste Prüfung sei bei der Größe der die smali⸗ en Etatsüberschreitungen geboten, die besonders ei der Marine in Folge der überseeischen Politik bedenklicher Weise zu Tage trete. Er rügt die ihlreichen Arbeiterentlassiungen auf den Werften, bwohl es doch an Arbeit nicht fehlen konnte. sdmitalitätsraih Richter verspricht genaue Auf— hlüsse in der Kommission; für letztere erklärt sich uch v. Helldorf, der die Ueberschreitungen für erechtferügt findet. Hierauf geht die Vorlage ehst einer Rechnungsvorlage an die Kommission. Es folgt die ersie Berathung des Gesetzes über infallfürsorge für Beamte und Militärpersonen. Ibg. Schrader erklart sich im Prinzip mit dem niwurf einverstanden, verlangt aber, daß er auf immiliche Unfälle und Berufskrankheiten, und auf eitere Kalegorien der Beamten ausgedehnt werde. zr macht darauf aufmerksam, daß die Beamten wwohl hinsichtlich ihrer Rechtsansprüche wie der vöhe der Entschädigung schlechter gestellt seien, is die Araeiter in der Unfallversicherung. Staats⸗ ekretär Bötticher erwidert kurz und erklärt dabei, aß die Sozialpolitik der Regierung nicht stag⸗ üre; sie wolle aber mit der Alters- und Invali- itäls-Versicherung der Arbeiter erst vorangehen, venn die jetzigen Organisationen sich bewährt haben. Juhl ist im Allgemeinen mit dem Enwwurf ein⸗ erstanden und beantragt Ueberweisung an eine kdommission von 28 Mitgliedern. Der Antrag bird angenommen. Nächste Sitzung Dienstag: dint Fr. 3.) Berlin, 21. Nopb. Das von den Sozial⸗ emokraten eingebrachte Arbeiterschuggee⸗ tz stimmt genau mit dem vorjährigen überein. deu sind nur zwei Resolutionen. Die erste fordert me internationale Bereinbarung über eine Maxi— ralarbeit von 10 Stunden. das Verbot der Nacht⸗ rbeit und die gewerbsmäßige Beschäftigung von dinder unter 14 Jahren. Die zweite Resolution erlangt statisiische Erhebungen über die Arbeits⸗ hne der Lohnarbeiter. Ferner brachte die sozial⸗ emokratische Fraktion einen Antrag ein, welcher resagt: die Legislaturperiode des Reichstages dauert wei Jahre und eine Auflösung desselben kann cht stattfinden. (Fr. 3.) Berlin, 22. Nop. Das Präsidium des weichstags ist heute pon dem Kronprinzen mofangen worden, der Empfang beim Kaiser soll neinigen Tagen erfolgen. Ausland. Wien, 22. Nov. Der diplomatische Agent Desterreichss in Sofia ersucht telegraphisch die hie⸗ igen Blätter, für die zahllosen Verwundeten, deren zlend unbeschreiblich sei, Sammlungen einzuleiten ind bald das dortige österreichische Hospital mit NRitteln zu unterstützen. — Nahezu hundert bul arische Studenten aus Brüssel, Genf, Zürich, deipzig, Insbruck und Prag sind auf der Reise ach Sofia hier eingetroffen, um als Freiwillige n die bulgarische Armee einzutreten. Ein Trupp lavonischer Studenten, denen auch einige Italiener ich beigesellten, zog mit einer bulgarischen Fahne zurch die Stadt unter den Rufen: „Nieder Milan! zivio Alexander!“ Die Polizei verhielt sich gegen⸗ iber der Demonstration reserviert. Die polnische Hetzpresse geht in der Zzucht, ihrem Publikum alles und jedes zu ver— ächtigen, was von deutscher Seite kommt, so weit, zaß sie selbst aus dem ebenso maßvollen und sach⸗ ichen als friedlichen Wortlaut der Reichstags- Fröffnungsrede kriegerische Intentionen herausliest, veil darin die Rede ist von der Nothwendigkeit der Sicherung der Grenzen des Reiches und der daraus olgenden Nothwendigkeit der Erhöhung der Aus⸗ jaben für die Armee und die Marine. Frankreich nit seinem nahezu doppelt so großen Militäretat ind der eingestandenen Absicht seiner Revanche— Politiker, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit iber Deutschland herzufallen, ist in den Augen der ationalpolitischen Hetzfanatiker natürlich das fried⸗ ertigste Lamm auf Gottes Erdboden. Btoskau, 283. Nov. Die „Moskauer Ztg.“ ragt, mit welchem Rechte der König von Serbien n das bulgarische Gebiet eingefallen sei, während zie türkische Armee zusehe? Womit wolle die Türkei Serbien belohnen, da ohne Einwilligung der Signatarmächte kein Fuß bulgarischen Landes rbgetreien werden dürfe und eine Verletzung der Hrenzen von Bulgarien für Rußland gleichbedeu— end mit einer Verletzung seiner eigenen Landes— zrenzen sei. Rußland sei durch seine staatliche Würde und nationale Ehre verpflichtet, für die Unverletztichkeit des bulgarischen Territoriums ein— Autreten. 20 Jahrg. Die französische Industrie erblickt neuerdings eine einträgliche Aufgabe darin, dem Groll der Spanier gegen Deutschland sich dienstbar zu erweisen. Dem ‚Berl. Tagedl.“ sendet man zus Saragossa ein Busennadel mit der Inschrift „No mas Prusianos“ (tkeine Preußen mehr!)) und zemerkt dazu, daß dieselbe französisches Fabrikat ist, ind vaß Bijouterie-Artikel mit ähnlichen antideut- chen Kundgebungen zu vielen Tausenden in Paris gearbeitet und nach Spanien eingeführt wurden. das französische Fabrikat kennzeichnet sich übrigens als solches schon durch den speziell gegen die Preu⸗ zen gerichteten Zorneserguß. Pflegen doch in Frankreich seit 1870 die Deutschen mit dem Kollek⸗ ivnamen „Prussiens“ beehrt zu werden, was in Spanien bisher noch nicht Mode war. Im übrigen zönnen wir unseren westlichen Nachbarn das im Zrunde genommen recht harmlose Vergnügen herz⸗ ich gern. London, 28. Nopb. Einer Meldung der Blätter aus Konstantinopel zufolge richtete die Pforte an Serbien die Aufforder— ung, Bulgarien unverzüglich zu räumen. Athen. Mit dem hellenischen Kriegsfana— tisßsmus scheint es doch ein wenig zu hapern. trotz aller philhellenischen Großthuerei, denn es hat iich inzwischen herausgeslellt, daß fast ein Viertel der in der Türkei sich aufhaltenden Reservisten sich trotz der betreffenden Kabineisordre einfach nicht zestellt hat, so daß die Konsularbehörden Befehl erhielten, gegen dieselben mit aller Strenge vorzu— gehen. Griechenland plant eine Anleihe von zwei⸗ jundert Millionen Drachmen, vierundzwanzig Mil⸗ ionen übernimmt die „Banque Hellenique“. — Fine neue Aktien;Emission für den Durchstich des Isthmus von Korinth wird vorbereitet. — [[ Eokale und pfälzische Rachrichten. *St. Ingbert, 24. Nob. Am Sonntag Abend wurde der ledige Bergmann Peter Schmelzer von hier auf dem Höfchen von inem andern hiesigen Burschen derart gestochen, daß er in's Spital verbracht werden mußte. Der⸗ selbe soll nicht weniger als 19 Wunden, glücklicher⸗ weise jedoch keine lebensgefährlichen, haben. Wie man sich erzählt, war der Denkzettel einem andern zugedacht. — Auch im Josaphsthal und in der Elversbergerstraße war es an demselben Abend zwischen hiesigen und Schürer Burschen einerseits und etwa einem Dutzend Elversberger andererseits zu einer blutigen Schlägerei gekommen, bei der sogar von den letzteren der Revolver gebraucht wurde. Doch wurde zum Glücke Niemand ernstlich verletzt. — Neustadt, 21. Nod. Die Meldung, in ziesiger Stadt habe ein Vater seinem Kinde wegen eines Vergehens das eine Daumenglied abgehauen, pestätigt sich glücklicher Weise nicht. — Wachenheim, 19. Nov. Dieser Tage varf ein noch nicht schulpflichtigee Knabe mit Steinen seinen Gespielen, so daß der Stein einen echsjahrigen Knaben so unglücklich am Auge traf, daß der Vater zur Heilung des verwundeten Auges in der Augenklinik zu Heidelberg mit dem Kinde verweilt. Heute soll die Nachricht an die Mutter von dort eingetroffen sein, daß das beschädigte Ruge wahrscheinlich verloren sei. Dieser Vorfall ist wieder eine ernste Lehre für die Eltern, daß sie ihre Kinder in bessere Hut und strengere Zucht nehmen sollten. — Ludwigshafen, 20. Nov. Heute Morgen nach 8 Uhr wurden die Bewohner des 2. Stodwerkes des Herrn Bürgermeister Kutterer gehörigen Hauses durch heftiges Schreien der Kin⸗ der des 3. Stockes aufmerksam gemacht. Ein Unglück ahnend, eilten sie schnell hinauf, fanden dei verschlossenen Thüren alles dick mit Rauch an⸗ zefüllt und scheinen durch einen unglücklichen Zu⸗ sall die Kinder an das Feuer gerathen zu sein und »adurch den Zimmerbrand herbeigeführt zu haben. Ein Herr des Hauses sprengte die Thür auf und konnte so die 5 kleinen darin befindlichen Kinder dem sicheren Tode entreißen. Wie man hört, soll die Mutter der Kinder dieselben immer eingesperrt allein lassen. — Ludwigshafen, 21. Nov. Das drei Jahre alte Söhnchen eines hiesigen Eisenbahnbe⸗ amten wollte am Donnerstag Abend einen Gegen- dand vom Ofen herunterholen, warf dabei einen Hafen mit kochendem Waiser um und verbrühte aich derart, daß es gestern Abend nach qualvollen Leiden an den erhaltenen Brandwunden gestorben ist. Vermischtes. F Metz, 19. Napb. Heute Morgen wurde don einer Felddienst übenden Abtheilung des In⸗ anterie⸗Regiments Nr. 42 bei den Schießständen bvon Orley ein dreijähriger Keiler hoch gemacht, welcher das auf dem Dibvisions-⸗Uebungsplatze liegende Wäldchen annahm. Die Abtheilungz um— tellte nach Anleitung eines zufällig auf dem Exer— zierplatz reitenden Generals das Wäldchen, während nach einem Gewehr geschickt wurde. Doch plötzlich durchbrach der Keiler die Linie, und nur dem ge⸗ cchickten Reiten des Herrn Generals gelang es, ihm zie Richtung auf den Park von Frescaty zu geben. Doch bei dem Sprung über den breiten mit Mauer⸗ werk bekleideten Graben, der den Park umgibt, jatte der Keiler seine Kräfte überschätzt uud stürzte zinein. Nun wurde er die Beute seiner ihm unter Hurrah nachgefolgten Verfolger. Mehrere beherzte Musketiere griffen ihn mit aufgeflanztem Seitenge⸗ wehr an. Es folgte ein heißer Kampf, in dem chließlich der sich wüthend zur Wehre setzende sKeiler verendete. Im Triumph wurde die seltene Beute, die ein Gewicht von 258 Pfund hat, fort⸗ zebracht. f Altmünsterol. Eine vom Kaiser »verliehene Fahne wehrt jetzt dem Kriegerverein unseres elsässischen Grenzdorfes, 5 Minuten von der französischen Grenze und gegenüber von Beltort, doran. Bei der jüngsten Fahnenweihe entwickelte sich das glänzende Schauspiel. daß hunderte von Franzosen zu der Feier herbeigestromt waren, den patriotischen Reden über Leipzig, Belle Alliance, Sedan, Metz u. s. w. andächtig lauschten und zu zuterletzt floit mittanzten. F Der Werth der gedämpften Kar— voffeln. Gedämpfte Kartoffeln sind nahrhafter, als solche, die im Wasser gekocht werden, indem durch das Kochen der Wasserreichthum der Kar— roffeln nicht nur vermehrt wird, sondern auch ein zeträchtlicher Verlust an Nährsalzen entsteht. Unter⸗ uchungen des Prof. Wagner in Darmstadt haben ergeben: Es büßten ein: durch Dämpfen: durch Kochen: Ungeschält: Rohasche 1.17 pCt. 3.6 pCt. Kali.. 0.7, 33 Phosphorsäure 0.03, 1.11 Beschält: Rohasche. 7.9, 28.98, Kali. 6.9, 38.3, Phosphorsäure 4.6, 22.98, Das Dämpfen ist also dem Kochen der Kartoffeln weitaus vorzuziehen. Im gemeinen Leben hat man ꝛs auch schon weg, nur wird's zu wenig geübt; velcher Unterschied ist nicht zwischen Bratkartoffeln, zwischen im Kachelofen gebratenen Kartoffelplätzen und im Wasser gebratenen Kartoffeln? Erstere sind entschieden nahrhafter. Aus Baden⸗-⸗Baden meldet man folgende Anzeigen von Wirthschaften. Man lese: Gasthaus „Bock“. Heute frisch geschlachtet. Von Morgens 10 Uhr an Leber⸗ und Griebenwürste, sowie Kessel⸗ fleisch mit Sauerkraut und neuem Wein. Jede Person bekommt pro Stunde so viel, wie sie ver⸗ iragen kann, zu 1 M. 50 Pf. — „Einhorn“ Weinlokal. Neuen 24 Liter 12 Pf., pro Stunde 1 M., 2 Stunden 1 M. 60 Pf., 3 Stunden 8 Mark; Neuen *4 Liter 15 Pf., pro Stunde 1M. 20 Pf., 2 Stuneden 1 M. 60 Pf. und 3 Stunden 2 M. 10 Pf. — In Lorrach soll ein Wirth eben⸗ falls die Neuerung getroffen haben, daß man bei hm auf die Stundenzahl die Zeche bemißt. Man darf eine Stunde lang für J. M. und die zweite zann zu 75 Pf. trinken, so diel man will, bekommi s'ogar in der zweiten Stunde noch Essen gratis verabreicht. fF Kassel, 19. Nopb. Wie dem „Frkf. J.“ von zuverlässiger Quelle mitgetheilt wird, hat Lieske vährend seiner Gefangenschaft in Wehlheiden direkt eingestanden, an der Ermordung des Polizeirathes Dr. Rumpff in der Weise betheiligt gewesen zu sein, haß er mit mehreren anderen, von außerhalb kom⸗ menden Personen am 31. Dezember 1884 gemäß vorheriger Verabredung auf dem Main⸗Neckar ˖ Bahn⸗ jofe zu Frankfurt zusammengetroffen sei, zum Zwecke, zie Ermordung des Dr. Rumpff auszuführen. Dies sei in den nächsten Tagen wiederholt versucht worden, vobei er selbst durch das Loos zur That bestimmt jewesen sei, während die Uebrigen aufgepaßt hätten. ẽs sei aber immer mißglückt, und habe er sich dem ⸗ jemäß am 13. Januar Mittags von den Uebrigen setrennt und zu Fuß nach Darmstadt begeben. Hier ei er von einem der anderen Männer — welche ämmtlich von ihm genau beschrieben wurden — vieder eingeholt worden und habe derselbe ihm dabei nitgetheilt, daß er soeben — am Abend des 18 Januar — den Mord ausgeführt und sich mit der fisenbahn nach Darmftadt begeben habe. Bei Be⸗ chtigung des Dolches, welcher zur That verwenden ind noch blutig war, habe er sich, infolge eines Unstoßes seitens seines Gefährten versehentlich selbst erwundet. Von dem letzterwähnten Manne will er ich demnächst getrennt haben. Außer den hiermit usammenhängenden weitläufigen und meist offenbar entstellten oder erlogenen protokollarischen Erzählungen in Betreff des Mordes hat Lieske anscheinend noch hdei Gelegenheit der überaus häufig von ihm er— betenen Unterredungen mit Beamten zahlreiche interessante und manchen seiner Parteigenossen schwer kompromittirende Nachrichten mitgetheilt. Seine daltung war schwankend und wechselreich, bald rotzig · frech, bald wieder weich wie ein Kind, und nur die offenbare Furcht vor der Rache seiner Ge—⸗ nossen scheint ihn abgehalten zu haben, noch mehr u sagen, als er in der That gesagt hat. Charak— eristisch ist, daß zwei Briefe von ihm ganz unbe— annten ehrlichen Handwerlern, deren einer lediglich rommen Inhalts war, während der andere ihm rnstlich die Unsinnigkeit seiner anarchistischen Ver— nichtungspläne vorhielt, ihn bis zu Thränen gerührt saben. Daß er den Gefängniß-Direktor noch in einer letzten Stunde seinen Vater nannte und unter Thränen bat, ihn au Stelle seines Vaters zum stichtplatze zu begleilen, ist bekannt. Sein Gnaden⸗ Besuch ist mir zu Gesicht gekommen. Es datirt »om 11. September ds. Is. und lautet wörtlich: „Ich bin durch Erkenntniß u. s. w. zum Tode ver⸗ urtheilt, weil ich den Polizeirath Rumpffaermordet saben soll. Ich habe von der That gewußt und zin selbst am 7. Januar durch das Loos dazu be— timmt gewesen, und doch ist die That mißlungen, ind so hat man mir noch Vorwürfe gemacht. Und so habe ich auch meinen richtigen Namen anqgegeben in der Wirthschaft, wo ich gewohnt habe, damit ich die Sache nur los werde. Und so bin ich noch Rachmittags nach Darmstadt abgereist und da habe ch den... (golgt ein offenbar pfeudo⸗ iymer Name) wieder getroffen, da hat er mir er— ählt, daß er die That ausgeführt hat. Wie die Sache richtig ist, habe ich am 5..... zu Zrotokoll gegeben. Als ich im Jahre 83 nach rausanne in der Schweiz und nach Genf gekommen vin, da bin ich gleich in die Hände dieser Leute zefallen. Ich habe deren Blätter gelesen und auch »ertrieben. weil ich gedacht habe, es ist etwas Gutes, iber ich sehe jetzt ein, daß Alles Unsinn ist, und o bin doch jezzt weiter nichts, als ein verführter Mensch. Ich habe die That nicht begangen, habe nich der Theilnahme entzogen und bitte Euer Majestät um Gnade. Ich bin erst 22 Jahre alt und will zu sühnen suchen, was ich gefehlt. Julius Udolf Lieske.“ F Ein bisher wohl noch nicht dagewesener Fall auf dem Gebiete der Lotterie ist von der am 12. 13. und 14. 0. M. gezogenen Geldlotterie zu ver—⸗ zeichnen, welche zur Wiederherstellung der Liebfrauen irche zu Arnstadt veranstaltet worden war Seitens des Notars H., welcher die Ziehungen der Lotterie zu leiten hatte, ist nämlich insofern ein Versehen gemacht worden, als flatt der festgesetzten 180.000 Loose nur 179,500, also 500 zu wenig in das Glücksrad eingezählt wurden. Dieses Mant hat sich erst nach der Ziehung ergeben; es ist da— her auch keine amtliche Gewinnliste ausgegeben worden, weil erst an zustandiger Stelle da Ga scheidung darüber eingeholt werden mußte, wie — hbezüglich der gezogenen Gewinne ⁊c. zu halten se Diese Entscheidung ist nunmehr dahin getroffen worden, daß die stattgehabte Ziehung ungiltig se und eine neue zu erfolgen habe. Damit werden aber die jetzigen Gewinner, denen zum Theil die auf sie entfallenden Gewinne von den Kollekteuren bereits ausgezahlt sind, wohl nicht zufrieden sein und es dürften daher wohl noch eine ganze Reihe von Unannehmlichkeiten aus jenem Versehen sit entwickelinnn. F (Gute Antwort.) Ein heiterer Vorfal ereignete sich vor einigen Tagen in Witten, al— hei einer Bürgersfrau eine feingekleidete Frauens person erschien, um fich als Dienstmagd anzubieten Nach einigen Vorfragen erkundigt sich die Bewer herin darnach, wer denn Mittwochs oder Samstage die Aschenkasten auf die Straße setze, da sie dat »och nicht gut thun könne.“Die Hausfrau erwie derte schnell gefaßt: „Entweder ich oder mein Mann“, sprach's und drehte der Bescheidenen den stücken zu. Ob die mit Recht so behandelte Magd chließlich doch noch eine ihr zusagende Stelle ge— funden hat, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Bezweifeln möchten wir's aber! F Köln, 17. Nov. In der vorigen Woch erschien in verschiedenen Fleischerlädden ein Mann und offerierte Pfeffer, das Pfund zu einer Mark Sonst pflegt man ein solches mit Mark 1,50 zu dezahlen. Der billige Mann erhielt sehr viele Auf⸗ traͤge. Nicht lange dauerte es, und wohlberpach! langten die Sendungen an, gegen Nachnahme, wie das bei der Billigkeit der Waare mit Recht bean⸗ prucht und perabredet war. Die Kästen und disten wurden allerseits eingelöst und mit freudiger Erwartung schritt man zur Prüfung der Waar und öffnete. Wer schildert aber den Schrecken als nach Entfernung der Emballage das „hbillige Bewürz“? sichtbar wurde. Eine Mischung von Sand, Lehm und sonstigen Erdsorten, das war der den Kölner Würsten zugedachte Hamburger pPfeffer. F Koln, 18. Nodb. Das Loiterieglück macht die Leute oft thöricht und blind. Die funfzig Arbeiter in Deutz, welche zusammen kürzlich 150,000 Mark gewannen, waren darüber so aus dem Häus hen, daß sie zunächst eine solenne Kneiperei ver⸗ anstalteten, dann — wenigstens ein Theil von 'hnen — sofort ihre Arbeit kündigten, die einen Verdienst bis zu 3 Mark pro Tag einbrachte. Die Gewinner, welche pro Mann über 3000 Mk. ver⸗ fügen, „haben es ja nicht mehr nöthig,“ zu ar beiten. Wenn es ihnen nur nicht geht, bemerkt die „Rh.W. Ztg.“, wie dem Milchjungen von auswärts, der in der Lotterie gewann, Esel und Karren verkaufte, und „vornehm leben“ wollte. Doch die Herrlichkeit dauerte nur ein Jahr. Dann zog er wieder mit Meister Langohr durch Kölns Straßen und nur eine goldene Uhrkette mit „Bomo— lage“ zeugte von entschwundener Pracht. F Stein, 20. Nov. Der geisteskranke Blei⸗ stiftarbeiter Strohm tränkte seine Kleider mit Spi⸗ ritus, zündete sie an und legte sich in das Bett, welches sofort brannte. Durch herbeigeeilte Per— sonen konnte der Unglückliche den Flammen ent⸗ rissen und der Brand gedämpft werden, aber der am ganzen Körper arg verbrannte Mann erlag bald seinen Wunden. F(Sechs Jahre Zuchthaus wegen 30 Pfennig.) In Paderborn hatte sich am dergangenen Mittwoch vor dem Schwurgerichte zu »erantworten der Handlanger Anton Gloth von zort wegen auf einer belebten Straße begangenen Straßenraubes, durch welchen er in den Besitz don 30 Pfennigen gelangte. Das gemeine Verbrechen vurde mit sechs Jahren Zuchthaus und den äb⸗ ichen Nebenstrafen geahndet. f (Enthüllte Geheimnisse der Zu⸗ schneidekuünst.) Die Anfertigung der Bekleid ingsstucke fuür die Land-Gendarmerie wird seit Jahren von zwei Meisiern kontraktlich bewirkt, welche die Stoffe nach dem vorgeschriebenen Maße von der Oekonomie Kommission empfangen, dieselben zuschneiden und berarbeiten lassen. Wie sich jetzt Herausgestellt zhat, haben jedoch diese Meister beim Zuschneiden weniger Stoff verbraucht, als ihnen sontraktlich vorgeschrieben war, und dadurch am Schluß der Arbeit eine ziemlich bedeutende Menge noff erubrigt, den sie vertauften. Wegen gewerbs⸗ zaßigen Ankaufs solcher Stoffe wurde ein Berliner zaufmann in Haft genommen und der Stautean raltschaft vorgeführtt. 'Aus Westpreuß en. Oberförster Hempel a Konigsbruch war neulich im Begriff, eine Tasse zaffe zu trinken, als er schon beim ersten Schluck jnen bitteren Geschmack und ein Brennen auf den ppen spürte. Sofort lief er in die Küche und qch den Kaffee losten. Der anwesende Kutscher aspürte beim Berühren mit den Lippen ebenfalls in Brennen;“ die Köchin dagegen weigerte sich, n Kaffee an die Lippen zu nehmen. Mit den worten d Ich bin vergiftet“, sank der Oberförster isammen und gab den Geist auf. Die Unter⸗ uchung ist eingeleitet. pMoskau, „Mütterchen“ Moskau, ist cerlich eine hochinteressante Stadt und erfreut sich is „erste Residenz“ mit Recht größter Verehrung d Liebe im heiligen Rußland! Aber. mit der soten Verehrung allein ist es nicht immer gethan, die Kinder und Enkel dieses altehrwürdigen itterchens sollten ihre Liebe auch durch ein wenig ehr Sorge für die äußere Erscheinung ihrer Ahne kumentiren! Alte Leute vernachlässigen ja oft xAeußeres, nehmen es mit der Sauberkeit nicht hr so genan, und dergleichen Unterlassungssünden allen dann schließlich auf die nächsten Angehörigen rwück und zeigen diese in wenig vortheilhaftem cht! Mütterchen Moskau neigt nun absolut nicht x Reinlichkeit, ja bei Regenwetter ist sie eins der chmutzigsten Weiblein, das man nur sehen, so hmußig, daß man in den Schlammpfützen der ntlegeneren Stadttheile elend ums Leben kommen ann. Eine brave Moskowitin, die Kleinbürgerin zotolow, hatte ein wenig zu tief ins Gläschen esehen. Das ist zwar nicht schön, aber, es war un einmal so. Von der Kalugaschen Pforte zu⸗ xgekehrend, verfehlte sie den Wig, gerieth auf der urch Laternen nicht erhellten Konnaja Ploschtschad in Schmutz und Schlamm und kam unbekannt mit der Gegend, in einem Schmutztümpel elend um.... Wie Moskauer erzählen, soll dieses Beispiel durch- aus nicht vereinzelt dastehen, sowohl was die sonst iwas ungewöhnliche Todesart, wie auch das zu iief ins Gläschensehen anbetrifft. Jedes Land hat a seine Cigenheiten! fParis, 20. Nopb. Aus Cette wird ge⸗ meldet, daß das deutsche Schiff „Wanderer“ an der Küste von Agde gestiandet ist.. Die Mann⸗ chaft, aus neun Personen bestehend, flüchtete in zie Masten und wurde am nächsten Morgen von Fischerbooten aufgenommen. rParis, 19. Nov. Bezüglich des Rer⸗ rtungsfalles durch Lachgas, welches dor einiger Zeit in Paris vorkam, wird von einem ziesigen Zahnarzt geschrieben: Das Lachgas ist hon seit 1776 den Chemikern bekannt, wird aber erst seit 1844 bei Zahnoperationen in Anwendung jsebracht, und zwar war ein berühmter Zahnarzt n New-York, Wells, der erste, welcher die Lach— sasnarkose zur Anwendung brachte. Bis 1867 'atte derselbe dann 27,000 und bis 1884 gar 133,000 Narkosen angewandt, ohne einen einzigen Todesfall verzeichnen zu müssen. Die geringere Ge— fahr des Lachgases besteht darin, daß es sich nicht im Blute versetzt, sondern einfach ausgeschieden wird. Eine Gefahr in der Anwendung liegt über— haupt nur dann vor, wenn leichtsinnig dabei zu Werke gegangen wird. Es muß eine genaue Unter⸗ uchung des Patienten auf Herz und Lunge vor⸗ uingehen, und darf die Narkose nie vom Operateur allein vollzogen werden. Zahnärzte dürfen deßhalb gesetzlich auch eine Narkose nie ohne Assistenz eines Arztes durchführen, welcher die Wirkung beobachtet und im Nothfalle Einhalt gebietet. Der Pariser Fall ist dadurch möglich geworden. daß der Arzt uu spät kam und die Narkose ohne seine Assistenz ausgeführt worden war. Bei richtiger Durchführung abder ist die Lachgasnarkose absolut ungefährlich; es sind viele Millionen von derartigen Narkosen bereits durchgeführt und im Ganzen 10- 12 Un— glücksfälle bekannt. eine verschwindende Zahl gegen⸗ über dem Chloroform, bei dessen Anwendung schon auf wenige Tausend Narkosen ein Todesfall trifft. f Bei einem der letzten Rennen in Rom Iette die französische Stute „Sieva“ die meisten Bettenden auf ihrer Seite. Da, gerade als das Thier in die Reunbahn geführt werden sollte, ward der Jockey von einem Unwohlsein befallen und erklärte sich außer stande, das Pferde zu lenken. Der Eigenthümer des Thieres. Mr. Durand, sah sich in großter Verlegenheit, da er stark engagiert war, das Publikum war bereits ungeduldig, da ver—⸗ ichwand plötzlich Madame Durand, eine sechsund⸗ wanzigjährige hübsche Französin und kehrte wenige Minuten darauf, im Kostüme des Jockeys zurück. Sie sprang auf das Pferd und gelangte unter dem donnernden Applause des Publikums als erste ans Ziel. Das Komitsé aber weigerte sich, Mr. Durand den Preis auszuzahlen, da es bei diesem Rennen nicht ordnungsmäßig zugegangen; allein Durand klagte und erklärte, daß er nur das Pferd bekritteln Jassen müsse, während der Jockey abet, falls er nicht leichter sei, als das vorgeschriebene Gewicht, leinerlei Anstand mehr begegnen dürfe. Der Ge⸗ richtshof entschied zu Gunsten des Mr. Durand, und der Präsident sagte galant zur kühnen Reiterin: „Ich war damals auch beim Rennen, ich mache Ihnen mein Kompliment, Sie sind eine gefährliche Konkurrentin der berühmten Elisa.“ 7Ger Duft der Frauen.) Soeben ist ein Werk eines Dr. Galopin in Florenz erschienen. Es behandelt in sehr gründlicher Weise den Duft der Frauen und weist nach, daß jede Frau nach rinem andern angenehmen Parfüm dufte. Die Braunen duften nach Rosen, die Schwarzen nach Moschus, die Blonden nach Ambra u. s. w. Mit einem Worte, Dr. Galopin, der selbstverständlich eine feine Nase hat, ist in der Lage, ganz genau das „Parfum de la femme“ zu bestimmen und erklärt schließlich, daß die Männer eigentlich nicht die Frauen, sondern nur den Duft derselben lieben. Aus England.) In Kent erhängte sich eine 89jährige reiche Gutsbesitzeerin. Auf dem Tische ihrer Wohnung lag ein Zettel folgenden Inhalts: „Ich habe Kisten und Kasten voll Geld und Gut, doch keine Kinder, keine Freunde; ich zin von Erbschleichern umgeben, die ununterbrochen kiner den Anderen bei mir verleumden; ich glaube, äe haben Alle Recht; ich halte sie Alle für falsch und schlecht und gehe in den Tod, mit der Bitte, nan möge mein Geld zu irgend einem wohlthätigen Zwecke verwenden. F Eines der größten Eisenbahn-Projekte. Es vird versucht, in Newyork ein Syndikat von Zapitalisten zusammenzubringen, um ein Eisenbahn⸗ Netz herzustellen, welches nach dem Vorschlage der hinesischen Regierung sich über das ganze chin e— sische Reich erstrecken soll. Die russische Re— zierung soll zu Gunsten dieses Projektes und Willens sein, ihr Eisenbahn ; Netz in solcher Weise auszudehnen, daß dasselbe sich in jeder Richtung an das chinesische anschließt. Dieses Projekt, wohl das großartigste in neuerer Zeit, nimmt eine Aus⸗ age von 190,000. 000 Doll. in Anspruch. Kommt das Syndikat zu Stande, so fällt auch der ganze Bau, alle Betriebsmittel ꝛc. Amerika zu besorgen und zu liefern anheim. —Dem SchuhmacherKleingewerbe droht eine neue Konkurrenz. Ein in Amerika er⸗ undener Motor, genannt der „eiserne Schuhmacher“, hesorgt das Zuschneiden, Doppeln, Nähen, Anfer- igen der Absätze, Sohlen ꝛc. in kürzester Zeit. Ju Paris arbeiten bereits zehn solcher Maschinen, ind der Arbeitslohn für ein Paar Schuhe — aisher 5 Fr. — beträgt nunmehr blos noch 1Fr. 0 Cts. — „Aber wenn nun“, bemerkt der „Gürt⸗ ianer“, dem wir diese Notiz entnehmen, „in Folge allgemeiner Einführung dieser Maschine wieder 'o 'und so viel Tausend Arbeiter brodlos werden? Wird es dann keine oberflächlichen Schwätzer mehr Jehen, welche über Faulheit und Liederlichkeit der Urbeiter klagen und behaupten, wer arbeiten wolle. jabe immer Verdienst?! 4 Ein Tigerabenteuer.' Der schottischo Reisende Forbes erzählt in seinen „Wanderungen eines Naturforschers im malayischen Archipel“ eine Begegnung mit dem König der Wälder. Er hatte im Balingfluß in Sumatra sein Lager in einem distrikt aufgeschlagen, welcher nicht umsonst „das daus der Tiger“ genannt wurde; das Dorf der rigeborenen, in dem er wohnte, hatte vielfach von Tigern gelitten, und Forbes mußte natürlich auch auf Angriffe gefaßt sein. Als er eines Abends mit seinen Leuten auf dem schmalen Pfade aus dem Urwalde zurückkehrte, brach auch richtig ein Tiger uus dem Dickicht und schlug einige Schritte vor hm einen jungen Eingeborenen nieder. Der Vater des Getroffenen ĩprang sofort zur Hilfe und stieß mit einer Lanze nach dem Raubthier, welches da— durch und durch das Geschrei der anderen Träger rschreckt ins Dickicht zurücksprang. Aber der eine 5„chlag hatte genügt. die langen Krallen waren durch die Brustwand gedrungen und der Verwun—⸗ dete gab kurz darauf seinen Geist auf. Der Tiger var indeß nicht gesonnen, auf seine Beute zu ver⸗ ichten; in der Nacht schlich er sich' in das Dork, vurde aber bemerlt und durch Geschrei verscheucht. Die Dorfbewohner waren nun überzeugt, daß in »em Tiger ein Dämon steckte, der unter allen Um⸗ tänden die Leiche habe wolle; sie begruben den —XVV srab mit großen Steinen zu. Richtig fanden sich im andern Morgen Tigerspuren am Grab, und iun setzte sich Forbes auf den Anstand, doch umsonst. Ddas Thier wußte ihn mit großer Schlauheit zu »ermeiden und kam, sobald er weggegangen. Nun »aute er mit den Eingeborenen zusammen eine Tigerfalle; das Grab wurde mit einem hohen Zaun umgeben bis auf eine Oeffnung, dann wurde in Bambus niedergebogen und soe befestigt, daß er, obald die im Eingang gespannte Schuur berührt purde, losschlug und eine lange Lanze quer durch die Oeffnung schleuderte. Sechs Abende wurde ie umsonst aufgezogen, am siebenten unterließ man s als unnütz, aber am anderen Morgen fand man pieder die Spuren und nun war man des Erfolges icher. Am Abend wurde der Bambus wieder be— estigt, am andern Morgen war der Speer zer⸗ zrochen und blutig und der Tiger lag kaum 30 Schritte entfernt iodt im Gebüsch, Der Speer hjatte ihn durch und durch gestoßen, aber doch hatte er noch Kraft genug behalten, um den Speer zu zerbrechen und mit einem furchtbaren Satz den Zaun zu überspringen, Unbeschreiblich war der Fubel im Dorfe, als die Nachricht vom Tode des gefürchteten Menschenfressers eintraf; Alt und Jung eilte mit allen möglichen Waffen hinaus, um an seinem Körper Rache zu üben, in erster Linie die Berwandten seiner Opfer, unter ihnen eine Frau, welcher er erst den einzigen Sohn und dann den Mann vor ihren Augen weggeholt hatte. Forbes mußte mit gespanntem Revolver ihnen entgegen⸗ treten, um das Fell für seine Sammlungen zu sichem; dann wurde der Kadaver zerstückt und Jeder tauchte seine Waffe in das Blut, um so einen Theil des Muthes und der Kraft des „Matjan“ für sich zu gewinnen. Herz und Hirn theilten die Geschädigten und verzehrten sie. um so ihre Lerwandten zu rächen. Fur die Redaktion veranmtwortlich: F. X. Demetz. Einer der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu— rirte Bayerische Familien-Kalender. derselbe traf bereits füc 1886 ein. Doch nicht allein einer der hesten, ganz entschieden auch der reichhaltigste ist ex und für 1886 scheint er gar alles bereits Da— zewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka— endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Israelcten noch der Hundertjährige Kalender Zauernregeln, Himmelserscheinungen, bayerische Messe und Märktte, Genealogie der bayerischen Standesherren, Kardinals-Kollegium, Verzeichniß )er im Königreich Bayern funktionirenden auswär⸗ igen Konsulur⸗Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich uͤbsche Erzählungen und viele Humoresken im vahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu⸗ trirt, hunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und seiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. Besonders hervorzuheben ist ein Artikel über die »eilung der miasmatischen Krankheiten (Masern, SZcharlach, Diphtheritis, Brechtuhr, Tyhus, Cholera, Zlattern ꝛc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por— räts und sogar über Neu⸗-Deutschland findet sich ein erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe »on Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun⸗ Hebiet und Neu-Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, ämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe noch ein schönes Oeldruckbild „Mutterglück“ und ein 1 Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen⸗ timeter breites Rhein⸗Panorama, mit 44 Jullustra⸗ tionen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und dies Alles kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs⸗ ektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustrirten Bayerischen Familien⸗Kalender unseren Lesern hier— mit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch die Expedition ds. Blattes. * * Licitation. Mentag, den 14. Dtzember 1885, Nachmittags 2 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaf don Daniel Baumann (Café Ober hauser) werden durch den unterzeich⸗ neten, gerichtlich hiezu beauftragten gl. Notar der Abtheilung halber zu Figen versteigert: Steuergemeinde St. Ingbert: Plan Rr. 88, (31 Dez.) 10 a2 680 qm, und Plan Nr. 89, (82 Dez.) 27 a 90 qm Fläche, wo⸗ rauf ein zweistöckiges Wohnhaus, enthaltend 10 Zimmer, 2 Küchen, 2 Speicher 4 Kammern. Waschküche, Brenn zaus mit Brennkefsel, 8 Stall⸗ ungen, 2 Remisen, Oekonomie— gebäude, Scheuer, Bierbrauerei mit vollständiger Einrichtung und etwa 60 großen Lagerfässern uind 120 Transportfässern; Zier⸗ garten, Pflanzgarten mit Anlage, Haua- und Gartenkeller, sowie sonstige Zubehörden, zusammen ein Ganzes bildend, gelegen zu St. Ingbert in der Oberstadt neben Peter Buhmann und Wilhelm Weiler; Plan Nr. 792, (23 Dez.) 7 a 30 qm, PlanRr. 798 (33 Dez.) 114a 20 qm. und Plan Nr. 794, (18 Dez.) 6 a 10 qm Wiese in den Großwiesen am Gallbrunnen; Plan Nr. 41892, (58 Dez.) 94 80 qm Acker auf der Hobelsahnung, nebst dabei be—⸗ indlichem Bierkeller. Eigenthümer find: Die Kinder und Erben der zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen und derstorbenen Eheleute Wilhelm Chandon, früher Bärgermeister und zuletzt Privatier und LouiseSchaller, bezw die Repräseutanten solcher, als: 1. Cäcilie Schaller, ohne Ge⸗ wverbe zu Niederwürzbach wohn⸗ jaft, Wittwe des verstorbenen Geschäfts— agenten Ludwig Bechthold. im Leben zu St. Ingbert, — einzige Repräsen⸗ santin der verlebten Tochter Louise Chandon, kgewesenen Ehefrau des ohne Gewerbe zu Niederwürzbach wohn ⸗ zaften Joseph Schaller; 2. Wilhelm Chandon, Rentner in Baden Baden wohnhaft; 3. Eli⸗ abetha Chandon, ledig, groß ährig, ohne Gewerbe, in St. Ing— bert wohnhaft; 4 Maria Jose—⸗ phine Chandon, gewerblose Ehe— rau von Emil Heusser, königl. Fabrikinspektor, in Speyer wohnhaft 5. Joseph Chandon, Opernsänger n Köln wohnhaft; 6. Julie Fhandon, ledig, großjährig, ohne Gewerbe, in Frankfurt am Main wohnhaft; 7. Olga Franziska Wilhelminc Nuß, minderjähriges Kind und einzige Erbin der verlebten Tochter Wilhelmine Chandon, zewesenen Ehefrau von Ernst Nuß Faswerksdirektor. in Lörrach iu Baden wohnhaft, vertreten durch ihren zenannten Vater, bei dem sie auch omicilirt ist, als Hauptvormund, und Dr. August Huber, Apotheker, in Lör— ach wohnhaft, als Nebenvormund. St. Inabert, den 24. Nov. 1885 Kemmer, k. Notar. Fimpfetle * Mittagstiseh von 50 Pfennig an Georg Klein, 351d men Sfter PpPAnASAaSVBnS. Für die, vielen Beweise innige Theilnahme, insbesondere für die reicher Zlumenspenden und den ergreifender ßrabgesang bei dem Begräbniß unserern anigstgeliebten Gattin, Mutter Schwester und Schwägerin J Aaria Schwarz. geb. Wagner, agen herzlichsten Dank. Rohrbach bei St. Ingbert, den 22 dovember 1885. Die tieftrauernd Hinterbliebenen. Husten, Heiserkeit, dals⸗, Brust- u. Lungen⸗ dLeiden, Katarrh, Kinder— husten ꝛc. Unsblige Atteste Rheinischer —ILLLLIL analysirt und begutachtet von Dr. Freytag, Kgl. Professor, Bonn; Dr. Bischoff, Berlin; Dr. Birnbaum dofrath und Professor, Karlsruhe; Dr. Schulte, Bochum; Dr. Gräfe, Fhemnitz u. A. Li. Gutachten von Dr. Rüst, Großh. Medizinalrath in Brabow als leichtlösendes Mitte! dei Husten, Verschleimung, Keuch zusten der Kinder allen andern Mitteln vorzuziehen. 5) in Flaschen a Mk. 3, 1*4 ind 1 nebst Gebr. Anw. in St Ingbert bei J. Friedrich, Haupt— traße; in St. Johann bei F. P Dudenhöfer und N. Maginot; in Zlieskastel bei ApothekerDiedenbofer. 74Auf wieviel Loose l Treffer? ATTTIauf z2*E RAXCIXI — J—— 22500 Geldgewinne 166000 amn ohne Abzug. Daupttreffer: 40000. 100004 621000, 12500 ꝛc. Ziehung 15. Derember 1885 Loose bei den bekannten Ver— kaufsstellen. lauptagenturlul.soldsehmit in Ludwigshafen a. Rhein, in Si. Ingbert bei Joh. Wei— ich, Friseur, u. Frz. Woll, Buchbandlung. Nr 431 —— »Stockfische — und Laberdan gesalzene ische Stockfische) ꝛei Hery. Ein Logis im dritten Stock hat zu vermiethen, auch können ein— zelne möblirte Zimmer abqge— jeben werden; ebenso können 8-10 Mann Kost und Logis erhalten im nosdnen Stern. BHasen, Hechte, -chellfische, Backfische Biwässerte Stockfische, alles billigst, perkauft morgen. Mittwoch, auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert. »rieger's Fisch- & Wildhandlung Den⸗ und v*origg hrr Eine Fula mit Lalb Erstling) steht zu verkaufen bei Gg. Michaeli, Rohrback Drei eiserne Dachfenster sind zu verkaufen. Wo, sagt Exrped. d. Bl.“ — — — — 0 SGmnstigate a Uer Gield· Lottorien —XLL onnme Verschubp. Aaupttr. nebst Prämie 120, 000 M. prämie 20000 M., Haupttr. 50000 M. 2000 M. 10000 M. 2—X 600 M., 10 Xx 1000 M. oto. Looso à 2 M. bei den bekannten Verkaufsst. Die Geneoral-AMAgentur MA. & R. Schuler in Hünchen. Am billigsten und zweckmäßigsten besorgt die ältest— Annoncen⸗Erpedition Haasenstein & Vogler, Mannheim. 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Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 88. Band 1: „Das Alterthum“, ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Preis der Liefernug 50 Pfennia. J QQQõOOCGC. OO OCOOOOOOOC Der Jhettrirte Baycrischt * * Familien-Kalender für 1886 ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Get müthvolle Erzählungen, prächtige Humoresten, meist mit Illustrationen versehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Artikel gestalten den Kalender zu einer billigen Leklüre ersten Ranges. Jeder Kaäufer erbält auker einem prachtvollen Oeldruckbild: „MNntterglück“ Zwei Beilagen: a) Wand-Kalender, b) Portemonnaie Kalender, welche in ihrer reizend geschmackvollen und prattischen Ausführung für Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein Panorama des Rheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illastrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang, 24 Gentimeter breit. Vreis des Kalenders mit obigen u unr Zwei Beilagen. ⸗ sowie Oeldruckbild 8 Rhein⸗ 50 P rF —AV — ig! Panorama Zu haben in der .. Expedition des „St. Ingberter Anzeiger.“ 20OoOO!A ÿ„—(V F. Demeß in St Anohben J ʒzt. Ingberter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er ‚St. Ingberter Anzeitzer? erscheint wochentlich fünfmalz Amn Bontag, Dienstag, Donnerstag, —Astag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ janu und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das BVlatt kostet vierteljährlich 1 A 60 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen M 75 , einschließu Zuftellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr sar die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solch n auf welche die Expedition Auskunft ertheilt.!s , Reclamen 80 . Bei amaliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. M 232. Donnerstag, 26. November 1885. Bestellun en ] Bukarest. 25. Nor. Die Kanonade um g Widdin dauerte die ganze Nacht fort. Heute früh auf den im 6 Uhr rückten die Serben in großer Zahl vor. iu Bon Smardan⸗Tatardschik aus versuchten sie einen St. Ingberter Anzeiger Angriff auf Widdin, wurden aber nach dreistündigem rbitterten Kampfe zurückgeschlagen. Sofia, 25. Nov. Eine Depesche des Fürsten Alexander aus Zaribrod von gestern meldet: die Serben griffen das bulgarische Ceutrum an, ourden jedoch zurückgeschlagen. Die bulgarischen zorposten haben bereits die Grenze erreicht. Die Zerben räumten Trn. Belgrad, 24. Nov. Offizielle Mittheilung: die serbische Armee griff gestern die bulgarischen zerschanzungen an und wurde nach erbittertem kampfe zurückgeworfen. Hierauf zo sie sich in die 5ztellungen bei Zaribrod und Trn zurück. Belgrad, 25. Nodo. Geftern und heute inden bdei der serbischen Position vor Pirot kampfe statt. Die Bulgaren wurden mit Verlust urückgeworfen, erneuerten aber ihre Angriffe. Die erbische Arniee ist durch das aus geübten Sol⸗ aten bestehende zweite Aufgebot auf 535000 Mann derstärkt. rür den Monat Dezember nehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Post- hoten. die Austräger und Die Expedition. Deutjiches Reich. Berlin, 25. Nov. Das Centrum hat heute me Interpellation wegen der Missionare eingebracht. erner bereitet das Centrum einen Antrag auf die rgänzung des Strafgesetzes dahin vor, daß Die⸗ enigen, welche das Wahlrecht Wahlberechtigter iindern, bestraft werden. Berlin, 25. Novb. Fürst Bismarck ist Nach⸗ autags hier wieder eingetroffen. Auslaud. Wien, 25. Nov. Die Länderbank erhielt ine Depesche, daß die Serben unter Anführung HPilan's glänzend siegten, Dragoman wiedereroberten uind die Bulgaren bis Slivnitza zurückdrängten. tiner Belgrader Privatdepesche zufolge nahm Milan )en Waffenstillstand an. London, 25. Nop. Die „Times“ enthält agende, gänzlich unbeglaubigte Sensationsnach⸗ ichten: König Milan habe beschlossen, abzudanken. zeine Freunde und Anhänger im Auslande wie m Inlande bemühten sich, die Thronfolge seinem zohne, wenn thunlich unter der Regentschaft der önigin, zu sichern. Der König sei aber ent⸗ hlossen, sich mit seiner ganzen Familie, wahrschein— ich nach Fronkteich zurückzuziehen. Behufs Ver—⸗ inderung der Thronbesteigung Peter Karageorge⸗ gitsch's sei die Besetzung Serbiens seitens Oester⸗ eichs bevorstehend. LCondon, 26. Nov. Ein am Mittwoch achmittag dem Auswärtigen Amte aus Nadrid zugegangenes Telegramm meldet; dönig Alfons ist heute Morgen 9 Uhr in der durch Dyssenterie beschleunigten cwindsucht gestorben. Paris, 25. Nov. Die Nachricht, König sons von Spanien sei um 913 Uhr Mit—⸗ gs gestorben, bestätigt sich. Die in Paris awesenden Spanier schreiben sich zum Zeichen des zeileids im PHotel Radziwill, der Wohnung der Nutter des Koönigs, ein. — Infolge des gestern erbreiteten Gerüchts vom Tode des Königs ver⸗ immelten sich gestern Abend die hier befindlichen anischen, deutschen und russischen Sozialisten in er Vorstadt St. Antoine, um an den gegenwärtig mLondon weilenden Spanier Ruiz Zorilla in Schreiben zu richten, worin sie ihm ihre Mit—⸗ nirkung zu der demnächstigen Proklamierung der anischen Republik zusichern. Die Carlisten wohn⸗ eun heute Vormittag in der Kirche der Avenue de doche einer Messe für die Thronbesteigung Don »arlos bei. Bukarest, 24. Nov. Nachrichten aus Ka⸗ nar zufolge konzentrieren die Serben ihren Angriff das Dorf Capitanovice. wo ein lebhafter In⸗ mezciekampf stattfindet. Der herrschende Nebel ninoten eine gegaue Observaätion. kokale nuand pfälzische Rachrichten. * St. Ingbert, 26. Nos. Gesizzwechsel.) Auf dem Wege der Versteigerung gingen die an er Neuweilerstraße gelegenen Gebäulichkeiten der rẽhhrhardt'schen Glashuͤtte nebst dazu gehörigen Län⸗ ereien um die Summe von 20,000 Mark in den zesitz der Knappschaft über. Dem Vernehmen nach ollen die Gebäude zu einem Spitale und verschie⸗ senen Magazinen umgebaut werden. — Der pfälzische Landrath hat seine iesjährige Aufgabe erledigt; er brachte es fertig. »aß die Kreisumlagen auf dem letzten Stande — 39810 Prozent — auch für 1886 verbleiben, ndem er die Rückzahlung von 35,000 Mark an ven Maximilian-Getreidefond vorläufig um ein zahr hinausschob. Gewiß ist ihm unsere Be— »ölkerung für seine Fürsorge dankbar und zibt sich der Hoffnung hin, daß die schon jetzt inverhältnißmäßig in die Höhe geschraubte Kreis⸗ unlage ftatt erhöht, in Zukunft wieder herabgesetzt verde. Ist doch der Abstand zwischen der Pfalz, XVV ie niedrigste Kreisumlage, namlich 21 pCt. hat, in gar zu großer. Wäre die von der Regierung nn Aussicht genommene Erhöhung angenommen vorden, so hätte die Pfalz mit 42,3 pCt. wirklich ioch mehr als das doppelte den Oberbayern zu ragen gehabt und nachgerade würde das Vergnügen n der „sonnigen Pfalz am Rhein“ zu wohnen nauchem doch etwas zu theuer zu stehen gekommen. — Die Einnahmen der pfälzischen ßahnen für 1885 wiesen in den ersten neun Monaten dieses Jahres gegen dieselbe Zeit in 1884 edeutende Mehrerträgnisse auaff. Dagegen ergab ich im Oktober ein Einnahme⸗Ausfall beim Güter⸗ erkehr von etwa 60,000 Mk. Diese Minderung and allerdings theilweise Deckung im Personenver⸗ ehr desselben Monats, so daß sich für Oktober . J. nur ein Minder von etwa 24,000 Mk. er⸗ ibt. Insgesammt beziffert sich die Mehreinnahme vährend der verflossenen zehn Monate dieses Jahres nuf Mk. 402,144,39 gegen 1884. — Raths weiler am Glan. 21. Novbr. die Halsbräune, dieser gefürchtete Würgengel der gleinen, ist leider hier sporadisch aufgetreten. In e 20. Jahrg susel soll die Krankheit und außerdem der Schar⸗ ach ärger hausen. Einem Beamten sind seine drei rinder der Epidemie erlegen, und der Bedauerns⸗ werthe selbst mit seiner Frau liegt gleichfalls an der schrecklichen Krankheit darnieder. — Kusel, 23. Nov. Auf die jüngst aus⸗ zeschriebene Stelle eines Distriktsbauschaffners da⸗ zier haben sich 58 Bewerber gemeldet, darunter piele aus Norddeutschland. — Kaiserslautern, 20. Nov. Gestern Morgen wurde in der Mailinger'schen Wirthschaft zahier durch Herrn Gerichtsvollzieher Diel im Auf⸗ rage des kgl. Amtsgerichts Lauterecken ein Pferd ersteigert. Der Steigerer. aus Kreuznach, mußte 384 Mark Steigpreis zahlen. Vor zirka 84 dahren verkaufte dasselbe ein Bauersmann aus der dähe von Lauterecken an einen Handelsmann in Idenbach zu 420 Mk. als zugfest. Letzterer be— auptete sodann, das Pferd ziehe nicht, und begann Zrozeß. Das Pferd wurde bei Beginn des Pro—⸗ esses in Kost, Logis und Pflege abgegeben und var in Meisenheim, Lauterecken und seit beinahe ¶Monaten hier. Um nun die großen, hierdurch enistehenden Kosten (täglich 3 Mk.) zu beseitigen, »rdnete das Gericht die Versteigerung an; der Prozeß geht aber seinen Gang weiter, damit auch »as Pferd an seinen richtigen Werth kommt. Man zarf nur die Kosten der Fütterung und Pflege des Zferdes für *4 Jahre jeden Tag 8 Mk., sowie er sachverständigen Gutachten durch jedesmal drei Thierärzte, nebst Probefahrten, sodann der Herren LIdvokaten annehmen, so wäre der Schimmel schon ehr gut bezahlt. Der Kläger und der Beklagte saben bei Gericht schon zirka 1100 Mark Kosten⸗ »orlage machen dürfen! Die Sache macht sich! — Der Weinhändler Jul. Haas in Lan— dau, welcher wegen Weinfälschung ꝛc. angeklagt. vurde des ihm zur Last gelegten Vergehens als nicht überführt freigesprochen. — Neustadt, 22. Nov. Die kgl. Kreis— egierung der Pfalz hat, wie man der „N. Bad. 2dsztg.“ schreibt, den Beschluß des Siadtrathes, inen akademisch gebildeten Direktor der höheren Töchterschule anzustellen und ihm als Nebenamt zugleich die Funktionen eines städtischen Lokalschul- nnspektors zu übertragen, nicht genehmigt. — Speyer, 283. Nov. Die ehemalige Lohn'sche Sägemühle, welche vor 3 Jahren von derrn L. Häuser zu einer Mahlmühle eingerichtet vurde, ist heute auf dem Wege der Zwangsver⸗ teigerung an die Stadtgemeinde Speyer um die S„umme von 6600 M. übergegangen. Der früher chon projektirte Durchgang neben dem Altpörtel oll nun durch eine 2 Meter breite Passage ver— virklicht werden. — Einem Sohne des Herrn Lehrers Mai von Ludwigshafen, dem Juriften Ludwig Mai, vurde bei einei Preisvertheilung, welche kürzlich in der Universität Heidelberg stattfand, ein Preis uerkannt. Vermischtes. F Die „Saar- u. Blies⸗Ztg.“ bringt in ihrer jeutigen Nr. ein „Eingesandt“ folgenden Inhalts: Berade als ein Pärchen Mann und Frau werden vollte, brach in einem Flecken des Kreises O. Feuer aus und alles, auch der Herr Standesbe— imte und sein Stellvertreter, eilte zur Brandstätte. Un letzteren wagt sich, durch die dichte Menschen- nenge dränsend, der junge Mann im Feierkleide und bittet mit schmachtendem Blicke: Ach, kommen ααO doch met mer und heirothe mich; mei Minsch es scho drowe!“ 4 Stieringen, 22. Nov. Das hiesige Eisenwerk, in welchem sonst zirka 1300 Arbeiter ihre Beschäftigung fanden, steht seit einigen Tagen. wahrscheinlich weil die Produltion von Eisen hier jetzt zu theuer wird, fast gänzlich still. Es ist dies für die Arbeiter gerade jetzt, wo der Winter vor der Thüre steht und die verschiedensten Einkäufe zu machen sind, besonders hart. Hoffen wir, daß es gelingt, den größten Theil derselben auf den den⸗ selben Besitzern gehörigen Eisenwerken zu Hayingen oder auf den Rosselner Gruben zu beschäftigen. 4 Merzzig, 28. Nov. Viermal wurde am letzten Freiiag unserer Bürgerschaft durch Ausschellen von dem freudigen Ereignik Kenntniß gegeben, daß die Preise für Rindfleisch gefallen find. Als nam⸗ lich am frühen Morgen ein Metzger bekannt machen ließ, daß bei ihm das Rindfleisch 60 Pfg. koste beeilte sich ein anderer, kundzugeben, daß bei man ihm für nur 50 Pf. das Pfund haben könne. Hegen Mittag kam nun der Dritte und empfahl das Pfund zu 40 Pf., der vierte sogar zu 35 Pf. Wenn das so fort geht, dann bekommen wir ein⸗ mal billiges Rindfleisch zu essen. F Düssel dorf, 20. Nov. Auf dem hie⸗ sigen Zoslamte kamen in voriger Woche fünf Kübel mit Schweizerkäse an. Der Zollbeamte ließ, ent⸗ gegen der sonstigen Gewohnheit, alle Kübel voll⸗ sdändig auspacken, und siehe da, es fanden sich noch zk. 200 Taschenuhren, welche in dieser Weise ein⸗ geschmuggelt werden sollten, in einem derselben vor. fF Oettingen, 21. Nov. In Minderof⸗ fingen wollte ein Dienstknecht die Hausgenossen er⸗ schrecken, indem er sich mit Weiberröcken bekleidete, einen solchen Rock über den Kopf zog und fich dann, als er die Leut? kommen sah, an der Thüre nufhängte. Der Scherz nahm aber, den „N. N.“ zufolge, ein tranriges Eude; als man den Unglück⸗ lichen untersuchte, war er todt und alle Wiederbe⸗ lebungsversuche blieben erfolglos. f Am 6. oder 10. Dezember, der Tag ist noch aicht genau fixirt, sindet in Nür nberg eine Berichtsvollzieher ⸗Versammlung für Boyern statt, wvozu bereits insofern Einladungen ergangen sind, als am Sitze eines jeden Landgerichts ein Kollege rucht wurde, eine Vorversammlung abzuhalten, Versteigerung. damit in derselben Delegirte für die Hanptversamm⸗ ung gewählt werden können. WM 4München, 24. Nov. Die Schreibgebühren der Gerichts⸗Sekretäre wurden vor nicht langer Zeit durch ein Justiz⸗Ministerial ⸗Reskript in soferne n ihren Bezügen geschmälert, als ein Theil der⸗ elben. als den Gerichtsvollziehern gehörig. diesen etzteren zugewiesen wurde. Eine Aenderung dieser Verfügung auf dem Petitionswege herbeizuführen, st der Zweck eines unter den betroffenen Herren ursirenden Zirkular, dem jedenfalls dald auch das Allerhöchsten Orts einzureichende Gesuch folgen wird. F Berbhin, 24. Nond. Die Zahlmeister⸗An⸗ zelegenheit nimmt immer größeren Umfang an; zereits sollen 60 Zahlmeister verhaftet sein. Die Zache soll dem „B. T.“ zufolge, welches die Mit heilung unter aller Reserbe wiedergibt, nicht durch ine Denunziation an den Tag gekommen sein, ondern der Vorsitzende der Verpflegungs⸗Kommission ei durch Zufall in den Besitz eines Briefes ge⸗ tammen, in welchem ein Lieferant dem Adressaten Geldanerbieten machte, falls er ihm zur Erlangung der Lieferung für das betr. Bataillion behülflich sei. Die Verhaftungen vertheilen sich auf 25 Gar— nisonsplätze. Die Untersuchung soll hiermit noch nicht abgeschlossen sein. In Prag haben sämmiliche Handschuhmacher irka 700 an der Zahl, die Arbeit gekündigt, um ine Lohnerhöhung durch diese Maßregel herbeizu⸗ ühren. F Dr. Metzger in Amsterdam, bekannt durch seine Kuren vermittelst Kneten (Massage). st nach Rom zum Papst berufen. F GAnarchistischer Drohbrief.) Wie die Schweizer „Grenzpost“ meldet, erhielt ein Baseler Schuhmachermeister, der in dem Lieskepro⸗ zeß als Zeuge vor Gericht nach Frankfurt geladen vorden, aber nicht erschienen war, was, wie es cheint, von anarchistischer Seite verübelt worden st, einen Drohbrief. unterschrieben vom „Rächer⸗ 'omité“, in dem ihm sein Todesurtheil angekündigt vird. FEin gräßlicher Unglücksfall wird aus Paris berichtet: Dort stürzte sich eine gut gekleidete etwa 10 Jahre alte Frau von der Höhe der Julisäule jJerunter. Voll Entsetzen eilten die Vorübergehenden hetzu, trafen aber nur eine Leiche an. Wer die Anglückliche gewesen und was sie zu dieser schreck⸗ Soeben erschien,in neuer Auflage: BRAII2hMdl Bd. III. Sammlung beliebter Tänze für Klavier. Nr. 1. Johannes. Polnaise. Nr. 2. André Ludw. Walzer. Lenz und Liebe. Nr. 2 Schultze, Max. Dod-⸗Polka. Nr. Ledosquet, A. Mazurka. Röslein rot. Nr. 5. Wülfing, G. Galopp. Jugendlust. Nr. 6. Eilenberg, Rich. Quadrille a la Cour. Nr. 7. Krause, Rich. Marsch. Rabatinsly. Nr. 8. Recke, Herm. Walzer. Treue Liebe. Nr. 9. Gülker, Ang. Mazurka. Maiglöckchen. Nr. 10. Eilenberg, Rich. Schottisch. Immer lustig. Nr. 11. Trehde, F. Polka. Fein und zierlich. Nr. 12. André, Ludw. Quadrille. (Contre) Ballkönigin Nr. 13. Behr, Franz. Rheinländer. Herzblümchen. Nr. 14. Eilenberg, Rich. Galopp. Per Rohrpost. Nr. 1214 zusammen in einem Bande Mk. 1 deer Gegen Einsendung dieses Betrages erfolgt frankd Zusendung. P. J. Tonger Hof⸗Musikalien⸗ Randlung, Köln a. Rh. Ein Logis im dritten Stock hat h IIll zu vermiethen, auch können ein⸗ I —I zelne möblirte Zimmer abge⸗ geben werden; ebenso können 8 -10 Mann Kost und Logis erhalten im gosdnen Stern. lichen That getrieben, hat nicht festgestellt werden können, da sich keine Papiere vorfanden. Im Geld, deutel fand man 183.75 Franken, so daß di— jußerste Noth wohl nicht die Veraulassung zu den Selbstmord gewesen ist. Der Anblick des fallenden dörpers war schrecklich. Zudem hatte fich de Mantel der Frau im Fallen losgelöst, so daß di— entsetzten unfreiwilligen Zuschauer glaubten, es seien wei Frauen, welche sich ans der Höhe —XC —7 Madrid. Ein Telegramm des General— Bouverneurs der Philippinen an die Regierungen iu Madrid meldet: Der Wirbelsturm vom 7. d Mis. wüthete am meisten in den Provinzen Ca— narines, Alhay und Principe. In Süd⸗Camarine wurden 22 Menschen getödtet und 6 wurden der mißt; zerstört sind 8000 Wohnhäuser, 24 Kirchen 19 Klöster, 31 Schulen und 28 Gerichts ˖ Gebäude In Nord Camarines sind ebenfalls viele Häuse, und Pflanzungen zerstört. In Principe sind Kirche Regierungsgebäude, ein Kloster, das Gerichtsgebäudt zwei Schulen und viele Privathäuser zerstört. Der Gouverneur hat Maßregeln ergriffen, um die ärgsit Noth zu lindern. Auch auf dem Meere hat de Sturm großen Schaden angerichtet; zahlreich Schiffstrümmer treiben zwischen den Inseln umhet F Madrid, 20. Nov. Ein englischer Löwen zähmer Namens Williams, der soeben von Badajo, hier angekommen war, sollte gestern in dem Plazze del Tuero seine Vorstellung beginnen. Waährend der Nacht wurde Petroleum in die Käfige geschütlen und entzündet. Sämmtliche Löwen kamen in den Flammen um. Mehrere Personen, welche der Theo verdächtig sind, wurden verhaftet. F New⸗York, 22. Noo. Das Armen Jospital in Sandusky, Ohio, brannte in der Nach im Freitag nieder. Von den 98 Insassen kamer üuf irrsinnige Ftauen in den Flammen um. De Vorsteher der Anstalt trug schwere Brandwunde davon. Sterbefälle. Gestorben: in Zweibrücken Fräulein Min« Rommer, 21 J. 6 M. alt, in Steinfeld Lehte Roo. Baumgarten, 56 J. a. Danksagung. Für die dielen Beweise —9— keilnahme während der Krankheit inseres unvergeßlichen Gatten und Hhaters sowie für die zahlreiche Beteis! igung bei dessen Beerdigung sagt ihren anigsten Dank Familie Louis BReer. Donnerstag, den 3. Dezember 1885, Vormittags 10 Uhr, zu Ensheim im Sterbehause, werden auf Anstehen der Wittwe Kinder und Erben des zu Ensheim wohnhaft gewesenen und verstorbenen Ackerers Peter Blaes, Sohn von Andreas, folgende Gegenstände öffent⸗ ich auf Credit versteigert, als: sieben- und 1 neunjähriges Pferd, 1 Kuh, 1 Rind, 2 Schweine, 2 zweispännige Fuhrwagen, 1 Pflug, 1 Egge, circa 100 Ctr. Kar— toffeln, 30 CEtr. Heu, 10 Ctr. Ohmet und 10 CEtr Dickrüben. St. Ingbert, den 25. Nov. 1885 Kemmer, k. Notar. —XREREXEVE Wir sprechen allen Denjenigen, die in dem Leichenbegängnisse unserer nnigstgeliebten, in Gott ruhenden Tochter und Schwester EIise heilnahmen, besonders dem Jünglings ereine und dessen Diregenten für ihren rhebenden Grabgesang, unsern innig— ten Dank aus. Hasssel, 24. November 1885. die Familit Lender. Endfeble Mittagstisch von 50 Pfennig an Georg Klein, goldnen Stern Eine Wohnung, 3 bis 4 Zimmer und Küche, im 2. Stock, in Mitte der Stadt, Hauptstraße der sofort zu miethen gesucht. 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Indberter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — er St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich füufmalz Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ lat und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt toflet vierteljährlich 1 A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließn d A Zuflelungügebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —,, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erxpedition Auskunft ertheilt. 15 4, Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — M 233. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für den Monat Dezember ehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Post- oten, die Austräger und Die Expedition. 1 Deutsches Reich. Berlin, 26. Nod. Das Präsidium des deichstags soll morgen vom Kaiser empfangen verden. Berlin, 26. Nop. Von der konservativen ind der Centrums-Partei wird der bereits in der ‚origen Session vorgelegte Antrag betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, welcher zum elbstständigen Betrieb eines Handwerks den Befähi— ungsnachweis erfordert, wieder beim Reichbstag ingebracht werden. Berlin, 25. Nop. Ein hiesiger Korrespondent eu „Köln. Z.“ telegraphirt diesem Blatte: „In der Angelegenheit ber Karolinen- zuseln soll eine grundsätzliche Einigung zwischen deutschland und Spanien auf der durch die päpst⸗ ichen Vermittelung angeregten Grundlage erzielt ein. Die letzten Verhandlungen hätten die Ein— elheiten, sowie die Art und Weise der Ausführung um Gegenstande gehabt. Man hat Grund, anzu⸗ iehmen, daß Deutschland mindestens die schon früher nehrfach erwähnten Sicherheiten und Vortheile freien Handelsverkeht und eigene Kohlenstationen). clangt habe.“ Die „Nordd. Allg. Ztg.“ giebt die Mittheilung mit allem Vorbehalt“ wieder. Behufs Einleitung derjenigen Maßnahmen, oelche zur Durchführung der dem Reiche in den ⸗chutzge bieten von Kamerun, Togo, Angra⸗ Zequena zufallenden Aufgaben nothwendig sind, ind zwar sowohl zur Remunerirung von Beamten is zur Ausführung unbedingt erforderlicher Bauten, atte der Reichsstag im vorigen Etat 248000 Mk. ewilligt. Ueber die Verwendung dieser Mittel at der Kanzler soeben eine Denkschrift an den teichstag gesandt, aus welcher wir das Wesent⸗ chste herausheben: Für Angra⸗Pequena ist ein zouverneur bestellt, der gleichzeiig als Oberkom⸗ aissar für Togo und als Generalkonsul für den zolf von Guinea fungirt; ihm ist ein juristisch ebildeter Kanzler zur Wahrnehmung der richter⸗ ichen Geschäste beigegeben; für Togo und die inderen Afrikanischen Schutzgebiete ist je ein Kom⸗ aissar für ausreichend erachtet worden. Gouver⸗ eur wie Kommissare haben je einen Sekretär — 'amerun noch einen Dolmetscher — ferner je einen mtsdiener zur Verfügung, welche zugleich als efängnißwärter und Instrukteure für die Einge— drenen Verwendung finden, aus denen später Po— zeimannschaft gebildet werden soll. Die Beamten chalten diejenigen Remunerationen, welche nach em Ergänzungsetat für 1885 86 in Berücksichtigung jer Durchschnittsbesoldungen der Konsularbeamten n überseeischen Ländern als Besoldungen eingestellt daren. Sämmtliche Beamte sind indessen, da eben iut ein Pauschquantum bewilligt ist, bis auf Beueres nur kommissarisch angestellt und beziehen omoetenzen als diätarische Remunerationen. —8 Samstag, 28. November 1885. 20. Jahrg. Der Gouverneur und die beiden Kommissare sind angewiesen, in den Schutzgebieten die Interessen des Reiches wahrzunehmen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen und den Reichsangehörigen, wie den Anterthanen befreundeter Staaten, sowie den Ein⸗ Jeborenen Schutz zu gewähren. Vorläufig hat der Houverneur einen aus drei Mitgliedern dortiger zirmen bestehenden Verwaltungsrath und ein aus em Gouverneur und zwei Beisitzern zusammen⸗ jesetztes Schiedsgericht gebildet. Diese Verordnungen iegen gegenwärtig der Prüfung resp. Bestätigung )etz auswärtigen Amtes vor. Für den Bau des Regierungsgebäudes in Kamerun sind 86,000 M., iner offenen Gerichtshalle und eines Wachtgebäudes 0,000 Mk. ausgeworfen. Der Gouverneur erhält 30,000 Mt., die Kommissare und der Kanzler je 2,000 Mk., die Sekretäre je 6000, die Amtsdiener e 83000 Mt. Für die Polizeimannschaften sind »orläufig 130 Kavallerie⸗Karabiner und 26,000 hatronen angeschafft. Berlin, 25. Nov. Vor dem hiesigen -—chöffengericht ist heute die prinzipiell wichtige Frage zur Entscheidung gekommen, ob ein Redak— eur, der, entgegen der bekannten Novelle zum reußischen Lotteriegesetz, die Ziehungslisten aus— värtiger Lotterien veröffentlicht, strafbar ist. Die Berl. Zig.“ hatte, um die Sache zur Entscheidung u bringen, die Listen der sächsischen Lotterie pu— liziert und gegen das darauf erfolgte polizeiliche ztrafmandat von 10 Mk. auf richterliche Entschei⸗ ung angetragen. Das Schöffengericht sprach den stedakteur frei. weil es sich der Ansicht anschloß, daß die Novelle zum preußischen Lotteriegesetz mit dem Reichspreßgesetz in Widerspruch stiehe. Damstadt, 26. Nov. Prinz Alexander er⸗ dielt folgende Depesche aus Zarihrod vom 26. ds. Vormittags 9,30: „Heute überschritten wir die Grenze und gehen nach Pirot. Bis auf Widdin ist Bulgarien von Serben frei. Wir heide sind wohl. Alexander.“ „Nach der eingehenden sachlichen Rede Seiner Exzellenz des Herrn Finanzministers wollte ich eigentlich auf das Wort verzichten; allein nachdem der Herr Vorredner eingehend auf die Verhältnisse der Brauer zurückgekommen ist und seinen Antrag empfohlen hat, sehe ich mich im Interesse der leinbrauer der Pfalz genöthigt, darauf zu erwidern. Sie wissen wohl alle, daß die Pfalz bis zum Jahre 1879 vom Malzaufschlag befreit war, und ich darf ja sagen, von dieser Ii an wurde mit Recht auch der Malzaufschlag auf die Pfalz aus— gedehnt. Bis zu dieser Zeit zahlte die Pfalz als Abfindungssumme 100,000 fl. oder 180,000 Mt. aus der Kreiskasse; die Brauer waren dadurch von »em Malzaufschlag verschont geblieben. Der jetzige Malzaufschlag beträgt für die Provinz rund 1.800,000 Mk. Meine Herren! In Folge des Aufschlages in unserer Proviuz haben viele Brauer den Nachtheil gehabt, daß sie nicht mehr konkurrenz⸗ fähig bleiben konnten und sich fallit erklären mußten. Allein, meine Herren, Großbrauereien, wie sie der dZerr Vorredner im Sinne hat, haben wir in der Bfalz überhaupt nicht. Die größten Brauer sieden twa 20. 000 Hektoliter Malz ein. Diese Summen zehen herunter bis auf 1000 Hektoliter und nied⸗ riger; aber alle sind darauf angewiesen, ihr Bier mehr oder weniger bis zu 20 Prozent zu expor⸗ tiren, sie müssen dasselbe unter den schwierigsten Verhältnissen nach Elsaß⸗Lothringen verschleißen. Sie sind gezwungen, dortselbst Wirthschaften zu errichten, solche abzulösen, von anderen Häuser zu kaufen, um die außerordentliche Konkurrenz von sanz Süddeutschland, der Rheinprovinz und des Straßburger Bieres zu tragen. Diese Ueberpro— ouktion, die in der Pfalz ist, wird noch zum Schaden der Brauer dadurch vergrößert, daß Bier von Mannheim, Worms, München, überhaupt von den angrenzenden Stacten in die Pfalz importirt wird. Dieser Produktion, meine Herren, wollen Sie nun mehr oder weniger die Ader unterbinden durch die Annahme des Antrages, und Sie sagen, es ist das kein Schaden der betreffenden Exporteure. Der Preis der Rückvergütung überhaupt bekrägt für die Pfalz 304,000 Mt. Es sind Brauereien da, die dielleicht 2000 bis 3000 Mk. mehr zahlen müssen, d. h. weniger Rückdergütung erhielten als jetzt, wenn 20 Pfg. per Hektoliter für das exportitte Bier reduzirt würden. Seine Exzellenz hat Ihnen porhin gesagt: es sind im diesseitigen Bahern Brauereien da, die 32 Prozent Dividenden ber⸗ theilen. Ich sage: wir haben Brauereien, die schon seit 5 Jahren keinen Heller vertheilen, und diese Leute, die so ungeheure Summen direkte und in—⸗ direkte Staatsbeiträge bezahlen, wollen Sie immer noch kürzen. Dann, meine Herren, ist mir das sonderbar, daß Sie bei der Fixirung des Malzauf⸗ schlages diesem Gesetze Ihre Zustimmung nicht gegeben haben, und daß alle Anträge auf Klassifi⸗ zierung mit Recht Ihre Zustimmung nicht finden konnten, weil man sagte, es gibt überhaupt keinen Gesichtspunkt, welcher es ermöglicht, daß eine ge— wisse Gerechtigkeit erreicht wird. Nun, wie verhält sich diese Klassifizirung im gegenwärtigen Falle? Sie hören von Seiner Exzellenz, daß die statistischen Zusammenstellungen ergeben haben, daß von 1 Hektoliter Malz 1 Hek— toliter und 60 Liter bis zu 2 Hektoliter und 20 »der 25 Liter Bier produzirt wird Meine Herren! Ist das keine Klassifizirung? Machen Sie da einen Unlerschied im Preise? Sie sagen immer Ausland. Wien, 25. Nov. Die „Neue fr. Pr.“ meldet ius Belgrad, König Milan kam dem Begehren der Maächte nach und ertheilte Befehle zur sofortigen Finstellung der Feindseligkeiten. — Dem „pester rloyd“ zufolge erwog Oesterreich die Ebentualitäten, zie in Folge des Vordringens der Bulgaren ein⸗ reten könnten. Keine Eventualität sollte Oester⸗ —X— Paris, 25. Novp. Ein bei der spanischen Botschaft eingegangenes Telegrtamm aus Madrid neldet das heute Vormittag 9 Uhr erfolgte Ableben »es Königs Alfonso. Das Kabinet überreichte der königin-⸗Regentin seine Demission. Die Minister etzen ihre Funktionen bis zur Entschließung der dönigin fort. Madrid, 26. Nob. Prinzessin Mer— edes soll unter Regentschaft der Königin⸗Mutter ur Königin proklamirt werden. Das Ministe⸗ ium demissionirte, wahrscheinlich folgt ein Ministe⸗ jum Sagasta. Die Stadt ist ruhig. Vom bayerischen Landtag. Heute liegt uns der stenographisch aufgenommene Wortlaut der mit so gutem Erfolg gehaltenen Rede inseres Herrn Landtagsabgeordneten Maerker iber den Antrag betr. die Ermäßigung der Rück— ergütung für ausgeführtes Bier vor. Redner ührte aus. „Großhrauer“, wie der Herr Abgeordnete Burger zesagt hat. Ja, meine Herren, wenn Sie ein Besetz derart machen, worin steht, daß der Groß⸗ hrauer meinetwegen oon 100,000 Heltoliter an geschädigt werden soll, dann würde dies mit dem weiteren Abzug von 20 Pf. per Hektoliter für die nächste Finanzperiode einen Anhaltspunkt geben, was Sie unter Großbrauer verstehen und was diese von Ihnen zu erwarten haben; die sollen und müssen gekürzt werden, damit der Export nicht zu groß wird, nach der Ansicht des Herrn Vorredners. Die kleinen Brauec, denen machen die 20 Pfg. nichts aus; ja, vielleicht in mancher Gegend, wo ꝛs Brauer gibt, die nur 50 — 60 Hekltoliter brauen und verkaufen, denen macht es nichts aus, allein solche haben wir nicht in der Pfalz. Dann kommen Sie und sagen immer, dieses Bewerbe, die Brauerei, verträgt, daß außer den 32 Millionen immer noch mehc darauf ge⸗ chlagen wird. Ich habe noch nie gehört, nachdem ich diesem hohen Hause während dieser 3 Sessionen, während welcher von der Landwirthschaft so viel die Rede war, angehörte, daß ein Antrag gestellt worden ist, daß man große Betriebe der Landwirth⸗ schaft höher besteuern soll als kleine Betriebe. Es sst das nach meiner Ansicht ganz derselbe Fall. Es sind groke Güter im Lande, in denen Brenne⸗ reien, in denen Maschinen find, Dreschmaschinen und Dampfmaschinrn ꝛc. Ja, meine Herren, diese schaden auch dem kleinen Bauer, schaden auch dem leinen Produzenten durch billigere Produktion und zahlen im Verhältniß ganz dieselbe Steuer wie die kleinen. Ich komme darauf zurück, was schon wiederholt betont worden ist, daß auch in der Pfalz die Bahn⸗ rente durch Einschränkung dieser Bonifikation — Bonifikation darf ich es nicht nennen, denn es ist keine Bonifikation, es ist einfach Rückvergütung — durch die Schädigung des Exportes sehr benach—⸗ theiligt werden wird. Der pfälzische Brauer bezahlt immer 60— 80 Pfg. mehr, als er bekommt. und wenn Sie also diese Rückvergütung noch verküärzen, so werden Sie jedenfalls auch die Konkurrenz, die der Brauer mit dem Auslande auszuhalten hat, noch mehr einschmälern, und das Defizit der Bahn würde vielleicht mehr ausmachen als die 24,000 Mark, die Sie den Brauern entziehen wollen. Ich bitte Seine Exzellenz, daß Sie sich des an und für sich schwer geschädigten Standes der Brauer, wie bisher, wo es möglich war, wohlwollend an— iehmen und dem Antrage den gesetzlichen Vollzug ersagen wollen. (3. 3.) LSokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 27. Nov. Wie uns nach— träglich mitgetheilt wird, hat der Landwehr— Verein in seiner letzten Generalversammlung die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne beschlossen. Die Fahne soll im Waisenhaus zu Landstuhl an—⸗ gefertigt und ganz aus Seide gestickt werden. Der Preis wird sich auf etwa 600 bis 700 Mk. stellen. *— In der letzten Strafkammersitzung des kgl. dandgerichts Zweibrücken wurde der Tagner und rühere Postbote dahier, F. Sch., wegen einer Reihe von Vergehen (Unterschlagung von Briefen u. s. w.), die er sich als Postbote hatte zu Schulden ommen lassen, zu einer Gesammtgefängnißstrafe oon 1 Jahre verurtheilt. — Von der Ebernburg, 24. Nov. Der geschäftsführende Ausschuß des Hutten-Sickingen⸗ Denkmal⸗Komites hat für Mitte Jan. k. J. eine Generalversammlung der sämmtlichen Mitglieder dieses Komites in Aussicht genommen. — Pirmasens, 26. Nov. Gestern erhängte sich auf Hohenlist der Ackerer K. vom Hochsteller⸗ hof. Die Ursache dieser That ist noch unbekannt. — Kirchheimbolanden, 25. Nov. In »erflossener Nacht wurde, wie man der „Nordpf. B.Ztg.“ mittheilt, bei Herrn Fretz in der Breit⸗ traße der Betrag von 500 M. und eine Frauen⸗ ahr gestohlen. — Speyer, 24. Nov. An diejenigen Stu⸗ direnden, welche sich für das Studienjahr 188586 um Neuverleihung eines Stipendiums aus der H. Hilgard'schen Kreis Stipendien⸗Stiftung bewerben vwollen, ergeht laut Ausschreiben der k. Regierung, Zammer des Innern, die Aufforderung, ihre be⸗ züglichen Gesuche bis spätestens 15. Februar 1886 Hei obiger Stelle einzureichen. Mit dem Gesuche, welches darzuthun hat, daß der Bewerber sich einem der in den Satzungen der H. Hilgard'schen Kreis— tipendien⸗Stiftung bezeichneten Studien widmet ind vorzulegen: 1) ein vom betreffenden königl. Bezirksamt beglausigter Heimathschein; 2) ein Zeugniß der Heimathgemeinde über die Vermögens⸗ derhältnisse, sowie ein Zeugniß über das seitherige sitt⸗ siche Verhalten; 3) das Absolutorialzeugniß nebst zinem Zeugniß des betreffenden Rektorates, daß der Bewerber ein seiner Individualitaͤt entsprechen⸗ des Studium gewählt habe. Nach dem Willen des Stifters bei Verleihung des Stipendiums ifft auf besonders talentirte Bewerber in erster Linie Rücksicht zu nehmen. Speyer, 25. Nov. Wie aus Franken⸗ thal berichtet wird, hat die jüngst daselbst verstor⸗ »ene Anna Reichardt in ihrer letztwilligen Verfüg— uing zu Gunsten des hier zu erbauenden Protestations⸗ Domes 1000 M. gestifiet. (Sp. 3.) — Frankenthal, 25. Nos. Den Herren Gebr. Kaufmann (Hotel Kaufmann) hier, wurde hei der in Hannover stattgehabten großen Wein⸗ nusstellung für eine Kollektion ausgestellter pfälzer Weine der erste Preis zuerkannt. Vermischtes. F Die „Pf. Ztg.“ bringt unter der Aufschrift „Eine Gefahr für die Biertrinker und die Land⸗ virthschaft“ einen Artikel, worin auf die angeblich zeabsichtigte Einführung der „Maltose“, eines aus )0 pCt. Mais und 10 pCt. Grünmalz bestehenden, zur Bierbereitung zu verwendenden Stoffes hinge⸗ viesen wird. In den düstersten Farben wird die dage der Landwirthschaft im Falle der Einführung Jieses neuen Bierstoffes geschildert. Wie uns scheint, st die Gefahr keine desonders dringende, denn in zayern würde der Einführung desselben die Be— timmung des Malzäaufschlaggesetzee im Wege tehen, wornach Bier nur aus Hopfen, Gerste und Wasser hergestellt werden darf und auch im übrigen Deutschland werden sich die Brauer befinnen, bevor ie dem Publikum Maisbier vorsetzen. F Darf ein Ehemann seine Frau schlagen? Mit dieser wichtigen Frage hat sich das Reichsge⸗ cicht jüngst beschäftigt. Das Gutachten dieser bersten Gerichtsstelle war für den folgenden Fall eingeholt worden: Ein Ehemann war in Folge der körperlicher Züchtigung seiner Gattin wegen einer pflichwidrigen Handlung wegen vorsätzlicher Zörperverletzung, von der Strafkammer verurtheilt vorden. Die von dem Angeklagten eingelegte Re⸗ zision wurde nun vom Reichsgericht verworfen, udem es begründend ausführte: „Ob dem Che⸗ nann gegen die Ehefrau ein Züchtigungsrecht zu⸗ teht, ist, da reichsgesetzliche Bestimmungen fehlen, nach dem Landrecht, hier nach dem preußischen Recht, zu beurtheilen. Dasselbe erkennt ein solches stecht ausdrücklich nirgends an.“ F Friedrich Stal, 23. Nov. Gestern Abend jegen 9 Uhr sprang ein junger Mann in der Nähe vom Friedrichssthaler Tunnel aus dem Personen- uge. Der Waghalsige schlief während der Fahrt ils er erwachte, gewahrte er zu seinem Schrecken daß er sein Reiseziel, die Station Friedrichsthal, vo er ausfteigen wollte, verfehlt hatte. Wie der „Neunk. Vztg.“ mitgetheilt wird, drohte ihm der »etr. Zugbeamte mit 6 Mark Strafe, die er auf )er folgenden Stution hätte zahlen müssen wegen eines Leichtsinns, und ist der Unglückliche auf diese Beise seiner Strafe ausgewichen. Wie es dem⸗ elben bei dem lebensgefährlichen Sprunge ergangen, st abzuwarten. Irrthümlich sagt man in Elsaß-Lothringen: die preußische Regierung begünstige die Verbreitung »es Schnapses“ aus fistalischen Rücksichten. Es var aber von jeher preußische Tradition, den hranntweingenuß einzuschränken. Schon Friedrich »er Große schrieb an den Rand einer Bittschrift im Konzession zur Eröffnung einer Rum-⸗Fabrik: Ich will's den Teufel thun. Ich wünschte, daß zas giftige garstige Zeuug gar nicht da wäre.“ Friedrich Wilhelm 1V. sagte: „Ich würde es als en größten Segen Meiner Regierung ansehen venn die Brennsteuer auf Null reduzirt würde.“ daiser Wilheilm ordnete den Ersatz der Brannt⸗ vein⸗Portion durch den Kaffee für die Armee an und sagte dei der Düsseldorfer Ausstellung anläß⸗ ich der Besichtigung der Fabrikate der Gebrüder Stosllwerk aus Köoln: „Ich wünsche jedem Meiner Landeskinder eine Tasse Stollwerk'sche Chocolade zum Sonntag.“ F Metz, 24. Novb. Schon mehrmals wurden seitens der Schafheerdenbesitzer Klagen laut über das häufige Auftreten von Wölfen in der nächsten Imgebung von Metz. In der Nacht vom Freitaq auf Samstag ist es endlich einem Pächter de Glatigny gelungen, einen kräftigen Woif zun Schuß zu bringen. .Remilly, 21. Nov. Der hiesige Bahn hofs⸗Restaurateur Alme wurde nach der Loih Ztg.“ unerwartet verhaftet und nach Mez sran portirt. Mon bringt diese Verhaftung in Zusam menhang mit einem Diamantendiebstahl, der in Monat August in Remilly verübt wurde. fKarlsruhe, 24. Nob. Am 27. Jun nächsten Jahres soll in Baden-Baden das Ver. bandsschießen des badischen Landesschühen— vereins, des pfälzischen und mittelrheinische Schützenbundes beginnen und 8 Tage dauein Die verschiedenen Komites zu diesen Festlichkeiter sind bereits gebildet. Der Ortsgesundheitsrath in Karlsruh— rückt bekanntlich mit dankenswerther Energie den Geheimmittel⸗Schwindel zu Leibe. Wir verdanken demselben wieder folgende Warnung: „Von einen früheren Militärärzt, Koman Weißmann zu Vils— hdofen in Bahern, wird ein Mittel gegen Schlag luß, das sogenannte „Schlagwasser“ in den Zes ungen empfohlen. Wer sich an Weißmann wendet erhält durch das berüchtigte Geheimmittelgeschäf des Julius Kirchhofer in Triest, des Verbreiiet der Homeriana und anderer medizinischen Schwin deleien, eine mit Sandelholz roth gefärbte Arnica tinktur. Ein Fläschchen Tinktur, wie solches ijn eder Apotheke zu 1 Mark käuflich ist, kostet aus schließlich der Transportkosten 8 Mark und hat di angepriesenen Wirkungen selbstverständlich nicht.“ F Mainz, 25. Nov. In der Untersuchungs sache gegen den des Mordes beschuldigten Heih hat sich noch in letzter Stunde ein sehr wichtige Zeuge gemeldet, welcher über die vollbrachte Tha der Behörde Mittheilungen gemacht hat. F Aus Aschaffenburg schreibt man den „Würzburger Journal“: Dieser Tage machte eir Schüler der 2. Gymnasialklasse. Sohn des hiesigen Notars B., einen Selbstmordversuch in der Fa anerie mittelst eines Revolvers. Der Schuß gin⸗— durch die Lunge, war aber nicht tödtlich; der un zlückliche junge Mensch liegt nun schwer kran— darnieder. Eine Schulstrafe soll die Veranlassun— zu diesem bedauernswerthen Schritt gegeben haben F M.⸗Gladbach, 22. Nov. Ein Elephan auf dem Velsciped reitend dürfte trotz des berühmien Ausspruches Ben Akiba's, daß Alles schon dage vesen, doch noch nicht dagewesen sein. Herr Baest Besitzer eines jetzt hier weilenden Affentheaters, ha zieses Unikum der Dressur fertig gebracht und führ einen Dickhäuter auf einem Veloziped stehend, seit Dreirad mit dem Rüssel lenkend, dem dadurch seb „elustigten Vublikum vor. I f Folgendes nette Stückchen ereignete sich diese Tage in München. Ein verlobtes Paar, ebe im Begriffe, nach dem Standesamte zur Trauun— zu gehen, entzweite sich unterwegs, so daß dieselb unterblieb; die Braut eilte im Hochzeitskleide ihren 'iich durch die nächste Straße davon machender „Zukünftigen“ nach, allein alle Vorstellungen halfe— nichts, derselbe ließ sich um keinen Preis bewegen den verhängnißvollen Weg wieder anzutreten,“ daß fich die beiden anwesenden Zeugen undverrich teter Dinge entfernen mußten und in einer benach barten Bierschenke Unterkunft nahmen! F Berlin. Forderungen der Spezialärzte Ein hiesiger Geschäftsmann, dessen Kind schwer er rankt ist, ersuchte einen hiesigen Spezialarzt un einen Besuch bei seinem Kinde. Da der Arzt sid nicht geneigt zeigte, dem Rufe zu folgen, legte der Peient das Honorar für einen Besuch mit 100 M zuf den Tisch, worauf der Arzt erklärte: „Nun ehlen aber noch die Kosten sür den Wagen!“ Nachdem auch diese mit 20 M. deponirt und an jenommen waren, kam der Spezialarzt; aber seint dilfe war erfolglos. — Die „Volks⸗Ztg.“, der dir die Mittheilung entnehmen, meint, die Ang! ind Noth Hilfesuchender auszubeuten, dürfte am venigsten Sache renommirter Aerzte sein. Im Eisenbahnkoupe zwischen Budape und Wien entwickelte sich folgende Unterhaltung wischen einem gemüfhlichen Ungarn und einen Reisenden, der sich gegen den gern ein Gespruch anfangenden Ungarn sehr zugeknopft verhält. Un— gar: Belieben auch nach Wien zu reisen? Reisen der: Ja. Ungar: Belieben in Wien zu bleiben Reisender: Nein, ich gehe nach Prag. Ungat Zelieben in Prag zu bleiben? Reisender: Rein ch gehe nach Hamburg. Ungar: Belieben n Jamburg zu blaiben? Reisender: Nein, ich geh⸗— ach Amerika. Ungar (dem Reisenden verständnißvoll dimlnd): Belieben eisernes Kassa gestohlen zu aben? J Marseille, 22. Nov. Ein charakteristischer diebstahl ist in Saint Cloud (Oran) verübt wor⸗ n. Die Diebe hahen aus der Gendarmeriekaserne lle Waffen und selbst die Stiefel der Gendarmerie oeggeschleppt. Ein Milderungsgrund. Aus Paris hreibt man: Polizeiagenten verhafteten vor einigen Aagen die Bettlerin Louise Marun, die an den ufen der Notre⸗ Dame⸗Kirche hockte und einen el mit den Worten umgehängt hatte: „Ich ibe weder Heimath noch Essen und bin hundert sahre alt.“ Thatsächlich zaͤhlt die Frau erst fünf⸗ ndsechzig Jahre und der Polizeikommissär, Mr. zreivn, sagte ihr: „Sie haben einen Betrug be⸗ angen, allein da es zum ersten Male in meiner rratis geschieht, daß sich eine Frau älter macht, ind zwar fast um die Hälfte, so will ich Ihnen esmal die Strafe nachsehen.“ (Eine praktische Erfindung.) Einem ingländer wurde kürzlich im Restaurant des ziaͤdliheaters in Luzern erzählt, wie einem Ein⸗ vohner von Luzern diesen Sommer auf einer horligen Schiffsstation eine werthvolle goldene Uhr ug der Westentasche gestohlen worden, und beige⸗ uügt, daß die Engländer eigentlich schon lange eine Faschine, wodurch Taschendiebstähle verhindert berden können, hätten erfinden sollen. Der Eng— inder stimmte zu und entfernte fich. Letzter Tage shiell nun der Theaterwirth in Luzern aus Eng ⸗ and eine niedliche Kapsel in der Dicke eines ge— vöhnlichen Bleistifts und kaum 2 Cm. lang, mit zchließhaken an beiden Enden, damit das Ding n Uhrenbügel und Kette befestigt werden kann. dieht nun ein Unberufener an der Ketle, so ent⸗ hlüpfen der Kette vier scharfe, schief auslaufende este Stifte, von welchen sicher zwei sofort ins Taschenfutter eindringen und beim Weiterziehen in der Kette Widerstand leisten, so daß selbst ein Schlafender hierbei erwachen müßte. Es fehlt nun nur noch ein Sicherheits Avparat für das VPorte- nonnaie. Vor dem Richter der Englischen Provinzial⸗ adt Berwick, Mr. Palmer, erscheint der Kupfer— hmied James Stewart unter der Anklage, die bzehnjahrige Ellen Macmillan, Tochter eines zortiers, entführt zu haben. Stewart war that⸗ ichlich mit dem Mädchen, das er vor ungefähr ierzehn Tagen in's Theater gefuhrt, länger als ine Woche fern geblieben, und verantwortete sich amit, daß Ellen ihm selbst wiederholt gesagt: Es geht uns so gut, wir sind lustig, warten wir och mit dem Heimgehen.“ Der Richter meint: Sie als Mann hätten jedoch die Reden eines ndischen Mädchens nicht deachten sollen und haben ch somit eines schweren Vergehens durch die Ver⸗ hrung einer Minderjährigen schuldig gemacht. Der ortier, eine stämmige Gestalt, drängt sich zum erichtstische vor und ruft: „Eure Lordschaft, wenn ch bitten darf, verurtheilen Sie Mr. Stewart zu ichts Anderem, als daß er meine Tochter heirathen oll, dann ist uns Allen geholsen.“ Kopfschüttelnd reint der Angeklagte: „Das ist ein hartes Urtheil. uf lebenslängliche Strafe war ich nicht gefaßt.“ der Richter sagt: „Ich lasse Ihnen einen Monat eit, um den Trauschein zu präsentiren; geschieht is dorthin nicht. so werden wir eine andere Sühne motdnen.“ Ellen eilt auf ihren Geliebten zu und uft: „Jetzt gehörst Du für immer mein. das wird ach schöner sein“ Markiberichte. Ensheim, 26. November. (Viltualienmarkt.) Butter ex/2 Kilo 1M. 20 Pf., Eier per Dutzend 100 Pf. ⸗artoffeln per Kilo O Mk. — Pf. Kraut ver Hundert Mark. Zweibrücken, 26. November. (Fruchtmittelpreis undd alienmarkt.) Weizen 8 M. 55 Pf. Korn 7 M. 39 Pf, berste zweireihige 7 M. 16 Pf., vierreihige O M. — Pf., spelz d M. — pf., Spelzlern — M. — Pf., Dinkel w. — Pf., Mischfruchte7 M. 87 Pf. Hafer 6* W. 2 8f., Erbsen O M. — Pf. Wicken OM. — pf., Xu 3 M. — Pf., Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qual. M. 80 Pf., Kartoffeln 1 M. 60 Pf., Weißbrod 175 Kilo O Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 83 Kilo 5 pfl, paar Weck 90 Gr. 6 Pf, Rindfleisch J. Qual. 9 f. jn ODual. 56 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.. Hammel⸗ eisch 60 Pf., Schweinefleisch 50 Pf. Wein WViter 80 Pf. uier J Liter25 Pf., Butter 1,4 Kilogr. 1 M. — vVi. Obst- und Gartenbauverein. Zwanzig Regeln der Obstbaumzucht. 1. Auf Höhen pflanze man vorzüglich Kirschen n Niederungen Zwetschgen, auf nördliche oder öst iche Abhänge Aepfel, auf südliche und westliche zirnen. Von allen Obstbäumen verträgt der Kirsch⸗ raum die meiste Trockenheit, der Zwetschgenbaum die meiste Feuchtigkeit. 2. Der beste Boden ist feuchter, durchlässiger dehmboden, auf dem noch keine Obstbäume gestan⸗ den haben. Stehendes Grundwasser ist stets schäd⸗ iich (Drainiren im Herbste.) 3. Man grabe im Herbste große Baumlöcher ind dünge sie im Winter zuweilen mit Jauche die Bäume pflanze man im Frühjahre. 4. Man kaufe nie Stämmchen von herum— iehenden Händlern, sondern suche sie in guten —XE— zesunde Stämmchen mit starken Wurzeln, die in der Baumschule schnurgerade gewachsen sind und ein⸗ bis zweijähriges Kronenholz haben. 5. Man wähle die Sorten vorsichtig aus mit Rückficht auf rauhe oder wärmere Lagen und auf die Feuchtigkeitsverhältnisse des Bsdens. 6. Man pflanze Kernobstbäume (Aepfel und Birnen) mindestens 10 Meter auseinander. Für »en Aufang kann man ja einen Zwetschgenbaum dazwischen pflanzen, welcher seine Entwickelung ab⸗ chließt, ehe die Kronen der Kernobstbäume ihre bolle Ausbreitung erlangen. 7. Vor dem Pflanzen beschneide man die tärksten Wurzeln sorgfältig (gatte Schnittfläche) ind schlämme sie ein. Braune Ränder auf der Schnitifläche deuten auf Frostbeschädigung. Faser⸗ wurzeln entferne man nicht. 8. Ehe man den Baum setzt, cichte man den —XX—— eisens lothrecht ein, fülle das Baumloch zu drei Biertel mit guter Erde auf, breite die Wurzeln darüber aus und bringe die Erde des Untergrundes »benauf, so daß um das Stämmchen eine muschel⸗ artige Vertiefung bleibt. Frischer Dünger darf nie in das Baumloch kommen. 9. Bei zu feuchtem oder zu seichtem Boden ist die Hügelpflanzung anzurathen. Der frischgepflanzte Baum soll mit dem Wurzelhalse stets höher siehen. als er in der Baumschule stand und nicht eher restgebunden werden. als bis sich der Boden gesetzt hat. Tiefpflanzen ist ein großer Fehler. 10. Der Pfahl darf die Krone nicht berühren ind muß auf der Südwestseite stehen. Besser be— zestigt man das Stämmchen zwischen zwei Pfählen. velche keine Reibung zulassen. 11. Es ist zu rathen, daß frischgepflanzte Ztämmchen zum Schutze gegen die austrocknenden Frühjahrswinde mit Stroh umwickelt werden. Zum Schuhe gegen den Wildfraß bestreiche man die Z„tämmchen im Herbste mit Speckschwarte oder Kalk nilch, oder binde sie in Dornen ein. 12. Aepfel⸗, Birn- und Kirschbäume sind beim Setzen gar nicht, oder sehr wenig zurückzuschneiden; erst im zweiten Jahre ist ein stärkeres Zuschneiden zu rathen, namentlich bei schwachen Trieben. Zwetschgen sind auf 516 Augen zuzuschneiden. 13. Anfangs jährlich, dann alle 23 Jahre chneide man im Herbste alle zu dicht stehenden, ich kreuzenden und nach innen wachsenden Kronen⸗ weige aus. Dürre Aeste und Wasserschosse sind edes Jahr zu entfernen. 14. Alle Wunden am Stamme und an Aesten iind sorgfältig auszuschneiden und mit Baumwachs zu verstreichen; bei älteren Stämmen ist das blos⸗ iegende Holz (nicht die Rinde) mit Theer zu be⸗ treichen. Stümpfe und kranke Aeste schneide man zlatt am Stamme weg und verstreiche die Wunde. 15. Moos, Flechter und vertrocknete Rinde verden mit Baumscharren eutfernt und zeitweilig ind der Stamm und stärkere Aeste mit einer Misch ing von Kalkmilch und Kuhdünger oder Lehm zu hestreichen; die Klebringe nicht zu vergessen. 16. Die Erde um den Baumstamm herum ist urch Reingraben locker zu erhalten und mit ver— rottetem Dünger oder umgekehrten Rasen zu belegen. 17. Bei Brand und Krebs ist außer dem lusschneiden und Verkleben der kranken Stellen, düngung mit Jauche und Kalisalz (oder Holz- ische) zu empfehlen; dei Stammschwäche mäßiges Zchröpfen der Rinde, bei Gummifluß Ablösen iniger Wurzeln. I8. Die Obstbäume sollen im Frühjahre (zur Erzeugung kräftigen Holzes), im Juli und August zum Ansatz der Blüthenknospen), gedüngt werden uind zwar ist die Jauche mit Kali und Phosphor⸗ säure am wirksamsten (3 Theile Superphosphal und 2 Theile schwefelsaures Kali) Die Düngung muß in verh iltnißmäßiger Entfernung vom Stamme durch Löcher oder einen ringförmigen Graben zu den Wurzeln geführt werden. 19. Aeltere absterbende Obstbäume sind durch Zurückschneiden der Aeste zu verjüngen; werthlose Sorten sind durch Umpfropfen zu verbessern. In alte Baumlöcher dürfen nie junge Obstbäume der⸗ selhen Art gepflanzt werden (Fruchtwechsel.) 20. Baumwachs: 250 Gr. Harz in 4050 Gr. Spiritus bei gelindem Feuer gemischt. Kleb⸗ leim aus 5 Theilen Rüböl. 1 Theil Schweinefett, 1 Theil Terpentin, 1 Theil Kolophonium, oder 3 Theilen Aether und 1 Theil Terpentin. Zum Anhau auch in rauherer Lage konnen empfohlen werden: 1. Aepfel auf feuchtem Boden: Gravensteiner, Prinzenapfel, desgleichen Kurzstiel, gjelber Edelapfel, Haberts, Baumanns Reinette und Boldreinette von Blenheim; 2. auf trockenem Boden: Alantapfel, Graf Nostiz, Kaiser Alexander, grüner Fürstenapfel; 3. auf jedem Boden: Sommerge— vürzapfel. virginischer Rosenapfel, Pleißner Ram— »our, Sommerparmäne, gestreifter Herbstkalvill. Wachsreinette, Langtons Sondergleichen, Winter⸗ zoldparmäne, Danziger Kantapfel, deutscher Gold⸗ pepping, Muskat⸗, Gäsdonker-⸗, Orleans⸗, große asseler Reinette. purpurrothe Cousinot, Eiserapfel; Edelborsdorfer und Ananasreinette sind auf kräftige iltere Stämme zu pfropfen. 4. Birnen (in mehr zeschützter und wärmerer Lage) auf feuchtem Boden: Juli⸗Dechantsbirne, Williams Christbirne, Andenken an den Kongreß, Kusuß (Kochbirne), gute Louise, Tolomas Herbstbutterbirne, Gellerts. Napoleons, Liegels, Diels Butterbirne, Edelkrassane, Forellen; birne, Winternelis, Regentin, Winterdechanisbirne; 5. auf jedem Boden: Jakobsbirne, grüne Magda— iene, grune Tafelbirne, Peters- und Reitigbirne, qzute Graue, rothe Bergamotte. deutsche National⸗ bergamotte, Esperens Herrenbirne, runde Mund—⸗ netzbirne, Clairgeau, Lolks Flaschenbirne, Marie Louise, Hardenponts Winterbutterbirne, Josephine pon Mecheln. Kamberronus (Kochbirne.) Fur die Redaktion verantworilich: F. X. Demeß. Einer der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu— Jrirte Bayerische Familien⸗Kalender, derselbe traf zereits für 1886 ein. Doch nicht allein einer der hesten, ganz entschieden auch der reichhaltigste ist er und für 1886 scheint er gar alles bereits Da— Jewesene zu übekbieten. Da sind außer dem Ka⸗— endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Israelcten noch der Hundertjährige. Kalender Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bdayerische Messe und Märkte, Geneglogie der baherischen Standesherren. Kardinals-Kollegium, Verzeichniß der im Königreich Bayern funktionirenden auswär— igen Konsulur-Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich zübsche Erzählungen und viele Humoresken im wahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu⸗ trirt, bunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und Jeiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. gesonders hervorzuheben ist ein Artikel über die Heilung der miasmatischen Krankheiten (Masern, Scharlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, Blattern ꝛc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por— räis und sogar über Neu⸗Deutschland findet sich in erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe »on Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun⸗ Hebiet und Neu⸗Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, ämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe aoch ein schönes Oeldruckbild „Mutterglück“ und in 1l Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen⸗ imeter breites RheinPanorama, mit 44 Jullustra⸗ jonen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und zies Alles kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs— ektüre ersien Ranges, weßhalb wir den Illustrirten Zayerischen Familien⸗-Kalender unseren Lesern hier— nit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch die xrpedition ds. Blattes. Güter⸗ Versteigerung. Auf 11 Loose ein Treffer. Neuheiten in Sehrmueb Aptileel, Rüschen, Taschentücher. in feinen Cartons verpackt Umschlagtücher, kleine und große, Foulards, Handschuhe Corsetten, empfiehlt äußerst billig Frau IJ. Forster. Samstag Abend von 6 Uhr ab Wurstsuppe rit Wurst um Sauerkraut. —IIX Hiezu ladet ein Lucd. Weirieh. NB. Gehn jetzt bei, die Kalbi käthe han jetzt e Enn. Nur baares Geld. Samstag, den 12. Dezember 1885, Vormittags 10 Uhr, zu St. Ingbert in der Wirthschaft bon Karl Sonn, lassen die Eheleute Valentin Weidmann, FJuhr nann, und Magdalena Uhl, bei⸗ ammen in St. Ingbert wohnend Iffentlich zu Eigen versteigern: Steuergemeinde Si. Ingbert: Plan Nr. 1515*3, (8 Dez.) 2 1 70 qm Fläche, worauf ein Wohnhaus mit Stall, Hof und Pflanzgärtchen, gelegen zu St Ingbert am Neuweilerweg (alten Blashütterweg) neben der Knapp chaft St. Ingbert; Plan Nr. 3514, (37 Dez.) 12 2 60 qm Acker in der 83. Pfuhl ⸗˖ vieserahnung; Plan Nr. 4592, (21810 Dez.) 7 a 30 qm Wiese unterm Wohmbacher Weiher; Plan Nr. 45922, ebensoviel Wiese allda; Plan Nr. 13384, (41 Dez.) 14 a Acker in der Mäusbach; Plan Nr. 1644, (14 Dez.) 44 30 qm Acker auf'm großen Flur, I. Ahnung; Plan Nr. 915, (6 Dez.) 14 70 qm Garten in den? Groß⸗ zürten; Plan Nr. 971, (47 Dez.) 16 a Acker auf'm rothen Flur; Plan Nr. 3484, (28 Dez.) 9 a 50 qm Acker im Betzenthal; Plan Nr. 1055, (61 Dez.) 20 a 80 qm Acker in der langen Ahnung am Rothenflur. St. Ingbert, den 26. Nov. 1885 Pemmer. k. Motar. 8t. Ingberter Geldlotteérie Loose AIM. 2- durch Jusius Gosdscümit, Ludwigshafen. Haupttreffer Ziehung in AM. 30000. 6000 2c. München 16. Febr. 1336. Damen-Mantol Fabrik. Therese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johaun Bahnhofstr. 87 vebe Am adreiner werthen Kundschaft Gelegenheit zu — Die garantirt reinschmeckenden ge DBAILGn —X Naus der Dampf · Caffee⸗Brennerer on J xVipapd dehppoit/ in Bu au Pheitt Mfind in Originalverpackungen von⸗ — a, lUia und s Kilo zu haben; in Sit. Ingabert bei Jose Icuhun, N. Sung und P. Zepp. ů„e——— Weibnachtseinkäufe äusßerst praktisch und billig zu besorgen, habe einen großen Theil meines Lagers bedeutend im PVreise ermäßigt. 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Das Blatt tostet dierzeljahrlich 1A G60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 75 , ceinschließl d A Zustellungügebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfaliz 10 ⸗, bei außerpfaͤlzischen und solden auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 4. ANeclamen 30 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur XX — ⏑⏑ — — Sonntag, 29. November 1885. 20. Jahrg. Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für den Monat Dezember lehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Post⸗ oien, die Austräger und Die Expedition. vollstandig vorbereitet sei. — Die „Lanterne“ em⸗ pfiehlt Delafolge als Nachfolger Grevy's. — Die „Republique francaise“ sagt: Die Monarchie in Spanien sei wahrscheinlich verloren. Die meisten Blätter äußern sich ähnlich. Sosfia, 27. Nov. Die Bulgaren überschritten zessern die serbische Grenze und nahmen nach hart⸗ Fäckigem Kampfe die serbischen Positionen bei Pirot. protestantischen Pfarrers Heinrich Wilhelm Schwep⸗ penhäuser von Rechtenbach. Schon vor sechs Jahren vurde in oͤffentlichen Blättern dieser Abstammung erwähnt. In einem zu Anfang des laufenden Jahres erschienenen interessanten Buche wird gleich falls, und zwar in eingehender Weise, die Abkunft des bulgarischen Fürsten von gedachtem Rechten⸗ dacher Pfarrer behandelt. Die Schrift ist betitelt: „Urkundliche Mittheilungen über das Gemeinde⸗, farr⸗, Kirchen⸗ und Schulwesen der Pfarrei Rechtenbache Schweigen“, und hat als Verfasser den etzigen Rechtenbacher Pfarrer Herrn W. J. Rundc Zo viel wir wissen, hat bereits das protestantische —X Jebührende Anerkennung ausgesprochen und auch Prinz Heinrich von Hessen durch die That bewiesen, daß er das literarische Produkt des erwähnten Herrn zu schätzen weiß. — In Maikammer fiel am Samstag einem Arbeiter einer dortigen Fabrik eine eiserne Stange derart auf den Kopf, daß er wahrscheinlich nicht mit dem Leben davonkommen wird. Der Verunglückte ist verheirathet. — Speyer, 26. Nov. Der berühmte Afrika- reisende Paul Reichard war gestern hier, um fich Sr. Exzellenz dem Herrn Regierungspräsidenten don Braun vorzustellen. Herr Reichard wurde von Sr. Exzellenz zur Tafel gezogen. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 28. Nov. Vor einigen Tagen verunglückte beim Ausgraben von Pappeln in der Kaiserstrake oberhalb Rohrbach ein Arbeiter aus Lautzkirchen. Eine Pappel war um die Wurzeln herum losgegraben und die Arbeiter ver⸗ uchten, fie umzudrücken. Als dieses nicht gelang tieg einer auf den Baum hinauf, um ein Seil zu jefestigen, mit dem derselbe umgezogen werden sollte. Durch die Last des an ihm emporkletternden Mannes gerieth aber der Baum in's Fallen. Der Arbeiter wurde hinweggeschleudert und erhielt chwere innere Verletzungen. Er wurde zwar noch serher in's Spital verbracht starb aber schon nach iner Stunde. Der Bedauernswerthe hinterläßt eine Witwe mit 5 unerzogenen Kindern. — Zu Kirchheimbolhanden wurde am —X—— einer Zelle eingesperrt gefunden, und ein verhaf⸗ eter Kellner aus Presberg bei Rüdesheim war ntwichen. Edenkoben. (Zur Geschichte von Jos. Schmitt, dem Edenkobener Zuckerbäcker und Koch eiun Sultan.) Schmitt verräth in seinem Briefe nicht, mit weichem Pudding er des Sultans Gunst ich erkocht hat. Aber wir greifen wohl schwerlich ehl, wenn wir annehmen, daß es eine ganz be⸗ ondere Edenkobener Specialität war, deren Erfind⸗ ing Manche in ihrer Gelehrsamkeit dem Kloster dʒeilsbruch zuschreiben wollen, das ausgezeichnete Iprikosen gejogen haben soll; es ist das der sog. xẽ᷑Denkobener Pudding, der wie jetzt des Sultans, o z. Z, Konigs Ludwig J. Leibspeise war. Do vir unseren Landsleuten noch mehr solche friedliche rroberungen, wie die des Konditors Schmitt. vünschen, so setzen wir zu Nutz und Frommen aller Sir: biamen das Rezept hier bei: „Edenkobener luslauf. 6—8 Mislchwecke werden in Milch ein ⸗ jeweicht, in welcher 5 Eigelb mit eiwas Zucker ind Zimmet nebst Rofinen verrührt waren. Isi iese Masse gehörig geweicht, so kommt noch ein Ztück heiß gemachte frische Butter dazu, Alles uüchtig verrührt. Dann wird die Masse in eine luflaufform gefüllt und so lange gebacken, bis der Auflauf gelb ist — unter dieser Zeit werden 5 ziweiß zu Schnee geschlagen, mit zwei Eßlöffel zucker vermischt, dann kommt auf den gebackenen iuflauf eine Lagr eingemachter Aprikosen, der Schnee darüber, mit geschnittenen Mandeln bestteut ind nochmals gelb gebacken.“ — Aus der Südpfalz, 23. Nop. Ob r staatstlug gehandelt. der junge Fürst Aler⸗ Inder von Battenberg, darüber kann man ge⸗ Jeilter Meinung sein; allein der hohe Muth, nit welchem er sich den überlegenen serbischen Ztreitträften entgegenstellte, wird zweifelsohnt slenthalben die verdiente Anerkennung finden. hleich den Hessen, haben auch wir Pfaälzer an esen Vorgängen ein besonderes Interesse, da ja zer Bulgarenfuͤrst mütterlicherseits aus einer pfälz shen Predigerfamilie stammt. De— Fürsten Mutter ist die Großnichte des ehemaligen Deutsches Reich. Munchen, 27. Nov. Prinz Ludwig Fer⸗ mand von Bayern mit seiner Gemahlin, der In⸗ antin Maria de la Paz, der Schwester des Königs üAlfonso, reisten gestern nach Madrid ab. V Berlin, 26. Nov. Der Reichstag überwies en Antrag Reichensperger auf Wiedereinführung er Berufung einer vierzehngliedrigen Kommission. deichensperger begründete denselben mit Hinweis arauf, daß fast alle Staaten das Prinzip der zerufung anerkannt hätten, auch die Mehrzahl der richter die Zwechmäßigkeit der Berufung nicht be⸗ reite. Der Antrag Lenzmann auf Entschädigung nschuldig Verurtheilter wurde nach unerheblicher dehalte derselben Kommission überwiesen. Im aufe der Debatte erklärte der Staatssekretär des Justizamtes, Dr. v. Schelling, die verbündeten degierungen theilten vollklommen das Mitgefühl, vdraus der Antrag hervorgegangen und würden em Antrage gewiß zustimmen, wenn die Kom⸗ aission denselben in einer für die Regierungen an⸗ ehmbaren Form umgestalte. Die nächste Sitzung nbdet am Samstag siatt. Auf der Tagesordnung teht die Interpellation wegen der Mission in den eutschen Schutzgebieten. Berlin, 26. Nov. Der Abg. Rintelen hat sdamens des Zentrums im Reichstag folgenden Intrag eingebracht: Hinter8 109 des Sirafgesetzbuches für das deuische Reich wird folgender neue 8 10942 ein⸗ estelt: Ein Arbeitgeber oder Angestellter eines Urbeitgebers, welcher einen als Arbeitnehmer im dohne desselben stehenden Deutschen wegen Ausüb ⸗ ing oder Nichtausübung öffentlicher Wahl⸗ oder —XEBDV jeit entläßt oder im Arbeitsverdienst verkürzt, oder nit solchen Maßregeln bedroht, wird mit Gefäng niß nicht unter drei Monaten und mit Verlust der ẽhrenrechte bestraft. Berlin, 26. Nob. Das Zentralkomité des tothen Kreuzes entsandte den dirigierenden Arzt des Kazarus⸗Krankenhauses, Dre. Langenbach jebst vier Assistenzurzten und zwei Schwestern mit znstrumenten und Medikamenten und Verband⸗ ailteln nach Sofia. An das Komité des serbijchen dothen Kreuzes ist eine sehr erhebliche Seudunz in Verbandsstoffen, Schienen, Dechen und Hemden ach Belgrad abgegangen. Beriin, 27. Nov. Der Kaiser hat sofort ach Empfang der schmerzlichen Nachricht vom Tode des Königs Alfons XII. dem spanischen Ge— mdten v. Benomar seine Theilnahme aussprechen isen; der Kronprinz hat dem Letzteren petsönlich men Besuch gemacht, ebenso der Reichskanzler. PXeetcaerlcan Vermischtes. Forbach, 25. Nov. Im schönsten Sonn⸗ tagsstaat promeniertem am Sonntag zwei Dien st mädchen auf der Nationalstraße herum. Ihrer Toilette fehlte nichts, was modern ist, selbst nicht ene, Auswüchse der Mode“, welche man Tournüre lennt. Da — o Sgrecken! — verringerte sich olötzlich der Umfang der einen Schönen ganz ge⸗ valtig, und — auf dem Boden wälzte sich eine orgsam zusammengebundene Hausjacke. Natürlich ehlte es nicht an schadenfrohen Mannern, welche daz Mädchen durch Zurufe auf diesen Verlust auf⸗ nerksam machten, — aber die Jacke aufraffen und verschwinden, war für die Mädchen das Werk eines Augenblicks. F Diedenhofen, 26. Nov. Ein Passagier, ilterer Herr, wurde gestern auf dem Bahnhof da⸗ hier, als er gerade einen unverschlossenen Uebergang bassiren wollle, von einem daherbrausenden Zug erfaßt und unter die Räder geworfen, wobei ihmt )eide Beine abgefahren worden sind. Amberg, 25. Nov. Geynerallieutenan ». Podewils ist gestorben. Mit ihm ist ein muf dem Gebiete der Waffentechnik hervorragender Mann aus dem Leben geschieden, der lange Zeit der Gewehrfabrik Amberg vorstand. Er war der Erfinder des Podewils Gewehrs, das als der beste Vorderlader galt. Paris, 24. Nov. In der gestrigen Sit ung der Akademie der Wissenschaften berichtete der Hauptmann Renard über die in jüngster Zeit mit dem lenkbaren Luftschiff angestellten Versuche. Wir haben s. Z. über einzelne dieser Versuche berichtet. Nach Renard ist es bei 5 der 7 unternommenen Fahrten gelungen, den Widerstand der Lufibeweg · ung zu uͤberwinden und das Fahrzeug auf seinen Ausgangspunkt zurückzubringen. Die letzten Fahrten, denen der Kriegsminister beiwohnte, scheinen den zehegten Erwartungen nicht ganz entsprochen zu jaben. pDie Taschenuhren Fabrikation der Schweiz daliert auf das Jahr 1587 zurück, — — umVD. —aris, 26. Nov. Nach der „Lanterne“ ist lla nach Spanien abgereist, wo die Revolution ist in Genf entstanden und hat sich nach und nach nördlich und östlich in den benachbarten Kantonen von Neufchatel, Bern und Waadt ausgedehnt. Im Jahre 1806 befanden sich in Neufchatel 13,706 Ahrmacher, welche jährlich gegen eine Million Taschenuhren im Werthe von 50 000, 000 Franken anfertigten; in der JurasGegend des Waadtlandes zählten sie 2700 und im übrigen Theile 5000, wvelche Taschenuhren und Musikdosen anfertigten; m Kanton Bern produzierten 1300 Uhrmacher ährlich Taschenuhren im Werthe von 30,000,000 Franken. Gegenwärtiag soll die jährliche Produktion »on Taschenuhren in der Schweiz über 1,600,000 Ztück hinausgehen und einen durchschnittlichen Werth von 88,000,000 Franken repräsentieren. Die Gesammt ⸗Zahl der in dieser Industrie beschäf⸗ äigten Männer beträgt ungefähr 40,000. f Newyork, 25. Nov. Der Vizepräsi— dent der Unionsstaaten, Hendricks, ist heute ploͤtz⸗ lich in Indianapolis gestorben. Ger alte Esel.) Es ist zwei Uhr —— Mor jens. Johann, der alte, treue Hausenecht, ist Fur die Redalktion verantwortlich: F. X. Demez beim Feuer eingeschlafen, in der Erwartung seines derrn. Dieser kommt endlich, sieht seinen Diene schlafen und legt sich leise zu Beit, um miht wechen.* Eine Minute späler öffnete Joham Augen, reckt sich, sieht auf die Uhr und ruft „Nun, kommt denn dieser alte Esel gar nicht⸗ — Da antwortete eine Stimme aus dem Allofen „Johann, Du kannst Dich schlafen legen, der an Esel“ ist hier!“ Geschäfts-Veränderung und Empfehlung. rinreste ür einzelne Anzüge, Hosen ꝛc. in den neuesten Desfins geben billig ab Gebrider Mattil. AXMI — ——— — Dem geehrten hiesigen wie auswärtigem Publikum hiiemit die ergebene Anzeige, daß ich kommenden Dienstag, den i. Dezbr in meinem, von Herrn Ludwia Weirich gekauflen Hause die bisher darin geführte Bier- und Weinwirthschaft 41. Impo Mittagstisch von 50 Pfennig an Georg NRlein — 60olhdnen Ste verbunden mit Restauration übernehmen und in underänderter Weise weiterbetreiben werde. Zualeich bemerke ich noch, daß ich daselbst auch meine Däcäckepref — eingerichtet habe. Mein Bestreben wird es sein, mir durch sorgfältige Bedienung das Vertrauen der geehrten Kundschaft zu erwerben, und bitte ich um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvollst! Teger. St. Ingbert, 28. November Sämmtliche Südfrücht un bester Oualitaär empfiehli 4 Fu. Dhepttr RelIdlotterie Ziehung 16. Februar 1886. Aunf 11 Jeese ein Treffer. Nur baar Geld ohne Abzug. —A Soose à M. 2. durch Julius Goldschmit, Ludwigshafen. Lederschmiere Bezugnehmend auf obige Annonce sage ich allen meinen ver⸗ ehrten Freunden und Gönnern für das mir bisher geschenkte Wohl⸗ wollen meinen verbindlichsten Dank und bitte. dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thran Dieselbe erhält das Leder geschme dig, verhütet das Springen desselbe sowie das Eindringen der Nässe. Au zerdem besitzt die Schmiere die An— nehmlichkeit, daß man sofort darau wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf. ij2 Pfd. Topf 45 Pf., Ua Pfd. Top 25 Pfg. in der Materialwaarenhandlung P. 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Adt. alle in St. Inabert. mit Auler dereitz in den meiften Famtlen vor räthig — wird, so iß jede Re⸗ Aame — Diese Zetlen haben daher nur weg. jene Personen. weiche dies altbewahrie Gaudmittel noch nicht kennen, darauf aufmerksam iñ machen, daß es mit den besten Er⸗ lacu alßs Einreibung bei Gicht, —3— ie. angewendei wird. Die Schmerzen verschwinden Jewohnlich schon nach der ersien Ein⸗ deibung. Preis b0 Pfg. uxd 1 Mt. zortãthig in den meisten Apotheten. ij. ab. niater a cie. Rudolftade in —ringen * —* —8* * Winter-Saison. 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Die Einruckungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 H, Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. 234 Sonntag, 29. November 1885. 20. Jahrg. — — — vollstandig vorbereitet sei. — Die „Lanterne“ em⸗ Bestellungen pfiehlt Delafolge als Nachfolger Grevy's. — Die auf den Republique francaise“ sagt: Die Monarchie in St. Ingberter Anzeiger 3 verloren. Die meisten für den J Sofia, 27. Nov. Die Bulgaren überschritten D e 3 em er gestern die serbische Grenze und nahmen nach hart aäckigem Kampfe die serbischen Positionen bei Pirot jeymen fortwährend an: die Postanstalten, die Post⸗ oten, die Austräger und Die Erpedition. protestantischen Pfarrers Heinrich Wilhelm Schwep⸗ penhäuser von Rechtenbach. Schon vor sechs Jahren vurde in öffentlichen Blättern dieser Abstammung rwähnt. 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Der berühmte Afrika- ceisende Paul Reichard war gestern hier, um sich Sr. Erzellenz dem Herrn Regierungspräsidenten bvon Braun vorzustellen. Herr Reichard wurde von Sr. Exzellenz zur Tafel gezogen. * St. Ingbert, 28. Nov. Vor einigen Tagen verunglückte beim Ausgraben von Pappeln an der Kaiserstraße oberhalb Rohrbach ein Arbeiter aus Lautzkirchen. Eine Pappel war; um die Wurzeln herum losgegraben und die Arbeiter ver⸗ uchten, sie umzudrücken. Als dieses nicht gelang, tieg einer auf den Baum hinauf, um ein Seil zu zefestigen, mit dem derselbe umgezogen werden sollte. Durch die Last des an ihm emporkleiternden HMannes gerieth aber der Baum in's Fallen. Der Arbeiter wurde hinweggeschleudert und erhielt chwere innere Verletzungen. Er wurde zwar noch sierher in's Spital verbracht starb aber schon nach einer Stunde. Der Bedauernswerthe hinterläßt eine Wittwe mit 5 unerzogenen Kindern. — Zu Kirchheimbolanden wurde am Donnerstag früh der Gefängnißverwalter Bect in einer Zelle eingesperrt gefunden, und ein verhaf⸗ teter Kellner aus Presbera bei Rüdesbeim war ontwichen. — Edenkoben. (Zur Geschichte von Jos. Schmitt, dem Edenkobener Zuckerbäcker und Koch beim Sultan.) Schmitt verräth in seinem Briefe nicht, mit welchem Pudding er des Sultans Gunst iich erkocht hat. Aber wir greifen wohl schwerlich ehl, wenn wir annehmen, daß es eine ganz be—⸗ sondere Edenkobener Specialität war, deren Erfind⸗ ing Manche in ihrer Gelehrsamkeit dem Kloster Deilsbruch zuschreiben wollen, das ausgezeichnete Aprikosen gezogen haben soll; es ist das der sog. Edenkobener Pudding, der wie jetzt des Sultans, so z. Z, Königs Ludwig J. Leibspeise war. Da vir unseren Landsleuten noch mehr solche friedliche Froberungen, wie die des Konditors Schmitt, wünschen, so setzen wir zu Nutz und Frommen aller Strebsamen das Rezept hier bei: „Edenkobener Nuflauf. 6—8 Milcchwecke werden in Milch ein⸗ jeweicht, in welcher 5 Eigelb mit eiwas Zucker iud Zimmet nehst Rosinen verrührt waren. Ist diese Masse gehörig geweicht, so kommt noch ein Ztück heiß gemachte frische Butter dazu, Alles üchtig verrührt. Dann wird die Masse in eine Auflaufform gefüllt und so lange gebacken, bis der Auflauf gelbd ist — unter dieser Zeit werden 5 Fiweiß zu Schnee geschlagen, mit zwei Eßlöffel Zucker vermischt, dann kommt auf den gebackenen Auflauf eine Lage eingemachter Aprikosen, der Schnee darüber, mit geschnittenen Mandeln bestreut und nochmals gelb gebacken.“ — Aus der Südpfalz, 23. Nov. Ob er staatsllug gehandelt. der junge Für st Aler⸗ under von Battenberg. darüber kann man ge— heilter Meinung sein; allein der hohe Muth, nit welchem er sich den überlegenen serbischen Sztreitträflen entgegenstellte, wird zweifelsohne illenthalben die verdiente Anerkennung finden. Bleich den Hessen, haben auch wir Pfaälzer an ziesen Vorgängen ein besonderes Interesse, da ja der Bulgarenfücst mütterlicherseits aus einer pfäl z⸗ schen Predigerfamilie stammt. Des Fürsten Mutter i die Großnichte des ehßemaligen Deutsches Reich. æ München, 27. Nov. Prinz Ludwig Fer— zinand von Bayern mit seiner Gemahlin, der In—⸗ antin Maria de la Paz, der Schwester des Königs Alfonso, reisten gestern nach Madrid ab. Berlin, 26. Nov. Der Reichstag überwies den Antrag Reichensperger auf Wiedereinführung der Berufung einer vierzehngliedrigen Kommission. Reichensperger begründete denselben mit Hinweis darauf, daß fast alle Staaten das Prinzip der Berufung anerkannt hätten, auch die Mehrzahl der Richter die Zweckmäßigkeit der Berufung nicht be⸗ dreite. Der Antrag Lenzmann auf Entschädigung inschuldig Verurtheilter wurde nach unerheblicher Debalite derselben Kommission überwiesen. Im daufe der Debatte erklärte der Staatssekretär des Justizamtes, Dr. v. Schelling, die verbündeten kegierungen; theilten vollkommen das Mitgefühl, voraus der Antrag hervorgegangen und würden dem Antrage gewiß zustimmen, wenn die Kom⸗ nission denselben in einer für die Regierungen an⸗ nehmbaren Form umgestalte. Die nächste Sitzung findet am Samstag statt. Auf der Tagesordnung teht die Interpellation wegen der Mission in den eutschen Schutzgebieten. Berlin, 26. Nov. Det Abg. Rintelen hat stamens des Zentrums im Reichstag folgenden Intrag eingebracht: Hinter 8 109 des Strafgesetzbuches für das deutsche Reich wird folgender neue 8 1094 ein⸗ gestellt: Ein Arbeitgeber oder Angestellter eines Arbeitgebers, welcher einen als Arbeitnehmer im dohne desselben stehenden Deutschen wegen Ausüb⸗ ung oder Nichtausübung öffentlicher Wahl- oder Stimmrechte in bestimmter Richtung aus der Ar⸗ deit entläßt oder im Arbeitsverdienst verkürzt, oder mit solchen Maßregeln bedroht, wird mit Gefäng niß nicht unter drei Monaten und' mit Verlufi der ẽbrenrechte bestraft. Berlin, 26. Nov. Das Zentralkomité des kothen Kreuzes entsandie den dirigierenden Arzt des Kazarus⸗Krankenhauses, Dr. Langeubach nebst vier Assistenzärzten und zwei Schwestern mil Instrumenten und Medikamenten und Verband— mitteln nach Sofia. An das Komité des jerbischen stolhen Kreuzes ist eine sehr erhebliche Sendung an Verbandsstoffen, Schienen, Decken und Hemden nach Belgrad abgegangen. Berlin, 27. Nevb. Der Kaiser hat sofort nach Empfang der schmerzlichen Nachricht? vom Tode des Königs Alfons XII. dem spanischen Ge. andten v. Benomar seine Theilnahme aussprechen assen; der Kronprinz hat dem Leßzteren persönlich tinen Besuch gemacht. ebenso der Keichskanzler. Vermischtes. F Forbach, 25. Nov. Im schönsten Sonn— agsstaat promeniertem am Sonntag zwei Dien st⸗ mädchen auf der Nationalstraße herum. Ihrer Toilette fehlte nichts, was modern ist, selbst nicht ene .Auswüchse der Mode“, welche man Tournüre ienut. Da — o Schrecken! — verringerte sich »lötzlich der Umfang der einen Schönen ganz ge⸗ valtig, und — auf dem Boden wälzte sich eine orgsam zusammengebundene Hausjacke. Natürlich ehlte es nicht an schadenfrohen Männern, welche »as Mädchen durch Zurufe auf diesen Verlust auf⸗ merksam machten, — aber die Jacke aufraffen und derschwinden, war für die Mädchen das Werk eines Augenblickß. Diedenhofen, 26. Nov. Ein Passagier, ilterer Herr, wurde gestern auf dem Bahnhof da⸗ hier, als er gerade einen unverschlossenen Uebergang dassiren wollte, von einem daherbrausenden Zug erfaßt und unter die Räder geworfen, wobei ihmit hdeide Beine abgefahren worden sind. f Amberg, 25. Nov.Generallieutenan ». Pode wils ist gestorben. Mit ihm ist ein uuf dem Gebiete der Waffentechnik hervorragender Mann aus dem Leben geschieden, der lange Zeit der Gewehrfabrik Amberg vorstand. Er war der Erfinder des Podewils . Gewehrs. das als der beste Vorderlader galt. fParis, 24. Nov. In der gestrigen Sitz ung der Akademie der Wissenschaften berichtete der Hauptmann Renard über die in jüngster Zeit mit dem lenkbaren Luftschiff angestellten Versuche. Wir jaben s. Z. über einzelne dieser Versuche berichtet. Rach Renard ist es bei 5 der 7 unternommenen Fahrten gelungen, den Widerstand der Luftbeweg- ing zu überwinden und das Fahrzeug auf seinen Ausgangspunkt zurückzubringen. Die leßten Fahrten, denen der Kriegsminister beiwohnte, scheinen den Jjehegten Erwartungen nicht ganz entsprochen zu haben. Die Tashenghren -·Fabrikation Schweir dvatierf ak vasß Nahr 1387 2urü4 Ausland. Paris, 26. Nob. Nach der „Lanterne“ ist; doriio nach Shanien abgereist wo die Repolution ist in Genf entstanden und hat sich nach und nach nördlich und östlich in den benachbarten Kantonen bon Neufchatel, Bern und Waadt ausgedehnt. Im Jahre 1866 befanden sich in Neufchatel 13,706 Uhrmacher, welche jährlich gegen eine Million Taschenuhren im Werthe von 50,000,000 Franken anfertigten; in der JurasGegend des Waadtlandes zählten sie 2700 und im übrigen Theile 5000, welche Taschenuhren und Musikdosen anfertigten; im Kanton Bern produzierten 1800 Uhrmacher jährlich Taschenuhren im Werthe von 30,000,000 Franken. Gegenwärtig soll die jährliche Produktion „on Taschenuhren in der Schweiz über 1,600,000 Stück hinausgehen und einen durchschnittlichen Werth von 88,000,000 Franken repräsentieren. Die Gesammt ⸗Zahl der in dieser Industrie beschäf⸗ tigten Männer beträgt ungefähr 40,000. Newyork, 285. Nov. Der Vizepräsi— dent der Unionsstaaten, Hendricks, ist heute plötz lich in Indianapolis gestorben. FGer alte Esel.) Es isl zwei Uhr Mor gens. Johann, der alte, treue Hausknecht, ist beim Feuer eingeschlafen. in der Erwartung seines Zerrn. Dieser kommt endlich, sieht seinen Diener schlafen und legt sich leise zu Bett. um nicht zu wecken. Eine Minute später offnete Jehann di Augen, reckt sich, sieht auf die Uhr und ruft „Nun, kommt denn dieser alte Esel gar nicht? — Da antwortete eine Stimme aus dem Allofen: „Johann, Du kannst Dich schlafen legen, der „ali⸗ Fsel“ ist hier “ Fur die Redaltion verantworilich: F. X Demeg. Geschäfts-Veränderung und Empfehlung. A * Feinere 22 n „irskinreste für einzelne Anzüge, Hosen ⁊c. in den neuesten Dessins geben billig ab sPebrider Mattil, nu⸗skinfabrik, Lambrecht. W ettogstisch von 50 Pfennig an GGeorg Nlein, 025h2*nen Ste— Dem geehrten hiesigen wie auswärtigem Publitum heiemit die ergebene Anzeige, daß ich kommenden Dienstag, den 1. Dezbr. in meinem, von Herrn Ludwig Weirich gekauften Hause die bisher darin geführte — o — Bier- und Weinwirthschaft Restauration üÜbernehmen und in unveränderter Weise weiterbetreiben werde. Zualeich bemerke ich noch, daß ich daselbst auch meine Bäscckere Sämmtliche Südfrücht in bester Qualitäf empfiehlt J J — e * * i eingerichtet habe. Pein Bestreben wird es sein, mir durch sorgfältige Bedienung das Vertrauen der geehrten Kundschaft zu erwerben, und bitte ich um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvollstl. cc Teger. Geldlotterie Ziehung 16. Februar 1886. Inf 11 Lerse ein Treffer. Nur baar Geld ohne Abzug. Hauptreffer M.30000, 6000ꝛ0 Seose à M. 2. durch Julius Goldschmit, Ludwigshafen. . Zerw. Lederschmiere eigenes Fabrikat bedeutend besser als Thran Dieselbe erhält das Leder geschmen dig, verhütet das Springen desselber sowie das Eindringen der Nässe. Au— zerdem besitzt die Schmiere die An— nehmlichkeit, daß man sofort darau wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Ppf. ujs Pfd. Topf 45 Pf., !a Pfd. Tob' 25 Pfg. in der Materialwaarenhandlung P. Fery und in der Verkaufsstelle für Schnapp— hach bei Herrn J. Lutz. St. Ingbert, 28. November 1885. Bezugnehmend auf obige Annonce sage ich allen meinen ver⸗ ehrten Freunden und Gönnern für das mir bisher geschenkte Wohl— wollen meinen verbindlichsten Dank und bitte, dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. Hochachtungsvollst! sCodwiag Weirich. — — 4 Neue Sendung Maronen Herbst- & Winter-Saison. Lambr. 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Paket⸗Schmierseife empfiehlt Peter Zepp Hiezu als Beilage „Allgemeiner Auzeige für das Koͤniareich Bayern Nr. 196. Hiele Tausende haben sich nach Durchsicht und An⸗ leitung des Schrutchens Der Kran⸗ lenfreund“ durch einfache vaemie elbst geheilt. Es sollte daher kein dranker, gleichviel an welcher Krank⸗ heit er darnieder liegt, versäumen, sich ar kleine Huch von RichtersVer⸗ ragb⸗Anstalt in — kom⸗ men zu lassen. Man schreibe einfach eine Posttarte und die Zusendung Eslat bne Onbeä — — ——ä Hierzu „Illustrirtes Sonn tafsblatt“ Nr. . ʒzt. Juoherter Anzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. — — — — — — — — — der ‚St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wbchentlich fünufmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wbchentlich mit Unterhaltungs latt und Sonntagß mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 4 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1M 75 -, einschließi d ⸗ Zullellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondieile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfaͤlzischen und sfolca n auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 1I3 A, NReclamen 30 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalige berechnet. M 235. Montag, 30. November 1885. 20. Jahrg. —& Bestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für den Monat Dezember jehmen fortwährend an: die Postanstalten, die Post⸗ zoien, die Austräger und Die Expedition⸗ vor. Im Laufe letzter Nacht ging ein Transport in, den man von Nisch aus anzumelden sich nicht inmal die Mühe genommen hatte. Hier fehlt es für so große Zahlen von Verwundeten zur Stunde och an allem. Eine große Zahl liegt einfach auf Stroh. Zeitweise waren nicht Wassergläser und xlaschen zur Linderung des Durstes vorhanden, nifunter wartete man stundenlang auf Wasser. An Aerzten fanden sich jene drei oder vier Per⸗ onen, die bei Abmarsch des Heeres hier zurück lieben. Bei den ersten Transporten rief man die aar Aerzte aus Semlin zu Hülfe. Heute Abend rst trifft das ersehnte Hülfskorps von Wien, 40 nerzte mit Baron Mundy an der Spitze, hier ein. xrst nach Ankunft dieser Herren wird es möglich ein, den dringenden Bedürfnissen der Stunde Hhenüge zu leisten. Manches, was die heimkehren⸗ en Verwundeten über die Vorgänge bdei und nach en Kämpfen bei Sliwnitzza berichten, entzieht sich seute noch aus guten Gründen der Mittheilung. z56 ist bei mehreren Gelegenheiten mit fast bei⸗ pielloser Wuth und Erbitterung gefochten worden. gm Handgemenge haben die Mannschaften in nanchen Fauͤllen die Gewehre von sich geworfen, im sich an die Kehle zu fahren und wie Rasende u wütgen und zu balgen, bis beide Parteien lblodt ineinander verschlungen am Boden lagen.“ Der Fürst drängte ihn zurück und erreichte seinen Zweck, daß die Bataillone vordrängten und den Kückzug der Serben erzwangen. Lakale und poalle che Nachrichten. x* St. Ingbert, 30. Nov. Volkszählung im 1. Dezember 1888. Um den Zählern das Zeschäft der Zahlung einigermaßen zu erleichtern, volle der betreffende Haushaltungsvorstand die in die Zahlungsbogen einzutragenden Notizen vorher ich zurechtlegen, damit der Zähler nicht zu lange nufgehalten wird. Einzutragen sind: 1) Unter Verzeichniß aller ꝛc. anwesenden Personen“: jllle Personen, welche vom 830. November auf den 1. Dezember in der Wohnung des Haushaltungs⸗ horstandes übernachtet haben, ohne Unterschied, ob dieselben dauernd oder vorübergehend anwesend sind und ob sie Inländer oder Ausländer, Mili⸗ är⸗ oder Zivilpersonen sind. Personen, welche in dieser Nacht in keiner Wohnung übernachtet haben, z. B. Reisende ꝛc. werden in derjenigen Haushalt⸗ uͤng (Gasthof ꝛc.) gezählt, wo sie am Vormittag des 1. Dezember anlangen. 2) Unter „B. Ver— zeichniß der abwesenden Personen“ sind einzutragen: Diejenigen Personen, welche zur Zeit der Zählung der Haushaltung als Mitglieder angehören, die jedoch aus vorübergehendem Anlaß abwesend sind, z. B. die auf Reisen befindlichen Haushaltungs⸗ mitglieder, nicht aber im altiven Militärdienst oder zur Ausbildung als Studenten, Lehrlinge ꝛtc. Ab⸗ vwesende. Bezüglich der Ausfüllung der einzelnen Spalten der Zählungsliste verweist man auf die Anleitung auf der ersten Seite des Zählbogens und uuf die Musterausfüllung auf der letzten Seite desselben. Die Gäste in Gasthöfen, die Insassen bon Anstalten sind in die Liste des Haushaltungs⸗ vorstandes resp. Vorstandes der Anstalt einzutragen. Reicht eine Zählungsliste nicht aus, so werden durch den Zähler mehrere abgegeben. Die Wie— dereinsammlung der Zählungslisten beginnt am 1. Dezember Mittags und ist möglichst am 2. Dez. zu beendigen. — Durch Entschließung des königl. Staats- ninisteriums des Innern für Kirchen- und Schul⸗ mngelegenheiten vom 16. Oktober abhin ist geslattet worden, daß an den sämmtlichen humanistischen, technischen und Lehrerbildungsanstalten, dann an den Volksschulen, wenn es nach den örtlichen Ver⸗ zältnissen veranlaßt erscheint, am Dienstag den J. Dezember l. Is. der Volkszählung wegen der Unter⸗ richt ganz oder theilweise ausgesetzt werden darf. — Als Untersuchungsrichter für das Beschäftsjahr 1886 sind bestellt: an dem Zwei— hrücker Landgerichte: Herr Landgerichtsrath K. Th. Mohr; bei dem Landgerichte Landau; Herr Land⸗ gerichtsrath Reither; hei dem Landgerichte Franken ⸗ hal: Herr Landgerichtsrath Alfred Pauli; bei dem dandgerichte Kaiserslautern: Herr Landgerichtsrath Julius Schneider. — Kaiserslautern, 27. Nopß. Das Schöffengericht hat den früheren Redakteur des Pfälzischen Volksblaties), Herrn Wickh, der Beleidigung des Zweibrücker nationalliberalen Partei⸗Ausschusses, begangen durch einen, die Ein⸗ quartierung besprechenden Artikel, zu 300 Martk Geldstrafe (ev. 2 Monaten Gefängniß) verurtheilt und die Veröffentlichung des Urtheils in den beiden Zweibrücker Blattern verfügt. — Kirchheimbolanden, 27. Nov. Gestern wurden in Morschheim die an dem Dieb—⸗ stahl bei Herrn Fretz dahier betheiligten Konrad Politische Uebersicht. Die Einführung des Reichssmonopo 18 ür den Branntweinhandel wird der Freis. 3. zufolge im Zusammenhang mit der Berathung iber Gewinnung höherer Einnahmen aus dem Hranntwein gegenwärtig erörtert. Danach würden die einzelnen Brennereien in der Produktion nicht iber den Umfaug der vom Reiche als einzigem Abnehmer gemachten Bestellungen hinausgehen ürfen. — — — Der Statthalter von Elsaß⸗Lothringen, Fürst dohenlohe, hat sich von Straßburg nach adrid begeben, um als Vertreter des Kaisers ꝛer Beisetzung des Königs Alfonso beizuwohnen. In seiner Begleitung befinden sich der Hofmarschall gras Kanitz uͤnd der Kammerjunker Graf Schliv⸗ jenbach. Muͤnchen, 28. Nopb. In der heutigen Sitzung der Reich srathskammer wurde Dr. A lebenslängliches Mitglied ingeführt. Der Malzau fschlag wurde gemäß en Beschlüssen der Abgeordueienkammer mit 34 jsegen 7 Stimmen angenommen. Ueber den Antrag es Abg. Gabler den Militärdienst der Geist⸗ ichen zu verkürzen, wurde nach sehr lebhafter ierstündiger Verhandlung unter Ablehnung des befür⸗ dotlenden Antrages des Berichterftatters Grafen Drechsel die begründete Tagesordnung des Grafen Irtenburg mit allen gegen 9 Stimmen dahin lau⸗ end angenommen, daß die Erklärungen der Re⸗ sierung über möglichst milde Ausübung des Ge— etes genügten. Deutsches Reich. Die serbische Stadt Pirot, lange das Haupt⸗ warfier des Königs Milan ist am Freitag 27. dis. iach lebhaftem Kampfe, welcher den ganzen Tag zauerte, von den Bulgaren besetzt worden. Der Fürlt llexander wird heute in die Stadt einziehen. Das st kin großartiger Triumph, den die Mächte, welche »en Fürsten in den letzten Tagen gedrängt haben, zaß er einen Waffenstillstand abschließe, gern ver— zindert hätten. Rußland, Oesterreich und die Iforte haben dem Fürsten Alexander zugesetzt, illein er weiß, daß die scheinbare Eipigkeit dieser Mächte in dem Momente, wo eine von ihnen aktiv verden wollte, wie eine Seifenblafe platzen würde. yn dem Kampfe vom 25. d. erlitten die Serben chwere Verluste. Prinz Franz Josef von Batten —ED euer, blieb aber unversehrt. Am Donnerstag begann der Kampf bei Pirot, vo die Serben auf den die Stadt beherrschenden Höhen Batterien aufgestellt hatten und starke Streit⸗ raͤfte entwickelten, gegen 4 Uhr Nachmittags. Die Balgaren hatten Mittags 1 Uhr die Grenze über⸗ chruten und gingen gleich nach ihrer Ankunft in der Nihe von Pirot zum Angriff über, sie nahmen eiine feindliche Position, aber die Dunkelheit machte dem Kampfe ein Ende. — Die beiderseitigen Be— ichtigungen wegen angeblicher Grausamkeiten wer⸗ en fortgesetzt. Die Lage der Verwundeten muß ine trosilose gewesen sein, wie aus nachstehender dorrespondenz der „Köln. Ztg.“ aus Belgrad, 23. November herbvorgeht. „Heute sind im Ganzen bereits 2000 Ver⸗ wundete in Belgrad eingetroffen, die alle den im esten Falle drei Tage dauernden Transport von Sliwnißa und Umgegend bis nach Belgrad über⸗ tanden hatten, viele von ihnen waren seit fünf Tagen noch nicht frisch verbunden worden. Die ieuͤten fanden dei ihrer Ankunft hier nicht einmal e nothdürftigsten Maßregeln zu ihrer Aufnahme — — Ausland. Wien, 29. Nov. Die „Neue Freie Presse neldel aus Belgrad: Die Serben räumten Pirot chon vorgestern, erstürmten es aber gestern wieder vorauf es die Bulgaren wieder eroberten. In den erbischen Spitälern liegen 800 Selbstverstümmler; ie Verpflegung und die Pflege der Verwundeten var sehr schlecht. Für den Krieg waren nicht salb entsprechende Vorbereitungen gertroffen. Für ie Katastrophe sei nur das Kabinet Garaschanin aniwocilich Der König drüdte bei dem letzten Ministerrath seine höchste Indigation aus. Nisch wurde befestigt und armirt. Sofia 28. Nov. Sicherem Vernehmen nach zat Fürst Alexander in Rücksicht auf die Col⸗ Anibnote der Mächte, sowie in Rücksicht auf die urch sein siegreiches Einrücken in Pirot gewahrte xhre der Wassen die Einstellung der Feindselig⸗ eilen angeordnet, um die Verhandlungen über die gedingungen des Waffenstillstandes zu eröffnen. Sofiia, 29. Nop. In einem kritischen Mo⸗ nent während des Kampfes bei Pirot sprang rürst Alex ander vom Pferde und wollte mil lankem Degen an der Spitze der Kolonne vor gehen. Ein Offizier deckte uͤhn mit seinem Leib Wagner von Rohrbach und Franz Rissel von Karlsberg, beide herumziehende Schirmmacher und Spengler, welche bei dem Bestohlenen übernachteten, oerhaftet. 7 Annweiler, 26. Norb. Etatt golde⸗ ner Hochzeit der Tod!) Verflossene Nacht 8 Uhr verschied hier plötzlich Herr Thomas Nägele, Glaser⸗ neister, 74 Jahre alt, ein allgemein geachteter Mann. Derselbe wollte heute das seltene Fest der goldenen Hochzeit fFeiern. 3 Seine von Rah und Fern herbeigeilten Kinder und Verwandten fanden ihn ·schreibt· man der Pf.V.Z.in den lehlen Zügen. Das Freudenfeft wurde in ein Todtenfest derwandelt. — Jocgrim, 26. Nopb. Aufgejagt und verfolgt sprangen am verflossenen Miltwoch zwei Rehböcke gegen das Geländer der hiesigen Bahnhof Restauration, wo sie mit den Zacken ihrer Geweihe hängen blieben. Der eine Bock wurde von dem gerade hinzukommenden Postboten am Hinterlaufe erfaßt und festgehalten, Awährend es dem anderen Bocke gelang, sich den Händen des nun auch her⸗ zeigeeilten Wirthes Schäfer zu entwinden und vieder die Freiheit zu suchen. Der erstere wurde gefesselt und dem Forstamt Langenberg übermittelt, woselbst er gewogen ward und ein Gewicht von zirke 80 Pfund hatte. Speh er, 27. Nod. Im Alter swon 81 Jahren starb heute Herr Gg. Jak. Haid. langjäh⸗ riger Bürgermeiñ⸗er unserer Stadt. ungen vorgenommen. um die Tiefe des Funda. ments festzustellen und im Auftrage des Gerichts die Unterschleife ebentuell zu begründen. Barmen, 27. Nod. Ein hiesiger Fabri— kant hatte unlängst einem Verwandten in Londo seinen Bernhardinerhund zum Geschent gemach Rach Verlauf von 14 Tagen erschien der Hun plötzlich wieder in Barmen bei seinem frühere Herrn, wo er ganz abgemagert ankam. JIn einen Briefe aus London theilte später der Beschenkh mit, daß ihm der Hund nach dreitägigem Aufent. halt wieder entlaufen sei. Wie das Thier übe den Kanal gekommen, ist bis jetzt noch ein Räthse Vermischtes. eSaarbrücken,, 28. Nov. Der Verein zut! Wahrung emeinsamer wirihschaftücher Inter⸗ essen der Saarindustrie hat sich heute einstimmig gegen· eine Aenderung der deutschen Münz⸗ und Währungsverhaltnisse erklärtt. 7 Großes Aufsehen erregt in Kassel die gegen den Baumeister des neuen großen städtischen Schlachthauses eingeleitete Untersuchung wegen nicht vorschriftsmaßiger deziehungsweise betrügerischer Ausflihrung der Fundamente. Die letzteren sollen nicht diejenige Tiefe haben, auch nicht mit dem Material vollstaändig gebaut sein, wie in der Sub⸗ nission vorgeschrieben war, wogegen die Stadt na—⸗ ftürlich den vollen Submissionsbetrag hat zahlen müssen. Der Unterschied wird auf 90 - 100,000 Mark angegeben. Gegenwärtia werden Asarn. ocN— X Sterbefälle. Gestorben: in Speyer Georg Jakob Haid Gutsbesitzer, 82 J. a.; ebendaselbst Kar Dummel,tkgl. Oberförster a. D.; in Zell Char otte Wor ster, geb. Lauermann, 78 J. a.; ir Ddernheim Frau Kirchenrath W elsch, 76 J. a. in Dietschweiler Jetichen Müsler 16 J. a. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetz. 2 Der Illnstrirte Banerische Familien-Kalender —E für 1886 —E ist erschienen und durch jede Buchhandlung und jeden besseren Colporteur zu beziehen. Der Kalender ist diesmal besonders reich ausgestattet. Ge⸗ müthvolle Erzählungen, prächtige Humoresten, meist mit Illustrationen persehen, sowie zahlreiche Anekdoten und belehrende Ariikel gestalten den Kalender zu einer billigen Lektüre ersten Ranges. Jeder Kaufer erhäll außer einem prachtvollen Oeldruckbild: „Multerglück“ 83wei Beilagen: a) Wand⸗Kalender, b) Portemonnaie Kalender welche in ihrer reizend geschmackvollen und prattischen Ausführung fu Jedermann unentbehrlich sind: Ferner enthält jeder Kalender ein J Panorama des Rheins in roth, blau und schwarz gedruckt, mit 44 Illastrationen. 1 Meter 55 Centimeter lang, 24 Centimeter breit. Vreis des Kalenders 8 ni obigen A u r wei Beilagen, 322 sowie Deldrugbild e ihein. 50 Pfenni 8 Panorama ... Zu haben in der Ervedition des St. Ingberter Anzeiger.“ — — —2 J J z 9 74 c J Goit dem Allmächtigen-hat es gefallen, unsern Gatten, Vater. Bruder, Schwirgersohn, Onkel und Neffen 4 α . A. Erich gestern Abend um 83⸗ Uhr, nach schwerem Leiden, im Aller⸗ von 37 Jahren, in ein besseres Infeits abzurufen. ———— ee Am dites Beileid bitten 3* St. Ingbert. den 30. November 1888. , Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 1, Dez. morgens 9 Uhr, vom Sterbehause aus, statt. Geschäfts-Veränderung und Empfehlung. Dem geehrten hiesigen wie — Publidum hiemi die ergebene Anzeige, daß ich kommenden Dienstag, den 1. Dezbr. in meinem, von Herrn Ludwig Weirrch gekauften Hause die bisher darin geführte Bier- unch Weinwirthechaft 1 vebunden u Restauration uͤbernehmen und in underänderter Weise weiterbetreiben werde. Zualeich bemerke ich noch, daß ich daselbst auch meine Bäcker!! Zorzüglich geeignetes Weihnachtsgenschenk.! * — * J Im Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzia erschien ind ist in jeder Buchhandlung zu haben: Geographifches Lotto. Ein Gejellschafisspiel für 2 —8 Personen. 4. Aufsage. 1883. In eseg a semn. P WVon diesem überall bekannten und beliebten Spiele lieqt bereits die 4. Auflage in eleganter Ausstattung vor. Dieses unterhaltende Spiel, welches acht sorgfältig in Farben⸗ druck ausgeführte Landkarten enthält, ift zugleich das beste Lehrmittel,« um sich in kürzester Zeit eingehende Kenntniß der hervorragendsten Hauptftädte, Lander, Flüsse, Gebirge, Meere, Inseln ꝛtc. zu verschaffen.“ Jeder Spieler erhält eine Karte mit roth ausgezeichneten geopraphischen —— Punkten (Bahern, Ostsee, Alpen, Wien u. s. w.) Einer der Mit- spielenden ruft die Namenskärtchen aus und die Spielenden —88 mit kleinen Blättchen die ausgerufenen Punkte. Wer zuerst eine aus- gemachte Anzahl von Punkten besetzt hat, ist König. Als äußerst? amüsante und zugleich in hohem Magße instruktive Unterhaltung für die Winterabende kann es Alt und Jung nicht warm genug empfohlen! werden und sollte in keiner Familie fehlen — eingerichtet habe. Mein Bestreben wird es sein, mir durch sorgfälti i gfältige Bedienun das Vertrauen der geehrten Kundschaft zu erwerben, —88* ich in geneigten Zuspruch. Hochachtungsvollsft/!/ —— 5 S AI. St. Ingbert, 28. Nobember 1885 —er— Bezugnehmend auf obige Annonce sage ich allen meinen ver— ehrten Freunden und Gönnern für das mir bisher geschenkte Wohl⸗ wollen meinen verbindlichsten Dank und bitte. dasselbe auch auf meinen NRachfolger übertragen zu wollen. n7 Hochachtungsvollst Cudwig Weirich w [ ——— Anzeige und Empfehlung »rmit die rgebene Anzeige, daß ich unter dem Heutiqen ⸗ein Geschufts-Rureau zahier eroöffnet habe und halte mich zu allen einschlägigen Besorgungen besten empfohlen. St. Inabert, 30. November 1885. . Marotto. — Gecsschäftsmann. Rechnungen* uι 8 Gebrauch iind stets vorräthig in der Druckerei des St. Ingberter Anzeigers. drud um eriag Bestellungen auf —ERXRX— Scheine für die Gemeindekrankenver sicherung sind zu haben in der Druckerei des „St. Indberter Anzeidger“. können zu jeder Zeit in unserem Hause hier gemacht werden. Gohr. TDDärr. Dem⸗ in — — 2 5 —51 2* ) * s535 5633578 3335* —8 2 —— 2 352* x »*»585— 88——53 2322 282 2— 27 23555 32538 3354 —A 2555 3 *5 58* 25 — —2532 525 255 — 383 5353 55 —5——5— 327 5352 —— 58— ——*5 65335 35 * 353 2535828 58 335 5232 2258 253 53 525 3 283 —52235 55 353 335 58 »555 5—83338 —535 * 2 — * ——238 5—5835 358 52 535 *538 2868 — 5258 3238283 363 2 * 22 —* — 2 5 — — 2— 8* * cE* — 2* 5535 2 5 2 2 258 5 —533 —332 * 383* 553 2 —x8 535 —57* —A A— * — — 2 8 2— 2* 2 8 * — * —22222 822 92 53 5— 52 53 32 2232 D 2 58 O * 2 525 2 5 533 *2 733,358 5358355 55 2825 22 z333 ——8 838 ;553 3383 — 85 —83 3528 32 367 —— — 2—3 53 53 J —s 5—3—3 —535—35* 528 393 —3 35 333. 58— 85 533 738 33 —8 — —3235—5 3262z —53273 323.522 ——55 3225358 2* HGREISR— 85 5383 35 5555 —23888 —2 7233337385 —— 52 —122 — 33 225 57 *2z 5382 8338 25 —3225—55 52— 33—85 —5 2533833 5 — ——3 5323 35533 —8323 — i⸗ 8 — — —225 —— — 2. —222 — — *5 228 338353343533535355 5 823 325383 ẽz25 352388 o 32337 E 8* 2* — 728 — —* *—*5 J —— 2 5 — T 52 2 — 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Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Inabert. — — — — — — — — —— — — — der ‚St. Iugberter Anzeiger erscheint wochentlich fünfmalz Am Moutag, Dienstag, XX Samstag und Sonutag; 2mal wochentlich mit Unterhaltungs⸗ glatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich J A 60 A einschlieklich Tragerlohn; durch die Post bezogen LAM 75 4, einschliesl 0 A Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr sar die 4gespaliene Garmondzeile oder deren Kaum beträgt bei Injeraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfaͤlzischen und lolden auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 G, Neclamen 30 ⸗. Bei 4mnaliger Einrüdung wird nur dreimalige berechnet. M 236. Deutsches Reich. Munchen, 27. Nov. Die nachste Plenar⸗ czung der Kammer der Abgeordneten findet — rie der Präsident Freiherr v. Ow nunmehr be— limmmt — am Mitltwoch, den 2. Dezember statt. uf die Tagesordnung werden die vom Finanzausschuß in den letzten Tagen erledigten steferate, das bei der Kammer eingebrachte provi⸗ orische Steuergesetz uad eventuell der Etat des Meinisteriums des Innern gesetzt worden. Der Finanzausschuß wird sich bereits morgen mit dem rovisorischen Steuergesetze befassen. Muünchen, 28. Nov. (Das Branntweinauf⸗ chlaggesetz.) Im Gesetze und Verordnungsblatte sir. 44 werden heute die von Seiner Majestät em Könige unterm 20. November 1885 zu Hohen⸗ chwangau sanktionirenden Gesetze, die Abanderung des Gesetzes über den Branntweinaufschlag beireff., owie die Abänderung der Bestimmungen unter Nr. (30 und 141 des Tarifes zum Gewerbesteuergesetze om 19. Mai 1881 betreffend zur öffentlichen denntniß gebracht. Dieselben treten sofort in Wirksamkeit. Das Staatsministerium der Finanzen ringt ferner unter Bezugnahme auf 8 4 der Aller⸗ vöchsten Verordnung vom 29. Mai 1880, den Vollzug des Gesetzes über den Brauntweinaufschlag zetreffend, dann auf die Bekanntmachung des Finanzministeriums vom 1. Juni 1880 gleichen hetreffes die in Folge des Gesetzes vom 20. Nov. 1885 — die Abänderung des Gesetzes über den granntweinaufschlag vom 25. Februar 1880 betr. S an den Vorschriften der Instruktion zum Voll uge des letzteren Gesetzes sich ergebenden Aender⸗ ungen (in 32 Absätzen) mit dem Beifügen zur allgemeinen Kenntniß, daß dieselben sofort in wirksamkeit zu treten haben. Muͤnchen, 28. Nov. Der Finanz⸗Ausschuß eschäftigte sich in seiner gestrigen Abendfitzung u. 1. mit einer Petition der Bezirksthierärzte um Er⸗ hzöhung des Funktionsbezuges, um pragmatische Anstellung und um Aufhebung der Unterordnung unter die Bezirkkämter. Ihre Anzahl beträgt 148 nit je 540 Mark Funktionsbezug und 120 Mark Zulage, wozu verschiedene Nebeneinnahmen kommen, Jamentlich Jahresaversen für Diäten in polizei⸗ nicher Thäͤtigkeit zwischen 700 und 400 Mark, odann 200- 400 Mark für Hundevisitation und Stiervisitationen. Auf Antrag der beiden Referen⸗ sen werden durch Stimmenmehrheit 8,880 Mark nehr bewilligt, so daß der Funktionsbezug eines Bezirksthierarztes um 100 Mark erhöht wird. Darmstadt, 28. Now. Die Streichung des Fürsten Alexander von Bulgarien aus den Aisten der russischen Armee hat, wie man der ,N. 3.“ von hier schreibt, die Familie des Fürsten ingemein peinlich berührt; es ist das leicht begreif⸗ ich, wenn man sich zurückruft, in welchem intimen petsönlichen Freundschaftsverhältniß Kaiser Alerx⸗ inder U. mit seinem Schwager, dem Prinzen Alexander von Hessen, dem Vater des bulgarischen Fürsten, stand. Auch die Kaiserin stand ihrem Liebingsbruder, dem Prinzen Alexrander, ganz be⸗ sondets nahe. Es wird jetzt hier daran erinnert, daß zu der Zeit, als Kaiser Alexander Il. ein häufiger Gest auf Schloß Heiligenberg bei Jugen— heim, dem Landsitz des Prinzen Alexander, war ind in der Begleitung seines Vaters der damalige Großfürst Alexander sich gleichfalls daselbst befand, derselbe sich gegen seine Vettern, die Prinzen von Battenberg, in einer Weise ablehnend verhielt, die nicht Uunbewerkt hleihen konnte. Auch später hat Dienstag, 1. Dezember 1888. 20. Jahrg. —E zaß seine Sympathien in Bezug auf die Batten verg'jche Familie nicht die gleichen, wie die seines vhalers waren. Von Seiten des Fürsten Alexander „on Bulgarien ist die Maßregel, welche ihn aus zer russischen Armeeliste streicht, lediglich mit -„chweigen beanwortet worden. Mit welchem Stolze und welcher landsmännischen Befriedigung nan hier die Thaten des Fürsten Alexander ver⸗ olgt, bedarf keiner weiteren Darlegung. An der Seile des Fürsten kämpfen außer seinem Bruder, dem Prinzen Franz Joseph, noch einige Hessen, die zu der militärischen Umgebung des Fürsten ge⸗ zören. Die Speuden für die bulgarischen Ver ⸗ vpundeten gehen in großen Beträgen ein. Send⸗ ungen werden unausgesetzt befördert, und jeder neue Sieg der bulgarischen Fahnen, welche den hessischen Löwen im Wappen tragen, wird mit all⸗ gemeinem Jubel hier begrüßt. Leipzig, 28. Nov. Ein in Bezug auf bayer. gierexport interessantes Urtheil hat das Reichsgericht zefällt: Münchener Großbrauer haben in der Neu⸗ eit, um Kunden in Norddeutschland zu akquiriren. Reisende aufgestellt. Mit einem solchen Vertreter vurde nun von seiner Firma das Abkommen dahin getroffen, daß ihm für das von neuen Kunden ezogene Bier eine sichere Tantiöme gewahrt werde. Ais sich aber das Vertragsverhältniß zwischen Zrinzipal und Vertreter eines schönen Tages löste, vollte der letztere von den Einnahmen all jener dunden, welche er seiner Firma zuführte, die ver⸗ inbarte Tautièeme fortbeziehen, und nachdem ihm olche verweigert wurde, ist er klagend aufgetreten. die ersten Justanzen haben zwar zu Gunsten des Agenten entschieden, sodaß die Brauerei lebensläng⸗ ich die Provision hätte bezahlen müssen. Die Rebisions⸗Instanz hat aber in der Lösung des Pertrages auch das Aufhören des Bezuges von Tantiemen aus der Kasse des Prinzipals als selbst⸗ zerständlich erachtet und den Klaäger mit seinen An⸗ prüchen abgewiesen. Hamburg, 30. Nov. S. M. Kreuzer „Nautilus“ hat nach hier eingetroffenen Nach⸗ rcichten zu Anfang November die Marschalls⸗ Inseln unter deutsches Protektorat ge— nommen. Begriffe vom Dache der sog. „Wasche“ auf di Zeiler zu gelangen; aber noch hatte er dieselbe nicht erreicht, als das Dach zusammenrutschte, und Wagner über die Leiter auf ein untenstehendes Wägelchen fiel, wodurch er sich in der Hüfte be— zeutend verletzte. Doch soll zu ernsteren Befürch⸗ fungen kein Anlaß sein. — Mit dem 1. Januar kft. Is. kommen für die Beförderung von Kindern auf Eisenbahnen die nachstehenden Bestimmungen in Bayern und im Wechselverkehre mit sämmtlichen dem Eisenbahnver⸗ „ande Deutschlands unterstellten Bahnen zur An—⸗ vendung. Kinder unter vier Jabren werden frei efördert, wenn ein besonderer Platz nicht bean⸗ prucht wird. Kinder im Alter von zehn Jahren ind darüber genießen keine Tarifermaäßigung. Ein ind im Alter von vier bis zehn Jahren wird in illen Wagenklassen und bei allen Zuggattungen zur Hälfte des dem Billet für Erwachsene aufge⸗ druckten Fahrpreises, unter Aufrundung auf volle zehn Pfennig befördert. Zu Kinderbilleten werden zie Billete fuͤr Erwachsene verwendet, von welchen hei der Ausgabe ein kenntlich gemachter Theil ab— zetrennt und von dem Schalterbeamten zurückbe- halten wird. Zwei Kinder im Alter von 4-10 Jahren werden in allen Wagenklassen und Zug jattungen auf 1 Billet der betreffenden Wagenklasse ür Erwachsene befördert. Soweit Freigepäck ge⸗ vährt wird, werden für 2 auf 1 Billet für Er—⸗ vachsene beförderte Kinder 25 Kgr., auf 1 Kinder⸗ zillet 12 Kgr. Freigepäck zugestanden. Die vor⸗ tehenden Bestimmungen finden auf Retourbillete, kundreisebillete und Billete in Form von Koupon⸗ hüchern Anwendung. Die bisherigen abweichenden Vorschriften treten mit dem oben bezeichneten Tage rußer Kraft. Durch die abgeänderten Tarifbe—⸗ timmungen ergeben sich zum Theil Ermäßigungen, um Theil geringe Erhöhungen in den Fahrpreisen. — Der 7. Dezember d. J. bringt für die ʒeutsche Verkehrswelt und dieser nahestehende Kreise ine bedeutsame Jubiläumsfeier. An die— em Tage sind 50 Jahre verflossen, seit die eiste Fisenbahn auf deutschem Boden in Betrieb gesetzt vurde. Es war dies bekanntlich die Linie Nürn⸗ berg-Fürth. Erbaut wurde dieselbe von unserem pfälzischen Landsmann Herr Denis, dem Erbauer der ersten pfälzischen Bahnen, zu deren Direktor er bekanntlich auch gewählt wurde. — In Kusel hat am Sonntag, früh ein mächtiger Brand, der größte daselbst seit dem Stadtbrand von 1794, die Gebäude der Strumpf⸗ waarenfabrik von D. Zöllner eingeäschert. — Vom Peterskopf, 27. Nov., wird der „N. B.-8.“ berichtet, daß dem Förster Küßwetter »om Jägerthal (vormals auf der Wartei Weilach) tationirt, an seinem in der Gemarkung von Lei— tadt liegenden Wingert durch ruchlsse Hand aus dache ein Theil der Rebstöcke abgeschnitten wurde. der Thäter ist bis jetzt unbekannt, jedoch sollen n diefem Betreff Anhaltspunkte gegeben sein, welche ich gegen bekannte Waldfrevler⸗Subjekte, welche »er That fähig sind, richten. Derartige Beschädig- ingen sind in Leistadt schon häufig zum Nachtheil ver⸗ chiedener Personen aus Bosheit in Ausführung Jebracht worden, insbesondere hat man es daselbst auf die Forstbeumten abgesehen, welche in treuer pflichterfüllung ihrem schweren Berufe folgen, und es wäre zu wünschen, daß die Gemeinde dem chönen Beispiel der Geimeinde Freinsheim folgen vürde. woselbst durch Schadloshaltuna der Be— Ausland. Wien, 830. Nob. Die „Wiener Allgemeine Zeitung“ meldet aus Belgrad: Die serbische Timok⸗ ürmee steht anderthalb Kilsmeter vor Widdin. Das Treffen bei Pirot am 27. sei furchtbar gewesen. 30,000 Bulgaren griffen die Serben an. Es ent— pann sich ein entsetzlicher Straßenkampf. Die Serben schossen aus den Fenstern und von den dächern, die Bulgaren zertrümmerten die Haus— hore und drangen über die Treppen, auf welchen iim Dunkeln ein entsetzliches Ringen stattfand. in die Häuser ein. Belgrad, 30. Nowo. Die Ruäüßftungen und Truppensendungen an die Grenze dauern fort. Serbien will erst abrüsten, wenn ein neuer Gou⸗ erneur für Ostrumelien, der aber nicht Fürst Mlexrander sein darf, ernannt ist. Lokale und pfälzißche Nachrichten. GOSt. Ingbert, 1 Dez. Gehstern ver— unglucte auf dem Kräme r'schen Eisenwerke der Schieferdefer Peter Waagner. Er war im troffenen aua der Gemeindekasse diesem Unfug ge⸗ steuert wird. — Ludwigshafen, 28. Nov. In der zestrigen Stadtrathssitzung machte Herr Dr. Brund die interessante Mittheilung. daß die pfälzische Bahngesellschaft in neuerer Zeit im Prinzip be— schlossen haben, Straßen- und Sekundärbahnen in der Pfalz selbst zu bauen. Ob sich dieser Beschluß auch auf die bereits projektirten Sekundärbahnstrecken hezieht, wurde leider nicht gesagt. üÊvB— — o Vermischtes. Am Sonntag verstarb in Saarbrücken der aͤlteste Bürger dieser Stadt, Herr Charles Thirion, im 91. Lebensjahre. Der Verstorbene genoß durch seine Ehrenhaftigkeit. seinen Gemeinsinn und seine Wohlthätigkeit die allgemeinste Hoch⸗ achtung. Die Stadt Saarbrücken schuldet dem Verftorbenen für die unter sehr günstigen Beding— ungen gewährte Ueberlassung der Deutschmühle aufrichtigen Dank; nicht minder die hiesige kathol. Gemeinde für seine großmüthigen Zuwendungen zum Kirchenbau. Malstatt-Burbach, 29. Nvpo. Auf Veranlassung der Verwaltung der Burbacherhütte hielt heute im großen Saale der Hüttenschule der Knappschaftsarzt Herr Dr. Ruprecht vor den Betriebsbeamten, Meistern und Aufsehern der Hütte einen populären Vortrag über die Bestrebungen der Esmarch'schen Samariter⸗Vereine, indem er an der Hand vorliegender, von Professor Esmarch in Kiel hoͤlbst gesandter Modelle, Verbandmittel u. s. w. zeigle, wie man auf der Stelle sofort ohne Hülfe des Arztes den ersten Verband anlegt und dadurch dem im Betriebe Verunglückten in vielen Fällen das Leben oder seine graden Glieder erhalten, bezw. die Heilung beschleunigen und dem Patienten vielfach Schmerzen ersparen kann. Herr Dr. Ruprecht wird im Laufe des Winters eine Anzahl auserwählter Leute aus allen Betrieben der Hütte in der ersten Behandlung und in dem Transporte Verunglückter re jelmäßigen Unterricht ertheilen und so nach und nach ein Korps ausbilden, welches die bortrefflichen Wohlthätigkeitseinrichtungen der Bur—⸗ bacherhütie um eine weitere vermehren wird. Malstatt-⸗Burbach, 29. Nopd. Am Samstag, den 28. ds. Mts., Abends 7 Uhr, starb zu Eich nach langem schweren Leiden der um die Eisenindustrie seines luxremburgischen Raterlaudes so hoch verdiente Herr Norbert Metz. Diese Nachricht wird in allen Ländern, wo man Eisen macht, tiefe Trauer erwecken, denn der Verstorbene war anter seinen Fachgenossen in aller Welt be— tannt, beliebt und hochgeehrt. Das Großherzsg- thum Luxemburg verliert in ihm außerordentlich viel, da er nicht allein Führer derjenigen politischen Partei war, welche einen möglichst innigen Anschluß an das deutsche Reich in wirthschaftlicher Beziehung wünscht. Herr Norbert Meßtz gehörte auch zu den Begründern der Burbacherhütte, für deren Weiter⸗ —XE— das wärmste Interesse zeigte. Mühlhausen, 29. Nov. Seit einigen Tagen zirkuliren hier falsche Thalerstücke. Dieseiben find aus Zinn hergestellt und zeigen die Jahres⸗ zahl 1858, sowie das Bildniß des Kaisers (eine allerdings überaus ungeschickte Fälschung, da Kaiser Wilhelm, als König von Preußen. die Regierung erst 1861 angetreten hat.) Bis jetzt hat man noch keine Anhaltspunkte bezüglich des Ausgebers; die meisten Fallsifikate wurden in der Dömmerung ausgegeden. 'Trier, 28. Nov. Eine neue Ofenkon⸗ struktion. Herr Rechtsanwalt Haag in Trier hat eine Erfindung gemacht, die ganz dazu angethan ist, eine Revolution in der Art unserer Zimmer ⸗ wärmung zu verursachen. Es handelt sich um eine verbesserie Methode der Kohlenverbrennung. Be⸗ fanntlich geht bei allen bis jetzt gebräuchlichen Defen in Foige des zur Unterhaltung des Feuers nothwendigen Luftzuges ein sehr werthvoller Be— standtheil der Kohlen, das beim Brennen flüchtig werdeude Kohlengas unverbrannt und unbenutzt zum Schornstein hinaus. Die neuerfundene Me⸗ hode sammelt dieses Gas in einem Behälter. der einen Theil des Ofens bildet und zwingt dasselbe durch das Feuer zu streichen. Durch diese Methode wird der gesammte Gasgehalt der Kohlen ausge— nutzt. Die Flamme wird stärker und man kann mii einem bestimmten Quantum Kohlen wenigstens Fahnest so niel heizen als hei den Oefen alte— ronstruktion. Die Erfindung ist durch das Reichs— zatentamt patentirt und der Oefen macht schon in einer äußeren Erscheinung den Eindruck der Neu⸗ seit. Die Hantirung beim Füllen des Ofens und UAnmachen des Feuers ist leicht und höchst einfach. Die Füllung geschieht durch einmaliges Einschütten der Kohlen für den Ta ganzeng. Nach mehr⸗ stündigem gleichmäßignde em Bralegt sich allmählich der Rost mit Asche zu. Der Verbrennungsprozeß zuht und zwar mehrere Stunden, ohne daß das Feuer erlischt, welches mittels des Stocheisens io⸗ sort wieder angefacht werden kann. Der Ofen eignet sich, da kein Nachlegen stattfindet, besonders für Bureaus und Krankenzimmer. fFKoblenz, 27. Nov. Die originellen kngländer sind doch noch nicht ganz ausgestorben; don Zeit zu Zeit taucht immer wieder einer auf, dem die Weise gewöhnlicher Menschenkinder nicht zusagt und der dann namentlich auf Reisen seiner Ldaune nachgeht, wenn's ihm seine Mittel erlauben. SFin Sohn Albions dieser Sorte, er führt den nicht ungewöhnlichen Namen Mr. Smith von London, traf gestern Abend, von Bingen kommend, hier ein und ging heute nach Köln weiter. Er macht laut der „Kobl. Ztg.“ mit seiner Familie die ganze Reise von Italien über den Gotthard bis Hannover⸗⸗Hamburg im eigenen vierspännigen Wagen, seine Reisedienerschaft besteht aus einem italienischen Stallmeister, einem russischen Kutscher, einem deutschen Kammerdiener und einer dito Jungfer. Zwei Hunde laufen während der ganzen Fahrt neben dem Wagen her. F Friedberg (bei Augsburg.) 28. Novb. Der letzte Apell.) Dahier ist der Schmiedmeister Joseph Rolly, der als Chevauxlegers des 4. Regi⸗ ments die Feldzüge 1814 und 1815 mitgemacht hdat, im Alter von 9084 Jahren gestorben F Passau, 27. Nov. GGefährlicher Ritt.) Borgestern rannte ein Stier, den der Bursche des Metzgers Fischer dahier transportirte, mit seinem Führer in die Donau und zwar an einer Stelle, wo das Wasser sehr tief ist. Der Knecht ließ trotz ber Lebensgefahr das Thier nicht los, sondern suchte auf dem Stiere reitend und mit Hilfe des Hundes, der ins Wasser nachgesprungen war, ihn wieder ans Land zu bringen. Mindestens eine Stunde mühte er sich stromabwärts. treibend ver zeblich ab, bis es ihm endlich bei Erlau gelang, das Ufer zu erreichen. Zitternd vor Frost und pollständig abgemattet übernachtete er im nächsten Wirthshause und traf gestern wohlbehalten mit dem Stier hier ein. F Verlegung des Sabbath. Unter den mmerikanischen Israeliten ist eine Bewegung im Hauge, aus Zwecmäßigkeitsgründen den wöchent⸗ lichen Feiertag von Sonnabend auf den Sonntag zu verlegen. Die Bewegung scheint Erfolg zu Jaben. Wie aus Pittsburg gemeldet wird, faßten die am 18. November dort versammelten Rabbiner der reformirten hebräischen Kirche eine Resolution »es Inhalts, daß nichts im Geiste des Judenthums »der irgend welche Gesetze die Abhaltung von Bottesdiensten an Sonntagen verhindere. Bekannt⸗ ich hat die jüdische „Reformgemeinde“ in Berlin ängst diese Verlegung eingeführt. F In einem böhmischen Kurorte stellt der Bade⸗ 'ommissär vor: „Erlauben die Damen, daß ich Sie mit einander bekannt mache: Frau X. aus Wien, Oberstlieutenantsgattin — Frau Y. aus Zrünn, Fabrikbesitzersgattin — Frau Z. aus Eger, sentnersgattin — Frau v. L. aus Berlin ... stockt), Frau v. L. (einfallend): „Ruderklub— Ehrenmitgliedsgattin!“ fF Wien, 28. Nov. In Kronenburg, in der Nähe von Wien, ist heute Nacht die große Schau— mann'sche Weberei, welche zwanzigtausend Militär⸗ mäntel für Bulgarien demnächst liefern sollte, sammt den Vorräthen total niedergebrannt. Die Lieferung »er Militärmäntel ist dadarch unmöglich. (Die vackeren Bulgaren werden trotzdem hoffentlich nicht erfrieren.) 7 Es ist eine alte Geschichte, daß viele Aerzte ranke Zähne „schmerzlos“ ziehen, d. h., daß die Aerzte selbst keine Schmerzen dabei empfinden. Was der Kranke selbst leidet, kann Jederinann er⸗ ählen, der die kummervollen Nächte in seinem Bette weinend verbrachte. Nun soll aber allen deuten geholfen werden, die Zahnschmerz haben. In Paris wurde in den letzten Tagen nicht nur die „Elektricitat übertragen“, die „Hundswuth“ jeheilt, sondern es soll auch der Zahnschmerz aus serofttet morden sein Mi⸗e man dort anlin allerdings vorläufig nur in ärztlichen Kreisen — erzählt, hat ein amerikanischer Zahnarzt. der in Paris domizilirt, ein Mittel zu Stande gebracht das jeden Zahnschmerz im Augenblicke stiut ung den Zahn, respektive die Neiben derart unempfind. lich macht, daß nicht der mindeste Schmerz zu em— afinden ist, während der kranke Zahn gezogen wird. Die Proden, welche der Arzt vor einem Kreise von Gelehrten machte, sollen überraschende Resultate cr. zehen haben. Um zu beweisen, daß die Sache virklich schmerzlos ist, ließ der betreffende Arzt sich rinen gesunden Zahn, den er vorher mit feine Tinctur präparirt hatte, reißen und erklärte, daß er nicht nur keinen Schmerz. sondern geradezu Vergnügen gehabt hätte. Wir wollen nicht au— nehmen, daß der Amerikanische Arzt aus Geschäfts- rücksichten gelogen hat. F London, 28. Noo. Don Carlo⸗ hat seine in Paris befindliche kostbare Rüftung und seine Waffensammlung hier Herrn Brett für 150,000 Pfd. St. zum Verkaufe angeboten. Wippchens erster Kriegsbrief aus Sofia. Aus der neuesten Nummer der Stettenheim'schen „Wespen' ersehen wir, daß Wippchen in fliegender Eile und selbst ohne einen Vorschuß abzuwarten, nach Sofia abgegangen ist. In seinem ersten Kriegsbriefe erzühlt er von dem Eindruck, den die Zriegserklärung Serbiens auf den Fürsten Alexander zemacht habe, der gerade mit seinen Ministern Va anque spielte. Der Fürst sei aufgesprungen und jabe ausgerufen: „Wenn ich nicht Alexander wäre, jo möchte ich wohl Diogenes sein!“ Gefragt, was er damit sagen wolle, antwortete er: „Dann würde ich den Koͤnig Milan mit der Laterne suchen und ihn an dieselbe hängen!“ Die Minister verbeugten sich starr: fie sahen ein, daß der Mars zwischen Bulgarien und Serbien ins Rollen kam. Und so siegesgewiß ist der Fürst, daß er ausrief: „Auf nach Nisch!“ Man warf ein, daß der Czar ihm dies verbieten könnte. Da lachte er: „Wo Nisch ist, hat der Kaiser sein Recht verloren!“ f König Milan und der Wiener Fiaker. Der Serbenkönig dürfte im gegenwär— tigen Augenblicke wohl keine Ahnung davon haben, daß sich die Wiener Zensurbehörde mit ihm de— chaftigte. Und dennoch ist dem so. Das durch einen Wohlthätigkeitssinn bekannte „Neulerchen⸗ 'elder Lumpenball⸗Komitee“ gibt soeben einen jumoristischen Wandkalender heraus, auf welchem die markantesten Ereignisse dieses Jahres in humo⸗ cistischer Weise in Wort und Bild dargestellt sind. In der Mitte des Tableaus sieht man die in Lumpen gehüllte Gestalt eines der bekanntesten Wiener Fiaker „(Schusterfranzl)“ als Verkörperung des Jahres 1885. Als nun vorgestern ein Pflicht⸗ xemplar dieses Kalenders der Staatsanwaltschaft als Zensurbehörde vorgelegt wurde, glaubte diese in den Zügen des genannten Fiakers jene des stönigs Milan und eine Verhöhnung desselben zu erbliceen. Der Inhaber der lithographischen Anstalt, in welcher der Kalender verfertigt wird, wurde 'ogleich zur Staatsanwaltschaft zikiert, erbrachte edoch durch die Vorweisung der Photographie des Fiakers den Beweis, daß thatsächlich letzterer und nicht König Milan als das Jahr 1886 figuriere. — Ueber den gepanzerten König wird dem „B. T.“ aus Belgrad geschrieben: Wie die Kriege elbst, so sind bekanntlich auch Wehr und Waffen »on einst und jetzt grundverschieden von einander. stüstungen und Requisiten, wie sich deren in aiten Zeiten die zur Fehde ziehenden Helden be⸗ dienten, sind heutzutage nicht mehr üblich und er⸗ regen ellenfalls nur noch unsere Bewunderung, wenn wir sie in Museen oder auch in alten Schlössern als Zeugen dahingeschwundener Geschlech⸗ ter und Epochen oder als Meisterwerke einer früheren unstindustrie betrachten. Manchmal soll es indessen auch in der Gegenwart noch vorkommen, daß ein⸗ zelne Herrführer, wenn sie in den Krieg ziehen, dem Geschmacke unserer antikisierenden Zeit so weit Rechnung tragen, daß sie mindestens theilweise die Rüstungen von ehedem nachehmen. Dies wird bei⸗ pielsweise auch vom Konig Milan von Serbien allen Ernstes berichtet. Als der serbische Herrscher uuf die Kunde von der ostrumelischen Revolution eine Kur in Gleichenherg unterbrach, um übet Wien heimzukehren, da ließ er in der österreichischen Residenz einen in der inneren Stadt wohnenden Inhaber eines Militär⸗-Equipierungs Geschäftes zu ich bescheiden und trug ihm auf, unter Beobach— ung der nöthigen Diskretion einen Panzer ichleu— tiast z2u bherferfigen und nach Nassenhdung unverme Belgrad in den königlichen Konal (Schloß) nden. Der Auftrag wurde getreulich und h ausgeführt. Es kam ein Kunstwerk zu stande. hes den alten Ruf der Wiener Kunstindustrie erdings bestätigte und welches, ohne auch nur ahernd so schwer zu sein wie die gleichen Rüst⸗ —R doch alle Eigenschaften g. seinen Trüger an den Stellen, die es bedeckt, „. und schutzfest zu machen. Dieser kunstvolle azer ist dort, wo er auf dem Körper aufzulegen mt ist, aus feiner Seide angefertigt. Auf erer befindet sich eine dicke, fest zusammenge⸗ egie Schicht von Eiderdaunen. auf welcher wieder⸗ eine mit feiuster, hartgeprägter Watte abgenähte nwand ruht, während start gepreßtes, höchst derstandsfähiges Leder die äußere Umhüllung des anzers bildet. Das Ganze reicht nach oben bis m Hals, diesen bis knapp an den Rockkragen hüllend, es bedeckt die Oberarme bis zu den llendogen, und nach unten den Körper bis nahe en Knieen. Der Kostenpreis des Panzers soll „hundert Gulden betragen und der Panzer den Itnaggeber in jeder Hinsicht vollstäudig befriedigt den. Ob der Letztere auch schon in der Lage ar, den praktischen Werth des Werkes zu erproben, nicht bekannt. Es hat bisher nicht verlautet, ß König Milan im Felde persönlich in Gefahr ommen sei, wie dies kürzlich ein Gerücht von mnem Gegner, dem Fürsten Alexander von Bul · atien behauptet hatte. 7 Gerbische Heldenschauspieler.) Vie ein Wiener Blatt aus Belgrad meldet, konnte in Sonntag keine Vorstellung im Hoftheater statt⸗ nden, da die drei ersten Darsteller auf den Kriegs⸗ hauplatz abgingen. Der Hoftheater Inten dant ist um Spital⸗Intendanten ernannt. Der Regisseur er Belgrader Bühne ist vor Sliwnitza gefallen. Elend in Amerika.) Aus Amerika aird mitgetheilt: In der von 15,000 Deutschen ewohnten Stadt Rochester, N. Y., herrscht unter n Ärbeitern ein fürchterliches Elend. Seit Ende )ttober schon sind eine Reihe Betriebsetablissements nthätig, mit Schluß der Kanalschifffahrt Hunderte n Ardeitern gänzlich brodlos. Das früher hier blühende Gewerbe der Zimmerleute und Eisen⸗ qnarbeiter ist schon seit längerer Zeit herunter sommen. Ganze Massen ehrlicher Arbeiter sinken sogenannten „Tramps“ herunter und bevölkern e Straßen und Bahnlinien, um ihr Leben durch zettel zu feisten. Am 15. Oktober reisten 9 Fa⸗ nilien, welche schon 10 bis 15 Jahre im Lande zaren, in die alte Heimath zurück, darunter sind O Personen aus Franken. Wie viele durch Mit⸗ losigkeit an der Rückreise gehindert sind, braucht icht naher bezeichnet zu werden bei diesen Ge— häftsverhältnissen, jedenfalls würde die Zahl der⸗ iben dem seinerzeitigen ungeheueren Zuzuge von migranten aus Deutschland ziemlich gleichkommen. FGn der Musikalienhandlung) dame: „Ich wünsche einige Gesangspiècen.“ — kommis: Vielleicht kennst Du der Liebe Sehnen?“ dDame: „Das kenn' ich schon.“ — Kommis: oder Den ersten Kuß?“ — D.: Ich danke, en hab ich schon!“ — K.: Aber: „Entflieh' nit mir und sei mein Weib?“ — Dame: „Ach i, ich glaube. das wäre so etwas für mich.“ Gemeinnütziges. Gegen das Ausfallen der Haare.) Das fol⸗ cuoe ist ein sehr bewährtes Mittel, nicht nur um as Ausfallen der Haare zu verhüten, sondern auch im das Wachsthum derselben zu befördern: drei dochzwiebeln werden fein geschnitten, in einer Flasche nit gutem Branntwein übergossen und das Ganze mige Tage lang warm gestellt. Man seiht es ann ab und vermischt die Flüssigkeit mit der gleichen Wantität einer Abkochung von Klettenwurzeln. stit dieser Mischung wird Haar und Kopfhaut üttelst eines Schwämmch ens täglich mehrmals (be⸗ Inders Abends) befeuchtet und der Kopf mit einem kuch eingebunden. Der Gebrauch dieses Mitteks ollte, wenn nöthig, wenigstens des Abends, mehrere Wochen fortgesetzt werden. In mehreren Fällen hat iuch schon eine Abkochung von Klettenwurzeln mit zier oder Wein sehr günstig gewirkt. (Grünendes Saatfeld im Zimmer.) Man ammt einen reifen Kürbis, welcher die Form einer oen und unten abgeplatteten Kugel hat. Die )berfläche des Kürbis wird vermittelst einer sehr arten Stricknadel, eines Nagels oder dergl. mit nen Reihen von Löchern versehen, welche groß in Getreidekorn hineinzustecken. dö. Die Reihen können passender Weise eiwa nach Art der Meridiane eines Globus angelegt werden; die inzelnen Löcher dürfen jedoch nicht näher als etwa eem aneinander zu siehen kommen. In jedes Loch wird nun ein Roggenkorn gestedt, so daß es ich nur etwa Ia em unter der Oberfläche befindet, vorauf man den Kürbis in einem trockenen Raume rufbewahrt. — Das Sagtkorn findet nun in dem Zafte der äußeren Schicht des Kürbis das genü⸗ jende Wasser, sowie die erforderlichen chemischen Nahrbestandtheile, um sich zur Pflanze zu entwickeln, ind nach wenigen Monaten hat man die Freude, zie ganze große Frucht in ein rund gewölbtes Zaaifeld verwandelt zu sehen, welches eine Zierde ir den Blumentisch bildet. („Fürs Haus.“) Sterbefälle. Gestorben: in Kaiserslautern Frau Käthchen soll, geb. Müller, 26 J. alt, ebendaselbst Frau douise Pauline Emma Berg, geb. Beetz, 30 J. ist, in Kindenhein Frau Ch. Hartmet, geb Ldupfer, 66 J alt, in Haardt J. Müller IV., 70i/3 J. alt, in Neustadt Frau Babette Magin, jeb. Laux, 58 J. alt, ebendasetbst Frau Susanna Narsteller, geb. Haag, in Frankenthal Wilhelm Fleischbein, 19 J. alt, in Ludwigshafen am Rh. zrau Margaretha Fella, 86 J. alt, ehendaselbst Frau Maria Horlacher, 4123 J. alt, ferner Bar—⸗ ara Schwarzwälder, 15 J. alt, in Kusel Frau xẽ ise Pasquay, geb. Wack. Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeßz. Häufig ist es schon der Fall gewesen, daß insere Leser ein Urtheil über die Apotheker R. Zrandt's Schweizerpillen von uns haben wollten ind wir konuten nur immer wieder auf die zahl—⸗ leichen Anerktennungen aus allen Klassen der Be⸗ yölkerung als beste Antwort hinweisen. Heute nun liegt uns eine Broschüre über dieses bei uns so allgemein beliebte Hausmittel vor, in welcher zuf 24 Seiten die Gutachten von 21 der ersten medi⸗ inischen Autoritäten und einer sehr großen Anzahl lerzte, welche die Schweizerpillen in ihrer Praxis zxprobten, enthalten sind, vor. Für Alle, welche sich also für dieses Haus—- und Heilmittel interessiren, insbesondere aber für diejenigen, welche in den hohen Werth der Schwei⸗ erpillen, bisher noch Zweifel setzten, ist diese Zrofchüre bestens zu empfehlen. Fürunsere Jugead. Die Deutsche dausfrauen-Zeitung schreibt über den sich zu Weih⸗ achtsgeschensen vorzüglich eignenden Richter⸗ hen Patent-Steindaukasten in No.7 —18885 folgendes: „Nicht durch äußeren Glanz, nicht durch bestechendes Aeußere, nur durch seinen nuneren Werth hat dieses gediegene Spiels und zeschäftigungsmittel sich die Herzen der Kinder er⸗ beri. Welche Fülle angenehmer Unterhaltung bietet uiicht soich' ein Baukasten. Zwar klingt es hart, a kalt, das Wort „Steinbaukasten“, wer aber ge⸗ ehen hat, mit welchem Eifer, mit welcher Freude die Kinder die farbigen Steine aufeinander legen ind damit in reizender Gruppierung Häuser, zurgen, Türme ꝛc. ausführen, für den hat das Wort einen angenehmen Klang. Man muß selbst jesehen haben. wie sogar die wildesten Kinder uhig am Tisch sitzen und sich die langen Winter⸗ ibende mit Bauen verküczen, man muß Zeuge avon gewesen sein, wie an freien Tagen der Vater ich zu den Kindern setzt und mit ihnen baut, nan muß alles dies selbst erfahren haben, um den johen erzieherischen Werth des Patent⸗Steinbau⸗ asien richtig würdigen zu können. Zahlreiche Mütter haben in warmen Worten ihrer Freude arüber Ausdruck gegeben, daß der Vater durch die Zeschäftigung mit dem Steinbaukasten den Kindern äher gerückt worden ist. Den Kleinen beim Bauen selfend, ihnen diese oder jene Zeichnung erklärend, ernt et die verschiedene geistige Beanlagung seiner dinder befser kennen, er wirkt unwillkürlich belehrend ind fördernd, und wie strahlt das Gesicht des trengen Papa. wenn selbst der auf seinem Scheoße itzende Jüngste eine Treppe, ein Kreuz ꝛc. gebaut at und triumphierend ob seiner Kuustfertigkeit zu hm aufsieht. Hat aber der Aelteste die ihm ge⸗— vordene Aufgabe: eines der größeren Bauwerke hne Zuhilfenahme der Schnitte nachzubauen, elöst, dann sehen wir den Vater recht befriedig! prein schauen und sich über die Forlschritte freuen, velche seine Zöglinge in kurzer Zeit bereits gemach aben.“ .Da auch von anderen Zeitungen der Steinbaukaster warm empfohlen worden ist, so Jlauben wir im Interesse zahlreicher Leser zu andeln, wenn wir hierdurch auf fraglichen Artike zufmerksom machen. Nr. 165 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Haus““ (vierteljährlich nur 1 Mark) enthält: Wochenspruch: Siehst Du an einen Freund sich einen Fehler zeigen, So dent' an deren zwei, die Dir sind selber eigen. Dann wird Dich nicht ein dritter, der schlimmste übereilen: Zu richten rasch und strenge, statt mit Geduld zu heilen. Sie ist kokett! Wie ich mein Säugling erziehe. Mein Weihnachtskoffer. Weibliche Handarbeiten. Brudeöfen. Wie man einen guten Lebkuchen backen ann. Wieviel meine Gans kostete. Wie wir in Dosen gedrückte Butter verzieren. Eine Reiselüge. Borlesungen für Blumen- und Obstzucht. Schwestern ⸗ Jeim für Krankenpflegerinnen. Pflanzenkost. Mein Affe. Kindermund. Zuverlässig Cylinderhütchen. Theater- oder Gesellschaftsaufsatz Türkischer Shawl mus Mooswolle. Zimmerpflanzen von Ungeziefer zu befreien. Carbon⸗Natronofen. Billige Luft⸗ ugberschließer. Petroleum als Mittel gegen Haus⸗ chwamm. Oelflecken aus Leinwand zu entfernen. Ausstattungen. Wäsche⸗Märktinte. Leuchtendes Fleisch. Blutvergiftung in der Küche. Essig aus fbsischalen zum Klären. Hasenpastete. Küuchen⸗ ettel. Dreisilbige Charade. Fernsprecher. Echo. Zriefkasten der Schriftleitung. Anzeigen. Die notariell beglaubigte Auflage dieser wirklich mpfehlenswerten und dabei überaus billigen Wochen⸗ chuft beträgt 100,000. Probenummern versendet ede Buchhandlung, sowie die Geschäftsstelle „Fürs aus“ in Dresden gratis. Einer der besten der alljährlich in ziemlicher Anzahl erscheinenden Kalender ist wohl der Illu⸗ dricte Bayerische Familien-Kalender. derselbe traf „ereits für 1886 ein. Doch nicht allein einer der vesten, ganz entschieden auch der reichhaltigste ist ex und sür 1886 scheint er gar alles bereits Da— gewesene zu überbieten. Da sind außer dem Ka— endarium für Katholiken, Protestanten, Russen und Ijraelcten noch der Hundertjährige Kalender Bauernregeln, Himmelserscheinungen, bayerische Messe und Märtte, Geneglogie der bahyerischen Standesherren, Kardinals-Kollegium, Verzeichniß der im Königreich Bayern funktionirenden auswär⸗ tigen Konsuluͤr⸗Beamten ꝛc. Dem folgen wirklich übsche Erzählungen und viele Humoresken im vahren Sinne des Wortes, fast alle sehr reich illu trirt, hunt abwechselnd mit Artikeln belehrenden und eiteren Inhalts, sowie zahlreichen Vollbildern. Zesonders hervorzuheben ist ein Artikel über die deilung der miasmatischen Krankheiten (Masern, —„charlach, Diphtheritis, Brechruhr, Tyhus, Cholera, alattern ꝛtc.), von Oberstabsarzt Dr. Dyes. Dem olgen Nekrologe 1884 und 1885 mit 18 Por— räls und sogar über Neu-Deutschland findet sich ein erschöpfender Artikel vor, welcher durch Beigabe von Karten über Afrika, Lüderitzland, Kamerun— gebiet und Neu-Guinea besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Außer zwei Beilagen, einem Wandkalender, und einem Portemonnaiekalender, ämmtlich prächtig ausgestattet, enthält derselbe noch ein schönes Oeldruckbild „Mutterglück“ und ein 1 Meter 55 Centimeter langes und 24 Cen— timeter breites Rhein-Panorama, mit 44 Jullustra⸗ tionen in roth, blau und schwarz gedruckt. Und dies Alles kostet nur 50 Pfennig. Der Kalender ist eine billige Unterhaltungs— ektüre ersten Ranges, weßhalb wir den Illustrirten Bayerischen Familien-Kalender unseren Lesern hier— nit bestens empfehlen. — Zu beziehen durch die Expedition ds. Blattes. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von Jean Peters, Haupt⸗Passage-⸗Agentur St Ingbert. Philadelphia. 19. November; der Postdampfer Switzerland', Kapitän Buschmann, ist von Antwerpen angekommen. Antwerpen, 21. November; der Postdampfer „Waes⸗ and“, Kapitän Ueberweg, ist von New-PYork angekommen; der Postdampfer „Belgenland“, Kapitän Beynon, ist nach New⸗PYork abgegangen Rew⸗PYork, 21. November; der Postdampfer „Penn⸗ sand“, Kapitän Weyer, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 25. November; der Postdampfer „Western⸗ and“, Kapitän Randle, ist von New-York angekommen. New⸗NYork, 26. November; der Postdampfer „Noord⸗ and“, Kapbitän Nickels, ist von Antwerpen angekommen. Todes-Anzeige. ser Pastillen, in plombirten Schachteln. Nächste Ziehung Emser (Catarrh·Pasten 7 —ν in runden Blechdosen m. unf nwiderruflich Firma —— — werden g uc 8 A Solh Rithehaulsp unserer Quellen dargestellt und sin —— ein bewährtes Mittel gegen Husten ne zukoben. Deiserleit, Verschleimung. Magen. 333338 . chwäche und Verdauungsstörung. — 3333 Vorräthig in St. Ingbert ber wmal — Ma. Peter Fery und Albr. Zorn ʒ woei 36 Apotheker. 3 mal stönig Wilhelm's Felsenquellen, Ems 5283 13008 10 mal 230 2500 u. beson ders viele Genin 2ινινοαπ An . 0 AMe Statt besonderer Anzeige allen Freunden und Bekannten die Mit- theilung von dem erfolgten Hinscheiden unserer geliebten Mutter. Schwiegermutter, Großmutter und Scuwester, Frau EIfs«»hetha TIaceherle. Für die trauernden Hinterbliebenen Hamilieæ ITXiPChærT- und ELIGLISSGIC. Die Beerdigung findet Donnerstag in Steinwenden statt. 4 sind in allen feinen Spielwaarengeschäften zum Preise von l Mark und höher vorrätig. Wer näheres über das den Steinbaukasten zu Grunde liegend⸗ —— ErgänzungsSystem zu erfahren wünscht, der verlange per Vosikarte von der Steinbaukasten-Fabrik in Rndoistadt die neue reichillustrierte Preisliste beren Zusendung franko erfolgt. US Zu den älteren Ausgaben werden au Wunsch von der Fabrik passende Eraunzungskasten besonders zusammengessellt zatent-Steinbaukasten Bayrische Bergmannskapper in schwerem Düffel mit dicken vergoldeten Abzeichen liefert in eleganter Aus führung zu Mk. 2.50. Bernaun Fisther. 46 ⁊ a 1* 9008 7 338238z258 zzz33332 3 —3 —— 8 n 23538 W VA nm Til. Publitum von hier und Umgebung erlaube mir die ergebene Anzeioe zu machen, daß heute meine Veihnachtsausstellun eröffene. 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Van den frübesten griechischen Venkern bis auf die Gegenwart Eine gemeinfaßliche historische Darstellung ihrer Weltanschauung nebf einer Auswahl aus ihren Schriften von Dr Moritz Brasch. Ausgabe in Lieferungen, mit den Porträts der bedeutendsten Philosophen. Jede Lieferung enthält 3 Bogen 80. Band J: „Dus Alterthum“. ca. 16 Lieferangen, erscheint in rascher Reihenfolge. Nreis der Lieferung 50 Mfennio Am billigften und zweckmäßiasten besorgt die älteste Annoncen⸗Erpedition H in & Vogl —XXEX oglor, Mannheim, O. 4. 5 Inserate für sämmtliche Zeitungen und Fachzeitschriften zu Original⸗ preisen ohne weitere Spesen. Bei größeren Annoncen“ und öfteren Wiederholungen Bewilligung höchsten Rabättes. Rath in Iniertionsangelegenheiten wird durch obige Firma, gestützt auf? die während des Z0jährigen Bestehens der— ielben gemachten reichen Erfahrungen, gewissenhaft und kosienfrei ertheilt, auch werden auf Wunsch der Inserenlen die geeignetsten Blätter in Vorschlag gebracht. Der ausführliche Zeitungskatalog pro 18835 steht jedem In— serenten auf Wunsch gratis und franceo ur Vfunnne . Zu haben in der Erpedition des „St. Ingberter Anzeiger“ —2- Be A uræ⸗ l 83 MG3. Cꝛ — 4 myel Ktãrke amn — AgerFabrixa nth.Mack, Ulm a /D. Sewakrtes tes u. rolistandig aAsehadliches Stãrremittel — zewaãhrt grönste Erleichtereng ↄeim Plãtten v. enthaält alle er orderlichen Zusãtze zur tiche- en Heratellung von blendend relasor, gleiekm ãeeig t⸗ er ad sogena pnter GIanxvüνανα LEeEIOXOIIAMIAA — — — — —— — αα—« n n eernnit iert F F. DFnab jenn p Rnanhee 8t. Ingherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmalz Am Montang, Dieustag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöobchentlich mit Unterhauungs⸗ zlati und Sonntagt mit Sfeitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich J A 60 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 AJ) 75, einschliekßli O ⸗ Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum detragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 —, Neclamen 30 —4. Bei 4maliger Cinruckung wird nur dreimalige berechnet. Donnerstag, 3. Dezember 1885. —4 M 237. Deutsiches Reich. Muüͤnchen, 30. Nodo. Wie bereits mitge heilt. hat der Abg. Kopp seinen vom Präsidium xAbgeordnelen ⸗ Kammer beanstandeten Antrag uf Kündigung des bayerisch . russischen Ausliefer⸗ ingsvertrages in folgender veränderter Fassung pieder eingebracht: „Die Kammer wolle beschließen: z8 sei an Se. Maj. den König die allerehrfurchts⸗ sollste Bitte zu stellen: Allerhöchstdieselben wollen mzuordnen geruhen, daß die baldmöglichste Um⸗ ꝛesialtung des zwischen Bayern und Rußland ver⸗ inbarten Auslieferungsvertrages vom 1. Okt. (19. ʒept.) 1888 — enisprechend den über die Aus⸗ eferung flüchtiger Verbrecher seither geltenden, asbesondere auch im bayerisch- russischen Ausliefe⸗ ungsbertrage vom 26. Febr. (14. Febr.) 1869 cachteten Grundsätzen und mit Berüchsichtig ung Her anarchistischen Verbrechen — herbeigeführt verde.“ Berlin, 1. Dez. (Reichstag.) Bei Eintritt a die Tagesordnung — Interpellation weqen der lusweisungen — verliest der Reichskanzler eine aiserliche Botschaft, in welcher, als gegen die teichsverfassung verstoßend, dagegen protestirt wird, aß die Reichsregierung in die Landeshoheit Preu⸗ ens oder eines anderen Bundesstaates eingreifen hnne, wie die von der Mehrheit des Reichstags interzeichnete Interpellation es verlange. Fürst Zismarck begründet die Botschaft mit dem Hinweis arauf, daß nicht bloß Polen, Sozialdemokraten ⁊c., ondern das Zentrum, die stärkste Fraktion, einen rinbruch in die Hoheitsrechte des Koͤnigs von Breußen versucht. Auf Antrag Windthorst's, aber jegen Richter, beschließt der Reichstag die Absetzung Jer Interpellation von der Tagesordnung. Beriin, 1. Dez. Die Aufregung im Reichs⸗ age ist anhaltend. Die Verlesung der kaiserlichen gotschaft machte der Diskussion ein Ende, worauf ‚er Kanzler an der Spitze des Bundesrathes das daus verließ. Allgemein unterhält man sich über die Folgen der heutigen Szene. Windthorst's Brodokation, von Richter unterstuͤtzt, wird verurtheilt. Berlin, 2. Dez. Der Reichskanzler hat estern unmittelbar nachdem er aus dem Reichstage ortging, erst den öslerreichischen, dann den russi⸗ hen Botschafter besucht. Berlin, 30. Nov. Wie bereits kurz mitge⸗ heilt, wurde in der heutigen Sitzung der Budget⸗ Immission Minister Bronsart v. Schellendorf um Auskunft über die Verhaftung von Zahlmeistern rsucht. Der Kriegsminister stand nicht an, zu er⸗ laren, daß die Zeitungsnachrichten über die be⸗ auerlichen Unfälle sich bestätigten. Der Minister onnte nur sagen, daß einzelne der Verhafteten chwer belastet erscheinen, andere minder. Die Antersuchung werde mit rüchichtsloser Schärfe ge⸗ ührt, das Ergebniß veröffentlicht wetden. — Um Aufstellung einer Selbstmord⸗Statistik im Heere ersucht, erkllärte der Minister, daß eine solche Auf⸗ tesllung angeordnet, jedoch nicht zum Abschluß ge⸗ tommen sei. »er Monarchie werden alle Verfügungen der Regie⸗ rung während der Minderjährigkeit des Prinzen oder der Prinzessin, welche nach den Bestimmungen deß Artikeis 60 der genannten Verfassung zur ge⸗ etzmäßigen Nachfolge auf dem Thron meines ver⸗ orbenen Gemahis, Alfons XII. berechtigt ist, in neinem Namen als der Regentin des Königreichs deröffentlicht werden. Gegeben in Pardo, den 27. Kodember 1885. Maria Christina.“ Da dite Zroßjahrigkeit des spanischen Königs verfassungs⸗ näßig mit dem Eintritt in das 17. Lebensjahr hbeginnt, so wird die Regentschaft der Königin für hre Tochter Mercedes 11 Jahre, bis zum II. September 1896, dauern; sollte aber Maria Chri⸗ tina einen Sohn gebären, se würde sie volle 16 Jahre die Regierung als Regentin zu führen haben. London, 2. Dez. Hier is das Gerücht bon einer Rebolution in Mexiko verbreitet. Nisch, 2. Dez. Offiziell wird gemeldet, daß rotz der Waffenruhe gestern früh ein bulgarischer Angriff auf die serbischen Positionen bei Wlasina nit' vier Bataillonen und einer Eskadron erfolgte. Belgrad, 2. Dez. Heute fand in Nisch zroßer Kriegsrath über die militärische Lage statt. xẽs heißt, bei der Fortsetzung des Kriegs würde in Coalitions · Ministerium gebildet werden. um ille Parteien im Kampfe gegen Bulgarien zu einigen. Pirot, 2. Dez. Die Ankunft des serbischen Dbersten Milanswitsch im bulgarischen Hauptquar⸗ ier zur Verhandlung über die Waffenstillstands Bedingungen wurde für heute offiziell angezeigt. behaupten. Und doch gibt es noch solche. Heut morgen wurde uns nämlich ein kräftiges Exemplar von einem Schulknaben überbracht. Der lebens⸗ frohe Bursche hat sich in seiner Entwickelung be⸗ Zeuiend verfrüht und in der Zeitrechnung kolossal eirrt. — Gür Kaufleute) ist nachfolgende ge— richtliche Entscheidung, welche beweist, daß nicht inter allen Umständen und namentlich nicht im heschäftsverkehr der Kaufleute untereinander in allen Fällen der Rechtssatz, daß nicht bestellte Waaren nicht bezahlt werden brauchen, gilt von zroßem Interesse; hier der Thatbestand: „Die Parteien haben längere Zeit miteinander in Ge⸗ chaftsverbindung gestanden. Wenn unter solchen Imständen ein Kaufmann dem anderen neben be— ellten Waaren aach einige unbestellte unter Bei⸗ ügung der Rechnung zusendete, aus welcher sich die Verkaufsbedingungen ergaben, so war der Em— pfänger verpflichtet, wollte er dieselben nicht behalten, dies alsbald dem anderen Kaufmann anzuzeigen, da sonst sein Stillschweigen als Genehmigung der Zaufs⸗Offerte galt. Es folgte dies zwar nicht aus ge⸗ etzlichen Bestimmungen, wohl aber aus der Rücksicht auf die Billigkeit im kaufmännischen Verkehr, nach weicher Einwendungen gegen Leistungen und Ab⸗ lehnung von Aufträgen, wenn sie nicht unberück⸗ ichtigt bleiben sollen, mit thunlichster Beschleunig⸗ ing ausdrücklich mitgetheitt werden müssen. Erfolgt die Ablehnung einer solchen Sendung erst nach Wochen und nachdem andere Sendungen desselben daufmanns angekommen sind, so ist die Ablehnung zu spät geschehen und muß die Offerte als ange—⸗ aommen gelten.“ — Zweibrücken, 1. Dez. Dem Ver— nehmen nach werden bei der am aächsten Montag beginnenden 1V. Schwurgerichtsperiode nut 6 Fälle zur Verhandlung kommen, deren Verhandlungsdauer kaum eine Woche in Anspruch nehmen wird. — Homburg, 30. Nov. Auf der Rück⸗ jahrt von einer Inspektionsreise zu Eichelscheiderhof scheuten die Pferde des Herrn Gestütsdirektors Adam von Zweibrücken beim Vorüberfahren an dem Anwesen des Herrn Siebert von hier, woselbst eine Dreschmaschine in Betrieb war, und gingen durch. derr Adam fiel aus der Chaise und zog sich einen lomplizirten Beinbruch zu. Aerztliche Hilfe, welche sofort zur Hand war, legte einen Gypsverband an, und wurde der Schwerverletzte mit der Bahn nach Zweibrücken verbracht. — Pirmasens, 1. Dez. Vor Handwerks⸗ hurschen kann nicht genug Vorsicht anempfohlen werden. So kam heute einer beim Fechten in das Hhaus des Hrn. N. hier und als er Niemand an⸗ traf, hieß er ein Paar neue Stiefel im Werthe pon 20 Mk. mitgehen. Es scheinen zum Glück teine Siebenmeilenstiefel gewesen zu sein, denn die Polizei holte ihn bald ein, um ihm in beschauer—⸗ icher Ruhe Zeit zu lassen, über den Begriff von Mein und Dein nachzudenken. s. Kaiserslautern, 2. Dez. Die gestern vorgenommene Volkszählung ergab für unsere Stadt nachstehendes Resultat: 15540 männliche, 15878 veibliche Anwesende zusammen also 31418 Seelen. Vorübergehend abwesend sind 413 Seelen. Es ergibt sich also eine Mehrung der Bevölkerungs— ziffer in Hinsicht zur letzten Volkszählung von 5095 Seelen. — Maikammer, 30. Nov. Heute Vor— nittag wurde am Bahnhof hier eine Weinfuhre angehalten, deren Pferde scheu und führerlos an— Ao*ale und pfaälzische Nachrichten. O St. Ingbert. 8. Dez. Am Dienstag, den J1. „8. Mis. feierte Herr Bahnverwalter Eifler in er Wirthschaft der Wittwe Schmelzer am Bahn⸗ jof sein 28jähriges Dienstjubiläum. Zur Feier jatten sich an sechzig Freunde des Herrn Jubilars ein⸗ jefunden. Eingeleitet wurde die Festlichkeit durch ine Ansprache des Herrn Güterexpeditors Böhm. der Herr Jubilar dankte für das zahlreiche Er⸗ qheinen seiner Freunde und Gonner. Hierauf rachte Herr Pfarrer und Distriktsschulinspektor zerckel die Verdienste des Gefeierten in beredten Vorten zum Ausdruck. In begeisterten Worten ühmte er die aufopfecnde Hingabe der Gematzlin »es Jubilars in Tagen, wo derselbe von seinem ilten, schwierigen Leiden, dem berüchtigten Rheu⸗ natismus, heimgesucht wird. In mehr humoristischer Weise schilderte der Kgl. Bergmeister Herr Fünther die Genauheit und Punktlichkeit, mit velcher der Gefeierte, selbst in Tagen der Krank⸗ heit, sich seinem Berufe widmet. Der Redner santte dem Gefeierten dafür, daß er stets bereit ei, mit ihm nicht bloß St. Ingbert und Umgebung, ondern soweit das Eisenbahnnetz reiche, die ganze Welt mit St. Ingberter Kohlen, deren Beförder⸗ ing jetzt ganz enorme Dimensionen annimmt, ruͤßig und schwarz“ zu machen. Mit einem türmisch aufgenommenen „Hoch!“ auf den Jubilar ndete der Herr Bergmeister seine Ansprache. Im zaufe der Unterhaltung kamen verschiedene Klavier⸗ ind Gesangspiecen zum Vortrage, so daß die Ver⸗ ammelten in fröhlichster Stimmung bis zur späten Ibendstunde aushielten. Erst nach und nach rennten sich die Festgenossen, wohl alle von dem Wunsche beseelt, es möge dem Jubilar vergönnt ein, in 25 Jahren auch jein goldenes Dienstiu— iläum zu feiern. GO St: Inabert. 3. Dez. „Im Dezember zibt es doch keine Maikäfer mehr!“ wird mancher Ausland. Paris, 2. Dez. Eine Havasmeldung aus gelgrad sagt gerüchtweise, die Bulgaren hätten tirot in Brand gesteckt. Madrid, 1. Dez. Der königliche Erlaß, urch welchen die Koͤnigin bekannt gibt, daß sie ae Regierung übernommen habe, hat folgenden vortlaut: „Gemäß dem Artikel 22 der Verfassung gerannt kamen. Bei den sofart angestellten Nach⸗ uchungen fand man den Eigenthümer des Fuhr⸗ werks, den Gemeinderath Heintz von hier, Vater yon Kindern, todt auf der Straße liegen; er war bon seinem Wagen überfahren worden. Wie das Unglück geschah, ist unbekanni. M — Herrn Lehrer Busch in Dürkheim vurde am Samstag gelegentlich dessen 50jähriger Dienstjubildumsfeier der Ludwigsorden überreicht. — Speyer, 30. Oktober. Heute Nachmit⸗ lag fand die Versteigerung der Jäger'schen Buch— zruckerei mit dem Verlagsrecht der „Pfälzer Zeit⸗ ung“, des „Rheinischen Volksblattes“, des Westricher Volksblattes“ und der „Bliesgau⸗Zeitung? abtheil⸗ ungshalber statt. Der seitherige Redakteur dieser Blätter, Herr Dr. Eugen Jäger, ersteigerte die Buchdruckerei mit obigen Verlagsrechten um die Summe von 10,000 Mt. Ein weiterer Liebhaber war zu der Versteigerung nicht anwesend. Die frühere Vereins-Buchdruckerei (Aktiengesellschaft), welche schließlich Herr Pfarrer Stork in Bellheim übernahm, ist in den letzten Tagen durch Kauf eben⸗ falls in den Besitz des Herrn Dr. Eugen Jäger über⸗ zegangen. Der Kaufpreis beträgt 15,000 Mark. — Ludwigshafen, 30. November. Die hadische Anilin- und Sodafabrik gedenkt ihre Haupt- niederlassung von Stuttgart hierher zu verlegen. 8,150 Offiziere, 51,418 Unteroffiziere, 790 zahlmeister⸗Aspiranten, 13,440 Spielleute, 347, 965 JZefreite und Gemeine, 3531 Lazarethgehilfen und 10.1353 Oekonomiehandwerker, zusammen also 427,274 Mannschaften. Dazu kommen noch 1686 Nilitärärzte, 783 Zahlineister, 619 Roßärzte, 737 züchsenmacher und 93 Sattler. Die Zahl der dienstpferde beträgt 81773. F Trier, 30. Nov. Die Mosel ist stark m Steigen begriffen. Von Samstag Nachmittag »is gestern Morgen stieg das Wasser um 0,40 Meter, bis gestern Abend noch 0,40 Meiter mehr ind in verflossener Nacht nochmals um 0,64 Meter. Zegelhöhe heute Morgen halb 9 Uhr 3,834 Meter. f Niederlahnstein, 30. Nop. Zwei gus dem Zuchthause zu Diez entsprungenen Sträf⸗ inge Bangel und Weber wurden bei Fachbach ver⸗ aftet und nach Diez zurückgebracht. F Eine ganz perside Buberei wurde in einer er letzten Nächte zum Nachtheil eines Bürgers in Pforzheim verübt. Derselbe fand nämlich am Norgen, als er seinen Pferdestall öffnete, allen rei Pferden die Schweife bis auf den Stumpf bgeschnitten. F Main z, 30. Dez. Der des Doppelmordes eschuldigte Schuster Herbst versuchte heute Nacht, ich mittelst eines geschärften Blechlöffels die Puls- idern zu durchschneiden, verfehlte jedoch die richtige Stelle. Er erlitt starken Blutverlust. Eine ständige leberwachung Herbst's ist jetzt angeordnet. Frankfurt, 26. Nov. Der Sohn eines jiesigen Literaten erhielt vorgestern zu seinem mey jeringen Erstaunen einen anonymen Werthbrief n welchem sich 10,000 Mark vorfanden. Von ꝛiner weiblichen Hand war ein Billet beigelegt iuf welchem die Absenderin dem jungen Ram zratulirt, weil eine Heirath, die er beabsichtigte nicht zu Stande gekommen sei. Ferner bittet “ Absenderin, die, wie sie mittheilt, Uber bedeutendes Zaarvermögen verfügt, die 10,000 Mark beflens erwenden zu wollen. — FKöln, 30. Nows. Die alten Burschen— chaften haben den Vorschlag gemacht, einen allge neinen Kommers zur festlichen Erinnerung an die kaiserprollamation am 18. Januar 1871 in Ver. ailles zu begehen. Aus Köln und Umgegend haben vereits 60 ihre Theilnahme zugesagt. f Eitorf, 1. Dez. Das Siegthal ist seit iinigen Tagen vollständig überschwemmt. Das Wasser wächst fortwährend; der Siegburger Pegel eigt 9 Fuß. Bei Pirzenthal verursachte das Hoch vasser heute Morgen einen Bergrutsch. Die Tele— zraphenleitung ist zum Theil ausgespült und fort⸗ zeschwemmt. f München, 27. Nov. Durch ein Urthen des Oberlandesgerichtes in Sachen Berufungsklage der Gasmotorenfabrik Deutz gegen Hofuhrmacher RKeithmann wegen Patentverletzung wurde Reith— nann verurtheilt und ihm verboten, seine Maschine in Betrieb zu setzen. Vermischtes. F Die Stärke des deutschen Heeres beträgt nach dem Etatsentwurf für 188586 2V 3243 Nurnoch, übermorgen Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeßz. Prauen-‘⸗Onterstũtz. “ Looseà IM. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teil⸗ nahme während der langen Krankheit, wie auch bei der Beerdigung unseres seuren Gatten, Vaters, Bruders und Sschwiegersohns FJ. A. Eckrich, sowie für die reichen Blumenspenden agen wir hiermit Allen unsern ver⸗ bindlichsten Dank; insbesondere danken vir dem Verein „Gemüthlichkeit? für den erhebeuden Grabgesang. St. Ingbert, den 830 Dez. 1885. PDie interbliebenen. Honiglebkuchen owie Baseler Leckerle empfiehlt in ——— Bäcker. Winter-Saison. F Jag er'sche wollene Hemden, Unter-Hosen, Jacken und Jagd-Westen, baumwollene Unterhosen kertige Strümpfe und Socken, wollene und halbwollene Flanelle, Lamas, seidene und wollene Foulards, feine Strick Stick⸗,, und Häkel-Wolle, M feine Frauenkleiderstoffe, sowie sohwarze u. bppaune Gachemöre, Gopsetten u. 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Inoheyter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. nDt · Iugberter Aunzeiger? erscheint wdchentlich fünfmalr: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mnal woͤchentlich mit Unterhauungs⸗ au und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage·. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1.AM 60 A einschließlch Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 H, einschließli id A4 Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 ⸗, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 ⸗. Neclamen 30 . Bei 4maliger Einxuckung wird nur dreimalige berechnet. — » — — 238. Samstag, 5. Dezember 1885. 20. Jahrg. Deutiches Reich. densbedingngen eine vog tndige eide J ung, die Anerkennung der Bulgaren⸗-Union, di sen R Kentwonr ener irdnn des unne von dug bis der Kriegs⸗ zubhastatiousordnung wird gegenwartig im Justiz ribui gezahlt ift, und die Räumung des Widdiner — e eod e Vessrwungen —** durch Serbien. Falls Serbien diese sierüber einberufen gewesenen Kommission einer dae nen dich annimmt, bej Hlieb der Minister urchgreifenden Umarbeitung unterzogen. — —— Zag Mün wen, 3. Dez. 2 Anire ope Fr. Pr.“ wird aus Konstantinopel gerücht enonmin, Se 8 der Sizung weise gemelbet, die türkischen Delegitten seien an ghrachter Aptron Schauß die Faremer wohe der rumelischen Grenze mit Flintenschüssen empfangen * den Antrag. Kopp sw der Sedigunt de worden. Die Pforte habe die Botschafter behufs er bayerisch⸗russische Vertrag in der Sitzung vom haner Muͤbeunn e enen 2. Rovember in einer für die Staafsregierung —* n menige der Nachricht. uicht miß zuverstete nden, hagrcichen We be daß ein uͤrtischer Kommissar nach Ostrumelien 8 worden ist. Zur Tageseronung aberg entsandt sei, begab sich eine D eputation von — abgelehnt. Die drage dee Prußt illen rumelischen Regimentern, welche im Lager zenten, ob die Kammer zu den Anträgen kompetent ee awesend sind * ihree Spiße Obers en wode 88 bejah. Nikolajew, zum Fürsten und erllarte, sie köanten, Manche 3 — Fhutaton de a die Rumelier ihr Blut auf dem Schlachtfelde Infanterie RPegiments. mele hierher gelommer in der Seite der Bulgaren für die Vertheidigung war, um sich m din Erpreßzug zu r Deerdi⸗ Bulgariens vergossen hätten, niemals eine Trennung ung des Vehimentainbabers des, aig don von denselben annehnmen. Der Fürst erwiderte, paen ach Madrid zu bege A Moptaa venn er die bulgarischen und rumelischen Truppen Abend wieder n Pehan zurlitgete het. e Frfe in die serbische Grenze hätte marschieren lassen, so ndung de Denni⸗ din nach J unkberbiieb ei dies in Folge der Kriegserklärung Serbiens, d niche Gesanote ertlere Erscheinen jeschehen, nicht wegen des Verzichts auf die Union. bon itur Depuhonen sei inopportun. Wenn die Bevölkerung gegen eine Trennung pro⸗ Verliu 2 2 Seutd 8 nen r estire, so habe er nicht das Recht, die Union zu⸗ 40geñ J u st tanen Dyr Faner hat— rückzuweisen. Wie gestern sei er auch heute bereit, wie der „Reichsanzeiger“ mittheilt, bestimmt, daß dur die heisge Zulgariengu opfern. einem in dem deutschen Schutzgebiete auf der Nord— Pirot.? * rdeerbisshen ostküste von Kaiser⸗Wilhelms Land entdeckten Hafen, — 28 8 e htage sind: nordwestlich von Port Constantine, und einer Bucht Vatea ustanb bis *8 u. N) Januat Beide n det Iaeb davon die NRamen eiedrich Wenne haltung der Vorposten auf dem m 16. 8) No⸗ afen .. bezw.Ptinz HeinruHohen inem ostuc dember (Tag der Einstellung der Feindseligkeiten) on dem auf den Karten als Gap de, orte desetzten Terrain, Belassung des Gros der Truppen — * Funti 88 großen sh suuren auf diesem Terrain, möglichst baldige Räumung dnne der Feme Kaiserin Win Juß en der beiderseits besetzten Gebiete. Diese Vorschläge perde und w der d der de dere e e wurden entschieden zurückgewiesen, weil sie den Albinsel gelegene Serg nns tanmnn⸗s⸗ vulgarischen Waffen keinerlei Schadloshaltung für denn— d anstelle iner Pihenenn Beerchrnnd die errungenen Erfolge boten, dagegen wurden Wre In bineh nd ÿ vulgarischerseits folgende Gegenvorschlägen gemacht: th id die großte, b 9 r Reu· Sruai Bouͤständige Raumung des von den Serben besetzten r i lhie jeßtie u Vruian zulgarischen Gebietes; Belassung der bulgarischen ezeichnete Is des Bismartd - Archipels in Zukunft Truppen auf dem vurch die Demarkationslinie be⸗ —— Zunimnw een der Verhand⸗ zrenzien Terrain; unmittelbar nach Unterzeichnung un ub vos hie si seß vringt6 feees Waffenstillstandes die Ernennung von Dele— Angen ber as idipension geses tyugt Ge zierten zur Unterhandlung über die Friedensbeding⸗ eg F de⸗ Miliarpen sionadeseh ein. d ungen Es heißt, der serbische Abgesandte werde erlin, 2. Dez. er reit wegen der— ehe, garolinen⸗Inseln ist nunmehr endgiltig geschlichtet. heule Abend oder moraen früh hierber zurückebren. der zwischen Deutschland und Spanien abgeschlossene Bertrag umfaßt 6 Artikel. Im ersten erkennt deutschland die Souveränetät Spaniens über die darolinen und die Palaoinseln an; der zweite setzt ie Grenze der Inselgruppen fest; der dritte enthält n Bezug auf die Deutschland zu gewährende Schifffahrts- und Handelsfreiheit dieselben Beding⸗ ingen, wie der Vertrag üher die Sulu⸗Inseln vom Jahre 1885; der vierte bewilligt Deutschland eine —ADDD die deulschen Handelsgesellschaften auf den Karolinen als zu Recht bestehend an; der sechste Artikel be— timmt, daß der Vollzug des Vertrages binnen 8 Tagen erfolgen soll. Jede Schwierigkeit, welche dei der Ausführung der Vereinbarung zu Tage dn sollte, wird durch einen Schiedsspruch geregelt werden Becke der Schublade geklebt, ein eigenhändig ge⸗ schriebenes Testament der Wiw. Schmidt, worin dieselbe die Kinder ihres Stiefsohnes, des obenge⸗ naunten Schmidt aus Sengscheidt, als Erben ihres Janzen nachgelassenen Vermögens einsetzt. *St. Ingbert, 4. Dez. Wie aus der Annonce dieser Zeitung ersichtlich, findet kommen⸗ en Sonntag, den 6. Dezember des Nachmittags im 3 Uhr im Cafs Oberhauser dahier ein großes Ztreich Konzert statt, ausgeführt von der dapelle des 30. Infanterie Regiments aus Saarlouis inter der persoͤnlichen Leitung ihres bewähriten dapellmeisters Reczeh. Das Programm, 12 stummern enthaltend, ist ganz nen zusammengestellt uind enthält wie immer nur gediegene Piecen. Hewiß sind die Leistungen der genannten Kapelle noch jedem Musikfreunde in angenehmer Erinnerung. hoffen wir daher, daß auch ihr nächstes Konzert, Fessen Entrée ja nur 50 Pfz. beträgt, sich eines tarken Besuchs zu erfreuen habe. * St. Ingbert, 4. Dez. Gestern wurde hor dem Schöffengericht zu Landau eine schon eit einigen Jahren in der Schwebe befindliche Trottoir⸗ Frage zum Austrag gebracht, die auch hier ind anderwärts von Jnteresse ist. Zwei Haus⸗ igenthümer in der Westbahnstraße hatten sich ge⸗ veigert, den auf sie entfallenden Antheil an den dosten für die Herstellung des Trottoirs zu be— ahlen, wobei sich dieselben auf das heute in der spfalz noch zu Recht bestehende Gesetz vom 11. Frimaire 1807 stützten, dem zufolge die Gemeinden richt nur zur Herstellung und Unterhaltung der Straßen, sondern auch der Trottoirs verpflichtet ind. Das Gericht entschied denn auch zu Gunsten der auf Grund einer ortspolizeilichen Bestimmung Beklagien, indem es in seinen Entscheidungsgründen ausführte, daß ein Ortspolizeibeschluß keinen An— pruch auf Gültigkeit erheben könne, wenn er mit einem bestehenden Gesetze sich in Widerspruch be⸗ inde. Od die Sache noch in zweiter Instanz zur Berhandlung kommen wird, erscheint nach Lage der Dinge mindestens fraglich. S St. Ingbert, 4. Dez. Heute wurde in Blieskastel ein Ehrenmann in jeder Beziehung zur letzten Ruhe gebracht. Es ist dies der Israelite herr Abraham Levi. Im Leben kannte er, denn es zu helfen galt, keinen Unterschied der Religion. Die Artmen Blieskastels fanden an ihm tets einen hilfsbereiten, aber heimlichen und un⸗— eigennützigen Wohlthäter. Besonders suchte er den Armen die Weihnachtsfeiertage zu versüßen zurch Spenden an Geld, Brot, Kartoffeln, Kohlen 1. s. w. Noch vor seinem Tode bestimmte er, daß zei seiner Leiche je ein Katholik, Protestant und Israelite wachen sollten und setzte eine schöne Habe für dieselben aus. Die zahlreiche Betheiligung dei seinem Leichenbegängnifse zeugte von der Liebe und Achtung, welche er sich unter seinen Mitbürgern rworben hat. Möge sein Beispiel Nachahmunqg inden! [*] Schnappach, 4. Dez. Die Zusam- nenstellung der hiesigen Volkszahlung ergab 1396 Finwohner. Im Jahre 1880 hatte Schnappach 1257 Einwohner. Es ergibt sich also für heurige Zählung ein Zuwachs von 139 Seelen. Schürer⸗ Ziegelhuͤtte zahlt 20 männliche und 15 weibliche, Aso zusammen 35 Einwohner. — Deucksachen und Büchersend⸗ ungen nach den vereinigten Staaten von Amerika. 8s ist zu beachten, daß in den dereiniaten Staaten von Amerika auch die mit der Lokale und pfälzische Nachrichten. — * St. Ingbert, 4. Dez. „Lachender Erbe“ u sein, ist nicht unangenehm; aber nachträglich ein Erbtheil wieder herausgeben zu müssen, das st mehr als unangenehm. Diese Ecfahrung sollten ie Geschwister der vor kurzem dahier verstorbenen Wiw. Schmidt, geborenen Ganster, machen. Da Rie Ehe derselben mit ihrem schon früher verstor— Fenen Manne kinderlos war und nach ihrem Tode ein giltiges Testament in ihrem Nachlaffe gefun⸗ en wurde, so traten gesetzlicher Besttimmung zufolge hre Geschwister in den Besiß ihrer Hinterlassen⸗ chaft, während ein Sohn ihres Mannes aus erster zhe, der Wirth und Fuhrmann Schmitt aus Seng⸗ cheidt, leer ausging. Am Montag ließen die ücklichen Erben den gesammien Nachlaß, Haus, harten und Möbel, versteigern. Dabei kam ein gfeilerschränlchen in den Besitz des Schmelzarbeiters Zraus. Beim Auswaschen des Schränkchens fand dun Frau Kraus am nächsten Tage fest an die Ausland. Wien, 3. Dez. Die „N. Fr. Pr.“ meldet msz Pirof Alexander verlangt in seinen Frie— Post vom Auslande eingeführten Bücher und Druck⸗ sachen vor der Aushandigung an die Adressaten iner zollamtlichen Behandlung unterworfen werden. Zeitungen und Zeitschriften, ferner Drucksachen (mit Ausnahme von Büchern), aus deren Menge xc. zu schließen ist, daß sie nicht zum Verkauf. sondern zum persoönlichen Gebrauch der Adressaten bestimmt sind, bleiben als Gegenstände des freien Berkehrs ohne Zollansatz und gehen den Empfüngern Haher ohne Kosten zu. Die Bücher und zollpflich⸗ igen Druckssachen dagegen werden den Empfängern yoͤn den Postanstalten nur gegen Entrichtung des don der Zollverwaltung festgesetzten Eingangszolles, welcher 25 Prozent vom Werthe betrigt, ausge⸗ händigt. Den Werth setzt ebenfalls die Zollbehoͤrde iest, was bei Büchersendungen namentlich zu be⸗ rücksichtigen ist. DKaiserslautern, 2. Dez. Der erst seit ca. 8 Tagen hierher übergesiedelte Photograph Alfons Jäger, welcher das Atelier des Photographen Schramm am Marktiplatz läuflich erworben hatte, wurde heute früh todt in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Der Unglückliche, welcher sich schon seit einigen Tagen mit Selastmordgedanken trug soll diesen Schritt infolge unglücklicher Geschäfts⸗ pekulation gethan haben. Auf einer in dem Arbeitszimmer aufgehängten Schiefertafel waren die Woͤrte niedergeschtieben: „Aus Verzweiflung. Gott sei mir gnadig und meiner Familie barm⸗ Jerzig.“ (Pf. Pr.) In einer Kaiserslauterer Schule soll ein Junge, dem schon Tags vorher eine Strafe vegen ungezogenen Betragens angedroht war, kürzlich bei der Exckution derselben keine Miene derzogen haben, worüber der betreffende Tehrer, welcher dem ungezogenen Jungen die Regeln der Wohlanftändigkeit aus allen Leibeskräften nicht ber ⸗ mittelst des Nürnberger Trichters, sondern mit inserem alten Freund und Bekannten aus der Schule, dem Stock, beizubringen suchte. fich baß derwunderte. Angestellte Untersuchung ergab, daß der Delinquent die elastische Tournüre seiner Schwester zum Schutze gegen das Attentat auf seine verkehrte Front angelegt hatte. — Aus dem Zehtlerthale, 1. Vovb. Heui wurde der 18 Jahre alte Sohn des Müllers Danick Sieuermald von der Wiesenmühle, Ge⸗ meinde Einselthum, Namens Daniel Steuerwald, derhaftet. Derselbe soll nämlich den in gleichem Alter stehenden Sohn des in Albis heim wohnhaften Ackerers Jakob Göhring am Sonntag Abend durch Messerstiche derart traktirt haben, daß dieser schwer— vnerletzt darniederliegt. Neustadt, 8. Dez. Nach vörläufiger Aufstellung beträgt die Einwohnerzahl hiesiger Stadt nach der Zäͤhlung vom 1. Dezember 1885: 5719 männliche, 6528 weibliche, in Summa 12,242 Personen. gegen 11,321 bei der letzten Zählung im Jahre 1880. Es ergibt sich demnach in Zuwachs von 921 Seelen. grrrweiler, J1. Dez. Ein sehr be— dauerlicher Unglücksfall ereignete sich, wie schon kurz exwähnt, gestern Nachmittag in hiesiger Gemeinde. Fin angesehener und braver Bürgersmann von hier, Namens Nikolaus Heintz, war gerade am Bahnhof mit Faßladen beschäftigt, als beim Einfahren eines Zuges sein Pferd scheu wurde und durchging. Er wolite dasselbe an der Leine, welche er sich um die Hand wickelte. halten, aber das scheue Thier schleifte ihn eine Strecke nach, bis die Hand vom Arme losgerissen war. Die Räder des Wagens gingen dem Unglücklichen über den Kopf, worauf sofort der Tod eintrat. Wie schrecklich muß der Schmerz seiner Frau und Kinder gewesen sein, als man hnen den Vater, der sie vor einer Stunde gesund verlassen hatte, als Leiche brachte. — Speyer, 2. Dez. Gestern fand dahier die jährlich Generalversammlung des Retscher⸗ Vereins statt. Die für ganz Deutschland zum Besten des Vereins geplante Kirchenkollekte wurde zunächst für Bayern erstrebt In der Pfalz ergab sie die Summe von 4352 M. Ueber das Frgebniß im jenseitigen Bayern liegt noch kein be— stimmtes Resultat vor. Der Gesammtvermögens tand des Vereins beläuft sich mit Einschluß des Bauplatzes im Werthe von 41,000 M. und eines Haufes mit Garten, gewerthet zu 6000 M., auf 329, 430 M. 24 Pf. — Ludwigshafen a. Rh., 29. Nov. Der von dem hiesigen Stadtrath gefaßte Beschluß, zas bezüglich der Errichtung von neuen Wirth— chaften bestehende Ortsstatut umzawerfen. iit von dem k. Bezirkdamte nicht genehmigt worden. Es st also nach wie vor die Errichtung einer Wirth⸗ chaft dahier von der Bejahung der Bedürfnißfrage ibhängig. — Vudwigshafen, 3. Dez. Nach der uin Dienstag stattgefundenen Valkszählung beträgt die Einwohnerzahl hiesiger Stadt 21,037 Seelen; »avon entfallen auf den oberen Stadttheil 11,356 nuf den unteren Stadttheil resp. Hemshof und Bräfenau 9681 Seelen, gegen 1880 eine Zunahme hon 5025 Seelen oder 40 pCt. Vermischtes. FStraßburg, 2. Dez. Gestern Nach- mittag 2 Uhr wurde an der Drahtbrücke in der Ill die Leiche eines etwa 45jährigen unbekannten Mannes gelandet. Die Leiche zeigte unterhalb )es Herzens einen tiefen Messerstich. Ob hier »in Verbrechen vorliegt, wird die Untersuchung ergeben. F Von der Sieg, 28. Nov. Dreizehn fFisenwerke des Siegerlandes haben sich vorläufig uuf die Dauer von drei Jahren vereinigt zu dem —WEV prechend zu regeln und den Vertrieb dieser Eisen⸗ orte unter Festsetzung von Minimalpreisen unter inheitlichen Bedingungen im In⸗ und Auslande zemeinsam zu bewirken. Düsseldorf, 27. Nov. Die Fabrikation alscher Legitimationspapiere scheint in großartigem Maßstabe betrieben zu werden, denn bei den meisten dandstreichern werden jetzt falsche Papiere gefunden, die mit. großer Sorgfalt angefertigt sind, so daß teinem Landstreicher mehr zu trauen ist. Der Polizei ist die Kontrole dadurch sehr erschwert. 7 Köoln, 2. Dez. Der hohe Wasserstand des Rheines, hier 5 Meter 53 Centimeter, wird »erursacht durch die Hochfluthen des Neckars, der dahn und der Sieg; auch Ruhr und Lippe tragen im Niederrhein zum Wachsen des Wassers bei. Der Neckar stieg gester den ganzen Tag über, die Lahn war heute Morgen noch fortwährend m Steigen begriffen; in Wetzlar hat sie einen Theil der Neustadt unter Wasser gesetzt. Die Sieg hat gestern schlimm gehaust, heute ist sie bei inem Stande von 3 Meter zum Fallen gekommen. die Ruhr sent augenblicklich die Lagerplätze und Magazine bei Ruhrort in Gefahr, die in Folge des großen Zuflusses in den Rhein dieser, bei Ruhrort auf 5 Meter 6 Centimeter gewachsen ist. Die Mosel fällt seit gestern. (Hochwassernachrichten ommen auch von der Donau und Isar.) F München, 2. Dez. In unserem Nach⸗ narorte Bogenhausen ist in letzter Nacht ein Raub- mord verübt worden. Der verwitiwete 62 Jahre alte Michael Bader wurde heute Morgen todt vor seinem Hause liegend, gefunden. Im Hause waren mehrere Behältnisse erbrochen und des Inhalts be— raubt. Von den Thätern, man nimmt an, daß es mehrere seien, ist bisher keine Spur entdeckt. F Welch wunderbares Schauspiel der Stern— schnuppenfall am 27. v. Mtis. an solchen Irten geboten hat, an denen die Beobachtung durch Wolken nicht beeinträchtigt war, dafür spricht ein Schilderung, welche dem Wiener Neuen Tagblat! don Wolfgangsee zugegangen ist. Sie lautet: „Der von den Astronomen avifirte Sternschnuppen⸗ fall stellte sich Freitag, den 27. d., zwischen 6 und 3 Uhr Abends in seit Menschengedenken hier noch nicht gesehener Intensität ein. Buchstäblich „schneite“ s die meteorischen Feuergarben und es zeigte sich »as Ganze als ein selten prachtvolles Naturwunder. Das denkbur reinste Firmament, sternenbesäet, voll⸗ ommen windstill. Unten der spiegelglatte See, nus welchem der ganze Sternenhimmel widerstrahlte. Das Bild eingerahmt durch die dunklen, aber mit ccharfen Konturen hervortretenden Gebirgskolesse uind innerhalb dieses ganzen hecrlichen Raumes prühte es von tausenden meteorischen Lichtgarben, velche in Form verknallter Raketen ihren Feuer⸗ 'prühregen oft in großen, schlängelnden Lichtbahnen über den Himmelsraum hin sandten. Die ganze zjiesige Bebölkerung kam in Bewegung und staunte ob des in solcher Intensität und Schönheit noch naie hier gesehenen Naturwunders. Selbstverständ⸗ ich fehlte es hierbei nicht an vielen, sehr ernsthaft gemeinten Prophezeihungen über die „wunderbare dimmelserscheinung“ welche sicher nichts Gutes be⸗ deuten sol.. Denn was soll heutzutage Gutes »edeuten ?“ F Der Nadarsche Riesenballon o Génante stiea bekanntlich im Jahre 1869 zum J ersten Male auf. Die Reisenden hatten ihre Vor. bereitungen vollendet. Alles war in Ordnung un— man war im Begriff, das sakramentale: all. los“ auszusprechen, als plötzlich ein Knabe von i⸗ Jahren in die Gondel sprang, in welche die Luft— jchiffer eben im Begriff standen, einzusteigen. De eine derselben, Wilfrid de Fonvielle, fürchtend, das der Eindringling ihm seine Instrumente verderbe könnte, stürzte wüthend auf ihn los und rief Nehmt mir den Bengel heraus! Einer der Au— wesenden flüsterte ihm zu: Es ist ein Prinz Es gibt hier keine Prinzen, raus da mii den Lümmel! war die prompte Antwort. Der „Lim mel“ war .... der zukünftige König Alphons XH bon Spanien. j x Ein geheimnißvoller Mord eß die Bewohner von Castellamqre in niq geringe Aufregung und hat bereits zur Verhaftung dreier deutscher Unterthanen geführt. In eine. Schlucht fand man den Leichnam eines etwa12 Jahre alten Knaben mit blondem Haare und blauen Augen, der auf dem Körper mehrer— Amulette trug, welche vermuthen lassen, daß katholisch gewesen ist. Durch zahlreiche Zeugen is festgestellt, daß er noch kurz vorher in Begleitun— ꝛines älteren Herrn, der einen großen Mantel trug gesehen worden ist. Die Polizei nimmt deswegen an, daß er gewaltsam in die tiefe Schlucht gestütz! worden ist, und zwar aus Gründen, die mit eine! noch nicht ganz aufgeklarten Erbschaftsgeschichte zusam menhängen. Vor zehn Tagen logirte der Begleiter de naben mit diesem im Hotel de Genéve zu Neapel und schrieb einen unleserlichen Namendins Fremdenbuch Es liegt mithin sehr nahe, daß er der Mörde desselben, aber schon länzst in Sicherheit ist. Di Polizei hat aber trotzdem drei arme Teufel, sammt lich Deutsche, verhaftet, und vorläufig dem deuische General˖ Konsul übergeben. Zwei davon find Male und einer ist Barbier, namens Karl Althoff. In— zwischen ist der Name, den der vermuthliche Mörden im Hotel de Genöve unleserlich ins Fremdenbud eingetragen hat, sämmtlichen Konsulaten photogta phirt zugestellt worden. Bis jetzt ist irgendwelch Aufklärung über Namen und Heimath des todte Knaben noch nicht erfolgt. Aber die Vermuthung daß er ein Deutscher oder Schweizer aus gute Familie sei, gewivnt immer mehr an Wahrschein— lichkeit. — Eine gräßliche Szene spielte sich am Monh— früh innerhalb der Gefängnißmauern in Norwi? ab, wo Robert Goodale wegen der Ermordun, seiner Ehefrau durch den Strang hingerichtehwurde Als nämlich Alles seinen vorschriftsmäßigen Ver auf genommen hatte und der Verurtheilte mit der von ihm ausgestoßenen Worten „Guter Gott, em pfange meine Seele“, durch das Oeffnen der dall chüre der Ewigkeit überliefert worden war, wurde— die Umstehenden von einem Schrecken ergriffen, ab der leere Strict aus der Tiefe zurückschnellte. Doe beim Hinunterblicken gewahrte man den Kopf de Hingerichteten und den Rumpf abgesondert liegen Foodale wog 15 Stein und hatte einen Fall vo 5 Fuß, und die Gewalt des Sturzes hatte di Trennung des Kopfes vom Rumpfe zur Folge. F In Ludgate⸗Circus in London fand diese Tage eine Vorstellung statt und einer der Stal meister führte ein Pferd, den „Vampyr“, vor, n dem er sagte, dieses Pferd habe die merkwürdit Eigenschaft. daß, wenn ein kleiner Knabe ar seinem Rücken Platz nehme, es sofort zu tarnze beginne. Er fragte, ob Jemand von den Anwesen den das Experiment machen wolle, und im Ni erklärten sich sämmtliche im Hause befindliche Linder hierzu bereit, ja, es entstand ein foörmliche Kampf. Schließlich fiel die Wahl auf den dren zehnjährigen John Nowls, der mit seinen Eltern im Parquet saß; der Stallmeister setzte nun da Kind auf das Pferd und John begann, das Thien zu streicheln. Wahrscheinlich kitzelte die Berühruns den „Vampyr“, denn dieser machte einen Sprun in die Höhe und schleuderte das Kind dicht an di Sitzreihen, wo selbsi es mit zerschmettertem Schaͤde liegen blieb. Das Kleid der ungluücklichen Mutte war von dem Gehirn des armen Kindes vesprißl F Galveston (Texas), 24. Nov. Uehen 400 Häufer sind gestern durch eine furchtbat Feuersbrunst zersstört worden. Der Gesammtverluf Feziffert sich auf Lst. 2 000, 000. Unter den ber brannten Häusern befinden sich auch diejenigen vor Julius Runge, Moritz Lasket. Leon Blum, Jellmann w Fürst Alexander von Bulgarien gehört jetzt unstreitig zu den Fürsten, welche sich der unftreitigen Liebe und begeisterten Verehrung zhrer Unterthanen rühmen können. Als des rus · tischen Czaren Neffe und Liebling am 13. Juli 1879 seinen Einzug in Sofia hielt, da jubelten hin die Bulgaren freilich auch schon zu. Aber damals galt die Begeisterung der endlich errichteten Inabhängigkeit vom Türkenjoche, der Gründung eines selbstständigen Bulgarenreiches, welches Träume erwecken konnte von der Wiederkehr jener glanz vollen Zeiten, wo der „Bulgaren Czar“ Symeon hon der Donau im Norden bis hin zum Pindus unabhängig und kraftvoll herrschte. Den Bulgaren war es thatsächlich im Jahr 1879 ganz gleich— zültig, welchen von den drei Thronkandidaten Alexander von Battenberg, Heinrich von Reuß und Waldemar von Dänemark) sie zum Knjas erwählten und mit dem Prädikat Wisocestow (Ew. Hoheit) anredeten. In dem verhältnißmäßig kurzen Zeitraum von sechs Jahren hat sich diese ursprüag- ische Gleichgültigkeit gegen die Person des Fürsten in das Gegentheil verwandelt und im ganzen Bul⸗ garenlande vom entlegenen Cap Kali Atra, dessen Felsentlippen das Schwarze Meer peitscht, bis zu den zerklüfteten, unwegsamen Regionen des Großen Balkans würde Jung und Alt jetzt bereit sein, für den „vielgeliebten Knjas Alexander“ Gut und Blut zu opfern. Alexander hat diese wunderbare Um⸗ wandlung nur sich selbst zu verdanken. Viel mögen seine Herrschertugenden. seine Gerechtigkeitsliebe, seine Energie, sein Muth und seine Tapferkeit hierzu beigetragen haben. Nimmer aber wäre er als Fremder trotz dieser Vorzuge dem Bulgaren⸗ volke sympatzisch geworden, wenn ihn die Natur in Beziehung auf äußere Erscheinung stiefmütterlich hehandelt hätte. Die Battenberger, dem Liebes— bündniß eines aus uraitem deutschen Fürstenge— schlecht entstammenden Prinzen und einer bildschönen polnischen Gräfin entsprossen, sind sämmtlich schöne Männer und haben, wie bekannt, zum Theil schon ihr Glück bei hochgeborenen Prinzessinen gemacht. Alexander von Bulgarien ist wohl der stattlichste der Brüder. Man muß sich die kindlich naive Denkweise des Bulgarenvolkes, dem die Natur selbst körperliche Vorzüge gegeben hat, vergegenwärtigen, um den Werth der persönlichen Erscheinung des jungen Fürsten ganz zu würdigen. Vor 6 Jahren war seinem Aussehen noch nicht der energische Stempel der Männlichkeit aufgedrückt, trotzdem — so erzählt uns ein Augenzeuge, der sich damals an der Seite des Fürsten befand — wurde er im Volke allgemein der „schöne Knjas“ genannt und die schönere Hälfte der Bevölkerung erwärmie sich sehr bald für ihn. Ein Abenteuer, welches dem Fuͤrsten in der ersten Zeit seiner Regierung passirt sein soll, kann zum Beweise für letztere Behauptuüg dienen. Eines Abends lehnte er in einem parkerre gelegenen Zimmer seines Konaks am Fenster und plauderte, die aus dem von mattem Mondschein übergossenen Park strömenden Blüthendüfte einath⸗ mend, mit einem Freunde und Begleiter aus Berlin. Da plötzlich fühlt er zwei weiche Arme sich um seinen Nacken schmiegen, ein Kuß brannte auf seinen Lippen, es wurde ihm ein Gegenstand in die Hand gedrückt; dann war die weibliche Geftalt, deren Züge im Dämmerlicht nicht zu erkennen varen, im Schatten des Strauchwerkes wieder ver⸗ schwunden. Der Fürst befahl Licht zu bringen, und beim Scheine der Kerzen fand er in dem ihm so geheimnißvoll gemachten Präsent das Bild eines in der griechischen Kirche besonders von Liebenden ingerufenen Heiligen in einem zierlich aus Gold und Silber;Filigran gefertigten Rahmen. In Widdin ist die Golde und Silberfiligran Industrie deimisch; der Fürst ließ deshalb diskrete Nachforsch ungen nach dem Verfertiger des Rahmens in dieser Stadt austellen. Auf diese Weise gelang es seine stürmische Verehrerin zu ermitteln, eine bildschöne Handwerkerstochter aus Widdin, welche in füdlich ungenirter Weise ihren Gefühlen Ausdruck gegeben halie. Knjas Alexander soll ihr später, als sie auf Wunsch ihrer Eltern sich verheirathete, ein fürstliches Hochzeitsgeschenk gemacht haben. That⸗ sächlich wird der Fürst, der übrigens keineswegs 'm Rufe eines leichtfertigen Don Juans steht, von der bulgarischen Frauenwelt jetzt geradezu vergöttert, und Mütter, Schwestern, Bräute sind es besonders, welche die Kriegsbegeisterung für den „vielgeliedten stnjas“ rings im Lande schüren. Mancherlei kleine Anekdoten, die im Volke kolportirt werden, haben diese Stimmung hervorrufen helfen. Da war der Fürst z. B. einmal im Rhodopegebirge auf der Jagd in jener Gegend, wo die sog Pomatken (mo— —F xbber hat seinen Weg in einen Blumengarten ge— nommen, der zu dem Wohnsitz eines wohlhabenden Muselmannes gehört. Der Fürst ist Allen voran, um dem Thiere den Gnadenstoß zu geben. Da ertönt ein Schrei. Eine von den Haremsdamen, die zwischen den Beeten promenirt, hat ihn ausge⸗ toßen. Sie ist zufällig unverschleiert. Es wäre eine Schmach für sie, wenn sie in diesem Zustande »on fremden Männern erblickt würde. Der Fürst ibersieht blitzschnell die Situation, breitet im nächsten Moment sein seidenes Foulard als improvisirten Schleier über das Antlitz der Schönen und siößt dann den Hirschfänger dem schäumenden Thiere in die Kehle. Der Hausherr, der unmittelbar darauf erschien, ist jetzt einer der wärmsten Anhänger seines Znjas. Nicht weniger ist die Rettung eines Bul- Jjarenmädchens im ganzen Lande besprochen worden. Der in's Schwarze Meer sich ergießende Kamtschyl war angeschwollen. An seinem Ufer waren mehrere Mägde mit Wäschereinigen beschäftigt. Eine“ von ihnen wurde von den Wogen erfaßt und fortge⸗ rissen. Der Fürst, welcher sich zufällig in Gesell⸗ schaft des Okrujini Upravitel (Kreisdirektors) in der Nähe befand, sprang ohne Besinnen mit zwei Fischern in einen Nachen und leitete persoönlich die Settung der Gefährdeten. Die bulgarischen Volks— gesange befassen sich bereits mit der Person Alex⸗ unders. Da wird im Lande bis in die entlegensten Gebirgsländer hinein nach einer melancholischen Melodie ein Lied gesungen vom Knjas Alexander, der im fernen Westen eine Prinzessin aus stolzem Zönigsgeschlechte minnet; aber ein grimmer Drache bewacht sie, und nimmer kann er die Geliebte heimführen, bevor nicht der lästige Hüter überwun⸗ den ist . . .. Der grimme Drache ... sollte er nicht zu identificiren sein mit der boͤsen — Politik? f Ueber ein sonderbares Abwehr— mittel der Chinesen gegen die Cholera berichtet der Vereinigten Staaten-Konsul in Foo Choo unterm 18. September wie folgt: Binnen wenigen Tagen sind hier viele Personen an der Cholera erkrankt, doch betrachten die Aerzte die Krankheit nicht als epidemisch, so daß deu den Hafen ver⸗ lassenden Schiffen nach wie vor Gesundheitsatteste ausgestellt werden können. Zur Abwehr gegen die Seuche haben die Chinesen des Nachts und bei trömendem Regen Umzüge veranstaltet. bei welchen die Götzenbilder mitgeführt wurden, und wobei so unsinnig gegessen und getrunken wurde, daß die Theilnehmer vollkommen empfänglich für die Cholera gemacht wurden und ihre Genesung zu einem Ding der Unmöglichkeit wurde, wenn sie von der Seuche defallen wurden. Dieses Herumtragen der Götzen, welche von den Ausländern der „große weiße Teufel“ und der „kleine schwarze Teufel“ genannt werden, bilden die einzigen Sanitäts-Maßregeln, die man in Foo Chog gegen die Cholera anwendet. Der Konsul versichert, daß die 27 am 12. 13. und 14. September innerhalb einer Meile vom Konsulat an der Cholera erkrankten Personen Männer und Knaben waren, welche an derartigen Umzügen Theil genommen hatten. Sterbefälle. Gestorben: in Speyer Frau Sophie Dreyfuß, geb. Westheimer, 70 J. a.; in Landau Frau Maria Antonia Demontant, geb. Jaeger, 85 J. a.; in Ransweiler Jakob Dautermann, 94 J. 6 M. alt; in Ritschmühle b. Kusel Friedrich Studt; in Weilerbach C. F. Berckmann; in Kindenheim Joh. Ph. Bender. Fur die Redaktion veranwortlich: F. X. Demezz. A⸗ Bayrische Bergmannskappen ZettfederneL in schwerem Düffel ettsedern⸗ ager mit dicken vergoldeten Abzeichen harri Unna in Allona iefert in eleganter Ausführung Lerfendet zoͤfrei gegensachnahm zu Mt. 2.50. — A(nicht unter 10 Pfd.) gute neue Hermann Fisther. 335— fur od Jdar din xvorzuüglich gute Sorte 1,25 Lungenleidende abrina een r 1602 änden sichere Hülfe durch den Gebraud n erpachemtz zum— Kostenvreis meiner Lebens⸗Essenz. Husten u. Aus Bei Abnahme von 50 Pfd. wurf hört nach wenigen Tagen au— Decr oo a Aba d dereit Viele, selbst in verzweifelten Fälle, 3 r ee es wird berein fanden völlige Genesung, stets aben willigst umgetauscht orachte sie sofort Linderung. Katarrh! 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Therese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johann Bahnhofstr. 87 Um meiner werthen Kundschaft Gelegenheit zu geben ihre J . — — Weihnachtseinkäufe ãäußerst praktisch und billig zu bejsorgen, habe einen großen Theil meines Lagers bedeutend im Preise ermäßigt. Pdache speziell aufmerksam auf eine Varthie Tricottaillen, schwarze Cachemirreste, seidene und wollene Schürze n, bedeutend unter Preis. Therese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johaun Bahnhofstr. 87 Bekanntmachung. Für Einhaltung des Ziehungstages der II. und letzten Collecte des Unterst.-Vereines für Frauen und Mädchen nächsten Donnerstag den 10. Dezbr. garantirt der Verwaltungsrath: E. Wahl. 3. 3. Vorst. — —RR * Notiz für die Raucher! Da in jũngster Deit mehrfach fremde Pabrikate mit Nachahmung meiner Schutzmarke aufge- aucht sind und geringere Sorten Tabak einzu- führen versucht vurden, so mache ich die cerehrl. Raucher ergebenst darauf aufmerksam, lass bei meinen S mmtlichen Tabax. Fabrikaten, welche sich durch die althewahrte, rute Qualitäât auszeichnen, auf jedema einzetmen Paëket— a18 T7Auf wieviel Loose l Trefferꝰ / —TIQlauf ꝛL)2! MMDSGG; —E — Dad Viooi 8 g ffemühlen, L —Liohe, Loheih Erristben ecpire 22500 Geldgewiune 1653000 M FXA; ic an ohne Abzug. Erwiederung. daud ehch 40000, 1000003 Wenn eine Frau in einer ardolichen 621000, 125500 ꝛc. unmenschlichen Weise von ihrem Manne Ziehuug 10. Dezember 1885. behandelt wird, wie es schon öfters Loose bei den bekannten Ver⸗ vorkam, so hat sie gewiß Ursache ihn kaufsstellen. zu verlassen, wie ich es that. Die lauptagenturlul.soldsehmit War X ———— end, so ist diese ganz überflüssig, da in Ludwigshaten knein. ich solche noch nie machte, im Gegen⸗ in Si. Ingbert bei Joh. Beit eit, ich habe durch meiner Händefleiß 2 W l thei ich h ch Ho s h irich, Friseur. * — * geholfen, bestandene Schulden zu be Buchhandlung und doui ren zahlen und einen Nothpfennig zu er— wenig. Nr. 431. — Eh⸗frau Schmitt, gehb. 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OXOCOCSOXOSGCXOXGCOVAXGOCSOXOXOXOCXOOCCOXOXOMXOY8 —— — Ir eIceee — id. ————— — — — —d“rng in verssa von Fx— wem⸗et in E. ue per c. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. * J er St. Jugberter nzeiger“ ersheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal wochenilich mit Unterhaltungt⸗ jalt und Sonntagt mit Sfeitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiührlich 14 6d ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 4, einschließli H Zustellungegebühr. Die Eiurückungsgebühr fuar die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 18 H, Neclamen 30 8. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. “S M 239. Sonntag, 6. Dezember 1886. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Muünchen, 8. Dez. Zur. Nachricht von dem rojelte einer Monopolisirung des Handels mit ranntwein für das Reich ist zu konstatiren, daß zahyern mit Rücksicht auf seine Reservatrechte in »en Unterhandlungen zwischen den Bundesregier⸗ uingen nicht betheiligt ist. Uebrigens sind die gorschläge den Bundesregierungen schon vor einigen Wochen zugegangen und man glaubt annehmen zu ürfen, daß, eine Verständigung über die dem hundesrathe zu machende Vorlage in nicht zu anger Zeit erfolgen werde. Wie verlautet, soll as Projekt im Wesentlichen dahin gehen, daß die ranntweinbrennereien verpflichtet sein würden, venjenigen Theil ihrer Produktion, den sie nicht nusführen, ausschließlich an den Staat beziehungs⸗ zeise das Reich zu liefern, der alsdann unter heblichen Steuerzuschläͤgen den Branntwein an ic inlandischen Konsumenten verkaufen würde — Ausland. —X— ut Balkanfrage folgende, wie es scheint, von gut mterrichteter Seite stammende Note: „Nach un⸗ eren Informationen scheint Oesterreich Ungarn den Bunsch zu hegen, den Eindruck seiner jüngsten In— ervention beim Fürsten Alexander abzuschwächen. In den ministeriellen Kreisen hört man die Aeußer⸗ ing wiederholen, daß der österreichisch⸗ungarische Befandte in Serbien dem Fürsten Alexander nicht nii dem Einrücken der österreichischen Truppen in Serbien gedroht habe, sandern ihm nur hat sagen wollen, daß, wenn die bulgarische Armee ihre er⸗ XE aien und der Herzegowina Rüchwirkungen geltend machen könnten, welche die österreichisch-ungarische Regierung nöthigen würden, Devensivmaßregeln zu ergreifen. Diese nachträiglichen Abschwächungen verden als hervorgerufen betrachtet durch den Tagesbefehl des Kaisers Alexander, worin bekannt⸗ ich die russischen Sypathien für die bulgarische Armee bestätigt werden.“ Man glaubt in diesen Thatsachen das Anzeichen eines trotz der Anstreng⸗ ungen des Fürsten v. Bismarck latenten Konflikts wischen Rußland und Oesterreich zu sehen. Zur Bekräftigung dieser Eindrucke fügt man hinzu, daß, venn der Fürst v. Bismarck gewissermaße die »uestion préalable vermittelst der kaiserlichen Zotschaft der Diskussion die Interpellation über zie Ausweisungen im Reichstage entgegengestellt jat, er dies that, weil er um jeden Preis unter den gegenwärtigen Umständen eine Debatte ver— meiden wollte, welche die Beziehungen Deutschlands nit Rußland und Oesterreich hätte berühren müssen ind welche bei dem Zustand der Spannung, in em sich die Beziehungen dieser deiden letzten Mächte *befinden, die ernstesten Unzuträalichkeiten zargeboten haben würden.“ Ueber die Verhuste der beiden Krieg⸗ Ahrenden in dem serbischbulgarischen Feldzug vird berichtet: In den beiden Kampftagen bei Zzirot wurden bulgarischerseits ungefähr 800 Mann nuher Kampf geseht und haben beiderseits 40 dis 15.000 Mann an dem Kampfe theilgenommen. die Serben hatten seit Beginn des Feldzuges einen Jerlust von 107 Offizieren und ca. 6000 bis 3000 Mann. Die Buigaren verloren im Ganzen 3000 Mann. — kEokale und pfälzische Nachrichten. ⸗St. Ingbert, 6. Dez. Die Volks— 416 Lunmq eraqab für die hiesige Stadt die Gee⸗ sammt-Bevsölkerungsziffer von 10344, dabon sind 10303 ortsanwesend und 41 dorübergehend abwesend. Gegen die Volkszählung don 1880 beträgt die Zunahme der Bevölkerung 188 Seelen, also circa 5 Prozent. Von den xinwohnern gehören 5221 dem männlichen und 5123 dem weiblichen Geschlechte an. Auf die einzelnen Stadtviertel vertheilt sich die Bevölkerung wie folgt: J. Stadtviertel: 1797 (882 männl. und 915 weibl.) II. Stadtviertel: 2441 (1190 männl. und 1251 weibl.) II. Stadtviertel: 1733 (892 männl. und 841 veibl.) 1V. Stadtviertel: 2009 (982 männi. und 1027 weibl) Eisenwerk: 932 477 männl. und 455 weibl) Schnappach: 13897 (778 männl. und 619 weibl.) Schüren: 35 (20 männl. und 15 weibl.) — Zweibrücken, 2. Dez. In der Ding- ler'schen Maschinenfabrik dahier ereignete sich heute ein Unglücksfall, indem eine Eisenplatte zu Fall kam und dem Kesselschmied Flamm von Buben⸗ zausen ein Bein durchschlug. — Pirmasens, 2. Dez. Nach der vor- äufigen Zusammenstellung des Volkszählungs⸗ Ergebnisses zählt Pirmasens 14,830 Einwohner gegen 12,039 im Jahre 1880.) — Die Sitadt Kaiserslautern ist auf Bcund der letzten Volkszählung berechtigt, allein einen Abgeordneten in den Landtag zu wählen. — Von der Trualb, 2. Dez. Ein drolliges Vollkszählungsstückchen ereignete sich in der Gemeinde Zertlingshausen. Der Gemeindeschreiber Dell von Wattenheim kam mit den Zähllisten in die Ge— neinde Hertlingshausen, um die Bogen zu ver⸗ heilen. In dem Hause Nr. O war nur ein zehn⸗ ahriger Knabe anwesend. Der Gemeindeschreiber Jjab demselben den Fragebogen mit dem Bemerken „am Dienstag wird der Bogen abgeholt.“ Der Bube aber verstand statt Bogen „Bock“ und als die Mutter nach Hause kam, erzählte der Knabe das Vorgefallene. Da der Mann wirklich einen Ziegenbock hielt und die Frau meinte, der Frage⸗ bdogen sei ein Zahlbefahl, so eilte sie zu dem Ge⸗ meindediener, denselben mit allen erdenklichen Vor⸗ würfen überhäufend, sie wolle sehen, wer ihr den Bock wegnehme, sie sei niemand etwas schuldig. Es tostete keine kleine Mühe, der Aufgebrachten den Standpunkt klar zu machen. — Osthofen, 5. Dez. (UAnsinnige Wette.) Bestern Abend wettete ein bei Schweinemetzger Mertz beschäftigter Geselle in einer hiesigen Wirth⸗ schaft 19 Glässchen Branntwein aͤ 5 Pfennig zu rinken, was er auch vollbrachte. Heute Morgen fonnte nur der Tod konstatiert werden. Alle ärzt- lichen Belebungsversuche blieben erfolglos. — Grünstadt, 2. Dez. Ein seltenes Thier wurde gestern von Herrn Blank aas Eberts⸗ jeim erlegt. Derselbe schoß im Altleininger Thale einen Seeadler. Derselbe mißt vom Schnabel bis zur Schwanzspitze 95 Cent., die Flügelweite (auf⸗ Jjespannt) beträgt 246 Cent., das Gewicht 12 Pfund. Diese Vögel sind nar im Norden anzu—⸗ reffen und hat sich das seltene Exemplar in unsere Gegend verpflogen. -(Curiosa von der Volkszühlung in der Zfalz.) In Grünstadt kam der Fall vor, daß ine Dienstmagd. als sie vom Zähler nach ihrem stamen, Geburtstag ⁊c. befragt wurde, in heftiges heulen und Lamentiren avbsbrach, erklärte, sie habe zichts gemacht und sie wisse von nichts und schließ— lich die Flucht ergriff. Nur nach vieler Mühe ge⸗ ang es, sie wieder zu beruhigen. —* Im Bahnhofe Ludwigshafen ent⸗ Jleisten gestern Morgen bei Ausfahrt des ersten Personenzuges nach Neunkirchen die beiden Maschi⸗ ien, da der Zug Vorspann hatte, nebst Poste und Padckwagen. Verletzt wurde Niemand. Ursache bis setzt noch unaufgeklärt. J* WVolkszahlungsresultat: Frankenthal 10925 Einwohner (gegenüber der letzten Volks⸗ ählung ein Mehr von 1882.) Vermischtes. — fBochum, 3, Dez. Die Wegsbphälische Berggewerkschaftskasse bewilligte heute mit 1761 gegen 15 Stimmen eine Million Mark für den khein· Ems· Kanal. 7 Ein bebrillter Esel. Aus Hagen vird der „K. Volksztg.“ geschrieben: Ein Lumpen⸗ ammler in dem benachbarten Wehringhausen besitzt inen Esel, der bereits diverse Jahre seine Pflicht als Vorspann des Wagens mit Ernst und Würde erfüllt. In letzter Zeil schien Grauchen nicht recht iicher in seinen Bewegungen zu sein und nach ein⸗ Jehender Untersuchung stellte es sich heraus, daß as Thier kurzsichtig geworden. Kurz entschlossen vurde dem Eselchen eine Brille angeschafft, die es nun mit ebenso biel Stolz als Verständniß auf der Nase trägt; die Kurzsichtigkeit ist uun gehoben. Dieser bebriũte Esel ist keine Ente, was hiermit ausdrücklich betont jei F Sterbefälle. Gestorben: in Otterberg Karl Joseph Fetteroll, 68 J. alt, in Friedelsheim Heinrich Baczensky, 24 J. alt, in Neustadt a. H. Frau Forstrat Adelheid Beib, geb. Denis. Ra di Vedamon veranworinæ. ẽ Gestern beanstaudete, jedenfalls öer⸗ anlaßt durch Mißverständniß oder Anzeige, die PolizeiDirekttion München die deggendorfer Plakate, da es auf den⸗ selben heißt: Man kann gewinnen: 120,000 Mark u. s. w. Es erhellte jedoch alsbald aus der Ministerialentschließung, daß der Deggendorfer Ge⸗ vinnplan vollständig seine Richtigkeit hat und man hatsächlich bei Deggendorf gewinnen kann: 120,000 Mk., 70,000 Mi., 50,000 Mtk., abä Mark, 10,000 Mk., 2 mal 6000 Mk., 10 mal 1000 Mk. u. s. w. Es kann nämlich derjmige. welcher bei der Deggendorfer Ziehung den Haupt⸗ reffer von 50,000 gewinnt, bei der Schlußziehung, wobei die Geldprämie von 70,000 Mk. ausgelost wird, auch diese noch gewinnen, so daß man also bei der Deggendorfer Lotterie thatsächlich 120,000 Mark gewinnen kann. Es kann aber auch derjenige, »er bei der allgemeinen Deggendorfer Ziehung nichts gewonnen hat, diese Geldprämie von 70,000 Mark, über welche nach Vollendung der allgemeinen ziehung das Loos geworfen wird, noch gewinnen. lebrigens gingen bereits über drei Millionen deggendorfer Prospekte aus der Druckerei der Herren ßehrr. Parcus herbvor, die allenthalben ver⸗ zreitet wurden und die Gewinneintheilung, sowie Ziehungsmodus enthalten. Es findet diese neue Deggendorfer Gewinneintheilung solchen Anklang m Publikum, daß die Deggendorfet Loose rasen⸗ den Abgang haben und die Deggendorfer Ziehung hereits Un wideruflich am 7. Januar vor⸗ jenommen werden kann. Der Deggendorfer Zieh⸗ ingstag ist durch die Kirchenverwaliung Deagendorf zesichert 30N 995 70 30. 8 90 T 04 Nur nochęę heute 23Frauen-3 Unterstütz. 23Lo0ooso à l M. z —33 7.0 5 00 0 Café Oberhausep. Sonntag, den 6. Dezemberr 1885 darosesses SfreictiGoncert, ausgeführt von der Kapelle des 80. Infanterie-Regiments aus Saar boui⸗ , unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Reckzeh. Anfang 5 Uhr Nachmittags. Entrée à Person 50 Pfg. PEROGERMAMM. J. Theil. Bivouak-Marsch. 5v. Strauß. Steyerische LustspielOuvertur v. Reckzeh. Charcotte-Walzer.. o. Millöcker. Concert-Arie für Clarinettee.... y. Reißig. II. Theil. 3., Das Vöglein im Baume, Solo für Violine. 6., Jubel Quadrille.... Za.,. Abendlie.... 7b., Piccicato-Stüukte 8., Herzklopfen-Polka Mazurka für Xylophon. III. Theil. 9., Offenbachianer Fantasiee.... . . v. Conradi. 10., Finale aus der Oper Marth...... v. Flotow. 11., Die beiden Zukunfts-Trompeter. v. Reinsch. 12.. Conuo-Marscheee vp. Reckzeh. zweibrücher Tagblatt. nͤal. Forstämter Blieskastel, Carlsberg, Jägersburg, Neuhäusel und Zweibrücken. Wirksames Organ für die Verbreitung von Inseraten in der Südwestpfalz. Die in der Samstag-Nummer enthaltenen Inferate finden ur aunhne i en Plakat⸗Anzeiger, welcher in sämmtlichen Wirthschaften und Badnhöfen der Südwestpfacn breitet wird. HZo, Ubernehme jederzeit fir Lohn-⸗Spinnerei Schornreute zu Ravensburg EIAMAChS. IAMIVnd AbWverg „um Spinnen, Weben und Bleichen. Länge des Schnellers 1228 Meter. Bahnfracht hin und zurück auf Kosten der Spinnerei. Reel und billigste Bedienung bei vorzüglicher Qualität. Der, Agenit: J in St. Ingbert J. FREDRlioh. Danksagung. *»c7— Wir bitten Alle, welche bei unsetm! Honiglebkuchen chmerʒlichen Verluste uns die herzlichen hei Fritz Friedrich che Beweise der Theilnahme gaben, hier · »i 53 mit unsern innigsten Dank entgegen — nehmen zu wollen. Für die Hinterbliebenen: Lircohæer. Zu Ehren unseres Kameraden und Gesellschaftsältesten M. B. lassen wir zu seinem Ramensstage ein drei— maliges, donnerndes Quack! Quack! Quack! erschallen, daß die Hausthüre rappelt ind sein Liebchen vor Freude zappelt. Montag Abend 7 Uhr 50 Versammlung. die Quatkgesellschaft. Honiglebkuchen owie Baseler Leckerle in feiner Waare empfiehlt Joh. Fries, —E — —— Die gaarntirt reinschmeckenden gerAnnten Java-LKalfee's aus der Dampf · Caffer · Brennereit eon J Jinaud gopitz in Bop aD Rueint sind in Originalverpackungen pong⸗ Ua, Ua und Us Kilo zu baben iin St. Ingbert bei Jocefe LRKunhnmn, N. Jung und *8* P. Zepp. F ———— Ein Mädchen aus anständiger Familie, welches Liebe zu Kindern hat und alle häuslichen Arbeiten verrichten kann, sucht eine passende Stelle, für gleich oder bis J. Januar. Bayrische Bergmannskappen Meyiyss Abreiß-Kalender für 1886. Künstlerisch schön ausgeführt. Geschmackvoller Zimmer- und Wandschmuck. Mey's Abreiß-Kalender für 1886 ist elegant und dabei solid hergestellt Er enthält circa: 200 ausgewablto Kodhrecepto für die bürgerliche und feine Küche, und eigunet sich deshalb vls FAa Schönes billiges Weihnachtsgeschenk für die Hansfrau. Du preis nur 50 ILf, das Siuch. Verkaufsstellen von Mey's Abreiß⸗Kalender: die Expedition des „St. Ingberter Anzeiger“ oder vom Versand-Geschaft UEV FDIIOH, Plagwita-Leipzis. Wirksamstes Mittel für Brust-und Hustenleidende. 3 Roeslers Gummi-Brustbonbons begutachtet von Herrn Dr. Th. Sachs, Vor- stand d.stidt. Laboratoriums i. Heidelben Bei Mund-, Rachen-, Kehlitopf- — Brust-Katarrhen rcuich empfohlen, um dis Trockenhoeit der leidenden Theile und ihro Empfindlichkeit gegen Sussers Fin- — ym zu heben, den Schleim zu osen und leicht entfern bar zu muchen. Preis per Schachtel 28 Pfennis. —— Emil Roesler. Conditoreiwaaren· Fabrik, Heidelborg. Zu haben bei: J. Rielcel, Conditor in St. Ingbert, VEA. Lutæ in Schnappach, P. Hauclc in Blickweiler, P. Groher in Blieskastel. J. Jäger, Conditorei in Homburg. Nur v 10 Tane dauert der 264 Mil des brillant und reich ausgestatteten Bayérischen Familion-Kalendors Zu haben in der Expedition des .St. Ingberter Anzeiger“. Unserer heutigen Nummer liegt eine Extra⸗Beilage der Firna Mey KeuEdlich, Plag witz Leipzig bei, worauf wir unsere Leser noch ganz besonders aufmerksam nachen.“ Hierzu „Illustrirtes Sonn⸗ tagsblatt“ Nr. 10. — Frachtbriefe für gewöhnliches Gut „GEilgut F. X. Demetz. Druck und Versag von F. x. n schwerem Düffel mit dicken vergoldeten Abzeichen iefert in eleganter Ausfuhrung zu Mtk. 2.50. dermann Fischer. Demeß in St. Inqaberi. zu baben bei Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 2* αισνιαιααααα ᷣαιιααα: w dhccadeeuktvkede WWhetedecdetacelliucdMeDäαÑασäσσοοο.XXÆæĩXôMul X3 ä — — Wvenanuu — — — „BVWE———ü—⏑ ⏑ —„”——oö 2»2 2 — Der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wdchentlich füufmal: Am Montag, Dienstag, Donnersétag, Samstag und Sonntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ dlatt und Sonntags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 14 60 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 75 4, einschließli 10 ñBZustellungsgebuühr. Die Einrückungsgebühr für die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A. Neclamen 30 —. Bei 4maliger Einxückung wird nur dreimalige berechnei. —— — — 20. Jahrg. 4 Deutsches Reich. München, 83. Dez. Zur Nachricht von dem Zrojekte einer Monopolisirung des Handels mit Zranntwein für das Reich ist zu konstatiren, daß Bayern mit Rücksicht auf seine Reservatrechte in den Unterhandlungen zwischen den Bundesregier⸗ ungen nicht betheiligt ist. Uebrigens sind die VBorschläge den Bundesregierungen schon vor einigen Wochen zugegangen und man glaubt annehmen zu dürfen, daß eine Verständigung über die dem hundesrathe zu machende Vorlage in nicht zu janger Zeit erfolgen werde. Wie verlautet, soll das Projekt im Wesentlichen dahin gehen, daß die Jranntweinbrennereien verpflichtet sein würden, denjenigen Theil ihrer Produktion, den sie nicht ausführen, ausschließlich an den Staat beziehungs⸗ veise das Reich zu liefern, der alsdann unter rheblichen Steuerzuschlägen den Branntwein an ie inländischen Konsumenten verkaufen würde. F Ausland. Paris, 83. Dez. Der „Temps“ bringt heute jur Balkanfrage folgende, wie es scheint, von gut interrichteter Seite stammende Note: „Nach un⸗ eren Informationen scheint Oesterreich Ungarn den Bunsch zu hegen, den Eindruck seiner jüngsten In⸗ ervention beim Fürsten Alexander abzuschwächen. In den ministeriellen Kreisen hört man die Aeußer⸗ ing wiederholen. daß der österreichisch- ungarische Besandte in Serbien dem Fürsten Alexander nicht mit dem Einrücken der österreichischen Truppen in Serbien gedroht habe, sandern ihm nur hat sagen vollen, daß, wenn die bulgarische Armee ihre er⸗ cungenen Vortheile verfolgen würde, sich in Bos⸗ nien und der Herzegowina Rückwirkungen geltend machen könnten, welche die österreichisch⸗ungarische Regierung nöthigen würden, Devensivmaßregeln zu ergreifen. Diese nachträiglichen Abschwächungen werden als hervorgerufen betrachtet durch den Tagesbefehl des Kaisers Alexander, worin bekannt⸗ iich die russischen Sypathien für die bulgarische Armee bestätigt werden.“ Man glaubt in diesen Thatsachen das Anzeichen eines trotz der Anstreng⸗ ungen des Fürsten v. Bismarck latenten Konflikts wischen Rußland und Oesterreich zu sehen. Zur Bekräftigung dieser Eindrucke fügt man hinzu, daß, wenn der Fürst v. Bismarck gewissermaße die puestion préalable vermittelst der kaiserlichen Votschaft der Diskussion die JInterpellation über die Ausweisungen im Reichstage entgegengestellt hat, er dies that, weil er um jeden Preis unter den gegenwärtigen Umständen eine Debatte ver⸗ meiden wollte, welche die Beziehungen Deutschlands mit Rußland und Oesterreich hätte berühren müssen und welche bei dem Zustand der Spannung, in dem sich die Beziehungen dieser Leiden letzten Maächte 'befinden, die ernstesten Unzuträalichkeiten dargeboten haben würden.“ Ueber die Verluste der beiden Krieg—⸗ Uhrenden in dem serbischbulgarischen Feldzug vird berichtet: In den beiden Kampftagen bei Pirot wurden bulgarischerseits ungefähr 5300 Mann wßer Kampf geseßt und haben beiderseits 40 bis 15, 000 Mann an dem Kampfe theilgenommen. die Serben hatten seit Beginn des Feldzuges einen Jerlust von 107 Offizieren und ca. 6000 bis 3000 Mann. Die Buigaren verloren im Ganzen 900 Mann. Lokale und eische Nachrickten. *St. Ingbert, 6. Dez. Die Volks⸗ heLunaq ergdab für die bhiessage Stadt die Gee— fammte-Bevslkerungsziffer von 10344, davon sind 10303 ortsanwesend und 41 porübergehend abwesend. Gegen die Volkszählung von 1880 beirägt die Zunahme der Bevölkerung 188 Seelen, also circa 5 Prozent. Von den Einwohnern gehören 5221 dem männlichen und 5123 dem weiblichen Geschlechte an. Auf die zinzelnen Stadtviertel vertheilt sich die Bevölkerung vie folgt: J. Stadtviertel: 1797 (882 näunnl. und 915 weibl.) II. Stadtviertel⸗ 2441 (1190 männl. und 1251 weibl.) Ul A veibl.) IV. Stadtviertel: 2009 (982 nännl. und 1027 weibl) Eisenwerk: 982 477 männl. und 455 weibl) Schnappach 1397 (778 männl. und 619 weibl.) Schüren: 35 (20 männl. und 15 weibl.) — Zweibrücken, 2. Dez. In der Ding- ler'schen Maschinenfabrik dahier ereignete sich heute zin Unglücksfall, indem eine Eisenplatte zu Fall 'am und dem Kesselschmied Flamm von Buben⸗ Jausen ein Bein durchschlug. — Pirmasens, 2. Dez. Nach der vor⸗ äufigen Zusammenstellung des Volkszählungs Ergebnisses zählt Pirmasens 14,830 Einwohner (gegen 12,039 im Jahre 1880.) — Die Stadt Kaiserslautern ist auf Geund der letzten Volkszählung berechtigt, allein einen Abgeordneten in den Landtag zu wählen. — Von der Trualb, 2. Dez. Ein drolliges Vollszählungsstückchen ereignete sich in der Gemeinde Hertlingshausen. Der Gemeindeschreiber Dell von Wattenheim kam mit den Zähllisten in die Ge— neinde Hertlingshausen, um die Bogen zu ver heilen. In dem Hause Nr. 0 war nur ein zehn ähriger Knabe anwesend. Der Gemeindeschreiber zab demselben den Fragebogen mit dem Bemerken „am Dienstag wird der Bogen abgeholt.“ Der Bube aber verstand statt Bogen „Bock“ und als die Mutter nach Hause kam, erzählte der Knabe )as Vorgefallene. Da der Mann wirklich einen Ziegenbock hielt und die Frau meinte, der Frage bogen sei ein Zahlbefahl, so eilte sie zu dem Ge— meindediener, denselben mit allen erdenklichen Vor—⸗ würfen überhäufend, sie wolle sehen, wer ihr den Bock wegnehme, sie sei niemand etwas schuldig. Es ostete keine kleine Mühe, der Aufgebrachten den Standpunkt klar zu machen. — Osthofen, 5. Dez. (Unsinnige Wette.) Gestern Abend wettete ein bei Schweinemetzger Merz beschäftigter Geselle in einer hiesigen Wirth⸗ schaft 19 Gläschen Branntwein 4 5 Pfennig zu frinken, was er auch vollbrachte. Heute Morgen sonnte nur der Tod konstatiert werden. Alle ärzt- lichen Belebungsversuche blieben erfolglos. — Grünstadt, 2. Dez. Ein seltenes Thier wurde gestern von Herrn Blank aas Eberts⸗ heim erlegt. Derselbe schoß im Altleininger Thale einen Seeadler. Derselhe mißt vom Schnabel bis zur Schwanzspitze 95 Cent., die Flügelweite (auf⸗ gespannt) beträgt 246 Cent., das Gewicht 12 Pfund. Diese Vögel sind nar im Norden anzu⸗ treffen und hat sich das seltene Exemplar in unfere Gegend verpflogen. CEuriosa von der Volkszählung in der Pfalz. In Grünstadt kam der Fall vor, daß eine Dienstmagd. als sie vom Zähler nach ihrem Namen, Geburtstag ⁊c. befragt wurde, in hefliges Heulen und Lamentiren ausbrach, erklärte, fie habe richts gemacht und sie wisse von nichts und schließ. lich die Flucht ergriff. Nur nach vieler Mühe ge⸗ lang es, sie wieder zu beruhigen. —* Im Bahnhofe Ludwigshafen ent⸗ zleisten gestern Morgen bei Ausfahrt des ersten Personenzuges nach Neunkirchen die beiden Maschi⸗ nen, da der Zug Vorspann hatte, nebst Poste und Packwagen. Verletzt wurde Niemand. Ursache bis jetzt noch unaufgeklärt. J* Volkszählungsresultat: Frankenthal 10925 Einwohner (gegenüber der letzten Volks⸗ zäühluna ein Mehr von 1882) Vermischtes. fBochum, 3, Dez. Die Wesfsphalische Berggewerkschaftskasse bewilligte heute mit 1761 jegen 15 Stimmen eine Million Mark für den Khein Ems⸗Kanal. »f Ein bebrillter Esel. Aus Hagen wird der „K. Volksztg.“ geschrieben: Ein Lumpen⸗ ammler in dem benachbarten Wehringhausen besitzt einen Esel, der bereits diverse Jahre seine Pflicht als Vorspann des Wagens mit Ernst und Würde erfüllt. In letzter Zeit schien Grauchen nicht recht icher in seinen Bewegungen zu sein und nach ein⸗ gehender Untersuchung siellte es sich heraus, daß das Thier kurzsichtig geworden. Kurz entschlossen wurde dem Eselchen eine Brille angeschafft, die es nun mit ebenso diel Stolz als Verständniß auf der Nase trägt; die Kurzsichtigkeit ist nun gehoben (Dieser bebrillte Esel ist keine Ente. was hiermit ausdrücklich betont i⸗ei terbefalle. Gestorben: in Otterberg Karl Joseph Fetteroll, 68 J. alt, in Friedelsheim Heinrich Baczensky, 24 J. alt, in Neustadt a. H. Frau Forstral Adelhbeid Geib, geb. Denis. Frr die Wedonion verantwortiin: *. X. Deme Gestern beanstandete, jedenfalls ver⸗ anlaßt durch Mißverständniß oder Anzeige, die Polizei-Direktion München die Deggendorfer Plakate, da es auf den⸗ selben heißft: Man kann gewinnen: 120,000 Mark u. s. w. Es erhellte jedoch alsbald aus der Ministerialentschliezßung, daß der Deggendorfer Ge⸗ winnplan vollständig seine Richtigkeit hat und man hatsächlich bei Deggendorf gewinnen kann: 120,000 Mt., 70,000 Mt., 50,000 Mk., 20,000 Mark, 10,000 Mk., 2 mal 6000 Mtk., 10 mal 1000 Mk. u. s. w. Es kann nämlich derjcge, welcher bei der Deggendorfer Ziehung den Haupt⸗ treffer von 50,000 gewinnt, bei der Schlußziehung, wobei die Geldprämie von 70,000 Mk. ausgelosi wird, auch diese noch gewinnen, so daß man also bei der Deggendorfer Lotterie thatsächlich 120,000 Mark gewinnen kann. Es kann aber auch derjenige, der bei der allgemeinen Deggendorfer Ziehung nichts gewonnen hat, diese Geldprämie von 70,000 Mark, über welche nach Vollendung der allgemeinen Fiehung das Loos geworfen wird, noch gewinnen. debrigens gingen bereits über drei Millionen Deggendorfer Prospekte aus der Druckerei der Herren Beher. Parcus hervor, die allenthalben ver⸗ breitet wurden und die Gewinneintheilung, sowie Ziehungsmodus enthalten. Es findet diese neue Deggendorfer Gewinneintheilung solchen Anklang im Publikum, daß die Deggendorfer Loose rasen⸗ den Abgang haben und die Deggendorfer Ziehung bereits un wideruflich am7. Januar vor— genommen werden kann. Der Deggendorfer Zieh⸗ ungstag ist durch die Kirchenverwaltiung Deggendor' Zesicheri 29 92 52 Mur noch heute 2,Frauen- Cae⸗ Oberhause. Sonntag, an G. Dezembeer 1885 GirDsses —⏑ncert, rusgeführt von der Kapelle des 30. Infanterie-Regiments aus Sa arlouie unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Reclzeh. Anfang 5 Uhr Nachmittags. Entrée à Person 50 Vig. LPBPLEROEGSERAMM. J. Theil. Bivouak⸗Marsch.. b. Strauß. Steyerische LustspielOuverturee. vr Reckzeh. Lharcotte-Walzer.. .v. Millöcker. Concert-Arie für Clarineetittee.. . Reißig. L. Theil. 5., das Vöglein im Baume, Solo für Violine... b, Hauser. 8.. JubelQuadrillie n. Strauß. 7.a., Abendlied ... A 7b. Piccicato-Stüuktftfee. Millöcker. cenehimne sedergeit fe 8., Herzklopfen-Polka Mazurka für Xylophon. v. Schlegel. vc. An⸗ . e in ai. Lohn-Spinnerei Schornreute zu Ravensburg 9., Offenbachianer Fantasfie FIAcChs, 10,4f Und Abwerg 10., Finale aus der Oper Martha.. um Spinnen, Weben und Bleichen. Länge des Schnellers 1228 II., Die beiden Zukunfts Trompeter Meter. Bahnfracht hin und zurück auf Kosten der Spinnerei. Reellfhe 12.. Conuo-Marshchcc. und billigste Bedienung ge vorzůglicher Qualität. 7 3 4 Der Agent: Zweib rücher Fagblat. in St. Ingbert I. FRIEDPRICPp. „nigl. Forstämter Blieskastel, Carlsberg, Jägersbure x— —— — ⏑ — Reuhäufel und Zweibrucken. Danksagung. ea nmer Wirksames Organ für die Verbreitung vern Wir bi ch 3 r bitten Alle, welche bei unserm Inseraten in der Südwestpfalz. * li ne e — die herzlichen Honiglebku en hmerzlich st herzlich Fritz Friedrich Die in der Samstag⸗Nummer enthaltenen Inserate finden ruce dene der Theilnahme gaben, hier · don. F —14 Imit innigsten Dank entgegen Anfnahme in dem Plakat— Anz e i g er. me wihhinten ank entgege welcher in sämmtlichen Wirthschaften und Bahnhöfen der Südwestpfalz —2 Für die Hinterbliebenen: breitet wird. IXSiTChe. Zu Ehren unseres Kameraden und Gesellschaftsältesten M. B. lassen wir zu seinem Namenstage ein drei— maliges, donnerndes Quack! Quack! Quack! erschallen, daß die Hausthüre rappelt und sein Liebchen vor Freude zappelt Montag Abend 7 Uhr 50 Versammlung. Die Quasßgesellschaft. — — — Honiglebkuchen iowie Baseler Leckerle in feiner Waare iempfiehlt Joh. Fries, Bäcker. Unterstũûtz. 23Looso à l M.ʒ Wirksamstes Mittel für Brust-und Hustenleidende. iB b Roeslers Gummi-Brustbonbons begutachtet von Herrn Dr. Th. Sachs, Vor- ztandd. studt. Laboratoriums i. Heidolber, Bei Mund-, Rachen-, Kehlkopf- Ißg ßrust-⸗Ratarrhen ich ece, um lie Trockenheit der leidonden Theile und hre Empfindliehkeit gegen üussere Ein- lusse erere zu hebon, den Sohleim 2u Bsen und leieht ontfernbar 2zu machen. — Preis per Schachtel 20 Pfennig. — Emil Roesler, Conditoreiwaaren-Fabrik, Heidelherg. —Zu haben bei: J. Rickel, Conditor in St. Ingbert, XIJ. Lutæ in Schnappach, P. Hauel— in Blickweiler, F. Groher a a Blieskastel. *ger. Conditorei in Homburg. — — — 2ort der ꝝiaer· — ———— XD mit anter ist echt und das Präparat, durch welches die bekannten überraschenden Heilungen von Gicht und Abheuma: nsamus erzielt worden sind. Dies alt⸗ bewährte Hausmittel ist zum Preise von 60 Pfg. und 1 Mark in den meisten Üpo diclen · vorräthig. f. Ad. Richter & Gis., Kudolstadt, Thüringen. 8 NDie gaarntirt reinschmeckenden 7 ge DIAABBnIGn 9 ava-LKaffée's Zaus der DampfCaffee-Brennere w on ;Vinand dedpotz in boup ou Rhéll. Süind in Otiginalverpackungen von Jea, 24 und s Kilo zu haben, Lin St. Ingbert bei Josef ELR P. Zepp. — Ein Mädchen aus anständiger Familie, welches Liebe zu Kindern hat und alle haäuslichen Arbeiten verrichten kann, sucht eine passende Stelle, für gleich oder bis J. Januar. J Bayrische Bergmannskappen —& 1000 Mark zahlen wir dem, der beim Gobrauch von Goldmanns kaiserZahnmasset à Fl. 60 Pf. und 100 Pf. jomals wieder Zahnschmerzen pekommt. S. Goldmann & Cie, Dres den. — Zu baben in St. Inghert bei P. Fery, Droguenhandlung. des brillant und reich ausgestatteten Baverischen Familion-Kalendoers. Zu haben in der LBxpedition des „st. Ingberter Anzeiger“. Unserer heutigen Nummet liegt eine Extra⸗Beilagt er Firma Mey GKeEdlich, Plag witz· Leipzig bei. worauf wir nnsere deser noch ganz besonders aufmerksam machen.“ Hierzu „Illustrirtes Sonn⸗ tagsblatt“ Nr. 10. in schwerem Düffel mit dicken vergoldeten Abzeichen nefert in eleganter Ausführung zu Mk. 2.50. zu haben bei F. X. Demetz. Hermann Fischer. Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert. Frachtbriefe für (wpörnlithes Gut . 1 94 ʒt. Jugherter Amzeiger. Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. zer St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmalz Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhauungs⸗ Jatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 à, einschließl 9 A Zustellungägebühr. Die Einrückuugsgebühr far die Agespaltene SGarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunst ertheilt, 13 R, Neclamen 30 . Bei 4maliger Eincückung wird nur dreimalige berechnet. A⸗ 240. Deutsches Reich. Berlin, 6. Dez. An Stelle des Grafen „atzfeld ist der Direktor im Auswärtigen Amt, zraf Berchem, zum Bevollmächtigten zum gundesrath ernannt worden. Der sozialdemokratische Abg. Viereck ist, wie rüher aus Berlin, so jetzt aus Leipzig auf Grund des kleinen Belagerungszustandes aus q e— wiesen worden. Die Weihnachtsferien des Reichstages verden wahrscheinlich am 18. d. M. beginnen und bis zum 5. Januar 1886 dauern. Der Ausschuß der Gesellschaft für deutsche tolonisation hat beschlossen, im Juli 1886 einen allgemeinen deut schen Kongreß zur Förder⸗ uing der überseeischen Interessen Deutschlands in Zerlin abzuhalten. Der Zweck des Kongresses st, durch persönlichen Gedankenaustausch von Ver⸗ tetern der deutschen Nationalität aller Länder das hemeinsame in den geistigen und materiellen In⸗ teressen der Deutschen festzustelleu und über Mittel und Wege Berathung zu pflegen, wie diese Ge— meinsamkeit der Interessen eine entsprechende fort, dauernde Vertretung und Förderung finden könne. Als Punkte für die Tagesordnung dieses Kon— resses hat der Ausschuß vornehmlich die folgenden ns Auge gefaßt: 1) Fortführung der deutschen dolonialbewegung zu prattischen Resultaten. 2) dultivirung und Nutzbarmachung der bislang eutscherseits erworbenen Kolonialgebiete. 3) Die deutsche Auswanderungsfrage. 4) Die Hebung des deutschen Exports. 5) Deutsche Missionen in über— eeischen Gebieten. 6) Erhaltung deutscher Sprache ind deutscher Art in überseeischen Gebieten. 7) jefestigung der Beziehungen zwischen unseren Lands⸗ euten in der Fremde und der Heimath. Berlin, 5. Dez. Die Situation auf der olkanhalbinsel gilt noch immer als unklar, da bei en vorherrschenden politischen Leidenschaften jeder ag neue Ueberraschungen bringen kann. In der ebereinstimmung der Kaisermächte, die thatsächlich othanden ist, darf man bei alledem die beste Ge⸗ dähr für Hintanhaltung weiterer Verwickelungen, vie sie namentlich England herbeiführen zu wollen chien erblicken Ausland. Petersburg, 5 Dez. Das „Journal de t. Petersbourg“ dementirt die Nachricht des Oberland China Mail“, daß Rußland den In— atgenten von Kaschgar Unterstützung leihe. Die ussischen Agenten hätten sich vielmehr bemüht, die errschende Unzufriedenheit zu beschwichtigen, da Störungen der Ordnung nur die russischen Han— velsbeziehungen schädigten. Paris, 6. Dez. Die belgische Regierung tllärte nnnmehr ihre Zustimmung zu den letzten, die Munzkonferenz betreffenden Vorschlägen Frank Iss, denen Italien bereits vorher beigeltimmt afte. Zu den dringendsten Fragen in der Balkan⸗ tise gehört die: Wird die Pforte Truppen in Ost— umelien einmarschiren lassen? Die „Köln. Ztg.“ fährt mit Bezug darauf aus verlaßlichster Quelle, daß die Pforte fich verpflichtet hat, ihre Truppen nicht vorher über die Grenze zu schicken, bis sie an Einverständniß darüber mit den drei Kaiser⸗ sfen erzielt. Es ist aber kaum anzunehmen, daß der Zar der Pforte diese Zustimmung ertheilen Montag, 7. Dezember 1885. 20. Jahrg. Konstantinopel, 5. Dez. Die Pforte notifizirte den Mächten, daß nur die Pforte und nicht der Fürst von Bulgarien die Bedingungen des Waffenstillstandes regeln dürfe. Es heißt, die Pforte sei gegen den neuesten englischen Vorschlag bez. des Zusammentritts einer aeuen Konferenz in London. klagesache: Betrügerischer Bankerutt, resp. Bei⸗ hdilfe. 5) Julius Kallenberger aus Heiligenstein. Anklagesache: Betrügerischer Bankerutt. 6. Jakob Friedrich aus Ingenheim. Anklagesache: Noth⸗ zuchtsversuch. — Zweibrücken, 8. Dez. GVolkszählung.) Nach einer provisorischen Zusammenstellung betraägt die Zahl der Anwesenden in hiesiger Stadt 5477 männliche, 5180 weibliche, zusammen 10,657, gegen 10,382 des Jahres 1880. — Maikammer, 3. Dez. Der Arbeiter Albrecht aus Diedesfeld, welcher im Juni d. J. in der Ulrich'schen Fabrik dahier durch einen Un—⸗ fall vier Finger der rechten Hand theilweise ver⸗ lor, erhielt von der Unfallversicherungsbank Leipzig neben Vergütung der Kurkosten und des versäum— sen Arbeitslohnes eine Entschädigung von 5000 Mark. Dee Verunglückte hat in genannter Fabrik bereits wieder Beschäftigung gefunden. — Das Wachsthum der Stadt Ludwigs⸗ Jafen ist beinahe mit dem vieler amerikanischen „tädte zu vergleichen und dürfte nicht oft in Deutschland seines Gleichen finden. Im Jahre 1848 berrug die Einwohnerzahl etwa 800; 1885 etwa 2000; 1860 3000; 1870 gegen 7000; 1875 ewa 12,000; 1880 15,000 und heute 21.000. e und pfalzische Nach richten. *St. Ingbert, 7. Dez. Gestern feierte unsere Knappschaft in der herkömmlichen Weise, durch Besuch des Gottesdienstes in den beiden Nirchen, das Fest ihrer Schutzpatronin St. Barbara. e. St. Ingbert. 7. Dez. Es ist eine stereotype Klage unserer konzertfähigen Gesellschaft, daß St. Ingbert an Kunstgenüssen gar zu wenig hiete. Wir geben die Berechtigung dieser Klage u; was es aber mit der Aufrichtigkeit derselben gegebenen Falles für eine Bewandins hat, das seigte das gestern Abend im Oberhauser'schen Saale taltgehabte Konzert der Kapelle der Dreißiger aus Saarlouis. Obwohl dasselhe gut besucht war, so war der Besuch doch nicht ein so zahlreicher, vie man ihn bei dem Renommee der Kapelle und »em öftern Lautwerden der obigen Klage hätte er⸗ varten dürfen, und wie er genügt hätte, Herrn kapellmeister Reckzeh in finanzieller Hinsicht chadlos zu halten. Auffallend war besonders, daß insere Damenwelt nicht stärker vertreten war. Das Zrogramm war ein sehr reichhaltiges und bot jeben ernsten, klassischen Weisen auch Piecen heitern, jumoristischen Genres, wie die Millöcker'schen Com⸗ ositionen „Carlotta · Walzer“ und „Herzblättchen⸗ Walzer“, die „Steyersche Lustspiel Ouvertüre“ von steckzeh, „die beiden Zukunftstrompeter“ von Reinsch, »der wie das „Caprice“ für Violine „Völglein im XVV zffnet wurde das Konzert mit dem eledtrisierenden „Bivouak⸗-Marsch“ von Strauß; den Schluß bil- zete der rasch popular gewordene „Congo⸗Marsch“ von Reckzeh. Uebrigens hatte Herr Kapellmeister Rteckzeh die Güte, noch einige Piecen einzulegen, was ganz besonders hervorgehoben zu werden ver— ient. Jede Nummer fand rauschenden Beifall. Der Vortrag war aber auch ein in jeder Hinsicht musterhafter und jede Nüance in der Tonstärke vurde trefflich zur Ausführung gebracht. Leider tönnen wir die Hoffnung nicht haben, daß uns obald wieder ein ähnlicher musikalischer Genuß zeboten werde. Denn zu unserm Bedauern dürfte ich Herr Reckzeh kaum entschließen, nach den Er⸗ ahrungen, die er gestern in Bezug auf den finan⸗ iellen Erfolg machte, nochmals hier zu konzertieren. GO St. Ingbert, 7. Dez. Nächsten Sonn⸗ rag gibt der Verein „Gemüthlichkeit“ seinen Mit- Jliedern wieder eine musikalisch⸗theatralische Abend⸗ interhaltung. Zur Aufführung kommen, außer HBesang⸗ und Instrumentalpiecen, zwei Lustspiele. Dieselden sind namlich: „Schnapphahn, Finke und Schraube“ und die Posse: „Der Allerwelts- helfer“. Beide zeichnen sich durch originellen Witz 4aus und werden die Lachmuskeln der Zuschauer poraussichtlich wieder gehörig in Anspruch nehmen. — Zweibrücken, 5. Dez. Folgende Fälle ommen in der mit dem 7. ds. Mtis. beginnenden -chwurgerichtssession zur Verhandlung: 1) Auguste Miling aus Mundenheim. Anklagesache: Meineid. 2) Joseph Hammel aus Neupfotz. Anklagesache: dörperverletzung und Meineid. 3) Friedrich Wilde zus Neustadt. Anklagesache: Meineid. 4) Karl Zdapy und Jakob Friedrich. beide aus Einöd. An—⸗ Vermischtes. * Mühlhausen, 3. Dez. Ein interes- anter Prozeß wegen Weinfälschung wurde gestern ind vorgestern hier vor dem Landgerichte verhan⸗ delt. Es sind in demselben als Sachverständige die Herrn Professor Neßler von Karlsruhe, Direi— or Dr. Weigelt und Dr. Loos aus Rufach, sowie 34 Zeugen geladen, von denen vorgestern nur erst in kleiner Theil vernommen werden konnte. Die Anklageschrift ist gerichtt gegen Johann Jakob xẽduard Nithardt, Weinhändler von hier, der Pachahmung und Verfälschung von Wein zum Zwecke der Täuschung und des Verkaufs nachge- nachten und verfälschten Weines unter Verschweig⸗ ing der Verfälschöng angeklagt: Eugen Spies, Weinsticher in Sulzmatt; Johann Boaptist Dreyer, Weinsticher in Hattstatt; Eugen dagenmüller, Weinsticher in Bergholz-Zell, und Luzian Berentzwiller, Weinsticher in Zeberschweier, haben sich wegen Beihilfe zu diesem VBergehen zu verantworten. Nithardt wurde näm— ich zu 11j3 Jahr Gefangniß und für jeden der 50 Fälle, in denen er der Weinfälschung schuldig hefunden wurde, zu 1200 Mark Geldbuße, im janzen zu 60,000 Mark Geldbuße, bezw. zu wei⸗ eren 2 Jahren Gefängniß verurtheilt. F Das Mannheimer Theater kostet der »ortigen Stadtgemeinde ein hübsches Sümmchen. Für das Jahr 1886 wurde ein Zuschuß von 185,000 Mt. bewilligt. Mainz, 4. Dez. Die Schwurgerichts- »erhandlung gegen den des Mordes beschuͤldigten Schuhmachergesellen Herbst wird am Dieastag den 15. Dezember, des Vormittags 9 Uhr ihren An⸗ ang nehmen und sind zur Verhandlung vorläufig z Tage in Aussicht genommen. Von Seiten der Ztaatsanwaltschaft sind für die Beweisführang 81 Zeugen geladen worden. FEssen, 5. Dez. Wie die „Rheinisch⸗ Westphälische Zeitung“ meldet, hat gestern früh in der zur Gutehoffnungshütte gehörigen Zeche Oster⸗ seld bei Oberhausen eine Explosion schlagender Wetter stattgefunden. wodurch 3 Beraleute ums Leben kamen, 9 mehr oder minder schwer und 8 leicht verletzt wurden. 4, —A 28. Nov. Wie Herr Dr. Paßnt in 9 s den Herren Vormann hierselbst mittheiltze befindet sich der von einem tollwüthigen Hunde gebissene und ihm zur Kur anvertraute Ar⸗ bettzer saͤt mehr als? acht Tagen außer Gefahr und ist soweit wieder hergestellt daß er in den nächsten Tagen von Paris hierher zurückkehren wird. Daß man über diesen glücklichen Erfolg nicht nur in den bethejligten Kreisen allein erfreut ist, bedarf wohl kaum der Erwähnung. F Der Verband deutscher Handlungsgehilfen ITEAPITI Ai yder einzige größere kaufmänn. Verein, der Einrichtungen hät, welche in materieller und intell ektueller Beziehung für den ganzen Kauf— mannsstaüd''von Bedeutung find. Er betreibt Stellenvermittelung, gewährt seinen Mitgliedern — — schutz v briefliche Unterrichtsbriefe in kauuännischen. Wissenschaften heraus, hat eine gut fuͤndirte Krankenkasse und krönt nun jetzt vorläufig sein? Werk durch die Einrichtung einer Wittwen⸗ und⸗ Waisenkasse. Der Beitrag zu derselben beträgt Z0lMdark. Der Verband zählt über 6000 Mil⸗ gleder, die sich in über 70 Kreisvereine gliedern. Seitens der Prinzipale werden die Bestrebungen des Verbandes gefoördert. Die Geschäftsstelle in Lapzig Petersstraße 87 ertheilt jederzeit mündlich ud⸗ schriftlich Auskunft und versendet auf Verlangen Profpekle gratis. F Dresden, 28. Nov. Gestern feierten vier jmihe Technster den Geburtstag eines Collegen. Vn gegenZ Uhr zeigte letzterer einen Revolver vor welcher Unglücklicher Weise geladen war, sich beinn Herumreichen entlud, und einen gewissen Uthzach derartig ins Herz traf, daß er entseelt vom Stuhlle sank.““ Dies wirkte auf den Gastgeber NMaͤmens Quietsch so heftig ein, daß erbeim Er— stheinen der Polizeiorgane, welche ihm den Revolver abnehmen wollten, zwei Schüsse auf seine Brust abgub und schwer verletzt zusammenbrach. Aussicht —VV ist det einzige Sohn eine Wittwe. (H. N.) Gunzenhausen, 2. Dez. (Schlimme Verwachselung.)) In Hohentrüdingen starb vor einitgen Tagen eine Frau, welche im Kindbettfieber stätt Medizin Karbolsäure trank. 59 Xur noch, —3 5 — — — — Dvpielwaaren jeglicher Art in schöner Auswahl: — — angekleidete Puppen, Gestelle und alle Sorten Köpfe. Solide Holz- atilee Pferde⸗Wagen und dergl. Gesellschafts- und Geographischen Spiele ꝛc. n. Die Preise sind so nieder gestellt wie bei denjenigen Geschäften, die auf —— reflectiren. ν Bνν- s Rohrsessel. Blumentische, Kinder- und —0 “ — — Puppen-Wagen, feine Damenkörbe, Wand— e Hoten Vabben, Arbeitskörbe, sowie alle andern Korbartikel. mn⸗ Die Ronee der Herren Gebr. Adt aus Forbach als . Gebrauch- und Luxus-Gegenstände. BGarderobe⸗ und Schlüsselhalter, geschnitzte und glatte JFeitungs bretter re. Hosenträger, Geldbörsen und dergleichen empfiehlt ch. O. Flgob soe. r Infolge der Massenverhaftung der Zahl⸗ meister werden mancherlei Vorschläge laut. wie einer Beeinflussung des Lieferanten auf die Abneh⸗ mer oder Kontroleure durch Gewährung von Zu⸗ wendungen irgend welcher Art vorgebeugt werden kann. Eine, wie die „Allg. Fleisch.Zig.“ schreibt, allerdings harte, aber zweckentsprechende Klausel enthält der Kontrakt, den das Direktorium des tädtischen Krankenhauses Moabit mit einem Besr⸗ liner Engros-Schlächter abgeschlossen hat. Die— elbe lautet: „Der Lieferant ist der von ihm ge⸗ tellten Kaution von R.Mtk. 6000 verlustig, wenn ihm nachgewiesen wird, daß er an irgend einen UInterbeamten oder im Krankenhause Angestellten rgend ein Geschenk macht, auch darf derselbe selbst zegen Geld keiner Person etwas verkaufen, die bei dem Institute angestellt ist.“ F Auch bei der jüngsten Volkszählung sind die Berliner ihrem Humor treu geblieben, das haben die Zählungs⸗Beamten zu ihrem Leidwesen erfahren müssen. Da gibt Jemand den 4. Juli 1859 als seinen Geburistag an und will seit — .848 in Berlin wohnhaft sein. Ein Bruder Studio chreibt in der Rubrik „Konfession“ — christlich— ozial. Ein mit Kindern reich gesegneter Mann, »er im Uebrigen das einträgliche Geschäft eines stentiers gewählt hat, gibt als seinen Beruf an: „Vater sämmtlicher Hausgenossen,“ Dementsprechend indet sich bei seinen hoffnungsvollen Sprößlingen nn der Rubrik „Genaue Bezeichnung des Berufes“ »ie Bemerkung „Kind“. Ein Vroschkenkutscher reibt unter „Konfession“: „Natürlich hab' ick donzession, wie könnt' ich denn sonfst Droschken⸗ futscher sin!“ — Auf alle diejenigen Elemente die der Bevölkerung. welche der Volkszählung aus aaheliegenden Gründen aus dem Wege gehen vollten, wurde in der Nacht von Montag zum Dienstag eine Razzia abgehalten. Bei strömendem Regen mußten Felder und Wiesen abgesucht werden. Mehrere Tausend dieser lichtscheuen Subjekte wur⸗ den hierbei ergriffen. FMadame Matkay, die seit einiger Zeit n London weilende Gattin des Kalifornischen „Bonanza⸗Königs“, veranftaltet Festlichkeiten, die elbst die Bewunderung der verwöhnten Londoner Besellschaft erregen. Ihre glänzenden Diners, velche an das Zeitalter des Lucullus gemahnen, scheinen mit dem sogenannten Rosendiner ihren en oge höhebunkt erreicht zu haben. Die Tafel war in ein Rosenbeet verwandelt, nur so viel Raum, wie Teller und Gläser beanspruchten, war freigelassen. Die Blumen waren nur halb erblüht und bon gartestem Blaßrosa. Licht spendeten hunderte von Wachskerzen, die mit Rosen geschmückten silbernen dandelobern entragten. Jedes Licht wuchs, so zu agen, aus einer blühenden Rosenknospe heraus. Die Menus waren auf RosaAtlas gedruckt. Vor zwanzig Jahren hat Mrs. Makay mit ,backet dotatoes“ (gebratenen Kartoffeln) in den Minen distrikten hausirt, damals brauchte sie bei der Ein— rachheit des Menus keine gedruckten Tischkarten, am wenigsten auf Atlas gedruckte, und auf Rosen vird sie wohl noch weniger gewandelt wie gespeist zjaben. Jetzt, als Schwiegermutter eines Prinzen und Gattin eines Krösus, ist sie die Tonangeberin der Fashion. x Algier, 4. Dez. In der vergangenen Racht hat hier ein Erdbeben stattgefunden. Die Erdstöße wurden besonders heftig in Massara, Blidah und Medeah verspürt, wo mehrere Häuser »eingestürzt sind. Von dem Dorfe Msila sind drei VBiertheile zerstört. 32 Personen sind todt und 12 verwundet. In Bodyserpaut stürzte das Haus des Administrators ein und begrub mehrere Europäer unter seinen Trümmern. Flr die Redaktion verantwortlich: F. X. Demetz. Schiffsbericht der Red Star Line. Mitgetheilt von zean Peters, Haupi⸗Passage⸗Agentur St. Ingbert. Philadelphia, 26. November; der Postdampfer Switzerland‘, Kapitän Buschmann, ist nach Antwerpen bgegangen. Anslwerpen, 28. November; der Postdampfer „Zee⸗ and“, Kapitän Desmet, ist nach New-York abgegangen. New⸗NYork, 28. November; der Vostdampfer „Rhyn⸗ and“, Kapitän Jamison, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 2. Tezember; der Postdampfer „Neder⸗ and“, Kapitän Griffin, ist nach Philadelphia abgegangen. Anpwerpen, 4. Dezember; der Postdampfer „Penn and“, Kapitan Weyer, ist von New-PYork angekommen. New⸗PYork, 4. Dezember; der Postdampfer „Belgen⸗ sand'“, Kapiän Beynon, ist von Antwerpen angekommen. Antwerpen, 5. Dezember; der Postdampfer „Western⸗ land“, Kapiiän Randle, ist nach New⸗Pork abgegangen. Frauon- 20nterstũtz. Loose à 1l M.ʒ& 4 velhdgeferligle solide Schulranzen J. J. Finelc Ir hei Zur Anfertigung von hilligen u. sauberen aller in Buchdruck und Litho- graphie vorkommenden * — Ein Mädchen aus anständiger Familie, welches Liebe zu Kindern hat und alle haͤuslichen Arbeiten verrichten kann, sucht eine vassende Stelle, für gleich oder bis] kanuar. Druckarbeiten Auflage 344, 000; das verbreitetste aller »eutschen Blätter überhaupt; außerdem er⸗ scheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen empfiehlt sich die Buch- und Steindruckerei F. X. Dometz Vorlag doatt. Ingbertor Ansoiger) 8t. Ingbert. Die Modenwelt. Alustrirte Zeitung für koilette und Handar—⸗ veiten. Monatlich zwei Nummern. Preis vier⸗ teljährlich M. 1.25 — 75Kr. 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Amtsgerichts St. Ingbert. — — —— ⸗⸗ ⸗ — — — — — — — — ber St. Jugberter Anzeiger! erscheint wbchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wochentlich mit Unterhauungs⸗ glau und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljiaͤhrlich 1 60 4 einschließlich Traägerlohn; durch die Post beiogen 1. 75 O, einschließl A Zufellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr far die Agespaltene Sarmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus vder Pfalz 10 4, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertbeilt, 18 A, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalize berechnet. — — —V Dieustag, 8. Dezember 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berlin, 5. Dez. Rach einer heute aus der dapstadt auf dem Auswärtigen Amt eingetroffenen Depesche hat der Häuptling Kama⸗Herero im Nama⸗ sualande sich und jsein Land unter deutsches Protek⸗ Ftat gestellt. — Das belgische Ministerium hat, wie der Voss. Ztg.“ aus Brüssel gemeldet wird. ine Vorstellung an die deutsche Reichsregierung behufs Wahl Antwerbens als Anlegehafen für die deutschen Dampferlinien nach Ost⸗ Asien und Au—⸗ wralien gerichtet. Berlin. 7. Dez. Der Zentralverband deutscher Industrieller läßt augenblicklich Fragebogen feststellen ehufs Veranstaltung der von der Delegirtenver⸗ ammlung in Koln beschlossenen Erhebungen über die Währungsverhältnisse. Berlin, 7. Dez. Die Verhandlungen mit den Einzelregierungen wegen des Branntweinmono⸗ pols sind in vollem Gange; dieselben sollen ein dem Projekte günstiges Resultat erwarten lassen. Es. scheint ernsilich davon die Rede zu sein, daß Kaiser Wilhelm dem Fürsten Alexander von Bulgarien durch Uebersendung seines Ordens bour le mérite eine besondere Auszeichnung zu verleihen gedenke. Auch von der bevorstehenden Rehabilitirung des Fürsten seitens des Kaisers von Rußland wird in der diplomatischen Welt viel ge⸗ prochen. Berlin, 7. Dez. Die Nachricht, der Kaiser eabsichtige, dem Fürsten Alexander von Bulgarien den Orden pour Je mérite zu verleihen. entbehrt der Begründung. Berlin, 7. Dez. Die Kommission zur Be— rathung der bürgerlichen Gesetzbuches beginnt jetzt )en fünften und letzteu Theil, welcher das Erbrecht hehandelt. ichwader oder durch im Eingange des Finnischen MReerbusens gelegte Minen eingeschlossen werden zunte. Ob' dies der wirkliche oder alleinige Grund st, muß dahingestellt werden. jedenfalls ist dieser Schritt für die Herrschaft Rußlands in der Ostsee —D Operationsbasis venigstens eines Theiles seiner Flotte mehr nach Westen, dicht an die deut sche Grenze heran, schafft ich ein freieres Operationsfeld in der Ostsee und wingt gleichzeitig im Kriegsfalle die angreifende xlotie zu einer Zersplitterung ihrer Streitkräfte. yn Aussicht genommen für den neuen Hafen sind Windau oder Libau; keiner dieser Haͤfen bietet ‚on RNatur die für einen Kriegshafen nöthigen Be⸗ dingungen, und wird eine Umwandlung in einen solchen daher nur mit großen Kosten zu bewerk telligen sei. Ptadrid, 5. Dez. Der Ministerrath hat hjeute das Abkommen bezüglich der Karolinen un⸗ Ferändert angenommen und die Verpflichtungen el Duayens ratifizirt, sodann den Handelsvertrag mit Deutschland, der 1887 ablaufen sollte, bis 1892 erlängert. Die Regierung ist entschlossen, unver⸗ üglich alle Maßregeln zu treffen, die Rechte Spaniens auf anderen Punkten zu wahren oder ie Priorität der Besetzung anzuordnen, welche unter gerufung auf die Berliner Konferenz etwa bean⸗ pyrucht werden könnte 1 wenn ihre Form nicht gar für unvermittelt in unsere Zeit hereinragt. Zum Schlusse sei auch noch die von der „Sp. ztg.“ vermerkte Thatsache aus einer dem Ausschufse sorgelegten Druchschrift hervorgehoben, nach welcher die pfälzische Geistlichkeit in ganz Deutschland die veitaus geringst besoldete ist. Eine Beserung auch dieset Verhältnisse wäre also sehr am —* L8kale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 8. Dez. In der gestrigen Schwurgerichtssitzung in Zweibrücken wurde der des Nothzuchtsversuchs beschuldigte Jakob Friedrich „on Ingenheim, unter Ausschluß mildernder Umstände in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren verurtheilt und hin die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. — In der Nachmitagsfitzung Jatte die Verhandlung gegen Auguste Miling, 30 J. alt, Ehefrau von Johann Fries, Tagner in Mundenheim, wegen Meineid statt. Dieselbe wurde es wissenilichen Meineids für überführt erklärt ind zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren 6 Monaten verurtheilt und ihr die bürgerlichen Ehren- rechte in der Dauer von 5 Jahren aberkannt, sowie die dauernde Unfähigkeit derselben als Zeugin oder Zachverständigen verommen zuwerden. ausgesprochen. Erfweiler, 6. Dez. Nach der jüng⸗ sten Volkszählung zählt die hiesige Gemeinde rund 700 Seelen und zwar Ehlingen 401 und Erf— weiler 299, was keiner Zunahme seit 1880 um 7060 gleichtommt. Aßweiler zählt 325 Seelen. — Volk⸗zählung Rohrbach: 1367 Ein- vohner, Zunahme 119. da das Herstellen des Vereins Organs der ofälzischen Einnehmer mittelst einer autographischen Presse großen Zeitaufwand und Mühe verursachte, wird nun für die Folge genanntes Organ unter dem Titel „Vereinskundgabe der Einehmer der Pfalz“ in kleinerem Formate durch die Buch · zruckerei P. und L. Hallanzy in Zweibrücken ge⸗ rudt. Als verantwortlicher Redakteur zeichnet Zerr Anton Acker, kgl. Steuer- und Gemeinde⸗ Finnehmer in St. Ingbert. — FKaiserslautetn, 5. Dez. Nette ðrüchtchen wurden gestern morgen in den Personen iniger Schulknaben entdeckt. Auf die Anzeige an den Vehrer, daß einer derselben einen sechsläusigen sevolver besitze, wurde eine Nachforschung ange⸗ tellt, wobei sich ergab, daß fünf Schüler verschie⸗ zener Klassen sich förmlich zu einer Diebesbande oxganisirt und schon seit Monaten ihr sauheres dandwerk betrieben hatten, indem sie sich von Zeit zu Zeit und jedesmal, wenn Prinzipal und Kom-⸗ nis abwesend waren, in ein hiesiges en⸗-gros ·Ge⸗ chäft einschlichen und Geld aus der Kasse stahlen, vohl auch andere Gegenstande mitgehen hießen. Zei einem Buchbinder kauften sie einen Globus, dwie Indianer⸗ und Räubergeschichten, deren sie zleichzeitig eine Anzahl stahlen, und oon denen sie sürzlich za. 200 Stüc verbrannten, nachdem der Ader, in welchem sie sie vergraben hatten, umge⸗ flügt wurde. Vor den kleinen Dieben war über⸗ saupt nichts sicher; Stahlfedern, Nähnadeln u. s. w. anneklierten sie. Für das Geld kauften je den oben erwähnten Revolver und Pulver, ver⸗ teckten indeß einen Theil des Geldes im Felde, im sich später dafür in verschiedenen Wirthschaften zütlich zu thun. Das alles gestanden die Burschen jach und nach ein, ob damit aber ihr Sünden⸗ recister erschöpft ist. das ist eine andere Frage. Pfãlzische Generalsynode. — In der am Freitag siattgehabten Sitzung tam u. a. anläßlich der Entgegennahme des Rechen⸗ schaftsberichts des Generalsynodalausschusses auch die Rebision des „eine Anzahl nie gebrauchter und auch völlig unbrauchbarer Lieder“ enthaltenden »vangelischen Gesangbuchs zue Sprache. Derr Kirchenrath Lin cher betonte die Wichtigkeit zer Beschaffung eines neuen Gesangbuches, welche Angelegenheit das Konsistorium in jeder Weise ordern wmöge. Herr Exter Meustadt) sprach die hoffnung aus, daß die Frage bald zur Befriedig⸗ ing beider Seiten gelöst werde. Er habe ge⸗ Alaubt, daß nach den früheren Kämpfen die Ge— nüther geläutert seien. Aber die Bevölkerung habe die Sache wohl mißverstanden. Er hoffe doch daß es bei einer neuen Auflage moͤglich sein werde. eu Balast unbrauchbarer Lieder über Bord zu verfen, zumal das Gesangbuch dadurch billiger ecde und die Gemeinden im Besitze der hnen lieb gewordenen Lieder verbleiben. Schließ⸗ ich bemerkie Herr Pfarrer Höp ffuner von Neu— tadt, er habe gegen die Gesangbuchsrevision ge⸗ timmt, obwohl es eines der mangelhaftesten in janz Deutschland sei. Indeß die Gemeinden seien zaran gewöhnt und habe sich an demselben ein irchliches Leben entfaltet, das den Vergleich mit nauͤchen anderen Landeskirchen zu bestehen vermag. luch die Gemeinde St. Ingbert, durch welcht iese Frage auf die Tagesordnung gekommen sei, zabe nicht ein neues Gesangbuch gewollt, sondern das isherige alte, sie glaubte nur, es komme ein neues. Uber auch er werde die Revision des Gesangbuches ortwährend im Auge behalten und alle dahin gehenden Bemühungen unterstützen, wenn die Be⸗ zölkerung günstig dafür zu stimmen sei. Sodlel'über die Gesangbuchefrage. Hoffentlich gelingt es, recht bald die gewünschten Verbesserungen hJerbeizuführen; daß solche nothwendig sind, muß Abst den beharrlich an den alten haltenden Ge⸗ nüthern einleuchten. Alte Lieder behalten nur 34 ibren Werth für den köalichen Gebra uch Wien, 6. Dez. Die offiziöse Wiener Mon⸗ jagsrevue schreibt: Nunmehr treten nicht ungünstige Anzeichen für die Möglichkeit hervor, eine befrie⸗ igende Ordnung der Dinge auf der Balkanhalb⸗ nsel herzustellen. Ein Waffenstillstand und dem— nächst der Friede wird trotz der thörichten Regungen zes serbischen Chauvinismus unter dem Druck der Mächte zu Stande kommen. Auch in Ostrumelien derden die Verhältnisse auf eine legale Basis zu · rückgeführt werden können. Ungewiß bleibt nur, ab es die Mächte als ihre Aufgabe betrachten wer⸗ den, von dieser Basis aus weitere Schritte zur Befriedigung des bulgarischen Volkes zu unter⸗ nehmen. Jedenfalls aber würde hierfür die Halt⸗ ung des Fürsten Alexander den Ausschlag geben, mag nun Europa gewillt sein. fich mit dieser Frage relt zu beschäftigen oder nicht. Wien, 7. Dez. Fürst von Hohenlohe⸗ Schillingsfürst hat gestern Abend seine Weiterreise nach Madrid angetreten. Der deutsche Botschafter, Graf zu Munster, ist gestern Abend on London wieder hier eingetroffen und hat sofort )ie Geschäfte der Botschaft wieder übernommen, welche während seine Abwesenheit der erste Bot⸗ chaflssekreiär, Herr v. Kiderlen-Wächter als inte. cimistischer Geschäftsträger geführt hatte. Die russische Regierung beabsichtigt, in der Dst see außerhalb des Finnischen Meerbusens einen neuen Kriegshafen anzulegen, in der hefürchtung. daß im dalle eines Krieges mit einer iberlegenen maritimen Macht die russische Flotte n Kenstadt vder Redal durch ein feindliches Ge— Auslamnd. — Nerzweiler, 5. Dez. Der Feldhüter Jung von Esweiler, dessen Tochter bekanntlich durch Zusammenbrechen einer Waschküche im Hinz⸗ weiler Pfarrhofe ums Leben kam, wird gegen die ev. Kirchengemeinde Hinzweiler Entschädigungsklage erheben. — Landau, 5. Dez. Als Resultat der Volkszählung ergiebt fich eine Bevölkerungszahl von 9535, gegen 8749 im Jahre 1880, mithin eine Zunahme von 786 Seelen. — Bergzabern. Auf dem Windhof hätte vor einigen Tagen leicht ein großes Unglück entstehen können. Nachdem nämlich die Familie des Wirthes Unmüßig Nachmittags in der Küche ihren Kaffe eingenommen hatte und kaum einige Minuten im Wohnzimmer war, that es einen ge⸗ waltigen Krach, daß das ganze Haus zitterte. Die Küche war mit Allem, was sich darinnen befand, plötzlich in den Keller hinabgestürzt. Dieselbe wurde erst vor vier Jahren neu gemacht und das eiserne Gebälk wurde, statt es in die äußere Um— fassungsmauer gehen zu lassen, auf halbfaules Nebengebälk gelegt. Offenbar eine große Unvor⸗ sichtigkeit und großer Leichtsinn seitens des betr. Maurers. (T. f. d. S.) — Speyer, 5. Dez. Das Resjultat der —A 8122 weibliche Personen. Abwesend 148. Summa 15,522 Civilpersonen, wozu noch etwa 350 Militärpersonen kommen. 1880: 15,589. Zunahme 283 Seelen. Vermischtes. FSaarlouis, 5. Dez. Ein Metzgergeselle aus Fraulautern, welcher seit Samstag vermißt wurde, ist heute Morgen, laut dem „Sl. J.“, in der Saar, nahe der Gasanstalt aufgefunden worden. F Von der Sauer, 3. Dez. Der Salm⸗ fang in der Sauer war bis in die letzten Tage lohnender als in den Vorjahren, denn es wurden, namentlich so lange das Wasser klar war, viele Salme mit Netzen oder auf den Wehren oder mit der Gabel gefangen. An der oberen Saar stach, nach der „Tr. Ztg.“, sogar ein Mann in einer einzigen Nacht 14 Salme mit der Gabel. Auch von der Brücke zu Ettelbrück aus wurden am Tage nicht wenige Salme mit herabgeschlenderten Har punen gefangen. Diese Harpunen bestehen aus 4 Zinken, welche Widerhaken haben. Am Tage schießen die Salme in dem klaren Wasser über den Kiesgrund, und es gehört, eine nicht ge— ringe Geschicklichkeit dazu, den Fisch aus einer groͤßeren Distanz zu harpunieren. Dagegen ist es ein Leichtes, den Salm des Nachts mit Gabeln zu stechen. Nach dem Todesverzeichniß zum nächstjäh—⸗ rigen „Direktorium“ hat die Diözese Trier seit dem 1. Dezember des verflossenen Jahres 18 Priester durch den Tod verloren, von denen der älteste 90, der jüngste 31 Jahre zählte. Vier hatten das 80. Lebensjahr überschritten und gleich— falls vier ihr goldenes Priesterjubiläum erlebt. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen stellte sich auf 64 Jahre. F* Mannheim. Die Volkszählung hat die Zahl von 61,370 Einwohnern ergeben, gegen 1880, woselbst dieselbe anf 53,465 sich bezifferte, also eine Zunahme von 7905 Einwohnern. — Karls— ruhe zählt 56,686 Einwohner, mit Mühlburg 60,750. FObercassel, 2. Dez. Diesen Morgen wurde in der Nähe von Plittersdorf im Rheine eine männliche Leiche aufgefischt. Bei derselben fand sich dem „K. Tgbl.“ zufolge oberhalb der Nase ein tiefer Schnitt vor. An einem Finger, an welchem etwa der Ring gefteckt haben mag, trug dieselbe ebenfalls Wunden; die Taschenuhr fand sich nicht mehr vor, so daß man wohl nicht zu weit zu greifen braucht, um auf ein schweres Verbrechen zu schließen. Wie verlautet, soll der Todte aus Köln sein. Sicheres hierüber läßt sich edoch bis jetzt nicht feststellen. fFFinstingen, 5. Dezember. Im Gemeinde⸗ hause von D., einem nahe bei Finstingen liegenden Dorfe, hatte eine Trauung stattgefunden, wie sie selten vorkommen dürfte. Nachdem die Ehegatten M. von Finstingen lange und friedlich mit ein— ander gelebt und 5 Kinder erzeugt hatten, benutzten sie im Jahre 1880 das Ehescheidungsgesetz, um sich zu trennen. Der Mann ging nach Amerika und kehrte nach vielen Enttäuschungen im Früh— linge 1885 aus der neuen Welt zurück, suchte sich der von ihm verlassenen Familie wieder zu nähern. machte seiner früheren Frau in aller Form den Hof, bot ihr seie Hand an, wurde angenommen und feierte am 26. November die Hochzeit. F Aachen,. 2. Dez. In einem Gewölde des nus der Römerzeit sftammenden Grauusthurmes am Rbthhause, hat der städtische Archivar, Dr. Pick, dier Karren voll Urkunden aufgefunden, von denen 500 aus dem 13., 14. und 15. Jahrhundert her⸗ rühren. F Münster, 2. Dez. Eine hübsche Ueber- raschung wurde einer hiesigen Dame bereitet. Die⸗ selbe hatte längere Zeit ein Kieid nicht gebraucht, das mit einer eingehefteten Tournüre versehen war. Als sie es dieser Tage hervorholte und anzog, ließ ich plötzlich, wie das „K. Tgbl.“ berichtet, ein )erdächtiges Rascheln an der Hinterseite der Dame vahrnehmen, und gleich darauf erschien unter dem Zleide her eine kräftige Maus. Manche Dame väre vor Schreck ohnmächtig geworden, die uusrige var glücklicher Weise resoluter Natur; rasch ent⸗ chlossen, zog sie das Kleid aus und sah, daß in »er Tournüre ein rundes Loch befindlich war. Bei riäherem Nachsuchen kam ein Mäusenest mit sieben ungen Maufen zu Tage, die grausamer Weise im Wasser ihren Tod fanden. fHildesheim, 1. Dez. In dem einige Stuaden von hier entfernten kleinen Stadtchen Sarstedt hat sich am vergangenen Sonntag ein entsetzlichss Familiendrama abgespielt. Der 25 Jahre alte Cand. phil. Stolle lebte mit seinem, nur um einige Jahre älteren Stiefvater, dem Gast wirth Prigge, schon seit längerer Zeit im größten Anfrieden, welcher sich schließlich bei Stolle bis zum unversöhnlichsten Haß gesteigert hatte, und so veit ging, daß er beschloß, seinen Stiefvater bei erster bester Gelegenheit zu tödten. Stolle, welcher zur Zeit eine Stelle als Hauslehrer in Frankfurt 1. M. bekleidet, war zum Besuch im elterlichen dause anwesend und führte einen Revolber und ein Dolchmesser bei sich. Am letzten Sonntag Vormittag entstand wieder Streit zwischen ihm ind seinem Stiefvater, wobei ersterer den Revolver 'og und den entfliehenden Stiefbvater mit Revoloer⸗ chüssen verfolgte und auf der Straße mit seinem Dolchmesser niederstieß. Noch am Sonntag wurde »er Mörder, welcher über die grauenhaste That nicht die geringste Reue zeigte, verhaftet. f(GGefundene Gegenstände.) Aus Tübingen, vom J1. Dezember wird geschrieben: Bestern in nächtlicher Stunde bot sich dem ehrbaren nach Hause wandernden Philister der seltsame An⸗ »lick dar, wie eine Anzahl Studenten einen Leiterwagen von der größten Sorte im Schweiße hres Angesichts die steile Straße hinaufschleppte. Betreulich lieferten sie ihn der Polizeibehörde aus, nit der biederen Versicherung, denselben gefunden zu haben; sie seien ehrliche Leute und verlangten teinen Finderlohn. fF Ingolstadt, 8. Dez. EGcelbstmocd.) Bestern Abends 10 Uhr entleibte fich ein Zahl— neister des 10. Inf.“Reg. durch Oeffnen der Puls⸗ idern im Bade. fKurpfuscherei in Bayern. Nach den vom Hofrath Dr. Braun in München festge— tellten Ergebnissen der Erhebungen über die Auͤs— ibung der Heilkunde durch nicht apprebirte Per—⸗ onen für das Jahr 1884 betrug die Gesammtzahl erartiger Personen am Schlusse des Jahres 1856. Sie ist um 129 geringer als am Schlusse des —DDD der Periode 13879 - 1883. Das Pfuschpersonal ietzt sich zusammen aus 1006 Männern, 350 Weibern. Entschieden mindern sich die auswärts domicilirenden Pfuscher. Dem Stande und Berufe nach sind 2 Kategorien zu unterscheiden. Zur l. Kategorie gehören solche, welche zwar zu den geprüften Medizinalpersonen gehörend, die ihnen zustehenden Befugnisse beständig überschritten, also Apotheker, Bader, Hebammen, zur 2. solche, welche eine Medizinalpersonen sind, sondern verschiedenen Jerufsarten angehörigen, also ungeschulte Pfuscher. das niederärztliche pfuschende Personal hat im Jahre 1883 wieder zugenommen. Eine anerkennenswerthe ind erfolgreiche Einwirkung von Seite der kirch⸗ ichen Oberbehörden ist besonders in Unterfranken »on Erfolg gewesen. Die Ausübung der gesamm— en Heilkunde durch nicht approbirte Personen hat m Jahre 1884 wieder zugenommen, und betrug 101 Personen gegen 359 im Vorjahre. Dagegen hat die Zubereitung und der Verkauf von Arznei⸗ nitteln beträchtlich abgenommen. (GBekanntlich avon herrührend, daß eine große Zahl von Pfuschern »weilig mit Geldstrafen belegt wurde.) Aug den mtsärztlichen Berichten geht unzweifelhaft hervor zaß sich das Pfuscherthum imdAllgemeinen eh nindert, daß diese Verminderung im Zusammen. jange steht mit dem Umstande, daß tüchtige junge Aerzte zur Praxis gelangen, daß die jüngere ärzi. iche Generation namenilich mit der Chirurgie und Beburtshilfe vertraut ist. Aus den Berichten gehl erner hervor, daß bei Wohlhabenheit der Bevolke rung die Zahl der Aerzte eine größere, die der Pfuscher eine geringere. daß bei Armuth der Be vohner die Zahl der Aerzte eine geringere, die der Pfuscher eine größere is.. tNürnberg, 2. Dez. Die Schlußabrech⸗ aung der internationalen Metallarheiten · Ausstellung ergibt ein Defizit; es müssen daher die Zeichnet des auf 105,000 Mt. sich belaufenden Garantie 'onds in Anspruch genommen werden. Der Pro· sentsaz ihrer Inanspruchnahme hängt von dem Erträgnisse der am 7. Januar stattfindenden Zieh⸗ ing der Ausstellungs⸗Lotterie ab. f Nürnberg, 7. Dez. Das fünfzigjährige Jubilaum der Rürnberg-Fürther Ludwigs. »ahjn wird unter der Betheiligung der königlichen, tädtischen Behörden und zahlreicher Delegirten aus. värtiger Eisenbahnen heute begangen. — Vor dem siesigen Ludwigsbahnhof findet die Grundsteinlegung zu einem neuen monumentalen Kunstbruunen um in Fuͤrth zu einem neuen Bahnhofsgebäude statt. F Eine fürchterliche Mordthat ist in Char— ottenburg entdeckt worden. Vor 13 Monaten verschwand dort plötzlich der Maurer Marunge und »ald darauf verhaftete die Polizei dessen Ehefrau und einen Sohn, weil sie Grund zur Annnahme hatten, Marunge sei von ihnen ermordet und im Hrünewald verscharrt worden. Da aber die da— naligen Nachgrabungen und die Untersuchung er— olglos bliehen. wurden die Verhafteten entlassen. Jetzt hat ein Pflegesohn des Marunge, der für sein Schweigen vergeblich Geld gefordert hatte und ohne veitere Lebensmittel war, vom Hunger getrieben, »ei der Behörde den Thatbestand aufgedeckt. Dem⸗ intsprechend fand ein Kriminalkommissar in dem in das Schlafzimmer angrenzenden Hauskeller die deiche in zusammengekauerter Stellung unter der ẽrde verscharri. Es scheint kaum mehr einem zweifel zu unterliegen, daß die Ehefraus und die Söhne den Mord begangen haben. F Ein wichtige Frage, und zwar die Frage: von welchem Zeitpunkt an unterliegen Prolonga— ionen von Mieths-Verträgen der Stempelpflicht! zeschäftigte heute die erste Strafkammer des Land— gerichts Berlinn 1 aus Anlaß einer gegen den Kentier Ignaz Leipziger und den Restaurateur Fyrill Langlet stattgehabten Verhandlung. Herr ranglet miethete von Herrn Leipziger die Parierre⸗ äume des dem Letzieren gehörigen Hauses Unter »en Linden 2 für die Zeit vom 1. Oktober 1880 zis zum 1. Oktober 1888. In dem Miethsver⸗ rag wurde die Bestimmung aufgenommen, daß, alls der Kontrakt am 1. Oktober 1885 von keiner Zeite gekündigt werde, derselbe auf fünf weitere Fahre zu gelten habe. Der 1. Oktober 1884 war jerangekommen, eine Kündigung aber von keinem der beiden Kontrahenten erfolgt, der Vertrag war aher stillschweigend auf fernere fünf Jahre ge—⸗ chlossen. Die Kontrahenten haben aber den pro⸗ ongirten Vertrag erst im September 1884 mit den entsprechenden Stempeln versehen. Die Steuer⸗ behörde legte ihnen hierauf ein Strafmandat auf, weil sie der Ansicht war, daß der neue Vertrag bereits vom 1. Oktober 1884 an stempelpflichtig var. Die Kontrahenten erhoben jedoch dagegen Widerspruch und baten um richterliche Entscheid⸗ ing. Im heutigen Termin beantragte der Staatsanwalt Oppermann gegen die Ange—⸗ lagten eine Geldstrafe von 1060 Mk. Der Vertheidiger Justizrath Leonhard plaidirte indeß auf Freisprechung seiner Klienten und führte hierbei anus, daß eine Verurtheilung gegen das Grundprinzip des Stempelgesetzes verstoßen würde. Nicht vom Zeitpunkt der stillschweigenden Vereinbarung, son⸗ vern von dem der tharsächlichen Prolongation des Vertrages, also vom 1. Oktober 1885 an, unter⸗ liege der neue Vertrag der Stempelpflicht. Der Berichtshof schloß sich diesen Ausführungen vollin⸗ zaltlich an und sprach die Angeklagten frei. F Berlin, 5. Dez. Die Einwohnerzahl Berlins beträgt nach der Volkszählung 1. 316,882 —A f Der in Bayonne erscheinende „L'Avenir“ chreibt: Als Fürst Bis marck in seinen früheren Jahren die Seebäder von Biarritz besuchte, machte es ihm stets Vergnügen, in Gesellschaft des Fürsten und der Fürstin Orloff, sei es vom Casino oder vom Leuchtthurm aus. dem Treiben der Fischer zuzuschauen, welche dort täglich zum Fang aus— fahren. Der Fürst kannte selbst einige derselben dei Namen, namentlich aber war er mit dem Leuchtthurmwächter recht gut bekannt. Als einst die Saison vorüber wär, geschah, es, daß dieser Beamte durch eine plötzlich eintretende Hochfluth ums Leben kam; er hinterließ eine Frau in geseg neten Umständen. Was thaten darauf die Kame raden des pflichtgetreuen Leuchtthurmwächters? Sie setzten sich hin und tyeilten dem Fürsten Bismarck das ganze Elend miti. Zug um Zug erfolgte seitens des Fürsten die Antwort. Er schrieb den französischen Fischern, daß das Kind der Wittwe ihn selbst und die Frau Fürstin Orloff zu bathen haben sollte. Und Fürst Bismarck hielt in Versprechen; er ließ dem Kinde — es war zin Knabe — in Gemeinschaft mit der russischen Fürstin von zartester Jugend an alle Sorgfalt ingedeihen, ließ den jungen Mann später nach Deutschland kommen, schickte ihn dort auf die besten -„chulen und verschaffte ihm später eine ganz aus⸗ zezeichnete Stellung. Als 1870 der Krieg aus— brach schickte F.—uͤst Bismarck seinen Schützling nach Frankreich zurück, damit er dort, wie es sich für einen wackeren Bürger zieme, seinem Vaterlande dienste leiste. Nach dem Friedensschluß berief er ihn aber sofort wieder nach Deutschland, wo der sunge Mann gegenwärtig wieder seine frühece A FBerlin, 4. Dez. „Soll man eine Petro— eumlampe durch Niederdrehen des Dochtes oder zurch Ausblasen zum Berlöschen bringen?“ Diese Frage wurde in der gestrigen Sitzung der polytech— nischen Gesellschaft dahin beantwortet, daß fich em- vfehle, die Lamp'e einfach auszublasen, aber dabei nicht in den Cylinder hinein, sondern über den Fhlinder hinweg, im rechten Winkel zu ihm, zu usten. Den Docht vor dem Ausblasen niederzu— chrauben, wurde nicht für nothwendig erachtet. die neuerdings in den Handel gebrachten Apparate zum Verlöschen, die aus einer Röhre bestehen, deren oberes gekrümmtes Ende in den Chlinder bineingeführt wird, während am unteren Eunde sich ein Gummiball befindet, wurden als äußerst ge— ährlich bezeichnet und ihre polizeiliche Beseitigung im Interesse der Sicherheit für erwünscht erachtet. *(Wem gehört der Ring)) Frau Amtmann Haupt in der Ziegelstraße zu Berlin jat beim Wildbändlor Scholz eine Wildente gekauft. Beim Ausnehmen derselben findet sie in dem Magen )es Thieres einen kostbaren, mit Brillanten besetzten Ring und freudig theilt sie gelegentlich dem Wild⸗ zändler mit, welchen kostbaren Fund sie in der von ihm erstandenen Ente gemacht. Der Wild— sändler aber reklamirt jetzt den Ring, da er be—⸗ zauptet, der Frau Amtmännin nur die Ente, nicht aber den Ring mitverkauft zu haben. Beide Theile wollen nun den Richter anrufen, der entscheiden joll. wem der Ring gehört. F Ein Hecht mit 111 kleinen Fischen in Magen ist nach dem „Anz. f. d. Havell.“ in der Aberhavel gefangen worden. Die Fische hatten wumeist eine Größe von 122 Zoll. Wien, 7. Dez. Große Sensation erregt Einbruch in den ersten Juwelierladen (Gra- vest äd ten) am frequentesten Punkte des Tentrums der Stadt, am Graben. Der Einbruch erfolgte gestern Nachmittag; die Thäter drangen zurch die Hinterthüre ein. Die Eisenkassen, in velchen sich Brillanten und Schmucksachen im Werthe von einer viertel Million Gulden befanden, wurden total ausgeplündert. Die Hauptkassa wurde ange⸗ bohrt, das Schloß zertrümmert und die Schlüffel für die anderen Kassen derselben entuommen. Man hat noch keine Spur von den Thätern. (Für unschuldig Verurtheilte. Eine Brüs— elerin, die eben verstorben, hat einem Hospiz etztwillig 360,000 Franks vermacht, deren Zinsen um größten Theil denjenigen zufließen sollen, die ein Opfer richterlicher Irrthümer geworden sind. F In einem vor Kurzem in Paris erschiene ien Memoirenwerke eines amerikanischen Journa⸗ isten wird die folgende interessante Anekdote von »em Papst Pius IX. mitgetheilt. Eines Tages, als Pius IX. bereits sehr ermüdet durch einen zroßen öffentlichen Empfang war, kniete eine Dame, die ihm durch einen speziellen Brief empfohlen war, vor ihm nieder, indem fie um seinen Segen bat, den er wie gewöhnlich ertheilte. Aber sie begann ein langes Bekenntniß ihrer Sorgen und Sünden. Bius, fast unfähig, sich aufrecht zu halten, tröstete ie, aber je mehr er ihr zusprach, desto mehr sprach ie, bis er sich genöthigt sah, ihr zu sagen, et müsse ich zurückziehen. Darauf begann sie mit noch zrößerer Geläufigkeit: „Heiliger Vater“ — — Was willst Du noch mehr, meine Tochter?“ — „Mein Mann hat mich gebeten, Ihnen sein Bild zu geben.“ — „Gut, ich nehme es an, sagen Sie hm meinen Dank.“ — „Aber Heiliger Vater — — —“ — „Was noch?“ — „Ich möchte gern neinem Mann Ew. Heiligkeit Autograph ebenfalls zum Geschenk bringen.“ — „‚Gut, ich will auch das thun.“ Dann schrieb er rasch seinen Namen nuf ein Stück Papier und wollte die Feder nieder— legen, als die Dame ihn am Rochfesthielt. „Hei— iger Vater, noch eine Bitte.“ — Wirklich?“ Der Papst zitterte leicht vor Indignation, „was kann ;»as sein?“ — Ich muß um die Feder bitten, nit welcher Sie das Autograph geschrieben haben.“ — „Gut, nehmen Sie die Feder, das Tintenfaß. meinetwegen auch den Tintenlöscher — aber in des — lieben Gottes Namen, gehen Sie jetzt fort.“ Ind er machte sein Kleid aus ihren Fingern los ind suchte seine Privatgemächer auf. Eine sehr beachtenswerthe Broschüre gegen zdie Spielhölle von Monte Carlo ist in »iesen Tagen durch ein internationales Komitee in Rizza sämmtlichen europäischen Regierungen mit »er Absicht zugestellt worden, auf diesem etwas ingewöhnlichen Wege eine diplomatische Kollekliv⸗ ittion gegen den Fürsten Karl III. von Monaco zu veranlassen. Diese interessante Broschüre enthält eine aktenmäßig zusammengestellte Liste aller Selbst- norde, welche sich seit 1877 bis 1885 in Monte Farlo ereignet haben. Die Totalsumme der auf siese schmähliche Weise umgekommenen Personen zeträgt eintausendachthundertundzwanzig, d. h. fast o viele Köpfe, wie der Beherrscher von Monaco überhaupt Unterthanen hat! Die betriffende Liste enthält den Namen, die Heimath und das Todes⸗ datum der Selbstmörder, sowie auch eine Kollektion von Briefen, mit denen sie ihren Abschied vom Leben kommentierten. Fast alle verfluchten darin die Stunde, da sie Monte Carlo gesehen haben, Auf Deutschland fällt ein Zehntel dieser Opfer. Italien, Frankreich und Rußland sind am slärksten, England und Amerika am schwächsten in Mitleiden⸗ ichaft gerogen Di⸗ ineisten dieser Selbstmörder jaben, nachdem sie ihr Vermögen dem Spiel⸗ Moloch in den Rachen geworfen, nicht einmal ein ehrliches Begräbniß erhalten, sondern sind ohne SZang und Klang auf dem Armenkirchhof verscharrt worden. Wie verlautet, ist das hochinteressante Material auf Veranlassung des italienischen General⸗ ronsuls in Nizza zusammengestellt worden. Man darf auf den Effekt dieser publizistischen Manifesta⸗ iion gespannt sein. * Ein neuer Motor für Schiffe,) Auf einer Schiffswerft der Vereinigten Staaten ist jegenwärtig ein Fahrzeug im Bau und nahezu ertig, welches die größte Aufmerksamkeit auf sich enkt. Das Boot hat eine Länge von 30 Meter, 3,6 Meter Breite und 75 Tonnen Deplacement. Dasselbe ist mit 4 langen Hinterladerkanonen ver⸗ ehen, welche 2,4 Meter über Bug und Ende und 1,5 Meter über den Kiel hervorragen. Es soll nun dieses Fahrzeug dadurch fortbewegt werden, daß nicht mit Sprengstoff geladene Kugeln aus »en Geschützen durch die Heckpforten obgeschossen verden. Schüsse aus dem Buggeschütze würden »agegen das Boot zurücktreiben, während seitliche Schüsse die Richtung bewirken werden. Die Er— inder machen sehr viel Reklame von bem Fahizeug, einer erwartenden Geschwindigkeit und den geringen doften. Die Kosten für Feuerung (in diesem Falle aljo Schießpulver) sollen sich von Newyork nach Newport. etwa 180 Meilen, nur auf auf 80 Tents belaufen. — Es ist möglich, daß das Fahr⸗ zeug ouf diese Weise zu fahren im Stande ist, aber die Insaisen werden an Schlaf nicht denken dönnen. f Newyork, 5. Dez. Telegramme aus banama berichten von einem verheerenden Irkan an der Küste von Aspinwall. Verschiedene Fahrzeuge erlitten Schiffbruch. Die Eisenbahn st beschädigt und die Telegraphen⸗Leitungen sind interbrochen. Man fürchtet, daß in der Stadt Tolon dem Orkane viele Menschenleben zum Opfer zefallen sind. F* Unschuldig verurtheilt.) Die „N.YJ. Staats-Ztg.“ schreibt unterm 22. Nov.: Wie aus Topeka, Kans., gemeldet wird, herrscht n Lyons, Kans., in Folge der Aussagen, die ein Arzt auf dem Todtenbette über den Staatssenator John White machte, große Aufregung. Vor inigen Tagen war White County⸗Anwalt in yons im Countyh Rice. Ein Mann Namens dawrence war County-⸗Schatzmeister. In einer Nacht wurde in das Countygebäude eingebrochen und aus der Kasse wurden 18,000 Doll. geraubt. dawreuce wurde dieses Raudes angeklagt, überführt und zu Zuchthausstrafe verurtheilt. White fungirte us öffentlicher Ankläger in dem Prozesse gegen ꝛdawrence. Nun sagte ein Arzt in Lyons auf dem Sterbenbette aus, er sei in der Nacht, in welcher der Raub verübt wurde, an dem Countygebäude yorbei gekommen, habe in der Kanzlei einen ver— »ächtigen Lärm gehört und sei eingetreten. Zu einem nicht geringen Erstaunen habe er den Staatsanwalt White dabei betroffen, wie er den dassenschrank erbrochen hatte und sich den Inhalt )»esselben aneignete. White habe ihm 3000 Doll. Schweigegeld angeboten und er habe diese Bestech⸗ uing angenommen. Wenige Standen, nachdem der Arzt diese Aussagen gemacht haite, ist er gestorben. Lawrence, der angeblich unschuldig Veructbeilte. zefindet sich noch heute im Gefängniß Für die Redaktion verantiwortlich: F. X. Demetz. 8 5 225. N Mens Abreiß-Kalender für 1886 Künstlerisch schön ausgeföührt. Geschmackvoller Zimmer- und Wandschmuck. Men's Abreiß Kalender für 1886 ist elegant und dabei solid heraestellt Er enthält circa: — A die bürgerliche und feine Küche, und eignet sich deshalb als * Schönes billiges Weihnachtsgeschenß für die Hausfrau. Preis nur 50 15f. das Stüch. Verlaufsstellen von Meh's AbreißKalender: die Expedition des „St. Ingberter Anzeiger“ oder vom Versand-Geschäft NEV & EDIIOH. 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Gegenüber den abfälligen gemerkungen der Opposition über unsere Kolonial⸗ politik ist zu konstatiren, daß von den 95 hierher rstatteten Berichten deutscher Handelskammern 71 dieser Politik ausdrücklich zustimmen, 24 sich schwei⸗ gend verhalten, hingegen kein einziger tadelnd sich wsspricht. Berlin, 8. Dez. Der Reichskanzler Fürst »omarck war heute bei den kronprinzlichen Herr⸗ vbaften zum Diner geladen. Berlin, 9. Dez. In parlamentarischen treisen verlautet, der Reichskanzler leide wieder an zesichtsschmerzen. Ingbert berechnete Gesammtbevölkerungsziffer von — Da der Tag nach dem Weihnachtsfest ein 10,344 vertheilt sich folgendermaßen auf die ein⸗Sonntag ist, so ist für die preußischen Eisenbahnen zelnen Confessionen: die Gültigkeitsdauer der Retourbillets auf Katholiken 8024 (4047 m. u. 3977 w.) fünf Tage verlängert worden, wodurch gewiß den Protestanten 2252 (1135 m. u. 1117 w.) Wünschen aller Jener entsprochen wurde, welche Israeliten 55 (28 m. u. 27 w.) hur Feier des Festes in die Heimath reisen wollen. Mennoniten 13 (11 m. u. 2 w.) doffentlich wird auch die Direktion der pfälzischeu Im Jahre 1880 zählte man 7785 Katholiken, Bahnen diesem Beispiele folgen. Der Dank hier⸗ 2011 Protestanten, 50 Israeliten und 10 Menno⸗ für würde jedenfalls vicht ausbleiben. niten, so daß fich pro 1885 eine Mehrung ergibt — Zweibrücken, 8. Dez. Der wegen bei der kath. Bevölkerung von 239 Meineids angeklagte Weinhändler Friedrich Wilde „„VLProt. 241 ius Neustadt wurde vom Schwurgericht als des irael. 5 ahrlässigen Meineids schuldig gesprochen und von „mennon., 3, dem Gerichtshof zu drei Monaten Gefängniß und im Ganzen 488 Seelen. zur Tragung der Kosten verurtheilt. Kaiserslautern, 8. Dez. Nachdem der Prozeß Lebender CGehrer in Zweibrücken) ꝛontra Wickl (früherer Redakteur des pfälzischen Volksblattes) am letztvergangenen Samstag durch Vernehmung der Zeugen Becker und Blum zum Abschluß gebracht worden war, wurde heute das Artheil publiziert. Demzufolge wurde die von Wickl eingelegte Berufung als unbegründet ver⸗ worfen. — Eine Petition betrefff Abänderung der Hundeste uer wurde von etwa 80 Nagel- ichmieden aus Rockenhausen, Lauterecken, Ober— noschel und Winnweiler an die bayerische Abgord⸗ ietenkammer gerichtet. Die Petenten ersuchen um kinführung einer Minimaltaxe für die Besteuerung der Hunde, die im Kleingewerbe der Nagelschmiede zur Verwendung kommen. — Gegen das Urtheil des Schöffengerichtes in Landan in der bekannten Trottoir-Angelegenheit hat die Amtsanwaltschaft Berufung ergriffen, so daß die Frage, wer zur Hersiellung der Trottoirs Dderpflichtet ist. auch noch das kgl. Landgericht be— chäftigen wird. — Maikammer, 8. Dez. Soeben, nach 12 Uhr Mittags, ist ein Theil der Vorderseite des n der Heerstraße gelegenen Küfer Schenk'schen dauses ein⸗ und in den Keller gestürzt. Verletz⸗ ungen von Personen kamen keine vor. Einer weiteren Ausdehnung des Einsturzes sucht man durch Anbringen von Stützbalken vorzubeugen. Ausland. Wien, 8. Dez. Die „Presse“ meldet aus seigrad: Trotz der Friedensaussichten dauern die fRüstungen fort. Khevenhüller soll, mit einer wich⸗ gen Mission betreffs der Friedens-Verhandlungen etraut, nächster Tage wieder nach Nisch abgehen. die „Neue Freie Presse“ meldet aus Paris: Hie— ge diplomatische Kreise glauben, Rußland beab⸗ chtige, falls es den früheren Einfluß auf die zulgaren nicht wiedererlangt, eine direktere Aktion. stach einer ‚Temps“.Meldung versprach Serbien Desterreich, den Wiederbeginn der Feindseligkeiten nicht zu provoziren. Wien, 9. Dez. Der ‚Neuen Freien Presse“ wird aus Belgrad gemeldet: Die Diplomatie will auf die Kriegführenden eine Pression ausüben, um den Friedensschluß zu erwirken. Der König Milan versprach, keinesfalls aggressio vorzugehen, falls die Mächte Garantie leisten für die Herstellung des ztatus quo ante. Da solche Garantien rüchsicht⸗ lich Englands und Rußlands schwierig sind, be⸗ zürchtet man die Erfolglosigkeit der Bemühungen ür den Friedensschluß. Madrid, 9. Dez. Der als Vertreter des eutschen Kaisers zu den Leichenfeierlichkeiten für König Alfonso hierher gesandte kaiserliche Statt⸗ halter in Elsaß Lothringen, Fürst Hohenlohe, st heute Vormittag, nur von einem Kammerdiener zegleitet, hier in Madrid angekommen. London, 8. Dez. Auf der Börse ist das »vrcücht vom Rücktritt Lord Salisbury's verbreitet. Lokale und pfälzische Nachrichten. —1. St Ingbert, 10. Dez. Die bei der »asfen Vostszählung für die Stadt St.— *St. In gbert. Der Spiritist und Magiker Epstein wird in unserer Stadt eintreffen und am Sonntag mit seinen Vorstellungen beginnen. Ueber die Leistungen desselben äußert sich ein Karls⸗ xuher Blatt wie folgt: „Professor Dr. Epstein, aiserlich russ. Hof⸗Prestidigitateur, gab im Saale der Eintracht seine erste Soiree und hat in der⸗ selben bewiesen, daß der ihm vorangeeilte Ruf, daß er einer der besten seines Faches sei, nicht zu diel gesagt hat. Was uns vor allem an Herrn Epstein gefallen hat, ist, daß er ohne jenen großen, aumfangreichen Apparat arbeitet, der uns bei an⸗ deren derartigen Künstlern entgegengetreten ist. derrn Epstein's Divise ist: „Geschwindigkeit ist eine Hexerei“, wenn schon die Geschwindigkeit des æzüastlers uns fast stets glauben macht, es sei virklich eine Hexerei. Dabei ist das Programm reichhaltig und überaus abwechslungsreich und das Publikum läuft nicht Gefahr, veraltete und oft ge⸗ ehene Experimente zu sehen. Alles was er bringt st neu. dabei überrascht er das Publikum mit jübschen Scherzen, ist den Damen gegenüber gjalant, kurz, ein paar Stunden bei Herrn Epstein derfliegen außerordentlich schnell. Aus dem origi⸗ zinellen Programm, das verschiedene Originalpiecen des Herrn Epstein selbst enthält, heben wir „das ustige Geschirr“, „den See im Zaubersaale“, „den derzauberten Bierbrunnen“ hervor, deren Ausführ⸗ ung an das Wunderbare grenzt. Auch die soge⸗ nannten „spiritistischen“ Stücke, das Arbeiten bei gefesselten Händen und Füßen im geschlossenen Raum, das Berschwinden aus dem geschlossenen und verschnürten Koffer spielten sich überraschend ichnell und sicher ab.“ Fur die R⸗detan verantwortnn2: F. X. Deme z. Auf wieviel Looseo Treffer? AITTIauf rehn J M.Iobb .Lohsb Frusien 22500 Geldgewinne 166000 4 am ohne Abzug. a HDaupttreffer: 40000, 10000 61000, 125500 ꝛc. Ziehung 15. Dezember 1885. Loose bei den bekannten Ver⸗ kaufsstellen. auptagenturlul.soldschmit n Ludwigshafen a. Rhein, m Si. 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Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Naum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I3 H, Neclamen 30 . Bei 4maliger Einxückung wird nur dreimaline berechnet. 243. Samstag, 12. Dezember 1885. 20. Jahrg. — Deutsches Reich. Muünchen, 98. Dez. Schels tadelt die Nach⸗ der Gendarmerie gegen Duelle, von denen nur minimaler Bruchtheil zur Anzeige gelange. Der ind sei, daß die Anzeigen ungern gesehen wür—⸗ Minister v. Feilitzsch meint, Schels urtheile zart über das Duellunwesen. Herz findet den a Grund desselben in den militärischen Ein⸗ Agen, die den Offizier zwingen, gegen das «atgesetz zu handeln. Schauß findet, daß die hte bei dem Etat des Ministeriums des Innern xxall die Polizei auf die Bürger hetze. — Der A Boshart bleibt unerwähnt. — Der Antrag, Ha Mk. als außerordentlichen Zuschuß zu einer rotechnischen Versuchsstation München zu be— uqen, wird mit 70 gegen 67 (Daller, Walter, mminger ⁊c.) angenommen. Gunzenhäuser cht gegen das Landes⸗Versicherungsamt, Minister deilitzsch dafür wegen der Geöße der bayerischen isgenossenschaften. Die Position wird mit Majorität bewilligt. Rerlin, 10. Dez. (Reichstag.) Zum Ini- antrag betreffs Verlängerung der Legislatur⸗ rode greift Rickert die Regierung und die nervativen auf das heftigste an und spricht von Bildung der Mittelpartei, zu der die National⸗ ralen die Hand geboten haben. Die Mittelpartei die Kämpfe gegen das Zentrum bis auf's ver führen, indessen sei der wahre Angriffspunkt eelben das kleine Häuflein deutsch, freisinniger nner. Berlin, 10. Dez. Wiener Meldungen be— m, Fürst Alexander werde sich behufs Versöhnung dem Zaren nach Gatschina begeben. Dann rde die Union Ostrumeliens mit Bulgarien derart gesprochen werden, daß der Fürst Generalgou⸗ venr yon Ostrumelien wird der Besprechung in allen juristischen und sonstigen gebildeten Kreisen Deutschlands gerückt. Wir halten es für sehr wünschenswerth, daß die Ange— legenheit der Berufung nicht von der Tagesordnung »erschwindet, bis dem ziemlich allgemeinen und sehr ebhaften Wunsche nach Wiedereinführung dieses stechtsmittels entsprochen sein wird. Die Sache st bei weitem nicht so schwierig und verwickelt, vie man sie oft darzustellen beliebt. Gegen die Wiedereinführung der Berufung verden im Grunde genommen nur zwei ernsthafte xinwendungen gemacht, nämlich: 1) das Rechts- nittel vertrage sich nicht mit den Grundsätzen der Mäündlichkeit und Unmittelbarkeit des Verfahrens, ind 2) es liege kein Bedürfniß für dasselbe vor. Dder erste Grund ist leicht zu wiederlegen, weil er zurch die beste Lehrmeisterin der Dinge. durch die Erfahrung, bereits wiederlegt ist. Mündlichkeit ind Unmittelbarkeit gelten auch bei den Schöffen⸗ erichten, und dennoch ist gegen die Urtheile der— elben die Berufung gestattet. Die schöffengericht- iche Strafrechtspflege ist im allgemeinen eine be⸗ riedigende, und dennoch — wer könnte leugnen, daß im Jahr so und so viele schöffengerichtliche Artheile von den Strafkammern auf, theils von den Verurtheilten, theils von der Staatsanwalt⸗ chaft, ergriffene Berufung bald nach der Wieder⸗ holung der Beweisaufnahme, bald ohne solche auf⸗ Jehoben oder abgeändert werden? So gut das bei den Schöffengerichten möglich ist, ebenso gut kann es auch bei den Strafkammern möglich sein. Es sei ferne von uns, die Rechtsprechung der letz feren anzugreifen; es ist vielmehr zu hoffen, daß bon der wiedereingeführten Berufung gegen ihre Urtheile nur verhältnißmätßig selten Gebrauch ge— macht wird, und daß eben deßhalb die Kosten der neuen Einrichtung sich bei weitem nicht so belang⸗ reich herausstellen werden, als manche befürchten. Wir kommen jetzt zu dem zweiten der oben dezeichneten Einwände. Es läft sich allerdings nicht mit Recht behaupten, daß die Verfahrungs⸗ veise und die Urtheile der Strafkammern zu schweren der allgemeinen Klagen Anlaß geben, wenigstens zei uns in Süddeutschland ist dies wohl nicht der Fall. Am wenigsten lassen sich die Vorwürfe Windthorsts gegen die Rechtsprechung überhaupt ils begründet anerkennen, Vorwürfe des Streber— hums und der Abhängigkeit von der politischen Hewalt, welche der Cenirumsredner, indem er sie russprach, selbst am besten wiederlegte. Ging er »och aus von den Diätenklagen des preußischen Fiskus, welche bisher von den preußischen Land- serichten sammilich abgewiesen wurden. Allein inseres“ Erachtens sollte, selbst wenn die Rechtspflege er Strafkammer noch viel vollendeter wäre als sie st, selbst wenn sie ganz und gar tadelfrei wäre, zründsätzlich gegen jedes Strafurtheil erster Instanz in materielles Rechtsmittel gegeben sein. Oder zibt es etwa keine Fälle, in welchen der Angeklagte ich um seine Freisprechung ganz entschieden wehrt, n welchen auch ein Mitglied der Strafkammer sich yon der Schuld desselben nicht zu überzeugen ver—⸗ nag, aber die Verurtheilung durch vier Stimmen zleichwohl erfolgt? Sollte in solchen Fällen die Möglichkeit eines Irrtbums wirklich ausgeschlossen ein? Man behauptet, die Juristen seien in ihrer großen Mehrheit gegen die Berufung. Hinfichtlich des Anwaltstandes ist dies selbstverständlich nicht der Fall, und zwar keineswegs blos wegen mate— iesser oder einseitiger Standesinteressen. sondern auch deshalb, weil der Vertheidiger in der Regel den wahren Stand der Dinge, die pensées intimes der Angeklagten besser kennen lernt, als der Richter, dem der Angeklagte nur selten sein Herz erschließt. Allein auch viele Richter sind von der Nothwendig- eit der Berufung lebhaft überzeugt. Dem Schreiber zieser Zeilen, welcher die eben erwähnte Ueberzeug⸗ ung ganz entschieden theilt. hat vor einer langen steihe von Jahren kein geringerer als der damalige zadische Justizminister Stabel, ein wahrer Jurist yon Gottes Gnaden, gesagt: „In einem Lande, vo ich als Dieb verurtheilt werden könnte, ohne in Rechtsmittel der Berufung zu haben, möchte ch gar nicht leben“. NRun wohl! Wer 50 Jahre ang sich ehrlich durchgebracht hat, der kann bei ins wegen eines kleinen, einfachen Diebstahls vom -„chöffengericht verurtheilt werden und dann hat er zie Berufung. Ist dagegen der in Frage stehende diebstahl ein großer oder ein gesetzlich schwerer, jann ist die Strafkammer zuständig, und der näm— iche 50 Jahre lang ehrlich gebliebene Mensch kann vegen des viel schwereren Vergehens oder Verbrechens zerurtheilt werden, ohne daß izm irgend ein Rechts— nittel gegen die totale Vernichtung seiner Ehre zusteht. Wir wollen ja hoffen, daß dieses furcht⸗ zare Beispiel noch niemals vorgekommen sei; aber andere, nicht minder furchtbare Dinge sind ja be— tanntlich in einzelnen Fällen vorgekommen. Es zibt Richter, welchen der Mangel eines Rechts⸗ nittels gegen ihre Urtheile unheimlich und höchst merwünscht ist. Die Vergleichung mit den Schwurgerichten nöchte ich am allerwenigsten gelten lassen, weil hdei diesen nach der Natur der Sache, nach der Er⸗ iahrung und nach den besonderen für sie bestehenden gesetzlichen Einrichtungen und Cautelen viel weniger das irrthümliche Schuldig, als das irrthümliche Begentheil zu befürchten ist. Gerade diejenigen, velche für die unverkümmerte Erhaltung des Ge—⸗ chworenengerichts eintreten, sollten sich hüten, gegen zie Berufung in Strafkammersachen sich auszu—⸗ prechen; denn nur die wesentliche Zufriedenheit der Bevölkerung mit allen Ocganen der Rechts— yflege vermag den ganzen Organismus zu schützen uind zu erhalten, und diesem Organismus fehlt nach unserer festen Ueberzeugung so lange ein vesentliches Glied als nicht die Berufung gegen edes Schuldig eines aus Berufsrichtern bestehenden ẽrstinstanzaerichts zugelgssen wird ew— Ausland. Belgrad, 10. Dez. Bulgarien lehnte die ischen Waffenstillstandsvorschlage ab und machte envorschläge, auf welche die Antwort bis zum ds. Mittags verlangt wird. Es heißt, Bul⸗ ien weise jede Bedingung zurücd, welche den fritt von der Union verlangt. Belgrad, 10. Dez. Die serbische Antwort die letzten Gegenvorschläge Bulgariens ist heute hPirot abgegangen. Der neuernannte Kriegs⸗ ister, Franassovic, trifft morgen Nacht ein; der⸗ itellte die Bedingung, daß wesentlich umfassen⸗ und reichlichere Fonds für die Truppenver⸗ qung wie zur Beschaffung von Munition zur gung gestellt werden. Konstantinopel, 10. Dez. Der türkische amissar für Ostrumelien, Djevdet Pascha, wird dem Sekretär der deutschen Botschaft, Lindenau, äösterreichischen Konsul, Piombazzi, und dem ischen Konsul, Sorokin, nach Philppopel be⸗ et. — Der englische Botschafter, White, läßt Behauptung einer auswärtigen Zeitung, er he in der letzten Konferenzsitzung geaußert, daß qland den Berliner Vertrag nicht mehr aner—⸗ mne. als vollständig unbegründet erklären; er habe Me derartige Aeußkerung gethan. Lokale und pfälzische Nachrichten. * St. Ingbert, 11. Dez. „Kauft am Platze!“ Trotz aller Warnung und trotz aller Belehrung — das Vorurtheil, daß auswärtige Waare jesser sei als die einheimische, ist immer noch nicht geschwunden und auch bei einem großen Theile inserer hiesigen Bevölkerung, wie häufig zu bemerken, ebendi geblieben. Zu keiner anderen Zeit ist diese Zucht nach auswärts so auffallend als gerade jetzt im die Weih nachts zeit, die in althergebrachter Zitte ja beträchtlich mehr Anlaß zu Einkäufen zibt, als andere Feste. Es ist nur Einbildung, daß man auswäris besser und billiger kauft als haheim, und dann ist es ja auch Pflicht jedes kinzelnen des Gemeinwesens, das Geld den an—⸗ ässigen Gewerbetreibenden zukommen zu lassen, die die Lasten des Ganzen tragen helfen, statt dasselbe rach auswärts, vielleicht gar an weit entfernte Orte zu schicken. Warum auch auswärts kaufen, was nan hier — ohne Auslagen für Reise oder Porto — ebenso vreiswürdia haben kann? Thahächlich Frage der Berufung gegen die Urtheile der Strafkammern der „Str. Post“ von einem Richter geschrieben: Die jüngsten Reichstagsverhandlungen haben Frage der Berufung gegen die Urtheile der asfammer wieder einmal in den Vorderagarund ist ja dieses in unseren einheimischen Geschäften der Fall. Man sehe sich nur einmal bei den In⸗ habern derselben um und der Beweis wird sich dann wohl finden. Der Lokal⸗Patriotismus, der die Einwohnerschaft in erster Linie bei den Einkäufen, besonders zur Weihnachts zeit, die Geschüfte am Orte selbst berücksichtigen läßt ist also gewiß begründet. Die gemeinsamen Interessen der gesammten Einwohnerschaft machen es aber geradezu zur Pflicht, wie wir ja schon angedeutet haben, zuecst die Mitbürger zu berück fichtigen und das Geld nicht auswärtigen Lieferanten zukommen zu lassen. Wird dieses zum Prinzip bei Allen, dann werden die guten Früchte nicht ausbleiben. Wer also Weihnachts⸗-Einkäufe zu machen hat, der gehe an den hiesigen Läden nicht borüber, der zeige seinen Lokal Patriotismus, welcher gebieterisch mahnt: „Kauft am Platze!“ Zweibrücken, 8. Dez. (Schwurgericht.) Ver⸗ handlung gegen Friedr. Wil de aus Neustadt, wegen Meineid. Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Hr. 2. Staatsanwalt Wagner; Vertheidiger: Hr. Rechtsan⸗ walt Rosenberger. Am 26. Juni hatte der Angek aute in einer Schöffengerichtssitzunrg als Zeuge auf eine Frage des Anwalts Hecht im Zustande unverkenn⸗ barer Erregtheit erklärt, daß er sich nicht mehr er⸗ innern könne, von wem er seinerzeit den Hund gekauft habe, und ferner, daß letzterer seinen Namen Schwuchow) schon grhabt habe. Die Anklage stellt nun auf, Wilde habe diese Angaben wissentlich falsch und sich hiedurch des Verbrechens des Meineids schuldig gemacht, da er erst seinem Hunde den beregten Namen gegeben habe und ohne Zweifel den Namen des Verkäufers, mit welchem er öfters sogar korrespondirt, hätte angeben können. Seitens der heute produzirten Zeugen, insbe⸗ sondere durch die Aussagen des Herrn Bürgermeisters Mack von Neustadt, wird Wilde als ein hochge— schätzter und allenthalben geachteter und angesehener Bürger geschildert. den man der Verübung einer solchen That, wie die ihm zur Last gelegte, für absolut unfähig erachten müsse. Der Angeklagte erklärt heute wie auch früher bereits, er habe auf die bezügliche Frage von Rechtsanwalt Hecht nur geantwortet: „Er hat so geheißen“, womit er jedoch nicht habe sagen wollen: „Er hat schon bei seinem früheren Besitzer den bereits erwähnten Namen erhalten, sondern lediglich: „Er hat bei mir einmal früher geheißen, während ich ihn jetzt bei seinem ursprünglichen Namen rufe. — Der Name des Verkäufers sei ihm in jener Sitzung entfallen gewesen und habe er ja gleich nach seinen damaligen Angahen erklärt, er könne zu Hause den⸗ selben nachsehen, falls man Gewicht darauf lege. Den Geschworenen wurden drei Fragen zur Beantwortung gestellt und bejahten dieselben die dritte auf fahrlässigen Falscheid gerichtete. Der Gerichtshof verurtheilte auf Grund dieses Spruches hierauf unter Berücksichtigung der Erregt— heit des Angeklagten zur Zeit seiner damaligen Vernehmung, sowie insbesondere dessen bisherigen tadellosen Leumunds denselben, wie gestern bereits mitgetheilt, in eine Gefängnißstrafe von drei Monaten. — Dreisen, 8. Dez. Der Hollidahof, einer der schönsten Güter in der Nordpfalz, ist gestern unter Zudrang zahlreicher Liebhaber in der Bahnhofrestauration Stauff dahier erst im einzelnen, dann im Ganzen zur Versteigerung ausgeboten und zur Hälfte Herrn Staatsanwalt Scherrer in Zwei⸗ brücken, zur Hälfte den Herten Pfarrer Kemmer in Mörzheim, Oekonom Kemmer in Einöd und Notar Kemmer in St. Ingbett zugeschlagen worden. Besagtes Hofgut besteht aus ewa 100 Morgen des besten Acker- und Wiesenfeldes, liegt an der Kaiserstraße zwischen Dreisen und Standenbühl, in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnstation Göllheim⸗ Dreisen und hat ausgedehnte Wohn- und Oekono— miegebäude, nebst Gemüse:, Obst und Weingarten. hier wäre einem oder zwei rationalen Landwirthen eine günstige Gelegenheit zu einem vortheilhaften Erwerb gegeben. Einer vornehmen Familie böten die weiten Räaume des Deene sogar aus⸗ reichend Platz zu einem angenehmen Sommeraufent⸗ halt. Es wäre schade, wenn das schöne Gut nicht zusammenbliebe und zerschiagen würde. Wie ge— sagt wird, beabsichtigen die jetzigen Besitzer, es wieder im Ganzen abzugeben, wenn sich ihnen aünstige Gelegenheit dazu bietet. — Der 5. außerordentliche Verbandstag, der Pereine für Kreditreform findet am 12. und 13 a 2 ν— n —6344 MeaAsy. Tun⸗ dathien man diesem Institute (Schutz des kaufm. stredites) entgegenbringt, beweist die Thatsache, daß der Verband zur Zeit aus 124 Vereinen, gegen 56 im Vorjahre, besteht — Speyer, 9. Dez. Der frühere Associe einer hiesigen Weinhandlung, Wilhelm Fickeisen, welcher wegen eines Verbrechens des 8 176 des R.St. G⸗B. nach Amerika geflüchtet, hat sich dort erhängt. — Frankenthal, 7. Dez. Ein „Ukas“, velcher jüngst dem Bureaupersonal einer hiesigen veltbekannten Firma zur Kenntniß gebracht wurde, vird hier lebhaft besprochen. In demselben ver— angte der Geschäftsinhaber, daß seine Angestellten naicht nur ihn, sondern auch seine Bekannten und die Herren vrom Gerichte bei eventuellen Begeg⸗ iungen auf der Straße zu grüßen haben. Das rinverständniß mit dieser sonderbaren ,Verordnung“ nußte von dem Personal durch Namensunterschrift zekundet werden. Die Beamten der Firma werden zut thun, jeden ihnen Unbekannten zu fragen, ob r nicht etwa zu den Bekannten des betreffenden derrn zählt. — Bermischtes. F Neunkirchen, 9. Dez. Heute Morgen unt 5 Uhr wurde das seit mehreren Jahren be— tehende Projekt, flüssiges Roheisen von den Hochöfen der Herren Gebr. Stumm nach dem Stahlwerk zu schaffen, verwirklicht, indem die erste Pfanne flüssiges Eisen per Lokomotive unter Begleitung der zuständigen Betriebs-Ingenieure nach »em Stahlwerk auf dem im Laufe des Sommers jebauten und unter der Saarbrücker Chaussee durch⸗ ührenden Schienengeleise abging. Ungefähr eine Ziertelstunde nahm die Zeit der Abfahrt von den —WVVVV Anspruch. Wie wir hören, stehen der Projektaus— ührung keine wesentlichen Schwierigkeiten mehr entgegen, so daß der normale Transportbetrieb in iaher Aussicht steht. — Auch die Drahtseilbahn des Neunkircher Eisenwerks nach der Grube Dechen⸗ deinitz zur Herbeförderung der Kohlen ist seit einigen Tagen theilweise im Gange und wird vor⸗ aussichtlich die volle Förderung spätestens im letzten Viertel dieses Monats stattfinden können. — Die für die hiesige neue katholische Kirche bestimmten oier Glocken werden nach »heute eingegangener Mittheilung am nächsten Freitag— per Bahn hier anlangen und dann im Querschiff der neuen Kirche ausgestellt werden. Die Glockenweihe findet am Zonntag, Nachmittags gegen 2 Uhtr statt, und sind die Vorbereitungen zu dieser Feierlichkeit bereits in Ungriff genommen. (Saar· u. Bl. Ztg.) Am Sonntag hat eine Frau aus Louisen⸗ hal, Mutter von vier Kindern, den Tod in der Zaar gesucht und gefunden. Von der Fenn zus sah man, daß die Unglückliche, auf Haänden uind Füßen kriechend, am rechten Ufer sich in den jochgeschwollenen Strom fallen ließ, der sie 4 -500 Schritte weit mit sich forttrieb, bis sie nach ver⸗ weifeltem Kampfe in dem nassen Grabe verschwand. FGolkszählung.) Dürkheim hat 6110 Finwohner, Zweibrücken 10,657, Homdurg 4025, Annweiler 2802, Frankenthal 10,925, Germers⸗ jeim 6132, Edenkoben 5008. Wachenheim 2397. sandel 3620. Augsburg 65.476, Mannheim 61,370, Karls- ruhe 60,750, Kulmbach 6278, Erlangen 15 814 Fürth 35,320, Darmstadt mit Bessungen 51,998, Nainz 58,732, München 260,000, Wurzburg 55,036, Bayreuth 23,531, Landshut 17868, Kosenheim 9246, Freising 9171, Moosburg 8016, stothenburg a T. 6804 Leipzig 170,076, Dresden 245,515, Chemnitz 1101693,. Barmen 102.921. Ultona 104,475. fF Koln, 8. Dez. Die Gemüsesendungen aus Algier und dem südlichen Frankreich haben bereits hren Aafang genommen; es trifft schon jetzt täg⸗ ich ein mit Gemüse beladener Wagen über Varis hier ein. fKöln, 9. Dez. Oberbürgermeister Becker welcher seit fünf Monaten schwer erkrankt war, ist jeute von einem Blutsturz befallen worden und nfolge dessen gestorden. f Die Kölner Dombauloose dürfen auch in den Jahren 1886 mit 1888 in Bayern derkauft werden. Crefeld, 5. Dez. Mehr als 100 Kin— der, welche die Volksschulen an der Fischelner dandstraße besuchen und vor einiger Zeit der Re— rnceinntion unfteroöorfron urdon find qu Ner A⸗ßsh jucht erkrankt. Der Umstand, daß ausnahm revaccinirte Kinder an der Gelbsucht erkranmß während kein einziges der nicht ein stiuder von dieser Krankheit heimgesucht wu aßt es unzweifelhaft eascheinen, daß durch w Inrsuns die Massenerkrankung hervorgetufen wor f. Augsburg, 9. Dez. Der Schreinet selle Friedrich Voll wurde wegen Raubuen derübt an der Gastwirthin Schwendemann zu othurn, heute vom Schwurgerichte zum I herurtheilt. — In einer leerstehenden Sann dei Zusmarshausen wurde nach bn Gewehrfeuer eine höchst gefährliche E inbrenn dande durch sieben Gendarmen festgenommen FAugsburg, 6. Dez. Die völlig unhe⸗ choltene Colporteurswittwe Emma Koch von Kim ten, früher in München, welche einen Leihdaus. zettel gefälscht hatte, um ihren hungernden indn Brod kaufen zu können, wurde gestern vom Schwin zericht, nachdem sie nur der Privaturkundensassh ing schuldig gespcochen worden, zu sieben Tage Befangniß verurtheilt. Die Koch, welche zu⸗ Jahre hindurch neben ihren Kindern auch och einen kranken Mann zu ernähren gehadt hahe drach während der Verhandlung vor Entkräftung ohnmächtig zusammen; die Geschworenen verans eten unter sich eine Sammlung, deren Erge.mß ie dem armen Weibe überreichen ließen. F München, 9. Dec. Se. K. H. Herps⸗ Zarl Theodor in Bayern wird nach Weihnachin eine augenärztliche Praxis in Tegernsee forhsehn ind Lönnen Augenleidende von Neujahr an'in vortigen Krankenhause wieder Aufnahme finden. FPassau, 3. Dez. Gymnasialproseso kEhrlich sprang dieser Tage in selbstmörderischa Absicht vom Kettensteg aus in die Donau und 'onnte nur mit vieler Mühe von einigen Mautroser halblodt aus den hochgehenden Fluthen gerelte werden. FBerlin, 7. Dez. Die Wirklichkeit ühe— rrifft stets noch die kühnste Phantasie. So ist auch wieder bei de Volkszählung gegangn So mancher Scherz ist über den Musterhausheh des Herrn Karl Feldmann gemacht worden, aber die mannigfache Zusammensetzung desselben ist bon der Wirklichkeit noch bedeutend überholt wor'en. Da finden wir z. B. den Haushalt eines Kauf⸗ manns L.; er ist mosaisch. Seine Frau ist katho— lisch, die Kinder evangelisch. Seine adelige Köchin— ein Fräulein von Z., ist lutherisch, seine schweiza Gouvernannte reformirt, seine englische Bonne doch iirchlich. fF Berhin. Um die anscheinend erkalteid Zuneigung ihres Gatten zu erwerben, hatte di Frau eines Photographen in Oranienburg do kxperiment gemacht, sich ein 14 Tage altes Kind aus Berliu zu holen und als ihr eigenes zu unken schieben. Der Kniff kam aber ans Tageslicht un die hübsche junge Frau erhielt drei Tage Gefängüiß FWien, 9. Dez. Gestern Abend sind ur der Arlbergbahn, in der Nähe von Bludenz, sjut Personenzüge zusammengestoßen. Zwei Schaffue hlieben todt, zwei Passagiere sind schwer verlck Details fehlen. F Paris. 6. Dez. Am 28. Aprild. hetrot ein schlecht gekleidetes Individuum das de lizeikommissariat auf der Place Bellecour zu Lyn and reichte dem Sekretär, Namens Morel, ein m zeitsbuch zum Visiren hin. Während Morel om dem Inhalte desselben Kenntniß nahm, zog unbelannle ein catalonisches Messer aus der Leit ind stieß es ihm tief in die Brust. Als goh darauf der Polizeikommissär eintrat, hatte der An vundete nur noch Zeit, zu sagen: „Es ist al⸗ nit mir“, und starb. Gestern stand der Mordn— )er Recividist Bossuat vor den Geschworenen vi Rhone⸗ Departements. Er gestand cynisch, et hit »as elende Gefängniß satt gehabt und einen — ühren wollen, um nach der „Nouvelle“ Laledonien) zu kommen. Waährend der Haft un r ausgebrochen. aber in einem —A pieder entdeckt worden. Der Staatsanwalt An ard verlangte die Verurtheilung zum Tode, Lertheidiger suchte ihn als wahnsinnig datzusteln Ddie Geschworenen nahmen milbernde Umstände — ind Bofsuat wucde nach seinem Wunsche zu lehn änglicher Zwangsarbeit verurtheilt. Als et jörte, rieb er sich unter dem Murren des ane zigen Publikum und dem Beifall des ihm befte zeten Gesindels schmunzelnd die Hände. Zin Rn ormurden in Raris670 We proben durch das städtische chemische Laborato⸗ rium bei verschiedenen Weinhändlern entnommen; zaraus wurden 548 Weine schlecht, ungenieß bar ind gesundheitsschädlich defunden und zwar: 63 Sorten, weil kranke Weine, 117 Sorten, weil ber zwei Gramm gegypst, 33 weil entgypst oder zesalzen, 253 weil verschnitten, verdünnt und sunstiich gefärbt, 76 weil künstlich verzuckert, 6 weil gefährlich künstlich gefärbt, 2 weil Salycil nhallend, zusammen 548 Sorten. Aus dieser Aufstellung geht hervor: 1) daß der schlechte zu den guten Weinen wie ca. 6: 1 steht; 2) daß es in übergypsten und entgypsten Weinen nicht fehlt; 3) dat die unter zwei Gramm gegypsten Weine als gute in den 122 figuriren, während sich doch Autoritäten dahin ausgesprochen haben, daß jeder gegypste Wein überhaupt ungesund sei. London. Unlängst wurde über die ein undzwanzigjährige Margaretha Higgins berichtet, welche ihr kleines Töchterchen Josephine in die Themse geworfen, weil dasselbe ihren Gatten im Zchlafe gestört und derselbe aus Aergerniß hier⸗ uber auf die Frage der Gattin, was sie denn mit dem Kinde thun solle. mürrisch geantworiet, sie könne 5 auch in's Wasser werfen. Margaretha Higgins vurde damals zum Tode verurtheilt, allein die Zönigin begnadigte sie zu lebenslänglichem Kerker. Marktberichte. — xhe die junge Frau an ihren Endbestimmungsort Zweibrücken, 10. Dezember. (Fruchtmittelpreis und Vil⸗ ibgeführt werden sollte, erhielt sie den Besuch ihres Ienweeeweed a — *8 20 3 Iruders. des Hauptmanns John Henry Moor, und Zpein d . pf., Spelzerunne pt, Dintei ie ersuchte diesen, ihr ein Schürzchen des ermor- — di. — Pf., Mischfruht 7,M. 40 Pf., Hafer 6 M. zeten Kindes als Andenken zukommen zu lassen. *Pf , Etbsen d B. 5 Pf. Widen OM. — Pi Am 1. d. M. empfing Margaretha Higgins das sr ꝑ eee — »erlangte Kleidungsstück und, als am 2. d. die 50 pf, Alindroe iid bö Pfr Gepnshibrod 8 Rils hefängnißwärterin in die Zelle der jungen Frau 75 3h., paar Weck 90 Gr. 6 pPf. Rindfleisch 1. Qual. am, fand sie zu ihrem Enssetzen, daß sich dieselbe 80 3f, i Qual· ¶ Pf., Falblleisch 50 pPi Hammel⸗ nit den Bändern des Schürzchens erdrosselt hatte. in Vne Wenee 0 , win eiter 20 8Vi. Auf die Holzbank hatte Margaretha mit Kreide die ier Mviler Vuner Un Kiloar 3 Worte geschrieben: „Legt mich in kein Grad, lasset it neinen Körper in Staub zerfallen, doch gebet mir dun die Redatiien vetannwerchs 4 Deme. F —J Schürzchen mit, das ich ihr selbst genäht, das Eine Broschüre, welche in allen Kreisen der Be— ie getragen. — gen die größte Aufmerksamkeit findet, hat der Wuhn. * potheker K. Brandt in Zürich veröffentlicht. Dieselbe Der kühne Velozipedfahrer T ho mas Stee mlbält auf 24 Seisen die Gutachten der, ersten Inene dens, welcher eine Reise um die Weit auf dem schen Autoritäten Europa's, einer großen Anzahl praltischer Bichcle unternommen, ist nunmehr in Teheran, der Aerzte ett. über die bekannten Schweizerpill en und darf es Zauptstadt Persiens, glücklich angelangt. Anu den nicht Wun der nehmen, daß auf Grund solcher Empfehlungen — Anunft“ hat er 200 das Präparat eine so große Verbreitung und Anwendung etz en Lag 2* jefunden hat. Die Broschüre kann gratis von den Apo— nglische Meilen oder mehr als 100 Km. zäglich heken oder Apotheker R. Brandt in Zürich bezo en werden urückgelegt. Juteressant dürfte die Bemerlung nd Zürite Jedem, welcher noch Zweifel über die Güte und e ee e Pe n eeaee ez n si rzen, dameelverkehr hart und glott getreten find, sehr gut derzliopfen, Leber⸗ und Gallenleiden etc. gehabt, zum * um Befahren mit Velozipeden eignen. empfohien werden. jcej — gi hofeVdapupsr PVCD AMIoej —JL upe Puhll APP. Damen-Maäantel Fabrik. Theérese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johaun Bahnhofstr. 87 Um meiner werthen Kundichaft Gelegenheit zu geben ihre 9 WV — Weihnachtseinkäufe ãußerit praktisch und billig zu besorgen, habe einen großen Theil meines Lagers bedeuiend im Preise ermäßigt. Mache speziell aufmerksam auf eine Varthie Tricottaillen, gehwarze Cachemirreste, seidene und wollene Schürzen, bedeutend unter Preis. Theérese Mostert, Bahnhofstr. 87 St. Johann Bahnhofstr. 87 Ortmitteis ben anhlovuuen pohdampft- der Red Star Fint, Aniwerpen, des Jorddeutschen Lloyd, Bremen, er hamburg Amerik. 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Hos-Prestidigitatenẽ und Spiritist, * gemachte Anzahl von Punkten besetzt hat, ist König. Als äußerst »er die Ehre hatte, bereits vor allen gekrönten Häuptern Europas sich zu 2ꝰamüsante und zugleich in hohem Maaße instruktive Unterhaltung für produziren. die Winterabende tann es Alt und Jung nicht warm genug empfohlen Preiße der Plätze: Dwerden und sollle in keiner Familie fehlen. a Vorverkauf im Café Obderhauser l. Platz (uur) 80 Pfg, II. Platz 50 Pfg. —2 F T; L. Platz (nur) 1 Mk. N. Plab 60 Pfat Stehplatz 30 Pfg. Hiezu füur unsere RPosi Abonnenten „Illustriertes Sonntage sar,r. . DPruck und orson hon &æ ö— —— o dj un die do e d * * * F J * J —9 i“ —7— * 7 f t Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. a ‚St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ An und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 14 75 —, einschließli 3Zusellungsgebahhr. Die Einrücknugsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt, 1I3 H. Neclamen 30 H. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimalize berechnet. 244. Deutsches Reich. Muunchen, 10. Dez. Die Abgeordueten⸗ amer erbrterte die Zeugnißzwang⸗Affaire Boshart edakteur der „M. N. N.“). Der Minister des mern Frhr. v. Crailsheim erklärte, der Direktor t Hagelversicherungsanstalt Jodlbaur habe in ener Kompetenz gehandelt und zwar ohne Ver⸗ zung des Gesetzes. Die Zweckmäßigkeit seines Ixgehens sei diskutirbar. Eine Pflichtwidrigkeit uͤsse jedenfalls ihre Strafe finden. Instizminister tr.'d. Fäustle vertheidigte das Vorgehen des Ge⸗ stes als ein korrektes, nachdem einmal die Justiz gerufen worden sei. Der Etat der Hagelver⸗ serungkanstalt wurde schließlich bewilligt. München, 11. Dez. Die Abgeorde entammer hat den Antrag Soden auf Er⸗ nuiung einer staatlichen Mobiliarversicher— ugs—Anstalt an einen Ausschuß von 21 kditgliedern verwiesen. Minister v. Feilitzsch sprach igegen, dafür stimmten die Rechte. die Wilden ad die Konservativen, dagegen die Linke. München, 10. Dez. Die Feier des 100. ourtstages König Ludwig's J. soll ach den bis jetzt gemachten Vorschlaͤgen des engeren mitee's drei Tage dauern. Am Vorabend große wation mit Fackelzug ꝛtc. am Ludwigs ˖ Monument. Haupttag (25. Aug.) Gottesdienst, Festbankett a alten Rathhaussaal. Dritter Tag; Festzug id Beleuchtung aller Bauten des Königs Ludwig. uͤr Kunstler soll eine Stiftung mit 100,000 Meè. ndirt werden. Berlin, 9. Dez. Die nationalliberale Frak n des Reichstages hat beschlossen, den Antrag af funfjährige Legislatur -Perioden anzunehmen. Rusland. Wien, 11. Dez. Es verlautet hier, daß die ussöhnung des Fürsten Alexander mit dem Zaren atigefunden hadbe. Belgrad, 11. Dez. Die Hauptmacht der agarischen Armee rückt gegen Knajedat vor. Die rbische Armee veränderte daher ihre Frontstellung on der Nischawa bis zum Timok. Lerele und pfälzische Nachrichten. ) St. Ingbert, 12. Dez Herr Epstein, ein Brestidigitateur und Illusionist geschätzter ruff. Hof⸗ mftler, wird Sonntag den 18. d. M. im Oberhauser⸗ sen Saale gastiren. Sämmtliche Zeitungen derjenigen tadte, in welchen Herr Epstein seine Kunste bis jetzt pro⸗ cirt hat, sind voll Lobes über die Leistungen desselben: n Programm bietet nur Neues und nie Gesehenes. Die erliner National⸗Zeitung“ schreibt u. A. Üüber ihn: nestern Abend begann im Belle⸗Alliance⸗Theater der Hof⸗ camoteur, Illusionist und Spiritist Herr Professor Ep⸗ m einen Cyclus von Vorstellungen auf dem Gebiete der lonmagie und des Spiritismus. Die Erstlingsvorstell⸗ a war überaus zahlreich besucht. Man sollte annehmen, auf diesem Feide, dem Belachini in Slade schon so el abgezwungen, nichts Neues mehr unter der Sonne, r richtiger unier dem obligaten geheimnißvollen Kerzen⸗ ste erstehen könne. Herr Epstein belehrt uns eines An⸗ ren; die meisten seiner Piecen überraschen durch voll⸗ mmene Originalität, oder durch mindestens vielfache neue ariationen. Herr Epstein übertrifft viele seiner Kollegen arch virtuose Fertigkeit, Neuheit, Sicherheit und Eleganz, it der er seine Kunststücke ausfuührt, auch arbeitet er actisch nach einer ganz neuen, hier noch nicht gesehenen Nethode. weßhalb die Täuschungen. die der Kunstler nur urch seine Gewandtheit und Fingerfertigkeit hervorruft, msomehr UÜberraschen, da wir ja ohnedies unsern Lesern ie Erklärung dafür schuldia bleiben müfsen. Genug, das on dem Künstler Gebotene brachte demselben wiederholt bhaften Beifall ein“ Freunden derartiger Kunst können it daher den Besuch der angekundigten Vorstellung em⸗ ienlen. Ensheim. (GVolkszählung.) Das Resul⸗ J— Sonntag, 13. Dezember 1885. 20. Jahrg. J at der Volkszählung am 1. Dezember 1888 ergab für die Gemeinde Ensheim 1806 Seelen; im Jahr 1880 dagegen 1748, mithin eine Mehrung von 533 Seelen. In Eschringen betrug die Zahl der Anwesenden 406 gegen 405 im Jahr 1880, demnach eine Zunahme von 1 Seele. e Ensheim, 12. Dez. Am 9. dso. erlegte I. Sinn, der Jagdhüter des Herrn Adt, im rznsheimer Walde ein junges Wildschwein im Ge— vichi von ca. 830 Kilo und schoß darauf ein zweites tark an. — Zweibrücken, 10. Dez. ESchwurgericht.) der 22 Jahre alte Ackerer Josehh Hammer von Neupfotz wurde gestern Abend wegen Körper- zerletzung unter Annahme mildernder Umstände zu iner Gefängnißstrafe von 9 Monaten verurtheilt. der Augeklagte hatte gelegentlich einer Fuhrwerks⸗ empelei auf der Straße von Erlenbach gegen »ayna zu in der Nacht vom 5. auf 6. Juli den Wirth Fr. Peter Steiner von Miederslachen und zen Äcerer Friedrich Metz aus Kandel mit einem rügelähnlichen Instrumente zu Boden geschlagen. Von dem Berbrechen des wissentlichen Meineides, velches der Angeklagte vor dem kgl. Landgericht zandau begangen haben soll, erfolgie indeß Frei— prechung. — Pirmasens, O9. Dez. Die reulich zurch die Blätter gegangene Besprechung der Bart. ilzgefahr hat einen hiesigen Barbier veranlaßt, as im Interesse der Kunden empfohlene Mittel, »as Rasirzeug behufs gründlicher Desinfektion in darbol zu legen, anzuwenden. Der Gehilfe des Betreffenden hatte nun aher dieser Tage das Un⸗ jeschick, den Pinsel ohne weiteres wieder in Gebrauch u nehmen, so daß der gerade bediente Kunde als⸗ jald ein sich steigendes Brennen im Gesicht empfand ind am andern Tag, da sich Blasen und Krusten hildeten, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. das Versehen hatte keine weiteren unangenehmen Folgen, immerhin aber dürfte der Vorfall anderen Badern zur Beachtung dienen. — Oitterberg, 9. Dez. Zwischen hier und Mehlbach erfror in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch der 57jährige Tagner Eppert aus Mehlbach. Derselbe befand sich auf dem Heimwege von der hiesigen Apotheke, wo er für seine erkrankte Frau eine Rezeptiur hatte ausführen lassen. — In Bergzabern stahl ein werktagsschul⸗ flichtiger Junge einer armen Frau ihre ganze Parschaft von 9 Mk. 80 Pf., welche er daun mit inderen Altersgenossen verzehrte, indem sie 7 Schoppen Wein tranken und 25 Wecke dazu ver- zehrten. — Bellheim, 9. Dez. Gestern wurde das 50jährige Jubiläum des Herrn Lehrers Adam und die Ueberreichung des Ludwigsordens an den⸗ selben in feierlichster Weise begangen. — Der 5. außerordentliche Verbandstag der Bereine Kreditreform sollte, wie wir in Jestriger Nummer berichteten, am 12. und 18. ds. Hits. in Frankfurt stattfinden, ist aber wegen Mangels an Theilnahme (Weihnachtszeit) verschoben worden. — Speyer, 10. Dez. Der katholischen Firial ⸗Kircheng meinde Leisstadt wurde zur Auf—⸗ ringung der Mittel für den Neubau einer Kirche ine Kollekte in sämmtlichen katholischen Kirchen der ßfalz bewilligt. Zur Vornahme dieser Kollekte vurde der 1. Weihnachtstag d. J. bestimmt. — Speher, 9. Dez. Von zuverlässiger Zeite erfahre ich, daß das Gesez vom 20 Nov. 1885 die Abänderung des Gesetzes über den granatweinaufschlag vom 2. Februar 1880 be—⸗ reffend, welches demnächst im Amtsblatt zum Ab⸗ ruck kommen wird, fur die seit dem 1. Oltober 885 in Betrieb gewesenen Maischabfindungs- zrennereien, dann für die landwirthschaftlichen —XO—— 1092, bezw. 15 und 30 Hektoliter rückwirkende geltung haben wird. Für die schon bezahlten geträge wird die nach den Bestimmungen des neuen Besetzes sich ergebende Differenz zurückoergütet. ẽkbenso werden für die der obligatorischen Abschlag⸗ abhfindung unterliegenden und seit dem 1. Oktober m Betrieb gewesenen Brennereien nicht mehliger Stoffe von diesem Zeipunkt ab wieder die um !s rmaͤßigten Steuersätze des Art. 4 des Gesetzes vom 26. Februar 1880 zur Anwendung gebracht. Bermischtes. Malstatt⸗Burbach. Nach vorläufiger Feststellung hat die Volkszählung für hiesige Stadi⸗ Jemeinde eine ortsanwesende Bevölkerung von 14,958 und eine Zunahme gegen 1880 von 1800 Seelen — 14 pCt. ergeben. (Selbstmord) Zu Mühlbach, im Oberelsaß, hat der Ackerer B., der schon längere Zeit trüben Gedanken nachhing, durch Erhängen einem Leben ein Ende jemacht. An seinem Gürtel fand man einen Zettel angeheftet, auf welchem der Unglückliche mit eigener Hand folgendes geschrieben hatie: „Mein Großvdater und mein Vater haben zurch Erhängen ihrem Leben ein Ende gemacht, darum wird es auch mir erlaubt sein, auf ähnliche Weise aus dieser Welt zu scheiden.“ FFrankfurt a. M. 10. Dez. An dem schwarzen Brett des hiesigen Landgerichts sind 14 Aufforderungen an durchgegangene Ehemänner an⸗ geheftet, in welchen dieselben theils aufgefordert werden, zur Fortsetzung der Ehe zurückzukehren »der zum Ehescheidungstermin zu erscheinen. fErlangen, 8 Dez. Vor ca. 14 Tagen vurden zwei hiesige Korpsstudenten wegen Zeugniß⸗ oerweigerung in Betreff einer statigehabten Mensur derhaftet. Wie der „Fränk. Kur.“ mittheilt, wur⸗ den dieselben trotz aller direkten und indirekten Schritte noch nicht entlassen, ein Umstand, der in tudentischen und juristischen Kreisen großes Auf⸗ jehen erregt. FGorzuüglicher Mörtel.) Schon vor äugerer Zeit hat Prof. Artus in Jena einen Mörtel empfohlen, welcher erhalten wird, indem nan 1 Theil gut gelöschten Kalk mit 3 Theilen Sand sorgfältig mischt und der Mischung unmit- elbar vor dem Gebrauche *4 Theile ganz fein »ertheilten ungelöschten Kalk zusetzt. Dieser Mörtel eichnet sich durch seine große Bindekraft aus und rhärtet sehr schnell. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß derartige Mischungen schon früher mpfohlen wurden und nur in einzelnen Fällen inwendbar sind; jedenfalls ist aber die Sache be⸗ achtenswerth und zur Zeit noch nicht genügend bekannt. F(Heilung von einem wüthenden hdund Gebissener.) Der Dampfer „Canada“ welcher Mittwoch von New⸗PYork absegelt, nimmt bdier arme Kinder aus Newarkt (New Jersey) mit, zie von einem tollen Hunde gebissen wurden. Von Zavre reisen die Kinder nach Paris, um dem Dr. Baste ur zur Behandlung übergeben zu werden. die Reisekosten wurden durch eine öffentliche Zeich- ung aufgebracht. Fur die Redaktion verantwortlich: FJF. X Deme, Consum⸗Verein zu Mariannenthaler Glashütte E. G. Wirksamstes Mittel für Brust- und Hustenleidende — Die Mitglieder werden hiernch Imn Roeslers Gummi-Brustbonbons Donnerstag, den 17. Dezbr. 18835, Abends 28 Uhr, — 63 im Schneider'schen ldeinen Saale tattfindenden ordentlichen —— 5 Generalversammlung höfl. eingeladen A ein sgt g: Emil Roesler, Conditoreiwaaren. Fabrik, Heidelhers 1. Bericht über das abgeldufene Semester. Zu haben bei: J. ene Conditor 5 Iaperh 2. Wahl der Revisoren zur Prüfung der nächsten Bilanz. J. Lutæ in Schnappach, F. Haucex Blichweiler, R. Grohor Mariannenthaler Hütte, den 10. Dezbr. 1885. in Blieskastel. J. Jüger. Conditorei in Homburg. Der Vorsitzende des Vverwaltungsrathes. Nur noch heute Sonntag dauert der Verkauf — d J Spielwaaren in schönster Auswahl: — — —888 A55 — 9 gepte Soiid elchen, Pferde, achtelartitel, Ehr aumverzierungen, —* ben des brillant und reich ausgestatteten m peh sin so nieder gestellt wie bei denjenigen Geschäften, die au Ba crischen Pamil i on Lalo d Massenabsatz reflectiren. — — -HKorbwaaren: — y udors Rohræsessel, HIumentisehe, Kinder- und Puppenvagen Zu haben in der Wana. und Notenc 4. —XXX wang — * —*8* —XE— — —— Expedition des „ßt. Ingberter Anzeiger“. Die Fabrikate der Herren Gebr. Adt aus Forbach als Meine J Gebrauchs- und Lurus-Gegenstände. —X — — — Geschnitete Artikel: Barderobe⸗ Handruch. n Scuuerhaner ee. Ausstellun 8g E Regenschirme empfehle ich dem geehrten Publikim. bei d. d. Figek jr. fez. Woll. Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft. Garten. und Obstbau⸗ Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß wir an Stelle des! Perein. don der Agenturverwaltung zurückgetretenen Stadischreibers Herrn Georna Dienstag, den 15. Dezbr. 1885 dilarius Pflhug in St. Ingbert, den Spezereiwaarenhandler Abends 8 ühr bei H. Schmitt Herrn Jos. Hellenthal in St. Ingbert Wittwe zum Agenten unserer Gesellschaft ernannt haben. Vereinsabend. Ludwigshafen am Rhein im November 1885. Der Vorstand. oie —ãA J— nee das Bester. U Ib in von F· Graef in Aichach. Wacket zu 20 Pf. stets srisch bei J. Friedrich in St. Ingbert. Bezugnehmend auf vorstehende Anzeige empfehle ich mich zur Annahm pon Versicherungen für genannte Gesellschaft und bin zu jeder gewünschten Aus unft bereit. St. Ingbert im November 1885. Jos. Hellenthal, Spezereiwaarenhändler, Agent der Magdeburger Feuerversicherungs; Gesellschaf: —— zu haben bei Wilh. Weiler. Nebs allen Sorten Lederschuhen empfiehlt der Unterzeichnete warm gefütterte Artikel: als Filæstiefel und Pantosiel. sowie Salbandschuhe und Einlagsohlen. — ——.2. Kit jr Selbsigeferligte solide Schulranzen F. — ir. aun gr. Saale Café Oberhauser St. Ingbert Sonntag den 13. und Montag den 14. Dezember 8 Uhr Abends vur 22! Groas. brillante Nur 2 Spiritistisch-diabolische Sihzungen nicht zu verwechseln) und mystoriöss Soirée (mit schon gesehenenn Spiritismus, Klopfgeisterei, Illusion, Magie u. s. w. gegeben vom weltberühmten wrofessor Epstein Kais. Russ. Hof-Prestidigitateur und Spiritist, der die Ehre hatte, bereits vor allen gekrönten Häuptern Europas sich 3 produziren. Preise der Plätze: Im Vorverkauf im Café Oderhauser Jl. Platz (nur) 80 Pfg, II. Platß 50 Pfg Tassenpreise: J. Platz (nur) 1 Mt.. II. Platz 60 Psg. Stehplatz 30 Pfo Auflage 344, 000; das verbreitetste alle deutschen Blatter überhaupt; außerdem er⸗ scheinen Uebersetzungen in zwölf fremden Sprachen Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung fjunr Toilette und Handar beiten. Monatlich zwei Nummern. Preis vier⸗ tetjährlich M. 1.25 * 75 r. Jährlich erscheinen 24 Nummern mit Toi letten und Handarbeiten enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be⸗ schreibung, welche dadß ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche fur Damen, Madchen und Knaben, wie fin das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bette und Tischwasche ec., wie die Handarbeiten in ibrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 100 Mußster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Buntstickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. Abonnemients werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Posianstalten. — Probe⸗Nummern gratis und franco durqh die Expedition, Berlin W, Potsdamer Sit. 33; Wien J, Opernaasse 8. yei — ——— F 1 Das Bettfedern-Lager harry AUnna in Allona versendet zollfrei gegenNachnahme— WMicht unter 10 Pfd.) gute neue Bettfedern für 60 das Pfund vorzüglich gute Sorte 1,25 8. prima Halbdaunen nur 160 Verpackung zum Kostenpreis. J Bei Abnahme von 50 Pfd. 1 500 Rabatt. wNichtconbenirendes wird bereit⸗ 5 willigst umgetauscht. Herbst- & Winter-Saison. Lambr. Tuche und Buckskins, F Lamas, wollene und halbwollene, Hemden-Flanelle, wollene und baumw., Kleiderstoffe, Bettfedern, ganz billige und feine, — Regenschirme, — Leimen umnd E bleimnen, empfiehe. Ph. Gottmann. - Unserer heutigen Nummer liegl für alle unsere Abonnenten eine illu strierte Preisliste der Pfeifenfabrik M. Schreiber, Hoflieferant Sr. Majestät des Königs von Spanien bei, worauf wir besonders aufmerksam machen. Kicters —7 9— ! 53 Lannudiin A mit anter · ist echt und das Präparat, durch welches die bekannten überraschenden Zeilungen von Gicht und Rheuma— mnn s erzielt worden sind. Dies alt— dewahrte RWX ist zum Preise don 60 —V und 1 Mark in den meisten Apotheken? vorräthig. *.Ad. Richter & Cie. Rudolstadt, Thüringen. Hierzu „Illustrirtes Sonn⸗ tagsblatt⸗ Nr. 11. * Vergeßt die Voͤglein nicht:! 200 — — — Oruct und Verlag von F. x. Semetz in St. Ingbert. Amtliches Organ des koͤnigl. Amtsgerichts St. Ingbert. her St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Mountag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sounntag; 2mal wöochentlich mit Unterhaltungs⸗ lati und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich ĩ M 60 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 4, einschließli d A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen m relde die Ewetuion Auskunft ertheilt, 1I5 A4, Reclamen 80 —. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. 214. Deutsches Reich. München, 10. Dez. Die Abgeordneten⸗ mmer erorterte die Zeugnißzwang ⸗Affaire Boshart Redakteur der „M. N. N.“). Der Minister des innern Frhr. v. Crailsheim erklärte, der Direktor er Hagelversicherungsanftalt Jodlbaur habe in gener Kompetenz gehandelt und zwar ohne Ver⸗ jung des Gesetzes. Die Zwedmäßigkeit seines jorgehens sei diskutirbar. Eine Pflichtwidrigkeit nusse jedenfalls ihre Strafe finden. Instizminister dr. v. Fäustle vertheidigte das Vorgehen des Ge⸗ ichtes als ein korrektes, nachdem einmal die Justiz ngerufen worden sei. Der Etat der Hagelver⸗ Hherungsanstalt wurde schließlich bewilligt. Muͤnchen, 11. Dez. Die Abgeord- renkammer hat den Antrag Soden auf Er⸗ aichtung einer staatlichn Mobiliarversich er⸗ ungsAnstalt an einen Ausschuß von 21 Nitgliedern berwiesen. Minister v. Feilitzsch sprach dagegen, dafür stimmien die Rechte, die Wilden mnd die Konservativen, dagegen die Linke. München, 10. Dez. Die Feier des 100. burtstages König Ludwig's J. soll zach den bis jetzt gemachten Vorschlägen des engeren E dvation mit Fackelzug ic. am Ludwigs ˖ Monument. um Haupttag (26. Aug.) Gottesdienst, Festbankett m alten Rathhaussaal. Dritter Tag: Festzug ind Beleuchtung aller Bauten des Königs Ludwig. zür Künstler soll eine Stiftung mit 100,000 Me. undirt werden. Berlin, 9. Dez. Die nationalliberale Frak⸗ ion des Reichstages hat beschlossen, den Antrag uuk fünfjährige Legislatur -VPerioden anzunehmen. Ausland. Wien, 11. Dez. Es verlautet hier, daß die Aussohnung des Fürsten Alexander mit dem Zaren jatigefunden hade. Belgrad, 11. Dez. Die Hauptmacht der utgarischen Armee rückt gegen Knajedat vor. Die erbische Armee veränderte daher ihre Frontstellung on der Nischawa hisg zum Timok Ekokele und pfälzische Nachrichteu. ) St. Ingbert, 12. Dez Herr Epstein, ein s Prestidigitaleut und Illusionist geschaätzter russ. Hof⸗ ünstler, wird Sonniag den 18. d. M., im Oberhauser⸗ hen Saale gastiren. Saämmtliche Zeitungen derijenigen ozᷣͤtadte, in welchen Herr Epstein seine Künste bis jetzt pro⸗ pueirt hat, find voll Lobes über die Leistungen desselben: in Programm bietet nur Neues und nie Gesehenes. Die Berliner National⸗gZeitung“ schreibt u. A. über ihn! Bestern Abend begann im Belle⸗Alliance⸗Theater der Hof⸗ tcamoteur, Illufionist und Spiritist Herr Professor Ep⸗ ein einen Cyclus von Vorstellungen auf dem Gebiete der alonmagie und des Spiritismus. Tie Erstlingsvorstell⸗ ng war Überaus zahlreich besucht. Man sollte annehmen, auf diesem Feide, dem Belachini in Slade schon so iel abgezwungen, nichts Neues mehr unter der Sonne, der richtiger unter dem obligaten geheimnißvollen Kerzen⸗ ichte erftehen könne. Herr Epstein belehrt unß eines An⸗ eren; die meisten seiner Piecen überraschen durch voll⸗ mmene Originalitat, oder durch mindestens vielfache neue dariationenHerr Epfiein übertrifft viele seiner Kollegen wurch virtuose Fertigkeii, Neuheit, Sicherheit und Eleganz, nit der er feine Kunsistücke ausführt, auch arbeitet et actisch nach einer ganz neuen, hier noch nicht gesehenen Wethode. weßhalb die Taäuschungen. die der Kunftier nin urch seine Gewandtheit und Fingerfertigkeit hervorruft amsomehr überraschen, da wir ju ohnedies unsern Lesern dit Erllaärung dafur schuldig bleiben mussen. Genug, das bon dem stünstler Gebotene brachte demselben wiederholt kbhaften Veifal einFreunden derartiger Kunst können ddeher den Besjuch der angekundigten Vorstellung em en. — Fyyäaheimn smMasf—z246,f1n59 PYas NPelul⸗— Sonntag, 13. Dezember 1885. 20. Jahrg. jat der Volkszählung am 1. Dezember 1885 ergab für die Gemeinde Ensheim 1806 Seelen; im Jahr 1880 dagegen 1743, mithin eine Mehrung von 63 Seelen. In Eschringen betrug die Zahl der Anwesenden 406 gegen 405 im Jahr 1880, demnach eine Zunahme von 1 Seele. e Ensheim, 12. Dez. Am 9. ds. erlegte A. Sinn, der Jagdhüter des Herrn Adt, im xnsheimer Walde ein junges Wildschwein im Ge⸗ vicht von ca. 80 Kilo und schoß darauf ein zweites tark an. — Zweibrücken, 10. Dez. Schwurgericht.) der 22 Jahre alte Ackerer Josehh Hammer von Neupfotz wurde gestern Abend wegen Körper- verletzung unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gefangnißstrafe von 9 Monaten verurtheilt Der Augeklagte hatte gelegentlich einer Fuhrwerks stempelei auf der Straße von Erlenbach gegen zayna zu in der Nacht vom 5. auf 6. Juli den Wirth Fr. Peter Steiner von Miederslachen und )en Ackerer Friedrich Metz aus Kandel mit einem »rügelähnlichen Instrumente zu Boden geschlagen. Von dem Verbrechen des wissentlichen Meineides, velches der Angeklagte vor dem kgl. Landgericht dandau begangen haben soll. erfolgte indeß Frei⸗ prechung. — Pirmasens, O. Dez., Die neulich durch die Blätter gegangene Besprechung der Bart⸗ pilzgefahr hat einen hiesigen Barbier veranlaßt, das im Interesse der Kunden empfohlene Mittel, das Rasirzeug behufs gründlicher Desinfektion in Karbol zu legen, anzuwenden. Der Gehilfe des Betreffenden hatte nun aher dieser Tage das Un— geschick, den Pinsel ohne weiteres wieder in Gebrauch zu nehmen, so daß der gerade bediente Kunde als⸗ bald ein sich steigendes Brennen im Gesicht empfand und am andern Tag, da sich Blasen und Krusten dildeten, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. das Versehen hatte keine weiteren unangenehmen Folgen, immerhin aber dürfte der Vorfall anderen hadern zur Beachtung dienen. — Otterberg, 9. Dez. Zwischen hier und Mehlbach erfror in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch der 57jährige Tagner Eppert aus Mehlbach. Derselbe befand sich auf dem Heimwege von der hiesigen Apotheke, wo er für seine erkrankte Frau eine Rezeptur hatte ausfilhren lassen. — In Berg zübern stahl ein werktagsschul⸗ Fflichtiger Junge einer armen Frau ihre ganze Barschaft von 9 Mk. 80 Pf., welche er dann mit anderen Altersgenossen verzehrte, indem sie 7 Schoppen Wein tranken und 25 Wecke dazu ver- zehrten. — Bellheim, 9. Dez. Gestern wurde das 50jährige Jubiläum des Herrn Lehrers Adam und die Ueberreichung des Ludwigsordens an den⸗ elben in feierlichster Weise begangen. — Der 5. außerordentliche Verbandstag der Bereine Kreditreform sollte, wie wir in zestriger Nummer berichteten, am 12. und 13. ds. Mts. in Frankfurt stattfinden, ist aber wegen Mangels an Theilnahme (Weihnachtszeit) verschoben worden. — Speyer, 10. Dez. Der katholischen Filial ⸗Kirchengemeinde Leisstadt wurde zur Auf— zringung der Mittel für den Neubau einer Kirche ine Kollekte in sämmtlichen katholischen Kirchen der Pfalz bewilligt. Zur Vornahme dieser Kollelte vurde der 1. Weihnachtstag d. J. bestimmt. — Speher, 9. Dez. Von zuverlässiger Seite erfahre ich daßn das Gesez yom 20 Mop. 1885 die Abänderung des Gesetzes über den Branntweinaufschlag vom 2. Februar 1880 be—⸗ reffend, welches demnächst im Amisblatt zum Ab⸗ ruck kommen wird, fur die seit dem 1. Oltober 1885 in Betrieb gewesenen Maischabfindungs- zrennereien, dann für die landwirthschaftlichen grennereien bis zu einer Tagesbemaischung von 10*/, bezw. 15 und 30 Hektoliter rückwirkende Zeltung haben wird. Für die schon bezahlten Beträge wird die nach den Bestimmungen des neuen Besetzes fich ergebende Differenz zurückvergütet. kbenso werden für die der obligatorischen Abschlag⸗ abfindung unterliegenden und seit dem 1. Oktober m Betrieb gewesenen Brennereien nicht mehliger Stoffe von diesem Zeippunkt ab wieder die um h rmaäßigten Steuersätze des Art. 4 des Gesetzes vom 26 Februar 1880 zur Anwenduna gebracht. Bermischtes. Malstatt⸗-Burbach. Nach vorläufiger Feststellung hat die Volkszählung für hiesige Stadt⸗ jemeinde eine ortsanwesende Bevölkerung von 4,958 und eine Zunahme gegen 1880 von 1800 Zeelen — 14 pCt. ergeben. F (Selbstmord) Zu Mühlbach, im Oberelsaß, hat der Ackerer B., der schon längere Zeit trüben Gedanken nachhing. durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht. An seinem Gürtel fand man einen Zettel angeheftet, auf welchem der Unglückliche mit eigener Hand folgendes geschrieben hatte: „Mein Großvater und mein Vater haben durch Erhängen ihrem Leben ein Ende gemacht, darum wird es auch mir erlaubt sein, auf ähnliche Weise aus dieser Welt zu scheiden.“ FFrankfurt a. M. 10. Dez. An dem schwarzen Brett des hiesigen Landgerichts sind 14 Aufforderungen an durchgegangene Ehemänner an⸗ geheftet, in welchen dieselben theils aufgefordert werden, zur Fortsetzung der Ehe zurückzukehren »der zum Ehescheidungstermin zu erscheinen. Erlangen, 8. Dez. Vor ca. 14 Tagen wvurden zwei hiesige Korpsstudenten wegen Zeugniß⸗ verweigerung in Betreff einer statigehabten Mensur oerhaftet. Wie der „Fränk. Kur.“ mittheilt, wur⸗ den dieselben trotz aller direkten und indirekten Schritte noch nicht entlassen, ein Umstand, der in tudentischen und juristischen Kreisen großes Auf⸗ ichen erregt. fF (GVorzüglicher Mörtel.) Schon vor längerer Zeit hat Prof. Artuss in Jena einen Mörtel empfohlen, welcher erhalten wird, indem nan 1 Theil gut gelöschten Kalk mit 3 Theilen Sand sorgfältig mischt und der Mischung unmit- elbar vor dem Gebrauche *4 Theile ganz fein dertheilten ungelöschten Kalk zusetzt. Dieser Mörtel zeichnet sich durch seine große Bindekraft aus und zrhärtet sehr schnell. Es unterliegt jedoch keinem Zweifel, daß derartige Mischungen schon früher empfohlen wurden und nur in einzelnen Fällen unwendbar sind; jedenfalls ist aber die Sache be⸗ achtenswerth und zur Zeit noch nicht genügend bekannt. FGeilung von einem wüthenden hund Gebissener.) Der Dampfer „Canada“ welcher Mittwoch von New⸗York absegelt, nimmt dier arme Kinder aus Newart (New Jersey) mit, die von einem tollen Hunde gebissen wurden. Von Zavre reisen die Kinder nach Paris, um dem Dr. Basteur zur Behandlung übergeben zu werden. Die Reisekosten wurden durch eine öffentliche Zeich- ung aufgebracht. D Far vi w — —— Consum-⸗Verein zu Mariannenthaler Glashütte E. G. WMirksamstes Mittel für Brust- und Hustenleidende — — ⸗ Die Mitglieder werden hierdurch zu der am Roesler 8 Gummi-Brustbonbons Donnerstag, den 17. Dezbr. 1885, Abends 128 Uhr, — im Sonneider'schen kleinen Saalo — attfindenden ordentlichen die — der leidenden Theils und ee ei Generalversammlung — höfl. eingeladen und um zahlreiches Erscheinen ersucht. eis per Senachte r v IFT.. Fa'g es erd nun g: Emil Roesler, Conditoreiwaaren-Fabrik, Heidelberg 1. Bericht über das abgelaufene Semester. Zu haben bei: J. Fe33 pditorzin S Inber p 2. Wahl der Revisoren zur Prüfung der nächsten Bilanz. J. Lutæ in Schnappach, F.J 2 b idweiler, * roher Mariannenthaler Hütte, den 10. Dezbr. 1885. — —v Blieskastel, A. Lüger. Conditorei in Homburg. Der Vorsitzende des Verwaltungesrathes. Nur noch heute Sonntag dauert der Verkau 8 —4 Spielwaaren in schönster Auswahl: Billigste angekleidete Puppen, Gestelle und alle Arten Köpfe. Soid en. Vferde Dchachtelartitel Ehrihaumverziceungendeg brillant und rel ch qu ggesta tteten ele ꝛc. 1 Die Preise find so nieder gestellt wie bei denjenigen Geschäften, die au — ⸗ J0 ——— Bayerischen Familien-Kalondors nonᷣτ. ν 38 und Puppenwagen Zu haben in der und Noten- 44 Arhæeita- wan ? 8 ie —E — — Expedition des „dt. Ingberter Anzeiger“. Die Fabrikate der Herren Gebr. Adt aus Forbach als Meine Gebrauchs- und Luxus-Gegenstände. MWeihnnus J Geschnitete Artikel: GBarderobe⸗, Handtuch⸗ und Schlüsselhalter re. A usstellun 8 AX Regenschirme mpfehle ich dem 8* —S3 bei .9. Figek h. 2. Wollb. Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft. Garten und Obstbau Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß wir an Stelle des Perein. bon der Agenturverwaltung zurückgetretenen Stadischreibers Herrn Geor Dienstag, den 15. Dezbr. 1885 dilarius Pflhug in St. Ingbert, den Spezere waarenhändler Abends 8 ühr bei H. Schmitt Herrn Jos. Hellenthal in St. Ingbert Wittwe ‚zum Agenten unserer Gesellschaft ernanni haben. Vereinsabend. Ludwigshafen am Rhein im November 1885. Der Vorsatand. 2 —ãA r Zerkleinertes, trockenes Bezugnehmend auf vorstehende Anzeige empfehle ich mich zur Annahm I— A für genannte Gesellschaft und bin zu jeder gewünschten Aus unft bereit. St. Ingbert im November 1885. Jos. Helleuthal, Spezereiwaarenhändler, Agent der Magdeburger Feuerversicherungs Gesellschaf oriwährend zu haben bei Wiltz. Weiler. Nevn allen Sorten Lederschuhen empfiehlt der Unterzeichnete warm gefütterte Artikel: als —J—— ud Pantofel. Jsowie Salbandschuhe und Einlagsohlen. — —.3. Fiat jr. 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Imb J. 4 * 2/ —94 — 41338334 —3268 4 7 — ⸗ Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünufmal: Am Montag, Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungt- tlait und Sonntagß mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 A SGo A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 75 , einschließlio 10 A Zuftellunasgebuhr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Erpedition Auskunft ertheilt. 18 4. Neclamen 30 4. Bei 4maliger Einruckung wird nur dreimellne berechnet. M 245. Deutsches Reich. Muünchen, 11. Dez. Der preußische Finanz ninister v. Scholz war hier in München; wie zie N. N.“ jetzt mirtheilen können, traf er am 5. November hier ein, stieg im Hotel „Englischer dof“ ab, verweilte am 26. November hier und eiste am 27. wieder ab. Damit iind die offiziosen Zerliner Meldungen widerlegt, welche den Anschein rwecken wollten. Herr v. Scholz sei überhaupt nicht in München gewesen, weil sie mit Fug be⸗ treiten konnten, daß er am 4. Dezember hier war. daß die Reise des preußischen Finanzministers mit zem Branntweinmonopol zusammenhing, interliegt keinem Zweifel; er muß aber auf erheb· ichen Widerstand gestoßen sein, da nunmehr viel⸗ jach versucht wird, die ganze Monopolfrage in den Schleier des Geheimnisses zu hüllen. Man wird jut thun, die Frage nicht aus den Augen zu ver- jeren: Geben die drei süddeutschen Bundesstaaten hr Reservatrecht auf, was wir zur Zeit noch nicht zlauben, dann lommt das Monopol so sicher an jen Reichstag, wie die Nacht auf den Tag iolgt. Berlin, 12. Dez. Der neue Erzbischof on Köln, Dr. Cremen, ist heute Nachmit- jag vom Kronprinzen empfangen worden. Horgen. Sonntog, Nachmittag, wird ihm der Rarser Audienz ertheilen. Berlin, 18. Dez. Nach einer Pariser De⸗ pesche der „Nationalzeitung“ hat sich die dortige dandelskammer dafür ausgesprochen, daß die Be— Heiligung Deutschlands an der internationalen AÄussiellung 1880 notbwendio sei. Ausland. Wien, 12. Dez. Der „N. fr. Pr.“ zufolge oll die auf den Kriegsschauplatz zu entsendende demarkations⸗Kommission aus den Militärbevoll- nächtigten Deutschlands, Rußlands und Italiens n Wien und einem österreichischen Stabsoffizier estehen. Belgien hat, wie der „Koln. Ztg.“ aus Brüssei gemeldet wird, Deutschland für den Fall. daß Antwerpen zum Anlegehafen für die deutscheu Bostdampfer gewählit wird, die Befreiung von allen hafengebühren zugesichert, zuverlässiger Nachricht ufolge begünstigt der Norddeutsche Llond in Bremen die Wahl Antwerpens. Madrid, 12. Dez. Die Leichenfeier ür König Alfonso begann heute Vormittag am 10 Uhr. Es wohnten derselben etwa 2000 Personen, darunter 800 in offizieller Eigenschaft, zei. Der Katafalk, an welchem 38 Prälaten. an der Spiße der Bischof von Madrid, celebrirten, var überaus reich geschmückt und bot einen äußerst mposanten Anblick dar. Der Akt dürfte bis in die Nachmittagsstunden dauern. Ueber die hervorragende Theilnahme der hul— zarischen Juden an dem serbisch-bulgarischen Kriege veiß der in Mainz erscheinende „Israelit“ folgen— des zu berichten: Sofia. Am 2. Dezember zeichnete Fürst Alexander das von den jüdischen Gemeinden aus⸗ zeruͤstete jüdische Bataillon besonders aus. Dem Führer desselben, Lieutenant Misrachi, heftete der Fürst mit eigenen Händen die goldene Medaille für Tapferkeit an die Brust und richtete an die kleine noch übrig gebliebene Schaar folgende er hebenden Worte: „Eure gefallenen Heldenkameraden haben gezeigt, daß sie würdige Nachlommen der Makkabäer waren und Ihr selbst habt in den Schlachten von Slinnika. Dragoman und Virot Montag, 14. Dezember 1885. 20. Jahrg. — hewiesen, daß Ihr an Tapferkeit und Liebe zum Haterland der ruhmreichen, bulgarischen Armee nicht rachfteht.“ Das Bataillon, welches 5300 Mann tark war, hat bei Slivnitza allein den vierten Theil einer Streiter verloren; in den übrigen Schlach⸗ en sind weiter 83 Mann gefallen, so daß es heute, die Kranken abgerechnet. keine 2860 Mann mehr zählt. — Nisch, 12. Dez. General Leschianin meldet, er serbische Kommandant von Srovetinikola habe hm Folgendes berichtet: Die bulgarischen Vor⸗ vosten, welche 5 Kilometer von unseren Vorposten entfernt waren, näherten sich am 9. Dezember bis z00 Schritt und begannen zu schießen. Wir ant- vorteten, worauf eine ganze Kompagnie anrückte ind das Feuer auf 500 Schritte eroffnete. Dat Beplänkel dauerte eine halbe Stunde, worauf sich die Bulgaren zurückzogen. Unsere Verluste sind uinbekannt. worden war, sein gegebenes Eheversprechen durch Ehelichung binnen 2 Monaten zu erfüllen oder die Braut zu entschädigen, hat sich zu ersterem ent⸗ schlossen und am letzten Tage der gesetzten Frist das Mädchen geheiraihet. (Wahrscheinlich um sich recht bald scheiden zu lassen.) Konstanz, 9. Dez. Gestern früh fand wischen dem Premierlieutenant Sachs und dem dieutenant Hellwig ein Vistolenduell statt, bei wel⸗ hem der erstere im Unterleih so schwer verletzt hurde. daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Dherehex la femme! Hellwig war der Verführer »er Frau seines Kameraden gewesen und zur „Sühne“ dieser Heldenthat schießt er den Rächer einer Ehre noch über den Haufen. Die Erregung ist in hiesiger Stadt ist eine große, die Blätter sprechen ihre Entrüstung offen aus. Hellwig selbst hat, nachdem er sein Ehrenwort ge⸗ Jeben, nicht zu entfliehen, einen 14tägigen Urlaub genommen. — Der seltene Fall, daß ein schwurgerichtliches Urtheil vom Reichsgericht aufgehoben wird, ist ein⸗ getreten. Das Reichsgericht hat, auf eingelegte Revision hin, das unterm 20. Oktober l. Is. von dem Augsburger Schwurgerichte im Moser⸗ schen Mordprozesse gegen die Ellgaß'schen Eheleute oon Immenstadt gefällte Todesurtheil, in Folge eines bei der Schuldfragestellung unterlaufenen Formfehlers aufgehoben und zur nochmaligen Ab⸗ artheilung verwiesen. F Dresden, 11. Dez. Der Lustmörder E. Gustav Kühner aus Altfranken wurde heute rüh hingerichtet. Aus Schlesien, 10. Dez. Eine Jagd⸗ gesellschaft auf österreichischem Gebiete hat fich einen Scherz in mittelalterlichem Style gemacht. Sie gielt einen Bahnarbeiter unter der Beschuldigung des Hasendiebstahls fest, verurtheilte ihn zum Spießruthenlaufen und vollzog einmal an ihm die Strafe. Obwohl dem Manne gedroht war. daß man ihm die Knochen entzwei schießen werde, wenn er zu fliehen versuche, lief er davon. Man feuerte sinter ihm her und einige Jägerburschen erhielten den Auftrag, ihn zu verfolgen. Erst als der Ge⸗ jetzte sich umkehrte und in der Verzweiflung den einen Burschen, der ihm auf den Fersen war, niederschlug, ließ man ihn entkommen. So erzählt eine Korrespondenz der klerikalen „Neifs. Zeitung“ uus Neustadt in Schlesien. 5348 Studirende besuchen gegenwärtig die Berliner Universität. Saämmtliche Erd- heile find vertreten, Afrika mit 3, Amerika mit 128, Asien mit 10, Australien mit einem Stu⸗ direnden, die übrigen sind Europäer. Die Zahl der Hörberechtigten beläuft sich auf 6842. FBerhin, 11. Dez. Der Tischler Schu⸗ nicht wurde wegen Ermordung d er Frau Johanne Weber, welche er offen eingestand. vom Schwurge⸗ richte zum Tode verurtheilt. 4la Klapphorn. Zwei Fcauen auf dem Markte stehen, Da wollen sie plötzlich weiter gehen, Im „Klatschen“ jedoch tief verloren, Waren beide ganz fest — angefroren. Die Wirklichkeit übertrifft stets noch die ühnste Phantasie. So ist es auch wieder bei der Bolkszählung gegangen. So mancher Scherz ist iber den Muster Haushalt des Herrn Karl Feld— nann gemacht worden, aber die mannigfachen dombinationen desselben sind von der Wirklichkeit Joch hedeuftend überbolt worden. Da finden wir LBokele und pfälzische Nachrichten. — Auf fämmtlichen Staatsbahnen ist den am 24. und 25. Dezember d. J. gelösten Retour- ditlets eine Giltigkeitsdauer zur Rückfahrt bis einschließlich den 28. Dezember (Bontag) beigelegt. Kagiserslaufern, 11. Dez. (Kon— ursverfahren.“ Durch Beschluß des kgl. Amtsge- richts dahier wurde über das Vermögen des Ludwig Wolfram, Holzhändler in Kaiserslautern wohnhaft, Zas Konkursverfahren eröffnet und der Geschäfts⸗ nann Heinrich Helfer dahier zum stonkursberwalter ernannt. dDer Gemeinderath in Lustadt hat nach dem „Land. A.“ einen Orispolizeibeschluß gefaßt wvonach der Bierausschank mittelst Anwendung von Bierpressionen verboten ist. Als Grund zu dieser Maßregel wird angegeben, daß im vorigen Jahre ein doctiger Bürger durch den Genuß eines Schop⸗ pen Bieres, das über Nacht in einer Pression ge⸗ standen, erkrankt und beinahe gestorben wäre. Da war es allerdings Zeit zu einer solchen MaKregel zu greifen! Speyer, 11. Dez. Am 10. de. beschloß die Generai⸗Synode, daß diejenigen, welche in ger nischten Ehen ihre sammtlichen Kinder in einer inderen kirchlichen Gemeinde taufen oder erziehen jassen, kein kirchliches Amt mehr bekleiden dürfen das altive Wahlrecht, das Recht der Taufpathen- chaft und das Recht der Theilnahme am öffent⸗ ichen Abendmahl verlieren, nicht allgemein zwar, oudern blos in jenen Gemeinden, wo das Pres »yterium dies wegen Gefabr der Proselytenmacherei ür angezeigt hält. Vermischtes. r GBolkszählungsergebnisse. Saar. Jemünd 10,724, Straßburg 112,091, Forbach 7818, Neunkirchen 17.228 (Zunakme seit 1880 2581 Personen.) F Tholey, 10. Dez. Zur Zeit, wo der Name des tapferen Bulgarenfürsten Alexander von edem Deutschen mit Stolz genannt wird, dürfte 3 vielleicht nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß der Lehrer Alexander's in der Fortifikations- unst unser Bürgermeister, Herr In jgenieur⸗Haupt⸗ mann Dihm, war. F Darmstadt, 8. Dez. Nach dem heutigen Berzeichnisse ist die Summe der Geldspenden für die derwundeten Bulgaren auf 39.550 Mark an⸗ gewachsen. Gur Ehe gezwungen!) Ein junger Mann in Frankfurt der kürzlich verurtheilt 4. B. den Haushalt eines Kaufmannes L.; er ip mosaisch. Seine Frau ist katholisch, die Kinder wangelisch. Seine adelige Köchin, ein Fräulein b. Z., ist lutherisch, seine schweizer Gouvernante reformirt, seine englische Bonne hochkirchlich. — F(Ger Pathe Radetzki's) Einem Briefe, den dieser Tage Prinz Alexander von Hessen an einen hohen Militär in Wien gerichtet hat, entnimmt das „N. W. T.“ folgenden interessanten Satz: „Mein Sohn, der Fürst Alexandec von Bulgarien, hat sich als Pathenkind des alten Radetzki militärisch wohlbewührt. Der alte Mar- ichall war sein Pathe bei seiner Taufe in Mailand. fF Paris, 6. Dezember. (Ein Pratendent.) Bestern verlangte ein junger Mensch dringend, den Polizeipräfekten zu sprechen, und sagte zu dem Com⸗ missär, zu dem er geführt wurde, er sei der kaiser⸗ liche Prinz Louis Napoleon, der den Zulus ent— ronnen sei, und ersuche die Behörde, Nachforschung darüber anzustellen, ob seine Mutter, die Kaiserin Eugenie, den Brief, den er an sie gerichtet, erhalten habe. Der junge Mann wurde zur Beobachtung der Krankenabtheilung des Depots übergeben. Man fand bei ihm Papiere, auf den Namen Gustab Polak aus Oesterreich lautend. Newyork, 11. Dez. Der Verstorbene W. H. Vander bitt hat in seinem Testamente den Verkauf seines Bestandes an Eisenbahn⸗Aktien ohne Zustimmung aller seiner Kinder verboten. Ferner hat derselbe jedem seiner acht Kinder zehn Millionen Dollars und seinem ältesten Sohne Cor⸗ nelius außerdem noch zwei Millionen Dollars ver⸗ macht. Der Wittwe ist eine Jahresrente von 200.000 Dollars nebst einem Legate von 590 000 Doslars ausgesetzt. Die Legate für wohlthätige Zwecke belaufen sich auf eine Million Dollars. Gemeinnuͤtziges. Gegen den Schnupfen hat vor Kurzem der Beneralintendant der koniglichen Schauspiele zu hZerlin, v. Hülsen, allen Mitgliedern der Hofbühne in Zirkular folgenden Inhalts zugehen tlassen: Den Mitgliedern der königlichen Theater empfehle ch im Interesse ihrer eigenen Gesundheit sowie in »em des königlichen Dienstes nachstehendes Mittel, velches jeden ausbrechenden Schnupfen fortnimmt, hne irgend einen schädlichen Einfluß zu haben, nämlich: Rp. Acid. carbonici purissimi 5,0 Spiritus vini rectificatissimi 15.0 Liquoris Ammon. caust. 5.0 (pond. specit᷑. O, 960). Aquae destill. 10. 0. M. D, ad. vitr. nigr. cum epitom. vitree. Am Zweckmäßigsten soll es sein, wenn das Nittel nach Angabe des Striches in zwei Theilen zereitet, in zwei besonderen Fläschchen mit Glas— töpseln aufbewahrt und zum Gebrauch erst in einer Weise vereinigt wird, daß man aus jedem her Fläschchen einige Tropfen in ein leeres Wasser⸗ zlas gießt. Während man dann die Augen fest chließt, athmet man mit Mund und Nase unmittelbar iber dem Glase die Ausdünstung der Flüssigkeit ein dieser Zuschrift schließt sich ein Auszug aus der Berliner Klinischen Wochenschrift“ an, welcher iber jenes Mittel sagt: Im ersten Augenblick ist »as stechende Gefühl in der Nase nicht gerade an⸗ renehm heim akuten Schnupfen sogar schmerzhaft “ iber Alle gewöhnen sich daran, selbst die kleinen dinder. — Ein alter in Berlin sehr bekanniet ind an Erfahrungen sehr reicher Sanitätsrath der. ichert uns nun, daß obiges Mittel zwar sehr nützlich und gut, aber keineswegs das beste sei velches es gegen den Schnupfen gäbe. Den desten ẽrfolg erzielte man nämlich gegen den lästigen S„chnupfen, wenn man öfters im Laufe des Tages inige wenige Tropfen Leberthran durch die Nase zorsichtig in die Höhe zieht, wodurch alsbald große Erleichterung und auch Heilung herbeigeführt werde. Das beste Vorbeugungsmittel gegen den Schuupfen sei die Abhärtung der Nasenschleimhäute durch das vorsichtige Emporziehen von Anfangs lauem und nach und nach kälterem resp. kaltem Wasser durch die Nasenflügel, welches man Morgens und Abend— vornehmen solle. — Far die Redattion verantwortli: F. x RII Blauer Dunst st es, durch eine allzu große Anzahl kleiner Ge— winne Spieler anlocken zu wollen. — Das einzig Richtige sind viele große Treffer und viele hohe Mittelgewinne. Nur die Deggendorfer kath. Kirchen⸗ zau · Lotterie besitzt solche in ausgedehntestem Maße Dtan kann gewinnen: 120,000 M. oder 70,000 Mark. 50,000 M.. 20.000 M., 10,000 M. 2mal 6000 M., 10mal 1000 M., und sehr viel⸗ nal 500 M., 200 M., 80 M., 60 M. 50 M c. 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Rechnungen un— 8 Bebrauch ind stets vorräthig in der Druckerei des St. Inaberter Anzeigers« Druck and Mas62—*7 —T ———— — L —821 2 82232 5325 2 5 22 — — 2828 * —A — 5723235 53353 3* 2822 5— —3* 6— *53 323232 55 55325* 2239298 2 2 *33 8 8 — —2 — —253353288 532 2532 5323257 8 —AW S 28 8 — 5273 58 S 3827327535 s22..2 2856** F 71232325 53*5 232 — — —— —A ——— 3832 532857 5355835 58 EB55 82388 25538 3227 28 2552 583323282 2353 —'S5 —55383 232338 —— — —552283 723 5*32335585 * —— —77835 532 23z28225 2—55 2535353 3 13* 52 — —— 82* 2 — — 2 52 * 32633 2 2 255 — — —X * 2 — —2 —A——— — 25535 — oñ * —— —3 D 2 — 2 zä52 7——— 55 2* 325 26533553 ——— * 5838 22. 5553 325.87 —A 2833375— 2 J — S 2 —— 3225 —A 5322 3 7 — 2* 2 S — *2 * 7 8 * S 322533553 3 —35233 —— 583 8338355 8335853 3333325 8 —A— — 2— — 33 * — S 5 222 3 —2-528 2522232 353555 — 3 7 3335555 —R — —— —25536* 525 *2*2355 25 528 XNXNAINM — — — 2285 —225 38 —335384 — * 33223 5833533—3585 32 232 235553 53 53353 — 2338 —55—2—3355 555 2 3 2322 — 323538 52523 8 5ã582 0 z22 — 282832333 — — — — 232533 — 252 20 58 35333 5z55 55 25753 55 — 23323235 —A ——— 2323327 535358 28 „532 555s 38328 53 553335 85 * 3 z234 — 533 353332325 732*46 8. 5* 52825 — 2225 2523553 3 35354 52 5z5858386 26523 5— 7755 — ——— 2 . 2 — — 2 3 —— — 22 * 8 2 * 3 82 * —— 23 —X 32— 3 2 3 8 2 * 5535533 230 325 s37535253*23857 8328** 8 535753452 —e ——— * 323232 35 2585 55325 — —z22 — 82 * 5. 35356 22 328 22 *235 2 322 5—5555538 23 32 5—325 — a 5325 * ——A — 555575 22 —8 25*33 32* 332 283 22* 552SS —— 2 — — — 2— 2— 555 33 ——— 352—5 5237 28* 535532533 35333 335323552 5337535555 o — —A 2 * * ——AA —A— 232 * 5 * 2 — 362 58332 228255 33 * — —5* * 230 2 —8 2 — F — —T * —2 2 , e 3523386537 3377 — 5 2 —F5 524 328322 2—5S82 38 5* 8*2 27* — 52382232 — — 7 2355 — — 25* 2 —z252335 52 — 2* 8* 3 — *. 2 — 55 5220 2 2 — * — c55 35 5 33335 555583 58285 —— — 3 25585557 — 582* —A— 555 — —— 532* z—3855x353538 — 2 56 SE 323 533537 355 322 23 5 2 S 258 2 2 * —“ 58 — — —— — 3535353 —A AIXA 25543555558* —522 — — ——— —52382 265333535 —— 2 58 R —E 35 — — —3 73 353533 5353 3365 * — —2 — —* 2 7 — * 55 533*323 — — 5355 —38 6 — 52 323532324585 535 —53 5355533 55 328 9 —A — — —— 2383 2555 3585 58 5858 x5 * 2 2 8 6 52535333 — 53* 22 9 s— ——8 —5 ʒg 5 3 *2 D * * 5353558388 — 232355 ——— 225 2* * ẽ 5 7 2 538 2325 — z25525 —5 —22 *22238 — 8 8 * — —W — 2 ——— 95 * — 32— * 2 — AeA—— 25324 358 — — — 93 * 22 — * 535*28 229 — ——5 — 85 * 52 * 35738ö 5—22 2 3 75 553332587 535 6 35 2 5 333355 —— 2 — 5 25 * * 81855 * 2.* — 32335 —2 —A 5325 5 753383333 328 835 3332 353255 —224 2383 5—35525 —A 25— 22 3* —A—— 55 235523—58 5 * 233353 355 —A — ——— 2S — m5 22 — 22— 22 — 22 8 * 2 3— 82 58* 2 —5 5 52333 385 „—32323 3 55235 22535 7 —533235 7385 * 53 —2232 2 83 265 — — 858— — *557 — — 8 —A— 2322 85 *»5523355* 2 253— — 2 5 *255 232 553585 5 * — 2 — — 23228 53355855 —— 3238 —7 —53352257 —28 — —— —8 53 —A —B8 —55 — 205 —25 — 2 28335 2—5 —— 7 22 — ——— 232372555 5872733388 — 2 — 5275 2 * 5 5* 525—5 *852 — „82 555s8333382373 5333333 42525 2 ⁊ —— — 8275 — — 7 3 —5— —332—58 38333 —35 85355— —3355335 *5* 25 525 — 525 5525 —A 5 — 3* * 2352à . 5 758 53233255 * 533535 8 ——82378 2* 335 22 * — .* * — 2 2 22323 * — 3— * F 258 ME72. 53 — 52358 27 .2 5 — — 2322 —222 2 —A— 227 5*5 2 5 5 52 A 33 —z5332 — —A 3 —— 355355537223 2208 *2*. 353*6. ——— —D — — 25 5523835 * —2 5———358275 * 22— ——— * — 7 — 3* 68 2 — ————232 — —s 250* 2253 53737535 —535 — — 532333 —— 28 —A 5 33 535728385 33 32 8363 355553585 ⁊ α —— — — —2 * —: 2 * —2 — ꝛ2 * —258 z55 558 5 — ——63 715 5258273 53—3 35 235553— z285 288 — 4 52 — 23— 53 5322* 5 * —— —28 * 28383 52365435 æ58 —3 * *55 5*5 — 5 5 —2..2 — —5—32 23 378358 * 222 23 272 o * 2 — — 25 — —A 2 — 2—882 2* — 835 —552553358 2533—55 17—— 55555s 32358—5 58 „23 25—56 383 — 53*3 55 555533535* —— 2 —25—55 5 5522.5 —5735—3558 553—8358 — ——— 33 2333335 7 355535585 33655333538 835355 2538 — ·* — 5 5 35 228335 ———— 35 — 55853 — 58376 538 2 *273 2 5 535 332 55 53233 252 S —35 —5 225 23832 83332 2224 — 82—* 7 2 — 82 96—58285 — 2 7 — 2235 32358 * 2z2553 5—8523255 * 522. 52 52 552 5»S e2 8332 * 2* —— 258 * — — * 353533 5*. 3532 573 7* 7 —ñ— 2 2·*5 — —— —2— 8 * — ——— — — *53557 255 65—25 5*5333553 —36538332——— 588 8 5*573 ———— „223* — z53255 3357 52 533 7 — 7 2 72* * * 2 2 2 —2 * 3.2 * 2 5252 — —A—— *228 328 —2—52c 5* —D * 7 — —232327 22 225——38882 — 5 —5 32 223 —— * S.* 25 75 *25* — —23223290 22 2382 — 252 225 * 2 2 25 * 55 2 —— —s858cE5* 358 —A 232 26.55 * 3z3255* — — —— — 738 — —8 — —2 — 3 — 25 —* —— — 28 c*3.3 2 2 * — * 58828825 —z32243268 — 7323 7; 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Amtsgerichts St. Ingbert. der ‚St. Iugberter Anzeiger“ erscheint woͤchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhauungs⸗ Aalt und Sountags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt koflet vierteljahrlich 1 A 60 4 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 75 H, einschließl Zustellungssgebahr. Die Einrückungsgebührr fur die gespaltene Garmondieile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfalzischen und iolaen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 —⸗, Aecelamen 30 44. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. edilbsSy ————————————— X O X 246. Dienstag, 15. Dezember 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berlin, 12. Dez. (—Reichstag.) Zweite esung des Etats des Reichsamts des Innern. Bei em Posten für die subventionierten deutschen Post⸗ ampfervertindungen erklärt Staatssekretär v. Böt het, als Anlaufshafen sei jetzt versuchsweise auf n Jahr Antwerpen gewählt; in Betracht kämen ußerdem nur Rotterdam und Vlissingen, ersterer mnpfehle sich aber nicht, weil er durch einen Kanal zit der See verbunden sei, den der Eisgang un⸗ assierbar mache. Der Kanal sei auch nur für schiffe geringeren Tiefgangs fahrbar. Vlissingen agegen biete große Vortheile. Auf Wunsch der Nehtzahl habe man sich für Antwerpen versuchs- veise entschieden, unter dem Vorbehalte aber, einen inderen Hafen zu wählen, wenn dies später wün⸗ chenswerth sei. Abg. Hammacher betont das nteresse der rheinischen Industrie für Rotterdam, serkennt aber nicht die dort vorliegenden technischen chwierigkeiten. Abg. Meier (Bremen) ist gegen dotterdam und für Antwerpen, das den Interessen Südwestdeutschlands völlig genüge. Der Posten vird bewilligt. Abg. Kossielski bringt den Noth- land der aus Ost; und Westpreußen Ausgewiesenen zur Sprache. Staatssekretär v. Bötticher erwidert, s sei ihtn davon nichts bekannt, Beschwerden an nieser Stelle seien auch nicht recht wirksam. weil ie auf diese Weise dem preußischen Minister des Innern leicht entgehen könnten. Auf Anfrage des 1bg. Hammacher antwortete v. Bötticher: Die Vor⸗ egung eines Auswanderungsgesetzes sei in dieser zagung nicht in Aussicht genommen; der Plan es solches Gesetzes sei aber nicht aufgegeben. der allgemeine Standpunkt sei, daß man nichts dun wolle zur Begünstigung der Auswanderung. bg. Wörmann weist eingehend die katholischerseits iamentlich von dem Raphaelverein gegen die Ham⸗ burger Auswanderungshäuser erhobenen Beschwerden urück. An der weiteren Debatte nehmen Minister ». Puttkamer und die Abgg. Barth, Lingens, Wör— mann und Dr. Hammacher theil, worauf der Posten ür das Auswanderungswesen bewilligt wird. Bei dem Kapitel „Statistisches Amt“ begründet Abg X ammenstellung der Jahresabschlüsse der Kranken- assen und der Uebersichten der Wersicherten. Ztaatssekretär v. Bötticher bestreiet das Bedürfniß olcher statistischen Vorlage. Die Regierung werde ich indeß einem etwaigen desfallsigen Wunsche ügen. Wenn er gestern geäußert habe, daß die drankenkassen in den Einzelfällen unvorsichtig wirth- chafteten, so gelte dies nur für wenige Ausnahmen, dvo auch bereits durch Ausschreibung von Aerzte— tellen u. s. w. Ahhilfe geschaffen worden sei. Die Ibgg. Hitze, Schrader, Struckmann und v. Mal—⸗ ahn Guͤlß sind für eine vorzulegende Statistik. Ztaatssekretär v. Bötticher erwartet bei der dritten Lesung weitere Aufklärung, nach welcher Richtung iin die Statistik gewünscht werde. Die Etatsposition wed genehmigt. Fortsetzung Montag. Berlin, 14. Dez. Der Reichstag erle— te heute nach wenig erheblicher Debatte die Ka⸗ mel „Normalaichungs-Kommission“ und „Gesund- eitsamt“ vom Etat des Reichsamts des Innern ach den Anträgen der Kommission. Auf Anfrage erklätte der Bundeskommissar. die Frage, was bei Wein als Nahrungsfälschungsmittel anzusehen ist, müsse einer reichsgesetzlichen Regelung vorbehalten bleiben; die Wunsche wegen einheitlicher Bestimm- ungen auf dem Gebiete der Bierbrauerei in Süd— deutschland und Norddenischland würden erwogen werden. Der Reichsstag genehmigte im Fortgang der heutigen Sitzung den Rest des Etats des Reichhamis des Innern unverändert nach den dommissionsanträgen. Morgen um 12 Uhr Fort⸗ sekung der Etafsberathung. vurde in dem zwischen hiesigem Bahnhofe und der Tontwiger Straße gelegenen Einschnitt, und zwar in der Nähe des mittleren Viaduktes, ein im Ge⸗ seise befindliches, zweispänniges Fuhrwerk durch den don Landau kommenden Güterzug Nr. 366 erfaßt und zertrümmert. Der Fuhrmann ein Dienstknecht yom Mühlthaler Hof, kam mit leichten Verletz- ungen davon, auch blieb das eine Pferd anscheinend inverletzt, dagegen wurde das andere so schwer be⸗ chädigt, daß es geiödtet werden mußte. Die Schuld an dem Unfalle trifft den Fuhrmann, velcher vermuthlich schlief und so nicht bemerkte, jaß seine Pferde beim passiren des vor dem Ein— chnitte liegenden Ueberganges. anstatt auf der Straße zu bleiben, nach links abbogen und sich auf dem zahnkörper weiter bewegten. Die Fuhre kam von Tontwig und war auf dem Heimweg. — Wie man ins ferner mittheilt, ist weder dem Zug noch dem Zugführer etwas zugestoßen. Wie leicht hätte auch der Zug entgleisen und unnennbares Elend hervor— cufen können. (3. 3.) Ausland. Wien, 18. Dez. In die Kommission zur Feststellung der Demarkationslinien auf dem serbisch⸗ zulgarischen Kriegsschauplatze entsendet Oesterreich den Oberstlieutenant Graf Rosenberg Orsini, Deutsch⸗ and den Oberstlieutenant Graf Wedell, Rußland den Oberst Baron Kaulbars, Italien den Oberst⸗ lieutenant Cerutti. Die Vertreter der Großmächte in Belgrad und Sofia erhielten den Auftrag, die Mediation behufs gänzlicher Beilegung der serbisch⸗ hulgarischen Affaire einzuleiten und den Mächten ein gemeinsames Gutachten über die Situation und den Friedensschluß vorzulegen, auf dessen Basis die Mächie verhandeln könnten. An mehreren Punkten n Serbien fanden Demonstrationen statt, weil die Behoͤrden bei der Einberufung des zweiten Aufge⸗ bots parteilich vorgingen, die Reichen verschonten uind durchgehends die Armen einberiefen. Brüssel, 13. Dez. Das offizielle,Journal de Bruxellies“ feiert heute die Wahl Ant⸗ werpens zum Angelehafen für die deutschen ubventionirten Dampfer als einen Akt besonderer Freundschaft der deutschen Regierung und als einen porläufigen Beweis intimer Annäherung Belgiens an Deutschland. Paris, 12. Dez. Die Zusatzakte zur latei⸗ nischen Münzkonvdention vom 6. November st heute von den Delegirten Frankreichs, Italiens, der Schweiz, Griechenlands und Belgiens unier⸗ zeichnet worden. Paris, 18. Dez. Die Nachwahlen zur Deputirtentammer, welche heute stattfanden, sind sier in größter Ruhe verlaufen, das Ergebniß irht noch nicht fest, es gelten Stichwahlen für wahrscheinlich. Paris, 14. Dez. Es kam eine giltige Wahl zu Stande. Sechs radikale Kandidaten erzielten zie meisten Stimmen, sodann Deroulède. welcher 99 389 Stimmen erhielt. s— Kaiserslautern, 12. Dezbr. Heute Nacht um 41 Uhr erscholl Feuerlärm. Am west⸗ ichen Flügel des Gewerbemuseums war Fruer aus— gebrochen, das, obwohl es keine größeren Dimensionen annehmen konnte, doch einen sehr bedeutenden Schaden aurichtete. Das kostbare Königssälchen wurde wohl am meisten demoliert. — Soeben, mittags 12 Uhr, tommt die Nachricht, daß auf der Eselsfürth henfalls ein Brand ausgebrochen sei — Kaiserslautern, 12. Dez. Heute, urz nach Mitternacht, brach im Gewerbe⸗Museum Feuer aus. Es brannte in der linken Loggia, in velcher schon seit einigen Jahren eifrig gemalt vird und deren Fectigstellung demnächst bevorstand. Die .Pf. Pr.“ schreibt darüber: Der Raum bietet aunmehr einen traurigen Anblick, verbrannt, vom Rauch geschwärzt sind die Wände, Holzbekleidungen uind die kostbaren Freskomalereien, die Fensterkreuze hängen halb verbrannt an den Gewändern, kurzum ein Bild vollständiger Zerstörung. Theilweise ver— schont blieb das anstoßende Bibliothekzimmer, das fertig gemalt war. Die Malereien sind zwar vom Rauch geschwärzt, Verschi⸗edenes ist angebrannt, auch zwei Schränke sind beschädigt. zum Glück war die Bibliothek selbst ausgeräumt, so daß an Littera— zur kein Verlust zu beklagen ist. Es besteht schwache Hoffnung, Verschiedenes durch Renovation und Reinigung vom Ruin zu retten. Ganz intakt olieb das auf der anderen Seite der Loggia an—⸗ toßende Königssälchen; die praktische Taktik, dort die Fenster einzustoßen, um dem kolossalen ein— dringenden Rauch Abzug zu gewähren, erwies sich als eine sehr glückliche, indem dadurch die Malereien nicht durch den Rauch litten. In den Sammlungs⸗- sälen, von denen man zur Brandstätte gelangen 'ann, ist glücklicherweise gleichfalls nichts passirt. Der Gesammtschaden dürfte sich nach Tausenden leiwa 20,000 Mk.) berechnen. Die Löscharbeiten vurden durch Wassermangel sehr erschwert. Das Wasser mußte in Schläuchen vom Schlachthaus aus hergeleitet werden. — Ein heute Morgen 11 Uhr in der Möser'schen Zündwaarenfabrik gemel⸗ deter Brand konnte ohne Beihilfe der Feuerwehr hbewältigt werden. Lokale und pfälzische Nachrichten. — Zweibrücken, 11. Dez. Echwurge⸗ richt. Schluß der Verhandlung gegen Karl Zapp von Einöd. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten, in der Erwägung, daß derselbe als bisher undbescholtener, fleißiger und sparsamer Mann durch falsche Spekulationen soweit gekommen sei, wegen des Verbrechens des betrügerischen Ban- derotts, begangen unter mildernden Umständen, zu einer Gefängnißstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten und wegen des Vergehens des fahrlässigen Meineids zu einer solchen von 7 Monaten, sohin unter Ab⸗ rechnung eines Theiles der beinahe sechsmonatlichen Untersuchungshaft zu einer Gesammtgefängnißstrafe don 184 Jahren. — Zweibrücken, 12. Dez. Verhandlung zgegen Julius Albert Kallenberger, 23 Jahre alt, Baͤcker in Heiligenstein, wegen betrügerischen Ban erotis. Der Beschuldigte wurde zu 6 Monaten Befäugniß und zu den Kosten verurtheilt. Die Antersuchungshaft von 2 Monaten kommt von der Strafe in Abzug. — Mit diesem Fall wurde die Session für das 4. Quartal geschlossen. F Zweibrücken, 14. Dez. Eifen⸗ zabnußfall.) Gestern Abend gegen 238 Uhr — Gommersheim, 11. Dez. Die hiesige obere Schule soll auf Antrag des Bezirks⸗Physikals dandau wegen Ausbruches der Schartachkrankheit ind Diphtheritis geschlossen werden — Bergzabern, 12. Dez. Vorgestern ist auch der letzte Hopfenhändler wieder abgereist. Trozdem derselbe mehr als 300 Ballen Hopfen aufte, liegen hier und in der Umgegend noch viele hundert Zentner. Für die besten Hopfen wurden either nur noch höchstens 17—20 Mt. bezahlt, mittelmäßige oder gar geringe sind überhaupt nicht fortzubringen. Unsere Hopfenbauern haben dieses Jahr harte Schläge erhalten. Hoffen wir, daß die noch liegende Waare, wenn auch zu niedrigen Preisen, adgeht und das nächste Jahr sich besser inlassen werde. — Im Weingeschäft geht es immer roch flau. wenn auch in einigen Nachbardörfern vereinzelte Käufe abgeschlossen wurden. Die Preise iind ebenfalls noch sehr niedrig. — Ludwigshafen, 14. Dez. Der Badischen Analin· und Sodafabrik dahier wurde für das Verfahren zur Darstellung gelber bis oran⸗ gerother Farbstoffe durch Kondensation von Hydra⸗ zinen mit Dioxyweinsaure (Nr. 34,294) Patent ertheilt. Bermischtes. F Straßburg, 12. Dez. Der Fall des Notars Roͤsch in Mühlhausen, der bekanntlich wegen zahlreicher Veruntreuungen und Unterschlagungen hm anvertrauter Gelder verurtheilt werden mußte, zat die schwersten Mißstände im Notariatswesen der Reichslande blosgelegt. Der Elsaß⸗Lothr. Ztg.“ zufolge, hat sich inzwischen die hiesige Regierung mit der Frage beschäftigt, wie diesen Mißftänden für die Zukunft am wirksamsten vorgebeugt werden könnte. Von der Justizverwaltung ist bereits der Entwurf einer Verordnung ausgearbeitet worden, welcher zunächst dem Staatsrathe von Elsaß⸗Loth ringen zur Begutachtung vorgelegt werden soll. Kassel, 12. Dez. Heute Mittag fand in der hiesigen Gasanstalt eine Explosion statt. Ein Gebäude wurde total zertrümmert, drei Personen chwer verlttzt. Karlhsruhe, 12. Dez. Am 29. Nov. wurde dem Herzog Nikolaus von Württemberg in seinem neben der kath. Kirche und am Eingange des großherzogl. Parkes gelegenen Schlosse ein Finbruchsbesuch abgestattet. Die Diebe bemächtigten sich der Militärbekleidungsstücke und ließen alle Werthsachen wie silberne Bestecke ꝛc. unberührt. FMünchen. Der Petitions-Ausschuß der Abgeordnetenkammer erledigte u. A. eine Petition des Prsidiums des bayerischen Handwerkerbundes, hett. den CentralSchulbücherverlag, ijerner den Handel der Schullehrer und Schulhaus- meister mit Schulutensilien. Referent Biehl hielt diese Petition für vollständig gerechtfertigt, da durch die Manipulationen des Central⸗Schulbücherverlags und durch den bezeichneten Handel von Lehrern und Schulhausmeistern das Gewerbe der Buchbin⸗ der ⁊c. geschädigt sei, und beantragte Behandlung im Plenum. Der Regierung-Kommissär Ober—⸗ Regierungsrath Wiesbect theilte mit, daß der Ver— trag mit Oldenburg noch bis 1888 laufe; darnach dürfe er den Titel „Schulbücherverlag“ nicht mehr iühren. Der Handel mit Schulutensilien durch Lehrer und Hausmeister werde sich nicht ganz ab⸗ ttellen lassen, da eine Gleichförmigkeit in diesen Begenständen wünschenswerth sei. Der Antrag des Referenten wurde einstimmig angenommen. F Glleiwitz, 4. Dez. Was einem Voks—⸗ zähler passiren kann, darüber erzählt der „Oberschles. Anz.“ Folgendes: In einem Dorfe des Gleiwitzer Kreises ging in der Dunkelheit der Zähler in dem naßkalten Wetter in ein ziemlich weit entferntes Haus. Er sieht drinnen ein Licht⸗ lein blinken und freut sich, daß er wieder in eine warme Stube kommt. Aber kaum, daß der Zähler den Hof betreten, beißt ihn ein Hund in das rechte Hein. Von der Bestie verfolgt, eilt er um so schneller zur Hausthür. Er macht sie auf, und iehe! eine Kuh brüllt ihm entgegen und versperrt — den halbtauben Einlieger herausgerufen hatte, konnte er zum Zählungsgeschäft ichreiten. Da sich in der Stube kein Stuhl befand, so stellt sich der Zähler mit gespreizten Beinen auf den Tisch und will schreiben. Auf einmal geräth der Tisch ins Wan⸗ ten; schnell greift der Zähler nach seinen Papieren, ndem sitzt er aber auch schon rittlings auf — inem Kalbe, welches unter dem Tische sein Lager jatte und eben durch die Stube spazieren wollte. — Der Zahler hat aber auch unter solchen Um— tänden seine Pflicht gethan. F Eine seltene Familienfeier fand unlängst zu Albrechtsthal bei Lipte (Neumark) statt. Daselbst — feierten die Rostin'schen Eheleute ihre goldene Hochzeit, zugleich die Verlobung ihrer jüngsten Tochter, ferner die Verlobung einer Enkeltochter aus Berlin und endlich die Taufe eines Enkelkindes. fF Breslau, 10. Dez. Der Koch Max Böhm, welcher kürzlich wegen des Verdachts, in )er Nacht vom 20. zum 21. Septemder d. Is. die unverehelichte Anna Lerche ermordet zu haben, nerhaftet worden ist, hat gestern eingestanden, daß r den Mord verübt hat. Bei dem „KRathhaus⸗Bazar“, der in der vergangenen Woche in Berlin stattgefunden hat, übernahm der Kronprinz, wie man weiß, mit Ktücksicht auf den wohlthätigen Zweck, für kurze Zeit das Amt eines Wurstverkäufers. Die Nach— rage war eine sehr lebhafte und die „Warmen“ tiegen hoch im Preise. Unter denjenigen, die in der Nähe des Kronprinzen standen, befand sich auch eine geistreiche junge Dame, eine Schrifistellers⸗ jattin, deren liebenswürdiger Witz belannt ist. Der Kronprinz hatte der schönen Frau soeben mit iner einladenden Geberde ein Paar Würstchen an⸗ jeboten und mit einer verbindlichen Kopfbewegung )as Zwanzigmarkstück in Empfang genommen, als hmplößzlich einfiel, daß nach allem Herkommen u warmen Würsichen auch Mostrich gehört. Der dronprinz bot der Käuferin, die eben im Begrifft tand, die Würstchen zu verzehren, Mostrich an — aber die Dame lehnte mit einer Verbeugung und er scherzenden Aeußerung: „Dazu bin ich nicht reich genug, kaiserliche Hoheit“ — die Offerte des ronprinzen ab. F Um eine Kotelette. In einer )eutschen Residenz erregte es kürzlich nicht geringes lufsehen, daß der langjährige unzertrennliche Freund, Duzbruder und Generaladjutant des Fürften, dessen Zosition bis dahin für unerschütterlich galt, kurzer dand seine Entlassung erhalten hat, die, um die zache nicht gar zu schroff und unvermittelt er⸗ heinen zu lassen, in die Form eines vorläufigen echsmonatlichen Urlaubs gekleidte wurde. Man erbrach sich die Köpfe darüber. was der Grund ieser Ungnade gewesen sei, und rieth hin und her. Das Cherchez la femmo konnte nach Lage der Berhältnisse hier nicht in Betracht kommen, denn nan weiß nur zu gut, daß das ewig Weibliche an dem genaunten Hofe schon lange keine Rolle mehr pielt. Was konnte also den Fürsten veranlaßt Jaben, seinen ältesten Freund fallen zu lassen? Man höre und staune!“ Die Geschichte dreht sich um eine Kotelette. Nun ja, warum denn nicht? Wenn Königin Anna den allmächtigen Marlborough ines Glases Wassers wegen fortschickte, warum ollte ein deutscher Furst nicht wegen einer Kotelette, die doch, wenn schon einmal Eßbares und Trink— zarrs als Grunde gelten sollen, jedenfalls ein kon— istenterer Genuß ist, als das nasse Element, und noch dazu „ohne“, seinen Generaladjutanten aus einer Nahe verbannen können? Die Geschichte ver jält sich folgendermaßen. Der in Rede stehende dof weilte während der Sommermonate in einem Schlosse an den Ufern eines großen Binnensees Der Fürst, so ungern er sich vor seinen eigenen randeskindern sehen und sich von ihnen angaffen äßt, liebt es, von dort aus incognito Ausflüge in die den See begrenzenden Staaten zu machen und ich dort unter das Volk zu mischen. So machte »er Fürst denn auch im Spätsommer mit seinem Beneraladjutanten — wir wollen ihn d. X. neunen — eine Tour per Dampfer nach der Stadt C. im Zischen. Dem Fürsten hatte die Seeluft Appetit jemacht, und da man unerkannt war, trat man in as erste beste Wirthshaus ein. Die Wirthin hatte jerade Kotelettes auf dem Feuer, die sich die beiden ßäste serbiren ließen, und welche dem Fürsten be— onders gut mundeten. Seit jener Zeit hatte der johe Herr eine förmliche Leidenschaft für Kotelettes zefaßt. Die Hofköche mußten dieselben in den der— chiedensten Formen auf die fürstliche Tafel bringen: Ila Nelson, à la Robert, en papilotte ꝛc ec. Man feierte bei Hofe wahre Koteleite-Orgien. Aber eine dieser Nuancen fand Gnade vor der fürst- ichen Zunge. Herrn v. X. gegenübrr war immer »er Refrain: „Lange nicht so schmackhaft, wie in 5.!“ — Die Hofköche geriethen in die gellste Ver⸗ weiflung, die Küchenjungen hatten noch nie so iele Ohrfeigen bekommen, und der Roͤtisseur trug ich allen Ernstes mit Selbstmordgedanken. Da ines Tages kommen wieder NKotelettes auf die ürstliche Tafel. Der Fürst bediente sich und hatte aum den ersten Bissen in den Mund gesteckt, als r, mit der Zunge schnalzend, erfreut austief „Endlich einmal Kotelettes, wie sie sein sollen Der Küchenmeister ward herbeigerufen und gefragt vie er zu dem Rezept gekommen. Nachdem Jehört,“ erwiderte der Mann, „daß vie Koieleite vie in C. fein sollen, bin ich dort hingereist und jabe mich in dem Wirthshaus nach der Zubereitun erselben erkundigt. “ Der Fürst mußte lächeln äber diese einfache Lösung der Kotelette · Frage und nachdem der gelobte Küchenchef drautzen war vandie sich Serenissimus ziemlich ungnädig on derrn v. X.: „Das hätteft Du auch schon lange thun können.“ Am nächften Tag hatte der Gem raladjatant seinen sechsmonatlichen Urlaub in der Tasche. — Ich aber kann diese wahrhafte —XX nicht schließen, ohne mein Bedauern daruber aus zudrücken, daß ich nicht im Stande bin, den freund⸗ lichen Leserinnen mit dem ohne Zweifel ebenso köstlichen wie verhangnißvollen Kotelettetezept dienen zu koͤnnen. CGB. T.) Ein interessanter Versrecher ttand unlängst vor der Strafkammer zu Lyck, der Pole Klimmasch aus Kusdubba in Polen, der sein⸗ Verbrecherbahn seit 1829 begonnen und seit dieser Zeit 30 Jahre im Gefängniß und Zuchthaus zu— gebracht und außerdem gegen 5000 Knuten⸗ und Beitschenhiebe in Polen und in Preußen bekommen hat. Die Lycker Strafkammer verurtheilte Klim— masch wegen mehrerer Pserdediebstähle zu 15 Jahren Zuchthaus. Klimmasch ist schon über 70 Jahre allt. — Ueber einen neuen Fall von Schlassuch wird der „Neuen Freien Presse“ aus Gahya in Mähren geschrieben: In dem don hier eine halbe Stunde entfernten Dorfe Kunewals EStoronetz) chläft die 22jährige ledige Marianne Ingr nun chon fünf Wochen mit einer einzigen vor drei Wochen stattgehabten kurzen Unterdrechung. Die Schlafende hat während dreißig Tagen keine Nah⸗ rung zu sich genommen; erst seit einigen Tagen wird ihr durch die Nase Milch verabreicht, da di⸗ dinnlade krampfhaft geschlossen ist und nicht geöff⸗ net werden kann. Dieser seltsame Zustand hatte sich bei dem Mädchen schon vor 15 Wochen einge ttellt, währte jedoch damals nur einige Tage. Der Fall erregt hier großes Aufsehen. F Wien, 12. Dez. In der Alservorstadt er mordete der 59jährige Hausmeister Wenzel Schuster seine 56jährige Frau, die ihm im Laufe einer 40jährigen Ehe 20 Kinder geboren hatte, indem er ihr mit einem Hammer Schlaäge auf den Kopf versetzte und dann mit dem Taschenmesser den Hals durchschnitt. Er wollte entfliehen, als sein ällester Sohn hinzukam, der ihn verhaften ließ. Schuster war einst sehr reich und Besitzer einer Glasfabrit in Brünn und mehrerer Häuser in Wien. Ei ging zu Grunde weil er arbeitsscheu und dem Trunke ergeben war. Im Jahre 1869 verließ er xrau und Kinder und begab sich unter Mitnahme von 40.000 fl. nach Amerika. Er war auch schon inmal im Irrenhause. t Aus Irkutsk Gibirien) wird gemeldet, daß in einer Goldwäscherei bon Pletjuchin ein Ex⸗ plosion von 400 Pud Dynamit stattgefunden hat und über 100 Menschen das Leben verloren hahen. Einige sprechen gar von 1000 Opfern dieser Katastrophe. Das berühmte Stradivarius-Cello, welches im Besitz der zwei Cellisten Serbais, Vater und Sohn, war, ist in Brüssel für 50 000 Fr. ver- kauft worden. F(Aus der Schweiz.) An einem der letzten Bettage sagte Kaplan N. in Mosnang in seiner Predigt der Zuhörerschaft so herbe Wahr⸗ heiten, wie man sie sonst im Gotteshause nicht mehr zu hören gewohnt ist. Was den Maunern beson— ders wohlgefiel, war der Umstand, daß der Prediger auch den Weibern die Pflicht des Gehorsams gegen hre Obrigkeit, d. h. gegen den Ehemann eiudring— ich an's Herz legte. Er erklärte, daß in 90 von 100 Fällen der Fehler bei der Frau liege, wenn im ehelichen Leben Gewitter und Hagelschläge in der Stube hausen und die junge Saat verderben. Die Weiberseite war während der Predigt des Studiums werth; die Frauen schauten zerknirscht auf ihre Schürzen wieder und bissen sich auf ihre Zungen. Die Männer aber werden au nächster stirchengemeinde ihrem Kaplan ein Einfehen thun und den mageren Gehalt ein wenig streckeli. Diese Predigt hat pämtch schon ihre guten Früchte ge⸗ regen. Die Foguen sprechen nuͤr noch das No⸗ higste, sie sind süßer, freundlicher und lenksamen jeworden; sie kochen besser ꝛzc. Kurz, die Mos⸗ aanger Frauen sind wirklich die „besseren“ Hälften geworden F GEollwuth.) Der Lehrer Gudat in ꝛrusen bei Gumbinnen wurde vor längerer Zeit on einem tollen Hunde gebissen.“ Gudat achtete zuf die ganz unkbedeutende Wunde nicht, hatte auch —V gewesen. plößzlich brach bei ihm die Tollwuth aus Einige ichtere Anfälle zeigten sich schon vor einiger Zeit jber am 6. d. Mts. kam der Ausbruch so unver⸗ hofft, daß er, bevor mau „inzuschreiten vermochte. deu Besitzer Schulz aus Krusen, einen seiner bessen Freunde, fuürchterlich zerkratzt und zerbissen hat Rach längerer Qual verschied der Kranke. Aus Spanien. Köonig Alfons besaß „ine Jagdhündin, die ihm überall nachfolgte und sogar in die Sitzung des Ministerrathes ihren Herrn hegleitete. „Fea“, so rief man den Hund, war im Zimmer anwesend, als der König den letzten Athemzug that; die Königin brach in lautes Weinen us und „Fea“ verließ laut heulend das Sterbe⸗ immer und konnte nirgends mehr gefunden werden Die Königin ließ nach ihr forschen, aber vergebens. ẽrst am Tage, als der Leichnam vom Sterbelager jehoben werden mußte, trat „Fea“, die sich unter em Bette versteckt hatte. hervor und stürzte sich zuf den Majordomus, der die Lreiche Alfons' be⸗ rührte. Das treue Thier mußte gefesselt werden und erst dann konnte man es entfernen. Es folgte dem Leichenzuge vom Pardo bis zu San Antonio desla Florida; ein Kammerdiener brachte es nach nem Pardo zurück, wo es einen entlegenen Winkel mvufsuchte und zu heulen begann. Paris. Der „Vohbtaire“ erzählt: Anter den Brautgeschenken, welche Don Alfons einer ersten Gemahlin dargebracht hatte, befand ich ein Ring mit einer prächtigen schwarzen Perle nmitten von Diamanten. Die Königin Mercedes rug ihn bis zu ihrer Todesstunde. Dann schenkte don Alfons das Juwel seiner Schwester, der In— santin Pilar, welche sich ebenfalls niemals davon rennte. Nach ihrem Tode nahm der junge König en Ring wieder zurück und trug ihn als Andenken in die beiden Dahingeschiedenen. Die Königin Christine, die ihn dem verblichenen Gemahl vom Finger zog, soll geschwankt haben, ob sie das leinod an ihre Hand stecken oder in einem Ja— welenkästchen aufbewahren soll. Schließlich ent⸗ chied sie sich für das letztere. Als man am Ma— drider Hof diese Augelegenheit besprach, meinte ein Spaßvogel, die Regentin hätte besser gethan, den Ring dem Don Carlos zu schicken. Ein Anderer aber bemerkte, der Prätendent hätte ihn sogleich nach dem Leihhause getragen und so gäre die ge— wünschte Wirkung verfehlt gewesen.“ F Die Pariser haben es nicht zugegeben, daß Lohengrin aufgeführt wird; wegen geplanter antideutscher Kundgebungen ist die Aufführung ab— ʒestellt. fAlgier, 12. Dez. Gestern und heute janden abermals heftige Erderschülterungen statt. In Bordj bu-Arreridj, sowie in S'Mila sind ver⸗ chiedene Häuser eingestürzt; Menschenlehen sind aicht zu beklagen.Die Bevdlkerung camir. im Freien. n 7 Plymouth, 14. Dez. Sonntag früh zrach in dem dichtest bewohnten Stadttheile Feuer aus und verbreitete sich so rasch, daß 12 Personen berbrannten, eine beim Herausspringen aus einem Fenster getödtet wurde, und zwei andere vermißt werden. de eae: Der Kaiser von Japan hat anläßlich des Todes des Könias Alfons von Spanien seinem Hdofe befohlen, 21 Tage Trauer anzulegen. Es ist dies das erste Mal, daß der Hof des ostasia- tischen Inselreichs um einen europäischen König trauert. Offenbar geschieht es in der Absicht, da⸗ zurch die Solidarität mit den europäischen Herrscher ⸗ züusern und die Zugehöriskeit seines Volkes zu den europäischen Kulturvölkern zu bezeugen. — Zur Desinfizirung des Mundes bei hohlen Zähnen ⁊c. ist Borax ein zutes Mittel und nicht unangenehm. Eine starke Priese des Pulvers wird auf die Zunge genommen und, wenn sie aufgelöst ist, im Munde hin und her bewegt, »is alle Theile davon berührt sindd. — Gegen Zahenschmerz wendet man häufig Kreosot als Hausmittel“ an, ohne die Gefährlichkeit desselben u kennen. Bei der kleinsten Verletzung des Zahn ⸗ leisches kann unter Umständen bei seiner Benutzung eine Blutvergiftung eintreten; man sei desbatb orsichtig. — Die Beliebtheit des Fürsten Alexander »on Bulgarien nimmt auch in den Kreisen der östrumeluschen Bevölkerung tkäglich zu. Aus Bhilippopel schreidt man dem „Pester Lloyd“, daß die vom Schlachtfelde zurückgekehrten Verwundelen Jeradezu Wunderdinge von den Heidenthaten des Fürsten erzählen; sie sinden nicht Worte genug. im den freundlichen Umgang des Fürsten mit den —AVV fachheit und Genügsamkeit zu Kloben. Ein ost— rumelischet, den besseren Ständen angehörender Freiwilliger, welcher in der Schlacht bei Slivnitza ind bei der Erstürmung des Dragomanpasses mit hätig war, erzählt folgende Einzelheiten üder die Lebensweise des Fürsten auf dem Schlachtfelde: Unser Fürst Alexander ist ein wahres Beispiel »on Sodaten-Tugenden. Er steht früh als der Frste auf (um 402 Uhr) und legt sich Abends als detzter (nach 11 Uhr) zu Bette. Er schläft mitten unter den Soldaten auf Rohrmatten, wo er eben inen freien Platz findet; er speist mitt den Trup— den bei der gemeinschaftlichen Menage aus dem— 'elben Kessel. Trotz der ohersten Uniform seines Regiments, welche er im Kampfe trägt, weiß er dem nationalen Kostüm gerecht zu werden, da er während des ganzen Feldzugs statt Stiefeln die zewöhnlichen Opanken benützt, so wie sie bei den Freiwilligen üblich sind. Bei jeder Schlacht. bei jebem Kampfe sah man ihn in den vordersten Reihen, dabei unerschrocken und immer guter Laune. Mit rufmunternden Worten animirte er die Soldaten zum Ausharren: ‚Haltet Euch, Helden!“ oder zum Vorwärtsgehen: „Vorwärts! Fürchtet Euch nicht! Gott ist mit une!“ An der Schlsacht het Slipyitzo citt von einer Schanze zur anderen und flößte den Soldaten Muth ein. Bei der Wiedereroberung des Dragomanpasses hatte der Fürst das Gewehr mit aufgepflanztem Bajonette in die Hand genom⸗ men und siürmte an der Spitze der ersten Kolonne. Das tapfere Beispiel hat unter den Soldaten die höchste Begeisterung hervorgerufen und dem Kam⸗ pfesmuthe des obersten Kommandanten war in erster Linie der Erfolg zu danken. Gleichwie Löwen gingen die Truppen vorwärts, blind für die wie Hagel auf sie fallenden Kugeln. An manchen höchst gefährlichen Stellen wollte man sie so lange zurückhalten, bis das Feuer des Feindes an Heftigkeit nachgelassen, aber es ging nicht gut an; ja es kamen Fälle vor, daß die kommandiren⸗ den Offiziere mit dem Revolver vor die Flanke ilen mußten, um dem Haltkommando Nachdruck zu geben.“ New⸗-⸗York. Miltten in einer geschäft⸗ üche n Erörterung mit dem Präsidenten der Balti⸗ more- und Ohio Eisenbahn. Mr. Garett, ist der amerikanische Eisenbahnkönig Vanderbilt vom Tode ereilt worden. Garett erzählt Vandecbilt habe plötzlich unverständliche Laute ausgestoßen und sei bornüber vom Sessel herunter auf den Boden ge—⸗ fallen. Die herbeigeholten Aerzte stellien fest, daß der Tod durch Zerspringen eines Blutgefäßes ver—⸗ anlaßt wurde. Vanderbilt hinterläßt eine Wittwe und acht Kinder; sein Vermögen wird auf 200 Mill geschätzt; der Palast, welchen er in Newyork bwohnte, hat mit der reichhaltigen Gemäldegallerie und den übrigen Kunstschätzen einen Werth von 3 Mill. Dollars. veromwortuch F. X. Demekß * Noch nie hatte ein Lotterie-Unternehmen so enorme Gewinne wie die Deggendorfer kathol. Kirchenbau⸗-Lotterie, wobei mit nur 2 Mark gewonnen werden können: 120,000 Mtk. oder 70,000 Mtk., 50,000 Maark, 20,000 Mk., 10,000 Mk., 2mal 6000 Mk., 10mal 1000 Mk. und viele Gewinne zu 500 Mk., 80 Mk., 60 Mk. ꝛc. Der Absatz der Loose ist dieser be— deutenden — nie dagewesenen — Gewinne wegen ein so flotter, daß der erstfestgesetzte Ziehungstag 7. Januar — Donnerstag nächsthin — nicht allein gesichert ist und eingehalten wird, sondern daß vor- aussichtlich noch vorher alle Loose ausverkauft sein werden. Deßhalb sehe JIeder sich rechtzeitig vor mit Deggendorfer Loosen àA 2 Mar?. Für 20 Mt. 11 Loose. Ein gediegenes Spiel- und Beschäftigungsmittel für Kinder. Wie wir erfahren. wird in diesem Jahre beim Einkauf von Spielsachen in auffallender Weise der Richter sche Patent⸗Steinbaukasten bevorzugt. Es zeigt fich auch hier wieder, daß die Eltern immer mehr solchen Spielsuchen sich zuwenden, welche gleichzeitig belehren⸗ wirken. In wie hohem Maße dies gerade bei den Stein— buukasten der Fall ist. das hat der freundliche Leser wohl aus der vor einigen Tagen gebrachten Besprechung gesehen und da das Weihnachtsfest immer näher rückt, so glauben wir nochmals auf dieses solide Spiel- und Beschäftigungs— mittel aufmerkiam machen zu sollen. 7 23 SOe 2 — 45 ) Meys Abreiß-Kalender für 1886. Künstlerisch schön ausgeföhrt. Geschmackvoller Zimmer- und Wandschmuck. Men's Abreiß Kalender für 1886 ist elegant und dabei solid hergestell' sEr enthält circa: — 200 ausgewablte Koohbrecdepte für die bürgerliche und feine Küche, und eignet sich deshalb sals SIthönes billiges Weihnachtsgelchenk für die Hausfrau.— Preis nur 50 FIEF. das Stückh. Verkaufsstellen von Mey's Abreiß-Kalender: die Expedition des „St. Ingberter Anzeiger“ odor vom Vorsand-Geschüft MEV & EDLICH. Placgwitz-Iipzig Naüstehend verzeichnete 6 Beiblätter: „Von Nah und Fern'““, ein illustrirtes Familienblatt ersten Nanges (16 Druckseiten stark; — wöchentlich). Neueste Moden““, illustrirte Modenzeitung mit Schnittmuͤster⸗Veilagen, monatlich. „Produkten⸗ und Waarenmarkt⸗Bericht“, betr. Baumwolle, Wolle, Getreide Leder, Kolonial⸗ und Fettwaaren ⁊c. — wöchentlich. .„Berloosungsblatt“ betr. Staatspapiere, Vrioritäten, Anl.-Loose ꝛc., wöchentlich. NZJeitung für Landwirthschaft und Gartenbau“, 2 Mal' monatlich P Hausfranen⸗Zeitung“ 2 Mal monatlich. erhalten die Abonnenten der in Berliu erscheinenden Nachrichten“ „Neueste Nachrichten“. Letztere Zeitung zählt nach erst fünfjiährigem Bestehen bereits zu den gelesensten Tagesblättern des deutschen Neichs. Sie verdankt diese stets wachsende Ausbreitung und Beliebtheit vor allem ihrer vollkommen unpartelischen Haltung. Die Neneste —ã— —— enshallen bei täglichem Erscheinen (außer Montags) Ausführliche unparteiische politische Mitiheilungen, ferner' Wiedergabe interessanter Meinungsäußerungen aus der Presse aller Parteien. — Nach⸗ richten über Theater, Musik, Kunst und Wissenschaft; Gerichtshalle, lokale Rachrichten. — Spannende Romane. — Sorgfältige Börsen⸗ und Han— delsnachrichten. — Vollständiges Berliner Coursblatt. — Lotterielisten. — Amt— liche Nachrichten. 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A meinde St. Ingbert pro 1884 3. Prüfung der Niederschlagsber— zeichnisse pro 1884. 4. Schulwesen betreffend. St. Jugbert, 15. Dezember 1885 Der Bürgermeister Heinrich. Bekanntmachung. Die Anlage der Kapitalrenten⸗Ein ommen; und Gewerbesteuer für di— Steuerperiode 1886187 und bezw 88689 betr. Die Steuerlisfen liegen dis zum ). Januar 1886 im Bürgermeisterei ocale offen. St. Ingbert, 12. Dezember 1885 Das Bürgermeisteramt Heinrich. Brust⸗ und Lungenleidende und solche Personen, welche an Husten, Katarrh, Heiserkeit, Verschleimung ꝛc. leiden, seien giermit wiederholt auüf die seit 20 Jahren bewährte Vorzüglichkeit des chten rheinischen Trauben-Brust-Honigs .57 als das reinste, edelste ν]. und norürlichste, für —— Erwochsene wie Kinder — S —— unr c.⸗ 7 zuträglichste Mittel, —E welches überhaupt ge⸗ „oten werden kann, aufmerksam zJemacht. Zu haben in 3 Flaschengrößen 4 Mt. 3, 115 und 1, nebst Prospett in St. Ingbert bei J. Friedrich Hauptstraße; in St. Johann bei F P. Tudenhöfer und N. Magmot; nn Blieskastel bei Apotheker Dieden —X Todes⸗Anzeige Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter. Schwester, Schwägerin und Tante OP a Peters, geb. Port, im Alter von 50 Jahren. heute Nachmittag 21 Ubr zu sich abzu⸗ rufen. St. Ingbert, den 14. Dezember 1885. Die trauernd Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag den 17. ds. 849 Uhr Mor- gens statt. — —— Zum Besuche seiner Vnas-MAusstellIung ladet höflichst ein Conditorei d. Richeb. AνVα Rum Besuch« seiner —ILLV iadet höflichst ein Zu Weihnachtsgeschenken passend! — Regenschirmständer Zervierbretter aller Art Feuergerätständer u Zuckerkasten Ofenschirme Kaffeeserviece in Britannia Ofenvorsetzer Kaffeemaschinen Verdampfschalen Toiletteneimer üchenwagen Waschgarnituren Gewürzetagere Garderobehalter Wärmeflaschen uilliers Wärmefußbänkchen Benzinleuchter Waschmangen Steh; u. Hängelampen Waschtrockengestelle Mandelmühlen Blumentische Dessert⸗ u. andere Messer u. 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Die Einrückungsgebühr inr die 40espaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —0, bei außerpfülzischen und solden auf welche die Expedition Auskunft ertheilt. 1I8 3, Reclamen 30 . Bei 4moliger Einrückung wird nur dreimalige berechnet. — M 247. Donnerstag, 17. Dezember 1888. 20. Jahrg. Deutsches Reich. vermuthet, daß das Feuer durch Selbstentzündung München, 183. Dez. Im ‚Gesetz . und von Putzwolle entstanden ist. — Gestern Nachmit . Ferordnungsblait“ werden die von Sr. Maj. dem ag weilte Herr Regierungs-Präsident v. Braun zur dnige sanctionirten Gesetze, betreffend die Aus- Besichtigung der beschädigten Räume des Museums sührung des Reichsgeietzes über die Ausdehnung dier J her Unfalle und Kranken-Versicherung vom 28. — Kaiserslautern, 14. Dez. Der seit Mai 1888, ferner betreffend den Nalzaufschlag ängerer Zeit an Schwermuth leidende Lehrer eroͤffentlicht. Schmeer in Blaubach bei Kusei hat gestern vor Berlin, 16. Dez. Der Reichstag beendete Ldagesanbruch Hand an sich gelegt und seiner un⸗ Iie zweite Lesung des Mililaretats fast durchweg ilbaren Krankheit selbst ein Ende bereitet. Es ach den Kommissionsanträgen; er genehmigte ent-· 'cdauern ihn eine Wittwe und 6 unmündige Kinder. jegen dem Kommissionsantrag 61,000 Mk. für — Kaiserslautern. 14. Dez. Wie Zen Neubau eines Dienstgebäudes für das Artil- nan der „K. Z.“ mittheilt, hat der Stations⸗ leriedepot zu Thorn. Darauf vertagt sich der berwalter und Postexpeditor Zimmermann von seichstag bis zum neuen Jahre. In der nächsten Hayerfeld-Cölln am Freitag in Bingerbrüd seinem Sitzung“ am 8. Januar n. J. findet Fortsehzung Leben durch Erschießen ein Ende zu machen versucht. »er Etatberathung statt. — Die Strafkammer zu Kaiserslautern Berliu, 185. Dez. Der Reichskanzler ist noch erurtheilte am 15. Dezember die Bierbrauer Lud⸗ mer leidend au Gesichts- und Fußschmerzen. vig Chormann von Kirchheimbolanden zu einer Beldstrafe von 560 Mk., Heinrich Chormann zu 300 Mtk., Karl Blaesy aus Odernheim zu 200 Mark, Jean Blaesy zu 300 Mt. Geldstrafe. — Landau—, 14. Dez. Die pfälzische Kreis gzesellsellschaft des bayer. Architekten⸗ und Ingenieur— Vereins hielt gestern ihre Jahresversammlung dahier ib. Nach Erledigung der Tagesordnung, welche uusschließlich geschäftliche Angelegenheiten betraf, jielt Herr Ingenieur Henning aus Bruchsal einen nteressanten Vortrag über centrale Weichen- und Zignalstellung, welchem die Herren vom Ingenieur⸗ ach beiwohnten, während die Herren Architekten inter Führung des Herrn Bauschaffners Staudinger jervorragende Neubauten unserer Stadt besichtigten. — In Diedesfeld hat sich der gewiß eltene Fall ereignet, daß eine Kuh des Herrn Leon⸗ jard Zeter 3 Tochter⸗Kälber zur Welt brachte, welche ämmilich gesund und munter find. fFHagen, 14. Dez. Ein Opfer treuer pflichterfüllung ist der hiesige katholische Lehrer Sp. jeworden. Derselbe, 22 Jahre alt, in bluͤhendsier Besundheit stehend, war Zähler bei der letzten Bolkszählung; als solcher kam er am Zaähltage in eine Wohnung, wo zwei Personen krank lagen. An dem zwischen den beiden Kranken stehenden Tischchen mußte der Zähler seines Amtes walten, bschon ihn beim Anhlick der Kranken ein Grauen iberlief. Noch am selben Tage wurde der Lehrer der „Rh.-Westhh. Ztg. zufolge, krank, mußte in das Zrankenhaus überführt werden und flarb nach acht Tagen am Typhus. Bingen, 14. Dez. Die drei Engländer, velche durch Bingen reisten, und die man für die Wiener Juwelendiebe hielt, haben sich als simple dockeys entpuppt. T., Der von einem wüthenden Hunde gebifsene düsseldorfer (Schmering), welcher von Pa· teur in Paris behandelt wird, ist in der Genesung —RB Die Ziehung der Kissinger Lotterie vurde auf 28. Januar verschoben. F Bamberg, 12. Dez. (Das Haar in der Zuppe!) Das Schöffengericht hat einen Ehemann, velcher seine Ftrau deßhald mit einem Stock miß⸗ zandelte, weil er ein Haar in seiner Suppe fand, u 21 Tagen Gefängniß verurtheilt. F München, 11. Dez. In studentischen Zreisen macht eine Wechselfälschung— welche sich ein Angehöriger eines hiesigen Korps zu Schulden ommen ließ, ungeheueres Aufsehen. Die Wechsel ind auf verschiedene Philister ⁊c. gezogen und sollen veiläufig etwa 5000 Mk. betragen. Der Falscher st geflüchtet. F Die Seligsprechung der Jungfrau von Drleans ist nach einer Meldung des Moniteur de Rome“ am 2. Dezember erfolgt. Schiffbruch. Ein neuer Dampfer der Deutschen Neuguinea-Gesellschaft ,Papua“ nach seuguinea bestimmt, ist in der Torresstraße ver⸗ uinglückt. Die Mannschaft ist gerettet. FPlymouth, 14. Dez. Gestern früh zrach in dem am dichtesten bewshnten Stadttheile Feuer aus, das sich so rasch verbreitete, daß zwölf Personen verbrannten. Eine Person wurde beim derausspringen aus dem Fenster getödtet und zwei indere wurden vermißt. Auslanud. Wien, 16. Dez. Die „Wiener Allgem. Zig.“ meldet aus Belgrad: Viele Soldaten er⸗ froren auf Vorposten. Serbien ecklärte, sich dem Ausspruch der Militärkommission unterwerfen zu vollen, wenn Bulgarien eine gleichlautende Erklär— ung abgebe. Demselben Blatte wird aus Sofia emeldet: Die Regierung ist bereit. zu demobili— iren, sobald die Großmächte garantiren, daß Ser— dien die Feindseligkeiten nicht erneuert und Bul— jarien eine billige Entschädigung erhält. London, 15. Dez. Einem Börsengerücht —XV Zokale und pfälzische Rachrichten. R.— Reuhäusel, 16. Dez. Gestern wurde gzier durch Herrn Oberförster Mörschel ein Treib- agen auf Sauen veranstaltet, welche auch von zutem Erfolg begleitet war; denn ein starker Keuler lam Herrn Assistent Müller angelaufen und wurde durch zwei Schüsse getroffen. Doch das Tier iief in den nächsten Trieb und steckte sich unter eine Fichte, deren Zweige durch die Schneelast jerabgedrückt waren, so daß der Insasse nicht zu ehen war; doch die Fährte ging hinein, weßhalb in Treiber mit seinem Stecken den Schnee ab⸗ chütteln wollte. Das kolossale Borstentier schoß sjervor, wurde aber von einem Waldaufseher mit einem Schusse empfangen, der jedoch nicht einge— dxungen zu sein schien; denn der Keuler stürzte uuf seinen Gegner und warf denselben auf den Rücken, indem er ihm die Hosen aufriß, ohne sonst ich um denselben zu kümmern. Erst nach wenig⸗ dens 15 Axthieben ergab sich das verwundete Un⸗ zetüm. Dasselbe hatte, ausgenommen das an⸗ ehnliche Gewicht von 205 Pfd. — Die Volks⸗ ahlung in Kirkel-Neuhäusel ergab eine Seelenzahl von 1417 und zwar 605 männliche ind 698 weibliche Anwesenden und 112 männliche ind 2 weibliche Abwesenden, mithin eine Mehrung jon 116 gegen 1880. Das Waldvölkchen regt ich auch in dieser Hinsicht. — Kusel, 18. Dez. Als BezirksBauschaff⸗ ner wurde Herr Frey aus Germersheim, welcher either Assistent des nach Würzburg berufenen Herrn Bauschaffners Stumpf war, gewählt. — Kaiserslautern, 14. Dez. Zum brande im Gewerbe⸗Museum wird nachträglich noch gemeldet, daß alles Beschädigte versichert ist. Man Vermischtes. F Saarbrücken, 15. Dez. Die am J. Dezember c. vorgenommene Volkszählung hat für die Stadt Saarbrücken eine ortsanwesende Bevöl- erung ergeben von 10,428 Seelen (darunter Militäar 818 Seelen), am 1. Dezember 1880 be⸗ rug dieselbe 9514 Seelen (darunter Militär 687 Seelen), am 1. Dezember 1875 betrug dieselbe 3132 Seelen (darunter Militär 644 Seelen). Dder Zuwachs betrug also in den letzten fünf Jahren 9,6 pCt., in den letzten zehn Jahren 14,2 pCt. FBurbach, 16. Dez. (Tod durch Ueber⸗ 'ahren.) Gestern Morgen gegen 10 Uhr verunglückte ruf der Hütten⸗Schlackenbahn durch Ueberfahren⸗ verden der 23 Jahre alte Rangirer Jacob Weber yon hier. Weber, welcher mehrere Wagen an die dokomotive zu kuppeln hatte, ist wahrscheinlich, nachdem er das Signal zum Weiterfahren gegeben, nusgeglitten und dadurch zwischen das Schußblech der Lokomotive und den betr. Wagen gefallen. der Kopf wurde ihm gequetscht, und der Tod trat ofort ein. Den betreffenden Lokomotivführer soll rine Schuld treffen. Forbach, 14. Dez. Gestern hatten wir Belegenheit, die Leiche eines stattlichen Wolfes zu esichtigen, den ein hiesiger Waidmann dieser Tage n der Freêne bei Machern erlegt hatte. Seit Fintritt des strengen Frost- und Schneewetters cheinen sich die Wolfe wieder recht bemerkbar zu nachen. So will man am letzzten Donnerstag inen Wolf sich in der Nähe der ersten Mühle serumtreiben gesehen haben. (Forb. 3tg.) Sterbefälle. Gestorben: in Dürkheim Friedrich Sahner, 60 J. a.; in Bergzabern Katharina Pfaffmann, geb. Kraus, 78 J. a.; in Kaiserslautern Frau Frie— derike Krieg, 73 J. a.; in Haßloch Salomon devi, Kaufmann. 67 J. a.; in Landau Ing. Fugen Neuert, 34 J. a.; in Hinterweidenthal Adam Vogt, 78 J. a.; in Neustadt Frau Char— otte Fay, geb. Wilhelmi, ebendaselbst Karl Wilh. Finger, 64 J. a. ir die Redaltion verantwortlich: F. X Demeß * Mit einem Schlage 120.000 Mk. oder 70,000 Mti., 50.000 Mk., 20,000 Mk., 10,000 Mt. ꝛc.! Mir ifl manches schon pasfsirt Aber so etwas noch nicht. Deggendorfer Ziehung gefichert und ohne Verschub 7. Januar. Loose 4 2 Mark, 11 Loose 20 9nt. dei allen bhekannten Verkaufstellen. haft; 3. Rudwig Jung, Schlosser Licitatio n. Samed auf der Sulzbacher Blashütte, Gemeinde Sulzbach Monit & unuar 1886, vohnhaft; 4) die Repräsentautin des ormittags 11 Uhhr. uuu Schnappbach wohnhaft gewese— zu Schnappbach, Stadtgemeinde jen und verstorbenen Sohnes Jo St. Ingbert, in der Wirthschaft von jann Jung, weiland Glasmacher. PhilippSiegwart, ius dessen Ehe mit seiner hinterblie⸗ werden durch den unterzeichneten, »enen Wittwe Karolina Heintz, —X 9— solgende Liegenschaften in der Steuerr nens: Magdalena Jung, min⸗ gemeinde St. Ingbert ab⸗ derjährig, welche ihre genannte Mutter heilungshalber öffentlich auf Eigenthum ur geseßlichen Vorimünderin und ge⸗ oersteigert, als: jannten Ludwig Jung zum Nebenvor⸗ 1. Plan Nr. 1313, 6 4 10 qm nunde hat; erre Inge —— — J Ader in dem Mäusbach; zewerblos, zu nappbach wohn⸗ V 2. Plan Nr. 1358, io'a 20 qm daft, Wittwe des allda verlebten Glas— eihnachten! F Acker allda; reclhers Peter Flesch; 6. Maria * Plan Nr. 16655, 14 à 30 qm dung, Hebamme, Ehefrau von Fur M. B6550 liefers ich meino diesjührige Weihnaohts- Acker beim Haseneck; zohann Adolf Ehrhardt. en e aus nachstehend aufgeführten 10 Eigenthümer sind: Die Kinder und Seifensieder. beide in St. Ingbert ermat m. Taschen u. Lösohbl Froen der verstorbenen Eheleute vohnhaft; 7. Sonise Jung, ledig, Casperle·Theater, fertig zum Aufstellen in Carton. Johann Joßeph Junge im jewerblos, in Schnappbach wohn- grossor Tuschiaston mit Zubehör, reich aus gestattet. Nben Sdlofser in Sunzvbach wohn aft; 8. Philipp Jung, Glas⸗ teizendos fein col. Bitderbuen in eleg. BFinbande. zoft gewesen, und Katharina redergehilfe allda wohnbaft; — alle ag Bettinger, im Leben zuletzt in isher Genannten, wo nicht anders Abzienbildor · Aldum, grosso Prachtausgabe mit ca. 400 Schnappbach wohnhaft, dezw Re— ngegeben, großjährig; 98. Anna Abbildungen in Farpendruek-Umschsag. prafentanten solcher, ais: 1 Eva zung, ledig. Dienstmagd, in Sulz⸗ federrasten mit Halter, Federn, Bleistift, Gummi ete. genannt Nalharina, Jung, ach wohnhaft, 18 Jahre alt, fuͤr n e — —— werblose Ehefrau von Daniel rroßjährig erklärt laut Beschluß des und ime, in oleg. arion Weber, Glaͤssireder, beide in Sulz. gl. Amtsgerichts zu Sulzbach vom Für g Güte ————— 3 Sachen vboret * —* 25. meine Firma. Di ist iefere ic tis. 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Das F ausend Abonnenten — 7 Netz seiner Spezial⸗Korrespondenten, das sich über die Hauptcentren des politischen Lebens, vie Paris, Wien, London, Madrid, Rom, Petersburg, Konstantinopel, New-Pork erstreckt, ett das B. T. namentlich durch die ausgedehnte Benutzung des direkten telegraphischen Dienstes in den Stand, vorzugsweise als Quelle neuester Nachrichten zu gelien. Ein ꝛigenes parlamentarisches Bureau, dessen umfassende Berichte noch mit den Nachtzügen als „Parlaments⸗Ausgabe“ des B. T. zur Versendung gelangen, hat sich durch seine inbeeinflußte Berichterstattung die Anerkennung der politischen Kreise erworben. Die Borgänge in der Reichshaupistadt erfahren durch den lokalen Theil des B. T. eine? prompte und eingehende Beleuchtung. Handel und Industrie finden eingehendste Berück⸗ ichtigung in einet besonderen Handelszeitung, mit vollständigem Kourszeltel u. Effelten⸗ herloosungen, während es als eine Spezialität des B. T. gilt, das Privatpublikum vor ewagten Spelulationen und schwindelhaften Unternehmungen rechtzeitig zu warnen. — Das B. T. bringt die Ziehungslisten der preußischen u. sächsischen Lotierie, sowie die Ernenn⸗ ing der Civilbeamten und Offiziere. — Theater und Kunst werden im Feuilleton des B. T. durch kritische Federn ersten Ranges gepflegt, und gleichzeitig Feuilletons aus den Mittel⸗ uunkten des Kulturlebens u. wissenschaftliche, namentlich ethnographische u. astronomische AUufsäätze aus der Feder bewährter Fachmanner verössentlicht. Im täglichen Roman⸗ Fe uilleton des nächsten Quartals erscheinen folgende Romane und Novellen: Hermann Sudermann: „Frau Sorge“. C. Lionhart: „Ein Räthsel“. Karl Theodor Schultz „Luina“. Ferner erscheinen aus der Feder Dr. F. Falkson's, des bekannten Freundes Johann Jacoby's, politische Erinnerungen: „Aus Konigsbergs vormärzlichen Tagen“ packende Schilderungen einer Zeit, welche vielfach an die Gegenwart erinneri. Man abonnirt für das 1. Quartal (Januar, Februar, März) auf dus „Berliner Tageblatt“ — seinen werthvollen 4 Separat⸗Beiblättern bei sämmtlichen Postanstalten des deutschen Reiches für — Probe⸗Nummern den Betrag von nur 5 Mark 25 Vf. gratis u. franko. Berliner Tageblatt nebst seinen werthvollen 4 Separat⸗Beiblättern: Illustr. Witzblatt „IILIXE«, in erweitertem Umfange, Belletrist. Sonntagsblatt Feuilleton. Beiblatt „Deutsche Lesehalle“ „Der Zeitgeist“ Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenbau u. Hauswirthschaft. Das „Berliner Tageblatt“ hat sich durch die Vielseitigkeit seines Inhalts und in Folge des frischen Tons, in dem es gehalten ist, zur gelesensten u. verbreitetsten Zeitung Deutschlands aufgeschwungen. Es hat sfich so einen festen Stamm von 70,900 Abonnenien erworben, die über alle Theile des deutschen Reichs u. weit darüber hinaus verbreitet sind. Eine ähnliche Abonnentenziffer ist noch von keiner anderen deutschen Taodeszeitung erreicht worden. Diefer thatsächliche Erfolg muß als Konsequenz seiner Leistungen angesehen werden, die allen Ansprüchen genügen, welche man on eine große politische Zeitung zu stellen berechtigt ist. Die freimüthigen, klar und faßlich geschriebenen Leitarinel liefern den Beweis, daß das ‚Berliner Tageblatt“ bei aller Entschiedenheit seiner liberalen Haltung, stets seine volle Unabhängiakeit bewahrt hat. Sein täalich zweimaliges Er— — —⏑ — —8 Zu Meihnachtegeschenken empfehle mein reich assortirtes Lager in t. bher vanareni. Achtungsvoll * RIũM. Witiwve (Haup t⸗ Wohnung Retaßegeu Schellfische 4 Zimmer, Küche, Speicher, Keller u. treffen heute Abend ein Farten sofort zu vermiethen 1 Pfd. 35. Pfg. Näheres bei Sernrich Laur. J F P. Fery. SUnserm heutigen Blatte ist ein Prospect des Fabrikbesi tzer Adoli Winter in Stettin, beir: Sicherste Hülfe gegen Gicht, Rheumatismus und zeren Folgen, sowie auch gegen kalte RAiM— — 2* ——— * 92 * 923 355555 3535355 55 5253 35223538 s5555 152z 5555 5 6653355 557— 555 23555 55 535 —83 5322* 52555 255 5355 253 7 28 3333 2 — — 3 * « z35 —83325 5233 — 8333 3385 s323287 — 2 2 2 —— —2 — *82 — — 2 2232 —A — 7* 222 G3322 —E — 32 — 8 m6 — 52 * 2 — 27 — 2 — ⸗ —2 8 —52 5223553355— — 535325 73233 23 28* 55 23 2822 22—838 5—52853 *55 535 Z835 — 2 — — * — 2— 5 * 2 —* 3— ——— ——— — 2* 0 — 58— 22 8 O 255 7 — 55 —— 55 — 2 23855—32232327 3 — 55255 — —A —s125353838 33756* S.2 * — 52 — 5 2 3 453 * ——A — —— —— — 715357 — 28 532z30 2—6885 2 355 —8 8* 25855 5 33* —528323 286 72383 55 52 *22 522 253522 22—* — — * —5 —2 523* 3 — —5 2—333 — 35 7 —2 5633 55255 —* 3 30 3 — 3 3 32 56—53 33 378 582 238 i* 259 2 232 — 228 8 52 2 * — 35553 3532 —8 732c3 5823 — 28— 55*4 225526 55 23—288E257 5 22 —33276552— —A——— 8 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Amtsgerichts St. Ingbert. der St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs- Blatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1 A G60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1) 75 4, einschließ! 10 A Zustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 4, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, I5 A, Neclamen 30 . Bei 4maliger Enrrückung wird nur dreimalige berechnet. M 248. Samstag, 19. Dezember 1885. 20. Jahrg. Einladung zum Abonnement. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel beginnt ur unser Blatt ein neues Abonnement, worauf wingtsam zu machen, wir uns hiermit erlauben. er — „St. Ingberter Anzeiger“, amtliches Organ des kal. Amtsgerichts St. Ingbert, wird auch im neuen Jahre zu demselben Preise wie bisher wöchentlich 5mal, 2mal mit Unterhaltungsblatt und Sonn⸗ ags mit 8seitiger, illustrierter Beilage rscheinen. Ueber die politischen Vorkommnisse vird er möglichst rasch und eingehend, dabei frei von allem Parteigezänke, berichten. Den lokalen und provinziellen Angelegenheiten wird fortgesetzi eine Aufmerksamkeit zugewendet bleiben. Ueberhaupf wird er bestrebt sein, allen billigen Anforderungen, die an ein Lokalblatt gestellt werden können, zu zenügen. — Zum Abdrucke im Unterhaltungsblatte liegen mehrere spannende Erzählungen bereit. Die be⸗ iebte illustrierte Sonntagsbeilage wird auch im neuen Jahre durch gediegenen Inhalt in Wort und Bild den Beifall der geehrten Leserinnen und Leser zu erhalten sich angelegen sein lassen. Bestellungen auf den „St. Ingberter An⸗ ‚zriger“ nehmen für hier die unterzeichnete Expedition und die Austräger des Blattes, für auswärts die zuständigen Postanstalten und Postboten entgegen. Indem wir bitten, die Erneuerung des Abonnements, sowie Neubestellungen zefälligst bald machen zu wollen, sei bemerkt, daß unsere hiesigen Abonnenten das Blatt auch im neuen Quartale fortgeliefert erhalten, wenn nicht vor Ablauf dieses Monats ausdrücklich Abbestellung erfolgt. Auch als wirksames Insertionsorgan ei der „St. Ingberter Anzeiger“ hiermit einem Jeehrten Publikum in Erinnerung gebracht. Hin⸗ aͤchtlich der Einrückungsgebühr erlauben wir uns, auf das am Kopfe des Blattes Gesagte hinzuweisen. Ergebenst! Redaktion und Expedition des St. Ingberter Auz.“ Deutsches Reich. Muͤnchen, 15. Dez. Berathungen, welche n jüngster Zeit innerhalb der liberalen Fraktion der Abgeordnetenkammer über ihre künftige Ge— chäftsbehandlung stattfanden, haben, wie wir jetz! mittheilen können, ihre allseitig befriedigende Er⸗. edigung gefunden. Darnach wurde das schon längst zewohnheiismäßige Absehen von jedem sog. Club⸗ wang als Regel ausdrücklich konstatirt und dem— Jemäß allen Fraktionsmitgliedern die Befugniß suerkannt, Anträge, welche in der Clubberathung nicht von der Mehrheit angenommen werden, nach Befinden selbstständig an die Kammer zu bringen ind zu Berathungen im engeren Kreise zusammen⸗ zutreten. Uebereinstimmung herrscht bei allen Mitgliedern der liberalen Fraktion darüber, daß auch in Zukunft an ihrer Gesammthaltung und chrem Zusammenstehen der gemeinsamen Gegnerschaft — — Berlin, 16. Dez. (Zur Branntweinsteuer⸗ ceform.) Nach der „Allg. Ztg.“ wird in Reichs⸗ agskreisen angenommen, daß uͤber die Einführung —E— igung auch mit Hamburg bereits erfolgt ist. zayern und Württemberg verzichten nur theilweise auf das Reservatrecht der besonderen Besteuerung des Branntweines und erhalten durch den Verthei⸗ ungsmaßstab der Einnahmen erhebliche finanzielle Vortheile. — Dagegen wird die Münchener Mel-⸗ dung der IFrkf. Zig.“ Bayern sei in Folge der steise des Finanzministers Scholz der Einführung des Branntweinmonopols geneigt, ebenfalls in par⸗ amentarischen Kreisen in Zweifel gezogen. Leipzig, 15. Dez. Die Leipziger Handels⸗ tammer schloß sich dem Wunsche der Handejslammer zu Frankfurt a. M., die Errichtung eines Reichs⸗ tarifamis sfür Zollwesen betreffend, an. Aus dem Elsaß, 15. Dezember, wird dem „Berl. Tgbl.“ geschrieben: Die Zahl der reichs— ändischen Refraktäre (widerspenstigen Rekruten) ist noch immer eine sehr beträchtliche. So hat sich hei dem Aushebungsgeschäft im abgelaufenen Jahre jerausgestellt, daß von den sämmtlichen Militär— aflichtigen in den drei Bezirken des Landes nahezu 25 Prozent unermittelt geblieben sind, so daß im Banzen nur 5101 Mann ausgehoben werden konnten. Dementsprechend ist auch die verhältniß näßig große Zahl der wegen Entziehung von der deerespflicht im letzten Jahre gerichtlich Verurtheil⸗ en. Dieselben belaufen sich für den Bezirk Unter⸗ Elsaß allein auf 996. In weiteren 574 Fällen chwebt augenblicklich noch die Untersuchung. In allen Fällen der Verurtheilung wird auch die Ver— nögens-Einziehung bis zur Höhe von 600 Mark uusgesprochen und in der Regel energisch durchge⸗ ührt. Namentlich diese Vermögens-Exrekutionen 'Jaben schon viel Elend über die betroffenen Familien m Lande gebracht. Finbruchsdicbstahl statt. Die Diebe warfen alles zurcheinander, konnten aber keine Beute an Geld »der Werthsachen machen; dagegen statteten sie der Speisetammer einen erfolgreichen Besuch ab und hießen Schinken und dergl. Artikel mitgehen. Wer die verwegenen Einbrecher waren, daruͤber herrscht völlige Ungewißheit. — In derselben Nacht wurden wei Personen auf dem Wege zwischen Rohrbach und Hassel von einigen Strolchen angepadt. Da ihnen aber energischer Widerstand entgegengesetzt und einer sogar von einem Rohrbacher Metzger usammengeschlagen wurde, so ergriffen dieselben eiligst die Flucht. Leider konnte man in der Duntkelheit keinen der Straßenräuber erkennen. Hoffentlich wird es unserer wackeren Gendarmerie zelingen, diese Bursche ausfindig zu machen und den Armen des Gesetzes zu überliefern. — Der Verein der Branntweinbrenner der Pfalz hält Sonntag den 20. Dezember, Nach⸗ mittags halb 3 Uhr, in Biebermühl bei Herrn Berstle eine Versammlung ab, in welcher Herr streissekretär Hauter einen Vortrag halten wird. — Die KirchenKollekte in den katho— äischen Kirchen der Pfalz an Allerheiligen dieses Jahres für den Neubau eines katholischen Pfarr⸗ hauses in Maßweiler 6Gezirksamt Zweibrücken) hat 1841 Mark 51 Pfg. ergeben. — Kusel, 15. Dez. Ein greiser Braut⸗ führer.) Am Samstag fand hier eine Doppel hochzeit statt, die um deßwillen Aufzeichnung ver⸗ dient, weil als Brautführer ein 82jähriger Greis fungicte. Der Großvater der beiden Bräute näm— ich, Herr Phil. Emrich, früher Zimmermann, ührte, wie man der „Zig.“ erzählt, die beiden Enkelinnen zum Traualiar, und man konnte es einer stolzen Haltung wohl ansehen, welch' Ver⸗ znügen ihm das Ehrenamt gewährte. Wir wün— chen, daß die kraäftige Gesundheit ihm noch lange erhalten bleibe! — Dem Bergverwalter Karl Kratz in Dietz 1. d. Lahn wurde unter dem Grubenuͤamen Kan zas Bergwerkseigenthum in dem bei Roßbach (Ge— neinden Roßbach, Rutsweiler, Wolfstein und Ober⸗ veiler) gelegenen 400 Hektar umfassenden Gruben⸗ eld zur Gewinnung von Steinkohlen verliehen. — Dem Tagner Mich. Reiß von Lambs— he im wurde vom Schwurgericht in Mannheim wegen Brandstiftung zu 2 Jahren Zuchthaus, drei— ährigem Ehrenverluüst und Stellung unter Polizei⸗ nufsicht verurtheilt. Derselbe steckte am 12. Sept. ). J. gegen 7 Uhr Abends die in der Nähe der Speyerer Rheinbrücke (badischerseits) am Ufer be⸗ indlichen, zu Flußbauten bestimmten 200 Stück ürre Faschinenhaufen an. Diese lagen in un— mittelbarer Nahe des Staatswaldes, sogenannten Brünewalds. so daß dieser durch das intensive Feuer ebenfalls Feuer fing und nur der baldigen Entdeckung und den sofort ergriffenen Löschanstalten der Altlußheimer und Speyerer ist es zu danken, daß der Schaden kein erheblicher wurde. — Grumbach, 9. Dez. Geht man jetzt durchs Thal von Hundheim an rechts bis Alieuͤ— zlan, links bis Weilerbach, sowie durch's Lauter— thal, so hört man in allen Ortschaften Musik und nichts als Musik. Die Gesellschaften halten Proben ib, um sich für ihre Musikfahrten zu rüsten nach ẽkngland, Schweden, Amerika. ja selbst nach China ragen sie unsere Pfälzer Ländler, und die Chinesen anzen danach, daß ihnen die Zöpfe wackeln. Die Leute bringen aber Geld ins Land und das ist der aervus rerum (Pf. V.) Auslaud. Wien, 17. Dez. Die „Wiener Allg. Ztg.“ neldet aus Belgrad: Ein Wiederbeginn der Aktion vird beschlossen, wenn die Verhandlungen mit Bulgarien nicht rasch zu Ende geführt werden. Serbien verfügt über eine bedeudende Verstärkung zurch das zweite Aufgebot. Dasselbe Blatt meldet aus Nisch: Der Friede ist durchaus ungesichert. —ABVDVV Friedensschluß anzunehmen oder den Krieg fortzu— ühren mit äußerstem Kraftaufgebot. — Aus Sofiq meldet das citirte Blatt: Die Zirkularnote ist als Altimatum aufzufassen. Ohne vorhergehende Räum⸗ ung des Widdiner Distriktes geht Bulgarien keine Verhandlungen ein; erfolgt die Räumung nicht »innen zwei Tagen, so wird die bulgarische Armee die Offensive ergreifen. Bulgarien wird dies auch der Militärkommifsion notifiziren. Wien, 17. Dez. Die Mitglieder der inter— nationalen Militärkommission sind heute Mitternacht nach dem Kriegsschauplaß abgereist. Nom, 17. Dez. Heute fand im Vatican in Gegenwart Jacobini's und mehrerer Kardinale die Unterzeichnung des auf Grund der Vermittelungs- akle des Papstes in der Karolinenfrage vereinbarten Protokolls durch den deutschen Gesandten Herrn v Schlötzer statt. Newyork, 17. Dez. Nach einer Depesche aus San Franzisko entdeckte die dortige Polizei zine sozialistische Verschwörung zur Ermordung des Gouverneurs Californiens und anderer hervorragen- der Bürger. Es wurden mehrere Verhafkungen orgenommen. Lerale und pfälzische Nachrichten. O St. Ingbert, 18. Dezbr. Wie uns nitgetheilt wurde, fand vor einigen Tagen in dem dörr'schen Anwesen auf dem Trippscheider Hof ein — Olsbrücken, 15. Dez. Eine neue Verkaufsmethode, die gewiß für Handels⸗ leute und Metger von Interesse sein Dürfte, ift hier in Szene gesetzt worden. Vor einigen Tagen ist nämlich hier ein Kauf abgeschlossen zwischen anem Handelsmann von Niederkirchen und einem hiefigen Bürger; Letzterer verkaufte Esterem ein Iswoͤchenlliches Kalb resp. Rindchen, den Centi⸗ meter zu 50 Pf., soge fünfzig Pfennig, und zwar wurde das Thier von den Klauen an Lis zum Bug, Rückgrat, gemessen, was 94 Centimeter à 45Pf. ergab. Der Kaufpreis beträgt also 47 M., und waren sowohl Kaufer als Verkäufer von dem Handel vollftändig befriedigt. (Pf. V.) gvHochspeyer, 16. Dez. Gestern früh zersprang in der Holzessigfabrit der Herren Otit ˖ mann und Komp. eine Destillierapparat., wobei ein Arbeiter sogleich todt blieb und drei schwer verletzt wurden. Pf. KR-p-8. Neustadt, 15. Dez. (Pfalzische Kreisfechtschule.) Die verehrlichen Fechtmeister werden hiermit gebeten, mit der Ausgabe der Mitgliederkarten pro 1886 nunmehr beginnen zu wollen. An Orien, wo entweder noch keine Fecht⸗ schule besteht, oder doch nicht eine der Groöße und den sonstigen Verhältnissen des Platzes entsprechende Anzahl solcher vorhanden ist, wolle die Gründung baldigst erfolgen. Personen in geachteter gesell⸗ schafllicher Stellung (Damen und Herren), denen die Prosperität des humanitären Unternehmens am Herzen liegt und die Leitung von Lokalfechtschulen zu uͤbernehmen bereit find, belieben sich bei dem Vorstande der Pfälz. Kreisfechtschule zu Neustadt a. H. anzumelden. — Sondernheim, 14. Dez. Ein be dauerlicher Unglücksfall hat sich in der verflossenen Nacht dahier zugetragen. Eine bejahrte Lehrers⸗ witlwe hat wahrscheinlich in einem Anfall von Geistesstörung in der Nacht das Beit verlassen, tlletterie bdarfuß zum Fenster hinaus und lief. ohne bemerkt zu werden, dem Rheine zu. Als man dieselbe heute Morgen nicht im Zimmer fand, ver⸗ folgie man deren Spur und fand die Bedauerns⸗ werthe in der Nähe des Rheindammes erfroren im Schnee. — Kandel, 14. Dez. Hier kostet der Schoppen neuer Wein 10 Pf.; pro Stunde 60 Pfg. Bier pro “ Liter 10 Pf. (Sp. 3.) — Dem Kapellmeister Zipplis beim 17. Inf. Rat. wurde von unserem Konig der Titel „Koͤnig⸗ licher Musikmeister“ verliehen. — die Vermuthung, daß der flüchtige Post⸗ verwalter aus Bayerfeld⸗Cölin Hand an sich gelegt habe, hat sich nicht dewahrheitet. Wie die „Pf. Z.“ aus bester Quelle erfährt, soll der⸗ selbe, mit hinreichenden Geldmitteln versehen, die Keise nach Amerika angetreten haben. — Speyer, 14. Dez. Der Vorstand der pfälz. Aussteuer⸗Anstalt giebt bekannt, daß 125 Nummern wegen Nichtzahlung der Bei⸗ träge aus der Hauptliste gestrichen werden mußten. Reklamationen hiergegen sind in der Zeit bis zum 18. d. M. beim Rechner der Anstalt, Herrn F. Haid dahier, zu erheben. Beiträge wurden bezahlt hon 1356 Nummern und hieraus 13 Gewinne zu je 300 M. gebildet. Die Verloosung findet am Vormittau des 22. d. M. statt. Vermiĩichtes. 4 Es kommt sehr häufig vor, daß Personen, welche dem Krankenversicherungszwange unterliegen, aus den freien Hilfskassen, denen sie angehören, aus freiem Entschlusse wegen Nichtzahlung der Beiträge oder aus andern Gründen ausscheiden. Mit dem Momente dieses Ausscheidens aber werden solche Personen, wenn sie in der bisherigen Be⸗ schäftigung verbleiben, nach 8 19 Absatz 2 des Krantenversicherungsgesetzes ohne Weiteres Mitglieder der für ihren Erwerbszweig bestimmten Orts Krankenkasse, und dem betreffenden Arbeitgeber liegt die Einzahlung der Beiträge an die Orts-Kranken⸗ kasse ob. Die Arbeitgeber sind daher verpflichtet, zur Vermeidung empfindlicher Nachtheile das Ver⸗ bleiben ihrer versicherungspflichtigen Arbeiter in den Hilfskassen genau zu kontroliren. Die Vorstände der Ortskrankenkassen sind in der Lage, gegen die Außerachtlassung dieser Kontrole einzuschreiten, da ihnen die dem königlichen Polizei-Präsidium zu⸗ gehenden Verzeichnisse der aus den freien Hilfskassen ausgeschiedenen Personen Vermittelung der Gewerbe⸗ Deputation des Maaistrats veriodisch mitgetheilt morhdon — Die größeren Städte des Königreichs Bayern ordnen sich nach der neuen Volkszählung vie folgt: München 260,005 Einwohner, Nürnberg 16, 193, Augsburg 65,476, Würzburg 55,036, Fürth 36,214, Regensburg 36,024, Kaiserslautern „1,831, Bamberg 31,295, Bayreuth 23,531, Hof 311890, Ludwigshafen 21,037, Landshut 17,868 In golstadt 16,390, Speyer 15,872, Erlangen 5,814, Passau 15,409, Amberg 15,705, Pir⸗ nasens 14,878, Kempten 14,310, Ansbach 14, 057. Straubing 13, 106, Schweinfurt 12,659, Aschaffen⸗ urg 12,611, Neustadt a. H. 12,242, Frankenthal 10,925, Zweibrücken 10,657, St. Ingbert 10,344 rfinwohner. (Die großen Städte in Deutss 'and.) Das deutsche Reich zählt nach der neuesten Kolkszählung nicht weniger als 25 Städte über 100,000 Einwohnern. Es sind dies Berlin, tönigsberg, Danzig, Breslau, Stettin, Magdeburg, Altona, Hannover, Frankfurt a. M., Hamburg, Bremen, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Straßburg Zöln, Elberfeld, Barmen, Aachen, Düsseldorf, München, Nürnberg, Stuttgart, Dortmund und Trefeld. Das ungeheure Anwachsen der großen Städte zeigt sich wieder deutlich. Noch in der Dditte der 50er Jahre gab es in Deutschland nur 1 Städte üher 100,000 Einwohner. Es waren dies Berlin, Hamburg Breslau, München, Köln und Dres⸗ den hatten damals die Zahl 100,000 noch nicht er⸗ reicht, obwohl sie sich lange Zeit dicht davor be⸗ ianden. Berlin, das jetzt 1,800 000 Einwohner ählt, bhatte damals 450,000. Die außerordentlich raiche Vermehrung der über 100,000 Einwohner ählenden Orie beginnt erst nach 1866 4 In Betreff der jüngst aus Darmstadt zemeldeten Ausweisung eines Lehrers macht das — reffende sei nicht eigentlich ausgewiesen worden, ielmehr sei ihm, weil er nicht im Besitz von ge— nügenden Papieren war, aufgegeben, einen Reise »aß oder eine sonstige seine Person legitimirende ind seine Staatsangehörigkeit nachweisende Urkunde ion feiner russisch-polnischen Heimathsbehörde bei— ubringen, und ihm hierzu am 2. laufenden Monats ine Frist von acht Tagen gewährt. Dieser Nach ⸗ veis mußte deshalb verlangt werden, weil der Be⸗ reffende bei seiner möglicherweise demnächst ein- retenden Hilfsbedürftigkeii, Mangels eines Nach- veises über seine Zuständigkeit, dem Landarmen- yerband dauernd zur Last gefallen sein würde. Mainz, 15. Dez. Großes Aufsehen er⸗ regt hier das Falliment der Weinhandlung H. Lornelyu. Co.. die Ueberschuldung beträat über 200 Mk. Mainz, 15. Dez. Vor dem Schwurge⸗ icht wird gegenwärtig gegen den unter Ankiage er Ermordung der Wothe'schen Eheleute stehenden Herbst verhandelt. Derselbe ist 50 Jahre alt und Fereits vorbestraft im Jahre 1852, 1854, 1855 3 Jahre Zuchthaus), 1861 (8 Jahre Zuchthaus). 870 (5 Jahre Zuchthaus), 1876 (8 Jahre zuchthaus) stets wegen Diebstahls. Die letzte Strafe hatte er am 7. Juli d. J. verbüßt. Der Mord wurde in der Nacht vom 26. zum 27. lugust begangen. Die Anklage nimmt an, daß Zerbst zuerst den Wothe ermordete, dann in einer Wirthschaft der Wothe die That mittheilte und aus rgend einem Grunde, vielleicht weil er sich der Wothe nicht sicher fühlte, auch diese ermordete. Aus Baden. Zu den kürzlich stattge⸗ jabten Einzugsfeierlichteiten des erbgroßherzoglichen Paares in Freiburg wurde ein Weinbrunnen rrichtet, an welchem während zweier Tage 100,000 Riertelliter neuer Wein gratis durch schmucke Markgräflerinnen verabreicht wurden. Der Zudrang var so enorm, daß sehr Viele weggehen mußten, zhne den wundervollen Brunnen nur ansehen zu öonnen. fKöln, 14. Dez. Erzbischof Krementz raf heute Abend 7 Uhr 10 Minuten am Bahn⸗ jofe ein, von einer zahllosen Menge stürmisch be⸗ zrüßt. Zum Empfange waren das Domlapitel, die Vertreter der Geistlichkeit und die städtischen Behörden zugegen. Der Weißhbischof begrüßte den Erzbischff, Namens des Klerus, der Beigeordnete Pelman Namens der Stadt, der Appellationsge— richtsrath a. D. Reichensperger Namens des Ko— mités und der Diözesanen. Die Stadt, besonders die Straßen vom Bahnhof nach dem erzbischöflichen BZalais, waren aufs prächtigste geschmückt und fest- ich erleuchtet. Bei Ankunft des Erzbischofs wur⸗ den all⸗e Glsocken in der Stahdt gelüutet Köln. 15. Dez. Die Festlichkeiten sind oeben mit Serenade und endlosem Fackelzug be⸗ ndet; sechszehn Musikkorbs und über 20,000 Fackelträger nahmen an demselben Theil. Bei der Inthronisation im Dom, welche drei Stunden vährte, waren auch der kommandirende General v. Los, der Oberpräsident Bardeleben, der Gouderneur »on Köln, alle höchsten Spitzen der Behörden und uuch der ganze rheinische Adel zugegen. Das Fest »erlief ohne Störung. F Würzburg, 15. Dez. Heute früh er— hoß sich in einem hiesigen Hotel der kgl. Flügel- idjutant, Ulanenrittmeister Lambert Frhr. von Barinccurt. Der Ungqlückliche, einer der ältesten Idelsfamilien angehörig und ein beliebter und ver⸗ ienstvoller Offizier, war erst seit gestern in hiesiger Ztadt, wo er nahe Verwandte besitzt, eingetroffen ind hatte gestern Abend noch eine Zusammenkunft nit einem von ihm telegraphisch von München herufenen Berwandten, dem gegenüber er bereits iber seinen krankhaften Gemüthszustand klagte. sdur in einem Anfall von Geistesstörung kann er zie unselige That verübt haben. F Ingolstadt, 15. Dez. EEine ganze Fa⸗ nilie vergiftet. Gestern Mittag 12 Uhr wurde rach einer dem „Ingolst. Tagebl.“ gewordenen Nittheilung in der Wohnung des Hafners Paul zelt zu Reichertzhofen die ganze Familie mit Aus- sahme eines Kindes (Hafner Zelt, seine Frau und wei Kinder) todt aufgefunden. Aerztlicher Ansicht zufolge liegt Vergiftung vor. Sterbefälle. Gestorben: in Neustadt Fror. Chr. Kallmeyer, 39 J. alt, in Friedelsheim Maria Risser, geb. Leisy,92 J. 6 M. alt, in Lambrecht Lorenz Kestel, in Ludwigshafen Elisabetha Getto, geb. Schmid, n Albersweiler Isaak Siegel, 68 J. alt, Eisen⸗ dändler, in Dahn Lehrer Keller, in Neustadt Phil, Beter Chrisimann, 53 J. alt, in Neunkirchen Kon⸗ tad Blait, 54 J. alt. Far die Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. Das Christkind cheint mit Deggendorfer Kirchenbau- Loosen gerne einen Christbaum zu schmücken. Es haben wieder- zolt Vereine 100 Deggendorser Loose gekauft, um olche an den Christbaum zu hängen. 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T.“ veobachtet eine gänzlich unabhängige, freisinnige politische Haltung und unterhält Spezial⸗Correspondenten an allen wichtigen Plätzen, daher rascheste und zuverlässigste Rachrichten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spe⸗ siulTelegramme. Das „B. T.“ bringt ausführliche Kam⸗ nerberichte des Abgeordneten⸗ und Herrenhauses, sowie des Reichstages. Durch ein eigenes parlamentar. Bureau ist das „B.T.“ in der Lage, den auswärtigen Abonnenten Zie ausführlichen Parlamentsberichte bereits mit den Nacht⸗ zügen zugehen zu lassen. so daß dieselben am nächsten Vor⸗ nuitag in den resp. Empfangsorten eintreffen. Umfassende Handelszeitung und Courszetiel der Berliner Börse. Zieh⸗ Inaslisten der Preußischen und Sächsischen Lotterie. Reich⸗ Jaltige und wohlgesichtete Tagesneuigkeiten aus der Reichs⸗ jaupistadt und den Provinzen. Theater, Musik und Kunst, iüteratur und Wissenschaft werden im Feuilleton des „B. c.“ in ausgedehntem Maße gepflegt; außerdem erscheinen n demselben Romane und Novellen der ersten Autoren. Das Feuilleton des nächsten Quartals bringt folgende Ro⸗ nane und Novellen: Herrmann Sudermann „Frau Sorgen. . Lionhart: „Ein Räthsel“, Karl Theodor Schultz Luina“. Ferner erscheinen aus der Feder Or. F. zzalt⸗ on's, des bekannten Freundes Johann Jacoby's, politische krinnerungen: „Aus Königsbergs vormärzlichen Tagen adende Schilderungen einer Zeit, welche vielfach an die Hegenwart erinnert. Außerdem empfangen die Abonnenten »es, Berliner Tageblatt“ vier werthvolle Separat Beiblätter: as iustririe Witzbiatt, ULK“, das belletristische Sg agsblatt „Deutsche Lesehalle“, das feuilletonistische Beiblat Der Zeiigeist“ und die Mittheilungen über —EV hartenbau und Hauswirthschaft zu dem enorm billigen Ibonnementspreise von nur 6 Mk. 26 Pi. für das Vier⸗ eljahr. Man keliebe das Abonnement bei dem nachstae⸗ egenen Postamt schleunigst anzumelden, damit die Zusend ntee buün ianur an nünktlich erfolage. — VVVV000 oooð Wir empfehlen in reicher Auswahl: Damen-WMinter-Maäandel von Mk. 8 anfangend, * — ** Damen Regen-Mäàntel von Mk. 6 anfangend, Herren-Winter Ueberzieher von Mk. 9 anfangend. 0000 M. Levy Söhne in vul/bach. — 500 35 2— 0 Zweibrücker Lagblatt. Irgan der kömgl. Forstämter Blieskastel, Carlsberg, Jägersburg, M Neuhäusel und Zweibrücken. —Wirksames Organ für die Verbreitung von Inseraten in der Südwestpfalz. Die in der Samstag⸗Nummer enthaltenen Inserate funden unentgeltliche Uufnahme in d * hchne uden Plakat-Anzeiger, welcher in sämmtlichen Wirtbschaften und Bahnhöfen der Südwesipfalz ver⸗ hreitet wird. Zesme, Holzgeschirr · Holzwaareu. 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Diese literarisch⸗politische Zeitschrift ernnen Ranges verbindet die Vorzüge einer unter⸗ altenden und anregenden Wochenschrift mit denen ciner wohlinformirten, reich mit Nach ichten aus erster Quelle ausgesiatteten Zeitung, und so entspricht das Deutsche Montags zlatt“ in seiner Doppel⸗Ratur einem eutschiedenen Bedurfniß des gebildeten Lesepublikums, bofür die große Verbreitung den besten Beweis liefert. Außer den Beiträgen der regelmäßigen stitarbeiter liegen bereits eine Reihe sehr interessauter Artikel oder Zusicherungen solcher fin die nächften Quartale von Schriftstellern vor, die theilweis schon zu den gefeiertsten unserer nodernen Autoren gehoͤren: Karl Bliud, Alexander Baron Robert⸗ Otto Roquette, P. K dosegger, Richard Voß, H. Villinger, E. Vely, Max Ring, Hedwia Dohm, Gerhard Rohlfs F. v. Holtzendorf, Oskar Blumenthal, Neumann-Hofer, M. Wilh. Meyer, Ferd, Groß lex. NMRoszkow'sli, Hermann Suderinan, Herm. Heiberg, Otto Brandes, Franz und Pau on Schönthan, Albert Träger, Emil Schiff, Sara Hutzler, Wilhelm Raabe, Robert Byr, brof. Peschuͤsl⸗Lösche, Woldemac Kaden, B. Oulot, Emil Peschiau, Carlos von Gagern Konrad Telmann, Gottlob Adolf Krause, M. v. Ebner⸗ Eschenbach, W. Wyl. H. Schwarzkopf ꝛc. Außerdem wird das „Deutsche Montagsblatt“ im Laufe des nächsten Quartals arößere rovellistische Arbeiten veröffentlichen berts: Militärleben, KRarl Wartenburg: Wenn Frauen alt werden. Uinrien Ehrlieh: Ein Hazardspiel der Gefühle. A. Weber: Stickluft. Außerdem aber werden die kolonial⸗politischen Aufsätze von Gerhard Rohlfs und die politischen Erinnerungen Dr. F. Faltsons aus den vormärzlichen Tagen Königsberas fort⸗ gesetzt und zu Ende geführt. Alle Reichspostanstalten u. Buchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise von 2 Mk. 30 Pfg pro Quartal entgegen. Zei Wostbestellungen verweise man auf Pr. 1455 er Post⸗ geitungs⸗Preisliste pro 1885 Injerate finden durch dieses fast ausschließlich in den einsten Faͤmilienkreisen gelesene und in allen besßseren Hotels, Restaurants, Conditoreien tc iusliegende Blatt eine sehr zweckmäßige Verbreitung. Krobenummern versendet aratis und ranko die Erpedition des „Deutichen Montaas⸗Blatt“. Berlin 8W. Spielwaauren zu enorm billigen Preisen, sowi vSchul·, Gesang⸗ Gebet⸗ Heschüfls⸗, Märchen-⸗ und Lilderbücher, ämmtliche Schreibwmaterialitu überhaupt alle in dieses Fach einschlagende Artikel zu den äußerst billigen Preisen. Jakob Friedrich, RPuchdbinder. CACAOzPULVEXSD. CHOCbLADE E.O. MOSXRSCE —— ürtt Hosieser: Zu haben in St. Ingbert bei Herren feaun Peters, J. Rickel, J. Unl jr., n Blieskastel bei Frau Fonnet Wwe., Herrn Fe. Kroher. Carl Pauly. 9 2 M Mey's Abreiß Kalender für 1886. Künstlerisch schön ausgefhrt. Geschmackvoller Zimmer- und Wandschmuck. 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Die Einrücknugsssgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 H, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expeditien Auskunft ertheilt, 18ß , Neclamen 30 . Bei 4maliger E:ekckung wird mir dreimalige berechnet. — — — — ⏑— X 249. Finladung zum Abonnement.“ Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel beginnt uür unser Blatt ein neues Abonnement, worauf ufmerksam zu machen, wir uns hiermit erlauben. Der — 2 „St. Ingberter Anzeiger“, mtliches Organ des kal. Amtsgerichts St. Ingbert vird auch im neuen Jahre zu demselben ßreise wie bisher wöchentlich 5mal, mal mit Unterhaltungsblatt und Sonn⸗ ags mit 8seitiger, illustrierter Beilage erscheinen. Ueber die politischen Vorkommnisse vird er möglichst rasch und eingehend, dabei frei jon allem Parteigezänke. berichten. Den lokalen ind provinziellen Angelegenheiten wird fortgesetzt eine Aufmerksamkeit zugewendet bleiben. Ueberhaupt vird er bestrebt sein, allen billigen Anforderungen, ie an ein Lokalblatt gestellt werden können, zu enügen. — Zum Abdrucke im Unterhaltungsblatte egen mehrere spannende Erzählungen bereit. Die be⸗ iebte illustrierte Sonntagsbeilage wird auch im neuen Jahre durch gediegenen Juhalt in Wort und Bild den Beifall der geehrten Leserinnen und Leser zu rhalten sich angelegen sein lassen. Bestellungen auf den „St. Ingberter An⸗ ager“ nehmen für hier die unterzeichnete Expedition ind die Austräger des Blattes, für auswärts die uständigen Postanstalten und Postboten entgegen. Ndem wir bitten, die Erneuerung des LUbonnements, sowie Neubestellungen efälligst bald machen zu wollen, sei bemerkt, daß insere hiesigen Abonnenten das Blatt auch im jeuen Quariale fortgeliefert erhalten, wenn nicht jor Ablauf dieses Monats ausdrücklich Abbestellung rfolgt. uch als wirksames Insertionsorgan nder „St. Ingberter Anzeiger“ hiermit einem eehrten Publikum in Erinnerung gebracht. Hin⸗ chilich der Einrückungsgebühr erlauben wir uns, uf das am Kopfe des Blattes Gesagte hinzuweisen. Ergebenst! Redaßtion und Expedition des .St. Inaberter Aur.“ Seutsches Reich. Aus München, 11. Dez., wird dem, Nürnb. Anz.“ geschrieben: Der leidige Dispositionsfond. Man koͤnnte auch überschreiben: „Der Kapitalist ls Bettler“. Unglaublich aber wahr ist nämlich, aß ein Militärpensionist, der 60 Mark Pension xxo Monat bezieht, und ein nachgewiesenes Ver⸗ nögen von über 40,000 Mk. besitzt, schleunigst im eine Unterstüßung aus dem kaiserlichen Dis— ositionsfond eingegeben hat, als er hörte, daß iese weitere Quelle sich erdffnet haßde. Der Mann aber abgefahren. München, 17. Dez. In der Abgeordneten⸗ ammer wurden bei der Berathung des Post-Etats ammtliche persönlichen Ausgaben incl. aller von er Reçierung vorgeschlagenen Aufbesserungen und er beantragten Errichtungen neuer Stellen dem Intrage des Ausschusses gemäß sestgesetzt. Berlin, 18. Dez. Heute findet beim Kron⸗ rinzen und morgen beim Kaiser Diner statt, wo⸗ au saämmtliche Botschafter geladen sind. Berlin, 18. Dez. Das Befinden des Reichs- anzlers ist langsam aber stetig in der Besserung Sonntag, 20. Dezember 1885. 20. Jahrg. begriffen; die Fußschmerzen sind noch nicht ganz1 veseitigt, sie zwingen den Fürsten noch immer, auf »em Sopha liegend zu arbeiten. „Zw. Tgbl.“ wurde in Zweibrücken durch die kgl. Bendarmerie der 42 Jahre alte Friedr. Adam yon Eindd gefänglich eingebracht. Derselbe ist be— schuldigt. in der Herberge des Hrn. Wolfgang Weis dahier einen Einbruchsdiebstahl und 28 Mt. entwendet zu haben. — Zum 1. Januar 1886 tritt der Kong o⸗ tdaat dem Weltpostverein bei. Von diesem Zeitpunkte ab beträgt das Porto für Briefsendungen nach dem Kongostaat: für frankirte Briefe 20 Pfa. für je 153 Gramm, für Postkarten 10 Pfg., ür Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben 5 Pfg. für je 530 Gramm, mindestens jedoch 20 Pfg. für Geschäftspapiere und 10 Pfg. für Waren⸗ proben. Für unfrankirte Briefe aus dem Kongo— taat werden 40 Pfg. für je 15 Gramm erhoben. — Ein 17 Jahre alter Bursche von Wald⸗ nmohr ging am Sonntag eine Wette ein, 6 Pfund Rindsbraten in einem Sitz zu verzehren, er verlor indeß die Wette, indem er nach Vertilg⸗ ung von 4 Pfund in des Wortes verwegenster Bedeutung „gesättigt“ war. — Pirmasens, 16. Dez. Vor etwa 4 Tagen entfernte sich der 10 Jahre alte Knabe deinrich Groh, Stiefsohn von Wilhelm Friedrich, Tagner von Hilst, aus bis jetzt noch unbekann⸗ en Gründen von zu Hause. Heute Vormittag vurde derselbe unter einem Felsen unweit Schweix erfroren aufgefunden. — Vom Gebirg, 186. Dez. Es kann nicht änger bezweifelt werden, daß die Frostnacht vom Freitag auf Samstag den Reben stark geschadet jat. Vielfach sind allerdings nur einige Augen ind Zweige erfroren und ein warmer Sommer jeilt solche Wunden wieder, vielfach ist aber auch »er Stock selbst vom Frost schwer beschädigt und zas heilt nicht so leicht, ja oft je nach Lage der Berhältnisse gar nicht mehr. Klagen über solche Schäden Lommen von allen Seiten, vom unteren ind oberen Gebirge. — In Kirchheimbolanden finden, wie chon kurz erwähnt, zur Zeit Athletenvorstellungen der Gesellschaft Brumbach statt. Am Dienstag Abend hatte fich wieder ein dichtgedrängter Zu⸗ chauerkreis eingefunden, da Herr Schreinermeister dohl mit einem der „Herkulesse“ zu ringen sich ffentlich bereit erllärt hatte. Nach Abwickelung )es Programmes der Gesellschaft erschien Herr K. endessen auf der Bühne und erklärte zum großen ßaudium des Publikums: „Meine Herrschaften! Bor einer Stunde wurde mir mitgetheilt, daß alles Kingea heute Abend bei einer Strafe von 500 Mark ev. 4 Monaten Gefängniß verboten sei. Als friedliebender Bürger möchte ich mit dem Ge⸗ setze nicht in Konflikt gerathen und stehe ich daher »on meinem Vorhaben ab. Meinen beabsichtigten Zweck, den Herren Brumbach ein volles Haus zu machen, habe ich erreicht, und daake Ihnen bestens. Wenn's einer besser versteht, Humbug zu treiben, vie ich. so möde er vortreten.“ Auslaud. Wien, 18. Dez. Die „Neue Freie Presse“ neldet aus Konstantinopel: Fürst Alexander theilte zer Pforte mit, er verzichte auf eine Gebietser⸗ veiterung, verlange aber eine Kriegsentschädigung ↄwie Raͤumung eines occupirten Terrains durch Zerbien ohne Reciprocität. Gerüchte von einem jeuen Kongreßplan beunruhigen die Pforte, die eshalb eine Note an die Mächte richtete, worin ie die sofortige Losung der oftrumelischen Frage mpfiehlt und bittet, für die Konferenzbevollmäch⸗ igten ausgedehntere Vollmachten zu ertheilen. London, 18. Dez. Der Sultan ist geneigt, Alexander zum lebenslänglichen Gouverneur von Istrumelien zu ernennen. ZSokale und pfalzische Nachrichten. SO St. Ingbert, 19. Dez. Von schähtzens verter Seite ging uns eine Berichtigung bez— er gestern gebrachten Nachricht von einem Ein⸗ ruchsdiebstahle und einem Raubanfall auf dem Wege Hassel — Rohrbach zu. Dem Einsender des zetr. Artilels waren die Thatsachen übertrieben darge⸗ tellt worden und stellte sich die Sache nachträglich o heraus: In das Dörr'sche Anwesen auf dem Trippscheider Hof wurde wohl eingestiegen, aber nicht in die Speisekammer, sondern in das Bureau. Die Diebe konnten daher nichts finden, als etwas duchen, Wurst, Eier und ein altes Kleidungs⸗ tück, das sie mitnahmen. Den Thätern ist man zuf der Spur. — Bezüglich des Raubanfalles ist die Sache folgende: Der 12jährige Peter Rohe yon Rohrbach war am letzten Montage in Blies— astel, kehrte abends über Hassel zurück und ver— zreitete sowohl hier, als auch in Rohrbach das herücht, er sei von zwei Männern im Walde an— zepackt und seiner 50 Pfg. beraubt worden. Bei ʒer Untersuchung aber stellte es sich heraus, daß ziese Angaben erlogen und Rohe dieselben nur eßhalb machte, weil er sich fürchtete bei Nacht illein durch den Wald zu gehen. Was das Zu⸗ ammentreffen des Rohrbacher Mezzgers, der diesen Znaben begleitete, mit 2 Burschen betrifft, so haben wir es hier nur mit Liebeshändeln zu thun und var auch diese Sache an sich harmlos. *St. Ingbert, 19. Dez. Vor einigen Tagen hielt Herr Hültenwerksbesizer Oskar Kraemer zjuf den Gemarkungen von Mimbach und Breitfurt ine Treibjagd, in welcher 107 Hasen und8 stehböcke erlegt wurden. *St. Ingbert, 19. Dez. Morgen, Zonntag. den 20. dss. ist der Postschalter wegen es Weihnachtdienstes ausnahmsweise von Vormit⸗ ag 8 bis 12 und Nachmittaas von 2 bis 7 Uhr eöffnet. * St. Ingbert, 19. Dez. Wie wir hören, at der Stadtrath in seiner letzten Sitzung beschlossen, m Laufe des nächsten Sommers auf der einen obern) Seite der Kohlenstraße das Trottoir bis ur Kohlenhalde fortzusetzen. Den zahlreichen Per⸗ men, welche die, bei regnerischer Witterung recht ymutzige Straße zu begehen haben, dürfte dieser zeschluß des Stadrathes recht angenehm sein. * S4 XBRh 19 96⸗ Nach dem Vermischtes. Die Kosten der Vollendung des Kölner Ddomes — ausschließlich der dazu beigetragenen achlichen Geschenke und Stiftungen — haben von 1823 bis zum 1. April 1885 rund 20.750,000 Mark und mit Hinzurechnung des aus der Kathe— ralsteuer aufgewendeten Betrages von 250,000 Mark zur Unterhaltäng des Bauwerks im Ganzen img 21 Millionen Mark bheiragen Chemnitz, 14. Dez. Am Sonntag Morgen suchte sich der Doppelposten am hiesigen, außerhalb der Stadt belegenen Pulvermagazin die Langeweile des Dienstes durch allerlei Uebungen in Gefechtstellungen und Gewehrgriffen zu vertreiben. Dabei machte der Soldat Unger einen falschen Briff, ein Schuß krachte und der Kamerad ftürzte durch's Herz getroffen todt zu Boden. An der Leiche des Erschossenen hielt der unglückselige Mus- ketier noch eine Stunde die Wacht, bis die ord⸗ nungsmäßige Ablösung kam. (F. 3.) F Eigene Häuser besitzen jeßzt alle Heidel⸗ berger Korps. Die Suevia, welche bisher noch kdein eigenes Heim besaß, hat am 30. November das an den Anlagen gelegene Eisenyardt'sche Wohn⸗ haus mit Terrasse und großem Garten erworben. Würzburg, 16. Dez. Der bekannte Studentenwucherer Leopold Bamberger von Hei⸗ dingsfeld, der vom vorletzten Schwurgericht wegen Beiruges und Wucher zu einem Jahr Gefängniß veruriheilt wurde, ist gestern hier in Würzburg, wo er gerade „Geschäftchen“ abwickelte, von der Gendarmerie verhaftet und sofort ins Gefängniß nach Amberg abgeliefert worden. Konstanz, 13. Dez. Die Beerdigun; des Prämierlieutenants Sachs fand unter allge⸗ meiner Theilnahme der Bevölkerung statt. Die Zugänge des Militärlazareths, der Weg zum Fried- dof und dieser selbst waren von einer zarllosen Menge bedect, in welcher alle Stände und Berufs— klassen vertreten waren. Divisionspfarrer Scheu hieit eine erschütternde Grabrede, in welcher die Tapferkeit des Offiziers in den mannigfachen Kämpfen des letzten Krieges und die edlen, liebens⸗ wurdigen Eigenschaften des Verstorbenen im Pri⸗ vatleben betont wurden. Besonderen Nachdrack legte der Geistliche auf den milden, versöhnlichen Sinn, welchen Sachs auf seinem Schmerzenslager bewährte, indem er allen seinen Feinden verziehen und den beiden, welche ihm das schwerste Leid an⸗ gethan, selbst die Hand zur Versöhnung geboten habe. — Frau Sachs hält sich schon seit mehreren Tagen wieder hier auf und zwar bei ihrer das⸗ selbe Haus bewohnenden Mutter. Das einzige Kind, welches aus der Ehe hervorging, werden die Großeltern väterlicherseits mit sich nach Mannheim nehmen. Die rührende Liebe, mit welcher der Ver⸗ storbene an diesem Kinde hing, wird allseits be⸗ fiätigt. Eine barmherzige Schwester, welche letz⸗ teres während einer Krantheit pflegte, erklärte, es bleibe ihr unvergeßlich, mit welcher Zärtlichkeit der Vater das Kind geliebt und welche unbeschreibliche Freude er bekundet habe, als er es gerettet sah. Das Urtheil dieser unparteiischen Zeugin über die Mutter lautete ganz anders. 4 Christine Nilsson sollte am Sonnabend im k. Odeon in München vor das Publikum treten. Noch in der letzten Stunde wurde das Konzert abgesagt wegen „plötzlicher Etkrankung“ der ge— feierien Sängerin. Hinterher wurde bekannt, daß die Nilsson sich der besten Gesundheit erfreut und mit dem Erxpreßzug nach Paris gedampft ist. weil in ihrem Münchener Konzert im Ganzen 22, sage — zweiundzwanzig Billets abgesetzt wurden. München, 18. Dez. Nach dem „Niedb. Kur.“ hat das Landgericht Landshut den Abgeord⸗ deten von Soden wegen Uebertretung des Malz aufschlaggesetzes in seiner Brauerei zu Neufrauen⸗ hofe zu 180 M., seinen Braumeister Angermeier wegen Vergehens wider das Nahrungsmittelgesetz zu 300 M. und den Braugehilfen Wagner eben⸗ deshalb zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. F In allen evangel. Kirchen Preußens wird am Sonntag den 3. Jan. 1886, mit Bezug auf die 25jähr. Dauer dir Regierung des Kaisers, in den Predigten des reichen Segens gedacht wer⸗ den, welcher unserem Vaterlande durch die Regier⸗ ung des Kaisers zu Theil geworden ist. Den Schluß des Hauptgottes dienstes soll das Tedeum oder der Choral Nun danket alle Gott“ bilden. Berlin, 16. Dez. Im Circus Renz wurden zwei Pferde als Seiltänzer à la Blondin vorgeführt, die von Herrn Franz Renz dressirt sind. Die Pferde gehen auf einer 42 Fuß langen und I6 Fuß hoch über die Mandge gespannten. starken Seilbahn, frei ohne irgend welche Leitung und zwar im Schritt und Trab. F (Ein Glasfresser,) Ein seltsames und seltenes Kriterium der sinnlosen Trunkenheit, wel ⸗ hes darin gefunden wurde, daß Jemand Glas ge—⸗ jessen hat, wurde am Dienftag zu Gunsten zweier Iudeklagten vor dem Schöfenaericht in Bexlin mit Erfolg geltend gemacht. Der Maurer Griese und der Ärbeiter Schliak befanden sich am Abend des 25. September auf der Bierreise und beehrten in sehr animirter Stimmung das Wiener Café in der Potsdamerstraße in der Mitternachtsstunde mit hrem Besuche. Hier vertilgten sie erst noch einige Bläser Bier und gingen dann zum — Champagner iäber. Das prickelnde Getränk scheint ihre Sinne zanz umnebelt zu haben, denn Griese machte sich nach dem einstimmigen Zeugniß der Augenzeugen das seltsame Vergnügen, die Champagnerglaser mil Stumpf und Stiel aufzuessen. Dieser eigenartige Appetit erregte natürlich die lärmende Aufmerksam— teit der übrigen Gäste, als jedoch der Glasfresser das zweite Champagneiglas zerkaut und verschluckt hatte, erschien der Besitzer Herr Wadzeck mit einem energischen Veis auf dem Plane. Es kam darüber zu Differenzen, die damit endeten, daß die beiden unbequemen Genofsen an die frische Luft beförder! wurden. Sie waren aber bald wieder im Lokal— sie zerschlugend einfach die große Spiegelscheibe krochen durch das Loch und richteten nun im Lokal eine arge Verwüstung an, indem sie Marmorplatten von den Tischen rissen, Liquerflaschen zertrümmerten u. s. w. Trotzdem wurden die beiden Unholde von der Anklage der Sachbeschädigung freigesprochen, da dieselben nach der Meinung der Augenzeugen tark angetrunken waren und der Gerichtshof die Ansicht hatte. daß derjenige, der im Stande ist, Thampagnergläser zu essen, mehr als finnlos be⸗ trunken sein müsse. FHans v. Bülow beabsichtigt, wie das „Berl. Tabl“ hört, fich dauernd in Berlin niederzulassen und hier ein Institut für höheres Klavierspiel zu begründen, um bei demselben in der Art, wie Meister Liszt in Weimar seit Jahren das Lehramt pflegt, thätig zu sein. F 35,750 Mark hat die Frau eines Ber— lhiner Viehhändlers auf der Straße verloren. Die Polizei hat sich der Sache angenommen. F Ger höchste Grad.) Der alte General von Blitzkracher ist so taub, daß. als der Pulver⸗ thurm seiner Garnison in die Luft flog, er ärger— lich vom Sopha aufsprang und mit lauter Stimme rief: „Herrein!“ F Ein ehemaliger Hilfsarzt im Allgemeinen Krankenhause und gegenwärtig praktischer Arzt in Mariahilf in Wisen erhielt kürzlich ein großes, mehrfach versiegeltes Schreiben durch die Post zu⸗ gestellt. *»Neugierig öffnete er dasselbe und das Erste, das ihm in die Hand fiel, war ein regel⸗ recht ausgefertigtes Testament, welches ungefähr folgenden Wortlaut hatte: „Ich vermache dem Herrn dilfssarzt M....., der mich während einer schweren Krankheit aufopfernrd und mit größter Menschenfreundlichkeit gepflegt hatte — fünftausend Bulden. Desgleichen soll aus meinem Nachlasse der Direktion des Allgemeinen Krankenhauses die Summe von 2000 fl. ausbezahlt werden.“ Er— taunt legt der Arzt das Schriftstück aus der Hand und hob ein Blatt Papier auf, das neben demselber zelegen war. Darauf stand geschrieben: „Hoch— zeehrter Herr Doktor! Beiliegendes Testament sjabe ich im Jahre 1880 geschrieben, als ich damals yon jener schweren Krankheit genaß. Seit jener Zeit bin ich leider durch unverschuldete Unglücks— älle um mein ganzes Vermoͤgen gekommen und »efinde mich in großer Noth. Nehmen Sie nun — da ich Ihnen nichts mehr vererben kann — den Willen für die That. Erbarmen Sie sich meiner und retten Sie mich mit einem Gulden aus der irgsten Noth.“ Der Arzt lachte recht herzlich über das Schreiben und sandte dem Manne — einem ꝛhemaligen Hausbesitzer — der ihm so großmüthig 5000 Gulden teftirt. den verlangten Gulden. — Das deutsche Emigrantenhaus in Newyorl versendete seinen Jahresbericht. Es geht daraus hervor, daß, obwohl die Einwanderung in den etzten Jahren bedeutend nachgelassen hat, dennoch von April 1884 bis dahin 1885 13,353 Gäste durch das Haus gegangen sind. Von denselben zahlten 11,066, während 2287 Personen Kost und zum Theil auch Logis gratis erhielten. Da die ingelaufenen Gaben, 385 Dollars 18 Cents, für ülfsbedürftige Emigranten längst nicht ausreichten o übernahm der Haushalt die Hauptunterstützung m Betrage von 782 Dollars 77 Cents. Wie ir rüheren Berichten bemerkt. war das alte Emiagron tenhaus für den Andrang von Passagieren mit der Zeit nicht mehr groß genug, und hat das Bedürf— niß nach mehr Raum den Berwaltungsrath der Anstalt bestimmt, einen Anbau aufzuführen. Eg wurden von vielen Freunden zu dem Behuf Bei— träge eingesendet im Gesammtbetrag von 4400 Dollars, und steht jetzt der Neubau in seiner Voll⸗ endung da, 42 bei 28 Fuß und 5 Stoch hoch, mit einem Kostenaufwand von 16,951 Doll. 42 Cents, sowie MobiliarEinrichtung von 1733 Doll. 77 Cents. Die ganze Schuld, welche auf der Anstalt lastet, beträgt 13,9000 Doll. Das Haus hat jetzt hinreichend Raum, um 300 bis 400 Gäste bequem und anstandig zu beherbergen. Originelles Heirathsgesuch. Ich wünsch' ein Weib nach miittlerer Art, Nicht allzu plump, nicht allzu zart, rRicht allzu jung, nicht allzu alt, Nicht allzu heiß, nicht allzu kalt, Nicht allzu grok, nicht allzu klein, Nicht allzu grob, nicht allzu fein, Nicht allzu hart, nicht allzu weich, Nicht allzu arm, nicht allzu reich, Nicht allzu kühn, nicht allzu blöd, Nicht allzu frei, nicht allzu spröd, Nicht allzu klug, nicht allzu dumm, Nicht allzu laut, nicht allzu stumm, Ich wünsch' ein Weib, das mich als Man Bis in das Alter lieben kann. Nicht eines, das an Ahnen reich, Nur mir an Gut und Blute gleich; Ein Weib, das für die Tugend brennt, Nicht alle seine Gaben kennt; Ein Weib, das, was sie auch begehret, Zuerst des Mannes Willen ehret, Das mit der Wirthschaft wohl vertraut, Stets auf den Ruhm der Küche schaut; Ein Weib, als Krone für den Mann, Das sammeln und das sparen kann, Aufs Wohl des Hauses nur bedacht, Nicht nascht und keine Schulden macht. Ein Weib, das sich aufs Haus beschränki Und nicht blos an Vermögen denkt. Nicht bald im Staat und bald im Schmu— Nur Sonntags glänzt im Flitterpuß; Ein Weib das Schwächen übersieht, Und selbst aus Unkraut Honig zieht, Und lieber Unrecht trägt, als thut, Und nie verliert den heitern Muth. Ein Weib, das theilend Freud und Leid Ihr Brod ißt mit Zufriedenheit! Marktberichte. Zweibrücken, 17. Dezember. (Fruchtmittelpreis undVit tualienmartt.) Weizen O M. — pf., Korn 7 M. 20 P Gerste zweireihige d M. — Pf., vierreihige d M. — V Spelz d M. — Pf., Spelzlern — M. — Pf., Dinkb oHe. — Pf., Mischfruht d M. — Pf., Hafer 69 29 Pf., Erbsen M. — Pf., Wicken 0O M. — pf Heu 3 M. — Pf., Stroh J.Qual. 2 M. 40 Pf., II. Qua M. 80 Pf., Kartoffeln 1 M. 60 Pf., Weißbrod 17 Kil 50 Pf., Kornbrod 3 Kilo 60 Pf. Gemischtbrod 3 Kit 75 Pf., paar Weck 90 Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual sd pf. n Qual. 56 Pf. Kalofleisch dd Ph Hanmel fleisch 60 Pf., Schweinefleisch 830 Pf., Wein J Liter 80 vf Bier 1 Liter 24 Pf., Butier /3 stilogr. 1 M. 20 pi. Homburg, 16. Dezember. (Fruchtmittelpreis und Vit tualenmarth Weizen 6 M. 75 Pf., Korn 7 M. 80 8. Spelztern — M. Pf., Spelz O M. — Pf., Gersu Zreihige d M. — pf. Gerste Areihige O M. — Pf. Hafer6 M. 83 Pf., Mischfrucht 7 M. 30 Pf., Erbsen Di. — Pf, Wicen d N. — Pf. Bohnen 0,R — ppf, Kleesamen — M. — pf., Kornbrod 6 Pfun 60 Pfr Gemischibrod 6 Pfund 72 Pf., Ochsenfleisch --P Rindfleisch 0 PfrKalbfleisch zo Pf, Hammeleiscn — P Schweinefleisch d Pf.. Butier 1 Pfund 1 M. 0os Nartoffeln per Zentner 1 M. 70 Vj Fur die Redaktion verantwortlich: F. XR Demes. Kleiner Einsatz! — Großei Gewinn! Für nur 2 Martk eventuell ein Vermögen bor Mari 120,000 ber 70,000 Mt., 80 000 Mart 20600 Vil. 10000 VHil. ec. bei der Deggendorfe Ziehung ohne Verschub nächsthin Donnerstag —. Januar. Für 20 Mt. 11 Loose. Vertragsmäßige Wiederversteigerung. merstag, den 7. 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Amtsgerichts St. Ingbert. M 250. e Montag, 21. Dezember 775. 20. Jahrg. — Deutsches Reich. Berlin, 19. Dez. Zur Feier des Regierungs- abiläums des Kaisers werden fremde Souveräne auf den besonderen Wunsch des Kaisers persönlich aicht erscheinen; dafür werden die regierenden Fürsten dutch besondere von den Botschaftern und Fesandten überreichte Handschreiben ihre Glück⸗ vünsche dem Kaiser übermitteln. Die „Köln. Ztg.“ deutet an, daß der Reichs⸗ anzler vielleicht bald nach den Weihnachtsferien uuf Grund der jetzt abueschlossenen Volkszählung nit den Fragen der Armeestärke und der Be— villigungsdauer der Heeresziffer hervortreten könnte. dei ungünstiger Aufnahme der Regierungsvorschläge juf diesem Gebiete würde der Kanzler einen bün⸗ „igeren Grund zur Auflösung des Reichstages haben, ils wegen anderer streitiger Fragen oder wegen der lufnahme des Branntweinmonopolbs. In der nächsten Woche werden der braun⸗ yweigische Staatsminister Graf Görtz⸗Wrisberg ind der Generalmajor von Wachholz aus Braun⸗ chweig nach Berlin kommen, um die Militärkon- ention zwischen Preußen und Braunschweig abzu⸗ chließen. Die Konvention entspricht den früheren, nait anderen Bundesftaaten abgeschlossenen derartigen lebereinkommen und liegt seit längerer Zeit fertig m Kriegsministerium. Broße Aufmerksamkeit findet eine Eingabe des Ver- ins deutscher Eisen und Stahl⸗In dustrisel⸗ er der nordwestlichen Gruppe dieses Vereins und des gereins deutscher Eisenhüttenleute an den Minister er öffentlichen Arbeiten, in welcher Beschwerde arüber geführt wird, daß von der Staatseisen⸗ ahnverwaltung neuerdings der Verwendung von wölzernen Schwellen wieder der Vorzug vor den isernen gegeben werde. In welchem Sinne die Fisen⸗Industrie das Verfahren der Eisenbahnver⸗ oaltung auffaßt, geht aus folgendem Saßze hervor: „Sollte diese Maßregel im Interesse der besseren herwerthung des in deutschen Forsten gewachsenen holzes ergriffen sein, so gestatten wir uns, hervor⸗ uheben, daß der Bedarf an hölzernen Schwellen iur zum sehr geringen Theile aus deutschen Forsten jedeckt werden kann, daß diese Ausschreibungen emgemäß zum großen Theile dem Auslande zu hute kommen, daß aber durch die im vergangenen Jahre noch erfolgte erhebliche Erhöhung der Zölle zas deutsche Holz geschützt und eine bessere Ver⸗ verthung desselben ermöglicht worden ist.“ Unterzeichnet ist die Petition u. a. von dem veneraldirektor Richter von der Königs und aurauhütte, von dem nationalliberalen Reichstags- bgeordneten Servaes aus Ruhrort und den Ge⸗— haͤftsführern des genannten Vereins Rentzsch und zueck. Berlin, 19. Dez. Der Gesetzentwurf, betr. ne Unfallversicherung laudwirthschaftlicher Arbeiter t vom Bundesrath mit erheblicher Modifizirung er Ausschaßanträge angenommen. Darauf hat ch der Bundesrath bis nach Neujastr vertagt. claud. Paris, 29. Dez. (Deputirtenkammer.) Mi⸗ nister Goblet theilt mit. daß die Regierung den zusammentritt des Kongresses zur Präsidentenwahl uuf den 28. Dezember festgesetzt habe. Sofia, 19. Dez. Auf eine gemeinsame An⸗ rage der diplomatischen Vertreter hat der Minister es Auswäriigen erklärt, daß Bulgarien sich gleich Serbien den Entscheidungen der Militärkommission interwirft. Dieser Erklärung sind zwar keine Be⸗ anqungen, aber Wünsche beigefügt. SLEondon, 19. Dez. Dem „Standard“ zu⸗ rolge wird vom Fürsten Alexander von Bulgarien ine Reise nach Petersburg beabsichtigt zum Zwecke der Aussöhnung mit Rußland. Eokale und pfelzische Nachrichten. * St. Ingbert. Infolge Ueberfüllung der landwirthschaftlichen Fortbildungsschule des hderrn Lehrers Peill, beschloß der Stadtrat in einer Donnerstagssitzung, einer Aufforderung Hoher königl. Regierung nachkommend, die Errichtung iner II. landwirthschaftlichen Fortbildungsschule. dieselbe wurde Herrn Lehrer Schindler über— ragen. * St. Ingbert, 21. Dez. Gesizzwechsel.) Auf dem Wege der Versteigerung ging das an der zaupistraße in der Oberstadt gelegene früher Chan- »on'sche Anwesen — Wohnhaus, Brauereigebäude ind Garten — um die Summe von 16,000 Mk. n den Besitz des Weinhändlers Herrn Karl Hoff- nann dahier über. 0 Aus dem Bliesgau, 21. Dez. Am Samstag veranstaltete eine Jagdgesellschaft aus Blieskastel in Ballweiler eine Jagd ab. Schon ei den ersten Treiben ereignete sich folgender Un- lücksfall. Ein Gerichtsvollzieher aus Homburg, m Begriff, auf einen Hasen zu schießen, schoß mit einer Ladung drei Treiber und zwar erhielt ein Steinhauer aus Blickweiler Schrot in die Brust, o daß er lebensgefährlich darniederliegt. Zwei mdere Treiber erhielten Schrot in die Beine. Ob sierin die größte Vorsicht gewaltet hatte, dürfte zu zezweifeln sein. — Maikammer, 18. Dez. Nachdem vom interen Gebirge verschiedene Nachrichten über kürz⸗ ich erfrorene Reben eingetroffen, hat man laut „Ggwt.“ auch in den meisten Wingertslagen hie— iger Gemarkung Untersuchungen in dieser Hinsicht iogestellt. Das Etgebniß ist, daß die Weinberge n den höheren Lagen erfreulicher Weise fast voll⸗ tändig gesund geblieben sind, während man in den ieferen Wingertslagen allerdings verschiedentlich die lugen der Reben erfroren fand; jedoch ist der Umfang hier, soweit sich bis jetzt überblicken läßt, juch nicht sehr bedeutend, und wenn man im Frühjahr mit dem Schnitt der Reben wartet, bis ie geiunden Augen sich zu entwickeln beginnen ind darnach einen zweckmäßigen Schnitt vornimmt, äßt sich auch hier noch ein günstiges Herbstergeb⸗ uiß hoffen. — Ein neues weltliches Oratorium von Georg Hierling (Pfälzer), dem Autor des „Raubes der S„Zabinerinnen“ und des „Alarich“, „Konstantin“, st in Oldenburg mit außerordentlich glänzendem xãXxfolg zum Vortrag gelangt. Vermischtes. Kaysersberg Elsaß), 16. Dez. Dieser Tage fand hier die Hochzeit eines jungen Paares tatt. Gegen Ende des Festmahls erschien ein diener und stellte eine verdeckte Vase auf den Tisch. fin aufliegender Zettel trug die Worte: „Die Tante der Braut sendet dem Bräutigam dieses dessert!“ Nach Abnahme des Deckels erwies sich um freudigen Erstaunen des Bräutigams das Hefäß gefüllt mit blinkenden Goldstücten, welche inen Werth von 40,000 Franks bezifferten. 4 Aachen, 19. Dez. Der ‚Aachener Volks⸗ eitung“ zufolge sind heute durch ein Grubenunglück zuf der Grube Gouley in Morsbach bei Aachen 9 Bergleute verunglückt, wovon zwei todt zu Tage sefördert wurden. rMünchen. Der berühmte Kulturhistoriker Professor Riehl hielt kürzlich einen Vortrag über die Frauenfrage und sagte darin unter Anderem: ,Die Wurzel der Frauenfrage liegt in der über⸗ jandnehmenden Ehelosigkeit, und die Gründe der Ehelosig?eit find in den zunehmenden gegenseitigen Ansprüchen zu suchen.“ Redner schlug deshalb inter Zustimmung seiner Zuhsrer einen Verein für zrunklose Verehelichung und anspruchslose Häuslich⸗ keit vor. Traunstein, 16. Dez. Das kgl. Land⸗ jericht verurtheilte heute wegen Vergehens der deberlretung des Malzaufschlaggesetzes und des vesetzes über den Handel mit Rahrungsmitteln vezw. Hilfeleistung hiezu: 1. Jos. Oberbauer, Brauer in Kraiburg, zu 8300 Mk. Geldstrafe ev. 30 Tage Gefängniß. 2. Joh. Prels, Bräumeister desselben, zu 100 Mk. ev. 10 Tage Gefängniß. 3. Joh. Pfaffenhuber, Bräuer in Trostberg, zu 200 Mk. ev. 20 Tage Gefängniß. 4. Leopold Sinfiedl, Bräuer in Burghausen, zu 400 Mk. eb. 10 Tage Gefängniß. 5. Joh. Graßl, Bräuer in Trostberg, zu 300 Mk. ed. 30 Tage Gefängniß. s. Marie Graßl, dessen Ehefrau, zu 600 Mark v. 60 Tage Gefängniß. 7. Jos. Lang, dessen Braumeister, zu 180 Mk. ev. 15 Tage Gefängniß. 3. Josef Buchner, Gütler, früher Bräuer in Bergen. u 300 Mt. eb. 30 Tage Gefängniß. 9. Peter Zumpl, Gärtner und ehem. Bräuknecht, zu 130 MRk. ev. 13 Tage Gefängniß. 10. Sebast Ober— nuer, Gütler, früher Bräuer in Bergen, zu 300 Mk. ed. 30 Tage Gefängniß. 11. Nartin Mühl-— auer, Bräuer in Altötting, zu 300 Mk. ev. 30 Tage Gefängniß. 12. Josef Bauer, Bräuer in Tittmoning, zu 400 Mt. ev. 40 Taçge Gefängniß. 18. Jos. Prantl, ehem. Aktien⸗Bräuerei⸗Direktor szier, zu 300 Mt. ev. 830 Tage Gefängniß. 14. N. G. Schmid, Kaufmann in Nürnberg, zu 250 NMk. eb. 25 Tane Gefängniß. 16. Richard Otto, daufmann in Närnberg, zu 200 Mk eb. 20 Tage Befängniß. 17. Franz Wich, Kaufmann in Mün— hen, zu einer Gefängnißstrafe von1 Jahr 2 Monaten inkl. der gegen ihn wegen gleicher Reate rüher ausgesprochenen Strafen, wovon jedoch 10 Monate 14 Tage alz bereits erstanden abgehen, ind 18. Karl Ficker, Kaufmann in München, zu iner Gefängnißstrafe von 11 Monaten, gleichfalls inter Einschluß früher ausgesprochener Strafen, vovon jedoch 10 Monate 13 Tage als dereits er— tanden in Abrechnung kommen. t Berlin. Nach dem vorläufigen Ergebniß der letzten Volkszählung hatte Berlin am 1. Dez. »ine Bevölterung von 1,316,382, die sich also jegen die letzte Zählung vor fünf Jahren um etwa 193,000 vermehrt hat. Berlin bedarf jährlich nindestens 7000 neuer Wohnungen oder gegen 1000 neugebauter Häuser. Vor 100 Jahren beim Tode Friedrichs des Großen zählte Berlin 110,035. 1840 beim Tode Friedrich Wilhelms II. 330,000 ind endlich, als unser Kaiser 18601 Koͤnig von Breußen wurde, erst 500,000 Seelen. F Herrn Pasteur, dem Erfinder der Impf⸗ ing gegen die Hundswuth, strömen die Krantken ius nah und fern zu. Bis jetzt sind alle Heilungen jelungen. Nur bei einem kleinen Mädchen, welches ereits seit 37 Tagen gebissen war, ehe es Pasteur ugeführt wurde, ist die Hilfe zu spät gekommen. kiner der letzten Patienten ist der Sohn des be— ühmten Meissonier, der selbst ein beachtenswerther Naler ist. Ein großer Hofhund auf dem Land⸗ ause der Familie in Poissy bei Paris hat dem sprang auf die Straße hinab, verletzte sich aber sehr schwer. Glücklicher kam das Dienstmädchen davon, welches aus ihrer Kammer auf das Dach einer angebauten Küche sprang; dasselbe blieb be 7 Ein furchtbares Brandunglüct hat sich in pwußtlos liegen, trug aber keine erheblichen Verletz de ereignet. In dem Hause des —58— ingen dadon. Nas Haus brannte vollständig aus. Metzgermeisters Troppe brach Feuer aas, das s —- T—-. * — — F —— inter dem Dach schlafenden Gesellen Hülfe zu 2 Hiffsbericht der Red Star Line. zringen. Ein Mezzigergeselle, ein Lehrling und ein 55 Mitgetheilt von dausknecht verbrannten; ein zweiter Metzgergeselle Fean Peters, HauptPaffageAgentur St. Ingbert. 2* * — — — ——⸗ * New⸗NYork, 16. Dezember; der Postdampfer, Western land“, Kapitän Randle, ist von Antwerpen angekommen. Anwerpen, 17. Dezember; der Vostdampfer Noord. land“, Kapitän Nickels, ist von NRew⸗York angekommen. Ohne Wos — sein Gewinn Mit einem einzigen Deggendorfer Loos 3 Mark 120,000 M., oder 70,000 M., 50,000 M. 20,000 M., 10,000 M., ferner viele zu 6000 Mark, 1000 M. ꝛc. Deggendorfer Ziehung ohn Verschub nächsten Donnerstag 7. Januar. Für?20 Mark 110Loose. * * * c. Wir emppehlen in reicher Auswahh: Damen-WMinter-Manbteél von Mk. 8 anfangend, J ⸗ 3 COOD Damen Rogen-Mäàntol von Mk. 6 anfangen, Hoôrren-Winter Deberzieher von Mk. Y9', anfangend. — W. Levy Söhne in ßuhbach. zooc 775D005— —— THheaAbtber. Weihnachtstage, nachmittags 24 Uhr, im Saalel Theater, ausgeführt durch Schüler und Schülerinnen! —* — 7. 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S*2 3 9 2 — * 2 * 2* 83 * * ⸗ α un St. Jugherter Anzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er ‚St. JIugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich füufmal: Am Mountag, Dienstag, Donnerstag, Saur: Ctag und Sountag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.4M 60 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 78 4, einschließli d A Zustellunggebihr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 183 , NReclamen 80 . Bei 4maliger Emrüdung wird nur dreimalige berechnet. M 251. — Dienstag, 22. Dezember 1885. 20. Jahrg. Deutsches Reich. Berlin, 21. Dez. Herr von Hansemann ud Dr. Finsch haben gestern dem Kaiser und der kaiserin in Audienz Mittheilungen über Kaiser⸗ Bilhelmsland gemacht sowie Zeichnungen vorgelegt ind erläutert. Die Majestäten zeigten den größten intheil; die Audienz währte eine Stunde. Anslaud. Paris, 20. Dez. Im koͤniglichen Palais Madrid hat sich ein eigenthümlicher Zwischen⸗ isl zugetragen. Don Henri de Bourbon, zherer Offizier und an diesem Tage Chef der alastwache, verlangte von der Königin Christine, e von ihrer Ausfahrt sehr ermüdet nach dem ichloß des Pardo zurückgekehrt war, eine Unter⸗ dung. Der dienstthuende Kammerherr, Graf uapei, weigerte dem Infanten Don Henri den utritt. Derselbe gerieth hierüber in solche Auf⸗ gung und erlaubte fich in dem Zimmer der Offiziere erartige Redensarten, daß seine Untergebenen sich eigerten, ferner seinen Befehlen nachzukommen und ie Angelegenheit zur Kenntniß der höheren Militärin⸗ anz brachten. Der Kapitän-General Pivia ermahnte en Oberst Don Henri sehr energisch nud stellte m zur Disposition. Paris, 20. Dez. Nach den der Propaganda som zugegangenen Berichten waren im Vicariat tcochinchina, zu dem Annam und Tongking ge⸗ öten, von Anfang des Jahres bis zum 1. Nov. eltödiet worden: 9 französische Missionare, 7 inheimische Priester, 60 Katecheten, 270 einhei- nische Nonnen, 24,000 Christen; 200 Pfarreien aren vollst indig zerstört, 225 Kirchen verbrannt, 7 Waisenhäuser, 10 Nonnenklöster, 2 Ackerbau⸗ lonien, 2 Seminare und 2 Apotheken zerstört. im nördlichen Cochinchina wurden 7000 Christen födtet, darunter 9 einheimische Priester, und 60 'arreien zerstört. Die verschont gebliebenen hristen starben vor Hunger. — Ein Gelb⸗ uch über die. Verhandlungen mit China ist eute zur Vertheilung gelangt. Dasselbe enthält le Documente, welche durch den Minister des luswärtigen der Kommission für den Tongking⸗ redit mitgetheilt worden sind. Das erste datirt om 23. Juli 1884, das letzte vom 12. Februar 885 und ist deren Inhalt zumeist bekannt. — cine Depesche des französischen Bevollmächtigten rogordan in Shanghai vom 12. Dezember kündigt m, daß er am 11. Dezember Li⸗Hung⸗Tschang esprochen habe, und daß die Verhandlungen über »n Handelsvertrag begonnen hätten. Paris, 21. Dez Man erwariet einen großen judrang zu der heute beginnenden Debatte über ie Tongking-Kredite. Seit 5 Uhr Morgens hat ich vor dem Eingangsthore des Palais Bourbon m Quai d'Orsay bereits eine Queu gebildet, wie olches hier nur anläßlich der Gratisvorstellungen n der großen Oper oder bei der Emission von *taatsanleihen der Fall ist. Man „hofft“ auf ufregende und heftige Scenen, namentlich wenn sules Ferry interdeniren sollte wozu ihn die aßerste Linke provoziren will. Die Zuversicht der dinisteriellen ist im Steigen, seitdem der Bischof freppel unter den zahlreichen Ultramontanen der techten für die Ansicht wirbt, daß kein Katholik »ie Räumung Tongkings votiren dürfe, welche die died rmetzelung von Tausenden von katholischen hristen zur Folge haben müßte. — Dem Oberst⸗ jeutenant Herbinger ist seitens des Kriegs- ninisterz die Autorisation verweigert worden vor der Tongking⸗Kommission auszusagen, um die An⸗ schuldigungen des Generals Briere de 'Isle und »es Rapportes Borgnis' zu widerlegen. Der Ge⸗ neral Campenon soll aber dem unglücklichen Offi— ier versprochen haben, im Verlaufe der Tongking Debatte seine Angelegenheit zu besprechen und ihm aöglichst Satisfaktion zu verschaffen. — Der zum weiten Sekreiär der hiesigen deutschen Botschaft ernannte Graf Friedrich von Pourtales ist gestern zier eingetroffen. Der erste Sekretär, Herr von Ziderlen⸗Wächter, hat sich heute mit kurzem Urlaub zach Stuttgart begeber — ale und pche Raqrichten. *St. Ingbert, 22. Dezbr. Die auf den Stationen der Pfälzischen Eisenbahnen am 24. oder 25. Dezember für den Lokalverkehr sowie für den Badisch-Pfälzischen, Elsaß⸗Lothringisch⸗Pfälzischen, Saarbrücken· Pfälzischen, Hessisch-Pfälzischen und im stheinischen Verbands⸗Personenverkehre zur Ausgabe gelangenden Retourbillete erhalten zur Rückfahrt Biltigkeit bis einschlieklich 28. Dezem— der l. Irs. — Insheim, 19. Dez. (GSchrecklicher Anglücksfall.) Als gestern Nachmittag die khefrau des Bahnwarts Johannes Hautz von hier von Essentragen nach Hause kam, bot sich ihr ein chredlicher Anblick dar. Während ihrer Abwesen⸗ eit war das Bett auf bis jetzt unerklärte Weise n Brand gerathen und waren durch den hiedurch ntstandenen Qualm ihre beiden Kinder im Alter on 4 und “⸗ Jahre dem Erstickungstode anheim jefallen, während das ältere Kind noch außerdem rhebliche Brandwunden an sich trug. Wahrschein⸗ ich hat dasselbe mit Streichhölzern das Bett elbst in Brand gesteckt. Es darf dieser Vorfall vieder als eine dringende Warnung dienen, doch a die Streichhölzer an einem den Kindern nicht ugänglichen Ort aufzubewahren. Der Schmerz der Eltern ist ein herzzerreißender. — Speyer, 19. Dez. Die Bevölkerungs⸗ ahl hies. Stadt soll sich nach dem Ergebnisse der eyten Volkszählung auf 16,416 Personen und nach iner neueren Mittheilung sogar auf 16,800 Per— onen beziffern; demnach hat unsere Stadt um 911 dersonen zugenommen. — Grünstadt, 19. Dez. Die protest. duliusgemeinde wurde gestern mit einem hübschen Ihristgeschenk überrascht. Herr Martin Bügenburg, der nach 28jährigem Wirken als Kirchendiener diese Stelle niedergelegt hat, vermachte der Gemeinde die Summe von 3000 Mk. zum Guß einer dritten Blocke. Die Kunde von dem hochherzigen Geschenk exxeqt die größte Freude. Jermischtes. Saarlouis, 16. Dez. Einem Bauers⸗ nann passirte das Unglück, als er seinen Sack, vorin er 7 Ferkel zu Markt gebracht, öffnete. ämmiliche Thiere erstickt darin vorfand. Die ZSackträger sollen einen guten Tag gehabt haben. (S. Ztg.) Metz, 16. Dez. In der Nähe von Meg st ein Agent Namens Bailly verhaftet worden, als reim Begriff war, einem Soldaten vom 12. Fuß⸗ rtilleri regiment zur Desertion zu verhelfen. Der aubere Kumpan betrieb dieses Geschäft gewerbs⸗ aüßig. Er wiegelte erst einzelne Soldaten auf, alf ihnen dann bei der Desertion und überredete ie endlich, nach — Tongking zu gehen, um natür—⸗ ch für Lieferung dieses Kanonenbootes eine ent— rechende Prämi⸗e einzuheimsen Es ist seltsam daß man in Amerika, sowie unter Fremdenlegionen, Matschappy ˖Truppen u. s. w. so auffallend viele Deutsche trifft, die dem deutschen Heeresdienst ent⸗ gehen wollen. Eine eigenthümliche Ironie des Schicksals will es, schreibt die „Tägl. Rundsch.“, daß gerade diese Unglücklichen, die um irgend einer Fleinigkeit willen, von Uebelwollenden aufgehetzt, ihr Vaterland verließen, in die traurigste Knecht⸗ schaft und unter militärische Verhältnisse gerathen, im Vergleich zu denen der deutsche Heeresdienft elbst unter dem brummigsten Unteroffizier noch ein oaradiesisches Leben ist. FKreuznach, 18. Dez. Heute Vormittag ereignete sich in der Threß'schen Mühle hierselbst ein schrecklicher Unglücksfall. Ein dort beschäftigter Müllerbursche glitt am Schleifstein aus und gerieth in das Räderwerk zwischen zwei Zahnräder, die ihm einen Arm vollständig abrissen und die beiden Beine derart verletzten, daß sie ebenfalls fast voll⸗ ständig vom Körper getrennt wurden. Der Un—⸗ glückliche wurde sofort in das städtische Hospital zeschafft, wo er jedenfalls bereits verschieden ist. FHeidelberg, 17. Dez. Von einem Of- fiziersburschen hier wurden seinem Herrn 1000 Mk. entwendet; derselbe ist verhaftet. T.Mainz, 19. Dez. Der durch den Spruch des Schwurgerichts zum Tode verurtheilte Doppel— mörder Herbst' hat das Urtheil doch nicht so gleichmüthig hingenommen, wie es bei der Verkün⸗ digung desselben den Anschein hatte. Bis heute Morgen um 2 Uhr ging der Verbrecher, als ob er über etwas nachgrübeln wollte, fortwährend in seiner Zelle auf und asd, selbstverständlich unter der Bewachung eines Wärters, da bei dem Verbrecher immer noch die Absicht vorherrscht, sich der irdi⸗ schen Gerechtigkeit durch einen Seibsimord zu ent- ziehen. Nach 2 Uhr legte er sich halb angekleidet zu Bett, war aber heute schon wieder fruͤh auf, betrug sich aber dann, als ob nichts Besonderes vorgefallen sei. Noch als die Geschworenen in hrem Berathungszimmer waren, wurde Herbst von einem Gerichtsbeamten gefragt, ob er Hoffnung habe, nicht zum Tode verurtheilt zu werden. Herbst bemerkte darauf, daß ihm der Urtheilsspruch, wie derselbe auch ausfalle, ganz gieichgiltig sei, er habe doch sein Leben satt. FFrankfurt a. M., 19. Dez. Der älteste, feit 1868 angestellte Beamte der Frankfurter Hy— potheken ⸗ Bank, Justus Ridener, hat sich verschie⸗ dene, auf längere Zeit zurückgreifende und bis jetzt in geschickter Weise verdeckte Veruntreuungen zu Schulden kommen lassen. Der Gesammtbetrag derselben ist auf 67,487 M. festgesetzt. FBarmen, 19. Dez. Nach dem Kreisbl. hat ein hiesiger, mit verschiedenen bürgerlichen Ehrenämtern behafteter, schalkhafter Reniner die iebenswürdige Frage 7 des Volkszählungs-Formu- lars wie folgt beantwortet: Beruf: Renten⸗ derzehrer, zu andernm zu dumm.“ — Stellung im Beruf: „Ehrenamisarbeiter.“ .Colmar, 19. Dez. Die Verhandlung des Prozesses in Sachen der schwarzen band“ (irma Schaller und Bergmann als Be⸗ rufskläzer gegen die kaiserliche Tabakmanufaktur) st, nach der „Straßb. Post,“ seitens des kaiser⸗ liichen Oberlandesgerichts auf den 183. Januar dertagt worden. . München, 17. Dez. Herr Ministerialrath ». Grieshammer, Vorstand des königlichen sechnungshofes, wurde heute früh im Bureau vom Schlage getroffen und ist dort. wie die Auasb. Abendztg.“ erfährt, sofort verschieden, nachdem er noch gestern Abend sich vergnügt im Kreise seiner Freunde aufgehalten hatte. Die Trauer um den lebenswürdigen Beamten ist in all' den zahlreichen creisen eine allgemeine, die das Glück hatten, mit ihm in Verkehr zu kommen. München, 19. Dez. (FJum Malzver⸗ brauch.) Nach einer Zusammenstellung der von den Brauereien Münchens in der Zeit vom J. Juli 1884 bis einschließlich 30. Juni 1885 versottenen Malzquantitäten betrug dieselbe beim Spatenbräu 189,070 Ih., beim Pschorrbrau 112, 000, beim Hackerbräu 105,578. beim Löwenbräu 98,427, beim Franziskanerbräu84,410 hl. 90 1., beim Augustinerbräu 49,575und beimZacherlbräu 46 670. Nach siebenjähriger Pause wird zu Reujahr 1886, wieder der alt hergebrachter Schäffler⸗ tanz die Straßen Münchens durchziehen. Der bolksthümliche Brauch wird diesmal in ganz Le⸗ sonders feierlicher Weise mit einem historischen Weiheakte inaugurirt werden, indem von Mit- gliedern des bayerischen Königshauses und Münchener Bürgern den Schäfflern eine prachtvoll gestickte Fahne in den Münchener Stadtifarben verehrt werden wird, deren Weihe und Uebergabe am Sylvester- abend stattfinden soll. Die Vorbereitungen zu dem Feste haben bereits begonnen, und es wird das⸗ selbe ein ebenso großartiges, als eigenartiges werden 7 Ein Oberprimaner war mit seinem Vater einem Gerbermeister, der iu einem Dorfe bei Kö— nigsberg wohnt, auf die Fuchsjagd gegangen. Beide schlugen dabei verschiedene Richtungen ein und verloren sich schließlich aus den Augen. Der Vater glauhte endlich hinter einem sich bewegenden Buschwerk den Fuchs zu erkennen, legte an und schoß. In demselben Augenblick erscholl ein er⸗ schütternder Schrei. Der Schütze eilte hinzu: er fand seinen Sohn mit zerschmettertem Hirnschädel fich in seinem Blute wälzend. F Bern. Laut einer im „Echo des Alpes“ veröffentlichten Uebersicht sind in den letzten sieben⸗ undzwanzig Jahren bei Besteigung der Alpen 184 Personen ums Leben gekommen und zwar 40 Füh—⸗ rer und Träger, 80 Touristen, 2 Klosterbrüder von St. Bernhard, 11 Arbeiter, welche über die Alpen gingen, und 1 Krystallsucher; 16 Personen infolge Erschoͤpfung und Kälte, 15 durch Sturz in Spalien und Abgründe, 15 durch Ausrutschen auf dem Eise, 41 durch Ausrutschen auf den Felsen oder dem Grase, 4 durch rollende Steine, 27 durch dawinen und 16 durch unter den Schri!ten der Tou⸗ risten einstürzenden Schnee oder Eis. Die Spitze des Moniblanc wurde von 1859 bis 1875 673mal bestiegen, dabei verloren 25 Personen ihr Leben. FEin Sportkunststück hat dieser Tage die zahlreichen Sportkreise Lüttichss und Ver— viers beschäftigt. Die Renngesellschaft in Viel— Salm (in der Provinz Luxemburg) hatte die Be— hauptung aufgestellt, daß man, um mit einem Wagen mit zwei Pferden hintereinander bespanni nach Lüttich, 35 Kilometer zu gelangen, mehr als bier Stunden brauche. Der Lütticher Sportsman Georges Chandoir nahm die Herausforderung an und erbot sich die Fahrt in kürzerer Zeit zu voll- bringen. Nun begann das Wetten, das Einsätze in Gesammthöhe von fast 100,000 Fr. bewirkte. Chandoir ritt auf dem Vorderpferde, brach Morgens 9 Uhr 4 Minuten von Viel⸗Salm auf, überall ron Reitern begleitet, und traf nach 8 Stunden 23 Minuten in Lüttich an. Obwohl er keinen Aufenthalt unterwegs gemacht, waren die Pferde im besten Zustande. fLondon, 18. Dez. In Newcastle arretirte die Polizei Bernhard Vogt alias Hermann und Joseph Martens, die beschuidigt sind, einen Mord in Deutschland begangen zu haben. GSr. 3) FSchredliche Szenen an Vord eines britischen Dampfers. In Dublin ist ein Brief von dem Steward eines Dampfers in China eingegangen, der fürchterliche Szenen an Bord eines von der chinesischen Regierung zur Truppenbefoör⸗ derung gecharterten Dampfers schildert. Da jede Anstrengung gemacht wurde, um die Sache zu ver⸗ tuschen, so wünscht der Steward, daß der Name des Dampfers nicht genannt werde. Der Schreiber sagt, daß der Dampfer in Amoy gechartert wurde, uim 2500 „Schwarzflaggen“, die nach dem Ton—⸗ tinger Kriege aufgelöst worden waren, nach Hankow u führen. Schon auf ihrem Marsche nach Amoy hdatien die Schwarzflaggen grausame Mordthaten rung war äußerst besorgt, sie weiter sortzuschaffen. Bei der Einschiffung wurden etwa 1000 von ihnen entwaffnet, aber die übrigen erschienen an Bord in einem solchen Gedränge, daß die Idee, sie sämmt⸗ ich zu entwaffnen, aufgegeben werden mußte. Viele zon ihnen waren betrunken und führten auch noch Spirtuosen mit sich. Das Schiff war zum Ueber⸗ maß gedrängt voll; sowohl auf Deck wie im Kiel⸗ raum war jeder Zoll besetzt. Nachdem der Dampfer den Hafen verlassen hatte, begannen die Schwarz laggen unter sich zu spielen, wie dies ihr üblicher Zeitvertreib ist, und einige von ihnen schienen viel Beld bei sich zu führen. Die ganze Nacht über nahmer die Streitigkeiten unter ihnen kein Ende, die denn auch in Schlägereien und Mordthaten ausarteten. Zahlreiche Körper wurden von ihnen über Bord geworfen, gleichviel ob lebendig oder todt. Einige wurden erstochen, andere erwürgt, und von der Schiffsmannschaft konnte sich Niemand inmischen. Als der Morgen anbrach, wurden Dutzende von Leichen über Bord geworfen, von henen einige erdrückt, oder aus Mangel an Wasser jestorben waren. Eine Gruppe von Schwarzflaggen hatte den Wasservorrath an Bord mit Beschlag be⸗ legt und verweigerte der Mannschaft jeden Tropfen. Als andere Schwarzflaggen sich dem Wasser zu aähern versuchten, entspann sich ein fürchterlicher rampf. Die Hitze war schrecklich, und Viele star⸗ zen vor Durst. Die Aufrührer vernichteten alle Nahrungsmittel, warfen den Reis und die Koch⸗ utensilien über Bord und drohten den Köchen mit dem Tode. Schließlich begannen sie Seewasser zu rinken oder auf andere Weise ihren Durst zu oͤschen. Die Matrosen krochen mit lechzender Zunge nach dem unteren Maschinenraume und verschafften ich dort kondensirtes Wasser. Nach einer kurzen Weile gestalteten sich die Dinge noch ernster, und zie Schwarzflaggen drohten, die Mannschaft zu ödten, was sie dadurch zu verstehen gaben, daß ie mit ihren Messern an ihren eigenen Kehlen die hewegung des Halsabschneidens nachahmten. Es zjelang ihnen, den Kapitän beim Bart zu fassen und ihm das Messer an die Kehle zu setzen. End⸗ ich wurde der Dampfer zurück nach Amoy gesteuert, vo ein britisches Kriegsschiff vor Anker lag. Der Befehlshaber des letzteren bereitete sich zuerst vor, zas Deck des Dampfers mit seinen Gatling⸗Kanonen u bestreichen, aber schließlich enterte er das Fahr⸗ eug. Auf dem Deck befand sich eine Anzahl von Zoldaten, die schwarze Flaggen an ihren Speeren jatten. Alsdann erschienen zwei chinesische Kano— ienboote, welche die Schwarzflaggen in Empfang nahmen; diejenigen, die sich weigerten, den Dampfer uu verlassen, wurden über Bord geworfen; man iberließ es ihnen, das Land zu erreichen, so gut ie konnten. Sechs der Rädelsführer der Schwarz⸗ laggen wurden sofort enthauptet, und 100 erhielten ie Bastonnade. Fäünf Soldatenleichen wurden päter im unteren Kielraum aufgefunden; dieselben varen buchstäblich zu Tode getreten worden. f(Gutbedient.) Einer der großen Lon⸗ doner Herrenschneider, welcher auch die Ehre hat, den Prinzen von Wales zu bedienen, kutschirte, so wird erzählt, unlängst seine Equipage mitten unter denen der eleganten Welt in Hydepark. Da rief hm ein hochgeborener Klient von ihm, der das ibel nahm, plötzlich mit schallender Stimme zu: „Eh, Mr. P., sehen Sie doch 'mal, dieser Ueber⸗ cock hier, den ich von ihnen habe, will gar nicht itzen.“ Mr. P. stieg ruhig von seinem Sitz herab ind bat Se. Hoheit. eine Sekunde stille zu halten. Er ging um ihn herum und betrachtete von allen Seiten aufmerksam den Sitz des Paletots. „Ja, Fure Hoheit hat Recht“, erklärte er endlich und „og ein Stückchen Kreide aus der Westentasche, „hier muß der Rock etwas eingenommen werden, ind hier und hier! Und bei jedem „Hier“ machte er dem hohen Herrn dicke, fette Kreidestriche auf ʒ»en Rock, während sich eine lachende Corona um Beide sammelte. „So, wenn Eure Hoheit sich jetzt njach meinem Atelier bemühen wollen, aber ohne interwegs die Kreidezeichen verlöschen zu lassen, o wird mein Werkführer auf der Stelle die noth— vendigen Aenderungen vornehmen!“ erklärte endlich ernsthaft der Gentleman⸗Taylor, verabschiedete sich nit einer tiefen Verbeugung und kutschirte davon. Die Hoheit aber stand wie eine bemalte Krähe ver⸗ dutzt da und entzog sich dann durch eine rasche Flucht der Heiterkeit der Umstehenden. Sie soll nie wieder Mr. P. unterwegs mit „talkingshop“ zehelligt haben. Siaack bezeichnend, das in einem Madrider Theater nufgeführt wird: „Die Karolinen“ und handelt von zwei Kindern, Germania und Hispania, die ich um ein Spielzeug zanken. Schließlich kommen ie überein, den Strit zur Entscheidung ihrem Papa — papa heißt im Spanischen auch „Papst — vorzulegen. Dieser fällt das salomonische Ur— heil, daß das Spielzeug der Hispania gehöre, daß aber die Germania das Recht habe, damit zu pielen. womit die Kinder zufrieden sind. Das Publikum nimmt diese Löosung mit unbändigem Belächler auf — vor drei Monaten hätte es des⸗ vegen beinahe einen blutigen Krieg angefangen. f Warfchau, 21. Dez. In dem Prozeß jegen 28 Angeklagte wegen Theilnahme an der ozialrevolutionären Verbindung „Proletariat“ er⸗ 'olgte in vergangener Nacht der Urtheilspruch. Die Angeklagten, Friedensrichter Bardowsky, Geniekapi- än Leery, Kunicki, Ossowski, Schmauß und Pie— rusinski wurden zum Tode durch den Strang, von den übrigen Angeklagten 18 zu sechszehnjäh— iger Strafarbeit in Bergwerken, zwei zu zehn Jahren und acht Monaten Strafarbeit mit lebens⸗ änglicher Ansiedelung in Sibirien und zwei zu ebenslänglicher Deportation nach Sibirien verurtheilt. Heiteres aus der Gerichtsstube theilt die „M. D. Z.“ von einem Kreis-⸗Friedensrichter durganowski im Permschen Gouvernement mit. K., ein mitunter exzentrischer Mann, verhandelte kürz⸗ lich eine Klagesache, als die zu seiner Privatwohn⸗ ung führende Thür aufging und auf der Schwelle derselben seine Frau erschien mit der Meldung, zas Essen sei fertig, K. möge die Sitzung schließen oder unterbrechen. Dem Richter war die Störung iemlich unbequem, und er machte seine Gatuin darauf aufmerksam, daß auf Störung der Gerichts⸗ yerhandlung eine Strafe gesetzt sei. Der Frau iber schien dies weniger wichtig zu sein, als das daltwerden der Speisen, und so stand sie fünf Minuten später wieder unter der Thür und bat hren Mann von Neuem zu Tisch. Dieser aber ühlte sich jetzt nur als Mann des Gesetzes, unter- zrach einen Augenblick die Verhandlung, um in iller Form Rechtens eine Resolution niederzuschreiben, raft deren er seine Frau zu drei Rubeln Strafe erurtheilte, zog dann die Brieftasche, legte drei Rubel auf den Tisch und setzte die unterbrochene Herhandlung fort. f In New-York und Brooklin hat ich ein süddeutscher Soldatenbund ge⸗ hildet, welcher den Zweck eines KrankenUnterstütz⸗ ungsvereins hat. Als Mitglied kann nur beitreten, ver wirklich in einem süddeutschen Staate im Heere zedient hat. Der Verein zählt zur Zeit weit über 100 Mitglieder. Die Organisation ist ganz mili⸗ ärisch und sämmtliche Chargen vom Hauptmann abwärts sind vertreten. Unter den Mitgliedern hefinden sich viele Pfälzer. Hauptmann der ganzen dompagnie ist ein Münchener. Der Führer (char⸗ zirter Lieutenant) der New Yorker Abtheilung iß ein Kaiserslauterer Kind. Die Uniform, welcher ich die Mitglieder des Vereins bei Zusammenkünß en oder öffentlichen Aufzügen bedienen, entspricht zjenau der Uniform, welche die bayerische reitende rtillerie hat. Wenn ein Mitglied krank wird, so rhält es wöchentlich 3 Dollars, stirbt ein verhei⸗ raihetes Mitglied, so erhält dessen Frau 200 Dol. und stirbt die Frau eines Mitgliedes, so erhält der Mann 100 Dollars. Gemeinnüͤtziges. (Eingewachsene Zehennägel.) Diese chmerzhafte Uebel ist mehr eine Folge von zu kurzen ilz zu engen Schuhen. Wenn sich nämlich der Nagel Hesonders bei etwwas langerem Wuchse, nicht meht zach vorn ausdehnen kann, so wächst er nach den Zeuen und so in's Fleisch, wo davurch Wundhei uind Entzündung entstehen. Das vertiefte (conder⸗ Ausschneiden des Nageis hat nun den Zweck, ihn u veranlassen, daß er sich wieder nach der Mitt sin ausdehnt, wodurch die Ecken aus dem Fleische urückgezogen werden. Dies beansprucht aber immer ewisse Zeit. Um nun diese abzukürzen, den Schmerz zu lindern und den Wiedergebrauch de⸗ rußes krüͤher zu ermöglichen, empfiehlt Dr. 3 Zirsch in Prag, die erkrankte Zehe täglich mehrmals warmem Wasser zu baden, in welchem auf ⸗ Liter in Stuckchen kaustisches Kali (Kalicauticum) bon er Größe einer Erbse aufgelött ist. — Auszug aus den Registern des Standesamts St. Ingbert fkür den Monat November 1883. G—0*4244 Schmelzarbeiter. Au 2. Albert S. v. Emil Hochstraßer hlaͤsstrecker, am 2. Rosa Kathar. T. v. Ferdinand Wende berhauser, Privatmann, am 2. Andreas S. v. Jacobl Jaus, Bergmann, am 2 Karolina T. v. Peter Weber, hergmann. Am 3. Anna T. v. Jacob Haas, Bergmann. Am 4. Karl S. v. Sophia Ruf, ledige Räherin, am 4. Eleo⸗ dora T. v. Eleonora Selzer, ledig. Äm 5. Jacob S. v. heter Schäfer, Schmelzarbeiter. Am 6. Friedrich Albert S. v. Franz Joseph Neuchel, Glasmacher. Am 7. Maria T. v. veter Jung, Bergmann, am 7. Maria T. v. Johann Betz, Bergmann. Am'8. Joseph Michael S. v. Mathias Petier, Pulvermacher, am 8. Philipp S. von, Heinrich Schmitt, Bergmann, am 8. Katharina T. v. Katharina NRoll, ledige Tagner in, am 8. Ludwig S. v. Christian Gebhardt, Schmelzarbeiter. Am 9. Johann S. v. Johann Fries, Bäcker. Am 10. Christian S. v. Christian Wei⸗ and, Kesselschmied, am 10. Johann Adam S. v. Adam Sommer, Bergmann. Am 11. Anna T. v. Christina Busch, ledig. Am 17. Johann S. v. Georg Appel, Schmelzar⸗ beiter. Am 19. Magdalena T. v Johann Joseph Peters, Schmehzarbeiter. Am 20. Heinrich S. v. Johann Leon⸗ hardt, Tagner, am 20. Barbara T. v. Georg AÄbel, Schmelzarbeiter. Am 21. Karl S. v. Peter Seegmüller, Ziegler, am 21. Friedrich S. v. Friedrich Appel, Bahn⸗ dorarbeiter. Am 22. Eliisabetha Tuv. Jacob Rees, Berg⸗ mann, am 22. Heinrich S. v. Daniel Hoffmann, Schmelz⸗ arbeiter, am 22. Anna Emilie T. v. Philipp Kolter, Sattler. Am 28. Maria Selma T. v. Hugo Krumpfer, Glasmacher. Am 28. Georg S. v. Joseph Jochum, BergmannZwil⸗ 285. Heinrich S. p. — linge, am 25. Magdalena T. v. Katharina Lembert, ledige Dienst⸗ magd, am 25. Konrad Richard S. v. Konrad Pflug jr. Schneidernieister. Am 26. Heinrich Ludwig S. v. Carl Spang, Grubensteigergehilfe. Am 28. Heinrich S. v. LRoattin Schwab, Tagner. Am 29. Mstliyn S. v. Philivp hien, Bergmann. Am 30. Maria T. v. Peter Wagner, hergmann. b. Eheschließungen. Am 5. Peter Marrx, Bahnarbeiter mit Katharina Der- chang. Am 10. Jacob Ewerle, Eisendreher mit Katharina Zlahm, am 10. Nikolaus Jungfleisch, Drahtzieher mit Maria Linder. Am 14. Otto Andreas Schwarz, Schmelz rbeiter mit Katharina Schwarz. Am 19. Gesrg Sehn, rFisenwalzer mit Maria Zimmermann. Am 21. Johann Ilies Bergmann mit Katharina Dech. Am 26. Georg Schmitt, vVergmann mit Maria Feichtner, Am 26. Lud⸗ via Flick, Schmelzarbeiter mit Barbara Klahm. c. Sterbfälle. Am 3. Johann Berrang, 22 J a—., ledig, Tagner. Am 5. Josephina Redel, 28 J. a., ledig. Am 8. Johann Mayer, 56 J. a. Ehemann von Kathar. Ruf, am 8. Margar. 1 J. a. T. v. Georg Schmiit, Schmelzarbeiter, am 8. Katharina 8 J. a., T. v. Christoph Jantzer, Schnei⸗ der. Am 1i0. Johann 9 J. a., S. v. Joh. Stalter, lebend Schmelzarbeiter. Am 11. Anna 8 M. a, T. v. Martin glasi, Raurer. Am 18. Maria Ochs, 78 J. a., Wittwe „on Franz Mayer, lebend Tagner. Am 14. Peter Krei⸗ cher, 83 J a., Bergmann, Ehemann von Kathar. Leppla, im 14. Joseph 10 M. a., S. v. Johann Joseph Schwarz, Bergmann. Am 15. Margaretha Weiland 21J. a., ledige äherin, am 15. Joseph 6 M. g., S. v. Johann Jung, Bergmann. Am 16. Sophia 1 M. a., T. v. Georg Keßler, gergmann, am 16. Wilheim 18 Tage a., S. v. Conrad dender, Echmelzarbeiter. Am 17. Magdalena Hager 30 J. a. Ehefrau von Peter Hager, Schmelzarbeiter. Am 0. Elisabetha Bender, 17 J. a., ledig, am 20. Jacob 14 Tage au, S v. Peter Schäfer, Schmelzarbeiter. Am 22. Ludwig Beer 59 J. a. Muüller, Ehemann von Barbara dion, am 22. Maria Unbehend 20 J. a, Ehefrau von RPalentin Unbehend. Bergmänn. Am 283 Veter Luck 40 J. a., pens. Bergmann, Ehemann von Elisabetha Derschang, m 28. Anna Maria8 M. a., T. v. Karl Maxeiner, gergmann. Am 285. Adam Pfitzer 40 J. 4., Tagner, khemanu von Margaretha Luhn. Am 26. Barbara 10 M. a. T. v. Georg Woll, Schmelzarbeiter, am 26. Peter Volf 59 J. a., Tagner, Ehemann von Elisabetha Christ⸗ nann. Am 28. Anna 1 J. a., T. v. Karl Uhl, Kessel— schmied. Am 29. Franz Adolf Edrich, 37 J. a., Geschäfs— nann, Ehemann von Eleonora Rickel. ve⸗ Redaktion verewworilis *.7 —— — Schönstes Weihnachtsgeschenk! Für nur 2 Mt. kann man gewinnen bei der Deggendorfer kathol. KirchenbausLotterie Prämie u. —XRXV Mk., 50,000 stark, 20,000 Mtk., 10,000 Mk., 2mal 6000 Mt. lOmal 1000 Mk. Vertrau dem Glück, doch nicht zu viel, Und hör' nicht auf zu hoffen, Durch's kleinste Pförtchen schlüpft's beim Spiel. D'rum laß ihm eines offen. Nächste unwiderrufliche Gewinn ;Ziehung Deg— gendorf nächsten Donnerstag den 7, Januar. 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Jetrag sotlerien * der , bole se er G F tele Loose der Loose r e Hein Treffer? 3,2001 200,000 46 sauf 94 od. genau — ein Treffer. „Penzberg 180,000, 42 2,000 125,000.40 auf 90 Loose ein Treffer. St. Ingbert 150,0000, à M. 13, 310 100,000 20 auf Li Loose ein! Tresser. „Kissingen 225,000, 2222,600 165, 000 460 auf 10 Voose ein Treffer. München. Aib. RoOesi. F 2 Im Lãchston ANonat 28. —X I886 Anwiderruflich — der Nisiee Looce —— * Auf zen ooge ein Treffen 9 9 22500 —AX auf 2506 Loocè 22u. 9 —— 5358 ——— 40. 003 MAE, 12. 00 MI. ferner Gmal 1000 Mit I2m 300 Wt. und vie kleiner⸗ Treffer 1635006 Mar⸗ baar Ohne Abʒuq. Zu beziehen so lange vorta du da—ur dul. Gold. schmi in —RD a. Rh in St — bei Joh Weirich Friseur, Frz. Woll Suchbandlung und Louis Greis⸗ enin 8 Rünstigete a Ier —A ehun 7.Janp. IBöb E Versach unh. Haupttr. nebst Präamie 120, 00 o prümie 720000 M. Haupttr. 530000 H. ⁊OOO M. 10000 M. 2 6000 M.. 10 X 1000 M. ete. 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Demeß in St. Inober derle⸗srugegegen⸗ e3 F 2000 Während der Feiertage Lusschank von aus⸗ ezeichnetem ohne Musik im ren — uö HRiezu als Beilage: Allgemeiner Anzeiger für das Königreich Bayern Nr. 197. 1 1 17 St. Ingherter Amzeiger Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. Der St. Jugberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: um Montag, Dienstag, Senuerstag, Sar tag und Sonutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ Alatt und Sountags mit Sseitiger illuftrirter Beilage. Das Blatt koftet vierteljährlich 14 60 à einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 75 , einschließli ABZustellungsgebühr. Die Einrückungsgebühr far die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 Z, bei außerpfalzischen und solchen auf welche die Expedilion Auskunft ertheilt, 18 A. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Esnxcuckung wird nur dreimalige berechnet. — — ⏑ — —— Donnerstag, 24. Dezember 1885. 20. Jahrg. M 252. — CEhristgruß. Dies ist die Nacht, die Frieden spendend, Die mild entsühnt, was schuldumstarrt, In der den eignen Sohn einst sendend, Von Gott der Welt Erldsung ward. Dies ist die Nacht der heilgen Weihe, Darin die Liebe Königin, Daß Leben sie, was todt, verleihe. Kommt her! gebeut sie. Eilet hin! Und Alle folgen Deiner Mahnung, Du gnadenreiche Weihenacht, In der vom ewgen Lenz die Ahnung In tiefster Seele leis erwacht. Dein Lichtglanz ist es, der voll Wonne Das Paradies uns schauen läßt; — Du Aller Herzen Himmelssonne, GBegrüßt, willkommen, heilgesFest! Friedrich Emil König. — gIwel Kilometer vdon der Landesgrenze festgesetzt werden und außerdem noch eine neutrale Zone von bier Kilometern längs der ganzen serbisch⸗bulgar⸗ ischen Grenze bestimmt sein. Wie ein Wiener Telegramm meldet, wird Fürst Alexander von Bul⸗ jarien unverzüglich nach Sofia heimkehren, wo zu seinem festlichen Empfange großartige Vorkehrungen etroffen werden. — Der tapfere Fürst hat diese Matinnen voll und qanz verdienf Willkommen, heilige Weihnachtsfeier, Gegrüßt sei Du von Jung und Alt, Die Alle, wie die Zauberleier, In Bann Du schlägst mit Allgewalt. Wie eine Braut in Jugendprangen Erstehst Du aus der Winternacht, Erweckst, ob alles Blühn vergangen, Im Herzen goldne Frühlingspracht. Das saftge Grün am Tannenbaume, Der Kerzen heller Lichterschein, Es führt uns, gleich dem schönsten In alle Welt voll Wunder ein. Gebilde lang entschwundener Zeiten Entsteigen aus der Erde Grund Und wie aus fernen, fernen Weiien Verkündet uns der Engel Mund“ Finladung zum Abonnement. — — DSDeutsches deich. Muͤnchen. Einlauf der Kammer der Ab⸗ zeordneten. Petition des Bezirksgremiums für handel und Gewerbe in Speyer um Bewilligung zer Mittel zur Vergrößerung des Lagerraums im igl. Rebenzollamte Speher. — Petition von 96 Finwohnern von Heidelbingerhof u. s. w. Kantons hornbach um Abaͤnderung des Gesetzes vom 2. Juni 1876, die Hundesteuer betr. — Petition der TapeziererInnung Zweibrücken und des Ge⸗ verbevereins Edenkoben um Verringerung des Ge— verbebetriebes in den Strafanstalten. München, 21. Dez. Der Reichsrath ver⸗ wies den Antrag Kopp (bayerisch⸗russischer Aus⸗ lieferungsvertrag) an die Ausschüsse und genehmigte den Gesetzentwurf betr. die provisorische Steuer⸗ erhebung pro 1886, sowie den Etat betr. Fran⸗ kenthaler Kanal. Berlin. Nach der „Daily News“ soll in dem Protokoll über die KarolinenAngelegenheit der spanische Archipel der Pelew⸗ und Karolinen- Inseln vom Aequator bis 159 N. Br. reichen und wischen 1830 und 1640 Oestl. L. v. G. liegen. Ueber die Marshall-⸗ oder Gilbertgruppe haben keine Unterhandlungen zwischen Deutschland und Spanien stattgefunden. Die spanische Regierung jofft, daß England dieselben Bedingungen wie Deuischland acceptiren und die Herrschaft Spaniens iber die Inseln anerkennen werde. Prinz Alexander von Hessen erhielt die 'olgende Depesche des Fürsten von Bulgarien: „Pirot, 21. Dezember, 6 Uhr Abends. Der Waffenstillstand wurde soeben unterzeichnet uud der ichelonweise Abmarsch der Armee beginnt morgen rüh. Die Serben müssen zuerst den bulgarischen goden räumen, und zwar bis zum 24. Dezember. Ddann verläßt die bulgarische Armee das serbische Terrikorium innerhalb dreier Tage. Der Waffen⸗ tillstand geht biß zum 1. März.“ Nach einer Depesche des Wolffschen Bureaus vurde das Schlußprotokoll über die De— markation zwischen Serbien und Bul- zarien bereits vorgestern Nachmittags von der nternationalen militärischen Kommission ausgefer⸗ igt. Der Abschluß des Waffenstillstandes ist dem⸗ nach sehr schneli gefolgt. Dem Schlußproiokoll ufolge soll bei gegenseitiger Räuumung der olkku⸗ irten feindlichen Gehiete die Demarkationslinie ie Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel beginnt iür unser Blatt ein neues Abonnement, worauf aufmerksam zu machen,. wir uns hiermit erlauben. Der „St. Ingberter Anzeiger“, umtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbe rt vird auch im neuen Jahre zu demselben Preise wie bisher wöchentlich 5mal, 2mal mit Unterhaltungsblatt und Sonn⸗ ags mit Zseitiger, illuftrierter Beisage erscheinen. Ueber die politischen Vorkommnisse vird er möglichst rasch und eingehend, dabei frei jon allem Parteigezänke, berichten. Den lokalen ind provinziellen Angelegenheiten wird fortgesetz eine Aufmerksamkeit zugewendet bleiben. Ueberhaupt wird er bestrebt sein, allen billigen Anforderungen, die an ein Lokalblatt gestellt werden können, zu jenügen. — Zum Abdrucke im Unterhaltungsblatie liegen mehrere spannende Erzählungen bereit. Die be⸗ iebte illustrierte Sonntagsbeilage wird auch im neuen Jahre durch gediegenen Inhalt in Wort und Bild zen Beifall der geehrten Leserinnen und Leser zu erhalten sich angelegen sein lassen. Bestellungen auf den „St. Ingberter An⸗ eiger“ nehmen für hier die unterzeichnete Expedition uind die Austräger des Blattes, für auswärts die uständigen Postanstalten und Postboten entgegen. Indem wir bitten, die Erneuerung de—s Abonnements, sowie Neubestellungen zefälligst bald machen zu wollen, sei bemerkt, daß ansere hiesigen Abonnenten das Blatt auch im neuen Quartale fortgeliefert erhalten, wenn nicht dor Ablauf dieses Monats ausdrücklich Abbestellund erfolgt. Auch als wirksames Insertionsorgan ei der „St. Ingberter Anzeiger“ hiermit einem geehrten Publikum in Erinnerung gebracht. Hin— ichtlich der Einrückungsgebühr erlauben wir uns, nuf das am Kopfe des Blattes Gesagte hinzuweisen. Ergebenst! Redaktion und Expedition des St. Inaberter Auz.“ Au—slaud. Wien, 22. Dez. Der Waffenstillstand zwischen Bulgarien und Serbien ist bis zum 1. März k. J. abgeschlossen. Beide Theile räumen das feind— iche Gebiet. Die Serben machen mit der Räum— ung des Gobiets van Middin den Anfanga. Ackroale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 24. Dez. Wieder naht Jeran der glückselige Weihnachtsabend, an zem der Kerzenschimmer des Christbaums in hellem Wunderschein auf lauter fröhliche, glückliche Herzen jerniederstrahlt. Die frohe Verheißung „Friede den Menschen auf Erden“, die vor nahezu 2000 Jahren »om Himmel herniederschallte und der Welt die Beburt des Erlösers verkündigte, sie hallt jedes Jahr an dem heutigen Abend auf dem weiten Erdenrunde in den Herzen aller Christen wieder. And abermals bricht an das freudenreiche Wei h⸗ rachtsfest, an welchem bei uns Deutschen der mmer grüne Tannenbaum in hellem Lichterglanze auf dem Weihnachtstische prangt, der hohe Freu— )entag, an welchem alle Herzen höher schlagen, an em Alt und Jung sich nicht minder freuen auf die Ueberraschungen, die sie bereiten, als auf die, velche sie mit Spannung erwarten. Wünschen wir, zaß bei seinem leuchtenden Kerzenschimmer sich alle Hoffnungen der kleinen wie der großen Kinder er⸗ üllen mögen und daß sich das liebe Christkind recht reichlich bei Allen mit seinen Gaben einstellen möge. *St. Ingbert, 24. Dez. Auf Sylvbester⸗ ibend hat die Gesellschaft ‚Harmonie“ im Saale »on Horst ein Konzert mit darauffolgendem Balle veranstaltet, worauf die Mitglieder des ge— nannten Vereines aufmerksam zu machen, wir uns viermit erlauben. * St. Ingbert, 24. Dez. Gestern Nach⸗ nittag wurde in der Kohlenstraße das 4jährige rind des Tagners Ripplinger überfahren. Ein Hinterrad ging dem Kinde über die Brust; zum Zlucke soll dieses jedoch keinen ernstlichen Schaden durch den Unfall erlitten haben. Der Siudirende der Theologie, Herr Nik. ayser von hier erhielt für das Jahr 1886 ein trei⸗Stipendium von 100 Markt. — Für Reisende. welche eine Tour aus der Pfalz ins Hessische machen, duürfte nachfolgende Zetaantnmachung der Direktion der pfälzischen Bah⸗ gen von Inieresse sein: „An die Reisenden, welche mit Relourbilleten J. Klasse oder II. Klasse nach iner der Stationen Osthofen, Oppenheim, Mainz zeinen direkten Schnellzug benützen wollen, find, da Schnellzug⸗Retourbillete vom i. Januar 1886 ab nicht mehr aufliegen, auf Verlangen zu den RKtetourbilleten SchnellzugZuschlagbillete ab Worms nach der betreffenden Bestimmungsflation zu ver—⸗ abfolgen. Unsere betreffenden Einnehmereien er⸗ halten die benöthigten Schnellzug⸗Zuschlagbillete.“ Gegenwäriig macht wieder ein Artikel über Verjährung von Schuldforderungen die Runde durch die pfalzischen Blätter, der aus Muünchener Blättern stammt und fast alljährlich wiederkehrt. Die betr. Bestimmungen haben jedoch rür die Pfalz keine Geltung. Die bei uns in dunwendung kommenden Paragraphen des Code Napoleon iauten wesentlich anders. — Gemäß Aufstellungen des statistischen Bu⸗ reaus wurden im Jahre 1884 in der Pfalz geboren: 18,7388 Kinder männlichen und 12,797 weiblichen Geschlechts. Im gleichen Zeitraum fanden 15,118 Sterbefälle und 4994 Eheschließungen statt. A dDas Berwaltungs-Resultat des Einnehmer-Pensions⸗Vereins für das Jahr 1884 ist folgendes: Die Einnahmen betragen 52,063 M. 30 Pff, die Ausgaben 48,332 M. 92 Pf., sohin Baar Ueberschuß 3780 M. 58 Pf. Der Vermö⸗ gensstand Ende 1884 beträgt 239,725 M. 68 Pf. und hatte eine Mehtung von 6312 M. 40 pf. Unterstüßt wurden im Jahre 1884 50 Wittwen, 22 Waisen, 1 Doppelwaise. R.Vonder Blies, 28. Dez. Zur Rich- tigstellung ihrer in Rr. 250 des „St. Ingb. Anz.“ gebrachten Nachricht bezüglich des Ballweiler Jagd⸗ unglücks diene Nachstehendes. Die Affaire spielte sich nicht im ersten Treiben. sondern vor Beginn der Jagd, während H. Adolf Müller von Wolfers⸗ heim die Treiber anstellte, ab. Der allzueifrige And deßhalb auch so unglückliche Schütze, Herr Beschäftsmann Rammel von Homburg, vernahm dag Anrücken eines Wildes, das noch ziemlich fern gewesen ist, legte fich flugs in's Feuer und — pauf!“ — saß der Schuß auf 8 friedlich bei inander stehenden Treibern, die noch ihrer zuzu⸗ weisenden Plätze harrten. Alle drei sind aus Blich veiler. Glucucher Weise ist keiner lebensge⸗ ährlich verwundet und sollen sich die zwei leicht⸗ berwundeten am Abende des Unglückstages noch zütlich gethan haben im Beite beim Bier. Der schwerer Verwundete mag wohl Schmerzen haben, aber da das „Silber⸗ oder Goldpflaster“ für die⸗ jelben doch gefordert werden wird, so dürfte die glänzende Aussficht hierauf dieselben etwas mildern. dem eifrigen Jünger Nimrods aber wollen wir zur Beherzigung für die Zukunft unsere alten Sprichwörier in's Gedächtniß zurücktufen: „Spiele nicht mit Schießgewehre“ ⁊c⸗ und „Schuster, bleib beim Leisten“ und will er letzteres durchaus nicht, so sei er „Nur kalt, kalt bis ans Herz heran“, befonders auf der Jagd: — Pirmasens, 22. Dez. Der hiesige Stadtrath hat für das Jahr 1886 das Schulgeld abgeschafft. Neustadt, 22. Dez. Der Buch⸗ und Steindruckereibesitzer Herr J. H. Ziegler ist im Alter von 47 Jahren gestorben. — Neustadt, 22. Dez. In einem Dorfe unserer Nachbarschaft ist einer Witiwe, welche eben im Begriffe stand, eine zweite Ehe einzugehen, der Bräutigam durchgegangen. Den dort üblichen Hochzeusschmaus, welcher erst nach vollendeter Trau⸗ ung eingenommen wird, ließ das Brautpaar sich schon im Voraus wohlschmecken. Der Braͤutigam erließ 14 Stunde vor der zur Trauung festgeseßzten Zeit unter dem Vorwande, daß er noch etwas zu resorgen hätte, die festlich geschmückte Braut; seine Ruͤckkehr wurde mit aller Ungeduld erwartet, aber zx zog es vor, unsichtbar zu bleiben. (N. B.«Z.) WLambrecht, 21. Dec. Von Schafzüch⸗ ern Nord. und Süddeutschlands werden an den sohen Reichstag Petitionen vorbereitet, welche die Tinführung non inganasraslen anf Snhafmalse aꝛum Zwecke haben. Die hiesige Tuchmacher ⸗Innung hat iun eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, in velcher gebeten wird, ‚der Reichstag wolle einem Antrag auf Einführung eines Eingangszolles auf Wolle keine Folge geben, sondern einem solchen ine ernste Abweisung zu Theil werden lassen.“ (Pf. K.) Vermischtes. Trarbach a. Mosel, 19. Dez. Ein gestern Abend kurz vor 7 Uhr im Nachbarorte Traben ausgebrochenes Feuer legte binnen zwei Stunden nicht weniger als 12 Wohnhäuser mit erschiedenen Nebengebäuden in Asche. — Es ist zies seit August der zweite größere Brand in Traben; der erste legte 5 Häuser nieder. In Trarbach und in Trabes ist die Ansicht allgemein zerbreitet, daß Brände angelegt worden sind. Der Besitzer des Hauses, in welchem der Brand im August ausbrach, ist auch bereits vor die Assisen zerwiesen. Merzig, 22. Dez. Eine recht originelle Begebenheit passirte unlängst auf der Bahnhofstraße kin Merziger Einwohner, der viel mit Schweinen. imzugehen hat, führte ein solch Borstenthier aus em Sitalle des Herrn B—s, Bahnhofstraße. Das wei Centner schwere Borstenthier zeigte bei dem Transport große Widerspenstigkeit, da es wohl nerkte, daß dies sein letzter Gang sein sollte. Unter zielem Zerren und Antreiben gelrng es nun doch, as Thier bis zum Hause des Herrn Anton Gott⸗ ang zu bewegen, aber da plötzlich warf es sich im und machte von seinen Kräften Gebrauch. zeim Umdrehen gerieth es zwischen die Beine seines rührers, sodaß dieser verkehrt auf das kollossale chiere zu sitzen kam. Hopp, hopp, hopp, ging es etzt im Galopp Deusters Gasse hinauf über die zahnhofstraße dem Stalle zu. Zum Gaudium ller Anwesenden hatte der verdutzte Reiter in ezrmangelung einer Halfter schnell den Schwanz es Schweines ergriffen, um sich daran festzuhalten — und um dem Bilde die Krone aufzusetzen, auch ioch seinen erdenen Nasenwärmer, der ihm zu werth var fallen zu lassen, krampfhaft im Munde be⸗ salten. Es war ein originelles Bild, dieses Reiter- Bravourstück und das Lachen der Anwesenden konnte ast kein Ende nehmen. .(M. Zig.) FMainz, 21. Dez. Der zum Tode ver—⸗ irtheilte Doppelmörder Herbst hat das Rechtsmittel der Revision an dem Reichsgericht in Leipzig er- zriffen. F In Wertheim ist im Gymnasium die gyptische Augenkrankheit ausgebrochen; es mußten dereits 40 Schüler entlassen werden. F Konstanz, 20. Dez. Lieutenant Hellwig zefindet sich seit dem Freitag in der Kaserne in AUrrest; vor dem betr. Zimmer ist ein Posten uufgestellt. Kempten, 16. Dez. Der Oekonom J. Engelbrecht von Tannhausen wurde von seinem eigenen Hunde, einer Ulmer Dogge, förmlich zerrissen. F München, 28. Dez. Wie die „N. MN.“ jören, hat der kürzlich verstorbene Hof-Bankier Jos. Fehr. v. Hirsch für wohlthätige Stiftungen ind zur Vertheilung an Armen eine Summe von 100,600 Mk, durch letztwillige Verfügung bestimmt. diese Zuwendungen sollen theils der Stadt Mün⸗ jen, theils den Landgemeinden Planegg und Um⸗ sebung uud zum Theil den israelitischen und an— eren Wohlthätigkeitsanstalten in München zufallen. F In Hannobder wurde ein Gastwirth zu zier Monaten Gefängniß verurtheilt, weil er sich en schlechten „Scherzẽ gemacht hatte, im, Tageblatt“ ine erdichtete Verlobungsanzeige zu veröffentlichen. *Hamm, 23. Dez. In der vergangenen tacht hat der geisteskranke Kaufmann Müttelmann ier seine Ehefrau und seine fünf Kinder dadurch jetödiet, daß er ihnen der Reibhe nach den Hals urchschnitt. F Den Dienstmädchen scheint mitunter zas Bewußtsein davon ganz entschwunden zu sein, aß planmäßiger Ungehorsam gegen die Diensiherr⸗ hhaft nicht nur ihre Dienstentlassung, sondern auch hre Bestrafung auf Grund der Gesindeordnung ur Folge haben kann. Das Berliner Schöffenge⸗ icht hatte Gelegenheit, in einem derartigen Falle zas Bewußtsein der Betreffenden zu schärfen. Ein zei einem Kaufmann in Dienst stehendes Mädchen üstete sich eines Tages, als die Herrschaft ausgehen vollte, ebenfalls zum Ausgehen und ging schließlich k aller Perbote auch wirklich forf Der Herr— chaft blieb nichts übrig, als die Widerspenstige nus dem Dienste zu entlassen. Das Schöffengericht „erurtheilte das Mädchen noch nachträglich zu 6 Mark Geldstrafe oder drei Tagen Haft. FParis, 17. Dez. In Bordeaux duellirte sich der Yjährige Clemens Boucher und der 10jährige Max Foulon auf Pistolen. Die Waffen stahlen sie ihren Eltern. Foulon, als der Geforderte, hatte den ersten Schuß, er zielte und traf den kleinen Boucher mitten in die Brusft, der mit einem lauten Aufschrei zusammenbrach. Zwei Tage darauf ist der arme Knabe der Verletzung erlegen. F Ein schrecklichs Grubenunglück er— eignete sih am 22. Dezember in Nanticoake, Pennsylvanien. Die Decke einer Grube brach zu⸗ sammen, worauf Wasser in die Grube drang. Die Arbeiter mußten 1000 Fuß bis zum Schacht laufen, im sich von dem nachstürzenden Wasser zu retten. Die Letzten wurden jedoch vonden Sand und Trümmer nit sich führenden Fluten ergriffen und sie suchten eitwärts Schutz in einem Luftschacht. Es wurden ofort in denselben Stricke hinuntergelassen und es Jgelang so eine Anzahl Arbeiter, denen das Wasser jereits bis zum Halse reichte, zu retten. Allein 26 Personen, darunter einige Deutsche, blieben in »er Grube eingeschlossen und als am andern Morgen 1000 Arbeiter sich weigerten, die Arbeit aufzu- iehmen, ehe ihre Kameraden gerettet seien, begann nan einen 350 Fuß langen Gang zu graben, um 'n die Kammer über dem Wasser zu gelangen. Bis zur Nacht war die Rettung der Eingeschlossenen noch nicht gelungen. Ghbierkampf in einer Mena— gerie.) Aus Philadelphia, 9. Dezember, melden zmerikanische Blätter: In der Menagerie von Forepaugh betrat ein Bändiger den Käfig des nu⸗ zischen Löwen Prince, welcher übler Laune war und den Bändiger angriff. Dieser ergriff die Flucht, ieß dabei die Käfigthier offen und viel zu Boden. Der Löwe setzte ihm nach, sprang jedoch über ihn vegn, dem Elefantenhaus zu und zu dessen offener Thür hinein. Der Elephant Bolivar, der größte etzt überhaupt in Gefangenschaft befindliche — tand schlafend bei dem Pfosten, an den er ange⸗ ettet war, als der Löwe ihn angriff. Nach kurzem Zampf hatte der Elephant den Löwen abgeschüttelt und trat ihn sofort todt. Amerikanischer Nationalstolz, dehrer: „Wie heißt der erste Mensch ?“ — Schüler: „George Washington“. — Lehrer: „Nein, Adam var der erste Mensch.“ — Schüler (verächtlich): ‚„Ach ja, wenn Sie die Ausländer auch mitrechnen!“ Fur die Redaktion verantwortlich: F. X. Wemeg. Pndlich LKinmal inden wir in der Deggendorfer kathol. Kirchenbau⸗ ꝛdotterie einen Ziehungsmodus, der schon lange ehnlichst erwaritet wurde. Ein Rad enthält sämmt⸗ iche Loosnummern und ein zweites Rad sämmtliche Bewinne (mit Ausnahme der Kleinsten.) Jeder Gewinn wird Zug um Zug einzeln aus den beiden städern gezogen. Man kann gewinnen — nur baar Geld — in Gold oder Banknoten, ohne jeden Abzug: — Prämie und Haupitreffer 120,000 M. oder 70,000 M., 50,000 M., 20,000 M., 10,000 M., 2mal 6000 M., 10mal 1000 M. und viele Bewinne zu 500 M., 200 M. ꝛc. Deggendorfer Ziehung vollständig gesichett und ohne Verschub Jachsthin Donnerstag 7. Januar. Loose à 2Mt. 11 Loose 20 Mt. bei allen Verkaufstellen. Ich habe mir einen gründlichen Katarrh ugezogen, hört man oft und viele Personen sind u dieser Jahreszeit mehr oder weniger damit be⸗ allen. Selten jedoch wird einem solchen Katarrh ie Boͤsartigkeit zugetraut, welche derselbe bei Ver⸗ aachlässigung zeigt und es gibt viele Fälle, wo zungenschwindsucht und andere schwere Krankheiten adurch entstanden sind. Als Schutz- und Vor⸗ eugungsmittel verdient der ächte rheinische Trauben— ZrustHonig von W. H. Zickenheimer in Mainz allen empfohlen zu werden, welche an Beschwerden der Athmungsorgane zu leiden haben, da dieser ingenehme Saft die Eigenschaft besitzt, den Schleim u lösen, die Trockenheit und dadurch den Reiz um Husten zu mildern und zu heben, wodurch aldige Beseitigqung der lästigen Zufälle erzielt wird- Licitation. Versteigerungs⸗ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde St. B e k anntma ch un g Ingbert für das Jahr 1886 ist auf⸗ (Auszug.) gestellt und liegt während 14 Tagen Montag, den 1. Februat zu Jedermanns Kinsicht auf dem Bür⸗ 836, Vormittags 9 Uhr, zu Ens thermeisteramte offen. Je rim in der Wirthschaft von Heinrich/ St. Ingbert, den 23. Dezember 1885 Fries, Der Burgermeister werden vor Philipp Kemmer, kgl Heinrich. zayer. Notare im Amissitze zu 8t FAMXXMSSS Ingbert, als hiezu ernannten Ver Lungenleidende beigerungsbeamten inden sichere Hülfe durch den Gebrauch meiner Lebens⸗Essenz. Husten u. Aus⸗ Jakob Munz, Holzhaͤndler un urf hört nach A Tagen auf. Aderer, und dessen gewerblose Ehefrauswlele, selbst in derzweifelten“ Fällen Maria Burgett, beisammen ir fanden völlige Genefung, stets aber xẽns heim wohnhaft, Solidarschutdner ag⸗ sie sofort Linderung. Katarrh, die nachbeschriebenen, zu diesen Hufien, Heiferkeit hebt ie sofort und Zwece beschlagnahmten —S— ich bei strenger Befolgung der e auf Eigenthum Vorschrift für den Erfolg Garantie. zersteigert, namlich Icrift 6. Stenergemeinde Ensheim, Besihltte dsh seit Werchin grde Nr. 1012: soder nach Einsendung des Betrages 1. Plan Nr. 318.2 a 80 qm, — nbeminelten gegen Bescheinigung der 28 — oder des Ortsgeistlichen mt Ve ve n ꝛoatis. Apotheker Dunckel, Kötzschen ronstigen Zubehörden, Haus Be — ——— 4, gelegen zu Ensheim im Ort⸗ — deben Johaum Burgett und An Die gaarntirt reinschmeckenden dreas Ziegler; ge—ranntené Bßlan Nr. Dae 3 a 40 qn Java e LKalfee's Wiese im Lochfeld; Steuergemeinde Ormesheim, aus der Dambpf · Caffee · Brennereid Besitz Rr. 991: vbon Plan Rr ogig 322 4 Jlldlu ohnt, ju Buu au Rueint qm Acker hinter Gehrle; sind in Originalverpackungen von? Plan Nr. 290613, 214 30 n s, Ua und s Kilo zu haben? Acker allda; in St. Ingbert bei 2 Plan Nr. 2899, 20 a 10 qn Iuhun, N. Jung und * Acker allda; P. Zepp. Plan Rir 42892, 28 4 70 Acker allda; 7 Plan Nr. 2865, 15 a 40 qm Acker allda; 8. Plan Nr. 2886, 51 a 20 qm Acker allda; 9. Plan Nr. 2921, 31 a 80 qm Acker allda; Die Liegenschaften kommen g um Ausgebote und es erfolgt der Zuschlag sogleich bei der Versteigerung. Die Versteigerungsbedingungen kön⸗ nen bei dem Versteigerungsbeamten eingesehen werden. St. Ingbert, den 14. Dezbr. 1885 Der Versteigerungsbeamte: Kemmer, k. Notar. —I . n —V— Am 2*. Weihnachtstag IEL Anfang 3 Uhr Nachmittags bei Jacob Quirin, Rentrisch aontag, den 11. Jannar 1886, Vormittags 11 Uhr., St Ingbert in der Wirthschaft oon Heinrich Schmitt Wittwe, oird durch den unterzeichneten, gericht⸗ ich hiezu beauftragten k. Notar, ab⸗ heilungshalber öffentlich auf Eigenthum yersteigert: Plan Nr. 2860 — vielleicht auch ßian Nr. 2860911 — 83 2 Fläche, Wohnhaus, Hofraum nunnd Garten auf er Meß, in der Stadt und Steuer⸗ jemeinde St. Ingbert. Eigenthümer sind: Georg Scherer Maurer, in St. In gbert wohnhaft, groß⸗ ührig; Maria Scherer, gewerblose Ehefrau von Jakob Kaiser, Schmelzarbeiter, beide allda wohnhaft; Johann Peter Scherer, geprüfter Gerichtsvollzieheramtsbe⸗ werber, großjährig, daselbst wohn- haft, zur Zeit Soldat beimsk. 9. 2. Trainbataillon zu Würzburg in Garnison; Peter Scherer, Schmelzar⸗ heiter, emancipirter Minderjähri⸗ ger, in St. Ingbert wohnhaft, dermalen Soldat beim k. b. 18. Infanterieregiment zu Zweibrücken in Garnison, welcher seinen ge⸗ nannten Bruder Georg Scherer zum Curator hat. — Diese 4, Kinder erster Ehe der zu St. Ingbert wohnhaft gewesenen und verstorbeneu Louise Schmitt, mit ihrem gleichfalls daselbst ver⸗ lebten Ehemann Peter Scherer, im Leben Schlosser; das einzige Kind zweiter Ehe der genannten Louise Schmitt mit ihrem ebenfalls verstorbenen Ehemann Jakob Fatscher, lebend Maurer, in St. Ingbert vohnhaft gewesen, NamensLonise Fatscher, ledig, minderjährig und gewerblos, welche ihren ge⸗ nannten Stiefbruder Georg Sche⸗ rer zum Hauptvormunde und ge⸗ nannten Jakob Kaiser zum Neben⸗ vormunde hat. St. Ingbert, den 23. Dezember 1885 —IXXECEE k. Notar. — wviehtig für lausfrauen! Die Holländische Kaffee-Brennerei H. Disqué & Cie. Mannheim empfiehlt ihre unter der Marke „Elephanten⸗ i v Kaffee“ vegen ihrer Güte und Billigkeit so herühmten, nach Dr. v. Liebig's Vor⸗ chrift gebrannte, hochfeine Qualitäts⸗ daffee's: . Manilla⸗Mischung per Pfd. AM. 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Zickenheimer in Mainz As überaus angenehmes, unübertreffliches Haus. und Genußmittel, welches seit nun mehr 20 Jahren nie ohne das günstigste At Resultat in Anwendung gebracht wird, αααι. glanzend bewährt, in allen divilisirkten Lan⸗ dern eingeführt und überall volle Anerkennung erworben. Dieses, aus edel- sten rheinischen Weintrauben dargestellte, höchst köstliche Trauben-Präparat wirkt gleich nach dem ersten Gebrauche auffallend wohlthätig, zumal bei Zrampf ; und Keuchhusten, mildert augenblicktich den Hustenreißz und das Zitzeln im Kehlkopfe und führt schon nach kurzem Gebrauche selbst den schlimmen Schwindsuchtshusten und das Blutspeien in die mildeste Form über. In Folge seiner blutregenerirenden Eigenschaften und eminenten Nähr⸗ kraft leistet der rheinische Trauben⸗Brust-Honig auch bei Körverschwäche, Blutarmuth, Kräfteverfall, Reconvalescenz, namentlich auch ——— bei schwächlichen Frauen und Kindern überaus gule Dienste. — —8 Prospecte mit Gebr. 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Dder St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wochentlich fünfmal: Am Montag, Dieunstag, Donunerstag, Sametag und Sonnutag; 2mal wöoͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ zlatt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljahrlich 1 M 60 4⸗ einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 4, einschließlu 40 ⸗ Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 A. Neclamen 30 A. Bei 4maliger Ermruckung wird nur dreimalige berechnet. — — — Montag, 28. Dezember 1885. M 253. Deutsches Reich. Berlin, 26. Dez. Se. Majestät der Kaiser empfing gestern Mittag den bisherigen Oberhof- and Hausmarschall Grafen Pückler zur Abschieds- audienz und verlieh demselben den Schwarzen Adler⸗Orden in Brillanten. Gestern Nachmittag um 4 Uhr empfing der Kaiser den Reichskanzler zu einem dreiviertelstündigen Vortrage; derselbe vpurde sodann auch von der Kaiserin empfangen. Berlin, 25. Dez. Gestern Vormittag fand ierselbst die Unterzeichnung des Protokolls, betr. die Heutschen und französischen Besitzungen an der West⸗ üste Afrikas und in der Südsee, statt. — Die belgische Regierung ist hier offiziell für aie Konzessionirung der Eisenbahn Mainz-Brüssel norstellig geworden. — Dem Reichstage geht nach dem Feste oder nach Neujahr ein Weißbuch über die Karolinen⸗ rage zu. feier und im Lokale von Grewenig hatten das Tasino, der katholische Gesellenverein ind der Verein, Du kommst janicht“ ihre zetreffenden Vereinsfeierlichkeiten veranstaltet. 2. Zum Zweck der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Neujahrsnacht und um dem die Sicherheit der Personen bedrohenden Un— fug derselben entgegenzutreten, hat die kgl. Regier⸗ ung der Pfalz für die Tage des 31. Dezbr, 1885 ind des 1. Januar 1886 den 81 der allerhöchsten Verordnung vom 21. Januar 1872 in Wirksamkeit gesetzt, nach welchem die Führung nachstehender Waffen, als: 1. von Dolchen, Stiletten und an— )eren im Griffe feststehenden oder vermittelst einer Vorrichtung fest stellbaren Messern, 2. von zuge⸗ pitzten Streichern und von Pfriemen, 3. von Ter— erolen, Sackpistolen und Revolvern, 4. von Ab⸗ chraubgewehren, 5. von Raufringen oder Schlag⸗ eisen, allen unselbstständigen Personen verboten ist. Ingleichen ist gegen jeden ruhestörenden Lärm oder Jroben Unfug auf Grund des 8 360 Ziff. 11 des Straf jesetzbuches die gerichtliche Strafeinschreitung zu veranlassen. — In Eisenberg brachen zwei Mädchen — Schwestern — auf dem Weiher der Papier- sabrik durchs Eis; sie wurden von Maurer M. Schramm unter den schwierigsten Umständen von sicherem Tode errettet. — In Berlin, Jaägerstraße 54, hat die Wein- jandlung Gebr. Lieberich in Neustadt ein Comp- oir und Engros⸗Lager von Weiß- und Rothweinen der besseren und besten Lagen der Pfalz, des Rheines und der Mosel, sowie auch sonstiger in? und aus— andlischer Weine errichtet und gleichzeitig daselbst ine Weinstube „Zur Rheinpfalz“ etablirt, in der ediglich Weine aus ihren Kellereien zum Ausschank lommen. — Von Mezggermeister Fried in Neustadt vurde vorige Woche ein schwerer, junger Ochse ge⸗ chlachtet, welcher ein Schlachtgewicht von 1680 Pfund aufwies. — In Mußbach starb am 22. d8. Herr dehrer Schneider. — Am 22. Dezember fand im Regierungs⸗ Bebäude in Speyer die diesjährige Verloosung der unter dem Protektorate Sr. Erzellenz des kgl. Regierungspräsidenten Herrn v. Braun stehenden Bfälzischen Aussteuer-Anstalt statt. Die glüdlichen Hewinner von je 300 Mk. sind: Nr. 245, Luise Bossert in Lambrecht; Nr. 1319, Elisabetha Becker in Landau; Nr. 1069, Karl Gustav Weber in Dürkheim; Nr. 1066, Mina Hosemann in Lan— dau; Nr. 1149, Maria Häberlein in Mutterstadt Nr. 12883, Elisabetha Jörges in Grünstadt; Nr. 205, Anna Krebs in Oppau; Nr. 789, Hermann Engelbach in Homburg; Nr. 1135, Katharina Jung in Landau; Nr. 60, Adalbert Dilg in Zweibrücken; 771, Maria Engel in Hagenau; Rr. 21, Clara de Lamotte in Speyer; Nr. 233. Luise Staudinger in Edesheim. — Die „Sp. Zig.“ bringt die überraschende Nachricht, daß der Bierbrauereibesitzer Silbernagel in Beilhe im seinen Kunden den Bierpreis so tellen will, daß der Schoppen des braunen Nasses im 10 Pf. verabreicht werden kann. Billiger Wein ind noch billigeres Bier! Da läßt sich trinken. — Dem „Pf. K.“ zufolge wird das neut Bezirkdamt Ludwighafen a. Rh., mit dem .Fehruar 1886 ins Leben treten. WVermischtes. F Trier. Der „Kirchliche Amtsanzeiger“ für zie Diözese Trier bringt folgenden Erlaß des Bi— chofs Herrn Dr. Felix Korum von Trier: „Mit dem 2. Januar kommenden Jahres vollenden ich 25 Jahre seit dem Regierungsantritt Seiner Majestät des Kaisers und Königs. Um der freu⸗ zigen Theilnahme des Landes an diesem bedeutungs- vollen Ereigniß auch kirchlich in geeigneter Weise lusdruck zu geben, verordne ich, dak am 3. Januar 886 in allen Pfarrkirchen meiner Diözese im An- chluß an den Hauptgottesdienst ein feierliches Te⸗ deum abgehalten, und daß diese Feier am vorher⸗ gehenden Sonntag von den Kanzeln verkundigt verde.“ FKreuznach. Auf der Ebernburg wird der Architett Opfermann aus Mainz Vermessungen yornehmen, um auf Grund derselben die Plaͤne ind Kosten⸗-Anschläge für den Unterbau zum Hut- en⸗Sickingen⸗ Denkmal auszuarbeiten. Das Denkmal vird seinen Platz nicht, wie vielfach angenommen wird, auf der Höhe der Burg in dem dortigen engbegrenzten Vorbau, sondern unmittelbar darunter erhalten, so daß es von allen Seiten umgangen werden kann. Fine Aufstellung an dieser Stelle bedingt allerdings, da hier erst eine genügende breite Fläche geschafsen verden muß, umfangreiche Erdarbeiten und einen tostspieligen Unterbau. Darüber herrscht aber nur eine Ansicht, daß der Raum in dem Vorbau auf der Höhe selbst für das Denkmal keinen genügenden Raum bietet und daß letzteres auch nicht auf dem Hofe der Burg aufgestellt werden kann, da es dann von unten nicht sichtbar sein würde. In der etzten Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses des Komites, zu der bekanntlich auch verschiedene nuswärtige Mitglieder des letztern erschienen waren, hat man sich für die Ausführung des Denkmals in Erz ausgesprochen, welche nach fachmännischem Urtheil nicht viel theurer kommt als die aus Mar⸗ nor. Als Modell soll, sofern fich die am 6. Januar k. J. in Münster am Stein stattfindende Beneralversammlung des Gesammt⸗Komites damit einverstanden erklärt, der nur in wenigen Punkten zu ändernde Entwurf dienen, den der verstorbene Ktarl Cauer im Jahre 1862 hergestellt hat und der von fünf namhaften Künstlern als ausführungs- werth bezejchnet worden ist. Frankfurt, 21. Dez. Bei einem Aus⸗ luge, welchen ein junger Mann in Gesellschaft eines besten Freundes machte, hatte er das Unglück, dem letzteren aus Versehen das eine Auge derart zu beschädigen. daß es verloren ging. Später hüßte der Verletzte auch das Augenlicht auf dem weiten Auge eia. Der Vater des blind gewor⸗ enen jungen Mannes verlangte nun eine bedeu⸗ ende Entschädigung. Noch ehe es zum weiteren Brozessiren gekommen ist, haben sich die Parteien Hahin geeinigt, daß der an dem Unglück Schuld ragende junge Mann von seinem ihm bereits zu— gefallenen mütterlichen Erbe eine einmalige Zahlung von 45,000 Mark zu leisten hat. Außerdem hat er sich zur Tragung sämmilicher Kosten verpflichtet. F In Gotha hat dieser Tage die 289. Feuerbestattung und zwar an der Leiche eines ru⸗ nänischen Obersten Rosetti stattgefunden. In diesem Jahre fanden 71 Feuerbestattungen statt. Der Verbrennungsofen besteht 7 Jahre. fF Ein Würzburger Geschäftsmann schickte einen Reisenden in die Schweiz, um Südfrüchte inzukaufen, wozu er ihm 1500 Mark mitgab Dder Meisende sschrieb non WZürich auus 14 Auslaud. Petersburg, 27. Dez. Dem Vernehmen nach wird sich der Generaladjutant Graf Adlerberg als Vetreter des Kaisers nach Berlin zu dem be—⸗ oorstehenden Regierungsjubiläum des Kaisers Wil⸗ jelm begeben. Madrid, 24. Dez. In dem heute unter »em Vorsitz der Königin-Regentin stattgehabten Ministerrathe wurde beschlossen, zu der bevorstehen⸗ )en Feier des Regierungsjubiläums Sr. Majestät »es Kaisers Wilhelm einen außerordentlichen Abge⸗ andten nach Berlin zu entsenden. Madrid, 26. Dez. Canovas del Castillo mit 222 gegen 112 Stimmen, die auf Robledo ielen, zum Präsidenten der Devutirtenkammer ge— vählt worden. Rom, 24. Dez. Der Papst hat gestern Vormittag den preußischen Gesandten v. Schlözer n besonderer Audienz empfangen. Sofsia, 26. Dez. Fürst Alexander hat heute m der Spitze von 1200 Mann seinen Einzug ge⸗ Jjalten. Der Jubel des Volkes war ein großer. Der Fürst wurde von Blumen und Kränzen fast —XC — Konstantinopel, 26. Dez. Die Pforte jerlangte von Madjid Pascha Aufklärung über die testimmung des Waffenstillstandes betreffs der Ddesignirung der bulgarischen und serbischen Dele⸗ zirten für die Friedensverhandlungen, mit dem Bemerken, daß die bulgarischen Delegirten nur als Bebilfen Madiid Vaschas zufgelassen werden könnten. Lokale und pfalzische Nachrichten. * St. Ingbert, 28. Dez. Wie in den Vorjahren, so haben auch heuer wieder zu Weih⸗ aachten die beiden Damen Kraemer daͤhier, Frau Heinrich und Frau Oskar Kraemer, in hochherziger Weise eine große Anzahl Armer, sinder und Erwachsene. mit Kleidungsstücken neschenkt. * St. Ingbert, 28. Dez. Die Sitte, Weihnachten mit einer Christbaumfeier festlich zu »egehen. bürgert sich allmählich auch in unseren Bereinen ein. Diesem Zuge der Zeit folgten in iesem Jahre auch verschiedene hiesige Vereine. So jatten im Lokale von Baumann am 1. Feiertage der Kriegervereun, am 2. Feiertage der Besangverein der hiesigen Glas— macher und gestern der Jünglingsverein hren Christbaum geschmückt. Im Lokale von Horsi deqing der Randwehryeroin deoeine Ehrist- zrillante Geschäfte machen, jedoch brauche er noc, icher zu gestalten, als man nach den ersten Nach⸗ 1000 Mark. Er erhielt auch das Geld. Von richten angenommen hatte. Nicht 500 sondern über Italien aus erhält der Geschäftsmann nun einen 1100 Arbeiter waren zur Zeit der Katastrophe in Zrief von seinem Reisenden, worin Letzterer sich her Grube beschaäftigt, und von diesen wurden m herzlich bedankte für das Geld und ihm Lebewohl venigen Stunden 900 ficher an die Oberfläche be— agte. 'ördert. Alsdann machten sich die Rettungsmann⸗ In Müuchen verunglückten sechs Personen chaften ans Werk, um die Vermißten zu suchen Nachts infolge einer Gasausströmung; eine Person ind bald kamen sie an die Stelle, wo etwa 100 blieb todt, die übrigen konnten ins Leben zurück- Leichen auf dem Boden lagen. Augenscheinlich gerufen werden. — In Frauenurach bei Erlangen varen Alle nach dem Boden des Schachts gestürzt Durde der Gemeindediener Ernsberger ermordet und ind in diesem schrecklichen Kampfe ums Leben ins Wasser geworfen. Der Thater ist noch nicht nußten die Schwachen unterliegen. Viele lagen ermittelt. zuf ihren Gesichtern und einige waren augenschein⸗ Sarah Bernharot soll ihre Kunstreise ich todtgetreten worden. Waährend der ganzen nach Amerika in Gesellschaft ihres — von ihr ge- Kacht wurde Leiche nach Leiche in meistentheils schiedenen Gatten, Herrn Damala, machen. Sie chrecklich entstelltem Zustande ans Tageslicht ge⸗ erhält eine Million Francs, aber nur, wenn Herr ördert und am 24. ds. früh waren deren 75 Damala mit ihr spieit; so will es der Gastspiel- eborgen. Während der ganzen Nacht drängten sich unternehmer, der sich von dieser pikanten Zuthat roße Menschenmengen am Grubeneingange und bei großen Erfolg verspricht. Herr Damala erhält Tagesanbruch strömten noch Hunderte aus den be⸗ 300,000 Francs, muß aber seinem Pariser Direktor achbarten Dörfern herbei. Die Szenen an der 60,000 Francs Schadenersatz zahlen. Oberfläche spotten jeder Schilderung und jeder neuen London, 23. Dez. In der Kohlengrube Ankunft der sterblichen Ueberreste der armen Berg⸗ Mardy bei Poniypridd in Wales hat heute Nach- eute folgten herzzerreißende Ausrufe und lautes mittag eine Expiosion statigefunden, während sich X 500 Arbeiter in der Grube befanden. Einzelheiten Far die Redamon veranwortuich: F. Deweß. T sind noch nicht bekannt. Das Un glück in dem Kohlenbergwerk in Schessobericn der er Star Line. A Suͤdwales) scheint sich noch schreckk 13an Veters, Haupt-Pafsage-Agentur St. Ingbert. * * 87 I — r ⸗ * — IEEE—— — —JILLLIIIO Hierdurch lade ich die Mitglieder zu der am B20. ds. Mts., A bends 28 Uhr-, im Schneiderschen Saale, stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung ein. Tagesordnung: Aenderung der 88 1 und 4 des Statuts. Mariannenthaler Hütte, den 28. Dezember 1885. Der Vorsitzende des Verwaltungsrathes. Philadelphia, 18. Dez.; der Postdampfer „Nederland“ dapiiän Griffin, ist von Antwerpen angekommen. Antwerpen, 19. Dez.; der Postdampfer „Swiztzerland; dapt. Buschmann, ist nach New-York abgegangen. New⸗York, 19. Dez.; der Postdampfer Zeeland“, Kapt. Desmet, ist nach Antwerpen abgegangen. Philadelphia, 28. Dez.; der Postdampfer „Nederland«, dapt. Griffin, ist nach Antwerpen abgegangen. Antwerpen, 23. Dez.; der Postdampfer „Belgenland', dapt. Beynon, ist von New⸗PYork angekommen. New⸗York, 24. Dez.; der Postdampfer „Waesland“, sapt. Ueberweg, ist von Antwerpen angekommen. Antwerpen, 26 Dez.; der Postdampfer ,„Pennland“ 7apt. Weyer ist nach New⸗Pork abgegangen. — Fr Blauer Dunst ist es, durch eine allzu große Anzahl kleiner Ge⸗ vinne Spieler anlocken zu wollen. — Das einzig Richtige sind viele große Treffer und viele hohe Mittelgewinne. Nur die Deggendorfer kath. Kirchen⸗ au · Lotterie besitzt solche in ausgedehntestem Maße. Man kann gewinnen: 120,000 M. oder 70,000 Mark, 50,000 M., 20.000 M., 10,000 M., 2mal 6000 M., 10mal 1000 M., und sehr viel⸗ mal 500 M., 200 M., 80 M., 60 M., 50 M. c. 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Beol gααι IXCE 4 u haben bei —— 1 6GeLESenSteæ Meitung JnIAande 3.70 Tausend Abonnenten! cheinen als Morgen- und Abendblait verschafft den Mittheilungen des B. T. eine Prio⸗ äat — mindeftens 12 Stunden Über jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung. Das steh seiner Spezial⸗Korrespondenten, das sich über die Hauptcentren des politischen Lebens, wie Paris, Wien, London, Madrid, Rom, Petersburg, Konstantinopel, New⸗ Pork erstreckt, eht das B. T. namentlich durch die ausgedehnte Benutzung des direkten telegraphischen Dienfteß in den Stand, vorzugsweise als Quelle neuester Nachrichten zu gelten. Ein igenes parlamentarisches Bureau, dessen umfassende Berichte noch mit den Nachtzuügen i3 Parlaments⸗Ausgabe“ des B. T. zur Versendung gelangen, hat sich durch seine inbeeinflußte Berichterstattung die Anerkennung der politischen Kreise erworben. Die zorgänge in der Reichshaupistadt erfahren durch den lokalen Theil des B. T. eint rompie und eingehende Beleuchtung. Handel und Industrie finden eingehendste Berück⸗ Hiigung in einet besonderen Handelszeitung, mit vollständigem Kourszetiel u. Effelten⸗ zerldosungen, während es als eine Spezialität des B. T. gilt, das Privatpublikum vor jewagten Spekulalionen und schwindelhaften Unternehmungen rechtzeitig zu warnen. — Ddas B. T. bringt die Ziehungslisten der preußischen u. sächsischen Lotterie, sowie die Ernenn⸗ mg der Civilbeamten und Offiziere. — Theater und Kunst werden im Feuilleton des B. T. zurch kritische Federn ersten Ranges gepflegt, und gleichzeitig Feuilletons aus den Mittel⸗ unkten des Kulturlebens u. wissenschaftliche, namentlich ethnographische u. astronomische ufsätze aus der Feder bewährier Fachmänner veröffentlicht. Im täglichen Roman—⸗ Feuilleton des nächsten Quartals erscheinen folgende Komane und Novellen: Hermann Zudermann;, Frau Sorge“. C. Lionhart: Ein Räthsel“. Karl Theodor Schultz Luina“. Ferner erscheinen aus der Feder Or. F. Fallson's, des bekaunten Freundes Fohann Jacoby's, politische Erinnerungen: „Aus Königsbergs vormärzlichen Tagen“ adende Schilderuͤngen einer Zeit, welche vielfach an die Gegengart erinnert. Berliner Tageblatt nebst seinen werthvollen 4 Separat⸗Beiblättern: Illustr. Witzblatt »I LIXCC, in erweitertem Umfange, Belletrist. Sonntagsblatt Feuilleton. Beiblatt „Deutsche Lesehalle“ „Der Zeitgeist“ Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenbau u. Hauswirthschaft Das „Berliner Tageblatt“ hat sich durch die Vielseitigkeit seines Inhalts und in Folge des jrischen Tons, in dem es gehalten ist, zur gelesensten u. verbreitetsten Zeitung Deutschlands ufgeschwungen. Es hat sich so einen festen Stamm von 70,000 Abonnenten erworben, die über alle Theile des deutschen Reichs u. weit darüber hinaus verbreitet sind. Eine aihnliche Abonnentenziffer ist noch von keiner anderen deutschen Tageszeitung erreicht porden. Diefer thatsaͤchliche Erfolg muß als Konsequenz seiner Leistungen angesehen derden, die allen Ansprüchen genügen, welche man an eine große politische Zeitung zu tessen berechtigt ist. Tie freimüthigen, klar und faßlich geschriebenen Leitartilel liefern en Beweis, daß das ‚Berliner Tageblatt“ bei aller Entschiedenheit seiner liberalen altung, stets seine volle Unabhängigkeit bewahrt hat. Sein täglich zweimaliges Er⸗ Man obonnirt für das 1. Quartal (Januar, Februar, März) auf das „Berliner Tageblatt“ nebst seinen werthvollen 4 Separat-Beiblättern bei sämmtlichen Po sianstalter des deutschen Reiches für 2M Probe⸗Nummern den Betrag von nur 5 Mark 25 Vf. aratis 4. trauto —A—— 28 F 2*282252 8B 2328 22553 35 8535528 —— 533 — 255 3 3 zS 22 — 828 5 —*—52554 2 532 2 — 55 * E — —— 533555 — — — B 5* ẽ 328 22258 555—28 288 8 * —*— J — — —2 25 —2 32 * * 2 2 8 2 —— 22 — J ——— — — — 5235 —*437 35355535 33 z5553 5333856338 232 —84 525285 * * 3 5 * ———— —— 2 — C — — 2758 r 255 2 — 232 25 *55 233 — A ——— —23825 25 2 13 358 758 8333— —33 — —*5 — —* 7 7 z234 —— — 23553587 s* 22 —2 7282537 5 —23 2* — · — — *8 2 3 2 —EX— —— 25382 * — * * — 3— — 42 55388 —— 85 26 3 35528335 —253 27 2 25.25* 323 —— — — 5s53— — 2 255 3535837 —2 2 — — —— — 8 32.. 28 — 5 220 3 583 —52 —8 * — ⁊ 8 2.5 153—”„ 88 2582 5533538 . 323 * —— — J —E 52,5 3 322 5 — s—* — * 55, 32 3—53232 * —2 8* —5 — — 2528. * 3233 53333 —135333583 35 58 3 3363 838785 sz836 555235 558288 — 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Intbherter Amzeiger MIDIIIO A Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er „St. Jugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich fünfmal: Am Wrontag, Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag; 2mal wöchentlich mit Unterhaltungt⸗ In und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Beilage. Das Blatt kostet vierteljährlich 1.M 60 « einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. 75 à, einschließli Zustellungsgebuhr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Sarmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —6 bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Crvedition Auskunft ertheilt, 18 4, Neclamen 30 . Bei 4maliger Enrückung wird nur dreimalige berechnet. — — M 254. Dienstag, 29. Dezember 1888. 20. Jahrg. zinladung zum Abonnement. München, 26. Dez. Im Kollegium der Zemeindebevollmächtigten wurde der jüngst gefaßte zeschluß, die Ueberlussung der Erbschaftssteuer an die Gemeinden anzustreben, heute dahin erweitert, »aß man auch um Ueberweisung der sogenannten jerrenlosen Erbschaften, d. h. der Vermögensbe⸗ tände, für welche tin gesetzlicher oder durch letzt⸗ villige Verfügung bestellter Erbe nicht vorhanden st, an die Gemeinden nachsuchen wird. Berlin, 26. Dez Auf Grund des Gesetzes jom 28. Mai d. J., betreffend die Ausdehnung »er Unfallversicherung, sollen folgende Berufsge⸗ nossenschaften gebildet werden: 1) Reichsberufsgenossenschaft für Speditions- Speicherei· und Kellereibetriebe einschließlich der Braker, Wäger, Messer, Stauer, Schauer, Güter⸗ dacker, Güterlader, Schaffer, 5931 Betriebe mit 31.789 Arbeitern; 2) Reichsberufsgenossenschaft der gewerbsmäßigen Fuhrwerksbetriebe, 20,278 Betriebe mit 47,676 Arbeitern, oder eventuell Theilung mit zwei Be—⸗ rufsgenossenschaften, eine norddeutsche und eine üddeutsche; 3) Westdeutsche Binnenschifffahrts-Genossenschaft, )»en Flößerei, Prahm⸗e, Fähr-, Treidelei- und Baggereibetrieb mitumfassend, für alle westlich und üdlich der Elbe und ihrer Nebenflüsse belegenen Hebiete (Donau, Rhein, Ems, Weser ꝛ⁊c.), 2678 tgetriebe mit 9142 Arbeitern; 4) Ostdeutsche Binnenschifffahrts-Berufsgenossen⸗ haft für das Gebiet der Elbe und alle östlich und rördlich gelegenen Gebiete, 8090 Betriebe mit 23.576 Arbeitern. Auf Grund des gleichen Gesetzes sind bereits zurch Bundesrathsbeschluß genehmigt worden: eine Reichsberufsgenossenschaft für Privatbahnen, 73 Bettiebe mit 24,326 Arbeitern und eine Reichsbe- uf?genossenschaft für Straßenbahnen von 385 Be⸗ rieben mit 12,829 Arbeitern, so daß demnächst m ganzen 37,430 Betriebe mit 149,338 Arbeitern iuf Grund des Ausdehnungsgesetzes organisirt sein werden. Berlin, 26. Dez. Zur Bezeichnung des Feingehaltes auf goldenen und silbernen Geräthen nuß fortan im Reiche das Stempelzeichen für letz⸗ ere enthalten: die Reichskrone, das Sonnenzeichen ür Gold, Mondsichelzeichen für Silber, die Angabe des Feingehalts in Tausendtheilen, die Firma oder eingetragene Schutzmarke des Geschäfts, für welches zie Stempelung bewirkt ist. Die Krone muß bei Holdgeräthen in dem Sonnenzeichen, bei Silberge- äthen rechts neben dem Mondsichelzeichen stehen. Berlin, 28. Dez. Das Befinden des Fürsten ßismarck ist langsam bessernd, doch ist der danzler noch sehr am Gehen gehindert und muß meist liegend ardeiten. Darmsftadt, 28. Dez. Prinz Alexander er⸗ sielt vom Fürsten von Bulgarien ein Telegramm, vorin derselbe für die Theilnahme und Hilfe, welche den bulgarischen Truppen aus allen Theilen Deutsch⸗ lands, insbesondere aus seiner hessischen Heimath rwiesen wurden. seinen wärmsten Dank ausspricht Der Rücktritt des Kabinets Garaschanin wird stünd- lich erwartet. Paris, 28. Dez. Brisson lehnte in einem Briefe an Deputirte die Präsidentschafts-Kandidatur ib, um keine Spaltungen hervorzurufen und um der Rechten keinen Einfluß zu gewähren. — Zu )er gestern Abend behufs Aufstellung der genauen Bräsidentschafts Kandidatur zusammenberufenen Bersammlung erschienen von 273 Eingeladenen nur 30. Lockroy erklärte daher die Versammlung als cesultatlos. Paris, 28. Dez. Die Resultate der Nach⸗ vahlen in Paris liegen nunmehr fast vollständig »or. Die Kandidaten der radikalen Liste sind mů 72,000 bis 154,000 Stimmen gewählt. Die pportunistischen Kandidaten erhielten 104,000 bis 33 000, die konservativen Kandidaten 83.000 bis 31,000 Stimmen. Nom, 27. Dez. Marquis Jaffini d'Acceglio, Beneraladjutant des Königs, wird sich anläßlich des 28jahrigen Regierungsjubiläums des Kaisers Wilhelem im Auftrage des Königs nach Berlin degeben. London, 28. Dez. Die Position der eng⸗ ischen Truppen im Sudan ist gefährdet. Die Rebellen planen eine Invasion Unter⸗Egyptens. Die russischen Umtriebe auf der Balkanhalbinsel ind wieder in Zunahme. Sofia, 27. Dez. Am 25. d. M. kamen erbische Parlamentäre im Distrikt Vranja bei den Ddörfern Novoselo und Krivofea zu dem Befehls- jaber der dort stehenden bulgarischen Truppen und erklärten, daß die Serben sich in Gemäßheit der Waffenstillstands Bestimmungen drei Kilometer weit urückziehen würden. Gegen 10 Uhr Vormittags iber näherten sich die Serben unter dem Schußtze »es Nebels den bulgarischen Vorposten und feuerten »on drei Seiten auf die Bulgaren, wodurch ein Offizier und einige Soldaten verwundet wurden. Wie es heißt, sollen dieser und der am 24. d. M. vorgekommene Fall eines serbischen Angriffs von der bulgarischen Regierung zur Kenntniß der Mächte gebracht werden. Belgrad, 28. Dez. Die Mannschaften des ersten Aufgebots sind bis zum 24. Januar beur⸗ aubt, ferner sind die Armeelieferungen bis auf die Iniformen und die Munition eingestellt worden. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel beginnt unser Blatt ein neues Abonnement, worauf merksam zu machen, wir uns hiermit erlauben. —R An⸗ * „St. Ingberter Anzeiger“, auliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Ingbert eo auch im neuen Jahre zu demselben zreise wie bisher wöchentlich 5mal, mal mit Unterhaltungsblatt und Sonn⸗ mit Zseitiger, illustrierter Beilage einen. deber die politischen Vorkommnisse er möglichst rasch und eingehend, dabei frei allem Parteigezänke, berichten. Den lokalen d provinziellen Angelegenheiten wird fortgesetzt ae Aufmerksamkeit zugewendet bleiben. Ueberhaupt ird er bestrebt sein, allen billigen Anforderungen, ean ein Lokalblatt gestellt werden können, zu nügen. — Zum Abdrucke im Unterhaltungsblatte jen mehrere spannende Erzählungen bereit. Die be⸗ te islustrierte Sonntagsbeilage wird auch im neuen hre durch gediegenen Inhalt in Wort und Bild Beifall der geehrten Leserinnen und Leser zu alten sich angelegen sein lassen. Zestellungen auf den „St. Ingberter An⸗ er nehmen für hier die unterzeichnete Erpedition id die Austräger des Blattes, für auswärts die tändigen Postanstalten und Postboten entgegen. ndem wir bitten, die Erneuerung des bonnements, sowie Nenubestellungen zalligst bhald machen zu wollen, sei bemerkt, daß nsere hiesigen Abonnenten das Blatt auch im tuen Quartale forigeliefert erhalten, wenn nicht or Ablauf dieseßz Monats ausdrücklich Abbestellung iolgt. Uuch als wirksames Insertionsorgan ser „St. Ingberter Anzeiger“ hiermit einem ehrten Publikum in Erinnerung gebracht. Hin—⸗ ttlich der Einrückungsgebühr erlauben wir uns, ij das am Kopfe des Blattes Gesagte hinzuweisen. Ergebensta Redaktion und Expedition des .St. Inaberter Anuz.“ Deutsches Reich. München, 26. Dez. Wie die Weihnachten Jahres 1879 verbrachte Se. Maj. der König 3 diesmal die Festtage zu Hohenschwangau, wo⸗ lbst sich auch die Konigin⸗-Mutier auf allerhöchsten zunsch eingefunden hatte. Die Majestuͤten wohnten n Mitternacht einer stillen Messe in der dortigen chloßlapelle an. — Nach 7 Uhr Abends fand im dlais des Prinzen Luitpold die Christbaumbeschee⸗ ing für die auf Besuch weilende Herzogin von dodena und die Familien der Prinzen Lndwig, bold und Arnuksf statt, wobei herrlich geschmückle ritbäume aufgestellt waren. Prinz ünd Prin⸗ VLudwig Ferdinand und Prinz Alphons nahmen tzrinzessin Adalbert in der kgle Residenz an der rufbaumbescheervng Theil, Erstere kehrten nach selben nach Nymphenburg zurüa. Prinz Luitpold, idwig, Leopold und Arnulf, letztere drei mit Ge— ahlinnen, Herzogin von Modena, Prinzessin dalbert mit ihren“ Töchtern und Prinzessin Therese hnten der Christmette in der Allerheiligen⸗ sflirche an, wofelbse das Hochamt Stiftsdetan iter hon Fn en Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 29. Dez. Wie wir hören, zeranstaltet Herr Kapellmeister Engel mit der inter seiner Leitung stehenden hiesigen Ber g⸗ apelle am Freitag (Neujahrstag) Nachmittag im Saalte von Baumann für die Mitglieder der hiefigen znappschaft ein Probekonzert. Ob auch indere Personen Zutritt haben, ist uns nicht bekannt. A St. In gbert, 29. Dez. Morgen, den 30. Dez., nachmittags um 2 Uhr findet im Saale )es Hotel Hauck zu Blieskastel die diesjährige Jahres⸗ ersammlung des Bezirkslehrerdereins BlieskastelSt. Ingbert mit kfolgender Tagesordnung statt: 1.) Referat: „Der erziehende Anterricht nach Herbart“. 2.) Beratung berschie⸗ dener Vereinsangelegenheiten. St. Ingbert, 29. Dez. Beim Heran⸗ iahen des neuen Jahres fühlen wir uns gedrungen, abermals an unsere verehrlichen Leser die Bitte zu stellen, der treuen und unermüdlichen Vermittler des Berkehrs, der vielgeplagten Postboten, nicht zu vergrssen Mir hronchen wohl nicht zut schisdern Auslaud. Wien, 28. Dez. Aus Belgrad meldet die Wiener „Allg. Ztg.““ Der Konig von Serbien etonte gegenüber der Deputation die Nothwendig- eit eines Systemwechsels in der Politik und eine VHereinigung der politischen Parteien. Der Minister⸗ nih heschloßäẽ die Rrmo⸗ 5364 21 demohisisiren welch? große Rerantwortlichkeit auf dieser Bedien⸗ stetenkategorie liegt, und wie sich die vielbeschäftig- len Manner das Jahr über, oft der härtesten Un⸗ hzill der Witierung ausgesetzt, abmühen müssen. ANuch' ist es eine bekannte Thatsache, daß gerade diese Arbeiter im Dienste des Staates und der Besellschafl schlecht besoldet sind. Eine entsprechende Spende als Ausdruck wohlverdienter Anerkennung an Neujahr wird darum in mancher Postboten⸗ familie als Sorgenbrecher gar wohlthuend empfunden werden und die wackern Maͤnner gewiß zu neuem kifer in ihrem Berufe ermuntern. *St. Ingbert, 29. Dez. Gestern Mittag gegen 1 Uhr wurde durch die Sturmglocke unsere Feuerwehr alarmiert. Doch kam es nicht zu einem Finschreiten derselben, da der Feuerlärm nur durch den Brand des Rußes in einem Kamine entstan- den war. * St. Ingbert, 29. Dez. Die bei uns in der Pfalz in Anwendung kommenden geseßlichen Beftimmungen bezüglich der Verjährung von Schuldforderungen sind folgende: 2271. Die Klage der Lehrer der Wissenschaf⸗ len und Künste wegen der Unterrichtsstunden, welche ie monatsweise gegeben; die der Gastwirthe und Speisewirthe wegen der Wohnung und Nahrung, die sie liefern; die der Arbeiter und Taglöhner wegen Bezahl⸗ ing ihres Taglohnes, ihrer Lieferungen und ihres Arbeitslohnes verjähren in 6 Monaten. 2272. Die Klage der Aerzte, der Wundärzte und Apotheker wegen ihrer Besuche, Operationen und Arzneien; die der Gerichtsvollzieher wegen der Gebühren ür die Urkunden, welche sie ausstellen, und für die Aufträge, welche sie vollziehen; die der Kaufleute wegen der Waaren, die sie mm Privatpersonen verkaufen, die nicht Kaufleute ñnd; die der Vorsteher einer Erziehungsanstalt wegen der Pension ihrer Zöglinge und die der Lehrherren wegen des Lehrgeldes; die der Dienstboten, welche sich jahrweise ver⸗ niethen, wegen der Zahlung ihres Lohnes verjähren in einem Jahre. 2273. Die Klage der Anwälte auf Zahlung ihrer Auslagen und Gebühren verjährt in zwei Jahren nach Aburtheilung der Sache oder nach Vergleichung der Parteien oder nach Auft?ündigung ihrer Vollmacht. In Ansehung der nicht beendigten Sachen können sie wegen ihrer Auslagen und Ge⸗ hühren, die länger als fünf Jahre rückständig sind, eine Klage aufstellen. 2274. Die in den obigen Fällen bestimmte Verjährung tritt ein, wenn gleich die Anschaffungen, — Dienste und Arbeiten fortgedauert aben. Sie hört auf zu laufen mit dem Abschlusse einer Rechnung, der Ausstellung eines Scheines oder einer Schuldverschreibung oder einer Vorladung zor Gericht. 2275. Es können jedoch Diejenigen, welchen diese Verjährungen entgegen gesetzt werden, denen, welche dieselbe entgegen setzten, den Eid über die Frage zuschieben, ob die Sache wirklich bezahlt worden sei. Darnach ist der betreffende frühere Artikel richtig zu stellen. — Rohrbach, 27, Dez. Heute Vormittag 11 Uhr vergiftete sich der Ackerer M. Quintus mittelst Arsenik. Die von dem hinjugerufenenen Arzt angewendeten Gegenmittel blieben leider ohne krfolg und gab der Lebensmüde nach kurzer Zeit einen Geist auf. (L. T.) — Pirmasens, 26. Dez. Gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr geriethen zwei Brüder, na⸗ mens Stein, beide Schuhmacher von hier, in der Winzlerstraße in Streit, der damit endete, daß der iltere dem jüngeren mehrere Stiche mit der sogen. Kneipe beibrachte, wovon ein solcher lebensgefährlich sein soll. — Kaiserslautern, 23. Dez. Auch vor dem Schöffengerichte hatten sich heute eine Reihe Jiesiger Bierbrauer wegen Uebertretung des Malz- aufschlaggesetzes zu verantworten. In zwei Fällen erfolgte Freisprechung, in einem wurde behufs veiterer Erhebungen Vertagung angenommen und nn den übrigen Fällen traten Bestrafungen von 180 Mk. und Verurtheilung zu den Kosten ein. — Neustadt, 24. Dez. Wie die „Neust. 24“ vernimmt. wird Herr Freitag, Geschäftsführer des ersten Kölner Gasthofs („Hotel du Nord“) mit dem 1. Oktoberen. Irs. die Pacht des Saalbau— dotels nebst Bahnhofrestauration auf 5 Jahre übernehmen. — Das Gasthaus „Zur Krone“ Post) hierselbst wurde um den Preis von 80,000 Mark an den bisherigen Miether, Hrn. Jean Bried, XX J — Mußbach, 27. Dez. Ein imposanter deichenzug bewegte sich heute durch die Straßen rach dem Friedhof. Der in der pfälz. Lehrerwelt veithin gekannte und geachtete Lehrer, Philipp Schneider wurde zu Grabe getragen. Fünf-— indfünfzig Jahre wirkte er in dieser Gemeinde, in »er gegen drei Viertel der Bewohner zu seinen —AV—— uf allen Gebieten des Wissens wohl bewandert uind besaß ein ganz außergewöhnliches Maß von Kenntnissen. Seine schriftstellerische und journal- stische Thätigkeit verschaffte ihm einen Namen, der weit- über die Grenzen unserer Provinz hin⸗ ausreicht. Er besaß einen staunenswerthen Schaffens drang. Als ihm vor wenisjen Jahren der Lud—⸗ vigsorden überreicht wurde, gab ihm bei diesern festlichen Gelegenheit Dichter Hüll als Beauf- ragter die Urkunde als Ehrenmitglied des deutschen reien Hochstifts. Mit ganz hervorragenden Per⸗ önlichkeiten staud er in stetem Briefwechsel. So oft der berühmte Kapellmeister H. Vierling in der Pfalz weilte, nahm er Quartier bei seinem lang⸗ ahrigen Freunde Philipp Schneider. Sein Haupt- ind bleibendes Verdienst aber ist die Gründung )es pfälz. Lehrerwaisenstifts. Aus Dankbarkeit egte ihm darum auch der Vorstand des pfälz. dehrervereins, Herr Seminarlehrer Hildenbrand von daiserslautern einen Lorbeerkranz aufs Grab, indem r warme Worte der Anerkennung und des Dankes zabei aussprach. Die Grabrede des Pfarrers Herrn Matthias war eine ganz vortreffliche und hob die hielen Verdienste des Verstorbenen in markigen Zügen gebührend hervor. Desgleichen richtete auch der anwesende k. Dekan und Distriktsschulinspektor herr Pfarrer Leyser aus Neustadt an die Ver— ammlung in gewandter Rede packende Worte der Anerkennung über die seltenen Leistungen auf den ʒerschiedenen Gebieten des Wissens mit besonderer Zervorhebung seiner pädagogischen Wirksamkeit. Begen 70 Lehrer gaben ihrem Kollegen das lezte Beleite. Diese, sowie der Ortsgesangverein wid⸗ neten dem Entschlafenen drei erhebende Trauerge⸗ sänge. Seinen Hingang beweint eine Witwe, mit er er 52 Jahre in der Ehe gelebt, ferner eine Tochter und ein Sohn, Dr. Schneider, der als Themiker einer chemischen Fabrik vorsteht. — Der Heimgegangene aber ruhe in Frieden! (N. B. 3.) Vermischtes. FSaarbrücken, 28. Dez. Wie in an— deren Städten wird auch bei uns an der Saar ine würdige Feier des 25jährigen Regierungs— ubiläums unseres erhahenen Kaisers und Königs tattfinden. Für die Feier in den Kirchen und Schulen sind bereits von den Behörden die nöthigen Anordnungen getroffen. Für die Bürgerschaft ünd harnison findet eine Feier ähnlich wie die an Königs Beburtstag statt, namentlich wird ein Festessen die Spitzen der Behörde, das Offizierkorps und die Bürger vereinigen. (S. 3.) FPagny Cothringen), 25. Dez. Ein Rei⸗ ender aus Deutschland, der heute früh hier ange— 'ommen war, zog während die polizeiliche Revision einer Papiere vorgenommen wurde, plötzlich eine bistole hervor und erschoß sich. 4 Mannheim, 20. Dez. In einer zwei— ägigen Strafkammersitzung kam die Anklage gegen den 38jährigen ledigen Dr. jur. Abraham Christof aus Ibersheim, ehemaliger Amtsrichter aus Markirch m Elsaß, wegen einer großen Reihe Betrügereien c. zur Verhandlung, wozu nicht weniger als 60 Zeugen, darunter aus München, Genf. Frankfurt c. geladen waren. Der Angeklagte, der einst etwa 30,000 Mk. Vermögen besaß, hatte, wie man der „B. L. Zig.“ schreibt, durch engere Beziehungen zu der Gattin des Rentners Kufall aus Hamburg vodurch er auch seiner Stellung verlustig ging, einen ungeheuren Aufwand zu bestreiten. In Hei⸗ delberg, wo er sich mit genannter Familie nieder⸗ ietß und ein „fürstliches“ Leben führte, bestritt er die nicht unbedeutenden Ausgaben für Dienerschaft, Pferde ꝛc. aus eigener Tasche und machte überdies zrau Kufall, mit welcher er öfter in elegantem Befährte Ausfahrten machte. bedeutende Geschenke Um dieses luxurisse Leben aushalten zu koͤnnen beschwindelte er eine Reihe von Geschaften, namem lich Wein⸗ und Cigarrengeschaäfte, theilweise um ganz ungeheure Summen, bis schließlich der Boden unter seinen Füßen zusammenbrach. Der Ange. klagte wurde wegen mehrfachen Betrugs und Ban. kerrotts im Sinne des 8 218 Absatz 1 und li] der Konkursordnung zu einer dreijährigen Gefäng nißhaft verurtheilt, woran 5 Monate Untersuchung⸗ haft abgehen; ebenso trägt der Verurtheilte die nich unbedeutenden Kosten. FHeidelberg. Der Senat hat den Beginn der Jubiläumsfeier der Universitat auf den August 1886 festgesetzt. feKonstanz, 21. Dez. Der „Str. Pr.“ schreibt man in Sachen des unglücklichen Duell— Hellwig · Sachs: Hellwig wurde heute Morgen nach Freiburg abgeführt, um dort vor das Kriegsgerich gestellt zu werden. Sehr gravirend für den Offi— zier ist der ihm vorgeworfene Bruch des Ehren⸗ worts. Einige Zeit vor dem verhängnißvollen Zweikampf war ein höherer Offizier, Bekannter de Familie des erschossenen Premier⸗Lieutenants Sach— dahier erschienen, um Hellwig aufzufordern, sein⸗ verdächtigen Beziehungen zu der Frau des Kame— caden abzubrechen. Hellwig gab sein Ehrenwort den häuslichen Frieden des Letzteren nicht mehr zr stören, war aber acht Tage darauf schon wieder in dessen Haus. Frau Sachs ist durch einen energi⸗ schen Onkel von hier entfernt und in Genf be zwei älteren Damen in Obhut gegeben worden Das vaterlose Kind hat der Bruder des Verstorbe nen zu sich genommen. Lieutenant Sachs hatte inlder Nacht vor dem Duell einen Abschiedsbrief geschrieben in welchem er das Kind der Obhut der Verwandter anempfahl. F Der langjährige Oberkellner des Hotel Drerel derr Achtelsteller in Frankfurt a. M. hat den „Brüsseler Hof“ dorten für 400,000 Mt ibernommen. Bingen, 21. Dez. Der jungen, blühen den Gattin eines hiesigen Weinhändlers wurde don ihrem Arzte gegen erhebliche Halsschmerzen chlor⸗ saures Kali zum Gurgeln verordnet. Die Dam— glaubte jedoch, so wird der „F. Z.“ geschrieben daß dieses Mittel zum Einnehmen verordnet sei und verschluckte in dem Zeitraum von einigen Stunden einige Löffel voll von der in Wasser auf⸗ gelösten Arznei. Leider traten nach wenigen Stun⸗ den Symptome von Vergiftung ein, und trotz der eifrigsten Bemühungen der herbeigerufenen Aerzi⸗ war die Beklagenswerthe bereits am gestrigen Abend eine Leiche. F Düsseldorf, 24. Dez. Große Heiter keit herrschte kürzlich laut dem Düsseldorfer Volkz— blait in der Lindenallee, und hin und wieder hoͤrh man das Lied von der Mausefalle singen. Das hatte aber folgenden Grund: Eine Dame, die in letzterer Zeit jeden Mittag durch die Alle spazierte erregte durch die schöne Rundung ihrer Tournürt den Neid aller anderen Damen. Gestern Mittae jedoch fanden letztere Trost in süßer Schadenfreude Der Dame mit der Tournüre begegnete ein Herr, dem sie eine tiefe Verbeugung machte, dann ein Schrei und eine — Mausfalle von ziemlichem Um— fang mit Drahtkuppe rollt aufs Trottoir; die Kehrseite der Dame aber war auffallend schlanl geworden. Der Herr entführte sie dem Gelächter des angesammelten Publikums, die Mausefalle blieb zurück. Ein Herr, der vorbeikam, zog eine jener künstlichen Mäuse aus der Tasche, welche durch eir Federwerk im Innern in Bewegung gesetzt werden und setzte diese aufs Trotioir. Das Publikun gerieth in die größte Heiterkeit, als die Maus die Falle umkreiste. FOpladen, 24. Dez. Heute Vormittag um 11*24 Uhr explodirte eine Patronenbude der hiesigen Dynamitfabrik, wobei zwei unverheirathett Arbeiter getödtet wurden. Die Ursache des Unalück ist nicht zu ermitteln. München, 22. Dez. Nach Laähriger Pause wird zu Neujahr 1886 wieder der altherge— brachte beliebte Schäfflertanz die Straßen München— durchziehen. Des volkethümliche Brauch wird dies mal in ganz besonders feierlicher Weise mit einem historischen Weiheakte inauguriert werden, indem von Mitgliedern des bayerischen Königshauses und Münchener Bürgern den Schäfflern eine prachtvob gestickte Fahne in den Münchener Stadtfarben ver⸗ ehrt werden wird, deren Weihe und Uebergabe am Sylvesterabend stattfinden soll. Die Vorbereitungen zu'dem Feste. welches in den Zentralsälen abat halten wird, haben bereits begonnen und wird daffelbe ein ebenso großartiges, als eigenartiges werden. — 7 München, 24. Dezember. Herr Max Schufsel, Besitzer der Dampf ⸗Waschanftalt am Wurmtanal, ist gestern im 28. Jahre plößzlich ge- storben. Er schmückte mit seiner Idjahrigen Gattin, mit der er erst sett 5 Monaten in glücklichster Che lebte, den Christbaum; bei einer Frage an seine Gemahlin. ob ihr's so recht sei, wankte er ind brach zusammen. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jätes Ende gemacht. — Gestern Nach- mittag nach Schulschluß betrachtete ein etwa acht⸗ jähriges ärmlich gekleidetes Mädchen mit sehnsuchts⸗ hollen Blicken die Auslage eines Kleidergeschäftes im Rosenthal, als eine elegante Dame plößlich hinzutrat, mit dem Mädchen einige Worte wechselte, dasselbe dann in den Laden führte und ihm einen boustandigen Anzug kaufte. Mit Dankes- oder Freudenthränen in den Augen eilte die so unver⸗ hofft beschenkte davon. München, 26. Dez. Se. st. H. Prinz Ottto hat dem Veteranen⸗, Krieger⸗ und Kampf⸗ genossen Bunde 500 M. zu Unterstützungszwecken uͤbermitteln lassen. Hamburg, 24. Dez. Gestern gegen Mitternacht fand in der Pulverfabrik Dün ehberg bei Geesthacht auf bisher noch unaufgeklärte Weise ein Explosion statt, bei welcher fünf Arbeiter ihr Leben einbüßten. Das Gebäude, in welchem die Explosion stattfand, ist vollständig zerstört. Berlin, 22. Dez. Die Expedition Schmidt von der ostafrikanischen Gesellschaft wurde von Eingeborenen überfallen und zerstreut, Lieute⸗ nant Schmidt wurde in die Brust geschossen und liegt im Spital zu Zanzibar. Berlin, 24. Dez. Heute Vormittag hat im Grunewald ein Duell zwischen Arthur Prins- Reichenheim und Baron Ludwig Erlanger (wahr⸗ scheinlich ein Neffe des Chefs der gleichnamigen Vauntfirma) stattgefunden. Beide sind unverwundet. In Rußland werden gegenwärtig an vielen Orien auf Staatskosten sogenannte Agrarbanken zur Unterstützung der Landwirthschaft eingerichtet. Den Nutzen derselben illustrirt Farst Meschischerski in seinem „Tagebuch' wie folgt: „Ein Gutsbesitzer hon dem die Bauern sein Land zu 14 Rubeln die Desssjätine pachten, ertheilt ihnen nachstehenden prak— tischen Rath: „Ihr Dummköpfe, kauft das Land hoͤn mir!“ — ‚Ja, wir haben äber kein Geld.“ —,Wozu braucht Ihr Geld? Einigt Euch nur unter rinander, mein Gut gemeinschaftlich zu 200 Rubeln die Dessjätine zu kaufen — denn billiger bertaufe ich es nicht — und theilt es mir dann mit, so werde ich Euch die Sache schon einrichten.“ — ‚Wie wollen Sie denn das machen? Das ver⸗ stehen wir nicht.“ — „Sehr einfach: Ihr braucht nicht einen Rubel zu bezahlen. Die Regierung vpird mir das Geld für Euch auszahlen; Ihr er⸗ haltet das Land und habt nach den Statuten der Zant im ersten Jahre nichts zu zahlen; die 14 Rubel, die Ihr mir als Pacht zahlt, gewinnt Ihr also rein, und in den folgenden Jahren könnt Ihr auch nicht zahlen. Bis das Geld von Euch bei⸗ getrieben wird, dauert es lange, und wer weiß. zo ez uͤberhaupt geschieht? Im schlimmsten Falle wird Euer Land wieder verkauft; dann kaufe ich es und verpachte es Euch wieder.“ Die Bauern riefen: „Abgemacht!“ und der Verkauf geht glatt vor sich. Brüssel. Der Gemeinderath, ermuntert von dem Beifall, den die von ihm angeordnete Einführung des Kochunter richts in den Mäd⸗ schulen gesunden, fährt fort in seinen Bemühungen, nicht nur die wissenschaftliche, sondern auch die wirthschaftliche Ausbildung der Mädchen den Ver⸗ hältnissen des Lebens entsprechend zu gestalten. So ist jetzt ein vollständiger theoretischer Jund prakti⸗ scher Lehrgang für das Waschen, Bleichen, Laugen und Bügeln ẽingeführt worden. In dem umfang⸗ reichen Gebäude des Fädtischen Lehrerinnen⸗Semi- nars sind die Einrichtungen für die praktischen Uebungen getroffen worden, so daß die Schüle⸗ rinnen der höheren Töchterschulen zunächst damit beginnen. , Madrid 26. Dez. Der Expreßzug von Sevilla nach Merida entgleiste diesen Morgen. Die Lokomotive der Tender und 53 Waggons wurder zu Atomen zersplittert, 2 Passagiere getödtet und 3 verlegt. * — Fer erste weibliche Leibarzt.) Koönigin Margherita von Jtalien hat Fräulein Doktorin Marie Terns, welche in Zürich ihre medizinischen Ztudien absolvirt hatte, zu ihrem Leibarit ernannt. (Ein amerikanisches Riesenpro— eki) So sehr man in der Neuzeit gewöhnt vorden ist, die großartigsten Eingriffe in die Ge⸗ taltung unserer Erdoberfläche für die Zwecke des Berkehrs gelingen zu sehen, so dürfte doch das Projett des Amerikaners John C. Goodridge an Zühnheit des Grundgedankens alles bisher Dage ⸗ vesene weit übertreffen. Es handelt sich dabei um nichts Geringeres als um eine völlige Umgestaltung des Klimas der Ostküste Amerikas von dem Nord⸗ nde Neufundlands bis Charleston, d. h. von nahe⸗ zu 30 Breitegraden. Bekanntlich liegt New-PYorl unter derselben Breite wie Madrid und die jonischen Inseln, Labrador unter der Breite Irlands. Und doch hat New-York Wintertemperaturen wie Chri⸗ tiania, und Labrador hat im Vergleich zu dem Jrünen Erin ein sibirisches Klima. Die Ursache zieses Unterschiedes sieht unser Amerikaner darin, daß die Wesiküste von Europa von den warmen Wassern des Golfstromes, die Ostküste von Nord⸗ mmerika zwischen dem 30. und 60. Grad von den alten Wassern eines Polarstromes bespült wird Dieser aus der Hudsonsbay und der Davisstraße ommende Polarstrom tritt zwischen Neufundland und Labrador durch die Belle⸗Isle ˖Straße in den Busen von St. Lorenz und zwängt sich von der Südküste von Neufundland bis gegen Charleston zwischen den Golfstrom und die Ostküste der ver— einigten Staaten. Das Wasser dieses Polarstromes hat häufig eine Temperatur unter dem Gefrierpunk! uͤnd führr eine Masse Eisberge meilenweit in den Busen bon St. Lsrenz ein. Man hat schon im August 200 Eisberge gezählt, welche durch die Belie · Isle⸗Straße eingeschwommen sind. Goodridge ichlägt nun vor, diese Straße einfach abzusperren und sieht vom technischen Standpunkt aus keine Schwierigkeiten. Die Straße ist an der fraglichen Stelle 10 englische Meilen breit und durchschnittlich 150 Fuß ties. Das Material ist zur Hand, da die Stiraße mit Felsen bis zu 1000 Fuß Höhe be⸗ grenzt ist. Die Kosten schäßt der lühne Amerikaner auf ungefähr 160,000,000 Mark. Was nun die Wirkung des abgelenkten Polarstroms auf den Bolfstrom betrifft, so glaubt der Urheber des Pro⸗ jekts, daß die Wassermasse, welche gegenwärtig durch die Belle⸗Isle-Straße eintritt und welche größer ist als die gesammte Wassermenge, welche dem At— tantischen Ozean durch sämmtliche Ströme von Neufundland bis zum Meerbusen von Mexiko, den Mississippi eingeschlossen, zuströmt, eine Aenderung in der gegenwärtigen Richtung des Golfstroms un— fehlbar ausüben müßte. Er meint, der ganze Bolfstrom müßte nach Süden gedrängt und ein zut Theil Wärme von der Nordwestküste Europas abgehalten werden. England würde ein Klima er— halten, das dem jetzigen Labradors entspräche, und die Ostküste der Vereinigten Staaten würde jene Milde der Temperatur einnehmen, auf welche sie, meint er freundlich weiter, infolge ihrer geographi- schen Breite einen so wohl begründeten Anspruch hdat. Nun läßt er seiner liebenswürdigen Phantasie janz die Zügel schießen, versetzt bereits die gutt Viktoria von England als Kaiserin nach Indien ind läßt die Geschichtsbücher der neuseeländischen Jugend von einer großen, mächtigen. untergegange⸗ den Stadt erzählen, die man einst London hieß Das eisige Labrador hat sich dagegen in lachende Befilde verwandelt und Neufundland ist zu einem beliebten Winteraufenthalt für die Brustkranke feine Welt von New-NYork geworden. Man sieht: Phan—⸗ tasie hat der Amerikaner, wenn auch gerade keine ganz uneigennützige! (Amerikanisch.) Ein Ehemann saß in seinem Geschäftslokale, als ihm ein Brief überreicht wurde, auf welchem er zu seinem Befremden die Handschrift seiner Frau erkannte. Mit Bestürzung las er: „Ich bin genöthigt, Dir etwas mitzutheilen, was Dir ohne Zweifel unangenehm sein wird, doch ist es meine Pflicht, Dich davon zu benachrichtigen Ich bin fest enischlossen, daß Du es wissen sollst möge daraus entstehen, was da will. Ich wußte es schon, vor einer Woche, daß diese Prüfnng an mich Jerantreten würde, aber ich hielt es geheim bie Feute. wo denn endlich die Krisis eingetreten 's und ich es nicht länger verheimlichen kann. Du mußt mich nicht zu hart derurtheilen, sondern die Sache nehmen, wie sie ist. Ich hoffe, daß es Dih nicht zu sehr überraschen wird. — Das Mehl ist alle. — Bitte sende mir etwas heute? Nachmittag. Ich dachte, daß Du bei dieser Ari der Mittheilung e8 nicht vergessen wirst.“ Gemeinnuũtziges. (GHausmittel.) Eine englische metizinische Zeitung versichert, daß sich ein laͤstiger Hustenanfall sehr leicht dadurch beseitigen lasse, daß man während des Ausathmens die Nase mit dem Daumen und Zeigefinger fest zuhalte, dagegen frei einathme. Das⸗ elbe Mitiel, nämlich das Zuhalten der Nase befreit hekanntlich auch von dem Schlucksen, der bisweilen so beschwerlich wrd. — Ein italienischer Arzt, Buastamachia, empfiehlt das allbekannte Katzenkraut als unfehlbares Mittel gegen Zahnschmerzen, die⸗ selben mögen von Erkältung oder schadhaften Zäh⸗ nen herrühren. Man soll Blätter dieser Pflanze zwischen den leidenden Fͤhn und den daneben stehenden drücken, und nach zwei oder drei Minuten würden die heftigsten Schmerzen nachlassen. If das Kraut mit dem leidenden Zahn nicht in Ver—⸗ bvindung zu bringen, so soll man es kauen, was dieselbe Wirkung hervorbringt. — Wir börten übrigens dasselbe Kraut auch als ein Mittel rüh— men, welches den verlorenen Geruch wieder herzu— stellen im Stande sei, wenn man täglich mehrmals Blätter dieser Pflarze zwischen den Fingern reibe— und den Duft stark in die Nase einziehe. Far die Redaktion verantwortlich: F. X. Deme 3. Wie wir aus ganz zuverlässiger Quelle erfahren wird Herr Ernst Mey, Chef der Firma Mey un Edlich, Plagwitz-Leipzig, in Verbindung mit einer der bedeutendsten Fabriken der Gummi u. Gutta⸗ percha⸗Branche des deutschen Reiches und einer ausländischen nach den neuesten und besten Ver— fahren atbeitenden Rohstoff⸗Fabrik in aller Kürze die Fabrikation der aus einer Pyroxilinsubstanz herqgestellten Kragen, Manschetten und Vorhemd⸗ chen im großartigsten Maaßstabe aufnehmen. Bis jetzt wurden diese Fabrikate aus Frank— reich, England und Amerika nach Deutschland eingeführt und unter dem Namen Celluloid⸗ oder Gummikragen und ⸗Manschetten verkauft. Bekanntlich lassen sich diese Kragen. die nie ihre Form verändern, auf die einfachste Weise mit Seife in einigen Minuten waschen und leisten jeden Widerstand gegen Transpiration des Körpers. Diese von Herrn Mey zu errichtende Fabri' wird mit den allerneuesten technisch vervollkomm— neten Maschinen und Utensilien im größten Style errichtet werden und bei der Thatsache, daß die Mey'sche Papierstoffwäschefabrik alle Concurrenz— fabriken der Weit schon seit vielen Jahren über— flügelt hat, kann man sicher sein, daß dieser neue Industriezweig in Deutschland unter der bekannten energischen Leitung des Herrn Mey zu großer Blüthe gebracht wird, um so mehr, als die dabe Betheiligten ja finanziell und maschinell bestens fundirt sind Noch nie hatte ein Lotterie Unternehmen so enorme Gewinn wie die Deggendorfer kathol. Kirchenbau⸗Lotterie wobei mit nur 2 Mark gewonnen werden können 120,000 Mk. oder 70,000 Mt., 50,000 Mark 20,000 Mk., 10,000 Mk., 2mal 6000 Mk., 10ma 1000 Mk. und viele Gewinne zu 500 Mk., 80 Mt. 60 Mk. ꝛc. Der Absatz der Loose ist dieser be deutenden — nie dagewesenen — Gewinne weger ein so flotter, daß der erstfestgesetzte Ziehungsia 7. Januar — Donnerstag nächsthin — nicht allein gesichert ist und eingehalten wird, sondern daß vor aussichtlich noch vorher alle Loose ausverkauft sein werden. Deßhalb sehe Jeder sich rechtzeitig vo mit Deggendorfer Loosen à 2 Mark. Für 20 M 11 Voose. Vertragsmäßige Wiederversteigerung. Donnerstag, den 7. Januar 1886 Machmittags 2 Uhr zu Hecendal— heim in der Wirthschaft von Nicolaus Becher, wird gegen Andreas Mohr, Ackerer und Kalkbrenner, in Hecken. dalheim wohnend, wegen Nichtbezahl⸗ ang des Eewerbspreises vertragsmäßig wiederversteigert: Steuergemeinde Heckendalheim: Plan Nr. 1476, (57 Dez.,) 19 40 qm Acker in den langen Aeckern St. Ingbert, den 19. Dezbr. 1886 Kemmerk. Notar. Aufforderung. Wer an die Verlassenschaft der da⸗ ier verstorbenen Johanna Port, Vittwe von Johann Joseph Peters, lebend Kaufmann, etwas zu ordern hat. möge seine Rechnung innen 8 Tagen beim Unierzeich eeten einzureichen. 5t. Ingbert, den 28. Dezember 1885 Kemmer, k. Notar. Morgen erhalte ftish Schellñsche. 2. Her. Lasen, Hechte, Schellfische, Stockfische. dertaufe morgen Mittwoch auf dem Wochenmarkt St. Ingbert. krieger's Fische n. Wildhaudlung. Sylvesserdend von 8 Uhr ab Tanzunterhaltung, vozu ergebenst einlader J. Eisel. Große Huswaͤhl in Neujahrskarten ———— Wol Am Svveser⸗Aben Tanzmusik anzs, Dr PHi hei zeter Schweitzer Heute Diensta⸗ Abend von 6 Uhr ab Vurst—⸗ uppe mit Wurst und Sauerkraut. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichs LoOomuis ————— in schöner Waare à 10 Pfg, per Stück. P. Fery. 1000 Mark Fixum. Agenten f. Kaffee an Private s. Enil Slimidt d Co. Hamburg. Zum Abonnement empfohlen: Kheinische Wochenzeitung. 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O00 M. 70, 0000 M. 50, O0O P 20,000 10, 000 2 mai 6o * 12000 lo mal Looc 10900 a mal 5600 —* ⸗2.00 *520 0 mal 200 A 250 ⸗ 2000 2500 viele Mütelgewinne zu Jua. besonders viele sewinat OC M. 60 M., 50 M. 3 200M. 100M. 75M. O M., 15 M. 10 M. 40 M.A0 M. 20 v. adthkirchepbarlhlletit Edenkoben. zewinnt: 2020 . D0O M. OO x. Mart Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette und Handar⸗ veiten. Monatlich zwei Rummern. Preit vier⸗ teljiährlich M. 1.25 — 75Kr. Jährlich erscheinen 24 Nummern mit Toi⸗ letten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Be— schreibung, welche das Janze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche für Damen, Mädchen und Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die deibwäsche für Herren und die Beil⸗ und Tischwäsche ꝛc., wie die Handarbeiten in ihrem zanzen Umfange. 12, Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern r alle Gegenstände der Garderobe und eiwa 100 Muster⸗Vorzeichnungen fur Weiß⸗ und Zuntstickerei, Namens⸗Chiffren ꝛc. 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Amtsgerichts St. Ingbert. er ‚St. Iugberter Auzeiger“ erscheint wbchentlich füufmalz: am Tontaga, Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag; 2mal woͤchentlich mit Unterhaltungs⸗ latt und Sonntags mit Sseitiger illustrirter Seilage. Das Blatt kostet vierteljührlich 1.4 60 ⸗ einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.MA 78 4, einschließßli d A. Zustellungsgebahr. Die Einrückungsgebühr fur die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum betragt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —., bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Crpedition Auskunft ertheilt, 15 ⸗, Neelamen 30 . Bei 4maliger Enruckung wird nur dreimalige berechnet. MA 255. Deutiches Reich. Berlin, 29. Dez. Heute heißt es mit großer zestimmtheit, Fürst Bismarck habe dem Kaiser am Freitag übet das Branntweinmonopol zortrag gehalten. Gestern bereits habe sich das reußische Staatsministerium damit beschaͤftigt; be⸗ annllich soll, entsprechend dem Vorgang bei dem Tabakmonopol, auch das Spiritusmonopol als An⸗ rag Preußens an den Bundesrath gelangen. Berlin, 30. Dez. Die Versuche, die west⸗ eutschen Spiritusfabrikanten dadurch gegen das Monopol einzunehmen, daß verbreitet wird, für Zualilats⸗Spiritus solle ein gleicher Preis wie für darioffel ⸗Spiritus bezahlt werden, Saben keine hatsachliche Unterlage; im Gegentheil, in dem hesetzentwurf wird ausdrücklich betont, daß für zessere Qualitäten entsprechend höhere Preise gezahlt derden. Auch diejenigen Spritfabriken, die auf Zollausschlüssen vorhanden sind, sollen ferner be⸗ tehen bleiben. Berlin, 30. Dez. Der preußische Landtag vird zum 14. Januar einberufen werden; es steht etzt fest, daß demselben keine die Reform direkter Steuern bezweckende Vorlage gemacht werden. Lokale und pfälzische Nachrichten. *St. Ingbert, 37. Dez. „Prosit teujahr!“ Tausendfach ertönt dieses Wort bei er Jahreswende von Mund zu Mund. Und „Pro—⸗ it Neujahr!“ so rufen wir auch hiermit allen un⸗ eren verehrlichen Lesern und Leserinnen zu. Mag uch manchem bangen vor dem Eintritt in das neue dahr, kann auch der Klang der Sylvestergloden Sorgen und Kummer, die das Gemüth bedrücken, nicht bannen, so darf der Mensch doch nicht ver⸗ weifelnd in die Ferne blicken. Gotitvertrauen, Ge⸗ zuld und Hoffnung sind sichere Begleiter durch daͤs Dunkel der Zukunfst. Wohl wird das neue Jahr ucht allen Wuünschen und Hoffnungen Erfüllung ringen. Mag aber auch kommen, was da wolle, nicht von Außen allein dürfen wir eine Besserung inserer Verhaältnisse erwarten; durch eigene An- trengung und Opfer muß ein Jeder sein eige⸗ les Geschick wie das der Gesammtheit zu verbessern rachten. Möge es darum bei Allen von Neujahr in heißen: „Sehet, das Neue findet uns neu!“ Wenn so ein Jeder als neuer Mensch entschlossen väre, den Kampf gegen Trägheit und Selbstsucht, jegen Neid und Mißgunst, gegeu unlautere Be⸗ zierden und Heuchelei, gegen Kriecherei und Arro⸗ janz aufzunehmen und, Jeder an seiner Stelle, unuͤchst im Kleinen, bei sich selbst, in seiner eigenen ʒamilie, in Werkstatt und Gemeinde gewissenhaft ind treu zu sein trachtete, dann würde es sicher nuch im Großen besser werden und manche Klage nüßte verstummen. Daß es dazu komme, sei bei er Jahreswende unser herzlicher Wunsch. .St. Ingbert, 831. Dez. Die gestern im Saale des Hotel Haut zu Blieskastel stattgehabte Jahresversammlung des Bezirkslehrervereins Blieskast elSt. Ingbert war sehr stark be— ucht. Durch einen Chor und eine kurze Ansprache »es Vorstandes, Herrn Lehrer Drescher in Wol · ersheim, in welcher derselbe die Anwesenden mit jerzlichen Worten begrüßte, wurde die Versammlung röffnet. Das hierauf folgende Referat über „den rziehenden Unterricht nach Herbart“ (vorgetragen »en Herrn Verweser Leopold in St. Ingbert) Jatte sich einer allgemeinen, sehr beifälligen Auf-⸗ ahme zu erfreuen. In ansprechender Form ver— reitete sich Referent über das Verdienst Herbarts Donnerstag, 31. Dezember 1888. 20. Jahrg. ür die wissenschaftliche Gestaltung der Pädagogik, iber das Wesen des erziehenden Unterrichts, wie es n den Schriften des Autors niedergelegt ist, über ie Einseitigkeiten, zu denen die Nachfolger Her⸗ zarts, in erster Linie Ziller, gelangt sind, sowie iber die dadurch entstandenen Neinungsvberschieden ˖ Reiten in der paäͤdagogischen Welt. Der gelungene hortrag rief eine sehr lebhafte Diskussion hervoer, n welcher nochmals das Verdienst Herbarts um ie Pädagogik als Wissenschaft betsnt wurde. — zum zweiten Punkte der Tagesordnung lag nichts esonderes vor und konnte darum schnell über den⸗ elben weggegangen werden. Mit einem Hoch auf Seine Masesiät den König und dem Gesange: „Die goͤglein regen ihre Schwingen“ wurde die Ver⸗ ammlung beschlossen. — Zweibrücken, 28. Dez. Am Sonntag Nachmittag waren im Stadtrathsälchen Stadträthe »on Hornbach und Mitglieder des Eisenbahn⸗ domites, worunter Herr Bezirksamtmann Dr. Schlagintweit und die drei Herren Abgeordneten, erfammelt, um wegen der Erbauung einer Eisen⸗ ahn von Zweibrücken nach Hornbach zu berathen. — Aus München, 28. d. M., wird dem „Pf. dur.“ geschrieben: Der Landtagsabgeordnete Julius Nüller(Landgerichtspräsident in Kaiserslaute rn) satle bedauerlicher Weise das Unglück, heute Nach— nittag auf einer Stiege des Landtagsgebäudes aus- ugleiten und sich nicht unerheblich zu verletzen. — Olsbrucken, 29. Dez. Auf der Station Antersulzbach wurde gestern Abend von dem letzlen iach Lauterecken verkehrenden Zuge Wittwe Hohmann zurch eigenes Verschulden überfahren und getödtet. — Edenkoben, 28. Dez. Der auch in veiteren Kreisen bekannte, eben hier weilende Schau⸗ pieler B. hat heute eine kleine Probe seines vor⸗ refflichen Appetits abgelegt. Er ging nämlich jestern die Wette ein, 12 Cervelatwürste von zu— ammen 144 Etm. Länge zum Frühstück zu ver⸗ ehren, wenn ihm solche bezahlt würden. Heute zerspeiste unser Held in der That diesen riesigen Wurststrang in größter Gemüthsruhe und machte zann die Bemerkung: „So, jetzt habe ich Appetit zum Mittagessen!“ — Vonm Gräfenstein, 29. Dez. (EC. T.) In unserer Gegend macht eine Erbschaft in Peters⸗ zurg in jüngster Zeit viel von sich reden. Es ist ämlich in Petersburg ein Baron von Stieglitz estorben. Dieser hatte einen Diener Ramens Helf⸗ ich. Der Letztere ist aus Leimen gebürtig und dar bei dem Äbleben seines Herrn mit einer großen Zumme bedacht worden. Nach eingezogenen Er⸗ undigungen wurde der obige Thatbestand von dem eutschen Konsulate in Petersburg als glaubwürdig efunden mit dem Bemerken die dabei interessirten xeben mögen sich an den Anwalt Voß in Peters⸗ zurg wenden, welcher die Erbschaftsangelegenheiten eb obigen Barons zu besorgen hat. Wie man mnfangs hörte, solle die Erbschaft 13 Millionen tubel betragen. Wahrscheinlich müssen sich die Frben Helfrich, deren Stamm sehr verzweigt ist, X— — Neusadt, 27. Dez. Gestern tagte hier er Verwaltungsrath der pfälzischen Kreisfechtschule ur Errichtung eines Kreiswaisenhauses für die Pfalz ehufs endgiltiger Feststellung und Beschlußfassung der revidirten Statuten. Duürkheim, 28. Dez. Die am hohen eihnachtsfeste regierungsseitig zu Gunsten der Er⸗ auung einer katholischen Kirche zu Leistadt in der idzese Speyer angeordnete Kirchen⸗Collekte hat in der Pfarrkirche dahier die ansehnliche Summe von 208 M. 2 Pf. ertragen. — Auf Anregung des kgl. Bezirkßsamtes Ger— mersheim wurde auch in den Gemeinden Berg, Bächelberg und Scheibenhardt der Bierausschank mittelst Anwendung von Pressionen durch Ortspolizeibeschlüsse verboten. — Speyer, 29. Dez. Die Arbeitslosigkeit in den vereinigten Staaten von Nordamerika ist Jegenwärtig eine so große und ausgebreitete, daß Auswanderungslustige nur dringend gewarnt werden önnen, ihr Heil jenseits des Ocans zu suchen, be⸗ jor bessere Zeiten angebrochen sind. Ueberall stockt zas Geschäft, liegt Handel und Verkehr darnieder, ind leidet der Verdiensft. Kenner der transatlan⸗ ischen Verhältnisse rathen daher mit allem Nach⸗ druck unseren Landsleuten davon ab, die Schaaren der arbeits- und erwerbslosen Existenzen drüben noch vermehren zu helfen. Wer nur einigermaßen sein Auskommen daheim finden kann, thut am Besten, wenn er bleibt, wo erst ist. Den wenigsten gelingt es, ein Unterkommen zu finden; die meisten namentlich Familien, verkümmern im Elend und sehen ihrem sicheren Untergange entgegen. Bermteuͤschtes. Schwemlingen, 26. Dez. Ein drolliger Spaß hat sich vorgestern nach der „Merz. Zig.“ dahier zagetragen. Ein junges Pärchen wollte sich in der Pfarrkirche trauen lassen. Der Herr Pfarrer aber verweigerte die Vornahme der hl. Handlung uus verschiedenen Gründen. Da nun aber die Hochzeit bereit, das Mastvieh geschlachtet und die Bäste geladen waren, wurde trotzdem Hochzeit ge⸗ nacht. Der Jubel war sehr laut. Andern Tags ieß der Herr Pastor das Brautpaar rufen und raute es, da er befürchtete, die jungen Leutchen zießen es bei der Civiltrauung bewenden. Die Hoch⸗ zeit fand natürlich gerechte Fortsetzung. .7Merzig, asS., 29. Dez. Von den An⸗ zeigen über Bewucherung, welche dem Vereine zegen Wucher im Saargebiet vorliegen. verdient die nachsteheude besondere Erwähnung. — Ein Ackergutsbesißer schuldet einem Handelsmanne etwa 3000 Mark. Um diese und einige andere Ver⸗ pflichtungen zu lilgen, entschließt er sich. Grund⸗ ftücke im Werthe von etwa 9000 Mark zu veräußern. kr überträgt dem Handelsmanne die Versteigerung ind bewilligt ihm hierflür 6 pCt. Provision und das Lufgeld mit 632 pCt. zu; außerdem hält der »andelsmann für den Fall des Nichtzustande⸗ ommens der Versteigerung sich eine Konventional- trafe von 375 Mark aus. Ungäünstige Zeitver⸗ — elsmann übernimmt außer seinen 3000 Mk. noch zie dringendsten Schulden des Ackerers mit etwa 2500 Mark und stellt diesem außerdem wegen Nichtabhaltens der Versteigerung die 6 pCt. Provi⸗ ion mit 540 Mk. 623 pCt. Aufgeld mit 600 Mark und die Konventionalstrafe mit 375 Mark in Rechnung. Der Ackerer erkennt diese Rechnung als begründet an und ertheilt dem Handelmann ein notarielles Schuldenerkenntniß im Betrage von etwa 7000 Mark, welche als „baar empfangene Dar— lehen? bezeichnet werden. Der Handelsmann drängt nun auf Regelung der Sache; es wird eine neue Berfteigerung in größerem Umfange als die zuerst eabsichtigte in Ausficht genommen und demselben dandelsmanue mit 8 pCt. Provision, 62 pCt. Aufgeld und 300 Mark Konventionalstrafe über- ragen. Diesesmal findet die Versteigerung wirklich und bombardirte seine Gegner auf der Straße. Da erschien ein Polizeisergeant, begab sich auf den Boden, um den Wüthenden herunterzuholen, hob einige Ziegel aus und versezte dem oben besind⸗ lichen Dachdecker einen Säbelstich in den Unterleib. () Blutüberstromt kolerte der Getroffene vom Dach herunter und stürzte auf die Straße, wo er als Leiche aufgehoben wurde. F Elberfeld, 28. Dez. Ein armer Reisen⸗ der bittet um eine milde Gabe! Mit diesen Worten stellte sich heute in der Mittagszeit ein Stromer bei einer hiesigen Familie ein. Da es gerade an kleinem Geld fehlte, wurde der Bursche, entgegen dem Hausgebrauch abgewiesen. „O, bitte sehr, ich kann wiedergeben“, meinte der Ritter von der dandstraße dreist. „So, dann geben Sie mir auf dieses 20.Markstück 19 Mark 90 Pfg. heraus“, 'agte der Hausherr, um ihn auf die Probe zu iellen. Und richtig, der „arme Reisende“ zog einen wohlgespickten Beutel und wollte aufzuzählen heginnen. Natürlich wurde dem unverschämten Patron angerathen, eiligst die Thür von außen zu chließen. F Konstanz, 26. Dez. Zur Affaire Hellwig⸗ —A Vom Niederrhein, 28. Dez. Die Liegsgerichtliche Urtheil gegen Hellwig bereits ge— Stadt Viersen war vorgestern Äbend der Schauplaßz, källt und dem Kaiser zur Bestätigung vorgelegt ener enisehlichen Szene · Ein Dachdecer war in worden sei. einem dortigen Wirthshause mit den Gäsien in Schreckliche Weihnachten. In Streit gerahhen und wurde hinausgeworfen. Er einem starkbesetzten Hospital in Chicago fing bdegab fich nun auf das Dach, riß Pfannen los Nam Freitag ein Weihnachtsbaum durch die bren⸗ 23 und —XE— auf besagtem Bekann tmachung. Licitation. St. Ingberter Eisenwerke wohnhaft, Auf Grund des Gesetzes über die 7 und U., die Kinder und Repräsentan⸗ in wird 48 brienut Montag, den 18. Zannar 1886. en des auf dem Ensheimerhofe, Ge⸗ gemacht, daß vom 1. Januar 1886 F VNorgens 11 Uhr, neinde Ensheim, wohnhaft gewesenen, dn, die Gebuhren der Leichenbeschauer zu St. Ingbert in der Wirthschaft u Heidelberg verstorbenen Brudert nil 75 ppfg. direcr an dieselben zu von Daniel Baumann (Café Ober⸗ Friedrich Krämer junior, lebend bezahlen sind und ist die Anzeige von hauser), werden durch den unterzeich Zutsbesitzer, aus der Ebe mit seiner schem Sierdefalle sofort, und wenn eten gerichtlich hiezu beauftragten kgl. hinterbliebenen Wittwe Mathilde von ehlerer in der Nacht vorkommt, am —F i n 7* oöͤffentlich donn e in Saarbrücker rauf, dem Leichenbeschauer ju Eigenthum versteigert: vohnhaft. nämlich: 2 denbesch Steuergemeinde St. Ingbert. 1, Dominik Wilhelm Pescatore, St. Ingbert, 31. Dezember 1885 3, 3. Nr. 2138. y8 8 8 ę deee erhe ürgermeifteramt: qm, un Nr. 9. ind und Erbe der zu Teneriffo Das ürt (33 Dez.) 112 20 qm Acker verlebten Tochter der zuletzt ge Reef5 J zp 3 — —X —RXä 4 8 . Nr. ez. a Famny Krämer, gewesenen Ehe— Bekanntmachung. 50 qm, und Pl. Nr. 2191, gattin von Carl Anton Pesca— Unterzeichneter gibt einem ver⸗ (22 Dez.) 7 a 50 qm Acker sore, Premierlieutenant im 8 ehrten Publilum belannt, z seine daselbst. vadischen Dragonerregiment in X n A Eigenthümer sind die gesetzlichen Karlsruhe wohnhaft, — ver * Shreib sube Ir xirben des auf dem St. Ingberter treten durch diesen seinen Vater, ich wig huuag bei —* XàAm Fisenwerke — Stadtgemeinde St. als gesetzlichen Hauptvormund, eme drallen Bahnbof Ingbert ·— wohnhaft gewesenen und und Friedrich Braun junior, — derstorbenen Reichssrathes der Krone Rentner, in Saarbrücken wohnend araße befindet. Bayern und Eisen⸗ und Hüttenwerks⸗ Us Gegenvormund; Passben der esihers Gustav von Kträner, als: L., Anna Krämer, gewerblose Ehe Gerichtsbvobzieher⸗ »essen Bruder Oskar Krämer, Eisen⸗ rattin von Wilhelm von Mhi. nenden Kerzen Feuer. Die Zuschauer standen so dicht geschaart um den Baum, daß die Kleidunge— dücke einiger in Brand geriethen. Es entstand ein furchtbares Drängen nach dem Ausgang, wobei etwo 100 Personen und mehrere darunter lebensgefährlich verleßt wurden. Die Krankenwärter löschten schließlich die Flammen und stellten die Ordnunc wieder her. Fur die Redaktion veranwortlich: F. X. Deme z. Undlich LEinmal — Lotterie einen Ziehungsmodus, der schon lange sehnlichst erwartet wurde. Ein Rad enthält sämmi— liche Loosnummern und ein zweites Rad sämmtliche Gewinne (mit Ausnahme der Kleinsten.) Jeder Gewinn wird Zug um Zug einzeln aus den beiden Rädern gezogen. Man kann gewinnen — nur haar Geld —- in Gold oder Banknoten, ohne jeden Abzug: — Prämie und Haupitreffer 120,000 M. oder 70,000 M., 50,000 M., 20,000 M., 10,000 M., 2mal 6000 M., 10mal 1000 M. und viele Gewinne zu 500 M., 200 M. ꝛc. Deggendorfer Ziehung vollständig gesichett und ohne Verschub nächsthin Donnerstag 7. Januar. Loose 4 2 Mi. 11 Loose 20 Mk. dei allen Verkaufftellen. psborn, tgl. Major im Gene⸗ ralstabe der großherzogl. hessischen 25. Division, beisammen in Darmstadt wohnhaft. St. Ingbert, 30. Dezember 1885 IOBRMICGE, k. Notar. Bei eingetretener Nässe bringe ich mein Fabrikat Lederschmiere, (bedeutend besser als Thran) die allen Anforderungen einer unver⸗ besserlichen entspicht, in empfehlende Erinnerung. Dieselbe erhält das Leder geschmei⸗ dig, verhütet das Springen desselben sowie das Eindringen der Nässe. Au— zerdem besitzt die Schmiere die An⸗ nehmlichkeit, daß man sofort daraus wichsen kann. 1 Pfd. Topf 80 Pf., i pfd. Topf 45 Pf, mpfd Dodi 25 Pfg. in der Materialwaarenhandlung P. Fery. und in der Verkaufsstelle für Schnapp⸗ bach bei Herrn J. Eutʒ BILIIGER BABAR: Rrippen und 8Schulranzon eingetroffen. Interessanteste Wochenschrift für das gebildete Publikum. Deutsches Montags-Blatt. jese literarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranges verindet die Vorzüge einer unter⸗ hetend nn ———— mit denen einer wohlinformirten reich mit Nach- chten aus erster Quelle ausgestatteten Zeitung, und so entspricht das Deutsche Montags- Blau⸗ in seiner Doppel⸗Natur einem eutschie denen Bedürfniß des gebildeten Lesepublikums. wofur die große Verbreitung den besten Beweis liefert. Außer den Beiträgen der regelmäßigen Aaupttr. no bst Prâmie 120, 000 Milarbeiler liegen bereits eine Reihe sehr interessauter Artikel oder Zuicherungen solcher fͤür bramie 720000 M., Haupttr. 50000 * die nächsten Quartale von Schriftstellern vor, die theilweis schon zu den gefeiertsten unseer 20000 ., 10000 . 2 6000 M. modernen Autoren gehören: Karl Blind, Alexander Baron Roberte Otto Roquette, P. K 10 *x 1000 . etc. Rosegger, Richard Voß, H. Villingen, E. Vely, Max Ring, Hedwig Dohm, Gerhard Rohlfs Looso à 2 M. bei den bekannten Verkanfsst. — F. v. Holtzendorf, Oskar Iidnse 5 e dee PDie Goneral-Agentar A. & E. ScHhuler in Munchen. zli ann Suderman, Hernmi. Heiberg, o Brandes, Franz und Paul 323 22 An neidee Emil Schiff, Sara Hutzler, Wilhelm Raabe, —* Byr, Haupta gentur für die bayer. Pfalz Peter Rix ius in Ludwigshafen a. Rh Prof. Peschusl⸗Lösche, Woldemac Kaden, B. Dulot, Emil Peschkau. Carlos von Gagern Ein in der Hauptstraße hiesiger aonrad Telmann, Gottlob Adolf Krause, M. v. Ebner-Eschenbach, W. Wyl. H. Schwarzklopf etc. Stadt in der Nahe des Bahn— Am Sylvester⸗ Abend Außerdem wird das ehhoe Montagsblatt“ im Laufe des nächsten Quartals arößere, hofes gelegenes Astockiges —2 an m sik iftij iten veröffentlichen Roberts: Militärleben. Karl Wartenburg VOn h — C 3 Wenn Frauen alt werden. Heinrieh FEhrlich: Ein Hazardspiel der T Gefuͤhle. 4. Weher: Stickluft. zu jedem Geschäfte sich eignend, ist, Außerdem aber werden die kolonial⸗politischen Aufsätze von Gerhard Rohlfs und dfon 1. Januar an, beziehbar, soforf volitischen ðdrimerungen F. Faltjons aus den vormaͤrzlichen Tagen Königsbergs fortdzu vermiethen, oder auch zu verkaufen. 4. zeeht —A —— u. Buchhandlungen nehmen Abonnements zum Preise vor Naberes in der Erned. d. Rl. 2 wik 30 Veg hee uartal entgesen vei Vostvesteuungen verwese man auf Nr. 1455 . Der heutigen Nummer rer Post⸗geitungs⸗Preisliste pro 1885. Inserate finden durch dieses fast ausschließlich in den liegt bein in Wand einsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hotels, Restaurants, Conditoreien ꝛtc lend —8— liehende Blaueine sehr zwedmäßige Verbreitung. Vrobenummern versendet gratis un .ẽ* ender un nterhaltungs ranto die Expedition des „Deutschen Montags⸗Blatt!. Berlin sSß. blatt Nr. 104 — Druck und Verlag von F. X. demeß in St. Inobert. — — i⸗ nächste Ausgabe des St. Ingberter Anzeiger erscheint am Samstag Abend mit illustrirtem Sonutagoblatte. Die Expedition. * 2 835323 22 353553533553537 2 2525—353— 5958 52288 —2 2 32— 3 — — 83 83 23 * 3223 32 23 32333 5258 3 3555 53513 33352 3 * 215* * 2 2 255 —— — 552 — 56 35331 —— A —38233555 2523222 2* —2 — 2 — 7 —A —32 2 252 * N —AA — — — *2* 25 An 2 535888 23533237 5 5 8 — 2333 —— —X * 2 8* 52 —33333258 z323 E5 * —— 38 5 —A S“ “S 2533—3 337358* —& — 3253 — *2 55 2 535 5 — — 5— 525553 D 322 E22 2575583338 8 — 72 — * — 229 25 272 —— — — 222 2 — 2 * 25 225 533 — —— 2 c —A— 3 3 s 7 2 32 —A S 25 —E— — 55 — 38 2333238 22 — 553 23 3—8 * 3 * 25 32 333 5——28— 528358 — 2273 5— —M 5z25757 *28 — — 233 —A R S 32343 35352* z5535144 255 3 28 32 8 8 222 ——*2 — —73 83 3 532—2385 8 2 2 25 G * —— 2 — 2 23 2 3 * *22. — — 33 325 — —— 7 c2* — — * 22 —— — * —Ax 535553* —A 8 8* 525532388 528 5 — * 32 25 22 —A — —— — 2 23 *—8323 —⸗ 2 —A — 5 52 * 8 * 95 * 5 8 38 *75 557 25233 — 7 5235* 355 — — 2.52.. * * 2 2 2139 ——— —A — — 323 5372* 53 ——— 522 55 53385252338 533535 525 *532323 2533335 5s33 28* 5 ———— A 232 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A 104. Donnerstag, den 31. Dezember 13835. Manuela 4 Intrigante JZäden. Roman von Max von Weißenthurn. für welche Sie sich ausgaben! Ich überwacht Sie scharf, aber auch Anderen blieb Ihr Geheim niß nicht verborgen und Alles steht deßhalb fü Sie auf dem Spiele, wenn Sie nicht fliehen, s lange es noch Zeit ist!“ „Und Sie, Kapitän O'Donell, Sie, der Sie nich hassen, Sie kommen hierher, um mir diese Warnung zu sagen?“ „Der ich Sie hasse?“ wiederholte der junge Mann. Womit habe ich Ihnen denn bewiesen, daß ich Sie hasse?“ Ich kenne Manuela Rosegg's raurige Geschichte und ich glaube selbst in dieser Stunde, daß mehr gegen Sie gesündigt wurde, als wie sie selsst fehlte. Einen großen Fehler hat sie begangen; sie hat selbst Wiederbergeltung iben wollen und nicht der Worte gedacht, die da auten: „Die Rache ist mein“. Manuela, ich veklage Sie von ganzem Herzen! Verzeihen Sie nir alle harten Worte, welche ich je zu Ihnen ge⸗ prochen habe. Lassen Sie mich von dieser Stunde an Ihr Freund, Ihr Bruder sein! Reichen Sie nir versöhnt die Hand; ich kann und will nicht in Feindschaft von Ihnen scheiden!“ Sie bededte das Antlitz mit beiden Händen und er fuhr fort: „Ich bringe meine Schwester Luch nach Lon- »on; begleiten Sie uns. Es ist Ihnen schweres Anrecht zugefügt worden, doch nicht Ihnen allein. Sie kennen die Vergangenheit meiner Schwester, Sie wissen, wie auch ihr Leben vernichtet wurde von der gleichen Hand, welche Ihr Dasein zer⸗ törte. Luch wird Ihnen treu zur Seite stehen. Manuela, geben Sie den Kampf auf und entsagen Sie Ihrer Rache!“ „Meiner Rache?“ wiederholte sie. „Ich brauche ihr nicht zu entsagen. Meine Rache ist erfülli. Ja, ich bin Manuela Rosegg, die, für todi bestattet, aus dem Grabe auferstanden ist, um Vergeltung ür das ihr geschehene Unrecht zu üben. Nachdem ich aus dem Hause Doktor Wilson's, der mich in's deben zurückgerufen hatte, entflohen war, faßie ich ven Entschluß, Schauspielerin zu werden. Mit ernstem Eifer machte ich mich an die mir selbft jestellte Aufgabe und ich reussirte. Aus Amerika schrieb ich an Doktor Wilson, daß. wenn Alexander Nachdr uck verboten. Rortsezung. Nein, nicht mir,“ gab RoderichO' Donell schmerzlich berührt, von ihr so verkannt zu werden, zurück, „nicht mir, sondern dem Grafen Ainsleigh!“ „Dei Grafen Ainsleigh!“ wiederholte sie und wie im Todesweh kamen diese Worte über ihre dippen. „Was habe ich ihm gethan, daß er mich so hart verfolgt, er, gerade er ?“ Roderich O'Donell, der den Sinn ihrer Worte nicht verstand, entgegnete: „Er hat einen Deitektiv angenommen, der Alles ermittelte; sein Verdacht, daß Mademoiselle La⸗ bour mit Manuela Rosegg identisch sei, bewog ihn, Ihrer Spur nachzuforschen, und fübrte ihn so zu diesen Entdeckungen!“ „Ah, und auf diesen Verdacht hin find auch Sie nach London gefahren, um die arme Mrs. Wilson durch Kreuz⸗ und Querfragen zu ängstigen?“ „Wenn ich das that, so handelte ich durchaus nicht mit Rücksicht auf einen bloßen Verdacht, denn ich besaß die positive Gewißheit, daß der Sarg Manuela Rosegg's leer sei!“ In namenlosem Entsetzen blickte das Maͤdchen den Sprecher an. „Daß der Sarg leer sei?“ ssieß sie schwer her⸗ vpor. „Kapitän O'Donell!“ .Mit Hilfe meines Dieners“, erklärte er ruhig, „öffnete ich das Grab und überzeugte mich, daß mein Verdacht Thatsache sei!“ „Und Sie, ein Mann, der so gegen mich in⸗ zrigirt, Sie haben den Muth sich meinen Freund zu nennen 7“ „Ja, ich habe den Muth, denn ich bin in Wirklichkeit Ihr Freund, wenn auch der Schein zegen mich spricht. Von der Stunde an, in der ich Ihre Identität mit der Schauspielerin, welche ich als Ophelia in New⸗NYork gesehen hatte, kon⸗ statirte, muthmaßte ich, daß Sie nicht Die seien, 120 de Saint⸗Claire sstürbe, so solle er in Wilchester begraben werden, wenn er, blödsinnig, jedoch am Leben bliebe, im schwarzen Hause untergebracht verden. Das geschah und seit Jahren fristet der Unglückliche hier sein elendes Dasein, während ich meinem Berufe als Schauspielerin lebte. Endlich bermochte ich der Sehnsucht, in die alten Verhält⸗ nissen zurückzukehren, nicht mehr zu widerstehen. Ich kam nach London und der Zufall begünstigte mein Vorhaben. Lady Genevieve suchte eine Er⸗ zieherin für ihre Kinder und ich bot Alles auf, die Stelle zu erhalten. Ich ward angenommen. Sie wissen es. Doch was ich litt, keine Seele kann es ahnen. Mein Dasein ist ein hartes, bit⸗ teres gewesen und ich verlange nach Nichts mehr, als zu sterben! Und doch ist der höchfte Sieg meines Lebens mir geworden. Sie wissen, daß Lord Rosegg nur mein Adoptivvater war. Wessen stind ich in Wirklichkeit sei, ich wußte es nicht — dis auf diesen Tag.“ „Bis auf diesen Tag?“ wiederholte Roderich befremdet. „Und jetzt, jetzt wissen Sie es?“ „Ja, jetzt weiß ich, wer ich bin!“ antwortete Manuela aufleuchtenden Blickes. „Und dieses Be⸗ wußtsein, ich werde es mit mir hinaussstragen in die Welt, in die rauhen Kämpfe, welche meiner warten!“ Er blickte sie fragend an. „Sie verstehen mich nicht,“ fuhr sie mit mattem Lächeln fort. „Mit deutlichen Worten denn, meine derkunft ist entdeckt; mein Vater lebt und die Tochter der Frau, deren Obhut ich als Kind über⸗ geben war, nimmt die Stelle ein. welche mir zu⸗ kommt!“ „Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück zu Ihrer kntdeckung! Sie werden fich natürlich fofort zu Ihrem Vater begeben? Niemand kann sich dessen herzlicher freuen als ich!“ „Sie irren! Ich werde nie zu ihm gehen! Eine Andere nimmt die Stellung ein, welche mir zukommt; ihr Leben ist vernichtet, trete ich mit meinen Ansprüchen hervor. Mein Vater ist ein stolzer Mann, wer bürgt dafür, daß er auf die Aussage einer Abenteurerin hin mich als seine Tochter anerkennt ?“ Troß Allem ist es Ihre Pflicht, Ihrem Vater die Wahrheit zu bekennen, möge dieselbe Ihrem »der seinem Stolze noch so hart ankommen!“ „Meine Pflicht?“ fragte sie forschend zurück. .„Auch, wenn beispielweise Graf Ainsleigh dieser mein Vater wäre? Was dann, wenn ich den Beweis dafür erbringen könnte ?“ „Selbst dann wäre es Ihre Pflicht, dem Grafen die Wahrheit zu entdecken, folge daraus, was wolle.“ erwiederte Roderich mit Festigkeit. „Kapitän O' Donell, so sprechen Sie, der Sie Täcilie lieben ? Er sah sie ängstlich an. Ihr Wesen war ein so seltsames, daß er eine unbestimmte Furcht em- pfand. „Ja, so spreche ich, weil Recht stets Recht bleiben mußel“ versetßzte er. Ein müdes Lächeln überglitt ihre Züge. „Ich danke Ihnen, mein Freund!“ sprach sie, hm die Hand reichend. „Jetzt sehe ich den Weg, den ich gehen muß. Sie haben mir einen größeren dienst erwiesen, als Sie ahnen. Thun Sie noch Eins; verbrennen Sie dieses Papier für mich!“ Sie reichte ihm ein zusammengefaltetes Blatt und er las die Ueberschrift „Bekenntnis von Jo⸗ hanna Hermann.“ Mit Befremden starrte er auf die Worte, bis dieselben ihm vor den Augen zu schwanken began⸗ ien. Sie sah sein Schwanken, sein Zaudern — doch dann — ein jähes Auflammen, ein Auflodern ind — das Johanna Hermann gewaltsam abge⸗ ungene Bekenntniß ihres Geheimnisses war zu Asche derbrannt Mit brennendem Blick hatte Manuela den ganzen Horgang verfolgt. Jetzt, als der letzte Rest des PBapiers verkohlt war, sprach sie, und ihre Stimme zitterte leise: „Nochmals danke ich Ihnen, Kapitän O'Donell. Sie haben mir einen großen Dienst erwiesen, Sie haben mich vor mir selbst gerettet! Wann verlassen Sie mit Ihrer Schwester diese Gegend?“ „Heute noch!“ entgegnete er. „Wünschen Sie duch zuvor zu sehen?“ Haben Sie ihr Richts zu agen, bevor sie, — wer weiß, — vielleicht für mmer aus Ihrem Tebensweg scheidet?“ Mit einem unsagbaren Ausdruck ruhten ihre Augen auf ihm. „Geben Sie mir einige Stunden Bedenkzeit“, yersezte sie. „Kommen Sie mit Luch hierher, ehe Sie diese Gegend verlassen. Sie sollen meine Ant⸗ vort vernehmen! Nun leben Sie wohl!“ „Ich werde mit Lucy wiederkommen und sollte ie es wünschen, darf sie ihn, den Unglücklichen, der hr Leben vernichteet und an dem troßdem ihr janzes Herz noch immer hängt, sehen ?“ Wehmüuthig neigte Manuela das Haupt. .Ja, sie soll ihn sehen. Er wird sie nicht er⸗ sennen, er erlennt Niemanden !“ Er faßte uach ihrer Hand. „Auf Wiedersehen!“ sprach er, ihre Rechte an seine Lippen ziehend. „Leben Sie wohl!“ antwortete sie mit leiser Stimme. Er wandte sich und war ihren Blicken ent⸗ chwunden. Waßs diese Stunde ihm offenbart, es hatte Alles 423 qihm aufgerüttelt. So achtete er nicht auf des Nadchens verstörtes Wesen. Voller Hast verließ er as schwarze Haus, ahnungslos, daß Manuela von im Abschied genommen hatte für immer. F Kaum zwei Stunden später schied Roderich O'Donell, von seiner Schwester Luch begleitet, von osegg. ꝛ n letzten, wehmuthsvollen Blick sandten Beide nach dem Schlosse zurück, ehe dasselbe ihren Blicken entschwand. Von einem der oberen Fenster herab winkte ein zleiches, thranenüberströmtes Antlitz ihnen den letzten Gruß zu. dann zogen die Pferde an und er Wagen rollte durch den Park davon. Während der Fahrt nach dem schwarzen Hause heilte Roderich seiner Schwester mit, was er über lexander de Saint⸗Claire in Erfahrung gebracht zatte. So erreichten sie das schwarze Haus, doch kaum waren sie vor demselben angelangt, als Doktor Wilson ihnen schon entgegenstuͤrmte mit der hastigen Frage, ob er die Ehre habe, mit Kapitän O'Donell u reden? Der bin ich!“ versetzte der junge Mann be⸗ remdet. „Ich komme, um Mademoiselle Latour —“ „Mademoiselle Latour ist nicht mehr hier, — ie ist entflohen! Doch ein größeres Räthsel als das“, fuhr er erregt fort, „ist dieser Brief. Welchen Finfluß besitzen Sie auf das Fräulein, Kapitän, daß fie dem höchsten Triumphe ihres Lebens ent ⸗ agt um Ihretwillen, wie diese nach Ihrem Be— uche von heute Morgen geschriebenen Zeilen es aussprechen ? „Ich begreife kein Wort von Allem, was Sie agen; erklären Sie sich deutlicher!“ erwiederte Roderich. „Wer anders als Sie kann ihr zugeredet haben, hrem Erbrecht zu entsagen, und sie zur Flucht zu veranlassen ?“ „Mein Herr, Sie sprechen in Räthseln! Wenn Mademoiselle Latour entflohen ist, so beklage ich das von ganzem Herzen, aber ich habe gewiß am etzten Antheil daran. Ja, ich war heute Morgen zei dem Fräulein, um sie zu warnen, weil ich sur die Aermste empfand. Von ihrer Flucht weiß ich Nichts! Erklaren Sie sich deut⸗ acher, wenn ich Sie verstehen soll!“ Lesen Sie dieses Schreiben!“ versetzte der ange Arzt, zitternd vor Aufregung, indem er dem Kapitän Manuela's Brief hinreichte. Roderich las: „Doktor Wilson! Sie werden überrascht und bestürzt sein, wenn Ihnen diese Zeilen eröffnen, daß ich ge⸗ gangen bin, um nie zurückzukehren. Ich ent⸗ jage meiner Rache. Das Bekenniniß Johanna hermann's ist verbrannt. Weder mein Vater, joch sie, die meine Stelle einnimmt, sollen je zarum erfahren. Kapitän O'Donell hat sich mir als Freund erwiesen, seinetwegen entsage ich allen Racheplänen. Lassen Sie die Elende, welche alles Unglück über mich und meinen gütigen, todten Adoptivvater gebracht hat und die wir durch List hierherlockten, unbeanstandet ihres Weges ziehen. Sorgen Sie fuͤr Alexander de Saint⸗ Elaire, wie Sie es bisher thaten. Ich war Ihnen Jahre hindurch eine Last und Kum— mer; meine jetzige Flucht wird Ihnen schmerzlich sein, aber ich handle zum Besten für uns Alle! Leben Sie wohl, mein Freund! Bis zu meiner letzten Stunde werde ich für Sie beten und Sie segnen!“ Manuela.“ Roderich O'Donell las das Schreiben zweimal, aber nur die Hälfte davon verstand er. „Sie will ihrer Rache entsagen“, sprach Henry Wilson, als Roderich ihm das Blatt zurückgab, doch, bei Gott, jetzt ist es genug! Sechs Jahre ang habe ich geschwiegen. Das Maß ist endlich ibetvoll. Ob mit oder gegen ihren Willen, die Wahrheit soll und muß gesagt werden. Sie sollen rfahren, daß das Mädchen, welches sie mit Füßen getreten haben, Blut von ihrem Blute ist! Er soll es wissen, daß sie seine Tochter ist!“ „Wer? Wessen Tochter?“ forschte Roderich DDonell. Aber der Arzt, seine Worte nicht beachtend. wandte sich zum Gehen. „Wenn Sie den armen Blödsinnigen sehen pollen, so mag die alte Tony Sie zu ihm führen. Ich gehe, um den Vater Manuela's aufzusuchen !“ Mil diesen Worten entfernte er sich so hastig, daß Roderich keine Frage mehr möglich war. Die alte Tony, die hinzutrat und sich bereii erklärte, den jungen Kapitän und seine Schwester n dem Kranken zu führen, entriß ihn seinen Ge⸗ danken. Auf den Arm des Bruders gestützt, folgte Lucy, ioch heftig ergriffen von dem eben Gehörten, zit⸗ ernd der voraufgehenden Alten. Zögernd über⸗ chritt sie die Schwelle des Gemachs, in welches zie Greisin sie führte und sank hier vor dem Lager des Mannes, der einst ihrem Herzen so theuer ge⸗ vesen war, lautlos auf die Knie nieder. „Alexander, Alexander!“ flüsterie sie. Er zuckte merklich zusammen, riß die Augen veit auf und starrte sie groß an, doch ohne, daß auch nur ein Funken des Erlennens in seinem Blick wach geworden wäre. Wildes Grausen erweckte der starre Ausdruck desselben in ihrer Seele und mit einem leisen Schrei brach sie ohnmächtig neben der Lagerftätte des A—— langer vorenthalten. Mylord, das Mädchen, welchen Alle verachtet und mit Füßen getreten haben, da Madchen, das wie eine Verbrecherin bei Nacht un Nebel dieses Haus hat verlassen müssen, das Ma hen, welches Sie als ein⸗ Abenteurerin zur Rechen schaft ziehen wollen, fie ist keine Andere, als Der junge Arzt hielt inne. „Keine Andere, als — was?“ fragte der Gra kühl, cynisch. „Sie ist keine Andere, als Ihre rechtmaßig Tochter!“ Waren die beiden Manner nicht so fieberhafl erregt gewesen, sie würden gesehen haben, wie di⸗ Portiere, welche in den Wohnsalon fuührte, heftig schwankte und würden den heiseren Wehlaut, der sich von den Lippen der stillen Horcherin rang, di hinter der Gardine verborgen stand, vernommen baben. So aber waren Beide nur fuür einander da Zaͤhneknirschend hörte der Graf die letzten Wort⸗ des Sprechers. Mit geballten Händen, jornfun— lelnden Auges, so trat er jetzt vor den jungen Mann hin. Sir, diese Beleidigung fordert Vergeltung! Sie werden mir Genugthuung geben!“ „Ja, Mylord, ich werde Ihnen Genugthuung geben, aber nicht in dem Sinne, wie Sie dieselb⸗ verlangen, sondern durch rechtsgültige Beweise meiner Behauptungen. Horlen Sie je in Ihrem Leben den Namen Johanna Delange?“ Der Graf erbebte bei Nennung dieses Nament und Doktor Wilson fuhr fort!“ „Ah, Sie erbleichen! Sie kennen den Namen! In den Armen Johanna Delange's starb ihre Ge— mahlin, nachdem sie einem Kinde das Leben ge— geben. Das Kind blieb bei Johanna Delange und als Sie später kamen, Ihr Kind abzufordern, gab sie Ihnen das ihre und behielt Ihr Kind, dat sKind der Frau, welche sie haßte, weil dieselbe sie von dem Manne ihrer Liebe getrennt hatte!“ „Es ist Lüge, Luge! Es kann, es lann nicht sein! Cäcilie ist meine rechtmäßige Tochter!“ rief der Graf wuthbebend. „Das Mädchen, welches bis jetzt als Lady Lacilie in der Welt dominirte, ist die Tokoner Johanna Delange oder Hermann, wie fie V nannte, während Manuela, die Mißhandelse, mit Fußen getretene, Ihres Blutes, Ihrer Tochter ist!“ „Sir, machen Sie der Scene ein Ende!“ „Sie glauben mir nicht, Mylord?“ „Nein, mein Herr! Ihre Geschichte klingt denn doch gar zu abenteuerlich, um Anspruch auf Glaub⸗ würdigkeit machen zu können!“ (Schluß folgt.) „Sie wünschen, mein Herr?“ Mit diesen Worten trat im Empfangssalon auf Schloß Rosegg Lord Ainsleigh dem Besucher ent zegen, welchen ihm der Diener soeben gemeldet hatte und der kein Anderer als Doktor Wilson war. „Mein Kommen,“ antwortete der junge Arzt und seine Stimme bebte vor nur mühsam verhal⸗ lener Erregung, „mein Kommen betrifft ein Wesen, velches Ihnen sehr nahe steht — es betrifft Lady Manuela —“ „Manuela, die Abenteurerin, die es verstanden hat, sich unter der Maske einer Erzieherin in dieses Hhaus einzuschleichen ?“ „Mylord, Sie gebrauchen harte Worte,“ ver— setzte Henry Wilson zornbebenden Tones. „Und doch sollten Sie der Letzte sein, welcher über das bellagenswerthe Mädchen den Stab bricht!“ „Der Letzte?“ gab der Graf spöttisch zurück. „Und warum? Kommen Sie vielleicht als ihr Abgesandter, um mich um Gnade für sie anzugehen Ich bitte Sie im Voraus, sparen Sie Ihre Müͤhe! Es ist nuzzlos! Die Thatsachen sprechen wider sie. Das Mädchen ist eine Abenteurerin; sie wird als eine solche zu büßen haben! „Eine Abenteurerin! Sie sagen das mit einer Bestimmtheit, als wenn Sie die Beweise davon in Ihren Händen hielten!“ „Das thue ich auch! Oder gebrauchte sie etwa nicht einen falschen Namen, um sich in dieses Haus einzuschmuggeln? Ist nicht Alles erborgt und falsch, was dieses Mädchen über fich selbst aus⸗ sagte?“ „Erborgt und falsch! Ja, Mylord, es ist Alles falsch, was Sie von diesem Mädchen wissen, deun was Sie auch vermuthen, die Wahrheit wissen Sie nicht!“ Der Graf blickte zu dem Sprecher auf, über⸗ rascht, erschrecktt. „Doktor Wilson, ich verstehe Sie nicht! Was wveiß ich nicht von dem Mädchen ?“ .Das Wichtigste, Mylord, was Ihnen am allerletzten ein Geheimniß sein sollte — ihre wirk⸗ liche Herkunft!“ „Sie scheinen schlecht genug unterrichtet zu sein,“ gab der Graf scharf zurück. „Manuela war die Pflegetochter des verstorbenen Lord Rosegg, ein —RX eine geben Lann.“ „Herr Graf, ich loͤnnte Ihnen Ihren Vorwurf zurückgeben. Nicht ich, Sie sind der Getäuschte. Es ware gegen die heiligften Satzungen des Men⸗ schenrechts gehandelt, wollte ich Ihnen die Wahrheit Druck und Verlag von .Demeßs in St. Ingbert. zu 33 Pf., Bäcker Schmahl von hier, jedenfalls der Vereinigung untreu geworden, bot Gpfündiges Schwarzbrod, datt 75 Pf., dem hiesigen Innungs- zreise, zu 63 Pf. feil. Trotzdem hatten sich die zäufer den auswärtigen Bäckern zugewandt. Es spielten sich hiebei ganz ergötzliche Scenen ab. Das schönste an der. Sache ist, daß Bäcker Schmahl, ob —W hleibt dahingestellt, sein Brod noch zu 55 Pf. den ßzpfünder Laib verlaufte. kinem biederen Landmann fiel der Hut in den Bärenzwinger. Statt daß ihn der Bar zerriß, hackte er ihn und trug ihn zur Heiterleit des Pu⸗ »likums in das Wasser. Die Heiterkeit steigerte ich aber zur Ausgelassenheit, als eine Frauenstimme cich vernehmen ließ, die zu ihrem Mann ob des Unfalls sagte: „Siehst Du, Dich kann ich närjends mit hin nehmen. „Pfui, schäm' Dich, alter Kerl! * (Geizig noch im Tode.) In einem Dorfe an der Weser unterhalb Bremen starb vor angererZeit eine ziemlich bejahrte Frau. Einer hrer letzten Verfügungen zufolge sollte ihre Leiche mit den am Körper befindlichen Kleidungsstücken eingesargt werden.‘ Jedoch die Angehörigen respek⸗ tirten diesen letzten Willen nicht. Nachdem sie einige Kleidungsstücke ganz ahnungslos entfernt satten und näher betrachteten, fanden sie zum Jroßen Erstaunen nicht weniger als 6000 Mt. in dhanknoten darin versteckt. Die alte, im Leben sehr parsam, fast geizig gewesene Frau hatte sich oon »em Mammon selbst im Tode nicht trennen können und darum war diese letzte Bestimmung festgestellt. Ddie Nichtbefolgung derselben kam den Angehörigen erselben natürlich sehr zu Statten. FBerlin, 16. Juni. Zwischen einem Studenten des Gießener Corps „Teutonia“ und »inem Angehörigen des Corps „Starkenburgia“ 'and am 13. Morgens im benachbarten Schiffen⸗ zergerwald ein Pistolenduell statt. bei welchem letzterer auf dem Platze todt blieb. Näheres und Motive sind noch unbekannt. ssern, Kisten mit Po ie einer großen Mos indig nieder. Auch da Hädigt, weil die Pfahs le derselben bis zun rden. Auch zwang r Amsterdam bestimn pen der Niederlandist und der Rheinbah⸗ Vermischtes. F Baden-Baden, 18. Juni. Die Kaiserin hat heute Nachmittag 2 Uhr Baden⸗Baden verlassen, um sich nach Coblenz zu begeben. Der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroßherzog begleiten Ihre Majestät bis Karlsruhe. Wiesbaden, 19. Juni. Gestern Nach⸗ mittag ist die Frau Fürstin Dolgorucky, Wittwe des Kaisers Alexander II. von Rußland,mit Fa⸗ nilie und Gefolge von Paris hier eingetroffen und hat im Hotel zu den „Vier Jahreszeiten“ Wohn⸗ ung genommen. FeFrankfurt, 17. Juni. Heute Abend um ein Viertel nach neun Uhr ging über unsere Stadt ein ungeheurer Wolkenbruch nieder. Sturz⸗ väche füllten die Straßen und in vielen Häusern drang schnell das Wasser durch die Decken und in die Keller. Im Cafs Neuf brach sich das Wasser in ungeheuren Strömen durch die Decke über dem Buffet Bahn; in wenigen Minuten war der halbe AR Ein Dachlkandel war verstopft Amsterdam, 17. Juni. Gestern Mittag zewesen und da hatten sich die Wassermafsen auf zerieth eines der Suez Quais, wo die Dampfer der ʒer Saaldece gesammelt. Im Café Bauer drang ftiederländisch- Ameritanischen Dampfergesellschaft »as Wasser durch einen Kanaleinlauf in einen mlegen, in Brand und die von einem heftigen deller und plötzlich zum Schrecken der Gäste, wurde Winde angefachte Flamme sprang schnell auf einen bon hier aus der Eingang vom Schillerplatz und fdroßen, am Quai stehenden Schuppen der Rhein⸗ die nüchstliegende Eche des Saales überschwemmt, hahn über. Eine fürchterliche Feuerstule hob sich jo daß man es fuür nöthig hielt, die Feuerwehr ofort hoch in die Luft, und in weite Entfernung Jerbei zu rufen. Im Wintergarten wurde die erbreitete sich eine große Hitze. Bald waren eine dichtdecke durchbrochen; dor dem hereinbrechenden zroße Menge Spritzen da, nämlich zu Land drei Wasser mußten die Gäste auf die Gallerie flüchten. dampf⸗- und zwei Handspritzen, und zu Wasser — Auch in Mainz ging ein Wolkenbruch nieder. ieben Dampfspritzen, weiche zusammen ungeheuere x Eine ergötzliche Szene hat fich dieser Tage Wassermassen in die Gluth hineinwarfen, jedoch m Zoologischen Garten zu Frankfurt abgespielt., alles ohne Erfolg, denn der ganze Schuppen, mit, — — —* — — — — —t —— — Licitation barolina Hauck, gewerblose Thefrrau von Peter a Montag, den 6. Juli 1335, önigl. preuß. Grubensteiger, beide in Boxmittags 10 Uhr zu Schnapp⸗ Lebltenwald in Rheinpreußen —* bpach Siadtgemeinde St. Ingbert, in jaft; 4. Margaretha Hauck, der Wirthschaft von Michael Paulus ewerblose Ehefrau von Carl Spang, verden durch den unterzeichneten, ge-⸗ Steigeradspirant, beide in besagtem richtlich hiezu beauftragten k. Notar deunkirchen wohnhaft; —8 die nachbeschriebenen Liegenschaften in ich Hauck, Megger, in Schnapp⸗ der Steuergemeinde St. Ingbert ab⸗ zach wohnhaft, z. Z. Soldat imk. heilungshalber öffentlich in Eigenthum 5. 17. Infanterieregiment zu Ger⸗ rersteigert aicd. mersheim in Garnison; 6. Lud Plan Nr. 49962, 7, 2 20 am vig Hauck, Meßger in Schnapp⸗ Fläche mit Wohnhaus, Nebenhaus, dach wohnhaft, emancipirter Minder Hinterhaus und Stallung nebst ähriger, welcher den Michael Hofraum, gelegen zu St. Ing- Paulus, Wirth, daselbst wohnhaft derter Grube neben Gebrüder zum Curator hat. 535 ⸗ Röchling und Müller Groß; St. Inabert, 20. Juni 1885. zegeben von der Kapelle des Ulanen⸗Regiments Nr. 7 aus Saarburg Plan Nr. 4999, 20 a 10 qm Kemmer (othringen) unter Leitung des Herrn Stabstrompeters. Acker auf der Rußhütte und Plan Rur“ VF Entroe 50 sg8. Nr. 499948, 2 a 40 qm Acker Es ladet ergebenst ein J allda neben Gebrüder Röchling, J. R i 1 Martin Zoit und Wilhelm Schmitt; —— — — 8 I- z. de Nr. 1878, 20 2 40 qm Zuteressauteste Wocheuschrift für das gebildete Vublikun. er auf der Rothhell. d n Deutsches Montags-⸗-Blatt. die Kinde rben der zu be⸗ Diese litterarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranges, i osen Lage, jesagtem Schnappbach wohnhaft ge⸗ dem Montage, eee x *5 e Wochen⸗ vesenen und daselbst verstorbenen Vi pit y 8 V w ä aus erster Quelle e g, und so entspri as „Deutsche Montags⸗Blatt“ in sein oppel⸗Natur ei —— Abepr entschie denen — des —ãa—— ——— wofulr o —E den ittwe von Heinr „im besten Beweis liefert. Außer den BVeiträgen der regelmäßigen Mitarbeiter liegen dereiti deben Metgger allda, als: 1. Karl eine Reihe sehr interessanter Artikel oder Zusicherungen solcher für die nächsten Quanal Hauck, Metzger, in Schnappbach von Schriftflellern vor die theilweis schon zu den Fefeierissen unserer modernen Autoren vohnhaft; 2 Maadalena Hauck gehbren; Karl Blind, Alexander Baron Roberts, Otto Roquette. P. K. Rosegger, d vBi hy h it; H ⸗ linger, E. Bely, Max R i Blumen⸗ *—6 —** on Veies ger, E. vbely, Max Ring, Hedwig Dohm, A. Weber, F. v. Holtzendorf, Oslar Vlu ruj thal, Neumann⸗Hoser, Ferd. Groß, Alex. Moszkowsli, Hermann Sudermann, Herm. be Odermann, konigl. preuß. Gruben⸗ — — berg, Dits Vram es, Karl Prou Vaul von Schomhan, Uiben Trager, Emi Schiff, Set teiger, beide in Neunkirchen gkerzu „Illustrirtes Hudler Wilhelm Raabe, Rodert Vyr, Woldemar Kaden. B.Dulsi Emit Peschlau 8 n* heinpreußsen wobnbaft 3.⸗SEounnsfaasblau⸗⸗ ARNr. 12. Emil Franzos, Carlos von Gagern, Konrad Telmann, Vi. v. Ebner⸗Eschenbach, W. Wol Jußzerdem ist das „Deutische Montags⸗Blatt“ in der beoorzugten Lage aul ey ses neueste Aovelle unter dem Titel „jimmlisthe n. irdisthe sien zu verbffentlichen, welche, soweit sie bereits erschienen, neu eintretenden Abonnenten areli ——— Rpoftanstallen u. Vuchhandla Vreite den e Reichspostanstalten u. Buchhandlungen ne m Prei Mark 50 Pf. pro Quarial entgegen. vn en ——ã— z8 * Ir. 1450 . Poste geitungs⸗Preisliste pro 1888. Inserate finden durch dieses fast ausschließlich in feinsten Familienkreisen gelesene und in allen besseren Hoötels, Restaurants aonditoreien * zusliegende Blatt eine sehr zwelmäßige Verbreitung. Probenummern verjendet erstis un ranco die Expedition des „Deutschen Montags-Blait““, Berlin 3W. don F. X. Demes in St. Inabert derlande) hat ein ess ater vergiftet, um si schlechte Behandlung z zelche vom Plan unte r warnen, kam jedoch in welchen das Gift egessen. . Heute fand in der hei Manchester ein Aus. tatt. Voun den 349 zrube waren, sind etwa das Schicksal der andern Bei dem gestrigen IL mmen. 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