Full text: St. Ingberter Anzeiger

Zur Entschädigung für Häuserbesitzer in Zell, 
deren Gebäude durch die fortgesetzt nasse Witierung 
des letzten Jahres in den Fundumenten bedroht 
sind und abgetragen werden müssen, soll ein Be— 
rag verwendet werden bis zu 18,000 Mtk. Der 
Rest der Gelder des Zentralkomites bdildet eine 
Reserve bis zur vollständigen Abwidelung des 
Unterstützungsgeschaftes. Durch die erfolgte Ver— 
heilung der Gelder des Zentral-Komites sind 
aͤmmtliche Hilfskomites der Rheingegend in den 
Stand geseßt, die Gebäudeschäden für Bedürftige 
bollständig zu reguliren und außerdem steht jedem 
derselben noch eine weitere Summe zur Verfügung, 
velche 26 pCt. sämmtlicher in die Listen aufge— 
ommener Feld⸗ und Mobiliarschäden beträgt. Es 
hersteht sich übrigens auch bei der letzten Gattung 
der Schäden von selbst, daß nur Bedürftige bei der 
Vertheilung berücksichtigt werden sollen. 
(G(Pfäalz. Bahnen.) Wie es alljährlich 
yfters der Fall ist, wird auch gegenwärtig der Zu— 
tand der pfälz. Bahnen von einem preuß Offizier 
ind Regierungsbeamten inspicirt; die Herren sind 
»om Herrn Direktionsrathe Westhofen begleitet. 
Vermischtes. 
Ju Louisenthal goß ein Schiffer am 
letzten Freitag Petroleum in den Ofen. Das Pe—⸗ 
roͤleum im Kruge explodirte und der Mann wurde 
chrecklich zugerichtet. 
4 Der Verein „Concordia“ hatte bekanntlich 
einen Preis für die beste Arbeit über Einrichtung 
bon Arbeiterwohnungenausgeschrieben. Das 
aus den Herren Geh. Rat Finkelnburg⸗Bonn, Geh. 
Rat Baare⸗Bochum, Dr. Börner⸗Berlin, Stadtbau— 
meister Kreyßig⸗ Mainz und Bauinspektor Braun, 
Mitglied, der koöͤnigl. Bergwerksdirektion Saarbrücken, 
usammengesetzte Preisgericht hat Herrn Architekt 
Schmölcke-Holzminden den ersten Preis einstimmig 
uerkannt. Die Preisschrift ist nunmehr im Verlag 
hon Emil Strauß unter dem Titel: „Das Wohn⸗ 
haus des Arbeiters, eine Anleitung zur Herstellung 
zilliger, solider und gesunder Arbeiterwohnungen in 
den Städten und auf dem Lande, mit 12 litho— 
graphierten Tafeln, enthaltend 9 Originalentwürfe, 
Sitaationspläne und Details,“ erschienen, worauf 
ille Freunde der Arbeitersache aufmerksam gemacht 
verden. 
F Erbach, (Rheingau), 29. Mai. Prinzessin 
Marianne der Niederlande ist heute früh hier 
Jestorben. Sie war am 9. Mai 1810 in Berlin 
jeboren und von 1830 bis 1849 mit dem Prinzen 
Albrecht von Preußen vermählt gewesen. Die Ehe 
vurde durch Scheidung aufgelöst. Die Verstorbene 
interläßt zwei Kinder, den augenblicklich in Moskau 
veilenden Prinzen Albrecht und die Prinzessin 
Alexandrine, verwittwete Herzogin Wilhelm von 
Mecklenburg⸗Schwerin. 
(Für Asthmatische.) Universitätspro- 
essor Dr. Müller in Greifswald empfiehlt nach den 
zrfahrungen, die er an sich selbst machte, Allen, 
ie an Asthma und anderen Beschwerden der 
Athemorgane leiden, das Dampfschiff als 
ruftkurort. Eine täglich drei⸗ bis vierstündige 
rahrt auf einem kleinen Passagier-Dampfer, der 
ille Bequemlichkeiten des häuslichen Lebens ermög— 
icht, dabei aber den Genuß der erfrischenden freien 
Zeeluft gestattet, hält Dr. Müller für ein Heiit— 
nittel ersten Ranges für die genannten Uebel. 
Staßfurt, 29. Mai. Diese Nacht fand 
sier eine furchtbare Erschütterung statt. Viele Ge— 
äude erhielten Risse. Unsere Kirche ist schrecklich 
errissen. Es herrscht große Aufregung. In Leo— 
poldshall ist ein Portierhaus eingestürt. 
4Aus Westpreußen geht der „Voss. Ztg.“ eine 
Mittheilung zu, die, so unglaublich sie auch klingt, 
‚och buchstäblich wahr ist. In dem Dorfe Schön⸗ 
eck lag die 10jährige Tochter des dortigen Tisch⸗ 
ers S. schon 3 Jahre bettlägerig darnieder. Der 
Vater des Mädchens behauptete: seine Tochter sei 
»urch eine Frau M., die dem Mädchen Aepfel und 
zirnen gegeben habe, behext worden. Auf ver⸗ 
chiedene Aufragen wurde gerathen, der M. Blut 
zu entziehen und dieses dem kranken Mädchen zu 
Jeben, was zur Folge haben würde, daß sie sofort 
jesunde. Von den Ortsschöffen vorgeladen, wurde 
sie M. gezwungen, von ihrem Blute dem Kinde 
zu geben. Vermittelst eines Nadelstiches wurd 
hrein Finger 3 Tropfen Blut entzogen das 
Kind einsog. Die Nöthigung brachte den 9 
ligten in einer Straffammersitzung 3 Tage Gesi 
niß ein. Dies alles ist im 19 Jahrhundert 
möglich! 
FNeulich wurde in London ein frecher Schlint 
der den Prinzen von Wales und die kgl. Fom 
auf das Roheste beschimpft hatte, vom Gen 
wegen Majestätsbeleidigung zu einer Geldbußen 
10 Schilling verurtheilt. Die französische Rep. 
lik thut's nicht so billig! Das Zuchtpolizeige 
von Avranches wenigstens verurtheilte den Schte 
François Langlois, der auf der Straße ausgern 
jatte: „Es lebe Heinrich V.! Nieder mit der 
»zublik? Der König kommt, dann wird man 
republikanischen Schweine schlachten!“ wegen — 
eidigung, begangen gegen die herrschende Stam— 
'orm, zu einem Monat Zwangsarbeit. 
Was sich amerikanische Zeitung 
elegraphiren hassen. Die am Son 
n London gehaltene Predigt des bekannten bah 
tischen Predigers Spurgeon erschien Mom— 
Norgens wörtlich in einem Pwwyorler Blatte 
Sterbefälle. 
Gestorben: in Speyer die Gattin von Poj— 
unkt Max Emanuel Kaul, Egeria Leonillan 
Ztein; in Rittersheim Frau Anna Maria Be— 
)ard, geb. Steuerwald, 60 J. a.; in Höhei 
Naria Schäfer, geb. Bohl, 69 J. a.; in di 
seim Friedrich Haas, 16 J. 7 M. a.; in 
olzheim Elisabetha Rings, geb. Siegel, 70 
.; in Freinsheim Barbara Behlen, geb. 8 
n Neunkirchen a. Bl. Johann Karl Arth, 513 
in Speyer Friederike Brendel; in Bergzu 
Johann Klein, 3813 J. a.; in Kaiserslaun 
Frau Sophie Avenmarg, geb. Jäger; in O 
‚ach Johann Hach, Müller, 74 J. a.; in gr 
hrücken Luise Rücker, geb. Hussong, 78 J. 
in Mutterstadt Heinrich Koob, 23 J. a.; (si 
in einem Anfalle von Epilepsie in einen Gw— 
ind ertrank darin). 
— — —— 5m— 
— weiteren Mufschere 
enstag den 5. Juni nächsthin — unabänderlich — Ziehung der Giesinger Kirchenbaulotterie. 
Julius Goldschmit in Ludwigshafen am Rhein 
and dessen Agenten: Joh. Wenrich in St. Ingabert; Frgz. Woll St. Ingbert; F. Laufer in Blieskastel. 
Ziehung der Traunsteiner Lotterie ist kurze 
Zeit verschoben; der unwiderrufliche Ziehungs- 
ag wird in nächsten Tagen bekannt gegeben. 
1Sie kath. Kirchenverwaltung Traunstein. 
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