Full text: St. Ingberter Anzeiger

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Amtliches Organ des königl. Amisgerichts St. Ingbert. 
Et⸗ Ingberter Auzeiger“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗ und Zeiertage. 2 mal wöchenllich mit Unterhaltungs⸗VBlatt und Mittwochs und Sam 7 F 
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ckuugsge 3 oder deren Raum beträgt bei Inseraien aus der Pfalz 10 außerpfalzischen und lolchen auf welche die dition 
xin Auskunft ertheilt. I5I AMA. NReklamen 30 4. Bel 4maliger —7 dreimalige berechnet. oerde 
VB 
Abonnements 
für das 
II. quartal 1889 
auf den 
bmal wöchentlich erscheinenden 
„St. Ingberter Anzeiger“ 
onnen bei allen Postexpeditionen, den Post⸗ 
hoten, bei den Umträgern und in unserer 
ẽxpedition bestellt werden. 
Inserate finden durch den „St. Ing-⸗ 
jerter Anzeiger“ die weiteste Verbreitung. 
Deutsches Reich. 
Berlin, 8. April. (Reichstag.) Bei 
zortsetzung der 2. Lesung der Arbeiter-Alters- und 
hebrechlichkeitsborloge wird 8 23 b mit dem An- 
xag des Abg. Frhr. v. Stumm, der den Wittwen 
und Waisen verstorbener Rentenberechtigter gewähr⸗ 
len Anspruch auf die Rentenerstattung von der 
hälfte der gezahlten Beiträge für den Fall aufhebt, 
jaß Hinterbliebene bereits eine Unfallversicherungs⸗ 
ꝛente erhalten, angenommen. 8 26 (die gesetzliche 
berpflichung der Gemeinden und Armenverbände 
zur Unterstützung Hilfsbedürftiger wird durch dieses 
Besetz nicht berührt) wird nach längerer Debatte, 
wobei Staatissecretär v. Bötticher den Widerspruch 
er Abgeordneten Rickert, Schrader und Windthorst 
mtschieden zurückweist, unverändert genehmigt. Das 
haus nahm nach weiterer wenig erheblicher Debatte 
ie 88 27, 27 a, 28 und 29 in der Commissions⸗ 
afsung an. Morgen 11 Uhr und Abends 8 Uhr 
Fortsetzung der heutigen Berathung. 
Berlin, 8. Äpril. In parlameniarischen 
dreisen verlautete heute, daß daß Entlassungsgesuch 
xs Kriegsministers Bronsart v. Schellendorff vom 
daiser genehmigt ist und General Verdy du 
Bernois zu seinem Nachfolger ernannt wird. 
Auslaͤnd 
Brüssel, 8. April. Die „Independance“ 
ind die „Reforme“ halten gegenüber allen Ab⸗ 
eugnungen die Richtigkeit der Meldung von ge⸗ 
rimen Zusammenkünften Boulanger's mit dem 
brinzen Bictor Rapoleon aufrecht. — Die 
Chronique“ meldet, Kaiser Wilhelhm werde 
uuf seiner Londoner Reise in Antwerben mit Köniq 
opold zusammentreffen. 
Luremburg, 8. April. Bei der heutigen 
vichtigen Kammersitzung ergriff Staatsminisier 
zyschen das Wort und sagte: Ich habde die 
ehre, beauftragt zu sein, der Abgeordnetenkammer 
s Grtoßherzogthums folgende Botschaft Seiner 
hobeit des Herzogs Adolph von Nassau mitzutheilen: 
Schloß Königssein, 6. April 1889. 
Meine Herren Abgeordneten! Artikel 6 und 
der Verfassung des Großherzogthums, Artikel 32 
und 33 des Familienvertrages des nassauischen 
hauses bestimmen, daß, wenn der Konig-Großher⸗ 
ad sih in der Unmöglichkeit befindet, zu regierten, 
nothwendig ist die Regentschaft einzusetzen, welche 
vn dem nächsten Agnaten des Herrschers ausgeübt 
atd. Seine Majestät ist außerstande, fich mit der 
Litung der öffentlichen Angelegenheiten zu befassen. 
n den Niederlanden wurden daher von der nieder⸗ 
ündischen Regierung im Einverständniß mit dem 
aatsrathe Maßregeln getroffen, welche zur Ein- 
zung der Regentschaft nothwendig. Die Regent⸗ 
—9— wurde durch einstimmiges Votum beider 
ammern der Generalstaaten, im Conqresse versam- 
Dienstag, 9. April 1889. 
24. Jahrg. 
melt, erklärt. Wir befinden uns in sehr traurigen, 
schmerzlichen Verhältnissen. Aber nach der überein⸗ 
stimmenden Ansicht der Regierung und des Staats⸗ 
rathes des Großherzogthums glaube ich mich nicht 
der Pflicht entheben zu können, den Grundgesetzen 
des Hauses Nassau und Ihres Landes Gehorsam 
zu leisten, und verlange in der Kammer den von 
Artikel 8 der Verfassung bestimmten Eid abzulegen. 
stach Einsicht der Ihnen durch die Regierung vor- 
zulegenden Stücke möge die Kammer dem gegen— 
värtigen Schreiben die nöthige Folge geben. 
gez. Adolph, Herzog zu Nassau. 
ggez. Staatsminister und Regierungspräsident 
Paul Eyschen. 
Nach kurzer Unterbrechung und Wiederaufnahme 
der Sitzung erllärte sich die Kammer einstimmig 
bereit, am Donnerstag den Eid des Herzogs ent⸗ 
gegenzunehmen. 
Paris, 7. April. Die „Indépendance Belge“ 
meldet: Gestern Nachmittag hat General Boulanger 
dem Prinzen Victor Napoleon in Brüssel seinen 
Besuch abgestattet; eine weitere Unterredung fand 
hjeute Vormittag statt. — Die französische Regier- 
ung hat das belgische Ministerium ersucht, Bou⸗ 
langer unverzüglich auszuweisen. (7) Dérouloͤde ist 
in Brüssel eingetroffen und im Hotel Central ab- 
gestiegen. 
Paris, 8. April. Präsident Carnot em⸗ 
pfing heute früh den neuen bayerischen Geschäfts⸗ 
träger in Antrittsaudienz. — Im Senat ver⸗ 
iest Präsident Le Royer den präsidentschaftlichen 
Erlaß, welcher verfügt: Artikel 1. Der Senat 
ritt als oberster Gerichtshof zusammen, um üher 
das Vergehen des Anschlages gegen die Sicherheit 
des Staats und andere damit verknüpfte Vergehen 
Beschluß zu fassen, deren Herr Boulanger, 
Beorge Ernest, General a. D. und Deputirter, und 
alle diejenigen, welche die Untersuchung bekannt 
zeben wird, beschuldigt find. Artikel 2. Der 
Oberstaatsanwalt am Pariser Berufungsgericht hat 
die Befugniß des öffentlichen Ministerums wahrzu⸗ 
rehmen. 
Lokale und pfälzische Nachrichten. 
* St. Ingbert, 9. April. Morgen, Mitt- 
voch Vormittag 10 Uhr wird im Fruchthallsaale 
zu Zweibrücken die Ergänzungswahl des Be— 
zirksgremiums für Handel- und Fabrikin⸗ 
zustrie, und am bevorstehenden Freitag, Vormittags 
10 Uhr an genanntem Orte die Wahl des Be⸗ 
irklsgremiums für Gewerbe stattfinden. In ersterem 
'ind 4, in letzterem 8 Mitglieder durch Neuwahl 
u ersetzen. Die wahlberechtigten Herren seien 
dieran nochmals erinnert. 
* St. Ingbert, 9. April. Ueber die jüngst 
dollendete Wasserleitung in Ensheim wird uns von 
jeschätzter Seite noch berichtet, daß dieselbe ihren 
Wafserdorrath aus der Quelle im sog. Röhrgarten 
bezieht, welche in fast gleicher Höhe mit Ensheim, 
au der entgegengesetzten Seite des Wickersberges 
iegt. Von hier wird das Wasser mittelst Dampf⸗ 
zump:Maschine in das Hochreservoir auf dem Schei- 
el des Berges gehoben, von wo sich das Roͤhren⸗ 
ietz durch den ganzen Ort verzweigt. Dessen Ge⸗ 
ammtlänge beträgt nunmehr 4200 Meter. 17 
Iydranten sind demselben eingefügt, sodaß für ge⸗ 
rügenden Wasservorrath im Falle der Feuersgefahr 
jesorgt ist. Das großartig angelegte Werk erfor—⸗ 
zerte bis jetzt einen Aufwand von nahe an 60,000 
MNark. Ohne die edelmüthige, thatkräftige Unter⸗ 
fützung ihres Herrn Bürgermeisters Eduard Adi 
tte man die Ausführung desselbhen nicht unter— 
nehmen können. Nicht allein daß Hr. Kommerzien⸗ 
rath Adt in hochherziger Weise die Kosten für Pläne 
und Vorarbeiten übernommen hatte, schenkte er der 
der Gemeinde den Beitrag von 13500 Mk. und 
gewährte ihr ein unverzinsliches Darlehen von 
10000 Mark. Außerdem betheiligte sich die Firma 
Hebr. Adt an den Herstellungskosten mit 6500 Mk. 
Daß die Einwohnerschaft Ensheims die Vorteile 
der Wasserleitung erkennt, geht daraus hervor, daß 
nach Berücksichtigung der neuesten Anmeldungen 214 
Zauswesen mit Leitungen werden versehen sein. 
* St. Ingbert, 9. April. Wie schon mit⸗ 
zetheilt, soll im Mai dss. J. in Speyer eine Prüf- 
ang für Hufschmiede abgehalten werden. 
Alle jene Hufschmiede, welche sich dieser Prüfung 
interziehen wollen, werden aufgefordert, ihre bezüg- 
tichen Gesuche bis längstens 1. Mai ein—⸗ 
ureichen. Diese Gesuche müssen 1) mit einem 
Jlaubhaften Nachweise über die Beschäftigung des 
Besuchstellers im Hufbeschlaggewerbe während eines 
Zeitraumes von mindestens 3 Jahren, 2) mit einem 
Beburtsschein des Bewerbers belegt sein, und 83) 
zine genaue Angabe des Ortes enthalten, an dem 
der Bewerber sich aufhält, und der Adresse, unter 
velcher die Vorladung zur Prüfung an ihn zu er⸗ 
assen ist. Von der Beibringung des in Ziffer 1 
zezeichneten Nachweises einer dreijährigen Beschäftig⸗ 
ing im Hufbeschlaggewerbe find entbunden diejenigen 
dufschmiede, welche bei den Truppentheilen (in den 
x86kadcons-, Batterie- ꝛc. Schmieden) genügend aus⸗ 
zebildet worden sind und darüber ein vorschrifts⸗ 
näßiges Zeugniß erhalten haben. 
*— Sicherem Vernehmen nach wird die von 
Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten den 
ofälzischen Veteranen- und Kampfgenossenschafts- 
Bereinen zugewiesene prachtvolle Fahne am 
aim Sonntag den 5. Mai in Speyer feierlichst 
eingeweiht werden. Sämmiliche Veteranen⸗, Kampf⸗ 
zenossenschafts⸗ und Krieger⸗Vereine der Pfalz sind 
hereits zu dieser Festlichkeit, die voraussichitlch einen 
zroßen Umfang annehmen wird, eingeladen 
worden. 
*— Im „pPf. K.“ wird angesichts der von 
zinzelnen Parteien im Hinblick auf die nächstjährigen 
Wahlen bereits jetzt begonnenen Agitation der Ge⸗ 
danke ausgesprochen, es möge auch bei den National⸗ 
iberalen in der Pfalz die Wahlvorbereitung früh⸗ 
zezitig in die Hand genommen werden. Die Oster⸗ 
erien könnten dann die Gelegenheit zur Abhaltung 
zrößerer Wahlversammlungen bieten, in welchen 
zie pfälzischen Abgeordneten über ihre Thätigkeit 
m Reichstag Bevicht erstatten sollten. 
*— Wichtige Entscheidung für Jäger. 
Dem Hofphotographen Pilartz in Kissingen 
vurde am 18. Septbr. 1886 auf der Jagd durch 
inen unglücklichen Schuß des Herrn Otto Schmitt, 
zamaligen Verwalters des Gasthofes Braun, das 
rechte Auge ausgeschossen. Das königl. Landgericht 
Schweinfurt hat nach längerm Rechtsstreit unterm 
16. März 1889 folgendes und namentlich für 
Jäger wichtiges Endurtheil gesprochen: „Der be— 
lagte Ono Schmitt ist schuldig, an den Kläger 
J. Pilartz M. 1500 Schmerzensgeld, M. 1092. 10 
durkosten und M. 700 jährliche Rente auf Lebens- 
»zauer des Klägers zu bezahlen und sämmtliche 
dosten des Streites zu tragen. 
— Webenheim, 8. April. Bei der gestrigen 
dehrerwahl wurde Herr Lehrer Jakob Schmidt 
von Ehweiler bei Kusel mit 6 Stimmen gewählt. 
(Zw. 3.)