lälen 1 pro Mille, für Schlußnoten auf Zeitgeschäfte 1 Mark, für
andere Schlußnoten und Rechnungen 10 Pf.
Die Reichstagskommission über das Unfall versicherungs⸗
gesetz nahm zum 8 18 den Antrag von Stumm, die Versicher⸗
uͤngsprämie zu * den Arbeitgebern, zu 1/8 den Arbeitern aufzu⸗
erlegen mit 19 gegen 4 Stimmen an. Damit ist der Reichszu⸗
schuß beseitigt.
Fürst Bismarck hat die Vorlage wegen Errichtung eines Reichs-
lagsgebäudes zu Berlin zurückgezogen, obwohl der Magistrat der
Regierung Beireffs des Terrains entgegengekommen war. Erster
Schritt zur Verlegung des Reichstags von Berlin 7)]
Ter Bundesrath hat am Mittwoch die Vorlage, betref⸗
fend die Errichtung eines deutschen Volkswirthschafts—
rathes nach dem Antrage der Regierung angenommen und die
Ausschußanträge verworfen. Darnach soll der Vol kswirthschafts⸗
rath aus 128 Mitgliedern bestehen. Davon entsendet Preußen 75.
Balern 18, Sachsen 8, Württemberg 6, Elsaß⸗Lothringen 4, Ba⸗
den 4, Hessen 83, beide Mecklenburg zusammen 2, Oldenburg 1,
die sächuͤschen Herzogthümer, die beiden Schwarzburg und Reuß
zusammen 8, Anhalt, Braunschweig, Waldeck, die beiden Lippe
zusammen 2, die drei Hansestädte zusammen 2 Mitglieder. Nach
dem Ausschußantrage sollte die Zahl 185 betragen und die Klein⸗
flaaten je cin Mitglied erhalten, so z. B. die Hanfestädte 3. Ge⸗
rade diese Bestimmung soll an leitender Stelle entschieden bekämpft
worden sein und deshalb ist der Beschluß nicht ohne politisches
Interesse.
Die Handelsvertragsverhandlungen Oesterreich-Ungarns
mit Deutschland sind bis zum formalen Abschluß des Vertrages
gediehen. (Ir. 3.)
Ein am 3. Mai gehaltener frauzösischer Ministerrath
beschäfligte sich mit den tunesischen Angelegenheiten. Der Kriegs—
minister Farre sprach die Hoffnung aus, daß, vorbehaltlich neuer
atmosphärischer Veränderungen, der Feind vor dem 12. Mai voll—⸗
ständig gezwungen sein werde, sich auf Gnade und Ungnade zu
ergeben. Der Ministerrath stellte noch nicht entgiltig die Bürg—
schaften fest, welche dem Bey von Tunis zum Schutze der Grenze
umd zur Sicherstellung der französischen Interessen in Tunesien
auferlegt werden sollen; die französischen Truppen werden jedoch
die besetzten Stellungen nicht eher verlassen, als bis die verlangten
Bürgschaften gegeben wurden. Die Minister sind der Ansicht, daß
wirkliche Bürgschaften nur durch eine bleibende theilweise Besetzung
Tunesiens und durch das Protectorat erzielt werden. Der Fall,
daß französische Truppen nach der Hauptstadt Tunis gehen werden,
gilt noch immer für wahrscheinlich.
In der tunesischen Angelegenheit ist die Besetzung von
Biserta durch die Franzosen von nicht zu unterschätzender politischer
Bedeutung. Die jetzt nun mehr 5000 Einwohner zählende Stadt
war früher einer der größten afrikanischen Handelsplätze und kann
dies durch geeignete Maßregeln wieder werden. Daneben besitzt
der 60 Kilometer nordöstlich von Tunis an einem Vorgebirge be—
legene Ort durch einen südlich von ihm belegenen mit dem Meere
perbundenen See die Möglichkeit zur Anlage eines der festesten
sriegshäfen des gesammten Mittelmeeres. Es ist leicht begreiflich,
daß jene Besetzung trotz aller versöhnlichen Parlamentserklärungen
in Italien wie in England mit scheelen Augen angesehen wird.
Aus Tunis wird berichtet: Mehrere Scheiks, welche den
„heiligen Krieg“ gepredigt haben, sind verhaftet und hierher ge—
bracht worden. Der Bey hat seine gewöhnliche Residenz, wo er
sich nicht für sicher genug hält, verlassen und sich in den Bardo
begeben. — Beja wurde von den Franzosen ohne Widerstand be—
seßt. — Die englische Fregatte „Monarch“ mit 580 Mann ist
im Hafen von Goletta (Tunis) eingelaufen. Es gehen Gerüchte
oon Liner beabsichtigten französischen Landung in Goletta.
Die rumänische Krönungsfeier beginnt am 22. Mai und
dauert drei Tage. Die Behörden, die Truppen und alle Körper—
schaften nehmen daran theil. Sämmtliche Distrikte des Landes
werden durch zahlreiche Abordnungen vertreten sein. Das diplo—
matische Corps ist eingeladen. Die strone wird, nachdem sie von
beiden Metropoliten geweiht ist, von den Präsidenten beider
Kammer überreicht werden.
Nachrichten aus Seutari zufolge schlug Derwisch Pascha
die albanesischen Insurgenten zum zweiten Mal und zwar voll⸗
ständig.
Ddas besondere Tribunal, welches den an der Ermordung des
Sultans Abdul Aziz betheiligten Personen den Proceß machen soll,
wird nach einer Meldung der „Agence Reuter“ aus 30 Richtern
zusammengesetzt sein, denen mehrere Staatsräthe als Beisitzer zur
Seite stehen werden. Im Laufe der Untersuchung wurden Ent⸗
hüllungen gemacht, aus denen die ausgedehnte Verzweigung der
Verschwörer hervorgeht, welche, wie es heißt, die Ermordung sämmt⸗
licher kaiserlichen hPrinzen und die Ausrufung eines neuen Khalifen
im Schilde führten.
Vermiischtes.
F Im Jahr 1880 hatte die „Pensions- und Unterstützungs—
kasse für die Angestellten der Pfälz. Eisenbahnen“ eine Einnahme
»on 409, 278 M. 93 Pf. und eine Ausgabe von 271,700 M.
34 Pf., so daß einschließlich des am J1. Januar 1880 vorhanden
— Pf. am Schluß des
Jahres ein Activstand von 2,343, 214 M. 78 Pf. vorhanden war
— Die Lebensversicherungskasse für dieselben Angestellten hatte,
ꝛinschließlich des am 1. Januar 1880 vorhanden gewesenen Be—
tandes von 308,921 M. 47 Pf., eine Einnahme von 367,453 M.
73 Pf. und eine Ausgabe von 28,990 Mtk. 09 Pf., so daß am
Schluß des Jahres ein Activstand von 3483, 463 M. 64 Pf. blieb,
Aus Webenheim wird der „Zweib. Ztg.“ nachstehende Er—
nnerung an das Jahr 1870 mitgetheilt: Daß die erste Action
in deutsch-französischen Kriege 1870 seitens der Deutschen auf fran—
zösischem Boden die Sprengung des Eisenbahn-Viadukts bei der
sogenannten Kappel war, wodurch die Verbindung zwischen Bitsch
ind Saargemünd aufgehoben wurde, ist allgemein bekannt. Wie
aber dem Wirthe Jacob Schunk III. in Böckweiler bei dem
Helingen dieses Unternehmens damals ein sehr ehrendes Verdienst
zufiel, blieb der Oeffentlichkeit bisher vorenthalten. Wenige Tage
aach der Kriegserklärung traf eine Abtheilung preuß. Ulanen mi
Technikern, Arbeitern und allerlei Werkzeugen im Walde bei Böck—
weiler ein, von wo aus dieselben nächtliche Streifzüge unternah;
men, die man anfangs nicht zu deuten wußte. Eines Morgens
sam der Führer jener Abtheilung in die Wirthschaft des Jacob
Schunk III. zu Böckweiler. Von ihm vernahm Schunk, daß die
eetzie nächtliche Expedition nach obigem Viadukte dadurch verun⸗
Jlückt sei, daß man sich verirrt habe und deßhalb unverrichteter
Sache wieder umkehren mußte. Der Wirth, aller Wege und Stege
in jener Gegend genau kundig, erbot sich für die nächste Nacht als
freiwilligen Führer, indem er sie so füheen wolle, daß sie vor
Böckweiler zur gesuchten Stelle gelangen würden, ohne eine Ort—
schaft berühren zu müssen. Nach den hierauf getroffenen Verab—
redungen wurde der Plan in der folgenden Nacht unter Schunk'
Leitung glücklich ausgeführt. Damals lagerten die Franzosen be—
ceits in Brücken und hatten ihre Vorposten schon über Rheinheim
nach Herbitzheim vorgeschoben. An diesen Ortschaften und Vor
posten mußte die Erpedition vorbeigeleitet werden. Bedenkt man,
in welch' gefährlicher Situation der Wegweiser als Civilist sich be—
fand, so ist es gewiß am Plahe, diesem wackern Manne hiermit
nachträchlich die wohlverdiente Anerkennung auszusprechen.
F. In Dürkheim fand am 2. Mai die Uebergabe des
Bades und der Saline an Herrn v. Feral statt Gleichzeitic
wurden die Pläne der vorerst in Angriff zu nehmenden Bauten
auf dem Stadthaus aufgelegt.
— Laut einer an den Generalagenten Julius Goldschmit in
Ldudwigshafen gelangten Depesche wurden bei der Verloosung der
Biesinger Kirchenbaulotterie folgende hohe Treffer
Jezogen:
Ret. 118527 gew. 60,000 Mk., Nr. 2231 gew. 4000 M., Nr
121875 gew. 3000 M., Nr. 74082 gew. 5000 M., Nr. 103570
gew. 3000 Mk., Nr. 131462 gew. 5000 Mk., Nr. 238320 gew
3000 Mk., Nr. 261499 gew. 4000 Mk, Nr. 293173 gew
3000 Mtk., Nr. 212259 gew. 5000 Mk., Nr. 274394 gew. 3000
Mk., Nr. 269099 gew. 25.000 Mk., Nr. 204753 gew. 4000
Mk., Nr. 35591 gew. 10,000 Mk., Nr. 92916 gew. 4000 M.
setr. 212724 gew. 10,000 Mk., Nr. 3863 gew. 3000 Mk. —
Die offizielle Ziehungsliste erscheint erst in einigen Tagen.
Von den 94 Candidaten, welche sich am 22. und 23. v
Mts. in Ludwigshafen der Prüfung für den Eisenbahn—
dienst unterzogen, haben 80 bestanden. Die übrigen 44 Personen
ind durchgefallen.
F Durch Entschließung des königl. bayerischen Staatsministe⸗
ciums der Finanzen vom 13. März 1881 wurde verfügt, wie folgt
Die Zahlungen an die k. Rentämter können mittelst der Postan—
veisungen geschehen. In diesem Falle ist jedoch auf dem soge—
nannten Coupon der Postanweisung nicht nur Name, Stand und
Wohnort des Absenders, sondern auch Betrag, Gattung und Jahr—
zang der Schuldigkeit genau anzugeben; z. B.:
„Johann Müller, Oekonom aus Waldenberg, zahlt:
1. 40 M. 37 Pf. Grundsteuer pro J. und II. Quartal 1881, oder
b. 79 M. — Pf. Holzgeldrückstände pro 1879, oder
c. 130 M. — Pf. Bodenzinse pro 1881, oder
d. 37 M. — Pf. Messungsgebühr für den Bexzirksgeomete
Huber in Burgau.“
Wenn der nämliche Pflichtige mehrere der vorstehend bei
pielsweise aufgeführten Zahlungen durch eine Postanweisung leister
vill, so dürfen diese Zahlungen nicht in eine Summe zusammen⸗
gezählt werden, sondern sind einzeln nach Betrag, Gattung und
Jahrgang ausgeschieden auf den Coupon vorzutragen, z. B.
„Johann Müller, Oekonom aus Waldenberg, zahlt:
a. 40 M. 37 Pf. Grundsteuer pro J. und II. Quartal 1881 und
d. 79 M. — Pf. Holzgeldrückstände pvro 1879*