Full text: St. Ingberter Anzeiger

Eoktale und pfalztimne Rachrichten. 
*St. Ingbert, 23. Okt. Zur schnelleren 
Beförderung der Correspondenzen der 
dandbevölkerung bei Omnibusrouten wird 
von jetzt ab an jedem Postomnibus, welcher ver⸗ 
chiedene zahlreich bevölkerte Ortschaften passirt ein 
Briefkasten angebracht, in welchem sowohl Briefe, 
Postkarten, Drucksachen ꝛe. für die Poststationen, 
die bei der betreffenden Omnibusroute berührt 
werden, als auch Sachen, welche zur Weiterbeför⸗ 
derung bestimmt sind, eingelegt werden können. 
Die Entleerung dieses Kastens findet bei jeder 
Station statt, wobei die Haltstationen blos die nach 
hrem Bestellbezirle gehörigen Sachen herausnehmen, 
hdie übrigen dagegen werden mit Stempelabdruck 
dersehen und bis zur nächsten Bestipumungs«, be⸗ 
ziehungsweise Endstation, welch letztere sämmtliche 
Sachen zur Weiterspedition zu übernehmen hat, im 
stasten aufbewahrt. Diese Einrichtung wird von 
den Bewohnern der bei solchen Omnibusronten ge⸗ 
iegenen Ortschaften um so mehr mit Freuden auf⸗ 
genommen werden, als sie sehr viel zur raschen 
Beförderung ihrer Briefposigegenstünde beiträgt. 
[*] Schnappach, 22. Olt. In dem Garten 
des Herrn Zott dahier steht ein Apfelbaum in 
jchönster Blüthe, aus denen sich sogar Früchte voll⸗ 
ständig entwickelt haben. 
— Auch in Blieskastel soll ein Local⸗ 
Verschönerungsvperein ins Leben treten, 
welcher sich die Aufgabe gestellt hat, die schönsten 
Punkten mit Allem zu bepflanzen, Tische und Ruhe⸗ 
»änke anzubringen, namentlich unsere schönen hohen 
Anlagen in erster Linie zu verschönern. Hoffentlich 
wird demselben der größte Theil der Einwohner 
beitreten, da ein Jeder gleiches Interesse an der 
Verschönerung der Anlagen hat. Die erste Zu— 
— 
zei Herrn Adjunct Haudk dortselbst statt. (Ist es 
denn in St. Ingbert nicht möglich, einen Ver—⸗ 
schönerungsverein zu gründen und dauernd zu er⸗ 
jalten. Es käme auf einen nochmaligen Versuch an.) 
— Die diesjahrigen Rekruten haben am 6. 
Nobember bei ihren Abtheilungen einzutreffen. 
— Speyer, 22. Okt. Gestern Abend kam 
der Weichensteller Strehl aus Berghausen im 
hiesigen Bahnhofe zwischen zwei Puffer und erhielt 
derselbe so schwere innerliche Verletzungen, daß das 
Schlimmste zu befürchten ist. Der Verunglückte ist 
derheirathet und Vater von 4 Kindern. 
— In der obersten Leitung der protestan⸗— 
tisch-evangelischen Kirche der Pfalz 
steht in nächster Zeit eine Veränderung vor. Der 
Vorstand des kgl. Consistoriums der Pfalz Herr 
Director v. Glaser tritt nämlich wegen andauender 
Zrankheit in den wohlberdienten Ru hestand. Im 
Jahre 1860 während dem Gesangbuchsstreit an die 
Spitze des Kirchen-Regiments berufen, hat er die 
erhitzten Gemüther in das ruhige Fahrwasier ge⸗— 
ührt und während dieser langen Reihe von Jahren 
nur das Wohl der Kirche im Auge gehabt. Die 
Allerhöchste Anerkennung wurde demselben als Di— 
cigenten der General-Synoden des Oefleren zu 
Theil, wie auch die Ordens-Auszeichnungen des 
derdienten Herrn es bekunden. Die allgemeinste 
Hochachtung der protestantischen Bevölkerung, ohne 
Unterschied der Partei, hat sich Herr Director v. 
Glaser erworben, die ihm auch ferner bewahrt 
werden wird. Ueber den Nachfolger desselben wird 
zleichfalls die nächste Zeit Aufschluß geben; daß 
der neue Director nicht weit vom Sitze des Con⸗ 
sistoriums zu suchen ist, liegt auf der Hand, und 
die protestantische Geistlichkeit und die Gemeinden 
der Pfalz können auch ferner das feste unbedingte 
Vertrauen zu der obersten Leitung haben, die auch 
künftig in guten Händen ruhen wird. Als weiteres 
weltliches Mitglied des Confistoriums nennt man 
einen Rath der kgl. Regierung der Pfalz. — Wie 
die „Gr. Ztg.“ hoͤrt, steht die Beförderung des 
gl. Bezirksamtmanns Geib in Frankenthal zum 
veltlichen Consistorialrath in Speyer nahe bebor. 
Vermischtes. 
F Heiligenwald, 20. Okt. Gestern Mor— 
jen verunglückte in der Grube Reden der Berg— 
mann Friedrich von hier durch Herabfallen von 
Bergmassen, welche ihn zu Tode brachten. Mit 
hm wurden noch zwei Bergleute aus Schiffweiler 
derart verletzt, daß ihre Ueberführung nach dem 
Lazareth Neunkirchen erfolgen mußte. 
F Diedenhofen, 19. Olt. Großes Auf— 
sehen erregt hier das Verschwinden eines Direktoren 
der hiesigen Holzhandlung , Les grands chantiers 
de bois“, vormals Nikolaus Petry, aus Begqure— 
gard, namens Breistroff. Derselbe soll nach der 
„Str. P.“ Gelder in nicht unwesentlichen Beträgen 
unterschlagen und bei Notar Fischer in Zabern, 
der seinerzeit eine Lizitationsversteigerung für die 
Besellschaft abgehalten, vor seinem Abgange auf 
den Erlös dieser Versteigerung eine Summe von 
5000 Mark erhoben haben. Er hinterläßt hier 
seine Familie, die über seinen Verbleib nichts 
veiß; weiterer Aufschluß ist überhaupt bis jetzt 
im hiesigen Platze noch nicht bekannt. 
F Frankfurt. Für das Grab des berstor⸗ 
jenen Freiherrn von Rothschild hat dem „Frkf. 
zourn.“ zufolge auch der Kaiser einen Kranz 
penden lassen. 
F Von dem kürzlich verstorbenen Frankfurter 
sothschild wird folgende Anekdote erzählt: Einst 
hei einem Diner flog durchs Fenster auf den Tisch 
»ein Stein, an welchem ein Zettel mit der Auf⸗ 
chrift befestigt war: „Todt oder zehn Thaler.“ 
stothschild warf ruhig das geforderte Geld aus 
em Fenster mit einem Zettel, auf den er ge⸗ 
hrieben hatte: „Lieber zehn Thaler.“ 
F Stuttgart, 20. Okt. Gestern Abend 
3 Uhr sind aus dem hiesigen Zuchthaus zwei 
zefährliche VBerbrecher, Speidel von Ober⸗ 
oihingen und Barth von Tübingen, entflohen. 
xrsterer, ein gefährlicher Einbruchsdieb, wurde in 
erflossener Nacht um 11 Uhr auf der Straße 
wischen Bothnang und Feuerbach durch einen hie⸗ 
igen Landjäger betreten. Speidel hat sich mit 
inem Hammer dem Landjäger widersetzt, der Land⸗ 
äger hat von seiner Schußwaffe Gebrauch gemach; 
und den Speidel erschossen. Barth, ein ge— 
ährlicher Brandstifter und Dieb ist jetzt noch flüchtig. 
7 Die Macht der Conkurrenz muß jetz 
o gar die deutsche Reichspost anerkennen. Es soll 
uun nämlich doch in der Absicht des Reichspost⸗ 
imts liegen, die Portosätze für den inneren Stadt⸗ 
riefverlehr zu Berlin zu ermäßigen. Die Ini— 
iative soll aber keineswegs eine Einführung der 
Frivatbeförderungsanstalten mit ihren niedrigen 
jortosätzen direkt gegeben haben; die schon vor 
Ir bestehende Absicht hätte dadurch nur eine neue 
Anregung erhalten. Nach jener Nachricht sollen 
ie Portosätze der Post sich den niedrigen der Pri— 
atbeförderungsanstalten ziemlich anpassen. Den 
mderen Städten, in denen private Posten ins 
deben gerufen worden sind, wie Hamburg, Danzig 
deidelberg und Mannheim, wird nun wohl auch 
ine Portoermäßigung zu Theil werden. 
Marktbericht. 
e Ensheim, 21. Oktbr. Viktualienmarkt. Butter per 
»/3 Kilo 1 Mk. 10 Pf., Eier per Dutzend 70 Pf. Kar⸗ 
toffeln per 50 Kilo 2 M. 50 Pf. Kraut per Kopf — 
bis — Pf. Bohnen per Kilo — Pf. 
JAmÚultc24Inbban 
Auszug 
aus den Registern des Standesamts Ensheim 
vom 15. September bis 15. Oktober 1886. 
Geburts-Register: 
Den 19. Sept. Johann Emil, S. v. Brosius 
Undreas, Sattler von Ensheim. 
Den 29. Sept. Maria Barbara, T. v. Wil⸗ 
selm Peter, Fabrikarbeiter von Ensheim. 
Den 30. Sept. Rudolf Peter, S. v. Franz 
darl. Ackerer von Eschringen. 
Den 2. Okt. Franz Joseph, S. v. Quirin 
Nikolaus, Fabrikarbeiter von Ensheim. 
Den 2. Okt. Ludwig Andreas, S. v. Walter 
August, Tagner von Ensheim. F 
Den 12. Okt. Katharina, T. v. Blaes Andreas 
Fabrikarbeiter von Ensheim. — 
Den 14. Okt. Katharina, T. v. Foos Mathias 
Tagner von Ensheim. 
Sterbe⸗Register: 
Den 18. Sept. Stemmler Peter, Schuster, 72 
Jahre alt, Wittwer von Wollenschneider Katharina. 
Den 14. Okt. Foos Katharina, 3 Stunden alt, 
Tochter von Foos Mathias, Tagner. 
Den 14. Okt. Munz Peter, Maurer, 45 J. a., 
Gatte von Golsung Margaretha. 
Heicaths-Register: 
Den 25. Sept. Fritschler Eduard, Uhrmache 
nuus Oberbränd in Baden mit Untersteller Marga 
retha Magdalena von Ensheim. 
Den 11. Olt. Anslinger Johann Veter Enn 
Fabrikarbeiter mit Blaes Maria, beide von 6 
heim. 
Fae * Redaktion verantwortlich: F. X. Demeß. 
—— 
Ein Wort im Vertrauen. 
Wenn ein Fluß klaren Waffers durch eine 
läuft, wird derselbe, nachdem er die ——— 
Themilalien und verfaulten animalischen Stoffen 4 — mit 
zert sein. eschwan 
Wenn ein solcher Fluß drei Meilen weit fließt ist 
Waffer wieder klar geworden. Wo sind die Umrcint utn 
zeblieben? Einige haben fich in die Atmospäre uin ain 
die meisten sind auf das Bett des Flusses niedehee 
Wenn das Wasser abgezogen, würde durch die 3 
ang der sich im Bette angesammelten Unreinigkeuen 
Atmosphäre der ganzen Umgegend verpestet werden. di 
Durch unseren Körper circulirt ein ähnlicher; d 
Strom des Blutes. Wenn derselbe das Herz verlaßt i 
reines, gesundes Blut voller Leben. Indem es ducch 
Pulsa dern rinnt, wodurch die ganze Maschinerie des o 
pers in Bewegung gehalten, wird es schlechter und elg 
jer. Nachdem es alle seine ihm obl egende mechanische d 
beit verrichtet, geht es direlt in die Blutadern und 8 
von diesem nach gewissen Organen geleitet, um gereinig 
und von seinen giftigen Substanzen geschieden zu ann 
Würde dirse Reinigung nicht stattfinden und dasselbe Vlu 
jum zweiten Male durch das ganze System cirkuliren, so parcui 
sirte und zerstörte es jedes Organ. Wenn die blutreinigen. 
den Organe nur mangelhaft ihre Arbeit verrichten, so * 
nicht sämmtliche Unreinigkeiten aus dem Bluͤte entfern 
werden, so erleidet dadurch die Gesundheit großen Schaden. 
Dieses mangelhaft gereinigte Blut setzt die ihm —* 
hliebenen schädlichen Substanzen in die edlen Organe dez 
Zörpers ab, wodurch diese angegriffen, entzündet und zer 
tört werden. Dadurch entsteht Müdigkeit ohne besonden 
Arsache, Energielosigkeit, Arbeitsschen, Kopfschmerzen um 
anregelmäßiger Appetit, belegte Zunge, stechende Schmerjen 
Fiebe ranfälle, Pneumonia, übelriechender Athem, Harila 
zigkeit, Biliösität, schlechte Laune, Rückenschmerzen, Waden 
techen, kalte Hände und Füße, ee, Reitzbat 
leit der Haut, schwerer, dunkelgefärbter Urin, hellgefuͤrbt 
Ercremente. 
Irgend ein dieser oben angeführter Symptome zeig 
an, daß das Blut mit Unreinigkeiten geschwängert is 
Harnsäure, welche die chemikalische Form dieser Unreiniß 
ceiten hauptfächlich bildei. 
Wenn die Harnsäure nicht neutralisirt und aus dem 
Blute entfernt wird, ist schlechte Gesundheit und ein frühes 
Brab das sichere und unvermeidliche Resultat. Darüber 
existirt keine Meinungsverschieden heit. Jeder Arzt win 
wird dieses vorstehend gesagte bestätigen. Wie kann man 
diese Gefahr abwenden? — Das Wichtigste und wir möch 
ten sagen Haupisächlichste, wenn nicht das einzige Organ 
welches Harnsäure neutralifirt und entfernt sind die Nieren 
Diese sollen jeden Tag 25 Gramm der oben erwähnten 
giftigen Substanzen aus dem Systeme entfernen. Wenn 
dieses wichtige Organ nun seine Arbeit mangelhaft um 
unzureichend verrichtet, so bedarf dasselbe nothwendige 
Weise der Nachhilfe. 
Jeder gewissenhafte Arzt wird aber zugeben müßsen 
daß der medicinischen Facultät kein Mittel bekannt ist, das 
pofitive Heilkraft auf dieses Organ ausübt. Sie werden 
auch zugeben, daß die Harnsäure im Blute die meiften 
Leiden verschuldet, welchen das menschliche Geschlecht unler 
worfen ist. 
Was ist nun unter obwaltenden Verhältnissen zu thun 
Lese die Erfahrungen Anderer und alsdann enischeide selbft 
Sei vorsichtig und wähle das Richtige. Sei nicht ungläubi 
gegenüber solchen unwiderlegbaren Beweisen. Deine Ge 
sundheit und dein Leben wird durch dein etwaiges Vorur 
theil gefährdet. 
„Thatsachen haben es bewiesen, daß Warner's Sas 
Cure ein Heilmittel ist, auf welches man sich bei allen 
Leiden der Nieren, der Leber und der Urin⸗Organe zuverfichtli— 
derlassen kann, und wenn der Stolz des Arztes und di 
Vorurtheile der midicinischen Fakultät ihn nicht daran ver 
hindern würden, so wäre er im Stande, mit Hilfe diese! 
deilmittels diese Leiden erfolgreich zu bekämpfen, de 
Nenschheit würden viele Schmerzen erspart und manche 
deben gerettet werden. 
Ich bin mir wohl bewußl, daß diese Bekanntmachun. 
aicht die Sanction meiner ärztlichen Collegen erhält, abe 
wenn hierdurch die Leiden und Auslagen der Kranken ver 
mindert, bin ich vollständig zufrieden und reichlich belohnt. 
Dr. John L. Eiswirth. 
„Der leidenden Menschheit in Europa wird Warner' 
Safe Cure, fichere Kur fur Nieren⸗ und Leberkrankheiten 
ein Rettungsanker sein und bin ich überzeugt, daß ih' 
Erfolg im Heilen der Kranken ebenso groß sein wird wi 
in Amerika. Ich verschreibe Warner's Safe Cure in 
meiner Praxis in hartnäckigen Leber⸗, Nieren⸗ und Blasen 
krankheiten und zwar mit glänzendem Erfolge. In Deutsch 
land wird Ihr Heilmittel eine sofortige Aufnahme. finden. 
Dr. R. H. Roehr. 
(Graduirter der Universität in Tübingen.) 
Viele solche wie oben angeführte Atteste sind in unseren 
Besitz und beweisen zur Evidenz die wunderbare Heilkraf 
von Warner's Safe Cure über alle Krankheiten der Nieren 
Zeber und Urin⸗Organe. Preis 4 Mk. die Flasche. Dies 
deilmittel sind in den meisten Apotheken zu haben. Wen 
Ihr Apotheker unsere Medicin nicht hält und auf Ihr Er— 
uchen nicht bestellen will, benachrichtige man uns und wer⸗ 
den wir alsdann dafür sorgen, daß Sie damit versehen 
werden. 
H. H Warner &Co., 10 Schafergafse, Frankfurt a. V 
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