Full text: St. Ingberter Anzeiger

Speyer, 8. Nov. (6. Sitzung.) Herr 
drämer referirt Namens des 6. Ausschusses be⸗ 
züglich der Uebergabe des pfälzischen Landg e⸗ 
tütes an den Staat. Der Landrath beschließt es 
sei im Verfolge des Beschlusses vom 14. November 
1888 an die kgl. Staatsregierung die Bitte zu 
slellen, höchst dieselbe wolle dahin wirken, daß unter 
Aufhebung der Ziffern 5 u. 6 des Art. 2. des 
Besetzes vom 28. Mai 1846, „Die Ausscheidung 
der Kreis-Lasten von den Staats ⸗Lasten, 
und die Bildung der Kreisfonds betr,“ das 
pfälzische Landgestüt mit sämmtlichem noch 
aktiven Personal als Staatsanstalt übernommen 
wecde. 2) Es habe jedoch diese Uebernahme unter 
der Bedingung zu geschehen, daß das Gestüt auch 
als Staatsanstalt fortgeführt werde. 3) Sämmt- 
liches zur Zeit des Ueberganges in den Staatsbe⸗ 
trieb vorhandene todte und lebende Inventar ein⸗ 
chließlich der Fourage⸗ Vorräthe sei ohne irgend 
welche Entschädigung sammt den zum Betriebe des 
GBestuüts bestimmten etatsmäßigen Geldmitteln, so⸗ 
weit zur Zeit der Uebergabe noch vorhanden, an 
den Staat zu übergeben. 4) Es sei der sogenannte 
Preise⸗Vertheilungsffond dem Kreise zu belassen, 
welcher sich verpflichtet, denselben fortzuerhalten 
und dessen Zinsen zur Hebung der Pferdezucht in 
der Pfalz zu verwenden bezw. zu admassiren. Sollte 
dieser Vorbehalt der Uebernahme hindernd im Wege 
stehen, so sei darauf zu verzichten. 5) Es habe die 
Wittwen⸗ und Waisenkasse für Stallleute auch ferner⸗ 
hin ausschließlich ihrem bisherigen Zwecke unter 
Aufsicht der kgl. Landgestüts-Verwaltung zu dienen. 
5) die am Tage des Gestüts⸗-Ueberganges bereits 
pensionirten Gestütsleute hätten bei der Kreis⸗ 
pensionskasse zu verbleiben, die noch altiven aber 
aus derselben auszuscheiden. 7) Etwa sich ergebende 
Detailfragen untergeordneter Bedeutung seien der 
kgl. Regierung zur Erledigung zu überlassen, welche 
sich darüber nach eigenem Ermessen mit dem Land- 
raths⸗Ausschuß benehmen mag. Nächste Sitzung 
Montag Nachmittags 3 Uhbr. 
Witterung hiezu beigetragen haben. Die hiesigen 
Wirtschaften waren sehr gut besucht, und die 
onstigen Lebensmittelverkäuser dürften fich auch 
iber das Geschäft nicht zubeklagen haben. Der 
jeutige Jahrmarkt scheint vom Wetter begunstigt 
zu werden. 
* Eine Entgleisung dreier Waggons 
'and vorgestern Abend in der Station Würz bach 
tatt. Als der Zug um 8U. 36 nach St. Ingbert aus 
der Station fuhr, stellte ein Weichenwärter, in der 
Meinung, der Zug habe die Weiche ganz passirt, 
dieselbe für einen in der Richtung nach Zweitrucken 
ibgehenden leeren Zug zu früh um, insolge dessen 
von ersterem Zuge drei Wagen enigleisten. Die 
Passagiere desselben sowie jene des letzten Zuget 
von Zweibrücken mußten in einen von hier aus 
dorthin beorderten Zug umsteigen und kamen um 
412 Uhr hier an. Durch angestrengte Arbei 
yon einigen Stunden wurde das gesperrte Geleise 
ioch in der Racht frei. Bei dem Ümsteigen in der 
Dunkelheit passirte einem jungen Manne das Miß- 
jeschick in den Würzbacher Weiher zu fallen. Doch 
vurde er von einem Bahnbediensteten, welcher 
nergisch zugriff, sofort wieder dem unliebsamen 
Zade entrissen. Hoffentlich brachte ihm dasselbe 
einen Nachteil. 
— Seelbach. Am 1. Oktober dieses Jahres 
rannte das Wohnhaus der Wittwe Rebmann 
zollständig nieder. Der Schaden wurde durch die 
Sachverstündigen beim Amtsgerichte Blieskastel au 
180 Mt. geschätzt. Mit diesem Betrage nicht zu⸗ 
rieden, beschwerte sich Witiwe Rebmann. Jüngft 
nuun war Herr Bauschaffner Haußer von Si. 
Ingbert hier und berechneie den Schaden um 8240 
Mk., also um 360 Mk. höher. Dieses kommt daher, 
veil die Sachverständigen das Dach des Hauses 
»ollstandig vergessen hatten. Bei dem Brande des Herrn 
Zraunberger in Erfweiler hatten dieselben 3000 
Dt. Entschadigung berechnet, welcher Betrag dann 
jom Herrn Bauschaffner um 800 Mek. erhöht wurdt 
(Pf. M. 
— Zweibrücken, 8. Nov. Unter Vorfitz 
des Hrn. k. Bezirksamtmanns wurde gestern die 
äbliche Jahresfitzung des Distriktsrates für 
»en Kanton Zweibrücken abgehalten. Nachdem 
die verschiedenen Jahresrechnungen vorgelegt und gut⸗ 
Jeheißen waren, schritt man zur Aufstellung des 
Voranschlages für das Jahr 1890. Die Straßen⸗ 
interhaltung beansprucht die Summe von 29010 
Mk.; hiebei wurde beschlossen, den Gemeinde⸗Ver⸗ 
pindungsweg Einöd⸗Ingweiler⸗Bierbach sowie eine 
Teilstreckke der Straße Maßweiler-Faustermühle in 
den Unterhaltungsetat für 1890 zu übernehmen 
Der Distriktsrat sprach sich ferner für Errichun 
ziner gemeinsamen Pensionskasse der Bezirks. un 
Distriktsbauschaffner der Pfalz aus, unter Verwilig. 
ung eines Beitrages ron 40 Mk. auf die Dau⸗ 
hon 15 Ihhren. Für Abhaltung der noch bestehen 
den Fortbildungsschule wurden zur Remunerierung 
des Lehrerpersonal 200 Mt. verwilligt. (Zw. 3) 
— Kaiserslautern, 10. Rob. Herr 
Beh. Hofrath Neumaher wurde gestern mi 
sämtlichen Stimmen zum Bürgerm'ister et 
wählt. Derselbe ist gestern Abend7 uhr 6 
don München hier eingetroffen und hatten sich die 
Mitglieder des neuen Gemeinderathes in dorpore 
am Bahnhof eingefunden, um Herrn Neumaher 
zu begrüßen und zur Wahl zu begluckwünschen. 
— Neustadt, 9. Nob. Als Bürger— 
meister wurde heute Vormittag g wählt Herr 
Krafft mit 212, als 1. Adjunkt Herr C. Morsch 
mit 14 und als 2. Adjunkt Herr A. Klein mil 
21 von 24 abgegebenen Stimmen. 
— Zum Bürgermeister in Kirchheimbo— 
lhanden wurde Herr Wilhelm Ritterspad 
wiedergewählt; zum ersten Adjunkten Herr Philip⸗ 
Martin Becher und zum zweiten Adiunkten Hen— 
hdeinrich Reinheimer. 
Vermischtes. 
In Saarbrüden eröffnete am Samstag 
Abend der Zirkus des Herrn Weiffenbach auf din 
dandgerichtsplatz seine Vorstellungen. Dieselben be— 
tehen in Luft- und Parterre⸗Gymnastik, Mimit 
Plastik, Ballet, Clowns, sowie große Ausstattungs- 
antomimen ⁊c. Den Vorstellungen geht der beste 
Kuf vorans uud fanden dieselben üͤberall den größlen 
Feifall. 
U— 
Aeueste Nachrichten. 
Speyer, 10. Nor. Nach längerem Unwohl— 
ein, das ihn jedoch nicht in der Erfüllung von 
Dienstobliegenheiten hinderte, starb heute Herrk 
Bezirksamtmann und Regierungsrot von Moers 
Derselbe bekleidete, ein geborener Speyerer, seit 1884 
die Stelle eines k. Bezirlsamtmannes dahier. 
Müuünchen, 10. Norb. Wie die „N.“ von 
bestunterrichteter Seite vernehmen, hat man an maß— 
zgebender Stelle die stürmischen Debatten in 
Abgeordnetenhause und ihren Abschluß, die „Er— 
klarung der 79, mit einer Gelafsenheit aufqe— 
nommen, welche in dem festen Entschluß wurjelt 
den durch die Antwort der kgl. Staaisregierung 
auf das bischöfliche Memorandum geschaffener 
Rechtsboden nicht um Haaresbreite zu verlossen. 
Für die Redaktion verantwortlich: F. Fdeme 
Lokale und pfälzische Nachrichten. 
* St. Ingbert, 11. Nov. Die unter dem 
Verdachte des Mordes an dem Bergmann Schmitt 
aus Dudweiler verhaftete Frau und der gleichfalls 
inhaftirte Kostganger desselben wurden heute früh 
nit dem 7⸗Uhrzug nach Zweibrücken in das Ge— 
jängniß übergeführt. 
* Der gestrige erste Kirch weiht ag hatte 
unserer Stadt einen so starken Fremdenzufluß 
gebracht, wie schon seit etlichen Jahren nicht. 
Zumeist mag wohl die angemein angenehme gelinde 
Konkurs—- 
— 
Versteigerung. 
Mittwoch, den 13. November 1889, 
Vormittags 9 Uhr, 
in der Behausung des Gemeinschuld⸗ 
ners Peter Beck, Kramer in St. 
Ingbert — Blieskastelerstraße — 
läßt der Konkursverwalter Peter 
Joseph Schwarz, Geschäftsmann 
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Nez, Tabak, Zigarren, Pfeifen, 
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Seife ꝛc. — gegen Baarzahlung 
oersteigern. 
St. Ingbert, den 7. Novb. 1889. 
Huber, 
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