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Abonnements für den Monat Dezember auf den oͤmal wöchentlich erscheinenden „St. Ingberter Anzeiger“ onnen bei allen Postexpeditionen, den Post⸗ voten, bei den Umträgern und in unserer ẽrpedition bestellt werden. Inserate finden durch den „St. Ing⸗ zerter Anzeiger“ die weiteste Verbreitung. Politische Uebersicht. *In der achten Sitzung des Elberfelder Beheimprozesses kam es zu einer nicht un⸗ nteressanten Zeugenaussage über den be—⸗ annten Polizeispitzel, Bandwirker Julius Weber; rin Zeuge erklärt: Weber habe die Gefälligkeit des Polizeikommissars Wilsing wegen eines mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommenen Schwagers, der jor dem Schwurgericht wegen eines unter Aus⸗ ichlaß der Orffentlichkeit verhandelten Verbrechens herurtheilt worden, in Anspruch genommen, und „ei dieser Gelegenheit sei er, der ein eifriger Pa⸗ riot und Vorstand eines Oberbarmener Krieger⸗ jereins gewesen, von dem Kommissar aufgefordert vorden, die straf-saren Sozialdemokraten zu beob⸗ ichten. Der Kommissar habe ihm wiederholt sein Ehrenwort gegeben, daß seine Aussagen niemals dazu führen würden, andere Leute ins Unglück zu zürzen, und da habe er sich zu den Diensten bereit òꝛrklaͤrt, nicht wenig auch durch augenblickliche Noth⸗ iage getrieben. Er habe dann mit den Leuten nerkehrt, mit denen er früher nichts zu thun ge— jabt, und sei in diesem Umgang allmählich selbst in überzeugungstreuer Sozialdemokrat geworden, jabe sich jedoch nicht mehr aus den Polypenarmen )er Polizei befreien können. *Nach einer Londoner Meldung des „Berl. Tagebl.“ soll die Aeußerung des Staatssekretärs Brafen Bismarck im Reichstage, daß mit den stap⸗Abenteurern kurzer Prozeß werde gemacht werden, sobald die deuische Schutztruppe in Nama⸗ Jualand sich organisiert habe, in England beträcht- iiche Erregung hervorgerufen haben und von den dondoner Blättern scharf besprochen werden. Man veist nach dieser Meldung darauf hin, das die LIhenteurer britische Staatsbürger sind. * Eine beachtenswerthe Miitheilung über die Ktonferenzen in Konstantinopel während des Kaiserbesuches bringt die „Akropolis.“ Das griechische offiziöse Organ will aus durchaus anthentischer Quelle die Bestätigung erhalten haben, zaß die in Konstantinopel gepflogenen Unterhad⸗ ungen nur in geringem Maße pnlitischen Charak⸗ ersz waren, daß aber sowohl Graf Bismarck als nuch Kaiser Wilhelm handelspolitische Gegen⸗ tände verhandeiten. So habe der Kaiser das Ge⸗ prach auf die Verhandlungen hinsichtlich des deutsch⸗ ürkischen Handelsvertrages gelenkt und deren Be— schleunigung als im Interisse beider Staaten liegend zezeichnet. Graf Bismarck habe ferner den Groß⸗ dezier an die Ausführung der Eisenbahn von Ni⸗ fomedia noch Bagdad erinnert und die Konzession Baus derselben für eine deutsche Gesellschaft rbheten. x In der Belgischen Kammer kündigte Bara an, daß er die Regierung über die Amts⸗ entsetzung des Chefs der öffentlichen Sicherheit, Zautier de Resse, interpelliren werde und berlangte die Vorlegung der auf diese Angelegen⸗ jeit bezüglichen Akten. Der Jusiizminister nahm zie Interpellation an, welche am Dienstag zur Berhandlung gelangt. * Auch in der Schweiz treibt man praktische Sozialpolitik. Der schweizerische Bundesrath eantragt einen Verfassungsantrag behufs Ein⸗ ichtung der obligatorischen Unfallversicherung und zwangsversicherung sämmtlicher Lohnarbeiter. Die⸗ er Zusatz zur Verfassung unterliegt der Abstimm⸗ ing des Volkes und der Kantone. *Die Erörterungen über die angeblichen nilitärischen Nebenströmungen“ in deutschland werden von der russischen Preffe lebhaft besprochen. Der „Grajshdanin“ urchtet, daß des Grafen Waldersee „Einfluß“ dem Frieden schädlich werden könne. Er schreibt: „So ange Fürst Bismarck lebt, begegnet dieser Einfluß edeutendem Widerstande. Sobald aber der Kanzler richt mehr da sein wird, kann man befürchten, aß Graf Waldersee in sich die ganze Summe des Finflusses auf den Kaiser vereinigen wird, und ies wird kaum besonders günstig für den europä⸗ schen Frieden sein“. Während also, schreibt die Str. P.“, ein Theil der russischen Presse die zemühungen des Fürsten Bismarck um die Auf⸗- echt rhaltung des europäischen Friedens anerkennt, röffnen die panslavistischen Biätter mit den Mos⸗ auer „Wjedomosti“ an der Spitze einen neuen Feldzug gegen Deutschland wegen dessen Politik jegenüber Rußland. Die Frage der Anerkennung jes Prinzen Ferdinand von Bulgarien sei, so neinen die „Moskowskija Wjedomosti“, von Bis⸗ narck aufgeworfen worden, um Rußland in das Netz der deutschen Politik zu locken; dieser Versuch ei jdoch mißlungen. Ein Einvernehmen der Jentralmächte mit Rußland, von dessen Zustande⸗ ommen deutsche Offiziöse gesprochen haben sollen, ei eine bloße Erfindung. Deutsiches Reich. Karlsruhe, 29. Nov. In der Siztung der ‚weiten Kammer interpelliert das JFentrum die Regierung, welche Stellung dieselbe einnehme zu den bei ihr eingekommenen Anträgen auf Zu— afsung religiöser Orden nach 8 11 des Gesetzes von 1860. Munchen, 29. Nov. In der Zentrums⸗ sraktion hat sich jetzt eine mildere Anschauung ahin Bahn gebrochen, daß Budgetbedürfnisse, welche n der Fraktion von bekannter Seite bestritten vurden, mit großer Mehrheit anerkannt wurden. Pie der „Pf. K.“ vernimmt, wird ein Antrag, »em Kultusminister den Ministergehalt zust reichen, edoch die Mehrheit der Fraltion nicht erhalten. — der hiesige Demokratische Verein wird auf ie Aufstellung einer Reichsstags⸗ Gaähl⸗) dandidatur verzichten. Efsen, 29. Norb. Der Kaiser ließ, der Rheinisch⸗Westfälischen Zeitung“ zufolge, den ge⸗ etieten 224 Bergleuten von der Zeche Schlägel“ und „Eisen“ durch den Minister des znnern v. Herfurth seinen Glückwunsch ent⸗ ieten. Berlin, 28. Nob. (Reichstag.) Zweite desung des Bankgesetzes. Graf Stol⸗ erg begründet seinen Antrag, den Gesetzentwurf bzulehnen und die Reichsbank in den Befitz des Reichs überzuführen. Das Motiv des Antrages ei nicht agrarische Begehrlichkeit, sondern das B⸗ nühen, den Gewinn von über 88 Millionen dem Reiche zuzuwenden. v. Benda spricht für »ie Regierungsvorlage. Reichsbanlpräsident v. Ddechenid betont, er sei den Ansprüchen der randwirthschaft jeder Zeit möglichst gerecht gewor⸗ »en. Warum bilde die Landwirthschaft, wenn ihr ies nicht genüge, nicht eine eigene Kreditgenossen⸗ chaft? Bei Zeichnung der Reichsbankanteile seien vorwiegend kleine Zeichner berücksichtigt worden; ie große Mehrheit der Anteilseigner besitze nur in bis zwei Anteile. Die Kündigung werde un— ibsehbare Schaden und einen Sturm des Unwillens zervorrufen. Er bitte um unveränderte Annahme der Vorlage. v. Huene begründet den Antrag, die Gesamtdidvidende auf 5 (statt 6) Prozent estzusetzen und die Restdividende von '4 für An—⸗ eilseigner nach 5 Prozent beginnen zu lassen. Minister v. Böttich er erllärt, die Gründe für Berstaatlichung der Bank seien nicht schwerwiegend jenug, um an einer bewährten Einrichtung zu ütteln. Die Vordividende von 414 Prozent sei nuf 332 herabgesetzt. Eine weitere Oividendengrenze var in demselben Verhältnis zu normiren. Eine veitere Schmaͤlerung det Anteilseigner im Divi⸗ vendenbezuge könne zu einer Verstaatlichung oder iner Neugründung der Reichsbank führen. v. dardorff wünscht die Erhöhung des Kapitals der Reichsbank. v. Dech end spricht sich entschieden agegen aus und rühmt den Patriotismus des Zandelsstandes, dem allein die enorme Goldzunahme u danken sei. Das Kapital der Reichsbank könne eder Zeit für das Reich flüssig gemacht werden. Fortsetzung Montag 12 Uhr. Berlin, 28. Nov. Anläßlich des heutigen merikanischen Feiertktages fand im Hotel daiserhof ein großes Festefssen statt, welchem im janzen gegen 450 Personen beiwohnten. Den Borsitz führte der amerikanische Gesandte Phelps; u seiner Rechten saß Staatsminister Graf Herbert Bismarck. Berlin, 28. Nob. Der Afrikareisende Slaser macht, nach dem „Frkf. Journ.“, darauf zufmerksom, daß die Taktik der Engländer, wonach ie die Presse mit Berichten Stanleys übersd wemmen, zeeignei ist, die Verdienste Emin Paschas zu ver⸗ decken, und doch sei evident, daß der Lärm über die Reise Stanleys die Mahdisten erst veranlaßt hat, nach der A quatorialprovinz vorzurücken. Man jollte mit Veröffentl ichung der Berichte warten, hdis der holb erblindete Emin das Wort ergreift. Berlin, 29. Nov. Den „Berliner Politischen Nachrichten“ zufolge ermangelt die Reldung, Major Wißmann gedenke demnächst mit Urlaub nach Berlin zu kommen, der Begründung. Berlin, 29. Nov. Gestern Abeud fand in den Räumen des „Berliner Volksblattes“ eine »olizeiliche Durchsuchung nach dem Manu⸗ kript der vertraulichen Berichte des Zentral⸗Ver⸗ andes deutscher Industrieller statt. Beschlagnahmt vurden die gerade im Saz befindlichen Teile des ierten Brieses, ferner diejenigen Beilagen, in velchen die Briefe genannten Vereins abgedruckt varen. Der fernere Abdruck wurde der Redabk⸗ ion durch richterlichen Beschluß bei dreitausend Mark Strafe für jeden Kontraventionsfall un⸗ ersagt. Breslau, 29. Nov. Der Kaiser ist heute Abend 6 Uhr auf dem festlich geschmückten Bahn⸗ hofe hier eingetroffen. Ein Empfäng fand nicht