Full text: St. Ingberter Anzeiger

* 7 5 F —** 
** — —* * 
* 8R J 42 * —9. A 7— — W F 
—3 2 X * 8 89 e — E— —8 — — —— 6 3* —S 5*5** 
hi — —— 86 —— —3— —— — —* — — 
*7 —58— —J 88 *—1u— * —8 ge —8 — 6 *3—M* —58 
—S * —— —⏑⏑— 3 8BV * ——zS3—8 —B 1V—— 
—— — —— * * —— 68 *. JJI3 
— — —— —0 F * J— 9 2 —S— h 7* — —— * 
J 38 8BBR — 8 * * — ——28 3 JIöä * 
F —5— — B —— 24 * 8* . 3 * — ——— 25 * —5368 — 5 
*8 * 1— —E— 46 * —9 * *. — —5 —598 —z36 
— 3 —A — 5— * d —2 z21 * —3 —⏑ —— 7 
— 8 —S— — 3 *9 8 — 46 88 JäJRBVG8 
7 
Amtliches Organ des königl. Amtsgerichts St. Ingbert. 
der ‚St. Jugberter Auzeigor“ erscheint wochentlich fuufmal: Am Moutag, Dienstag, Donnerétag, Samstag und Sonntag; 2mal wöoͤchentlich mit unterhal tun 
Zatt und Sonntags mit Sseitiger illuseverter Beilage. Das Blatt kostet vierteliährlich 1 M 60 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1)M 75 , einschließlig 
õ ¶ Zuftellungsgebuhr. Die Siurückungsgebühr für die 4gespaltene Garmondzeile oder deren Raum beträgt bei Inseraten aus der Pfalz 10 —, bei außerpfälzischen und solche 
auf welche die Gxpedition Auskunft ertheilt, 18 4, Reclamen 30 . Bei 4maliger Einrackung wird nur dreimalige berechnet. 
—— — — —— — — 
M 207. Samstag, 25. Oktober 1884. 
—— 
dnsliti ischweig. Die Urtheile über seine Person lauten 
Politische Uebersicht. — wohl hauptsächlich beeinflußt durch 
Wider die Reichsnoͤrgler, ein Wort zur Kolo- den überaus elenden Ruf, den sich sein Bruder, 
aalfrage aus Wöhlerkreisen?, unter diesem Titel ser Diamantenherzog, in Paris erworben hatte. 
t in München eine Schrift von Professor Dr. Fr. die politische Seite der Frage, d. h. die Nachfrage, 
gatzel erschienen. Dieselbe beleuchtet in klarer, vird mit stark ausgesprochener Unfreundlichkeit gegen 
refflicher und volksthümlicher Weise die Rolonial⸗ Freußen erörtert und alle Blätter geben sich den 
rage. »Der Widerwille gegen die Politik der Unschein, als wenn sie glaubten, daß Preußen eine 
einlichen Anfeindungen und Hemmungen, die zer- jimmelschreiende Ungerechtigkeit beginge, wenn es 
»drt, wo aufgebaut werden sollte, gegen die neie en Herzog von Cumberland von der Thronfolge 
aschen Frittler und Nörgler, welche es nicht er · zusschliee; verschiedene fügen hinzu, daß diese 
agen konnen. daß einen großen Staatsmann, Ungerechtigkeit derjenigen gleichkomme, die sich 
er von ihrer Weisheit nicht viel halt, die Begei⸗ Jreußen zuschulden kommen ließ, als es 1866 
erung eines aufstrebenden Volkes in seinem schͤp ⸗ hannover einvberleibte. Uebrigens sei noch hervor ⸗ 
rischen Wirken von Erfolg zu Erfolg trage, hat sehoben, daß hier Niemand daran zweifelt, daß 
aese Rede eingegeben“, so sagt der Verfasser in Zraunschweig unter die Herrschaft der Hohenzollern 
ner Vorbemerkung. „Der sie hielt, ist kein Poli- ommen wird, die einen meinen durch einfache Ein⸗ 
ter von Fach, will es auch nicht werden, ist aber derleibung in Preußen, andere durch Errichtung 
it lange der Meinang, daß es nichts schaden uils Reichsland unter Oberherrlichkeit des deutschen 
onnte, wenn jenen Parlamentariern, denen über raisers. Da nun aber dieser und der König von 
tren kleinen Wortkampfen der Sinn für die wah- Preußen dieselbe Person sind, so würde beides 
en, in Parteischablonen nicht zu fassenden Bedürf ⸗ hatsächlich auf dasselbe hinauslaufen, nur daß die 
isse der Nation verloren gegangen ist, von außer⸗ infache Einverleibung den Vorzug verdient, weil 
alb des Parlaments Stehenden offen gesagt werde, ich bei ihr alle Verhältnisse unendlich viel ein⸗ 
delchen Eindruck ihr Gebahren macht. Er entschloß acher gestalten würden als bei einem neuen Reichs⸗ 
ch, diese am 16. September d. J. in der konsti- ande. 
nirenden Versammlung der nationalliberalen Partei 
iMünchen gehaltene Rede in eiwas erweiterter 
orm der Oeffentlichkeit zu übergeben, weil er 
offt, daß dieselbe bei den bevorstehenden Wahlen 
was dazu beitragen könnte, die Worthelden zu 
zunsten von Mäunern der That und der Erfah⸗ 
iig zurüczudrängen.“ Der Schlußsatz des Schrift⸗ 
„eus lautet: „Die nationalliberale Partei, schon 
ze sie in den Reichstag getreten ist, hat den einzig 
uten Weg betreten, diese wichtigen, weittragenden 
dinge so aufzufassen, wie fie aufgefaßt werden 
nüssen, und deshalb erwarten wir einen ganz be⸗ 
onders großen und vielberheißenden Erfolg von 
zrer Behandlung derselben im Wahlkampfe und 
m nächsten Reichstage.“ Hieses Schriftchen ist 
nentgeltlich durch das Centralbureau der national⸗ 
zeralen Partei in Berlin zu beziehen. 
yreußischen Staatsrath gehandelt hat, wobei wohl 
estgestellt worden sein mag, welche Vorlagen dem⸗ 
elben zugehen sollen. Wie wir hoͤren, sollen die 
Berathungen und Verhandlungen des Staatsrathes 
geheim gehalten werden. — Der Bundesrath hält 
morgen wieder eine Sißzung ab. Auf der Tages⸗ 
ordnung befinden sich u. A. die Dampfersubven⸗ 
sions⸗Vorlage und die Getzentwürfe, betreffend ge⸗ 
verbliche Anlagen und Ausdehnung der Unfallver⸗ 
icherung auf die Land, und Forstwirthschaft. Es 
ind zwei gelrennte Gesetzentwürfe, durch welche die 
Unfallversicherung abgeschlossen werden soll. Die 
Borlagen, die wir hier genannt, werden morgen 
eingebracht werden und kaum zur Verhandlung 
kommen, sondern voraussichtlich den zuständigen 
Ausschüfsen zur Vorberathung überwiesen werden. 
Inzwischen dürften diese Gesezentwürfe auch dem 
Staatsrathe vorgelegt werden, dessen Votum ja 
für die Abstimmung Preußens im Bundesrathe 
maßgebend sein soll. — Die Verhandlungen zwischen 
Deutschland und England über die Ansprüche auf 
die in der Bucht von Angra Pequena gelegenen 
Inseln sollen in nächster Zeit beginnen. Auf beiden 
Seiten ist man zum Entgegenkommen bereit, daher 
ist anzunehmen, daß man leicht zu einer Verstän⸗ 
digung kommen wird. 
Berlin, 23. Okt. Der Kaiser und der Kron⸗ 
prinz sind heute Vormittag 8/2 Uhr wohlbehalten 
yon Sigmaringen hier eingetroffen; dieselben wur⸗ 
den auf dem Bahnhofe von dem Prinzen und der 
Prinzessin Wilhelm, dem Prinzen Friedrich Karl, 
dem Gouverneur, Stadikommandanten, dem Polizei⸗ 
präsidenten und den Flügeladjutanten empfangen. — 
Wie versichert wird, würden sich der Kronprinz und 
Prinz Albrecht zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach 
Braunschweig begeben. 
Braunschweig, 21. Oklt. Der Großherzog 
von Hessen und eine Deputation des zweiten Garde⸗ 
LUanentegiments sind angemeldet. Nur braun⸗ 
chweigische Flügel-Adjutanten, Rittmeister und 
dauptleute werden die Trauerwacht am Katafalk 
jaliten. Die Großherzöge von Oldenburg und 
Weimar senden Hofmacschälle. — Die englischen 
Familien, welche Erbschaftsansprüche auf das Pri⸗ 
atvermögen des Herzogs erheben, haben einen Mr. 
Scott nach Braunschweig geschickt, der sich bereits 
dem Regenflschaftsrathe vorgestellt hat. — In der 
Racht zum Sonntag und an diesem Tage selbst 
ind hier Verhaftungen erfolgt, die man mit der 
Thatsache in Verbindung bringt, daß gegen die an 
den Straßenecken angeheftete Prollamation des Ge⸗ 
nerals v. Hilgers Demonstrationen vorgenommen 
vorden waren. Zu ernsten Weiterungen dürfte 
dieser nächtliche Spuk nicht führen. Wenn auch 
ine gewisse Empfindlichkeit in der Bevölkerung seit 
dem Vorgehen vorhanden ist, wenn sich auch der 
Braunschweiger einigermaßen verlezt fühlt, daß 
eine Landesbehörde weniger fix war, als der 
preußische Höchstrommandirende, so ändert dies 
nichts daran, darß man hier loyal zu den Institu⸗ 
ionen des Reiches steht. 
Braunschweig, 23. Okt. Der Extrazug 
raf um 12 Uhr 7 Minuten mit der Leiche des 
derzogs unter dem Geläute sämmtlicher Glocken im 
gahnhofe ein. Nach einem kurzen Gebete des Abts 
Chieie wurde der Sarg von 18 Unteroffizieren auf⸗ 
jehoben dund auf den von einem Baldachin über⸗ 
agten Leichenwagen gestellt. Die Truppen präsen⸗ 
irten und der Zug setzte sich in Bewegung. Die 
Zpitze und den Schluß des Zuges bildeten je zwei 
s5kadrons des Husarenregiments. Neben dem von 
Deutsches Reich. 
Berlin, 21. Okt. Mit dem Herzog Wil⸗ 
elm von Braunschweig ist der älteste General 
der preußischen Armee gestorben. Der Herzog hat, 
vie bereits erwähnt, aktive Dienste im preußischen 
Zeere nur kurze Zeit gethan, wurde aber bis zu 
einem Tode in den Listen der aktiven Generäle 
veiter geführt. Am 17. Februar 1826 wurde er 
als Rittmeister beim 2. Garde⸗Ulanen⸗ (Landwehr⸗) 
Kegiment unter Aggregirung angestellt und am 22. 
Iklober 1828 zum Major befördert. Als er im 
April 1831 die Regierung übernommen hatte, 
nußte er selbstverstaändlich aus dem Dienste scheiden 
ind erhielt unter dem 14. Mai 1831 den Ab⸗ 
chied, mit der Erlaubniß, die Generalsuniform zu 
ragen. Am 6. Marz 1848 wurde er zum Chef 
»es 10. Husaren⸗Regiments, welches am 1. Okt. cr. 
on Aschersleben nach Stendal versetzt ist, ernannt 
ind gleichzeitig zum Generalniajor befördert. Am 
30. Marz 1844, also bereits nach Jahresfrist. 
vurde er Generallieutenant und am 27. Juni 1848 
veneral der Kavallerie. 
Berlin, 21. Okt. Die Ergebnisse der Reichs 
agswahlen werden von den Wahlkommissaren dem 
tteichsamte des Innern u. s. w. nach einem gegen 
ruher etwas veränderten Muster telegraphisch ge⸗ 
neldet werden. Unmittelbar hinter dem Namen 
ines jeden Wahlkandidaten, der Angabe seiner 
Jarteiftelling und der Zahl der ihm zugefallenen 
5timmen sind die Namen der Gegenkandidaten mit 
»emselben Namen abzutelegraphiren. Ebenso wird 
im 1. November das entgiltige Ergebniß telegraphisch 
semeldet und in gleicher Weise bei den Nachwahlen 
erfahren. Sämmtliche bei der Beförderung von 
Wahltelegrammen betheiligten Telegraphenanstalten 
nsissen am 28. Oktober und 1. November bis 10 
Uhr Abends beziehentlich bis zur erfolgten Abtele⸗ 
zraphirung der Wahltelegramme im Dienste b leiben. 
Berlin, 22. Okt. Heute Nachmittag 1 
Uhr fand unter dem Vorsitz des Reichskanzlers 
Fürsten Bismarck eine Sitzung des preußischen 
S„taatsministeriums im Reichskanzlerpalais statt. 
Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man an⸗ 
niimmt, daß es sich hierbei vornehmlich um den 
Mitten in den Reichttagswahlkampf hinein fällt 
et Triumph, den Fürst BVismarals Leiter 
er auswärtigen Politik des Deutschen Reiches mit 
emn Zustandebringen der Congo · Konferenz errungen 
at. Es zeigt sich dadurch, daß das Deutsche Reich 
Wagrheit ist ein Hort des Friedens muten in 
em unruhigen Hin⸗ uͤnd Hergewoge der europaischen 
oͤlker. Das Vorgehen vismarde in dieser Rich⸗ 
ing ist um so schwerwiegender und bedeutsamer, 
dadurch das Deutsche Reich mit der französischen 
iepublik durch gleiche Inleressen in dieselbe Vahn 
iedlicher Weitbewerbung einlenkt und beide gleich 
im den Mittelpunkt bilden, um welchen die übrigen 
uropäischen Staaten zur Wahrung gemeinsamer 
interessen sich schaaren. Die Schwierigkeiten, 
elche anfangs dem Vorgehen Vitmarcks von Seiten 
tt verschiedenen Kabineie sich entgegenstellten, sind 
Anmehr fast vollständig hinweggeräumt, sodaß die 
konferenz schon Anfang Nobember bestimm siait- 
uden wird. Mit England dauern zwar die Ver⸗ 
andlungen noch fort, doch ist es keine Frage, daß 
uch der britische Leu schlicßlich gute Miene zu dem 
m ungelegenen Spiel machen und sich Deutsch⸗ 
and und Frankreich anschlieben wird— 
duch die Pariser Blätter beschäftigen sich 
aelfach mit dem Tode des Herzogs von Braun—