Full text: St. Ingberter Anzeiger

nd hat, nachdem er die Offizierbschule von Metz besucht, kurze Zeit 
mder französischen Armee gedient: Zwischen beiden Familien soll 
hon von Alters her Faͤadschast vestanden haben. Fuͤrst Soußo 
äin einem Ehescheidungsprozeß begriffen und man sagte ihm, daß 
ie Furstin die Absicht häfte, sobald sie von ihm getrennt wäre, 
em jungen Nikolaus Ghika die Hand zu reichen. In Folge dessen 
zuerte er kürzlich eineß Abends seinem vermeintlichen Nebenbuhler 
n der Rue de la Pépiniste auf u. schlug ihn mit einem Stode so 
eftig, daß er Bluß spuctte. Dies mar der Ursprung des Duells. 
ikolaus Ghika, der mit keiner Waffe vertraut war, wählte die 
istole, obgleich er wissen konnte, daß sein Gegner ein sehr geüb⸗ 
e Pistolenschütze war; als Zeugen dienten ihm sein Veiter Gre- 
ry Ghika und Herr Edmund Costazzi, die nun beide verhaftet 
In sollen. Von den Zeugen des Fürsten Soutzo, welcho mi 
esem verschwunden sind, wird nur der Eine, Hert Mauro Mi— 
alis, namhaft gemacht. Die Leiche des uͤnglücuͤcheu Ghika wurde 
estera nach vollzogener Obduttion provisorifch in Fonkainebleau 
eigesetzt. Sie soll nächste Woche nach Paris gebracht, hier in der 
ufsischen Kirche eingesegnet und dann nach der Wallachei abge- 
ibrt werden3 
FParis, 1. Dez. Fürst Soußo und seine Zeugen, allt 
achtig, haden der Staatsanwailtschaft schriftlich mitgetheilt, daß 
ꝛ fich vor 5Gericht stellen wollten, wenn ein Termin ande 
mumt würde. 
F Paris, 1. Dez. Tie „Compagnie transatlantique“ ver⸗ 
jentlicht in den Zeitungen folgende traurige Anzeige: Das Packet⸗ 
ot „Ville du Habre? ist am 22. Rovember um 2 Uhr Morgens 
f offener See (470 noͤrdlich und 880 westlich) bei schönem Wetter 
scheitert. Zweihundertsechsundzwanzig Personen find ertrunken, 
amlich hundertacht Passagiere und bundertachtzehn Versonen von 
—A hundertneunundsechzig 
belief. Die⸗,Ville du Habre“ war von einem englischen Eisen 
ichiffe angeranut worden; in zehn bis zwoölf Minuten war sie 
untergegangen. Zwei Lieutenanis, der Arzt und das gesammte 
Maschinenpersonal find ertrunken. Ein amerikanisches Schiff, der 
„Tremountain“, nahm 28 Passagiere und 60 Personen bon der 
Mannschaft rettend auf und brachte sie nach Cardiff. Das Schiff, 
velchet die ‚Ville du Havre“ angerannt hatte, war der „od 
karn“ von Glasgow. Die ‚Ville du Havre“, welche 5 Millionen 
jekostet hat, war in London mit anderthalb und in Paris mit zwei 
Millionen Francs persichert. Die Burcaus der transatlantischen 
Besellschaft zu Paris sind feit heute Morgen förmlich belagert von 
iner angstvollen Menge, welche Erkundigungen über die Namen 
zer Vermißten einzieht. Es ist Hoffnung vorhanden, daß noch 
einige andere Personen, als die nach Cardiff gebrachien, gerettei 
worden find. Es hatten sich ihrer nämlich weit mehr in die 
kettungsboote geflüchtet und der „Tremountain,“ welcher erst 
zierundzwanzig Stunden nach dem Unglück des Weges gekommen 
var, hatte natürlicherweise nur diejenigen Schiffbrüchigen aufge⸗ 
ymmen, denen er eben begegnet war; die Rettungsbooie hatien 
ich aber nach verschiedenen Richtungen zerstreut und so kann noch 
ines oder das andere anderweitig Aufnahme gefunden haben. 
Neuerlich kommen falsche franzdsische 20 Fres. Stüde vor; 
dieselben sind den aͤchten täuschend ähnlich, von“ ungewöhnlich 
scharfem Gepräge, richtigem Gewicht und entsprechender Größk, 
dagegenmit falschem Rande versehen und tragen die, Jahres- 
jJahl 1866. — V . 
F Auf eine neue Eigenfchaft des Petroleums macht Herr 
IJaseph C. Hatßegi in M, Theresiopel Jaufmerksam. . Ex schreibt 
dierüber Folgendes: Ich habe durch oöͤflere Beobachtung und kieinere 
Bersuche, wie' mir solche Zeit und Umstände erlaubten, die Ueber⸗ 
eugung gewonnen, daß hochgradiges Petroleum e'n vortreffliches 
BPräservativmittel ist, um die der Feuchtigkeit und dem Wasser 
nusgesetzten Gegenstande vor dem Anhaften des Eises zu wahren; 
einige vor Jahren im Winter gemachte kleinere Versuche sind 
nir derart gelungen, daß ich mich zu behaupten getraue: die 
größten Gegenstände, wie hölzerne Wassermühlräder, Windmühlen⸗ 
lügel, Holztähne ec. werden, wenn die der freien Luft oder dem 
Wasser ausgesetzten Theile im trochenen Zustande —mit Petroleum 
jeträänkt werden, weder gefrieren, noch Wasser, folglich auch keine 
Zisrindenbildung annehmen, wodurch zahlreichen Industriellen 
jewiß ein willkommener Dienst geleistet,“ und eine weittragende 
Talamität gezwungen wäre. Diese meine kleine Entdeckung dürfte 
ielleicht gar nicht mehr neu sein, und mögen gewiß schon der 
Finfachheit wegen Viele duvon Gebrauch gemacht haben; aber ich 
verde deßhalb auch icht irren, wenn ich behaupte, daß die Sache 
der eingehendsten Versuche werth ist, da im Falle des Gelingens 
die unabsehbarsten Vortheile in zahllosen Fällen für die Industrie 
ich entwickeln Konnen. 
F Stufenleiter der Werthschätzung. Ein großer englischer 
Ztaatsmann sagt: „Am besten bezahlen wir Diejenigen, die 
uns morden, die Generale; dann Diejenigen, welche uns betrü- 
jen, die Politiker und Marktschreier; dann die, welche uns die 
Zeit verlreiben, Sänger und Tänzer, Musiker und Schauspieler; 
endlich am schlechtesten die, welche uns im Schweißezihres Angesichts 
anterrichten.“ 
udnt Zürich, 25. Nov. Der schweizerische Gesandie in Paris, 
Dr. Kern, hat dem Bundesrath berichtet, daß, trotz der Warnungen 
der Presse, viele junge schweizerische Arbeiter nach Paris kommen, 
in der falschen Hoffrung, Arbeit zu finden, daß sie aber nach 
venigen Wochen von allen Hilfsmitteln entblößt seien; der Bun— 
desrath solle in den bedeutendsten Blättern nachdrücklich vor der 
Reise nach Paris alle die warnen, welche nicht zuvor sicher sind, 
sofort Anstellung zu erhalten. (S. M.) 
F (Die Auswanderung von Irland) ist wiederum im Wachsen 
ʒegriffen. Einem amtlichen Ausweise zufolge haben in' den ersten 
jehn Monaten dieses Jahres 83,287 Personen irische Häfen 
eit dem 1. Mai 1851 haben nicht weneger als 2,247,888 Per- 
dnen der arünen Insel den Rücken gekehrt. 
Dienstesnachrichten. 
Ernannt per 1. Dezember zum Verwesec der erledigten Pfarrei 
Marnheim Candidat Ernst Ludwig Jatob Fleischmann bisher 
Vitar daselbst. 
Bekanntmachungen. 
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CEORG CARIL ZTIMMER 
Gesellen-Verein. 
Generalversammlung 
Zonntag den 7. Dez. 1873 Nachmit⸗ 
ags 3 Uhr im Vereinskocal. Es werden 
ille Mitglieder gebeten sich einzufinden 
Per Ausschusß. 
Silberne Medaille. 
Karlsruhe 1861 
Ehrenv. Erwähnunç 
London 1862. 
Medaille. 
Hamburg 1863. 
hrenv. Erwähnung. 
Mannheim 18683 
Medaille. 
Köln 1863. 
Silberne Medaille. 
Straßburg 1866. 
Medaille. 
Genf 1866. 
Zwei Medaillen. 
Paris 1867. 
—A 
Saarlouis 1867 
Zwei Medaillen. 
Karlsruhe 1869 
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