J * A —X — 7 5 R 3 — 5 — 9 — ¶ J B J —⏑ Amtliches O des königl. Amtsgericht J mtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. er ‚St⸗Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich fünfmal: Am Montag, Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag; 2 mal wöchentlich mit Unterhaltungs⸗ utt und Sonntags mit —— — illustrirter Beilage. Das Blatt kostel vierteljährlich 14 60 4 einschließlich Trägerlohn, durch die Pofi bezogen 160 75 3 einschlie ßůch Zustellungsgebühr. Die Einruückungsgebühr fur die Agespaltene Garmondzeile oder deren Raum belrägt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solchen auf welche die Expedition Auskunft ertheilt, 15 B, Reklamen 80 3. Bei 4maliger Einrückung wird nur dreimalige berechnei. Dienstag, 4. Oltober 18xk3838383. 22. Jahrg. WV 186. Bestellungen auf den —A für das leßle Quartal 1887 mnen noch fortwährend gemacht werden bei den l. Postanstalten, den Postboten, den Umträgern id der Expedition. 3. Dem auf Befehl Euerer Koͤniglichen Hoheit vorgelegten Gesetzentwurfe über den Eintriit Bayerns in die norddeutsche Branntweinsteuer⸗Gemeinschaft 'at die Kammer der Abgeordneten bereits ihre Zu⸗ limmung ertheilt. Das Bewußtsein sich eins zu vissen mit Euerer Königlichen Hoheit wiederholt undgegebenem Entschlusse, die bayerischen Reserbat⸗ echte wirksam zu schützen, hat der Kammer diesen edeutsamen Schritt wesentlich erleichtert. 4. Dankbarst anerkennt die Kammer der Ab⸗ Jeordneten Euerer Koöniglichen Hoheit edles Streben, zie Lage der Geistlichen und Lehrer sowie der un⸗ tändig Bediensteten zu derbessern und für das Wohl des Arbeiterstandes zu sorgen. Sie wird aher auch gerne an dem Werke mitarbeiten. 5. Von jeher hat die Kammer der Abgeordneten »en Interefsen der Landwirthschaft ihre lebhafte Theilnahme entgegengebracht und begrüßt deshalb reudig jede Maßregel, welche geeignet erscheint, )eren Bestand und Leistungsfähigkeit zu ftützen und u kraäftigen. 6. Die angekündigte Vorlage, welche weiteren reisen die Vortheile des Eisenbahnverkehrs durch Unlage von Lokalbahnen zuwenden soll, wird unsere orgfältigste Prüfung finden. 7. Wissenschaft, Kunst und Gewerbe wird die dammer der Abgeordneien auch künftighin nach kraften zu fördern bestrebt sein; fie wird deßhalb nuch den im nächsten Jahre hier statifindenden Ausstellungen, welche nach der allererblen Vorsorge nes erlauchten Hauses Wittelsbach für Kunst und dunstgewerbe sich des besonderen Schutzes Euerer döniglichen Hoheit erfreuen, ihre volle Aufmerksam. eit widmen. 8. Den Gesetzentwurf über den Vollzug des dit. In8 18 der Verfassungsurkunde wird die dammer der Abgeordneten gewissenhaft prüfen und um Wohle der Krone wie des Landes erledigen. 9. Mit innigster Dankbarkeit und Freude ge⸗ denkt das ganze dayerische Volk der Tage, in welchen Zayerns geliebter Herrscher auf seinen Rundreisen n Mitten seines treuen Volkes weilte und die alt— ewohnte innige Zusammengehsrigkeit zwischen Fürst ind Volk sich aufs Neue glänzend bewährte. Euere königliche Hoheit haben Allerhöchst Ihre Liebe zu zhrem treuen Volke arfs Huldvoliste bewiesen und nit wahrhaft Koniglichen Worten Allerhöchst Ihr dertrauen auf die baherische Treue ausgesprochen. Ddafur sagen wir, die gewählten Verireler des Zolkes, unseren ehrerbietigsten und tiefgefühltesten dank und versichern, daß die Treue und Liebe des holkes zu Euerer Koniglichen Hoheit und dem anzen Königlichen Hause felsenfest auch für die zukunft sein werden. Gott erhalte und segne Eure Königliche Hoheit ind das ganze Königliche Haus. In tiefster Ehrfurcht Euerer Koniglichen Hoheit allerunterthänigst treugehorfamste Kammer der Abgeordneten. München, 1. Okt. Landtag. 7. Plenar⸗ zung d. K. d. Abgeordneten. In die Tages· xdnung eintretend verliesft Abg. Baumann eine Interpellation, die Gebührenordnung betr., welche nit der Anfrage an die tgl. Staatsregierung hdließt: „Ist h. kgl. Staatsregierung gewillt, noch n jetziger Session eine weitere Ermaͤßigung der Jebühren eintreten zu lassen und einen diesbezüg⸗ chen Gesetzentwurf dem gegenwärtigen versammeiten landtage in Vorlage zu bringen.“ Interpellant eist in seiner Begründung auf die jetzige günftige Finanzlage Bayerns und auf die Zusage der k. Staatsregierung vom 17. Mai 1886 hin. wonach dei günstiger Finanzlage eine ausgiebige Reduktion her Besitzveränderungsgebühren eintreten solle.“ Der derr Finanzminifster erklärt, die Interpellation in einer der nächsten Sitzungen beantworten zu wollen. Das Haus geht sodann zum zweiten Gegenstand der Tagesordnung über, namentlich zur Berathung iber den Gesetzentwurf den Vollzug des Tit. VI 1LS8 der Verfassungs-Urkunde betr. Referent Walter egründet die Nothwendigkeit der Vorlage mit der Beseitigung des bisherigen provisorischen Zustandes dei den Beamtenernennungen, welche nicht dem Justizdienst angehören. Auch die Rüdsicht auf die Besetzgebung über Heimath bedinge die Schaffung eines definitiven Zustandes, da die Hinterbliebenen des Beamten am Orte seiner letzien definitiven Anstellung heimathberechtigt seien. Auch kommen zu berückfichtigen, daß das Ministerverantwortlich ⸗ eitsgesetz eine Bürgschaft dafür biete, daß nicht der dönig in die Lage komme, Ernennungen des Regenten wieder aufzuheben und eine Guͤnstlings⸗ virthschaft einreiße. Zu dem Absatz über die krongüter giebt Referent die Erläuterung, daß unter drongut, welches nicht veräußert werden dürfe, nur as zivilistische Staatsgut für die Bedürfnisse des gl. Hofes zu verstehen sei, während es unbeftritten leiben müsse, daß im Staatsinteresse auch Staats⸗ jut veräußert werden darf, wie z. B. bei Eisen⸗ ahnbauten ꝛc. Aber auch hier sei der Finanz⸗ ninister dem Lande für jede Veräußerung verani⸗ vortlich. Referent schloß mit dem Ersuchen um Annahme des Ausschußantrages. Abq. Jul. Müller rsucht den Herrn Finanzminister um Wiederholung einer im Ausschusse abgegebenen Erklärung hier im Plenum, wonach dieses Gesetz auch fuͤr die pfalz rückwirlende Kraft habe. Der Herr Finanz⸗ ninister giebt die gewünschte Erklarung, daß dieses Besetz bezüglich der Beamten in gleicher Weise wie ür das diesseitige Bayern rückwirkende Kraft haben oll. Abg. Josef Wagner. Memmingen findet n der Vorlage mehr eine Verfassungsänderung, als los eine Erläuterung; doch wolle er diese Frage etzt unerörtert lassen, sondern er werde dem Gesethe eine Zustimmung geben. Nachdem der Referent dem Abg. Wagner gegenüber noch bemerkt hatte, zaß die von ihm berührte Frage auch im Ausschuß ur Sprache gekommen, allein als eine offene be⸗ rachtet worden sei, daher auch von ihm nicht zur Diskufsion gestellt wurde. wird zur Abstimmung jeschritten, welche bei 136 Votanten einstimmige Annahme ergab. Nächste Sitzung unbestimmt. Am Montag Vormittag 1132 Uhr empfängt der Prinz · Regent die Kammerdeputation aus 9 Mitgliedern bestehend zum Zweck der Ueberreichung der Adresse. Baden⸗Baden, 3. Okt, Koͤnig Leopold jon Belgien ist heute früh 7 Uhr 40 Minuten vieder abgereist. Am Mitwoch Nachmittag 8 Uhr 12 Minuten treffen die Prinzen Ludwig und kuprecht von Bayern, Sohn und Enkel des Zrinzregenten, hier ein. Leipzig, 3. Oltober. Die Verhandlung des Reichsgerichts gegen den Anarchisten Neve begann jeute Vormittag unter Ausschließung der Oeffent⸗ ichkeit eutjches Reich. Muͤnchen. 8. Ott. Der Prinzregent empfing ane Vormittag 11 Uhr im Thronsaale, umgeben on den obersten Hoschargen und dem Ministerium « Abordnung der Reichsrathskammer, um 1124 iht diejenige der Abgeordnetenlammer zur Uebei— richiung der Adressen. Die Präsidenten der beiden äuser, Frh. von Frankenstein und Frh. v. Ow, erlasen die Adressen, worauf der Prinzregent jedes- jal die Stufen des Thrones herabstieg und sich iit den einzelnen Mitaliedern der Abordnung unter — velt. münchen, 1. Okt. Se. k. Hoheit der Prinz⸗ gent hat heute dem Minisler Dr. Frhr. v. Lutz nläölich seines vor 20 Jahren stattgefundenen zintritts in das Staatsministerium ein prächtiges sumen bouqu ett überreichen lafsen. Nünchen, 8. Olt. Wie die „Allgemeine euung meldet, wird Prinz Ludwig dem Kaiser wrgen einen Besuch in Baden-Baden abstatten, mihm für seine Stellung à la suite des See— ciaillans zu danken. Auch wird er ihren Maje⸗ eien seinen Sohn, den Prinzen Rupprecht vor⸗ Alen München, 3. Olt. Die heute Vormittag 4Uhr seitens der Deputation der Kammer der geordneten dem Prinzregenten zu überreichende desse als Antwort auf die Thronrede desselben ufet nach der „Fr. Z.“ wie folgt: Allerdurchlauchtigster Prinz und Regent, lllergnädigster Regent und Herr! Dem Rufe Euerer Koniglichen Hoheit gend, ist die neugewäblte Kammer der Abge⸗ dueten versammelt und erwidert den Allerhochsten tzlichen Gruß mit dem Ausdrucke des ehrfurchts⸗ ten und kiefstgefühlten Dankes und mit ver gi derung unverbrüchlicher Treue und Anhäng⸗ eit. Freudigst hat die Kammer der Abgeordneten uetet Königlichen Hoheit Alierhöchfte Mittheilung iet die günstige Finanzlage des bayerischen Staates anommen und sie wird auch den von Euerer iniglichen Hoheit betonten steigenden Reichs⸗ und aatsausgaben gegenüber bestrebt sein, zur Er⸗ iung dieser aünftigen Finanzlage gewissenhaft tzuwirlen. Dabei erachtet sie es als eine ihrer digsten und schwierigsten Äufgaben, dahin zu witen, daß ein richtiges und derträgliches Ver— lniß zwischen den Kräften des Volkes und diesen mmer mehrenden Lasten gewahrt wird. Dem⸗ i erkennt sie es als ihre Pflicht, auch bei gün⸗ dinanziage weise Sparsamteit ohne Brein— dtigung der wirklich berechtigten Staatszwecke lben. Von diesem Gesichtspunkte geleitet, wird Kammer der Abgeoronenn das Budget und die nit im Zusammenhange ftehenden Gesetze erledigen ddabei ebenso loyal als freimüthig die Anliegen Volkes Euerer Koniglichen Hobeit Regierung dannt gehen. Ausland. Wien, 2. Okt. Prinz Wilhelm von Preußen st gestern Abend hier eingetroffen. Er wurde auf em Bahnhofe vom Kaiser und dem Kronprinzen studolf herzlichst begrüßt. Der Kaiser trug die Uniform seines preußischen Garde-Infanterie⸗R⸗ai-