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de Si. Nna prter rczkiger hund das wll dem Haudtblatie verbundene Unterhaltungsblait, mit der Dienstags- Vonnerstagt - und Sounteg
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Sonutaa, den 18. Augusft 1872
Deutsches Reich. WW
Augsburg, 15. Aug. Aus Berchtesgaden wird der .A.
sbditg.“ das Reiseprogramm des deutschen Kronptinzen mitgetheilt.
danach wird derselbe in Stuttgart bis zum 17. verbleiben. Am
ehteren Tage wird der Krouprinz den Fürsten Hohenlohe, einen
herwandten des englischen Köniashauses, zu Langenburg besuchen
id am 19. von dort nach Ulm abreisen. Am 22. wird er Ulm
xrlassen und in Augsburg eintreffen und dort bis zum 24. ver⸗
leiben, am 24. von Augsburg abreisen und in Dillingen zur
Inspizirung seines Ubdlanen Regimentes ankommen, am 25. dort
je Ramenstagsfeier des Königs Ludwig begehen, am 26. nach
Ingolstadt sich begeben, um Festung und Truppen zu inspiciren,
n'29. August endlich in Regensburg mit der Kronprinzeisin,
velche am gleichen Tage von Beschtesgaden abreist, —IX
ind mit dieser nach Berlin zurückkehren. V
Stuttgart, 16. Aug. Heute Vormittag hat auf dem
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elegenen Walde befindlich ist, die Musterang der Stuttgarter
garnison durch den deutschen Kronprinzen statigefunden. Das
nilitärische Schauspiel verlief bei herrlichem Wetter! in glänzen⸗
ꝛer Weise. J
Berlhin, 14. Aug. Einer aus Abgeordnetenkreisen stam⸗
nenden Mittheilung zufolge arbeitet Fürst Bismarck in seiner Zu⸗
rückgezogenheit an seiner Selbstbiographie. Es ist selbstverständlich,
aß dies ein Werk von unvergleichbat hohem Interesse wernen wird.
Beerelien, 158. Aug. Wie die rSprung gd born. ist
un neuer Mobilmachungsplan der Deutschen Stteitkräfte in der
lusarbeitung begriffen, der bis zum 1. Oktober in allen Theilen
Hllendet sei sol. Derfelbe umfaßt namentlich alch die Reorgaui⸗
sation des gesammten Berpflegungswesens und untetliegt darnach
Be auch die bisherige Einrichtung der Wagencolonnen, sowie
hie Bespannung einer gänzlichen Umänderung. F
8Berlin, 16. Aug. Die „Spen. Zig“ meldet, daß der
droßherzog von Sachsen⸗Weimar seinen Besuch zu der Drei—
Zaiser Zufammenkunft habe aumelder lassen und somit das Ein⸗
trefsen sämmtlicher thüringischer Fürsten festitehe.
(Zur Arbetjerfrage.) In Mainz hielt am 12. d.
derr Jul. Stumpf (der am 1. September auch in Kuiserslautern
ptechen wird) einen öffentlichen Vortrag über die geichichtliche Ent⸗
wickelung der Arbeiterfrage. Er beleuchtete insbesondere die fozia⸗
istisch⸗ ommunistischen c ysteme · von Owen, Four er, St. Simon
ixc. durch welche diese den Menschen eine gleichmäßige Glüchkseligkeit
iür ihr irdischss Dasein schaffen mollten, die aber -alle dem ge⸗
chichtlichen Entwickelungsgang der gesellschaftlichen Verhältnisse so
thr widersprechen, daß überall, wo ein Versuch damit gemacht
vurde, er kläglich scheiterte, zumal alle die Systeme den Menschen
is zur tiefsten Sklaverei herabwürdigen und seinen persönlichen
Dillen vernichten. Trotz der großen Summen, welche die provi⸗
orische Regierung 1 48 in Frankreich bewilligte, um das System
don Louis Blanc durchzuführen, lonnten keine sür den Arbeiter
zünstigere Resultate erzielt werden und die Staatsmittel waren
derschwnnden, ohne daß der Berichterstatter in der Nationalver-
ammlung darthun koante, was aus den Staatsm ttel geworden
st. Rendner kam dann auf die Selbsthitfe zu sprechen, welche er
als den einzigen dem Charakter des Menschen enisprechenden Weg
ur Herbeifülerung besserer gesellschaftlicher Zustünde bezeichnete (wo ⸗
dei nicht ausgeschlossen ist, daß Staat, Gemeinde, Korporationen,
bereine nachheifen, wo und soweit die Kräfte der Einzelnen nicht
udreichen). Als nun der Redner daran war, das System von
Schulze⸗Velitzsch weiter zu entwichein, wurde er von anwesenden
Sozialdemokraten mit tobendem Geschrei unterbrochen, so daß er
tinen Vortrag nicht beendigen konnte. Es gibt eben Menschen,
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zagen konnen. Sie lassen sich hinreißen, ohne die geringsten Rück
ichten zu gebrauchen, urd glauben, der Freiheit das Wort reden
u aüssen, um der Tyrannei theilhaftig zu werden.
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7* F Asien. — — 2 6,.. 9
„In Jabsan wurde am 12. Jun die Eisenbahn wwischen
Yokohama und Jeddo, die erste in diesem, Lande gebaute Bahn,
unter entsprechenden Feierlichkei en eröffnet.
Amerika..
(Die geheime Korresponderz'der amerita
aischen Südstaten.) Die Regierung der vereinigten Staaten
raufte jüngnt von dem ehemaligen konföderirten General Picket fuͤr
die Summe von 15,000 Pfd. St. eine Qugntität von in Canada
inter sehr mysteriösen Umstäsiden entdedten Papieren, die angeb⸗
ich die Originale und bescheinigte Abschriften der Korrespondenz
ind, welche zwischen der koaföderirten Regierung in Rich nond und
deren geheimen Agenten in Canada während der Rebellion ge⸗
»flogen wurde. Die Authentizität dieser kuriosen Dolumente wurde
ingezweifelt, aber die amerikanische Regierung überzeugte sich, ehe
sie den Kauf abschloß, von dem echten Charakter und Werthe der⸗
elben und hat jetzt der Presse die Abschrift eines der wichtigsten
ind interressantesten dieser Papiere zugestellt. Es ist ein Bericht
an den konsöderirten Staatssecretär von Mr. Jacob Thompson,
dem geheimen Agenten der Konföderation, der zu dem Behufe nach
Tunada geschickt wurde, um in den Nordstaaten einen Aufstand zu
xganisiren, die in den verschiedenen —— längs den
Seegestaden internirten korföderirten G fangenen zu befreieien, die
Zauptstädte des Nordens einzuäschern, und in anderer Weise den
drieg in des Feindes Land zu tragen. Mr. Thompsfon war' mit
»er Summe von 700,000 Dollars in Gold und Wechseln auf
Ldondon versehen, ünd dieser vom 3. Dezember 18664 datirte Be⸗—
icht giebt Aufschluß über alle Projckte, die ex bis zu dieser Zeit
internommen hatte. Von diesen Projekten basirte eins auf der
Thatsache, daß ein großer Theil der Bevölkerung der No:dstaaten
»es Krieges müde war, der Rebellion Erfolg wünschte, und bereit
war, zur Herbeiführung dieses Erfolges vebülflich zu sein. Das
andere hatte zum Zweck, die Regierung in Washington durch Schä-
digung oder Vernichtung ihres finanziellen Kredits, sowie durch
Demounstrirung ihrer Unfähigkeit, ihren eigenen Staalen vor der
Invasion geheimer Agenten der Konföderation Schutz zu gewähren,
zu schwächen. Mr. Thompfon war nicht lange in Canada, als er
erfuhr, daß in ben Nordstaatfen eine Organiiation, „Der Orden
der Söhne der Freiheit“ genannt, bestehe, und er wurde bald in
Verbindung mit den Führ rn dieser Körperschaft gebracht. Ihre
Mitgliederzahl war groß,“ — sagte er — „ihre Prinzipien waren,
daß die allgemeine Regierung keine Autorität besitz', gegen einen
abtrünnigen Staat Gewalt anzuwenden, und daß die Staaten
ouverain seien; ihre Organisation war wesentlich militärisch, sie
»esaß ihre Divisions- Brigade-,, Regiments- und Compagnie⸗
Tommandeure.“ Mr. Thompjon erwartete große Dinge von dieser
Drganisation, und eine Zeitlang schienen seine Erwartungen nicht
anvernünftig zu sein. Der Plan beabsichtigte eine einhellige und
nergische Erhebung an einem betimmten Taze in den Staaten
Illindis, Indiana und Ohio und in eirer Versammlung des Gene—
ralrathes des Ordens wurde der 16. August für diese Erhebung
jestgesetzt. Mr. Thompson ließ es an Geldmitteln nicht fehlen,
Waffen und Munition wurden in großen Massen angekauft und
Asles ging gut, als das Projekt, durch die Aufstellung des
dvenerals M'Clellan zum demokratischen Präsidentschaits⸗Kandidaten
plötzlich einen Todesstoß erhrelt. Bis zu dieser Zeit hatten die
„Söhne der Freiheit“ gegliubt, daß ihce einzige Hoffnung in An—
wendung von Gewalt liege, aber so groß war die Popularität
M' Clellau's, daß sie jetzt glaubten, seine Erwählung zum Präsiden⸗
ten rürde dem Kriege ein valdiges Ende bereiten. Das Vrojekt
für die Erhebung wurde gänzlich aufgegesen, und Mr. Thompson,
der über die zur Förderung dieser Operationen verausgabten großen
Beldsummen jammer?!e, konnte sich und seinen Chef in Richmond
»amit troösten, daß die Ausgaben nicht „vergebens“ gewesen, da die
Befürchtungen der theilweise von der Verschwörung Kenntn'ß ha—
euden Regierung von Washington dieselde veranlaßt hatten,
mindestens 60,000 Mann aus dem Felde zu ziehen, um da⸗s