die Unvorsichiigkeit begangen, weder die Ratenzah⸗
xeß lungen auf den Wechseln aöschreiben, noch sich, als
dn die Restsumme zahlte, die Wechsel herausgeben
un ju lassen, Die Strafe für seinen Leichtsinn war,
ind zaß er die Wechsel noch einmal bezahlen mußte,
zu da sein Gläubiger dieselben trotz der Bezahlung
cin. jaredlicherweise weiter gegeben hatte. Und es ge⸗
oen jang dem Unglücklichen nicht einmal, die Bestrafung
die des Glänbigers durchzusetzen; denn es lag nach
susicht des Gerichts nur ein Civil-Schadensersatz
zon guspruch, nicht aber eine Unterschlagung in dem
n gefahren des Gläubigers. Der Angeklagte war,
yon so lautete das freisprechende Urtheil, durch die Ueber—
von gabe der auf ihn als Gläubiger lautenden und von
ceß. sm gezogenen Wechsel als Eigenthümer derselben
ein zegitimiert. Der Wechselschuldner hatte das Recht,
eu fu verlangen, daß seine Theilzahlungen auf den
mh Hechseln abgeschrikben, und daß ihm gegen Zah—
nen sing des Restes der Forderungsbeträge die quit—
end herten Wechsel verabfolgt würden. Dem Schuldner,
ad pelcher von diesen Befugnissen keinen Gebrauch
von gachte, stand lediglich das persönliche Recht zur
nen Feite, außer der Quittung die Rückgabe der über
d de berichtigte Schuld ausgestellten Wechsel zu for—
un dern. Die Wechsel, welche im Besitze des ursprüng⸗
ap shen Eigenthümers verblieben, wurden durch Til⸗
ich ging der Wechselforderungen seitens des Accep⸗
zol unten noch nicht dessen Eigenthum, und nur durch
ener de Herausgabe der Wechsel hätte er solches er⸗
loch singen können. Der Angeklagte blieb trotz der
im: gahlung seitens des Acceptanten Eigenthümer der
tter hechselurkunden und war sogar, da die Zahlungen
ootdes Schuldners auf den Wechseln nicht vermerkt
voq vorden waren, nach Wechselrecht wenigstens formell
leitin der Lage, als Eigenthümer über dieselben zu ver—
icht sigen. Die Wechsel bildeten somit für den Ange—
it logten keine fremde Sache.
an (EEin Sieg der deutschen Kunst.)
ge ei det Konkurrenz der Entwürfe für das Viktor
gen fmanuel⸗Denkmal hat unter den gegen 300 Mit⸗
jt hewerbern aus allen Ländern, der gegenwärtig in
u gom lebende Karl Otto aus Berlin den ersten,
60000 Lire betragenden Preis errungen.
f Vor Gericht erscheinen häufig Zeugen im
nn Atbeitsanzuge, die es nicht der Mühe werth
ien salten, sich behufs Wahrnehmung des Termins zu⸗
mnen nchtt nach ihrer Wohnung zu begeben, um sich
umn angemessen anzukleiden. Das Schöffengericht in
ing Etettiin hat kürzlich in einem solchen Falle, in dem
dinder Jeuge in einem höchst unsauberen Anzuge vor
NernGericht erschien, die Versäumnißkosten vorenthalten;
in q wurde angenommen, daß der Zeuge nichts ver⸗
de sinmt habe, da er direlt von der Arbeit nach dem
eis bericht gegangen und ebenso om Gericht dahin
d zurüdkehren werde.
*ꝛ (Einesehrkuriose Heirath) erfolgte
man letzten Dienstag in Harburg, wo eiu dortiger
nis varhier, ein hoher 70er, aber noch sehr rüstiger
w VYann, die 4. Frau und zwar gleichfalls eine schon
in nol Verwitwete, deren letztere Männer gleichfalls
uzt samtlich Barbiere waren, heirathete.
uj Das Kometenjahr 1881 hat noch
witinen Kometen erscheinen lassen und zwar einen
w Kometen, der nicht sobald verschwinden wird, viel⸗
u nehr sein Licht über die ganze Erde zu verbreiten
beahsichtigt. Komet“ nennt sich nämlich eine Ge⸗
n elschaft, weiche die Exploitirung eines von dem
w bderwarenfabrikanten A. Pflüger erfundenen und
n duch Reichspatent Nr. 9950 geschützten Feuerzeuges
ihernommen hat. Es ist dies ein Feuerzeug nach
t der schwedischen Streichhölzetr, doch sind die
u höhfe der Streichhölzer, wie die Anstreichmasse, da
durch isolirt, daß die Streichhölzer innerhalb des
n uiz zwischen gewelltem Papier, das mit der
w batzüundungsmasse u bertüncht ist, stecken. Beischnellem
derausziehen geräth natürlich das Streichholz in
tand. Es ist bdei diesem Feuerzeug jegliche Ge—
eht des Verbrennens durch das Abspringen der
dennenden Kopfe ausgeschlossen.
f Infolge des niederen Wasserstandes sind gegen⸗
dirig auch wieder die römischen Casteell⸗Ruinen
Rhein bei Altrip (alta ripa) bloßgelegt.
eselben waren seit den fünfziger Jahren nicht
dibar; sie befinden sich hart am badischen Ufet,
m Lande ohne Ueberfahrt erreichbar, und man
un bequem auf ihnen umhergehen. Im Wasser
noch ferner ein Gewoölbebogen gut sichtbar.
m utnerei stets gepriesen, sei. Das
Schulblatt, Schule und Haus“ veröffent⸗
meine Reihe von ärztlichen Beobachtungen inbe—
4. auf die heilsamen Wirkungen der Gymnaftik.
an fünf Monaten hat der Umfanag des Rruüst—
74
tastens bei 76 von 100 Turnern um 223 Centi⸗
neter zugenommen Die Hebkraft vermehrte sich
»ei 86 von 100 Turnern um 28 Kilogramm.
WPährend der Umfang des Armes und des Schenkels
im 1 Centimeter zunahm, verminderte sich das
Totalgewicht oder vielmehr das faule Fett bei 68
son 100 Turnern um 7 Kilogramm.
F Die Nachricht, daß Frankreich seine
anze Armee mit Repetirern auszurüsten gedenkt,
at die Waffenfabrikanten in Aufregung gebracht.
die Steyrer Gewehrfabrik hat, wie gemeldet wird,
hren Direktor Herrn Werndl nach Paris geschickt,
un der französischen Regierung ihre schon bei der
ranzösischen Marine eingeführten Repetirer auch für
ie Landarmee aufzubieten. Die jetzt probeweise
n der Armee eingestellten Repetirer sind nämlich
on einer anderen ausländischen Firma bezogen
hyorden, welche sich ebenfalls mit der Masseanfer—
igung von Militärgewehren befaßt. Bei diesem
anzen Wettlauf um Anschaffung des besten Kriegs—
ewehres sind es eigentlich nur die Fabrikanten,
odelche ein gutes Geschäft machen. Die Feuerwaffen
er Militärmächte sind nämlich gegenwärtig mehr
der minder gleichwerthig, sy daß, was diese anbe—⸗
angt, die Gleichheit zwischen den betreffenden Ar—⸗
neen hergestellt ist. Wenn nun eine Macht zu
inem neuen, noch bessern System übegeht, so wird
ie dadurch gar keinen Vortheil erlangen, denn die
indern Mächte werden ihr nachfolgen müssen, und
ach Kurzem werden dann alle Armeen wieder mit
leichwerthigen Schußwaffen ausgerüstet sein. Dann
)efindet sich die Macht, die den Reigen eröffnet hat,
senau in derselben Lage wie vorher, nur mit dem
Unterschiede, daß sie Millionen verausgabt und
indere Nationen zu derselben Auslage gezwungen
sJut. Die Güte einer Kriegswaffe ist durchaus nicht
absolut, soudern wird relativ je nach der Waffe,
mit der die Truppen anderer Staaten audgerüsiel
iind. Die Hoffnung aber, in der Bewaffnung mit
inem bessern Gewehr einen Vorsprung vor andern
Staaten erlangen, ist schließlich doch trügerisch wegen
er Aufmerksamkeit, die der Bewaffnungsfrage gleich⸗
näßig von allen Staaten gewidmet wird.
FGEin Wiegengeschenk. Die Wittwe
es Herzogs von Eichingen, Aboptivtochter der Mad.
heine, wird sich mit dem Herzog von Rivoli ver—
nählen. Die Herzogin hal fünf Kinder, jedes der⸗
elben erhielt als Wiegengeschenk von der Adoptiv⸗
roßmutter eine Miillion.
F Ehrlich währt am längsten.) In
Angora sollen 700,000 Klg. Heuschrecken⸗Eier ge⸗
ammelt werden. Jetzt stellt sich heraus, daß da⸗
ei nach altem Brauche die gröbsten Unter'chleife
intergelaufen sind. Die Methode, nach der dies
eschieht, ist so einfach und sinnreich, wie die der
Viener Ochsenlieferanten im Jahre 1866, so daß
3 schade wäre, sie unseren Lesern vorzuenthalten.
der Vali einer heimgesuchten Provinz dekretirt: Jeder
zZauer muß, sagen wir täglich, 1 Klg. Heuschrecen⸗
tier abliefern oder 3 Piaster Strafe zahlen. Es
ommen einige Bauern und bringen ihr Kilo. Die
ei weitem größere Zahl aber ist zu träg und zu
jedankenlos, um sich die Muhe des Sammelns zu
seben. Sie gehen also einer nach dem andern zum
Zali und der erste kauft von ihm privatim für 1
ziaster 1 Klg. der Eier und liefert sie dann offiziell
in ihn ab. Dann verlauft der Vali dieselben Eier
in einen dritten Bauern u. s. w. Der Bauer kommt
nit der Hälfte der Strafe davon, der Vali profitirt
in jedem Pfund seinen Piafter, Allah ist groß und
die Heuschrecken-Nachzucht für's nächste Jahr ist
ichergestellt.
fF Die Kosten des Guitegau-Prozesses
verden von der „New⸗Yorker Handels-Ztg.“ auf
a. 30,000 Doll. beziffert. Die Ansprüche der
Beschworenen für 73 Tage 4 2 Doll. belaufen
ich auf 1752 Doll. und die Verpflegung derselben
»eträgt 3600 Doll. Die Zeugen und Erperten
saben etwas über 8000 Doll. erhalten. Die Kosten
»es Druckes der Verhandlung wurden auf 5000
doll. veranschlagt, und die Anwälte der Anklage,
horter und Davidge, werden wahrscheinlich jeder
in Honorar von 5000 Doll. bekommen.
f(Werth einer Braut.) Die amerikanischen wie
die englischen Gesetze enthalten strenge Verordnungen
ezüglich des Ehegelöbnisses, und der Treulose der
s wagt, dieselben zu mißachten, verfällt empfindlich—
r Strafe. Anderer Auffassung scheinen aber die Ge⸗
ichte uber den Werth des Versprechens einer Dame
u sein. Vor einigen Tagen verklagte nämlich ein
ämmiger Farmer, im Alter von fünfunddreißig
dabren. seine Braut wegen Nichterfüslung des ge—
zebenen Eheversprechens. Die Geschwornen erkann⸗
ien die Jungfrau sür schudig, berechneten aber den
Schaden, welchen der Bräutigam durch den Verlust
einer Braut erlitt auf einen Farthing (4 Pfennig)!
FHirsch oder Pferd, wer ist schneller?
Ddiese Frage zu lösen unternahm ein amerikanischer
S„porte mann in Nord⸗Carolina den höchst interessan⸗
en Versuch, ein Pferd gegen einen Hirsch laufen
zu lassen. Beide Thiere wurden beim Start von
rückwärts durch einen Schuß erschreckt und durch
hnen folgende Reiter über eine an den Seiten ab—
eschlossene Bahn von einer halben Meile gejagt.
zeide liefen sichtlich im schärfsten Tempo, dessen sie
ähig waren, wobei sich das Pferd überlegen erwies.
F Bei den „Gottesdiensten“ verschiedener Neger⸗
ekten im Süden der Union geht es recht gemuüth—
ich her. Der Correspondent einer Zeitung in St.
douis, welcher kürzlich Gelegenheit hatte, einer
olchen „Andacht“ beizuwohnen, entwirft eine drast⸗
sche Schilderung derselben. Der „Pfarrer“, welcher
nuf einer Kanzel stand und über die Sündhaftigkeit
der Welt loswetterte, hielt in seiner Rechten eine
nächtige Brandyflasche, woraus derselbe nach allen
draftstellen seiner Predigt — und deren waren
nicht wenige — einen tuͤchtigen Zug that. Noch
veniger genirten sich die in der „Kirche“ anwesen⸗
)en frommen Zuhsrer, welche stehend mit größtem
Appetit Brod und Sped verzehrten. Nur einmal,
als der Prediger ein „Gebet“ in seinen Vortrag
inschaltete, machten die Gläubigen eine Pause im
Essen. Nach der Predigt trat der „Pfarrer“ mit
vem Cylinderhut in der Hand unter die Versamm⸗
ung und bettelte um Geld. Dabei pries er mit
albungsvollen Worten die Himmelsfreuden, welche
den Spender der größten Münze erwarteten.
Sterbefälle.
Gestorben: in Göllheim Frl. Mina Marx,
32 J. alt.; in Speyer Frl. Auguste Schön,
l6 J. alt; in Pirmasens Frau Katharinad
Pres, geb. Hubmann, 85 J. alt.; in Min—
feld Lehrer Josehh Adam, 65 J. alt; in
dandau Eduard, 1ia J. alt, S. vom Land⸗
zerichtsrath Heintz; in Dürkheimgrl. Käth⸗
hen Resch; in Gönnheim Frl. Anna Elisa—
detha Blaul. 22 3. alt.
RNeuefte Nachrichten.
Muünchen, 13. Febr. Der Reichsrath lehnte
die Anträge Lörzer's, betreffend die Verlegung der
Zaupt⸗Uebungen der bahyerischen Truphen und
Hinderung der Militaärlast, welche die zweite Kam⸗
ner bereits angenommen hat, ab und nahm zu
dem letzteren die motivirte Tagesordnung Schreds
an. Dann nahm er das Concubinatgeseßz X
einigen materiellen und formellen Aenderungen an
ind stellte die Positionen zu dem außerordentlichen
deeresbedürfniß, welche von den Abgeorden gestrichen
waren, wieder her.
Berlin, 13. Febr. Der Kaiser empfing in
seierlicher Audienz in Gegenwart des Grafen Hatz⸗
eld den neuen franzosischen Botschafter, Baron de
Courcel, der seine Beglaubigungsschreiben über.
reichte. Der Botschafter ward darauf auch von
der Kaiserin empfangen.
Berlin, 13 Febr. Die kirchenpolitische Com⸗
nission hat die Anfrage des Cenrums zu 81 der
Vorlage übet den Eid der Bisthumsverweser Auf⸗
söoren der kommissarischen Vermogensderwaltung,
Aufhebung des Sperrgesetzes, mit allen gegen 6
Stimmen abgelehnt, ebenso 81 der Regierungs⸗
porlage mit 11 gegen 10 Stimmen. Das Centrum,
der Fortschritt, die Secessionisten stimmten dagegen,
die Conservativen und Freiconserdaliven für die
kegierungsvorlage, die Nationalliberalen getheilt.
Paris, 13. Febr. Nach Londoner —XX
amen England uud Frankreich überein, über
Egypten mit den übrigen europaischen Mächten zu
verhandeln. Wegen dieser Frage sei überhaupt
wischen beiden Kabineten eine erhebliche Abspan⸗
iung eingetreten. Die Ankunft des franzosischen
Panzerschiffes „Reine blanche“ in Port Ehid sei
rein zufällig; sie haben keinen politischen Zweck.
Berlin, 13. Febt. Die Londoner „Saint
James Gazette“ meint, der Fürst Bismard wolle
die eghptische Frage dadurch losen, daß er Egypten
uür unabhängig erklären und einen deutschen Prinzen
nuf den Thron setze. Die „Nordd. Allg. Ztg.“
alt doch die Leute für sehr leichtfertig, die soiche
kindermärchen glauben.
Zar die MNeyaktion verantwnritiz —