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FXTITIi. Sonntag, 27. Juni 1886. Finladung zum Abonnement.! Für das mit dem 1. Juli nächsthin beginnende IIl. Quactal erlauben wir uns hiermit zum Abon ⸗ dement auf den wsõchentlich 5 mal, 2mal mit Unterhaltungsblatt und Sonntags mit Feiliger, illustrierter Beilage erscheinen⸗ den „St. Ingberter Anzeiger“, amtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Inabert, ergebenst einzuladen. Der „Si. Ingberter Anzeiger“ wird nach wie vor uͤber die politischen Ereignisse moͤglichst rasch id rein objektiv berichten und daneben den lokalen ind probinziellen Verhältnissen ganz besondere Be⸗ achung schenken. Für die Unterhaltung bꝛingt er n seinem Unterhaltungsblatte und in der illustrir⸗ n Sonntagsbeilage eine reiche Fülle spannenden ind anregenden Lesestoffes. Bestellungen auf den „St. Ingb. Anz.“, die auswärts von allen Postanstalten und Post⸗ oten und für hier und Schnappach von den Aus⸗ röͤgern des Blattes und der unterfertigten Expe⸗ dition entgegen genommen werden, wolle man ge⸗ fäligst bald bethätigen. Denjenigen Abonnenten, die das Blatt bisher durch unsere Austräger er⸗ fielten, wird dasselbe auch im neuen Quartale hortgeliefert werden, wenn nicht ausdrücklich vor dem 1. Juli abbestellt wird. 8 Ergebenst Redaklieon und Expedition des „St. Ingberter Anzeiger“ von hier berichtet wird, erklärt, daß er die ange- botene Entlassung des Herrn v. Lutz nicht annehme, ind ihn gebeien. die Geschäfte zum Besten des dandes weiterzuführen. Freiherr von Lutz seiner⸗ seits ist bestimmt entschlossen, seine Kollegen, die hin in so schwerer Zeit und in so trauriger Sache veigestanden und sich mit ihm jolidarisch gemacht jaben, beizubehalten und jedem Vorschlag, er omme, woher er wolle, den einen oder anderen zu ersetzen, enigegenzutreten; es sei denn, daß der zetreffende Minisier selbst nicht sollte bleiben wollen. Wenn die Auflösung des unglücklichen Königs Otte noch zu Leibzeiten des Prinz-Regenten Luitpold erfolgen sollte, so wird Prinz Luitpold die ihm anfallende Krone selbst tragen, nicht aber zu Gun⸗ sten seines Sohnes sie ablehnen. Berlin, 15. Juni. Der Regent Prinz Luitpold wird demnächst in Ems zum Besuche des Kaisers erwartet. Ausland. Mailand, 24. Juni. Gestern wurden 8 Führer der Arbeiterpartei verhaftet und die Vereine ufgelöst, welche dem Programm dieser Partei zu⸗ Jestuiͤmmt haben. Unter den Verhafteten befinden ich die sozialistischen Kandidaten bei den letzten Wahlen. Bei den erwähnten Vereinen und in den Wohnungen der Sozialisten ließ die Polizei Haus- suchungen vornehmen. In Oberitalien sollen 159 Bereine bestehen, welche dem betreffenden Programm zeigestimmt haben. Es ist eine Untersuchung wegen Verschwörung eingeleitet. selben erfaßt und derart an die Wand gedrückt, daß er an den Folgen der innerlich zugezogenen Verletzungen tags darauf unter großen Schmerzen verschied. (pPf. Presse.) Annweiler,; 28. Juni. Heute Morgen vurde der Ackerer Johann Philipp Kirsch von Schwanheim in dem nahegelegenen Weiher todt aufgefunden. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Speyer, 28. Juni. Die Antwort Sr. sgl. Hoheit des Prinz⸗Regenten Luit pold von Bayern auf die Adresse des Stadtraths Speyer lauiet: „Herr Bürgermeister Süß! Der Stadt⸗ rath der pfälzischen Kreishauptstadt Speyer hat Mir aus Anlaß des Hinscheidens Weiland Seiner Majestät König Ludwigs II. in einer Adresse die Theinahme der Bürgerschaft und die Versicherung —XD dracht. Ich habe diese loyale Kundgebung sehr gerne entgegengenommen und spreche den Bewoh⸗- jern der aliehrwürdigen Stadt Speyer für diesen neuen Beweis ihrer patriotischen und treu ergebenen Befühle Meinen wärmsten Dank aus. — Zugleich ersichere ich Sie, Herr Bürgermeister, der wohl⸗ vollenden Gesinnungen, mit denen Ich bin Ihr geneigter Luitpold, Prinz von Bayern. Mün⸗ hen. den 21. Juni 1886.“ Vermischtes. 4 Die amiliche „Elsaß⸗Lothringische Landes⸗ Zeitung“ bestätigt die Nachricht von dem beabsich- ugten Besuche des Kaisers in Metz. Danach trifft der Kaiser nach Beendigung der großen Manöver bei Straßburg am 20. September in Mez ein. Die Nachricht, daß Professer Dr. Rü—⸗ dinger in München, welcher die Sektion der Leiche unseres hochseligen Königs vornahm, in Schwanheim bei Annweiler geboren sei, beruht auf einer Verwechselung mit dem Würzburger Professor der Chirurgie Riedinger. Letzterer ist ein Pfälzer, während der Professor der Ana— omie Dr. Rüdinger in München zu Erbesbüdes- heim bei Alzey geboren ist. Munchen, 22. Juni. Aus den Bergen kommt die Kunde, daß dortselbst in den letzten Tagen bedeutender Schneefall stattgefunden und sich derselbe bis herab in die Thalsenkung erstreckt Jabe. — Bedenklich krank liegt die Wittwe des Obermedizinalrathes Dr. v. Gudden darnieder, sodaß man für ihr Leben fürchtet. — Die letzten Günstlinge des Königs Lud⸗ wig VU. Die letzten Günstlinge des Königs wer- den vielfach verwechselt und mit Funktionen ausge- rüstet gedacht, die sie niemals ausgeübt. So macht nan aus dem Marstallfourier Hesselschwerdt einen Leibfriseur“ des Königs. Hesselschwerdt hat nun illerdings eine merkwürdige Karriere bei Hofe ge⸗ macht und ist vom König zu Missionen verwendet worden, die an anderen Höfen den Staatsministern oder Diplomaten ersten Ranges zugetheilt werden, zum „Friseur“ hat er es aber nie gebracht. Seine ietzte Mission sollte ihn bekanntlich nach Paris führen, sie ist nie ausgeführt worden, Hesselschwerdt hat sich ihr rechtzeitig entzogen. Der seinerzeit be⸗ rühmte „Leibfriseur“ des Königs hieß Hobe und erhielt in den letzten Monaten ebenfalls sehr wich⸗ tige Missionen, die sich sogar bis auf die Entdeck⸗ ung „neuer Minister“ erstreckten, bald aber fiel er in Ungnade, und der mehrerwähnte Chevaurleger Alfons Weber trat an die Oberfläche. Es ist reich ——— — Deutiches Reich Regelung der Passiva des Königs. hach der „Wiener A. Z.“ ist man in dem Re— zentschaftsrathe zu dem Schlusse gekommen, daß ie Mittel zur Regelung der Passiva aus den Er⸗ parungen der Hofstäbe und Intendanzen, sowie ius den Erübrigungen der für den Prinz-Regenten ausgesetzten Ausgaben genommen werden. In tsler Lnie wird der Stab des Oberstallmeisters cine jährliche Ersparung von mindestens 120,000 Mark aufweisen können, da der Prinzregent mit lusnahme eines kurzen Aufenthaltes in Berchtes— jaden und der nothwendigen Anwesenheit bei den Manövern von der Residenz nicht abwesend sein vird, und hierdurch allein schon an Diäten große Zummen erspart werden können. Da der Hofhalt »cs Königs Otto im Verhältniß zu dem des Königs dudwig sehr wenig kostet, der Prinzregent aber durch seine bekannte einfache Lebensweise die Ausgaben auf die Zivilliste auch nicht stark belasten wird, so teht zu erwarten, daß alljährlich mit einer Million Nark Ersparungen die Schulden in thunlichster Bälde gedeckt werden können. Jedenfalls ist als —A nicht enffernt daran denkt, das Land zu belasten, sondern aus eigenen Mitteln das Gleichgewicht der dabinetskasse wieder herstellen will. Der Vertreter der bayerischen Zivilliste, Rechtsanwalt Heinrich von discher, hat an die Vertreter der Klagsparteien be⸗ reits das Ersuchen gestellt, die Verhandlung, wozu dekanntlich auf den 26. Juni am Landgericht Nünchen J. Termin anberaumt ist, vertagen zu lassen, da die definitive Regelung der Schulden der Zwilliste in nächster Aussicht stehe. München, 23. Juni. Se. Königl. Hoheit Brinz-Regent Luitpold hat, wie der „Köln. Zta.“ Lokale und pfälzische Nachrichten. Vom L. Juli können die Postaufgabebücher hei der Aufgabe von Postanweisungen wieder zur Bescheinigung benützt werden. — Hassel, 23. Juni. Bedauerlicher Un⸗ Jlücksfall) Die dreijährigen Mädchen der Berg⸗ seute Lang und Weiherich, machten sich, mit einem Beile spielend, das unnütze Vergnügen, kleines Behölz zu spalten, wobei die kleine Weiherich den dandlanger abgab. Anglücklicherweise brachte sie zber ihr Händchen unter den verderblichen Streich, wodurch die miltleren Finger der rechten Hand bis auf eine kleine Hautverbindung abgetrennt wurden ind auch der kleine Finger eine größere Verletzung empfing. AMerztliche Kunst versuchte, die fast losge⸗ treunten Glieder wieder anzuheften, ob aber deren —X—— anzunehmen. Wieder eine ernste Mahnung, wie sehr man für die Bewachung kleiner Kinder Sorge tragen und besonders gefährliche Werkzeuge ihnen fern halten will. (3. 37) — Ein gewiß seltenes Alter hat die in Nie— derwürzbach wohnende Maria Blatt er— ceicht, indem sie vorgestern, Donnersstag, den 24 Juni, ihren 101. Geburtstag feierte. Von glaubwürdiger Seite wird dem „Zw. —A Gegend don Herbitzheim ein so furchtbares Schlossen⸗ wetter niedergegangen, daß einem Schafheerdebesitzer Ries aus Birkenfeld von 80 Schafen 14 Stück durch die Schlossen erschlagen worden sind. — Rehborn, 22. Juni. Am Sonntag Abend widerfuhr dem 21jährigen Jüngling Jakob Zerch von hier ein tragisches Mißgeschick. Derselbe vollle nämlich den im Hof herumlaufenden Fassel wieder in den Stall treiben. wurde aber von dem—