dies scheints zusammen mit dem Prozesse gegen
darrn Pfarrer Streuff dahier.
— Fur Augenleidende dürfte die Mit⸗
heilung von Interesse sein, daß am Sonntag,
13. September, während des ganzen Tages in dem
weiten Stock der Restauration von Herrn Siener
neben dem Hauptbahnhof in Landau durch Herrn
Dr. Röder, Vorstand der Augenklinik in Straßburg,
wieder unentgeltliche Sprechstunden für Augenkranke
abgehalten werden. Herr Dr. Röder wird schon
Samstag, 12. Sept. Nachmittags, in dem gleichen
dotal privatim zu sprechen sein.
— Dürkheim, 10. Sept. (Wein⸗Ver⸗
teigerung.) Im Saale bei Haäußling brachten
gestern die Herren König u. Herf von Oggers⸗
Jeim und Gg. Sch ust er von hier etwa 100
Stuͤck 1881er, 1882er, 1888er und 1884er Weine
— Kallstadt,
Ungstein. Freinsheim, Gerolsheim und Meckenheim,
zum Ausgebot. Die Versteigerung war gut besucht;
die Kauflust ließ dagegen zu wünschen übrig. Wegen
Mindergebots wurden deßhalb von den 47 Num⸗
mern des Katalogs ca. 20 zurückgezogen. Für 1000
diler wurden bezahlt: 1882er: Ungsteiner 220
Mtk. 1883er: Ellerstadter 300, 295, 270, 305,
305, Dürtheimer Spielberg 800 Mt. 1881er:
Ellerstadter 5385, 625, 615, Gerolsheimer Riesling
250, 220, 280 Mtk. 1884er: Ellerstadter 360,
Dürkheimer Feuerberg 555, Feuerberg Riesling
530. Feuerberg Traminer 580, Kallstadter 630,
Ungsteiner 640, Dürkheimer 655, Kallstadter Horn
32 Mk. Roihweine: 18883er: Ellerstadter 555,
550, 658, 775, Kallstadter 688 Mk. (D. A.)
Namenbveränderung. Dem Rechts⸗
zraktikanten Georg Schwein aus Rheinzabern,
zur Zeit in Speier, wurde gestattet, unbeschadet der
Rechte Dritter, den Familiennamen „Stein“ an⸗
nehmen und führen zu dürfen. J
— Der Empfang des Prinzen Luitpold,
welcher zu den Truppenmanövern in der Pfalz am
nächsten Sonntag in Speyer eintreffen wird, ver⸗
pricht ein großartiger zu werden. In Spehyer,
Reustadt, Kaiserslautern und Zweibrücken werden
nisprechende Feierlichkeiten vorbereitet. Triumph⸗
egn errichtet, Illuminationen in Scene gesetzt
u. . .
In der in Stuttgart abgehaltenen Ver⸗
jammlung der süddeutschen Textil⸗Berufs⸗
genossenschaft wurde aus der Pfalz in den
Henossenschafts⸗Vorstand Herr Direltor Dietz aus
Oggersheim gewählt.
rankenthal, 8. Sept. Das Kar⸗
toffelverladungsgeschäft steht heuer wie⸗
der in voller Blüthe; wenn auch der diesjährige
Frport hinter dem der Vorjahre zuͤrückbleiben dürfte.
so kann man doch zufrieden sein. Die Qualität
der Kartoffeln ist eine durchschnittlich gute und hält
ich der Preis zwischen M. 3.50 - 3,75 per Doppel⸗
zentner.
—W Vermischtes.
pReichsgerichtsErkenntniß. Istbei
einem Darlehn an die Nichtzahlung der Zinsen die
Befugniß des Gläubigers zur Aufkündigung des
Zapitals geknüpft, so tritt nach einem Urtheil des
Reichsgerichts diese Folge nicht ein, wenn der Schuld⸗
ner die Zinsen deshalb nichi gezahlt hat, weil ihm
zine kompensationsfühige Gegenforderung in gleicher
Höhe gegen Gläubiger zustehi, auch wenn er seine
Hegenforderung zum Zweck der Aufrechnung erß
der Kiage auf Zahlung der Zinsen gegenüber gel⸗
lend macht. J
7 Ortweiler, 6. Sept. In den Tagen
bom 19. bis 21. September cr. findet hier gele⸗
gentlich des landwirthschaftlichen Festes eine Gee
flügel Ausßellung statt. Die Ausstellung
umfaßt: Hühner, Enten, Ganse, Tauben, Zierge⸗
flügel, Kanarien⸗ und auslandische Vögel, lebendes
und gemastetes Geflügel; Geräthschaften, als Käfige,
Brutapparate, Leg⸗ und Ristkastchen, Futter ⸗Proben etc.
Anmeidungen müssen langstens bis zum 12. Sep⸗
ember bei Herrn Lehrer Stoll dahier geschehen und
die Ausstellungsobjekie bis spätestens 18. Septem⸗
ber c. dahier eintreffen.
FForbach, 8. Sept. Zwei Knaben,
Thristian Biber, 7 Jahre alt und Nilo—
saus Biber, 12 Jahre alt — sind am 22. August
n Saargemund ihren auf der Heimreise aus Frank⸗
eich nach dem Elsaß befindlichen Eltern verschwun⸗
den. Wie der arme Vater der Kinder, der seitdem
ortwährend auf der Suche gewesen ist und bald
in diesem Orte, bald in jenem nachgefragt hat, in
Frfahrung gebracht hat, sind die Kleinen am
27. Auguͤst in Großtanchen gesehen worden; von
za ab fehlt jede Spur. Sollte Jemand über den
Verbleib der Kinder Auskunft geben können, so
vird er gebeten, dem Herrn Bürgermeister in Alt⸗
veiler bei Saarunion Mittheilung davon zu
nachen. (Fb. Ztg.)
7 Merzig, 7. Sept. Vor einigen Tagen
purde das Kind des Maurers Zimmer von hier
on einer Fliege gestochen. Anfangs nahm man
venig Notiz hiervon, Man gelangte aber später
u der Ueberzeugung, daß der Stich von einer gif⸗
igen Fliege herrühre und als man ärztliche Hilfe
oͤlte war es bereiis zu spät, das Kind war todt.
. 8.)
p Bliesse nzy 7. Sept. Vor einigen-Tagen,
o erzählte mir gestern ein Ackersmann aus Stein⸗
herg im Fürstenthum Birkenfeld wurde mir hinter
neinem Pfluge ganz schwindelig; alle Korper er⸗
chienen mir in bedeutend vergrößerten Umrissen.
xs fiellie sich Erbrechen ein, ich taumelte umher.
Ilsbald klagte die Magd ebenfalls über Schwindel
Bir wankten nach Hause und ein Fremder mußte
inser Vieh in einen Stall bringen. Aber o
-zchreck! Auch alle meine Familienmitglieder klagten
ber Schwindel und eines lag hier, das andere
zort und mußte sich übergeben. Der Genuß von
jeißer süßer Milch brachte nun etwas Linderung.
Fine arme Frau, die ein Stück von unserm frisch
ebackenen Brot gegessen, fühlte bald darauf die⸗
elben Beschwerden. Um mich vollends zu verge⸗
dissern, ob dies Brot die Ursache der Kranlheits-
rscheinungen sei, gab ich meinen Schweinen von
emselben zu fressen, auch sie erkrankten. Ich fragte
un unsern Müller, ob irgend ein Giftstoff in
inser Brolmehl gekommen sein könne Eeine Kiste
Ztreichhölzer war mit dem Mehle, auf letzterem
iegend, hierher gefahren worden). worauf derselbe
rklärte, in meiner Frucht sei so viel Schmutz —
kollkorn gewesen. Da aber das Mehl eine gelb⸗
iche Farbe hat und in diesem Jahre fast kein
Tollkorn gewachsen ist, so schicte ich ein kleines
Zuantum von diesem Mehle nebst einer Schnitte
jon dem verdächtigen Brote einem tüchtigen Che⸗
niker zur Analyse, deren Ergebniß noch außsteht.
eke* (S. u. Bl.⸗Zig.)
pKobhenz, 7. Sept. Der hiesigen Ma⸗
chinen⸗Fabrik von Schaubach u. Grämer ist der
Iuftrag zutheil geworden, für unsern neuen Kolo⸗
nalbesiz in Kamerun ein eisernes zwei—
fockiges Wohnhaus ünd ein eisernes Lager⸗
aus nach einigen Entwürfen der Fabril zu fertigen.
die Bauien werden so koustruirt, daß dieselben mit
deichtigkeit auch von ungeschulten Leuten aufgestellt
verden können.
FEisenach, 8. Sept. Heute wurde die
39. Haupiversammlung des Gustav⸗Ado lf⸗
Vereins, zu welcher sich jetzt schon über 1200
Theilnehmer eingefunden haben, eröffnet.
pWarnung vor Schwindel. Der
darlsruher Orisgesundheitsrath erläßt folgende
Varnung: „Durch Zeitungs⸗Annoncen und Cirku—
are erbietet sich die „Deutsche Gesundheits-Kom⸗
jagnie“ in Beilin, Kranken verschiedenster Art Rath
ind Arzneien zu vermitteln. Die „Deuische Ge⸗
undheitskompagnie“ besteht aus dem belannten
durpfuscher. Richard Mohrmann und dem Schrift⸗
jeller Bernhardi, dem angeblichen Verfasser des
Jugendspiegels“. Vor Richard Mohrmann haben
vir schon verschiedentlich gewarnt. Derselbe war
rüher Uhrmacher, dann Photographengehilfe; bis
or Kurzem Uoͤte er sein Gewerbe als Bandwurm⸗
oktor im Umherziehen aus und betreibt, seitdem
etzteres durch die Gewerbeordnung verboten worden,
as Geschaft auf brieflichem Wege. Die von Mohr⸗
nann gegen Bandwurm verabfolgten Mittel wurden
rüher in der Apotheke zu Nossen zu 1,20 M. zu⸗
ereitet und durch Mohrmann für 10 M. verkauft.
die Broschüte, der Jugendspiegel“, verheißt Hilfe
egen Schwächezustände u. dergl. Ihtr offenbarer
Zweck ist, solche, die sich durch Ausschweifung die
hesundheit zerrüttet haben, in Angst zu dersetzen,
im sie zur geldlichen Ausbeutung vorzubereiten.
stach Capann⸗Carlowa (Medizinische Spezialitaten)
ind Witistein (Taschenbuch der Geheimmittel⸗Lehre)
esteht daß Bernhardi'sche Mittel aus 2 Flaschen
»onigwasser im Werthe von 80 Pfg. Der Preis
eträgt 60 Mk. Einer Persoönlichkezt. die sich von
sier aus an die „Deutsche Gesundheitskompagnie“
im Rath wandte, wurde dieser unter der Bedingung
zugesagt, daß sich der Patient zuvor zur Za
zeines Honorars von 100 M. ens 3
warnen vor dieser nichtswürdigen Schwindelei
darlsruhe, den J. August 1885. Der Ortsgesund.
heitsrath Schnetzler. Schumacher.“
pWürzburg, 9. Sept. Der Bankier Jo—
seph Scheidt ist flüchtig, nachdem er zahl—
reiche Depots angegriffen hatte, und Ultimo⸗Tratten
protestirt worden waren. Betheiligt sind hien
meistens Private aus ersten Gesellschaftskreisen.
— Gr. Z.
FKronach, 9. Sept. Der Seie
den Frhrl. v. Swaine'schen Steinkohlenbergwerken
zu Stockheim ist nunmehr beendigt, indem Baron
d. Swaine vom 7. September an die letzten 27
reit jüngster Zeit nicht beschäftigten Arbeiter wieder
aufgenommen hat. Eine Aufbesserung der Löhne
st gleichfalls erfolgt, indem den Häuern für die
Tagesschicht von 8 Stunden 1 Mk. 20 Pfg. be—
ahlt wird.
In einer Wirthschaft in der Vorstadt Wöhrd
Nürnberg) hat der Pinselmacher Stauber beim
Spielen mit einem Revolver den verheiratheten
Arbeiter Schindler erschossen.
* In Nürnberg war der Luftschiffer Koch
iufgestiegen und bei Oedenberg nach etwa halb⸗
tündiger Fahrt gelandet. Sofort eilten ihm die
jerade aus Germersheim eingetroffenen, an den
Manoͤdern der dritten Division theilnehmenden
Mannschaften der 4. Kompagnie des 2. Pionier⸗
gataillons herbei und halfen gemeinsam mit den
Ortsbewohnern den Ballon niederziehen. Das Gas
entströmte nun, nachdem das Ventil ganz geöffnet
var, in großer Menge. Kaum ertoönte der War—
nungsruf eines der anwesenden Pionier-Offiziere
die brennenden Pfeifen und Cigarren zu entfernen
als im selben Momente eine brennende Lohe haus⸗
hoch zum Himmel emporflammte. Der brennende
Ballon erhob sich noch zwanzig Meter in die Höhe
ind stürzte dann zusammen. Wie sich später her⸗
zusstellte, hat ein Bewohner der Umgegend seine
Pfeife angezündet und war hiedurch, ohne es zu
ihnen, der Verursacher des Unglückes.
FWallhalben, 8. Sept. Bei den gestern
in unserer Umgebung abgehaltenen Manövern hatten
sich eine Menge Zuschauer eingefunden, und es
hoten diese Uebungen auch manches interessante Bild.
deider haben wir einen kleinen Unfall zu verzeichnen.
Hherr Burgermeister Bender wurde von einem Che⸗
bauxlegers· Unteroffizier überritten. Zum Glücke
am er mit dem Schrecken und einigen kleinen Ver⸗
letzungen davon.
F4Mänchen, 9. Sept. Die ploͤßliche Et⸗
kraniung der unter dem Kommando der 8. Infan-
jerie⸗Vri gade (Generalmajor Otto v. Parsevah)
stehenden beiden Kommandeure des 8. und 12.
Inf.Regts. gibt in militärischen Kreisen zu allerlei
Zedenken Veranlassung, zumal dieselbe gleichzeitig
nit der Designirung des Generalmajors Moriz
Orff von Ingolstadt zur Uebernahme des Komman⸗
os der 3. InfanterieBrigade fuͤr den in Italien
veilenden Kommandeur von Parseval für die Dauet
der Uebungen zusammenfällt. In Offizierskreisen
pricht man davon, daß hier ein Befehl oder Wunsq
zes lommandirenden Generals im Spiele sei, und
zaß die erkrantien Obersten Ferdinand d. Parseval
und Lindhammer, von denen der erste an der Tour
zur Beforderung zum Generalmajor seht, un
Hensionirung nachsuchen werden. Während der
debungen wird das 12. Inf.⸗Regt. durch einer
Major“ kommandirt, was vielleicht noch nicht da⸗
chen; Mejor Ruß ift übrigens der Dienstaltent
keiner Charge.
7 Munchen, 8. Sept. In der Drudkere
der Gedruder Obpach er dahier gerieth gehtern
ine etwa 18jahrige Arbeiterin in die Schnelbreffe
Die Unglückliche war binnen wenigen Selunden
eine Leiche.. ur
f pPrien, 8. Sept. Gestern Abend 75
zing über den Chiemsee ein furchtbares &
wirter mit Hagelschlag nieder, das an Getun ꝑr
Feldetn und Baͤumen große Zerftorung anrich
Fon bielen Gebauden, namentlich in und um g
wunden die Dacher abgehoben und 3040 37
weit geltagen, fast sämmtliche Fenster gegen
purden in Prien eingeschlagen; die —— *
niegen heute Oiittag noch seilenweise 222803
hod auf Feld unbe Siraße, viele Hunder 3*
wogel liegen erschlagen umher, zwischen Zuen m
rẽĩndorf sind mehrere Telegraphenstangen *
vorfen und das Obst wurde fast gänzlich —98—
Hhaumen geschlagen. Es scheint auch, daß me