die Schranken zu treten, und daß alle Meirungs⸗
verschiedenheiten im Innern ausgekämpft werden
und zwar stets auf dem Boden des Gesetzes.
Das „Wochenblatt für den Mannsfelder Ge⸗
birgskreis“ bringt in dichterischer Form folgenden
Lobgesang auf die sogenannten Simpelfransen:
Als Gott das erfie Menschenpaar
Erschuf vor so und so viel Jahr,
Da setzt er es in's Paradies,
Das damals in den Himmel stieß,
Und sprach zu ihnen: „Sehet hier,
Da habt ihr allerlei Gethier:
Den Lowen, Tiger und das Rind,
Und wie die NRamen alle find,
Und all' das Viehzeug, wie sich's regt,
Das Haar hinein in's Antliß trägt,
Auf daß ein Jeder sehen kann,
Daß es gehört dem Thierreich an. —
Damit nun unterschieden werd d
Der Mensch von einem Schaf und Pferd,
So traget — ich mach's Euch zur Pflicht
Das Haͤar stets frei aus dem Geficht.“
Als d'rauf der liebe Gott verschwand,
Eva hart an 'nem Bächlein stand,
Sie blickt hinein und sah mit Graus,
Auf ihrer Stirn ein Löckhen lkraus, —
Und eingedenl des Herren Wort,
Schob heftig fie das Loͤdlein fort,
Daß ihre Stirne klar und frei
And nicht durch Haar verunziert sei. —
Doch heutzutag! — Du lieder Gott!
Niemand mehr kennt Tein streng Gebot!
Denn alle Eva's groß und klein
Ziehn sich das Haar in's Antliz rein!
In Löckchenform, bald grad', bald krumm —
Im Zickzack auch — 's ist gar zu dumm —
lebt man sich an die Stirn das Haar.!
Manchmal bis auf die Augen garl!
Und diese Haartracht, nie gekannt,
Sie wird mit Stolz „The Bangs“ genannt,
„Bangs“‘ Jede trägt — Gott sei's geklagt —
Die Herrin wie die Kulchenmagd. —
Die Frau dagegen lob ich mir,
Die als der Zierden schoͤnste Z'er,
Ihr reiches Haar in Flechten legt
Und frei aus dem Gesicht es trägt;
Die kuühn des schnöden Brauches lacht,
Der „BKangs““ und fie mit Muth veracht't,
Die halt ich werth. Auf solche Frau'n
Wird stets der Mann verehrend schau'n.
Der „Ulk“ begrüßt die jüngste Großthat des
Pariser Pöbels mit folgenden Versen:
Mit Pfeifen und Johlen, sobald sie ihn sah'n,
Begrüßten sfie den einen Ulan.
Waͤr' ihrer nur ein Dutzend gekommen —
Sie hätten schleunigst Reißhaus genommen.
F Die schweizerische Landesausstel—
lung in Zürich ist nach fünfmonatlicher Dauer
am 3. ds. geschlossen worden. Sie ist im Ganzen
on 1,698,756 (täglich 11,000 Personen) besucht
gewesen.
(Ein unrichtiger Mann.) Eine junge
Dame in Milwaukee hat den seltsamen Irrthum
hegangen, den unrechten Mann zu heirathen. Am
Mittwoch traute der Standesbeamte das Paar und
am folgenden Montag kam die junge Frau um
eine Scheidung ein aus dem Grunde, daß sie un—
wissentlich den Zwillingsbruder ihres Verlobten ge—
heirathet hatte. Die beiden Zwillingsbrüder sehen
sich nämlich so ähnlich, daß es schwer ist, einen
Unterschied zwischen denselben zu machen. Das
Bericht behielt sich seine Entscheidung über den
Antrag der untröstlichen Frau vor.
Von cinem modernen Methufsalem wird
wus Bessarabien berichtet. In der dortigen
Ortschaft Trifanetschi lebt ein mehr als 180jähriger
Bauer Namens Stefan Sawtischuk. Er stammt!aus
xleinrußland 'und ist zufällig, noch zur Zeit der
Türkenherrschaft, nach Bessarabien verschlagen wor⸗
den. Körperlich sowohl als geistig ist er volllommen
frisch und geht stets zu Fuß, nur haben seine Haart
mit der Zeit eine grünliche Färbung erhalten. Sein
Urenkel stand im vorigen Jahre auf der Liste der
Wehrpflichtigen, und sein ältester Sohn zählt 87
Jahre, ist aber viel hinfälliger, als der Vater.
Sawischuk hatte sich mit seinem Gefährten aus der
Moldau, Gergelishiu, in einer gänzlich unbewohn⸗
jen Gegend angesiedelt; jetzt steht dort ein großes
Dorf mit 120 Hausern, welche sämmtlich nur zwei
Geschlechtern angehören; Sawtschuk und Gergelishiu
Das Geschlecht Sawtischuk umfaßt 50 Familien,
deren sämmtliche Glieder begüterte und wohlgesittete
Menschen sind, dank dem guten Beispiele des Urahns.
Keiner derselben hat je vor Gericht gestanden oder
ist je bestraft worden.
Zur Abkürzung der Reisedauer
über den Atlantischen Ozean werden neu
erdings ganz namhafte Anstrengungen gemacht
Durch Benutzung der kürzesten und bequemsten
Route und durch das Bauen von außerordentlich
chnellen Dampfern hofft man zu dem Ziele zu ge—⸗
angen, den Weg zwischen Europa und Ameriko
in weniger denn sechs Tagen zurückzulegen. Mr
Austin Corbin, der bekannte Banquier und Kapitalist
hat, wie die „Shipping und Commercial List“
meldet, in Verbindung mit mehreren reichen eng⸗
lischen Kapitalisten die Ausführung des Projekts
internommen. Die in Frage kommende Route
umfaßt 2780 englische Meilen Wasserweg, namlich
zon Milford Haven an der Küste von Südwales
dis Fort Pond Bay an der Ostküste von —
Island. Die zwischen den beiden Punkten ài
durchsegelnde Distanz ist 266 englische Meilmn kurzh
als zwischen New⸗Yotk und Liverpool. Die ——
fernung mit der Eisendahn von Milford Haben
nach London beträgt wenig mehr als von Liber
pool. Von Fort Pond Harbour bis Rew⸗ York per
Eisenbahn ist ungefähr 110 bis 115 Meilen.
Beim englischen Ende der Route spart man 140
Meilen Wasserweg, während man auf der ameri
kanischen Seite 126 Meilen Wasserweg fur 110
Meilen Eisenbahnweg eintauscht und dabei di—
Lastigkeit des Einlaufens in den New-Notker Hafen
in Sandy Hook vermeidet. Erfahrene Schiffsbau—
meister find der Meinung, daß die Reise von Mil.
ford Haven nach New⸗-York mit vecbesserten Stahl
zampfern in 5* Tagen zurückgelegt werden kann
.
Gestorben: in Kaiserslautern J. J. Neß ler, penß
Pedell der kgl. Kreisrealschule 84 J. a.; in Fisch.
bach Anna Maria Kafitz, geb. Schlicher, 68 J. 8M
a.; in Haardt Geora Friedrich Koöhler, 20 J. a
13
esnachrichten.
Der interimistische Verweser an der protestan
tischen Schule zu Waldfischbach, Wilhelm Krebs
wurde zum Schulberweser an der protestantischen
Schule zu Speyer, der Schulverweser an der katho—
lichen Schule in Niederbexbach, Johann Latour
zum Schulberweser an der neu errichteten katholischen
Schulverweserstelle zu Mutterstadt, der protestantisch
—Schulverweser in Ingenheim, Hermann Lauf
zum Lehrer der oberen protestantischen Schule ip
Altleiningen, der bisherige interimistische Verweser
der protestantischen Lehrerstelle in Eulenbis. Wilhelm
Schmid, zum Schulverweser an der confessionellen
jemischten Vorbereitungsschule zu Insheim, der in⸗
serimiftische Verweser an der unteren confessionell
zemischten Schule in Mölschbach, Friedrich Reif.
zum Schulberweser ernannt; der Lehrer Friedrich
Reithmayer aus Niederhochstadt, der katholische
Schullehrer Konrad Glhaß in Winnweiler, die la⸗
cholischen Lehrer Jalob Zehffuß in Iggelheim
ind Theobald Köhl in St. Ingbert auf die
Dauer von sechs Mounaten, die protestantischen Schul⸗
lehrer Wilhelm Eller zu Eisenberg und Michael
Berdel in Schrollbach, sowie der israelitische
Lehrer Jakob Straus in Dürkheim in den blei⸗
heuden Ruhestand versetzt.
Far die Redaktion verantwortlich F. X. De —&
—
Oeffent' iche Zustellung.
Mittwoch, den 12. Dezember
1383, Nachmittags 28 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirthschaf
bon Heinrich Schmitt Wwe.,
werden durch den kgl. Notar Fran—
Sauer in St. Ingbert wohnhaft,
bezw. dessen Amtsverwesen als vom
. Amisgerichte St. Ingbert als Voll⸗
sttreckungsgericht ernannten Versteiger⸗
ungsbeamten, im Zwangswege öffent
lich versteigert:
Steuergemeinde St. Ingbert:
Plan Nr. 4261, 9 a 90 qm
Acker auf Hobelsahnung.
Plan Nr. 4291, 20 a 80 qu
Acker im Rodt;
dem Jakob Danzer, Kaufmann,
früher in St. Ingbert, dann in Paris
wohnhaft, jetzt ohne bekannten Wohn
und Aufenthaltsort abwesend, und dem
Joseph Danzer, Meztzger, früher in
Hamburg wohnhaft und nunmehr an⸗
geblich auf einem Schiffe ohne be—
kannten Wohn⸗ und Aufenthaltsort
abwesend, in ihrer Eigenschaft als
Kinder und Erben ihres verlebten
Vaters Peter Markus Danzer, im
Leben Bohrmeister in St. Ingbert, —
angehörig.
Hievon werden die Schuldner, ge—
nannte Jakob und Joseph Danzer zur
Wahrung ihrer Rechte öffentlich in!
Kenntniß gesetzt.
St. Ingbert, den 8. Oktober 1883
Der Amtsverweser des kgl. Notare
Sauer:
E. Wiest.
RED STARLINE.
Xgl. Belgiseche Postdampfschifffahbrt
nan Antwerpoen direkt nach
2wischendeck nur Mark SoO. —A
Nähere Auskunft ertheilt der alleinige Vertreter K Agent
Jean Peters in 8t. Ingbert, Pfal-.
— 5— natiürliehes —DVWwEBIDI
4 Kochsalzreiehes Hineralwasser
20 0 aus dem „Vietoria-Rrunmen““ in
Oherlahusteinm bei Eins. Peinste
Prfrischungs- und Tafelgetrãnk, welches sich vorzũglich zur Vermischunę
mit Minen für Xinder und Wein und Spirituosen für Erwaehsene
»ignet. Dabeéi ausserst günstig wirkend bei Störungen der Magen- und
Athmungsorgane und in nervösen Verstimmungen, sowie in der Reconvalescen-
nach vicien Krankheiten. In den meisten Hotels und Restaurants alt
Tafelgetrunk in ganzen und halben Krügen zu baben. Alleinige Nieder-
age bei P. Fery in St Iughbert.
D2——202 257——7 7 7 000 20000
Warnung.
Ich warne hiermit Jedermann.
meiner Frau auf meinen Namen eiwas
zu borgen oder zu leihen, indem ich
keine Zahlung mehr für dieselbe leiste
St. Ingbert, 8. Oltober 1883.
Joh. Schwender.
Bergmann.
Wie kaufen 500 bis 800 Zentuer
auserlesene J. Qualität
Eßkartoffeln.
Consum⸗Verein zu Mari
anenthaler Glashütte e. E.
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gesucht. Zu erfragen in der Erped
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— vdd
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Joh. Weirich Friseur
—3 —
οοS p
ruck und BVerlag von F. æ. Deme ztz in St. Ingbert.
— ——