Full text: St. Ingberter Anzeiger

es Leinwandbeutelchen, melches“ mit 20 Gramm weißen Pulbers 
Geheimniß des Erfinders) angefüllt ist. Das ganze nimmt nicht 
neht Raum ein wie eine große Kleidertasche und kann mit Leich⸗ 
igkeit an dem Körper angebracht werden. Um die Brauchbarkeit 
z Apparates zu beweisen, wurde einer der größten und stärksten 
zchwimmlehrer mit drei solcher Taschen ausgerüstet. Kaum war 
erfelbe mit dem Wasser in Berührung gekommen, so füllten sich 
je Rettungsbeutel mit Luft und bildete straffe Ballons, die den 
wegungslosen Schwimmer über Wasser hiellen. Das Princip 
ruht also auf dem Umstand, daß durch den Einfluß des Wassers 
uf das geheimnißvolle Pulver eine Gasart erzeugt wird, die wegen 
hrer Leichtigkeit eine große Tragfähigkeit besitzt. 
Blutvergiftung. Viele Schüler, aber auch erwach— 
ene Leute, haben noch die üble Angewohnheit, in der Hast die 
zedern mit der Zunge zu reinigen. Der 14jährige Sohn eines 
gerliner Baumeisters ist dadurch in schwere Gefahr gerathen und 
jegt lebensgefährlich darnieder. Der Knabe, nicht achtend der 
seinen Verletzungen an Zunge und Gaumen, wie solche sich durch 
gläschen häufig bei Kindern einstellen, leckte vor einigen Tagen 
je Feder aus und erkrankte alsbald so schwer, daß er ärztliche 
hülfe nachsuchen mußte. Leider befürchten die Aerzte eine Blut— 
ergiftung, und es ist fraglich, ob der Knabe wird gerettet werden. 
Für Alle, welche der garstigen Angewohnheit huldigen, möge der 
Fall zur Warnung dienen. 
CEin neu erfundener Feuerlöschapparat.) Vergangenen Mitt⸗ 
woch fanden auf dem Marsfelde in Paris im Beisein von mehr 
als 20,000 Personen Versuche mit einem neu erfundenen Feuer— 
oͤschapparate statt. Die Experimente gelangen vollständig. Den 
zrößten Eindruck auf das Publicum machte die Verlöschung eines in 
hrand gesetzten Theerhaufens. Derselbe hatte einen Umfang von 
(50 Kubikmetern und enthielt nicht weniger als 3000 Kilo Theer. 
die Flammen erreichten die Höhe eines dritten Stockwerkes und eine 
auchsäule von gewaltiger Ausdehnung verfinsterte den Himmel. 
nter Athemloser Spannung des Puolicums begab sich der Erfinder 
mit seinem Apparat mitten in den Feuerherd, und in weniger als 
aner Minute waren die riesigen Flammen vollständig gelöscht. 
F In Marseille stocken infolge der jüngsten Vorgänge 
die Geschäfte. bedeulend, mehrere große Etablissements, darunter die 
tisenbahnverwaltung, haben ihr italienisches Personal entlassen. 
uig jetzi sind bereits über 1000 Italiener nach ihrer Heimath zurück⸗ 
ckehtt; wenn den Entlassungen nicht Einhalt geboten wird, sind 
136 HAiCCiIBMGL- 
Joppelkräutermagenbitter, 
nach einem alten aus einem Be⸗ 
redictinerkloster ssammenden Recept, 
abrizirt und nur en gros ver⸗ 
sandt von 
O. PINGEL in Gottingen 
(Provinz Hannover 
Der Benedictiner ist bis 
etzt das kostbarste Hausmittel und 
jat sich deßhalb fast in jeder Familie 
ingebürgert. Der Benedict i— 
er ist aus den feinsten, auser⸗ 
esensten Kräutern zusammengesetzt, 
welche die Eigenschaften besitzen, 
wohlthätig und erwärmend auf 
S den Organismus einzuwirken. 
Der beste Beweis für die Güte des Benedietiner sind 
die unzähligen Auerkennungen, welche fortwährend dem 
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird 
sich Jedermann von der Vortrefflichkeit des Benedictiner 
uͤberzeugen und geru das Absatzfeld durch Weiterempfehlung 
vergroßern. 
NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“ 
verschlofsen und mit dem geschützten Etiquett versehen. 
Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf. 
2 —— 9— 660 4 6 M. 75 Pf. 
Bei 8.Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpakung u. 1 Fl. gra⸗ 
tis. Versandt gegen Naͤchnahme durch nachstehende Niederlage. En gros- 
Versandt durch die Fabril. Attest: 
. Herr Gesorg Thalhamer, Maurer in Erlhaus bei Notthalmünster 
MNieder bayern), berichtet: Meine Frau und meine Mutter, welche Ihren 
Benediktiner gebrauchen, spüren schnelle Besserung, erstere litt schon lange 
an Magenbeschwerden, an der Leber und Rheumatismus, meine Mutter, 
war schon ein halbes Jahr kränllich und hatte anfangs die Leberent⸗ 
zündung, bisher die Gelbsucht. Ich bitte um weitere Sendung von»10 
Flaschen Mon⸗diktiner. 
—B 
Magenbitter. 
Billigstes Hausmuͤtel welches sich in Folge 
seiner Vortrefflichkeit ebenfalls einer allge— 
meinen Beliebtheit erfreunt. 
Preĩs à PI. cc. 1I50 Gr. IuI. IM. 
Vortheilhafte Flasche von cu. 330 Gr. 2 Mk. 
Der einzig aͤchte Benedictiner Doppelkräuter— 
Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in 
zöttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J. 
FWriedrich. 
—5 
zurch die brodlosen Arbeiter weitere Unvuhen zu befürchten, die 
um so bedenklichev werden dürften, als den Italienern ohnehin 
das Messer nur lose in der Scheide steckt. In Paris, in Rancy 
und vielen anderen Orten kam es zu nenerlichen blutigen Händeln. 
Das Gericht zu Marseille hat mehrere Italiener und Franzosen 
abgeurtheilt, einen der letzteren, weil er die Menge gegen die Ita⸗ 
iener hetzte, zu einem Jahre Gefängniß. 
7 Nach in London eingegangenen Nachrichten aus Old— 
hbury haben am 27. Juni gegen 30,000 Nagelfabrikarbeiter in den 
Brafschaften Stafford und Worcester die Arbeit eingestellt. Die— 
elben verlangen eine Lohnerhöhung von 30 Prozent. I 
Viele Israeliten aus Rußland beabsichtigen Angesichts 
der Verfolgung nach Spaniem auszuwandern. Die spanische 
Regierung läßt eine besondere Dampferlinie von Odessa nach einem 
panischen Mittelmeer⸗-Hafen errichten, welche die Vertriebenen kosten- 
frei nach ihrer neuen Heimath befördern soll. Besondere Schulen 
werden eingerichtet und sonstige Anstalten zum Besten der Ein⸗ 
wanderer getroffen. I 
Marr tberichte. 
Zweibrücken, 80. Juni. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienmarkt.) 
Weizen 11 M. 94 pf., Korn 10 M. 88 Pfr, Gerste zweireihige O M. — Pf., 
dierreihige O M. — Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf., 
Dinkel — M. — Pf., Mischtruct — M. — Pf., —8 7 M. 73 Pf., 
FErbsen — M. — Pf., Wicken 0 M. — Pf., Karioffeln 2 M. 40 Pf., 
deu 8 M. 353 Pf. Stroh 8 M. 55 Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 60 Pf. 
dornbrod 3 Kilogr. 75 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 91 Pf., paar Weck 100 
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 52 Pf. II. Qual. 46 Pf. Kalbfleisch 44 Pf., 
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 56 Pf.; Butter/ Kilogr. O M. 90 Pf., 
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf. 
Homburg, 29. Juni. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen 
12 M. 39 Pf. Korn 10 M. 52 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M. 
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf., Hafer 
7 M. 74 Pf., Mischfrucht I1I M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken 
O M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗ 
brod 6.Pfund — Pf.“ Gemischtbrod 6 Pfund 86 Pf. Ochfenfleisch — Pf. 
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 410 Pf. Hammelileisch — Pf. Schweinesleisch 
60 Pf., Butter 1I Pfund O M. 90 Pf. Kartoffeln per Ztr. 2 M. 80 Pf. 
Kaiserslautern, 28. Juni. (Fruchtmitlelpreis und Viklualienmarkk) 
Weizen 11 M. — Pf., Korn 10 M. 49 Pf. Spelzkern — M. — Pfl, Spelz 
SM. 76 Pf. Gerfterd n. — Pf.. HafreM70 pf. Erbjen — M. 
— Pfe Wicken O M. — Pf. Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M. — 
Bf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod 
3 Pfund 46 Pfg. 
Fur die Redaltion verantwortlich: F. Deme nzß 
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VNe⸗ — 
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Illustrirte Wochenschrift ersten Ranges. 
Jeder Abonnent erhält gratis nach Vereinbarung der Ver— 
lagshandlung mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff⸗ 
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bruder“. Mit Illustrationen. — Theodor Fontane. Eine 
Frau in meinen Jahren“. — E: O. Hopp. Der gelbe Tod.“ 
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Ernst Wichert, Emil Marriot und ein neuer Roman von dem 
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F. X. Demetz